Ur. 224 Lrstes Blatt 187. Jahrgang Samstag, 25. September 1937 krfchetnl täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monatr-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe« Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UnlverfitStrdruckerei «.Lauge In Stehen. Schristleitung und SeschSftrftelle: Schulstraß« 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Plahoorschrift nach vorh. Dereinbg.25°/g mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Mussolini in München eingeiroffen. Der Führer begrüßt an der Gpitze des Führerkorps der Partei den Duce herzlich in der Hauptstadt der Bewegung. München, 25. Sept (DRV. Blinkspruch.) ittif einem Jubel ohnegleichen empfangen, traf der Sonderzug, der den Schöpfer des faschistischen Italiens, Benito Mussolini, in die Geburtsstadl des Nationalsozialismus brachte, um 10 Uhr a u f dem Münchener Hauptbahnhof ein. Umgeben von dem gesamten hohen Führerkorps der Partei hieß Adolf Hitler, der Führer des nationalsozialistischen Deutschland, seinen Gast auf dem geschichtlichen Boden der Hauptstadt der Bewegung willkommen, weltpolitische Tage haben damit ihren Anfang genommen. Um 9.45 Uhr ist die E h r e n a u f st e l l u n g im Münchener Hauptbahnhof vollendet. Die große Halle bietet ein überaus farbenprächtiges Bild. Am Anfang des Bahnsteiges haben Ehrenabordnungen der Schwarzhemden und der B a l i l l a Aufstellung genommen. Ihnen schließen sich die Ehrenspaliere des Jungvolks und der Hitler-Jugend an. hinter der Absperrkette drängt sich in vielen Tausenden die Bevölkerung Münchens. Wenige Minuten vor 10 Uhr trifft der Führer mit seiner Begleitung vor dem haupt- bahnhof ein. Langanhaltender Jubel braust vom Bahnhofsvorplatz in die Halle hinein fort, wo dem Führer vom Jungvolk, von der Hitler-Jugend und der Balilla ein stürmischer Empfang bereitet wird. Nachdem Adolf Hitler die Front der Mitglieder des Führerkorps der NSDAP, abgeschritten hat, nimmt er an ihrer Spitze Aufstellung. Punkt 10 Uhr läuft der Sonderzug i n d i e h a l l e e i n. Die Musik spielt den Lieblingsmarsch Mussolinis, die „Hymne auf Rom.“ In jugendlich frischer Haltung steigt Mussolini aus dem Wagen. Der Führer tritt auf ihn zu. Er begrüßt ihn mit kräftigem Händedruck und herzlichen Dorten. Dann schreiten Mussolini und Adolf Hitler die Front des Führerkorps ab. Begleitet von nicht endenden Heil-Rufen der italienischen und der deutschen Jugend treten sie auf den Bahnhofsplah hinaus. Auf den Beifallsstürmen, von denen sie auch dort empfangen werden, klingen die Rufe der anwesenden italienischen Gäste „Duce! Duce!" hervor. Unter den Klängen der Nationallieder beider Länder schreiten Mussolini und der Führer dann die Front der Ehrenformationen der Wehrmacht und der SS. sowie des Arbeitsdienstes ab. Der Duce passiert Innsbruck. Festlicher Empfang durch die österreichischen Behörden. Innsbruck, 25. Sept. (DNB. Funkspruch.) Punkt 7 Uhr traf der Sonderzug des Duce in Innsbruck ein. Im Bahnhof waren zum Empfang je eine Ehrenkompanie der Tiroler Jäger, der Gendarmerie, der Miliz, der Polizei und eine Abordnung des österreichischen Jugendverbandes angetreten. Nach dem Eintreffen des Zuges ertönten die Klängen der Giooinezza. Mussolini entstieg dem Zug und wurde vom Staatssekretär für das Sicherheitswesen Dr. Skubl im Namen der österreichischen Bundesregierung und von Landeshauptmann Dr. Schumacher begrüßt. Der Duce schritt die Front der Ehrenkompanien ab. Nun begaben sich die Vertreter Oesterreichs in den Salonwagen des Duce, wo er sich eine Zeitlang mit ihnen in freundschaftlicher Weise unterhielt. Pünktlich 7.20 Uhr fuhr der Sonderzug wieder aus Innsbruck ab. Auf deutschem Boden. Der Stellvertreter des Führers geleitet den Duce von der Grenze nach München. ü i e f e r s f e l d e n, 25. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der italienische Regierungschef Mussolini traf heute früh um 8.52 Uhr in Kiefersfelden an Iber deutsch-österreichischen Grenze in der Nähe von Kufstein auf deutschem Boden ein. Der Duce «wurde von dem Stellvertreter des Führers R u - ö o l f Heß herzlich begrüßt. Beide setzten dann gemeinsam die Fahrt nach München fort. Den Stellvertreter des Führers begleitete der deutsche Ehrendien st, der dem italienischen Regierungschef während seines Aufenthaltes in Deutschland beigegeben ist und dem Reichsminister Dr. Frank, der Kommandierende General des IV. Armeekorps Dresden, General der Infanterie Lift, der Chef des Protokolls, Gesandter v.B ü- Uow-Schwante, der deutsche Botschafter in Rom, v. Hassel, und der persönliche Adjutant des Stellvertreters des Führers, Amtsleiter L e i t - gen, angehören. Mit ihnen war der königlich- talienische Botschafter in Berlin, Attolico, eingetroffen. Das Bahnhofsgebäude ist mit Tannengrün und Dirlanden, von denen Schleifen in den italienischen Farben herabhängen, geschmückt. Don weiß schimmerndem Spruchband grüßen den hohen Gast die Worte: „Deutschland heißt den Duce »illkommen". Die ganze Bahnstrecke ist zu beiden Seiten mit den Fahnen des faschistischen Italiens und des nationalsozialistischen Deutschlands eingesäumt, die von hohen weißen Masten herunterhängen. Auf dem Bahnhof sind die Ehrenformationen der Bewegung, und zwar die I ä g e r st a n - darte 2 mit Spielmanns- und Musikzug, das NSKK., eine Abordnung der Politischen Leiter, der HI., des BDM. und Jungvolk angetreten, während der A r- beitsdienft zu beiden Seiten des Bahnhofs Kiefersfelden Ehrenspalier bildet. Das Spalier beschließt frisch und voller freudiger Erwartung die Schuljugend von Kiefersfelden mit italienifchen und deutschen Fähnchen in den Händen. Als der Sonderzug sichtbar wird, setzt die Musik mit der italienischen Königshymne und dem Siegeslied der faschistischen Bewegung, der Gko- o i n e z z a ein. Grenzenloser Jubel und Begeisterung erklingen auf, als der Sonderzug langsam in den Bahnhof einfährt. Die Menschenmenge läuft dem Zug entgegen. Nun zeigt sich im dtitten Wagen Mussolini in Faschistenuniform am F e n st e r. Er lacht und grüßt die ihm zujubelnde Menge. Der Stellvertreter des Führers, der Ehrendienst, Botschafter v. Hassel und Botschafter Attolico besteigen den Salonwagen des Duce. Unter den Klängen der deutschen Nationalhymnen verläßt der Sonderzug Kiefersfelden, um den italienischen Regierungschef in die Hauptstadt der Bewegung zu führen. Auf der ganzen Strecke von der Rezchsgrenze bis zu dem besonders festlich geschmückten Rosenheimer Bahnhof ist kein Haus ohne Fahne, ohne Girlanden und Tannengrün. Tausendfach sieht man die Zeichen des Hakenkreuzes neben den italienischen Symbolen. Auch die an der Bahnstrecke gelegenen großen Fabrikanlagen haben sich zu dem bedeutungsvollen Tage geschmückt, und selbst von den hochgelegenen Höfen der Berg- bauern im Jnntal grüßen Fahnen herab. Auf den Stationen, auf der ganzen Strecke ist die Bevölkerung an den Schienenweg geeilt. Üeberall steht die deutsche Jugend, Sie mit Hellen Stimmen dem Freunde Deutschlands ihren Willkommengruß entbietet, in vorderster Reihe. Bon den Neubauten grüßen die A r b e i t s m ä n - ner mit erhobener Rechten, und die Bauern auf dem Felde winken herüber. Auf allen Wegen, die die Strecke kreuzen, stehen Wagen, überfüllt mit jubelnden und begeisterten Menschen. Immer wieder tritt Mussolini an das F e n st e r, um für diesen Willkommengruß zu danken. Er winkt ihnen zu, lachend und sichtlich erfreut über die Herzlichkeit und Ursprünglichkeit dieser Huldigungen. „Mein Besuch in Deutschland ist Herzenssache!" Eine Unterredung mit dem Duce. Nürnberg, 25. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die „Fränkische Tageszeitung" bringt eine Unterredung, die der Duce dem nach Rom entsandten Sonderberichterstatter des Blattes gewährte. Danach sagte der Duce: „Mein Besuch ist eine betonte Demonstration für die gemeinsame Politik eines starken Friedens. Wir wünschen, daß dieser Besuch als ein Symbol für die Tatsache gewertet wird, daß die Großmächte Deutschland und Italien eine kompromißlose Auffassung über die Gestaltung eines dauerhaften Friedens haben — eines Friedens, der es dem großen anständigen Teil der Menschheit gestattet, in sicherer Ruhe zu arbeiten und zu schaffen. Weiter sagte Mussolini: „Mein Besuch in Deutschland ist mir eine Herzenssache, ein sichtbares Zeichen für die herzliche Freundschaft zwischen zwei großen Kulturvölkern, die einander restloses Vertrauet entgegenbringen. Zwei Völker werden einander die Hände reichen, ihren Tornister und ihr Gewehr auf die Schulter nehmen und Seite an Seite in die Zukunft marschieren. Denn diese Zukunft gehört uns!" Mönchen im Wschmuck. Der Bahnhof. München, 24. Sept. (DNB.) Die Hauptstadt der Bewegung, die die Ehre hat, als erste deutsche Stadt den Führer des Faschismus in ihren Mauern zu sehen, hat ein reichgeschmücktes und festliches Gewand angelegt. Erfreulicherweise setzte der Dauerregen, der in München in den letzten Tagen niederging, in den Mittagsstunden aus. Nun gingen die Münchener mit verdoppeltem Eifer daran, dem festlichen Gewand die letzten Nuancen zu geben. Am Nachmittag wurde die Ausschmückung des Hauptbahnhofes zur Besichtigung freigegeben. Die Bahnhofshalle ist nicht wiederzuerkennen. Die eisernen Tragpfeiler sind mit rotem Tuch verkleidet, die Aufbauten auf den Bahnsteigen unter frischem Tannengrün verschwunden und die eiserne Dachkonstruktion unter den Fahnen Italiens und des Dritten Reiches verdeckt. Auch die den Geleisanlagen zugekehrte Innenseite des Bahnhofsgebäudes ist bis zur Dachkonstruktion hinauf in Tannengrün gehüllt, nur die klassizistischen Portale sind freigeblieben. Ueber ihnen sind goldene Faszio-Bündel und zwischen den Pforten hohe goldene Standbilder antiker Heldengestalten aufgestellt. Das eine davon zeigt Aristides, in der Hand die Tonscherbe, auf die er einem schreibunkundigen Bauern seinen eigenen Namen schreibt, als eine von seinen Feinden angezettelte Volksabstimmung seine Verbannung verlangte — eine feine Satire, die daran erinnert, daß auch im klassischen Altertum die Demokratie nicht die glücklichste Staatsform war. Die Schalterhalle, durch die der Führer mit seinem Gast den Bahnhof verlassen wird, ist in drei Räume verwandelt worden, von denen der erste in zartem Mattlila und der große Mittelraum in Rostrot und Gold gehalten ist. Auch hier sind antike Skulpturen und auf schmalen Sockeln die Büsten römischer Cäsaren von Lorbeerbäumen flankiert aufgestellt. Wappentücher mit den nationalsozialistischen und faschistischen Symbolen hängen von den Wänden. Die Vorhalle und auch das Bahnhofsäußere ist wieder in Rostrot und Gold gehalten. Lorbeergirlanden ziehen die schlichten Linien des Baues nach. Ueberwältigend ist der Blick auf den Vorplatz, der von zwei 16 Meter hohen Rutenbündeln beherrscht wird, die gewaltige Adler von 3,50 Meter höhe krönen. Am Eingang der Schützenstraße ist eine T r i u m p h p f o r te von Haushöhe aus Tannengrün errichtet, die auf der Vorderseite das Faszio-Symbol in Gold trägt. Rings um den Platz sind die Tribünenbauten errichtet. Am Abschluß der Schützenstraße leuchten vom Karlsplatz, dem Stachus, her vier große mit Herbstlaub verkleidete Säulen herunter, auf deren goldenen Kugeln ein großes M prangt. Zwischen diesen Säulen 11 Meter über der Straße ist ein gewaltiger Erntekranz von einem Durchmesser von sechs Meter an starken Drahtseilen angebracht. Sowohl die Schützen-, als auch die Neuhauser- und Kaufunger Straße sind einheitlich mit den italienischen und den deutschen Fahnen an den Häuserfronten und über die Straße hin geschmückt. Nur die Form der Fahnentücher wechselt auf diesem schnurgeraden Weg von Bahnhof b i s zum Marienplatz. Beherrschender Punkt ist hier das gotische Rathaus, das bis zur höhe des ersten Stockwerkes in Grün gehüllt und dessen Balkone mit frischen Blumen reich besetzt sind. In langen Bahnen hängen die Fahnen deutscher und italienischer Städte herab, deren Wappen in Gold an haushohen Masten angebracht sind. Der Charakter der Feststraße verändert sich grundlegend auf dem Max-Josef-Platz, wo das Nationaltheater mit seinem leuchtenden, bunten Mosaikfries geblieben ist, während alle umliegenden Bauten bis zur halben höhe mit rostbraunen Tüchern verhangen sind, die einen prächtigen Hintergrund für die Pylonen abgeben, die die Masken der tragischen und der heiteren Muse in Gold und Silber tragen. Der bisher heitere Ton der Feststraße wird auf uem Wege zum Mahnmal der Bewegung in der Residenzstraße und der Hälfte des Odeonsplatzes durch einen dunkelbraunen Farbton abgelöst, hohe Pylonen mit flammenden Opferschalen verstärken den würdigen Eindruck. Abschluß dieser ernst-feierlichen Stimmung sind zur Ludwig st raße hin sechs gewaltige mit Tannengrün verkleidete Sockel, deren Aeußeres wiederum große Feuerschalen tragen, während die mittleren mit symbolischen Standbildern, Fackeln und Feldzeichenträgern gekrönt sind. Ganz in Rot leuchtet die Ludwig st raße, unter einem zweiten Säulendurchgang ganz in Weiß und Gold die v o n - d e r - T a n n st r a ß e, die zum Prinz-Carl-Palais, dem Wohnsitz des hohen Gastes während feines Münchener Aufenthaltes, führt. Der schlichte, in Hellem Ocker gehaltene Palast mit dem Säulenvorbau ist zu beiden Seiten von mächtigen viereckigen tannenverkleideten Blöcken flankiert, die den geflügelten Pegasus tragen. Am Hais der Deutschen Kunst. Die Fortsetzung der Feststraße zum Haus der Deutschen Kunst hin bilden schlanke goldene Masten, die, mit vergoldetem Herbstlaub umwunden, die faschistischen und nationalsozialistischen Symbole zeigen, während das Haus der Deutschen Kunst nur einen Sockel aus goldgelben Chrysanthemen erhalten hat. Die Prinzregentenbrücke zeigt als zusätzlichen Schmuck Fabelwesen aus der klassischen Sagenwelt, während die Prinzrege n- tenstraße, die zur Wohnung des Führers am Prinzregentenplatz, einem schlichten Privathaus, führt, im pompejanifchen Rot gehalten ist, das in Gold abwechseln die Buchstaben SPQR (Senatus populusque Romanus = Der Senat und das römische Volk), das Feldzeichen der römischen Legionen, den Buchstaben M und das Hakenkreuz trägt. Einen Höhepunkt der Ausschmückung wird das die ganze Straßenflucht beherrschende Monument des Friedensengels bilden, das neben dem Tücher- und Fahnenschmuck bei der Vorbeifahrt des hohen Gastes von einem Kranze Girlanden tragender junger Mädchen anmutsvoll belebt fein wirt). Berlin—Rom. Mussolini ist heute früh zu seinem Staatsbesuch in Deutschland in München eingetroffen. Der Führer hat an der Spitze seiner ersten Mitarbeiter aus den Reihen der nationalsozialistischen Partei den Duce in der Hauptstadt der Bewegung herzlich willkommen geheißen. So gilt der erste Gruß dem Begründer des neuen, im Schmelztiegel der faschistischen Revolution geläuterten, von der ungeheuren Kraft und dem großartigen Gedankenflug eines Mannes zu innerer Geschlossenheit und äußerer Machtstellung emporgeführten Italien, mit dem sich das deutsche Volk durch bedeutsame Parallelen der geschichtlichen Entwicklung wie durch wesensoer- wandte Züge in den weltanschaulichen Grundlagen, die in unseren Tagen dem Staatswesen beider Völker ihr Gesicht gegeben haben, und nicht zuletzt aus der fast schwärmerischen Liebe heraus, die viele Generationen von Deutschen aller Stände und jeden Alters für das Land Italien, das Sonnenland, empfunden haben, in herzlicher Zuneigung und Freundschaft verbunden fühlt und in dessen leitendem Staatsmann und nationalem Heros es die geniale Persönlichkeit bewundert, die nicht nur mit eiserner Energie ihrem Land eine neue staatliche uni) soziale Ordnung schuf als Voraussetzung für ungeheure kulturelle und wirtschaftliche Leistungen, die in der Moderne nur im nationalsozialistischen Deutschland ihresgleichen gefunden haben und daher auch in ihrer Größe von uns am besten gewertet werden können, sondern die auch schon ftüh mit klarem Blick die Notwendigkeit einer europäischen Neuordnung erkannt und als deren Voraussetzung die Beseitigung der „aroßen Ungerechtigkeiten" des Versailler Diktats gefordert hat, weil sie der Aufrichtung eines wahren Friedens in Europa im Wege standen. Es ist selbstverständlich, daß aus dieser letzteren Perspektive heraus der Staatsbesuch des Duce in Deutschland seine besondere Bedeutung erhält und daß namentlich der Besuch des Chefs der italienischen Regierung in der Hauptstadt des befreundeten Deutschen Reiches der Befestigung und Weiterbildung der gemeinsamen politischen Grundlinien für den Kampf dienen, den beide Nationen aus der ihnen gewordenen Erkenntnis der Notwendigkeit einer «Solidarität des Abendlandes gegen das kulturoernich- tenöe Gift des revolutionären Bolschewismus für eine neue europäische Ordnung zu führen entschlossen sind. Es war nicht anders zu erwarten, daß der Staatsbesuch des Duce in der Presse des Auslandes einen lebhaften Widerhall finden und da er in eine Zeit reger diplomatischer Tätigkeit fällt, auch den Anlaß zu den phantasievollsten Kombinationen geben würde. Aber mit der bereits gemachten Feststellung, daß dieser, im übrigen schon seit langem vorgesehene Besuch der Interessengemeinschaft beider Völker an einer nach neuen, einer europäischen Solidarität im höheren Sinne dienenden Grundsätzen ausgerichteten politischen Ordnung dient, die in dem Nebeneinander in ihrer Weltanschauung konsolidierter Nationen und in dem jede Hegemonie eines einzelnen Volkes ausschließenden Gleichgewicht der großen Mächte das Fundament der europäischen Einheit sieht, mit dieser Feststellung eines sich über die Probleme der Tagespolitik erhebenden höheren Sinns der Zusammenkunft zwischen Mussolini und dem Führer wird all den phantasievollen Kombinationen oder den vielen namentlich von Paris ausgestreuten ebenso boshaften wie törichten Gerüchten der Boden entzogen, die fensationslüsterne Auslandsjournalisten an den Berliner Besuch des Duce zu knüpfen versuchen. Darüber kann es allerdings wohl keinen Zweifel geben, daß allein schon die Ankündigung dieses Staatsbesuches Italiens diplomatische Stellung in der schwebenden Debatte über die Einrichtung einer Mittelmeerpatrouille gegeft die U-Bootpiraterie im Mittelmeer und gleichsam als Ersatz für die nun auch von England und Frankreich aufgehobene Kontrolle in den spanischen Küstengewässern sehr erheblich gestärkt hat und daß gerade die Aussicht auf eine neue Bekräftigung der Achse Berlin—Rom die Diplomatie Englands und Frankreichs veranlaßt hat, einen angesichts der früher beliebten Zurückhaltung immerhin bemerkenswerten Eifer zu entwickeln, um das Mittelmeergespräch mit Italien trotz aller gefährlichen Querschüsse von Moskau her und trotz aller Rücksicht, die man aus verschiedenerlei Gründen auf die Empfindlichkeit des seinerseits hemdsärmelig brutalen bolschewistischen Freundes nehmen zu müssen glaubt, in Gang zu halten und Italien an den grünen Tisch und von da auch in das System der Mittelmeerpatrouille zu bekommen. Franzosen und Engländer haben mit ihren in Nyon gemachten Vorschlägen Schiffbruch erlitten. Erst als die diplomatische Fühlungnahme in Rom die Anerkennung Italiens als gleichberechtigte Mittelmeermacht zunächst wenigstens dem Grundsatz nach ergab, hat Italien seine Teilnahme an Besprechungen der Flottensachoerständigen der drei großen Mittelmeermächte in Paris zugesagt, die nun den italienischen Gleichberechtigungsanspruch auch in der Praxis der vorgesehenen Mittelmeerpatrouille durchsetzen soll. Das ist, ohne dem Ergebnis dieser Pariser Besprechungen vorzugreifen, ein spürbarer Erfolg der italienischen Politik, die, ohne sich durch das dreiste Störungsfeuer aus Moskau zu einer schroffen Haltung reizen zu lassen, durch die Achse Berlin—Rom gedeckt dem Gespräch mit den Westmächten die Wendung zu geben vermochte, die die unumwundene Anerkennung des italienischen Gleichberechtigungsanspruchs im Mittelmeer bedeutete. Die spürbare Entspannung der Atmosphäre um das Mittelmeerproblem, von Deutschland als nur in zweiter Linie Interessiertem, lebhaft begrüßt und durch seine klare Haltung der Solidarität mit Jta- WM ■? w'z y>z - v - *7 <$?.>.. W t I WT < S^WW^ X >f;'.v ~ MMH 4 ß Mussolinis Abreise aus Nom scheu kaum Die Panzerwaffe im Wehrmachtsmanöver Don unserem K. B.-Berichierstaiier. wirklicht werden kann. Die Vertiefung der deutsch-italienischen Beziehungen hat auch zur Klä. Teterow treffen wir auf einem Stoppelfeld ein blaues Aufklärungsflugzeug, das im Rücken des roten Feindes notlanden mußte, aber noch gut auf den Boden gekommen ist. Mit der ersten klaren Sicht treffen wir dann auch den ersten blauen Aufklärer am Werke, der, bevor die rote Gegenwirkung emsetzt, reiche Nachrichtenbeute Heimbringen möchte. Als mir mittwegs zwischen Teterow und Waren halten, ist der Nebel vollends verschwunden und die er st en Kämpfe beginnen. Blau greift an und geht vor. Wenige Minuten später befinden wir uns wieder unter den roten Truppen und wiederum 300 Meter weiter erneut unter blauen Formationen. Was ist geschehen? Hier hat der Nebel ein durchaus kriegsmäßiges Durcheinander geschaffen, Schiedsrichter mit der weißen Binde müllen die Wirrnis lösen. Eine Anzahl roter Infanteristen ist auf der Strecke geblieben und hat ihre roten Binden mit der gelben vertauschen müssen. Die rote Feldküche, die hier gefangen genommen wurde, kocht ihren Morgenkaffee aber ruhig weiter, denn so seltsam es klingt: Auch Tote wollen leben! faschistische Italien hat, von der Liebe des Volkes begleitet wird". Wie in Florenz, kam es auch in Bologna und in Verona, wo die Bahnhöfe reichen Flaggenschmuck trugen, zu begeisterten Huldigungen fiir Mussolini, zu dessen Begrüßung sich jeweils die Spitzen von Partei und Behörden eingefunden hatten. In Bologna wurde der Duce auch von feiner Gattin Donna Rachele Mussolini be- grüßt, die mit den beiden jüngsten Kindern, Ro- m a n o und Anna Maria, von Rocca delle Caminate herübergefahren war. Waren, 24. September 1937. An diesem Manövermorgen deckt herbstlicher Ne- ,el Aecker und Wiesen. Das ist das rechte Wetter ur Blau und Rot, um in aller Ruhe die notwendi- gen Umgruppierungen vorzunehmen, ohne durch allzu neugierige Fliegeraugen gestört zu wer- den. Auch für die Panzerwagen ist das Wet- ter ausgezeichnet. Denn sie können, ohne gesehen zu werden, ihre Bereitschaftsstellung verlassen und sich leitet Hetzinger, v. Berger-Wal Unser Bildtelegramm zeigt den Duce, wie er sich in Begleitung des Außenministers Clano zum Zuge begibt. Der Bahnhof war mit den Fahnen des Reiches und Italiens festlich geschmückt. — (Associated-Preß-M.) Die Absahtt aus Rom. Das Führerkorps der Faschistischen Partei gab dem Duce das Geleit. Rom, 24. Sept. (DNB.) Mit aller Feierlichkeit, die die Faschistische Partei ihrem Duce beim Antritt seiner De-utschlandreise bereiten konnte, ist der italienische Regierungschef am Freitag 12.20 Uhr von Rom abgereist. Vor dem Bahnhof hatten Truppenabordnungen und Abteilungen ämtlicher faschistischen Organisationen Roms mit ihren Fahnen Aufstellung genommen. Zehntausende waren zusammengeströmt, um dem Duce ihren begeisterten Gruß zuzujubeln. Die weite Bahnhofshalle, die über und über mit italienischen Trikoloren und Hakenkreuzfahnen geschmückt war, war von den übrigen Zügen vollkommen geräumt worden, so daß auch hier Tausende zusammenkommen konnten, deren stürmischer Gruß, unterbrochen von Heil- Rufen auf Hitler, auch hier dem Duce noch einmal entgegenbrauste. Auf dem Bahnhof waren sämtliche Regierungsmitglieder, die gesamte Parteihierarchie mit der Standarte und die Generalität der Garni- rung der vielfach verworrenen gesamteuropäischen Verhältnisse beigetragen und wird eines Tages auch in dieser ihrer aufbauenden Bedeutung von der übrigen Kulturwelt ihre Würdigung finden. Hieraus ergibt sich, daß die Achse Berlin—Rom unter diesem Gesichtspunkt nichts anderes fein kann und will, als ein Kri st allisations punkt für eine von den gleichen Friedensgrundsätzen getragene gesamte europäische Ordnung ... Statt daß fremde Einflüsse es versuchen könnten, die beiden engoerbunbenen Nationen auseinanderzuspielen, sollte man in Europa endlich erkennen, daß der Wiederaufbau eines friedlichen Europas niemals gegen Deutschland oder Italien sich würde verwirklichen lassen, daß aber für einen solchen vernünftigen Aufbau die deutsch-italienische Freundschaft einen der w e - f_e n 111 dj ft e n Bausteine darstellt." In diesem Sinne einer Festigung und Bekräftigung der deutsch- italienischen Freundschaft wird der Berliner Staatsbesuch des Duce auch eine europäische Aufgabe erfüllen. Dr Fr W Lange. öreierbefprecbung über Gvanien voroeschiagen Paris, 24. Sept. (DNB.) Der englische und der französische Geschäftsträger in Rom haben der italienischen Regierung erklärt, daß die Besprechungen zwischen dem französischen Außenminister D e l b o s Hauptstadt verbunden. Der Sonderzug gleicht einem fahrenden Regierungsgebäude, in dem sich der Duce durch ein Telephonnetz sofort mit jedem der ihn begleitenden Minister in Verbindung setzen kann. Wie in Florenz, so hatte sich auch auf allen anderen Bahnhöfen eine begeisterte Menge eingefunden, um dem Duce stürmische Huldigungen darzubringen, der, wie Agenzia Stefani in ihren Berichten betont, „auf seiner Freundschaftsreise zur großen nationalsozialistischen Nation, die den gleichen Willen zur sozialen Ordnung und den gleichen Wunsch nach Frieden und die gleiche Reife zur geistigen und sittlichen Größe wie das Stürmische Huldigungen auf der Fahrt durch Italien. Der Sonderzug erreichte nach über vierstündiger Fahrt um 16.30 Uhr Florenz, wo dem italieni- chen Regierungschef während eines kurzen Aufenthaltes die aus Rom eingetroffenen Depeschen übermittelt wurden. Auf seiner Fahrt bleibt der Duce erner durch Funksprüche laufend mit der italieni- und dem italienischen Vertreter Oberst Bova- Scoppa in London und in Paris mit Genugtuung ausgenommen worden seien. Die englische Regierung, die über alle Einzelheiten dieser Unterredung unterrichtet worden sei, sei bereit, an einer Dreierbesprechung teilzunehmen. Diese soll auf diplomatischem Wege sämtliche im Zusammenhang mit den Ereignissen in Spanien stehenden Fragen, die bereits Gegenstand der Vorbesprechungen in Genf waren, behandeln. 3m vollen Tageslicht. „Giornale d'Ftalia" gegen Mißdeutungen des Mussolini-Besuches Rom. 24. Sept. (DNB.) Der Direktor des halbamtlichen „Giornale d'Jtali a". der bereits mit etwa 50 italienischen Sonderberichterstattern und Pressephotographen in München weilt, wendet sich in seinem ersten aus Deutschland übermittelten Leitartikel gegen d i e Verdächtigungen und Ausstreuungen, mit denen vor allem französische Blätter die Begegnung Mussolini-Hitler entwerten. Gegenüber diesen phantastischen Gerüchten müsse, so erklärt er, sofort Klarheit geschaffen werden „In Rom und Berlin werden weder militärische Bündnisse geschlossen noch die Grundlage für irgendein finsteres Komplott gegen den europäischen Die Schiedsrichter haben im Sinne der kriegsmäßigen Abwicklung die Wirkung des scharfen Schusses zu ersetzen. Gleichzeitig berücksichtigen sie die Gesichtspunkte der Leitung und der höheren Truppenführung aus beiden Parteien. Dazu steht der Führerftab einer aktiven Division, ergänzt durch zahlreiche Kommandierte Offiziere, zur Verfügung. Dieser Stab hat mit Hilfe eines umfang- reichen Fernsprechnetzes alle Maßnahmen und Ge- genmaßnahmen festzuftellen, z. B. auch die Beobach, tungen und den Einsatz der Artillerie, um bann NeJ?$ieb(sri$ter in den entsprechenden Fällen die Maßnahmen mit Knallkörpern ober möq- l'chen Anweisungen barzustellen, gegebenenfalls auch entsprechend Verluste burch Außer-Gefecht- setzung zu markieren. Die Verluste bleiben solange bx'5 di- lausende Gesech,-Handlung burdjgefutjrt ist, damit die Truppenführung krieqs- mahig gezwungen ist, ihre Reserven einzu- setzen. Dazu kommen feste Schiedsrichter bei ben Truppen und die laufende Kontrolle jeder Einzel- Heck, etwa des Schußfeldes, jedes Mafchinenge- lvehrs, die Nachrechnung von angenommenen Frieden gefegt. Italien und Deutschland arbeiten mit ihren Kräften im vollen Tageslicht. Sie bedürfen dazu keinerlei protokollierter Abmachungen. Ihre Sympathien und ihre Abwehrstellung sind bekannt. Ihre Vereinbarungen würden automatisch in Kraft treten, wenn die beiden Länder, in ihren gemeinsamen Gütern bedroht würden. Die Achse Rom—Berlin bildet in dem starken Zusammenschluß ihrer Kräfte eine machtvolle, wenn auch noch nicht überall richtig verstandene Garantie für ben (^rieben unb für b i e Kultur Europas unb hat sich in ihren funktionellen Möglichkeiten gerabe auch in ber bewegten unb gefährlichen Zeit des Bürgerkrieges in Spanien unb ber Unorbnung im Mittelmeer bis in bie Tage von Nyon bewährt." Unter ber Losung „Ganz Italien begleitet ben Duce", schreibt „Lavoro F a s c i st a", ganz Italien fei heute um Mussolini geschart. Ganz Italien werbe in starker Verbunbenheit mit bem Deutsch- lanb Abolf Hitlers in biefen Tagen mit feinen Gebauten um ben Duce weilen, unb bie Welt werbe ben kräftigen Herzschlag eines Blocks von 110 Millionen Menschen verspüren. Dieser Block, geformt von jungen, entschlossenen, ftohen, freien Menschen, bilben eine vortreffliche Grunblage für ben Aufbau Europas. Die beiden Führer dieser Völker hätten klar bewiesen, daß sie ben Krieg nicht fürchten, aber fest entschlossen sind, diesen Ausvau im Frieden und für ben g-rieben durchzuführen. auf ben Marsch zurAusgangsstellung für den Angriff begeben. In ber Tat ist ber Guts- Hos' der gestern noch bie roten Panzer beherbergte, heute morgen fast leer, nur eine Nachrichtenabteilung hat sich hier einquartiert. Die roten unb blauen vüeger können heute morgen etwas länger schlafen, denn solange bie Sonne noch nicht burrhoebrochen ift, ist es mit bem Start, mit Beobachte. und Landen schlecht bestellt. Auf ber Straße nach ei Ä nn E u Wehrmachtsmanövern in Mecklenburg befinbet sich auch SreiTerrn »on ,SiIb bicr im sprach mit Generaloberst Frosch zeigt. Von links: Dr. Schacht, Graf Schwerin von Dr Dhnrinrn? rRm,h.H?rmr-Ul x Dr. O h n e f o r g e (im Dorbergrunb rechts). Hinter Dr. Ohneforge Gauleiter S ch w e d e - Koburg von Pommern. — (Scherl-Bilberbienft-M.) sien wesentlich gefordert, wurde nun genutzt zu einer Weiterführung des Gespräches durch zwei Unterredungen zwischen dem noch in Genf weilenden französischen Außenminister D e l b o s und dem ständigen diplomatischen Vertreter Italiens beim Völkerbund, Booa-Scoppa. Beide sehr ausführliche Unterhaltungen, die durch ein Ferngespräch Booa-Scoppas mit Rom getrennt waren, sollen nach Meldungen britischer Zeitungen aus Genf ben ganzen Fragenkreis ber Beziehungen zwischen Italien unb Frankreich unb bas Verhältnis Italiens zum Völkerbunb berührt haben Die „Times" will wissen, baß von Delbos hauptsächlich Italiens Stellung zu ben Vorgängen in Spanien zur Sprache gekommen sei. Der französische Außenminister habe Bürgschaften bafür verlangt, daß Italien keine Kontrolle ber Balkarischen Inselgruppe übernehme, keine Solbaten mehr auf ben spanischen Kriegsschauplatz entfenbe unb bie bort besinblichen nicht für bauernb in Spanien belasse. Wie weit man in biefen Punkten zu einer Annäherung ber Auffassungen gekommen ist, ist aus ben Pressemelbungen aus Genf noch nicht ersichtlich Der italienische Delegierte im Nichteinmischungsausschuß hat seinerzeit bie Zurückziehung ber in Spanien fämpfenben italienischen Freiwilligen vor Beenbi- gung bes Bürgerkrieges für wenig wahrscheinlich erklärt unb es ist kaum anzunehmen, baß bie verstärkte Unterstützung, bie Moskau ben spanischen Bolschewisten in jeber Form zuteil roerbsn läßt, bie Italiener willfähriger gemacht hat, in biesem Punkt ihre Auffassung zu revibieren. Von italienischer Seite soll natürlich bie Forberung nach gleichberechtigter Teilnahme an ber Mittelmeerkontrolle im Ganzen zur Sprache gekommen fein. Delbos soll auf bie bevorstehenben Beratungen ber Flottensach- oerftänbigen in Paris hingewiesen unb sich als Uebermittler ber italienischen Wünsche an bie neun in Nyon vertretenen Mächte angeboten haben. Mit ben für Enbe bes Monats vorgesehenen Besprechungen zwischen Englanb unb Italien sollen solche zwischen Rom und Paris parallel laufen und Mich die durch das Versagen des Jmperatorentitels für König Viktor Emanuel in dem Beglaubigungsschreiben für den neuernannten französischen Botschafter in Rom vor einigen Monaten entstandene Vakanz in der diplomatischen Vertretung Frankreichs am Quirinal soll möglichst schnell beendet werden. Wenn die Times den Inhalt des Genfer Gespräches richtig roieberaiht, unb baran ist im wesentlichen kaum zu zweifeln, so entsprechen bie darin zutage getretenen Absichten einer Besserung ber italienisch-französischen Beziehungen ebenso sehr dem dringenden Wunsch Deutschlands wie die aus Initiative Chamberlains unternommenen Versuche einer britisch-italienischen Aussöhnung. Unb es ist überaus töricht von ber Times und anderen Blättern in London und Paris, wenn sie, ganz in den ausgefahrenen Gleisen einer immer wieder als unfruchtbar und rückschrittlich erwiesenen Politik des Gegeneinanderausspielens der europäischen Großmächte unb völlig befangen in den Vorstellungen einer kleinlichen Interessenpolitik, an bas französisch-italienische Gespräch in Genf Bemerkungen knüpfen, als oh Mussolini bie Entspannung mit Frankreich für bie „Möglichkeit eines Kubhanbels" in Berlin ins Auge fasse unb biese Entspannung „als Gleichgewicht" brauche. Es ist erfreulich, wenn man biefen auf völliger Verkennung unb weitgehender Unterschätzung der großzügigen Planung der faschistischen Außenpolitik beruhenden Unterstellungen ein Blatt, wie den Pariser „Temps" entgegenhalten kann, der der tatsächlichen Entwicklung erheblich näherkommt, wenn er feststellt, daß man sicher in allen Hauvtstäb^n den Fortschritt begrüßen werde, der auf dem Wege einer italie- nisch-sranzösisch-enalischen Einigung gemacht worden sei Da die italienische Regierung zweimal in ihren Verlautbarungen darauf hingewiesen habe, daß Berlsn ständig über die Verhandlungen unterrichtet worden fei, könne man annehmen, daß Rom seine augenblickliche Haltung auch in voller Uebereinftimmung mit Berlin einnehme Am Vorabend des Berliner Besuchs Mussolinis sei diese Tatsache nicht gleich- < gültig. Mit dieser Feststellung unterscheidet sich der „Temps" nicht nur vorteilhaft von den medisanten Betrachtungen der meisten anderen Blätter in , Baris und London, sondern er wird auch der tatsächlichen Grundlage der Achse Berlin—Rom als Ausdruck politischer Zusammenarbeit gerecht, die Mussolini erst kürzlich so formuliert hat, daß Rom nicht ohne Berlin und Berlin nicht ohne Rom zu haben sei. Wir sagten schon, daß dieser Zusammenhalt eine wesentliche Voraussetzung der jüngsten Erfolge der faschistischen Außenpolitik in der Mittelmeerfrage gewesen ist. „Eine wahrhaft europäische Politik, gerichtet auf die Aufrechterhaltung des Friedens, kann man nicht ohne Deutschland und schlimmer noch aegen Deutschland machen." Das ist ein anderes Wort Mussolinis, das bereits gefallen ist, als es ihm darum ging, die Westmächte zu einer Zusammenarbeit mit Deutschland zu bringen, für die ber Viererpakt vom 15. Juli 1933 Ausgangspunkt werben sollte. Unb so wenig er bamals auf eine Mitwirkung Deutschlanbs verzichten wollte, so wenig soll heute bie Achse Berlin —Rom eine Scheibewanb sein, die die Mitte Europas von den beiden großen Mächten des Westens trennt. Die Achse Berlin—Rom soll, das haben ihre Begründer, der Führer und Mussolini, immer wieder erklärt, keinen ausschließlichen Charakter haben, sondern ein Kristallisationspunkt sein. Mussolini hat Europa eindringlich gewarnt, daß eine „schreckliche Alternative vor dem Gewissen aller europäischen Völker steht: entweder sie finden ein Minimum politischer Einheit, wirtschaftlicher Zu- fammenarbeit und moralischen Verständnisses oder das Schicksal Europas ist besiegelt". Das sind fast die gleichen Morte, mit denen der Führer wieder und wieder und zuletzt auf dem Nürnberger Reichs- Parteitag an das Solidaritätsgefühl der europäischen Kulturnationen appelliert und zur Zusammenarbeit aufgefordert hat. Und die Voraussetzungen einer solchen Zusammenarbeit, für die die Achse Berlin- Rom Anfang und Vorbild bedeutet, wie der Staatsbesuch Mussolinis in Berlin erneut demonstrieren wird, hat der Reichsaußenminister Freiherr v v n N e u r a t h , der als Botschafter in Rom Zeuge der faschistischen Erhebung des modernen Italiens gewesen ist, in einem Begrüßungswort noch einmal skizziert, das er in der Leipziger Illustrierten Zeitung bem Duce zu seinem Besuch in Berlin qeroibmet hat. Er schreibt darin: „Ich be- grüße die Ankunft eines Mannes, mit dem die deutsche Politik sich in ber Erkenntnis einig weiß, daß ein gesunbes und gesichertes Gemeinschafts, leben nicht mit abstrakten und willkürlich ausleg- baren Formeln, sondern nur auf dem natür- l'chen Fundament der Realitäten und der freimütigen Anerkennung ber berechtigten In- i tereffen unb Bedürfnisse aller Kulturstaaten ver- l on Rom angetreten. Unter ben Klängen ber Gio- vinezza schritt Mussolini unter Begleitung von Außenminister Graf C i a n o , Parteisekretär Mi- nister S t a r a c e unb Minister für Volksbildung, 211 f i e r i, bie Ehrenformationen ber Wehrmacht unb ber Partei ab, um sich bann unmittelbar vor Abfahrt bes Zuges herzlich von bem beutschen Ge° chaftsträger, Baron von Plesfen, zu verab- chieben. Zur Begrüßung Mussolinis waren außer- bem erschienen ber stellvertretenbe ßnnbesgruppen= foiior ber österreichische Gesanbte e n e g g , ber ungarische Ge- anbte Baron v Di11ani unb ber nationalspanische Botschafter Carcia Conbe. Der aus acht Wagen bestehenbe Sonberzug setzte sich bann langsam in Bewegung, währenb Die stürmischen Zurufe: „Duce! Duce! Duce!" unb bas Hänbeklatschen ' enben wollten. Hauptfchriftletter: Dr Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauptschriftletters: Ernst Blum schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder Dr Fr W Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Biumschein Anzeigen- leiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel D A. VIII. 37: 9090 Druck und Verlag: Bruhlsche Unioersitätsdruckerei R Lange. K.-G-, sämtlich in Gießen Monatsdezugs- preis RM 2,05 einschließlick 25 Pf. Zustellgebühr mit der Illustrierten 15 Pf mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf. mit der Illustrierten 5 Pf mehr Zur Zett ist Preisliste Nr. 3 vom L Juni 1935 gültig. Sprengungen und Sperren durch die Pionier- Schiedsrichter, die auch über die Zeitdauer der Aufräumung entscheiden. Offiziere der Luftwaffe treffen entsprechende Regelungen über Wirkung der Flieger und der Abwehr. Es ist insgesamt die außerordentlich verantwortungsvolle Aufgabe des Schiedsrichter-Stabes, zu verhüten, daß die Wehrmacht mit falschen Anschauungen über die Waffenwirkung in einen etwaigen Krieg geht. • Im Gutsjägerhof ist der Stab des 1. Panzerregiments einquartiert, und hier berichtet uns der Kommandeur, Oberstleutnant Schmelzer, Näheres über den großen Angriff der 1. Panzerbrigade, an dem Erfurter und Eisenacher Panzerschützen hervorragend beteiligt waren. Die Brigade war in einem Nachtmarsch von Neustrelitz in den Wäldern östlich von Kargow zusammengezogen und dem blauen III. AK. unterstellt worden. Während es im allgemeinen bei den Panzerkampfwagen üblich ist, kurz nach Tages- anbruch anzugreifen, dann die feindlichen Stel- hingen zu durchbrechen und der vorgehenden Infanterie für ihre weiteren Angriffe den notwendigen Elan zu geben, erforderte es diesmal die Gefechtslage, kurz vor dem Abenddämmern einen Angriff zu unternehmen, um der 23. Infanterie- Division weiter zu helfen. Glücklicherweise hatte der rote Gegner die Stellung der Panzer nicht erkunden können; so blieb im gewissen Sinne das Ueber- raschungsmoment gewahrt. Eine halbe Stunde nach dem Angriffsbefehl setzten sich Hunderte von Panzerkampfwagen in Bewegung. Was sich in den Weg stellte, wurde niedergewalzt, das war nicht gerade freundlich, aber wirkungsvoll. In 2% Kilometer Breite wurde der Angriff vorgetragen, denn es ist bei den Panzern üblich, nicht unter Brigadestärke, überraschend, geschlossen und in Massen anzugreifen. „Solch ein Panzerangriff während der Abenddämmerung ist keine Kleinigkeit Bei feindlicher Gegenwirkung müssen die Luken des Wagens geschlossen werden, und die schmalen Schlitze lassen nur wenig Licht in die Enge des schaukelnden Ungeheuers, das besonders beweglich wird, wenn es über hügelige Kartoffelfelder geht Dabei ist fest- zustellen, daß man seekrank nicht nur auf der See, sondern auch auf dem Lande im Panzerkampfwagen werden kann. Wer selbst einmal in einem Panzer gesessen hat, und durcheinander gerüttelt wurde, der weiß, daß es Schöneres auf der Welt gibt, besonders wenn noch das Maschinengewehr bedient werden muß. Dabei darf man auch den Humor nicht verlieren, und Oberstleutnant Schmel- zer berichtet in launiger Weise von der neuen Sprache, die aus Verständigungsnotwendigkeiten eingefuhrt werden mußte. Weil bei dem Rattern und dem Lärm die menschenübliche Sprache nicht durchdringt, muh man sich durch ein System freund- ncher Fußtritte helfen, von denen jeder seine be- fondere Bedeutung hat. Die Eigenart des Panzer- wagens zwingt zu kurzen Befehlen von der Art der Sattelentschlüsse der Kavallerie. So darf wohl mit erklärt werden, daß im Zuge des Heeresauf- baus die Kavallerie den Kern der neuen Panzerwaffe abgegebn hat Und wie bei der Kavallerie der Oberst plötzlich an der Spitze sein Regiment zur Attacke führt, so führt auch der Kommandeur das Panzerregiment mit seinem Panzerwagen an der Spitze zum wuchtigen Angriff. Den Angriffsbefehl hat er funkentelegraphisch von der Brigade erhalten, und er gibt auf diesem Wege auch seine Kommandos an die Abteilungen, Kompanien und Züge. Im Panzerwagen des Regimentskommandos ist es womöglich noch enger als in den übrigen Wagen, denn außer dem Kommandeur müssen auch der Funker, der zudem entgegen der Fahrtrichtung sitzt, und der Fahrer in dieser drangvollen Enge Platz finden. Hier kämpft man nicht nur mit dem Feind, sondern um sein eigenes Leben. Trotz aller Hindernisse war bis zum Einbruch der Nacht das befohlene Ziel im allgemeinen erreicht, und nicht zuletzt durch den erfolgreichen Panzerangriff war Blau ein tüchtiges Stück oorangekommen. Je mehr das Wehrmachtsmanöver sich feinem Höhepunkt und feinem Ende nähert, desto größeren Umfang nehmen die Kampfhandlungen an, um auf jeöen Fall die Entscheidung zu erzwingen. Die erste blaue Armee, die das III. AK., mehrere Divisionen einschließlich der ersten Panzerbrigade umfaßt, ist seit ihrem erfolgreichen Angriff südlich des Malchiner Sees inallgemeinnord- westlicher Richtung im Vorgehen. Bei diesen Kämpfen größten Stils leisten die roten T r u p p en einstweilen tapferen hinhaltenden Widerstand, der für die blauen Truppen verlustreiche Verzögerungen zur Folge hat. Wiederum ist es tue Infanterie, bie bie Hauptlast bes Kampfes traaen muß. Seit Tagen stehen auf beiben Seiten Jnfanterieregimenter ununterbrochen im Kampfe unb beweisen bamit bie Ausbauer und Härte, die zum echten Soldaten gehören 5. Tag der Manöver. Rostock, 25. Sept. (DNB. Funkspruch.) Am fünften Tage ber Wehrmachtsmanöver setzten sich, veranlaßt burch bie Mißerfolge bes linken Flügels eines angenommenen roten Nachbarkorps in ber Gegenb sübostwärts Oolbberg und auf Gründ einer Weisung des Armeeoberkommandos die unter dem Befehl bes Generals ber Kavallerie Knochenhauer stehenben Truppen bes roten 5. Armeekorps in ber Nacht zum 24. auf der ganzen Front vom Gegner ab unb würben in eine weiter rückwärts gelegene Linie zurückgeführt. Jnfolgebessen stieß bie blaue 1. Arme e bei ber Fortsetzung ihres Angriffes in ben Morgenstunben im allgemeinen nur auf schwächere Feinbkräfte, bie, befehlsgemäß hinhal- tenben Wiberstanb leiftenb, einem ernsten Kampf Die Pfeile zeigen die ungefähre Angriffsrichtung der „blauen" Armee unter General ber Infanterie von Rundstedt. — (Scherl-Bilberbienst-M.) MARLOW dOLZE TESSIN GNOIEN 6RUDERSDORF Dargun DEMMIN TETEROW, GIELOW .TAVENHAGEN' HOHEN WANGEUN WAREN 'WARSOWVa 1 A /M auswichen. Die 1. unb bie 12. blaue Division erreichten in gut vorwärts schreitenbem Angriff gegen rote Nachtruppen bis zum Abenb bie allgemeine Linie o ft ro ä r t s Wasbow unb ostwärts Gnoien — Alt - Kalen. Gegen bie blauen Artilleriestellungen in Gegenb Dargun burchgeführte 'Sturzkampfangriffe konnten der bebrängten roten t22. Infanterie-Division keine wesentliche Entlastung Ibringen. .Die 32. Division, bie am 23. September nach Wegnahme von Malchin gegen bie Norbflanke bes ibie Linie Gielow—Waren haltenben Gegners an- zgesetzt worben war, würbe nach Fortsetzung ihres «rfolgreichen Vorstoßes bis in ben Raum süb- Dstwärts des Malchiner Sees angehalten lunb über Basedow — Malchin vorgeführt. Schwächere Teile ber Division würben in 2er Geaenb ostwärts Bülow von Pionieren ^iber ben Malchiner See übergesetzt. Weiter süblich gelang es ben Truppen bes blauen L™ Armeekorps in energischem Dorwärtsbrängen na) d le S ee - E n ge n zwischen bcm Malchiner ±>ee unb Jabel z u öffnen unb nach Narben ein- Hrehenb dis zum Abenb bie allgemeine Linie Burg-Schlitz-Rothspalk norbostwarts Kra- joroer (See zu erreichen. Eine am 23. September non Nordosten über ben Trebel-Recknitz-Abschnitt 1 orgestoßene blaue motorisierte Aufklärungsabteilung würbe nörblich Laage vom berlegenen roten Gegner zum Kampf gestellt unb °ch Zäher Gegenwehr aufgerieben. Dagegen -««lang es schwächeren roten Kräften, bei Dam- garten die Recknitz zu überschreiten unb Aufklärung in allgemeiner Richtung Franzburg vorzutragen. Bei ber Kriegsmarine gelang es trotz umfang- reicher roter Luftaufklärung unb mehrerer Angriffe feinblicher U-Boote Blau, einen weiteren aus Stettin ausgelaufenen Geleitzug (ebenfalls Handelsdampfer) ohne wesentliche Verluste burch das gefährliche Seegebiet hindurch zu bringen. Die im Kieler Hafen liegenben vier schweren Einheiten unb Zerstörer ber roten Flotte sowie bie bortigen Hafenanlagen würben von blauen Sturzkampfver- bänben angegriffen. Neuer Führer des SS.-Abschnities XXX. N6G. Auf Befehl des Reichssuhrers 66. ist an bie 6pche des 66-Abfchnittes XXX (Kaffel) der bie etanöarten 2 «Frankfurt). 35 (Kastel) und 8 3 (Gießen) umfaßt, an Stelle bes SS.-Oberführers Äurt Lubwig SS.-Standartenführer Curt B r a - sack getreten. SS.-Oberführer Ludwig wird bie Führung ber neuen SS. -Führerschule in Da chau übernehmen. Der neue Führer bes SS.- Abschnitts XXX, ber im 46. Lebensjahr steht, ist aus Mittelbeutschlanb gebürtig. Er beteiligte sich "ach dem Kriege, ben er von Anfang bis Enbe, zuletzt als Abjutant unb Batterieführer, mitmachte, an ber Nieberwerfung ber bolschewistischen Auf- ftanbe um Magbeburg unb kam über ben Stahlhelm 1930 zur Bewegung. Seit 1931 hat er seine Einsatzbereitschaft in Führerstellen ber Schutzstaffel in Altona, Magbeburg unb Wittenberg tatkräftig bewiesen. Seit Januar 1937 war SS.-Stan- bartenführer Brasack mit ber Führung bes SS.-Ab- schnitts XI in Koblenz beauftragt. Deutsche Bergsteiger bezwingen den Demawend. Einer kleinen Gruppe deutscher unb österreichischer Bergsteiger, unter benen sich der deutsche Gesandte in Teheran, Dr. Smend, befand, ist bie Besteigung bes Demawenb, bes höchsten unb schwierigsten Berges bes imanischen Hochplateaus gelungen. Zur Bezwingung bes 5700 Meter hohen Berges würben brei Tage benötigt. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Großwetterlage zeigt zur Zeit einen sich über das europäische Festland westostwärts erstreckenben Hochbruckrücken unb äußerst lebhafte Wirbeltätigkeit über Norbeuropa. Im Bereich bes ersteren hat sich jetzt auch bei uns freunbliches Herbstwetter burchgesetzt, bas bei starker nächtlicher Abkühlung zu Frühnebel neigt. Währenb bie norbbeutschen Gebiete vorübergehenb Witterungsverschlechterung erwarten können, wirb unser Gebiet vorerst keine stärkere ober nachhaltige Störung bes Schönwettercharakters erfahren. Aussichten für Sonntag: Abgesehen von Nebelbilbung trocken unb im wesentlichen freunbliches Herbstwetter. Nachts recht frisch; veränber- liche Winbe. Lufttemperaturen am 24. September: mittags 18,3 Grab Celsius, abenbs 6,8 Grab; am 25. September: morgens 5,1 Grab. Maximum 19,1 Grab, Minimum heute nacht 3,4 Grab. — Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. September: abenbs 11,5 Grab; am 25. September: morgens 9,1 Grab. — Sonnenscheinbauer 9,6 Sunben. e.T<5.5|. /tv MD D HM Ewbi? M ’i'-.-A 'V-'l S Mp t .Jl S',H % .‘.9 uneS dex- Saßak in Sen fatwi&eigenen manipufaHom fägexn von neuem soxJiewl unS jiwew/en ‘SeemenkvUon H F.1PH.F REEMTSMA * CIGARETTENFABRIKEN 4 ALTONA-BAHRENFELD 4$ Die Cigaretten sto methoden. die zuy Diese Cigaretten werden fn den Fawika' betriebes in Altona-Bahrenfeld nac^j- Der ungewöhnlich zarte und reine Cha? Fabrikations- ptiellyg auf 6 06 Slk -kü ERNTEN 33 BIS 35'4 MUSTERCIGARETTEN 4 MISCHUNGSNUMMER R6 o/M isawagen unseres technischen Muster Vp völlig neuen Methoden hergestellt, ter dieser Mischung beruht darauf, daö sämtliche Tabake zweimaf^rff^pia^a Qe Igt -Äte wird ausschließlich ohne Mundstück hergestellt. Dreri^ Jz^^rerrtb^aus folgenden Distrikten; r JkWirgi-tiWemRh. SSWUUn. 9 $ O Ruhe! von Mk.46.-an •es 2-Zim.-Wohng Leeres Zimmer GiehenerAnzeig. Stadttheater A27OC/37] Scheinwerfer- lamv., fast neu zu Derrn. [04718 Näh.i.d.Geschst. des Gieß. Anz. 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September 1957 V1 * ■ ■ IMMi ;;,Wp ■ ■ ■ H. WWW £ ein Bellini, die wenigen Möbel alle mit diskret an» flßüwtcfjten Schildchen versehen. „Römische Arbeit, 15. Jahrhundert — Venetianische Arbeit, 14 Jahrhundert." Ich hatte Muße, mich umzusehen, denn $UCe ^tte sich entschuldigen lassen: eine plötz- notwendige Besprechung zwang zu einer Ver» Schiebung der Stunde meines Gehörs In der Tat |ah ich einige Zeit später erst den damaligen Sekre» tar der Partei, Turäti oorbeikommen, und kurz darauf Balbo, der den mächtigen Kopf ein wenig gesenkt hatte wie ein Stier, der zum Stoße ansetzt. Dann aber wurde es ernst Em reizender alter Beamter tauchte lautlos auf, bat mich, ihm zu folgen. Wir durchschritten zwei, drei kleinere Säle, dann machte er vor einer mächtigen Eichentüre Halt, öffnete sie ebenfalls mit vollendeter Lautlosigkeit und ließ mich eintreten. Ich machte zwei Schritte und blieb stehen, indes die Türe sich hinter mir lautlos wieder schloß. Ich befand mich in einem etwa dreißig bis vierzig Schritte langen Saal, ganz mit Marmor verkleidet, in dem nur zwei Einrichtungsgegenstände erkennbar waren: ein riesiger, mittelalterlicher Globus und ein kaum weniger großer, moderner, mit Akten und Papieren bedeckter Schreibtisch, hinter dem ein mittelgroßer, kräftiger Mann stand: Mussolini. Der erste Eindruck, den man von einem Menschen hat, ist, heißt es, entscheidend. Run, der meine vom Mein Besuch bei Mussolini. Von Mirko Ielusich. Angesichts der angekündigten Deutschland- reise des Duce wird diese Erinnerung des durch eine Reihe bedeutender historischer Romane wie „Caesar", „Cromwell" und „Der Löwe" bekannt gewordenen Dichters Mirko Jelusich an seinen Besuch in Rom das Interesse unserer Leser finden Das war im Frühling 1930. Mein vor kurzem erschienener „C a e s a r" hatte in Italien einiges Aufsehen erregt, und schließlich legte man mir von hoher Stelle nahe, nach Rom zu fahren und mich beim Duce, der an dem Werke besonderen Anteil nehme, zum Gehör zu melden. Italien ist uns Oesterreichern nichts fremdes. Namentlich Venedig, das während fünfzig Jahren seiner wechsel- vollen Geschichte ja österreichisch war, ist eine beliebte Wiener Sommerfrische: doch in Rom, das ich zum erstenmal aufsuchte, befgnd ich mich mit meinen geringen Sprachkenntnissen wahrhaft in der Fremde. Aber ich schlug mich nach dem Rezept Turnerstick aus dem „blau-roten Methusalem" mit italianisiertem Französisch schlecht und recht durch, und als ich erst an „Dopolavoro“ ersehen hatte, daß „nach" nicht, wie ich gemeint hatte, „apreso‘‘ heißt und „Arbeit" nicht ,.travaglio<‘ wußte ich mich gerettet Mit aufrichtiger Freude denke ich setzt noch an den Empfang, den ich in Italien fand und der dem eines kulturellen Gesandten entsprach, an die Besuche bei Berufsgenossen wie bei dem schwer kriegsbeschädigten, seither leider schon verstorbenen Fausto Maria Martini, mit dem mich bald eine auf der gegenseitigen Achtung von Frontsoldaten beruhende Freundschaft verband, beim Admiral M i - lanesi, dem Verfasser hochwertiger Spannungsromane, an das urgemütliche, gar nicht feierliche Bankett, das mir die „Societä degli autori“ in Roms behaglichstem Kellerlokal, der „Biblioteca“ (Romfahrer, vormerken!) gab, an all die herzliche Freundschaft, die mir entgegengebracht wurde. Eines Abends fand ich, in mein Hotel zurückgekehrt, ein Schreiben von der Kanzlei des Ministerpräsidiums vor, Seine Exzellenz, „il Capo del go- verno‘‘ werde sich freuen, mich am folgenden Tage um 17 Uhr 45 im Palazzo Venezia zu begrüßen. So brachte mich etwa zwanzig Stunden später ein funkelnagelneuer Lancia, den der sich sehr geehrt fühlende Leiter meines Hotels beigestellt hatte, zum Prachtbau auf der Piazza Venezia, in dem der Duce mit Vorliebe empfängt. Vor dem Tor ein Doppelposten der faschistischen Miliz, die Gewehre mit auf» gepflanztem Bajonett im Arm, voll statuenhafter Ruhe, aber plötzlich mit südländischer Behendigkeit die Waffen kreuzend, als der Wagen Miene machte, einzufahren, und erst nach Einblick in den Brief, den ich als „passaporto“ mitgenommen hatte, zu früherer Reglosigkeit erstarrend. In der Einfahrt eine zweite Kontrolle — durch einen Portier von so mächtigen Körpermaßen, daß er bei den „langen Kerls" in Potsdam hatte einen Flügelmann abgeben können, den längsten Mann, den ich je in Italien gesehen habe (der größte stand mir erst bevor). Er brachte mich zu einem Fahrstuhl, und dieser führte mich zwei Treppen hoch zu einem Gang, wo zwei Diener mich erwarteten und mich — „S’accommodi, Signore“ — zur Kleiderablage führten. Es war — eine Rü st kämme r. Uebernll an den Wänden Harnische, Helme, Schwerter. Hellebarden. Mein Hut und Mantel nahmen sich unter dem funkelnden Gemässen recht sonderbar aus: aber solche Gegensätze werden von der Sinnesart des modernen Italieners in Kauf genommen um des bewußten Anknüpfens willen an eine glorreiche Vergangenheit: sind doch sogar auf der Via del Impero die altrömischen Kaiserstatuen wieder aufgestellt mit der Widmung des „Senatus populusque Romanus“ die sie einst trugen, nur ergänzt durch den absichtsvoll dürren Vermerk: „Erneuert im soundsovielten Jahr der faschistischen Aera". Von dieser heroischen Kleiderablage ging es i n den Warteraum, den schönsten, edelsten, den mau sich denken kann, an den mit tiefrotem, gepreßtem Samt, bespannten Wänden sparsam Gemälde venetianischer Meister, ein Tizian, ein Giorgione, Schöpfer des modernen Italien war der eines fröhlichen Riesen, der sich seiner gewaltigen Leistung bewußt ist und eine herzliche, naive Freude darüber empfindet. Erst viel später wurde mir d i e staatsmännische Ueberlegenheit klar, die den Besucher erst zu verblüffen, bann mit erlesenstem Prunk zu betäuben, schließlich durch den langen Weg, den er unter den Augen des Duce zurückzu- legen hat, einzuschüchtern trachtet, — um ihn am Ende des Weges das herzliche, freimütige Lächeln des Hausherrn doppelt befreiend empfinden zu lassen. Mein Gruß, auf faschistische Art ausgeführt, bereitete Mussolini sichtlich Freude, er erwiderte ihn lebhaft und winkte mir mit gerundeter Gebärde, näherzutreten. Ich gehorchte, die erwähnte gefahrvolle Ueberquerung des Saales ohne sonderliche Anstrengung vollbringend, trat knapp an den Schreibtisch und wartete der Anrede des Duce. Er begann — italienisch. Ader welch ein Italienisch! Deutlich, kristallklar, jedem Laut zu seinem Recht verhelfend: der geübte, erfahrene Massen- rebner machte sich geltenb. Es war bas Jbeal ber italienischen Sprache, wie es ben Italienern selbst vorschwebt: La lingua Toscana in bocca Romana (Toskanisch in römischem Munbe). Zwar ist Mussolini Romagnese, aber burch seinen Marsch auf Rom hat er sich bort mehr Heimatrechte erworben, als nur irgendein „Romano di Roma“ mit feiner vorgeschriebenen sechsfachen Geschlechterfolge römischen Stäbtertums nachzuweisen vermag. Zunächst sagte er mir ein paar freunbliche Worte über mein Buch. Er fjabe es zwar noch nicht gelesen, aber viel Schönes barüber gehört unb werbe sein Versäumnis balb nachholen. (Daß bies keine bloße Höflichkeitsfloskel war, erfuhr ich Jahre später von einem beutschen Gelehrten, zu bem er über ben Cäsar sprach mit ber Bemerkung: „L’ho letto: in tedesco“.) Was mich benn veranlaßt habe, gerabe bieten Stoff zu wählen. Nun war bie Reihe an mir, zu antworten. Ich legte los. — unb sprach zu meiner eigenen Ver« munberung so fließenb, so mühelos, als wäre mir bie Sprache feit Jahren vertraut: baß ich schon als Kinb bie Größe Roms berounbert, baß biefe Größe sich bem Halbwüchsigen in ber Gestalt Cäsars vereinigt, baß ben Erwachsenen ber Plan xu biefem Werke schon lange beschäftigt habe, unb baß seine, bes Duce entschlossene Tat nicht ber letzte Anlaß gewesen sei, bie Arbeit in Angriff zu nehmen. Mussolini, langsam hinter bem Schreibtisch oor- fommenb, hörte aufmerksam zu, warf hie unb ba einige Worte bazwischen, bie bewiesen, wie sehr er sich mit ber Gestalt Cäsars beschäftigt hatte, unb nahm meinen letzten Hinweis freunblich entgegen. Dann erkundigte er sich, ob ich schon viel von Rom gesehen und wie es mir gefallen habe. Da nahm ich meinen Mut — die leichte Befangenheit war bei feinen ersten Worten verschwunden — zusammen und sagte: „Exzellenz, ich will aufrichtig sein: ich kenne drei Rom; das erste verehre, das zweite bewundere ich, zum dritten habe ich keine Beziehung." Und auf die einigermaßen verwunderte Aufforderung des Duce, meine Worte näher zu erklären: „Ich verehre das antike Rom; ich bewundere das moderne Rom; das Rom des Mittelalters aber läßt mich gleichgültig." Meine Antwort löste herzliches Lachen aus: ohne es zu wissen, hatte ich Mussolinis Neigun- aen getroffen. Dies brach vollends den Bann eines feierlichen Gehörs, und im Nu waren wir, Seite an Seite im Saale auf- und abschreitend, in einer lebhaften Aussprache über die damals eben in vollem Gange befindlichen Ausgrabungen begriffen. Der Duce hielt mir einen bemerkenswerten Stegreifvortrag über schon Erreichtes unb noch Geplantes, bewies auch hier seine verblüssenbe Kenntnis von Einzelheiten, ließ aber nie bie Hauptsache aus den Augen unb zeichnete mir mit starken Zügen ein Bild des Rom, wie es ihm vorschwebte, einer modernen, gesunden, großzügigen Stadt, die aber durchaus auf den Grundlagen ihrer geschichtlichen Größe ruhte. Er sprach so fesselnd, daß ich gar nicht merkte, wie die Zeit verging, und fast erschrak, als ich an seinem plötzlichen Verstummen das nahende Ende des Gehörs erkannte. „Es ist gut", sagte mir, der Türe zuschreitend, der Duce deutsch, ,chaß Sie aekommen sind. — Haben Sie noch einen Wunsch?^ setzte er italienisch hinzu. Da nahm ich meinen Mut ein zweitesmal zusammen. Ich gehörte damals dem Schriftleiterstabe der einzigen nationalen Zeitung Wiens an. Welche Sensation, wenn ich meinem armen, ständig mit Schwierigkeiten kämpfenden Blatte einen Beitrag Mussolinis zukommen lassen konnte! „Ja, Exzellenz", antwortete ich. „Ich bin nicht nur Schriftsteller, sondern auch Schriftleiter. Bitte, geben Sie mir für mein Blatt eine Botschaft an Oesterreich mit." Abeymals lachte Mussolini, bem wohl diese journalistische Wendigkeit Spaß machte, herzlich. Dann sagte er ernst: „Gut, diese Botschaft sollen Sie haben. Sagen Sie Oesterreich, daß es nie zu bereuen haben wird, mein Freund geworden zu sein. Ich halte es mit Sokrates: Ich bin ein ebenso treuer Freund wie ein treuer Feind." Damit legte er die Hand auf die Klinke der Türe und öffnete diese. Nochmals wechselten wir den Faschistengruß, bann trat ich hinaus: das Gehör war zu Ende. Wenige Minuten später in meinem Hotelauto aus dem Tore des Palazzo Venezzia rollend, blickte ich auf die Uhr: ich war, die Wartezeit abgerechnet, nahezu fünf Viertelstunden beim Duce gewesen. PROSPEKT 61 DURCH BALATUM-WERKE • NEUSS Oer Bäcker Von Nikolaus Schwarzkopf. Mein Onkel war Bäcker. Das Backhaus stand nahe iber Kirche, sicher hatte bafelbft ehebem ber Ge- meinbebacfofen geftanben. Der Backofen heizte genau wie ber Brennofen ber Häfner sommers unb winters j ibas ganze Haus unb machte jeberzeit behaglich rwarm lieber ihm lag bie Schlafstube, links an seiner plante bie Backstube, hinter ihm bie Wohnstube, bie gleichzeitig Verkaufslaben war, unb rechts an feiner Alante, burch eine befonbere Mauer getrennt ber Kuhstall. Der Ofen würbe mit Wellen geheizt, bas finb bie Slefte unb Zweige bes Kiefernholzes, beffen Stämme fcen Häfnern gehörten für ihre größeren Brennöfen. Dft hab' ich bie Wellen herbeigeschleppt bie ber Onkel fcann. ohne sie aufzubinben, in bie Flammen ein- Rd)ob. Wie in einer kleinen Hölle sah es bann aus: Flamme laberte auf Flamme, Flamme sprang über Flamme, Flamme fraß Flamme in sich ein unb nahm fie mit zum niebrigen Schornstein hinaus, Flammen Listen an ber flachgewölbten Decke bes Ofens umher. Züngelten in bie ausgebrannten Mauerritzen zwischen Öen schmalen Backsteinen unb liefen wie gebänbigt □us bem Kamin. War genug bes Holzes abgebrannt, Öann würbe bie eiserne Schiebetür geschlossen, unb öie Glut verweilte. Mit einem riesigen Eisengriff gog ber Onkel auch bie Kappe zu, bie ben Karnin versiegelte. Rach einer Viertelstunde riß er die Schiebetür auf, stieß mit einem eisernen Haken in die Glut, die üuiammengebrannt war — ich dachte an die Holle unö an die Verdammten — und holte sie heraus §r ließ sie vor seinen Schuhen niederfallen, und ich Liußte eimerweise das Wasser draufschütten. Dann, wenn die Glut verloscht war, nahm der Onkel eine jange (Stange, an der ein nasser Lumpen hing, und chleuderte den Lumpen drinnen hin und her, daß He Köhlchen auf und davonstoben und herausflogen, l.aß die Ritzen sauber wurden und die breiten Stein» Kiefen wie gebürstet. Und erst jetzt wurden die Brote umgeschosten, diese runden, weichen Laibe, die an ter Lust getrocknet, von einer festen Haut umgeben waren Liebreich faßte der Bäcker sie in Hand unb J nterarm, einen {eben einzeln auf ben Schieber zu l'tzen unb brinnen in Reih unb Glieb nebeneinanber i~i Zeilen. Vorn bran, also unmittelbar hinter die Tür, setzte er bie weißen Brötchen, immer zehn auf einen Schieber. Ein Erdöllicht, das seitlich in die Mauer eingeschoben wurde, beleuchtete den Backofen spärlich. Eine kleine Klappe in der Schiebetür ließ jederzeit überschauen, daß brinnen kein Unheil geschah. Da konnte man beobachten, wie bie Brote sich bräunten, wie ein liebliches Wellenspiel saßen sie ba in ber Glut, von vorn angestrahlt, von hinten beschattet. Solange bie Brote im Ofen waren, lief mein Onkel aufgeregt in Stall, Scheune unb Haus umher, barfuß zumeist, ohne Hemb, unb bie mehligen Hosen wollten jeberzeit aus bem grünen, mehligen Gürtel rutschen Ich habe heute bie gleiche Unruhe in mir, wenn ich etwas Wichtiges schreibe; auch mich ärgert bie Mücke an ber Wanb. Aber bann, wenn er ben Ofen aufbrechen konnte, wenn bas Gebackfel braun unb hochgewölbt in ben gelben Strahlen ber Lampe faß, ba rieb ber Bäcker bie Hänbe, hob mich in bie Hohe, baß ich hineinsehe in bie Hitze, unb bann sagte er: Wem gehört bas erste Brötchen? Meinem kleinen Freunb! Ich hatte immer ein wenig Angst vor ber unbeschreiblichen Hitze, weil bie Bäcker kleinen Buben gern brohen wie bie Hexe bei Hänsel unb Gretel, wie bie Häfner es auch tun: Ich steck bich ba hinein! Erst kamen bie gelben Brätchen heraus, unb ich stanb mit einem Pinsel bereit unb überstrich sie, ba sie noch auf bem Schieber saßen, mit Zuckerwasser. Daburch bekamen sie einen frischen Glanz. Der Onkel ließ sie sobann in ben weißen Korb purzeln unb holte neue herbei. Ei, wie bas buftete! Der Weizen birgt neben bem Wein bie besten Düfte ber Welt. Aber auch Kornbrote buften, unb ich möchte auch sagen: bas Korn birgt neben bem Wein bie besten Düfte ber Welt. Ich fyabe biefe Gerüche jeberzeit, wenn ich will, in ber Nase, unb wenn ich in ber Stabt an einer Bäckerei vorübergehe, bann bleibe ich ein Weilchen stehen Dreimal wöchentlich buk mein Onkel montags, bonnerstags, samstags. Währenb ber übrigen Tage zog er mit ben Kühen im Felb umher, pflügte, eggte, säte unb erntete. Er erntete bei weitem nicht fo Diel, als er zu verbacken hatte. Die größeren Bauern brachten ihr eigenes Mehl, unb sie stellten sich an bie Backmulbe, baß ja nicht ein Stäubchen davon verloren ging ober in einem anberen Sack oerschwanb Am dritten jedes Monats kam aus Frankfurt der Mehlmann. Er schleppte die schweren Säcke die Treppe hinauf in den Hausgang und stellte sie da an der Wand entlang neben die Falltür, die in den Keller führte. War die Wand voll bestellt, bann mußte ber Mehlmann bie Maltersäcke auf ben Speicher tragen. Das machte bem starken Mann gar nichts aus. Seine bicken Gäule stauben unterdessen vor ber Haustür unb fraßen Heu. Sie hatten feiste Backen, ganz kurze Schwänze unb unheimlich lange Mähnen. Schüttelten sie bie Mähnen, bann wirbelte Mehlstaub heraus. Trotz ber Staubschicht glänzte bas Leberzeug, unb bie eingeschlausten Messingplättchen blitzten Auf ber ersten Stufe ber Kellertreppe stauben bas Hesesäßcheu, bas rounberbar buftete, unb ber Sauerteig. Ohne biefen weißlichen, zähen Saft wäre fein Brot luck geworden. Die Bauern, die zuhaus „ein- mehrteu" und den Teig zuhaus „machten", holten in Kaffeetassen für drei Pfennige von diesem Saft. Große Tage waren für den Onkel Weihnachten und Kirchweih. Au Kirchweih „machte" jede Familie Teig zuhause Da kamen aus den Nachbar- öörfern die Bäckerburschen unb liefen mit ber „Kratz , ben Eisen, bas ben Teig aus ber Mulbe Zu kratzen hatte, im Dorf umher, barfuß, hembs- ärmelig unb guter Dinge Die Mäbcheu liefen ihnen aus bem Weg wie bem Schornsteinfeger unb schenken ihre Nähe. Im Bäckerhaus wurde während der ganzen Nacht gebacken, benn an ben brei Kirchweih- tagen mußte mehr gegessen werden als an Weihnachten, Ostern und Pfingsten zusammen. Um die Weihnachtszeit aber war mein Onkel ein geheimnisvoller Manu; benn er hatte Tag unb Nacht zu backen, aber was er buk, das bürste nicht gezeigt werben: Brezeln, Lebkuchen, Anis, Bobbe unb Buttergebackeues aller Art. Die Lebkuchen waren herzförmig unb trugen alle Wuuberzeicheu, bie fein Mensch mehr zu beuten wußte, alle mit- einanber mehr ober minber bas Zeichen ber ge- funben Fruchtbarfeit. Die Brezeln waren wie Zöpfe geflochten, wie überschwängliche Mäbchenzöpfe, bie Bobbe, zweiföpfige Wickelfinber, zeigten, so wenig bas hier am Platze schien, eine Reihe voller Brüste, unb bas Anisgebackene hielt fröhlich Blättlein unb Blüten feil, die sonst im Winter nirgends zu sehen waren. Auf dem Lebkuchen stand der Lebensbaum, der zweiästig aus dem Hütten eines Weibleins sproßte, in voller Blüte Adam und Eva im Begriff, die erste Sünde zu tun, ragten aus den Ueppigkeiten des Paradieses, und Eva hielt den verhängnisvollen Apfel in der Hand. Für die Neujahrsnacht buk mein Onkel solche Herrlichkeiten in großer Masse und ganz mürbe suchen dazu, wie fein Bauer sie damals in der Familie duldete. Diese Dinge wurden dann wäh- rend der Nacht im Haus des Onfels herausgewür- felt Kamen nicht genug Gäste, so ging der' Onfel mit seinen Sachen in die Wirtschaften und wär- s^lte Ich weiß, wie eine übermütige Frau all ihr Taschengeld verwürfelt hatte, ohne etwas zu gewin- nen. Da nun mein Onfel nichts mehr befaß, bas hätte herausgewürfelt werben fönnen, rief sie in bie Stube: „Hier, mein Philipp: wer setzt auf ihn?" ®s fanben sich einige, bie auf ihren Mann, ben Philipp setzten, bie Würfel rollten, unb bie übermütige Frau gewann ihren Philipp unb machte einen trunfenen Lärm. Diel Honig verarbeitete mein Onfel in biefen Wochen. Sein Honigfaß stand neben der Haustür im Hof. Einmal lockte es einen Dieb an. Der Dieb schleppte den Honig mit dem Eimer heim, aber der Eimer rann: der Honig tropfte, die Spur führte aus dem Bäckerhaus über die Gaste ins Gänseeck, bis genau in die Haustür des Diebs. Für mich war das märchenhaft einfach, ich dachte an Hänsel und Gretel, die Brotfrümchen auswarfen, um den Rückweg zu finden, und hier waren feine Vögel, die Honigspur aufzupicken. Ich hätte Bäcker werden fönnen; da ich Niko- laus heiße, wär's im Himmel und auf Erden gern gesehen worden, denn der heilige Nikolaus ist' der Schutzherr der . Bäcker. Man sieht ihn mit drei Aepfeln abgebildet, aber auch mit drei Broten, denn er hat durch eine wunderbare Brotvermehrung dahinten in Asien eine ganze Provinz vor Hungers- not bewahrt. Ich, der ich ein Bildernarr bin, kenne etliche hundert Darstellungen meines Namenspatrons; die schönsten sind zu sehen in den Domen von Freiburg, Konstanz und Kolmar. Oh, wer von den Herrn Backern weiß heute noch, daß der heilige Nikolaus vom Himmel her seinen Mantel ausbreitet über bas Gewerbe? Sochschulnacbnchten P^sessor Dr. Ebuarb Hertel an ber Universi- tat B o n n hat einen Ruf auf ben Lehrstuhl für physikalische Chemie an der Technischen Hochschule Danzig erhalten und angenommen. Zunge deutsche Nation. Volk. Wenn du des Glaubens bist, das Reich wird leben, weit über Wolken ragt sein stolzer Dom, wenn du des Glaubens bist, die Sterne beben, durchflutet von des ewigen Lichtes Strom. Sie spenden noch im letzten Dunkel Helle, daß du nicht zauderst, wenn der Tag verlischt, und strahlen über Wolken dir die Schwelle wie leichter Brandung aufgeworfener Gischt. Nur schreiten mußt du, Traum zu deinen Füßen, ein warmer Atem, der dem Land entsteigt, und kämpfen mußt du, statt verdangt zu büßen, und glauben, wenn die Stimme wartend schweigt. Nicht innehalten, wenn das große Lauschen um dich sich breitet, Fahne sei und Schwert, wenn du des Glaubens bist, die Wälder rauschen, und deines Namens hält der Gott sich wert. Herbert Böhme. und wird hundemüde — aber Befehl ist eben Befehl! Und am Nachmittag marschiert Heinz mit seiner Führerschaft zum Führerdienst. Und am Sonntagmorgen? Da steht er natürlich in der Führermannschaft des Stammes zum Reichssportwettkampf. Und auch hier wollen sie nicht nur so „mitmachen", sondern etwas Besonderes leisten. Die Knochen sind noch steif vom gestrigen Führerdienst, aber was heißt das? Müdigkeit ist keine Entschuldigung für mangelhaften Einsatz. Und so siegt ihre Führermannschaft mit der höchsten Durchschnittspunktzahl. Am Abend ist Heinz hundemude, ; aber auch so froh wie selten! Dann schaut er sich noch einmal seinen Dienstplan für die nächste Woche durch. Da stehen auf dem Dienstplan unter anderem vier Heimabende der Jungzüge, die er selbst besuchen will. Kurz, er hat alle Hände voll zu tun. Da liegt aber in der Post noch ein anderes I Schreiben, das er noch gar nicht geöffnet hat. Ein Schreiben des Stammes: Er soll sich darauf vorbereiten, daß in kürzester Zeit eine Einsatzübung des Stammes steigen wird, bei der sein Fähnlein auf Alarmbenachrichtigung schnellstens anzutreten hat. Heinz ist platt. An das hatte er bisher noch nicht gedacht. Alarm? — Das Fähnlein mußte eigentlich in einer halben Stunde fertig dastehen können. Die Vorbereitungen dazu will er jetzt so bald wie rnög- lich mit seinen Jungzugführern besprechen. Also, Karre raus, drauf und ab! Es wird eine klotzige Sache geben! Gert Mohr. Erlebnis aus der Hundewache. Wir blättern in der Lagerchronik. Arbeit. Wir formen das Eisen, wir pflügen die Erde, daß Frucht unserer Arbeit uns wachse und werde. Arbeit ist Saat, ist helles Sonnenlicht, und ist das Korn, das aus der Scholle bricht. Arbeit ist Rauch, der aus den Essen weht und kündet, daß ein Volk vorm Amboß steht. Drum formen wir Eisen und pflügen die Erde, daß Frucht unsrer Arbeit uns wachse und werde. Heinz W. Krause. Der Fähnlemsührer. Was bedeutet es eigentlich, eine Formation von 100 bis 150 Jungen zu führen? Außenstehende sehen oft nur das marschierende Fähnlein und an seiner Spitze den Fähnleinführer. Eltern bekommen hin und wieder einen Befehl mit seiner Unterschrift zu Gesicht. Von der eigentlichen Arbeit und den größeren Aufgaben eines Fähnleinführers aber können sich nur die einen Begriff machen, die ihn täglich im Dienst beobachten können. Ein Fähnlein ordentlich zu führen, das verlangt von dem damit Beauftragten innerste Bereitschaft und Anspannung aller Kräfte. Der folgende Bericht gibt einen kleinen Einblick in den vielseitigen Amtsbereich, ohne ihn ausschöpfen zu wollen oder zu können. Heinz war so zufrieden wie noch nie. Eine Pfundslaune hatte er, und das war auch kein Wunder, denn sein Fähnlein war heute morgen mit 160 Pimpfen angetreten. 162 ist es stark. Dann die Kämpfe. „Kerls!" hatte er vorher zu seinen Pimpfen gesagt, „daß ihr unserm Fähnlein Ehre macht! Alles wird rausgeholt, bis zum letzten! Wir reden davon, daß wir hart sein wollen, ganze Kerls sein wollen! Jetzt haben wir es zu beweisen!" Heinz sagt nie zuviel vor der Front, aber was er lagt, gilt! Das weiß jeder im Fähnlein. So ging jeder Pimpf an die Sprunggrube oder an die'Startlöcher. Mut und Wille leuchteten ihnen aus den Augen. Kampf! — Der ist es, der die Herzen stärker klopfen läßt. Es gibt einige, die bei dielem Wort aufgeregt werden. Die meisten aber reißen sich zusammen und holen das Letzte aus sich heraus. Ganz wenige nur haben Angst davor, so ein wenig Lampenfieber. Die Leistungen im Fähnlein waren gut. Der Reichssportwettkampf war für sie überhaupt ein ganz großer Tag! Hier sah man erst, wer ein richtiger Kerl war! Heinz hatte immer geglaubt, er kenne sein Fähnlein ganz genau, und doch merkte er viel Neues. Da waren Pimpfe, die er bisher immer nur als schüchtern oder vielleicht sogar ängstlich kannte, und die auf einmal wie gewandelt waren, als sie für ihre Jungenschaft zu kämpfen hatten. Gerade auf sie paßte die Jungenschaft natürlich auch am meisten auf und verfolgte gespannt ihre Leistungen. Denn was nützt es schon, wenn die Jungenschaft im allgemeinen gute Leistungen erzielt, ein einzelner aber durch sein schlechtes Abschneiden die ganze Durchschnittspunktzahl herunterschraubt? Doch auch die Schwächsten rissen sich zusammen, als sie merkten, daß alle Augen auf sie gerichtet waren und sie oft sogar Sieg oder Niederlage ihrer Jungenschaft entscheiden mußten. Der ganze Tag war groß! Auch als es nachher galt, welches Fähnlein am ehesten fertig war. Als gemeldet wurde, konnte Heinz mit seinem Fähnlein zufrieden sein. Wie die Blitze fuhren sie in die Uniformen und standen als erstes Fähnlein, sauber ausgerichtet, vor dem Jungbannführer. Nachmittags: Befehl zum Führerdienst vom Jungbann. Morgens schon der Reichssportwettkampf — die liebe, heiße Sonne —, man schwitzt Endlich haben wir den vorgesehenen Lagerplatz erreicht. Das Vorkommando hat schon schwer geschuftet — das muß man zugeben. Da steht das Eingangstor mit einem gewaltigen Schlagbaum. Links brennt ein Wachfeuer. Die Wache, an der unser Fähnlein vorbeimarschiert, stochert in der Glut herum. „Ihr seid die ersten!" rufen sie uns zu. Und wenn man das hört, wird der Affe gleich um einige Pfund leichter. Lange genug hat der Marsch gedauert. Aber jetzt sind wir im Lager. Und auch das „Blasorchester" unter meinem linken Fuß ist vergessen. Ebenso wie der Spaten, der dauernd gegen mein Bein schlug. Ruck zuck! Wir singen! Wer sieht uns noch unsere Anstrengungen an? Vorhin haben wir die Landsknechtstrommel in die siebente Hölle gewünscht, jetzt hat sie wieder ihren mitrei- ßenden Klang. Hallo! Das ist recht, daß du zrx unserer Begrüßung aufgefahren bist, du alte Gulaschkanone! So sieht also das Ding aus, das tausend Jungen den Magen stopfen soll. Oh, und wie sie fluchend schwitzen. Ha ha! Diel Vergnügen bei der Arbeit an der Schwengelpumpe. Ja, ja, zu Haus braucht man nur den Hahn aufzudrehen, um frisches Wasser zu bekommen. Das ist das Lager! Hat eben seine Eigenarten, gibt harte Nüsse zu knacken und hat — wie sagt man doch in gebildeten Kreisen — seine „erzieherischen Werte". Mag schon sein. Will's ja erst ausprobieren. Affen ab! Zeltbahnen ab! Bau des Zwölfer- zeltes. Bitte beeilen, meine Herren, der Himmel beginnt sich zu verfinstern! Das wäre ein Ding — jetzt ein Gewitter. Unser Küken schaut bedenklich nach oben. Als ob sich der Blitz gerade ihn aussuchen würde. Was steht ihr herum und glotzt? Schafft lieber eine Taschenlampe herbei, ihr Trandrüsen, Ete, Stand: Jungzugführer, ist ja gut aufgelegt. Wir richten das Zwölfer auf. Wie ein altes graues Gespenst sieht es noch aus, voller Runzeln, Beulen und Falten. Jeder an eine Ecke. Und bald haben wir's geschafft. Unser Zelt steht. Ete zeigt mir höchstpersönlich, wie ein Wassergraben auszuheben ist. Vielleicht mache ich es gerade deshalb falsch. Ich werfe nämlich die Grasnarben auf die untere Kante der Zeltbahn. Ete geht hoch. Wo soll das Wasser denn ablaufen? Denkst du, ich habe Lust, bei Regen elendig im Zelt zu ersaufen? Bloß, weil du Säugling nicht mal einen Wassergraben richtig ausheben kannst? — Ich bekomme gleich in der ersten Nacht die „Hundewache". Während die anderen überlegen, wie die letzten drei in die Heringstonne hineinpassen, bereite ich mich auf die Wache vor. Den Schlafsack schlinge ich mir wie ein alter Römer um die Schultern, und den Speer nehme ich zur Sicherheit in die Hand. Am Koppel befestige ich den Lichtdolch. Denn im Dunkel ... Uebrigens, soo übel ist die Sache nun wieder nicht! Zum Beispiel die vielen Geräusche, auf die man am Tage gar nicht achtet! Abgesehen natürlich von den Schnarchtönen in Moll und Dur, die meine Kameraden von sich geben. Hin und wieder wälzt sich einer hörbar aus die andere Seite, was die mühsam aufgebaute Schlafordnung ins Wanken bringt. Hinter mir ein Knacken wie von einem niedergetretenen Zweig. Ich fahre herum. Mit zitternden Händen— es ist ja fooo kalt — leuchte ich die Gegend ab. Da ein — nein, kein Mensch, nur eine verkrüppelte Kiefer. Aber da, bestimmt keine Täuschung — ein Lebewesen schwankt mit schauerlichen Bewegungen auf mich zu. Scheußlich. Wo ist denn meine Trillerpfeife? Ich muß Alarm schlagen, die Kameraden, Ete wecken. Halt! Warte, du Säugling. Willst du dir nicht erst Gewißheit verschaffen, bevor du von deinen eigenen Leuten fürchterliche Senge beziehst? Welch ein Glück. Der Liästdolch entlarvt das Schreckgespenst — als harmlosen Wacholderhusch. Die Wacholder scheinen in den Wald gesetzt worden zu sein nur deshalb, um wachhabende Pimpfe auf ihren Mut zu prüfen. Ha, Mut! Jetzt gehe ich einmal genau fünfzig Schritt vom Zelt weg in den Wald hinein. Also los! Ein, zwei, drei, vier ... Hm, ziemlich duster hier. Zwanzig,, einundzwanzig ... halt, wer leuchtet dort? Keine Antwort. So ein Feigling. Wart, Bursche, gleich hab' ich dich. Hier im Busch versteckst du dich? — Pech, daß es nur ein Glühwürmchen ist. Ruft da nicht jemand vom Zelt her? Schnell zurück. Ein Keuchen und Stöhnen ist das wie bei einem Ertrinkenden. Vorsichtig gehe ich um das Zelt — und habe gleich darauf einen Anblick, einen Anblick, sage ich euch! Unbezahlbar. Bimbo, unser guter, dicker Bimbo, kein Schimpanse, Orang-Utan oder sonst ein Glied der weitverzweigten Affenfamilie, sondern der Pimpf Bimbo ist die Ursache des Lärms. Wovon er träumt — ich weiß es nicht. Es muß jedenfalls etwas Schreckliches fein, denn er hat seinen Kopf soeben mit einem letzten Ruck ins Freie gebracht. Zwischen Erdboden und straff gespannter Zeltbahn hindurch. Aber wenn du nun meinst, er sei dabei wach geworden, so hast du keine Ahnung davon, was ein tiefer Schlaf ist. Man muß in jeder Lage schlafen können. Bimbo kann das. Selbst wenn er einen Hering herausreißt. Ich tue meine Pflicht und schiebe ihn in das Zelt zurück. Etwa wie ein Bäcker fein Brot in den Backofen befördert. Ihr könnt mir glauben, daß das nicht einfach ist. Wie immer in solchen Fällen, wollte mir der dickfellige Sünder am anderen Morgen nichts glauben, bis ich ihm den ausgerissenen Hering zeigte. Ein Blick auf die Uhr zeigt mir, daß die Zeit meiner Wache vorbei ist. Siegesgewiß blicke ich in die Runde. Es ist nichts passiert, ich habe fabel- hast aufgepaßt! „Du, Wache, Ablösung! He, aufitehen!" Flüsternd versuche ich, meinen Nachfolger auf Wache, den Seppl, wachzukriegen. Ich rüttele an seinen Schultern, seinen Kopf finde ich nicht, obwohl er doch darauf sitzen müßte (der Kopf auf den Schultern), trete irgendeinem auf die Pfote und beziehe dafür einen ekligen Rippentriller. Schließlich packe ich seine Füße und ziehe ihn so ins Freie. Der ist aber nicht merklich davon berührt und pennt weiter. Aber ich kenne meinen Freund Seppl, ich kenne ihn sehr gut. Ein Stück Schokolade finde ich noch in meiner Tasche und frage ihn nun mit verlockender Stimme: „Seppl, willst du auch ein Stück?" Seppl war sofort wach! Er ist eben verfressen.— Stockdunkel ist es noch, da beginnen im Hof schon die Milchkannen zu klappern. „Ich wollte doch heute in den Kuhstall, um melken zu lernen , ist mein erster Gedanke, als ich von den Geräuschen wach werde. Eine kurze Ueberlegung — es ist erst 3 Uhr, und ich bin ja noch so müde —, doch nein, ich habe dem Schweizer bestimmt zugesagt. Also flink in die Sachen und hinüber in den warmen Stall. Die Schweizer sind schon bei ihrer Arbeit. Rauschend fließt die Milch unter ihren geübten Händen in die Eimer, dicker Schaum bildet sich auf der Oberfläche. Das kann doch nicht so schwer sein! Ich hole mir einen Melkschemel — die Schweizer haben ihr einbeiniges Stühlchen umgeschnallt, es sieht komisch aus, ist aber praktisch. Dann sitze ich selbst plötzlich ganz dicht an einer Kuh. Das Euter wird vom Schweizer schnell gereinigt und massiert — und schon schießt die Milch mit vollem Strahl in den Melkeimer. „So, nun können Sie anfangen! So müssen Sie es machen, immer von oben nach unten drücken." Ich schaue krampfhaft auf seine Hände. „Man nennt dies Fäusteln im Gegensatz zum Knebeln, was man nur bei sehr kurzen Strichen anwendet ..." Damit wendet er sich zur nächsten Kuh: denn die Zeit, bis die Milchkannen abgeholt werden, ist nicht sehr lang bemessen. Wie komisch ist das aber jetzt mit meiner Kuh! Ich drücke und ziehe — vergeblich, kein Tröpfchen Milch ist zu sehen. Die Kuh hört mit Fressen auf und sieht sich nach mir um. Ich tätschele ihren Hals und rede ihr gut zu. Wenn das Vieh nur ruhig stehenbleiben wollte! Nach einigen weiteren Versuchen mit viel Mut und Kräfteaufwand kommt endlich ein lächerlich dünner Strahl Milch gelaufen. Immerhin bin ich darüber sehr glücklich — jetzt muß es ungefähr richtig sein! Es dauert lange, bis ich einen halben Eimer voll Milch habe. „Na, für den Kaffee langt's schon", sagt der Schweizer tröstend zu mir, als er die Kuh vollends ausmelfi. Ich sitze nun schon an der zweiten Kuh. Aber nre ich mich auch mühe, ausgeschlossen, es geht nicht! Und ich konnte es doch schon beinahe — das kann gar keine Milchkuh fein! Der Schweizer lacht und sagt: „Probieren Sie mal bei dieser hier!" Ich probiere, drücke — ziehe — nichts! Mir wird ganz heiß! Bin ich denn wirklich so ungeschickt! Diese Melkerei muß doch zu erlernen sein! Voller Unmut bin ich. Jetzt ist mir schon alles gleich — ich fange einfach an, im Rhythmus zu melken: Links — rechts, links — rechts — und wirklich: ftrap — stroll, ftrap — ftroll — hurra, es geht! Es geht sogar ganz ordentlich laut, so saß der Schweizer ganz erstaunt guckt, ob ich das wirklich bin. Jetzt bin ich zufrieden, den Trick habe ich nun raus — auch die Kuh ist ganz ruhig und steht wie ein Baum. Ich lehne den Kopf an ihren Leib, wir verstehen uns auf einmal sehr gut. Für heute ist es genug, ich muß meine Hände ganz tüchtig ausschütteln. Aber nun heißt es feste weiter üben, Tag für Tag. Schließlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. T. R. vimpsemache. Wir hatten Mittag gegessen und saßen nun noch am Tisch bei einem Glas Milch. An der Längsseite des Tisches saß der „Dberpimpf", ihm zur Rechten „Moses", der Bauernreferent, dem gegenüber der „Archivar" und „Ernst-Andreas", der Kulturreferent. „Ernst-Andreas" hatte seine richtigen Vornamen als Spitznamen erhalten, da er sie pünktlich und gewissenhaft unter jeden kleinsten Zeitungsartikel setzte, der seiner Feder entquoll. Wir kamen nur zu einer abgerissenen Unterhaltung, und dann war es Ernst-Andreas, der sie ganz an sich riß, um uns ein Erlebnis zu erzählen. „Ich hatte meine Volontärzeit am städtischen Schauspielhaus hinter mir und wurde demzufolge auf die Straße gesetzt. Am nächsten Tag verhandelte ich mit Herrn Direktor Riesel. Es kam ein Vertrag zustande. Ich verpflichtete mich, die Helden und jugendlichen Liebhaberrollen zu spielen, mitzusingen, wenn es verlangt werden sollte, und auch als Tänzer mit aufzutreten. Das war an und für sich allerhand, was ich da zu leisten hatte, aber es war ja eine kleine Bühne und dann — mein erster Vertrag --! Zur selben Zeit führte ich in derselben Kleinstadt das Fähnlein ,5orcabe‘. Wir pflegten untereinander eine tadellose Kameradschaft. Freud und Leid unter Führer und Jungen wurde brüderlich geteilt und gemeinsam getragen. Fünf Tage nachdem mein Vertragsabschluß zustandegekommen war, hatte ich Geburtstag. Mein erstes Gehalt würde ich erst in einem Monat erhalten. Einen Monat lang war ich also ohne--." Ernst-Andreas machte die Fingerbewegungen des Geldzählens. Der „Dberpimpf" nickte verständnisvoll. „Ich verschwieg also meiner Meute meinen Geburtstag. Ich hätte es nicht tun sollen. Nachdem vierzehn Tage ins Land gezogen waren, bereute ich bereits meinen Entschluß. Und das kam so: Vatl, einer aus dem Fähnlein, hatte schon nach einer Woche heraus, daß ich meinen Geburtstag gehabt hatte. Er teilte das aber nicht etwa mir mit, sondern nur dem Fähnlein und legte ihm gleichzeitig mir gegenüber strengste Verschwiegenheit auf. Dann sannen alle auf Rache. — —" Ernst-Andreas schwieg an dieser Stelle und sah uns alle reihum an. Er verstand es, Spannung zu erzeugen und weidete sich nun sichtlich an seinem Erfolg. „Weiter", forderte „Moses". „In der Weltbühne sollte ,Kabale und Siebe' von Schiller gegeben werden. Ich hatte die Rolle des Ferdinand zu spielen. Bis jetzt wußten allerdings meine Pimpfe von meinem Auftreten in der Weltbühne überhaupt noch nichts. Das war es auch, was mich Abend für Abend beruhigte." Uns, den Zuhörern, ging an dieser Stelle ein Licht auf, und wir rückten wie auf Befehl näher an Ernst-Andreas heran. „Der Abend der Erstaufführung war da. Lampenfieber hatte sich meiner bemächtigt. Gut, daß mich meine Pimpfe nicht in dieser Verfassung sehen würden, fuhr es mir immer wieder durch den Sinn. Ich wagte fast nicht, einen Blick in die Zuschauerreihen zu werfen. Nur einen ganz kurzen Blick und, Gott sei Dank, die zwei ersten Reihen waren ganz leer. Mir fiel es bis dahin noch nicht auf, daß hier etwas nicht stimmen tonnte. Das Lampenfieber hatte sich wie ein Schleier über mein klares Denken gelegt, und ich konnte eben nur mit Genugtuung feststellen, daß die zwei ersten Reihen leer waren. Ich bemerkte dann auch nicht, daß nach dem 5. Akt sämtliche vorderen Plätze besetzt waren.-- Voll besetzt mit jugendlichen Gestalten —." Der „Dberpimpf" schlug sich in Erwartung der kommenden Dinge auf die Schenkel, daß es klatschte. „Moses" und der „Archivar" lachten Vorrat. Es war das Lachen der Genugtuung. Ernst-Andreas aber sah sich wieder langsam im Kreis um und freute sich sichtlich. „Nun, ich mache es kurz. Die fünfte Szene des 5. Aktes ging wie alle anderen glatt ab. Dann aber die sechste. Ich mußte das Gift für die Luise in das Glas werfen. Diese Stelle war mir auch bei der Probe schon immer die liebste gewesen, weil ich mir vorstellen konnte, daß während dieser Handlung alle Zuschauer den Atem anhalten und gespannt jede meiner Bewegungen verfolgen würden. Ich deklamierte: ,Ja, sie soll dran! Sie soll!' Hier hatte ich vor, eine längere, unheilgeschwängerte Schweige pause einzuschieben, um dann dumpf- grollend zu beginnen: ,Die oberen Mächte' — na und so weiter. Aus der Schweigepause wurde nicht viel. Kaum, daß es ruhig war und alles spannte, drang aus den ersten Zuschauerreihen eine Stimme zu mir: ,Na, der Ernst!, hätte man denn das gedacht?' Mir wurde es heiß unter der engen Uniform. Sehr heiß. Das war ,Vatl', fuhr es mir durch den Sinn, der — der--. Das muß eine Rachemaßnahme sein, dämmerte es nun in mir auf. Für den Geburtstag? Mir als Frischling auf den Brettern war der Rest des Abends mit Gewitterschwüle geladen. Enger und enger wurde mir die Uniform. Wieder begann ich: ,Die oberen Mächte nicken mir ihr schreckliches Ja herunter, die Rache des Himmels unterschreibt, ihr guter Engel läßt sie fahren.'-- ,Ernstl — Grufti, überleg’ dir solche Sachen!' drang es wieder mahnend zu mir herauf, und gleich darauf ein anderer: .Wenn das der Fafü erfährtt. ,Fafü', das war unser Stammführer. Na, was soll ich das alles noch schildern, was mir der Rest des Abends noch an Ratschlägen aus den zwei ersten Reihen mitgab", schloß Ernst-Andreas und sah uns erst alle noch einmal langsam reihum an. „Wir standen am Ende des Spieles, der Schweiß stand mir auf der Stirn, und als ich sterben mußte, war ich tatsächlich dem Sterben nah.--Ich schwur mir, nie wieder einen Geburtstag zu verschweigen." Wir trunken unsere Milch aus und gingen an die Arbeit. Ich aber schrieb -dem „Ernst-Andreas" seine Geburtstagsgeschichte nieder und nannte sie „Pimpfenrache". Der Archivar. Bein Affe. Er hat wirklich viel erlebt, mein Affe! Aus den Tagen des großen Weltenbrandes, dort, wo der Tod das Visier abnahm, um offen zu holen, was ihm doch gehörte, hatte er sich gerettet und landete auf einer Bodenkammer. Dort machte er den November 1918 mit. Nachdem er längere Zeit in der Dunkelheit gelegen, befreite ihn ein frecher kleiner Pimpf. Das war ich. — Suchend fällt mein Blick auf jene mit Blech benagelte Stelle. Ja, das war damals im Hunsrück — Kanakenhitze. Aber auch eine feine Fahrtenbande, die da zusammen war. Wir hatten in der Nähe bei Monsingen gebadet, wollten jetzt noch manchen Kilometerstein hinter uns bringen und sangen drum zur Klampfe ein flottes Lied. Zuerst ging’s gut, dann langsamer, auf einmal konnte ich überhaupt nicht mehr. Mein Aste schien mir heute am letzten Tag schwerer als beim Abmarsch, da er doch vollgepackt war. Schwitzend legte ich ab, um nachzusehen, was mich da so drückte. Ich merke gerade noch, wie der „Fips" so hämisch grinst, da packe ich auch schon etwa 20 Pfund schwere Pflaster« steine in wirklich schönen Musterexemplaren aus. — Komisch, alle haben damals gelacht — nur ich nicht. Aber zwei Stunden später war ich es, der sich freute. Da hat er nämlich die Steine geschleppt und es erst zu Hause im Hauptbahnhof gemerkt.— Wie der „Fips" gestaunt hat! Da fällt mir auch ein, woher diese sonderbaren Ränder stammen, die aussehen, als ob über bie Rückwand einige Portionen Kaffee geflossen wären. Da ist tatsächlich was passiert, und zwar auch im Hunsrück, nur an einer anderen Ecke und zu einer anderen Zeit. — Wir hatten gerade „unfern Fraß gemixt". Grüner Salat und Fettkartoffel. Die Leberwurst war in der Sonnenhitze zerlaufen wie flüssiges Fett. Da wurde mir schlecht, ich richtete mich darauf ein, umzufallen. Sonnenstich! Der kleine behende „Kulle" das sehen, mich mit der einen Hand stützen, mit der andern den „Ass" in den Brunnen und mir das Wasser über Den Kopf träufeln — das war eins. — Rechts die lange Rahmenseite, platzte die nicht oben in der Holsteinischen Seenplatte? Als mir drei Stunden Skat kloppten, selbstverständlich stets auf der Längsseite des geschlossenen „Affen" sitzend. Natürlich. — Ich weiß das noch, als wär's gestern, wie wir fluchten, als nach drei Stunden langem Kochen das Wasser noch nicht braun war, weil das Kaffeesäckchen, das wir hineinhängten, wasserdicht war! Und jetzt? — Da liegt er nun in sich gesunken, schmutzig, fettig schillernd wie fünfzehn Regenbogen, zermürbt von Hitze und Kälte. Im Norden Deutschlands ließ er ein Stück, im Westen . . . Während ich ganz in diesen Betrachtungen und Gedanken versunken bin, schellt's. Herein kommt der lange „Peiske", ein alter Fahrtengenosse, haut mir freundschaftlich ins Ge.ick und fragt: „Was hast'n vor?" Ich mache ihm klar, daß ich' mir mal, wenn ich Geld hätte, einen neuen „Affen" kaufen müßte. „Na, dann schieb' schon los! Ich hab' noch einen zu Haus, hol' den, dann sparste Geld!" Sagt's und zieht mit mir los e, H. B. leit icht. eit b°B steht, n So müfjen Sie unten drücken" Hände. „Man , zum Knebeln, -trichen anwen- ' nächsten Kuh; lbgeholt werden, ■ ^riuse. üt meiner Kuh! kein Tröpfchen mit Fressen auf fchele ihren Hals Dich nur ruhig i weiteren Ver- aufwand kommt Milch gelaufen, glücklich - jetzt auert lange, b;s fjabe. „31a, für Schwerer rö« bs ausmelfi. lut). Mer zut es geht nichtl > — dns tann üzn iadot und V\tx\u Äch pro- Mr wird gan; ,ngeschickt! Liefe ‘in’. mir schon alles n Rhythmus zu . rechts - und stroll - Hurra, tlich laut, so say ob ich das wirk- n Trick habe ’ch ruhig und M f an ihren Leib, gut. 6 meine M- i heißt es fefle ich P "°ch ntmellm 1 ich-» ? ?Ee doch 3U lernen", js len Teräuschen 1 - ,es «ft erst ooch nein, gesagt. 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Ein Programm- heft zu 20 Pfennig enthält die Texte der Lieder die von den Chören des Deutschen Sängerbundes oorqetragen werden, sowie eine ausführliche Dar- stellung der Schauubung der Wehrmacht. Stärker als alles dieses zieht aber den Deutschen zum Fest auf dem Buckeberg das Bewußtsein, daß er dort gemeinsam mit dem Führer und Hunderttausenden von Volksgenossen aus allen Teilen des Reiches in einer der schönsten Landschaften Deutschlands einem gütigen Geschick für die Ernte eines weiteren Jahre voller Arbeit danken kann. (peumanns (per3=(pil,e unterstützt und regelt die klcbeilskraft Ohres Herzens. Heumanns Herz-Hilfe ist unschädlich und aus rein pflanzlichen Heilstossen zu. sammengeseht.*Fu Haden in den Apotheken für R21L 2.50 die Packung. Sie reicht co. 1 Monat. Blick auf die Linden mit dem als Silhouette erscheinenden Denkmal Friedrichs des Großen. (Scherl-Bilderdienst-M.) Deutsche Schulen in Polen Lon unterem Or. ^.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Warschau, 18. September 1937. I Fleißige Hände sind am Werk. Vorbereitungen zum Erntedankfest auf dem Bückeberg. Wer sich heute vom Süden her dem Dorf Kirch« ohsen an der Weser und dem gegenüberliegenden Bückeberg nähert, spürt noch nichts von dem geschäftigen Treiben, das den Nordhang dieses Berges erfüllt. Auch an der südlichen Auffahrtsstrecke zum Berg ist es noch still. Das Bild ändert sich aber oben auf der Höhe, wo die Organisationsleitung des Erntedankfestes in den schmucken, ehemaligen Arbeitsdienstbaracken ihre Vorbereitungen zum 3. Oktober trifft. Einige hundert Schritte weiter herrscht noch mehr Leben. Dort arbeitet ein Teil des Reichsautozuges Deutschland an der Herstellung der notwendigen technischen Anlagen wie Rundfunk, Lautsprecher oder Telephon. Wieder etwas weiter öffnet sich bann plötzlich der Blick von der Höhe des Bückeberges auf den Nordhang, der das Fest- gelände für den Erntedanktag gibt und weiter auf die fruchtbare Weserlandschaft südlich der Ratten- fänaerftabt Hameln. Auf bem Festplatz wirb noch fleißig gearbeitet. Eine Tribüne liegt dauerhaft gebaut am Fuße des Berges. Dicht unter der Bergkuppe am Waldrand hämmern und sägen viel fleißige Hände, um die große obere Tribüne rechtzeitig fertigzustellen. Das Feld selbst ist merklich verändert. Der Mittelweg liegt jetzt durchgehend von der unteren zur oberen Tribüne bedeutend höher als der angrenzende Raum. An den Seiten des ovalen Feldes aber steigt das Gelände an und bietet dadurch von jeder b«t h°rrv°^°I;°m &CC3llopttn 3en klterbe ber ganzen Umgegend wird mit V ; -onoeroienii uc.) Erfrischungen und mit nahrhaften Dingen am ! pent) aus eingebaut, das in seiner liebten und Crntedanktag zur Stelle sein. Der H i l f s z u g gut proportionierten Haltung einen impofanten "to'«,,”.0" ßam,c(n au5 Wtaufenbe mit Eindruck macht Mahlzeiten versorgen. Die Organisation Tonangebend für die Stimmung dieses DornebJmirh^HH^v^0^-. öir? Gl!° ligt, wie nur irgend die dopl rers. Professor Paul Ludwig T?o ost Au/die N^^^-?^anlagen dazu Möglichkeit bieten. 8Z--W-MD k- «Ä E n t it e y u n g SZ e 11 wiederherzustellen. ben jOie Wandbespannungen wurden in den alten Mu- stern erneuert, die prächtigen Beleuchtungskörper aufgefrischt und die Decken mit ihren schönen Malereien wieder frei gelegt Die Neubauräume sind ihrem Zweck entsprechend gediegen, aber in anderen Formen ausgestattet. Die eigentlichen Wohnraume Mussolinis weisen eine hellgrüne Wandtönung auf. Die schönen mattgrünen Möbel stad mit modernen geblümten Bezügen bespannt. Die Räume für die Begleitung des Duce sind ebenso wie die Räume des zweiten Stockwerkes entsprechend ausgestaltet. Die Schöpferin dieser von vorbildlicher Wohnkultur zeugenden Räume ist Frau Professor Troost Alle verwendeten Stoffe und Hölzer sind deutschen Ursprungs. Die Planung und Durchführung der Arbeiten 'lag bei der bayrischen obersten Baubehörde unter Leitung von Ministerialrat G a b l o n s k y. Don der Empfangshalle aus erreicht man über eine Freitreppe einen Garten der wenn auch bedeutend kleineren Maßstabes, doch alle Schönheiten des Nymphenburger Schloßparkes aufweist. richtet, während sich nach Osten hin durch die Straßenzüge bis zum Brandenburger Tor zwei lange Reihen italienischer Fahnen und vier Reihen Hakenkreuzbanner hinziehen. Vor der Technischen Hochschule stehen zwei wuchtige Pylonen, die das Hakenkreuz und Liktorenbündel zeigen. Vier kleinere Pylonen schmücken den Großen Stern Die Quadriga auf dem Brandenburger Tor wird während der Dunkelheit durch Quecksilberlampen in einen bläulich-grünen Lichtton getaucht, ebenso die Barockfassade des Schlosses. 146 hohe Säulen geben der Straße Unter den Linden ein eindrucksvolles Aussehen, während der Nacht erstrahlen sie in hellstem Licht Die Häuserfronten tragen einen reichen Fahnenschmuck mit wehenden goldenen Bändern. Am Ostende der Linden bildet vor dem Ehrenmal ein acht Meter hoher Adler den Abschluß der Feststraße. Das Schulwesen eines Landes ist der Spiegel seines Kulturstandes. Das gleiche gilt auch für die Volksgruppen unter fremder Herrschaft. Wenn deshalb manche polnische Zeitungen von dem h o • hen Stande des deutschen Schulwe- sens in Polen auf die uneingeschränkte Toleranz der polnischen Behörden schließen zu müssen meinen, und umgekehrt aus dem schwachen Besuch der polnischen Schulen in Deutschland auf das Gegen- teil von Toleranz, so ist das schon von jenem Gesichtspunkt aus ein Trugschluß. Die sehr oberflächliche polnische These bedarf einer Korrektur nicht erst seit heute, nachdem es offenbar geworden ist, daß die Inhaber der Macht in Polen einen erheblichen Abbau des deutschen Schulwesens be- treiben, so besonders in Ostoberschlesien, sondern schon feit jeher, denn die Erhaltung ihres Schul- wesens verdanken die Deutschen in Polen Haupt- sächlich ihrer eigenen Kraft. Es gründet sich ganz erheblich auf einem hochentwickelten System von Privatschulen, zu denen der Staat gar nichts oder doch nur' verschwindend wenig beiträgt. Seine Toleranz be-l schränkt sich hier im wesentlichen auf die Duldung! dieser freiwillig übernommenen Doppelbesteuerung, die die Erhaltung eines so ausgedehnten Schulsystems für die Deutschen bedeutet. Andererseits hat das Deutsche Reich die überwiegende Mehrzahl der auf seinem Gebiet unterhaltenen Schulen der polnischen Minderheit auf eigene Kosten übernommen und hält sie auch dann offen, wenn die Schülerzahl auf eine verschwindend kleine Ziffer zurückgegangen ist. Es kann zugegeben werden, daß der polnische Staat sich an manchen Orten genötigt sah, die von ihm unterhaltenen Minderheitsschulen zu schließen, weil die Deutschen parallel dazu Privatschulen ein-' gerichtet hatten, denen nun ihre Kinder zuströmten \ m obwohl dadurch höhere Kosten entstanden War- k ® ’ 24;r,Sxept ^NB.) Die Ausschmückung " m geschah das? Weil die deutschsprachigen Staats- ^.^N^auptstabt zu Ehren des Besuches des schulen überwiegend von polnischen Rekto- kaliemschen Regierungschefs schreitet unter der Auren geleitet und mit pol ms dien le'tung des Re chsbühnenbstdners Prof. Benno v o n Lehrern besetzt wurden, die nicht nur sprach- schnell vorwärts. Die viele Kilometer lange lich den Anforderungen nicht genügten, sondern ^eJ-n.ra^e D<£m ®^rePPla!. b,s $um Reichssportfeld weist als Mitglieder polnischer politischer öerbänbe Ä5,eme Dauerausschmuckung die bei besonderen es als ihre patriotische Pflicht betrachteten bas FrÄn werben kann, und die Niveau der Schulen zu drücken und durch Vermeh- N " b“nJten Schmuck wahrend der Olympiade rung des in polnischer Sprache vermittelten Lehr- >. ,e ftoffes ben Minderheitencharakter der Schulen all- m s"!,b^^^Ub"6eschmuckten 2I b o I f = 5) 111 e r = mählich zu verwischen. So mußte es bahin fom= B ha $ Jn ®se'teilb ™e£e,n D0.m 42t J^eter hohen men, baß man beutscherseits von ben Möglichkeiten ^^"kurcn, ber bie Enbleme bes faschistischen Jta- ber Privatschulgesetze weitgehenbsten Gebrauch q v machte 23 Meter lange unb 3% Meter breite Fahnen bes Absolut gesehen lag die Dermebruna her SRrinnt- italienischen unb bes Dritten Reiches, von 60 Zentischulen ^m^®efamtinterefe^e e©11 pofnTfrf)enFStaates" ^ ern “ "nbhern ^ au^en wirkungs- Diefer Taae betlaate bas Warschauer Drnnn her , clbgesetzt. Westlich bavon fmb bis zum Reichs- polnischen ^rilitärkreise „Polska 3broina,,Dben nieb^ IfportfeIb zahlreiche Fahnenblocks unb Pylonen er= rigen Stand des polnischen Bildungs- wesens. Man muß wissen, daß es in Polen fast eine Million schulpflichtiger Kinber gibt, bie überhaupt keinen Schulunterricht erhalten, weil es an Lehrkräften unb an Schulgebäuben fehlt. Das polnische Blatt wies in diesem Zusammenhang auf bas Beispiel der nationalen Minderheiten hin unb bezeichnete bie geringe Zahl polnischer Privat- schulen geradezu als beschämend. Was solle es also bebeuten, wenn ber Schlesische Wojewobschaftssejm unmittelbar nach Ablauf ber Genfer Konvention! ein neues Privatschulgesetz erließ, das ben Kinbern außerhalb einer Drei-Kilometerzone ben Besuch ber Privatschulen verbietet, auch bann, wenn die Deutschen für tägliche Fahrgelegenheit sorgen, während die polnische Eisenbahn doch selbst einen besonderen Tarif für Fahrschüler kennt, und es sich für den Staat bei Prüfung der Bedürfnisfrage nach allgemein-öffentlichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten ganz offensichtlich um eine Frage bes nationalen Bebürfnisses hanbelt? Damit sind nicht nur die wichtigsten Grundsätze der Genfer Konventton beseitigt, obwohl in der Be- grünbung zum Gesetz ausbrücklich „festgestellt" wirb, daß es grunbsätzlich ben Bestimmungen ber Konvention entsprechen solle, sondern es geht noch über den Rahmen des allgemeinen polnischen Privatschulgesetzes hinaus, so daß sich auch hier die o st - oberschlesifche Selbstverwaltung, die doch ihren eigentlichen Sinn nur in der Berücksich-1 tigung des gemischtnationalen Charakters dieses! Landes finden kann, geradezu gegen diel B e wohner deutscher Nationalität aus-1 wirkt. Es ist also die gleiche Erscheinung, wie bei I dem Gesetz über bie Evangelische! Kirche in Ostoberschlesien. Aber bie Tenbenz bes Abbaus beutscher Privatschulen beschränkt sich Die Gartenseite bes Prinz-Karl-Palais nicht allein auf Ostoberschlesien, obwohl sie hier am ftärfften zum Ausbruck kommt, fonbern auch in Das Prinz-Carl-Palais, in bem Mussolini bei sei- sT uJ? Vn. ,rourben biefen Tagen brei nem Aufenthalt in München Wohnung nehmen deutsche Privatschulen geschloßen. Es ist ein quä- wirb ist eines ber architektonisch schönsten Schmuck- lenber unb zermürbenber Prozeß, ber sich ba voll- kästchen bes an hervorragenben Bauten so reichen 3leW München. Das Palais ist unter König Max l. im Selbst nach ber polnischen amtlichen Statistik, die! „Palabio-Stil" von Karl Fischer erbaut, ber auch aüerbings in ben Besuchsziffern zu niebrig greift, ber Schöpfer bes Nationaltheaters ist. Es biente unterhielten bie deutschen Schulvereine in Polen im dem Prinzen Carl, einem Bruder König Ludwigs l., Schuljahr 1934/35 15 Kindergärten, 36 Volks-1 zur Wohnung. Seine städtebauliche Beoeutung hat schulen und 7 Mittelschulen (Gymnasien) mit 500 das Haus, das einst im „Schönfeld", einem Garten- vorschulpflichtigen Kindern, 4100 Volksschülern und viertel außerhalb der alten Stadtumwallung lag, 1200 Mittelschülern (Gymnasiasten). Diese Zahlen durch die Anlage der Prinzregentenstraße erhalten, haben sich durch die Entwicklung in Ostoberschlesien es bildet den wirksamen westlichen Abschluß der in ben letzten Jahren noch erheblich erhöht. Jeben- Prinzregentenstraße. Aus biejer stäbtebaulichen Be- faus erkennt man baraus, in welcher Ge -1 beutung heraus würbe auch bavon abgesehen, bie fahr bas beutsche Bilbungswesen in Polen schwebt, Prinzregentenstraße etwa in geraber Richtung zur oenn öffentliche Minberheitenschulen richtet ber Lubwigstraße burchzuführen. Bei ben Erweite- Staat nur bann ein, wenn an bemfefben Orte nun- rungs- unb Neubauten bes großen Straßenzuges bestens 40 schulpflichtige beutsche Kinber vorhan- Prinzregentenstraße - von ber Tann-Straße im Jahre uen smb, woraus sich schon heute entnehmen läßt. 1937 würbe bas Prinz-Carl-Palais wegen seines welche große Zahl beutscher Schüler in Gegenben, baukünstlerischen Wertes auf Befehl bes Führers tDo bie Deutschen zerstreut fiebeln, ausschließ - erhalten unb lebiglich ber Wirtschafts-Anbau besei- x sP 0n e Schulen besuchen muß, tigt, um bie von ber Tann-Straße entsprechen!) oer- unb bamit allen Gefahren ber Entnationalisierung breitem zu können. ausgesetzt ist. Der Grunbriß bes Um» unb Erweite- Das geistige Leben ber Deutschen in Polen ift rungsbaues. ber bereits im Frühjahr nach jebr rege. Das erkennt man auch aus ber Zahl ber Fertigstellung ber neuen von ber Tann-Straße in Publikationen in beutscher Sprache. Angriff genommen würbe, sieht eine Erweiterung °’e bie polnische Statistik für bas Jahr 1934/35 auf bes Hauses burch einen hufeisenförmigen Anbau Datsche Schriften angibt. Der Stanb ber beut- gegen Westen zu vor Daburch war es möglich, bie uh en Zeitschriften erhöhte sich von 94 im alten, innenarchitektonisch prächtig ausgestatteten Aohre 1932 auf 101 im Jahre 1935. Unter ben Räume bes ersten Stockwerkes für Repräsentati- Publikattonen herrschten Lehrbücher vor Es onszwecke zu erhalten unb für bie mobernen Wohn- mupte — nicht nur im Interesse ber Deutschen in zwecke in Dem neuen Anbau nach ber Gartenseite x l -iT" Gebauert werben, wenn bie Angleichung zu entsprechenbe neue Räume zu schaffen. Um x r 7*e,?en *.n Bergleich stehenben Kulturstufen ba- einen zentralen Mittelraum, ber als Empfangs- ourch herbeigeführt werben sollte, baß man bie raum bient, gruppieren sich im Erbgeschoß gegen beutsche mit künstlichen Mitteln senkt unb schließ- Süben unb Westen zu bie Wohnzimmer, Speise- lid) erreicht, baß im Westen Schulgebäube leer- zimmer unb Rauchzimmer. Im Altbau schließen stehen, währenb sie im "Osten bes Lanbes fehlen, sich baran bie vormals vom Reichspräsibenten von Niemanb wirb es ben Deutschen in Westpolen ver» Hinbenburg bei seinem Aufenthalt in München be denken, wenn sie sich gegen diese Art der „Unifi- wohnten Räume Für den Verkehr im ersten Stock dierung" zur Wehr setzen. * ‘ ' OiepariserEntführungsaffäre Frau Skoblin verhaftet. Paris, 24. Sept (DNB.) Die Polizei setzt ihre Untersuchungen über das Berschwinden der Generale Miller und Skoblin fort. Die Frau des früheren russischen Generals Skoblin wurde von Polizeibeamten auf der Straße festgenom- m e n. Angeblich hat sie die letzte Nacht in der Wohnung einer Freundin verbracht. Die Polizei glaubt, daß Frau Skoblin in letzter Minute durch einen Telephonanruf ihres Mannes über die Vorfälle aufgeklärt worden fei. Es besteht ferner der Verdacht, daß sie genau unterrichtet ist über die Verbindungen, die 1935 zwischen General Skoblin und gewissen sowjetrussischen Krei- s e n bestanden haben sollen. Ihre Aussagen schienen so auffallend dazu bestimmt, die Flucht ihres am Verschwinden des Generals Miller vielleicht mitschuldigen Mannes zu decken, daß sie in Polizeigewahrsam gehalten wurde. Schwere Eingeborenen-Unruhen in Marokko. Paris, 25. Sept. (DNB. Funkspruch.) Gelegentlich der Anwesenheit des Unterstaatssekre- t ä r 5 im französischen Ministerium für öffentliche Arbeiten inMarrakeschin Marokko, der in Begleitung des Generalrefidenten die Stadt besichtigte, kam es zu Kundgebungen der Eingeborenen. Von Rädelsführern aufgestachelt, verließen die Mitglieder einer Gemeinde die Moschee und begaben sich, durch Zulauf noch verstärkt, in die Straßen, durch die der Zug des Unterstaatssekretärs mit seiner Begleitung kommen mußte. Auf einem Platz kam es schließlich zu einer Ansammlung von 3000 P e r s o - nen, die verschiedene öffentliche Gebäude mit Steinen bewarfen, und die auch d i e Polizei an griffen. Es wurden im ganzen etwa 30 Verhaftungen vorgenommen. Kunst und Wisfenschast. Deutsche Uraufführung des Films „Patrioten". In Berlin gelangte im Ufapalast am Zoo der von Karl Ritter geschaffene Ufa-Film „Patrioten" zur deutschen Uraufführung. Der Film hat bekanntlich bereits bei seiner Welturaufführung während der Deutschen Kulturwoche auf der Pariser Weltausstellung vor einem internationalen Publikum einen außerordentlichen Erfolg erzielt. Die französische Presse hat nicht nur den künstlerischen Wert voll anerkannt, sondern den Film auch als ein Werk bezeichnet, das geeignet ist, der Völkerverständigung zu dienen, da es mit größtem Ernst dem deutschen und dem französischen Patriotismus gleicherweise Rechnung trägt. Auch bei der Filmkunstausstellung in Venedig stand dieses Werk im Mittelpunkt des Interesses. Die deutsche Uraufführung, die im festlichen Rahmen stattfand, gestaltete sich ebenfalls zu einem ungewöhnlich großen Erfolg. Die beiden Hauptdarsteller, Mathias W i e« man und Ciba Baarova, sowie der Spielleiter Karl Ritter ernteten reichen Beifall. Aus aller Wett. Werbeschau des deutschen Wöbels in Berlin. Die unter der Führung bet Reichskammer für bilbenbe Künste veranstaltete Werbeschau bes beutschen Möbels würbe mit einer Kund- gcbung in Berlin eröffnet. Im Mittelpunkt ftanb eine Ansprache bes Reichskulturwalters Moral- ler, ber bie Aufgaben ber Werbeschau umriß. In seiner Wohnung schaffe sich ber Mensch seine eigene kleine Welt, in ber er Zufriebenheit finben müsse. Die Frage ber Heimgestaltung sei ausschlaggebend, weil der deutsche Mensch in seinem Heim die Kraft schöpfe für den Lebenskampf, in dem heute jeder einzelne stehe. Der Werbeschau des deutschen Möbels komme daher in ihren Auswirkungen neben der kulturellen auch eine nicht zu unterschätzende politische Bedeutung zu. Die Werbeschau, die im ganzen Reich durchgeführt wird und während der 4200 Schaufenster für geschmackvolle Heimgestaltung werben, erstreckt sich über die Zeit vom 25. September bis 9. Oktober. Ein Berner Bär für Berlin. Im Zusammenhang mit dem anläßlich ber 700- Jahrfeier ber beutschen Reichshauptstabt gefaßten Plan, einen ber Öffentlichkeit zugänglichen Zwinger für ben Berliner Wappenbären zu errichten, hat ber Gemeinberat ber Stabt Bern beschlossen, ber Stabt Berlin einen Bären zu schenken. Der Zeitpunkt ber Ueberführung bes Bären von Bern, bas bekanntlich ein ähnliches Wappentier führt, nach Berlin ist noch nicht festgesetzt. Es sei baran erinnert, daß nach der Sage Berthold V. von Zähringen im Jahre 1191 auf der Aare-Halbinsel einen Bären erlegte und hierauf beschloß, an dieser Stelle eine Stadt mit Namen „Bern" zu gründen. Der Berner Bärengraben, aus dem das freundliche Geschenk kommt, ist berühmt. Zwei vierfache Mörder hingerichtel. In Berlin ist der der Willi Roloff hingerichtet worben, ber durch bas Urteil bes Schwurgerichts Prenzlau wegen vierfachen M o r b e s zum Tobe verurteilt worben ist. — Roloff hat 1931 in Remlin (Mecklenburg) eine Frau, um sie als Zeugin eines an ihr begangenen Sittlichkeitsverbrechens zu beseitigen, erschlagen. Er hat ferner in Linbenhufen bei Briesen (Mark) 1935 ben Land- roirt Wilhelm Kochan unb 1936 ben Landwirt Lüdke, die er unter der Vorspiegelung, ihnen eine Stellung zu besorgen, in den Hinterhalt gelockt hatte, rücklings erschlagen und erschossen, um sich in den Besitz ihres Gelbes zu setzen. Schließlich hat er, gleichfalls in Beraubungsabsicht, den Händler Christian W o r r e s ch e k auf der Landstraße bei Bad Freienwalde (Oder) ermordet. Am 24. September wurde ber August Janke hingerichtet, ber vom Schwurgericht in Schneidemühl wegen Morbes in vier Fällen viermal zum Tobe verurteilt worben ist. Janke, ber seit Jahren ein zügelloses Leben geführt hatte unb des- sen Ehe infolgebeffen zerrüttet war, hat in Barken- felbe bei Schlochau feinen Schwager Gustav Klawitter, seine Ehefrau unb seine 7 unb l8/< Jahre alten Söhne Rubolf unb Horst mit einer Axt erschlagen. Eine kleltersportliche Leistung. Die bekannten Felskletterer Hans unb Simon Flatscher von Bab Reichenhall führten in den Berchtesgadener Alpen bie erstmalige Ueberklette- rung bes Nordostgrates des kleinen Palfelhorns durch, eines aus dem Wimbachtal aufsteigenden, von bizarren Felstürmen gekrönten steilen Grates, der sich von links her zum Gipfel aufschwingt. In acht Stunden angestrengter Kletterarbett bewältigten bie beiden Bergsteiger den schweren, durch die Brüchigkeit bes Gesteins besonders gefährlichen Weg. Hochwasser verursacht einen Fabrikbrand. Das seit einigen Tagen in Oberitalien herrschende Hochwasser hatte in einem Außenbezirk von Mailand eigenartige Folgen. Das aus den Ufern getretene Wasser des Lambro-Flusses überschwemmte in einer Gerberei eine Grube mit ungelöschtem Kalk. Dadurch entwickelte sich eine derartige Hitze, daß sich das Holz eines Fabrikgebäudes entzündete und ein Brand ausbrach, dem Materialien im Werte von mehr als 400 000 Lire zum Opfer fielen. In Santa Margeritha Ligure ftanb nach einem ver- heerenben Wolkenbruch bas Wasser in ben Straßen innerhalb weniger Minuten mehr als 1,50 Meter hoch. In bie Kaffeehäuser unb Läben brangen bie Wassermassen mit ungestümer Gewalt ein unb überfluteten Tische unb Einrichtungsgegenstände. Durch Hagel wurden viele Fensterscheiben zerschlagen. 60 Verletzte bei einem Explosionsunglück in Algier. In Algier ereignete sich eine folgenschwere E x - p I o f i o n. Das Gebäude einer Konditorei wurde völlig zerstört. Die Explosion ereignete sich im Keller des Nebengebäudes einer Konditorei in einer ber belebtesten Straßen. Außer bem Gebäube wurden vier anschließende Geschäfte vollkommen zerstört. Es gab im ganzen 6 0 Verletzte. Elf Schwerverletzte mußten ins Krankenhaus übergeführt werden, lieber die Ursache der Explosion ist man sich noch nicht im klaren. Man vermutet, daß ein Behälter mit komprimierten Gas explodiert ist. Großfeuer in einer Oelanlage San Franziskos. Ein Großfeuer zerstörte einen Teil der Anlagen der Standard Oil Companie in San Franzisko. Das gesamte Industrieviertel war mehrere Stunden stark gefährdet. Explosionen großer Oelmengen erschütterten die ganze Umgebung, und Ströme brennenden Oels flössen durch die angrenzenden Straßen. Der angerichtete Schaben wird auf zwei Millionen Dollar geschätzt. Schwarze Pest in Manbschukuo. Aus Mandschukuo wird das Auftreten der Schwarzen Pest gemeldet, und zwar sollen bisher über 200 Fälle dieser Seuche bemerkt worden fein. Um ihre Ausbreitung in den Hauptver- kehrsgebieten von Mandschukuo zu verhindern, sind zahlreiche Quarantänestationen längst der südmandschurischen Eisenbahn und rings um Hsingking eingerichtet worden. Die Behörden hoffen, die gefährliche Seuche bald befeitigt zu haben. Wieder ein englisches Bombenflugzeug ins Meer. gestürzt. Ein englisches Bombenflugzeug stürzte in der Nähe der Walliser Küste in bie See. Beim Aufschlagen auf den Wasserspiegel explodierte der Benzintank. Don den vier Insassen des Flugzeuges konnten bisher drei als Leichen geborgen werdem Man befürchtet, daß auch der vierte Flieger ums Leben gekommen ist. — Mit diesem Unfall hat die englische Luftstreitkraft in diesem Jahre bisher 64 Abstürze zu verzeichnen, die insgesamt 105 Todesopfer gefordert hatten. Flüchtiger Balencia-Bolschewist mit geraubtem Schmuck verhaftet. DNB. Wien, 15. Sept. Bei Krems an der Donau nahm die Gendarmerie einen Mann fest, der sich durch sein Verhalten verdächtig gemacht hatte. Bei der Vernehmung stellte sich heraus, daß der Verhaftete Louis Marton hieß, längere Zett in den Bolfchewiftenhaufen von Valencia „Kriegsdienst" geleistet hatte und schließlich geflohen war. Eingenäht in den Taschen seiner Kleider fand man Schmuckgegenstände von beträchtlichem Wert. Ueber die Herkunft der Kostbarkeilen verweigert der Bolschewist natürlich alle Angaben, doch steht es fest, daß sie von einer Plünderung herrühren. hohe Auszeichnung deutscher Konditoren auf der Pariser Weltausstellung. Mit dem Derbandstag der französischen Konditoren in Paris war eine Konditorenausstellung auf dem Gelände der Weltausstellung verbunden, an der sich außer Frankreich auch Deutschland, Belgien, Holland, Schweden, Oesterreich, Italien und die Tschechoslowakei beteiligten. Dem Reichsinnungsoerband des deutschen Konditorenhandwerks wurde, obwohl die von ihm ausgestellten Arbeiten an Zahl neben denen der anderen Länder zurückstanden, die höchste Auszeichnung zuerkannt. Er erhielt den Ehrenpreis des Staatspräsidenten der Französischen Republik Lebrun. 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Daneben haben viele hilfsbereite Kräfte von langer Hand her eifrig an der Beschaffung von weiteren Vorräten mitgearbeitet. Insbesondere hat sich hier wiederum die N S. - F r a u e n s ch a f t in allen Orten des Kreises Wetterau in vorbildlicher und sehr anerkennenswerter Weise für die Arbeit des WHW. eingesetzt. Tatfreudig haben die Frauen die Spenden aus der Beeren- und der übrigen Obsternte zu großen Mengen von Gelee und Marmelade Das Porträt Geheimrat Fromme von H.Krauß (München), das im Foyer des Stadttheaters seinen Platz fand. (Ausnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Nicht minder wertvoll war Frommes Tätigkeit auf volkshygienischem Gebiet als erster Vorsitzender des Aufsichtsrates des städtischen Volksbades. Vor allem aber wurde Geh. Rat Frommes Wirken im Vorstände des Theateroereins, dem er seit dem Jahre 1897 als Vorsitzender angehörte, und als erster GeMW. im Kreis Weitem» einsatzbereit. Umfassende Vorbereitungen zum neuen Kampf gegen Hunger und Kälte. Eröffnungsfeier im Gtadttheater. Ansprache des Intendanten. - Ehrung für Geheimrat Fromme. In wenigen Tagen wird der Rus unseres Führers zum Winterhilfswerk erneut an alle deutschen Volksgenossen ergehen. Das ganze deutsche Volk wird sich dabei wieder vornehmen, nach dem Wunsch des Führers auch bei diesem fünften Kampf gegen Hunger und Kälte unter deA nationalsozialistischen Führung voll und ganz seine Pflicht zu tun. Vor dem Beginn dieses neuen Abschnitts des WHW. sei ein besonderes Wort der Aufklärung gesagt. Das WHW. ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Die Spenden der Volksgenossen werden in vollem Ausmaß für den Zweck des Winterhilfswerkes verwandt. Soweit aus einem Arbeits- schäftsführer des Theaterbauvereins für die kulturelle Bedeutung der Stadt Gießen entscheidend. Geh. Rat Fromme ist es gewesen, der den Gedanken des Theaters in Gießen verwirklichte: noch ehe der Bau, auf den Stadt und Bürgerschaft heute mit berechtigtem Stolz blicken können, überhaupt errichtet wurde, hat der 1891 gegründete Theater- oerein unter Frommes Initiative Gastspiele bedeutender Kräfte auf der ersten Gießener Bühne im Cafe Leib vermittelt und so die Grundlage für die Errichtung eines eigenen Theaters geschaffen. Bald wurde diese Basis verbreitert und wiederum war es den Bemühungen Frommes zu verdanken, daß sich Beziehungen zu den Nachbarstädten Bad- Nauheim und Marburg knüpften, di- zur Gründung eines Städtebundtheaters führten. Unter Frommes Führung wurde dann der erste Gießener Intendant, der vor einigen Jahren verstorbene Hofrat Hermann Steingoetter, berufen; an feine Verdienste erinnert die Büste im Foyer, gegenüber dem jetzt angebrachten Bildnis Frommes, das der in Gießen seit Jahren wohlbekannte Münchener Porträtist H. Krauß geschaffen hat. Geh. Rat Fromme hatte dann, gemeinsam mit dem verstorbenen Theodor Ha u bach, entscheidenden Anteil an der Errichtung eines eigenen Theaterbaues. In vorbildlichem Gemeinschaftssinn brachte eine kunstsinnige Bürgerschaft in verhältnismäßig sehr kurzer Zeit die zum Bau notwendige Summe zum größten Teil aus freiwilligen Spenden zusammen. Den Rest steuerte die Stadt bei, dazu den vorbildlich schönen Platz in der Anlage Die Kunst der Bühne hatte eine ständige, würdige Stätte in Gießen gefunden. Unter Steingoetters Leitung begannen die Vorstellungen im eigenen Haus. Geh. Rat Fromme hat von der Errichtung des Theaters an bis auf den heutigen Tag die erfreulich fortschreitende und künstlerisch aufstrebende Entwicklung unserer Bühne mit herzlicher Anteilnahme verfolgt und ihr stets mit Rat und Tat und wertvoller Anregung zur Seite gestanden. Die Einführung von Operngastspielen und die Schaffung einer eigenen Oper geht ebenfalls nicht zuletzt auf Frommes Anregungen zurück Der ersten Vorstellung der neuen Spielzeit des Gießener Stadttheaters, „Maß für Maß" von Shakespeare in der Uebersetzung von Walter Josten, ging eine Eröffnungsfeier voraus. Nachdem der Theaterchor unter Leitung von Heinz Markwardt Mozarts „Bundeslied" zu Gehör gebracht hatte, trat Intendant S ch u l tz e - G r i e s h e i m zu einer Ansprache vor den neuen türkisfarbenen Vorhang: er hieß die Anwesenden herzlich willkommen. Was den neuen Porhang betreffe, so solle er den alten, der den Theaterbesuchern 'lieb geworden sei, nicht völlig verdrängen; er diene nur solchen Stücken, für die der alte nicht geeignet scheine. Der Intendant stattete darauf Oberbürgermeister Ritter herzlichen Dank ab für ein dem Theater gemachtes Geschenk: ein Porträt von Geheimrat Professor Dr. Fromme (unser Bild), das im Foyer seinen Platz gefunden habe. Seit den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts sei Geheimrat Frommes Name mit der Geschichte des Gießener Theaters eng verknüpft, um dessen Ausbau und Pflege er sich hohe Verdienste erworben habe. Die Errichtung des Stadttheaters aus den Mitteln der Bürgerschaft — wie die bekannte Inschrift besage, ein rechtes Denkmal bürgerlichen Gemein- stnns — dürfe als ein ganz besonderes Ereignis für eine so kleine Stadt wie Gießen gelten, die, ohne die Zuschüsse eines kunstsinnigen Hofes oder eines reichen Gemeinwesens, auf sich selbst gestellt war. Herrn Geheimrat Fromme sei es in erster Linie zu danken, daß in der Bürgerschaft der Wunsch nach einem eigenen Theater von künstlerischem Niveau geweckt und verwirklicht wurde. Er glaube in aller Namen zu sprechen, so führte Intendant Schultze-Griesheim aus, wenn er dem Herrn Oberbürgermeister Dank sage für ein Geschenk, das als ein sinnvolles Zeichen lebendiger Verbundenheit zwischen Theater und Bürgerschaft zu gelten habe. Ein Ausblick in die bittere, aber großartige Welt Shakespeares, die sich nun auftun solle, beschloß die mit lebhaftem Beifall aufgenommene Ansprache. Der Chor „Nun fanget an" von H. L. Haßler leitete zur Aufführung über. * Die mit der gestrigen Eröffnungsvorstellung verbundene Ehrung unseres Mitbürgers Geheimrat Professor Dr. Karl Fromme lenkt den Blick auf das Wirken eines Mannes, der außerhalb seines Berufs als Forscher und Lehrer an der Landesuniversität Zeit und Muße fand, sich für die öffentliche Wohlfahrt und das kulturelle Leben in Gießen so tatkräftig wie verdienstvoll einzusetzen. Geheimrat Fromme, am 11. Juni 1852 in Kassel geboren, begann seine akademische Laufbahn 1875 als Privatdozent für Physik in Göttingen. 1880 begann er seine Lehrtätigkeit als Professor für Mathematik, Physik und Geodäsie an der Landesuniversität Gießen, wo er 1894 zum ordentlichen Honorarprofessor, 1911 zum Geheimen Hofrat ernannt wurde und seit 1921 als Ordinarius bis zu seiner Emeritierung wirkte. Im Interesse der Stadt Gießen hat Geh. Rat Fromme auf den verschiedensten Gebieten des öffentlichen Lebens außerordentlich segensreich gewirkt und durch unermüdliche, aufopfernde Arbeit Bleibendes geschaffen So war er ehrenamtlich als Mitglied des Städtischen Schulvorstandes (1885 bis 1920) und der Kreisschulkommission (1891 bis 1920) vor allem zum Wohle der Alice-Schule und des Fröbel-Seminars tätig. abschnitt des WHW. Restbestände von Spenden verbleiben, werden diese für Aufgaben der NSV. zunächst verfügbar gemacht, um alle Hilfsquellen ständig in Wirksamkeit zu halten Jedoch ist dabei zu beachten, ^aß die vom WHW. an die NSV. überlassenen Spenden zu Beginn eines neuen Arbeitsabschnitts dem WHW. wieder zur Verfügung gestellt werden. Denn die NSV. ist grundsätzlich eine Aufgabe für sich und nicht etwa gleichzusetzen mit dem WHW., obwohl die Arbeit 'des WHW.,.... ulc wcunD,.cu ,u m dem großen Gesamtrahmen der NSV. geleistet können, daß sich auf diesem Spendengebiet das Ge- roirö- I samtaufkommen im Gebiet des Kreises Wetterau auf über 200 Zentner Marmelade erhöhen wird. Das Lebensmittellager des WHW. kann weiterhin durch die Lebensmittel-Pfundsammlungen im Sommer mit einer monatlichen Gesamtmenge von rund 100 Zentnern rechnen, die von den Spendern der Lebensmittelopferringe in den einzelnen Ortsgruppen herrühren In den Wintermonaten beläuft sich der Ertrag der Cebensmiftel-pfunbfammlungen monatlich auf rund 200 Zentner. Wenn diese Zahlen an sich auch sehr imponierend sind, so muß man doch bedenken, daß in dem Kampfe gegen Hunger und Kälte große Mengen an Lebensrnitteln für das WHW. erforderlich sind, um allen Erfordernissen gerecht werden zu können, außerdem unser Kreisgebiet ein sog. Aufbringekreis ist, der zur Linderung von großer Not in anderen Gebieten unseres Gaues einen Teil seiner Sammel- ergebniffe beisteuert nach dem vornehmen Grundsatz: Einer für alle und alle für einen In diesem Sinne Gemeinschaftsdienst zu leisten ist für unser Kreisgebiet eine besondere Auszeichnung. Bedeutsam ist auch das Ergebnis der Aehren- I e f e der HI. und des BDM., das im Kreise Wetterau die sehr ansehnliche Menge von etwa 100 Zentner Körnerfrucht gebracht hat, die zu drei Viertel aus Weizen und zu einem Viertel aus Roggen besteht. Das Kleiderlager des WHW. kann erfreulicherweise ebenfalls über ansehnliche Vorräte verfügen, so daß auch nach dieser Richtung hin den Erfordernissen entsprochen werden kann.' Im Rahmen der Winterarbeit des WHW- wird auch, wie schon in den Vorjahren, wiederum der Zchtachtspende besondere Bedeutung beizumessen sein. Es handelt sich hierbei um eine Sonderspende derjenigen Volksgenossen, die Hausschlachtungen vornehmen und davon einen kleinen Teil der Schlachtung für die vom WHW. betreuten hilfsbedürftigen Volksgenossen abgeben. Diese Spende wird wiederum in Büchsen gegeben, in die die Fleisch- oder Wurstspende von den Hausfrauen der Spender eingekocht wird. In anerkennenswerter Weise werden hier, wie bisher schon, wieder die Gemeinderechner der Ortschaften unseres Kreisgebiets als tat- frohe ehrenamtliche Helfer mit am Werk sein. Jede Haushaltung holt bekanntlich bei dem Gemeinde» rechner für die Schlachtung einen Schlachtschein ab. Bei dieser Gelegenheit wird den Familien von dem Gemeinderechner eine Büchse oder auch zwei oder drei, je nach Wunsch der Familie, für die Ablieferung der Schlachtspende ausgehändigt. Der Kreisbeauftragte für das WHW. im Kreis Wetterau hat für diese Spenden im kommenden Winter 11000 Büchsen von der Gauwaltung des WHW. erhalten und weitere 5000 Büchsen für diesen Zweck angefordert. Es ist nach den bisherigen Erfahrungen mit Sicherheit zu erwarten, daß alle diese Büchsen mit dem guten Inhalt des hochwertigen Fleischund Wurstnahrungsmittels an die örtlichen Sammelstellen des WHW. abgeliefert werden. Im kommenden Winter wird im Kreisgebiet Wetterau zum ersten Male ein weiterer Zweig für SO4F' Gießener (Siadiiheaier. Shakespeare: „Matz für Matz." „Measure for Measure", 1603 entstanden, geht nvie zahlreiche andere Shakespeare-Stücke im Kern »aus eine italienische Quelle zurück: eine ähnliche Babel, mit dem auch sonst des öfteren auftauchen- foen Hauptmotiv, findet sich in den „Hundert No- I mellen" des Italieners Giraldi Cinthio. „Maß für Maß" zählt nach der landläufigen Einteilung zwar zu den Lustspielen, aber wir haben schon früher mehrfach Darauf hingewiesen, ein wie weites Feld Ver Begriff der alten „Comedy" umgrenzt, und welche Stufungen und Schattierungen des heiteren Dramas — vom Schwank über das Lustspiel zur Komödie — sich darin unterbringen lassen In dieser Dramengruppe nimmt nun „Maß für Maß" zwar nicht jene abseitige Stellung ein wie ütma die früher hier gegebenen Lustspiele „Ende gut. alles gut" und „Diel Lärm um nichts": es •arf zu den großen Dramen gerechnet werden, zu ! en Hauptwerken, aber es steht, innerhalb seiner Gattung, auf dem äußersten Flügel, wo die Welt er echten Komödie fast unvermittelt in die Be° iirke des Tragischen hinübermündet. Die neue Uebersetzung, die hier gespielt wird, und von der :od) die Rede sein soll, bezeichnet das Stück daher mit Recht als Tragi-Komödie. * I Wer, außer Shakespeare, dürfte in solchem Umkreise, mit solcher äußersten Zuspitzung des Kon- f.'iktes, das Spiel mit dieser Fabel wagen: ein dichter begnadigt einen von ihm schuldig Befun- tenen und zum Tode Verurteilten unter der Beringung, daß die ihn um Gnade anflehende Schwester des Missetäters ihm, dem Richter, ihre Ehre cpfere und zu Willen sei! Und nicht genug damit: i«r Richter bricht danach sein Wort und besteht auf ter Vollstreckung ... nicht ahnend freilich, wie der fiurft, der ihn zum Statthalter eingesetzt hat, die i^iben lenkt und die Entscheidung über Liebe, Leim und Tod in Händen hält. So ist zwar äußer- lch, auch hier, das „Ende gut", aber die Vertuschung sowohl der Geliebten als auch der zum Habe Verurteilten ist ein Spiel auf bes Messers Sxfjneibe, bei bem es den Zuschauer überläuft. ♦ Kein Zweifel, baß „Maß für Maß", auch wenn £ bie starre biblische Forberung des „Auge um Z-iige, Zahn um Zahn" nicht wörtlich erfüllt, zu Ihn bitteren Lustspielen gehört, (wenn man bei der a.ten, allgemeinen Einteilung bleiben will) zu den pjssimisttschen Dramen, in denen der Dichter „vom Himmel durch bie Welt zur Hölle" wanbeit. Die Aihl ber auftretenden Personen ist groß, aber nur . innige sind in den gefährlichen Feuerkreis des nizentlichen Konfliktes einbezogen; sie sind auch, Kie meist, verschieden stark belichtet: einige stehen Mz nah und groß, mit unheimlich scharfen Kon- L-ren, vor dem Beschauer, andere wirken blasser, jliiben im Hintergrund, gehen flüchtig vorüber; einige auch stehen, wie zufällig fast, am äußersten Rande des Geschehens Im Kern der Handlung, im vollen Scheinwerfer- licht nicht nur der Bühne, sondern vor allem der dichterischen Anschauung und menschlichen Gestaltung Shakespeares —: Angelo und Isabella, der Richter und die Gnadeflehende, zwischen denen ein unerhörter menschlicher Konflikt zum Austrag gebracht wird; ihnen am nächsten: Claudio, der Verurteilte, etwas entfernter: Julia, Claudios Geliebte, und Mariana, Angelos Verlobte, die in der entscheidenden Nacht mit Isabella vertauscht wird. Unterhalb dieser Sphäre der Charaktere entwickelt sich die Schicht, in der das Volk der Rüpel, der (Einfältigen, der Außenseiter der sozialen Gesellschaft sein Wesen treibt, wo Konstabler und Kupplerin, Bierzapfer und Scharfrichter, Zigeuner und Kerkermeister ihre rauhen und lärmenden Stimmen erheben. lieber diesen beiden Schichten aber und über dem ganzen Spiel die Gestalt des Vmcentio, Herzogs von Wien, der den Angelo als Statthalter einsetzt und angeblich auf Reisen geht: in Wirklichkeit mischt er sich, ein anderer Harun al Raschid, unerkannt unter das Volk, es kennen zu lernen, Gericht zu halten — auch über den bestechlichen Richter und treulosen Statthalter, der freilich milde genug davonkommt — die Fäden zu entwirren und Katastrophen zu verhüten- wie jener „Gott aus der Maschine" bei den Alten, bie Rolle des Schicksals und der Vorsehung spielend — Die Aufführung des weit über dreihundert Jahre alten Stückes konnte merkwürdigerweise als Uraufführung gelten insofern, als es hier zum ersten Male in einer neuen Uebersetzung gespielt wurde Walter I o st e n hat es unternommen, das dramatische Werk Shakespeares neu zu übertragen: eine Arbeit, die, von allem Sprachlich-Philologischen, Textkritischen und Künstlerischen abgesehen, Mut, Selbstvertrauen und Verantwortungsgefühl voraus- setzt, nachdem erst vor kurzem die durch Rothes Uebertragung entfesselte Auseinandersetzung über das Problem eines „deutschen Shakespeare" von autoritativer Seite ein für allemal — zugunsten der alten romantischen Uebersetzung von Schlegel, Tieck und Baudissin, die wir schon klassisch zu nennen uns gewohnt haben — beendet worden ist Von „Maß für Maß" liegt uns der auf die übliche Weise vervielfältigte Bühnentext vor. Im Verlag Paul Hartung KG., Hamburg 26, sind bereits erschienen „Hamlet", „Macbeth" und „Richard III." Außerdem liegt uns, aus dem gleichen Verlage, eine Schrift von Erich Ackermann vor: „Shakespeare — deutsch. Eine Einführung in das Uebersetzungswerk von Walter Josten. Mit einem Geleitwort von Otto Brües." 77 Seiten. — (269) — Hier sind die Grundprinzipien bargelegt, bie für bie Würbigung von Jostens Arbeit wesentlich erscheinen. Zunächst wird nicht die Antithese gestellt: hie Schlegel, hie Josten, entweder — oder. Sondern, wie es in einer Vorbemerkung zur „Macbeth"- Uedersetzung heißt: „Die für unübertrefflich erach- teten Stellen der klassischen deutschen Uebersetzung sind beibehalten worden/ Jostens Arbeit zielt einmal auf eine größere Genauigkeit und auf die Ausmerzung offenkundiger Uebertragungsfehler bei Schlegel-Tieck, ferner auf die Aufhellung von Dunkelheiten, vor allem aber auf die Wiedergabe des ursprünglichen Shakespeareschen Klangcharakters und Rhythmus. Josten ist von Haus aus Rezitator, er will sein Werk gerade durch das Medium des Ohres erschlossen wissen. Es ist kein Zweifel, daß bestimmte, nicht immer kleine Partien der alten Uebersetzung dem Zuhörer im Theater gar nicht oder nur teilweise ein- und aufgehen: wo eine Neuformung dies beseitigt, also unmittelbar größere Klarheit und Verständlichkeit bewirkt, ist sie entschieden zu begrüßen. Nach den uns vorliegenden Proben, die Josten, Schlegel und den englischen Urtext nebeneinander bieten, ist das nicht selten geglückt; allerdings finden sich auch Gegenbeispiele, für die man den klassischen Text beibehalten wissen möchte. Uns scheint, daß man etwa nach dem bloßen Hören einer Aufführung sich nicht endgültig für oder wider das gesamte Unternehmen aussprechen kann, daß eine wirkliche Bewertung vielmehr die Lektüre und genaue Vergleichung der jeweils drei Texte voraussetzt. Wer dies unternimmt, wird bemerken, wie die Probleme nicht nur innerhalb eines Stückes, sondern selbst angesichts eines Monologes, ja eines einzigen Verses sich häufen: es ist eine mühsame, aber lohnende, aufschlußreiche und anregende Arbeit; ob sie in jedem Falle, auf das einzelne Werk, ja die einzelne Szene bezogen, eine völlig eindeutige Entscheidung für Lasten oder für die klassische Uebersetzung ergibt, mochten wir nach der uns selbst zugänglichen Tertvergleichung noch dahingestellt fein lassen. Wo die neue Uebersetzung, augenscheinlich ober hörbar, über die alte hinausgelangt, sie verbessert, erhellt ober ergänzt, kann sie uns nur willkommen sein Der Abend begann mit einer kleinen Eröffnungsfeier, über die mir gesondert berichten. Intendant Schultze-Griesheim hat, einer alten Vorliebe für Shakespeare folgend, das Stück selbst in Szene gesetzt. Seine Spielführung ließ, was kaum zu umgehen war, die Doppelstimmigkeit des Werkes, die wir anzudeuten versuchten, ausschwingen, betonte indessen, soweit wie möglich, den leichten, lockeren Lustspielton. Immerhin bildeten die großen Szenen, in denen das Menschliche am unverhülltesten durchbricht, die inneren Orgelpunkte des Ganzen: die große Auseinandersetzung zwischen Angelo und Isabella, die Kerkerszene (Isabella und Claudio) und bie abschließende Gerichtsszene. Den „gemischten" Charakter und die bittere, melancholische Grundstimmung des Stückes werden die Zuschauer empfunden haben, — die Hörer vor allem, denn die Regie war auch, wie man spüren konnte, bemüht, in der dialektischen Durcharbeitung den Absichten des neuen Uebersetzers zu dienen. — Die Drehbühne gestattete eine schnelle Verwandlung der in 13 Silber gegtieberten fünf Akte. Herr Löffler hatte bie wechselnben Schauplätze mit Geschick auf ber Scheibe verteilt, bie Szenerie mit Treppen, runben unb spitzen Bögen, Galerien unb Gitterwerk angedeutet, worüber sich, wohl nicht ohne tiefere Bebeu- tung, ein bestirnter ober bewölkter Himmel wölbte. Im Ensemble stellten sich eine Reihe neuverpslich- teter Kräfte vor. Else M o n n a r b spielte bie Isa- bella, sprachlich gepflegt unb musikalisch, mit sicherer Verwaltung ihrer barstellerischen Mittel bie große Rolle uberschauenb unb gliebernb, aus anfänglicher Verhaltenheit zum vollen Ausströmen jungfräulich- weiblichen Gefühls sich fteigernb; eine bemerkenswert reife Leistung. Erich Wei lan b, ber neue jugenblidje Helb, blonb, groß, elegant unb schlank, gab ben Angelo, eine Rolle, bie hohe Anforberungen stellt, Gefühl für Xaft unb Maß, auch geschmeibige Wanblungsfähig- keit voraussetzt: er begann, verhältnismäßig schnell sprechend, sehr beherrscht, mit kaum unterdrückter Heftiakeit das Amt des Rechtswahrers betreuend und fand glaubhaft den liebergang des ersten inneren Schwankens ... bis zum jähen Ausbruch und einer Gefühlsverwirrung, die in verhängnisvolle Verstrickung führt. Herr v. Gschmeidler war der Herzog; er ließ die äußere Würde, die ruhige Sicherheit dessen spüren, dem in diesem Stück mehr zugeteilt ist als die Rolle eines Repräsentanten, eines unverbindlich Milben Regenten; in einigen Szenen (vor ber cnt- scheibenben Demaskierung) nachbenklich. ein wenig schwermütig, mit philosophischer Gelassenheit bas Treiben bes Volkes belauschenb unb burchschauenb. Ernst Di11mar spielte ben Claubw sympathisch unb jugenblid); bie Tobessurchtszene im Gefängnis gab ihm Gelegenheit, sehr menschliche Tone anzu- schlagen, wie man sie sonst in ber Sphäre bes Lustspiels kaum vernimmt. Ruth-Ines Eckermann war bie Mariane, Anneliese Garbe bie Julia: beide Rollen gestatten ihrem Umfang nach noch taum ein Urteil über bie Gaben ihrer Trägerinnen. Hans Paschen, ber neue Charakterkomiker, gab ben einfältigen Konstabler mit behaglich ausmalen, ber Breite. Dom alten Stamm sei mit befonberer Anerkennung Herr Fr ickhoef fer aenannt, ber ben Lucio spielte eine ganz shakespearische Gestalt, geschmei- big unb witzig; feine Szene mit bem unerkannten Herzog war bie heiterste bes ganzen Abenbs. Auch bie Herren Schorn unb Linbt, Pompejus unb Schaum, wirkten mit lockerem Humor. Herr Neu- haus war ein roürbiger, nobler Escalus; Herr S o l rf als Kerkermeister bewährte sich als tüchtiger Sprecher. — * Starker Beifall rief zuletzt mit ben Spielern auch ben Uebersetzer unb ben Jntenbanten an bie Rampe. Hans Thyriot die Dauer der WHW.-Arbeik 1 937/38 eröffnet werden. Es handelt sich um eine Geldspende für die Dauer von sechs Monaten, zu der von allen Industriebetrieben, selbständigen Gewerbetreibenden, sonstigen Unternehmungen, Männern der freien Berufe, Vereinen und Körperschaften Beiträge erbeten werden. Da die Aufgaben des WHW. nach wie vor sehr groß sind, wird von dem Kreisbeauftragten des WHW. erwartet, daß auch bei dieser Geldspendensammlung alle in Betracht kommenden vorgenannten Dolkskreise sich in großzügiger Weise zur Mithilfe bereitfinden und damit einen weiteren wertvollen Dienst an dem Aufbauwerk unseres Führers leisten. In den nächsten Tagen werden die Einladungen und Spendenscheine für diese Sondersammlung verschickt werden. Bei der Leitung des WHW.s unseres Kreises besteht die Erwartung, daß alle zu dieser Mitarbeit aufgerufenen Volksgenossen sich nach Maßgabe aller ihrer Möglichkeiten für die Spendenkartei ein- schreiben lassen. Diese Spende kann durch eine einmalige Zahlung oder durch sechs monatliche Raten im Winter 1937/38 abgeführt werden. In diesen Tagen werden innerhalb der Ortsgruppen die Anträge für die Betreuung durch das WHW. 1937/38 entgegengenommen. Die Antragsformulare werden in wenigen Tagen bei den Ortsgruppenamtsleitern vorliegen. Bei der Prüfung der Anträge wird nach großzügigen Gesichtspunkten verfahren werden, damit die Hilfe des WHW. überall da voll und ganz zur Wirkung kommt, wo sie in bester Weise notwendig und angebracht ist. Oberster Grundsatz ist, daß alle hilfsbedürftigen von die- fer Betreuung erfaßt werden, hilfsbedürftig nach den Richtlinien des WHW. find Erwerbslose, Wohlfahrtsempfänger, Notstandsarbeiter, Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene, Kleinrentner, Sozialrentner und erwerbstätige Volksgenossen mit großer Kinderzahl und in Einkommensverhältnissen, deren Ausmaß den erhöhten Kosten einer kinderreichen Familie nicht entsprechen. Es wird vom WHW. auch besonders darauf Gewicht gelegt, daß kein hilfsbedürftiger Volksgenosse aus falscher Scham beiseite bleibt und etwa keinen Antrag einreicht. Vielmehr wird als Selbstverständlichkeit betont, daß unsere gesamte Volksgemeinschaft die Verpflichtung hat, sich mit allen Kräften für die hilfsbedürftigen Glieder der großen deutschen Familie einzusetzen und daß hieraus den wirtschaftlich schwerringenden Familien ein Recht a u f die Betreuung durch das WHW. erwächst, von dem sie selbstverständlich Gebrauch machen sollen. Es ist allen hilfsbedürftigen Familien und Einzelpersonen dringend anzuraten, sich zur Linderung von Not und wirtschaftlicher Bedrängnis m i t vollstem Vertrauen an die Dien st st el- len des WHW. zu wenden, damit die gebührende Hilfe auch im kommenden Winter zuteil wird. Wie schon in den bisherigen Arbeitsabschnitten des WHW. viele Männer und Frauen in der Zentralstelle des Kreisgebiets, wie auch in den einzelnen Ortsgruppen sich in ehrenamtlicher Mitarbeit mit größter Tatkraft für die Betreuung der hilfsbedürftigen Volksgenossen eingesetzt haben, so werden auch im kommenden Winter wieder in .Stadt und Land sehr viele Helfer und Helferinnen in uneigen- ' niihiger Arbeit ihre Kraft für diese Hilfeleistung im Dienste unserer Volksgemeinschaft und im Sinne unseres Führers einsehen. Diesen Männern und Frauen, die tagsüber ihren Berufspflichten oder ihren Aufgaben im haushalt obliegen, daneben aber während des Tages oder in zahlreichen Abendstunden noch ehrenamtlich für das WHW. arbeiten, wird auch diesmal wieder alle Anerkennung und aufrichtiger Dank gebühren für die vorbildliche Einsatzbereitschaft, mit der sie im Rahmen ihrer örtlichen Möglichkeiten dem Gemeinschaftsinteresse unserer Volksgesamtheit auf dem Gebiete des WHW. dienen. In gleicher Weise werden sich aber auch alle Spender in Stadt und Land wiederum das Recht auf dankbare Anerkennung erwerben, denn auch sie bekunden durch ihre Hilfeleistung, daß sie mit ganzem Herzen und mit voller Hingabe dem Führer Gefolgschaft leisten. B. Die Imker am Vierjahresplan. Beispielimkereien. vie Imker Südwestdeutschlands hatten in Heidelberg eine Arbeitstagung. Unter Führung des ge- schäftsführenden Präsidenten der Reichsfachgruppe Imker, K. h. K i ck h ö f f e l (Berlin), waren die Landesgruppenoorsitzenden aus Württemberg, Ba- den, Saarpfalz und Hessen-Nassau mit ihren Arbeitsstäben beieinander. Die Bienenvölker im Südwesten haben Heuer durch Seuchen und eine nicht immer richtig und rücksichtsvoll durchgeführte Bekämpfung von Pflanzenschädlingen mit Arsenmitteln gelitten, hier gerade muß besonders darum gerungen werden, die Ziele des Vierjahresplanes dennoch zu erreichen. Honig und Wachs sind nicht zu entbehren. Ihre Erzeugung im eigenen Lande wird immer wichtiger und nötiger. Die Zahl der Bienenvölker und Der Bienenzüchter muß gehoben werden. Die landwirt- ichaftlichen Fachschulen haben Lehrgänge eingesetzt. Die Jmkerfachgruppen und Imkerschulen setzen da weiter ein. Landwirtschaft, Obstbau, Gärtnerei und Forstwirtschaft stellen ein gut Teil des imkerischen Nachwuchses. Die Iunglehrerschaft, die Arbeiter und Handwerker der Siedelungen bleiben nicht zurück. Dazu sucht man die Betriebsweisen zu heben und zu vereinfachen. Die Hochzucht guter Königinnen ist vereinheitlicht, durch viele Belegstellen gesichert Viele Arbeiten sind noch nötig. Die Schäden aus Wachsmotten, durch Mäuse, ja in Verbindung durch Storungen von Katzen, Hühnern, Unachtsamkeiten müssen vermieden werden. Eine straffe Erziehung zu Ordnung und Sorgfalt in den Betrieben wird durch Standbegehungen erreicht werden. Alle Bie- nenstande auch die der nicht an die Fachgruppen angeschlossenen Imker, werden mindestens alle drei -Jahre einmal überprüft und dann überwacht werden. Damit wird die Ernennung von einzelnen, be- sonders guten Ständen, von 30 Völkern an, auf ptrag zu Beispielimkereien verbunden sein. Es wird keine versteckten Seuchenherde mehr geben. Jede Tracht wird durch Wanderung ausgenutzt, und zu magere Bienenweide nach Möglichkeit aufgebessert. Kein Krümchen Wachs wird mehr verloren gehen dürfen. Jeder Stand wird einen Sonnenwachsschmelzer anschaffen müssen. Für einen erschwinglichen Preis wird gesorgt sein. Alle Trester werden gesammelt und in großen Sammelstellen ausgenutzt werden. Filme und weitere Lehrmittel sind im Entstehen. Aus der Stadt Gießen I lum finmactun ! Aus den Gießener Gerichtssäleu H. Ljjjttovin ▼ für ^uncLe autcL 'Kuazvkß,. des Stadttheaters, Hermann Schultze-Gries« heim, hielt eine Ansprache, in der er den Iubi- laren für die dem Stadttheater und der Stadt in den 30 Jahren geleisteten treuen Dienste dankte. Der Kreisobmann der Deutschen Arbeitsfront, Hermann Wagner, fand herzliche Worte für die beiden Jubilare. Die Feier wurde durch Chöre des Stadttheaters untermalt. ** Ausgabe von Fettoerbilligungs- scheinen. In der Zeit vom Donnerstag, 30. September, bis Mittwoch, 6. Oktober, gelangen im Stadthaus Gartenstraße, Zimmer 13, die Fettoerbilligungsscheine und die Bezugsscheine für Konsum- Margarine für die Monate Oktober bis Dezember 1937 zur Ausgabe. .** Viehmärkte in Gießen. Am nächsten Dienstag findet hier Rindvieh-(Nutzoieh-)Markt statt. Für Mittwoch, 20. Oktober, ist Schweinemarkt vorgesehen. ** Dasneue Semesterinder Gewerbeschule Gießen. Am 2. November beginnt In der dreisemestrigen Gewerbeschule Gießen das neue Semester. ** 21 u f der Heimfahrt mit dem Auto v e r u n g l ü ck t. In der letzten Nacht zwischen 1 und 2 Uhr verunglückte ein Personenauto aus Gießen, in dem sich drei Insassen von hier auf der Rückfahrt von Wetzlar befanden, in der Nähe von Heuchelheim. Ein Insasse erlitt Kopfverletzungen, eine Mitfahrerin trug Verletzungen am Bein davon, der dritte Insasse blieb unverletzt. Die beiden Verletzten wurden von der Gießener Sanitätskolonne nach der Chirurgischen Klinik gebracht. unterbrochen tätig ist. Nach Ableaung der 1. und 2. Derwaltungsprüfung für die hessischen Städtebeamten wurde Herr Schirmbeck als Beamter auf Lebenszeit angestellt. Der Jubilar ist einer der wenigen abstimmungsberechtigten Saardeutschen unserer Stadt. Als Mitgründer und Vorstandsmitglied des Saarvereins ist er schon frühzeitig für die Interessen des Saarlandes eingetreten. Trotz Krankheit hat er es sich denn auch nicht nehmen lassen, unter der Betreuung der Sanitätskolonne vom Roten Kreuz am 13. Januar 1935 zur Saarabstimmung zu fahren und seinen Teil zu dem gewaltigen Sieg des Saarvolkes beizutragen. ♦* Arbeitsjubiläen im Stadttheater Gießen. Zu Beginn der Winterspielzeit 1937/38 fand am gestrigen Freitagvormittag auf der festlich geschmückten Bühne ein Betriebsappell statt, bei dem der Schnürmeister Heinrich F e u ß e r und der Logenschließer Johann Fechter aus Anlaß ihrer 30jährigen Zugehörigkeit zum Stadttheater geehrt wurden. Beide Jubilare gehören seit dem Bestehen dem Verband des Stadttheaters an. Der Intendant Dornotizen. Tageskalender für Samskag. NSG. „Kraft durch Freude": 20 Uhr, „Das Gie- iener Winzerfest". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Unternehmen Michael". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Fremdenheim Filoda". Tageskalender für Sonntag. NSG. „Kraft durch Freude": 16 Uhr, „Das Gießener Winzerfest". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Unternehmen Michael". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Fremdenheim Filoda". Hitler-Jugend Dann 116 Gießen. Der letzte Termin für die Beitrittserklärungen ür den „Theaterring der Hitler-Jugend" ist der 27. September 1937. Hiller-Jugend, Zungbann 116. Vekr. Voxkurfus. Allen Teilnehmern der HI. und des DJ. gebe ich hiermit bekannt, daß der Boxkursus am Mon- tag, 27. dieses Monats, in der Turnhalle der alten Pestalozzischule stattfindet. Der Leiter der Stelle KS.: Körner, Gefolgschaftsführer. Große Strafkammer Gießen. Gestern hatte sich der W. K. aus Gießen vor der Großen Strafkammer wegen Sittlichkeitsverbrechens im Sinne von § 174, 176 Ziff. 3 zu verantworten. Die Anklage legte ihm zur Last, einen ihm befreundeten jungen Mann in unsittlicher Absicht berührt zu haben. In der Hauptverhandlung, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfand, gab der Angeklagte den Vorfall an sich zu, behauptete jedoch, daß derartige Berührungen vollkommen unbeabsichtigt vorgekommen seien. Diese Einlassung konnte dem Angeklagten nicht widerlegt werden. Es erfolgte daher Freispruch mangels Beweises. Amtsgericht Gießen. Unter der Anklage der Körperverletzung, Beleidigung usw. stand der I. I. aus Lich vor dem Amtsgericht. Die Anklage legte ihm zur Last, am 27. Juni dieses Jahres in Lich einen im Ruhestand befindlichen Beamten körperlich mißhandelt und beleidigt zu haben. Die beiden hatten nebeneinander ihre Aecker liegen. An diesem Tage waren zufällig beide auf ihrem Acker beschäftigt. Dabei kam es zwischen ihnen auf Grund eines bereits 18 Jahre zurückliegenden Vorfalls zu einem Wortwechsel, in dessen Verlauf der Angeklagte den Zeugen beleidigte und auch schlug. Der Zeuge blieb keine Antwort schuldig, und so kam es zu einer regelrechten Keilerei. Die Angelegenheit hat folgenden Hintergrund: Der Angeklagte hatte dem Zeugen im Jahre 1920 —dieser befand sich damals noch im Dienst — 1000 Mark zur Abdeckung eines von ihm angerichteten Schadens ausgehändigt. Der Schaden belief sich jedoch nur auf 200 Mark, so daß 800 Mark übrig blieben, hier behauptete der Angeklagte, daß er dieses Geld nicht zurückerhalten habe, während der Zeuge die Summe zurückgezahlt haben will. Wegen dieses Falles war ' vor einer Reihe von Jahren ein Strafverfahren gegen den Beamten eingeleitet worden, das aber mit einem Freispruch endete, da das damalige Gericht den heutigen Angeklagten, der seinerzeit als Hauptbelastungszeuge auftrat, für unglaubwürdig gehalten hatte. Der Angeklagte gab in der gestrigen Hauptverhandlung zu, den Zeugen beleidigt und geschlagen zu haben. Er behauptete jedoch, durch eine beleidigende Aeußerung des Zeugen dazu veranlaßt worden zu fein. Da keine eigentlichen Tatzeugen vorhanden waren und die Darstellung der Beteiligten naturgemäß stark auseinanderging, gestaltete sich die Beweisaufnahme recht schwierig und umfangreich. Auf Grund des Beweisergebnisses hielt das Gericht den Angeklagten für überführt und erkannte auf eine Geldstrafe von 40 M k. Honigkochen. Die Zeit des Honigkochens ist jetzt da. Wenn wir durch die Dörfer kommen, dann strömt uns aus vielen Häusern der Duft des kochenden Birnenhonigs lieblich in die Nase. Das honigkocken ist eilte wichtige Arbeit, genau wie die Hausschlachtung. Wohl drängt im Felde die Arbeit des Kartoftelausmachens, aber die Birnen sollen doch auch nicht verderben. Gar oft muß deshalb die Nacht herhalten. Ganz leicht ist die Bereitung des Honigs auch nicht. Die jungen Eheleute müssen immer wieder bei ihren Eltern ober bei einer Tante fragen, auf welche Art sie ihren vorzüglichen Honig bereiten. Es gibt da mancherlei Rezepte. Der eine ißt Birnenhonig nur mit Zwetschen vermischt, der andere mag nur ganz „dünnen" Honig, wieder ein anderer wünfcht, daß in dem Most auch ganze Birnenstücke mitgekocht werden. Es gibt Leute, die noch besondere Gewürze, wie Nelken, Zimt usw., dem Honig beifügen. Ueoerhaupt das Wort „Honig"! In manchen Gegenden Deutschlands weiß man überhaupt nichts von dieser Art „Honig". Man nennt das eingedickte Obst einfach Mus oder Latwerge. Das Wort Honig wird eigentlich auch nur von den Bienen beansprucht. Aber wir Oberhessen sagen nun einmal Birnen- oder Zwetschenhonig; wenn er auch nicht so süß ist wie der Bienenhonig, uns schmeckt er doch. Wir müssen nur dafür sorgen, daß er richtig zubereitet wird. Er darf nicht „streng" schmecken, er darf nicht anbrennen, mit einem Wort: er muß geraten! Die rohen Birnen werden zerkleinert, bann gekeltert. Der Most kommt in den Kessel. Währenb er nun ein kocht — beim Birnenhonig braucht man im Gegensatz zum Zwetschenhonig nicht zu rühren, ba er nicht anbrennt —, kommen am Abenb Nachbarn unb Freunbe, meistens Frauen unb Mädchen, und schälen die guten reifen Herbstbirnen. Die Stücke davon werden dann dem kochenden Most zugesetzt. Auch das muß verstanden sein. Der Honig darf nie aus dem Kochen kommen. Schön sind solche Abende, wenn bie Frauen in der Küche sitzen unb bie Birnen schälen. Der Duft bes roerbenben Honigs weht von der Waschküche her. Die flinken Hände haben wohl Arbeit, aber der Mund braucht nicht stillzustehen. Alle Dorfneuigkeiten werden da aufgetischt. Der Sommer war auch gar zu lang und die Arbeit hart und schwer. Da konnte man ja kaum zu einer Aussprache kommen. Jetzt aber kann man wieder einmal „reden"! Ist bie Arbeit getan, kocht bie Hausfrau einen guten Kaffee. Zwetschenkuchen gibt es auch. So sin- bet dieser arbeitsreiche Tag einen schönen Abschluß. Nur unten in ber Waschküche steht ber „sachverstän- bige" Hausherr; er muß richtig feuern, nicht zu tarf unb nicht zu schwach, unb er muß die ganze Nacht wachen, damit bas Feuer nicht ausgeht. Zuletzt muß er bann, wenn die Stücke sich gesetzt haben, auch noch rühren. Wenn er Glück hat, ist ber Honig am frühen Morgen fertig. Dann kommt ein wichtiger, fast andächtiger Augenblick: der „Neue" wirb von Bekannten und Freunden ver- ucht! Im Rahmen einer Feierstunde wird den Jung- mädeln Tuch und Knoten verliehen, und damit sind sie endgültig eingereiht in die große Gemeinschaft bes BDM. Umzug derKreisamisleilung derASD. Anfang Oktober werben bie Geschäftsräume der Kreisamtsleitung ber NSV. des Kreises Wetterau aus dem Hause Löberstraße 9 nach dem Hause Goethe st raße 36 verlegt werben. Bei ber großen Ausdehnung bes Aufgabengebietes ber NSV. in unserem Kreise Wetterau haben sich bie bisherigen Diensträume immer mehr als unzulänglich erwiesen, außerbem war eine räumlich straffere Zusammenfassung der verschiedenen Abteilungen erforderlich geworden. In dem neuen heim der Kreisamtsleitung werden für die Verwaltungsarbeit erheblich günstigere Verhältnisse bestehen, die allen Mitarbeitern der Kreisamtsleistung, sowie dem Publikum eine weit bessere Erledigung aller Arbeiten bzw. Anliegen als bisher ermöglichen werden. Gießener wochenmarktprefte. * Gießen, 25. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1.55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 11%, Klasse B 11, Klasse D 10%, ausländische, Klasse S 12%, Wirsing, % kg 9 bis 12, Weißkraut 6, Rotkraut 9 bis 12, gelbe Rüben 9, Karotten 8 bis 12, rote Rüben 9 bis 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 18 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Erbsen 20 bis 35, Feldsalat, Vio 10, Tomaten 12 bis 17, Zwiebeln 6 bis 7, Meerrettich 30 bis 80, Kürbis 5 bis 6, Pilze 40 bis 50, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,45 bis 3,50 Mark, Aepfel, % kg 10 bis 25 Pf., Birnen 5 bis 20, Preiselbeeren 35, Zwetschen 15 bis 16, Nüsse 30 bis 40 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 1 bis 1,10 Mark, Enten 1 bis 1,10 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 40, Salat 9 bis 11, Salatgurken 5 bis 30, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 9 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. ♦ ** 25 Jahre in der Kommunalverwaltung. Vor einigen Tagen konnte der bei den städtischen Betrieben als Abteilungsleiter beschäftigte Verwaltungsoberassistent P. Schirmbeck auf eine 25jährige Dienstzeit in der Kommunalverwaltung zurückblicken. Der Jubilar ist — so berichtet man uns weiter — geborener Saardeutscher und trat 1912 in den gemeindlichen Verwaltungsdienst des Saarlandes ein. Zum Heeresdienst eingezogen, machte er den Krieg im Osten und Westen in vorderster Front mit, bis er im Mai 1918 an der Westfront schwer verwundet wurde. Nach der Entlassung aus dem Heer kam der Jubilar zur Stadtverwaltung Gießen, wo er nahezu 18 Jahre un- Nun ist wieder eine Arbeit für das ganze Jahr getan! Wir wollen hoffen, daß er dieses Jahr in allen Kesseln gut gerät! Aus der engeren Heimat. BOM.-ttntergau 116. Dienstbefehl. Betr.: Schulung derI M.- u n d B D M.- Gruppensportwartinnen. Die Schwimmschulung am Samstagabend fällt aus, dafür beteiligen sich alle Gruppensportwartin- nen, die das LA. noch nicht haben, am 25-Kilo- meter-Wandern am 25. September. Antreten 19.45 Uhr am Ludwigsplah. Sportschulung für alle Gr.-Sportwartinnen am Sonntag, 26. September, um 8.30 Uhr an der Dienststelle des Untergaues 116, mit Turnzeug. Die Untergausportwartin. 20000Mädelvorihrergroßenprü ung NSG. Am Geburtstag des Führers haben über 20 000 zehnjährige Mädel im Obergau Hessen-Nas- au ihren Eintritt in den BDM. vollzogen. Noch aber sind sie nicht endgültig ausgenommen, sondern verrichten als Jungmädel - Anwärterinnen ihren Dienst. Die letzte Entscheidung, ob ein Mädel, das vorher ärztlich untersucht worden ist, in den Jung- mädelbund ausgenommen wird, ist die Jungmädelprobe, die erstmals in diesem Jahr durchgeführt wird. Drei Voraussetzungen muß bas künftige Jungmädel dazu erfüllen: drei Weitsprünge zu je zwei Meter, Ballweitwurf 12 Meter, drei Rollen vorwärts, drei Rollen rückwärts (Aufstehen ohne Zuhilfenahme der Hände); Sprung aus einem Meter höhe; durch ein schwingendes Seil laufen und Teilnahme an einer Tagesfahrt. Daraus geht klar hervor, daß wir zunächst vom Jungmadel verlangen, daß es gesund, mutig, qe- §lckt im Sport und fähig ist, sich in die Gemein- chaft einzuordnen. Vor Wochen hat die Abnahme der Jungmädelprobe in den Sommerlagern begonnen, die nun jruppen» und standortweise überall zu Ende ge= uhrt wird. So legen die Frankfurter Anwärterinnen am Samstag, 25. September, 15 Uhr, auf ver- A, nen Sportvlätzen ihre Proben ab. Am 1 und 2. Oktober findet dann im ganzen Obergau die feierliche Aufnahme in den Jungmädelbund statt. JRegierungefpräfiöent von Pfeffer in Krofdorf-Gleiberg. Notar Dr. Robert Müller, Chemnitz, Prokurist E. Klein, Chemnitz, Frau L Voß, Chemikerin, Chemnitz, Werbeberater W. G. Brauns, Berlin • Anfragen können nicht beantwortet werden • Nicht richtig frankierte Einsendungen werden nicht angenommen • Die Gewinner der Hauptpreise bis zu RM 50.- werden in den Zeitschriften „Illustrierter Beobachter" und „Berliner lllustrirte Zeitung" vom 25. November 1937 bekanntgegeben • Die Gewinner der Preise zu RM 10.- bis RM 5 - werden anschließend direkt benachrichtigt • - j Woschbod aus? .|ts ein einmaliges ■ 3 Warum genug« bei Fewa n Spülen? . Fewa-WaschbadbeiVerwen- ■ 4 Was kostet ein 4 ttr. w" elpaketes zu 68 Ptg. * | ' düng des preisgünstige ‘ J Hausfrauen die 1 **^1®**"h5‘M,n$ ' „„ W«,nd, Freb. W 1000.- 200 Preise 500 Preise zu jg---— s L 5 I — .. ■ W ■ •; iillülttl Parfümerie ' ArfftH tm Krftnfcenpflyg,, ><<■61 n< •.<(»« Qi, KL' M , j .-j J - ' ,i ,<, """ ' "T™ä J B H U 4- ... Seit 1892 „ fc ,.. e. Das Fachgeschäft für Sie Auto- und Geschirrsaitlerei Koffer und Lederwaren, Kinderwagen Spezialität Neuanfertigung von Autoverdecken FR. GROSS Neuenweg 32 MERCEDES-SCHUHE bekannt durch gute Paßform, Qualität u. 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M Mit kritischem Auge wird der „Hohenastheimer" auf seine Klarheit geprüft. einer Apfelweinkelterei -■ wie die andere!" wiederholte er, als müßte das Wort für alle Zeiten in Hirn und Herz Mit das glaubte nicht recht zu hören. — Gartensaal.. ?" stammelte er ...:t d. Birkhammer sah ihn verwundert meine — um diese Zeit — und bei .", riß er sich zusammen. Das Faß mit unvergorenem Apfelsaft wird zur Flaschenabfüllung an ein modernes Filtergerät angeschlossen. weniger denn 80 „Stück" Apfelwein bereitet, das sind 96 000 Liter oder 960 Hektoliter. Ein „Stück" bedeutet in der Sprache des Fachmanns jeweils 1200 Liter. Außerdem wird nicht nur in Gießen, sondern auch in Großen-Buseck, in Alten-Buseck, in Annerod, in Wallernhausen und noch in manchem anderen Orte unserer Heimat Apfelwein in größeren Mengen gekeltert, ganz abgesehen von jenen vielen Gartenbesitzern, die sich höchst privat seit Jahrzehnten aus den Früchten ihres eigenen Gartens In vielen Säcken und Körben kommen die Aepfel aus weitem Umkreis an. Zunächst werden sie in großen Bottichen gründlich gewaschen. Heber ein Becherwerk (zeitgemäße Einrichtung der Kelterei vorausgesetzt) gelangen die Aepfel (eines unserer Bilder zeigt den Vorgang) in eine Stiftenwälze, in der sie in viele kleine Stücke geschnitten bzw. gerissen werden. Bottiche fangen die Apfelstückchen auf. Die weitere Arbeit übernehmen dann die Pressen. Am besten arbeiten die hydraulischen Pressen. Da kennt man nun die Korbpressen, in die ziemlich große „Kuchen" (große Mengen der Aepfel) gepackt und bann ausgepreßt werden. Das Pressen geschieht meist über einen Hebel, mit dem ohne sonderliche Anstrengung das Oel in den Druckzylinder der hydraulischen Presse gedrückt wird, der nun seinerseits den Druck auf den „Kuchen" weitergibt. Und schon beginnt der Saft zu fließen! Eine Rinne, weiß emailliert, fängt den Saft auf, und in untergesetzten Holzkrügen sammelt sich der edle, nahrhafte Saft, um schließlich in die Fässer gebracht zu werden. Die Korbpresse, eine Vorrichtung, kreisrund aus festen Holzplatten gebaut, gestattet aber nicht die äußerste Ausnützung der Aepfel. Deshalb ist man in den letzten Jahren dazu übergegangen, mit sogenannten „Packpressen" eine bessere Auswer- Stefan spürte plötzlich einen sonderbaren Druck im Halse. Unmöglich war das wirklich nicht... Und wenn ihr Herz nicht gerade einem Manne gehörte, der böse Erfahrungen mit den Frauen gemacht hatte — man konnte es sich schon vorstellen, daß ein Mann in ihr das Glück seines Lebens sah... Man konnte sich das sehr gut vorstellen...! Mit einem forschenden Blick umfaßte Stefan ihr Gesicht von der Seite. So eigenartig war dieser Blick und so lange dauerte er, daß Wolfgang v. Achenbach aufmerksam wurde. Das Wahrzeichen der Aepfelwein-Gaststätten: Der Bembel. «(Aufnahmen [5]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Rede sein — sondern diesmal wollen wir vom Apfelwein und A p f e l s a f t sprechen. In mehreren „Preßbieten" kommen die zerstückten Aepfel unter die Packpresse. etwas überstürztem „Gute Nacht" verließ er Zimmer. Um eine regelrechte Apfelwein-Kelterei besuchen zu können, bedarf es nicht erst etwa einer Fahrt nad) Frankfurt a. M. Auch muß ein Mensch nicht unbedingt von Frankfurt sein, um etwas vom Apfelwein oder von der Apfelweinkelterei zu verstehen! Möchten die Frankfurter vor Neid erblassen, wenn sie hören, daß es z. B. in Gießen eine Firma Qmt, die zur Zeit der Apfelweinkelterei (also gerade jetzt im September und Anfang Oktober) nicht Roman von Bernhard Lonzer. Ucheberrechtsschutz: ' Moewig, Romanvertrieb, Berlin SW 68. (Nachdruck verboten.) : einen häßlichen Geschmack im Munde. Wie hatte diese Annelore Hildach von ihm gesagt? Ein unangenehmer ,. J;: es nicht so? unangenehmer Mensch! Und trotzdem...? sie waren sich eben alle gleich. Eine war wie und der Süßmostbereitung. Es sei hier versucht, in knappster Zusammenfassung den Weg der Aepfel zu verfolgen, die uns einmal als „flüssiges Obst" begegnen können. Nach einem älteren Verfahren wird mit der Korbpresse Apfelsaft gewonnen. immer stärker werdenden Druck fließt bald der Saft aus den „Bieten" und läuft in ein großes Aluminiumbecken unter der Presse. Von dort aus wird der Saft in die bereitgestellten Fässer gepumpt. Bei all diesen Arbeitsvorgängen braucht die menschliche Hand kaum mit den Apfelstücken in Berührung zu kommen, geschweige denn gar mit dem Saft. Die Preßtücher werden allabendlich in kaltes Wasser gelegt und jeweils in der Woche einmal ausgekocht. Man wird also in einem zeitgemäßen Keltereibetrieb allen Anforderungen in hygienischer Hinsicht gerecht. Nun aber ist der so gewonnene natürliche Apfelsaft noch lange nicht Apfelwein oder gar haltbarer Apfelmost. Saft oder Most, der zu Wein werden soll, wird dem normalen Gärprozeß unterworfen. Der Gärspund wird auf das Faß gesetzt, und der Saft wird nun seinem eigenen Temperament überlassen. Aus dem Gärspund entweicht während des Aepfel werden gewaschen und gelangen dann durch ein Becherwerk auf die Schnittwälze. wollte sein Zimmer aufsuchen, besann sich Wenn Annelore Hildach inzwischen nicht auf :gegangen war, dann saß sie jetzt wie- beim Großvater und spielte das Haus- . Spielte ihm eine Komödie vor. In der Harmlosigkeit. Es mußte interessant sein, Maske zu sehen. Es mußte noch interessanter diese Maske ein bißchen zu lüften! t raschen, kurzen Schritten stieg Stefan die hinauf. Er traf Fräulein von Birkhammer im Wohnzimmer an. Sie hatte schlafmüde ist denn mein Großvater?" forschte er. i zu Bett?" v er wollte Fräulein Hildach den Garten- an. der 9. Der mit Spannung erwartete Tag war gekommen. Wie eine rosige Wolke füllte das Rubinlicht der Lampe das verdunkelte Zimmer. Kein Wort wurde hörbar. Lautlos ging Annelore Stefan zur Hand. Gloria saß auf einem Stuhl. Jetzt waren ihre Augen frei. Stumm vor erregter Spannung stand Stefan vor ihr. Er wartete und wollte eben eine Frage stellen, als Gloria sich hören ließ: „Was ist denn mit mir, Herr von Achenbach...? Was ist denn das für ein rotes Flimmern...?" Stefans Stimme klang heiser. „Flimmern? Ein Flimmern?" „Nein — eine Wolke — ein Schleier — wie lichtes Blut... Was ist mit mir, Herr von Achenbach...?" Ein tiefer, hörbarer Atemzug kam von Stefans Lippen. „Einen Augenblick noch —" Annelore war schon an das Fenster getreten. Vorsichtig schob sie das Tuch ein wenig zurück. Ein schmaler Streifen hellen Tageslichtes fiel in das Zimmer. Glorias Augenlider wollten zufummenzucken, aber sie wehrte sich mit aller Kraft dagegen. Plötzlich stand sie auf. „Ich — ich sehe Sie, Herr von Achenbach... Ich sehe wieder...!" Sie schwankte. Mit raschem Griff drückte Stefan sie wieder in den Stuhl zurück. Da hatte Annelore das Tuch schon wieder fallen lassen. Die Augen von Großvater und Enkel begegneten sich sekundenlang. Stefan erhob sich plötzlich. Der Apfel bietet flüssige Nahrungsmittel Zn den Kellern einer Gießener Apfelweinkelterei. tung zu erstreben. Auch die Packpresse ist eine hydraulische Presse, aber das Preßgut wird anders eingelegt als in der Korbpresse. Die gemahlenen Aepfel werden in verhältnismäßig dünnen Sagen (in dünnen „Preßbieten") in sehr porös gewebte Packtücher aus italienischem Langhanf eingeschlagen und dann zwischen kräftige Lattenroste gebracht. Es können dabei oft bis zu 12 solcher „Preßbiete" unter die Preß-Säule gebracht werden. Unter dem rascht zu fühlen. Aber man wollte auch niemandem absichtlich unrecht tun. Und es war immerhin eine Genugtuung, daß man ein Mädchen wie Annelore Hildach, der man doch wenigstens einen gewissen Geschmack zutrauen konnte, nicht ausgerechnet mit diesem Wolfersdorfs in Zusammenhang bringen mußte. Im übrigen konnte sie ja tun und lassen, was sie wollte. Aber wie gesagt...! Gleich darauf kam auch der Großvater mit Annelore zurück. Stefan streifte Annelore mit einem raschen Blick und griff nach einer Zigarre. „Na, da sind ja die Gespenster!" „Gespenster?" lächelte Wolfgang von Achenbach. „Jawohl. Schade, daß sie sich keine roten Nasenspitzen geholt haben! Es wäre ihnen nur recht geschehen." „Na, na!" „Ich sah nämlich, Licht im Gartensaal und habe mich herangeschlichen wie ein zünftiger Detektiv, konnte aber nicht feststellen, wer da drinnen herumspukte. Ich hatte mir schon die tollsten Geschichten eingebildet." „Tja —", hob der Großvater die Schultern, „da siehst du, daß man sich nicht unnötige Geschichten einbilden soll Es kommt manchmal nichts Gutes dabei heraus." „Diesmal doch —!" entfuhr es Stefan. „Ja? Und wieso?" „Darüber schweigt des Sängers bekannte Höf- lichkett!" Stefan blieb noch. Er fand, daß es feit langer Zeit hier oben nicht so behaglich gewesen war wie heute. Lag das wirklich an dem „Haustöchterchen"? Dabei war Annelore Hildach gar nicht einmal sonderlich lebhaft. Manchmal lag für einen Augenblick ein so eigenartig versonnener Zug auf ihrem Gesicht. Ueberhaupt, wenn man es sich überlegt, sie hatte sich in letzter Zeit irgendwie verändert. Irgend etwas bedrückte sie offenbar. Ob sie vielleicht Sorgen hatte? War zu Hause etwas nicht in Ordnung? Oder — sie war sehr feinfühlig — empfand sie es als Herabsetzung, daß der „Chef" sie außerhalb des Dienstes nicht so behandelte, wie sie als Mensch es vielleicht erwartete? Wie sie — zugegeben! — es eigentlich auch erwarten konnte, da sie ja nun einmal zur „Familie" gerechnet wurde? Blieb schließlich noch eine Möglichkeit: Herzenskummer! Jetzt über Land zu fahren und überall an den Sraßen die Apfelbäume zu sehen, deren Aeste sich irter der Last ihrer Früchte beugen — das ist ein xÄästiger Anblick! Auch dann, wenn die Bäume aderen Volksgenossen gehören. Und eine Freude isi es auch, irgendwo ein Kind zu sehen, paus- b-ckig und drall, das in einen rotwangigen Apfel b ßt. Schade, wenn auch nur ein Apfel umkommt! LEder aber wird es nicht möglich fein, jeden Apfel 31 „retten". So manche Frucht, verborgen im tiefen (Shas ober hineingerollt in den Straßengraben, tttrb sich ihrer sinnvollen Verwertung entziehen. J^och haben wir alle gelernt, insbesondere in den feden Jahren, nichts umkommen zu lassen. Da tccnte es nicht ausbleiben, daß auch der schönsten deutschen Frucht, dem Apfel, mehr Aufmerksamkeit schenkt wird, als je zuvor. Es gibt ja auch genug Diglichkeiten der Verwertung! Für frühes Fallobst bisreffieren sich die Marmeladefabriken, für Aepfel, Don Baum geschüttelt, die Apfelwein-Keltereien und feg kleineren und größeren Unternehmen, die den Asel zu dem bekannt und beliebt gewordenen „süffigen Obst" machen, zu unoergorenem Apfel- fa umwandeln, schließlich läßt sich der Apfel dc geeigneten Sorte, rechtzeitig, nicht zu früh und Ni.it zu fpät gepflückt, bei einiger Sachkenntnis so au aufheben, daß er noch im Februar so in die Sprit) zu nehmen ist, als sei er gestern vom Baum gekommen worden. Hiervon soll aber weniger die spritzige, blumige, zarte oder kräftige (je nach dem Geschmack) Weine zu bereiten wissen. Mancher Gastwirt in unserer Stadt oder in den Dörfern setzt seinen Gästen Weine von „eigenem Gewächs" vor und nimmt mit Aufmerksamkeit das Urteil entgegen. Schön und fast idyllisch, wenn die Apfelweinkelterei in weitläufigen Kellern geschieht, wie sie unter manchem alten Gießener Bürgerhaus zu finden sind. So z. B. in den Kellern unter dem „Aquarium". Gemeinsam mit dem Wirt, Herrn Heyne, unternahmen wir jetzt einen Streifzug durch die Keller feines Hauses, gleichzeitig bewaffnet mit der Kamera, um den Lesern einen Einblick zu geben in den für unsre Volksernährung nicht unwichtigen Betrieb hob die eckigen Schultern ■ Geschmack ist eben verschieden." • Mußte sich setzen. Er hatte sich beinahe gefühlt, diese seelenlose menschliche Hülle den Namen Erika von Birkhammer trug, Dazu lag natürlich kein Grund vor. hatte durchaus keinen Grund, sich durch diese -2 Wendung gewissermaßen freudig über„Ja, Sie sehen wieder, Frau Konsul", sagte Stefan. „Ein paar Tage noch, bis wir Sie an das volle Tageslicht gewöhnt haben, dann ist alles gut." Gloria schwieg. Nur ein unbestimmter Ton kam von ihren Sippen. Ein Schluchzen schien sie zu erschüttern. Dann wandte sie sich mit zitternder Hand zur Seite. „Mir — mir ist gar nicht gut... Ein Glas Wasser, bitte, Fräulein Hildach!" Stumm begab Annelore sich hinaus. Ihre Schritte verhallten draußen. Unwillkürlich trat Stefan einen Schritt von Gloria zurück. Aber ihre Augen suchten ihn in dem matten roten Schein, der das Zimmer füllte. Ihre Rechte hob sich ihm entgegen. „Stefan...!" Er rührte sich nicht. „Gnädige Frau...?" „Daß ich wieder sehen kann, Stefan? Und daß ich dir das zu danken habe...!" „Mir oder einem anderen — das bleibt sich gleich." „Nein, Stefan. Dir, dem ich — so wehgetan habe...!" Noch immer stand Stefan unbeweglich. Seine Stimme war ganz klar. Klar und hart. „Es ist jetzt nicht der »Augenblick, an vergangene Dinge zu denken. Und — ich wünsche nicht daran erinnert zu werden." Einen Augenblick war es still. Dann kam Glorias Stimme wieder aus dem roten Dämmern: „Ich habe tausendmal bereut, Stefan — und tausendfach gebüßt..." „Wenn ich Ihnen glauben wollte, würde ich sagen: das ist ebenso bedauerlich wie wohlverdient. Aber es interessiert den Arzt Stefan von Achenbach nicht. „Aber den Menschen Stefan von Achenbach!" Stefan reckte sich auf. „Der ist tot für Sie, Frau Konsul!" Ein Augenblick dumpfer Stille. Dann richtet« Gloria sich wieder auf. „Stefan...!" Fortjetzung folgt. Gärprozesses die sich bildende Kohlensäure, während der Luft von außen her der Zutritt verwehrt ist. Im Fasse wandelt sich mehr und mehr ein Teil des im Saft enthaltenen Zuckers in Alkohol um, und eines Tages wird sich der Saft klären. Dann kann er auch bald den Gästen* vorgesetzt werden. Anders ist der Werdegang des haltbaren un- veraorenen Apfelsaftes. Der Saft, der von der Kelterpresse über eine Pumpe und durch Filtersätze zunächst in ein Faß geleitet wird, muß sterilisiert werden. Dieser Borgang geschieht auf eine verhältnismäßig einfache Weise. Der Saft wird durch eine Aluminiumglocke geleitet. Diese Glocke befindet sich in einem Kessel heißen, ja kochen, den Wassers, ist von diesem heißen Wasser ständig umgeben, und dadurch wird der Saft, der von unten her aus dem Faß heraus kalt in diese Glocke fließt, auf 70 bis 75 Grad Celsius erhitzt, steigt in der Glocke empor und fließt oben wieder ab. Heiß gelangt der sterilisierte Saft in ein bereitgehaltenes, sorgfältig dafür hergerichtetes, peinlich reines Faß und kühlt dort allmählich ab. Der Saft hält sich, da er völlig keimfrei ist, über Jahre. Eine kritische Zeit ist lediglich jene der Abkühlung. Bon der Schule her weiß sicherlich noch jedermann den lapidaren Satz von der „Wärme, die die Körper ausdehnt, und der Kälte, die sie zusammenzieht". So wird auch der heiße Saft in der Abkühlung immer etwas weniger. Im anfänglich vollen Faß entsteht also nach und nach ein leerer Raum. Deshalb wird auch auf das Apfelsaft-Faß ein Gärspund aufgesetzt, der aber hier einen anderen Zweck erfüllen fall, als der Gärspund bei der Weinbereitung. Durch den Gärspund soll Luft eindringen, die den leeren Raum ausfüllen muß. Diese Luft aber muß erst durch Schwefelsäure hindurchdringen und — dadurch ebenfalls keimfrei werden. Wenn der unvergorene Apfelsaft zum Verkauf gelangen soll, wird er auf Flaschen gefüllt. Auf dem Wege in die Flaschen passiert er ein keimfreies modernes Filtergerät, so daß das edle Raß gold- und hellgelb in die Flasche gelangt. Derjenige, der den Apfelwein liebt und zu schätzen weiß, wird nach Vätersitte nicht vergessen, sich dazu einen Handkäse (möglichst mit „Musik") zu bestellen und ein derbes Stück Brot dazu essen. Die Kinder aber und die Erwachsenen, die etwas für die Gesundheit tun wollen, werden dann, wenn die Winteräpfel im Keller zur Neige gegangen sind, im unvergorenen Apfelsaft eine Entschädigung finden, nicht weniger wertvoll, wie der frisch gepflückte Apfel vom Baume. So schließt sich ein Ring in jener Erkenntnis, daß unsere Volksgemeinschaft an Werten nicht vorübergehen darf, die sie sich über Raum und Zeit für Tage des Mangels erhalten kann. N. Wirtschaft. Preisregelung für Kernobst. Fwd. Unter Bezugnahme auf das Gesetz zur Durchführung des Dierjahresplans — Bestellung eines Reichskommissars für die Preisbildung — vom 29. Oktober 1936 wird für das gesamte Reichsgebiet mit sofortiger Wirkung die Preisregelung für Aepfel angeordnet. Erzeuger und Verteiler aller Handelsstufen dürfen deutsche Tafeläpfel nur nach Sorten getrennt und nach Sorten gekennzeichnet in den Verkehr bringen. Aus der Kennzeichnung muß die Eigenschaft als Tafelobst bzw. Tafelobst-Auslese ersichtlich sein. Für die Sortierung kann die Hauptoereinigung der deutschen Gartenbauwirtschaft in geschlossenen Anbaugebieten Bestimmungen erlassen. Die Versteigerung von Aepfeln bei den Bezirksabgabestellen ist unzulässig. An ihre Stelle hat anteilsmäßige Zuteilung zu treten. Für deutsche Aepfel der Ernte 1937, die den Wertgruppen „Schöner von Boskop", „Boiken- Aepfel", „Jakob Lebe!" und „Cox-Orangen-Renette" entsprechen, werden Preisgrenzen festgelegt. Die Gartenbauwirtschaftsverbände sind ermächtigt, im Einvernehmen mit den zuständigen Preisbildungsstellen andere örtlich vorkommende Sorten in die ihnen entsprechende Wertgruppe einzureihen. Auch die Preisregelung in den Handelsstufen wird bestimmt. Die für Aepfel erlassene Preisregelung gilt entsprechend für Birnen mit der Maßgabe, daß für Birnen der Wertgruppe „Alexander Lukas" die im Vorjahre gezahlten Preise nicht überschritten werden dürfen. Mein-Mainische Börse. INillagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 24. Sept. Den vorbörslichen Erwartungen entsprechend hatte die Börse ein wesentlich ruhigeres Aussehen und am Aktienmarkt keine einheitliche Entwicklung. Die Grundtendenz blieb jedoch fest, und zu den ersten Kursen überwogen auch mäßige Befestigungen. Seitens der Kulisse erfolgten Abgaben, während vom Publikum wieder Käufe vorlagen. Die Dividenden- erhöhung um 2 v. H. auf 6 v. H. bei der Gute- hoffnungshütte regte an, ebenso wurde die schwache Haltung der Sperrmark beachtet. IG.-Farben konnten sich trotz starker Verkäufe behaupten mit 163,75 bis 164,25 (164,25), während Reichsbank 1,50 v. H. nachgaben auf 207. Feste Haltung zeigten Großschiffahrtswerte, Hapag 87,50 bis 87,25 (86), Nordd. Lloyd 88,25 (87). Auch für Maschinenwerte erhielt sich bei voll behaupteten, teils 0,50 v. H. höheren Kursen Interesse, ebenso waren Montanwerte freundlich veranlagt, etwas niedriger allerdings Hoesch mit 124 (124,50) und Klöckner mit 133,50 (134,25). Am Elektromarkt schwankten die Kurse bis zu 1 v. H. nach beiden Seiten. Auf den übrigen Marktgebieten hielten sich die Veränderungen im gleichen Ausmaß. Von Metallwerten gewannen Verein. Deutsche Metall und Metallgesellschaft je 1 v. H. Etwas schwächer lagen Scheideanstalt mit 263 (264,50), Bemberg mit 150,50 (151,40), Kali Westeregeln mit 117 (118,25) und Waldhof mit 156,50 (157). Das Rentengeschäft war etwas lebhafter. Reichsaltbesitz gewannen 0,13 o. H. auf 128,25, Reichsbahn-VA. 0,40 v. H. auf 128. Im Freioer- kehr blieben Kommunal-Umschuldung mit 94,70 unverändert, Rhein. Städte-Altbesitz wurden zu 132,50 gefragt, 5proz. noch nicht eingeführte Jnidustrie- Emissionen hatten bei unveränderten Kursen etwas Geschäft. Am Pfandbriefmarkt gingen Liquidationswerte überwiegend 0,13 v. H. zurück; auch Stadtanleihen lagen z. T. 0,25 v. H. niedriger, 4^proz. Heidelberg 97 (97,40). Industrie-Obligationen und Staatsanleihen wiesen wenig Veränderung auf. Reichsbahn-VA. bröckelten 0,13 v. H. ab auf 127,90. Der Freiverkehr lag etwas fester. Man nannte u. a.: Verein. Pinsel 75 bis 76, Schuh Berneis 73,50 bis 74,50, Elfäff. Bad. Wolle 79 bis 80, Dingler 89,50 bis 90,50, Ufa 72,75 (72), dagegen Rastatter 43 (43,50). Tagesgeld war zu 2,75 (2,50) v. H. gefragt. Abendbörfe widerstandsfähig. Mit Rücksicht auf den Wochenschluß und angesichts der schwachen- Haltung der Auslandbörsen war die Unternehmungslust an der Abendbörse sehr gering, zumal Kundschaftsaufträge nicht eingetroffen waren. Dessen ungeachtet erwies sich die Grundtendenz als recht widerstandsfähig; auch die Kurse wichen nur unwesentlich von denen am Mittagsschluß ab, wenn auch kleine Abbröckelungen in der Mehrzahl waren. Etwas stärker verändert waren nur Licht und Kraft mit 154,25 (155), Moenus Maschinen mit 125 (125,65), Gesfürel mit 155 (155,50), Metallgesellschaft mit 156 (156,50), Deutsche Linoleum mit 165,50 "(166) und Junghans mit 135 (135,50) Von Montanaktien bröckelten Mannesmann 0,40 v. H. ab auf 122,90, Rheinstahl mit 154,75 und Vereinigte Stahl mit 118,40 lagen behauptet. IG.-Farben gingen 0,25 v. H. zurück auf 163,75, ebenso Hapag auf 87, Norddeutscher Lloyd unverändert 88. Von Einheitswerten waren Faber & Schleicher wieder fest mit 120 (119) und wieder rep., auch Schramm Lack 0,50 v. H. höher mit 128. Hanauer Hofbrauhaus kamen nach vierwöchiger Pause mit 154,50 (157) wieder zur Notiz. Bankaktien blieben unverändert. Von Renten waren Reichsaltbesitz zu unv. 128,25 gefragt, 4% v. H. Krupp zu 98,25 nach 98,40 und 5 v. H. Union Rheinbraun Kraftstoff notierten mit 101,90 (101,50). Kommunal-Umschuldung nannte man unv. 94,70. SJL-'SpoTt Oie Kämpfe der Bezirksklasse. 1900 — Bissenberg, Burg — Frohnhausen, Naunheim — Steinberg, Steindorf — Sinn, Lollar — Butzbach. Die Blauweißen starten mit dem Treffen gegen Bissenberg in die neue Serie. Nachdem die Soldaten wieder aus dem Manöver zurück sind, und die Mannschaft vollzählig antreten kann, dürfte sich der Beginn erfolgverheißend anlassen. Unentschieden endete die letzte Begegnung der Mannschaften von Burg und Frohnhausen. Burg zeigte in Bissenberg ein gutes Spiel, während Frohnhausen noch nicht recht überzeugen konnte. Da Burg außerdem noch den Platzvorteil für sich hat, glauben wir nicht, daß es den Oraniern ge- liegt, zu irgendeinem Erfolg zu kommen. Naunheim empfängt den wieder aufgestiegenen FC. Teutonia Steinberg. Naunheim ist hier nicht der sichere Favorit, der er nach der Papierform erscheint. Der 4:1-Sieg der Teutonen, in Seinberg allerdings, ist noch in guter Erinnerung. Der Neuling Steindorf mußte bei seinem Debüt eine empfindliche Niederlage hinnehmen. In der heimischen Umgebung sind sie vielleicht zu anderer Leistung fähig. Die ©inner haben es mit einem unberechenbaren Gegner zu tun. lieber die Spielstärke Butzbachs ist wenig bekannt. Auf Grund der Leistungen der Lollarer in Frohnhausen sollte man aber mit einem Sieg der Platzbesitzer rechnen können. Gpielvereinigung 1900 Gießen. Von den sonntäglichen Spielen der Bezirksklasse interessiert wohl am meisten die Begegnung der Spieloereinigung 1900 gegen den Turn- "u. Sportv. Bissenberg. Die Blauweißen werden auf eine harte Probe gestellt. Die Möglichkeit auf ein erfolgreiches Abschneiden in den diesjährigen Verbandsspielen ist günstig. Die seicher tätigen Spieler sind alle vorhanden. Die Blauweißen sind in der angenehmen Lage von allem Anfang auf die Mannschaft zurückgreifen zu können, die vor der Sperre glänzende Erfolge erringen konnte. Damit ist auch der in früheren Jahren gezeitigte Fall ausgeschal-- tet, wo die anfänglichen Spiele verloren wurden und man gegen Schluß der Serie auf der Hut sein mußte, ein Absinken am Schlüsse der Tabelle zu vermeiden. In der Aufitellung Rahn, 3etter, Lippert, Erhard, Pankok, Lehrmund, Schellhaas, Bergmann, Löbsack, Sack und Möller ist die derzeitig stärkste Elf zur Stelle. Man kann dieser Vertretung einen Sieg gegen die Bissenberger zutrauen. 1900 II — Hungen. Die Reserve der Blauweißen muß zu ihrem ersten Verbandsspiel nach Hungen. Es müßte den Blauweißen gelingen, einen Sieg zu erringen. 1900 III — Daubringen. Die Junioren der Blauweißen stehen vor einer sehr schweren Aufgabe. Daubringen, eine äußerst stabile Mannschaft, wird sich auf eigenem Platze nicht gefährden lassen. Iugendableilung der Spielvereinigung 1900. Beide Jugendmannschaften der Spielvereinigung 1900 werden am Sonntag um die Punkte kämpfen müssen. Die 1. Jugend hat es gegen Rodheim wohl etwas leichter, als die 2. Jugend der Blauweißen gegen Klein-Linden, da die Erste auf eigenem Gelände den Kampf zu bestreiten hat. Rodheim ist neu in die Gruppe eingeteilt worden. Zum ersten Male wird deshalb die 1. Jugend der Blauweißen gegen diese Jugend spielen. Es ist schwer vorauszusagen, ob es den Blauweißen gelingen wird, die Punkte an sich zu reißen. Die 2. Jugend der Blauweißen geht einem schweren Kampfe entgegen. Klein-Lindens 1. Jugend hat den Platzvorteil. Die 2. Jugend der Spielvereinigung 1900 tritt zudem noch zum ersten Male nach der Sperre auf. Ein Unentschieden wäre eine gute Leistung. Sportverein 1920 Lollar. Lollar I — Turn- u. Sportverein Butzbach I. Zu ihrem zweiten Verbandsspiel empfängt die erste Mannschaft des Sportvereins Lollar morgen auf eigenem Platz den Turn- und Sportverein Butzbach. Die Lollarer spielen in der Aufstellung wie am letzten Sonntag gegen Frohnhausen, mit Ausnahme des rechten Läufers Sommer. Für mord gen wird die Mannschaft folgendes Aussehen haben: Ziegler; Hörstel, Naumann; Geißler, Klinkel, A. Ziegler; Rudolf, Kreiling, Löhr, Gerlach, W. Ziegler. Es könnte mit dieser Aufstellung leicht möglich sein, vorausgesetzt, die Mannschaft bringt den nötigen Kampfgeist auf, daß sie das Spiel zu ihren Gunsten gestalten wird. Den einheimischen Spielern dürfte es diesmal vor eigenem Publikum hoffentlich weniger schwer fallen, sich zu einer geschlossenen Einheit zu finden, da sie vor allen Dingen den Platzvorteil besitzen. Nachdem die ersten Punkte am Sonntag durch Mißgeschick verlorengegangen sind wäre es eine Freude für die Lollarer Fußball- anhänger, wenn die Elf morgen zeigen würde, ws sie wirklich kann. Heber die Spielstärke der Gäste ist wenig bekannt. Durch die Butzbacher Garnison haben die Gäste starken Zuwachs erhalten. Dem- zufolge konnten sich die Butzbacher vom Ende bet Tabelle in der Gruppe Friedberg, der sie seither angehörten, bis zu einem achtbaren Mittelplatz emporkämpfen. Die Gäste-Elf ist durch ein Freund schaftsspiel, das sie hier im vorigen Jahr gab, noch in bester Erinnerung. Sie wartete mit einem gefährlichen Sturm auf. „FC. Teutonia" Wahenborn-Steinbera Am kommenden Sonntag stehen wiederum brr: Mannschaften im Kampf um Punkte. Die 1. Mannschaft unterlag in Naunheim noch niemals hoch; im Gegenteil, sie hat in den letzen fünf Minuten: immer noch durch ein Leichtsinnstor den Sieg verscherzt. Wie sich die Nauheimer in diesem Jahre an- stellen, das müssen erst die Anfangsspiele der Punktserie beweisen. Die 2. Mannschaft tritt zu ihrem ersten Verbands- spiel in Leihgestern an. Die 1. Jugendmannschaft fährt zu der gleichen Mannschaft nach Krofdorf. Kurszettel der Berliner und Iranksurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schiuß- kurs Schluß!. Abend- börse Schluß- kurs Schluß! Mittagbörse Schluß- kurs Schluß!. Abende börse Schluß- kurs Schluß!. Mittagbörse Damm 23.9 24 9 23.9 24.9. Datum 23.9. 24.9. 23.9. 24.9 6% Deutsche 4% Deutsche 4*4% Deutfs fungen vor 4y,% Deutsc fungen vor es die Spiele schon so rechtzeitig beginnen zu las- Seitl en®°bcn in' UIP dei Eintritt der kalten Jahreszeit wenig- Meine Frau bezahlt auch alle Haushaltsrechnungen durch Scheck och niemals fjod/; od) niemals M/, zen fünf ÜRimte: 1 .1«« Sa». Ci An nur sk >tor den Steg m Klein-Linden < Gefunden 153 Geheimnisse Aliendorf (Lahn), Neuß am Rhein, 23. September 1937. Die Beerdigung findet am Sonntag, nachmittags um 3 Uhr, statt 6191 D > ' ■ »Urquell EIN FREUND n diesem Jchre or. der Puut em ersten Verbal ihrt zu der glch Für die wohltuende Anteilnahme und die vielen Kranz- und Blumenspenden bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen danken wir herzlichst Bis 30. September 1937 sammelt die Hindenburg-Spende! In tiefer Trauer: Familie Friedrich Lenz Witwe Familie Wilhelm Stock nebst allen Angehörigen. Morgens, mittags und abends ein Gläschen Zeitung gelesen dabei gewesen Gießen (Krofdorfer Straße 30), den 25. September 1937. 04704 Rich. Heinz mech.SchQhmaclierei Lindenplatz? bietet an (04702 Chrom-Leder 2-3f. Haltbarkeit Ausführung B: Herren-Sohlen 2.40 Hk. Damen-Sollen 1.90 Mk. Kinder-Sohlen billigst. Bei herrlichstem Herbstwetter wurden am Freitag im Hochschulstadion zu Darmstadt, wo sich über 10 000 Schüler und Schülerinnen aus Darmstadt und die Anhänger der in Rheinhessen und Oberhessen ermittelten Prooinzmeister eingesunden hatten, die Sommerspielmeisterschaften der hessischen Schulen zum Abschluß gebracht. Die Meine Einnahmen wandern sofort auf mein Bankkonto. Dort trägt das Geld Zinsen, ist sicherer als im Hause, und wir haben es bequemer: bei allen Zahlungen schreiben wir einfach einen Scheck aus. Monatlich fällige Zahlungen Vertrau Deiner Bank ens die Vorrunde unter Dach und Fach zu haben. Für den 1. Spielsonntag sind eingeteilt: Lina Volk, geb. Drommershausen und Kinder. r\ED| I PIFTFM in 9efalzten Bogen, Heftform, gebunden UlAUui \Ovll l\lr I LLIxI Brühlsche Druckerei, Schulstraße 7, Tel. 2251 ten und der Oberrealschule Gießen mit 54,60 Punk« ten Siegerin. Den Endkampf der Fuß-Schlagball-Mei- st e r s ch a f t bestritten das Gymnasium Worms und die Oeffentliche Handelslehran- stalt Gießen, die in dieser Woche bereits die Alsfelder Oberrealschule mit 38:27 Punkten und die Friedberger Jungen mit 84:4 Punkten ausge- fchattet hatte. Die Wormser waren den Oberhessen klar überlegen und siegten mit 25:19 Punkten über Gießen, während die Liebig-Oberrealschule Darmstadt den dritten Platz belegte. Im Grenzballspiel der Mädchen be« hielt in einem von prächtigem Kampfgeist erfüllten Spiel die vorjährige Meisterin, die Eleonorenschule Darmstadt, mit 6:4 Treffern die Oberhand über Gerlach, ® erledigt die Bank, ohne daß man sich darum zu kümmern braucht. Und vor allem: Bank und Bankier beraten Dich in allen Geldangelegenheiten und sonstigen Wirtschaftsfragen. Sie geben Deinem gesunden Unternehmen Kredit. n d Deinem Bankier! j ger Zeit tjatte die zweite Jugend Mühe, einen knappen Sieg auf dem Wiesecker Platz herauszuholen. Fußballabteilung des Turnvereins Alien-Buseck. Alten-Buseck I — SA.-Kampfgemeinschafl I. Das private Bankgewerbe KREDITBANKEN • PRIVATBANKIERS • HYPOTHEKENBANKEN bom-öteiM tyn mieberum i: nffe. Die 1. M. Heute abend 6 Uhr entschlief sanft und unerwartet in dem Herrn nach kurzem Leiden unser innißstgeliebter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Ludwig Lenz Im 71. Lebensjahr. Hier abschneiden! I Seltene Natururkunden von den Halligen und vom Wattenmeer enthält die Neuerscheinung, die alle Naturfreunde ,unb Dogeiliebhaber mit Begeisterung lesen und schauen werden: linier SBöelWlem u.5eeWtien Beobachtungen und Natururkunden aus d. Dogelwelt d. deutschen Nordseeküste. — Don Eugen Schuhmacher Insgesamt 104 Seiten mit 92 Dildern nach wundervollen Naturaufnahmen. In L'ein en gebunden RM. 3.90. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Bedangen Sie bitte das ausführliche Werbeblatt. HugoBermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Sommerspiel-Msterschasteii hessischer Schulen Großer Erfolg der Höheren privatschule Gießen. 1 Qtnen * 101 AM - iM prächtigen Kampfbilder und der vorbildliche Einsatz jedes einzelnen, um seiner Mannschaft zum Endsieg zu verhelfen, waren überzeugender Beweis, auf welch fruchtbaren Boden die Parole des Führers, ein Volk in Leibesübungen heranzubilden, gefallen ist. Eröffnet wurden die Kämpfe mit dem V i e r - kampf der Knaben und Mädchen. Die Jungen hatten einen 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Keulenwurf und 50-Meter-Schwimmen im Darmstädter Hallenbad abzulegen. Die Mannschaften waren jedoch verschieden stark: sie bestanden aus 15 v. H. der Schülerzahl der Oberstufe, deren drei besten Durchschnittsleistungen gewertet wurden. Landessieger im Vierkampf der männlichen Jugend wurde der vorjährige Meister, die Höhere Privatschule Gießen, mit 62,4 Punkten vor der Ludwig-Oberrealschule Darm- stadt mit 59,30 Punkten und dem Gymnasium Bingen mit 50,8 Punkten. Im Vierkampf der Mädchen, die einen 75-Meter-Lauf, Weitsprung, Ballweitwurf und ebenfalls Schwimmen absolvieren mußten, wurde ebenfalls die vorjährige Siegerin, die Eleonorenschule in Worms, mit 64,66 Punkten vor der Viktoria-Schule Darmstadt mit 61,86 Punk- te'n Duhbach I. Effi* Mi Mar moraei ' unb Stotiroextii V" Wellui vrohnhausen, n. der Standarte vielleicht ein kleines Plus hat, so ist doch bekannt, daß Londorf zu Hause geschlagen sein will. — Wißmar sollte, gemessen an der Leistung seines letzten Auftretens, das Spiel in Ruttershau« fen für sich entscheiden. Jugendklasse. 1900 Gießen — Heuchelheim; Krofdorf A gegen Mtv. Gießen A; Mtv. Gießen B — Dutenhofen; Krofdorf B — Lützellinden; Hausen — Beuern; Lich — Holzheim; Lang-Göns — Oberkleen; Hochelheim — Grüningen; Katzenfurt — Niedergirmes; Nauborn — Wetzlar; Dornholzhausen — Münchholzhausen; Garbenheim — Groß-Rechtenbach. Die Jugend spielt gemäß den mit der Reichsjugendführung getroffenen Vereinbarungen jeweils nur am 2. und 4. Sonntag eines Monats. Die näch- sten Spiele steigen also erst wieder am 10. Oktober. [“n9 /eicht möglii lft bringt den note '£5 Spiel zu ihn heimischen Spielen Publikum hoffens u einer geschlossen, r allen Dingen di >e ersten Punkte c ‘lorengegangen fit e ßoUarer Fußba 1 zeigen würde, w spielstarke der M Butzbacher (Barni1, lchs erhalten. D« acher vom Ende t berg, der sie feite id)tbaren Mittelp!: st durch ein Freuit igen Jahr gab, n:' riete mit einem e Atzbach — Garbenheim (Klar), Lich — Holzheim II (Wambsganß), Mtv. Gießen II — Tv. 1846 Gießen (Maid), SA. I. 33 Wetzlar — Tv. Wetzlar II (Weber, Heuchelheim), Katzenfurt II — SAJ/J 33 (Grünia), Ehringshausen — Niedergirmes II (Hedrich), Londorf — SA. 116 Gießen (Geißler), Ruttershausen — Wißmar (Schardt). Allendorf wird, wenn auch seine Leistungen noch nicht befriedigen können, auf eigenem Platze sicher gewinnen. — Auch die 2. Mannschaft von Garbenheim hat in Atzbach keine Chancen. — Das gleiche gilt für Holzheim. — Offen ist der Lokalkampf in Gießen. Vielleicht kann der Mtv. zu Beginn der Runde eine spielstarke Elf ins Feld stellen. — In Londorf treffen zwei Gegner aufeinander, die beide wissen, worum es geht. Wenn auch die Mannschaft Unser lieber Kamerad Karl Kolbe wurde zur großen Aimee abberufen. Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung findet Montag, den 27. Sept., 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Teünahme der Kameradschaft ist Ehrenpflicht. Der Kameradschaftsftthrer. 6229 D 2lm Sonntag greift Großen-Linden mit drei Mannschaften in die Verbandsspiele ein. Die Erste emvfängt die Reserve des VfB.-Reichsbahn. In diesem Spiel muß die Platzelf den Beweis bringen, daß sie auch, wenn es um Punkte geht, gute Resultate erzielen kann. Vorher spielen die zweiten Jugendmannschaften beider Vereine. Die 1. Jugend fährt nach Muschenheim. Die Gastgeber, die zum erstenmal heroortreten, werden sich die Meisterin 1935, die Eleonorenschule in Worms. Die Kämpfe fanden mit der Siegerehrung ihr Ende, die Ministerialrat Ringshausen im Namen der Hessischen Landesregierung vornahm. Er überreichte den siegreichen Mannschaften die Plaketten und Wanderpreise und gedachte in ebenso anerkennenden Worten auch der bereits in den früheren Kämpfen ausgeschiedenen Mannschaften der Kreise und Provinzen. Er verband mit dem Dank an die Erzieher für ihre Arbeit an der körperlichen Ertüchtigung auch den Dank an alle übrigen Mitarbeiter. Das Treuegelöbnis zum Führer und die deutschen Lieder beendeten einen feinen Großkampftag der hessischen Schulsportgruppen. Gefunden, s. Fund. Gegengifte sind Stoffe, welche zwar auch giftig sind, aber die Wirkung eines bestimmten Giftes aufzuheben imstande sind. Dadurch werden sie au sehr wichtigen Heilmitteln bei Vergiftungen. E. sind auch Stoffe, welche der Körper selbst im Kampfe gegen Bakterien erzeugt und wodurch er imstande ist, die Stoffwechselgifte der Bakterien im Körper unschädlich zu machen. Solche Stoffe werden vom Körper in überflüssiger Menge erzeugt, so daß de: einer neuerlichen Infektion mit denselben Bakterien der Körper sofort den Kampf aufzunehmen und die Krankheit abzuwohren vermag. Diese sog. „Immunität" hält oft das gan^ Leben an, manchmal nur kürzere oder längere Zeit. Es ist auch gelungen, diese Gegengifte in einem Dersuchs- tier künstlich durch Einimpsen von Bakterien herzustellen. Das Blutserum dieser Tiere (Rinder, Hammel, Pferde) wird den Menschen eingeimpft als Heilmittel oder zur Vorbeugung. Das bekannteste G. ist wohl das gegen die Pocken, weil durch Gesetz jeder Mensch gezwungen ist, sich damit impfen zu lassen. Allgemein bekannt ist auch das Diphtherieheilserum. Siehe auch Serum und die einzelnen Krankheiten. rappe 6. Mnnschasten zB r nicht in Wcht/j- ofien. >en IN: W,1 m noch MM die Dritte von ö ten II - JJ? Spieles ist # ,11: hier dürfte V Wißmar r"S“‘ ,1t M». w HZ ,fi«in6er itt in r < ..... !N- hn M Der »«‘JN ^"Süßmost eel Schafes Bleichstraße 8 sss?v Telefon 2491 Morgen trägt die 1. Mannschaft des Tv. Alten- Luseck ihr erstes Verbandsspiel auf dem neuhergerichteten Waldsportplatz zu Alten-Buseck aus. Der Gegner ist die 1. Mannschaft der SA.-Kampf- gemeinschaft Gießen. Die Mannschaft setzt sich aus gewährten Spielern von Gießen, Heuchelheim und Wieseck zusammen und gibt in ihrer kompletten Aufstellung einen gefürchteten Gegner ab. Dies be- vies das Spiel der SA. gegen den VfB. Gießen, in dem sie der 1. Mannschaft der Grünweißen ein achtbares 2:2 abzwang. Ihre Hauptstütze hat die Mannschaft in ihrem Mittelläufer Heilmann. Alten- XtitoiHsimer ___DAS FÜHRENDE FACHGESCHÄ"FT IN GLAS-UND POR^ELLANWAREN folgender Aufftellung: Christ; W. Volkmann, Römer; Bach, Waldschmidt, O. Bepler; Rinn, Arnold, Hofmann, Schmidt, W. Steine!. Die zweite Mannschaft tritt gleichfalls zum ersten Verbandsspiel in Grümngen an. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Großen-Duseck I — Steinbach I. Morgen empfängt die erste Elf des FC. 1926 die gleiche des Sportvereins Steinbach zu einem Freundschaftsspiel. In folgender Aufstellung: Koch; Brück, Schäfer; Eisenacher, Harbach II, Eßwein; Henß, Hofmann, Harbach I, Dambmann, Balser; Ersatz: Maul; sollte man mit einem Sieg der einheimischen Mannschaft rechnen können. Allerdings darf man die Gäste nicht unterschätzen. Fußball im Tv. Klein-Linden 1889. Die 2. Mannschaft fährt am Sonntag nach Treis a. d. Lümda zu ihrem ersten Punktspiel. Da sich beide Mannschaften fremd sind, ist der Ausgang im voraus nicht vorauszusagen. Für Klein-Lindens Zweite ist es das erstemal, daß sie an einem Meisterschaftsspiel teilnimmt. Die 1. Elf ist spielfrei. Fußball im Turnverein Großen-Linden Gegenseitige Erbeinsetzung liegt vor, wenn sich die beiden Ehegatten gegenseitig als Erben einsetzen. Dies geschieht entweder in einem Erbvertrag oder einem gemeinschaftlichen Testament (s. dort). Eine gegenseitige Erbeinsetzung ist zweckmäßig, wenn man das Vermögen in einer Hand vereinigt lassen will oder wenn man den überlebenden Ehegatten im Genuß des Vermögens belast sen will. Die Kinder werden in diesem Fall meist auf den Pflichtteil gesetzt (s. dort). Gehalt, übliche Bezeichnung für eine feste, monatlich ausgezahlte Lohnfumme. Nettogehalt nennt man den reinen Eeyaltsteil nach Abzug der Steuern und sonstigen Abgaben. S. auch Pfändung. Geheimnisse, die einem anoertraut lind, muß man streng für sich behalten, sonst kann man sich unter Umständen schadenersatzpflichtig machen. Manche Personen, z.V. Ärzte, Rechtsanwälte, Hebammen usw., werden überdies bestraft, wenn sie Geheim- nisie, die sie durch ihre Berufstätigkeit erfahren haben, weiter erzählen. Leute, denen gewisie, mit ihrem Beruf zusammenhängende Geheimnisse anvertraut sind, können in dieser Beziehung unter Umständen vor Gericht die Aussage verweigern. Erfährt man gewisie Geheimnisse, z. B. eine geheime Verabredung anderer zu einem Mord, Brandstiftung usw., so ist man verpflichtet. die Verabredung der Polizei oder dem Bedrohten rechtzeitig mitzuteilen, sonst wird man, wenn das Verbrechen stungen gezeigt. Es wird unter diesen Umständen auch bei dem ersten Spiel seinen Mann stellen. 1. kreisklafse. Lang-Göns — Holzheim: Lang-Göns hat diesmal eine Gelegenheit, etwas gegen seinen alten Lokalrivalen zu erreichen, denn die Gäste haben nicht ihre stärkste Besetzung zur Stelle. Hausen — Grüningen: Zu einem harten Kampf dürfte es in Hausen kommen. Beide Mannschaften sind gleichstark. Dornholzhausen — Dutenhofen: Dutenhofen geht einen schweren Gang und wird um eine Niederlage nicht herumkommen. Garbenheim — Groß-Rechtenbach: In Garbenheim dürfte es einen sicheren Sieg der Gäste geben. 2. Kreisklasse. Allendorf (Lahn) — Dutenhofen II (Faber, Gr-. Rechtenbach), ^*4 1800. ff) Derdninn*. -»‘““«uiu jjcumuiui. seinen« * Wte kam? Vuseck wird sich anstrengen müssen, wenn es nicht ?CIJ Rodhejfe. 2 i inen oder gar beide Punkte den Gästen lassen will. ? er Blaum-? 3ie SA.-Mannschaft gehört jedenfalls mit zu den " ' Uk Meisterschaftsanwartern dieser Gruppe und stellt Üsd-M siilllge" Bezirksklasse. 1900 Gießen — To. Münchholzhausen: 1900 hat, wie verlautet, seine alte Streitmacht ieber zur Stelle, so daß also die Voraussetzungen •T ein gutes Abschneiden ohne weiteres gegeben ird. To. Hörnsheim — Tv. Roth: Hörnsheim !:tte bis jetzt wenig Gelegenheit, seine Mannschaft Tizuspielen. Aber auch Roth ist es aus Mangel ■ Gegnern nicht möglich gewesen, sich entsprechend >Trzubereiten. Trotzdem wird es einen ausgegliche- 1tin Kampf geben, den Hörnsheim knapp aber sicher jRvinnen sollte. VfB-Gießen — Tv. Heuchelheim: Heu- । lheim hat noch bis zuletzt sehr ansprechende Lei- 6 ^efeiü lrwartet einen spannenden Kampf. 1 ei wuroen Ib b« Sportverein 1920 Heuchelheim. eVlQluMen5 J Die erste Mannschaft startet zu den Punktspielen ÖU te^n. a ruf eigenem Platze. Wieseck ist der Gegner. Es ist I W einem ftwer zu sagen, wem man die meisten Siegesaus- h h 1-^genbS geben soll. Der Gastgeber spielt nicht in l ^Pieloereirü |:ärtfter Aufstellung, und der Wiesecker Mannschaft J1 ersten ®iQ(e J ceht ein guter Ruf voraus. Mit einem schönen oen wäre eine J PPkl wird auf jeden Fall zu rechnen sein. Wenn B D ter Sturm der Heuchelheimer nicht endlich aus Jtiner Hilflosigkeit vor dem Tore erwacht, brauen sich die Blau-Weißen keinen allzu großen geoer, oie zum erpenmc Öffnungen hmzugeben. Die Mannschaft spielt in I sehr anstrengen müssen. Jetzt ist der günstigste Zettpunkt gekommen,dem Körper neue Reserven durch die berühmte b I ulerneuernde, kräftebildende und nervenstählende Doppelherz- Kur zuzuführen. Fabrikniederlg.: C. Seibel, Frank furterStraße. O.Winterhoif, Kreuzplatz 9/10. Herrn. Elges, Selters- weg 66. Grünberg: Karl Scheit u. sämtliche Filialen. Laubach: Solm^-LaubacherDrog.Karl Klein. Farbsortiment vorrätig per m Flamenga-Jacquard, 95 cm breit, in vielen Farben per m Konturen-Krepp, 95 cm breit, in neuen herbstlichen Farben per m Stoff für das sportliche Kleid per m E in reichhaltiger Farbenauswahl per m Gemusterte Seidenstoffe Mattkrepp-Druck, 95 cm breit, modische Be- per m . per m Blusen usw. per m türkischen Mustern per m Gehorsam 164 Gehenuschrifteu per m breit, Q Qfi per m U.OU 3.95 Besätze und Nachmittagskleider per m Taft-Cloqu€, 95 cm breit, in sehr eleganten Druckmustern für Abendkleider .. per m 6219 A SCHUH-HANSA 9. 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Sobald das Kind kräftig genug ist, richtet es sich selbst in seinem Ställchen oder Bettchen auf und macht Gehversuche. Jetzt kann es in seinen Versuchen unterstützt werden, indem man sich entweder eines Gängelbandes (s. b.) bedient oder das Kind von rückwärts an beiden Armen fest- hält. Gehirnerschütterung kommt durch Sturz oder Fall auf den Kopf zustande. Es tritt dabei Bewußtseinsstörung in allen Graden aus (von der leichten Benommenheit bis zur tiefen Bewußtlosigkeit), oft Erbrechen und Nasenbluten, schließlich Vergeßlichkeit für das Erlebnis und Kopfschmerzen. Die erste Hilfe besteht in Flachlagerung, kalten Umschlägen auf die Stirne und im Erwärmen der Füße durch heiße Fußbäder. Ist der Verletzte wieder bei Bewußtsein, kann ihm starker schwarzer Kaffee verabreicht werden. Jede Gehirnerschütterung ist eine Verletzung schwerer Natur, da Folge- krankheiten auftreten können. Gehirnhautentzündung kann im Verlauf verschiedener Infektionskrankheiten auftreten od. als des. Infektionskrankheit, der Genickstarre. Geht mit Kopfschmerzen, Erbrechen, Benommenheit, unregelmäßigem Fieber und Nackensteifigkeit einher. Manche Kopfnerven (= die Hirnnerven) können Lähmungserschemungen aufweisen, wenn die Gehirnhaut am Schädelgrund entzündet ist. Für die Krankheitsvoraussage und den Krankheitsverlauf ist wichtig, um welche Art der Gehirnhautentzündung es sich handelt; dies kann nur der Arzt entscheiden. Eehörhilse, taubstumm geborene Kinder bringt man möglichst bald in eine geeignete Anstalt, dort lernen sie auch ohne Gehör das von andern Leuten Gesprochene verstehen. Bei erworbener Taubheit sollen die davon Betroffenen zunächst ihr Gehörfeld bestimmen lasten und je nach dem Ausfall dieser Prüfung ihren Ge-Hörbilseapparat anschaffen. Bei schlechtem Gehör sind die modernen Mikrophone, die mit Taschenlampenbatterie betrieben werden, zu empfehlen. Sie sind verhältmsmäßig unauffällig, erleichtern aber beiden Teilen den Verkehr. Man braucht sich dieser Hilfe nicht zu schämen, ist sie doch im Grunde das gleiche wie beim Schwachsichtigen die Brille. Gehorsam Eltern und Erziehern gegenüber soll niemals einem Gefühl der Ohnmacht entspringen. Na&beize »Ceresan« empfiehlt 622eA Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofstraße, Telephon 3403 Eelite Peisei Teppiche u. Brücken Auswahlsend. n. ausw. kostenfrei. Veledian, Firn., Niedenau 39?879V Geschäftskarten bei Brühl, Gießen 2 Liter BMW. 50 PS rLinioiisine sofort oder kurzfristig lieferbar Achtung! 6196V Möbelinteressenten erhalten jetzt bei tragbarer Anzahlung und der bei jedem Volksgen. angepaßten Abzahlungsrate von monat!. nur Mk. 3.- bei Mk. 100.- Kaufsum., Küche, Schlaf-, Wohn- m Herrenzim., wie Polster- und Einzelmöbel aller Art. Interest, bitten wir um Ang. Ihrer Adresse und wann anzutreffen. Postkarte genügt. Beratung u. Besuch erfolgt in den nächsten Tagen kostenlos u. unverbindl. Zufried. Kundenkreis beweist große Leistungsfähigkeit. Generalvertreter L. 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