Ir.72 Erster Blatt 187. Jahrgang Somsfog, 27. Htär51937 Cr|d)eim (üg Md). außei Sonntage und Feiertag» Beilagen Die JIlu|triette ßiefienei Fumilienblätler tzermai im Bild Die Scholl« Monats-Bezugspreis. jjlii 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . , -.25 Uud) bei Nichterscheinen pon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanfchlüffe inter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siesten Postscheckkonto: frranffurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Drucft und Verlag: vrühl'sche Untverfitatr Such- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 unnahme von Anzeigen für Vie Mittagsnummer bis8'/.UHr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50Rpf..Platzoorschrift nach vorh Vereinbg.25°/^ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps, Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B e Osterglocken läuten über deutschem Land. Oie Osterbotschast. Von Wilhelm Michel. Die Begriffe Geburt und Tod streifen fast Mich durch unser Denken hin. Aber sie werden gerade vom Alltagsdenken durchgehends jii eng verstanden. Wir reden von „Tod" im allgemeinen nur da, W ein ganzes Gefüge, ein Mensch, ein Tier, .ehe Pflanze zu leben aufhört. Aber der Tod hct in Wirklichkeit zahlreiche verteilte Er- fßeinungen unter uns. Er ist da als eine „tote Sunde" in unferm Taglauf, wo der Geist matt und zweiflerisch ist und mit keinem feu- rizen Liebesgedanken sich zu Sonne und Erde, Kühling und Himmelsbläue bekennt. Er ist d« als ein „toter Punkt" im Leben eines Lölkes, wo plötzlich alle Säfte stocken, Haß die Butsbrüder trennt und kein Gedanke des ganzen mehr die Kräfte zu geordneter Auswirkung bringt. Tod ist überall da, wo ein Hrz sich bitter verschließt, wo kalte Kritik die Lebe erwürgt. Nicht nur am Ende unseres Kseins ist Tod. Er zieht schon weithin durch mser gelebtes Leben seine dunkle Spur. Das Knd in uns muß sterben. Jeder von uns hat । einmal einen Glauben, eine Liebe zu Grabe tragen müssen. Zustände und Menschenverbin- bimgen, die unlösbar mit unserem Dasein ver- !stweißt schienen, sind wie Nebelgebilde zer- ftben. Vieles erleben, heißt vieles überleben; Mr Tod geht ständig mit uns einher. 1 Es ist nicht anders mit dem Begriff Geburt. Dir reden von Geburt, wo etwas beginnt und aichebt, also wo ein Mensch zur Welt kommt Mer wo ein Samenkorn den ersten grünen Eirahl aus der Erde ins Sonnenlicht entsendet. I Biber in Wirklichkeit hat das Leben in einem Menschen nicht nur einen einmaligen Anfang, sondern es fängt hundertmal, tausendmal neu iti ihm an. i Die „tote Stunde" nimmt ihn in eine finstre Verzagtheit hinunter, in der alle Werl Aschen. Aber die Stunde darauf, der i ,te I U-orgen überströmt sein Herz mit Kraft und 1 Rauben aus unbekannten Tiefen. Gealtert, verdrossen, höhnisch und kalt schleppte sich gestern das Leben durch uns hin. Heute strahlt es von Liebe und Feuer! Als ein Festsaal liegt draußen der Frühling ums Haus, die Rorgenfonne überm Wald hat Versprechungen nie in goldenen Kindertagen, das Herz stimmt bi jeden Vogelruf ein: Es fängt wieder an! Tas Leben fängt wieder an! Die „tote Stunde" im Volk hing wie ein schwarzes Grabtuch überm Land. Aber eines Tages hebt sich ein Wille, ein neues, strahlendes Erkennen — und mit einem Zauberschlage verwandelt sich das Volksleben, das gestern eine öde Wildnis war, in einen blütenüberschütteten Garten. Geburt ereignet sich nicht nur am Beginn mferes Daseins. Sie ereignet sich vielemal in ihm, als Wiedergeburt, als Auferstehung aus dm taufend Gräbern, die uns von eigener Torheit und Herzensdürre gegraben find. Alle törichten Gedanken sterben in uns ab, neue jugendliche Gedanken werden in uns geboren, hätten w i r mit unfern kleinen armen Hilfsmitteln, mit unserer eignen Klugheit das Leben ollem zu bestreiten, wir wären bald am Ende. Biber eine unbegreifliche Kraft kommt an allen gefährdeten Wegftellen unserem Leben zu Hilfe, sc fern es sich nur in der Zuversicht erhält. Ver hat sich nicht schon an einem Abend zu Lett gelegt in Verzweiflung und Ratlosigkeit Dor einer Aufgabe, einer bösen Verstrickung, die er nicht lösen konnte? Und wer hat nicht schon erfahren, daß ihm am nächsten Morgen der Ausweg blitzartig aufging, als ein Geschenk, für das er nur zu danken hatte? Wir machen Augenblicke im Leben durch, tto wir mit geheimer Angst fühlen: wir find mit bisherigen Denkbahnen und bisherigen Perfahrungsweisen an ein Ende gekommen; nie wird es weitergehen? Und unverhofft brechen dann, mitten aus dem Geheimnis unsrer Brust, gänzlich neue Quellen auf, die ene durchgreifende Erneuerung unseres Daseins bringen. Das Kind, so sagten wir, muß in jedem von uns einmal sterben. Aber was wäre unser Leben, wenn das Kind in uns nicht im dreißigsten, im fünfzigsten Lebensjahre wiedergeboren würde? Eine Liebe kommt und macht uns jung. Eine Begeisterung am Vaterland, eine neue tiefe Freude an der Natur kommt und fetzt unser ganzes Wesen auf Jahrzehnte wieder in Schwung. Nichts ist unser Leben, wenn es nicht eine Folge ständig wiederholter Wiedergeburten ist. An das Leben glauben, heißt an die immerwährende Auferstehung glauben. Diesen Glauben bringt die Osterbotschast wieder an uns heran. Sie stellt unferm Herzen, unferm Geist keine Zumutung, die ihm fremd wäre. Sie entspricht unferm tiefsten Wesen, unsrer sichersten und ältesten Erfahrung. Der Osterbotschast widerstrebt nur das in uns, was tot ist. Aber alles, was in uns ans Leben glaubt, auf Leben hofft, jubelt ihr Jahr für Jahr, Tag für Tag fein Ja entgegen. w> S Yx —4,__^iär. W M ■ | „Christ ist erstanden! Freude dem Sterblichen.. ." Wenn wir Deutschen uns das wunderträchtige Erlebnis, dessen wir, bewußt oder unbewußt, bei jeder Wiederkehr des Osterfestes gedenken, in der reinsten und geistigsten Form künstlerischer Durchdringung und Spiegelung vergegenwärtigen wollen, dann richtet sich unser Blick wohl zunächst und immer wieder auf die unvergänglichen österlichen Szenen im ersten Teile des „Faust" und auf die zahlreichen, großen und kleinen Passionsdar- ftcUungen aus der klassischen Zeit unserer bildenden Kunst. Von Dürer allein sind uns vier solcher Passionen überliefert: die „grüne", die große, die kleine (beide in Holz geschnitten) und die Kupferstich-Passion. Unser Bild ist der zweiten, der großen Holzschnitt-Passion aus dem Jahre 1510 nachgebildet. Das Blatt schildert die Auferstehung Christi und bezeichnet also den Scheitelpunkt der Folge, über die Stationen des Passionsweges hinausführend — triumphale Ueberwindung des irdischen Leidens und Sterbens. Von diesem Bilde strömt eine ungemein starke und tröstliche Welle lebendigen Gefühls auf uns über. Die Menschen zur Zeit Luthers und Dürers haben die Heilandsgeschichte wie die biblische Ueberlieferung überhaupt sehr gegenwärtig und unmittelbar erlebt und mit einer leidenschaftlichen Phantasie sich vorzustellen vermocht. Sie sahen den geheiligten Vorgang ganz nah und anschaulich, gleichsam unter den Menschen und im Kostüm ihrer eigenen Umwelt, — so wie Dürer es auf seinem Holzschnittblatt vor mehr als vierhundert Jahren gestaltet hat. Die großartige Dramatik des Augenblicks, Glanz und Schauer eines Menfch- heitswunders sind hier mit einer edeln Eindringlichkeit empfunden. Die grobe und rohe Jrdischkeit der schlafenden und offenen Mundes schnarchenden Wächter am Grabe unterstreicht und erhöht in einem bewußt geformten Gegensatz die stille Würde und die majestätisch entrückte Hoheit der Erscheinung des Herrn. Die schwere Grabplatte ist unversehrt, das Siegel unverletzt, o Wunder — leicht und schon gleichsam geflügelt erhebt sich auf einem Wolkensaum die Gestalt Christi, schwebend fast, empor gehoben, auffahrend eben, vom kreuzweise strahlenden, überirdischen Licht zu seinen Häupten verklärt, von himmlischen Heerscharen umschwebt, sehr fern schon dem Wirrsal der dumpf schlafenden Wächter und in Waffen klirrenden Kriegsknechte hienieden ... Man braucht die Komposition im einzelnen gar nicht zu erfassen, die sich vervielfältigende Aufwärtsführung aller Linien auf diesem Blatt, um den Einklang des Bildwerkes mit dem Jubel des faustischen Engelchores zu empfinden: „Christ ist erstanden, Aus der Verwesung Schoß ..." Hans Thyriot. Auferstehung. Von D. Dr Luther. Von allen Türmen landhinein läuten die Osterglocken im Jubelklang, frohe Menschen in Dorf und Stadt wandern lachenden Auges hinaus in den Lenz. In ihnen allen steht die große Sehnsucht auf, Sehnsucht nach Sonne und Schönheit, nach Lachen und Freude, nach starkem, innerlichst beglückendem Leben. Nach sonnenfrohen Tagen schaut zumal die deutsche Jugend aus, wie ein Sturmwind ist über sie das Verlangen gekommen nach neuer Zeit, nach Leben im Licht, in stolzer Entfaltung ihrer Kraft, in heißer Freude an ihrer völkischen Art. Wer unter uns wünscht ihr nicht Erfüllung ihrer Sehnsucht, ein Helles, frisches Lachen auf deutscher Erde, ein Leben der Freien und Starken ohne Fesseln und Hemmnisse, ohne zermürbende Sorge und qualvolle Arbeitslosigkeit, ein Leben in deutscher Freiheit und deutschem Geist mit all seiner Herrlichkeit und Schöne. Mit deutscher Jugend wandern wir lachend in den Lenz, greifen wieder froh und stark nach dem Wanderstab, als müßte er uns tragen in ein heilig Land voll Sonne und Herrlichkeit, lassen in seliger Versunkenheit all die holde Frühlingspracht um unsre Seele wirbeln, stehen dankbar froh in ihrem Glanz. Aber wir feiern die Auferstehung des Herrn. Ostern wäre doch nur ein Tag wie andre, am Morgen glanzgeküßt, am Abend verdämmernd und verrinnend ins Nichts wie unzählige, wenn's nur um Freude und Schönheit ginge. Aber Ostern redet von ewiger Welt, in die der Erlöser gegangen, Ostern redet von dem Heiland, der nun ewig den Seinen nahe ist. Ostern redet von neuem Leben, in dem Gottes Kinder wandeln sollen. Im Dftermorgenrot will der zu uns kommen, der uns aufrütteln will zu neuer Art, der die höchsten Ansprüche stellt an jede Stunde unserer kurzen Tage, der adlige Menschen begehrt, die mit glutvoller Seele auch den Leisesten Schimmer des Bösen hassen, adlige Menschen, die sich verzehren im Dienst Gottes und der Brüder. Da geht es nicht mehr um Lerchenschlag und Frühlingswehen, da geht es um den Umbruch unserer Seele und um den Aufbruch zu starkem, heißem Leben aus der Tiefe der Seele, aus der Verbundenheit mit dem Gott, der ein verzehrendes Feuer ist, vor dem nichts Irdisches bestehen kann. Wir feiern die Auferstehung des Herrn — gesegnet sei der Ostertag, der uns Aufbruch wird zu einem Leben aus Ernst und Tiefe. Alles Leben, das unvergänglich ist im fliehenden Strom der Tage, muß doch aus der Seele kommen, aus dem unablässigen Kampf um Gott, aus der innersten Verantwortung vor feinem Angesicht. Vielleicht haben wir, die wir den Auferftandenen verkündigen, es selbst oft fehlen lassen an der absoluten Entschlossenheit für ihn zu leben. Wir haben unser Christentum auf Formeln gebracht, wir haben's zerredet, wir haben um Worte fieberheiß gestritten, aber wir waren keine Gemeinschaft von Menschen, auf die die andern staunend sahen ob der Gottinnigkeit, der selbstlosen Liebe, der steten starken Treue, der tiefen, unbeirrbaren Lauterkeit. In uns war kein Glaube, der die Welt überwindet, und keine Liebe, die auch den ärgsten Feind entwaffnet. Und doch ist es so, daß nur solch starkes, loderndes Leben, das an der Glut des Meisters sich entzündet und allzeit rein und schlackenfrei in seiner Nähe glüht, die Menschen um uns in unfern Bann zieht und sie wieder glauben läßt an die unvergängliche Herrlichkeit des Christentums. Wir feiern die Auferstehung des Herrn — mich dünkt, nie war unsre Pflicht größer, auf- erftanbene Menschen zu sein und auferftanöene Menschen von Gott zu erbitten als heute. Das scheint im ersten Augenblick etwas Persönliches, Allzupersönliches zu fein, das in der Stille des eigenen Seins sich abzuspielen hat, und ist doch in Wirklichkeit ein Großes, das, ob auch in der Stille getan, doch tausendfältigste Frucht auf den Märkten des Lebens trägt. Die Jünger Aas italienisch-jugoslawische Vertragswert unterzeichnet schen Druck Widerstand leisten. Die „(51 a m p a* ? [5 ca erklärt: Sowohl Italien als auch Jugoslawien be« L r(J r Sie Mes aui m ox das Ei der Jesu, die im Frühlicht des Ostermorgens sich wieder zusan'.menfanden, waren eine kleine, stille Schar, aber weil sie reinen Herzens das Gottesland ihres Meisters suchten, nicht glückshungrige Egoisten, sondern Kämpfer um ein gottdurchglutetes Leben, haben sie die Welt erobert, daß diese Welt noch heute, mag sie's noch so oft vergessen oder bestreiten, vom Atemzug des Gekreuzigten und Auferstandenen durchweht ist und ihr eigentliches Leben doch von seinen leuchtenden Gedanken hat. Ostern — es' liegt so viel Wonne und Schönheit in diesem Wort, es zaubert so viele Erinnerungen heraus an sonnenfrohe Tage, möchten in seinem Glanz viel Menschen im deutschen Land einander grüßen, die seine Botschaft in beglückendem Herzen tragen, um von ihr beseelt und durchglüht ihr Werk zu tun für deutsches Land und Volk. ;en lu- „Sicherheitsring" um Deutschland mit einbezoac werden sollte. Dazu mußte sein Verhältnis zu Ji goslawien gebessert werden. Man weiß, welche Mühe sich Frankreich darum gab und mit welcher Vor- ©ofia, 26. März. (DNB.) Das Abkommen zwischen Jugoslawien und Italien ist in Bulgarien m i t freudiger Zustimmung ausgenommen worden. Die politischen Kreise sehen in den Abmachungen einen neuen Beweis dafür, daß eine London, 26. März. (DNB.) Das Hofmarschallamt hat jetzt bekanntgegeben, welche Persönlichkeiten die wichtigsten Königsinsignien tragen werden. Der Stab St. Eduards, das Zeichen der geistlichen Gewalt, wird danach von Lord Halifax, das Szepter mit dem Kreuz vom Herzog von Somerset, die goldenen Sporen von Lord H a st i n g s und Lord Cho fton, das zweite Schwert von Lord M i l n e, das dritte Schwert von Lord Trenchard, das Schwertgehänge vom Grafen von Cork und Orrery, das splchm \x in ein« kommt. Sniolo rung der hohe men einer stri gibt fortan füi Dienst des Quai d'Orsay einzufangen und einen Kontinent nach den Befehlen des französischen Ge- Eine neue Aera an der Adria. Oie italienische presse zum Belgrader Abkommen. Vorbereitungen zur Krönungske'er in London ihren jetzigen Handelsaustausch zu verstärken und zu erweitern und die Voraussetzungen für eine umfassendere wirtschaftliche Zusammenarbeit zu prüfen. Zu diesem Zweck werden in kürzester Zeit Sonderabkommen abgeschlossen. Ein zwischen Dr. Stojadinowitsch und Graf Ciano unterfertigtes Wirtschaftsabkommen trägt den Charakter eines Zusatzabkommens zu den bestehenden jugoslawisch-italienischen Handelsabmachungen. Es bestimmt: Italien billigt Jugoslawien Zusatzkontingente außerhalb der schon in den Handelsabmachungen vorgesehenen Kontingente zu. Die Zusatzkontingente werden nachträglich festgelegt. Beide Dertragsteile verpflichten sich, e r k s a m k e i t zugewandt werden. Vefriedigung in Bulgarien Laufenden gehalten worden seien. Die Protokolle von Rom und die Achse Rom-Berlin, die sich als fest verankerte politische Instrumente erwiesen hätten, fänden durch das neue italienisch-jugoslawische Abkommen eine außerordentlich nütz- Frankreich und Sowjetrußland und durch die stille Begünstigung, die Frankreich der Idee einer Wiederherstellung der Habsburger zuteil werden läßt. Jugoslawien hat die Bolschewistenregierung im Kreml bis heute nicht anerkannt und schreckt vor jeder Verpflichtung zurück, die es in die Lage bringen könnte, Seite an Seite mit Franzosen und Bolschewisten zu marschieren, und die Rückkehr der Habsburger ist ein Gegenstand der Sorge auch wegen der Kroaten, denen man Sympathien nach dieser Richtung hin zutraut. Eine neue Aera des Vertrauens. Italienisches Entgegenkommen gegenüber der slowenischen Minderheit. B e l g r a d , 25. März. (DNB.) Auf einem Presseempfang führte Graf Ciano u. a. aus: Ich bin überzeugt, daß dies Abkommen von den günsttg- sten Auswirkungen auf die G r e n z b e v ö l k e - rung der beiden Staaten sein wird. Ich habe den Ministerpräsidenten Dr. Stojadinowitsch von den entgegenkommenden Anweisungen in Kenntnis gesetzt, die den italienischen Behörden hinsichttich des Unterrichtes und des Gebrauchs der serbo-kroatisch-slowenischen Sprache sowie hinsichtlich des Gottesdienstes in dieser Sprache gegeben wurden. Graf Ciano verlas darauf ein Telegramm Mussolinis, in dem dieser mitteilt, daß die letzten 28 politischen Häftlinge slowenischer Nationalität frei- gelassen wurden, so daß sich keine Angehörigen der jugoslawischen Minderheit in Italien mehr in polittscher Haft befinden. Die faschistische Regierung ist tief davon überzeugt, daß es für Sicherstellung einer langen Friedens periode für Europa, die dieses absolut nötig hat, vor allem unumgänglich ist, daß sich die Staaten, die gemeinsame Grenzen haben, untereinander verständigen, Beziehungen gegenseitigen Vertrauens und der Sicherheit Herstellen, alle Konfliktursachen be- seittgen und die tatsächlichen Vorbedingungen des Vertrauens und der Zusammenarbeit schaffen. Die faschistische Regierung ist überzeugt, daß die Entwicklung guter und herzlicher Beziehungen zwischen Jugoslawien und Italien für ganz Europa von Nutzen sein wird. Wir wünschen, daß unsere Abkommen auch auf andere Völker als Beispiel des guten Willens und des gegenseitigen Verständnisses sowie der Solidarität einwirken, die es Jugoslawien und Italien möglich gemacht haben, sich zu verständigen. Ministerpräsident Dr. Stojadinowitsch betonte bann, daß der Vertrag gegen niemanden gerichtet ist. Er ist ein Instrument des Friedens zwischen Nachbarn und der friedlichen Zusammenarbeit zwischen zwei befreundeten Völkern. Er eröffnet neue Perspektiven, ohne dabei an unsere alten traditionellen Freundschaften ober an unsere internationalen Verpflichtungen zu rühren. Er solle jedes gegenseitige Mißtrauen beseitigen, das bisher leider von Zeit zu Zeit sowohl in Jugoslawien als auch in Italien auf- tauchte. Mit Rücksicht auf die Bedeutung der gegenseitigen Handelsbeziehungen mußte dem wirtschaftlichen Moment besondere Auf- Berlin, 25. erüehungsminisl lassen die fünft wesens vordere anderen Seite die Grundlagen einer wahren internatonalen Eintracht schafft, die ein annehmbares Zusammenleben der Volker gewährleistet. SÄ 00,10 Sß 21" E DrtfN°"ilT Km unter hen 'r°-------f hhetDiten Serien. N- ®®. Orie-Feuer an - der Guada sugteiten in |len Bänder (Jwe9en ber Sei Feuergesechl Imeionaw W sein, bei । jet ck 37 verle der international Gefechtes, bei l fen U[nuerD ttfoeint ÄT» »Mich b„6n*e 9ii Müler »t juty kfad “"Her «int r dKi tolöf iMe" Sezirl Kto le Anki? olidui " Nebenförm: ö. i hat für Jungen verkürzte sechsj schule. Die gr dauen auf der r ,8n Kindern dr« wb umfassen a । 8r Zesamtschulz " Reichserziehi Eerungspolitisc ^gehörigen füh N°nge Ausbill s fPQt in den ist ZU einer ? der andere B« **"« 'M 8rai langen des R Ihenreaelim. liche Ergänzung. Der „T e v e r e" polemisiert bereits scharf gegen ;d)o, baß bie Belgraber Zusammenkunft in französischen Presse ausgelöst hat. Die französischen Illusionen, halb Europa in ben behalte angenommen und zeige dadurch in konkreter Weise, daß es gewillt ist, den Frieden zu Derlei* digen, zu organisieren und zu fördern. Der „M es- l a g g e r o" nennt bie italienisch-jugoslawische Adria- Derstänblgung einen unschätzbaren Beitrag für ben europäischen Frieden, der bestimmt wichtige Entwicklungen in der Einflußzone der beiden Länder mit sich bringen werde. Das ausgesprochene kriegs- tüchtige und bäuerliche Volk Jugoslawiens wolle um jeden Preis dem verhängnisvollen b o l s ch e w i sti- Rom, 26. März. (DNB.) „G i o r n a l e d ' I t a- lia" unterzieht das italienisch-jugoslawische Abkommen einer ausführlichen Würdigung. Man könne von einem Adria-Pakt sprechen, der zum Teil dem italienisch-englischen gentlemens agreement für bas Mittelmeer entspreche, aber mit Bezug auf ben Inhalt viel beftimmter sei. Dieses politische Abkommen sei ohne jede Bezugnahme auf den Völkerbund abgeschlossen worden, stehe also außerhalb des Völkerbundes, obwohl es mit seinem ausgesprochenen Geist des Friedens jene Grundsätze verwirklichen, die in Genf so oft mißverstanden wurden. Die beratende Verpflichtung im Falle internationaler Wirren sei der Beginn einer gemeinsamen politischen Front, so daß die Beziehungen beider Länder nicht mehr den Wechselfällen des politischen Krieges ausgesetzt seien. Die Belgrader Verträge würden auch die Stellung ber Nachbarstaaten bes Donau- raumes und des Balkans festigen. Das gelte vor allem für Albanien, das eine Verstärkung seiner Sicherheit und eine internationale Bekräftigung feiner politischen Unabhängigkeit feststellen könne. Die italienisch-jugoslawische Verständigung stelle eine natürliche Ergänzung der vorausgegangenen jugoslawisch-bulgarischen Verständigung bar, beren Zu- standekommen Italien seinerzeit geförbert habe, während ber Gebankenaustausch zwischen Rom und Ankara seinen Fortgang nehme. Der „Popolo di Roma" schreibt, Italien beweise ber ganzen Welt, daß es aufrichtig unb entschlossen bie Auswirkungen der Achse Rom-Berlin zu verbreitern gewillt sei. Mussolini habe bereits erklärt, baß biefe Achse keine Scheidewand sei, fonbern alle diejenigen Völker anziehen und sammeln solle, die ben aufrichtigen Willen besitzen, am europäischen Friebenswerk mitzuarbeiten und Europa von ber bolschewistischen Pest zu befreien. Jugoslawien habe bas Anerbieten Roms ohne Vor- dieGleichheitberBehanblung auch außer, halb ber normalen Meistbegünstigungsklausel sich zuzugestehen, so baß es keinerlei unterschiedliche Be« hanblung zum Schaben bes einen ober bes anbereit Staates im Verhältnis zu irgend einem dritten Staat geben darf. Weiter verpflichten sie sich, einen Wirtschaftsausschuß zu bilden, der die Kon, trolle über die Anwendung der Bestimmungen durchführen und für eine Erweiteruna der Wut, schaftsbeziehungen sorgen soll. Dieses Zusatzabkom« men schafft nur die vorläufigen Grundlagen für eine breite wirtschaftliche Zusammen, arbeit, die die Form eines regionalen Abkommens erhalten kann. Heuer Mud au der Adria. Von Dr. Paul Rohrbach. Der Aufsatz, der vor Abschluß des Belgrader Abkommens geschrieben wurde, skizziert die Vorgeschichte des Vertragswerts und seine politischen Perspektiven. Graf C i a n o s Besuch in Belgrad fordert dazu auf, sich das Verhältnis zwifchen Italien und Jugoslawien seit der Gründung des jugoslawischen Staats zu vergegenwärtigen. Nachdem Tunis, auf dessen Besitz die Italiener vergebens gehofft hatten, von Frankreich annektiert war, und nachdem die afrikanischen Kolonialpläne durch die unglückliche Schlacht bei Adua ein vorläufiges Ende genommen hatten, wandte die italienische Politik ihr Gesicht dem jenseitigen, östlichen Ufer bes Abriatischen Meeres zu. Der Zustand bauernber Spannung mit Oesterreich-Ungarn hatte seinen Grunb nicht nur in ber „Unerlöstheit" von Triest unb Trient, fonbern auch in ber Konkurrenz ber Interessen auf der Balkanhalbinsel. Da die übrige Welt versperrt schien, würbe bie Abria als bas „mare nostro“ proklamiert. Auch bie Heirat Viktor Emanuels III. mit einer montenegrinischen Prinzessin war ein Stück italienischer Balkanpolitik. Im Weltkrieg bedang sich Italien als einen Teil der alliierten Gegenleistung für seine Parteinahme gegem Deutschland den Besitz von Dalmatien aus, aber während der Friedensverhandlungen in Versailles war es nicht imstande, den ihm zugesagten Anspruch durchzusetzen. Frankreich, besten Politik schon seit Napoleon III. darauf gerichtet war, Italien nicht stark werben zu lassen, wünschte das neu errichtete Königreich ber Serben, Kroaten und Slowenen, bas jetzige Jugoslawien, so stark wie möglich zu machen, um bann Italien durch ein festes französisch-jugoslawisches Bündnis von Westen und Osten her in der Zange zu halten. Daher mußte Dalmatien jugoslawisch werden, unb die Italiener hatten sich brüben auf bem Festland mit ber winzigen Enklave von Zara unb nahe bem jenseitigen Adriauser mit dem Inselchen Lagosta zu begnügen. Ihr Gegenzug war, daß sie Albanien in ein politisch-finanzielles Abhängigkeitsverhältnis brachten und zwei andere Nachbarn Jugoslawiens, Bulgarien und besonders Ungarn, möglichst nahe an sich heranzuziehen suchten. Mit der Zeit entwickelte sich aber der Spannungs- Rustand zwifchen Italien und Jugoslawien zu einer Unbequemlichkeit für Frankreich, befonberns, nachdem Deutschland unter ber Führung Abolf Hitlers erstarkte unb Italien nun in bem französischen Belgrad, 25. März. (DNB.) Zwischen bem jugoslawischen Ministerpräsidenten Dr. Stoja- ) inowi 1 sch unb bem italienischen Außenminister Graf Ciano würbe in Belgrad ein Abkommen unterfertigt, das den Titel „Politischer Vertrag" trägt. In der Einleitung heißt es, die Vertragschließenden seien der Ansicht, daß es im Interesse ihrer Staaten sowie des allgemeinen Friedens ei, wenn sie unter sich die Beziehungen einer aufrichtigen und dauernden Freundschaft befestigen. Sie feien von dem Wunsche geleitet, die- er Freundschaft eine neue Grundlage zu geben unb eine neue Aera in ben politischen unb wirtschaftlichen Beziehungen zwischen ben beiben Staaten einzuleiten. Auch seien sie bavon überzeugt, baß bie Erhaltung unb die Konsolidierung eines dauerhaften Friedens zwischen ihren Staaten auch eine wichtige Vorbedingung für ben Frieben Europas ist Daher hätten sie be- chlossen, ein Abkommen abzuschließen. Artikel 1: Die hohen Verlragsteile verpflichten ich, ihre gemeinsamen Grenzen sowie auch die Seegrenzen ber beiden Staaten an der Adria zu achten. Für den Fall, daß einer von ihnen Gegenstand eines nichtprovosterten Angriffes eilens einer oder mehrerer Mächte wird, verpflichtet sich ber andere Teil, sich jeder Aktion zu enthalten, die dem Angreifer von Nutzen sein könnte. Artikel 2: Die Vertragschließenden verpflichten sich, im Falle internationaler Komplikationen und wenn sie darin übereinstimmen, daß ihre gemeinsamen Interessen bedroht sind oder daß sie bedroht werden könnten, sich über die Maßnahmen ins Einvernehmen zu sehen, die sie unternehmen werden, um diese Interessen zu wahren. Nach Artikel 3 bestätigen beide Vertragstelle erneut ihren Willen, in ihren gegenseitigen Beziehungen n i ch t z u m Krieg als Instrument ihrer nationalen Politik Zuflucht zu nehmen und alle Streitigkeiten sowie Konflikte, die zwischen ihnen entstehen konnten, durch friedliche Mittel zu regeln. In Artikel 4 verpflichten sich die Vertragsteile, auf ihren Gebieten keinerlei Tätigkeit zu dulden, noch irgendwie zu unlerslühen, die gegen die territoriale Unverletzlichkeit ober gegen die bestehende Ordnung des anderen Vertragsteiles gerichtet ober die solcher Natur wäre, daß sie den freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Staaten schaden würde. Artikel 5 besagt: Um ihren bestehenden Handelsbeziehungen einen neuen Aufschwung zu geben, der den freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Staaten entspricht, kommen beide Teile überein, sicht Mussolini diese französischen Wünsche behandelte. Durch die unerwartete unb glänzende Wendung Italiens zu einer imperialen Politik in Afrika hat nun das ungleich kleine ostadriatifche Objekt feine Bedeutung verloren. Gegenüber dem afrikanischen Imperium sind Dalmatien und das „mare nostro“ relativ bedeutungslos geworden. Dagegen tritt eine andere Rücksicht in den Vordergrund. Es ist noch nicht lange her, daß Eduard VIII von England auf feiner großen Orientfahrt zweimal Jugoslawien besuchte, mit den maßgebenden Männern dort nahe Beratungen pflog und der Belgrader Regierung englische Kredite für eine Aufbesserung ihres Rüstungsstandes verschaffte. Jugoslawien sollte ein Glied ber politischen Gruppierung werden, die England in den Ost-Mittelmeerländern aufzubauen suchte, um damit einen Gegenzug gegen den gefährlichen Machtzuwachs Italiens zu tun. Man las damals in der englischen Presse Andeutungen der Art, die Adria sei ein schmales Gewässer und könne ebenso gut von Ost nach West überflogen werden, wie umgekehrt! Wenn jetzt Graf Ciano nach Belgrad fährt, so ist es selbstverständlich, daß die entscheidenden A b - reden mit Rom schon getroffen sind, und daß ihrer Unterzeichnung nur noch eine besonders eindrucksvolle Form gegeben werden soll. Jugoslawien hat durch seine Teilnahme an den Sanktionen, die der Völkerbund während des abessinischen Krieges über Italien verhängte, starke wirt chaftliche Verluste erlitten. Vor allen Dingen muß es seine Holz- und Viehausfuhr nach Italien wiederherstellen. Das ist aber nicht die Hauptrücksicht. In Belgrad wie in Rom zielt man auf mehr, nämlich auf einen G a - rantieoertrag, der die endgültige gegenseitige Anerkennung der bestehenden Grenzverhältnisse bringen soll. Darüber hinaus richten sich die Belgrader Wünsche dahin, es möge speziell U n = garn keine weitere italienische Ermutigung für feinen Revisionismus erhalten, es möge den Kroaten das Gefühl genommen werden, als ob bie von ihnen gewünschte verfassungsrechtliche Aenberung ihrer Stellung im jugoslawischen Staat von Italien begünstigt werde, und es möge schließlich noch eine Milderung in der scharfen Jtaliani- sierungspolitik gegenüber den dreihunderttausend Slowenen auf italienischem Gebiet eintreten. Das entscheidende Moment ist die Garantie bes territorialen Besitzstands. Sie würde die Liquidierung ber Jahrzehnte hindurch verfolgten Adria-Politik Italiens bedeuten und den dauernden Druck aufheben, unter dem Jugoslawien bisher gegenüber feinem westlichen Nachbar gelebt hat. Italien kann dies Zugeständnis leicht machen, nachdem es sich ungleich größere überseeisch imperiale Ziele gesetzt hat. Mißvergnügen wird allerdings in Paris herrschen, wo man Jugoslawien als Stein in einem etwa gegen Italien gerichteten Spiel verlieren würde. Das Verhältnis zwischen Belgrad und Paris war innerlich schon gelockert durch das Bündnis zwischen Politik betreibe. Der „Excelsior" stellt fest, daß Frankreich sich zu dieser Entspannung nur beglückwünschen könne. Obgleich das Abkommen sehr viel weiter gehe, als man ursprünglich angenommen habe, glaube man nicht, daß es in Frankreich ober in England zu irgendwelchen Einwänden Anlaß geben könnte. Die Tatsache, daß die Unterzeichnung bie« -ses Abkommens nur wenige Tage vor ber Zusammenkunft ber Kleinen Entente in Belgrad ftattgefunben habe, beweise ferner, daß es die Solidarität der Kleinen Entente nicht beeinträchtige. — Das Regierungsorgan „Le Popu 1 aire" springt eigentümlicherweise aus ber Rühe unb sieht in bem Abkommen lediglich eine ^rtsetzung ber italienischen Politik, die herauf hinausgehe, bie regionalen Pakte zu sprengen unb den Mechanismus bes gegenseitigen Beistandes zu zerstören. Die Ziele Mussolinis seien gana klar, und seine Politik sei sehr zu* sammenfassend. Die Stellung derKleinenMenle. Nach Tatarescus Besuch in Prag. Prag, 25. März. (DNB.) Das über den Besuch des rumänischen Ministerpräsidenten Tatarescu ausgegebene Kommunique besagt u. a.: Es wurde ein ins einzelne gehendes Abkommen über die finanzielle Seite der tschechoslowakischen Lieferungen für die rumänische Armee abgeschlossen. In den Beratungen wurde ferner fest- gestellt, daß die Entwicklung in den beiden Staaten eine absolute Einheitlichkeit in den Bestrebungen unb Zielen sichert. In gleich herzlicher Weise würdigten bie beiben Vorsitzenden der Regierung die brüderlichen Beziehungen ihrer Länder zu Jugoslawien, mit bem sie in ihren Anschauungen auf allen Gebieten bes internationalen Lebens voll überein stimmen. In den Verhandlungen Jugoslawiens mit Italien sehen sie einen sehr wertvollen Beitrag zur Konsolidierung gerade in jenem Abschnitt, in dem alle Teile der Kleinen Entente eine Konsolidierung aufrichtig gewünscht haben. Die beiden Vorsitzenden ber Regierungen stellten die volle Uebereinftimmung ber Anschauungen fest, die im Rahmen ber Politik der Kleinen Entente eine fruchtbare Zusammenarbeit aller Staaten im Donauraum wünschen. Sie betonten gleichzeitig, baß bie Staaten der Kleinen Entente mit aller Entschiedenheit an ihrem Wiberstande gegen jebroeben Versuch einer Restauration ber Habsburger festhalten. säßen befreundete Staaten, denen bie neue Lage gewiß nur zugutekommen werde unb bie 7. übrigens mit vollkommener Offenheit! ein über den Gang ber Verhanblungen auf bem SLüdlie^n- neralftabes zu mobilisieren, seien nunmehr e h b«; gültig zerstört. Frankreich habe bie Freundschaft der Kleinen Entente durch sein Bündnis mit Sowjetrußland verscherzt, da es die Inte roen« tion Sowjetrußlands in Europa begünstige. Der französische Hegemonieplan und die eng- lischen Kombinationen sind im Begriff, in sich zusammenzubrechen, während man auf ber wirkliche Friedenssicherung in Europa nur auf dem Wege zweiseitiger Verträge erreicht werden kann, die von gegenseitigem Vertrauen und festem Verständigungswillen getragen sind. „Mir" schreibt, burch bie Beseitigung ber gefährlichen Spannung an ber Adria sei der Frieden gefestigt worden. Stojadinowitsch habe sich wiederum als tüchtiger Diplomat erwiesen, indem er die Außenpolitik seines Landes immer unabhängiger gestalte unb sie bem früheren starken Einfluß gewisser Mächte immer mehr entziehe Auch „Slowo" betont, baß Jugoslawien seinen eigenen Weg ber selbstänbigen Politik unentwegt weitergehe. Italien wie Jugoslawien könnten beide von der angebahnten Verständigung politisch wie wirtschaftlich nur gewinnen. Freundliches Mo in Ungarn. Budapest, 26. März. (DNB.) Das italienischjugoslawische Verttagswerk wird mit freudiaer Zustimmung und uneingeschränktem Beifall ausgenommen. Der „P e st e r L l o y d", der in außenpolitischen Fragen die Auffassung des Außenministeriums wiederzugeben pflegt, schreibt die italienisch-jugoslawische Aussöhnung fei ein lehrreiches Beispiel dafür, wie ernste und tief eingewurzelte politische Gegensätze beseitigt werden können, wenn nur der Wille zum Vertrauen und zum gegenseitigen Verständnis vorhanden ist. Ungarn erblicke in ber Aussöhnung zwischen Italien unb Jugoslawien bie Anknüpfung guter Beziehungen zwischen seinem bewährtesten Freunde und jenem ber brei Nachfolgestaaten, zu bem das politische Verhältnis Ungarns bisher am allerwenigsten getrübt war. Sie Freunde unserer Freunde, schreibt das Blatt, könnten nicht Ungarns Feinde sein. Ungarn hoffe, daß die seit einiger Zeit vorhandenen Ansätze zur Entwicklung eines befriedigenden, gutnachbarlichen Verhältnisses zu Jugoslawien durch die Abmachung von Belgrad gefördert würden. Das Regierungsblatt „B u b a p e ft i Hirlap" schreibt, bie Vereinbarung ber beiben Staaten schaffe Frieben an ber Abria unb trage zur Lösung bes europäischen Sicherheitsproblems bei. Italienisch-jugoslawische Be* Ziehungen im Zeichen ber Friedenspolitik würden durch ihre Auswirkungen auch für ganz Europa nützlich sein. Der Widerhall in Paris. „Ein neuer Sicherheitsfaktor in Europas, Paris, 26. März. (DNB.) Abgesehen von ben beiden finfsrabifalen Blättern „Populaire" und „Humanile" begrüßt bie französische Presse bas Zustandekommen bes italienisch-jugoslawischen Abkommens, in dem man einen neuen Sicherheitsfaktor in Europa im allgemeinen unb auf bem Balkan im befonberen erblicken will. Die Pariser Presse unterstreicht insbesondere, daß dieses Abkommen in keiner Weise die französischjugoslawischen Abmachungen ober bie Zusammenarbeit ber Länder der Kleinen Entente behindere und daß im Gegenteil eine seit 18 Jahren bestehende Reibung nunmehr geglättet sei. Der „Petit Parisien" sagt, vor allem Artikel 6, wonach nichts in diesem Abkommen als im Widerspruch zu anderen internationalen Verpflichtungen der beiden Parteien stehend angesehen werden könne, fei für Frankreich von größter Bedeutung. Das neue Abkommen enthalte nichts, was sich zum Schaden für die alten Freunde Jugoslawiens auswirken könne. Es enthalte aber für Jugoslawien selbst wesentliche Vorteile. Auch Italien gewinne sicherlich einen bedeutungs- gangsbeftimmur I Fchulwesen aus vollen Stützpunkt auf dem Balkan. Der neue Stütz« ^Aus"den^Ueb punkt aber werde von Belgrad kontrolliert. Die! erMen, wie die neue italienisch - jugoslawische Freundschaft könne | g^sehe auf feinen Fall Frankreich irgendwie jtQl(ung j» Dor hinderlich sein. Sie könne sich nur dann nach«! einheitlichen web teilig auswirken, wenn Frankreich eine ungeschickte y hinter "li lü'furl«":. ; y i ÖJ „ r (j U1' !■ A yüflb d!efil E li"8A“rj»8 ? Ü" A-rB DL I’1'jt'Unlä durch i*nf) j lurben-e'" J Das pariser Gespräch über die Mteinmischlmg in fonfre. IW gegei, nenfunft j, isaelnff hni roPQ in bei Die Vereinheitlichung des höheren Schulwesens Berlin, 25. März. (DNB.) Nachdem Reichsungeschickti ist -auptschrtftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Mit „--teer r neue Stütz, frottiert. Dir aber als Der Heeresbericht meldet weiter, daß vereinzelte bolschewistische Flugzeuge die Städte Huisca und Saragossa bombardiert haben, Ein Geschenk des Führers für den Reichsverweser von Horthy. B u d a p e st, 26. März. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat dem Reichsverweser von Horthy ein Prachtstück der deutschen Automobilindustrie ein für die Berliner Internationale Automobilausstellung angefertigtes achtzylindriges 200 PS starkes dunkelgrünes Mercedes-Ben z- i und einer Mischen Wahlpflichtfach hinzu. Oie höheren Mädchenschulen haben sämtlich die Form der Oberschule. eines Tanks bedienten, 31 Mann ums Leben gekommen. Oie Unteragenten des Nichteinmischungsausschusses. London, 25. März. (DNB.) Der Nichteinmischungsausschuß ernannte zu Unteragenten i n den Kontrollhäfen und bei den Landstationen: für die S e e ü b e r w a ch u n g: für die Downs: Kapitän Cysneiros de Faria (Portugal), für Cherbourg: Konteradmiral Salza (Estland), für B r e st: Kapitän Meyer (Norwegen), für L e Verdon: Kapitän Meija (Lettland), für Lissabon: Kapitän Akkermann (Holland), für Madeira: Kapitän Thiele (Dänemark), für Gibraltar: Kapitän Saffiedin (Türkei), für Oran: Kapitän Tiyauitch (Jugoslawien), für Cette: Konteradmiral von Schoultz (Finnland), für Marseille: Kapitän Doyle (Irland), für Palermo: noch nicht ernannt; der Posten wird von Schweden Die A u f b a u s ch u l e n für Jungen werden auf der Oberstufe nicht gegabelt, nehmen gleichfalls eine dritte neuere Fremdsprache besetzt; für die L a n d ü b e r w a ch u n g: für Basses- Pyrenses: Hauptmann Gyllenram (Schweden), für Hautes-Pyrön^es: Oberst Wettre (Norwegen), für Haute-Garonne: Oberst Martola (Finnland), für Ariöge: M. Paul Reinhards (Lettland), für Pyrenses- Orientales: Oberst Oele (Holland), für Gibraltar- spanische Landesgrenze: Kapitän Saffiedin (Türkei). General Franco begnadigt 16 zum Tode Verurteilte. Salamanca, 26. März. (DNB.) Staatschef General Franco hat die während der letzten Jahre der Republik nicht mehr ausgeübte alte spanische Sitte wieder ausgenommen, am Karfreitag einige zum Tode Verurteilte zu begnadigen. 16 Personen, darunter Offiziere, Unteroffiziere und Polizeibeamte, die auf marxistischer Seite gekämpft und wegen schwerer Verbrechen vom Kriegsgericht zum Tode verurteilt waren, wurden begnadigt. itreid) sich zi kwünsche: r viel weit« ommen hab!, reich ober io Anlaß gebe: Zeichnung bih r der Zusani> in Belara) ; es die So> ente nichl igsorgan „Le heweise aus imen lediglich litik, die bar- Pakte zu >es gegenseiti' •le Mussolinis sei sehr 3“' gibt die Möglichkeit, weitere Fremdsprachen zu erlernen. Für die gymnasiale Nebenform ift Kunst und Wissenschaft. Prädikatsverkeilung für deutsche Spielfilme. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda hat die Prädikatsverteilung für de utsche Spiel filme wie folgt geregelt: Es gibt fünf Prädikate: 1. Staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll; 2. Staatspolitisch und künstlerisch wertvoll; 3. Staatspolitisch wertvoll; 3b Künstlerisch wertvoll; 4. Kulturell wertvoll; 5. Dolksbildend. — Das Prädikat „Staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll" wird in Zukunft nur Filmen verliehen, die der nationalsozialistischen Auffassung vom deutschen Filmschaffen in besonders hervorragendem Maße gerecht werden. mehr ehb' die Freund Bündnis mi:: hier englisch Pflichtfach. Die Oberstufe der Hauptform (Oberschule) — nicht der Aufbauschule — wird in einem sprachlichen und in einen natur- wissenschaftlich-rnathemtischen Zweig gegabelt. Für den sprachlichen Zweig ist eine dritte Fremdsprache als Wahlpflichtfach vorgesehen. An den meisten Schulen wird das Französisch sein, jedoch besteht je nach den örtlichen Bedürfnissen auch die Möglichkeit, eine andere neuere Fremdsprache einzusetzen. Dieser Zweig ist dafür auf der naturwiffenschaftlich-mathemattfchen Seite entlastet. Umgekehrt begnügt sich der andere Zweig mit den beiden ersten Fremdsprachen, sogar mit verminderter Stundenzahl, und verstärkt den Unterricht in den Naturwissenschaften und der Mathematik durch Stundenerhöhung und Hinzunahme besonderer Arbeitsgemeinschaften. Die Gabelung hat nicht den Zweck, der künftigen Berufsausbildung vorzugreifen, sondern soll den Schülern nur Gelegenheit geben, entsprechend ihrer besonderen Veranlagung und Berufsneigung ein vertieftes Können zu erwerben. Kabriolett zum Geschenk gemacht. Der Wagen wurde dem ungarischen Reichsverweser im Auftrage des Reichskanzlers vom Direktor der Mercedes- Benz-Werke, Merlin, vorgeführt. Direktor Merlin überreichte dem Reichsverweser von Horthy gleichzeitig ein in herzlichem Ton gehaltenes Schreiben des Reichskanzlers. Reichsverweser von Horthy bat Direktor Merlin, vorläufig auf diesem Wege dem Reichskanzler feine besten Grüße zu übermitteln, bis er seinen Dank auf andere Weise zum Ausdruck bringen könne. wirklich eine starke Dosis Frechheit dazu, wenn der Vertreter seiner Regierung, die in allen anderen Ländern ganz offen Die Revolution organisiere, von einer angeblichen Verletzung des Menschenrechts spreche. Die einzige Entschuldigung sei die, daß man dieser Anmaßung Vorschub geleistet habe, indem man eine Regierung in den Familienkreis aufgenommen habe, die sich niemals von der Dritten Internationale getrennt hat, deren Ausschuß noch auf feiner 7. Tagung die anarchi- stische Propaganda bei den besten Freunden gefordert hat. Der sozialdemokratische „P o p u l a i r e", das Organ des französischen Ministerpräsidenten, ist mit dem Gang der Ereignisse nicht zufrieden. Der französische Vertreter, so schreibt das Blatt, habe hinsichtlich des Eingreifens ausländischer Mächte in die spanischen Angelegenheiten eine klare und unzweideutige Haltung eingenommen. Aber englischerseits stelle man keiner- I e i Anzeichen dafür fest, daß man zum Handeln bereit sei. Schon in den ersten Tagen der spanischen Revolution habe man die Sympathie der englischen Konservativen für die spanischen Nationalisten feststellen können. Die Frage der ausländischen Einmischung in den spanischen Bürgerkrieg gehöre zum Tätigkeitsbereich des Völkerbun- d e s. Die republikanische Regierung Spaniens wolle sie in Genf aufwerfen, und man müsse ihr darin folgen. — Die kommunistische „Humanits" ist selbstverständlich der gleichen Auffassung. • # n vljviydi, LU 1C Ule *■ Ul11 Hyt* lJUyt.LL ÖU/Ule UC5 2J11 lILrl rgenimh ?ej.^e5 Aussehen wird. Maßgebend für ihre Ge- bann nach staltung ist vor allem der Gesichtspunkt, daß der einheitlichen weltanschaulichen Ausrichtung des deutschen Volkes auch ein einheitliches Schultvesen entsprechen muß, in dem die innere Geschlossenheit auch in einer äußeren Vereinheitlichung zum Ausdruck kommt. Infolgedessen ist die bisherige Zersplitterung der höheren Schule in zahlreiche Sonderformen einer straffen Zusammenfassung gewichen. Es gibt fortan für Jungen und Mädchen nur noch eine grundständige Hauptform der höheren Schule: Die Oberschule und für Jungen außerdem eine Nebenform: das Gymnasium. Die Oberschule hat für Jungen und für Mädchen daneben noch eine verkürzte sechsjährige Sonderform, die A u f bausch u l e. Rücksicht darauf, daß sie gegenüber den Jungen- schulen besonderen Unterricht in Fächern des Frauenschaffens haben, begnügen sie sich auf der Unter- und Mittelstufe mit dem Englischen als einziger Fremdsprache. Die Oberstufe zeigt zwei Formen. Die Hauptform im Sinne national« ozialistischer Mädchenerziehung ist Hauswirt- ch a f t l i ch gerichtet (ein- oder dreijährige Frauen- chule). Die Hauptarbeit liegt hier in den Fächern ■Ä r bl«K * ij, 0 m m e n. " Ab!«,. Staatsschwert vom Marquis von Zetland, das Szepter mit der Taube vom Herzog von Richmond, der Reichsapfel vom Herzog von Sutherland und die Krone von St. Eduard vom Marquis von Salisbury getragen werden. Die Insignien der Königin, nämlich der Elfenbeinstab mit der Taube, das Szepter mit dem Kreuz und die Krone werden dem Grafen Had- bington, dem Herzog von Ruthland und dem Herzog von Portland anoertraut. Für den Baldachin des Königs find Lord fionbon» derry, Herzog von Abercorn, Graf Lytton und Lord Stanhope bestimmt worden. Weiter wurden auch die Bischöfe bestimmt, die dem König und der Königin bei dem feierlichen Krönungsakt affiftieren werden. Die Lage vor Madrid. Toledo, 26. März. (DNB.) Die feit längerem andauernde Untätigkeit an der Madrider S ü d- front ist durch nationale Angriffe überwunden, nachdem besseres We 11 e r eingetreten ist. Da sich die gesamte Jarama-Senke einschließlich der Brücke auf der Straße Madrid-Valencia in nationalem Besitz befindet, galt der am Donnerstag geführte Angriff der Ortschaft M o r a t a d e I a j u n a. Nach zweistündigem Artilleriefeuer rückten die nationalen Legionäre vor und nahmen die Ortschaft im Sturmangriff, der auch durch den bedeutenden Widerstand nicht zu behindern war. Der Angriff wurde von Tanks unter» ftützt, unter denen sich einige der kürzlich eroberten sowjetrussischen Tanks befanden. Den Sturm- truppen kam das zerklüftete Gelände zustatten, das die beste Deckung bot. ssU 'M peil! A“ 6»®'r l“1” * Heimen verbunden fein sollen. Man rechnet, daß dafür außer dem Schulgeld ein Pensionspreis von 40 bis 45 Mark im Monat aufzubringen fein wird. Für Minderbemittelte sind erhebliche Zuschüsse vom Staat aus vorgesehen. Das äußerlich sichtbarste Unterscheidungsmerkmal der Schulformen ist die Sprachenfolge Es wird die Oberschule für Jungen und für Mädchen — entsprechend die Aufbauschulen — in ihrer untersten Klasse mit Englisch beginnen und diese Sprache bis zur Reifeprüfung als Fremdsprache durchführen. Die zweite Pflicht- fremdsprache der Ober- und Aufbauschulen von der dritten Klasse an wird Latein. Da die erste Fremdsprache dem germanischen Sprachkreise angehörte, mußte die zweite dem romanischen entnommen werden. Gegenüber dem Französischen, das etwa hätte in Frage kommen können, hat das Lateinische den Vorzug, daß es die Grundsprache aller romanischen Sprachen ist und die Erlernung weiterer romanischer Sprachen wesentlich mehr erleichtert. Außerdem ist das Lateinische auch heute noch unentbehrlich für das tiefere Verständnis unsrer geschichtlichen Entwicklung und vor allem für gewisse Studien. Die Sprachenfolge der gymna- i a l e n Nebenform ist Latein in der ersten und Griechisch in der dritten Klasse. Oie Oberstufe der Lungenschule Paris, 26. März. (DNB.) Die französische Presse hatte im Anschluß an Unterredungen des französischen Außenmini st ers m it den Botschaftern Englands und Deutsch- lands über die angeblichen Absichten der französischen Regierung hinsichtlich der Lage in Spanien eine Propaganda gemacht, die am Freitag einer wesentlich ruhigeren Betrachtung der Lage Platz gemacht hat. Während man noch vor 24 Stunden von der Möglichkeit einer englisch-französischen Flotten demon st ration und von einer Anrufung des Völkerbundes sprach, betont man heute, daß der französische Außenminister niemals etwas anderes gewollt habe als die strikte Durchführung der im Londoner Nichteinmischunas- ausschuß gemeinsam gefaßten Beschlüsse. Nachdem schließlich auch das Manöver mißlungen ist, eine Bresche in die deutsch-italienische Einheitsfront zu schlagen und die öffentliche Meinung glauben zu machen, daß Berlin mit dem Vorgehen Roms nicht ganz einverstanden fei, sieht man sich heute zu der Feststellung gezwungen, daß d i e Achse Berlin — Rom f efte r denn je ist und daß der Londoner Ausschuß bis auf weiteres das einzige Organ darstellt, das sich mit der spanischen Frage zu beschäftigen hat. Man spricht plötzlich von einer Entspannung. „Journal" ist empört über die sowjetrussische Haltung. Das unverschämte Vorgehen des sowjetrussischen Botschafters in London sei nichts weiter als ein Fischen im trüben Wasser. Es gehöre AM Vw- r den Besuch atarescu . Etz MUK en über W hen Liese' Armee A ie ferner W M 6taien i d" sicher er ^gieru;9 Länder l» iren 21*u‘ rin den "v i3enl*n,i; O Teile der aufrichtig f „der W ning der A . Polim oei ufammem S'S- ;b56«r9‘ Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- chein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; ur den übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzeigen- leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D A. II 37: 10 933. Druck- und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch» und Steindruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Ps. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Psi mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Psi, mit der Illustrierten 5 Pf. mehr $ur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. des hauswirtschaftlichen und künstlerischen Schaffens. Sie behält das Englische als einzige Fremdsprache. Neben ihr steht die sprachliche Form, die als zweite Pflichtfremdsprache das Französische einführt und daneben die Möglichkeit gibt, auch drei Jahre lang Latein zu treiben. Die Aufbauschule für Mädchen gestaltet ihre Oberstufe nach der hauswirtschaftlichen Form der Oberschule. Es ist ohne weiteres einleuchtend, daß eine so grundlegende Neuordnung nicht von heute auf morgen an die Stelle der alten Form gesetzt werden kann. Andererseits war es untragbar, daß die Klassen der bisherigen Schulformen noch acht Jahre lang unverändert abrollten und daß gewissermaßen zwei grundsätzlich verschiedene Formen jahrelang nebeneinander bestehen blieben. Die neuen Grundsätze werden daher nicht eher für die künftige unterste Klasse der höheren Schule eingeführt. Vielmehr setzen die Uebergangsbestimmungen mit der Reform an zwei weiteren wichtigen Punkten der höheren Schule ein: Dem Beginn der Mittel- ft u f e und der Oberstufe. Selbstverständlich kann hier öie Umwandlung nur so erfolgen, daß Schonung des einmal Gewordenen und Notwendigkeit der Aenderung sorgsam gegeneinander abgewogen werden. Das ist im einzelnen eine Frage, die oft nur unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse an den einzelnen Schulen entschieden werden kann. Reichserziehungsminister Rust hat daher hier auf einengenbe Vorschriften verzichtet in der Ueberzeugung, daß nationalsozialistische Behörden und Erzieher auf Grund feiner Richtlinien und im Hinblick auf das Gesamtziel den richtigen Weg finden werden. Diese Vereinheitlichung des höheren Schulwesens im ganzen Reich beseitigt — abgesehen von der tiefgreifenden inneren Wirkung — auch die großen äußeren Schwierigkeiten, die bisher aus der Vielgestaltigkeit des höheren Schulwesens erwuchsen. Mit vollem Recht haben sich zahlreiche Eltern immer wieder beschwert, daß sie bei einem Wohnungswechsel nicht in der Lage seien, ohne große geldliche und zeitlicher Opfer ihre Kinder am neuen Wohnort einzuschulen. In Zukunft wird überall da, wo überhaupt eine grunftänbige höhere Schule ist, b t e 5) a u p t f o r m (Oberschule) vorhanden sein. Das Gymnasium tritt — von ganz geringen Ausnahmen abgesehen — nur dort auf, wo sich auch die Hauptform befindet. Mit dieser Neuordnung ist die äußere Form der künftigen nationalsozialistischen höheren Schule vorgezeichnet. Auch die Richtlinien für die innere Umgestaltung der BÜbungsarbeit liegen ausgearbeitet vor und werden in absehbarer Zeit herausgegeben werden. Da sich in den vier Jahren seit dem Umbruch auch die Lehrerschaft der höheren Schule in ernster Arbeit auf die neuen Aufgaben eingestellt hat, reift nunmehr die Zeit heran, wo die Erziehungsgrundsätze des Nationalsozialismus voll in die Tat umgesetzt werden können. Oie grundständigen Schulen bauen auf der vierjährigen — bei besonders begabten Kindern dreijährigen — Grundschule auf und umfassen a ch t Jahre. Zu dieser Verkürzung der Gesamtschulzeit von 13 auf 12 Jahre hat sich der Reichserziehungsminister mit Rücksicht auf bevölkerungspolitische Forderungen entschlossen. Die Angehörigen führender Berufe haben bisher eine so lange Ausbildungszeit zu durchlaufen, daß sie erst spät in den Beruf kamen, und infolgedessen erst zu einer Zeit eine Familie gründen konnten, in der andere Berufsgruppen mit kürzerer Vorbildung längst Frau und Kinder hatten. Der bevölkerungspolitische Verlust an geistig besonders befähigten Menschen war aber auf die Dauer untragbar. Diese Schwierigkeiten wurden erhöht dadurch, daß der Arbeits- und Wehrdienst wieder mehrere Jahre der Berufsvorbildung hinzufügten. Die neuen Aufgaben des Dierjahresplanes machen es notwendig, diese Verkürzung der Schulzeit sofort einzuführen. Darauf gehen die vorzeitige Entlassung der Unterprimaner zurück und die entsprechenden Anordnungen des Reichserziehungsministers. Die Zwi- jchenregelung ist so getroffen worden, daß die Bil- oungsfächer der vier oberen Klaffen in drei Jahren zusammengefaßt werden. Aeußerlich erscheint diese Maßnahme als ein Uebersprin- gen der Untersekunda. Es ist aber selbstverständlich, daß die Verkürzung der Schuldauer nicht eine Herabsetzung der Leistungshöhe bedeutet. Oie Aufbauschulen nehmen Schüler auf, die sechs Jahre die Volksschule mit Erfolg besuchten. Sie werden in sechs Jahren zur Reifeprüfung geführt und sind grundsätzlich mit einem Schülerheim verbunden. Sie sind in erster Linie für ländliche Verhältnisse vorgesehen und sollen aus der Großstadt ganz verschwinden. Für begabte Stadtkinder sollen andere Möglichkeiten der Bildung durch die Einführung von Förderklaffen usw. geschaffen werden. Bisher haben die weiten Wege für Schüler aus ländlichen Bezirken eine Beeinträchtigung der Erfolge in den Aufbauschulen gebracht. Dieser Uebel- stand wird dadurch behoben, daß im Laufe der Zeit die Aufbaufchulen grundsätzlich mit Schüler- Verfügung. Auf Grund des § 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 (RGBl. I S. 83) wird die Ge - m e i n s ch a f t „Die Wiedertäufer" für das Gebiet des Landes Hessen aufgelöst und verboten. Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung werden auf Grund des § 4 der Verordnung vom 28. Februar 1933 bestraft. Darmstadt, 22. März 1937. Geheime Staatspolizei Staatspolizeistelle Darmstadt I. V. gez.: Buß. 3,3 Millionen Reichsmark für neue Erbhöfe in Hessen. Lpd. Darmstadt, 25. März. In dem zweiten Nachtragsgesetz zum hessischenStaats- haushaltsplan für 1936 verkündet der Reichsstatthalter mit Zustimmung der Reichsregierung: In Dem Staatshaushaltsplan für das Rj. 1936 gehen bei den Einnahmen und Ausgaben zu: im ordentlichen Haushalt an Einnahmen 3,750 Millionen RM. und an Ausgaben 3,750 Millionen RM. Die Abschlußzahlen Des ordentlichen Haushalts werden hiernach auf 105 854 825 RM. in Einnahmen und Ausgaben feftgestellt. Die Landesregierung ist ermächtigt, die für die Bildung neuer Erbhofdörfer und Erbhofweiler notwendigen Mittel durch Aufnahme von Darlehen im Gesamtbeträge von 3 375 000 RM. bei der Deutschen Siedlungsbank flüssig zu machen. Eine Gesellschaft für praktische Lagerstättensorschunq. Berlin, 25. März. (DNB ) Im Einvernehmen mit dem Generalsachoerständigen für deutsche Roh- und Werkstoffe, Keppler, dem bei der Durchführung des Vierjahresplanes die Erforschung des deutschen Bodens obliegt, ist am 23. März 1937 die „Gesellschaft für praktische Lager- stättensorschung m. b. H.", Sitz Berlin W 8, Behrenstraße 39a, gegründet worden. Die Gesellschaft bezweckt vor allem die geophysikalische Erforschung von Erzlager st ätten. Im Dierjahresplan fällt ihr daher eine besonders wichtige Aufgabe zu. Es gilt, mit geophysikalischen Methoden bekannte Lagerstätten in ihren Erstreckungen weiter zu verfolgen, stilliegende Grub n auf unbekannte Vorräte zu überprüfen und r or allem den deutschen Boden nach neuen Lager- ft ätten zu durchforschen und Material, Ausdehnungen und Teufe derselben festzustellen. Frankfurt und Köln verkaufen ihre Kohlenfelder. LPD. Frankfurt a. M., 25. März. Die Städte Frankfurt a. M. und Köln haben die im Jahre 1927 zu einem verhältnismäßig hohen Preise erworbenen Kohlenfelder Rossenray wieder abgestoßen. Käufer sind verschiedene Interessenten unter Führung der Friedrich-Krupp-AG. Der Gesamtaufwand der Käufer wird auf rund 11 Millionen Mark beziffert. Das ist ein recht günstiger Preis. Wenn man berücksichtigt, daß heute in Deutschland ein großer Kohlenbedarf vorhanden ist und die Städte in absehbarer Zeit an die Erschließung der Kohlenfelder nicht denken konnten, so ist es im Interesse der Allgemeinheit zu begrüßen, daß nun dieses wich- tige Kohlenvorkommen in Hände übergegangen ist, die eine baldige Erschließung der Felder gewährleisten. Damit ist der Schlußstrich gezogen unter eine Angelegenheit, die schon beim Kauf Der Kohlenfelder in der Öffentlichkeit sehr kritisch ausgenommen wurde. Damals wurde von den beiden Städten infolge Ueberalteruna ihrer stadteigenen Gaswerke der Plan erwogen, sich auf Ferngasbezug umzustellen. Um nun hinsichtlich der Festsetzung des Preises für das Ferngas einen Druck auszuüben, entschlossen sich die beioen Städte zum Kauf der im Kreise Mors bei Rheinbach gelegenen Kohlenfelder Rossenray für insgesamt 16 Millionen Mark. Es kann gesagt werden, daß diese Kohlenfelder ganz erheblich überbezahlt wurden, abgesehen davon, daß sich die Städte auf ein Gebiet begeben hatten, das ihnen völlig fremdartig war. ! i“ wrtii, 5« A, hl “Re (Ent, b'“ öönbei ^ene klieqz, 's wolle u„ chewistj, DIQ m p q* llötOien bei Ml UHV I I « uumuumicu ijuucii, °enen wodurch mehrere Personen getötet und verwundet unb bit[ wurden. Ein bolschewistischer Angriff im Abschnitt IIent)eil Majadahonda wurde abgewiesen, wobei die aM benj Bolschewisten einige Tote und zahlreiche Verwun- le'en. Ji(| bete zurückließen. Auch ein Angriffsversuch der Bol- bWn,bü schewisten bei Aravaca konnte zurückgeschlagen lsente eniiJ werden. Die Südarmee meldet Infanterie- und Ar- uenisch-jui»,' tillerie-Feuer an der Cordoba-Front. ">ch nuz. An der Guadalajarafront sind schwere Zwistigkeiten innerhalb der bolschewisti- W Mei, s ch e n Banden ausgebrochen. Bei Taracena soll es wegen der Verteilung der Lebensmittel zu einem gelöst Hai! F e u e r g e f e ch t zwischen spanischen Milizmännern ™ 1 und Angehörigen der internationalen Brigade gekommen sein, bei dem vierzehn Milizmänner getötet und 37 verletzt worden fein sollen. Auf Seiten der internationalen Brigade feien im Verlauf des Gefechtes, bei dem Milizmänner sich schließlich M PALMOLIVE-RASIERCREME In Normaltuben RM.0.50 ist stilOI! hülb Fd-SiCft ! In großen Tuben RM.1.10 annehmbare-! erziehungsminister Rust bereits in mehreren Er- et. lassen die künftige Gestaltung des höheren Schulwesens vorbereitet hat, hat er nunmehr lieber» gangsbestimmungen erlassen, durch die das höhere ------- Schulwesen aus seinem jetzigen Stand in die künftige endgültige Form übergeleitet wird. Aus den Uebergangsbestimmungen ist deutlich zu ersehen, wie die künftige höhere Schule des Dritten nie rden- opa begünj unb die end L in fij man aus d« > a h r e „ in] ■ f» Ihre Wohnung wird schöner durch 2115A Hochstätter Tapeten Verlangen Sie Muster-Vor.age! 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April, 20-22.30 Uhr Zum letzten Mal „Die verkaufte Braut“ Sonntag, l.April, 11.30-12. t-.OUhr „Kammermusik“ „Lyrik“ Sonntag, 4. April, 19-21.30 Uhr „Der Opernball“ ____—_______2113D »22 irr" Sldler N Oer e*. od »|I bie ?l,l dein teil, ,let 6% glüluftr«»; » Ä ® *» 011,1° V!en>lh Fakt- frßi ou5 bem Jerb -dmh-ii-nU" Jntereinanbcr "5 Weltge ^ Wders beE Es ist feme pä® r W Lhr em Gev ächt irgendwie Cer Fortschritt hing der Tech io vereng , WB ki°h-U £ allen ih«" 11 mW in B-Z' l «lichn^d-- 8ut S tnis?rntesten V die Salzfluten nigi« 3=6* Veltreich Mr als den W Gesamt muß, ' Ms'lichen Ma te dieser ist gmdsählicl teil am M> daraus wird zm Meere a aM’önqigteit di-'> 'Beobad britische Wel! kurz oder lan mit den muh. Das 3 fällt beinahe reiches zusar in besondere bischen Chai die Linien c ser sich schilt chen Punkt« daß gewisse entstehen. Es ist be.p Problems bi' Wt ovch vorbereitet Begriff de die ns gl also Tnglo das Mitt gebieten zu denn es f leichtesten [ Der weiter^ wegen der i Vc Sas christ Sehnsucht. § trua das Vo Leid und S und vorgesur >5 es teilhat “Q5 Nl'ions; vurde: jo do tuen, was di er Kirche d den Markt, mit kleinen 'a[em" aufba mohlshaus, weiter-, da« ?olle. Ein 'i( ?°nd entwo Uten. Gruber, da uhren und U lagen d S>en Pass! Irischer freilich ?Qm zu im 81.4) ein * S. Sä Nr. 72 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 27. März 1937 Auf -en Wegen -es Weltgeschehens. Von Dr. Hermann Oreyhaus Alles Weltgeschehen wird zuletzt von einem Menschen im Rahmen seines Volkstums bewirkt und gemeistert. Er allein fühlt in sich den göttlichen Auftrag, aber er erwartet für sich und sein Volk den göttlichen Segen. Wenn trotz dieser Feststellung von großen Wegen des Weltgeschehens gesprochen werden soll, so bedeutet das nicht, daß der schöpferische Mensch materialistisch gesehen lediglich das ausführende Organ mehr oder minder zahlreicher günstiger Faktoren darstellt: es bleibt ihm durchaus der freie Wille! Seine Größe zeigt sich darin, wie er die Gegebenheiten gestaltet, in die ihn die Weltordnung stellt. Zu diesen Gegebenheiten gehören zuerst sein Volkstum, das diesem zugeeignete Land und die verschiedensten Eigenschaften der Lage dieses Landes. Aus dem Zusammenspiel also der Führer einzelner Völker mit den ihnen gebotenen Gegebenheiten und der aus ihnen gebildeten Gruppen untereinander ergeben sich die einzelnen Abschnitte des Weltgeschehens. Bei ihrer Beobachtung muß man feststellen, daß einzelne Schauplätze ganz besonders bevorzugt sind. Es ist keine Überheblichkeit, wenn die Europäer behaupten, daß es auf der Erde nirgendwo mehr ein Gebiet von einigem Umfang gibt, das nicht irgendwie von ihnen beeinflußt wäre. Der Fortschritt der Wissenschaften und die Entfaltung der Technik haben die Raum- und Zeitmaße so verengt, daß die Erde in gewisser Hinsicht eine Einheit bildet: der europäische Geist hat sie in allen ihren Teilen durchdrungen und diese untereinander in Beziehung gesetzt. Hierbei spielte und spielt auch noch das Meer eine ausschlaggebende Rolle. Aus seinem Rücken sind die Schiffe gefahren, die die entferntesten Völker untereinander verbanden. Aber die Salzfluten trugen auch jene Schiffe, die in wenigen Jahrhunderten das einzigartige britische Weltreich schufen, dessen Landumfang zwar mehr als den Erdteil Afrika ausfüllen würde, zu dessen Gesamtumfang man aber auch die Ozeane rechnen muß, um die' richtige Vorstellung von seiner wirklichen Macht zu bekommen. Aus dieser Beobachtung folgt zweierlei. Zunächst ist grundsätzlich für jedes Land sein Küstenan- teil am Meere von lebenswichtiger Bedeutung. Daraus wird der ungestüme Drang aller Völker zum Meere als Geburtsstätte der Freiheit und Un- ah^ngigfeit verständlich. Zum andern aber lehrt di''' Beobachtung, daß in dem Maße, wie das britische Weltreich sich entfaltete, jedes Volk über kurz oder lang zu einer Auseinandersetzung mit den britischen Interessen kommen muß. Das Weltgeschehen der letzten Jahrhunderte fällt beinahe mit der Geschichte des britischen Weltreiches zusammen. Seine großen Wege sind damit in besonderem Maße festgelegt Bei dem amphibischen Charakter dos Reiches werden naturgemäß die Linien am wichtigsten sein, wo Land und Wasser sich schicksalhaft begegnen. Dies geschieht an solchen Punkten, wo die Länder so zusammenrücken, daß gewissermaßen Engpässe des Meeres entstehen. Es ist bezeichnend, daß mit der Erkenntnis dieses Problems die englische Weltpolitik vor Reichlich zwei Jahrhunderten begann, nachdem Cromwell fünfzig Jahre vorher sein Volk geistig auf diese Aufgabe vorbereitet hatte. Ueberlieferungsmäßig war der Begriff der Weltherrschaft an den Besitz I n - d i e n s geknüpft. Auf den Weg nach Indien muß also England seine Politik ausrichten. Damit wird das Mittelländische Meer mit seinen Randgebieten zur wichtigsten Straße des Weltgeschehens, denn es stellt den kürzesten, allerdings auch am leichtesten zu bedrohenden Weg nach Indien dar. Der weitere Weg um das Kap land konnte wegen der überall offenen Meere nicht gänzlich gesperrt werden, zudem befand sich dieses im Besitz Hollands, das als ernsthafter Gegner nicht mehr in Betracht kam. So richtete sich das ausschließliche Interesse auf das Mittelmeer. Hier lag am westlichen Eingang die bisherige Weltmacht Spanien. In dem spanischen Erbfolgekrieg (1701 bis 1713) brachte England nicht nur Gibraltar in seinen Besitz, es verhinderte vor allem, daß Spanien durch eine allzu enge Verbindung mit Frankreich wieder erstarkte oder gar durch Rückfall an die österreichischen Habsburger zu einem neuen Reiche Karls V. sich wieder entwickelte. Hiermit ist die englische Politik nach zwei Richtungen festgelegt. Spaniens Machtentwicklung darf nach englischer Meinung niemals ein gewisses Maß überschreiten. Gab es einmal Versuche dazu, wie in der Verbindung Frankreich—Spanien unter Napoleon I. oder während des Karlistenaufstandes vor hundert Jahren ober in der jüngsten Gegenwart, dann sieht es seine Belange geschädigt und trifft Maßnahmen zu ihrem Schutze. Andrerseits wird das englische Interesse auf Mitteleuropa gelenkt. Hier find die habsburgischen Länder mittelbar Randgebiete des Mittelmeers. Als solche dienen sie dadurch dem englischen Interesse, daß sie Frankreich, der stärksten Macht am Mittelmeer, das „Gleichgewicht halten, d. h. es in Europa binden. Als sich beide im Zeitalter Friedrichs des Großen trotzdem auf ein paar Jahrzehnte miteinander verbinden, da muß der Hohenzoller die Rolle des „britischen Fest- landsdegens" spielen. Mitteleuropa wird dabei zur zweiten wichtigen Stätte des Weltgeschehens. Am Ausgang des Jahrhunderts verlängert sich diese sogar recht weit nach Osten. Im allgemeinen zwar ist man gewöhnt, in der französischen Revolution das wichtigste Ereignis jenes Zeitabschnittes zu sehen. Doch darf dabei nicht übersehen werden, daß die Revolution nur deshalb so ungestört ihren Gang nehmen konnte, weil die wichtigsten europäischen Mächte in die Aufteilung P o - lens verstrickt waren, wobei England nur mit Mühe feine bedeutenden Handelsinteressen in der Ostsee verteidigen konnte. In dem von der großen Kaiserin Katharina II. neu organisierten Rußland trat England das Gegenstück feiner eigenen Macht entgegen: seiner eigenen Meeresunendlichkeit stellt sich hier eine Landunendlichkeit gegenüber, beide in der Eigenart der von ihnen ver- trennten Elemente! Die Seemacht England, leicht beweglich und überall schnell zugreifend, die Landmacht Rußland, langsam und schwerfällig. Zusammen umgreifen sie bald den gpnjen Erdball. So müssen sich die beiden großen Wege des Welt- Seschehens im Laufe des 19. Jahrhunderts nach ft en fortentwickeln, gemäß ihrer Grundtendenzen. Mit bewunderungswürdigem Geschick gelingt es England, besonders in Ausnutzung der europäischen Gegensätze, alle Meerespässe nahe und fern von Indien in seine Gewalt zu bringen, der Indische Ozean wird zum Kerngebiet eines britischen Jndiameerreiches, das für absehbare Zeit noch als eine Realität anzusehen ist. Trotz des Emporkommens Japans während des Weltkrieges! Heute schon von einem geschlossenen Asien sprechen zu wollen, erscheint verfrüht. Einstweilen hält Rußland auch noch mit großer Zähigkeit an der Überlieferten europäischen Blickrichtung fest. Damit gestattet es England, die durch den Weltkrieg so stark gestörte mitteleuropäische Linie, deren Hauptstützpunkte jetzt Paris und Prag sind, weiter mit Nachdruck zu verfolgen. Man wird unter Hinweis auf den Weltkrieg eine Bemerkung über Amerika vermissen. Zwischen zwei großen Wasserwüsten und erfüllt von der Monroe-Doktrin kann es mühelos ein Sonder- dafein führen, zumal ihm wirtschaftlich alles zur Verfügung steht, was es braucht. Militärisch gesehen haben die Vereinigten Staaten alle strategisch wichtigen Punkte in ihre Gewalt gebracht, und wirtschaftlich ist das nicht sehr viel anders. Deshalb kann man trotz der zwei sehr verschiedenen Kulturgebiete von einer Einheit Amerikas sprechen, die sinnfällig in Erscheinung treten würde, wenn einmal Europa ernstlich von Asien bedroht werden sollte. Dann würde doch wieder der europäische Mensch in feiner urtümlichen wie amerikanischen Spielart das letzte Wort sprechen und damit die Anfangsworte dieses Aufsatzes erhärten, daß wohl Boden und Lage des Landes von großer Bedeutung sind, daß zuletzt aber das Blut entscheidet. Europas Schicksal ist auch das Amerikas. Der deutsche Standpunkt in der Kotonialsrage. Von Neichsstatthalter General Franz JRiffer von Epp, Neichsleiter der NSDAP., Leiter des Kolonialpolitischen Amtes. Das deutsche Volk lebt auf einem im Verhältnis zu feiner Bevölkerungszahl außerordentlich engen Gebiet, das zudem eine Reihe von lebenswichtig gewordenen Rohstoffen nicht hervorbringt. Der Versailler Vertrag nahm Deutschland seinen ganzen Kolonialbesitz und entzog ihm die Möglichkeit, mit eigener Währung die für seinen Bedarf unbedingt notwendigen Rohstoffe zu beschaffen. Im Vergleich mit dem Kolonialbesitz anderer Länder befindet sich Deutschland heute in einer Lage, die man als zweitrangig betrachten muß. Schon im Jahre 1914 stand Deutschland mit einem Kolonialbesitz, der nur SVatnal so groß wie das Mutterland war, anderen weit kleineren Nationen gegenüber zurück. England besaß damals schon ein Weltreich das 105mal so groß wie Großbritannien war. Belgiens Kolonialbesitz umfaßte den 80fachen, Hollands den 60 fachen und Frankreichs den 22fachen Umfang des Mutterlandes. Die Abschnürung Deutschlands von der Möglich- lichkeit, lebenswichtige Rohstoffe aus eigenen Kolonien beziehen zu können, ist besonders deshalb so folgenschwer, weil die Dichte der Bevölkerung Deutschlands, das das volkreichste Land des Kontinents nach Rußland darstellt, zur industriellen Entwicklung zwang, um überhaupt seine Bevölkerung erhalten zu können. Die Erfüllung einer der wichtigsten Aufgaben einer verantwortungsbewußten Regierung, für Brot und Arbeit ihrer Untertanen zu sorgen, ist durch die in Versailles verfügte Zwangsverwaltung des deutschen Kolonialbesitzes mehr erschwert als in anderen Ländern, die Kolonien ihr eigen nennen. Deutschland bedarf zur Wiederaufrichtung seiner Wirtschaft in erster Linie kolonialer Rohstoffgebiete, die innerhalb des eigenen Währungsbereichs liegen. Wir wollen und können nicht schlechter gestellt sein als andere Länder. Der Vorschlag Sir Samuel Hoares, eine Rohstoffkonferenz einzuberufen, kann nach seiner Verwirklichung für Deutschland bestenfalls zusätzliche Rohstoffgebiete sichern, jedoch trägt er den deutschen Erfordernissen bezüglich währungseigener Kolonialgebiete keine Rechnung. Der in vielfacher Hinsicht unter Schwierigkeiten leidenden deutschen Gesamtwirtschast ist mit derartigen gutgemeinten Vorschlägen nicht gedient. Die in der Auslandspresse vielfach zutage getretenen Behauptungen über deutsche Absichten einer gewaltsamen Kolonialannexion hatten auch das Interesse anderer Staaten, die sich bisher gar nicht auf kolonialem Gebiet betätigt hatten, zur Folge. Es kann nicht genug hervorgehoben werden, daß Deutschland sich niemals durch Annexion fremder Gebiets vor der Welt ins Unrecht setzen würde, Deutschland denkt, wenn es Kolonialforderungen erwägt, lediglich an seine eigenen Kolonien, die durch das Versailler Diktat unter die Zwangsverwaltung des Völkerbundes gestellt wurden, der den jetzigen Mandatsinhabern den Derwaltungsauftrag gab. Die deutsche Kolonialbewegung wünscht lediglich die Aufhebung der Z w angsverwaltung und die Rückerstattung des freien Verfügungsrechtes über sein eigenes Kolonialbesitztum. Durch den deutschen Rechtsanspruch wird also kein anderer Staat in seinem Besitzstand irgendwie getroffen. Folgende Rechtsmomente, die eindeutig den deutschen Anspruch auf Rückerstattung seines Kolonialbesitzes unterbauen, kamen bisher in der öffentlichen Debatte des Auslandes fast überhaupt nicht zur Sprache. Die Wegnahme der Kolonien war schon deshalb ein schweres Unrecht, weil sich in Artikeln der K o n g o - A k t e die vertragsschließenden Mächte feierlich verpflichtet hatten, einen europäischen Krieg nicht auf die zentralafrikanischen Ko- Für die Q Ziga- urteilung v kieme retten grb ^fe zum Tricks. Ma P^ ziga_ ;Beispiel,ob J nocb s0 :rette am En1e beim gut schmeckt ^rden Bersten MOKR1 IXXFÄ-ääwgjg vCn WM 40/3'7 • eZke ywLßßi wxx/t. Ionien zu übertragen. So konnte der deutsche Staatssekretär Dr. Solf im Vertrauen auf dieses Abkommen noch am 2. August 1914 nach Deutsch- Ostafrika telegraphieren, daß die Kolonien außer Kriegsgefahr seien und die Ansiedler beruhigt werden könnten. Es war nicht Deutschland, das die Bestimmungen des Artikel 11 der Kongo-Akte brach! Vielmehr war es ein englischer Kreuzer, der am 5. August in Deutsch-Ostafrika die Feindseligkeiten eröffnete. Durch diese Eröffnung der Feindseligkeiten wurde der klare Vertragswille der europäischen Mächte durchbrochen, der den Kolonialbesitz auch im Kriegsfälle in keinerlei Auseinandersetzungen hineinziehen, vielmehr den Kolonialbesitzstand der europäischen Mächte gegenseitig für die Dauer gewährleisten sollte. War schon aus diesen Gesichtspunkten heraus die Wegnahme der deutschen Kolonien ein schweres Unrecht, so kommt noch ein weiteres Unrecht hinzu, Deutschland hatte zu dem am 5. November 1918 rechtsgültig geschlossenen Vorfriedensvertrag lediglich im Vertrauen auf die Einhaltung der 14 Punkte Wilsons und auf die die Rechtsgrundlage für die Friedensverhandlungen bildende Note des amerikanischen Staatssekretärs Lansing vom 5. November 1918 seine Zustimmung gegeben. Punkt 5 der Wiksonschen Punkte sah eine freie, weitherzige und unbedingt unparteiische Schlichtung aller Kolonialansprüche vor. Er wurde aber durch Artikel 119 des Versailler Diktates gebrochen, denn Deutschland wurde zum 93er- .sicht auf alle feine Rechte bezüglich feiner überseeischen Besitzungen gezwungen! Die Begründung, daß die Wegnahme der Kolonien eine verschleierte Annexion sei, die Deutschland als Folge eines verlorenen Krieges hätte hinnehmen müssen, ist nicht zu diskutieren, denn bei der Aufstellung der Wie- dergutmachungssumme wurde der Wert der Kolonien überhaupt nicht in Anrechnung gebracht. Nach wie vor betrachtet daher Deutschland seine Forde- Osteripiel. Von Or. Johannes Günther. Das christliche Oster-Spiel ist ein Geschöpf der Sehnsucht. Schon im 12. und 13. Jahrhundert er- trua das Volk es nicht mehr, daß ihm von Christi Leio und Sieg nur immer lateinisch vorgepredigt und vorgesungen wurde. Es ruhte nicht eher, als bis es teilhaben durfte an der Heilstat, als bis ihm das Passions- und Ostergeschehen szenisch vorgeführt wurde: so daß die Augen doch wenigstens aufnahmen, was die Ohren nicht verstehen konnten. Aus der Kirche drängte das mittelalterliche Spiel auf den Markt, wo nun die Spielenden, wie Kinder, mit kleinen bescheiden dekorierten Podien, „Jerusalem" aufbauten, so wie sie es sich dachten, Abendmahlshaus, Pilati Haus, Kaiphas' Haus und so weiter; dazu, als grelle Kulissen, Himmel und Hölle. Ein solcher Bühnengrundriß, von ungelenker Hand entworfen und bekritzelt, hat sich noch erhalten. Fromm, hingebungsvoll, geehrt und tief beglückt darüber, daß sie die heiligen Vorgänge vor Augen führen und dazu die alt-überlieferten Worte fingen und sagen durften, stellten Priester und auserlesene Laien Passion und Ostern dar. Schauspieler mit künstlerischen Ambitionen waren sie nicht. Nach und nach freilich macht sich ihr Spieltrieb bemerkbar; es kam zu realistischen Ansätzen und gar zum Humor im heiligen Zusammenhang der sonst ernsten Szenen. Durchaus nicht jedes Osterspiel war auch zugleich ein Passionsspiel. Es gab Osterspiele, die nur Auferstehungsspiele waren, so z. B. das „Redentiner Osterspiel", eines der ganz wenigen Texte, die nicht dem spielfreudigeren Süddeutschland ' angehören, es ist gegen Ende des 15. Jahrhunderts in Lübeck oder Wismar aufgeführt worden. Der Wortlaut in feiner alten niederdeutschen Form erscheint übrigens jetzt wieder in den bei Hirzel verlegten „altdeutschen Quellen", von Kroogmann herausgegeben, nachdem es in den letzten Jahrzehnten mehrmals in neudeutschen Formungen, mehr oder weniger irreführend, auftaucht. Wir haben im Redentiner Osterspiel ein köstliches Zeugnis herber deutscher Frömmigkeit, kindlich-einfacher, ergreifender Schönheit und zugleich (— das klingt zunächst seltsam —) derber Lustigkeit spätmittelalterlichen Empfindens vor uns. Christus fährt, dem Glaubenssatz entsprechend, „nieder zur Hölle" und erlöst die dort schmachtenden Seelen. Daraufhin ist dem Auferstehungsspiel als umfangreicher Schlußteil, ja man kann sagen: als selbständiges Nachspiel oder Satyr-Spiel, ein Teufelsspiel angehangt: die I Teufel sind bestrebt, ihre leere Hölle wieder zu füllen, ziehen Vertreter aller Stände vor ihr Geeicht; in derb-komischen Situationen erweisen sich die „armen Sünder" und werden (teils zum Gaudium, teils zu Angst und Schrecken des einfältigen Publikums) in die Hölle gezerrt. Anfangs waren die Spiele von Christi Leid und Sieg, kanonischem Texte möglichst getreu, in der lateinischen Sprache abgefaßt gewesen. Dann waren deutsche Dolmetschungen hinzugekommen. Danach sogar — über Sinn und Ziel der kirchlichen Spiele hinausgehend — neu gedichtete deutsche Szenen oder lyrische Einlagen, bis dann, wie im Redentinischen Osterspiel, die lateinische Fessel ganz abgestreift wurde und eigenwertige deutsche Dichtung erschien! Ueberblicken wir die mittelalterlichen Passionsund Osterspiel-Texte und vornehmlich ihre deutschen Teile, dann stoßen wir natürlich auf viele Längen, auf viele Unbeholfenheiten und Gezwungenheiten. Dann und wann aber sprießen auch, blumengleich, wundersam feine sprachliche Gebilde auf. So zum Beispiel die Klage der Maria: „Ihr lieben Leute der Christenheit, Helft klagen mir mein großes Leid! Ich klag' es Erde, Tier und Stein Und der ganzen Welt gemein': Ich hatt' ein herzeliebes Kind, Dem allzu viele Feinde worden sind. Oh, das ich trug in meinem Schoß, Das hanget dort nacket und bloß!" Die Reformation bescherte den deutschen Christen deutschen Gottesdienst: so war denn die ureigentliche Sendung des Osterspiels erfüllt. — Zeiten der „Bildung" und „Aufklärung" kamen, trieben den Menschen die Kindlichkeit und die Sehnsucht aus und verdarben damit die Voraussetzungen eines Oster- spiels. Die Sehnsucht, wenn auch vielleicht in anderer Richtung als ehemals, kann wieder erwachen. Man kann es als ein Zeichen tiefen Verlangens nehmen, wenn allenthalben Spiele auftauchten, welche die bis in den Tod und über den Tod hinaus sich offenbarende Liebe zum Inhalt haben: Erneuerungen ortsüblicher, ja schon Weltgültigkeit genießender Spiele, in Oberammergau, in Erl, oder Passionsund Osterspiel einzelner Dichter wie Avenarius' treuherziges Szenarium ,Hefus", wie Weisers groß angelegtes Christus-Werk oder Nithack- S t a h n s Christusspiel, W e e g e s kindlich-inniges „Christi Leidenspiel", F r e h s e e s dramatisierter Evangelien-Text „Es ist vollbracht", Bachmanns mystische Szenen „Hora mea“ und K. B. Ritters „Brandenburger Domspiel vom Menschensohn". In einem mittelalterlichen Osterspiel fallen uns die Worte auf, mit denen die Engel den begrabenen Gottessohn den Fesseln der Erde entreißen wollen: „Exsurge, Jesu Christ, Steh auf, du Gotteskraft! Weil du ein Heiland bist, Erlöse aus der Hast, Aus ihrer Höllenpein, Aus Not und Herzeleid Die armen Seelen dein — Erwache, sei bereit: Exsurge!!“ Dies Wort „exsurge“ (auf deutsch: „steh auf!") ist ihr Beschwörungswort. Ja, diese Szene ist geradezu ein unruhiger, dämonischer Zauberakt. Mit ihm haben wir aus dem kirchlich-christlichen Oster-Mysterienspiel die sicherste Brücke zum älteren Osterspiel heidnischer Art, zum Frühlingsspiel, zum Kampfspiel zwischen Winter und Sommer, zum Sommer- Erweckungsspiel, zur Siegesfeier des Frühjahrs, zum Jubeltag des jungen Lebens. Aus erhaltenem altem Volksbrauch, aus Volksliedern, Volkstänzen, Redensarten und Anfpielungen wissen wir von alten Redewettstreiten zwischen Sommer und Winter, von Kampfdarstellungen und, bald großartigem, bald derb-spaßhaftem, sinnbildlichem Treiben. In Lügde bei Pyrmont werden noch heute von zwei nahe gegenüberliegenden Bergen riesige Räder, deren Speichen Pechfackeln sind, zu Tale gerollt. Und allenthalben brennen nun zur Osterzeit — im gewaltigen Zuge des wiedererwachenden Verständnisses für wesentlich heiliges Volksgut und seine sinnbildlichen Kräfte die Osterfeuer zum Himmel empor. In diesen schönen Osterfeuern braucht nicht die geringste Spur eines Widerspruchs zum Christentum zu liegen. Naturfreude und Gottesfreude eint sich zu Ostern, wie Max von Schenkendorf, sinnenfroh und gläubig zugleich, fang: Ostern, Ostern, Frühlingswehen! Ostern, Ostern, Auferstehen Aus der tiefen Grabesnacht! Blumen sollen fröhlich blühen, Herzen sollen heimlich glühen. Denn der Heiland ist erwacht. Der im Grabe lag gebunden. Hat den Satan überwunden. Und der lange Kerker bricht: Frühling spielet auf der Erden, Frühling soll's im Herzen werden, Herrschen soll das ewige Licht! „Condottieri." Lichtspielhaus. Unmittelbar nach der Stuttgarter Uraufführung, über die wir bereits berichtet haben, erschien bei uns der deutsch-italienische Gemeinschafts-Film „Condottieri", der mit dem Prädikat „staatspolitisch und künstlerisch wertvoll" ausgezeichnet worden ist. Eine für filmische Begriffe seltene Einheitlichkeit der wesentlichen Funktionen bestimmt den starken Gesamteindruck: Luis Trenker schrieb das Ma- nuskript und (zusammen mit Kurt Heuser und Mirko I e l u s i ch) auch das Drehbuch; er führte Regie (gemeinsam mit Werner Klingler) und spielte überdies die Hauptrolle. Das gibt dem Ganzen eine Geschlossenheit der künstlerischen Idee und Wirkung, der sich der Beschauer nicht entziehen kann. Die Handlung ereignet sich im Zeitalter der italienischen Renaissance und entfaltet sich frei auf historischem Hintergründe unter Einbeziehung geschichtlicher Persönlichkeiten wie Malatesta und Cesare Borgia: eine kriegerische Ballade, bewegtes Spiel mit Sturm und Schlacht, mit Feldlager und Verfolgung, mit Zweikampf, Verschwörung, Verrat und troubadourhaften Liebesszenen — Bild einer leidenschaftlich erregten Zeit. Aus der Fülle der Gestalten im Widerstreit militärischer, politischer, kirchlicher und sehr persönlicher Strömungen und Gegenströmungen hebt sich die Erscheinung des Giovanni Lombardo, der, noch jung in kriegerische Abenteuer verstrickt, bald über den' gemeinen Ehr- geiz und die Söldnerparolen der Condottieri hinauswächst und für die Idee eines größeren und einigen Vaterlandes kämpft und fällt: eine Rolle, die Iren fers darstellerischer Persönlichkeit und Eigenart prachtvoll angepaßt ist; hier kann sich seine männlich-wortkarge, einfache und soldatische Natur ganz entfalten, und er gibt dem Giovanni die kämpferische Energie und den mitreißenden Willensantrieb eines echten Volkshelden. Sonst zeichnen sich vornehmlich August Eichhorn (Ma- latefta) und Erwin K l i e t s ch (Borgia) durch far- bige Charakterisierung aus, von den Frauenfiguren die mädchenhaft herbe, blonde Mailänderin Carla Sveva (Maria) und Waltraut Klein als die geschmeidige und verführerische Kurtisane Tullia. Die Spielführung, mit großen Dolksmassen arbeitend, verwirklicht einen monumentalen Historienstil, der die Maßstäbe seiner Szenengestaltung von den klassischen Formen der Bauten und Plastiken abzu- leiten scheint, welche die Handlung umrahmen und begleiten. Die Photographie (an der Kamera- Albert Benitz) ist mustergültig; eine Fülle schöner und klarer Bilder gehört zu den lebendigsten Eindrücken des Werkes. — (Tobis-Rota.) Hans Thyriot rungen auf Wiederzuerteilung seines asten Kolonial- besitzes als unbedingt zu Recht bestehend. Wenn man heute Deutschland öfter vorwirft, daß es durch seine Rassengesetzgebung seine Unfähigkeit bewiesen habe, fremdes Volkstum zu erziehen und dessen Güter zu verwalten, so ist das ein Widerspruch an sich Man hat in Deutschland durch grundlegende Erkenntnisse auf dem Gebiet der Biologie festgestellt, daß jede Rasse ihre ihr eigenen, von anderen Rassen wesentlich unterschiedenen Charaktereigenschaften besitzt. In der Achtung und Förderung sowie in der Entwicklung solcher Eigenarten im deutschen Reichsgebiet liegt der Sinn der deutschen Rassegesetzgebung. Deutschland ist aber keineswegs gesonnen, in die Rassensphäre eingeborener Völker einzugreifen. Wir sind lediglich bestrebt, das Eindringen fremder Rassen in den deutschen Volksbestand aus völkischen Gründen zu verhindern. Wenn man aber glaubt, Deutschland in diesem Zusammenhang die Fähigkeit einer Eingeborenenbetreuung absprechen zu können, so sollte man vielmehr einen Blick auf die Geschichte mancher anderer Völker werfen, die sich ihrer besonderen kolonisatorischen Fähigkeiten rühmen. Man denke an das Aussterben der Marquesaner und der übrigen Maori-Bevölkerung in der Südsee, an das Aussterben der Indianer in Nordamerika und Kanada und schließlich auch an die Konzentrationslager, in denen seinerzeit die Buren Englands Interesse gefügig gemacht wurden. Und hierher gehört auch die Bemerkung, daß es kein Ruhmesblatt für die Alliierten im Weltkrieg war, weißes Blut durch schwarzes Blut vernichten zu helfen, abgesehen davon, daß dadurch das Ansehen des Europäers in anderen Erdteilen in seinem ursprünglichen Umfang auf schwerste geschädigt wurde. Wenn Deutschland heute, in der richtigen Erkenntnis, daß die Ehre unantastbares Eigentum jeder einzelnen Nation ist und daß sich kein Volk eine Schmälerung seiner Ehre auf die Dauer gefallen lassen kann, als gleichberechtigt angesehen wird, so hat es auch das Recht, gleich anderen Staaten, entsprechend dem Artikel 22 der Völkerbundssatzung, an der Entwicklung zurückgebliebener Völker mitzuwirken. Durch eine Wiedergutmachung des kolonialen Unrechts würde Deutschland in der Lage sein, allmählich auch den Rest der Arbeitslosigkeit zu beheben. Unsere Wirtschaft würde neue Antriebe erhalten, die sich auch der Weltwirtschaft mitteilen müßten. Auch könnten die eingefrorenen Kredite durch die wiedererstehende Bewegungsfreiheit der deutschen Devisenwirtschast leichter aufgetaut werden. Die Besserung der Wirtschaft aber würde auch zu einer weiteren Befriedung der weltpolitischen Verhältnisse beitragen. Somit liegt in der Lösung der deutschen Kolonialfrage ein entscheidender Beitrag zur Wiedergesundung Europas in wirtschaftlicher wie politischer Hinsicht. Auch in den jetzigen Mandatsgebieten würde durch die Rückgabe endlich die für deren Entwicklung erforderliche Beruhigung eintreten. Darüber hinaus aber müßte der weißen Rasse in ihrer Gesamtheit daran liegen, Europa durch eine enge Heranziehung Deutschlands in seinen weltpolitischen Aufgabenbereich zu kräftigen. Je eher Deutscylands rechtlichen und moralischen Forderungen aus kolonialem Gebiet entsprochen wird, desto mehr wird es auch zur Auftecht- erhultung des europäischen Besitzes in der Welt und zur Erfüllung der damit verbundenen Aufgaben beitragen. Der Monroe-Doktrin, die unter der Parole „Amerika den Amerikanern!" ganz neue weltpolitische Perspektiven eröffnete, ist der Ruf „Asien den Asiaten!" gefolgt. Es liegt nicht zuletzt an England, zu entscheiden, ob Deutschland seine europäische Aufgabe erfüllen kann. Dem englischen Volk dürfte die Entscheidung nicht schwer fallen, denn schon der deutsch-englische Flottenvertrag hat gezeigt, daß ein Interessenausgleich zwischen großen Völkern bei beiderseitigem guten Willen keine Utopie ist. Bummel durchs Guaheli-Laud. Don unserem E.R.K.-Äerichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! VI. Auf den Wo zu reiten... Mornbassa, Anfang 1937. Es ist heute wahrhaftig keine Heldentat mehr und keine große, feierliche Expedition, auf den Kilimandscharo zu steigen, wie noch vor vierzig Jahren, als Hans Meyer erstmals ganz oben war, auf dem höchsten Berge Afrikas und ehemals Deutschlands. Sondern ich wurde, als wir auf der Terrasse des Hotels in Marangu saßen und den Sundowner tranken, den berühmten ersten Alkohol des afrikanischen Tages, nur so einfach gefragt, ob ich mitwollte. Eigentlich war nämlich beschlossen worden, in diesem, an sechszehnhundert Meter hoch gelegenen Hotel, wo man zwar unterm Aequator, aber nicht unter Moskitonetzen, sondern unter wundervollen Felldecken aus Klippschliefer nächtigte, drei Tage Ruhe von dem vielen Autofahren einzuschalten. Ich rief dem Boy zu, mir den Whisky Soda zu bringen, und dann sagte ich fröhlich und geradeheraus ja. So weit ist es also in Afrika mit Zivilisation und Touristik glücklich schon gekommen, daß es nur dieser zehn Sekunden Ueberlegens bedurfte. N'cht nur, weil irgendein afrikanischer Alpenverein alle vier Marschstunden Hütten am Wege errichtet hat, und man bis weit über 4000 Meter hinaufreiten kann, ist der Kibo ein bequemer Berg. Sondern als unwesentlicher Tourist kann man auch umkehren, wo man will, etwa auf besagten 4000 Metern an der Petershütte, wo an geschützten Stellen kleiner Schluchten noch die Lobelien und Johnstonien bizarr und übermannshoch blühen. Die riesige Höhe von insgesamt 6000 Meter verpflichtet zu nichts, und in der Tat können viele den harmlosen Spaziergang die letzten 1000 Meter hinauf über die ewige Schneekappe bis zum Kraterrand wegen Bergkrankheit nicht machen. Aussicht, außer in die Tiefen des Weltalls droben und auf den ewigen Nebelring auf halber Höhe des Berges, ist sowieso sehr selten, weshalb auch sehr wenige den Berg drunten von der Massaisteppe aus gesehen haben, von wo aus die Schneekappe in einer unwahrscheinlichen Höhe am Himmel überirdisch zu schweben scheint. Aber es war doch unüberlegt gewesen, so schnell ja zu sagen, denn nun galt es, die seit acht Tagen faul in Autositzen gebetteten Knochen bis zu acht Stunden täglich auf Eselsrücken zu placieren. Das konnte nicht gut geben und ging auch teilweise nicht gut. Und hätte ich die Beschaffenheit der Wege ge- abnt hätte ich von vornherein abgelehnt aus Mitleid für die Tiere. Ein wesentlicher Punkt kultureller Mißverständnisse zwischen Deutschen und allen Südländern sind nämlich die Esel. Unser tierfreundliches Herz wird schon in Italien bis zur Bitterkeit erregt, weil die Esel so dünne Beinchen haben und auf dem Rucken so ungeheure Lasten oder einen turmhohen Mann non 1,85 Meter und 85 Kilo, wie den Leiter unserer Sibo-Safari. Wenn Bwana M. beim Aufstieg so vor mir ritt, dachte ich, sein Esel müßte jeden Augenblick unter ihm durchbrechen. Er sprang aber mit ihm im Urwald sogar über einen drei Meter breiten Bach. Allerdings, bis er es dahin brachte, gehörte einiges Schieben und Ziehen dazu, das von kräftigen Negerfäusten ausgeführt wurde, denn keines unserer Tiere traute sich, in das kristallene, über den klaren Sand einer Furt fließende Wasser hineinzutreten. So ein Esel ist eben stärker als man denkt. Der vom Bwana M. riß mich, als ich ihn einmal, auf steil ansteigendem Weg noch dazu, festzuhalten versuchte, wie einen leeren Papierkorb um. Heute würde mir das allerdings nicht mehr passieren, denn auf der Fahrt hieß es: jedermann fein eigener Eseltreiber, und da habe ich's perfekt gelernt, was ich mit Genugtuung feststelle. Aber damals warf er mich einfach gegen den rauhesten Basaltblock der ganzen Gegend, an dem ich mir glücklicherweise nur die Hände abschürfte aber die gründlich, und bei der gelegentlichen Starrkrampf- gefshr in den Tropen war mir das schon gar nicht lieb. Zum Schluß indes bin ich sehr gut mit meinem Esel ausgekommen, indem ich ihm hie Ehre antat, ihn qam wie ein Pferd zu reiten, so daß er bei folgenden Versuchen, sich schlecht zu benehmen, wie ein gemauert stand und nicht vom Fleck konnte. Er hatte mich als Meister anerkannt, was schon was heißt bei einem Esel. Das Einzige, woran ich ibn nie hindern konnte, war, daß er'beim Marsch durch den Urwaldgürtel fortwährend Pflanzen und Blätter am Wegrand abriß. Es müssen Zentner ge- gemefen fein, die er sich einverleibte, und wenn vom Kilimandscharo-Urwald noch etwas da ist — an ihm und seinem guten Willen lag's wirklich nicht. Dieser Urwaldgürtel, den man zwischen siebzehnhundert und zweitausend fünfhundert Meter durchquert, ist von einer besonderen Schönheit. Hinter den Negershamben oberhalb von Marangu, den fruchtbaren, glücklichen Feldern und Bananen- aärten, ein gezäunt von blühenden Hecken und erfüllt von dem Geschrei schwarz-blanker, niedlicher Negerkinder, die herbeilaufen und uns aus den Hecken heraus kugeläugig anstarren: „Jambo, Bwana, guten Tag, Herr , beginnt dieser Wald, unendlich dicht, bizarr durcheinander gewachsen all das bemooste Baumzeug und still wie ein Geheimnis. Selten einmal der Ruf eines fernen Vogels, oder Affen ärgern sich mit knarrendem Geschrei über unsere Anwesenheit. Die Sträucher, die Erd- fanten des tief eingeschnittenen, mit Steinbrocken besäten Pfades streifen die Beine des Reiters und ihm andauernd die Steigbügel von den Füßen. Und diesen Pfad, mit der nassen, fetten Erde, glatt wie eine Eisbahn, trottet, windet sich der Esel holpernd und springend stundenlang auswärts, ein erfahrener Kletterer steigt er über Baumwurzeln und gelegentlich über gewaltige Haufen frischer Elefantenlosung. Man späht nach ihnen, und der Nebel webt droben trüb zwischen den Baumkronen. Das letzte Waldstückchen aber ganz oben mit seinen meterlangen Moosbärten an allen Aesten nannten wir sofort den Märchenwald. So wie auf dem Theater, nur noch potenzierter romantisch, sah er aus. Kein Forstmeister legte je die Hand an diese Wälder und so bleiben sie. Ich vergesse nie, wie beim Abstieg am dritten Tage plötzlich die Sonne ’burd) all den Wald hineinschien und uns von dem Nebelbrodem, in dem wir zwei Tage lang ununterbrochen gesteckt hatten, erlöste. Es war ein glückhaftes Reiten. Die Bismarck Hütte, um das noch zu sagen, die erste der Reihe, ist mit ihrem dicken Mauerwerk und den zweistöckigen Mattatzenlagern eine regelrechte Hütte, wie in den Alpen, nur vielleicht etwas größer als viele von ihnen, während die Petershütte, die nächste, einfach eine Wellblechbude darstellt. Außerdem fehlte uns der Schlüssel dazu. So hockten wir teils neben dem Feuer, das unsere Neger unter dem bis auf die Erde verlängerten Wellblechdach der Hütte angezündet hatten,' teils neben unfern Eseln hinter einem Steinwall und froren trotz dicker Unterwäsche, verschiedener Westen und Pullover und dicken Mäntel in dem sacht den Berg hinaufziehenden Nebel. Ostafrika ist halt eine Angelegenheit zwischen Tropenhelm und Wintermantel. — Er war so dicht — der Nebel — daß man keine zwanzig Meter weit sehen konnte. Und trotzdem bekam ich Augenschmerzen, weil es — s o hell war. Der Belichtungsmesser bewies es objektiv. Einer meiner Gefährten, der ein halbes Stündchen weiter hinaufspaziert war, verirrte sich dementsprechend in dem Nebel,, und es wäre ein sehr unangenehmer Zeitverlust mit der Suche nach ihm entstanden, wenn es mir nicht gelungen wäre, ihn vermittels eines Konzerts auf meiner Trillerpfeife herbeizurufen. Man soll — mögen auch die Leute lächeln — unnütze Sachen mit sich herumschleppen. Etwas bedrückt von dem Bewußtsein, nichts gesehen zu haben und oftmals absteigend an allzu steil eingeschnittenen, kleinen Bachläufen, die unsere Esel im Sturm zu nehmen liebten, zogen wir über die welligen, mit übermannshohem Ginster und Erikaceen bestandenen Hochflächen des Kidomassivs wieder zur Bismarckhütte zurück. Auch dieser Abstieg war das bei weitem Unangenehmere und Heiklere der Bergfahrt. Die Belohnung für die zer- ichundenen Hände und Bwana M.'s schmerzende Rückseite aber kam noch — am nächsten Morgen. Triumphgeschrei ließ mich von meiner Matratze auffahren: hie Sonne geht auf. Sie tat es auch, wie gewöhnlich, aber über einem wundervollen Nebelmeer, dem ersten in den Bergen, das ich sah. Uns gegenüber schauten die Gipfel des Paregebirges heraus und über uns war alles klar. Wir stolperten, ungewaschen, den entsetzlich schlüpfrigen Weg durch den Märchenwald, den wir nie zu reiten wagten, bis zu feinem oberen Ende, und da sahen wir sie dann in einer metallenen Morgenklarheit, aufgebaut über den welligen Hochflächen ihres Massivs: der Kibo mit seiner Schneekappe, gebuckelt wie ein breiter Elefant und rechts daneben der „nur" 5000 Meter hohe zweite Gipfel, der M a - w e n f i, mit senkrechten, vielgefurchten Wänden, eine Gotik in Basalt. Es war ein bißchen wie Domesstille über ihnen und mehr Heiterkeit, als ich sonst fand in diesem Erdteil mit der heftigen Sonne und dem dunklen Antlitz ... Wie die ff. Armee zu ihren Ostereiern kam. Don Korveiien-Kapiiän a. D. G G Irhr v. $orftner. Vor Antritt der ersten Fahrt zum U-Boot-Han- delskrieg mit unserem „U 28" im März 1915 hatte ich es mir in den Kopf gesetzt, wenn es die Begleitumstände erlauben sollten, einmal den Versuch zu wagen, angetroffene und der Aufbringung unterliegende Handelsschiffe nicht einfach zu versenken, sondern nach Möglichkeit in einen Hafen einzubringen. Das einzige, was ich an Vorbereitungen hierzu treffen konnte, war die Anbordnahme von einigen schwarz-weiß-roten Handelsflaggen, die wir sonst nicht brauchten. Nach der Prisenordnung waren wir auch noch verpflichtet, ein Prisenkvmmando in einem eigenen Beiboot an Bord zu setzen, da wir keinerlei Unterstützung von einem angehaltenen Handelsschiff fordern durften. Wir hatten nur ein kleines Boot, Dingi, an Bord, das nur bei glatter See höchstens drei Mann fassen konnte, dieses kam also kaum in Frage. Ich glaubte aber, daß die Dampfer wohl auf Aufforderung ihre Papiere zur Untersuchung schon mit einem eigenen Boot zu uns herüber- jcyicken würden. Hierin sollte ich auch recht behalten. Schwerer zu lösen war schon die Gestellung eines Prisenkommandos, zusätzliches Personal war kaum an Bord unterzubringen, auch hätte ich es nie bekommen. Hier mußte ich also auf die eigene Mannschaft zurückgreifen, wobei die notwendige Gestellung eines Prisenoffiziers die größten Schwierigkeiten machte, da ich von meinen beiden Wachoffizieren einen als Torpedooffizier und den andern als Tiefensteueroffizier dringend gebrauchte. Da kam mir ein glücklicher Zufall zu Hilfe. Als wir gerade im Emdener Außenhafen die Seinen loswerfen wollten, kam ein mir bekannter Oberleutnant z. S. Schmidt, der zur Unterscheidung von seinen vielen Namensvettern in der Marine nur „Juhle Schmidt" genannt wurde, vor unser Boot, um uns zu begrüßen. Er war soeben von einem Kommandan- ten-Lehrgang auf der U-Bootsschule zu unserer Flottille nach Emden kommandiert, und wartete auf das Kommando auf ein Frontboot, zu einer Kriegsfahrt. Diese Fahrten von U-Bootskommandanten- Anwärtern nannten wir „Konfirmandenfahrten". Ich forderte ihn darum auf, obwohl ich nicht felb- ftänbig über ihn verfügen konnte, dann doch gleich bei mir als „Konfirmand" mitzufahren und schnell seinen Koffer vom Wohnschiff zu holen. Der Koffer war aber noch auf der Bahn, solange, bis der herankommen würde, durfte ich aber nicht warten. Mit den Worten: „Dann muß das auch einmal ohne Nachthemd und Zahnbürste gehen", spang „Juhle" schnell entschlossen an Bord, mit etwas Oelzeug und Lederpäckchen konnten wir ihm aushelfen. Als ich ihm dann eröffnete, daß ich ihn mit einem Prisenschiff in den nächsten Hafen zurückschicken wollte, erklärte er mir unter seinem stets freundlichen Lächeln: „Dann werde ich mir schon Nachthemd und Zahnbürste von meinem Prisenschiff besorgen!" Allerdings hatten wir noch keins. Nachdem wir am Nachmittag des 17. März in der Nordsee kurz hintereinander die beiden holländischen Dampfer „Batavier IV" und „Waalsttoom" untersucht hatten, deren Kapitäne ohne jedes Sttäu- ben auf meine Aufforderung mit ihren Booten Offiziere mit den Schiffspapieren zu uns geschickt hatten, und wir diese Dampfer, da sie einwandfrei nach Holland bestimmt waren, wieder hatten laufen lassen müssen, wußten wir wenigstens schon, daß sich wohl auch in anderen Fällen die Kapitäne in gleicher Weise zur Gestellung eigener Boote bereitfinden lassen würden. Im Morgennebel des 18. März hielten wir vor der Themsemündung den holländischen Dampfer „Batavier V" an. Nach den ersten Warnungsschüssen gab der Kapitän des Schiffes seinen Fluchtversuch in Richtung auf die englischen Bewachungslinien, die nicht mehr weit entfernt sein konnten, auf, und schickte uns seine Papiere an Bord. Aengstlich standen die rund 150 Passagiere, darunter eine größere Anzahl hübscher zierlicher Frauengestalten, ttotz des kühlen Morgenwetters, in notdürftigster Morgentoilette an der Reeling. Als ich aus den an Bord gesandten Ladepapieren unter anderem 40 000 aus» geschlachtete Schweine und 200 Faß „Amsterdamer- Münchener Bier" ersah, befahl ich nur kurz: „Juhle, mach dir klar, den nehmen wir mit, Kurs Zee- brügge!" Als weiteres Prisenkommando teilte ich ihm nur einen Matrosen ab, die ganze Ausrüstung unseres Prisenkommandos bestand lediglich aus je einer Pistole, zwei Winkflaggen und einer schwarzweißroten Handelsflagge, die sofort nach Nieder- holung der holländischen Flagge auf „Batavier V", ttotz des Protestes des Kapitäns, gesetzt wurde. Dann traten wir den Marsch nach Zeebrügge an. Das diesige Wetter schützte uns gegen weite Sicht feindlicher Streitkräfte. Nach einigen Stunden ungestörter Fahrt winkte mir der Kapitän aufgeregt mit einer Flagge nach Backbord achteraus. Ich hoffte schon, daß ein englischer Kreuzer sich zur Untersuchung des Dampfers nähern würde, der uns dann leicht zur Beute fallen konnte. Bald bekam ich aber durch Winkspruch die Meldung, daß von der hohen Kommandobrücke des Dampfers ein neuer Dampfer zwo Strich Backbord achteraus in Sicht sei. Sofort schoß mir nun der Gedanke in den Kopf, auch diesen mitzunehmen. „Juhle" bekam daher Befehl, mit langsamster Fahrt auf Kurs Zeebrügge zu bleiben, während wir mit höchster Fahrt zur Untersuchung des neuen Schiffes eilten. Bereit- willigft kam der Kapitän des holländischen Dampfers „Zaanstroom" mit seinen Papieren selbst an Bord, um gleich darauf das Los der „Batavier V" zu teilen. Seine Ladung schien mir denn doch auch zu verlockend, um sein Schiff einfach kaltherzig zu versenken. 80 000 Flaschen Eierkognak, 120 000 Flaschen besten Bols-Likors und 4400 Kisten Eier zu je 1800 Stück, waren doch immerhin des Mitnehmens wert, da konnten wir unseren Kameraden an der Westfront doch noch eine große Freude zum bevorstehenden Osterfest bereiten. An einer Kiste hatten wir ja reichlich genug. Als Prisenoffizier hatte ich nun doch auf meinen zweiten Wachofsizier Oberleutnant z. S. Ziemer zurückgreifen müssen, der ihm mitgegebene Heizer hatte in der Eile als einzige Waffe allerdings nur noch schnell ein leeres Pistolenfutteral erwischt, es ging aber auch so. Am Nachmittag kamen wir nach kleinen Zwischenfällen unbedeutender Art glücklich in Zeebrügge an, wo wir um so freudiger begrüßt wurden, als die Kameraden des Marine-Korps aus unserer Signalmeldung schon erfahren hatten, was für schone Dinge wir ihnen mitgebracht hatten. Die Engländer konnten jetzt auf manchen Schweinebraten, manche schone Flasche Schnaps und ihre Eier für den Fest- kuchen vergeblich warten! Wie wir später erfuhren, erhielt jeder Mann der auf dem rechten Flügel der Westfront stehenden IV. Armee zu Ostern 19 Eier von den 4400 Kisten zu je 1800 Stück! Im ersten Augenblick hatte ich noch gar nicht ausgerechnet, daß dieses tatsächlich die ganz stattliche Zahl von nicht weniger als 7 920 000 Eiern, also fast 8 Millionen Stück ausmachte! Die holländischen Hühner hatten sich also in anzuerkennender Weise angestrengt. Mit Eiern, Bier und andern schmackhaften Lebensmitteln, wie Enten und Aalen von unfern Dampfern reichlich versorgt, traten wir die Weiter fahrt zum Handelskrieg im Atlanttschen Ozean an. Leider hatten wir auf die Entladung der Schnapsvorräte, die in den unteren Räumen verstaut waren, nicht warten können. Wir hofften, als wir nach schöner erfolgreicher Kriegsfahrt im Atlantischen Ozean zurückkamen, doch wenigstens noch ein naar dieser Flaschen zu ergattern. Als wir am 2. Avril in Ostende wieder einliefen, war aber leider schon die letzte Flasche „verteilt"! Abschied vom Spaten. Mannschastswechsel in den Lagern des Reichsarbeitsdienstes. Wenn in diesen Tagen wiederum 160 000 junge Deutsche den erdbraunen Rock des Reichsarbeitsdienstes mit der feldgrauen Uniform vertauschen, bann werden ihre Gedanken imnrr noch gern in diese Zeit zurückgehen, da sie wertvolle Arbeit am deutschen Boden geleistet haben und selbst wertvollere Menschen geworden sind durch die Ausbildung und Erziehung, die sie in dieser „Schule der Nation" genossen haben. Ms die Arbeitsmänner Anfang Oktober des vergangenen Jahres in die Lager einrückten, da war manchem etwas ängstlich zumute, wußte er doch nicht, wie sich sein Leben im Arbeitsdienst gestalten würde. Nun aber, da diese sechs Monate vorbei sind, bekennt jeder, daß er mit Stolz auf die Arbeit zurückblickt, die er im Ehrendienst des deutschen Volkes für die Ernährungsfreiheit geleistet hat. Sie alle haben im Arbeitsdienst einem übergeordneten Willen gehorchen müssen, aber es war nicht persönliche Willkür, der sie sich unterordnen mußten, sondern es waren d i e Gesetze der Gemeinschaft, denen diejenigen, die ihnen befahlen, ebenso unterworfen waren, wie sie selbst. Sie sind in soldatisch straffer Zucht gehalten worden, sie haben aber auch einsehen lernen, daß es ohne Gehorsam keine Arbeitsleistungen, keinen geordneten Dienstbetrieb, ja kein erträgliches Lagerleben gegeben hätte. Sie haben einsehen lernen, daß der Gehorsam für eine Gemeinschaft nicht nur eine Notwendigkeit, sondern eine Wohltat für alle ist. In je engerer Verbundenheit sich das Leden einer Gemeinschaft abspielt und je höher und härter die Anforderungen sind, die an eine Gemeinschaftsleistung gestellt werden, um so straffer und unbedingter muß der Gehorsam sein. Sie haben im Reichsarbeitsdienst aber auch erlebt, daß diese Gemeinschaft nicht nur durch den Gehorsam, sondern auch durch die Kameradschaft zusammengehalten wird. Beides zusammen gibt erst den rechten Kitt für eine Gemeinschaft, Gehorsam und Kameradschaft zusammen geben den rechten Sozialismus. Diele von ihnen haben im Arbeitsdienst zum ersten Mal das Wesen der Kameradschaft erlebt, diese gegenseitige Achtung, Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft, dieses Zusammenarbeiten, diesen Zusammenhalt zur Wahrung des Ansehens und der Ehre der Gemeinschaft. Viele von ihnen haben im Reichsarbeitsdienst zum ersten Mal auch jenen Gemeinschaftsgeist erlebt, der keine Klassen duldet und in keinerlei Form hemmende Schranken innerhalb der Gemeinschaft aufrichten läßt. Und wenn diese jungen Deutschen nun die Lager verlassen, dann wird ihnen noch einmal so recht d i e Sendung des Arbeitsdienstes zum Bewußtsein kommen. Im Arbeitslager lernten sie des Führers Werk erkennen, wie es in so eindringlicher Form in dem Lied zum Ausdruck kommt: Unsere Spaten sind Waffen im Frieden, Unsere Lager sind Burgen im Land. Gestern in Stände und Klassen geschieden, Gestern der eine vom andern gemieden Graben wir heute gemeinsam im Sand. Treu dem Befehl des Führers, Stoßtrupp des Friedens zu fein, Ziehn wir mit Hacke und Schaufel und Spaten' Stolz in die Zukunft hinein. * Nur kurze Zeit werden die Lager verwaist fein. Ein, zwei Wochen stehen sie leer, d. h. ein Teil der Führer ist natürlich immer zur Stelle, gilt es doch auch, in der Zwischenzeit die Vorbereitungen zu treffen für den Empfang der neuen A r - beitsmänner, welche in den ersten Tagen des April eintreffen werden. Dieser neue Jahrgang wird vor besondere Ausgaben gestellt sein, fällt es doch gerade ihm zu, bei der Erfüllung des zweiten V i e r» jahresplans tatkräftig mit Hand anzulegen. All die großen ßanbgeminnungsarbeiten im Reich, welche die eine hohe Aufgabe verfolgen, die Ernährung des Volkes aus eigener Scholle sicherzustellen, werden von den neuen Arbeitsmännern weitergeführt. Erstmalig tritt im April auch die zahlenmäßige Verstärkung des Arbeitsdienstes in Kraft, der 235 000 Mann umfassen wird, eine Zahl, die im Jahre 1938 auf 270 000 gesteigert werden und im Jahre 1939 mit 300 000 ihren Höhepunkt erreichen wird. Dieser Jahrgang — es ist der vierte, welcher von der Arbeitsdienstpslicht erfaßt wird — wird auch wieder, ebenso, wie es im vergangenen Jahre der Fall gewesen ist, auf dem Reichsparteitag in Nürnberg ausmarschieren und durch fein diszipliniertes und geschlossenes Auftreten für die Idee des Ar» beitsbienftes Zeugnis ablegen. Diese Arbeitsmänner werben von bem gleichen Geiste erfüllt fein wie ihre Kameraben im vergangenen 5lohre, denen der Führer unter dem Jubel der Zuschauer zurief: „Ihr wißt gar nicht, wie euch das deutsche Volk liebgewonnen hat!" Es würde aber ein einseitiges Bild geben, wenn wir hier nur der Arbeitsmänner gedächten und nicht der Arbeitsmaiden Erwähnung täten. Diese jungen Mädchen haben im vergangenen Jahre genau so ihre Pflicht getan wie ihre männlichen Kameraden. Sie haben durch ihre Hilfe beim Bauern und bei der deutschen Mutter gezeigt, daß sie anzupacken verstehen und sich vor keiner Arbeit scheuen. Auch hier muß es ebenso wie beim männlichen Arbeitsdienst als großer Gewinn bezeichnet werden, wenn diese Mädchen, die zum großen Teil aus den Städten kommen, einmal einen Einblick in die Lebensverhältnisse der Landbevölkerung erhielten und durch die Arbeit bei dem Bauern erkannten, wie schwer und mühsam der Kampf um das tägliche Brot wirklich ist. Auch der Arbeitsdienst für die weibliche Jugend wird vom April ab eine wesentliche Verstärkung erfahren: statt 10 000 Arbeitsmaiden wird er 25 000 umfassen, und die Zahl der Lager wird statt bisher 300 jetzt 600 betragen. So erfreulich diese Entwicklung auch ist, so darf sie uns doch nicht darüber hinwegtäuschen, daß dies noch völlig unzureichend ist. Das Ziel bleibt die Einführung der Arbeitsdienstpflicht auch für die weibliche Jugend, und wir zweifeln nicht daran, daß diese Forderung in nicht zu ferner Zeit erfüllt sein wird. Wir müssen uns stets vor Augen halten, daß ebenso wie die Schulpflicht, so auch die Arbeitsdienstpflicht nicht auf das männliche Geschlecht allein beschränkt bleiben darf. Nahezu eineinhalb Millionen junge Deutsche sind bis jetzt durch die Schule des Arbeitsdienstes gegangen. Ueberall, wo diese ehemaligen Arbeitsmänner in ihrem Beruf tätig sind, hat es sich gezeigt, daß sie besser als diejenigen, die noch nicht durch diese Schule der Nation gegangen sind, den an sie gestellten Ansprüchen gerecht geworden sind. Denn sie bekennen sich, auch wenn sie äußerlich die Tracht des Arbeitsdienstes abgelegt haben, auch weiterhin zum Lebensgesetz der Treue, des Gehorsams und der Kameradschaft. -xv ie sieht es in -er Wirtschaft aus? Die „Reichsausstellung der deutschen Textil- und Bekleidungswirtschaft" wird alle Wißbegierigen über das Schaffen eines deutschen Wirtschaftszweiges aufklären, der mehr als drei Millionen Volksgenossen beschäftigt, aber mit seinem Schaffen das ganze Volk umspannt. Nach Schätzungen des Instituts für Konjunkturforschung betrug der Umsatzwert der Textilindustrie im Jahre 1936 rund 6,5 Milliarden Mark. Die Umsätze allein der Bekleidungsindustrie (ausschließlich Schuhe und Pelzwaren) dürften einschließlich der Umsätze des Handwerks gut 2,7 Milliarden Mark betragen haben. Mit über neun Milliarden Mk. ist die Textil- und Bekleidungswirtschaft zu etwa V? am Umsatzwert der gesamten gewerblichen Wirtschaft beteiligt. Von 1933 bis 1936 hat sich der Umsatzwert in Tex- trlien und Bekleidungen um mehr als 2'/« Milliarden Mark gehoben. Heute ist mengenmäßig der Produktionsstand von 1928 erreicht, zum Teil sogar überschritten. Trotz dieser großen Umsätze führt die deutsche Textilindustrie keineswegs ein völlig sorgenfreies Leben. Die große Sorge, die sie bewegt, ist Die Frage der Beschaffung der notwendigen Rohstoffe. Mit der K u n st s e i d e haben wir schon einmal einen wertvollen deutschen Rohstoff geschaffen. Die Zellwolle dürfte noch schneller heimisch und volkstümlich werden. Es ist schon ein bedeutsamer Fortschritt, daß in den letzten Jahren die Einfuhr an textilen Rohstoffen von 31,7 v. H. auf 25,9 vermindert werden konnte. Im Zusammenhang mit der Beseitigung der Massenarbeitslosigkeit nahm der Bekleidungsverbrauch zu, und zwar um etwa 16 v. H. Diesem erhöhten Bedarf hieß es gerecht zu werden bei gleichzeitig aus devisenwirtschaftlichen Gründen notwendiger Verminderung der Rohstoff- einfuhr. So wurde einmal durch die Steigerung der einheimischen Rohstoffgewinnung, zum anderen durch die Einführung neuer Roh- stoffe und schließlich durch die Sammlung von Abfällen der Textilindustrie das Angebot erweitert. Entscheidend aber war ohne Zweifel die durchgreifende Steigerung der einheimischen Rah- stoffgewinnung. Der W o l l a n f a l l ist seit 1933 um rund ein Fünftel gewachsen. Die Gewinnung von Flachs hat sich mehr als verzehnfacht. Die Gewinnung von Hanf ist so gut wie neu aufae- baut worden und heute bereits höher als um die Jahrhundertwende. Gleichzeitig kam die Erzeugung der synthetischen Spinnstoffe rasch in Gang. Die Produktion an Kunstseide und Zellwolle ist von 32 800 Tonnen im Jahre 1933 auf rund 100 000 Tonen 1936 gewachsen. Die gesamte deutsche Erzeugung an Textilrohstoffen dürfte demnach 1936 rund 147 000 Tonnen betragen haben. Schon heute, an der Schwelle des zweiten Vierjahresplanes, beträgt der Anteil der heimischen Rohstoffe am gesamten Rohstoffverbrauch der Textilindustrie rund 17 v. H. Bezieht man den einheimischen Lumpenanfall ein, so wird schon ein Drittel des Rohstoffbedarf der Textilindustrie aus einheimischen Quellen gedeckt. Mit dem weiteren Ausbau der Zellwollerzeugung wird sich die einheimische Rohstoffbasis der deutschen Textilindustrie noch weiter verbreitern. Die deutschen S p a r k a s s e n haben sich im letzten Jahr wiederum als eine starke Säule unserer Volkswirtschaft erwiesen. Insgesamt hat der Gesamteinlagenbestand der deutschen Spar- und Girokassen die 17 Milliardengrenze erreicht und damit einen neuen Höchststand seit der Stabilisierung der Währung. Gegenüber dem zweifellos besonders günstigen Vorjahr hat sich allerdings der Einlagenzuwachs etwas verlangsamt. Diese Verringerung des Zuwachses ist ausschließlich auf die Entwicklung der Spareinlagen zurückzuführen, denn die Depositen, Giro- und Kontokorrenteinlagen haben ihre . seit 1933 gleichmäßig aufsteigende Entwicklung fortgesetzt und somit dazu beigetragen, den Minderzugang auf den Sparkonten teilweise auszugleichen. Im großen ganzen liefen nach dem Geschäftsbericht des Deutschen Sparkassen- und Girooerbandes Ende 1936 rund 34 Millionen Sparkassenbücher der öffentlichen Sparkassen um. Im neuen Geschäftsjahr 1936 kamen rund 1,6 Millionen hinzu, denen allerdings 1,5 Millionen Bücher gegenüber» stehen, die noch aus der Aufwertung stammen und aufgelöst wurden. Bei einem Spareinlagenbestand von 17 Milliarden Mark entfallen mithin auf jedes Sparbuch gegen 500 Mark. Erfreuliche Fortschritte hatten im übrigen im letzten Jahre das Schul sparen und das W e r k s p a r e n zu verzeichnen. Gegen Ende 1936 dürfte die Zahl der Schulen, an denen im Anschluß an öffentliche Sparkassen gespart wird, auf über 30 000 geschätzt werden könne, d. s. rd. 55 Prozent aller deutschen Schulen. Von rund 9 Millionen deutschen Schulkindern sparten Ende 1936 fast zwei Millionen bei den Schulspareinrichtungen öffentlicher Sparkassen. 33 Millionen Werkspareinlagen wurden im Laufe des Jahres 1936 auf öffentliche Sparkassen übergeführt. * Eine interessante Statistik über die Welter- zeugung an Kraftwagen wurde kürzlich in den Vereinigten Staaten von Amerika veröffentlicht. Danach stellte sich die Automobilerzeugung der Welt im Jahre 1936 auf 5 820 000 Wagen gegenüber 5 180 000 Wagen im Jahre 1935, 3 470 000 Wagen im Jahre 1934, 2 680 000 Wagen 1933 und nur 1970 000 Wagen 1932, dem Jahre der tiefsten Wirtschaftskrise. In den letzten vier Jahren ist also die Welterzeugung im Vergleich zu dem Krisentiefstand um ein Dreifaches gestiegen. Trotzdem ist errechnet worden, daß die Erzeugung im Jahre 1936 noch rund um 8 v. H. geringer war als im Jahre 1929, das als bestes Jahr der Vorkrisenzeit eine Welterzeugung von 6 320 000 Personen- und Lastkraftwagen aufzuweisen hatte. Für Deutsch- land interessant ist aber, wie stark sich in diesen Jahren die Rangfolge der automobilerzeugenden Länder zugunsten Deutschlands verschoben hat. An der Spitze der Erzeugung stehen nach wie vor die Vereinigten Staaten, die im Jahre 1936 insgesamt 4 466 000 Wagen fabriziert haben gegenüber 4 015 000 im Jahre 1935 und nur 1 371 000 im Krisenjahr 1932. Die Erzeugung aller übrigen Länder ist in den letzten Jahren nicht so stark an- geftiegen. Vor der Weltwirtschaftskrise waren K a - na da und Frankreich nach den Vereinigten Staaten die bedeutendsten Erzeugungsländer. Im Jahre 1929 wurden in Kanada 263 000 und in Frankreich 246 000 Kraftwagen hergestellt. Mit 239 000 Wagen folgte Großbritannien an vierter Stelle und erst in weitem Abstand kam Deutschland an fünfter Stelle mit 128000 Wagen. Diese Rangordnung hat sich inzwischen gewaltig verschoben. An zweiter Stelle nach USA. kommt jetzt Großbritannien mit 472 000 Kraftwagen. Den stärksten Anstieg erlebte jedoch die deutsche Automobilerzeugung, die sich seit dem Jahre 1935 den dritten Platz erobert hat. Deutschlands Kraftwagenerzeugung ist von rund 52 000 Wagen im Jahre 1932 auf 106 000 im Jahre 1933, 175 000 im Jahre 1934, 243 000 im Jahre 1935 und 296 000 Wagen im vergangenen Jahre gestiegen und hat damit gegenüber dem Vorkrisenstand eine Zunahme von über 130 d. 5). zu verzeichnen, steht also, rein die Steigerung betrachtet, absolut und relativ an zweiter Stelle hinter der Zunahme in Amerika. An vierter Stelle steht jetzt Frankreich und an fünfter Stelle K a - nada. * Zum erstenmal ist jetzt auf den Weltmärkten der Rohstoffe die Preisentwicklung zum Stillstand gekommen, vor allem auf den Metall- märften. Die Spekulation ist vorsichtiger geworden, und zunächst ging Kupfer in London im Preise zurück. Auch Zinn gab nach, dagegen blieb die Erhöhung der Ausfuhrquote auf 110 v. H. durch den internationalen Zinnausschuß ohne Wirkung. Auf dem B l e i m a r k t lagen ruhigere Verhältnisse. Dagegen ist auf dem Baumwoll - markt noch keine Beruhigung eingetreten. Kautschuk notierte lebhaft. Auf dem Kafseemarkt behaupteten sich die Preise, ebenso auf dem Zuckermarkt, dagegen war auf den internationalen Getreidemärkten, vor allem auf dem Weizen- markt, eine Preissteigerung zu verzeichnen. Argentinien kündigte an, daß es durch die übergroße Weizenausfuhr eine Weizenknappheit befürchte, und diese Verlautbarung des argentinischen Getreideamtes führte in Buenos Aires, danach auf den übrigen amerikanischen und den europäischen Märkten zu Preissteigerungen, zumal auch die Steigerung der nordamerikanischen Weizenerzeugung, wie aus den Schätzungen über die Getreideanbauflächen hervorgeht, doch nicht den erwarteten Erfolg hat. Lieber eine halbe Million Heimarbeiter in Deutschland. Berlin, 25. März. (DNB.) Die Durchsetzung von Entgeltbeleben (Entgeltbücher oder Entgeltzettel) in der Heimarbeit ist soweit gediehen, daß die zahlenmäßige Erfassung der in Heimarbeit Beschäftigten nun ein annähernd zutreffendes Bild vermittelt. Die Aufstellung weist am 15. Februar 1937 als Stichtag 407 488 in Heimarbeit Beschäftigte, dazu 44 923 regelmäßig mitarbeitende Familienangehörige und 81801 fremde Hilfskräfte bei Hausgewerbetreibenden auf. Hiervon gehören 245 812 dem Bekleidungsgewerbe und 142 812 dem Spinnstoffgewerbe an. Weitere bedeutende Heimgewerbezweige sind das Nahrungs- und Genußmittelgewerbe mit 35 599, das Holz- und Schnitzstoffgewerbe mit 23 413, die Eisen- und Metallerzeugung und -Verarbeitung usw. mit 23 286, die Musikinstrumenten- und Spielwarenherstellung mit 22 717, die Papiererzeugung und -Verarbeitung mit 14 414, die Industrie der Steine und Erden (Glaswaren usw.) mit 12 828 und die Ledererzeugung und -Verarbeitung mit 8137 in Heimarbeit Schaffenden. Die wirtschaftliche und soziale Bedeutung der deutschen Heimarbeit geht schon aus diesen Zahlen eindeutig hervor. Kleine politische Nachrichten. Der Seniorchef der Demag, Generaldirektor Dr. h. c. Reuter, hat dem Oberbürgermeister der Stadt Duisburg eine Spende von 300 000 Mark übergeben, von denen 200 000 Mark für den Bau des Duisburger Hitlerjugendheims und 100 000 Mark für den Bau einer neuen Duisburger Berufsschule bestimmt sind. * Der englische Kriegsminister, Duff Cooper, ist in Begleitung seiner Frau in Paris eingetroffen. Sein Aufenthalt ist rein privater Natur. Duff Cooper wird vor allem eine Reihe von Loire-Schlössern besuchen. Die japanische Regierung hat die Teilnahme an der geplanten Konferenz zur Beschränkung des Kalibers der Großkampfschiffe auf 14 Inch (35 Zentimeter) abgelehnt und betont, daß eine einseitige Maßnahme wie die Beschränkung des Kalibers ohne gleichzeitige g e - m e i n f a m e Herabsetzung der Gesamt- tonnage vollkommen zwecklos und dem Abrüstungsgedanken schädlich sei. * Der litauische Staatspräsident hat aus Anlaß der Osterfeiertage etwa 60 politische Gefangene begnadigt, darunter zehn Memelländer, Krofdorf-Gleiberg, ein kräftig vorwärts strebendes Gemeinwesen. Krofdorf-Gleiberg ist die größte preußische Gemeinde in der Gießener Gegend, im Kreise Wetzlar selbst die zweitgrößte. Krofdorf-Gleiberg zählt nach der letzten Personenstandsaufnahme 2532 Einwohner, die sich auf 678 Haushaltungen, davon 557 in Krofdorf und 121 in Gleiberg, verteilen. Im Vergleich hierzu und zur Kennzeichnung der bevölke- rungsstatistischen Entwicklung ein paar Zahlen aus der örtlichen Vergangenheit: Im Jahre 1592 betrug die Einwohnerzahl Krof- dorf-Gleibergs 518 Personen. 1579 waren etwa 110 Häuser vorhanden. Hundert Jahre später zeigt sich ungefähr dieselbe Zahl, ein Beweis, daß der Dreißigjährige Krieg Stillstand in der Entwicklung bedeutete. 1835 lebten 1172 Einwohner in 203 Häusern, 1875 1498 Einwohner in 295 Häusern, 1880 1789 Einwohner in 311 Häusern, 1895 1897 Einwohner in 391 Haushaltungen. Die Gemarkung der Gemeinde hat sich in den letzten hundert Jahren nur wenig vergrößert. An Kulturland sind gegenwärtig 3548 Morgen vorhanden, das bedeutet 1,4 Morgen auf den Kopf der Bevölkerung. In Benutzung stehen: 2208 Morgen Ackerland, 55 Morgen Hausgärten, 730 Morgen Wiesen 1. und 2. Güte, 214 Morgen bewässerte Wiesen, 48 Morgen Oedland, 200 Morgen bebaute Hofräume, 360 Morgen Wege und Eisenbahnen, 6 Morgen Sportanlagen, 23 Morgen Gewässer, 1840 Morgen Gemeindewald, 4591 Morgen Staatswald. Neben ganz leichten weist das Land sehr schwere Böden auf, der geschätzte sandige Lehm fehlt fast ganz. Intensive Bodenbearbeitung vermag den Mangel an Güte nur teilweise auszugleichen. Daher beträgt die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe, die von ihren eigenen Einkünften bestehen können, nur 25, darunter 4 Erbhöfe. Folgende Statistik lehrt die landwirtschaftliche Besitzverteilung: Es sind vorhanden in Krafdorf: 53 Besitzer mit 8—12 Morgen 17 „ „ 12—16 17 „ „ 16—20 7 20—24 7 24—28 3. „ „ 28—32 7 „ über 32 „ in Gleiberg: 8 Besitzer mit 8—12 Morgen 1 „ über 12 „ In Krofdorf beschäftigen sich zwei Fünftel der Bevölkerung mit Landwirtschaft, während drei Fünftel anderen Berufen nachgehen. In Gleiberg dagegen, durch feine Berglage, steht das Verhältnis ein Mertel zu drei Viertel. Die Erwerbstätigen gehen zur Arbeit in den Ort, der 70 Gewerbebetriebe aufweist, und nach auswärts. Die meist erfaßten Arbeitsstellen find die Eisenwerke in Lollar und Wetzlar. Auch die Stadt Gießekl bietet ausgedehnt vielseitige Arbeitsmöglichkeiten, die wegen der günstigen Verkehrsoerbindung zu Krofdorf bevorzugt werden. Schon vor beinahe einem Jahrhundert gaben Zigarrenfabriken in Gießen vielen Einheimischen Arbeit und Brot, gingen doch beispielsweise im Jahre 1862 etwa 250 junge Leute dorthin. Seit im Ort selbst die Zigarrenindustrie stark Fuß gefaßt hat — 1867 errichtete Klingspor die erste Fabrik in Krofdorf —, finden Frauen und Mädchen, gegenwärtig 180, in drei Niederlassungen Verdienst, der mit zum Wohlstand beiträgt. Eine nicht weniger wichtige Nebenlohnquelle, hauptsächlich für Klein-Lattdwirte, bietet in den Wintermonaten die Holzhauerei in dem großen Gemeinde« und Staatswald. Der Wald bringt darüber hinaus weiblichen Arbeitskräften Beschäftigung im Saatkamp, auf den Pflanzkulturen und in der Schutz- behandlung junger Nadelholzpflänzlinge gegen Wildverbiß. Den Pferde haltenden Landwirten steht als Verdienstquelle die Möglichkeit des „Hau- berns", d. h. des Stammholzfahrens, zur Verfügung. Auch der Wald-Wegebau wirft Verdienst ab. — Don den allgemein in ländlichen Orten ansässigen Gewerbebetrieben ist in Krofdorf besonders das Pflastergewerbe beheimatet, das mit feinen Arbeitskräften weit über die Heimat hinaus bekannt ist. Daß sich in einer Gemeinde wie Krofdorf-Gleiberg mit dem oben angegebenen hohen Prozentsatz der auf Erwerbstätigkeit eingestellten Bevölkerung der wirtschaftliche Niedergang vor 1933 in kritischer Art auswirkte, ist nicht verwunderlich. Die Arbeitslosigkeit, besonders in Gleiberg, nahm erschreckenden Umfang an. Ende des Jahres 1932 waren 400 Volksgenossen ohne Arbeit, darunter rund 200 Wohlfahrtserwerbslose, die ganz der Gemeinde zur Last fielen. Es überrascht daher nicht, wenn die Gesamtwohlfahrtslasten der Gemeinde 1932/33 60 000 Mark betrugen. Dieses trübe Bild mit feinem wirtschaftlichen und moralischen Schatten verblaßte seit der Machtübernahme Adolf Hitlers zusehends. Die Morgenröte der neuen Zeit brachte einen frischen, klaren Schein in die kommunale Lage, wie er sich am deutlichsten darin spiegelt, daß fast alle Beschäftigungslosen wieder in Arbeit und Brot gebracht werden konnten, so daß infolgedessen in den Haushaltsplan 1936/37 nur 11000 Mark in den Abschnitt Fürsorge eingestellt wurden. Trotz einer gewissen gesetzlichen Erhöhung des an den Bezirksfursorgeverbaick) zu zahlenden Anteils konnten also im Vergleich zu 1932 auf diesem Gebiet rund 50 000 Mark gespart werden. Meles ist im nationalsozialistischen Staat in Krofdorf-Gleiberg an Aufbauarbeit schon geleistet worden. Die aus der Systemzeit herrührende Gemeinde- schuld in Höhe von 55 700 Mark sank 1935 auf 50 000 Mark und im Laufe des Jahres 1936 um weitere 40 000 auf 10 000 Mark. Bewerkstelligt wurden Wegebauten, Straßenoerbesserungen, Stein- aufbereitungen. Ohne jeglichen Zuschuß entstand das große und vorbildlich gestaltete Schwimmbad am Fohnbach mit einem Kostenaufwand von 22 000 Mark. In geradezu glücklicher Weise ist die segensreiche Einrichtung der NSV.-Krankenschwesterstation eingeschlagen, nicht minder der Kindergarten. Dazu kommen wesentliche Verbesserungen im Feuerschutz. Die Gemeinde scheut aber auch nicht die Inangriffnahme umfangreicher Zukunstsaufgaben, von denen u. a. genannt seien: Erstellung eines Hitler- Jugendheimes zur Förderung staatspolitischer Erziehung der Dorfjugend. Diel zu tun gibt es noch im Wegebau. Die Wasserführung in Gleiberg bedarf einer mündlichen Regelung. Die Umgestaltung des elektrischen Lichttarifs mit der im Vertrag stehenden Stadt Gießen ist in die Wege geleitet. Bis zum Uebergang des Kreises Wetzlar aus dem Rheinland an die Provinz Hessen-Nassau vor einigen Jahren war Krofdorf-Gleiberg der Sitz der Bürgermeisterämter Atzbach und Launsbach mit insgesamt 11 Gemeinden, denen Gemeindevorsteher vorstanden. Die nassauische Gemeindeordnung brachte den Orten die Selbstverwaltung durch einen Ortsbürgermeister. Die ehemalige Amtskasse blieb als Zweckoerbandskasse für den früheren Amtsbezirk in Krofdorf-Gleiberg bestehen. die Anfang 1935 in dem großen Kriegsgerichtspro- zeß zu langjährigen /Zuchthausstrafen verurteilt worden waren. Unter ihnen auch den damaligen Führer der christlich-sozialen Arbeitsgemeinschaft, Freiherr von Saß. * Wie „Svenska Dagblabet" meldet, findet im April eine Zusammenkunft der Außenminister der Nordstaaten in Helsinki statt. Aus alter Wett. Riesige Lawine im Orllergebiel. In Trasoi im Drtfergebiet ging eine Lawine von ungeheuren Ausmaßen nieder, bei der jedoch glücklicherweise keine Menschen zu Schaden kamen. Die Volksschule des Ortes wurde vollständig dem Boden gleichgemacht. Vier Häuser wurden abgedeckt und andere arg mitgenommen. Die Kirche und das Pfarrhaus erlitten schwere Beschädigungen. Neun Kinder, die in den Trümmern eines der beschädigten Häuser eingeschlossen waren, konnten heil geborgen werden. Ein Kind erstickt. In Hünfeld ließen Eltern ihr anderthalbjähriges Kind allein in der Küche spielen. Als die Mutter von Besorgungen zurückkehrte, fand sie die Küche völlig verqualmt und das Kind t o t vor. Wahrscheinlich war ein Funken aus dem Herd in einen gefüllten Waschkorb gefallen und hatte die Wäsche in Brand gesetzt; in dem sich entwickelnden Qualm erstickte das Kind. Der im Nebenzimmer schlafende Vater hatte von dem Unglück nichts gemerkt. Sechs Todesopfer bei Autounfällen. Ein folgenschweres Autounglück ereignete sich bei Mardorf im Kreise Fritzlar-Homberg. Ein überholender Personenwagen fuhr mit großer Wucht gegen einen Baum. Der Anprall war derart stark, daß der Baum entwurzelt wurde. Drei Insassen des Wagens erlitten so schwere Verletzungen, daß sie kurz nach dem Unglück st a r b e*n. Vor der Ortschaft V a l e n (Westfalen) ereignete sich ein Kraftwagenunglück, das drei Menschenleben forderte. Ein mit fünf Personen besetzter Kraftwagen geriet infolge zu großer Geschwindigkeit in einer Kurve auf den Sommerweg, streifte zwei Straßenbäume und landete schließlich vollkommen zertrümmert im Straßengraben. Drei Insassen waren auf der Stelle tot, während der Wagenführer und ein Mitfahrer mit leichten Verletzungen davonkamen. Schreckenstat eines Irrsinnigen. Ein französischer Landwirt, der in einer Irrenanstalt untergebracht, dann als geheilt entlassen und auf den Gutshof seines Vaters bei Chateauroux zurückgekehrt war, hat in einem Anfall von Tobsucht seinen Vater, seine Mutter und zwei Mägde erschossen und das Gut in Brand gesteckt. Von einer Anhöhe aus nahm er die Nachbarn, die an das brennende Gut herankommen wollten, mit seinem Jagdgewehr unter Feuer. Dann schoß sich der Täter selbst eine Kugel durch den Kopf. Bei dem Brand des Hofes find drei der vier Opfer des Wahnsinnigen verbrannt, außerdem eine Kuh und 70 Schafe, die im Stall eingesperrt waren. Unvorsichtiges hantieren mit einem Blindgänger. In der Nähe von Conegliano in Venetien fand ein Bauer auf dem Grunde eines Baches einen Blindgänger aus dem Weltkriege, den er mit nach Hause nahm. Als er ihn dort öffnen wollte, explodierte d i e Granate. Der Bauer, feine neugierige Tochter und ein junger Bursche wurden auf der Stelle getötet, eine vierte Person erlitt schwere Verletzungen. Zeitschriften. — In der Februarnummer der „Berliner Monatshefte" (Quaderverlag, Berlin W15) veröffentlicht Professor Dr. von Srbik, Wien, eine eingehende Würdigung des neuen Werkes von Erich Marcks: „Der Aufstieg des Reiches." Es ist von besonderem Interesse, die Gedanken des großen österreichischen Historikers zu diesem grundlegenden deutschen Geschichtswerk des 19. Jahrhunderts zu erfahren. Der ehemalige deutsche Außenminister Reichsgerichtspräsident a. D. D. Dr. Simons zeichnet in einer ausführlichen Studie ein Bild der Persönlichkeit des südafrikanischen Staatsmannes General S m u t s. Aus dem politischen Archiv des Auswärtigen Amtes werden als Ergänzung zu den 1920 erschienenen „Deutschen Dokumenten zum Kriegsausbruch" einige interessante Schriftstücke aus dem diplomatischen Schrift- wechsel im Juli 1914 erstmalig wiedergegeben. — Im Aprilheft der bekannten Monatsschrift für Malerei, Plastik und Wohnkultur „Die Kun ft" aus dem Verlage F. Bruckmann AG., München bringt der einleitende Artikel über den Maler Ernst August Freiherr von Mandelsloh unter zahlreichen Bildbeigaben eine reizvolle farbige Reproduktion des Bildes „Schloß Ort bei Gmunden". Ebenso bilderreich sind auch die folgenden Aufsätze: „Figur und Komposition. Zur Aufstellung in der Neuen Pinakothek, München" von Ulrich Christossel, „Die Ordensburgen Vogelsang und Crossinsee" von Dr. Ewald Bender, „Anto Carte" ein belgischer Maler, von Alfred Kuhn, lieber den Bildhauer Roland von Bohr schreibt Ludwig Praehauser. Der zweite Teil über Wohnkultur enthält zahlreiche Beispiele in Wort und Bild über angewandte Kunst in Architektur, Raum- und Gartenaestaltung, Handwerk und Dekoration. Hier bringt das neue Heft Räume in ländlichem Stil, Schone Treppen, Bemaltes Glas u. a. m. Ein großer Nachrichtenteil vervollständigt die Fülle der Darbietungen. So ist auch dieses Heft wieder ein fachkundiger und interessanter Führer durch das Kunstgeschehen unserer Tage. Erna Eonrad Heinz Andersohn, Studienassessor Verlobte Gießen, Liebigstraße 77 Rathenow Ostern 1937 01567 Statt Karlen! Als Verlobte grüßen Erna Holtmann Ernst Bepler Gssen-Heidhausen, Samsbankio Gießen, Mrchstraßeir Ostern 1937 01508 Ihre Verlobung geben bekannt Liselotte Glagow Albert Glahe, Ingenieur Gießen, Neustadt 32 Nostock Ostern 1937 01554 Liselotte Klein Or. rer. pol. Ernst Eckhardt Diplom-Volkswirt, Oiplom-Dersicherungstechniker geben ihre Verlobung bekannt Gießen Äerlin-Siemensstadt Glaubrechtstraße 8 Goebelstraße 71II Ostern 1937 • 01516 Statt Karten! Gertrud Staubach Ernst Völzing Diplom-Volkswirt geben ihre Verlobung bekannt Crednerstrafie 34 Steinstraße 21 Gießen, Ostern 1937 01536 Ihre Verlobung geben bekannt Else Studt Heinrich Schneider Pfarrvikar Gießen, Ostern 1937 Stephanstraße 41 Neustadt io 2100 V Statt Karten! Ihre Vermahlung geben bekannt Studienassessor Or. Johannes Bayer Maria Bayer, geb. Oerzbach Büdingen Seligenstadt Ostern 1937 Gießen Bahnhofstraße 60 _____________2085D ^att Karlen! Ihre Vermahlung geben bekannt Joachim von Sch-rp Geschäftsführer im Reichsnährstand Ursula von Schirp, geb. Eotte Limburg (Lahn), Ostern 1937 01519 Hotel Luy-Kitterle Wetzlar Lahn Bahnhofstraße 22 Fernruf 2506 Anerkannte gute Küche Dombrttu-Blere 2133D Daubvingen Gasthaus „Zum blauen Hecht" am 2. Osterfeiertag ab 4 Uhr Touz 0,582 Erstklassige Stimmungskapelle Ihre Verlobung geben bekannt Uhr Uhr Ihre Verlobung geben bekannt Trier (XRofet) Gießen (Lahn) Ostern 1937 01543 Statt Karten! Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Verlobte BAD amTaunus Saalöffnung um 19.30 Uhr Vermählte 01544 A. Döbus 211«v Annerod am 2. Feiertag 2107 0 btnsFKau. / ra P\GIESSEN BRAND-PLATZ B075D Earola Henn Richard Maltner Abends: Gesellschaftstanz mit der Kapelle Emil Humm 2106d Gießen Gartenstraße 2 Da es mir unmöglich ist, mich von allen Freunden und Bekannten persönlich zu verabschieden, rufe ich ihnen auf diesem Wege ein herzliches Lebewohl zu. Ich bitte das meinem Reisebüro entgegengebrachte Vertrauen auch meinem Nachfolger zu erweisen. Wegen der Uebergabearbeiten bleibt das Reisebüro am 30. und 31. März 1937 geschlossen Osler-Sonntag Oster-Montag ie 2 Vorstellungen Emmy Balog Heini Gölz üffz. 7/3.