Nr. 198 Erster Blatt 187. Jahrgang Donnerstag, 26. August 1<)57 Erscheint taglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild ■ Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zerusprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck unb Verlag: Vrühlsche Unlverfitätsdruckerei R. Lange In Gießen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: §chulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhrdes Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Vereinbg.25"/g mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Santander begrüßt seine Befreier. Heute Einmarsch der nationalen Truppen in die Hauptstadt Kantabriens. Salamanca, 25. Aug. (DNB.) Der nationale Rundfunksender an der Madrider Front teilt mit, daß am Mittwoch um 18 Uhr mehrere nationale Bataillone in Santander einmarschiert sind. In den letzten Stunden vor dem Einmarsch hatte sich ein Teil der Bevölkerung Santanders unter Hilfe der Guardia Civil und eines Teiles der Milizen gegen die Bolsche- w ist en erhoben. Nach schweren Straßenkämpfen hatte die Stadt um Uebergabe nachgesucht. Der „Präsident" der sogenannten baskischen „Regierung", A g u i r r e, der die Flucht ergriffen SANTANDER I50LAMJ 0 o 20 km hat, ist mit seinem früheren „Finanzminister" und „Justizminister" bereits am Mittwochnachmittag in Bayonne eingetroffen, während der frühere „Arbeitsminister" und der „Jndustrieminister" i n Paris angekommen sind. — Die nationalen Kreise in Santander haben mit General Davila Fühlung genommen und die Ordnung in der Stadt bis zum feierlichen Einmarsch garantiert. Daran werden die Brigaden von Navarra und die Legionärtruppen beteiligt sein, die in diesem Feldzuge viele große Erfolge zu verzeichnen hatten. In militärischen Kreisen wird die Zahl der in der Provinz Santander ab geschnittenen bolschewistischen Milizen auf etwas über 4 0 0 0 0 geschätzt, ohne Berücksichtigung der Tausende, die sich bereits den Nationalen ergeben haben. Der größte Teil der marxistischen Führer ist bereits gefangen genommen worden. Militärische Kreise weisen darauf hin, daß die Provinz in elf Tagen erobert wurde. Das für Spanien zurückgewonnene Gelände hat eine Ausdehnung von 5460 Quadratkilometer. Auf dieser Fläche wohnen 400 000 Menschen. Die Provinzhauptstadt Santander hat 90000 Einwohner. An Landstraßen sind 1450 Kilometer, an Eisenbahnen 491 Kilometer erobert worden. Der nationale Heeresbericht. Salamanca, 26. Aug. (DNB. Funtspruch.) Der nationale Heeresbericht schildert ausführlich das Vordringen der nationalspanischen Heeressäulen auf Santander und die Ueberwindung der letzten Hindernisse. Er erklärt: Die am 14. August begonnenen Operationen mit dem darauffolgenden Zusammenbruch der feindlichen Linien wurden von den Legionärstruppen in enger Zusammenarbeit mit den nationalen Streitkräften fortgeführt, ohne daß der Feind überhaupt zur Besinnung gekommen wäre. Seine Verbindungen sind sowohl mit Asturien als auch nach dem Osten hirr völlig unterbrochen, so daß den Bolschewisten jetzt keine andere Möglichkeit bleibt, als sich zu ergeben. Die Navarra-Brigaden und die Legionärstruppen werden am Donnerstag ihren siegreichen Einzug in Santander halten. An der Aragon-Front übte der Feind auf unsere Stellungen einen Druck aus; seine Angriffsversuche wurden jedoch von unseren Streitkräften vereitelt. Einige bolschewistische Abteilungen, welche in unsere Front eingebrochen waren, sind vollkommen eingeschlossen worden. An der Front von Estremadura haben wir durch einen glänzenden Angriff wichtige Stellungen des Gegners erobert. Dieser hatte starke Verluste. Die Materialbeute ist sehr bedeutend. Die letzteuStuuden iuSantander. Unvorstellbarer Zustand der Anarchie. London, 26. Aug. (DNB. Funkspruch.) Ein britischer Leutnant, der von einem englischen Kriegs- schiff in letzter Minute mit anderen britischen Staatsangehörigen aus Santander gerettet worden war, schildert die letzten Stunden in Santander. Der Leutnant hatte auf feiten der Bolschewisten gekämpft. Er erklärte, daß es in der Nacht zum .Mittwoch in Santander weder Wasser noch Licht gegeben habe. In jeder Straße seien Schießereien an der Tagesordnung gewesen, ohne daß auch nur eine Spur von „Ordnungsdienst" und „Polizei" zu bemerken gewesen sei. Die schlimmsten Szenen von Räuberei und Plünderei habe man beobachten können. Das Ganze sei ein unvorstellbarer Zu st and der Anarchie und des Grauens gewesen. In der Morgendämmerung habe der Kampf der Flüchtenden um Boote und Schiffe begonnen. Der britische Leutnant meinte, daß bei dem überaus schnellen Fall der Verteidigungslinie von Santander die Disziplinlosigkeit und die Unordnung der bolschewistischen Heerhaufen eine große Rolle gespielt hätten. Der Eindruck in Hom. Rom, 25 Aug. (DNB.) Die Uebergabe der Stadt Santander ist in Rom mit lebhafter Freude ausgenommen worden. Die römische Presse, die seit dem Beginn der Offensive die täglichen Fortschritte mit großem Interesse verfolgt hatte, sieht in dem Fall von Santander ein bedeutsames Ereignis, da hierdurch die c antabrische Küste mit ihrer arbeitsamen Bevölkerung an Franco gefallen ist, der so nicht nur die Erzgruben, an denen auch England interessiert ist, im Besitz hat, sondern von jetzt ab nur an ein er Front zu kämpfen hyben wird. Man glaubt, daß mit dieser erfolgreichen Aktion die Lösung im Sinne der nationalspanischen Regierung einen großen Fortschritt gemacht hat und nicht nur in London, sondern auch in Paris auf die Haltung der Regierungen einen Einfluß ausüben dürfte, um so mehr, als es sich zugleich um einen gewaltigen moralischen Erfolg handele, da die bolschewistischen Machthaber von der Bevölkerung zur Kapitulation gezwungen wurden. Chamberlains Besprechungen. Oie Lage im Kernen Osten und der Schuh der Handelsschiffahrt im Mittelmeer. Baldige Einberufung des Kabinetts. London, 25. Aug. (DNB.) Die Besprechungen des Ministerpräsidenten Chamberlain mit dem Außenminister Eden, dem Lordsiegelbewahrer Lord Halifax und dem Unterstaatssekretär Van- s i t t a r t waren gegen 19 Uhr beendet. Amtlich wird darauf hingewiesen, daß die Lage im Fernen Osten und die Frage des Schutzes der H a n d e l s s ch i f f a h r t im Mittelmeer im Vordergrund der Besprechungen standen. Ministerpräsident Chamberlain reifte abends noch nach Schottland zurück, wo er zum Wochenende Gast des Königs sein wird. Die Londoner Morgenblätter betonen, daß bei den Beratungen keine neuen Beschlüsse gefaßt worden sind. „Times" erklärt, daß man in London die Lage in China jeden Tag ernster betrachte. Die Aussicht auf eine friedliche Bereinigung schwinde stündlich mehr. In britischen Regierungskreisen und in der Londoner Finanz habe man die stärksten Befürchtungen. Auch „Daily Telegraph" meint, daß die Gefahren für die internationale Niederlassung in Schanghai gestiegen seien. Der Kommandierende der britischen Truppen in Schanghai habe jetzt Artillerie aus Honkong eingesetzt. „Morning Post" schreibt, man sei Übereingekommen, die Zusammenarbeit zwischen England und den Vereinigten Staaten fortzusetzen. Außenminister Eden habe jetzt die Leitung des Außenamtes wieder übernommen. Er werde zwar Ende der Woche noch einmal aufs Land gehen, aber schon Anfang nächster Woche nach London zurückkehren. „Daily Expreß" berichtet, daß man mit einer baldigen Einberufung des englischen Kabinetts rechnen könne. Es soll energische Maßnahmen zum Schutze der britischen Belange im Fernen Osten gutheißen. Im wesentlichen werde es sich darum bandeln, Verstärkungen an Land- und Seestreitkräften nach Schanghai zu entsenden und gleichzeitig die Zivilbevölkerung aufzufordern, soweit das nur eben möglich sei, d i e Gefahrenzone zu räumen. „Times" berichtet, zum Schutze der britischen Handelschiffahrt im Mittelmeer würden mindestens eine Zerstörer-Flottille, und zwei Kriegsschiffe im Mittelmeer gelassen werden. Es würden also von nun ab wenig st ens elf Kriegsschiffe im Mittelmeer bereitstehen, abgesehen von den sich auf der Durchfahrt befindlichen britischen Kriegsschiffen. „Daily Expreß" meldet, zugunsten der britischen Handelsschiffahrt im Mittelmeer werde man eine Art Begleitsystem ausarbeiten. Ursprünglich sei ein Kabinettsrat für die dritte Septemberwoche festgesetzt gewesen, doch sei es sehr gut möglich, daß ein solcher schon vorher einberufen werde, wenn die internationale Lage es notwendig mache. Deutlichere Kennzeichnung britischer Handelsschiffe. London, 25. Aug. (DNB.) Infolge der zahlreichen Angriffe auf Handelsschiffe im Mittelmeer hat das Handelsministerium neue Anweisungen an die britischen Schiffe gegeben, die in spanischen Gewässern Handel treiben. Die Schiffe werden aufgefordert, die englischen Nationalfarben so auffällig wie möglich anzubringen, den S ch i f f n a m e n in möglichst großen. Buchstaben an Steuer- und Backbord aufzumalen und die sowjetspanischen Häfen nur vor Morgengrauen oder nach Eintritt der Dunkelheit anzulaufen oder zu verlassen. Dem britischen Botschafter in Hendaye sind durch einen Vertreter General Francos vor einigen Tagen Empfehlungen dieser Art gemacht worden. Reibungsloser Ablransporl von Deutschen aus Schanghai. SA. und RGKK. im Dienst bedrängter Volksgenossen. Schanghai, 26. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der Abtransport von einigen hundert Deutschen und Deutschstämmigen aus Schanghai mit dem Dampfer „Gneisenau" verlief dank der vom Generalkonsulat, der Ortsparteileitung und der Gemeindeverwaltung der internationalen Niederlassung getroffenen Vorbereitungen reibungslos. Hervorragenden Anteil an der glatten Abwicklung des Abtransportes hatten auch die SA. und das NSKK., die ungeachtet der großen Hitze für das Sammeln der Flüchtlinge und ihres Gepäcks in vorbildlicher Weife sorgten, und überall selbst Hand anlegten, weil chinesische Kulis nicht zur Verfügung standen. Die Flüchtlinge wurden zuerst auf kleinere Schiffe gebracht, die ohne Zwischenfall sämtliche Fahrgäste — insgesamt etwa 650 — durch d i e Feuerlinie auf dem Huangpu-Fluß zum Dampfer „Gneisenau" leiteten, der auf der Außenreede von Wusung lag. Das NSKK. begab sich unbekümmert um alle Gefahren ins Kamvfaebiet, um deutsche Volksgenossen und deutsche Werte aus der Tungchin-Universität und aus den bedrängten Hongkiu- und Jangtsepu-Vierteln herauszuholen. Die zurückgebliebenen Deutschen nehmen an dem in der internationalen Niederlassung organisierten Sicherheitsdienst teil. Ihre Stimmung ist ruhig, wenn sie auch geschäftliche Sorgen um den Wiederaufbau ihrer Existenz haben. Unter ihnen, wie auch unter den anderen Ausländern, herrscht die Neigung, auf dem Posten auszuharren. Infolge der Jahreszeit befinden sich viele Frauen und Kinder in Badeorten außerhalb der Gefahrenzone. Ein großer Teil der Hitler-Jugend der deutschen Kolonie ist derzeit in Tsingtau in einem Jugendlager untergebracht. Das. Befinden her verwundeten Deutschen Iakvby und Ahrens ist gut. Französische und italienische Verstärkungen. Paris, 26. Aug. (DNB. Funkspruch.) In Schanghai sind zur Verstärkung der französischen Streitkräfte 650 Mann Kvlonia11ruppen gelandet worden. Ein weiteres Bataillon wird erwartet. Die Gesamtstärke der zur Zeit in Schanghai liegenden französischen Truppen beträgt 2000 Mann. — Zum Schutz der italienischen Interessen in China wird das dort anwesende Bataillon italienischer Marinesoldaten demnächst durch ein Bataillon Grenadiere verstärkt werden. Das Bataillon ist bereits von Addis Abeba nach Massul unterwegs, um dort nach China eingeschifft zu werden. Japan verhängt Blockade gegen chinesische Schiffe. Tokio, 25. Aug. (DNB.) Der Kommandant des in den Gewässern von Schanghai operierenden japanischen Geschwaders hat gegen chinesische Schiffe, die sich in chinesischen Hoheitsgewässern befinden, die Blockade erklärt. Das japanische Auswärtige Amt hat zur Verhängung der Blockade erklärt, die Blockade werde gegen die chinesischen Schiffe lediglich durchgeführt, um den Konflikt mit China zu einem schnellen Abschluß zu bringen. Japan hoffe, daß die Blockade die Nanking-Regierung zur Revision ihres japanfeindlichen Standpunktes veranlasse. Die Blockade wolle die Rechte Dritter auf keinen Fall verletzen oder stören. Moskau und der Ehina-KonffM. Paris, 25. Aug. (DNB.) „Jour" beschäftigt sich Mittwoch früh mit der Rolle der Sowjetunion im chinesisch-japanischen Konflikt. Danach soll Ende Juni der Sowjetmarschall Blücher in Ulan-Bator, der mongolischen Hauptstadt, Vertreter Nankings und der Provinz regierung von Tschachar zu Militär-, Wirtschafts- und Handelsvertragsverhandlungen empfangen haben. Obwohl Verträge noch nicht unterzeichnet seien, habe sich die Sowjetunion doch entschlossen, China militärisch und finanziell zu helfen. So sollen vor einigen Wochen von Ulan-Bator 54 schwere und 72 leichte Bomber nach China geflogen sein. Ferner seien aus Ulan-Bator 12 schwere, 26 mittlere und 45 leichte Tanks neuester Konstruktion sowie 60 Geschütze verschiedener Kaliber und große Mengen Munition an China geliefert worden. Weiter weiß der „Jour" zu berichten, daß die sowjetrussische Regierung aus ihre Kosten 700 Studenten nach China geschickt habe, die als politische Kommissare der regulären chinesischen Armee zugeteilt worden seien. Zwischen den Messen. Von Or. Carl Wellchor. Die Königsberger O st m e s s e ist zu Ende gegangen, und nach einer Woche der Ruhe auf messepvlitischem Gebiete wird die Leipziger Herbstmesse eröffnet werden. Nach den Geleitworten, die der Beauftragte des Führers für den Dierjahresplan, Ministerpräsident Göring, der Königsberger Messe widmete, gab es zwei ganz verschiedene Gebiete, auf denen die Messe Erfolg bringen sollte: ein sichtbares und ein unsichtbares. Das sichtbare Gebiet ist das des Messeumsatzes, das unsichtbare die Werbung für deutsche R o h- und Werkstoffe sowie für die daraus gefertigten Waren. Aber ganz sichtbar — oder vielmehr meßbar — wird auch das erstgenannte Gebiet erst nach einiger Zeit sein, wenn nämlich die in Königsberg eingeleiteten gefchäftlichen Verhandlungen zu Bestellungen gediehen sein werden. Das dauert erfahrungsgemäß mindestens einige Wochen. Es verlautet, daß in Königsberg gegenüber der vorjährigen Messe auf den verschiedenen Gebieten Mehrumsätze in Höhe von 10 bis 30 v. H. erzielt worden seien. Jedenfalls besteht kein Zweifel, daß die Ostmesse diesmal ein schöner wirtschaftlicher Erfolg gewesen ist. Und die Werbung für die deutschen Roh- und Werkstoffe? Den mehr als 200 000 deutschen und den fast 5000 ausländischen Messebesuchern läßt sich nicht ins Herz schauen. Nimmt man aber die Berichte, die in deutschen und ausländischen Zeitungen — etwa polnischen, litauischen und lettischen, ja auch schwedischen Blättern — erschienen sind, als Maßstab für den Eindruck, so wird man auch auf diesem „unsichtbaren" Gebiet von einem vollen Erfolg sprechen dürfen. Dabei hatte Staatssekretär Funk, der im Namen der Reichsregierung die Ostmesse mit einer längeren Rede eröffnete, keinen Zweifel darüber gelassen, daß auch die Königsberger Ostmesse 1937 nichts Fertiges zeige, und daß man in den nächsten Jahren mindestens mit den gleichen Fortschritten in der Werkstoffqualität und der Werkstoffverwertung rechnen dürfe wie im ersten Jahre des Vierjahresplans. Und vielleicht wird gerade dieser Fortschritt, der — wie Staatssekretär Funk sagte — die Messen und Ausstellungen als Meilensteine auf dem Wege der Entwicklung erscheinen läßt, beweiskräftiger und überzeugender fein als ein sensationeller Anfangserfolg. Es ist symbolisch, daß diesmal ein hoher Beamter des Propagandaministeriums die Messe eröffnet hat. Staatssekretär Funk war vor Jahren leitender Wirtschaftsredakteur in einer Berliner Zeitung und ist damit wirtschaftspolitisch hoch qualifiziert. Ein großer Teil seiner Ausführungen war auch rein wirtschaftspolitisch. Aber was er über die gegen den deutfchen Vierjahresplan im Ausland verbreiteten Verdächtigungen sagte, war im besten Sinn Werbung für große nationalwirtschaftliche Interessen des deutschen Volkes. Wenn man gelegentlich den Einwand hort, das Gute werbe durch sein bloßes Vorhandensein für sich selbst und das Schlechte könne auch durch die beste Propaganda nicht vom Makel der Minderwertigkeit befreit werden, so geht eine solche Art der Beweisführung fehl. Der Mensch ist nun einmal gegen alles Neue mit Mißtrauen erfüllt und selbst das Streben nach dem Neuen ist meist nicht mehr als eine kurzlebige Eitelkeit. Auch die größten Könige haben ihre Herolde gehabt, die mit dem Stab auf den Boden stießen und den Rang und die Leistungen ihres Herrn priesen. Wir Deutfchen sind in der Vertretung unserer Interessen nach außen immer reichlich keusch und zurückhaltend gewesen; wir haben durchaus das Recht, das Gute und das Aussichtsvolle — auch bei uns — zu (oben. Zwischen den beiden Messen, der Königsberger Ostmesfe und der Leipziger Herbstmesse, wird der milchwirtschaftliche Weltkongreß liegen. Es darf damit gerechnet werden, daß ein großer Teil der ausländischen Besucher dieser bedeutungsvollen Fachveranstaltung auch nach Leipzig fahren wird. Im vorigen Jahre waren es die Olympischen Spiele, deren Besucherschaft die Gelegenheit benutzen wollte, Deutschland nicht nur von der sportlichen und organisatorischen, sondern auch von der wirtschaftlichen Seite kennenzulernen. Alles hat feine Technik — auch das Ausstellungs- und Messewesen. Man wird es dem Leipziger Messeamt ohne weiteres glauben, daß ihm in der Ausstellungstechnik reiche Erfahrungen zu Gebote stehen. Aber ausgelernt hat im vollen Sinne des Wortes noch nie ein Mensch. Wenn jetzt in Leipzig ein größeres Einfamilenhaus gezeigt wird — mit allen Einrichtungen und jedwedem Zubehör —, das unter Verwendung der reichlich vorhandenen und unter fast völliger Vermeidung der knappen Baustoffe erbaut und ausgestattet worden ist, und wenn durch Lücken im Mauerwerk und Fußboden die neuartige Bauweise sichtbar und glaubhaft gemacht wird, so ist das beweiskräftiger für die Aussichten des Vier» jahresplans als lange Reden und dickleibige Druckwerke. Es ist nicht leicht, aus den Erfahrungen der Ostmesfe auf den voraussichtlichen Erfolg der Leipziger Muster- und Baumesje zu schließen. Nach Königsberg tarnen außer oftpreußischen Interessenten und Besuchern aus dem Red Kulturarbeit auf dem Lande. ein- Schanghai als Wirtschastszentrum Jeder in seiner Sprache. — ucmi |tzine -tonnaqe > nahm um 99 856 Tonnen zu, und zwar auf Geber auf mittelsendungen seien auf dem Wege zur Stadt aufgehalten und der Verkehr auf den Chausseen gewaltsam gestört worden. Der Flottenchef Admiral Carls, der seinerzeit das Kommando über die deutschen Seestreitkräste in den spanischen Gewässern an Stelle des erkrankten Konteradmirals von Fischel übernommen hatte, wird nun nach dessen Wiederherstellung von diesem abgelöst. Konteradmiral von Fischel reist auf dem Landwege durch Belgien und Frankreich nach Spanien. Admiral Carls wird gleichfalls auf dem Landwege in die Heimat zurück- kehren. * Die französischen Minister nahmen einen Bericht des Landwirtschaftsministers entgegen, der den Weizen preis für den Doppelzentner für die Ernte von 1937 auf 180 Francs für den Monat August festsetzt. Dieser Preis soll am 1. September um 1 Franc und am 1. Febr. 1938 um 1,50 Francs erhöht werden. Der Brotpreis wird entspre- chend ab 1. September um 15 Centimes und ab 1. Oktober um 20 Centimes pro Kilogramm erhöht. Nach Mitteilung des britischen Handelsministe. riums stiegen die Le b e n s mi tt e l p r e i se in Großbritannien im Monat Juli um 8,1 v. H. im Vergleich zur selben Zeit des Vor- Wahres. den Streik lediglich politische Forderungen erkämpft werden sollten. Verbrecherische Elemente hätten sich breitgemacht. Die K o m m u n i st e n wollten die durch den Streik entstandene Lage zur Verteilung von Hetzschriften ausnutzen. Die Leitung des Streikes fei denen, die ihn angezettelt hätten, aus den Händen geglitten. Die örtlichen Partei- ftellen feien machtlos geworden. Für den Streik feien Aufrufe über die Grenze nach Polen gebracht worden. In ihnen fei davon die Rede, daß der Sieg ausschließlich unter der Parteiführung verwirklicht werden könne. Mit dieser Andeutung soll offenbar zum Ausdruck gebracht werden, daß der Hauptdrahtzieher des Streiks, der als Emigrant in der Tschechoslowakei lebende Parteileiter Witos, ist. Verschärfung der Lage Generalstreik in Krakau. Krakau, 25. Aug. (DNB.) In Krakau brach ein Generalstreik aus, an dem sich die Arbeiter sämtlicher Fabriken, der kommunalen Anstalten sowie die Fahrer der Straßenbahn und der Autobusse beteiligten. Auch die Krakauer Zeitungen können nicht erscheinen. Der Streik trägt einen de- monstratioen Charakter und steht offenbar im Zusammenhang mit dem S t re i k der Bäuerlichen Volkspartei. Das Streikkomitee soll beabsichtigen, den Streik auf das Elektrizitätswerk und die Wasserwerke auszudehnen. Ein Teil der Krakauer Geschäfte hat aus Furcht vor Unruhen geschlossen. Die durch den teilweise blutigen Bauernstreik in Galizien entstandene Lage hat durch den Krakauer Demonstrationsstreik eine weitere Verschärfung erfahren. Der Lemberger Wojewode, B i l y k, hat sich in die betroffenen Kreisstädte Przemysl und Jaroslaw begeben, wo er mit den dortigen Starosten Besprechungen hatte und Abordnungen aus verschiedenen Ortschaften empfing. Der Bauernstreik in Galizien Energisches Borgehen der polnischen Regierung. erbracht, daß der dänische Anhang im deut- Teile Schleswigs keine Minderheit darstellt, deren echtes Unterscheidungsmerkmal bleibt ja doch die Sprache. Ausländsdeutsche Lehrer ehren Wilhelm Gustloff. ch die Aussteller und Ein-Iweis Ländern. In Leipzig wird scheu tion zu dieser Rede, daß fast am gleichen Tage, A? -a o" öcr ®r e n 3 e wohnende Reichsdeutsche die gedruckte Aufforderung der zuständigen tschechischen Behörde erhielten, ihren Aufenthalt im tschechischen Grenzgebiet aufzugeben. In sehr vielen Fällen muß eine solche Maßnahme, gegen die das Beschwerderecht nur geringe Aussichten bietet, einer Ausweisung gleichgeachtet werden. Bei den engen wirtschaftlichen Beziehungen, die beiderseits der Grenze zumeist noch aus der österreichischen Zeit vorhanden sind, versteht es sich von selbst, daß durch diele Maßnahme zahlreiche Reichsdeutsche qe- troffen werden müssen, di- auch starke materielle ^erluste erleiden werden. Es liegen Fälle vor, datz Kaufleute' die an einem Orte schon jahrzehntelang 1V>rc Existenz und ihren "ufgeben sollen. Es ist selbstverständlich, ?•? 0'eses Vorgehen von deutscher Seite zu ähnlichen Maßnahmen Veranlassung geben muß ° landlagers in Taiflingen. Gauamtsleiter Dr. Ehr ich überreichte dem Präsidenten des Deutschen Auslandsinstituts ein von Kunstmaler Böse- Berlin geschaffenes Gemälde Wilhelm Gustloffs. Das Bild soll die Besucher des Ehrenmals daran erinnern, wie eng sich Deutsche in aller Welt zu jeder Stunde mit dem Vaterland verbunden fühlen. Für die Ausländsdeutschen drückte der Landeskreisleiter von Uruguay, Schmidt, die Verpflichtung zur Treue nach Gustloffs Vorbild aus. Bei einer Kameradschaftsfeier wies Ministerpräsident Mer- genthaler auf die große Aufgabe der deutschen Lehrer hin, das deutsche Volkstum in aller Welt zu erhalten. Die d ä n i s ch e P r e s s e berichtet in einiger 2Iuf= regnng von dem Verbot der dänischen Zeitung "D.er Schleswiger" durch eine deutsche Be- ho^.e- Die dänische Minderheit im Deutschen Reiche verfugte über zwei Zeitungen: Den „F l e n s b o r g jr D l.5 ' .er in dänischer Sprache ungehindert in nnh h! "olllg deutschen Stadt Flensburg erscheint, und dem Parallel-Organ „Der Schleswiger" der m deutscher Sprache in Schleswig her- auskommt. Das letzgenannte Blatt hat vor einiger Zeit einen recht törichten Artikel veröffentlicht, so daß em Verbot ausgesprochen werden mußte. Des- halb ist aber kein Grund vorhanden, von einer Benachteiligung der dänischen Minderheit im deutschen Reichsgebiet zu schreiben. Die Deutschen im dänisch gewordenen Nordschleswig beschränken sich auf Zeitungen in ihrer eigenen Sprache und für die wenigen Danen im Bezirk Schleswig genügt ein dänisches Blatt. Wollten sie etwa behaupten daß ihre Anhänger der dänischen Sprache nicht genügend mächtig seien und daher ein deutsch gedrucktes Dänenblatt nötig hätten? Mit dieser Ausrede wird man nicht kommen, denn dann wäre der Be473 Millionen Dollar fremdes Kapital in Schanghai arbeitete, lieber die Struktur und die Besitzverhältnisse in den Jndustrieen von Schanghai lassen sich zuverlässige Angaben bei der Unübersichtlichkeit und Ungenauigkeit des statistischen Materials nicht machen, aber man weiß, daß allein zwei in ausländischer Hand befindliche Industriezweige, die Baumwollindustrie und die Kraftwerke, zusammen 59 v. H. des in Schanghai investierten Kapitals ausmachen. Nach den Mitteilungen des Bureau of Social Affairs of Greater Shanghai befanden sich anfangs 1937 in dieser Stadt 3600 Fabriken in- unb ausländischen Eigentums mit einem Gesamt- kapital von 473 Millionen Dollar und mit mehr als 300 000 Arbeitern. Man weiß nicht, wie sehr der japanische Anteil an den Fabriken in den letzten Jahren in Schanghai gestiegen ist, aber fa)on daß über 30 000 Japaner in Schanghai lebten, unö zwar nur zum Teil als Kleinhändler, zeigt, daß Japan auch ohne die letzten Vorfälle England in Schanghai zu überflügeln drohte und daß sein Eindringen am Jangsekiang hauptsächlich auf Kosten der Engländer und Amerikaner ging. Nach dem Tiefstand im dritten Vierteljahr 1936 d . te, sich.. der Schanghaier Hafen wieder gut entwickelt. Em Beispiel dafür ist fein Schiffs verseh r. Allgemein wurde eine Abnahme der eng- Iischen und der französischen Tonnage und die Zunahme des japanischen, italienischen, deutschen und norwegischen Anteils festgestellt. Die relativ größte Einbuße hatte England aufzuweisen, den größten Gewinn Japan. Es liefen aus dem Ausland ein von Großbritannien 231 Schiffe im ersten Halb- iahr 1937 mit 1 295 668 Tonnen, das ist gegenüber der gleichen Zeit des Jahres 1936 eine Abnahme an Tonnage non 73515. Deutsche Schiffe liefen O A2' die Tonnage nahm gegenüber der gleichen Doriahres um 34 292 zu. China selbst hatte nur 36 Schiffe, die im Schanghaier Hafen einliefen, ^?t nur 5? 949 Tonnen. Frankreich verlor rund ^^-^°vnen seine Schiffahrt ging von 39 auf 33 Schiffe zuruck, dagegen war Japan neben den Vereinigten Staaten, die nicht weniger als 50 000 Tonnen verloren und auf 500 000 Tonnen zurück- fielen, der zweitstärkste und am schnellsten gewachsene Wirtschaftspartner, denn seine Tonnage nn nrr> iirrt (IQ QKß . Etage, | Mietgesuche | 1—2 eteg. möbl. ungeniert. 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September. herausgegeben von der Forschungsstelle für langfristige witterungsvorhersagen des Reichswetter. dienftes in Bad Homburg am 25. August abends. Unter dem Einfluß einer von den Azoren nach Nordrußland reichenden Brücke hohen Luftdruckes wird in den nächsten Tagen in Deutschland vorwiegend ttockenes und warmes, heiteres bis wolkiges Wetter herrschen. Abgesehen von vereinzelten, örtlich beschränkten gewittrigen Störungen wird es niederschlagsfrei bleiben. In den Morgenstunden ist vielfach mit Nebelbildung zu rechnen. Spätestens mit Beginn der nächsten Woche werden in Nordwestdeutschland stärkere Bewölkungszunahme und Niederschläge eintreten. Diese zunächst leichte, später sich verstärkende Unbeständigkeit wird allmählich auf das ganze Reichsgebiet, zuletzt auf Ostpreußen, übergreifen, so daß etwa Mitte der nächsten Woche allgemein unbeständiges, jedoch nicht durchweg unfreundliches Wetter herrschen wird. Dabei wird sich in Süddeutschland bald wieder eine Wetterbesserung durchsetzen. Die Temperaturen werden im Durchschnitt in der zweiten Hälfte des Vorhersagezeitraumes ziemlich erheblich tiefer liegen, als in der ersten Hälfte. Die Zahl der Tage mit Niederschlag wird in Süddeutschland und Schlesien meistenorts unter fünf bleiben. Die Sonnenscheindauer wird in Süddeutschland 60 Stunden überschreiten. Wetterbericht des Reichswekterdiensles. Ausgabeorf Frankfurt. Durch den an der Rückseite des nordischen Sturmwirbels erfolgten Kaltluftvorftoß vom Nordallantik her hat sich das europäische Hochdruckgebiet erweitert und gekräftigt. Es bedingt jedoch an feiner Südseite über Deutschland die Zufuhr feuchtwarmer, in sich sehr instabiler Luftmassen, womit vornehmlich am Donnerstag noch das Auftreten einzelner gewittriger Niederschläge begründet ist. Anschließend wird sich der Hochdruckeinfluß wieder stärker zur Geltung bringen. Aussichten für Freitag: Wolkig bis heiter und im allgemeinen trocken, bei überwiegend nördlichen bis östlichen Winden etwas frischer. Lufttemperaturen am 25. August: mittags 24,1 Grad Celsius, abends 12,8 Grad; am 26. August: morgens 14,6 Grad. Maximum 26 Grad, Minimum heute nacht 12,3 Grad. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des hauptjchriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (beurlaubt), i. V.: Dr Fr. W Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck (beurlaubt). Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel D A. VII 37: 9076. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr. Einzeloerkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf mehr. 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Ein ähnliches schweres Unglück ereignete sich in einer anderen oberösterreichischen Ortschaft, in der zwei Kinder eines Bauern an einer Pilzvergiftung starben, während ein drittes im Krankenhaus hoffnungslos darnieder- liegt. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionSttsch Architektur. Der bayerische Baumeister Gabriel v. Seidl, der sich vor allem durch seine Museumsbauten einen Namen gemacht hat, war bei aller Pracht, die er im gegebenen Fall zu entfalten verstand, persönlich seiner altbayerisch-einfachen Lebensauffassung zeitlebens treu geblieben. Als er einmal erzählte, wie Frau von hey l ihm in Worms alle Pläne umgestoßen habe, damit der Küchengeruch ja nicht n die Wohnräume dringen könnte, setzte er kopf- chuttelnd hinzu: „Es gibt komische Leut'! I wär net glücklich, wenn i in mei Haustür käm und könnt net riechen, was i zu Mittag krieg." Thiersch. Einmal kam ein Patient zu dem berühmten Leipziger Chirurgen Thiersch und Erzählte chm, sein Hausarzt halte es für nötig, daß er sich einer Operation unterziehe. „Da habe ich nun eine Bitte an Sie, Herr Professor", fuhr er fort, „da Geld bei mir kerne Rolle spielt, möchte ich mich gern in Paris operieren lassen; sagen Sie mir, wer ist Sapalorimn Kurhaus „Herrsnalli“ Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Nr.198 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Donnerrtag, 26. August ihnen bereits der Zustand einer gewisse ernährung, die schon im Krcmkh n Unter- Pflichten und Opfer gemahnt. Auf mancherlei Um- wegen kehrt er heim zu sich selbst, zu dem Boden seiner Väter und zu den Kameraden, die er aus einem Regimentstage wieder sieht. Wie er in ihrem Kreise Treue und Kameradschaft aufs Neue erlebt und schließlich durch Freundschaft und Liebe den Zugang zu der ihm bisher verschlossenen Welt der Frau findet — das hat Grabenhorst mit tiefer menschlicher.Empfindung in diesem kleinen Kunstwerk erzählt. — Martin Luserke: Das Wrack des Raubschiffs. Seegeschichten. Mit einem Nachwort von Gregor Heinrich. (Nr. 7372.) Kart. 35 Pf-, Künstlerpappband 75 Pf., Meisterband (Ganzleinen) 1— RM. Philipp Reclam jun., Verlag, Leipzig. — (174) — Wie kaum ein anderer hat Luserke die See als das geheimnisvolle Urelement in seinen Werken beschworen. Die Titelnovelle überbrückt wie in atmosphärischer Spiegelung die Grenze von Land und Meer, von Leben und Tod in der Leidenschaft zweier Liebenden. Das grausige Spiel dämonischer Gewalten kommt in der Strandräubergeschichte „Von der Hand, die sich rächte" zu packender Wirkung. Aus nordischer Vorzeit steigt die Legende von „Sivard Einauge" in mythischer Größe auf. die größte Leistungsfähigkeit vorhanden sind. Das ist aber keineswegs bei der Unterernährung der Fall. Frauen, die einer zu großen Leibesfülle wegen vorübergehend ihre Ernährung stärker einschränken, sind damit natürlich nicht gemeint, da bei ihnen noch genügend Reservestoffe zum Ausgleich des Stoffwechsels vorhanden sind. Im Einzelfalle ist es aber durchaus nicht ratsam, auf eigenes Gutdünken oder allein aus modischen Gründen Entfettungskuren irgendwelcher Art durchzuführen, sondern immer sollte erst ein Arzt zu Rate gezogen werden. — Eduard Thorn: Schwärmereides Herzens. Erzählung. 115 Seiten. Gebunden 1,75 RM. Leipzig, Hesse & Becker Verlag. — (202.) — Der Held dieser Erzählung ist Jean Paul, der Dichter des „Hesperus", des ,Titan" und der „Flegeljahre", der sich nach Frauenliebe sehnt, der von den Frauen einer romantischen Epoche geliebt wird und der sich doch niemals entschließen kann, einer von ihnen ganz zu gehören. Er und die ihn liebenden Frauen — in deren Mitte Charlotte von Kalb steht — beweisen, daß Empfindsamkeit und Schwärmerei keineswegs immer Entartungen der Seele bedeuten, sondern daß sie im Gegenteil die Grundlagen schöpferischer und aufbauender Kräfte des Menschen sein können. — Meyers Lexikon, 8., gänzlich neu bearbeitete Auflage in 12 Bänden (10 Hauptbände, ein Registerband, ein Atlasband). lieber 300 000 Stichwörter und Nachweise, rund 20 000 Bilder, darunter zahlreiche mehrfarbige im Text, sowie einfarbige Kunstdruck-^Bilder auf 1600 Tafeln, etwa 400 meist mehrfarbige Karten. Jeder Band in Kunsthalbleder 15 Mark, in Prachtausgabe 20 Mark. Verlag Bibliographisches Institut AG., Leipzig. — (167) — Der zweite Band des neuen „Großen Meyer" bestätigt vortrefflich die Absicht des Verlags, ein auch äußerlich und in der Anordnung ver- bessertes Nachschlagewerk zu schaffen. Die Fülle farbiger Abbildungen und reizvoller Bildfolgen ist erstaunlich. Die wichtigste Neuerung betrifft die innere Gestaltung. Die 8. Auflage ist als völlig aus der Weltanschauung des Nationalsozialismus heraus neu gestaltet worden. Der Verlag begnügt sich nicht damit, eine Aufzählung von Lebensdaten, all- gemeinen Angaben, Werken ufw. zu bieten; vielmehr sind den Stichwörtern, soweit nötig, auch Wertungen angefügt. Allenthalben wird eine klare und eindeutige Unterrichtung geboten, nicht zusammenhanglose Aufzählung von Tatsachen, deren Hintergründe unbekannt bleiben. Den Höhepunkt des zweiten Bandes stellen die großen Artikel dar. So wird z. B. in dem Artikel „Demokratie" nach einem geschichtlichen Ueberblick der Wesensunterschied zwischen parlamentarischer und germanischer Demokratie herausgearbeitet. Aufbau und Arbeit der DÄF. ist in fünf Spalten mit acht Bildtafeln behandelt. Die beiden großen Artikel „Deutsche Kultur" und „Deutsches Reich" nehmen mit über 450 Spalten, 118 Bildtafeln und einer bedeutenden Anzahl bunter Textbilder und Geschichtskarten rund ein Drittel des Bandes ein. Jeder dieser Abschnitte stellt ein kleines Schulungswerk für sich dar. Daß auch außerdeutsche Dinge nicht zu kurz kommen, beweisen z. B. die großen Artikel über Dänemark und China. interessante Photos, die den Kampf der deutschen Bergsteiger und die Schönheit der unermeßlichen Gipfelwelt des Himalaja zeigen, dem Buch auf Tafeln beigegeben. Die neue wohlfeile Ausgabe wird alle Freunde kühner Taten begeistern, insbesondere unsere Jugend. — Joachim von der Goltz: „Einst auf der L o r e t t o h ö h e". München, Verlag Albert Langen / Georg Müller. „Die Kleine Bücherei". — (199.) — Wie eines der großen Heldenlieder der deutschen Geschichte muten diese Aufzeichnungen des Leutnants Bruckner an, die, auf einem wahren Erlebnis beruhend, die Erstürmung der Lorettohöhe schildern. In dieser Dichtung hat Joachim von der Goltz uns das Vorbild des jungen Offiziers gezeigt, dessen leidenschaftliche Hingabe an das Kriegserleben feinen Soldaten Ansporn und Verpflichtung ist. Aus solchem Geiste kameradschaftlicher Gemeinschaft und kriegerischen Führertums erwächst die Kraft zu großen Taten echten Soldatentums. — Georg Grabenhorst: „Regiments- t a g e". Verlag Albert Langen / Georg Müller in München. „Kleine Bücherei". — (200.) — In dieser Erzählung wird das Schicksal eines jungen Offiziers lebendig, der, unversehrt aus dem verlorenen Kriege zurückgekehrt, sich einer neuen Welt gegenübersieht, die alle ihm liebgewordenen Gesetze und Ideale zertrümmert hat. Verzweifelt wendet er der Heimat wieder den Rücken. Je weiter er aber in die Fremde hinausfährt, um so mehr wird er seiner entschwundenen Vaterlandsliebe gewahr, die ihn an feine Bisher waren die Ursachen der Migräne noch fehr umstritten. In einem Wiener Krankenhaus durchgeführte Untersuchungen haben nun eraeben, daß an Migräne leidende Frauen während solcher Anfälle einen sehr verlangsamten Stoffwechsel haben. Wir müssen also die Migräne anscheinend den Stoffwechselerkran^k ungen zurechnen. Um diese Verlangsamung des Stoffwechsels im Körper aufzuheben, hat man jetzt in der Behandlung der Migräne die sogenannte „Oxydasekur" eingeführt. Es ist gelungen, tierische und pflanzliche Stoffe (sogenannte Fermente) zu finden, die eine Beschleunigung des Stoffwechsels bewirken. Die Kranken bekommen diese Fermente im Essen oder in Pulverform. Es hat sich gezeigt, daß schon sehr geringe Mengen des neuen Mittels genügen, um die Migräne verschwinden zu lassen. Unsere körperliche und seelische Spannkraft unterliegt im Laufe des Tages vielen Schwankungen. Die meisten Menschen kennen den Verlauf der „Tages kurve" ihrer Spannkraft bewußt oder unbewußt sehr genau. Die einen arbeiten frühmorgens am liebsten, andere haben in späten Abendstunden eine erhöhte Leistungsfähigkeit. Die Aerzte kennen für viele schwere Krankheiten „kritische" Tageszeiten, ganz bestimmte Stunden für das Eintreten der Krisis, der plötzlichen Besserung der Krankheit, oder des Todes. Die Untersuchung dieser „Tagesperiodik" des Menschen ist ein Forschungsgebiet, dem die Wissenschaft ihr besonderes Interesse zuwendet. So wurden jetzt aufschlußreiche Versuche über die Schwankungen des Schmerzempfindens im Verlaufe des Tages angeftellt. Mehrere Zahnärzte prüften die Reizempfindlichkeit der Zähne ihrer Patienten mit Hilfe des elektrischen Stroms. Es stellten sich zahlreiche Versuchspersonen zur Verfügung, an deren gesunden Zähnen die Versuche stündlich wiederholt wurden. Alle Versuchspersonen reagierten genau in derselben Weise — daraus geht hervor, daß es sich hier um allgemeingültige Gesetzmäßigkeiten handeln muß. Es zeigte sich, daß bei jedem Menschen das Schmerzempfinden im Laufe des Tages allmählich anfteigt und gegen 18 Uhr den Höhepunkt erreicht, um dann wieder allmählich abzunehmen. Es fragt sich nun, ob man die an den Zähnen gewonnenen Resultate auch auf sonstige Schmerzempfindungen anwenden darf. Die Wissenschaft bejaht diese Frage. Die „Schmerzkurven" werden daher auch praktische Bedeutung in der Chirurgie erlangen. * Dänemark hat jetzt damit angefangen, alle seine Kinder gegen Keuchhusten z u impfen und hofft dadurch, diese Krankheit ebenso wie früher die Pocken schließlich zum Verschwinden zu bringen. Bisher war der Keuchhusten mehr noch als Scharlach und Diphtherie die schlimmste Kinderkrankheit in Dänemark: von 1000 kranken Kindern starben 26 an Keuchhusten. Die Impfung verringert jedoch sowohl die Gefahr als auch die Dauer der Krankheit sehr wesentlich: von fast 4000 geimpften Kindern starben nur noch 6! Die Erfolge der neuen Jmpfmethode haben dazu geführt, daß sie jetzt auch in anderen Ländern zur Anwendung kommen soll. Die Impfung wird so früh als möglich in allen Fällen unternommen, in denen Keuchhustengesahr besteht. Prof. Dr. B r u g s ch wies auf Grund feiner Untersuchungsergebnisse nachdrücklich darauf hin, daß die „schlanke Linie" bei vielen Frauen nur durch eine erzwungene, langanhaltende Unterdrückung des Hungergefühls erreichbar ist. Die auf diese Weise erzielte künstliche Magerkeit ist bei Was gibt es Neues in der Heilkunde? Von Or. meb. W. Sievert. — Paul Bauer: Kampf um den Himalaja. Neuauflage der Volksausgabe. 200 Seiten und 82 Bilder auf Tafeln. Verlag Knorr 8- Hirth G. m. b. H. München. Leinen 4,80 Mark. — (179) — Schlicht und ungemein packend schildert Paul Bauer seine beiden Angriffe auf den 8579 Meter hohen Kantsch, den zweithöchsten Berg der Welt, in den Jahren 1929 und 1931. Das war damals ein unerhört kühnes Unternehmen. War doch den wiederholten Angriffen der Engländer auf den Everest in den Jahren nach dem Krieg trotz ungeheueren Aufwandes und des Einsatzes aller Mittel eines Weltreiches, der Erfolg versagt geblieben. Bauer mußte es anders anpacken. Seine Mittel waren gering, die Mannschaft klein aber ausgesiebt, die Ausrüstung auf das äußerste beschränkt. Er baute mehr auf Kameradschaft, Opfersinn und straffe Organisation, wie er es vom Kriege her gewöhnt war. Freilich das letzte Ziel blieb auch ihm versagt. In 7200 Meter Höhe wurde die Schar durch einen furchtbaren Schneesturm zum Rückzug gezwungen. Zwei Jahre später wiederholte er seinen kühnen Angriff. Doch dieser forderte zwei Todesopfer: Hermann Schalter, einer der besten unserer jungen Bergsteigergeneration, stürzte an exponierter Stelle mit seinem Träger in die Tiefe. Trotz dieses erschütternden Ereignisses gelang es unter ungeheuren Anstrengungen den Angriff bis auf den 7700 Meter hohen Sporngipfel vorzutragen. Dort bot eine 150 Meter hohe Steilwand Halt. Aus der reichen Bildausbeute beider Expeditionen find 92 z_____, khaften liegt. Das gilt namentlich dann, wenn die Frauen aus dem Zustand überreicher Ernährung plötzlich zur Unterernährung übergehen. Neben einer starken „Abschmelzung" von Muskeleiweiß verringert sich die Blutmenae, ein niedrigerer Blutdruck und eine verringerte Absonderung der Darmsäfte werden beobachtet: alles die gleichen Symptome, wie sie der chronischen Unterernährung eigen find! Prof. Brugsch weift darauf hin, daß nur derjenige Ernährungszustand der richtige sein kann, bei dem das vollkommene Wohlbefinden und Manche Menschen bekommen recht unangenehme Kopfschmerzen, wenn sie zu hastig Speiseeis gegessen haben — meist ist ihnen aber dieser Zusammenhang nicht bekannt, und sie suchen vergeblich nach der Ursache der plötzlich austretenden Schmerzen. Der Arzt Dr. Kamm hat sich mit dieser zwar harmlosen, aber wissenschaftlich zunächst nicht genügend geklärten Gesundheitsstörung beschäftigt, und es gelang ihm auch, diese Frage befriedigend zu lösen. Er prüfte bei 18 Versuchspersonen, die rasch Speiseeis zu sich nahmen oder bei denen Kunsteis auf die Zunge oder an den Gaumen gedrückt wurde, das Verhalten der Blutgefäße an der Augenbindehaut und konnte dabei Neues für den Büchertisch feftfteüen, daß für kurze Zeit ausfallende Veränderungen in der Weite dieser Adern und in der Strömungsgeschwindigkeit des darin kreisenden Blutes auftraten. Ebenso wie in den Augengefäßen dürften aber, zum mindesten bei empfindlicheren Personen, auch an den Blutgefäßen des Gehirns derartige plötzliche Veränderungen hervorgerufen werden, die dann den Kopfschmerz auslösen. Für die Praxis ist es also ratsam, daß in dieser Beziehung empfindliche Menschen beim Genuß von Speiseeis einige Vorsicht anwenden, um eine zu rasche und zu starke Abkühlung der Mundschleimhäute zu vermeiden. Dr. Th. Lang von der Deutschen Fvrschunas- anstalt für Psychiatrie (München) veröffentlichte Die Ergebnisse aufschlußreicher Untersuchungen, die er über die Frage der Kropfentstehung angestellt hat. Bekannt ist die Tatsache, daß in bestimmten Gegenden (z. B. der Schweiz, in Deutschland vor allem in Bayern) der Kropf „endemisch" ist, d. h. dort immer wieder auftritt. In solchen Gebieten muß also eine kropfauslösende Ursache vorhanden sein. Früher glaubte man, dem Jod- mangel in Nahrung und Wasser die Schuld geben zu können, aber diese Annahme hat sich nicht halten lassen. Dr. Lang führte nun in typischen „Kropfgebieten" Bayerns mehrjährige Tierexperimente durch, und es gelang ihm zu zeigen, daß weder die Ernährung noch ein anderer derartiger Faktor als auslösendes Moment für den Kropf in Betracht kommt — dagegen ergab sich, daß mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die Kropfursache in der Radioaktivität des Bodens resp. der dadurch mit radioaktiven Stoffen (Emanation) an- gereicherten Luft zu erblicken ist. Es gelang bereits im Tierversuch, mit Hilfe von Radiumpräparaten Kropf künstlich zu erzeugen. Damit dürfte das Rätsel der Kropfentstehung wohl seine Lösung gefunden haben, und es wird nunmehr darauf ankommen, geeignete Maßnahmen ausfindig zu machen, die in Gegenden mit stark radioaktivem Boden den Kropf und feine Begleiterscheinungen (Kretinismus!) verhindern können. Die ersten durchaus brauchbar erscheinenden Vorschläge in dieser Richtung liegen bereits vor. 0er Mann, der Gherlock Holmes war. Der neue Albers-Film im Gloria-Palast. Das ist wieder einmal eine Bombenrolle für Hans Albers, den unverwüstlichen Optimisten und unbekümmerten Draufgänger. Ihn vermag nichts aus der Fassung zu bringen, aus der ärgsten Klemme weiß er einen Ausweg, Hindernisse, Schwierigkeiten, Gegenminen fyib nur dazu da, um Hans Albers Gelegenheit zu geben, spielend mit ihnen fertig zu werden. Vor seinem durchbohrenden Adlerblick werden härteste Polizeigemüter weich wie Butter, und wo er nicht ausreicht, hilft ein gewinnendes Lächeln, ein trockener Witz aus den vertracktesten Lagen. Im atemberaubenden Wechsel der Situationen bleibt Hans Albers in Sportmütze oder hohem Hut aber stets mit der obligaten Shagpfeife immer der Ueberlegene, der beherrscht die neue Lage überblickende und kühl seine Entschlüsse fassende „Meister", dem zwar einmal etwas schief gehen kann, den Verbrecher wohl einmal in die Falle locken können, dem die Polizei auch wohl einmal das Leben sauer machen kann, aber „wer zuletzt lacht, lacht am besten" und das ist natürlich Hans Albers, der diesmal als ein kleiner beschäftigungsloser Privatdetektiv in London auf die, wie sich Herausstellen soll, sehr fruchtbare Idee gekommen ist, sich und seinen Geschäftsteilhaber H e i n z R ü h m a n n mit den weltbekannten Utensilien des berühmten Meisterdetektivs Sherlock Holmes und dessen Famulus Dr. Watson auszurüsten und so angetan zur Pariser Weltausstellung zu starten, wo es, wie sie durchaus richtig vermuten, für Leute ihres Schlages etwas zu tun gibt. Selbstverständlich muß der Start sensationell sein und darf nichts kosten, denn schon dieDetektivaus- rüstung hatten sie schuldig bleiben müssen. Der Nordexpreß wird also auf offener Strecke angehalten, ihr Erscheinen in der bekannten Montur erregt begreifliches Aufsehen, auch bei Verbrechern, die schleunigst das Weite suchen, unserem Paar ihr Schlafwagenabteil und die Freundschaft zweier benachbarter reicher Erbinnen überlassend. Im Pariser Hotel eignen sie sich dann selbstverständlich die Koffer der Verbrecher an, finden prompt im Geheimfach unermeßliche Schätze an Geld, Wertpapieren und Bankskizzen, werden zwar von einer änderen Gruppe der Verbrecherclique entlarvt und für einen Augenblick eklig in die Zange genommen, aber der falsche Sherlock Holmes müßte nicht Hans Albers sein, wenn nicht die Polizei in eigener Person aus allen Verlegenheiten hilft. Er und sein Adlatus werden ins Polizeipräsidium geschleppt, sie interessieren sich schon unter der Hand für die Güte der Zelle, die sie erwartet, aber siehe da, nichts von alledem: triumphale Begrüßung, sie wollen aus allen Wolken fallen, doch Hans Albers steht sofort wieder auf beiden Beinen und nimmt überlegen lächelnd den Auftrag entgegen, als der berühmte Meisterdetektiv der Polizei bei Aufklärung des Diebstahls der vier Mauritius-Marken aus den Räumen der Weltausstellung behilflich zu fein. Ein Zufall bringt sie auf die Spur. Zur rechten Zeit entsinnen sie sich ihrer netten kleinen Freundinnen aus dem Nordexpreß, eilen a tempo zu deren ererbtem Schloß, verhindern dort nächtlicherweile einen Einbruch, entlarven aber den toten Erbonkel als genialen Banknoten- und Briefmarkenfälscher, auf dessen Konto auch der Diebstahl der berühmten vier „Mauritius" auf der Weltausstellung geht. Nun kommt wieder eine Pechsträhne. Die Polizei hat inzwischen Wind bekommen, die beiden entschlüpfen ihr zwar in dem Keller-Labor des alten Onkels, geraten aber wenig später doppelt in die Tinte, direkt in die Höhle des Löwen, ein Leihhaus, die Spelunke der Verbrecher, die mit dem Erbonkel und Notenfälscher Hand in Hand arbeiteten und nun ihre „Freunde" aus dem Palace- Hotel gebührend empfangen. Nach einer tollen Jagd landen die beiden im Kohlenkeller, der kleine Rüh- mann alias Watson glaubt schon wieder alles verloren, aber — Hans Albers hat das Pfand in Händen, um das sich alles dreht: eine Taschenuhr mit den gesuchten echten Mauritius-Marken. Die Ereignisse überstürzen sich. In letzter Minute, die Pistolen knallen schon, erscheint die Polizei, von den beiden kleinen Freundinnen auf die rechte Spur gesetzt, und verhaftet das ganze Verbrechergesindel, aber auch unser edles Paar. Erst vor Gericht klärt sich alles auf. Herr Conan Doyle, der Autor der schönen Geschichten vom Meisterdetektiv Sherlock Holmes und seines Dr. Watson, hat sich persönlich herbemüht, um die beiden zu rehabilitieren. Was hier nur angebeutet werden konnte, hat die Regie Karl Hartls in eine beklemmende Fülle von Szenen gebracht, die, wie es bei einem solchen Film sein muß, keinen toten Punkt kennen, für feinen Augenblick die Spannung lockern, und durch das Zusammenspiel von Hans Albers mit Heinz Rühmann, diesem leicht einfältigen Schwerenöter und Einfallspinsel kommt soviel heitere Laune in den vielfachen Kriminalfall, daß Herr Conan Doyle (Paul Bildt) mit seinem zwerchfellerschütternden Lachen nicht allein bleibt. Die niedlichen kleinen Freundinnen sind Marieluise Claudius und Hansi K n o t e ck , die Führer der Verbrechergilde Hilde Meißner und Siegfried Schürenberg. __ Der Mann, der Sherlock Holmes war, ist ein Hans Albers, wie es fein Publikum von ihm nicht anders erwartet. I. V.: Dr. Fr. W. Lange. Deutsche Kulturfilme in Venedig. Venedig, 25. Aug. (DNB.) Auf der I n t e r n a- tionalen Filmkunst schau kam als zweiter italienischer Spielfilm „Sentinelle di Bronzo" (Bronzene Schildwache) zur Aufführung, ein Film, dessen Handlung an die ehemalige Grenze zwischen Abessinien und Jtalienisch-Somaliland führt, wo die ersten Zusammenstöße zwischen vorgeschobenen italienischen Posten und abessinischen Banden erfolgten. Dieser vollständig im tropischen Gebiet gedrehte Film erhält einen eigenartigen Reiz dadurch, daß außer den beiden italienischen Hauptdarstellern Fosco Giacchetti und Doris Durante ausschließlich Eingeborene Träger der Handlung sind, die sich mit erstaunlicher Sicherheit und Natürlichkeit in ihre Rollen hineingefunden haben. Die Szenen find mit ausgezeichneten Naturaufnahmen zu einer prachtvollen Einheit verschmolzen, so daß ein Kulturfilm mit Spielhandlung entstand. Die Bilder sind an Klarheit und Plastik kaum zu übertreffen. Einen starken Erfolg erzielte der Ufa-Kulturfilm „Tiergarten des Meeres", der prachtvolle farbige Bilder vom Leben der Tiere am Meeresgründe zeigt. Mit gespannter Aufmerksamkeit folgten die Zuschauer der Handlung dieses Films, dessen Schauspieler die Tiere in ihrem naturgewollten erbitterten Kampf ums Dasein find. Auch ein Tobis-Melo-Film über Hamburg fand starkes Interesse. Höchste Anerkennung fand der hervorragende Ufa-Kulturfilm „M a n n e s m a n n", ein gefilmtes Heldenlied des deutschen Arbeiters und der deutschen Technik. Aus den Bildern, die die Verarbeitung des weißglühenden Stahls zu den hochwertigsten Erzeugnissen der Schwerindustrie anschaulich vor Augen führen, spricht mit überzeugender Eindringlichkeit der Triumph deutschen Schaffensgeistes. Der in deutsch-ungarischer Gemeinschaftsproduktion von der Pallas-Hunnia hergestellte Film „Schwester Marie" wurde in der ungarischen Fassung aufgeführt und beifällig ausgenommen. Die amerikanische Fox-Film zeigte den recht spannend und hübsch gemachten Film „H i s A f f a i r" (Das geheime Siegel) mit Robert Taylor und Barbara St anwich in den Hauptrollen. Es geht natürlich auch hier nicht ohne Revolverschüsse und Kinnhaken ab, und Varieteszenen, Gangstertypen, Gefängnisbilder schaffen eine eigenartige Atmosphäre, die sich bis zum Schluß dramatisch wirkungsvoll steigert. Südafrika bekundet mit einem Kulturfilm „Tight Line s", der sich mit der Anglerleidenschaft in jenem fischreichen Lande beschäftigt, daß auch dort eine Filmproduktion besteht, die originelle Arbeiten liefert. Die Handlung des sauber durchgearbeiteten amerikanischen Films „Farewell a g a i n", spielt sich auf einem Schiff ab, das englische Soldaten nach mehrjähriger Dienstzeit in Indien in die Heimat zurückbringt. Zur Enttäuschung aller erhalten die Soldaten den Befehl, nach sechsstündigem Aufenthalt im Heimathafen sofort wieder nach Uebersee auszureifen. Aus dieser Lage entwickeln sich verschiedene Episoden. Eine Handlung im eigentlichen Sinne des Wortes besitzt dieser Film nicht. Ein nach ganz neuem Verfahren hergestellter farbiger Trickfilm von Walt Disney „Die alte Mühle" wurde wie alle frü- heren Micky-Mouse-Filme mit starkem Beifa^ ausgenommen. Der Siegeszug des Sports im amerikanischen Film. Die Filmhersteller von Hollywood schwören seit einigen Monaten nur noch auf den Sport und feine Champions. Nicht weniger als zehn große Filme wurden nacheinander im Hippodrom won Santa Anita, dem berühmtesten von ganz Kalifornien, her- gestellt, und unter den Darstellern fand man neben Sportsleuten die berühmtesten Stars. Man will keine gefühlvollen Lustspiele mehr, man verzichtet auf das „Theater" auf der Leinwand, man will nur noch sportliche Großtaten, kraftvolle Bewegung und Gefahren, man kehrt so gleichsam zu der alten Tradition des stummen Films zurück, zu seinem atemraubenden Wettrennen, seinen blitzschnellen Cowboys und seinen halsbrecherischen Kunststücken. Es wird nur noch davon gesprochen, welche Tennishelden oder Skimeister, welche Boxer oder Schlittschuhläufer oder welche Ringer man für den Film verpflichten wird. Schon hat Helen Mills mehrere Versuche im Film gemacht, die freilich nicht sehr glücklich ausgefallen sind, da das Gesicht der früheren Tennismeisterin sich ebensowenig vorteilhaft im Film dargestellt wie das der Französin Susanne Sengten. Aber darauf kommt es nicht so sehr an, man wird sie eines Tages doch im Fllm wiederfinden. Anderseits führen die Filmhersteller einen stummen Krieg um Fred Perry, den englischen Champion, und bemühen sich, ihn mit seinem Racket für einen Großfilm zu gewinnen, von dem sie sich einen Welterfolg versprechen. Wenn man ihn gar nicht haben kann, will man Frank I. Shields engagieren. Nicht minder heftig ist der Kampf, mit dem man einander die Größen der Eisbahn streitig macht. Hollywood hat den Reiz der Kinobilder auf der Eisbahn entdeckt und schätzt die unerhörten Wirkungen, die sich damit erzielen lassen. SonjaHeniehat bereits mit ihrem ersten Film einen großen Triumph davongetragen. Schon kündigt Warner die „Ice follies of 1937" an, während Fox mit einem neuen Sonja-Henie-Film kommen wird. fb. ■------------------ . Ao Shell Oe * -.jben j(fen für Mannschaften und auf 152 Ringe für Einzelschüßen erhöht worden. Wehrmannsbüchse (Großkatlber) Entfernung 175 Meter mit je 5 Schuß in den drei Anschlagsarten. Mannschaften (4 Mann): Kreismeister ' wurde die 1. Mannschaft des Schützenoereins Gießen mit 882 Ringen. Es folgte die 2 Mannschaft desselben Vereins mit 772 Ringen. 3. Schützengesellschaft 1926 Gießen 786 R.; 4. Vorstädter Schiit- zenoerein Wetzlar 687 R; 5. Kreisschützenverein Wetzlar 666 R. Einzelschützen: 1. Willy Georg 243 R; 2. Willi Schilling 242 R; 3. Georg Schilling 226 R.; 4. Hch. Appel (sämtlich Schützenoerein Gießen) 225 R.: 5. Karl Heitz, Schützengesellschaft 1926 Gießen 202 R.; 6. Dr. S). Wilhelmi, Schützengesellschaft 1926 Gießen 197 R.; 7. Rich. Koch, Schützenverein Gießen 192 R.; 8. Fr. Gärtner, Vorstädter Schützenverein Wetzlar 190 R.; 9. Wilhelm Scheid, Schützenverein Gießen 189 R: 10. Willi Schmidt, Schützenverein Krofdorf 185 R; 11. Willi Becker, Schützengesellschaft 1926 Gießen 184 R; 12. Ernst Beyer, Schützengesellschaft 1926 Gießen 182 R; 13. Karl Mootz, Schützenverein Gießen 181 R. Zugelassen zur Gaumeisterschaft sind hier wie bei allen anderen Waffenarten die Kreis-Einzelmeister und Meistermannschaften, sowie die Einzelschüßen mit 215 Ringen und Mannschaften mit mindestens 830 Ringen. Auch hier kann der Gauschützenführer die Ringzahl noch erhöhen. Scheibenbüchse (Großkallber) Entfernung 175 Meter, 20 Schuß stehend freihand auf die 20kreisige Ringscheibe. Mannschaften: 1. Schützenverein Gießen 1018 Ringe. Einzelschüßen: 1. Willi Schilling 267 R.; 2. Hch. Appel 262 R; 3. Georg Schilling 249 R.; 240^R^ ®eor9 (sämtlich Schützenverein Gießen) Zugelassen zur Gaumeisterschaft ist obige Mann- chaft, falls keine Erhöhung durch den Gauschüßen- fuhrer erfolgt, da für die Mannschaft 960 Ringe unö für die Einzelschüßen 240 Ringe vorgeschrieben waren. vlerwaffenkampf. Kleinkaliber und Pistole auf 50 Meter, Wehrmann- und Scheibengewehr auf 175 Meter mit je 60 Schuß. 1. Schützenoerein Gießen, 1. Mannschaft, 3147 Ange; 2 Schützenoerein Gießen, 2. Mannschaft, 2878 R.; 3. Schützengesellsch. 1926 Gießen 2775 R. Scheibenpisiole 50 Dieter, Mannschaft (4 Mann) mit je 60 Schuß. 1. Schützenverein Gießen 3346 Ringe. Die Elnzelschützen waren: 1. Georg Schilling 907 R.; 2. Hch. Appel 751 R; 3. Richard Koch 798 R.; 4. Willi Georg 890 R. Die Durchführung des Schießens um die Kreis- meisterschaft im Kleinkaliber lag in den Händen des Kreisschützenführers, Reoierförster Förster in Allendorf (Lumda), während das Schießen mit Großkaliber und Scheibenpistole der Unterkreisschützenführer i. V. Cd. G o n d n e r, Gießen, leitete. Aerzie und Advokaten. Don Oskar (5. Koerfler. Ser bekannte Leipziger Chirurg Professor Thiersch geriet einmal in einen Streit mit eiiftrn Justizrat und Rechtsanwalt. Der Jurist erzählte, um Thiersch zu ärgern, er habe geträumt, daß er in den Himmel gekommen war. Dort hätte er sich infolge eines Gallenleidens nach einem tüchtigen Arzt erkundigt und von einem Engel die Antwort er- halten.- „Aerzte werden hier nicht ausgenommen." Thiersch hörte der Geschichte schmunzelnd zu. Dann sagte er: „Merkwürdig, ich habe neulich etwas ganz ähnliches geträumt. Ich befand mich auch im Himmel. Da herrschte große Aufregung, denn der Fürst der Hölle hatte entgegen allen abgeschlossenen Verträgen die Höllentür aufgeschlossen, so daß die Himmelsbewohner nun den Verführungen durch die Höllengäste ausgesetzt waren. Petrus berichtete dem Herrgott davon. Da sprach der Herrgott: „Run, das ist doch ganz einfach: Wir nehmen uns einen tüchtigen Rechtsanwalt und verklagen den Teufel auf Schließung seines Etablissements." Doch Petrus kratzte sich bedenklich hinterm Ohr. „Das ist ja eben das Unglück!" sprach er, „die tüchtigen Anwälte sind alle auf der anderen Seite!" Rach dieser Geschichte hatte Tchiersch die Lacher auf seiner Seite ... * Der holländische Arzt Boerhaoe stand einst als Zeuge vor einem Gerichtshof. Der Verteidiger des Vor dem Ttasierfpiegel. Don Christian Bock. Was hier steht, ist eine Sache, die wir einmal unter uns Männern aushandeln müssen. Ich spreche von jener absolut männlichen Beschäftigung, die nach allerlei verschiedenartigen Methoden und mit den verschiedenartigsten Apparaten geübt wird: vom morgendlichen Rasieren. Es ist ja selbstverständlich, daß Frauen davon nichts verstehen können, und sie pflegen sich auch nur in den ersten Wochen, nachdem sie eben geheiratet haben, dafür zu interessieren. Die Sache weckt kunoserweise von einer Seite ihr Interesse, on die wir Männer niemals überhaupt gedacht haben: von der modischen. Frauen sehen tatsäch- nch beim Rasieren nur einmal zu, um zu sehen: Wie steht meinem Mann der Seifenschaum? Wenn sie das genau heraus haben, kommen sie nicht mehr, um zuzusehen. Aber wir wollten unter uns Männern reden. Ich habe lange Zeit nicht recht gewußt, warum mir eigentlich die Beschäftigung des Rasierens Behagen hasse es gewiß, wie jeder, daß man sich jeden einzigen Morgen schaben muß, und trotzdem, wenn ich erst mit Pinsel und Seife dabei bin rasiere ich mich gern. Ich habe endlich herausqe- funden, womit ich mich eigentlich beim Rasieren beschäftige. Beileibe nicht mit dem Rasieren: ich halte Ansprachen. Richt, daß ich laut vor mich hinredete: das gäbe eine blutige Rasur — aber ich memoriere Reden, üie ich am selben Tage noch halten will. Ich weiß etwa, daß ich heute einen Mann aufsuchen werde, mit dem ich dies und jenes Hühnchen zu rupfen habe. Und während ich das Messer an der linken Schläfe ansetze, fange ich nun an, mir auszudenken, was ich sagen will. Und was ich da denke, denke ich schon in direkter Anrede. „Mein lieber Herr Müller", denke ich zum Bei- spiel, „wir müssen für unsere Zusammenarbeit eine andere Basis finden. So wie bisher geht es nicht einfach nicht." „Ja", antworte ich mir selbst und stehe mir sozusagen selbst gegenüber und habe ganz und gar Charakter, Geist und Art des Herrn Müller angenommen: eine andere Basis? Wie meinen Sie das?" Schnell schlüpfe ich wieder in mein eigenes Ich Zurück und sehe mich geradezu vor mir, wie ich mit großartiger Gelassenheit eine Zigarette anstecke und Überlegen antworte: „Herr Müller, hören Sie: Ich kann es mir einfach nicht leisten, für eine Sache meine Zeit zu vergeuden, mit der wir darum nicht weiterkommen, weil Sie nicht Ja und nicht Rein sagen können!" Die Deutschen bei den Akademischen Wettspielen. Einen deutschen Schwimmersieg gab es am Mittwoch bei den VII. Akademischen Weltspielen in Pans. Frl. Schmincke (Krefeld) gewann die 100 Meter Rücken in 1:27,5 Minuten vor Hence (England). Die Studenten tarnen über Plätze nicht hinaus. Im Wasserball wurde Deutschland von Ungarn mit 9:1 (2:0) geschlagen. Zum erstenmal wurden auch zwei Schießwettbewerbe ausgetragen, bei denen die Deutschen sich ausgezeichnet hielten, aber in der Einzel- und Mannschaftswertung nur Plätze belegen konnten. Fußball-Blitzturnier in Steinbach. Am Sonntag veranstaltet der FSpV 1926 Steinbach auf feinem neuen Sportfeld ein Fußballblitzturnier. Es ist dies das erstemal, daß der Sportverein mit einer solchen Veranstaltung das Interesse aller Sportfreunde auf sich lenkt. Das Bestreben des Vereins ist, gleich möglichst vielen Vereinen Gelegenheit zu geben, das neue Sportfeld in Steinbach kennenzulernen, das dank der Rührigkeit des Bürgermeisters und Ortsgruppenleiters Rink in so kurzer Zeit fertig den Vereinen übergeben mürbe. Der Vorstand wird alles daransetzen, um allen teilnehmenden Vereinen die sportliche Kameradschaft, die schon seit Bestehen im Sportverein Steinbach herrscht, wiederum bei dem vorgesehenen Blitzturnier unter Beweis zu stellen. Meldungen von namhaften Vereinen der Kreisklassen sind schon eingegangen. Man erwartet spannende Kämpfe. Man wird dabei sicherlich die neuen Mannschaften der einzelnen Vereine für die jetzt beginnenden Pflicht- fpiele zu sehen bekommen. Die Zußball-Iugendgruppen treten an! Verbandsfplele beginnen. . Am kommenden Sonntag greift auch die Fußballjugend wieder in die Verbandsspiele ein. Durch einige Ausfälle von Mannschaften, die voriges Jahr an den Spielen teilgenommen haben, mußten die Gruppen wieder anders eingeteilt werden Es werden dieses Jahr auf den Sportplätzen nicht mehr diese körperlich starken Jugendmannschaften zu sehen sein, sondern alle Mannschaften werden körperlich gleich stark sein. Auch unsere beiden Gießener Vereine haben sehr an Stärke eingebüßt. Diele Jugendliche wurden aktiv und einige sind im Ar- Sie anbei •. io rr i bring | bas । | unb I eines wahr der (5 den t \ stände I legen, Nachb Rundfunkprogramm. Freitag, 27. August. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Fruhkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Kurkonzert. 9.30: Nachrichten. 10: Schulfunk 10 30- Hausfrau, hör zu! 10.45: Mutter turnt und spielt mit dem Kinde. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. Offene Stellen. 1315- Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von Zwei bis drei. 15: Volk und Wirtschaft. Magnesium, das zweite Leichtmetall. 16: Unterhaltungskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: „Saiten"-Spriinge, Klapperschlangen, Schwarzweißkünstler und Ritter vom hohen „gir". 20: Nachrichten. 20.10: Zauber des Instrumentes. Ein virtuoses Abendkonzert des Rundfunkorchesters. 21: Soldaten — Kameraden. Reiter- warfche und Reiterbiwak und — bei unseren blauen Sungs. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk 22.30: Eins ins andere ... Bunte Musik zur späten Nacht. 24 bis 1: Nachtkonzert. aaufß P n für j Mbe 5t Iungschuhen, militärischer Anschlag: Mannschaften (4 Mann): Kreismeister wurde die Mannschaft des Kleinkaliber-Schützenver- eins Launsbach mit 466 Ringen, und zwar wurden diese erschossen von den Jungschützen Ernst Bechtold 131 R., Ed. Pfeiffer 123 R., Willi Bittendorf 92 R., f^anz Mandler 120 R. Eine weitere gute Jung- schutzen-Mannschaft stellte der Kleinkaliber-Schützen- verem Allendorf (Lumda) mit 460 Ringen. , E i n z e l m e i st e r wurde Wilh. Keil vom Klein- kaliber-Schutzenverein Allendorf (Lumda) mit 133 Augen. Weitere gute Einzelschützen waren: Franz Bechtold, Launsbach, 131 R; Willi Kiesewetter, Dillenburg, 128 R.; Herrn. Krumbach, Fellingshausen, 126 R.; Cd. Pfeiffer, Launsbach, 123 R.; Franz Mandler, Launsbach, 120 R. Die Zulassung zur Gaumeisterschuft bedingt hier die Erreichung von 440 Ringen für die Mannschaft und 120 Ringen für die Einzelschüßen. Altschühen. Kleinkaliber in beliebigem Anschlag. (Entfernung 50 Meter mit 15 Schuß in den drei Anschlagsarten auf die 12freifige Ringscheibe. Meistermannschaft wurden die'Schützen: Vom Schützenverein Gießen die 1. Mannschaft- Willi Schilling 148 R., Willi Georg 151 R, Georg Schilling 156 R, Heinrich Appel 145 R., mit zusammen 600 Ringen. Weitere autc Resultate erzielten: Schützenverein Gießen, 2. Mannschaft, mit 569 R. und Postsport- verein Gießen mit 540 Ringen. Einzelmeister wurde Georg Schilling vom Schutzenverein Gießen mit 156 Ringen. Weitere gute Einzelschützen sind: Willi Georg 151 R, Richard Koch 149 R, Willi Schilling, 149 R, Wilh. Scheid, 146 R, Hch. Apvel (sämtlich vom Schützenverein Gießen) 145 R, Kurt Strack, Postsportverein Gießen, 143 Ringe. Die Zulassung zur Gaumeisterschaft war hier wie beim militärischen Anschlag, doch ist dieselbe : inzwischen von dem Gauschützenführer unter Vor- ! behalt einer nochmaligen Aenderung auf 565 Ringe ' Copy 6d) i Mil es Ze »So »vd I aus l W fdjiebe Wunsg men, i nwrge unb k »Wi mäkln Lyk mit. Wüi W e „Ni 'Imgen ft Dei Weg., unb pj _"3q, Gläser .Lyk eignete ' unb tQ Mm ben qe Sie A.hab meine - Er c fiebens gesenkt A üb S begr *' all K Wieseck — Lollar (Einhäuser, Gießen). Grünberg — Treis (Pieh, Londorf). Großen-Buseck — Saasen (Körber, Alten-Buseck). Die Wiesecker werden sich auf eigenem Platz die Punkte nicht nehmen lassen. In Grünberg treffen sich die beiden Neulinge in dieser Gruppe und man erwartet die Platzbesitzer als Sieger. Zwei altbekannte Gegner treffen sich in Großen-Buseck. 2IHe erstgenannten Vereine sind Platzvereine, die Kreismeiflerschasteu. (vier Mann) falls eine höhere Ringforderung vom Gauschutzenführer nicht noch angesetzt wird. Einzelschützen: 1. Georg Schilling, Schüt- zenoerem Gießen, 159 R.; 2. Willy Georg, Schützen- verem Gießen, 156; 3. Willy Schilling, Schützen- verein Gießen, 155; 4. Wallbruch, Vorstädter Schüt- zerwerein Wetzlar, 152; 5. Herrn. Alles, Lich, 152; 6. Rud. Hofmann, Hermannstein, 151; 7. Fr. Schä- fer, Lützellinden, 149; 8. Johs. Damm, Allendorf (Lumda) 148; 9. Werner Scheller, Postsportverein Gießen, 148; 10. Ed. Roth, Reichsbahn Dillenburg, }47; 11. Habicht, Schützengilde Homberg (Oberh.), ?o7’ cm??- Wäldschmidt, Fellingshausen, 147; 13. Willi Schmidt, Niedergirmes, 147; 14. Karl Hauser, Burg, 146; 15. Karl H.eitz, Schützenges. 1926 Siefeen, 145; 16. Fritz Müller, Riedergirmes, 145 R. - Angeklagten nahm ihn in ein scharfes Kreuzverhör über die Krankheit seines Mandanten, den Boerhave . behandelt hatte. ' „(Ein Arzt sollte sein Urteil abgeben können, ohne : Fehler zu begehen!" sagte der Advokat schließlich hefttg. „Das sollte ein Advokat auch!" erwiderte Boerhave. „Aber die Fehler eines Arztes liegen zumeist sechs Fuß unter der Erde begraben!" fuhr der Advokat fort. „Und die eines Advokaten werden gewöhnlich ebenfo hoch über der Erde aufgehängt!" beendete Boerhaoe den Dialog. Oer Einfluß des Wetters auf den Menschen. Das Wetter ist eine Vielheit von Reizen, die auf den menschlichen Körper einwirken. Insbesondere bedingen Wetterumschläge als Reizwechsel eine rusche Umstellung seelischer und körperlicher Abläufe. Wir emofinden Aenderungen der Lufttemperatur, der Luftbewegung, der Luftfeuchtigkeit, auch des Luftdrucks bei Höhenwechsel, wir empfinden die Besonnung und ihre Dauer oder ihr Fehlen; was uns aber nicht zum Bewußtsein kommt, das sind die feinen, automatischen Wirkungen auf die Wärmeregulation und den Stoffwechsel. Was wir — mit Ausnahme besonders empfindlicher, wetterfühliger Menschen — schließlich weder als Ursache noch in der Wirkung wahrnehmen, das sind die elektromagnetischen Einflüsse, die beim Ausgleich entgegengesetzter elektrischer Spannungen bewegter Luftmassen (wandernde Hochs und Tiefs, vertikal einbrechende Luftströmungen) den Körper treffen. Wie Dr. Kühnau, Wiesbaden, in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift" ausführt, empfängt die Haut als Antenne diese Wellen. Die Hautnerven werden erregt, und die Erregungen pflanzen sich über das vegetative Nervensystem als Reiz auf die inneren Organe fort. Auch die Lunge nimmt die Atmung elektrisch geladener Luftteilchen auf und gibt sie mit ihrer (Eneraie dem Blute und dem Kör- per weiter. Polarluft (Kaltfront) und tropische Luft (Warmfront) haben bei ihren Einbrüchen ganz ent- gegengesetzte Wirkungen, die sich in der Körpertemperatur, im Blutdruck, in der Zusammensetzung öes «lutes unb m den vielfältigsten Vorgängen des Stoffwechsels äußern. Wenn schon der Gesunde aus- giebig vom Wetter beeinflußt wird, so noch mehr °cr.’n 'biner Anpassungsfähigkeit gestörte Kranke. Zwischen Wetter einerseits, Krankheit und Tod an- oerersetts, bestehen Beziehungen, um deren Auf- flarung die Wissenschaft bemüht ist. Ztalien-Rundflug gestartet. Deutsche Flieger in Front. Nach Beendigung der zweitägigen Prüfung des II. Jnternattonalen Italien-Fluges in Rimini, die dem eigentlichen Drei-Etappenflug durch Italien vorausging, fetzte sich der deutsche Pilot E. Schmidt mit Orter Striebel auf Klemm Kl. 35 mit 848,7 Punkten an die Spitze der 60 bewerteten Maschinen. Die erste Etappe. Am Mittwoch früh starteten 60 Flieger, darunter elf Deutsche, zur ersten Etappe des Jtalien-Rund- fluges. Die 800 Kilometer lange Strecke führte von Rimini über Vafera, Turin und Mailand nach Venedig. Während des ganzen Fluges herrschte autes Wetter, nur in der Gegend von Mailand war leichter Gegenwind zu spüren; auch die Sicht ließ hier etwas nach. Don den 60 gestarteten Teilnehmern erreichten 58 das Etappenziel. Als erster landete der Italiener Salvadori mit Sekunden- Vorsprung vor seinem Landsmann ßamanna. Als bester Deutscher landete vier Minuten später Hptm. v. Kornahky vor Oblt. v. Boni. Ein deutscher Teilnehmer blieb auf der Strecke, und zwar war es Benn, der in Mailand bei der Landung Schaden am Fahrgestell erlitt. Don weiteren Deutschen traf als 8. Schätzet ein, als 10. Oberst Fischer, als 12. Kai del, als 15. Schmidt und als 19. Hasenmeyer. ?ch habe (versteht sich, immer in Gedanken) in meinen Ton schon allerlei Empörung gelegt und schneide mir vor Eifer die linke Backe auf. Das Blut rinnt in zwei dünnen Fäden über die glatt rasierte Rundung, bis die Bächlein unten am Kinn auf den Seifenschaum treffen und da in breiten rosafarbenen Mündungen zusammenfließen. Ick habe jetzt Herrn Müller und meine Ansprache an ihn völlig vergessen, der Dialog ist unterbrochen, der Vorhang ist einer technischen Störung wegen gefallen. Und der Dialog, der auf der Szene gesprochen wurde, ist im übrigen so wenig in der Wirklichkeit erlebt, daß ich gewiß in diesem Augenblick nicht zu sagen wüßte, womit ich mich denn eben gerade noch vor dem Rasierspiegel beschäftigte. Und hatte ich nicht eine bewußte Selbstbeobachtung getrieben, es wäre mir von selbst kaum jemals aufgefallen. Die Szenen spielen wirklich auf einer tiefen Bühne des Unterbewußtseins, und ein Schnitt m.die Backe, der mich in die Welt der Wirklichkeit plötzlich zurückreißt, läßt mich die unterbewußten Ereignisse so schnell und ganz vergessen, daß ich sie kaum mehr weiß. Aber wenn die blutende Wunde mit einem Housch beizenden Stift gestillt ist, wenn ich mich weiterrasiere, dann hebt sich wie von selbst der Vorhang wieder, Herr Müller steht wieder da auf roeiter fomme 6a3u' und die Szene geht . M°n wird begreifen, daß ich in solchen Szenen, jedenfalls im Badezimmer, immer der bin, der meinen Partnern gegenüber mit einer blendenden Sialertif siegt und endlich am Ende jeder Ausein- andersetzung mit einer überzeugenden Pointe ab» 2)ann bin ich mit dem Rasieren fertig, die Backen glanzen herauf und herunter, ich packe mein Rasierzeug weg, nun kann der Tag beginnen. Er beginnt, und nun mag der Leser nach alle- n11^6 kv Prl>^[ed)te $ointe erwarten, daß A Wirklichkeit, wenn ich Herrn Müller gegenüber^, einen wesentlich schlechteren Ab- gang habe als morgens vor dem Spiegel im Badezimmer, daß der Herr Müller, dem ich die Meinung e' mir die Meinung sagt, daß meine Dialektik allen Glanz und alle Wirkung verliert, sobald ich wirklich mit Herrn Müller spreche. ? ^Aäuscht euch, meine Lieben, ihr täuscht euch sehr. Etwas anderes ereignet sich. Das Leben r kur "NS meist ganz andere Pointen bereit als solche, die sich für ein Lustspiel eignen. Also hört: Ich gehe hin und will Herrn Müller sprechen. Aber Herr Müller ist, sagt man mir, gerade in einer Konferenz. Das ist dumm. Aber gegen Oie Ergebnisse: Altschühen, Kleinkaliber im militärischen Anschlag. (Entfernung 50 Meter mit 15 Schuß in den drei Anschlagsarten auf die 12kreisige Ringscheibe. Mannschaften (vier Mann): Kreismei- st e r wurde die 1. Mannschaft des Schützenvereins Gießen mit 585 Ringen, und zwar wurden diese erschossen von Georg Schilling 159 R., Willy Schilling 155 R., Wilhelm Scheid 129 R., Heinrich Appel 142 R. Einzelmeister wurde Georg Schilling vom Schützenoerein Gießen mit 159 R. Weitere gute Mannschaften waren: 1. Vorstädter Schützenoerein Wetzlar mit 572 R; 2. Reichs- bahn Dillenburg 569; 3. Postsportverein Gießen 561; 4. Kl.-Kal.-Schützenverein Allendorf a. d. Lda. 557; 5. Kl.-Kal.-Schützenoerein Frohnhausen (Dill- /Ä^), «54; 6. Kl.-Kal.-Schützenverein Homberg (Oberhessen) 551; 7. Kl.-Kal.-Schützenoerein Leih- S^rrV50; 8- Schützengesellschaft 1926 Gießen 549; 9. Kl.-Kal.-Schützenverein Lützellinden 548; 10. Kl.- Kal.-Schützenoerein Hermannstein 544; 11. Schützen- oerein Gießen (2. Mannschaft) 543; 12. Kl.-Kal.- Schützenverein Fellingshausen 542; 13. Kl.-Kal - Schutzenverein Romrod 542; 14. Kl.-Kal.-Schützen- oerein Hörnsheim 534; 15. Kl.-Kal.-Schützenverein Steinbach 534; 16. Kl.-Kal.-Schützenoerein Lich 519; 17. Kl.-Kal.-Schützenverein Bieber 508; 18. Kl -Kal - Schutzenverein Strebendorf 503; 19. Kl -Kal - Schutzenverein Lauter 503; 20. Kl.-Kal.-Schützenverein Niedergirmes 480 R. Die Zulassung zur Gaumeisterschaft bedingt hier die Erreichung von 540 Ringen pro Mannschaft Ein harter Kampf um die Kreismeisterschaft im Klein- und Großkaliberschießen und um die Zulassung zu dem großen Gauschießen (welch letzteres am Sonntag, 26. September, auf sämtlichen Ständen des Schützenoereins Gießen stattfindet) ist be- endet. Zum ersten Male waren die Schützen zu diesem Kreisschießen im Deutschen Schützenverband des RfL. angetreten, und man merkte es den Schutzen an, daß sie sich ihrer Aufgabe bewußt waren, um das unter Beweis zu stellen, was sie in unermüdlicher Kleinarbeit und hartnäckigen Schießübungen auf ihren heimatlichen Schießständen in den vier Waffenarten (Kleinkaliber, Pistole, Scheiben- und Wehrmanngewehr) erlernt haben. Nicht alle konnten das gesteckte Ziel erreichen — hieran sind die Schützen gewöhnt —, aber bis zum nächsten Jahre wird der Ehrgeiz schon dafür sorgen daß diese Schützen durch fleißiges lieben sich an die „größeren" Kameraden heranarbeiten. Die Flinte wird deswegen nicht in's Korn geworfen. Auch für die „Kanonen" heißt es fleißig weiterüben, damit sie auf der Scheibe bleiben, solange ihnen nicht das Auge und die ruhige Hand von selbst einen Strich durch die Rechnung macht. Konferenzen hat noch nie jemand etwas Wirkungsvolles ausgerichtet. Ich gehe. Zwei Stunden später rufe ich Herrn Müller an. Nun wird ja die Konferenz zu Ende sein. Aber Herr Müller, höre ich am Telephon, ist nicht mehr im Hause. Am nächsten Tage gehe ich wieder hin und will mich Herrn Müller melden lassen. Aber Herr Müller ist, sagt man mir, gestern in Urlaub gegangen. ,'Ach", sage ich, „und mann wird er wieder zurück sein?" „In vierzehn Tagen." Von solcher Art sind die Pointen der WirMch- keit: es sind keine. In vierzehn Tagen? Ach, in vierzehn Tagen ist alles anders, und die ganze Ansprache, die ich Herrn Müller vor dem Rasierspiegel hielt, gilt nichts mehr. Meine Ansprache, die ich morgen beim Rasieren halten werde, wird sich in direkter Rede an das Schicksal wenden, denn Herr Müller selbst ist, wie gesagt, verreist. beitsdienst ober beim Militär. Es spielen also am Sonntag folgende Mannschaften: Watzenborn-Steinberg — Leihgestern (Keller- Lich). Spielvereinigung 1900 — Heuchelheim (Böcher, Gießen). VfB.-R. — VfB. Krofdorf (Philipp, Gießen). Im ersten Spiel handelt es sich um einen Lokalkampf. Wenn die Leihgesterner die vorjährige Form beibehalten haben, sollten sie den Sieger stellen. Die 1900er werden sich wohl auf eigenem Platz die Punkte nicht nehmen lassen. Die körperlich stärkste Jugend dieser Gruppe ist Krofdorf. Sie wird den Gießenern nicht so leicht nachgeben. Garbenteich — Lich (Gerhardt, Steinbach). Hungen — Ettingshausen (Röhm, Grünberg) Großen-Linden — Steinbach (Weigandt, Leihgestern). Im Lokalkampf in Garbenteich wird die glücklichere Mannschaft die Punkte erringen. Der Neu- Schüßen im Kampf um üng Hungen ist in seiner Spielstärke noch unbekannt und wird dies erst am Sonntag unter Be- roeis stellen. In Großen-Linden erwartet man die Platzbesitzer als Sieger. VfB.-R. II — Klein-Linden (Best, Gießen). Großen-Linden II — 1900 Gießen II (Weigandt, Leihgestern). Lollar II — VfB.-R. III (Hofmann, Wieseck). AP--N. IV — Staufenberg (Grote, Mainzlar). Die Gießener haben an Spielstärke eingebüßt und werden kämpfen müssen, wenn sie Sieger bleiben wollen. Im zweiten Spiel erwartet man die Platz- oesitzer als Sieger. In Lollar ist der Kampf offen. Ob die kleinen VfBer gegen Staufenberg gewinnen können, bleibt abzuwarten. lichkei giw :5tad) ioindc Der 21 n)irb noch nimm ijßirb 'ein. i II) bübei an»' W sich < qenai nichts loses 5\bl Bohr wirb D gern er dc seiner An »verd wohl wordl jedoch zugut rauhe eines i lesen nr.198 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhefsen) Donnerstag, 26. August M7 Nie Hitler-Jugend dankt! Aus der Stadt Gießen. „Aeppelklauen." Welcher Junge hat in seinem Leben nicht schon Aepfel geklaut? Aus dem Garten des Nachbars haben sie ihn mit ihren roten Backen viel zu lockend angestrahlt. Wenn auch der Lehrer in der Schule oder die gute Tante mit erhobenem Finger drohten, das Ergebnis war zuerst ein mitleidiges Lausejungenlächeln, dann zerrissene Hosen und schließlich der verdorbene Magen. Doch all das stört ihn nicht. Obst wird weiter „organisiert", es ist eben für jeden Jungen vogelfrei. So wird es immer bleiben, solange es Jungens gibt. Schmecken die Kirschen oder Birnen des Nachbarn tatsächlich besser, als die eigenen? Wo liegt die Lösung dieses Rätsels? Die Gefahr lockt! Geschicklichkeit, Ausdauer und Wendigkeit müssen aufgebracht werden, um das Ziel zu erreichen; Zäune, Stacheldraht, Fußangel und Hunde sind zu überwinden; und das reizt eben. Belohnung ist dann der Apfel vom fremden Baum. Doch der echte Kerl wird sich nicht die Taschen vollstecken, um dann noch Wochen von seinem Diebesgut zu zehren; er nimmt soviel, daß er den anderen nicht schädigt. Wird er dabei bekloppt, so steckt er seine Prügel ein. Das nächste Mal ist er dann vorsichtiger. Theodor Storm hat viel Verständnis für Spitzbübereien gehabt, das beweist ein launiges Gedicht an „die verehrlichen Jungen", die ihm „Heller seine Aepfel und Birnen zu stehlen gedenken". Er wendet sich keineswegs gegen diesen Plan, weiß er doch genau, daß alle Ermahnungen und Drohungen nichts fruchten. Er bittet sie bescheiden auf einer Tafel, bei ihren Raubzügen „möglichst insoweit sich zu beschränken, daß sie ihm auf den Beeten die Lohnen und Erbsen nicht zertreten". Theodor Storm wird mit diesem Bittgesuch, in dem er an die Anständigkeit der Jungens appellierte, wohl die besten Erfolge gehabt haben. Hätte er jedoch mit Drohungen versucht, die Spitzbuben einzuschüchtern, so hätte er von seinen Erbsen und Bohnen, aber auch von seinen Aepfeln sehr wenig gehabt. Anders dagegen wollte ein Gastwirt mit den „verdammten Obstdieben" abfahren; ihm müssen wohl in jedem Jahr ziemlich viel Aepfel gemaust worden sein; denn nur so läßt sich sein berechtigter Zorn erklären. Er trat in die Fußtapfen Storms, jedoch machte er sich nicht seine Grundauffassung zugute, sondern er faßte nur seine Warnung in rauhe Verse. Aus seinem Grundstück prangte dann eines Tages eine große Tafel, auf der folgendes zu lesen war: „Den Spitzbuben ins Stammbuch! Ein jeder Dieb, der hier maust, soll die Gerichte nicht belasten. Er wird bestraft durch meine Faust, daß er vor Schmerz muß lange rasten. Ich pflanze jetzt und immerdar Vergißmeinnicht ums Augenpaar!" Sieht man sich einmal dieses Problem von der anderen Seite an, vom Standpunkt des Gärtners, so muß der Lausejunge soviel Verständnis auf- brinaen, um einzusehen, daß schließlich der Besitzer das erste Anrecht auf sein Obst hat. Wiemel Muhe und Arbeit steckt in der Aufzucht und Wartung eines Obstbaumes, und mit welcher Liebe und Hingabe wird er gepflegt und vor Schädlingen bewahrt? Kommt nun der Tag der Ernte und steht der Gärtner vor einem leeren Baum, so kann man den berechtigten Zorn verstehen. Unter diesen Um= ständen sollte es sich nun ein jeder Junge Überlegen, ob sich nicht doch die „Raubzüge" in den Nachbargarten einschränken lassen können. L. W. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Der Mann, der Sherlock Holmes war." Das Gebietssportfest der hessen-nassauischen Hitler-Jugend ist beendet. Noch stehen wir Hitler-Jungen im Banne der Geschehnisse dieser Tage und der Worte unseres stellvertretenden Reichsfugend- führers. Der „Tag der Hitler-Jugend" in Gießen hat wieder bewiesen, wie ein enges Zusammenarbeiten zwischen Bevölkerung, Partei und Hitler- Jugend die Grundlage ist für den Aufbau unseres Reiches. Wir danken der Gießener Stadtverwaltung für ihre tatkräftige Unterstützung, der Bevölkerung für die Bereitstellung von Quartieren und den festlichen Flaggenschmuck für unsere auswärtigen Kameraden. Der Opfersinn der Gießener Bevölkerung läßt sich wieder einmal dahingehend dokumentieren, daß in den letzten Tagen mehr Quartiere zur Verfügung gestellt wurden, als wir benötigten. Wegen der Kürze der Zeit konnten wir leider nicht mehr in allen Fällen den Volksgenossen absagen, die keine Einquartierung erhalten haben. Unser Dank gilt weiter der Kreisleitung Wetterau NSG. Nach der Verkündung des zweiten Vierjahrplanes wurde die NS.-Volkswohlfahrt mit der Durchführung des Ernährungshilfswerks betraut. Auf Anordnung des Gauleiters wurden die ersten Versuche des Ernährungshilfswerkes in Darmstadt gemacht, damit dort zunächst Erfahrungen gesammelt werden konnten. Im Januar 1937 eröffnete das Ernährungshilfswerk die Sammelaktion versuchsweise in einigen Darmstädter Ortsgruppen. Von einer umfangreichen Presseaufklärung und durch Flugblätter unterstützt, waren die Sammelergebnisse an Küchenabfällen derart gut, daß man schon innerhalb weniger Wochen das gesamte Stadtgebiet Darmstadts erfassen konnte. Am 12. Februar 1937 kamen die ersten 50 Schweine nach Darmstadt. Bald konnte die Zahl auf 500 Tiere erhöht werden, da die Masse der eingesammelten Küchenabfälle dies ohne weiteres zuließ. Der anhaltende Erfolg machte nunmehr die Errichtung einer zweckentsprechenden Mästereianlage notwendig. So entstand im Verlaufe weniger Wochen eine Musteranlage im Nordwesten von D a r m st a d t, die in der Lage ist, laufend 600 bis 700 Schweine aufzunehmen. Zur Zeit befinden sich aber schon 1073 Schweine dort und in den noch zur Verfügung stehenden Pachtstallungen. Erfolge und Erfahrungen in Darmstadt gaben Veranlassung, das Ernährungshilfswerks auch in den anderen Städten des Gaues zu beginnen. Inzwischen war man zu der Ueberzeugung gekommen, daß es zweckmäßig sein würde, das Ernährungshilfswerk auch in Städten unter 30 000 Einwohnern einzuführen. Neben Darmstadt hatte die NS.- Volkswohlfahrt auch in Worms mit dem Ernährungshilfswerk begonnen. Dort wurden zunächst 90 Schweine in einem gepachteten Stall untergebracht. Nach Beschaffung weiterer Stallanlagen hat sich die Zahl der auf Mast gestellten Tiere inzwischen auf 167 erhöht. Wiesbaden hatte ebenfalls Gelegenheit, einen Stall zu pachten, worin es den für seine Einwohnerzahl nur geringen Bestand von 232 Schweinen untergebracht hat. Die Erstellung einer größeren Mästereianlage ist deshalb vorgesehen. In Gießen sind, ebenfalls in Pachtstallungen, 128 Schweine untergebracht. Heroorgehoben zu werden verdient auch der Kreis Offenbach, der in sämtlichen in Frage kommenden Gemeinden bereits EHW.-Schweine untergebracht, oder die Unterbringung für die nächsten Tage vorgesehen hat. Neu-Isenburg hat 25 Schweine, Sprendlingen 4, Mühlheim 6 und Bieber 6. Seligenstadt und Langen beginnen der NSDAP., den zahllosen Parteigenossen und Politischen Leitern, den SS.-Männern und Kameradinnen des Untergaus 116, die sich für das Gelingen unserer Veranstaltung eingesetzt haben. Wir kämpfen weiter! Für unser Deutschland! Heil Hitler! Der Führer des Bannes 116. Rohrbach. Hitler-Jugend Bann 116 Gießen. Belr.: Führertagung am 27. August. Am kommenden Freitag, 27. August, findet eine Führertagung aller Unterbannführer, Gefolgschaftsführer und Gefolgschaftsgeldverwalter auf der Banndienststelle statt. Die Führertagung beginnt pünktlich 20.15 Uhr. Vetr.: Sing- und Spielschar. Die Sing- und Spielschar des Bannes 116 tritt am heutigen Donnerstag, 26. August, 20 Uhr, in Uniform vor dem Stadttheater an. in den nächsten Tagen mit dem Sammeln der Küchenabfälle. Offenbach wird bis zum 15. September 250 Schweine besitzen, da dort die Mästereianlagen für das Ernährungshilfswerk kurz vor der Fertigstellung stehen. Eine Erweiterung dieser Anlagen ist bereits ins Auge gefaßt. Alzey und Bingen mästen je 30 Schweine, in Bensheim, Dieburg und Pfungstadt hat das Ernährungshilfswerk je 10 und in Heppenheim vorerst 2 Schweine in Mast genommen. Die aufgeführten Bestände sind jedoch mit Ausnahme van Darmstadt überall nach im Ansteigen, z. B. erhalten die Gemeinden des Kreises Offenbach in der nächsten Woche weitere 30 Tiere. In Hanau ist in absehbarer Zeit die Fertigstellung einer neuzeitlichen Mästereianlage zu erwarten. In Frankfurt ist soeben mit der Er- Da« mifea>erli„muttir unö ftinD' Oient Den beoölherunge- unO fomillen- poliliftytn Maßnahmen des national' loiialiftilchen Staates. richtung einer Anlage begonnen worden. Der Größe dieser Stadt entsprechend ist sehr bald mit dem Bau weiterer Anlagen in den verschiedenen Stadtteilen zu rechnen. Frankfurt allein wird mit den anfallenden Küchenabfällen rund 3000 Tiere mästen können. Mainz hat den Umbau eines Anwesens soeben in Angriff genommen und die Errichtung eines Stalles für 150 Schweine vorbereitet, dem weitere Anlagen für zusammen 600 Tiere folgen werden. In Limburg rechnet das EHW. mit der Mast von 100 Schweinen. InDietz und Wetzlar, Oberursel und Bad Homburg, Groß-Gerau und Rüsselsheim, Gelnhausen, Braubach, Nieder- und O b e r l a h n st e i n hat die NSV. die Einrichtung des Ernährungshilswerkes bereits vorgesehen. Allein in Darmstadt werden täglich 150 bis 200 Zentner Abfälle gesammelt. Insgesamt wurden bisher 218 0 Schweine im Gau Hessen- Nassau auf Mast gestellt, wovon in Darmstadt 445 Tiere gemästet und inzwischen geschlachtet wurden. In Worms wurden kürzlich 25 und in Wiesbaden werden demnächst ebensoviele Schweine des Ernährungshilfswerkes geschlachtet. Man kann annehmen, daß — sobald die Einrichtung des Ernäh- rungshilfswerkes sich eingespielt hat — der Bedarf eines Monats an Schweinefleisch durch das EHW. aufgebracht wird.________________________ Gang durch die schlafende Stadt. Tief ist der Schlaf ja nicht. Eigentlich handelt es sich nur um einen leichten Schlummer, der die Stadt umfängt. Ein paar Stunden gehen ihre Atemzuge gleichmäßiger und fttller, wie etwa bei einem Menschen, der sich auf dem Sofa für ein Weilchen in die horizontale Lage begibt. Nur daß die Stadt auch dann noch ihr Bewußtsein nicht ganz ausschaltet, sondern es gleichsam auf einen stilleren Gang bringt, um die Aufgaben zu erfüllen, die in der Nacht an sie herantreten. Ein Bummel durch die schlafende Stadt ist immer interessant und nicht ohne abenteuerlichen Reiz. Denn in der Dunkelheit werden alle Dinge geheimnisvoller, und was bei Tageslicht besehen allzu bekannt und kaum bemerkenswert erscheint, gewinnt im nächtlichen Scheine ein sonderbares und oft phantastisches Aussehen. Freilich ist es nicht zu allen Stunden in der Nacht dasselbe. Man kann auch um 22 Uhr durch die Straßen gehen und die Eindrücke auf sich wirken lassen, die das wechsel- volle Spiel von Licht und Schatten hervorruft. Aber die Stadt ist dann noch nicht recht zur Ruhe gegangen, und wer sie in ihrem Schlummer finden will, muß jene Zeit abwarten, wo von den Türmen der Stadt die Mitternachtsstunde schon längst geschlagen hat. Still wird es erst allmählich, wenn in den Lokalen die Polizeistunde den letzten Gästen den Heimweg gebietet und in den Kaffeehäusern die hellen Lampen erlöschen. In den Hauptstraßen kommt der Verkehrslärm allerdings auch jetzt noch nicht ganz, zur Ruhe. Dann und wann blitzen die Lichter großer Scheinwerfer auf und in donnernder Fahrt gleitet ein Fernlastzug vorbei. In der Ferne verebbt das Geräusch des Lastzuges, und die Ruhe kehrt für eine Weile ein. Der patrouillierende Schritt der Polizeibeamten trifft sich mit dem der Beauftragten der Wach- und Schließgesellschaft. Manchmal sieht man auch einen eiligen Passanten heimwärts streben oder einen Radfahrer, dessen Lampe wie ein Grubenlicht leuchtet. In den Seitenstraßen brennen um diese Zeit nur noch einsam einige Laternen, deren mattes Leuchten sich in der Dunkelheit verliert. Düster ragen die Häuser, und die Reihen ihrer Fenster erinnern an die dumpfe Klage erloschener Augen. Heber den Himmelsspalt, der sich zu Häupten wie in wesenlosem Scheine öffnet, zieht dunkles Gewölk wie der gefrümmte Leib eines Fabelwesens. Kaum einmal hallt ein Tritt durch die Stille dieser Gassen, in denen aus Mauervorsprüngen und winkligen Giebeln die Finsternis ihre Ungeheuer wachsen läßt. Nur wenige Stunden schläft so die Stadt. Wenn der Tag graut, erwacht sie wieder. Bald ist sie emsig daran, den Tagesbetrieb wieder auf volle Tourenzahl zu schrauben. H. W. Sch. Bezirksverwaltungsgericht Gießen. Am Samstag, 28. August, 8.30 Uhr, sind et im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Bezirksverwaltungsgerichts Gießen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Berufung des Karl Philipp Schäfer II. in Wiefeck gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Gießen vom 10. Dezember 1936 wegen Entziehung des Führerscheins. 2. Klage des Samuel Strauß in Lauterbach gegen den Bescheid des Kreisamts Lauterbach vom 4. Februar 1937 wegen Versagung der Legittma- tionskarte für das Kj. 1937. 3. Klage des Adolf Rosenberg in Büdingen gegen den Bescheid des Kreisamts Büdingen we- Sinö Sie gestern abend ausgegangen? Wenn Sie dann mehr als sonst geraucht und getrunken haben, schnell die Zähne mit Nivea-Zahnpasta putzenl Die ganze Mundhöhle nimmt das frische und ange- nehm wirkende Aroma der Nivea-Zahn» pasta auf, und Ihr Atem wird wieder rein io und natürlich. Das erfrischt ungemein. 2180 EHW.-Schweine in unserem Gaugebiei. Wie Küchenabfälle in bester Weise für das Gemeinwohl nutzbar gemacht werden. Nachdruck verboten. Schluß. aus und den ent- ein Susannes Tochter. Roman von Hedda Westenberger. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin W 35 Ferngespräch auf ihn. Wünsch schießt das Blut heiß zu Kops: Brunsbichel? Etwa---Sabine? „O doch ...", wiederholt er dankbar, „o doch! Ich habe es ja geahnt, Sabine." Er ergreift ihre Hände und sagt glücklich: „Mehr will ich heute gar nicht, Sabine. Wenn wir allein sind, wird sich alles weitere von selber finden, glauben Sie nicht?" Sabine flüstert ein paar Worte, aber Lyk hört gar nicht hin. Er preßt Sabines Hände an die Lippen, und da erscheinen sie ihm doch wieder als Susannes Hände, und er ist wieder der junge Albert Lyk, dessen Herz nur Susanne kannte. „Kind...", sagt er leise und erschüttert und atmet den Duft von Sabines Händen ein... Aber da entzieht sie sie ihm in nervöser Hast und eilt aus dem Zimmer. Lyk sieht ihr verwundert nach. Er ist wie betäubt.* Wünsch kommt in bedrückter Stimmung in München an. Der Abschied in Brunsbichel ist ihm schwer gefallen. Er hat das Gefühl gehabt, daß Sabine ihm noch etwas sagen wollte, daß irgend etwas sie sehr bedrückte. Aber sie hat nichts gesagt, sie hat nur weh gelächelt und ihm, als der Zug sich in Bewegung setzt, zugerufen: Gute Reise! Unterwegs ist er Zu der Erkenntnis gekommen, daß er wohl doch nicht genug Fürsorge für Sabine gehabt tjabe, daß er ihrem Wesen noch immer zu wenig nachgegangen sei. Aber diese Einsicht kommt zu spät. Wenn er Sabine wiedersehen wird, ist sie Lyks Frau. Er wird ihr die Hand küssen und sich nach ihrem Ergehen erkundigen, und es wird ihm nicht mehr erlaubt sein, ihren Augen die Geheimnisse ihrer Seele entlocken zu wollen. Vorbei, Conrad Wünsch. Wieder einmal vorbei... Im Hotel stürzt ihm der Portier aufgeregt gegen. Aus Brunsbichel in Südtirol warte Mitternacht ist vorüber, als Wünsch feststellt, daß es Zeit fei, schlafen zu gehen. „Schade", sagt Lyk, mit einem Blick auf Sabine. „Schade...", sagt auch Sabine, und ihr Blick ist auf Wünsch gerichtet, ohne daß sie es weiß. Während Lyk und Wünsch sich herzlich verabschieden, schafft Sabine hausfraulich Ordnung. Wünschs Versuch, auch van ihr Abschied zu nehmen, lehnt sie ab: „Nein, noch nicht. Ich werde Sie morgen ein Stück begleiten, das gibt es nicht, sang- und klanglos davonzugehen ..." „Wirklich?" fragt Wünsch ungläubig, „wollen Sie wirklich mitgehen?" Lyk horcht auf. „Natürlich geht sie ein Stück mit..." Die Stimme klingt rauh. Wünsch reicht Sabine nur kurz die Hand, dann geht er. Sabine nimmt jetzt die Glaser vom Tisch, sie klingen in ihren Händen. Als sie schon an der Tür ist, vertritt Lyk, der stumm zugesehen hat, ihr den Weg. „Wollen wir uns noch einen Augenblick setzen und plaudern? fragt er leite. „Ja, bitte...", sagt Sabine höflich und stellt die Gläser auf den Serviertisch. Lyk räuspert sich. „Ich weiß nicht, ob es der geeignete Augenblick ist", beginnt er nach einer Welle 'und räuspert sich wieder, „aber ich muß endlich einmal mit Ihnen darüber sprechen, Sabine: Sie werden gemerkt haben, daß ich ... daß mein Interesse für Sie weiter geht, als ... als ... ich meine ... Sie sind mir sehr ans Herz gewachsen, Sabine, ich habe Sie sehr gern, und ich möchte, daß Sie meine Frau werden." Er wartet auf ein Wort von Sabine — vergebens. Sabine rührt sich nicht, sie hat die Augen gesenkt. Lyk preßt nervös die Hände gegeneinander. „Es überrascht Sie vielleicht", sagt er erregt, „und ich begreife das auch. Ich will auch nicht im Augenblick eine Antwort, Sabine. Sie sollen sich in Ruhe über alles klarwerden — es genügt mir, wenn Sie mir heute sagen, ob Sie glauben, daß..." Er wartet wieder. „Nun? Könnten Sie mich nicht ein wenig gern haben, Sabine?" Sabine holt tief Atem. Ihre Hände gleiten zitternd an den Armlehnen des Korbstuhles entlang. „O doch ..." flüstert sie. Er wirft Hut und Mantel dem Portier zu eilt in die Telephonzelle. Tausend Vermutungen schwirren ihm durch Kopf, während er ungeduldig auf die Verbindung wartet. _ ... Endlich meldet sich drüben eine Stimme. Es ist Lyk. Wünsch fühlt eine Enttäuschung. Aber dann horcht er auf: „Sabine ist nirgends zu finden! Ist Sie denn mit Ihnen gefahren?" , „Nein, mitgefahren ist sie nicht. Sie hat auch am Bahnhof nichts dergleichen gesagt. Kein Wort. Sie war nur auffallend still." Lyk ist außer sich vor Aufregung: „und wenn ihr nun etwas zugestoßen ist?" ,Das kann ich nicht glauben..., sagt Wunsch hoffnungsfroh. Auf einmal steht Sabine neben ihm, ihre Augen flackern, in ihrem Gesicht ist eine Entschlossenheit, wie Wünsch sie noch niemals an ihr gesehen hat. Und die sonst so schüchierne Sabine greift nach feinen Rockknöpfen und zerrt daran während der ganzen langen Rede, die sie nun heraussprudelt: „Ich hätte gleich mit Ihnen fahren sollen", sagt sie ein wenig heiser und angestrengt, „das wäre das Gescheiteste gewesen! Aber ich hab' es nicht gewagt, ich dachte ... ich wußte ja nicht, ob Sie mich auch wirklich ... ich meine ... ob Sie mich mitnehmen wollten. Und so hab' ich Sie abfahren lassen und hab' gedacht, vielleicht werd' ich doch mit alledem allein fertig, mit---aber das wissen Sie ja noch nicht: ich soll Lyks Frau werden, bitte-- ich--Lyks Frau! Und ich — ich kann's doch nicht, es ist ganz unvorstellbar, ich hab' ihn doch nicht so gern. Aber wie soll ich's ihm denn sagen? Er bildet sich ein, daß ich ... und schließlich bin ich bei ihm angestellt. Wenn ich nein sage, wird er mich entlassen, und das wäre----da dachte ich, ich geh' lieber gleich und schreibe ihm dann von Berlin aus, wie alles ist und daß ich nicht seine Frau werden kann. Aber nun---" Sie holt Atem, sieht flüchtig zu Wünsch auf und spielt dann wieder mit den Rockknöpfen. „Sie waren immer so lieb zu mir. Wenn ich Sie nicht gehabt hätte in der letzten Zeit und — — und überhaupt---da bin ich Ihnen einfach nachgefahren." Sabine lächelt, und in diesem Augenblick ist es zum ersten Male in ihrem Leben das leichtsinnige, ein wenig schelmische Lächeln ihrer Mutter: „Ich hab' von Bozen aus das Flugzeug genommen! So viel Geld hatte ich gerade noch. Und wo Sie in München absteigen wollten, das haben Sie ja am letzten Abend gesagt." „Ja, das habe ich gesagt." Sabine nickt eifrig. „Und Sie haben mir auch einmal gesagt, daß ich, wenn ich jemals einen Menschen brauchte..." „Ja, auch das habe ich gesagt..." Sabine läßt langsam die Knöpfe an Wünschs Rock los. Wünsch putzt verlegen seine Brillengläser. „Von den praktischen Dingen, Sabine", beginnt er langsam, „davon, daß ich Ihnen wahrscheinlich Geld borgen müßte, damit Sie nach Berlin fahren könnten und dort die erste Zeit etwas zum Leben hätten — davon wollen wir gar nicht reden. Das ist selbstverständlich, daß Sie da auf mich rechnen können. Aber — das Schlimme ist, Sabine, daß ich, moralisch, Ihre Flucht nicht unterschreiben kann. Man rückt nicht aus, wenn man eine Antwort zu geben hat, die man ungern gibt. Sie hätten ja, wenn Sie schon die Kündigung von Herrn Lyks Seite fürchteten, zugleich mit Ihrem Nein auf sei» Aber Lyk tobt weiter: „Was Sie glauben, lieber Wünsch, ist mir im Augenblick gleichgültig — nehmen Sie mir's nicht übel. Aber was fang’ ich an? Soll ich von der Polizei nach Sabine suchen lassen?" Wünsch überlegt eine Weile. „Ich werde nach Berlin in ihre Wohnung telegraphieren. Vielleicht ist sie dort. Sonst..." „Sonst sind wir so gescheit wie zuvor und haben auch noch Zeit verloren!" höhnt Lyk. „Sonst komme ich sofort zu Ihnen zurück", vollendet Wünsch seinen Satz. „Aber Wünsch, damit ist Sabine doch nicht wiedergefunden! Und ich fürchte, ich habe nämlich gestern abend noch eine Unterredung mit ihr gehabt .. ." Wünschs Herz fängt zu hämmern: „Und...?" Der Draht summt. Lyk antwortet nicht. Wünsch atmet erleichert auf. „Ja, dann wird Sabine eine Tour unternommen haben, um alles zu überdenken. Und um allein zu fein. Ist das so unverständlich?" „Das nicht, aber jetzt, um halb elf, müßte sie doch zurück sein!" „Nun — warten wir doch ruhig bis zwölf Uhr", rät Wünsch. „Wenn sie dann noch nicht da ist, dann allerdings..." „Allerdings ... allerdings ...", ahmt Lyk den Anwalt nach, aber er ist schon viel ruhiger geworden, als er schließlich abhängt mit den Worten: „Also dann auf Wiederhören um zwölf!" Die Unruhe ist auf Wünsch übergegangen. Er kann keinen klaren Gedanken fassen und steigt mechanisch die teppichbelegte Hoteltreppe hinauf in sein Zimmer. Als er den Reisestaub abgeschüttelt hat, klopft es, und er erfährt, er werde in der Halle erwartet. Bevor er noch eine Frage stellen kann, steht Sabine in der Tür — der Boy schließt sie unhörbar hinter ihr. Wünsch errötet bis unter die Haarwurzeln. Sabine ... Sie blicken sich lange schweigend an, Sabines Augen leuchten wie im Fieber. Wünsch entschließt sich endlich zu der Frage: „Wie kommen Sie nur hierher?" „Weggelaufen bin ich", sagt Sabine tonlos. „Einfach weggelaufen. Ich--konnte nicht anders!" Wünsch bemüht sich, sein Herz zur Ruhe zu bringen. „Und was gedenken Sie jetzt zu tun? Ich meine — hier?" Sabine schluckt heftig und sucht nach Worten. Wünsch ist versucht, sie in die Arme zu nehmen. Aber sie ist Lyks Braut. Und er ist Lyks — Anwalt. W D ben Werkchor finden, der unter Leitung von Diri-1 gfs. I u g e n b g r u p p e n in Ortsfr gent Bender, Watzenborn-Steinberg, brei Lie- f di a f t e n ftn iinforan er So uw uni di fit S' V 15 bt: bt- ffli au tue bei ®e nei Sa me al Du ben 3 Rinjtr 8i. Utto ben in El eine tige: I. Der Tag fapi fchie Or: ,'^ch bin also hoch schon zu alt?" fragt Lyk bitter. Wünsch wehrt leise ab: „Aber Sabines Liebe fiel auf mich..." der Plantagenlyk so schnell unb so erfolgreich gebändigt worben ist. Geh, Wünsch, bring' Sabine, bevor diese gute Stunbe vorüber ist." Ich war gern Ihr Freunb, Herr Lyk. Vielleicht barf ich's in dieser Stunbe einmal sagen..." Lyk rührt sich nicht. Aber wenn man schon zahlen muß, grübelt er weiter, soll man es mit An- stanb tun, auch wenn einem ber Preis, ber gefordert wirb, zu hoch erscheint. Hab' ich's nicht mein Leben lang so gehalten? Das wär' boch... Und was hat Wünsch ba eben gesagt: er verliert einen Freunb? Lyk muß an Nikolaus Lorenz benken. Auch ber hat einen Albert Lyk zum Freund gehabt unb hat ihn um einer Frau willen verloren. Soll zum zweitenmal eine Frau eine schöne Männerfreunb- schaft zerstören? Nein! Unb: wer verliert beim? Wer ist benn bamals einsam zurückgeblieben? Wer bleibt auch biesmal einsam zurück? Er selbst, er, Albert Lyk, ber Plantagenlyk! Wie bamals würbe er wieder Jahre hindurch leiben unb mit sich selbst grollen unb nicht froh werben können in all seinem Reichtum... Aber hat er nicht Nick versprochen, baß er alles Menschenmögliche für Sabines Glück tun wirb? Er räuspert sich unb will etwas sagen. Aber es geht noch nicht. Der alte, starre, herrische Egoismus weicht nur ganz langsam unb wiberwillig dem besseren Ich. Dann, nach langen, langen Minuten hat er sich burchgerungen. „Was reden wir ba, lieber Wünsch", sagt er, noch ein wenig heiser vor innerer Anstren-' gung, „was reben wir ba für Unsinn. Wir waren Freunbe, wir bleiben es. Unb was Sabine unb Sie unb mich betrifft: Da, Conrab Wünsch, ba haben Sie beibe Hänbe, bie eine für Sie, die anbere für Sabine! Schlagen Sie ein!" Wünsch ergreift sie stumm. So stehen sie eine Weile, bis sie sich ber Feierlichkeit bes Augenblicks beschämt bewußt werben, so baß sie sich schnell von- einanber abroenben unb sich irqenbwo im Zimmer sinnlos zu schaffen machen müssen. Aber immer noch arbeitet es in Lyk weiter, so stark, baß er reden muß: „Wie jetzt also bie Dinge liegen", sagt er hastig unb geschäftig, „benke ich mir, baß es bas Beste wäre, wenn Sabine bas Gut gleich übernähme. Wir wollen es ihr noch | heute sagen. Später mal. Wünsch, alter Junge, 1 später mal barf ich zu Gast kommen, ber alte Dn- । kel Albert Lyk kommt zu Gast, jawohl. Dann kriegt er bas Zimmer wieber, bas er jetzt hat, unb Sa- < bine, beine Frau Sabine stellt ihm Blumen hin. । Vielleicht schält sie ihm auch wieber einen Früh- l stücksapfel. Aber was schwätze ich ba — geh lieber | 3u Sabine, hole sie, damit wir ihr sagen können, wie ber schwierige Kampf um ihre kleine Person s zwischen uns zwei beiben ausgegangen ist. Unb wer I weiß, vielleicht freut es sie boch, wenn sie hort, baß i Iqi ,iei' Dienj Ute 8 em '5tam alte einei ach feine Gies △ mein Midas Hecke )räif ber Steic chlac tj’ige Q k In ,-ie offen! Klei Ml vchieß gent Bender, Watzenborn-Steinberg, brei Lieber („Freiheit, bie ich meine", „Zu Straßburg auf der Schanz'", „Lieb ber Bauleute"), zu Gehör bringen wirb. '°ien re ai= "chen i'ds 5 ko ■Nb, Ünl |ge ,mi „Sie empfanb auch Liebe für Michailow..." braust Lyk auf unb überlegt: wenn aus Michailows Untersuchungshaft einmal Schlimmeres geworben ist, wirb Sabine erst ganz erkennen, wem sie ins Garn gegangen ist... Aber bas hat sie von ihrer Mutter, daß sie zu spät erkennt... Wünsch wartet, ob Lyk seinen bitteren Worten noch etwas hinzufügt, bann legt er ihm leicht bie Hanb auf bie Schulter: „Warum wollen Sie so ungerecht sein, Herr Lyk? Gerabe Sie, ber Sie sonst immer so überaus gerecht waren? Darf benn ein Mäbchen, bas noch nichts von ber Liebe weiß, nicht einmal irren? Weiter war bas boch nichts, bies Zwischenspiel mit Michailow. Unb vergessen Sie nicht, wie Michailow bem Mäbchen nachgestellt hat! Aber Sabine unb mich hat es fast gegen unseren Willen zueinander getrieben. Unb auch bann ist noch fein Wort von Liebe zwischen uns gefallen." „So. Ich benke..." „Ich bin ja noch nicht fertig mit meiner Rebe. Erst auf bem Weg zum Gut, als Sabine plötzlich klar würbe, baß ich sie nur zurückbringen würbe, um ein zweites Mal von ihr Abschieb zu nehmen — ba nahm sie auf einmal — unb ich glaube, zum erstenmal in ihrem Leben — ihr Schicksal selbst in bie Hanb unb gestand mir ihre Liebe. Unb sie fanb Worte, Herr Lyk — ich betone bas nur, bamit Sie begreifen, was für eine Wanblung bie stille, schüchterne Sabine burchgemacht hat — sie fanb Worte nüe eine ganz reife Frau. Sie fragte auch nicht nach meiner Liebe, sie schenkte mir nur ganz ohne Vor- behalt ihr Herz. — Unb so ist es gekommen, Herr ^.yk, baß wir hier oben bei Ihnen Hanb in Hanb emtraten, bereit, unser Glück zu verteidigen." Lyk starrt noch immer aus bem Fenster. Wünschs panb, bie auf feiner Schulter lag, hat er mit einer letfen, trotzigen Bewegung abgeschüttelt. Alles ist mir geglückt in meinem Leben, benft M nur Susanne konnte ich nicht halten. Unb ihre Tochter nicht. Mit bem Verzicht muß ich wohl zahlen für alles anbere. Das ist bie Gegenrechnung bes Lebens. Unb ich hab' gebacht, es wär' alles 'schon ausgeglichen, weil ich meinen Mann geftanben hab' roo es immer nötig war... Er verzieht ben Mund zu einem Lächeln. „Ich bin mir burchaus bewußt", ruft Wünsch ihn in die Gegenwart zurück, „baß ich die längste Zeit Ihr Anwalt gewesen bin. Aber bas muß ich hin- nehmen, weil man schließlich für alles im Leben irgenbroie bezahlen muß..." Du also auch ... benft Lyk unb schweigt noch immer. "Daß ich jeboch auch Ihre Freundschaft verliere, tut mir bitter weh, unb barüber wirb mich auch Sabines Liebe nicht ganz Hinwegtrösten können. Leistungsschau der Volksschulen des Kreises Gießen RS.-Lehrerbund, Bezirk Gießen-Land. gen Versagung der Legitimationskarte für das Kj. 1937. Steuerbefreiung für neuerrichtete Wohngebäude. Vom Finanzamt Gießen erhalten wir die nach- stehenbe Zuschrift: In Nr. 170 Ihrer Zeitung veröffentlichten Sie unter „Briefkasten ber Redaktion" eine steuerliche Auskunft, die nicht voll unb ganz ben tatsächlichen Verhältnissen entspricht, unb baher zu unbegründeten Berufungen führt. Nach ben zur Zeit geltenben Bestimmungen unterscheibet man bei nach bem 1. 7.1918 bezugsfertig geworbenen Wohngebäuden zwischen a) älteren, b) mittleren, c) neuesten Neuhausbesitz. Unter a) fallen Wohngebäube, die bis zum 31.3. 1931 bezugsfertig wurden, unter b) bie bis zum 31.3.1934 — 31.5.1934 — bezugsfertig geworden, unb unter c) alle nach bem 1. 4.1934 bezugsfertig geworbenen Gebäube. Gießen, 26. Aug. Auf bem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1/55 bis 1,60, Lanbbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Wirsing, % kg 9 bis 12 Pf., 50 kg 6 Mark, Weißkraut, % kg 8 Pf., 50 kg 5 Mark, Rotkraut, kg 9 bis 12 Pf., 50 kg 8 Mark, gelbe Rüben, kg 9 Pf., Karotten 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Römischkohl 6 bis 10, Bohnen, grün 12 bis 23, gelb 12 bis 23, Erbsen 20 bis 25, Tomaten 10 bis 15, Zwiebeln 8 bis 10, Kürbis 5 bis 7, Kartoffeln, neue, % kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,80 bis 4 Mark, Frühäpfel, kg 15 bis 30 Pf., Falläpfel 5 bis 6, Pfirsiche 25 bis 40, Brombeeren 30 bis 33, Preiselbeeren 35 bis 38, Birnen 10 bis 25, Zwetschen 12 bis 17, Mirabellen 35 bis 38, Renekloden 25 bis 30 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Blumenkohl, das Stück 10 bis 45, Salat 8 en. ß, 'ch q Dnnte >)ic W- Gefährliche Unfallstelle am Marktplatz. Heute morgen ereigneten sich auf dem Fahrdamm vor der Engelapotheke am Marktplatz in kurzer Folge zahlreiche Verkehrsunfälle, die dadurch her- oorgerufen wurden, daß anscheinend ein Kraftfahr- zeua eine erhebliche Menge Del verloren hatte. Diele Volksgenossen, die sich mit dem Fahrrad unterwegs befanden und vom Kirchenplatz her in die Schulstraße einbiegen wollten, glitten auf dem Del- streifen aus, verloren die Herrschaft über die Fahr- räöer und stürmten. Dbwohl einige Leute an der Straße die Radfahrer warnten, war es nicht zu verhindern, daß immer wieder Radler, die die Gefahrenquelle nicht sofort erkannten, zu Fall kamen, sich die Kleider beschmutzten, ja sie sogar zerrissen. Auch zwei Motoradfahrer kamen zu Fall, glücklicherweise ohne zu Schaden zu kommen. Ein Radfahrer erlitt bei seinem Sturz einen Muskelriß am rechten Dber- schenkel. Die Gefahrenquelle wurde von der Feuerwehr zunächst vorsorglich durch Sandstreuen beseitigt. In gleicher Weise war auch am Ludwigsplatz eine Gefahrenquelle (sicherlich durch das gleiche Kraftfahrzeug) entstanden, an der ebenfalls verschiedene Verkehrsteilnehmer zu Fall kamen. (Biebener ZBodjenmarftpreiie. Am Abend des gleichen Tages steht Lyk nach ein- 1 mal am Fenster; nachdenklich und weich ist sein 1 Ausdruck. Auf dem Tisch liegt die Zeitung, in der er gelesen hat und die er verstecken wird, bevor Wünsch und Sabine das Zimmer betreten. Sie brauchen noch nicht zu erfahren, daß Michailows eigene Frau sich als Renz' Mörderin der Polizei gestellt und daß sie das ganze stille Drama, das sich auf dem Gut abgespielt hat, vor dem Untersuchungsrichter vorbehaltlos aufgerollt hat. Früh genug wird bas alles an ihr junges Glück herangetragen werden, wenn die Verhandlungen beginnen. Und wer weiß, ob dann Sabine nicht erschreckend genug erkennen wird, welche sonderbare, beinahe treibende Rolle sie in diesem Drama gespielt hat. Ist sie nicht wie eine Traumwandlerin gewesen, die über Ab gründen wandelt? Und was eigentlich hat sie beschützt, so daß sie unberührt von den dunklen Leidenschaften der anderen ihren Weg gehen konnte? Ihre Reinheit? Ihre Kindlichkeit? Ober — doch die Nähe ihres Vaters? Nick Lorenz, vielleicht war dein Tod doch nicht so sinnlos und grausam, wie es deinem Freund Albert Lyk zuerst erschien. Vielleicht wurde in deiner Todesstunde Sabines Glück geboren und Irina Kontschakowna der Frieden ihrer Seele wiedergegeben. Vielleicht wird auch aus Tat und Buße deiner Mörderin ein neuer Mensch. Vielleicht... Draußen über den Hof gehen Arm in Arm Conrad Wünsch und Sabine. Sabine trägt einen bunten Blumenstrauß in der Hand, sie hat ihn selbst gepflückt auf den Wiesen, von denen sie nun weiß, daß es die ihren sind, und selbst auch gebunden auf dem Tisch in der Veranda, wo sie als künftige Gutsherrin oft noch fitzen und Blumen binden und über das weite Tiroler Land blicken wird. Lyk sieht ihr nach, wie sie mit dem Mann an ihrer Seite Schritt hält. Und er sieht deutlich, daß sie sich zärtlich und voll Glück an feine Schulter lehnt. Wovon sprechen sie jetzt? denkt er schmerz- l'ch. Wohin gehen sie jetzt? Haben sie mich schon ganz vergessen? Aber sogleich schämt er sich seiner Gedanken, und ein heißes Gefühl wärmt ihm das Herz: Sabine aeht mit ben Blumen zu Renz' Grab. Er soll einen Gruß haben von ihr, an ihrem glücklichsten Tag, hat sie leise lächelnd gesagt. Und ihr schimmernder Blick, der so sehr an Susanne erinnert, hat so innig auf den Blumen ge* fegen, als ahne ihr Blut vieles, was ihrem Wissen verborgen ist. Für den älteren und mittleren Neuhausbesitz endet die völlige oder teilweise Grundsteuerbefreiung am 31.3.1939. Hinsichtlich Einkommen- und Vermö- genfteuer genießt ber ältere Neuhausbesitz keine Begünstigung, der mittlere Neuhausbesitz ist von der Einkommen- unb Vermögensteuer bis zum Enbe des Kalenberjahres 1938 befreit. Die Befreiungen erstrecken sich nur auf den Wohnzwecken bienenben Teil, nicht aber auf gewerblich genutzte Gebäudeteile. Unter ben steuerbegünstigten neuesten Neuhaus- besitz fallen nur: a) Kleinwohnungen, b) Einfamilienhäuser. Kleinwohnungen müssen bis zum 31. 3. bzw. 31.5.1937 bezugsfertig gewesen sein. Ihre nutzbare Wohnfläche darf 75 qm nicht übersteigen. Die Steuerbefreiung erstreckt sich auf die staatliche unb die halbe gemeindliche Grundsteuer, die Einkommen- und Dermögensteuer, und zwar hinsichtlich ber Grunbsteuer bis zum 31.3.1939, hinsichtlich ber Einkommen- und Dermögensteuer bis zum Enbe des Kalenderjahres 1938. nen Antrag auch kündigen können. Von sich aus fünbigen! Das wäre anftänbig gewesen. Aber ..." Er schüttelt ben Kopf unb nimmt Sabines Hanb in feine, um sanft über sie hinzustreichen. „Aber auskneifen — gerabe das hätte ich von meiner Sabine nie erwartet..." Durch Sabines Körper geht ein heftiges Zittern. Sie kämpft tapfer um Fassung, aber vergebens. Schon füllen sich bie Augen mit Tränen, ihr Munb zuckt bitter. Wünsch verstummt erschrocken. War er zu un- sreunblich? Unb: er hat „meine Sabine" gesagt. Meine Sabine... Warum? Steht es schon so um ihn? Sabine weint immer heftiger. Wünsch hält noch immer ihre Hanb. Da fragt er: „Und Sie lieben ihn kein bißchen?" „Wen benn? Lyk?" fragt Sabine unter Tränen unb schüttelt ben Kopf, als sei Wünschs Frage eine Zumutung. Wünschs Herz steht einen Augenblick still. Eine anbere Frage wirb laut in ihm. Eine für ihn wichtigere. Aber er stellt sie nicht. Er wagt es nicht. Schließlich führt er Sabine zum Sofa unb bestellt ein Ferngespräch nach Brunsbichel. Sabine ist entsetzt. Aber Wünsch lächelt ein wenig verloren: „Ja, nach Brunsbichel. Herr Lyk hat boch schon angerufen, er sucht Sie, ich will ihn beruhigen ..." „Unb bann?" Wünsch setzt sich neben Sabine: „Dann, Sabine, verschlafen wir erst einmal den ersten Schreck, unb morgen fahren wir zusammen nach Brunsbichel." „Wollen Sie mich verkuppeln? Ausgerechnet Sie? Ich will nicht zurück nach Brunsbichel!" begehrt Sabine auf. "Auch nicht, wenn ich Sie darum bitte?" Sabine senkt ben Kopf. "Es könnte boch fein, baß bie ganze Angelegenheit nicht so peinlich ist, wie Sie sie sich vorstellen Es konnte sein, baß Herr Lyk Ihr Nein viel fried- licher hinnimmt, als Sie jetzt denken. Und daß er uns..." Er verstummt und lächelt wieder. „Ober läufst du mir nun auch davon", fragt er b?"n£riu”b weiß gar nicht, baß er Du gesagt hat - "läufst bu mir nun auch davon, weil ich dich ent» täuscht habe?" Er beugt sich vor und sieht Sabine zärtlich an. Sabine schluckt noch ein paarmal. Dann wischt sie sich energisch über bie Augen. „Nein", sagt sie weich, „dir laufe ich nicht davon. Nie!.. " bahn gekommen sein soll, gegen eine im gleichen- Augenblick die Straßenkreuzung passierende Hoch,' zeitskutsche. Das Mädchen kam mit dem Rad z^ Fall unb stürzte zwischen bie Pferbe und diel Vorberräber bes Wagens. Glücklicherweise blieb berj gefährliche Sturz verhältnismäßig glimpflich, denn! bas Mäbchen erlitt nur einige Kopfwunden. Nach ■ ärztlicher Hilfeleistung in der Klinik wurde das Mädel wieder entlassen. ** Unfall in ber L u d w i g st r a ß e. Heute früh ereignete sich in der Ludwigstraße in der Nähe der Bahnüberführung ein Zusammenstoß zwischen einem Motorradfahrer unb einigen Schulmädels, bie den Fahrüamm überquerten. Dabei würbe ein Mäbel leicht verletzt unb feine Kleider beschädigt, während ber Motorradler leichte Verletzungen an ben Hänben erlitt. Die Schuldfrage unterliegt noch ben polizeilichen Ermittlungen. Amtsgericht Gießen. Der R. I. aus Leihgestern hatte sich gestern wegen Entfernung eines Pfandsiegels unb wegen Pfanbverschleppung zu verantworten. Am 19. Februar 1936 hatte ber Gerichtsvollzieher bei ihm in seiner Gießener Wohnung einen Schreibtisch unb einen Schrankgrammophvn gepfändet. Kurze Zeit barauf hat ber Angeklagte bie Pfanbsiegel entfernt. Im September 1936 ist er dann unter Mitnahme der gepfändeten Möbel nach Leihgestern gezogen. Wegen bieser Hanblungen war er durch Strafbefehl in eine Gelb st rase von 80 Mark und 100 Mark (zusammen 180 Mark) genommen worden. Gegen den Strafbefehl hatte er Einspruch eingelegt mit ber Begründung, daß er von ber Pfändung nichts gewußt und keine Pfandsiegel entfernt habe. Außerdem habe er bie Möbel vorsätzlich entfernt, da er sich bei ber Polizei ordnungsgemäß abgemelbet hätte und es somit genau bekannt gewesen sei, wo sich die Möbel befunden hätten. Die Einwendung bes Angeklagten konnte ihm in ber Hauptverhandlung burch Zeugen widerlegt werden. Das Gericht erhöhte die im Strafbefehl ausgesprochene Strafe auf je 10 0 Mark (zusammen also 200 Mark), ba sein Verhalten in ber Haupt- verhandlung nicht so war, wie man es heute bei einem ordentlichen Volksgenossen in solchen Dingen erwarten muß unb damit der Angeklagte etwas mehr Autorität in den Handlungen staatlicher Organe erblicken lernt. Katholischer Pfarrer verhaftet. . «----o - -r r..........«rauen- schäften. In unseren Drtsfrauenschaften Gießen- Süd und Gießen-Mitte sind Jugendgruppen aufgestellt worden. Zur Gruppe Gießen-Mitte, die von Fräulein Hiltrud Sch epp geleitet wirb, haben sich bis jetzt 18 junge Mädchen gemeldet. Die Gruppe Sich, der bis jetzt schon 37 Mitglieder angehören, wirb von Fräulein Annemarie S ch m i b t geführt. Leitung ungeordnet wurde, daß jeder Erzieher feinen Stammbaum nachzuweisen hat. Den Hauptpunkt der Tagesordnung bildete bie Besprechung über bie Richtlinien für ben Unterricht in ben vier unteren Jahrgängen ber Volksschulen. Lehrer Meyer (Großen-Linden) gab in einem einleitenden Vortrag ein getreues Bild des neuen Lehrplanes, verglich ihn mit dem alten unb kam zu bem Ergebnis, daß die geforderten Ziele erreicht werden konnten. Er ging dabei auch auf scheinbar schwere Zielpunkte näher ein. In der lebhaften Aussprache, bie ich anschloß, kamen die Versammelten zu beim eiben Ergebnis, allerdings wurde auch auf be- onders schwierige Verhältnisse, wie sehr starke Klassenbesetzung, zu frühe Aufnahme der Schulrekruten usw., hingewiesen. Für bie Familienzusammenkunft, die am 4. September stattfinden soll, wurde beschlossen, einen Ausflug nach Braunfels zu unternehmen. Nach dreistündiger Tagung wurde die Versammlung mit bem Gruß an den Führer geschlossen. Als Einfamilienhäuser gelten Wohngebäude, deren nutzbare Wohnfläche 150 qm nicht übersteigt, und die vom Hauseigentümer mindestens zur Hälfte selbst bewohnt werden. Sie müssen bis zum 30. 9. 1937 bezugsfertig fein. Die Steuerbefreiung erstreckt sich auf bie staatliche und die halbe gemeindliche Grundsteuer, sowie bie Einkommen- unb Vermögensteuer. Sie endet hinsichtlich der Grundsteuer am 31.3.1944, hinsichtlich der Einkommen- und Vermögenssteuer mit Ablauf bes Kalenderjahres 1943. Die vorgenannten Flächenmaße können überschritten werden, wenn zur Familie des Wohnungsinhabers mehr als drei Kinder gehören. Nicht begünstigt ist beim mittleren und neuesten Neuhausbesitz ber Grund und Boden, sofern es sich um ein Erbbaurecht handelt, sowie der Teil der Gesamtgrundfläche — bebaute Grundfläche, Hofräume und Hausgärten —, ber das 12fache der bebauten Grundfläche übersteigt. Alle nach dem 31. 3. bzw. 31. 5.1934 bezugsfertig gewordenen Gebäude, bie nicht unter ben vorstehend für ben neuesten Neuhausbesitz erläuterten Begriff fallen, genießen keinerlei Steuerfreiheit. Sondergebäudesteuerpflicht besteht bei ben nach bem 1.7.1918 erstellten Gebäuden, abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen, nicht. Die vorstehenden Ausführungen sind nicht erschöpfend. Soweit daher in dem einen ober anderen Falle noch Zweifel bestehen, wäre bie erforderliche Auskunft beim Finanzamt einzuholen. Werkskonzert bei Schunl & Ebe. Die Betriebsführung der Firma Schunk 8- Ebe, Windhof, bereitet am Dienstag, 31. August, zwischen 12 und 13 Uhr ihrer Gefolgschaft eine schöne Freizeitstunde. Bei schönem Wetter wird in der Am gestrigen Mittwoch fand eine Versammlung des NSLB., Bezirk Gießen-Land, im „Burghof" in Gießen statt. Der Vorsitzende, Rektor Siegfried (Großen-Linden), begrüßte bie zahlreich Erschienenen auf bieser ersten Zusammenkunft nach den Ferien aufs herzlichste und ging bann in seinen weiteren Ausführungen auf bie Bebeutung des 22. August, bes Tages von Anloy, ein. Er erinnerte daran, daß an diesem Tage auch unser hessisches Infanterie-Regiment Nr. 116 zum ersten Male in eine größere Schlacht eingriff unb dabei große Dpfer brachte. Zum Gedenken der gefallenen Brüder sangen bie Der sammelten das Lied vom guten Kameraden. Für eine Leistungsschau ber Volks - schulendes Kreises Gießen wurden sodann die Richtlinien bekanntgegeben. Sie soll im Herbst stattfinden unb Arbeiten aus bem engeren und erweiterten Arbeitsgebiet ber Volksschulen zeigen. Alle Schulen des Bezirkes wollen sich an dieser Ausstellung beteiligen. Sodann wurden die Ahnentafeln für bie Mitglieder ausgegeben, da von der NSLB.- Lpd. D a r m ft a b t, 25. Aua. Der feit zwei Iah» ren in Hammelbach im Odenwald amtierende katholische Pfarrer Pfuhl wurde wegen Verbrechens gegen § 174 StGB, verhaftet und nach Koblenz überführt. Ein Schwindler trägt unberechtigt Uniform des Reichslustschutzbundes. Lpd. Frankfurt a. M., 25. Aug. In■ Frankfurt hat ein Schwindler mehrere Zimmer» Vermieter geschädigt. Der Gauner, ber Uni- form bes Reichs luftfchutzbundes trägt, nennt sich Peter Conetzy und erklärte ben Leuten, er fei von Düsseldorf nach Frankfurt versetzt worden. Dem Betrüger kam es darauf an, kostenlos verpflegt zu werden, denn er hielt sich überall nur kurze Zeit auf und verschwand bann, ohne Mete und Verpflegung zu zahlen. Der Schwindler trat auch in Mainz auf, wo er besonders von Frauen Gelder für Luftschutz kurse zu kassieren versuchte. Schrecklicher Tod eines Zungen. Lpd. Laasphe, 25. Aug. Auf ber abschüssigen unb regennassen Straße zwischen Leimstruth und Schameder verlor der Fahrer einer Zugmaschine mit Anhängern, bie mit Essigholz beloben waren, die Gewalt über bie Maschine oder bremste so stark, daß sich die Zugmaschine quer vor die auffahrenden Anhänger stellte. Durch den Anprall würbe ein neben dem Fahrer sitzender 13jähriger Junge von einem Dierkantholz, das an bem Anhänger zum Feschalten des Essig- Holzes angebracht ist, erfaßt. Das Holz drang dem Jungen in ben Unterleib, so baß ber Tod auf ber Stelle eintrat. Arbeitsjubiläum. Die Pressestelle ber Stadtverwaltung teilt mit: Am heutigen 26. August Eannder bei dem städtischen Hoch- und Tiefbauamt beschäfttgte Arbeiter Heinrich G r ö l z auf eine ununterbrochene Dienstzeit von 30 Jahren zurück- olicken. Der Herr Dberbüraermeister hat den Arbeitsjubilar durch ein besonderes Glückwunschschreiben geehrt. ** Straßensperrungen. Wegen Vor- nähme von Straßenbauarbeiten ist ber Horst- Wessel-Wall zwischen Frankfurter Straße unb Bahnhofstraße vom 23. August ab auf die Dauer oon 14 Tagen für jeglichen Fährverkehr polizeilich ausgestellten Sperr- und Umleitungsschilder sind zu beachten. — Wegen Vornahme von Kanal- unb Straßenbauarbeiten ist der Feldweg im Eichgärtengebiet unterhalb der Fröbel- straße zwischen Curtmannstraße unb Jahnstraße auf die Dauer von 10 Wochen für jeglichen Fährverkehr polizeilich gesperrt. Die aufgestellten Sperr- bzw. Umleitungsschilder sind zu beachten. ** D i e Militärversorgungsgebühr- nisse für September 1937 werden beim Postamt 1 (Bahnhofstraße) am 28. August, bie Sozi alrenten am 1. September gezahlt. bie ""geblich in bie Schienen ber Straßen- 1 neugeschaffenen, jetzt prächtig entwickelten Gartenanlage bes Werkes ein Konzert stattfinden. Bei schlechtem Wetter wird die Veranstaltung in eine vv vvt UUP xu Ul3 w ÖUIUI o der Hallen verlegt. Der musikalische Teil des Kon- bis 9, Salatgurken'4 bis 20, Einmachqurken 1% jerts wirb vom Musikkorps bes JR. 116 unter bis 2, Enbivien 9 bis 12, Dberkohlrabi 5 bis 8 S.e.lt“n9 . "on Musikmeister Wohlfahrt ausge- Lauch 6 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10 fuhrt. Eine Bereicherung wird bas Konzert burch Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. 3i u leit, Aus der engeren Heimat Erfolgreiche Gießener Zuchtviehversteigernng Landkreis Gießen. Wirtschaft 206 Hochzeit ! noch ein' jetzt wor> kostenlos »erall nur ne Mele idler trat i Frauen fcjfieren N !ndrs. r Frank- } mmer« s er Uni. Gleiberger Korb und Krofdorfer Halseisen Einfache und wirksame Strafmethoden für ?eld und Sartendiebe. - Groß'Einkaus von 30000 Edeka-Geschästen bietet dem Verbraucher besondere Vorteile waren der 2. und fünf der 3. Wertklasse zugeteilt. Mit 335 RM. erzielte der Züchter Richard Luh, Lang-Göns, für ein von der Gemeinde Langd erstandenes Vatertier den Spitzenpreis für alle 48 aufgetriebenen Eber. Nur ein Tier in dieser Klasse wurde für 200, alle übrigen für 250 und mehr Mark umgesetzt. Der Gesamtumsatz von 280 0 Ae ich s mark für alle zehn Tiere mit einem Durchschnittspreis von 280 RM. war beachtlich. Die Eber des Veredelten Landschwei« n es gingen ebenso sicher ab. Zwei Tiere wurden mit je 280 RM. bezahlt und zwar das der Wertklasse 1 zugeteilte des Züchters Karl Döring, Queck, das von der Gemeinde Burgbracht (Kreis Büdingen) erstanden wurde und das der 2. Wertklasse zugeordnete Tier des Züchters Kurt Göbel, Pfordt. Der größte Teil der Preise bewegte sich zwischen 200 und 250 RM. Bei einem Gesamt- Umsatz von 8580 RM. betrug der Durchschnittspreis rund 226 Reichsmark. Die Veranstaltung erbrachte mit einem Ge- famkumfah von mehr als 47 000 RM. und einem restlosen Verkauf aller aufgekriebenen Tiere einen weiteren Beweis für die wirtschaft- liche Bedeutung der heimischen Zucht. :greid) ge- f Sabine, ei. weiFah. verende Verbre- nb nach JReforb in bet Lahnschiffahri. Fwd. Die nun bekanntaegebenen Zahlen des Frachtverkehrs auf der kanalisierten Lahnstrecke im Juli stellen einen besonderen Rekord im Verkehr der jungen Schlffahrtsstrecke dar. Insgesamt wurden 28 185 Tonnen Fracht im Juli befördert. 236 Frachtschiffe wurden im Berichtsmonat gezählt, außerdem gingen zwei Flöße zu Tal. Die Beliebtheit der Lahn bei den Wasserwanderern kommt in 2442 Paddelbooten zum Ausdruck, die im Juli geschleust wurden. Leinsaat für die Aussaat 1938. Fwd. Soweit Leinsaat inländischer Erzeugung von einer Saatgutstelle erworben wird, beträgt der Uebernahmepreis der Saatgutstelle für Saatlein (zu- gelassenes Handelssaatgut) aus der Ernte 1936 = 16 RM., aus der Ernte 1937 bei Lieferung bis en. HMgen istruth ir Zug. fit Eisig- Maschine Hine quer )urd) den sitzender itantfiolj, des Essig' rang dem d aus der Die 36 Bullen erzielten einen Gesamtumsatz von rund 35 850 RM. mit einem Durchschnittspreis von 996 Reichsmark. 5ür die Eberversteigerung waren 48 Vatertiere aufgetrieben, 10 vom Deutschen Edel- schwern und 38 vom Veredelten Landschwein. Die Vatertiere des Deutschen Edelschweines stammten aus der Lang-Gönser Zucht. Fünf davon § Queckborn, 25. Aug. Gestern fiel der Ge- meinde- und Kirchenrechner Ludwig S ch i l l i n g e r so unglücklich auf der Treppe seines Wohnhauses, daß er einen Knöchelbruch davontrug. Er wurde in das Krankenhaus nach Laubach verbracht. Kreis Friedberg. gfs. Bad-Nauheim, 25. Aug. Die Frau en- schäft stellte hier eine Jugendgruppe auf, zu der sich bereits 46 Mädchen gemeldet haben. Die Leitung dieser Gruppe hat die technische Lehrerin Frl. Marga Kredel übernommen. Kreis Büdingen. O Nidda, 24. Aug. Der Leichtsinn mancher Landwirte, Eggen mit nach oben gerichteten Zinken nahe am Wege liegen zu lassen, führte in einem Nachbarüorf zu einem erheblichen Unfall eines Pferdes, für den der Besitzer der Egge nun haftpflichtig gemacht wird. — Die Freude über eine reichliche Brombeerernte in den Gärten, sowie über einen großen Ertrag von frühen Haustrauben wird wesentlich beeinträchtigt durch Amseln, Stare und Sperlinge, die trotz allerlei Abwehrmaßnahmen die Beeren durch Anpicken ungenießbar machen. Große Scharen dieser Vögel überfielen vor kurzer Zeit Mirabellen, Reineclauden und anderes Frühobst im städtischen Pflanzgarten, so daß dessen Boden nach kurzer Zeit mit angefressenem Obst übersät war. 8 Nidda, 24. Aug. An dem erneuerungsbedürftigen Unterbau der Eisenbahn st recke Nidda —Schotten werden zur Zeit umfangreiche Gleisarbeiten durch einen Bauzug in Stärke von etwa 70 Mann ausgeführt. Hauptsächlich in den Dörfern Kohden, Ober-Schmitten und Eichelsdorf werden die nur 12 Meter langen Schienen mit geringem Querschnitt, noch aus alter Zeit stammend, gegen 30 Meter lange Stahlschienen mit stärkerem Querschnitt ausgewechselt. Die Arbeiten werden zwecks Sicherung eines reibungslosen Durchgangsverkehrs in den Dörfern teilweise zur Hier abschneiden! I Hochgewächs. Bezeichnung für ganz erlesene Weine. Hochschulen, staatl. Anstalten für wissenschaftliche Lehre und Forschung, wie Universität Tech- Nische Hochschule, Tierärztliche Hochschule usw. Zu. ihrem Besuch A das Abschlußzeugnis einer höheren Lehranstalt erforderlich. Hochstapler, Gauner, der sich als vornehme, meist adlige Persönlichkeit ausgibt. Gegen Hochstapeleien schützt am besten Selbstsicherheit und ein Charakter, der stch nicht von jedem hochtönenden Namen berauschen läßt. Ist man aber hereingefallen, dann sofort die Polizei verständigen! Hochstickerei, Weißftickerei mit Reliefwirkung. Die Formen wer. den am Rand mit Vorstichen gekennzeichnet, das Innere stark mit Kettenstichen unterlegt und mit Plattstich überstickt. Hochzeit, Vermählungsfeier. Bei der standesamtlichen Trauung trägt die Braut ein Straßenkleid, Kostüm, Mantel oder Sommerkleid, wobei alles Auffällige vermieden werden muß. Der Bräu- tigam trägt einen dunklen Straßenanzug, wozu er einen Zylinder oder den schwarzen, steifen Hut trägt. Bei der kirchlichen Trauung trägt die Braut ein weißes Kleid (wenn sie zum ersten Male heiratet) mit Schleier und Myrtenkranz. Der Bräuti- gam erscheint im Frack oder Uniform. Bei einer Wieder- Verheiratung trägt die Frau vielfach einen Orangenblüten- * H°u ch-Ih-im, 25. Aug. Der hiesige 48 Jahre alte Hilfsarbeiter Heinrich Kröck XI. erlitt bei einem Unfall schwere Kopfverletzungen außerdem auch innere Verletzungen, die ■ feine Uebersuhrung in die Chirurgische Klinik nach I Gießen notwendig machten. ^Großen-Lind en, 25. Aug. Unsere Ge- /. memde hat im vorigen Jahre mehrere tausend .^^ulbeerstecklinge gepflanzt. Damit wurde I vas Gelände an dem neuerbauten Wasserpumpwerk heckenartig eingezäunt. Die Stecklinge haben sich prächtig entwickelt. Im kommenden Jahre soll mit rrae(r-xcfflbenr auperuudH begonnen werden. "urd-n im Rahmen der Erzeugung Ichlacht 3 5 0 0 Quadratmeter gemeindeeigenen Geländes mit Flachs bebaut «Dieser Tage zog “ ....... hinaus, um unh Nachtzeit bei Scheinwerferlicht ausgeführt. Die Baukolonne, die in 15 für sie eingerichteten Eisen- bahnwagen ihr Standquartier am Bahnhof Nidda t)at, wird täglich zur Arbeitsstätte gefahren. Kreis Alsfeld. * Groß-Felda, 25. Aug. Die hiesige Landwirtsehefrau Anna Stein stürzte so unglücklich von einem Erntewagen ab, daß sie mehrere Rippenbrüche erlitt und nach Gießen m das Evangelische Schwesternhaus gebracht werden mußte. Kreis Wetzlar. . 3) 25. Aug. Unsere Gemeinde erhebt für das Rj. 1937 folgende Steuersätze: Grund- vermögenssteuer I 260 v. H., Grundvermögenssteuer II 260 o. H. des staatlich veranlagten Grundbetrages, Gewerbesteuer nach dem Ertrage und dem Kapital 100 v. H. des Meßbetrages, Bürgersteuer 300 o. H. des Reichssatzes. Aus dem Ha u s h a l t, der 'n Einnahme und Ausgabe mit 74 755 RM. abschließt, ist u. a. folgendes zu bemerken: Zur Verstärkung der bereits vorhandenen Rücklagen sind 4000 RM. vorgesehen. Für verstärkte Schuldentilgung sind 1500 RM. eingestellt. Die Gemeinde ist von dem im Jahre 1929 durchgeführten Wasser- leitungsbau her noch erheblich mit Schulden bela- stet. An Vermögen sind außer den bebauten Grundstücken (Autohalle zum Unterstellen der Postomni- emschließlich 31. Dezember 1937 = 19 RM, bis 28. Februar 1938 = 18,70 RM., bis 31. März 1938 RM., bis 15. April 1938 = 18 RM. und bis 30. April 1938 = 17,50 RM. Für alle übrige Leinsaat, sofern sie für Saatzwecke ungeeignet oder nicht oerroenöbar i^t, jedoch den Richtlinien der Reichsstelle für die Zahlung einer Ausgleichsvergütung entspricht, bei Lieferung aus der Ernte 1936 = 13 Reichsmark und aus der Ernte 1937 = 16 RM Diese Uebernahmepreise sind Festpreise ab Vollbahnstation Des Erzeugers oder der Flachsröstanstalt ausschließ, lich Sack. Säcke Dürfen höchstens zum Selbstkostenpreis berechnet werden. Erleichterte Biehzufuhr nach Hessen. Fwd. Nachdem die Maul- und Klauenseuche im Reich nahezu erloschen ist, hat der Reichsstatthalter m Hessen bestimmt, daß die Vorschriften des frühe- ren hessischen Ministers des Innern vom 13. Januar t Korb" gesprochen, Dann ließ er Dies die ganze Gemeinde wissen. Groß und klein strömte zur ange- 1 gebenen Stunde herbei, um bei dem bevorstehenden ■ Schauspiel Dabei zu sein. WürDiglich führte Der , Spießmann den Verurteilten herbei, hieß ihn in den Korb steigen; ein paar handfeste Burschen standen schon bereit, um gegebenenfalls bei Widersetzlichkeiten nicht wenig derb zuzugreifen und beim Einstelgen behilflich zu sein. Mittels einer Kette, ober eines vom Seiler besonders verfertigten Taues! zog man den Korb mit dem Dieb ruckartig in die Höhe. Nun zeigte sich bald die Wirkung einer sinnreichen Konstruktion: Der Korb hing so schwankend, daß das verzweifelte Balancieren des Insassen nichts nützte: der Korb muhte kippen und seinen Inhalt entleeren, hinunter ins schmutzige Naß. Pudelnaß krabbelte dann der Bestrafte aus Dem Wasser. Den Vorgang begleitete natürlich Die Jugend mit Geschrei und Gejohle, die Erwachsenenschar mit spöttischen Redensarten Drunten in Krofdorf am Rathaus hing noch am Anfang des vorigen Jahrhunderts an einer Kette das H a l s e i f e n. Es war — wie Der Name schon sagt — aus Eisen verfertigt unD in seiner Form Dem menschlichen Hals angepaßt, verstell- unD verschließbar. Den Schlüssel trug Der Krofdorfer Spießmann, Der Die Dienstaufgaben Des Polizei- und Ortsdieners und des Nachtwächters in seiner Person vereinigte, stets bei sich. Das gewichtige Instrument des langen Spießes, den der Spießmann mit sich führte, war am vorderen Ende mit einem Widerhaken versehen, der zum Festhalten entweichender Frevler diente. Der >erwischte Feldoder Gartendieb wurde von dem Spießmann in das Halseisen geschlossen und hatte nun eine bestimmte Zeit darin am Pranger zu stehen, deutlich sichtbar für jeden Vorübergehenden, gehänselt und verhöhnt von den Dorfbuben. Das „In den Korb setzen" und das „Am-Pranger- stehen in Halseisen" bedeuteten für den Bestraften eine Schande, die ihm gegebenenfalls noch lange Zeit, ja fürs ganze Leben nachhing. P. i Die Oberklasse unserer Volksschule . . --- — er Anleitung Des Flurschützen Den Flachs zu rupfen und so auch schon praktischen Dienst am Volk zu leisten. — Heute kann Die alte ft e weibliche Einwohnerin unserer Gemeinde, Die Witwe Christine Peppler geb Gramm, Bahnhofsstraße 110, ihren 8 7. Geburts- tag feiern.JDie Greisin erfreut sich körperlicher unD fjeiftiger Rüstigkeit, geht noch aus und bedient die öffentliche Waage bei ihrer Wohnung. s^-L-'haestern, 25. Aug. Das vom hiesigen Kleinkaliberschützenverein veranstaltet* Preisschießen fand am Sonntag feinen Abschluß N der ungünstigen Witterung an einzelnen Schießtagen wurden gute Ergebnisse erzielt. Es erhielten in Der Altersklasse Den 1. Preis Eugen Selten mit 36 Ringen, Den 2. Karl Dem II den 3. Wilhelm Jakobi mit gleichfalls je 36 gingen, Den 4. Heinrich D o l k mit 35 Ringen, Den b. Wilhelm Volk mit 34 Ringen, Den *6. Otto J r n o (D, Den 7. Wilhelm Schmitt, Den 8. W. y l eck - Gießen mit ebenfalls je 34 Ringen, Den 9. Erwin Hahn mit 33 Ringen, Den 10. Wilhelm Dlehl. Den 11. Karl ©tauba^ Den 12. Fr. ^El-Dutenhofen, Den 13. Walter hinter unD Den 14. Theodor Schäfer, alle mit je 33 Ringen. xn "er Jugendklasse erhielten Den 1. Preis Helmut ÄotDe mit 36 Ringen, Den 2. Friedrich ™ a n D t mit 35 Ringen, den 3. Otto Schäfer m! A?lAsolls 35 Ringen, den 4. Richard Dem mit 34 Ringen und den 5. Ewald Brück mit 32 bemerken ist noch, daß sich an dem schießen, das in Leihgestern eine gute Pflegestätte beteili te crroai^ene Tugend außerordentlich stark □ llllenborf 4 künsl^ nben^ -5 ’f-l-'i 'S !>N * busse, Schule, Rathaus und Backhaus, Gemeindewohnhaus, Forsthaus, Transformatorenhaus, Gemeindewiegehaus und Feuerwehrgerätehaus) an unbebauten Grundstücken vorhanden: 484 Hektar Wald, 20 Hektar Kulturland und 3 Hektar Oed- land. Das Wegenetz umfaßt 77 Hektar. Das Betriebsvermögen besteht aus der Gemeindewasfer- leitung und dem Elektrizitätsortsnetz; es steht mit zusammen 90 000 RM. zu Buch. Die Kosten der öffentlichen Fürsorge sind stark zurückgegangen; wahrend sie noch im Rj. 1935 rund 11 200 RM. erforderten, erscheinen sie im diesjährigen Haushalt nur noch mit 7500 RM. in Ausgabe. Infolge. Der starken Wirtschaftsbelebung unD Der erheblich ver- besserten Erschließung Des Hinterlandes durch den Postkraftwagenverkehr ist es auch in Erda gelungen, die Erwerbslosigkeit zu beheben. Als Beihilfe für die NSV. sind 60 RM. vorgesehen; als Anteil Der (BemeinDe an Den Kosten Der NS.-Schwestern- ftation 400 RM. Für Die regelmäßige Unterhaltung Der öffentlichen (BemeinDeroege stehen 1500 RM. Zur Verfügung, für Den Neubau von Straßen und Wegen aus laufenben Mitteln 6000 RM. Für Bach- reguüerungen und Uferschutz sind 300 RM. bereit- gestellt, zur Ansammlung einer Wegebau-Rücklage 1000 RM. Die Kosten Der Zuchttierhaltung gleichen sich mit 2000 RM. aus. Die Feuerlöschgeräte sollen Durch die Anschaffung von 200 Meter neuen Schläuchen eine Ergänzung erfahren. In unseren heimatlichen Gemeinden hört man in gegenwärtiger Erntezeit wieder Klagen über Held- und Gartendieb st ah l. Aerger und oerdruß bei den Behörden und bei den Bestohle- «n. Der Ortsdiener verkündet Strafandrohungen, seist auf den vermehrten Wachtdienst durch er- unnte und vereidigte Ehren-Feldhüter hin. Der eplagteste Mann ist der ständige Flurhüter, Der alb hier, bald Da nach Dem Rechten sieht. Feld- und Gartenfrevler gabs zu allen Zeiten. Ian merkt es beim Lesen in überlieferten Akten, jas einem aber Dabei befonDers auffällt, ist Die iginellität mancher in AnwenDung gebrachter rasen über Die Bösewichte. Da sie mehr an Die *re als an Den GelDbeutel gingen, mögen sie Doch inchen vom bösen Vorhaben zurückgehalten haben. Lus Der Reihe Der Anprangerungen — Denn als sie kann man Die Strafen von eheDem bezeich- — seien zwei herausgegriffen, wie sie in >f Dorf-Gleiberg in Hebung waren. Die findet sich schon in Der „Gleiberger Thalord- ■ gegeben auf Mittwoch Der heiligen Drei Kö- anno 1502". Es ist Dies eine Gemeinde-OrD- ' mit mehr als 40 Punkten, Die alle wefent- Seiten Der Dorfaemeinschaft Gleiberg re- (Gleiberg hieß Jahrhunderte lang das .) Für Wald-, Feld- und Gartenfrevel war Qärfergeöing zuständig. Sein Vorsteher, der leister, hatte alle 14 Tage „Feldrügen" zu Jeder entdeckte Frevel mußte hier ange- werden. Ein besonders wachsames Auge kam f ö r t n e r Der beiDen Gleiberger (Stadttore ser musterte Ein- und AusgehenDe infonber- er Das, was sie hin- unD hertrugen. Ver- s brachte er zur Anzeige. Punkt 20 Der bnung" besagte: „Wer in Den (Barten steigt 'ft frevelt, soll in Den Korb gefetzt ! " Die gleiche Strafe Drohte Punkt 21 an Feldfrevler. war's mit Dem Korb? Nun, er hing an | tarken Pfahl am Dorfweiher, warnungsvoll i n Vorübergehenden, fyatte Der Markmeister . len SünDer das Urteil zum „Setzen in Den l. «»6 101 1 öorbth Mch em, . ■ Qnnt ne, L m in bi? >t we^ 1UJ* 3uWWieii lt. Nt- heute bei n Dingtn lte etwa; sicher D?, 1928 auf die 'im Eisenbahn-, Schiffahrts- oder Kraftwagenverkehr eintreffenden Klauenmehtransporte bis auf weiteres für solche Tiere keine Anwendung finden, bei denen durch Vorlage eines amtstierärztlichen Zeugnisses nachgewiesen wird, daß ihr Her- kunstskreis seuchenfrei ist. Rhein-Mainische Börse. r Mitlagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 25. Aug. Die Geschäftstätigkeit war zwar nicht sehr lebhaft, doch hat sich die Nachfrage der Kundschaft nunmehr auch auf einige andere, bisher vernachlässigte Marktgebiete ausgebreitet. Sonderbewegungen traten nicht hervor. Am Aktienmarkt war die Tendenz freundlich, während die Kursentwicklung wieder keine einheitliche Richtung zeigte. In Reaktion auf die letzttägige Steigerung gingen BMW. weiter zurück auf 158 (160), auch Daimler anfangs 0,50 v. S). niedriger mit 145,75, später jedoch 0,25 v. $). hoher gesucht. Etwas lebhafter waren Demag mit 154,50 bis 155,75 (154,50), Rheinmetall 0,25 v. H. erholt auf 160,50, Eßlinger Maschinen unv. 119. Der Montanmarkt brachte bei kleinen Umsätzen vorwiegend Rückgänge bis 0,65 v. H., gut behauptet blieben Hoesch mit 126,25, Rheinstahl gewannen 0,40 v. 5). auf 156,65. Von Metallwerten gewannen VDM. 1 v. S). auf 179, Deutscher Eisenhandel 0,25 d. S). auf 153,25, während Metallgesellschaft auf 156,40 (157,25) abbröckelten. Am Elektromarkt erfolgten in Gesfürel wieder kleine Anlagekäufe bei 158,75 (157,50), auch Siemens weiter erhöht auf 222 (220,25), Felten 141,75 (141,13). IG.-Farben lagen mit 167,65 (167,50), voll behauptet, Goldschmidt 0,40 v. j). niedriger. Sonst kamen noch Aschaffenburger Zellstoff mit unv. 152,25 und AG. für Verkehrswesen mit 128 (128,40) zur Notiz. Am Einheitsmarkt waren Kahlgrund Eisenbahn nach der unbegründeten Aufwärtsbewegung angeboten. Im Freiverkehr wurden genannt: Adlerwerke 118,50, Wayß & Freytag 148,50, Weilwerke 133, Dingler 93,50. — Tagesgeld 2,75 (2,50) v. S). Abendbörse slill und behauptet. Die Abendbörse nahm bei weiterhin freundlicher Tendenz einen ruhigen Verlauf. Am Aktienmarkt war die Kursbildung wieder etwas ungleichmäßig, im ganzen konnte der Mittagsstand aber gut behauptet werden. Einzelne Spezialwerte wurden weiter gefragt, Moenus 124,50 (124), Deutsche Erdöl 153,25 (153), Deutscher Eisenhandel 153,75 (153,25), Rheinstahl 157,13 (156,75). Im Gleichklang mit Berlin notierten Conti Gummi mit 191 (190), andererseits waren Rheinmetall mit 159,50 (160,50) und Gesfürel mit 158 (158,75) etwas stärker ermäßigt, doch wurde der noch etwas niedrigere Berliner Stand nicht erreicht, nur Hoesch unterschritten mit 125,50 noch 0,25 v. 5). den Berliner Kurs (126,25). IG. Farben lagen mit 168 unverändert, wie auch die sonst noch notierten Papiere ganz geringfügig abwichen. Von Bankaktien stellten sich Bayr. Hyp. Bank auf 104,25 (103,50). Regeres Geschäft hatten wieder Otaoi Minen mit 33,90 (33,75). Der Rentenmarkt lag unverändert ruhig. Altbesitz nicht ganz behauptet mit 127,65 (127,75): sonst notierten 4.50 vH. Krupp 99,75. 4,50 v. $). Harpener 130, Reichsbahn-Vorzugsaktien 127,75, 6 o. $). IG. Farben 132,75. Kommunal-Um- schuldung nannte man unverändert 94,60. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 25. August. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 204, W 16 207, W 19 211, W20 213, Roggen R 12 187, R 15 190, R18 194, R19 196 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 28,90, W 16 29,00, W 19 29,00, W 20 29,35, Roggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R 15 22,80, R18 23,30, R19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Soyaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —. Treber getr. 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —. Heu alte Ernte 5,50, neue Ernte 4,60 bis 4,80, Heu draht- gepreßt alte Ernte 5,90, Weizen- und Roggenstroh —. Tendenz: Ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 26. Aug. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1077 Rinder (198 Ochsen, 142 Bullen, 534 Kühe, 203 Färsen), 660 Kälber, 99 Hämmel, 58 Schafe, 178 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 44, Kälber 35 bis 65, Hämmel 40 bis 52, Schafe 25 bis 46, Schweine 53 bis 57 Mark. — Marktverkauf: Rinder, Kälber, Schweine zugeteilt; Hämmel und Schafe lebhaft. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 666: Lederpreisverordnung, Preiserrechnungsoorschriften. — 667: Begriffsbestimmungen und Bezeichnungsvorschriften für Kitte für Verglasungen (Glaserkitt, Fensterkitt, Dachkitt) RAL. 849 B. — 669: Neuer Bahntarif für die Ausfuhr von eisernen Maschinen nach Bulgarien. — 670: Beruf des Feuerfest-Formers als industrieller Lehrberuf anerkannt. — 671: Neue Kleinoerkaufspreise für inländisches Obst und Gemüse. — 672: Führung von Listen über Rechtsanwälte, die zur Hilfeleistung in Deoisensachen bereit sind. — 673: Transitverkehr über deutsche Seehäfen nach Rumänien und Bulgarien. — 674: Zollfrankaturen für Warensendungen nach Jugoslawien. — 675: Sonderschau „Werkstoff Papier" auf der Leipziger Herbstmesse. — 676: Verbesserte Absatzmöglichkeit in Niederländisch-Jndien. — 677: Verzeichnis der deutschen diplomatischen und konsularischen Vertreter. — 678: Einrichtung eines weiteren RM- Sonderkontos im Verkehr mit Brasilien. — 679: Luftpost-Nachbringeflüge Köln—Cherbourg. — 680: Kompensationsgeschäfte mit Griechenland gegen Tabake alter Ernten. — 681: Bekanntmachung der Ueberwachungsstelle für Edelmetalle vom 21. August 1937. Betr.: Abänderung des Wortlauts der bis zum 10. August 1937 ausgefertigten Genehmigungsbescheide für das Jahr 1937 für den Erwerb von Alt- und Bruchgold zu gewerblichen oder beruflichen Zwecken. — 682: Verordnung über die vorläufige Anwendung einer deutsch-tschechoslowakischen Vereinbarung. — 683: Verordnung über die vorläufige Anwendung eines Handelsabkommens zwischen dem Deutschen Reich und der Republik Guatemala. — 684: Verordnung über die vorläufige Anwendung einer Dritten Zusatzvereinbarung zum deutsch-ungarischen Handelsvertrag. — 685: Zertifizierung deutscher Auslandsbonds. — 686: Frachtermäßigung für Papier und Pappe usw. ab Gengenbach im Ausfuhrverkehr über deutsche Seehäfen. — 687: Erste Bekanntmachung zur Auslandswaren- preisverordnung, vom 23. August 1937. — 688: Anordnung 27 der Ueberwachunasstelle für Bastfasern über Höchstpreise für den An- und Verkauf von gebrauchten Säcken. — 689: Bekanntmachung S. Pr. la der Höchstpreise für gebrauchte Säcke und Gewebe beim Aufkauf durch Aufkäufer vom Entleerer. — 690: Bekanntmachung S. Pr. 1b der Höchstpreise für gebrauchte Säcke und Gewebe beim Verkauf der Aufkäufer an Sack- und Planfabriken. — 691: Bekanntmachung S. Pr. 1c der Hötzstpreise für gebrauchte Säcke und Gewebe bei Verkäufe» an Verbraucher. — 692: Anordnung B 15 der lieber- wachungsstelle für Baumwolle (Aushebung der Ausgleichsmöglichkeit innerhalb der Verarbeitung eines laufenden Kalendervierteljahres). — 693: Anordnung V 12 der Ueberwachungsstelle für Waren verschiedener Art (Herstellung von Fußbodenbelag aus Preßkork). — 694: Neue Kleinverkaufspreise für inländisches Obst und Gemüse. Kurszettel der Berliner und Franksurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe der zuletzt oeschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v H.. Lombardzinsfuß 5 o. H Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- börie Schluß- fürs Schluß! Mittag börse Da in in 24 8 25 8 24 8 25 8 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,7 101,75 101,75, 101,7 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 99 99 99 99 4*/2% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1935 *y2% Deutsche Reichsschatzanwei- sungen von 1935, II. Folge ... — — — — 99,4 99,3 99,4 99,3 4y2% Deutsche Reichsichatzanwei- jungen von 1936, 111. Folge .. 99 99 99 99 5/t% Doung Anleihe von 1930 .. 105 105 105 105 4yz% Hesstsche Volksstaat von 1929 100,25 100,25 100,25 100,25 4%% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 100,6 100,6 100,5 100,4 4y2% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. 99,75 99,75 99,75 99,75 Reichsanleihe-Altbesitz.......... 127,9 127,65 127,75 127,75 Lberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten.............. 136,75 136,75 — — 4y2% Hess. Landesbk. Darmstadt Goldpse. R. 12.............. 99,5 99,5 — 99,5 5%% Hess. Landes-Hyp.-Bani Liqu. Goldpse............... 101,5 101,5 — — 4y2% Preust. Landespfdbr.-Anst. Goldpse. R. 19.............. 99,5 __ 99,5 99,5 4 y2% Preu st. Gold-Komm. R. 20 98,75 — — 98,75 4*/2% Darmstädter Kvmm.-Lan- desbankR. 6 ................ 98,5 98,5 — — Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte 1.............. 134 134,25 134,5 134,5 4>/2% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 99,75 99,75 99,75 99,75 4x/2% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obi. 2 3.................... 98,75 98,75 _ _ 5!/2% Franks. Hyp. Liquidation Goldpse..................... 101,55 101,7 _ — 5y2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpse..................... 101,9 101,65 101,75 101,65 Steuergutschein-Verrechnungskurs 101,1 111,1 — 111,2 AG. für Verkehrswesen .... 6ya 128,4 128 127,9 127,9 Hamburg-Südam. Dampfschiss. Ö — — 45,25 — Hamburg-Amerika Paket......O 88 25 —— 88,4 88 Norddeutscher Lloyd..........O 93 93 93 92,5 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 127,65 127,75 127,65 127,65 Reichsbank................. 12 213,25 213,25 213,5 213,25 Berliner Handelsgesellschaft . 6 yt — — 135,75 135,75 Commerz, und Privat-Bank ... 5 118 118,13 118 118,13 Deutsche Diskonto............ 5 125 124,5 125 124,5 Dresdner Bank..............* 105 105 105 105 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlustk. Abend börie Schluß- kurs Schluß^ M'.tiag. börie Dalum 24 8 25 8 24 8 25 8 Acrumulatoren-Fabrik...... . 14 — — 230 Aichafscnburg Zellstoff...... .. 6 152,25 152,25 152,75 152,5 Bemberg................. .. O 155,5 156 155 155,5 Bekula................... .. 8 —— 167,75 168,13 163.25 Buderus Eisen............. .. 5 131 131 131 131 Gement Heidelberg......... .. 7 169 169 — Gement Karlstadt .......... .. 6 — — — Gonti Gummi............. . 12 189,75 191 190,5 191 Daimler Motoren.......... 6'/, 146,25 145,5 146 145,25 Dessauer Gas............. .. 4 — —— 119,65 119.65 Deutsche Erdöl ............ .. 5 151,75 153,25 151 75 153 Deutsche Gold- und Silber .. .. 9 266,5 266,5 — Deutsche Linoleum......... . 10 169.5 172,75 171 173 Elektrische Lieferungen...... .. 6 134,5 134 134,4 134.5 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 156 156 156 156 I. G. Farben-Industrie..... .. 7 167,5 168 167,75 168,25 Felten & Guilleaume....... .. 6 141,13 141,75 141,5 141,13 Gesfürel.................. .. 7 157,5 158 157,75 157,75 Th. Goldschmidt........... .. 6 149,4 149 149,13 148,5 Gritzner Maschinen......... .. O — — 52,75 ,52,4 Harpener ................. 8’4 175,5 175,25 175 175,75 Hoesch Eisen............... Philipp Holzmann......... 3 y. 126,13 125,5 125,5 125,75 .. 8 153,25 154 153.75 153,9 Ilse Bergbau.............. .. 6 — —— 173,5 173,5 Ilse Genüsse.............. .. 6 — 141 141 142 Kali Aschersleben .......... .. 4 —— — 120 Klvckncrwerke ............. 4 y2 137,5 137 136,75 136 75 K okswerke und Ehe mische Fabrik 7 — — 165,75 165,75 Lahme her................ .. 6 129 — 128,5 129,65 'Mainkraft................. .. 4 95 95,5 — Mannesmann............. *’/? 125,4 125 124,9 125 Mansselder Bergbau....... .. 7 154,5 154 155 Metallgesellschaft........... .. 6 157,25 156,4 156,75 156 Orenstein & Kopvel........ .. 0 — — 117,5 117 Rheinische Braunkohle...... . 12 — — 233,25 234 Rheinische Elektro.......... .. 6 —— 131,5 — 131,5 Rheinstahlwerke............ .. 6 156,25 157,13 156,13 157 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 132,25 132,25 132 132 Rütgerswerke ............. .. 7 150,75 150,5 150,75 150,75 Salzdetfurth Kali.......... .. 6 — 163 Schlickert & Go............. .. 7 178,5 178 178,75 178,5 Schultheis Patzenhofer...... .. 4 96,5 96,25 Siemens & Halske......... .. 9 220,25 222 221,5 222,5 Süddeutsche Zucker......... 10 205,5 206,5 206,5 206,65 Vereinigte Stahlwerke...... *'/: 121,65 121,5 121,9 121,13 Westdeutsche Kaufhof....... .. O 59,5 59,25 59,4 59,25 Westeregeln Alkali.......... .. 4 118,25 118,5 Zellstoff Waldhos.......... .. 6 162,5 163 162,5 163 Otavi Minen ............. 0,6 32,75 33,9 32,13 33,9 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a ZR. 24-August 25 August Amtliche Notierung Amtliche Notierung Gele Br"-, Geir Bries Buenos Aires............. 0,751 0,755 0,750 0.774 Brüssel................... 41,91 41,99 41,89 41,97 Rio de Janeiro............ 0,161 0,163 0,162 0,164 Polen.................... 47,00 47,10 47,00 47,10 Kopenhagen............... 55,41 55,53 55,36 55,48 Danzig................... 47,00 47,10 47,01 47,11 London................... 12 41 Helsingfors................ 5,49 5', 50 5,485 M95 Paris.................... 9,341 9,359 9,336 9,354 Holland.................. 137,31 137,59 137,23 137,51 Italien................... 13,09 13,11 13,09 13,11 24 August 25 August Amtliche Notierung Anuliche Neuerung Gelt Br"f iMeir Briel Japan.................... 0,722 0,724 0,723 0,725 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,786 Oslo..................... 62,37 62,49 62,32 62,44 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.................. 11,27 11,29 11,26 11.28 Stockholm ................ 63,99 64,11 63,94 64.06 Schweiz.................. 57,15 57,27 57,12 57 24 Spanien.................. 16,98 17,02 16,98 17.02 Prag..................... 8,656 8,674 8,656 8,674 Budapest................. — Neuyork................ 2,489 2,493 2,489 2,493 Mein Geschäft befindet sich ab 1. September KREUZPLATZ 2 (Pelikanapotheke) M.Liebler, Modistin 5442 D Handtaschen in vielen Größen und Ausführungen sehr billig. Beachten Sfe bitte meine Schaufenster 1 Leder-Röhrig, Gießen Neustadt 43 628sA \M rnnr DRUCKSACHEN «CKDC Brühl. Gießen llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Ihre Geschäftsdrucksachen ■teilen die Verbindung her zu Ihren Erzeugnissen. Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Briefumschläge, Postkarten, Rechnungen.Geschäftskarten ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert au.* gepflegte Drucksachen I Wir bieten eie Ihnen Brühl'sche Druckerei. Schulstr. 7. Ruf 2251 llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllilllllllllll Hochzeitskosten Hohensonne 206 kranz. Die Brautjungfern richten sich in ihren Kleidern meistens nach der Braut. Bei der Silberhochzeit, dem 25. Hochzeitstage, trägt die Silberbraut zu einem silbergrauen Kleid den Silberkranz, der Bräutigam ein Silbersträußchen am Frack. Hochzeitskosten, der Aufwand bei der Hochzeitsfeier, müssen von den Brauteltern getragen werden, da sie als Seil der Aussteuer gelten. Hochzeitsreise, die gemeinsame Reise des jungen Paares nack der Vermählung, bat den Zweck, daß die Jungverheirateten sich ungestört aufeinander einleben. Die Hochzeitsreise soll daher weniger eine abwechslungsreiche Vergnügungsreise sein, als ein Aufenthalt an einem schönen, ruhigen Ort. Höchstleistung, Bestleistung, deutsche Bezeichnung für das entbehrliche englische Wort Rekord bei turnerischen und leichtathletischen Wettkämpfen. Höhenluft regt die Atmung an, wegen ihres geringeren Gehaltes an Sauerstoff. Wegen des verminderten Sauerstoffgehaltes in großen Höhen werden auch die roten Blutkörperchen vermehrt damit der Sauerstoffmangel durch eine erhöhte innere Ät- mung etwas ausgeglichen wird. Daher ist Höhenklima ein ausgezeichneter Heilfaktor gerade bei Blutarmut (). d.), auch bei nervöser Erschöpfung und bei Erkrankungen der Atmungsorgane. Höhensonne. Es gibt die natürliche Höhensonne, das ist das Sonnenlicht in großen Höhenlagen im Hochgebirge, und die künstliche Höhensonne, eine Quecksilberdampf - Quarzlampe. Das Wichtige bei beiden ist die Wirksamkeit der ultravioletten Strahlen, deren Bedeutung in der Behandlung der Rachitis und verschiedener anderer Krankheiten man erst in der letzten Zeit erkannt hat. Die ultravioletten Strahlen sind sehr kurzwellige Strahlen, die man zwar nicht sehen kann, die aber desto intensiver wirken. Sie sind es, welche die Haut bräunen, welche den Sonnenbrand Hervorrufen, die aber auch den Stoffwechsel steigern und einen großen Reiz auf den Körper ausüben. All diese Eigenschaften machen die an ultravioletten Strahlen so reiche Höhensonne in der Hand des Arztes zu einem ausgezeichneten Heilmittel. Andererseits können aber die ultravioletten Strahlen, unrichtig angewandt, viel mehr schaden als nützen. Da. her nicht wahllos Sonnenbäder nehmen oder sich unter die künstliche Höhensonne legen. Da die ultravioletten Strahlen von Staubteilchen der Luft, von Stoffen, von Glas sehr stark verschluckt werden, kann die Sonne in staubigen Städten nicht die Wirkung haben, wie die Eebiras- oder Ueeressonne, anderseits aber tatn man sich vor unerwünschter Bestrahlung mit ultravioletten Strahlen schützen, z. B. durch das Tragen von Augengläsern, da die Augen leicht entzündet werden durch zu starke De. strahlung, oder durch entspre- Was schenk! man zur Hochzeit? Ein praktisches Geschenk, etwas für den Haushalt ist das Richtige. Denn in einem jungen Haushalt wird ja soviel gebraucht. Wenn Sie also demnächst ein Hochzeitsgeschenk zu machen haben, dann gehen auch Sie zu J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. verschwinden durch ' Frucht’« Schwanenweiß Ole Haut reinigt, belebt u. erfrischt tchönheltswasser Aphrodite Drog. Winterholl, Kreuzplatz 10 Fris.-Salon Wahl, Bahnhofstr. 63 Grünberg: Droghs. Ang. Röhm Leistung entscheidet! 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Biacker vom Wintergarten Berlin Der Instrumental-Virtuose Ludwig Bobula auf dem Akkordeon Der Karikaturist Ernst Reinhardt vom Haus Vaterland, Berlin Der Komponist am Flügel Willy Norman von Ameiika zurück Der Troubadour Eine lustige Szene mit Elisabeth Amann Häberle u. Pfleiderer Die schwäbischen Originale KleineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Zainen Den beachtet und aeleien Seltene Naturur- Kunden von den Halligen und Dom Wattenmeer enthält die Neuerscheinung, die alle Naturfreunde und DogeUiebhaber mit Begeisterung lesen und schauen werden: Unter MMngblem u.SeeWöen Beobachtungen und Natururkunden aus d. Dogelwelt d. deutschen Nordseeküste. — Don Eugen Schuhmacher Insgesamt 104 Seiten mit 92 Bildern nach wundervollen Naturaufnahmen. In L'einen gebunden RM. 3.90. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Verlangen Sie bitte das ausführliche Werbeblatt. 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