Montag, 25. Oktober 1937 187. Jahrgang Ar. 249 Erstes Blatt krschetnl täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamilienblLtter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main llbSG Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniversttStrdruckerei «.Lange in Siehe«. Schriftleitung und SeschSstrftelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 m m Brette 50 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25°/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B ZU Für die kommunale Selbftverwaliung die beften Kräfte gerade gift genug. Ligen Möglichkeiten, die seine Verbundenheit mit der Bevölkerung sichern. Auch in den größeren Gemeinden darf nichts unterbleiben, was den Sinn der Einwohnerschaft für die Tatsache der Selbstverwaltung zu stärken geeignet ist. Ich habe in der Vergangenheit bereits wiederholt darauf hingewiesen, welchen Wert eine ausreichende Heranziehung der Presse, und ihre wirkliche Fnteressierung für das gemeindliche Leben hat. Gesteigerte Bedeutung ist aber unter dieser Zielsetzung anschaulichen D a r st e l l n n g e n der Arbeit der Gemeinden bei- zumessen, wie sie im letzten Fahre in Berlin anläßlich des Internationalen Gemeindekongresses die Ausstellung „Die deutsche Gemeinde" und heute in Karlsruhe diese Ausstellung sind. Auch in den kleineren Gemeinden handelt es sich hier nicht darum, Ehrenstellen zu besetzen, die ein gewisses Ansehen geben, sondern vielmehr darum, Männer zu finden, die zur Mitarbeit bereit, auf Grund ihrer Lebenserfahrung und ihrer Einsicht aber auch geeignet sind. Die Verwaltung der Gemeinde ist stets so gut oder so schlecht, wie die in ihr tätigen Persönlichkeiten! Wir wollen der deutschen gemeindlichen Selbstverwaltung den Platz legung erfahren hat. Ob man Charakter in des Wortes umfassendster Bedeutung hat, ob man gewillt ist, die erforderlichen Fähigkeiten zu erwerben, das hat jeder, der heute in den Gemeindedienst eintritt, zunächst zu beweisen. Hierin liegt eine wesentliche Voraussetzung für das, was ich als L e i st u n g s st e i g e r u n g in den Gemeinden bezeichne. Wer so herausgestellt wird wie der deutsche Bürgermeister, wem eine solch umfangreiche Verantwortung zugewiesen ist wie ihm, der kann nur der beste Mann sein, der für dieses Amt überhaupt zu finden ist. Jede Ver- legenheilslöfung muß hier unter allen Umständen ausscheiden. Bei dem Bürgermeister müssen sich unbedingte Hingabe an den nationalsozialistischen Staat und an die nationalsozialistische Idee, Berufensein zum Führer, charakterliche Lauterkeit, ein unbedingt vorbildlicher Lebenswandel und ein Höchstmaß von Erfahrung und sachlichem können paaren, keine dieser Eigenschaften und Fähigkeiten darf fehlen, soll der Bürgermeister wirklich das sein, was die Deutsche Gemeindeordnung vorausseht, der verantwortliche Führer seiner Gemeinde! nehmen. 148000 Ausländer kämpfen für Valencia Fahnen und Standarten Don Major a. D. von Keifer. Wie wir schon meldeten, werden morgen auch den Truppenteilen des St and- ortes Gießen durch den Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg in Wiesbaden neue Fahnen und Standarten übergeben werden. Fahnen hat es bei unseren germanischen Vorjahren schon seit dem 6. Jahrhundert gegeben. Bei Den Sachsen waren es Feldzeichen mit einem fliegenden Adler über einem Drachen und Löwen, xiei den Normanen Fahnen mit einem Raben als Sinnbild. Auch im Mittelalter hatte schon jede Kom- vanie ihre Fahne und wurde danach „Fähnlein" genannt. In den späteren deutschen Heeren kam meist nur noch auf jedes Bataillon eine Fahne und ruf jedes Kavallerieregiment eine „Standarte", aber »uch die Fußartillerie und die meisten technischen Truppenteile hatten ihre Fahnen, nur die Feld- nrtillerie nicht, bei der die Kanone zugleich als Feldzeichen diente. Die Grundfarbe der Fahnen im alten deutschen ^Mit der Weiterentwicklung der Feuerwaffen, die !.ie Infanterie zur zerstreuten Kampfordnung zwang •inD auch die geschlossenen Kaoallerieattacken immer seltener machte, verloren die Fahnen und Standar- sen allmählich ihre praktische Aufgabe Sammelpunkt und Wahrzeicyen des Truppenteils rn der schlacht zu fein. Schon 1870/71 mürben ^ie um der Infanterie nur noch bei der Batm ons- zeferve hinter der vorderften -kämpfenden Schutzen- inie mitgeführt, gerieten allerdings, wie das Bei- Piel von Dijon zeigt, beim Sturm oder m der Vereidigung mitunter noch mitten ms Handgemeng '' J?m Weltkriege wurden über 1100 Fahnen -,nb Standarten des deutschen Heeres mitgefuhrt Mre Verwendung in der früheren Weise war aber thon während der Bewegungsschlachten kaum nocy nöqlid), da sie die Unsichtbarkeit der Truppe beim Äktischen Einsatz stark in Frage stellten. Und da iser Stellungskrieg erst recht keine Möglichkeit für >iie Gefechtsverwendung der Fahnen mehr bot, wurden sie 1915 an die stellvertretenden Generalkommandos in die Heimat zurückgesandt. Besondere Erwähnung* verdient aber die Tat jenes deutschen Matrosen, der nach dem Untergang seines nieber- In der mit den Fahnen des Reiches und mit Tannengrün geschmückten Festhalle sprach Reichsinnenminister Dr. Frick noch einmal zu Tausenden von Vertretern der gemeindlichen Selbstverwaltung. Er erklärte: Gerade im deutschen Volk ist ein Wesenszug besonders ausgeprägt: Es hat einen ausgesprochenen Hang und zugleich eine ausgesprochene Fähigkeit, auch im engeren Bereich zu wirken. Bei seiner hohen Intelligenz und seiner starken Initiative ist es nicht gewohnt, nur darauf zu warten, bis ihm in all und jedem das Heil von oben kommt. Es rührt sich selbst in der engeren Gemeinschaft und vollbringt hier von jeher bedeutende Leistungen. Der hauptsächlichste Anknüpfungspunkt für diese .Gemeinschaftsleistung im engeren Bereich ist naturgegeben zu allen Zeiten die deutsche Gemeinde gewesen. Wir wissen, daß eine Aufgabe nur dann ihre vollkommenste Lösung findet, wenn sie den durch die natürlichen Gegebenheiten bestimmten Trägern überlassen wird. Damit gewinnt das bekannte Wort von der „Universalität" des gemeindlichen Aufgabenbereiches für uns einen neuen Sinn. Man hat den Gemeinde- Feere war sehr verschieden. Bei der preußischen ' Harde herrschte das Weiß vor, auch bei den Li- 1 men-Jnfanterie-Regimentern, die sonst alle mög- ichen Farben trugen, spielten die Landesfarben Zchwarz und Weiß eine besondere Rolle. Die baye- ischen und sächsischen Fahnen hatten'auch ihre Lan- esfarben Blau-Weiß und Grün-Weiß, während die württembergischen Fahnen blutrot waren. Die preußischen Fahnen und Standarten trugen als Sinnbild den preußischen schwarzen Adler mit einem Schwert in den Fängen, den Lorbeerkranz, Königs- uTone und die Inschrift: „Pro gloria et patria“. Die Fahnen der übrigen Bundesstaaten zeigten meist das betreffende Staatswappen und, wie die loreußischeg^ Fahnen, den Namenszug ihres Stifters. Ursprünglich war die Fahne nur Unterscheidungs- ,eichen für die verschiedenen Truppenteile, bei ihr .efand sich der Führer, um sie scharten sich die Kämpfer, sie bezeichnete den Sammelplatz im Ge- mmmel der Schlacht. Allen voran wehte die Fahne nm siegreichen Sturm oder die Standarte bei der Reiterattacke. Eine verlorene Schlacht aber .atte meist auch den Verlust der Fahne zur Folge. So wurde die Fahne allmählich zum Sinnbild des Kampfes überhaupt, in das in den Augen her Kämpfer der Sieg gebunden war. Fiel sie in «eindeshand, so bedeutete das Niederlage und Schande, und die Erbeutung feindlicher Fahnen im Kampfe galt bald als der höchste Siegesruhm. Die Fahne wurde zum Heiligtum des Trup- enteile, sie verkörperte seinen Ruhm und seine Ehre, sie wurde nach siegreichen Gefechten mit Or- i'.en und Ehrenzeichen geschmückt und bei Paraden nd sonstigen feierlichen Gelegenheiten dem Trup- : enteil vorangetragen, ihr wurden die höchsten mi- tärischen Ehrenbezeugungen erwiesen. Auf die Fahne wird im Gedenken derer, die unter demsel- en Zeichen kämpften und fielen, der Eid der Pflichterfüllung abgelegt. Heute ist die Fahne für bas ganze Volk das Sinnbild höchster Ideale Mit dieser hohen Bedeutung der Fahne als Sym- i :’ol der soldatischen Idee, der Ehre und des Kamp- Lsruhms war schon in den Landsknechtsheeren des I Mittelalters die heilige Verpflichtung für ihren Träger verbunden, sie niemals lebend m Feindesland fallen zu lassen. Darauf hatte der ,,5 a f) n = • i ch", der ein ausgesucht tapferer Soldat sein mußte, seinen Eid zu leisten. Durch alle Jahrhunderte hindurch hat sich dieses soldatische Gesetz er- ialten. Wie viele sind seitdem mit der Fahne -n der Hand gefallen? Wunder der Tapferkeit und Selbstaufopferung sind für ihre Erhaltung oder Rückeroberung geleistet worden! . In der Schlacht von Prag im Siebenjährigen Kriege nimmt der 72jährige Feldmarschall G r a f Schwerin einem Fahnenträger der fliehenden preußischen Infanterie die Fahne aus der Hand, •seitet mit ihr im dichtesten Kugelregen gegen die Tindlichen Stellungen vor und reißt damit die Truppen wieder vorwärts, bis er selber von fun Lartätschenkugeln getroffen wird und den Helden- lod stirbt, den er sich als höchste Vollendung eines ruhmvollen Soldatenlebens gewünscht hatte Und liie -inziq- deutsche Fuhne di- 1870/71 dem F-md- m di- Sjanb fiel, zogen die Franzosen e^t nach ier Schlacht bei Dijon unter e i n e m 5) u g e l o n Leichen hervor und schickten sie m ritte r- icher Gesinnung, als nicht irn Karnpse erbeutet, !iurch einen Parlamentär dem deutschen Heer zu- Parteien der Regierungsmehrheit hätten im ganzen ihre Stellung gehalten, und 3. die radikalsoziale Partei habe trotz Abnahme der Zahl der Wählenden seit einem Jähr über 200 000 Stimmen gewonnen. Er glaube nicht, daß eine Kündigung des Volksfrontbündnisses vorgeschlagen würde. Wenn es trotzdem der Fall sein sollte, würde er seine Freunde auf die schwere Verantwortung aufmerksam machen, die sie damit übernehmen würden. Hinsichtlich des künftigen Programms der Regierung und des Parlaments stellte Chautemps die Notwendigkeit eines ausgeglichenen Haushalts in den Vordergrund. Zur Außenpolitik übergehend, sprach der Ministerpräsident den Wunsch aus, daß vor allem in der spanischen Angelegenheit den Verletzungen des Rechts ein Ende bereitet werde, da andernfalls Frankreich und England gezwungen fein würden, ihre,Handlungsfreiheit wieder werke feien überall in Angriff genommen. Elendsquartiere würden niebergeriffen, wunderbare Hauser erstünden an ihrer Stelle. Deutschlands Bemühungen in der Bauplanung überböten alles, was man auf diesem Gebiet in England getan habe. Die Reichsautobahnen feien wundervoll. Barmat-Krife in Belgien. Die seit Monaten schwelende Barmat-Krise in Belgien scheint nun doch akut zu werden. Der auch in Deutschland zu einem höchst zweifelhaften Ruhm gelangte Julius Barmat hat nach Verbüßung feiner Gefängnisstrafe in Moabit seinem betrügerischen Ehrgeiz in Belgien ein neues Feld eröffnet. Gesellschaften und alte Firmen wurden aufgekauft, und nun begann eine wüste Schieberei mit zweifelhaften Besitztiteln, auf Grund deren Kapitalerhöhungen (zum Scheins durchgeführt wurden, die wiederum zur Unterlage von Bankkrediten dienen. Genau so wie in Deutschland halfen dabei politische Beziehungen aller Art nach. Erstaunlicherweise hat auch die Nationalbank von Belgien Julius Barmat Kredite gegeben. Aus der Erklärung eines hohen Beamten der Nationalbank geht, wie behauptet wird, hervor, daß diese Kreditgewährungen eigenmächtig und trotz eindringlicher Warnungen erfolgt seien. Wie immer bei solchen Anlässen tauchen Gerüchte auf, daß bei der Nationalbank bisher unbekannte weitere Unregelmäßigkeiten erfolgt seien, und zwar noch zu der Zeit, da der jetzige belgische Ministerpräsident van Z e e l a n d ihr Vizegvu- verneur gewesen sei. Der Brüsseler Berichterstatter des „Temps" umschreibt die Lage wie folgt: In offiziellen Kreisen hält man es für möglich, daß van Zeeland auf seinem Posten verbleibt, während ein Untersuchungsverfahren gegen die Nationalbank wegen Tatbeständen läuft, die bis auf 1932 Zuruck- gehen ... Man legt Gewicht auf die Tatsache, daß es sich nicht um eine Handlung dreht, die ihn persönlich betrifft, wohl aber um Handlungen, welche die Leitung der Nationalbank in ihrer Gesamtheit angehen, der er damals angehörte." Frankreich nach den Wahlen. EineRundsunkrede des Ministerpräsidenten Paris, 24. Ott. (DNB.) Ministerpräsident Chautemps hielt am Sonntag anläßlich der Tagung des radikalsozialen Parteiverbar^es von Mittel- und Weststankreich eine durch Rundfunk übertragene Rede. Chautemps faßte das Ergebnis der Kantonal-Wahlen in drei Punkte zusammen: 1. starker Linksruck fei ausgeblreben» 2. Die London, 23. Oktober. (DNB.) Die nächste Sitzung des Nichteinmischungsausfchusses ist a u f Dienstag nachmittag verschoben worden, um den Regierungen zu ihrer Stellungnahme zu den letzten Vorschlägen etwas mehr Zeit als ursprünglich vorgesehen zu lassen. Voraussichtlich wird Außenminister E d e n auf der nächsten Sitzung wieder den Vorsitz führen. Der französische Botschafter Cardin hat sich über das Wochenende nach Paris begeben, um dort Besprechungen mit Delbos über die Nichteinmischungsfrage zu haben. Wie verlautet, ist die französische Regierung bereit, den Vorschlag der symbolischen Zurückziehung von Freiwilligen fallen zu lassen, falls es sich als unmöglich erweist, über diese Maßnahme ein lieber- einkommen zu erzielen. Im übrigen scheint man in französischen Kreisen keineswegs der Ansicht zu sein, daß die Schwierigkeiten für eine Einigung unüber« windbar sind. Die italienifchen Botschaften in Paris und London haben den Auftrag erhalten, den Regierungen Frankreichs und Englands amtlich davon Mitteilung zu machen, daß die italienischen Freiwilligen in Spanien runb 40 000 Mann zählen, wie das bereits von der „3nfar- mazione Diplomatien" festgestellt worden sei. Wer das Gegenteil behauptet, so heißt es, spreche bewußt eine Lüge aus. Ditz in San Sebastian erscheinende Zeitung gekämpften Schlachtschiffes mit der Schiffsflagge um den Leib an die fremde Küste getrieben wurde. Soviel Idealismus noch im Augenblick des Todes rief selbst bei Deutschlands Feinden Bewunderung hervor. Nach dem Kriege wurden im Dezember 1918 in Posen 65 Fahnen und Standarten von den deutschen Truppen verbrannt, damit sie nicht in fremde Hände fallen sollten. Alle übrigen Feldzeichen des alten Heeres werden heute in Schlössern, Museen, Kirchen und Rathäusern als Zeugen der ruhmvollen Vergangenheit des deutschen Soldatentums aufbewahrt. Auf Befehl des Führers wurden am Heldengedenktage 1935, einen Tag nach der Verkündung der deutschen Wehrfreiheit und Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht, sämtliche Fahnen und Standarten des ehemaligen deutschen Heeres mit dem neuen Kriegs- erinnerungskreuz geschmückt. In Fortführung des alten geheiligten Fahnengedankens verleiht heute der Führer den Truppenteilen der neuen deutschen Wehrmacht, auch der Artillerie und den Einheiten der Luftwaffe, neue Feldzeichen, die das Wahrzeichen des nationalsozialistischen Reiches, das Hakenkreuz tragen. Werden diese Fahnen auch nicht mehr am Feuerkampf beteiligt sein, so find sie doch Sinnbild des soldatischen Kämpfens und Strebens, dem sich jeder einzelne Soldat durch den Fahneneid auf Führer und Volk verpflichtet. Das hat Walter Flex einst so wunderbar mit den Worten aus- gedrückt: „Wer auf die preußische Fahrn schwört, hat nichts mehr, was ihm selber gehört." Deutschland eine fest; Stütze für den Weltfrieden. Aga Khan über seine Eindrücke. London, 25. Okt. (DNB. Funkspruch.) Aus Deutschland kommend traf gestern Aga K h a n m London ein. Dem „Daily Telegraph erklärte er, er sei überzeugt, daß Deutschland eine feste Stütze für Den Weltfrieden fei. Man würde viel für eine bessere Verständigung zwilchen Großbritannien und Deutschland tun, wenn man möglichst viele britische Arbeiterführer nach Deutschland schicke, damit sie dort da» Wunder des sozialen Aufbaues kennen lernten Die Leistungen Deutschlands auf diesem Gebiet haben auf ihn einen großen Eindruck gemacht. Die Deutschen gäben mit ihren Bauten ihrer Heimat ein fast neues Gesicht. Riesige Bau» Karlsruhe, 23. Ott. (DNB.) Im dichtbesetzten Konzerthaus versammelten sich 1150 badische Bürgermeister und in der Gemeindeverwaltung tätige Personen zur Eröffnung der Lehr- und Leistungsschau der badischen Gerne i n- d e n. Die große Bedeutung dieses Ereignisses im Leben unserer gemeindlichen Selbstverwaltung wurde besonders unterstrichen durch die Teilnahme des Reichsinnenministers Dr. Frick und des Reichsleiters Fü e h l e r. Nach einleitenden Worten des Gauamtsleiters Oberbürgermeister Dr. Kerber und einer Ansprache des Gauleiters und Reichstatthalters Robert Wagner erklärte Reichsinnenminister Dr. Frick: Eine Ueberschrift in Der Ausstellung, zu deren Eröffnung wir uns hier ver- ammelt haben, besagt: „Die Gemeinde arbeitet ür uns alle; sie begleitet das Leben des Volksgenossen von Anfang bis zu Ende". Wenn die deutsche Gemeinde damit im letzten Sinn ihre Aufgabe in der stetigen Sorge für jeden einzelnen Volksgenossen findet, der in ihr wohnt, dann wird schon daraus eine in der Vielgestaltigkeit nicht zu übertreffende und in der Bedeutung nicht zu überbietende Leistungsforderung klar. Träger dieser Leistung ist aber nach unserer heutigen Ge- meindeverfafsung letzthin der Bürgermeister, in der Großstadt sowohl wie in den kleinen Gemeinden des flachen Landes. Ich halte es nicht länger für tragbar, daß sich bei den ehrenamtlichen Bürgermeistern in immer stärkerem Maße ei ne Arbeit anhäuft, Deren Bewältigung ihnen einfach nicht mehr zuge- mu t e t werden kann. Ich kann es nicht mehr als einen gefunden Zustand betrachten, daß ein ehrenamtlicher Bürgermeister ständig in die Zwangslage versetzt ist, entweder feinen Beruf über Gebühr zu vernachlässigen oder feine Pflichten als Bürgermeister nicht mehr ausreichend zu erfüllen. Der ehrenamtliche Bürgermeister muß durch die Stellung der notwendigen Hilfskräfte unter allen Umständen wieder in die Stellung zurückgebracht werden, die seinem Amte entspricht, Führer und Vater der Gemeinde zu sein, den Verlauf der Verwaltung zu bestimmen, nicht aber in der Schreib- und Aktenarbeit Des Alltags unterzugehen! Ich kann es nur als einen Mißbrauch betrachten, wenn Der Bürgermeister sich nicht bewußt bleibt, Daß er Der erste Diener Der Gemeinde und ihrer Einwohnerschaft ist. Ich kann es nur als eine Sünde wider den Geist Der Selbstverwaltung bezeichnen, wenn er in der Führung der Gemeinde eine Form Der Befehlsgewalt sieht, Die gleichsam aus unerreichbarer Hohe anordnet und reglementiert Der gute Bürgermeister, die echte Führerpersönlichkeit steht mitten im Volke, steht mitten in der Einwohnerschaft der Gemeinde; er benutzt die vielfäl- Die Gemeinde arbeitet für uns alte. Reichsinnenminister Dr. Frick eröffnet die Lehr-und Leistungsschau der badischen Gemeinden dienst in letzter Zeit Des öfteren als Den D i e n ft an Der Front bezeichnet. Ich stelle mich völlig hinter diese Auffassung. Wie man aber an die Front nur Das beste Soldatenmaterial stellt, so sind auch für den Dienst in Der ©emeinDe d i e beften Kräfte geraDe gut genug. Es gilt also, Die besten Deutschen Männer zu Diesem Dienst auszuwählen; es gilt aber ferner, sie durch stetige Schulung „in Form" zu halten. Beide Voraussetzungen sind in gleicher Weise bei Den Bürgermeistern, bei Den ©emeinDeräten wie bei Den sonstigen Beamten Der Gemeinde gegeben. Wer in Den hauptamtlichen Gemeindedienst hinein will, dessen -—o--......—, r ~ ■ - Beruf und Fähigkeit wird durch einen wohlüber- in unserem Volks- und Staatsleben sichern, der ihr regten Ausbildungsgang geprüft, der in Dem letzten aus Der Naturgegebenheit zukommt, weil wir Jahre in Den mit meiner Billigung ergangenen glauben, daß wir damit echten Dienst an der Ge- Richtlinien des Deutschen Gemeindetages feine Fest- meinfchaft unseres Volkes leisten. Diario Vasco" erinnert daran, daß von September 1936 bis Mai 1937 über Portbou-Cerbere 6 0 000 Ausländer nach Sowjetspanien gekommen sind, die nach Sowjetvorschrift in Albacete ausgestattet wurden und entsprechenden militärischen Unterricht erhielten. In Albacete arbeitete außerdem eine von Ausländern geführte „Gene- ralstabsschule", die Stabsoffiziere für die Bolschewisten ausbildete. Der Leiter dieser Einrichtungen ist der französische Kommunist Andr6 Marty. Zu Beginn dieses Jahres wurden 40 000 ausländische Freiwillige bewaffnet, ausgerüstet und zu militärischen Kampfeinheiten zusammengefaßt. Insgesamt befanden sich zu Beginn 1937 im bolschewistischen Teil Spaniens 9 0000 Ausländer an den Fronten sowie 58000 in Reserve, so daß der Valencia-Ausschuß über eine militärische Hilfe von 148 000 Ausländern verfügte. Der Oberbefehl aller internationalen Brigaden liegt in den Händen sowjetrussischer Offiziere. Sowjetumtriebe in pari«. Paris, 24. Oft. (DRB.) Die Polizei hat am Sitze des „Verbandes der Freunde Sowjetrußlands" eine Haussuchung vorgenommen und zahlreiche Namenslisten, Rundschreiben usw. b e - schlag nahmt. Es steht augenscheinlich fest, daß dieser Verband, der i n e n g st e r«H usammen- arbeit mit der Sowjetbotschaft gestanden haben dürfte, nicht nur Russen für die rot- spanische Miliz angeworben und nach Spanien abgeschoben hat. Die Haussuchung soll mit der Untersuchung über den von GPU.-Agenten vorgenommenen Mord an ihrem ehemaligen Mitarbeiter Reiß Zusammenhängen. Augenscheinlich führen verdächtige Spuren des Verbrechens zu Mitgliedern des „Verbandes der Freunde Sowjetrußlands". Es werden auch Vermutungen laut, daß der vor längerer Zeit erfolgte Diebstahl des Archivs Trotzkis mit der Tätigkeit dieses Verbandes in Beziehung gebracht werden kann. > Oie Danziger NSDAP, mißbilligt Ausschreitungen gegen jüdische Ladengeschäste. Danzig, 24. Oft. (DNB.) Am Samstag sind in Danzig, meist in den Straßen der Altstadt, in ungefähr 20 der vorhandenen rund 300 jüdischen Ladengeschäften b i e Schaufen st er eingeschlagen worden. Die NSDAP, gibt zu diesen Zwischenfällen die Erklärung ab, daß sie mit die - Jen Ausschreitungen nichts zu tun hat. Sie hält es — wie das Gaupresseamt der NSDAP, mitteilt — eigentlich für überflüssig, darauf hinzuweisen, daß ihre Mittel gegen den vorhandenen starken jüdischen Einfluß in der Danziger Geschäftswelt andere sein würden, als das Einschlagen von Schaufensterscheiben, die in den meisten Fällen die Hausbesitzer und die Versicherungsgesellschaften zu bezahlen haben. Die NSDAP, mißbilligt deshalb die kindischen Ausschreitungen und hält es für notwendig, daß die gefaßten Täter, die übrigens nachweislich nicht Mitglieder der NSDAP, sind, exemplarisch bestraft werden. Die NSDAP, hat durch den zuständigen Kreisleiter in öffentlichen Reden diesen vorhin gekennzeichneten Standpunkt bekanntgegeben. Die amtlichen Feststellungen haben ergeben, daß bei den Zwischenfällen nur Schaufensterscheiben zerschlagen wurden, Personen jedoch in keinem Falle angegangen oder gar verletzt worden sind. Oer finnische Außenminister bei Ireiherrn v. Neurath. Berlin, 25. Oft. (DNB.) Samstag mittag stattete der finnische Außenminister H o l st i dem Reichsminister des Auswärtigen, Freiherrn von Neurath, einen Besuch ab, der Gelegenheit zum Meinungsaustausch über die allgemeine politische Lage und die die beiden Länder besonders interessierenden Fragen gab. Der Reichsminister und Freifrau von Neurath gaben zu Ehren des finnischen Gastes ein Frühstück, an dem der finnische Gesandte, Reichsleiter Rosenberg, Staatssekretär von Mackensen, sowie die Mitglieder des deutsch-finnischen Regierungsausschusses teilnahmen. Am Nachmittag legte Minister Holsti am Ehrenmal einen Kranz nieder. Am Nachmittag folgte der Minister der Einladung von Reichsleiter Rosenberg und besichtigte dabei das außenpolitische Schulungshaus der NSDAP. Am Abend hatte der finnische Gesandte zu einem Essen gebeten, an dem der Reichsminister des Auswärtigen Freiherr von Neurath mit einer Anzahl seiner Mitarbeiter teilnahmen. Der finnische Außenminister fuhr am Sonntagabend nach Riga, um sich alsdann nach Helsinfi zurückzubegeben. Deutsche Auszeichnungen aus Anlaß des Muffolini-Besuches. S e r I i n, 23. Ott. (DNB.) Aus Anlaß des Be- faches des italienischen Regierungschefs hat der Führer und Reichsfanzler eine Reihe von italienischen Persönlichfeiten durch Verleihung des Verdienstordens vom Deutschen Adler ausgezeichnet. Das Großkreuz haben erhalten: Der Sekretär der National-Faschistischen Partei, Minister S t a r a c e, der Justizminister Dr Solmi, der Unterstaats- fefretär im Außenministerium Bastianini, der Unterstaatssekretär im Ministerium des Innern Busfarini, der Chef der Polizei im Ministerium Bocchini, der italienische Botschafter in Berlin Dr. Attolico, der Generaladjutant des italienischen Kronprinzen, General A y m o n i n o , die Geschwadergenerale Lombard, Pinna, P o r r o , der Geschwaderadmiral Bucci, der Generalinspektor des Jngenieurkorps Ferrari, der Divisionsgeneral (Tonte Siciliani, der Generalleutnant Russo, der Gouverneur von Rom Don Piero Colonna; das Verdien st kreuz mit. Stern erhielten u. a.: der , Chef des Protokolls im Außenministerium Cortini, der Botschaftsrat (Tonte Magistrati, die Generalkonsuln in Berlin Renzetti, in München Pittalis, in Frankfurt a. M. Marchese diRuffano, in Hamburg. Comm. S i l e n z i, in Köln (Tamm. A r - mao, in Dresden Comm. Nob. Luppis, der Leiter des Fascio Piero Parini, der Chef des Privatsekretariats des Duce, Osvaldo S e hast i a n i, der Präsident der amtlichen Filminstitu- tian Luce Paolucci di Calboldi Giacomo, der Präsident der Mailänder Messe, Senator P u - r i c e l l i. Für Friede und Verständigung. Besuch deutscher Frontkämpfer in Besan^on. B e s a n ? o n , 24. Oft. (DNB'.) Am Samstag und Sanntaa fand als Erwiderung auf den Besuch der französischen Frontfämpfer in Freiburg e i n Besuch süddeutscher Frontkämpfer unter Führung des Reichskriegsopferführers Oberlindober in Befan?on statt. 50 Hakenkreuzfah- nen vereinigten sich vor dem Bahnhof mit 50 blauweißroten Fahnen und nahmen vor dem Gefallenendenkmal Aufstellung. Eine Kompanie des 60. Infanterieregiments und ein Musikzug des 10. Pionierbataillons hatten Aufstellung genommen. Die deutschen Frontkämpfer legten am Gesallenenmal einen Kranz mit der Inschrift nieder: „Sie deutschen Frontkämpfer zu Ehren der französischen Helden". Don i erklang das Lied vom guten Kameraden, das Deut|d/. 'd- und Horst-Wessel-Lied sowie die Marseillaise. Auf dem alten Marsfelde fand eine Kundgebung statt, bei der der Vorsitzende der Frontkämpfervereinigung Union fecterale, Pichvt, sagte: Unsere Vaterländer sind benachbart; die Natur hat uns dazu bestimmt, Seite an Seite zu leben; sie hat uns nicht dazu verurteilt, uns miteinander zu schlagen und zu vernichten. Wir können frei über unser gemeinsames Schicksal entscheiden. Leidenschaftlich wünschen unsere beiden Völker den Frieden. Wir Frontkämpfer find die qualifizierten Wortführer und hartnäckigen Verfechter dieses Wunsches nach Frieden und Versöhnung. Ihm antwortete der Reichskriegsopferführer Oberlindober: Es erfüllt meine deutschen Kameraden mit großer Freude, daß sie heute a l s freie Männer einer freien Nation denen die Hand schütteln können, gegen die sie viereinhalb Jahre tapfer gefochten und gerungen haben. Zum erstenmal seit langer Zeit haben deutsche Frontsoldaten in so großer Zahl die französische Grenze überschritten, um diesesmal auf einem anderen Schlachtfeld zu kämpfen, auf dem Schlachtfeld der gegenseitigen Ver - ständigung. Unser Frontkamerad und Führer hat wiederholt, und zwar erst vor wenigen Tagen, wiederum an Belgien, der Welt und speziell seinem europäischen Nachbarn Frieden und Verstän- digung an geboten. Wir wissen, daß unsere Nachbarn als große Nationen auch groß denken müssen, und ich weiß, daß Frankreich als grande nation auch stets zu großen Gesten bereit gewesen ist. Die Toten werden es zweifellos begrüßen, wenn chre überlebenden Kameraden sich an ihren Gräbern und an den zu ihren Ehren errichteten Denkmälern die Hand reichen mit dem Gelöbnis friedlicher Zusammenarbeit. In deutscher und französischer Sprache wiederholten dann die deutschen und französischen Frontkämpfer den Friedensschwur von Verdun: „Diejenigen, die hier und anderswo ruhen, sind m den Frieden der Toten eingegangen, um b en Frieden der Lebenden zu begründen. Es wäre ein schändliches Verbrechen, jemals das wieder zuzulassen, was diese Toten verursacht hat, deshalb schwören wir den heiligen Erd, daß wir den Frieden, den wir ihrem Opfer danken, schäi- zenund er halt en wollen". Abschluß des Deutschen Beamtentages. München, 23. Oft. (DNB.) Der letzte Tag des Deutschen Beamtentages erhielt Bedeutung durch eine Rede des Reichspostministers Dr. Ohne- sorge. Der Minister legte dar, daß ihm bei Antritt seines Amtes zwei Wege offengestanden hätten, die Post zu einem zuverlässigen Werkzeug der Staatsftihrung zu machen. Einmal, an dem bestehenden Alten anfnüpfend, mit der Bürokratie einen Pakt zu schließen; das fei für ihn nicht in Frage gekommen. Er habe sich deshalb entschlossen, einen neuen Weg zu gehen, den des engen Kameradschaftsblockes, wie er für ein vertrauensvolles Arbeiten und Zusammenarbeiten und für die Erringung von Höchstleistungen unerläßlich fei. Aus der Tatsache, daß die gesamte Tätigkeit der Reichspost öffentlicher Dienst ist, folgt die Notwendigkeit stärkster Bindung aller in dieser Verwaltung Tätigen an die Staatsgewalt. Auch der Arbeiter erfüllt neben dem Beamten der Reichspost Aufgaben, die im übrigen Staats- und Verwaltungsdienst ihrer obrigkeitlichen Natur wegen nur von Beamten wahrgenommen werden. Vom Beamten wie vom Arbeiter wird die gleiche Treuepflicht gegenüber dem Führer verlangt. Es entspricht aber nicht den Forderungen der sozialen Gerechtigkeit, den Arbeiter dann als Beamten zu behandeln, wenn es sich um feine Pflichten und, im strafrechtlichen Sinne gesehen, um deren Verletzung handelt — ihm aber die Äorteile des Beamtenverhältnisses zu versagen, wenn seine Rechte in Frage stehen. Ich war daher bemüht, diese Unstimmigkeiten dadurch zu beseitigen, daß ich in weitgehendem Maße Arbeiter in das Beamtenverhältnis überführte. Derartige Maßnahmen finden ihre Schranken allerdings in der Zahl der Planstellen, die der einzige und äußere Grund für die Beschäftigung van Arbeitern im Beamtendienst ist. Die Angehörigen der Reichspost sind Wahrer und Hüter eines der wichtigsten Güter der deutschen Volksgemeinschaft, des P o st g e h e i m n i s s e s. Sie haben sich in gleicher Weise gemeinschaftlich für den Schutz des Geistes- und Gedankengutes einzusetzen, das uns zur Uebermittlung anvertraut wird. Dieses Vertrauen ist nach unserer Aüfsassung die wichtigste Grundlage des Nachrichtendienstes. Die Kameradschaft aller Schaffenden der Reichspost steht zu jedem Einsatz für den Führer bereit. Als letzter Redner sprach Gauleiter Staatsminister Adolf Wagner. Er wies daraus hin, daß es für einen deutschen Beamten nie eine glückseligere Zeit gegeben habe als in diesem Deutschland Adolf Hitlers. Den politischen Hoheitsträger und den Beamten verbinde ihre Aufgabe, das Volk zu sichern, ihm zu dienen und dem Volksgenossen b e - st er Kamerad zu sein. Das sei der schönste Gottesdienst. Es sei das wichtigste, daß das Volk nicht durch einen fanatischen B ü rokratismus und eine Organisationswut erstickt werde. Unsere Aufgaben würden von Tag zu Tag größer. Darum müssen wir daraus bedacht sein, unsere persönliche Freiheit, zu wahren. Das bedeute, daß auch in den I Behörden Meinungsfreiheit bestehen müsse und zwar für jeden, der bereit sei, mitzuarbeiten an dem aroßen und gemeinsamen Zixl. „Wir wollen", so fuhr Adolf Wagner fort, „kein kriechendes und katzbuckelndes Beamtentum. Auch der kleinste Beamte soll stolz, offen und frei dastehen, stolz darauf, daß er dem Führer helfen könne und be« wußt der Aufgabe, für die große Idee des Führers auch den letzten deutschen Menschen heranzuholen." Zum Schluß nahm dann Reichsbeamtenführer Neef nochmals das Wort, um die praktischen Auswirkungen dieses ersten Treffens der Politischen Leiter der Beamtenschaft zusammenzufassen. Ge- stärkt werde das politische Führerkorps der Beamtenschaft von München scheiden und die Kraft, quellen, die ein jeder aus der Tagung in der Hauptstadt der Bewegung geschöpft habe, erfüllt einen jeden mit dem großen, alle bewegenden deutschen Gedanken. Eine Danksagung de« Erbgroßherzogs Georg Oonatus. Erbgraßherzog Georg Donatus gibt in der Darmstädter Presse folgende Danksagung bekannt: Der Tod meines Baters, Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein, hat die Bevölkerung Darmstadts und zahlreiche Freunde aus dem ganzen Hessenlande zu den schönsten und tief berührenden Beweisen der Anteilnahme veranlaßt. Dafür würde ich gerne jedem einzelnen die Hand drücken, aber das verbietet sich durch die große Zahl derer, die uns wohltun wollten und die in die Tausende geht. So bleibt mir nichts anderes übrig, als allen denen, die das Andenken des Groß« Herzogs durch Blumenspenden, durch schriftliche Beileidskundgebungen, durch Einträgen ihres Namens im Neuen Palais und durch Besuch der Gruft auf der Rosenhöhe geehrt haben, hiermit den herzlichsten Dank meiner Mutter und aller Hinterbliebenen zu sagen. Wir alle werden nie vergessen, wie die Bevölkerung Darmstadts in der Zeit unseres schweren Leides zu uns gestanden hat. Vierte Zahrestagung der Akademie für Oeu'sches Vecht. Berlin, 23. Dtt. (DNB.) Der Präsident der Akademie für Deutsches Recht, Reichsminister Dr. Frank, hat die vierte Jahrestagung der Akademie für Deutsches Recht auf die Zeit vom 30. bis 31. Ok« tober d. I. in der Hauptstadt der Bewegung festgesetzt. Am Samstagvormittag findet in der Aula der Universität die 13. Vollsitzung der Akademie für Deutsches Recht statt, auf der Reichsminister des Auswärtigen, Freiherr von Neurath, über „Die politische Kollektivitätsidee" sprechen wird. Die Abteilung für Rechtsforschung hält am Nachmittag eine öffentliche Tagung ab. Es sprechen Prof. Dr. Hedemann über „Die Erneuerung des bürgerlichen Rechts", Prof. Dr. B i n« d e r über „Die Bedeutung der Rechtsphilosophie für die Neugestaltung des Privatrechts" und Prof. Dr. von Schwerin über „Rechtsgeschichte und Neugestaltung des bürgerlichen Rechts". Die Vor- tragsfolge wird am Sonntagvormittag mit den Vorträgen von Prof. Dr. Huber über „Oe ff ent- liches Recht und Neugestaltung des bürgerlichen Rechts", von Prof. Dr. Jens-Jenfsen über „Wirtschaftsrecht und Neugestaltung des bürgerlichen Rechts" und von Prof. Dr. Schmidt- Ri m p l e r über „Fragen des bürgerlichen Rechts" fortgesetzt. Die Jahrestagung findet ihren Abschluß mit dem feierlichen Richtfest zum Haus des Deutschen Rechts am Sonntagmittag. An bet Jahrestagung nehmen wieder eine große Zahl ausländischer Juristen teil, darunter auch der italienische Justizminister Solmi mit Vertretern des italienischen Rechtslebens. Kleine politische Nachrichten. NSG. Der erste Eintopfsonntag, mit der das Winterhilfswerk eröffnet wurde, ergab im Gau Hessen-Nassau 238495,49 Mark. Der Kreis Alsfeld-Lauterbach erzielte 4304,39 Mack, Büdingen 3730,79 Mark, Wetterau 15 222,62 Mark, Wetzlar 6395,64 Mark. ♦ ■ Am Sonntagnachmittag wurde die Teilstrecke der Reichsautobahn Kaiserslautern —• Wattenheim durch Gauleiter Bürckel ihrer Bestimmung übergeben. * Moral. Von Felix DRiemfaften. Der kleine, junge Siamkater ist nun seit zwei Wochen bei uns, und es sieht aus, als habe er uns alle lieb. Von uns aus ist kein Zweifel, daß wir ihn lieben. Sagen kann man es ihm nicht, denn Siamesisch ist uns nicht geläufig, aber wir krabbeln ihn an der Kehle, und das ist die stumme Aller- weltssprache der Liebe. Er gehört durchaus zu uns. Und so nun lebt er. Da er jung ist, ist er vergnügungssüchtig, und da er nichts weiter als ein werdendes Katerchen ist, so kann er feiner Sucht nach Vergnügungen nur in bescheidenen Grenzen nachgehen. Eigentlich möchte man Mitleid haben mit soviel Naivität, denn, ach, mit wie wenigem muß er sich begnügen?! Beispielsweise legt er sich auf den Rücken, hofft, daß jemand ihn am Bauche krabbele, und das ist alsdann sein Vergnügen. Ein weiteres Vergnügen hat er am Betatzen unserer teueren Gardinen, aber bei diesem Vergnügen können wir ihm nicht behilflich sein. Niemand lobt ihn, Und wird er erwischt, so erntet er Klapse auf die Tatzen. Krallt er dann, so bekommt er noch Zusatz klapse auf die Krällchen — nein, dies war fein Vergnügen, weder für ihn noch für uns. Eine andere Art von jugendlich unreifer Er- luftigung findet er darin, unter der Anrichte zu hocken und wie ein Blitz hervorgeschossen zu kommen. Das kann er machen, wie er will. Weiteres ■Vergnügen bereiten ihm die Fliegen, und indem er ihnen beobachtend mit den Blicken folgt, hebt er schon das Pfötchen für den mörderischen Schlag, mit dem er die Fliege zu schlagen gedenkt. Nun sieh einer an! Ist sie ihm aber schlaggerecht nahe, so schlägt er sie trotzdem nicht. Er ist noch viel zu jung, er besinnt sich noch, die Fliege... was mag eine Fliege sein? Und also staunt er ihr nach. Oder er bespringt mich unterwärts am Knie, gräbt seine Krallen ein und klettert auf dem Wege über den Hosenboden zum Schultergebirge und ringelt sich dann als warmer, weicher Pelzkragen um mein Genick. Kann man in solcher Lage — diesmal meine ich m i ch — ernste Bücher verfassen? Man kann nicht. Also sage ich: „Ali, geh ab!" Aber er geht nicht, und wenn jemand ihn nimmt, um mich zu befreien, so läßt er nicht von mir, und seine vier Tatzen müssen einzeln gelöst werden. Das ist eine mühsame Lösung. Und folglich wird Ali hinausgetan, in die Küche, nach Sibirien. Wer sich in Gesellschaft nicht zu betragen weiß, muß hinaus. In der Küche ist nun niemand, nur Ali allein, und von dorther hören wir ihn klagen. Aber klagt er vielleicht sich selbst an? Nein, nicht über seine eigene Sünde klagt er, sondern lediglich über die Folgen. Ein. Verbrecher, der auf die Gefängnisse schimpft. Miaaaho! „Sitz, bis du schwarz wirst!" Aber er wird nicht schwarz. Keineswegs wird er schwarz. Und schon, daß ein Mensch allein sei, soll nicht gut sein» Ist es nun etwa für eine so junge Katze gut, allein zu sein in kalter Küche? Er darf also wieder herein, aber leider hat er nichts hinzu- gelernt, und sein erster Sprung gilt der Gardine, der zweite Hieb auf die Kontaktschnur, so daß das Licht ins Zittern kommt, und als einer von uns ihn erjagen will, springt er fliehend auf den Rand des Papierkorbes, der Korb fällt um, das Papier liegt umher. Nachher, beim Einsammeln, hockt er dabei, und so oft die Menschenhand hingreift, um Papier zu nehmen, hebt er sein Katzenpfötchen und tippt weich, warm und wohltuend auf die Menschenhand. Wenn man ihn sehr ernsthaft auszankt, zieht er beide Hinterbeine flach an, legt auch beide Vorderpfötchen flach an und lauscht mit erzbraven, aufmerksamen großen Augen und ist ein so lieber, feiner Kater wie nie einer war und heißt Ali und schnurrt und ist durchaus unbescholten und war es nicht gewesen. Da wird er begnadigt und darf. Er darf im Zimmer bleiben und spielt mit dem kleinen weißen Ball. Er erfreut uns alle sehr. Er ist ein Eckensauser, ein Hopsumher, er ist stets da, wo niemand ihn vermutet, und niemand hebt einen Fuß auf, ohne vorher hinzusehen, ob auch ja nicht Ali just unter dem Tritt sei. Einmal war er nirgends, und als wir ihn fanden, lag er in der Einholtasche und schlief. Da war es klar, daß er zu Unrecht verleumdet mar. Und da geschah es, daß Rührung in uns ausquoll, und es wurde beschlossen: „Wenn er durchaus will, so laßt ihn schließlich!" Und flugs war er im Garten. Im Garten lief er ohne weiteres unter den Lavendelbusch, und im Lavendelbusch fraß er die jungen Spitzen ab. Und das natürlich, das ging nicht. Seitdem stehen die Dinge wie folgt: Grundsätzlich dürfte er manches, aber tatsächlich darf er fast nichts. Er dürfte, sobald er nur das Unmögliche unterlassen wollte. Zum Beispiel dürfte er in allen Zimmern, sogar im Garten, wir gönnten es ihm herzlich gerne, aber... Stattdessen muß er in die Küche. Ich habe ihn oftmals angesehen, wie er dort saß, und er, wie er dort saß, sah auch mich an, von unten nach oben. Ich sage: „Ali , sage ich, „was machen wir nun mit dir? Gönnt man es dir und erlaubt es dir, so ist bei dir das Ende nicht abzusehen. Risch ins Zimmer und witsch in die Gardine, das geht nicht. Ali, nun sage selber, was geht nun eigentlich? Ja, mich anschauen kannst du, und sobald ich die Tür aufmache... Tatsächlich, Ali, mit dir geht nichts, und darum mußt du nun in der Küche sitzen und haft vom Leben nichts. Ich will nicht hart sein und nicht ungerecht, aber was soll man machen mit dir? Siehst du, so ist das mit solchen, die so sind wie du. Sie können nicht Maß halten und verderben sich selber alles. Man gibt ihnen Urlaub bis zehn Uhr abends, und nach Hause kommen sie um sieben Uhr früh. Sie sind zu maßlos. Ali, was sagst du nun dazu?" Aber er erwidert nichts. Er sitzt nur hart neben der Tür. Er meint, ich soll sie öffnen, und sowie ich sie öffne, will er hinauswitschen. Ins Zimmer an die Gardine, und durch die Gartentür in den Lavendel. Er sagt nichts, aber seine Augen glühen begierig, und er ist so dumm, daß er noch meint so etwas könnte sich erfüllen. Es tut mir sehr leid' „3a, Ali", sage ich, „bann Helpt bat nix!" Und 'ch greife ihn unterm Bauche, mache die Tür auf, mache sie soweit zu, daß nur noch mein Arm mit Ali hindurchpaßt, und während ich die Tür rasch zuklinke, schmeiße ich Ali im Bogen in die jenseitige Ecke, und während ich nachher im Garten stehe, wo es schön ist, steht er innen auf dem Fensterbrett und sieht mich unruhig trauernd und immer noch voll ungebrochener Begierde an. Durch die Scheiben. Ja, Ali, so ist das. Menschen sind genau so. Sie wollen alles oder nichts, und infolgedessen erhalten sie dann, wie sie gewünscht hatten, das eine von den beiden, nämlich nichts, dies aber in voller Höhe. Winke, winke. WennmaneinenBluinentopfzerschlägt. Nicht immer sind Erfindungen das Ergebnis jahrelanger Bemühungen, sehr oft war es auch der Zufall, der den Gedanken für eine Erfindung ein» gab, die dann natürlich entwickelt werden mußte. So wird in „Reclams Universum" erzählt, wie der Gedanke der Eisenbetvnbauweise ursprünglich entstanden ist: Joseph Monier war ein tüchtiger Gärtner. Er betrieb seine Arbeit mit Fleiß, und nur sein jähzorniges Temperament war daran schuld, daß er ^ann und wann Rückschläge auf sich nehmen mutzte Wenn ihm etwas schief ging und seine Wut keine Grenzen mehr kannte, dann mußte er ein geeignetes Objekt suchen, um daran seine Leidenschaft kühlen zu können. Und diese Objekte fand er in den peinlich großen Blumenkübeln, in denen er seine Gewächse züchtete. Er packte sie und warf sie fluchend zu Boden, daß sie in tausend Stücke zer- sprangen. Am nächsten Tag reute ihn dann sein Jähzorn, wenn er die Scherben zusammenlesen mutzte und wieder um einen Kübel ärmer war. Da kam er auf den entscheidenden Gedanken. Statt sich neue teure Kübel zu kaufen, fertigte er sich selbst welche. Er flocht ein Drahtgestell und bewarf es mit Zement. Diese Blumentöpfe hatten den unschätzbaren Vorteil: wenn er sie — wieder in einem Wutanfall -- zerschlagen wollte, konnte er sich noch so viel Mühe geben, — sie blieben ganz. Monier war es klar, daß er damit eine Erfindung gemacht hatte. 1867 wurde ihm auch das Patent auf die Herstellung von Betonkübeln zuerkannt. Diesem ersten Stammpatent folgten eine An- Zahl von Zusatzpatenten. 1868 für Röhren und Behälter, 1869 für ebene Platten, 1873 für Brücken und 1875 für Treppen. Monier konnte jedoch die Gebühren für seine Patente nicht bezahlen, und so verfielen sie schon im Jahre darauf. 1877 bekam er aber ein neues Patent auf Eisenbahnschwellen und 1878 Zusatzpatente auf andere Bauteile. Diese wa- ren die wichtigsten. Auf sie wurde die „Monierbauweise" begründet. Monier selbst war sich der Bedeutung der Eiseneinlagen nicht bewußt. Ihm dien- ten sie lediglich zur Formgebung, er hatte sie nirgends ausdrücklich auf die Zugseite gelegt. Dennoch bat der Gartner Monier durch seine Erfindungen die Eisenbetonbauweise anaeregt, die später ihren Siegeszug über die ganze Welt antrat. C. K. tz K<, ,A M M Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, wird in den nächsten Wochen seinen üblichen Jahresurlaub antreten Wie man hört, hat er die Absicht, sich nach Aegypten zu begeben.* Botschafter von Ribbentrop hat am Sonntagvormittag Rom verlassen und sich nach 23er- li n begeben. Der Führer und Reichskanzler hat den Vortragenden Legationsrat Leitner zum Gesandten in Pretoria (Südafrikanische Union) ernannt. Dom 15 Oktober bis 24. Oktober in Reval geführte de utsch-estländische Wirtschaftsverhandlungen haben mit der Unterzeichnung eines Zusatzabkommens zum Handelsvertrag und zum Warenabkommen, sowie eines Verrechnungsabkommens ihren Abschluß gefunden. Es konnte eine vermehrte Ausfuhr estnischer landwirtschaftlicher Erzeugnisse nach Deutschland vorgesehen werden. Durch das neue Derrechnungsabkommen wird sichergestellt werden, daß sich auch der Zahlungsverkehr den Bedürfnissen des Handels auf beiden Seiten entsprechend abwickeln wird. * „Der Kommunismus — Weltfeind Rr. 1", unter diesem Motto wurde unweit der Champs Elysöes unter dem Vorsitz des Senators Lemery eine Ausstellung eröffnet, die in fast 500 Abbildungen, Schriftstücken und graphischen Darstellungen ein Bild von der verheerenden Wirkung des internationalen Kommunismus und seiner Schreckensherrschaft gibt. e Die brasilianische Bundesregierung hat die Auflösung sämtlicher Freimaurerlogen in Brasilien angeordnet. In Ecuador trat Staatspräsident Paez zurück, nachdem die Armee die Regierung s- gemalt an sich gerissen hatte Der bisherige Kriegsminister, General Alberto E n r i q u e z, übernahm die Staatsleitung. Außenminister der neuen Regierung ist Carlos Manuel Larrea. Die Nationalversammlung ist a u f g e l ö st worden. ♦ König Georg II. von Griechenland tritt am 29. Oktober eine Reise nach Westeuropa an, auf der er Rom, Paris und London besuchen wird. Die Reise, die bis Ende November dauern soll, wird Gelegenheit geben, mit den Staatsoberhäuptern der besuchten Staaten Fühlung zu nehmen Der König reift an Bord des griechischen Dampfers „Hellas". ZapanischeFortschrittein Nord- China und vor Schanghai. P e i p i n g, 24. Okt. (DNB.) Die japanischen Truppen in Nordchina haben an den verschiedenen Fronten ihren erfolgreichen Vormarsch weiter fortgesetzt. An der Sinpu-Front sonnte ein japanischer Panzerzug bis 1 Kilometer vor die Stadt $ u - tscheng in der Provinz S ch a n t u n g Vordringen, während andere japanische Abteilungen nach Zurückweisung eines chinesischen Gegenangriffs die 'Stadt Jnghsien östlich der Bahnlinie besetzten. An der Pinghan-Front dringen die japanischen ^Truppen in südlicher Richtung langsam in die Provinz Hon an ein. Sie erbeuteten an der Eisen- Ibahnbrücke von Schangho 14 Geschütze, 3000 Gelwehre, einen militärischen Hilfszug und mehr als 2000 Maultierkarren mit Kriegsmaterial. Ferner lbesetzten sie die Station Fenglotschen, 15 Kilometer mördlich von Tschangeho. Im Norden von Peiping «führten mandschurische und japanische Truppen er- 'solgreicheSäuberungsaktionen gegen Banditen [durch, so daß in diesem Gebiet mit einer baldigen Miederherstellung normaler Zustände zu rechnen ist. An der Schanghai-Front war am Sonn- :tag im Abschnitt Liuhang eine rege Gefechtstätigkeit zu beobachten. Die Japaner schoben ihre .Linien bis zu dem Wasserlauf 1 Kilometer nördlich der Straße Aschang — Na ns« ang vor. Sie «beherrschen damit diese Hauptoerbindungslinie, die für die chinesischen Truppen, die im östlichen Bogen um Kiangwan herumstehen, von großer Bedeutung rist. Die Chinesen geben zu, daß sie ihre Linien von iber Ostseite der Rennbahn bis nach dem Dor lKiangaan zurückgenommen haben, womit .auch eine Zurücknahme der Linien nördlich und «-südlich njyi Kiangwan verbunden war. Die japa- 'nische Luftwaffe warf über Tschapei, Putung und .Hungao über 200 Bomben ab. Kunst und Wissenschast. Dichlerlreffen in Karlsbad. Das vom Bund der Deutschen durchgeführte Dichtertreffen in Karlsbad leitete eine große Lffentliche Kundgebung unter dem Leitwort:: „Dichtung im Volkstum" ein. Die Versammlung brach in lauten Jubel aus, als Konrad Henlein den Saal [betrat. Bundesführer Pfarrer Wehrenpfennig «vies auf die Bedeutung der Kundgebung hin. Uni= i»erfität5profeffor Dr. Cysarz sprach über das Thema „Unser Schrifttum und unser Volkstum" Mir wissen uns entsandt von jedem einzelnen Landsmann, so sagte er, dessen Art und Not auch öbie unsere ist. Weil die unsrigen kämpfen, müssen -vir mit jedem Federstrich einstehen für sie und ihren Kampf. Das deutsche Schrifttum ist an jeder Wachstumsstelle auch Kampf um deutsche Einheit uunb Ganzheit. Unser Sudetendeutschtum zeugt wie calles Auslandsdeutschtum für die Daseinsrechte des Deutschen Volkes unter den anderen. Wir müssen Don uns und den unseren noch viel mehr fordern aals bisher Wer die ganze Heimat entflammt, we - Sfen Stimme durch ganz Deutschland in die Welt chinausdringt, der schlägt die Brücken, die uns not ljinb. Aus ihren Werken lasen der Sachse Johannes Äinke, der Oefterreicher Springenschmid, Der Schweizer Jakob Schaffner und der Sude- ttenbeutfd)e Bruno Brehm. Am Abend fand eine Stifter-Gedenkstunde statt. Ehrung des schleswig-holsteinischen Dichters Wilhelm Eckmann. Im Rahmen einer Wilhelm- R a a b e - G e - tbentfeier im Braunschweiger Landestheater wurden der von der Wilhelm-Raabe-Stiftung aus- Nesetzte „D olkspreis für deutsche Dichtung" und der Dickterpreis der Stabt Braunschweig verliehen. Diese Preise, bie alljährlich verliehen werben, fielen biesmal an den schleswig- Holsteinischen Dichter Wilhelm E ck m a n n, ber Durch seine Werke „Eira unb ber Gefangene", „Die rote Katze" unb „Der Stein im Acker" bekannt- Zeworben ist. Zur Feier hatten sich zahlreiche Dichter singefunben. Man sah u. a. außer bem Preisträger Aus aller Wett. Wunschkonzert für bas WhW. wieder ein großer Erfolg. Das erste Wunschkonzert des Deutschlcmd- enders für das Winterhilfswerk 1937/38 gestaltete sich wie alle seine Vorgänger zu einer überzeugenden Kundgebung opferfreudiger Hilfsbereitschaft, die heute bas ganze beutfche Volk um- chließt. Wieber bilbete bie stattliche Zahl ber Mit- wirkenden im Senbefaal bes Funkhauses mit ber Hörergemeinbe biesseits unb jenseits ber Reichs- grenzen unter dem Motto: „Sie wünschen, wir spielen — geholfen wirb vielen" eine große unb frohe Opfergemeinschaft. Der Erlös bes Konzertes belief ich ohne Sachfpenben unb Devisen auf 13 578 Mk. Der deutsche Schachmeister Weihgerber f. In Kaiserslautern ft a r b ber beutsche Schachmeister Weißgerber. Mit ihm verliert bas beutsche Schach einen seiner besten Vertreter. In vielen großen Turnieren spielte er erfolgreich mit; 1933 rückte er in bie Reihe ber beutschen Meister. Dann hatte er öfter Gelegenheit, mit internationalen Meistern wie Aljechin u. a. feine Kräfte zu messen. Die neunte Partie im Schachweltmeisterschastskampf. Die neunte Partie im Schachweltmeisterschaftskampf Euwe — Aljechin, bie im Haag gespielt wurde, wurde nach 40 Zügen bei etwa gleichem Stande abgebrochen. Tagung ber deutschen Pfarrkonferenz von Westeuropa. In ber Deutschen Evangelischen Kirche von Paris anb bie beutsche Pf ar r konf erenz von Westeuropa statt. An ihr nahmen Die ber Deutschen Evangelischen Kirche angeschlvssenen 14 Auslandsgeistlichen aus Holland, Belgien, Luxemburg unb Frankreich teil. Es würben praktische unb wissenschaftliche Aufgaben aus Gemeinbeleben unb Theorie bearbeitet. Die Konferenz hatte auf ben letzten Tagungen u. a. eine einheitliche Liturgie für ihre t&emeinben geschaffen. In biefem Jahre beschäftigte sie sich mit der Reform bes Konfirman- denunterrichts. Auch der Leiter bes kirchlichen Außenamtes in Berlin Bischof D. Heckel war zur Tagung erschienen. Er würbe in bieser Zeit von bem beutschen Botschafter Graf W e l c z e ck, von dem Präsibenten bes französischen Kirchen- bunbes D. Boegner unb bem Präsidenten bes lutherischen Konsistoriums Merle b'Aubigne empfangen. Ein Abendmahlgottesbienst vereinigte die Pariser Gemeinde, die in diesem Jahre auf das erste Jahrzehnt ihres Wiederbestehens seit bem Kriege zurückblickt. Pfarrer Henn aus Rotterdam, der Vorsitzende ber Konferenz, hielt bie Prebigt, und Bischof D. Heckel sprach über bie Gegenwartsaufgaben ber Deutschen Kirche am Aus- lanbsbeutschtum. Bei einem Besuch bes Deutschen Hauses in Paris unterrichtete sich bie Pfarrkonferenz über bie Arbeit ber deutschen Gemeinschaft in Paris unb Frankreich. Word an einem fünfjährigen Jungen. Im Anschluß an einen Stubenbrand in einem Jnsthause in Grondzken (Ostpr.), bei dem ein fünfjähriger Knabe umgekommen war, hatte die Staatsanwaltschaft in Lyck ben Vater des verbrannten Jungen Emil Czyganowski, unb besten Haushälterin Martha Kahnert verhaftet. Der Fall hat sich nun als Morb herausgestellt, begangen durch bie Verhafteten, bie sich in ben Besitz bes mütterlichen Erbteils von 300 Mark unb einer Le- bensverficherungsfumme von 150 Mark fetzen wollten. Es konnten mehrere Versuche, ben mutterlosen Jungen umzubringen, festgestellt werben. Nachbem ber Mann am Morgen zur Arbeit gegangen war, nahm die Frau eine Küchenlampe ohne Zylinber und stellte sie unter das Bett des Kindes. Darauf verließ auch sie bie Wohnung. Kurz banach bemerkten Nachbarn ben Brand Man schlug bas Fenster zu ber Wohnung ein, konnte aber nicht in bie Räume gelangen, bd alles voller Rauch war. Als erster brang bann Czyganowski selbst in bie Wohnung ein, um schnell bie Lampe unter bem Bett hervorzuholen und auszulöschens Damit ber Verdacht abgelenkt würde, warf er eine Streichholzschachtel auf den Fußboden. Als Brandursache sollte das Spiel des Kindes das tot auf bem Bett lag, mit Streichhölzern hingestellt werden. Fünf Todesopfer eines Eifersuchtsdramas. Ein Eifersuchtsdrama, das fünf Menschenleben forderte, spielte sich in einem polnischen Dorf bei Slonim ab. Ein eifersüchtiger Bräutigam ermordete mit einer Axt seine Verlobte unb drei Mitglieber ihrer Familie. Dann nahm er sich selbst das Leben. Schweres Verkehrsunglück bei Vayrisch-Zell. Auf ber Strecke Bayrisch-Zell—Subelfelb verun- alückte ein Lastkraftwagen, der Arbeiter von ihrer Arbeitsstelle zurückbeförberte. Das Auto überschlug sich infolge zu starken Bremsens unb stürzte über eine Böschung. Ein Arbeiter war auf der Stelle tot, zwei anbere sink) im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen erlegen. Zwei weitere Arbeiter würben schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Vritischer Petroleumbampfer in Flammen. Auf bem britischen Dampfer „Kaitcmgata" (1983 Tonnen), ber eine Petroleumladung an Bord hatte, brach Feuer aus, durch das der Dampfer zerstört worden fein soll Der Dampfer befand sich auf der Reise von seinem Heimathafen Hongkong nach der südchinesischen Insel Hainan. Dem auf bie ausgefanbten 808-Rufe zur Hilfe herbeigeeilten britischen Dampfer „Nanning" (2486 Tonnen) soll es gelungen sein, 19 Besatzungsmitglieber z u retten, 23 würben aber noch vermißt. Der britische Zerstörer „Thracian" ist aus Hongkong ausgelaufen, um ber brennenden „Kaitcmgata" Beistand zu leisten. Riesenhaie an der schottischen Küste. Schottland, bas vor wenigen Jahren burch bas „Ungeheuer von Loch Neß" Aufsehen erregt hatte, kann wieber mit Nachrichten über bas Auftreten neuer Seeungetüme aufwarten. Diesmal hanbelt es sich aber nicht um phantastische Ersinbungen, fonbern um Riesenhaie, bie während ber letzten Woche in ungewöhnlich großer Zahl in den schottischen Buchten beobachtet wurden Von ben Haien mürben bes öfteren sogar Boote angegriffen. Unter ben Fischern sink) leider einige Tobes- opfer zu beklagen. Jetzt kommt bie Nachricht aus Schottlanb, baß ein Küstenbampfer, ber sich auf ber Fahrt nach ber Insel Arran befanb, einen solchen Riesenhai rammte. Die Erschütterung burch ben Aufprall war so stark, baß eine Reihe von Kabinenfenstern in Trümmern ging unb auch anbere erhebliche Beschäbigungen des Schiffes zu verzeichnen waren. Werner Jansen, Friedrich Griese, Borries Freiherr von Münchhausen Moritz Jahn, Adolf Meschendörfer, Erwin W 111 st o ck und Robert H o h l b a u m. In feiner Festrede umriß UniDerfitätsprofeffor Heinz Kindermann Münster i. W. die Bedeutung ber Dichtung im Lebensraum der Nation und kennzeichnete wahrhaft volks- gebunbene Dichtkunst als gemeinschaftsbildenbe Kraft in der Nation. Wer besitzt Originale von Wilhelm Busch? Das Wilhelm-Busch-Museum in Hannover ist von ber Preußischen Akabemie der Wissenschaften mit ber Bearbeitung eines Teiles „Wilhelm Busch' für Goedekes Grundriß ber deutschen Literatur beauftragt Das Verzeichnis soll einen lückenlosen Katalog aller Werke Wilhelm Buschs (Oelgemälbe, Aquarelle, Zeichnungen und Handschriften) und ber Briese enthalten. Alles Material in Museen und öffentlichen Sammlungen ist bem Busch-Museum bekannt, nicht aber das in Privathänben befinbliche. Das Wilhelm-Busch-Museum in Hannover, Rust- platz 15, bittet deshalb alle Privatsammler, ihm von ihrem Besitz an Gemälden, Zeichnungen und Handschriften einschließlich Briefen im Interesse ber Wissenschaft Mitteilung zu machen Emil Jannings in Stockholm erkrankt. Staatsschauspieler Emil Jannings, ber sich in Zusammenhang mit ber Erstaufführung seines erfolgreichen Films „Der Herrscher" seit einigen Tagen in Stockholm aufhält, ist an einer ernsten Erkältung erkrankt. Da bie Aerzte unbebmgte Bettruhe oerorbnet haben, mußte Jannings eine Reihe von Einlabungen absagen. Der Empfang bei König Gustav V von Schweden und die Weiterreise Jannings' nach Oslo unb Kopenhagen mußten bis auf weiteres verschoben werben. Nach bem letzten ärztlichen Befunb ist ber Zustcmb bes Kranken nicht besorgniserregenb. Polnischer Stralosphärenflug geplant. — Einspruch Professor Piccards. Von polnischer Seite wirb ein Flug in die Stratosphäre vorbereitet, für den als Startort bereits die Ortschaft Djcoro bei Krakau bestimmt worden ist. Die wissenschaftlichen unb technischen Vorbereitungsarbeiten liegen in den Händen eines Ausschusses polnischer Fachleute. Gegen diesen polnischen Plan hat Professor Piccard den öffentlichen Vorwurf erhoben, daß man sich hier widerrechtlicher Weise seine Ideen aneigne, um einen seiner Pläne zu verwirklichen, die er während seines Aufenthalts in Polen 1935 vor einem Kreise polnischer Fachleute skizziert habe. Mit diesem Vorwurf des bekannten Schweizer Professors beschäftigte sich in einer Sondersitzung ber wissenschaftliche Ausschuß für den ersten polnischen Stratospbären- flug. Als Ergebnis dieser Sitzung wird bekannt- gegeben, baß bie von Seiten Professor Piccards erhobenen Vorwürfe durch nichts begründet und unberechtigt feien. Die verschiedenen Pläne die Pic- carb 1935 in Warschau für ben Bau eines Stratosphärenballons entwickelt habe, seien von bem polnischen Fachausschuß als ungeeignet abgelehnt worden. Das Herzogspaar von Windsor beim Führer. MrWaflSwerbnng fördert den Vierjahresplan. „Objektive Berater des deutschen Verbrauchers." Berlin, 23. Okt. (DNB.) Der zweite Tag der Reichstagung „Deutsche Werbung begann mit einem Vortrag des Vorsitzenden des Anschusses für industrielle Wirtschaftswerbung, Dr. von Schnitzler, über aktuelle Aufgaben der industriellen Wirtschaftswerbung, die er als eine Teilfunktion des gesamten wirtschaftlichen Lebens bezeichnete. Dr. Q u i r i n , Geschäftsführer ber Reichsgruppe Handel, sprach über bie Werbung des Handels. Die Voraussetzung für die Erfüllung jener volkswirtschaftlichen nationalpoliti- chen und kulturellen Aufgaben, die insbesondere mit ber Werbung d e s Einzelhandels verknüpft sind, fei die Gewinnung der vielen mittleren und kleineren Betriebe des Einzelhandels für einen aktiven Werbeeinsatz. Dr. Schüler, Generalsekretär beim Reichsstand des deutschen Handwerks, zeigte an Hand von Beispielen und stati- tischen Belegen die Lage bes beutschen Handwerks und seine Einstellung zur Werbung. Hauptamtsleiter R i e n h a r d t, Stabsleiter des Reichsleiters ür die Presse, führte aus: Der Einsatz der Presse für die Grundlagen alles Schaffens ist wohl der bedeutsamste Wert für bie Wirtschaft. Die Vorteile, die früher vielfach mit redaktionellen Notizen angestrebt wurden, sind auf dem Wege guter ystematifcher Wirtschafts-Werbung gerade heute ohne weiteres zu erreichen. Die Bedingungen für die vom Nationalsozialismus in vollem Maße anerkannte, ja geradezu geforderte Wirtschaftswerbung sind ja nicht verschlechtert, sondern entscheidend verbessert. Die deutsche Presse hat in den vergangenen nun beinahe fünf Jahren durch zähe Arbeit ideelle und materielle Werte geschaffen, die für jede aufbauenbe Arbeit ein großes Aktivum darstellen. Deshalb kann sie auch der Wirtschaft an sich, wie als Werbungtreibenden auf ihrem Wege, eine starke gesunde deutsche Volkswirtschaft zu werden, ein wertvoller Weggenosse sein. Ministerialrat Professor Dr. Hunke über „Deutsche Werbepolitik" stellte fest, daß diejenigen Unrecht hatten, die meinten, daß bie Wirtschaftswerbung zurückgehen werbe. Im Gegenteil sei Jahr für Jahr eine Vermehrung des Werbe- volumens eingetreten. Nach einer längeren Aussprache schloß der Präsident, Stabsleiter Hugo Fischer, die Reichstagung. Als Ergebnis stellte er fest: 1. baß bie Wirtschaftswerbung ber einzelnen Unternehmen aus Jnbustrie, Hanbel und Handwerk einen wesentlichen Beitrag zur Durchsetzung des Vierjahresplanes darstellt; 2. daß die Wirtschaftswerbung ein Mittel ist, die Leistungen der deutschen Gütererzeugung zu steigern unb darüber hinaus sogar imstande ist, dazu beizutragen, bie beutschen Wirtschaftsgüter zu verbilligen unb bamit den Lebensstandarb der breiten Schichten bes Volkes zu erhöhen; 3. daß die deutsche Wirtschaftswerbung in erster Linie ein objektiver Berater des deutschen Verbrauchers sein kann, sein soll und sein muß. Treuhänder zwischenWerbung undMrtschafi Jubilaumstagung des Reichsverbandes der deutschen Werbungsmittler. Berlin, 24. Okt. (DNB.) Jrn Anschluß an die Reichstagung „Deutsche Werbung" hielt der „Reichsverband der deutschen Werbungsmittler" (früher Verband ber Annoncenexpeditionen) eine Haupttagung anläßlich seines 25jährigen Bestehens ab Auf dieser wurde bie Errichtung einer Forschungs- und Bearbei- t u n g 5 ft e H e oerfünbet; bie bie Aufgabe hat, ben Mitgliedern bes Verbandes alle zahlenmäßigen unb fachlichen Unterlagen, die sie zur Beratung ihrer Kundschaft auf bem Gebiet ber Wirtschaftswerbung unb ihrer eigenen Werbung gebrauchen, zur Verfügung zu stellen. Die Forschungsstelle ist verpflichtet, bie .gesamte deutsche Wirtschaftswerbung zu förbern. Der Leiter des Reichsverbanbes, M e tz g e s , stellte fest, baß bie deutsche Werbung auf eine neue saubere unb gefunbe Grundlage gestellt worden ist, und daß auch ben beutschen Werbungsmittlern als Treuhänber zwischen Werbung unb Wirtschaft bestimmte Aufgaben und Pflichten auferlegt worben sind und eine klare Stellung im Werbewesen zugewiesen ist. Ministerialrat Gottschick vom Reichs- unb Preußischen Wirtschattsministerium gab einen Ueberblitf über Beruf, Aufbau unb Berufsaufgaben bes Werbungsmittlers. Der Leiter bes Reichsverbanbes ber Werbungtreibenben Christian Ab. Kupferberg sprach mit anerkennenden Worten über bie erfreuliche Zusammenarbeit zwischen Werbungtreibenben und Werbungsmittlern. Der Geschäftsführer im Werberat ber beutschen Wirtschaft Prüfer stellte fest, daß ber Werbungsmittler seine bebeutiame Aufgabe als Treuhänber in einem Maße erfüllt, wie es zu keiner Zeit und in keinem anberen Lanbe bisher der Fall war Die Studienreise des Herzogs von Windsor fand in München ihr Ende. Das Herzogspaar wurde, wie chon kurz gemeldet, zum Abschluß vom Führer und Reichskanzler auf dem Obersalzberg zu einem Tee empfangen. — (Presse-Jllustrationen- Hoffmann-M.) Arn Samstagabend hat das Herzogspaar mit dem ahrplanmäßigen Nachtfchnellzug München verlassen, um sich bis zum Beginn der Amerika- reife nach Paris zu begeben. Nach einem Besuch mehrerer städtischer Siedlungen wurden die neuen Bauten des Führers am Königlichen Platz und im Anschluß daran das Braune Haus besucht. Im Hausder Deutschen Kun st äußerte der Herzog wiederholt seine Bewunderung über diesen vom Führer geschaffenen Bau und die dort ausgestellten Kunstwerke. Am Abend gab das Herzogspaar von Windsor den Herren seiner deutschen Begleitung ein Abschiedsessen, an dem Stabsleiter Simon in Vertretung des dienstlich nach Leipzig berufenen Dr. Ley teilnahm. Der Herzog übermittelte Reichsleiter Dr. Ley und dessen Mitarbeitern für die Durchführung der Deutschlandreise feinen Dank. Arn Freitagabend war das Herzogspaar einer privaten Einladung des Stellvertreters des Führers Reichsminister Rudolf Heß und dessen Gattin in deren Münchner Heim gefolgt. — Am Sonntagvormittag sind der Herzog und die Herzogin in Paris eInge troff em Auf dem Bahnhof wurde das Herzogspaar von einem Vertreter ber englischen Botschaft unb von Freunden und Bekannten begrüßt. und die Wirklichkeit beit Lehrer August Raabe Kurt Umbach und Braut Familie Fritz Malewski und 4 Enkelkinder. 6971 D Die Beerdigung findet am Dienstag, 26. Oktober, nachmittags 3% Uhr, vom Trauerhause aus statt 6966 D v 1 2 4706,— RM. 3 c 15856,— RM. S Rodheim a. d. Bieber, den 25. Oktober 1937. Marie Raabe, geb. Rinn Karl und Ilse Raabe. 4 'f Heute früh verschied infolge eines Herzschlags plötzlich und unerwartet mein herzensguter Mann, unser treusorgender Vater, unser lieber Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Wieseck, den 25. Oktober 1937. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 26. Oktober, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Gießener Straße 158, aus statt. «e i Betrag der Schätzung 11150,— RM. Kinzenbach, Waldgirmes, Heuchelheim, M.-Gladbach und Berlin, den 24. Oktober 1937. Einheitswert (1.1.1935): insgesamt 12100 RM. In dem Anwesen wird eine Gärtnerei betrieben. Das Ausstellungsgebäude ist niedergelegt. Gießen, den 21. Oktober 1937. Im Auftrage des Amtsgerichts Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher. Seemanns-„Romantik" In tiefer Trauer; Frau Kath. Umbach, geb. Wehn Wilhelm Umbach u. Frau der die lebende Brücke Mischen den Millionen Ausländsdeutschen und der Heimat darstellt. Es wird jetzt in jedem größeren Hafen dank der großartigen Organisation der Ausländsabteilung der ^NSDAP. eine Verbindung zwischen dem deutschen Schiff, der Bordzelle, und der zusammengefaßten Gruppe der Ausländsdeutschen des betreffenden Hafens sofort hergestellt. Es werden gemeinschaftliche Ausflüge, Besichtigungen, Vorträge, Festlichkeiten veranstaltet, es bahnen sich Bekanntschaften an, es ergehen Einladungen. Niemand an Bord ist darauf angewiesen, pulsierendes Leben in ominösen Lokalen Was tut der deutsche Seemann mit seiner freien Zeit im fremden Hafen? Von einem Seemann. rufenen Lokalen zu finden als ein Nichtseemann. Heutzutage ist das überhaupt schon ganz unmöglich geworden. Unsere heutige Reichsregierung hat erkannt, welch wichtiger Vorposten und Vertreter „ „ der deutsche Seemann im Ausland ist. Er ist es, I gerliche Ehen. Ihre Geschäfts-Drucksachen •teilen die Verbindung her zu Ihren Erzeugnissen. 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Drogerie Kreuzplatz 10 Tagen die Zusammenstellung der kirchlichen Statistik für 1935 veröffentlicht. Danach stehen 7680 Eheschließungen, bei denen beide Teile evangelisch waren, 7340 (95,57 v. H.) kirchliche Trauungen gegenüber. 340 Paare (4,43 v. H.) schlossen nur bür- I gerliche Ehen. Kinder aus Ehen, in denen ein Teil Die vielen zweifelhaften „Seeromane", die oft unglaublichen Entstellungen auf kleinen Bühnen und in Liedern, die einen Kapitän nur immer in betrunkenem Zustande Vorsichten und den Matrosen die stetige Gesellschaft zweifelhafter Frauen beigeben, beweisen recht mysteriöse Vorstellungen über das Privatleben eines Seemanns. Jeder Mensch ist mit den verschiedensten Neigungen und Leidenschaften begabt, der Land- mensch, wie der Stadtmensch unb der Seemann. So gibt es an Land Säufer, es gibt Antialkoholiker, es gibt diese und jene Menschen. Warum sollte es unter den Seeleuten nur „diese" Menschen geben? Es gibt sogar steinalte Kapitäne, die Nichtraucher sind, es gibt Seeleute, man sollte es kaum glauben, die nicht einmal tätowiert sind! Aber es soll nun keine psychologische Abhandlung über menschliche Wesensarten geschrieben werden. Es soll einmal versucht werden, einen Tag in einem exotischen Hafen als arithmetrisches Mittel aus hundert selbstgelebten und beobachteten scBchen Tagen kurz darzustellen. Also, versetzen Sie sich einmal in Gedanken auf einen mittleren, deutschen halb Fracht-, halb Passagierdampfer in irgend einen fernen Hafen, recht weit weg — sagen wir, Manila auf den Philippinen. Der Dampfer kam aus Makassar auf Celebes. Es ist heiß, sehr heiß. Die Eisenplatten des Schiffskörpers haben die Sonnenstrahlen aufgesogen, so daß es an Deck zischt, wenn man einen Eimer Wasser drüber hin gießt. An Land gibt es kaum einen Europäer, der längere körperliche Arbeit in den Tropen verrichtet. An Bord lagen tagsüber auch die Passagiere wie leblos in den Deckstühlen und starrten in das große Wasser. Aber der Seemann an Bord arbeitet schwer, muß immer das gleiche Arbeitsquantum leisten, ganz gleich, ob das Schiff durch Eisschollen auf der Elbe kämpft oder sich seinen Weg unter der stechenden Tropensonne bahnt. Das Schiff muß fahren, die Laderäume müssen hafenklar gemacht werden, auch bei 40 bis 50 Grad Hitze, Staub und schlechter Luft, es muß unter Deck in den'Luken gefegt, gewaschen, gestaut werden. Und an Deck wird mit dem schweren Ladegeschirr, den Dampfwinden, Ladebäumen, Stahltrossen, Eisenblöcken hantiert, in der Maschine bei oft noch höherer Temperatur muß der Heizer mit seiner schweren Kohlenschaufel, seiner Schluss vor den roten Feuern stehen, der Trimmer Kohlenkarren schieben. Die Schiffsoffiziere sind mit Ladungsschreibereien belastet, müssen Aufsichtsarbeiten leisten, verantwortungsvollen Dienst oft genug auch in den tiefsten Laderäumen tun. Die Stewards, die Köche arbeiten in ihren feuchtwarmen Räumen. Das ist das Lied der Arbeit des deutschen Seemanns, die Melodie des fernen Tropentages auf der Reise zwischen Makassar und Manila, ja und auch die Melodie der Tropennacht auf See, denn der Schiffsdienst kennt keinen Unterschied zwischen Tag und Nacht. So ist auch der erste Gedanke der gesamten Besatzung, als das Schiff im Hafen von Manila den Anker fallen ließ: Wird es für uns heute eine „Bauernnacht" geben, d. h., werden wir das seltene Glück haben, eine volle Nacht ungestört hindurch schlafen zu können? Die Passagiere sind von Bord mit der ersten Landoerbindung, keine Hafenarbeiter, keine Schauerleute kommen an Bord gestürzt. „Bauernnacht" bedeutet das! Feierabend ist es auf dem deutschen Schiff, dem kleinen Fleckchen Deutschland im fernen Asien. Dumpf brandet auf- und abwogend asiatisches Leben an Land. Feierabend! Welch herrliches Wort! Denken wir da nicht unwillkürlich an ein kleines Dörfchen in unserer schönen Heimat, an kleine weiße Häuschen mit Blumengärten davor, wo gemütlich 'chwatzende Menschen vor den Eingängen sitzen, blonde Kinder in der Dorfstraße tollen. Flur XXII, Nr. 36, hofreite vor der Warle auf die Marburger Chaussee (Friedhofsallee Nr. 21), 1075 qm, Flur XXII, Nr. 37, Grabgarten daselbst, 2893 qm, Flur XXII, Nr. 38, Ausslellungs- gebäude daselbst (zu Friedhofs- allee 21), 13 qm, Zusammen Feierabend ist es nun auch an Bord im fernen Hafen von Manila, an Deck herrscht Ruhe, es ist aufgeklart. Der „Moses" (Schiffsjunge) trabt noch mit kurzen Schritten über das Vorschiff mit zwei Pützen voll Waschwasser. Aus den Kammern mit- schiffs quillt schmeichelnde Radiomusik und vermischt sich mit dem Surren von elektrischen Ventilatoren. Ganz müde und dünn schlängelt sich eine blaßblaue Rauchwolke aus dem Schornstein zum Himmel, weit draußen versinkt die Sonne blutigrot ins schwarzgrüne Meer. Und an Land summt die Melodie des fernen Menschentums immer stärker. Mit der Dunkelheit kommt Kühle und Leben in die tropische Stadt. Exotisch, bunt und wirr, lockt die fremde Hafenstadt in tausend Tönen, in tausend schillernden Farben, lockt mit tausend Armen. Aber nur den Neuling lockt es, er muß es erst erfahren, daß in jeder fremden Stadt nur ein riesiger, weitaufgesperrter Rachen sich hinter allen Lockungen zeigt, auf dessen Fangzähnen „Geld- Geld-Geld" steht. Der alte Fahrensmann kennt ein viel größeres Glück, und das ist die Ruhe und Ungestörtheit des Feierabends an Bord, und so wird man auch immer den größten Teil der Besatzung im ausländischen Hafen an Bord finden. Vorne, unter der Back des Schiffes, strahlt warmes gelbes Licht aus den offenen Türen der Wcchn- räume. An Backbord haben die Heizer ihre Kammern zu je vier Mann, an Steuerbord die Matrosen. Selten fehlt auf einem deutschen Schiff irgendein Musikinstrument unter den Schiffsleuten. Und daher kommt aus irgendeiner Kammer Mandolinenspiel. Erzählend und rauchend, wohl auch bei einem Glase Bier schart sich in dieser Kammer eine kleine Gruppe um den Musikanten. In einer andern Kammer werden Briefe geschrieben, werden Briefe zum soundsooielsten Male gelesen, es werden Hosen geflickt, Strümpfe gestopft. Und ist es in der Kammer zu warm, so findet sich eine kleine Gruppe der (Seeleute aller Chargen aus der Ladeluke sitzend zusammen, und das beliebteste Thema ist und bleibt immer wieder die Heimat. Die Familienväter prahlen mit ihren Kindern, manch einer starrt in den dunklen Tropenhimmel und denkt an seine Frau. Und mitschiffs in den Kammern dasselbe Bild. Die Offiziere haben sich zum Teil in der Messe zusammengefunden. Es steigt so manches Gespräch, dessen philosophischen Inhalt die langen einsamen Wachen draußen auf See veranlassen. Es wird auch Bier getrunken, denn es ist heiß, und es soll beileibe nicht der Seemann jetzt als artiges Milch- büblein hingestellt werden. Dazu geht das Leben auch viel zu hart mit ihm um. Nicht zu vergessen sind an Bord noch die vielen Kammern, in denen einsam und still der Seemann über einem Buch versunken sitzt und Stunde um Stunde liest. Kein Buch, keine Zeitschrift bleibt an Bord ungelesen. Was werden nun aber die Seeleute, meist diese Neulinge, machen, die tatsächlich wieder an Land gezogen sind? Was bietet alles so ein fremder Hafen am Abend? Da ist als erstes und letztes das fremdländische Wesen der Hafenstadt selbst, seine fremdländischen Menschen und Moden. Dann sind da natürlich in den meisten Fällen auch Kinos und Theater. Und schließlich gibt es auch, wie überall, Restaurationen, Cafes und auch Kneipen. Und so sind die Landgänger bestimmt auch dort anzutreffen, wo pulsierendes fremdländisches Leben vorherrscht. Der Seemann ist kein Spießer und will auch nicht als ein solcher gelten, nein, urwüchsiges eigenes Leben und Kraft läßt ihn die Welt mit offenen Augen sehen und kennen lernen. Aber das ist nur ein Vorteil, darum ist er nicht häufiger als Trunkenbold und raufender Nachtwandler in ver- zu suchen. Und noch ein weiterer Grund macht heutzutage ein loses Leben in einem fremden Hafen unmöglich. Und das sind die Devisenbestimmungen der Reichsregierung zum Schutze des deutschen Staates und damit des deutschen Volkes. So muß sich auch notgedrungen der sensationslüsterne Neuling an Land darauf beschränken, einen Bummel durch die Stadt zu machen und nur ganz kleine Summen ausländischen Geldes zur Verfügung zu haben. Aber auch solch ein Bummel, umwogt von der interessanten Fremde, gibt dem Seemann oft schon viel als Gegenpol gegen den gleichförmchen und schweren Schiffsbetrieb. Der Seemann hat ja weniger Freizeit als die meisten berufstätigen Menschen an Land; und 200 Tote in drei Monaten nur auf deutschen Schiffen, nur in der Nord- und Ostsee, legen Zeugnis ab von der ernsten Schwere der Ar- ' " auf See. Gerhard Jungermann. Zwangsversteigerung. i6K37 Am Wonlag, dem 22. November 1937, vormittags 9 Uhr, werden im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Zimmer 204, die der Anna Georg, geb. Schopbach, Witwe des Friedrich Georg in Gießen zugefchriebenen Grundstücke versteigert: 6960O Grundbuch für Gießen, Band 42, Blatt 2166: der römisch-katholischen Kirche angehörte, wurden 2984 ermittelt. Mehr als die Hälfte (1718) wurden evangelisch getauft. Von den 17 106 Konfirmierten stammen 15182 aus rein evangelischen Ehen. Versagt wurden 8 Trauungen, 10 Taufen, eine Konfir- mation. Zur Evangelischen Landeskirche sind 1067 Glieder übergetreten. 439 Glieder sind ausgetreten, davon 24 zur katholischen Kirche, 45 zu sonstigen christlichen Gemeinschaften, die übrigen zu nichtchristlichen Gemeinschaften oder unbekannt wohin. . 75Mre Industrie- und Handelskammer Darmstadt. LPD. Darmstadt, 21. Okt. Aus Anlaß des 75jährigen Bestehens der Industrie, und Handelskammer Darmstadt hatte sich Mittwoch abend im Festsaal des Alten Palais in Darmstadt der erweiterte Beirat versammelt. Nach einem musikalischen Vortrag durch das Drumm-Kammerquartett des Hessischen Land^s- theaterorchesters hielt der Präsident der Jndustne- und Handelskammer Darmstadt, Fabrikant Dr. C. Merck, die Festrede, in der er die Geschichte der Industrie- und Handelskammer in Hessen von ihrer Gründung durch den Großherzog Ludwia III. am 5. April 1862 bis zur heutigen Wirtschaftekammer Hessen schWerte. Die Glückwünsche der Reichswirtschaftskammer und der Industrie- und Handelskammer Berlin überbrachte der stellvertretende Leiter der Arbeits- gemeinfchaft der Industrie- und Handelskammer in der RWK. Staatsrat Friedrich Reinhart, der Leiter der Wirtschaftskammer Brandenburg und Präsident der Industrie- und Handelskammer Ber. lin. Sein ausführlicher und oft von Beifall unterbrochener Festvortrag behandelte das bedeutungs« volle Thema „Wirtschaft und Finanzen im heutigen Staat". Die Glückwünsche der Wirtschaftskammer Hessen überbrachte ihr Präsident Prof. Dr. Carl L ü e r (Frankfurt a. M.), der namentlich der Jndustrie- und Handelskammer Darmstadt für die vorzügliche Zusammenarbeit seinen Dank aussprach. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der bei England liegende Störungswirbel hat feine Lage wenig geändert und entsendet Teilstörungen über das Festland ostwärts. Dementsprechend hat sich seine Einflußnahme auf unser Wetter bisher in mäßigen Grenzen gehalten, trotzdem wir um das Wochenende einen selten tiefen Barometerstand erreicht hatten. Das Zusammensinken der hinter der ersten Teilstörung nachgestoßenen kälteren Meeresluft brachte in der Nacht zum Montag mit Aufklaren stärkere Abkühlung, die stellenweise zu leichtem Frost führte. Die Gesamtlage läßt neue Witterungsverschlechterung erwarten. Aussichten für Dienstag: Nach Der- schlechterung mit Regenfällen wieder wechselnde Bewölkung und Schauerneigung, bei lebhaften Winden um Süd bis West ausgeglichene Temperaturen. Lufttemperaturen am 24. Oktober: mittags 11,3 Grad Celsius, abends 8,2 Grad; am 25. Oktober: morgens 1,6 Grad. Maximum 12,5 Grad, Minimum heute nacht 1,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. Oktober: abends 8,2 Grad; am 25. Oktober: morgens 5 Grad. — Sonnenscheindauer 1,2 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr W. Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den Übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- (eiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 37: 9248. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. AWMAM.-».WlWe- nnö tzMkislimM (Biegen am Sonntag, dem 28. Nov. 1937, vorm. 9 Uhr, in den Räumen der Oenentüchen vandelslehranftalt Gießen, Wernerwall 11. Anmeldevordrucke bei der Kammer erhältlich. Die Prüfungsgebühr von RM 2.— ist mit der Anmeldung auf Postscheckkonto Frankfurt am Main 61599 zu überweisen. Spätester Anmeldetermin 15. November 1937. 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Im Evang. Gemeindehaus kam man zu einem Ge- msindeabend zusammen. Pfarrer Matthäus wies nach seiner Begrüßung auf Jesus Christus, als den einzigen Grund hin, auf dem die Innere Mission stehe. Direktor Pfarrer Röhricht betonte, die Innere Mission habe bei aller Arbeit immer wieder den Segen Gottes erfahren dürfen. Pfr. Schneider, der Direktor der Niederramstädter Anstalten (früher in Offenbach), gab einen Einblick in die Arbeit seiner Anstalt, die zur Zeit mit etwa 600 Kranken und Pfleglingen belegt ist. Diakonisse Irma Röhner (Mainz) sprach von der Tätigkeit der dortigen Zuflucht, die hilfesuchenden Frauen und Mädchen Rat und Beistand gewährt. In der öffentlichen Jahresversammlung erstattete Vikar Wolf den Jahresbericht. Aus den Ausführungen ging hervor, daß wieder eine Fülle von Arbeit im verflossenen Jahre geleistet wurde. Danach sprach Direktor Schirmacher vom Zentralausschuß der Inneren Mission in Berlin über das Thema: „Der immerwährende Auftrag der Inneren Mission". Dieser Auftrag geht von der Kerngemeinde in der Kirche aus. Er richtet sich an alle, die im Leben einen Halt suchen, den ihnen nur das Evangelium geben kann. Zur Durchführung dieses Auftrags müssen immer wieder neue Wege gesucht werden. In der Nachmittagsversammlung berichtete Direktor Pfr. Röhricht über die Anstalten der Inneren Mission. Aus den Berichten ergibt sich, daß alle Anstalten gehalten werden konnten. Dia- konissenhaus und Diakonieverein haben manche Stationen aufgegeben und konnten dafür neue übernehmen. Direktor Röhricht schloß mit Dank und Gebet die reichhaltige Tagung, die zu neuer Arbeit Mut machte. Aus der kirchlichen Statistik. EPNH. In Nassau-Hessen wurde in diesen im Alter von 48 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: