Dienstag, 27. April M7 dr.97 Erstes Blatt 187. Jahrgang Gießener Anzeiger 5 Faschismus unterstellt, denn die Präfekten waren Faschisten. Mit dem Eingehen der Parteien in den Jahren 1925/26 verschwand auch deren fresse Dazu kaufte die faschistische Partei m den Zähren 1926/27 mehrere große bürgerliche Blätter auf und legte verschiedene Zeitungen zusammen, las B e r u f 5 r e g i ft e r, in das alle Journalisten eingetragen fein müssen, sicherte die Monopolstel- (iing her faschistischen Presse, denn über die Ein- tiagunq in dieses Register bestimmt der faschistische Zournalistenverband. In diesem Register wurde eine berufliche Neueinteilung eingefuhrt, wonach unterschieden wird zwischen dem Berufsjournalisten, dem Volontär mit ISmonatiger Ausbildungszeit und dem Publizisten. Ein Kollektiv-Arbeitsvertrag hat sich großzügig der sozialen Stellung des Journalisten angenommen, und eine Altersfursorge trat an die Stelle der früheren genossenschaftlichen Pen- neue Abhängigkeit gegenüber den W e st m ä ch t e n geraten könnte. Belgien wolle mit allen seinen Nachbarn gute Beziehungen haben, aber keinem einzigen von ihnen dienen. Die englische Politik sttmme nicht immer mit den Interessen Belgiens überein. Vor der heutigen französischen Politik müsse Belgien sich wie vor der Pest hüten. Frankreich habe sein ungeheuer- >61 ; c ro n .0 3 3 -D 3 A einer nationalen Opposition in Oesterreich im Rahmen der Vaterländischen Front betrifft, so sind jene Erklärungen festzuhalten, die ich als Frontführer der Vaterländischen Front wiederholt in der Oessentlichkeit abgegeben habe. Die anläßlich des Frontappells vom 14. Februar angekündigte Errichtung eines volks-- politischen Referates in der Frontführung ist nach wie vor beabsichtigt, weil alles, was vernünftigerweise zu einer weiteren Eingliederung der nationalen Kreise Oesterreichs in die Vaterländische Front unternommen werden kann, versucht wird. Selbstverständlich kann es sich aber dabei nicht um die Delegierung eines Vertreters der illegalen Nationalsozialisten handeln, sondern nur um die Bestellung einer geeigneten Persönlichkeit, die dem nationalen Lager entstammt und das Vertrauen des Frontführers genießt. Ich verweise hierbei auf analoge Bemühungen durch die Bildung der „sozialen A rb e it s gemein- '=3 3' hinten Presse erlebt: ein Abschwenken von der Ge- shäftspresse und die Schaffung einer haltungsmäßig ^festigten Gesinnungspresse. Einen ähnlichen Weg S jx die Presse des faschistischen Italiens gegangen. Vie bei uns nach der Machtergreifung der Schrift- liiter einzig und allein auf die ideellen Ziele der ; 3 3 i ' 61S--LS 15.0- 2 2 5 « 3-9 8 :*o =" £ 320 * ' »8^6 'ae6»5 c 36' w «cs:? 0 2 s *0 - 3 v: i?5l 'S 2: IS Ä WkS 3 ft v- 8 = = ■3 ‘3 ° & r® 3D 'ey3-‘C In & ö-Si 3 Q ^=2 "3-5 mlienischen Pressepolitik nach dem Marsch auf Rom tme entscheidende Wendung ein. Aus der Entstehungszeit der faschistischen Partei tigen einige faschistische Zeitungen herüber, deren [edeutung darin liegt, daß sie von Mussolini rlbst geleitet wurden. Mit der journalisti- hen Tätigkeit des Regierungschefs nimmt das heuige italienische Pressewesen seinen eigentlichen An- mg. Mussolini war in seiner Jugend Journalist, eine politische Wirksamkeit lag zunächst überwie- rnd im Journalismus. Schon 1902 arbeitete Mus- clini in der Schweiz an sozialistischen Blättern; )12 wurde er, nachdem er in verschiedenen andern Zeitungen gearbeitet hatte, Leiter des Mai- : nder „Avant i", das Hauptblatt der sozialistischen artet daneben leitete er als Halbmonatszeitschrift ie ihm gehörende „U10 pi a". Nach dem Bruch mit kr Parteileitung gründete er 1915 „I l P 0 p 0 l 0 ' I t a l i a", von dem die Hauptlast des faschistischen London, 26. April. Zwischen der englischen Regierung und der spanischen Nationalregierung des Generals Franco ist eine Meinungsverschiedenheit über die Ausdehnung der Hoheitsgewässer an der nordspanischen Küste entstanden. Englischen Handelsschiffen, die Lebensrnittel nach Bilbao zu bringen suchten, traten Ende der vorigen Woche Kriegsschiffe der spanischen Nationalregierung dicht außerhalb der Dreimeilenzone in den Weg. Sie nahmen jedoch von einer Durchsuchung Abstand auf Signale des britischen Schlachtschiffes „H 0 0 d" hin, das die englischen Handelsschiffe bis zur Grenze der Dreimeilenzone geleitete, wo baskische Kriegsfahrzeuge und die Küstengeschütze von Bilbao die Schifte gegen ein Vorgehen der nattonalspanischen Seestreitkräfte schützte. Damit sind 8500 Tonnen Lebensmittel, darunter 2000 Tonnen Getreide, in die belagerte Stadt gelangt. Von englischer Seite wird mitgeteilt, daß der Kommandant der spanischen Kreuzer den Befehlshaber des englischen Geschwaders, Vizeadmiral Blake, darauf aufmerksam gemacht habe, daß er sich in spanischen Gewässern befinde, da nach Auffassung der Nationalregierung die Hoheitsgrenze bis zu sechs Seemeilen reiche. Wie Portugal und Frankreich habe auch Spanien stets die Sechsmeilenzone als seine Hoheitsgewässer bezeichnet. Blake erwiderte, daß seine Regierung nur bie Dreimeilenzone an- ertennne unb wiederholte seine Warnung vor Brüssel, 26. April. (DNB.) Der britische Staatssekretär des Aeußeren Eden wurde mit seiner Gattin am Montagnachmittag im Schloß Laeken von König Leopold zu einem Tee in engstem Kreise empfangen. Nachmittags hatte Eden auf der englischen Botschaft eine längere Unterredung mit dem Ministerpräsidenten van Zee - land. Am Abend gab Außenminister Spaak zu Ehren Edens ein Essen, an dem u. a. der luxemburgische Außenminister B e ch, der englische Botschafter, die belgische Regierung, ehemalige belgische Außenminister und der belgische Botschafter in London teilnahmen. Nach den üblichen Begrüßungsworten wies Spaak auf die französisch-englische Erklärung vom 24. April hin. Die belgische Regierung habe mit Genugtuung diesen neuen Beweis der Freundschaft und des Vertrauens ausgenommen. England, Frankreich und Belgien hätten mit vollkommener Uebereinftimmung aus b e n G e - gebenheiten des Augenblicks die notwendigen Folgerungen gezogen. Spaak begrüßte den englischen Außenminister als ehemaligen Frontkämpfer. Auch Eden erinnerte daran, daß er sowohl wie der belgische Außenminister und der belgische Ministerpräsident der Frontgeneration angehörten. Für einen Engländer seiner Generation sei es nicht möglich, nach Belgien zurückzukehren, ohne sich der Prüfungen der Kriegszeit zu erinnern. Es fei die erste Pflicht der Staatsmänner, der Menschheit die Wiederkehr einer ähnlichen ober noch schlimmeren Prüfung zu ersparen. In ben letzten Monaten sei nach ber Ansicht vieler Menschen eine Entspannung in ber internationalen Lage eingetreten. Um den Frieden in Europa zu sichern, müsse man aber ein noch viel positiveres Programm verwirklichen. Der gute Mille allein genüge nicht. Eine Quelle wirklicher Genugtuung sebe die englische Regierung in der Tatsache, daß der belgische Premierminister van Zeeland die schwierige Aufgabe übernommen habe, die Möglichkeit einer Steigerung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit unter den Nattonen zu prüfen. Kaum eine andere Nation sei dazu geeignet, an der Erfüllung dieser großen Aufgabe mitzuarbeiten wie Belgien, das während ber Jahrhunderte so viel durch internationale Streitigkeiten gelitten habe. Die Noten zwischen Belgien, Frankreich unb Großbritannien, die ber besonderen Lage Belgiens Rechnung trügen, würden neue Fortschritte hinsichtlich einer europäischen Regelung erleichtern. Scharfe Kritik Degrelles. Keine neuen Verpflichtungen für Belgien. Brüssel, 26. April. (DNB.) Im Gegensatz zu der etwas freundlicheren Beurteilung der englisch- französischen Erklärung in dem Organ der Rer- beroegung steht die scharfe Kritik, die ber Führer ber Rexbewegung, ßöon 7) e grelle, selbst in dem Blatt übt. In dem Artikel kommt die Befürchtung zum Ausdruck, daß Belgien zum mindesten in ideologischer Beziehung durch diese Erklärung in eine Auch vor Santander die Blockade durchbrochen. Britischer Kreuzer geleitet Handelsschiffe bis an die Dreimeilenzone. London, 27. April. (DNB. Funkspruch.) Londoner Morgenblätter stellen es als höchst wahrscheinlich hin, daß der Nichteinmischungsaus- schuß untersuchen werde, wie weit die nationalspanische Flotte berechtigt sei, Handelsschiffe auf hoher See anzuhalten. Ueber den Konflikt zwischen England und der spanischen Nationalregierung über die Frage der Berechtigung des Stoppens von Handelsschiffen betonen die Morgenblätter einhellig, daß England niemals ben Anspruch Francos anerkennen werbe, baß bie spanischen Hoheitsgewässer eineBreitevonsechs Seemeilen hätten. Einmütig unterstreichen bie Zeitungen auch, baß eine Protestnote Francos gegen bas Verhalten ber „Hoob" noch nicht in Lonbon eingetroffen sei. Im übrigen bringt bie Presse eine Schilderung, nach ber ber britische Kreuzer „Shr 0 pshire" eingegriffen hat, um ein Stoppen englischer Hcm- belsschiffe durch nationalspanische Kriegsschiffe auf hoher See zu verhindern. Der Glasgower Dampfer ,.O a k g r 0 0 e", war von dem spanischen Kreuzer „Almirande Cervera" vor dem Einlaufen in Santander auf hoher See angehalten worden. Kurz nach Stoppen des englischen Dampfers ist zunächst ein englischer Zerstörer erschienen, der von dem „Cervera" Auskunft verlangt hat, was vorgehe. Dieser Antwortete daraus, daß er das Schiff angehalten habe, weil es Kohlen nach Santander bringe, die für Kriegszwecke benutzt werben könnten. Unmittelbar darauf ist bann ber Kreuzer ,,Shr 0 pfhir e" aufgetaucht, ber ben national- spanischen Kreuzer fragte, was es heißen solle, e i n britisches Schiff auf hoher See a n - z u h a l t e n. Der „Cervera" hat barauf ermibert, daß er dem britischen Handelsdampfer nicht erlauben werde, nach Santander einzulaufen. „Shropfhire" hat nun dem britischen Dampfer signalisiert, von den Anordnungen des spanischen Kreuzers keine Notiz zu nehmen und die Fahrt fortzusetzen. Er werde ihn schützen. Bis an dis Dreimeilen-Grenze hat der englische Kreuzer den Kohlendampfer dann begleitet, wo er sich unter den Schutz eines bolschewistischen Schiffes begeben hat. Zn Drzcaya die Front der Bolschewisten durchbrochen. Salamanca, 27. April. (DNB. Funkspruch.) Der nationale Heeresbericht meldet, daß an der Front von Vizcaya die gegnerische Front von den nationalen Truppen endgültig durchbrochen wurde. In Eibar hat der Gegner, ähnlich wie in Jrun, ein ganzes Stadtviertel vor seiner Flucht eingeäschert. Die Linie Eibar—Ermua—Mal- lavia-Berg—Oiz—Malzaga konnte mit sämtlichen Streitkräften überschritten werden. Den nationalen Truppen ist zahlloses Kriegsmaterial in die Hände gefallen. Der Feind flieht in voller Auflösung auf den verschiedenen Landstraßen. ampfes getragen wurde, da ihm 1920 nur acht [eine Wochenblätter zur Seite standen. Nach der Uebernahme ber Macht burch ben Fa- shismus, bei ber ber Faschismus noch verhättnis- kräßig schwach war, mußte bie übrige Presse mit in ben Dienst gestellt werben. Der amtliche Presse- aoparat, bie „Agenzia Stefan i", würbe zunächst völlig unter faschistische Leitung gestellt. An ihre Seite trat eine amtliche Pressestelle bei ber Die faschistische Presse hat innerhalb ber gesam- tm italienischen Presse die führende Stellung A - Itrbings bestehen zwischen Parteipresse unb Nichtparteipresse nur noch geringe Unterschiede. Im Besim ber faschistischen Partei befmben sich von 81 vorhandenen Tageszeitungen 16, von benen ber Mailänder „Popolo b'Jtalia" unb ber „Popolo bi Roma" Eigentum Mussolinis sinb. Dazu kommen 3» Wochenblätter unb fünf parteiamtliche Zett- föriften, bie von bem Prefseapparat ber Partei h?rausgegeben werden. Die faschistischen Stuben en- blätter in benen ber faschistische Kampfgeist besonders stark in Erscheinung tritt, bilben mit U Blat- hrn non benen ber „Libro e Moschetto" zur Tageszeitung ausgebaut wurde, eine besondere ^Die^Aussicht über die gesamte italienische liesse wird vom Ministerium für Presse und Propaganda ausgeübt. Die Hauptmittel, mit denen ber Aiftchismus auf bie Presse einwirkt, sind seine Rressegesetzgebung unb bas Berufsregister In ihnen mürben bem Journalisten eine weit größere Mog- [iiEeit unb Freiheit gegeben, seine Fähigkeiten atrf alen ournalistischen Gebieten zu betätigen, als nach dn alten Bestimmungen In ber Politik fand bie Epoche bes liberalistisch- kapital! sch en Systems ihr tobe unb auch in ber Presse trat die autoritäre fambbabung ber faschistischen Presse an ihre Stelle. M^lini selbst hat verschiedentlich die Aufgaben Md bie Stellung ber Presse umrissen Am 10. Ok- hSrlQa S«- ,Jn einem einheitlichen Regime mn d^Presse sich nicht außerhalb biefer Einheit ntnln " Daraus folgt, baß ber Journalismus Ker ein Beruf ober ein Hanbwerk ist, sonbern im Dienste ber Jbee stehen, nicht seiner selbst. Rheinsahrk der italienischen Journalisten. Koblenz, 28. April. (DNB., Die italienischen Pressevertreter machten am Montag eine Rhein- sahrt von Rlldesheim nach Koblenz. An Bord be- fanben sich neben bem Gaurnusikzua des Arbetts- dienstes bie Winninger Tanzgruppe sowie eine Gesangsgruppe ber HI. Eine große »^on Vertretern bes Staates, ber WehrmacUund ber Partei nahmen an der Fahrt teil Eine Wmzerin bot ben Ankömmlingen einen Pokal mit Wem worauf bie Tanmruvve Volkstänze vorfuhrte. Unter Böllerschüssen begann bann die Rh ein fahrt. Alle Ortschaften prangten in reichem Flaggenschmuck. Ueberall wurden die italienischen Gäste von der Bevölkerung ^eVo'b^z hatten Ehrenformationen sämtlicher NS.-Gliederungen am Deutschen Eck Aufstellung genommen. In Kraftwagen 9^9 barm äie Fahrt zum Hotel „Rittersturz", wo sich den Gasten ein herrlicher Panoramablick bot. Nach dem Besuch von Koblenz fuhren die italienischen Journalisten durch das Rheintal nach dein Siebengebirge Die Bevölkerung der Städte und Dörfer am Rhein bereitete ben italienischen Gästen überall emen herzlichen Empfang. Auf ber Hermann-Goring-Brucke bei Neuwied umringte nahezu bie gesamte -BeDoIEe- rung bie Wagen unb jubelte ben italienischen Gasten xu Am Abenb fand ein Empfang tm Nathans ber Lnfeftabt Köln statt. Oberbürgermeister Schmibt hieß bie Gäste willkommen. Mmisterialbirektor Casini schilderte den tiefen Eindruck den die italienischen Gäste von bem großen ©anbei m ber Wirtschaft unb in der Gesinnung bes deutschen Volkes gefühlt hätten. Den Ab chluß des Abends bildete eine Beleuchtung des Kölner Rhemufers und des Kölner Domes. Die italienischen ZWendsnhrer an der Mr unb in Hamburg. Essen 26.April. (DNB.) Die italienischen Jugendführer', die am Sonntag auf ihrer Fahrt durch das Münsterland und bas westfalische Industriegebiet starke Eindrücke von dem Gemeinschaftswillen der deutschen Jugend gewonnen hatten, besuchten . 2.*^ 2--5-r 3 z r ~ , vv - 23- ,»32 " 3 3 0». £ IX FF 2 ft« c® - n jeder Belästtgung ber englischen Handelsschifte, ’morauf die spanischen Kreuzer sich zurückzogen und Engländern ben Weg freigaben. Italienische Journalisten besuchen auf ij rer Deutschlandfahrt auch den Gau Hessen-Nas- j:u. Der Besuch gibt Anlaß, auf die italienischen Hresseoerhältnisse einzugehen. Wir selbst haben in £r)/.Udrd«-V°rmittags F°7''!"'b>ätt-> « WA M iW MM AM MG M W MM »T SrundvrelielürlmmhShe iniPRpnpr /iniPinPi ew« Stil ♦ 'Beüagen -ROT. 1.95 M M ■ ■ ■ ■ M M ■ ■ ■ ■ £ ■ ■ ■ > M W M ■ non 70mm 'Breite * Mc ■ WfZ ■ aiL, ■ L, ■ HL M w S0Rpf,PIatz°°rIchrifinach N7^°"mich.„sch.m?n V ▼ ■ V ▼ W ▼ J V W VW V ▼ °°rd V-reinbg.2b°, mehr. ioon einzelnen Nummern WvwV Ermatztgte Grundpretse: infolge höherer Gewalt Stellen-, Vereins«, gemein- DZM General-Anzeiger für Oberhesfen povscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Rpf. ^rontfurt am Main ilßss vruck und Verlag: vrühl'sche Universttäts-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftiettung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel b Oer Boden muß genutzt werden. Oie Durchführungsbestimmungen zur Sicherung der Landbewirtfchafiung. Ber l i n, 26. April. (DNB.) Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat die Durchführungsbestimmungen zu der Verordnung zur Sicherung der Landbewirtschaftung getroffen. Nach dieser Verordnung kann im Falle schlechter Wirtschaftsführung der Nutzungsberechtigte eines landwirtschaftlichen Betriebes oder Grundstückes zu besserer Wirtschaftsführung aufgefordert und gegebenenfalls bestraft werden. Auch kann der Betrieb, wenn diese Maßnahme nicht ausreichend oder zweckmäßig erscheint, einer Ueberwachung unterstellt werden, oder es kann dem Nutzungsberechtigten die Wirtschaftsführung entzogen und einem Treuhänder übertragen werden. Schließlich ist die Möglichkeit vorgesehen, daß der Nutzungsberechtigte verpflichtet wird, den Betrieb oder das Grundstück pachtweise einer in der Landwirtschaft erfahrenen Person zum Zwecke der Bestellung zu überlassen. Die Durchführungsverordnung bestimmt nun, daß die erforderlichen Anordnungen vom Amtsgericht getroffen werden in der Besetzung mit dem Amtsrichter und zwei Beisitzern aus dem Kreise der Nutzungsberechtigten oder sonstiger sachverständiger Personen auf Antrag des Kreis- bzw. Landesbauernführers. Die einzelnen Maßnahmen find wahlweise zugelassen; eine schwerere Maßnahme kann jedoch nur getroffen werden, wenn festgestellt ist, daß eine leichtere zur Sicherung sachgemäßer Wirtschaftsführung nicht ausreichend oder nicht zweckmäßig wäre. Weitere Bestimmungen betreffen die B e st e l - lung von Brachland. Sie gehen davon aus, daß es grundsätzlich dem Eigentümer oder sonstigen Nutzungsberechtigten von Grund und Boden überlassen bleibt, zu bestimmen, in welcher Art und Weise sein Grund und Boden genutzt werden soll. Es muß aber verhindert werden, daß landwirtschaftlich nutzbarer Boden überhaupt ungenutzt bleibt. Der Eigentümer oder sonstige Nutzungsberechtigte von Brachland hat sich daher nach Aufforderung des Amtsgerichts zunächst darüber zu erklären, ob er das Grundstück bestellen oder sonstwie nutzen will. Bestellt er es nicht innerhalb einer angemessenen Frist und nutzt er es auch nicht anderweitig, so kann ihn auf Antrag des Landesbauern- führers das Amtsgericht verpflichten, das Grundstück pachtweise einer in der Landwirtschaft erfahrenen Person zum Zwecke der Bestel- l u n g zu übeklassen. Gegen die Anordnung kann Beschwerde beim Landgericht erhoben werden. Die entscheidende Zivilkammer des Landgerichts ist neben den Berufsrichtern mit zwei Beisitzern aus dem Kreise der Nutzungsberechtigten oder sonst sachver- tändiger Personen besetzt. Den Bestimmungen der Verordnung unterliegen alle landwirtschaftlichen Betriebe und Grundstücke einschließlich des Garten-, Ob st- und Weinbaues mit Ausnahme der Erbhöfe. Für ie verbleibt es bei der Erbhofverfahrensoerordnung. Die Versorgung findet keine Anwendung auf Hausgärten und auf Kleingärten im Sinne der Kleingarten- und Kleinpachtlandordnung, sowie auf R e i ch s h e i m ft ä t - ten und Kleinsiedlungen, die nach den hierfür geltenden Vorschriften errichtet worden sind. beschleunigter Wohnungsbau für randa» veiler. Berlin, 26. April. (DNB.) Die Verordnung zur beschleunigten Förderung des Baues von Heuerlings- und Werkwohnungen sowie von Eigenheimen für ländliche Arbeiter und Handwerker hat starken Widerhall gefunden. Nach den Durchführungsvorschriften haben die Antragsteller — Bauern, Landwirte und Bewerber für Eigenheimftellen — bei den staatlichen Kreisbehörden Fragebogen, die dort zu erhalten sind, ein- zvreichen. Die Bewilligungsbescheide über die Darlehen des Reiches'und der Preußischen Landesrentenbank in Berlin werden von den Durchführungsbehörden (in Preußen den Regierungspräsidenten, in den anderen Ländern den obersten Landesbehörden) erteilt. Bei der Hergabe von Darlehen für Eigenheime können außer Landarbeitern und ländlichen Handwerkern auch Forstarbeiter sowie Deich-, Torf- und Wegearbeiter berücksichtigt werden. Für Werk- und Heuerlings-Wohnungen dürfen neben den Darlehen der Landesrentenbank kei- nerlei andere öffentlichen Mittel (z. B. auch nicht Zuschüsse der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung) in Anspruch genommen werden. Den Behörden wurde aufgegeben, den Werkwohnungsbau als die Maßnahme, durch die die Wohnverhältnisse der Landarbeiter am schnellsten verbessert werden können, in erster Linie zu fördern und die Durchführung möglichst zu beschleunigen. Die Aufgabe, durch den Bau von einwandfreien DZoh- nungen für Landarbeiter die Landflucht einzudäm- men und dadurch dem Mangel an landwirtschaftlichen Arbeitskräften abzuhelfen, ist damit ihrer Lösung erheblich näher gebracht. Der Verkehr mit lanvwirtschastlichen Grundstücken. Berlin, 28. April, (DRV,) In der Bekannt- machung über den Verkehr mit landwirtschaftlichen oder forstwirtschaftlichen Grundstücken ist eine Neufestsetzung der Mindestgröße der Grundstücke, die der Bekanntmachung unterliegen, erfolgt. Während bisher nur Rechtsgeschäfte über ländliche Grundstücke mit einer Mindestgröße von Zwei Hektar (in bestimmten Gebieten fünf oder ein Hektar) genehmigungspflichtig waren, wird nun bestimmt, daß die Bekanntmachung sich auch auf Teile solcher Grund st ücke bezieht, sofern die Größe des Teilgrundstückes V2 Hektar oder darüber beträgt. Darüber hinaus wird die Min de st grüße auf Hektar festgesetzt für die Länder Baden und Hessen, das Saarland, den bayerischen Regierungsbezirk Pfalz, während die Cin-Hektar-Mindestgröße neu eingeführt wird für die Regierungsbezirke Allenstein und Oppeln, die Rheinpfalz und Thüringen. Durch diese Neuregelung wird der Geltungsbereich der Bekanntmachung in den Bezirken, in denen der ländliche Kleinbesitz vorherrscht, erweitert und die Möglichkeit geschaffen, im ganzen Reichsgebiet die sinnwidrige Veräußerung von Teilgrundstücken aus ländlichem Besitz zu verhindern. schäften" in der Front, deren Aufgabe es u. a. ist, die ehemals sozialdemokratisch orientierten Kreise im Rahmen der Vaterländischen Front zur Mitarbeit zu versammeln. Von einer Teilnahme an d e r Regierung war nicht die Rede. Ich erinnere daran, daß das Regime in Oesterreich Koalitionsregierungen ausschließt. Innenpolitisch liegt somit der österreichische Weg vollkommen klar. Es gibt für uns nur d i e Vaterländische Front. Parteien und Parteienoertreter in offener oder versteckter Form werden nie auf Anerkennung rechnen können. In außenpolitischer Hinsicht wiederhole ich, daß Oesterreich gewillt ist, fest auf dem Boden der Römer-Protokolle zu stehen und alle sich daraus ergebenden Verpflichtungen getreu einzuhalten. * Das DNB. bemerkt dazu: Das Echo, das das venezianische Kommunique in der deutschen Presse gefunden hat, wird Herrn Schuschnigg bestätigen, daß die venezianischen Besprechungen inDeutsch - land richtig verstanden und richtig bewertet worden sind. Was die Ausführungen des Bundeskanzler gegen den aufsehenerregenden Artel des „Giornale d'Jtalia" anbelangt, so handelt es sich hierbei um eine Debatte zwischen diesen bei- den Instanzen. Ob es in diesem Zusammenhang nützlich im Sinne der venezianischen Besprechungen und der vorangegangenen Ministerbesuche ist, auf die Bemühungen der Vaterländischen Front hinzuweisen, die Sozialdemokraten zu einer Mitarbeit zu gewinnen, müssen wir allerdings dahingestellt sein lassen. „Gwmale h’Stalia" weist falsche Auslegung zurück. R 0 m, 24. April. (DNB.) Die Behauptung einiger französischer und englischer Blätter, die die in dem Giornale d'Italia angedeuteten Möglichkeiten einer Beteiligung der österreichischen Nationalsozialisten an der Verantwortung unmittelbar mit den Besprechungen zwischen Mussolini und Schuschnigg in Verbindung bringen und darauf schließen, Italien bestimme Oesterreichs nationale Politik, werden von dem Blatt entschieden zurückgewiesen. Die von ihm veröffentlichte Nachricht dürfe durchaus nicht mit den Besprechungen in Venedig in Zusammenhang gebracht werden, sondern sei lediglich im Rahmen der in ihren Wirkungen auf die Außenpolitik kurz dargestellten inneren Lage Oesterreichs berührt worden. Gut unterrichteten Kreisen sei es wohl bekannt, daß in Oesterreich seit langer Zeit Verhandlungen im Gange seien, um eine nationale Befriedung durchzuführen, die die Zusammenarbeit der Nationalsozialisten und der Vaterländischen Front zum natürlichen Ziele haben. Italien habe nicht die Absicht, sich in die innenpolitischen Angelegenheiten Oesterreichs zu mischen. Es dürfe dagegen sehr wohl seiner Befriedigung darüber Ausdruck verleihen, daß die unabhängige Politik Oesterreichs durch ihre Entwicklung zur Klärung der geistigen Einstellung zweier befreundeter Völker und dadurch zu einer erheblichen Besserung der internationalen Atmosphäre beiträgt. RettutenttmblM durch Hetzfilm. Wie die „Dt. Z." aus London meldet, läuft in einem großen Londoner Kinotheater gegenwärtig ein Propagandafilm des Kriegsminist e r i u m s, den man als Deutscher nur mit größtem Unbehagen sieht. In dem Film wird in sehr eindrucksvoller und künstlerisch glänzender Art dar- gestellt, wie eine feindliche Macht, die nicht genannt ist, einen groß angelegten Bombenüberfall a u f das friedliche London durchführt. Man sieht zunächst einen Rundfunkansager, der eine Un- terhauswarung des Ministerpräsidenten mitteilt, die Möglichkeit eines Krieges fei nicht von der Hand zu weisen. Kurz daraus werden von einem Wachschiff auf dem Kanal die ersten feindlichen Bombengeschwader beobachtet. Man sieht, wie die Nachricht in die Zentralkontrollstelle für Luftabwehr weitergegeben wird, wie die Soldaten der Miliz zu den Waffen eilen; man sieht einen sorgenvollen Minister telephonieren; Befehle werden von der Zntralstelle an die Bezirkskommandos durchgegeben, Flatbatterien gehen außerhalb der Stadt in Stellung, Jagdflieger steigen überall auf, und inzwischen kommen die feindlichen Geschwa- d e r immer näher; ihr Fortschritt wird an einer großen Karte, um die herum die Kontrolloffiziere sitzen, an kleinen Modellen gezeigt. Kurz darauf überfliegen sie die erste Linie von Flugabwehrartillerie. Ein Flugzeug wird von den Scheinwerfern erfaßt und abgeschossen, ein anderes stürzt im Luftkampf brennend zur Erde. Aber die meisten kommen durch und man sieht Bomben auf die dunkle Stadt herabregnen. Ueber- all brechen Feuer aus, Frauen kreischen, Häuser fallen ein, Sabies schreien, Männer brechen von Gas erstickt zusammen. In der Zentralstelle murmelt ein sorgenzerfurchter Offizier: „Sie haben die Lücke gefunden; wir können höchstens hoffen, sie auf dem Rückwege zu fassen". Das Ganze ist so realistisch dargestellt, daß eine Gänsehaut den Zuschauern über den Rücken laufen muß, ganz Jo, w i e der Kriegsmini st er Duff Cooper es w ü n sch t. Zum Schluß wird mitgeteilt, daß dies ungefähr ein Bild von dem wäre, was geschehen würde, wenn die Rekrutierung für d i e Territorialmiliz sich nicht besserte. Bedauerlich an dem Film ist aber besonders, daß er einen höchst unerwünschten Einfluß auf die deutsch-englischen Beziehungen haben muß. Die feindliche Macht, die den Angriff durchführt, ist nicht genannt, aber es kann nicht der geringste Zweifel bestehen, daß das Publikum an Deutsch- I a n d denken muß. Die feindlichen Flugzeuge kommen über hm Kanal, und zwar flieaen sie von Osten nach Westen. Sie erreichen die britische Küste ungefährt an der Themsemündung, also dort, wo man auf der geraden Luftlinie von Deutschland an- kommt. Der Schluß, daß sie aus Deutschland kommen, ist also unausweichlich. Damit aber nicht genug, werden im Laufe des Films Bemerkungen gemacht, die durchaus aus dem Vokabularium der deutschfeindlichen Hetzpropaganda stammen. „Und ohne auch nur den Krieg zu erklären!" murmelt ein Minister. „Was haben wir ihnen getan, daß sie unsere Frauen und Kinder morden wollen?" sagt eine abgehärmte Frau. Es sind Bemerkungen, die die etwas älteren Mitglieder des Publikums an die übelste Hetzpropaganda aus d e m Weltkrieg erinnern müssen. „Ihr Schweine!" ruft eine alte Frau und reckt die Arme zum Himmel, wo die Flieger brummen, und man fühlt förmlich, wie eine Welle von Haß d urch das Publikum geht. Zu der Erstaufführung dieses giftigen Films fanden sich mehrere Minister ein. Der Film ist vom Kriegsministerium erdacht und mit seiner Hilfe durchgeführt. Vielleicht führt er der Miliz einige Rekruten zu; aber der Schaden, den er stiftet, ist sicherlich viel größer. Das deutsche Buch im Volk und in der Welt. Im Mittelpunkt der diesjährigen Kantate-Veran- taltung des deutschen Buchhandels in Leipzig stand eine grundlegende Rede von Reichsminister Dr. Goebbels, aus der eine Reihe bedeutsamer Ge- ichtspunkte hervorzuheben sind. Ein Rückblick auf die Entwicklung des deutschen Buchhandels seit der Machtübernahme führt zu der Feststellung, daß das deutsche Schrifttum und das deutsche Buch nie zuvor solche Förderung erfahren haben, wie es durch die nationalsozialistische Regierung geschehen ist und geschieht. Im Rahmen der kulturpolitischen Neuordnung in Deutschland hat auch der deutsche Buchhandel die ihm gebührende Stellung innerhalb der Reichskulturkammer und also im deutschen Geistesleben erhalten. Die deutsche Buchproduktion hat sich, wie der Minister überzeugend darlegte, in den letzten Jahren erfreulich entwickelt. In dieser Entwicklung nun sind die geschäftliche und die ideelle Seite mit Feingefühl auseinanderzuhalten und wiederum auch in das richtige Verhältnis zueinander zu bringen. Die Buchproduktion ist gestiegen, die Zahl der Leser ist gestiegen, aber es kommt nicht nur auf den Leser überhaupt an, sondern auf den Leser, der auch Käufer ist; das heißt, daß der Leser erst durch die Erwerbung eines Buches jenes wahre, persönliche Verhältnis zum Buche gewinnt, zu seinem Buche, das er sich lange gewünscht, für das er gespart und vielleicht sogar einmal gehungert hat. Wenn wir das Buch ins Volk fragen wollen, so ist dem Buchhändler dabei vor allem eine ungemein verpflichtende und verantwortungsvolle Aufgabe zugewiesen: er ist, wie Dr. Goebbels ausführte, kein „Händler mit Büchern", sondern ein Treuhänder und zu seinem Teile auch Erzieher des Volkes, dem die Verwaltung eines unserer köstlichsten Kulturgüter in die Hände gelegt ist. Eine solche Auffassung kennzeichnet erst den Perus des Buchhändlers in feiner vollen kulturellen Bedeutung und Verpflichtung. Das Buch soll dem deutschen Volke in seiner Gesamtheit geliebter und schlechthin unentbehrlicher Besitz werden. Das deutsche Buch ist aber auch — und mit ihm der deutsche Buchhandel — von außerordentlicher Wichtigkeit für die kulturelle Zusammenarbeit der Völker. Das gute deutsche Buch hat in der Welt eine Mission zu erfüllen, deren stille und innerliche Werbekraft kaum hoch genug angeschlagen werden kann. hth. Zwei Heidelberger Korporationen treten zur Gtudentenkampfhilfe über. Heidelberg, 26. April. (DNB.) Die Stu- dentenführung der Universität Heidelberg teilt mit: Der Altherrenoerband der Heidelberger Landsmannschaft „Teutonia" in der Deutschen Landsmannschaft hat als erster deutscher Altherrenverband den Beitritt aller seiner Angehörigen als Einzelmitglieder in die NS.-Studentenkampfhilfe sowie die U e b e r l a s - sung des Hauses der Korporation an den NSD.-Studentenbund beschlossen. Die Studentenführung hat auf das Haus eine Kameradschaft des NSD.-Studentenbundes gelegt, die den Namen „Kameradschaft auf dem Bremeneck" führt. Damit ist in Heidelberg ein richtungweisender Schritt zur endgültigen Befriedung des Altherrentums der ehemaligen Korporationen vollzogen. Ebenfalls hat der Altherrenoerband des Korps „Rupertia" Heidelberg im Miltenberger Ring das Korpshaus der „Rupertia" dem NSD.-Studentenbund zur Verfügung gestellt. Se?öröerungen in der Hitler -Jugend. NSO. Der Reichsjugendführer beförderte vorbehaltlich der Genehmigung durch den Führer und Reichskanzler: Den Führer des Gebietes Hessen-Nassau der HI., Oberbannführer Brandt, zum Gebietsführer; die Führerin des Obergaues Hessen-Nassau des BDM., Gauführerin Else Riese, zur Obergauführerin; den Oberjungbannführer Paul Wagner zum Hauptjungbannführer. Ferner wurden vom Reichsjugendführer befördert: Die Führerin des Iungmädelbundes im Obergau Hessen-Nassau, IM.-Ringführerin Erika D e s ch , zur JM.-Untergauführerin; der kommissarische Stabsleiter des Gebietes Hef- sen-Nass.au, Unterbannführer Horst Dettmar, zum Bannführer; der Inspekteur des Gebietes Hessen-Nassau, Unter- bannführer Willi Friede, zum Bannführer; der Personalabteilungsleiter des Gebietes Hessen- Nassau, Unterbannführer Werner Gauhl, zum Bannführer; der Adjutant des Gebietsführers, Stammführer Edi Born, zum Jungbannführer. Zu Bannführern wurden befördert: der Leiter der Gebietsführerschule „Christian Crößmann", Jung- bannführer Ludwig M a g s a m ; der Gaujugend- walter der DAF. und Berufsreferent im Gebiet 13, Unterbannführer Wily. Sauer; der Abteilungsleiter für Werbung und Schulung in der Gauamtsleitung der NSV., Unterbannführer Heini Steu- b i n g ; der Fluchportsackbearbeiter des Gebietes Hessen-Nassau, Unterbannführer Hermann Seele. Oie ersten HI.-He me im (Sau Hessen-Nassau. Bei der Grundsteinlegung von etwa 1000 Heimen im ganzen Reich am 3. Mai wird in Hessen-Nassau der Grundstein zu HJ.-Heimen in 22 Standorten gelegt werden. Es handelt sich um die Gemeinden: Herschbach, Deesen, Hachenburg und Marienberg im Bann 87 (Westerwald), Weilburg und Rodheirn im Bann 88 (Wetzlar), Somborn, Rothenbergen- Niedergrünau im Bann 392 (Kinzigtal), Rüsselsheim und Wolfskehlen im Bann 115, „Peter Frieß" (Darmstadt), Rheindürkheim im Bann 117 (Mainz), Dalsheim und Albig im Bann 118 (Worms), Kelkheim im Bann 166 (Taunus), Jugenheim und Wahlen im Bann 249 (Odenwald), Kamberg im Bann 253 (Lahntal), Babenhausen im Bann 287 (Ostenbach), Kestert, Kiedrich und Camp im Bann 288 (Niederwald) und Dillenburg im Dann 303 (Dill- Eder). Steuerfreiheit für Sonderzuwendungen zum 1. Mai „Berlin, 26. April. (DNB.) Viele Betriebsführer werden ihren Gefolgschaftsmitgliedern zum Nationalfeiertag am 1. Mai wieder Sonderzuwendungen machen. Soweit diese Zuwendungen in Sachleistungen, z. B. Beköstigung, bestehen, ergibt sich die Einkommens- und Lohnsteuersreiheit schon aus früheren Anordnungen des Reicks. Ministers der Finanzen. Wegen der besonderen 9U deutung des 1. Mai als Nationalfeiertag hat Minister außerdem auch Geldzuwendungen zu diesem Tage für einkommensteuer- (lohnsteuer-i frei erklärt, wenn sie 3 Mark nicht ü b e r ft e t. g e n. Ueberschreiten die Geldzuwendungen diesen Betrag, so sind sie in voller Höhe eintommensfteupr. (lohnsteuer-)pflichtig. ‘Der Brand im Ktoster Marienthal. Bruder Vitalis zu I Jahr 6 Monaten Zuchthaus verurteilt. Lpd. Wiesbaden, 26. April. Vor der Großen Strafkammer Wiesbaden hatte sich der 37 Jahre alte Laienbruder Vitalis wegen fahrlässiger Brandstiftung, Aneignung von Geldern des Klosters sowie wegen Beraubung von Opferstöcken mittels falscher Schlüssel zu verantworten. Am 30. Märzd. I., gegen 10 Uhr, war im Dachgeschoß des im Wallfahrtsort Marienthal gelegenen Franziskaner-Klosters ein Brand ausgebrochen, dem nicht nur der ganze 50 Meter lange Dachstuhl mit achtzehn Zellen, sondern auch ein Teil der wertvollen Bibliothek zum Opfer fiel. In der Zelle des Bruders Vitalis fand man neben Resten mehrerer am gebrannter Pappschachteln Geld und andere Gegen- stände, sowie Schlüssel zu Opferstöcken der anliegenden Wallfahrtskapelle. Der Angeklagte gibt zu, bei Aufräumungsarbeiten in seinem Zimmer heimlich die Mauer in der Ecke seiner Zelle durchbrochen zu haben, um den Hohlraum zwischen Dachgebälk und Fußboden als Versteck benutzen zu können Hier verwahrte er — dem Gelübde der Armut zuwider — auch Geld auf. Am Morgen des Brandtages entnahm er dem dunklen Verschlag verjchie- bene Pappkartons, vergaß aber, als er wegging, um das Vieh zu füttern, die brennende Kerze zu löschen. Das Zimmer schloß er hinter sich ab. Die heruntergefallene Kerze entzündete den leicht brennenden Inhalt des Verstecks. Der Angeklagte gab ZU, daß er das vorgefundene Geld nach und nach von den Gaben der Wallfahrer, die kostenlos Kaffee und Speise im Kloster erhalten hat- ten, zurückbehalten habe. Opferstöcke habe er nur in zwei Fällen aufgebrochen, denen er 60 bzw. 20 Pf. entnommen haben will. Der Angeklagte wurde wegen fahrlässiger Brandstiftung, Unter« chkagung und schweren Diebstahls- zu einer Gesamtzuchthausstrafe von 1 Jahr 6 Monaten ver- urteilt. Mildernde Umstände wurden dem Angeklagten wegen der Verwerflichkeit seiner Taten versagt. Holland vor den Wahlen. Amsterdam, 23. April. (DNB.) In diesen Tagen ist die Listenaufstellung für die am 26. Mai tattfinbenben Wahlen zur 2. holländischen Kammer abgeschlossen worben. 19 Parteien unb Gruppen bewerben sich um die 100 Kammer- itze. Durch bie Bestimmung, daß die Einreichung ion Kandidatenlisten nur bei gleichzeitiger Bürg- chaftsleistung in Höhe von 250 Gulden er- olgen kann, ist es gelungen, bie Zahl von „nur" 19 Parteien zu erreichen. Bei den Wahlen im Jahre 1933 gab es im ganzen 54 Parteien, von denen reilich 39 nicht einen Sitz zu erobern vermochten. Kleine politische Nachrichten. Ministerpräsident Göring ist am Montag vom italienischen Regierungschef Mussolini empfangen worden. Er wird Rom voraussichtlich am Dienstagvormittag im Wagen verlassen und wahr- cheinlich über Florenz und Mailand nach Deutschland zurückkehren. * Der Präsident der Agenzia Stefani, Manila Morgagni, hat mit der Direktion des D e u t • chen Nachrichtenbüros über die Neuregelung der vertraglichen Beziehungen verhandelt. Die Besprechungen haben zu einem den freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern entsprechenden Vertrag geführt. Präsident Morgagni ist vorn Reichsaußenminister Frei Herrn von Neurath und dem Pressechef der Reichsregierung Staatssekretär Funk empfangen worden. Der Minister überreichte ihm im Auftrage des Führers den Stern des Ehrenzeichens vom Roten Kreuz. * Anläßlich der Anwesenheit des Königlich-Ungarischen Honvedministers General der Infanterie Röder veranstalteten der Reichsminister des Auswärtigen unb Freifrau do n Neurath ein Abend- essen im „H aus b e s R e i ch s p r ä s i d e n - t e n". Außer bem Königlich-Ungarischen Gesandten und den Mitgliedern der hiesigen Königlich-Ungarischen Gesandtschaft waren der Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg sowie Generäle der Wehrmacht und Angehörige des Außenamts mit ihren Damen zugegen. * Regierungsreferendar Hicke, zuletzt an der Regierung in Kassel, ist vom Regierungspräsidenten in Wiesbaden vertretungsweise mit der Verwal- tung des Kreises Biedenkopf beauftragt worben. * NSG. Der Präsibent ber Reichsrundfunkkammer hat den Gaufunkhauptstellenleiter, Pg. Lehr, zum Landesleiter Hessen-Nassau der Reichsrund- funkkarnrner ernannt. * Der Führer hat dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h c. Raed er, zu seinem 61. Geburtstage seine Glückwünsche ausgesprochen. * Die Reichsausstellung „Schaffendes V o l k", die in der Zeit vom 8. Mai bis 8. Oktober in Düsseldorf einen allumfassenden Querschnitt durch das schaffende Deutschland gibt, wird am 8. Mai durch den Ministerpräsidenten Generaloberst Göring eröffnet werden. Es handelt sich bei dieser Schau, in deren Mittelpunkt bie Vier- jahresplan-Werk stattschau steht, um die bisher größte in Deutschland gezeigte Ausstellung. * Nach Besprechungen des Ministerpräsidenten Blum mit dem Handelsminister Bastid und deck Generalkommissar der Weltausstellung, Labbs erklärte Bastid Pressevertretern: „Sie können ankündigen, daß die Ausstellung offiziell durch den Präsidenten der Republik am Montag, 2 4. Mal, e i n g e w e i h t und am 25. Mai für das Publikum eröffnet wird." * Der Staatsanzeiger des nationalen Spaniens veröffentlicht eine Verordnung, wonach der Gruß der Falange zum „Nationalgruß" er- ■ a bell" II rl'i Kesall I bisher u Sys bei das Hfl ®05,al gn«*»1'15', K 5 ® Wet ward st«* gunü Wpe> im 1 Der erste A [au der W- w« @oukikr tJi der lang d-s deutg fdjen M 2111 d-r ier Mitteilung, daß Künstlers wahr gesetzliche Regel er ein geregelter schritt zur Bch vielfach verlang jährig spielende. 1 80 gestiegen. £ konnte die Spie Monaten verlai die Wanderbühi ; minschaften ge nach, wie notn 1 Anfänger sind Nationalsozialist! und seine Mn Frauenfeld seine große Mij Um die geistige Während der Nord sprach der , Pg. Weidem im Filmschaffen ten den Weg fri unseres Iahrhu können. Die Ge die Doraussehu ein höheres kü fei eine Selbfto schnitt von unge Kunstwerke alle man tönne aber Filme schaffen u gesamten ^robiit Mau bringen, i Wg positiv sei mig des deutsche auf dem { Mer mehr mil Wichen Grünt der künstlerische 'n Deutschland ir 211 Die Vorbereiti Marburger s 18. Juli statt Plan beginnt mit "Scharnhorst" do Mührung folo MN1 um nichts" °>eder Kleists R hEronn" finde We gespielt w. Der p Der bekannte Mnnheim, wo e 'ch Alter von 74 l,ert” die |d)0Eil ,’1en würdigen S """Mei" Lim! •i'Ä: Deuts« . 'M Un f?5 Budapest «9en au T ft k^'ich S-n 8» MS "N, enen er 60 b Angels Ortung, Unfe iu einer Tess» •tonnten r Jen dem fc einer Inten» b,i%y S>V Sb ä| wNl Szenen £:■ mit^l al ^rtvx.ö Selle 6(5 6 ■ U^rerH| «nberj ." Qnii(,;.'| 9te g'bt fr II fr T durchbr^W ^en Dachau D |e" «k| ^ärmutJ N des $tr; sichlag neri*s 115 er me#. nende Äef f.er sich ob xn leicht brr Angeklagte c "och und 5 ahlen. B.) 3n bitt die nm 20. sllnndijcht^ 19 Pnrteiü ie 100 KnmU die (Fmreitbur: zeitiger 23 ürp 250 Gulden t: Zahl von „im* Vahlen im Och ! i e n, von te: zu erobern vi: HMien. n Montag vo ilini empfr :üussichtlich a i^en und wobt ib nach DeO efani, ion des Deut' er die 5W verhandelt. ÄI ren fteundllch^ beiden ßanbir’ isident Morges eiherrn Reichsregier^^ i worden. ; nge des W ■ Noten Kreuz, i ^niglich-llE- Infanterie ] ter des W-; h ein Slbenfr. bspräsid^ jschen Gesang ^oniglich^!'^ ichskrieE-'-. ,ergN”-!:: rige des * .runbMfr k«J! Alich" Jbhmm d°^ M° B° gerne' v I jrft -M sA Ly; Sauer me^ 9 das Thema F L wann N Nachdem b men wir aber IrquKM" lern S-M" d rÄ Stz« Aloen, oder im taq und Sonn ° ist teilweise unt< ar Schneepflug etzt, um die S ihon im Spath des damaligen " macher im W zwei Dritteln t start unter Nul 10 Grad stand, deutschlands ein Wd Wörme r wähnte alte her ausgesetzt: Vom den Temperatur meldet, während mit viel beschc mußten. Der Städter, Baumblüte zurl besser daran, als der Tage harrt, die Ausnahme o bereit sind. Ger eigneten Stunde arbeit vorwärts leicht, wenn es Arbeit auf eine Die alten Bau heißen für einer was für die er ist, wenn diese 3 wörtlich verpflii nachtsstunde de- Unterbrechung • infpedor Alles war fett Februar 1921 am hiesigen Kreisamt tätig. kreis Alsfeld. —.— Homberg, 26. April. Die Freiwillige S a n i t ä t s k o l o n n e vom Deutschen Roten Kreuz hielt dieser Tage im „Frankfurter Hof" ihre Generalversammlung ab. Gleichzeitig wurde dabei eine Prüfung der Samariterinnen durchgeführt. Ehrenvorsitzender Allen- dörfer begrüßte die Teilnehmer. Kolonnenarzt Dr. Luft nahm die Prüfung der Samariterinnen vor, die sich im Theoretischen wie auch im Praktischen gleich gut bewandert erwiesen. Die Kreisführerin konnte ihnen daher nach der Vereidigung die Samariterinnen-Brosche des Deutschen Roten Kreuzes überreichen. Aus dem Jahresbericht der Kolonne ging hervor, daß sich die Mitglieder des Sanitätshalbzuges und die Samariterinnen wieder uneigennützig und in vielen Fällen zur Verfügung gestellt hatten. Kreiskolonnenführer Bellinger referierte noch über die Frage der Versicherung der Sanitäter und gab seiner Freude Ausdruck über die Arbeit, die vom Hornberger Sanitätshalbzug geleistet wurde. Em Haus in die Lahn gestürzt. * Wetzlar, 26. April. Am gestrigen Sonntag- früh st ü r z t e das alte Gerb haus auf der Spitze der L a h n i n f e l in die tobenden Fluten der L a h n, die, ungeachtet der Reparatur des geborstenen Wehres, ihr Zerstörungswerk bei dem letzten Hochwasser fortsetzte. Erst zwei Tage zuvor war das gefährdete Haus geräumt worden. Es ist schade um diese Jnselspitze, die mit ihren alten Häusern, von hohen Pappeln umschattet, herrliche Motive für Maler abgab. Rechts des verschwundenen Hauses fließt der Hauptstrom der Lahn vorbei, während links ein Mühlgraben der etwas weiter unten stehenden Lahnmühle die nötige Triebkraft zuführt. Reben der Mühle steht der neue, fast 40 Meter hohe und 40 000 Zentner fassende Silo der Mühle, dahinter das Hochhaus der Leitz-Werke. Den Hintergrund bildet der alte Kalsmunt. Mrestreffen aller Landsmann- schosten im Gau Hessen-Aassau Lpd. Offenbach a. M., 25. April. Der Bayernverein „Bavaria" in Offenbach feierte am Samstag und Sonntag das Fest seines 60jährigen Bestehens. Damit war das Jahrestreffen aller Landsmannschaften und Trachtenvereine in der RS.-Kulturgemeinde L-andschafts- bund Volkstum und Heimat Gau Hessen-Nassau, Fachamt für Landsmannschaften und Trachtenpflege, verbunden. Der Samstag stand im Zeichen eines Ehrenabends, während am Sonntag die Hauptfeier stattfand. Nach einer Arbeitstagung, in der Reichsfachstellenleiter K a p l a n e ck (Berlin) die Richtlinien für die weitere Arbeit bekanntgab, marschierten dann etwa 60 landsmannschaftliche Vereine in ihrer Heimattracht mit Fahnen und Musik zu einer Kundgebung nach dem Wilhelmsplatz, wo Landschaftsleiter Ministerialrat R i n g s h a u - s e n (Darmstadt) über Volkstum und Heimat sprach. Die Kundgebung schloß mit einem Gelöbnis für den Führer und mit dem Singen der nationalen Lieder. Gesangsvorträge und Volkstänze der Schuhplattlerabteilungen umrahmten die Feierstunde. In der am Nachmittag stattgefundenen Jubiläumsfeier sprachen der Reichsfachstellenleiter K a - planeck (Berlin) und der Fachamtsleiter Heß (Leihgestern). Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 280: Nachtrag zur Gebührenordnung der Ueberwachungsftelle für Bastfasern. — 281: Auskunftspflicht der Wirtschaftsprüfer. — 282: Luftpost-Nachbringeflüge Köln—Cherbourg xu den Dampfern „Bremen" und „Europa". — 283: Fernsprechverkehr mit Argentinien, Chile, Paraguay. — 284: Gebührenordnung der Ueberwachungsstelle für Wolle und andere Tlerhaare (neue Fassung vom 14. April 1937). HunOfunfprogramm. Mittwoch, 28. April. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Von Freiburg: Aus dem Säge- und Hobelwerk Max Egon in Hüfingen: Werkskonzert. 10: Schulfunk. 11.15: Hausfrau, hör zu! 11.40: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.50: Landfunk: 12: Werkskonzert aus dem Betrieb der Firma Röhm 6r Haas, AG., Darmstadt. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch ... Unterhaltungsmusik auf Jndustrieschall- platten und Eigenaufnahmen. 15: Volk und Wirt- jchaft. Worüber man heute spricht! 15.15: Deutsche Gespräche. 15.50: Dichterische Bekenntnisse eines Werktätigen: Reinhold Rosch. 16: Unterhaltungs- konzert. 17: Kammermusik. 17.30: Wir blättern um! Deutschland aus der Vogelschau. Bücher für HI. und BDM. 18: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. Plan und Gestaltung. Ein Werk von vier Jahren (Ringsendung). 20.45: Mit frohem Sang den Rhein entlang. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Grenzecho. 22.20: Kamerad, wo bist du? 22.30: Klaviermusik. 23: Unterhaltungs- und Tau? musik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Wetterbericht des Reichswelterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Durch die Verlagerung der Tiefdruckstörung von der Ostsee in das Weser-Ekbe-Gebiet hat sich ihr Einfluß gerade auf die Witterung unseres Bezirks noch erheblich verstärkt. Dabei kam es vor allem in der Nacht zum Dienstag zu verbreiteten und meist recht ergiebigen Niederschlägen, wobei sich auch in den Mittelgebirgen wieder Schneedecken, teilweise sogar Sportmöglichkeiten, eingestellt haben. Die Temperaturen liegen noch immer beträchtlich unter dem fahreszeitlichen Durchschnitt. Die Gesamtentwicklung läßt wohl langsam ansteigende Temperaturen, aber noch keine durchgreifende Aen- derung des unbeständigen Witterungscharakters erwarten. Aussichten für Mittwoch: Veränderlich, Bewölkung, aber noch weitere Niederschläge, Mittagstemperaturen um etwa 10 Grad, meist westliche Winde. Aussichten für Donnerstag: Fortdauer der unbeständigen und zu Niederschlägen geneigten Witterung, mild. Lufttemperaturen am 26. April: mittags 6,2 Grad Celsius, abends 5,4 Grad; am 27. April: morgens 5,1 Grad. Maximum 8 Grad, Minimum heute nacht 4,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. April: abends 8 Grad; am 27. April: morgens 6,4 Grad Celsius. — Niederschläge 5 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III 37: 10 496. Druck und Verlag: Brühl'sche Unioersitäts-Buch- und Steindruckerei 9t. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Emzelverkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. April 1937 gültig. Aus der engeren Heimat schen Reichskriegerbundes veranstaltete am Samstag im Saal des Deutschen Hauses ein Militär- ko n z e r t, das von der Musikkapelle des II. Jnf.- Rgts. 81 Butzbach unter der Leitung von Musikmeister-Anwärter Oberfeldwebel Leibbrand ausgeführt wurde. Der große Saal war festlich geschmückt und vermochte die zahlreichen Gäste kaum zu fassen. Nach einem Marsch eröffnete der Führer des Unterabschnittes, Helmes- Ober-Hörgern, den Abend, begrüßte die Gäste, besonders die Kameraden der Wehrmacht. Er betonte die Pflege der Kameradschaft im Reichskriegerbund und gedachte auch der im Weltkrieg gefallenen Kameraden, zu deren Ehren das Lied vom guten Kameraden erklang. Der Verlauf des Abends brachte dann manchen schönen Armeemarsch, beschwingte Walzer, Soldatenlieder-Potpourri, sowie einige Tylophon- Soli. Die Zuhörer dankten mit reichem Beifall, und die Kapelle mußte sich zu mancher Zugabe entschließen. Abschnittsführer Helmes dankte zum Schluß den Kameraden der Wehrmacht für ihre schönen Darbietungen und der Kameradschaft Eberstadt für die Durchführung der Veranstaltung, um deren Zustandekommen sich Propagandaobmann Gendarmeriewachtmeister a. D. Wehrum besonders verdient gemacht hatte. # Ettingshausen, 26. April. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt bei Gastwirt Stein unter der Leitung des Wehrführers Eduard Seipp ihre Jahreshauptversammlung ab. Dem Jahresbericht war zu entnehmen, daß im vergangenen Jahre bei guter Beteiligung sieden Hauptübungen abgehalten worden sind. Der Wehrführer dankte allen Kameraden für ihr tadelloses Auftreten beim Feuerwehrtag in Lollar und ihre hervorragende Haltung beim Vorbeimarsch. Sodann wurde der Kassenbericht erstattet. Die Rechnung war geprüft und in Ordnung befunden worden. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Im Verlauf der Versammlung wurde bestimmt, am Feuerwehrfest in Nieder-Bessingen am 7. und 8. August geschlossen teilzunehmen. Zur Anschaffung'von Drillichjacken wurde eine Kleiderkasse gegründet. Willy I o x wurde zum Schriftführer und die Kameraden Paul G ö r n e r t und Wilhelm Körber zu Signalisten bestimmt. Bürgermeister O p p e r dankte zum Schluß den Feuerwehrmännern für ihre stete Einsatzbereitschaft im vergangenen Jahr und ermahnte sie, sich weiterhin treu in den Dienst der guten Sache zu stellen. Kameradschaftliches Beisammensein beschloß den Abend. Kreis Friedberg. < Münzenberg, 26. April. Dieser Tage fand im Rathaus eine Versammlung der Ortsbauern- schast statt. Hauptzweck der Versammlung war, die Erörterung der „Hofkarte", die für die Zukunft von allen Betrieben mit zwei Hektar und mehr Eigenland geführt werden muß. lieber die richtige Ausfüllung der Karten machte der Ortsbauernführer Metzger die notwendigen Ausführungen.— Am Freitagabend kam im vollbesetzten Saale des Gasthauses „Zum Löwen" der Tonfilm „Die Werft zum grauen Hecht" durch dte Gaufilmstelle zur Vorführung. Der Film, wie auch das Beiprogramm hinterließen einen starken Eindruck. — Am vergangenen Sonntag feierten der Metzgermeister Heinrich Hitze! und seine Ehefrau Elise, geborene Hildebrand, das Fest der silbernen Hochzeit. Kreis Schotten. * Schotten, 26. April. Verwaltungsinspektor Alles vom hiesigen Kreisamt wurde kommissarisch mit dem Dienst des geschäftsleitenden Verwaltungsinspektors beim Kreisamt Lauterbach an Stelle des als Bürodirektor zum Kreisamt Gießen versetzten bisherigen Verwallungs- inspektors K i r s ch b a u m beauftragt. Derwaltungs- LandesvelbandStagung des VDA in Iriedverg. LPD. Friedberg, 25. April. Der Landesverband Hessen des VDA. hielt am Samstag und Sonntag in Friedberg seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Samstagnachmittag und Sonntagvormittag standen im Zeichen von internen Tagungen der Amtsträger des VDA., der Bezirksleiter, der Gruppen- und Fachgruppenleiter, sowie der Schulgemeinschaftsleiter innerhalb des Landesverbandes Hessen, die mehr der sachlich- organisatorischen und geschäftlichen Arbeit dienten. Eine große öffentliche Festtagung am Samstagabend vereinigte die Tagungsteilnehmer mit der Friedberger Bevölkerung, zahlreichen Vertretern der Partei, des Staates und der Wehrmacht. Im Rahmen des von musikalischen Darbietungen, volksdeutschen Tänzen und Theateraufführunaen ausgefüllten Festabends sprach u. a. auch der Leiter des Landesverbandes Hessen des VDA., Oberschulrat Dr. Leip (Darmstadt) über den Zweck der Tagung. Den Höhepunkt erreicht die Tagung am Sonntagnachmittag mit einer großen öffentlichen Kundgebung auf dem Burghof in Friedberg, die zu einem machtvollen Bekenntnis für den volksdeutschen Gedanken wurde. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand eine Ansprache des Bundesleiters des VDA. Dr. Steinacher (Berlin) über die Aufgaben und Ziele der DDA.-Arbeit. Der Redner stellte hierbei die Forderung nach der seelisch-kulturellen Einheit aller Menschen deutschen Blutes und deutscher Rasse heraus und bezeichnete die Förderung, Unterstützung und unermüdliche Pflege des Gedankens der feeli- schen Gemeinschaft des Gesamtvolks der 100 Millionen Deutschen in aller Welt über trennende Grenzen hinweg als Ziel des opferbereiten und einsatzmutigen Kampfes des VDA. Landkreis Gießen. §Alten-Bufeck,25. April. Am Samstag fand im hiesigen Gemeindewald die letzte Nutz- und Brennholzversteigerung statt, bei der folgende Preise erzielt wurden. Es kosteten durchschnittlich je 2 Raummeter Kiefern (Rundscheiter) 10 bis 11 RM., Kiefernknüppel 6 bis 8, Kiefernstöcke 4 und Weißtannenknüppel 5 RM. <3 Beuern, 26. April. Die hiesige Gefolgschaft der HI. und die Mädchen vom BDM. veranstalteten im festlich geschmückten Saale Dietrich einen Dorfgem-einschaftsabend. Der Spielmannszug 6/116 eröffnete den Abend mit dem Badenweiler Marsch. Standortführer B e l l o f f begrüßte die Teilnehmer und wies darauf hin, daß der Abend allen Volksgenossen einen Einblick in die Arbeit der HI. ermöglichen solle. In kurzen Sätzen sprach er dann noch über die Formen der Erziehung der deutschen Jugend zu Volk und Staat. Gefolgschaftsführer Heinz sprach anschließend über die vielen und hohen Aufgaben der Hitler-Jugend. Er gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Veranstaltung dazu beitragen möge, das Verhältnis zwischen Elternhaus und Hitler-Jugend weiterhin herzlicher zu gestalten. Im Verlauf des Abends zeigte die Jugend in bunter Folge kleine Teaterstücke, es wurden Lieder gesungen, Gedichte zum Vortrag gebracht (zum Teil in oberhessischer Mundart), schließlich sahen die Zuschauer turnerische Hebungen, Boxkämpfe der Knaben, Volkstänze der Mädchen usw. Gemeinsam gesungene Lieder schufen eine innige Verbundenheit aller Teilnehmer dieses Abends. Ortsgruppenleiter Hofmann sprach zum Schluß noch kurz über Zweck und Ziel der Zusammenfassung der deutschen Jugend in die Hitler-Jugend. co Eberstadt, 26. April. Der Unterabschnitt Ober-Hörgern im Kreisverband Gießen des Deut- Karoline Häusler, geb. Ploch im Alter von 48 Jahren. In tiefer Trauer: Bruno Häusler. Gießen (Ludwigstraße 40), Alsfeld, den 27. April 1937. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 28. April, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 02182 Ihre Wohnung wird schöner durch 2U5ä Hochstätter Tapeten Verlangen Sie Muster-Vonage! Ruf 3836 | Vermietungen | Neu hergericht. G-Zim. 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Bettenhausen mit Langsdorf, Muschenheim, Birklar, Bellersheim, Obbornhofen. Hungen mit Villingen und Langd. Trais-Horloff mit Inheiden, Utphe, Rodheim, 1. Sonntag im Mai von der Führerin in der Ortsgruppe durchgeführt. Die Gruppenführerinnen, bzw. Standortführerinnen setzen sich jeweils mit dem Ortsgruppenleiter in Verbindung und besprechen Nur noch wenige Tage läuft die Frist zur Einzeichnung in die Spendenlisten für das von der S-A. bei allen Volksgenossen gesammelte Dankopfer der Nation. Die Einschreibungen können nur noch bis zum 1. Mai ein schließ - l i ch erfolgen. Das Ergebnis dieser Spende der deutschen Volksgemeinschaft wird dem Führer als Geburtstagsgabe und als Zeichen der Dankbarkeit aller deutschen Menschen überreicht werden. Die Mittel der Spende sollen wiederum Verwendung finden für den Bau von Siedlungen für verdiente alte Kämpfer der Bewegung, für Frontkämpfer des Weltkrieges und für kinderreiche Familien. Es wird erwartet, daß jeder deutsche Volksgenosse sich an dieser Spende beteiligt. Dabei ist nicht die Gröhe des Spendeopfers entscheidend, sondern vor allem bestimmend die Tatsache, dah jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau sich überhaupt an dieser Opfergabe beteiligen. Auch der kleinste Betrag wird gerne in den Spendelisten vermerkt werden, denn er gibt Kunde davon, Sonntagssahrt an den Rhein. Am Sonntag, 2. Mai, führen wir mit einem Omnibus eine Tagesfahrt an den Rhein durch. Die Fahrt geht durch den Westerwald über Montabaur nach Ehrenbreitstein, von dort nach Braubach. Hier ist bei längerem Aufenthalt Gelegenheit gegeben, die Marksburg zu besichtigen. Abends fahren wir über Bad Ems zurück nach Gießen. Der Preis der Fahrt beträgt 5,50 RM. Fahrkarten sind auf der Kreisdienststelle erhältlich. Zehn Jahre Maienblasen in Gießen. Am kommenden Freitag, 30. April, wird das alljährige Maienblasen vom Turm der Jobannes- kirche aus wieder seinen Anfang nehmen. Mit dem diesjährigen Maienblasen jährt sich der Tag der Einführung dieses schönen Brauches in unserer Stadt zum zehnten Male. Das Maienblasen in Gießen wurde auf Anregung von Amtsgerichtsrat Gros eingeführt, der diese schöne Sitte in Alsfeld während seiner dortigen Amtstätigkeit kennengelernt und dabei die starke Sympathie der Bevölkerung für diese Darbietungen beobachtet hatte. Im Jahre 1927 gab er im „Gießener Anzeiger" die öffentliche Anregung zur gleichen alljährlichen Veranstaltung in Gießen, für deren Durchführung alsbald von gemeinnützig gesinnten Volksgenossen Spenden ein- NSLB., Kreis lSieken. Fachschaft körperliche Erziehung. Sommerkampsspiele 19 3 7 der Unter ft u f e. Ausschreibungen sind im Besitz der Schulen. Ober-Bessingen, Nonnenroth, Münster, Harbach, Hattenrod. „ Grünberg mit Queckborn, Lauter, Weickartshain, Saasen, Göbelnrod, Beltershain, Rein- hardshain, Stangenrod. „ Großen-Buscck mit Oppenrod, Burkhardsfelden, Alten-Buseck, Rödgen, Trohe, Bersrod, Reiskirchen, Beuern, Lindenstruth, Annerod. „ Lollar mit Ruttershausen, Mainzlar, Staufenberg, Daubrinqen. „ Londorf mit Kesselbach, Allertshausen, Allen- dorf, Trais, Climbach. „ Geilshausen mit Lumda, Odenhausen, Wei- tershain. Rüddingshausen. Betr.: Frühlingsansingen. Das diesjährige Maisingen (auch Tänze), wird entweder am Vorabend des 1. Mai oder am Betr.: Reichsführerfragebogen. Die den Mädelgruppenführerinnen zugegangenen Reichsführerfragebogen für ihre Führerinnen sind umgehend an die Personalstelle des Untcrgaues einzusenden. Betr.: B D M. ° T a n z k l e i d. Geldstrafen und auch mit Geschäfts- schließungen zu rechnen. Im Gegensatz zur liberalistischen Auffassung ist es mit nationalsozialistischen Grundsätzen unvereinbar, eintretende Warenverknappung durch Preiserhöhungen auszugleichen. Wenn nach der Unterbindung von Preiserhöhungen von gewissenlosen Geschäftemachern nunmehr versucht wird, beim Verkauf von vorübergehend verknappten Waren größere Gewinne durch Mitlieferung von anderen Gegenständen zu erzielen, dann wird der nationalsozialistische Staat gegen solche Schädlinge unserer Volkswirtschaft energisch einschreiten. Wer also die Lieferung knapp gewordener Gegenstände, wie zum Beispiel die vorstehend angeführten, davon abhängig macht, daß ihm gleichzeitig andere Waren mitbestellt werden, macht sich strafbar und setzt sich der Gefahr einer empfindlichen Geldstrafe, in schwereren Fällen der Schließung des Betriebes aus. Ebenso strafbar macht sich aber auch der, der sich bereit erklärt, zur Erlangung von Rohstoffen oder Gegenständen, die zur Zeit schwer zu beschaffen sind, andere Waren aller Art mit abzunehmen. Bei dieser Gelegenheit bitte ich die Leiter der Organisationen der gewerblichen Wirtschaft, ihre Mitglieder vor dem Abschluß von derartigen Kop- pelgeschästcn eindringlich zu warnen. Bund Deutscher Mädel, tintergoullG. Dienstbefehl! Betr.: Iugendkundgebungen am 1. Mai. Im Bannbereich 116 finden am 1. Mai um 8.30 Uhr folgende Iugendkundgebungen statt. Die Mädelgruppen, sowie IM.-Gruppen haben daran teilzunehmen. In Gießen am Oswaldsgarten. „ Wieseck, in Klein-Linden, mit Allendorf und Heuchelheim. „ Leihgestern mit Gr.-Linden und Lang Gons. „ Watzenborn-Steinberg mit Garbenteich und Hausen. „ Grüninaen mit Holzheim, Eberstadt und und Kleidung gezeigt. Fräulein L u l e y , vorigen Jahre noch bei allen Teilnehmerinnen in bester Erinnerung ist, wird diesen Kurs durchführen. Anmeldungen nehmen die Ortsfrauenschaftsleiterinnen entgegen oder die Geschäftsstelle der Kreisfrauen- Die Bezeichnung „BDM.-Volkstanzkleid" wird in „BDM.-Tanzkleid" abgeändert. Die Verwendung von Nessel für den Rock soll unterbleiben. Der Vier- und Sechsbahnrock sind in Zukunft aus Kunstseide mit matter Oberfläche herzustellen. Es ist weiterhin freigestellt, das Mieder für Schnürvelschluß, oder für Knopfverschluß einzurichten. Für den Schnürverschluß ist die Verwendung schwarzer Schnur nicht mehr vorgeschrieben. Es kann eine beliebige Seidenschnur verwendet werden, deren Farbe zur Grundfarbe des Mieders passen muß. Das Tanz- kann zu Zivilzwecken getragen werden. Warnung vor Koppelgeschästen Von Gauwirtschastöberaier Karl EckardE daß der zeichnende Volksgenosse auch mit seiner kleinen Spende nicht zurückstehen will bei diesem Akt der Dankbarkeit, die mit dieser Spende dem Führer dargebracht werden soll. Jedermann spende nach besten KräftenI Die Einzeichnungsstellen in Gießen: SA.-Brigade 147, Moltkestraße 27. SA.-Standarte 116, Landgraf-Philipp-Platz 2. 11/116 Laden am Kreuzplatz (neben Winterhoff), oder Konto Sturm 11/116 Bezirkssparkasse. 14/116, Studentenhaus, „Stuttgarter Hof" (Seltersweg), oder Dresdener Bank. Pi. 11/116, „Zum Löwen", Neuenweg. R 41/116, „Frankfurter Hof", Marktlaubcnftraße. 42/116, „Aquarium", Walltorftraße. 43/116, „Zum Burghof", Am Burggraben. San./116, „Bayerischer Hof". Bahnhofstraße. Nachr./116, „Zum Löwen", Neuenweg. Marine-SA.: Sturmbüro, Ludwigstraße 56 p/Ecke Alicenstraße, ferner Sturmbannbüro, Frankfurter Straße 4, Hinterhaus. Reiter-Standarte 147: Universitäts - Neitinstitut Schömbs, Brandplatz 5. NSG. Gegen Koppelgeschäfte im Handel mit Nahrungsmitteln jeder Art sind bekanntlich die zuständigen Behörden seit geraumer Zeit energisch ein« geschritten. Das scharfe Vorgehen hat den erfreulichen Erfolg gehabt, daß solche Geschäfte im Nahrungsmittelhandel nahezu beseitigt sind. In letzter Zeit häufen sich nun in meinem Amt Beschwerden aus anderen Handelszweigen über Koppelgeschäfte, die in wachsendem Umfange gefordert, angeboten und ausgeführt werden. Durch diese Entwicklung, die insbesondere im Handel mit Baustoffen nachgerade zu einer Gefahr geworden ist, habe ich mich gezwungen gesehen, die Preisüberwachungsbehörden im Gau Hessen-Nassau zum Einschreiten zu veranlassen. Demzufolge ist eine sanitäre Großhandlung in Strafe genommen roorbcn, weil sie die Abgabe von Abflußröhren, Eisenröhren, Verbindungsteilen, Ble'i- röhren, Zink, Armaturen usw. davon abhängig gemacht hat, daß ihr gleichzeitig auch die Lieferung der sanitären Einrichtungsgegenstände übertragen wurde. In der Strafbegründung des Regierungspräsidenten heißt es ausdrücklich, daß Koppelgeschäfte jeder Art unerwünscht und verboten sind und daß für derartige Geschäfte im Rahmen des Vierjahresplanes kein Platz ist. Für alle künftig bekanntwerdenden Fälle ist mit schweren Die Bezirkseinteilung bleibt im großen und ganzen wie im Vorjahre. Änderungen werden durch die Bezirksspielwarte bekanntgegeben. Der Beginn her Spielreihen liegt noch nicht fest. Schulen, die aus triftigen Gründen nicht an den Spielen teilnehmen können, müssen dies umgehend dem Kreis- oder Stadtschulamt mitteilen. Arbeitsgemeinschaft. Ab Mai finden die Zusammenkünfte wieder regelmäßig statt. Zeit und Ort werden rechtzeitig bekanntgegeben. NS -Zrauenschast. Ortsgruppenabend der NS.-Frauenschaft Gießen- Mitte am Donnerstag, 29. April, 20 Uhr, im Gasthaus „Hindenburg". Auch die Mitglieder des Deut- Aus der Stadt Gießen. Der happige April. Das Gespräch über das Wetter hat im allgemein j nen den Ruf eines Lückenbüßers oder — für verliebte Paare — eines Nothelfers, wenn die ande- 1 ren Gesprächsfäden zerrissen sind. Doch ist und ' bleibt es nicht ganz ungefährlich, über das Wetter ! ZU sprechen. Wenn ein richtiger Großstädter nach ‘ einem heftigen, aber verhältnismäßigen kurzen Gewitterregen nach längerer Trockenheit sofort ' wieder den Anspruch auf eine Reihe schöner Tage . anmeldet, so wird er beim Bauern als Gesprächs- Partner, zum mindesten innerlich, dafür kein Ver- ; ständnis finden. Sicher ist, daß der Tourist und der 1 Bauer meist ganz verschiedene Anschauungen über das Thema haben, wann es genug geregnet hat und wann nicht... Nach dem bisherigen Verlauf dieses Aprils kommen wir aber nicht in den Gefahrenbereich eines unerquicklichen Wetterstreits. Wir sind sicher, aus dem Herzen aller Leser zu sprechen, wenn wir die gewichtige und gewiß schon allgemein festgestellte Tatsache noch einmal bekräftigen, daß dieser happige ' April seinem Namen alle Ehre gemacht hat. In den höheren Gebirgen — und zwar nicht nur in den Alpen, oder im Riesengebirge — hat es am Samstag und Sonntag kräftig geschneit, die Temperatur ist teilweise unter den Nullpunkt gesunken, und so- aar Schneepflüge wurden wieder in Tätigkeit gesetzt, um die Straßen freizubekommen. Wir haben schon im Spätherbst 1936 einige Wunderlichkeiten des damaligen Wetters dem bekannten alten Wettermacher im Himmel angekreidet: als nämlich in zwei Dritteln von Deutschland das Thermometer stark unter Null, in Königsberg sogar auf unter 10 Grad stand, während sich einzelne Gaue Westdeutschlands eines vorzeitigen Frühjahrs mit 10 Grad Wärme rühmen konnten. Jetzt hat der erwähnte alte Herr im Himmel eine andere Schrulle aufgesetzt: Vom Nordkap und aus Finnland werden Temperaturen von 10 bis 12 Grad Wärme gemeldet, während wir uns im gelobten Mitteleuropa mit viel bescheideneren Temperaturen abfinden mußten. Der Städter, der seine Wünsche nach voller Baumblüte zurückstellen muß, ist aber noch weit besser daran, als der Landmann, der mit Sehnsucht der Tage harrt, da die Felder abqetrocknet und für die Aufnahme von Kartoffeln und Rübenstecklingen bereit sind. Gewiß sind landauf, landab alle geeigneten Stunden genutzt worden, um die Feldarbeit vorwärts zu treiben. Aber das ist gar nicht leicht, wenn es jeglichen Tag regnet und sich die Arbeit auf eine ganz kurze Frist zusammendrängt. Die alten Bauernregeln trösten etwas und verheißen für einen nassen April einen trockenen Juni, was für die erste Heuernte sicherlich kein Nachteil ist, wenn diese Trockenheit sich nun nicht eben ehrenwörtlich verpflichtet fühlt, von der ersten Mitternachtsstunde des Juni bis zur letzten ohne jegliche Unterbrechung zu dauern. IZsrnoiizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 22.45 Uhr: „Die Dorothee".— Gloria-Palast, Seltersweg: „Gordian, der Tyrann". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Meine Frau, die Perle". — Oberhefsischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 16 bis 18 Uhr Ausstellung von Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen von Lotte Droefe. — Verein Kreditreform 18 Uhr Generalversammlung im Büro des Vereins. Stadtheater Gießen. Heute abend findet eine Wiederholung des Erfolges Die Dorothee", Operette von Dätterling und Hermecke, statt. Musikalische Leitung: Kapellmeister Hans H. Hampel. Spielleitung: Paul W r e ö e. Einstudierung der Tänze und choreographische Leitung Tanzmeisterin Irmgard Z e n n e r. Leitung der Chöre Kapellmeister Ernst Bräuer. Die Vorstellung findet als 28. Vorstellung der Dienstag- Miete 'statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr. — Coronation-©4tmmung. Von unserem H. Cr.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. London, im April 1937. Wenn man im vorigen Jahr die Vorbereitungen in Berlin für die Olympiade miterleben durfte und in diesem Jahr sieht, wie sich London für die Coronation, die Krönung des englischen Königspaares rüstet, dann erlebt man m beiden Städten stimmungsmaßig ungefähr Die gleiche Entwicklung mit. Man selber wird auch wenn man durch des Tages Last und Erbest noch so ehr davon abgehalten wird, doch von Tag zu Tag mehr in eine Stimmung mithineingezogen die man eine CoronatiomStimmung nennen kann. Ebenso, wie im vorigen Jahr das Olympladefieber von Ta-, zu Tu» ftieg, s° erlebt man -- auch als Nichtengländer hier, wie das gesamte englische Le den sich immer mehr um den e>n-n «roßen Festtag zu drehen beginnt. Das nimmt -uch nicht wunder, denn wohin man auch in London «eht. uberat begegnet man entweder unmittelbaren Bösere tun gen für die Krönung selbst, oder man sieht Ding, die in mittelbarem Zusammenhang damU stcheru Der Teil der Stadt, durch den sich der Umzug Der Krönung selbst bewegen wird, ist kaum noch wie- d-rzuerkennen. Parks und Bürgersteige oer djrom den hinter riesigen Tr,b UN en, di- Zehntau lende aufnehmen sollen, ja, selbst Wohn- und we chäftshäuser sind hinter riesigen Tribunen bis zum ersten, teilweise auch bis 3"M zweiten Stock völlig ESSE LLWWSK nation-Stimrnung, wohin man sieh. Fremde Besucher tressen täglich au-d allen^Tell ^de ^n L^^n ' °r Engländer mn t^ Nalische UsLn aus den Straßen, Truppen- kontingente aus Rhodesia marschieren durch London, dessen große Parks sich teilweise auch schon in Truppenlager verwandest haben oder verwandeln, um all die Militärabordnungen aus dem riesigen Empire aufzunehmen. £„ .. Diejenigen, die mit den Vorbereitungen für die Krönung selbst befaßt sind, sind um ihr Amt nicht zu beneiden, am wenigsten der Earl Marshall, denn bei dem strengen Festhalten an alter Ueber- lieferung muß sich die Krönung selbst und alles, was damit zusammenhängt, in alten Formen unh man kann sagen bis auf die Minute abgestoppt, abspie- len. Infolgedessen kann der Londoner wenn er hinterher ist einen Teil des Krönungsglanzes bereits vorher erhaschen. Der Frühaufsteher am letzten Sonntag konnte in den Straßen des Festumzugs bereits eine volle Probe f ür b etnjC° r<>na • tion-Umzuq selbst sehen. Sämtliches Militär, die Staatskarossen und nicht zuletzt auch die goldene Karosse des Königs selbst, durchfuhren auf dem vorgeschriebenen Wege London und gaben einen kleinen Vorgeschmack von dem, was die Krönung selbst zeigen wird. Selbst in der Westmmsterabtei, wo die feierliche Salbung des neuen Königs der Vereinigten Königreiche stattflnden wird, werden Proben mit den Beteiligten - ausgenommen König und Königin — abgehalten, und die Dauer des Krönungsaktes genau abgestoppt. Gewiß keine Kleinigkeit für die Organisatoren. Und nebenihnen selbst hat die Polizei alle Hande voll zu tun, um die Vorbereitungen zu treffen, des Massenandrangs am Krönungstage selbst Herr zu werden. Um die Massen überhaupt einigermaßen dlrigie- ren ^u kön7en, wird am 12. Mm l°mMch°r Ver° tebr in der Innenstadt ruhen, ja, durch eine Art alter Stadttore werden die Zugangsstraßen zu dem Teil in dem sich der Krönungsumzug bewegen wird h-rm-tisch abgeriegelt. Innerhalb der F-st- stadt'leibst aber werden künstliche Gange mit ffle- ändern a schaff», um das Volk ohne allzu großes Gedränge in einer bestimmten Richtung fortbewe- ,u können Das alles gibt nur einen kleinen V°r- geichmack oon dem was an Vorbereitungen getan werden muß. Es kommt hinzu die Frage der u n • " r b r g u n g der Befuchermaffen von außerhalb und schließlich gehören zu den Vorbereitungen auch noch die Sorgen, die sich Peers und PeereSses um ihre vorgegebene Kronungskl-i. bU3rl 7imm allerdings - es jeden,alls hie heute noch — haben die Londoner sich doch : etwas verrechnet, das ist die Zahl der Besucher °0N > außerhalb. Man bekommt heute nach leicht Quak. ; Here, sogar zum Teil auch noch ,n Hotels. Die Die- len, die geglaubt haben, zu nicht gerade niedrigen Preisen ihre ganze Wohnung oder sogar ein ganzes Haus während der Kröniingszelt vermieten zu können, haben sich zum Teil enttäuscht gesehen; längst nicht das ganze Angebot von Privatwohnungen hat man bisher in Anspruch nehmen müssen, um fremde Gäste unterzubringen. Andere allerdings machen ein recht gutes Geschäft. So ist mir ein Fall bekannt, wo eine Ausländerin für eine Zweizimmer' wohnung, die sie an einer der Umzugsstraßen am Krönungstage selbst für 24 Stunden mieten wollte, mehr als 15 Pfund (etwa 180 Mark) abverlangt wurden. Ueberhaupt sind anfangs für Plätze an den Umzugsstraßen Riesensummen verlangt worden. Wenn dann aber jetzt noch offiziell mitgeteilt wird, daß es zu einem für Londoner Verhältnisse tragbaren Preis auf den offiziellen Tribünen Sitzplätze gibt, dann darf man wohl folgern, daß im allgemeinen die, die ein Riesengeschäft zu machen hofften, nicht auf ihre Rechnung gekommen sein dürften. Ueberhaupt gibt es die eigenartigsten Leute, die ein Geschäft aus der Coronation machen wollen. Daß Fahnenfabriken die Großverdiener dieser Tage und Wochen sind, ist verständlich. Für deutsche Begriffe scheint es aber weniger verständlich, daß es auch Fabrikanten gibt, die glauben, mit Damenwäsche ein Geschäft zu machen, die die englische Krone trägt, dgß man Käufer für Blumenvasen zu finden meint, die nicht nur äußerlich die Züge des Königs tragen, sondern auf Wunsch auch noch die Nationalhnrnne svielen, daß Schuhe mit K'wne oder in den Landesfarben ein besonders willkommener Kaufartikel sein werde, ganz zu schweioen von b?n sonstigen vielen großen und kleinen Geschmacklosigkeiten. Wenn man das miterlebt, wird man mit erleichtertem Aufatmen daran zurückdenken, daß Deutschland dem nationalen Kitsch rechtzeitig den Garaus gemacht hat. Eine Acht-Millionenstadt rüstet für de- großen Festtag, den das ganze Empire feiert und zum Teil auch miterlebt. Dieses Miterleben wird dem Weltreich durch den Rundfunk vermittelt werden, der nicht weniger als 5 8 Mikrophone am Krönungstage einsetzt, darunter eine große Zahl auch mit ausländischen Sprechern, unter denen sich auch ein deutscher befindet. Was der Rundfunk an Vorbereitungen hatte treffen müssen und noch treffen muß, geht vielleicht am besten daraus hervor, daß der Rundfunk Leitungen in Länge von insgesamt etwa 750 Kilometer für die Uebertragungen von den verschiedenen Stellen aus wird legen müssen. Und wenn dos Empire am Rundfunk diese Uebertragung gehört hat, dann wird ip London das Volksfest einsetzen, bei dem nach altem Brauch auf den Straßen getanzt und in den Restaurants gefeiert wird. Man kann ja auch feiern, denn die Zeit, in der Alkohol aus- geschenkt wird, ist um eine Stunde verlängert! Zweikampf zwischen Rhinozeros und Lokomot ve. Aus Nairobi (Ostafrika) wird berichtet, daß ein Rhinozeros die Störungen, die ein von Mombasa nach Nairobi fahrender Zug in die Landschaft brachte, augenscheinlich iibelnahm und daher mit wilder Wut einen Angriff auf die Lokomotive unternahm. In diesem Zweikampf gewann die Maschine, aber der Zug erlitt doch einen größeren Aufenthalt, weil es lange dauerte, bis man den gewaltigen Kadaver von dem Schienenräumer entfernt hatte. 6od)fd)u1nacbrid)fen. Kurz vor der Vollendung feines 83. Lebensjahres verschied der Senior des Lehrkörpers der Universität Würzburg Geheimrat Professor Dr. jur. med. h. c. Friedrich Oetker. Mit ihm starb ein Strafrechtslehrer von internationalem Ruf. Er war viele Jahre Vorsitzender der Deutschen Strafrechtsgesellschaft sowie Mitglied der Internationalen Vereinigung für Rechts- und Wirtschastsphilosophie und Mitglied der Akademie für deutsches Recht. Eine stattliche Reihe fachwissenschaftlicher Werke machten seinen Namen weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt. Geheimrat Oetker wurde am 6. Mai 1854 als Sohn eines Iustizrates in Kassel geboren. Er studierte an den Universitäten Göttingen und Leipzig. Später habilitierte er sich als Privatdozent an der Universität Marburg, war außerordentlicher Professor in Bonn und Ordinarius in Rostock. 1895 kam er an die Würzburger Universität, um dann vorübergehend einem Ruf nach Marburg zu folgen. Im Jahre 1902 kehrte er wieder als Nachfolger Fingers auf den Würzburger Lehrstuhl für Strafrecht zurück. Seit 1934 lebte er im Ruhestand. Professor Dr. W i n k l e r, Ordinarius für Botanik an der Universität Hamburg, wurde dieser Tage 6 0 3 a f) r e alt. Professor Winkler, dessen Spezialgebiet die Dererbunqswissenschaft ist, hat in Hamburg eine reiche wissenschaftliche Tätigkeit entfaltet; den wissenschaftlichen Gesellschaften in Berlin, München, Halle, Kopenhagen und Stockholm gehört er als Mitglied an. bacher Schloß, Schloß Schönberg und nach anderen schönen Punkten, was zum Teil unter sachkundiger Führung von Vertretern des Kur- und Verkehrs- Vereins geschah. Zwei größere Reisegruppen von Leihgestern und Londorf fuhren nach Heidelberg und Worms weiter und trafen sich abends wieder zur Heimfahrt mit der Hauptgruppe. Ein nachmittags einsetzender Regen vermochte die allgemein herrschende frohe Stimmung nicht zu trüben. In behaglicher Stimmung wurde die Heimfahrt angetreten. Gustav-Adolf-Arbeit in Oesterreich. Im Auftrag des Gustav-Adolf-Frauenvereins sprach am Sonntagabend zu einer gut besuchten Versammlung in der Stadtkirche Studienrat Storck aus Offenbach, der Schriftführer des Hessischen Gu- stav-Aüolf-Vereins. Schon im Hauptgottesdienst des Vormittags hatte er über die bedeutsame Arbeit des Gustav-Adolf-Dereins berichtet, die jenseits der Grenzen immer Evangelisationsverkündigung und Dienst am deutschen Volkstum zugleich ist. Der Abend war ausschließlich der evangelischen Diaspora in Oesterreich gewidmet. Der Vortragende schilderte hier aus persönlicher Anschauung und eigenen Erlebnissen das Werden einer österreichischen Diasporagemeinde in den letzten Jahrzehnten, der evangelischen Gemeinde Knittelfeld mit ihrer Filiale Zeltweg, wo er selbst als Vikar tätig war. Am besten wird das freudige Wachsen einer solchen Diasporagemeinde und die damit verbundene mancherlei Schwierigkeit durch einige Zahlen vergegenwärtigt. So zählte die genannte Gemeinde 1901 nur 7 Evangelische, unmittelbar vor dem Weltkrieg schon 600 und heute infolge der Uebertrittsbewe- gung der letzten Jahre über 2000. Für diese in so kurzer Zeit entstandene Gemeinde ist durch die Hilfe des Gustav-Adolf-Vereins im vergangenen Oktober eine neue Kirche eingeweiht worden, die nun mit ihren angeschlosfenen sonstigen Räumen Mittelpunkt des evangelischen Gemeindelebens ist. Wie umfassend die evangelische Bewegung gerade in der Steiermark ist, zeigt die Tatsache, daß dort ein ganzer Kranz von evangelischen Gemeinden entstanden ist und 1905 allein 5 neue Kirchen gebaut wurden. Auch sonst ist das Leben der evangelischen Kirche in Gesamtösterreich trotz mancherlei Schwierigkeiten im Fortschreiten begriffen. Es ist uns gewiß auch vom völkischen Gesichtspunkt eine Genugtuung, dem treudeutschen österreichischen Brrürer- stamm durch die Botschaft des Evangeliums zu dienen. Im zweiten Teil des Abends zeigte der Vortragende eine große Anzahl hervorragend schöner Lichtbilder aus der Steiermark. Sie gaben ein lebendiges Bild von der majestätisch großen Natur dieser Gebirgswelt und erzählten auch von den evangelischen Gemeinden der Steiermark in Vergangenheit und Gegenwart. Gemeinsamer Gesang und ein Dankeswort von Pfarrer Becker schlossen den Abend. Glehener Wochenmarktprelse. * G i e ß e n, 27. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, V» kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10^, Klasse B 10, Klasse C 9^, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 10 bis 11, Wirsing, % kg 12 (gelb), 20 bis 22 (grün), Weißkraut 10, Rotkraut 12, gelbe Rüben 18 bis 22, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Spargel 1 Mark, Unterkohlrabi 6 bis 8 Pf., Feldsalat, 50 g 10 bis 12, Yi kg 90 Pf. bis 1 Mark, Tomaten 60 bis 65, Zwiebeln 10 bis 12, Merrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 15 bis 18, Kartoffeln, alte, /2 kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,65 bis 3,80 Mark, neue, % kg 25 Pf., Aepfel 30 bis 45, Zwet- schenhonig 45 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Blumenkohl, das Stück 30 bis 40 Pf., Salat 15 bis 22, Salatgurken 60 bis 65, Oberkohlrabi 15 bis 16, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich, alte, das Stück 10 bis 15, neue, das Bündel 20 bis 30, Radieschen, das Bündel 10 bis 15 Pf. Fingen. Das Maienblasen fand so starken Anklang und bereitete bei seiner Durchführung vom Turm der Johanneskirche bzw. vom Turm der Stadtkirche aus jedesmal den vielen Besuchern eine so protze Freude, daß sckon bald nach dem Beginn das Fortbestehen dieser schönen Neuerung in unserem Stadtleben als gesichert anzusehen war. Seitdem ist nun ein Jahrzehnt vergangen, das Maienblasen ist zu einem festen Bestandteil unserer Gießener Volksgemeinschaft geworden und wird auch fernerhin ein allezeit dankbar begrüßter Brauch in unserer Stadt sein. Spenden für das WHW. Die Pressestelle der Stadtverwaltung übermittelt uns eine Uebersicht über die von den städtischen Gefolgschaftsmitgliedern für das WHW. 1936/37 ab- gelieferten Spenden. Daraus ergibt sich folgendes: September 336,85 Mark, Oktober 539,68, November 596,35, Dezember 656,45, Januar 1087,69, Februar 584,77, März 819,48, zusammen 4621,27 Mark. Hierzu Betriebssammlung am 17. Oktober 153,49 Mark, Betviebssammlung am 20. März 227,16 Mark, Gesamtbetrag 5001,92 Mark. Gefamtspenden- beträge: in 1933/34 = 3836,67 Mark, in 1934/35 = 4462,20 Mark, in 1935/36 = 4181,31 Mark. Kochlehrgang in Gießen. Eine Tagung, die alle Vertrauensfrauen der Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft im Deutschen Frauenwerk in den Räumen der Lehrküche im „Einhorn" vereinte, brachte eine Schulung in der Verwendung des Seefisches. Die Sachbearbeiterin des Kreises Wetterau, Frau M a t h y , erledigte nach kurzen Begrüßungsworten den geschäftlichen Teil der Veranstaltung. Aufklärende Schriften und Rezepte wurden verteilt und den Frauen durch die Leiterin des Lehrgangs, Frl. C h r i st, die verschiedenartigste Zubereitung der Fische erläutert. Diesem theoretischen Teil schloß sich eine rege Aussprache an. Es wurden auch die Schwierigkeiten besprochen, die sich im Sommer auf dem Lande der Verwendung von Fisch entgegenstellen. Frl. Christ wußte aber die Bedenken zu zerstreuen und betonte die Aufgabe der Vertrauensfrau, auch in den Sommermonaten den Verbrauch von Fischen in ihrem Arbeitsbereich zu fördern und durch Sammelbestellungen die Belieferung der kleinen Orte aufrechtzuerhalten. Bei der praktischen Vorführung wurde die Zubereitung verschiedener Gerichte gezeigt. Die Art der Speisen, die von den Frauen durch Kostvroben geprüft wurden, bewies, daß Fisch wie jedes andere Fleisch verwendet werden kann. Durch die Benutzung einheimischer Kräuter, wie Petersilie, Schnittlauch oder Dill, kann das Gericht abwechslungsreich gewürzt werden. Suppe mit Fischklößchen und grüne Bohnen mit feingewiegtem Hering zeigten die Möglichkeit des Eintopfgerichtes, während ein mit Speck belegter knuspriger Schellfisch es mit jedem Sonntagsbraten aufnehmen konnte. Auch die Verwendung von Fisch als Abwechslung für den Abendtisch, als Heringssalat oder gebratene Frikadellen, fand lebhaften Beifall. Nach gemeinsamem Mittagessen im Cafö Leib ging es wieder an die Arbeit. Zum Schluß rief Frau M a t h y die Frauen auf, in ihren Orten sofort an die neue Aufgabe heranzugehen und in Kochabenden den Hausfrauen die schönen praktischen Gerichte vorzuführen, damit der Verbrauch an Fischen auch im Sommer nicht nachläßt.-Die Vertrauensfrauen schieden mit dem Bewußtsein, ihr Können und Wissen bereichert zu haben zum Nutzen der Volkswirtschaft. F. K. Sonderrugfahrt der Reichsbahn nach Auerbach. Am vergangenen Sonntag veranstaltete die Reichsbahn unter Reichsbahn-Oberinspektor Kliffmüller als Reiseleiter eine stark verbilligte Sonderzugfahrt von Gießen nach der Bergstraße. Als Zielort war das idyllisch gelegene Auerbach gewählt, das auch diesmal wieder in seiner Blstten- pracht die alte Anziehungskraft zeigte. Trotz des nicht einladenden und nicht frühlingsmäßigen Wetters hotte sich eine stattliche Zahl von Teilnehmern zur Mitfahrt entschlossen, so daß der Zug beim letz- ten Einsteigebahnhof Frankfurt (M) - West mit über 700 freudig gestimmten Ausflüglern besetzt war. Die Reichsbahn hatte diesmal in besonderer Weise durch die Bereitstellung neuer Eilzugwagen für eine angenehme Fahrt gesorgt, worüber die Fahrgäste sehr erfreut waren. Die Stunden in Auerbach wurden reichlich ausgenutzt zu Wanderungen aufs Auer- HundertIahre Gießener Realanstatten. Ein Rückblick auf die ii. Daß auch in Gießen dieses Bedürfnis sich schon lange regte, beweist der Lehrer am Pädagogium PH. Mich. S n e l l bereits 1778 mit seiner öffentlichen Bekanntmachung betr. Gründung einer Pri- oatrealschule, die er in seinem Hause neben seiner ordentlichen Lehrtätigkeit plante. Die Ausführung dieses Unternehmens, mit dem Snell in erster Linie seine Einkünfte verbessern wollte, wurde jedoch rechtzeitig durch den Senat der Universität verhindert, der eine Schädigung des Pädagogiums befürchtete. Die erstrebte „Realschulbildung" suchte der Senat damals zu erzielen durch Aufnahme und Verstärkung der realistischen Fächer im Lehrplan des Pädagogiums. Lange war der Beariff „Realschule" nach Form, Inhalt und Ziel nicht fest umschrieben. Im 18. Jahrhundert zunächst durch den Nützlichkeitsstandpunkt bestimmt und als Vorbereitungsanstalt für die unmittelbaren Berufszwecke, also mehr als Fachschule entstanden, hat sie erst in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts eine feste und bleibende Gestalt gewonnen. Gleich dem Gymnasium sollte sie das Fundament legen zu einer über das Maß der Volksschule hinausgehenden Allgemeinbildung für alle höheren bürgerlichen Berufe, jedoch nicht wie eine Fachschule ausschließlich für eine besondere Berufsart. Während aber das Gymnasium in der Hauptsache eine altsprachlich-geschichtliche Bildung vermittelte, stellte sich die Realschule die Aufgabe, auf einem kürzeren Schulwege ihre wichtigsten Bildungsstoffe in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern zu suchen, ohne auf die gesinnungsbildenden Fächer, auf den Unterricht in der Muttersprache und in neueren Fremdsprachen, in Geschichte und Erdkunde zu verzichten. Latein, anfangs als unverträglich mit dem Wesen der Realschule verworfen, wurde doch bald zugelcrssen, wenn auch vielerorts nur als wahlfreies Fach, einmal wegen seiner „verstandesbildenden Kraft", wahrscheinlich aber auch wegen der damit verbundenen Berechti- gungen. Denn auch für die mittlere, nicht auf Universitätsbildung gegründete Beamtenlaufbahn forderten verschiedene Zweige der Staatsverwaltung regelmäßig ein gewisses Maß lateinischer Kennt- Gründungsgeschichte. nisse. So barg die neue Schulform von Anfang an den Keim zu z w e i Anstaltsarten mit verschiedenen Zielen und Mitteln in sich: den Keim zur reinen Realschule ohne Latein und zur Realschule mit Latein, die sich im Laufe der nächsten Jahrzehnte zur Oberrealschule und zum Realgymnasium entwickelten. Preußen ging bei den Gründungen und auch bei der späteren Weiterentwicklung den übrigen Bundesstaaten voran. Schon waren nach verschiedenen, zum Teil privaten Versuchen, aber bei nicht ganz klaren und einheitlichen Zielen vier städtische Realschulen in Hessen entstanoen: in Darmstadt 1821 (zunächst als rein technische Schule ohne Fremdsprachen für Bauhandwerker, aus der sich die heutige Technische Hochschule entwickelte), seit 1826 erweitert durch eine Realschule mit neueren Fremdsprachen und Latein; in Mainz 1831, in Offenbach 1834, zuletzt in dem Odenwaldstädtchen Michelstadt. Gestützt auf die Darmstädter Erfahrungen hat sich die Regierung 1833 entschlossen, die beiden Anstalten in Darmstadt und Mainz nach einheitlichen Gesichtspunkten, zu erweitern, auch in Gießen, der dritten Provinz'ialhauptstadt, eine Neugründung an- mregen, das ganze Realschulwesen des Landes gesetzlich zu regeln und zu verstaatlichen. Ein gemeinschaftlicher Beschluß der beiden landständischen Kammern stellte für jede der drei „Provinzialrealschulen" jährlich dreitausend fl. aus staatlichen Mitteln zur Verfügung, unter der Bedingung, daß auch die drei Städte sich zur Zahlung der gleichen Summe verstehen sollten. In einer Sitzung erklärte sich der Gemeinderat der Stadt Gießen im Januar 1834 dazu bereit, unter ausdrücklicher Bejahung des Bedürfnisses nach einer Realschule. Ueber die sachlichen Leistungen — die Bereitstellung der notwendigen acht Räume und der Heizungskosten, einer „chemischen Küche", einer Wohnung für den Direktor und den Pedell —, nicht zuletzt auch über das Ziel und die eigentliche Aufgabe der neuen Realschule wurde Bürgermeister S i l b e r e i s e n mit einer von dem Gemeinderatsmitglied Dr. Vogt verfaßten und vom Gemeinderat am 9. 8. 1834 genehmigten Denkschrift bei der Behörde zunächst nochmals vorstellig. ** Die Sprechstunden des Kreisle^ ters fallen in dieser Woche in Gießen aus. ** Silberne Hochzeit. Morgen, Mittwoch 28. April, können die Eheleute Postassistent Karl Müller und Frau, Wetzlarer Weg 55, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. ** 8 0. Geburtstag und Geschäfts, jubiläum. Am Ijeutigen Dienstag, 27. April, kann der frühere Weißbindermeister Christoph Schmidt II., Löberstraße 11 wahnhaft, der Senior, chef des Maler-, Lackier-, Weißbinder- und Stuck, aeschäfts Gustav Chr. Schmidt, in geistiger und körperlicher Frische seinen 80. Geburtstag begehen. Gleichzeitig jährt sich heute zum 50. Male der Tag, an dem der Jubilar vor einem halben Jahrhundert sein Geschäft gründete. Der alte Herr stammt aus Großen-Buseck, erlernte in Gießen seinen Beruf und war dann zunächst als Vorarbeiter bei dem Weißbindermeister Gg. M ö h l tätig. Durch Fleiß und gediegene fachliche Arbeit war es ihm ver. gönnt, sein eigenes Unternehmen fruchtbar ent- wickeln zu. können. Neben seinem Beruf war er auch lange Jahre in ehrenamtlichen Stellungen tätig, u. a. als Vorsitzender des Gesellen- und Meisterprüfungsausschusses in Gießen, im Aufsichtsrat der Handels- und Gewerbebank, beim Orts- gericht ufw. Am 1. Januar 1920 zog er sich vom Geschäft zurück und übergab es seinem Sohne, dem jetzigen Inhaber Gustav Chr. Schmidt. ** Die diesjährigen öffentlichen Impftermine sind wie folgt festgesetzt: Montag, 3. Mai, Nachschau: Montag, 10. Mai. Impftermin: Dienstag, 4. Mai, Nachschau: Dienstag, 11. Mak (jeweils in der Zeit von 15 bis 16 Uhr). Jmpflokal ist die Turnhalle der Schillerschule. Amtsgericht Gießen. Der vor kurzem vom Schöffengericht in Gießen wegen mehrerer Darmdiebstähle bestrafte R. I. aus Wieseck hatte sich nach seiner Bestrafung nach Frank« furt a. M. begeben. Da er ohne jealiche Barmittel war, faßte er dort den Entschluß, wieder nach Gießen zurückzukehren und einen Sackhändler, den er schon einmal bestohlen hatte, erneut zu bestehlen. Er brach bei diesem ein und entwendete 250 bis 300 Säcke, die einen Wert von etwa 100 RM. ausmachen. Bei der Ausführung der Tat wurde er jedoch von einem Wachmann der Wach- und Schließgefellfchaft überrascht, so daß ihm die entwendeten Säcke wieder abgenommen werden konnten. Das Gericht bezeichnet» ihn als einen asozialen Menschen, der scheinbar immer wieder zu neuen Diebstählen neigt, und es verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von acht Monaten. Infolge feiner schweren Erkrankung und mit Rücksicht auf die Tatsache, daß er noch ziemlich jung ist, wurden ihm nochmals mil« bernbe Umstänbe zugebilligt. Das Gericht ließ ben Angeklagten jedoch nicht im Zweifel darüber, daß er im Wiederholungsfälle mit einer Zuchthausstrafe und der Anordnung der Sicherungsverwahrung zu rechnen hat. Aus der engeren Heimat. Landwirtschaftliche Dezugs- und Absahgenoffenschast Langsdorf, co Langsdorf, 26. April. Jüngst hielt die >äu erliche Bezugs- und Abfatzgenos- e n s ch a f t ihre alljährliche Hauptversammlung ab. 21115 dem Jahresbericht des Direktors Emil Bausch ging hervor, daß die Zahl der Mitglieder mit 109 ast gleich geblieben ist. Die hervorragende Bedeutung, die die Genossenschaft für die bäuerlichen Betriebe unseres Dorfes hat, ging aus der Bilanz des Jahres 1936 hervor, aus der wir folgende Angaben machen: 1. Bezug: An Futtermitteln wurden bezogen 2530 Zentner --- 18 978 Mark (1935: 1585 Zentner — 12 033 Mark). An Düngemitteln wurden bezogen 4588 Zentner = 13 057 Mark (1935: 4832 Zentner = 12 182 Mark). An Saat- aut wurden bezogen 343 Zentner — 5522 Mark (1935: 414 Zentner = 6524 Mark). An Brenn- toffen wurden bezogen: 1580 Zentner = 1245 Mark (1935: 1300 Zentner = 1023 Mark). Verschiedene Waren 1936 füt 4310 Mark (1935 für 3450 Mark). Der Gesamtbezug betrug 1936 9166 Zent- ner = 43 107 Mark (1935: 8131 Zentner = 35 302 Mark). Der BezuZ stellte sich also im Jahre 1936 um 7905 Mark höher als im Vorjahr. 2. Der Ab - atz gestaltete sich folgendermaßen: An (betreib» wurden abgefetzt 1936 3074 Zentner = 31165 Mark (1935: 3051 Zentner = 30 747 Mark). An Raps wurde abgesetzt 1936 11 Zentner = 186 Mark. An Flachs wurde abgefetzt 1936 154 Zentner = 605 Skandal um Or.Vandergmen Roman von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. S. 27. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) 18. An der Wohnungstür von Frau Bürklein steht Mary Hauck und schimpft wie ein Rohrspatz. Bert Imhoff, von unten heraufkommend, sieht zuerst ein paar schlanke, fest gebaute Mädchenbeine, sieht einen hellgrauen Tuchrock eng um schmale Hüften gespannt und ist betroffen von der Vollendung ihres Körpers. „Hier ist wohl niemand zu Haufe?" fragt er und zieht höflich den Hut. „Doch! Der alte Drachen will bloß nicht auf- machen. Aber wir werden schon sehen, wer die größere Ausdauer hat." Mary drückt den Daumen auf den Klingelknopf und nimmt ihm nicht wieder weg. Endlich wird die Türe aufgerissen, Frau Bürklein erscheint mit zorngerötetem Gesicht, aber sie hält ihren Entrüstungssturm zurück, als sie den Herrn sieht, der sie mit seiner mächtigen breitschultrigen Gestalt zur Vorsicht mahnt. „Sind Sie denn schwerhörig geworden, Frau Bürklein? So was! Wo steckt die Gisch? Noch nicht nach Hause aekommen?" Frau Bürklein verzieht verächtlich den Mund. „Fräulein Ameluna ist vorübergehend zu einer Freundin übergesieoelt, angeblich. Wird schon die richtige Freundin sein! Wenn Sie die Adresse wissen wollen: Breite Straße 64. bei Fräulein Van- dergruen!" „Wie? Fräulein Dandergruen? Nein so was!" „Vandergruen?" denkt Imhoff. „Das ist ja interessant!" „Und Sie, mein Herr?" flötete Frau Bürklein. „Wollten Sie zu mir?" „Nein, ich hatte ebenfalls Fräulein Arnelung sprechen wollen." „Ach so!" Bums, kracht die Tür zu. „Sie wollten auch zu Gisch?" Nun sieht sich Mary den Herrn erst genauer an. Hm, nicht von Pappe, denkt sie. Könnte einem fast imponieren! Imhoff mustert Mary so unbekümmert, daß es dieser ein wenig unbehaglich zumute wird. Sein Blick geht einem ja durch und durch. Es ist keineswegs Imhoffs Art, mit irgendeinem Mädchen so im Vorbeigehen eine rasche Beziehung anzuknüpfen. Aber dieser Mensch da ist nicht „irgendein Mädchen", sondern da steht ein Geschöpf, makellos, voll Kraft und Selbstbewußtsein. Don so einer könnte man'vielleicht das Höchste fordern und das Höchste erlangen. Die wäre der Kerl dazu. Mary trägt eine dünne Sommerbluse mit kurzen Aermeln. Ein breiter Silberreifen umschließt ihren braunen, schöngeformten Arm. „Na, da wird uns nichts übrig bleiben, als der Flüchtigen nachzuspüren!" „Allerdings!" meint Mary nicht gerade überwältigend freundlich und eilt, ohne auf ihn zu warten, die Treppe hinab. Er muß sich beeilen, wenn er sie nicht entwischen lassen will. Ihre Bewegungen sind elastisch, voll Anmut, voll verhaltener Kraft. Man merkt es ihr völlig an, daß sie am liebsten ausbrechen und losstürmen möchte. „Das ist wohl Ihr Wagen?" fragt sie drunten und deutet mit einer Kopfbewegung auf das schmissige Kabriolett, dessen verchromte Kühlerhaube in der Sonne funkelt. „Allerdings!" lächelt Bert Imhoff und erwartet, daß sie den Vorschlag machen werde, mit ihm zu fahren. „Na, dann auf Wiedersehen! Ich benütze die Straßenbahn." „Wenn Sie Lust haben, können Sie ruhig in meinem Wagen mit Platz nehmen." „Nein, danke!" sagt Mary und marschiert los. So etwas hat Imhoff wahrhaftig noch nicht erlebt. „Verdammte Kröte!" zischt er und hat sie mit drei Schritten eingeholt. „Kommen Sie jetzt!" befiehl er und packt sie so heftig am Handgelenk, daß sie vor Schmerz zusammenzuckt. „Das ist ja Gewalt!" trotzt sie auf. „Anscheinend die einzige Möglichkeit, mit Ihnen fertig zu werden! — Wenn Sie nicht mitfommen, können Sie noch was anderes erleben!" „So? Da bin ich ja neugierig!" Und sie versucht erbittert, mit zusammengekniffenen Augen ihr Handgelenk freizubekommen. Ein paar Dorüber- aehenoe werden schon aufmerksam und bleiben feixend stehen. Was nun geschieht hat sich Mary allerdings nicht träumen lassen. Ehe sie sich's versieht, fühlt sie sich um die Hüften gepackt, hochgehoben und fortgetragen. Im Augenblick ist sie sprachlos, aber dann fängt sie zu brüllen an, als stäke sie am Spieß, und strampelt mit den Beinen, daß Imhoff ordentlich zupacken muß. Alles läuft zusammen, aber niemand weiß, wie er sich diesem ungewöhnlichen Vorfall gegenüber verhalten soll. Wenige Augenblicke später landet Fräulein Mary Hauck mit einem ziemlichen Schwung in den Polstern des Autos. Imhoff nimmt am Steuerrad Platz, und schon saust der Wagen los. In wenigen Sekunden ist der Schauplatz des aufregenden Geschehnisses außer Sicht. Bert Imhoff dreht sich nach seinem Opfer um und zwinkert dem Mädchen, das reglos, mit bebenden Lippen in der Ecke liegt, freundlich zu. Weiterhin bekümmert er sich nicht mehr um sie. Aber seine Gedanken umkreisen sie. Die wäre es wert! Donnerwetter, welch ein Mensch! Dieses stolze Herz sich zu formen! Dies Mädel könnte einem vielleicht das Leben noch köstlich machen! In Marys Herzen bekämpfen sich die wider- streitendsten Gefühle. Zuerst hat noch die Empörung die Oberhand. Man braucht sich ein solch brutales, unerhörtes Benehmen wirklich nicht bieten zu lassen. Geradezu toll ist das, wie' der Mann mit ihr umgefprungen ist. Wofür hält einen bloß dieser Kerl? Aber allmählich drängen sich andere Stimmen vor. Eigentlich allerhand, rote er sie auf den Arm genommen und getragen hat! Als wenn sie rein gar nichts wäre! Sie weiß keinen anderen, der es gewagt hätte, etwas Aehnliches zu tun. Wie das wohl sein würde, von diesem Mann geliebt zu werden? Das Ende ist, daß Mary Hauck von der Liebe träumt. — Der Wagen hält vor dem Haus von Dr. Vandergruen, Imhoff steigt aus und wartet, bis Mary art feiner Seite ist. Das dauert eine Zeit. Mary hat erst an ihrem! Kleid zu ordnen, der eine Schuh ist aufgegangen* die Frisur ist durcheinandergeraten. Endlich kommt sie herausgekrochen, oh, ganz Dame, sehr unnahbar, angelegentlich mit ihren Handschuhen beschäs- tijjt. Das Mädchen Else führt die Besucher in btd Diele und verständigt Gisch. Gisch, als sie herunterkommt, ist sehr überrascht* Bert Imhoff in Marys Begleitung anzutreffen. „Sie kennen meine Freundin?^ „Noch nicht sehr lange, aber wir haben uns schon recht gut angefreundet, nicht wahr, mein Fräulein?" Mary zieht die Augenbrauen hoch. Das bedeutet:' „Sie sind für mich Luft, einfach Luft, mein Herr!" „Was soll das heißen, Gisch? Deine Uebersied- luna in dieses Haus, meine ich!" „Ich erzähle dirs noch! Wollen Sie mich fpre« chen, Herr Imhoff?" „Jawohl! — Ich komme geradewegs von der Olbersstraße. Dort traf ich auch mit der jungen, Dame hier zusammen. Sie bat mich so flehentlich, sie hierher mitzunehmen, daß ich nicht nein sagen konnte." Mary knirscht hörbar mit den Zähnen. „Paß mal auf, Gisch, ich werde ein andermal wieder vorbeikommen. Der Herr wird allein mit dir sprechen wollen, da will ich nicht stören." „Ich weiß nicht--" zögert Gisch, aber Imhoff macht eine Handbewegung, die jede weitere Erörterung abschneidet. „Das Fräulein hat selbstredend den Vorrang. Außerdem ist meine Angelegenheit in wenigen Minuten erledigt." Die drei betreten einen Raum, der als Besuchszimmer dient und nehmen um einen niederen arabischen Rauchtisch Platz. „Ich kann Ihnen leider nichts anbieten, da ich hier selber nur Gast bin, nicht einmal Zigaretten habe ich da". Imhoff, mit ausgestreckten Beinen in den Sessel zurückgelehnt, zieht sein Etui. „Haben wir!" lacht er. „Bitte, die Herrschaften, sich zu bedienen." Gisch bedient sich, und auch Mary greift mit spitzen Fingern ins Etui. Ihre Miene ist die einer Königin. „Danke!" sagt sie kurz. (Fortsetzung folgt!) tuen, daß die Spa t!N wenig gefheger iainWar gepru tagen und genehn mb Geschäftsordnu «Mungswahlen zi fcng erledigt mar, ^eiligem Austausc Lar XWieseck,26 Schützen ist 57. Lehrer Heller, ( Wchtsrat wurde befaßt für die treue per Reoiswnsbench V\ dem Ländlichen Achten keine Aen! Wem der geschah LV aeftem -r ' im Lorjah"- ^nen5?n98520 papiere 10 * 975 59 l W f VJ 10 4( M-? LJe bereitgestell Wae fUs ®»e'ncrr ^njitllenülufgaf iM gerecht zu tr «abersteüge Jon der wirtschaft!' Meises. Das wc ’S ,S>L | W ®.k, Di * *1" ..MUf l”1 . U"6 Öen. Die anderen kamen in Klasse V * Klein-Lin Me Dutenhofen- jen Sonntagnachm Loldat, der feit M einem aus Loli sichren. Dem Soli Wt beschädigt, ferm ’Mem Krastwagei Wahrer setzten i verletzten Sold tmerie ist mit den Jßid),26. SIpri Ipriu unserer St M>ht, aeb. Loh, Toners Johann M Ren. Sie stand in Heute । hoch. MW Regenmäntel die neuen „EISELT“-Mäntel eingetroffen rss?o Sporthaus Schwan Mäusburg 16 Telephon 3234 134,5 133,5 16,75 17,4 127,65 17.13 17,5 127,65 200 .200,25 113,65 117,5 105 113,65 117,5 105 Wirifchast einige Berlin Frankfurt a. M. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt d. BL Bekanntmachung bis 15 Reste 407 bis 15 15 bis bis 15 1937, von der Schillerfchule, alle in 1936 oder Wußten Sie schon? Mittwoch « Heute Photo — Kino, Kreuzplatz 9 beiden wurde 0,759 42,10 0,159 47,14 54,88 47,14 12,30 5,435 11,05 136,52 13,11 0,755 42,02 0,157 47,04 54,78 47,04 12,27 5,425 11,03 136,24 13,09 0,714 5,694 61,66 48,95 11,14 63,21 56,89 16,98 8,646 2,488 . . Mk. . . Mk. .. Mk. . . Mk. . . Mk. Um 870 Sie kosten: Ombrux..... Tempophot .. Sixtus ..... Elektro Bewi. Helios...... 2885 A 24.— 24.50 36.— 36.— 42.— 1951er Verein. Stahl auf 99,65 (99,25). Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 27. April. (Vorbericht.) Essen Sie gern Rettiche? Jo, wenn nur das Schneiden der Rettiche einfacher wäre. Es sollen doch immer schöne, gleichmäßig starke Scheiben sein. Da hilft Ihnen der Rettichschneider, mit dem diese Arbeit ganz schnell geht. Bitte, lassen Sie sich den Rettichschneider zeigen bei J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. 16 Uhr. Rachschau: Dienstag, 11. Blai 16 Uhr. Impflokal ist die Turnhalle Schillerstraße. Aufforderung unterlaßt, an baufälligen Gebäuden die erforderlichen R. vorzunehmen. Reseda, Einjahrsblume, die im April an sonnige Eartenstellen gesät wird. Wohlriechend, deshalb immer wieder neue Anzucht. Saatplätze möglichst in der Nähe von Sitzplätzen im Garten. Bevorzugt werden die großen Sorten (Machets Riesen). Reserve, lat., entbehrt. Fremdwort für Vorrat, Notvorrat, Notgroschen, Rücklage, Vorbehalt, ferner Bezeichnung für die Wehrpflichtigen, die bereits aus dem Heeresdienst entlassen sind. Reservoir, entbehrliches französ. Fremdwort für Behälter, Sammelbecken. Respekt, entbehrl. lat. Fremdwort für Achtung, Hochachtung. Reste jeder Art muffen aus wirtschaftlichen Gründen daraufhin geprüft werden, ob sie nicht neu verwendet werden können. Speisereste werden viel lieber gegessen, wenn sie in einer anderen Form wieder auf den Tisch kommen, Fleischreste können z. B. zu Fleischbällchen, Salaten oder Aufläufen, Eemüsereste zu Suppen verwendet werden. Aus Stoffresten aller Art, die in schmale Streifen geschnitten und aneinandergeheftet sind, kann man die beliebten Flickerteppiche weben lassen. Im „Kampf gegen den Verderb" sind alle erdenklichen Reste daraufhin zu prüfen, ob sie als Rohstoffe wieder verwendbar sind. Gießen findet wie folgt statt: Impftermin: Blonfag, 3. Blai 1937, von 16 Uhr. Nachschau: Blonfag, 10. Blai 1937, von 16 Uhr. Impftermin. Dienstag, 4. Blai 1937, von zugelassen. Gießen, den 27. April 1937. Der Oberbürgermeister: Ritter. 0,716 5,706 61,78 49,05 11,16 63,33 57,01 17.02 8,664 2,492 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. sich recht gut einführte. Es kosteten Fresser 100 bis 200 Mark, Rinder 200 bis 400 Mark, Kühe 400 bis 550 Mark. Der Ferkelmarkt war mit 414 Ferkeln zum Verkauf beschickt. Es kosteten bis zu sechs Wochen alte Ferkel 13 bis 15 Mark, 7 Wochen alte 16 bis 18 Mark, 8 Wochen alte 18 bis 20 Mark, 9 bis 13 Wochen alte 21 bis 27 Mark, Springer bis zu 30 Mark pro Stück. Auf Märkten war der Handel gut, der Auftrieb Zu diesen Terminen können früher geborenen Kinder, bei welchen der Nachweis der erfolgreichen Impfung bisher noch nicht erbracht wurde, vorgestellt werden. Die Kinder müssen mit reingewaschenem Körper und reinen Kleidern zur Impfung gebracht werden. Kinder aus Häusern, tn denen übertragbare Krankheiten herrschen, sind nicht 19.39-22 29. Mittwoch- Miete Stille Gäste Komödie von Billinger. Preise von 0.60-3.00 RM. fast restlos geräumt. Schweinemarkt in Alsfeld. △ Alsfeld. 26. April. Auf dem heuüoen Schweinemarkt waren 545 Ferkel zum Verkauf aufgetrieben, darunter 251 Händlerschweine. Es kosteten bis 8 Wochen alte Tiere 18 bis 25 Mark. 8 bis 10 Wochen alte 25 bis 30 Mark pro Stück. Der Handel war schleppend, es verblieben 220 Stück Ueberftand. Hier abschneiden! len. «ft VQS Frank. la)e Barmittel Giehen 'ben et schon Mn. Er brach 115 300 SädL ^machen. Jej °ch von einem äscherst üben cke wieder ab. 4t bezeichnet, der scheinbai neigt, und es 'strafe voii Deren Erkran« tjache, daß et nochmals ml« iricht ließ den darüber, daß juchthausstras, enoohrung za 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: Kälber, 30 Hämmel, 24 Schafe, 5200 Schweine. Es ■ ömpftenmf Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt 2887C Gestoch. scharfe Schrift, unverwüstliche Konstruktion, spielend leichter Anschlag, formschönes Aussehen — das ist die Klein Torpedo mit Segmentumschaltung. Nur RM. 186.-. Schon f. 8.30 mtl. Niederhausen Bahnhofstraße 49 Gießen. oooA 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber getr. 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu lose 5,00 bis 5,50, do. drahtgepreßt 5,40 bis 5,90, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 2,40. Tendenz: ruhig. Biehmartt in Hungen. 4 Hungen, 26. April. Heute fand hier Rindvieh- und Ferkelmarkt statt. Auf dem Rindvieh- markt standen 30 Stück Großvieh und 20 Fresser zum Verkauf. Es war der erste Rindermarkt, den unsere Stadtverwaltung veranlaßt hatte, und der HelH' er Bilanz bes folßenbt An- rrmitteln mir- i Mark (1915: Düngenckü 13057 M rt). An Gm = 5522 M ). An Brenn- itncr = M kart». Dersch'k' 1935 für M ,36 9166 Seltner - 35 3M m Yahre W r 2. Der Ad' 'An Gelrndr = 31165 N trf).£nW „ 186 Mack. A's tnhierjjw kosteten: Kälber 28 bis 65 Mark, Hämmel 40 bis 52, Schafe 35 bis 45, Schweine 48,50 bis 52,50 Mark. Marktverlauf: Schweine wurden zugeteilt, Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 26. April. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W13 211, W16 214, W19 218, W 20 220, Roggen R 12 174, R 15 177, R 18 181, R19 183 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,70, W 16 29,80, W19 29,80, W 20 30,15, Roggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R 12 9,95, R15 Mit w $4 rt Buenos Aires . Brüssel....... Rio de Janeiro Polen........ Kopenhagen... Danzig....... London....... Helsingfors.... Paris........ Holland...... Italien....... bis Mary erst an N t aufgeganQ Endlich ? sehr unE chllh-n bl* W übemlM injuittf!"1 oben ii»'S , it, melN eine W* 1 *0 n jcht nein R ti«* i Äürk (1935 für 80 Mark). An Kartoffeln wurden aibgefetzt 1936: 436 Zentner --- 1273 Mark (1935: 2082 Zentner = 5395 Mark). An Dickwurz wurden abgesetzt 1936: 1666 Zentner = 866 Mark. An Obst wurden abgesetzt 1936: 172 Zentner ---- 898 Mark 1935: 307 Zentner = 2832 Mark). Der Gesamt- llbsatz in 1936 betrug 5513 Zentner = 34 993 Mark 1935: 5440 Zentner — 39 414 Mark). Der gesamte Absatz war also 1936 um 4421 Mark geringer als m Vorjahr. Der Reingewinn betrug 749,67 Mark, .'^r als Betriebsrücklage und Reservefonds gebucht »urde. Außerdem führt die Genossenschaft einen Kleinverkauf im Ladengeschäft, der seit längeren Jahren der Kriegerwitwe Anna Jakob anoer- raut ist. Die Hauptarbeitslast an der ganzen Genossenschaft trägt der Rechner Heinrich Schiel I. Vorschuß- und Kreditverein Langsdorf. co Langsdorf, 26. April. Der hiesige Vör - chuß- und Kreditverein e. G. m. b. H. ielt gestern im Gasthaus „Zur Traube" seine r.5. Generalversammlung unter Leitung des Auf- schtsratsvorsitzenden, Bürgermeister Kneipp, ab. Der Jahresbericht und die Jahresrechnung 1936 ourben von dem Rechner Heinrich Roth V. oor- tetragen. Wir entnehmen daraus folgende Angaben: iie Zahl der Mitglieder beträgt 139, einer weniger : 1s im Vorjahre, die Summe der Aktiva betrug 112 968,18 Mark. Darunter sind im einzelnen erwähnenswert: Bankguthaben 86 633,70 Mark, Wert- sapiere 10 285,20 Mark, Forderungen in laufender Rechnung 260 410,80 Mark, aufgewertete Hypo- yeken 35 813,55 Mark. Die Summe der Passiva ietrug 411 275,59 Mark, davon sind hervorzuheben: iieservefonds 10 400 Mark, Geschäftsguthaben der Mitglieder 11371,33 Mark, neue Spareinlagen — :i>it dem Ende der Inflation — 316 638,86 Mark, mfgewertete Spareinlagen 37 625,76 Mark. Der Reingewinn betrug 1692,59 Mark. Er wurde auf Zeschluß der Versammlung vornehmlich für soziale Zwecke bereitgestellt. Jahresbericht und Bilanz bie- >n das Bild einer kleinen, aber gesunden ländlichen Kreditanstalt, die sich bewußt darauf beschränkt, den nanziellen Aufgaben einer dörflichen Finanzwirt- chaft gerecht zu werden. So entspricht ihre lang- ime, aber stetige Aufwärtsentwicklung ziemlich ge- au der wirtschaftlichen Lage ihres ländlichen Kun- enkreises. Das war besonders daraus zu entneh- nen, daß die Spareinlagen auch im Geschäftsjahr in wenig gestiegen sind. Dem Vorstand und dem lufsichtsrat wurde Entlastung erteilt und Dank esagt für die treue und umsichtige Geschäftsführung. )er Revisionsbericht der vorjährigen Rechnung, die ji dem Ländlichen Genossenschafjsverband Rhein- llain-Neckar geprüft worden war, wurde vorge- ragen und genehmigt. Die neue Dienstanweisung inb Geschäftsorbnung würbe genehmigt. Die Er- änzungswahlen zum Vorstanb unb Aufsichtsrat rächten keine Aenderung gegenüber dem Vorjahr, tadjbem der geschäftliche Teil der Generalversamm- Lmg erledigt war, blieben die Mitglieder noch zu geselligem Austausch beieinander. Landkreis Gießen. X W i e s e ck , 26. April. Die Zahl unserer Adc - Lchützen ist 57. Die Klasse Villa, geführt von Lehrer Heller, erhielt 15 Knaben unb 14 Mädchen. Die anderen 14 Knaben und 14 Mädchen tarnen in Klasse VHIb zu Fräulein Fay. * Klein-Linden, 26. April. Auf der Landstraße Dutenhofen—Klein-Linden wurde am gestrigen Sonntagnachmittag ein von hier stammender 6 o I b a t, der seitwärts am Straßenrand stand, von einem aus Lollar stammenden Auto a n g e - fahren. Dem Soldaten wurde dabei der Waffenrock beschädigt, ferner erlitt er eine Fleischwunde. Ln dem Kraftwagen brach die Türklinke ab. Die Autofahrer setzten ihre Fahrt fort, ohne sich um ien verletzten Soldaten zu kümmern. Die ©en« iarmerie ist mit dem Vorfall bereits beschäftigt. ch L i ch , 26. April. Sonntag wurde die ä l t e st e fr r q u unserer Stadt, Frau Margarethe Mit - rächt, geb. Lotz, Witwe des verstorbenen Bier» Iraners Johann Martin Mitnacht, zu Grabe ge- tragen. Sie stand im 92. Lebensjahr.________ I i'a't I »Hl ' unb S"! I st« r* I ’Ä I 1 W 1 K nd Wftl ~ sich N\ ? 26. April Amiliche No tierung Geld | Bries ?6.April Amtliche Notierung Geld | Brief Japan...... Jugoslawien Oslo....... Wien....... Lissabon.... Stockholm .. Schweiz.... Spanien.... I Prag....... Budapest... I Neuhork.... Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußl. Abendbörse Schlutz- kurs Schluhl Mittag- börse Datum 24 4. 26.4 24-4- 26.4. 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 102,25 102,4 102,25 102,4 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98,9 98,9 98,9 98,9 61/2% Doung-Anleihe von 1930 .. — 105 104,75 104,75 4/t% Hessische Volksstaat von 1929 4/i% Deutsche ReichSpostschatz von 1934 I...................... 99,75 99,75 99,75 — 100,7 101,2 101,2 101 4/i% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 l.................. 99,25 _ 99,1 99,2 Reichsanleihe-Altbesitz.......... 125,13 125 125,13 125 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten.............. 134 135 _ — 4/i% Hess. Landesbk. Darmstadt Goldpfe. R. 12.............. 99,25 99,25 99,25 — 5/1% Hess. Landes-Hyp.-Bank Liqu. Goldpfe............... 101,4 101,5 _ _ 4/i% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 99 99 99 4/i% Preutz. Gold-Komm. R. 20 — — — 97,75 4/i% Darmstädter Komm.-Lan- desbankR. 6................ 97,5 97,75 _ _ Deutsche Komm.-Sammel-Anlethe Auslos.-Rechte l.............. 132,5 132,65 132,9 132,65 4/i% Franks. Hpp. Goldpfe. R. 15 99,5 99,5 99,25 99,5 4/t% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... _ — _ _ 5/i% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 101,5 101,7 _ — 5/i% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 101,65 101,65 101,65 101,65 Steuergutschein-Verrechnungskurs 110,25 110-25 110,3 — 5% Goldmexikaner von 1899 .... — — — — 4% Oesterreichische Goldrente.... —— —— — — 4,2% Oesterreichische Silberrente. — —— —— — 4/i Ungarn Staats von 1913 .... —— —— — — 4% Ungarische Goldrente....... —- — —— — 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 —— — —— — 5% Rumänen von 1903......... — — —— — 4y2% Rumänen Gold von 1913.. — — — — 4% Einheits-Rumänen......... —— — —— — 4% Dürken Bagdad I........... — — — — 4% Türken Bagdad II.......... 2/4% I. Anatolier.............. —— — — —— — — — — Schluß- hirä Schluß?. Wend- börse Schluß, kurs Schluß!. Mitlagbörse Datum 24.4. 26.4. 24.4. 26-4. Accumulatoren.Fabrik...... 12 _ — — 215 AKU=Äunftfelbe........... .. O — — — —— Aschaffenburg Zellstoff...... .. 3 142 142,5 142,25 142,75 Bemberg................. .. O 122,5 122.25 122,5 122,75 Bekula................... .. 8 164,5 165 165,65 165 Buderus Eisen............. .. 4 133,25 132,75 132,5 132,75 Cement Heidelberg......... .. 7 163 162 — — Cement Karlstadt.......... .. 6 — — — —- Chade A.-C................ .. 9 — — — —— Conti Gummi............. 11 185 187,25 186 187,5 Daimler Motoren.......... .. 5 140 139,9 139,5 139,9 Dessauer Gas............. .. 4 — — 118,25 117,75 Deutsche Erdöl............ .. 5 151,5 152,13 152,13 151,9 Deutsche Gold- und Silber .. .. 9 265,5 263 — — Deutsche Linoleum......... 10 —— 178 177,5 177,9 Elektrische Lieferungen...... .. 6 135,5 135,5 135,75 135,5 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 150,5 150,75 150,75 151 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 170,13 169,9 170 170 Felten & Guilleaume....... .. 6 142,5 141,5 143,25 141,75 Gesfürel.................. .. 6 150 151 149,5 151.25 Th. Goldschmidt........... .. 5 140,13 140,5 140 140 Gritzner Maschinen......... .. O 46,75 47,25 47 47,5 Harpener................. 2/i 162,25 161,5 162 161 Hoesch Eisen............... 5/i 123,5 123,25 123.13 123 Philipp Holzmann......... .. 6 152 154,25 152,5 155,25 Ilse Genüsse.............. .. 6 144,5 144,5 144 143,5 Kal! Aschersleben.......... .. 5 127 126,4 126,5 125,75 Klocknerwerke ............. 4/i 132,25 131,75 132 131,75 Kokswerke und Chemische Fabrik 6 — — 151,25 152,5 Lahmeher................ .. 6 126,65 127,25 127,13 127,9 Mainkraft................. .. 4 98 98 — — Mannesmann............. .. 3 125 125 125,13 125,5 Mansfelder Bergbau....... 6/i 159.5 159 159 159 M-tallgefellschaft........... .. 5 153,75 —— 153,13 153,25 Orenstein & Koppel........ .. O —— —— 96,75 96.9 Rheinische Braunkohle...... . 12 — 231,5 229,5 231,5 Rheinische Elektro.......... .. 6 _ _ — —— Rheinstahlwerke............ .. 6 159,75 160,25 159,75 160,5 Rbeinisch-Westfälische Elektro .. 6 129,75 129,25 129,75 128,5 Rütgerswerke ............. .. 6 148 148.25 148 148,5 Salzdetfurth Kali.......... 7/2 167 168 167,5 167,25 Schuckert L Co............. .. 6 170,25 169,75 169,75 169,75 Schultheis Patzenhoser...... .. 4 — 98,9 98,5 Siemens & Halske......... .. 8 200 200 200 200,5 Süddeutsche Zucker......... . 10 200 200 200 200 bereinigte Stahlwerks...... 5/1 120 119,5 120,25 119,75 Westdeutsche Kaufhof....... .. O 62,75 63 62,9 62-5 Westeregeln Alkali.......... .. 5 126,25 126 126,25 126 Zellstoff Waldhof.......... .. 6 161 161 160,75 159 Otavi Minen.............. . O.6 32 32 32 31,75 133,75 133,13 45 46 17,25 17,4 17,65 17,65 127,75 127,75 200,4 200,4 130.25 130,5 113,65 113,65 117,5 117,5 - 105 105 24 .April Amtliche Notierung Geld | Bries 0,755 0.759 42,02 42,10 0,157 0,159 47.04 47,14 54,78 54,88 47,04 47,14 12.27 12,30 5,425 5,435 11,04 11,06 136,24 136,52 13,09 13.11 24-April Amtliche istotierung Geld Bries 0,714 5.694 61,66 48,95 11,14 63,21 56,88 16,98 8,646 2,488 0,716 5,706 61,78 49,05 11,16 63,33 57,00 17,02 8,664 2,492 »NORDSEE« DEUTSCHE HOCHSEEFISCHEREI Bremen-Cuxhaven Aktiengesellschaft laarem Stadttheater 9Ji.~#port Oie deutsche Fußballmannschaft gegen die Schwei,. Acht Tage nach dem Spiel gegen Belgien trägt Deutschland abermals einen Fußballünderkampf aus, der unsere Mannschaft am kämmenden Sonntag in Zürich mit der Schweiz zusammenführt. Am Montag wurde vom Fachamt Fußball die deutsche Elf wie folgt bekanntgegeben: Jakob (Jahn Regensburg); B i l l m a n n (1. FC. Nürnberg), Münze n b e r g (Alemannia Aachen); Kupfer (1. FC. Schweinfurt), Goldbrunner (Bayern München), K i tz i n g e r (1. FC. Schweinfurt); Lehner (Schw. Augsburg), Szepan (Schalke), Eckert (Wormatia Worms), N o a ck (Hamburger SV.), Urban (Schalke 04). Ersatz: Sonnrein (FC. Hanau 93), Siff - ling (SV. Waldhof). Spielveremiqung 1900 Ziehen. VfV. R. II — Spvgg. 1900 II 0:4 (0:2). Da sich der Waldsportplatz wegen der schlechten Witterung nicht in bester Fassung befand, wurde das kleine Lok^lderby auf dem 1900er Sportplatz ausgetragen. Das Spiel wurde von beiden Parteien sehr anständig durchgeführt und hatte in Schiedsrichter Nesseldreher (Heuchelheim) einen gerechten Leiter. Das Spiel begann sehr schnell und wuchtig. Beide Tore kamen öfters in Gefahr. Bald machte sich eine leichte Ueberlegenheit der Platzbesitzer bemerkbar. Die Verteidigung der Grünweißen mit Leutheuser und Haupt machte aber immer wieder saubere Arbeit. Mitte der ersten Halbzeit wurde Pankok von Leutheuser gelegt. Den fälligen Strafstoß verwandelte er mit Bombenschuß zum Führungstor. Durch diesen Erfolg angespornt, wurden die Blauweißen jetzt überlegen und wieder war es Pankok, der kurz vor Halbzeit das Ergebnis auf 2:0 erhöhte. Nach der Pause waren die Platzbesitzer wieder überlegen und die Leute vom Waldsportplatz konnten nur durch einige Vorstöße gefährlich werden. Nach 20 Minuten Spieldauer hieß es 3:0, und kurze Zeit später siel anschließend an einem Eckball durch Bergmann das vierte Tor. Nun war der Widerstand der Gäste gebrochen und nur der guten Hintermannschaft war es zu verdanken, daß der Sieg der Platzbesitzer nicht höher ausfiel. Handball der Sp.-Bg. 1900. rNSv. Hanau — 1900 Gießen 8:8. Wie bereits berichtet, kamen die 1900er vom Gauliga-Aufftiegsfpiel aus Hanau mit einem Unentschieden nach Hause. Die Gießener mußten den Läufer Neist ersetzen. Die Mannschaft erfuhr dadurch eine Umbesetzung derart, daß Berg den Mittel- lüuferposten versah und Diezmann Rechtsaußen spielte. Der Kampf selbst verlief hochdramatisch. Die Hanauer Soldaten, die sich tags vorher von Kirch- Göns 6:8 hatten überrumpeln lassen, setzen von Anbeginn alles daran, diese Scharte wieder auszuwetzen. Sie gingen denn auch bald in Führung und kamen bis zur Pause zu weiteren Toren, denen die Spielvereinigungsleute nur insgesamt zwei entgegensetzen konnten. Nach dem Wechsel war jede Portei zunächst je einmal erfolgreich. Dann setzten sich jedoch die kräftigen und mitunter recht robust spielenden Hanauer Stürmer immer mehr durch und. brachten die 1900er innerhalb zehn Minuten mit 7:3 Toren ins Hintertreffen. Zu allem Unglück mußte nun auch noch der Halbrechte Färber 'ausscheiden! Jetzt trat aber das kaum Faßliche ein: die Gießener rafften sich zu einem fabelhaften Spurt auf und stellten einen Gleichstand von 7:7 her. Wiederum schien das Schlachtenglück den Hanauern hold zu sein, als sie ein achtes 'Tor erzielten. Doch zwei Minuten vor Schluß nützten die 1900er die Chance eines Strafwurfes, einen wertvollen Punkt zu retten. Ludwig Gerhard!, Gießen erwirb! Gaumeifierchren Bei den Gau-Fechtmeisterschafien in Fulda. Der Turnverein 1846 Gießen konnte am vergangenen Sonntag (wir berichreten bereits gestern kurz darüber) einen besonderen Erfolg verzeichnen. Ludwig Gerhardt, ein Mitglied des Vereins, errang die Gaumeisterschaft im Fechten in den beiden Waffen Florett und leichtem Säbel. Im Wettbewerb für Degen sicherte er sich außerdem einen ehrenvollen dritten Platz. Die großen Erfolge des Gießener Fechters sind um so höher zu bewerten, als er sich das Können, das für diesen Sieg Voraussetzung war, in angestrengter eigenster Arbeit, zusammen mit seinem Bruder Walter Gerhardt (der schon in früheren Jahren zu Gaumeisterehren kommen konnte), erworben chatte. Die beiden Gießener Fechter hatten in unserer Stadt und in weitem Umkreis keine ebenbürtigen Fechter, an denen sie ihr Können hätten steigern können. Lediglich in den letzten Wochen vor dem Meisterschaftskampf trainierten die Gießener Fechter einigemale mit den Fechtern des Turnvereins Wetzlar, deren auch einige in Fulda erfolgreich waren. Der Kampf selbst, der in Fulda ausgetragen wurde, stellte an die Teilnehmer höchste Anforderungen. In einer verhältnismäßig kurzen Zeit mußten sehr viele Gefechte bestritten werden. Am Samstagabend wurde bis in die Nacht gekämpft, am Sonntagmorgen ging es zu früher Stunde weiter und nach kurzer Mittagspause wurde bis in die Abendstunden gestritten. Unmittelbar nach Schluß des Kampfes hatten unsere beiden Gießener Fechter zum Bahnhof zu hasten, um noch den Zug nach Gießen zu erreichen. Interessant die Tatsache, daß 1 es bei diesem Gaukampf Ludwig Gerhardt zum ersten Male gelang, seinen Bruder Walter zu schlagen, der sich bisher immer als der bessere Fechter erwiesen hatte. Die Konkurrenz in Fulda war zu den diesjährigen Gaumeisterschaftskämpfen außerordentlich groß. Allein 25 Fechter beteiligten sich im Wettbewerb Florett. In der Vorrunde hatte Ludwig Gerhardt fünf Gefechte zu bestreiten, die er alle gewann. Auch die fünf Gefechte der Zwischenrunde 'konnte er sämtlich gewinnen. In der Endrunde standen acht Teilnehmer. Von den zu bestreitenden sieben Gefechten verlor Ludwig Gerhardt nur eines, und zwar gegen L e n g e m a n n - Kassel. Lengemann verlor allerdings in dieser Runde seinerseits gegen Walter Gerhardt und Hirth - Wetzlar. Im Säbelfechten. standen achtzehn Teilnehmer im Wettbewerb. An der Vorrunde brauchte sich der Gießener nicht zu beteiligen, da er sich durch seinen Sieg im Florett bereits für die Zwischenrunde qualifiziert hatte. Von den fünf Gefechten der Zwischenrunde verlor er nur eines und zwar gegen Hirt-Wetzlar. Die sieben Begegnungen der Endrunde konnte er alle siegreich gestalten und sich damit unangefochten auch diesen Meistertitel sichern. Zum Kampf auf Degen hatte Ludwig Gerhardt überhaupt zum ersten Male gemeldet. Für ihn bedeutete es deshalb eine besondere Leistung, daß er sich im Kampf gegen dreizehn Konkurrenten dabei den dritten Platz sichern konnte. Der Degenkampf wurde übrigens mit elektrischer Anzeige durchgeführt. Gerhardt konnte zwei Gefechte der Vorrunde gewinnen, zwei endeten Unentschieden, und eins ging ihm verloren. In der Endrunde sicherte er sich mit sechs Punkten hinter Paul (CT. Kassel) und Borchers (TF. Fulda) den dritten Platz. Am Wettkampf beteiligte sich außer Ludwig und Walter Gerhardt noch Christian Ziegler, der allerdings in den beiden Disziplinen Florett und Säbel über die Zwischen-, bzw. über die Vorrunde nicht hinauskam: Er hatte längere Zeit im Training ausgesetzt und erst vor kurzem die Hebung wieder aufnehmen können. Walter Gerhardt errang im Säbelkampf den dritten Platz. L. Gerhardt sicherte sich mit der Erringung der Gaumeisterwürde die Teilnahme-Berechtigung an den Deutschen Fechtmeisterschaften, die in den Tagen vom 26. bis 30 Mai in Hamburg ausgetragen werden. Aus unserem Gau Hessen sind neben Gerhardt noch Mulch vom Turnverein Wetzlar, Lengemann (CT. Kassel), Paul (CT. Kassel) und Borchers (TF. Fulda) startberechtigt. WerbeabendimTurnvereinSalzböden. Am Samstag veranstaltete der Turnverein Salzböden einen Werbeäbend für Geräteturnen. In der Eröffnungsansprache wurde von Vereinsführer Wagner u. a. auf die verschiedenen Formen der Leibesübungen als Leistungssport und Ausgleichssport und auf den hervorragenden Anteil hingewiesen, den die Leibesübungen an der Förderung der Volksertüchttgung und Volksgesundheit haben Mit Unterstützung des Sportwartes Fr. Korber vom Turnverein Odenhausen zeigte eine Mannschaft von zwölf Turnern in den Altersstufen von 16 dis 45 Jahren zur Einführung aufbauende und anregende Ausschnitte aus dem Geräteturnen. Ein Schmalfilm des Reichsbundes für Leibesübungen, „Turnen" gewährte Einblick in das große Sportforum der Olympischen Spiele 1936. Meisterturner und - Turnerinnen aus allen Ländern mit chren Hebungen an Pferd, Barren, Reck und Ringen waren in diesem Film festgehalten worden und boten mit ihren Massenvorführungen und Aufmärschen eine reiche Abwechselung. Außerdem wurde noch ein Film gezeigt, der die Besucher des Abends mit einer Fülle der Schönheiten ter deutschen Landschaft bekanntmachte. Handball im Kreis 8 (Lahn-Dill). Turnverein Lang-Göns Sieger der II. Kreisklasse! Obwohl auch der jüngste Sonntag keineswegs ideales Handballwetter brachte, konnten wenigstens die Pflichtspiele weiter gefördert werden. So hat das Treffen Groß-Rechtenbach — Holzheim den Schluß der 1. Kreisklasse gebracht und mit dem Sieg des Tv. Lang-Göns sind auch die Aufstiegkämpfe der 2. Kreisklasse erledigt. Die Spiele um die Meisterschaft der Jugendklasse nehmen ihren Fortgang. Tuspo Groß-Rechtenbach — Tv. Holzheim 10:5. Die Spielstärke der Holzheimer Mannschaft ist, das läßt sich nach diesem neuerlichen Ergebnis nicht mehr leugnen, sehr zurückgegangen. Die Mannschaft ist durch Spielerabgänge so geschwächt, daß der innere Zusammenhalt vollkommen fehlt. Wie hätte es sonst dazu kommen können, sich von GroßRechtenbach, das keineswegs eine überragende Leistung bot, so einwandfrei schlagen zu lassen? Tv. Beuern — Tv. Lang-Göns 2:6. Mit diesem Sieg, der in jeder Beziehung zu Recht besteht, ist Lang-Göns Sieger der 2. Kreisklasse geworden. Damit steht der Weg in die 1. Kreisklasse frei. Man hätte erwartet, daß Beuern sich mehr zur Wehr setzen würde. Jugendklasse. Tv. Londorf — Mtv. Gießen 13:5 (5:4). Auf den ersten Blick überrascht das Ergebnis. Es wird aber verständlich, wenn man weiß, daß Gießen ersatzgeschwächt antrat und daß in den Reihen der Platzbesitzer Spieler mitwirkten, die längst der Jugend entwachsen sind. Tv. Münchholzhausen — T v. Langgöns 16:6 (8:3). Münchholzhausen, das erstmalig in die Kämpfe eingriff, konnte gleich fein überragendes Können unter Beweis stellen. In dieser Form dürfte es aller Voraussicht nach zu einem barten Zweikampf zwischen Gießen und Münchholzhausen kommen, der wahrscheinlich erst im Endspurt gewonnen werden wird. Freundschaftsspiele. To. Hausen — To. Dutenhofen 10:5. Ohne den Erfolg der Platzmannschaft schmälern zu wollen, muß man sagen, daß Dutenhofen z. Z. eine überspielte und dazu noch ersatzgeschwächte Mannschaft ins Feld stellt, die wohl noch längere Zeit benötigen wird, ehe sie richtig eingespielt sein wird. Hausen dagegen war auf der Scheibe. — Auch die einheimische Jugend scheint z. Z. recht gut zu fein. Ihr Sieg gegen die Dutenhofener Jugend mit 8:5 Toren war jedenfalls verdient. Luftgau Gießen — Tv. Heuchelheim 7:15. Die Platzbesitzer konnten nie restlos gefallen. Man sah in allen Mannschaftsteilen bedenkliche Schwächen, die immer zum Verhängnis wurden, zumal Heuchelheim auf der Hut war und diese Schwächen ausnutzen konnte. Der Sieg der Gäste war verdient, wenn er auch vielleicht etwas zu hoch ausgefallen ist. Tv. Dornholzhausen — To. Garbenheim 12:2 (6:1). Daß Dornholzhausen z. Z. wirklich in einer ausgezeichneten Form spielt, beweist auch der neue Sieg gegen die gewiß nicht schlechten Gäste. — Die Jugendmannschaften beider Vereine trennten sich mit dem Ergebnis von 6:2 Toren für Dornholzhausen. Eportamt »Krass durch Freude". Heute folgende Kurse: Allgemeine Körperschule: Schillerschule, Schillerstraße, nur für Angehörige der SS., 20.15 Uhr bis 21.45 Uhr. Boxen: Schillerschule, Schillerstraße (Schulsaal) 20.30 bis 21.45 Uhr. Schwimmen: Volksbad, Seltersweg, für Männer und Frauen gemeinsam, 20 bis 21 Uhr. Nur für Frauen 21 bis 22 Uhr. Reiten: Univerfitäts-Reittnstitut, Brandplatz, 21 bis 22 Uhr. Tennis: Tennisplätze am Schützenhaus, 18 bis 19 Uhr und 19 bis 20 Uhr. Fröhliche Gymnastik: Lyzeum, Damm- straße 26, 20 bis 21 Uhr. Kurze Gportnotizen. Georg von Opel, der bekannte Rüsselsheimer Einerruderer, wird sich an den Mai-Megatten in Gent und Ostende beteiligen. Deutschlands Tennissport ist beim Davispokalkampf gegen Oesterreich vom 7. bis 9. Mai in München erwartungsgemäß durch Gottfried von Gramm, Henner Henkel und Edgar Dett- mer vertreten. A n der 2 5. Jtalien-Radrundfahrt vom 8. bis 30. Mai beteiligen sich die Deutschen Willy Kutschbach (Berkin), L. Geyer (Schweinfurth), O. Weckerling (Magdeburg) und Herbert Gerber (Chemnitz). Ein fünfter Fahrer wird vom DRB. noch bestimmt. Der FSV. Frankfurt weilt am 12. und 13. Juni in Polen, um sich als einzige ausländische Mannschaft am Fußball-Turnier von Warta Posen zu beteiligen. Resultat 408 Rheumatismus Resultat, lat., deutsche Worte dafür: Ausfall, Erfolg, Wirkung, Ausgang und Befund. Rettich, durch Aussaat gezogen: Früher- oder Mairettich, später der weiße Sommerrettich und zuletzt der schwarze Winterrettich. Liebt Feuchtigkeit, deshalb Saat nach Regen vornehmen. Wird gern zum Vier genossen, da er den Kohlensäureüberschuß des Vieres durch ein in der Knolle enthaltenes harntreibendes Schwefelöl mindert. R. wird geschält, fein geschnitten und mit Salz gegessen. Rettungsmedaille, Auszeichnung für Errettung eines Menschen aus Lebensgefahr. Reveille, franz., Vedeutung — das Wecken, das Morgensignal bei Truppen. Revue, franz., Bedeutung — Musterung, jetzt Bezeichnung für eine Theateraufführung, bei der es lediglich auf Ausstattung ankommt. Schau. Revision. Gegen Urteile der Oberlandesgerichte,derLandesarbeits- gerichte, in Strafsachen gegen Urteile der Landgerichte u. Schwurgerichte ist R. zulässig. Die R. geht an dasReichsgericht (Reichs- arbeitsgericht). Gegen Urteile der Amtsgerichte in Strafsachen ist in gewissen Fällen R. an das Oberlandesgericht zulässig. Die Revisionsinstanz (Reichsgericht usw.) prüft nur mehr Rechtsfragen nach, Zeugen und Sachverständige werden nicht mehr vernommen. Die R. in Zivilsachen muß durch einen Rechtsanwalt binnen einer bestimmten Frist eingelegt werden und zwar in Zivilsachen binnen einem Monat nach Zustellung des Urteils, in Strafsachen binnen einer Woche nach Verkündung des Urteils; in arbeitsgerichtlichen Prozessen beträgt die Revisionsfrist 14 Tage. In vermögensrechtlichen (auch arbeitsgerichtlichen) Streitigkeiten ist die R. nur zulässig, wenn der Wert des Streitgegenstandes 6000 RM. übersteigt. Rezept, lat., ärztliche Verordnung von Arzneimitteln. Rhabarber, Staude zur Herbft- zeit in nahrhafte Gartenerde pflanzen, rotstielige Sorten bevorzugen. Von März bis Juni können die Stengel als Kompott verarbeitet werden. Der hohe Säuregehalt ist Nieren- und Magenkranken nicht immer zuträglich. Durch eine Zugabe von doppeltkohlensauremNatron beim Kochen kann ein Teil dieser Säure gebunden werden und ist deshalb immer angebracht. R. wird auch zur Saft- und Weinbereitung und als Zusatz bei Mischmarmelade gebraucht. R.- blüten sind während der Erntezeit auszuschneiden. Nheinkiesel, nicht sehr wertvoller Halbedelstein aus Bergkristall. Rheinwein, mit Ausnahme der Aßmannshäuser Rotweine volle blumige Weißweine, besonders aus dem Rheingau. Rheumatismus (eigentlich Fluß, von der Vorstellung des Herum- fließens der Krankheitsstoffe im Körper.) Eine zusammenfassende Bezeichnung für Krankheitser- Das wird schön! Mit dem Auspflanzen am Fenster und Balkon können Sie jetzt anfangen. Besorgen Sie sich Blumenkasten, Blumengitter, Gießkanne. Blumenspritze und Sprühen, kleine Kulturgeräte. Alles ist sehr billig bei J.B.Häuser1 Gießen,a.Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145-2146 Mittwoch, den 28. Avril 1937, 14 Uhr, versteigere ich da' ier, Neuenweg 28 (Versteigerungslokal, Hof), bzw. an Ort und Stelle zwangsweise gegen Barzahlung : Haus-, Laden- u. Büromöbel, Radios, Schuhmacherartikel, Schreibmaschinen, Grammophone, Klaviere, Registrierkassen, Kassenschr., Schuhmachernähmaschin., Polsterwaren, 2 gold. 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I Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, ausführlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o. ö. Prof, der Rechte und Nefereni im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Die beiden Verfasser des vor kurzem er schienenen Kommentars zum Reichsnatur- sckmhgeseh haben hier auf Grund ihrer langjährigen Erfahrungen und ihres weitgehenden Einblicks in das Werden der neuen Na- 'urschuhoerordnung, die nun für das ganze Reich gilt, die Verordnung und alle dazu- gehörigen bisher erschienenen Ergänzungs- bestimmungen nach juristischen, verwaltungstechnischen, wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten ausführlich erläutert und geben damit jedem «ine gründliche Aufklärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur überhaupt, fei es beruflich oder als Liebhaber und Naturfreund, in Berührung steht. Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Tier- und Pflanzenfreunde, nicht nur Erzieher, Richter und Rechtsanwälte müssen über die Fragen des Naturschutzes unterrichtet sein, sondern auch botanische Verein«, Na- turali«n- u. H«rdari«n-Handlungen und Lehrmittelgeschäfte, Präpara. toren, Ausstops«r, Pflanzensamm- l«r,Schmu«kreisig.verkSufer, Kranzbindereien und die mit der Ober« wachunq der Märkte beauftragten Beamten, Feldhüter, Polizeistellen usw. Best Hungen durch alle Buchhandlungen. Hugo Vermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Großelfode in diesem Frühjahr — der flotte Garbardine- Mantel! Gross ist unsere Auswahl in den neuen Formen, und klein sind unsere Preise. Gern bedient Sie £SiNÖWäCK JNH : CARL HEINZ SCHLÜTER GIESSEN SEpERSWEG 81 _