trotz der gegenteiligen Haltung der anderen Kleinen- Entente-Staaten weiterhin der Sowjetunion die Anerkennung verweigere. Es scheint, daß das offizielle Tfchechentum von heute nur die Deutschenfeindschaft, aber nicht die Sowjetfeindschaft von dem Programm seines alten Mitkämpfers Dr. Kramarsch übernommen hat. Staatssekretär Milch von König Leopold empfangen Große Beachtung der deutschen Leistungen aus der Brüsseler Luftfahrtausstellung. Brüssel, 26. Mai. (DNB.) Der König der Belgier empfing den Staatssekretär der Luftfahrt, General der Flieger Milch. Im Anschluß daran begab sich General Milch mit seiner Begleitung zu dem Grabmal des unbekannten Soldaten, wo er in Anwesenheit des deutschen Luftattaches Generalmajor Wenninger und des Legationssekretärs an der deutschen Gesandtschaft Freiherrn von Neurath einen Kranz niederlegte. Der Kriegsminister General Denis gab sodann zu Ehren von Staatssekretär Milch ein Frühstück. Im Anschluß an die Eröffnung der Internationalen Luftfahrtausstellung, auf der die deutsche Beteiligung unbestritten im Vordergrund des Interesses der Besucher steht, fand am Abend ein großes Bankett statt. In den hierbei gehaltenen Reden wurde der deutschen Luftfahrt und ihren Vertretern vollste Anerkennung gezollt. Der Derkehrsminister Marcel Henry Jasper begrüßte mit besonders herzlichen Worten den Staatssekretär Milch und sprach den Vertretern der deutschen Luftfahrtindustrie Dank und Anerkennung aus für die hervorragenden deutschen Leistungen, die man auf der Ausstellung bewundern könne. Die Blätter bringen Bilder von Staatssekretär Milch und der Kranzniederlegung am Grabmal des Unbekannten Soldaten, wobei darauf hingewiesen wird, daß gestern zum erstenmal deutsche Offiziere in Uniform diesen feierlichen Akt pietätvollen Gedenkens zu Ehren der im Krieg gefallenen belgischen Soldaten vollzogen haben. Aegypten in den Völkerbund ausgenommen. Genf, 26. Mai. (DNB.) Die Völkerbundsversammlung beschloß am Mittwoch einstimmig die Aufnahme Aegyptens in den Völkerbund. An der Abstimmung nahmen nicht teil Australien, die Dominikanische Republik, Spanien und Mexiko. Doch erklärten die Vertreter der drei letztgenannten Staaten nachträglich, daß sie sich dem Votum der Versammlung anschließen. Der Präsident lud daraufhin die ägyptischen Delegierten ein, ihren Platz in der Versammlung einzunehmen. Als Präsident der Versammlung und als Vertreter der Türkei widmete ihnen der türkische Außenminister herzliche Begrüßungsworte. Der ägyptische Ministerpräsident Nahas Pascha sprach die Hoffnung aus, daß der Völkerbund alle Schwierigkeiten überwinden und die Mitarbeit aller genießen werde. Die Entwicklung gehe stufenweise vor sich. Aegypten habe durch den englisch-ägyptischen Freundschaftsvertrag seinen Willen zur Zusammenarbeit bewiesen. OasWahleraebnis mHolland Die bisherigen Negierungsparteiengestärkt. A m st e r d a m , 27. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die vorläufige Verteilung der Sitze für die zweite holländische Kammer in der amtlichen Reihenfolge ist folgende: Römisch-katholische Staatspartei 31 Sitze (28 auf Grund der Wahlen im Jahre 1933); Sozialdemokraten 23 (22) Sitze; Anti- revolutionäre Partei (Colijn) 17 (14) Sitze; Christlich-historische Union 8 (10) Sitze; Liberale 4 (7) Sitze; Freisinnige 6 (6) Sitze; Kommunisten 3 (4) Sitze; Reformierte Partei 2 (3) Sitze; Christlichdemokratische Union 2 (1) Sitze; NSB. (Mussert- Bewegung) 4 (0) Sitze. Die übrigen zehn Parteien bekommen keine Sitze. Dieses Wahlergebnis zeigt, daß die bisherigen Regierungsparteien (Katholiken. Äntixevolutionäre, Christl.-hi- storische, Liberale, Freisinnige) mit 66 gegen bisher 65 gestärkt aus der Wahl hervorgegangen sind. Doriat seines Amtes ofe Bürgermeister enthoben. Paris, 26. Mai. (DNB.) Auf Grund einer Entscheidung des Innenministers ist der Führer der Französischen Volkspartei, Jaques D o r i o t, seine» Amtes als Bürgermeister von St. Denis enthoben worden. Die Maßnahme, fo erklärt man, sei auf Unregelmäßigkeiten in der Verwaltung Do- riots zurückzuführen. Während die Blätter der Linken unumwunden ihrer Freude Ausdruck geben, daß die Volksfront-Regierung endlich diesem Gegner das Genick gebrochen und die angebliche Unzuverlässigkeit in der Verwaltungstätigkeit Doriots nachzuweisen suchen, sprechen die Blätter der Rechten von einer rein politischen Maßnahme, er m Pari; o zwar war 3ur Strecke haft in der irner-M.) I der 63. ttkampf der abes hesjen' 1 Platz im n) erringen. Ringen er- und -enden zweiten lgen. ion. ramstagnach- aufen, 5659 A i und irden tri* il»t* tolle ;k das Ri«h* ,e ..... «J* n.rß * .....* p.lD * t ..... 3,60 ..... 3.80 .....> HrJ20 Erster Matt 187. Jahrgang Donnerstag, 27. Mai 1937 fcr|d)eira rüg lieh, außer Sonntags and Feiertag» vetlagen: Die 3IIu|tnerte Viehener Familien blätter yeimat im Bild Die Scholl» Monarr-Vezugspreir: Ultt 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern tnflstge höherer Gewalt Zernsprechanschlüste unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gietzev Postscheckkonto: gronffurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen druck und Verlag: vrühl'sche Univerfttüts Such- und Zteindruckerei R. Lange tn Gietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/.UHr des Vormittag» Grundpreise für \ mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70mm Breite 50Rpf.,PIatzvorschrift nach oort) Bereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf .Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B .ein überspieltes Luxus- kn Dreibund nannte er iWr' und forderte innenpolitisch die Anerken- ing des böhmischen Staatsrechtes und die U m = ! staltung Oesterreich-Ungarns in einen über- itgenö slawischen föderativen Staat If Grund der Rechte der historischen Königreiche d Länder. Außenpolitisch forderte er die An- iherung an Rußland. Er war Mitbegrün- r und langjähriger Leiter der Auslandssektion tschechischen Nationalrates, welche die über- viegenden tschechischen politischen Kräfte zusammen- s^ie und durch eine umfangreiche Propaganda die richsseindliche Stellung der Tschechen im Weltkriege i rirbereitete. 3m Zusammenhang damit begründete Dr. Kra- lioilch den Neo-Slawismus, der innige kul- treile und politische Zusammenarbeit aller slawi- fen Völker nach dem Grundsatz der Gleichberech- tiiung predigte. Große Slawenkongresse in I'«g und Sofia dienten diesem Gedanken sowie !i»lreiche Reisen Dr. Kramarschs nach Moskau und k-«ersburg, wo er Beziehungen zu russischen Staats- Rnnern und führenden Persönlichkeiten in seinem eine anknüpfte. An seinem Widerstand scheiterten li letzten deutsch-tschechischen Ausgleichsverhand- di'gen vor dem Kriege. Bei Au^ruch des Krieges stellte sich Dr. Kra- ^rsch die Seite der Gegner der Monarchie und B-rbe am 1. Mai 1915 im Auftrage des öfter» fischen Armeekommandanten Erzherzog Friedas wegen Hochverrats verhaftet. Nach 'item Prozeß, der 128 Verhandlunastage umfaßte, vwde Dr. Kramarsch im Juli 1916 wegen Hoch- ’trats zum Tode verurteilt, später zu 15 Jahren Eueren Kerkers begnadigt. Die Amnestie Kaiser Ms im Juli 1917 hob auch diese Strafe auf, setzte Kramarsch auf freien Fuß und ließ alle Hem- nmgen wegfallen, die Kramärsch an einer offe - [_n feindseligen Haltung gegen die glitte lm ächte gehindert hatten. Während seines ^^esses bestritt er aufs lebhafteste, irgendeine ^«tsfeindliche Handlung begangen zu haben und e!mte die Bestrebungen der tschechischen Auslands- olution unter Führung Masaryks aufs ent- !c edenste ab. Nach dem Kriege allerdings hat er in ,'Hien eigenen Schilderungen und Erinnerungen die 1'freichische Militärjustiz glänzend gerechtfertigt, ’ism er selbst bekannte, daß er von Kriegsbeginn fr ein eifriges und tätiges Mitglied Hir geheimen tschechischen Verschwö - llm g gegen Oesterreich unter dem Namen der Mia gewesen war. In aller Ruhe und vor aller Deutlichkeit konnte Dr. Kramarsch für den Fall *• militärischen Zusammenbruchs die Errich- ’yng eines selbständigen tschechischen Staates vorbereiten und am 28. Oktober 1918 " Früchte seiner Arbeit vflücken. l:r wurde der erste Ministerpräsident ^tschechoslowakischen Regierung, trat allerdings Mck, als die Gemeindewahlen 1919 zeigten, daß 'lr2 neugegründete Nationaldemokratische ■c rte i eine weitaus geringere Zahl von Andern zählte als angenommen worden war. Die l|,,n Parlamentswahlen in der Tschechoslowakei im jsl'jahr 1920 brauten seiner Partei eine weitere ^'Verlage, die namentlich dadurch herbeigefuhrt v'Se. daß die tschechisch-nationalen S o - ^'listen im ganzen Staat das unterwürfige b e n g e f u d) plakatieren ließen, das Dr. Krauch unter Berufung auf seine angebliche Dynastie- sts nach seiner Verurteilung zum Tode an Kaiier fcnz Joseph gerichtet hatte. Immerhin konnten "tschechischen 'Nationaldemokraten unter Führung ^-Kramarschs lange Jahre hindurch die Aufnahme ^malischer Beziehungen zu Sowie t- ’Uanb verhindern, das Kramarsch als Femd .rnationalen Slawentums glühend haßte. Als Dr. enefd) als Außenminister die Anerkennung "'jetrußlands durch die Prager Regierung durch- und den Pakt mit Sowjetrußland schloß, trat Kramarsch mit seiner Partei aus der Regierung Oer tschechische Clemenceau. Zum Tode von Dr. Karl Kramarsch. Drahtberichi unseres C. A.-Korrespondenien. Nachdruck verboten! Prag, den 26. Mai 1937. Im Alter von 77 Jahren ist der Vorsitzende der cheschischen oppositionellen „Nationalen Vereini- pmg", früher der tschechischen national-demokrati- )en Partei, Dr. Carl K r a m a r s ch gestorben. Mit im ist eine markante Persönlichkeit des nationalen ilchechentums dahingegangen, die trotz ihrer grund- itzlichen deutschfeindlichen Einstellung is durchaus anständiger Charakter über das tsche- chche Mittelmaß hinausragte. Auf der Universität ■ Wien und an reichsdeutschen Hochschulen zum svtionalökonomen gebildet, trat Kramarsch als iohn eines reichen nordböhmischen Industriellen 891 in das politische Leben ein und errang sich ii.Ib eine führende Stellung in der radikalen jrngtschechischen Partei, welche die ge- iiaßigte und kompromißbereite alttschechische Par- i vollständig überwand. Dr. Kramarsch wurde Ab- lvrdneter im Wiener Reichsrat und 1897 dessen ! zepräsident, in welcher Eigenschaft er die Polizei z Hilfe rufen ließ, um die gegen die Badenischen korachenoerordnungen obstruierenden national- i!utschen Abgeordneten aus dem Parla- i?nt entfernen zu lassen. Die fortschreitende Parteizersplitterung unter den !chechen zerkleinerte zwar die Partei Dr. Kra- »rschs, die später zur tschechischen fort- Iirittlichen Partei umgetauft rour^e, ver- mderte aber nicht seine politische Bedeutung. In ki österreichisch-ungarischen Delegationen trat Dr. kvmarsch frühzeitig als Feind des Drei- bindes dnb als Gegner einer deutschen außen- »litischen Orientierung Oesterreich-Ungarns auf. Eckener über die Vedeulimg des Heliums für die Lustfchiffchrt. Washington, 27. Mai. (DNB.) Die Anwesenheit Dr. Eckeners in Washington hat die Regierung und den Bundeskongreß zu einer energischen Inangriffnahme des Heliumproblems veranlaßt. Wie schon gemeldet, haben bereits am Dienstag fünf Ministerien ihre übereinstimmende Auffassung erklärt, daß man Deutschland das für einen regulären Handelsverkehr' benötigte Helium zur Verfügung stellen müsse. Präsident Roosevelt sandte an den Vundeskongreß ein Gutachten mit dem Zusatz, er halte dies für eine gesunde nationale und internationale Politik. Der Chef des Vergbauamtes im Innenministerium führte vor dem Senatsausschuß aus, Amerikas Monopol des ungewöhnlichen Stoffes sei jetzt von großer Bedeutung für den Schuh von Menschenleben geworden, und es sei Amerikas Pflicht, diesen Vorrat mit anderen Rationen zu teilen. Der Vorrat reiche für wenig st ens 15 0 Iahre aus, und die Wissenschaft werde bis dahin sicher einen Ersah dafür gefunden haben. Auf Veranlassung der Bundesregierung war nach der Hindenburg-Katastrophe im Kongreß ein Gesetzentwurf eingebracht worden, der das Weiße Haus zum Verkauf von Helium für ausländische Luftschiffahrtzwecke ermächtigen soll. Da es sich bei dem Helium um ein Monopol handelt, auf dessen Erhaltung Amerika besonders aus militärischen Gründen Werk legt, wird der Gesetzentwurf zur Zeit in den Militärausschüssen der beiden Häuser beraten. Dr. Eckener erschien am Mittwoch auf Einladung des Senatskomitees vor einem dieser Ausschüsse. Er gab eine längere Darlegung seiner Wünsche ab, die darin gipfeln, daß die deutsche Luftfahrt den Bei st and Amerikas brauche, um im nächsten Frühjahr mit dem Luftschiffverkehr beginnen zu können. Darum bitte er, daß die erforderlichen gesetzlichen Maßnahmen mit möglich- ster Beschleunigung getroffen würden. Ein Luftschiff brauche, so sagte er, bei etwa 25 Rundfahrten jährlich etwa 18 bis 20 Millionen Kubikfuß. Für die erste Vollfüllung des Luftschiffes würden sieben Millionen Kubikfuß Helium und der Rest für Rachfüllung benötigt, da auf jeder Rundreise 5 v. h. des Heliums verloren gingen. Lr hoffe, daß bei Beginn der amerikanischen Massenproduktion des Heliums der Preis für 1000 Kubikfuß auf zwei bis drei Dollar heruntergehe. Dr. Eckener führte schließlich aus, das gegenwärtig im Bau befindliche Luftschiff könne durch Einfügung weiterer Ringe so vergrößert werden, daß trotz der geringeren Tragfähigkeit des Heliums 70 Passagiere befördert werden können. Er hoffe, einen Verkehr mit zwei Luftschiffen einrichten und damit jährlich 50 Rundreisen ausführen zu können, hierfür benötige er jährlich 36 bis 40 Millionen Kubikfuß. * Dem sterbenden Kapitän Lehmann gab Commander Rosendahl das Versprechen: „Zu einer solchen Tragödie darf es nie wieder kommen. Wir werden euch jetzt alles Helium geben, das ihr benötigt!" Der Präsident der Vereinigten Staaten hat nun seinen Willen kund getan, dies Versprechen einzulösen. Der Bericht, den Roosevelt an den Kongreß gesandt hat und der die Aufhebung des Ausfuhrverbotes für Helium empfiehlt, wird besonders von uns Deutschen als eine Tat des gesunden Menschenverstandes begrüßt. Denn die früher von amerikanischer Seite gehegte Befürchtung, wir könnten das kostbare Edelgas für kriegerische Zwecke verwenden, sind natürlich gegenstandslos. Im übrigen wird wohl auch eine Klausel in der zu erwartenden Heliumverordnung eine solche Möglichkeit ausfchließen. Alle Welt weiß und auch die Amerikaner können davon überzeugt sein, daß die von Deutschland gebauten Luftschiffe ausschließlich dem friedlichen, völkerverbindenden Verkehr dienen sollen. Eine andere Frage ist es, wie die praktische Bedeutung einer Helium-Ausfuhr für den deutschen Luftschiffbau einzuschätzen ist. Wenn die allgemeine Ueberzeugung auch richtig ist, daß das Hindenburg-Unglück nicht geschehen wäre, wenn der Bauch des Luftriesen mit Helium statt mit Wasserstoffgas gefüllt gewesen sei, so muß doch andererseits auch auf die Tatsache hingewiesen werden, daß das Wasserstoffgas sich bislang ausgezeichnet bewährt hat. Fast drei Jahrzehnte hindurch wurde das Wasserstoffgas vom deutschen Zeppelinbau verwendet, ohne daß jemals aus dieser Ursache ein Unglück entstanden wäre. Der Schrei nach dem unbrennbaren Helium ist gewiß verständlich, aber seine Bedeutung darf auch nicht übertrieben werden, wie ja überhaupt die Katastrophe von Lakehurst keinen Anlaß zur Schwarzseherei gibt. Man muß sich immer wieder vor Augen halten, daß auch bei anderen Verkehrsmitteln täglich und stündlich schwere Unglücksfälle zu verzeichnen sind, deren Verluste an Menschenleben und materiellen Werten das Ausmaß der durch die Hindenburg- Explosion hervorgerufenen Schäden weit übersteigt. Es ist auch nicht so, daß die Heltumfüllung und die Heliumausfuhr sozusagen eine Generallösung aller mit dem Luftschiffbau zusammenhängenden technischen Probleme gestatteten. Die entgegenkommende Haltung der amerikanischen Regierung ist gewiß sehr hoch zu bewerten, aber sie betrifft nur einen Punkt in einer ganzen Reihe von Umständen, die alle bedacht werden müssen. Da ist zunächst einmal die 23 o r r a t 5 f r a g e, ,i)ie heute allerdings wohl im wesentlichen gelöst ist, da ist ferner die Preisfrage, die noch durchaus offen steht. Nach dem augenblicklichen Stand der Dinge müßten wahrscheinlich mehrere hunderttausend Mark aufgewendet werden, um nur ein einziges Luftschiff mit Helium zu füllen. Das Gas hält sich zwar sehr lange im Luftschiff, muß aber doch von Zeit zu Zeit ergänzt werden. Bekannt ist die geringere Tragfähigkeit des Heliums im Gegensatz zum Wasserstoffgas. Um hierfür einen Ausgleich zu schaffen, hat der Luftschiffbau schon früher einmal beschlossen, die Gaszellen nur zu 70 Prozent mit Helium und die restlichen 30 Prozent mit Wasserstoffgas zu füllen, und zwar ist die Anordnung dann so, daß ein unbrennbarer Heliummantel um einen kleinen mit Wasserstoffgas gefüllten Kern gelegt wird. Diese Lösung hat neben technischen Vorteilen (Unbrennbarkeit, verhältnismäßig hohe Tagfähigfähigkeit) auch einen wirtschaftlichen Vorzug, weil auf diese Weise das bei jeder Fahrt abzublasende Gas statt aus den teuren Heliumbeständen, aus den billigeren Wasserstoffzellen genommen werden kann. Daß die Kosten für das amerikanische Helium einmal geringer werden, ist anzunehmen. Bevor Amerika mit der Gewinnung des Heliumgases im großen begann, betrug die Gesamtmenge des auf der ganzen Welt überhaupt verfügbaren Heliums nur mer Kubikmeter. Der Preis pro Kubikmeter belief sich auf etwa 250 000 Mark. Das war 1918. Inzwischen ist der Herstellungspreis in Amerika auf 75 Pfennige pro Kubikmeter gesunken. Eine weitere Schwierigkeit ergibt sich ohne weiteres aus dem langen Transportweg für auszuführendes Helium nach Deutschland. Nicht weniger als 35 000 Gasflaschen wären notwendig, um die für eine Füllung ausreichende Heliummenge von den amerikanischen Erzeügungsstätten nach Friedrichshafen zu befördern. Ein solches Unternehmen ist wegen der ungeheuren Transportkosten praktisch nicht denkbar, so daß auch das i. diesem Herbst zur Vollendung kommende neue Luftschiff LZ 130 seine erste Fahrt über den Ozean mit Wasserstoffgasfüllung machen muß. Das Heliumgas wird voraussichtlich immer nur auf amerikanischem Boden seiner Verwendung zugeführt werden können. Das ist aber kein schwerwiegender Umstand, weil, wie schon gesagt, die Zeppelinfahrten mit Wasserstosf- gas gleichfalls sich in der Praxis tausendfach bewährt haben. Gegen einmalige Schicksalsschläge ist allerdings das Luftschiff ebenso wenig gefeit wie jedes andere Verkehrsmittel. Ev. aus und eröffnete gegen diese neue tschechische Außenpolitik einen heftigen Feldzug, in dem er so weit ging zu behaupten, daß die Slawen einst jenen fluchen würden, welche dieses Bündis mit den Henkern des russischen Volkes geschlossen hätten. Er vereinigte seine Partei mit der von dem Abgeordneten Stribrny geführten, von den tschechischen Nationalisten abgesplitterten Gruppe zur „Nationalen Vereinigung" und konnte zwar bei den Wahlen 1935 in Prag einen bedeutenden Erfolg erringen, der Widerhall feiner Bestrebungen in den breiten Massen des tschechoslowakischen Volkes blieb aber aus. \ Seither bemühte sich Dr. Kramarsch als „tschechische Kassandra", wie er häufig genannt wurde, immer wieder auf die Gefährlichkeit des tschechoslowakischen Bündnisses mit Sowjetrußland hinzuweisen und vertrat tn seinem Blatt „Narodny Listy" immer wieder die Notwendigkeit einer Annäherung an die konservativen Mächte Europas, vor allem an Italien und Polen. Er hörte dabei nicht auf, d e n „deutschen Drang nach d e m O st e n" als die größte Gefahr für das Tfchechentum zu bezeichnen. Er war vielleicht der populärste Führer unter den Tschechen, und von dieser Volkstümlichkeit hatte er bis in die Gegenwart hinein kaum etwas verloren, so daß noch bei der vorjährigen P r a s l- dentenwahl eine Kandidatur von ihm sicherlich einen großartigen Erfolg gehabt hätte. Aber Dr. Kramarsch, der damals 74 Jahre zählte, war schon zu leidend, um sich einer solchen aktiven Aufgabe zu unterziehen. Im übrigen aber hatte es die Richtung Masaryk - Benesch geschickt verstanden, den alten innenpolitischen Gegner in den Hintergrund zu drängen. So ist denn Dr. Kramarsch, den man wegen seiner unversöhnlichen Vernichtungspvlitlk gegenüber dem böhmischen Deutschtum, wegen ferner antideutschen Einstellung überhaupt den tschechischen Clemenceau nennt, einsam und vergessen in seinem Winkel gestorben. Wenn seine Stimme sich bis zuletzt erhob, um vor den Sonyets und dem Moskaupakt zu warnen, so horte man diese Appelle an das allslawische Gewissen m der tschechischen Bevölkerung mehr aus Achtung vor dem Alter, denn aus politischer Einsicht. Noch vor wenigen Wochen schrieb der greise Mann tn einer rechtsoppositionellen Zeitung: „D i e 6ow j et - freundschaft bringt fein Gluck. Die Sowjetpolitik war das gräßlichste Verbrechen gegen das russische Volk, ein Verbrechen an der Kultur und Zivilisation, ein Verbrechen an allem, was der Menschheit heilig ist." Bekannt ist auch sein Glückwunschschreiben an den König Alexander I. von Jugoslawien, in dem er ihm „im Namen der slawischen Nationen" dafür dankte, daß Jugoslawien mit der die nationale Opposition getroffen werden sollte. Der „Mcttin" läßt sich vom zweiten Bürgermeister von St. Denis erklären, daß die Angriffe gegen Do- riot in keiner Weise begrün be t^gerocfen seien. Dortot verlasse das Rathaus von St. Denis ebenso arm wie er gekommen sei, und der Stadtrat erkläre sich in jeder Weise mit seinem abgesetzten Bürgermeister solidarisch. Trotz der kommunistischen Erpressung gegen die Volksfront- Regierung bleibe St. Denis in feiner Mehrheit auf Seiten des Führers der Französischen Volkspartei. D o r i o t erklärte, der Innenminister, der ganz der kommunistischen Campagne ergeben sei, habe den Kommunisten seinen Kopf bewilligt; trotzdem bleibe dieser aber fest auf seinen Schultern Er werde am Donnerstag öffentlich im Stadttheater in St. Denis auf diesen politischen Schlag des Innenministers Dormoy antworten. ZeleidiglM her deulschenFIagge in San Franzisko. Neuyork, 26. Mai. (DNB.) In San Franzisko riß eine Bande von Kommuni st en an einer Straßenecke in der unteren Stadt, die anläßlich der Eröffnungsfeier für die goldene Torbrücke festlich mit den Flaggen aller Nationen geschmückt ist, die deutsche Flagge herunter. Bereits am Montag war ein marxisti- f d) e r Gewerkschaftsausschuß beim Oberbürgermeister von San Franzisko, Rossi, erschienen und hatte dieEntfernungder deutschen Flagge gefordert. Der Oberbürgermeister-hatte aber erklärt, daß er als Bürgermeister die Flagge jeder Regierung anerkenne. Er werde deshalb die deutsche Flagge nicht entfernen lassen. Im übrigen halte er die gestellte Forderung für sehr ungebührlich. Er werde jed'en, der sich an dem Flaggenstock zu schaffen mache, verhaften lassen. Darauf nahm der Gewerkschaftsoberhäuptling Brown seine Zuflucht zu Drohungen. Die Folge der Hetze dieser Gewerkschaftsbonzen war nun die Schändung der deutschen Flagge. Als die Polizei am Tatort erschien, war das kommunistische Gesindel bereits entkommen. Nach dem Bericht von Augenzeugen führte es lange Bambusstangen mit sich, an deren Spitzen Sicheln befestigt waren. Inzwischen hatte Brown auch die anderen Gewerkschaften aufgeputscht. So drohte eine Gewerkschaft, sich von den Festlichkeiten zurückzyziehen. Andere Gewerkschaften wollen es ablehnen, im Festzug durch Straßen zu marschieren, in denen die Hakenkreuzflagge aufgezogen ist. ♦ Kommunisten haben in San Franzisko aus der Reihe der Flaggen aller Nationalitäten das Hakenkreuzbanner herausgerissen. Welch eine Leistung! Natürlich spendet die gesamte bolschewistische Meute, vornehmlich die salonbolschewistische, stärksten Beifall, entspricht es doch ihrem Wesen, sich dem nationalsozialistischen Deutschland gegenüber in dieser oder ähnlicher Weise hervorzutun. Hat man den Vorrat an Schimpfworten erschöpft, dann vergreift man sich an der deutschen Flagge. Das ist ganz besonders auf dem Boden der Vereinigten Staaten schon eine Gepflogenheit geworden. Noch immer hat sich die Regierung in Washington wegen dieser Lümmelei entschuldigen müssen. Und sie wird auch diesmal nicht darum herumkommen, uns die Genugtuung zu geben, auf die jedes Land, dessen Flagge beleidigt worden ist, mit Recht Anspruch erheben darf. Wir würden es allerdings lieber sehen, wenn in den Vereinigten Staaten endlich denjenigen das Handwirk gelegt wird, die als geistige Urheber dieser Beleidigungsakte in Frage kommen. Dann brauchte die Regierung in Washington nicht ständig zu fürchten, in für sie peinliche Situationen versetzt zu werden. Und auch das deutschamerikanische Verhältnis würde von unnötigen Belastungen frei bleiben. General Franco entläßt ausländische Gefangene. Em Akt nationalspanischer Ritterlichkeit. Salamanca, 26. Mai. (DNB.) Die in einem besonderen Lager untergebracht gewesenen ausländischen Gefangenen, die auf Seiten der Bolschewisten gekämpft hatten, insgesamt 48 Mann, wurden wieder in Freiheit gesetzt. Die nationalspanischen Behörden hatten es mit dieser Großzügigkeit nicht bewenden lassen, sondern hatten die unter falschen Versprechungen ins Lager der Bolschewiken gelockten Männer sogar vor der Entlassung neu eingekleidet! In sauberer Wäsche und mit neuen Anzügen traten sie auf dem Gefängnishof an. Ein nationalspanischer Offizier erklärte in einer kurzen Ansprache, es sei der Wille General Francos, diesen verführten Ausländern ihre Freiheit wiederzugeben, da er sie nicht verantwortlich machen wolle für die von den bolschewistischen Häuptlingen begangenen Verbrechen. Er sei der Ueberzeugung, daß es sich um Menschen handele, deren Not und Elend von den bolschewistischen Hetzern schändlich ausgenutzt wurde. Deshalb gebe er ihnen die Freiheit bedingungslos zurück! Gedanken an einen Gefangenenaustausch oder an die Gegenseitigkeit einer solchen Aktion lägen ihm schon deshalb fern, weil Großzügigkeit kein Handelsobjekt fei. Diese Großzügigkeit werde ungeachtet der Tatsache geübt, daß viele der Gefangenen Nationen angehörten, die dem nationalen Spanien feindlich gegenüberständen. „Möget Ihr daraus erkennen, wo die alten spanischen Tugenden der Ritterlichkeit und Großzügigkeit zu finden sind", schloß der Offizier. „Möget Ihr nun zurückkehren in Euer Vaterland und gute Staatsbürger Eures Landes werden eingedenk der im spanischen Kriege erhaltenen Lehren. Möget Ihr immer einsatzbereit sein, wenn Euer Vaterland Euch ruft und nicht mehr auf die verlogenen und hetzerischen^Lehren des internationalen Marxismus hören, der den Untergang aller bedeutet." General Franco hat mit feiner Freilassungsaktion den Völkern gezeigt, daß man sich nichts vergibt, wenn man Gefangene in Freiheit setzt, ohne den „Gegenwert" dafür erhalten zu haben. In diesem fsall sind Männer in Freiheit gesetzt worden, die das Opfer gewissenloser bolschewistischer Werber wurden. Diese Werber, schlimmste Menschenhändler, sind seinerzeit durch alle Länder ' gezogen und haben namentlich Arbeitslose für Arbeiten in Spanien angeworben, obwohl sie wußten, daß man sie auf spanischem Boden sofort in eine bolschewistische Uniform stecken würde. Man handelte eben mit Menschen und man kümmerte sich nicht im geringsten um das Schicksal dieser Verschacherten. Die aber die fremden Männer auf dem Umwege über das Werbegeld gekauft hatten, kannten nicht die geringste Rücksichtnahme auf das erworbene menschliche Gut. General Franco hat durch Freilassung dieser Betrogenen, soweit sie in seine Hand fielen, einiges von'dem gut gemacht, was durch die Bolschewisten an ihnen gesündigt wurde. Wir verstehen die Freude, mit der die Freigelassenen von der Maßnahme Francos Kenntnis nahmen. Sie kehren jetzt in ihre Heimatländer zurück. Mögen sie dort verkünden, was sie im roten Lager erlebten und was mit ihnen im Bereiche der bolschewistischen Menschheitsbeglücker geschah. Tarnung einer spanisch-bolschewistischen Fluglinie P a r i s , 27. Mai. (DNB. Funkspruch.» Am Mitt- woch ist von nationalspanischen Flugzeugen ein Flugzeug der neugegründeten französischen Gefells ch a ft'Air Pyrönöes, die die Strecke Bayonne—Bilbao befliegt, unweit auf den Höhen von Sopelana zur Notlandung gezwungen worden. Der Flieger und die beiden Insassen tarnen mit Verletzungen davon, die Maschine ging zu Bruch. Hierzu erklärt ber ,,3our", die Gesellschaft Air Pyrenees sei vor einigen Monaten lediglich dazu gegründet worden, um eine bequemeLuft- oerbinbung zwischen Barcelona und Bilbao zu schaffen und Zwischenlandungen ungestört auf einem französischen Flugplatz vornehmen zu können. In Wahrheit handele es sich bei dieser Fluglinie lediglich um die geschickte Tarnung einer spanisch-bolschewi- stischen Linie mit französischer Kokarde. Oie Bauaufgaben NSG. Im Aufgabengebiet der Landwirtschaft im zweiten Vierjahresplan nimmt das ländliche Bauwesen eine bedeutungsvolle Stellung ein. Hier erwachsen nicht nur den Architekten, Technikern und Handwerkern wichtige Aufgaben, sondern auch den Technischen Lehranstalten, die ihrerseits durch eine auf die Praxis gerichtete Schulung den Nachwuchs richtig lenken können. Die Baubera - tungsaoteilung der Lanbesbauern- schäft Hessen-Nassau hatte die Baubehörde, Vertreter der Architektenschaft, der Reichskulturkammer und des Bauhandwerks zu einer Tagung in Frankfurt eingeladen, die der umfassenden Behandlung dieses ganzen Fragengebietes diente. Landesbauernführer Dr. Wagner erklärte, eine Steigerung der Produktion fei wesentlich durch die Gesundung unserer Stallverhältnisse bedingt. Nur in gesunden Stallungen könne das Vieh die notwendigen Erträge an Milch, Fleisch Zugkraft usw. bringen. Wenn man bedenkt, daß wir in Deutschland über zehn Millionen Milchkühe haben, die etwa 25 Milliarden Liter Milch im Jahre liefern, so sieht man, daß eine Steigerung des Milchertrages um nur einen Liter für die Kuh und den Tag einen Mehrertrag im Jahr von rund 3V2 Milliarden Liter bringen würde. Damit wäre der Ernährung des deutschen Volkes schon wesentlich geholfen. — Der Landesbauernführer wies dann weiter auf die ungeheuren jährlichen Verluste durch Tierkrankheiten hin und forderte den Bau zweckmäßiger und gesunder Stallungen, die keine Krankheitsherde aufkommen lassen. Auch für die Unterbringung und Erhaltung der Ernte feien der Landwirtschaft. geeignete Speicher, Scheunen,Heuböden und Keller von größter Bedeutung. Mit besonderer Betonung ging der Landesbauerführer auf die Landarbeiter-Wohnungs beschaf- fung ein. Eine weitere Aufgabe des landschaftlichen Bauwesens fei, die Schönheit des Lanbschafts- und des Dorfbildes zu erhalten und an die heimatliche Baukunst anzuknüpfen. Der Leiter der Bauberatungsabteilung der Landesbauernschaft, Oberbaurat Thaler, ging auf die Planung des Hofes des näheren ein. Geheimrat Prof. D. Walbe (Darmstadt) sprach über die baukulturelle Gestaltung des ländlichen Dorfbildes. Der Vertreter des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, Grebe, wies auf ben Einfluß hin, den die Wandlung Deutschlands vom Agrar- zum Industriestaat auch auf das ländliche Bauwesen gehabt hat. Mindestens 50 v. H. unserer ländlichen Wohnungen seien verbesserungsbedürftig. Nuv dadurch könne der Landflucht entgegengearbeitet werden. Aber auch zwei Drittel unserer Stallungen, d. h. also 2 Millionen von insgesamt 3 Millionen Ställen, müßten umgebaut werden. Allein die deutsche Rindviehhaltung erleide jährlich durch Ausfälle einen Verlust von 800 Millionen Mark, von dem ein großer Teil auf die Auswirkungen schlechter Ställe entfällt. Anbauten an Hof oder Stall stellten etwa 80 v. H. der künftigen Bauaufgaben dar. Bisher wurden et-roa 5,5 Millionen Kubikmeter Gärfutterraum errichtet, während wir ungefähr 50 Millionen Kubikmeter benötigen. Der Bau von Dünger ft ätten und Jauchegruben sei nicht minder notwendig. „Gebt mir vier Jahre Zeit " Gesunder Bauernstand im Hauptbuch des deutschen Volkes. In vier Jahren hat die nationalsozialistische Agrarpolitik nicht nur ein endlich gefestigtes Bauerntum geschaffen, während die Systemregierungen den Boden als Ware und den Bauern gewissermaßen als gewerblichen Unternehmer ansahen, ohne von seiner Bedeutung als Urstand der Nation eine Ahnung zu haben, sondern die Landwirtschaft auf eine neue und vorbildliche Grundlage gestellt. Neben der Gestaltung der Erbhofgesetzgebung wurde für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse ein fester Preis bestimmt, der den verteuernden und hauptsächlich in jüdischen Händen liegenden Zwischenhandel cms- schaltete. Diese gerechten Preise sind unabänderlich für Fleisch, Brot und Mehl, sie halten sich für Kartoffeln, Eier usw., deren Erzeugung saisonbedingt ist, in bestimmten Grenzen. In den Jahren 1929/33 betrug V jiuihh * "*eT*e** Verkaufserlöse der LandwirtschaftDPA z. B. der höchste B r o t p r e i s 0,41, der niedrigste 0,35 Mark. Nach der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus blieb er gleichmäßig mit 0,33 Mark, er ist also gesunken. Noch erheblicher waren die Schwankungen unter den alten Regierungen bei Butter Ein Kilogramm Butter kostete vor der Machtergreifung 4,12 Mark, zeitweilig sank der Preis auf 2,76 Mark. Der Nationalsozialismus setzte einheitlich den Butterpreis fest, der im Jahre 1933 2,73, im Jahre 1934 3,5, im Jahre 1935 3,11 und im Jahre 1936 3,12 Mark betrug. Aehnlich waren die Schwankungen bei Schweinefleisch, die zwischen 2,42 und 1,38 Mark sich bewegten Der Nationalsozialismus setzte Preise fest, Die in den letzten beiden Jahren 1,60, für die gleiche Menge Schweinefleisch betrugen. Milch, deren Preis zwischen 0.25 bis 0,30 Mark sich bewegte, wurde gleichmäßig auf 0,24 Mark pro Liter festgesetzt. Dabei hobsichdie Einnahme der deutschen Bauern aus dem Verkauf ihrer Erzeugnisse. Im Jahre 1932/33 betrug der Gesamterlös 6,4 Milliarden Mark, im Jahre 1933/34 aber bereits 7,3, 1934/35 8,3 und 1935/36 8,8 Milliarden Mark. Hinzu kam, wie auf der Ausstellung „Gebt mir vier Jahre Zeit!" in übersichtlicher Weise klargelegt wird, eine weitgehende Entschuldung der deutschen Landwirtschaft, die innerhalb der letzten vier Jahre um etwas mehr aljs eine Milliarde Mark abgebaut werden konnte, wodurch natürlich die Zinslast sank. Bei erhöhten Einnahmen hatte der Bauer aber auch wesentlich weniger an Steuern, Sozialversicherungsbeiträgen und Zinsen zu entrichten. Die Beträge dafür sanken von 1,564 auf 1,212 Milliarden Mark, also um rund 350 Millionen. Während im Jahre 1933 Steuern, Sozialversicherungsbeiträge und Zinsen 24,5 v. H. der Verkaufserlöse ausmachten, waren es im vorigen Jahre nur 13,6. Für diese Hilfe des Staates hatte der Bauer aber auch Pflichten zu erfüllen. Der Staat schrieb vor, daß z. B. mehr Raps und Rübsen, Flachs und Hanf angebaut werden müsse. Der Anteil der heimischen Nahrungsmittel am Verbrauch betrug im Jahre 1933 = 81, im Jahre 1936 aber bereits 84 v. H. Erst durch diese Gesundung der Landwirtschaft hat das Bauerntum auch wieder feine Bedeutung a l s Abnehmerin der Erzeugnisse unserer Industrie erlangt. Für Neubauten, bauliche Instandsetzungen, für den Kauf und die Unterhaltung von Maschinen und Geräten, für Düngemittel, Heiz- und Kraftstoffe gab die deutsche Landwirtschaft im Jahre 1936 1,740 Milliarden Reichsmark aus, im Jahre 1936 aber bereits 2,416 Milliarden. Allein im Jahre 1936 wurden der industriellen Wirtschaft Aufträge aus der Landwirtschaft für 700 Millionen Reichsmark mehr als im Jahre 1933 zugewiesen. Ferner ist das Sterben des deutschen Bauerntums, die Versteigerung feiner Ackerscholle, die unter den Parteiregierungen immer zunahm, so daß für Steuerschulden oft ganze Viehbestände gepfändet wurden und verdarben, zum Stillstand gekommen. Im Jahre 1932, dem letzten dieser abgewirtschafteten Regierungen, wurden 18 393 Zwangsversteigerungen mit 343 843 Hektar eingeleitet, versteigert wurden insgesamt 153 770 Hektar. Im Jahre 1936 wurden nur 20 115 Hektar landwirtschaftlichen Besitzes versteigert. Mit der Aufrichtung des deutschen Bauerntums ist das ganze Volk und seine gesamtwirtschaftliche Betätigung gesundet. Das Bauerntum ist der Urständ der Nation, die Quelle unserer völkischen Kraft, und der Nationalsozialismus hat diese Lebensquelle wieder hergestellt und gesichert. Beihilfen für bk Beschaffung landwirtsckastlicber Maschinen. Berlin, 26. Mai. (DNB.) Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat dem Reichsnährstand einen namhaften Betrag zur Förderung mittel st ändischer Lohnunter- nehmen durch Zuschüsse zur Anschaffung bestimmter landwirtschaftlicher M a - s ch i n en zur Verfügung gestellt. Die Beihilfen werden für die Beschaffung von Maschinen solcher mittelständischer Lohnunternehmungen gewährt, die vornehmlich für die Folge Einrichtungen bei der Landeskultur, beim Grünlandumbruch und für die Bodenbearbeitung in bäuerlichen Betrieben vornehmen werden. Als Bewerber kommen insbesondere nachgeborene Bauernsöhne ober Heeresentlassene der technischen Truppen in Frage. Die Bewerber müssen mindestens 25 Jahre alt fein und einen vierwöchigen Schlevperkursus bei der Deula« kraft-G. m. b. H., Berlin-Wartenberg mit Erfolg abgeleistet haben. Die Ausbildung erfolgt kostenlos Vorschläge für Bewerber sind mit Zustimmung des Kreisbauernführers bei der Landesbauernschaft einzureichen. In erster Linie kommt die Anschaffung von Schleppern, Pflügen, Scheibeneggen, Wiesenwalzen und Zapfwellenbindem in Betracht. Dem Bewerber können bis 30 v. H des Beschaffungswertes der Maschinen als Behilfe gewährt werden ♦ Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat ferner dem Reichsnährstand namhafte Beträge zur Verfügung gestellt für Beihilfen zur Anschaffung von gemeinschaftlichen Saatgut- t emp-f I tat Berlin, 26. Mai. (DNB.) Der Führer fing heute eine Offiziersabordnu in Kiel weilenden japanischen Kreuzers , ng .As hi, Fregattenkapitän Watanabe, in japanM s.u.Söeal Sprache für ben überaus herzlichen Empfang M bällin en die Bevölkerung. Schon in den wenigen Tagen dis « L J Aufenthalts hätten sich die japanischen Gäste iibfr* zeugen können, mit welcher Energie das oonK lM”5 Äolk am Wiederaufbau des neuen Dentschloss stel len — am Wiederaufbau des neuen Deutsches arbeite, und wie Schritt für Schritt die Verwirk- lichung des Zieles näher rücke. „Wir können", so schloß er, „kein besseres Andenken in unsere Hei ml SMi ö« iäfjrltf M emgef $ Leistung ^sichrer un f Aerussideai Worgani Wnsfreud auf genommen. Im Mittelpunkt der angeregten Unterhaltung zwischen dem Reichssportführer unö Konteradmiral Kobayashi standen die Olympischen Spiele des Jahres 1940, die Don Japan ausgerichtet werden. Am Mittwochnachmittag fand im Festsaal iie= Kieler Rathauses der offizielle EmpianGV einer Abordnung des Kreuzers „Afhigara" biinl 1 die Stadt Kiel statt. Vom Rathaus wehte neben der 1 Hakenkreuzflagge das Sonnenbanner Japans. Jun Empfang waren neben den japanischen Gästen Äer- tretet der deutschen Kriegsmarine sowie die führen' I den Männer der Partei und ihrer Gliederungen J des Staates und der Behörden erschienen. Du I Kieler Oberbürgermeister Behrens begrüßte dir I Gäste mit einer herzlichen Ansprache. Als Vertreter 1 des in Berlin weilenden Kommandanten de; 1 Kreuzers dankte der Erste Offizier des Kreuzens, 1 liefet entgeg ^.Schacht jij, das in ur nisliche Ausbi klaub bringen leben im Zei 1933/34 legten Prüfung ao; 1 sirb nur nod im Handwerk liche Fachleut Der badisch sich darauf 1 Nahmen des dem deutsc zu ebnen. De merlsmeifter noch verstärk anerkannte [ Verbraucher- rabe deshall Einzeluntern Ma&naljmen l, - o« Md; Qn AM bet Ws sind i J^furter F< Oft ?sNfer (! M l* »uriu S iuwiuf! S 'Ptülun, *8 d-s 'Hier Jj, a,s i »K s* $ mph* a Ws l!° eil lA» i,t» ’S s» i]7r er Wh?' r £ eil' fe/ mit zurücknehmen, als den großen Eindruck, din wir hier empfangen haben. Es wird auch in A' fünft unser Bestreben sein, diese freundschaftlichen Beziehungen zwischen unfern beiden Ländern D zweiter zu vertiefen und auszubauen." Oer Londoner Autobusstreik beigelegi. London, 26. Mai. (DNB.) Als Ergebnis oni Verhandlungen unter dem Vorsitz des Arbrft ministers wurde der Londoner Autobusstreik bn- gelegt. Der Londoner Verkehrswirtschaft bedeck dieser 27tägige Streik, so schreiben die Zeitung einen Einnahmeverlust von 6 250 M Mark. Die 25000 Streikenden verloren IW weniger als 5,5 Millionen Mark an G»1 hältern. Ihre Hauptforderung, die EinführiH des siebeneinhalbstündigen Arbeitstages, haben ie nicht durchgefetzt, sondern sich mit dem ~:f' sprechen begnügen müssen, daß man sich spüle! mit dieser Frage befassen werde. Gewerkschaststerror bedroht 55 OOO amerikanische Arbeit". Neuyork, 27. Mai. (DNB.) In Canton (£>M wurden sechs Werke der Steel Corporu t i o n , Amerikas drittgrößtem Stahlkonzern, M insgesamt 55 000 Arbeiter beschäftigt, du.rh Streik stillgelegt, da die Leitung der Weck die Lewis-Gewerkschaft, die durch it® kommunistischen Methoden berüchtigt ist, n i ch t a r alleinigen Unterhändler anerkenn. Durch den Terror dieser üblen Gewerkschaft vorläufig 14 000 Arbeiter in (Tann11 brotlos geworden. Die Gewerkschaft hat «w schon jetzt damit gedroht, den Streik auch " allen übrigen Werken zu organisiere» 55 000 Arbeiter wären dann durch die Mari''' schäften des Lewis erwerbslos. Stteikposten ft«Öj vor den Stahlwerken mit Knüppeln und ©fein-1* bewaffnet. Stellenweise waren in den StrcW schon Barrikaden errichtet worden, die fj”1® durch Polizei beseitigt werden mußten. Die poften bewarfen voroeifahrende Autos vielfach J® Steinen und zerstörten die Wagen. Aufgehetzte v beiter überfielen arbeitswillige Kameraden und letzten sie schwer. Der Stahlkonzern hat angefüniiv daß er sich, falls der Terror nicht aufgegeoen vM aezwungen sieht, sämtliche Werke stilU ' legen. Er appellierte an die Behörden, für lhu* und Ordnung zu sorgen. reinigungsanlagen einschließlich Ah, maschinen, zur Einrichtung von g e m e i n s ch ait> lichen Waschanlagen, zur Jnstandsetzm» von Dreschmaschinen bestehender Lohnunier- nehmer und zur Beschaffung von ßanbmafqi, n e n in besonders bedürftigen Gebieten. Die M Zeit vorhandenen <5 a a t g u t r e i n i g u n g 5 an- lagen reichen nur aus, um etwa 25 v. H. der gesamten in Deutschland verwendeten (Staatgutmengen zu verarbeiten. Um die Verluste bei Verwendung ungereinigten Saatgutes zu vermeiden, soll die tze- schasfung von Saatgutreinigungsanlaaen auf ge-i meinschaftlicher Grundlage durch Beihilfen gefördert werden. Die Höhe der Beihilfe beträgt 30 o. H. be- Bruttopreises der Anlage. Die Errichtung von gemeinschaftlichen Waschanlagen wird gefördert um der Landfrau bei der sich regelmäßig wiederholenden Erledigung der großen Wäsche Zei, zu ersparen und ihr die Arbeit zu erleiden Aus den bereitgestellten Mitteln kann für die Anlage eine Beihilfe in Höhe von 30 v. H. der Kost« für die maschinelle Einrichtung einschließlich Mon-, tage gegeben werden. Die Beihilfe zur Instandsetzung von Dresch, maschinen bestehender Lohnunternehmer werben gewährt, weil diese teilweise mit Dreschmaschinen arbeiten, die stark abgenutzt sind und dadurch; erhebliche K ö r n e r v e r l u st e mit sich bringen Eine Instandsetzung soll bei solchen Lohndresch maschinen erfolgen, bei denen eine Prüfung einen Dreschoerlust von über 2 o. H. ergibt. Für die M standsetzung wird eine Beihilfe von 40 v. H. be- Rechnungsbetrages gegeben. Schließlich werden noch Beihilfen bis zu höchstens 30 v. H. des Bruttoprei- ses für die Anschaffung von a r b e i t e r f p a r en,; den Maschinen und B o d e n v e r b esse, rungsgeräten in besonders bedürftigen @e- bieten gewährt. OiejapanischenMarineoffizim beim Führer. gar a", bestehend aus dem Befehlshaber Konteradmiral Kobayashi, den Kommandanten be; Kreuzers Kapitän zur See Takeda, den Ei- schwader Ingenieur Kapitän zur See N a g a m a 1 f u, den Ersten Stabsoffizier Kapitän Kurosh im: und den Adjutanten Fregattenkapitän M a e D a. Die japanischen Marineoffiziere wurden durch ben Kaiserlich-Japanischen Botschafter in Berlin Muni- hakoji dem Führer vorgestellt, der die Herren einzeln begrüßte und herzlich willkommen hieß. Auf Einladung des Reichssportführers von Tfchammer und Osten besuchte Konteradmiral Kobayashi in Begleitung von mehreren Lssi- zieren das Reichssportfeld. Die Eimich- hingen machten sichtlichen Eindruck, und in begeisterten Worten gaben die Gäste ihrer Anerkennung Ausdruck. Vor allen Dingen das Hausbedeut f ch e n Sports selbst und die Reichsakademie für Leibesübungen mit ihren Lehr- und Hörsälen sowie ein Blick in die Arbeil des täalichen Ausbildungsbetriebes wurden von den japanischen Marineofsizieren mit größtem Intench juf mit diese SM“; Wein?n.er lBlbenhat- Dein d-eG W und die Minen lsl, IWin/mem W dieser L I Herkslücke 3eu V-usslellun I i a. M- ZU )Srsl kürzlich 15 Millionen W der Gesel W bei 588 1W ist ubng IM von etwa | fliegen. Die Handwerk mch M Mt. eine Vorschule Mehrlinge: and Werkmeis Ä manche in Zii diesem 3l iWtung bei Auftakt zum Tag -es deutschen Handwerks W'W® MPutzf VlMalles (Scherl-Bilderdienst-M.) bisher von den Ausfuhrförderungsstellen 2700 heit finden. Deshalb find in diesem Jahr die Tage Exportbetriebe des Handwerks erfaßt worden find, von Frankfurt für das ganze deutsche Handwerk Im Sommer 1937 soll übrigens auch eine eigene' Tage des Stolzes und der Freude. H. D. Die Ausstellung derMsterWe desIeistenveükampfesiy37 EmRundgang durch die Frankfurter Ausstellung Normal dose 20 Pfg. Doppeldose 35 Pfg. 3 0. Mai, dem Tag des BDM., und für das Deut« sche Jungvolk und die Hitler-Jugend am 5. und 6. Juni, dem Tag der Hitler-Jugend, statt. Die besten Mannschaften der Banne müssen sich auf den Gebietssportfesten ihre Teilnahmeberechtigung an den NationalsozialistischenKampfspielen in Nürnberg erkämpfen, wo die 25 besten Fähnlein» und Gefolgsmannschaften nochmals zum letzten Wett» streit antreten. Die Jungen der siegenden Mannschaft werden vom Reichsjugendführer dem Führer vorgestellt. Kleine politische Nachrichten. Am Freitag, den 28. Mai, 20 Uhr, veranstaltet der Gau Berlin der Jl$D2fp. in der Deutschlandhalle eine Massenkundgebung, auf der Reichsminister Dr. G o e b b e l s das Wort ergreifen wird. Er wird bei dieser Gelegenheit dem kardinal M u n d e l e i n in der Frage bet kirchlichen Sittenprozesse die gebührende Antwort geben. Der deutsche Rundfunk überträgt mit allen Sendern diese Kundgebung in der Zeit von 20.15 bis 22 Uhr. Prinzregent Paul von Jugoslawien und Prinzessin Olga sind in Paris eingetroffen. Zu ihrer Begrüßung hatten sich Vertreter der französischen Regierung, des Präsidenten der Republik und zahlreiche jugoslawische Persönlichkeiten einge» iunden. Exportzeitschrift des Handwerks ins Leben gerufen werden. Neben der Beschickung von deutschen Messen denkt man zukünftig auch an die Beteiligung des deutschen Handwerks bei ähnlichen ausländischen Veranstaltungen. Die Bewerbeförderungs- stellen haben im letzten Jahr zahlreiche Tonfilme vom Handwerk gezeigt. Am Schluß des Winters hatten 2000 solcher Filmvorführungen stattgefunden. Besonders gefallen haben praktische Filme wie „Aus der Werkstatt des Maßschneiders" oder „Autogenes Schweißen im Handwerk". In Vorbereitung ist ein Film „Handwerker — Helfer des Bauern". Ueberall im deutschen Handwerck herrscht Leben und Bewegung. Es geht aufwärts und vorwärts im Geiste jener alten Meister, von deren Schaffen die kunstvollen Arbeiten zeugen, die wir überall an den Stätten der deutschen Vergangen- Der Reichsarbeitsminister hat den Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Süd- wcftdeutschland in Karlsruhe, Dr. Kimmich, bis auf weiteres mit der M i t v e r w a l t u n g des seit dem Tode des Reichstreuhänders der Arbeit, Schwarz, verwaisten Reichstreuhänüeramtes für das Wirtschaftsgebiet Hessen in Frankfurt«. M. betraut. Im Zuge der Umorganisation nahm der Gauleiter am Mittwoch im Rahmen eines Kreisappells den Wechsel in der Kreisleitung des Kreises Groß-Gerau vor. An die Stelle des Kreisleiters Stavinoga, der den Kreis Wiesbaden übernimmt, tritt der Gauamtsleiter W el- len k a m p. Die Einweihungsfeier der Reichsfachschule der Bäcker und Konditoren, die für den 27. Mai vorgesehen war, ist infolge Verhinderung des Ministerpräsidenten General Göring zurückgestellt worden. * Auf Einladung des italienischen Regierungschefs begibt sich der Reichskriegsminister und Oberfehlshaber der Wehrmacht Generalfeldmarschall v. Blomberg am 2. Juni 1937 für drei bis vier Tage zu einem Besuch der italienischen Wehrmacht nach Rom. Der Unterstaatssekretär im britischen Foreign Office, Lord Plymouth, begibt sich nach Helsinki. Von dort nach Reval und Kowno, von wo er am 10. Juni nach England zurückkehren wird. Lord Plymouth, der auch Vorsitzender des Nichteinmischungsausschusses ist, wird durch den Leiter des Ueberseehandelsamtes, Wallace, vertreten werden Wetterbericht des Reickrswetterdienstes. Ausqabeork Frankfurt Die für die Jahreszeit außerordentlich starke Erwärmung, die gestern ihren Höhepunkt mit T'ages- temperaturen vielerorts über 30 Grad im Schatten erreichte, hatte auch die Vorbedingungen für einen Einbruch kühlerer Meeresluft geschaffen. Er erfolgte für unser Gebiet um die Mitternachtsstunde, wobei es zu verbreiteter Gewittertätigkeit, leider aber nur stellenweise zu den für die Landwirtschaft so dringend notwendigen ausreichenden Regenfällcn kam. Die Umgestaltung der Großwetterlage läßt für die Folge zwar etwas unbeständigeres und nicht mehr so heißes Wetter erwarten, doch bedingt der Aufbau eines festländischen Hochdruckgebietes überwiegend freundlicheren Witterungscharakter Aussichten für Freitag: Heiter bis wolkig, im allgemeinen trocken, Tagestemperaturen zwischen etwa 20 bis 25 Grad, meist südliche bis westliche Winde. Lufttemperaturen am 26. Mai: mittags 30,5 Grad Celsius, abends 21,6 Grad; am 27. Mai: morgens 17,7 Grad. Maximum 30,8 Grad, Minimum heute nacht 14,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. Mai: abends 25,6 Grad; am 27. Mai: morgens 20 Grad. — Niederschläge 0,7 mm. — Sonnenscheindauer 13,5 Stunden. Nr. Schacht dankt den Mitarbeitern am Deutschen Hause. Paris, 27. Mai. (DNB.) Zur Feier der Eröffnung des Deutschen Hauses auf der Weltausstellung Paris 1937 gab Reichskommissar Ministerialdirektor Dr. Ruppel ein Essen'mit anschließendem Empfang, zu dem bekannte deutsche Künstler konzertierten. Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht benutzte die Gelegenheit, um vor dem großen Kreis der Anwesenden seinen Mitarbeitern, Wir haben unseren Gang bei den Zimmerleuten und Dachdeckern, von denen die letzteren zum ersten- Male wettkampfmäßig erfaßt sind, begonnen. Gleich daneben finden wir den Krug unseres heimischen Reichssiegers im Töpferhandwerk, der zum Erntedankfest gedacht ist. Krüge, Teller und Kannen füllen die Tische, so daß die Wahl wirklich schwer gefallen sein mag. Noch ehe wir dem verlockenden Duft rischen Brotes und seiner Törtchen folgen, schlägt uns der Geruch kräftigen Leders entgegen Fein ausgerichtet stehen die Schaftenftiesel und Halbschuhe da, denen es man kaum glaubt, daß sie nicht aus der Fabrik stammen, und mitten unter ihnen wirbelt ein frohbuntes Paar leichter Damen- schaststiefel, das schon von allem seinen Czardas zu tanzen scheint. Dann hat uns aber doch das Bäckerhandwerk — es ist noch mitten in ftsvem Wettkampf begriffen, da seine leicht verderblichen Sachen erst zuletzt hergestellt werden Die hier angehäuften vielen feinen Sachen lassen uns das Schiedsgericht nicht beneiden. Wer hat nun das beste Roggenbrot und die schönsten Hörnchen? Im Raum daneben aber verblassen diese Genüsse schon wieder im Anblick der herrlichsten Fruchtkorbe aus Marzipan und duftenden Torten Die Künstler — die Konditoren — haben hier ausgestellt. An Farbentwürfen der Maler für Siedlungshäuser vorbei, kommen wir zu den Friseuren, die als Meisterleistung einen Lockenkranz zeigen, den sich die Hausfrau oder Berufstätige nur umzulegen braucht — und siehe, sie glänzt in ihrer großen Abendfrisur. Bei den Schneidern standen die 'ne Prüfung 3 -rOt. Für di-r von 40 o. fi k Mich werben J A des Brutto» nb = "»lpafl oöenDerbe'jh 5 bedürftigen I ’t'Mf ■A" JQnn fut di-jl 0 M. tot US n9 von Dti J nternehiner In t smd und £ mit sich a niker und Orthopädiemechaniker gleich gut waren. Von den Reichssiegern ist die Hälfte nach 1900 geboren, ein Viertel in den neunziger Jahren, während der Rest den Jahrgängen von 1890 angehört. Der jüngste Reichssieger ist 25 Jahre alt. Interessant ist auch, daß eine Reihe von Wettkampfarbeiten Erfindungen darstellen, die jetzt zum Patent angemeldet werden. Die Reichssieger. Herren-Maßschneider: H. Goller, Stuttgart (handgenähter Frack). Uniformschneider: Günther Holters, Berlin (Parteiumform). Damenschneider: Fritz Dahl, Berlin (Damensmoking). Maßschuhmacher: Adalbert Deichsel, Berlin (Sträßenschuhe, Gesellschaftsschuhe und Reitstiefel). Orthopädie-Schuhmacher: Aug. Tasche, Essen (Orthopädieschuhwerk). Friseure: Max Lindemann, Berlin (Straßenperücke). Tischler: Walter Kreft, Hannover (Schreib- schrank). , Holzbildhauer: Hermann Lewang, München. Schmiede: Karl Lücker, Darmstadt-Arherlgen (Torfschneider aus einem Stück). Klempner: Fritz Prell, Regensburg-Stadtamhof (Kassette). betrieben werden, die beträchtliche mengenmäßige Ergebnisse zeitigt. Somit steht das Handwerk in dem großen Ringen um die wirtschaftliche Unabhängigkeit mit in vorderster Front und nur durch seinen geschlossenen Einsatz kann das große Ziel der Wirtschaftsfreiheit erreicht werden. Das Handwerk hat dem Reichswirtschastsministe- rium durch sämtliche Reichsinnungsverbände Arbeitspläne vorgelegt. Sie umfassen Maßnahmen zur Rohstoffersparnis und Rohstoffumstellung sowie Schulung des Handwerks auf fachtechnischen Gebieten. Dazu kommen Maßnahmen zur Einführung und Schulung des Handwerks in Buchführung und Kalkulation. Die Finanzierung dieser Aufgaben erfordert einen Betrag von 9 Millionen Mark, den aufzubringen sich das Reichswirtfchafts- ministerium bemühen wird. Bemerkenswert ist, daß Kraftfahrzeughandwerker: P. Jbold, Frankfurt a. M. (neuartige Schwingachfenkonstruk- tion). Maler: Alwin Graßhoff, Schapen bei Braunschweig (Ausstattung eines Haustyps des Reichsheimstättenamts der DAF. mit Malerarbeiten). Rahmenglaser: Kurt Wagner, Zwickau (neuartige Schiebefensterkonstruktion). Bilderglaser: Eugen Staudt, Stuttgart- Hedelfingen (stimmungsvolle Einrahmung eines farbigen Bildes in handgefertigtem Rahmen). Geschirrmacher: August Hanke, Höhr-Grenz- hausen (westfälischer Steinkrug). Dachdecker: Gerhard Pönisch, Waldheim (Sa.) (Schieferdeckung aus selbstgehauenem Schiefer). Ofensetzer: Hans Hammer, Ludwigshafen (Heiz- und Kochanlage für ein Siedlungshaus). Uhrmacher: Martin Seidel, Rudolstadt (Taschenuhr-Chronometer). Photographen: Lina Bredemeier, Hannover (Porträt eines Seeoffiziers). Goldschmiede: Georg Riebe, Stettin (Anstecknadel und Brosche). Sielberschmiede: L. Riffelmacher, Berlin- Wittenau (Familienbecher). Graveure: Eugen Fritsche, Dresden (Plakette Vierjahresplan). Orthopädiemechaniker: Franz Kessenich, Koblenz. die zur Fertigstellung des Deutschen Hauses in der Weltausstellung beigetragen haben, zu danken, insbesondere dem Reichskommissar Ministerialdirektor Dr. Ruppel und seinem Stellvertreter Dr. Maiwald. Dr. Schacht sprach ferner die Ueberzeugung aus, daß die architektonische Leistung der Professoren Speer und Brinkmann den Geist des deutschen Bauwesens dem französischen Publikum nahebringen wird. Schließlich dankte der Minister auch dem Reichsbaudirektor Voß und seinen Mitarbeitern, den Regierungsbauräten Bickel und Schmidt, sowie sämtlichen deutschen Arbeitern und deutschen Firmen. Dr. Schachts Worte wurden mit größtem Beifall ausgenommen, der bewies, welch guten Eindruck das Deutsche Haus auf die französischen Besucher gemacht hat. Reichsminister Dr. Schacht stattete am Mittwoch» nachmittag Handelsminister Bastid einen Besuch ab. Die Besprechung war im wesentlichen den deutsch - französischen Handelsvertragsverhandlungen gewidmet, die in den nächsten Tagen weiter fortgeführt werden sollen. Oer Keichssportwettkampf der Hitlerjugend. B e r l i n , 26. Mai. (DNB.) Der Reichssportwett- karnpf, an dem sieben Millionen Jungen und Mädel teilnehmen, umfaßt die drei Grundübungen der Leichtathletik, nämlich Laufen, Springen und Werfen. Die Wettkämpfe, die von den 400 HJ.-Banngeschäftsstellen durchgeführt werden, finden für die Jungmädel und den BDM. am 2 9. und Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hat, um die Schaffensfreude des Handwerks wieder zu heben, einen jährlich stattfindenden Meisterwett - kampf eingeführt, der den Zweck hat, die meisterliche Leistung durch Zusammenarbeit zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft zu heben, den Meister als Berufsideal jedes Handwerkers herauszuftellen, dem deutschen Volk die Leistungen des Handwerks finnfällig vor Augen zu führen und nicht zuletzt die kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung des Handwerks im nationalsozialistischen Staat unter Beweis zu stellen, lieber 5000 Handwerksmeister haben sich an dem ersten freiwilligen Meisterwett- kampf 1937 beteiligt. Die besten Arbeiten des Wettkampfes find in einer Ausstellung auf dem Frankfurter Festhallengelände zur Schau gestellt, die am Freitag von Reichsorganisationsleiter Dr. Ley eröffnet werden wird Am Mittwoch hatte die Presse Gelegenheit, die Ausstellung zu besichtigen und dabei Ausführungen des Reichswettkampfleiters Schäfer (Berlin) über b i e Ergebnisse des Meisterwettkampfes 1937 entgegenzunehmen. Bei der erstmaligen Durchführung des Meifterwett- kampfes wurde nur ein Teil der handwerklichen Berufe zugelassen, im ganzen 40 Berufs- gruppen. Der Wettkampfteilnehmer mußte die Meisterprüfung abgelegt und die Berechtigung zur Führung des' Meistertitels haben, Betriebsführer eines in der Handwerkerrolle eingetragenen Betriebes ober als Gefolgfchafter in einem solchen Betrieb tätig fein usw. Die Bewertung der Wett- tampfarbeiten erfolgte u. a. auf Grunb der handwerklich-technischen Ausführung, der zweckdienlichen und geschmacklichen Gestaltung der Arbeit des kulturellen Wertes des Wettkampfstückes und schließlich der Verwendung solcher Roh- und Werkstoffe, die im Zuge des Vierjahresplanes zweckmäßig und erwünscht sind. Die Wettkampfarbeiten wurden zunächst zur Bezirksausscheidung gestellt. Es erfolgte hier eine dreimalige Sichtung nach den angeführten Richtlinien. Die Arbeit des ersten Preisträgers (Bezirkssiegers) ober bei einer Berufsgruppe wo ein Preis nicht verteilt wurde, bie jeweils beste Arbeit, wurde zur Reichs ausscheid ung in Frankfurt a.M. zugelassen. Die Reichsausscheidung begann am 15. Mai und war mit Ausnahme des Nahrungsmittelhandwerks am 20. Mai beendet. Der erste Preisftager in der fe- weiligen Berufsgruppe war zugleich Reichssiege r. Bezirkssieger erhalten als besondere Anerkennung einen Ehrenpreis und eine Urtunbe, bie Reichssieger erhalten eine Reichssieger-Makette mit einer Urfunbe. Außerdem haben die Reichssieger das Recht, bis zum l.Mai des folgenden Jahres in jeder ihnen geeignet erscheinenden Weise von dem Titel „Reichssieger im Meisterwettkampf Gebrauch SU machen. , , . . Unter den sechs Wettkampfgruppen hat das B e kleidungshandwerk am besten abgeschnitten. Innerhalb der einzelnen Wettkampfgruppen haben beim Metallhandwerk bie Schmiede und Kraftfahrzeughanbwerks, deim Holzhanb- werk die T i sch l e r . beim Bauhandwerk die Ma - ler Ofen fefcer und Dachdecker die besten Seiftungen gezeigt, während die Leistungen tm Be- kleidungshandwerk mit Ausnahme der Sticker und im Spezialhandwerk mit Ausnahme der Zahntech- Puppen noch nackt und die vielen schönen Kostüme und Trachtenkleider hängen schlaff und leblos an der Wand. Hier wie auch bei den Schuhmachern war bie Bewertung besonoers schwer, so groß unb gut war die Auswahl. Schmiedearbeiten pflegen schwer zu sein, wir greifen uns eine heraus — und heben sie mit zwei Fingern, denn es war Aluminium! Hier ging ein Meister neue Weae in der Verwendung neuen Materials. Bei den Kraftfahrzeughandwerkern bewundern wir die Neukonstruktion einer verstellbaren Schwingachse des Frankfurter Meisters Jbold, die ebenso wie so manches andere zum Patent angemelbet wurde. Ein Beweis, daß unser deutsches Handwerk seine schöpferischen Kräfte nicht verloren hat. Alle 40 Berufe, die wir hier nicht alle besprechen können, haben gezeigt, daß der neue Stil im Begriff ist, mehr und mehr auch im Handwerk seinen Ausdruck zu finben: einfach, klar und aus deutschen Werkstoffen. tiiieoffiw er. Öer Führerin! Qborbniingti reuzergM efehlshaber M Kommandanten.« okeda, öen 11 5ec Nagamaul ton Kuroshi«! pitänMaedalß ourben durch M r in Berlin I llt, der die M Mammen M1 hssportführers M chte KonterMiM von mehreren:?» e l d. Die Eick» idruck, und in « Jäfte ihrer m bas haust I und die fteiq l jungen mit ihn Blick in die ™ des wurden von!« it größtem ikt der angerrr» eichssportführer eä Sen die OlyMM ; 1940, die "il len. ) im Maat 'M Mie/le GmpicÄ „Wgara" üuM 15 wehte neben W imet Japans. nWn Gästen A ie sowie bie fM. ihrer Wiederum en erschienen. u- irens begrüßte - orache. Als W Kommandanten w Wer des Att b e, in I^L ichen EmptzW i wenigen W,;; jonischen neuen ML Schritt die W , M könne^ iken m unseres trogen ßmb .' x* is wird auch lie{e steundE Len Landes $ubauen. Deutsches Handwerk. Die 5)anlroertstage in Fran kfurt am Main, der alten Kaiserstabt, bie heute ben Ehrentitel „Stadt des Deutschen Handwerks" trägt, bezeichnen Meilensteine der Entwicklung zum Leistungsprinzip in nationalsozialistischer Ordnung. Das Handwerk ist nicht schlecht dabei gefahren. Don 9 Milliarden Mark Umsatz im Jahre 1931 ging bie Kurve steil nach oben auf 15 Milliarben im Jahre 1936: Die innere Wanblung im Handwerk hat also nicht nur au theoretischen Ergebnissen geführt, sondern in kürzester Frist zu Erfolgen im praktischen Wirtschaftsleben, die nahezu beispiellos dastehen. Ader noch weit wichtiger als der materielle Erfolg ist die geistige Strukturwandlung zu werten, die sich heute Überall im deutschen Handwerk vollzieht. Wenn vom Handwerk gesprochen wird, so verbindet jeder mit diesem Begriff etwas Hochachtbares, das sich seine Stellung im Leben der Nation durch eine allgemein anerkannte und bewährte Leistungsarbeit erworben hat. Im Handwerk kann sich in der Tat, nachdem die Gesetze dafür die Grundlage geschaffen haben und die innere Wandlung zum Durchbruch gekommen ist, eine Wertarbeit entwickeln, wie wohl kaum in einem anderen Sektor der Volkswirtschaft. Don dieser Wertarbeit werden auch die schonen Werkstücke zeugen, die auf der Handwerks-- ausstelluna vom 27. bis 30. Mai in Frankfurt a. M. zu sehen sind. Erst kürzlich wurde mitgeteilt, daß im Handwerk 4,5 Millionen Menschen tätig sind unb baß bie Zahl ber Gesellen unb Angestellten allein 2100 000 beträgt bei 588 000 Lehrlingen. Die Zahl der Lebr- linge ist übrigens in zwei Jahren von 1935 vis jetzt von etwa 420 000 auf annähernb 600 000 gestiegen. Die verschiedenen Aufforderungen, dem Handwerk mehr Lehrlinge zuzuführen, haben also Erfolg gehabt. Das Handwerk ist in vieler Hinsicht eine Vorschule ber Industrie. Tausende von Handwerkslehrlingen geben später tüchtige Facharbeiter unb Werkmeister ab, bie mit ihren Erfahrungen für manche industrielle Betriebe unentbehrlich sind. In diesem Zusammenhang kann man mit hoher Erwartung dem neuen Berufsausbildung s- gesetz entgegensehen, das Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht vor Tagen angekündigt hat. Ein Gesetz, das in umfassender Weise bie sachliche unb berufliche Ausbildung auf jenen notroenbigen hohen Stand bringen wird, den das deutsche Wirtschaftsleben im Zeichen des Vierjahresplanes verlangt. 1933/34 legten rund 37 000 Handwerker die Meisterprüfung ab; 1935/36 bestanden sie rund 60 000. Es wird nur noch wenige Jahrzehnte dauern und alle im Handwerk selbständig Schaffenden werden wirkliche Fachleute und Könner, also Meister sein. „ Der badische Ministerpräsident Köhler hat kürzlich daraus hingewiesen, daß dem Handwerk im Rahmen des Dierjahresplanes die Ausgabe zufalle, dem deutschen W e r k st o s s den Weg ins Volk zu ebnen. Deshalb ruht auf jedem einzelnen Handwerksmeister eine besondere Verantwortung, bie noch verstärkt wird durch die Tatsache, daß er der anerkannte fachmännische Berater und Betreuer des Verbrauchers ist. In Handwerksbetrieben kann gerade deshalb, weil es sich um zahlreiche kleinere Einzelunternehmungen handelt, durch geeignete Maßnahmen eine sparsame Rohstoffbewirtschaftung j.) Al- Borsitz des , er ibr5W,rffw;l reiben ^5° i rung, w uH ern W rui r " aß man B " de, El ff«1' K SH >len $6 6 W 5ÄULIZJUU Beerbe fehls- gur Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Vereine Peter, Oskar Gas-Kühlschrank Äerlin-Tempelhof fAeffenring 22), den 24. Mai 1932 02672 vegeli ic < DGGG X 92a Seifix gibt es in fünf Farben! Mehrere schöne D sucht 3703Ö LiebigsiraSe 831. üSÜ Bauplätze Schade & rilUgrabe 3n das 4 Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr.7 hat zu verkaufen. OPinrithBernhnröt Klein-Linden. ■ W Zu verkaufen: 1 eisernes gebr. Kinderbett 1 gebr. gröberer Küchenherd Heinrich Wagner Wieseck Llchtenaner W.13 Bequeme Zahlung Mark 8.- oder 12.- monatlich gleich war, um in einem neuen größeren Wirkungsbereich mit anderen Aufgaben unsere Pflicht zu tun. Als nach ernsten und kameradschaftlich-herzlichen Worten des Kommandanten beim festlich-frohen Mahl im Kameradenkreis die Wogen der Stimmung höher schlagen, kommt der nie versagende Seemannshumor, der uns auch in ernsten Stunden nie verlassen hat, zu seinem Recht. Alle die vielen heiteren Begebenheiten werden in launiger Weise zum Besten gegeben in „Wort, Bild und Ton" und keiner bleibt verschont! 20. April. Führers Geburtstag wieder in deutschen Hoheitsgewässern. Aus 800 Kehlen schallt ein frisches „Sieg-Heil" über die grau-grünen Wasser der Jade hinüber zu der vertrauten Silhouette der Werft mit dem „langen Wir zeigen hocherfreut die glückliche Geburt unseres Stammhalters an dem gerade ein Lokaltermin in einem Prozeß gegen zwei Bauern stattfand. Dabei wurde ein Bauer g-. tötet und alle übrigen Anwesenden verletzt. Der gleiche Blitz erschlug auf der Straße noch einen Arbeiter. In Lentwora bei Losonc schlug ein Bitz in ein Gasthaus ein und tötete dort drei Karten» spieler. Schließlich fuhr ein Blitz durch das geöffneie Fenster eines Stalles und tötete einen Kutscher. Vier Tote bei einer Dynamitexplofion in USA, In Scottdale (Pennsylvania) ereignete sich in einem Dynamitlager eine Explosion, bei bn vier junge Leute den Tod fanden. Die P^chfor. schungen nach der Ursache der Explosion ergaben, daß die jungen Menschen ein Scheibenschießen veranstaltet hatten und die Tür zu' den Raum, in dem sich das Dynamit befand, als Scheibe benutzt hatten. Ein Geschoß hatte wahrscheinlich die Tür durchschlagen und die Explosion hervorgerufen. JmfiJilafzimmer' meinerJix/ikr' Zirkus Schneider in Zahlungsschwierigkeiten. Der Zirkus des Kapitäns Alfred Schneider, der besonders durch seine Löwengruppen europäischen Ruf genießt, mußte bei seinem Gastspiel in Bonn wegen übergroßer Verschuldung seinen Betrieb einstellen. Don Ponn aus stellte der Besitzer einen Antrag an den Treuhänder der Arbeit, den Betrieb schließen zu dürfen. Die Sorge für das Personal in Höhe von über 130 Menschen, unter denen sich auch eine Negertruppe befindet, und über die zahlreichen Tiexe, vor allem Löwen, muß einstweilen das Bonner städtische Wohlfahrtsamt über« Heinrich" dort hinter der dritten Einfahrt, wo im heimatlichen Wilhelmshaven unsere Lieben uns nun von Stunde zu Stunde ungeduldiger erwarten. Als besonders freudige Ueberrafchung für feine drei Auslandsschiffe hat es sich d e r 0 b ist es wahr geworden: „Holdrio, jetzt geht's Heimat, Holdrio, jetzt geht's nach Haus." Gut erhaltenes Herrenfahrrad Stets frische Lebensmittel und kühle Getränke durch den neuen amstag, 29. S. 37 116 er Gedenkfeier Antreten vünktl. 18 Uhr mit Standarte o.d. Markt- taub. (nicht Hess. Hof).Anzeigeder Arbeitsgemeinschaft Gießener Soldatentame- radschaft. beachten ! Fehlende Waffenring - Abzeichen bei Kam. Stephan abhol. Oskar Winzer und Frau Ursula, geb. Grünow SS.-llntersturm- und Verwattungsführer des persönlichen Stabes Reichsführers SS. Aus aller Wett. Motorschiff „Dresden" vom Stapel gelaufen. Am Mittwoch lief auf der Werft des Bremer Vulkan in Vegesack bei Bremen das für den Norddeutschen Lloyd erbaute Motorschiff „Dresden" vom Stapel. Mit diesem Schiff stellt der Norddeutsche Lloyd den fünften Neubau in feinen Dienst nach der Westküste Südamerikas. Zum Taufakt hatten sich die Vorstandsmitglieder der Reederei sowie der Taufpate des Schiffes, das wer kälte ft e Gefolgschaftsmitglied der Vulkan-Werft, auf der Taufkanzel versam- *■ bohhertwunderbar. *|Y mühelos und ,A spiegelklar! melt. In seiner Taufrebe gedachte Dr. Firte, der Betriebsführer des Norddeutschen Lloyd, in ehrenden Worten der Bauwerft, die mit diesem Schiff den 5 0. Neubau an den Norddeutschen Lloyd abliefert. „Nicht schöner glauben wir der Bauwerft unfern Dank entgegenbringen zu können", fo führte Dr. Firle aus, „als daß wir den verdienten Meister Prochnow der Dulkanwerft bitten, die Taufe und die Namensgebung an diesem neuen Schiff zu vollziehen." Darauf taufte Meister Prochnow das Schiff aus den Namen „Dresden". Zum Frühlingsfest der Presse in Wiesbaden. Die Gäste des diesjährigen Pressefestes in Wiesbaden wird der Almanach 1937 überraschen: er bietet sich in einem neuen Gewände, und sein Inhalt wird auf eine besondere Art ergötzen. Die Gäste werden ein kleines bibliophiles Meisterstück mit nach Hause nehmen. Am 29. Mai verkehren von Frankfurt nach Wiesbaden und zurück Omnibusse. Der Fahrpreis beträgt für die Hin- und Rückfahrt zusammen 1 Mk. Jedoch werden Karten zu diesen Omnibussen nur in Verbindung mit einer Karte zum Frühlingsfest der Presse ausgegeben. Die Omnibusse stehen ab 19 Uhr am Taunustor bereit. Der letzte Wagen fährt 20.30 Uhr. Die Rückfahrt kann ab 2 Uhr in Wiesbaden angetreten werden. Der letzte Wagen fährt 5 Uhr früh dort ab. Reitturnier in Dad Soden. Im idyllischen Bad Soden am Taunus wird am 5. und 6. Juni unter der Schirmherrschaft.des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger das 11. Reit-, Spring- und Fahrturnier veranstaltet. Es wurden über 400 Meldungen abgegeben, die sich auf mehr als 150 Pferde verteilen. Auf dem im Eichwald gelegenen Turnierplatz werden die Reiter der Wehrmacht, von SA. und SS. und namhafte Zivilreiter und Reiterinnen ein reichhaltiges Programm bestreiten, in das auch eine Schaunummer eingereiht ist. Das Kavallerie-Regiment 15, Paderborn — Kommandeur: Oberst Graf v. Rothkirsch — Frecher v. Trach, der bekannte Tumierreiter und frühere Leiter des Springstalles der Kavallerieschule Hannover — hat allein über 100 Nennungen eingereicht. Das Regiment wird mit 28 Pferden am Turnier teilnehmen. 3m Segelflugzeug über die Hohen Tauern. Während der diesjährigen Forschungssegelflüge in den Alpen, die die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt mit den ihr angegliederten flugtechnischen Fachgruppen an den Technischen Hochschulen von Prien am Chiemsee durchführte, gelang dem Aachener Studenten Kracht ein Segelflug über d i e Hohen Tauern nach Lienz in Osttirol. Kracht startete mit dem von seiner Gruppe entworfenen und gebauten Hochleistungsflugzeug zusammen mit sechs anderen Studenten um 11.52 Uhr und landete um 16.35 Uhr in Lienz. Dort nahm sich die Osttiroler Segelfliegergruppe seiner gastfreundlich an. Das Segelflugzeug wird nach Salzburg befördert, um an dem internationalen Segelfliegertreffen des Österreichischen^Aeroklubs teilzunehmen. Acht Personen in der Tschechoslowakei durch Blitzschlag getötet lieber verschiedene Teile der Tschechoslowakei gingen schwere Gewitter nieder. So tobte in Groß- Meseritsch (Mähren) ein Gewitter, bei dem zwei Personen durch einen Blitz erschlagen wurden; der Blitz schlug in das 3)au5 des Bürgermeisters ein, in Haber der Kriegsmarine nicht nehmen lassen, den Besatzungen vor der Heimkehr von ihrer erfolgreichen Ausbildungsreife noch einmal persönlich ins Auge zu sehen. Nach dem Besuch der „Schlesien" kommt Generaladmiral Dr. h. c. Raeder, gefolgt vom Kommandierenden Admiral der Nordseestation, Admiral Otto Schultze, und seinem Stabe an Bord und spricht, nachdem er die Front der Divisionen abgeschritten hat, Kommandant und Besatzung seine Anerkennung und seinen Dank für den Erfolg der ersten Ausbildungsreise ins Ausland aus. Und dann kommt der große Tag im Leben eines jeden Kadetten: die Gefecht s'befichtigung und anschließend das Einlaufen in den Heimathafen. Noch einmal wenden wir unseren Bug seewärts, nachdem der Inspekteur mit seinem Stabe an Bord gestiegen ist. An Wangerooge vorbei furchen wir durch die grobe See nordwärts. Ein Gefechtsbild mit Treffern, Ausfällen und kriegsmäßigen Maßnahmen aller Art wird nach der Einzelbefichtigung auf den Gefechtsstationen mit vollem Erfolg durchgeführt; und als der Inspekteur bei der Schluß kritik, während das Schiff schon mit Volldampf wieder jadeaufwärts steuert, mit seiner Anerkennung nicht zurückhält und dem Kommandanten und seinen Soldaten für die erfolgreiche Erfüllung der gestellten Aufgaben im Aüslande feinen Dank ausspricht, da leuchten die Augen der ganzen Besatzung voller Stolz, und die Vorfreude auf die glückliche Heimkehr in wenigen Stunden liegt auf allen Gesichtern. Nun CH*« en vi ,ai ,-eink Altes Silber- ge'd und Bruchsilber tauft IzeoiD Lari Schmidt Babnbofstr. 10. WWlMl Hohnerl8 Bässe) fast neu, zu verkaufen. Wo, sagt d. Geschäftsstelle desGießenerAn- zeigers. 02K7-, Heu Groffcn-Buseck Adolf-Hitler- Straße Nr. 36. 116er Irenen am29.u.30d.M. Antreten zur Gefallenenehrung Samstag. 29. Mai, 17.30 Uhr, am Kameradschafts - beim,Sonnenstr. unb 'eber Ä QS J» iÄ' Bth ta.? de bli(ten S(1)Q| Ni.? Bei der Landwirtschaft bestens ei"ge, ütae^eiJCCtt zum Vertrieb eines eiweißreichen Grunfutter-SaatguteslZwischen- frucht, Untersaat u. Hauptfruchtanbau) bei gut.Verdienst ges. Angebote u. 3525 beförd.Annoncen- Koch, Halle Saale. 37oiv Kinderwayen gut erhalten, aus gutem Hause, zu verkaufen. 02070 Kaiseralle 27 v. gebe Irai gangen unb noinmen. S kostbarer der fün|'tleri [einer llr|'Pr falt ist die gesiihls. bas Tracht, Sitti jelne Gliebe! eine neue h kleid ber lei. Es ist bk den Trachte können. Dai tenben K etwa ein Z' Fast alle Formen zur des Dreißig an preußijd des Großen Stil des B zeigen noch jches Kultu hingen find Meist bestimmten zen lassen weisen. In- Hang zwist auf dem D gleichen Lo ständen du nisse unter hinter ber kraftvoll t Nachfahre, daran geä. überlieferte bie [täbtifa roidelten fid nen Gesetzen ich zu ber Reibung in •k Ordnun Wohl am -"berbaye kjirfe die । A, Mittel Banner trag Wen, unt [töte Hosenti aas Gems- Jib die gern Mn die Mi Wen sie er Ärmeln uni XVIII. Glückliche Heimkehr. Schön ist es draußen im blühenden Land der arünen Insel, und ihre Bewohner mit den mannigfachen Eigenarten zu studieren würde schon ein lohnender Zeitvertreib für eine längere Zeit fein, als sie uns gegeben ist. lieber 4 Millionen dieses gesunden, urwüchsigen Volkes hat die rücksichtslose Wirtschaftsknebelung Englands feit der Mitte des vorigen Jahrhunderts aus der Heimat vertrieben. In Amerika, besonders im Norden, trifft man die großen starkknochigen Iren mit dem typisch roten Haarschopf heute noch vielfach an. Auch dort sind sie meistens Farmer ober Landarbeiter geworden. Heute ringen die nationalstolzen Iren unter den restlichen 4 Millionen um die Erhaltung ihrer alten Kultur und Sprache. So versucht man, auch hier mit Hilfe deutscher Gelehrter, die sich die Pflege der alten keltischen Muttersprache angelegen sein ließen, heute die englische Landessprache allmählich durch das Keltische zu ersetzen. Trotz der großen Sympathien für Deutschland, deren Wurzeln im Weltkriege liegen und trotz der Verdienste zahlreicher deutscher Landsleute, die sich in Kunst, Wissenschaft und Technik bereitwillig in den Dienst des jungen Staates gestellt haben, empfing uns die Bevölkerung mit großer Zurückhaltung. Wir sehen den Grund einmal in dem uns grundverschiedenen Temperament dieses nordeuropäischen Jnselvolkes und in erster Linie in dem Nichtverstehenkönnen unserer aus Schmach und Niederbruch geborenen jungen nationalsozialistischen Weltanschauung, deren revolutionäre und konsequente Durchführung die konservativenJren in ihrer Auswirkung nicht zu begreifen vermögen. Wenn auch hierin unser Besuch nur ein wenig aufklärend und befruchtend gewirkt hat — woran wir nicht zweifeln! —, so haben wir unsere Aufgabe bis zum Letzten erfüllt und können stolz sein auf den kleinen Dienst, den ein jeder durch sein Wirken und Auftreten für fein großes Vaterland und seinen Führer hat leisten dürfen. Letztes Bordfest im Auslandshafen! Doller Erwartung sind die Gedanken auf die Heimat gerichtet, die mit neuen Aufgaben, mit Wiedersehensfreude und Stolz auf uns wartet. Im Kanal überholt uns der kleinere, schnelle Bruder Kreuzer „Emde n", der von seiner großen Reise aus Ost- afien durch das Mittelmeer heimkehrend, in drei Tagen mit den beiden Schulschiffen vereint auf der Jade vor Anker liegen wird, um zur bevorstehenden Schluß- und Gefechtsbesichtigung durch den Inspekteur des Bildungswesens den letzten Schliff an Schiff und Besatzung zu legen. Zahlreiche Dampfer der verschiedensten Nationen passieren wir auf dieser Kanalfahrt heimwärts. Unfreundlich pustet uns der „Blanke Hans" entgegen, als wir mit wehendem Heimatwimpel bie Iabe unb unfern Ankerplatz auf Schilligreebe anfteuern. Wir lassen ihn toben — unb feiern am Vorabenb bes Führer-Geburtstages, ber zu meinem befonberen Stolz zugleich ber meine ist, unseren Abschieb vor Anker, ba wir nach bem Einlaufen am 22. in kürzester Frist größtenteils bas Schiff verlassen müssen, bas uns über ein Jahr lang Stätte ber Arbeit unb Heimat zu- biete Mtst her ( Steil haß I Meist buntb „Es gehör es die oer zeitig l"Nsa! r str.e-w eiqenstandi! Lebenszeit 100hl auch a Lolkstra Mteit M iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii1111)11*! Wichtig für Pflanzen- und Tierfreunde! Wichtige Neuerscheinung! SAMnWnzeiiii.Iielei nach der Naturschutzverordnu^ vorn 18. März 1936 (RGBl.I Seite lew und den ergänzenden Bestimmungen, or führlich erläutert von Professor Dr. Weber, o. ö. Prof, der Rechte und Resers im Reichs- und Preußischen Ministerium I» Wissenschaft, Erziehung und Dolksb ldu'L und Prof. Dr. Walther Schoeniche» Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch alle Buchhandlung»^ 6upoBermüh'erüerlag.Beriin-£ltfiiei iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiini|ii|,llllliniB V Mither,,Sch!esw!g-SoIstem"avsSch»lWffsreise Äon Karl Friedrich Birnbaum, Kapiiänleuinant. Rat und Auskunft: Gas-Gemeinschafts^ ___ __________3692 A sich dann sp^ Samstag, 29. mai llßerGedenkfeier Antreten der Kameradschaften mit Jahnen pünktlich 18 Uh vor den Marktlauben. Nach der GedenkfeierFah' neneinmarsch in der Volkshalle. Beteiligung ist Ehrenpflicht.^"!) Arbeitsgemeinschaft G-ebener Soldaten- Kameradschaften. Wissenschafti. Werke Sondergebiet der Briihl’schen Druckerei 111111111111111111111111111 in Keine Zeugnisse in Urschrift wndecn nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen l — Lichtbilder unoBewerbungsunter- lagen müssen zur '-Herrn eibung von Verlusten aus der Rückseite -Romen und 'Anschrift des Bewerbers tragen 1 iiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiii Suche eine ältere zuverlässige Dame zur Rührung des Haushalts, Witwe nicht ausg-- schlossen. Schr. Angeb. u. 02674 an d. Gieß. Anz. Ab 1. >)uni oder später anständig, flottes u. ehrlich. Tayesmädchen von guter Jam. gesucht. 37oeD Groß.Steinw.17 Sonnige Wimmer- Wohng. mit Badezimmer grobem Balkon, sonstigem Zubehör und Gartenanteil im Hause Franks. Str. 60 1. Etage z.l.Juli zu vermiet. 97ooD Näheres daselbst 2. Etage. Geräumiger Laden mit Nebenzimmer all 1. Juli 1937 zu vermiet. 0268i Näheres Kreuzvlatz 2 I. Geburtsanzeigen bei Brühl, Gießen Är brQD J ?le Sag £ '°ngen Ü spi 5. Wagen, fp1 unb i Tiras 7°uf em i?‘r waren ! um 5 uns in & dis? 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Die Anklage erblickt darin ein Vergehen ber fortgesetzten Untreue, weil durch das unredliche Verhalten der Angeklagten sämtliche übrigen Wiesbadener Metzger in der Fleischverteilung beschränkt unb dadurch in ihrem geschäftlichen Betrieb benachteiligt worben sind. TUarburger Festspiele. Die Erstaufführung bes Schauspiels „Scham- hör st" bei ben biesjährigen Marburger Festspielen wirb am 19. Juni im Schloßparktheater erfolgen. Nach ber Aufführung werben sich die Ehrengäste zu einer Feierstunbe zusammenfinben. Auch wirb bas Lanbgrafenschloß bengalisch beleuchtet unb die Ostseite ber Stabt illuminiert. Anläßlich des Hessentages in Kassel spricht Oberbürgermeister Dr. Scheller (Marburg) über bie Bebeutung der Marburger Festspiele._______________________ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bes Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik unb für bie Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Emst Blumschein. Anzeigen- leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D. A. IV. 37: 9657. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Steinbruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich m Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pst mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samslagz 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Sommersprossen? Meine Kur hilftl Frau B. Gulden jetzt: Frau W. Henkel Am Riegelpfad Nr. 32 136 a Sprechstunden: Jeden Freitan in Gießen von 9 bis 19 Uhr. Massiv gebautes 3x3-Zim.ita m.schön.Trocken- sveicheru.Gart., Kanalisierung u. Wasserleitung i. Hause, in einem Vorort v. Gießen zu verkaufen. Wo, sagt b.Gieß. Anzeiger, 3b48D Eine Anzahl BotWse ru verkauf. 020?? Gocthestr. 28 II. | Vermietungen Eventl. per sofort zu vermieten: 7-Zimmer- Wohnung mit allem Zubehör. 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Nr.'2V Zweites Matt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Donnerstag, 27.Mai |937 Des deutschen Volkes bunter Trachtenkranz. 3um Reichsirachtentreffen in Bayreuth. Von Herbert Conrad In Bayreuth fändet vom 28. bis 31. Mai das 4. Deutsche Reichstrachtentref- f e n statt. Dabei werden alle Trachtengebiete des Deutschen Reiches und auch der deutschen Volksgruppen im Auslande, wie der Sudeten, Siebenbürgens, Kartens, der Steiermark und Tirols, vertreten sein, so daß sich in diesen Tagen in Bayreuth die Vielfalt des deutschen Volkstums in einem buntbewegten Bilde entfalten wird. „Es gehört zur Kraftentfaltung eines Volkes, daß es die verschiedenartigsten Entwicklungen gleichzeitig umfasse", sagt W. S). Riehl, der Vorkämpfer für eine gesunde Volkstumspolitik, die das „eigenständige Volk" und die ihm eigentümlichen Lebensgesetze zum Ausgang nimmt. Er hat dabei wohl auch an den Formenreichtum der deutsch e n Volkstrachten gedacht, deren bunte Mannigfaltigkeit wie die Blumen des Feldes auf gleichem Volksboden gewachsen ist. Jede Tracht ist für sich ihre eigenen Wege gegangen und hat ihre eigentümliche Entwicklung genommen. So sind sie lebendig in den Formen, ko st barer alter Kulturbesitz, in dem sich der künstlerische Gestaltungswille des Volkes in seiner Ursprünglichkeit offenbart. Trotz aller Vielfalt ist die Tracht Ausdruck eines Gemeinschaftsgefühls, das sich auch dann noch im Festhalten an Tracht, Sitte und Brauchtum bewährt, wenn einzelne Glieder dieser Gemeinschaft sich in der Fremde eine neue Heimat suchen müssen. Als das „Ehrenkleid der Heimat" wird sie empfunden und geachtet. Es ist bezeichnend, daß sich die heute noch lebenden Trachten nur im Bauerntum haben erhalten können. Das ist ein Beweis der volkserhalte n d e n Kraft des Bauerntums und nicht etwa ein Zeichen bäuerlicher Rückständigkeit. Fast alle Trachten lassen sich auf alte modische Formen zurückführe'n. Manche knüpfen an die Zeit des Dreißigjährigen Krieges an, andere erinnern an preußische Uniformen aus der Zeit Friedrichs des Großen, wieder andere scheinen noch ganz den Stil des Barocks bewahrt zu haben, und manche zeigen noch in einzelnen Zügen deutlich germanisches Kulturerbe: die verschiedenartigsten Entwicklungen sind gleichzeitig wahrzunehmen. Meist deckt fier) ein Trachtengebiet mit einem bestimmten landschaftlichen Bezirk oder seine Grenzen lassen sich als uralte Stammesgrenzen nachweisen. Immer besteht ein natürlicher Zusammenhang zwischen Heimat und Volkstum. Das Leben auf dem Dorfe nimmt Fahr um Jahr beständig den gleichen Lauf, nur dann und wann in langen Abständen durch Kriege und andere gewaltsame Ereignisse unterbrochen. Der Ahne schritt einst genau so hinter dem Pflug, führte im gleichen Schwung kraftvoll die Sense bei der Mahd wie heute sein Nachfahre. Jedenfalls hat sich wesentlich nicht viel daran geändert. Darum hält der Bauer an seinen überlieferten Lebensformen fest. In den Gegenden, die städtischen Einflüssen abgewendet lagen, entwickelten sich im Laufe der Jahrhunderte nach eigenen Gesetzen die heutigen Trachten, die im Gegensatz zu Den gleichmachenden Formen städtischer Kleidung in sinnvoller Weise auch die gesellschaftliche Ordnung der bäuerlichen Gemeinschaft regelt. Wohl am bekanntesten sind die Trachten des oberbayerischen Gebirgslandes, deren Haupt- bezirke die Gebiete um Schliersee und Tegernsee, Tölz, Mittenwald und Berchtesgaden sind. Die Männer tragen die offene kurze Joppe mit Horn- knöpfen, unter der die grüne Weste und der bestickte Hosenträger sichtbar sind, dazu die kurze Hose aus Gems- oder Hirschleder, die Wadenstrümpfe und die genagelten Schuhe. An Schmuckheit stehen ihnen die Mädchen und Frauen nicht nach. Alltags tragen sie enganliegende Kattunkleider mit kurzen Aermeln und weitem Halsausschnitt, Sonntags putzen sie sich mit dem festlichen „Geschnür , Dem Mieder mit Ketten und Anhängern, schonen seide- nen Halstüchern und farbigen Seidenschürzen mit blumengeschmückten Bändern. Neben Oberbayern stellt das nördliche Hessen- l a n d das räumlich größte Trachtengebiet dar. Es ist auch zugleich das reichste. Es umfaßt annähernd 800 Ortschaften in Kurhessen und Oberhessen und greift im Süden noch auf Nassau über. Am bekanntesten ist die Schwalm zwischen Alsfeld und Treysa und dem Knüllgebirge am Mittellauf des Flüßchens, das ihr seinen Namen gegeben hat. Die Männertracht, von ihrem breiten Hut, ihrem schwarzen langen Festtagsrock, der eine durchgehende Knopfreihe aufweist, aber nur in der Mitte einmal geknöpft wird, angefangen bis zu den Gamaschen und Schnallenschuhen, zeigt in überraschender Reinheit die Stilformen des 18. Jahrhunderts. Eine Eigenart der Frauentracht ist das Uebereinander- tragen von oft bis zu 16 kurzen weiten Röcken. Merkwürdig nimmt sich auch die kleine zylinderförmige Bänderhaube aus, die knapp über der Stirn fitzt und von einem Haarknoten festgehalten wird. Bei aller Schlichtheit — die Grundfarben sind schwarz, weiß und blau — weist die Festtracht eine reiche Stickerei auf. Nach Westen zu geht die Schwalm in das Marburger Trachtengebiet über, in dem die strengen, charaktervollen Formen der Schwälmer Tracht durch größere Farbenfreude aufgelockert sind. In mancher Hinsicht ähnlich sind die Trachten des Hinterlandes um Biedenkopf an der Lahn. Bunte weite Faltenröcke, dickwollene Halstücher mit breiten Borden kennzeichnen die Tracht des Schützer Ländchens. Um Hersfeld hat sich die alte Hubbeltracht erhalten: die Hubbel ist eine merkwürdige Spitzhaube. Die Tracht des Schaumburger Landes um Bückeburg entfaltet eine großartige Pracht. Ein leuchtendes Rot ist vorherrschend. Reich sind die Perlenstickereien am „Brüstchen", einem Halbmieder, von dem farbige Bänder herabhängen. Halskrause und „Mütze", eine schwarze hohe Haube, die vorn mit der Stirn eine Linie bildet, sind besonders charakteristisch. Der reiche Schmuck der Festtracht erinnert an germanische Formen aus der Zeit der Völkerwanderung. Nordwestlich der Lüneburger Heide lebt noch in den Geestdörfern Scheessel und Sittensen die Abendmahls- und Trauertracht. Hier hat die städtische Mode die alten Trachten bedauerlicherweise aus dem Alltag schon stark verdrängen können. Ebenso ist es auch in den Vierlan d e n bei Hamburg. An Sonntagen trägt die Dierländer Bäuerin zu einer schwarzen Haube, von der eine gefaltete Schleife über den Rücken fällt, einen weitgewölbten Strohhut. Auf einigen Nordfriesischen Inseln hat Die altüberlieferte Freude an gediegenem Schmuck die Wandlungen der Tracht überdauert. Brustschmuck und „Ohreisen" setzen in gewandelter Gestalt die Ueberlieferung der germanischen Frühzeit fort. Im allgemeinen ist Norddeutschland arm an Trachtengebieten. Auf der Insel Rügen hat sich noch die alte Mönchs gut er Fi sch er tracht mit weiten Leinenhosen erhalten; die Tracht der Frauen mutet fast biedermeierlich an. Farbenfroher und prächtiger ist die Tracht der Frauen im „Weiz - a ck e r" um Pyritz und Brietzig in Ostpommern. Wie in der Schwalm werden hier mehrere Röcke übereinander getragen. Im Brandenburgischen haben sich drei Trachtengebiete erhalten. Am bekanntesten ist hier die Spreewälder Tracht. Sie hat mit der am Niederen Fläming und in den Dörfern des Kreises West-Sternberg das auf dem Scheitel gebundene Kopftuch gemeinsam und ist reich an Ausdrucksformen. In der O b e r l a u s i tz herrscht eine Vorliebe für reichgemusterte Stoffe, die für Schürzen, Brusttücher und Kopfhauben verwendet werden. Von den Oberschlesischen Trachten ist die von Schönwald bei Gleiwitz die ursprünglichste. Auf einem enganliegenden Rock wird eine kurze Schößchenjacke mit einer Schürze aus Plüsch oder Samt getragen. Das schwarze Kopftuch ziert eine grüne Stickerei. Fränkische Trachten gebiete sind der Hummelgau bei Bayreuth, die Gegend um Effeltrich bei Forchheim, der Ochsenfurter und der Schweinfurter Gau. Im Hummelgau lebt jetzt wieder eine der schönsten und ältesten Männertrachten auf, die sich mit der Schwälmer vergleichen läßt. Die Effeltricher Tracht ist von einer auffallenden Buntheit, die Mädchen tragen an Festtagen prachtvolle Goldkronen, die Frauen eigenartig gesteckte weiße Kopftücher. An der Ochsenfurter Tracht fällt vor allem die kunstvolle Frisur auf, die Haare werden in zwei breiten Zopfbändern schleifenartig über den Hinterkopf gelegt Im Bayerischen Wald hat sich eine schlichte Tracht bewahrt, zu der das kraftvoll ursprüngliche Volkstum der Wäldler trefflich paßt. Der Bauer aus dem Ries, den man auf dem Markt zu Nördlingen trifft, fühlt sich am wohlsten in seinen weiten blauen Leinenkittel, der sparsam weiß bestickt ist. Zu dem ausdrucksvollen Bauernkopf gehört ein flacher steifer Filzhut. Eine schöne altdeutsche Tracht findet sich bei Reutlingen in und um Betzingen Der Schwarzwald ist kein einheitliches Trach- tengebiet. Vor allem unterscheidet sich hier die Kopfbedeckung der Frauen im Gutachtal der „Bollenhut" im Simonswald ein einfacher Strvhhut, im Elz- tal und im Prechtal der Strohzylinder, im Markgräfler Land eine Schleifenhaube. Eine starke Trachtenpflege zeichnet auch die auslandsdeutschen Siedlungsgebiete im Südosten aus. Bedrohtes deutsches Volkstum sieht im Aeußeren der Tracht das Sinnbild seiner Zusammengehörigkeit. So wird sie hier zum völkischen Bekenntnis. KommunalpolitischeTagung in Homberg Arn vergangenen Montag sand in Homberg (Oberhessen) eine Tagung der Kreisabteilung Alsfeld des Deutschen Gemeindetages unter dem Vorsitz des Kreisobmanns, Bürgermeister Dr. V ö l f i n g , statt. Bürgermeister Schweiker (Homberg) begrüßte die Tagungsteilnehmer und gab einen kurzen Ueberblitf über die Geschichte der Stadt Homberg und deren Naturschönheiten. Als erster Punkt der Tagesordnung wurde ein Vortrag von Forstmeister Waldeck (Homberg) über das Reichsnaiurfchuhgeseh und seine Bedeutung behandelt. Das Reichsnaturschutzgesetz will, wie der Vortragende erläuterte, die ideellen, aber auch die wirtschaftlichen Schäden der Umgestaltung der deutschen Landschaft aus dem liberglistischen Zeitalter beseitigen. Der um die Jahrhundertwende entstandenen Naturdenkmalpflege konnten nur Teilerfolge beschieden sein, weil wesentliche politische und weltanschauliche Voraussetzungen fehlten. Erst die Umgestaltung des deutschen Menschen schuf die Vorbedingungen für einen wirksamen Naturschutz. Der Vortragende erläuterte sodann auf (Bruni) des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 und der Naturschutzoerordnuna vom 18. März 1936 die hauptsächlichsten Gebiete Des Naturschutzes, Der sich auf Pflanzen unD nicht jagdbare Tiere, Naturdenk- male und ihre Umgebung, Naturschutzgebiete und sonstige Landschaftsteile in der freien Natur erstreckt, deren Erhaltung wegen ihrer Seltenheit, Schönheit oder Eigenart im allgemeinen Interesse liegt. Das Gesetz wolle bei seiner Durchführung einen Ausgleich schaffen zwischen den allgemeinen Interessen des Naturschutzes und den besonderen Interessen des Wirtschaftsberechtigten. Es sei selbstverständlich nicht Aufgabe des Naturschutzes, irgendwie jeden besonders gearteten Baum oder jedes irgendwo vorhandene Naturdenkmal zu erhalten. Von besonderem Interesse waren die Darlegungen des Redners über die Durchführung des Naturschutzes in der Provinz Rheinhessen, wo er sich naturgemäß infolge des hochwertigen Grund und Bodens schwierig gestaltet. Ein Volk ohne tiefen Heimatbegriff und ohne feinen Wald müsse geistig arm bleiben. Hier liege eine Quelle der Kraft für Deiiis-Iands größte Iogenbrücke aus Eisenbeton im San MW v 8 WM Im Teufelstal bei Gera entsteht für die Reichsautobahn Dresden- Frankfurt a. M. eine Bogenbrücke, die das Tal, ein Nebental zwischen Elster und Saale, überspannt. Der Brückenbogen hat eine Gesamtlänge von 237 Meter lichte Spannweite, und Die Höhe wird von der Talsohle bis zur Bogenspitze 70 Meter betragen. Man sieht auf dem Bilde das kunstvoll konstruierte B a u g e r ü st für den Brückenbogen. — (Scherl-M.) nur, Kameraden, es dauert nicht mehr lange. Laßt nur, es kommt der Tag, dann segeln noch größere weiße Vögel dem roten Glühen dort entgegen " So kam es, daß Heio erzählte von Südweft und seinen Fliegern. Da fühlte ich und verstand auf einmal, daß unter all den Menschen, die Sudwest an sich hält mit seiner Eigenheit und Eigenart, die Flieger mit zu den ersten gehören Und Heios Worte mischten sich mit dem Krachen des Motors und dem Klappern und Stoßen und Stöhnen des Wagens: Es war ein harter Beginn, und es ist uns auch heute noch ein nur langsames und hartes Vorwärtsschreiten. In Swakopmund begann es. Jahre hat es gebraucht, bis die erste Kiste" fertig war. Zeit und Geld und Schweiß und Blut und noch mehr sind die Opfer der Arbeitskräfte, deren Glauben und Ausdauer dann doch ihren Lohn fanden. Und als die erste Maschine sich von den Swakopmunder Dünen hob und m den Südwestwind hinaus schaukelte und — glitt und _ flog, — da gab es Augen, in denen Tränen standen.' Dieser Flug war eine Bestätigung: ja, es ging, auch in Südwest konnte man fegelfhegen. Dieser Flug war ein Fanal, ein Aufruf. Es gab Widerhall. Freunde fanden sich, die uns Flieger verstanden, die uns halfen. Da vergrößerte sich unsere Schar. In Swakopmund wurde bald die zweite Kiste auf Helling gelegt. Heute haben sie oben schon eine Leistunasmaschine, die so manchem Sturm getrotzt hat, die schon manchen E-Prüfling für Stunden sicher über Südwester Erde getragen hat. Unb bei uns unten im südlichen Kustenorte, m Lüderitzbucht, haben wir jetzt endlich auch unseren Zögling" Im Burenkamp steht der Flugschuppen. Weiß Gott, es sind hier nicht viele, die treu zusammenstehen, um in ihrer Freizeit mitzuhelfen beim Bauen und Reparieren. Es geht unterem Orte und seinen Bewohnern nicht gut und em jeder hat schwer zu kämpfen. Es gibt nicht sehr viele unge Menschen in unserem Ort. Darum haben wir sogar auch ältere Männer und Kameraden, die fliegen wollen, und denen die Fliegersehnsucht keinen Frieden läßt. Wenn Sonntags am Nautilusberg geschult wird, dann beobachten uns stets viele Zuschauer — viele, noch nicht alle. Es ist unser Ziel, einen jeden für unseren Sport zu begeistern und vor allem unsere jungen Kameraden. Heio machte eine Pause, denn wir kamen in tiefen Sand und Krix hatte mächtig aufzupassen, daß er Spur hielt. Es war Nacht geworden, so daß mir Segelflieger über Südweft Don Edgar Sievers. Unser braver Ford fegte auf der Pad entlang, daß die Sandwolken hinter uns dremstoben unD zur langen Rauchfahne wurden. Es war kurz vor Sonnenuntergang, und Aus, der Farmerort, lag schon hinter uns. Durch Schlote und Rinnen krachte der Wagen, so daß die Federn um Erbarmen schrien und unsere beiden Springböcke denen wir in der Tirasfläche das Lebenslicht gelöscht hatten, hintenauf einen holprigen Totentanz vollfuhrten. Wir waren zu dritt und wollten voraus bis zu jenem Bergzug gelangen, von dem aus — wenn man ihn umrundet — die Pad, sich langsam senkend, uns in die Ebene hineinführen wurde. Sie verliert sich hort in die Weite und Ferne, über Ga- rub und Tschaukaib immer weiter und weiter hinab bis zur Küste. Wir wollten dann halten und uns fesseln lassen von dem Untergang der Sonne der so schön werden würde, wie er eben nur in Sud- west sein kann. Ganz still würden wir fern und to6d)lonnfentte sich der Weg. und die B°rgn°Ie zur Rechten rückte bedrohlich nabe. Die Berge °°n Aus öffneten schräg hinter uns ihren gewaltigen, wuch- tigen Bogen nach Süden, und d,° Tstrubberge r>°. gelten sich vor den Blick nach Westen Die Bahn- linie war aus einmal zu erkennen Sie zog oo immer kleiner werdenden Telegraphenstangen be L5^nd staunten und iannen der Farbenpracht entgegen. Mit Rot und Blau und Vikeiett und Gold war der Raum ersull und rechts und links des Sonnenballes breiteten sich die we - tzen Nebelschwaden des fernen Meeres, mit wem- gen Wolkenflocken darüber. . Ein Schatten über uns ließ uns plötzlich aufblicken — und erfüllte uns mit einem großen Sehnen. Ein Lämmergeier, getragen von den Farben ringsum, von roten Sonnenstrahlen der klaren, reinen Luft und von unseren Blicken, die an ijm binqen und ihn verfolgten, segelte ohne Flugelschlag oer^Tiesebene zu. Da wogte «s m uns und packte und zerrte uns als sollten wir uns dem Vogel nachsturzen als könnten wir uns hinauswerfen in dieHöheund gleich ihm,gelöst von allem Schweren, in die Ferne gleiten und fliegen. f» r, Roch standen wir, als der Segler schon (an9^ nicht mehr zu erkennen war. Da sagte Heio: „Laßt unsere Scheinwerfer durch das Dunkel stechen ließen. Dann berichtete Heio weiter: In Windhuk ist eine stille Gemeinschaft an der Arbeit. Es sind Schüler und Lehrlinge und andere dabei, junge und ältere Kameraden. Sie fügen und leimen und klopfen und bauen eifrig an ihrer ersten Kiste. In der Werkstatt der deutschen Oberrealschule kommen sie zu ihrer Arbeit zusammen. Und sie schaffen ihr Werk mit der großen Freude und Begeisterung, die uns erfüllt für unsere Sache. Sie wissen, daß es vorangehen wird, wenn sie hinaustreten und ihre Maschine öffentlich taufen. Sie wissen, bann werden sie noch mehr Freunde und Begeisterte finden, die helfen und fördern. Es wird im Lande vorwärtsgehen mit der Segelfliegerei, und eines Tages werden unsere Vereine ihre eigenen Motormaschinen haben, die wir als Unterstützung zu unserer Segelfliegerarbeit in diesem weiten Lande sehr nötig haben. Und darüber hinaus werden mehr und mehr Farmer und Kaufleute und Aerzte und wen man sich noch hinzudenken mag, eigene Maschinen besitzen und so durch ihr Fliegen dem Lande dienen. Es ist schön und gewaltig, in Südwest, über Süd- w?st, fliegen zu können. Es mag diese ursprüngliche Gewalt und Eigenheit an sich haben wie auf der anderen Seite zu alter Zeit ein Ochsenwagentreck bei aller Ruhe und Beschaulichkeit. Unsere Segelfliegerei dient aber nicht nur dem persönlichen sportlichen Erlebnis. Nein, Segelflieger sein, heißt Pionier sein und Forscher und Wegbereiter, Bahnbrecher und Zukunftweiser. So ist auch unser erstes Fliegen in Südwest zunächst noch ein langsames Forschen und Suchen. Wir müssen noch viel erproben und kennenlernen Wir wissen heute, daß wir überall an der Küste im Südwestwinde gleiten und segeln können, allerdings bei nicht allzu starkem Winde, der zehn bis zwölf Metersekunden nicht überschreitet. Es gehört Mut dazu und Erfahrung, denn diese Winde sind sehr böig. Die Küstenverhältnisse, mit ihren Luftströmungen, mit den Dünenhängen und mit den weiten Sandflächen, in denen die Gefahren der Bruchlandung wegfallen, sind zur Heranschulung der Flieger am besten geeignet. Und in unseren beiden Seeorten werden dereinst die Segelfliegerschulen des Landes entstehen. An vielen Stellen und bei manchen Gelegenheiten ist es leicht, mit dem „Zögling" zu segeln, so lange zu segeln, als der Wind nicht nachläßt. Mit dem Autoschleppstart haben wir schon die besten Erfahrungen gemacht. In jeder Hinsicht bieten sich uns Entwicklungs- und Ausdehnungsmöglichkeiten. Aber Freunde, wir wollen nicht an der Küste kleben bleiben. Unser Ziel ist die Südwester Weite, sind die Südwester Gebirge, ist das große Unbekannte. Denn Segelflieger suchen immer nach neuen Gebieten, nach neuen Aufgaben. Dahinter stehen auch Gefahren. Sie halten uns nicht ab, sie ziehen uns an. Der erste große Schritt auf diesem Wege, war das Fliegerlager am Rössing bei Swakopmund. Es war ein Versuch, ein Wagnis — und ein voller Erfolg. Eine Reihe von Kameraden, es war auch eine Kameradin dabei, machten sich auf mit Auto, Leistungsmaschine, Zelt und ein paar Kübeln Wasser, mit dem sehr sparsam gewirtschaftet werden mußte. Noch bevor damals ein Lagerplatz gesucht und gefunden war, wurde die Maschine am Osthang des Rössing gestartet. Eine Stunde dauerte der erste Flug. / Wir hatten Glück dort im Lager. Wir hatten Wind, wann wir ihn brauchten und konnten fliegen, soviel wir wollten. Es gab Brüche und Splitter. Unsere Gemeinschaft stand, so daß unsere Maschine immer startklar war. Unsere E-Prüflinge brauchten sich nie mit den vorgeschriebenen fünf Minuten zu begnügen, sie blieben oft zehnmal so lange in der Luft. Nach Tagen des Fliegens und Forschens, in denen fünf E-Prüfungen bestanden wurden — unsere Ka- meradin war mit dabei und einer von den anderen vieren war erst 14 Jahre — in denen Höhen von tausend Meter und mehr erreicht und unbezahlbare Erfahrungen erlangt worden waren, startete auf der Heimfahrt die Maschine zu einem Streckenflug. Wir kamen mit dem Auto hinterher und trafen sie nach fast zwanzig Kilometer auf der Pad glatt gelandet wieder." Heio schwieg, denn wir würden gleich daheim fein. Wir waren müde von unserer großen Tagesfahrt heute, aber wir waren dafür innerlich reich und voller Glauben. Als ich nach Haufe strebte, warfen die Sterne nur einen leichten Schein zur Erde nieder. Da sah ich auf einmal nach innen ein Bild. Vor mir dehnte sich ein Raum. Der öffnete sich in eine weite Fläche, begrenzt von Höhenzügen und Hügelketten. Nach Süden schoben sich die Berge von Aus und erstrahlten gerade im verblassenden Schein der untergehenden Sonne. Da mußte ich nach oben blicken, denn ein Schatten loste sich vor mir. Der Schatten war ein helles Segelflugzeug, das lautlos, in die Ebene und in das Abendrot hinabglitt. — Segelflieger über Südweft! das Volk, deren Erhaltung Sache des Natur- lchutzes sei. Die Ausführungen fanden lebhaftes Interesse und reichen Beifall. Die Errichtung von Orts-Lhroniken behandelte der Leiter der Volksbildungsstätte Frankfurt a. M. von Holzhausen. Der Vortragende führte aus, daß die Orts-Chroniken in Form eines Dorf- und Hausbuches nach dem Wunsche der Reichsregierung in allen Ortschaften eingeführt werden sollen. Die Niederschrift des Zeitgeschehens in Dorf- und Gemeinde-Chroniken ist für die Orts- und Kulturgeschichte jeder Landschaft und damit für das ganze deutsche Volk von großer Bedeutung. Es soll dabei keine Gleichmacherei getrieben werden, sondern jedes Dorf soll seine Eigenart behalten. Wesentlich sei bei der Führung des Dorf- und Hausbuchs die Mitwirkung der Lehrer und der Schulkinder. Der Redner erläuterte sodann die einzelnen Abschnitte, wie sie für die Errichtung der Orts- Chroniken vorgesehen sind. Zur Errichtung und Führung dieses Buches gehöre bewahrender und geschichtlicher Geist. Lehrer Schmoll- Elpenrod machte im Anschluß an diese Ausführungen interessante Mitteilungen über die von ihm auf diesem Gebiet für die Erforschung der Geschichte der Gemeinde Elpenrod geleistete Arbeit. Die Angelegenheit soll in den regelmäßigen Lehrerkonferenzen demnächst in Bearbeitung genommen werden. In ähnlichem Sinne machte Kreisschulrat Walter Mitteilungen. Hierauf folgte ein Vorttag des Gaureferenten für die Dorfverschönerungsaktion Schwab über x Dorf-Verschönerungsaktion. Der Redner gab einleitend einen Ueberblick über die Aufgaben der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". In seinen weiteren Ausführungen stellte er bestimmte Richtlinien auf, in welchem Sinne die Dorf-Derschönerungsaktion im einzelnen in Angriff zu nehmen sei. Der Zweck der Aktion sei die Schönheit des Dorfes. Bei der Durchführung könnten die Bürgermeister zusammen mit dem Ortsgruppenleiter und dem Lehrer mitwirken. Diese Aktion sei allerdings nur dann durchzuführen, wenn in jedem Dorfe eine Dorfgemeinschaft mit entsprechendem Gemeinschaftsgeist vorhanden sei. Mit Verordnungen sei das Ziel nicht zu erreichen. Es müßten vielmehr die Menschen aufgelockert werden zum Verständnis für diese Aktion. Das deutsche Dorf müsse das schönste Dorf der Welt werden. Einige bereits vorhandene Musterdörfer legen hiervon Zeugnis ab. Mitteilungen. Die Sachbearbeiter des Kreisamtes gaben sodann Verfügungen von allgemeiner Bedeutung, sowie der Kreisobmann die Ausschreiben des Deutschen Gemeindetages bekannt. Bürgermeister Stroh- Brauerschwend, als Beauftragter des Tierzuchtamtes Gießen, sprach über die demnächstigen Hauptkörungen und deren Durchführung nach den neuen Vorschriften. Die neuen Körungen werden als Sammelkörungen durchgeführt derart, daß einem Ort die Faseltiere mehrerer Gemeinden aus der Umgegend vorgeführt werden. Der Kreisobmann schloß die Tagung in der üblichen Weise. Am Nachmittag fand unter Führung von Bürgermeister S ch w e i k e r - Homberg ein Rundgang durch die Stadt und Besichtigung der Sehenswürdigkeiten statt. Glänzende Segelflüge auf der Wasferkuppe. Am letzten Tage des Ausscheidungssegelflugwettbewerbes auf der Wasserkuppe wurde eine Reihe glänzender Segelflüge durchgeführt, durch welche die Landesgruppe 13 (Darmstadt) sich die Führung sicherte. Die Segelfluglehrer Denker und P e - fers führten einen Zielflug nach Paderborn durch, bei dem Denker nach 157 Kilometer Luftlinie in Paderborn landete, während Peters über das Ziel hinausflog und nach 172 Kilometer Flugstrecke in Lippstadt landete. N i e l a n d (Gelsenkirchen) landete nach einem 142 Kilometer weiten Segelflug in Herhagen bei Meschede, während B r o m e n aus Dülmen es auf 132 Kilometer brachte und bei Niedermarsberg landete. G i e r l i ch aus Borkenberge landet in Hermannstein, Kreis Wetzlar. ORL. Zachamt 2, Fußball. Iugendgruppe Gießen. Spiele um die Gruppenmeisterschaft am Sonntag, 30. Mai: VfB. Krofdorf — Spielvereinigung Leihgestern (Nesseldreher, Heuchelheim). Rüddingshausen — VfB.-Reichsbahn (Pieh, Londorf). Lollar — Wieseck (Böcher, Gießen). Schießsport-Wettkampf. Am Sonntag fand in Bieber ein Freundschasts- kampf der Unterkreise Gießen und Wetzlar-Nord des Deutschen Schützenverbandes statt. Es schossen Mannschaften zu zehn Schützen. Jeder Schütze Ha2e 15 Schuß in den bekannten Anschlagsarten gegen die Ringscheibe abzugeben. Sieger wurde die Mannschaft des Kreises Gießen mit 1296 Ringen vor Wetzlar-Nord erste Mannschaft mit 1273 und Wetz- lar-Nord 2. Mannschaft mit 1213 Ringen. Bester Einzelschütze vurde Herbert Metzler, Wetzlar- Nord mit 147 Ringen. Kurze Sportnotizen. Georg von Opel hat beim Reichsfachamtsleiter um Startberechtigung für einen Revanchekampf auf der Themse gegen seinen letzten Bezwinger, den englischen Skuller L. Warren, nachgesucht. Von Opel wird auch bei den Regatten in Trier und in Mannheim an den Start gehen. * Jean Rumbler (Frankfurt), einer der ältesten und erfolgreichsten Vorkämpfer des maini- schen Rudersports aus den siebziger und achtziger Jahren, ist in seiner Heimat Frankfurt-Sachsenhausen gestorben. ♦ W eitere deutsche Siege gab es bei den französischen Tennismeisterschaften am Mittwoch in Paris. Henner Henkel schaltete den Engländer Tuckey in vier Sätzen sehr sicher 6:3, 2:6, 6:1, 6:3 aus. Unter die „letzten Acht" kamen im Männer- Einzel weiterhin Austin, Cejnar, Hare und Petra. Bei den Frauen schlug Marieluise Horn die Engländerin Hardwick 6:4, 6:3. Zum sechsten Male gegen Ungarn! 26. Länderkampf unserer Handballer in Kaffel. Die Hessen-Kampfbahn in Kassel ist am nächsten Sonntag Schauplatz des 6. Handball-Länderkampfes zwischen Deutschland und Ungarn. Damit hat die Gauhauptstadt des Gaues Kurhessen erstmals einen Länderkampf in ihren Mauern. Bisher fünf Spiele und fünf Siege. Dem ersten deutsch-ungarischen Länderspiel im Dezember 1934 in Darmstadt folgte ein Jahr später das erste Rückspiel in Budapest, und vor den Olympischen Spielen, noch im Sommer 1936, kam die deutsche Mannschaft, die vorher gegen Rumänien angetreten war, nochmals nach Budapest zum Länderspiel. In Berlin haben dann beide Nationen beim Olympischen Turnier in der Vor- und Endrunde zweimal miteinander gespielt. Alle fünf Spiele wurden von Deutschland gewonnen, das Gesamttorverhältnis lautet 86:23 zu unseren Gunsten. Nach den Olympischen Spielen gab es noch ein inoffizielles Treffen in Magdeburg, wo eine Mitte- Gaumannschaft die Magyaren mit 15:8 besiegte. 3n Kassel Sieg Kummet 6? Die Aufstellung der deutschen Mannschaft hat etwas enttäuscht. Man vermißt die großen Namen des deutschen Handballsportes und vergißt, daß diese Spieler zur Zeit des Kasseler Länderspieles gerade erst von ihrer Reise nach Wien und Graz zurückkehren. Die rasche Aufeinanderfolge beider Spiele hat die Aufstellung einer stärkeren Mannschaft verhindert. Der 6. Kampf Deutschland —Ungarn wird dadurch vielleicht reizvoller, denn die bisherigen Ergebnisse zeigen, daß die Ungarn gegen unsere allererste Vertretung überhaupt keine Aussichten haben und daß sie gegen eine etwas schwächere Mannschaft — siehe Budapest 1936 — ein durchaus achtbares Ergebnis zu erzielen vermögen. Auf der anderen Seite ist zu begrüßen, daß durch die Kasseler Aufstellung eine Reihe von Spielern Gelegenheit erhalten, bewiesenes gutes Können vor einer großen Zuschauermenge zeigen zu können. Die deutsche Mannschaft wird in folgender Besetzung antreten: Böcke! (Wiesbaden, fr Kassel) Bandholz II Dietz (Gießen) (Kassel) Keiler Brinkmann Wiese (Berlin) (Düsseldorf) (Kassel) Roß I Keller Kritzokat Herrmann Baumann (Mind.) (Magdebg.) (Hannoo.) (beide Berlin) Ersatz: Günther (Kassel), Deist (Kassel), Stumm (Wetzlar). Die ungarische Mannschaft ist noch nicht bekannt. Sie wird sich in Kassel bemühen, nach vier Niederlagen den ersten Sieg erringen und in der kurhessischen Hauptstadt alles daransetzen, ehrenvoll abzuschneiden. er wird FrauenHandballineister? Ostpreußen noch immer sehr !tt <1 A Handball waren die stark. In Mannheim sicherer Sieger über Eine neue Austragungsform. - Saugruppenturniere in Forst, Mannheim Magdeburg und Bielefeld. Die 16 deutschen Frauen-Handballgaumeister beginnen am Wochenende mit den Kämpfen zur Ermittelung des deutschen Meisters 1937. Nicht mehr hie Ko-Runde, die auf den ersten Anhieb acht Hoffnungen vernichtet und oft einen glücklichen Sieger oor dem Besseren eine Runde weiterbrachte, sondern eine neue Art der Austragung steht den Gau- meistem bevor. In vier Turnieren, jeweils vier Gaumeister zusammengefaßt, werden vier Gruppen- sieger ermittelt, und die Gruppensieger bestreiten am 26. und 27. Juni die Endspiele. Jedes Turnier umfaßt zwei Vorspiele und dann Endspiele der Sieger und der Unterlegenen. 3n Forst trifft der Berliner Meister TiB. im ersten Spiele auf den Schlesienmeister Brockau, im anderen Spiele treffen sich Asco. Königsberg und Preußen Stettin. Man wird damit rechnen dürfen, daß die Berliner, die dem deutschen Meister Char- lottenburg die Gaumeisterschaft abnahmen, in die Entscheidung kommen, wo Königsberg aber dann ü» gleichwertiger Gegner sein dürfte. Im Frauen- müßte der VfR. Mannheim „ . die Kölner Turnerschaft werden, während das Treffen Harburg — Cannstatt offen ist. Der Sieger des Treffens dürfte aber am Sonntag dem VfR. kaum den Weg zum Schlußturnier verlegen. In Magdeburg unternimmt Eintracht Frankfurt erneut den Angriff auf die Meisterschaft. Stahlunion Düsseldorf dürfte im ersten Spiel zu überwinden sein. Ob aber dann die Magdeburgerinnen die wir für stärker halten als München 1860, sich auch m ihrer Heimat von den Mainischen schlagen lassen, ist recht zweifelhaft. In Bielefeld ist der Eimsbütteler Tvbd. der Favorit. Aus dem ersten Treffen erwarten wir Dreien als Sieger, doch trauen wir Sachsen in °e£-.™nt^e’&.un9 keinen Sieg gegen Eimsbüttel zu. TiB. Berlin, VfR. Mannheim, Eintracht Frank- furt oder Magdeburger Frauen-SC. und Eimsbüttel erwarten mir in der Vorschlußrunde Wirtschaft. Schweinemarkt in Gießen. Der gestrige Schweinemarkt in Gießen war mit 101 Ferkeln beschickt. Es kosteten 5 bis 6 Wochen alte Ferkel 14 bis 17 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 17 bis 20 Mark, 8 bis 10 Wochen alte 20 bis 23 Mark, 10 bis 12 Wochen alte 23 bis 26. Marktoerlauf mittelmäßig. * * Schweizerische Lebensversicherung s - und Rentenanstalt, Zürich. Der Aufsichtsrat der Anstalt genehmigte am 1. Mai den Geschäftsbericht für das Jahr 1936. Es betragen der Neuzugang an Kapitalversicherungen im Jahr 1936 Fr. 150,4 Millionen (Vorjahr Fr. 143,2 Mill.), an versicherten Jahresrenten Fr. 5,5 Millionen (Fr. 4,2 Millionen), der Versicherungsbestand am Ende des Jahres Fr. 1 Milliarde 764 Millionen (Fr. 1 Milliarde 595 Millionen) Kapitaloersicherungen und Fr. 40,3 Millionen (Fr. 36,7 Millionen) Jahresrenten, die Prämien- und Zinseneinnahmen Fr. 144,7 Millionen (Fr. 127 Millionen), die Versicherungsleistungen Fr. 51,1 Millionen (Fr. 47,2 Mill.) und die Rückvergütungen an Versicherungsnehmer Fr. 19,3 Millionen (Fr. 17,7 Millionen). Das Gesamtergebnis der Jahresrechnung, das voll den Versicherungsnehmern zugute kommt, erlaubte die Festsetzung der seit 1930 geltenden hohen Ueberfchuß- anteilssätze auch für das Jahr 1938. Aus dem Rech- nungsüberfchuß wurden in den Ueberfchußfonds der Versicherten Fr. 20,0 Millionen (Fr. 18,1 Millionen), in die Kapitalreferve Fr. 400 000 (Fr. 400 000) eingelegt und zur Ermäßigung der Prämien für Gruppenversicherungen Fr. 2 Millionen (Fr. 2 Millionen) verwendet. Die Gesamtrücklagen für künftige Rückvergütungen an die Versicherungsnehmer betragen nur Fr. 79,4 Millionen (Fr. 76,5 Millionen.) Die Aktiven haben sich von Fr. 765,5 Millionen auf Fr. 844,3 Millionen erhöht. Rhein-Mainische Börse. rNittagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 26. Mai. Die Börse war weiterhin freundlich und brachte überwiegend mäßige Befestigungen. Das Geschäft hat sich aber nur teilweise etwas belebt, im übrigen waren die Umsätze nach wie vor ohne besonderen Umfang. Am Aktienmarkt traten Montanpapiere etwas mehr hervor, lebhafter waren Mannesmann mit 125,13 bis 125,50 (124,75). Klöckner zogen um 1,50 v. H. auf 132, Hoesch um 0,90 v. H. auf 123,13, die übrigen Werte bis 0,50 v. H. an. Mansfelder Bergbau lagen 2,50 v. H. höher mit 161. Weitere Nachfrage fanden Deutsche Erdöl mit 157 (156,50), während IG. Farben auf 164,75 (165) und Scheideanstalt auf 261,50 (262,50) zurück ging en. Von Elektro aktten blieben Siemens mit 215,75 (214,50) und Schuckert mit 173,50 (173) beachtet, Bekula abbröckelnd auf 165,25 (166), ebenso Lahmeyer auf 125,75 (126). Maschinenaktien lagen uneinheitlich; fest Muag mit 147 bis 148 (145,50), Rheinmetall blieben von der Mitteilung über die Kapitalerhöhung unberührt mit unverändert 150, MAN. erneut 0,50 v. H. niedriger mit 127,25, Moenus unverändert 122. Aschaffenburger Zellstoff ex Dividende 1 v. H. höher mit 140,50 (144,90), dagegen Reichsbank 1 v. H. und AG. für Verkehrswesen 1,50 v. H. leichter. Schiffahrts- und Motorenwerte blieben behauptet, ebenso Westdeutsche Kaufhof. Am Rentenmarkt war das Geschäft klein und die Kurse unverändert. Altbesitzanleihe 126,50, Städte-Altbesitz 130, Kommunal-Umschuldung 94,10. In Liquidationspfandbriefen lagen weitere Abgaben vor. Mit Beginn der zweiten Börsenstunde hatten am Aktienmarkt Mannesmann und Verein. Stahlwerke mit 126 bis 126,25 nach 125,50 bzw. 120,65 bis 121 nach 120,50 große Umsätze, wovon aber die übrigen Gebiete kaum beeindruckt wurden, wenngleich die Tendenz weiter freundlich blieb. Höher waren noch Klöckner mit 133,50 nach 132, andererseits bröckelten Aschaffenburger Zellstoff auf 140 nach 140,50 und IG. Farben weitere 0,25 v. H. auf 164,50 ab. Die später notierten Werte wiesen nur wenig Veränderung auf, nach Pause niedriger lagen Eßlinger Maschinen mit 117,50 (118,75). Der Einheitsmarkt war vorwiegend etwas fester und z. T. lebhafter. Gesucht waren Mainzer Brauerei mit 88 (85), auch sonst traten zahlreiche Erhöhungen von 1 bis 2 o. H. ein. Angeboten waren Zement Karlstadt, Taxe 172 (l. K. 180). Abendbörse ruhig. An der Abendbörse war die Haltung unverändert freundlich. Weiteres Interesse erhielt sich für Bergbauwerte, allerdings waren die Umsätze kleiner als mittags. Klöckner 134, Verein. Stahl 121, Rheinstahl 158, Buderus 129, Mannesmann 126, Hoesch 123,75, Ilse Genuß 142,75. Deutsche Erdöl waren noch leicht unter den Berliner Stand ermäßigt auf 156 (157,75). Im übrigen wiesen die Kurse nur unbedeutende Abweichungen auf. Scheideanstalt weiter ermäßigt auf 260,50 (261,50). Der Einheitsmarkt lag still. Am festverzinslichen Markt war das Geschäft bei unveränderten Kursen ruhig. Altbesitz» anleihe 126,50 6 v. H. IG. Farben 136,75, Kommunal-Umschuldung 94,10, Reichsbahn-VA. 125,25, 4,50 o. H. Krupp 99. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 26. Mai. Es notierten {(Betreibe je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 211, W 16 214, W 19 218, W 20 220, Roggen R12 174, R 15 177, R18 181, R19 183 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerfte —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,80, W 16 29,90, W 19 29,90, W 20 30,25, Roggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfeftpreife ab Mühlenftation. Soyafchrot —, Palmkuchen —, Erd- nußkuchen —, Treber getr. 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu gef. und trocken 5,80, do. drahtgepreßt 6,20, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3,00, do. gebündelt 2,70. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 27. Mai. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 927 Rinder (153 Ochsen, 147 Bullen, 490 Kühe, 137 Für- sen), 332 Kälber, 6 Schafe, 10 Hümmel und 320 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 44, Kälber 33 bis 65, Schweine 48,50 bis 52,50 Mark. — Marktverkauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt. VH statt VO für hessische Autos. Die drei Provinz-Kennzeichen verschwinden. Nach einer Verfügung des Reichsverkehrsministers Dorpmüller verschwinden künftig in Hessen die drei bisher gebräuchlichen Auto-Kennzeichen VO, VR und VS. Das einheitliche Kennzeichen für Hessen ist in Zukunft VH. Aehnlich werden in Oldenburg die bisherigen Bezeichnungen 01 und OIII einheitlich durch Öl ersetzt. Das HL Lübecks wurde überflüssig, seit die alte Hansastadt preußisch geworden ist. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. S).t Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schluß- fürs Schluß!. Mittagbörse Datum 25 5 265 25 5 26 5 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,75 101,75 101,75 101 ,75 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98,9 99 98,9 99 6*/2% Doung-Anleihe von 1930 .. 104,75 104,75 105 105 4y2% Hessische Volksstaat von 1929 4y2% Deutsche Reichspostschatz von 99,75 99,75 99,75 99,75 1934 I...................... 4y2% Deutsche Reichsbahnschatz 100,5 100,6 100,8 100,75 Von 1936 I.................. 99,13 99,13 99,13 99,13 Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit 126,5 126,5 126,4 126,65 Auslos.-Rechten.............. 4y2% Hess. Lmtdesbk. Darmstadt Goldpse. R. 12.............. 5’/2% Hess. Landes-Hyp.-Bank — — — — 99,25 99,25 99,25 — Liqu. Goldpse............... 4y2% Preub. Landespfdbr.-Anst. 101,5 101,5 — — Goldpse. R- 19.............. 99 99 99 99 4y2% Preub. Gold-Ko mm. R. 20 4y2% Darmstädter Komm.-Lan- — — — desbankR. 6 ................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe 97,9 97,9 — — Auslos.-Rechte 1.............. 131,9 — 132,13 132,13 4x/2% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 4y2% Franks. Hyp. Gold-Komm. 99,5 99,5 99,5 99,5 Obi. 2 3.................... 5%% Franks. Hyp. Liquidation 98,25 98,25 — — Goldpse..................... 514% Rheinische Hyp. Liquidation 110,25 101,25 •— — Goldpse.............. 101,4 101,13 101,4 101,13 Steuergutschein. Verrechnungskurs 110,9 110.9 110,9 5% Goldmexikaner von 1899 .... — — — _ 4% Oesterreichische Goldrente.... — — — — 4,2% Oesterreichische Silberrente. 4y2 Ungarn Staats von 1913 .... — —— — — — —— — — 4% Ungarische Goldrente....... — — — — 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — — — _ 5% Rumänen von 1903......... —— 4y2% Rumänen Gold von 1913.. — — — 4% Einheits-Rumänen......... — — — _ 4% Türken Bagdad I........... —— — — - ,. 4% Türken Bagdad 11.......... — — — 2y<% I. Anatolier.............. — — — — A.G. für Verkehrswesen ...... 6 126,75 125,25 126 125,4 Hamburg-Südam. Dampfschiff. O — — 46,75 47,25 Hamburg-Amerika Paket......0 18,4 18,5 18,25 18,5 Norddeutscher Lloyd..........0 18,75 18,75 19 18,75 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 125.65 125,25 125,65 125,25 Reichsban!................. 12 214 213 213 211,75 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 — — 130,25 130 Commerz, und Privat-Bcmk ... 4 113 113 113 113 Deutsche Diskonto............4 118 118 118 118 Dresdner Bank..............4 105 105 105 105 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend- börfe Schlub- kurs Schluß!. Mittag» börfe Datum 255 26.5 25.5. 26 5 Accumulatoren-Fabrik.... . 12 _ 234 234,5 234 AKLMtunftfdbe........... .. O —— —— — —— Aschaffenburg Zellstoff...... .. 3 144,9 140 145,5 139,5 Bemberg................. .. O 120,25 119,5 120,25 119,75 Bekula................... 166 165,25 166 165,75 Buderus Eisen............. 128,5 129 128,65 129 Gement Heidelberg......... .. 7 158,75 158 Gement Karlstadt.......... .. 6 — — — — Chade A.-C................ .. 9 — — — — Conti Gummi............. . 11 188 188 188 188 Daimler Motoren.......... .. 5 141,75 141,75 141,65 142 Dessauer Gas............. .. 4 — 117,5 116,75 Deutsche Erdöl............ .. 5 156,5 156 156,5 156,75 Deutsche Gold- und Silber .. .. 9 262,5 260,5 —— Deutsche Linoleum......... . 10 178,25 178.4 178 178,4 Elektrische Lieferungen...... .. 6 135,75 135,75 136,13 136 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 154 153,5 154 153,75 I. G. Färben-Industrie..... .. 7 165 164,75 165 164,75 Felten & Guilleaume....... .. 6 143 143,25 143 144 Gesfürel.................. .. 6 157 157 157 1 57 5 Th. Goldschmidt........... .. 5 137,5 137,5 137 136 Gritzner Maschinen......... .. O 46,75 46,5 46,75 46,5 Harpener................. 2'/r 166 167 166 167 Hoesch Eisen............... 3j/2 122,25 123,75 122 25 123,5 Philipp Holzmann......... .. 6 155 155,5 155,13 155,4 Ilse Bergbau.............. .. 6 — 179 Ilse Genüsse.............. .. 6 142 142,75 141,5 142,4 Kali Aschersleben.......... .. 5 118,25 118,4 118,25 118,5 Klücknerwerke ............. 4x/2 130,5 134 130,65 134,25 Kokswerke und Chemische Fabrik 6 154,5 155 Lahmeyer................ .. 6 126 125,75 125,75 126,5 Mainkraft............. .. 4 99 99 Mannesmann............. .. 3 124,75 126 125,13 126,25 Mansfelder Bergbau....... 6'A 158,5 161 158,5 161 Metallgesellschaft........... Orenstein & Koppel........ .. 5 .. O 153 153 153,65 107,75 153,25 107,9 Rheinische Braunkohle...... 12 _ _ 232 232 Rheinische Elektro.......... .. 6 133,5 _ 133,25 Rhetnstahlwerke............ .. 6 157,75 158 157 65 157,75 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 128,4 128,65 128,65 128,25 Rütgerswerke ............. .. 6 153,25 154 153,25 155 Salzdetfurth Kali.......... iy2 157 155,25 157 156,25 Schuckert & Go............. Schultheis Panenhofer...... .. 6 .. 4 173 174 173,25 98 174 98,75 Siemens & Halske......... .. 8 214,5 215,75 215,5 216.5 Süddeutsche Zucker......... 10 200,75 200 202,25 200,25 6ereinigte Stakst ->erke...... 3Yt 120 121 119,75 120,9 Westdeutsche Kaufhof....... . 0 62,5 62,5 62,65 62.4 Westeregeln Alkali.......... Zellstoff Waldhof.......... .. 5 . 6 117,75 159,5 117,5 159 117,5 158 118,25 158 Otavi Minen.............. 0,6 31,65 32,13 31,75 32,13 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZU. 25 .Mai 26Ma> Amtliche Notierung Geld | Briet Amtliche Notierung Geld | Briei Buenos Aires............. Brüssel................... 0,760 42,03 0,161 47,04 55.00 47,04 12,32 5,445 11,175 137,03 13,09 0,764 42,11 0,163 47,14 55,12 47,14 12,25 5,455 11,195 137,31 13,11 0,760 42,01 0,161 47,04 54,96 47,04 12,31 5,445 11,14 136,96 13,09 0,764 42,09 0,163 47,14 55,08 47,14 12,34 5,455 11,16 137,24 13,11 Japan.................... Jugoslawien Rio de Janeiro............ Polen.................... Oslo.................... Kopenhagen............... Danzig................... London................... Heisingfor-................ Paris....... Lissabon.................. Stockholm ................ Schweiz.................. Spanien.................. Holland ....... Italien................... Neuyork.................. 25 Mai 26 Ma, Amtliche Notierung Am UcheNotierung Geld Brie Geld Br>e> 0,718 0,720 0,717 0,71 9 5,694 5,706 5,694 5,706 61,91 62,03 61,86 62,98 48,95 49,05 48.95 49,05 11,19 11,21 11,18 63,47 11,29 63,52 63,64 63,59 56,97 57,09 56,94 57,06 16,98 17,02 16,98 17,02 8,661 8,679 8,661 8,679 2,493 2,497 2,492 2,496 nP, k uno 3»it '>120., ®ODOn n. ' uitt ” Qb«r N'K »-N-L -SL «:: 'Alt weiter Glnf)eit5marft war das ®e. ldÄ Koni- nM. 125,25, rfe. notieifen <®c. 0 Kilogramm) '14, W19 218 1J7, R18 181, ^hlen der ge> - Futter- 13 29,80, W16 Igenmehl Type -30, R19 23,50 elZenfuttermehl 6 10,90, W19 12 9,95, R15 lenfestprch ab buchen -, Erd- Höchstpreis ab Heu ges. und । Wehen- und gebündelt 2,70. nackt. 3orbericht.) Um orauftrieb: 927 Kühe, 137 Fär- mmel und 320 ;sen 36 bis 45 bis 43, Färsen s 65, Schweine erlauf: Rinder, ,e Autos. erschwlnden. rkehrsministers Hessen die drei i VO, VR unb Hessen ist in nburg die bis- mtMich durch •• * iderslW, seit en ist. Joch. Dividende an. Nr. 120 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 27. Mi 1937 schauspielerische Leistung zuteil wurde. Clark Gable ist der Leutnant Christians, Laughtons Gegenspieler, männlich und menschlich zugleich, knapp und trocken, wie man ihn kennt; ihm gehören alle Sympathien des Zuschauers, wenn er das Kommando auf der „Bounty" an sich reißt, und auch das Jyll unter Palmen wird ihm jedermann gegönnt haben. — Im Beiprogramm sieht man die neue Fox-Tonwoche mit Bildern von der Feier des 1. Mai in Berlin. Hans Thyriot. Der in den Ardennen. Von den Pariser Gerichten wurde kürzlich die Sache eines ungarischen Arbeiters Joseph Kovacs entschieden, der zum glücklichen Besitzer eines großen von ihm gefundenen Schatzes geworden ist. Der arme Holzfäller hatte sich nach Frankreich begeben, um dort Arbeit zu suchen. Er war in den Wäldern der Ardennen mit anderen beschäftigt, einen riesigen Baumstamm zu durchsägen, als er plötzlich in dessen Inneren eine große eiserne Kassette entdeckte. Da in dieser Gegend, in der im Weltkrieg heftige Kämpfe stattgefunden hatten, noch häufig Granaten und Bomben gefunden wurden, die nicht explodiert und hier liegengeblieben waren, so glaubte Kovacs größte Vorsicht 'anwenden zu müssen, und er zog mit Unterstützung seiner Arbeitsgenossen die Kassette, die von den Baumfasern dicht umschlungen war, mit großer Mühe heraus und setzte sie, wie er es nach den Weisungen der leitenden Beamten tun mußte, in einen nahen Bergbach. Während der Nacht konnte er infolge des Abenteuers keinen Schlaf finden und kehrte zu dem Bach zurück, fischte die Kassette wieder heraus und trug sie nach Hause. Nach stundenlanger Anstrengung gelang es ihm, sie zu öffnen, und nun stand er fast geblendet vor einem Haufen Brillanten, Smaragden, Diamanten und kostbaren Halsgeschmeiden, die einen großen Wert darstellten Wem dieser Schatz einmal gehört hat, konnte nicht mehr festgestellt werden. Man nimmt an, daß die früheren Besitzer, die ihn in dem Baume verborgen hatten, in der Kriegszeit selbst den Tod gefunden haben, so daß sie ihn nicht wieder abholen konnten. Das Pariser Gericht hat alle üblichen Mittel angewandt, den rechtmäßigen Besitzer aufzufinden, aber die gesetzliche Frist ist verstrichen, ohne daß sich jemand gemeldet hat Die Kameraden von Kovacs haben versucht, durchzusetzen, daß der Schatz unter ihnen geteilt würde, da sie ja bei der Entdeckung zugegen waren. Das Gericht hat ihren Anspruch jedoch abgewiesen, so daß der kostbare Schatz, dessen Wert auf eine Million Franken geschätzt wird, jetzt endgültig in den Besitz von Kovacs übergegangen ist. _ 116er üben zum Wehrsportfest in Gießen. Mit der Kamera beim Training der Wetikampfmannschasten unseres Regiments 116 auf dem Trieb. — Ein kleiner Bildausschnitt aus den Vorbereitungen des vielseitigen Sportprogramms für das Wehrfportfest am nächsten Sonntag. Links: Soldaten bauen Pyramiden. — Rechts: Medizinballspiel. — (Aufnahmen [4]: Pfaff Rachf., Gießen.) fr Links: „Reiterschlacht" um Mützen. — Rechts: Der Sprung über den fahrenden Motorradler. < * - - entschieden wird. Das Wintersemester beginnt am 20. Oktober 1937. Ohne Schwimmen kein BDM -Leistungsabzeichen. Aus der Stadt Gießen. 3m Borüberfahren. Im Vorüberfahren gibt es so viel kleine Erleb- niste, Sekundenausschnitte aus dem bunten Dasein. Ein kleiner Knirps steht vor einer Häuserwand, die in der Hitze glüht; er schaut hinab ins Tal und sieht, wie da unten ein weißer Dampfer stromaufwärts mahlt. Schaut er nach dem Kaptän? Will er einer werden? Aus einem parkenden Wagen guckt ein junges Mädchen uns nach, einen Augenblick dreht man sich um, denn das Mädchen ist schön und es ist keine Schande, sich nach allem, was schön ist, umzu- schauen — da hebt das Mädchen die Hand und winkt — man ist schon weiter. Man schaut in ein Wirtshausfenster. Die Gaststube liegt kühl und voller Schatten. Zwei Männer sitzen an einem Tisch. Man sieht im Vorbeifahren doch noch: ein Oefchen, glimmerfarben angestrichen, die gelbgelackten Tische, Zeitungen im Halter, eine Vereinstafel, die Bierhähne, die Wirtschaft hat eine eigene Art von Gemütlichkeit. Sollte man nicht ...? Vorbei. Vorbei und ein bildschöner Barsoy steht auf der Terrasse eines gelben Landhauses, zwischen Glyzinen und wie verrückt duftenden Akazien und schaut uns mit seinem schmalen Kopf eine Weile unbewegt nach. Vorbei und in einem Vorgarten stehen jetzt blaßblaue Schwertlilien, vorbei, vorbei. Wolken fliegen über die Landschaft. Der gelbe Raps blüht. Ein Radfahrer hetzt hinter einem anderen her, schon von weitem ruft er und schreit und der vordere Fahrer springt jetzt ab und die zwei Leute gehen jetzt aufeinander zu, was ist passiert, was haben sie sich zu sagen? Vorbei. Durch einen Garten geht eine junge Frau und gießt die Blumen. Es ist so heiß. Häuser stehen geheimnisreich mit geschlossenen Läden und verwilderten Gärten. Kam nicht ein Lachen aus so einem Haus? Vorbei. r. k. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Die ganz großen Torheiten". —Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Meuterei auf der Bounty". Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Am morgigen Freitagabend Vortrag von Prof. A n k e l mit Lichtbildern. Zweisemestrige Grundausbildung der Lehrer an höheren Schulen. NSG. Im Zuge der Vereinheitlichung der Lehrerbildung im Reiche hat die Hessische Landesregierung bestimmt, daß vom Herbst dieses Jahres ab auch die künftigen Lehrer an höheren Schulen zwei Semester an der Hochschule für Lehrerbildung zu Darmstadt studieren. Damit hat sich Hessen der Regelung der übrigen Länder angeschlossen und den Grund zur Schaffung eines einheitlichen Erzieherstandes gelegt. Die Meldungen zum Studium für das Lehramt an den höheren Schulen in Hessen sind bis spätestens 31. Juli 1937 zu richten an den Herrn Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — Abteilung VII, Darmstadt, Peter-Gemelnder-Straße 3. Dem Gesuch um Zulassung zum Studium sind folgende Anlagen beizufügen: ein ausführlicher, eigenhändig geschriebener Lebenslauf mit Angabe des Religionsbekenntnisses. Drei Lichtbilder aus jüngster Zeit — 2 ^Vorderansichten und 1 Seitenansicht — mit Namen. Darstellung in bürgerlicher Kleidung, nicht in Uniform. Ein kreisärztliches Gesundheitszeugnis. (Vordruck ist bei der Geschäftsstelle der Hochschule für Lehrerbildung, Darmstadt, Ballonplatz 1, zu erhalten.) Reichsangeliörigkeitsausweis. Eine beglaubigte Abschrift des Reifezeugnisses. Den Nachweis der arischen Abstammung (Geburts- urkunde des Bewerbers, Heiratsurkunde der Eltern, sowie der Großeltern, oder Geburtsurkunden der Großeltern, und zwar sämtlich mit Angabe des Religionsbekenntnisses der Betreffenden.) Leistungszeugnisse und Nachweise über Zugehörigkeit und Betätigung in Partei, HI., BDM., SA., SS., NSKK., DLV. usw., über abgeleisteten Arbeitsdienst (Arbeitspaß). Nachweise über etwaige zwischen der Reifeprüfung und dem Zeitpunkt des Aufnahmegesuchs ausgeübte Beschäftigungen. Ein polizeiliches Führungszeugnis für die Zeit seit dem Abgang von der Schule. Stempelgebühr von 1,50 RM (hessische Stempelmarken oder in bar, jedoch keine Briefmarken). Genaue Anschrift (Wohnort. Straße und Hausnummer). Das Studium an der Hochschule für Lehrerbildung ist gebührenfrei. Es empfiehlt sich, die Bewerbung sobald als möglich einzureichen. Anfang Oktober findet ein Aufnahmelager statt, in dem über die endgültige Zulassung zu der zweisemestrigen Grundausbildung an der Hochschule für Lehrerbildung NSG. Jedes BDM.-Mädel, vor allem aber jede Führerin, ist — sofern sie von der Aerztin für „tauglich" erklärt wurde — verpflichtet, das Leistungsabzeichen des BDM. zu erwerben. Unter den hierfür vorgeschriebenen Leistungen, wie Lauf, Hoch- und Weitsprung, Ballweitwerfen, Kugelstoßen und Wandern, nimmt das Schwimmen eine ganz wesentliche Rolle ein. So sind als Mindestleistung vorgeschrieben: 200-Meter-Schwimmen und Sprung von Drei-Meter-Brett, der — wo ein solches fehlt — auch durch ein 10 Meter Strecken-Tauchen ersetzt werden kann. Aus diesen Forderungen geht klar hervor, welche große Bedeutung der BDM. dem Schwimmsport beimißt, der.wie kein anderer geeignet ist, zu Mut und Ausdauer zu erziehen, den Körper durchzubilden und abzuhärten. In diesen Wochen werden darum für die Jung- mädel Sondersportdienstgruppen für Schwimmen gebildet, denn gerade die Altersstufen von 10 bis 14 Jahren sind am entwicklungsfähigsten. Außerdem nehmen gute Schwimerinnen aus dem BDM. an den Kursen der DLRG. teil, um den Grund- und Lehrschein für Rettungsschwimmen zu erwerben. Einen weiteren Fortschritt in der 932)^.=(5port:- arbeit bedeutet es, daß einige Untergaue auf ihren wie stock kann man bräunen? Nun - da gibfs keine feste Skala; die natürliche Veranlagung entscheidet! Fest steht aber, daß Sie das „Braunwerden" ganz wesentlich fördern, wenn Sie sich vor jeder Sonnenbestrahlung gut mit Nivea einreiben. Mozarts Vater. Zum 150. Todestage am 28. Mai Leopold Mozart traf das harte Schicksal, das sonst immer nur den Kindern großer Manner widerfährt: er stand im Schatten seines berühmten Sohnes Wolfgang, und sein Schaffen verblaßte vor dcm Ruhme des Genies. Es ist ja bekannt, was Wolfgang der strengen musikalischen Erziehung seines Vaters verdankt. Fleißiges Studium und die unerbittliche Härte des Vaters ließen m Dem „Wunderkinde" den Genius bald zum vollen Durchbruch kommen. Wohl selten hat ein Vater so klar die Bestimmung seines Kindes erkannt und sich. von Anfang an mit liebevollster Sorgfalt seiner Forderung und Leitung hingegeben. Aber neben dieser, seiner Lebensaufgabe stand das eigene Schaffen oes hervorragenden Mannes. Leopold Mozart war 1719 in Augsburg als Sohn eines Buchbinders geboren. In Salzburg hatte er zunächst Jurisprudenz studiert, sich bald aber dem Studium der Musik gewidmet. Als Violinspieler gab er zunächst Privatunterricht, wurde aber bereits 1743 Hofvivlinist des Fürstbischofs von Salzburg. Kurze Zeit danach übernahm er auch die Leitung des fürstlichen Orchesters. Seine langjähriger Erfahrungen und Studien legte er m ferner „Gründlichen Violinschule" nieder, die 1756 zum ersten Male im Druck erschien. Das Werk war mit zahlreichen Notenbeispielen und Uebungsstucken ausgestattet Mozart charakterisierte es selbst als das erste und einziae dieser Art. Bereits 1769 erschien eine zweite Auflage. Leider konnte Vater Mozart nicht in vollem Umfange die Früchte seiner ßebrarbeit genießen, da das Werk viele Nachahmungen er lebte. Einen bedeutenden Teil seines Schaffens wohl den wichtigsten, nehmen die Programmustken em. Vater Momrt kann als Gründer der deusichen Pro- arammustk gelten. Die Realistik der Darstellung läßt keinen Wunsch offen. In der „Musikalischen Schlittenfahrt", die im 18 Jahrhundert wohl überall gespielt wurde, schreibt Mozart neben „Schellengeläute" und Peitschen auch das Klimpern nut Geldbeuteln und Knollen mit zusammengefaltetem Papier vor. Das zwölfsätzige Werk schildert nicht nurP bL faufenbe Schlittenfahrt onbern natu rat- trp,. :psp einzelne Phase eines solchen Erlebnisses, das Schütteln und Schnaufen ber Pferde aber bas var Kalte klappernbe Frauenzimmer^ Zu eber dieser Rroarammusiken schrieb Vater Mozart |eiD) auskübrUck die Anweisungen und Erklärungen, ganz wie wir üe in den Programmustken ^rlioz oder Richard Strauß' wiederfinden. In der,,Bauernhoch- ,ejp verlangt Mozart nicht nur Dudesiack und Leierorgel sondern fordert auch von den Musikern, daß sie recht laut und fröhlich das Jauchzen und Aber noch weiter geht Mozart. In der „Jagdsymphonie" soll das lebendige Bild einer wirklichen Jagdszene realistisch vor den Augen der Zuhörer erstehen. Dazu gehört, daß die Hörner ganz rauh und stark „geploßen" werden sollen. Außerdem soll eine Meute Hunde bereit gehalten werden, die laut bellen sollen, und dazu soll das frohe Geschrei der Treiber „Ho, ho" ertönen. Natürlich hat Leopold Mozart auch heftige Angriffe erfahren. So lesen wir in einem anonymen Briefe: „Lasse sich der Herr doch gefallen, keine dergleichen Possenstück, als Chineser und Türcken Music, Schlittenfahrt, ja gar Bauernhochzeit und mehr zu machen, denn er bringet mehr Schänd und Verachtung vor dehro Person, als ehr zuwegen, welches ich als Kenner beöaure, sie hiermit warne und beharre Dero Herzensfreund". Leopold Mozart aber hatte neben den Talenten der Pädagogik und der Komposition noch em drittes, das man dem feingeistigen Manne kaum zugetraut hätte: das kaufmännische. Die Reklametexte für die Konzerte seiner Kinder muten fast amerikanisch an. Aber der kluge Mann hat richtig gerechnet, wenn er weniger auf das Kunstverständnis des Publikums zählte, als auf die Sensationsgier aller Kreise. 1764 erschien in Frankfurt zum Beispiel folgende Anzeige: ,',Meine Tochter, 12 Jahre alt, mein Sohn der 7 Jahre zählt, werden die Konzerte der größten Meister auf einem Clavizin mit und ohne Schweif aus- führen, mein Junge auch ein Konzert auf der Violine Mein Sohn wird die Tasten des Claoizins mit einem Tuche zudecken und auf demselben spielen, als wäre es nicht zugedeckt. Von weitem wie aus der Nähe wird er jeden Thon, jeöen Accord erraten, den man ihm auf den Clavizin oder an einer Glocke oder auf irgendeinem Instrument angeben wird. Zum Schlüsse wird er solange frei phantasieren als man nur will, und zwar nach Wahl auf der Orgel oder am Clavizin, in allen Thonarten in der allerschwierigsten, nach Wahl. Sem Orgelspiel ist aber ganz anders als fein Clavizinspiel." Leopold Mozart war ein Mann, ber von feinen Salzburger Mitbürgern sehr geehrt und geliebt wurde. Ein Pariser Kupferstich aus dem Jahre 1764 zeigt ihn uns mit feinen beiden Kindern Nannerl und Wolfgang. In dem feinen Gesicht des Vaters erkennen wir einen Mann von reicher Herzens- und Wissensbildung, aber auch von scharfem Verstand. Auch aus feinen zahlreichen, stilvollen Briefen tritt uns dieser vortreffliche Charakter klar Jodeln der Bauernburschen nachahmen; daß „auch nach dem Jauchzen ein Pistolenschuß geschehen mag, wie es bet) den Hochzeiten gebräuchlich, und wer recht auf den Fingern pfeifen kann, mag auch unter dem Jauchzen darein pfeifen." entgegen. Seinem Schaffen blieb der lohnende Beifall versagt; aber den schönsten Lohn seiner Arbeit durfte er wohl mit in den Triumphen seines Sohnes empfangen, dessen künstlerischen Aufstieg er fast bis zu seinem Höhepunkt erleben durfte. Er starb 1787 in Salzburg im 68. Lebenjahr. H. O. Lichtspielhaus: „Meuterei auf der Bounty." Wenn man diesen amerikanischen Film, der in seinem Ursprungslande dreimal preisgekrönt wurde und übrigens seines ungewöhnlichen Umfanges wegen etwa zwei Stunden Laufzeit beansprucht, auf sich wirken läßt, fühlt man sich an mancherlei aufregende Lektüre seiner Knabenzeit erinnert: die Geschichte der Fahrt des königlich englischen Dreimasters „Bounty" von Portsmouth nach der Südfee — zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts — ist nach einer Romanvorlage entstanden: hier wird vieles, wenn nicht alles, von dem wieder lebendig, was wir vor Jahrzehnten in den Schmökern unserer Jugend von wilden Seeabenteuern klopfenden Herzens gelesen haben. Dies ist in der Tat ein romantischer, abenteuerlicher und spannender Film, strotzend von Handlung und erregenden Erlebnissen. Wir finden auf dieser Fahrt im Bilde wieder, was wir uns damals nur in unserer Phantasie auszumalen vermochten: Sturm und Schiffbruch, Meuterei und wilden Kampf an Bord, verzweifelte Meerfahrt im offenen Boot, paradiesisches Idyll auf der Südseeinsel und spätes Kriegsgericht in der Heimat. Zuletzt wird sogar die Lehre^ aus dem Abenteuer gezogen: sie besteht in der Schaffung eines Vertrauensverhältnisses zwischen Offizieren und Mannschaften der Flotte, denn die Meuterei hatte ihre menschlich begründete Ursache in einer grausamen und quälerischen lieber) pannung des harten Kriegsrechtes, im maßlosen Mißbrauch uneingeschränkter Befehlsgewalt durch den Kapitän. — Die Amerikaner verstehen, das muß man ihnen lassen, einen solchen Stoff lebendig zu machen und in Szene zu setzen. Man bestaunt nicht nur den materiellen Aufwand und die technische Geschicklichkeit der Spielführung, man muß auch die Dielen außerordentlich schönen und malerischen Aufnahmen ehrlich beroünbern. (Regie: Frank Lloyd.) Von den Darstellern heben sich zwei auch bei uns wohlbekannte Kräfte hervor: Charles L a u g h t o n , den wir vor längerer Zeit als Kö- nia Heinrich VIII. von England sahen, spielt hier den Kapitän der „Bounty", hervorragenden Seemann, aber im übrigen einen wahren Satansbraten, der durch seine Menschenschinderei die Revolte auf dem Schiff heraufbeschwört; e.r hat die Auszeichnung verdient, die ihm drüben für die beste diesjährigen Sportfesten erstmals auch Schwimmerinnen starten lassen und dadurch beweisen, daß der BDM. bereit ist, seine Forderungen nach all- seitiger Körperbildung und Ertüchtigung in die Tat umzusetzen. Wenn dies bisher nur zum Teil geglückt ist, so liegt das vor allem an dem großen Mangel an geeigneten Schwimmgelegenheiten, der es gerade auf dem flachen Lande oft unmöglich macht, das Schwimmen in den Sportplan aufzunehmen. Um hier bald und gründlich Wandlung zu schaffen, wird sich der BDM. in Zusammenarbeit mit allen interessierten Stellen nachdrücklich einsetzen. Alle Volksgenossen sind willkommen! Don verschiedenen Seiten sind bei dem Ausschuß für das 116er-Treffen Zweifel geäußert worden, ob zu dem Kameradschaftsabend am Samstag in der Volkshalle außer den alten und den aktiven 116ern auch noch andere Volksgenossen Zutritt hätten. Die Leitung des Geschäftsführenden Ausschusses betont, daß selbstverständlich auch zu diesem Kameradschaftsabend mit den vielseitigen Darbietungen des Regiments nicht nur die 116er und die übrigen alten Soldaten, sondern alle Volksgenossen und Volksgenossinnen aus Stadt und Land willkommen sind. Lin Jabrikschornstein gesprengt. Jenseits der Lahn in oer Schützenstraße, nahe dem Leimkauterweg, ragte bis zum gestrigen Mittwoch der etwa 30 Meter hohe Schornstein der ehemaligen Gailschen Wollspinnerei in die Höhe. Etwa 90 Jahre hat er Wind und Wetter getrotzt. Die Baufälligkeit des Schornsteins erforderte nun seine Beseitigung. Der Besitzer, Dr. Gai l, hatte diese Aufgabe der Wehrmacht überlassen, für die diese Sprengung eine praktische Uebung bedeutete. Ein Trupp der Pioniere unter dem Kommando eines Hauptmannes führte die Arbeiten aus. Truppen der Gießener Garnison sperrten das Gelände in weitem Umkreis ab. Die Polizei hatte die Sicherung der anliegenden Wohnhäuser und die Abriegelung der Zufahrtswege übernommen. Mit 4,5 Kilogramm Sprengstoff wurde dem Schornstein eine Fallrichtung in nord-östlicher Richtung auf eine angrenzende Wiese gegeben. Auf das Kommando eines Offiziers erfolgte die Fernzündung. Ein dumpfer Puff erfolgte, die Rauchwolken hüllten den Schornstein ein, und sofort brach er in sich zusammen. Auf einer Ausdehnung von etwa zehn Meter kamen die Ziegelsteine in der ihnen zugewiesenen Richtung zu liegen. Das Dach des angrenzenden Gebäudes erlitt nur geringfügige Beschädigungen an den Ziegeln der dem Schornstein zugekehrten Seite. Die Pioniere hatten saubere Arbeit geleistet. In wenigen Minuten rollte dieses seltene Schauspiel ob, das von den vielen Neugierigen mit großem Interesse bewundert wurde. Sinzeiverkauf derHührermarke. LPD. Weite Bevölkerungskreise haben den Wunsch geäußert, die 6-Rpf.-Führermarken einzeln zu erwerben, damit sie auch kleinere Spenden dem Fonds des Führers für die Erfüllung kultureller Aufgaben zuführen können. Die Deutsche Reichspost hat daher eine beschränkte Anzahl von gezähnten Markenblocks derart durchschlitzen lassen, daß die einzelnen Marken mit einem Teil der Papierumrandung, die den Aufdruck: „25 Rpf. einschließlich Kulturspende" erhält, leicht abgetrennt werden können. Die Marken werden erstmalig vom 10. bis 13. Juni in Hamburg bei der einen Sonderstempel führenden Sonderpostanstalt auf der KdF.-Reichstagung ausgegeben. Am 15. Juni beginnt der Verkauf bei sämtlichen Postanstalten. Das Einzelstück kostet 25 Rpf., der ganze Block mit 4 Marken 1 Mark. Schriftliche Bestellungen sind nur an die Versandstelle für Sammlermarken, Berlin W 30, zu richten. Gefälligkeitsstempel mit den gewöhnlichen Tagesstempeln werden ausgeführt. Anträgen, die Wertzeichen nachträglich mit dem Tage vom 20. April, dem Geburtstag des Führers, abzustempeln, wird nicht stattgegeben. Der Verkauf der gezähnten Viererblocks ohne Durchschlitzunq wird bei den Postanstalten mit Ablauf des 31. Mai 1937 eingestellt, in München erst nach Beendigung der Rerchsnähr- standsausstellung ab 7. Juni 1937. Heimatvereinigung Staufenberg. Auf der Burg Staufenberg fand die diesjährige Generalversammlung der Heimatvereinigung Staufenberg unter Leitung ihres Vorsitzenden, Pfarrer i. R. G u ß m a n n (Gießen), statt. Bei der satzungsmäßigen jährlichen Neuwahl des Vereins- Oer Beamte als Gefolgsmann Adolf Hitlers. Z.Gemeinfchastsabend des Amtes für Beamte der 7!SOAp. Kreis Wetterau. Das Amt für Beamte der NSDAP., Kreis Wetterau, hielt am gestrigen Mittwoch im Cafe Leib zu Gießen einen dritten Gemeinschaftsabend für die Kreisabschnitte Gießen, Hungen, Grünberg, Al- lendorf a. d. Lda. und Lollar ab, der gut besucht war. Nach dem Einmarsch der Fahnen brachten die Mädels vom BDM., Walter und Launspach, und der Hitlerjunge Weigel einen aus Aussprüchen Baldur v. Schirachs und Oskar Wendnagels sinnvoll zusammengestellten Vorspruch zum Vortrag. Eine musikalische Ueberleitung schuf die Verbindung von den Begrüßungsworten des Kreisamtsleiters des Amtes für Beamte, Oberzollinspektor Heß, zu dem Vortrag, den Dr. R o e s ch e n (Butzbach) über das Thema „Der Beamte als Gefolgsmann Adolf Hitlers" hielt. Der Vortragende betonte einleitend, daß es nun darauf ankomme, daß der Beamte im neuen Staat als dienendes Glied der Volksgemeinschaft fühlen und handeln lerne. In einew Rückblick auf die Entwicklung der ver- gangenen Jahre zeigte er die Zwiespältigkeit in der Geistesverfassung in der Verfallszeit, von der auch die Beamten erfaßt wurden. In präziser Weise zeichnete dann der Redner das Idealbild für den Beamten im Staate Adolf Hitlers, den Lehensstaat im hohen Mittelalter, als Gefolgsherr und Gefolgsmann sich gegenseitig so verantwortlich hielten, daß einer dem anderen in unbedingter Treue und Opferbereitschaft verschworen war. In dem Geiste solcher Auffassung erfolgte auch die Weihe des nationalsozialistischen Staates in der Potsdamer Garnison- kirche. Der Vortragende ging dann auf die Erziehung des Menschen zum Nationalsozialismus ein und zeigte an vielen Beispielen, wie nur die von der Rasse eines Volkes bestimmten Werte geeignet sind, fortentwickelt zu werden. In dem Zurückgreifen auf das Erziehungsideal des arischen Griechentums, in der Harmonie von Körper, Geist und Seele, liege auch die Neuordnung in der Schulerziehung begründet. Indem wir zur Totalität des deutschen Menschen zurückfinden, werde auch unser Volk das Artgemäße derart entwickeln können, daß es über die Grenzen des eigenen Volkes hinaus anderen Völkern etwas zu sagen habe. In solchem Sinne an sich zu arbeiten, sei Pflicht jedes einzelnen Beamten. In seinem Schlußwort ermahnte der Leiter des Amtes für Beamte, Pg. Heß, die Beamten, nicht nur Gefolgsmann, sondern auch Bannerträger zu sein. Nur wenn sich jeder Mühe gebe, die Treue, die er dem Führer geschworen, auch zu halten, dann würden auch die Beamten über den Gefolgsmann hinaus zum Bannerträger des Nationalsozialismus werden. leiters wurde der bisherige Vorsitzende, Pfarrer i. R. Gußmann (Gießen), gebeten, die Vereinsgeschäfte auch ein weiteres Jahr zu führen. Er nahm die Wiederwahl mit Dank an. Am 11. Juli soll das Sommerfest stattfinden, für das Garteubau- aestalter Schwarz (Gießen) ein Ritter- und Heimatspiel dichten wird, dessen Rollen von Staufenbergern dargestellt werden sollen. Der Gesangverein Staufenberg, die Turnerschaft von Staufenberg und Staufenberger Mädchen unter Leitung der Lehrerin Fräulein Kern haben ihre Mitwirkung bei diesem Dolksgemeinschaftsfest zugesagt. Im übrigen beschäftigte man sich noch mit kleineren Angelegenheiten des Vereins. BB. „Gießen-Land" vom JK5£8. Am gestrigen Mittwoch fand im „Burghof" eine Versammlung des Bezirks-Lehrervereins „Gießen- Land" von NSLB. statt, die recht gut besucht war. In einleitenden Begrüßungsworten des Vorsitzenden, Rektor Siegfried (Großen-Linden), gedachte dieser Leo S ch l a g e t e r s , des Vorkämpfers eines neuen Deutschlands, der vor 14 Jahren von den Franzosen erschossen wurde, und las ein Gedicht eines Großen-Lindener Berufsschülers vor, der den Todesgang des Freiheitshelden in markiger Sprache schildert. Sodann nahm Lehrer Mörschel (Garbenteich) das Wort zu seinem Vortrag „Rechnen im 1. und 2. Schuljahr". In ausführlicher und übersichtlicher Weise ging der Vortragende auf die Hauptschwie- rigkeiten des ersten Rechenunterrichts ein und zeigte mit seinem selbstgebauten Anschauungsmaterial, wie die Kleinen zum vorstelligen Rechnen geführt werden. Die Darbietungen dieses alten Praktikers fanden lebhaften Beifall. Im Anschluß daran wurden noch einige neu erschienene Rechenbücher besprochen. Rektor Siegfried dankte dem Vortragenden und wies darauf hin, daß auch weiterhin praktische Vorträge stattfinden sollten, damit besonders die Junglehrer in die Methodik eingeführt würden. Für die nächste Zusammenkunft ist der Schreibleseunterricht vorgesehen. Die Versammlung wurde in der üblichen Weise geschlossen. Gießener Vochenmarktpreife. * G i e ß e n, 27. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10^, Klasse B 10, Klasse C 9%, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 10 bis 11, Wirsing, XA kg 12 bis 15, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 15 bis 18, gelbe Rüben, alte, 25 bis 30, neue, das Bündel 20 bis 25, rote Rüben 10, Spinat 15, Römischkohl 12 bis 15, Bohnen, grün, 30 bis 35, Spargel, 1. Sorte 41 bis 49, 2. Sorte 36 bis 43, 3 Sorte 31 bis 37, 4. Sorte 18 bis 21, Unterkohlrabi 10, Hxbsen 30 bis 35, Tomaten 50 bis 90, Zwiebeln 14 bis 15, Meerrettich 60 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln, alte, kg 5 Pf., 5 kg 46 Pf., 50 kg 3,80 bis 3,95 Mark, neue, % kg 18 bis 20 Pf., Aepfel 40 bis 70, Zwet- fchenhonig 45, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Blumenkohl, das Stück 60 bis 80 Pf., Salat 5 bis 15, Salatgurken 50 bis 60, Oberkohlrabi 15 bis 20, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Radieschen, das Bündel 10 Pf. Eisenbahner-Heimstätten-Derein Gießen. Die Gemeinnützige Eisenbahner-Heimstätten-Ver- ein e. G. m. b. H. hielt am Sonntag im Hotel Hop- feld unter der Leitung des Aufsichtsratssitzenden, Reichsbahninspektor Keule'r, ihre diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Aus dem Geschäftsbericht des 1. Vorsitzenden, Lokomotivführer Müller, war u. a. zu entnehmen, daß von den neuerstellten fünf Wohnungen am Schlangenzahl vier bereits im November und eine im Dezember v. I. bezogen werden.konnten. Durch vorsichtige und günstige Kalkulation konnten deren Baukosten für Neubau und Boden, mit 49 786 Mark veranschlagt, um 6906 Mark auf 42 880,36 Mark verringert werden. Das Geschäftsguthaben hat sich um 2794,05 Mark ayf 23 626,55 Mark erhöht. Für einen unbebauten Grundbesitz als Straßengelände für die Stadt Gießen wurden 9550 Mark vereinnahmt, die als außerordentliche Tilgung von dem Hypothekendarlehen der Stadt Gießen abgeschrieben wurden. Die Genossenschaft besitzt 34 im Jahre 1921 erstellte Wohnungen an der Klinik- und Credner- straße und am Wetzlarer Weg, acht im Jahre 1929 fertiggestellte Einzelhäuser am Wartweg, 10 Wohnungen am Schlangenzahl und in der Freiligrath- straße, sowie 5 in einem 1936 bezogenen Neubau. Das Umlaufvermögen beträgt 25 772,57 Mark. Die wirtschaftliche Lage des Eisenbahner-Heimstätten- Vereins kann als gut bezeichnet werden, die Zahlungsbereitschaft ist gesichert. Als Reingewinn find 3633,28 Mark ausgewiesen. Nach den Bemerkungen des. Aufsichtsrates über den Geschäftsbericht, nach denen der Vermoqens- stand und der Haushalt der Genossenschaft in, Ordnung befunden wurde, erteilte die Versammlung die einstimmige Genehmigung des Jahresabschlusses und der Verteilung des Reingewinnes, von dem u. a. 2500 Mark der gesetzlichen Rücklage zugeführt und eine Dividende von 3,3 v. H. bewilligt werden. Die für den erkrankten Rechner, Lokomotivführer M ü n st e r, von dem Vorstandsmitglied, Reichs- — Ebenso wie gespal- * /iZz - tene Haarspitzen und •• La JfYjfJjfV Schinnen oft eine Fol- \ tAWYflßO • ge derKopfwäsdie mit sdiarfenWaschmitteln. • Abhilfe ist leidit: pflegen Sie Ihr Haar so, daß kein Alkali und keine Kalkseife im Haar Zurückbleiben, also mit SCHWARZKOPF Gegen sprödes Haar zu empfehlen: Schwarzkopf-Schaumpon Sorte Kamille zu 20 PL Schwarzkopf - Extra - Zart mit Kräuterbad zu 30 PL bahnsekretär Pauly oor getragene Bilanz, Gewinn« und Verlustrechnung für 1936 schloß in der Bilanzrechnung mit 560 678,92 Mark in Aktiva und Passiva und mit 35 033,52 Mark in der Gewinn- und Verlustrechnung. Die Bilanz weist u. a. ein Anlagevermögen für unbebaute Grundstücke in Höhe von 31367,61 Mark und an Wohngebäuden in Höhe von 501904,76 Mark aus, denen u. a. an Hypothekenschulden rund 382 000 Mark, an gesetzlichen Rücklagen, anderen Dermögensrücklagen und Rückstellungen weitere rund 145100 Mark gegenüber« stehen. Die Mitaliederzahl beträgt 105. Der Gesamt- betrag der Haftsumme beläuft sich auf 32 400 Mark, also 5400 Mark weniger als im Vorjahr. Dem Vorstand und dem Aufiichtsrat wurde Entlastung erteilt. Die ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates, Verwaltungsamtmann Martin und Schreinermeister Drescher, wurden wiedergewählt, für das wegen Krankheit ausscheidende Mitglied Pfeffer wurde der technische Reichs- bahninspektor Karl Rau und ferner Reichsbahn- Inspektor Heinrich D ö l l neu in den Aufsichtsrat berufen. Mitglied Simon brachte einige .praktische Anregungen vor und verwies auf die erfolgreiche Arbeit des Vereins, die leider unter den Eisenbahnern zu wenig bekannt ist, so daß noch eine größere Werbetätigkeit entfaltet werden müßte. Der Aufsichtsratsvorsitzende, Reichsbahninspektor Keuler, gab einen Ueberblick auf die Tätigkeit der seit etwa 20 Jahren bestehenden Genossenschaft, die für Gießen auf dem Gebiete der Wohnungsbe« schaffung praktische Arbeit geleistet hat. Radsternfahrt zum Reichshandwerkertag. Anläßlich des Reichshandwerkertages unternehmen die Handwerker eine Radfternfahrt nach Frankfurt a. M. Eine Radstaffel trifft am Freitag um 9.30 Uhr mit etwa 132 Mann in Gießen an der „Karlsruhe" ein, wo eine Ruhepause eintritt.. Sämtliche Kreisfachgruppen- und Kreisfachschafts- walter des Kreises Wetterau nehmen hier am Empfang teil. Das Mufikkorps des J.-R. 116 wird den Sternfahrer die Zeit des Aufenthaltes verkürzen helfen. Von der „Karlsruhe" marschieren die Teilnehmer durch die Marburger, Walltor-, Schul- und Sonnenstraße über den Seltersweg zur Frankfurter Straße, von wo aus die Weiterfahrt über Friedberg nach Frankfurt a. M. angetreten wird. In Gießen schließen sich drei weitere Teilnehmer, je ein Meister, Geselle und Lehrling, den Sternfahrern an. Aezirksversammlung der Gießener Sportfischer. Der Bezirk VIII des Gaues Hessen-Nassau im Reichsverband Deutscher Sportfischer hielt am Dienstag bei Faulstich für feine vier Sportfischer-Dereini- gungen des Stadt- und Landbezirkes Gießen eine Bezirksversammlung ab. Bezirksführer Rud. Röhr stellte die neuen Aufgaben heraus, die den deutschen Sportfischern gestellt sind, und berichtete über den Gautag des Gaues Hessen-Nassau in Mainz, bei dem als wichtigste Frage die Einführung eines neuen Reichsfischereischeines behandelt wurde. Durch diesen neuen Fischereischein kommt der Landesfischereischein nicht in Fortfall, sondern einer bedingt den anderen. Alle Vereine, die eigene Gewässer besitzen, müssen korporativ Mitglieder des Landesfischereivereins werden. In Zukunft werden Schwierigkeiten und Mißstände bei den Verpachtungen nicht mehr in Erscheinung treten, da nach dem neuen Reichsgesetz die Pachtverträge durch die Landesbauernschaft einer Nachprüfung unterzogen werden. Dadurch werden namentlich die ungesunden Verhältnisse von Wert und Pachtpreishöhe bereinigt werden. Weiterhin werden die Gewässer in erster Lj/iie an Vereine und nicht an Einzelpersonen verpachtet werden. Es wird Vornan von Walther Kloepffer Copyright 1936 by August Scherl G. m. b. H., Berlin. 5. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) 2. Als Doktor Fogg am dritten Tag nach dieser Begegnung, von einem Ausgang zurückkehrend, fein Hotelzimmer betreten wollte, fing ihn das Stubenmädchen ab. „Eine lütte Deern will Sie sprechen, Herr Doktor. Ich habe sie einstweilen in Ihr Himmer gelassen. Eigentlich ist das ja verboten, noch? Aber sie sieht so unschuldig aus, sie heult drinnen." „Lütte Deern? Keine Anhnung. Ich kenne in ganz Hamburg keine lütte Deern. Mal sehen", brummte Fogg und öffnete die Tür. Tatsächlich. Da saß auf feiner Couch ein junges Ding und schnaubte herzbrechend in fein Sacktüch- lein. Fogg schob verdutzt die Stummelpfeife in die Jackettasche und legte seine braune Tatze auf die schlitternde fremde Schulter. „Aberaberaber, ist das so arg? Wo brennts denn, kleines Fräulein? Hat uns jemand etwas getan? Ich bin der Doktor Fogg", Hub er beschwichtigend an und in feinem guten, erprobten Arztton. Aus dem verheulten Sacktüchlein kam eine gerötete kleine Nasenspitze zum Vorschein. „Mutter ist krank, sehr krank, und schickt mich her. Du sollst gleich mitkommen, Onkel Fogg. Ich bin Anna Stransky aus Hamelskoog." Das Mädchen sagte dies weinerlich, aber voll Vertrauen und mit großer Eindringlichkeit. Fogg muß sich da erst zurechtfinden. Das kleine Fräulein setzte entschieden zuviel bei ihm voraus. Aber er ist schnell im Bild. „Du bist die Tochter von Donka Stransky?" „Natürlich." „Und was fehlt deiner Mutter? Eine kleine Ahnung wirst du ja wohl haben?" „Eine Erkältung, glaub' ich. Sie hustet und fiebert, und manchmal ist sie ganz weg." Tränenstrom. Fogg ist es unbehaglich zumute, wenn er an die dumme Bank im Freien denkt, die an allem schuld ist. „Da müssen wir freilich gleich hin, Anna. Wir nehmen ein Auto, mein Kind, das geht fixer. Du wirft mich führen." Obschon hungrig und müde, ist er voll Hilfsbereitschaft. Er legt kleine Paketchen, die ihm aus allen Taschen quellen, auf den Tisch. Dann bittet er: „Komm, Anna", und steigt mit dem Mädchen die Hoteltreppe hinab. „Du siehst deiner Mutter sehr ähnlich", sagt er drunten in der Halle und denkt: Sieh mal, die Donka hat also ein Kind. Davon hat sie mir gestern ja gar nichts gesagt. „Findest du?" „Das finde ich sehr, Anna. Die Gestalt, das Gesicht, die Haare, alles hast du von deiner Mutter." Ja, ja, Anna ist eine jüngere und zierlichere Ausgabe von ihrer Mutter. Dasselbe dunkelbraune, mit einem fünften Schimmer ans Rötliche grenzende Haar, die gleiche vorwitzige Himmelfahrtsnase, die gleiche biegsame Gestalt, kurz, ein nettes, ein leckeres junges Ding. Nur die Augen sind anders, nicht so schwermütig und wissend. Anna trägt ein billiges farbiges Fähnchen, Ausverkauf, Vierfünfundneunzig, aber sie geht darin, als ob es ein Schneiderkostüm wäre. „Wie alt sind wir denn?" „Achtzehn", stellt sie aufschnupfend fest. Denn die Tränen fitzen noch immer sehr locker. „Und was ist mit Hamelskoog?" „Da war ich die letzten Jahre. Mutter hatte mich zu Gorch Pitter als Stütze gegeben. Hamelskoog, mußt du wissen, ist ein kleines Dorf an der Elb- münbung. Nichts als Dünensand und Wasser, Wind und Wolken. Einmal hat es uns die ganze Wäsche in die See geweht.- Und Fischerhütten sind natürlich auch da. Manchmal war es schön und manchmal langweilig. Gorch Pitter ist ein pensionierter Steuermann — nicht Uebersee, ach nein, nur so'n kleiner Kahn auf der Elbe —, Steuermann und hat eine rote Knollennase und einen weißen Kranzbart. Leider priemt er. Aber sonst kann man nichts wider ihn sagen", unterrichtet sie den zuhorchenden Fogg. Er kann sich Gorch Pitter und Hamelskoog gut vorstellen, obzwar er beide nicht kennt. „Hm. Und was hast du bei Gorch Pitter zu tun gehabt?" „Ach, viel! Mal das Hauswesen, Kochen, Flicken, Aufräumen. Du bist ein Mann und verstehst das ja nicht. Dann das Gärtchen. Huch, hatten wir Tomaten! Auch zwei Felder waren da, Roggen und Kartoffeln. Dann die Ziegen. Junge Schweine finde ich zwar süßer. Manchmal hat mich Pitter in seinem Boot zum Fischen mitgenommen; aber die Frau durfte das nicht wissen. Die war immer gleich so ängstlich, nöch." „Donnerwetter, du bist ein tüchtiges Haus- mütterchen!" „Das kann man wohl sagen", meint sie ernsthaft. Fogg gibt sich, wie man sieht, alle Mühe, das betrübte Landpomeränzchen abzulenken, und hat auch einigen Erfolg damit. Che sie ins Auto steigen, möchte Anna wissen: „Sag mal, bist du nun ein richtiger Onkel oder nur so? Ich hab' das aus Mutter nicht herausbekommen." „Nur so, Anna. Deine Mutter und ich kennen uns vom Krieg her und sind befteundet." „Kuck, das hab' ich mir gleich gedacht. Für einen richtigen Onkel bist du zu jung", nickt sie altklug. „Wenn es Mutter besser geht, mußt du mir das mit euch beiden erzählen. Mutter sagt mir nie etwas von sich. Sie meinte vorhin, ich sollte dich einfach mit ,Onkel Fogg* * •• anreden." Dns Haus in der Hafengaffe, in dem Donka Stransky wohnte, war ein alter Bau von bedrohlichem Aussehen. Man mußte durch einen finsteren Hof, in dem es nach Kernseife und Goffe roch. Die vernachlässigten Fenster waren durch Kinderwäsche und Jammergeranien verunziert. Diele schmalbrüstige Hinterhäuser teilten sich in diesen Hof, und es war nicht zu entscheiden, zu welchem er nun eigentlich gehörte. Fogg und Anna ftiegen ein knarrende Stiege hoch, dann traten sie in eine Wohnung, vor der ein schmutziges Schild besagte: „Pension Heidenfroh. Zimmer, möbliert, für jede Zeitdauer." In den schmalen Korridor mündeten sechs ver- schabte Türen. Der Raum, dessen Tür Anna jetzt aufklinkte, war dürftig und lieblos ausgestattet. Am Fenster stand ein abgeblühter, kränkelnder Azaleenstock. Graues, mageres Licht lastete auf den Gegenständen. Donkas Bett stand in einer Ecke. Die Kranke atmete beschwerlich und reichte Fogg eine heiße, feuchte Hand, deren Puls flog. Eine alte, bekümmerte Frau — dachte Fogg mitleidig. „Du machst ja schöne Geschichten, Donka", scherzte er behutsam und versuchte, eine gewisse Leichttgkeit in seine Stimme zu legen. Die Stransky lächelte schwach. Auf ihren Backen flammten abgezirkelte hektische Flecken. Mindestens 40 Fieber, schätzte Fogg und strich über das nasse Haar der Patientin. „Also darum habe ich gestern und vorgestern umsonst auf dich gewartet! Wenn ich geahnt hätte, was los ist, wäre ich schon längst gekommen. Gut, daß du die Anna geschickt hast. Was sagt dein Arzt dazu?" „Ich habe keinen", entgegnete sie schamvoL „Aerzte sind so teuer." „Dann möchte ich die Behandlung übernehmen, wenn du gestattest?" „Bitte!" nickte sie dankbar. Fogg untersuchte ziemlich lange. Der Fall lag klar: Lungenentzündung, vergesellschaftet mit Tuberkulose. Prognose schlecht. Donka bedeutete ihrer Tochter, sie möge in die anstoßende Kammer gehen. Sie wollte allein sein mit Fogg. „Nicht wahr, es steht schlimm? Muß ich sterben?" „Aber, Donka! Wer redet gleich vom Sterben!" log er tapfer. „Ich muß mich erkältet haben. Damals auf der Bank. Ich bin selbst schuld. Du hast mich gewarnt. Ich war schon vorher nicht fest. Immer ist Blut getornrhen. Es ist mir nicht um mich, nur um Anna. Du hast ihr doch nichts gesagt von mir —? Ich meine, das mit der Bar und so?" fragte sie angstvoll. „Kein Wort, Donka." „Das ist gut. Denn Anna soll nie erfahren, wie es um ihre Mutter bestellt war. Sie glaubt, ich nähe Hemden und Kleider für die Leute. Ich habe sie vor vier Jahren bei einem braven alten Ehepaar untergebracht, an der See. Leider kann sie dort jetzt nicht mehr bleiben, weil Pitters Tochter aus England heimkommt und dann selbst den Haushalt besorgt. Pitters haben es mir durch Anna sagen lassen, als ich sie gestern zurückrief. Anna ist ein gutes Kind, aber so jung. Sie ist so lebhaft urtb vertrauensselig, und man muß stets auf sie auf3 passen. Sie kommt jetzt in die Jahre, wo die Liebschaften anfangen. Ich habe so Angst um sie. Ich quäle mich immer mit dem Gedanken, was aus ihr werden soll, wenn ich--" (Forts, folgt.) durch solche Maßnahmen angestrebt, den Angelsport zu fördern. Der Bezirksführer wies dann auf den Zusarnmen- schluß der beiden Gaue Hessen-Nassau und Hessen- Land zu einem Gau-Hessen-Nassau unter Führung von Gauführer Laun hin. Zur Aufklärung über die Bedeutung des kommenden Reichsfischereigesetzes fügte Bezirksführer Röhr hinzu, daß durch das Zusammenarbeiten mit dem Reichsnährstand dem Sportfischer ein größeres Entgegenkommen als bisher gesichert wird. Namentlich in Hessen werden sich die ungünstigen Verhältnisse für die Sportfischer dadurch ändern. In interessanter Weise sprach dann der Stabsleiter des Gaujägermeisters, Studienrat Hölzel, über die Anwendung des Naturgesetzes und die gemeinsamen Berührungspunkte mit dem Fischereifport. Dabei betonte er u. a., daß es in dem neuen Naturschutzgesetz keine Entschädigungen mehr gibt, und daß Besitzer von Wald-, Wiesen- oder sonstigen Geländestrecken, die dem Landschaftsschutz unterliegen, keine wesentlichen Veränderungen an ihrem Besitz ohne entsprechende Genehmigung der Aufsichtsbehörde vornehmen dürfen. Er erläuterte die Einzelanweisungen, die sich auf den Naturschutz von Pflanzen, nicht jagdbaren Tieren, Naturdenkmälern und Naturschutzgeländestrecken beziehen, an vielen Beispielen. Bei den Naturdenkmälern erwähnte er u. a. die unter Landschaftsschutz stehenden „Blitzsteine", die „Teufelskanzel" im Hangelstein, die unterirdisch verlaufenden Gewässer im Biebertal, die durch eine große Anzahl von weißen Seerosen bestandenen Wasser nördlich von Londorf. Hinsichtlich der Wasserläufe betonte der Vortragende die besondere Schutzbedürftigkeit, damit unsere Flüsse nicht zu eintönig gradlinigen Kanälen verschandelt werden, wie in Frankreich. Nach den neuen Bestimmungen müssen auch bereinigte Flußbetts wieder bepflanzt werden. Der Stabsleiter forderte die Fischer zur Mitarbeit auf, damit nicht noch mehr als bis jetzt durch Abholzungen und Bereinigungen Schaden an den Flüssen und damit an der Landschaft angerichtet wird. In seinem Schlußwort wies Bezirksführer Röhr auf die Zusammenarbeit mit dem Wetzlarer Bezirk hin, durch die die Verschandelung der Lahn, wie sie in Gießen durch die Abholzung der Pappeln und durch andere Umbauten erfolgt ist, verhindert wird. Er hob auch den Schaden durch die Zuführung der Molke aus den Molkereien in die Gewässer hervor, wodurch z. B. in der Felda bei Groß-Felda wertvolle Fischbestände vernichtet wurden, und berichtete von dem Fischverlust in der Lahn bei Wetzlar infolge nicht sachgemäßer Arbeiten bei der Zuschüttung des Schleusenkanals. Aus der Versammlung wurde auch die Abholzung eines idyllischen Baumbestandes an dem Eschersbach zwischen Sommers- und Kolben- mühle bei Grünberg beanstandet. ** Von einem Motorradler angefahren. Heute vormittag wurde der 16 Jahre alte Schüler Günther M e l ch i n g aus Forsthaus Haina (Kreis Wetzlar), als er sich mit seinem Fahrrad unterwegs zum Schulbesuch in Gießen ^efand, kurz vor Gießen von einem Motorradler angefahren. Der bedauernswerte Junge mußte mit einem Kieferbruch und Brustquetschungen der Chirurgischen Klinik zugeführt werden. LPD. Schützt die Eidechse! Sonnige Abhänge, Steinhalden, sandige Raine, Wurzelstöcke in Waldblößen, auch Hecken und Zäune sind die Aufenthaltsorte unserer einheimischen, nützlichen Eidechsen. Sich sonnend liegen die flinken Tierchen auf der Lauer und spähen nach Beute. Vor ihren umsichtigen klugen Augen ist die Mücke im Flug nicht sicher. Der Falter am Blumenkelch fällt ihrer Gewandtheit zum Opfer. Auch Regenwürmer, Spinnen, Käfer, Larven, Grillen und Heuschrecken bilden ihre Nahrung. Darum schützt die Eidechsen! Sie vertilgen als Feld-, Wiesen- und Waldpolizei viele Schädlinge. Deutschlands schönste Eidechse ist die prächtige, grüngefärbte Smaragd-Eidechse. Andere Eidechsenarten unserer Heimat sind die Zaun-, die Berg- und die Mauereidechsen. Mit den Eidechsen verwandt ist die Blindschleiche, ein harmloses, eben- • «n r "üsiüches, schlangenähnliches Tierchen, das m Wiesen und lichten Buchenbeständen nach Nachtschnecken und Regenwürmern jagt. ** Der Reichskolonialbund Ortsver - 0 and Gießen, Zelle II (Frauen), hielt im „Burghof" einen Zellenabend ab. Ortsverbands- leiter Schneider begrüßte die Mitglieder und Gäste, ferner sprach er kurz über den Aufbau des Ortsoerbandes und die künftigen Arbeiten. Anschließend brachte die Rednerin des Abends, Fräulein B u s ch aus Dresden, Dichtungen und Sagen aus Werken deutscher Meister zum Vortrag, wobei insbesondere der koloniale Gesichtspunkt im Vordergrund stand. Die Zellenleiterin, Frau Hummel, gab anschließend einige kurze Nachrichten aus den Kolonien bekannt, sodann sprach sie über den Sinn und Zweck des Deutschen Frauenwerks. Die Mitglieder wurden gebeten, die Weihnachtssachen bis spätestens 1. Juli bei Frau Grübler, Alicen- straße 18, abzugeben, damit die Geschenke noch rechtzeitig an ihren Bestimmungsort geleitet werden können. Hierauf wurde der Abend von der Zellenleiterin in üblicher Weise geschlossen. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 352: Ermäßigte Fernsprechgebühren mit den Niederlanden. — 353: Beglaubigung von Handelsrechnungen für Warensendungen nach Griechenland entbehrlich. — 354: Anordnung Nr. 12 der Ueberwachungsstelle für Mineralöl (Anwendung der Oldl-Vornorm 6511 und 6512). — 355: Reiseverkehr zur Pariser Weltausstellung. — 35ß: Zahlungen auf Grund des Anleihestockgesetzes an die Deutsche Golddiskontbank nicht genehmigungspflichtig. — 357: Amerikanischer Wirtschaftsbericht. — 358: Aenderung der Gebührenordnung der Ueberwachungsstelle für Tabak, Bremen. — 359: Vereinbarung über die Verlängerung der Regelung für den deutsch-mandschurischen Handel. — 360: Festsetzung eines Gesamtbetrages für die Einfuhr eines Vierteljahres in Rumänien. — 361: Ein- und Ausfuhr außer Kurs gesetzter inländischer Scheidemünzen. — 362: Verpfändung ausländischer Wert- papiere und deutscher Auslandsbonds nicht mehr möglich. — 363: Studium und Schulbesuch im Ausland. — 364: Ausfuhrverbot für Phenol, Kre-^ sol, Kupfervitriol und außer Kurs gesetzter Silbermünzen. — 365: Anordnung — ZV 11 — über die Herstellung von Verbandswatte. — 366: Nachtrag 1 zur Bekanntmachung 6 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle vom 30 April 1935. — 367: Ergänzung der Bestimmungen über Auswanderung. — 368: Ermäßigung der Gebühren im Fernsprechverkehr mit den Niederlanden. — 369: Verbot der Errichtung und Erweiterung von Ver- sandgeschästen. Amtsgericht Gießen. Wegen Uebertretung des Volksschulgesetzes hatte der K. Z. von Gießen durch das Amtsgericht einen Strafbefehl über 6 Mark Geldstrafte, hilfsweise zwei Tage Haft erhalten, weil er einen seiner Lehrlinge zweimal vom Besuche der Fortbildungsschule abgehalten hat mit der Begründung, daß ein anderer Lehrling erkrankt sei. In der Hauptverhandlung auf seinen Einspruch hin wurde der Angeklagte in der Beweisaufnahme überführt, daß er schuldhaft gehandelt hat. Das Gericht verurteilte ihn daher zu Geldstrafen von zweimal 2,70 Mark sowie zur Kostentragung. Durch Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen war die L. B. aus Gießen zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden, weil sie einen Mieter in dem von ihr bewohnten Hause schwer beleidigt hatte. In der Hauptverhandlung auf Einspruch der Angeklagten hin stellte es sich heraus, daß der Beleidigte der Angeklagten seinerzeit eine Ohrfeige versetzt hatte, so daß das Gericht die Gefängnis st rafe auf 14 Tage ermäßigte. Die Kosten des Verfahrens hat die Angeklagte zu tragen. Zwei Männer aus Hannover hatten gemeinsam am 24. 9. 36 in einem hiesigen Kaffeehaus eine Modenschau und anschließend eine öffentliche Tombola veranstaltet, ohne die kreisamtliche Genehmigung zu besitzen. Durch Strafbefehle des Amtsgerichts Gießen waren der Angeklagte I. zu 70 Mark, evtl. 14 Tage Gefängnis, der Angeklagte K. zu 35 Mark, evtl. 7 Tage Gefängnis verurteilt worden. In der Hauptverhandlung auf Einspruch der Angeklagten hin ließ die Staatsanwaltschaft die Anklage bezüglich des Angeklagten K. fallen. Es wurde festgestellt, daß der Angeklagte I. Leiter der damaligen Veranstaltung war. Das Gericht verurteilte I. zur gleichen, wie im Strafbefehl ausgesprochenen Strafe. Außerdem legte es dem Angeklagten die Kosten des Verfahren^ auf. Aus der engeren Heimat. Gemeinderat in Schotten. J) Schotten, 26. Mai. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats widmete der Bürgermeister zunächst dem nach Groß-Gerau versetzten Kreiskassenleiter der Kreisleitung, Pg. Gemeinderat Reitz, Darck- und Abschiedsworte für sein ersprießliches Wirken in der Gemeinde. Ortsgruppenleiter Z e f ch k y schloß sich namens der Ortsgruppe Schotten'der NSDAP, den Dankesworten an. Gemeinderat Reitz dankte für die ehrenden Worte und versprach, auch in seinem neuen Wirkungskreis seiner Vaterstadt Schotten (er ist hier geboren) und dem Vogelsberg die Treue zu halten und für die Schönheiten unserer Heimat und unseres Gebirges zu werben. Die Ortssatzung der städt. Wasserleitung erhält einen Zusatz dahingehend, daß für rückständiges Wassergeld und sonstige Rechnung des Wasserwerks auch der Rechts- und Besitznachfolger haftet. Die neue Reichsstraße 276 Schotten — Gedern ist mit Kleinpflaster versehen und damit erhöht worden. Die zahlreichen Abfahrten von dieser Straße in Feld und Wald der Gemarkung müssen angeglichen und neu hergestellt werden. Der Stadt entstehen dadurch sehr erhebliche Unkosten, die sie allein tragen muß. Die Ausgaben, die im Voran- schlag in dieser Höhe nicht vorgesehen waren, sind dringend notwendig und werden bewilligt. Eine Aussprache erfolgte über die Beschaffung von Baugelände. Die Karl-Weber-Straße ist nunmehr ausgebaut, es fehlt tor allem an Bauland für kleinere Wohnungen, Siedlungshäuser. Für private Wohnhäuser, Villen usw. wäre an sich genügend Baugelände mit Gartenland von privater Seite zu erwerben. Dagegen fehlt Kleinsiedlungsland. Die Stadt hat ihr eigenes Gelände in der Dogelsbergstraße rechts bis Michelbacher Abfahrt, Wafum als Siedlungsland zur Verfügung gestellt, das auch für dieses Siedlungsland sehr geeignet, billig und sofort baureif wäre. Die Straßenverwaltung macht neuerdings Schwierigkeiten und verlangt Zurückstellung der Siedlungshäuser um 18 Meter von der Mitte der Straße. Verhandlungen mit der Straßenverwaltung über dieses Verlangen schweben noch. Die Erschließung der Borngasse und des ganzen Geländes zwischen Wasserwerk und der Adolf-Hitler-Straße würde erhebliche Kosten verursachen, die die Stadt im Weg des Bauumlegungsoerfahrens außerhalb der kommenden Feldbereinigung nicht tragen kann. Auch würde das Bauland dort für Siedlungszwecke zu teuer kommen. Der Vorschlag, das Gelände am sog. Aaweg nach der Badeanstalt zu für Siedlungen zu erschließen und zu erwerben, findet Zustimmung. Der Plan der Erbauung einer Umgehungsstraße vom Forstamt der alten Bach entlang bis Molkerei, wodurch ebenfalls Bauland erschlossen wird, ferner die Frage der Errichtung des HI.-Heimes, die weiter vorwärts getrieben wird, wurden besprochen. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer wurde die Sitzung geschlossen. Landkreis Gießen. gfs. Mainzlar, 26. Mai. Einen Fischkochabend veranstalteten die Abteilungen Volkswirtschaft-Hauswirtschaft der beiden Frauenschaften Mainzlar und Daubringen in der Schule zu Dau- bringen. Frauen beider Ortschaften hatten vorher die Speisen vorbereitet, so daß am Abend alles glatt und rasch vonstatten ging. Die Abteilungs-- leiterinnen Frau Pfeiffer und Frau Hämmerle zeigten die Zubereitung von vier verschiedenen Fischgerichten, die von allen Teilnehmerinnen gekostet und gelobt wurden. Die Frauen waren von der Wichtigkeit der Fischoerwertung überzeugt, und so wird auch im Sommer das wöchentliche Fischgericht auf dem häuslichen Speisezettel nicht fehlen. s. Lang-Göns, 25. Mai. Am gestrigen Nachmittag brach im Gemeindebackhaus in der Hundstaatenstraße Feuer aus, das aber durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr bald gelöscht werden konnte, da ja das Backhaus dicht neben dem Spritzenhaus liegt. Es entstand lediglich Sachschaden an den Wänden des Backhauses. — Nachdem größere Ausbesserungsarbeiten im Saale der vierten Schulklasse oorgenommen worden waren, werden nun sämtliche Fenster des alten Schulhauses neu gestrichen. Kreis Wetzlar. (D Krofdorf-Gleiberg, 26. Mai. Mit dem plötzlichen Eintritt des sommerlichen Wetters hat sofort die Krofdorf-Gleiberger „Badesaison" im hiesigen Schwimmbad begonnen, das im Vorjahre erbaut wurde. Am Montag wurden die Dauerkarten ausgegeben, deren Preise sich je nach dem Familienstand in mäßigen Grenzen halten. Auch aus den umliegenden Ortschaften hat bereits lebhafte Nachfrage nach Karten eingesetzt. So tummelt sich alt und jung, groß und klein in dem klaren Wasser, das ‘fcer Fohnbach aus feinen Waldquellen dem Becken zuträgt. Die Lage des Bades gestattet einen reizenden Blick auf die nahen Burgen Gleiberg und Vetzberg. Die Badeaufsicht übt wie im Vorjahre, Hans Bloh von hier aus. Rundfunkproqramm Freilag, 28. Mai. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 10: Schulfunk. 11: Mutter spielt und turnt mit dein Kind. 11.15: Hausfrau, hör zu! 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch ... 15: Ein neues Leben bricht dem Schönen seine Bahn. Vier Jahre Aufbauarbeit im Spiegel eines Stadtbildes. Eine Hörfolge zum 6. Hessentag der NSDAP, in Kassel. 15.30: Volk und Wirtschaft. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: Zum „Tag des Deutschen Handwerks". Bericht von der Eröffnung der Musterschau von Dr. Ley. 17.45: Naturgemäß leben! 18: Musik aus Dresden. 19.40: Berichte von der Eröffnung des 6. Hessentages der NSDAP, in Kassel. 20: Nachrichten. 20.10: Die Trommel gerührt — das Pfeifchen gespielt ... 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Tanzmusik. 23.30: Am Vorabend des 6. Hessentages der NSDAP, in Kassel. 24 bis 2: Nachtkonzert. Samstag, 29. 2Hai. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Morgenmusik. 10: Schulfunk. 11.15: Hausfrau, hör zu! 11.40: Gaunachrichten. 11.50: Deutschs Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. Adreßbuch der Stadt und des Kreises Gießen Neuausgabe '1937 erscheint Mitte Juni Zu jedermanns Einsichtnahme liegen am 21,, 28. und 29. Mai im Adreßbuchverlag, Schulsiraße 1 (II. Stock), Eingang Kaplaneigasse, täglich von 8-12 und 14-18 Uhr, offen: Alphabetisches Einwohner- und Firmenverzeichnis Straßenverzeichnis Jubiläumstafel Behördenverzeichnis Aerzteverzeichnis (Llnfallmeldestellen) Abschnitt NSDAP., Deutsche Arbeitsfront, Kreishandwerterschafi, Verbände, Innungen, Vereine und Kassen Handels- und Gewerbeverzeichnis Die zuständige Einwohnerschaft, Aerzte und Geschäftsleute Gießens, die beteiligten Behörden, Partei-Dienststellen und -Gliederungen und öffentlichen Körperschaften, Vereinsführer usw. werden um Prüfung der Einträge auf Nichtigkeit und Vollständigkeit hiermit dringend gebeten. Im Hinblick auf die Schwierigkeiten in der Beschaffung der notwendigen Unterlagen und der längeren Herstellungsdauer des Adreßbuches kann für Fehler und Unrichtigkeiten keinerlei Haftung übernommen werden. Es empfiehlt sich insbesondere die Einsichtnahme in die Ver- zeichniffe durch Hausbesitzer und Mieter, die seit der Hauslistenauf- nähme umgezogen sind. OberheMcher Adreßbuchverlag Gießen Schulstraße 1 / Fernsprecher 2251 3682 D Hier abschneiden! ..............y................................................:...................................... Patent 361 Pausen Patent. Ein Patent wird erteilt für neue Erfindungen, welche eine gewerbliche Verwertung gestatten. Die Erfindung muß neu sein, d. h. zur Zeit der Patentanmeldung darf die Erfindung in den letzten hundert Jahren noch nicht in öffentlichen Druckschriften derart beschrieben oder bereits so bekannt sein, daß andere Sachverständige sie jederzeit nachmachen rönnen. Wer zuerst eine neue Erfindung anmeldet, hat Anspruch auf Erteilung des Patents. Das Patent hat die Wirkung, daß der P.-Jnhaber allein berechtigt ist, den Gegenstand der Erfindung gewerbsmäßig herzustellen und zu verkaufen. Ein Patent ist vererblich und verkäuflich. Das P. wird nur 18 Jahre gewährt. Jedes Jahr muß eine Gebühr bezahlt werden (Berechnung nach Tarif), bei Nichtzahlung der Gebühr erlischt das P. Ein P., das dem öffentlichen Jnteresie dient (z. B. ein Patent für Wehrzwecke oder dergl.) kann zur Benutzung einem andern überwiesen werden gegen entsprechende Vergütung (Zwangslizenz). Die Anmeldung des P. muß beim P.- Amt in Berlin erfolgen, welches das Patent im Patentblati bekanntmacht. Innerhalb von zwei Monaten kann gegen das Patent Einspruch erhoben werden. Auskunft in Patentsachen erhält man beim P.-Anwalt, der auch die Anmeldungen usw. besorgt. Wer ein P. unbefugt benutzt, wird mit Geldstrafe oder Gefängnis bis zu 1 Jahr bestraft. Auch muß er den aus der Verletzung entstehenden Schaden dem P.-Jnha- ber ersetzen. Patentstrickerei, eine Art des Strickens, um z. B. den Bund eines Pullovers fester zu arbeiten, damit er sich nicht so leicht dehnt. Man benötigt da^u immer einen Maschenanschlag, der durch zwei zu teilen ist. Die erste Masche der Nadel hebt man ab, macht einen Umschlag, d. h. legt den Faden von vorn nach rückwärts auf die rechte Nadel, hebt wieder eine 3J?afd)e ab und strickt dann die nächste ab. Das wiederholt man die ganze Nadel durch vom ersten Umschlag an. Die letzte abgestrickte Masche wird auf der folgenden Nadel mit dem Umschlag der rechten Seite zusammengestrickt. Pathologie: die Lehre von den Krankheiten, ihren Ursachen, den körperlichen Veränderungen, die sie Hervorrufen; von ihrer Entstehung und ihrem Wesen, von ihren klinischen Eigenarten. Pathologisch = krankhaft. Patient, lat. Bedeutung = Leidender, Kranker. Patina, grüner oder brauner Edelrost auf Bronze oder Kupfer, der sehr geschätzt wird und nicht entfernt werden darf. Paul, männl. Vorname, lat. Herkunft mit der Bedeutung „der Geringe", „der Niedrige", weibl. Form Paula, Pauline. Pausen, das Übertragen einer Zeichnung auf einen Stoff geschieht, indem man zunächst das Pauspapier mit der Farbseite auf den Stoff legt, der faden- ,— P8S FÜHRENDE FACHGESCHÄFT IN-GLAS-UND PORZELLAN WAREN ■ W-G i EZ/E M R HVJ z PL A T 14.10: Bestellt — und abgeholt! Wunschkonzert. 15.15: Volk und Wirtschaft. Allerlei Neuigkeiten. 15.30: Frohe Fahrt in den Sommer. 16: Froher Funk für alt und jung. 18: Sport rings um Deutschland: „England". 18.15: Sportschau. 18.30: Blasmusik. 19.45: Wochenschau. 20: Nachrichten. 20.10: Festabend des Deutschen Handwerks. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Tanzmusik vom Presseball. 24 bis 2: Tanzmusik vom Presseball. Kunst und Wissenschaft Geh. Rat Professor Ludolf von krehl f. Geh. Rat Professor Dr. Ludolf von Kr e h l, der lange Jahre hindurch Direktor der Medizinischen Klinik der Universität Heidelberg war, ist nach längerem Leiden im 76. Lebensjahre in Heidelberg gestorben. Krehl. 1861 in Leipzig geboren, habilitierte sich dort 1888, ging 1892 als Direktor der Poliklinik nach M a r b'u r g , von dort 1900.nach Greifswald: 1904 kam er nach Straßburg. Seit 1906 leitete Krehl die Heidelberger Medizinische Klinik. Im Alter von 70 Jahren erst trat er von seinem Lehramte zurück, um die Leitung des neugegründeten Forschungsinstitutes für innere Medizin in Heidelberg zu übernehmen, das von der Kaiser-Wil- helm-Gesellschast errichtet wurde. Geh. Rat v. Krehls Hauptarbeitsgebiete waren, wie die seipes Lehrers Girfchmann, Physiologie und Pathologie des Herzens: hierüber hat er eine Reihe hervorragender Arbeiten geliefert. Geh. Rat von Krehl war Ritter der Friedensklasse des Pour le merite und Träger des Adlerschildes des Deutschen Reiches. Erfolgreicher Abschluß der deutschen Amazonas-Expedition. Mit dem Dampfer „Monte Sarmiento" kehrten zwei Forschungsreisende in die Heimat zurück, denen es gelungen war, als erste Europäer Brasilianisch- Guayana von Süden nach Norden bis an die Grenze von Cayenne zu durchqueren Es sind der Student der Zoologie Schultze-Kampfhenkel und der Berliner Flugzeugführer Kahle, die zusammen mit dem aus Rostock stammenden Ingenieur Gerhard Krause 1935 von Hamburg aus eine Expedition zur Erforschung des Gebietes am Amazonas unternommen hatten. In Rio de Janeiro hatte sich noch als vierter Teilnehmer Josef Greiner angeschlossen, der "aber 1936 im Urwald an Malaria gestorben ist. Krause war bereits vor zwei Monaten nach Bremen zurückgekehrt. Der Leiter der Expedition, Schultze-Kampfhenkel, berichtete über die Reise u. a. folgendes: Die Expedition nahm in Para ihren Ausgang. Zunächst wurden Erkundungsflüge über das zu erforschende Oer „Ritter^ von -er Bremse. Er schadet seinem Geldbeutel Der sogenannte „Autoschreck" Fährt gleich beim Start mit Vollgas weg. Er bremst — da hält kein Reifen stand — Und fühlt sich mächtig interessant. und der Volkswirtschaft. Jedoch! Schon unsere kleinsten Kleinen Beim Anblick solcher Reifen meinen: „Warum will der nicht richtig fahren, Da könnt' er viel Devisen sparen." (Zeichnung von Oechsner. — Scherl-M.) Gebiet unternommen. Das Flugzeug wurde von Gerd Sahle geführt. Ohne den Einsatz dieses Wasserflugzeuges wäre die Durchführung der Expedition in den Sumpfgebieten unmöglich gewesen. Das Hauptziel unserer Forschungsreise war das tiergeographische Grenzgebiet am Amazonas bis Guayana. Als Hauptergebnis unserer Expedition ist die Erstdurchquerung Brasilianisch-Guayanas m der Nordi'üdrichtun i stromaufwärts bis an die Grenze von Guayana festzustellen. Wir führten sie in 53 Tagen durch und benutzten als Fahrzeuge Indianer-Einbäume. Weiter gelang uns die Erforschung des Rio-Jpitinga-Gebietes, wobei große Schwierigkeiten zu überwinden waren, die unseren ganzen Einsatz erforderten. Die wissenschaftliche Ausbeute unserer Expedition ist sehr groß. Wir bringen auch viele ausgezeichnet gelungene Filmaufnahmen mit heim. Die Städtische Kunstsammlung in Darmstadt. In Anwesenheit des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger wurde auf der Mathildenhöhe, der Künstlerkolonie Darmstadts, die Städtische Kunstsammlung durch Oberbürgermeister Kreisleiter W a m b o l d eröffnet. Die Ausstellung, die über 300 Gemälde und Handzeichnungen, viele Plastiken und Plaketten zählt, erstreckt sich im wesentlichen auf die Kunst von der Mitte des vorigen Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Neben Werken von Künstlern, die in Darmstadt ihre Heimat oder ihre Wer^stätte hatten, sind zahlreiche Werke aus den Bestünden des Hessischen Landesmuseums zu dem wertvollen Besitz der Stadt Darmstadt gekommen. Vertreten sind u. a. Eugen Bracht, Wilhelm Busch, Lovis C o r in t h , Richard Hoelscher, Ludwig von Hofmann, Willi Jäckel, Leopold Graf von Kalckreuth, Heinrich Richard Kräh, Johannes Lippmann, Franz Marc, Adolf Münzer, Leo Putz, Max Slevogt, F. von Stuck, Wilhelm Trüb n er, Otto Ub- belohde, Fritz von Uhde, Konstantin Meu- n i e r, Renee S i n t e n i s. Das Deutsche Tonkünstlerfest 1937. NSG. Das 68. Deutsche Tonkünstlerfest des „Allgemeinen Deutschen Musikoereins" findet vom 5. bis 10. Juni in Darmstadt und Frankfurt statt. Es beginnt in Darmstadt mit der Aufführung der Oper „Diener zweier Herren" von Arthur K u st e r e r. Büchertisch. — Georg Blumensaat: Lied über Deutschland. 192 Seiten. Kart. 1,35, Ganz!. 1,95 Mk. Ludwig Voggenreiter, Verlag, Potsdam. — (106) — Rund 250 Beiträge für dieses Lieder- buch hat Blumensaat aus jahrelanger Arbeit mit der singenden HI. zusammengetragen. Er berücksich. tigt bei seiner Auswahl, was unsere Väter int großen Kriege sangen: er rückte dann in bet Vordergrund, was in den Kampfjahren aus unmittelbarem Erleben neu entstand, und mit bet Beiträgen ber jüngsten Mitarbeiter weist er zu- gleich in bie Zukunft. So ist dieses Werk zugleich Vermächtnis unb Aufgabe, Zeugnis ber jungen Gemeinschaft, bie um bie beiden großen Aufgaben ringt: um Führung und Gefolgschaft. — Mirko Ielusich: Streit um Agne5. Erzählung aus der Stauferzeit. Mit einem Nach, wort von Robert H o h l b a u m. (Nr. 7346/47.) Kart. 70 Pf., geb. 1,10 Mark. Philipp Reclam jun., Verlag, Leipzig. — (91) — Mit dramatischer Span, nung und köstlichem Humor erzählt Jelusich eine Episode aus dem Weltkampf zwischen Staufern und Welfen, eine tatsächliche Begebenheit. Die ge« wattige Gestalt des Staufenkaisers Heinrich VI. wirft ihren Schatten darüber. Aber seine Gegen» spieler sind hier zwei Liebende und eine tapfere Frau und Mutter, die das spannungsvolle Drama, das mit tragischem Ausgang drohte, in fraulicher Ueberlegenheit zum heiteren und guten Ende lenkt. — Karl Friedrich Kurz: Haldor im Frühlingstal. Roman. 293 Seiten. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O.-Berlin. Kart. 4,80, Ganzleinen 5,60 Mk. — (97) — Kurz wurde 1934 mit dem Dolkspreis der Raabestiftung und 1936 mit dem Ehrenpreis der schweizerischen Schiller» Stiftung ausgezeichnet. Im Mittelpunkt des neuen Romans steht der Bauer Haldor, der ganz der Erde gehört. Seine Tochter und sein Sohn aber sind er« faßt vom Zug der neuen Zeit und vom frohen Leben mit Tanz und Musik. Das leichte Blut lockt sie hinaus in die Ferne, und als sie nach Jahren heimkehren auf den väterlichen Hof, ist ihr Sinnen nicht anders geworden. Das Schicksal, dem diese Familie verfallen ist, nimmt seinen Verhängnis, vollen Lauf. Neid und Mißgunst wenden sich gegen den alten Haldor und seinen Sohn. Eines Mordes bezichtigt, werden sie von Haus und Hof verjagt. Aus der Ahnung um die dunklen Urgründe der menschlichen Seele ist der Roman gestaltet. Ur» wüchsig und dem Leben abgelauscht alles Geschehen, die Gestalten, die kraftvolle Sprache. Die neue Frankier maschine P. u. Auslandsgats nie a. frankiert, entwertet, wirbt für Sie und ist der billigste und modernste F reimarkenstempler Von der Deutschen Reidisposl geprüft u. amtlich zugelasscn Verlangen Sie unverbindliche Vorführung oder Angebot Miederhausen & Co. Gieße» Bahnhofstraße 49 3699A Fernsprecher 3941 MKtzW SMUhK NN MV ÄW hUVch OKVMAUKV-ONOKV Zierfische Aquarien Pflanzen nsw. Kleinhenn Bahnhofstr. 61. llllllllllllllllllllllllllllll Ihre Geschäfts- Drucksachen stellen dieVerblndung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Brief Umschläge, Postkarten, Rechnungen, Geschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. 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Pedant, griechisch, kleinlicher Mensch, der in allem eine übertriebene Ordnung an den Tag legt. Pedicure, entbehr!. franz.Fremd- wort für Fußpflege. Pegasus, nach der griech. Sage ein geflügeltes Pferd, das der Dichterling besteigt. Peddigrohr, Stammholz der tropischen Rohrpalme, wird für Rohrmöbel verwendet. Pegel, an Flußläufen angebrachter Maßftabzur Bestimmung des jeweiligen Wasserstandes. Pektin ist ein Bestandteil des Fruchtsaftes, der durch die Fruchtsäure und den Zuckerzusatz das Gelieren bewirkt. Unreife Früchte enthalten viel P.-Stoffe, die mit Zunahme der Reife sich vermindern und endlich verschwinden, da sie zur Zuckerbildung in der Frucht gebraucht werden. S. Gelee, s. Einmacherfahrungen. Pelerine, franz. Bedeutung = Pilgerin, entbehrliche Bezeichnung für einen Schulterkragen, Radmantel oder Regenhülle. Pellagra ist eine besonders bei der armen Bevölkerung in Italien und in den Balkanländern auftretende Mangelkrankheit, gewöhnlich hervorgerufen durch die fast ausschließliche Ernährung mit Mais. Erscheinungen: Hautausschläge (P. heißt wörtlich übersetzt „rauhe Haut"), Darmstörungen, nervöse Veränderungen, allgemeiner Verfall. Besserung durch Änderung der Ernährung und Zuführung der nötigen Vitamine. Pelz, das verarbeitete Haarfell von Raubtieren, Nagetieren und Robben. Pelze reinigt man durch Ausklopfen mit einem dünnen Stock und Bürsten, wenn es not tut, nach vorherigem Einreiben mit heißer Kleie. Durch dieses Verfahren werden auch zerdrückte Pelze wieder aufge- srischt. Bei weißen Pelzen nimmt man statt Kleie heißes Mehl Für Tür-Vorhänge eignen sich am besten Portieren-Garnituren. Das sind die Messingstangen mit Ringen unb Knöpfen. Auch Stangen für Scheiben- unb Zug-Garbinen gibt es bei Häuser in allen Größen. Wenn Sie barin etwas brauchen, bann gehen Sie ebenfalls zu J. D. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. Mr Aen 1937 Eintrittspreise: Festabzeichen.......NM. 1.00 dazu bis zu 2 Schleifen für Damen je NM. 0.50 Festabzeichen und Schleife berechtigen zum freien Eintritt bei allen Veranstaltungen an beiden Tagen Einzelkarten Samstag abend Volkshalle NM. 1.00 Samstag abend Schützenhaus ..... NM. 0.30 Sonntag Bolkshalle ................NM. 0.50 Sonntag Schützenhaus ..............NM. 0.30 Wehrsportveranftaltung.......Sitzplatz NM. 0.80 Wehrsportveranstaltung......Stehplatz NM. 0.50 Wehrsportveranftaltung Kinder die Hälfte Mittagessen aus der Feldküche........NM. 0.50 Festabzeichen, Schleifen und Essenllarten erhältlich in den Dor Verkaufs stellen: Zigarrenhaus Möser, Seltersweg; Scharmann, Lindenplatz,- Richter, Frankurter Straße,- Schomber, Riegelpfad,- Gemmer, Bahnhofstraße und Weinstube Seibel, Ludwigsplatz. 2707V Bekanntmachung. Betr.: Unkrautbekämpfung im Sommergetreide. Auf die in den Aushängekästen der Stadt Gießen angebrachten Richtlinien für die Unkrautbekämpfung im Sommergetreide weise ich hiermit ausdrücklich hin. 3688C Gießen, den 22. Mai 1937. Der Oberbürgermeister: Ritter. Lebensmiiiel-Derdingung. Bezug: Ausschreibung vom 26. 5.37. Besondere Umstände machen es erforderlich, den Oeffnungstermin der Vergebung von Lebensmitteln zur Lieferung an die im Standort Gießen liegenden Truppenteile auf den 5.6.37 vorzuoerlegen. Die Angebote sind also nicht, wie in der Ausschreibung vom 25. 6. 37 angegeben, bis zpm 15. 6.37, sondern schon zum 5.6.37, vorm. 10.00 Uhr, bei der Küchenverwaltung I./116 einzureichen. 36940 Es wird noch darauf hingewiesen, daß Höchst- Preisüberschreitungen unzulässig sind. I./J.-R. 116 küchenverwattung. Oberh.GesellschaIlf.Natur-u.Heilkunde NaturwissenschaftlicheAbteilung Deutscher Biologenverband. Ortsfir. Dieben. Sitzung am Freitag, 28. Mai *20 c. t., im Hörsal des Zoologischen Instituts, Bahnhofstraße 841. Vortrag von Prof. Ankel: Fortschritte der Chromosomentheorie der Vererbung. (Mit Lichtbildern.) Gäste willkommen! gkS3v DieVorsitzenden Henneberg, Ankel Forstgarten i reichhaltiges Abendessen. Bücher für Naturfreunde und Wanderer Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm von K. O. Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben u. ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. P. Deegener, Universität Berlin. Preis kartoniert RM.3.90, geb. RM. 4.80. Waldweben. Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatl. Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln,mit lebendigem u.aufschlußreichem Einführungstext von K. Gerhard und O. Wolff. Oanzleinenbahd.............RM. 4.80. Umgang mit Mutter Grün. Sünden- und Sittenbuch von W. Schoenichen. Brosch. RM. 2.85, gebunden RM. 3.60. Die deutsche Landschaft. Von E. L. Schellenberg. 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