Nr. 300 Erstes Blatt 187. Zahrgang Zreitag, 24-vezember t<)37 Lrlchemi täg ltd), auher Sonntags und Feiertags Beilagen; Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Olonats-Besugspreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewatt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 225) Anschrift, für Drahtnach» richten Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei R. Lange in Gießen. Schristlettung und Geschäftsstelle: §chulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rps.,Platzvorschrift nach \ vorh Dereinbg. 25"/„ mehr. 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Und so wunderbar: wie das schönste deutsche Märchen, von den Engeln und Hirten. Diese Weihnachtsgeschichte, nur für Kinder bestimmt und nur von Kindern erfaßt und von denen, die sich Kindersinn bewahrt haben. Und dieser Geschichte tiefer Sinn: große Freude, die allem Volk widerfahren soll ... „Und Äubellieder schweben durch die Nacht, Wie Silberfäden von des ChristbaumsAesten... Sie weben zart Geweb', Von dessen Strahlengrund Die Engelsbotschaft licht sich hebt: „Ich tu euch Freude kund". So wollen auch wir unsere Seele stimmen auf den hohen, reinen Ton der Weihnacht, den Ton der Freude. Weihnacht ist das Fest der Freude. Vielleicht erfahren wir es nie so sehr wie in diesen Tagen, wie tief Christentum und Freude Zusammenhängen. Nun laßt uns dies heilige, schöne Recht üben, Freude zu bringen, soviel wir können. Denn das ist zugleich die schönste Einstimmung für unsere eigene Weihnachtsfreude. Und gerade denen, die vielleicht nur schwer ihre eigene Freude finden können, sei dieser Rat gegeben. Alles denen, die diesmal in Trauer und Trübsal sich fürchten vor Weihnachten. Der schönste Weg zur Ueberwindung der eigenen Trauer ist, anderen Freude zu machen. Kleine Gänge der Freude zu Einsamen und Verlassenen, Armen und Angefochtemen im Sinne und im Dienste der Winterhilfe, dieses wahrhaft weihnachtlichen Werkes. Das alles kann uns ein paar Flügel geben, über den eigenen Schmerz hinwegzukommen und an der Freude der anderen eigene Freude zu entzünden. Wer aber das Glück hat, selbst oder in seiner Nähe Kinder zu haben, der soll an ihnen seinen weihnachtlichen Gottesdienst tun wie am Christkind selbst. Und es sei uns Dank genug, daß wir uns an diesem Tage- bei ihnen eine rechte Weihnachtsstimmung, ja noch mehr, eine rechte Weihnachtsfreude holen können. Dann verstehen wir vielleicht einmal den tiefen Sinn der Weihnacht, daß die Freude ausging von der Krippe eines kleinen Kindes, daß Gott einem Kinde das Größte in die Hände gelegt hatte, allem Volk die große Freude zu geben, die alle Weisheit und Macht nicht hatte geben können. Freilich, eins muß durch alle unsere Gaben und all unser Tun hindurchscheinen und heraus- aesühlt werden können; daß es nicht bloß Geschenke von Geld — oder Geldwert sind, sondern daß mit ihnen Freude bereitet werden sollte! Daß sie in dem Beschenkten ein Erstrahlen seiner Seele Hervorrufen, denn das erst ist wahre Freude. Aber das bringt nur d i e L i e b e fertig! Zu Weihnachten wollen die Menschen einmal wenigstens fühlen: man hat mich lieb! Einmal hat jeder Mensch, auch der ärmste und anspruchloseste dies Verlangen, dies Bedürfnis. Wenn wir so schenken, wie Gott in seiner Liebe einer verlorenen Welt den Heiland geschenkt hat, dann schenken wir nicht bloß, dann machen wir Freude. Dann ist die Engelsbotschaft wirklich in der Welt: Ich tu euch Freude kund! Dann werden wir wieder „wie die Kinder" durch die Freude. Manchem fällt es schwerer, manchem leichter. Es gibt Menschen, die von Gott gesegnet sind, daß sie im Kern ihrer Seele immer Kinder bleiben. Es sind oft Menschen, die viel Arbeit, Mühe und Sorge haben, in deren Herz aber eine ewige Freude wohnt. Sie haben ihre Sorgen, als hätten sie sie picht, sie können gut Weihnacht feiern, denn zu ihnen kommt das Christkind alle Tage, ihnen ist der Himmel immer voller Sterne und voller Engel, sie sitzen unter dem Weihnachtsbaum und singen: „D, du fröhliche, o, du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit", ihnen ist Weihnachten eine glückliche und perlend reine Musik: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden!" Und etwas von solcher Freude können wir alle Jyiben. Gewiß, uns freut manches nicht mehr, was Kinder glücklich macht, aber freudelos sind wir deshalb noch lange nicht, (^twas Zusammenhang zwischen uns und der Weih- nachtssreude besteht immer, wir müssen es nur suchen, denn das Beste an ihr ist uns verwandt. Und dies Beste will gern Weihnacht feiern, will sich mitfreuen an der großen Freude, gönnen tpir ihm nur die Freude? „Heut'naht sich einAbend, i^a bricht es heraus, Da kannst du nicht mehr entrinnen. Da ist ein Jauchzen von Haus zu Haus, Ein Leuchten draußen und drinnen, Und der Schrei der schluchzenden Sehnsucht Dir heiß von zuckender Lippe sbricht Zünde auch mir dein Himmelslicht, Heiliges Kind in der Krippe! _> Nicht, daß wir uns mit Gewalt plötzlich nehmen sollten, was wir nicht haben an Weihnachtsglauben und Weihnachtsfreude. Aber daß wir froh werden können über dem, was wir haben. Das ist die Hauptsache an Weihnachten: „Christ, der Retter, ist da!" K ... Hans Holbeins b.3.1 Madonna des Bürgermeisters Meyer zum Hasen aus dem Darmstädter Schloßmuseum haben wir vor Jahren schon einmal in „Heimat im Bild" in anderem Zusammenhang gebracht. Das Weihnachtsfest gibt willkommene Gelegenheit, an diesen köstlichsten Schatz deutscher Malerei der Renaissance, den unser Hessenland birgt, zu' erinnern. Es ist ja auch des Meisters schönstes Altarbild, getragen von ganz deutschem Gefühl schlichter unmittelbarer Gottesverehrung in engstem, trautem Familienkreise, der sich ganz nahe um die Muttergottes gruppiert, von iercn Antlitz eine unendliche Ruhe auf die neven ihr Knienden ausgeht. Der gelassene, sachliche Blick eines souveränen Meisters der Form hat seinen Modellen eine ungezwungene Natürlichkeit von höchstem Reiz in Haltung und Ausdruck gegeben. Die-Rundung der Nische im Hintergrund vereinigt das Ganze zu einer Komposition von größter Geschlossenheit und edelster Harmonie. Wechselvoll wie das Leben Hans Holbems d. I., der als Sohn des goldenen Augsburg vom weltbürgerlich großartigen Zug seiner Heimatstadt in die Ferne getrieben, auf der Suche nach ehrenvollen und lohnenden Aufträgen das Reich, die Schweiz und Oberitalien durchstreift hat, bis er in der Blüte feines Schaffens am Hof Heinrichs VIII. von England ein frühes Ende fand — wechlefvoll wie das -ßeben des Meisters ist auch die Geschichte seines berühmtesten Madonnenbildes. Nach Angaben, die wir dem Grafen Hardenberg, dem kunstsinnigen Betreuer des Darmstädter Schloßmuseums, verdanken, hat Holbein die Madonna wahrscheinlich 1525 vor seiner ersten Reise nach England für den Baseler Bürgermeister Jakob Meyer zum Hasen gemalt. Durch dessen Enkelin Rosa Irmi gelangte das Bild an den Baseler Bürgermeister Remigus Fäsch, der es 1606 für 100 Goldkronen an den Ratsherrn Lux Iselin verkaufte. Iselins Erben veräußerten es 1636 für 1000 Gulden an den Maler und Kunsthändler Le Blond in Amsterdam, von dem es Maria von Medici, die Königin-Mutter von Frankreich, die seit ihrem Zerwürfnis mit Ludwig XIII. und Richelieu in Brüssel lebte, für 3000 Gulden erstand. Wenige Jahre später ging das Bild in das Eigentum des Amsterdamer Buchhalters Lästert über, um 1709 wurde es in einer Versteigerung von Cromhout- und Laskeart veräußert und verschwand nun bis zum Jahre 1822, in dem es Prinz Wilhelm von Preußen, der Bruder König Friedrich Wilhelms III für 1500 Taler von dem Pariser Kunsthändler Delahoute kaufte. Durch des Prinzen Tochter Elisabeth, die 1836 den Prinzen Karl von Hessen, Bruder Großherzog Ludwigs III., heiratete und damit die Großmutter des Großherzogs Ernst Ludwig wurde, kam das Bild in den Besitz des hessischen Fürstenhauses, Tag -es Lichts. Von Heinrich Wollgang Seidel. Niemand wird es als einen Zufall ansehen, daß Christus schon in der Wiege als Lichtbringer erscheint, so daß die Sinnbilder des flammenden Sterns über der Hütte, der im Aether jubelnden Lichtgestalten nicht aus der Weihnachtsgeschichte wegzudenken sind. Denn wenn schon von der ewigen Macht in jenem Urwort gesagt wird: „Licht ist dein Kleid, das du anhast" — es gilt nicht weniger von dem Erlöser, daß seine Seele mit jedem Licht, das wir in Dunkelheit ersehnen, wahrhaft durchtränkt ist. Sind wir die Nächtigen, so ist er lautere Klarheit, liebende Wärme, grenzenloses Leben. Und so wäre es schon Gnade, wenn uns seine Helle Gestalt wenigstens an einer Stelle dieser verworrenen Welt das Vollkommene offenbarte, wenn wir uns, im Nichtigen verdorrend, an feinem Bilde Mieder aufrichten. Für viele mag-sich tatsächlich die Weihnachtsfeier darin erschöpfen, 1 daß sie in erhöhter Stunde ihre Augen von den Jämmerlichkeiten der Welt abwenden und mit Andacht anschauen, was anders und größer ist als ihr eigenes Dasein. Denn dort offenbart sich zum mindesten ein Menschenleben, das seinen Weg in der unbeschreiblichen Klarheit eines göttlichen Auftrags vollendete, im geheiligten Bereich der Lebensentfaltung ohnegleichen und einer unerschütterten Güte. Wem sollte es nicht mofjf= tun, einmal in der Gestalt eines Irdischen Reinheit und Wahrheit, Freude und Gottgeborgenheit zu erblicken!, Dennoch glaube ich nicht, daß hiermit das Weihnachtserlebnis umschrieben sei. Es kann nie das Größte bedeuten, daß wir, wenn auch im Innersten ergriffen, ein Vollendungsbild anschauen. Das Größte wäre etwas anderes: zu ahnen, daß erbarmender Wille uns mit dieser Gestalt verbunden hat, zu wissen, daß sie für uns ba ift und mif für sie, und daß die unerhörte Lichtwelt eines inneren Lebens auch unsere Welt fein kann und soll. Um mit Luther zu reden: „Das ewige Licht geht da herein, gibt der Welt einen neuen Schein!" Weihnachten verbirgt in sich das Wunder der Wandlung; ein Nacht des Irrtums, der Schuld und des eisigen Todes vergeht, damit der Tag der Wahrheit, der Liebe und des unendlichen Werdens geboren werde. Und es hat einen eigentümlichen Reiz, zu beobachten, wie schon die Weihnachtsgeschichte in der Sprache des Mythos von diesen höchsten Hoffnungen des Menschen zu reden weiß; denn jener Menschheitsbesitz, der mit der Erscheinung des Christus verbunden ist, leuchtet gleichnishaft bereits im Geschehen der heiligen Nacht. Da ist zunächst ein Lautwerden der tiefen und darum immer wieder verkannten Wahrheit, daß der Himmel gibt und der Mensch in Demut der Empfangende bleibt. Alle Schöpfungsmacht auf Erden deutet auf ein vorhergesehenes Ueberwältigtsein, auf Kräfte, die nicht rein irdisch sind, auf ein Zureichen aus dem Urgrund aller wirklichen Erkenntnisse, aller Gesichte und aller Gestalt. Ob es sich um Kunst, um wissenschaftliche Einsicht, um die Tat eines Führers in entscheidender Stunde handelt: immer gibt es ein Begnadetsein; das wahrhaft Große und Beständige kommt allein aus den Tiefen der Gottheit. Eine andere Wahrheit wiederum wird im Bilde der Heiligen Familie sichtbar, diese daß das Glück nicht in Geld und Gut, auch nicht im Glanz irdischer Herrlichkeit beruht, sondern in der persönlichen Gemeinschaft liebender' und geliebter Menschen, daß es Mann, W-ib und Kind ist, daß es Hingabe ist in ein»r tapferen Zuversicht, Bereitschaft zum Dienst aneinander und die Freude am Menschen und feiner Bestimmung Diese Wahrheit fällt mit der Wirklichkeit der Liebe zu- fammen; das Paar zu Bethlehem mit dem Kinde, an das seine Eltern sich in Geduld, Opfer und täglicher Bereitschaft verströmen möchten, wird immer das unüberbietbare Sinnbild der Liebe bleiben. Ebenso aber blicken wir in eine Welt unendlichen Werdens hinein, denn im Herzen der Weihnacht ruht der eine, in dem noch alles Zukunft und Hoffnuna ist. Wir sehen das Kind und gebenden des Mannes, zu dem es heranwuchs: nur in Wahrheit vermochte er zu atmen; er ist ganz echt, ganz in sich geschlossene Persönlichkeit furchtlos sich offenbarend und selbem aus dem Urquell aller Wahrheit gespeist, aus Gott Er wirkt und braucht keine seiner Taten zu widerrufen; er redet, und feine Worte bau- ern bis heute; er ist die Wahrheit. Und er ist d i e L i e b e — bedarf es eines Wortes darüber? In der Zeit seiner Erdentage aber ist er auch das ewige Werden gewesen, ein Mensch, der sich zu immer höherer Vollkommenheit verklärte, nie fertig, nie sich selbst genügend, stets aufs neue die Seinen überraschend durch verwandelte Gestalt, wachsende Weltüberlegenheit, Erkenntnis und Opferbereitschaft. So heißt Weihnachten feiern zuletzt in seine Welt hineingezogen ihm nach.fol- g e n , dem Wesenhaften zugetan, den Mitmenschen in Liebe lebend, gewendet von Klarheit zu Klarheit, von Kraft zu Kraft, dem Ziel entgegen, das Anfang, Mitte und Ende auch dieses Lebens war: dem Lebendigen. Dies einzig Lebendige aber — wir nennen es Gott und sind durchdrungen von der Dürftigkeit unseres Erkennens und Eindringens — wird uns wohlbedacht im Sinnbild einer Persönlichkeit, nämlich Chrilli, dargeboten und in jenem reichen Kranze von Sinnbildern, der ihn umgibt. Es funkelt auf im Geheimnis des immergrünen Tannenbaums; es wird zum goldenen Stern; es wird ein Märchen von den Hirten und den Königen, die gemeinsam ein Kind verehren und Abgründigeres zu offenbaren haben als die Wirklichkeit, nämlich d i e Wahrheit. Weihnachten ist viel mehr als eine Lehre, es ist das Erlebnis vom Einbruch des Göttlichen in die Welt. Es gibt Den entferntesten Dingen den Regenbogenglanz ihres Sinnes zurück; es verniclstet die Schranken, die Menschen zwischen einander ausgerichtet haben; es verkündet in Klang und Duft, in uraltem Wort, das heute ergriffene Liebe spricht, das Unsagbare; es löst den härtesten Stein mit der Gewalt des verborgenen Samenkorns; es verbindet, was zueinander gehört; es ist das Fest aller Lebensalter, indem es die Jugend mit dem Größten, was wir kennen, anrührt und dem Alter zugleich das Bild der entschwundenen Kindheit, der Weihe des dankbaren Herzens und der unbeirrbaren Hoffnung aufs neue beschert. Um es mit einem Wort auszusprechen: in diesem Fest tritt Gott s e l b st in diese Welt ein und schenkt uns den Traum des wahren Lebens, das ja nichts anderes sein kann als der Widerschein dessen, was er, der tief Verborgene, selber ist. Niemand begreift ihn in der Fülle aller seiner Kräfte; niemand erkennt ihn, wie er ist in der Wesenswirklichkeit seines gesamten Seins. Aber es ist gut, wenigstens von einem seiner Strahlen getroffen zu werden, einmal unter dem Anhauch seiner Liebe frei zu sein, einmal aus dem Reich des großen Erbarmens Befehl zu empfangen und das Eigene — Gemeinschaft des Hauses, Gemeinschaft des Volkes, Lebenssinn, Wirken und Ruhen in dem Geiste anzuschauen, der der G e i st der Weihnacht ist. Eine Stimme, die erhabener ist als jedes Menschen Stimme, ruft uns auf, und eine gewaltige Hand zeichnet an unseren Himmel Bilder der Vollkommenheit: „Das gab ich dir — was hast du mir zu geben und deinen Brüdern?" Goeche und Mozart senden Weihnachtsgrüße Aus unbekannten Briefen berühmter deutscher Männer. Zusammengestelli von Or. H. Belgel. Die folgende Zusammenstellung nur sehr wenig bekannter Briefe, die große deutsche Männer zum Weihnachtsfest an ihre Ange, hörigen und Freunde geschrieben haben, ist in mancher Beziehung aufschlußreich. Sie zeigt uns Goethe und Mozart, Bismarck und Nietzsche von einer ganz persönlichen Seite, sie zeigt auch, «daß gewisse „Grundprobleme" des Weihnachtsfestes — Auswahl der Geschenke, Kritik am Geschenkten und Umtausch — zu allen Zeiten und bei allen, auch den bedeutendsten, Menschen gleich zu sein scheinen. Vismarck an seine Schwester. Bismarck hat seine Schwester um Besorgung eines Armbandes als Weihnachtsgeschenk für seine Frau gebeten. Er ist aber nicht sicher, ob es ihr gefällt und will sich Umtausch vorbehalten. Frankfurt, 16. Dezember 1858. Geliebte Malle! „Das Armband ist eingegangen, herzlichen Dank für die Besorgung, ich habe es Johanna gezeigt unter dem Vorwand, daß ich es für Prinzeß Karl aus Hanau nach Berlin zu schicken bekommen. Sie fand es reizend, auf meine scherzhafte Frage, ob ich ihr eins danach bestellen sollte, machte sie die richtige Bemerkung, daß man ein solches Armband nur tragen könnte, wenn man vielen anderen Schmuck hätte; es sei zu.sehr en prdtention. Ich will es ihr aber doch aufbauen, falls ich es nach Weihnachten noch gegen andere Sachen umtauschen kann. Muß er (der Verkäufer) es aber vor dem Fest wieder im Laden oder definitiv verkauft haben, so schreibe oder telegraphiere mir zwei Worte, dann schicke ich es. Kann er es so lange missen, dann will ich nochmals an Johannas Ent- scheidung appellieren, wenn sie weiß, daß es chrs ist. Leb wohl mein Herz und verzeih die Last. Dein treuer Bruder. Rudolf Virchow an seinen Vater Der große Arzt Rudolf Virchow versäumte kein Jahr, seinem Vater zum Weihnachtsfest Glückwünsche darzubringen. Berlin, 21. XII. 1840. Was soll ick Dir, lieber Dater, viele Wünsche für Dein Wohl auskramen. Du möchtest sie für erdichtet halten, da Du ja auch meine natürliche äußere Kälte Gleichgültigkeit, meine in sich gekehrte und in sich begrenzte Gemütsart Zurückstoßen der väterlichen Liebe zu nennen geneigt bist. Mich hat selten einer verstanden: Der Stein gibt erst Fun- ken, wenn man es versucht, sie aus ihm hervor- zulocken. Glaube aber sicherlich, daß keiner seine Zuneigung inniger und wahrer zu fesseln und fest- zuhalten weiß: Ich ändere mich/ schwer, und die Zeit und der Raum wandeln mich wenig um. Ich habe lange darüber nachgedacht, womit ich Dir wohl ein sichtbares und reelleres Zeichen geben könnte, daß es mein Bemühen fei. Dir Freude zu machen, als wenn ich Dir bloß Wünsche vorkramte, wie man es alltäglich mit leeren Worten und leerem Herzen tut; indes mein Mangel an hinreichenden Mitteln und meine Unerfahrenheit in der Auswahl passender Geschenke haben mich lange schwanken lassen. Heute abend erst habe ich mich entschlossen. Ich gedenke Dir ein Bild zu schicken, was unser Herrscherpaar in dem Augenblick, wo sie den Renaissancesaal (in dem die Stände ihr Mahl geben) betreten, darstellt... Bozarts Mlhnachtsaedlcht. Mozarts natürlich-kindliche Heiterkeit kommt auch in einem Festtagsbrief an die Schwester zum Ausdruck. 20. XII. 1777. Meine liebste Salleri, mein Schätzer!! Meine liebste Nannerl, mein Schwester!! Ich tu mich halt bedanken für Deinen Glückwunsch, mein Engel, Und hier hast einen von Mozart, von dem grob- einzig'n Bengel. Ich wünfch Dir Glück und Freude, menn's doch die Sachen gibt, Und hoff', Du wirst mich lieben, wie dich der Wolfer! liebt ... Ich kann Dir wahrlich sagen, daß er Dich tut verehren. Er luf Dir ja ins Feuer, roanns Du's tatst begehren. Ich mein, ick muß so schreiben, wie er zu reden pflegt, Mir ist so frisch vor Augen die Liebe, die er hegt Für seine joli Salleri unb seine Schwester Nanzerl! Ach, kommt geschwind her ihr Sieben, wir machen g'schwind ein Tänzer!. Es sollen leben der Papa und d' Mama, Die Schwester und der Bruder, huisasahupsasa! Ein sauberes G'sindel — au weh! Ich muß g'schwind nach Schlaraffen, Und das itzt um zwölf Uhr; denn dort tut man schon schlafen. Revers WeiöliMsdres aus dem Kerker. Fritz Reuter schreibt im vierten Jahre seiner Kerkerhaft zu Weihnachten an den Vater. Dömitz, 20. Dezember 1839. Das Weihnachtsfest steht vor der Türe und klopft mit blaugefrorenen Händen an und bittet um Einlaß; nicht allein jeder, sondern auch jeglicher, ja ich möchte fast sagen jedweder (bies ist wirklich einmal von einem Kommilitonen geschrieben) tritt ihm festlich geschmückt entgegen, reicht ihm die warnen Hände, und jubelnde Herzen schlagen ihm;' und wenn es bann empfangen und in die warme, von Wachskerzen und Tannenbaum erleuchtete Stube geführt ist, verteilt es die Gaben, die jeder auf dem Hausaltar niedergelegt hat. Ich empfange es auch wohl freudig; aber dock nicht so, als wenn ich mit Euch einen Reigen schließen könnte, und als wenn ich auch etwas auf dem Altar niederlegen könnte; nichts habe ich als Wünsche für Dein und der Schwester Wohl und die Bitte um Erhaltung Deiner Liebe. Dies wird denn nun wohl das letzte Weih» nachten fein, das ich fern von Euch zubringen muß, wenigstens im Kerker. Goette an Charlotte von Stein. Goethe schenkt Zuckerwerk und begleitet es mit einigen Versen. W., Dezember 1816. Daß Du zugleich mit dem heiligen Christ An diesem Tage geboren bist. Und August auch, der werte Schlanke, Dafür ich Gott im Herzen danke, , Dies gibt in tiefer Winterszeit Erwünschteste Gelegenheit Mit einigem Zucker Dich Au grüßen, Abwesenheit mir zu versüßen. Der ich, wie sonst in Sonnenferne- Im Stillen liebe, leide, lerne. Dank für W lhnachl-gaben. Goethe hat von Frau von W i k l e m e r ein paar felbftgefticfte Pantoffel, Pfefferkuchen und ein Bild erhalten. Das Christkindchen hat dieses Jahr, man muß es gestehen, sich sehr liebenswürdig erwiesen, doch kann es eine gewisse Tücke nicht kaffen, denn ob es gleich herkömmlich ist, daß man des Papst Pantoffel küsse, weil ein Kreuz darauf, wohl auch, daß man die Füße der Geliebten liebkose, um anzudeuten, daß man sich dem Willen ganz hingibt, der sich uns ergeben hat; so ist es doch unerhört, daß Man eine würdige Person durch magische. Zeichen nötige, die Hülle seines eigenen Fußes zu verehren, wozu moralisch und physisch gar wunderbare Gebärden nötig waren. Die hinzugefügten kleinen eingewickelten Gestatt ten bringen in die Einsiedlerhütte eine wundersame Bewegung. Diese kleinen Figuren tun manchmal die Wirkung Congrevscher Raketen, und ich fürchte sehr, die Zeitungen werden ehestens von entzündeten Burgen einige Nachricht geben. Aehnliche magische Wirkung laßt sich denn auch bei dem Anblick des so unschuldig scheinenden Landsitzes spüren, denn das Blättchen hat völlig die Art der Klapperschlange, man sieht es immer lieber an, je gefährlicher es anzieht. Hieraus ist denn abermals deutlich, daß nichts schon, gut und erfreulich seyn kann, ohne gewissermaßen bedenklich zu seyn, mir aber wollen Die Nutzanwendung daraus ziehen, daß der Gedanke, er mag denken oder bedenken, dem Genuß so sehr zustatten kommt, den er nicht stört, als der Genuß dem Gedanken, wenn er ihn auf kurze Zeit stören sollte. Und um nicht ganz so' amphigurisch (verworren) zu schließen, setze ich folgendes hinzll. Um das Porträt tieren mag es freylich eine bedenkliche Sache seyn, da es sogar dem heyliaen Lucas nicht gelungen seyn soll. Ob man der Bemühung eines Orientalin sehen Wortschilderers ein besseres Zeugnis geben wird, steht zu erwarten. Heute nur herzlichen Dank! Frncke und Liebe ins neue Jahr hinüber. Em WeihnaWgedicht he* GymnaMen AieMe Der junge Friedrich Nietzsche bedichtet auf dem Gymnasium das Bild, das er feiner Mutter schickt. Wie steh' ich bei meinen Schulgenossen? Daß ich's Dir nicht sag' hat Dich schon oft verdrossen. Willst Du’s wissen, schaue her: ' Also steh' ich, wie ein zott'ger Brummelbär, Mit verschränkten Arm und Beinen Brumm' ich etwas in den Bart, als hätt' ich einen. An der Wand, mit trotziger Gebärde Steht mein Schatten und schaut nieder auf die Erde, Gegenüber meinem Angesichte Steht in Mensch, roer's ist, das sag' ich Nichte. Daß ein Mensch es fei, kannst Du ergründen An dem Rocke und der weißen Halsbinden. Dies besagte Menschenkind steht zckeifelnd vor mir, Fragt mich: „Was stehn Sie vor demKirchentor hier?" Denken Sie, ich steh' zum Amüsement In der Sonne, in einem sonderbaren Herzensdrang? Bloß damit Mama es sehe, Wie ich „bei meinen Schulgenossen" stehe. Dieses Bild von Schultz, dem Photographen,^ Soll auf Ihrem Weihnachtstische schlafen, Wo es als Entschuldigung für die Geschenke Daliegt, die ihr nicht zu schenken ich gedenke. Megger an seinen Freund. Der steirische Dolksdichter Peter Rosegger schreibt an einen Freund zu Weihnachten: 24. Dez. 1866. Beim Scheine des Chnstbaums denkt es sich so ?ut Derer, die man liebt, und wenn vom Wald- irchlein, wie in dieser Stunde, zur Mette rufend, bas Glöcklern herüberklingt, läßt es sich so gut schreiben und Grüße senden den guten edlen Men- scyen in die Welt hinaus. Wollen Sie also auch dem innigen Grüßlein vom eisigen Hochland ein freundliches Willkomm entgegenrufen, wie all den Tausenden, die Ihnen heute nahen. Ich habe für bas Weihnachtsfest roieber mein stilles Heimattal gesucht um hier die Tage der Kindheit wieder vorüberziehen zu lassen und wie ich einst so glücklich war beim lieben Christkind- lein... Kmdheiis-Weihnachien. Don Wilhelm von Scholz. Die Kindheitsweihnachten, an die ich mich besonders gut erinnere, waren die, die ich in der elterlichen Dienstwohnung im Berliner Finanzministerium hinter dem jetzigen Ehrenmal verlebt habe. Das waren wirkliche Familientage. Während wir sonst nur zu dritt waren, mein Vater, meine Mutter und ich, von denen mein Vater zudem immer im Amt ober im Parlament ober beim Kaiser ober beim Fürsten Bismarck steckte und kaum mal zu einem ersehnten gemeinsamen Spaziergang au haben war, hatte er jetzt zu Weihnachten ausnahmsweise einmal Zeit, die er selbst von Herzen wünschte, für uns und besonders für mich. Dann kamen meist meine drei sehr geliebten Onkel, die Brüder meiner Mutter, der Regierungsbaumeister, der Offizier und der Oberförster, nach Berlin. Mit ihnen und meiner Großmutter verlebten wir bann das Fest bei uns und wurden auf einmal eine richtige große Familie, zu der gelegentlich sogar noch andere Verwandte sich dazufanben. Es gab ein Weihnachten in alter deutscher Art zu feiern. Manchmal will mir in der Erinnerung scheinen, als ob bas Herumtreiben mit den Klassenkameraden auf bem Weihnachtsmarkt am Lustgarten unb auch auf dem Leipziger Platz bas Schönste der Weihnachtszeit gewesen sei. Es dauerte länger als der eine Heiligabend und die zwei Feiertage, und das Fest stand noch bevor! Es betrübte uns jedenfalls sehr, wenn der Weihnachtsmarkt abgebrochen wurde und die Plätze, wie uns dünkte, wieder in traurige Nüchternheit zurückfielen. Den Weihnachtsmann spielte — nein, das ist zu prosaisch gesagt! — also übernahm gemäß seinem Walbberuf ber Onkel Oberförster im umgewenbeten Gehpelz meines Vaters, bis ber Glaube an diesen Gutstrengen nicht mehr zu halten war unb für mich das Zeitalter ber Iungensaufklärung begann. Wenn ich mich heute zu besinnen versuche, wofür ich den Weihnachtsmann vorher gehalten habe, ehe ich mußte, baß es der Onkel Richard war, ber einfach feine Stimme verstellte und einen großen Bart hatte, so vermag ich nichts anderes zu antworten als eben: für den Weihnachtsmann! Der gehörte mir, dem Jungen, offenbar durchaus zur normalen Welt und gab mir mit feinem einmaligen Auftreten im Jahr, das mir höchst vernünftig schien, keinerlei Rätsel auf, hatte aber auch nicht märchenhaften Charakter oder Wunderwesen an sich. Es kann auch keineswegs eine Erschütterung ober Enttäuschung gewesen sein, als er sich bann in den guten und sehr geliebten Onkel verwandelte, als der er mir, dem Kinde, eigentlich noch viel angenehmer war. Ader ich sah ein — frühreif wahrscheinlich mit Bedauern über ein Stück vergangener Kinderzeit und -poesie! —, daß er nun — erkannt! — nicht gut mehr als Weihnachtsmann kommen könne; daß das sonst eine Komödie fei. Das li^gt manche Jahrzehnte zurück — unb wird immer von neuen jungen Menschen erlebt. Wenn sie aus dem Märchenweihnachten der Kindheit das Gefühl ins Leben hinüberretten, das sich auch aus Den schönen Bildern der frommen christlichen Legende speist, bas Gefühl eines eng verbundenen, ver- roanbten, ein Jahr zusammen festlich abschließenden Menschenkreises, einer feiernden Familie, so brauchen sie über das Vergehen des Märchens nicht betrübt zu fein. Sie werden es einst in der Tiefe ihrer glücklichsten Erinnerungen wiederfinden und sich noch daran freuen können! Oer Engel. Eine weihnachtliche Geschichte von Walther Georg Hartmann. Unter den Gaben, die dem Kindchen zu Weihnachten geschenkt wurden, war ein kleiner Engel aus Holz, fmaergroß. Aus dem weihen, blanken Gewände sah das Gesicht rosig heraus. Die Arme hielten ein goldenes Posaunchen. Das ganze Wesen sammelte sich eifrig zum Dienste mit diesem lobpreisenden Instrument, unb weil es immer, wenn auch unhörbar, seine Engelmusik blies, schien es auch immer unb überall im Himmel zu sein. An Den Schultern aber faßen ihm zwei Flügel. Die waren grün. Zwar bemühten sich aufgemalte golbene Sternchen, biefe Farbe zu verzaubern, aber es blieb boch dabei: die grünen Flügel waren bas Jrbische an ber himmlischen kleinen Gestalt, gerade die Flügel, die doch nur den Engeln gehören. Das Kind packte die zierliche Figur aus den Pa- pierhüllen aus mit vielen entzückenden Ahs unb Ohs. „Ein Engelchen!" verkünbete es froh in dieser befonberen Lust, die unterschieblos alle jene Dinge selig begrüßt, bie ihm bereits bekannt sind, einerlei, ob es eine Himmelserscheinung ober ein Schweinchen ist. So innig diese Begrüßung gerät, so schnell wird sie doch auch abgetan. Sie scheint mehr eine lebhafte Feststellung zu bedeuten. Denn nun sehen bie Ettern, die gern noch bei bem berounbernben Betrachten verweilt hätten, mit einigem Grausen der sachlichen Behandlung zu, die dem Engel angetan wirb. Ehe sie noch warnen unb retten können, ist es geschehen. Ein grüner Flügel hat einen Knacks bekommen. Zunächst ganz ohne Schmerz überrascht, beteiligt sich bas Kind doch an bem Bebauern unb stimmt auch in seiner zweijährigen Überlegenheit bem zu, baß ein liehes Engelchen ganz vorsichtig zu halten ist, wenn es nicht kaputtgehen soll. Der grüne Flügel sitzt wieber gerabe. Aber es ist kein Verlaß mehr auf feine Festigkeit. Kinber- jinger pflegen bem sachlich nachzugeyen. Unb ba sie tn solchem sachlichen Interesse allein, ja gegen bie Erwachsenen handeln müssen, so passen sie geschickt ben richtigen Augenblick ab. Unb — ruck! ist ber Flügel heraus. Die Eltern sind ehrlich betrübt. Das Kind spielt ein bißchen an ber Trauer mit. Das Engelchen, verkrüppelt für bie Augen ber Erwachsenen, wirb roegqelegt. Aber später bann — unvermerkt — hat bas Kind es wiebergeholt. Unb nun ist bie erste Verwandlung vor sich gegangen: der Engel hat bie echte unb große Liebe Des Kinbes gefunben. Dem verstümmelten kleinen Himmelswesen wird jetzt alle umsichtige Zärtlichkeit zuteil, die dem unverstümmelten noch nicht gehörte. Es wird gepflegt unb in langer Rebe umhegt unb immer von neuem gestreichelt mit zierlichster Schonung. Erst jetzt scheint es, nach bem Opfer bes Flügels, jn Spiel unb Herz unb Welt bes Kinbes zu gehören. Und von horten steigt es auf zu feiner zweiten unb enbgültigen Verwandlung. Da ein Engel ein Schwebendes ist und Geschwister mit goldenen, silbernen unb grün glitzernben Gewändern irn Weihnachtsbaum hängen, verlangt bas Kinb plötzlich banach, baß auch biefer einflügelige au^Holz unter bie schwebenben Himmelswesen versetzt^wirb. So löst sich ber verstümmelte Engel aus ben behutsamen Händchen unb geht in fein eigenes Reich ein. Zwischen Kerzen unb fpiegelnben Kugeln, von Silber umrieselt, schaukelt er am Tannenzweig. Denn schaukeln muh er. Ab unb zu tritt bas Kinb Au ihm bin, ba es fein Engel in neuer Liebe ist. Und es feiert ben Besitz mit immer neuen Ruien unb Entzücken, ben Besitz eines himmlischen Wesens, ben es halb in bie strahlenbe Welt feiner Herkunft entließ, unb ben es halb noch zurückhiett. Deshalb muß ber Engel, von feinem Finger ungerührt, schaukeln. Nur bie Erwachsenen sehen, baß bie kleine weiße Putte schief am Golbschnürchen hängt. Es fehlt ja das zweite Flügelchen. Sie benfen darüber nach, ob ber Engel nun im Hinkeflug fliegen muß mit feiner einen grünen Schwinge. Unb sie benfen darüber nach, ob es vielleicht nötig war, daß er die Verstümmelung erlitt unb fo siegreich überwand, um nun erst wirklich in Verklärung unb Liebe aufzusteigen ober um sein immer schon verklärtes Wesen wunberbar zu beweisen, dem ein ausgebrochener Flügel nicht bas geringste anhaben kann. Ja, sie stimmen bem zu unb fühlen sich beschämt an bie menschliche Ungewöhnung an bie oberen Reiche erinnert, weil ber burch Die irdische Härte gegangene, ber verstümmelte Engel nun selbst ihnen, den Erwachsenen, zugleich geliebter unb engelischer geworben ist. Wenn sie ihn schief am Baume schweben sehen, spät am Abenb unb ohne Schaukeln, bann hören sie fast schon bas golbene Posauncken himmlisch klingen mit einem reinen unb frohen Ton, als schwebe er auf taufenb grünen ober strahlenben Flügeln, ober als bedürfe er auch bes einen übriggebliebenen nicht zum Engel- bafein. Eine Backstube des Weihnachtsmannes Borgholzhausen im Teutoburger Walb, in deutschen Landen bekannt als Honigkuckenstädt, liegt nahe ber sagenumwobenen Ravensburg an ber Landstraße, bie von Melle in Hannover nach Warendorf im Münsterlanbe führt. Seit rund 200 Jahren ist hier dje Honigkuchenbäckerei zu Hause. 1740 sollen Bäcker aus bem Hannoverschen hierher übergesiedelt sein, um ihre leckere Ware im'Ravensberger Land unb im Münsterland abzusetzen. Die ersten Borgholzhausener Honigkuchenbäcker zogen selbst mit Pferb unb Wagen und ihren auf Vorrat gebackenen Leckereien auf bie Märkte der näheren uhb weiteren Umgebung. 1817 entrüstete sich ein eifriger Borgholzhausener Prediger darüber, baß ber Sonntagsgotte&bienft vor leeren Kirchenstühlen ftattfinbe, ba fast alle Einwohner bes Städtchens als Kuchenbäcker ober -hänbler mit Kind und Kegel auf bie Sonntagsmärkte führen. Heute bedient sich die Borgholzhausener Honig- kuchenindustrie beim Absatz ihrer Waren der großen Händlerorganisationen. Ihre größte Bedeutung hat sie vor allem für die Iahrmarttsgeschäfte, wenigstens in ben Sommermonaten. Schon im frühen Herbst beginnt bann bie Arbeit für das Weihnachtsgeschäft. Unb bann erst in den Monaten Oktober, November unb Dezember arbeitet Borgholzhausen mit Hochbetrieb, bas kleine Oertchen wirb zur großen Backstube bes Weihnachtsmannes. Neben ben Honigkuchen in ber langen viereckigen Form werben auch bie verlockendsten Spezialitäten hergestellt, wie Moppen, Spritzkuchen, Pfeffernüsse, Makrönchen, Printen, Pflastersteine, Lebkuchenherzen unb bie in , ber Nikolaus- unb Weihnachtszeit besonders beliebten bunten Hexenhäuschen. FlandrkscheWeihnachien4914 Von Paul Wegener. Staatsschauspieler Paul Wegener, der in diesen Tagen mit Strindbergs „Totentanz" auch in Gießen gastiert hat, ging im Oktober 1914 als Freiwilliger mit den jun. gen Regimentern an die Westfront. Sein „Flandrisches Tagebuch-, ein Muster von Schlichtheit, Wahrheitswillen und Darstel. lungskrast, ist ein getreues Dokument des flandrischen Winterfeldzuges von 1914. Gegen Mittag hört das Schießen ganz auf. Links neben uns wird offizieller Waffenstillstand geschlossen. Die Franzosen haben eine weiße Fahne yerausgesteckt, zum Zeichen, daß sie eine Feuerpause zu machen gedenken. Es wird drüben eif. rig gekocht, und ab und ßu sicht man dunkle Gestalten zwischen der dahinterliegenden Hausruine und dem Graben hin und her laufen. Ich lasse auch nicht mehr schießen. Ungeniert bewegen wir uns in der Stellung, von drüben fällt kein Schuß. Dies ist das einzige Mal, daß ich im SchüKen- araben eine Art von Verständigung mit dem Feinde erlebe. In der Nebenstellung sollen sie sogar heißen Kaffee von den Franzosen geholt yaben. Alles ist in bester Laune. Die Friedensstimmung dauert aber nicht allzu lange. Am Nachmittag bekommen wir Granatfeuer, das ziemlich hart vor und hinter der Stellung einschlägt, aber zum Glück keinen Schaden anrichtet. Endlich dunkelt es, der „Heilige Abend" ist angebrochen. Wir warten schmerzhaft auf die Ablösung, die uns für sieben Uhr zugesagt ist. Gerade zum Fest sollen wir nach Menin zurück. Ich freue mich bei dem schönen Wetter auf vergnügte Feiertage im Fliegerkosino und einen Flug mit meinem Detter. Die Ablösung kommt nicht, obgleich es schon acht Uhr ist. Ich mache mir in meinem Unterstand, ganz allein mit Nagel, eine kleine Heilia-Abend-Feier. Ein paar Lichtchen werden angezündet und ein Tannenzweig in die feuchte Lehmwand gesteckt. Dabei singen wir ganz ernschaft „Stille Nacht, heilige Nacht . Wir setzen gerade den zweiten Vers an, da gibts einen furchtbaren Knall, und ein Mann fliegt der Länge nach durch die nur mit einer Zeltbahn abgedeckte Dorderwand des Unterstandes. Wir erschrecken mächtig. Der Mann liegt zuerst ganz still und glaubt wohl, er sei tot. Schließlich reagiert er auf unsere Anrufe, er war nur betäubt und ist mit dem Schrecken davongekommen. Die Granate hat gerade unserem Unterstand gegenüber vor der Brustwehr eingeschlagen, Sandsäcke und Schutz- ichild heruntergeworfen und durch den Luftdruck den Mann, der da gerade Wache stand, in meinen Unterstand hineingeschleudert. „Stifte Nacht, heilige Nacht" ... Endlich kommt die Ablösung. Wir gehen diesmal über die obere Stellung zurück. Seit dem Zweiundzwanzigsten abends waren wir im Graben. Trinkbares Wasser gab es dort nicht, Kaffee konnte auch nicht gekocht werden. Die Feldflaschen sind längst geleert und meine Leute furchtbar durstig. Hier ist aber für frisches Wasser gesorgt. Alles trinkt, und dann geht es zurück, wieder aus der Gefechtzsphäre heraus nach dem Reseroequartier in Gheluvelt. Der Tritt wird ruhiger und gleichmäßiger, das weite Land dehnt sich bei Mond- und Sternenlicht, weiß bereift. Aus einem einsamen Haus, dessen Helles Fensterchen traulich in' der Christnacht blinkt, klingt, von einer Ziehharmonika gespielt, „Stille Nacht, heilige Nacht", und jetzt singt die ganze Kompanie feierlich und das Marschtempo mäßigend dasselbe heimatliche Weihnachtslied. Um Mitternacht kommen wir in Gheluvelt an. Wir hoffen, die Feldküche vorzufinden, und ich freue mich auf einen Zug warme Erbsensuppe. Feldwebel Dubercke hat für Müller und mich in einem ganz sauberen Haus Quartier gemacht und lädt uns zum Abendessen ein. Als ich meine lehmigen Stiefel mit einiger Mühe von den durch das Wasser geschwollenen Füßen losgemacht und gewaschen habe, ziehe ich warme Schuhe an und gehe in die geräumige Wohnküche. Da glaube ich schon tot- Herr perske. (Sim* Weihnachtsgeschichte von Peter Mattheus Um acht hatte ein Drehorgelmann im Hof „Stille Nacht, heilige Nacht", gespielt, und Mariechen hatte schrecklich geweint. Herr und Frau Menzberg waren zum Wintersport gefahren. Sie war ganz allein. Dann hatte sie in der Küche ihr Bäumchen ange- zündet, gegessen und die Briefe von Zuhause gelesen. Und dann hatte sie wieder geweint. Es war der erste Heiligabend, den sie nicht bei ihren Leuten in ihrem Heimatstädtchen verlebte. Die saßen jetzt sicher alle in der guten Stube um den Tisch herum und knackten Nüsse — Vater, Mutter und die jüngeren Geschwister. Sie hörte förmlich das Krachen der Schalen und sah die Gesichter vor sich. Ihr Bruder Karl nahm immer die Zähne zu Hilfe. Das Bild wurde so deutlich, daß sie von neuem schluchzen mußte. Schließlich stand sie auf und kühlte sich die Augen mit kaltem Wasser. Und dann ging mit einemmal der Hahn nicht zu. Das heißt: er ging schon zu — aber das Wasser lief trotzdem weiter. Eine Weile war Marie ratlos. Sie konnte doch das Wasser unmöglich die ganze Nacht laufen lasen. Andererseits war Heiligabend — und es war »alb zehn geworden. Herr Perske, der Hauswart, eierte unten bestimmt Weihnachten. Sollte sie ihn tören? Durfte sie ihn stören? Die Sache war die, daß Marie ein bißchen Angst vor Herrn Perske hatte. Herr Perske hatte ein rotes Gesicht und einen eisengrauen Schnauzbart und sprach immer so kurz und brummig. Aber das Wasser konnte ja wirklich nicht die ganze Nacht laufen. Es blieb Marie am Ende nichts übrig, als trotz ihrer Angst die Treppe hinunterzulaufen und an ' die Tür der Hauswartwohnung zu klopfen. Die Tür wurde fast sofort geöffnet. Mit einem ziemlichen Ruck. Es war Herr Perske selber, der den «opf herausstreckte. „Ach ... bitte", sagte Marie stockend, „der kalte Hahn in der Küche ... er läuft plötzlich. Es tut mir so leid Sie hatte eigentlich erwartet, daß Herr Perske raunzen würde. Aber Herr Perske raunzte nicht. Er sah eine Sekunde lang in ihr verweintes Gesicht und sagte überraschend freundlich: „Soso? Der kalte Hahn? Na — werden wir gleich haben. Warten Sie mal 'n Augenblick." Er verschwand. Die Tür ließ er offen. Marie hörte Stimmen aus der Wohnung dringen und vergnügtes Lachen. Dann kam Herr Perske wieder mit dem Werkzeugkasten unterm Arm und stieg mit ihr die Treppe hinauf. Die Sache mit dem Hahn war eine Kleinigkeit. «en zu sein und ins Paradies einzutreten, ner sauber gedeckten Tafel steht eine raffinierte Auswahl leckerster kalter Vorgerichte, Kaviar! Ich hatte vergessen, daß es so etwas gibt, Raucheraal, Sardinen, Heringe, dazu ein Schnaps und helles belgisches Bier! Auf meinem Platz lagen außerdem liebe Briefe. Wir sind furchtbar durstig. Ich trinke rasch, schon um keine sentimentale Stimmung aufkommen zu lassen. Heiterste Festlaune ist sofort hergestellt und alles im Handumdrehen ein weng betrunken. Nach zwei Tagen und zwei Näch- ten Grabenkrieg verträgt man nichts. Das Staunen wächst, als es noch einen watmen Braten mit Spargel gibt. In meiner kühnsten Phantasie hätte ich ein solches Menu in Gheluvelt nicht für möglich gehalten. / Weihnachtstisten und Liebesgaben hatten die Hors d’oeuvres geliefert, den Braten hatte Dubercke vom Bataillonsstab requiriert und das alles mit rührender Sorgfalt, als Ueberraschung für uns vorbereitet. So kam man, ohne es zu merken, über Heimatsgedanken und Sehnsüchte hinweg. Es ist schon nach 1 Uhr, als Hauptmann Dür- berg eine Ordonnanz herüberschickt. Müller und ich sollen zum Bataillonsquartier kommen. Es liegt in derselben Straße uns schräg gegenüber. Der Hauptmann sitzt mit seinem Adjutanten im Kreise seiner Befehlsemnfänger, Radfahrer, Meldereiter und Burschen. Man trinkt Punsch und ist in aufgeräumter Laune. Müller ist zum Feldwebelleutnant befördert und hat das Eiserne Kreuz bekommen, und ich bin wirkllich „Leutnant der Landwehr" geworden! Der Abend dauert wohl noch ziemlich lan^e. Am ersten Feiertag tritt die Kompanie um 11 Uhr zur Weihnachtsfeier an. In einer ausgeräumten Schankwirtschaft ist ein großer Tisch zurechtgemacht. Ein Weihnachtsbaum brennt, und wir fingen wieder „Stille Nacht, heilige Nacht". Jeder Mann kriegt ein Päckchen. Dann muh ich mich beim Reaiments- führer als frischgebackener Leutnant melden. Er liegt ein paar Kilometer von uns, auf einem Bauerngehöft. Dürberg leiht mir sein zweites Pferd, ich habe meine neue Velvetuniform zum erstenmal an, ober noch keine Achselstücke. Zum Glück bin ich als Landjunge auf dem Pferd ganz zu Hause. Nun komme ich mir doch zu Roh recht wichtig vor und trabe in bester Laune neben dem Hauptmann her. Eine neue Phase hat für mich begonnen. Der Brigabegeneral L i tz m a n n kommt. Ich lerne ihn hier zum erstenmal persönlich kennen. Er bringt für den Adjutanten, den Hauptmann und mich das Eiserne Kreuz Er st er Klasse. Wohl hatte ich schon so etwas munkeln hören, aber immer noch nicht so recht daran geglaubt. Ich hatte von dieser Auszeichnung einen so hohen Begriff, daß der Gedanke, sie zu bekommen, im Verhältnis au dem, was ich leisten konnte, mich förmlich bedrückte. Litzmann steckt uns die Dekoration persönlich an und richtet herzliche und freundliche Worte an mich. Ich muß an die vielen Toten vom 4. Dezember denken und kann nicht ganz froh werden... (Copyright by Rowohlt Verlag in Berlin.) und für die Kinder Bonbons. Dazu kam die alte Kuh. Stolz besah sich der Herero Stephanus sein neues Hemd, denn er hatte sich besonders fein an- gezogen heute, zu seiner blauen Hose trug er einen dicken blauen Pullover, und der Schweiß brach ihm aus allen Poren bei der Temperatur des Abends. Ader das schadete nichts, er hatte nun mal diesen Pullover, und den mußte er zeigen. Neben ihm stehen die Küchenmädchen, Lene und Hereria und die Thusnelda, alle drei tatsächlich frisch aewaschen und appetitlich. Und dann kommen noch Die Vieh- Wächter an, der „Heukopf", „Salomon", „Abfalom", „Shamdock" und „Cognac". Dazu ein halbes Dutzend kleine Nackedeis, nur mit dem Perlenschurz bekleidet. Als letzter humpelte der alte „Saul heran, uralt, mit schneeweißen Haaren und zerfurchtem und ausgemergeltem Gesicht. Sein alter Hut hat ein knallrotes Band, und das ist mit wenigstens 50 Stecknadeln um den Hut gesteckt — die letzte afrikanische Mode! Mit den größten Dankesbezeu- gungen ziehen die Eingeborenen ab. Lange liegen wir später noch in den Liegestühlen vor dem Haus. Ein strahlender Sternenhimmel ist über uns, und der reiche Duft der Kameldornblüten liegt über der Nacht. Don fern sehen wir vor den Hütten der Eingeborenen die Feuerchen brennen, ihr Lachen schallt herüber und der monotone Gesang der Frauen, der so gut in eine Afrikanacht paßt. Ab und zu hören wir das heisere Bellen der Schakale, das Flügelschlagen und Locken eines Nachtvogels und das Bellen eines Kaffernhundes. Ueber uns leuchtet unser afrikanisches Sternbild, das Kreuz des Südens, das wir Afrikaner alle so lieben. Mit großer Liebe hängen wir an Südwest, das 16 Jahre unsere Heimat war. Aber: heute wieder hier in Deutschland sein zu dürfen, wenn Glocken rufen über ein starkes, neuerftandenes Land — eine schönere Weihnacht gibt es für uns Kolonialdeutsche nicht! Gbmme der He-mat. Berlin, 24. Dez. (DRV.) Wie bereits gemeldet, wird die diesjährige Weihnachtsansprache des Stellvertreters des Führers, Rudolf 5) e ß, an die Deutschen in aller Welt heute abend in der Zeit von 20 bis 20.20 Uhr über alle deutschen Sender und über den deutschen Kurzwellenfender gesendet werden. 3n allen Teilen der Welt werden die Deutschen die Botschaft der Heimat hören. < . * Seitdem es ein im Nationalsozialismus geeintes Deutschland gibt, erleben rund hundert Millionen Deutsche aus der ganzen Welt wiederholt im Lauf des Jahres die großen Stunden gemeinsamer Besinnung durch das technische Mittel des Rundfunks. So ist es am 30. Januar, dem Tag der Machtergreifung, so am 20. April, dem Geburtstag unseres Führers und Reichskanzlers, so am 1. Mai, dem Nationalfeiertag, so erleben wir zusammen mit unseren Brüdern draußen in der Welt die erhebenden Tage des Nürnberger Kongresses im September, bann das Erntedankfest. Am Heiligen Abend aber klingt durch den Aeiher die Stimme des Stellvertreters des Führers, Rudolf Heß. Es ist ein ergreifender Gedanke, daß in dieser Stunde gewissermaßen alle Deutschen in der ganzen Welt in einer frohen, weihnachtlichen Feststimmung zusammenstehen und alle laufrfjen, wie nach einem Redner hin, der auf einem gebirgshohen Turm steht. Es ist das ein Vorgang, den wir hier in der Heimat nicht von unserem geographischen Punkt aus betrachten dürfen. Wir müssen uns in die Seele unserer Brüder und Schwestern draußen in der Welt versetzen, die ja fast alle liebe Verwandte und Freunde hier in der Heimat haben und in Gedanken mit ihnen zusammen^ sind. Sie hören dort in den fernen Ländern, auf der andern Seite der Erde, in riesigen Weltstädten und in kleinsten, entlegensten Siedelungen, in der Steinwüste und im tropischen Urwald plötzlich die Stimme der Heimat aus dem Munoe von Rudolf Heß, der ihnen sagt, daß wir alle auch unsererseits an diesem Abend des schönsten deutschen Festes in herzlicher Verbundenheit der Deutschen auf dem ganzen Erdball gedenken. matte Licht kam vom Schnee, so schien es, der Schnee wehrte sich gegen das Dunkel, hatte Licht geschluckt den ganzell Tag. Ein Klingeln scholl, ein Schlitten kam, ein reich verzierter Prunkschlitten, und die Krähe schrie ärgerlich und flog auf, und flog auf den Hang hinaus, einen Steinwurf weit, und äugte zu dem Gefährt hin, das um das Steinhaus bog, den Steinturm, und den Weg weiter nahm in dem grauweißen Abend und hinter einem Hügel bald verschwand. Da Khwang sich der schwatze Vogel wieder auf, strich über den Boden hin, hob sich in langsamer Kurve und landete auf dem Ast wieder, setzte die Krallen in die Spuren, die er gelassen hatte. Die Nackt fiel rasch herein, kein Stern am Himmel, und es schwieg ringsum. Das Schweigen wurde groß und mächtig, lag zwischen Himmel und Erde tonlos summend Georg Britting. Brettln wunderten sich. Aber der Kare, kaum im Tale angelangt, hatte es mit der Reue bekommen. Eine sturzfreie Ab- sahrt und ein Schluck gutes Münchner Bier hatten chn weich gestimmt. Aus schnödem Messing rück- verwandelte sich das goldene Herz. „A so a kloans Maderl", sagte der Kare leise und gerührt vor sich hin, „und a so alloan!" Und nachdem er eine weitere Maß genehmigt hatte, machte er sich an den Anstieg. Was er da bald darauf vorfand, freute ihn nicht. „Ja, Saxendi, werft es wohl glei auslaff'n, mei Fräul'n Braut?" „Dös is der heilige Josef!" kicherte das Reserl recht frech, „hast es net g'wunschn, er sollt kimma und mi z'sammklaubn? Alsdann da wär er jetzt!" Und sie schmiegte sich fester in den umschlingenden Arm. Diese Rede und mehr noch die sie begleitende Geste wirkten sehr nachteilig auf den Kare ein. Und so wurde denn dieser Streitfall ausgetragen, wie eben solche Fälle ausgetragen zu werden pflegen, solange es bayerische Bauernburschen gibt. Der heilige Josef blieb sogar Sieger. Und wir können, wiewohl unser skisportbegeistertes Herz nach wie vor Kares Partei nimmt, doch nicht umhin, dann eine gewisse ausgleichende Moral und Gerechtigkeit zu erkennen. Beethoven improvisiert. Der Name des Fürsten Joseph Franz Max LobkowiH, dessen Haus unter dem Hochadel von Böhmen und innerhalb der Habsburgischen Gesamtmonarchie eine erste Stelle einnahm, ist mit dem Beethovens für immer verbunden. Der : Ankömmling „aus dem Reiche" fand in Wien in I dem Fürsten sehr bald einen eifrigen Förderer seiner Kunst wie seiner materiellen Interessen, und | Beethoven ging in seinem Palais schließlich aus i und ein. Der Fürst sah bald einen Vorzug darin, jedes neue Werk Beethovens bei sich zuerst zur ! Aufführung bringen zu können; so kaufte er die 11803 vollendete „Eroica" und ließ sie wiederholt, | bevor sie im Druck erschien, in seinem Palast spie- , len. Bei einem Konzert beim Fürsten ereignete sich, wie Stephan Ley in einem Aufsatz über die Beziehungen Beethovens zum Fürsten in der im Bibliographischen Institut, ßeipjifl, erscheinenden Monatsschrift „Atlantis" nach der Schilderung eines Schülers des Meisters erzählt, ein merkwür- .öiger Zwischenfall mit dem Münchener Oboisten Ramm: Beethoven spielte fein Klavierquartett ‘mit Blasinstrumenten, und Ramm begleitete ihn. kommen. Unb fd, W gehör, zu un'°-°r Freiheit nach K. nm unb des Gegners erfvlgverfprechend erscheinen - auf ein Drittes: Die Würde des Lebens, Oie Welt an der Zeitenwende Staaten- z u innere Würde, die unabhängig ist von Rang und Stand. Ehrfurcht vor aller echten Größe, vor den unbekannten Mächten, die unser Leben beftimmen und erfüllen, ist das oberste Gebot. Der Spötter und Verächter, der ehrfurchtslose Mensch hat keine Lebenswürde. Wer auf Berge steigt, muß nach die Dauer siegt nur das Echte und Lautere, das, was die innere Kraft in sich trägst, die ein hohes überpersönliches Ziel verleiht. Wie oft ist schon die innere Macht an die äußere Stellung in manchem guten Streite verraten werden! Gehässigkeit macht jeden Mut unb jebes Opfer klein Das ist das beste Teil unserer Freiheit: b^ mir uns nicht von einem Gegner die Art der Was. fen und des Kampfes anbefehlen lassen, daß wir den Gegner zu seiner blanksten, schärfsten Wajsi zwingen. In solcher Weise als Nationalsozialist frei ju sein, vermag nur der Tapfere, der sich von Not und Gefahr nicht dazu verleiten läßt, fein Ge. setz zu verlassen unb bie Aufgabe an bie eigene Schwäche zu verraten Es geht im Leben um größere Dinge als um bas Leben. Verlieren mir über all ben Pflichten bes Tages nicht jene große innere Pflicht aus unserem Willen: Tapfer zu fein unb frei zu werben! Streitigkeiten in ber.Form zu beseitigen, wie in demokratischen Länbern innerpolitische Schwierig, feiten gelöst werben, gescheitert ist unb alle l reiner Machtpolitik zurück. obenschauen, unb wer bürste je glauben, oben zu sein! Solange mir lebenbig finb, manbern mir hinauf, und immer neue Gipfel steigen vor uns hoch. Wer nur in sich und seinesgleichen das Maß sucht, mit dem er zu messen hat, ist in sich selsst verstrickt und tut keinen Schritt zur Höhe hinauf. Der Mensch der vergangenen Zeit hatte die Sensation gegen bie Ehrfurcht, die Kenntnis gegen bie Offenbarung, den Kitzel gegen die Erschütterung eintauschen wollen, unb bie Welt mar dabei immer erbärmlicher geworden, sie hatte sich verlaufen in Zwecken ohne Sinn unb Feiern ohne Festlichkeit. In ber Ehrfurcht erst gewinnen wir auch ben Abstand zu uns, zu ben Menschen unb Dingen, der zur Freiheit gehört. Wir müssen in uns eine Verachtung aller billigen Gemeinsamkeiten großziehen, in denen sich Menschen in all ihrer inneren Unaufgeräumtheit und Unfertiqkeit, mit all ihren Gedanken und Träumen und Gefühlen.zusammen- finden und alle Linien ihres Wesens verwischen. Abstand zu halten, schweigsam zu sein in allen innersten Dingen, die nur Angelegenheiten eines einzigen, Lebens sind, sparfdm mit Gefühlen unb Beteuerungen, bas ist bie große Forberung jeber Kameradschaft. Denn eine Gemeinschaft soll kein Brei sein, in bem alles unterschiebslos zusammen- fließt, fonbern ein Bau, rn bem sich Kamerad zu Kamerad wie Stein zu Stein fügt — „unterfchie- den, aber nicht getrennt, verbunden, aber nicht verschmolzen". Zur Lebenswürde gehört noch wesentlich d i e Haltung hinzu, die nichts Aeußerliches allein ist, sondern der Ausdruck dafür, daß ein Mensch zur Einheit in sich gelangt ist und nicht mehr jedem Wunsche, jeder Begierde, jeder Freude und jedem Leide hemmungslos verfällt. Alles Große ist schwer zu bewegen, weil es in sich ruht. Wer sich nicht beugt und wenn auch alles sinkt, wer trotz aller Unruhe, allen Lärmes und Kampfes fein Herz hn Innersten freihält pon allem unruhvollen Zweiteln und Sorgen, ist vorbestimmt zur Freiheit. Man muß sich auf einiges wenige Große h i n sammeln und darf Kraft unb Zeit nicht verzetteln in hunderterlei wichtig scheinenden Dingen. Die höchste Kraft in uns wirft von allein, sie bedarf nur der Bereitschaft, des Dienstes, des ganzen Einsatzes zur rechten Zeit, aber nicht ber Eilfertigfeit unb Heinen Eifrigkeit, die an allem Geschehen feilzuhaben wünscht. Die kleinen Dinge tun, wenn sie notwendig sind, unb bie großen Dinge tun, wenn sie notmenbig sind, — das eine nicht mißachten unb bas anbere nicht ersehnen, sich nicht gehen lassen und sich nicht abseits halten, fonbern auf Posten sein: bas ist bie Forberung jebes Tages. Unb dazu muß man seines Herzens gewiß sein, unb man muß auch seiner Aufgabe gewiß fein in bem guten Glauben, baß ein Leben nicht von ungefähr entsteht und vergeht, sondern einen Platz hat in dem unendlichen Geschehen ber Welt. Zur Ruhe wollen wir uns nicht erziehen. Das Leben ist stürmisch — warum sollten wir es nicht auch fein? Aber Beherrschung tut not, Ueberlegen- heit über unsere Abneigungen unb Zuneigungen unb bie Leidenschaften in uns, damit wir nicht bie freie unb weite Sicht über unser Leben verlieren. Es ist nicht möglich, feinen Weg zäh unb beharrlich zu verfolgen unb mit jedermann in Frieden zu leben. Keine Aufgabe wird erfüllt, ohne daß andere Anstoß nehmen, sich zurückgedrängt ober übergangen ober beleibigt fühlen. Der Kampf ge» hört zum Werke, unb ohne bas kämpferische Eie- ment kann fein Leben auf bie Dauer bestehen und Frucht tragen. Im Streite — "auch im häßlichsten und kleinsten Streite — haben wir die Pflicht, nicht nur nach dem äußeren Siege, sondern fern Aufsatz, dessen Verfasser einer der besten Kenner ber britischen Außenpolitik, ist, als zu. treffenbe Deutung ber augenblicklich in führenden Kreisen Englands gehegten außenpolitischen lieber. Regungen besondere Bedeutung zumessen. Der Auf. satz geht von der Erkenntnis aus, daß der nach dem Krieg unternommene Versuch, international „Im letzten Allegro ist einige Male ein Halt, eh« bas Thema wieder anfängt; bei einem berfelbtn fing Beethoven auf einmal an zu phantasieren nahm bas Rondo als Thema unb unterhielt fiä unb bie anbern eine geraume Zeit, Gas jebotÜ bei ben Begleitenden nicht ber Fall war. Diel« waren ungehalten unb Herr Ramm sogar sein aufgebracht. Wirklich sah es possierlich aus, wem biefe Herren, bie {eben Augenblick erwarteten, -aß wieder angefangen werde, die Instrumente unaufhörlich an den Mund setzten und dann Mll ruhig wieder abnahmey. Endlich war Beethoven, befriedigt und fiel wieder ins Rondo ein. Die ganze: Gesellschaft war entzückt." Wie zwanglos der junge Meister in den Konzerten bei Lobkowitz sich bewegen durfte, zeigt auch eine andere Schilderung einer seiner Improvisationen aus dem Jahre 1805. In einem Konzert wurden die neuesten Quartette von Ignaz Pleyel., der damals einer der populärsten Komponist^ war, vor einer großen und hohen Gesellschaft angeführt. Zum Schluß wurde der anwesende Be^ thoven ersucht, etwas zu spielen. „Wie gewöhnlich ließ er sich unendlich lange bitten und wurde endlich fast mit Gewalt von ben Damen ans KlaviK gezogen Unwillig reißt er Dom Violinpult die noch aufgeschlagene zweite Violinstimme des Pleyel schen Quartetts, wirft sie auf das Pult des Fort«" piano und beginnt zu phantasieren. Noch nie halt'! man ihn ... großartiger improvisieren gehöll Aber durch die ganze Improvisation gingen wie ein Faden die an sich ganz unbedeutend Noten durch, welche auf der zufällig aittgeschB' nen Seite standen, während er die fünften tobien ... im brillantesten Conzertstyle bara- baute. Der alte Pleyel tonnte fein Staunen baburch zeigen, baß er ihm bie Hände füßte. solchen Improvisationen pflegte Beethoven in eN; laut schallendes vergnügtes Gelächter auszubrechen- England zieht das Fazit. Don unterem Londoner bg.-Äenchieritatter London, Dezember 1937. Don Lord Palmerston, Großbritanniens hochmütigen und von Bismarck bitter gehaßten Außenminister in der Zeit ber deutschen (Einigungs» friege, stammt das stolze Wort: „Wir haben feine ständigen Verbündeten und wir haben feine ständigen Feinde. Unsere Interessen sind ewig unb beständig, unb biefen unseren Interessen zu folgen, ist unsere Pflicht/' Es aibt heute noch eine nicht unwichtige unb vor allem propagandistisch unb publizistisch nicht einflußlose Gruppe britischer Poli- titer, bie dieses Wort Palmerstons auf ihre Fahne schreiben fönnten. Ihre Parole lautet „splendid Isolation“ unb bebautet praftisch: feinerlei Bünbnispolitif in Europa. Was Amerifa anbetrifft, fo finb sie geneigt, Abstriche von ihrem Programm zu machen. Aber bereif bas Zugeständ- nis an Amerifa, Das ja in ber Forberung nach engster Zusammenarbeit zwischen ben „beiben angelsächsischen Dölfern" gipfelt, beweist, baß selbst ein Lord Beaverbrook nicht übersehen fann unb übersehen will, wie sehr bie Voraussetzungen für eine Politik ber „splendid Isolation“ nach böm Muster Palmerstons nicht erst seit Versailles, sondern lange vorher dahingeschwunden sind. Die entscheidende Bresche wurde in diese Politik; deren Anhänger noch Lord Salisbury war, durch das Bündnis geschlagen, das Lord Lansdowne 1902 mit dem aufstrebenden Jnfelreich im Fernen Osten schloß. Japan wurde, wie es dieser Tage einmal treffend ausgedrückt wurde, zum Wächter der britischen Interessen in Ostasien gemacht. Bis dahin glaubte. sich Großbritannien ftarf genug, um mit eigenen Kräften, militärisch gesprochen mit seiner Flotte allein, seine Belange schützen und wahren zu fönnen. Es folgte die Entente - Politik. Aber entscheidend blieb, doch bas Jahr 1902. Denn seit- bem hat England lernen müssen, seine Interessen denen anderer Mächte anzupassen. Der Weltkrieg und die Nachkriegszeit brachten hierin keine Aenderung. Versuche, zur „splendid isolation“ zurückzukehren, blieben bei den ersten tastenden Schritten stecken. Aber auch die Polittf der sogenannten folleftiven Friedenssicherung wurde nur halb, betrieben. Anstatt sich Der Genfer Liga der Nationen als Mittel der eigenen Jnteresfenpolittf zu bedienen, die ja immer stärker auf die Wünsche und Forderungen der Dominien Rücksicht nehmen mußte, überließ man Genf mehr ober weniger Frankreich und seinen Trabanten. Als dann plötzlich, im abessinischen Konflikt, Genf für Großbritannien einfpringen sollte, rächte sich die jahrelange Vernachlässigung, Nicht nur der Kollektivismus versagte, sondern auch Frankreich, dem man nach Kriegsende den versprochenen Beistandspakt abgeschlagen hatte. Das Ende von Locarno hatte wohl England unb Frankreich automatisch erneut in engste Freundschaft zu- sammengesührt. Reicht aber, mit englischen Augen gesehen, dieses Bündnis aus, um den Gefahren zu begegnen, bie wie bunkle Gewitterwolken Drohend am Horizont des britischen Imperiums auffteigen? Auf diese Frage, um deren Verständnis willen wir jenen geschichtlichen Rückblick anstellten, versucht ein Aufsatz in der Vierteljahrsschrift „The Round Tadle" Antwort zu geben. Man muß bie» kehrten. Die endgültige Probe aufs Exempel sei während bes abessinischen Konflikts gemacht roon ben. Weitere Probefälle seien jetzt Spanien, der Ferne Osten unb Osteuropa.' Wie tief sich bereits das Mißtrauen gegenüber ben Plänen Italiens in bie Dorstellungswelt politisch geschulter unb gr. bilbeter Engländer eingefressen hat, zeigen bie Au-, führunaen Des „Round Tadle" über Spanien. Ohne sich mit ber törichten Auffassung völlig zu ibentiftzieren, baß Mussolini im Falle eines nicht balbigen unb entscheidenden Sieges General Francos in diesem Winter Unruhen in Nordafrika unb in den arabischen Staaten anzetteln werde, wird doch zu erkennen gegeben, daß es das Ziel der italienischen Politik sein könnte, das östliche Mittelmeer zu einem „Italienischen <5ee* zu machen und den Suezfanal unter italienische Kontrolle zu bringen Zu nicht, weniger beachtenswerten Ergebnissen kommt ber Aussatz aber auch gegenüber bem Kon. flikt im Fernen Osten. Er erinnert an ben Vor. schlag bes früheren amerifanifchen Außensekretärs Stirnson währenb der Besetzung der Man. bschurei burch bie Japaner, roeber Gold noch Seide von Japan zu kaufen, noch Del, Baumwolle ob« Gummi zu verkaufen. Dor die Frage gestellt, ent- weder sich zu ergeben ober bie wirtschaftliche Blockade zu durchbrechen, würdq sich Japan zim Letzteren entschlossen haben. Der Aufsatz fährt bann fort: „Japan würbe nicht bie USA angreifen, dazu ist es nicht stark genug. Es würbe auch nicht versuchen, sich ber Philippinen zu bemächtigen, Mii diese für die Zwecke bes gegenwärtigen Krieges wenig Wert hätten. Was es zweifellv;. versuchen würbe, wäre bie Abriegelung jeber Zufuhr zur See nach China über Kanton, Kowloon (gegenüber Hongkong) unb Haifang. Es würde dann versuchen, sich der niederländischen Inseln im Ostasien zu bemächtigen, um bie Versorgung mi Oel, Gummi unb Zinn unter eigene Kontrolle ziu bringen. Bevor Großbritannten eine ausreichend Macht bei Singapore mobilisieren könnte, fonnte Japan selbst ben Angriff auf biefe lebenswichtige! Bastion ber Empire-Verteidigung in Betracht gezogen haben." Weber wirtschaftliche Sanktionen, deren HauB last auf Englanb unb USA. fiele, noch eine mit« tärische Verteibigung, so fährt ber Aufsatz bann fort, könnten Japan mit Sicherheit auf bie ftnil zwingen, selbst wenn bie USA., Englanb unb Fron!-- reich unb bie Niederlande fest zusammenständ'n. Hongkong würbe — ebenso wie Schanghai — unhaltbar sei. Ein Eingreifen Rußlanbs wäre ohw große Wirkung, weil bie Sowjetunion im Fern-rn Osten über keine beträchtlichen Seestreitkräfte verfüge. Der springenbe Punkt läge überhaupt nidrt im Fernen Osten allein, fonbern bei ber gleis- zeitigen Rücksichtnahme, bie bie britische Poliül auf bie Lage im Mittelmeer unb in btc 31 orbfee zu nehmen habe. fein. Wir müssen auf ber Hut vor allem fein, was s nach ber inner e n U e ber le 8 enheit Zu uns unserer Aufgabe unserem Dienste entfremden uchen. In allen persönlichen Kämpfen ist nur dem will. Und vielleicht mu6 man vieles und viele Gigling jedes Mittel recht, der feine Selbstachtung opfern tonnen, um zur wahrhaften Freiheit zu verleugnen muh, um der «.rtctlage ju fteil m - Ein unanständiger Sieg kann oft verderblicher sein als eine anständige Niederlage. Die Geschichte kennt V___________s hin STfriHuf Heitschnffen. — Die prächtige Zeitschrift „Der Bergste^ g e r" bringt in ihrem Dezemberheft gewiß jeb^ Naturfreund viel Neues Wintersportler lesen DOfi Schifahrten im Zahmen Kaiser, Felsgeher werd^ die Berichte über die Eigerwände und EisgeM die Ausführungen Walther Flaias über Bergung^ aus einer Gletscherspalte mit Interesse verfolgt Was den „Bergsteiger" im Laufe der Jahre P solcher Bedeutung gebracht hat, ist der Bilderieu ber allmonatlich 40 bis 50 herrliche AufnahnM bringt, bie zum Teil auf aanzleittgen Kunstdruck tafeln reproduziert finb. Verlag F. Bruckmau^ München. . y II n $ 8 1:1 m e ü b dki irr Vv. e:i I?: .til Hfl t. Jk * • !' '-W^-7* i lr vJIä 4 '-»aV$v3 er iri- ö: 0<. geteilt werden, obwohl sie in einem langdauern- W de- Weltkrieg mit .hineingezogen werden könnten. V meisten der kleinen Staaten würden an der ife KZische Problem ist in den Hintergrund getreten. Äir wird das fernöstliche immer dringender. Nie- vr )oi Ä b ebi“ A. nt >bc cif Monaten nicht nur der größte, sondern auch der ro greichste Schlag der britischen Behörden in Palatina gegen die arabischen Freischärler gewesen sei. Ls britischer Seite feien bisher keine Verluste zu Kefecht mit arabischen Freischärlern in Palästina. Este ihrer stärksten Nachbarn stehen oder wie chlland im letzten Kriege, neutral bleiben, anstatt, tD* das Rumänien tat, eine Eroberung geradezu bcturd) zu veranlassen, daß man sich ohye Hosf- nnfl auf sofortige und ausreichende Hilfe gegen ei« Macht ersten Ranges entscheidet. Die Haupt- amppierung würde auf der einen Seite aus D utschland, Italien und Japan be- ffoen, auf der anderen Seite aus Großbritan- n«n, Frankreich und Rußland mit einer Anzahl kleinerer Staaten. Wenn es nun zum Kneg feie, der sich zweifellos zu einem Weltkrieg aus- wchsen würde, welche Seite würde dann gewin- Hfi? Wer kann das sagen? Wie üblich würden die D faturen wahrscheinlich mit den Vorteilen der I, tiative und des konzentrierten Angriffs beginnt,: die Demokratien dagegen würden wahrfchein- (lc mit ihren Hilfsmitteln und moralisch länger flcndhalten, falls sie den Angriff abwehren können." hat sich aber der Staatsmann und Diplomat, so rmfß man fragen, damit abzufinden, daß es aus eii^r solchen Konstellation kein Entrinnen ßift? Bleibt nur die Flucht in eine Auf- ri stu n g Übrig, deren Tempo von wachsender gierd)t und wachsendem Mißtrauen bestimmt wird? Niemand will den Krieg; viele Englän- bei indessen sehen ihn wie ein Gespenst herannahen, da- seine Opfer bannt und hypnotisiert. Furcht ltifmt die Denkkraft und das politische Phantasie- jfti I 1________ ... )e! mb kann heute voraussagen, ob der „neue Start" M Mitrn zu Beginn in dem fernöstlichen Erdrutsch fiden bleibt. vkianögen. Abkommen werden getroffen, Sicherun- gk! eingebaut, aber zum letzten Mittel vor Aus- vr.ch eines Krieges, zur Militärallianz, wird nur zöiiernd gegriffen. Die eigene Rüstung als solche gilt . — vorläufig wenigstens noch — als ausreichende "8i«densbürgschaft. So etwas wie eine politische 21f chreckungstheorie ist an die Stelle der kollektive Völkerbundsideologie getreten. Die Demokratie sind heute ihre stärksten Verfechter. Die Grund- aber für eitlen wirklichen Frieden — niemand Wil das hier letztlich leugnen — müssen andere sei:. Aus der Einsicht in die Kräfte und Faktoren, Sie heute die Weltpolitik beherrschen, erwachsen aiiTj für England die Notwendigkeit und der Beschuß, zur Tat zu schreiten. Das soll Schritt für tzdlritt erfolgen, immer im Hinblick auf jene be- rülmte „Gesarntregelu n g". Das Zustande- Bcr men von Zwischenlösungen indessen, jiin sie auch nur zweiseitiger Natur, soll nicht ab- hlir>gig gemacht werden von dem heute noch gar rtdrt abzusehenden Erfolg oder Mißerfolg der Ge- Mregelung. Jede Neuorganisation des Friedens tfr nach englischer AlZffassung Opfer auf Seiten »rienigen voraus, die die Nutznießer des bisheri- ar „Friedens"°Zustandes waren. Opfer, die sich &inrd) bezahlt machen, daß jie zur allgemei - tten Sicherheit beitragen. Welcher Art w! wie hoch sie sein müssen, das eben ist nach eng- flideer Auffassung Sinn und Zweck der diplomati- f V > BRANDPLATZ Nr 500 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Zreitag, 24. Dezember (057 Volksweihnachtsfeiern in Gießen. Stimmungsvoller Verlauf aller Veranstaltungen und große Freude der Kinder. Gießen-Ost (Großer Hörsaal der Universität): Herzliche Begrüßung -x zwischen Kreisleiter Backhaus und dem Nikolaus. WIM - Gießen-Süd (Studentenheim): Dem liebevollen Nikolaus wurde mancher schöne Vers auf^esagt. i w /.V MM Wie überall im Reiche, fanden am gestrigen Donnerstagabend auch in Gießen Volksweihnachtsfeiern statt, die von den Ortsgruppen der Partei veranstaltet und von der NSV. mit reichen Gaben für die Kleinen ausgestattet waren. Es war für alle Teilnehmer, die Kleinen und die Großen, ein prächtiges Erlebnis, das ihnen in dieser Feierstunde bereitet wurde. Die Politischen Leiter, viele Angehörige der NS.-Frauenschaft, Mädels vom BDM. und vor allem die NSV und ihre Mitarbeiter haben sich um den schönen Verlauf der Feiern Jn hohem Maße verdient gemacht; ihnen allen gebührt der herzliche Dank der Allgemeinheit. Kreisleiter Backhaus wohnte den verschiedenen Feiern bei und dokumentierte durch seinen Besuch die innige und sorgsame Betreuung, die von der Partei gerade auch diesen ' Feiern zuteil wurde. Ueber- all schieden die beschenkten Kinder und ihre Eltern mit herzlichem Dank und mit dem Willen zu treuer Gefolgschaft in den Marschkolonnen des Führers von den abendlichen 'Feiern, lieber den Verlauf der Veranstaltungen in Gießen ist folgendes zu berichten: Ortsgruppe Gießen-Nord. Der Saal des Cafe Leib bot am gestrigen Donnerstagabend zu der Volksweihnachtsfeier Der Ortsgruppe Gießen-Nord ein festliches Bild; ein etwa drei Meter ini Durchmesser großer Adventskranz und viel Tannengrün an den Pfeilern und Emporen des Saales waren der würdige Schmuck zu dieser Feierstunde. Zwei große Tannenbäume mit vielen Lichtern bereicherten das schöne Bild. Etwas über 600 Kinder mit ihren Müttern oder Vätern oder mit älteren Geschwistern fanden sich als Gäste der Ortsgruppe und der NSV. voll froher Erwartung ein. Ortsgruppenleiter Thomas begrüßte die Kinder und ihre Eltern mit herzlichen Worten, wobei er auch kurz auf die Bedeutung dieser Dolksweih- nachtsfeier hinwies und zugleich allen Helfern und selbstlosen Mitarbeitern für die warmherzige Förderung bei der Vorbereitung dieser Feierstunde gebührend Dank sagte. Sodann hörten die Kleinen und die Großen die Uebertragung der Ansprache von Reichsminister Dr. Goebbels mit aufmerksamer Spannung an. Anschließend folgte der lokale Teil der Feiergestaltung. Eine Jungmädelschar des BDM. sang in feierlicher Weise ein Weihnachtslied. Dann richtete ^-Untersturmführer H 0 r n eine kurze Ansprache an die Kinder und ihre eitern/in der er in eindringlichen und packenden Worten auf den großen Wandel der deutschen Weihnachtszeit, ^vie überhaupt auf die glücklichere Gestaltung des deutschen Lebensschicksals seit der Machtübernahme durch den Führer hinwies, weiter den Sinn der deutschen Weihnacht als Fest der Familie im Geiste unserer Ahnen hervorhob und schließlich an die große Dankespflicht aller Deutschen gegenüber dem Führer erinnerte, dem allein wir alle es zu danken haben, daß uns im deutschen Vaterlande jetzt wieder glücklichere Zeiten und damit auch schönere Weihnacht als vor der Machtübernahme beschieden sei. Diesem Dank für den -Führer sollten alle deutschen Menschen durch ihre Treue und ihre eifrige Mitarbeit am Wepke des Führers zum Ausdruck bringen. Die Aufführung des Märchenspiels „Frau Holle" durch die Jungmädel vom BDM., bei der die Kleinen mit großer Begeisterung dabei waren, bereitete auf den von der kleinen Gesellschaft sehn- lichst erwarteten Besuch des Nikolaus vor. Kaum war das Märchenspiel zu Ende, so erschien denn auch der weißbärtige Alte in seiner bekannten Gestalt, von den Kindern mit lautem Jubel begrüßt. Stürmisch äußerte sich die Freude der Kleinen, als der Nikolaus sich mitten unter das kleine Volk mischte und in seiner bekannten Art mit den Buben unb Mädels umging. Dann folgte die Bescherung der Kinder, die für diese natürlich her Höhepunkt der Feier war. Da gab es Spielzeug für Buben und Mädels in großer Menge, ferner für jedes Kind einF Tüte mit prächtigem Backwerk eine große Brezel und Aepfel. Mit strahlendem Gesicht nahmen die Kleinen die Gaben in Empfang, und erfüllt von großer Freude marschierten sie mit ihren dankbar begrüßten Geschenken heimwärts. Mit den Kleinen erlebten auch die vielen Großen bei der schön verlaufenen Feier eine herzliche Weihnachtsfreude. Ortsgruppe Gießen-Ost. Die Ortsgruppe Ost hatte sich zum Volksweihnachtsfest im Großen Hörsaal der Universität zusammengefunden. Ein großer Weihnachtsbaum brachte von vornherein schöne Weihnachtsstimmung. Nach der Ansprache von Reichsminister Dr. Goebbels begrüßte Ortsgruppenleiter K r e u - 4er die Kinder und die Eltern Pg. Geiger lev riete dann mit einem Gedicht „Advent" die Stunde der Volksweihnacht ein Die Jungmädelgruppe Ost trug einige Weihnachtslieder vor, denen ein Liedsatz für drei Blockflöten folgte, und führte den Kleinen das Märchenspiel von „Hänsel und Gretel" vor. Mit großer Aufmerksamkeit- verfolgten sie das Spiel von der Mutter, die ihre Kinder in den Wald schickte und dem Hunger preisgab, wie Hänsel und Gretel zum Knusperhäuschen kamen, indem die Hexe mit ihren beiden großen Katzen hauste. Die Gesichter der Kleinen wurden erst wieder froh, als es Gretel gelang, die böse Hexe in den Feuerofen zu stoßen. Erfreut über ihre Rettung plünderten Hänsel und Gretel das Hexenhäuschen vollends aus, sie ließen aber auch die Kinder im Saale an ihrer Freude teilhaben, indem sie die Lebkuchen und Pfeffernüsse mit ihnen teilten. Lautes Pochen an der Tür kündete den „Nikolaus". schnell freundete er sich mit den Kleinen an, und bald war die richtige Gemeinschaft zwischen Kinder und Nikolaus hergestellt. Einige Buben und Mädels erfreuten durch schön aufgesagte Gedichte: Wenn der Nikolaus auch eine große Rute mit sich führte, von der er aber keinen Gebrauch zu machen brauchte, so war er doch nicht so böse, wie es anfangs schien, denn für jedes Kind hatte er etwas mitgebracht. Für die Buben Flieger, Tanks, Burgen', Gewehre, Pferdeställe, Handwerks- und Baukasten, Laubsägen, ja sogar einen richtigen großen Fußball, für die Mädchen Puppenstuben, große und kleine Puppen, Teddybären, kurzum, für jedes hatte er das rechte gefunden. Aber auch an Leckereien hatte er gedacht und zu jedem Geschenk noch eine große Tüte Süßigkeiten mitgebracht. Wie strahlten die Gesichter Der Kleinen ob der vielen schönen Sachen, die ihnen beschert wurden. Viele konnten es gar nicht erwarten und probierten ihre Autos, Tanks und Flieger gleich an Ort und Stelle aus; sie waren alle.wunschlos glücklich Propagandaleiter B a h s dankte in seinem Schlußwort, in dem er auch des Führers gedachte, allen denen, die sich in den Dienst der Sache gestellt hatten; ganz besonderen £)ant sagte er der NS.- Frauenschaft, den Spendern der Geschenke, der NSV und der Marine-HI. .Gießen, die in vielen „Bastelabenden" in unermüdlicher Arbeit Burgen, Pferdeställe, Puppenstuben usw. herstellten. Nur durch eine solche enge Zusammenarbeit war es. möglich, den 240 Kindern der Ortsgruppe eine so große Freude zu bereiten. Ortsgruppe Gieken-Güd. Zu der gestrigen Volksweihnachtsfeier in der Ortsgruppe Gießen-Süd war die Tageshalle des Studentenhauses in weihnachtlicher Art festlich ausgestaltet worden. Aus langen weißgedeckten Tischen, die mit Tannengrün, Aepfeln und Lichtern verziert waren, waren für jedes Kind ein Teller mit Kuchen und eine Tasse Kakao bereitgestellt. Ueber 300 Kinder mit ihren Eltern waren der Einladung gefolgt, auch eine große Anzahl von Ehrengästen war zu Der Feier 'erschienen. Nach Dem LieD „Leise rieselt Der Schnee ...", Das JungmaDels von Der Ortsgruppe Gießen-Süd zum Beginn sangen, begrüßte Ortsgruppen-Propaganda- leiter B l i nz i g die Gäste aufs herzlichste und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß es uns allen wieder vergönnt sei, bei Lichterglanz und strahlenden Kinderaugen zusammen zu sein. Wenn man mit den Kleinsten der Kleinen feiere, dann würde jeder an seine eigene Jugendzeit erinnert. Viele Hände hätten diese Weihnachtsfeier vorbereitet. Sein Dank galt vor- allem der NSV. und ihren Helfern und auch der NS.-Frauenschaft der Ortsgruppe Süd, die durch ihre Mithilfe sehr zum Gelingen der Weihnachtsfeier beigetragen habe. Hoffentlich werde diese Weihnachtsfeier bei allen in Erinnerung bleiben. Nun wurden unter dem strahlenden Lichterbaum Märchen erzählt und noch Lieder gesungen, außerdem erfreuten die Jungmädels Die KinDer Durch Die Aufführung eines kleinen Theaterstückchens, betitelt „Frau Hslle" Herzhaft griffen Dann Die Kleinen Dem Kuchen und Dem Kakao zu. Mitten in Der Hochstimmung erschien, jubelnd begrüßt, Der Nikolaus. Ohne Zögern trugen verschieDene KinDer Dem Nikolaus ein WeihnachtsgeDicht vor, dann verteilte Der Weihnachtsmann an Die Kinder Spielsachen und eine große Tüte mit Zuckerplätzchen. Strahlend zogen die Kinder mit ihren Geschenken wieder an ihren Tisch. Am Schlüsse Der wohlgelungenen Feier richtete Ortsgruppenleiter Holländer noch einige Worte an die Kinder und die Eltern. Er sprach von dem Lichterglanz und Den frohen Kinderaugen und erinnerte an die früheren Jahre, wo es noch anders in Deutschland aussah. Unser Führer werde sich freuen, wenn er höre, daß in allen Orten des Reiches Die KinDer aller StänDe beim strahlenden Weihnachtsbaum fröhliche Stunden verlebt hätten. Ortsgruppenleiter Holländer faßte den Dank zusammen und brachte auf den Führer Adolf Hitler ein dreifaches Sieg-Heil aus. Ortsgruppe Gießen-Mitte. In der mit Adventskränzen und dem Lichterbaum schön geschmückten Turnhalle am Oswaldsgarten saßen an langen Tischreihen die 275 Kinder, die die Ortsgruppe Gießen-Mitte gestern zu ihrer Weihnachtsfeier eingeladen hatte. Zwischen den Tassen und einem in mühseliger Kleinarbeit von der NS.- Frauenschaft hergestellten kleinen Geschenk standen Die brennenDen Kerzen unD Die Kuchenteller, Die zunächst Die ganze Aufmerksamkeit Der Kleinen auf sich lenkten. , Gespannt lauschten Die Kleinen unD deren Eltern Den herzlichen Worten, die Reichsminister Dr. Goebbels zu der deutschen Jugend sprach. Nachher begrüßte namens der Ortsgruppe Mitte Ortsgruppenleiter Weber die zahlreich erschienenen Volksgenossen mit ihren Kindern, wobei er herzliche Worte des Dankes an die NS.-Frauenschaft fand, die durch ihre großen Opfer an Zeit und Kleinarbeit so viele Weihnachtsfreuden schaffen half. Er dankte aber auch seinen Mitarbeitern von der NSV. und der Partei unD allen SpenDern, Die Dem Gemeinschaftserlebnis so schönen AusDruck verliehen. Mit Schargesängen unD GeDichtvorträgen unD vor allem mit Dem Märchenspiel vom Rumpelstilzchen bereiteten Die JungmäDel Den kleinen Gästen viele Freude. Das Erscheinen des Weihnachtsmannes nahmen die Kleinen mit gemischten Gefühlen auf, aber die größeren von ihnen beantworteten seine Fragen mit stürmischer Freude. Daß dem Weihnachtsmann die zwei Mädels, die er in seinen riesengroßen Sack gesteckt hatte, wieder entschlüpften, machte ihnen -allen großen Spaß, hoffentlich beherzigen sie aber seine gutgemeinten Ermahnungen, sich als deutsche Kinder artig gegenüber ihren Eltern und dankbar gegenüber dem Führer zu zeigen, der ein großes Herz für sie hat. Die schönen Geschenke, die der Weihnachtsmann jedem von ihnen mitgebracht hatte, nahmen die Kleinen dankbar entgegen. Dann gab es Schokolade und viel Kuchen, betten sie eifrig zusprachen. Nur mühsam übertönte Die Hauskapelle Die muntere Unterhaltung unD das Tassengeklimper. Mit dem Treugruß und dem Gesang der Nationallieder statteten Eltern und Kinder ihren Dank an den Mann ab, der ihnen diese schöne Weihnachtsfreude bereitete. Aus der Stadt Gießen. Weihnachtslicht. „... über die da wohnen im finsteren Lande, scheinet es helle." Weihnachten sind nicht nur Tage fröhlicher Gegenwart, sie bringen auch Stunden innigen Erinnerns Je älter man wird, um so mehr: Je langsamer Die Füße vorwärtsgehen, um so mehr wandern Die GeDanken rückwärts, in Die Vergangenheit." UnD man kommt ins Sinnen Darüber, wo unD wann auf Dem Lebensweg Weihnachtstage einmal ganz besonderen Glanz gehabt haben, von wo noch heute ihr Licht und ihr Klang einen grüßt als ernste und Doch frohe Erinnerung. Drei Weihnachten finD's, Die mir an meinem Weg befonDere Lichter gestellt haben, unD Die ich nie missen möchte. Weit liegt es zurück — währenD ich Diese Worte schreibe, wird es mir bewußt, daß es gerade 50 Jahre sind —, das erste Weihnachtsfest, Das mich immer wieDer grüßt aus früher Kindheit. Damals gab es im heimatlichen Dorf nur in wenigen Familien Ehriftbäume, auch Das elterliche Haus gehörte Dazu. Aber in Dem Jahr war Daheim kein Weihnachtslicht. In einer Schar von Buben unD MäDchen zogen wir KinDer aber, wie Das so alte Sitte war, mit Durch's Dorf, um unter Den wenigen Christbäumen unsere Lieber zu fingen und vom Christkind uns grüßen zu lassen. Es war kein großer Schatz von Liedern, die wir konnten, nur Drei rourDen immer gesungen, Die aber beherrschten wir unD boten wir Dar mit großer Freude und auch innerer Ergriffenheit: „Vom Himmel hoch, da komm ich her", „Lobt Gott, ihr Christen allzugleich", und „Ehre sei Gott in Der Höhe". So hatten wir uns auch an Diesem Weihnachts- abenD in Die Stube eines befreundeten Bauernhauses schüchtern hineingeschoben, es wollte ja nie- manD vorangehen. Die wenigen Christbaumlichter leuchteten, unsere Lieder erklangen, zuerst etwas zögernd, dann aber fest und froh, und die alte Hausmutter reichte uns aus ihrer Schürze Gebäck und jedem einen Apfel, im damals obstarmen Dorf ein ganz besonderes Geschenk. Wie bescheiden war das alles. Aber der Glanz der Lichter, der Klang der Lieder, der Empfang auch der geringen Gaben bereiteten uns Weihnachten. Und das Kindesgemüt, vorher von nur ahnend begriffenem Leid überschattet, nahm teil an der großen Freude und sah seinen Weg hell gemacht in dem Licht, das Gott in dieser heiligen Nacht über der notvollen Welt hat aufleuchten lassen. Das Kind hatte teil an der tiefen Wirklichkeit der Weihnacht, deren Botschaft unverändert durch die Zeiten klingt „... über die da wohnen im finstern Lande, scheinet es Helle." Jahre sind dahingegangen. Manches Frohe durfte man erfahren in - Kindheit und Jugend/manches Weihnachtsfest im Elternhaus und im Freudeskreis feiern. Und Da kommt wieDer ein Weihnachtsfest, Das von feinem Glanz auch heute, nach Jahrzehnten, noch nichts eingebüßt hat. Wir saßen zusammen im großen Saal einer Arbeiterkolonie. Es mögen wohl 150 BrüDer von Der Landstraße gewesen sein, die da eine Weihnachtsgemeinde bildeten, vom kecken 19jährigen, dem Das Leben wohl noch verheißungsvolle Romantik bietet, der aber txotz seiner jungen Jach re schon von der Heimat losgelöst ist, bis zum 76jährigen, der über Höhen und durch Täler in doppeltem Sinn gegangen ist, aber vom vielen Sehen und Wandern müde ward an Leib und Seele. Wie bunt war dgs Schicksal dieser Menschen, deren Lebensweg von fremder und eigener Schuld überschattet war und dadurch in die Irre geführt hatte. Wie oft wurde bei der Andacht an gewöhnlichen Abenden in diesem Kreis Das kindliche Abendlied gewünscht „Müde bin ich ... Hab' ich Unrecht heut' getan". Und nun war Weihnachten. Eine Gruppe von Alten und Jungen hat Die Lieder ausgewählt als erstes steht Da „Alle Jahre wieDer kommt Das Christuskind". Wir hören Das Weihnachtsevangelium unD fingen unermüdlich unsere alten Weihnachtslieder, erstaunlicherweise meist aus feiern Gedächtnis. Dazwischen das Erzählen hin und her. Die Erinnerungen gehen sichtbar durch den Raum: Männer grüßen ihre Frauen, Väter ihre Kinder und Kinder ihr Elternhaus, aus Dem gar mancher vor vielen, vielen Jahren aus- gezogen ist. Und was liegt ajtes zwischen Damals unD heute! Auch. sonst locke"Schwätzer verstummen mit ihrem Witz. Unser Leben ist hineinaestellt in Das Licht Des Kindleins, über Dessen Geburts- geschichte unD Dessen ganzem Mannesleben ja auch etwas von Heimatlosigkeit liegt, damals und heute — „er farii in fein Eigentum und die Seinen nahmen ihn nicht auf." Menschenseele hört die tiefen Klänge der Weihnachtsbotschaft „Ich bin gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist", ja es ist die große, befreiende Wirklichkeit „... über die da wohnen im finsteren Lande, scheinet es Helle." Jahre fröhlichen Schaffens zogen dahin. Dann kam der Krieg. Wir feierten Weihnachten im kalten Winter 16 auf 17 tief in Rußland Drin. Ein alter Schuppen ist mit viel Grün zur Christkirche geschmückt, Lichter mit oft erstaunlichem Behelfs auf- gesteckt auf Der mächtigen Tanne Wenige Stunden vorher, am späten Nachmittag, haben wir am Grab zweier Kameraden gestanden. Manche von Gießen-Nord (Cafe Leid): Große Berge von Spielsachen türmten sich auf den Tischen. — (Aufnahmen (4]: Neuner, Gießener Anzeiger.) s % L *1 V < - ■ * *» ■W- Gießen-Mitte (Turnhalle Oswaldsgarten): Erwartungsvoll umdrängten die Kinder den Nikolaus bei der Gabenverteilung. denen, die da jetzt Weihnacht feiern, sind vom Osten 3um Westen und wieder vom Westen zum Osten hinüber und herüber gekommen. Der Tod ist kein Unbekannter, viel Feind überall, fern ist die Heimat. Was geht für ein Fragen über des Lebens Sinn durch die Herzen und ist zu lesen auf den wetterharten Gesichtern! In solchen Stunden und in solcher Umgebung hören auch deutsche Männer die Botschaft von Dem Kind in der Krippe mit anderen Ohren als in Zeiten, da lautes Wort und menschlicher Witz göttliche Geheimnisse auslöschen möchte. Und Liedworte: „Ich lag in tiefster Todesnacht, du wurdest meine (Sonne1*, werden, zunächst vielleicht mit Widerspruch, aber dann doch mit hungriger Seele ausgenommen. Aller Weihnachts- ersatz und bloßer Weihnacktsschmuck wird zum lee- ren Geschwätz und wertlosen Tand gegenüber den letzten Wirklichkeiten des Lebens solcher Stunden. Unsere Gedanken sind auf der Wanderschaft auch in dieser Feierstunde, grüßen aus der Fremde hin. über in die deutsche Heimat, wir wissen uns m inniger Gemeinschaft verbunden mit Frau und Kindern, mit Eltern und Geschwistern, die daheim in unserer Stube ihre Weihnacht feiern. Und der enge Kreis da in dem russischen Schuppen weitet sich zur großen Gemeinde über das ganze deutsche Volk hin. Als wir dann beim Abschied zum froy- ernsten Weihnachtsgruß einander die Hand reichen, da tun wir es nicht nur im Wissen um unsere gemeinsame Not, sondern auch unter dem Segen der großen Verheißung, von den einen bewußt, von andern nur ahnend erfaßt „.. über die da wohnen im finstern Lande, scheinet es Helle." — Diese drei Weihnachten stchen als Gotteslichter voll Helle und Wärme an dem nun langen Lebens, weg, den ich hab' gehen dürfen. Warum strahlt ihr Licht über die Jahrzehnte hinweg und verliert nichts von feinem Glanze? Weil auf diesen Stationen ganz besonders die Tatsachen des Menschenlebens Leid und Schuld, Not und Tod als die großen Wirklichkeiten offenbar wurden, und dahinein die Wirklichkeit Gottes sprach mit dem Heiland, von dem das Lied singt „All unsre Not zu End bringt!" So wird's immer bleiben: „Die Sterne leuchten in der Nacht." Weihnachten wird nur dem zur frohen Botschaft und zur Kraft im Lebenskampf, in jeder Gegenwart, der sich angefprvchen weiß von dem Ruf: Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände! Bk. . Dornotizen Tageskalender für Freitag (Heiligabends. Iohanneskirche: 17 Uhr Musikalische Abendfeier. Tageskalender für Samstag (1. Deihnachksfeiertag). Stadttheater: 19 bis 21.30 Uhr Erstaufführung „Enoch Arden". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Ihr Leibhusar".,— Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): 14 Uhr „Die sieben Raben": zu den bekannten Zeiten „Serenade". — Turnverein von 1846: 19 Uhr Turnhalle, Familienfeier. — Gesangverein Frohsinn • Quartettverein 1885 e. D. 20.30 Uhr, „Burghof" (Caf6 Ebel), Weihnachtsfeier. — 1880/1930 „Prinz Carl". Tageskalender für Sonntag - (2. Deihnachtsfeiertag). Stadttheater: 15 bis 17.30 Uhr „Schneewittchen", 19 bis 22 Uhr „Eine Nackt in Venedig". — Glo- ria-Palaft (Seltersweg): „Ihr Leibhusar". —Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): 14 Uhr „Die sieben Raben": zu den bekannten Zeiten „Serenade". Weihnachten im Gießener Stadttheater. Aus dem Büro des Gießener Stadttheaters wird uns geschrieben: Der erste Weihnachtsfeiertag bringt die Erstauf' führung der volkstümlichen modernen Oper „Enoch Arden" von Ottmar Gerster. Der Komponist wird der Aufführung beiwohnen. Da Ottmar Gerster ein Sohn unserer Nachbarstadt Braunfels ist, wird die Aufführung dieses Werkes hier besonderes Interesse finden. Gerster besuchte das Gymnasium in Wetzlar und beschäftigte sich schon als Schüler mit Kompositionsversuchen. Seine Oper „Enoch Arden" wurde bis jetzt bereits von 42 Bühnen zur Aufführung angenommen. Musikalische Leitung Kapellmeister Paul Walter, Spielleitung Wolfgang Kühne. Einstudierung und Leitung der Chöre Heinz Markwardt. Choreographie und Einstudierung der Tänze Irmgard Zenner. Bühnenbilder: Karl Löffler. Die in eigener Werkstatt hergestellten Kostüme sind entworfen von Sophie Buchnör, ausgeführt von Willi Endrich. Die Vorstellung findet außer Miete statt. Beginn 19 Uhr, Ende 21.30 Uhr. Am zweiten WeiDachtsseiertag findet eine Wiederholung des großen Märchenerfolges „Schneewittchen" nach Grimm von Trude Wehe statt. Spielleitung: Hermann Schultze-Griesheim, musikalische Leitung: Heinz Markwärdt. Tänze: Irmgard Zenner. Bühnenbild: Karl Löffler. Die Vorstellung beginnt um 15 Uhr, Ende 17.30 Uhr. — Am Abend auf vielseitigen Wunsch Wiederholung der großen Erfolgsoperette „Eine Nacht in Vene- dig" von Johann Strauß. Musikalische Leitung Joachim Popelka, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. Tänze Irmgard Zenner. Bühnenbilder: Karl Löfs- ler. Die Vorstellung findet außer Miete statt. Beginn 19t Uhr, Ende 22 Uhr. Sportamt ASG. „Kraft durch Freude^. Theatervorstellung. Erstaufführung für «Kraft durch Freude". Samstag, den 1. Januar 1938, 20 Uhr, Große „KdF.-Miete", Gruppe II (6. Vorst): »Die tote Tante und andere Begebenheiten." Lustspiel von Kurt Goetz. Karten zu —.90 und 1.— RM. sind in der Karten- Verkaufsstelle, Seltersweg 60, erhältlich. 8665V Kann man dich aufs Glatteis führen? Lachend wehrst du ab: Dich kann man nicht aufs Glatteis führen! Augenblick mal! Zugegeben, du bist glücklicher Hausbesitzer und auf deinem Grundstück ist das ganze Jahr hindurch noch kein einziger Un- glücksfall vorgekommen. Aber hast du bedacht, was sich bei Schnee, Frost und Glatteis an Gefahren dauernd einstellen? Triumphiere nicht zu früh — wer zuletzt lacht, lacht am besten! Da, die Treppe, die in den Keller hinunterführt, ist mehr als notdürftig beleuchtet, und in dem Gang, in den die verschiedenen Kellerräume münden, brennt überhaupt fein Licht. Fall 1: Für jeden hier entstehenden Unglücksfall bist du mit schadensersahpflichtig, denn da die Treppe und der Flur für den allgemeinen Verkehr zugänglich sind, müssen sie ausreichend beleuchtet sein. Um den Ausbau der Lonystraße. Eine Anregung und eine Antwort. Von einem Bezieher unseres Blattes, der sich für die öffentlichen Angelegenheiten unserer Stadt eit Jahren stark interessiert, ging uns die nach- tehende Anregung an die Stadtverwaltung zu: „Wohin man eben in unserer Stadt geht oder sckaut, überall wird gebaut, erweitert und ver* scyönert. Neue Straßen, ja ganz neue Stadtviertel entstehen. Das alles ist sehr erfreulich, zeugt von großem Aufbauwillen, namentlich unserer Stadtverwaltung, und ist im Interesse des Wirtschaftslebens überaus begrüßenswert. Aber warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nahe liegt. Damit meine ich den Ausbau der schon vor Jahrzehnten begonnenen Lonystraße. Das gäbe doch schöne, sonnige Wohnungen in ruhiger Lage, nicht weit vom Stadtinnern. Namentlich für ältere Leute, die wegen der großen Entfernungen und der Steigung nicht im abgelegenen Süd- und Ostoiertel wohnen möchten. Zur Zeit liegen die Gärten, die an die Wieseck grenzen, fast alle brach, einzelne gleichen sogar mehr einer Wüstenei und bieten ge« rabe im Herbst und im Winter, wenn die entlaubten Bäume einen Durchblick gestatten, ein sehr unschönes Bild von der gegenüberliegenden Loder- straße aus. Anfänge zu einer durchgehenden Einbahnstraße sind an den verschiedenen Querstraßen bereits vorhanden. Die Grundstücke selbst dürften wohl alle zur Zeit verhältnismäßig günstig zu haben sein, und vielleicht würden die jetzigen Besitzer sogar gern selbst bauen. Ich könnte mir denken, daß es vielleicht möglich wäre, diese „Uferpromenade" über die Bleichstraße hinaus bis zur Frankfurter Straße fortzusetzen, evtl, unter Einschaltung einer schmalen Brücke über die Wieseck von der Alicenstrahe aus. Dann würde das wenig schöne jetzige Bild, bestehend aus dem Blick in die Gärten und Hofreiten, sicher wesentlich verbessert. Bei diesem Straßenzug denke ich an eine Art Kaimauer, wie man sie auch in anderen Städten in solchen Fällen mit Erfolg geschaffen hat. Ich möchte im Interesse der Allgemeinheit die zuständigen Stellen bitten, in eine ernstliche Prüfung des Vorschlages einzutreten. Das gesamte Stadtbild würde bei Durchführung des Projekts zweifellos wesentlich gewinnen. B." Oie Stellungnahme der Stadtverwaltung. Wir haben die Zuschrift dem Herrn Oberbürgermeister zur Kenntnisnahme übermittelt und daraufhin das folgende Schreiben als Stellungnahme der Stadtverwaltung erhalten: „1. Grundsätzlich ist zu sagen, daß jeder Bauherr, der eine Baulücke an schon ausgebauter Straße schließt, keinen Straßenkostenbeitrag zu zahlen hat. Leider ist diese Vergünstigung noch kaum beansprucht worden. 2. Der Ausbau der Lonystraße ist zu begrüßen. Der Grund und Boden für das Straßen- gelände ist bis auf ein Sechstel von der Stadt bereits erworben, der Fluchtlinienplan steht fest. Die Straße wird allerdings sehr teuer, weil, wie der Einsender erwartet, eine Stützmauer errichtet werden muß. Die Stadtverwaltung kann diese hohen Kosten bei der gegenwärtigen starken finanziellen Anspannung auf allen Gebieten aber nur verantworten, wenn auch gleichzeitig Häuser an der Straße gebaut werden, damit der Straßenkostenbeitrag angefordert werden kann. Andernfalls läge das investierte Kapital fest. Vielleicht bemüht sich der Einsender einmal nach dieser Richtung bei den Grundstückseigentümern." bis 45, Zwiebeln 8 bis 9, Meerrettich 30 bis 60, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 1. Sorte 3,45 Mark, 2. Sorte 3,25, 3. Sorte 3 Mark, Aepfel,.% kg 10 bis 20 Pf., Birnen 10 bis- 15, Nüsse 35 bis 50 Pf., Hahne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Gänse 1,15 bis 1,25 Mark, Enten 1 bis 1,20 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 50, Salat 8 bis 25, Endivien 8 bis 12, Lauch 5 bis 8, Rettich .5 bis 10, Sellerie 10 bis 30 Pf. Frohe Feier- einsam auf hem posten. In wenigen Stunden werden für die Volksgenossen in Stadt und Land die schönen Tage der Weihnachtsfeier beginnen. Nach den Sorgen und Kämpfen eines ganzen Jahres, nach den T^ü^en^ des Alltags und besonders nach beh gesteigerten* Anforderungen der letzten Tage vor dem Feste wird allen diese Feiertagdruhe eine Quelle "ber Freude und der Stärkung zu neuem Wirken fein. Wer in rechter Besinnlichkeit diese Feiertage begeht, wird aber auch nicht übersehen, daß es auch an diesen hohen Feiertagen in Stadt und Land viele Volksgenossen gibt, die einsam auf ihrem Berufsposten dem Gebot der Pflicht zu entsprechen haben. Der „Gießener Anzeiger" hat in einem Bildbericht vor Mei Jahren bereits auf diese Männer und Frauen hingewiesen und damit ihrem opferbereiten Wirken im Dienste der Allgemeinheit — auf der Bahn, im Straßenbahnverkehr, auf der Feuerwache, im Elek- trizitäts- ober im Gaswerk, in ben Kliniken ober be.r0^$en’ ober auch als Solbaten im strengen militärischen Dienst — ben gebührenden Wiberhall in ben Herzen der . festlich-frohgestimmten Volksgemeinschaft bereiten wollen. Heute wollen wir uns alle erneut biefer Männer und Frauen erinnern und ihnen babei von Herzen Dank sagen für ihre tatbereite Arbeitsleistung, während mir anberen uns der festlichen Freube zuwenben können. Polizeistunde für Weihnachten und Silvester. Die neue Straßenverkehrs-Ordnung. Unser Verkehrsfachmann hat das Wort. Die Polizeidirektion Gießen teilt mit: Durch Verfügung bes Herrn Reichsstatthalters in Hessen — Canbesregierung — ist bie Polizeistunde am zweiten Weihnachtsfeiertage auf 2 Uhr und für die Silvesternacht auf 6 Uhr festgesetzt. denen z. B. auf dem Laderaum eines Dreirad- unsere Kinder. Jetzt basteln mir einen Kalender. igen fest eingebaut sieln oder xorbmö: Darüber hinaus sind aber auch noch andere sehr wichtige Bestimmungen zu beachten, die für alle Perlonenfahrten auf Last: Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 12^, Klasse B 12, Kühlhauseier, Klasse B 11, ausländische Kühl- Hauseier 11, Wirsing, kg 10 bis 12, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 7 bis 12, gelbe Rüben und Ka- rotten 10 bis 12, rote Rüben 10, Spinat 18 bis 20 Unterkoblrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat, Vio 8 bis 10, Tomaten, % kg 40 6 Uhr: Morgenspruch, Gnmnastik. 6.30: Früh- konzert. 7: Nachrichten. 8.10 Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 9.45 Hausfrau hör zu! 11.40 Deutsche Scholle. Bauer! Hilf mit bei der volkskundlichen Arbeit? 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: „Sing' mir das Lied noch einmal". Wunsch-Erfüllung zum Gießen, 24. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 16: Nachmittagskonzert. 17: Kammermusik. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Heitere Feierabendmusik. 21.15; Wir wandern durch das heitere Jcckr. 22: Nachrichten. 22.1,5: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 1: Nachtkonzert. RUHL Seliersweg Nr. 67 adiO Telephon Nr. 3170 eparaturen l897ü Weiter: Was meinst du zu der glatt gelaufenen Steintreppe, bei der außerdem das Treppengeländer beschädigt ist? Es braucht bloß gefroren zu haben, die Hausbewohner haben Schnee und Eis- stückchen an den Schuhen — und schon ist der Un» glücksfall da. Auch dafür mußt du aufkommen, mindestens teilweise, denn alle Treppen und Treppengeländer haben sich in einem ordnungsgemäßen Zustand zu befinden. Wie leicht kann man ausrutschen! Schon stark ausgetretene Treppen genügen, wenn es gefroren hat. Das Wichtigste ist darum stets, bei Glatteis zu streuen. Hat die Stadtverwaltung nicht ausdrücklich die Streupflicht übernommen, so muß der Hausbesitzer auf seinem Grund und Boden streuen. Doch der Winter macht nicht auf der Straße halt. Ist das Dach nicht dicht, so schneit und regnet cs durch. Bei der Schneeschmelze werden lose Ziegel- fteme und Schornsteinaufjätze mitgerissen und Ian- Öen womöglich auf dem Kopf harmlos Vorbeigehen- der Straßenbenutzer. Auch von Balkonen, Skulpturen und Ornamenten lösen sich bei starkem Frost oder Regen leicht Teile ab. Darum muß alles gründ- lich untersucht und überholt werden, denn der Hausbesitzer haftet auch für diesen Schaden. - raschl. (Siebener IDotbenmarftpreile Impft fl ckt für Tiere aus verseuchten Gebieten. LPD. Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — w gibt bekannt, daß für das Land Hessen folgende Bestimmungen Geltung haben: Rinder und Schweine dürfen zu Nutz- und Zucht- zwecken, solange die Maul- und Klauenseuche im Lande herrscht, aus Hessen nur ausgeführt werden, nachdem sie im Ursprungsbestand gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft sind. Die Impf» fieferroagens zwei oder drei Personen mitgenommen werden. Zunächst müssen die Sitze auf den Lastkraftwagen fest eingebaut fein. Vergnügungsfahrten auf Sesseln oder Korbmöbeln, selbst auf lose hin- gestellten Bänken, sind also streng verboten, ebenso wie das Stehen während der Fahrt. Die motorisierte Gendarmerie und die Verkehrspolizei werden im kommenden Frühjahr und Sommer gerade auf die Befolgung dieser Verordnung streng achten. Es dürfen nur so viele Personen mitgenommen wer- den, daß das Gewicht der zulässigen Belastung des Lastkraftwagens drei Fünftel nicht übersteigt. Für jede Person sind 65 Kilogramm zu rechnen. Im Wagen muß ein für die Fahrgäste gut sichtbares Plakat angebracht sein, auf dem die zulässige Be- laftung in Kilogramm sowie die zugelassene Zahl der zu befördernden Personen verzeichnet sein muß. Außerdem müssen die Fahrgäste darauf hingewiesen werden, daß das Stehen, das Hinauslehnen und Ausflugsfahrten auf Lastkraftwagen. Das nahende Fest gibt Veranlassung, auf einen Uebelstand im Straßenverkehr aufmerksam zu machen, der besonders im Frühjahr und im Sommer an den Samstagen und Sonntagen in den Großstädten und in ihren Umgebungen zu beobachten ist. Diele Besitzer von Lastkraftwagen aller Formen und Arten, angefangen vom kleinen Liefer- Dreiradwagen bis zum ,chundertpferdigen Giganten' der Landstraße", fühlen sich oft veranlaßt ober werden dazu angeregt, ab und zu einen größeren Verwandten- oder Bekanntenkreis zu einer Fahrt ins Grüne oder Weiße einzuladen. Ohne besondere Vorbereitungen werden gewöhnlich einige Bänke, Stühle oder auch Sessel und Korbmöbel auf dem Laderaum des Lastkraftwagens verstaut. Die lieben Verwandten und Bekannten turnen mehr ober weniger geschickt auf den hohen Laderaum hinauf, dann geht die Fahrt ab. Die Devise lautet meistens: „Los von Muttem" ober auch schlickt: „Heraus aus der Steinwüste, hinein ins Vergnügen", das selbstverständlich schon mit der ersten Fahrtstunde beginnt. Besonders Mutige klettern zwischen den proviso- rischen Sitzen herum, stehen während der Fahrt auf, um sich den Wind durch die Haare wehen zu lassen, beugen sich, nach anderen Fahrzeugen winkend, weit über die Brüstung hinaus oder lassen allerhand Scherzarttkel weit herausgehalten lustig im Winde flattern. Selbst Betriebsausflüge kleinerer Unternehmungen find auf solchen notdürftig eingerichteten Beförderungsmitteln durchgeführt worden, wobei man auf einem kleinen Fahrzeug mitunter 10 bis 15 Personen beobachten konnte. Mit diesem Unfug, durch den schon viele Volksgenossen aus fröhlicher Stimmung in den sicheren Tod gefahren wurden, räumt die neue Straßen- verkehrs-Ordnung endgültig auf. Nachdem der Stellvertreter des Führers eine Beschränkung der Personenbeförderung auf Lastkraftwagen und deren Anhängern für die Partei und ihre Gliederungen angeordnet yat, werden diese Grundsätze nunmehr im Interesse der Verkehrssicherheit mit einigen Aenderungen zur allgemeingülttgen Rechtsvorschrift. Fahrten mit mehr als acht Personen genehmigungspflichtig. Im § 34 der neuen Straßenverkehrs-Ordnung wird zunächst angeordnet, daß mehr als acht Personen auf der Ladefläche von Lastkraftwagen nur mit Erlaubnis der Verkehrspolizeibehörde befördert werden dürfen. Dafür werden besondere Erlaubnisscheine ausgegeben, die selbstverständlich auf solchen Fahrten mitgeführt und auf Verlangen zuständiger Beamter vorgewiesen werden müssen. Diese Scheine, in denen die Zahl der zugelassenen Personen verzeichnet ist, haben grundsätzlich nur ein Jahr Gültigkeit. Die Polizei wird im Interesse der zur Beförderung in Aussicht genommenen Volksgenossen, aber auch der anderen Verkehrsteilnehmer die Genehmigung versagen, wenn der Zustand des angemeldeten Fahrzeuges oder seine Bauart ober auch die Persönlichkeit des Fahrers keine aus- reichende Gewähr für die Sicherheit der zu Befördernden bieten. Sitze müssen fest eingebaut sein. — Stehen während der Fahrt verboten! das Hinaushalten von Gegenständen während der Fahrt streng verboten find. Auf den Ladeflächen der Anhänger ist eine Beförderung von Personen streng verboten. Lediglich die zur Beförderung von Lasten erforderlichen Begleiter dürfen auf Anhängern mitgenommen werdest. Gewissenhafte Führung emeS Fahrtenbuches kann angeordnet werden. Zahlreiche Fahrzeughalter sind aus privatem Interesse dazu übergegangen, ein sogenanntes Fahrtenbuch zu führen, in dem sie allabendlich nicht nur den täglichen Stand des Tachometers eihtragen, das Abschmieren des Fahrzeuges sowie den Del- wechsel verzeichnen, sondern auch bei häufigen Ueberlandfahrten genau die jeweiligen Ziele notieren. Sie können also an Hand dieses Buches noch nach längerer Zeit angeben, was für eine Fahrt sie an einem fraglichen Tage durchgeführt haben. Das ist eine Einrichtung rein privaten Charakters, die iedoch gerade für Fuhrunternehmunaen mit wechselnden Fahrern auf verschiedenen Fahrzeugen sehr empfehlenswert ist, um jederzeit einen Nachweis über die einzelnen Fahrten und die Persönlichkeit des Fahrers erbringen zu können. Die allmähliche Einführung ist also ratsam. Das Fahrtenbuch kann auch nach § 7 der Straßenverkehrs-Orb- nuna, Absatz 2, von der Verkehrspolizeibehörde an* geordnet werden. Die Behörde geht babei von dem (gebauten aus, daß bie oft ihr Fahrzeug wechselnden Fahrer eines größeren Kraftfahrunternehmens, z. B. einer Spebitionsfirma, größere Sorgfalt bei ben Fahrten üben und ihr Verantwortungsbewußt- fein gesteigert wirb, wenn sie wissen, daß man noch nach Wochen und Monaten über jeb? einzelne Fahrt Auskunft geben unb sie eventuell zur Rechenschaft ziehen kann. Der einschlägige Paragraph besagt im einzelnen, baß bie Verkehrspolizeibehorbe einem Fahrzeughalter für ein oder mehrere Fahrzeuge die Führung eines Fahrtenbuches auferlegen kann, roenn die Feststellung eines Fahrzeugführers nach einer Zuwiderhanblustg gegen Verkehrsvorschriften nicht möglich war. Das Fahrtenbuch muß für ein bestimmtes Fahrzeug unb für jeben einzelnen Fahrer einen zuverlässigen Nachweis darüber erbringen, wer bas Fahrzeug geführt hat. Die erforderlichen Eintragungen fino unverzüglich nach Beendigung der Fahrt zu bewirken. bosis beträgt für Rinber 20 ccm Hochimmun- ser-um ober 25 ccm Rekonvaleszentenserum je Zentner Lebestbgewicht. Für Ferkel 5 ccm Hochimmunserum ober 10 ccm Rekonvaleszentenserum; für Läuferschweine bis zu ein Zentner 15 bis 20 ccm Hochimmunserum ober 20 bis 25 ccm Relon- valeszentenserum; für große Schweine 40 ccm Hochimmunserum ober 50 ccm Rekonoaleszentenseruin. Der Nachweis ber ordnungsmäßigen Impfung ist burch eine tierärztliche Bescheinigung zu erbringen. Die Bescheinigung hat eine Gültigkeitsdauer von 7 Tagen. Innerhalb dieser Frist braucht bie Impfung bei abermaliger Ausfuhr nicht wiederholt zu werden. Die Kostey ber Impfung trägt ber Tierbesitzer. Diese Anorbnung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung in Kraft. Zuwiderhandlungen werden bestraft. ** Silberne Hochzeit. Der Schuhmacher Konrad, V ö l ging und seine Ehefrau Emma, geb. Döring, Frankfurter Straße 13 wohnhaft, feiern .,°ltor-r Mann auf- das Geschehen muh da sein, dann ist eine kurz« er- suchen. Er muh hier die Saldatenzeltschnsten und tv bringen, leichte Musik, bunte Nachmittage und Abende, Marschmusik soll er bringen. Bietet das Davon steht hier nichts, wie das Fest der Freude aus dem Wintersonnenfest unserer Vorfahren sich entwickelt hat und wie die christliche Idee der Men- schenliebe hinzukam und Weihnachten den Sinn gab, den wir heute mit ihm verbinden, lieber etwas viel Nüchterneres haben mir zu berichten. Einfach, weil es leider dringend nötig ist, damit nicht wieder, wie so manches Jahr schon, einer großen Anzahl Volksgenossen die Freude am Fest verdorben wird. Die Feuerwehr meint, es sei nötig, darauf aufmerksam zu machen, wie man mit dem Lichterbaum umzugehen habe. Denn „alle Jahre wieder" stellte sich heraus, daß zur Weihnachtszeit die Kurve der Zimmer- und Hausbrände gefährlich ansteige. Und nur, weil die Menschen im Frohsinn leichtsinnig und unachtsam wurden. Das Gefährlichste ist ohne Zweifel, spielende Kinder allein beim brennenden Baum au lassen. Sie haben keine Vorstellung von der Gefahr, und wie füllten sie auf den Gedanken kommen, daß ihnen vom Lichterbaum, der ihnen reine Wonne, und Glück bedeutet, Gefahr droht? Und in jedem Jahr geschieht das Entsetzliche, haß Kinder unter dem Weih- nachtsbaum verbrennen Nur zu recht hat die Feuerwehr, wenn sie die Erwachsenen dafür verantwortlich macht. Sie, und nicht das spielende Kind, sind die Brandstifter. Schade, sehr schade, daß man zur Weihnachtszeit solche harten Worte gebrauchen muß. Aber es ist notwendig, um den Leichtsinnigen das Gewissen zu schärfen. Da ist aber noch eine Reihe anderer Ursachen weihnachtlicher Brände, von denen man reden muß, weil man sie vermeiden kann Immer wieder fängt ein Kleid Feuer, weil der Baum falsch angezündet oder falsch ausgemacht wird, lieberlegt doch, wenn ihr ihn von oben nach unten anzündet und von unten nach oben ausmacht, dann kann es nicht Vorkommen, daß das Kleid mit den brennenden Kerzen in Berührung kommt. Oder, wenn man den Baum in der Große so wählt, daß er nicht bis zur Decke reicht, dann kann es nicht geschehen, daß ein Licht die Decke gefährdet. Und wenn man darauf achtet, daß nicht zuviel Papierschmuck den Baum Aiert und so angebracht wird, daß keine schief werdende Kerze es erfaßt, so kann auch dadurch kein Brandunglück entstehen. Man sorge auch dafür, daß der Baum fest und sicher sieht. Oft genug kommt es vor, daß ein Hund oder ein spielendes Kind dem Baum zu nahe kommt, und flugs ist das Unheil da, weil er nicht feststand und umgeworfen wurde. Auch soll der Baum nicht zu lange stehen, denn er trocknet aus, und wenn man ihn dann im Ofen verbrennt, kommt es oft genug vor, daß er in der Tat explodiert. Auch dadurch ist schon manches Unglück geschehen. Wozu wir das alles sagen? Einmal gönnen wir der armen Feuerwehr auch ihre Weihnachtsruhe. Zum anderen soll doch wohl verhütet werden, daß sich das Fest der Freude in ein solches der Trauer verwandelt. Und welche Trauer ist großer, als die über ein Unglück, das leicht zu verhüten gewesen wäre. Damit keiner sagen kann — ach, hätte mich doch einer vorher darauf aufmerksam gemacht, sind diese Zeilen der rechtzeitigen Warnung geschrieben. zur Unterhaltung eine Lesemappe mit illustrierten Zeitschriften finden. Wohl nur auf wenigen Stuben wirb es möglich fein, einen Radioapparat zu ermieten ober zu beschaffen. Besonders die Möglichkeit. Musik für die Freizeit in die Kaserne zu bekommen, macht einen olchen Apparat begehrenswert Gelingt die Be- chaffung eines Apparates auf den Stuben nicht, o müßte sie für das Lesezimmer möglich sein. Er oll hier keine Opern- oder schwere Musik bringen, verstärken, ist erneut mit einem Sieg der Gastgeber zu rechnen. TDafjcnborn- Sfetnberg gastiert in Lauterbach. Am 2. Weihnachtsfeiertag unternimmt die erste Mannschaft von „Teutonia" Watzenborn-Steinberg eine Fahrt nach Lauterbach, um dort gegen die 1. Elf des Sportvereins Lauterbach anzutreten. Der Gastgeber führt in der dortigen Bezirksklasse die Tabelle an und wenn die Mannschaft in, unserer Gegend auch weniger bekannt fein kann, so darf aus Berichten über Spiele der Lauterbacher Elf doch geschlossen werden, daß sie einen sehr gefährlichen Gegner darstellt. Die Teutonen werben in Lauterbach wohl schwerlich Lorbeeren ernten tonnen, aber sie sollten trotzdem nicht vorher den Mut verlieren. Man weiß, daß die Mannschaft spielen und gegen gute Gegner eine entsprechende Leistung Herausstellen kann. Noch wird man sich an die Niederlage von 7:1 erinnern, die die Wetzlarer beim vorigen Weihnachtsgastspiel einstecken mußten! Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Teutonen abermals mit einer Ueberraschung aufwarten. Eine Anzahl neuer Kräfte wirkt in der Mannschaft mit. Ein Unentschieden würbe schon einen Erfolg für die Watzenborn-Steinberger bedeuten, wichtiger aber ist, daß in ß guter- bad) guter Fußball gezeigt wirb. Die Aufstellung ber Steinberger Elf liegt noch nicht endgültig fest. Man erhofft ein ehrenvolles Abschneiden in Lauterbach. — Alle übrigen Mannschaften sind an den Feiertagen spielfrei. VfB. Friedberg Reserve in Leihgestern. Für den 2. Feiertag hat sich die Spieloereinigung die verstärkte Reserve des Gauligisten VfB. Friedberg verpflichtet. Die Spiele zwischen Friedberg und Leihgestern sind schon zur Tradition geworden. Am 2. Feiertag um 14.30 Uhr werden sich beide Mannschaften wie folgt gegenüberstehen: VfB. Friedberg: Dechent; Troger, Keßler; Ebner, Gutmann, Serfinger; Roder, Müller, Eranich, Schwarz, Nau. Spieloereinigung Leihgestern: Dutenhofer; Lauxl, Brunotte; Textor, Väth, We- bemann III.; Laux I, Funk, Krick, Arnold, Lauder. Die Gäste haben in ihrem Torwächter Dechent einen hervorragenden Mann zwischen den Pfosten stehen. In ber Verteibigung wirken zwei äußerst zuverlässige Kräfte. Die Läuferreihe ist Klasse. Im Sturm dürste wohl ber linke Flügel der stärkere sein. Die Einheimischen müssen schon gegen diese stabile Mannschaft mit bester Besetzung antreten. Duten- Hofer hat in letzter Zeit gute Spiele gezeigt, ein Zeichen, baß eine Formverbesserung zu vermerken ist. Die Verteibigung konnte nicht stärker gestellt werben. Die Läuferreihe hat ebenfalls in den letzten Spielen gezeigt, daß sie zu kämpfen verstehen. Der Sturm, in dem der rechte Flügel ber stärkere unb auch der gefährlichere zu sein scheint, hat bas Pech, starke Gegenspieler zu haben. Jebenfalls wird man auf dem Sportplatz an ber Rinbsmühle ein Spiel sehen, bas auf hoher Stufe stehen wird. folgreiche Besprechung möglich. Der Sinn ist der, daß ber Rekrutenoffizier in dieser Hinsicht leiten, überwachen muß. Gelingt es, die jungen Soldaten so an bie Tagespresse heranzubringen, bann werben sie von selbst auch die Dinge lesen, die ihnen persönlich Spaß machen. Dadurch, daß der Rekrutenoffizier feine Soldaten so leitet, tritt kein Eingriff in den Chefunterricht „Politische Tagesfragen" ein, im Gegenteil, er unterstützt und fordert diesen. Die Forderung nach dem, was ber junge Soldat nach dieser Leitung von der Presse verlangt, ist somit in erster Lime eine knappe, klare Form ber Darstellung ber innen- unb außenpolitischen Ereignisse; baneben die Unterrichtung über bie Vorgänge in seiner Garnison. Aus bem letzteren ergibt sich bas Verlangen nach einem Lokalblatt. Die Mehrzahl ber Lokalblätter, besonbers irt mittelgroßen Garnisonen, erfüllt bie Bedingung ber innen- unb außenpolitischen Orientierung. Man wirb wohl fragen, wann ber Rekrut Zeit zu solchem Lesen hat. Zweckmäßige Zeiteinteilung ist Orunbbebingung. Der Rekrut muß lernen, jede freie Minute auszunutzen. Trotz Appell und Mittag- essen findet sich unter Mittag Zeit, in ber bie Zeitung eingesehen wirb. Die schneller auffassenben Stubenkameraden werden sich zuerst mit ihr be- schäfttgen. Aus der eigenen Rekrutenzeit weiß man, daß das Gelesene Gesprächsstoff und von den anderen Kameraden ber Stube am Abend schnell noch überlesen wirb. Korporalschaftsführer unb Stubenältester sinb bie Gehilfen des Rekrutenoffiziers auch in dieser Hinsicht. Sie müssen auf bas Lesen ber Zeitung hm- wirfen. Die tägliche Beschäftigung jebes einzelnen mit ber Tagespresse erfordert, baß jebe Stube eine Zeitung bezieht. Durch Umlage ist die Bezahlung leicht sicherzustellen. Wirb von den Rekruten bie Tagespresse auf ber Stube gelesen, so gehört eine zusarnrnenfassenbe Wochenzeitschrift in bas Lesezimmer. Gerabe in ben ersten Wochen ber Solbatenzeit hat an Samstag- nachmtttagcn, -abenden und an Sonntagen bas Lesezimmer, der Unterhaltungsraum der Einheit, besondere Bedeutung. Hier muß ber Rekrut seine Ablenkung vom Dienstbetrieb finden; hier mehr seine mitangeflagte Ehefrau unb ber junge Metzger erhielten 200 Mark ©elbftrafe. Landkreis Gießen. • Wieseck, 24. Dez. Am heutigen Tage kann Frau Margarethe Kretschmar, geb. Roth, in Wieseck, Gießener Straße 138, im Kreise ihrer Angehörigen ihren 7 3. Geburtstag feiern. Die Jubilarin erfreut sich noch bester Gesunbheit. = Staufenberg, 23. Dez. Dieser Tage gelang es bem Jagbaufseher Geißler von hier, aus einem Dachsbau drei Dächse auszugraben. Wenige Tage vorher konnte der gleiche Jäger zwei Dächse erlegen. # Saasen, 23. Dez. In unserem Dorfe be- steht bie Sitte, daß die längste Nacht des Jahres, bie Nacht vom 22. zum 23. Dezember, feierlich verbracht wird. In diesem Jahre wurde ber alte Brauch, der fast im Aussterben begriffen war, von neuem aufgenommen. Nach Art ber Spinnstuben versammelte sich am Abend bie Jugend, um bei Bier, Wein, Kaffee unb Kuchen einige frohe Stunden zu verleben. Leihgestern, 24. Dez. Seinen 83. G e - burtstag kann am zweiten Weihnachtsfeiertag, 26. Dezemoer, der Grubenbeamte i. R. Johannes Diehl II., Kirchstraße 10 dahier, in guter Rüstigkeit begehen. oo Eberstadt, 23. Dez. Verursacht durch bas starke Glatteis unb nicht zuletzt auch durch die starke Wölbung im Straßenprofil der Hauptstraße unseres Ortes, gerieten hier viele Fahrzeuge ins Schleudern und wurden dabet verschiedentlich erheblich beschädigt. Auch viele Radfahrer stürzten. Glücklicherweise kam niemand zu Schaden. <£ Birklar, 23. Dez. In unserem Dorfe fand eine Verdunkelungsübung statt. Wenige Minuten nach dem Erklingen ber Sirene lag unser Dorf in völliger Dunkelheit. SA. unb Polizei sorgten für Ordnung unb überzeugten sich von ber ordnungsgemäßen Durchführung ber Verdunkelung. △ Muschenheim , 22. De*. Heute nacht wurden einem hiesigen Einwohner fünf Kaninchen gestohlen. Die Polizei stellte sofort Nachforschungen an,» konnte aber noch nichts feststellen. — Bei ber heutigen Felbjagb wurden 72 Hasen, 1 Fasanenhahn und 1 Fuchs geschossen. Das neue Gemeinschaftsleben in ber Kaserne, das Tempo unb die Beschäftigung mit einem völlig neuen Aufgaben- und Pflichtenkreis bringen für ben überwiegenden Teil der Rekruten einen Umbruch in der Tageseinteilung und somit in ber Lebensführung. Der junge Soldat wirb vom Morgen bis ,zum Abend mit einer Vielfältigkeit von Beschäftigungen erfüllt. Diese VielWigkeit liegt aber, vom 'Sport in gewissen Grenzen abgesehen, in ber Ebene Des Erlernens bes Solbatenhandwerks. Die Freiheit-Gestaltung der Rekrutenzeit wird somit eine .ganz andere als %bie bes entschwundenen Zivilliebens. , . . . Bei aller Sorge des Ausbilbungslettenben, nicht »ein Gleichmaß, neuen Trott einreiben zu lassen, be» ssteht bie Gefahr, bah ber junge Soldat abstumpft igegen bie Vorgänge, bie außerhalb seines Kasernen- dereichs liegen. Gerade diese Dinge aber lenken »einerseits ab, geben einen Ausgleich gegen ben Dienstbetrieb und beleben; anderseits ist ihr Wissen ainbebingt erforderlich. . Zwei Mittel sind es in erster Linie, die die )un= qen Soldaten während ber ausgangslosen und aus- «angsbeschränkten Rekrutenzeit mit der Welt ver» Linden: die T a g e s p r e s s e und der R u n b f u n k. Was ber junge Soldat von beiben verlangt, ist wohl verschieden; verschieben nach Beruf, besonderer Neigung und Vorbildung, lieber diesen meist durch iversÖnliche Eigenart bedingten Gebieten muß klar lür alle das eine stehen: Deutschland und leine Stellung in ber Welt. Gerabe für -Soldaten ist bieses Gebiet besonders wichtig Dielen, Der Masse vielleicht, ist es eine Selbstverständlich feit sich hiermit zu beschäftigen. Aber es gibt doch manchen, ber neben ber neuen Lebensform, bie bie 'Rekrutenzeit mit sich bringt, keinen 9iaum mehr 'findet, sich mit diesen ernsten Dingen zu beschäftigen. Hier findet der Rekrutenoffizier ein wichtiges Arbeitsgebiet. Durch kurze Hinweise, Fragen und «Erläuterungen von politischen Zusammenhängen miuß er das Interesse seiner Rekruten für das Geschehen in und um Deutschland wachhalten. Er muh »anregen zur eigenen Beschäftigung hiermit. Nur Kann, wenn ber junge Soldat sich selbst damit be- fschäfttgt, bringt es ihm wirklichen Gewinn. Der Wortrag burch ben Ausbilbungslettenben hat oft Fahrlässiger Schütze verurteilt. Der 3agbunfaU bei Oberaula. Lpd. Marburg, 23. Dez. Der Löbliche Jagd- unfall im Walde bei Oberaula, über ben wir gestern berichteten, hat bereits seine gerichtliche Sühne gefunden. Vor' dem Amtsgericht hatte sich im Schnellverfahren ein 59jühriger Jagdgast aus Gummersbach im Rheinland wegen fahrlässiger Tötung des Gastwirts Heinrich Clever aus Gummersbach zu verantworten. Das Gericht stellte fest, daß der Angeklagte eine der weidmännischen Grundregeln bei der Treibjagd verletzt hatte. Er war nämlich — ohne sein Gewehr zu entladen — von einem Treiben zum anderen gegangen. Als ber Angeklagte zum sechsten Treiben angestellt werden sollte und unter Führung bes Jagdleiters auf bem Weg zu feinem Anstellplatz war, flüchtete plötzlich ein Hase aus seinem Lager. Der Angeklagte machte, wie er angibt, eine rasche Wenbung nach bem Hasen, wobei ihm sein gelabenes Gewehr von der Schulter glitt. Beim Fassen des Gewehrs ent» lub sich eine Patrone, deren Schrotladung den vor ihm gehenden Clever in die Lunge traf. Das Gericht erkannte gegen ben fahrlässigen Schützen an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von zwei Monaten auf eine ©elbftrafe d o n *8 0 0 Mark unb verurteilte ihn auch zu ben Kosten bes Verfahrens. SvprozentKnochenbeilagebeim Fleisch Lpd. Darm stabt, 23. Dez. In mehrtägiger Verhandlung hatte sich vor der Großen Strafkammer der 58jährige Metzger Sebastian Lang wegen fortgesetzten Betrugs im Dien ft zu verantworten. Der Angeklagte war beschuldigt, als Fleischaushauer an der Städtischen Freibank in Darmstadt den Käufern zu viel Knochen zu bem verkauften Fleisch zugelegt zu haben. Zeugen be- haupteten, daß es bis z u 50 v. H. Knochen- deilagen gewesen seien. Außerdem hatte der Angeklagte, entgegen bem bestehenben Verbot, bie Knochen zum Teil von Metzgern gekauft und zu dem Fleisch ausgegeben, weswegen auch ein junger Metzger mitangeklagt war. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einemJahr Gefängnis, Evangelische Gemeinden. Samstag, ben 25. Dezember (1. Weihnachtstag.) Gießen. Stablkirche. 9.30 Uhr: Propst Knodt; 17: Pfarrer Schmidt. — Johanneskirche. 9.30: Pfarrer Ausfeld; 17: Pfarraff. Paetow. — Kapelle des Allen Frieohofs. 6.30 unb 9.30: Gottesbienst. — Petrus- kapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfarrer Trapp. — wieseck. 10: Gottesbienst, Chorschule; 17.30: Christ- vesper, Chorschule, dabei Weihnachtsfeier ber Kinderkirche. — Albach. 12.30: Festgottesbienst, Kollekte. — Steinbach. 10: Festgottesbienst, Gesangverein Germania, Kollekte. — Heuchelheim. 10: Haupt- gottesbienft, Kirchenchor, Kollekte. — Kirchberg. 10: Festgottesbienst, anschließend heiliges Abendmahl für bie jungen Männer und Frauen von Staufenberg; 16: Christmette. — Klein-Linden: 10: Gottesdienst, Gemischter Chor Harmonie; 16.30: ßiturg. Christfeier des Kindergottesdienst. — Wahenborn- Sleinberg. 13: Gottesdienst (Kirchenchor). — Garbenleich. 12.30: Gottesdienst. — Haufen. 10: Gottesdienst, Frauenchor; 18.30: Weihnachtsbescher-Gottes- dienst. — Lich. 10: Stiftsdechant Kahn, Chorschule, Kirchenchor, Kollekte; 14: Stiftspfarrer Naumann, Kollekte; 17: Weihnachtsfeier der Kinderkirche, Stiftsdechant Kähn. — Nieder-Bessingen. 10: Stifts- Pfarrer Naumann, Beichte, Abendmahl, Kollekte; 19: Aufführung einer Weihnachtskantate. — Langsdorf. 11: Festaottesdienst, Kinderchor, Bläserchor; 20: Abendmahlgottesdienst. — Bettenhausen. 9.30: Fest- gottesdienst; 18.30: Christfeier. — Birklar 8.30: Gottesdienst mit Abendmahlsfeier, Kollekte. — 2Hu- schenheim. 11: Gottesdienst mit Abendmahlsfeier, Kollekte; 18.30: Christfeier mit Kollekte. — Wirberg. 10: Gottesdienst, Kollekte. — Beilsberg. 10: Lesegottesdienst; 18.30: Weihnachtsfeier. — Bellershain. 13: Gottesdienst, Kollekte. — Harbach. 13: Gottesdienst, Kollekte. — Hungen. 10: Gottesdienst, anschl. Vorbereitung und Feier des hl. Abendmahls, nachmittags Hausabendmahle; 19: Abendgottesdienst mit Ou'mpassingen. Evangelische Sladlmission, Loberstraße 14. Samstag, 25. Dezember. 8.30 Uhr Morgenandacht; 20.15: Weihnachtsfeier. Christliche Gemeinde, Zu ben Mühlen 2. Samstag, 25. Dezember. 20.30 Uhr: Prebigt. Baplislengemeinbe, Gartenstraße 13. Samstag, ben 25. Dezember (1. Weihnachtsfeiertag). 16 Uhr: Pre- bigt. Neuapostolifche Gemeinden, Hänbelftraße 1, Eber- straße 13. Samstag, 25. Dezember (1. Weihnachts- feiertag). 9.30 Uhr; Gottesdienst; 16: Gottesdienst. Programm eines Senders eine Darbietung miß* tärifchen Inhalts, so sind wir Soldaten bie dank- barsten Hörer. Der Runbfunk belehrt unb unter- .hält ben jungen Soldaten in ber Rekrutenzett am besten. ( M , Die Tageszeitung bringt den Vortest, daß man nachlesen kann, unb sie hilft bie Schwäche bes Ver- gessens Ober mangelhaften Auffassens zu überwinden. In ber Rekrutenzeit sinb beibe, Tagespresse unb Rabio, in besonderem Maße Lehrmittel und Unterhaltung für unsere jungen Kameraden, die geeignet sind, den Uebergang vom Zivilleben zum Soldatenberuf zu erleichtern. Die Spiele Sinn — Burg, Bissenberg gegen Lollar und Naunheim — Butzbach bilden am zweiten Weihnachtsfeiertag bas Programm ber Verbandsfpiele. Höhepunkt ist das Dillderby, das für den dritten Tabellenplatz entscheidend ist. Das Vorspiel konnte Burg knapp 2:1 für sich entscheiden. Diesmal hat Sinn die besseren Aussichten, zumal der Platzvorteil noch hinzukommt. Bissenberg, bas die Krise schon wieder überwun- den hat, wirb den Gästen aus Lollar, die abermals mit Ersatz antreten müssen, wenig Erfolgsmöglich- feiten überlassen. Bei ber Begegnung Näunheim — Butzbach ist nicht anzunehmen, baß ben Gästen abermals eine Ueberraschung wie in Burg möglich sein wirb. Freundschaflskampf: 1900 — Bad-Nauheim. Die Blcm-Weißen empfangen am zweiten Weih- nachtstag den Sportverein Bad-Nauheim zum Ge- ellschaftsfpiel. Die Kurstädter, bie vor nicht allzu anger Zeit einmal zum hiesigen Bezirk gehörten, ind keine unbekannten Gäste, benn sie kommen mmer wieder einmal auf bas Gelände der Spiel» Vereinigung. Das diesmalige Spiel bietet insofern einen interessanten Vergleich, da die Gäste auch Heuer wieder auf dem besten Wege sind, die Meisterschaft zu erringen (Tabellenführer ist zur Zeit zwar Phönix Vilbel, Bad-Nauyeim steht mit Oberursel aber am relativ günstigsten) und 1900 Spitzenführer im Kreis Gießen ist. Aus der Mannschaft der Bad-Nauheimer ragen die Senioren, ber Torwächter Nietzsche, Verteidiger Steuler, Mittelläufer Becker, Mittelstürmer Mühlhäuser unb ber Halblinke Eyrich besonders hervor. Eyrich ist ber geistige Führer ber Mannschaft. Die anberen Spieler Will, Grieser, Becker II. ufw., bie alle bem eigenen Nachwuchs entstammen und von Eyrich herangebildet wurden, passen sich geschickt in das Mcninschaftsgefüge ein. Für die Blau-Weihen ist das Spiel von besonderer Bedeutung, da bei früheren Begegnungen immer die Gäste siegreich blieben unb lediglich beim letzten Privatspiel in Bad-Nau- heim 1900 ein 2:0-Sieg glückte. Es wurde deshalb auch die beste Vertretung aufgeboten. Für die beurlaubten Rahn und Heuler werden Schlarb und der für die Zukunft in Aussicht genommene Koch eingestellt, so daß die Mannschaft folgendes Aussehen hat: Schlarb, Pankok (2/116), Lippert (2/116), Erhard, Mank, Lehrmund, Schellhaas, Bergmann, Koch, Sack, Lobsack. Vielleicht gelingt es den Blau- Weißen diesmal auf eigenem Platze gegen die Leute vom Promenadenweg siegreich zu bleiben. 1900 II — Bad-Nauheim II. Vor dem Ligaspiel treffen die beiden Reservemannschaften zusammen. Bei der letzten Begegnung blieben die Blau-Weißen ebenfalls siegreich, unb da diesmal die in Urlaub befindlichen Soldaten die Elf der Platzbesitzer, die in ber Aufstellung Fischer, Schreyer, Schombert, Günther, Kirchner, Einhäuser, Link, Kociok, Jäger, Weiß, Rinderknecht antritt, katholische Gemeinden. Samstag, 25. Dezember. Hochheiliges Weihnachtsfest. Gießen. 5 Uhr: Krippenfeier unb Christmette; 6.30, 7, 7.30, 8: hl. Messen; 9: feierliches Hoch ,nt mit Prebigt; 11.15: Singmeffe mit Predigt; 15: Vesper mit Segen; 16 bis 17: Beichtgelegenheit. — Hungen. 8: Hochamt mit Prebigt. — Lich. 10: Hochamt mit Prebigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 6: Christmette; 9.45: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.15: Amt und Predigt. — Schotten. 10.30: Amt und Predigt. Sonntag, den 26. Dezember (2. Weihnachtstag). Evangelische Gemeinden. Gießen. Stablkirche. 9.30 Uhr: Prof. D. Corbier; Feier bes hl. Abendmahls; 17: Pfr. Becker: Liturgische Feier. — Fohanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtols- heimer; Feier bes hl. Abendmahls; 17: Pfr. Ausfeld. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Gottesdienst; 20: Singabenb ber Luthergemeinde unter Leitung des Kirchenchors der Luthergemeinde. — Pelrus- kapelle, Wetzlarer Weg 59. 9.30: Pfr. Trapp. — Lukassaal, Liebigstraße 56 H. 14: Taubstummen- gottesbienst, Pfr. Bechtolsheimer. — Wieseck. 10: Weihnachtsfeier ber Ev. Frauenhilfe. — Albach. 12.30: Festgottesbienst; Kollekte. — Steinbach. 10: Festgottesbienst; Kollekte; Kirchenchor. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesbienst; Kollekte. — Kirchberg. 10: Festgottesdienst. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst; Kirchenchor. — Wahenborn-Sleinberg. 10: Gottesdienst; Posaunenchor; 17: Weihnachtsfeier des Kindergottesdiensies. — Garbenkeich. 10: Gottesdienst; 13: Gottesdienst. — Lich. 9.45: Beichte; 10: Stiftsdechant Kahn; Chorschule; Kollekte; hl. Abendmahl; 14: Stiftspfarrer Naumann; Kollekte. — Nieder-Vessingen. 10: Stiftspfarrer Naumann; Kollekte. — Langsdorf. 11: Hauptqottesdienst; 17: Kin- bergottesbienft. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesbienst. — Birklar. 9.30: Gottesbienst; Kollekte. — TNuschenheim. 11.30: Gottesbienst; Kollekte. — Reinhardshain. 10: Gottesdienst. — Göbelnrod. 13: Gottesdienst. — Beilsberg. 13: Gottesdienst; Kollekte. — Hungen. 20: Gottesdienst. Montag, den 27. Dezember. wieseck. 20 Uhr: Weihnachtsfeier der Evangelischen Frauenhilfe. Evangelische Sladlmission, Loberstraße 14. Sonntag, 26. Dezember. 20.15 Uhr: Evangelisationsvor- trag. — Mittwoch, 29. Dezember. 20.30: Bibelstunde. Christliche Gemeinde, Zu ben Mühlen 2. Sonntag, 26. Dezember. 9.45 Uhr: Grbauungsftunbe; 20.30: Predigt. — Dienstag, 28. Dezember. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. Baptistengemeinde, Gartenstraße 13. Sonntag, den 26. Dezember. 16 Uhr: Kindergottesdienst. katholische Gemeinden. Sonntag, den 26. Dezember (2. Weihnachtstag). Gießen. 6.30 Uhr: Beichtgelegenheit: 7: hl. Messe; 8: Spendung der hl. Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11.15: hl. Mtzsse mit Predigt; 15: Festandacht mit Segen — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt — Lollar. 9.30: Hochamt mit Predigt. — Cid). 7.30: Hochamt mit Predigt — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt — Echzell. 10.45: Hochamt mit Predigt. Oeffenllicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefdn 2751, nur in dringende« Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244-45. Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sartitätskolonne: Telefon 2500. Freitag, den 24. Dezember (Heiliger Abend). Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: Arzt: Dr. W. Klein Apotheke: Engel-Apotheke. * Samstag, den 25. Dezember (1. Feiertag). Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: Arzt: Dr.Nohl. Zahnarzt: Dr Fischer. Apotheke: Engel-Apotheke ♦ Sonntag, den 26 Dezember (2. Feiertag). Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: Arzt: Dr Ringshausen. Zahnarzt: Dr Geyer. Apotheke: Pelikan-Apotheke. ♦ Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen. Neue Kalender. — Insel-Almanach auf das Jahr 1 9 38 (Leipzig, Insel-Verlag) — (408). — Wenn es die Aufgaben der Verlags-Almanache find, das Arbeitsgebiet des Verlags abzugrenzen, fein Profil zu zeigen. Rechenschaft über das vergangene Jahr abzulegen und die Linien des künftigen anztideuten. so erfüllt der Almanach der Leipziger Insel wieder seinen Zweck in vorbildlicher Weise. Er wird eingeleitet durch ein Kapitel aus der neuen Schillerbio- Gedenket der hungernden Vögel! graphie Reinhard Buchwalds; der Verlagsautor Reinhold Schneider widmet dem Kaiser Lothar von Supplinburg, dessen Todestag in diesen Tagen zum achthundertsten Male wiederkehrt, einen Aufsatz, dem Proben aus der Sophokles-Uebertragung Roman Woerners folgen. Aus Gertrud von le Forts „Magdeburgischer Hochzeit" wird eine Probe mitgeteilt, andere Verlagsautoren — Hans Caroffa, Ernst Bertram. Friedrich Schnack, Karl Heinrich Waggerl u. a. — sind mit Stücken aus ihren Dichtungen vertreten. Klassisches Schrifttum ist dazwischengestreut: ein Gesang Dantes in der Uebertra- gung Friedrich von Falkenhausens, Hölderlin, Goethe, Jakob Böhme. Dazu ein reichhaltiger und abwechslungsooller Bilderschmuck aus den Ersehet- nungen des Verlags. So wird der Umkreis der Verlagstätigkeit werbend angedeutet, und trotzdem bildet der Almanach, der auch in diesem Jahre in vornehm-würdiger Ausstattung erscheint, durch seine Auswahl an erlesenenem Stoff und schönem Bilder- material eine Blütenlese guten Schrifttums, die auch, für sich genommen, ihren selbständigen Wert behält. Gerhard Bohlmann. — I. Reumanns Jagd-Abreißkalender 193 8 ist jetzt im 24. Jahrgang erschienen. Verlag I. Neumann, Neudamm Preis 2,50 Mark. — (295) — Pinsel und Zeichenstift namhafter Jagd- und Tiermaler, die gute und seltene Ausbeute erfahrener Kamera-Jäger schmücken in vorzüglicher Wiedergabe die Blätter dieses Kalenders Wie diese Bildwerke auf die Jagdjahreszeit zugZchmtten sind, so begleitet auch der auf den einzelnen Blättern beigefügte Text den Beschauer durch jahreszeitliche Besonderheiten und Erfordernisse des Jagdjahres. Brunnenan cge Licher Gtrahe- Raiferolkc. . Im Turmhaus am Brandplatz werden zur Zeit die Modelle gezeigt, die bei dem Wettbewerb zur Ausgestaltung der Ecke Licher Straße - Kai-" serallee eingegungen waren. Unser Bild gibt das Modell wieder das mit dem 1. Preis ausgezeichnet wurde Preisträger ist, wie wir gestern bereits berichten konnten, der Gießener Bildhauer Bourcarde. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Siebener Ißraubaus Sier rooblbebömmlitft und. beliebt fondererzeugnisse: fdel-SJils — Spezial dunkel GloriasPalast I Lichtspielhaus Am I« Feiertag Erstaufführung f. Süddeutschland Illi Am I« Feiertag Erstaufführung neue Am I« Feiertag Am I♦ FeiertagErstaufführungf» Süddeutschland Erstaufführung DAS «ROSSE WEIHNACHTS-FESTPROGRAMM 2 DONALDS Auf der Bühne » Artistikauf Rollschuhen in höchster Vollendung Gutes Beiprogramm Fox«Ton»Wodie Ufa.Ton.Woche Beiprogramm Anfangszeiten täglich 4, 6 und 8.30 Uhr Am 2. Feiertag; Hausfrau. djötkawtartdjM. Diesmal in die A.DÖBUS. Oberhessischer Kunstverein J. Wellhöfer Parkettsabrik, 7vssv Meßen. Vornehm I Geschmackvoll I Persönlich I Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien- Drucksache öletet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aue- fOhrungsarten und Papieren zu mtßlgenPrelsen ßrUhl'sche Druckerei, Schulstr. 7. Ruf 2251 Die Ausstellung ist während der Feiertage geschlossen u. von Dienstag, dem 28. Dez. ab werktags bis 8. Januar von 1V-18 Uhr geöftnet 86801 mit Magda Schneider, Paul Javor, Paul Kemp, Lucie Englisch mit den Zigeunerweisen u. Reitermärschen, den tanzenden Winzern u. galoppierenden Husaren, den blitzenden Säbeln u. kapitulierenden Herzen ein frisdiafröhlidier Reiterfilm I I Gr. Märchenvorstellung | Die sieben Raben Eine Höchst wunderbare Geschichte von sieben wilden Lausbuben und ihrem hüb sehen Schwesterlein, das Königin wird. q613A Dazu: Das lustige Beiprogramm Eltern! Macht euren Kindern die Freude und laßt sie diesen neuen Märchenfilm sehen I Kinder i -.80, -.00, -.70. Erw.t ^60 bis 1.40 Bahnhof- Gaststätten WIESECK Darkett- .... rwi w «jij I fußböden ■ JnLÄvi MW eine Freude der Ein Quell d. Freude für den Naturfreund VklMslvtes Eenen Kleine Kreatur in Waffer, Busch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der nie» dcrfn Tierwelt mit er» 'üuternden Bildunterschriften, Namensan» gab. u. ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Profeis. 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Als Hauptdarstellerin erscheint Hilde Krahl, die mit diesem Film in die erste Reihe unserer besten jungen Schauspielerinnen tritt - seit Paula Wessely die entscheidende Entdeckung Willy Forsts für den deutschen Film Hartbrennbolz ä, Wagen 5 Mk. Anmachholz. ä Wagen 6 Mt., 1 Sack Anmachholz 1 Mk frei Steuer. r»2d J. Wellhöfer, Televhon 2313 Mach Str 24 Das Weihnachtsbuch für Jungen u. Mädel! Mil offenen Augen Drei Jungen und ein Mädel en decken ihre Waldheimat. Don Werner Siebold 135 Seiten Tert und 8 Kunstdrucktafeln Leinen RM. 2,85 Hugo Bermühler Verlag Berlin - Lichterfelde Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Dimm: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den BleSeuerAuxeigei An den Feiertagen 3, 5.30 und 8.30 Uhr * Werktags 4, 6 und 8.30 Uhr 8614 A Im Löwen Neuen weg 28 8682V Feie" tag TANZ 2. Weihnachtsfeiertag: Früh schoppenkonzert 1l)iesccfc * FRÜHJAHRS- REISEN ins MITTELMEER S sonnige Seereisen mit dem weißen Erholungsreisendampfer „GENERAL VON STEUBEN" mit dem neuen Lido-Schwimm- und Sportdeck 1. Reise 27.2.-19. 3. 38 (einzige Mittelmeerreise ab deutschem Hafen) ab RM 390.- FLORIDA