«ü'it- Ai? ‘mhfdjer M ra 11,6 eme Ui™ 11 ■ >" iroulit, «‘en End, |„t : ftolbor im ,s''t‘n. SSetli» D',$erlin. jJ wuit t 1QMh|tung urj jwfdjen Schillkr, punft des neun eLr ganz der Erd, 'vn aber sind m and vom sich, leichte Blut lot, ,!le nach Jahui i- j|t ihr Sinnen nckjal, dem biiii inen verhängnir »enden sich geg;, n. Eines Mock; und Hof oerjaot m Urgründe bei in gestaltet. Ito it alles Gescheh^ he. t’üifr. ' ‘tft? rfete A «nn | ' • dir jlMi) ung. ommergetreide. der Stadt inkrautbekämpmj iermit ausbriiefhd Ritter. Dingung. 37. 5 erforderlich, d» wn ßebensmitteöi ließen liegenbw verlegen. Die in der taF; bis zM 15. ö. 3* *i iO.OO W, bei dv; Heu. iefen, dah heh^ ind. üchenvermltnng. iftender tinie W> 4 I !tze" it und Zapag' izu beten „ velt- )eutslh' Mei, Srho' fender e 5reitag,28.Mm 1957 M.121 Erstes Blatt 187. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Bl»» E~= Heimat >m Bild Die Scholl. H Hw 9 W MjF 1 W 9 9 M W VR 9 9 X Ä'y H 9 9 ffl 9 für Anzeigen von 22 mm Monats Bezugspreis: M M W W W 9 9 # M 9 M W< W M W 9 Breite 7 Rpf.. für Text- Mit 4 Beilagen K'JJL l.9t «st Uff ■ M HT ■ iMl 9 9 9k 9 JE 91 9 9 9k 9 19 9 9 anzeigen von 70mm Breite Ohne Illustriert« . 1.80 B 1 WU W M >9^ 9 ÄL «h^/9L H W Wr^ 50 Rpf..Platzvorschrift nach gSSs= vwvyviww ^wiwjprwp yw infolge höherer Gewalt Stellen--, Vereins», gemein« =?=== Seneral-Anzcher für Oberhe en -MS "dl‘enn ^T, " ‘ ^Swne^f. Srantfurt am main 11686 druck und Verlag: vrühl'fche Univerfiläts Such- und Steinörudcrci «.Lange in Sietzen. Schristlettung und SefchäfiLftelle: Schulstratze 7 M-ng-nab!chiuff-Staffel 8 Wie sieht es in der Wirtschaft aus. Die deutschen Banken und Sparkassen verzeichnen eine sehr starke Zunahme der Liquidität, und zwar vor allem durch Vermehrung der Wechselbestände, die im wesentlichen aus Solawechseln bestehen. Der Ausweis der Banken für April weist allein bei den Solawechseln eine' Zunahme von 274 Millionen Reichsmark auf, weiter haben die Schatzwechsel und die unverzinslichen Schatzanweisungen zugenommen. Bei den Sparkassen ergab sich eine Spareinlagensteigerung um rund 93 Millionen Mark. Die regionalen Girozentralen erfuhren im Monat April eine Erhöhung der Kreditoren um insgesamt 88,7 Millionen Mark. Geld ist also in der deutschen gelenkten Wirtschaft, die mit einem festen Wertmesser, im Gegensatz zu Ländern mit Währungsentwertung, arbeitet und deren Ausfuhrziffern steigen, bei gleichbleibenden Preisen, genügend vorhanden. Es sucht Anlage. Und aus diesem Grunde hat sich die Reichsregierung genötigt gesehen, die zweite Reichsanleihe von 600 Millionen Mark, von der bereits 100 Millionen Mark vorher fest gezeichnet waren, um 200 Millionen auf 800 Millione wR eichsmarkzuerhöhen. Während die ersten Reichsanleihen, die der Umwandlung kurzfristiger Schulden in langfristige dienen sollen, angesichts der damaligen Lage des deutschen Geldmarktes eben untergebracht wurden und die Reichsfinanzpolitik erst eine geraume Zeit — durchweg ein halbes Jahr — warten mußte, bis sich wieder genügend überflüssiges Kapital gesammelt hatte, ist in diesem Jahre bereits die zweite erhöhte Anleihe fällig und ihre Unterbringung ist um so leichter, je reicher aus den Ueberschüssen des immer mehr in Gang gekommenen Wirtschaftsapparates das Geld in die Banken und Sparkassen fließt und Anlage sucht. Hinzu kommt, daß die pflegliche Kursbehandlung gesichert ist durch die sogenannte „offene Marktpolitik" der Reichsbank, daß die Reichsschatzanweisungen ferner l o m b a r d - fähig und mündelsicher find und die ganze Struktur der nationalsozialistischen Wirtschaft eine Gewähr dafür bietet, daß bis 1951 diese Anleihen auch a u s g e l ö ft werden. Der Kurs der bisherigen Reichsschatzanweisungen lag am 24. Mai auf 99,12 bzw. 99, er ist durchweg höher als die Hypothekenpfandbriefe. Die neue Anleihe bietet aus allen diesen Gründen die denkbar sicherste Anlage von Kapitalien und Spargeldern, zumal bei einem Emissionskurs von 98,75 v. H. sich die Reichsschatzanweisungen immer noch mit 4,63 v. H. verzinsen. Hinzu kommt die Auslosung von jährlich 100 Millionen RM., die bereits 1947 beginnt, wodurch die Durschnittsrendite erhöht wird, wenn man gleich beim erstenmal aus- gelost werden sollte. Die Ratenzahlungen ermöglichen es übrigens auch dem Kleinkapitaliften, feine Anlage in Reichsanleihe zu tätigen. Durch die Reichsanleihe werden ja keine neuen Schulden ausgenommen, sondern die kurzfristigen Schulden werden m langfristige Form umgewandelt, also gesichert, way- rend aus den zunehmenden Steuererträgen die Rückzahlung unserer langfristigen Schulden gesichert ist. * Auflockerung der Weltwirtschaft. Botschafter Dr.Oteckhoff über die deutsch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen. Staaten nach Deutschland sei auch heute noch wesentlich größer als die deutsche Ausfuhr nach Nordamerika. Deutschland sei stets bereit gewesen, alle Fragen der gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen mit der nordamerikanischen Regierung in offener freundschaftlicher Zusammenarbeit zu erörtern. „Wenn wir auch zur Zeit in der Handelspolitik verschiedene Wege einschlagen, so sind doch die Endziele der Regierungen beider Länder die gleichen, nämlich Auflockerung der Weltwirtschaf t." Das Werk werde gelingen, wenn alle stets darauf bedacht seien, das Trennende zurückzustellen und Kränkungen zu vermeiden. „Wenn wir uns zum G e i st gegenseitiger Hilfe und einem Verhalten bekennen, wie kürzlich und vorbildlich in den tragischen Stunden des „Hindenburg"-Unglücks, dann wird unsere Arbeit von Erfolg gekrönt sein." Für wirtschastliche Zusammenarbeit Der französische Wirlschastsminister fordert eine Arbeitsgemeinschaft der europäischen Nationen. Boden und den Fähigkeiten entsprechen, die eine lange Arbeitserfahrung bei seinen Ingenieuren und Arbeitern entwickelt hat. Aber zeigt die Ausstellung 1937 nicht auch die Anstrengung aller unserer Länder auf die Kunst und Technik hin, d. h. auf die hochwertige Erzeugung? Im Innern dieser doppelten geographischen und technischen Grenze bewahren die westlichen Großmächte indessen ein weites B e - t ä t i g u n g s f e l d von der Nordsee bis nach Südafrika. Ist es denn nicht ausreichend klar, daß sie es sich angelegen sein lassen müssen, untereinander enge Verbindungen wirtschaftlicher und finanzieller Art für die Ausnutzung vorhandener Kapitalien, vorhandener Absatzgebiete und vorhandener Naturreichtümer in den Länderstrichen herzustellen, die noch ihrer gemeinsamen Ausbreitung Vorbehalten sind? Ist es möglich, eine solche Arbeitsgemein- schast zwischen den Völkern des alten Europas zu schaffen und aus ihr eine wahre Wirtschaftsgemeinschaft zu machen? Ich für meinen Teil glaube es mit Bestimmtheit. Ein H a n d e l s a b- ko m m e n zwischen unseren beiden Ländern läßt die Hoffnung aufkommen, daß ein Geist des Verständnisses und ein gegenseitiger guter Wille, verbunden mit dem klaren Bewußtsein unserer lebens- wichtigen Bedürfnisse, zu allgemeineren und zweifellos noch wirksameren Abmachungen führen könne. Unsere Generation hat Fehler begangen. Sie hat schwer dafür gebüßt. Die Hauptsache ist für sie, die erhaltene Lehre zu begreifen und, so schwer die Anstrengung auch sein mag, d i e Jnteressenkonflikte zu lösen, die sie noch trennen, um den jungen Generationen, deren Schritte hinter uns widerhallen, ein Leben zu sichern, das von unseren Nöten und unseren Schrecknissen befreit ist. In dieser Hoffnung trinke ich auf die Zusammenarbeit unserer beiden Völker." P a r i s , 28. Mai. (DNB.) Die Deutsche Handelskammer in Paris gab zu Ehren des Reichsbank-1 Präsidenten Dr. Schacht ein Essen, bei dem Dr. Schacht eine Rede hielt, auf die der französische Wirtschaftsminister S p i n a s s e antwortete. Er erklärte, die Aussprache von heute abend beweist, daß Sie ebenso wie wir die Wirksamkeit Der internationalen Zusammenarbeit anerkennen, nicht nur in technischer Hinsicht, sondern auf allen Gebieten der Betätigung. Unter Hinweis auf Bemerkungen Dr. Schachts über die Schwierigkeiten, auf die Deutschland bei der Ausfuhr seiner Fertigwaren stoße, um die Mittel zum Kauf notwendiger Rohstoffe für die Industrie zu erlangen, meinte der französische Wirtschaftsminister, dies seien Schwierigkeiten, die alle Völker in verschiedenem Grade kennten. Während die Erzeugung m den großen Industrieländern steige, stelle man fest, daß die Ausfuhrmenge nicht im gleichen Maße wachse. „Dieses Zurückbleiben der Warenbewegung hinter der industriellen Bewegung", so fuhr Spi- nasse fort, „geht zweifelsohne auf die Maßnahmen zurück, die ein selbständiger instinktiver Reflex in allen Ländern zur Zeit des Höhepunktes der Krise hervorrief, ferner auf die Befürchtung, die eine u n- ^ewisse Zukunft jedem einflöht, und auf jene Lebensnotwendigkeiten, auf die Sie angespielt haben. Aber dieses Zurückbleiben ist auch auf die Form zurückzuführen, die die Welt unter der Auswirkung des Fortschrittes der Wissenschaften und der wirtschaftlichen Umwandlungen genommen hat. Unsere kapitalistische und industrielle Zivilisation hat sich zuerst in der U n e r m e ß l l ch - k e i t der ihn offenstehenden Landstriche entfaltet. Heute trifft sie überall auf Wettbewerber, denen unsere Fachkenntnisse den Arm erst gerichtet haben. Unser altes Europa muß sich also auf die Ausfuhr von E i g e n e r z e u g n i s s e n beschränken, weil sie am besten seinem Klima, seinem N e u y o r k, 28. Mai. (DNB. Funkfpruch.) Am Donnerstagabend hielt der deutsche Botschaften Dr. Dieckhosf auf einem von über 300 amerikanischen Wirtschaftsoertretern und Neuyorker Finanzmännern besuchten Empfang der deutfch- amerikanischen Handelskammer seine erste öffentliche Rede nach der Amtsübernahme. Nachdem Dr. Dieckhosf der Hoffnung Ausdruck verliehen hatte, daß das amerikanische Volk feinen wirtschaftlichen Aufstieg fortsetze, da dies der Wirt- chaft der ganzen Welt zugute kommen würde, schilderte er den wirtschaftlichen 21 ufflieg D e^u t s ch l a n d s. Er ging dabei von dem fast beispiellosen moralischen und physiologischen Auf- chwung während der letzten vier Jahre aus. „Das deutsche Volk arbeitet wieder und ist zufrieden; es hat Lebensfreude sowie berechtigten nationalen Stolz wieder gefunden und bringt der Zukunft Vertrauen entgegen. Wenn jeder Amerikaner in die strahlenden Augen unserer sauberen, portlichen, gesunden Jugend, und zwar der Jugend aller Schichten des Volkes schauen könnte, wenn er die anständigen, ruhigen Gesichter unserer Arbeitsdienstmänner, Soldaten und Seeleute, den Bauern hinter dem Pflug, den intelligenten Arbeiter in den Fabriken, den regen Kaufmann im Kontor, die ganze Bevölkerung in ihrem geordneten, reibungslosen, durch keinen Klassenhatz und keinen Streik gestörten Zusammenleben, in ihrer fleißigen Arbeit und in ihrer fröhlichen Lebensfreude beobachten könnte, so würde er sich von falschen und schiefen Darstellungen des heutigen Deutschlands ab wend en. Wenn er überdies sehen könnte, wie begeistert alle dem Führer zujubeln, würde er klar erkennen, wie falsch es ist, von .Diktatur^ und ähnlichem zu reden. Unsere Regierung wird getragen von dem Willen des ganzen Volkes in einer Weise, wie es nicht überall der Fall ist. Wir sind stolz, daß der Führer dem Volk entstammt, daß er als einfacher Arbeiter gearbeitet, als einfacher Soldat gekämpft hat. Gerade deshalb trägt ihn die Liebe des ganzen Volkes. Anhand nüchterner Zahlen schilderte Dr. Dieckhosf alsdann Deutschlands Wirtschaftslage. Er erwähnte den gewaltigen Rückgang der Arbeitslosigkeit, die Produktionssteigerung, sowie die annähernde Verdoppelung des Steueraufkommens. Da die in letzter Zeit gleichfalls beträchtlich gestiegene Ausfuhr nicht ausreiche, um den durch die 'Wirtschaftsbelebung gesteigerten Rohstoffbedarf Deutschlands sicherzustellen, habe der V i ersah r e s p l a n aufgestellt werden müssen. Botschafter Dieckhosf bedauerte, daß die deutsche Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten sich noch nicht so habe entwickeln können, wie es dem Wirtschaftsaufschwung in beiden Ländern entspräche. Die Einfuhr aus den Vereinigten Wie wenig „welthandelsfeindlich" (ein beliebtes Schlagwort des Auslandes) Deutschland eingestellt ist, das beweist auss Neue der in diesen Tagen gefaßte Beschluß der Reichsregierung, 10 v. H. Der deutschen Z e l l w o l l e r z e u g u n g für Die Ausfuhr freizugeben. Diese junge Industrie, Die seit der Verkündung des zweiten Dierjahresplanes mit besonderem Nachdruck aufgebaut worden ist, hat damit auch im Ausland ihre Leistungsfähigkeit und ihr ‘Qualitätsftreben unter Beweis gestellt. Längst wußten eingeweihte Kreise in Deutschland, daß es sich bei der Zellwolle um ein hochwertiges synthetisches Erzeugnis handelt. Trotzdem hat es auch bei uns an Kleinmütigen nicht gefehlt, Die sich noch immer das Vorurteil zu eigen machen, Die Zellwolle fei nur ein Kind Der Not und sei als solches in der Reihe der übrigen natürlichen Rohstoffe so etwas wie ein Stiefkind. Auch diesem Vorurteil ist mit der neuen Bestimmung der Exportzulassung für Zellwolle der Garaus gemacht. Wenn unsere Zellwolle selbst im Ausland, wo sie jederzeit mit den natürlichen Rohstoffen in Wettbewerb steht, Furore macht, wenn sie von den Staaten, die zur Genüge natürliche Rohstoffe erzeugen oder lMPvr- tieren dank ihres Kolonialbesitzes, bezogen wird, so ist Das wohl Der beste Beweis für Die ungeahnten Möglichkeiten, Die sie Der Textilwirtschaft m aller Welt erschließt. Wenn DeutschlanD sich im Falle Zellwolle als Lieferant mieDerum auf einem ganz neuen Gebiet in Den WelthanDel einschaltet, so gewinnt es umgekehrt Damit Die Möglichkeit, sich m der Einfuhr in Zukunft freier bewegen zu tonnen. Das Entwicklungstempo der modernen Rohstofferzeugung beweist deutlich, daß wir mitten Drin in dem chemisch-technischen Jahrhundert sinD, Das eine minDestens ebenso umstürzlerische Rolle im Wirt schaftsleben aller Völker spielen wirD wie es Das 19. JahrhunDert als Das stählerne einst tat. * Auf Der GrunDlage einer gesunDen »innenmirb schäft vollzieht sich heute.der AußenhanDel, Der in unserer Schissahrt seine stärkste Stutze besitzt. Nicht immer war Das so. 2H5 oor nun 90 ^Wen Die Hamburg - Amerika - Paketfahrt - Aktien-Gesellschaft (Die Hapag) gegründet wurde trat sie als reine Hamburger ßoEalgrun- dung ins Leben und schickte ihre ersten Segler unter Hamburgischer Flagge in die Welt Der große Aufstieg dieses Unternehmens fiel in die Zeit der ReichsgrünDung, als Das ganze bßU%r.^rt5i5le. biet in seinen Seehäfen die Tore 5"r Wel erblicken durfte. Nun begann der Ausbau der Linien de Schiffsverkehrs in alle Welt ^ß^n die Ziffern der Passagiere neben denen der Gütermengen. So konnte zu Beginn des Jahrhunderts die deutsche Handelsschiffahrt eine führende Bedeutung auf allen Gebieten erringen. Der Krieg hat diesem unD Den gleichgearteten Unternehmungen Die schwersten Wunden geschlagen, daher aber wird der Wiederaufbau der deutschen Schiffahrt zu den größten wirtschaftlichen Leistungen nach den Kriegsjahren gehören. Die Zeit Der Weltwirtschaftskrise hat noch einmal schwere Situationen für Die Hapag gebracht, aber Das Aufbauwerk Der nationalsozialistischen Führung hat auch hier Die Lösung geschaffen. Inmitten einer nicht immer freunDlich gesinnten auslanDischen Welt tragen 110 Seeschiffe unD 147 Hilfsfahrzeuge Der Hapag stolz Die Flagge Des neuen Reiches über die Meere unD sind Die Träger deutscher Arbeit sowohl wie auch Die Boten zu anderen Volkern. * Bei Der Eröffnung Der Weltausstellung in Paris hat Dr. Schacht erklärt, es-sei noch nicht DurchgreifenDes geschehen, um Die Welt von Dem Druck untragbarer SchulDverpflichtungen, von Dem Prokrustesbett Der Clearingoertrage, von Dem Unsicherheitsfaktor labiler Währungen unD von Der Ungleichheit Der Rohstoffversorgungen zu befreien. Dr. Schacht hat kategorisch Die Fabel, wir suchten eine neue AuslanDsanleche, abgelehnt. Im Gegenteil ist er stets gegen neue V er f ch u l - Düngen Dem Ausland gegenüber gewesen. Aber er befürwortet eine Zinssenkung für Die noch bestehenDen alten SchulDforDerungen Des Auslandes an uns, Die vor Der Machtübernahme Durch Den Nationalsozialismus beftanDen Das ift wohl für jeDermann in Der Welt verstänDlich, Denn wir müssen heute noch Durchschnittlich dafür 7 v. H. Zinsen zahlen, währenD in EnglcmD durchschnittlich Die Anleihen sich mit 2 v. H. unD in DeutschlanD selbst mit 4,50 v. H. verzinsen, wobei Diese DeriZinsung als Durchaus günstig angesehen wirD. Wir smD mit Frankreich überein gekommen, Die bestehenDen Bestimmungen Des Deutsch-französischen Derrech- nungsabkommens aufzulockern, Dadurch wird unzweifelhaft Der HanDelsverkehr Mischen Den beiDen ßänDern von übermäßig bürokratischen Vorschriften befreit. Wenn Dr. Schacht sagte Der deutsch-sran- zosische HanDel müsse wieDer auf seine alte Hohe aebraüt roerDen, so liegt Das vor allem auch im Interesse Des französischen Ausfuhrkaufmanns der unter den bestehenden bürokratischen Weitläufigkeiten ganz besonders zu leiden hatte. Wir hatten im Jahre 1929 eine Ausfuhr nach Frankreich von 934,6 Millionen Mark, eine Einfuhr von dort von 641,9 Millionen Mark, im Jahre 1930 verbesserte sich unser Saldo auf 629,9 Millionen Mark, da einer deutschen Ausfuhr von 1148,6 nur eine Einfuhr von 518,7 Millionen Mark gegenüberstand. Die Ziffern sind immer weiter zurückgegangen, zumal das System, das wir in den Verrechnungsabkommen mit Belgien und England angewandt haben, in Kreisen des französischen Ministeriums keine Gegenliebe fand. So kam es, daß wir im Vorjahre nach Frankreich nur für 254,5 Millionen Mark ausführten, gegen 98,9 Millionen Mark Einfuhr. Die Verbesserungen sind also notwendig und es ist erfreulich, daß auf beiden Seiten die Lockerung der Handelshemmmsse jetzt befürwortet wird, um die alte Höhe des Wirtschaftsaustausches nach und nach wieder zu erreichen. * Das Bestreben um die Erfüllung der den deutschen Bauern im Rahmen des Vierjahresplanes gestellten Aufgaben zieht sich wie ein roter Faden durch die am 30. Mai beginnende Reichsnähr- .st a n d s - A u s st e l l u n g in München. Ueberall stößt man auf diese Fragen und auf Versuche und Bemühungen um ihre Lösung, sei es nun auf dem Gebiete der Viehzucht oder des Acker- und Pflanzenbaues, auf den Teilgebieten der Düngung, des Bauwesens, der Maschinenverwendung und vielen anderen mehr. Hierbei gewinnt die Maschinen- anwendung eine besondere Bedeutung nicht zuletzt für den bäuerlichen Kleinbetrieb. Heute stehen wir in bezug auf Facharbeiter — Landarbeiter einbegriffen — einem empfindlichen Mangel an Arbeitskräften gegenüber. So sehr jeder Bauer und Landwirt heute angesichts dieses Mangels einerseits und der steigenden Anforderungen in Ertragssteigerung anderseits geneigt sein wird, Maschinen zur Bewältigung der Mehrarbeit anzu- roenDen, so muß er doch sorgfältig prüfen, denn Die JnDustrie ist eben Durch Den erwähnten Facharbeitermangel unD zum Teil auch aus Gründen Der Rohstoffversorgung — bekanntlich werben ja auch für manche LanDmaschinen bis zu gewissem GroDe ausländische Rohstoffe benötigt — an einer beliebigen AusDehnung Der ProDuktion verhindert. Auch aus volkswirtschaftlichen GrünDen erscheint es nicht am Platze, sich auf einen Höchstbedarf in der Produktion von Landmaschnen einzustellen, zumal Diese stoßweise Nachfrage auch später wieder nachlassen dürfte. Um hier zwischen den Erfordernissen der industriellen Erzeugung, der Fabrikation und Den BeDürfnissen Der LanDwirtschaft einen Ausgleich herbeizuführen, erscheint Der Weg Der gemeinschaftlichen Maschinennutzung eine ausgezeichnete Lösung. Diese Organisation Der Maschinennutzung setzt Den LanDmaschinenbeDarf auf ein volkswirtschaftlich vernünftiges Maß herab unD ermöglicht-in kürzester Zeit Den höchsten Nutzeffekt Der vorhanDenen Maschinen. Umgekehrt wird eine solche gemeinsame Nutzung Der LanDmaschinen Fehlleitungen von Kapital auf feiten Der JnDustrie sowohl als Der Landwirtschaft verhinDern. Die JnDustrie wirD vor einer übermäßigen Expansion, Die vielleicht nur auf kurze Zeit Durchgehalten roerDen konnte, bewahrt. Die landwirtschaftlichen Betriebe Dagegen, insbesonDere Die bäuerlichen unD kleinbäuerlichen können sich Durch gemeinsame Maschinennutzung vor einer Uebermechanisierung, wie wir sie in Den Nachinflationsjahren erlebt haben, schützen. Die ve-heerenben Folgen, Die seinerzeit Durch Die Uebermechanisierung ausgelöst wurden, sinD noch heute überall in frischer Erinnerung. Aus Den genannten Gründen wird es auch verstänDlich, daß die Zuschüsse zur Anschaffung von LanDmaschinen vorzugsweise für solche Fälle gegeben roerDen, in Denen Die Maschinen gemeinsam von mehreren Bauern unD Landwirten benutzt werden. * Trotz Der gewaltigen Leistungen auf dem Gebiete des Wohnungsbaues in Den letzten Jahren ist es unmöglich, Den erhöhten WohnungsbeDarf in DeutschlanD von heute auf morgen voll zu befrie- Digen, Der nicht zuletzt auch Durch Die JnDustriever- lagerung beDingt ift. Einen neuen Vorschlag hat in Diesen Tagen Der PrasiDent des Zentralver- banDesdeutscher Haus-unD GrunDbe- sitzervereine, Tribius, gemacht. Er geht von Dem GeDanken aus, Daß eine ganze Reihe Volksgenossen, namentlich Pensionäre und Rentenempfänger usw. an ihren bisheren Wohnsitz nicht gebunDen ift. Er schlägt nun vor, daß in Den Orten, in Denen werktätige Volksgenossen Durch ihren Beruf gezwungen sind, in Der Nähe ihres Arbeitsplatzes zu wohnen und in Denen gleichzeitia ein entsprechen- Der Wohnungsmangel für Diese Arbeiter unD Angestellten besteht. Die Pensionäre oDer Rentenempfänger ihren bisherigen Wohnort zugunsten Der wohnungsuchenDen werktätigen Bevölkerung aufgeben unD in einen. anDeren Ort ziehen. Tribius verspricht sich von Diesem Vorschlag um so mehr Erfolg, als auf diese Weise zahlreiche umziehende Pensionäre nicht nur einen landschaftlich schöneren Ort zum Aufenthalt für ihren Lebensabend wählen könnten, sondern in kleineren Orten auch die Lebenshaltung oft bedeutend billiger als in großen Jndu- ftrieorten ist, so daß die kleine Rente künftig besser reichen würde. Zunächst erheben der Zentralverband und die interessierten Gemeinden genaue Statistiken über die Möglichkeiten, Die Dieser Plan für Die Praxis erschließt. Allen Aengstlichen übrigens zum Trost: Eine solche Umzugsaktion soll bestimmt nicht zwangsweise betrieben werben. Oer Tag des deutschen Handwerks. Totenehrung. Als Auftakt zum „Tag des Deutschen Handwerks" fand, wie in den Vorjahren, am Donnerstagmittag in Berlin eine feierliche Kranzniederlegung am Ehrenmal Unter den Linden und am Grabe Hör ft Wessels durch Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und den Leiter des Deutschen Handwerks in der DAF., Walter, statt. Vor dem Ehrenmal Unter den Linden hatten eine Ehrenkompanie der SS. - Verfügungstruppe mit Musik, ein Ehrensturm der Werkscharen mit Musik- und Spielmannszug und Abordnungen einzelner Fachschaften des Handwerks in ihren Berufstrachten Aufstellung genommen. Nachdem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und der Leiter des Deutschen Handwerks in der Frankfurt a. M., 28. Mai. (DNB.) Der „Tag des Deutschen Handwerks 1937" wurde heute vormittag mit einer A r^b e i t s t a g u n g in der Festhalle eröffnet. Der Riesenraum, der 20 000 Personen faßt, ist in Weiß und Rot gehalten und durch Golddekoration warm gestaltet worden. Die gesamte Eisqnkonstruktion ist mit Tüchern ausgeschlagen, so daß der Eindruck einer von einem Baldachin gekrönten Ehrenhalle entsteht. Die Ränge sind mit großen gerafften Vorhängen zu Logen ausgebildet worden, Teppiche mit goldenen plastischen Hakenkreuzen hängen von den Rängen herab. Die Bühne ist weiß ausgeschlagen, in der Mitte erhebt sich ein großes Rad der Deutschen Arbeitsfront. Die erste Arbeitstagung wurde nach Begrüßungsworten des Frankfurter Oberbürgermeisters Staatsrat Dr. Krebs eingeleitet durch eine längere Rede des Leiters des Deutschen Handwerks in der DAF., Walter, über grundsätzliche und praktische Handwerksfragen. Die neue Staatsführung habe es sehr rasch vermocht, einen ungeahnten wirtschaftlichen Aufschwung herbeizuführen, der auch den breiten Schichten des Handwerks zugutekam. Binnen weniger Jahre seien seine Umsätze von 10,9 auf 16,5 Milliarden gefliegen. Eine wichtige Aufgabe des Handwerks fei die Erziehung eines leistungsfähigen gewerblichen Nachwuchses. Es würden jetzt Maßnahmen durchgeführt, mit dem Ziel, durch eine rechtzeitige Berufsaufklärung für die Besetzung der Lehrstellen den in jeder Weise geeigneten Nachwuchs zu erhalten. Nach wie vor bildet die Meister! ehre den Grundstock jeder handwerklichen Berufserziehung. Die Meisterlehre vermöge allerdings nur dann dem Ideal gerecht zu werden, wenn auch der handwerkliche Betriebsführer den Anforderungen genügt, die der Nationalsozialismus an die Betreuer der Jugend stellt. Durch die Teilnahme am Reichsberufswettkampf solle bereits während der Meisterlehre der Ehrgeiz der Lehrlinge geweckt werden. Auf dem Gebiet der Berufserziehung von Gesel- lenundMeistern habe der Nationlasozialismus fast nichts Erwähnenswertes vorgefunden. Es sei dem Deutschen Handwerk in der DAF. vorbehalten Geblieben, durch die Wiedereinführung des Gesellenwanderns im In- und Ausland, durch die neue Art des Werkstattwanderns, durch die in Zukunft ständige Einrichtung eines Gesellen- und Meisterwettkarnpfes, durch Förderlehrgänge und Umschulungskurse, vor allem aber durch die Errichtung von R e ich s - und Bezirksfachschulen eine wesentliche Lücke auszufüllen. Es sei selbstverständlich, daß zu einer wahren Betriebsgemeinschaft in allererster Linie ein gegenseitiges soziales Verständnis gehört. Unter Mitwirkung aller Beteiligten hätten Zehntausende uneinheitlicher Verträge und Abmachungen zwischen Betriebsführern und Gefolgschaften außer Kraft gesetzt werden können. An ihre Stelle seien runb 400 einheitliche Tarifordnungen getreten. Auch die Unterkunfts- und Urlaubsfrage habe eine vernünftige Regelung gefunden. Durch Bereitstellung von Mitteln für junge Meister, die sich selbständig machen wollen, solle begabten, fleißigen und sparsamen Jung- Handwerkern der Weg nach oben geöffnet werden. 1938 werden 4 Millionen Reichsmark für Existenzgründungen zur Verteilung gelangen. Diese DAF., Walter, unter den Klängen des Präsentiermarsches die Front der Ehrenformationen abgeschritten hatten, begaben sie sich in das Innere des Ehrenmals, wo ein Doppelposten der Wachtruppe aufgezogen war. Und während drinnen der Kranz niedergelegt wurde, klang draußen, wo Taufende von Volksgenossen der Ehrung beiwohnten, das Lied vom guten Kameraden in die feierlich ernste Stille, die dem Gedächtnis unserer toten Helden gewidmet war. Ein Vorbeimarsch der Ehrenformatton bildete den eindrucksvollen Abschluß des würdigen Gedenkaktes. Anschließend erfolgte die Kranzniederlegung am Grabe Horst Wessels auf dem Alten Nicolai-Friedhofe. Gleichzeitig wurde aus Anlaß des Reichshandwerkstages auch am Nationaldenkmal des deutschen Volkes in Tannenberg ein Kranz niedergelegt. Mittel würden sich in den folgenden Jahren ständig erhöhen. Im Vordergrund der Arbeit der Wirtschaftsgruppe ständen naturgemäß die Aufgaben, die sich aus der Mitarbeit am Vierjahresplan ergeben. Die besondere Verpflichtung des Handwerks gelte im Hinblick auf das Rohstoff- und das P r e i s p r o b l e m. Sparsame Wirtschaft sei oberstes Gebot. Meister, Gesellen und Lehrlinge müßten mit neuen Werkstoffen ebensogut umzugehen verstehen wie mit alten. Die regionale wie die fachliche Gliederung des Handwerkes in der Deutschen Arbeitsfront fei in einem schnellen Tempo einsatzbereit geworden. In Zukunft würden dem Handwerk fremde Bezeichnungen verschwinden und an Stelle der Fachgruppen und Fachschaften die Gewerke und Gewerkegruppen treten. Während es zu den wesentlichen Aufgaben dieser Gewerke gehöre, den Berufserziehungsgedanken vorwärts zu treiben, die Gesellen-, und Meisterwettkämpfe zu betreuen und für die Leistungssteigerung ihres Handwerks zu sorgen, bleibe den regionalen Gliederungen die Pflicht, dem Handwerk die großen Aufgaben und weitgesteckten Ziele klarzumachen, die es der Volksgemeinschaft gegenüber zu erfüllen habe. Wenn das Handwerk es verlernt hätte, im gleichen Schritt und Tritt mit den übrigen Berufsständen zu marschieren, wenn es durch eine Abkapselung der Gefahr einer Entfremdung gegenüber dem Volk anheimgefallen wäre, dann wäre ihm kein endgültiger Erfolg beschieden gewesen. Weg und Entwicklung des Handwerks feien durch den Nationalsozialismus sichergestellt, aber nur dann, wenn es sich zur Arbeit und Ehre bekenne, wenn es durch treue Kameradschaft und ein geschlossenes Auftreten, vor allem aber durch bewußte Herausstellung handwerklicher Wertarbeit selbst dort Vertrauen erzwinge, wo man es für eine absterbende und völlig überlebte Berufsgruppe halte. Wenn das Wort „Handwerk" heute in der Öffentlichkeit wieder eine ganz andere Bedeutung habe als noch vor roenigen Jahren, dann fei dies das Ergebnis einer mühsamen, zähen und glaubensstarken Arbeit, die vom Handwerk in den letzten Jahren geleistet worden sei. Der AMommengruß des Gauleiters. NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger hat zum Reichshandwerkertag folgendes G e - leitmort gegeben: Der Verfall des deutschen Staates und Volkes zog den Verfall der deutschen Wirtschaft nach sich. Das deutsche Handwerk ist ein Bestandteil der deutschen Wirtschaft. Wenn damals alles Not litt, hatte der Handwerker feine besondere Not; nicht nur, daß der größte Teil der Geschäftsauflösung nahe war, «nein, der Handwerker war aus nichts gestellt. In jener Notzeit war es aber auch, als die ersten Handwerker in größerer Zahl d i e Botschaft des Führers nicht nur vernahmen, sondern sich auch in die Gefolgschaft einfügten. So lernten sie in der Kampfzeit, nicht nach besonderen Interessen und Standesgewohnheiten zu handeln, sondern sie waren Soldaten Adolf Hitlers geworben, gewillt, mit allen gemeinsam den Sieg zu erringen und am Wiederaufbau von Volk und Vaterland mitzuarbeiten. Das Genie des Führers hat die Partei aufgebaut. Damit hat der Führer im letzten Augenblick Volk und Staat vom Abgrund zuruckgerissen, den Boden zum Wiederaufbau bereitet uni) das Werk begonnen. Wenn wir heute zurückblicken, bestaunen wir das Wunderwerk des Führers. Vier Jahre hat er sich erneut vorgenommen, um Notstände zu bereinigen, deren Behebung früher niemand für möglich gehalten hat. Deutscher Handwerker! In diesem kämpferischen Arbeitsheer hast du deinen besonderen Platz erhalten; nicht nur Arbeit hast du bekommen, sondern die Möglichkeit wurde dir gegeben, dein Werk wieder als ein Teil dem Ganzen voll einzufügen. Auch du, deutscher Handwerker, hast die Möglichkeit, durch Heranbildung der Jugend dem Handwerkerstand den Ewigkeitswert zu geben, den das ganze deutsche Volk in seiner Jugend besitzt. Die Volksführung hat der Führer der Partei übertragen. Vielgestaltig wie die Partei organisch vernunftgemäß geworden ist, hat jeder Deutsche die Möglichkeit, seiner Pflicht an irgendeiner Stelle, sei es aktiv oder passiv, zu genügen. Der deutsche Handwerker hat den Vorzug, daß ihm seitens der Arbeitsfront ein besonderer Auftrag zuteil wurde durch Eingliederung in „Das deutsche Handwerk in der Deutschen Arbeitsfront"; außerdem betreut das Amt der Partei für „Handel und Handwerk" den gesamten Handwerkerstand politisch. Deutsche Handwerker, seid willkommen in der Stadt des Deutschen Reichsorganisationsleiter Dr. Ley während des Vorbeimarsches eines Ehrensturms der SS. vor dem Ehrenmal in Berlin; rechts neben ihm der Leiter des Deutschen Handwerks in der DAF., Walter. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Die erste Arbeitstagung in derZrankfurterZesthalle Oer gute Arzt. Von Werner Schumann. Wir lernten ''uns kennen, als wir in einer kleinen, ländlichen Pension auf Capri zierliche Madenleichen aus der sonst vorzüglich schmeckenden Suppe fischten. „Da schaun's her", rief fröhlich Herr Xaver G. aus Bamberg, „schon wieder so an Mords- viech!" Und mit volltönendem fränkischen Lachen, in das wir allesamt — seine rundliche, hübsche Frau Resi, deren vierjähriger, ein wenig blasser Bub und ich — belustigt einstimmten, schwenkte er den Suppenlöffel, um die kleine Made neben dem Teller zu bestatten. In einem Mailänder Hotel oder einer römischen Pension hätten wir zweifellos, wäre uns eine ähnliche Suppen-Einlage beschieden gewesen, mit dem Wirt Fraktur geredet. Aber unter diesem Himmel kam kein Unmut auf. Das Licht hatte etwas Beschwichtigendes und zudem Urkräfttges, das unsere Sinne ganz auf die ewigen Dinge lenkte. Die Herrlichkeit des Tiberius — er hatte von diesen Höhen einst der Welt geboten — war verweht wie der Duft des Mimosenbaums, den des tiefblauen Thyrrhenischen Meeres warmer Salzwind entführte; doch das Silberrauschen der Oliven, der Pfauen Schrei und der betörende Geruch des Oleanders, das Getön der Zykaden im glühenden Mittag und der lautlos feierliche Flug unwahrscheinlich schöner Schmetterlinge über Stein und Strauch — ach, nichts hat sich verwandelt, und die Augen der Imperatoren, wenn sie durch die Gärten ihrer Villen da oben lustwandelten, sahen nichts anderes als Herrn Xaver und Frau nebst Bub aus Bamberg, die wie ich erhaben waren über abgeschiedene und also völlig harmlose Mädchen. Eine ähnliche Gelassenheit bekundete auch ein dicklicher und offenbar recht gemütlicher Herr am Nebentisch, dessen schwarze, vergnügt zwinkernde Aeug- lein der verdächtigen Suppe keinen Blick, aber unzählige unserer lieben Frau Resi schenkten. Es war nicht schwer, zu bemerken, daß sie auf ihn Eindruck machte. Nun, sie war üppig und kerngesund, das sah man, sie paßte in die Welt und hatte ein Herz im Leibe. So blieb es nicht aus, daß die beredten Augen ein zartes Gspusi spannen, hauchzart freilich wie die feinen Wasferdünste zwischen dieser homerischen Insel und Sorrent, wenn wir in der Morgenfrühe glücklich wie junge Götter auf den Felsen hockten und den schneeweißen Seglern nachblickten. Das Familienoberhaupt drückte beide Augen zu. Er wollte, so malte es seine stets strahlende Miene aus, seiner Frau die gute Reiselaune nicht verderben. Die Resi, so mochte er das vielleicht beunruhigte Herz besänftigen, spricht kein Wort Italienisch, und dem Süßholzraspler da drüben scheint's nicht anders zu ergehen. Hatte er doch bereits einmal auf den Busch geklopft und nach dem Dessert, als wir zu Viert die weinumsponnene Terrasse verließen, einen urkräftigen und unmißverständlichen bayrischen Brocken fallen lassen, worauf der unternehmende Herr mit keiner Wimper reagierte. Eilande sind klein, es gibt so leicht kein Entweichen und kein Entrinnen, und es war nur zu natürlich, daß man sich auf der paradiesischen Insel stets roiebertraf. Die siebentausend Capreser, oerftreut auf die heiter-winkligen Siedlungen von der Marina piccola bis hinauf nach Anacapri sind einem bald wohlvertraut. Wir begegneten unferm Tischnachbar in Ruinen und Schluchten, unten am Strand und in mancher finsteren Dfteria, und seine kullernden Aeuglein schienen nur immer das eine zu wiederholen: wie jammerschade, schöne Frau, euch stets nur an der Seite dieser beiden Leibwächter zu sehen! Ich hätte ihm schon gern den Gefallen erwiesen und mich abseits gehalten. Aber da war noch der großmütige Ehemann. Und ausgerechnet er mußte, als wir uns auf der Straße in Castiglione Weißbrot, Landkäse und dunklen, feurigen Wein munden ließen, mit einem behaglichen Grunzen die Mahlzeit unterbrechen und uns mit der Nase auf ein vorüberwandelndes, recht ungleiches Paar stoßen: es war der dickliche Kavalier und eine jener herrlichen, einen Fruchtkorb auf dem stolzen Haupte anmutig tragenden Römerinnen, wie sie schon seit der Cäsaren-Zeiten durch diese Landschaft schritten. Das gab der Freundschaft einen Knax, Resi blieb fortan unnahbar. So kamen und schwanden die holden Tage und die sternüberglänzten Traumnächte und die Stunde der Abreise rückte bedrohlich nahe, als der Bud plötzlich an cheftigem Fieber erkrankte. . Es wich zwar bald wieder, aber eine allgemeine Mattigkeit war zurückgeblieben. Der Kleine mochte nicht recht essen und trinken, er rannte keinem Ziegenbock, keinem Huhn oder Falter mehr nach und sagte nur immer, daß er nach Hause mochte. Da die Eltern jedoch begreiflicherweise mit dem kranken Kinde die weite Reise nicht antreten wollten, wurde beschlossen, einen einheimischen Arzt aufzusuchen. Der nächste, so wurde uns bedeutet, wohne nur wenige Häuser von unserer Pension entfernt. Wie eine weiße Flamme loderte die Arztvilla aus dem Grün des prächtigen Gartens, wo schwarze Cypressen die Wacht hielten. Das Haus selbst schien ausgestorben. Wir zogen die Glocke, traten ein, warteten. Aus den oberen Räumen hörten wir einen leisen Frauengesang: Era di maggio. Dann öffnete sich die Tür. Und im gleichen Augenblick verschlug es uns allen den Atem: in der Türöffnung stand, wohlbeleibt im hellen Arztkittel, unser Ritter aus der Pension! Nur lächelte er jetzt nicht, sondern starrte uns höchst verdutzt und verlegen an — und auch wir hatten Mühe, unsere Fassung wiederzufinden. Flucht wäre in dieser Situation lächerlich gewesen; und so blieb nichts übrig, als der stumm einladenden Bewegung des überraschten Doktors Folge zu leisten und im Sprechzimmer Platz zu nehmen. Ob wir denn alle malad seien? fragte fein Blick. Nein, um Himmelswillen, lachte der Papa erlösend zuerst, nur der Bub da, der Kleine, den möge sich der Herr Doktor einmal gründlich anschauen, der esse nix, der trinke nix, ja, dem stecke etwas im Leibe! Der Arzt verstand zwar, wie wir schon früher belustigt feftgeftellt hatten, kein einziges Wort, aber er begriff sofort die Lage und machte sich wichtig daran, das Kind nach allen Regeln der Kunst zu untersuchen. Es atmete gehorsam ein und aus, streckte die Zunge heraus, sperrte den Mund weit auf: tante grazie, ja, er wußte nun genug. Eine Satz-Kavalkade nach der anderen rauschte an unfern Ohren vorüber, und das Nichtverstehen war nun unsererseits Doch damit ließ es der Doktor nicht genug sein. Er hatte offenbar das Bedürfnis, wieder gutzumachen, über die nüchterne Untersuchung hinaus noch etwas Menschliches und Liebenswertes zu tun. Und fo begann er denn, während wir Großen als Zuschauer dabei saßen, mit dem Buben zu spielen und allerlei harmlose Scherze zu treiben, wie sie eines Kindes Herz nun einmal höher schlagen lassen; er öffnete ein Handwerks! Dieser Handwerkertag ist euer Ehrentag, er wird euch an Pflicht und Freude zusammengenommen so viel mitgeben, daß ihr auf ein weiteres Jahr euer Werk im Sinne des Führers erfüllen könnt. Gauleiter Sprenger spricht am Freitag von 19.30 bis 19.45 Uhr im Reichssender Frankfurt über den Tag des deutschen Handwerks 1937. Ein Institut für Handwerkswirtsckast an der Universität Frankfurt a. M. LPD. Frankfurt a. M., 27. Mai. Die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Handwerk hat sich in den letzten Jahren immer enger gestaltet. Die Probleme des Handwerks, für deren Klärung die Wissenschaft eingesetzt wird, liegen vor allem auf den Gebieten der Technik und Wirtschaft. Der Reichsstand des Deutschen Handwerks hat mit der wissenschaftlichen Forderung des Handwerks das Deutsche Handwerks- inftitut beauftragt. Dieses führt in Gemeinschaftsarbeit mit feinen Außenstellen an den Hochschulen die ihm von der Handwerksführung gestellten Aufgaben so weit einer Losung entgegen, daß ihre Einführung in die Praxis des Handwerksbetriebes ermöglicht wird. Zu den bereits bestehenden Einrichtungen an den Universitäten bzw. Hochschulen Berlin, Königsberg, Karlsruhe, Göttingen, Breslau, Bonn, die sich vor allem mit technischen, betriebswissenschaftlich-kaufmännischen, auch kulturellen Fragen befassen, ist jetzt ein neues Institut in Frankfurt a. M. geschaffen worden. Zum Leiter ist Professor Dr. Wehrte ernannt. Die Tätigkeit des Instituts erstreckt sich auf volkswirtschaftliche Aufgaben des Handwerks, die zusammen mit der Handwersführung im Reichsstand oder mit dem Lanbeshandwerks- meifter zu bearbeiten sind. Hier kommen als vordringlich in Betracht: Exportfragen, das Handwerk im Ausland, Sozialpolitik, und zwar Entschuldung des Handwerks und Altersversorgung. Dazu kommen im Rahmen des Lehrbetriebs der Universität Vorlesungen über Handwerkswirtschaft. Das Institut hat feine Arbeiten bereits am 1. April d. I. in Angriff genommen. S0-Iahrfeier der Hamburg-Ainerika-Linie. Die Hamburg-Amerika-Linie begann ihren 90. Geburtstag mit einem Betriebsappell ihrer gesamten Hamburger Betriebe. Der Vorsitzende des Vorstandes, Dr. Hoffmann, gab eine Reihe von sozialen Maßnahmen der Betriebsführung bekannt. Das Verwaltungsgebäude der Hapag am Alster- dämm hat festlichen Schmuck angelegt. Don den Dächern wehen die Fahnen des Reiches und des Betriebes, und große goldene Buchstaben verkünden das Ereignis des 90. Geburtstages. In der Halle des Hauses häufen sich die Angebinde der Hapag- Freunde, die sich mit Glückwünschen einfinden. Ebenso haben hier Schaustücke aus der frühesten Hapag-Zeit Platz gesunden, historische Wertstücke aus dem umfangreichen „Hapag-Museum", die ständig interessierte Betrachter finden. Der Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller bat an den Vorstand ein Glückwunschschreiben gerichtet, in dem es heißt: Schwere Schicksalsschläge sind dem Unternehmen nicht erspart geblieben, doch sie waren nur Anlaß, mit um so größerer Energie an den Wiederaufbau des Zerstörte« heranzugehen. Es wird immer ein Ruhmesblatt in der Geschichte der Ham- burg-Amerika-Linie bleiben, daß sie nach dem völligen Verlust ihrer Flotte durch den Krieg und den Versailler Vertrag in überraschend kurzer Zeit den Neuaufbau einer Flotte durchführte, die den Wettbewerb mit den Großreedereien des Auslandes aufnehmen konnte. Argentinische Marineoffiziere beim Führer. Berkin, 27. Mai. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing den Befehlshaber und die beiden Kommandanten der zur Zeit in den deutschen Gewässern liegenden argentinischen Linienschiffe „Moreno" und „Rivadavia", Konteradmiral Scasso, Kapitän z. S. Godoy und Kapitän z. S., C h i h i g a r e n. Die argentinischen Marineoffiziere wurden von dem argentinischen Botschafter in Berlin, Exz. L a b o u g fe, dem Führer und Reichskanzler vorgestellt, der die einzelnen Herren herzlich begrüßte und in Deutschland Nebengelaß, das er in ein kleines afrikanisches Museum verwandelt hatte: da waren Schlangen m Spiritus, Elefantenzähne, Elfenbeinschnitzereien, blitzende Dolche und kostbare Federn — ah, wir ahnten, daß der interessante, ledige Mann einmal Militärarzt in den Tropen gewesen sein müsse! Des Jungen Augen strahlten und die Krankheit schien gebannt, noch ehe er den ersten Löffel Medizin geschluckt hatte, was ihn ohnehin Ueberroinbung gekostet haben würde. Aber unser Freund — ja, so dürfen wir ihn fortan nennen — war noch nicht am Ende mit seiner Kunst der Krankenbehandlung. Er neigte plötzlich vor dem Kinde das kahle Haupt, spreizte die Finger der rechten Hand und begann, als seien da unsichtbare Tasten, auf dem Kopse eine Melodie zu spielen. Hier und dorthin sprangen die Kuppen seiner Finger und überall zauberten sie leise, aber doch deutlich vernehmbare Töne hervor, und die Tone ordneten sich zur Melodie. Frau Resi kam zuerst zu sich und rief: „Mann, so höre doch nur! Hänschen klein — geht allein — in die weite Welt hinein...!" Wahrhaftig, das gute, alte, beut- fche Lied scholl aus dem musikalischen Kopf des Allerweltsmedikus, und erst als der Bub Anstalten machte, es mit feinen Patschhändchen dem gemütlichen Arzt auf dessen Kopf nachzutun und wir unwillkürlich im Takte mitsummten, reckte der sich wieder mit roten Backen von der Anstrengung auf und stimmte in unser aller herzliches Lachen schal' lend ein. So war alle Spannung, alle Verlegenheit einer höchst aufgeräumten, ja freundschaftlich-vertrauten Stimmung gewichen, die denn auch der Doktor sofort wahrnahm, indem er Frau Resi zärtlich anblinzelte: „Musik sempre international“, sagte er mit einer kleinen Verneigung vor der schönen Bambergerin. Und ihr Ehemann bekräftigte es durch die unleugbare Behauptung, daß man die Sprache der Musik auf der ganzen Welt verstehe, ob mit oder ohne Instrument; sei er nicht ein wandelndes Xylophon, unser Freund? Von Stund ort kam der kranke Junge wieder auf die Beine, was der Herr Papa nicht zu Unrecht der ungewöhnlich sympathischen Behandlung zuschrieb: über den Liebhaber, sagte er draußen unter den Cypressen, wolle er sich lieber nicht äußern; aber das eilt’ stehe fest: er sei ein guter, ein kluger Arzt. n M dc»k> jpWe lne 2 ,rf o. 3], *L Die -haft iS fr” in”^ anbmerts, fö wird, jc e£ Dech'n'j ’™Nminä "nb®ert5: ,'n ®*mein. fanden Mm "Handwerks, bestehen. ,en bzw. r>od). mif technischen, *- °uch kulturell "Institut worden. Zunr ernannt. Die auf volks. des Hand, nowersführung 'oeshandwerks- nwen als vor- rQ9en, das 'alitik, und andwerks und amen im Rah. Qt Vorlesungen iftihit hat seine in Angriff ge- 1-ütiie. nn ihren 90. 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Nachdem die Nationalhymnen verklungen waren, verließ der Führer den Raum. Auf dem Hofe des Luftfahrtministeriums leistete eine Kompanie der Luftwaffe die Ehrenbezeugungen, während unter dem feierlichen Klange eines Chorals die Särge das Luftfahrtministerium verließen. Die Beisetzung von Hauptmann Man- tius erfolgt in seiner Heimatstadt Göttingen. Oberfeldwebel Henning wurde in Potsdam zur letzten Ruhe geleitet. Vor Baldwins Rücktritt. Huldigung des Unterhauses für den scheidenden Ministerpräsidenden. London, 27. Mai. (DNB.) Ministerpräsident Baldwin wird sich am Freitagoormittag in den Buckingham-Palast begeben, um dem König sein Rücktrittsschreiben auszuhändigen. Darauf wird sein Nachfolger Neville Chamberlain zum Palast gerufen und vom König Georg mit der Neubildung des Kabinetts beauftragt werden. Chamberlain wird dem König gleichzeitig eine Ehrenliste für die ausscheidenden Regierungsmitglieder vorlegen, die, wie schon jetzt feststeht, den Titel eines Earl für B a l d w i n enthalten wird. Nachdem der neue Ministerpräsident nach der Downingstreet zurückgekehrt sein wird, wird die Zusammensetzung der neuen Regierung und die Ehrenliste öffentlich bekanntgegeben werden. Im vollbesetzten Unterhaus war heute Baldwin, der zum letzten Mal auf der Mini st erbau k saß, Gegenstand einer Kundgebung der Abgeordneten. Als er die letzten an ihn gestellten Anfragen beantwortet hatte, erhoben sich die Abgeordneten und brachen in anhaltende Beifallsrufe aus. Auf der Gallerie sah man zahlreiche ausländische Botschafter und Gesandte sowie Mitglieder des Oberhauses. Der Präsident des Geheimen Staatsrates, Ram- say M a c D o n a l d, überreichte Donnerstagnachmittag dem König seine Abdankungsurkunde. MacDonald war dreimal Ministerpräsi- devt und bekleidete in der Baldwin-Regier.ung das Amt eines Präsidenten des Geheimen Staatsrates. Mit ihm scheidet eine der markantesten Persönlichkeiten aus dem politischen Leben Englands. Bis zur Spaltung der Labour Party im Jahre 1931 war MacDonald ihr Vorsitzender. Wie „Preß Association" erfahren haben will, hat der König MacDonald die Verleihung einer hohen A d e l s w u r d e angeboten. MacDonald soll aber gebeten haben, die Ehrung ablehnen zu dürfen. Rasche Beilegung des Flaggen- zwischenfalls in San Franzisko. San Franzisko, 27. Mai. (DNB.) Der Flaggenzwischenfall von San Franzisko wurde durch den Bürgermeister Rossi rasch und in befriedigender Weise beigelegt. Der Bürgermeister rung" so, als sei sie der Mittelpunkt des gesamten politischen Geschehens. Aus ihrer Wichtigtuerei heraus hat sie ein sogenanntes Weißbuch dem Völkerbund in Genf überreichen lassen, das Dokumente über eine angebliche italienische Einmischung in die innerspanischen Verhältnisse enthält. Die Valencia- Bolschewisten hätten allerdings besser daran getan, die von ihnen verfaßten Druckwerke mit blutroten Einbänden statt mit weißen zu versehen. Denn die rote Farbe spiegelt ihre bisherigen Regierungserfolge am besten wieder. Was nun den Inhalt des Weißbuches anlangt, so hat es wenig Sinn, sich mit -hm zu beschäftigen. Daß sich Italiener als Freiwillige an die Seite des Generals Franco gestellt haben, ist längst kein Geheimnis mehr. Neues erzählen also die Bolschewisten, die jetzt in Genf ganz groß angeben wollen, ihrer gespannt lauschenden Zuhörerschaft nicht. Was man aber mit dieser Aktion will, liegt auf der Hand: man will Italien verdächtigen, man will es isolieren, ein Beginnen, das zur Erfolglosigkeit verurteilt ist. Denn die freiwilligen Italiener kämpfen gegen die bolsche- wistische Gefahr und darin stimmen sie mit ihrer Heimat aber auch mit uns und anderen Staaten überein. Genf würde also gut daran tun, diese „Anklageschrift" einzustampfen. Denn Ehre kann in Genf niemand damit einlegen, weil hier ein Thema angeschnitten wird, um das gewisse Regierungen aus begreiflichen Gründen einen möglichst weiten Bogen schlagen. Wird erst einmal über Einmischung gesprochen, und das ist der gegen Italien erhobene Vorwurf, so lassen sich tausendfache Beweise dafür anführen, wie die spanischen Bolschewisten von anderen Staaten bisher unterstützt worden sind und noch immer unterstützt werden. Und wie es scheint, denkt man in Genf, wo das Valencia-Weißbuch das große politische Geschäft werden sollte, auch schon recht nüchtern darüber, so daß die bolschewistische Wichtigtuerei wie eine Seifenblase zerplatzen wird. Ein deutsches Torpedoboot durch bolschewistische Flieger gefährdet. Berlin, 27. Mai. (DNB.) Das auf der Reede von Palma de Mallorca liegende deutsche Torpedoboot „Albatros" wurde bei einem BombenangriffbolschewistischerFlug- zeuge auf die Stadt und die Reede durch vier unmittelbar neben ihm einschlagende Bomben stark gefährdet. Obwohl auf der Reede kein nationalspanisches Kriegsfahrzeug lag, wurden die deutschen Seestreitkräfbe, die im Interesse des Weltfriedens ihrem Kontrolldienft in den spanischen Gewässern nachgehen, in ihrer Sicherheit ernstlich bedroht. ter Anstrengung und noch größerem Eifer 1'..'. Schwächen auszumerzen. Eine große und umfassende fieiftungsfteigerung sei das Ziel. Aus erhöhter Leistung aber erwächst Stolz und Freude. Der Tag der sportlichen Leistung soll für euch zugleich ein Tag der Freude werden; aus dieser Freude aber soll euch allen neue Kraft und noch größere Bereitschaft erwachsen zum Dienst Deutschland. Der Führer rüst die deutsche Lugend Alljährliche sportliche Leistungsprüfung der Hitler-Lugend. Oie Wahrheit über Spanien. Ein Kampf zwischen der europäisch-christlichenZivilisation und dem Kommunismus Berlin. 27. Mai. (DR23.) Der Führer hal ZUM Reichssportwellkampf der Hitler-Jugend folgenden Aufruf erlassen: Es ist mein Wille, daß die gesamte deutsche Jugend sich einmal im Jahre einer gro- ßen sportlichen Leistungsprüfung unterzieht und mit dieser vor der ganzen Nation Zeugnis ablegt von der Kraft und Unbesiegbarkeit des Volkstums. Ich rufe daher jeden deutschen Jungen und jedes deutsche Mädel zur Teilnahme am diesjährigen Reichssportwettkampf der Hitler-Jugend auf, den ich damit zu einem ständig sich jährlich wiederholenden Fe st der deutschen Jugend erkläre. Die Durchführung dieses alljährlichen Reichssportweltkampfes der Hitler-Jugend übertrage ich dem Jugendführer des Deutschen Reiches. Adolf Hitler. Aufruf des Zugendführers des Deutschen Reiches. London, 28. Mai (DNB. Funkspruch.) Die konservative „Morning Post" veröffentlicht ein Schreiben von acht aus dem bolschewistischen Teil Spaniens geflüchteten Engländern, in dem es u. a. heißt, die Nichteinmischung verliere einen großen Teil ihres Verdienstes, wenn man in England fortfahre, die nationalen Spanier als „Rebellen" (I) zu bezeichnen, die nichts weiter wollten, als die militärische Diktatur zu errichten. Jenseits des Kanals anerkenne jedermann, sogar Gegner des Generals Franco, daß der Krieg in Spanien e i n Kampf zwischen der europäisch-christ- lichen Zivilisation und dem Kommunismus darstelle. Es gebe viele Beweise für die ausschlaggebende Rolle, die Sowjetrußland in der spanischen Tragödie gespielt habe. Einer dieser Beweise sei der kommunistische Propaganda- ftrom über die ganze Welt, eine Propaganda, die auf jedes einzelne Land abgestimmt sei. Für England heiße sie „Friede, Demokratie und Gerechtigkeit für den Arbeiter". Die Kommunisten, die nicht ahnten, daß diese drei Dinge in Sowjetrußland nicht bestünden, hörten nicht auf, diese Worte für ihre Propaganda in England zu benutzen. Die Unterzeichner des Briefes fragen, warum man nicht endlich einmal verstehen wolle, welche Beweggründe hinter der nationalistischen Bewegung ständen, und ob man nicht endlich etwas erfahren wolle über den nationalspanischen Wiederaufbauplan, der bezwecke, die Lebens- und Arbeitsbedingungen des spanischen Arbeiters zu verbessern. Dann werde es weniger grundloses Kritisieren und weniger Opposition geben, die beide dem britischen Prestige so schadeten. Ein Valencia-Weißbuch. Bolschewistische Wichtigtuerei in Genf. In Valencia amtiert ein Gremium, das von sich behauptet, die rechtmäßige Regierung Spaniens zu sein. In Wirklichkeit ist diese „Valencia-Regierung" nichts anderes als ein Werkzeug der Bolschewisten. Sie hat infolgedessen zu tun und zu lassen, was die Kommunistische Internationale befiehlt. Eigenartigerweise wird dieser Ausschuß von Staaten wie England, Frankreich usw. als „legale Regierung" angesprochen, ohne daß man aber an der Themse und Seine daraus auch die entsprechenden Konsequenzen zieht. Denn die vor den roten Mordbanditen aus Madrid geflüchteten Botschafter halten sich noch immer in Hendaye, also außerhalb Spaniens, auf französischem Boden auf. In Valencia sind sie jedenfalls nicht ZU finden. Trotz dieser offensichtlichen Mißachtung tut nun die „Valencia-Regiebetrieb. Bei der Durchsuchung der Schulen wurden große Stapel kommuni st ischer Hetzplakate, Wandbilder und Zeichnungen mit widerlichen pornographischen Darstellungen und zahlreiche kommunistische Bücher in jid- discherSprache gefunden. Neben diefem „Lehrmaterial" für Kinder beiderlei Geschlechts im Alter von 5 bis 13 Jahren (!) wurde auch zahlreiches Material beschlagnahmt, aus dem einwandfrei her- oorgeht, daß „unter Beihilfe der Sowjetrepubliken rein kommunistische Zellen z u grün-- d e n" seien. In mehreren Schulen bestanden zwar finanziell reich unterstützte jüdische Jugendklubs mit allen Schmierwerken der kommunistisch-jüdischen Weltanschauung, aber keine sanitären Einrichtungen. Die gesamte „Lehrerschaft" dieser Schulen, alles Juden, wurde verhaftet. suchte den deutschen Konsul auf und drückte ihm fein Bedauern über den Zwischenfall aus. Er ordnete ferner an, daß die aufs neue gehißte Hakenkreuzflagge vonPolizeiposten gegen die evtl. Wiederholung von Rowdieangriffen geschützt werde. Jüdisch-kommunistische Zersehungs- fäfigfeif in argentinischen Schulen. Buenos Aires, 27. Mai. (DNB.) Die Polizei der argentinischen Bundeshauptstadt hat sieben Schulen, die durchweg unter jüdischer „Lei tun g" standen, geschlossen. Als „Hauptlehrbuch" dieser Schulen diente eine vorn „Verein jüdischer Volksschulen" herausgegebene illustrierte Kinderzeitschrift, die eindeutig f o m= m u n i ft i f d) e V e r h e tz u n g s p r o p a g a n d a Oie Wahlen in Holland. Den Haag, 27. Mai. (DNB.) Arn Donnerstag traten die Prooinzialftaaten (Prooinziallandtage) Hollands zusammen, um die Srfte Kammer zu , wählen. Bei der Wahl haben die Mussert-Bewegung zwei Sitze, die sozialdemokratische Partei Hollands und die antireoolutionäre Partei je einen Sitz g e - wonnen. Dagegen verloren die Liberalen zwei Sitze, die Christlich-Historische-Union und die Freisinnigen je einen Sitz. Die Erste Kammer Hollands wird demnach wie folgt aussehen: Römisch- Katholische Staatspartei 16 (16) Sitze, Antirevolutionäre Partei 7 (6) Sitze, Christlich-Historische Union 6 (7) Sitze, Liberale 3 (5) Sitze, Freisinnige 2 (3) Sitze, Sozialdemokraten 12 (11) Sitze, NSB. (Mussert-Bewegung) 4 (2) Sitze. ♦ Der holländische Ministerpräsident C o l i j n hat bei den Wahlen zur zweiten Kammer, deren Ergebnis wir gestern schon veröffentlichten, einen ausgesprochenen persönlichen Erfolg erzielt, den er einmal seiner allgemeinen Volkstümlichkeit und dann den wirtschaftlichen Leistungen seiner Regierung verdankt. Nicht verkannt werden kann, daß das holländische Episkopat in einer zwar vorsichtigen, aber geschickt-wirksamen Weise sein Schwergewicht zugunsten Colijns in die Waagschale geworfen hat. Auch ist als wesentlicher Umstand zu berücksichtigen, daß die gegenwärtige holländische Regierung als im guten Sinne konservativ angesehen werden kann, während Sozialdemokraten und Kommunisten in Opposition stehen. Auch fühlt sich Colijn nicht als Chef einer parlamentarischen Regierung sondern als Mimsterpräsident eines Kabinetts der Krone. Die Nationalsozialistische Bewegung des Ingenieurs M u f \ e r t zieht zum ersten Male in die Kammer ein, sie entsendet vier Abgeordnete; die Antireoolutionäre Partei des Ministerpräsidenten hat vier, die Römisch-katholische Staatspartei drei Sitze gewonnen. Auch die Sozialdemokraten haben ihre Fraktion um einen Abgeordneten vermehren können. Verloren haben dagegen die Liberalen, die von sieben Sitzen drei abgeben mußten, verloren haben auch einige andere Gruppen, ebenfalls zurückgegangen ist der Bestand der Kommunisten im Parlament, nicht aber die Zahl der Wähler! Hier haben die Moskauer vielmehr noch einen recht ansehnlichen Gewinn zu verzeichnen. Es ist also nicht so, daß die Wiederbelebung der Wirtschaft die bolschewiische Gefahr automatisch abtötet. Sie hat lediglich dazu geführt, daß das Bürgertum dem Ministerpräsidenten Colijn neues Vertrauen schenkte, weil es diese Wirtschaftsbelebung ausschließlich auf fein Verdienstkonto setzt. Der Stimmenanwachs der Römisch-Katholischen wiederum dürfte als Rückwirkung der spanischen Ereignisse zu verbuchen sein, haben sich doch auf der Pyrenäeninsel die Bolschewisten wieder einmal als unversöhnliche Feinde des Christentums und nicht zuletzt der katholischen Kirche gezeigt. Bemerkenswert ist aber auch der Erfolg Mufferts. Aus aller Well. Vernehmung von Desatzungsmitgliedern des „Hindenburg". Der „Hindenburg" = Untersuchungsausschuß in Lakehurst vernahm zum ersten Male verletzte Mitglieder der Besatzung aus dem Asbury- Park-Hospital. Von ihnen, nannte der Hauptelek- trifer Philipp Lenz (Klein-Linden) das Unglück ein völliges Mysterium. Die elektrische Anlage des Luftschiffes fei völlig in Ordnung gewesen. Die Schalttafel habe bei Ausbruch des Feuers keinerlei Kurzschluß, gezeigt. Herbert D o w e, der Assistent des Funkoffiziers, berichtete, daß er bei dem Lan- dungs Manöver keine ungewöhnlichen Radiosignale aufgefangen habe. Das Frühlingsfest der rhein-mainischen presse. Die starke Nachfrage nach Karten für das Früh- lingsfest der Rhein-Mainischen Presse im Kurhaus zu Wiesbaden hat den Tombola-Aus- schuß veranlaßt, die Zahl der Lose zu erhöhen, damit bestimmt jeder Besucher Lose kaufen kann. Selbstverständlich wurde auch die Zahl der Gewinne entsprechend erhöht, so daß die gleichen günstigen Gewinnchancen vorhanden sind wie im vorigen Jahr. Außer den schon genannten Hauptgewinnen ist noch zu erwähnen eine Hausbar (Barwagen mit vollständiger Einrichtung). Rheinhessische Spitzenweine werden ebenfalls als Gewinn in der Tombola erscheinen. Es handelt sich zum Teil um Weine, die einen Preis von 60 Mark je Flasche aufweisen. willkommen hieß. Mittags fand am Ehrenmal Unter den Linden eine feierliche Kranzniederlegung durch eine Abordnung der argentinischen Kriegsschiffe statt. Später gab Generaladmiral Dr. h. c. Raeder den argentinischen Marineoffizieren ein Frühstück. Er brachte den Dank der Kriegsmarine für die kameradschaftliche und freundliche Aufnahme zum Ausdruck, die die deutschen Kreuzer so häufig in den Häfen der argentinischen Republik gefunden haben. Es sei Herzenssache des deutschen Volkes, den argentinischen Kriegsschiffen und ihren Besatzungen einen warmen Empfang zu bereiten, der der Freundschaft beider Völker entspreche. Konteradmiral Scasso äußerte seine Freude, daß es ihm und den Besatzungen vergönnt sei, das neue Deutschland mit eigenen Augen zu sehen. Am Nachmittag fand ein Empfang im Rathaus statt, wobei sich die Gäste in das Goldene Buch der Reichshauptstadt eintrugen. Arn Abend waren die argentinischen Offiziere Gäste des Generaladmirals in der Staatsoper. Oer Tod fürs Vaterland. Der Führer bei der Trauerfeier für Hauptmann Mantius und Oberfeldwebel Henning. Berlin, 27. Mai. (DNB.) Im Beisein des Führers fand im Ehrensaal des Reichsluftfahrtmini- fteriums für Hauptmann Mantius, Adjutant der Luftwaffe beim Führer und Reichskanzler, und Oberfeldwebel Henning auf der Adjutantur der Wehrmacht beim Führer, eine würdige Trauerfeier statt. Beide waren auf einem Dienstflug bei Wustrow tödlich abge stürzt. Neben den Angehörigen und zahlreichen Kameraden der im Dienst für Volk und Vaterland Gefallenen waren u. a. Reichsminister Dr. Goebbels, der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, der Reichsführer SS. und Chef der Deutschen Polizei Himmler, Obergruppenführer von I a g o w, die Staatssekretäre Lammers und Meißner und die engeren Kameraden der Toten aus dem Stabe des Führers erschienen. Unter den zahlreichen Kranzspenden fielen zwei große Kränze des Führers aus weißen Lilien und Pfingstrosen auf. Reichsluftfahrtminister Generaloberst Göring hielt eine kurze Gedenkrede. Wenn heute je ein Angehöriger der Luftwaffe und des Heeres, die gemeinsam gefallen sind, auch gemeinsam zu Grabe getragen werden, so komme damit symbolisch die unvergängliche Kameradschaft aller Wehrmacht s t e i l e zum Ausdruck. Als er dem jungen Hauptmann Mantius mitteUen konnte, daß er z u in Adjutanten der Luftwaffe beim Führer ernannt worden fei, habe Mantius damals mit leuchtenden Augen diese ehrenvolle Ernennung entgegengenommen. Oberfeldwebel Henning sei das Vorbild echten Soldatentums gewesen. Seine größte Sehnsucht sei es gewesen, auch einmal Flieger zu werden. Beide Gefallenen hätten das aufopferungsvolle Leben des Soldaten gelebt. Sie seien gestorben den Ehrentod im Dienste für das Vaterland. Ihr Leben fei stets Einsatzbereitschaft gewesen, ihr Heldentod, durch den auch der Führer tief erschüttert wurde, ein Opfergang für Der Jugendführer des Deutschen Reiches. Baldur von Schirach. Aufruf des Reichsfportführers. Der Führer und der Reichsjugendführer haben die gesamte deutsche Jugend zum Reichssportwettkampf der Hitler-Jugend aufgerufen. Wir Nationalsozialisten haben uns auf dem Gebiete der Leibesübungen zwei große Aufgaben gestellt: Einmal eine wahrhaft umfassende Leibeserziehung aller Deutschen zu verwirklichen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, daß jeder deutsche Junge und jedes deutsche Mädel, jede deutsche Frau und jeder deutsche Mann an dieser Leibeserziehung teilnehme, auf daß wir durch Leibesübungen zu einem tüchtigen und frohen Volk werden. Die andere große Aufgabe ist die Schulung derjenigen Jugendlichen und Erwachsenen, die auf sportlichem Gebiet berufen sind, Hervorragendes zu leisten, um Deutschlands Weltgeltung im Sport Zu vertreten. Der Reichsspvrtwettkampf der Hitler- Jugend dient diesen beiden großen Aufgaben. Ich rufe euch alle auf, ihr Jungen und Mädel, zum Kampf auf dem grünen Rasen, zum Kampf miteinander um die sportliche Leistung. Höher springen, schneller laufen, weiter werfen,'das sei euer Ziel. In dem Bewußtsein eurer eigenen Leistung und eurer. Kraft sollt ihr aber sogleich erkennen, daß mit dieser eurer Leistung die Kraft und Stärke des Deutschen Reiches von morgen wachsen wird Der Beaufttagte für die Leibeserziehung der deutschen Jugend, von Tschammer und Osten, Obergebietsführer. Der Führer undReichskanzler hat gesamte deutsche Jugend zum R e i ch s s p o r t - wettkampf der Hitler-Jugend aufgerufen. Nach feinem Willen sollen alle deutschen Jungen und Mädel an diesem größten Sportfest der Welt teilnehmen. Gibt es ein schöneres und stolzeres Bild von der erwachten Lebenskraft unseres Volkes als die geschlossene und geeinte Jugend, stark und einsatzfroh im harten sportlichen Wettkampf. Ihr alle, Jungen und Mädel, nehmt innerhalb einer sportlichen Kampfmannschaft an diesem Wettkampf teil; jeder Einsatz und jede Leistung erfolgt für eine Gemeinschaft. Lernt im sportlichen Wettkampf erkennen, daß alles, was wir tun, f ü r eine größere Gemeinschaft — unser Volk — getan wird. Zieht mit freudigem Herzen und stolzem Mut hinaus auf den grünen Rasen und auf den Sportplatz und erfüllt die Forderung des Führers. In diesem Wettkampf sollt ihr zeigen, was ihr könnt und was ihr gelernt habt. Ihr sollt aber auch eure Schwächen erkennen, um mit erhöh- IBefferberidyf des Relchswellerdienstes. Ausgabeork Frankfurt. Heber Nordosteuropa hat sich ein Sturmwirbel entwickelt. Er brachte von seiner Nord- und Westseite her Kaltluft auf das europäische Festland, von der im wesentlichen aber nur Osteuropa betroffen wird. Immerhin wird durch diese Entwicklung der Großwetterlage das westeuropäische Hochdruckgebiet seinen Einfluß auf unser Wetter nicht ungestört aus» üben können, wenn auch im wesentlichen Schönwettercharakter noch vorherrschen wird. Aussichten für Samstag: Häufig aufheiternd und im allgemeinen trocken, Mittagstemperaturen zwischen 20 und 25 Grad, lebhafte Luftbewegung. Aussichten für Sonntag: Vielfach heiter und tagsüber warm, aufkommende Gewitterneigung. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 37: 9657. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Hautschonendes Rasieren mit PALMOLIVE In Normaltuben RM -.50 RASIERCREME- MM _________hergestellt mit Olivenöl Die Vemsszeichen des Im schweren Kampf halte sich der Deutschritter- orden das ostpreußische Land zurückerobert. Seit 1229, dem ersten Erscheinen der Ordensbrüder, wechselte Sieg und Niederlage. Bald gewannen die Massen der Litauer Vorteile in den Wäldern und Sümpfen, bald siegten die tulmischen Bauern unter Führung der Ritter durch deutschen Geist und deutsches Wollen. Fester und fester aber wuchs die Herrschaft der Ritter und brachte Segen über Land und Mensch. Städte wurden gegründet (1255 Königsberg). Wohlstand zog ein, und unter Hochmeister Winrich von Kniprode (1351—82) stand der Oroen in Macht und Pracht. Neidvoll blickten die vertriebenen Litauer und Masovier und ihre besiegten Volksteile auf die Ritter am weißen Mantel, und der Litauerfürst Kin- stut schürte erst heimlich, dann offen zum Aufstand. Verbunden mit den Russen und Tataren fiel er ins Land ein (1370). Die Ritter, Bauern und Bürger sammelten sich zur Wehr. 40 000 Mann stark stellten sie sich bei Rudau (Kreis Fischhausen, Provinz Ostpreußen) zum Kampf. Es war der 17. Februar 1370. Kinstut aber führte 70 000 gegen das Heer der Deutschen. Die Uebermacht siegte zunächst über die Tugend. Die Scharen der Deutschen wichen zurück, und als Ordensmarschall Henning Schinde- kopf mit der Fahne fiel, da schien das Schicksal der Deutschen besiegelt. In diesem Augenblick aber soll der Schuhmacher- altgesell Hans von Sagan aus Königsberg die Fahne ergriffen haben. Er schwenkt sie hoch empor, fordert die Ritter auf, ihm zu folgen. Er achtet nicht Hieb und Stich, stürzt gegen den Feind und schlägt zu. Er dringt ein in die Reihen der Litauer. Da vollzieht sich das Wunder. Der siegbare Feind ist betroffen. Er steht, weicht und wendet sich schließlich zur Flucht. Sieg läuten die Glocken von Königsberg. Wund ist der Held der Schlacht. Spätere Bilder stellen ihn uns heute mit dem Stelzfuß dar. Unvergessen bleibt sein Angedenken. Ehre soll er finden. Einen Wunsch soll er äußern und zum Ritter geschlagen werden. Der Altgesell des Schuhmacherhandwerks ist im Herzen ein treuer Handwerker. Er will der bleiben, der er war, und bittet, sein Handwerker- und Bürgertum zu achten und immerdar zu ehren. Laßt alljährlich einmal zur Erinnerung das Schenkbier in der Stadt kreisen zur Ehre meines Handwerks, das ist seine Forderung. So entstand das Schmeckebier zu Königsberg. Der dankbare deutsche Kaiser Karl IV. aber verleiht dem tapferen Schuhmacheraltgesellen Hans Sagan den Adel und als Wappen den Doppeladler, den seitdem die Innungen in ihrem Jnnungszeichen führen. Der blaue Arm der Werkjacke, dessen Hand die Krone des Reiches hält, ist das Wappen der Stadt Königsberg. Auch diese Darstellung soll ihr Entstehen dem tapferen Hans von Sagan verdanken. Das Wappen der Schuhmacher ist also geschichtlich im hehrsten Sinne des. Wortes. Es soll deshalb auch heute das Berufszeichen des Reichsinnungsverbandes bleiben, um so mehr, als dieses Zeichen nicht in innerpolitischer Fehde, sondern im Kampf um Volk und Reich errungen worden ist. Darin sehen wir auch heute noch sein historisches deutschen Handwerks. Recht, weiter diesem biederen und ehrbaren Handwerk ooranzuleuchten. Ganz im Gegensatz zu diesem historischen Berufszeichen steht z. B. das Symbol des Reichsinnungsoerbandes der Herrenschneider. Hier sehen wir einfach Schere, Nadel und Bügeleisen als die typischen Werkzeuge der ehrbaren Meister. Auch das Zeichen der Damenschneider wird von der Schere beherrscht. Hinter der Schere zeigt sich ein Winkel in Form eines gleichseitigen Dreiecks. Zwischen Winkel und Schere befindet sich die Nadel. Große Bedeutung kommt hier dem Winkel zu, der die Meisterschaft versinnbildlicht. Der Winkel ist ein unentbehrliches Requisit für die Aufstellung des Schnitts und diese Schnittaufstellung ist Reservat und ausschließliche Aufgabe der Meisterin; die Nadel ist dagegen bei beiden ein Symbol des Fleißes. Beim Herrenschneiderhandwerk zeigt die Scherenspitze nach oben, bei den Damenschneidern nach unten. Der junge Lehrling bekommt als erstes die Nadel in die Hand; der Winkel ist schon das gehobe- nere Handwerkszeug, das den Gesellen zum Meister heranbildet, und mit der Schere wird der Zuschnitt vorgenommen, der allein dem Meister (Meisterin) zusteht. So vereinigen die Embleme in treuer Eintracht Meister, Gesellen und Lehrlinge. Auch das Zeichen der P u tz m a ch e r ist erst neu geschaffen worden und zeigt die Biedermeisterschute. Es ist ein zeitloses Stilmodell, das gewählt werden muhte, weil die Mode ständig wechselt. Auf die Biedermeierzeit ist hier zurückgegriffen worden, weil in dieser Zeit die Kunst der Anfertigung der Kopfbekleidung in hoher Blüte stand. Ebenso ist das Berufszeichen der Wäscheschneider auf die Aufgaben dieses Handwerks abgestellt. Es zeigt die Nähmaschine mit Maßband und Schere als Werkzeug des Wäscheschneiderhandwerks. Winkel mit Lineal und Zirkel als Handwerkszeug der Stickereibetriebe. Neuerdings ist auch das Weber- und Strickerhandwerk dem Reichsinnungsverband angeschlossen. Die Wäscherei- und Plättereibetriebe werden in ihrem Berufszeichen symbolisiert durch die weiße Wasserlilie, die den Vorgang des Waschens darstellen soll. Sie steht auf einem blauen Grunde, der in Wellenlinien und Seifenbläschen aufgeteilt, das Waschwasser darstellt. Die obere weiße Hälfte vermittelt den Eindruck des gereinigten Wäschestücks. Auf diesem Grunde steht das Handwerkszeug der Plätter, das Plätteisen. Im Berufszeichen des Zimmerhandwerks finden wir das Gold der äußeren Umrahmung der Werkzeuge und des Giebeldreiecks. Gold ist die Farbe der Sonne und des Lichtes; die Grundfarbe des Abzeichens ist die nordische Farbe, das tiefe Blau des Himmels, und schließlich tritt das Grün des Eichenbaumes, die Farbe des Waldes hervor. Die Sprache der Runen ist bei diesem Zeichen verwendet worden. Ein goldener Kreis umschließt das Ganze. Er ist lichtvolles Zeichen der inneren Einheit und Geschlossenheit, aber zugleich auch der Unendlichkeit. Der Eichbaum ist der edelste Werkstoff des Zimmermannes; er ist gleichzeitig der Weltenbaum, der alles trägt und in dessen Schatten die Menschheit lebt und weht. Die untere Verästelung stellt mit dem Stamme das uralte geheiligte Zeichen der Irminsul dar. Zu beiden Seiten verzweigt sich der Ast unterhalb des Eichenblattes; hier ist der Kienast, der das Zeichen der Zimmermannsrune, der Kunrune, ergibt. Diese Rune ist das Sinnbild des Könnens. Im siebenzackigen Eichenblatt und der Eiche findet der Ast seinen Abschluß und der Baum seine Krone. Aus dem Baum aber tritt durch die Arbeit des Zimmermannes als Urkonstruktion im Holzbau das Giebeldreieck hervor, das unter seiner Spitze als Ornament das alle Sonnenrad zeigt. Die Werkzeuge sind die Maßlatte, Axt, Winkeleisen und Säge. Die Werkzeuge vereinigen sich zur Hagalrune, die dem Unheil wehrt und die Behausung vor Schaden bewahrt. Der moderne Reichsinnungsverband des Baugewerbes zeigt die Rüstzeuge: Kelle, Zirkel, Dreieck und Hammer. Das Töpferhandwerk ist so alt wie die Menschheit. Aus dem leicht bildsamen Ton schufen sich die Altvorderen verhältnismäßig dauerhafte Gefäße zum Wasserschöpfin und Ausbewahren von flüssigen oder breiigen Speisen; der rohe Ton wurde von Hand geformt, in der Sonne getrocknet und im Feuer gehärtet, lieber 20 000 Jahre alte Funde, die vor kurzem in Norddeutschland ausgegraben wurden, zeigen, daß die ältesten germanischen Stämme bereits die Tongefäße herstellten. Aus der ursprünglichen Haus- und Familienherstellung entwickelte sich allmählich das wohl älteste deutsche Handwerk: der Töpfer. Später lernten die germanischen Töpfer auch durch die Erfindung der Drehscheibe die schöne, rasche und gleichmäßige Herstellung von Tongefäßen zum täglichen Gebrauch und für Zier- und Prunkstücke; durch die Glasurtechnik, welche die Germanen vielleicht von den Römern verhältnismäßig spät kennen lernten, ergab sich ein wesentlicher Fortschritt. Die deutschen Töpfer erfanden etwa zwischen den Jahren 800 bis 1000 unserer Zeitrechnung die Kachelöfen, deren Bausteine, die Kacheln, aus den gedrehten Schüsseln entstanden sind. In den mittelalterlichen Liefen, die oft in sehr prunkvoller Form erstellt wurden, vereinigten sich die Erfahrungen und Kenntnisse des Heizungstechnikers, des geübten Handwerkers und des bildenden Künstlers, die auch heute für den wirklichen Meister feines Faches wieder verlangt werden. Im Töpferwappen befindet sich die uralte Töpferdrehscheibe als charakteristisches Werkzeug; darauf eine gedrehte Vase von schönen Formen; die beiden Flammen seitlich der Drehscheibe symbolisieren das Feuer und die Wärme, die zum Brennen des Tones und zum Heizen der Räume notwendig find. Tie Buchstaben T und O für Töpfer und Ofensetzer werden im Berüfszeichen meistens angebracht. Die Bildhauer und Steinmetzen haben ein uraltes Bundeszeichen, das seit undenklichen Zeiten von den Steinmetzen und Meistern geführt worden ist. Bei der Freisprechung wurde dem Steinmetzgehilfen ein Steinmetzzeichen verliehen, das nur er zu führen berechtigt war. Dies Zeichen schlug er in jeden Stein, den er arbeitete. Man findet dieses Zeichen in fast allen alten Bauten z. B. der Gotik. Das Reichsinnungszeichen knüpft an diese Ueber- lieferung an und verpflichtet den Steinmetzen und Steinbildhauer, gute handwerkliche Wertarbeit im Sinne der alten deutschen Meister zu leisten. Die Uhrmacher haben das Ankerrad als Reichsinnungszeichen gewählt. Das Ankerrad ist deshalb gewählt worden, weil es in seiner charakte« ristischen und einprägsamen Form nur in der Uhr- macherei vorkommt. Jeder Uhrmacher auf der Erde kennt das Ankerrad als Symbol der Uhrmacher. Die Kürschner, Hut- und Handschuh, macher haben mit einigen Aenderungen das Zeichen des früheren Vereins deutscher Kürschner ge» wählt. Es stellt einen Herrschermantel dar, als das höchste Leistungsziel des deutschen Kürschnerhandwerks. Der Herrschermantel wird von zwei Löwen als Wappenträgern gehalten. Die Löwen spielen auch beim Färber-Handwerk eine Rolle. Das neue Reichsinnungszeichen dieses ehrwürdigen Handwerks hat die alten Färberfarben blau und gelb übernommen und symbolisiert durch den Kessel und die Farbstöcke die praktische Tätigkeit, die der Färber in der modernen Volkswirtschaft zu erledigen hat. Das Bäckerhandwerk hat die uralte Brezelform als Sinnbild des Berufsstandes beibehalten. Man fügte schon frühzeitig zu beiden Seiten Löwen bei und schuf so die Urform des sogenannten Brezelwappens. Woher die Löwen stammen, weiß man nicht genau. Eine einleuchtende Erklärung hat man für die Krone und die gekreuzten Schwerter, die sich auf den alten Brezelwappen finden. In einem Dekret des Kaisers Leopold I. aus dem Jahre 1690 wird ausdrücklich bestätigt, daß die Bäcker die Berechtigung haben, die Krone im Wappen zu führen. Diese Verleihung steht im Zusammenhang mit der Tatsache, daß anläßlich der Belagerung Wiens durch die Türken im Jahre 1683 in der Wiener Bäckerei Weidner ein unterirdischer Gang der Türken rechtzeitig entdeckt und die Stadt dadurch gerettet wurde. Das Vorhandensein der Schwerter deutet bereits auf einen früheren Zeitpunkt. Kaiser Ludwig der Bayer hatte den Bäckern laut einer Verfügung vom Jahre 1323 gestattet, in ihrem Wappen zwei gekreuzte Schwerter zu führen. Dies ist auf die Haltung der Bäcker in der Mühldorfer Schlacht am 28. September 1322 zurückzuführen; gerade die Bäcker hatten sich hier durch große Tapferkeit ausgezeichnet und eine entscheidende Wendung herbeigeführt. Am Fuße des Zeichens befindet sich noch eine Reihensemmel, die andere Gebäcksorten als Vorgänger gehabt hat. Die Farben des Bäckerhandwerks sind blau-weiß. Die Konditoren zeigen den Baumkuchen als das Edelprodukt dieses Handwerks; dadurch ist das frühere Berufszeichen, der Bienenkorb, der noch aus der Zeit stammte, als zum Süßen der Erzeugnisse der Honig diente, abgelöst worden. Der Backsteinsockel im 'Reichsinnungszeichen des Schmiedehandwerks soll die Schmiedeesse darstellen, auf der auf der Feuerschüssel die lodernden Flammen emporschlagen. Diese werden zusammengehalten durch das Hufeisen, welches auf der Esse steht. Es ist dies ein neues Zeichen, das zum Ausdruck bringt, daß der Schmied für feine Arbeit das Feuer braucht. Als altes Glückssvmbol und als Zeichen einer immer wiederkehrenden Arbeitsleistung ist das Hufeisen gewählt worden. Die Schlosser versinnbildlichen auf ihrem Zeichen die Hauptarbeitsgebiete ihres Handwerks. Bauschlosserei, Kunstschlosserei, Kunstschmiede und Maschinenbau. Früher galt der Schlüssel allgemein als das Symbol des Schlossers. Die beiden Schlüssel auf dem Zeichen versinnbildlichen noch heute die Bauschlosser und die Kunstschmiede; dagegen ist das Zahnrad das Zeichen der Maschinenbaubetriebe. H.D. Forsthaus Haina (über Giefien), den 27. Mai 1937. 3725 D man Herren-Bekleidungshaus 0000 A Form ist beständig, die arbeitung gründlicher, Eleganz ist größer, kurz, Ver- die Heute verschied plötzlich infolge eines Unfalles auf dem Wege zur Schule der Sonnenschein unseres Hauses, unser innigstgeliebter Sohn, Bruder, Enkel und Neffe Anzug und Anzug ist zweierlei. Der teuere ist der billige. Merkwürdig, aber es stimmt. 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Sie haben einen zerbeulten Topf zwischen sich, tunken immer wieder ihre Löwenzahnstengel hinein und pusten, was das Zeug hält. Ihr Eifer ist so groß, daß ihnen kaum etwas Rechtes gelingt. Vollends der Kleinere wird mit der Sache nicht fertig. Sein Pusten geschieht mit einem solchen Aufwand an Lungenkraft, daß es wie das Fauchen einer Lokomotive klingt. Doch mit einem Male bringt der Aeltere tatsächlich etwas zustande. Eine schöne, bunte, schillernde Seifenblase löst sich von seinem Blasröhrchen und schwebt frei in der Lust. Entzückt betrachtet der Urheber sein Kunstwerk und macht dann mit begeisterter Geste den Kleineren aufmerksam. Der starrt ebenfalls mit großen Augen das glänzende Wunderding an. Die Seifenblase aber gleitet ein wenig höher und strebt an der Häuserreihe entlang. Mit Ausrufen des Jubels stürzen die Kleinen hinterher, deuten mit den Fingern auf das hauchdünne kreisrunde Etwas und geraten schier außer Atem. Plötzlich jedoch findet die Seifenblase ein Hindernis: sie stößt an einen Mauervorsprung und zerplatzt. Die beiden Kleinen schauen mit offenen Mäulern in die Höhe und schleichen dann stumm zu ihrem zerbeulten Topf zurück, der einsam auf dem Bordstein steht. Einen Augenblick scheint ihr Tatendrang ein wenig gelähmt. Aber nur einen Augenblick. Dann machen sie sich wieder ans Werk und tauchen unverdrossen wieder ihre Löwenzahnstengel in das Seifenwasser, das ihnen zu den schillernden Wunderwerken verhelfen soll. Und damit erweisen sie sich als die echten Söhne dieses Menschengeschlechtes. Wir Großen sind ja sehr geneigt, die Spiele der Kleinen überlegen zu betrachten und sie mit der Sonde unserer Erwachsenenweisheit zu messen. Insgeheim jedoch mühen wir uns gleichfalls nach Kräften, recht schöne Seifenblasen zu produzieren, nur daß wir nicht auf dem Bordstein hocken und uns des Seifenwassers bedienen. Unser Seifenwasser ist die Phantasie und unser Löwenzahnstengel der ständige Wunschgedanke. Ob wir nämlich noch in kurzen Hosen herumlaufen oder schon einen gewichtigen Bart tragen, Seifenblasen bleiben immer nur Seifenblasen. W. Dornoiizen. Tageskalender für Freilag. Ortsgruppe Gießen-Ost: 20 Uhr, Schulungsabend im „Schützenhaus". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Die ganz großen Torheiten". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Meuterei auf der Bounty". — Oberh. Gesellschaft für Natur und Heilkunde, Na- turwissensch. Abt. und Deutscher Biologen^erband, Ortsgruppe Gießen, 20.15 Uhr, Lichtbildervortrag von Prof. Anke! im Zoologischen Institut, Bahnhofstraße 84, über „Fortschritte der Chromosomentheorie der Vererbung". Die deutsche Arbeitsfront y/ N.S.-ßemeinschaft „Kratt durch kreude" Zonderzug zum „Tag des Deutschen Handwerks" nach Frankfurt a. 7N. Die genauen 8.15 Uhr ab 8.24 „ „ 8.32 „ „ 8.38 „ „ 8.46 „ „ 8.47 „ „ 9.05 „ „ 9.33 „ an Fahrzeiten des Sonderzuges: Gießen Großen-Linden Lang-Göns Kirchgöns Butzbach Bad-Nauheim Friedberg Frankfurt-West an 21.37 Uhr „ 21.29 „ „ 21.23 „ „ 21.18 „ „ 21.07 „ „ 20.54 „ „ 20.47 „ ab 20.15 „ Fahrpreis 1,55 RM. bei der Kreisdienststelle Gießen und Friedberg. Zusteigemöglichkeit in den oben angeführten Orten. 3720V Karten sind bis zum Samstag, 29. 5., 12 Uhr, auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, erhältlich, ebenso müssen die bestellten Karten bis zu diesem Zeitpunkt abgeholt sein. Das große 116erSteffen in Gießen. Ein Fest aller Volksgenossen Am morgigen Samstagnachmittag beginnt in Gießen das Fünfte 11 6 e r - T r e f f e n. Diesmal erhält die Veranstaltung ihre besondere Bedeutung dadurch, daß sie zum ersten Male wieder mit einem aktiven Regiment 116 gemeinschaftlich durchgeführt werden kann. Es seien hier noch einmal kurz die wichtigsten Anhaltspunkte des Treffens vermerkt: Die Feier beginnt am Samstag um 18.30 Uhr am 116er-Denkrnal auf dem Landgraf-Phi- Upp-Platz mit der G e f a l l e n e n - E h r u n g. Eine Ehrenkompanie des Regiements 116, die Regimentsmusik und die Gießener Soldatenkameradschaften werden daran teilnehmen. Anschließend marschieren die aktiven Truppen, die alten 116er und die alten Soldaten aller Waffengattungen vom Landgraf-Philipp-Platz aus durch die Brandgasse, Walltorstraße, Kirchenplatz, Schulstraße, Sonnenstraße, Kreuzplatz, Seltersweg, Hindenburgwall, Ludwigsplatz, Kaiserallee zur Volkshalle. Sodann folgt in der Volkshalle der Kamera d s ch a f t s a b e n d , bei dem die alten und die aktiven 116er bataillonsweise innerhalb ihrer Kompanien, gemeinsam mit den Offizieren der Kompanien, sitzen werden. Einige Ansprachen werden die Bedeutung des Treffens betonen. Im übrigen werden die Besucher die Freude haben, mancherlei Darbietungen des Regiments z-u sehen und ein gutes Konzert der Regimentsmusik zu hören. Sonntagmorgen von 9 Uhr ab folgt das Eintreffen der auswärtigen Kameraden mit Sonderzügen und fahrplanmäßigen Zügen der Reichsbahn. Diese Kameraden werden am Bahnhof von einem Ehrenzug des Regiments mit der Regimentsmusik abgeholt und durch die Bahnhofstraße, Kaplansgasse, Kreuzplatz, Sonnenstraße, Neuen Baue, Ludwigsplatz zur Volkshalle geleitet werden. Für kriegsbeschädigte Kameraden stehen Krümper- roagen der Wehrmacht und Autos des NSKK. am Bahnhof zur Verfügung. In der Volkshalle schließt sich dann die W i ed erseh e n s f e i e r an, bei der die alten und die jungen Soldaten wiederum bataillonsweise innerhalb ihrer Kompanien sitzen werden. Wer Lust hat, kann sich auch der Kasernenbesichtigung wid- von Gießen und Umgegend. men. Von 12 Uhr ab ist gemeinsames Mittagessen aus der Feldküche, bei dem es das 116er-Stammessen (Grüne Bohnen mit Kartoffeln und Rindfleisch) geben wird. Das Essen wird in der Volkshalle und im Schützenhaus ausgegeben. Die Portion kostet 50 Pf. Wer sich keinen Löffel mit- bringt, kann dieses „Schanzzeug" für 10 Pf. in der Dolkshalle kaufen. Wer noch keine Essenkarte hat, muß sie sich umgehend besorgen, denn das Essen wird nur gegen Essenkarte ausgegeben. Alle Feldküchen des Regiments sind eingesetzt, es können aber nicht mehr als rund 3500 Portionen für die 116er gekocht werden. Niemand verlasse sich darauf, auch ohne Essenkarte seinen „Schlag" bekommen zu können. Einzig und allein der Besitz der Essenkarte sichert den „Schlag"! Sonntagnachmittag schließt sich auf dem Trieb bei der Volkshalle das große Wehrsportfest des Infanterie-Regiments 116 an. In 18 Sportgruppen werden unsere 116er zeigen, wie außerordentlich vielseitig und leistungsstark der Sport im Regiment ausgeübt wird. Man wird dabei sportliche Darbietungen zu sehen bekommen, die in dieser Art als Wehrsport in Gießen noch nicht zu sehen waren. Ueberdies ist dieses Wehrsportfest in der vorbereiteten Art erstmalig in unserer Stadt. Seit Tagen sind die Offiziere, Unteroffiziere und Männer des Reaiments mit größtem Eifer bei der Vorarbeit auf oem Trieb, um ihre hohen sportlichen Leistungen immer noch mehr zu steigern, damit den Besuchern des Wehrsportfestes am Sonntagnachmittag nach jeder Richtung hin Spitzenleistungen gezeigt werden können. Das Wehrsportfest wird etwa vier Stunden in Anspruch nehmen. Als Ausklang des Tages und zugleich als Abschluß des 116er-Treffens folgen in der Volkshalle und im Schützenhaus Konzert und Tanz. Polizeistunde aufgehoben. Die Polizeidirektion Gießen teilt mit: Anläßlich des 116er-Treffens am Samstag, 29. Mai und Sonntag, 30. Mai, wird die Polizeistunde vom 29. auf 30. und vom 30. auf 31. Mai aufgehoben. Alarm bei den Soldaten! W h4V 1 Wenn in den Kasernen das Alarmsignal ertönt, heißt es ganz gewaltig „Dampf aufmachen". Alle Männer müssen sich in den folgenden Minuten mit äußerster Kraftanstrengung sputen, um schnellstens zur Stelle zu sein. Trotz dieser größten Eile muß beim Fertigmachen alles genau so ausgeführt werden, wie es auch sonst im militärischen Leben üblich ist. Selbst der Frühstückskaffee darf nicht etwa stehen bleiben, sondern ist zu trinken. Hinzu kommt bei den berittenen Einheiten, daß natürlich auch die Pferde, trotz des Alarms, in sorgfältigster Weise für ihren Dienst bereitgemacht werden müssen. Wer sich alle diese Erfordernisse vor Augen hält, der kann sich ungefähr ein Bild davon machen, was im Falle eines Alarms von den Soldaten verlangt wird. Um aber auch allen denen, die mit dem militärischen Leben nicht vertraut sind, eine greifbare Vorstellung von diesen Erfordernissen und gewissermaßen Schnelligkeitsrekorden zu geben, wird unser Inf. - R g t. 116 am kommenden Sonntagnachmittag bei dem großen 2ß e f) r = sportfest auf dem Trieb einen solchen Alarm den Besuchern der Veranstaltung vorführen lassen. Dabei werden die Soldaten beim Signal aus ihren Betten springen, sich anziehen, Kaffee trinken, die Pferde Herrichten müssen, usw. Wie dieser Betrieb vor sich gehen wird, zeigt ein kleiner Bildausschnitt aus der gesamten Hebung, den wir nebenstehend nach einer Vorübung am Mittwoch auf dem Trieb zeigen. Die Gesamtheit aller 18 Wehrsportgruppen, die bei diesem Sportfest unseres Regiments zu sehen sein werden, verdient das größte Interesse aller Volksgenossen, insbesondere sämtlicher Besucher des 116er-Treffens. (Aufnahme: Pfaff Nächst, Gießen.) Hitler-Lugend Bann 116 Gießen. Betr. Gefallenenehrung der 116er am 29. 2Hai. Zur Gefallenenehrung am kommenden Samstag, 29. Mai, 18.15 Uhr, stellt der Unterbann 1/116 eine Ehrenformation. Jede Gefolgschaft des Unterbannes 1/116 sowie jede Sondereinheit stellt zu dieser Abordnung 12 Jgg. in Sommerdienstuniform, die um 18 Uhr vor dem Cafe Leib in der Walltorstraße anzutreten Haden. Betr. Tätigkeitsberichte der Stellenleiter des Vannes 116. Die Tätigkeitsberichte der Stellenleiter des Bannes 116 haben in diesem Monat bereits am 31. Mai auf der Adjutantur des Bannes vorzuliegen. Vetr. Führerftellenbesehungsmeldungen. Die Führerstellenbesetzungsmeldungen haben für den laufenden Monat bereits am 31. Mai bei der Personalstelle vorzuliegen. Vetr. Reichssportwettkampf der Hitler-Jugend. Die Gefolgschaften 5/116 bis 17/116 haben sofort auf der Verwaltungsstelle des Bannes 116 je 50 Siegernadeln abzuholen. Die Siegernadeln find nach dem Wettkampf mit dem Verwaltungsstellenleiter nach der Anzahl der Sieger abzurechnen. Die Siegernadeln sind bei der Siegerehrung an die Sieger auszugeben. Für Unterbann 1/116 und Sondereinheiten Sonderregelung. Für den Unterbann 1/116 (Gefolgschaft 1/116 bis 4/116 sowie Sondereinheiten) wird der Wettkampf zentral vom Bann geregelt. Nähere Anweisungen ergehen noch. . Alle Gefolgschaften, außer den Gefolgschaften des Unterbannes 1/116, melden umgehend, wo sie ihren Wettkampf durchführen und um wieviel Uhr er beginnt. Fehlende Wettkampflisten und Wertungstafeln sind sofort bei der Stelle KS des Bannes anzu- fordern. Vetr. Dienst des Bannstabes am 6. Juni 1937. Alle Mitglieder des Bannstabes stehen zur Verwendung des Scharführers Körner für den Reichssportwettkampf am 6. Juni. Antreten: 6. Juni, 7.45 Uhr, auf dem Universiätssportplatz. Befr. Wettkampfleiter für den BD7N. am 30. 2Nai. Die für den BDM. bestimmten Wettkampfleiter haben am 30. Mai pünktlich 7.15 Uhr am Universitätssportplatz anzutreten. Elternbesprechung der HJ.-Gef. 2/116 Gießen-Rord. Arn Freitag, 28. Mai, 20.30 Uhr, findet im Saale der Gastwirtschaft Bierau (Garnbrinus), Wetzsteingasse 10, eine Elternbesprechung der Gefolgschaft 2/116 statt. Alle Eltern und Lehrherren werden zu dieser Besprechung herzlich eingeladen. Gerade im Interesse der Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Hitler-Jugend ist eine rege Beteiligung der Elternschaft wünschenswert. Es werden alle Dienstzweige der Hitler-Jugend zur Sprache kommen, wie Fahrt und Lager, Sparaktion, Sozialarbeit, Kulturarbeit usw. Die Hitler-Jugend glaubt und hofft, daß gerade die Eltern in dieser Hinsicht wichtige Fragen zu stellen haben und daß eine gemeinsame Aussprache sehr fruchtbringend sein kann. 40 Volkswohnungen im Echwarzlachgebiet. Zur Errichtung von 40 Volkswohnungen für die Gemeinnützige Wohnungsbau-G. m. b. H. schreibt das städtische Hoch- und Tiefbauamt jetzt eine Reihe von Bauarbeiten zur Vergebung aus. Es handelt sich bei diesem Bauprojekt um die Errichtung von zweigeschossigen Wohnhäusern im Schwarzlachgebiet im Anschluß an die dort bereits bestehenden zweigeschossigen Häuser. Jede Wohnung in diesen Neubauten wird zwei Wohnräume mit Küche und die erforderlichen Nebengelasse enthalten. Mit den Bauarbeiten soll in aller Kürze begonnen werden. Heuer Honig. So sehnsüchtig hat selten die deutsche Jmkerschaft nach der neuen Honigernte ausgeschaut wie heuer — nach den Fehlernten der beiden letzten Jahre. Bisher hat sich das Jahr auch nicht arg gut an- gelassen. Vielerorts sind die Völker um einen Monat in der Entwicklung zurückgeblieben. Doch hört mäh schon, daß hier und dort die Honigschleudern surren. Der Vierjahresplan macht sich bemerkbar. Es ist mehr Raps angebaut als sonst, und wo er (Nachdruck verboten.) 6. Fortsetzung. SogoWiWtniiiii Roman von Walther Kloepffer Copyright 1936 by August Scherl G. m. b. H., Berlin. „Du darfst dir nicht so viel Sorgen machen, Donka", schnitt ihr Fogg die Rede ab und streichelte ihre Hand. „Auch nicht so viel sprechen. Zum Gesundwerden gehört, daß man ganz ftiUiegt und sich nicht aufregt. Ich werde bei dir bleiben und dich pflegen. Und ich werde alle Stunden eine kleine Einspritzung machen müssen. Etwas fürs Herz, verstehst du? Vielleicht ist in dieser Pension zufällig ein Zimmer für mich frei. Das wäre das zweckmäßigste." .... .... t „Das Zimmer gegenüber ist frei, soviel ich weih. Aber ich kann das nicht annehmen, Fogg , lächelte sie schmerzlich: denn eben war ein neuer Anfall im Anzug. „Du müßtest ja meinetwegen deine Abreise verschieben." , . .... „Ob ich einige Tage früher oder spater m Schellenberg eintreffe, spielt keine Rolle, wenn du krank tffrt. Ich gehe jetzt verschiedenes besorgen; auch meine Koffer lasse ich aus dem Hotel hierherschaffen. Bis dahin auf Wiedersehen, mein kleiner Kosak!" sagte er freundlich und stand auf. An diesem Tage und in der Nacht geschah noch nichts Bedrohliches mit Donka Stransky. Sie war ziemlich viel bei stch, trank ein paar Schlucke Sekt und schöpfte neue Hoffnung. Alles schien wieder in die Reihe zu kommen. Aber am darauffolgenden Vormittag ereignete sich eine böse Wendung; das Herz setzte aus. Auch wurde die Kranke immer durchsichtiger und blasser. Was Fogg im Men befürchtet hatte, war eingetreten. Die Entzündung hatte auf die andere Lunge ubergegnffen und em größeres Gefäß an genagt, das nun nad) innen blutete. Donka verfiel zusehends, Donka wurde test, nahmslos und sprach nicht mehr. Zudem wurde sie immer häufiger und länger bewußtlos. Gegen Mittag, kurz vor dem Ende hatte e wunderbarerweise noch em paar leichte klare Mmu ten. Ihre fliegenden Hande beruhigten sich' und ihr Geist, der schon im Entschweben war, kehrte aus der drohenden Schwärze noch einmal zurück und beschäftigte sich hellwach mit den Dingen dieser Welt. Es roch nach viel Kampfer und anderen aufstachelnden Medikamenten im Zimmer; denn Fogg war eben dabei, eine neue Spritze zu machen. Donkas Augen mit den unnatürlich geweiteten Pupillen suchten Fogg. Sie machte mit der Hand eine kurze abwehrende Bewegung. „Nicht mehr plagen, bitte...!" „Wie du willst, Donka", flüsterte er und biß die Zähne zusammen. „Und ... da ist Anna ... so allein, so schutzlos ... Willst du dich ihrer annehmen?" Obwohl es nur gehaucht wurde, verstand Fogg sehr deutlich. „Ja, Donka! Ich verspreche dir das. Sie kann mit mir nach Schellenberg. Meinen Haushalt führen. Ich werde schon alles recht machen." „Danke, Fogg! Guter Kamerad! Du mußt ihm folgen, 2Innar „Ja, Mutter!" schluchzte die Anna. „Geh hinaus, Kind! Ich muß jetzt reden mit ihm", flüsterte die Kranke nach einer kurzen Weile. Als das weinende Mädchen gegangen war, murmelte Donka: „Deine Freunde, Fogg — ob sie wohl noch alle leben?" , ., , „ ,, „Ich weiß nicht, Donka, aber ich hoffe es. Damals... in Pinsk, im Quartier... in der Nacht... Wir haben sogar getanzt... Erinnerst du dich noch?" , Richtig Donka. Es war am Abend, bevor du verschwandest. Ich und der Fenzl und der Gsodmair und der Ameiser und der Kern. „Einer von ihnen ist Annas Vater--" „Annas Vater?" wiederholte Fogg, betroffen über diese Enthüllung. „Ja." „Welcher denn? Sag doch, Donka! Aber von der Sterbenden, die schon in die Bezirke des Todeskampfs hinüberglitt, war keine Antwort mehr zu erlangen. 3. Stefan Gsodmair, der Bürgermeister von Schellenberg, und Gastwirt Kern waren auf dem Weg zum Schloß. Ein scharfer böhmischer Wind pfiff über die Wiesen. Zwischen den ersten Grashalmen sproßten magere Gänseblümchen. Zu den Schellenbergern kam der Frühling immer drei Wochen später als anderswohin. Die Männer hatten ihre werktäglichen Holzpantoffel mit Lederschuhen vertauscht und die Staatsweste mit den Silbertalern ungezogen, was hierherum Feierlichkeit bedeutete. Die beiden gehörten zu den wenigen im Dorf, die noch an den alten Sitten festhielten und das neumodische Kleiderzeug verachteten. „Pressier nicht so, Stefan!" schnaufte der Kern, blieb stehen und wischte sich die Schweißttopfen mit dem Schneuztuch von dem roten vollen Gesicht. Dann zog er bas Schmalzlerglasl aus der Westentasche und klopfte sich eine Prise auf den Handrücken. „Den Böhm, den windigen, sehen wir noch bald genug. Helfen wird's so nichts, da kenn' ich den zu gut." „Probieren muß man's", hielt ihm der Gsodmair dawider. „Uebrigens hat mir heut die Post ein Telegramm gebracht. Dom Fogg-Joses. Er kommt in den nächsten Tagen." „So — vom Fogg? Ist schon gut, wenn wir wieder einen Doktor haben. Wo du hinschaust, kranke Leute. Der kriegt einen Hausen Arbeit hier, wirst sehen. Ob er wohl noch der alte ist?" „So einer wie der Fogg ändert sich nicht", sagte der Gsodmair mit Bestimmtheit. „Sollst recht haben!" Vom Dorf herauf klang Mittagsläuten. Schloß Weißensee stand graugelb und ansehnlich auf einem sanft geschwungenen Hügel, in einem Kranz von Wäldern, die unter dem plumpen Zugriff des Windes aufrauschten. Rings in der Runde lagen Wiesen, Aecker und Viehweiden, die an schattigen Stellen noch kleine Häuschen Schnee zeigten. Der Kern beschrieb mit dem Arm einen weit ausholenden Bogen und meinte anerkennend: „Ein schönes Sach hat die Fürstin beinanö, das muß man ihr lassen." „Ja, ihr Verwalter, der Tutschek, versteht sein Handwerk", erwiderte der Bürgermeister höhnisch. „Die Leut' auskaufen, das hat er los. Das meiste, was du da lobst, sind unsere Wälder und unser Grund! Und billig hat er sie bekommen, der Mensch!" „Hätten's halt nicht hergeben sollen, die Hanichel, die dummen", brummte der Wirt. „Ich und du waren die Schlaueren, gel?" „Du hast leicht reden, Kern. Du mit deinem Diehhandel und deinem großen Hof. Aber die anderen Verrecker? Manche von ihnen haben sich lange genug gestemmt, bis sie ja gesagt haben. Sag nein, wenn dir das Wasser bis da oben steht!" verteidigte der Bürgermeister die Gemeinde. „Hast recht. Jedes Ding hat zwei Seiten", lenkte der Kern ein. Mit Schellenberg, einem Ort von dreihundert Seelen — wie es in älteren Statistiken und frommen Hauskalendern noch heißt — stand es nun so: Das Dorf mit feiner armen Bevölkerung und feinem kargen Boden war schon in der Vorkriegszeit nicht wohlhabend gewesen. Krieg und Inflation taten dann das ihre, um die wirtschaftliche Lage noch zu verschlechtern. Verzweifelt wurde sie aber erst, als Rußland sein billiges Holz auf die Weltmärkte warf und die Waldler mit den Preisen nicht mehr mit- Eonnten. Manch einer gab seinen Wald her, weil ihm das viele schöne Papiergeld in die Augen stach, oder aus Heberdruß, weil der Sohn und Erbe gefallen war. Die meisten aber verkauften aus blanker Not, und weil die Schulden über ihnen zusammenschlugen. Wer damals bares Geld in Händen hatte, wie die Schlvßherrschaft, konnte seinen Besitz billig und hübsch aufrunden und vergrößern. Hnd das hatte die von Hvliwa-Weißensee, verwitwete Fürstin, landftemder zugewanderter Adel und aus dem Böhmischen stammend, gründlich besorgt. Ihr Boden lag aufreizend, breit und fett zwischen den mageren Feldern und Wieslein der notigen Schellenberger, Anstoß für viele, namentlich für Leute mit Heimatgefühl wie den Bauern und Bürgermeister Gsodmair. „Es ist ein Kreuz auf der Welt", philosophierte der Kern im Weitergehen. „Jammer und Gefrett, wo du hinguckst bei uns. Kleinbauern und Arbeitslose. Die einen rarfern sich jahraus, jahrein ab und kommen nie auf einen grünen Zweig, und die anderen hocken herum und wissen nicht, was sie ihren Kindern in den Mund schieben sollen." „Der Bauer kann keine Arbeit vergeben, obwohl alles verludert ist und in Fetzen hängt, er hat Fein Geld. Hnd der Tutschek läßt fein Holz schlagen und keinen Weg machen. Hnd für die Knechtsarbeit und das andere hat er feine böhmischen Freunderln", seufzte der Gsodmair. Fortsetzung folgt. geblüht hat, ist schon $onia geerntet. Die anderen । Imker aber warten und hoffen und mühen sich. Große Vorbereitungen sind getroffen. Wenn zu | Hause mit dem Ernten nichts mehr sein sollte, wer-. den die Imker mit ihren Bienen in andere Gebiete wandern, wo noch eine gute Tracht lockt. Die Völker werden einaesverrt, allerdings kunstfertig so, daß sie reichlich Luft haben, und in einer Nacht auf schnellen Lastautos an den guten Platz gebracht. Wenn dort die Glocken den Morgensegen einläuten, sind die Dienere meist schon wieder an der Arbeit und sammeln. Bringt später der Imker seine Bienen wieder heim und erntet den in der Fremde gewonnenen Honig, sind seine Kunden über diesen Honig oft erstaunt. Er ist ja in Farbe und Geschmack so anders, wie die fremde Tracht van der Heimattracht verschieden ist. Das wird in diesem Jahre wohl öfter vorkommen und den Honigfreunden eine gute Gelegenheit geben, nickt nur neue HLTiigernten kennenzulernen, sondern Dadurch auch eine reiche Abwechslung im Honiggenuß zu haben Jede Art ist ja ein wenig anders zusammengesetzt, als die andere. Deshalb beeinflußt jede Art den Körper ein wenig anders. Von allen deutschen Honigen aber gilt dasselbe: Jeder Honig ist vollwertig! Jeder ist aus deutschem Boden unter dem Strahl der Sonne kristalliserte Kraft und vollkommene Nahrung, geeignet, deutsche Menschen zu stärken, zu gesunden, zu erfreuen. A. ♦ ** 60 Jahre alt. Am heutigen 28. Mai kann Major a. D. Ferdinand von Hannecken in aller Frische seinen 60. Geburtstag begehen. Der Jubilar wurde in Metz geboren und im Jahre 1898 Offizier im Leibaarde-Jnfanterie-Regiment 115 in Darmstadt. Den Weltkrieg machte er an zahlreichen Abschnitten der Westfront mit. Nach dem Kriege gehörte er dem hessischen Freikorps und dann bis Mitte 1922 der damaligen Reichswehr an. Infolge eines Kriegsleidens mußte er am 1. August 1922 den Abschied nehmen. Seit Herbst 1922 ist er in der hiesigen Reichsbankstelle tätig, wo er noch heute feine Arbeitskraft dem Dienste für unser Volk widmet. ** Geschäftsjubiläum. Am heutigen 28. Mai kann der Inhaber der Buchbinderei und Papierhandlung Christian Franz, Plockstraße 8, auf das 35jährige Bestehen seines Geschäftes zurückblicken. Herr Christian Franz hat sein Unternehmen aus kleinen Anfängen zum heutigen Stand entwickelt und ist jetzt noch täglich mit aller Kraft an der Arbeit. ** Kommunale Steuern und Gebühren. Die Vorauszahlungen auf die Gewerbesteuer und die Bezahlung der Kanal-, Straßenreinigungsund Müllabfuhrgebühren für 1937 ist von der Stadtverwaltung terminmäßig festgesetzt worden. Die Zahlungen sind alsbald zu leisten. Die Anforderung der kommunalen Grund- und Sondergebäudesteuer erfolgt in den nächsten Wochen. ** Schweinezwischenzählung. In den Gemarkungen Gießen und Schiffenberg findet am 3. Juni eine Schweinezwischenzählung statt. Die Zahlung dient lediglich zu statistischen Zwecken. *^Der Skagerrak-Teich wird gefüllt. Nachdem die Gestaltung des Skagerrak-Platzes, über die wir vor einigen Tagen berichteten, abgeschlossen ist, strömt seit gestern das Wasser in das große Teichbecken ein. Der Wasserzustrom wird so reguliert werden, daß der Wasserspiegel eine Höhe erhält, bei der der Lorbeerkranz auf dem Steinsockel des Teichbeckens gerade auf der Wasserfläche schwimmt. ** Vom Bezirk Oberhessen der Deutschen Lebensrettunasgesellschaft. Nach erfolgreich abgelegter Prüfung konnte dem Bademeister Bernhard Funk aus Friedberg und dem Otto Bork aus Lützellinden die Urkunde für den Lehrschein mit goldener Nadel überreicht werden. ** Seinen Verletzungen erlegen. Der 16 Jahre alte Schüler Günther M e l ch i n g aus Forsthaus Haina, der — wie wir tzestern bereits berichteten — auf der Fahrt mit seinem Fahrrad nach Gießen zur Schule von einem Motorradler angerannt wurde und in die Chirurgische Klinik eingeliefert werden mußte, ist dort gestern mittag an seinen schweren Verletzungen leider verstorben. ** Der Bund heimattreuer Schlesier (Deutscher Ostbund) hielt am gestrigen Donnerstag im „Pfälzer Hof" seine Monatsoersammlung ab. Bezirksgruppenleiter Kostorz gedachte der „Hindenburg"-Mannschaft und ihrer Verdienste. In einer gedrängten Uebersicht über die Verhältnisse in der Heimat, in der überall außerordentlich vroduktive Aufbauarbeit geleistet wird, berichtete i)er Redner auch über das Arbeitslosenproblem in Oberschlesien, zu dessen Lösung 23 000 Facharbeiter und 33 000 Landarbeiter außerhalb Schlesiens unter- gebracht wurden. Zu den großen Kanal- und Straßenbauten ist u. a. in Oberschlesien die Erbauung des ersten großen SA.-Dorfes getreten, dessen Grundsteinlegung durch den Stabschef der SA. Lutze erfolgte. Anläßlich des Sängerbundestages in Breslau beteiligt sich auch die Gießener Ortsgruppe an der Reise in die angestammte Heimat. Die Schlesier schließen sich den Sonderzügen der Sänger an. Die Einzelheiten für diese Fahrt wurden eingehend besprochen. Am 10. Juli wird der Feriensonderzug nach Ostpreußen geführt, dem im vergangenen Jahre großes Interesse auch von den nicht aus dem Osten stammenden Volksgenossen ent- gegenaebracht wurde. Auch in diesem Jahre erfolgt die Fahrt wieder auf ausdrücklichen Wunsch der Bundesleitung zur Werbung für den deutschen Osten. Die Sonderzüge sind die beste Werbung für den deutschen Osten und für die Aufbauarbeit der Reichsregierung. Im nächsten Monat findet ein Vortrag über Ostpreußen statt, der eine Werbung für die Reise nach dem Osten darstellen soll. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 370: Abschluß eines neuen Handelsabkommens mit Columbien. — 371: Die Grundsätze für die Zuteilung von Ausfuhrkontingenten in Polen. Mrembeni) des ünlerbanns 1/116 (Gießen). „Ein Volk ist so viel wert, wie seine Führer wert sind." Adolf Hitler. In der würdig geschmückten Aula des Realgymnasiums war am Dienstag die gesamte Führerschaft des Unterbannes 1/116 (Gießen) an^etreten. Im Rahmen einer schlichten Feierstunde, die unter dem Leitwort „Führertum" stand, sprach im Auftrage des in Weimar weilenden Bannführers, Adju- tant des Bannes, Llnterbannführer Dölzing in einer längeren Rede über „Führertum und Gefolgschaft". Er führte u. a. folgendes aus: Während in der Welt Aufruhr, Streik und Bürgerkrieg herrscht, arbeitet Deutschland in Ruhe und Ordnung an seiner Erstarkung. Wenn der Führer gesagt hat: „Unser ganzes Leben verläuft zwischen Führung und Gefolgschaft", so hat er damit an das Geheimnis unserer Kraft gerührt. Denn immer wenn Eingkeit und Zusammenarbeit zwischen Führung und Gefolgschaft besteht, dann muß ein Volk groß und stark werden! Mit dem Wort „Ein Volk ist so viel wert, wie seine Führer wert sind", hat der Führer uns aber eine weitere wichtige Aufgabe, ja unsere sich immer wiederholende Lebensaufgabe gestellt: die F ü h r e r a u s l e s e. Zunächst müssen also aus den Reihen des Deutschen Juna- volks die Tüchtigsten ausgewählt werden; ebenso sollen dann die wahren und wirklichen Führer in der HI., SA. und SS., nachdem sie den Reichsarbeitsdienst und die Wehrmacht würdig durchlaufen haben, politische Führer des deutschen Volkes werden. Wirkliches Führertum aber verpflichtet. Jeder Führer muß, bevor er führen will, gehorchen gelernt haben. Führertum ist für den Nationalsozialisten ein Auftrag der Gemeinschaft an ihn, eine bestimmte Arbeit vorbildlich für die Gemeinschaft zu leisten. Ein wahrer Führer wird seinen Gefolgsmannen so vorleben, wie sie leben sollen, das Vorsterben wird dann auch einmal dazu gehören. Führer und Gefolgschaft aber gehören unauslöslich zusammen, denn keiner wäre ohne den andern denkbar. Autorität wahren und dennoch Kamerad sein, das ist die wahre Kunst, die jeder beherrschen muß. Zum wahren Führer muß man geboren sein. Jeder aber von uns muß unentwegt an sich selbst arbeiten und sich selbst am strengsten in Zuckt nehmen. Wer sich von fremdem Aufputz freihätt, wer sich seinen Kameraden gegenüber so gibt wie er ist, der wird am leichtesten die Brücke von Herz zu Herz bauen können. Der HI.-Führer kennt keinen Unterschied zwischen Dienst und Privatleben. Das Führeramt eines HJ.- Führers läßt sich nicht in bestimmten Dienststunden ausüben, es verpflichtet ihn über die Stunden hinaus. Es ist überhaupt mehr als ein Amt, es ist eine Berufung. Zum Schluß zeichnete Unterbannführer Döl- z i n g den HJ.-Führern das Bild eines vorbildlichen Führers mit folgenden Worten: Eure Aufgabe heißt: Pflicht, Verantwortung, Sorge für die anderen! An eurem Idealismus sollen die euch anoertrauten Kameraden ihre Kraft und Haltung schöpfen. Wissen sich die HJ.-Kameraden mit ihrem Führer eins, so ordnen sie sich willig unter, dann sind Führung und Gefolgschaft eine unzertrennbare Gemeinschaft. Treue, Liebe und Gehorsam den Führern gegenüber sind dann eine Selbstverständlichkeit. Jedem Befehl folgt begeisterte und voller Einsatz in blindem Vertrauen auf ihren Führer. Jeder von ihnen dient an seiner Stelle in bedingungsloser Hingabe an die große Idee. Das Gesetz von Führertum und Gefolgschaftstreue ist deutsches Leben geworden in dem Ruf: „Führer befiehl, wir folgen!" Nach diesen alle Hörer beeindruckenden Worten sprach llnterbannführer Hühl au feiner Führerschaft und gab anschließend die Be- förberungen des Gebietsführers und die Ernennungen des Bannführers aus. Unterbannführer Rühl wies darauf hin, daß das, was den Führer ausmacht, nicht durch Uebernahme eines Amtes oder durch eine Beförderung erworben werden kann. Nationalsozialistisches Führertum besteht nicht in den Abzeichen, Sternen und Schnüren, die auf der Uniform getragen werden. Diese Schnüre und Sterne sollen nur eine Anerkennung sein. Im Anschluß daran befaßte sich der Unterbannführer mit den kommenden Sommeraufgaben der Gießener Hitler-Jugend. Am 6. Juni wird auf allen Gießener Sportplätzen der Reichssportwettkampf der Hitler-Jugend durchgeführt. Vom 8. bis 14. Juli wird die gesamte Gießener HI. im Rahmen der großen „Hessen-Nassau-Fahrt" den Spessart in Fahrtengruppen zu zwanzig Mann durchwandern. Schließlich findet am 21. und 22. August in Gießen eine Theatertagung des Gebietes, sowie das Gebietssportfest statt. Da die Bedeutung gerade der beiden letzten Veranstaltungen weit über den örtlichen Rahmen unserer Stadt hinausreicht und Gießen erneut in den Mittelpunkt des Gebietes „Hessen- Nassau" rückt, bedarf es zu deren mustergültiger Durchführung einer sorgfältigen und umfangreichen Vorbereitung. Gerade hierbei wird es vor allem auch auf den Einsatz und die vorbildliche Mitarbeit der Führer der Einheiten ankommen. Weiterhin rotes der Unterbannführer alle Führer darauf hin, daß in diesem Sommer ihr Hauptbetätigungsield die körperliche Ertüchtigung sei. Eine Aussprache beschloß den Abend. Aus der engeren Heimat. Schöffengericht Gießen. Der 36 Jahre alte Friedrich Greb aus Vadenrod (Kreis Alsfeld) war geständig, als Bote bei einer gemeinnützigen Organisation in Alsfeld einen Betrag von etwa 140 Mark unterschlagen zu haben. Dieses Geld war ihm zu seiner Dienstlichen Eigenschaft zu treuen Händen überlassen worden, um es bei einer Kasse auf das Konto der Organisation einzuzahlen bzw. es zur Auszahlung an eine dritte Person zu bringen. Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten zu vier Monaten Gefängnis und zur Kostentragung. Straferfchwe- rend wurde berücksichtigt, daß es sich bei dem unterschlagenen Betrag um gemeinnützige Gelder handelte. Strafmildernd kam die Unbestraftheit des Angeklagten in Betracht, ferner daß er geständig war. Der mehrfach vorbestrafte Wilhelm Philipp II. aus Dorheim, 36 Jahre alt, war geständig bzw. überführt, eine verschlossene Bretterbude erbrochen und aus dieser Altmetall entwendet zu haben. Mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte bereits einmal einschlägig vorbestraft ist, verurteilte ihn das Gericht zu einer Gefängnis st rafe von vier Monaten. Außerdem wurde der Angeklagte zur Tragung der Kosten verurteilt. Strafmildernd kam in Betracht, daß der Angeklagte in schweren wirtschaftlichen Verhältnissen lebte, Straferschwerend wurde die einschlägige Vorstrafe des Angeklagten in Betracht gezogen.' Unter Ausschluß der Öffentlichkeit verhandelte das Schöffengericht gegen den O. H., 53 Jahre alt, und die S. Sch., 24 Jahre alt, beide aus Wolf (Kreis Büdingen) und wohnhaft daselbst, eine Anklage wegen Abtreibung. Die Mitangeklagte Sch., die seither im Vorverfahren durch ihre Aussagen den Angeklagten H. und sich selbst stark belastet hatte, bestritt in der gestrigen Hauptverhandlung jegliche strafbare Handlung. Da ein schlüssiger Beweis für die Schuld der Angeklagten nicht erbracht werden konnte, mußten die Angeklagten mangels Beweises freigesprochen werden. Die Kosten hat die Reichskasse zu tragen. Landkreis Gießen. * Wieseck, 27. Mai. Beim Holzspalten verletzte sich der 11 Jahre alte Ernst Hamel von hier mit dem Beil so erheblich an der linken Hand, daß die Hilfe der Chirurgischen Klinik für den Jungen in Anspruch genommen werden mußte. § Allendorf a. d. L d a., 27. Mai. Gestern abend entlud sich über der hiesigen Gemarkung ein aus südwestlicher Richtung kommendes heftiges Gewitter. Hierbei schlug der Blitz in das vor einigen Jahren erbaute Wohnhaus des Lehrers Schöne ein, glücklicherweise ohne zu zünden und ohne größeren Schaden anzurichten. Es wurden lediglich kleinere Beschädigungen an der Lichtleitung und in einem Zimmer festgestellt. Die Hausbewohner kamen mit dem Schrecken davon. * Lumda, 27. Mai. Der 13 Jahre alte Wilhelm Schäfer von hier stürzte so unglücklich, daß er mit einem Oberarm bruch nach Gießen in die Klinik gebracht werden mußte. Wleseck I — Klein-Linden I. Wiesecks 1. Mannschaft der Fußballabteilung vom Turnverein Wieseck wird kommenden Sonntag die gleiche Mannschaft des Turnvereins Klein-Linden zu einem Freundschaftsspiel zu Gast haben. Den Gästen geht ein guter Ruf voraus. Die Mannschaft ist sehr spielstark. Die Einheimischen werden alles aufbieten müssen, um ehrenvoll zu bestehen. Vorher stehen sich die neu aufgestellte 2. Wiesecker Jugendmannfchaft der gleichen des Turnvereins Klein-Linden gegenüber. Die Gäste dürften die meisten Siegesaussichten haben. Kreis Schotten. )—( Ruppertsburg, 26. Mai. Ein Fest im Sinne echter Volksgemeinschaft war das Wald- f e st, das die Waldarbeiter des Graf-Solms- Laubacher Reviers Ruppertsburg am Sonntag in und bei ihrem herrlich gelegenen Häuschen im Pflanzgarten feierten. Forstmeister Kreisjägermeister O st h e i m, Förster Becker, Bürgermeister und Ortsgruppenleiter Lind waren erschienen, um sich mit und unter ihren Arbeitern zu freuen. Kaffee und Kuchen, von den Arbeiterinnen zubereitet, mundeten vortrefflich, für andere Getränke und Speisen hatten edle Spender reichlich gesorgt. Bei dem ftöhlichen Gesang schöner Waldlieder, heiterer Unterhaltung und den Klängen der kleinen Ruppertsburger Dorfkapelle gingen die Stunden rasch dahin. Bis um die Mitternachtsstunde wurde das Tanzbein geschwungen. Es war nicht das erstemal, daß ein solches Fest gefeiert wurde, aber das diesjährige zeigte, daß man es immer besser versteht, dieses Maifest schöner und passender auszugestalten. Kreis Alsfeld. LPD. Alsfeld, 27. Mai. In dem Kreisorte Schwarz war die 76 Jahre alte Frau Katharine S t ö p p l e r auf der Dorfstraße mit dem Füttern von Hühnern beschäftigt. Durch einen plötzlich herannahenden Motorradler erschrak die Frau und lief dabei dem Motorradler vor die Maschine. Bei dem Zusammenprall erlitt die Greisin innere Verletzungen, denen sie im Kreiskrankenhaus erlegen ist. Som Kalsmunt-Turm abgestürzt. LPD. Wetzlar, 27. Mai. Am Donnerstagvor- mittag beobachteten Schülerinnen der gewerblichen Berufsschule, daß von dem Turm der Ruine Kalsmunt eine Gestalt herunterstürzte. Die Ermittlungen ergaben, daß es der 15jährige Hans Vollmar aus Wetzlar war, der schwere Verletzungen davongetragen hatte, die seine Verbringung ins Krankenhaus erforderlich machten. Kreis Wetzlar. LPD. Wetzlar, 27. Mai. lieber dem Lahntal ging am Mittwochabend ein schweres © e ■ witter nieder, das heftige elektrische Entladungen brachte. In dem Kreisort B i f f e n b e r g verursachte ein Blitzschlag ein Feuer, bei dem eine Scheune mit Stall und ein Holzschuppen nieder- brannten. # Wißmar, 27. Mai. Dieser Tage ist hier mit dem Bau d e s Kriegerdenkmals begonnen worden. Die Maurerarbeiten werden von den Unternehmern Pfeiffer und Todt ausgeführt. — Der Zusammenschluß der Spar- und Darlehenskasse und der Landwirtschaftlichen Bezugs - und Absatzgenoffenschaft ist nunmehr vollzogen. Mit der Führung der Kassengeschäfte wurde der Buchhalter Wilhelm Becker beauftragt. Die Gemeinde hat in der alten Schule bei der Bürgermeisterei geeignete Räume zur Verfügung gestellt. erfolgreicher Abschluß desMarburger Segelflieger-Lehrgangs LPD. Marburg, 26. Mai. Der S e g e l f l i e - gerlehrgang des Unioerfitätsinftituts für Leibesübungen, an dem sich auch Segelflugschüler der Universitäten Frankfurt a. M. und Bonn beteiligten, ist zu Ende gegangen. Insgesamt wurden in dem Lehrgang 74 Studenten und Studentinnen, darunter elf aus Frankfurt und sieben aus Bonn, geschult. Von den Anfänaergruppen wurden 544 Gleitfliegerstarts durchgeführt und dabei 22 Gleitfliegerprüfungen A bestanden. Die Fortgeschrittenen fcf)ulten im Windenschleppverfahren und erzielten bei 209 Windenstarts fünf B-Prüsungen. Die restlichen Teilnehmer, die bereits die Prüfungen B oder C abgelegt hatten, schulten im Flugzeugschlepp. Vier Teilnehmer erflogen die Prüfung C, sechs erwarben die Genehmigung für Flugzeugschlepp. Insgesamt wurden bei 842 Starts 42 Prüfungen bestanden, darunter von zehn Studentinnen die Gleitfliegerprüfung. Belgische Flugzeuge landen im Flughafen Rhein-Main. LPD. Frankfurt a. M., 27. Mai. Nachdem zu Beginn des Sommerflugdienstes erstmalig englische Verkehrsflugzeuge im Flugyafen Rhein- Main eintrafen und die Flugzeuge der niederländischen und der schweizerischen Luft- verkchrsunternehmen schon seit langem hier landen, werden nunmehr auch belgische Flugzeuge planmäßig unseren südwestdeutschen Lufthafen ansteuern. Vom l.Juni ab versieht die belgische Luftverkehrsgesellschaft „Sabena" den Dienst auf der neuen deutsch - belgischen G e m e i n s ch a s t s- linie Frankfurt — Brüssel — London, die bis Ende Mai und ab September von der Deutschen Lufthansa, während der Monate Juni bis August von dem belgischen Unternehmen beflogen wird. Das erste belgische Flugzeug trifft am 1. Juni um 11.15 Uhr, von London—Brüssel kommend, im Rhein-Main-Gebiet ein. Ebenso wie die Lufthansa verwendet auch die Sabena auf dieser wichtigen Flugstrecke, die im Flughafen Rhein-Main unmittelbare Anschlüsse nach München—Wien, Mailand—Rom und Stuttgart—Zürich besitzt, die bewährten und wegen ihrer hervorragenden Flugeigenschaften beim Reisepublikum geschätzten Ju 52- Flugzeuge der Junkerswerke. Diese Maschinen, die neben der dreiköpfigen Besatzung 14 Fluggäste befördern, legen die Entfernung Frankfurt—Brussel in 1%, Frankfurt—London in nur 3% Stunden zurück. Die Ankunft der belgischen Fliegerkameraden kennzeichnet aufs neue die führende Stellung des Flughafens Rhein-Main im internationalen europäischen Flugverkehr. Eine Derbrecherbande unschädlich gemacht. Sie hatten es auf parkende Aukos abgesehen. LPD. Frankfurt a. M., 27. Mai. Seit Ende Januar 1937 trieb eine Verbrecherbande in Frankfurt a. M. und Umgegend ihr Unwesen, deren Haupt ein ehemaliger Fremdenlegionär war. Sie bestahl vornehmlich parkende Autos, Lieferwagen und Speditionsfuhrwerke. Nach langwierigen und schwierigen Ermittlungen ist es der Kriminalpolizei nun gelungen, durch überraschenden Zugriff fünf Angehörige der Bande dingfest zu machen. Der Anführer und fein Freund konnten zwar im letzten Augenblick noch mit einem gestohlenen Auto bis zur österreichischen Grenze fliehen. In Grassau bei Traunstein wurden auch diese beiden Haupttäter fest genommen und der Wagen beschlagnahmt. Die Gauner führten ihre Slutoberaubungen in der Hauptsache so aus, daß sie Autos stahlen und mit den gestohlenen Wagen auf Parkplätze fuhren. Dort stahlen sie aus Nachbarautos, was ihnen in die Hände fiel. Mit den gestohlenen Autos unternahmen sie auch Reisen in die umliegenden Städte. Um das Benzin waren sie nicht verlegen. Wenn sie nicht zufällig bei den Auto- beraubungen auch Tankscheine erwischten, zapften sie aus parkenden Autos Benzin ab. Bis jetzt konnten dieser Kolonne etwa 15 Autoberaubun- gen und 10 Autodieb stähle, sowie einige Einbrüche und ein geplanter Raubüberfall nachge- wiesen werden. Damit ist aber die Reihe der strafbaren Handlungen noch nicht erschöpft. Die Ermittlungen werden fortgesetzt. faeut sich, alles cmf den feinen Kuchen, van ITiuttwt gebacken mit fy.Oetktt's 'Backpuli^,. ßacftiri! ©Jtxfpoit Vraddock will nicht. Kampf gegen Schmeling fraglich. Schon prangen in Neuyork seit einigen Tagen die bunten Plakate, die den Weltmeisterschaftskampf zwischen Max Schmeling und I. I. Braddock für den 3. Juni ankündigen. Die Boxfanatiker haben sich im Vorverkauf bereits die guten Plätze gesichert, aber immer noch ist die Austragung des Kampfes so unsicher wie einige Wochen zuvor. Die Neu- yorker Box-Kommission hat Braddock aufgefordert, fünf Tage vor dem Kampftermin in Neuyork zu erscheinen. Der Weltmeister, auf den auch die Drohung, daß man ihm im Falle des Nichtantretens gegen Schmeling den Titel aberkennen wolle, keinen Eindruck machte, hat seinen Standpunkt noch immer nicht geändert und lehnt den Kampf mit dem Deutschen trotz seinem Vertrag auch weiterhin ab. Telegraphisch ließ er durch seinen Manager antworten, daß man unmöglich von ihm verlangen könne, wegen des Schmeling-Kampfes sein Training für die Begegnung mit Louis zu unterbrechen. Er fei vielmehr gewiß, daß die Kommission seine Lage verstehe und sein Fernbleiben entschuldigen werde, bis er später seinen Verpflichtungen gegenüber dem Madison Square Garden und Schmeling nachkomme. Mit anderen Worten: Braddock will nicht! NRL. Zachamt 2, Zutzball. Jugendgruppe Gießen. Am Sonntag finden die Ausscheidungsspiele um die Gruppenmeisterschaft statt. Da die Zeit bis zur Sommersperre nicht mehr ausreicht, mußte man sich entschließen, am Sonntag vier Spiele austragen zu lassen. Den Gruppenmeister, der bereits am 13. Juni gegen den Gruppenmeister der Gruppe Wetzlar spielen muß, konnte man nicht am „grünen Tisch" bestimmen, sondern nur auf dem grünen Rasen. Da die Gießener Sportplätze bereits alle besetzt sind, fiel die Wahl auf den Wiesecker Sportplatz. Die Spiele finden wie folgt statt: Turnverein Wieseck — VfB. Krofdorf (Philipp, Gießen). VfB.-Reichsbahn — Leihgestern (Nesseldreher, Heuchelheim). Turnverein Wieseck — VfB.-Reichsbahn (Philipp, Gießen). Leihgestern — VfB. Krofdorf (Best, Gießen). Die höchste Punktzahl und das beste Torverhältnis entscheidet. (Spielvereinigung 1900 Gießen. Jugend-Abteilung. Da am Sonntag der Platz auf dem Trieb nicht zur Verfügung steht, müssen beide Jugendmannschaften der Blauweißen auf Reise gehen. Die erste Jugend trifft auf einen Gegner im Oberlahnkreis. Die alte Jugend der Spielvereinigung 1900 hatte seinerzeit ihre Last, bis sie den Gegner aus Niederhausen niedergekämpft hatte und einen Sieg erringen tonnte. So wird es wohl auch der erst vor kurzer Zeit neu aufgestellten 1. Jugend der Blauweihen nicht leicht fallen, einen Sieg zu erringen, zumal das Spiel auf fremdem Gelände stattfindet. Durch Hmzugang eines Spielers von VfB. Friedberg I.Jgd. hat die Läuferreihe der Blauweißen wieder einmal eine Stärke gefunden und stellt den besten Mannschaftsteil dar. Ebenfalls wird der Sturm der 1. Jugend der Spielvereinigung 1900 etwas anders aussehen, da der Rechtsaußen am Sonntag nicht zur Verfügung steht. Die 2. Jugend 'hat einer Rückspieloerpflichtung in Grünberg gegen die dortige 1. Jugend-Mannschaft nachzukommen. Das Vorspiel verloren die Blau- weißen hoch mit 4:1 Toren auf eigenem Platze. Da die Grünberger auf eigenem Platze noch gefährlicher find, wird die 2. Jugend der Spielvereinigung 1900 einen starken Gegner finden. „F6. Teutonia" Waheliborn-Gtemberg Offenbach I — Watzenborn-Steinberg I. Am kommenden Sonntag muß die 1. Mannschaft der Teutonen zum 6. Aufstiegspiel nach Offenbach im Dillkreis. Das Vorspiel in Watzenborn-Steinberg endete mit 4:0. Ob diesmal ein günstiges Resultat herausgeholt werden kann, hängt von der Aufstellung der zur Verfügung stehenden Spieler ab. Korps-Handbaümeißerschast in Gießen. Die Handball-Meistermannschasten der 9. und 15. Division. Am 2. Juni, 16 Uhr, treffen sich auf dem Sportplatz VfB.-R. die Handballmeistermannschaften der 9. und 15. Division zu einem der Schlußkämpfe um die Korps-Handballmeisterschaft. Für die 9. Division wird diesen Wettkampf die 3. Batterie der Beobachtungs-Abteilung aus Fulda bestreiten, die bei den Ausscheidungskämpfen um die Divisions-Handballmeisterschaft am 8. Mai in Siegen als Divisions-Meister 1937 hervorgegangen ist. Die 15. Division wird eine Infanterie-Mannschaft des Standortes Hanau entsenden, die aus den Meisterschaftskämpfen dieser Division als erster Sieger hervorging. _______________________ ________ Es begegnen sich also zwei Divisions-Meister, die ihre Svielfähigkeit bereits in einer Reihe hochwertiger Ausscheidungskämpfe unter Beweis gestellt haben. Der Wettkampf am 2. Juni verspricht daher für alle Freunde des Rasensports spannend und lehrreich zu werden. Der aus diesem Kampf hervorgehende Sieger hat sich mit der Meistermannschaft der 29. Division zu messen. Erst die Siegermannschaft des Schlußspiels wird Korps-Handballmeister 1937 und erhält den Ehrenpreis des Kommandierenden Generals. Für den zweiten Sieger hat der Wehrmachts- Prefse-Verlag einen Preis gestiftet. Wirtschaft. Oie Einzelheiten der Kalipreissenkung. Fwd. Eine zweite Ausführungsverordnung zur Verordnung über die Verbilligung von Sttckftoff- und Kalidüngemitteln vom 24. Mai 1937, die im Reichsgesetzblatt Nr. 64 vom 25. Mai 1937 veröffentlicht ist, bestimmt folgendes: Die Kalipreissenkung umfaßt 1. alle Kalisalze zur unmittelbaren Verwendung als Kalidüngemittel in der deutschen Landwirtschaft, 2. alle Mischdüntze- mittel, die Kalisalze enthalten. Don der Kalipreis- senkung ist ausgenommen Kainit. Die bisherigen Listenpreise des Deutschen Kalisyndikats frei Empfangsstation für alle Kalisalze zur unmittelbaren Verwendung als Kalidüngemittel in der deutschen Landwirtschaft sind ab 16. Mai 1937 im Jahresdurchschnitt um 25 v. H., 48- bis 52prozenttges Kalidüngesalz um 26,27 v. H. zu senken. Bei Mifch- düngemitteln, die Kalisalze enthalten, ist der Preisanteil des Kalisalzes, errechnet nach den Listenpreisen der Mischdüngerhersteller oder deren Ver- kaufsorganisatton, um mindestens 20 v. H. zu senken. Bei der Errechnung des Kalipreisanteils bleiben die Frachtkosten vom Erzeugerwerk bis zum Mischdüngerhersteller dann unberücksichtigt, wenn die Frachtkosten von dem Mischdüngerhersteller zu tragen sind. Die zu errechnenden Preise sind dem Reichskommissar für die Preisbildung zur Zustimmung vorzulegen. Werden Kalisalze zur unmittelbaren Verwendung als Kalidüngemittel in der deutschen Landwirtschaft und Mischdüngemittel, die Kalisalze enthalten, in Jute- oder Papiersäcken verkauft, so dürfen die Abnehmer mit keinen höheren als den Gestehungskosten für die Verpackung belastet werden. Die Gestehungskosten bedürfen der Zustimmung des Reichskommissars für die Preisbildung. Mein-Maimsche Börse. Wiltagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 27. Mai. Die Börse war überwiegend weiter etwas fester, die Umsatztätigkeit zeigte aber keine größere Zunahme. Das Geschäft lag überwiegend in Händen des berufsmäßigen Handels. Am Aktienmarkt blieben Montanwerte im Vordergrund bei Erhöhungen von 0,40 bis 0,75 v. H., Buderus unv. 129, dagegen Rheinstahl 0,75 v. H. leichter mit 157,25. Sondernachfrage fanden Metallgesellschaft mit 155 bis 155,50 (153). IG. Farben weiter abbröckelnd auf 164.40 (164,75), Scheideanstalt unv. 260,50, Deutsche Erdöl 1 v. H. fester mit 157. Elektroaktien waren leicht gefragt, besonders Gesfürel mit 157,50 bis 158 (157). Im einzelnen notierten: AG. für Verkehr 126 (125,25), Berger Tiefbau 137,75 (137), Daimler 142,75 (141,75), BMW. 157 (156,50), Rheinmetall-Borsig 150,25 (150), Reichsbank unv. 213, Moenus Maschinen unv. 121,75, dagegen Westdeutsche Kaufhof 62,25 (62,50), Hapag 18,13 (18,50) und Nordd. Lloyd 18,65 (18,75). Der Renten markt lag gleichfalls fest. Altbesitzanleihe 127 (126,50), Reichsbahn-Vorzugsaktien 125,65 (125,25). Kommunal-Umfchuldung wurden zu 94,10 gesucht, ebenso Rheinische Städte- Altbesitz zu 130. Im Verlaufe blieb die Tendenz freundlich. Das Geschäft am Aktienmarkt war weiter klein, die Kurse unterlagen einigen Schwankungen, doch gingen die Veränderungen nicht über 0,25 bis 0,50 v. H. gegen den Anfang hinaus. Metallgesellschaft 156 nach 155,50, IG. Farben schwankten zwischen 164,50 bis 165, Moenus Maschinen 122 nach 121,75, Verein. Stahl 121 bis 121,50, Hoesch etwa 124 bis 124,50. Die später notierten Werte wiesen wenig Veränderung auf. Der Einheitsmarkt war vorwiegend fester, lebhafter Commerzbank mit 113,25 (113) und DD.-Bank mit 118,50 (118). Tellus Bera- bau gestrichen Geld, Taxe 128 bis 130 (l. K. 122). Renten lagen auch später sehr ruhig, aber freundlich. Goldpfandbriefe und Kommunal-Obli- qationen blieben unverändert, ebenso die meisten Liquidationspfandbriefe und Stadtanleihen. Industrie-Obligationen lagen still. Im Freiverkehr war das Geschäft in einzelnen Werten lebhafter, Elsäß. Badische Wolle weiter fest mit 71,50 bis 72,50 (70). Abendbörse fester. Gleich dem Mittagsverkehr war auch die Abendbörse fest gestimmt, das Geschäft konnte sich allerdings nicht stärker beleben. Auf die Ausführungen in der Hauptversammlung wurden Daimler Motoren lebhaft gesucht mit 144,25 (142,75), auch andere Motorenwerte beeinflußt und höher, so BMW. 157,50 (157) und Adlerwerke Kleyer 112,25 (111,75). Von Maschinenaktien erhöhten sich Moenus auf den Verlauf der Hauptversammlung auf 122,50 (122). Auch sonst notierten eine Reihe von Papieren 0,25 bis 0,75 v. H. über den Mittagskursen. Scheideanstalt plus 1 v. H. mit 261,50, IG. Farben mit 164,50 (164,75), nur knapp gehalten. Montanwerte lagen ruhiger, aber voll behauptet. Mannesmann 125,75, Hoesch 124,25, Verein. Stahl 121, Buderus 129, Harpener 167. Am Rentenmarkt war das Geschäft bei unveränderten Kursen klein. Reichsbahn-Vorzugsaktien 125,40, 6 v. H. IG. Farben 136,75, 4,50 v.H. Krupp 99, 4,50 v. H. Stadt München 98,75, Kommunal-Umfchuldung 94,10. Arankfu ter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 27. Mai. Auftrieb: Großvieh 927 (gegen 678 in der Vorwoche), darunter 153 (106) Ochsen, 147 (118) Bullen, 490 (331) Kühe, 137 (123) Färsen. Kälber 372 (in der Vor- woche zusammen 831), Schafe 16 (36), Schweine 432 (4248). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 44 bis 45 (43 bis 45), b) 40 bis 41 (40 bis 41), c) 35 bis 36 (36), d) 25 bis 29 (—). Bullen a) 42 bis 43 (43), b) 38 bis 39 (39), c) 32 bis 34 (34), d) 27 (—). Kühe a) 42 bis 43 (41 bis 43), b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 27 bis 33 (28 bis 33), d) 18 bis 25 (20 bis 25). Färsen a) 44 (44), b) 37 bis 40 (40), c) 33 bis 35 (—), d) 28 (—). Kälber a) 60 bis 65 (65), b) 55 bis 59 (56 bis 59), c) 45 bis 50 (46 bis 50), d) 35 bis 40 (33 bis 40). Schafe nicht notiert (—). Schweine a) 52,50 (52,50), bl) 52,50 (52,50), b2) 52,50 (52,50), c) 51,50 (51,50), d) 48,50 (48,50), e) 46 bis 48 (—). Sauen gl) 52,50 (52,50), g2) — (46,50). Marktverlauf: Großvieh, Kälber und Schweine zugeteilt. Hämmel und Schafe mittelmäßig. Q HW „llml unsere Fotos-?.'" TadelloS'gewon denr-~~Fci^ v' mäimifdijdinell und ijreiswgrt; in der Drogerie Borne mann Gießen, Bahnhofstraße 17. Machen auch Sie einen Versuch tAf EDD C DRUCKSACHEN WEHDE Brühl. Gießen u.c. Gießen, Plockstraße 5 / Tel. 2398 Samstag, den 29. Mai 1937 Ehren- und ° Abschiedsabend der Hauskapelle Georg Ludwig Geld 3728 A Sakkos erhalten schon für wenig In guter Qualität. Carl Sommer Gießen Bahnhofstraße 14 Das Haus der zufriedenen Kunden Sakko- Anzug der Sie nicht nur elegant macht — der Sie nicht nur gut kleidet — sondern mit dem Sie auch wegen seiner Qualität aufs Beste bedient sind - und der doch nicht teuer ist - Auch Tennis-Hosen, Janker, L eine n-u. Lüster- ■ ■■■ t 1 Soviel Wurst.. . schlecht geworden, verdorben in der Hitze. Sie ' mußte weggeworfen werden. Ja, hätte sie einen Eisschrank gehabt.. Da kann auch bei der größten Hitze nichts verderben. Schäften ‘Sie sich einen an. Eisschränke sind billig bei J.B. Häuserg Gießen, a. 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Parfüm soll immer persönlich wirken und darf niemals aufdringlich sein, was meist bei Parfüms der Fall ist, die mit dem für viele Menschen unerträglichen Moschus zusammengestellt sind Namentlich beim Besuch von Theatern, Konzerten und Kinos ist es rücksichtslos, seine Nachbarn mit starkem Parfümgeruch zu belästigen. Wer Geschmack besitzt, verwendet nur ein einziges Parfüm, und dieses sehr sparsam, indem er es zerstäubt oder mit dem Elasstöppel auftupft. Auf diese Weise verbindet es sich mit dem eigenenKörperduft zu einem reizvollen Luftgemisch. Parieren, das Zurechtschneiden und Enthäuten von Fleischstücken, entbehrliches, aus dem Lateinischen stammendes Fremdwort. Pariser Rot, seine rote Mennige mit der unter Zuhilfenahme eines weichen Leders Eoldsachen gereinigt und blank gemacht werden. Parkett, Fußbodenbelag aus kleinen Brettchen, die meist zu Mustern zusammengelegt werden. Parkettfußböden werden mit Stahlspänen abgezogen oder mit einem Parkettreinigungsmittel gereinigt und entweder mit Bohnerwachs, Ölwachs oder bei vielbenutzten Böden mit Leinöl eingerieben. Bohnerwachs wird dünn aufgetragen und mit dem Bohnerbesen poliert. Parmesankäse, gelblicher, halbfetter Hartkäse aus der norditalienischen Stadt Parma, Gerieben wird er als Würze in Suppen, zu Makkaronigertchten und Käsegebäck verwendet. Partetvernehmung. Insoweit in einem bürgerlichen Rechtsstreit eine Beweisführung durch Zeugen, Sachverständige oder Urkunden nicht möglich ist, kann auf Antrag oder von Amts wegen das Gericht eine der Parteien unter Umständen auch unter Eid vernehmen. Würde eine eidlich vernommene Partei die Unwahrheit sagen, so wäre dies Meineid. Parterre, franz., Bedeutung = „zu ebener Erde", entbehrliches Fremdwort für Erdgeschoß. Partie, entbehr!, franz. Fremdwort für Ausflug, Spiel, Heirat, Stück. Teil und Warenmenge. Parvenü, franz., neureicher Emporkömmling, der sich in veränderten Verhältnisien nicht zu benehmen weiß. Während der Inflationszeit als Raffke bezeichnet. Paschen, in Österreich soviel wie Schmuggeln. Pascher ist ein Schmuggler. Pasiagier, franz., Reisender, Fahrgast. Pasiagiergut, das von Die wird Parkett gereinigt? Am besten mit Stahlspänen. Bitte, aber auf die richtige Sorte achten. Nicht zu grob und nicht zu fein. Es soll zwar schnell gehen, aber das Holz soll nicht darunter leiden. Parkettspäne in der richtigen Stärke, Bohnerwachs und Bohnerbesen bekommen Sie auch bei I. B. Häuser. Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. 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Pasteurisieren ist das Erhitzen von Nahrungsmitteln im Wasserbad auf etwa 65—80°, um Nahrungsmittel haltbar zu machen. Luftdichter Abschluß der Aufbewahrungsgefäße (Flaschen, Gläser) ist erforderlich. P. wird bei Fruchtsäften, Milch und Obst angewandt. Vorzug des P. vor dem Kochen besteht z. V. bei Fruchtsäften in der Erhaltung des wertvollen Geschmacks. Benannt nach Pasteur, der so u. a. Gärungskeime im Wein vernichtete. S. Sterilisieren. Pastillen, Arzneimittel (Salmiakpastillen) in der Form kleiner, flacher Blättchen, die mit Zucker vermengt oder überzogen sind und die man im Munde zergehen läßt. Pastinake oder Hammelmöhre, deren weiße, verdickte Wurzel ein Wintergemüse liefert, ist winterhart und kann im Erdreich verbleiben. Saat wird im März vorgenommen, möglichst dünn. Einzelne Pflanzen sollen etwa 15 Zentimeter Abstand haben. Paten, die Taufzeugen bei der Taufe eines Kindes, nach denen es seine Vornamen erhält. Taufpaten können auch die Ellern selbst sein. Kein rechtliches Verhältnis. Meist aber enges persönliches Verhältnis zum Patenkind, bas gepflegt werden sollte. Bekanntmachung. Nachdem die Zustellung der Bescheide über die Kanal-, Straßenreinigungs- und Müllabfuhrgebühren sowie über die Vorauszahlungen auf die Gewerbesteuer für das Rj. 1937 an die Zahlungspflichtigen bzw. Empfangsberechtigten stattgefunden hat, werden als Tage, an denen diese Bescheide als zugestellt zu gelten haben, hiermit festgesetzt: 1. für die Kanal-, Straßenreinigungs- und Müllabfuhrgebühren der 30. April 1937, 2. für die Bescheide über Vorauszahlungen auf die Gewerbesteuer der 15. Mai 1937. Diejenigen Steuerzahler, die bisher einen Bescheid nicht erhalten haben, werden aufgefordert, dies alsbald beim Städtischen Rechnungsamt im Stadthaus, Bergstraße, Zimmer Nr. 9, anzuzeigen. Dabei wird bemerk!, daß die Anforderung der kommunalen Grund- und Sondergebäudesteuer für 1937 auf besonderen Bescheiden erfolgt, deren Zustellung in den nächsten Wochen erfolgen wird. Es wird wiederholt darauf hingewiesen, daß nur in den allerdringendsten Fällen und nach eingehender Begründung Gesuchen um Stundung oder Erlaß entsprochen werden kann. Gießen, den 24. Mai 1937. 3722C Der Oberbürgermeister: Ritter.________ ’S Bä o C2 der Bahn beförderte Gepäck des Reisenden, das nach Gewicht und Entfernung berechnet wird. ! Fahrräder werden gegen eine eststehende Kilometergebühr be- ördert. Sie beträgt z. V. bei 100 Kilometer 40 Pfennig. Pasten, beim Kartenspiel die Ablehnung, das Spiel selbst zu machen. Passepartout, franz., Bedeutung — „Geh überall durch". Eeleit- schein, der zu bestimmten Veranstaltungen jederzeit und beliebig oft Eintritt gewährt. Passionsblume, trägt seltenschöne Blüte, die in sich die Leidenswerkzeuge Christi: Dornenkrone, Geißel, Nägel birgt. Heranzucht im Frühjahr und Sommer aus Stecklingen. Muß während der Sommermonate sonnigen Standort auf Balkon haben, die herrlichen Blüten entfalten sich nur im Licht. Verlangt viel Master, auch künstliche Nahrung. Ruhezeit im Winter bei 5 bis 6°. Verpflanzung und Rückschnitt im Frühjahr. Die Rankpflanze, die große Ausmaße erhält und auf Gitter befestigt wird, in Spaliertopf ziehen. Paste, teigartige, steife Maste aus Fruchtgelee (Fruchtpaste) oder bei Apothekerwaren. Pastellbilder, mit Pastellfarben, Kreidefarben hergestellte Gemälde, die meist sehr duftig gehalten sind. Pastete, würzige Speise aus zerkleinertem Fleisch oder Fisch, die entweder in Blätterteig oder in einem kleinen Töpfchen gebacken Billiger Möhelverkauf zu sehr günstigen Preisen Kunst- und Möbelhaus GEORG KOOS ?»■= = Golfhosen 3.50 5.80 7.50 Bekanntmachung. Arn 31. Mai 1937, nachmittags von 3 bis 4 Uhr, findet in der Turnhalle der Schillerschule, Schiller- straße, ein weiterer öffentlicher Impftermin für alle die Erstimpflinge statt, die in den letzten Jahren wegen Krankheit oder aus anderen Gründen nicht geimpft werden konnten. 3630C Am 7. Juni 1937, nachmittags von 3 bis 4 Uhr, sind die Kinder zur Nachschau ebenfalls kbieder in der Turnhalle der Schillerschule vorzustellen. Die Kinder müssen mit rein gewaschenem Körper und reinen Kleidern zur Impfung und Naschschau gebracht werden. Kinder aus Häusern, in denen übertragbare Krankheiten herrschen, sind nicht zugelassen. Gießen, den 20. Mai 1937. Der Oberbürgermeister. Bekanntmachung. Vetr.: Schweinezwischenzählung am 3. Juni 1937. Unter Hinweis auf die Anordnung des Kreisamts Gießen im Amtsoerkündigungsblatt für den Kreis Gießen Nr. 61 vom 20. 5.1937 gebe ich bekannt, daß am 3. Juni 1937 erneut eine Schweinezwifchenzäh- lung in den Gemarkungen Gießen und Schiffenberg stattfindet. Den Zählern sind die notwendigen Angaben bereitwilligst zu erteilen. 3715C Die Zählungsergebnisse dienen dem Landesstatistischen Amte in Darmstadt. Das Einsehen unrichtiger Angaben oder die Verweigerung von Angaben durch die Auskunftspflichtigen wird mit erheblichen Strafen bedroht. Den Auskunftspflichtigen wird die Geheimhaltung ihrer Angaben hiermit ausdrücklich zugesichert. Gießen, den 22. Mai 1937. Der Oberbürgermeister: Ritter. Arbeiisvergedung. Für den Neubau von 40 Volkswohnungen für die Gemeinnützige Wohnungsbau G. m. b. H. Gießen sollen folgende Arbeiten vergeben werden: 1. Erd- und Maurerarbeiten. 2. Zimmerarbeiten. 3. Spenglerarbeiten. 4. Dachdeckerarbeiten. Zeichnungen und Bedingungen liegen bei den Privatarchitekten Fischer, Seltersweg 85, H. p., und Baurat Schuhmacher, Roonstraße Nr. 311, ab Montag, den 31. Mai, offen. Angebotsoordrucke können dort in Empfang genommen werden. Angebote mit entsprechender Aufschrift sind bis spätestens zum Eröffnungstermin am Mittwoch, dem 9. Juni 1937, vormittags 10 Uhr, bei dem Städtischen Hoch- und Tiefbauamt, Asterweg Nr. 9, einzureichen. Gießen, den 27. Mai 1937. 37210 Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. Gravert. MWh 'M j ::e fiS 3