Zreitag, 2b. November 1057 18Z. Jahrgang Nr. ^tb Erstes Stau Der Führer in der japanischen Volschast zu Gast Reichskanzler eine Abendtafel statt, an der Die ungarischen Gäste beim Führer. Vertrauensvolle Zusammenarbeit beider Völker auf allen Gebieten. des Beitritts Italiens als Zeichen einer gemein» amen inneren Haltung, die sich naturnotwendig auch auf die Außenpolitik der drei Länder auswirke. Der italienische Botschafter Auriti, Fürst Konoye und Außenminister Hirota brachten ihrer- eits die feste Verbundenheit ihrer Länder mit dem Antikomintern-Abkommen zum Ausdruck. Die Feiern wurden abgeschlossen mit einem F e st- bankett. lieber 600 Persönlichkeiten des japa= des Führers, Reichminister Heß, Generaladmiral R a e d e r, bte Reichsleiter Rosenberg und Reichsjugendführer v. Schirach als Stellvertreter des Reichsministers des Auswärtigen Staats- sekretär v. Mackensen, Botschafter v. Ribben- t r o p , die Staatssekretäre Dr Meißner, Lammers und Funk sowie Gauleiter Bohle. Unser Bild zeigt die Begrüßung des Führers durch Graf Mushakoji in der Botschaft. Ganz links Reichs- Lnnahme von Anzeigen für die Mitlagsnummer bis 8' /.Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text« anzeigen von70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/» mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- Ipaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.. Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Der Führer und Reichskanzler war am Mittwochabend aus Anlaß des Jahrestages des Antikomintern-Abkommens Gast des Kaiserlich-Japanischen Botschafters Graf Mushakoji. Ferner waren geladen: der italienische Botschafter Attolico Ministerpräsident Göring, Reichs- außer dem Ministerpräsidenten und Frau von D a r a n y i und dem Minister des Aeußeren von Kanya der Königlich-Ungarische Gesandte und die Begleitung des Ministerpräsidenten mit ihren Damen teilnahmen Don deutscher Seite waren mit ihren Damen anwesend sämtliche zur Zeit in Berlin befindlichen Reichsminister, Reichsleiter und Staatssekretäre, Vertreter der Wehrmacht, des Auswärtigen Amtes, der ff und SA., des RS.-Kraft- fahr- und Fliegerkorps, des Reichsnährstandes, Botschafter von Papen und der Reichssportführer. Ordenauszeichnung für ungarische Staatsmänner. B e r I i n, 26. Roo. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat aus Anlaß des Staatsbesuches des ungarischen Ministerpräsidenten dem Kgl. Ungarischen Gesandten in Berlin Sztojai, dem Kgl. Ungarischen Kultusminister H o m a n und dem Präsidenten der Kgl. Ungarischen Nationalbank, Finanzminister i. R. Bela von I m r e d y , das Großkreuz des Ordens vom Deutschen Adler verliehen. Ferner haben eine Reihe weiterer ungarischer Persönlichkeiten Auszeichnungen erhalten. Oer Ministerpräsident und der Mimster des Aeuße- ren sind bereits Inhaber des Großkreuzes des Ordens vom Deutschen Adler. Lrlchemi täglich. außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giestener Famikienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-vezugspreis: Mil 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach richten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Alain llb86 leiter Rosenberg und im Hintergrund Reichsjugendführer v. S ch i r a ch, rechts Staatssekretär Lammers, Staatssekretär Funk und Ministerpräsident Generaloberst Göring. — (Atlantik-M.) Der japanische Botschafter Graf Mushakoji gab einen Empfang, zu dem erschienen waren: Reichsminister Darre, der italienische Botschaftssekretär Marchese G i u st i-n i a n t, Staatssekretär Posse, Reichssportführer v. Tscham- mer und Osten und viele andere. Im Laufe des Essens wechselten der japanische Botschafter und Reichsminister Darre Ansprachen, in der der Antikominternpakt und die guten Beziehungen der beiden Länder mit warmen Worten unterstrichen wurden. Zaranfeiettdredeutsch-japamsche Freundschaft. Begeisterte Massenkundgebungen in Sotto. Tokio, 25. N°°. (DNB.) Die Feiern m Tokio anläßlich des ersten Jahrestages der Unterzeichnung des Antikomintern-Abkommens wurden durch einen Emoianq in der deutschen Botscha t zu Ehren von Prinz C h I ch > b u eingelntet. 2In der Veranstaltung nahmen serner teil Mmi terpra lldent ft ü r ft Konoye, Außenminister i r o t a, Kriegsminister Sugiyama, en ticke nai, ferner Generale, Admirale und der italienisch Etwa^80 000 Studenten, Mitglieder des Deutsch-japanischen Vereins sowie anderer nationaler Verbände feierten den Jahrestag un Äora- kuen-Stadion. An der Kundgebung nahmen Prinz Kanin, Ministerpräsident Fürst Konoye, die Spitzen von Heer und Marine, die Botschafter von Dirksen und Auriti sowie Vertreter der NSDAP und der deutschen Kolonie teil Nach einer Begrüßungsansprache des Staatsrats Admiral A r i m a erklangen die deutschen Nationallieder, der deutsche Botschafter von Dirksen stellte angesichts der begeisterten Menschenmenge voll Stolz und Dankbarkeit test, datz dieser Tag dem gesamten deutschen und japanischen Volke gehöre und unterstrich die hohe Bedeutung Berlin, 25. Nov. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing heute um 12 Uhr m Gegenwart des Relchsministers des Auswärtigen, Freiherrn von Neurath, den Königlich Ungarischen Ministerpräsidenten, Dr. v. D a r an y i und den Königlich-Ungarischen Minister des Aeuye- ren, v. Kanya, die von dem Gesandten Szto- j a y begleitet waren, zu einer längeren vertrauensvollen Aussprache Man war sich darüber einig, daß ebenso wie bisher auch in Zukunft in allen die beiden Länder berührenden Fragen der engste Kontakt aufrechterhalten werden soll und die gemeinsam dem Frieden dienenden Ziele durch fortlaufenden Gedankenaustausch weiterhin zu verfolgen sein werden. Im Geist der fest begründeten auf gegenseitigem unerschütterlichem Vertrauen beruhenden deutsch-unga- ri chen Freundschaft werden auch in Zukunft die vielfältigen Beziehungen zwischen den beiden Landern auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet weiterhin gefordert und alle sonstigen Fragen, die Deutschland und Ungarn gemeinsam angehen, in vertrauensvoller Zusammenarbeit behandelt werden. So dient nach der übereinstimmenden Ueberzeugung der ungarischen und deutschen Staatsmänner die deutsch-ungarische Freundschaft und ihre ständige Vertiefung nicht nur öen Interessen beider Länder, sondern liefert darüber hinaus einen wesentlichen Beitrag zu allen auf die Befriedung Europas gerichteten Bestrebungen ... Als * Abschluß des - Besuches der ungarischen Staatsmänner in Berlin fand beim Führer und heitsgeschichte endgültig überwunden hat." Dann sprachen der italienische Botschafter, der japanische Ministerpräsident und Außenminister Hlrota. Mit stürmischem Beifall begrüßt, nahm schließlich der japanische Nationalistenführer Tokutomi das Wort, der die Jahresfeier als einen Markstein in der deutsch-japanischen Geschichte und den Beitritt Italiens als einen Peweis für die werbende Kraft des Abkommens bezeichnete Am Abend zogen wiederum riesige Demonstrationszüge mit über 30 000 Fackelträgern vor den kaiserlichen Palast und die Botschaften der befreundeten Mächte. Aehnliche Feiern fanden in Yoko- lernaiionaien ® c 11 ui 11 u 1111 uncuujui- uuni " . 's.____ terlich auf unseren Posten auszuharren, bis die Hama, Osaka U"d in zahlreichen anderen ötaö Welt zu den Segnungen nationaler Eigenart und staft. Die gesamte Presse veröffentlichte Fester Bodenständigkeit zurückgefunden und den Kommu- lagen mit Bildern und Sonderbeitragen über nismus als eines der dunkelsten Kapitel der Mensch-1 Deutschland und Italien. Wie sieht es in derWittschastaus? Während die Industrie mit dem beginnenden Winter in ihre stillere Jahreszeit einzutreten pflegt, beginnt der Einzelhandel mit Hochdruck sur eine „Saison" zu rüsten. Weihnachten steht vor der Tür, der größte Einkaufstermin des Jahres! Die Läger weisen ihre größte Reichhaltigkeit im November auf, kurz bevor der gewaltige Zu- trom der Käufer einsetzt, der dann wahrend der beiden letzten Wochen vor dem Weihnachtsfest seinen höchsten Gipfel zu erreichen pflegt Es hat sich sogar gezeigt, daß die Kauffreudigkeit zu Weihnachten mit jedem Jahr größer geworden ist; denn 1933 lag der Warenabsatz des Dezember 39 v. H., 193b aber bereits 58 o. H. über dem 'Jahresdurchschnitt. Und das findet wiederum feine natürliche Erklärung in der wachsenden Kaufkraft des deutschen Volkes. Diese Tatsache wird sich auch voraussichtlich 1937 noch klarer ergeben. Wir werden diesmal wohl mit einem um 60 v. H. stärkeren Weihnachtsmonat gegenüber dem Durchschnittsgeschäft rechnen können. Nun ist das Gewicht des Weihnachtsge- schäftes in den einzelnen Zweigen des Laden- Handels natürlich sehr verschieden. Die Damen- konfektton, die durch die jahreszeitliche Modegestaltung ausschlaggebend beeinflußt wird, spürt das Weihnachtsgeschäft kaum. Auch Gardinen, Kurzwaren, Drogen, Waschmittel und andere mehr alltägliche Waren fühlen den Dezember-Absatz nicht tarier als den anderer Monate. Anders wird es chon in den K a f f e e g e s ch ä f t e n, die im November und Dezember zusammen 24 v. H des Jahresumsatzes tätigen. In Damenwäsche wer- den 26 v. H. in dieser Zeit abgesetzt, die M obel- Händler verkaufen ebenfalls 26 v. H., die T e p - pichgeschäfte 28 v. H. Der Absatz der P ar fu- merien beziffert sich auf 30 v. H. Ebenfalls werden 30 v. H. des Jahresumsatzes an Strümpfen jetzt an die Käufer herangebracht. Die S ch u h - gef chäfte berichten sogar schon über 33 v H. Noch höher steigt dann der Anteil des Weihnachtsgeschäftes in Glas und Porzellan, in Bele u ch tun g s gegenständen, in Bijouterie- waren und in Konfitüren. Herrenwäsche wird besonders gern geschenkt, hier finden 40 o. H. des gesamten Jahresabsatzes kurz vor Weihnachten Käufer. Die Pelzhändler können ohne Weihnachtsgeschäft überhaupt nicht existieren, denn sie verkaufen in djesen letzten Wochen des Jahres 46 v. H. des Jahresabsatzes. In Taschentücher werden sogar 50 v. H. der jährlichsn Verkäufe getätigt. Und endlich ist vor allem aus dem Spiel- warengefchäft die Zeit vor Weihnachten nicht wegzudenken, denn hier werden nahezu zwei Drittel der Verkäufe des ganzen Jahres getätigt, während die übrigen zehn Monate kaum eine Bewegung im Lager zeigen. — Kann man für das Jahr 1936 schon einen Einzelhandelsumsatz von 3,6 Milliarden Mark für den Weihnachtsmonat annehmen, so läßt sich für Dezember 1937 ein Betrag von rund 4 Milliarden Mark veranschlagen. Dem muß man gegen« überstellen, daß im Dezember 1932 nur für 2,4 Milliarden Mark Waren ihren Käufer über den nischen öffentlichen Lebens nahmen teil. Botschaftsrat Dr. W. No edel sagte: „Wir wollen geloben, im Dienste des Friedens und der internationalen Gerechtigkeit unerschüt- Ladentisch fanden. Es kommt nicht nur darauf an. im Rahmen des Vierjahresplanes für die Sicherung der deutschen Rohstoftreiheit neue Werkstoffe zu e r f i n d e n, sondern ebenso wichtig ist es, diese neuen Werkstoffe anzuwenden. Es ist darum immer wertvoll, wenn aus der Praxis Berichte über Erfahrungen mit diesen Werkstoffen in die Öffentlichkeit gelangen. Eine große westdeutsche Eisengesellschaft führt z. B. dieser Tage in dem Bericht über ihre Haupt- Versammlung aus, daß sie die Ausstrahlungen des Vierjahresplanes in allen ihren betrieben verspüre. Mit Genugtuung könne festgestellt werden, daß be« deutende Erfolge in der Umstellung auf neue Werkstoffe auch bei der Gesellschaft selbst erzielt worden seien, und daß Fabrikate geschaffen wurden, die Devisen sparen. Man setze sich jedenfalls lebhaft für die Verwendung von Austauschstoffen ein. Hierbei hätte man die Erfahrung machen können — das ist für die Allgemeinheit besonders wichtig — daß diese neuen Stoffe zum Teil in der Qualität besser und in der Verwendung billiger seien als die früher verwandten und kaum für ersetzbar gehaltenen Werkstoffe Auch für die Zukunft wird die Gesellschaft in diesen Bemühungen nicht Nachlassen. Wie groß die Möglichkeiten in dieser Richtung noch sind, gebt aus einem Vortrag hervor, den der Chef des Amtes für Roh- und Werkstoffe, Oberst Löb, über die Nichteisenmetallwirtschaft im Vierjahresplan vor Vertretern der zuständigen Behörden und der In- dustrie hielt. Er wies hier an Hand eines befon« deren Beispieles nach, daß die Verknappung an Schwermetallen durch Verstärkung der heimischen Erzeugung und durch Senkung des Bedarfs infolge konstruktiver Maßnahmen und Sparmaßnahmen schon jetzt wirksam vermindert werden kann. Um den dann noch bestehenden Bedarf zu befriedigen, könne mit anderen metallischen oder nicht metallischen Austauschstoffen wirksam gearbeitet werden, wie z B mit Aluminium und Magnesium-Legierun- gen, Kunst- und Preßstoffen, Holz, Glas und Porzellan Hierbei verwies Oberst Löb ebenfalls auf die Wichtigkeit und die Erfolge der Austauschmaßnahmen und Austauschwerkstoffe. Jedem Volksgenossen ist es auch in seinem Kreise durch Prüfung aller Möglichkeiten gegeben, an diesen Bestrebungen tatkräftig teilzunehmen. In einem Vortrag vor der Forschungsstelle für Siedlungs- und Wohnungswesen in Münster hat Geheimrat Steyerer, München, die verschiedenen Kapitalguellen unseres Realkreditsystems untersucht und kommt dabei zu dem Schluß, daß die Pfand- briefinstitute „die einzige organische Verbm- düng des freien Marktes mit dem Realkredit und dadurch, von der Kapitalseite- aus gesehen, auch in Ein Lahr Aniikominternpaki. „Lleberzeugungssache der aktiven Kräfte junger und entschlossener Nationen." Berlin, 25. Nov. (DNB.) Aus Anlaß des Jahrestages der Unterzeichnung des deutsch- japanischen Antikomintern-Abkommens , sprachen Reichsminister Dr. Goebbels und der i japanische Verkehrsminlster Nagai über alle deut- : scheu und japanischen Sender. Dr Goebbels sagte: Vor einem Jahr hat die verantwortliche japanische und deutsche Regierung den Entschluß gefaßt, die Kampfansage der kommunistischen Internationale gegen Kultur und Tradition, Ausbau und Weltfrieden mit einer Vereinbarung z u erwidern, deren Ziel und Zweck die Immunisierung ihrer beiden Völker gegen bie Seuche des Bolschewismus und die Errichtung einer Schutzwehr gegen die zersetzende Wühlarbeit der kommunistischen Internationale sein sollte. Wenn das deutsch-japanische Antikomintern-Abkommen in diesem einen Jahr eine Bedeutung erlangt hat, die weit über die Grenzen der beiden Völker hinausreicht, so ist das schon ein Beweis für die Notwendigkeit eines solchen Abkommens und die segensreiche Wirkung der gemeinsamen Arbeit. Der internationale Bolschewismus hat nunmehr erkannt, daß hier ein Damm aufgerichtet ist gegen die Fluten des Chaos und der Anarchie, der nicht mehr durchbrochen werden kann. Das deutsch-japanische Anti-Komintern-Abkommen istUeberzeugungs- fache der aktiven Kräfte zweier junger und entschlossener Nationen, und keine deutlichere Bestätigung für die Richtigkeit des hier eingetragenen Weges konnte es geben als die Tatsache, daß die italienische Regierung ihm kürzlich ebenfalls beitrat. Es kann ferner schon am ersten Jahrestage festgestellt werden, daß die innere Zustimmung zu dem Abkommen auch in vielen anderen Ländern ständig im Wachsen begriffen ist. Dieft Einstellung ist um so verständlicher, als es auch in der Zwischenzeit nicht an zahlreichen Tatsachen, beweisen dafür gefehlt hat, daß die kommunistische Internationale es immer wieder versucht, sich m bie inneren Verhältnisse der Nationen ei n zürn i sch en und dadurch nicht nur deren Frieden nnb soziales Wohlleben, sondern auch den Weltfrieden überhaupt zu bedrohen. Möge die gemeinsame Arbeit im Rahmen dieses Abkommen, das gegen keinen dritten Staat gerichtet ist und der Verteidigung der Kulturgüter gegen bie Zersetzung und Bedrohung durch die kommunistische Internationale dient, auch weiter von Erfolg gekrönt fein. Oer japanische Verkehrsminister Nagai sagte: Wenn ich mir heute das Deutsche Reich, das sich nach dem Weltkrieg, nach großen politischen und wirtschaftlichen Verwirrungen unter der Fahne des Hakenkreuzes mutig wieder erhoben hat mtt feinem Führer Adolf Hitler vor Augen stelle, so erfüllt mich aufrichtige B e w u n d e r u n g. Unsere Völker, denen eine große politische, blut» gebundene hohe kulturelle Ueberlieferung gemein ist streben trotz aller Schwierigkeiten stets nach Ge- ......• rechtigkeit und öffentlicher Ordnung Sie sind beseelt triegsminifter v. Blomberg, der Stellvertreter von dem Ideal eines moralisch begrün- rflpnornfnhmtrol beten Staates. Die sittlich-nationalen Weltanschauungen unserer beiden Völker stellen sich der materialistisch zersetzenden Weltanschauung des Kommunismus ausdrücklich entgegen, die Der Befriedigung gemeiner materialistischer unteren en der Menschen dient und auf dieser Grundlage die Welt zu vereinen sucht. Der ch i n e l i s ch -1 a panische Konflikt ist für uns ein heiliger Kamps, der es unternimmt, bie Nanking-Regierung wegen ihrer antijapanischen Haltung zur Rechenschaft zu ziehen, das chinesische Volk von der roten Gefahr zu befreien und ben gruben im Fernen Osten zu sichern. Durch die Markung des antikommunistischen Lagers, dessen Achse To- xio^-Berlin mit Rom verbindet, werden nach un- jerer s-sten U-b-rz-ugung neue starke Grundlagen für den Weltfrieden und damit für das Wohl Der Menschheit gelegt. Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühlsche Univcrfitätsörudcrci R. Lange in Gießen. Zchristleilung nnd Geschäftsstelle: Tchulstratze 7 W unserem Realkreditsystem die einzige wirkliche Realkreditorganisation" seien. In der Tat hat sich der Pfandbrief von jeher einer besonderen Beliebtheit als Kapitalanlage erfreut, da er zugleich dingliche Sicherung bietet. Findet der Sparer den Weg des Pfandbriefes versperrt, io sucht er leicht „Anlagen im Grundbesitz, die. wie die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, vom Interesse der Allgemeinheit aus gesehen, vielfach Irrwege sind. Je mehr sie aber auf verschlossene Wege stoßen, desto mehr steigt dieNei- gung, das Sparkapital brachliegen zu lassen oder überhaupt nicht mehr zu sparen" Der Vorrang der Konsolidierungsbedürfnisse des Reiches hat es mög. lich gemacht, den Kapitalmarkt hauptsächlich für die R e i ch s a n l e i h e n zu reservieren. Da für den Kleinwohnungsbau, der nach wie vor weitergeführt wird, auch eine Anzahl von anderen Finanzierungsmöglichkeiten besteht, könnte man vielleicht vorübergehend auf die Finanzierung durch Pfandbriefe ver- zichten. Damit würde man aber die Erfahrung der Pfandbriefanstalten aus dem schwierigen Wohnbaugeschäft nicht nur vorübergehend ausschalten, sondern für spätere Zeiten einer stärkeren Bautätigkeit eine unersetzliche Finanzierungsquelle lahmlegen. Da die Wohnbaupolitik des Reiches grundsätzlich die private Finanzierung anstrebt, wird man die Pfand- briefanstalten einsatzfähig erhalten müssen. Aus solchen Gründen hat die Reichsregierung dem Sparkapital den Weg über den Pfandbrief auch heute in gewissen Grenzen offen gelassen, ein Verfahren, das wohl noch stärker zur Anwendung kommen wird, wenn das Konsolidierungsbedürfnis des Reiches nicht mehr so stark wie heute ist * Eine der ganz großen Aktionen der nationalsozialistischen Staatsführung war die U m s ch u l - Dung der Gemeinden wenige Monate nach der Machtübernahme. Sie wurde durchgeführt auf Grund des Gemeindeumschuldungsgesetzes vom 21. September 1933. Die Finanzgebarung der deutschen Gemeinden war vielfach schon in den Jahren 1926 bis 1930 mißlich oder gar anstößig. Die unerläßliche Voraussicht für eine vielleicht schlimmere Zukunft ließ sehr viel zu wünschen übrig. Eine Reservebildung in fetten Jahren erfolgte nicht. Dafür wurden im In- und Ausland teure Anleihen ausgenommen. Als dann magere Jahre kamen, wuchsen die schwebenden Schulden ins Riesige. Viele Gemeinden wurden zahlungsunfähig. An der Spitze der Sünder standen auch zahlreiche Großgemeinden, nicht zuletzt Berlin oder Köln. Diese schwebenden Schulden wurden 1933 allmählich durch die Umschuldungsanleihe abgelöst. Sie ist nur mit 4 v. H. verzinslich und ihre Tilgung hat vom 1. Oktober 1937 mit dem verhältnismäßig hohen Satz von jährlich 3 v. Sy begonnen. Es war das sozusagen die Flurbereinigung der Gemeindefinanzen, für deren weitere strenge Kontrolle und Reservebildungen energische Mmisterialerlässe sorgen. Das Ergebnis ist erfreulich. Die gemeindliche Umschuldungsanleihe, die im Freiverkehr der Börsen vor vier Jahren mit etwa 86 oder 87 v. Sy genannt wurde, ist trotz der niedrigen Verzinsung von 4 v. Sy in den letzten Tagen auf 95 gestiegen. Der Betrag der Anleihe belief sich ursprünglich auf 3 Milliarden; ihr jetziger Umlauf ward auf 2,8 Milliarden geschätzt. Die Gemeinden, deren Finanzen durch den wirtschaftlichen Auftrieb der letzten Jahre gesundeten, haben vielfach außerplanmäßig Umschuldungsanleihe zurückgekaust, weil die Kurssteigerung erwartet wurde und vorsorgliche Gemeindehäupter die außerplanmäßige Tilgung zum Ausgleich der kostspieligeren planmäßigen Tilgung rechtzeitig vornahm. Durch den Versailler Vertrag hatten wir 33 bis 45 v. Sy unserer Eisen- und Stahlbetriebe, 80 v. Sy unserer Erzbasis und 25 v. Sy unserer Kohlenförderung verloren. Im Laufe von zehn Jahren ist es uns gelungen, die frühere Leistungsfähigkeit unserer Roheisen-, Rohstahl- und Walzeisenerzeu- gung wieder zu erreichen, wir sind daher auch nicht mehr auf die Einfuhr ausländischen Eisens und Stahl angewiesen. Der Rückschlag in der internationalen Eisenkonjunktur triff daher Deutschland nicht, aber wir sind der Jreg angeschlossen, die nach einer Sitzung in Paris die Aussprache Über die internationale Lage in London und sodann in Düsseldorf fortsetzen wird, denn die Amerikaner sind sowohl im Fernen Osten wie auch auf den europäischen Märkten als Konkürrenten aufgetreten, also in die Belieferung der Gebiete der Jreg eingebrochen; die amerikanischen Lieferungen für in Holland gebaute Tankschiffe sind ein Warnungssignal. Wir haben bereits darauf hingewiesen, daß die Jreg Verhandlungen mit den Amerikanern pflegt, aber diese Verhandlungen sind noch nicht zum Abschluß gekommen. Während die belgischen Eisenwerke eine größere Nachfrage nach Stabeisen von England aus zu verzeichnen haben, sind in Luxemburg die Gießereiroheisenerzeugungen der Konzerne Hadir und Rodinaen eingestellt worden. In Frankreich warten die Eisenwerke auf die Bestellungen der öffentlichen Hand. In der USA. ist in der letzten Woche die Beschäftigung in der Eisenindustrie auf ein Drittel der Leistungsfähigkeit gesunken gegenüber 74,5 v. H. in der entsprechenden Woche des Vorjahres. Die Jreg sieht sich vor der Aufgabe, eine Entscheidung über den Abbau der Preisaufschläge der Listenpreise zu treffen, die anscheinend nur vorläufig noch gehalten werden. Auf den internationalen Rohstoff- Märkten hat sich infolge der schlechten Konjunktur in den USA. nach einer Erholung in der letzten Woche der Preisverfall fortgesetzt. Der Londoner Kupferpreis ging auf 37°/ie Pfund je Tonne zurück, Zinn, Zink und Blei lagen ebenfalls schwächer, für Baumwolle war die Lage uneinheitlich, ebenso auf den Getreidemärkten. Am Kautschukmarkt wurde zum erstenmal in London die 7ci-Grenze unterschritten. Die Preisgestaltung auf den Kaffee Märkten war unregelmäßig, und auch für Zucker und Kakao lag die Tendenz schwächer. Gegen die Teuerung in Frankreich. Paris, 26. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die Kammer hat in einer Nachtsitzung, die sich bis nach 5 Uhr morgens hinzog, mit 518 gegen 6 Stimmen die Regierungsvorlage über die Teuerungszulagen für d i e Beamten und öffentlichen Angestellten angenommen, nachdem Ministerpräsident Chautemps die Vertrauensfrage gestellt hatte. Die Kommu- n i ft e n hatten sich noch in letzter Stunde bereit- erklärt, für die Vorlage zu stimmen Nur au der äußer st en Rechten stimmte man d a - gegen oder enthielt sich der Stimme. Vor der Abstimmung ergriff Ministerpräsident Chautemps das Wort, um noch einmal die Gründe darzulegen, die es der Regierung im Interesse des Haushaltsgleichgewichtes unmöglich machten, den Forderungen der Beamtenschaft in vollem Maße nachzukommen. Großer deutscher Erfolg auf der pariser Weltausstellung. Höchste Auszeichnungen für die neuen deutschen Werkstoffe. Paris. 25. Nov. (DNB.) Am Donnerstag fand aus Anlaß des Abschlusses der Weitaus- tellung im Neuen Theater des Trocadero-Pa- lastes in Anwesenheit des Präsidenten der Republik, mehrerer Mitglieder der Regierung, der Generalkommisfare sämtlicher an der Ausstellung beteiligter Länder, des Diplomatischen Korps, owie der Presse die Verkündung der p reisverteil ung durch die internationale Jury der Weltausstellung statt, soweit diese bisher feststeht. Das Deutsche Reich hat auf dem Gebiet eines gewerblichen und künstlerischen Schaffens einen Beitrag zum Gelingen dieser großen internationalen Ausstellung geleistet, der den Vergleich mit keinem anderen Lande zu scheuen braucht. Die orgfältige und umfassende Arbeit des internationalen Preisgerichts, an dem fast 2000 Sachverständige aus der ganzen Wett, darunter auch eine große Anzahl deutscher Fachleute teilnahm und deren achmännischem Urteil die ausgestellten Gegenstände und sonstigen Leistungen unterlagen, hat dies noch einmal bestätigt. Das vorläufige Ergebnis der preisvertellung für Deutschland ist: 278 Grand Prix (höchste Auszeichnung) 179 Diplomes d’honneur (Ehrenurkunden) 273 Medailles d’or (Goldmedaillen) 172 Medailles d’argent (Silbermedaillen) 31 Medailles de bronce (Bronzemedaillen) insgesamt 933 Auszeichnungen. In diesen Zahlen sind noch nicht berücksichtigt die Auszeichnungen für die Mitarbeiter der Ausstellung, die zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden sollen. Ls verdient hervorgehoben zu werden, daß die im Zuge des Vierjahresplanes zu besonderer Bedeutung gelangten neuen deutschen werk stosse ohne Ausnahme den „Grand Prix“, also die höchste Auszeichnung erhalten haben, die das internationale Preisgericht vergeben konnte. Damit sind die von einer gewissen presse im Zusammenhang mit diesen neuen Werkstoffen aus durchsichtigen Gründen verbreiteten Behauptungen in aller Oeffenllichkeit von international anerkannten und unabhängigen Fachleuten widerlegt worden. Albanien feiert den 2S.Zahresiag feiner Selbständigkeit. Uon unterem Ac-Äerichterftaiier. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Tirana, November 1937. Die verschiedenen Fünfundzwanzigjahr - Feiern, die in diesen Monaten auf dem Balkan begangen wurden und begangen werden, rufen die Erinnerung an jenes ereignisreiche Jahr 1912 wach. An jenes Jahr, das den Zusammenbruch des osmanischen Reiches auf europäischem Boden brachte. Erst feierte Griechenland die 25jährige Zugehörigkeit Salonikis zum griechischen Staate. Dann beging, vor wenigen Wochen, Jugoslawien unter großen Feierlichkeiten die 25jährige Wiederkehr des Tages der A-ngliede- r u n g Serbisch-Mazedoniens an den serbischen Staat. Und nun feiert Albanien den Tag, an dem vor 25 Jahren durch die albanische Nationalversammlung in Valona die Selbst än - digkeit Albaniens proklamiert wurde. Alle diese drei Ereignisse vollzogen sich in dem schicksalsschweren Jahr 1912, in jenem Jahre, das einen Wendepunkt für die Geschichte der Balkanhalbinsel darstellt und in dem ein grundlegender Wandel des politi- chen Gesichtes Südosteuropas begann. Ueberblitft man diese für die Geschichte eines Staates natürlich nur sehr kurze Spanne Zeit, so kann man unschwer feststellen, daß dieses kleine Ländchen, das in seinem Flächenumfange kaum so groß wie Belgien ist, und das nur wenig mehr als 1 Million Einwohner zählt, eine geradezu märchenhafte Entwicklung durchgemacht hat. Man nannte Albanien mit einer gewissen Geringschätzigkeit gern „bas Land ohne Eisenbahnen". Was machte dies aber den Führern dieses jungen Staatswesens? Sie gingen, tatkräftig und entschlossen, wie sie waren, mit der Zeit mit und übersprangen kurzerhand die Entwicklungsperiode der Eisenbahn. Wozu in diesem schwer zugänglichen Gebirgsland erst viele Millionen im Bau weniger Eisenbahnlinien investieren, wo doch heute der Kraftwagen beweglicher und die Schaffung der Voraus- etzungen für einen Kraftwagenverkehr leichter und rilliger ist? Und so ging denn Albanien, das noch vor 25 Jahren als das rückständigste Land Europas galt, mit einem einzigen Sprung sozusagen vom Maultier auf das Auto über. Ja, noch mehr: Heute schon ist in Albanien das Fliegen eine fast selbstverständliche Sache. In einer Stunde kann man mit dem Flugzeug von Saloniki nach Tirana, der Hauptstadt des Landes gelangen. Vier Stunden nur braucht man für einen Flug von Tirana nach Rom. Und in jüngster Zeit wird Tirana sogar von den Flugzeugen der deutschen Lufthansa, die zwischen Berlin und Afghanistan verkehren, angeflogen. Mit einem Male ist die Hauptstadt des Landes ohne Eisenbahn zu einem europäischen Verkehrsknotenpunkt geworden! Gewiß eine überraschende Entwicklung, besonders, wenn man berücksichtigt, daß noch vor 25 Jahren nomadisierende Hirtenstämme das Land durchzogen, in dem einige türkische Großgrundbesitzer und osmanische Verwaltungsbeamte mit orientalischer Selbstherrlichkiet ein Regiment der Unterdrückung und Ausbeutung führten. Ungeheuer schwer war der Weg, den das albanische Volk gehen mußte, um schließlich zur nationalen Freiheit und staatlichen Selbständigkeit zu gelangen. War doch lange Zeit hindurch Albanien wegen seiner geopolitisch wichtigen Lage der Tummelplatz der Jnteressenpolitik der einstigen Großmächte. Besonders das zaristische Rußland suchte hier auf dem Wege über Belgrad Einfluß zu gewinnen, um so mittelbar zu dem damaligen Verbündeten der Donaumonarchie, zu Italien vorstoßen zu können. Rom und Wien versuchten wiederum ihrerseits, ihre Interessen auf diesem albanischen Boden geltend zu machen, und so wurde Albanien gerade in den allerersten und allerschwersten Jahren seines selbständigen staatlichen Lebens hin- und hergerissen zwischen den Exponenten der großen europäischen Politik. Aber allen diesen Schwierigkeiten zum Trotz behauptete sich doch Albanien als selbständiger Nationalstaat. Zu stark war das nationale Bewußtsein, zu stark der Selbständigkeitswille dieses zähen Volkes. Schließlich waren ja gerade die Albaner es gewesen, die schon vor Jahrhunderten den türkischen Eroberern den entschiedensten Widerstand entgegengesetzt hatten und die immer wieder versucht hatten, das Joch der Fremdherrschaft abzuschütteln. Und nachdem in jener denkwürdigen ersten albanischen Nationalversammlung in Valona am 28. November 1912 die Selbständigkeit Albaniens verkündet worden war, seitdem gab es keinen Albaner mehr, der sich diese Selbständigkeit wieder hätte nehmen lassen, wenn auch der erste Fürst des selbständigen Albaniens, der Prinz Wilhelm zu Wied mit seiner Mission scheiterte. Auch der Weltkrieg, der dem Lande die Besetzung durch deutsche und österreichische Truppen brachte, konnte den Willen des albanischen Volkes zur nationalen Freiheit nicht nehmen. Kaum hatten die Truppen der Mittelmächte nach dem Waffenstillstand Albanien verlassen, da sammelten wiederum nationale Führer, an ihrer Spitze Achmed Bey Zogu, der heutige König der Albanier, die einzelnen albanischen Stämme um sich zur Kundgebung ihres unbeugsamen Selbständigkeitswillens. Zwar hatten inzwischen italienische Truppen Valona besetzt und waren in den nördlichen Provinzen serbische Truppen einmarschiert. Trotzdem sammelten sich die Führer des Volkes im Januar des Jahres 1920 in Lushnja zu einem neuen Nationalkongreß, der den unerschütterlichen Willen der albanischen Nation verkündete, an der im Jahre 1912 verkündeten Unabhängigkeit Albaniens festzuhalten und der gleichzeitig erklärte, daß das albanische Volk sich mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln allen Aufteilungsplänen Albaniens widersetzen werde. Und in der Tat, was damals fast unmöglich schien, es gelang. Die italienischen Truppen verließen Valona. Auch Belgrad sah sich genötigt, kurz zu treten und schließlich fand das selbständige Albanien Aufnahme in den Völkerbund, was damals gleichbedeutend rom mit einer stillschweigenden Anerkennung seiner staatlichen Selbständigkeit. Aber damit war die Zeit der Prüfungen noch lange nicht zu Ende. Noch immer gaben die verschiedenen „Interessenten" ihr Spiel in und um Albanien nicht auf. Es gab Aufstände einzelner Grenzstämme, A 11 e n t a t s v e r s u ch e auf die politischen Führer und schließlich sogar unter Füh- rung Des orthodoxen Bischofs Van Noli eine Revolutionsregierung, die in engster Anlehnung an Sowjetrußland zu arbeiten begann. Alle diese Schwierigkeiten und Hindernisse vermochte aber die nationale Kraft des jungen albanischen Volkes zu überwinden. Und als dann der ■ ; ^sät****eee ! X "sw " . j Vor 25 Jahren machte sich Albanien von der türkischen Regierung frei und gab durch Die Erklärung von Valona am 28. November 1912 feine Unabhängigkeit und Selbständigkeit bekannt. Unser Bild zeigt einen Blick auf die Hauptstadt Tirana, die Residenz des im Jahre 1925 zum Präsidenten gewählten und im Jahre 1928 zum Könige ausaeruferum Achmed Zog« Lj- (Scherl-Bilderdienst-M^ junge Achmed Zogu zum albanischen Staats« Präsidenten gewählt wurde. Da schien endlich eine ruhige Weiterentwicklung des Landes gesichert zu fein. Ein F r e u n d s ch a f t s v e r t r a g mit Italien sicherte dem Lande die Unterstützung einer an der Entwicklung Albaniens auch unmittelbar interessierten Großmacht und gab dem Lande die wirtschaftlichen Möglichkeiten für eine solide unterbaute Weiterentwicklung Wenn man heute Albanien besucht, so ist man überrascht über das Bild, das sich einem bietet. Wohl hat das albanische Volk — und dies ist gewiß das Hauptoerdienst seines Führers, des Königs Zogu — feine übernommenen Sitten und Gebräuche, feine Trachten und fein Brauchtum sich bis zum heutigen Tage erhalten. Aber daneben haben moderne Einrichtungen, Dort wo es notwendig und zweckmäßig erschien, Eingang gefunden, hat die Entwicklung des Landes zu einem" modernen Staatswesen schnelle Fortschritte gemacht. So» verfügt beispielsweise Albanien heute über einen gut organisierten, nach modernem europäischen Muster gegliederten Verwaltungsapparat. Die zehn Provinzen Albaniens, die von Präfekten geleitet werden, verfügen bis hinunter in das kleinste Dorf über ordentlich gewählte Gemeindevertretungen un6 Bürgermeister und sie verfügen ebenso über ein neuzeitliches Schulwesen, Das von König Zogu als eine Der wichtigsten Grund- lagen für Die weitere Gestaltung des gesamten staatlichen und politischen Lebens erkannt wurde. Die Durchführung einer Agrarreform schuf Albanien, das ja' ein vorwiegendes Agrarland ist, einen gesunden Bauernstand und damit eine feste und solide Grundlage überhaupt. Mit seinen 25 Jahren des Bestehens ist Albanien eines der j ü n g ft e n Staatswesen Europas. Aber mag auch Albanien ein junger Staat fein, mag es klein und feine Bevölkerung wenig zahlreich sein, so darf es sich doch, was feine nationale Geschlossenheit und was die Zielstrebigkeit seiner Führer anlangt, mit manchem anderem größeren Staat Europas messen. Und so kann man auch jetzt in diesen Tagen in Tirana, wie auch im ganzen Lande mit Stolz und Genugtuung das Jubiläum der 25jähri» gen staatlichen Selbständigkeit feiern. Hat doch das albanische Volk in diesen 25 Jahren gezeigt, daß es ein wertvolles und aufbauendes Mitglied der europäischen Dölkerfamilie ist. EineRundfimkredeKöniaZogus. Tirana, 25. Nov. (DNB.) Der Jahrestag der 25. Wiederkehr der Unabhängigkeit Albaniens wurde durch eine Rundfunkrede des Königs Zogu I. eingeleitet. Darin wandte sich der König vor allem an die Jugend, die demnächst staatlich organisiert werden soll, um die jungen Kräfte des albanischen Volkes in einem einheitlichen Block zusammenzufassen. Der König hob hervor, daß das völkische Gewissen eng verbunden sei mit den drei Grundlagen der albanischen Nationalität, Rasse, Sprache und Unteilbarkeit des Vaterlandes. — 101 Kanonenschüsse schlossen die Rundfunkübertragung. Tirana ist am Unabhängigkeitstage überfüllt. Neben den in bunten Trachten gekleideten Bauern aus allen Teilen des Landes sind auch Abordnungen Der im Ausland lebenden Albaner in die Stadt gekommen, die mit den rot- schwarzen Landesfarben festlich geschmückt ist. Zu der offiziellen Feier ist auch der italienische Finanzmini st er eingetroffen. — Am Abend inDet auf dem königlichen Schloß ein Empfang tatt, an dem Vertreter der Behörden, der Organi- ationen aus Stadt und Land, der Klerus und das Diplomatische Korps, darunter der deutsche Gesandte von Pannwitz und der bei Der albanischen Regierung beglaubigte Deutsche Militärattache in Rom, Oberst von Rintelen, eingelaDen sind. DeuW-ttalienische Kulturpflege. Weihe des neuen Heimes der deutsch- italienischen Kulturgesellschaft in Mailand. In Mailand wurde die Weihe des neuen Heims der Deutsch-Italienischen Kulturgesellschaft vollzogen. Der Feierstunde in den neuen schonen Räumen der Gesellschaft (in einem historischen Mailänder Palast) wohnte auch Seine König!. Hoheit Conte di Turino bei, ferner Santiesgruppen- leitet Ettel und die ßantiesletterin Italien der Arbeitsgemeinschaft Der deutschen Frauen im Auslande, Prinzessin z u Schaumburg- Lippe. Zur gleichen Stunde versammelte sich im Reichspostministerium in Berlin ein kleiner Kreis, voran der italienische Botschafter A11 o l i c o und Reichspostminister Ohnesorge. Die Berliner und Mailänder Veranstaltungen wurden im fernmünd« lichen Austausch übertragen. Der deutsche Botschafter in Rom, v. H a f s e 1 l, eröffnete Die Kundgebung in Mailand. Dann nahm der Berliner Botschafter Attolico Das Wort. Don herzlichem Beifall begrüßt, betrat Dann in Mailand der Minister für Volkskultur, Alfieri, das Rednerpult. Mit Ueberzeugung habe Die Kulturgesellschaft feit vielen Jahren ein Ideal verfolgt. Das jetzt tiefen Widerhall in Den Seelen Der beiden Volker finde, Die durch aufrichtige und herzliche Gefühle mehr als je miteinander verbunden feien. Deutschland. Japan und Italien bildeten einen granitenen Block der Einheit und des Willens mit dem Ziele, dem Bolschewismus endgültig den Weg zu versperren. Italien und Deutschland beseele der gleiche Glaube sowie die gleiche Treue und Dankbarkeit für ihre großen Führer Mussolini und Hitler. — Der Präsident v. Winterfeld übermittelte Dann im Namen Der Deutsch-Italienischen Gesellschaft Den in MailanD Versammelten Die herzlichsten Grüße unD Glückwünsche. Anschließend an die zwischen Berlin und Mailand ausgetauschten Ansprachen hielt Prof. Alfredo di M a r f i c e einen Vortrag über Den Staatsge- danken im Faschismus und Nationalsozialismus Al- fieri gab zu Ehren der deutschen Kolonie einen Empfang, während die Hitler-Jugend gemeinsam mit Den faschistischen Jugendgruppen am Ehrenmal im faschistischen Parteihaus einen Kranz niederlegte. In Den Abendstunden veranstaltete Minister Alfieri im Mailänder Konservatorium ein Konzert, bei dem Werke von Bach, Schubert, Brahms und Mozart sowie italienischer Komponisten zum Vortrag gebracht wurden. Die Studentenunruhen in Oesterreich. Wien, 25. Nov. (DNB.) Im Zusammenhang mit den Studentenunruhen hat die Regierung einen „Bundeskommissar für Die Äufrechterhal- hing Der Disziplin auf Den Hochschulen" in der Person des Ministerialrates S k r i b e n s k y ernannt. Der Bundeskommissar wird anstelle einer Disziplinarkommission allein über alle Fälle, die ihm übergeben werden, entscheiden. Die Blätter melden, daß die Streikleitung der Studentenschaft seinen Namen nach dem weltbekannten englischen Kolonialpionier Cecil Rhodes, der, glücklicher als ! Im Unterhause hat die englische Regierung angekündigt, daß eine königliche Kommission den Nutzen eines engeren Zusammenschlusses von Nord- und Süd-Rhodesien, sowie von Njassa-Land prüfen werde. Der Leser hat recht, wenn er fragt: „Was sind denn das überhaupt für Länder?" Nun, sie nehmen mit 1,2 Millionen Quadratkilometer fast den dreifachen Raum von Deutschland ein, zählen aber nur 4,5 Millionen Einwohner. Es sind britische Kolonialgebiete, die nördlich der Südafrikanischen Union — um in ganz groben Umrissen zu sprechen — zwischen dem früheren Deutsch-Südwestafrika und Deutsch-Ostafrika liegen. Das nördliche und südliche Rhodesien fuhrt „Mittelafrikanische Union." ist es noch ein weiter Weg und zunächst heißt es für uns alle, die erste entscheidende Klippe zu „umschiffen", nämlich die Einstellungsprüfung zu bestehen! Und die beginnt dann am anderen Morgen nach einem gründlichen Brausebad im Anschluß an das „Reinschiff" mit der ärztlichen Untersuchung, wo wir auf Herz und Nieren geprüft werden, bis nach dem Durchlaufen aller einzelnen Etappen, wie Augen, Ohren, innere Organe usw. bei der abschließenden Hauptunteesuchung das erlösende Wort „tauglich" fällt. Manch einer zieht hier noch mit hängenden Ohren wieder ab, weil die Sehleistungen ungenügend sind ober die Natur ihn mit Plattfüßen gesegnet hat. Am anderen Morgen stehen wir von der Gruppe 7 bereits in aller Herrgottsfrühe mit weiteren acht Gruppen in einem provisorischen und noch reichlich unmilitärisch anmutenden Sportanzug vor der Sporthalle angetreten, wo unter der Leitung eines unserer späteren Kompanieführer die S p o r t p r ü - fung stattfinden soll. Kraft- und Gewandtheits- Rekruteneinstellung bei der Kriegsmarine Don Kapiiänleuinani Friedrich Karl Birnbaum, Ärake i. O. richtungen erhalten. Im Deutschland der Gegenwart vertritt die na- tionalsozialistische Partei als solche ein positives Christentum, aber sie ist nicht konfessionell gebunden. Der Staat hat die Bekenntnisgemeinschaften mit Steuergeldern der Allgemeinheit unterstützt — seit 1933 haben sie nach den Angaben des Reichskirchen- Ministers bisher rund eine halbe Milliarde Mark bezogen — und dazu kommt die Einziehung der Kirchensteuern, die der Staat übernahm. Trotzdem hat sich eine Bewegung geltend gemacht, die die ausschließlichen Ansprüche jeder konfessionellen Gruppe auf Beherrschung der religiösen Empsindun gen in den Vordergrund stellte. Der Staat der religiösen Gewissensfreiheit ist daher gezwungen worden, eben diese Gewissensfreiheit scharf zu betonen und auch die Kindererziebung nach seinem politischer Ideal zu gestalten, der Staat hat mit allem Nachdruck die Hebergriffe der Konfessionen auf politische Dinge abgelehnt, und Reichsminister Kerrl hat in Fulda mit aller Deutlichkeit die klare Scheidung zwi- schen Kirche und Staat als Ziel herausgestellt. das jedem das Seine gibt. Der nationalsozialistische Staat sei, so erklärte der Reichskirchenminister kategorisch, in keiner Weise an der Gründung einer nationalsozialistischen Staatskirche interessiert. Politisierende Kirchen wieder in wahrhaft religiöse Gemeinschaften umzuwandeln, sei vielmehr das Bestreben der nationalsozialistischen Kirchen Politik. Kaiser Lothar der Sachse. Deutschlands Wendung zum Osten. Das Deutsche Nachrichtenbüro schreibt: Die frühere Geschichtsschreibung hat über die großen deutschen Fürsten des Mittelalters, die ihre erste Aufgabe in der Stärkung des Deutschtums, in der Verwurzelung des deutschen Bodens sahen, ein völlig verzerrtes Bild gegeben. Erst im nationalsozialistischen Reich ist begonnen worden, eine vollkommen neue Quellenforschung aufzunehmen und auf Grund dieser Forschung ein neues wahrheitsgetreues Bild der großen Volksführer aus deutscher Geschichte zu geben. So erschien vor einem Jahr als erstes Ergebnis dieser Forschung das Werk „König Heinrich I." von Dr. Franz Lüdtke, dem bekannten Ostmarkschriftsteller und Ostmarkforscher. Der Reichsführer ff und Chef der Deutschen Polizei hat inzwischen in Quedlinburg König Heinrich I., der als erster die Zukunft Deutschlands nicht in fremden Landen, sondern in Deutschland selbst suchte und die Wendung zum Osten vornahm, ein bleibendes Denkmal gesetzt. Soeben erschien nun im Verlag Georg Stilke ein zweites Buch von Dr. Franz Lüdtke „Kaiser Lothar der Sachse — Deutschlands Wendung zum O st e n". Kaiser Lothar aus niedersächsischem Blut, dessen Todestag sich am 4. Dezember zum 80 0. Mal« jährt, war der große Fürst, der, nachdem das deutsche Grenzland im Osten vergessen, das von König Heinrich I. Erworbene preisgegeben worden war, erneut die Wendung von der Rompolitik seine r Vorgänger zu r Hilfsbahn für die Kok Armee. In der rumänischen Presse finden wir die Mit- teilung, daß in nächster Zeit jene vielberedete V e r- bindungsbahn zwischen dem tschechischen und rumänischen Bahnnetz gebaut werden soll, welche bestimmt ist, durch Nordwestrumänien militärische Hilfstruppen in die Tschechoslowakei zu führen. Eine tschechische Großbank hat einen Kredit für den Bahnbau in Höhe von 125 Millionen Tschechenkronen eröffnet und davon bereits 25 Millionen angezahlt. Es werden auch tschechoslowakische Arbeitskräfte beim Bahnbau beteiligt sein. Dagegen verpflichtet sich Rumänien, der Tschechoslowakei Bauhilfsmaschinen im Gegenwert von wenigstens 12 Millionen Tschechenkronen abzunehmen. Der Umstand, daß sowohl tschechische Arbeitskräfte, wie arbeitssparende Maschinen zur Verfügung gestellt werden, deutet darauf, daß eine schnelle Durchführung des Bauvorhabens ins Auge gefaßt ist. Als spätester Termin wird der 1. Oktober 1940 genannt. Wie bereits angedeutet, soll diese Bahn durch eine wesentliche Streckenverkürzung das Heranrollen sowjetrussischer Hilfstruppen in d i e verbündete Tschechoslowakei beschleunigen. Die ganze Tschechoslowakei^ gleicht einem Sack mit einem sehr engen Hals im östlichen Staatszipfel, während der Boden des Sacks in Böhmen verhältnismäßig breit ist. Die polnische Grenze springt in diesem Gebiete stark nach Süden vor; sie muß von der neuen Bahn umgan- g e n werden, die damit in das westliche Bessarabien und dann weiter in den Bereich des sowjetrussischen Militärdistriktes Kiew führt. Bessarabien führt seinen Namen nach einem ehemaligen einheimischen Fürstenaeschlecht. Es war früher russisch. Rumänien weiß also, daß, wenn die Sowjetrussen hier durchmarschieren, sie auch hier bleiben. Es hat deshalb den Bahnbau nicht gerade gefördert und scheint sich jetzt nur unter schärfstem tschechisch-französischen Druck diese Laus in den eigenen Pelz gesetzt zu haben. B. R- Oie Llnierfuchung gegen die pariser Geheimorganifation. Übungen am Reck, Barren und Pferd wechseln mit Weit- und Hochsprung, Tauklettern, 400-Meter-Lauf und Handgranatenwurf. Viel ist es nicht, was der Durchschnitt da schon vorzuzeigen hat, und man ist erstaunt, wie wenige vor ihrem Eintritt in die Wehrmacht schon ihr Sportabzeichen gemacht haben und froh, selbst schon etwas durchtrainiert zu sein. Fast alle aber haben braungebrannte, kräftige Körper vom Arbeitsdienst im Sommer mitgebracht, und es ist meist nur fehlende Hebung und Technik an den Geräten. „Das wird bald anders" meint sorgenvoll der prüfende Leutnant — man bezweifelt das durchaus nicht und fragt sich: Wirst du wohl in seinen Zug kommen? — Eine von den vielen Fragen an das Schicksal! Schon um 10.30 Hhr, nach knapp drei Stunden, ist auf Grund einer vorzüglichen Organisation diese erste Klippe für alle neun Gruppen umschifft, und es beginnt die nächste ordnungen, unterweist die Anwärter, daß sie den Anordnungen der Gruppenführer unbedingt Folge zu leisten haben und warnt im Hinblick aus die bevorstehenden ärztlichen und sportlichen Prüfungen vor dem Rauchen und Alkoholgenuß in der Freizeit. Dann geht es in langer Schlange an einem Tisch vorbei, wo die Fahrkarten obgeftempelt werden, um später das Reisegeld zurückerstattet zu bekommen. Mit klingender Marschmusik geht es dann durch das Städtchen, vorbei an einem dichten Spalier der freundlich-neugierigen Braker — wobei das weibliche Element am zahlreichsten vertte- ten ist — hinaus durch die gerade Admiral-Brommy- Straße zu den schmucken neuen Kasernen der IV. Schiffsstammabteilung der Nordsee. Und jetzt wollen wir einen unserer hoffnungsvollen Rekruten berichten lassen, wie es ihm nach diesem freundlichen Empfang in seiner ersten Marinegarnison weiter ergangen ist: Zahlreiche zukünftige Kameraden sind da schon gestern und heute eingetroffen; insgesamt 715 Bewerber, und im Nu sind wir auf unseren vorläufigen Sammelstuben gruppenweise untergebracht. Jeder erhält sein Spind und im Schlafraum seine „Koje", faßt Bettzeug und Wolldecken, und schon gibt es Kaffee und „Zulage^", wie unser Gruppenmaat zu Wurst, Butter und Brot sagt. Heberhaupt schwirrt es hier schon von Ausdrücken, wie „Wahrschau" für „Paß auf!" und „Reinschiff" für morgendliches Kasernenscheuern, daß wir uns trotz der feldgrauen Umgebung schon ganz „mariniert" vorkommen. Danach ist für heute nichts mehr los, und man hält einen ordentlichen „Klön" (leider ohne den an sich dazugehörigen Grog! —) mit den Stubenkamera- den, die aus allen Gauen Deutschlands hier zusammengeströmt sind, um ihrem Beruf entsprechend als Mattose in eine der zahlreichen Sonderlaufbah- nen des seemännischen Dienstes oder die Schlosser, Dreher, Elektriker und sonstige Techniker als Heizer in die technische Ausbildung bei der Kriegsmarine einzutreten. Doch das kommt erst viel später zum Tragen. Das wird dem, der es noch nicht wußte, sehr schnell klargemacht! Hier werden wir alle zunächst infanteristisch durchgebikdet und zum Soldaten erzogen und erhalten gemeinsam eine seemännische Grundausbildung im Bootsdienst und praktischer Seemannschaft, bevor wir Flottenrekruten die heißerfehnten Planken unseres ersten Schiffs- oder Bovtskommandos betreten dürfen. Bis dahin Carl Peters, von seinem Volk und seiner Regierung, wenigstens hinter den Kulissen, wirksam unterstützt wurde. Er eroberte das Matabele- und Maschonaland mit Hilfe einer 1889 gegründeten Privatgesellschaft und ließ die aufständischen Eingeborenen blutig unterdrücken. Seither sind diese Gebiete als Süd- und Nord-Rhodesien verheißungsvolle Wirkungsfelder Englands: nicht nur wegen ihres Reichtums an Mineralien, sondern auch wegen ihrer großen Fruchtbarkeit. Das Njassaland liegt an der Westseite des Njassasees, dessen Ostufer zu der portugiesischen Kolonie Mocambique und dem früheren Deutsch-Ostafrika gehört. Die Südafrikanische Union wünscht seit langem eine stärkere Ausweitung nach Binnenaftika; aber die englische Negierung hat sich bisher taub gestellt und die neuen Pläne einer jetzt zu schaffenden „Mittelafrikanischen Union" deuten eher auf eine Unterstreichung dieser Ablehnung, wenn auch das letzte Wort noch nicht gesprochen ist und die Verleihung des reinen „Do- minionftatuts" mit voller Selbstverwaltung und Unabhängigkeit vielleicht sogar fraglich ist. Für die geplante Kapstadt-Kairo-Bahn sind diese Länder, die zum Teil schon dem Eisenbahnverkehr erschlossen sind, von höchster Bedeutung. die Fortsetzung der Aktionen beschlossen habe. Am Donnerstag wurde der Vorlesungs- streik sowohl in der Technischen Hochschule in Wien als auch auf der Grazer Universität fast lückenlos durchgeführt. Die Sperre der Wiener Universität, die sich bisher nur auf die Vorlesungen beschrankt hatte, wurde insofern verschärft, als auch die angesetzten P r ü- fungstermine vorläufig auf unbestimmte Zeit verlegt wurden. Die Regierung hat ein Gesetz erlassen, nach dem Hochschüler, die wegen ihrer Teilnahme an den Demonstrationen von der Polizei oder vom Gericht bestraft worden sind, an allen Hochschulen Oesterreichs vom Studium verwiesen werden können. Steigende Rüstungsausgaben in Oesterreich. Wien 24. Nvv. (DNB.) Im Bundestag be- gann die Aussprache über den Staatshaushalt. Der Präsident der Nationalbank Dr. K l e n b v ck hab die rninftige Entwicklung der Einnahmen hervor, die für 1936 einen um fast 45 Millionen Schilling höhe- ren Bettag, als vorgesehen war, ergaben. Dr. Kien- böck bemerkte, daß der Heereshaushalt in steigendem Maße dem Gesamthaushalt seinen Stempel aufdrücke. Vom Jahre 1934 an seien die Heeres- ausgaben von 104 Millionen Schilling auf fast 220 Millionen Schilling im Voranschlag 1938 gestiegen. Der Nationalbankpräsident betonte die Notwendigkeit einer sorgsamen und sparsamen Verwendung der für die Aufrüstung bestimmten Gelder. Gewissensfreiheit. In Fulda nahm Reichsminister Kerrl Stellung zu dem Streit der Konfessionen. Er hat seinen Urgrund in der Entwicklung der Kirchen überhaupt. Christus Halle in Judäa, dem einzigen Lande, das im übernationalen römischen Staat über eine religiöse Rassenbindung verfügte, gelehrt, und zwar Halle er sich vom Historizismus der jüdischen Religion losgelöst und dafür die allgemein menschlichen Tugenden in Verbindung zum Göttlichen gebracht. Solange das Christentum innerhalb der römischen Welt in Opposition stand, wurden diese Grundzüge der neuen Religion beibehalten. Erst als unter Konstantin aus polillschen Heberlegungen das Christentum zur Staatsreligon wurde, ist die christliche Religion zu einer Kirche erstarrt. Die Streitigkeiten um Dogmen wurden mit den Mitteln der Staatsgewalt betrieben. Der Imperator bestimmte die Religion, genau so wie im absolutistischen Zeitalter das Wort „cujus regio, ejus religio“ (d. h. wer das Land beherrscht, hat auch die Religion zu bestimmen) maßgebend war. Im römischen Weltreich, in dem die Rassen chaotisch durcheinander wirrten, führte wie Jahrhunderte nachher dieser Grundsatz einer einzigen Staatskirche zur Verfolgung und Vernichtung aller Andersdenkenden; das Prinzip des Vatikans, des Erben der römischen Tradition, war das der ausschließlichen Geltung seiner religiösen Vorschriften ohne Konzession an andere christliche Standpunkte. Dieser Hniversalismus, in politischer und religiöser Hinsicht wurde aber durchbrochen durch das in jahrhundertelangem Ringen erfolgte Aufstreben der europäischen Nationalitätenstaaten. Be- mußt oder unbewußt führten ihre Vorkämpfer die Völker gegen die universalistische Theokratie, und die unter Luther und Zwingli und deren Vorläufer Wicleff und Huß einsetzende Reformation war in Wirklichkeit das Aufkommen eines neuen Gedankens der Verlegung der Religion in bas Innere des Men schen, und die Zusammenfassung dieser Menschen. Aus Gründen der Abwehr gegen Rom stützten sich diese protestantischen Bewegungen zunächst auf die Territorialherrschastsn, in Deutschland auf die Fürsten gegen bas katholische Kaisertum, und mit der Bildung dieser Landeskirchen nahmen die protestantischen Richtungen auch die Ausschließlichkeit des die Heberzeugung Bestimmenden an, bis in der Neuzeit die Gewissensfreiheit in religiösen Dingen als mit dem Charakter eines Nationalstaates untrennbar verbunden angesehen wurde. Dieses Prinzip war hier und da schon ausgeprägt. In der S ch/w e i z z. B. gibt es nur Freikirchen, die mit dem Staat nichts zu tun haben, in Deutschland war die Trennung von Kirche und Staat vor dem Kriege z. B. in Bremen durchgeführt, wo keine Kirchen- steuern erhoben wurden. In England gibt es : zwar eine Staatskirche, die Hochkirche, aber es herrscht sonst absolute religiöse Gewissensfreiheit, und die Hochkirche umfaßt nur einen kleinen Teil : der Engländer, während die anderen durch fteiwil- ; lige Spenden ihre verschiedenen konfessionellen Ein- Phase der Einstellungsarbeit. In langer Reihe passiert eine Gruppe nach der anderen die im weiten Rechteck des Kompanieunterrichtsraumes aufgestellten Tische, hinter denen etwa 20 bis 30 Unteroffiziere und Gefreite sitzen, von denen jeder einzelne bestimmte Fragen stellt und das Ergebnis in eine vor ihm liegende Liste einttägt. Alles wird so erfaßt, vom Nachweis der arischen Abstammung bis zum Frelschwimmerzeug- nis, um dem Personalamt beim II. Admiral die notwendigen Unterlagen für eine statistische Beurteilung des Ersatzes und die laufende Führung der „Stammrolle" zu liefern. Dort in Wilhelmshaven fitzt das Herz der Personalwirtschaft der Kriegsmarine für den Nordseebereich, von dort werden Kommandierung, Beförderung und schließlich Entlassung eines jeden Marinesoldaten gesteuert, wird die Ausbildung und der richtige Ansatz all der zahlreichen Speziallaufbahnen für den laufenden Bedarf der Flotte zentral geleitet. All dies und noch vieles andere erfahren wir aus dem Mund unseres Gruppenführers, der bereitwillig auf die zahllosen Fragen seiner Schutzbefohlenen eingeht. So erfahren wir denn auch, daß der II. Admiral der Nordsee gleichzeitig unser Befehlshaber ist, dem wiederum für eine einheitliche Ausbildung der Flottenrekruten an der Spitze der vier Schiffsstammabteilungen (= Battaillvne) der Kommandeur des 2. Schiffs st amm- regiments in Wesermünde verantwortlich ist. Außer der vierten und neuesten Abteilung hier in Brake gibt es noch die erste in Wilhelmshaven, die zweite in G l ü ck st a d t und die dritte Abteilung in Wesermünde. Hier wird der Grundstein für die militärische Ausbildung des Flottenrekruten gelegt und hierzu machen wir zunächst eine äußerliche Verwandlung zum Infanteristen durch. Schon vor der endgültigen Verteilung auf die drei Kompanien haben wir unser feldgraues „Päckchen" gefaßt und tragen bereits Drillichzeug und die schmucke neue Feldmütze mit dem Hoheitsabzeichen. Wieder bricht mit dem schrillen Pfiff der Bootsmannsmaatenpfeife ein neuer Tag an, und diesmal stehen wir nicht mehr gruppenweise, sondern der Größe nach auf dem weiten Exerzierplatz zur Verteilung auf die Kompanien. Weithin schallt die Stimme des Einstellungsoffiziers, als die Reihe an mich gekommen ist: „Größe 1,87 Meter vortreten, Marsch-Marsch!" Zack, zack stehen wir in drei Gliedern vor der Front, und auch dem Langweiligsten wird vom zukünftigen „Spieß" entsprechend nachgeholfen! Schon befiehlt der gereckte Zeigefinger des Kapitänleutnants: „Die ersten drei 1. Kompanie, die nächsten 2., die nächsten 3 ...! Vergebens versucht der eine oder andere, sich in die Rotte des neugefundenen Freundes oder Landsmannes zu mogeln — das scharfe Auge des Kompaniechefs hat ihn schon erspäht — aus der Traum! — „Ihr seid alle Kameraden, da ist jeder genau so viel wert wie der anbere, wenn er ein anständiger Kerl ist — verstanden?!" — jawohl, Herr Kapitänleutnant!" Sv bin ich also in der 7. Korporalschast der drit- : ten Kompanie gelandet, und unser Korporal hat : uns bereits „liebevoll" unter seine Fittiche genom« i men. Mittags ist die Stube fix und fertig ein» > geräumt und aufgeklärt, und einer kennt den andern schon beim Namen: Bayern, Schwaben, Rhein- ' länder und Westfalen, Friesen und Pommem — t jetzt sind wir also Heizer oder Mattose und wollen > gute Kameradschaft halten. Jetzt ist es einem klar, • wie wahr das alte Wort ist, das ich in einem schö- > nen Buch von der Marine gelesen habe: „Die = Kriegsmarine ist und war schon immer ein . Schmelztiegel deutscher Stämme!" Paris, 25.Nov. (DNB.) Gegen General Düse i g n e u r , der im Zusammenhang mit der Aufdeckung der geheimen Waffenlager dem Unter» suchungsrichter vorgeführt worden war, wurde Anklage erhoben. Die Sicherheitspolizei teilt mit, daß der Chef der „CSAR“ (Comite Secrete d’Actions Rdvolutionnaires) in der Person des Eugen D e - loncle entdeckt und in der Nacht verhaftet worden sei. Mit dieser Verhaftung glaubt die Polizei das tatsächliche Oberhaupt des „.geheimen revolutionären Aktionsausschusses" gefaßt zu haben. Weiter erfährt man, daß die Sicherheitspolizei in den Pariser Düroräumen der monarchistischen Wochenschrift „Courrier Royal", des Sprachrohrs des Thronprätendenten, des Grafen von Paris, eine Haussuchung vorgenommen hat. Henri Deloncle, der Bruder des Verhafteten, wurde einem Verhör unterzogen, das bis in die frühen Morgenstunden währte. Dabei soll Deloncle zugegeben haben, daß er zu der geheimen Organisation gehöre, die den Kampf gegen den Kommunismus zum Ziel habe, und daß er mit der Organisierung der Verteidigung gegen einen möglichen Putsch der kommunistischen Partei beauftragt gewesen sei. Französischer Protest gegen Grenzverletzungen sowjetspanischer Bomber. Paris, 25. Nov. (DNB.) Die ungeheuerliche Tatsache, daß sowjetspanische Flugzeuge immer häufiger auf dem Umwege über französisches Gebiet Bombenangriffe gegen das nationalspanische Hinterland durchführen, wird nun endlich auch vom ftanMschen Außenministerium zu gegeben. Dom Quai d Orsay ist folgende Mitteilung ausgegvben worden: „Am 23 November sind spanische (gemeint sind s oroie t= spanische) Flugzeuge von dem französischen Grenzposten gemeldet worden, als sie m großer Höhe (etwa 3000 Meter) fran z o s i s ch e s Gebiet überflogen. Ein französisches Flugzeuggeschwader des Stützpunktes Pau wurde alarmiert, konnte jedoch nicht mehr wirksam eingreifen, da die (sowjet-) spanischen Flugzeuge z u r ü ck u b e r d i e Grenze verschwu nden waren. Die franzo- sische Botschastin Barcelona ist beauftragt worden, in förmlichster Weise den Protest zu wiederholen, den die ftanzösische Regierung schon gelegentlich einer kürzlichen Verletzung französischen Gebietes durch Kampfflugzeuge vorgebracht hat. Außerdem wird der ftanzösische Grenzluft- s ch u tz o e r st ä r k t." , Auf dem kleinen Bahnhof der kleinen Unter» weserstadt Brake in Oldenburg herrscht ein bemerkenswerter Betrieb, als der fahrplanmäßige Nachmittagszug von Bremen einläuft. Irgend etwas Außergewöhnliches ereignet sich. Wir sehen uns das einmal näher an, und schon ist uns klar geworden, was sich hier tut, als wir auf dem Bahnsteig eine Gruppe Blaujacken entdecken. Wie ein wohlvorbereiteter Film rollt sich jetzt unter dem Befehl eines energischen Feldwebels alles Weitere ab. Eine Flut von jungen Männern mit den typischen Köfferchen ergießt sich aus den zahlreichen Abteilen auf den Bahnsteig, und während drüben mit Tsching- darassa-Bumm! die Musik einsetzt, haben sich die rund 150 Anwärter mit erstaunlicher Schnelligkeit in Einstellungsgruppen gesammelt, die von Unteroffizieren und Gefreiten geführt werden. Bereits mit den Einstellungspapieren, die sie durch ihr Wehrbezirkskommando ausgehändigt bekamen, hat ein jeder seine Gruppennummer erhalten, die er jetzt laut Befehl sichtbar am Anzug zu tragen bat. Mit lauter Stimme gibt der Feldwebel seine An- 3 Ö Inhaber Karl Baier dfCt Ostpolitik vornahm. Die klerikale Berichterstattung des Mittelalters hat diese Abwendung von Rom mit einer haßerfüllten, verzerrten Geschichtsschreibung über Wesen und Werk dieses Mannes quittiert. Das Buch von Dr. Franz Lüdtke gibt nun ein völlig neues Bild der wahrhaft schöpferischen Persönlichkeit Kaiser Lothars. In diesem Buche steht er vor uns als kühner Staatslenker, sieggekrönter Kriegsmann, als Verteidiger deutschen Königrechts gegen eine politische Kirche, als Be- kämpfer des jüdischen Papstes, als Neuschöpfer des Reiches und wahrhaft nordischer Mensch. Es ist diesem verdienstvollen Buch eine möglichst große Verbreitung zu wünschen. Oie Fakultät der Wehrtechnik. Die lange Zeit der deutschen Waffenlosigkeit brachte die Gefahr mit sich, daß die W e h r t e ch - n i k, die einst in Deutschland einen hohen Stand erreicht hatte, zur Bedeutungslosigkeit zurücktrat. Die Wiederherstellung der Wehrwirtschaft hat sich auf diesem Gebiet neue Aufgaben geschaffen, die mit aller Energie verfolgt werden. Ihren wissenschaftlichen Mittelpunkt finden sie in der Wehrtechnischen Fakultät der Techni- s ch e n 5) o ch s ch l u e Berlin. Sie ist die einzige ihrer Art in Deutschland und steht unter der Leitung des General der Arttlleris Prof. Dr. Decker. Alle Fragen, die für die Landesverteidigung von unmittelbarem Interesse sind, die bisher zum Teil in den einzelnen Fakultäten der Technischen Hochschule behandelt werden, sollen hier zusammenge- faßt werden. Man braucht nur an die großen Gebiete des Nachrichtenwesens, der angewandten Optik, der Ballistik, der Sprengstoffchemie, an den Fahrzeugbau und an den Gasschutz zu erinnern, um einen Begriff von dem Umfang und der Bedeutung dieser Probleme zu gewinnen. Der Neubau dieser Wehrtechnischen Fakultät ist nach Plänen von Prof. Dr. Speer, dem General- inspektor für die Bauten zur Neugestaltung Berlins, ausgeführt worden und befindet sich im Grünewald in der Nähe des Teufelsees. Die Grundsteinlegung, die am Samstag, dem 2 7. November, von 15 bis 16 Uhr stattfindet, wird von allen deutschen Sendern übertragen. Kleine politische Nachrichten. Der Sprecher des japanischen Auswärtigen Amtes erklärte auf Anfrage, daß Japan in nächster Zeit die Franco-Regierung anerkennen werde. * In London traf der Sarg mit den sterblichen Ueberresten des verstorbenen früheren englischen Premierministers Ramsay Macdonald ein. Er wurde in der Westminster Abtei aufgebahrt, wo am Freitag ein öffentlicher Trauergottesdienst stattfindet. andere Pflanze zu leiden hat, und 2. infolge ihres hohen Wassergehaltes ganz ohne Schwund und Fäulnis kaum zu lagern ist. Den Verlust auf ein Minimum herunterzudrücken, ist jedenfalls erreichbar und wird auch erreicht werden. Dom Standpunkt einer möglichst gesteigerten Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte aus muß ein verstärkter K a r t o f f e l b a u aus folgenden Gründen gefördert «erden. Das Getreide bringt durchschnittlich 12 bis 15 Doppelzentner Stärkewerte je Hektar, die Kartoffel jedoch 31 dz/ha, also mehr als das Doppelte! Es wäre jedoch verfehlt, den Getreidebau deshalb durch den intensiveren Kartoffelbau zu ersetzen. Getreide, besonders Brotgetreide, hat für die Ernährung eine ebenso große Bedeutung und ist unentbehrlich. Die Ausdehnung der Kartoffel wird nicht auf Kosten des Brotgetreides gehen können, sondern auf Kosten derjenigen Pflanzen und Flächen, die noch geringere Ertrage bringen. So ist diese Ueberlegung mit ein Grund der Einschränkung der Wiesenfläche im Rahmen des Vierjahresplanes. Er . Zum Schluß soll noch eine gute Eigenschaft der Kartoffel erwähnt werden, deren Nutzen nicht zahlenmäßig belegt werden kann. Er ist jedoch von anerkannter Wichtigkeit. Die Kartoffelpflanze ist infolge ihres Baues in der Lage, die in der Bodenmasse vorhandenen Kräfte und Nährstoffe zu mobilisieren und der nachfolgenden Frucht in günstigster Form zu überlassen. Dazu kommt noch, daß die vielen Triebe und Blätter den Boden weitgehend beschatten und der Mikroflora des Bodens zu deren Wachstum die besten Lebensbedingungen schaffen. Die Kartoffel hinterläßt der folgenden Frucht weiterhin einen garen und auch unkrautfreien Boden. Diese Eigenschaften kommen zum Ausdruck in einem höheren Rohertrag des gesamten Betriebes. Das Ziel ist deshalb: Mit der Kartoffel und über die Kartoffel zur Intensivierung der deutschen Landwirtschaft zum Nutzen der gesamten Volkswirtschaft! Die Kartoffel in der Volkswirtschaft Von Oiplomlandwiri 6. Hilb. Die Kartoffel ist unser Hauptnahrungsmittel: sie ist auf dem Mittags- und Abendtlsch einfach nicht mehr zu entbehren. Der Kartoffelverzehr ist innerhalb des Reiches regional wohl verschieden: im Osten und Norden werden mehr Kartoffeln verzehrt als im Süden, wo die Mehlspeisen sich einer größeren Beliebtheit erfreuen. Es mag dies an der traditionell gebundenen Geschmacksrichtung liegen. Fest steht jedoch, daß die Kartoffel ein ebenso nahrhaftes wie auch bekömmliches Nahrungsmittel ist, das wie kein zweites in mannigfaltigster Form zubereitet aus unseren Tischen sich allgemeiner Beliebtheit erfreut. Es ist wohl bekannt, daß Friedrich der Große sich ausdrücklichst für den Anbau der Kartoffel eingesetzt hat und sie mit zum Teil recht originellen Mitteln eingeführt hat. Ihr Anbau hat sich fowett verstärkt, daß die Anbaufläche des vorigen Jahres 2,8 Millionen Hektar betrug, also etwa 1 4 v. H. unserer gesamten Ackerfläche. Davon waren 2,7 Mill. Hektar Spätkartoffeln und 134 000 Hektar Frühkartoffeln. Auf dieser Fläche konnten 45,7 Mill. Tonnen Kartoffeln geerntet werden. 15 Mill. Tonnen werden jährlich als Speisekartoffeln verbraucht: der Deutsche verzehrt also im Jahre rund 4,7 Zentner Kartoffeln. Der Verbrauch könnte zugunsten anderer Nahrungsmittel, an denen es uns mangelt, unbedenklich gesteigert werden — zum Nutzen unserer Volkswirtschaft. Denn in den nächsten Jahren werden wir durch die Arbeit des Reichsnährstandes bei steigender Kartoffelfläche und bei erhöhtem Ertrag je Flächeneinheit noch mehr Kartoffeln erzeugen können. Ebenso wichtig und unentbehrlich sind die 20 Mill. Tonnen, die in erster Linie in der Schweinemast als Futtermittel verwandt werden. Wichtig deshalb, weil mit Hilfe dieser Kartoffeln tierisches Fett, wie Speck und Schmalz, erzeugt werden. Diese 20 Millionen Tonnen sind allerdings nur zum geringeren Teil als Speisekartoffeln anzusehen, also als menschliches Nahrungsmittel nicht immer zu gebrauchen. Als Futtermittel sind sie aber infolge ihres höheren Stärkegehaltes besonders geeignet. Diese Wirtschaftskartoffeln, wie sie bezeichnet werden, bringen auch die höchsten Erträge. Es ist deshalb im Interesse der Gesamtheit und des einzelnen anzustreben, nur soviel Speisekartoffeln zu erzeugen, wie wir auch tatsächlich zur menschlichen Ernährung brauchen, und die übrige Fläche mit ertragreichen, stärkereichen Wirtschaftskartoffeln zu bestellen. Diesem Ziel des gesteigerten Anbaues von Wirtschaftskartoffeln dient die Erhöhung der Preise für dieselben. Zur Stärke »und Spirituserzeugung werden 3 Millionen Tonnen gebraucht, zuSaatzweckenb Millionen Tonnen. Der Rest, also 4 Millionen Tonnen, geht durch Schwund und Verderb verloren. Diesen Verlust so klein wie möglich zu halten, ist u.a. auch eine Aufgabe des Pflanzenschutzes. Sie ist bei der Kartoffel besonders schwierig, weil 1. die Kartoffel unter pflanzlichen und sterischen Schädlingen wie keine Aus aller Welt. Aljechin — Euwe 12:9. Die 21. Partie im Schachweltmeisterschaftskampf Euwe — Aljechin wurde nach 32 Zügen durch Aljechin, der die schwarzen Steine führte Mnd die indische Verteidigung anwandte, gewonnen. Der Stand lautet mithin: Aljechin 12, Euwe 9 Punkte. Dandilenstück in Texas. Zwei als Cowboy verkleidete Banditen überfielen auf der Strecke zwischen El Paso (Texas) nach Douglas (Arizona) einen Schnellzug der Southern Pacific-Eisenbahn. Sie töteten einen Schaffner, konnten aber von wütend gewordenen Passagieren, die aus den Betten sprangen, schließlich überwältigt werden. Die Schießerei begann, als einer der Fahrgäste schlaftrunken der Aufforderung, sein Geld herauszurücken, nicht sofort nachkom. Der Zug war mit 150 Reifenden besetzt. Die Banditen hatten den Zug kurz hinter El Paso in der Nahe der mexikanischen Grenze zum Stehen gebracht, offenbar in der Absicht, nach dem Ueberfall über die Grenze zu fliehen. Die Fahrgäste erklärtem, sie hätten von einem Lynchen der Banditen mit Rücksicht auf die im Zuge anwesenden Frauen abgesehen^ Englischer Frachtdampfer untergegangen. Der englische Frachtdampfer „Nollington Court" ist i n d e r N ä h e v o n H a i t i in schwerem Sturm gesunken. Der ihm zu Hilfe eilende Dampfer „Cha- gres" konnte einen Teil der Mannschaft übernehmen. 17 Mann werden vermißt. 80 Tote bei den Ueberschwemmungen auf Jamaika. Die Unwetter, die Über der Antillen-Insel Ja- m a i k a niedergegangen sind, haben einen Sachschaden von mehreren Millionen Mark angerichtet. Durch die Hochwasser wurden Brücken fortgc- schwemmt und Eisenbahndämme völlig unterspult. Bisher zählte man 80 Tote. Ein Trauring aus dem Jahre 1710 gefunden. Auf einem Acker der Kirchengemeinde Baumholder (Rheinprovinz) fand ein Landwirt aus Reichenbach beim Pflügen einen goldenen Trauring mit der Inschrift A. M. — G. T. C. 1 71 0. Ein Altertumsforscher stellte fest, daß der alte Rmg dem Pfarrer Georg Caspar Tenner gehörte, der vor über 200 Jahren in Reichenbach amtierte. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Während die heftige Wirbeltätigkeit von Norden her nach Deutschland übergegriffen hat, verbleiben Süd- und Südwest-Deutschland unter Hochdruckem. fluß. Dabei kam es in der Nacht zu verbreiteten Frösten, die Werte bis zu minus 5 Grad erreichten. Der Hochdruckeinfluß wird sich zunächst wieder ver. stärken und nordostwärts wieder an Raum gewinnen. Aussichten für Samstag: Stellenweise Frühnebel, sonst heiter bis wolkig, trocken, nachts vielerorts Fröste, veränderliche Winde. Lufttemperaturen am 25. November: mittags 4,8 Grad Celsius, abends —0,2 Grad: am 26. November: morgens 0,4 Grad. Maximum 4,8 Grad, Minimum heute nacht —1,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. November: abends 2 Grad: am 26. November: morgens 1,6 Grad. — Sonnenscheindauer 3,7 Stunden.____ Haupt,chrtftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptfchrtftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: vr. Fr W Lange: für Feuilleton: vr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- [eiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 37: 10 031. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Statt besonderer Anzeige. Der Herr über Leben und Tod nahm am 24. November unsere liebe Mutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester und Tante Frau Pfarrer Emma Nies, geb. Strack im 82. Lebensjahr zu sich in die ewige Heimat. Im Namen aller Hinterbliebenen: Meline Frank, geb. Nies. Reiskirchen, den 25. November 1937. 7746D Kranzspenden werden dankend abgelehnt. Die Aussegnung findet am Sterbehaus in Reiskirchen am Samstag, 27-Nov., vorm. 11 Uhr statt, die Beerdigung in Melbach am selben Tag nachm. 2 Uhr. Gießen, den 26. November 1937 7761 D Am Donnerstag,dem 25.November,mittags um V21 Uhr verschied mitten aus ihrem arbeitsreichen Leben meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Die Beerdigung findet am Montag, dem 29. November, nachmittags um 1.30 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt Im Namen der Hinterbliebenem Ludwig Bende Emma Bende geb. Schönhals im 55. Lebensjahre Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzdlgen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr. 7 Stellenangebote] Keine Zeugnisse in Urschrift icnbern nur Zeugnis» abjchristen dem B«- werbungsichreiben bet» legen > — Lichtbilder unoBewerbungsunte» >igen müssen zur Ser- meidung oon Verluste» aus der Rückseite Ra» men und Rnschrist des Bewerbers trage» I Schlossergeselle gesucht. 7769D Noll Horst-Wessel- Wall Nr. 9. Zuverlässig., gewissenhafter Hantabe im Alter von 18 bis 20 Jahren, gesucht. 7768Ü Hch. Bettler Kondit. u. Caf6 Solides Hansmäd hen zum 1. 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[77550 Stadttheater Heute i SamstagW 20-22.30 Uhr DieSobeme Preise: 7668 D RM. 1.20-4.00. 20-22.45 Uhr Der Wildschütz Komische Oper von Lortzing Preise: RM. 1.20-4.00. Nr. 776 Zweites Matt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Freitag, 26. NovemberMZ? Fahnen geschrieben haben. Eilposten zum Rhein und nach Paris jagte, ging bei seinen Truppen die letzte Ordnung verloren. Vielen fehlten die Pferde, der Hunger wütete, Schühwerk ging zu Ende, bei Kowno verloren sie das letzte Geschütz und die Kriegskasse. Zerlumpt, krank, halb verhungert kamen die letzten Ueber- bleibsel zurück, aber wo einer zurückkehrte, klagte man um Hunderte, die verschollen blieben. Am 30. Dezember löste sich General von Yorck, der Befehlshaber der Preußen, von den Franzosen und schloß mit den Russen einen Vertrag, der Preußen vor feindlichen Einfällen schützte. Friedrich Wilhelm III. billigte nachträglich Yorcks eigenmächtige Handlung, die mitgeholfen hatte an der Erhebung des Volkes. Klang der Ngomas, der Trommeln, und das schrille Gellen der Elfenbeinhörner erscholl. Wie aus dem Boden gewachsen umzingeln die schwarzen Gestalten das kleine Häuflein uni) fordern unter grimmigen Gebärden das Hongo, den Durch« gangszoll. Was tun? Längst find die Vorräte an Stoff und Perlen erschöpft, längst sind alle Gegenstände von irgendwelchem Werte an schwarze Wegelagerer verschenkt — verzweifelt durchwühlt Wißmann seine Lasten, da fällt sein Blick auf ein altes Leutnantsachselstück, auf dessen kupfrig angelaufenem Silber die goldne 90 des Rostocker Regiments prangt. Eine bunte Schnur wird durch das Knopfloch gezogen und nun, mit Kreide und Spiritus blank geputzt, präsentiert sich das Achselstück als kostbarer Prunk für die Augen eines Niggerkönigs. Im festlichen Zuge und unter den Freudenschüssen seiner Askaris begibt sich Wißmann in das Lager des Häuptlings. Feierlich überreicht er dem schwarzen Herrscher den „Orden" und hängt persönlich diese hohe Auszeichnung Seiner Majestät um den speckigen Hals. Glück- und fettstrahlenden Antlitzes umarmt der Schwarze den Weißen und begrüßt ihn als Freund und Bruder. Alle Gefahr ist vorüber Lustig flackern die Feuer auf, an denen mächtige Braten schmoren, Kalabassen mit Pombe, Eingeborenenbier, werden herbeigeschleppt, und bei Tanz und Gesang geht das Verbrüderungsfest vor sich. Das Dasein der Expedition, das Leben Wiß- manns war gerettet durch jenes Leutnantsachsel- stück, das heute noch hochgelehrt im Thronschatze der Nachkommen jener afrikanischen Majestät ruhen mag. natürlich besonders stark bemerkbar. Noch auf dem Heimweg versucht der Besucher die Federchen von der Kleidung zu entfernen — eine Absicht, die nur halb gelingt. Das Schlaraffenland der Gänse. Das Essen und Trinken hat der Mensch früherer Zeiten sehr wichtig genommen, und deshalb ist damals wohl der zum Märchen gewordene Wunschtraum vom Schlaraffenland entstanden. Für die Gänse wurde es Wirklichkeit in den Dörfern des Oderbruchs. Wenn sie nach längerer Reise aus West- oder Süddeutschland hier ankommen — das gilt für das Frühjahr und den Sommer — oder wenn sie, wie jetzt, mit Güterwagen aus Polen und Litauen anrollen, mustert erst der Tierarzt die stets hungrigen Tiere. Er schickt kr an kh ei ts- verdächtige Herden in die Quarantänebuchten, er läßt die gesunden Gänse in die Buchten der Großmästereien oder der landwirtschaftlichen Betriebe. Ob hier oder dort — immer bekommen die noch recht schlanken Schreihälse reichliches, aber leichtes Futter, dessen Gehalt sich jedoch schnell erhöht. Ist dann erst die Gewöhnung eingetreten, dann können die Gänse fressen, was sie nur in sich hineinzustopfen vermögen. Und das ist eine gehörige Menge! Erfreulicherweise zeigt sich die Gans wenig wählerisch: dennoch spielt die Zusammensetzung des Futters eine gewisse Rolle. Jeder Gänsemäster ist darauf bedacht, eine möglichst schmackhafte Mischung für die Hunderttausende in den Herdenbuchten zu finden. Und er spart nicht mit dem Futter, er legt es sogar darauf an, recht viel zu verfüttern. Fressen in Tag- und Nachtschicht. Die Buchten, die ein weit ausgedehntes Gelände im Oderbruch umfassen, werden vom Abend bis zum Morgen elektrisch beleuchtet. Mag sein, daß die Gänse an einen ewigen Tag glauben, der in ihrem Schlaraffenland herrscht: jedenfalls fressen sie unentwegt. Je kälter es ist, um so mehr Nahrung nehmen sie auf, die in den Großmästereien, wie wir sie beispielsweise in Neutrebbin finden, ebenfalls in Tag- und Nachtschichten bereitet wird. Durchschnittlich einen Monat lang Die Expedition. Von Peter Purzelbaum. Vor rund 60 Jahren lernte in Rostock der Leutnant v. Wißmann, der dort beim Regiment 90 in Garnison stand, den Afrikaforscher Dr. Paul P o g g e kennen, an dessen Vorarbeiten er sich rege beteiligte und den er bann bestürmte, ihn mit nach Afrika zu nehmen. So traten bann 1880 die beiden Männer von Paulo de Loanda an der afrikanischen Westküste ihre Entdeckungsfahrt in das Innere des Schwarzen Erdteils an. Bald war Wißmann, damals noch ein Neuling, ganz auf sich selbst angewiesen, denn Dr. Pogge erkrankte schwer an einer Kiefereiterung und mußte an die Küste zurückgebracht werden. Tiefer und tiefer drang der kühne Pionier in den unerforschten Erdteil ein. Unzählige Schwierigkeiten mußten überwunden, Flusse und Urwälder bezwungen, immer wieder die Auflehnung der schwarzen Träger bekämpft werden. Wilde Stämme verboten der kleinen Karawane den Durchzug durch ihr Gebiet und. ließen erst nach Zahlung von Perlen, Stoffen, Werkzeugen oder Waffen die Reisenden weiterziehen. Eines Tages war Wißmann mit seiner Karawane in das Gebiet eines mächtigen Häuptlings eingerückt. Mühselig, im glühenden Sonnenbrand bahnte sich der Zug seinen. Weg durch Steppe und Dickicht. Plötzlich ertönte wildes Kriegsgeheul, der dumpfe Zeitschriften. — In der „Jllustrirten Zeitung Leipzig" zeigt Dr. Karl Megerle die wichtigsten Probleme der ungarischen Volkstums-Politik auf. Dem ungarischen Staatsoberhaupt, Reichsverweser Nikolaus von Horchy, ist ein Bildbericht gewidmet. Aus dem weiteren Inhalt sei ein Aufsatz über die Arbeitsaufgaben des Reichsarbeitsdienstes hervorgehoben, der an Hand einer Karte und zahlreicher Bilder auf die Arbeitsvorhaben des Reichsarbeitsdienstes eingeht. Dalerian Torpius steuert eine Plauderei „2Som Hofkonzert zur Hausmusik" bei. Rußland 1812. Von Kans Sturm. 1812.Napoleon dünkte sich Beherrscher des Abendlandes. Aber noch sah er Grenzen. Vor Frankreichs Küsten lauerte die englische Flotte, im Öfters drohte die russische Mauer. Was nützte es, seinen «ohn in der Wiege zum König von Rom zu ernennen, wichtiger schien ihm, den Briten den Wind aus den Segeln zu nehmen und den Weg zum fernen Osten freizumachen. Die Kontinentalsperre kam einem Verbot des Seehandels gleich und vernichtete die Volkswirtschaften mancher Staaten: die baltischen Provinzen konnten ihr Getreide nicht mehr ausführen, die mitteleuropäischen Länder mußten sich die notwendigsten Nahrungsmittel durch verteuernden Schmuggel beschaffen, von der Ausfuhr abhängige Unternehmen gingen zu Grunde, |o die preußische und die sächsische Leinwandspinnerei. Frankreich bereicherte er, indem er hier die sperre lockerte und so die Einfuhr franzosifcher Waren den beachbarten Ländern aufzwang. Damit wuchsen die Lasten der unter hohen Kriegstributen stöhnenden Völker ins Ungeheuere. Doch Napoleon übersah, daß er den Höhepunkt seiner Macht überschritten hatte. Dies wurde sein Verhängnis. Als Rußland sich gegen die Kontinentalsperre wehrte, beschloß Napoleon den Marsch nach Moskau. Im Sommer 1812 brach er auf nut einem Heer von sechsmalhunderttausend Mann aus al er Herren Ländern:-ein buntgewürfelter Zug von wald- grünen Jägern, gelbleuchtenden Karabimeri, blau- weißen Dragonern, flinken schwarzen Husaren, hellroten polnischen Sanders, sächsischen Reitern, Portugiesen in bräunlichen Röcken, Mameluken in farbigen Gewändern; dazwischen Kanonen, Wagen mit Pulver und Blei, schwere kurze Mörser, Fuhren mit Leder und Tuch, Karren voll Holz, Geraten und Proviant für Mann und Roß, bärtige öappeurs mit blanken Aexten, holländische Brückenbauer, Os- fizierskarossen, Kroaten auf bestickten Schabracken — so zog die große Armee über Mosel und Rhein, über die Weser zur Elbe. In Dresden hielt der Korse Hof, damit der Habsburger und die Könige von Preußen, Sachsen und Bayern im Troß der Rheinbundfürsten ihm huldigten. Weiter gings über wahr haben wollten, daß „der Arbeiter doch nichts von Musik verstehe", nein, man muß nur die richtigen Mittel und Wege finden, um sie ihm nahezubringen. Den besten Beweis hierfür bieten die W e r k k o n z e r t e, bei denen durchaus nicht nur Operetten gespielt werden. Wer einmal Gelegenheit gehabt hat, zuzusehen, wie beispielsweise deutsche Arbeiter einer Beethovenschen Sonate zuhören, der wird bestimmt erklären, daß er sich ein aufmerksameres Publikum kaum vorstellen kann. Das gleiche trifft naturgemäß für die Theaterabende zu, wobei besonders dafür Sorge getragen wird, daß vor allem bei schwereren Stücken die Besucher bereits vorher mit der Gedankenwelt des Dichters vertraut gemacht werden. Und wenn schließlich der letzten „Woche des deutschen, Buches" ein so schöner Erfolg beschieden gewesen ist, so vor allem deshalb, weil es gelungen ist, das deutsche Buch in alle Kreise des schaffenden Volkes hineinzutragen. Durch „Kraft durch Freude" ist dem schaffenden deutschen Menschen das Vaterland, die Heimat, erschlossen worden. Heute ist es nicht mehr so, daß einem ein Arbeiter auf die Frage, was die Heimat fei, die bittere Antwort gab: „Meine Heimat? Ja, das ist mein Zimmer im dritten Hinterhaus, wo die Sonne den ganzen Tag nicht hinkommt. Vaterland ist etwas für die Reichen, die an die See oder ins Gebirge fahren können!" Dies alles zeigt den ungeheuren Wandel, der von „Kraft durch Freude" vollzogen worden ist. Noch längst nicht soll es mit dem, was bereits erreicht worden ist, genug sein. Ob wir nun an die großen Rügenbäder oder an den Ausbau der Reisen nach Italien denken, viele Hände sind eifrig am Werk, um alle jene Forderungen durchzusetzen, die wir als wahrhaft sozialistischer Staat auf ^unjere in ungezählten Betrieben aller Art umfangreiche Verbesserungen durchgeführt worden sind mit dem Ziel, dem schaffenden deutschen Menschen eine chönere und bessere Arbeitsstätte zu geben. So auf- chlußreich solche Zahlen auch sind und so wertvolle Rückschlüsse sie auch zulassen, so steht doch über allem die eine, einzig und allein ausschlaggebende Tatsache, daß die von „Kraft durch Freude" betreuten Volksgenossen erstmalig in ihrem Leben der inneren Lebensgüter der Nation, des kulturellen Lebens in all seiner Vielfältigkeit teilhaftig geworden sind. Wenn man früher zu einem Arbeiter das Wort „Kultur" sprach, so bekam man sogleich zur Antwort, daß dies „nichts für unfer- einen" wäre, denn viel zu sehr hatte sich bei dem deutschen Arbeiter infolge der so planmäßig vom Marxismus geleisteten Zersetzungsarbeit die Ansicht durchgesetzt, daß alles, was mit Kultur zusammenhinge, außerhalb seiner Interessensphäre stände und lediglich das Vorrecht einer bestimmten Klasse wäre, mit der er nichts zu tun hätte. Heute weiß der deutsche Arbeiter, daß es im neuen Deutschland keine Kultur mehr gibt, die das Vorrecht bestimmter Bevölkerungskreise ist, heute ist die Kultur eigen st e Sache des ganzen deutschen Volkes und Grundlage unseres gesamten Lebens überhaupt. Und in dieser Richtung ist eben durch „Kraft durch Freude" mit seinen einzelnen Aemtern jene grundlegende Aenderung erreicht worden, die wir heute auf Schritt und Tritt beobachten können. Denn was die leitenden Männer dieser Organisation von Anfang an ahnten, hat im Laufe dieser Jahre millionenfache Bestätigung gefunden: der deutsche Arbeiter hungerte nach den kulturellen Gütern der Nation, er wollte an ihnen Anteil haben, er sah nur keine Möglichkeit, weil ihm alle Türen verschlossen waren. Es ist doch gar nicht so, wie es früher stets gewisse Kreise Vier Jahre „Kraft durch Freude". Ein kleines Erlebnis, das erst kurze Zeit zurück- , liegt: „Tannhäuser" wurde auf der Bühne einer - mittelgroßen Stadt gegeben, und die Theaterbe- । sucher setzten sich ausschließlich aus Fabrikarbeitern ; nebst ihren Familienangehörigen zusammen, denn die Aufführung war von „Krast durch Freude" in : die Wege geleitet. Selten habe ich ein andächtigeres - Publikum gesehen als an diesem Abend, mit stiller Ergriffenheit folgte es dem Spiel auf der Bühne. „Wer hätte das früher gedacht — so erklärte mir nachher der Spielleiter —, daß wir mit solchem Erfolg vor Arbeitern spielen würden! Unsere Schauspieler sind mit einer Begeisterung bei der Sache, die sich wirklich nicht übertreffen läßt, sie spüren deutlich, was sie an solchen Theaterabenden den Besuchern mit ihrer Kunst zu geben vermögen." „Theater? Das ist doch nichts für uns Arbeiter! Einmal verstehen wir nichts davon, zweitens ist es für uns viel zu teuer, und drittens würde uns das feine Publikum doch nur scheel ansehen, wenn wir uns wirklich einmal in den Kunsttempel wagen wollten." Drückt sich in dieser Einstellung, die doch vor einem halben Jahrzehnt gang und gebe war, nicht die ganze Teilnahmslosigkeit einer Volksschicht aus, welche zu den wertvollsten der Nation gehört, um die sich aber bislang niemand gekümmert hatte? Wenn wir uns dieser Dinge, die doch erst wenige Jahre zurückliegen, erinnern, dann vermögen wir erst so recht die Größe jenes Werkcks zu begreifen, welches vor vier Jahren, am 27. November 1933, aus der Taufe gehoben wurde und den Namen „Kraft durch Freude" erhielt. Man hätte wohl schwerlich eine bessere und zutreffendere Bezeichnung für diese neue Organisation des Dritten Reiches finden können als diese drei Worte, die so den Kern der Dinge treffen und die Aufgaben umreißen, welche dieser Einrichtung, der manche zu Anfang noch mit Mißtrauen gegenüberstanden, gestellt sind. „Kraft durch Freude" ist keine Schöpfung, die nur für den Feierabend Gültigkeit hat, nein, sie soll dem Volksgenossen in seinem ganzen Tageslauf ein treuer Weggefährte fein. Mit dem Fr-ühsport fängt es an, „Schönheit der Arbeit" mit ihren vielfältigen Aufgaben begleitet den schassenden Volksgenossen in seiner Arbeitsstätte, und wenn des Tages Werk getan ist, erhält er auf Theater-, Konzert- und Vortragsabenden einen Einblick in das kulturelle Schaffen der Nation. Den Höhepunkt bilden naturgemäß die großen Reisen u n d F a h r t e n , die den Teilnehmern nicht nur die Schönheit ihres eigenen Vaterlandes, sondern der Welt erschließen. Es war eine eindrucksvolle Kundgebung der Deutschen Arbeitsfront, auf der Dr. Ley vor vier Jahren die Gründung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" verkündete und die Grundgedanken klarlegte, die für die zukünftige Arbeit maßgebend sein ursrben. Ohne au-f die damalige Rede des Reichsorganisationsleiters hier ausführlich eingehen zu wollen, seien doch einige Worte seiner Schlußsätze hier angeführt, weil sie zeigen, in welchem Maße das, was vor vier Jahren ausgesprochen wurde, inzwischen seiner Verwirklichung nähergebracht worden ist. Dr. Ley erklärte: „Als letztes großes Ziel, so hoffen wir, wird daraus die neue Gemeinschaft, d i e neue Gesellschaft des nationalsozialistischen Staates geboren werden.Lernen wir uns erst einmal wieder kennen, drücken wir uns die Hand und nehmen wir gemeinsam teil an der gemeinsamen Freude, an den Gütern unseres Volkes, dann wird aller Dünkel für alle Ewigkeit gebannt fein. Und deshalb soll dieses große gewaltige Werk im Hinblick auf das herrliche Ziel auch schon im Namen unser Wollen zum Ausdruck bringen: Nicht Freizeit, nicht Feierabend, nicht ,Nach der Arbeit' — unser Werk heißt: National s o z i a l i sch c Gemeinschaft .Kraft durch Freud e‘!" Wenn wir eine Bilanz von vier Jahren „straft durch Freude" ziehen wollen, so wäre nichts einfacher, als einige zahlenmäßige Auswirkungen dieser Einrichtung zu geben. Wir könnten erwähnen, daß Millionen mit „Kraft durch Freude" bereits gereift sind, Theater, Konzerte und Museen besucht sowie an Sportkursen teilgenommen haben, wir könnten barlegen, daß, dank „Schönheit der Arbeit , o der Festtagsbraten wachst... Dorsorgl che Erkundungsfahrt zu den Oderbrucher Gänsemästereien. dauert die Ma st zeit. Dann verschwindet die schlachtreif gewordene Gänseherde morgens im Schlachthaus und kommt gehörig gerupft, tiefgekühlt und sauber verpackt erst am Abend aus den Verarbeitungsräumen, um nun die Reise zum Verbraucher anzutreten. Weil die Gans ein so ausgezeichneter, vielleicht sogar der beste Futterver» w e r t e r ist und daher in der Fettwirtschaft ihre bedeutsame Rolle spielt, verübeln wir ihr den Futterverbrauch nicht. Er lohnt sich schon! Oie Gans ernährt das Dorf. Die Gänsemästereien vieler Oderbruch-Dörfer be» wirkten die ungeteilte Einstellung aller Bewohner auf die zukünftigen Festtagsbraten. Ohne Ueber- treibung läßt sich sagen, daß alle Einwohner von der Gans leben, der Reichsbahnbeamte, der Rangierdienste auf dem Bahnhof leistet, ebenso wie der Mäster, der Futtermeister, der Gänsehirte, der Schlächter, die Rupffrau oder wie der Bauer, der Futter und Streu liefert. So schmücken denn Abbilder der Gans die Gehöfte, die Tür oder das Tor. Darum und um des wertvollen Fettgewinnes willen werden wir den Festtagsbraten, der jetzt her- anwächst, in diesem Jahr besonders freudig begrüßen! L'lbter in der Nacht. Ich sitze am - Steuer und gehe langsam in die Kurve. Plötzlich, ich strecke den Kopf vor und äuge scharf in die pechschwarze Nacht — nanu, winkt da ein Streckenwärter? Gas weg, Licht aus, Licht an: die Erscheinung bleibt. Zwei gelbe Lampen werden rhythmisch auf und abgeschwenkt. Donnerwetter, was ist da geschehen? Sekunden später wächst eine Gestalt in den Scheinwerfer hinein, unheimlich groß für einen ebenerdigen Streckenwärter und, komisch, die Lichter werden jetzt zu seinen Füßen geschwenkt. Ob da einer unter ihm liegt? Aber das — das ist ja ein ganz gewöhnlicher Radfahrer! Ein Radfahrer! Ich lache wütend vor mich hin. Was hat denn der Kerl mit feiner Karre angefangen? Als ich kurz und schmerzlich stoppe und mir den Mann ansehe, wie er so vor sich hin tritt, kreischen hinter mir noch ein paar Bremsen, ein kräftiger Wagen hält an und heraus steigen Männer. Und schon geht das Wortgeplänkel los: „Sie haben wohl den Radfahrer eben beobachtet, ist Ihnen da nichts aufgefallen?" „Doch", sage ich, „der Radfahrer hat da zwei helle Laternen hinten an seinen Tretern, und wie ich jetzt bemerke auch vorn, und wippt damit bei jeder Kurbelumdrehung auf und ab, die Dinger überstrahlen vollkommen das vorschriftsmäßige Schlußlicht." „Also, Sie haben die Lichter deutlich bemerkt?" „Na klar, sie strahlten ja auf ein paar hundert Meter zu mir hin!" „So, gut, fahren Sie weiter. Sie haben nämlich zum erstenmal die neuen vorschriftsmäßigen Rückstrahler beobachtet, die in Zukunft jedes Fahrrad statt der manchmal blinden roten Katzenaugen führen wird. Eine großartige, praktische, unverwüstliche Einrichtung, einfach und billig, wie alle wahren Errungenschaften." Sie fahren davon. Ich aber bleibe sprachlos stehen... Allerdings — so ausgerüstete Radfahrer kann man nicht übersehen! - Raswel. Revision im Mieger-Vroreß. Frankfurt a. M., 23. Nov. (Lpd.) Der vom Schwurgericht wegen Mordes in zwei Fällen zweimal zum Tode verurteilte Johann Wilhelm M i e» g e r und sein wegen Totschlags zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilter Sohn Wilhelm Mieger haben gegen das Urteil Revision eingelegt. WächtervonEinbrechern schwerverletzt. LPD. Frankfurt a. M. 24. Nov. In der Nacht zum Mittwoch gegen 24 Uhr versuchten drei Männer in ein Wasserhäuschen an der Bismarck- ; allee unweit der Festhalle einzubrechen. Die Diebs wurden von einem Wächter überrascht und gestellt. Auf dem Weg zur Wache griffen d i e Einbrecher den Wachter an und verletzten ihn am Kopf so schwer, daß er durch die Rettungswache in ein Krankenhaus gebracht werden mußte. Nach : dem lieberfall nahmen die Einbrecher dem Wächter I einen Trommelrevolver ab und verschwanden. ZdR. Der November verweist auf den Martins- i tag, und da beschwört das Gedächtnis unfehlbar die . Erinnerung an den Martinsvogel herauf. Nun gilt i uns die „jutjebratne Jans", wie der Berliner sagt, 1 aber nicht gerade als Werktagskost, sondern eher als festtäglicher Braten, der uns umso besser schmeckt, je kälter es wird und je mehr Frost der Grünkohl auf dem Felde bekommen hat. Die Win- . terfälte steht uns noch bevor. Da mag es also wohl einmal angebracht sein, Ausschau nach dem schmackhaften Bogel zu halten, von dem ein infames Gerücht verbreitet, eine Bratgans märe für einen tüchtigen Esser als Mahlzeit zu wenig und zweie zuviel! Dank den vernünftigeren Erkenntnissen über die Ernährung sind wir jedoch gar nicht mehr darauf erpicht, uns ein Bäuchlein anzumästen. Wohl aber legen wir Wert darauf, daß unsere Haustiere das tun. Mit dem Schwein zusammen muß die Gans auf schlanke Linie verzichten. Sehen wir einmal des künftigen Festtaqsbratens wegen nach, wie es um die zweibeinigen Bratpfannen-Aspiranten bestellt ist! Lm Oderbruch schneit es das ganzeZahr! Im kurmärkischen Bereich wurde vor gut hundert Jahren das Dors Neutrebbin im Oderbruch dazü ausersehen, die erste Gänsemästerei großen Stils einzurichten. Sehr bald breiteten sich die Großmästereien über das ganze Bruch hin aus, weil es gelang, eine fleischige und dabei fette Gans auf wirtschaftliche Art heranzumästen. Der Verbraucher bevorzugte die Gänse des Oderbruchs so sehr, daß die Mästereien dazu übergingen, auch Jung- gänfe aus anderen deutschen Gebiete n und aus dem Auslande anzukaufen, um sie hier in kurzer Zeit durch die Mast schlachtreif zu machen. Vor dem Versand wurden und werden die Bratgänse gerupft, denn Daunen und Federn stellen nicht unbeträchtliche Werte dar. Jede Gänsemästerei beschäftigt daher viele Frauen, die tagaus, tagein nur Federn zu rupfen haben. Dicht geschlossen sind die Rupfstuben: dennoch finden kleine feine Federchen den Weg hinaus, und das ist der Grund dafür, daß es in so einem Gänsemästedorf während des ganzen Jahres „schnei t". Jetzt zu Beginn des „Saisongeschäftes" macht sich das die Spree, die Oder, durch Pommern, Preußen: aber als der gewaltige Zug das Herzogtum Warschau verließ, begann die endlose Weite der russischen Ebene, die Oede wuchs, Dörfer und Gehöfte lagen tageweit auseinander. Kein Feind schien den Zug zu hemmen. Erst vor Smolensk bornierten die russischen Kanonen, das Glück schien sich den Franzosen zuzuneigen, sie stürmten die Brücken, da ging die Stadt in Flammen auf, und in den Rauchwolken entkamen die Russen. Am 14. September erblickte Napoleon von einer Höhe aus das alte Moskau, am 15. stand er vor den Toren, die offen waren. Er wartete, ob ihm der Rat der Stadt ober bas Volk entgegenkäme. Niemand kam. Da zog er mit Elingenbem Spiel durch die Tore, burch die leeren Straßen und nahm im Kreml Quartier, während die Truppen die verriegelten Häuser und Ställe erbrachen, um Obdach zu finden. Plötzlich brach an mehreren Stellen der Stadt Feuer aus, Wasser war nicht vorhanden, heftiger Wind half, am nächsten Tage glich Moskau einem wogenden Feuermeer. Napoleon mußte in aller Eile 'den Kreml verlassen, und als nach sechs Tagen der Brand eingedämmt werden konnte, drohten wieder die uferlose Weite der Steppe und der furchtbare russische Winter. Um das Letzte zu retten, bot Napoleon dem Zaren burch Eilkuriere seine Friebensbereitschaft an, boch ber Zar blieb unerreichbar, aber seine flinken Truppen drohten im Osten hinter der otabt. Erst am 19. Oktober entschloß sich der Korse zum Rückzug, verfolgt und bedrängt von den Reiterhorden des Feindes: fast mehr noch als diese setzten Hunger und Kälte seinen Truppen zu. An ber Beresina verlor er die Zügel. Die Brücken waren von Kosaken gesprengt worben, im russischen Feuer ließ er zwei neue schlagen. Eine brach unter dem Andrang der Verfolgten zusammen. Tausende fanden : den Tod in den Fluten, aber Tausende wurden ge- । fangen; was nach Wochen in Wilna ankam, ver- i biente nicht mehr ben Namen Heer. Hier verließ : der Korse in einem Schlitten heimlich seine „Ar- i mee", deren Reste burch die weiße Wüste zogen, umstäubt von eisigem Schneewinb unb Kosaken, auf- ’ gelöste, stumpfe Kolonnen, bahinwankende Gestalten, - die an der Beresina ihre Fahnen verbrennen muß- ■ ten, um sie ben Verfolgern zu entziehen. Mäh- : rend Napoleon durch Polen, Schlesien, Sachsen mit Wirtschaft SJL-tfpont Deuischlands Motorsport-Termine 1938 und 101,5 102 Norddeutscher Lloyd o Die Spiele der Kreisklaffen am Sonntag Deutsche Reichsbahn Borz.-Att. 7 Die 6 Devisenmarkt 101,65 99,75 101,65 99,75 99,7 99 104,9 209 134,25 118,25 122,5 113,75 102 111,4 132 79,5 129,65 208,5 118,25 122,5 113,75 98,9 134,5 99,75 99 101,9 102 111,3 209 118,25 122,5 113,75 131 80 81,5 129,9 134,65 100 131,75 129 80,5 129,75 99,75 99 0,731 42,22 0,146 47,10 55,39 47,10 12,41 5,485 8,423 137,96 13,11 100,65 99,75 131,65 140 99,75 101,65 134.75 100 Deutsche Diskonto. Dresdner Bank... 99 100,13 100,65 99,75 131,25 140 98,9 134,4 99,75 99 101,75 102 111,3 131,9 79,5 81 129,75 Die Organisation der RsdU. ist folgende: Sie gibt Filmgeräte und Filme an die Landesbildstellen und diese wieder an die Kreisbildstellen. Von hier aus erfolgt die Zuteilung der Geräte an die Schu- len des Kreises. Es kann jetzt noch nicht jede Schule für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung vom 26. Juni 1934 ordnete an: „Es ist mein Wille, daß Um der Elternschaft Gelegenheit zu geben, sich von dem für den heutigen Unterricht unentbehr- den folgende Preise bezahlt: Bis 6 Wochen alte J "5, 6 bis 8 Wochen alte 15 bis 20, 2. kreisklafle. Geilshausen — Oppenrod: Die Oppen- röder besitzen viel Kampfgeist, aber die Geilshause- ner werden sich anstrengen und keinen Punkt abgeben. Lehnheim — Göbelnrod: Beide Mann- chaften sind sich gleichwertig, Lehnheim hat den Vorteil des eigenen Platzes. Muschenheim — Flensungen: In die- em Spiele ist mit einem glatten Siege der Platzherren zu rechnen. Grünberg — Treis: Grünberg hat gute Spieler verloren, Treis ist eine Zufallself. Doch ist nicht ausgeschlossen, daß die Grünberger die Punkte behalten. Dtr Sammler ruft jum Winitthil|6ötdi 6ee Deulftfitn Volke« k — Rlfo bip eedi D* ,»meint. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börfe. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Die Dbevfte Nationale Sportbehörde für die Deutsche Kraftfahrt zieht im Jahre 1938 insgesamt 21 nationale und internationale Veranstaltungen auf. An internationalen Wagenrennen finden statt: Eifelrennen, Großer Preis von Deutschland und Großer Bergpreis von Deutschland, internationale Motorradrennen gibt es insgesamt sieben, darunter den „Großen Preis von Europa". Das nationale Programm umfaßt 11 Rennen bzw. Geländeprüfungen für Krafträder und Wagen. Im Terminkalender fehlen das Kölner Stadtwald-Rennen, da» Solitude-Rennen und das Schleizer Dreiecksrennen. 2. bis 5. Februar: Kraftfahrzeug-Mnterprüsung; 3. April: Brandenburgische Geländefahrt; 10. April: Internationales Eilenriede-Rennen; 8. Mai: Internationales Hamburger Stadtparkrennen; 15. Mai: Hockenheimer Motorradrennen; 26. bis 29. Mai: Internationale Dreitagefahrt; 29. Mai: Internationales Avusrennen; 5. Juni: Teterower Bergringrennen; 12. Juni: Internationales Eifelrennen; 19. bis 26. Juni: Motorsportwoche im Harz: 1. HI.- Fahrt (K), 2. NSKK.-Manöverfahrt, 3. 10. Drei- tage-Mittelgebirgsfahrt; 3. Juli: „Rund um Schotten"; 24. Juli: Großer Preis von Deutschland; 31. Juli: Großer Bergpreis von Deutschland; wurde diese Einteilung vorgenommen. Im Eishockey darf jedes Gebiet eine Mannschaft stellen, während das Schnellaufen einen Dreikampf der "eoiete darstellt. Die Volksschule von heule Der Film als Unterrichtsmittel. Garbenteich — DfB. - R. Gießen II: VfBer treten in guter Aufstellung an und werden sich auch in Garbenteich den Sieg nicht nehmen lassen. Ketchsbank 12 Berliner Handelsgesellschaft 6 ft Commerz- und Privat-Bank ... 5 Tisch-Tennis-Kreismeisterschasten in Gießen. Arn Svnntagnachmittag veranstaltet die Tisch- Tennis-Abteilung der Spielvereinigung 1900 Gießen in der Turnhalle des Gymnasiums die Kreis- meisterschaften im Einzel und Doppel. Die besten Spieler von Lich, Bad-Nauheim und Gießen Haden ihre Meldungen abgegeben, so daß man spanneside Kämpfe zu sehen bekommen wird. Deutsch-belgische Studenten-Wettkämpfe. Im Rahmen der deutsch-belgischen Studenten- Wettkämpfe standen sich am Donnerstag die Schwirninerder beiden Nationen in Gent gegenüber. Die Belgier reichten an das Können der Deutschen bei weitem nicyt heran und wurden sowohl in den Einzel- und Staffelwettbewerben wie im Wasserballspiel geschlagen. Das Wasserballspiel bestritt die Mannschaft der Technischen Hochschule 1900 Gießen II — Großen-Linden: Die Großen-Lindener haben in den letzten Spielen gezeigt, daß sie kämpfen können; es wird den 1900cm schwer fallen, in Großen-Linden Punkte zu holen. Steinbach I — Steinberg II: Das Spiel wird Steinbach, zumal auf eigenem Platze, gewinnen. Lich — Leihgestern: Die Licher wollen au eigenem Gelände geschlagen sein. Es ist mit einem Siege der Platzmannschaft zu rechnen. Der Sportverein 1930 Hungen hat seine Mannschaft zurückgezogen. 1. Kreisklasse. Rüddingshausen I — SA. -Karnpfge- meinschaft Gießen I. In Rüddingshausen wird die SA.-Mannschaft sich anstrengen müssen, um sich zu behaupten. Rodheim — Wieseck: Die Mannschaft von Rodheim hat an Kampfkraft nachgelassen. Wieseck ist wieder im Kommen. Klein-Linden I — Lollar II: Die zweite Mannschaft von Lollar hat bis jetzt fast alle Spiele mit einem Tor Unterschied verloren. Auch hier sollte der Platzverein wieder knapp gewinnen. Großen-Buseck — Alten-Buseck: Ein Lokalspiel, bei dem eine Vorhersage nicht zu treffen ist. besitzen kann. Der Wert der Unterrichtsfilme besteht darin, daß sie im laufenden Bild Vorgänge zeigen, die die Kinder sonst nicht zu sehen bekommen. So vermittelt z. B. der Film „Hochseefischerei" oder „Holzflößerei" den Kindern unserer Gegend klare Vorstellungen, die das Wort nicht bieten kann. Die Unterrichtsfilme werden nicht der Filme wegen gezeigt, sondern es geht der Vorführung eine unterrichtliche Behandlung des im Film behandelten Stoffes voraus. Der Wert anderer Unterrichtsfilme ist erzieherischer Art. So lernen die Kinder bei den Filmen über das deutsche Handwerk, wie „Korbmacher", „Wagner" neben der Technik des Handwerks, den Handwerker schätzen als Glied der Volksgemeinschaft, der sie später sich auch eingliedern müssen. A.G. fflt Sertebreroelen .... 6 ft Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Hamburg-Amerika Paket......O 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Retchsanl. von 1934 >'- Amu cheNotierung Gelt Briet 0,727 0,731 0,727 42,90 42,17 42,14 0,146 0,148 0,144 47,00 47,10 47,00 55,25 55,37 55,27 47,00 47,10 47,00 12,375 12,405 12,38 5,475 5,485 5,475 8,412 8,428 8,407 137,64 137,92 137,68 13,09 13,11 13,09 Nr. 276 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Freitag, 26. November (937 LicherStraßeundkaiseralleewerdenumgestaltei. Aus der Stadt Gießen. Sternengefunkel. Wenn der Winter durch die Lande geht und die Nächte so lang und dunkel sind, leuchten die Sterne desto schöner. All die vielen, kleinen Sternlein, die wir schon aus unfern Kinderjahren kennen, grüßen uns. Unser staunendes Auge blickt immer wieder nach den leuchtenden Sternen. Ähr Glanz erfreut die Kinder und die Alten. Kommt uns beim Anblick des gestirnten Himmels nicht das traute, alte Kinderlied in den Sinn? Weißt du, wieviel Sternlein stehen an dem blauen Himmelszelt? ... Gott der Herr hat sie gezählet... Die Jahre gehen. Glück und Leid wechseln, aber in ewiger Ruhe wandeln die Sterne am nächtlichen Himmel ihre Bahn. Nicht die Wissenschaft über die Größe und Entfernungen der Sterne hilft uns beim Anblick des Gefunkels, sondern nur das kindliche Staunen und der fromme Glauben. Wie fühlen wir uns so klein beim Betrachten des Himmelszeltes! Es wird uns bewußt, wie winzig das Erdenleben ist. Und doch steigt auch wieder das tröstende Gefühl in unserer Brust auf: Wir sind ein Teil dieser großen, unendlichen Welt. All unser Leid wird klein beim Anblick des Sternenhimmels. Dem Traurigen bringen die Sterne Trost, und den unruhigen Zweifler führen sie zu sich selbst zurück. Das ist der große Zauber, der von dem Sternenhimmel ausgeht. — Jst's mit dem Sternenhimmel nicht wie mit einer großen Blumenwiese? Blumen und Sterne, die Kinder der Schönheit und der Unendlichkeit! Sie erfreuen und erquicken die Menschen. Die Blumen können wir ganz nah beschauen, können sie pflücken, ihren Duft einatmen und ihre Pracht bewundern. Doch fern sind die Sterne, still und majestätisch wandeln sie ihre Bahn. Der Zauber der Sternennacht wirkt erst dann recht und stark auf uns, wenn wir so nach dem Himmel blicken, wie die Kinder nach den bunten Blumenwiesen. Leid und Freud müssen wir vergessen beim Anblick des nächtlichen Himmels. Wie mögen erst unsere Vorfahren aufgeschaut haben nach den glänzenden Sternen? Sie waren doch noch viel naturverbundener als wir. Wie manche Nacht mögen sie gesessen und dem Geheimnis des Sternenhimmels nachgeforscht haben! Der Ring schließt sich: Als gläubige Kinder schauten wir in Andacht und stummer Ergriffenheit nach den leuchtenden Sternen, und' im Alter können wir den Blick nicht abwenden von dem Gefunkel. Das Leben zieht an unferm geistigen Muge vorbei, während wir die Sterne betrachten. Menschen kommen, Menschen gehen, der unendliche Sternenhimmel aber bleibt. H. Vornoiizen. Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Die Boheme". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Fanny Elßler". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Manege". Stadltheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet eine Wiederholung der Oper „Die Boheme" von Puccini statt. Musikalische Leitung Kapellmeister Paul Walter, Spielleitung Dr. Erich Schumacher. Die Aufführung findet als 10. Vorstellung der Freitag-Miete statt. Beginn 20, Ende 22.30 Uhr. Obff- und Garlenbauverein Gießen. Am kommenden Sonntag, 28. November, veranstaltet der hiesige Obst- und Gartenbauverein im „Burghof" eine Festoersammlung, mit der die Gratisverlosung von 40Zwetschenbäumen verbunden sein wird. Infolge^ der Durchführung der Reichsautobahn bis nach Steinbach haben verschiedene Straßen unserer Stadt eine zusätzliche und erhebliche Verkehrsbelastung erfahren. Insbesondere vollzieht sich jetzt ein großer Teil des Fährverkehrs über die Kaiser a l l e e und die Licher Straße. Die Verkehrsverhältnisse in diesen Straßen sind deshalb bereits fast unhaltbar geworden. Die Stadtverwaltung hat sich daher entschlossen, eine großzügige Bereinigung der Verkehrsverhältnisse, vor allem m den beiden Straßen (K a i s e r a l l e e bis zur Moltkestraße und Licher Straße) vorzunehmen. Diese Bereinigung ist nicht möglich ohne starke Eingriffe in das Straßenbild Jedermann wird die Notwendigkeit der Maßnahmen erkennen, die ergriffen werden müssen. Die Arbeiten werden bereits in absehbarer Zeit in Angriff genommen. Es sind folgende Aenderungen vorgesehen: In der K a i s e r a l l e e bis zur M o l t test r a ß e müssen auf beiden Seiten die stattlichen Bäume fallen, auch die Vorgärten müssen beseitigt werden, so daß viel Raum gewonnen wird. Die Verbreiterung des Fahrdammes wird ganz erheblich sein. Nach der Fällung der Bäume und der Beseitigung der Vorgärten wird die gesamte Fahrbahn 14 Meter breit sein. Diese 14 Meter Fahrbahn wer- NEDAp., Amt für Beamte. Kreis IBdterau. Im Rahmen der Leistungsschau der Volksschulen findet am Mittwoch, 1. Dezember, um 16 Uhr, in der Neuen Pestalozzischule in Gießen, Eichgärtenweg, eine Veranstaltung statt, zu der die Beamtenschaft eingeladen ist. Wir bitten um rege Beteiligung der Berufskameraden. NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Ost. Kommenden Montag, 29. November, in der Großen Aula der Universität Versammlung. Es spricht Gauredner Werner Goerendt (Gelnhausen). Zu dieser Versammlung sind alle Volksgenossen eingeladen. Für Parteigenossen und Partei- cmwärter Pflichtveranstaltung. Hitler-Jugend Bann 116 Gießen Betr.: Arbeitstagung aller Unterbannführer und Gefolgschaftsführer. Am kommenden Samstag, 27. November, findet auf der Banndienststelle eine Arbeitsbesprechung aller Unterbannführer und Gefolgschaftsführer statt. Beginn 19.30 Uhr. ANM-u.IM.-Untergau 116, Gießen. Dienftbefehl! Am 5.12., 11 Uhr, findet im Gloria-Palast ein Film- und Werbevortrag für das 16. Deutsche Turn- und Sportfest 1938 in Breslau statt. BDM.-Mädel und ältere Jungmädel können an der Veranstaltung teilnehmen. Für die Füherinnen ist bereits Schulung. Die Meldungen sind bis Freitag, 3. Dezember, an den Untergau zu richten. Eintritt 0,25 RM. Bürgermeistertagung in Gießen. Aus Anlaß der Leistungsschau der Volksschulen der Stadt und des Kreises Gießen findet am Montag, 29. November, 9.30 Uhr, in der neuen Turnhalle der Pestalozzischule in den Eichgärten eine Bürgermeisterversammlung der Kreisabteilung Gießen des Deutschen Gemeindetages statt. Kreisschulrat N e b e I i n g wird über das Thema „Die Deutsche Gemeindeordnung und die Schulen" sprechen. Anschließend findet eine Lehrprobe statt unter dem Gedanken „Der Dierjahresplan in den Schulen". Vorgesehen ist ferner die Vorführung von Unterrichtsfilmen und die Besichtigung der Leistungsschau. Nachmittags wird die Versammlung im Sitzungsden folgendermaßen aufgeteilt: Es gibt eine Durchfahrtsfahrbahn von 6 Meter Breite, für die Stra- ßenbahngleife bleiben 3 Meter, außerdem werden je 2,50 Meter für Parkftreifen zur Verfügung stehen. Diese Parkstreifen werden sich rechts der Straßenbahn und links der Durchfahrtsbahn befinden. Selbstverständlich werden auch Bürgersteige von notwendiger Breite geschaffen. In der Licher Straße wird insbesondere auf der rechten Straßenseite (stadtauswärts) viel Raum gewonnen. Die Bäume und die Vorgärten auf der linken Straßenseite bleiben. Die Bäume auf der rechten Seite fallen. Der Bürgersteig wird hinter die Straßenbahnaleise in die Anlage zurückgenommen. Die Fahrbahn für den Durchgangsverkehr wird eine Breite von 9 Meter erhalten. Zwischen Fahrbahn und Straßenbahn wird außerdem ein Radfahrerweg angelegt. Die Verbreiterung der Straße auf 9 Meter Fahrbahn wird übrigens bis nahe an den Wald durchgeführt, so daß auch von der Hessischen Pflegeanstalt Gelände in Anspruch genommen werden muß. Die Bereinigung der Verkehrsverhältnisse in der Kaiserallee und in der Licher Straße wird nach ihrer Vollendung selbst einem außerordentlich anwachsenden Verkehr gerecht werden können saal des Kreisamtsgebäudes fortgesetzt. Oberregierungsrat Schmidt vom Finanzamt Gießen wird über „Die Umwandlung der Untererhebstellen in Annahmestellen" sprechen. Sorgt für gute Verdunkelung! Die Polizeidirektion Gießen hat für Ende November eine Verdunkelungsübung im Bereiche der Stadt Gießen angekündigt. Alle Volksgenossen sind verpflichtet, zu dem vollen Gelingen dieser Hebung nach besten Kräften beizutragen. Dazu gehört auch die rechtzeitige Vorsorge für eine wirksame Ver dunkelung. Oberster Grundsatz der Hebung ist, im Innern der Gebäude alles Leben und Arbeiten in gewohntem Ausmaße aufrechtzuerhalten, aber nach außen hin die Abdunkelung so wirksam zu machen, daß auch nicht der kleinste Lichtstrahl nach außen bringt. Diese wirksame Verdunkelung erfordert sorgsame Vorbereitung, die noch einmal allen Einwohnern von Gießen dringend nahegelegt sei. (Sine Feierstunde der Frauenschast. Die Verpflichtung der neuen Mitglieder des Frauenwerts vereinte die Frauen der Ortsgruppen Gießen-Ost, -Mitte und -Süd zu einer besonderen Feierstunde am Mittwochabend im Cafe Leib. Nach gemeinsamen Gesang gab Frau Gänge- r i ch das Geleitwort des Abends: „Wir sind nicht geboren, um glücklich zu sein, sondern unsere Pflicht zu tun, und wir wollen uns segnen, wenn wir wissen, wo diese Pflicht ist." Nach zwei Chorliedern des Frauensingkreises Gießen-Süd leitete ein Satz aus dem a-moll-Violin- konzert von Bach über zu der Ansprache der Kreis- frauenfchaftsleiterin Frau W r e d e. Sie begrüßte die neuen Kameradinnen als Mitarbeiterinnen, die den Weg zur Volksgemeinschaft gefunden haben. Die Rednerin hob hervor, daß wir alle mit unserem Leben und mit unserem ganzen Sein an die Gemeinschaft, an unser Land, gebunden sind. So wie das große Ganze die Quelle unserer Kraft und unseres Lebens bedeutet, so sind auch wir verpflichtet, mitzuhelfen am Aufstieg, um uns der großen Zeit, in der wir leben, würdig zu erweisen. Unsere Mitarbeit soll freudig und freiwillig geleistet werden, und jede einzelne, auch in den Reihen der Frauenschaft, muß sich täglich prüfen, ob sie bereit ist, zu opfern und mit marinem Herzen ihren Ehrendienst am Volke zu tun. - Nach der Verpflichtung sprach Frau Günge- r i ch zwei Gedichte von Anacker: „Kameradschaft" und „Die Fackel geht von Hand zu Hand". Frau Nettelbeck (Violine) und Frau Fischer (Klavier) spielten den langsamen Satz aus der E-dur=Sonate von Händel. Gemeinsamer Gesang beschloß die eindrucksvolle Feierstunde. Die Mitgliedsbücher und die Abzeichen erhalten die Frauen in den nächsten Tagen. Die Nadeln tragen auf dem Schild die silberne Rune auf schwarzem Grunde. Es ist das Symbol des Frauenwerks. Ihre Trägerinnen sollen sich stets bewußt sein, daß sie dazu berufen sind, Lebensspenderinnen und Hüterinnen im Volke zu fein. Das ist der Sinn der silbernen Lebensrune. F. K. Vortragsabend im Offizierheim. Im Offizierheim des Standortes Gießen fand am Mittwoch der erste Vortragsabend des diesjährigen Winters statt. Der Standortälteste, Generalleutnant O ß w a l d , begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste und gab dann dem Redner des Abends Hniversitätsprofessor Dr. Stade das Wort zu seinem Vortrag über Politik und Kriegführung des Augustus. Professor Stade ging aus von den politischen Wirren nach der Ermordung Cäsars und dem zielbewußten Kampf, mit dem Cäsars Erbe, der junge Octavian, sich durchzusetzen verstand. Mit Recht habe das faschistische Italien den 2000jährigen Geburtstag des Kaisers gefeiert, denn die Herrschaft des Augustus bedeutete sowohl in politischer wie in kultureller Hinsicht einen überaus bedeutsamen Ein« schnitt in der Geschichte des römischen Volkes. Staat, Politik und Wirtschaft sowohl wie alle kulturelle» Beziehungen erfuhren durch den Kaiser und seine Mitarbeiter eine Reorganisation, die sich weithin in die späteren Jahrhunderte ausgewirkt hat. Besonders kamen die Reformen des Augustus auch dem römischen Heerwesen zugute, das in den Bürgerkriegen viel von seiner Schlagkraft nach außen eingebüßt hatte. Der Vortragende ging im weiteren auf die politische Lage an den Grenzen des römischen Reiches ein, wo im Osten die Parther und im Westen die Germanen die einzigen Völker waren, die ständig die „Pax Romana“ störten. Für uns besonders interessant sind die Heerzüge des Drusus und des Tiberius über Alpen und Rhein hinaus, weit nach Germanien hinein, und der Versuch die germanischen Völker in eine Zange zu bekommen und die große West-Ost-Verbindung von Gallien über Oberitalien zum Donauraum durch ein vorgeschobenes Glacies in Germanien zu sichern. — Der Stand- ortälteste dankte Professor Stade in herzlichen Worten für seine interessanten, durch Karten und Bilder wirkungsvoll belebten Ausführungen. * ** F o r ft p e r s o n a l i e. Mit Wirkung vom 15. November 1937 wurde dem Forstmeister Martin B ä h r i n g e r die Stelle des Amtsoorstandes des Forstamtes Nieder-Ohmen zu Grünberg übertragen. ** Arbeitsjubiläum beim Städti - schenElektrizitätswerk. Am gestrigen Donnerstag konnte der Monteur Jean Heines, beschäftigt beim Städtischen Elektrizitätswerk, auf eine ununterbrochene Dienstzeit von 25 Jahren zuräck- blicken. Der Jubilar wurde im Kreise der Arbeitskameraden geehrt und erhielt ein persönliches Glückwunschschreiben des Herrn Oberbürgermeisters. Schöffengericht Gießen. Gestern hatte sich der K. W. aus Hainchen wegen fahrlässiger Eisenbahntransportgefährdung vor dem Schöffengericht zu verantworten. Der Angeklagte war im August d. I. mit einem Bulldogg mit Anhänger durch Selters (Kreis Büdingen) gekommen. Beim Passieren des ungeschützten Bahnüberganges in der Nähe des Bahnhofes Selters wurde er von dem aus Richtung Ortenberg kommenden Zug erfaßt und mitsamt dem Anhänger fast hundert Meter auf den Schienen mitgeschleift. .Dort ging der Bull- bogg in Flammen auf und verbrannte bis auf die Eisenteile. Der Angeklagte trug keine nennenswerten Verletzungen davon, während sein neben ihm sitzender Bruder u. a. einen mehrfachen Beckenbruch erlitt. Nur dem Hmstand, daß der Bulldogg auch Gießener Konzertverein. Zweites Orchester-Konzert: Klassische Musik. aufbaut, wie er in der Darstellung der inneren Entwicklung dieses Werkes immer mehr in die Breite und in die Tiefe geht, wie er die Ansatzpunkte zu dem organischen Wachsen im Werk immer klarer und mit naturhafter Deutlichkeit herausstellt, das zeigt die Größe und die Reife seines M Es lag wie ein großes Krescendo über dem Abend des Symphonie-Konzertes, ein Wachsen im Klangkörper, ein unermeßliches Sich-Steigern der Ausdruckswelt. Bachs Brandenburgisches Konzert D - d u r ließ seine Musizierfreude voll lebendig werden in dem feinen Verweben der drei Solisten Prof. Johannes H o b o h m, München (Klavier), Konzertmeister Ewald Lassen (Violine), Rudolf Meyer (Flöte) und der äußerst anpassungsfähigen Orchester-Tutti. Wenn auch das Klavier in den beiden Ecksätzen etwas zu klang- kräftig in Öen Vordergrund trat (im Original wird hierfür das dem heutigen Bechstein-Flägel in der Tonstärke unterlegene Cembalo gefordert), so wurde der Mittelsatz zu einem geradezu idealen Musizieren der drei Soloinstrumente; besonders Flöte und Geige umschlangen sich mit thematischen Bändern, einer mit dem andern an Tonschonheit und Wärme !des Ausdrucks wetteifernd. Daß gerade Johannes H o b o h m ein äußerst ikultiviertes ausdrucksstarkes Pianifsimo-Spiel eigen ist, konnte hier schon des öfteren festgestellt werden. Aber was er diesmal im Andantino des Mozart- schen Klavierkonzertes in Es-dur an Farbigkeit des Klanges, äußerster gefühlsbetonter Nachgiebigkeit und Modulationsfähigkeit heraus prägte, übertraf alles Erwarten. Wie sich hier der .Klang zu den Streichern mischte, mal mit breiter Kontur, dann verschwindend, schwebend, gehaucht, , und doch so verinnerlicht und empfindungsvoll in idem Ausdeuten des Rezitatioifchen, wie er in der Kadenz dem ständigen Wechsel des Stimmungsum- Ischlages warmes Leben und greifbare Gestalt gab, Idas war ebenso überzeugend wie die klare i5ril°?e i iund innere Lebendigkeit des Kopfsatzes und die 'Beschwingtheit im Rondo mit dem Filigranwerk Iber Figuren und dem galant-empfindungsvollen [ 'Menuett-Intermezzo. Daß der Solist sich so em- Sbringenb auszuwirken vermochte, daran hatte das (begleitende Orchester lebhaften Anteil mit feiner Anpassung, diskretem Untermalen und dem Aus- sichopfen und Wachrufen des Gefühlsuntergrundes. Die mehrfache Wiederkehr der E r o i c a in unfern Konzerten mit den verschiedenen Klangkörpern, aber nmmer unter der Leitung von Prof. Stefan T e - unesvary, vertieft immer mehr das Bild feiner Dirigentenpersönlichkeit Wie er immer großzügiger Professor Johannes H o b o h m (Klavier) wirkte als Solist im Orchester-Konzert des Konzertvereins mit. (Aufn.: Archiv.) Musikertums. Die Durchführung des ersten Satzes erfüllte er mit gigantischen Steigerungen, zumal vor dem Aufblühen des dritten Themas, und mit dem ahnenden Brüten des Schicksalhaften vor der Wendung zur Reprise. Im Trauermarsch war die Gebundenheit an die einzelnen Stimmungen richtungweisend für sein Erfassen und Nachgehen; die Gegensätzlichkeit des Dur-Teiles wurde verstärkt durch die machtvolle klangliche Ausbreitung der Tripelfuge mU ihrer äußerst klaren Thematik, die Koda des Trauermarsches mit dem Dekrescendo der Streicher und dem klanglichen Verlieren. Das Scherzo hielt er frei von der oft üblichen Heber- hitzung des Tempos; das Trio mit feinen prachtvollen Hörnern fand in diesen Instrumenten eine ideale Stütze. Wie er das Finale zur grandiosen Zusammenfassung des Ganzen werden ließ und hier in die äußerste Tiefe eindrang; wie er aber im „Poco andante“ dem Klanglichen eine so vergeistigte Wendung verlieh, das ließ diese Symphonie zum stärksten Erleben werden, zu dem alle Mitwirkenden des großen Städtischen Orchesters mit äußerster Ausgeglichenheit und trefflichstem Können ihr Teil beitrugen: die Streicher mit ihren stellenweise pastosen, sonoren KläUgen, die Holzbläser, besonders Oboe und Flöte, die schon erwähnten Hörner und die im Scherzo sich zu motivischer Selbständigkeit erhebende Pauke. Demgegenüber dankten die Hörer und ehrten alle Mitwirkenden. Dr. Hermann Hering. Gloria-Palast: „Fanny Elßler". Es mag der über unsere Grenzen hinausreichende Erfolg des Films „Der Kongreß tanzt" gewesen sein, der die Ufa bewogen hat, in ähnlichem Stil einen zweiten zu drehen, der in die gleiche geschichtliche Sphäre weist und sich auch sonst mit jenem in manchen Motiven berührt: im Mittelpunkt der Fabel steht die Gestalt der seinerzeit hoch- berühmten Tänzerin Fanny Elßler und ihre glücklich-unglückliche Liebe zum Herzog von Reichstadt, dem jung gestorbenen Sohne Napoleons; es mag auch das Tanzmotiv gewesen sein, das, wie wir kürzlich in dem Film „Daphne und der Diplomat" sahen, immer wieder eine starke Anziehungskraft auf die Filmkamera ausübt. Hier wirkt nun freilich der Tanz nicht wie dort als Hauptmotiv, sondern eher als Rankenwerk und Arabeske, deren flüchtige Figuren die episodisch knappen Bilder einer Hano- lung überschneiden und durchbrechen, der die Liebe, die intrigante Politik und der schnell begrabene Kaisertraum des jungen Herzogs weniger dramatische als theatralische Akzente geben. Der Stil der Inszenierung von Paul Martin ist typisch für die Behandlung historischer Stoffe durch die Ufa: enorme Ausstattung, großes Personal, breite Massenszenen im Stile einer historisch verkleideten Tanz- revue, weiträumige, gut geschnittene Bilder; an der Kamera stand Konstantin Jrmen-Tschet. Für die Wirkung der Tanzszenen würde es übrigens wahrscheinlich vorteilhafter gewesen sein, wenn man auf die unruhig bewegte Schwarzweiß-Kulisse verzichtet hätte, welche die Figuren des Tanzes nicht konturiert, sondern verwischt: ein unbewegter, dunkler Hintergrund würde der Plastik des in sich bewegten Bildes eher zustatten gekommen sein. Lilian Harvey tanzt mit spielerischer Leichtigkeit durch diesen Film hindurch und ist, besonders in der letzten Liebesszene mit dem Herzog, den sie zunächst für einen kleinen Wiener Jägerleutnant hält, sichtlich bemüht, der ein wenig marionettenhaften Figur der Elßler persönlichere Züge und ihrer körperlichen Anmut die menschliche Vertiefung zu geben. Rolf Moebius (Reichstadt) ist ein guter, schwärmeri- scher, weltfremder Junge, den mächtigeren Verhältnissen und den Schachzügen der Metternichschen Diplomatie nicht gewachsen. Willy Birgel gibt mit Takt und maßvoller Zurückhaltung den Hofrat Gentz, Paul Hoffmann in guter Maske, falt und allmächtig, den unversöhnlichen Metternich. — * Außerdem bringt das Programm einen Kulturfilm von der Entstehung des Autos am laufenden Bande einer modernen Fabrik, die Hfa-Wochenschau und einen Vorspann zum „Mädchen für Alles" mit Grethe Weiser. Hans Thyriot. Kampf zwischen Bären unb Wildschweinen. Jugoslawische Bauern wurden kürzlich Zeugen eines Kampfes Zwischen Bären und Wildschweinen, aus dem die Wildschweine als Sieger hervorgingen. Die Bauern hatten in ihren Feldern schwere Verwüstungen festgestellt und veranstalteten eine große Treibjagd, um die T'ere ein für allemal zu vertreiben. Die Jagd führte zur Aufspürung von mehreren Bärenfamilien und eines Rudels Wildschweine auf einer Waldlichtung. Als die Tiere einander ansichtig wurden, vergaßen sie die Jäger und stürzten sich aufeinander. Der erbitterte Kampf dauerte über eine Stunde. Darauf ergriffen die Bären die Flucht, mehrere Tote auf dem Platz zurücklassend. öocbftbnitKicbnthfen Geheimrat Professor Dr. Emil Abderhalden, Ordinarius für Physiologie und Präsident der Deutschen Akademie der Naturforscher in Halle, wurde aus Anlaß der Galvani-Feier in Bologna von der Italienischen Radio-Biologischen Gesellschaft zum Ehrenmitglied ernannt nach dem Zusammenstoß mit dem Anhänger verkoppelt blieb, war es zu verdanken, daß dieser nicht umkippte und kein größeres Unglück entstand. In der gestrigen Hauptverhandlung wandte der Angeklagte ein, die Strecke sei derart unübersichtlich, daß er als Ortsunkundiger noch nicht einmal wahrgenommen Hobe, daß überhaupt dort ein Bahnübergang, vorhanden sei. Im übrigen sei nach der rechten Seite zu, aus der der Zug kam, die Hebersicht durch einen großen Garten und ein um diese Jahreszeit hochbestandenes Maisfeld derartig schlecht gewesen, daß er das Herannahen des Zuges nicht habe bemerken können. Außerdem sei das vor dem Bahnübergang aufgestellte Warnungsschild vollkommen unkenntlich gewesen. Infolge des Umstandes, daß der Bulldogg einen geschlossenen Führersitz hatte, sowie durch das starke Motorengeräusch habe er die Pfeifsignale der Lokomotive, die, wie einwandfrei festgestellt wurde, abgegeben worden sind, nicht gehört. Ein Verschulden könne ihn daher nicht treffen. Da die gestrige Beweisaufnahme kein einwandfreies Bild ergab, ordnete das Gericht auf Antrag des Vertreters der Anklagebehörde und im Einverständnis mit dem Verteidiger einen Augenscheintermin an. Die Sache wurde daher ausgesetzt. Leder kämpfe mit im VOA.! Vortrag im Vottsbund für das Deutschtum im Ausland. Am gestrigen Donnerstagabend fand in der Neuen Aula der Ludwigsuniversität ein Vortragsabend des VDA. statt, der sich eines guten Besuches erfreuen konnte. Der Leiter der Ortsgruppe Gießen des VDA., Kreisdirektor Dr. Lotz, hieß die zahlreich Erschienenen herzlich willkommen und begrüßte insbesondere die Vertreter der Partei, der Wehrmacht, an deren Spitze Generalleutnant Oßwald, ferner die Leiter und Lehrer der hiesigen Schulen und als Vertreter der deutschen Jugend, den NS.-Studen- tenbund, die HI. und den BDM. Die Grundlage der nationalsozialistischen Weltanschauung sei Deutschland, der deutsche Boden und das deutsche Volk. Heute gehe das Derbundenheitsgefühl der Deutschen aus den Grenzen heraus zu den Brü- dern und Schwestern, die in schwerem Kampf um die Erhaltung ihres deutschen Volkstums stünden. Kreisdirektor Dr. Lotz begrüßte dann den Redner des Abends, Pg. R i g e r l, der aus eigenem Erleben den schweren Kämpf unserer Volksgenossen jenseits der Grenzen an einigen Beispielen aufzeigen würde. Pg. Rigerl, Bundesredner des VDA., ging zunächst aus den tieferen Sinn der Vortragsabende des VDA. ein und gab den Zweck und das Ziel dieser Vorträge bekannt. Er erklärte das völkische Selbstbewußtsein und sprach von der nötigen Aufklärung, die im Reich zu erfolgen habe. Viel werde heute vom deutschen Volke gesprochen, aber was sei denn eigentlich das deutsche Volk? Das deutsche Volk sei keine bloße Summe von Staatsbürgern, sondern ein Volk eines Blutes, lieber 100 Millionen Volksgenossen umfasse das deutsche Volk, und in 21 verschiedenen Staaten und Ländern wohnen deutsche Brüder. Nachdem das deutsche Volk sich wieder auf sich selbst besonnen habe und stark geworden sei, habe es bei den Gegnern sofort Haß geerntet. Die draußen lebenden Volksgenossen seien heute stolz auf ihr Mutterland und brächten gerne jedes Opfer für ihr deutsches Volkstum. An Beispielen aus Oesterreich und aus dem Sudetenland schilderte der Redner dann die Gefühle unserer Volksgenossen jenseits der Grenzen und hob die hohe Bedeutung des Begriffs Deutschland draußen, fern vom Mutterland, hervor. Der Kampf draußen sei immer völkisch gewesen, und Volksgemeinschaft sei schon immer draußen gepflegt worden. Im Reiche müsse man dankbar sein und richtig empfinden, welch großes Glück es sei, deutscher Staatsbürger zu sein. Jeder müsse den Kampf des Volksbundes für das Deutschtum erkennen und Mitkämpfer für die Erfüllung des ersten Parteiprogrammpunktes werden. Am Schluß seiner interessanten Ausführungen kam der Redner noch auf die Entwicklung des Volks» bundes zu sprechen und hob besonders die heutigen großen Aufgaben hervor. Der Ruf „Deutschland erwache!" sei auch über die Grenzen gedrungen und habe dort starken Widerhall gefunden. Sein Schlußwort war ein Appell zur Mitarbeit im VDA. Kreisdirektor Dr. Lotz dankte dem Vortragenden für seine eindrucksvollen Ausführungen und unterstrich nochmals die Pflichten, die wir als deutsche Volksgenossen zu erfüllen haben. Hoffentlich werde die Zahl der Streiter im VDA. wachsen, um die vom Führer gestellten Ziele zu erreichen. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer wurde der Abend geschlossen. Die Mithilfe der Iran in der Kolomalarbeit. Vortragsabend des Neichskolonialbundes. Im Zeichen des Advents stand der Vortragsabend der Ortsgruppe Gießen des Reichskolonialbundes am aestrigen Donnerstag im „Bürghof", der sehr gut besucht war. Frau Mac Lean (Wiesbaden), die in Südwest- asrika war und ihre Eindrücke in schöner Weise wiederzugeben verstand, sprach über die Mithilfe der Frau in der Kolonialarbeit. Schon Dr. Peters fand in F. v. Bülow eine Frau in Südwest vor, die dort eine Krankenstation errichtet und gegen das Malariafieber gekämpst hatte. Und eine zweite tapfere Frau nannte die Rednerin, A. v. Liliencron, die in der Zusammenarbeit mit dem kürzlich verstorbenen Gießener Universitätsprofessor Dr. Kuhn Außerordentliches in den Kolonien leistete. Sehr anschaulich schilderte die Vortragende die. segensreiche Arbeit des früheren Frauenbundes, dem es zu verdanken ist, daß durch die nach den Kolonien vermittelten weiblichen Hausangestellten deutsche Familien gegründet wurden, die ein starker Hort des deutschen Volkstums wurden. Durch die im Lande geborenen Kinder entstanden die festesten und zuverlässigsten Blutsbande. Diese zu erhalten und zu festigen ist mit eine Aufgabe des neuen Reichskolonialbundes, der nicht nur das Volk mit dem kolonialen Gedanken erfüllen, sondern sich auch um die Volksgenossen in den Kolonien zu kümmern hat. Die Rednerin setzte dann die Arbeit ausein- anber, die die deutsche Frau dabei hat, die sich von der tapferen Farmersfrau nicht überbieten und diese nicht in ihrem Kampfe um das deutsche Wesen allein lassen darf. Für diese Arbeit bringt die Frau das Gemüt mit. In erster Linie besteht diese in der Erhaltung von Schulen und Schülerheimen. Zwei neue Schulen sollen m Kürze erstehen und Zeugnis dafür ablegen, daß Deutschland seine Kolonisten nicht vergessen hat. Weiterhin soll in Kamerun ein Erholungsheim erstehen, in dem die zahlreichen Deutschen, namentlich die jungen kinderreichen Frauen, in mehr als tausend Meter Höhe Entspannung finden sollen. Es sollen weiter Stipen- dien für 70 Jungens und Mädels aus den Kolonien aufgebracht werden, die im Vaterland ihre Berufsausbildung erhalten werden, damit ihnen ihr Lebenskampf erleichtert wird und sie dem deutschen Volkstum erhalten bleiben. Und schließlich sollen weibliche Hausangestellte, die einmal Farmerfrau werden wollen, vermittelt werden. Darüber hinaus warb die Rednerin für die Weihnachtskiste und das Leseversandwerk. Frau Hummel dankte der Rednerin unb ermunterte zur Werbung für die koloniale Arbeit. Zu diesem Zwecke soll auch im Sommer in Gießen eine größere Veranstaltung stattfinden. Ganz besonders warb sie um die Füllung der Weihnachtskiste, die stets bis zum Juli jedes Jahres versandtbereit sein muß. Für die Patenstelle eines Gebietes in der Nähe des Kilimandscharo fehlen vor allem Bücher und Zeitschriften. Es können solche sein, die im Haus gelesen werden, nur müssen sie regelmäßig monatlich zur Verfügung gestellt werden. Die Sammelstelle hat Frau Bickel, Kaiserallee 18, übernommen. Abschließend wies Frau Hummel auf die gute Zusammenarbeit des Reichskolonialbundes mit der NS.-Frauenschatt, dem Frauenwerk und dem VDA. hin und rief oie Frauen zur Mitarbeit auf. Aus -er engeren Heimat. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 25. Nov. Als Abschluß der diesjährigen Hebungen wurden die hiesige Frei- willigeFeuerwehr und die P f l i ch t s e u e r- w e h r zu einer Nachtübung unverhofft alarmiert. Der Verlauf der Hebung kann als sehr gut bezeichnet werden, da trotz der weiten Entfernung des Brandobjektes vom Gerätehaus die Geräte in kürzester Zeit löschbereit waren. Der gleichzeitig oorgenommene Rettungsversuch mit der mechanischen Leiter klappte ebenfalls tadellos. Besonders hervorzuheben ist, daß an der Hebung 85 freiwillige Feuerwehrleute teilnahmen. Anläßlich des 59jäh- rigen Bestehens der Wehr veranstaltete diese einen Kameradschaftsabend, zu dem u. a. der Kreisfeuerwehrführer B o u f f i e r mit feinem Führerrat, Vertreter der Wehren van Gießen, Lollar und Klein- Linden, sowie Ortsgruppenleiter W o b k e r und Bürgermeister Rinn erschienen waren. Nach Begrüßung der Gäste und Kameraden durch Wehrleiter Schmidt wurde der Toten durch eine Minute Stille gedacht, während die Kapelle das Sieb vom guten Kameraden spielte. Nach dem Sieg-Heil auf den Führer sprach Kreisfeuerwehrführer Bouffier, gleichzeitig im Auftrag der Gäste, und forderte die Wehr u. a. auf, auch weiterhin geeignete Kräfte zur Feuerwehrschule zu entsenden, damit in Zukunft immer genügend ausgebildete Kräfte für die einzelnen Geräte vorhanden seien. Ferner bat er, die Schule finanziell weitgehend zu unterstützen, damit diese gemeinnützige Einrichtung erhalten werden könne. Anschließend hielt Dr. R e i d t einen interessanten Vortrag über die Vorgeschichte Heuchelheims, der mit reichem Beifall aufgenommen wurde. s. Lang-Göns, 25. Nov. Am Dienstagnachmittag fand ein Gemarkungsrundgang von Mitgliedern des hiesigen Obstbauvereins durch die Baumanlagen statt. Gartenbauinspektor Rentsch (Friedberg) gab bei diesem Gang lehrreiche Aufschlüsse über die Pflege und Behandlung der Obstbäume. Er begrüßte es, daß überall Kleb- gürtel für die Bekämpfung des Frostspanners angebracht waren, und gab den Rat, in den nächsten Jahren auch die Zwetschenbäume mit Leimringen zu versehen. An den Klebgürteln konnte man deutlich feststellen, daß gerade in diesem Jahre die Frostspannerweibchen sehr zahlreich auftreten. Eine gesellige Zusammenkunft in der „Post", bei der noch weitere Fragen des Obstbaues, vor allem die Bekämpfung der Wühlmaus, behandelt wurden, beschloß den anregenden Nachmittag. — Die NS. ° Frauenfchaft sammelte dieser Tage Kleidungsstücke für das WHW., ebenso am Sonntag der BDM. Kinderwäfche. Beide Sammlungen fielen befriedigend aus. — Im letzten Kirchenjahre ft ar • b e n in unferm 2000 Seelen zählenden Dorfs e l f Gemeindemitglieder. Das ist im Vergleich mit früheren Jahren, auch im Vergleich mit anderen Gemeinden, eine sehr geringe Zahl. kreis Alsfeld. —.— Homberg, 25. Nov. Dieser Tage wurde hier im Rathaussaal ein Luftschutzlehrgang eröffnet. Gemeindegruppenführer Allendörfer wies zunächst auf die Notwendigkeit dieser Kurse hin. Studienassessor Dr. Franz (Alsfeld) sprach anschließend in grundsätzlichen Ausführungen über das Thema „Selbstschutz und Volksschutz". Im weiteren Verlaufe des Abends wurde der Film „Volk in Gefahr" gezeigt, der einen umfassenden Heberblick über die Organisation und die Arbeit des Luftschutzes vermittelte. Baurat Krause (Alsfeld) sprach noch über „Bodenentrümpelung" und über die zweckmäßige Ausgestaltung der Schutzräume. — Unser Einwohner Konrad Becker konnte in körperlicher und geistiger Frische seinen 82. G e b u r t s» tag feiern. + Groß-Felda, 24. Nov. Der älteste Mann unserer Gemeinde, der Flurschütz und Wiegemeister Peter S ch a r m a n n, der im Alter von 92 Jahren stand, wurde unter starker Beteiligung der Bevölkerung zu Grabe getragen. Der hochbetagte Mann hat sich besonders um die hiesige Kriegerkameradschaft verdient gemacht, deren Gründer und Ehrenvorsitzender er war. Bis in fein hohes Alter hinein konnte er den Verein führen. An allem Geschehen nahm er regen Anteil. Peter Scharmann war der letzte Altveteran von 1870/71 in der hiesigen Gegend. Zahlreiche Kranz- und Blumenspenden ließen erkennen, daß sich der Verstorbene aller Wertschätzung erfreute. Kreis Wetzlar. <£ Rodheim a. d. Bieber, 25. Nov. Heut« gegen 12.15 Hhr ereignete sich hier ein Verkehrsunfall. Eine Frau, die ihr kleines Mädchen aus der Kinderschule abgeholt und hinter sich auf das Fahrrad gesetzt hatte, fuhr die steile Vetzberger Straße herunter. Als sie in die Adolf-Hitler-Straße einbiegen wollte, näherte sich ein Lastwagen aus Bieber. Die Frau verlor die Gewalt über ihr Rad und fuhr mit voller Wucht gegen das Lastauto^ Dem geistesgegenwärtigen Fahrer des Wagens war es zu verdanken, daß das Hnglück nicht schlimmere Folgen hatte. Er brachte seinen Wagen auf der Stelle zum Stehen. Die Frau wurde im Fallen gegen ein Rad des Waaens geschleudert. Sie erlitt dabei nicht unerhebliche Verletzungen am Kopfe urfb mußte sich sofort in ärztliche Behandlung begeben. Das Kind kam wie durch ein Wunder ohne ernsteren Schaden davon. Auch das Fahrrad blieb unversehrt. Q] Wißmar, 24. Nov. Die NSV. hat im Hause des Dachdeckers Fr. Rau, Bahnhofstraße, eine Geschäftsstelle eingerichtet, die allabendlich geöffnet ist. — Der Reichsluftschutzbund zeigte im Saale von Wolf den aufklärenden Film „Volk in Gefahr", der für Kinder und für Erwachsene zur Vorführung gelangte. — Im Gemeindewald wurde mit der Holzfällung begonnen. Es sind ausschließlich Kleinlandwirte damit beschäftigt. — Die neuerbaute Kleinkinder sch ule konnte ihrer Bestimmung übergeben werden. Sie wird bereits von nahezu 100 Kindern besucht, die von zwei Kindergärtnerinnen und einer Hilfskraft betreut werden. O Dornholzhausen, 24. Nov. Der hiesige Turnverein hielt seine Herbstversammlung bei Gastwirt Schiefer st ein ab. Vereinsfuhrer S t r a ß h e i m erstattete den Geschäftsbericht, der recht günftig lautete. Eine größere Veranstaltung im vergangenen Sommer brachte dem Verein einen schönen ideellen und wirtschaftlichen Erfolg. Im Verlaufe der Versammlung wurde beschlossen, zwischen den Jahren einen Familienabend zu veranstalten, der mit der Jahres-Hauptversammlung verbunden werden soll. Mordverdacht bei vorgetäuschtem Verkehrsunfall. 2) ot m ft a b t, 25. Nov. (Lpd.) Die Justizpresse- stelle Darmstadt teilt mit: „Die Meldung über einen angeblich am 10. November d. I. in der Nähe von Gensingen in Rheinhessen erfolgten Kraftwagenunfall führte zur Einleitung eines staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahrens gegen den Kraftwagenführer Jakob K r o l l m a n n aus Sprendlingen (Rheinhessen), dessen Ehefrau bei den ersten Hntersuchun- gen an Ort und. Stelle tot neben dem Kraftwagen aufgefunden wurde. Bestimmte Anhaltspunkte dafür, daß kein Verkehrsunfall, sondern die Verschleierung einer Straftat Krollmanns vorlag, verstärkten sich schließlich derart, daß Krollmann am 22. November wegen Mordverdachts in Hntersu- chungshaft genommen werden mußte. Der Verhaftete hat noch am gleichen Tage zugegeben, feine Ehefrau durch Schläge auf den Kopf getötet zu haben. Nähere Einzelheiten können mit Rückficht auf den Stand des Hntersuchungsver» fahrens vorerst nicht bekanntgegeben werden. Zu sämtlichen bisher in der Tagespresse veröffentlichten Tatschilderungen ist jedoch zu bemerken, daß sie in der Einzeldarstellung des Vorfalles teilweise un- richttg und teilweise noch unbestätigt sind." Jtunbfunfprogramm Samstag, 27. November. Tag der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". 6 Hhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Früh- konzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkskonzert. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Gaunachrichten. 11.45: Deutsche Scholle. 12: Werkskonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Fertig — los! Die neuesten Schallplatten am Start. 15.15: Volk und Wirtschaft. 15.30: Durch die Abteilungen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". 16: Frohe Dorfgemeinschaft: Schwarzwald — Wetterau — Eifel — Kurhessen. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Militärkonzert. 20: Das vergnügte Orchester. Heitere Szenen und Lieder um ein Orchesterkonzert. 22: Nachrichten. Mandine seht sich durch Roman von Hans-Joachim Ireiherrn von Reihenstein Copyright by Carl Ouncker 33. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Meine Argumente dagegen kennst du", sagte Schrader ruhig. „Jawohl, deine moralischen Argumente kenne ich. Aber ich finde, du bist der letzte, der es nötig hat, mir Moral zu predigen." „Red' keinen Unfinn. Du kannst doch nicht in eine Bar gehen." „Warum denn nicht? Ich will mich amüsieren." „Dann amüsier dich bitte ohne mich." „Ach geh, Schatzi. Für dich bleibt noch genug Zeit übrig. Ich habe bis morgens um 5 Hhr Dienst. Wenn ich dann bis Mittag schlafe, kannst du noch sehr viel von mir haben." Das bloße Wort Dienst in diesem Zusammenhang machte Schrader wütend. Er wollte zu seinen Kranken zurück. „Quatsch", sagte er. „Ich habe dir gesagt: entweder eine Bar oder ich. Ich will mit solchen Sachen nichts zu tun haben." „Aber ich will meinen eigenen Weg gehen." „Dann geh einen anständigen Weg!" „Einen für höhere Töchter, ja? Das liegt mir nicht. So ein Hnschuldslamm wie deine Blondine ist eben nicht jede. Die hat alles Zeug zur alten Jungfer." „Was hat denn das damit zu tun?" fragte er irritiert. „Nur das, daß ich nicht versauern will. Dazu bin ich nicht in Berlin . „Das magst du halten, wie du willst. Wir trennen uns jedenfalls. „Dann wird nichts mit Freitag?" fragte Greta lieblich. „Nein." „Also dann nicht. Auf Wiedersehen!" rief sie schnippisch. Aber sie mußte sich sehr dazu zwingen. Um seinen Aerger abzureagieren, ehe er wieder zu den Kranken ging, blätterte Schrader in feinem Notizblock. Umständlich strich er das vereinbarte Rendezvous mit Greta am Freitag aus. Dabei fand er die Adresse von Frau Molny. Sie hatte ihn oft gebeten, sie zu besuchen, wenn sie wieder zu Hause wäre. Er sollte das wirklich tun. Im Zusammenhang mit Frau Molny fiel ihm Blondine Hertel ein. Vielleicht traf er sie dort wieder. Was hatte Greta für eine Bemerkung gemacht: „So ein Unschuldslamm wie deine Blandine ist eben nicht jede." Schließlich, was man Greta auch nachsagen konnte — ein Urteil in diesen Sachen hatte sie doch! Er mußte lächeln. ♦ Briefe können solch ein Segen und können solch ein Schrecknis sein. Es sollte Leute geben, die einem Brief von außen ansehen, ob er Beruhigung ober Qual enthält. Etwas können wir dos vielleicht olle. Blondine Hertel hielt einen Brief in Händen, der sah einfach scheußlich aus. Es konnte gar nichts Gutes darin stehn. Wer schrieb ihr einen so unordentlichen Wisch, in ungeschlachter Handschrift hingehauen. Sie sah die Unterschrift an, und ihr Schreck verttefte sich: Lüdtke! Der auf die Empfehlung ihrer Mutter hin bei Professor Lambertz angefteUte Chauffeur. Er beschuldigte sie, sie habe Harry Engemann aus gemeiner Berechnung an sich herangezogen und ihm alles Geld abgelockt. Als er nichts mehr besessen habe, habe sie ihn kaltherzig abgehängt. Dadurch habe sie ihn zur Verzweiflung getrieben. Die Autokatastrophe sei kein Zufall, sondern beabsich- tigter Selbstmord gewesen. Sie sei also nicht nur an Engemanns Tod schuldig, sondern auch daran, daß ßucienne bei diesem Selbstmordversuch mit- verunglückt war. „Wollen Sie nicht wenigstens Ihr Gewissen erleichtern?" schrieb Lüdtke. „Ich habe immer gedacht. Sie würden noch einen Rest von Anstand haben, daß Sie sich selber stellen. Es scheint ja nicht so!" Was Lüdtke damit meinte, wußte Blandine überhaupt nicht. Er wahrscheinlich auch nicht. Es schien ihm nur so richtig. Dann drohte er noch mit einer Anzeige bei der Polizei. Blandine war vollständig zerschlagen. Wie konnte ein Mensch auf der Welt so etwas von ihr denken!? Sie. brauchte lange, ehe sie den Wust von Unsinn überhaupt begreifen konnte. So wenig paßte er in ihr sauberes Weltbild. Aber Lüdtke schien wirklich von dem Blödsinn überzeugt zu fein, den er da schrieb. Blandine flüchtete mit dem Brief in ihr Zimmer. Es grauste ihr vor Menschen, die solche gemeinen Gedanken überhaupt denken konnten. Sie wußte vor Scham, daß etwa jemand außer ihr diesen Brief jemals lesen könnte, nichts anderes damit anzufangen, als daß sie ihn in ganz kleine Stücke zerriß. Dann wufch und bürftete sie ihre Hände. Franz Lüdtke wartete auf Antwort.' Er konnte sich nicht vorftellen, daß jemand einen derartigen Brief unbeantwortet lassen würde. Er fand, die einfachste Klugheit hätte Blandine Hertel jetzt sagen müssen, es sei besser, sich mit ihm gut zu stellen, als ihn links liegenzulassen. Sie konnten sich doch einmal miteinander aussprechen. Vielleicht klang dann manches gar nicht so schlimm. Aber ihn einfach tot- schweigen, das war dumm und hochnäsig von dem Mädel. Franz Lüdtke wußte es so einzurichten, daß er möglichst oft in der Nähe des Büros war, wenn die Post für die Klinik kam. Sobald er nach Haufe kam, sah er in den Türbriefkasten und fragte seine Wirtin außerdem, ob etwas für ihn da sei. Und als am dritten Abend noch immer keine Antwort von Blandine gekommen war, da setzte er sich an feinen Tisch mit der rot tarierten Decke und begann, einen andern Brief ins Unreine zu schrei» ben. Beim Schein einer spärlich leuchtenden Birne malte er in möglichst deutlichen Buchstaben: „Sehr geehrter Herr Polizeileutnant! Es befindet sich in Ihrem Revier ..." Er mußte noch einmal aufstehen, denn der Tisch wackelte, wenn er den Arm fest darauflegte. Er nahm ein altes Stück Packpapier, riß eine Ecke davon ab, kniffte sie sorgfältig mehrmals zufammen und schob sie unter das eine Tischbein. Dann probierte er, ob der Tisch fest stehe und setzte sich beruhigt wieder an seine Arbeit. * Blandine Hertel saß am Abend mit Diehls im Wohnzimmer zusammen. Als das Telephon läutete, ging sie ins Nebenzimmer. «Hier bei Professor Diehl." ~ - Eine etwas heisere männliche Stimme antwortete: „Kann ich mal Frollein Hertel sprechen?" „Am Apparat", sagte Blandine zögernd. Denn die Stimme gefiel ihr nicht. „Na, dann ftimmt’s ja. Hier Lüdtke! Blandine zitterte vor Schreck, und die Gegenstände im Zimmer verloren auf einmal ihre scharfen Konturen. „Weshalb ham Se denn auf meinen Brief nid) jeantroortet? Um eene Korrespondenz mit mir anzufangen, bin ich woll nich fein jenuch?" Blandine antwortete nicht. Sie hätte auch gar nicht antworten können, denn ihre Zähne klapperten vor Angst aufeinander. Ihr Schweigen schien Lüdtke noch mehr zu reizen. Halb ging an ihrem Ohr vorbei, was der Mann da förmlich in den Apparat hineinspie an Wut, Enttäuschung und Beleidigungen. Sie fühlte daß ihre Knie wankten. Sie wollte den Hörer beiseitelegen, nichts mehr begreifen! Sich nicht mehr bespritzen lassen von diesem Unflat und Gift. Ihre Linke mit dem Hörer bewegte sich, um ihn aufzulegen. Aber sie wußte nicht mehr, wohin. Gleichzeitig griff sie mit der rechten Hand nach einer Sessellehne, um sich zu stützen, weil sie schwankte. Diehls hörten im Nebenzimmer ein Möbelstück umstürzen und noch einen anderen, dumpferen Fall. Sie eilten herzu, hoben die ohnmächtige Blandine auf und betteten und betreuten sie. Frau Diehl nahm die Sache sehr ernst. Nachdem sie Blandine in ihrem Zimmer zu Bett gebracht hatte und annehmen konnte, daß sie schlief, besprach sie mit ihrem Gatten, was zu tun sei. „Mir ist in letzter Zeit schon ein paarmal ausgefallen, wie elend sie aussah. Als sie zu uns kam, war sie viel frischer." „Vielleicht bekommt ihr die Arbeit hier nicht", meinte ihr Mann. „Dann müßte sie ein inneres Leiden haben, und wir wissen es nicht. Ich möchte mir eigentlich mal die Mutter kommen lassen. Denn ich möchte klar sehen." Ihr Mann fand das richtig. „Weißt du denn die Adresse der Mutter?" Frau Diehl wußte sie nicht. „Sie hat übrigens bestimmt kein Telephon." x. Fortsetzung folgt n 7747 A Bergstiefel 86.— 78.- 88.- im Alle LODEN FABRIK Allein- verkauf KOHLER M Gießen, Seltersweg 17 7758 A Stadtpoet TEXTILHAUS e die Zigarre • wetAe die Kenner schon lange ge* wiinsdii haben» Erzeugnisse der Kennen Sieschon dieses Zeichen? Nein! Dann kommen Sie bitte in Plockstraße 12 Nochmals einprägen Fritz Hahnemann,Gießen Plockstraße 12,Telefon 2196 ______________7762 A Woll-Cottete hochwertige Qualität, in schönen Farben, für n OE fesche Nachmittagskleider, 100 cm breit, Meter Z«0u Zweierlei warme die gesundeste Methode ist die nämlich: Möglichst viel Eigenwärme aufspeichern durch einen molligen Mantel von KÖHLER, der nicht nur warm hält, sondern Ihrem Äußeren auch eine persönliche, charaktervolle Note verleiht. 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Brennendes Benzin wird nicht mit Wasser, sondern mit Sand und Tüchern erstickt. (Siehe auch Waschbenzin.) Benzoesäure, aus Harzen oder auch künstlich hergestellt, wird beim Einmachen verwendet, da sie Gärung und Fäulnis.verhindert. Einmachtabletten, die Benzoesäure enthalten, werden dem Eingemachten erst nach dem Kochen zugesetzt. Benzoetinktur. Losung von Ben- zoeharz in Alkohol, Desinfektionsmittel, wird mit Rosenöl gemischt als ..Junqfernmilch" zu kosmetischen Zwecken verwendet. Benzol, Kohlenwasserstoff, aus Steinkohlenteer gewonnen, wird wie Benzin als Treibmittel benutzt. Beratung, s. Rechtsberatung, Berufsberatung. Bergkristall. Abart von Quarz oder Kieselsäure in verschiedenen Farben. Am bekanntesten der rauchgraue oder braune Rauchquarz oder Rauchtopas. Bergluft, s. Höhenluft. Bergstiefel, festes genageltes Schuhzeuq mit die Knöchel stützendem Schaft, das wasserdicht und doppelgenäht sein soll. XMM1 DAS FÜHRENDE F AC kg ESC HXFT in <5 L AS- U ND J>O R^ E ILAN WAREN s Mlüuto Kns N 9[ininiett dq ö’e erlitt °P|e ch begeben, ^sterey ^rsehrt. Milch QO, nd rei te lm „Volk schiene -m-ewaib : Es sich 'stlgt. e tonnte wich be. Zwei ft betreut « hiesige aluna bei '"wführer richt, der ^Haltung kein einen A» 3m 'M, zwi, Zu Der» fammlung Lamaismus, das Leben der Hirten ünd Bauern, Tibet und vieles andere aus jenem mysteriösen Lande. Im Teil I „Zwischen Leben und Tod" begleiten wir den Autor im Geiste auf seiner Flucht, im Teil II schildert er uns „Das Land der Dämonen", Teil III gibt uns Blicke auf „Das Herz Asiens in Zuckungen", im Teil IV wird dem Leser „Der lebende Buddha" vorgestellt, Teil V als Schluß behandelt „Das Mysterium der Mysterien, der König der Welt." Mit starker Spannung liest man diesen fesselnden Erlebnisbericht, der den Menschen des Abendlandes eine überaus interessante Welt in vielseitigen Blickmöglichkeiten erschließt. Ernst Blumschein. — Handbuch der geographischen Wissenschaft. Herausgegeben von Universitäts-Professor Dr. Fritz Klute (Gießen) unter Mitwirkung führender Gelehrter. Etwa 4000 größere Textbilder und Kärtchen, gegen 300 Farbbilder, viele Kartenbeilagen. Preis pro Lieferung 2,40 Mark. Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion, Potsdam. — In den eben erschienenen Lieferungen 126 bis 131 schildert Kurt Helbig Vorderindien, auch geographisch-wissenschaftlich eine Welt des Wunderbaren. In diesem Lande fast von der Größe eines Erdteils sind 43 v. H. des Waldbestandes immergrüne Regenwälder, in denen allein 230 Palmen- und 120 Bambusarten gedeihen. Aufschlußreich ist auch die Darstellung der Bevölkerung Indiens, der Rassenverteilung und des Sprachgewirrs: allein 222 verschiedene Idiome zählt man. Von der gleichen Blickweite und Eindringlichkeit ist die Schilderung Afrikas, die der Herausgeber Fritz Klute fortsetzt. Aus den neuen Beiträgen zur allgemeinen Geographie fesselt die Arbeit Hassingers über die Geo- Büchertisch. — Das Land Loddien. Roman von Ulrich Sander. (Verlag Wilh. Gottl. Korn, Breslau. Brosch. 3,50 Mark. Gebd. 5 Mark.) — (398) — Der Dichter führt seine Leser nach Pommern, wo er sie den Kampf pommerischer Bauern um ihren Grund und Boden gegen das übermächtige und rücksichtslose Andrängen der Industrie in der Systemzeit und den Kampf aller gegen alle unter den volksfremden und bauernfeindlichen Systemregierungen erleben läßt. Die Menschen und jene Zeiten des deutschen Niedergangs, das Wirken und Kämpfen aufrechter Männer, der höllische Totentanz des Volkes auf den aus allen Fugen gegangenen Lebensgrundlagen, aber auch den Anbruch einer neuen Zeit, die dem Bauer wieder gibt, was ihm gebührt, alles das ist von dem Dichter in packender Gestaltung und mit fesselnder Sprache voll greifbarer Plastik herausgearbeitet. Der Leser wird dieses Buch mit Befriedigung aus der Hand fegen. Ernst Blumschem. _ Tiere, Menschen und Götter. Von Ferdinand Antonio O s s e n d o w s k i. Herausge- aeben von Wolf v. Dewall. (Societäts-Verlag, Frankfurt a. M. Gebd. 3,90 Mark.) — (296) — Ein sehr interessantes Buch. Ossendowski schildert darin seine überaus abenteuerliche Flucht aus Sow- jetrußland im Jahre 1920 nach der äußeren Mongolei, feine geradezu phantastischen Erlebnisse in diesem Lande mit seinen Rätseln und leidenschaftlichen Spannungen, die fast mythische Gestalt des Barons von Ungern-Sternberg und dessen Kämpfe gegen die Sowjets, den Untergang der sibirischen Weißen Armee, die geheimnisvolle Welt des Elche zwischen Meer unb Memel von Martin Kahles Insgesamt 120 Seiten mit 82 hervorragenden Naturaufnahmen des Verfassers auf 56 Kunstdrucktafeln. In Leinen gebunden RM. 3,60. Aus dem Inhalt: Parade im Frühling-Ein Elchkalb torkelt ins Leben-Sm Sommerglühen-Elk, der Schaufler vom Meer — Di« hohe Zeit — Der Kopitalschaufler von Helenawerder — Der Starke und der Dolchendige-Auf der Hochdüne-Elche im Schnee. Der Verfasser ist in seiner Heimat bekannt al» ein ausgezeichneter Elckkenner. Sein Leben lang hat er dieses urwüchsige Tier der heimischen Landschaft auf der Kurischen Nehrung und im nördlichen Teil der Memelniedcrung beobachtet und bietet nun au» seiner umfangreichen Lichtbildsammlung die schönsten Ergebnisse seiner jahrzehntelangen Kamerajagd in einer überraschenden Fülle und Vielseitigkeit. Daß er aber nicht nur einer unserer besten Naturlichtbildner, sondern auch ein außergewöhnlich begabter Schriftsteller ist, der seine Erlebnisie spannend und unterhaltsam zu berichten weiß, wird die Freude am Besitz dieses schönen Buches verdoppeln. Alle Jäger und Freunde der Natur müssen dieses schöne Elchbuch besitzen. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen und der Verlag entgegen. Hugo Bermühler Vertag, Berlin-M" graphie des Menschen. Die Wanderwege der Menschheit, die Rassen und die Anfänge der menschlichen Kultur mögen aus diesem tief fundierten und glänzend geschriebenen Kapitel genannt sein. Die Darstellungen von M. Hannemann über „Die Erde als Ganzes" und W. Meinardus über Klimatologie runden den Inhalt der Lieferungen ab, die erneut einen Begriff von der Reichhaltigkeit und der Qualität des „Handbuchs der geographischen Wissenschaft" geben. — Der Alte Fritz im Volksmund. Geschichten und Schwänke. Herausgegeben von Heinz Diewerge. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München. Preis 80 Pf. — (458) — Nichts spricht mehr für die Liebe und Verehrung, die bis auf unsere Tage die Gestalt des großen Preußenkönigs unsterblich machen, als die Fülle der Geschichten und Schwänke, deren schönste in diesem Bändchen gesammelt worden sind. Was sich das Volk vom Alten Fritz erzählt, schlicht und recht, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, jene schnurrigen Anekdoten, treuherzigen Sagen oder lustigen Mären, die in den verschiedensten deutschen Landschaften von Mund zu Mund gehen, ist darin aufbewahrt. — SBfiefe des Generals Neith ardt von Gneisenau. Ausgewählt und eingeleitet von Erich Botzenhart. Verlag Albert Lanaen/Georg Müller, München. Preis 80 Pf. — (461) — Der Aufstieg Gneisenaus, eines der größten Soldaten unserer Geschichte, kann unserem Volke nicht besser zum Bewußtsein gebracht werden, als durch diese Sammlung seiner wesentlichsten Briefe. Begabt mit den höchsten Kräften des Willens und des Charakters ist er der Erwecker eines neuen Ethos des Soldatentums gewesen. Seine Gedanken, die tzie Gegen- I ihre W' n Brief n«t mit mir«»' (m ihm »eigen W» nlich 5 NW»» ,5 nie nichts rneh l Äen - nch, um & ÄS । s»311 it hi-- * »s# w und viele herrliche Modell-Anzüge Stutzer oder Uebenjoppcn zum Teil Marke Loden-Frey 24.- 32.- 39.- 46.- 58.- 64.- Für extra starke, schlanke und beleibte Figuren ist in allen Größen vorgesorgt! Lodenjoppen,ßin}.bofen,Rnabenklcidung, Lederjoppen, Lederhofen, Hauben u.band* fd)ube,motorfaj)rerMeidung,Lodenmäntel Belichtung 49 Geldstrafe, Haft oder Gefängnis bestraft. Wird die Beleidigung öffentlich oder durch Verbreitung von Schriften, Abbildungen oder dergleichen begangen, so kann auf Gefängnis bis zu 2 Jahren ober Geldstrafe bis zu 1500 RM erkannt werden. Die Verfolgung tritt nur auf Antrag ein, der innerhalb 3 Monaten gestellt werden muß und zurückgenommen werden kann. Ist eine Ehefrau beleidigt, so kann auch der Mann Strafantrag stellen. Der Beleidigte muß meist Drivatklage erheben, wenn er die Bestrafung erreichen will. Regelmäßig ist ein Sühnetermin vor einem Schiedsmann (Bürgermeister) erforderlich. Belichtung, das öffnen des Verschlusses beim photographischen Apparat, um die Lichtstrahlen auf die Platte oder den Film fallen zu lassen. Die Belichtungszeit richtet stch nach der Jahresund Tageszeit, nach dem Wetter der Gegend (Berggipfel oder See) und danach, ob Aufnahmen im Freien oder im geschlossenen Raum gemacht werden. Um die richtige Velichtungszeit festzustel- len, gibt es Velichtungsmesfer. Benedikt, männl. Vorname, aus dem Lateinischen stammend, mti der Bedeutung „der Gesegnete". Benehmen, das gute oder schlechte Verhalten eines Menschen, gemessen an den Gesetzen des Anstandes und der Moral. Benzin. Aus Petroleum oder Kohlen gewonnene leicht entflammbare Flüssigkeit, die in erster Linie als Treibmittel ver- aüf die Erziehung einer wehrhaften Volksgemeinschaft gerichtet waren, hat er als siegreicher Führer der preußischen Wehrmacht weitgehend verwirklichen können. — Stephan Ludwig Roth. Ein Mär- tyrer des Deutschtums in Siebenbürgen. Auswahl aus feinen Schriften und Briefen von Otto Folberth. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München. Preis 80 Pf. — (462) — Zu den Deutschen, denen die Ration Dank und Nacheiferung schuldet, gehört Stephan Ludwig Roth, der 1849 als Anwalt des deutschen Volkes in Siebenbürgen seine Treue mit dem Tode besiegelte. Seine Schriften und Briefe zeigen uns den Politiker, Volkswirt und Erzieher, der mit Leidenschaft dem Deutschtum im Osten Weg und Ziel wies und ein Verkünder der gesamtdeutschen Sendung wurde. — Walter Hottiger: Der Eichgut- Bauer. Erzählung. Verlag von Friedrich Reinhardt in Basel. In Leinen 3,30 Mark. — (341) — Im Mittelpunkt der Erzählung steht die kraftvolle Gestalt des unverheirateten Tanner, der mit ruhiger Sicherheit erst als Pächter und dann als Eigentümer des Gutes sich durchsetzt. Ihn ergänzt seine gutherzige, bei aller Einfachheit zart empfindende Schwester Marianne. Aber auch diesen nach außen so erfolgreichen Menschen bleiben schwere innere Kämpfe nicht erspart, besonders als die frische junge Magd Lena, der I. Tanner von Herzen zugetan ist, einen begabten, aber leichtsinnigen Burschen heiratet. Hottiger hat die Fäden, die alle Gestalten seiner Erzählung verbinden, geschickt geknüpft. Es ist echtes, fleißiges, gottesfürchtiges und kerngesundes Bauerntum, das uns Hottiger hier in schlichter Sprache vor Augen führt. infoll. ustizprch. über einen Nähe non raftmagen- unaülidjen wagenfüh' Jen (Rhein, lltersuchun. Lastwagen punkte oa* Verschleiß verstärkten im 22Jo< i Untch. er Rech'- en, seine en Sof! len kW ichUIM' erben > ffentli f.ie in reise rm- Gut erhaltener tatieoiei mit Heizöfchen umzugshalber billig abzugeben. Zu erfrag. 05772 Ludwigstr. 29 I. Ein Paar gute Skier billig zu verkauf. Lange 2 Meter. Schr.Angeb.unt. 7755Oa.d.G.A. | Kaufgesuche] All-Gold auch Silbergeld kauft ständig Erich Beyer Juwelier [05725 Bahnhofstraße 1 Telefon 4041. Svez. 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Aus den Abfällen des Bernsteins wird Preßbernstein, Bernstein- lack und Vernsteinsaure hergestellt. Berta, weibl. Vorname germanischer Herkunft mit der Bedeutung „Die Glänzende". Bertram, männl. Vorname germanischer Herkunft mit der Bedeutung „Glanzrabe". Berufsberatung will dem jungen Menschen bei der Berufswahl behilflich sein. Die Berufsberatung obliegt der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Berufsberatung. Die Arbeitsämter und Jugendämter erteilen unentgeltliche Auskunft. Gewerbsmäßige Berufsberater bedürfen einer besondere Erlaubnis. Berufung, f. Urteil. Beryll, Edelstein, dessen Abarten der blaue oder bläulichgrünc Aquamarin, der tief grüne Smaragd. der wasserhelle bis grünlichgelbe Heliodor. Bekanntmachung Die Bauarbeiten für einen Regen- und Schmutz- wasserkanal am Leimenkauterweg und Läuferts- röderweg sollen auf Grund der RVO. öffentlich vergeben werden. 7759D Die Unterlagen sind ab Sonnabend, den 27. November 1937, bei uns zu erhalten. Die Angebote sind bis zum Donnerstag, den 2. Dezember 1937 vormittags 10 Uhr auf dem Städtischen Hoch- und Tiefbauamt, Asterweg Nr. 9, abzugeben, wo die Oeffnung im Beisein der erschienenen Anbieter erfolgt. Zuschlags- und Bindefrist 4 Wochen. Gießen, den 25. November 1937. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. G r a v e r t. M/tc n Qual nimm allemal // / Tropfen 1.— RM, TIUS16X Pastillen-.80 RM. Vorbeugend bei Husten, Heiserkeit, Katarrh. Der quälende Hustenreiz wird schnell beseitigt. Drogerie Bornemann, Eabnhofstr. 17 Drogerie Boraemano Bahnhofstraße 17 Der fehlt Ihnen Wer soviel Wäsche hat wie Sie, dem kann ein solcher Waschkesselofen viel helfen. Es kocht darin schneller, dabei aber spart er auch Brennstoff Sehen Sie sich ihn bald mal an. Oder soll es ein Weihnacht; geschenk sein? J. 8. Häuser Gießen, a. Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145-2146 7303 A Beschädigung von Geschirr oder Einrichtungsgegenständen durch Hausangestellte, s. Abzüge, Schadenersatz. Beschlagen von Brillen vermeidet man, indem man sie mit Glyzerin einreibt und mit einem trockenen Läppchen blank putzt. Fensterscheiben wäscht man zu diesem Zweck mit verdünntem Spiritus unter Beigabe von Glyzerin. BesserungsanstaU.Das Vormund- schaftsgericht kann Kinder zum Zwecke der Erziehung in einer Besserungsanstalt unterbringen, wenn das geistige oder leibliche Wohl der Kinder durch schuldhafte Verletzung der Elternpflicht gefährdet ist, z. B. die Arbeitskraft des Kindes wird übermäßig in Anspruch genommen, Überschreitung des Züchtigungsrechts, Vernachlässigung des Kindes, ehrloses oder unsittliches Verhalten der Eltern. Steht das Kind unter Vormundschaft, dann kann das Vormundschaftsgericht die Unterbringung auch aus anderen Gründen anordnen. Siehe Fürsorgeerziehung. Bestechung liegt vor, wenn ein Beamter für eine in sein Amt einschlagende Handlung, die nicht pflichtwidrig zu sein braucht. Geschenke annimmt, fordert oder sich versprechen läßt (passive Bestechung), oder wenn jemand einem Beamten Geschenke oder andere Vorteile anbietet, verspricht oder gewährt, um ihn zu einer gegen seine Amtspflichten verstoßenden Handlung zu bestimmen (aktive Bestechung). Beide Fälle sind lum Nikolausmarkt in Wetzlar Samstag, den 27. November 1937, ab 20 Uhr, Sonntag, den 28. November 1937, ab 16 Uhr grofter Tanz-Abenfl! [ Mietgesuche | 1 (oder 2) sehr gut möblierte, behagliche Zimmer (eventl. auch mit Mittagstisch) z. 1. Dez. von Beamten zu mieten gesucht. Schristl. Angeb. m. Preis unter 7745D an d. Gieß. Anzeig. Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr. 7 Druckschriften KX™ °°°°" MWMWWWMWWW in gebundenen Ausgaben klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet, sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr, Industrie und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. 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