Mittwoch. 25. August W3Z 18Z. Zahrgang Ur. WZ Erstes Matt Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von 70mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25"/» mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei« gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche AnzeigenSRpf. Mengenabschlüsse Staffel B Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniverfitStrdruckerei «.Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 1______ Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild ■ Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüsfe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: 5rankfurt am Main 11686 Japanischer Vormarsch an der Aordfront im Fernen Osten besprechen. Voraussichtlich wird Eden die englische Hauptstadt am Donnerstag wieder verlassen. Cham-1 apans stammenfahrene Auto, druck. Und ab an Der nationale Vormarsch ans Santander eine fahrbare befinden sich drei Kampfwagen, eine Rundfunkstation und ein Munitionsdepot. Än T eintrifft, und einigen an Mitgliedern die Lage die in Pauillac mit einem sowetspanischen Dampfer ankamen, zum ersten Male nicht in Frankrsich craf- genommen wurden, sondern über Toulouse wieder nach S o w j e t s p a n i e n abgeschoben werden sollen. Franco baut ein gesundes Landvolk auf. Salamanca, 24. Aug. (DNB.) Je weiter die Befteiung Spaniens von der bolschewistischen Schreckensherrschaft vorschreitet, desto umfangreicher wird der Aufbau des Landes in Angriff genommen. Der spanische Staatschef hat ein Dekret unterzeichnet, das die Bildung einer national» Wusung in japanischen Händen. Eine Fahrt durch das Kampfgebiet um Schanghai. Bolschewistische Maffenflucht aus Santander. nannt worden. Zur Klärung der Lage an den verschiedenen Fronten des Schanghaier Kampfgebietes unternahm der DNB.-Dertteter am Dienstag eine Erkundungsfahrt durch den am heißesten umkämpften Hongkiu- Bezirk. Die Fahrt führte zunächst durch die stark beschädigte N o r t h - S z e ch u a n - R o a d , wo zahlreiche Barrikaden und Unterstände von der Adjutant erscheint. . Zwei Minuten später im „Arbeitszimmer des Generals. Dieses chinesische Schulzimmer könnte auch im fernstesten Polen liegen und braucht daher den „alten Kriegern" nicht näher beschrieben zu werden. Riesenkarten an den Wänden, irgendwo ein Feldbett, Uniformstücke, ein großer Kartentisch ... dahinter der General. Zu Ehren des Besuchers hat er sich — 45 Grad Zimmertemperatur! — seinen Waffenrock angezogen, aber er bittet sofort nach der Vorstellung in fast fließendem Deut ch. Paris, 25. Aug. (DNB. Funkspruch.) Bayonne sind fünf sowjetspani Schiffe von Larredo kommend mit über Flüchtlingen, die meisten davon „Miliz"solda- ten, eingelaufen. Bei einer Anzahl Milizleuten wurden große Geldsummen vorgefunden bis zu 30 000 Peseten, während der Kassierer des Postamtes von Larredo fast eine Million Peseten bei sich trug. In Arcachon trafen aus Santander mit zwei Dämpfern 7 0 sowjetspanische Flücht- finge ein, darunter mehrere Anführer der bolschewistischen Milizen. Sie hatten Santander Sonntag- nacht in aller Heimlichkeit verlassen. Weitere 2000 Flüchtlinge aus Santander befinden sich auf dem Wege nach der Provinz Katalonien. Der „Sour" meldet, daß spanische Flüchtlinge aus (Santa nu er, Japan und der britische Neutralitäisvorschlag. T o k i o , 25. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der Sprecher des Auswärtigen Amtes teilte mit, daß Japan bisher den britischen Vorschlag auf Neutralisierung Schanghais nicht beantwortet habe. Der Sprecher fügte hinzu, daß er überzeugt sei, Japan könne nicht sein selbstverständliches Recht, die japanischen Einwohner in Schanghai mit eigenen Machtmitteln zu schützen, aufgeben. — In japanischen Kreisen in London wird die Meinung vertreten, daß die japanischen Truppen doch in nicht ... immerhin: wenn die Truppe so verpflegt wird, kann sie den Krieg noch lange aushalten! Vor jeden wurde ein Lackbrett gestellt, daraus drei Porzellanschüsseln und zwei Eßstäbchen. Schüssel Nr. 1 enthielt eine sehr schmackhafte Suppe, in die ganz dick Zwiebeln und grüne Bohnen eingekocht waren. Den zweiten Gang bildete eine Schale Reis mit hineingekochten Haferflocken, der das Kommißbrot ersetzt, das der japanische Soldat nicht bekommt, dazu gab es ein paar saure eingelegte Rettiche und andere „Pickels" . . das war alles. Um ein übriges zu tun, stiftete der General eine Flasche lauwarmes Bier dazu, eine Zigarette und ein Glas herber grüner Blättertee beschloß das S ch a n g h a i, 24. Aug. (Ostasiendienst des DNB.) Der Yangtfe-Hafen Wusung befindet sich seit Dienstag in den Händen der japanischen Truppen. Die nördlich der Internationalen Niederlassung in Schanghai gelandeten japanischen Verstärkungen konnten ihre Operationsbasis um 2 Kilometer erweitern, so daß das Marinelandungskorps im Jangtsepuh-Gebiet entlastet wurde. Dabei mußten die Truppen fast bis an die Brust durchs Wasser waten, nachdem sie durch Boote und Flöße in die Nähe des Landes gebracht worden waren. Bei ihrer Landung stießen die Japaner vielfach auf chinesische Maschinengewehrnester und Schützengräben, die stellenweise lyis auf 50 Meter ans Ufer heranreichten. Trotzdem ind die Verluste der Landungstruppen nach Mit- berlain wird voraussichtlich bereits am Mittwochabend nach Schottland zurückreisen. Japan zieht die für die Olympischen Spiele 1940 gemeldeten Reiter- Offiziere zurück. Tokio, 25. Aug. (DNB. Funkspruch.) Wie das japanische Kriegsministerium mitteilt, erfolgte wegen des Ernstes der Lage die Zurückziehung der zur Teilnahme an der Reitkonkurrenz für die Olympischen Spiele in Tokio 1940 ausgewählten Offiziere. Als Führer der japanischen Reiteroffiziere war Hauptmann N i s ch i genannt worden. Salamanca, 25. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der nationale Heeresbericht vom 24. August meldet, daß an der Front von Santander die Legionärtruppen auf ihrem Vormarsch längs der Straße Burgos—Santander die wichtigen Positionen C a n- tera und Piedra Llana besetzt haben. Die Truppen kamen bis an die Einmündung des Flusses Pisuen in den Fluß Pas und besetzten den Verkehrsknotenpunkt Vargas sowie drei weitere Ortschaften und mehrere Höhenzüge. Die Navarra- Brigaden haben die Stadt T o r r e o l a v e g a besetzt, wo sie von der Bevölkerung mit überschwänglicher Begeisterung empfangen wurden. UeberaU wehten nationale Fahnen, die Frauen fielen auf die Knie und küßten unseren Soldaten die Hände. Die Kriegsbeute ist außerordentlich groß. Die Navarra- Brigaden besetzten außerdem Barruera, wodurch die Verbindung Santander—Asturien abgeschnitten wurde. Auf dieser Straße wurden mehrere Personenautos abgefangen, in denen sich marxistische Anführer aus der Fl u ch t nach Asturien befanden. Andere Kolonnen der Navarra-Brigaden haben die Höhen im Osten von Leocin erstürmt. Im östlichen Kampfgebiet von Santander haben die „Schwarzen Pfeile" drei Ortschaften besetzten. Die im Südosten von Santander operierenden Truppen haben fünf Ortschaften eingenommen. Die Brigaden von Castilien haben den oberen Gebirgspaß von San Bartolome und mehrere kleinere Ortschaften eingenommen. Die Zahl der Gefangenen und Ueberlaufer belauft sich auf über. 500. Die meisten wurden mit Waffen gefangen genommen. Unter den Gefangenen befindet sich auch eine ganze Kompanie mit ihrem Hauptmann. Unter dem erbeuteten Kriegsmaterial Kürze «die Chinesen aus Schanghai vertreiben würden, und daß nach Verlegung des Kriegsschauplatzes keine Notwendigkeit mehr für die Schaffung einer neutralen Zone in Schanghai bestehe. Ministerbesprechung in London. suchers hat er fii sonach de/Dorstellung'm fast fließendem Deutsch, ihn wieder ausziehen zu dürfen, "weil selbst für uns Japaner diese Hitze kaum zum Aushalten ist! Also macht man es sich beiderseits bequem, Jacke und Uniformrock wandern an den Nagel, man krempelt die Hemdsärmel auf, und der „Knegsrat — so muß man beinahe sagen — beginnt. Ich kenne eine ganze Anzahl japanischer Gene- ' rate und habe festgeftellt, daß man bei militärischen Gesprächen mit japanischen Ofslzieren aller Grade immer am weitesten kommt, wenn man sich selbst auf den klaren, fachlichen dem Laren o schwer zu definierenden „militärischen Standpunkt stellt, der in seiner Art international ist. Man weiß z.B. als gewesener Soldat ganz genau was man für Fragen stellen kann und darf und der andere weiß sofort, was man dem Ausfrager Zumuten darf und was nicht. Für den neutralen Beobachter find deswegen z.B. auch Unterhaltungen zwischen unbeschwerten jungen amerikanischen Journalisten und japanischen Offizieren so ungeheuer erheiternd: Fragen stellen diese oft, deren Harmlosigkeit jeden Rekruten zum Erbleichen bringen müssen und me infolgedessen genau so „dumm" beantwortet werden, wie sie gestellt worden sind. Außerdem kommt wohl hinzu, daß der deutsche Soldat der einzigste der Welt ist, der von den Japanern als „voll" angesehen wird, so daß diese javanischen Offiziere sich oft einem Deutschen gegen» über mit einer Offenheit selbst über die heikelsten London, 24. Aug. (DNB.) Außenminister Eden kehrt am Dienstagnachmittag, seinen Urlaub in der Grafschaft Hampshire unterbrechend, nach London zurück. Er wird mit dem Ministerpräsi- deuten, der am Mittwochvormittag in London ’ en anderen Kabinettsworden sind. Soldaten in olivgrünen Uniformen mit roten Kragenspiegeln und dem braunen Stahlhelm auf dem Kopf stehen mit aufgepflanztem Seitengewehr Posten, und man ist jedesmal froh, wenn man unbehelligt an so einem Posten vorbeigekommen ist. Denn sie haben oft die seltsamsten Wünsche: sie verlangen z. B., daß der Zivilist sie durch Abnehmen der Kopfbedeckung grüßt, weil der Posten die Armee, und diese den Kaiser und damit Gott reprä- fentiert. Alle japanischen Zivilisten grüßen diese Posten, zum Teil mit einer tiefen Verbeugung, der Geschicklichkeit des Europäers bleibt es überlassen, sich von Fall zu Fall in geeigneter Form „aus der Affäre" zu ziehen. Was hatte doch das Oberkommando kürzlich bekanntgegeben? „Um unliebsame Zwischenfälle mit japanischen Posten zu vermeiden, wird gebeten, ihren Anordnungen Folge zu leisten und sich im Notfälle an einen Offizier zu wenden, da die meisten, aus dem Innern Japans stammenden Soldaten jetzt auf dem Festlande zum ersten Male einen Europäer sehen ..."--ein solcher Offizier kommt gerade aus dem Tor hinaus, man spricht ihn an, legitimiert sich und wird in eine Wachstube geführt ... „Bitte, einen Augenblick zu warten!" Das Thermometer zeigt 120 Grad Fahrenheit (etwa 48 Grad Celsius), wie halbtote Fische liegt die Wachmannschaft, nur mit der dicken olivgrünen Hofe bekleidet, auf Bambusmatten am Boden herum. Millionen von Fliegen, angebrochene Konservebüchsen, Waffen, Munition, Wasserkruge, Speisereste ... einer der Soldaten steht auf und überreicht mir einen Fächer, der als Taschentuch- ersatz unbezahlbar ist. Die übrigen Krieger richten sich auf und starren mich wortlos und verwundert an. Sie lachen verlegen und scheinen nicht zu wissen, wo sie mich unterbringen sollen. Gleich darauf wird die Matte vor der Tür zurückgeschlagen, ein Dinge aussprechen, die sie im Gespräch mit anderen niemals berühren würden. Sache des Gefühls ist es, das annähernd Richtige aus den Gesprächen herauszuhören ... General X gehört zu jenen Offizieren, von denen man den Eindruck hat, als gingen sie beinahe bis an die Grenze des militari ch Erlaubten und die herzlich lachen, wenn man rg end ei ne Behauptung unter Hinweis auf das selbst Gesehene höflich bezweifelt und auf „ganz ähnl che" Lagen oder Falle im Großen Kriege hinweift, wo ja „bekanntlich auch ..." — das ist dann meist der Augenblick, wo auf der Gegenseite das Eis zu schmelzen anfängt und eine „Fachsimpelei" beginnt, wie sie eben nur unter „Fachleuten" möglich ist. Fast zwei Stunden hat diese Unterhaltung mit dem General gedauert, während derer hinter unseren Stühlen ständig zwei Soldaten mit großen Fächern standen, die uns Kühlung zufächelten und eine eisgekühlte Limonade nach der andern auf den Kartentisch stellten. So eingehend war diese Aussprache und so natürlich und ungezwungen verlief sie, daß man manchmal schwer unterscheiden konnte: „Wer will sich hier eigentlich informieren? Der General oder der Journalist? Denn der @ene= ral wollte eine ganze Menge wissen: „Wie hoch schützen Sie di- Stärke unserer Nordchmatruppen -in? ... Glauben Sie. daß die chinchsche 37. Division ...?" — alles Fragen, die erklarücherweise einen ganz bestimmten Zweck verfolgten, alldieweil der unbefangene Neutrale manches anders sieht, als der im Brennpunkt der Ereignisse Mrkende. „Japam- sche Truppenstärken" — das ist z. B. ein solches Problem, über das sich alle Welt den Kopf zerbricht. Nirgends sieht man — Hinterland - gesoffene es besteht für das Auge nicht einmal ^s, was man im landläufigen Sinne des Wortes mit dem BegNff .Etappe" zu bezeichnen Pflegt — kein Wunder, wenn die Schätzungen über die japanischen Trup- v/nüärken sich zwischen 4000 und 20 000 Mann beweaen D e Frage des Generals nach der Stärke de^ japanischen Truppen bezweckt vielleicht nur die Kontrolle oder Feststellung, ob d-est Truppen auch für den fremden Beobachter unsichtbar bleiben ... eine Art Katze-und-Maus-Spiel der Unterhaltung General, ..nun habe ich Ihnen aenua erMlt, jetzt werden mir er» mal zusammen ss-ldkllch- - Isen, damit Sie iehen. m,e unsere Soldaten leben, und dann wird Sie mein Adjutant an die sogenannte Front fahren. Einverstanden? Klingelzeichen. Die Burschen erscheinen mit dem Essen. Ob es ein „Generalsessen war, weiß ich Schwere der Kämpfe berichteten, die sich in den letzten Tagen dort abgespielt haben. Die dortliegende japanische Kaserne, die nahezu unbeschädigt geblieben ist, erwies sich als im unbestrittenen Besitz der japanischen Ma. r i n e. Auch die hart umkämpfte P a t s u - B r ü d e ist fest in japanischen Händen. Da sich die japanischen Truppen in diesem Abschnitt im wesentlichen auf die Verteidigung beschränkt haben, sind nur wenige chinesische Gefangene gemacht worden. Ferner haben die Japaner dort drei Tanks erbeutet. Das Gebiet westlich des Hongkiu-Bezirks ist auf mehrere hundert Meter durch Feuer zer - ft o r t. UeberaU sieht man stark befestigte japanische Stellungen, die auffallend schwach besetzt find. Der Dienftbetrieb bei den japanischen Marinetruppen wickelt sich durchaus ruhig ab, die Stimmung ist allgemein zuversichtlich. Die „Gneisen au" hat am Dienstagmittag Schanghai mit 5 6 0 deutschen Flüchtlingen an Bord verlassen. Japanische Militärstellen geben bekannt, daß außer im Bereich von Wusung noch an weiter von Schanghai entfernten Plätzen Truppen gelandet wurden, die zusammen mit den in Wusung stehenden Kontingenten die Einkreisung von Schanghai vornehmen, um dann bei Operationen gegen entferntere Ziele eingesetzt zu werden. Die Stärke der im Wusung-Gebiet gelandeten japanischen Truppen beträgt mindestens 10 000 Mann, während an anderen nicht bekannt- gegebenen Plätzen wesentlich stärkere Der- bände an Land gehen. Aus allen bisher vorlie- genden Einzelheiten muß geschlossen werden, daß die Landung der japanischen Truppen noch nicht abgeschlossen ist. An die japanische Front! Von unserem H.T.-Äerichierstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) P ei ping, 10. August 1937. Es klopft. Auf leisen Filzsohlen betritt der chinesische Hotel-Boy unhörbar das Zimmer und überreicht einen Brief. Absender: „Oberkommando der Kaiserlich japanischen Streitkräfte in Nordchina.". — Inhalt: „Das Oberkommando hat alles Erforderliche für einen Frontbesuch in Gegend .....eingeleitet. Generalmajor 1 wird Sie morgen im Stabsquartier der P. Brigade empfangen und Ihnen Gelegenheit geben, die vorderste Linie zu besichtigen. Unterschrift xy. Leutnant und Adjutant. Dieser Bries hat Hand und Fuß, feine preußische Klarheit und Kürze weckt Erinnerungen an jene ferne Zeiten, in denen man felber „an der Front" lag und dort allerlei Besuche und Besichtigungen über sich ergehen lassen mußte. Und da diese Besuche und Besichtigungen immer nur an ruhigen Frontabschnitten erfolgten, an denen militärisch „nichts" zu sehen war, liegt also der Schluß nahe, daß auch das japanische Oberkommando diesmal einen Frontabschnitt zur Besichtigung freigegeben hat, der an Geheimnissen nicht übermäßig reich ist.. Irgendwo in irgendeinem kleinen chinesischen Städtchen südwestlich von Peiping ist der Stab der 9). Infanterie-Brigade untergebracht. Um ihn zu erreichen, muß man ein paar Stunden mit der Eisenbahn fahren, auf der Endstation hält ein Auto mit dem roten Sonnenball im weißen Feld, die Wache kontrolliert Pässe und Papiere, und in sausender Fahrt gehts zum Stabsquartier. Der Brigadekom- mandeur, General T, hat das feine in einer alten chinesischen Schule aufgeschlagen, das sich — rein militärisch gesehen — in nichts von jenen unzähligen Briaadestabsquartieren unterscheidet, die im Großen Kriege von Finnland bis Bagdad und vom Kanal bis zur Schweizer Grenze „aufgeschlagen" von Tienffin noch an. Die wochenlangen Kämpfe an der Nordfront hatten nach der Ueberroinbung der Großen Mauer am Nankau-Paß eine Unterbrechung der Eisenbahnlinie westlich und östlich von K a 1 - gan zur Folge. Die chinesischen Truppen ziehen sich in der Richtung auf die Schansi-Prooinz zurück, wodurch die japanischen Streitkräfte im Gebiet von Peiping und Tientsin Rückenjreiheit erlangen. Südlich von Peiping rücken die japanischen Truppen auf die chinesische Hauptstellung vor, die sich bei Pauting befindet. Südlich von Tientsin setzt die japanische Nordchina-Garnison ihren Vormarsch über Tschinghai auf M a - t f ch a n g fort. Mit den gemeldeten Erfolgen dehnt sich nunmehr die chinesisch-japanische Front im Norden Chinas auf eine zusammenhängende 300 Kilometer lange Linie zwischen Kalgan und Tschinghai aus. Die japanische Kwanlungarmee meldet weitere japanische Erfolge an der Grenze der Provinzen T s ch a ch a r und S u i j a n. Drei chinesische Divisionen wurden südlich von Schangpei geschlagen. Japanische Flugzeuggeschwader griffen in den Kampf ein und belegten die Stadt T a t u n g (180 Kilometer südwestlich von Kalgan) mit Bomben. Mahl, das an sich sehr schmackhaft war, das aber kaum ausgereicht haben dürfte, um einen euro- päifchen Soldaten-Magen auch nur für einige Stunden zu fälligen. Denn das Brot, das massive, sättigende Kommißbrot, das vermißte man noch ehr! Aber für den armen genügsamen japanischen Soldaten, der sich im Alltagsleben als Arbeiter oder Soldat kaum Reis leisten kann, muß es ein wirkliches Festessen gewesen fein ... Neues Klingel- Zeichen. Der Adjutant, feldmarschmäßig mit Ban- Öolier und Schärpe erscheint. Meldet das vorgefahrene Auto. Kurze Instruktion. Dank und Hände- die Front! : eilung japanischer Kreise nur gering. In Schanghai chloß die Gefechlstätigkeit am Dienstag um Mitternacht mit einem AngriffchinesischerFlug- zeuge auf d i e japanischen Seestreit- fräfte an der Wusung-Reede ab, dem ein Angriff auf die japanischen Kriegsschiffe auf dem iffiangpuflufj voranging. Japanische Flugzeuge bombardierten Nanking, Ningpo und Anking. Der frühere Oberkommandierende der japanischen Streitkräfte auf der Insel Formosa, General Matsui, ist zum Oberbefehlshaber der japanischen Landungstruppen im Gebiet von Schanghai er- Tientsin, 24. Aug. (DNB.) Die tagelangen schweren Kämpfe der japanischen Truppen am Nankau-Paß gegen fünf chinesische Divisionen haben am Dienstagfrüh, wie bereits kurz gemeldet, zur Eroberung dieses strategisch wichtigen Posses geführt. Fortgesetzte Wolkenbrüche, die mit Gluthitze wechselten, Hal en in dem bergigen Gelände bisher einen durch chlagenden Erfolg verhindert. Jetzt ist nach einer Mitteilung des japanischen Hauptquartiers ein Einbruch in die chinesischen Stellungen in breiter Front gelungen. Die japanischen Truppen rückten, weiterhin unter schwierigsten Witterungsverhältnissen, auf die Stadt Tschinghai, südwestlich von Tientsin, vor. Die feit Beginn der Kampfhandlungen unterbrochene Bahnstrecke Peiping — Tientsin wurde am Montag wieder hergeste111. Trotzdem dauert der Kleinkrieg zwischen chinesischen Freischärlern und den japanischen Truppen in der Gegend Getreidekammer vorsieht, die dem Landmann sein Getreide $ u erheblich g ü n st i g e - ren Preisen abnimmt, als er sie bislang erzielen konnte. Aus diese W^se werden die Spekulanten ausbeschaltet, die früher das Getreide zu lächerlich niedrigen Preisen aufkausten. Die Getreidekammer wird sich ferner um das Wohl des Landarbeiters kümmern und als erstes einen allgemeinen Mindestlohn festsetzen, der bei Androhung schwerer Strafen oom Arbeitgeber anzuerkennen ist. Eine andere Aufgabe der Getreidekammer besteht in der Ueberwachung der Getreideanbauflächen zur Vermeidung von Ueberproduktion bei den einzelnen Getreidesorten. reichen Besuch der Militärtechnischen Akademie Berlin-Charlottenburg rückte er als Führer eines Pion- nier-Begleitkommandos ins Feld und wurde mehrmals schwer verwundet. Nach Auflösung der alten Armee trat Roettig zur Sicherheitspolizei über, wurde dann zur Schutzpolizei übernommen und tat als Major beim Kommnoo der Schutzpolizei in Berlin Dienst. 1927 trat Major Roettig zur Gendarmerie über und wurde beim Regierungspräsidium Münster verwendet. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde Roettig Kommandeur der Gendarmerieschule Trier, von wo er nach seiner Beförderung zum Oberst und einer vorübergehenden Tätigkeit als Inspekteur der Ordnungspolizei in Stettin zum Stabe des Chefs der Ordnungspolizei abgeordnet wurde ©oppelmitgliedfchast NSDAP—Rotary-Klub unzulässig. Oer deutsche Marineattache in London 1*. Amsterdam, 24. Aug (DNB) Der Marineattache an der Deutschen Botschaft in London und an der Deutschen Gesandtschaft im Haag, Konteradmiral Waßner, ist am 24. August in den frühen Morgenstunden im Haag, wo er sich auf einer Dienstreise aufhielt, am Herzschlag ge- st o r b e n. Konteradmiral Waßner war während des Krieges 0-Bootskommandant und wurde am 15. März 1918 mit dem Pourle M Konteradmiral Waßner. (Scherl-Bilderdienst-M.) merite ausgezeichnet. Nach Beendigung des Krieges war Waßner von 1921 bis 1925 zur Dienstleistung bei der Marineleitung kommandiert und anschließend u. a. Kommandant des Segelschulschiffes „Niobe" und des Kreuzers „Karls - r u h e". Am 1. April 1933 wurde er Marine- attach 6 an der Deutschen Botschaft in London. Am 1. Oktober 1936 erfolgte seine Beförderung zum Konteradmiral. Berlin, 24. Aug. (DNB ) Nach einer Meldung des „23. B." aus München hat d e r o b e r st e P a r- tei richte r, Reichsleiter Walter Buch, eine Anordnung erlassen, in der es heißt: „Parteigenossen, die gleichzeitig Mitglied des Rotary-Klubs sind, haben ihre Mitgliedschaft zu diesem bis zum 31. Dezember 1 937 z u lösen. Nach diesem Zeitpunkt wird die Doppelmitgliedschaft als den Bestrebungen der Partei zuwiderlaufend angesehen und verfolgt. Zu dieser Anordnung veröffentlicht der Reichsleiter im „V. B." unter der Ueberschrift „Tarnung!" einen Aufsatz, in dem es unter anderem heißt: Die deutschen Rotary-Klubs waren nach der Machtübernahme beflissen, sich dem Geist der neuen Zeit anzupassen und beeilten sich, die a u f g e - nommenen Juden aus ihren Reihen auszuschalten. Zudem stellten sich deutsche Rotarier in großer Zahl bereitwilligst zur Verfügung, der jüdischen Lügenflut und den Greuelmärchen entarteter Deutscher in Rotarierkreisen außerhalb der deutschen Grenzen entgegenzuwirken Infolgedessen sah sich die deutsche Staatsführung sowie die Reichsleitung der NSDAP, nicht veranlaßt, von vornherein eine ablehnende Haltung gegen Rotary einzunehmen, wenngleich erhebliche Bedenken ihr diesen Schritt nicht erleichterten. Die Bedenken richteten sich vor allem gegen die Art seiner Organisation. Rotary ist über die ganze Erde verbreitet und in eine große Anzahl Distrikte gegliedert. Sie sind zusammengefaßt unter einem gemeinsamen Präsidenten. Dadurch entsteht ein Zustand, daß ein Ausländer einer Gemeinschaft in Deutschland Weisungen gebe n k a n n , die geeignet sein können, deutsche Menschen in einen gewissen Konflikt zu ihren Pflichten ihrem Volke gegenüber zu bringen. Die Prüfung der Satzung und der Besuch von Veranstaltungen des Rotary-Klubs ergaben keinen Anhalt, daß seine Gründung von Freimaurern ausging oder daß fein Brauchtum den Menschen derart in seinem Mannestum bräche, wie dies die Freimaurerei in ihren höheren Graden tut. Während es der Judin der Freimaurerei fertig gebracht hatte, die Man- ner durch ein aberwitziges und verabfcheuungswer- tes Brauchtum in den höheren Graden sich unbedingt hörig zu machen, war davon bei den Rotariern nicht das mindeste zu spüren. Das wurde in Deutschland nach dem Regierungsantritt des Führers anders. Die Dienststellen des Dritten Reiches mußten feststellen, wie allmählich immer mehr Angehörige aufgelöster Freimaurerlogen Eingang in die verschiedenen deutschen Rotary-Klubs ‘ fanden, ohne daß diese eine Ahnung zu haben brauchten, aus welchen Kreisen ihre neuen Mitglieder kamen. Weder die deutsche Staatsführung, noch die nationalsozialistische Bewegung wollen es erleben, daß das deutsche Volk noch einmal durch eine Organi- sation wie die Freimaurerei an seinem Leben Schaden nähme, wie durch den Weltkrieg. Darum ist es notwendig, daß die Männer seiner führenden Schicht sowohl der Staatsführung, der Wehrmacht, als auch in der Partei ferngehalten werden von Gemeinschaften, in denen im zunehmenden Maße Gedankengänge freimaurerischen Gepräges Eingang finden. Als daher die Prüfung der Dinge ergab, in welchem Umfange die Träger freimaurerischen Gedankengutes während der letzten Jahre Eingang in die Rotary-Klubs gefunden hatten, war es nur selbstverständlich, daß der Reichsinnenminister für seinen Dienstbereich den Beamten die weitere Zugehörigkeit zu den Rotary-Klubs untersagte Ebenso selbstverständlich, daß die übrigen Minister ihm folgten. Die Bewegung ist dem Pg. Dr. Frick für seinen Schritt dankbar, und es liegt auf der Hand, daß sie ihm ebenfalls folgen wird. Es geht natürlich nicht an, daß ein Parteigenosse einer Gemeinschaft angehört, die die Staätsführung ihren Untergebenen verschließt. Wer in Deutschland führen will, kann hinfort keiner irgendwie international gebundenen Gemeinschaft mehr angehören. Sein Blick ist ausgerichtet auf sein Volk. Seine Devise lautet: „Ich dien'!". ©er Kampf gegen den Krebs. Ein wichtiger Gegenstand ärztlicher Fortbildung. nisation vollstes Vertrauen bei der Arbeit an dem ungelösten Krankheitsproblem von der Volksgemeinschaft entgegengebracht werden müsse. Gerade hier ist Kurpfuscherei zu gefährlich und zwingt zu einer internationalen Abwehrmaßnahme. Für den Arzt ist ständige Wachsamkeit oberstes Gesetz. Methoden einer zuverlässigen statistischen Erfassung der Erkrankung und Todesfälle besprach Dr. H a u b o l d. Ungefähr ein Viertel aller Krebsfälle werden erst durch die Leichenöffnung festgestellt, wie Professor Fischer (Rostock) ausführte. Deshalb kann eine frühzeitige Diagnose nicht genug gefördert werden. Professor König (Würzburg) betonte die hohe Verantwortlichkeit des Universitätslehrers bei der Ausbildung des Studenten und der ständigen Fortbildung der Praktiker. Diese müssen die Grenzen der verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten genau kennen, um eine möglichst große Zahl von Dauerheilungen des Krebses zu erreichen. Schröder (Leipzig) wies ebenfalls darauf hin, daß in der Früherkennung des Krebsleidens die wesentliche fortschrittliche Bekämpfung in der Frauenheilkunde liege. Sowohl die operativen Verfahren als auch die Bestrahlungen sind in ihren Erfolgen kaum Berlin, 24. Aug. (DNB.) Noch immer ist der Krebs eine Geißel der Menschheit. Jedes Land hat in der Krebsbekämpfung seine Erfahrungen gemacht. Diese auszutaufchen und unnötige Fehler zu verhindern, war der Zweck des dritten Sitzungstages des internationalen Kongresses für ärztliche Fortbildung. Hierbei wurde nicht so sehr das Wissenschaftliche als vielmehr das Organisatorische berücksichtigt, wie die Probleme der Krebsbekämpfuntz dem praktischen Arzt ständig näher zu bringen feien. In Deutschland hat bereits der 1933 vom Reichsminister des Innern berufene Ausschuß zur Krebsbekämpfung große Erfolge gezeitigt. Dr. S ch r a e n e n (Belgien) stellte die Krebsbekämpfung als eine soziale und psychologische Forderung auf. Die Zahl der Erkrankungs- und Sterbefälle könne man am besten dann eindämmen, wenn man im Früh- stadium den Krebs zur Behandlung bekomme. Es muß daher die Oeffentlichkeit voll und ganz mit dem Wesen des Krebses vertraut fein, ebenso wie dem Arzt die Frühbehandlung und Erkennung ermöglicht werden muß. Professor A u l e r , der Generalsekretär des Deutschen Ausschusses für Krebsbekämpfung, wies darauf hin, daß der Orga- * Die Nachricht von dem plötzlichen Tode des deutschen Marineattachss wird von den englischen Abendblättern an hervorragender Stelle wiedergegeben. Die Blätter weisen auf die erfolgreiche Laufbahn von Konteradmiral Wahner hin und betonen, daß er ein sehr guter Kenner des englischen Lebens gewesen fei. Sie heben auch hervor, daß Konteradmiral Waßner an den Verhandlungen für das deutsch - englische Flottenabkommen beteiligt gewesen sei. Ein neuer 0eneraiinfoeffeur der Gendarmerie und Gemeindevollzugspolizei ernannt. Berlin, 24 Aug (DNB.) Der Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei hat den früheren Kommandeur der Gendarmerieschule Trier, Oberst der Gendarmerie Roettig, zum Generalinspekteur der Gendarmerie und Gemeindevollzugspolizei ernannt. Damit ist die Stelle, die durch die Ernennung des Generalmajors der Schutzpolizei, von Kamptz, zum Kommandeur der Berliner Schutzpolizei freigeroorben war, neu besetzt worden. Oberst Roettig ist aus dem Magdeburgischen Pio- nierbataillon hervorgegangen. Nach dem erfolg- noch zu steigern. Die wissenschaftliche Erkenntnis, die zu einer Erfassung aller Frühfälle führt, ist dagegen in einem steigenden Ausmaße auszubauen. Professor R e ö i n g (Brüssel) zeigte die in der medizinischen Wissenschaft als krebserzeugende Sub- stanzen bekannten Mittel auf und forderte, daß sie aus dem Arzneibuch gestrichen werden müßten. Aber auch die Erkrankungen, die als Vorboten des Krebses anzusehen sind, müßten energisch eingedämmt werden. Professor Lambadaridis (Griechenland) beleuchtete die Frage der Krebsbekämpfung durch Laien. Es fei bekannt, daß die Krebskranken zu spät zum Arzt kommen. Er verlangte daher die Organisation der Laien und die Einrichtung von Kontrollstationen, in denen die Bevölkerung von Zeit zu Zeit kostenlos auf Krebs untersucht werde. Professor H u s s y sprach als Vertreter der schweizerischen Liga zur Krebsbekämpfung. Diese Organisation versucht, durch Fortbildung des Arztes und Aufklärung des Volkes durch Wanderausstellungen den Kampf gegen den Krebs in verstärktem Maße aufzunehmen, lieber den Stand der Krebsforschung in seinem Heimatlande berichtete Dr. A s u (Estland). Zum Schluß machte Dr. K i t t l e r bemerkenswerte Ausführungen über den Film in der ärztlichen Fortbildung, wobei er praktische Beispiele gab. Empfang des Reichsärzteführers. Die Teilnehmer des III. Internationalen Kongresses für das ärztliche Fortbildungswesen hatte der Reichsärzteführer mit ihren Damen und viele Gäste, vornehmlich die Vertreter der medizinischen Behörden und Hochschulen, zu einem Bunten Abend in die Krollschen Festsäle geladen. Die Besonderheit dieses Abends lag darin, daß das gesamte künstlerische Programm ausschließlich von Aerzten be st ritten wurde, die damit ihre enge Verbundenheit mit den schönen Künsten und auch der heiteren Muse bewiesen. Viele Darbietungen waren von ihnen verfaßt und vertont. So wurde dieses trotz des internationalen Rahmens echt deutsche Fest eigener Prägung eine Veranstaltung van besonderer gesellschaftlicher Kultur, die allen Teilnehmern nach lange in der Erinnerung bleiben wird. Kleine politische Nachrichten. In München traf eine aus elf Regierungsmitgliedern bestehende belgisch-luxemburgische W i r t s ch a f t s d e l e g ation ein, die von der Stadt im Rathaus feierlich empfangen wurde. Der Reichs- und Preußische Arbeitsminister hat den Regierungspräsidenten Rüdiger in Oppeln zum Sondertreuhänder der Arbeit für die Regelung der Altersversorgung der Bühnenschaf, senden bestellt. ♦ 3m Rahmen des zwischen Dr. Ley und Präsident Cianetti getroffenen deutsch-italienischen Austauschabkommens hatte der Leiter des deutschen Handels in der DAF., Pg. Feit, mit dem Präsidenten der Conferederazione Fascista del Lavoratori e Commerzio, Dr. del Giudici, in Rom eine Unterredung, die den Austausch von Studienkommissionen des deutschen und des italienischen Handels zum Gegenstand hatte und zu einer vollen Übereinstimmung hinsichtlich des Weges und Zieles der gemeinsamen Arbeit führte ♦ Kurz vor Vollendung seines 70. Lebensjahres starb auf Schloß Laar bei Zierenberg der ehemalige Reichs- und Staatskommiffar für die besetzten rheinischen Gebiete, Karl von Starck. Die schwierigen Verhandlungen um die Erleichterung der wirtschaftlichen Verhältnisse der besetzten Zone führte Reichskommissar von Starck in Koblenz mit einer Beharrlichkeit, die viele Erfolge für Reich und Bevölkerung zu verzeichnen hatte. * Der ehemalige rumänische Außenminister Ti tu- l e s c u ist von Außenkommissar Litwinow- F i n k e l st e i n zu einem mehrtägigen Besuch nach Moskau eingeladen worden. Das alte Fräulein. Don Walter Kasten. „Sie hat feinen Menschen auf der ganzen weiten Welt, das arme Fräulein Schrader",' hieß es immer, wenn auf sie die Rede kam. Meine gute Mutter machte immer ein bekümmertes Gesicht, und ihre Stimme zitterte vor Mitleid, wenn sie das sagte, bevor ich, ein pausbäckiger Vierjähriger, meinen morgendlichen Rundgang durch die Nachbarschaft antrat, -der, wie die Mutter wußte, bei Fräulein Schrader enden würde Ich liebte diese Spaziergänge durch den Lüstern- graben, einer schmalen, langen Gasse in der Altstadt meines Heimatstädtchens, in der nur wenige Häuser standen. Alle Menschen kannten mich, alle waren freundlich zu mir. Aber alles reichte nicht an das Vergnügen heran, das ich empfand, wenn ich die windschiefe Treppe hinaufkletterte, die zu Tante Schraders Wohnung führte. Sie war mir die Liebste von Allen, denn sie hatte stets wunderbare Geschichten für mich. Geschichten, die sie nur mir erzählte, und die ich ja nicht weiter erzählen sollte, denn sonst dürfte ich nie wiederkommen. Es war ein großes Geheimnis in diesen Geschichten, das nur ich wissen durfte, noch nicht einmal meine Mutter, die doch sonst alles wußte: Fräulein Schrader hatte doch Jemanden auf der weiten Welt Eigentlich war es immer dieselbe Geschichte, die sie mir erzählte Von einem jungen Mann, mit dem sie verlobt war, und der über das Meer gefahren fei, um in einem fernen, wilden und gefährlichen Land sein Glück zu machen Aber sie wußte es immer neu und fesselnd zu erzählen. Sie stand dabei an ihrem Plättbrett, links einen großen Korb mit Wäsche und rechts die säuberlich aufgeschichteten fertigen Stücke. Der Dampf, der von ihrer Arbeit aufftieg, hüllte sie in einen nebligen Schleier, aus dem ihre dünne Stimme seltsam feierlich hervor- tarn' .Und da sagte Theodor zu dem wilden Indianer. Ich werde dir das ganze Land abkaufen, nut allen Bütteln und wilden Pferden. Aber die gittigen Schlangen die mußt du mit deinen Leuten umbringen denn meine Frau die nun bald kommen wird, kann Schlangen nicht leiden Da sagte be*- Indianer Ich wußte nicht, daß du eine Frau haft Herr' Das glaube ich wohl, lachte Theodor, denn das weiß fein Mensch auf der Welt Nur Agnes und ich Aber das ist ja die Haupt» willen <>«- und werden es nie vergesse. Mit so einem Satz schloß jedesmal irgend ein erregendes Abenteuer Theodors, das ich in atemloser Spannung miterleben durste: und manchmal fuhr sich Fräulein Schrader am Schluß ihrer Erzählung verstohlen über die Augen Sonntags war es besonders schön bei ihr. Ich kam immer, wenn ich wußte, daß sie aus der Kirche zurückgekommen war. Dann war das Plättbrett roeggeräumt sie saß an dem runden Tisch am Fenster und blätterte in einem dicken, ledergebundenen Album mit einem goldenen Schloß. Es war angefüllt mit Bildern, Photographien und vielen bunten Postkarten. Auf der ersten Seite war ein großer schnurrbärtiger Mann abgebildet, dessen Augen kühn in die Ferne blickten. Das'war der Theodor ihrer Geschichten. Dann kam sie selbst mit einem ganz jungen Gesicht und einem großen Federhut auf der hohen Frisur. Endlich sie beide, Arm in Arm, starr geradeaus lächelnd. Dann kam wieder Theodor, als Ulan, hoch zu Roß, als Reservist mit einer langen Pfeife, als Kletterer an einer Felswand und mit einem Fernrohr, auf örei Beinen stand, durch das er auf eine Stangen sah. „Thedor ist Landmesser, mein xiunge, bas mußt du auch einmal werden, das ist em schöner Beruf!" sagte Fräulein Schrader, wenn sie das Bild aufschlug. Dann kamen die vielen bun- ten Postkarten, über die ihre von der Arbeit ausgebleichten Finger zärtlich liebkosend hinstrichen, nbnlt mir ^kl?rte, was jede einzelne dar- frMnfc nUtlh Postkarten zuende waren, ft6 Jm A[bumc uni> erhob sich. „So mein »nö jetzt mutzt du gehen, ,-tzt Hube ich einen Bries 3U schreiben nn einen lieben Menschen in der Ferne, ber mid, sehr heb Hut," Ich wußte natürlich daß damit nur Theodor gemeint war. Meine Besuche bei Fräulein Schrader hörten auf, als ich in die Schule kam und das neue Leben mich ganj und gar ausfullte Zuweilen, Sonntags, ging noch zu ihr von der Mutter mit Plättwäsche rod) '"Er mit dem Album am Fenstertisch, aber sie wußte wohl, daß ich das Interesse daran verloren hatte und forderte mich nicht auf, an ihrer Sonntagsfreude teilzunehmen Aber so oft ich kam, immer stand das Schreibzeug mit den vorbereiteten Briefbogen auf dem Tisch Viele Jahre spater, als ich die Schule längst verlassen hatte und auf Ferienbesuch nach Hause kam, qina ich wieder einmal zu ihr, um ihr meine Wäsche zu bringen Sie war nun alt und gebeugt, erkannte mich aber mit großer Freude gleich wieder. ,Nein" sagte sie, „mein Kind, wie freue ich mich, dich zu sehen! Kannst du mir einen Brief in den Kasten werfen und mir das beschwerliche Treppensteigen ersparen?" Damals war die Erinnerung an die frühen gemeinsamen Sonntage nicht mehr lebendig in mir, sonst hätte ich gewußt, daß ich einen Brief an Theodor besorgte. Vor einiger Zeit nun ist Fräulein Schrader, nahezu siebzigjährig, gestorben. Meine Mutter hat sie in den letzten Wochen zu sich ins Haus genommen, um sie aus der Hilflosigkeit ihres einsamen Krankenlagers zu befreien. Und so kam es, daß nach ihrem Tode ihre wenigen Möbel auf unseren Speicher wanderten. Zufällig stieß ich dort auf die Kommode, die ich noch in Erinnerung hatte und schaute nach, was wohl darin sein mochte. Die oberen Schubladen enthielten Wäsche und in der unteren entdeckte ich das ledergebundene Album, obenauf liegend auf einer Unzahl, teils vergilbter, teils noch frischer Briefumschläge. Die ganze Lade war bis zum Rande damit angefüllt. Es mußten weit über taufend Briefe sein, die in den verschlossenen Umschlägen ruhten. Alle trugen sie in dünnen, verschnörkelten Schriftzügen dieselbe Adresse: Herrn Theodor Fechter, Buenos-Aires, Argentinien, postlagernd. Und alle waren sie, nicht abgeholt, zurück- gekommen. Tausend Briefe ... und nie eine Antwort für ein einsames Fräulein ... Der heißeste Ort der Erde. Die höchsten Temperaturgrade auf der Erde sind bisher in dem kalifornischen „Todestal" festgestellt worden. Das zwei bis vierzehn Kilometer breite und 150 Kilometer lange Tal, das mit feiner Lage unter dem Meeresspiegel den tiefsten Punkt der Vereinigten Staaten darstellt, ist slachmuldig und von hohen Bergketten gesäumt: es besitzt in der „Greenland Ranch", die man die „Backofen- Farm" nannte, die heißeste Beobachtungsstation der Welt. Hier strahlt von dem stahlblauen Himmel eine uns unvorstellbare Hitze hernieder, die in einer Juniwoche 1914 auf 5 6,7 Grad im Schatten stieg. Selbst aus dem Innern der Sahara sind keine beglaubigten Messungen von solcher Höhe bekannt. Nun haben aber schon früher Reisende auf die Sommertemperaturen in der Wüste Lut im 3ran hingewiesen, in der sie 5 2 Schatten- g r a b im August, in einem anderen Fall im April 47 Grad im Schatten und 9 7 Grad in der Sonne gemessen hatten. Eine genauere Nachprüfung hat Dr. G. Stratil-Sauer auf einer Forschungsreise nach Süd- und Ostiran ver- ucht, da er annahm, daß in dieser Wüste, die noch südlicher und noch tiefer liegt als die Orte der erwähnten Mesiungen, noch höhere Sommertempera» En zu erwarten sind, und er berichtet in der frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" über seine Beobachtungen. Der erste Sommervorstoß in die Lut, den Dr. Stratil-Sauer Ende Juni von der Stadt Barn aus unternahm, gelang nicht. Die Reise wurde bei 42 Grad im Schatten angetreten, eine für Iran nicht ungewöhnliche und als erträglich geltende Temperatur, aber die Sonnentemperatu- ren waren so außerordentlich hoch, daß das bis 100 Grad eingeteilte Schwarzkugelthermometer zersprang. Je weiter sie in die fast 1000 Meter tiefer liegende Lut vordrangen, um so unerträglicher lastete die Hitze; bei 47 Grad erkrankten sie und konnten sich nur mühsam retten. Erst nachdem die Forscher bet mehreren Lutreisen während des Winters genügend Erfahrungen gesammelt hatten, ge- lang ein neuer Sommervorstoß vom Masrabadad aus. Im Sommer liegt die Lut völlig tot, fein Kamel kann das Schreckensland durchqueren, da es wehr Wasser brauchen würde, als es tragen könnte. Nur mit einem deutschen Kraftwagen kannten sie in das Unbekannte vorstoßen. Unter unsäglichen Schwierigkeiten kamen sie bis zu einem Lager, das noch über 500 Meter höher lag als der Tiefftpunkt des Lukbeckens, aber schon dort war die Hitze nur dank der völligen Trockenheit der Luft erträglich. Die Insulation war so stark, daß man sich Brandblasen zuzog, wenn man barfuß auf die besonnten Steine trat oder mit bloßer Hand Metall berührte. Die außerordentliche Hiße wird der Lut durch die aus dem Westen und Süden wehenden Föhnwinde oom Golf herangetragen, die nach dem Ueberstei- gen der Randketten sich beim Absturz so intensiv erwärmen, daß die Wüste außer der starken Sonnenbestrahlung noch eine Hitzezufuhr erhält, wie sie auf Erden kaum ihresgleichen findet An der Stelle, bis zu der die Forscher vordrangen, wurden 53 Grad im Schatten gemessen. Zur gleichen Zeit muß im Tiefstpunkt der Lut eine Schattentemperatur von etwa 56 Grad zu messen gewesen sein, und im Juli und August, wo die Sommerwärme des Gebietes täglich bis zu ihrem Höhepunkt ansteigt, sind Werte von 60 und mehr Grad im Herzen der Lut zu erwarten. Bis dorthin konnten die Forscher nicht vor- ?™£n' ^nn sie mußten sich zur Umkehr ent- schließen. Das kalifornische Todestal beherbergt noch Menschen, Fauna und Flora. Die innere Lut ist dagegen das völlige Nichts. Der Regen, der nur alle Jubeliahre einmal fällt, verdunstet gewöhnlich schon im fallen, so daß man ihn zwar in der Luft sieht am Boden aber nicht spürt. So gibt es in der Einöde zur Sommerzeit keinen Halm, fein Getier, nicht einmal eine Fliege, und als nacktes Todesland wartet sie noch auf den Menschen, der an diesem heiße- ften Ort auf der Erde als erster im Hochsommer eine Schattentemperatur von über 60 Grad messen wird. d Die deutschen Vrobeflüge über den Atlantik (arnc,e ,u behandeln fieute ist Die e Sekretariat Der Dortigen ^osewooicyasiszenira.e ver uuiu» vic uni i b t,röu i die auch der Linken zuzurechnen ist,!Partei beschäftigten Rechtsanwälte Tabrisz und l versuchten, sind ,m Wasser stecken geblieben. Auf Opposition, mit bis zum Zahlungstage 1. Der Zeichnungspreis beträgt 5495 V wenn sie sich auch stets volle Entschlußfreiheit zu wahren wußte, ebenfalls in Bewegung gekommen. Der polnische Bauer ist immer in Not gewesen, er hat mit erstaunlicher Geduld das Joch der Armut und den Wucher des Juden getragen. Wenn er heute seine Produkte zurückhält, wenn er die Städte aushungern möchte, dann sind es politische Ziele, die er damit verfolgt. Daß an der Spitze der Forderungen, die die bäuerliche Volkspartei stellt, wiederum das Verlangen nach Rückkehr des in der Verbannung lebenden Bauernführers Witos steht, unterstreicht den politischen Zweck ihres Kampfes. Sie will erst an die Macht und dann selbst soziale und wirtschaftliche Reformen durchführen. Es war immer das Bestreben der politischen Erben Pilsudskis, die vorhandenen Parteien am Leben zu lassen, man wollte nicht mit dem Unkraut wertvolles Wachstum entwurzeln. Jetzt haben die Parteien sich neu gekräftigt, und ihre Bäume beginnen das Lebenswerk des toten Marschalls zu überschatten. Oberst Koc hat den Boden aufgelockert, aber es ist keine Baumschule nationalen Wohlvechaltens darauf gewachsen, sondern ein de- mokratisch-liberalistisches Gestrüpp, das die Kampfer um nationale Einheit zum Straucheln zu bringen droht. Bauernsireik in Galizien. zuzüglich 4%% Stückzinsen vorn 1. 8. 1937 (einschl.) gerechnet werden. , Ä „ ... . Die Zeichner erhalten zunächst nichtübertragbare Kassenqmttungen, gegen deren Rückgabe später die Stücke durch die Zeichnungsstellen ausgegeben werden. 6. Die Lieferung der 4%% Reichsschatzanweisungen von 1937, Dritte Folge, erfolgt baldmöglichst. Im ^deriin^Alt'ona, Bochum, Braunschweig, Bremen, Breslau, Chemnitz, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt (Main), Halle (Saale), Hamburg, Karlsruhe (Baden), Köln, Leipzig, München, Oldenburg i. O., Schwerin (Meckl.), Stuttgart, Weimar. 98%% ... SW»" «d- «■ «• «M—W... «.,1 Lufthansa setzt damit, nachdem kürzlich die „Nordmeer" den Atlantik glücklich überquert hat, ihre diesjährigen Versuchsflüge mit dieser Schwestermaschine fort. Auch die „Nordwind" ist von den Hamburger Flugzeugwerken, einer Tochtergesellschaft der Sckiffs- werft von Blohm & Voß, erbaut worden. Von Lissabon aus wird die Maschine am Donnerstag nach den Azoren weiterfliegen, wo dann der eigentliche Ozeanflug beginnen soll. Bei den Azoren und Preußische Staatsbank (Seehandlung). Berliner Handels-Gesellschaft. Commerz- und Privat-Bank Aktiengesellschaft. Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft. Deutsche Landesbankenzentrale Aktiengesellschaft. 20% in der Zeit bis zum 21. 9.1937 40% „ „ „ „ „ 6. 10. 1937 20% „ „ „ „ „ 27. 10. 1937 teilt 20% „ „ „ „ 5.11. 1937 werden. , , Früherer Schluß des Zeichnungsgeschäfts bleibt Vorbehalten. 3. Die Zuteilung erfolgt baldmöglichst nach Ablauf der Zeichnungsfrist und bleibt dem Ermessen der Zeichnungsstellen überlassen. Anmeldungen auf bestimmte Stucke können insoweit berücksichtigt werden, als dies mit dem Interesse der übrigen Abnehmer verträglich erscheint. Ein Anspruch auf Zuteilung kann aus etwa vorzeitig eingezahlten Beträgen nur hergeleitet werden, soweit durch die Zeichnungsstellen die Berücksichtigung der gezeichneten Beträge fest zugesagt worden ist. 4. Die Bezahlung der zugeteilten Schatzanweisungen hat spätestens _ . _ Reichsbank. Bank der Deutschen Arbeit A. G. S. Bleichröder. Delbrück Schickler & Co. Deutsche Girozentrale Zalonski in Przeworsk in Mittelgalizien sowie der gesamte Kreisoorstand samt den Vorsitzenden der einzelnen Ortsgruppen in Haft genommen. Wie amtlich mitgeteilt wird, ist es zu blutigen Zusammenstößen bei Jaroslaw und in Limanowa in Mittelgalizien gekommen. Streikende Mitglieder der Bäuerlichen Volksparteni hatten Bauern, die Lebensmittel auf die Märkte zu bringen versucht hatten, angegriffen. Als die Polizei die angegriffenen Bauern in Schutz nahm, kam es zu Zusammenstößen zwischen den Mitgliedern der Partei und der Polizei. Nach der amtlichen Darstellung wurden hierbei sowohl in Jaroslaw wie in Limanowa j e fünf Personen getötet. Bei diesen Unruhegebieten handelt es sich um Gegenden, die die ärmste bäuerliche Bevölkerung Polens haben. Nach den amtlichen Ermittlungen hatten K o m m u n i st e n bei diesen durch den Streik heroorgerufenen Unruhen die Hand im Spiel. Aus alter Wett. Keine Hochwassergefahr mehr im bayerischen Alpengebiet. Am Dienstagnachmittag hat sich die Hochwasser- läge gebessert. In München hatte die Isar mit einem Plus von 440 Zentimeter am Pegel Bogenhausen den Beharrungszustand erreicht, nachdem das Wasser bis dahin stündlich um 25 Zentimeter gestiegen war. Der Bahn verkehr zwischen Murnau und Garmisch-Partenkirchen wurde wie- Grundhaltung besinnen müsse, dann wäre es falsch anzunehmen, daß selbst Koc und sein eigener Stabschef nicht mehr an einem Strange ziehen. Was er beabsichtigt, ist ganz deutlich, er will die nationale Opposition in die Hürden zurücklocken, die sie im Ueberschwange eines neuen Machtgefühls mutwillig übersprungen hat. Aber diese Herren sind sich ihrer Sendung zu sehr bewußt, sie betrachten sich als die berufenen Turmwächter gegen die Gefahren des Bolschewismus und der jüdischen Pest, die nicht voneinander zu trennen seien. Indessen sammelt der M a r x i s m u s alle Splittergruppen, die Linkskreise, die Naprawaleute des Wojewoden G r a z i n s k i, das „Junge Dorf , den Verband der polnischen Lehrer, der die Macht der Kirche bekämpft, die Schützenverbände, die Arbeiterberufsgruppen und alles, was im Faschismus das große Gespenst der Gegenwart erblickt,, und der Landwirtschaftsminister P o n i a t o w s k i unterstützt sie dabei und bewirkt, daß der große Riß nun auch mitten durch das Kabinett geht. Natürlich wird auch die Sozialdemokratie auf die Dauer nicht daran denken, ihm die Zügel der Führung un Linkslager allein in der Hand zu lassen. So treibt die Entwicklung dahin, daß die Extreme an die Macht drängen und die einander jetzt feindlichen Pilsudskisten zunächst nur als Sturmbataillone betrachtet. Koc hatte Einigung gewollt und hat Scheidung erreicht, und mit taktisches Schachzügen ist es heute nicht mehr getan. . Das wird ihm auch der Lieferungsstreik d e r B a u e r n mit bisher zwanzig Toten und Hunderten von Verletzten gezeigt haben. Die Reaie- rungskreise waren stets geneigt, die Bauern u.s unbeachtliche Größe zu behandeln. Heute ist diese bei den in der Anlage zu diesem Angebot genannten Banken, Bankfirmen und deren deutschen Zweigniederlassungen während der üblichen Geschäftsstunden entgegenge- Zeichnung kann auch durch Vermittlung aller übrigen Banken, Bankiers, Spar, und Girokafsen und Kreditgenossenschaften bei den Zeichnungsstellen vorgenommen und „ restl. 20% „ „ „ „ „ 5.11. 1937 bei derjenigen Stelle, welche die Zeichnungen entgegengenommen hat, zu erfolgen. Teilzahlungen und Vollzahlung vor diesen Terminen sind zulässig; von den Zeichnungsstellen fest zugeiagte Beträge können auch schon vom ersten Zeichnungstage ab beglichen werden. Bei Teilzahlungen werden im allgemeinen nur durch 100 teilbare Nennbeträge abgerechnet. Die Zahlung braucht erst geleistet zu werden, wenn die Summe der fällig gewordenen Teilbeträge wenigstens einen Nennbetrag von RM. 100,— ergibt. Auf Wunsch der Zeichner werden jedoch auch geringere Nennbeträge als RM. 100,— ab- Zeichner. 2. Zeichnungen werden in der Zeit vom 25. August bis 9. September 1937 polnischeZnneripolitik. Von unserem Dr. K.-Berichterstatier. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Warschau, Ende August 1937. In der polnischen Innenpolitik ist es plötzlich zu einer Zuspitzung der Lage gekommen, wie man sie noch vor wenigen Tagen kaum erwartet hatte. Solange der Streit nur um die ideologischen Ziele der nationalen Einheitsfront ging, konnten die einzelnen Fronten Gewehr bei Fuß verharren und abwarten, bis die Stunde zum Losschlagen da war, nachdem die Organisierung des Lagers der nationalen Einigung in das zweite Stadium, nämlich die Frage nach dem Wege der Durchsetzung der Ziele und der personellen Regelung getreten ist, haben sich fast alle Gruppen plötzlich in Marsch gesetzt und suchen Gelände zu gewinnen. Auf allen innerpolitischen Fronten ist man zum Bewegungskrieg übergegangen. Unter diesen Umständen kann man die einzelnen Vorgänge nicht mehr getrennt voneinander betrachten, sie stehen in engen Beziehungen zueinander unb bedingen sich gegenseitig. Der Riß, der mitten durch das Volk und sogar durch die alte Regierungsfront gLht, hat sich in diesen Tagen erheblich vertieft, und mögen die Gerüchte über eine bevorstehende Regierungsumbildung tatsächlich begründet sein oder mögen sie dementiert werden, sie beweisen die Schwere des Kampfes um die Macht, der sich teils hinter den Kulissen, teils auf öffentlicher Bühne abspielt. Hier Volksfront, hier autoritärer Nationalismus, das ist, etwas roh ausgedrückt, die Alternative, vor der der polnische Bürger heute steht Die eine Richtung möchte den Landwirtschaftsminister P o n i a t o w - s k i, der auf der Linken steht, als Ministerpräsident sehen, die andere wünscht, daß Oberst Koc, der aktive Träger der Idee des geeinten nationalen Polen, zum Zuge kommt, damit sich diese Idee in der Praxis bewähre. Aber da die Kräfte auf beiden Seiten sich noch nicht entfernt wägen lassen, wird es deutlich, daß die Entscheidung nicht von heute auf morgen fallen kann. Oberst Koc hat das Steuer scharf nach rechts herumgeworfen und hat starken Beifall dafür geerntet Das hat die Regierung veranlaßt, der Rechtsopposition die Zügel etwas freizugeben. So ist es zu verstehen, daß die alte national- demokratische Part^i am Tage des „Wunders an der Weichsel" in Warschau große öffentliche Demonstrationen veranstalten Durfte, bei denen sie nun allerdings nicht Oberst Koc als den Mann der Zukunft feierte, sondern Roman D m o w s k i, den alten Widersacher des Marschalls Pilsudski, hochleben ließ. Auch ist es keinem der Redner eingefallen, das Lager der nationalen Einigung als das Sammelbecken aller nationalen Kräfte zu bezeichnen, vielmehr wurde schmucklos zum Ausdruck gebracht, daß allein die nationaldemokra- tische Bewegung der nationalen Idee zum Siege verhelfen könne. Kein Wunder, daß Koc nun fürchtet, das Gesetz des Handelns aus der Hand gegeben zu haben und daß er durch andere taktische Züge versucht, das Gleichgewicht soweit herzustellen, wie es der Gedanke der Ausweitung seiner Front von der Mitte her nach beiden Flügeln verlangt Wenn deshalb fein Stabschef, Oberst Kowalewski, in einem Rundfunkinterview der polnischen sozialdemokratischen Partei bescheinigte, daß sie auch eine nationale Partei sei, die sich eben nur auf ihre nationale vor Neuyork sind inzwischen die Fluasicherungs- schiffe „F r i e s e n l a n d" und „Schwaben- land" eingetroffen. Die Besatzung der „Nordwind" besteht aus den Flugkapitänen Hans Werner von Engel und Walter Diele, dem Flugmaschinisten Helmuth R ö s e l und dem Funker Hans Joachim Stein. Das neue deutsche Transatlantik-Flugzeug „Nord- meer", das größte derartige Flugzeug der Welt, hat vor wenigen Tagen den ersten Flug von Europa nach Neuyork glücklich vollendet. Hier sieht man das Flugzeug nach dem Niedergehen im Neuyorker Hafen. (Scherl-Bilderdienst-M.) Dienstag früh startete in Travemünde die zweite Ozeanmaschine der Deutschen Lufthansa, das Seeflugzeug „Nordwind" zum Fluge n a ch L i s s a d o n. Die — Deutsche Kommunalbank —. Deutsche Zentralgenoffenschaftskasse. Dresdner Bank. I. Dreyfus & Co. , »- Arnhold. Hardy & Co. Mendelssohn & Co. Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Reichs-Kredit-Gesellschaft Westholstemrsche Bank. Westfalenbank Aktiengeselllchast. m Braunschweigische Staatsbank Norddeutsche Kreditbank (Leihhausanstalt). 91^16036^11^0]^ Eichborn & Co. E. Heimann. Bayer & Hemze. . 93ant Sächsische Staatsbank. C. G. Trinkaus. Gebrüder Bethmann. Deutsche Effecten- und Wechsel-Bank. ^^surter Bant B. Metzler seel. Sohn & Co. Kescher Vereinsbank in Hamburg. von Kulisch,Avemps & *. M. M. Warburg & Co. . r Kommanditgesellschaft auf Aktien. Badische Bank. Sal. Oppenheim fr. & Cie. @tem* Allgemeine Deutsche Credit-Anstalt. ^ufhäufer Bayerische Hypocheken- und Wechsel-Bank. ^Lck^Finck L Co oLu^ch/LandeL ^ebLftalt ölbenburg (@PaC' “ÖÄ* Sepoiiien. und.Wech.eL " Württembergische Bank. Thüringische Staatsbank. Warschau, 24. Aug. (DNB.) Die Polizei hat über 100 führende Mitglieder der Bäuerlichen Volkspartei, die einen Lebensmittellieferungs- -------- - ■ , r ± m streik vor allem in Galizien durchzuführen versucht, der aufgenommen Die Staatsstraße Murner h a f t e t. U. a. wurden die im Lemberger nau—Garnnsch steht noch unter Wasser. Pnvat- Sekretariat der dortigen Wojewodschaftszentrale der autos, die am Dienstagnachmittag durchzukommen m. MltMk WMWMki MW Mi W1937. Mit M rückzahlbar zum Nennwert in den fahren 1947 1952 WtMMM Zur Fortführung der von der Reichsregierung übernommenen Aufgaben begibt das Deutsche Reich RM. 700 000000,- 4%% auslosbare Schatzanweisungen von 1937, Drille Folge. Die Schatzanweifungen lauten über RM. 100, 500, 1000, 5000, 10000 und 20000. Sie find vom 1. August d. I. ab mit 4%% iShrstch verzinslich. D>s Zinsen werden halb- jährlich am 1. Februar und 1. August j. I. gezahlt, erstmalig am 1. Februar 1938. Die Schatzanweisungen diefer Folge werden mit je */, in den Jahren 1947 614 1952 ouä oeloft Die Auslosungen werden in der Weise bewirkt, daß m den Jahren 1947, 1948, 1950, 1951 ie 17, in den Jahren 1949 und 1952 je 16 der Endziffernpaare 00 bis 99 gezogen werden, als aüsgelost gelten aus jedem Wertabfchnitt alle Schatzanweisungen deren Nummer m den beiden lebten Stellen iZehuer und Einer» eines der gezogenen Zisfernpaare hat. Diese werden im Deutschen Reichsanzeiger bekanntgemacht. Die ausgelosten Schatzanweisungen sind an dem auf di^e Auslosung folgenden 1. August - erstmals am 1. August 1947 - zum Nennwert ruck- -ahlbar. Die Kündigung aller Schatzanweisungen dieser Folge oder von TeilenderSchatz, anweisungen dieser Folge zu einem früheren Zeitpunkt, jedoch nicht vor dem 1. August 194., Auf Antrag'können die gezeichneten Schatzanweisungen in das Reichsschuldbuch eingetragen neuen Schatzanweisungen des Deutschen Reichs sind gemäß § 1807 BGB. mÜ©ie’f£mnen im Lombardverkehr der Reichsbank beließen werden und sind auch im Lombard- verkehr bei der Preußischen Staatsbank (Seehandlung) als Deckung zugelassen. Die Einführung bet W Reichsschatzanwei,ungen von 1937, Dritte Folge, an den deutschen Börsen wird alsbald nach ihrem Erscheinen veranlaßt werden. Bon den vorstehend bezeichneten RM. 700000000,- 4%% auslosbaren Schatzanweisungen von 1937 Dritte Folge, sind RM. 100000000,- bereits fest gezeichnet worden. RM 600000 000,- 41/2°/0 auslosbare Schatzanweisungen des Deutschen Reichs von 1937, Dritte Folge, werden hiermit im Auftrage des Reichs durch das unterzeichnete Konsortium zur öffentlichen Zeichnung unter den nachfolgenden Bedingungen aufgelegt. geichnungsbedingungen - !l n mitten. St, Statt Karten! ,) Klein-Linden, Frankfurt a. Main, den 25. August 1937. 04175 55C1 D (Stellenangebote zeigen in die Hei- lernen. Schrift!. mntAeitunn, den Angeb'. u. 04172 ßiißenerAnzeigei an d. Gieß. Anz. d;ei der cha I bei fin nai im we ben es den anl tue •)ai an fin ein au! fa(: ho bui ftai nig schöbe kla her Allen denen, die uns in unserem Schmerze um den Heimgang unseres teueren Entschlafenen ihre Teil- nähme bekundeten, sagen wir unseren tiefgefühlten Dank Frau Ludwig Mandler Wwe. und Angehörige. sa ge Le Le ihr fto Qit he Ipi M foi ur toi Ur 5ll ste ra 1 zweit. Kleiderschrank. 1 Waschmaschine, 1 Pflug, IWandnbr.lvrz. Behälten5008tr.' Do jul du die fot rer Tä hal 6ti ver vor in au ve ta bk de !8i teil toi- sch be sch de' ab Ur ihr K Br Pr W- gu: ivo ab, (Be ein; |jld sie, an sie Jg Buchhändlerin suchtz.15.9. möoi. 3immer Schr.Ang.m.Pr. u.04179a.d.G.A. Ä so Hal Ä spn nid 3" Ml P1 he> au Pl fi fpa ver Alleinstehende Dame sucht für sofort 2-3-Zimm.-Wohng. nur in gutem Hause. Schrift!. Ang. unt. 04177 an o. Gieß. Anz. | Vermietungen | Moltke- s trabe 8 wird ob 15. Okt. der erste Stock durch Versetzung frei. 4 Zimmer, 1-3 Mansarden, Heizung. Auskunft u. Besichtigung nur nach telefonischemAn- run 3742. de' 6- Ä ft A Zewe sch' Gtf wird gemeldet, daß die Hochwassergefahr als überwunden angesehen werden kann. Besondere Schäden hat das Hochwasser dort nicht angerichtet. Dagegen ist das Wasser bei Farchant und Oberau in Siedlungshäuser eingedrungen. In Eschenlohe mußte das Hartsteinwerk seinen Betrieb einstellen. Dort stand die Straße am Dienstagabend noch einen Meter unter Wasser. Auch aus den östlichen Alpenländern kommen Meldungen von großen Hochwasserschäden. Die Enns stieg innerhalb von fünf Stunden um 2,50 Meter. In der Nähe der Stadt Steyr trat sie weit über ihre Ufer. Auch ein Todesopfer ist bereits zu beklagen. Eine Brücke über den Ramingbach in Oberösterreich stürzte ein, als gerade ein Zigeunerwagen hinüberfahren wollte. Der Vater der Zigeunerfamilie konnte drei seiner Angehörigen retten, während das jüngste Kind ertrank. In Wien selbst sind sowohl d i e Donau als auch der Wienfluß stark im Steigen begriffen. Der Wienfluß drohte durch mitgeführte Baumstämme aufgestaut zu werden, doch konnte die Ueberschwem- mungsgefahr im letzten Augenblick durch die Feuerwehr beseitigt werden. 50. Jahresversammlung des Evangelischen Bundes. Vorn 3. bis 6. September findet in Frankfurt a. M. die 50. Jahresversammlung des Evangelischen Bundes Frankfurt a. M. statt. Im Eröffnungsgottesdienst in der Katharinenkirche spricht Superintendent Ficker (Dresden), während auf dem Begrüßungsabend neben dem Präsidenten des Gustav-Adolf-Vereins, Prof. Dr. Gerber, eine Reihe von Vertretern evangelischer Kirchen des Auslands das Wort ergreifen werden. Die Hauptversammlung findet am Sonntag, dem 5. September, statt. Mit dem Jubiläumsfest ist eine L u - ther - Ausstellung verbunden. Vankdireklor Gustav Schlieper f. Direktor Gustav Schlieper, Vorstandsmit- glied der Deutschen Bank und Dis - conto-Gesellschaft, ist in Baden-Baden, wo er Heilung suchte, gestorben. Er stammte aus einer bekannten Elberfelder Familie. Nach Ausbildung in Berlin, Amsterdam, London und Neuyork und einer Studienreise durch die Vereinigten Staaten und Mexico hat Schlieper im deutschen Bankwesen und in der internationalen Bankwelt eine hervorragende Stellung eingenommen. Daraus entwickelten sich nahe geschäftliche und persönliche Beziehungen zu der deutschen Industrie, die in seiner Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat vieler großer Unternehmen zum Ausdruck kam. Seine ständigen Be- mühungen um die Förderung des deutschen'Außenhandels und der deutschen Außenwirtschaft wurden wirksam unterstützt durch seine Teilnahme an der Verwaltung von weltumspannenden Bankinstituten. Das Erdbeben auf den Philippinen. Die kleine Insel Alabat, die zu den Philippinen gehört und etwa 100 Meilen südöstlich von Manila liegt, ist seit dem schweren Erdbeben vom 20. August nicht mehr zur Ruhe gekommen. Ständige kleinere Erdstöße beunruhigen die Bevölkerung. Die über 6000 Einwohner der Insel nächtigen auf freiem Felde, da zahlreiche Häuser und Kirchen der Städte Alabat, Perez und Quezon infolge der Beben eingestürzt sind. Die Eingeborenen sind von einer wilden Panik ergriffen. Sie sind fest davon überzeugt, daß das Meer ständig im Steigen begriffen ist und es den An- chein fyat, als ob die Insel im Meer versinkt. Die Behörden haben Sachverständige entsandt, um die Erdvorgänge zu beobachten. Nach einer Schätzung der „Manila Tribüne" hat das Erdbeben auf der Insel Luzon einen Schaden von 3,5 Millionen Dollar angerichtet. Der gesamte Schaden soll eine Höhe von sieben Millionen Dollar erreicht haben. Das Erdbeben ist das schwerste seit 60 Jahren gewesen. Unruhen auf den Vahama-Inseln. Ernste Unruhen haben sich auf Inagua, der südlichsten der in britischem Besitz befindlichen Ba- Hama-Jnseln nördlich der Großen Antillen (Westindien), ereignet. Die Funkstation und andere Gebäude sind in Brand gesetzt und völlig vernichtet worden. Bei den Unruhen wurde ein Einwohner getötet. Der britische Kommissar, ein Amerikaner und 13 Beamte wurden von den Aufständischen gezwungen, d i e Insel in einem Motorboot z u verlassen. Die Flüchtlinge landeten schließlich wohlbehalten in Kuba, über 200 Kilometer von Jnagua entfernt. Keine Zeugnisse in Urschrift lonoern nur Zeugnis- obidjriften vem Be- werbungsichreiben beilegen — Lichtbilder unoBewerdungsunter- logen müssen zur Vermeidung oon Verlusten aus der Siüctseite Nomen und Anschriit 6ei Bewerbers tragen! nis dieser beschwerlichen Bemühungen gerade setzt sprechen, wo die Hörerzahl die adjte Million weit überschritten hat. Wir lesen da: „Ein Januarabend des Jahres 1924; elendes Wetter — Schnee, Regen und Wind. Vom Bahn- Hof Königswufterhaufen stapft eine kleine Gesell- schäft von vier Personen zur Sendestation. Zwei davon tragen Musikinstrumente, Geige und Klarinette; es sind Musiker, die im Rundfunksenderaum auf dem Funkerberge musizieren sollen. Vor der Station müssen sie fialt machen, das große eiserne Tor ist verschlossen, niemand kommt auf Rufen und Pfeifen, offenbar hört bei dem Sturm auch niemand. Endlich spricht ,die Klarinette' das erlösende Wort: ,Ja, Kinnings, dann Helpt dat nicht, also rüber!' Und unsere Freunde, einschließlich einer Sängerin, überwinden das Hindernis auf dem Wege zur Kunstausübung durch Ueberklettern des fast drei Meter hohen Tores ..." Wie war es damals in den Jahren 1921 bis etwa 1925? Uns fehlte das tonrichtige Mikrophon. Mit einem gewöhnlichen Postmikrophon hatten wir begonnen, mit magnetischen Einzelmikrophonen Versuche angestellt, bis uns endlich Anfang 1924 ein ungefähr tonrichtiges Mikrophon zu schaffen gelang. Wie oft hat uns gerade die Klarinette unseres jetzt verstorbenen Freundes die merkwürdigsten Eigenheiten der mangelhaften Technik auf gezeigt. Ich erinnere mich eines kleinen Konzertes, in dem wiederholt die Stimme der Klarinette in die höhere Oktave übersprang: Resonanzlagen des Mikrophons, die bei der obertonreichen Klarinette besonders gefährlich wurden. Uns fehlten Derftärkerröhren größerer Leistung; als Ersatz mußte man sich mit Senderöhren Helsen, bei deren Benutzung wiederum die Hälfte ihrer Leistung durch die notwendige elektrische Korrektur verloren ging." n e n und auf schlechte Handschrift. Es wäre dringend zu wünschen, daß die verantwortlichen Stellen in Zusammenarbeit mit den zuständigen Berufsorganisationen dieser Entwicklung rasch und wirksam entgegenarbeiten." Ganz ähnliche Feststellungen wurden in einem neulich veröffentlichten Bericht über die Leistungs- und Gesellenprüfungen in der Metallinduftrie getroffen und zwar mit dem Hinzufügen, daß die gerügten Mängel noch in die Zeit der Volksschule des früheren Systems zurückgehen. Die deutsche Volksschule hat eine große Tradition. Nach den Kriegen von 1864'66 und 1870 kam das landläufig gewordene Sprichwort auf: „Der deutsche Schulmeister hat gesiegt." Eine solche stolze Tradition verpflichtet zu äußerster Anspannung. Ohne Rechnen kann weder ein Kaufmann noch ein gewerblicher Facharbeiter auf den vielbesungenen „grünen Zweig" kommen. Und oon „Deutsch" und der Handschrift gilt der Satz, daß sich im Stil und in der Schrift ein klarer Sinn und ein ordentlicher Charakter ausspricht. Wenn die jungen Leute in das tägliche Leben eintreten, dann ist es mißlich, erst Versäumnisse nachzuholen, die in der genügend langen Schulzeit begangen worden sind. Der Appell des Einzelhandels wird also Gehör finden, soweit das noch notwendig ist. Kinderschuhe des Rundfunks. In der Zeitschrift „Geopolitik" widmet Erich Schwarzkopf, auch ein Rundfunkpionier, seinem vor kurzem verstorbenen Freunde Heinrich Otto Worte des Gedenkens, der in den ersten Zeiten des Rundfunks sich für die im Anfang so notwendigen Versuchssendungen in Königswusterhausen uneigennützig als Musiker zur Verfügung gestellt hat. Die tatsächliche Leistung der damaligen Vorkämpfer des Rundfunks illustriert Schwarzkopf mit zwei schönen Geschichtchen, die für sich selbst, für die Wegbereiter des Rundfunks und für das stolze Ergeb- ..... -----ergstürze niedergegangen, fo daß die Stadt Imst oon der Außenwelt abgefchnitten ist. Bei Lermoos traf ein Bach aus den Ufern und richtete zahlreiche Schäden an den Häusern an. Auch das Lechtal, das Tannheimertal, das Sellraintal und verschiedene andere Täler sind durch Geröllmassen und Überschwemmungen vom Verkehr abgeschnitten. In Mittenwald selbst mußten an der Isar gelegene Siedlungen geräumt und ihre Bewohner in einer Kaserne untergebracht werden. Hochwassergefahr besteht aber nicht mehr. Auch aus Garmisch der Mitten Waldbahn zwischen Garmisch und Mittenwald ist der Verkehr noch lahmgeleat. Bei Klais arbeiten Pioniere und Arbeitsdienst eifrig an der Beseitigung der großen Mure, die den Bahndamm in einer Lw»ge oon 30 bis 40 Meter drei bis vier Meter hoch bedeckt. Es gelang, den Verkehr oon Innsbruck bis Hochzirl und bis Seefeld freizumachen, doch ist ein Weiterführen der Züge unmöglich, da der Ort Scharnitz völlig überschwemmt ist. Die Schanzer-Brücke bei Scharnitz wurde von den Wassermassen weggerissen, auch in den Seitentälern des Karwendelgebirges find zahlreiche Brücken zerstört worden. Der Bezirk Außerferen ist vom übrigen Tirol abgefch: 3n der Nähe oon Imst sind mehrere Berc Jüdischer Veslechungsskandal in Polen. 3n Krakau begann ein einzigartiger Prozeß. Einer Gesellschaft von zwei Juden und zwei Jüdinnen als Hauptangeklagte und einer zweiten Gruppe von vier weiteren Juden wird vorgeworfen, mit Hilfe der später in Untersuchungshaft verstorbenen Frau des Präsidenten des Krakauer Appellationsgerichtes Pary- leroicj eine Organisation eingerichtet zu haben, die sich mit Bestechungsangelegenheiten auf dem Boden der Gerichte befaßt habe. Sie sollen mit Hilfe von finanziellen Zuwendungen einflußreiche Stellungen im Gerichtswesen vermittelt haben, die Gerichte durch Vermittlung der genannten Frau zu parteiischen Urteilen bewegt und gegen gute Bezahlung gewerbliche Konzessionen, Staatsbürgerschaften, Straferlässe und Verjährungen, Begnadigungen u. dgl. mehr besorgt haben. Das „Unternehmen", das Zweigstellen in ganz Galizien unterhielt, war für die Angeklagten ein ausgezeichnetes „Geschäft". Von den vier weiteren Angeklagten hat der eine, der jetzt in Tel Aviv lebende Rechtsanwalt Samuel Schaeftler, durch finanzielle Zuwendungen bei der Gesellschaft zu erreichen versucht, daß ein ihm unbequemer Richter in Tarnow, wo Schaeftler bis zu feiner Flucht nach Palästina „gearbeitet" hatte, auf disziplinarischem Wege bestraft wird. Wirtschaft und Schule. Die Wirtschaftsgruppe „Einzelhandel" schreibt in ihrem eben veröffentlichten Jahresbericht: „Mit Sorge beobachtet die Wirtschaftsgruppe, daß e i n Te i l des Nachwuchses gerade in den Fächern, die nun einmal grundlegend für die berufliche Arbeit des Kaufmanns sind, oft nicht ausreichende schulische Vorbildung mitbringt; die Klagen beziehen sich vor allem auf mangelnde Vorbildung in Deutsch und Rech- Wetterbericht des Relchswetterdiensles. Ausgabeort Frankfurt. Nachdem es am Dienstag bei überwiegend freundlichem und warmem Wetter nördlich der Mainlinie noch zu ganz vereinzelten Schauern gekommen war, hat sich inzwischen der Hochdruckeinfluß weiter gefestigt. Die vergangene Nacht brachte dabei stärkere Abkühlung, vornehmlich in Tallagen Nebelbildung. Da der isländische Sturmwirbel nordöstlich wanderte und durch einen Kaltlufteinbruch von feiner Rückseite her das europäische Hochdruckgebiet stärkt und erweitert, sind nennenswerte Störungen des Schönwettercharakters vorerst unwahrscheinlich. Aussichten für Donnerstag: Zeitweise Frühnebel, sonst heiter bis wolkig und im allge- meinen trocken. Mittagstemperaturen über 20 Grad, im Süden meist östliche, im Norden meist westliche Winde. Lufttemperaturen am 24. August: mittags 24 Grad Celsius, abends 16 Grad; am 25. August: morgens 15,6 Grad. Maximum 24,8 Grad, Minimum heute nacht 11,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. August: abends 19,3 Grad; am 25. August: morgens 16,4 Grad. — Sonnenfcheindauer 10,1 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (beurlaubt), i. 23.: Dr. Fr. W. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschetn. Anzeigenleiter: Hans Beck (beurlaubt). Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel D. A. VII. 37: 9076. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezuqs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs» preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr 3 vom 1 Juni 1935 gültig. LZilNMl- WoDnung mit Bad, Balkon und Loggia, ev. mit Garage zum 1. Oktober zu vermieten. O4i8o Hoöhrim. Sfr. 411 3-3imm.®öön. mit Zub., schön., sonniges Heim, mit Heiz. u. w. W., in gepflegt. Hause an Allein- steh. o. a. ruhige Mieter besZünst. zuvm.Gr.Bahn- stationv.Gießen. Schr. Anfr. unt. 04184 a. d. G. A. Weg. Versetzung u. Todesfall hab. wir in der Marburger Straße (Karlsruhe) 3 Him-Mn zu vermiet, (mit Zubehör). Näheres Baubüro H.W. Rinn, Gießen Eitlerwall 12. 2 geräumige Zimmer m. Küche in einer oZimmerwohng. m gutem Hause, Bahnhofsnähe, alsbald d. Vermittler z vermiet. Schr. Ang unter 5513Da.d.G.A. Vollstreckung eines Todesurteils. Am 24. August 1937 ist der am 21. Januar 1907 geborene Wilhelm Kurschildgen aus Solingen- Qhligs hingerichtet worden, der von dem Schwurgericht in Wuppertal wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden ist. Der Verurteilte, ein wiederholt — u. a. wegen schweren Raubes — vorbestrafter Verbrecher, hat am 18. Februar 1937 in Solingen-Ohligs den Tierarzt Dr. Hopf niedergeschlagen, beraubt und dann ertränkt, um eine Entdeckung der Tat zu verhindern. Zuchthaus für eine Einbrecherbande. Im letzten Vierteljahr des vergangenen Jahres hatte in Köln der 38 Jahre alte Kerutt im Verein mit einem gewissen Hoßdorf und dessen Geliebte, der ledigen Schick 37 Einbrüche ausgeführt. Kerutt klingelte zumeist die dritte Etage oder Mansarde an, stieg, wenn keine Türöffnung erfolgte und die Bewohner als abwesend gelten konnten, rasch die Treppen empor, brach bie Türen auf und stahl, was ihm in die Finger fiel. Der Gesamtwert der erbeuteten Sachen beträgt etwa 4000 Mark. Kerutt war besonders in Wohnungseinbrüchen, Hoßdorf dagegen meist in Geschäftseinbrüchen tätig. Beide trugen ständig geladene Pistolen bei sich. Ein besonders kaltblütiger Verbrecher war Hoßdorf, der dem ihn verhaftenden Kriminalbeamten zurief: „Noch eine halbe Minute für mich, dann hätte Ihre Frau schwarze Weihnachten zu feiern gehabt". Bald nach seiner Festnahme erhängte sich dieser Verbrecher im Untersuchungsgefängnis. Die Angeklagte Schick beteiligte sich an den Diebstählen meist durch Schmiereftehen. Die Große Strafkammer verurteilte Kerutt zu 6% Jahren Zuchthaus. Außerdem wurde gegen ihn die Sicherungsverwahrung ausgesprochen; Oie Schick erhielt zwei Jahre Zuchthaus, ein weiterer Angeklagter wegen Hehlerei ebenfalls zwei Jahre Zuchthaus, zwei Angeklagte Gefängnisstrafen von einem Jahr bzw. zehn Monaten. Trax > der ideale Hausverputz liefert prompt ab Lager jedes Quantum l H. Glatter $ Soho I Frankf.Straßel9 Mühlstraße 18 1 Tel. Nr. 3144/3145 IfluneiP° AüMlWlZ abzugeb. Bestell, erb.wir v. Postk. ob.nn d.Vierver- lagMiche!,Wall- torstr.71,T.2479 Damptsägewerk Lollar B.NuhnA. 6., Lollar von Zvis 20 v. 6. erhalten eie bei wiederhollen Auf» "ahmen einer Ameis» Verschiedenes] Kraule n ohne Anhang, sehr häuslich, gesund, sucht, ba es an pass. Ge» lEgenhett kehlt, auf diesem Wege ev. Herrn, 45 bis 55 Jahre, in sich. Stellung, zwecks Heirat kennen zu und verschiedene Rolläden billig zu verkaufen, omo faecUchulstü Eid Vorgelege komplett, mit Riemenscheibe z. verkaufen. 04i67 Faber Mühlstraste 22. weg. 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August 1937, mein treues Gefolgschaftsmitglied Wilhelm Herr Graphische Kunstanstalt, Buch- und Steindruckerei Gießen, Walltoistraße 77 Herr Heinrich Fischer Buchdruckermeister 5502 D Wir verlieren in ihm einen lieben Kameraden, der uns jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stand. Ein ehrendes Andenken bewahrt ihm die Gefolgschaft der Firma Wilhelm Herr Graphische Kunstanstalt, Buch- und Steindruckerei, Gießen Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen Frau Rosine Alker geb. Schmidt insbesondere für die Nachrufe, Kranz und Blumenspenden, danken herzlichst die trauernden Hinterbliebenen Gießen (Weserstr. 23), 23. August 1937 04170 Am 24. August 1937 verschied nach kurzem Krankenlager unser Heber Arbeitskamerad Heinrich Fischer Buchdruckermeister Mittwoch. 25. August 1937 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 197 Zweites Blatt Aus der Welt des Films Filme spiegeln deutsche Stämme Du spielst vielleicht mit großer Leidenschaft auf deiner Geige, wenn dein Feierabend dir eine besinnliche Stunde läßt. Hast du schon einmal darüber nachgedacht, wie so ein kleines Wunderwerk entsteht, aus dem die herrlichen Melodien unseres Volkes, die Weisen unserer unsterblichen Meister jubelnd und klagend aufsteigen? Der Film führt dich durch die Werkstatt des Geigenbauers, enthüllt dir die mühevolle und schöne Arbeit feiner, künstlerisch formender Hände. Du hörst vom Aufschwung unserer Bauindustrie, die im Dritten Reich fieberhafte Tätigkeit entwickelt und große Aufgaben zu erfüllen hat — das Filmbild führt dich vielleicht in den Steinbruch, da Sandstein, Granit, Marmor, Travertine und all die anderen Gesteine deutscher Erde von kräftigen Fäusten zutage gefördert werden, oder in die Ziegelei, wo die Dach- und Mauerziegel, aus Ton gebrannt, zu Tausenden die Brennöfen verlassen, und du erhältst nicht nur einen dir sonst kaum möglichen Einblick in ein eigenartiges Arbeitsgebiet, sondern — was von noch größerer Bedeutung ist — du weißt nun wenig mehr vom Bruder neben dir, von seine Schaffen, seinem vielleicht kargen Leben. Und es kann sein, daß ein solcher Film eindringlicher noch als selbst das geschickteste und bestgemeinte gesprochene oder geschriebene Wort am kostbaren Band der Volksgemeinschaft webt. Das sind kleine Beispiele, denen beliebig viele an die Seite gestellt werden mögen. Wie vielfältig sind auch die' Wunder der deutschen Heimat, die ein Kurzfilm gerade in seiner knappen, sorgfältig auswählenden, sichtenden Form uns so lockend entfaltet. Da schweifen wir mit der Kamera durch den Hochwald, verfolgen das flüchtige Wild, wandern durch Stätten alter Kultur, durch die stolze Hansestadt am waldigen Ufer des Rheins mit seinen sonnigen Weinhügeln, durch die schwermütige Landschaft Masurens oder durch die reizvollen Dörfer oberbayerischer Alpenmatten, vom hellen Glocken- klanq weidender Kuhherden durchzogen, steigen aus den Hexentanzplatz oder fühlen uns in Rübezahls Schwierige Ausnahmen an Zord „Klar Schiff zum Gefecht" wird gefilmt. Auch der blutigste Laie wird sich vorstellen können, daß auf einem Kriegsschiff jedes Plätzchen restlos ausgenutzt ist. Ganz schlimm wird es aber, wenn so ein Panzerschiff zu verbandsmäßigen Ge- fechtsmanöoern, Schießübungen oder gar zu einer längeren Auslandsfahrt in See geht. Wenn also in solchen Situationen 15 Kameramänner und 3 Tonmeister mit ihrer immerhin neun Zentner schweren Tonapparatur, ihren Kameras mit Zubehör, ihrem Lampenpark mit Kabeln und ungefähr noch mal soviel Hilfskräften arbeiten müssen, kann man sich ein Bild von den Schwierigkeiten rein räumlicher Art machen. Die Aufnahmen zu dem Tobis-Kuttur- film „Klar Schiff zum Gefecht" mußten durchgeführt werden, also hieß es mit Energie ans Werk zu gehen und auch kleine Widrigkeiten gern m Kauf nehmen. Was ausgenommen werden sollte, war die Abwicklung eines kriegsmäßigen Gefechtsschießens auf allen Einheiten der deutschen Flotte anläßlich der letztjäbrigen Manöver. .Auf geeignete Motive konnten wir nicht lange warten",' berichtete Kameramann Heinz Kluth, Reich von den Gestalten heimischer Sagenwelt umgeben. Und unser Herz schlägt beglückt in stolzer Liebe all den tausendfältigen Grüßen unserer Heimat entgegen, der unsere Seele verbunden ist bis zum kleinsten Dörflein auch des entlegensten Gaues. Dann wieder führt das Filmbild uns in fremdes Land. Paris, Riviera, Rom, Balkan, Afrika, Tibet, China, Australien oder die Cordilleren Südamerikas, gleichviel: immer wird der Film von fremder Lebensart, vom Geiste anderer, uns verwandter oder fremder, ferner Rassen, von der Seele einer fremden Landschaft, von den Kulturwerken anderen Volkstums künden und so im geistig-kulturellen Raum die Brücken schlagen von Volk zu Volk, von Kontinent zu Kontinent, Brücken, deren Bau eine von schmarotzenden, Gift und Tod bringenden Mächten regierte Weltpresse nur zu gern verhindern möchte. Sendung und Aufgabe des guten Kulturfilms ist damit nicht erschöpft. Mannigfaltig sind seine Wirkungen, mag er das heilige Wunder des organischen Lebens belauschen mit jenen Mitteln, die nur der Filmkamera zur Verfügung stehen, mag er die verantwortungsvolle Arbeit der RS.-Volkswohlfahrt schildern oder vom Leoben und dem Selbstbehauptungskampf auslandsdeutscher Volksgruppen VonderSendungdesKullurfilms Der in früheren Jahren feststellbare Mang des Zweitrangigen, jedenfalls irgendwie nicht ganz Vollgültigen, der für gewöhnlich mitschwang, wenn man von Kurz- und Kulturfilmen, dem „Beiprogramm" und seinen Wirkungen sprach, ist heute einer nicht nur in fachlichen Kreisen, sondern auch im empfangenden — und empfänglichen — Publikum herrschenden allgemeinen Hochschätzung gewichen. Man kennt kaum noch die früher so beliebte nachlässig abwehrende Geste, wenn man zu spät ins Kino kam und „ja nur das Beiprogramm versäumt" hatte. Ja, man unterrichtete sich sorgfältig nicht nur über den Hauptfilm sondern gleicherweise über den vorhergehenden Kulturfilm, der ein Stück heimischer oder fremder Kultur in charakteristischen Bildern einfängt und dem ästhetischen Bedürfnis des Auges ebenso vielfältige Wunder bietet, wie er unser Wissen bereichert, oder aber in einer flotten kleinen Spielhandlung lustige Unterhaltung schenkt durch drollige Konflikte und ihre Lösungen. Ganz zu schweigen von den W o - chenschauen, die bei den aufregend lebendigen Vorgängen der zeitgenössischen Geschichte neben Presse und Rundfunk der dritte große Spiegel des Weltgeschehens sind. Die Erwartung, große und fesselnde Ereignisse in der Wochenschau mitzuerleben, ist oft der entscheidende Antriebe zum Besuch des Stammkinos. Aber daneben ist, wie gesagt, das Interesse an den Kurzfilmen in gleichem Maße gestiegen. Es ist ein eigenartig reizvoller Blick in die bunte Welt, den sie vermitteln, und wenn all die Fortschritte der Aufnahmetechnik, die in den großen Filmen packende und überraschende Bildwirkungen zeitigen, auch in den Kurzfilmen entsprechende Anwendung finden (wie es denn auch zumeist geschieht), so mag manch schönes und auch besinnliches Erlebnis mit heimgenommen werden. „denn die Gefechtsübungen mußten in ihrem ord- nungsgemäßen Ablauf gedreht werden. Wiederholungen wie beim Spielsilm gab es nicht." — „Besonders schwer wurde die Aufnahmearbeit in den Jnnenräumen der Schiffe", fuhr Bernhard I u p p e fort, „denn hier war gerade soviel Platz vorhanden, daß die Mannschaften ihren Dienst verrichten konnten. Aber wir klemmten uns trotzdem mit Kamera, Mikrophon und Lampenpark dazwischen und schossen unsere Bilder, während oben die Schiffsgeschütze donnerten." — „Das waren verzwickte Tonaufnahmen", meinte Tonmeister Paul Ramacher, „denn mit dem Kopfhörer Geschützdonner abhören, während dicht daneben Kanonen abgefeuert werden, — ich kann Ihnen sagen! Aber es ging, weil es gehen mußte. Unsere Tonapparatur hatte es selbst nicht leicht: Sie wird im Atelier wie ein rohes Ei behandelt, damit nur ja keine Erschütterung ihre empfindlichen Eingeweide trifft, während ein Schiff im Gefecht in allen Fugen dröhnt. Da aber unsere Apparaturen innen elastisch gelagert waren, überstanden sie auch erfolgreich die Strapazen eines Seegefechtes " — „Auch auf dem auslaufenden Kreuzer, den wir ein Stück begleiten sollten", erzählte Walter Brandes, „war für uns Filmleute kein Platz vorgesehen. Doch mir machten uns fast unsichtbar und baumelten nachts in unseren Hängematten auf den Gängen des Decks, bis auch diese Aufnahmen ordnungsgemäß zustande kamen. Das Schwierige an unserer Arbeit war ja, daß wir ein wahrheitsgetreues Dokument der Ma- rinemanöoer und Gefechtsübungen im Bild und Ton schaffen mutzten. Kein Laut, und wäre es das kürzeste Kommando gewesen, durfte nachsynchroniert werden. Die Hauptkameras waren also stets an das Mikrophon gebunden und konnten nicht weiter gehen, als dessen Kabel reichte. Allerdings waren weitere Kameramänner mit Handapparaten überall auf dem Schiff verteilt, um verschiedene Einstellungen und Schnittbilder zu erhalten. Selbst auf den Masten oder auf den Wasserflugzeugen arbeiteten unsere Kameramänner, so daß wir wohl ein vielseitiges Bild dieser großartigen Demonstration der jungen deutschen Flotte einfangen konnten." Die Arbeit dieser wackeren Kameramänner und Tonmeister hat sich gelohnt, denn der Tobis-Kulturfilm „Klar Schiff zum Gefecht" wurde von den obersten Marinebehörden als das beste Marinedokument bezeichnet und erhielt neben sonstigen Prädikaten die höchste Anerkennung, mit der die Filmvrüsstelle einen Film auszeichnen kann: „staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll". wirte und Fuhrherrn, resolute Bäuerinnen, hübsche : Hoftöchter und schlagfertige Kellnerinnen. A H. Lippl, der Verfasser der „Pfingstorgel", hat das Drehbuch geschrieben. Daß er deutsches Volkstum zu schildern versteht, das hat er ja mit jenem prächtigen Stück zur Genüge bewiesen. Es ist ein lustiges Spiel voll drolliger Abenteuer, das Leben und Treiben einer kleinen Dorfgemeinde, die durch große Ereignisse ganz aus dem Häuschen gebracht wird: durch das Bauerntheater, auf dem die Laienspieler des Dorfes die schreckliche Moritat vom Holofernes und der ihn köpfenden Judith so schön darstellen, daß die grausige Szene immerzu wiederholt werden muß, durch die sehr viel weniger grausam gearteten privaten Beziehungen der beiden Hauptpersonen der blutigen Tragödie (die auch im übrigen die Hauptgestalten des Films sind), durch sittlich entrüstete Jungfernbunde, durch Eifersucht und Klatsch und durch geheimnisvolle Fensterl-Geschichten. Was diesem neuen Oberbayern-Film das Siegel besonderer Echtheit geben wird, das ist die Tatsache, daß die Darsteller fast ausnahmslos Bayern oder 'wenigstens lange genug nvt bayerischer Art vertraut sind, um sie wesensgetreu zu gestalten. Der männliche Hauptdarsteller, ein junger vielversprechender Bühnenkünstler, Richard H ä u ß l e r , kennt sie fasb alle schon von München her: seine weibliche Partnerin Heli Finkenzeller, ferner Robert Dorsay, Joe Stoeckl, Fritz Kämpers, Kurt M e i s e l, Wastl Witt, Else A u l i n- ge r, Josef Eichheim, Else Kündinger— schon die Namen haben ja zum Teil den unverfälschten bayerischen Klang. . Der Film, der unter der kundigen und zielsiche- ren Hand Georg Jacobys blutvolles Leben erhalten wird, soll erfreuen mit einer frischen, humorvollen Handlung, die des tieferen menschlichen Gehalts, des verborgenen Sinnes nicht entbehrt. Das aber ist und bleibt der Sinn aller Filme dieser Art: an einzelnen Schicksalen und Charakteren das Ewig-Menschliche in einem lächelnden Spiegel zu zeigen, getaucht in die erdkräftige Farbe einer besonderen Landschaft, ihrer Stimmung, ihrer Menschen, ihrer Lebensformen. Und das wiederum bedeutet: an der einzelnen, greifbaren Erscheinung das Wesen, das nur am : Gleichnis faßbare Urbild deuten. Womit die innere ' Verbindung von Plato und Goeche zum Fensterln - und zu den aufregenden Ereignissen der bayerischen : Gemeinde St. Waldtraut und ihres Bauerntheaters - hergestellt wäre. M. I. Paula Wessely. Des Erfolges Mühlen mahlen zuweilen sehr langsam. Neuyorker Zeitungen bringen zum erstenmal große Bilder von Paula Wessely anläßlich der Aufführung von „Maskerade" in einem Neuyorker Lichtspieltheater. Man weiß von Paula Wessely zu „rühmen", daß sie Hollywood-Angebote bisher abgelehnt habe. So etwas imponiert und ist „ungesehen" gute Reklame. m . Es ergibt sich daraus eine interessante Parallele. Die berühmteste Bühnenschauspielerin Amerikas ist Katharine Cornell. Sie spielt drüben mit eigenem Ensemble ungefähr das gleiche Fach wi« Paula Wessely, d. h. ihr vorjähriger großer Erfolg war „Die heilige Johanna" von Shaw, die in einer unwahrscheinlichen Serienfolge Abend für Abend gegeben wurde und bei einer Tournee durch die Staaten auch in anderen Städten triumphal ausgenommen wurde. Auch Katharine Cornell lehnte bisher jedes Hollywood-Angebot ab, in ber lieber» zeugung, daß die Art, wie Hollywood eine Künstlerin umformt, einen dem Theater restlos verschriebenen Menschen nicht befriedigen kann. Auch die verlockenden Angebote der Metro, die Rolle der chinesischen Bäuerin in dem auch in Deutschland bekannten Roman „Gute Erde" von Pearl S. Buck oder die Hauptrolle in der Verfilmung des Bühnen- stücks und ihres größten Erfolges „The Barrets of Wimpole Street“ zu spielen, machten sie nicht Die Erscheinungen der Welt sind, was Plato, i Goethe und Schopenhauer und die christliche Reli- gionsphilosophie gleichermaßen erkannt und über- - zeugend dargelegt haben, vergängliches Gleichnis : des in ihnen wirksamen geistigen Schöpferwesens. t In ihrem wechselnden Spiel, das Ewige zu erforschen, zu begreifen und m gültigen Symbolen zu gestalten, ist der eigentliche Inhalt aller menschlichen Kultur. Ein Volk aber dringt um so tiefer in die Bezirke wesentlicher Erkenntnis, je reiner es die seiner rassischen Eigenart gemäßen Formen erhält und aus ihnen seine Kunst und Kulturschöpfungen erstehen läßt. Diese Voraussetzungen eines wirklich fruchtbaren Kunstschaffens sind im Dritten Reiche auf allen Gebieten geistiger Arbeit deutschen Männern und Frauen bereits in so hohem Maße wahrhaft „in Fleisch und Blut" übergegangen, daß man sich heute kaum noch erinnern kann, künstlerische Werke einmal nicht in erster Linie nach den Kräften des eigenen Volkstums geformt, sondern nach den zahllosen Mode-„ismen" eines leeren substanzlosen internationalen Kunstgetriebes ausgerichtet zu haben. Am gewaltigsten aber ist diese große Umgestaltung auf dem Gebiet des deutschen Filmschaffens zu erkennen, wo mit freudigem Verantwortungsgefühl der große Appell des Reichsministers Dr. Goebbels ausgenommen und verstanden wurde, wo aus der vielfältigen deutschen Landschaft, aus dem bunten, frohen Leben deutscher Gaue, in überlegener Sinndeutung volksverwurzelter Künstler Werke erstanden von eigenartiger Schönheit, Klarheit und Tiefe. Wir wissen noch alle, wie große, ungetrübte Freude uns einst der köstliche „E h e ft r e i k" bereitete, ein Werk, das nur dort nicht verstanden wurde, wo Mucker- und Spießertum gegen heitere Lebensfreude stehen. Das urwüchsige Oberbayern mit seinen herrlichen Bergen und Seen, seinen schönen eigenartigen Trachten, seinen saft- und kraftvollen Menschen ist ja stets ein besonderes Ziel unserer romantischen Sehnsucht, und mit ehrlichem Neide pflegen wir es zu vernehmen, wenn ein lieber Freund vor Antritt seiner Urlaubsreife zu uns sagt: „Also, jetzt gehts bald los, auf vier Wochen nach Zell am See" oder so ähnlich. Man wird, bei dieser Lage der Dinge, es mit Vergnügen vernehmen, daß in Neubabelsberg an einem neuen oberbayerischen Film fieberhaft gearbeitet wird. „Das Spiel auf der Tenne heißt dieser Film der Ufa, der wieder eine Fülle saftiger bajuwarischer Gestalten vor uns au, der Leinwand erstehen läßt: Bauern und Knechte, Gast- 3nberöaiWlle-i>ie3igarette. Don Christian Bock Es mag einem Raucher mehr als anderen auffallen, wieviel im Film geraucht wird, denn die genießerische Zeremonie, mit der einer oben aus der Leinwand sich eine Zigarette ansteckt, erinnert den Raucher im Parkettsitz peinigend daran, daß ihm jetzt unten vor der Leinwand das Rauchen streng verboten ist. Etwas anderes, Schlimmeres gibt es noch, das absolut aufreizend ist: wenn der Held eben mit einer kalten Zigarette dasitzt, damit spielt, sie auf den Handrücken klopft, sie in den Mund tut — und immer noch nicht ansteckt. Ja, warum macht er das? Warum steckt der die Zigarette nicht an? Es muß wohl vom Regisseur so gedacht sein, es muß einen dramatischen Grund haben, denn der Held vergißt es nicht im Spiel, die Zigarette anzustecken: er soll nid)t, er soll so damit spielen, so sie klopfen, in den Mund tun und doch nicht rauchen. Soweit weiß ich, hat noch niemand der Sparei e im Film eine Betrachtung gewidmet. Sie hat, so wenig das Nichtraucher ohne weiteres emsehen werden, seelische, sogar geistige Qualitateiii und wäre es wert, in ihren Rollen einmal gewürdigt zu werben. Wie mühelos wechselt sie vom einen Fach zum anderen, vom gefährlichen kriminellen Aussehen, wenn sie, lasch im Mundwirke des Verbrechers hängend, im Halbdunkel einer wüsten Kneipe glimmt — zum weltmännischen Gehaben in der Hand eines gutangezogenen Gentleman, der sie raucht und sie womöglich gerade so im Mundwinkel hangen laßt, aber die Zigarette hat mit ihrem Herrn, Charakter, Geist, Gesinnung und Betrachtung gewechselt. Charakterrollen zu spielen, ist indessen nicht ihre einzige Fähigkeit. Sie kann mehr, sie hat dramatische Begabung, und die erweist sie schon, wenn sie, allein'mit dem Helden, auftritt, wenn er nut ihr an einem Fenster stumm ausschauend steht unö sie raucht. Was soll man von einem Mann erwarten, der, sonst mit nichts beschäftigt, an seinem Fenster steht und hinausschaut? Es ist zumindest zweifelhaft, was er tun wird. Vielleicht dreht er sich bald danach um und tut irgendetwas absolut Gleichgültiges. Aber ein Mann, der im Film an einem Fenster steht hinausschaut und eine Weile vor sich hm raucht — dieser Mann wird im nächsten Augenblick wankelmütig. „ Paula Wessely hat sich zwar entschlossen zu filmen, aber sie geht mit größter Vorsicht und „vom Theater her" an die Arbeit heran. Denn sie gibt selbst zu: nicht nur der schauspielerische Ausdruck ist ihre Stärke, sondern die K r a f t b e s Dialogs, also die Suggestionskraft ihrer Stimme, bie ja der Film fast unverfälscht wiederzugeben vermag. Auch hier die merkwürdige Parallele zu ihrer amerikanischen Kollegin, die selbst den, der nicht so gut amerikanisch versteht, mit der Klangfarbe ihrer Stimme in ihrer Einfachheit und Wärme, bestrickt. Gerade hierüber erzählt Paula Wessely freimütig: „Was glauben Sie, was ich manchmal Sorgen mit der Stimme habe. Sie ist die beste Kontrolle für meinen gesamten Zustand. Ich nehme regelmäßig Singunterricht, nicht etwa, um eine größere Sängerin zu werden, sondern nur um meine Stimmittel ganz beherrschen zu lernen. Und wenn dann mal ein Tag kommt, an dem ich vom F zum Ges chinüberwechselrsi soll und es geht nicht, weiß ich genau: mit mir stimmt etwas nicht. Und diese Konzentration ist es, auf die es an kommt. Weiß ich erst mal um meine Stimme genau Bescheid, also um das, was den reinen Gefühlsaus- bruck vermitteln soll, so steht man dann überhaupt erst über der Situation. Dann baut man sich seine Rolle mit absoluter Sicherheit auf." Man stellt an Paula Wessely im Laufe der Unterhaltung noch die Frage: Film oder Theater? Die Antwort läßt nicht lange auf sich warten: „Erst bas Theater! Nur, wenn ich mich dort stark fühle, kann ich es mir leisten, zwischendurch zu filmen. Das Theater wirb immer das Fundament zu allem bleiben, was ich im Film auch schaffen werde. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie glücklich ich mich beispielsweise am Deutschen Theater in Berlin gefühlt habe. Schon in den Bau, in dieses merkwürdige Uebergehen der Bühne in den Zuschauerraum, die für mich so als Einheit wirken, bin ich verliebt. Und ich bedaure es sehr, daß meine Wiener Pläne so liegen, daß ich erst später wieder hier auftreten kann. rr , Und dann---", hier wird Paula Wessely ganz schlicht, so ganz die Privatperson Paula Wessely-Hörbiger, „sehen Sie: ich hab' doch zu Hause meinen Mann und mein Kind, mein kleines Mädel. Das ist etwas, ja, das kann man einfach nicht ausdrücken. Eben ist das kleine Wesen ein Jahr alt geworden. Da ist es manch- i mal etwas hart, daß man so draußen steht und für seine Kunst lebt. Vielleicht begreifen Sie es. einen entscheidenden energischen Entschluß fassen, wird sich umdrehen, die Zigarette in einem Aschenbecher ausdrücken und den Entschluß ausfuhren, den er faßte. Warum es im Film so ist, weiß man nicht, aber es ist so: Schwelende Zigaretten, norm Fenster geraucht, bedeuten: Der Held in {chweren inneren Kämpfen kurz vor entscheidenden Entschlüssen. Es war schon von der kalten Zigarette die Rede, die eben angeraucht werden sollte und im letzten Augenblick kein Feuer bekommt. Diese kalte Zigarette erfüllt eine Ausgabe, deren Wichtigkeit im klassischen Drama schon gut bekannt ist: sie schasst das „retardierende Moment". Eben schien eine beruhigende Lösung der Konflikte nahe, eine Losung zumindest, nach der man sich eine 3igarette anstecken kann — und da, knapp vorher (das Streichholz war schon angerissen) geschieht etwas Unerwartete^, das die Lösung der Konflikte verzögert: das Streichholz erlischt und schwelt im Aschenbecher oder auf dem Teppich aus, die Zigarette bleibt, wie sie war: kalt. Der Held nimmt sie aus dem Mund und jetzt beginnt jenes spannende peinigende Spiel mit der Zigarette, dessen Dramatik nur ein Raucher ganz verstehen fann: der Held dreht die Zigarette in der Hand, spielt damit, legt sie auf den Tisch, nimmt sie wieder, klopft sie abwesend auf den Handrücken besieht sie, wahrend er st^it lemand gewichtige Sätze wechselt, steckt sie in den Mund wundert sich im Eifer, daß sie gar mcht brennt langt aufgeregt nach einem Streichholz und steckt sie hastig an. Jetzt brennt bie Zigarette aber nicht so, wie sie im Anfang brennen wollte, behaglich, gut gestimmt, zufrieden mit der Lösung der Konflikte - denn bie W itte wurden nicht gelöst, es sind neue Da und feine Lösung ist zu sehen. Mit kranker Hast verbrennt sie, nervös und flackernd, und so geht sie mit dem Helden hinaus in den Regen, der m solchen Mlen draußen zu regnen pfleat, geht, hinaus nut ihm und erlischt ihm noch im Munde, irgendwo m einer grauen nassen Straße. Und wenn wir mit der Kamera weiter wandern, bann treffen wir sie gleich wieder in einer völlig neuen Rolle: Eine Dame hat sie m der Hand, eine Dame auf dem Hocker einer Bar. Die Dame sieht mit Tür hin und entdeckt eben jenen Herrn, der aus dem Regen kommt. Sie zieht an der Zigarette, wie sie zu ihm hinsieht, und hinter dem blauen Schleier des Zigarettenrauchs blinzeln ihre Augen aus einem schmalen Spalt Mit feiner Mühe konnte künden, mag er uns in luftigen Bildern im Zoo spazieren führen, in Sanssouci auf den Spuren des unsterblichen Friedrich wandeln oder in Regionen ewigen Eises uns die Majestät der Schöpfung einen Atemzug der Ewigkeit spüren lassen. Anders als der große abendfüllende Spielfilm ist der Kulturfilm Spiegel der Welt, Künder der Natur und des Menschengeistes. Sind es dort die Spannungen des menschlichen Lebens mit seinen Wirrungen und Verflechtungen, die uns in Scherz und Ernst erheitern oder erheben, so erfreuen uns in den Spiegelbildern des Kulturfilmes all die unendlichen Lebenserscheinungen, die der Erdball trägt, als absolute vom Einzelschicksal losgelöste Sinnbilder des irdischen Daseins. Gerade in ihrer Kürze — sie dauern 20 bis 30 Minuten — liegt die glückliche Wirkung dieser Filme. Bei längerer Dauer würden sie ermüdend wirken, da wir dann das Gegenspiel menschlicher Einzelschicksale vermissen würden — in ihrer Knappheit jedoch sprechen sie eine zauberhafte Sprache, enthüllen uns unabhängig von Spielhandlungen (die hier unendlich vielfältige Anregung zur Rahmengestaltung bekommen können) Schönheit und Größe der Welt. Max Ingolf. sie jemals so verführerisch blicken, wenn nicht der Rauch der Zigarette ihr beizend in die Augen stiege. Aber dann geschieht etwas Neues. Der Herr kommt auf sie zu, bleibt vor ihr stehen, nimmt ihr, wie sie eben wieder so herausfordernd rauchen will, mit raschem Griff die Zigarette auf halbem Wege aus der Hand und wirft sie weg. „Ich habe mit dir ,u reden", sagte er. Ja, was wäre dieser Satz allein für sich, wenn seine Bedeutsamkeit nicht dra- mattsch mit der überraschenden Zigarettenszene vorbereitet wäre! Niemand würde ihm ohne weiteres soviel Bedeutung beimessen — aber so ist er bedingungslos und gefährlich. Einer Dame die Zigarette aus der Hand reißen, ist eine ausgezeichnete Unhöflichkeit: einem Mann, der das tut, glaubt man sofort, daß er ernsthaft mit der Dame sprechen will und sich auf keine anderen charmanteren Vorschläge einläßt. Es scheint unmöglich, alle Filmrollen der Zigarette aufzuzählen. Ihre dramattschen Fähigkeiten reichen von der simplen Einsamkeit eines nachdenklichen Herrn, der allein zu Hause in einem Sessel sitzt und raucht — also von der bloßen Stimmung bis zur spannendsten Dramatik. was einem da so entgeht, wenn mir mein Mann schreibt, daß die Kleine zum erstenmal ein paar Schritte ganz allein gemacht hat. Und ich, die Mutter, hab's nicht gesehen und war nicht dabei.. ." Ein Film des Generalflabs. Schlachtendonner und blitzende Granaten sind uns im Film nichts Neues mehr. Wir haben viele Kriegsfilme gesehen — gute und schlechte. Bon der männlich-strengen Darstellung stillen Heldentums bis zur militärischen Froschperspektive des Pazifismus, vom blutigen Realismus abgeschlagener Hände im Drahtverhau bis zum „Schlachtengemälde^ mit eingelegten Kabarettszenen ist uns nichts erspart geblieben. Ein Ueberdruß des Publikums an Kriegs- silmen ist unverkennbar. Schaltet damit das säkulare Ereignis des Weltkrieges für die filmische Gestaltung aus? Diese Frage bejahen, hieße das Kind mit dem Bade ausschütten. Wo Irrwege sind, da gibt es auch irgendwo den richtigen Weg. Wenn nicht alle Zeichen täuschen, scheint ein neuer Film der Ufa die Spur gefunden zu haben. „Unternehmen Michael" ist sein Name. Er hat zum Gegenstand die deutsche Frühjahrsoffensive 1918 in Frankreich. Die Oberste Heeresleitung wollte durch eine große Kraftanstrengung die schnelle Entscheidung des Krieges herbeiführen. In aller Heimlichkeit wurden Pläne ausgearbeitet, die Decknamen trugen wie „Unternehmen Michael", „Sankt Georg" usw. Das „Unternehmen Michael" wurde durchgeführt. Es stellte drei deutschen Armeekorps die Aufgabe, die Stellungen der Engländer an der Linie Bapaume —Peronne —Ham zu durchbrechen und nach Amiens vorzustoßen. Neben dem ersehnten Entscheidungsschlag sollte der moralische Erfolg in der Auflockerung der deutschen Westfront bestehen, die im Stellungskrieg erstarrt war. Die Vorbereitungen rollten ab wie ein Präzisionsmechanismus. Der deutsche Durchbruch erreichte stellenweise eine Tiefe von 60 Kilometer. Aber der Widerstand der Engländer war unvermutet hart, der deutsche Nachschub stockte, die schwere Artillerie war nicht rechtzeitig zur Stelle, die Truppen waren erschöpft. So konnte das deutsche Heer zwar einen großen taktischen Sieg verzeichnen — aber der strategische Erfolg blieb ihm versagt. — Aus diesem Geschehen greift der Film einen einzigen Tag heraus. Groß und oerantwortungsschwer ist das Unterfangen. Ein wenig skeptisch fragen wir nach dem Namen der Künstler. Sie flößen uns schnell Vertrauen ein: Das Drehbuch haben mit Fred Hilde n b r a n d t Mathias Wieman und Karl Ritter geschrieben — ein gutes Vorzeichen! Karl Ritter ist Produktionsleiter und Spielleiter in einer Person. Sein Film „Verräter" weist ihn als den berufenen künstlerischen Oberleiter für das „Unternehmen Michael" aus. Dann stehen wir Ritter selbst gegenüber. Die besonnene Art seiner Spielführung, die Genauigkeit der Vorbereitungen verraten auch im Regisseur noch den ehemaligen Fliegerhauptmann Ritter, der als Spielleiter seinen soldatischen Tugenden und als Filmgestalter seinen militärischen Idealen treu bleibt. Begeistert spricht er von der Einzigartigkeit dieses Filmstoffes: die Handlung stellt einen Generalstabsoffizier in den Mittelpunkt, einen Ia-Offi- aier aus dem „Gehirn" des Heeres, der den Plan für das „Unternehmen Michael" entworfen hat und nun nach der persönlichen Durchführung drängt. Es ist ja die Tragik des Befehlenden, daß er die angeordneten Taten gewöhnlich nicht selbst vollbringen darf. Zn diesem Film kommt der Generalstabsoffizier nach Ueberwindung mancher Widerstände doch zum persönlichen Einsatz als Führer eines Sturmbataillons, und aus dem Kartenmenschen wird ein Winkelried, der der Freiheit mit dem bewußten Opfer seines eigenen Lebens eine Gasse bahnt. Besorgt fragen wir den Regisseur nach den üblichen Verkettungen des Film°„Schicksals", nach den Frauen, nach Liebe, Rivalität, Intrigen. Da aber leuchtet Ritters Gesicht auf: Nein! Diesmal kennen wir kein Kompromiß. Wir vertrauen allein auf die Tragfähigkeit des Milieus. Wie die Spionageabwehr in „Verräter", so darf die geheimnisvolle Welt des Generalftabs auf das Interesse des Publikums rechnen. Deshalb gibt es keine Liebeshandlung, keine Ränke, nicht einmal Frauen in dem Film. Die Dramatik liegt in dem rasenden Ablauf einer großen Gemeinschaftshandlung, aus der sich ein Einzelschicksal finnbildhaft heraushebt. Auf das Opfer kommt es an. Deshalb gipfelt der Film in dem Satz: „Nicht nach der Größe des Sieges wird man uns einmal messen, sondern nach der Tiefe unseres Opfers!" Dann wendet sich Ritter wieder der Aufnahme zu. Mit weißem Haar in der Uniform des Kommandierenden Generals beugt sich Heinrich George Es ist gerade in Zeiten, da die offizielle polittfche Luft den eigentümlichen Geruch verborgener elektrischer Spannungen infolge der Machenschaften finsterer Wettermacher nicht verliert, eine ehrliche Freude zu sehen, wie im Reiche der kulturellen Leistung der freie Blick, das kluge Urteil, ja die warme Anteilnahme von Volk zu Volk immer wieder geweckt werden. Und um so erfreulicher ist diese Feststellung, wenn eine solche Offenheit bei einem von so zwiespälttgen Gefühlen beseelten, uns noch immer mit so tragischem Mißtrauen gegenüberstehenden Volke wie dem französischen verzeichnet werden kann. Die Pariser Filmzeitschrift „Pour Nous" wirft einen „Blick auf den deutschen Film" und berichtet über einige neue Filme und Filmpläne, über die Umwandlung literarischer Stoffe für das oft eine Neudichtung erfordernde Spiel der Leinwand und über die Stellung des Films im politischen unkulturellen Gesamtbau des Dritten Reiches. Zunächst ist eine Unterredung mit dem Darsteller und Spielleiter Olaf F j o r d'wiedergegeben, der sich eine besonders schwierige, aber auch dankbare Aufgabe Doraenommen hat: die filmische Umgestaltung des Hamsunschen „P a n". WeNn gleich dieser Abschnitt ein rein objektiver Bericht über Aeußerun- gen des Regisseurs zu seinem Stoff und zu weiteren Plänen ist, spürt man doch eine starke Anteilnahme aus den Zeilen. Man erfährt, daß Olaf Fjord die Handlung im Hamsunschen Sinne nicht nur als packendes Menschenschicksal, sondern als Naturmythos zu gestalten sucht, und daß er sich freut, in Marieluise Claudius, Hilde S e f s a k und Christian K a y s s l e r Darsteller gefunden zu haben, die den hier sich ergebenden schauspielerischen Anforderungen voll gewachsen sind. Am Schluß gibt Olaf Fjord noch bekannt, daß er als nächste Film- unternehmung den „G ö st a Berlin g" herausbringen wird, der einst als stummer Film Greta Garbo den Weg zum steilen Ruhmesgipfel freilegte. . Man spürt aus dem ganzen Bericht die natürliche Liebe des Künstlers nordischer Abstammung zu Skandinaviens Landschaft und Dichtung. In den weiteren Bettachtungen des bemerkenswerten Arttkels werden Filme wie „Der H e r r - \ ch e r", „M adame Bovar y", „Die ganz großen Torheiten" einer freundlichen „Bettachtung" unterzogen (ttotz freimütiger, sachlicher Meinungsäußerung hat man den positiven, nicht kleinlich kritisierenden Ton angeschlagen, wie er bei uns üblich ist). Nach der einleitenden Bemerkung, daß viel und lebhaft in den deutschen Ateliers ge- über den Kartentisch. Mit der packenden Wucht seiner Persönlichkeit spielt er gerade einen Wutausbruch wegen des Ausbleibens der schweren Artillerie. Mit gespannter Selbstbeherrschung stehen vor ihm die Majore Mathias Wieman und Willy Birgel. Paul Otto, Ernst K a r ch o w , Christian K a ss l e r und Otto Wernicke sind die anderen Offiziere, — eine Besetzung mit erstrangigen Berliner Schauspielern, die Bedeutendes verspricht. Erinnern wir uns schließlich, daß die Arbeitsgemeinschaft Ritter, Wieman, Günther Anders (Bild), Herbert Windt (Musik), Walter Röhrig (Bauten) und Ludwig Ruhe (Ton) auch schon im letzten Ritter-Film „Patrioten" zusammen wirkte, dann wird vollends deutlich, daß hier ein Stück Filmarbeit im neuen Geiste geleistet wird, wie sie Wieman in seiner großen Rede auf der Filmkammertagung forderte: Zusammenhalt der eingearbeiteten Kompanie", große unsentimentale Stoffe, männlicher Darstellungsstil! Johannes Jacobi. arbeitet wird, bezeichnet der Verfasser den „Herrscher" als einen Film, der so leicht seinesgleichen nicht habe. Dennoch habe man in Berlin weitere Filme „von guter Haltung" abrollen sehen. Bei der Besprechung der Filme „Madame Bovary" und „Die ganz großen Torheiten" wird auf die großen schauspielerischen Leistungen von Pola Negri, Paula Wessely und 'Rudolf F o r st e r hinge- wiesen, wobei die besonders gepflegte Sprachkunst hervorgehoben wird. Auch wird die Freude darüber ausgedrückt, daß Paula Wessely zum erstenmal als scharmante Sängerin hervortritt. Ein kurzer Blick wird auf einige noch im Atelier befindliche Arbeiten geworfen: die Filme „Mein So h n, der Minister" nach dem erfolgreichen Bühnenstück des Franzosen B i r a b e a u , mit der hochbegabten französischen Künstlerin Franxoise R o s a y, des weiteren mit Heli Finkenzeller, Hans Brausewetter und Hans Moser in den Hauptrollen, und die beiden indischen Eichbergfilme französisch-deutscher Produktion, deren einer das weltberühmte „Indische Grabmal" zu neuem Leben erwecken wird, Filme also, die dem französischen Film- und Lesepublikum naturgemäß sehr am Herzen liegen. Der Abschnitt „Kino und Politik" ist von bemerkenswertem Verständnis für die Kunstpolitik des heutigen Deutschland. Man spricht von einer „Nationalisierung" des deutschen Films, erkennt die geschäftlichen und künstlerischen Vorteile der engen Zusammenarbeit von Ufa und Tobis und des Eintritts führender Darsteller und Spielleiter in die Aufsichtsräte der Produktionsfirmen. In alldem sieht man „erfreuliche Maßnahmen", deren Früchte einst den leitenden Männern des Dritten Reiches zeigen werden, ob man den richtigen Weg gegangen ist. Der Schluß ist ein Ausblick auf die umfangreiche deutsche Filmwerbung im Rahmen der Pariser Weltausstellung. Es wird erwähnt, daß über 60 Filme und Filmdokumente, die aufs sorgfältigste ausgewählt wurden, im Kino des deutschen Pavillons zu sehen sind, mit Ausnahme jener besonderen Spitzenleistungen, die in dem allgemeinen internationalen Lichtspielhaus über die Leinwand laufen. Aktuelle deutsche Filmstreifen würden französisch synchronisiert und mit englischen Untertiteln versehen werden. Es ist, wie gesagt, eine ungetrübte Freude, aus französischem Munde ein gerechtes, sachliches, gewiß nicht überschwenglich lobendes aber ehrliches und verständiges Urteil über deutsches Kulturschaffen zu vernehmen. den dortigen Schwimmverein einen Klubkampf auszutragen. Eine Voraussage über den Ausgang des Kampfes wäre verfehlt, da man die Stärke der Siegerländer nicht kennt Unsere heimischen Schwimmer werden alles daransetzen, ein achtbares Ergebnis zu erzielen, wenn möglich den Klubkampf mit einem Siege zu beenden Leider müssen die Gießener auf Herbert verzichten, der zur Zeit bei der Marine seine Militärdienstzeit hinter sich bringt. Es kommen folgende Konkurrenzen zur Durchführung: Männerklasse: 4X100-Meter-Brustschwim- men: Ortwein, Pascoe, Brüning, Mewes. Diese Staffel dürfte auch in Siegen bestehen 3X100-Meter-Kraulschwimmen: Zimmer, Bentz, Albold. Lagenstaffel (100, 200, 100): Amend, Mewes, Albold. Amend muß 10 Sekunden schneller schwimmen, wenn er gegen die starken Siegener Rückenleute nicht zu viel verlieren will. 10X50-Meter-Brustschwimmen: Pascoe, Mewes, Ortwein, Brüning, Habrich, Keiner, Zimmer, Schüler, V. Iaschke, Ruckelshausen und Schaub. 10X50-Meter-Kraulschwimmen: Albold, Zimmer, Bentz, Hofmann, Pascoe, Ortwein, Schüler, Bickel, Amend, Schomber und Hechler. Damenbruststaffel 4X100-Meter: Georg, E. Plank, Schilling, Schüler. Die Staffel ist durch die Hinzunahme von Georg stärker geworden Im Wasserspringen wird Schüler sein Bestes für den Klubsieg des GSV. hergeben. Die Wasserballmannschaft wird in folgender Aufstellung antreten: Schüler, Pascoe, Ortwein, Schomber, Zimmer, Albold, Keiner. Wilhelm-Wodaege-Gchanze auf dem Hoherodskopf beschädigt' Vielen Sportkameraden ist wohl noch in guter Erinnerung, daß im letzten Winter die Hoherods- kopfschanze (jetzt Wilhelm-Wodaege-Schanze) durch eine fachgemäße Wiederherstellung in Ordnung gebracht worden ist. Der Anlauf der Schanze wurde mit Well-Eternit belegt, das außer der großen Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen nur noch Zwei deutsche Sprungschanzen aufweisen können. Am Anlaufgerüst, sowie am Schanzentisch wurden einige Mängel behoben Diese Sportanlage, die sowohl zur Winterszeit als auch im Sommer einen Anziehungspunkt für Wanderer usw. darstellt, wurde nun in der letzten Zeit ganz erheblich beschädigt. Wenn man bedenkt, was es für eine Fülle der ehrenamtlichen Arbeit gekostet hat, ganz abgesehen von den hohen Kosten, so sollte man nicht glauben, daß es heute noch solche Schädlinge gibt, die derartige wertvolle Sportanlagen mutwillig vernichten. Hunderte von Schrammen, die von genagelten Schuhen herrühren, konnte man bei der Besichtigung feststellen. Obwohl Warnungsschilder, die das Betreten der Schanze verbieten, vorhanden sind, wird dieselbe immer wieder erklettert. Die Schanze wurde nun von Mitgliedern des Skiklubs Gießen, die in den letzten Tagen die Sportstätte aufiuchten, mit einem Stacheldraht gesperrt. Deutsche Erfolge bei den Akademischen Wettspielen in Paris. Bei den VII. Akademischen Weltspielen in Paris siegte der Italiener Nostini im Florett-Einzelfech- ten. Die drei beteiligten Deutschen blieben in der Zwischenrunde hängen. Deutschland gewann den Handballkampf gegen die Schweiz mit 12:4 (5:1). Die Schwimmwettkämpfe im Tourelles-Stadion brachten Deutschland gleich einen überragenden Er- olg. Im 100-Meter-Kraul-Schwimmen der Studentinnen wurde Frl. Surmann (München) Welt- meifterein vor Frl. Saumerlang. Deutscher Film in französischer Beleuchtung. Die Handball-Kreismannschast steht! Das Ziel, das sich der Kreisfachwart mit der Durchführung eines Auswahlspieles zur Ermittlung der Kreismannschaft im Handball gesteckt hatte, kann als erreicht betrachtet werden. Denn die Spieler, die sich am letzten Samstag auf dem Platz des Tv. Allendorf (Lahn) versammelt hatten, stellten, wie es sich ergab, ohne weiteres das Beste dar, was der Kreis zur Zeit an Nachwuchs zu verzeichnen hat. Es wäre verfehlt, einzelne herauszugrei- fen; alle taten ihre Schuldigkeit und machten es ben zuständigen Männern überaus schwer, die richtige Auswahl zu treffen. Trotzdem war es möglich, an Hand der gezeigten Leistungen diejenigen Männer auszuwählen, die den heimischen Kreis zunächst bei einem Werbespiel am kommenden Sonntag gegen den Westerwaldkreis in Montabaur vertte- hn sollen. Von einer Zurücksetzung der übrigen Teilnehmer kann, das hat die Sichtung erwiesen, absolut keine Rede sein. Es ist praktisch unmöglich, schließlich 30 und mehr Spieler mitzunehmen. Alle, die diesmal zurückgestellt wurden, mögen sich damit trösten, daß der Kreis schon in allernächster Zeit erneut auf sie zurückgreisen wird, weil, wie bekannt, das Freundschaftsspielprogramm eine nicht unbedeutende Erweiterung erfahren hat und weil es sich ohne Zweifel ergeben wird, daß die endgültige Mannschaft bestimmt noch Ergänzungen bzw. Umstellungen nach ihrem ersten Auftreten erfahren muß. Das Ergebnis der Zusammenkunft am Samstag hat, wie schon erwähnt wurde, alle Erwartungen weit übertroffen. Die Leistungen, die man von beiden Mannschaften zu sehen bekam, waren als sehr gut anzusprechen. Als dann zum Schluß die aus- gewählten elf Repräsentanten des Kreises erneut Seine Kombination antraten, da war der schied unverkennbar. Die Kreismannschaft spielte wie aus einem Guß, sie wies kaum einen schwachen Punkt auf, und selten hat man in einer Dereinsmannschaft ein so gutes Sich-untereinander- Verstehen beobachten können. Es ist klar, daß unter diesen Umständen das kurze Probespiel hoch zu Gunsten der Kreismannschaft, die wie folgt aufgestellt war, entschieden wurde: Tor: Wenzel, Hörnsheim. Verteidiger: Seipp, Mtv. Gießen; Köch, Tv. Wetzlar. ' Läufer: Schmittdiel, 1900 Gießen; Brenner, Mtv. Gießen; Müller, Hörnsheim. Sturm: Jakobi, Hörnsheim; Lissy und Allen- dörfer, Lützellinden; Krailing, Heuchelheim; Weber, Groß-Rechtenbach. Ersatz: Weimar, To. Wetzlar; Will, To. Lützellinden und Schneider, Tv. Münchholzhausen. Die Kreismannschaft wurde dann erstmalig am Sonntag zu einem Treffen gegen eine aus Spielern von Hörnsheim, Lützellinden, Groß-Rechtenbach und Münchholzhausen aufgestellte Kombination ins Feld geschickt. Auch hier ergab sich wieder shre unbedingte Zuverlässigkeit. Die Kombination, in der ebenfalls eine Reihe bekannte Spieler mitwirkte, mußte sich verdient hoch geschlagen bekennen. Die Vertretung des Kreises war auch diesmal wieder ausgezeichnet besetzt, sie gab dem Kreisfach- roart die Gewißheit, daß sie „ihren Mann" stellen und daß der Zweck ihres Auftretens in Montabaur erreicht werden wird. Lollar auch gegen Marburg erfolgreich. Sportverein Lollar — „Germania" Marburg 5:2 (2:1). Am Sonntag hatte der Sportverein Lollar die erste Mannschaft von „Germania" Marburg zu Gast. Es handelte sich dabei um ein fälliges Rückspiel. Leider ging bei Beginn des Spieles ein Regen nieder, der den Kampfverlauf stark beeinträchtigte. Die Lollarer mußten auch zu diesem Spiel mit Ersatz antreten und hatten nur vier Mann aus ihrer ersten Mannschaft zur Stelle, die übrigen Spieler waren der zweiten Elf und der Jugend entnommen. Trotzdem zeigten die Lollarer eine geschlossene Leistung. Vor allem konnten die Jugendspieler gefallen. Demgegenüber enttäuschten die körperlich überlegenen Marburger, die nicht den von ihnen erwarteten Kampfeifer aufbrachten. Den Anstoß konnten die Gastgeber sofort abfangen und gingen damit gefährlich vor das Gästetor. Der Tormann rettete aber. Die Lollarer zeigten nun ein überlegenes Zusammenspiel, trugen Än- gnff auf Angriff vor und konnten auch zweimal erfolgreich abschließen. Kurz vor Halbzeit gelang es den Marburgern, nach einem Deckungsfehler der Verteidigung ihren ersten Treffer zu erzielen. Nach der Pause gestaltete sich das Spiel lebhafter. Die Marburger rissen sich nun mehr zusammen und spielten geraume Zeit leicht überlegen. Die Lollarer behielten aber die Ruhe und konnten nach weiteren schon vorgetragenen Angriffen noch drei Tore buchen. Demgegenüber konnten sie nicht verhindern daß bei einem Durchbruch die Gäste abermals einen Deckungsfehler der rechten Verteidigung ausnutzten und zu ihrem zweiten Erfolg gelangten. Der Schiedsrichter amtierte korrekt. Zugendfußbail im DfB.-Beichsbahn. 1. Jugend schlägt hota Frankfurt 6:0 (3:0). Die erste Jugend gestaltete ihre Reise, nach Frankfurt zu einem Erfolg. Vorgesehen war ein Spiel gegen „Rot-Weiß" Frankfurt, das aber in letzter Minute von der Deutschen Hota übernommen wurde. Die Frankfurter, die zu Pfingsten in Gießen weilten, wurden damals mit 3:2 geschlagen und wollten nun die Schlappe ausgleichen. Die Gießener Hintermannschaft ließ aber keinen Erfolg der Platzbesitzer zu. Die Grün-Weißen konnten vielmehr schon in der dritten Minute in Führung gehen. Der gegnerische Anstoß wurde abgefangen, der Batt kam zum Linksaußen, der in vollem Lauf auf 2:0 erhöhte. Die Frankfurter warfen nun alles nach vorne, die Gießener Hintermannschaft ließ sich aber nicht überfahren. Da verstärkten nun die Frankfurter ihre Verteidigung, und so wurde der Gastgeber erst kurz vor Halbzeit zum drittenmal geschlagen. Nach der Pause gab die Gießener Mannschaft weiterhin den Ton an und war noch dreimal erfolgreich. Gchwinunklubkanipf GießenerEchwimmverein -GV.Giegen Arn kommenden Sonntag weilt der Gießener Schwimmverein in den Mauern Siegens, um gegen Fernomnibus auf dem Bürgersteig. Zwei Personen schwer verletzt. Lpd. Offenbach, 24. Aug. Arn Montagabend ereignete sich auf dem Alten Markt ein schwerer Verkehrsunfall. Als ein Fernomnibus aus Obertshausen über den Platz fuhr, war der Lenker durch einen vor ihm fahrenden Lastwagen in der Sicht behindert. Um nicht mit einem vorbei kommenden Motorradfahrer zusammenzustoßen, steuerte der Omnibusfahrer seinen Wagen scharf nach rechts, wobei das Fahrzeug a u f den Bürgersteig geriet. Dabei wurde ein Mann zu Boden gerissen und eine Frau in die Schaufensterscheibe eines Kaufhauses geschleudert. Beide Personen erlitten chwere Verletzungen und mußten von der Rettungswache ins Krankenhaus transportiert werden. Deutsche Radsahrer-Ersolge in Kopenhagen. Sensation bei den Weltmeisterschaften der Straßenfahrer in Kopenhagen war die hervorragende Haltung des Dortmunders K i j e w s k i. Fast während der ganzen Strecke führte er das Feld und wurde erst kurz vor dem Ziel von dem geschickten Taktiker Meulenberg (Belgien) abgefangen und fo auf den zweiten Platz gebracht. Hier sieht man die Freude bei der deutschen Mannschaft über den Grfolg Kijewskis. — Von links: Merkens, Ki- I e w f k i, der Betreuer Schmidt und Wecker- ling, der den 8. Platz in diesem schweren Rennen belegen konnte. — (Schirner-M.) ♦ Die beutf^en Siratzensahrer haben sich bei den Weltmeisterschaften in Kopenhagen hervorragend geschlagen. Wenn sie auch keinen Titel mit nach Hause bringen, so waren sie doch stets dicht am Siege und haben mit ihrer Fahrweise dem noch vor wenigen Jahren so oft geschmähten deutschen Straßenrennsport neue Achtung verschafft. Bei den Ung!crlQ.9 Kij-wski in Ehren, am Löienstag bei Öen Amateuren erftritt unser Meister 7 aIUJlnfr ?0köpfigen Spitzengruppe, in der sich mit H ackebeil und Herbert S chmid t zwei wettere Deutsche befanden, im Endspurt hinter dem Italiener Adolfo Leoni und dem dänischen Favoriten Frode Sörensen einen nicht minder hoch zu bwertenden dritten Platz. In 5:48,20 legten d^ Amateure tue 204 Kilometer zurück. ind. e r lauonls erteilt: öariapp uuu ,, ^Zacholber, mit Ausnahme der! Schlangenmoos, Kunst und Wissenschaft. der Aufbauarbeit der evangelischen Kirche stehen, sondern auch gleichzeitig als schöpferische Trager deutschen Kulturwillens am Werke sind. Die Form der Veranstaltung unterscheidet sich von früheren Verbuchen ähnlicher Art insofern, als den führenden Komponisten nach Möglichkeit ein eigener Abend eingeräumt wurde, auf dem sie m breiterem Ausmaß ihren Willen und Weg zeigen können. Das Programm weist eine Fülle von Namen zeitgenössischer Tonschöpfer auf. Für die Durchführung sind neben einer Anzahl führender Berliner Chore der Leipziger Thomanerchor, der Dresdener Kreuzchor der Bremer und der Magdeburger Domchor verpflichtet. In besonderen Veranstaltungen werden Fragen der Orgelbewegung, des neuen Kirchenliedes, der neuen Kirchenlieddichtungen und neuere Bestrebungen auf dem Gebiete der Posaunenarbeit besprochen und praktisch vorgeführt. Die Kornp^ nisten deren Werke aufgeführt werden, werden sich mit namhaften Dichtern zu einer. Arbeitsgemetn- chaft zusammenfinden. Endlich wird der Kunstdienst eine A u s st e l l u n g veranstalten, die Bilder von den neuen Wegen vermittelt, die aus drin Gebiete des Buchdrucks, der Graphik, des Notendrucks usw. in Verbindung mit der Kirchenmusik beschritten wurden. Ausreiselager des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Unser Bild zeigt einen der Hauptteile der Stif- ....... v c-..... Schotten Keinerlei Bedenken von feiten des Naturschutzes bestehen gegen das Sammeln von Unkräutern, wie Wurzeln und Blättern der Brennessel, Rittersporn, Klatschmohn, Kamillen und weiße Taubnesselbluten, Huflattich, Spitzwegerichblätter, Feldstiefmutterchen und Ackerschachtelhalmkraut. Ganz allgemein muh aber das Sammeln der Heilpflanzen möglichst schonend vorgenommen werden. breitung englischer Laienbühnenkunst gedient sondern sich darüber hinaus ein bleibendes Verdienst um die geistige und menschliche Begegnung Englands und Deutschlands erworben. E r Zeitschriften. — Die von Dr. Alexander Koch herausgegebene Kunstzeitschrift „I n n e n - D e k o r a t i o n" be- schäftigt sich in ihrem Augustheft vor allem in anschaulichem Bildbericht mit neuen Arbeiten des Wiener Architekten Walter Loos. Dieser hat in seinem „Haus eines Komponisten" sowie in verschiedenen Umbauten vorhandener Wohnräume besonders ansprechende Aufgaben behandelt, deren Lösungen vielfache Anregung bieten. Dasselbe gilt von den Räumen des ungarischen Architekten Georg Bonta. Besonderes Interesse wird sich ferner dem geschickt kombinierten Wohn- und Speisezimmer von W. H. Russell (London) auf der Pariser Weltausstellung zuwenden. Ein wichtiges Einzelobjekt der Wohnung ist berührt in den Abbildungen neuer Zimmer- und Küchenöfen, Erzeugnisse der Burger Eisenwerke nach Entwürfen von Prof. Breuhau-- Schließlich zeigt das Heft Aufnahmen der Kapelle „Mater Misericordiae". welche der Mailänder Architekt Agnoldomenico Pica für die Kirche Sa. I Maria del Sussragio geschaffen hat. Aus der Stadt Gießen. Kastanien, Kastanien! Wieder wird es Herbst. Wieder ziehen am Himmel tief die grauen Wolken Don den Bäumen flattert das erste fahle Laub zur Erde und sammelt sich in den Rinnsteinen, an Zäunen und Mauern. Heulend jagt der Sturm durch die Kronen der Bäume. Draußen auf den Feldern steigen hoch im Winde die Drachen. Der Herbst schickt sich an, seinen Einzug zu halten. Geht man jetzt durch die Straßen, deren Steige mit unserem schönen Laubbaum, der Kastanie, gegiert sind so entdeckt man in dem noch grünen Laub kleine, braune Punkte. Vorwitzig lugt die Kastanie durch den kleinen Spalt der Schale die sie gesprengt hat. Rüttelt noch ein wenig der Wmd am Baum, so prasselt es auf die Straße, und vor uns liegen glänzend braun diese hübschen, lockenden, braunen Kugeln. Und wer von uns kann der Versuchung widerstehen, sich zu bücken die Kastanie aufzunehmen, sie liebevoll zu betrachten und sie dann in der Hosentasche verschwinden zu lassen? Tagelang wird sie mit herumgeführt. Zwischen Schlüsseln, Taschenmesser und Geld fristet ste em betoeibenes Dasein, doch stets erfüllt st- den Be- sitzer mit einer harmlosen kleinen Freude. Ist sie dann zusammengeschrumpft, glanzlos und unansehnlich geworden, so fliegt sie im hohen Bogen m das Feuer. Ein Knall war alles, was. von ihr Die Weber-pröscher-Sttfiung für Schotten Ein Denkmal vorbildlichen Gemeinschaftssinns. übrig blieb. Die Buben aber, auf die die Kastanie im Herbst einen unbeschreiblichen Reiz ausübt, sind nicht damit zufrieden, was ihnen der Baum freiwillig gibt. Mit Knüppeln, mit Steinen, Stangen, allen möglichen Werkzeugen, die ihnen zur Verfügung stehen, rücken sie dem armen Kastanienbaum zu Leibe. Mit dem dazugehörigen Lärm geht es in den Kampf. In großen Büschen flattern die langfingrigen Blatter zur Erde, und hin und wieder ein gut gelungener Wurf, bei dem gleich mehrere Kastanien ihr Leben lassen müssen, mit besonders lautem und stürmischem Gejohle begrüßt. Einwände und Proteste der umliegenden Einwohnerschaft stoßen auf Granit. Was nützen Warnungen, was nützt schon ein tatkräftiger „Denkzeittel"? Die Jagd geht weiter, der Lärm verstummt nicht, ja, er verdoppelt sich. Das war schon immer so, und das wird immer bleiben. Schon als Goethe in Weimar weilte, tollten die Jungens zur Kastanienzeit um die Kastanienbäume so daß der alte Geheimrat böse wurde und sich he tiq über das Lärmen der Weimarer „Lausebengels beschwerte. Damals hat es nichts genutzt, und wie schon gesagt, heute wird das auch nichts nutzen. Die Kästanienzeit gibt es eben nur einmal im Jahre, und der echte Junge muß sie entsprechend Beeren, Eisenhut oder Sturmhut, Leberblümchen, Sonnentau, Stechpalme, eichenblattnges Wintergrün Sumpfporst und Arnika kommen allerdings in manchen Gegenden noch verhältnismäßig häufig vor und können dort von den höheren Naturschutzbehörden zeitweilig zum Sammeln freigegeben werden Gefährdet sind vor allem die em- oder zweijährigen Pflanzen. Wenn man davon an einer Stelle alle Exemplare einsammelt, ist diese Pslan- zenart für alle Zeit verschwunden. So ist zum Beispiel das Tausendgüldenkraut auf diese Weise in vielen Gegenden ganz ausgerottet oder selten geworden. Gefährdet sind ferner auch solche Pslan- zenarten, deren Wurzelhals leicht mit abgerissen wird, wie es bei Odermennig und der bitteren Kreuzblume der Fall ist, ferner Pflanzen, die viele Jahre brauchen, um eine gute Droge zu h?tern- Bei Hauhechel dauert es zwanzig bis dreitzig Jahre, bis die Wurzeln kräftig genug sind, und große Wurmfarn-Rhizome sind mindestens 30 Jahre alt. Es bedarf daher keiner Frage, daß das Sammeln von Heilpflanzen überwacht werden muß, um eine weitere Verarmung unserer Pflanzenwelt zu ver- Vor ihrer Abreise in 17 Länder hat der Deutsche Akademische Austauschdienst die etwa 200 deutschen Austauschstudierenden des Jahrganges 1937/38 und 100 deutsche Austauschlehrer für Frankreich und England in einem Lager im Neustrelitzer Schloß in der Führerschule des Hochschulmstituts für Leibesübungen zusammengefaßt. Neben fporh lieber Betätigung werden die Teilnehmer durch Vorträge namhafter Persönlichkeiten aus den Ministerien und Aemtern der Partei auf ihre National- und kulturpolitischen Pflichten während ihres einjährigen Aufenthaltes im Auslande vorbereitet. Staatssekretär Dr. Zschintsch und SS.-Brigade- führer, General a. D. von Massow erinnerten die Schüler und Lehrer an die mit ihrer Auswahl verbundenen Pflichten einer jederzeit einwandfreien Haltung und Lebensführung. Ihre Aufgabe verlange vorurteilslose Einführung in das Wesen des Gastvolkes und Arbeit an der eigenen Ausbildung. Sie setze allerdings die innere Verbundenheit mit den im Auslande lebenden Volksgenossen und mit der Heimat voraus. An 12 000 Festspielgäste in Bayreuth. Nach den Fremdenliften weilten während der Bayreuther Feftspielzeit insgesamt 11 600 Festsp.el- gäste in der Stadt. Von diesen Besuchern waren ausnutzen. Kastanien eignen sich vorzüglich als Wurfgeschosse für Kriegsspiele, aus Kastanien lassen sich Körbchen schneiden, ober sogar Köpfe daraus schnitzen, die die „Stars" für ein Kasperle-Theater geben. In den Notzeiten des Krieges haben die Jungens und Mädels fleißig Kastanien gesammelt und verkauft. 5 RM. gab es für einen Zentner: das war schon ein Geschäft, das sich lohnte. Doch daran denkt heute niemand mehr. Die Kastanie ist nun ein Zei° dien der Freube, die eben ihren Ausdruck echt jungenshaft in Gebrüll und Geschrei findet.^ Vornoiizen. Tageskatender für Mittwoch. NSLB., Fachschaft „Körperliche Erziehung", Arbeitsgemeinschaft. Mädchenturnen: 16 Ubr Uniner’ sitäts-Sportplatz (bei sehr ungünstiger Witterung Pestalozzischule). - Ortsgruppe Nord der NSDAP.. 20.30 Uhr, „Frankfurter Hof , Appell für sämtliche Politischen Leiter, Amtswalter bzw. Amtswalterm- neen der DAF., NSV., NSKOV. und der NS.- Frauenschaft. sowie der HI. und Führerinnen des BDM. — Gloria-Palast (Seltersweg): „Der Mann, der Sherlock Holmes war". __, „Macbeth" von « Shalespean > Aufführung in englischer Sprache durch Lehrer und Schüler der „Chiswick Counth School", London. Eine stattliche Anzahl von Lehrern und Schülern der hiesigen Höheren Lehranstalten und zahlreiche Zuschauer aus andern interessierten Kreisen unserer Stadt hatten sich am Montag, 23. August, im Case Leib versammelt, um einer Ausführung der „M a c - b e t h" in englischer Sprache durch die Laienspiel- schar der Londoner „Chiswick County School" beizuwohnen. . Die Darstellenden, die das Laienspiel fd)on fett langen Jahren pflegen und auch schon mehrere Gastspielreisen durch Deutschland gemacht Haben, hatten die Bühne durch ein sinnreiches System einfacher, qrüngetönter Faltenvorhänge ohne weitere Kulissen in einen stimmungsvollen Raum verwandelt Auch sonst hatte man den Grundsatz sparsamster Dekoration befolgt, indem etwa in den Hexenszenen oder in der Bankettszene nur wenige andeutende Requisiten verwandt, oder die immer schwierigen Schlacht- unb Gefechtsszenen nur burch einen kurzen Einmarsch de? „Streitkräfte" verfinnbilblicht mürbem Auch auf Perücken hatte man verachtet: aber die zeitlos gehaltenen, schlicht stilisiert«! Kostüme waren sorgfältig im Hinblick auf gute Farbenwirkung ßod)fd)ulnacbrid)fen. Prvf. Dr. Otto Linbe, ber frühere Professor für Pharmakognosie an ber Technischen Hochschule Braunschweig, ist in Braunschweig im 80. Lebensjahr gestorben. Linbe war aus bem Apothekerstand hervorgegangen. Er hatte sich 1902 habilitiert und war 1904 zum ao. Professor ernannt worden. — Prof. Dr. Arno Scheibe, der frühere Ordinarius der Öhren- Nasen- und Kehlkopfkrankheiten an der Universität Erlangen, ist in München im 74. Lebensjahr gestorben. Scheibe ließ sich in München als Spezialarzt nieder, habilitierte sich 1904 tn München, wurde später etatsmäßiger Extraordinarius in Erlangen, 1923 Ordinarius. 1929 ist der Gelehrte emeritiert. — Dr. Rudolf Jürgens, Do- zent für innere Medizin an der Universität Berlin, ist zum nb. ao. Prof, ernannt worden. Jürgens habilitierte sich 1932 in Leipzig. Er hat sich mit den Bluterkrankungen befaßt. 1935 erhielt er einen Lehrauftrag über die Pathologie des Blutes in Berlin. ^S°?"ntrollte sich in dem einfachen Nahmen die große Tragödie des Ehrgeizes und des Machthun- gers mit ungeheurem Schwung, ganz aus das Wort gestellt, - ähnlich, wie sie wohl zur elisabethanischen Seit auf die Zuschauer gewirkt haben mochte. Und das Shakefpearesche Wort, von so stAbarem Spieleifer und jugendlicher Begeisterung beschwingt, verfehlte feinen tiefen Eindruck auch nicht auf die, die vielleicht nicht jeder Wendung des schwierigen Textes zu folgen vermochten. Es wäre undankbar, aus der großen Zahl der Mitwirkenden, die alle ihr Bestes gaben, einzelne herauszugreifen: aber es wäre ebenso unbillig, nicht wenigstens den Darsteller des Macbeth, Mr. I. W. Smith, zu erwähnen, dessen starke Persönlichkeit und ausgezeichnete Sprechtechnik die Aufführung beherrschte. Besondere Anerkennung gebührt aua) bem Leiter ber gesamten Darbietung, Mr. D. Kit- ch e n (zugleich eindrucksvoller Darsteller des Mac- duff), für seine ausgezeichnete Leistung. Die englischen Lehrer und Schüler, die Gaste unserer Stadt waren, dürfen versichert sein, daß Gießen ihnen ein gutes Andenken bewahren wird, -sie haben nicht nur dem unmittelbaren Zweck der Ber- Am heutigen Mittwoch, 25. August kann ber stell- oertretenbe Dorstanb bes Bahnhofs Gießen, Reichs- dahninspektor Karl Luh, auf eine vierzigiahnge Tätigkeit im Dienste ber Eisenbahn unb unserer Volksgemeinschaft zurückblicken. Der Jubilar, ber am 25. August 1897 bei der Main-Weser-Bahn in den Bahndienst eintrat, war mit kurzen Unterbrechungen zur Diens leistung auf den Bahnhöfen Weilburg und Alsfeld auf dem Bahnhof Gießen tätig. Hier sowohl, wie auch m Weilburg und Alsfeld hat er in vorbildlicher Pflichttreue, in unermüdlichem Diensteifer zu allen Tages- und Nachtstunden, mit großer Umsicht und in tat. freudiger Art des Wirkens, aber auch durch ausgezeichnete kameradschaftliche Gesinnung allezei.hitts- bereite und liebenswürdige Dlenftwilligkeit für das reisende Publikum und für seine Berufskameraden feine Amtsftellungen in bester Weife ausgefullt Er hat sich dadurch die hohe Wertschätzung seinc; Bor. gesetzten, seiner Mitarbeiter und seiner dienstttchen Untergebenen, darüber hinaus im Kameradenkr^ise und in weiten Schichten der Bevölkerung von Gießen, Alsfeld und Weilburg viele Freunde und deren herzliche Zuneigung erworben Zum heutigen Jubiläum sprach der Führer und Reichskanzler dem Jubilar für dessen treu geleistete Dienste seinen Dank und seine Anerkennung durch ein Diplom aus, das vom Führer eigenhändig unterschrieben ist. Ferner haben der Reichsverkehrsminister Dr. Dorp mit11er und der Präsident der Reichsbahndirektion Frankfurt a.M. dem verdienstvollen Beamten ihre herzlichen Ju- bilöum-glückwünsch- und ihr- Anerkennung aus- Auch für nichtgeschützte heilkrauter birgt das Sammeln die Gefahr, daß die Bestände zu sehr gelichtet werden. Für einige nicht gänzlich geschützte Pflanzenarten wird daher im allgemeinen feine Sa m m e l e r 1 a u b n i s erteilt: Barlapp ober — ßanbesregie» ten für Wohlfahrtszwecke, 30 v. H. an das Schot- letztwilligen Der- teuer Krankenhaus, 20 v. H. ber Evangeli chen ~ ~ Kirche in Schotten und 10 v. H. dem Schottener Kindergarten. — (Bild: Neuner, Gießener Anzeiger.) tung, nämlich das in der Hauptstraße zu Schot! gelegene Wohnhaus, das von Frl. P r ö s ch bis ui ihrem Tode am 2. November 1936 bewohnt worden war. In diesem Hause richtet die Stadt Schotten gegenwärtig ein Heimatmuseum em, für das aus allen Teilen der Schottener Bevölkerung bereits wertvolle Zuwendungen gemacht wurden, die Sammlung von wichtigen heimatgeschicht- lichen Gegenständen für diesen Zweck aber noch im Gange ist. Ein Zimemr in diesem Hause wird dem dauernden Gedenken an den verstorbenen Staatsrat Weber, den Schwager des verstorbenen Frl. Pröscher und Mitstifter dieser gemeinnützigen Stiftung, zur bleibenden Erinnerung an feine großen Verdienste um die Entwicklung der Provinz Oberhessen und der Stadt Schotten gewidmet fein. Zu ber Weber-Pröscher-Stiftung gehören außer biefem Hause noch ber Helbenhain ber Stabt Schotten auf bem Bockzahl, ein Gutsbefitz in Heibelbach (Kreis Alsfelb), zahlreiche wertvolle Grundstücke in der Gemarkung Schotten und ein erheblicher Betrag in Wertpapieren. Aus dem jährlichen Reinertrag der Stiftung wird von vornherein eine gewiße Summe für die Unterhaltung des Heimatmuseums der Stadt Schotten bereitgeftellt, der verbleibende Restbetrag soll in folgender Weife zur Verteilung kommen: 40 v. H. an die Stadt Schot- Jhre Geschäftsstelle, Berlin W. 8, Unter den Linden 13/15, gibt demgemäß auf begründete Antrags numerierte Sammellisten ab. An Private oder Einzelpersonen werden derartige Listen dagegen nigm übrigen nehmen, wie bekannt, alle Postämter, Banken, Sparkassen Beiträge entgegen. Außerdem hat eine Reihe von Zeitungen eigene Sammlungen eröffnet. Lpb Das gewerbliche Sammeln von Heilkräutern, auch der nichtgeschützten Pflanzenarten, ist nur nach Einholung eines Erlaubnisscheines zulässig Das Heilpflanzensammeln durch Schulklassen ist wie in der Reichszeitung der Deutschen Erzieher festgestellt wird, auch als gewerbsmäßiges Sammeln anzusehen. Jeder Lehrer, der mit (einen Kindern mithelfen will, muß daher zunächst bei der Ortspolizeibehörde einen Erlaubnisschein beantrag qen. In dem Erlaubnisschein, der jeweils für das Kalenderjahr gültig ist, wird angegeben, wo gesammelt werden darf und welche Pflanzenarten freigegeben sind. Vor der Ausstellung des Erlaubnisscheines wird von der Polizeibehörde der zuständige Naturschutzbeauftragte gehört. Einige Heilpflanzen sind vollkommen geschützt: Knabenkräuter, Akelei, Küchenschelle, Frühlingsadonisröschen, Weiße Seerose, Diptam, Seidelbast und Enzian. Teilweise geschützt sind die Christrose oder der schwarze Nieswurz unb alle Rosetten tragenben Steinbrecharten. Man hat zu biesen strengen Bestimmungen greifen müssen, weil in ben letzten Jahrzehnten z. B Küchenschellenkraut, Frühlingsaboniskraut, Kellerhalsnnbe und Knabenkrautknollen in so großen Mengen gesammelt wurden, daß die Bestände sehr zuruckgegangen VorsichtbeimSammelnvonHeilpflanzen Einige Winke für die Sammelarbeit. Zum 30. Todestage Wilhelm holzamers. Arn 28. August 1937 ist der 30. Todestag des besonders in Rheinhessen bekannten Dichters Wil - Helm Holzamer, dessen Hauptwerk, der Roman Peter Nockler, Verbreitung auch über seine engere Heimat hinaus verdient. Dem Fruhverstor- benen wird zu seinem 30. Todestag eine besondere Ehrung erwiesen. Seine Asche wird von Berlin in seine rheinhessische Heimat, Nleber-Olm be Mainz, übergefllhrt werden. Bei der ipier iP1^ der Dichter Nikolaus Schwärzkop . Jn eine Gedenkfeier am Sonntag, dem 29. August, sollen ein Vortrag über Holzamers Stellung in der deutschen Dichtung, Ansprachen, eine Dorlesung aus den Werken, in sein Schaffen emsuhren. Der Wllh m ssolzarner-Bund, die Landesleitung der Reichs- rÄ™t°mmer, da- Deutsch- V°-k-b. dung-wer in der NS.-Gerneinschaft „Kraft durch Freude und ber Bürgermeister bes Heimatortes wollen zusammen mit Universitätslehrern bem zu tpenig ।bcMMn- ten*1 Dichter gedührenbe Beachtung im beugen Volk bereiten helfen. . Em 3000-Mark-Er)ähler-Preis der neuen linie 1938. 18 000 Mark hat die Monatszeitschrift „b i e linie" (Verlag Otto Beyer, Leipzig) m ben neue 1 i n i e t ~ aIg Preise für bie besten Autoren finb babei ausgezeichnet worben. Für 193» Mark" ausgeM besten ° Erzählungen 5? finti ?m Septemberhest der „neuen Hm*- ver- offentlnfjt.^ beutfd,en fiirdjenmufif. 7 hiq 13 Oktober wirb in Berlin ein ^est""-/deutschen Kirchenmusik durchgesührt D,e Taauna will einen Querschnitt durch da- k.rchen- mustkaMche Schassen der jungen Generation unserer Taae geben, um zu zeigen, wie unsere zeitgenössischen Kirchenkomponisten nicht nur positiv in 9 Im ^ienstzimmer des Bahnhossvorstandes fand heute vormittag in Anwesenheit de- Amtsvorstand--. Reichsbahn-Oberrats W i i k e , und der dienstlich ab- körnrnlichen Berufskarneraben eine schlichte Ehrung des Jubilars statt, bie ganz nach besten Sinn in schlichter Weise vor sich ging. Reichsbahn-Oberrat W i l k e roürbigte babei mit einbrucksvollen Worten bie hohen Verdienste und die hervorragenden menschlichen Eigenschaften des Jubilars, dem er zugleich die herzlichen Glückwünsche zu seinem Ehrentage aus- 2050 Ausländer aus 55 Staaten a Ile r Erdteile. 430 Ausländer kamen aus den Vereinigten Staaten, 230 aus England, 225 vus Frankreich 190 aus Oesterreich, 175 aus der Tschechoslowakei, 130 aus Holland, 110 aus der Schweiz, 95 aus Dänemark und 75 aus Italien. Auch aus Brasilien, Aegypten, Südafrika und Australien waren Gäste zu den Festspielen gekommen. Hauptsatzung der Stadt Gießen. Oberbürgermeister Ritter gibt heute di- Haupt- satzung der Stadt Gießen 2k April 1937 be könnt aus der hervorgeht, daß der Oberburger meister, der Bürgermeister und em Abgeordneter hauptamtlich angestellt finb em weiterer Beigeord- neter ehrenamtlich mitarbeitet und die Zahl der Ratsherren sich auf Zwanzig belauft. Gleichzeitig acht aus der Hauptsatzung hervor, daß zur beraten ben Mitwirkung für eine Anzahl Verwaltungszweige Beiräte bestellt finb. Oie Sammellisten für die Hindenburg-Spende. DNB Die Hinbenburg-Spende teilt folgenbes mit: An bie Geschäftsstelle ber Hinbenburg-Spenbe haben sich in fteigenbem Umfange Betriebe usw. mit ber Bitte um Sammellisten geroanbt. Die Hm- denburg-Spenbe glaubt sich bem m dieser Tatsach zum Ausbruck fommenben Wunsch auf Mitwirkung nicht entziehen zu können.__ RUHL Seilersweg Nr. 67 I adiO Telephon Nr. 3170 || eparaturen ib9?d h Der Reichsftatthalter in Hessen rung — hat bie in Form einer v fügunq errichtete Stiftung von Fraulem Anna Pröscher zu Schotten, die „Weber-Prä- scher - Stiftung" für bie Stabt Schotten als rechtsfähige Stiftung genehmigt, unb ebenso bie letzwillige Zuwendung bes Frl. Anna Zröscher im Betrage von etwa 220 000 Mark an biete Stiftung unter ben Bebingungen, bie bem Stiftungsvorftand unmittelbar mitgeteilt worben sprach. Der Betriebsführer des hiesigen Bahnhofs, Reichsbahnamtmann Wahl, würdigte in einer kurzen Ansprache die überaus harmonische Zusammenarbeit des Jubilars mit ihm, dem Amtsvorstand. Durch diese stets verständnisvolle Mitarbeit sei es allein möglich, die Arbeit im Gießener Bahnhof, die in vieler Hinsicht sehr schwierig und durch den Umbau von Gleisstrecken noch zusätzlich schwer geworden sei, so reibungslos zu bewältigen, wie sie zu jeder Stunde des Tages bewältigt wurde, ohne daß der Verkehr und der Betrieb irgendwelche Beeinträchtigung erfuhren. Die Arbeitskameraden brachten dem allseits beliebten Mitarbeiter ebenfalls ihre herzlichen Wünsche dar. Hände weg von der Tollkirsche! Wenn man jetzt die Wälder durchstreift, kann man nicht selten die Tollkirsche antreffen. Sie reift jetzt allmählich heran. Manchem Kinde ist ihr Genuß schon zum Verhängnis geworden. Es vergeht kaum ein Jahr, in dem nicht während der Sommermonate von Vergiftungen mit tödlichem Ausgang durch den Genuß von Tollkirschen in den Zeitungen berichtet wird. Aus diesem Grunde ist es Pflicht der Eltern und der Erzieher, die Kinder aufzuklären und auf die schweren Gefahren, die ihnen durch den Genuß der Tollkirsche erwachsen, hinzuweisen. So verlockend die blauschwarzen, glänzenden Beeren sind, die an den niedrigen. Sträuchern wachsen, so stark ist das ihnen innewohnende Gift. Aus Unkenntnis werden sie besonders von kleinen Kindern, die die Tollkirschenfrüchte für reife Kirschen ansehen, gegessen. Wie andere heimische Giftpflanzen, so enthält nicht nur die Tollkirschenfrucht, sondern sogar ihre Wurzeln, Stengel, Blätter und Blüten dieses äußerst starke Gift, Atropin genannt. Die unausbleibliche Folge des Genusses macht sich bald bemerkbar. Nach kurzer Zeit schon wird bei dem unter Vergiftungserscheinungen Erkrankten das Sehvermögen gestört und Erblindung tritt ein. Merkwürdige Gehörtäuschungen treten auf. Die Sprache fällt schwer und läßt nach: ebenso wird das Atemoermögen beschwerlich. Die Gesichtsmuskeln zucken. Bald treten Herzbeschwerden ein, bis schließlich das tückische Gift den Tod herbeiführt. Also: Hände weg von der Tollkirsche! Kundendienst ist nicht genehmigungspflichtig. Fwd. Die Reichsverkehrsgruppe Kraftfahrgewerbe hatte sich darüber beschwert, daß eine Maschinenfabrik im Bezirke der Regierung von Unterfranken und Aschaffenburg Kunden in eigenen Kraftwagen vom Bahnhof zum Werk unentgeltlich befördert. Dies sei eine gewerbsmäßige Tätigkeit und damit genehmigungspflichtig. Der Reichs- und preußische Verkehrsminister hat auf die Beschwerde folgenden Bescheid gegeben: „Nach den Anschauungen, die sich auf Grund langjähriger Gepflogenheit herausgebildet haben, entspricht die Beförderung von Geschäftsfreunden und Besuchern, wie sie von der Antragstellerin ausgeführt wird, einer allgemeinen kaufmännischen Höflichkeit, die von Werks- und Geschäftsbesuchern erwartet wird. Es ist nicht ersichtlich, daß die Antragstellerin darüber hinaus andere geschäftliche Zwecke verfolgt. Davon könnte nur die Rede sein, wenn die Beförderung der Besucher in ihrem Geschäftszweig etwas Ungewöhnliches, oder eine nach den heutigen Anschauungen zu mißbilligende Wett- bcwerbsmaßnahme darstellen würde. Das ist nach den von der Regierung getroffenen Festellungen nicht der Fall. Die ausgeführten Fahrten können demnach als gewerbsmäßige Personenbeförderung nicht angesehen werden, einer Genehmigung bedarf die Antragstellerin nicht." ♦ ** Ehrung einer geborenen Gießene- r i n. Gelegentlich einer Neubenennung von Straßen in Dresden nach Künstlern der sächsischen Staatstheater erhielt die Straße 74 in Dresden-Leubnitz- Neuostra die Bezeichnung „M arie-Wittich- Straß e". Marie Wittich war eine geborene Gießenerin und lange Jahre als Heldendarstellerin an der Dresdener Hofoper tätig. ** Drei Verkehrsunfälle an einem Tage. Am gestrigen Dienstag ereigneten sich hier drei Verkehrsunfälle, die zum Glück sämtlich glimpflich verliefen. Bei dem Auto-Zusammenstoß an der Ecke Ludwigstraße/Liebigstraße, über den wir gestern bereits berichteten, erlitt die in dem Personenauto mit ihrem Manne auf einer Fahrt nach dem Schwarzwald befindliche Frau Guttzeit aus Seelze bei Hannover zum Glück nur leichtere Verletzungen im Gesicht, nämlich einen Nasenbeinbruch, im übrigen kamen alle Beteiligten mit dem Schrecken davon. — An der gleichen Straßenkreuzung Ludwigstraße/Liebigstraße ereignete sich gegen 14.30 Uhr ein zweiter Unfall, bei Dem zwei Personenwagen zusammenstießen: der eine davon, ein deutscher Wagen, wurde von dem anderen, der aus Luxemburg kam und von zwei Frauen besetzt war, umgeworfen, zum Glück hatte aber der ganze Vorgang nur Sachschaden zur Folge. — Der dritte Unfall ereignete sich gegen Abend an der Ecke Werner- wall/Dammstraße, wo ein Personen-Omnibus mit einem Personen-Kraftwagen zusammenstieß; auch hier entstand zum Glück nur Sachschaden. ** Eine Mahnung der Stadtkasse fordert die sofortige Bezahlung von rückständiger Gewerbesteuer, Bürgersteuer und Hundesteuer an. Konzert im Bad-Nauheimer Kurhaus. *Bad-Nauheim, 25. Aug. Am kommenden Freitagabend findet im Großen Bühnensaal des Kurhauses ein Philharmonisches Konzert als Italienischer Meister-Abend unter Mitwirkung von prominenten Künstlern statt. werden selbstverständlich in erster Linie fachkundige Handwerker aus dem Kreise der Kameraden in Anspruch genommen. Da die neue Baracke um etwa 1,50 Meter über dem Gelände des Lagers zu liegen kommen wird, werden als Aufgang zwei dekorative Holztreppen gebaut. Ferner werden Grünanlagen geschaffen, so daß das neue Unterkunftshaus einen freundlichen Anblick bieten und eine schöne Bereicherung des Lagers darstellen wird. Das Material für die Fundamente (Ziegelsteine) ist bereits angefahren. Die Baracke selbst erwartet man gegen Mitte September. Für die übrigen Einrichtungen des Lagers bringt die Erweiterung des Lagers keine einschneidenden Aenderungen. Insbesondere die Einrichtungen der Küche sind bei weitem ausreichend auch für die zusätzlich kommenden Kameraden. Wie wir von Oberfeldmeister Lösch hören, ist damit zu rechnen, daß in absehbarer Zeit das Lager außerdem um eine Führerbaracke und schließlich noch um eine Geräte-Aufbewahrungsbaracke erweitert werden wird. Insgesamt läßt sich sagen, daß das Gießener Arbeitsdienstlager „Justus von Liebig", das sich bisher schon durch mancherlei gemeinnützige Arbeit verdient gemacht hat, durch diese Erweiterung die Möglichkeit haben wird, die gestellten Aufgaben durch den Einsatz einer größeren Mannschaft mit um so mehr Nachdruck wird lösen können, als es bisher der Fall war. gegeben. Der Angeklagte gab in der Hauptverhandlung den größten Teil der Diebstähle zu, mußte aber, da er als unzurechnungsfähig im Sinne des § 511 StGB, angesehen werden mußte, frei- gesprochen werden. Der Johannes Grünewald aus Bad-Nauheim hatte im September 1936 ein Plakat, in dem er die gemeinsten Beleidigungen gegen den damaligen Bürgermeister von Bad-Nauheim und gegen einen Arzt der Bad-Nauheimer Krankenkasse aussprach, angefertigt, dieses Plakat an eine Plakatsäule angeklebt und feinen Inhalt mehrmals den sich ansammelnden Leuten vorgelesen. Wegen dieser Handlung hatte er sich gestern vor der Großen Strafkammer zu verantworten. Er gab einen Teil der gegen ihn erhobenen Vorwürfe zu, bestritt aber, das Plakat selbst geschrieben zu haben. Auf Grund des Gutachtens eines Schriftsachverständigen kam das Gericht aber bei der wesentlichen Ueber- einstimmung der Schriftzüge des Angeklagten mit denen des anonymen Plakates zu der Üeberzeu- gung, daß der Angeklagte das Plakat geschrieben hatte. Allein in rund 25 Fällen waren dieselben orthographischen Fehler in dem Plakat, wie in der Schriftprobe des Angeklagten enthalten. Trotzdem blieb der Angeklagte bei seinem hartnäckigen Leugnen. Wegen Beleidigung in Tateinheit mit übler Nachrede verurteilte ihn das Gericht zu einer Ge« fängnisftrafe von fünf Monaten. Amtsgericht Gießen. Der E. K. aus Gießen war wegen Übertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung in zwei Fällen zu einer Geldstrafe von 50 Mark verurteilt worden. Er fuhr am 18. Februar 1937 mit feinem Personenkraftwagen, aus Staufenberg kommend, durch die Hauptstraße in Lollar und wollte dort in die Schlageterftraße einbiegen. Dabei hat er es unterlassen, den Richtungsanzeiger rechtzeitig herauszustellen. Es wurde ihm weiter zur Last gelegt, beim Einbiegen nach links die Kurve nicht in einem großen Bogen genommen zu haben. Durch diese Fahrweise wurde ein hinter dem Personenkraftwagen fahrender Motorradfahrer irritiert. Es erfolgte ein Zusammenstoß, bei Dem der Motorradfahrer erheblich verletzt wurde. Gegen den Strafbefehl hatte der Angeklagte Einspruch eingelegt. Die gestrige Hauptverhandlung, die wegen eines erforderlichen Augenscheintermins in Lallar stattfand, ergab die Schuld des Angeklagten. Das Gericht verurteilte ihn wegen fahrlässiger Körperverletzung in Tateinheit mit einer Übertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung zu einer Geldstrafe von 25 Mark, unter Berücksichtigung der Tatsache, daß der Angeklagte einmal noch nicht vorbestraft ist, zum anderen der Verletzte sich auch nicht ganz einwandfrei verhalten hatte. OasEmährungshilfswerk in Frankfurt 750 Schweine werden gemästet. Lpd. Frankfurt a. M, 24. Aug. Zur Durchführung des Ernährungshilfswerks der NSV. werden nun auch in Frankfurt a. M. Schweinemästereien errichtet. Die Stadtgemeinde stellt den Platz und neue Gbäudeanlagen zur Verfügung, Das Sammeln der Küchenabfälle unD das Mästen der Schweine ist Sache Der NSV. Als erste Schweinemastanlage ist eine Anlage in Frankfurt am Main-Fechenheim geplant, mit Deren Errichtung dieser Tage begonnen wurde. Die Anlage umfaßt Drei Ställe für je 250 Schweine, so daß im ganzen 750 Tiere Dort gemästet werden können. Es ist ferner Die Errichtung eines kleinen Ge- bäuDes vorgesehen, dessen ErDgeschoß ein Schreibzimmer für Den Schweinemeister, einen Aufenthaltsraum für die Arbeiter und für die Nachtwache sowie Umkleide- und Waschräume enthält. Im Obergeschoß befindet sich Die Wohnung für Den Schweinemeister. Freiflächen roerDen mit Grün- hecken und Baumgruppen bepflanzt, so Daß Ge- währ dafür geboten ist, Daß sich die Bauten gut in das LandschaftsbilD einfügen werden. Gewerbsmäßige Abtreiberin kommt in Sicherungsverwahrung. Lpd. Hanau, 24. Aug. Das Schwurgericht Hanau verurteilte Die 35jährige Margarete Fried- rich, aus Neubruch in Polen ftammenD, zuletzt in Hanau wohnhaft, wegen gewerbsmäßiger Abtreibung zu vier Jahren Zuchthaus unD fünf Jahren Ehrverlust; auch wurde auf Sicherungsverwahrung erkannt. Die Angeklagte ist wegen des gleichen Verbrechens wieder- yolt vorbestraft. Zwischen den Schienen tot aufgefunden. Lpd. Dillenburg, 22. Aug. Nachts wurde der 26jährige Albert Clemens aus Dem Kreisort Eiershausen auf Der eingleisigen Bahnstrecke Dillenburg—Frohnhausen tot aufgefunDen. Wie vermutet roirD, versuchte Clemens wahrscheinlich unterwegs auf Den fahrenden Zug aufzuspringen. Große Strafkammer Gießen. Unter Ausschluß Der Öffentlichkeit hatte sich die Große Strafkammer gestern mit Dem 69 Jahre alten, bereits 15mal vorbestraften Gottlieb Wiener aus Butzbach zu befassen. Er hat mit einem 13 Jahre alten Judenmädchen unzüchtige Hand- lungen vorgenommen. Durch Diese Handlung hat er gleichzeitig ein Sittlichkeitsverbrechen im Sinne Des § 176 Abs. 3 und eine Zuwiderhandlung gegen Das Blutschutzgesetz begangen. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Zuchthaus strafe von Zwei Jahren. Außerdem wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt. Zwei Monate Der Untersuchungshaft wurDen dem Angeklagten auf Die Strafe angerechnet. Der RicharD Kuhn aus BüDingen hatte sich wegen mehrerer Diebstähle zu verantworten, Die er mit anderen zusammen in Den Jahren 1936 unD 1937 ausgeführt hat. U. a. ist er in Keller eingestiegen unD hat eingemachtes Obst, Wein, Sekt unD Dergleichen weggenommen. Die gestohlenen Sachen hat er entmeDer selbst verzehrt oDer sie anDeren: Gießener Arbeitsdienst baut in eigener Sache. Unser Gießener ArbeitsDienstlager „Justus von Liebig" erfährt gegenwärtig eine Erweiterung. Das Lager hat mir Wirkung vom 1. Oktober 1937 ab einen vierten Zug ArdeitsDienstmänner aufzunehmen, so Daß Die Belegstärke Des Lagers von bisher 153 Mann auf 202 Mann anwachsen roirD. Der vierte Zug soll voraussichtlich am 1. Oktober ein- rücken und selbstverständlich Die gleiche Unterbringung erfahren wie Die übrigen Züge. Aus diesem Grunde ist man in unserer Arbeitsdienstabteilung 5/222 gegenwärtig dabei, die notwendigen Vorbereitungen für die Erweiterung des Lagers zu treffen. So wurden nun in diesen Tagen einige Bäume gefällt, und zwar unmittelbar am Lagerplatz am Rande des Philosophenwaldes, so daß Raum gewonnen wurde für eine Baracke, die dort für den vierten Zug aufgestellt werden wird. Bei der Baracke, die die Arbeitsdienstkameraden des vierten Zuges aufnehmen soll, handelt es sich um eine Reichsbaracke von Standardausmaßen und einer Grundfläche von 8,10 X 26,55 Meter. Diese Baracke wird in montierten Teilen geliefert und kann ohne weiteres aufgestellt werden. Sie bietet den Kameraden, die in ihr hausen werden, eine vorbildliche und geräumige Unterkunft, so daß sie sich sehr wohl- fühlen werden. Ein Bauzug unserer Arbeitsdienstabteilung hat nunmehr Die Aufgabe, für Diese neue Baracke Das GelänDe vorzubereiten. Den Boden zu roDen unD zu planieren und bann die Fundamente für Die Baracke herzustellen. Für Diese letzteren Arbeiten Aus den Gießener Gerichtssälen. Susannes Tochter. Vornan von Hedda Westenberger. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin W 35. 33 Fortsetzung. (NachDruck verboten.) Renz schließt für ein paar SekunDen Die Augen unD zieht röchelnd Den Atem ein, um Die letzten Kräfte zusammenzuholen. „Erinnerst Du Dich, Albert, --Susanne fuhr Damals für kurze Zeit zu einer Tante ... gleich nachdem Du ... nach Hamburg gegangen warst. Als sie wiederkam, war sie vollkommen oeränDert ... sie hatte einen Offizier kennengelernt, einen Oesterreicher ... Muß ich noch mehr sagen, Albert? Sie hat es einfach nicht gewagt, mit Den Folgen Dieser Bekanntschaft Dir unter Die Augen zu treten... Aber mir hat sie gebeichtet, unD ich ... ich liebte sie Doch, Das weißt Du ja... Ich habe ihr angeboten, Daß ich sie heiraten will. Damit Das KinD ... einen Vater hat." Lyk schnauft heftig: „UnD Das Kind, Nick?" „Es ist nach Drei Monaten gestorben. Sabine kam erst später... Wo ist Sabine, Albert? Ist sie ... Da? ... Kann ich sie ... noch einmal sehen? Ich verrate mich nicht, Albert ... ich .. Du kannst Dich ... schon auf mich verlassen ..." Erschöpft legt er Den Kopf zurück unD schließt Die Augen. Lyk legt Die matte, kühle Hand Des Freundes, Die er gehalten hat, sanft auf die Decke zurück und richtet sich auf: „Warte, Nick", sagt er, „ich hole Sabine her, sie hat gemeint, als sie dich herein- trugen, hörst du, Nick? Sie hat gemeint. Und sie bat dich immer sehr gern gehabt, sehr gern. Hast Du mich verstanDen, Nick?" Aber Renz ist schon roieDer zu schroach, um Antwort zu geben. Lyk geht leise hinaus. Er braucht nicht lange zu suchen. Sabine steht glühend vor Empörung in Der Küche, roo sich Der Knecht Joseph, Die Bauersleute unD Der Gärtner aus Der Villa Caselli eingefunden haben. „Nie märe Renz sähia geroefen, einen Menschen umzubringen! Das ist eine infame Verleumdung, Joseph! Viel eher roürDe Michailom jemanden umbringen ..." In diesem Augenblick tritt Lyk ein und sieht verwundert von einem zum anderen: „Warum regen Sie sich Denn so auf, Sabine?" Eine kleine verlegene Stille entsteht. Aber Dann kommt über Sabine roieDer Die Helle Empörung: Joseph behaupte, daß Renz Den Russen habe umbringen wollen, weil Renz Dem Joseph GelD gesechnkt habe, nur Damit er an Josephs Stelle mit Michailow in Den Wald gehen könne, weil er mit Dem Russen etwas zu reDen habe, was nur ihn unD Den Russen angehe... „Glauben Sie Das, Herr Lyk? Es kann sich Da doch nur um einen unglücklichen Zufall hanDeln, Daß Renz Das ausgerechnet an Dem Tag sagt, roo irgenD jemanD es auf Michailow abgesehen hat. ODer glauben Sie, Daß Renz ...?" Lyk lächelt schmerzlich: „Und weshalb sinD Sie so überzeugt von Renz' gutem Charakter, Sabine?" „Ich weiß nicht", sagt sie leise, „es ist einfach ein Gefühl ..., aber wenn Das mich täuscht, wüßte ich überhaupt nicht mehr, woran ich mich halten sollte." Da legt Lyk sichtlich bewegt Den Arm um sie: „Bleiben Sie nur bei Ihrem Gefühl, Sabine. Ich habe heute eingesehen, Daß Sie es bestimmt noch nie an einen Menschen verschenkt haben. Der es mehr oerDiente als Renz. Wollen Sie ihm Lebewohl sagen? Haben Sie so viel Mut?" Sabine nickt stumm, ohne zu zögern. Renz sieht ihnen entgegen. Sein Blick umfaßt Sabine mit unenDlicher Zärtlichkeit und FreuDe. Er will auch etwas sagen, aber ihm fehlt Die Kraft dazu, Die Lippen bewegen sich nur stumm unD verziehen sich Dann zu einem weichen Lächeln. Sabine kniet neben feinem Lager nieber unD legt ihre kühle Hand auf seine Stirn. Da schließt er die Augen, und es ist, als recke sich sein Körper in wohligem Frieden. Sabine rührt sich kaum. Ihr Mund preßt sich schmerzlich und herb zusammen, ihre Augen ruhen mit dem Ausdruck einer ganz reifen Frau auf dem Sterbenden. Lyk steht am Fußende des Bettes, sie hat ihn ganz vergessen. Es verstreicht eine Viertelstunde und noch eine. Da öffnet Renz noch einmal Die Augen und sieht erst Den Freund an, Der ihm stumm in heißem schmerz zunickt, und Dann Sabine, deren Gesicht so rein und klar und innig neben dem seinen ist. „Verzeih..sagt Renz zu seiner Tochter. Aber nur noch Lippen und Gedanken formen dies Wort, feine Stimme versagt schon. Doch Sabine lächelt und nickt, Renz erkennt es 9an3 deutlich. Ja, sie hat verstanden. Sie verzeiht ihm, ihrem Vater. Ein wunderbares Gefühl süßen Aufgelöstseins durchströmt Renz, alles wird plötzlich leicht und hell, der Raum weicht zurück, die Wände zerfließen dort hinten, Lyks Gesicht zerfließt. Der Schmerz in feiner Brust, das schwere Tuch über feinem Körper Die Drückende Decke über ihm, alles zerfließt Nur Sabines Gesicht bleibt. Und ihr Lächeln tut sich ihm auf wie ein Meer, in Dem man versinken kann. ♦ Conrad Wünsch ist immer noch da. Im Trubel der Ereignisse hat es sich von selbst ergeben, daß er seine Abreise immer wieder verschob, und Lyk war herzlich froh darüber, Denn bei den endlosen Laufereien und Scherereien, in Dem heftigen Papierkrieg, Den Der noch unaufgeklärte Mord an Dem Knecht Georg Renz zur Folge hatte, war ihm Der Anwalt ein willkommener Berater. Mit Wünschs Unterstützung ist es verhältnismäßig schnell gelungen, Renz' Leiche vom Gericht zur Be- erDigung frei zu bekommen, unD Das unaufhörliche Kommen unD Gehen Der Polizisten, Gerichtsbeamten, Sachverständigen und GemeinDeschreiber zu- rückzudämmen. Wünsch hat auch eines Tages berausbefommen, daß Der Gärtner einen Brief von Irina Kontscha- kowna an Michailow abzugeben vergessen und im ersten Schreck über Den Mord und über Michailows verdächtige Flucht vernichtet hatte. Dadurch wurden Die Untersuchungen Des Gerichts auf neue Fährten gelenkt. Das Lyksche Gut hat allmählich fast wieder sein altes freundliches und friedliches Gesicht bekommen. Seit einigen Tagen läuft ein neuer Fuchfer auf Dem Hofe umher, ein junger, schweigsamer, pockennarbiger Mensch, Der jede Berührung mit Den Bewohnern Des Herrenhauses meiDet und sich von Der ersten Stunde an ganz zu Dem Bauern im Anbau unD zu Dem Knecht Joseph hält. UnD außerdem fehlt eben doch Der roifDbärtige Renz, sein schlurfender, schwerfälliger Schritt durchs Haus, feine halblauten zärtlichen Gespräche mit den Tieren, sein reglos-verträumtes Hocken vor der Stalltür, wenn es Abend wurde. Aber auch mit Lyk ist eine Veränderung vorgegangen. Lyk sieht nicht mehr herrisch drein, und manchmal starrt er traurig vor sich hin, Dann verlieren seine Augen die scharfe Helle. Er ist innerlich immer noch nicht fertig mit Dem, was geschehen ist, unD oft genug ertappt er sich Dabei, Daß er sich ausmalt, wie ganz anDers alles gekommen wäre, wenn er Renz Die Möglichkeit gegeben hätte, wie- Der Nick Lorenz und also Sabines Vater zu werden. Dies „Hätte ich" ... macht fein Gesicht weich, unDjßabine gegenüber ist etwas wie Demut in feinem Wesen. Noch nie hat Wünsch Sabine so oft vorspielen müssen, wie in diesen ersten Tagen, da die Ruhe wieder heimisch wird auf Dem Gut. Wie Lyk, vermeidet sie das Alleinsein; Das morgendliche Umherstreifen auf den Wiesen und im Wald hat sie ganz aufgegeben, und selbst innerhalb des Hauses bewegt sie sich mit sichtlicher Unruhe, so lange sie sich selbst überlassen ist. Am ruhigsten ist sie, wenn Wünsch sich mit ihr beschäftigt. Dann lockt sie auch das Bad im Weiher, ein Gang durch den Wald, ein Ritt ins nächste Dorf. Unö Conrad Wünsch ist glücklich. Den ganzen Tag ist er um Sabine herum, er betreut sie, als ob sie von einer schweren Krankheit aufgestanden sei, und versorgt sie so brüderlich, daß Lyk — der ebenfalls Wünschs Gesellschaft sucht, so viel er nur fann — zuweilen verwundert ist und sehr gemischte Gefühle hegt. Warum sucht Sabine nicht Anschluß bei ihm? purt sie nicht, was er für Absichten hat? Oder-- J?urJ es ^wa doch und weicht ihm nur in mädchenhafter Scheu aus? Obgleich er glaubt, was er wünscht, sagt er eines -boges zu Wünsch: „Sie verwöhnen mir Sabine..." xßunfd) sieht erstaunt von feiner Zeitung auf. „Verwöhnen..." wiederholt er halblaut, als müsse er diesen Ausdruck für sein Tun erst gründlich prüfen: „Verwöhnen?" Und dann bekräftigt er sein Tun: „Sie hat es nötig, sehr sogar..." „Na ja ..." brummt Lyk. Es klingt nicht sehr freundlich. „Außerdem fahre ich ja übermorgen. Dann hat alles ein Ende." Lyk beherrscht sich zu fragen: „Was hat ein Ende, was ...?" Irgend etwas hemmt ihn. Und da Wünsch den Kopf schon wieder in die Zeitung steckt, ein Zeichen, daß er das Gespräch äußerst unwichtig findet, wechselt Lyk dankbar das Thema, und er lacht sich selbst aus über feine kindische Eifersüchtelei. Wünsch hat ja recht: man kann Sabine jetzt gar nicht genug verwöhnen, sie trauert um Renz, als spüre sie, daß Fäden zwischen ihr und ihm hin- und hergehen. Später, wenn sie meine Frau ist, nimmt Lyk sich vor, will ich mit ihr über Renz sprechen. Und wenn ich sicher bin, daß ihre Liebe es trägt, will ich ihr auch Die Wahrheit sagen ... Am Abend vor Wünschs' Abreise sitzen Sabine, Lyk und Wünsch auf der Veranda. Es ist ein herrlicher, warmer Augustabend. Die Drei sitzen in jenem geheimnisvollen HalbDämmer, Das nach strah- lenDen Tagen noch so lange gegen Das Nachtdunkel kämpft und so weich wie fließende Seide über der Erde hängt. Sabine unterbricht Die Stille: „Morgen um Diese Zeit sind Sie schon in München und acht Stunden später in Berlin." „Mächten Sie mit?" fragt er scherzhaft. Sabine richtet sich in ihrem Liegestuhl auf und sieht zu Lyk hin: „Nein, wirklich nicht!" Aber es klingt nicht ganz echt, und Lyk zieht die Stirn kraus. „Ich bliebe auch viel lieber noch hier", fagf Wünsch begütigend, hebt das Glas gegen Lyk und jagt herzlich: „Es ist lange her, daß ich einen so herrlichen Urlaub hatte." Lyk nickt zufrieden: „Prost Kinder", sagt er jo» oial und tut einen fräftiqen Schluck: „Prost Kinder, und Ihnen gute Reise, Wünsch." In diesem Augenblick erst kommt ihm zum Bewußtsein, daß er morgen allein mit Sabine Zurückbleiben, daß moraen nur noch er als einziger um Sabine fein wirb. Da befällt ihn jene unbändige, überlustige Jungens- haftigkeit, die ihn schon damals angefallen hat, als er Sabine engagierte, und er beginnt lebhaft von feinen Streichen unD Jagderlebnissen, von feinen WanDerungen im Dunklen ErDteil und seinen gro- ßen geschäftlichen „Coups" zu erzählen. Und Die beiDen hören ihm zu, ohne ihn zu unter- brechen, und stimmen zuweilen in fein frohes La- chen mit ein. Es ist ein überaus vergnügter, harmonischer Abend. Lyk kostet die Freude, daß Sa- bines Gesicht ausschließlich ihm zuaewandt ist, bis Zur Neige aus... (Schluß folgt.) e i r r I n t r e 5 e t i it l: n r s if i« i e ) l, e i« n ö s n !-> 0* ir, n* v >n )a s- ls in -n 0' Wirtschaft. Die neue Reichsanleihe. Die 4,50 d. Sy auslosbaren Schatzanweisungen des Deutschen Reiches von 1937, Dritte Folge, werden jetzt zum Zeichnungspreis von 98,75 v. Sy zur Zeichnung aufgelegt. Zeichnungsfrist vom 25. August bis 9. September 1937. Einheitliches Handelsregister. Auf Grund des § 125 Abf. 3 des Gesetzes über die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit hat der Reichsminister der Justiz in einer Verordnung vom 12. August 1937 die Einrichtung und Führung des Handelsregisters neu geregelt. Während bisher die Einrichtung und Führung der gerichtlichen Handelsregister landesrechtlich und vielfach voneinander abweichend geregelt war, wird nunmehr auf Grund der neuen Verordnung im gesamten Reichsgebiet ein einheitliches Handelsregister nach einheitlichen Vorschriften geführt. Die Uebergangs- und Schlußvorschrift der Verordnung vom 12. 8. 1937 bestimmt, daß die neue Handelsregistersüh- rung am 1. Oktober 1937 in Kraft tritt, soweit nicht in den Anordnungen zu ihrer Durchführung Abweichendes bestimmt werden sollte. Alle Vorschriften des Landesrechts, welche das von dieser Verfügung umfaßte Gebiet betreffen, treten mit derselben Maßaabe außer Kraft. Es bedarf keiner besonderen Begründung, daß diese reichseinheitliche Neuregelung des Handelsregisters in der breitesten Öffentlichkeit und insbesondere in allen Gewerbe- und Handelskreisen reges Interesse finden wird. Rhein-Mainische Börse. Mtlagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 24. Aug. Die Umsatztätigkeit hat sich gegenüber gestern wieder stark vermindert, da Sonderbewegungen fehlten. Bei freundlicher Grundtendenz war die Kursentwicklung am Aktienmarkt uneinheitlich, es überwogen aber Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. Die gestern stärker getriebenen Werte, wie Rheinmetall und BMW. gaben im Einklang mit der Abschwächung für Deutsche Waffen auf 160 (161,50) bzw. 160,50 (161,40) nach. Andere Maschinen- und Motorenaktien blieben aber gefragt und notierten vorwiegend 0,25 bis 0,75 v. H. fester. Am Montanmarkt schwankten die Kurse nach beiden Richtungen bis 0,65 v. H. Von chemischen Werten wurden Rütgers- werke gefragt mit 150,75 (149,75), IG. Farben mit 166,75 bis 167 voll behauptet und Metallgesellschaft 1,25 vom Hundert fester mit 157,25. Don Elektrowerten blieben Gesfürel beachtet mit 158 (157), auch Felten 1 v. H. höher. Von Zcllstoffwerten gingen Aschaffenburger auf 152,25 (153,25) zurück, dagegen Feldmühle 149,90 (148,50). Im einzelnen lagen AG. für Verkehr 0,90 v. H., Deutsche Linoleum 0,50 v. H. höher, aber Reichsbank 0,75 v. H. schwächer. Am Rentenmarkt blieb das Geschäft unbedeutend. Altbesitzanleihe waren zu 127,50 (128) gefragt, Kommunal-Umschuldung etwas leichter mit 94,60 (94,65), ebenso Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 127,65 (127,75). Rhein. Städte-Altbesitz unv. 132. Im Verlaufe hielt die freundliche Stimmung vor, das Geschäft war aber weiterhin klein. Etwas Bewegung hatten AEG. mit 131,50 bis 131,65 bis 131,50 (131,65), Mannesmann mit 125,75 bis 125,50 (125,40). Maschinenaktien zogen weiter an, Moe- nus 123,50 nach 123,75, Demag 154 nach 153 Daimler 146,25 nach 145,75. Im übrigen wichen die Kurse gegen den Anfang kaum ab. Am Einheitsmarkt stiegen Kahlgrund Eisenbahn weiter auf 28 rat. (26). Odenwälder Hartstein waren angeboten bei 127 (131). Goldpfandbriefe, Kommunal-Obli- gationen und Stadtanleihen kamen unverändert, Liquidationspfandbriefe wieder uneinheitlich zur Notiz. Von Industrie-Obligationen notierten IG. Farben mit 132,65 (133,40), 4,50 v. H. Krupp mit 99,90 (99,75), 5 v. H. Hoesch unv. 102. Im Freiverkehr wurden genannt: Adler- werke Kleyer 118,50, Wayß & Freytag 0,50 v. H. niedriger mit 148,50, Dingler 93,50 bis 94, Elsaß. Baden Wolle 83 bis 84, Schuh Berneis 68 bis 69, Großalmerode Thon 109,50 bis 110,50. — Tagesgeld weiter erleichtert auf 2,50 (2,75) v. H. Abendbörse behaupkek. An der Abendbörse bewegte sich das Geschäft in bescheidenen Grenzen, da nennenswerte Aufträge fehlten. Bei freundlicher Grundtendenz war die Haltung im allgemeinen behauptet, die Kurse wichen nur geringprozentig ab. Regeren Umsatz hatten Moenus Maschinen mit unv. 123,50, nachbörslich stellten sie sich auf 123,75 bis 124,25; Demag gewannen 0,50 auf 154,50 und Rheinmetall erholten sich 0,25 v. H. auf 160,25, wogegen BMW. weiter abbröckelten auf 160 (160,50). Kleine Einbußen von je 0,50 v. H. hatten außerdem Bemberg mit 155,50, Holzmann mit 153,25 und Gesfürel mit 157,50. Schuckert wurden zu unv. 178,50 gesucht, Licht und Kraft stiegen auf 156 (155,50). Farben-Jndustrie lagen mit 167,50 unverändert, ebenso Montanwerte Buderus 131, Mannesmann 125,40, Rheinstahl 156,25, Verein. Stahl 121,65, fest lagen Otovi Minen mit 32,75 (32,30). Von Einheitswerten kamen Pfälz. Mühlenwerke nach Pause mit 155 (158) wieder zur Notiz. Das Rentengeschäft war unbedeutend, Reichsaltbesitz zogen bei kleinem Umsatz auf 127,90 (127,75) an, 4,50 v. H. Krupp gingen 0,13 o. H. zurück auf 99,75, Farben-Bonds mit 132,65 und Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 127,65 lagen unverändert. Kommunal-Umschuldung hörte man mit unv. 94,60. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 24. Aug. Auftrieb: Kälber 632 (gegen 616 am letzten Dienstagsmarkt), Hammel und Schafe 216 (143), Schweine 3273 (3115). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Reichsmark: Kälber a) 62 bis 65 (am 17. August 60 bis 65), b) 53 bis 59 (53 bis 59), c) 48 bis 50 (45 bis 50), d) 35 bis 40 (35 bis 40). Hämmel b2) 48 bis 52 (48 bis 51), c) 44 bis 47 (44 bis 47), d) 41 bis 43 (—). Schafe a) 43 bis 47 (42 bis 47), b) 36 bis 42 (—), c) 20 bis 32 (—). Schweine a) 57 (57), bl) 57 (57) b2) 57 (57), c) 56 (56), d) 53 (53); Sauen gl) 57 (57), g2) 55 (55). Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt. Hämmel und Schafe lebhaft. Arankfurter Obst- und Gemüfemarkt. Frankfurt a. M., 24. Aug. Am O b ft m a r k t war das Geschäft am Beginn der Woche nicht besonders lebhaft. Das Angebot blieb allgemein reichlich, insbesondere Aepfel, Birnen und Zwetschen hatten weiterhin starke Anlieferungen. Allerdings ist das Angebot in Tafelware noch schwach, nur Tiroler Gravensteiner sind reichlich zu haben und werden gut gefragt. Außerdem fanden Pfirsiche und Trauben lebhaftes Interesse. Für Mirabellen hat sich der Preis auf 25 bis 28 (26 bis 30) RM. und für Zwetschen auf 7 bis 10 (7 bis 12) RM. je 50 Kilogramm ermäßigt. Am Gemüsemarkt blieben die Zufuhren von Blumenkohl, Weiß- und Rotkraut weiterhin hinter der Nachfrage zurück. Im übrigen war das Angebot im Zeichen der vollen Ernte. Das Geschäft nahm allgemein einen befriedigenden Verlauf. Für Bohnen zogen die Preise leicht an auf 15 bis 18 (12 bis 15) für Busch-, 20 bis 25 (18 bis 20) für Stangen- und 20 bis 25 (16 bis 20) RM. je 50 Kilogramm für Wachsbohnen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt veschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o H.. Lombardzinsfuß 5 vH D'Hum 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 4%% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1935 .. ..... /2 ManSselder Bergbau......... 7 Metallgelellschaft.............6 Oren stein & Koppel..........0 Rheinische Braunkohle....... 12 Rheinische Elektro............6 Rhein stahlwerke..............6 Rlieinisch-Westfälische Elektro .. 6 Rütgerswerke ............... 7 Salzdetfurth Kali............6 Schuckert & Co............... 7 Schultheis Patzenhofer........4 Siemens & Halske........... 9 Süddeutsche Zucker.......... 10 Vereinigte Stahlwerke...... V/t Westdeutsche Kaufhof.........0 Westeregeln Alkali............ 4 Zellstoff Waldhos............6 Ltcwi Minen...............0,6 — Frankfurt a. 2H. Frankfurt a. M. Berlin Schlutz- kurs Schluß!. Abend börie Schlich» kurs Schluß^ Mittag« börie 23 8 24 8 23 8 24 8 — — — 230 153,25 152,25 154 152,75 156,25 155,5 156 155 168 —— 168,5 168.13 131,5 131 131 131 169 169 — —• 190,5 189,75 190.25 190,5 145,5 146,25 146 146 — — 119,75 119,65 151,25 151,75 151 151 75 266,5 266,5 — — 168 169.5 169 171 134,5 134,5 134,4 134,4 155,5 156 155,75 156 166,75 167,5 167,13 167,75 140 141,13 140,25 141,5 157 157,5 157,13 157,75 149,5 149,4 150 149,13 — — 52,9 52,75 175,25 175,5 175 175 125,5 126,13 125,5 125,5 153 153,25 153,65 153 75 172,5 — 173 173,5 141,25 — 141 141 — —— 120,5 120 137,5 137,5 137,5 136,75 — — 163,9 165,75 129 129 129 128,5 96 95 —— 125,4 125,4 >25,5 124,9 — — 153,75 154 156 157,25 156 156,75 — — 117,5 117,5 — — 233,5 233,25 — — 131,13 —— 156 156,25 156.25 156,13 132 132,25 132 132 — 150,75 149,4 150,75 — — 163,9 163 176,5 178,5 176,75 178,75 —— — 97 96,5 216,5 220,25 218 221,5 . । a— - 205,5 207 206,5 122 121,65 121,75 121,9 59,5 59,5 59,9 59,4 — 118,25 119,13 118,5 i63,25 162,5 163,13 162,5 32 32,75 31,75 32,13 LZ. August 24.August 23 August 24 August Amtliche Roneruno Amtliche Notierung Amtliche Dotierung AmUicheRoueruna Geir Brie, Geir Brie! Gelt Bn.f Geld Briei Buenos Aires............. 0,751 0,755 0,751 0,755 Japan.................... 0,722 0,724 0,722 0,724 Brüssel................... 41,91 41,99 41,91 41,99 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 Rio de Janeiro............ 0,160 0,162 0,161 0,163 Oslo ................... 62,39 62,51 62,37 62,49 Holen.................... 47,00 47,10 47,00 47,10 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 Kopenhagen............... 55,43 55,55 55,41 55,53 Lissabon.................. 11,275 11,295 11,27 11,29 Danzig.................. 47,00 47,10 47,00 47,10 Stockholm ................ 64,01 64,13 63,99 64,11 London ............. ..... 12,415 12,445 12,41 12,44 Schweiz.................. 57,15 57,27 57,15 57,27 Helsingfors................ 5-49 5,50 5,49 5,50 Spanien.................. 16,98 17,02 16,98 17,02 Paris.................... 9,346 9,364 9,341 9,359 Prag..................... 8,656 8,674 8,656 8,674 Holland .................. 137.25 137,53 137,31 137,59 Budapest................. Italien................... 13,09 13,11 13,09 13,11 Neupork.................. 2,489 2.493 2,489 2,493 Bekanntmachung. Nachstehende Hauptsatzung der Stadt Gießen in der Fassung vom 28. April 1937 wird hiermit be- kanntgemacht. 5500C Gießen, den 24. August 1937. Der Oberbürgermeister: Ritter. hauptsahung der Stadt Gießen. Auf Grund des § 3 Abf. 2 der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wird nach Beratung mit den Ratsherren und mit Zustimmung des Beauftragten der NSDAP, folgende Hauptsatzung erlassen: § 1- Der Oberbürgermeister wird hauptamtlich an- gestellt. § 2. Dem Oberbürgermeister stehen zur Seite: 1. der hauptamtliche Bürgermeister, 2. ein hauptamtlicher Beigeordneter, 3. ein ehrenamtlicher Beigeordneter. Der hauptamtliche Bürgermeister oder der hauptamtliche Beigeordnete muß die Befähigung zum höheren Verwaltungsdienst oder zum Richteramt besitzen. § 3. Die Zahl der Ratsherren beträgt 20. § 4. Zur beratenden Mitwirkung werden für folgende Verwaltungszweige Beiräte bestellt: 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. ür die Finanzen, ür Steuerangelegenheiten, ür Rechtsangelegenheiten, ür Schulangelegenheiten, ür das Bauwesen, ür die städtischen Betriebe, ür Schlacht- und Viehhof sowie für Marktangelegenheiten, für Angelegenheiten der Land- und Forstwirtschaft, für Theater- und Kulturfragen, Volksbildung, Volksertüchtigung, 10. für das Wohlfahrtswesen und die Jugendwohlfahrtspflege. § 5. Der ehrenamtliche Beigeordnete, der ein bestimmtes Arbeitsgebiet verwaltet, erhält eine Aufwandsentschädigung bis zu 200,— RM. im Monat. § 6. . Bürgern, die mindestens 20 Jahre ein Ehrenamt ohne Tadel verwaltet haben, kann die Ehrenbezeichnung „Stadtältester" verliehen werden. § 7. Die unterm 26. Juli 1935 erlassene Hauptsatzung der Stadt Gießen tritt mit dem Inkrafttreten vorstehender Hauptsatzung außer Kraft. Gießen, den 28. April 1937. Der Oberbürgermeister: Ritter. Oeffentliche Mahnung. Die 2. Rate Gewerbesteuervorauszahlung 1937 wird hierdurch zur umgehenden Zahlung aemahnt, ondernfalls müssen Säumniszuschläge berechnet und Äeitreibungskosten erhoben werden. Ferner werden zur alsbaldigen Zahlung gemahnt: 3. Rate Bürgersteuer 1937, 2. Rate Hundesteuer 1937. Gießen, den 25. August 1937. 5508C Stadtkasse Gießen. Gewinnauszug 5. Klasse 49. Preußisch-Süddeutsche (275. Preuß.) Klasseo-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 15. Ziehungslag 24. August 1937 In der heutigen Vormittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 5000 RM. 111346 4 Gewinne zu 3000 RM. 107325 206520 10 Gewinne zu 2000 RM. 57901 95756 102806 269340 394518 66 Gewinne zu 1000 RM. 3648 10408 27520 28123 31217 41768 44716 53353 100222 127831 140327 142575 164954 166262 174993 209071 211311 261478 268521 276220 288841 292573 292899 305915 320326 331616 333554 336511 353794 367444 369258 393541 398484 102 Gewinne zu 500 RM 9395 10886 28323 33400 43363 44774 46854 51273 57390 58528 77199 112609 120370 123646 131556 134722 135770 135847 147854 152080 173870 204438 208754 220467 234505 251474 264273 281462 288184 292575 302786 303707 310873 313973 314607 320221 326895 328657 330087 332732 345673 350606 354780 358204 366402 366988 36727' 374905 382491 383827 389940 210 Gewinne zu 300 RM 1476 1630 7474 15327 19512 21997 22482 24481 27175 27993 29164 30999 34863 37024 39025 46822 55320 56112 62738 64464 64847 81758 92480 92743 94643 94749 95614 99010 100198 101510 110689 115962 116474 120164 120585 121139 125595 127874 139035 153148 153974 154186 161087 172498 176636 180937 181939 182126 186993 191404 198004 199401 201928 203874 204636 208185 208717 210610 211030 217331 220822 223911 225429 226882 240163 245341 246126 254709 255941 256094 258505 271984 281248 281307 281490 286500 289061 289777 293268 297799 307516 309827 310631 321019 333983 337443 338012 338659 340639 348496 349957 351869 355334 360659 363146 364081 365020 368380 372750 379652 380997 382529 384939 386462 393835 Ön der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 5000 RM. 316972 10 Gewinne zu 3000 RM. 37182 44224 112648 193754 362628 14 Gewinne zu 2UOO RM. 60721 69122 94652 258579 272124 368393 376398 38 Gewinnt zu 1000 RM. 18368 25734 34704 37135 109798 129589 142947 154863 169718 189355 201819 211178 221973 225050 342388 350142 360512 394048 395338 68 Gewinne zu 500 RM. 2657 41230 69867 87200 91523 102921 115097 134621. 141392 154782 155833 159263 163652 164728 179818 189593 I90811 201604 231482 247504 251808 252742 270894 272610 277119 280459 284384 291057 310658 318390 351277 370913 390733 398479 162 Gewinne zu 300 RM 7437 8836 10984 15104 26326 26538 29866 30754 30773 33139 33685 42406 44682 45550 47016 47405 68166 78045 81852 87706 89058 94600 97363 103862 105623 121105 132465 134973 139547 139881 142442 158895 161034 163237 163313 167549 167968 168454 170903 171970 184684 188549 210078 210244 214738 218694 219189 220377 222151 253635 254697 255222 261424 265835 266184 271834 274932 286328 289302 292034 296552 297573 300808 300927 306261 312831 327313 <39575 343214 345306 352324 354822 355075 161859 363822 370479 386031 386597 394260 397238 398885 nm Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu se 500000, 2 zu se 100000, 2 zu se 50000, 6 zu se 30000,12 zu se 20000 46 zu je 10000, 100 zu je 5000, 210 zu se 3000, 484 zu je 2000, 1506 zu se 1000, 2404 zu je 500 4842 zu je 300, 114382 zu je 150 NM. ’ SELTERSWEG» 69 Graue beseitigt Orfa .. Flasche 1.80, extra stark 2.50 naare Unschädlich I Sich Wirkung Drog. Elges. Seltersweg 68a «7eV Löwen-Drog.Kilbinger, Seltersw.69 Drog. Winterhoff, Kreuzplatz 10- Nachlässe von 3 bis 20 v. H. er» holten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige) ScNachtautos sowie Lastwagen und Motorräder kauft laufend ons* Autoverwertung Karl Dörr Gießen. Marburg. Str. 47. Tel. 3164 ■ Hier abschneiden! I Höhere Schulen Holzbock chende Kleidung, wenn die Haut zu empfindlich ist. Wichtig bei Eletschertouren. Auch das Einfetten der Haut schützt vor unangenehmen Folgen. Höhere Schulen, Lehranstalten, die mindestens bis zum sogenannten Einjährigen oder bis zur Hochschulreife führen. Ob ein Kind eine höhere Schule besuchen soll, entscheidet vor allem seine Begabung. Eltern sollten sich deshalb mit den bisherigen Lehrern beraten. Für manche Berufe ist der Besuch einer höheren Schule mit abgeschlossener Reifeprüfung Voraussetzung. Höllenstein (Laptsstist), salpetersaures Silber, ist ein Ätzmittel, wird angewandt zum Verschorfen von Wunden, zum Verätzen von wildem Fleisch usw. Die Behandlung mit Höllenstein überlasse man dem Arzt. Flecken auf der Haut entfernt man am besten mit Salmiakgeist. Flecken in der Wäsche reibt man mit lOprozen- tiger Jodkalilösung ein und spült mit Natriumthiosulfat nach (beides in der Drogerie erhältlich) Hofsmannstropfen, eine Mischung von Äther und Alkohol, sind ein gutes Hausmittel bei Magenschmerzen und Übelkeit. Am besten nimmt man 15 bis 30 Tropfen auf Zucker mit Wasier. Hohlbeinstiche dienen zum Über» sticken einer Linie, mit versetzt übereinander gemachten Vorstickreihen (einen Stich vor den andern). Der Hohlbeinstich wird in der Hauptsache in Verbindung mit Kreuzsticharbeiten angewandt, wobei die Vorstiche über die gleiche Zahl von Fäden gehen wie die Kreuzstiche. Hohlnaht, Hohlsaum, das Ausziehen von Längsfäden an Leinwandstücken. um ein Randmuster zu erhalten. Die Querfäden werden regelmäßig abgebündelt. Hohlsäume werden in besonderen Geschäften an allen Stoffen mechanisch hergestellt. Hohlstich, das Entlangführen der Nähnadel im StoftbrUch, um kaum sichtbare Stiche zu erhalten. Holunder, Holder, Flieder, seit altersher allgemein bekannter Strauch, blüht Juni—Juli in weißen Dolden, die „Fliedertee" ergeben. Schwarze Beeren werden zu Saft verarbeitet, zur Ee- leebereitung mit Äpfeln mischen. Getrocknete Beeren: beliebtes Vogelfutter für die Winterzeit. Holunderholz gibt Kindern billiges Spielmaterial (Pfeifchen usw.). Holz, das von Rinde umgebene feste Gewebe der Bäume, enthält 10—50 v. H. Wasier/ Der Wassergehalt ist im Frühling höher als im Winter. Das zäheste Holz ist das der Eiche. Die härtesten Hölzer sind Ebenholz. Buchsbaum, Ahorn und Esche. Für Möbel werden hauptsächlich Eiche. Nußbaum, Fichte und Birke verwendet. Zum Heizen benutzt man am besten Buchenholz. Holz soll nie in der Küche zerkleinert werden, sondern nur im Hofe ober im Keller auf dem Holzklotz. Holzbock, Bezeichnung für eine Zeckenart. die sich in die Haut von Tieren einfrißt. Man darf die Zecken nicht herausreißen, Selfereroaffer zu jeder Zeit. Und nicht nur das! Auch andere alkoholfreie Getränke (mit Fruchtsaft usw.) können mit dem Heimsiphon zubereitet werden. Die Herstellung ist billig. Bei Häuser wird Ihnen der Heimsiphon gern praktisch vor- geführt. y B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Aus der engeren Heimat. Gefährliche Schußwaffe inKinderhand. * Watzenborn-Steinberg, 25. August. Gestern nachmittag ereignete sich in unserem Dorfe ein Unfall, der leicht verhängnisvollste Folgen, ja den Tod eines Kindes zur Folge haben konnte. Ein Junge schoß mit einem Flobert nach Spatzen, traf dabei aber unglücklicherweise das vierjährige Söhnchen des Einwohners Ludwig Rieb. Dem Kinde drang das Geschoß, eine 6-Millimeter-Kugel, dicht oberhalb des Herzens i n d i e B r u st und blieb stecken. Das bedauernswerte Kind mußte sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Nur einem glücklichen Zufall ist es zu danken, daß das Kind nicht auf der Stelle dem Schuß erlag. Wie wir auf Anfrage bei der Chirurgischen Klinik hören, ist das Befinden des Kindes leidlich gut und man hofft, da unmittelbare Lebensgefahr nicht besteht, es am Leben erhalten zu können. Der Vorfall ist ein erneuter ernster Hinweis darauf, daß die Eltern alle Aufmerksamkeit darauf wenden müssen, gefährliche Schußwaffen nicht in die Hände ihrer Halbwüchsigen geraten zu lassen. Sängertreffen in Watzenborn-Steinberg. 'V Watzenborn-Steinberg, 24. Aug. Am Sonntag fanden sich die f ü n f G e s a n g o e r e i n e, die unter der Stabführung des Chormeisters Georg Harnisch stehen, zu einem Sänaertreffen in unserem Ort zusammen. Das Treffen wurde zu einem Konzert ausgestaltet. Am Vereinslokal des Gesangvereins „Eintracht" formierten sich die fünf Vereine und marschierten zur Volkshalle. An der Ecke Ferdinand-Werner-Straße/Wilhelmstraße wurde der Marsch unterbrochen, und 350 Sänger brachten den Chor „Die Mahnung" zu Gehör. In der Volkshalle wurde dann ein reichhaltiges Programm zum Vortrag gebracht. Nach dem Sängerspruch vom Gesangverein „Eintracht", der die Aus- arbeitung und Leitung für diesen Tag übernommen hatte, sprach Sangesbruder Karl Ruckelshausen herzliche Begrüßungsworte. Anschließend brachten die Vereine „Frohsinn" Garbenteich, „Eintracht" Klein-Linden, „Germania" Steinbach und „Germania" und „Eintracht" Watzenborn-Steinberg Chöre von Zenger, Reinecke, Hegar, Baumann, Heinrichs, Siegl, Rein und Schöffler zu Gehör, die von den vielen Zuhörern mit reichem Beifall ausgenommen wurden. Den musikalischen Teil führte die Kapelle Otto Bender von hier aus, die für ihre Musikstücke ebenfalls reichen Beifall erntete. Karl Häuser und seine vier Sangesbrüder Karl Pitz, Walter M u ch e, Alwin Lecke und Karl Brücke! überreichten ihrem Verein „Eintracht" zum Andenken an Breslau anläßlich des Deutschen Sängerfestes, das sie miterleben durften, eine künstlerisch ausgeführte Fahnenschleife in den Breslauer und den schlesischen Farben mit Widmung sowie einen Fahnennagel. Anschließend hörte man noch Vorträge der einzelnen Vereine nach freier Wahl sowie Massenchöre. Landkreis Gießen. ! Großen-Linden, 23. Aug. Am gestrigen Sonntag unternahm der Z w e i g v e r e i n „H ü t- tenberg" vom VHC. einen Halbtagsausflug. Die Wanderung ging zunächst nach Lang-Göns, von da zur „Dicken Eiche" im Kirch-Gönser Feld. Dieser mächtige Baum steht unter Denkmalschutz. Man schätzt sein Alter auf 800 Jahre. Auf schönen Waldwegen ging es d-ann hinab nach Niederkleen, wo die alten, prächtigen Fachwerkhäuser besichtigt wurden. Nach der Kaffeepause setzte ein Landregen ein, der aber keineswegs die frohe Wanderstimmung beeinträchtigte. Der Rückweg führte durch das Kleebachtal, über Dornholzhausen, Hochelheim und Hörnsheim nach Großen-Linden. 0 Allendorf (L a h n), 24. Aug. Die Kleinkinderschule hatte die Eltern der Kinder und die Freunde der Schule zum Sommerfest in den Garten der Schule eingeladen. Unter den Klängen des Posaunenchors marschierte der Zug der festlich geschmückten Kinder in den Garten. Unter Leitung von Schwester Martha Jäger boten die Kinder allerlei Spiele. Zum Schluß kam der mit Sommerblumen geschmückte Wagen an, der die Brezeln für die Kinder brachte. Die Freude der Kleinen erreichte damit ihren Höhepunkt. Der Vorsitzende der Station dankte der Schwester für ihre aufopfernde Arbeit und sprach von dem gemeinschaftbildenden Sinn, der die Arbeit der Kleinkinderschule bestimme. Aus der nördlichen Wetterau, 23. Aug. Die Zuckerrrübenfelder, die in unserer Gemarkung einen beträchtlichen Teil der landwirtschaftlich genützten Bodenfläche ausmachen, sehen vielversprechend aus. Die Preisgestaltung, die früher Sache der Aktien-Zuckerf-abrik Wetterau in Friedberg war, ist jetzt durch die Hauptoereinigung der deutschen Zuckerwirtschaft geregelt. 0 Lollar, 24. Aug. Nach achttägigem Aufenthalt im Schullandheim Kesselbach kehrten am Samstag die beiden oberen Klassen der hiesigen Volksschule wieder heim. Die Kinder äußerten sich voller Begeisterung über die dort verlebten schönen Tage. Der Aufenthalt vermittelte den Schülern viele neue Eindrücke und war für sie ein Erlebnis von bleibendem Wert. — Die Neubautätigkeit ist auch in unserem Orte sehr rege. Mehrere Häuser gehen ihrer Vollendung entgegen und können in nächster Zeit bezogen werden. In der „Peter-Gemeinder-Siedlung" haben nunmehr die ersten Siedler ihren Einzug gehalten und fühlen sich glücklich als Besitzer eines schönen und gesunden Eigenheimes. Auch die übrigen Häuser der Siedlung werden in nächster Zeit bezugsfertig. — Am nächsten Sonntag, dem letzten im August, wird hier nach altem Brauch die Kirmes gehalten. * Grünberg, 24. Aug. Der 52 Jahre alte hiesige Metzger Siegfried Karl zog sich bei der Ausübung seines Berufes eine schwere Infektion zu und mußte unter M i l z b r a n dv e r d a ch t in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden, den. Kreis Alsfeld. * Alsfeld, 24. Aug. Das 5jährige Söhnchen des hiesigen Kaufmanns M e r t s ch wurde dieser Tage von einem Hunde angefallen und am rechten Unterarm gebissen. Der Biß hatte eine Infektion zur Folge, so daß das bedauernswerte Kind zur weiteren ärztlichen Behandlung in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden mußte. ch D e ck e n b a ch, 24. Aug. Die hiesige Kriegerkameradschaft konnte dieser Tage auf ihr 50jähriges Bestehen zurückblicken. Mit der Feier dieses Jubiläums war gleichzeitig die Weihe ein er neuen Fahne verbunden. Trotz der ungünstigen Witterung war die Festveranstaltung sehr gut besucht. Alle Kriegeroereine der Nachbarschaft nahmen teil. Nachdem die Vereine an den Orkseingängen abgeholt worden waren, bewegte sich ein Festzug durch das Dorf. Schüler marschierten voraus, es folgte die Fahnengruppe der Vereine und dann die Kameraden. Auch der hiesige Gesangverein „Eintracht" nahm teil. Den Abschluß bildete die hiesige Jugend. Zwei Veteranen im Alter von 91 und 79 Jahren, für die m.an einen Wagen bereitgestellt hatte, nahmen ebenfalls am Festzüge teil. Auf dem Festplatz brachte der Gesangverein „Eintracht" zunächst zwei Lieder zu Gehör. Anschließend wurde in feierlicher Weise die neue Fahne enthüllt. Kirche und Schule. Landkreis Gießen. T feuern-, 23. Aug. Am gestrigen Sonntag besuchte der Propst der Propstei Oberhesfen, Propst Knodt aus Gießen, die Gemeinden Beuern und Bersrod. Vormittags predigte er in gut besuchtem Gottesdienst in Beuern und sprach in der Christenlehre zur Jugend, die fast vollzählig im Gottesdienst versammelt war. Nachmittags besuchte er die Gemeinde Bersrod. Er predigte dort im vollen Kirch- j lein und hielt mit der vollzählig anwesenden Jugend die Christenlehre. △ Großen-Linden, 23. Aug. Die feierliche Einführung der diesjährigen Kon-, f i r m a n d e n fand gestern in einem besonderen Gottesdienst statt, zu dem die Eltern und Verwandten der Kinder, sowie die Gemeindemitglieder zahlreich erschienen waren. Pfarrer Schultheis richtete ernste Mahnworte an die Eltern und die Kinder. Die Zahl der Konfirmanden ist in diesem Jahre beträchtlich größer als im vergangenen Jahre: sie beträgt 59, und zwar 26 Knaben und 33 Mädchen. )( L i ch, 24. Aug. Am Sonntag fand im feierlichen Gottesdienst die Eröffnung des diesjährigen Konfirmandenunterrichts statt. Pfarrer Naumann richtete im Anschluß an Psalm 119, Vers 9, Worte freudigen Dankes und ernster Mahnung an die Gemeinde, besonders aber an Eltern und Paten der Kinder. Am Schluß des Gottesdienstes traten die Väter und Mütter der Konfirmanden, nach altem Licher Brauch, an den Altar und gelobten den beiden Geistlichen durch Handschlag, sie in jeder Weise bei der Unterweisung der Konfirmanden zu unterstützen. Es wurden 23 Knaben und 22 Mädchen in den Konfirmandenunterricht eingewiesen, dazu kommen 6 Mädchen aus dem evangelischen Erziehungsheim in Arnsburg. Ihre Vermählung geben bekannt 5497 D GLORIn Dö" tonn der Holzbretter 208 Homöopathie QYLo-u^H w HEINZ RUHMANN I Beiprogramm Ufa -Ton -Woche ■* Möbel GreSsen -56hulstr?.6 und zum Bauen Wilhelm Wagner, pfarrverwalier Gretel Wagner, geb. Schuhmacher EIN UFA-TONFILM Aufnahme für das Winterhalbjahr in die 1- und /-jähr. Klassen. Beginn 18. Oktober >937 Anmeldungen u. Auskunft in Gießen, Goethestraße 32, jederzeit. 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SMche Gs-sMsbe Räucherfische 5509D Marinaden G.G.rMektthenn Bahnhofstraße 61, Televhon 3866 Täglich 4.00, 6.00, 8.30, Sonntags 3.00, 5.30 8.30 Uhr. _____________________________5499 A Kurhaus Bad-Nauheim Freitag, 27. Ang. 1937, abends 8‘/.t Uhr, groß. Bühnensaal Philharmonisches Konzert (Italienischer Meister-Abend) 1 Resphighi: Die Vögel, Suite für kleines Orchester: a) Präludium, b) Die Taube, c) das Huhn, d) Die Nachtigall, e) Der Kuckuck. 2. Verdi: Vorspiele zum 1. und 3. Akt aus der Oper ,,La Traviata“. 3. Verdi: „Ach ihrer Augen Zauberblick“, aus der Oper ,,La Traviata“ (Marcel Wittrisch). 4. Verdi: Das Lied von der Weide, a. d. Oper „Othello“ (Käte Heidersbach). 5. Verdi: „Nun in der nächt’gen Stille“, Duett aus der Oper „Othello“ (Käte Heidersbach und Marcel Wittrisch). 6. Verdi: Ouvertüre zur Oper „Die Macht des Schicksals“.--7. Verdi: Vorspiel zur Oper ,,Aida“. 8. Verdi: „Als Sieger kehre heim“, aus der Oper „Aida“ (Käte Heidersbach). 9. Leoncavallo: Intermezzo aus der Oper „Der Bajazzo“. 10. Leoncavallo: „Hüll’ dich in Tand“, aus der Oper „Der Bajazzo“ (Marcel Wittrisch). 11. Puccini: Intermezzo aus der Oper „Manon Lescaut“. 12. Puccini: „Eines Tages sehen wir“, aus der Oper „Madame Butterfly“ (Käte Heidersbach). 13. Puccini: „Keiner schlafe“, a. d. Oper „Turandot“ (Marcel Wittrisch;. 14. Puccini: „Mädchen in deinen Augen“, Duett a.d.On. „Madame Butterfly“ (Käte Heidersbach und Marcel Wittrisch). . SOLISTEN: mb8d Kammersängerin und Kammersänger Käte Heidersbach / Marcel Wittrisch Staatsoper Berlin und Festspiele Bayreuth Leitung: Willy Naue Karten v. 1.50 bis 3.50 RM. a.d.Theaterkasse des Kurhauses.- Nichtkurkarten-Inhaber 0.50 RM. Zuschlag. Älter werden ohne „alt" zu 'werden, — dazu ist tägliche Hautpflege nötig, dafür ist Warta-Seife mit Hautnahrung wie geschaffen Kohlen von Fischer Gießen, Ahcenstraße 42—44, Telefon 3172 und 3176 H^Zeitung -uu **1,0144, Seltene Natururkunden von den Halligen und vom Watte n m ee enthält die Neuerscheinung, die alle Naturfreunde und Dogelliebhaber mit Begeisterung lesen u. schauen werden: MkMelslWMnMSkeslWMkll Beobachtungen und Natururkunden aus der Dogelwelt der deutschen Nordseeküste Don (Eugen Schuhmacher Insgesamt 104 Seiten mit 92 Bildern nach wundervollen Naturaufnahmen. — In Leinen gebunden Reichsmark 3.90 Der Verfasser, der als Ornithologe und Tierphotograph bekannt ist, hat mehrere Wochen auf zwei einsamen deutschen Nordseeinseln an der Eidermündung zusammen mit den eigenartigsten Vögeln unserer Heimat gelebt und die herrlichsten Naturaufnahmen von den Säbelschnäblern, See- schwalben, Rotschenkeln, Austernfischern u. a. milgebracht. Er erzählt im Textteil unterhaltsam und spannend aus der Kraft eigenen Erlebens die sonderbarsten Degeoenheiten, die er, im Zelt versteckt, aus nächster Nähe beobachten und im Bild festhalten konnte. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen Verlangen Sie bitte das ausführliche bebilderte Werbeblatt Hugo Bermühler Verlag • Verlin-Llchterfelde Vogtsche PiivatrHandelsschule Wichtig für Naturfreunde! Wichtige Neuerscheinung! MMnWnzenii.Meii nach der Naturfckuhverordnung vom 18. März 1936 (RG'vl. I Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, aus. illhrlich erläutert von Professor Dr. W. W-ber, o. ö. Prof, der Rechte und Referent >m Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch alle Buchhandlungen fiur-oBermüh er lierlog. Berlin mierf Heute Mittwoch: Erstaufführung für Süddeutschland HANS ALBERS weil dann meist der Kopf stecken bleibt. Sie sind leicht zu entfernen, wenn man sie mit Benzin oder öl betupft. Holzbretter in der Küche werden stets mit sauberem Papier oder mit Linoleum belegt. Nudelbretter wählt man aus Ahorn oder Lindenholz. Kuchenbretter, die zur Zubereitung von Speisen verwendet werden, seift man mit Seife und Sodawasser ab, wozu man notfalls noch Scheuersand nimmt. Holzfußböden werden geölt oder mit Ölfarbe gestrichen, wenn es sich um Dielen handelt. Parkettfußböden werden gebohnert und wenn notwendig mit Stahlspänen abgezogen. Holzgefätze, Wannen, Fässer macht man dicht, wenn man heißes Wasser hineingießt, damit das Holz aufguillt Modergeruch entfernt man mit heißem Essig. Holzkohle, durch Verschwelung von Holz gewonnen, dient als Brennstoff beim Braten auf dem Rost (Grill) und in Plätteisen. Holzkohlenpuloer wird zum Klären von Wasser verwendet. Holzlöffel werden mit Sand abgescheuert. Beim Einmachen von Obst verfärbte Holzlöffel werden wieder weiß, wenn man sie in Chlorwasser kocht. Sie muffen nachher ausgiebig gewässert werden. Holzstifte, die beim Aufnageln von Schuhsohlen verwendet werden, sind aus Ahorn oder Birkenholz hergestellt. Holzvertäfelung, Holzbekleidung von Wänden oder Decken. Die schönsten Kautsche mit prima Mokettebezug evtl, mit Sessel sehr, sehr billig! Ehestandsdarlehen ________________________5512 A Holzwolle, dünne Hobelspäne, die zum Verpacken dienen und schnell entflammbar sind, weshalb sie sich auch zum Feueranmachen eignen. Doch nicht in zu großer Menge auf einmal nehmen, da Feuer dann zu stürmisch entflammt. Holzwürmer, in Holz lebende Larven verschiedener Insekten. Von ihnen besonders gefährdet ist Eichenholz. Man tötet die Larven, indem man Terpentin oder Petroleum in die Bohrlöcher spritzt und sie mit Wachs oder Glaserkitt abdichtet. Homöopathie, ein besonderes Heilverfahren, bei welchem die Krankheiten geheilt werden mit Mitteln, welche bei Gesunden der Krankheit ähnliche Erscheinungen Hervorrufen. Die Mittel werden in sehr großer Verdünnung gegeben. Es ist also nicht, wie vielfach angenommen wird, eine „ungiftige" Heilmethode im Gegensatz Aur Allopathie, die mit „Giften' zu heilen versucht. In der modernen Medizin wird die Homöopathie durchaus nicht abgelehnt, nur sollen eben auch die homöopathischen Mittel nicht wahllos angewandt werden, sondern nur auf Rat des Arztes. S eife m I ♦ Hautnahrunq Straft tm Text Nur 60 können Sl® ,hr® Zeitungsanzeigen durch zeitgemäße, gepflegte Einprägsam.nderForm Werbedrucksachen Wirksam In der Farbe „ut un,.r.tutz.„, Nu, u„0 beliefert Sie zu günstigen Preisen die Rrühl’sche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 FL