Dienstag, 2b. Mover IM 187. Jahrgang Nr. 250 Erstes Blatt Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-,Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. 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Kommunistische Wühlereien sind selten, und wo sie aufgedeckt werden, werden sie unerbittlich ausgemerzt. Unleugbar hat aber die UdSSR. Anziehungskraft auf den alten General besessen. Jahrelang hat die Türkei noch Nutzen von der Rückendeckung durch Rußland gehabt, als sie ihre ersten Gehversuche auf dem politischen Parkett des Westens machte und dabei vor allem England gegen sich hatte. Solange die Türkei nicht Herrin über herrschte. In diesen Zeiten tiefster nationaler Erniedrigung wuchs im Herzen des Freiherrn vom Stein die große Sehnsucht nach einem neuen Reich, das im Innern ein Staat der Freiheit und des Rechtes und nach außen ein Reich der Kraft und Größe werden solle. Seine klär in die Zukunft sehenden Augen und seine in Blut und Boden wurzelnde Art erkannten die Notwendigkeit einer kraftvollen Selbstverwaltung des deutschen Volkes, das in freier und tätiger Mitarbeit ander öffentlichen Verwaltung und den Aufgaben des Staates, ebenso wie der Gemeinden, seine Fähigkeiten entwickeln und die nationale Einheit erleben müsse. Als Freiherr vom Stein im Jahre 1807, vom König in höchster Not gerufen. Preußischer Minister des Innern wurde, begann er alle seine Erfahrungen, die er als Landrat in Wetter an der Rühr gesammelt hatte, im großen Umfange zu verwerten. „Man muß die Nation daran gewöhnen, ihre eigenen Geschäfte selbst zu verwalten" schrieb er an Hardenberg, als er daran ging, die preußische Städteordnung zu schaffen, die zur Grundlage der deutschen Selbstverwaltung werden sollte. Ihm schwebten eine deutsch-germanische Gliederung der staatlichen Verwaltung und der Gemeinden vor und in seinen Schriften sind die Grundsätze der germanischen G e fo l g sch a fts - und Führeridee klar entwickelt. Aber seine Grundsätze sind nicht am grünen Tisch und aus Theorien geboren, sondern organisch aus einer Reihe Erfahrungen aus den tatsächlichen Zu- Ordnungsideal, zu dem sich beide Rationen bekennen und mit dem sie ihr gegenseitiges Verhältnis auf eine dauerhafte und vertrauensvolle Basis zu stellen vermochten. Beruhend auf den Grundbegriffen der Gerechtigkeit x und der Achtung fremden Wesens und fremder Interessen, ist dieses Ordnungsideal aber nicht auf die deutsch-italienischen Beziehungen beschränkt. Es hat vielmehr allgemein gültigen Lharakter. Deshalb glaubt man in Deutschland wie in Italien auch zu der Auffassung berechtigt zu sein, daß der deutsch-italienischen Politik ein beispielhafter und vorbildlicher Zug inne- wohnl, und man wünscht nichts mehr, als daß der realistische, die Lebensrechte und Lebensnotwendigkeiten der Völker achtende und berück- tigende Friedenswille, von dem sich Deutschland und Italien leiten lassen, auch zur Richlschnurderzwischenslaatlichen ihre Meerengen war, lag ihr sehr viel an der Verbindung mit der UdSSR. Die wirtschaftliche und militärische Rüstung der Türkei ist ebenfalls mit russischer Hilfe erfolgt, zu überaus günstigen „Dum- ping"-Bedingungen! Die Neigung Ismets, in der Freundschaft zum Kreml einen unveränderlichen Bestandteil der türkischen Außenpolitik zu sehen, wurde aber nicht von allen maßgebenden Faktoren des Landes geteilt. Inzwischen hat sich zwischen Ankara und Moskau einiges geändert. Im Zusammenhang mtt dem abessinischen Krieg und der spannungsreichen Lage im Mittelmeer hat England seiner traditionellen türkenfeindlichen Politik ein Ende gemacht und die Freundschaft der Türkei gesucht, die um so unbedenklicher gewährt wurde, als die Beziehungen zu Italien stets im Schatten türkischen Mißtrauens gegen die junge Mittelmeer-Großmacht gestanden haben. Es ist aber eine durch zwei Jahrhunderte erhärtete geschichtliche Erfahrung, daß die Türkei als Besitzerin der Meerengen und als Uferstaat des Schwarzen und des Mittelländischen Meeres immer wieder dahin kommt, zwischen Moskau und London wählen zu müssen. Die Freiheit der nur noch dem Chef des Großen Generalstabes, Marschall Fewsi Cakmak, gleich, der seit 1924 Len Auf- und Ausbau der türkischen Wehrmacht geht und andere Interessen hat, so ist es doch eine Erfahrungstatsache, daß ungeachtet der geographischen Entfernung ein Verhältnis bestimmter interkontinentaler Wechselwirkungen zwischen der alten und der neuen Zeit besteht. Wie Europa an der Wohlfahrt des amerikanischen Erdteils interessiert ist (und nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen) und Larin mit eine der Voraussetzungen des wißheil gegeben worden, daß diese Soübarifäf zweier starker und aufstrebender Völker keine Herausforderung oder Bedrohung anderer bedeutet, sondern als eine gemeinsame Bürgschaft für den allgemeinen Frieden und gegenüber den ihm und dem Kulturerbe der zivilisierten Welt drohenden Gefahren wirken will. Ls handelt sich weder um eine exklusive Blockpolitik noch um eine Allianz mit undurchsichtigen und gar aggressiv en Zielen. Das Ziel beider Rationen ist vielmehr klar durch den Mund der beiden Staatsmänner verkündet worden: „Ein wirklich fruchtbarer Frieden, der die Fragen, die sich aus dem Zusammenleben der Völker ergeben, nicht mit Stillschweigen übergeht, sondern sie löst". So wurde das Zusammentreffen Hitler-Mussolini und die Völkerkundgebung auf dem Maifeld ein Appell an alle aufbauenden und ver- skändigungswilligen Kräfte in der übrigen Welt. Im letzten und eigentlichen Sinne ist es eine neue Völkermoral und ein neues ständen und Notwendigkeiten, in denen das deutsche Volk lebte, entwickelt worden, wie sie Stein in der praktischen Verwaltungsarbeit kennengelernt hat. Er verband die äußere Staatsform mit dem Wollen des Deutschen. Er band die deutschen Menschen an das Ganze, verpflichtete sie der Gemeinschaft und machte sie doch, indem sie ein Teil des Ganzen waren, innerlich frei. Er machte erstmalig den Versuch, einen modernen Staatsorganismus auf dem Prinzip einer germa- Nischen Selbstverwaltung aufzubauen. Von der kleinsten Gemeinde, vom Dors über die Kreise, Regierungsbezirke, Provinzen bis zum Staat, mußte nach -seinem Willen die Mitwirkung der Bürger gehen, wenn sie den Staat und alles, was er umfaßte, als ihr gemeinsames nationales Eigentum betrachten sollten. „Ich habe nur ein Vaterland und das heißt Deutschland", so schrieb Freiherr vom Stein, x als er in der napoleonischen Zeit in der Verbannung in Petersburg lebte, an den Grafen von Münster. Sein heißer Wille und sein feuriges, gewaltiges Herz führten ihn durch alle Jahre der Not und Erniedrigung der Nation seinem Ziel entgegen. Er war der große Gegenspieler Napoleons; der geistige Führer der nationalen Erhebung von 1813, der in Liebe zu seinem deutschen Vaterland 'alles, was er besaß, hinopferte. Von Napoleon vertrieben und von seinem König verlassen, mußte der große Staatsmann in der Verbannung in Prag, in Brünn und Troppau, später in Petersburg und Moskau seine Zeit abwarten, die endlich den Sieg der Nation über die fremde Bedrückung kündete. Wenn die Frucht seines Wirkens auch nicht zur völligen Reife gedieh und sein tragisches Lebensende ihn daran hinderte, seine großen staatsmännischen Gedanken zu verwirklichen, so blieb sein Werk doch die Grundlage, auf der der preußische Staat jene neuen Kräfte entwickelte, die ihn fähig machten, ein neues Reich der deutschen Nation zu gründen. Ernst Moritz Arndt hat in der Lebensschilderung des Freiherrn vom Stein die Größe und Leidenschaft dieses deutschen Staatsmannes mit den Worten abgeschlossen: „Ewig dauere das Gedächtnis dieses deutschen Mannes. Frisch stehe seine Tugend in dieser gewaltigen Zeit vor uns, damit wir wissen, wie mir handeln und leiden sollen, wenn das Vaterland uns aufruft!" Reichsaußenminister Freiherr von Neurath erläutert die Grundlagen der deutsch-italienischen Freundschaft eigenen Wohlergehens erblickt, so nimmt man auch jenseits des Ozeans in einer gewiß spezifischen Weise Anteil an der Gestaltung des europäischen Schicksals. Die räumliche Trennung mag es dabei mit sich bringen, daß die europäischen Verhältnisse und Entwicklungen, aus so großer Ferne gesehen, mitunter einer Verzeichnung und Mißverständnissen unterliegen. In jedem Falle aber wird ein politisches Faktum vom Range des Mussolini-Besuches in Deutschland mit seiner eindrucksvollen und unantastbaren Dokumen- Verfügung über die Meerengen hat der Türkei eine Abkühlung gegenüber den Sowjets eingetragen. Der Brand in Spanien hat zudem die Gefahren deutlich gemacht, die durch das rote Rußland verkörpert werden. Auch macht man sich in Ankara Gedanken über den Wert eines sowjetrussischen Freundes, bei dem die Revolution ihre eigenen Kinder frißt! Schließlich hat man oft genug Anlaß gehabt, sich über sowjetrussische Bevormundungsmanieren zu ärgern. Der Rücktritt Ismet Jnönüs in einem solchen Augenblick ist sicherlich interessant. Doch geht es zu weit, anzunehmen, daß nun die Loslösung von der russischen Freundschaft die unmittelbare Folge sein wird. Man wird sich vielmehr weiterhin vornehmlich auf die englische Freundschaft stützen, ohne deswegen Moskau vor den Kopf zu stoßen. Die oberste Richtschnur aber wird mit Sicherheit die sein, in der kommenden Zeit so neutral wie irgend möglich zu sein. Die Haltung der Türkei auf der Konferenz von Nyon war bezeichnend: Schutz der eigenen Küsten vor fremden Piratenschiffen, Ausübung der Seekontrolle durch England und Frankreich und auch Italien, Ausschaltung der Sowjet- fiabmeftoe»feiinber$ütfeii <$tne neue Völkermoral und ein neues Ordnungsideal Don unserem W <$. D.-Derichtersiattei. ___der letzte Sproß der Reichsfreiherren vorn und zum Stein am 26. Oktober 1757 geboren wurde, lag das tausendjährige Erste Reich deutscher Nation im Sterben. Oesterreich und Preußen, Bayern und Sachsen und alle kleinen Fürsten hatten längst den Reichsgedanken aufgegeben. Das „heilige römische Reich" deutscher Nation führte nur noch ein Scheindasein und verfiel endlich der Auflösung. Als der Freiherr vom Stein im besten Mannesalter stand, unterwarfen sich die deutschen Fürsten, die so stolz auf ihre Rechte und Freiheiten dem Reich gegenüber gepocht hatten, im Rheinbund dem Willen Napoleons und Kaiser Franz von Oesterreich legte die Krone des Reiches nieder, das einst das ganze Abendland bereitet. Die neue Türkei verdankt dem kleinen, zähen «schwerhörigen und bei aller Verbindlichkeit hartnäckigen und strengen General sehr viel. Mit dem Blick des Strategen sorgte er für die Ausdehnung des Bahnnetzes, das sich in zehn Jahren von 2500 auf 6500 Kilometer vergrößerte. — Die von ihm eingeleitete Politik der wirtschaftlichen Funfiahr- pläne schuf die Grundlage zu einer heimischen Industrie, die zwar teuer zu stehen kommt, aber die Abhängigkeit vom Ausland mindert und bafjer ----------------- Strenge^auf häufigen und gefürchteten ^pektions- staatsfekretäre eingeführt und schenkt der Heram reifen9fümmerte sich Ismet um die Errichtung eines bildung einer „kemalistisch erprobten, aber auch neuzeitlichen straffen Verwaltungsapparates. fachlich geschulten zweiten Fuhrergeneration Aus- . Sein Nachfolger Celal Bayar ist ein Mann merksamkeit. Es war vor allem Ismet Jnonu selbst, der Wirtschaft der allerdings bisher nur Voll- der auf die Notwendigkeit der zielbewußten Fortstrecker berWeisungen Atatürks und seines Minister- führung der 1919 begonnenen kulturellen politischen Präsidenten wa^ D^e amMche Sprache der Zeitun- und wirtschaftlichen kemaly ttschen«Revolution durch aen milUn dem Wechsel den Abschluß des Militari- Heranziehung junger Kräfte hmrmes fdjen und politischen Ausbaues s°h?n. der von Ismet Eine in politischen und d.plomat,scheu Krepen •Snönü geleitet wurde, während nun di- neue Zeit me such erörterte Frag- Pt tu bes a u,6 n p o I r- das ftärtere tzervorbreten wirtschaftlich geschulter°«nm General Ismet Jnonu Persönlichkeiten verlange. Die maßgebende Zeitung ^,Tan", die sich damit nicht begnügte, sondern weiter» gehende Voraussagen machte, wie Verfassungsände- Tung, Aenderung des Wahlgesetzes, Schaffung eines verjüngten Parlamentes und eines Senates, wurde strafweise mit einem zehntägigen Erscheinungsverbot belegt. Es ist auch für die Türkei belanglos, oj ffich dem Parlament ein Senat anfügen wird ober iob die Abgeordneten auf Grund einer Reichsliste -gewählt werden sollen. Wesentlicher ist schon b i e Äachwuchsfrage in ber Führung, mit ber -man sich bisher so gut wie gar nicht befaßt hat. Erst iim vergangenen Jahr hat man politische Unter- Dem Begründer der deuischen Selbstverwaltung Zum 180. Geburtstag des Reichsfreiherrn vom und zum Stein. Dom Deichs- und preußischen Minister des Innern Dr. Wilhelm Frick. Ankara, 26. Okt. (DRB. Funkfpruch.) IRinifferpräfibent Ismel 3 n ö n ü überreichte dem Präsidenten der Republik fein Rücktrittsgesuch, das angenommen wurde. Der Präsident der Republik be-, auftraate den bisherigen wirtfchaftsminifter Neuyork, 26. Okt. (DNB.) Das Neu- Eelat Bayar mit der Bildung Yorker Hearst-Blatt ,,3d u rna l and -i-v«7 ’ä,,«5 Präsidenten vorgelegte Minifterlifte wurde Neurath „Der Sinn der deutsch-italie- von Atatürk gebilligt. In dem Kabinett nischen Freundschaft": Bayar ist lediglich das besuch des italienischen Regierungschefs Be- num mit Dr. Dulusi A l a t a s neu beseht Mussolini in Deutschland und die Begeg- worden. Als ^achfolger von Celal Bayar! ^er Führer der beiden großen Nationen im wurde der Landwirtschastsmmifter S d) a 11 r Europas rft über die unmittelbar beteilig1 Kesebir zum Wirlschaftsminister ernannt. ten Völker hinaus in der ganzen Welt als ein e - -.u ™ historisches Ereignis von starker politischer Strah- Die Türkei ist in den letzten Jahren arm an I t..nn<.frncx pmnfunhpn morden Das Interelfe innerpolitischen Ereignissen gewesen. Es gibt weder ^ngsk f mpf gewesen sein als das Parteikampfe, noch Kabimttskrlsen.^ Der beutf^:itai|eni|-^e Verhältnis zwar nach' wie vor des Staates ist zwar „demokratisch , doch herrscht , &em Fundament der im Vorjahr mit dem v u r e i li e p o l i 11 s che Pa r t e t und in iljr, wie ita[jen,|j)en Außenminister Graf Ciano geführten Ser^asppt ?r5 sffii He S Besprechungen beruht, aber seitdem doch auch eine fdjen Republik ^schielst, ist berB i s durch den Gang der internationalen Geschehnisse 6ia atspr aslb e nte ni £ eim al A a t k beöingte kraftvolle Fortentwicklung genommen hat. beftimmenb und entscheidend. Man kann ^also die I &em besuch Mussolinis in Deutschland hat Türkei als autoritär geleiteten Staat im parlamen-1«.• r Qnfnmmenaehen ber beiben Nationen seine tarisch-demokratftchen G-waud b-z-ichn-n Durch ^1—g-h-n Jtatanen Jeme biß innerpolitische Ruhe erklärt es sich auch, daß I ^hren. Zugleich wurde aber auch nach außen hm dieser Staat den amtsältesten Außenminister der I heuffirh bnfe e? firfi im Verbältnis Zwischen politischen Bühnen Europas und des Vorderen WsMand ch t u meknea- Orients besitzt, Dr. Aras, dessen einprägsamer Deufichland und Italien n ich um t m ta r, Kopf mit der dunkeln Brille überall bekannt ist. , .' $' , .. , . . Stils bandelt son- Seit 1925 hat aber auch der Posten des Minister- b «°tts pol ti k al ten ötN s Jadeit M Präsidenten in ber Türkei keine Veranberung mehr I oern um .....9 . . ~ - erfahren, bis s;" eine amtliche Verlautbarung verkünbete, tation des Friedens- und Verständigungswillens zweier großer Nationen ein Ereignis sein, das über Europa hinaus auch für Amerika nicht ohne Wert Politik überhaupt werde. und Bedeutung ist, und das dazu beitragen möge. Wenn der amerikanischeKontinent auch ben Blick für die .konstruktiven und dem Geschehen in Europa ferner steht unb aus seinen f r i e d e n s e rh a l t e n d e n Kräfte der alten Lebensbedingungen heraus in vielem, eigene Wege > Welt zu schärfen. dem um eine von Führung und Volk Xurtei reine Hjeranoerung meyr i V1 hpfräffiat/ aeaen jeden Sval- 5.«>.,rs.% S.M.. 3nönii .m.n Iun^edsurla^ eilten unb werde Mwischen I if)ren poetischen Kalkulationen betrachten zu kön- durch den Wirtschaftsminist nen glaubten, hat es auch bei dieser Gelegenheit vertreten. Es dauerte nicht lang und man wußte, I.Statt den neuen geschichtlichen Reali- dieser Gesundheitsurlaub emes kem täten und Möglichkeiten Rechnung zu tragen, war- ästigen Mannes m den sechziger Jasiren nur die!^ ein XeiI ber Weltpresse mit Darstellungen auf, U e b e r l e 11 u n g- 3 u einem R u ck t r,tt f, {n benen baIÖ Deutschland, bald Italien als ber 3>er, um ber Verfassung Genüge zu tun, allerbmg Vetraaene" der Ackile Berlin Rom erschien ober nun erst beim Zusammentritt ber Nationalversamm- ''^^uckte das Mißtrauen dritte? Staaten hing in Ankara, endgültig vollzogen worden if. rvachzurufen, indem man die Begegnung Hitlers Damit ist eine ber brei wichtigsten Figuren des mit Mussolini als ein finsteres Komplott ausmalte, politischen Bildes ber neuen Türkei ausgeschaltet. &enen Kosten vor allem die mitteleuropäischen Län- Geneml Ismet Jnönü, früher unter dem w tragen haben würden. Verlauf und Ergeb- Namen Ismet Pascha bekannt, hat, nach dem Ende nig beö Mussolini-Besuches hat die Hinfälligkeit des Weltkrieges, sogleich den Anschluß an die von sicher Verdächtigungen ber beiben Mächte wie auch General Mustafa Kemal Pascha geleitete onatod^ Bemühungen, Deutschlanb unb Italien gegen- tische Volkserhebung gefunben, wurde Ge-1 ^uanber auszuspielen ober ihre Zusammenarbeit neralstabschef ber Revolutionsarmee, später Kom-1 -y hagatellisieren, erwiesen. manbeur der Fronttruppen. Sn biefet• Steaung bat Wett hat einmal zur Kenntnis nehmen Ghasi Mustafa" Kernafi hervorragenben Anteil an können, bah Deutschland und fallen n ich t den schweren, aber schließlich vorn Sieg gekrönten e t w a n u r w e l a n s ch a u l i ch e V e r u h - Kämpfen gegen die Griechen. Sein heutiger Farni- rungspunkte haben, sondern auch h 1 n- lienname Jnönü ist eine Art „Adelstitel" — zwei- sichtlich der Zielsetzungen der mal hat General Ismet Pascha die Höhen von ........... Jnönü gegen die Griechen siegreich behauptet. Nach I dem Siege von Asyon-Durnluponar, dem Cannae ber Griechen auf kleinasiatischem Boden, unb bem <§inzug in Smyrna würbe General Ismet zunächst! türkischer Unterhändler bei den Waffenstillstands- Verhandlungen von Mudania unb ging dann als Delegationsführer nach Lausanne, wo er im Juli 1923 den Friedensvertrag unterzeichnete, durch den bie Türkei ihre Unabhängigkeit sicherte. 1924 über- -nahm der General bas Präsibium im Kabinett, trat halb darauf vorübergehend zurück, übernahm üdiesen Posten erneut im Frühjahr 1925 und hat «ihn bis zum Herbst dieses Jahres ununterbrochen nnnegehabt. 21 n ber Seite des Staatschefs Kemal Atatürk kam General Ismet Jnönü an Bebeutung ftoHc aus dem Mittelmeer. Vielleicht wäre Ismet Jnönü hierbei zu Zugeständnissen an Moskau bereit gewesen. Es kam nicht so weit: die Staatsleitung erteilte die unzweideutige Weisung, Neutra- Utät zu bewahren. Die Vergangenheit Atatürks beweist, daß er sich auf eiskaltes, nüchternes Rechnen versteht, er hat sich auch in der Politik als kühler Generalstäbler gezeigt. Die Türkei steht noch immer und auf Jahrzehnte hinaus inmitten eines gewaltigen Aufbauwerkes, das auf den alleinigen Willen des Führers des türkischen Volkes zurückgeführt werden muß. Um das Werk zu vollbringen, aus einem rückständigen, morschen asiatischen Staat ein kulturell fortschrittliches, nach europäischen Normen geformtes, wirtschaftlich und militärisch gerüstetes Land zu machen, braucht die Türkei Ruhe und Frieden. Sie wird daher in der Wahl ihrer Freundschaften darauf bedacht sein, alles zu vermeiden, was sie an Gefahrenzonen heranbringen könnte. Das engmaschige Netz von Pakten und Verträgen, das der Außenminister Dr. Aras in rastlosen politischen Reisen geflochten hat, wird als ausreichende Sicherung nicht betrachtet. Noch weniger aber verspricht man sich von radikalem Kurswechsel. Schließlich wird der neue Ministerpräsident Celal Bayar genau so Vollstrecker des Willens Atatürks sein, wie General Ismet Jnönü und jeder andere Minister der türkischen Republik es war. Oie allarabische Bewegung. Der Grotzinufti von Jerusalem an die Araber von Tunis. Paris, 26. Okt. (DNB.) Wie der „Ternps" berichtet, hat der Großmufti von Jerusalem, der gleich^itig Präsident des Hohen arabischen Komitees ist, an den Scheich Taalbi, den Führer der arabischen Destour-Bewegung in Tunis, auf einen Brief hin ein Schreiben gerichtet, in bem unterstrichen wird, daß die Araber Palästinas niemals irgendein Projekt annehmen würden, das ihre Rechte beeinträchtigen könnte. Sie bäten ihre Brüder in den anderen Ländern, sie beim Kampf zu unter ft Ütze n. Der Großmufti beglückwünscht sich, daß die Destour- Partei einen Kongreß oon Algeriern und Marokkanern als Protest gegen die Ereignisse in Palästina plane. Zugleich wird das auf „die Befreiung Tunesiens" gerichtete Kämpfen des Scheichs begrüßt. Die letzten Zwischenfälle in Marokko haben den Generalresidenten veranlaßt, im Einvernehmen mit dem Sultan scharfe Maßnahmen zu treffen, um die Ruhe und Ordnung im Lande aufrechtzuerhalten. Man erklärt an zuständiger Pariser Stelle hierzu, daß die in die Zwischenfälle verwickelte marokkanische Partei in Wirklichkeit nur eine illegale Neubildung des alten marokkanischen Aktionskomitees gewesen sei, das am 18. März dieses Jahres a u f g e l ö st worden war, weil es versucht hatte, die eingeborene Bevölkerung gegen die Behörden aufzureizen und allenthalben im Lande schwere Wirren heraufbeschworen hatte. Dies sei auch der Grund für die Verhaftung von vier F ü h r e r n der marokkanischen Nationalisten in Fez und Rabat. Darüber hinaus sei die Bevölkerung davon unterrichtet worden, daß jeder Zwischenfall von den Behörden „schonungslos geahndet werden wird. Die Araberzeitung „Addifaa" in Jerusalem wendet sich gegen den neuesten britischen' Palästinakurs, genannt Uebergangsperiode. Derartige Uebergangsperioden müßten auf gegenseitiger Verständigung basieren und nicht auf absoluter Leere. Das Blatt fragt, ob die Uebergangsperiode auf die Teilung ziele, womit die Situation immer komplizierter werden müsse. Oder sei die Schaffung eines neuen Mandats als Ablösung des alten unbrauchbaren beabsichtigt? Jedes neue Mandatssystem sei ebenso zum Mißerfolg verurteilt, wie das alte, weil die unglückliche, für Palästina von den Alliierten bei Weltkriegsausgang ersonnene Mandatsidee u n - durchführbar sei. Die endgültige Lösung des Palästinaproblems bestehe in der Gewährung der Unabhängigkeit des arabischen Palästina ähnlich wie beim Irak, Aegypten und Syrien, welche ebenfalls ihre Freiheit erkämpfen mußten. Wahlsieg des autoritären Regimes in Portugal. Lissabon, 25. Okt. (DNB.) Nach dem Jnkraft- treten der neuen Gemeindeordnung fanden gestern im ganzen Lande Gemeinderatswahlen statt. Als einzige bestehende Partei hatte die „Union Naci o n a l", die politische Trägerin des neuen Staates, Wahlvorschläge eingereicht.'Die Wahlen verliefen untergroßer Beteiligung. Den Mitgliedern der Regierung, an ihrer Spitze Ministerpräsident Salazar, wurden in ihrem Wahllokal begeisterte Huldigungen dargebracht. Nach den bisherigen Feststellungen haben sich 8 2 v. H. der A b st i m m e n - den für den Vorschlag der Union Nacional entschieden. Die Presse bezeichnet das Wahlergebnis als einen großen Erfolg des neuen Staates. Die politische Linie der Regierung werde vom Volke verstanden und gutgeheißen. Festtag in Rumänien. Der Kronprinz an seinem 16. Geburtstag zum Leutnant befördert. B u k a r e st, 25. Okt. (DNB.) Der 16. Geburtstag des rumänischen Kronprinzen Michael war Anlaß zu großen Festlichkeiten in Sinaia. Um den Thronfolger, den König Carol zumLeutnantbeför-j dert hatte, zu beglückwünschen, waren Kronprinz Paul von Jugoslawien, der schwedische Kronprinz Gustav Adolf und der Bruder des belgischen Königs, Prinz Karl, erschienen, von hohen Offizieren ihrer Länder begleitet. Die englische Abordnung wurde von General Jeffrey,'die französische vom stellvertretenden Generalstabschef General Georges geführt. Bei den Feiern trafen sich zum erstenmal der polnische Marschall Rydz-Smigly und der Generalinspekteur der tschechoslowakischen Armee, General S y r o v y. Während der Marschall im Weltkrieg und im polnischen Freiheitskampf gegen die Sowjetrussen gekämpft hatte, tat der tschechoslowakische General in den Reihen der tschechischen Legion auf feiten der Bolschewisten Dienst. Griechenland und die T ü r k e i waren als Mitglieder der Balkanentente ebenfalls durch militärische Abordnungen vertreten. Nach dem Gottesdienst verlas der Kriegsminister das Dekret, das den Thronfolger zum Offizier ernennt. Der König richtete an seinen Sohn eine Ansprache und nahm dann mit den Ehrengästen den Vorbeimarsch der Truppen ab, von denen der Kronprinz einen Zug führte. Ausartung durch Familienpflege. Oie Familie muß wieder Mittelpunkt unseres Volks- und Staatslebens werden. Sin Vortrag von Mmisterialdirettor Gütt. Düsseldorf, 25. Okt. (DNB.) Am Montag eröffnete die Verwaltungsakademie in Düsseldorf ihre Vortragsreihe mit einem Vortrag des hh '- Oberführers, Ministerialdirektor Dr. Gütt vom Reichsministerium des Innern über „Aufartung durch Familienpflege". Der Redner führte aus: Ein Staat nationalsozialistischer Prägung kann sich nur auf Familien vaterrechtlicher Prägung aufbauen, denn Rassen- und Familienpflege'lassen sich nur in einer vaterrechtlichen Einehe treiben, in der die Kinder einer Familie alle denselben Vater haben, die Abstammung also feststeht! Das ist beim „Mutterrecht" mit der Wahrscheinlichkeit zahlreicher verschiedener Väter nicht der Fall und daher mit der Auffassung von germanischer Ehe- und Familiengemeinschaft nicht in Einklang zu bringen. So sehen wir, wie man bei Auflösung der Familie, bei Förderung der unehelichen Geburt, wie z. B. im bolschewistischen Rußland, gewissermaßen zum „Mutterrecht", zur „Mutterfamilie" zurückkehrt. Es kann gar kein Zweifel daran sein, daß die staatenbildende Kraft von denjenigen Völkern ausgegangen ist, bei denen das Vaterrecht herrschte. Ein wirkliches Ordnungsgefüge, eine echte Gliederung find nur denkbar bei vaterrechtlichen Verhältnissen, denn nur dann besteht Klarheit über die Abstammung, nur dann sind eine Ausartung und damit Höherentwicklung des betreffenden Volkes denkbar. So mußte also der Staat dessen eingedenk bleiben, daß er der Familie sein Dasein verdankt und die Familie seine Keimzelle ist. Sie gilt es also zu erhalten und zu fördern! Eine „Ausartung der Familie", eine „Höherentwicklung der Sippe" sind nur durch g e - eignete Gattenwahl möglich! „Gleich" und „Gleich" gehören zusammen, nur wer sowohl nach rassischen wie erbgesundheitlichen Gesichtspunkten zur Gattenwahl schreitet, fördert die natürliche Auslese und darf auf eine bessere Zukunft und Ausartung seiner Familie hoffen! Die Schaffung einer solchen wirklichen Lebensgemeinschaft in der Familie kann nur erreicht werden, wenn es gelingt, die Familie wieder zum Mittelpunkt unseres Volks- und Staatslebens zu machen. Entscheidend wird die Gestaltung des Alltags sein und deshalb hat auf keinem Gebiet die Frau eine so bedeutungsvolle Aufgabe wie auf dem der Familienpflege. Gelingt es ihr, ihren Familienangehörigen ein Heim zu schaffen, eine Stätte also, die Ruhe und Freude, Schutz und' Erholung bietet, gelingt es ihr, eben alle jene inneren Werte lebendig zu machen, deren Vorstellung in uns auftaucht, wenn wir das Wort „Mutter" aussprechen, dann hat sie die wichtigste Grundlage zur Schaffung der Familie gelegt! Sie muß wieder maßgebend sein für unser sittliches Verhalten Und so die Hüterin werden der deutschen Sippe und Art! Auch dem Manne kommt aber natürlich hier eine wichtige Rolle zu. Er darf sich nicht darauf beschränken, derjenige zu sein, von dessen Verdienst Wohnung, Nahrung und Kleidung bestritten werden, sondern er muß wieder „Hausvater" werden, der in den großen und entscheidenden Dingen des Familienlebens so sicher die Entscheidung trifft, wie die Mutter in den Dingen des Alltags. So muß die Familie wieder die unentbehrliche E r - ziehungsstätte unserer Kinder werden und sie zurückführen zu Rassebewußtsein und Familienstolz! Es gilt, dafür zu sorgen, daß ein gerechter Lastenausgleich für kinderreiche Familien in unserer Lohn-, Steuerung) Gehaltspolitik den Eltern wieder die Möglichkeit gibt, zahlreiche Kinder zu haben "nd zu erziehen; denn nur dann wird die Zukunft unseres Volkes gesichert sein! auch soziale Aufgaben zu läsen. So hat die Ge. nossenschaft nicht nur die Aufgabe, ihren eigenen Betrieb wirtschaftlich zu gestylten, sondern aktivierend in die Betriebe einzugreifen, die ihr angeschlossen sind. Die Genossenschaften fördern den Berufsgedanken und widmen der Frage des Nachwuchses ihr besonderes Augenmerk, beides Faktoren, die der gesamten Wirtschaft zugute kommen. Auf der Tagung der Kreditgenossenschaften führte Ministerpräsident a. D. Gran- zow zu der Frage des Zinsvoraus aus, daß die Senkung der Sätze zu Beginn dieses Jahres ein sehr schweres Opfer für die Kreditgenossenschaften — besonders für die ländlichen — gebracht hätte. Um so weniger sei es zu verstehen, daß heute wieder gegen den Zinsvoraus Stellung genommen würde. Der Anwalt des Deutschen Genossenschaftsverbandes Dr. Lang stellte die Entwicklung der gewerblichen Kreditgenossenschaften dar. Den Kreditgenossenschaften seien von Mitte 1936 bis Mitte 1937 rund 156 Millionen RM. neue Mittel zuae- flossen, die bis auf 16 Mill. RM. Kassen- und Bankguthaben im Kreditgeschäft neu angelegt wurden. Die Hauptaufgabe der gewerblichen Kreditgenossenschaften liege im Kreditgeschäft, und zwar in der Pflege des Personalkredits. Im Gegensatz zu anderen Kreditinstituten sei eine ständige Zunahme der Debitoren festzustellen. Den Kreditgenossenschaften sei es möglich gewesen, jede wirtschaftlich gerechtfertigte Nachfrage nach bankmäßigen Krediten zu befriedigen. Die Ausleihungen der gewerblichen Kreditgenossenschaftn seien entsprechend dieser Geschäftsbelebung dauernd gestiegen, was auf eine erhebliche Aktivität und Beweglichkeit, aber auch auf eine gesunde Risikobereitschaft der Kreditgenossenschaften schließen lasse. Die Ausweitung des Kreditvolumens betrage seit 1934 rd. 160 Mill. RM. Neu ausgeliehen wurden in 1936 insgesamt 1.1 Milliarden RM. Von den gewährten Krediten sind in der Stückzahl nach 74 v. H. Kredite bis zu 1000 RM., 83 v. H. bis zu 2000 RM. und 96 v. H. bis zu 10 000 RM. Als Folge dieser starken Geschäftsbelebung haben allein rund 8000 Handwerker die Mitgliedschaft bei den Kreditgenossenschaften neu erworben. Die Genossenschaften werden ihren Mitgliedern und Geschäftsfreunden, denen ausreichende Mittel nicht zur Verfügung stehen, um die Rechnung ihrer Lieferanten unter Abzug des Kassaskontos zu begleichen, durch Bereitstellung von Krediten den Vorteil des Kassaskontos und der vollen Warenbezugsfreiheit verschaffen. Diejenigen Handwerker und Einzelhändler, die durch Ueberschreitung des Zahlungsziels in ein Abhängigkeitsverhältnis geraten feien, würden bei ausreichender Kreditwürdigkeit unter besonderer Kreditkontrolle Entschuldungsdarlehen erhalten. Der Ueberschuß der gewerblichen Kreditgenossen- schafen ohne Reichsbahn - Spar- und Darlehns- kasien, Beamtengenossenschaften und Schiffergenossenschaften sei 1936 auf rund 13,67 (i. V. 12,54) Millionen RM. gestiegen, so daß sich im Vergleich zum tatsächlich vorhandenen Eigenkapital ein Ertrag von 5,45 v. H. ergab. Auf dem Wege zum seßhaften Landarbeiter. Dauerarbeitsverträge sichern Arbeitskräfte auch für denSormner. Die Genossenschaften in der denischen Wirtschaft. Berlin, 25. Okt. (Fwd.) In Berlin findet der 72. Deutsche Genossenschaftstag statt. Auf der Tagung der Warengenossenschaften sprach der stellvertretende Anwalt des Deutschen Genossenschaftsverbandes Dr. Kunze. Die Genossenschaften werden auch bei der Durchführung des zweiten Vierjahresplanes wertvolle Mitarbeiter fein, unter der Voraussetzung einer vollkommenen Gleichberechtigung mit den anderen Betriebsformen. Vorbedingung für eine solche Mitarbeit sei auch ein zweckentsprechender Einbau der Einkaufsgenossenschaften in die ständische Gliederung der gewerblichen Wirtschaft, wobei die Prüfungs- und sonstigen Betreuungsaufgaben ein untrennbares Ganzes bildeten. Hindernisse ständen einer solchen Mitarbeit in erster Linie deswegen im Wege, weil die Auseinandersetzungen zwischen Großhandel und Einkaufsgenossenschaften nach wie vor anhielten. Nachdem sämtliche Versuche, die Einkaufsgenossenschaften überhaupt zu beseitigen, fehlgeschlagen wären, habe sich das Problem zur 9tab attjrage verschoben. Der stellvertretende Präsident der Wirtschaftswissenschaftlichen Gesellschaft, Pros. Dr. R o e ß l e, Königsberg, sprach zur Frage der Warenrück- vergütung. Die Warenrückoergütung ist eine Wesenseigenschaft der Genossenschaft, die man von ihr gar nicht trennen kann. Würde man einen Gewinn auf das Kapital ausschütten, dann hätte man es nicht mit Genossen, sondern mit Kapitalgegnern zu tun. Die Warenrückvergütung könne man sehr wohl mit dem Rabattgesetz in Einklang bringen. Man könne diese Form der Gewinnbeteiligung keinesfalls als Preisnachlaß ansprechen. Die Rückvergütung sei ein kleines Aequivalent für das Risiko der Kapitalhergabe. Wenn man eine Dividende auf das Kapital verteilen würde, dann würde man den Genossen kapitalistisch erziehen und das wiederum entspräche nicht dem Wesen des genossenschaftlichen Lebens. Darüber hinaus hätten die Genossenschaften B e Hin, 25. Okt. (DNB.) Die Sicherstellung der Ernährung des deutschen Volkes erfordert eine ausreichende Bereitstellung von Arbeitskräften für die Bearbeitung des deutschen Bodens Eine befriedigende Lösung dieser wichtigen Ausgabe kann, wie die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung feststellt, nur gelingen, wenn landwirtschaftliche B e t r i e b s sü h r e r und Landarbeiter auch weiterhin ihre Kraft der deutschen Landwirtschaft zur Verfügung stellen. Die bisher beobnchtcte Neigung eines Teiles der ländlichen Bevölkerung, ihre auf dem Lande groß gewordenen Kinder zur Abwanderung in nichtlandwirtschaftliche Berufe zu veranlassen, ist ebenso zu verwerfen wie die noch bestehende uebung eines Teiles der landwirtschaftlichen Betriebsführer, ihre Arbeiter in den Wintermonaten ohne zwingenden Grund zu entlassen. Vielmehr muß das landwirtschaftliche Arbeitsverhaltnis zu einer das ganze Jahr über dauernden Beschäftigung ausgestaltet werden. Nur so erhalten wir einen landverbundenen seßhaften Landarbeiter. Bei der zunehmenden Verknappung an landwirtschaftlichen Arbeitskräften ist es Pflicht jedes Be- Redensarten. Alte Sitten im Sprachgebrauch. In vielen Redensarten unseres heutigen Sprachgebrauchs spiegeln sich Sitten und Zustände einer fernen Vergangenheit wider, in der sie entstanden sind, und wir verstehen zwar sehr gut ihren Sinn, kennen aber nicht mehr die Gebräuche und Vorgänge, auf die sie sich beziehen. Einige Beispiele mögen dies zeigen. Bei der „Eheschließung" wurden zunächst nur die Hände ineinandergefügt; das Ningewechseln kam erst später auf. Daher kommt die Redensart, „jemanden um die Hand seiner Tochter bitten" oder „lhm die Hand seiner Tochter geben", früher war die Haube als Kopfbeckung der verheirateten Frau vorbehalten. Sie wurde am Hoch- zeitsabend der Braut feierlich aufgesetzt. So wurde das Mädchen „unter die Haube gebrach t". Bei der Eheschließung erhielt die Braut vom Bräutigam ein Paar Schuhe und trat von diesem Augenblick unter seine Gewalt. Damit wurde der Schuh zum Sinnbild der Herrschaft in der Ehe, Und es entwickelte sich der Glaube, daß derjenige von den beiden Eheschließenden das letzte Wort sprechen werde, der unmittelbar nach der Eheschließung dem anderen zuerst auf den Fuß tritt. An die Stelle des Schuhs trat feit dem 16. Jahrhundert, besonders in Fällen, in denen die Frau die Obergewalt gewann, der Pantoffel, und so kam der Mann „unter den Pantoffe l". Da die Frau ihre Herrschaft hauptsächlich im Schlafzimmer aus- nbfe, und dabei für Ausschluß der Oeffentlichkeit sorgte, so wurden die zugezogenen Gardinen des Schlafgemachs bezeichnend für'ihre energischen Ermahnungen, die „Gardinenpredigten" hießen. Nach einem alten Brauch wurde einem Mann, der sich von seiner Frau allzusehr beherrschen oder gar schlagen liefe, von den in der Nachbarschaft wohnenden Männern „aufs Dach gestiegen", indem man das Das bis auf die vierte Latte von oben abdeckte. Diese noch im 18. Jahrhundert belegte Strafe hat zu der Redensart „einem aufs D ad) steigen" geführt. Aus dem Liebes- leben der alten Zeit stammt auch die Redensart „einen Korb gebe n". In der Blütezeit des Minnedienstes kam es öfter vor, daß eine boshafte Dame den schmachtenden Liebhaber in einem Korb zu sich emporzog, dessen Boden locker war, so daß der Aermste durchbrach und in den Burggraben fiel. Daher kommt auch die Bezeichnung bei einer Prüfung „durchfalle n". Später gab man derartig halsbrecherische Mittel auf und begnügte sich damit, dem verschmähten Liebhaber einen Körb zuzuschicken. Auch manches von den alten Tischsitten hat sich noch im Sprichwort erhalten. Man wusch sich vor Tisch die Hände, wobei em Diener die Waschschüssel hielt und Wasser über die Hände goß. Daher: „Er reicht jemandem nicht das Wasser", das heißt: Er steht so tief unter ihm, daß er ihn nicht einmal bei Tisch bedienen darf. Alle aßen aus einer Schüssel, in die jeder mit den Fingern langte; „sich zu viel herausneh- m e n" bedeutet also zunächst nur, beim Essen die besten Stücke erwischen und dann überhaupt unverschämt sein. Die Gäste wurden bei größeren Gelagen an hölzernen Tischen bewirtet. Wer dazu geladen war, der „war am Brette"; wer einen Ehrenplatz innehatte, war „hoch am Brette". Nach beendetem Mahl wurden die hölzernen Bretter mit dem daraufstehenden Gerät von den Böcken, auf denen sie standen, aufgehoben; es wurde also „die Tafel auf geh ob en". Kleine Geschenke, aber auch Briefe, die einen Glückwunsch enthielten, wurden an den Arm gebunden. Daher heißt heute noch ein Geschenk „A n g e b i n d e". Glückwunschkarten, Anerkennungsschreiben usw. steckt man noch bis in die jüngste Zeit an den Rahmen des Spiegels in der guten Stube, so daß sie jedem Besucher ins Auge fielen. Daher sagt man noch jetzt von groben Briefen, „er werde den Bries nicht hinter den Spiegel ft e cf e n". Auch ausländische Sitten haben unsere Rede durch manche drastische Wendung bereichert. Don den Indianern her stammt die Redensart „d i e Friedenspfeife rauchen"; eine chinesische Sitte ist das „Kotau mache n", das im Zusammenhang mit der Reise des „Suhneprinzen" nach Berlin nach dem Boxeraufstand sich einbürgerte. „Einen Eiertanz vollführ en" stammt von einem schwierigen italienischen Nationaltanz her, der früher von herumziehenden Truppen vorgeführt wurde. In regelmäßigen Abständen waren auf dem Boden Eier gelegt, die nicht zerbrochen werden dursten. B. Kunst und Wissenschaft. Don der Gynäkologeniagung inBerlin. Der Kinderreichtum und damit die Zukunft eines Volkes ist zunächst dem Frauenarzt in die Hand gegeben, her als Geburtshelfer am Bett der werdenden Mutter steht. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie hat, wie ihr Vorsitzender, Pros. G. A. Wagner, Berlin, in seinem Rückblick feststellte, dem auch auf ihren Jahresversammlungen Rechnung getragen. Nach den Begrüßungsworten, die Dr. Grote, Berlin, als Vertreter des Reichsärzteführers sprach, ist der Gynäkologe ganz besonders zuständig für die Gesundheitsführung im deutschen Volke. Die Gefahren der Entbindung völlig auszuschließen, wird niemals gelingen. Um ihnen aber so weit als möglich zu begegnen, darf der Frauenarzt nicht erst bei der Geburt eines Kindes oder bei bereits entstandenen Störungen Der weiblichen Organe zu- gezogen werden. Wenn ein Mädchen z. B. einen Herzfehler hat, kann der Frauenarzt bei rechtzeitiger Erkenntnis feine Vorkehrungen treffen, daß später eine Schwangerschaft nicht eine unerträgliche Belastung für den Blutkreislauf wird. Manche Mediziner nahmen doch auf Grund gewisser unglücklicher Erfahrungen an, daß die herzkranke Frau meist nicht in der Lage sein werde, ihr Kind gesund zur Welt zu bringen. Die Statistik hatte, wie Prof, v. Jaschke (Gießen) vortrug, den Fehler gemacht, em nur auf besonders schweren Fällen auf- gebautes Erfahrungsmaterial zu verallgemeinern Meist hat aber der Körper sich an den Mangel eines leichten Herzklappenfehlers längst gewöhnt und erträgt die Mehrbelastung durch das reifende Kind gut. Aber frühzeitige Aufmerksamkeit ist natürlich notwendig, denn wenn wirklich ein schwerer auch den Herzmuskel ergreifender Herzschaden vor- legt, ist zwar nur äußerst selten eine Schwangerschaftsunterbrechung notwendig, aber der Frauenarzt muß wichtige Vorkehrungen treffen, um der Gebärenden ihre schwere Stunde wesentlich zu erleichtern. Solche Verhältnisse im Organismus, die durch und während der Schwangerschaft stören und schaden, während sic sonst vielleicht kaum spürbar sind, müssen natürlich als echte Krankheiten gewertet und behandelt werden. Das bedeutet aber, daß die vorbeugenden Untersuchungen schon und dann die besonderen Entbindungsmafenahmen, aber auch etwa doch noch entstehende Schwangerschafts- schwierigkeiten auch unter das Risiko der Kran- kenversicherungen fallen müssen. Selbst di« normale Schwangerschaft muß vom Arzt so sorgsam beobachtet werden, daß sich eine Reihe von Vorsichtsuntersuchungen nicht vermeiden lassen. Auch diese gehören zu den, von den Krankenkassen zu übernehmenden Aufwendungen für die Sicherheit von Mutter und Kind, wenn man auch die normale Schwangerschaft nicht als „Krankheit" bezeichnen kann. Prof. Lonne, Düsseldorf, formu- lierte diese Forderungen und fand damit die einmütige Zustimmung der Tagungsteilnehmer. Erste Tagung für Lustfahrtmedizin. Die. erste deutsche Tagung für Luftfahrt- medizinische Forschung wurde im Reichs- lustfahrtministerium eröffnet. Der Sanitätsinspektor kl ßuftroaffe, Oberstarzt Dr. Hippke, gab einen Ueberbticf über isie Entwickelung der deutschen Luft- sahrtmedizin, die sich trotz der früheren Behinderung der deutschen Luftfahrt bereits jetzt weit emporgearbeitet habe. Die Grüße des Reichsministers der Luftfahrt Generaloberst Göring, gleichzeitig für Staatssekretär der Luftfahrt General der Flieger Milch, sowie für den Chef des Generalstabes der Luftwaffe Generalleutnant S t u m p f f überbrachte General der Flieger von Witzendorff. Professor Dr. S t u ch t e y überbrachte die Grüße der Lilienthal-Gesellschaft für Luftfahrtforschung. Im Auftrage der Reichsärzteführung übermittelte Dr. Grote Grüße und Wünsche und sicherte den Luftfahrtmedizinern jede Unterstützung der deutschen Aerzteschaft zu. Die Fachvorträge beschäftigten sich mit den Problemen der Höhenforschung. In Anwesenheit der Angehörigen fand eine Gedenkfeier für Hans Hartmann statt, der sein Leben für bie Erkenntnisse in der Höhenforschung am Nanga Darbat gelassen hat. Oberregierungsrat Professor Dr. S trughold schilderte Hartmann als den treuen Kameraden, dessen internationaler Ruf als Wissenschaftler wie als Sportsmann, Flugzeugführer und Bergführer fest begründet gewesen sei. Oesse ML njta e M> ür die Tiebi* tvie Armem Kraft [teilen, ’s der r Pb ig ii |U w )ch!» W Win- rund drvirt' anze stattet denen :n gc t über, in iN n, aber W' Han* lbst bi« o sorg- he von lassen. -ntassen Sicher- uch dii eit" be- form' )te ein' Weinrich, den Gauleiter von Koblenz-Trier Simon, den Gauleiter von Saarpfalz B ü r ck e l, ferner den Ministerpräsidenten von Baden, Köhler, den Ministerpräsidenten von Württemberg Prof. Mergenthaler, in Vertretung des Ministerpräsidenten von Bayern Generalmajor a. D. Ritter von Hörauf und als Vertreter der hessischen Staatsregierung Staatsrat Reiner, außerdem SS. - Gruppenführer Hildebrand, Führer des SS.-Abschnittes Rhein, Regierungspräsident von Pfeffer (Wiesbaden), die Oberbürgermeister von Wiesbaden und Mainz und 12 Generalleutnante der alten Armee. Meine politische Nachrichten. Beim Verlassen des deutschen Bodens hat der Herzog von Windsor dem Führer telegraphisch seinen Dank ausgesprochen für das Entgegenkommen, das er überall auf seiner Reise durch Deutschland und bei der Besichtigung seiner sozialen Einrichtungen gefunden hat. Der Führer sandte ein ebenso herzlich gehaltenes Antmorttele- gramm. lauf des Samstag ist es in Danzig, vornehmlich in der A l t st a d t, an zahlreichen Stellen„ zu B e - schädigungen jüdischer Geschäfte gekommen. Fast in allen Fällen spielten sich die Vorgänge so ab, daß in der Nähe der in der Altstadt sehr zahlreichen jüdischen Geschäfte sich Gruppen bildeten und Steinwürfe gegen südische Geschäfte erfolgten. Der Grund für die Ausschreitungen liegt auch in dem infolge von Vorgängen außerhalb Danzigs gehäuften Auftreten ost jüdischer Typen in Danzig: es mußte aber auch festgestellt werden, daß jüdische Personen durch S ch i m p f w o r t e die Bevölkerung reizten. Durch Einsatz verstärkter Kräfte der Schutzpolizei und der Kriminalpolizei wurden die Ausschreitungen unterdrückt. Unter den zahlreichen Festgenommenen befinden sich Angehörige aller Schichten, auch solche der polnischen Minderheit. Das weitere Wort hat der Schnell- Botschafter von Papen, der einige Urlaubstage bei Freunden in Schweden verbracht hat, wurde von König Gustav empfangen und zur Abendtafel hinzugezogen. * Großherzogin Charlotte von Luxemburg hat den bisherigen Finanzminister Peter Dupont mit der Neubildung des Kabinetts betraut. Doupont nahm den Auftrag an, erklärte jedoch, er behalte sich seine endgültige Entscheidung bis zum Abschluß seiner Besprechungen mit den Parteien vor. Tokio, 26. Oft (DNB. Funkspruch.) Die japanischen Angriffe an der nördlichen Schanghai - Front wurden in der Nacht von Regierungskrisis in Belgien. Das Kabinett van Zeeland zurückgetreten. Brüssel, 25. Oft. (DNB.) Die Regierung ist zurückgetreten. Ministerpräsident van Zeeland erklärte im Rundfunk, die beiden Regierungen, Lenen er vorgestanden habe, seien im Zeichen der nationalen Einigung gebildet worden. In den letzten Monaten sei jedoch die Atmosphäre der Einigkeit und des gegenseitigen Verständnisses g e - st ö r t worden. Da die Opposition das Kabinett in seiner Arbeit und seiner Politik nicht habe treffen können, habe sie ihre Angriffe auf das persönliche Gebiet vorgetragen und versucht, den Chef der Regierung besonders zu treffen. Während seiner kurzen Abwesenheit, die durch seinen Gesundheitszustand notwendig geworden sei, hätten sich die Dinge weiter verschlimmert. Es sei eine Krise in der Mehrheit der Regierung entstanden. Schließlich seien die Vorfälle bei der Nationalbank eingetreten, die, wie er glaube, ihn persönlich und direkt nichts angingen. Aber er könne ihnen gegenüber auch nicht gleichgültig bleiben, da von diesen Angriffen die große Institution betroffen würde, der er 15 Jahre lang angehört habe. Diese Zwischenfälle müßten schleunigst ausgeräumt werden, es müsse vollständige Klarheit geschaffen werden, im Interesse der Nationalbank,' aber auch in seinem eigenen Interesse. Hierzu werde er auf seine Weise helfen, indem er sich seine Handlungsfreiheit wieder nehme. Unter solchen Umständen sei es ihm nicht mehr möglich, die Verantwortung für die Leitung der Politik des Landes zu übernehmen. Er bedauere dies tief. Das Werk der Regierung fei noch nicht vollständig beendet, der größte Teil ihrer Aufgaben sei allerdings durchgeführt worden. Die wirtschaftliche und finanzielle Lage Belgiens sei durchaus gesund. Um das zu zerstören, was man in Jahren aufgebaut habe, brauche man aber oft nur wenig Zeit. Er sehe vertrauensvoll dem Urteil entgegen, das das Land über das Werk der Regierung, aber auch über die hinterlistigen Manöver, die sein Werk unterbrochen hätten, fällen werde. Heuer Sabotageplan Moskaus. Der Nichteinmischung droht eineneue Krisis. London, 25. Oktober. (DNB.) Außenminister Oie neuen Fahnen für das IX. Armeekorps Oie feierliche Uebergabe durch den Neichskriegsminister in Wiesbaden. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt Von Portugal bis zum Nördlichen Eismeer erstreckt sich eine Tiefdruckrinne, deren Aktionszen- trum bisher bei England lag. Der Luftdruckerweiterung entsprechend wird Deutschland durch eine Südströmung mit Warmluft überflutet, die sich vor allem in der Höhe bemerkbar macht, so daß heute über Frankfurt in 2000 Meter Höhe durch den Wetterflieger noch fast plus 15 Grad festgestellt wurden, lieber Frankreich herrscht verbreitete und ergiebige Niederschlagstätigkeit, doch ist es in Deutschland bisher nur in Südwesten und Westen zu leichtem Regen gekommen. Die Gesamtlage bedingt auch für die Folge Unbeständigkeit. Aussichten für Mittwoch: Veränderlich, doch meist bewölkt und Neigung zu Schauern, bei lebhaften Winden um Süd etwas frischer. Aussichten für Donnerstag: Fortdauer des unbeständigen Wetters, kühler. Lufttemperaturen am 25. Oktober: mittags 14,1 Grad Celsius, abends 11,5 Grad; am 26. Oktober: morgens 8,7 Grad. Maximum 14,3 Grad, Minimum heute nacht 8,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. Oktober: abends 8,2 Grad; am 26. Oktober: morgens 7,9 Grad. — Sonnenscheindauer 5,7 Stunden. — Niederschläge 0,3 mm. _______ Wonkag zum Dienstag in erbitterten Kämpfen mit dem Einsatz stärkster Kräfte des Heeres und der ZNarineluftwaffe erfolgreich weitergeführt. Durch die Einnahme befestigter Stellungen bei Wiaohang wurde der nördliche Bogen der chinesischen Stellungen eingedrückt. Westlich Tatschangs, wo der Schwerpunkt der Offensive liegt, gelang den Japanern ein Vorstoß in Richtung auf die Schanghai — Sutschau — Nanking-Bahn. Um Tatschang selbst wird noch erbittert gekämpft, man glaubt in japanischen Kreisen, daß es sich nicht mehr lange halten kann. Wiederholt wurden Luftangriffe auf die rückwärtigen chinesischen Stellungen bei Natschang, zehn Kilometer westlich Schanghais, und Ehenju, zwei Kilometer westlich Schanghais, durchgeführt Diese Aktion läßt die japanische Absicht erkennen, die chinesischen Truppen im Schanghai-Sektor abzuschneiden. Auf einer Front- breite von 30 Kilometer beträgt der Geländegewinn der Japaner 2,5 bis 3 Kilometer. Wiesbaden, 26. DEL (DNB.) In Wiesbaden fand am Dienstagvormittag die feierliche Fahnen- und Standarten -Uebergabe an 136 Truppenteile des V., IX., XII. und XIII. Armeekorps, sowie der 29. Division und der II. Panzerdivision durch den Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg im Beisein des Oberbefehlshabers des Heeres Generaloberst Freihern von Fritsch und zahlreicher Ehrengäste statt. An der feierlichen Handlung nahm die Wiesbadener Bevölkerung um so freudiger Anteil, als sie während der Besatzungszeit und des wirtschaftlichen Niederganges mit cm schwersten hat leiden müssen und daher ganz besonders den gewaltigen Wandel zu ermessen vermag, der sich seit der Machtübernahme durch den Führer vollzogen hat. Heute ist Wiesbaden wieder Standort deutscher Truppen, und auf demselben Platz, wo in schmachvoller Zeit der Oberkommanddierende der Besatzungstruppen über fremde Soldaten die Parade abnahm, konnte heute der Oberbefehlshaber der jungen deutschen Wehrmacht deutschen Soldaten das höchste Symbol, die Fahne, übergeben. Die ganze Stadt ist reich mit Fahnen geschmückt, besonders aber Wiesbadens Prunkstraße, die nach dem Kurhaus führende Wilhelmftraße. Zu vielen Tausenden umsäumen die Wiesbadener Bevölkerung die freigegebene Seite der Wilhelmftraße und die angrenzenden Straßen, um mit stolzer Freude Zeuge des glänzenden militärischen Schauspiels zu sein. Dor Beginn der Fahnenübergabe hatten sich vor dem Kurhaus der Oberbefehlshaber des Gruppen- Bomben traf den Dampfer, so daß die Besatzung sich gezwungen sah, das Schiff zu verlassen. Auf die 808-Rufe hin trafen zwei französische Zerstörer ein, die die Besetzung des Schiffes an Bord nahmen. Der Dampfer ist gesunken. Nach einer Havas- meldung aus Marseille ist der französische Dampfer „Chasseur 91" in der Nähe von der im Besitz der Bolschewisten befindlichen Insel Menorca von einem bisher nicht bekannten Flugzeug a n g e g r i f- f e n worden und gesunken. Es soll kein Opfer zu beklagen sein. Das französische Außenministerium teilt mit, daß die notwendigen Maßnahmen ergriffen wurden, um sich der Identität der Angreifer zu versichern, und danach die Maßnahmen festzulegen, die derartige Anschläge erheischen. Ein Kriegsschiff ist an Ort und Stelle entsandt worden. Gedenkfeiern für Flitsch-Tolmein in Wien verboten. W i e n , 25. DH. (DNB.) Anläßlich des historischen Gedenktages vom 24. Oktober, an dem vor 2 0 Jahren der große Sieg bei Flitsch-Tol- m e in dank der genialen Führung des Generals Alfred Krauß über die Italiener erfochten wurde, war vom Nationaloerband Deutscher Offiziere eine Gedenkfeier im Wiener Musikoereinssaal geplant, bei der General Krauß über „Das Wunder von Karfreit" sprechen sollte. Die Veranstaltung wurde jedoch, wie nach den verschiedenen Erfahrungen gerade in jüngster Zeit zu befürchten war, von der Polizei in letzter Stunde verboten, nachdem die Verlegung in einen kleinen Saal eines Außenbezirks von den Veranstaltern abgelehnt worden war. Diese Entscheidung hat erhebliches Aufsehen erregt, zumal einige Zeitungen melden, es seien, da die Gedenkfeier als „getarnte Nazidemonstration" zu betrachten sei, in diesem Zusammenhang einige Verhaftungen vorgenommen worden.Jn Klagenfurt dagegen fand am Samstag bereits ein Fackelzug statt, an dem Angehörige des Traditions-Regiments Khevenhüller, benannt nach der ruhmreichen Trupve aus den Befreiungstagen, gemeinsam mit den Kämpfern aus der damaligen Zeit teilnahmen. Auch aus Graz, Innsbruck und Salzburg sind die Männer gekommen, die sich dem bedrohten Kärntner Land in schwerster Stunde zur Verfügung stellten. Die-ganze Stadt prangt im Flaggenschmuck. Oer Danziger Polizeipräsident zu den Ausschreitungen gegen jüdische Ladengeschäfte. Danzig, 25. DH. (DNB.) Das Polizei- • Präsidium Danzig teilt amtlich mit: Im Der- kommandos II, General der Artillerie R i 11 e r v o n L e e b , der kommandierende General des V. Armeekorps, General der Infanterie, Geyer, des IX. Armeekorps, General der Artillerie D o l l - mann, des XII. Armeekorps General der Artillerie Freiherr Kreß von Kressen st ein und des XIII. Armeekorps General der Kavallerie Freiherr von Weichs, die Divisions-, Regiments-, Bataillons- und Abteilungkomandeure der beteiligten Truppenteile eingefunden. Zu beiden Seiten der Anlage vor dem Kurhaus hatten Truppen des Standortes Mainz und Wiesbaden Paradeaufstellung genommen. Oie Ehrengäste. Aus aller Welt. Postpräsident Eeck f. Lpd. Frankfurt a. M., 25. Okt. Der Präsi- dent der Reichspostdirektion Frankfurt a. M., Pg. Eeck, ist nach kurzer schwerer Krankheit am 24. Oktober gestorben. Der Reichspostminister, dessen besonderes Vertrauen er besaß, hatte ihn am 1. August 1936 an die Spitze der Reichspostdirektion Frankfurt a. M. berufen. Euwe —.Aljecksin 31h:51lt. Die neunte Partie im Schachweltmeisterkampf Euwe — Aljechin endete remis. Der Stand lautet mithin: Euwe 3% Punkte, Aljechin 5V2 Punkte. Fünf Wann aus Seenot gerettet. Die Station Pillau der Deutschen Gesellschaft für Rettung Schiffbrüchiger meldet: Das Motorrettungsboot „Konsul Kleyenstüber" konnte in der Nacht zum 24. Oktober fünf Mann Besatzung der deutschen Jacht „Libelle" aus Seenot bergen. Das Rettungsboot ist nach Rückkehr von der Rettungsfahrt erneut von Pillau ausgelaufen zur Suche nach vermißten Fischern. — Die Zahl der in diesem Jahre geretteten Schiffbrüchigen hat sich auf 60 erhöht. Insgesamt wurden bisher von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger 5714 Menschen der See entrissen. Verheerendes Unwetter in Bosnien. In Bosnien ist es infolge schwerer Wolkenbrüche zu Unglücksfällen und ernsten Der- kehrsstörungen gekommen. So wurde bei Bugojno durch die Wassermassen eines plötzlich über die Ufer getretenen Baches ein Försterhaus mit sieben Insassen fortgeschwemmt. Von der siebenköpfigen Försterfamilie fehlt noch jede. Spur. Unwetter auf Sumatra fordert 24 Todesopfer. Wie aus Pdlembang (Südost-Sumatra) gemeldet wird, sind auf dem Hochland von Sumatra einem schweren Unwetter bisher 24 Menschen zum Opfer gefallen. Lang anhaltender wolkenbruchartiger Regen ließ die Flüsse über ihre Ufer treten. Mehrere^ große Brücken wurden vernichtet. Gleichzeitig traten an vielen Stellen Erdrutsche auf, durch die ein Teil der Postwege verschüttet wurde. izin. ahrl' W* chettok b einen -n ßn[i‘ Zehinde' «eit ert' hrtSt' Staats' Hi* r Luft' chrachie i Pro- .9.3? !l!- ? •le Ü« -in 2ln ÄÄ Ä fi Japanische Offensive nördlich von Schanghai Ehinesische Stellungen eingedrückt. Das Kennzeichen der Osram-W- x^rypeysPartung. tnebsführers, soweit wie möglich feine Arbeiter auch den Winter über weiter zu beschäftigen und bereits jetzt für das Jahr 1938 Dauerarbeitsoertrage abzuschließen. Betriebsführer, die in den Wintermonaten ungerechtfertigte Entlassungen vornehmen, können mit der rechtzeitigen Gestellung von Arbeitskräften nicht rechnen. Das in diesem Jahr von einem Teil der landwirtschaftlichen Betriebsführer geübte Verfahren der selbst ä n d i g e n Hereinholung von ausländischen Arbeitskräften ist im nächsten Jahr im Hinblick auf eine gerechte Verteilung auf die Gesamtlandwirtschaft nicht mehr möglich. Landwirtschaftliche Betriebsführer, die für das Jahr 1938 landwirtschaftliche Arbeiter benötigen, werden hierdurch aufgefordert, sich umgehend mitdemzuständigen Arbeitsamt in Verbindung zu setzen und bei diesem auf den ungeschriebenen Vordrucken ihren Kräftebedarf für 1938 bis spätestens 15. November 1937 anzumelden. Die Arbeitsämter geben Auskunft über Voraussetzung und Möglichkeiten des Durchhaltens über den Winter unb der Wiederverpflichtung von zur Zeit im Betriebe beschäftigten Wanderarbeitern, über die Vermittlung von Verheirateten und sonstigen Dauerarbeitskräften, über den Einsatz von Einzellandhelfern und Landhelfergruppen sowie über alle sonstigen Fragen des landwirtschaftlichen Arbeitseinsatzes. „lager her nationalen Smiaung" Der bisherige Stabschef des polnischen Regierungslagers, des „Lagers der Nationalen Einigung", Oberst Kowalewski, ist durch den Generalstabsobersten W e n d a ersetzt worden. Die Abberufung des Stabschefs hat grundsätzliche Bedeutung. Oberst Koc, hinter dem Marschall Rydz- Smigly steht, hatte kürzlich zur Klärung der Frage nach dem Kurse, den das neue Regierungslager steuern werde, eine Rede gehalten, in der er sich eindeutig für ein autoritäres national les Regime aussprach und damit gleichzeitig eine Annäherung an die rechtsnationale Opposition suchte. Zum größten Erstaunen ganz Polens aber hielt kurze Zeit darauf auch der Stabschef desselben Lagers Kowalewski eine Rede, in der er den polnischen Marxisten goldene Brücken zum Lager der nationalen Einigung baute und ihnen öffentlich bescheinigte, daß auch sie sich stets dyrch ein echtes nationales Empfinden ausgezeichnet hätten, es sei ihnen eben nur nicht immer zum Bewußtsein gekommen. Kowalewski ist eine interessante Persönlichkeit, er spricht mehr als ein halbes Dutzend Sprachen, konspirierte im Kriege gegen die Russen und später in der Ukraine gegen die Deutschen, leistete durch seine Entzifferung von Geheimchiffren dem Marschall Pilsudski wesentliche Dienste, die zum „Wunder an der Weichsel" beitrugen, erhielt vom japanischen Kaiser einen goldenen Ehrensäbel und war später polnischer Militärattache in Moskau und in Bukarest. Also ein vielgewandter Mann, bewährt in manchem romantischem oder auch gefährlichem Unterfangen. .. Kowalewski huldigte der Ansicht, man könne alle politischen Parteien, ohne Rücksicht auf ihre bisherige Neigung nach links oder rechts, unter einen H u t bringen. Er übersah dabei die tatsächliche Entwicklung, die deutlich zu einer politischen Zweiteilung führte, zum nationalen Führerstaat und zum Volksfrontregime, wobei der Riß mitten durch den bisherigen Pilsudskiblock hindurchgeht. Oberst Koc mußte eine solche Stellungnahme als eine Desavouierung seiner Haltung betrachten, und seitdem war die Krise ch der Führung des Lagers akut. Da der Wechsel im Amt des Stabschefs nicht ohne Zustimmung des Staatspräsidenten und des Marschalls geschehen sein kann, bedeutet er eine Dertrauenskündgebung der höchsten Faktoren im Staate für Oberst Koc und eine Stärkung feiner Stellung. D. 8. Reichsjustizminister Dr. (9 ürtn er erlitt auf Rückfahrt von der Tagung der amtlichen Straß zeßkommisfion auf der Straße Dresden—Berlin in der Nähe von Bad Liebenwerda einen Au10 un - fall. Der Minister zog sich dabei eine leichtere Kopfverletzung zu; er befindet sich a u f dem Wege d e r Besserung. ’.K ■ ftän, 1 ÄTh leit banf.l Wn: ent. Von bwi Ehrengästen sah man den fetter von Hessen-Nassau Reichsstatthalter Sprenger und den Gauleiter von Kurhessen Staatsrat Eden empfing am Montag den deutschen Geschäftsträger, Gesandten Dr. Woermann, den italienischen Botschafter Graf Gran di und den französischen Botschafter (Sorbin. „Evening Standard" will erfahren haben, daß der Sowjetbotschafter Maisky von der Sowjetregierung den Auftrag erhalten hat, in einem günstigen Augenblick dem Vorsitzenden des Nichteinmischungsausschusses mitzuteilen, daß Sowjetrußland sich nicht mehr verpflichtet fühle, weitere finanzielle Beiträge an den Nichteinmischungsausschuß zu leisten. Die Sowjetreaierung stehe auf dem Standpunkt, daß die gesamte Nichteinmischungspolitik zusammengebrochen sei und daß die jetzigen Maßnahmen nur eine völlig veränderte Lage verschleiern sollten. „Preß Association" hält es für möglich, daß auf der Nichteinmischungssitzung der Plan einer symbolhaften Zurückziehung von Freiwilligen ganz auf- gegeben wird. Bisher habe der Ausschuß nur einftimmig gehandelt. Sollte Sowjetrußland auf seiner Weigerung beharren, den britischen Plan anzunehmen, so könnte der Ausschuß vielleicht entscheiden, auf Grund eines Mehrheitsbeschlusses zu handeln. Die wenig optimistische Stimmung, die man in London über den Fortgang der Arbeiten im Nichteinmischungsausschuß verzeichnet, wird in italienischen K r e i s en geteilt. Die Meinungsverschiedenheiten der im Ausschuß vertretenen Mächte drohen einen unversöhnlichen Charakter anzunehmen, nachdem S o w j e t r u ß l a n d sich geweigert hat, den englischen Plan als Verhandlungsgrundlage anzunehmen und trotzdem darauf besteht, an den Verhandlungen teilzunehmen. Die Gegensätze grundsätzlicher Natur seien nach dem konkreten Beitrag Italiens — der sich inzwischen durch die sowjetrussische Sabotage bereits als unnötig erwiesen habe - nur noch stärker geworden. Zwei französische Dampfer durch Luftangriffe versenkt. Paris, 25.DH. (DNB.) Wie aus Perpignan . gemeldet wird, ist der französische Dampfer „U l e d Mell ah", der sich mit einer Getreideladung aus Marokko auf dem Wege nach Port Vendre befand, etwa 50 Meilen östlich von Barcelona von einem Flugzeug unbekannter Nationalität bombardiert worden. Eme der See ßliA. TUjaxL dec DonAepfelnundVimen-pomeranzenundQuitten Eine sprachgeschichtliche Betrachtung. Von Professor Or. Erich Zenisch. Die Früchte, die der Herbst in unfern Gärten und Wäldern reifen läßt, erscheinen uns als ein Besitz, der uns seit Urzeiten angehört. Apfel, Birne und Kirsche — das klingt deutsch. Anders ist es schon mit Dattel, Feige und Pfirsich. Ihre Namen klingen zwar auch deutsch, aber sollten diese Südfrüchte vielleicht seit alters in Deutschland bekannt gewesen sein, so daß ihre ursprünglich fremden Namen bei uns das Bürgerrecht erworben haben? So ist es. Die Feige ist bereits im Altfächsifchen des neunten Jahrhunderts bekannt. Das Wort geht auf „ficus“, die lateinische Bezeichnung der Pflanze zurück, muß aber fchon vor der Mitte des ersten nachchristlichen Jahrtausends ins Deutsche ausgenommen worden fein. Nach dem fünften Jahrhundert etwa vollzog sich nämlich in einem langen, Jahrhunderte umfassenden Zeitraum jener Entwicklungsoorgang der deutschen Sprache, durch den sich die hoch- von der niederdeutschen Sprache geschieden hat und der die hochdeutsche Lautverschiebung genannt wird. Aus diesen lautgesetzlichen Gründen ergibt sich, daß auch das Wort „P fi rf i ch", das ja noch deutlich an den „malum persicum“, den persischen Apfel, erinnert, schon vor jener Heit bei uns heimisch geworden sein muß. Ebenso lange muß auch die Dattel bei uns bekannt sein, so daß es nicht erstaunlich ist, im Althochdeutschen dem Dattelbaum („dahtilboum“) zu begegnen. Im 15. Jahrhundert bereits taucht die Bezeichnung „Dachtel" oder „Tachtel" für „Ohrfeige" auf. „Dattel" selbst ist nichts anderes als das griechische Wort „dactylos“ — Finger. Die Form „Dattel" statt „Dachtel" freilich ist erst in mittelhochdeutscher Zeit aus dem italienischen „dattilo“ neu entlehnt worden. Auch der Wein, aus vulgär-lateinisch „vino“, ist uns durch die Römer vermittelt worden. Von einer germanischen Bezeichnung des Weins findet sich vor der Berührung mit ihnen keine Spur, dagegen bergen alle mit dem Weinbau zusammenhängenden Wörter, wie Winzer, Keller, Trichter, Most, Kelter, Pfahl, pflücken, Presse, Spund usw., einen lateinischen Kern in sich. Doch wie verhält es sich mit den so deutsch klingenden Namen, wie Apfel, Birne, Kirsche und Pflaume, die seit alters bei uns ihre Heimat zu haben scheinen? Apfel ist in der Tat ein ur- deutsches Wort von hohem Alter. Es findet sich nicht nur in allen germanischen Sprachen, sondern hat auch Entsprechungen im Keltischen und Slaoo- lettischen. Ob es freilich ein echt indogermanisches Wort ist, erscheint fraglich. Vermutlich ist es aus einer .nicht indogermanischen Sprache entlehnt. Unsere Vorfahren müssen übrigens den Apfel nicht als rot, sondern als grau empfunden haben, wie die Bezeichnung „Apfelschimmel" verrät. Schon im Althochdeutschen ist von einem „apfelgrauen" Roß die Rede. B i'r n e dagegen ist aus dem lateinischen „pirus“ entlehnt, und zwar kaum vor dem 9. Jahrhundert. Es ist eigentlich ein Plural, denn im Mittelalter noch heißt die einzelne Frucht „bir“ und die Mehrzahl „birn“. Die alte Form hat sich übrigens in dem Familiennamen „Äierbaum" bis heute erhalten. Wie die Birne ist auch die Kirsche keine ursprünglich deutsche Frucht. Das Wort ist eine Entlehnung aus dem oulgärlateinischen „cerisia“, das zu „cerasus“ Kirfchbaum gehört, und durch das Griechische hindurch nach der Gegend des Schwarzen Meeres deutet, an dessen Südufer die ihrer Kirschbäume wegen berühmte Stadt Kerasoys lag. Zwar ist die wildwachsende Kirsche seit den ältesten Zeiten in fast ganz Europa verbreitet, ihre Kultur, die zuerst im Mittelmeergebiet getrieben wurde, reicht jedoch kaum vor das vierte vorchristliche Jahrhundert zurück. Lukullus soll die veredelte Süßkirsche im Jahre 74 vor Christus von Kleinasien nach Rom gebracht haben. Zur Zeit Karls des Großen ist die Kultur der Süßkirsche in Deutschland ausdrücklich bezeugt. Auch die Pflaume zählt nicht zu den Eingeborenen unter unfern Früchten. Zwar findet man in den Pfahlbauten schon Pflaumenkerne, die veredelte Pflaume — aus lateinisch „prunum“ — ist aber erst zusammen mit der Kirsche, Dattel und Feige von den Römern vor der deutschen Lautverschiebung übernommen worden. In manchen Gegenden Deutschlands wird die Pflaume oder auch nur eine frühreifende ihrer Arten Z w e t s ch e, Zwetschge oder Quetsche genannt. Der Name, der erst im 16. Jahrhundert auftaucht, ist dunklen Ursprungs. Die Bezeichnung der ursprünglich im Kaukasus heimischen „Quitte" hat einen weiten Weg zurücklegen müssen, ehe sie zu uns kam. Mit dem kleinasiatischen Namen Kodymalon wandert sie nach Griechenland: er wird dort, weil das Wort an den Namen einer kretischen Stadt Kydonia erinnerte, zu Kydonien. Ueber das lateinische Cydo- nium entwickelt sich das Wort dann im Deutschen zu Quitte. So bleibt neben dem Apfel nur die schlichte Schlehe, die zweite Frucht übrig, deren Namen ein altes germanisches Wort ist. Verwandte Wörter in den außergermanischen Sprachen weisen auf ein indogermanisches Farbadjektiv zurück. Anders das Geschlecht der Beeren. Sie, die ja seit jeher in unseren Wäldern wachsen, tragen meist alle deutsche Namen. Die Heidelbeere erinnert daran, daß „Heide" ursprünglich unbebautes, wild- bewachsenes Land schlechthin bedeutet und nicht nur die besondere Vegetationsform bezeichnet, die wir heute so nennen. In Ostpreußen heißen jetzt noch riesige Waldgebiete die Johannisburger und die Rominter Heide. — Die Brombeere ist die Beere des Dornstrauches, der im Althochdeutschen „bram“ heißt. Mundartlich ist das Wort meist als Bezeichnung für den Ginster noch gebräuchlich. Anette von Droste-Hülshoff verwendet es in dem Verse: „Es bricht und knistert im Brame". Von den Namen der Südfrüchte klingt uns am vertrautesten natürlich die Apfelsine, die um 1500 von den Portugiesen aus dem südlichen China nach Europa gebracht wurde. Bekanntlich heißt die Frucht in Süddeutschland Pomeranze ober Orange. Denn dorthin kam sie durch den italienischen und französischen Handel, während die in Norddeutschland verbreitete Benennung „Apfelsine" um 1700 von Hamburg ausgeht, das damals neben Amsterdam der Hauptmarkt für die Frucht war. Sina ist die alte Form für China. — „Pomeranze" und „Drang e" bezeichnen eigentlich nicht die süße, sondern die bittere Apfelsine. Mit diesem Namen hat sich ein persisches Wort ins Deutsche eingeschmuggelt; in Persien hieß die Frucht „naräng“, woraus auf der Wanderung nach Italien über das arabische „narandsch“, spanisch „naranja“, portugiesisch „laranja“, schließlich italienisch „arancia“ wurde. Dieses Wort formte sich im Französischen zu „Orange", während in Italien sich der Name durch die Zusammensetzung mit „pomo“ = Apfel in „pomerancia“ verwandelte. Die Mandarine, deren Name erst seit 1859 bei uns belegt ist und die uns lebhaft an China erinnert, stammt zwar ursprünglich von dort, wurde aber seit langem auf den Sundainseln kultiviert und gelangte unter dem dort üblichen Namen „Mandara“ um die Mitte des 19. Jahrhunderts ins westliche Mittelmeergebiet, wo er itolienifiert „manda- rino“ lautete. Ferne, fremde uns nicht durchschaubare Namen stecken auch in Ananas, das aus einer brasilianischen Sprache des tropischen Südamerikas über das Portugiesische in die europäischen Sprachen kam, in Banane, das auf das arabische Wort „banan“ = Finger zurückgeführt wird, in dem Namen der zur Zeit Alexanders des Großen nach Europa gebrachten Aprikose, dem das arabische „albarkok“ zugrunde liegt, und in „Limo n e", das „limun“, die persische Bezeichnung für den Zittonenbaum zurückgeht. Heute noch bezeichnet in Italien „Limone“ die Zitrone, so daß eins Hirnbeer-„Limonade" eigentlich dasselbe Unding ist, wie ein Tee aus Kaffee Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr W Lange; für Feuilleton: Dr.Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 37: 9248. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange. K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr 3 vom 1. Juni 1935 gültig. ’S ■ I Ueber Naturschutz und Naturkunde unterrid>ten sic wam bc>ten mü ' J -•«•winuuvi den allgemeinverständlichen Büchern des Hugo Bermiihler Verlages, Berlin-Lichterfelde. Sitte verlangen Sie noch heute van Ihrem Eiestener Buchhändler das ausführliche bebildert« Werbeblatt „Freunde der Natur sind Freunde guter Bücher" Nachruf! Am Samstag, dem 23. Oktober 1937, verschied in der Frühe nach langen mit großer Geduld ertragenen Leidenstagen im 70. Lebensjahre der Betriebsführer unseres Werkes, Herr Generaldirektor Carl Ottens Fast fünf Jahrzehnte hat der Verstorbene unserer Firma mit überragendem Fleiße und in seltener Treue gedient, während eines langen und arbeitsreichen Lebens an der Entwicklung unseres Werkes an erster Stelle mitgearbeitet. Der Aufstieg unserer Firma zu der heutigen Bedeutung ist sein Verdienst. Seinen Mitarbeitern war er allezeit ein warmherziger, beratender Freund, der, geleitet von einem großen sozialen Empfinden, sich auch außerhalb des Betriebs allseitiger Achtung erfreuen durfte. Wir werden seiner stets in Liebe und Treue gedenken. Seine hohen kaufmännischen Tugenden, sein nimmer rastender Fleiß sollen als Vorbild uns die Kraft zur Weiterarbeit an seinem Lebenswerk in seinem Sinne geben. Der Vorstand, Aufsichtsrat und die Gefolgschaft der Kolb & Schüle A.G. Für die beim Tode unseres lieben Vaters erwiesene innige Teilnahme danken wir herzlichst Familie Siegfried Carl Ottens Gießen (Stephanstr. 44), den 26. Oktober 1937 05271 Mietgesuche*] Verlobungs-Anzeigen bei Brühl, Schulstr.7 2Zimmer mit Küchenbenutzung (Teil- wohnungiStadt- mitte ab 1. November zu vermieten. Schrift!. Angeb. u.69830 an d. Gieß.Anz. 4-Zim.WohDnng (gr. Wohnküche) Nähe Bahnhof zum15.Novemb. zu vermieten. Schrift!. Angeb. unter 6976D an denGieß.Anzeig. Laden mit 2 Zimmern (auch5-Zimmer- wohnung) Seltersweg 35 zum 1. Novemb. zu vermieten. Näheres [697sD Marburger Straße 40 vart. Telefon 2369. zum 1. Novemb. gesucht. Schrift!. Angeb. u. 05269 an den Gießener Anzeiger erbet. 3-3tmmer- Wohnung m.Küche,!.Etage (Seltersweg 35) zum 1. 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Instituts Gießen, Ludwigsttaße 21, Exverimental-Vortrag von Herrn Prof. L>r. Krollvfeiffer, Gießen: „Vom Holz zurZellwoile“ Gäste willkommen! 69870 Henneberg, Vorsitzender. Mädchen | für halbe Tage> gesucht. 05278 Landgraf-Phil.- Vlatz 7 vart. [Verschiedenes] Au o »eibsi ahrer Vermietung Tel.4335 OTOD Beginn des Hallen- tralnlngs für männl. Mitglieder: [6984D Mittmol!). 27. Ott. für weibl. Mitglieder: Zreikag, 29. Mod. jeweils 20 Uhr, in der Turnhalle derSchillerschule Teilnahme aller Aktiven istPflicht Heute | Mittwoch 19.30—22 Uhr l Mein Sohn, derflerr Minister 5. Mittw.-Miete Preise von RM. 0.60-3.00 20—22.30 Uhr lila von Naumburg Preise von RM. 0.60-3.00 Am Dienstag, dem 19. Oktober 1937, abends 11.45 Uhr, entschlief nach schwerer Operation im Knappschaftskrankenhaus Neunkirchen (Saargebiet) meine so heißinniggeliebte, gute, treue Frau, unsere liebe, gute, teure Mutter, meine so überaus gute einzige Tochter Frau Hedwig Saar, geb. Hilgardt in den schönsten Lebenstagen im Alter von 40 % Jahren. Eppelborn, Gießen (Dammstraße 34), den 26. Oktober 1937. Kirchhain-Teck, den 23. Oktober 1937. Mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel 6989 V VO=VH Nummern-Schilder werden schnell und preiswert umgemalt W. Martin . 6’85D Senil de rmalermeister Mittelweg 7 Ruf Nr. 3060 • Gießen Lorenz Saar und Kinder Frau Bertha Hilgardt Wwe. und alle lieben Verwandten. 05277 Marta Ottens, geb. Strodtbeck Marg. Jacob, geb. Ottens Hanns Ottens Walter Jacob Maja Ottens, geb. Benzinger und 6 Enkelkinder. Die Beerdigung findet Dienstag, den 26. Oktober, vormittags 11 Uhr, vom Trauerhaus aus statt Wir bitten von Beileidsbesuchen abzusehen. Vermietungen Die Beerdigung fand in aller Stille statt. verschied heute früh nach langem schweren, mit Geduld ertragenem Leiden in seinem 70. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Stadttheater M.250 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (GeReral-Anzetger für Oberheffen) Dienstag, 26. Oktober 1957 Die alten ^6er-Fahnen. Fahne des L BataMvrrS. II -- Aus der Stadt Gießen. Am heutigen Dienstag, 26. Oktober, werden in Wiesbaden unserem neuen Infanterie - Regiment 116 die ihm von dem Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht verliehenen Fahnen durch den Reichs- kriegsminister, General- seldmarschall o. Blomberg, feierlich überleben werden Dieses für das neue Regiment 116 in hohem Matze bedeutsame Ereignis gibt Anlaß, der Fahnen der ehemaligen 116er zu gedenken, die das stolze Regiment im Frieden und im Kriege ehrenvoll geführt hat. Die ersten Fahnen mur= den den beiden Stammbataillonen des einstigen Regiments am 8. Februar 1814 verliehen. Dem im Jahre 1881 errichteten Füsilier - Batl., später IlH. Batl., wurde seine ' Fahne am 25. August 1882 übergeben. Am 20. August 1891 erhielten die Fahnen neue Fahnentücher und Ringe. Bon den alten Fahnentüchern des I. und HI. Batls. waren damals nur noch geringe Reste erhalten, nachdem sie in den langen Friedensjahren und in den drei Feldzügen 1849, 1866 und 1870/71 ihren Bataillonen oorangewcht hatten. Die Fahnentücher der alten Fahnen in Größe von 1 qm sind aus weißer Seide und zeigen ein Kreuz, dessen in rot und schwarz gehaltene Schrägbalken von einer Ecke zur anderen gehen. In den vier Ecken befindet sich der verschlungene Namenszug LIV. Auf der Mitte ruht ein blauer Schild mit dem rot-weißen hessischen Wappenlöwen, darüber das Devisenband: Gott, Ehre, Vaterland. In das..- Fahnentuch des I. und Bll. Batts, sind zur Erinnerung an die von diesen beiden Bataillonen ehrenvoll mitgemachten Feldzüge goldene Granaten eingestickt. Die Fahnenringe um die Fahnenstange tragen die Bezeichnung des Truppenteils, z. B. 1. R 116, . B. An der Spitze der Fahnenstange ist der groß- verzogliche Namesiszug, ein L mit der Krone, an- Zebracht. Außerdem tragen die Fahnen eine Anzahl von Auszeichnungen, von denen besonders erwähnt I eien: Das Eiserne Kreuz von 1870/71 an der Fah- I „enspitze des I und II. Batls., gegenüber dem grotz- ! herzoglichen Namenszuge; das Grotzh. Hessische Mi- I iitärverdienstkreuz am rot-blauen Bande, ebenfalls iin den Fahnen des I. und II Batls., die am Feldzug 1870'71 teilgenommen haben; die Kriegsdenkmünze für 1870'71 am schwarz-weitz-roten Bande, auf dem sich goldene Spangen befinden mit den Schlachten und Gefechten, die das I. und II. Batl. mitgekämpft haben; verschiedene Fahnenbänder zur Erinnerung an bedeutsame Tage in der Geschichte des Regiments.___ Das am 1. Oktober 1893 errichtete IV. Batl. erhielt ebenfalls eine Fahne in der beschriebenen Form, die nach seiner am 1. April 1897 erfolgten Abgabe an das neugebildete Jnf.-Rgt. 168 beim Ins.-Rgt. 116 verblieb und vom I. Batl. mitgeführt wurde. Mit diesen Fahnen zog das Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116 in den Weltkrieg. Sie begleiteten die Bataillone in einer Reihe ruhmreicher Schlachten und Siege, bis der Kaiser anordnete, daß aus taktischen Gründen zur Vermeidung von Verlusten die Fahnen in die Heimat zurückgeführt wurden. Als das deutsche Heer infolge des Diktats von Versailles aufgelöst werden mußte, blieben die Fahnen als Erinnerung an die ruhmreichen Taten des Regiments erhalten, und sie werden jetzt in treuer Obhut im Schloß zu Darmstadt aufbewahrt. Sie werden bei besonderen Erinnerungsfeiern des alten Regiments, an denen die neue Wehrmacht beteiligt ist, von einer Fahnenkompanie des Traditionstruppenteils geführt, den jungen und alten Soldaten, besonders aber den Kriegsteilnehmern zur erhebenden Erinnerung. Mögen die neuen Fahnen unserm wiedererstandenen Infanterie-Regiment Nr. 116 in eine glückliche, an Ruhm und Ehre reiche Zukunft voranwehen. W e g e l i, Oberstleutnant a. D. Das Warten. Ein Mädchen geht im Zimmer auf und ab. Ruhelos! Am Tisch sitzt eine Frau und stickt; die Mutter. Sie wirst bedauernde Blicke auf das junge Mädchen. Die Flurglocke schrillt. Es scheppert etwas im Kasten. Das Mädchen rennt an die Tür, reißt den Briefkasten auf, hat eine belanglose Drucksache in der Hand, macht die Tür aus, ruft den Briefträger sinnlos an: „Sonst nichts?" Nein, sonst nichts. Die Tür klappt zu. Ein Mensch kehrt verzweifelt zurück. Das ist — eine Szene aus einem Film. Es ist eine Szene aus taufend und aber tausend Leben. Es ist die ewige Szene des vergeblichen Wartens. Wir warten auf einen Anruf. Wir warten auf einen Brief. Wir warten an einem Treffpunkt. Wir sitzen im Wartezimmer. Wir warten, daß man uns zu einer Sache rufe, für die wir uns geeignet glauben. Manchmal kommt die Erfüllung, oft kommt sie nicht. Manche Leben bestehen nur aus Warten und haben nie Erfüllung und sind wohl immer selber schuld daran. Denn was man nicht hat, danach muß man gehen. Das alte Wort stimmt: „Hoffen und Harren, macht manchen zum Narren!" So plausibel die Weisheit klingt: jede Entscheidung ist besser als zweckloses Warten. Denn Warten ist eine graue Sache. Warten reißt an den Nerven, Warten macht ungeduldig und ungerecht. Wir sollten uns auch mit unpünktlichen Menschen nicht quälen, sondern glatt die Beziehungen zu ihnen abbrechen. Kein Nebenmensch hat das Recht, uns unsere Zeit zu stehlen. Wir brauchen sie nötiger. Zum Arbeiten, ja. Aber es kann sogar notwendiger fein, durch eine herbstliche Allee zu gehen und den stillen Himmel zu betrachten, als in einem Zimmer zu sitzen und zu warten. Post fällt ohne uns in den Kasten, sie wartet schmerzlos, niemand nimmt sie uns weg. Ist sie gut, dann ist die Freude gut, ist sie schlecht, dann war sie das Warten sowieso nicht wert. Das Leben aber ist zu schön, um es mit Warten zu verbringen, mit diesen tausend toten Minuten. r. k. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Uta von Naumburg". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Zu neuen Ufern". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Zauber der Boheme". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brandplatz. Stadltheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet die erste Wiederholung des Schauspiels „Uta von Naumburg" von Felix Dhü- nen statt. Spielleitung Dr. Erich Schumacher, Bühnenbild Karl Löffler. Diese Vorstellung findet als fünfte Vorstellung der Dienstag-Miete statt Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Reue Bilder in der Ausstellung der oberhefsischen Künstler im Sladttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Die mit Beginn der Spielzeit eröffnete Ausstellung der oberhessischen Künstler im Stadttheater wird fortgesetzt. Die geplanten Kollektivausstellungen beginnen mit dem in Gießen schon bekannten Maler Fritz Bender aus Herborn. Bender bringt Oel- bilder und Aquarelle mit Motiven seiner näheren Heimat, dem Westerwald. Hausbesitzer-Verein Gießen. Kommenden Donnerstag abend außerordenliche Hauptversammlung. U. a. Bestimmung des neuen Vereinsführers. Hitler-Jugend. Spielschar der £)3. Heute abend fällt die Probe aus. Nächste Probe Donnerstag, 28. Oktober. Antreten 20 Uhr am Stadttheater. NS.-Gemeinfchast „Kraft durch Ireude". Theatervorstellung. Am Sonnabend, dem 30. Oktober 1937, 20 Uhr, „Große KdF.-Miete", Gruppe II (2. Vorst.) „mein Sohn, der Herr Mmsler" Lustspiel in 4 Akten von Birabeau. Eintrittspreise —,90 und 1,— RM. Karten sind noch im Vorverkauf auf der Kreis- dienststelle, Schanzenstraße 18, und durch die Be- triebswarte erhältlich. 6979D Kyffhäuier-Kreisverband Gießen. Am Sonntagvormittag fand eine Kreisverbands- Unterführer-Besprechung' im „Bayerischen Hof" in Gießen statt. Der Kreisführer Dr. M o n n a r d begrüßte die Kameraden, besonders den Gebietsinspekteur Generalmajor a. D. W aitz und seinen Adjutanten. Der Hauptpunkt der Besprechung galt der Bildung von Bereitschaften, denen Aufgaben gestellt werden nach Grundsätzen, die die Bundesführung herausgegeben hat. Als vornehmste Aufgabe ist der Schießdienst anzusehen. Ein Bericht des Kreis- führers S p i e l m a n n , Marburg, über Erfahrungen im Bereitschaftsdienst gelangte zur Verlesung. Generalmajor a. D. Waitz gab seiner Freuds darüber Ausdruck, sich den Kameraden als Gebietsinspekteur vorstellen zu können, überbrachte dis Grüße des Landesgebietsführers, sprach zur Aufstellung der Bereitschaften, ferner über Vortragswesen durch die Kameraden Major a. D. R i e tz s ch, Dr. Mohr und Oberstleutnant Endres. Nach kurzer Aussprache bat der Kreisführer die Unterabschnittsführer, sich eingehend mit der Aufstellung der Bereitschaften zu befassen. In einer weiteren Aussprache über die Beklei- dungssrage erläuterte der Kreisführer nochmals den vorschriftsmäßigen Kyffhäufer-Anzug. Der Gebietsinspekteur betonte, er habe einen günstigen Eindruck von der Arbeit im Kreisoerband Gießen erhalten, und verabschiedete sich mit den besten Wünschen für die Arbeit für Führer und Vaterland. Im weiteren Verlaufe der Tagung gab der Kreis- geschäftsführer Kamerad ©lebe einen Ueberblick über die noch fehlenden Meldungen der Kameradschaften. Die Kameraden Schneidmüller, Gießen, und Glaub, Reiskirchen, erhielten als Anerkennung für erfolgreiche Sammeltätigkeit vorn Fechtverband je ein Buch. Zur Hilfeleistung bei der Propagandatätigkeit wurde Kamerad Diesel als Adjutant des Kreisführers Kamerad Schneider und zur weiteren Mithilfe Kamerad Weber bestimmt. Der Kreisschießwart Kamerad Klein sprach kurz über Schießwesen Im Jahre 1937 beteiligten sich 338 Mannschaften und 14 Einzelschüßen am Schießen, die rund 95 000 Ringe erschossen. Der Kreisverband steht im Schießen im Landesgebiet an zweiter Stelle. Mit der Mahnung, alle Appelle und Zusammenkünfte in echt kameradschaftlicher Weise durchzuführen, schloß der Kreisführer die Tagung in der üblichen Weise. Gautreffen der Gehörlosen in Gießen. Aus Anlaß der Feier des 25jähriqen Bestehens des Ortsbundes Gießen der Gehörlosen fand hier am Sonntag ein Gautreffen statt. Bereits zu der Jubiläumsfeier am Vorabend hatten sich viele Mitglieder aus Oberhessen und der weiteren Umgebung eingefunden. 1 Am Sonntagvormittag sand das Gautreffen statt. „Zauber der Boheme." Lichtspielhaus. Der größte Reiz dieses Films geht vielleicht von der Unbekümmertheit aus, mit der hier die Ele- |mente gemischt sind. Der Regisseur Geza von Bol- | d a r i) hat mit einer leichten und sicheren Hano I (und freilich auch mit einer feinen Witterung für r rheatermätzige Wirkungen) • sehr Heiteres und sehr Trauriges miteinander verknüpft: die drollige, übermütige, ausgelassene Stimmung einer Künstler-Boheme, die es heute gar nicht mehr gibt, die aus Puccinis Oper noch immer ihren wehmütigen Elanz empfängt ... und die unendlich traurige und hoffnungslose Geschichte einer großen Liebe, Oie mit dem verklärten Tode der geliebten Miml auf dem Theater endet: hier ist die Nähe der Oper »am deutlichsten zu empfinden, in diesen Szenen, tn denen eine trübe und unwiderrufliche Wirklichkeit den illusionistischen Akt auf der Bühne qraufam zu Ende spielt, welcher die Theaterbe- , sicher zu Tränen rührt. Nicht jeder Spielleiter : würde die unerschütterliche Unbefangenheit aufgebracht haben, diese Bilder so bis zur letzten Kon- ßeguenz auf ihre Wirkung hin ausspielen zu lassen. Der Film hat neben dem schmerzlichen Schmelz Liefer Liebesgeschichte den hohen Reiz eines von 'ausgesucht schönen Stimmen bestrittenen Muyk- fiilms, und er gelangt im Gesamteindruck über das Verbrauchte und ermüdende Schema vieler seiner 'Vorläufer hinaus, weil er Besseres gibt als eine. IReihe mehr oder minder sinnvoll und natürlich whotographierter Gesangsnummern: das Ehepaar Marta Eggerth und Jan Kiepura — Denise mnd Rene — ergänzt sich auch stimmlich zu einem Duett von ungewöhnlicher Ausgeglichenheit und Klangreinheit; er mit dem weichen und muhelos I leichten Ansatz der italienischen Schule, mit einer ■ strahlenden Höhe, die nie gepreßt oder uverstei- I igert die Grenze des natürlichen Volumens emp- I ffinden läßt; sie mit einer blühenden Zartheit uno | Helligkeit des Tones, der fast im Widersprach zu I fstehen scheint zu der gebrechlichen und zum 4-ooe I verurteilten Anmut seiner Trägerin. — Das Joyu I nm Atelier unterm Dach bildet einen so beschwmg- I tten Auftakt, daß man sich zunächst und auch spater I mach in eine völlig schwerelose Lustspiel-Sphäre ver- I -setzt glaubt: diese Szenen wirken so unmittelbar I nfnb ungezwungen komisch, daß sie dem Beschauer |1 iein echtes Vergnügen bereiten, daß es freilich auch |1 nur der Unbekümmertheit Bolvarys gelingen I lkonnte, von hier die sehr unvermittelten Ueber- h igänge zur immer hoffnungsloser ihrem Ende zu- neigenden Liebeshandlung zu Minden. Allerdings hatte er ein Terzett von Komikern dafür einzu- fetzen, wie man es nicht häufig nebeneinander und vor allem innig miteinander spielen sieht: Paul Kemp, Theo Singen und Oskar Sima, jeder auf seine charakteristische Weise, alle drei unbezahlbar; und es ist bemerkenswert, mit welcher liebenswürdig jungenhaften Leichtigkeit und Bereit Willigkeit Ki'epura als vierter sich diesem Kreise einfügt. — Auch Romanowsky, obwohl nicht zur Boheme gehörig, muß genannt werden, weiterhin, in kleineren Aufgaben, Lizzi H o l z s ch u h , Luise Karton sch, Alfred Gera sch und Carl Günther. Für die Musik und die musikalische Leitung: Robert Stolz; Ernst Marischka schrieb das Buch. — (Terra.) * Im Beiprogramm ist neben der Fox-Wochenschau ein guter Kulturfilm unter dem Titel „Venetianische Skizzen" erwähnenswert, der einem oft verfilmten Motiv originelle Züge abzugewinnen versteht. Hans Thyriot. Bildnis dreier Mädchen. Don Wilhelm Bernekohl. Wenn wir des Mittags auf em Stündchen in das Cafe kommen, lächeln sie alle drei und grüßen mit einem leichten Neigen des Kopfes Es ist um diese Zeit Hochbetrieb und sie eilen gejchastig mtt Bergen von Kuchen und duftendem Mokka durch die engen Gänge. Sind die Wünsche der Gäste befriedigt, so sitzen sie auf den Hockern vor dem Büfett und tuscheln Manchmal aber hangen sie vornübergebeugt müde und demütig und starren auf die weiße Schürze, die straff um den mit schwarzem Tuch bekleideten Körper geschlossen ist. Die E r st e Wir nennen sie die Großfürstin. Sie 'st nicht hübsch, aber ihr Gesicht, ihr Gang ihre Gesten haben etwas von dem Adel einer fürstlichen Erscheinung. Das schwarze Haar ist sauber gescheitelt Dicht fällt es über die Schlafen und verdeckt nöllig die Ohren. In einem kunstvoll gefnupften Knoten, der rund und voll im braunen Nacken liegt, enden die schweren Flechten. Die Großfürstin ist'die älteste. Sie übt so etwas wie Autorität über die anderen aus Sie spricht wenig und lächelt sehr distanziert. In dem Blick ihrer matt und müde glänzenden Augen liegt ein Wissen um manche Dinge dieser Welt. Vor etwa zwei Jahren (es war im Sommer) kam einmal ein großer blonder Herr mit Schmissen in das Cafe. Er setzte sich täglich m bas Revier der Großfürstin (notabene: wir pflegen zu wechseln!), bestellte Eiskaffee, den er mit einem Strohhalm nervös trank, zündete sich mit pedantischer Gleichmäßigkeit eine lange schwarze Zigarre an und blätterte dann in den Zeitschriften. Wenn er nach einer knappen halben Stunde seine Schuld beglich, unterhielt er sich länger mit der Großfürstin als unbedingt nötig gewesen wäre. Dabei sog er wild an seiner Zigarre, sah unsicher in den Raum und zerknüllte den Strohhalm. Es war immer die gleiche Unruhe. Wir beobachteten ihn zwei Monate, ohne Näheres in Erfahrung zu bringen. Meinem Kameraden, einem verwöhnten und leidenschaftlichen Raucher, gelang es nicht einmal, die Marke seiner langen schwarzen Zigarre festzustellen. Die Großfürstin wehrte freundlich, aber bestimmt ab, wenn einmal ein Wortgetändel auf den fremden Gast hinlenkte. Auf einmal blieb er aus. Wir warteten, waren ohne Grund erregt, stellten Vermutungen an und erkundigten uns bei den Kolleginnen — selbstverständlich ergebnislos Die Großfürstin selbst lächelte in unnachahmlicher Würde. Aber kurze Zeit darauf war sie krank und wurde unsichtbar. Der Prinzipal schimpfte und schwor, das Mädchen nicht wieder einzustellen Dann kam sie doch wieder: unverändert in ihrer Haltung und in ihrem Lächeln. Doch schien uns, als ob der Glanz ihrer Augen gebrochen, als ob ein dichter Schleier darüber gebreitet sei, hinter dem das Geheimnis des jungen Mädchens begraben liege. Wir haben nie wieder gesehen, daß die Großfürstin mit einem Mann mehr gesprochen hätte, als unbedingt notwendig gewesen wäre. Die Zweite Wie die Großfürstin eigentlich hieß, haben wir nie erfahren Die Zweite hieß jedenfalls Gert. Sie konnte gar nicht anders heißen, denn sie war schlank, lachte hell und kokett. Gert sprach mit einem niedlichen Zungenschlag. Sie verdeckte es sehr geschickt Selbstverständlich hatte sie einen prächtigen Bubenkopf, für dessen Pflege sie wahrscheinlich die Hälite ihres Trinkgeldes anlegte. Gert konnte schmollen. Wer durch Worte oder Gesten kundtat, daß er sie verehrte, bekam ein Stückchen Zucker mehr zum Kaffee. Der Grad ihrer Zuneigung kannte bis zu einer Riesenportion Zucker steigen. Man warb förmlich um ihre Liebe Wer sie aber nicht beachtete, der wurde gepeinigt mit abgestandenem Kaffee, mit schlechtem Rahm, mit einem Minimum von Zucker Ein solcher Mann konnte nicht Stammgast werden. Dafür sorgte sie, dann hatte sie Erfahrung. Gert war übrigens verlobt. Mit einem Musiker, der die Geige in einem Kaffeehaus des Südens strich. Wir haben sie abends oft in einem Tanzlokal gesehen. Dann strahlte sie und spielte die große Dame. Mit einer Eleganz, die man nicht vermuten konnte. Einmal hat sie uns ihre Lebensgeschichte erzählt. (Die Großfürstin hätte das nicht getan.) Es ist nichts Besonderes damit. Vor fünf Jahren begann die Arbeit im Cafe und dauerte heute noch. Was sie mag, sind Kleider, Kinotheater, Tanzsäle. Außerdem „schwärmt" sie für Musik. Daher ihr Musikorbräutigam. Die Dritte. Wenn die Großfürstin ein verschlossenes, die Gert aber ein offenes Buch ist, worin man freilich nur leere, weiße Seiten findet, so kann man in dem Antlitz der Dritten lesen. Wenn ihr Mienenspiel wechselt — es wechselt keineswegs sehr oft — so ist es, als wenn man ein Blatt umgeschlagen hätte und könnte nun in einem sehr schönen, klugen und frommen Buche weiterlesen. Die Dritte heißt Sonja. Der Name klingt fremd und gibt eine durchaus falsche Vorstellung. Sie müßte Selma oder Sigrid heißen, denn der Blick ihrer sanften blauen Augen, das flachsblonde Haar, die behutsam schwerfällige Art ihrer Bedienung verraten auf den ersten Blick die Tochter der friesischen Küste. Wie sie in die Großstadt kam? Eine sehr einfache Geschichte. Der Vater kam bei einer Aktion der Rettungsmannschaften am Deich ums Leben. Die Mutter konnte ihren Kindern das Brot nicht mehr schaffen. Mit dem ältesten Bruder, der jetzt im Bergwerk arbeitet, I zog sie hier her. Sie paßt nicht in unsere Gegend, sie ist wie eine fremde kranke Blume, die sich nach dem heimatlichen Erdreich sehnt, daraus sie gewaltsam gerissen wurde. Das alles steht in ihrem Ank-« litz zu lesen. Mit Männern hat sie nicht zu tun. Sie will es auch nicht. Der Bruder steht abends vor dem Cafe und wartet, bis sie kommt Wir haben in Erfahrung gebracht,'daß die beiden der Mutter alles entbehrliche Geld schicken und schämen uns darob voreinander. Sonja wird nicht in der Stadt bleiben Sie hat es selbst gesagt. Sie will zurück ans Meer. Darob sind wir traurig. Sie ahnt wohl mit der Klugheit einer Frau, daß zwischen uns ein heimlicher Streit um die größere Zunei- aung ist, aber sie serviert jedem mit der gleichen Aufmerksamkeit den Kaffee und läßt ihre Augen nicht eine Sekunde länger in dem Blick eines ihrer Gäste ruhen. ) ßodifcbulnatbncbfen Dem ao. Professor Dr. Wilhelm Rieder ist unter Ernennung zum Ordinarius der Lehrstuhl für Chirurgie an der Universität Leipzig übertragen worden. zu dem etwa 250 Mitglieder aus Oberhessen, Nord- Nassau, Westfalen und dem Maingebiet erschienen waren. Ihnen entbot der Vorsitzende des Ortsbun- des Gießen, Ludwig Bender, Rodheim (Bieber), herzlichen Willkommgruß. Er ermahnte die Mit- glieoer zu gegenseitiger Hilfe und Förderung. Der Bezirksfürsorger für die Gehörlosen in Nord- Nassau und Oberhessen, I. Sudes sen., Wetzlar, gab einen Bericht über die erfolgreiche Fürsorgearbeit, aus dem den Mitgliedern die Gewißheit wurde, daß sie in ihrem schweren Lebenskampf nicht allein stehen. Seine Worte waren eine erfreuliche Feststellung dafür, daß jeder Befriedigung in seinem Wirkungskreis finde und sich als wertvolles Glied in der Volksgemeinschaft fühle. Er ermunterte die Männer und Frauen zu gleicher treuer Pflichterfüllung an ihrem Arbeitsplatz und schloß mit dem Wunsche, daß sie sich mit Rat und Tat gegenseitig helfen und stützen möchten. Gaubundesinspektor Schäfer, Darmstadt, zeichnete ein Bild der jetzigen Gesamtbewegung der Gehörlosen Deutschlands. Er sprach von der besonderen Fürsorge, durch die das Dritte Reich bemüht ist, den Gehörlosen den Lebenskampf zu erleichtern. Dabei erinnerte er daran, daß auch die Schicksalsgenossen ihren Platz auszufüllen lmstande seien, und er verwies auf eine Anzahl von ihnen, die sich als Künstler und als ausgezeichnete Handwerker allgemeine Anerkennung errungen haben. Don besonderer Herzlichkeit erfüllt war seine Anregung, daß jeder an seinem Teil und an seinem Platze Mitarbeiten möge am Wiederaufbau des Vaterlandes. Zum Schluß sagte er ihnen seine Hilfsbereitschaft zu und versicherte, daß auch die Führung des Reichsoerbandes sich jederzeit für alle Mitglieder einsetzen werde. Seine Worte klangen aus in einem begeistert aufgenommenen „Sieg-Heil" auf den Führer. Musikalische Abendfeier in der Iohanneskirche. Anläßlich der Wiederkehr des 300. Geburtstages des deutschen Meisters Dietrich Buxtehude (1637 bis 1707) wurden in einer musikalischen Abendfeier am Sonntag in der Iohanneskirche eine Reihe seiner Werke ausgeführt. Mit Recht gedachte man dieses Mannes, denn sein Wirken ist für unsere Musik von der größten Bedeutung gewesen. Er darf als der Schöpfer der Orgeltokkata gelten, und die ihm eigene Art der Choralbearbeitung hat auf den jüngeren Joh. Seb. Bach richtunggebend gewirkt. Eine besonders fruchtbare Tätigkeit entfaltete Buxtehude, als er im Fahre 1668 Organist an der Marienkirche in Lübeck wurde. Die von ihm daselbst veranstalteten Abendmusiken waren weit berühmt und wurden von fernher besucht. Auch den Jüngling Joh. Seb. Bach zog es nach Lübeck, und der Einfluß der Abendmusiken läßt sich in seinen Werken deutlich feststellen. Vor allem waren es die Kantaten, die tiefsten Eindruck auf ihn machten. Buxtehude verwendet hier das Orchester schon in genialer Art, in manchen Werken verlangt er sogar schon Posaunen. Die Chöre besitzen Größe und Eindringlichkeit, doch macht sich der Einfluß des Jn- strumentalstils bei ihnen bemerkbar, noch mehr aber in den Stücken für eine Singstimme, die oft ganz instrumental gehalten sind. Eigene Wege geht Buxtehude in der Verwendung des Textes. Den Choral behält er bei, ja macht ihn oft zum Leitgedanken der ganzen Kantate. Diese Art pflegt auch Bach später. Ergreifend wirken oft Bibelspruch und Choralstrophe in ihrem Zusammenklang. Die musikalische Abendfeier gab in drei Werken einen Heb erb lief über das Kantatenschaffen des Meisters. In der Kantate: „Befiehl dem Engel" waren Chor und Orchester alleinige Träger des musikalischen Gedankens, „Mein Herz ist bereit" wurde nur von einer Baßstimme und kleinem Orchester ausgeführt, und in „Alles, was ihr tut" führten Chor, Solisten und Orchester, gut gesteigert, zu großer Eindringlichkeit. Herr G. Bley sang die Baßkantate mit seiner ergiebigen Stimme abgerundet, klar in den Koloraturen und sehr gut phrasiert und gab damit wieder eine Probe eines seltenen vielseitigen Könnens. Auch Marie Siebe» ling zeigte in dem kurzen Solo der letzten Kantate eine wohlgebildete, angenehme Sopranstimme. Die Chöre waren gut studiert; die Sprache war deutlich und ließ auch bei polyphonen Stellen den Text verstehen. Der bedeutungsvolle und nicht einfache instrumentale Teil wurde besonders in der ersten und zweiten Kantate von dem Streichorchester mit Blandine setzt sich durch Roman von Hans-Joachim Ireiherrn von Reihensteln Copyright by Carl Duncker 8 Fortsetzung (Nachdruck verboten.) „Am Tage hat Fräulein Hertel nie Zeit", sagte Greta und blitzte Dr. Schrader an. Sie gehörte zu den Mädchen, die sofort d'accord mit einem Mann sind, der ihnen gefällt, und das gegenseitige Einverständnis ohne weiteres voraussetzen. Auch sein Interesse schien sich ihr bald zuzuwenden. Kein Wunder, dachte Blondine, sie sieht heute wieder famos aus. Sie verglich sich im stillen mit der eleganten Erscheinung der andern, die lebhaft und angeregt aus einem Film kam, den sie gern selbst gespielt hätte. Der Vergleich fiel nur zu Gretas Gunsten aus. Dr. Schrader hatte den Unterschied sofort erkannt. Das war ein Mädchen, bei dem man weiterkam. Und da er mit ihrer Hilfe bei Blandine weiterkommen wollte, so mußte es noch schneller gehen. Mit dem sicheren Instinkt des Mannes hatte er seine Chance erfaßt. „Finden Sie nicht, daß Ihre Freundin schlecht aussieht?" „Ich sage es ihr immer. Sie gönnt sich ja niemals Ruhe." „Geht sie denn in der Woche überhaupt mal aus?" fragte er scheinheilig. „Theoretisch jeden Donnerstag", lachte Greta, „praktisch nie." „Doch. Ich war erst vorigen Donnerstag bei meiner Mutter", widersprach Blandine. „Erst vorigen Donnerstag! Hören Sie das, Herr Doktor? Und seitdem?" „Am Sonntag hatte ich keine Zeit", sagt Blandine kleinlaut. „Also die Sache werden wir mal beide in die Hand nehmen müssen. Nicht wahr, gnädiges Fräulein?" Greta Schade nickte lachend. „Uebermorgen ist wieder Donnerstag. Dann holen Sie Fräulein Hertel nachmittags hier ab. Ich Abschluß im Avsleselager der Sludenlenschafi. Am Samstagnachmittaa, nach Schluß der Prüfungen, unternahm das Ausleselager einen Ausflug zum Gleiberg, wo die jungen Kameraden Gäste des Gleidergoereins waren. Der Vorsitzende des Gleibergverems, Kreisdirektor Dr. Lotz, begrüßte die Abiturienten auf der historischen Burg. Am Samstagabend wurde das Ausleselager mit einem Kameradschaftsabend im Studentenhaus geschlossen. Die Prüfer, Beobachter und Prüflinge und eine Anzahl Gäste fanden sich im Speisesaal des Studentenhauses ein, wo sie von dem Lagerleiter Adam begrüßt wurden. Aus der Beteiligung der verschiedenen Formationen an dem Kameradschaftsabend sei zu ersehen, daß die Verbindung der Studentenschaft zu den verschiedenen Dienststellen eine enge sei. Schon seit Jahren bestehe zwischen Studentenschaft und der Partei und der Wehrmacht ein enges Verhältnis. Auch die Zusammenarbeit mit den Dozenten sei eine schöne. Nicht nur ernste Arbeit solle das Ausleselager ausfüllen, sondern auch die Freude solle zu ihrem Recht kommen. Studentenführer Frank kam anschließend auf die neue studentische Gemeinschaftsform zu sprechen und betonte, daß von jeher die deutsche Studentenschaft neue Wege zu neuen Zielen gewiesen habe. In kurzen Zügen zeigte der Studentenführer die verschiedenen Epochen der Studentengeschichte bis in unsere Zeit auf. Der Totalitätsanspruch der NSDAP, habe auch an der Hochschule und dem studentischen Leben nicht vorbeigehen können. Die neue studentische Gemeinschaftsform sei die Kameradschaft. Sein Appell galt den jungen Kameraden, die mithelfen sollten, die neue Gemeinschaft aufzubauen und mit ihrer ganzen Kraft zu unterstützen. Auch die Altakademiker möchten der jungen studentischen Generation bei ihrem Wollen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Nach gemeinsam gesungenen Lied überbrachte der Prorektor unserer Universität, Prof. Dr. Hildebrand, die Grüße des am Erscheinen verhinderten Rektors. Die jungen Kameraden sollten ihre kulturelle Mitarbeit an Deutschlands Aufbau beweisen. Das Lager stehe unter dem Motto: Leistung. Nur der, der etwas leiste, solle Förderung erhalten. Harte Tage lägen nun hinter den Abiturienten, denn um sich ein zusammenhängendes Bild machen zu können, mußten ihre bisherigen Kenntnisse und alle ihre Qualitäten geprüft werden. Der Abschlußabend stehe unter dem Zeichen der Kameradschaft. Die Gießener seien besonders stolz, da diese Kameradschaft hier schon seit Jahrzehnten bestände. Für die anwesenden Offiziere dankte Generalmajor W i l l i ch der Lagerleitung für die Einladung. Studenten und Soldaten müßten Kameraden sein. Bei der Wehrmacht werde Führerprinzip und Kameradschaft besonders heroorgehoben. Die Jugend, die berufen sei, später einmal führende Stellen zu begleiten, müsse sich ihrer hohen Aufgabe immer bewußt sein. Die junge Generation müsse ein wehrhaftes Geschlecht werden, gehorchen und führen und in Not und Tod zusammenstehen. Jeder solle kämpfen für sein Volk und mit dem Volk. Als Vertreter der Kreisleitung sprach Pg. Gräf zu den Studenten. Sie sollten geistige Träger des Volkes werden, als Akademiker nicht hochmütig sein, sondern stolz darauf, daß sie im Sinne des Führers für unser Volk arbeiten könnten. Der heutige Student stehe nicht mehr, wie früher, isoliert da, sondern er sei mitten im Volk, sei es im Arbeitsdienst oder bei der Wehrmacht, der SA. oder in der Partei. Für die künftige Arbeit wünschte Pg. Gräf einen guten Erfolg. Kreisdirektor Dr. Lotz betonte, daß die heutige Studentenschaft einen Führer habe, nach dem sie sich ausrichten könne, während die frühere studentische Jugend sich einen Führer suchen mußte. Die heutige und die frühere Studentengeneration hätten die Liebe zum Vaterland gemeinsam. Sein Gruß galt der neuen deutschen Hochschuljugend. Für die Teilnehmer am Ausleselager dankte dann der Jungkamerad Alter. Das Laaer hätte ihnen ein weiteres Erlebnis gebracht, in Zukunft wollten die jungen Kameraden mit ihrer Arbeit weiter dem deutschen Volke dienen. Bei frohem Lied und Wort und manch heiterer Darbietung blieben die Gäste mit den Professoren, Studenten und dem Ausleselnger noch einige Stunden beisammen. guter Reinheit und ryythmischer Genauigkeit ausgeführt. Zwischen den Kantaten zeigten Herr Rein (Violine) und Herr Schneider (Cello) in einer Sonate kultiviertes Spiel. Besonders hervorzuheben ist die Arbeit des Organisten I. N e b e l i n g, der nicht nur zwei Orgelwerke Buxtehudes wirkungsvoll zu Gehör brachte, sondern auch die Kantaten sicher und zuverlässig leitete. In sinnvoller und sinniger Weise sprach der Geistliche über den Text der letzten Kantate: „Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken." Heinrich Blass. Totengedenkfeier des Gesangvereins «Liederkranz''. Als würdigen Auftakt zur Feier seines hundertjährigen Bestehens veranstaltete der Gesangverein „Liederkranz" am Sonntagoormittag eine Totenehrung. Mit der Vereinsfahne marschierten die Sänger vom Vereinslokal „Burghof" zum Neuen Friedhof. Mit den Angehörigen der Mitglieder und den Freunden des „Liederkranz" vereinten sich die Sänger in der Kapelle zu einer Feierstunde. Ein Choral von Beethoven unter der Stabführung des Chormeisters, Musiklehrer K a st e n, erklang. Dann widmete der Vereinsführer Josef Herberdt den verstorbenen Chordirigenten, Vereinsführern und Sängern herzliche Worte der Erinnerung. Er hob hervor, daß es nicht nur Ehrenpflicht, sondern auch Herzenssache der Sänger sei, schon jetzt, wenige Tage vor der Feier des hundertjährigen Bestehens, jener Männer zu gedenken, die ihr Teil dazu beigetragen haben, den deutschen Männergesang zur Entwicklung zu bringen und die im „Liederkranz" sich dem deutschen Liede gewidmet hatten. Besonderen Dank schulde der ,Liederkranz" dem Kantor Schwabe, der den Verein vor hundert Jahren ins Leben gerufen hatte. Zum Zeichen dessen, daß auch die jetzige Sängergeneration sich der ihr überkommenen Verpflichtung bewußt ist, legte der Sprecher Blumengrüße für alle Verstorbenen an einem Grabe nieder. Mit dem „Sanctus" von Schubert klang die Feierstunde aus. ** Lehrauftrag der Universität Marburg. Der Apotheker Dr. Mettenheimer in Gießen hat von der Universität Marburg einen Lehrauftrag über „Apotheker-Gesetzgebung" erhalten. ** D i e n st j u b i l ä u m. Der Steueramtmann Pfeifer beim Finanzamt Gießen beging am gestrigen 25. Oktober sein 40jähriges Dienstjubiläum. Dem verdienten Beamten wurde durch den Vorsteher des Finanzamts eine Urkunde des Führers und Reichskanzlers überreicht, in der der Dank der Reichsregierung ausgesprochen worden ist. Außerdem wurde Steueramtmann Pfeifer der Dank und die Anerkennung des Herrn Reichsministers der Finanzen, sowie des Herrn Oberfinanzpräsidenten Hessen in Darmstadt zum Ausdruck gebracht. ** Silberne Hochzeit. Am heutigen 26. Oktober begehen die Eheleute Jose, Wacker und Frau, geb. Dewald, Bruchstraße 7 wohnhaft, das Fest der Silberhochzeit. ** Zusammenkunft der Oeffentlichen Handelslehranstalt. Im „Burghof" hielt die Oefsentliche Handelslehranstalt Gießen unter Leitung ihres Direktors Dr. Kruse am Samstag ihre vierte Zusammenkunft der ehemaligen Schüler und Schülerinnen ab. Dazu hatten sich zahlreiche ehemalige Angehörige eingefunden. Dr. Kruse hieß alle herzlich willkommen.. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß sich aus diesen Zusammenkünften eine Tradition zur Förderung der Anstalt bilden möge. Er berichtete dann über Aenderungen und Erneuerungen in der Anstalt und frischte manches gemeinsame Erlebnis auf. Mit den besten Wünschen für den ferneren Lebensweg der Jugend brachte Dr. Kruse den Treugruß an den Führer aus. Mit eigenen Darbietungen unterhaltender Art wurde bann das kameradschaftliche Beisammensein abwechslungsreich ausgestaltet. ** Mit dem Auto in die weite Welt. Am Sonntagoormittag unterhielt der Autosportler und Reiseberichterstatter Paul Schweb er eine große Besucherzahl im Gloria-Palast mit einem fesselnden Lichtbilderoortrag über Kraftfahrsport und Kraftfahrtouristik. Der Vortragende verstand abwechslungsreich und interessant zu erzählen von den aufregenden Erlebnissen des Autorennsports, insbesondere bei den großen internationalen Autorennen mit ihrer Zweckbestimmung schärfste Materialproben vorzunehmen und immer neue Rekorde zu erkämpfen, aber auch von der gemütliche» Reisetouristik mit dem Kraftwagen, bei dem die Fahrt aller Herren Länder berührt, die prächtigen deutschen Toursstendampfer mit zur Verwendung bringt und so durch Auto und Schiff Brücken und Wege zeigt bis hinüber nach Afrika und den Inseln der Atlantik. Weiter fanden auch die großen deutschen Prüfungsfahrten für Kraftfahrzeuge in dem Vortrag ihren gebührenden Platz. Dazu bereicherte der Vortragende seine lebendigen Schilderungen von Land und Leuten mit einer Fülle von prächtigen Bildern, die durch die technischen Mittel des Gloria-Palastes vortrefflich gezeigt wurden. Das Auto als Mittel des Sports und der Touristik hatte in diesem Lichtbilderoortrag einen vortrefflichen Wegbereiter. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 26. Oft. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten:'Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 11%, Klasse B 11, Wirsing, % kg 9 bis 12 Pf., 50 kg 7 bis 8 Mark, Weißkraut, % kg 6 Pf., 50 kg 4 bis 5 Mark, Rotkraut, % kg 9 bis 12 Pf., 50 kg 7 bis 9 Mark, gelbe Rüben, % kg 8 bis 9 Pf., Karotten 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün 30, Unterkohlrabi 6 bis 8, Erbsen 25 bis 30, Grünkohl 15, Rosenkohl 15 bis 25, Feldsalat, Vio 10, Tomaten, % kg 12 bis 15, Meerrettich 30 bis 60, Zwiebeln 6 bis 7, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kürbis 5 bis 6, Pilze 40 bis 45, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 1. Sorte 3,45 Mark, 2. Sorte 3,25, 3. Sorte 3 Mark, Aepfel, % kg 10 bis 18 Pf., Ausleseobst 18 bis 25, 50 kg 10 bis 25 Mark, Birnen, % kg 10 bis 18, Nüsse 30 bis 50, Suppenhühner 80 bis 90, Gänse 90 Pf. bis 1 Mark, Blumenkohl, das Stück 10 bis 50 Pf., Salat 9 bis 12, Endivien 9 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. 3m Walde fof aufaefunden. * Nidda, 26.Okt. Gestern vormittag fand man im Borsdorfer Wald einen Mann tot auf, der durch die Ermittlungen als der 44 Jahre alte verheiratete Heinrich B ö ch e r aus Ulfa festgestellt wurde. Der Mann hatte sich am Samstagabend von zu Hause entfernt mit der Bemerkung, er wolle nach der Haubenmühle gehen. Seit jener Zeit war er verschwunden, bis man ihn gestern vormittag tot im Walde auffand. Die Leiche weist eine Schä- deloerletzung auf. Die Staatsanwaltschaft und dis Kriminalpolizei Gießen nahmen sofort die Ermittlungen auf, jedoch konnte die Todesursache bis jetzt noch nicht einwandfrei festgestellt werden. Die Sektion der Leiche findet am heutigen Dienstagvormittag statt. Bis auf die Grundmauern abgebrannt. * Schotten, 26. Okt. Gestern nachmittag brach in dem Grundstück des Landwirts Karl Burg in Busenborn in der Scheune Feuer aus, durch das leider die Scheune und die Stallungen bis auf die Grundmauern eingeäschert wurden. Die Heu- und Strohvorräte sind mitverbrannt, dagegen gelang es, das Vieh und das Wohnhaus zu retten. Die behördlichen Ermittlungen über die Brandursache sind im Gange. Rundfunkprogramm Mittwoch, 27. Oktober. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Früh- konzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkskonzert. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Gaunachrichten. 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Jubel und Trubel. 15: Volk und Wirtschaft. 16: Das neue deutsche Lied. 16.30: Nachmittagskonzert. 17.30: Ungarische und slowakische Klaviermusik. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 21.15: Sturm auf Santa Rock, Hörspiel. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 22.20: Kamerad, wo bist du? 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 1: Nachtmusik. bringe noch einen riesig netten Freund mit, und wir treffen uns alle vier um fünf Uhr im Kaffeehaus. Abgemacht?" „Abgemacht", rief Greta Schade. * Man hatte sich in einem Kaffeehaus getroffen. Blandine war mit Greta Schade gekommen, Doktor Schrader hatte einen jungen Kollegen mitgebracht. Plötzlich sah Greta auf die Uhr. „Um's Himmels willen — ich muß unbedingt noch etwas besorgen, ehe die Läden schließen!" Sie sprang auf. Doktor Kapp erhob sich mit ihr. Er half ihr in den Mantel. Dann legte er ein Geldstück auf den Tisch, bat seinen Freund, für ihn zu bezahlen und verabschiedete sich. Ehe Blandine noch zu Worte kam, waren die beiden verschwunden. Sie wollte nicht so zimperlich sein und nun auch sofort Weggehen. Recht unangenehm war es ihr aber. Es hatte sie an diesem Nachmittag schon vieles unangenehm berührt. Sie war bisher in Greta? Gegenwart noch nie mit jungen Leuten zusammen gewesen und auf den burschikosen Ton, den sie an» gab, durchaus nicht gestimmt. Doktor Schrader hatte das bemerkt und hatte ihr beigestanden. Er benahm sich genau so taktvoll und wohlerzogen gegen sie wie in der Klinik. Er hatte ihr über verschiedene Peinlichkeiten fortgeholfen. Vor allem darüber, daß Greta mit Doktor Kapp schnell einig geworden war. Die beiden sprachen miteinander wie alte Bekannte. Aber auf einer ganz andern Basis hatten sie sich geeinigt, als das Blondine jemals liegen würde. „Wie sind Sie eigentlich an Fräulein Schade gekommen? Die scheint doch gar nicht zu Ihnen zu passen?" „Wir waren jahrelang zusammen auf der Haushaltungsschule." Und dann nachdenklich: „Ich weiß nicht, früher war sie anders." „Früher stand ihr wahrscheinlich olles besser." „Merkwürdig, so etwas Aehnliches sagte meine Mutter neulich auch. Greta war ein so reizendes Mädchen." „Dos glaube ich." „Wollen wir nicht jetzt gehen?" fragte Blandine. „Gern." Er winkte dem'Kellner. Sie war recht verwirrt. So allein war sie noch nie mit einem jungen Mann in einer fremden Umgebung gewesen. Und nun gar mit hem, über dessen bloße Bitte, einmal mit ihm auszugehen, sie immerhin wochenlang hatte grübeln müssen. Sie traten zusammen auf die Straße, hinaus in das Gewühl von hupenden, rasenden oder knatternd immer wieder schaltenden Autos, in Lärm und Grelle. Unwillkürlich wandte Blandine sich nach der andern Seite, wo über den dunklen Tiergartenbäumen am hohen Nachthimmel die Sterne standen. Von dort her wehte es frisch und klar, Heimatlich war das für sie, die im Vorort so aufgewachsen war, daß sie immer Himmel und Bäume vor Augen hatte. Sie war es, die harmlos vorschlug, noch einen Umweg durch den Tiergarten zu machen. „Ich fahre dann vom Potsdamer Platz mit der U-Bahn nach Hause." Wenn sie den raschen, fragenden Seitenblick gesehen hätte, mit dem Doktor Schrader sie verwundert musterte, bann hätte sie ihn nicht einmal verstanden. Im Tiergarten war Glatteis. Auch das hatte Blandine nicht gewußt. Mit kleinen, hohen Absätzen war es schwer, hier zu gehen, besonders wenn man an flache Arbeitsschuhe gewöhnt war. Sie mußte sehr aufpassen, um nicht auszugleiten.' Aber so sehr aufpassen konnte sie wiederum nicht, weil sie zu befangen war. Plötzlich rutschte sie aus, daß Doktor Schrader sie auffangen mußte. „Ich beobachte das schon eine Weile", sagte er freundlich. „Sie sollten lieber meinen Arm nehmen, ehe Sie sich die Beine brechen." Was kann man einem Manne da sagen, wenn man eben erst mit seiner Hilfe wieder auf den Nutzen steht? Und schließlich, wenn sie ihm das Vertrauen schenkte, mit ihm hier durchs Dunkel zu aehen, dann konnte sie sich wohl auch von ihm führen lassen. Doktor Schrader gehörte zu den Männern, bei denen man sich geborgen fühlt. Und es war sehr schon, sich geborgen und beschützt zu fühlen, nachdem man monatelang so viel selbst verantwortet hatte. Es war schon, angesichts der Sterne und des hohen winterlichen Himmels zu gehen und die Stille des Parks und die Ruhe des Begleiters auf sich einströmen zu lassen. Es war wunderschön sich treiben zu lassen, nichts ZU arbeiten, nichts zu bedenken. Und es war schön, zu fühlen, daß es ihnen beiden Wohltat, Kameraden in der Arbeit. Warum sollten sie heute nicht einmal Kameraden im Nichtstun jein? Sie gingen in gleichem Schritt. Sie fühlten beide das gleiche. Sie brauchten nicht einmal zu sprechen. Sie konnte es nicht als zudringlich empfinden, daß er ihren Arm langsam fester an sich zog, daß es nicht mehr ein Stützen, sondern eine festhaltende Liebkosung war. Sie fühlte jetzt, daß sie in den vergangenen Wochen unaufhörlich an ihn gedacht, im Geiste mit ihm gesprochen hatte, daß eigentlich der Gedanke an ihn schon lange so neben ihr her geschritten war, wie er es jetzt tat. Für ihn war dies alles beglückend. Aber er war ein Mann. Er griff zu. Da er sie mit dem rechten idrm stützte, hob er den linken, um sie an sich zu ziehen. Das hätte er nicht tun dürfen. Das Radiumzifferblatt auf der Armbanduhr des Arztes leuchtete plötzlich vor Blandine auf. Acht Uhr. Das war genau die Zeit, zu der ihre Mutter sie zum Abendbrot erwarten mußte, wenn sie nicht schon zum Kaffee gekommen war. Sie machte sich los. „Ich muß schleunigst nach Hause. Es ist ja acht Uhr!" Das kam so plötzlich, daß er sie wortlos freigab. Sie ging, so rasch sie konnte. „Verzeihen Sie, daß ich so renne. Aber meine Mutter erwartet mich. Ich wußte ja nicht, daß es schon so spät ist. Es ist mir sehr peinlich." „Ihrer Mutter oder meinetwegen?" scherzte er. Er hatte sich wieder gefaßt. Sie wurde sehr rot, aber er sah es im Dunkeln nicht. Sie antwortete nicht, sondern beschleunigte nur ihre Schritte. Sie hatten die Lichter des Potsdamer Platzes erreicht. Blandine verabschiedete sich. Jetzt sah er, daß sie errötete. Und er nahm das Bild des jungen Weibes mit sich, als er allein wieder durch den Schnee der Bellevuestraße ging. Allmählich wurde ein Mißtrauen in ihm wach. Aha — also erst schlägt man den dunkeln Tiergarten vor. Und dann bestimmt man selbst den Augenblick, wann das । Männchen zu entlassen ist. I Er war ärgerlich aäf sich und auf Blandine. Fortsetzung folgt Dr. Die am fähigkeit der deutschen Wagen. (Ge- 8 . ja acht — Frankfurt a. M. Devisenmarkt iN1 127,25 80,25 81,5 129 erfolgreich zu sein. Fünf Mi- stand das Spiel noch 4:3 für gegen Lollar ein Elfmeterball erfreulicherweise den Ausgang mehr entscheidend beeinflußte. 128 82 83,4 128,9 127,9 80,25 81,25 129,13 206 134,5 119,5 124 114,75 Berlin des Resultates. Es nern, noch einmal nuten vor Schluß Burg. Da wurde verhängt, der aber des Spieles nicht 207 119,5 124 114,75 207,75 134,25 119,5 124 114,75 205,5 134,75 119,5 124 114,75 128,13 46 81,25 82,5 129,13 beiden . sollten iditsfun Men mal zn intit ! brcf Beim Stand von 5:3 ging ein schönes Spiel zu Ende. mit mit , bri) im nM nt, ba- !U5 M r bie ten ferner u. a. Stabschef Lutze, Reichsleiter Ley und der Asienforscher Sven H e d i n. Deutschlands Sportgemeinschaft huldigt dem Re.chssportführer. streichen aufs neue , v „ Reichsautobahnen und die großartige Leistungs- Rosemeyer und der englische Major Gardner auf seinem MG.-Wagen starteten zu den ersten Versuchsfahrten über die fliegende Meile mit Zwischen-Zeitnahme bei der Kilometermarke. Leider ging nicht alles nach Wunsch. Rosemeyer war zwar nls erster Fahrer mit einem Wagen beschränkten Zylinderinhalts über die 400-Kilometer-Marke gekommen, leider reichte es aber nicht zu einem Rekord, da die Rückfahrt um IV2 Sekunden langsamer war, was den ganzen Duchschnitt verdarb. Um die Mittagsstunde, als die Bahn in herrlichstem Sonnenschein lag und viele Zuschauer die Rennstrecke und die Uebergänge besetzt hielten, schlug die Auto-Union durch Rosemeyer die Kilometer- und Meilen-Rekorde mit dem „kleinen" Wagen, d. h. die internationalen Bestleistungen der Klasse C (3000 bis 5000 Kubikzentimeter). Sie, daß tet in'K ft 69 * erzte ermunterte zu großen Taten. Mercedes-Benz Caracciola und Lang, Auto-Union Sportverein 1920 Lollar. Burg I — Lollar I 5:3 (3:2). Mit großem Eifer kämpfte die 1. Elf des Sportvereins auf dem heißen Boden in Burg. Man rechnete allerdings nicht mit einer Ueberrumpelung, wie sie die Mannschaft anfänglich über sich ergehen lassen mußte. Schon in der ersten Viertelstunde hieß es 3:0 für Burg! Die Erschütterung der Mannschaft hielt aber nicht lange an und die Spieler sanden sich nun in der Folge besser. Obwohl der Kampf den Burgern den Sieg brachte, konnte die Gesamtleistung der Lollarer Mannschaft gut gefallen. Die Burger hatten Anstoß, der Ball wanderte im Angriff zu ihrem Rechtsaußen, der wiederum den Mittelstürmer bediente, der einsenden konnte, ohne daß ein Spieler von Lollar den Ball berührte. Kurz darauf konnten die ^Burger noch zweimal erfolgreich sein. Die Lollarer rissen sich nun besser zusammen. Im weiteren Spielverlauf kamen sie ebenfalls zu erfolgreichen Angriffen und holten auch zwei Tore auf, die für den Torwart des Gegners unhaltbar waren. Kurz vor Halbzeit verhindert noch ein Lattenschuß des Halbrechten den verdienten Ausgleich. Nach der Pause kämpften beide Mannschaften nochmals sehr tapfer. Lollar drängte nach Aus- ts, to. ite, rbe bie •uni unb ?n. - in erei. !tun. 6on Kittel kden. Wik 'tress. Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 25. Okt. Es notierten »finden, iog, dah haltende den veracht, im tlich der her ge- er war i rechten , sich zu in# leuchtete war gi' bendbrot 1 Aassee ■ treibe je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in »Mark: Weizen W 13 204, W 16 207, W19 211, l W20 213; Roggen R 12 189, R 15 192, R 18 196, I R19 198, Großhandelspreise der Mühlen der ge- * nannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer I—. Weizenmehl Type 812 W 13 29,00, W 16 29,10, W 19 29,10, W20 29,45; Roggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 i plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W20 11,20; Roggenkleie R 12 9,95, R15 HO,15, R 18 10,40, R 19 10,50, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber getr. 14,00, Höchstpreis ab ! Zrzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu ges. u. tr. 6,80 bis 7,00, do. drahtgepreßt 7,20 bis 7,40, । Weizen- und Roggenstroh —. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 26. Okt. (Dorbericht.) Um 110 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 686 k. Kälber, 919 Hammel, 191 Schafe, 4478 Schweine. | Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Hümmel 30 I »is 46, Schafe 20 bis 44, Schweine 51 bis 55 Mark. Marktverkauf: Kälber und Schafe zugeteilt, Hämmel und Schweine langsam. LPD. Die Internationale Rekordwoche aus der Reichsautobahn bei Frankfurt a. M. hat begonnen. Dämmerung und Nebel lagen am Montagmorgen über der Bahn und dem benachbarten Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main, als die Rennfahrer, Monteure, Wagen, die Presseleute und auch schon die ersten interessierten Zuschauer am Startplatz erschienen. Sorgfältigste Vorbereitung. Die Männer der Motorgruppe Hessen, die im Auftrag der ONS. die umfangreichen Vorarbeiten erledigt hatten, konnten zufrieden auf ihr Werk schauen, denn alles war sorgfältig ausgearbeitet und bis ins kleinste vorbereitet. Der Führer der Gruppe, Prinz Richard von Hessen, überwachte selbst die letzten Arbeiten. Um 8.30 Uhr war es dann endlich so weit. Die Sonne hatte sich siegreich durchgesetzt und die angenehm empfundene Wärme er- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börfe Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt veschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Früh- 830: in, hör 5M achnh । Wilk- achmit- e Kla- Nach- stank« -l. 22: 22.20: z und ’fy n« Vi kg ’utter -- bas jfcB Wart, Rot. Blatt, is 12, chkohl bis 8, 'is 25, Dleer« «W Kat« Cotts lepfel, 50 kg Nüsse !? 0U. rabi 5 Rettich d.Upori ReichösporMrer viel beglückwünscht! 1 man i auf, e alte gestellt labend wolle !t war mittag Schä« b bie mitt« 5 setzt Set. ormit. Hier abschneiden! 4 stetchSbanl................. 12 k erliner Handelsgesellschaft cy, (DmmerA- und Privat-Bank ... 5 '.-kutsche Diskonto............ 6 : resdner Bank..............4 Der Führer gratuliert. Aus Anlaß des 50. Geburtstages des Reichssportführers von Tfchammer und Osten hatte der Führer am Montagabend die hervorragendsten deutschen Sportler und Sportlerinnen als seine Gäste in die Reichskanzlei geladen. Zu Beginn des Abends sprach der Führer dem Reichssportführer [eine Glückwünsche zum 50. Geburtstag aus und dankte ihm für feine so außerordentlich erfolgreiche Arbeit im Dien st e der körperlichen Ertüchtigung des deutschen Volkes und im Kampf für die Weltgeltung des deutschen Sports. Dieser Dank gelte auch allen anwesenden deutschen Sportlern und Sportlerinnen, die durch ihre glänzenden Leistungen dazu beigetragen haben, das deutsche Ansehen in der Welt zu stärken und die Erziehung des deutschen Menschen zum Selbstbewußtsein zu fördern. Der Führer überreichte dem Reichssportführer als Geburtstagsgeschenk eine Bronceplastik des Bildhauers Arno B r e k e r, die einen Zehnkämpfer darstellt. Partei und Staat beglückwünschen. Dem Reichssportführer von Tfchammer und Osten, der gestern seinen 50. Geburtstag feierte, sind von Partei und Staat die herzlichsten Glückwünsche ausgesprochen worden. Der Stellvertreter des Führers, Rerchsminister Rudolf Heß sandte ein Telegramm, in dem es heißt: „Die sportliche Tüchtigkeit der Nation und der Erfolg der Olympiade 1936 sind der sichtbare Erfolg Ihrer Tätigkeit. Möge Ihnen noch lange Jahre die Kraft und Gesundheit erhalten bleiben, auch weiterhin so segensreich an der Ertüchtigung des deutschen Volkes zu wirken." Ministerpräsident Hermann Göring gedachte in seinem Glückwunsch der Verdienste des Reichssportführers auf dem Gebiete der Umwandlung und Entfaltung aller sportlichen Kräfte im deutschen Volk. Auch Reichsminister Dr. Goebbels hat dem Reichssportführer seine besten Wünsche für eine weitere erfolgreiche Tätigkeit im deutschen Sport ausgesprochen. Der Reichsjugendführer Baldur von Schirach überbrachte dem Reichssportführer als feinem Mitarbeiter selbst seine und der deutschen Jugend herzlichste Glückwünsche. Ihre Glückwünsche übermittel- gleich und die Burger trachteten nach Verbesserung ~ gelang dann aucf) beiden Geg- Internationale Rekordwoche gestartet Mit Rennwagen auf der Reichsautobahn. Angebot auf 129,75 (132). Für Montanwerte bestand zu etwa 0,25 bis 0,50 v. H. ermäßigten Kursen eher Nachfrage, so für Verein. Stahl zu 115,50 (115,75), für Buderus zu 121,50 (121,75), Hoesch bröckelten 0,40 v. H. ab auf 125,13. Von Maschinenwerten zogen Demag 0,25 v. H. an, Moenus unverändert 122, Rheinmetall 0,40 v. H., Daimler 0,50 v. H., BMW. 0,75 v. H. leichter. JG.-Farben waren bei kleinem Bedarf 0,25 v. H. freundlicher mit 160,25, ebenso am Elektromarkt Lahmeyer mit 126,75, während RWE. 0,40 v. H. abbröckelten. Am variablen Rentenmarkt waren Kom- IMunal-Umschuldung etwas angeboten und 5 Pf. leichter mit 94,75, Zinsvergütungsscheine wurden zu 96,25 und Wiederaufbauzuschläge zu 81,25 gefragt. 4prozentige Rentenbank - Ablösungsscheine galten 93,40. Reichsaltbesitz notierten unverändert 128,65, ebenso Dekosama Altbesitz auf 133,90, während Reichsbahn-DA. 0,13 v. H. anzogen auf 129. In der zweiten Börsenstunde kam das Geschäft fast völlig zum Erliegen und die Kurse bröckelten vorwiegend um Bruchteile vom Hundert ab, oder die Anfangsnotierungen waren Brief. Etwas erholt waren Junghans mit 130,25 nach 129,75, dagegen Hoesch 124,75 nach 125,13, JG.-Farben 160 iiacf) 160,25. Von später notierten Werten ermäßigten sich Reichsbank auf 205,50 (207), andererseits ■Daren Akkumulatoren 0,50 v. H. höher gefragt zu \ 228. Am Einheitsmarkt wurden Kahlgrund Eifen- h er,6 9 ‘4 5* meter-Grenze überbot. ersten Tag vollbrachten Leistungen unter« uss neue die hervorragende Eignung der Im Kuppelsaal im Haus des Deutschen Sports auf dem Reickssportfeld waren am 25. Oktober alle Mitarbeiter des Reichssportführers und Abordnungen aus seinem umfangreichen Arbeitsgebiet zu feinem 50. Geburtstag zusammengekommen. Sem Stellvertreter Arno Breitmeyer überbrachte die herzlichsten Glückwünsche für den Deutschen Reichsbund für Leibesübungen, die Deutsche Sporthilfe und das Reichssportamt. Die Vertreter der Reichsakademie und des Sportamtes „Kraft durch Freude" schloffen sich an. Die Hitler-Jugend ließ ihrem Obergebietsführer und Beauftragten für die gesamte körperliche Ertüchtigung der deutschen Jugend durch Gebietsführer Dr. Schlünder die herzlichsten Glückwünsche überbringen. Professor Dr. Gebhardt an der Spitze einer Abordnung aus dem Sportsanatorium Hohenlychen brachte den Dank der vielen Sportkameraden und Kameradinnen zum Ausdruck, die durch dieses vom Reichssportführer ins Leben gerufene soziale Hilfswerk wieder gesundeten. Die deutschen Sportgaue waren durch ihre DRL.-Gausührer vertreten, die das Gelöbnis der treuen Mitarbeit für die Zukunft und in reichen Geschenken die kameradschaftliche Verbundenheit brachten. Tief bewegt dankte zum Schluß der Reichssportführer für all das, was ihm an seinem 50. Geburtstag entgegengebracht wurde. Er stiftete für die Gefolgschaftsmitglieder im Haus des Deutschen Sports und der Deutschen Sporthilfe eine Alters- und Hinterbliebenen-Dersorgung und teilte mit, daß für die in Berlin tätigen Mitglieder eine Eigenheim-Siedlung erstellt wird, die den Namen „Hans-von-Tschammer-und-Osten-Siedlung" tragen soll. Zu einer großen Familie versammelten sich dann Geburtstagskind und Gratulanten vor dem Adler- portal, wo zwei Wehrmachtskapellen spielten und auch den von Professor Schumann im Auftrage des Deutschen Radfahrer-Verbandes zu Ehren des Reichssportführers komponierten Marsch „Deutschland — Sportland" vortrugen. Einlauf 101 Einlauf (Darmspülung,Klistier), Einführung von Flüssigkeiten in den Mastdarm mittels eines Irrigators, seltener mittels einer Spritze. Die häufigsten Einläufe sind abführend. Ein Rohr, am besten aus Hartgummi (kein Glas wegen der Gefährlichkeit des Zersplitterns) wird etwa 6—7 cm tief eingeführt, durch den daran befestigten Eummi- schlauch wird aus dem Flüssigkeitsbehälter bei Erwachsenen etwa bis % Liter, bei Kindern Vk Liter, Wasser oder Kamillentee durch Heben des Flüssigkeitsbehälters eingelassen. Je nachdem man den Flüssigkeitsbehälter mehr oder weniger hoch hebt, wird der Druck der einlaufenden Flüssigkeit stärker oder schwächer. Das Wasier muß immer abgekocht sein und muß im Darm mindestens fünf Minuten gehalten werden. Nicht zu oft Einlauf machen! Wegen anderer i Zusätze Arzt fragen! Einlaufen, das Kürzerwerden von Geweben beim Waschen. Gewebe, die dazu neigen, wie Wolle, sind kalt oder in mäßig warmem Wasier zu waschen. Billige Ware läuft leichter ein als teuere. Einmachen, neben dem Einkochen auch iede andere Art, Lebensmittel durch das Fernhalten von Fäulnis und Earungserreaern haltbar zu machen. Dies kann geschehen durch sterilisierendes Abkochen, durch Dörren bei Obst und Gemüsen Einlegen in Essig oder Alkohol, durch Behandlung mit Kochsalz bei Pökelfleisch ' oder Sauerkraut sowie durch Mercedes-Benz etwas im Pech. Bei den Untertürkheimer Leuten ging nicht alles zum besten, und als gar Hermann Lang ein böses Abenteuer hatte, das zum Glück ohne nennenswerten Schaden ausging, brach Mercedes die Versuche für diesen Tag ab. Bei Langs Fahrt löste sich in höchster Geschwindigkeit die Motorhaube vom Wagen und flog über den Fahrer hinweg, ohne ihn zu verletzen. Mit eiserner Hand hielt Lang den Wagen in der Spur und brachte ihn auch glücklich zum Stehen. Immerhin war dieser aufregende Zwischenfall für den Mercedes-Rennleiter Anlaß genug, die Versuchsfahrten zu unterbrechen, den Wagen nach Untertürkheim ins Werk bringen zu lassen und nach notwendigen Arbeiten am Dienstag zurückzukommen. Nach einigen vergeblichen Fahrten kam dann auch der englische Major Gardner mit seinem kleinen MG.-Wagen zu den ersehnten Rekordverbesserungen in der Klasse bis 1100 Kubikzentimeter. Rosemeyer fährt Klassenrekord. Mit den gelungenen Rekordversuchen über den Kilometer und die Meile begnügte sich die Auto- Union nicht. Schon in den ersten Nachmittagsstunden ging es auf die Jagd nach den Langstrecken- Rekorden der Klasse C (3000 bis 5000 Kubikzentimeter), die sich zum Teil in ausländischem Besitz befanden. Auf Anhieb glückte Rosemeyer auch dieses Unternehmen und das Ergebnis waren drei internationale Klassenrekorde. Bernd Rosemeyer unb die Auto-Union krönten ihre Rekordfahrten des ersten Tages mit zwei internationalen Bestleistungen der Klasse B (5000 bis 8000 Kubikzentimeter). Bei dem fliegenden Kilometer erreichte Rosemeyer eine Geschwindigkeit von 409,9 km/st; er ist damit auch offiziell der erste Fahrer, der mit einem Wagen beschränkten Zylinderinhalts die 400-Kilo- !»G. für Verkehrsweien .... 6ya inamburg.Gübam, Dampfschiff. 0 oamburg-Amerika Paket......0 ! orbbcutfcfjer ßlotjb..........o deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 Wirtschaft. Mein Mainische Börse. Mklagsbörse sehr still. Frankfurt a. M., 25. Okt. Der meist schwächere Verlauf der Auslandbörsen und die unge- klärte außenpolitische Lage ließen auch zum Wochenanfang an der Börse keine Unternehmungslust fluffommen. Es herrschte allgemein Zurückhaltung, insbesondere die Kundschaft bleibt in der Auftragserteilung untätig. Da anderseits kaum Angebot vorlag, konnten sich die Kurse am Aktienmarkt gegenüber der starken Geschäftsstille verhältnismäßig behaupten. An einzelnen Marktgebieten ergaben sich allerdings weitere Abschwächun- qen. Rückläusig waren hauptsächlich wieder Zellstoffaktien, Waldhof 149 (150), Aschaffenburger 139,50 (141), ferner ermäßigten sich Bemberg auf 141,13 (142,50) und Gebr. Junghans bei kleinem । iäi«ii/a|| An--Vertrauenssachei Eine gute Dauerwelle I J cl U © | W e I I 6 M kann nur von ersten Fachleuten ausgeführt werden I Kostenl. fachmänn. Beratung bei t:“VAO2S Richard Koch • Gießen Spezial-Parfümerie Herren- und Damen-Frlseurmelster Einpökeln Einfrieren. (S. auch Sterilisieren, Gelee. Marmelade, Fruchtest.) Einmacherfahrungen. Alle eiweißhaltigen Gemüse müssen zur besieren Haltbarkeit zweimal sterilisiert werden. Frückte, die nicht ganz reif sind, eigenen besseres Gelee (s. d.), da bei Reifezunahme die Eelierstoffe abnehmen. Bei entsteinten Obstarten (Aprikosen. Kirschen, Zwetschgen) legt man einige Fruchtsteine mit in das Glas sie geben dem Kompott ein feines Aroma. Fruchtarten verbessern sich durch Mischung untereinander: werden Erdbeeren mit Kirschen durchsetzt, dann behalten erstere eine ansehnliche Farbe Süß- und Sauerkirschen gemischt, ^nehmen letzteren die starke Säure, Apfelmus erhält durch eine kleine Quittenzugabe einen kräftigen Geschmack Einmachgläser sind in genormten Größen erhältlich Vor der Benützung sollen sie ausgeschwefelt werden indem man sie über brennende Schwefelfäden hält. Ehe man einfüllt, werden die Gläser erwärmt und wenn die Füllung heiß ist auf ein feuchtes Tuch gestellt. Benutzt man als Verschluß Pergamentvapier, muß der Elasrand mit Gummi arabicum bestrichen werden, ebenso nach dem Erkalten das Pergamentpapier. Zweckmäßiger ist Cellophan. Gummiringe muffen während des Kochens durch eine Klammer fest aufgepreßt werden. Einpökeln, das Haltbarmachen von Fleisch durch Einlegen in bahn in großen Beträgen angeboten, der Kurs wurde ausgesetzt, Taxe 30 (letzte Notiz 36,50). Der Freiverkehr lag nahezu geschäftslos, die Kurse bröckelten meist 0,25 bis 0,50 unter den Stand vom Samstag ab. Ufa 70,25 (70,75). Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend börfe Schluß- kurs Schluß! Mittag» börfe Daium 23-10. 25.10- 23.10 25.10 Accumulatoren-Fabrik...... 14 227,5 228 228,25 228,25 Aschaffenburg Zellstoff...... . 6 141 139,5 143,5 139,75 Bemberg................. . 0 142,5 141,25 142,75 141 Bekula................... . 8 167,75 167,5 168 167,5 Buderus Eisen............. . 5 121,75 120,5 122 121 Gement Heidelberg......... . 7 168,25 167,5 — — Gement Karlstadt.......... . 6 — — —— — Gonti (Summt............. 12 187,5 187,5 187,75 186,75 Daimler Motoren.......... 6'/, 138 137,5 137,5 137,4 Dessauer Mas ............. . 4 —— — 119,5 119 Deutsche Eid öl ............ .. 5 145,5 143,5 144,9 144,13 Deutsche OJolo» und Silber .. .. 9 260 260 — — Deutsche Linoleum......... 10 164,5 164,5 164,5 164 Elektrische Lieferungen...... .. 6 128 127,75 128,5 127,25 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 —— 150,5 151 150,5 I. G. Farben-Jndusttie..... .. 7 160 160 160,25 160,25 gelten & Guilleaume....... .. 6 132,25 131,5 131,75 131,5 Gessürel.................. .. 7 148 147,5 148,5 147,75 Th. Goldschmidt........... .. 6 141 140 141 140 Gritzner Maschinen......... .. 0 49,5 49 49,9 49,9 Harpener ................. 8% — 176,25 177 177 Hoesch Eisen............... 8K 125,5 124,75 125,13 124,65 Philipp Holzmann......... .. 8 151,5 150 151 150 Ilse Bergbau.............. .. 6 — — —— 161,5 Ilse Genüsse.............. .. 6 135,5 135,4 136.25 135,75 Kali Aschersleben.......... .. 4 114,4 114 114,13 113 Klöcknerwerke ............. 4!4 125,5 126 125,75 Kokswerke und Chemische Fabrik 7 — — 155 154,4 Lahmeyer ................ .. 6 126,5 126,75 127,5 127 Mainkraft................. .. 4 95 95 — — Mannesmann............. 4*4 117,9 117 118 117 Mansselder Bergbau....... .. 7 153,5 — 154 154 Metallgesellschaft........... .. 6 149,5 — 149 149 Oren stein & Koppel........ .. 0 — — 109,25 109,5 Rheinische Braunkohle...... . 12 234 — 234 230 Rheinische Elektro.......... .. 6 —— 127 127 127 Rheinstahlwerke............ .. 6 148,65 148,75 149 148,75 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 129,4 129 129,5 128,75 Rütgerswerke ............. .. 7 146 146 146 145,75 Salzdetfurth Kali.......... .. 6 159,5 159 160 159,4 Schuckert & Go............ .. 7 165> 25 164 165,5 164,25 Schultheis Patzenhofer...... .. 4 — — 96 95,5 Siemens & Halske ......... .. e 209 — 210 208,75 Süddeutsche Zucker......... . 10 200 200 200,25 — Bereinigte Stahlwerke...... 4/1 115,75 115,25 115;65 115,5 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 57,75 57,65 57,65 57,5 Westeregeln Alkali.......... .. 4 113,5 113,5 113,75 113 Zellstoff Waldhos.......... .. 6 150 149 150,5 149,5 Olavi Minen.............. . 0,6 — 29,75 30 29,65 • Frankfurt a. M. | Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß- furs Schlußk Mittag börfe Datum 23.10. 25.10 23.10 25 10 l 6 % Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,65 101,65 101,6 101,65 <% Deutsche Reichsanl. von 1934 99,4 99,25 99,4 99,25 «/.% Deutsche Reichsschatzanwei- sungen von 1935 . ......... — — — — 1 y2% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1935, II. Folge ... 99,5 99,6 99,5 99,6 l y3% Deutsche Reichsschatzanwei- sungen von 1936, I I I. Folge .. 99 99 99 99 \/2% Doung Anleihe von 1930 .. 105,25 105,25 —— — * < Yz% Hessische Volksstaat von 1929 —- 100,1 —- 100,25 < Ya% Deutsche RcichSpostichah von 1934 I...................... 100,5 100,5 _ 100,6 f%% Deutsche Reichsbahnschatz vor, 1936 I.................. 99,7 99,75 99,65 99,65 s?eichsanleihe°Altbesitz.......... 128,65 128,65 128,65 128,8 1 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechien............. 136 136,5 — — |%% Hess. San desbk. Darmstadi Goldpse. R. 12 ........... 99,5 99,5 — 99,75 ’ 194% Hess. Landes-Hyp.-Bank Siqu. Goldpse............... 101,5 101,5 — — «54% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpse. R. 19............ — — _ 99,5 <94% Preuß. Gold-Komm. R. 20 98,75 — 98,75 98,75 <94% Darmstädter Komm.-Lan- desbank R. 6............... 98,5 98,5 — — deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte 1............. 133,9 133,9 134,13 134 «94% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 99,75 99,75 99,75 99,75 <54% Franks. Hyp. Gold-Komm. Cbl. 2 3............... 98,75 98,75 — — 194% Franks. Hyp. Liquidation Goldpse................... 101,9 101,9 _ — ‘■94% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpse..................... 102,25 102,5 102,5 102,5 -teuergutschein-Verrechnungskurs 111,15 111,5 111,3 — 23 Oktober 25 Oktober 23-Oktober 25 Oktober ■■Umtl'dv Wi'ueruua Amu »e Mutierung Amtliche Mutierung AmUicheRuuerung Ge.c ■Br- Bne weit Nn.'i .«eit ’-one 'v Buenos Aires............. 0 741 0,745 0,741 0,745 Japan.................... 0,716 0,718 0,716 0,718 t Brüssel................... 41,96 42,04 42,00 42,08 Jugoslawien .............. 5,694 d. 70b 5,694 5,706 8 :o de Janeiro............ 0,138 0,140 0,138 0,140 Oslo ................... 61,94 62,06 61,94 62,06 ix len.................... 47,00 47,10 47,00 47,10 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 kopenhagen............... 55.02 55,14 55,02 55,14 Lissabon.................. 11,195 11,215 11,195 11,215 Snnjtfl................... London .................. 47,00 47,10 47,09 47,10 Stockholm ................ 63,55 63,6/ 63,55 63,67 12,325 12,355 12,325 12,355 Schweiz.................. 57,31 57,43 57,38 57,50 ftlfingfoti................ 5,45 5,46 K .45 5,46 Spanien.................. 15,48 15,52 15,48 15,52 Stitig .................... Holland.................. 8,427 8,443 8,397 8,413 Prag..................... 8,706 8,724 8,706 8,724 137,61 137,89 137,65 137,93 Budapest................. —- — — — ü allen................... 13,09 13,11 13,09 13,11 Neuyort.................. 2,490 2,494 2,490 2,494 W « I H «** M . . 'M A AusderGeschichledesTumvereinsl862Wieseck 1931 ihre Lösung. Die Platzherrichtung geschah rest- stehens statt, das in allen Teilen einen eindrucksvollen Verlaus nahm. Einen jähen Abbruch erfuhr dann die turnerische Arbeit 1914 durch den Weltkrieg. Da fast alle Turnwarte, Vorturner und Turner zu den Fahnen eilten, kam der Turnbetrieb vollständig zum Erliegen. 27 treue Turner fanden auf dem Felde der Ehre den Heldentod. Eine Gedenktafel im Vereinsheim wird stets die Erinnerung an die Kameraden wachhalten. Im März 1919 wurden die Turn- und Gesangsstunden wieder ausgenommen. Die Leitung übernahm der seitherige 1. Sprecher Ludwig Dau- pert, der den Vorsitz bereits seit 1900 führte. Mit der Gründung einer Turnerinnenriege (1921) fand auch das Frauenturnen eine gute Pflegestätte. Im darauffolgenden Jahre übernahm Wieseck das Bundesturnfest des Lahn-Dünsberg-Bundes. Der Vereinsbetrieb nahm in den folgenden Jahren einen großen Aufschwung. An Spielen wurden Faustball und Handball betrieben. Die Spielplatzfrage fand fest des Lahn-Dünsberg-Bundes durch Fünf Jahre i luoi lyre rrv,ung. zae 'piuggerriujiung gqujuy ren- später fand das Jubiläumsfest des 50jähriges Be-1 los durch Vereinsmitglieder in unermüdlicher und Die ältesten Förderer des Turnvereins Wieseck. Ehrenmitglieder, die seit 50 und 60 Jahren dem Verein angehören. — (Aufnahme: Ihm, Wieseck.) tritt zur DT., bei der man bis zum Jahre 1902 verblieb. Infolge einer verhängten Sperre vollzog der Verein seinen Austritt, faßte aber den Beschluß, als selbständiger Verein streng nach den Satzungen der DT. das Turnen zu pflegen. 1905 ließ sich der Verein ins Vereinsregister eintragen. Im gleichen Jahre wurde dann in Gemeinschaft mit dem Turnverein Rodheim die Gründung des Turnerbundes Lahn-Dünsberg vorgenommen. Zu den Mitbegründern gehörten von Wieseck Ludwig Dau- pert, der den Bund 25 Jahre erfolgreich führte, und August Lotz, der ihm während der Dauer seines Bestehens als Turnausschußmitglied angehört hat und heute noch ein rühriges Vorstands-, Ehren- und Aeltestenratsmitglied des Vereins ist. 1907 führte der Verein in Verbindung mit seiner 45jährigen Gründungsfeier das zweite BundesturnAls sich im Jahre 1860 nach dem Aufruf von Georgii und Kallenberg die deutschen Turner in Koburg zum ersten deutschen Turn- und Jugendfest trafen, ging von hier aus eine strahlende Begeisterung durch die deutschen Lande. Viele Turnvereine, die unter den Wirren der Zelt eingegangen waren, lebten wieder auf, die bestehenden erhielten starken Zulauf, und es erfolgte eine große Anzahl von Neugründungen. So hatte auch kurz darauf der turnerische Gedanke in Wieseck Fuß gefaßt und führte schließlich im Jahre 1862 zur Gründung des Turnvereins. Gründer waren die Turner Dr. Emil Han - sult, Martin Lenz, Jakob Helfenbein, Philipp Möser, Heinrich Wagner und Heinrich Kolb. Dank der opferfreudigen Bereitschaft der Gründer konnten einige Geräte beschafft und die turnerische Arbeit sofort ausgenommen werden. Im gleichen Jahre wurde eine Fahne geweiht, die heute noch als Gründungsfahne erhalten ist. Die erste Krise hatte der Verein 1871 zu bestehen, als Bestrebungen im Gange waren, einen zweiten Verein ins Leben zu rufen. Hierzu ist es jedoch nicht gekommen. In diesem Jahre erwarb der Verein für 212 Gulden ein Grundstück, um es als Turnplatz herzurichten. Dadurch wurde die Möglichkeit geschaffen, die seither vernachlässigten volkstümlichen Hebungen besser zu betreiben. Auch erfolgte in diesem Jahre der Anschluß des etwa 110 Mitglieder starken Vereins an die DT. Alle Verbandsoeran- staltungen wurden mit Erfolg besucht. 1873 wurde die heute noch bestehende G e - sangsabteilung gegründet. Gerade diese Abteilung war und ist es stets, die die turnerische Arbeit durch die Pflege des deutschen Liedes wertvoll ergänzt. Sie hat nicht nur einen wesentlichen Beitrag zur Pflege der Geselligkeit geleistet, sondern auch immer regsten Anteil an den Geschehnissen des Vereins genommen. Im Jahre 1887 übernahm der Verein das erste Gaufest des Lahn-Wettergaues, dem der Verein 1886 beigetreten war. Im selben Jahre wurde ein Musikkorps gebildet. Zu dem Gaufest stifteten die Frauen und Jungfrauen eine neue Standarte, die heute noch erhalten ist. In 1893 erfolgte der Heberuneigennütziger Arbeit und durch finanzielle Opfer. Für das Jahr 1932 hatte der Turnverein Wieseck abermals das Lahn-Dünsberg-Gaufest übernommen, um damit die Feier seines 70jährigen Bestehens zu verbinden. Die Zurüstung hatte, wie schon so oft, der Ehrenvorsitzende Ludwig Daupert übernommen. Kurz zuvor hatte jedoch der Tod seinem viele Jahrzehnte umfassenden turnerischen Wirken ein Ende gesetzt. Zu seiner letzten Fahrt waren aus allen Gauoereinen Fahnenabordnungen erschienen. Im Jahre des Aufbruchs der Nation trat dann der gesamte Lahn-Dünsberg-Gau und hiermit auch der Turnverein Wieseck in die Deutsche Turnerschaft ein, die 1936 in dem Reichsbund für Leibesübungen aufgegangen ist. Im vergangenen Jahre war dem Verein das Kreisturnfest des Sportkreises Gießen übertragen worden. Auch diese Veranstaltung konnte dank der Mithilfe aller Wiesecker Bürger erfolgreich durchgeführt werden. Wenn der Turnverein Wieseck in der Zeit seines Bestehens stets erfolgreiche Tätigkeit auf dem Gebiete der Körperertüchtigung und der Erziehung leisten konnte, so nur deshalb, weil er immer über turnerische Führer und technische Leiter verfügt hat, die in stiller und unermüdlicher Alltagsarbeit sich den gestellten Aufgaben gewidmet haben. Der gesamte Hebungsbetrieb ist auf eine ausgedehnte Breitenarbeit aufgebaut. Aus dieser Breitenarbeit sind aber auch stets ausgezeichnete Spitzenturner hervorgegangen. In Verband und Bund erfreut sich der Verein des besten Ansehens. In der Gemeinde ist der Verein fest verwurzelt und mit den Ortsoereinen hält er gute Beziehungen. Der Verein hat an allen Geschehnissen in der Gemeinde regen Anteil genommen und durch Mitwirkung bei Veranstaltungen das Gemeinschaftsleben gefördert. Der Schule stehen seine gesamten Einrichtungen zur Verfügung, wodurch die Leistungen, dank besonders befähigter Lehrkräfte, im Schulturnen auf beachtlicher Höhe stehen. Schließlich läßt die Tatsache, daß der Verein 22 Ehrenmitglieder besitzt, die auf eine über 50- zum Teil Über 60jährige Mitgliedschaft zurückblicken können, erkennen, daß hier Menschen für ihr ganzes Leben mit dieser turnerischen Gemeinschaft unlöslich verbunden sind. Große Aufgaben sind den Leibesübungen treibenden Vereinen gestellt. Der Turnverein 1862 Wieseck trägt sein Teil zur Erfüllung dieser Aufgaben bei. ii*neej WM CARL NOWACK 6980 A Verkäufe Villa bestehend aus 8 Zimmern, Bad, Veranda, Heizung, schön. Garten u. Zubehör, wegzugshalber zu verkauf. 05265 Pr.RM.50000.- hans Äaehr Immobilien Franks. Str. 43 Telefon 3398. Bade-Einrichtung Guß, emailliert, mit kupfernem Allesbrenner zu verkaufen, f05273 Nodheimer Straße 27 vart. i/MÄ slrm-Mor eine gebrauchte HflMffllne zu verkauf. 05279 Asterweg 3. Einreibungen Einspruch Salzlake. Die Dauer des Verfahrens beträgt bis acht Tage. Einreibungen von Salben oder Flüssigkeiten haben den Zweck, außer daß die Arznei durch die Haut in den Körper eindringt, noch die Blutzirkulation der betreffenden Hautstelle besonders zu fördern und die Haut zu reizen. Viel angewandt bei rheumatischen Erkrankungen, bei Rippenfellentzündung usw. Ein beliebtes altes Hausmittel ist das Einreiben mit Franzbranntwein oder mit Arnikatinktur. Einreibung der Kopfhaut bei Haarausfall. Einreibungen dienen auch zur allgemeinen Belebung und Abhärtung. Einschlafen s. Schlaf. Einschlafen der Glieder entsteht bei Druck auf einen Nervenstrang und ruft ein kribbelndes Gefühl hervor Leichtes Massieren oder Aufstampfen genügt meist als Abhilfe. Einschlagen von Haken und Nägeln in Holz geht leichter, wenn man das Loch vorbohrt und den Nagel in ein Stück Seife hineinsteckt. Das Holz platzt weniger leicht, wenn man die Nagelspitze abstumpft. Beim Einschlägen in Wände muß erst die Fuge gesucht und bei leichten Wänden ein Stück Holz eingegipst werden Einschreiben, Bezeichnung für eingeschriebene Briefsendungen, über die gegen eine Gebühr von 30 Pf. die Post eine Quittung gibt. Bei Verlust einer Einschreibesendung vergütet die Post 40.— Mark. * 1 Einsegnung, die Konfirmation eines Kindes Der Tag soll auch zu Hause festlich begangen werden, damit das Kind eine bleibende Erinnerung behält. Die Kleidung des Konfirmanden oder der Konfirmandin wird von d§r Kirche bestimmt, doch sind die Vorschriften sehr weitherzig geworden. Einspritzung. Eine Art der Einverleibung von Arzneimitteln für solche Medikamente, die besonders rasch wirken sollen, die, durch den Mund eingenommen, unwirksam oder für magenempfindliche Patienten ungeeignet sind. Sollte nur vom Arzt ober höchstens noch von in der Krankenpflege ausgebildeten Leuten vorgenommen werden. Es gibt Einspritzungen in die Haut, unter die Haut, in den Muskel und in die Blutbahn. Die Einspritzung in die Blutader (intravenöse E.') darf überhaupt nur vom Arzt vorgenommen werden. Peinlichste Sauberkeit ist bei jeder Art von Einspritzungen ersorder- lich. die Spritze mit samt der Nadel muß ausgekocht sein, die Einstichstelle wird mit Alkohol desinfiziert Bei Unsauberkeit können Eiterungen entstehen. Einspruch. Gegen Strafbefehl |. dort Betreibt die Ehefrau mit Wißen und ohne Einspruch des Mannes selbständig ein Erwerbsgeschäft, z. B. Gemüseladen. so ist die Zustimmung des Mannes zu solchen Rechtsgeschäften und Rechtsstreitigkeiten, die das Erwerbsgeschäft mit sich bringt nfcht erforderlich Für Schulden aus solchen Rechtsge- Erprobte Einkochgeräte bieten sichere Gewähr für gutes Gelingen. Jede Hausfrau ärgert sich be- ftinimt, wenn dies oder jenes schlecht wird. Darum ist beim Einkochen die erste Voraussetzung: gute Geräte - von Häuser. Ob Apparat oder Ein- zelteile dazu, Gläser, Ringe usw. — Häuser führt es in guter Qualität. J. 2). Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146« ■■ Cafe Leib Donnerstag, den 28. Oktober, 20.15 Uhr Großer Gastspiel-Abend des berühmten Zauberkünstlers und Hellsehers iBellani Staunenerregende Vorführungen der wunderbarsten Ausstattungskünste — Phänomene — Der rätselhafte Flug durch die Luft — Das neue Personenverschwinden — Das urkomische Orchester usw. 2% Stunden Lachen und Staunen, außerdem magisches Hellsehen! 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