Mittwoch, 24. November IM 187. Jahrgang Nr. 274 Erstes Blatt ■nbe | Diel weiter unrs ais iyre y>e]innuiigbgenum:u m um I andern nordischen Ländern. Sie hat fogar bis 1923 107,11 ches reise ;icht 20: 207. Illi 571 14/ daß sie niemals freier und ungehinderter das Evangelium verkündigen konnten als im Dritten Reich. Ihre Vertreter, die nicht machtpolitisch, sondern religiös interessiert seien, seien von Kreisen der Bekenntnisfront diffamiert worden. Der nationalsozialislische Staat könne nicht mehr an einem Staatskirchentum feft- hallen, das, wie immer es im einzelnen geartet fei, auf dem Grundsatz „cuius regio eius religio“ fuße. Das Bestreben der nationalsozialistischen Kirchenpolitik sei vielmehr, die politisierenden Kirchen wieder in wahrhaft religiöse Gemeinschasten umzuwandeln. Der Evangelischen Kirche gegenüber habe der Staat sich zuletzt durch die Einsetzung der Kirchenausschüsse bemüht, die vorhandenen Streitigkeiten zwischen den verschiedenen kirchenparteilichen Gruppen zu überwinden. Die Kirchenparteien aber hätten nicht gewollt. Der Führer habe nochmals in einem großzügigen Wahlerlaß die hilfreiche Hand des Staates ausgestreckt. Daß die Wahl bis heute noch nicht habe durchgeführt werden können, sei einzig und allein die Schuld der Kirche. Eine einheitliche Richtung sei in der Evangelischen Kirche nicht herzustellen. Der Staat verhalte sich deshalb in Sachen dieser Wähl abwartend, nachdem sie von den Kirchenparteien vorerst selbst abgelehnt worden sei. Bis auf weiteres beschränke sich der Staat auf die Aufrechterhaltung der äußeren Ordnung. Trotz des gehässigen Kirchenkampfes der Kirchenparteien untereinander, der bis zur Verweigerung der gottesdienstlichen Gebäude und des Gräbgeläutes gegangen sei, seien den Kirchen die Körperschaftsrechte, die der Staat ihnen verliehen habe, belassen wor- 230 143 43,5 67,9 124 Annahme von Anzeigen für die Mitlagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh. Vereinbg.25°/<» mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.,Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B am weiteren Ausbau der Burg beschäftigten Arbeiter. Darauf betrat der Führer den Vortrags- saal. Burgkommandant Bauer grüßte ihn hier mit einem dreifachen Sieg-Heil, in ba£ die Kreis- leiter und Gauamtsleiter begeistert einstimmten. Dann entwickelte der Führer in mehr als zweistündiger, überaus eindrucksvoller Rede aus einem großgesehenen geschichtlichen Ueberblick den volkspolitischen Gedanken, der durch die nationalsozialistische Bewegung und die von ihr geschaffene Volksgemeinschaft zum erstenmal zur Grundlage desStaatesderDeutschen geworden ist. Er sprach über den Aufbau und die Organisation der V o l k s f ü h r u n g , wie sie durch die Nationalsozialistische Partei in so einzigartiger Weise verwirklicht worden ist, und deren Kunst zu lehren und sie auf die kommenden Generationen der Parteiführerschaft zu übertragen, Aufgabe der hohen Schulen der Partei sein werde. Die packenden Ausführungen und mitreißenden Worte des Führers wurden von den politischen Kämpfern der Partei mit stärkster Begeisterung ausgenommen. Burgkommandant Bauer gab dem begeisterten Dank der bis aufs tiefste mitgeriffcncn Teilnehmer dieses großen Erlebnisses Ausdruck, indem er ausrief: „Adolf Hitler ist Deutschland, und Deutschland ist Adolf Hitler!" „Wir grüßen den Führer — Sieg-Heil!" Der Führer verbrachte darauf noch mehrere Stunden auf der Ordensburg im Kreise der Männer des Führerkorps der nationalsozialistischen Bewegung. Bei der Abfahrt von der Ordensburg bereiteten die Kreisleiter und Gauamtsleiter dem Führer noch einmal unbeschreibliche Kundgebungen der Begeisterung und Treue. Auch die Allgäuer Bevölkerung, die wieder zu Tausenden und aber Tausenden die Wegstrecke zum Bahnhof Sonthofen Kopf an Kopf umsäumte, begrüßte noch einmal den Führer mit begeistertem Jubel. abgeschlossen, und in der evangelischen Kirche habe er alle Bestrebungen, zu einer einheitlichen Reichskirche zu gelangen, durchaus unterstützt. Beide Kirchen zusammen hätten jährlich 105 Millionen Mark, also im Dritten Reich bisher eine halbe Milliarde an Staatslei ftungen erhalten, hinzu kämen die Kirchensteuern, die der Staat mit jährlich 200 Millionen Mark für sie eingezogen habe, so daß sie im Dritten Reich bisher fast eine Milliarde Mark erhalten hätten, wie kommt man nun, so fuhr Reichsminister Kerrl fort, dazu, zu behaupten, der nationalsozialistische Staat und die Nationalsozialistische Partei seien antikirchlich, antichrifllich oder antireligiös eingestellt? Der Minister stellte eindeutig fest, daß der nationalsozialistische Staat sowohl wie die Nationalsozialistische Partei sich mit keiner einzelnen Religionsgemeinschaft g l e i ch s e tz t. Trotz der bewiesenen übergroßen religiösen Toleranz hatten aber immer wieder Geistliche beider Konfessionen gegen den Staat gewühlt. Bezeichnend seien die 7000 Strafanzeigen, die seit dem Jahre 1933 gegen Vertreter der Kirchen erstattet worden seien. Wenn die Religionsgemeinschaften ihrer Religion richtig gefolgt wären, dann hätten sie sehr leicht im Frieden mit dem nationalsozialistischen Staate leben können. In diesem Staat könne allerdings nur der Staat selb ft herrschen und nur einer führen. Ihm in völliger Disziplin und Unterordnung zu folgen, sei unser aller Aufgabe. Bezeichnenderweise hätten d i e christlichen Freikirchen eindeutig anerkannt, 25 142* 142, j 167, 1223 187,* 136,2 118,:. 144,i 1313 151,2 156,1 131,| 146.* 137,71 0 1* 119.* 152,1 13 1« 121,2 IS 125,11 117,* 1603 146.1 8,75 37,5 9,25 145 161 151 57,65 132 148 139 174 120,4 154 59,25 36,25 16,75 122 156 126 11Ü 160 108,5 27,25 47,65 128,5 149,75 166 171,25 95,5 205,5 207 114.25 58,4 117 148,5 30 63,A 57,3 15.5 8,711 2,471 3,81 7,26 5,23 1,696 2,474 Oer Führer weiht die Ordensburg Sonthofen 231,25 lü 129,* 18 n;? J J?, uw ° bist s ♦ willigen Arbeitsdienstes sein. Und in einem Artikel eines der führenden jungen Idealisten dieser Bewegung heißt es: „Vor Tausenden von Jahren zwang das Land die Jugend zur gewaltigen Expansion der Wikingerzüge nach außen, heute soll dieselbe Kraft nach innen zwingen zur Eroberung eines unbekannten Norwegen in Norwegen, zur Eroberung von Gesundheit und Kraft". Diese Ideen erinnern, wie man sieht, m vielem an diejenigen, die auch der Schaffung des deutschen Arbeitsdienstes zugrunde gelegen haben. Im Augenblick sind solche Erkenntnisse allerdings noch recht vereinzelt. Kein Wunder in einem Lande, in dem man alle Hände voll zu tun hat, um die fruchte der gegenwärtigen H'o ch k o n j u n k t u r auf verschiedenen Wirtschaftsgebieten, die nun auch Norwegen erreicht hat, hereinzubringen. Man hat daher auch für große Zukunftsfragen der Nation, die etwas mehr als tagespolitisches Denken erfo^ern, wenig Zeit und Anteilnahme. Arbeitsdienst, Wehrhaftigkeit, außenpolitische Bedrohung Nordnorwegens durch die Sowjetunion, all das find gegenwärtig unaktuelle Begriffe, die Parole heißt vielmehr ,Geld verdienen". Es ist ja immer so gewesen, daß die nordischen Länder bet politischen Krisenzuständen in der Welt am besten verdient haben. So haben sich nach den vor kurzem veröffentlichten Steuereinschätzungen der Stadt Oslo im vergangenen Jahr bezeichnenderweise die Einnahmen der Osloer Schiffahrtsgesellschaften um nicht weniger als 60 v. H. vermehrt. Auch das Gesamtvermögen in Oslo ist während der gleichen Zeit um die schöne Summe von 99 Millionen Kronen gestiegen, und die übrigens erst vor einigen Jahren eingeführte, auf einen Ertrag von 27 Millionen Kronen im ganzen Lande veranschlagt gewesene Umsatzsteuer hat im vergangengen Jahre sogar über 5 Millionen mehr, nämlich 33,5 Millionen Kronen ergeben. Auf diese Weise kann jetzt noch aus dem Dollen geschöpft und kann insbesondere die W o hl- fahrtspolitik, die der Arbeiterpartei die neuen Stimmen eingebracht hat und noch weitere einbringen soll, vorläufig unbesorgt fortgesetzt wer- den, wenn auch in manchen Landesteilen und bei manchen Erwerbszweigen — bekannt ist ja die nach wie vor schwierige Lage der nordnorwegischen Fischerbevölkerung — die Entwicklung keineswegs ebenso rosig und die Arbeitslosigkeit in der letzten Zeit sogar wieder etwas gestiegen ist. Gelegentlich fängt man daher schon an, sich Gedanken über die mögliche Dauer der Konjunktur und über das, was hinterher kommt, zu machen, wie es vielen Leuten natürlich auch nicht entgangen ist, daß die Preise dauernd weiter anziehen. ! heit der 150 Stortingssitze zu erringen, nachdem sie bis dahin bereits 69 innegehabt hatte. Das war > rhr aber trotz größter Kraftanstrengung nicht ge- L [ungen, und sie hatte es nur auf 71 Sitze gebracht, nachdem die bürgerlichen Wähler sich aus Angst oor einer marxistischen Mehrheit noch einmal auf- l gerafft hatten. Die norwegische Arbeiterpartei steht ■ oiel weiter links als ihre Gesinnungsgenossen in den liche Ordnung nicht nur durchaus anerkennt. sondern durchlebt. Wir hallen es für eine Pflicht, den Deutschen die religiöse Freiheit unter allen Umständen zu gewährleisten. Es ist das persönliche Recht des einzelnen. sich die Religionsgemeinschaft selbst auszusuchen. Die nationalsozialistische Regierung hat die Pflicht, dafür zu sorgen, daß ein politischer Mißbrauch der Religion unter allen Umständen vermieden wird. Es ist an sich nicht die Aufgabe der nationalsozialistischen Regierung, die Erhaltung von Kirchen durch Zuschüsse und durch Steuern von sich aus zu sichern. Das ist die Aufgabe der Gläubigen, denen es obliegen muß, für die Kirche zu sorgen, zu der sie gehören wollen, wenn dies auch nicht sofort durchgeführt wird, so steht es doch als Ziel fest. Staat und Bewegung denken im übrigen nicht daran, sich in den Streit der Kirchen und Bekenntnisse über Dogmen einzulassen. Sie vertreten vielmehr ein positives Ehristentu m. Das Handeln des nationalsozialistischen Staates in den letzten viereinhalb Jahren hat diese Grundemstellung immer wieder bewiesen. Bon dem Glauben, der Berge versetzen kann, hörten wir zwar auch von den Kirchen, aber wir sahen keine solche Taten. BZie gern hätten wir gesehen, daß während des Weltkrieges ein solcher Glaube entstanden wäre, und I in der Nachkriegszeit, daß ein solcher Glaube irgend- wo wirksam märe und unerhörte Berge der deutschen Not versetzt hätte. Wir erlebten nichts davon. Da kam der eine zu uns, der diesen Worten wieder einen unerhörten Sinn gab. Es war einer, der uns sagte: „Glaubt an die Wendung, die Gott selbst in euch 'hineingelegt hat. Erkennt wirklich, daß es nicht auf Reden, sondern auf Taten ankommt, und seid gewiß, daß Gott euch auf diese Welt stellte, damit ihr als Deutsche für Deutschland sorgt. Dann werdet I ihr sehen, wie das Wunder zwar nicht vom Himmel selbst herunterkommt, aber wie unser Glaube es erfüllen wird." Der Minister erklärte sodann, Belehrungen darüber, was er als zuständiger Minister zu tun habe, habe er sich von jeher schärsstens verbeten. Man habe ihm unterstellt, er habe die Gotlessohnschaft Jesu als lächerlich bezeichnet. Er habe nicht daran gedacht, so etwas zu sagen. Der nationalsozialislische Staat habe trotz der ablehnenden Haltung von andrer Seite von Anbeginn an seinen guten Willen, mit den Konfessionen fruchtbar zusammenzuarbeiten. bekundet. Mil der römisch-katho- I lischen Kirche habe er das Konkordat II 'S* Norwegens Probleme.! Weltanschauung und MM im nationalsozialistischen Staat Don unserem O'g-Berichterstatter. 1 ' ö e Ä , , • «x> K Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Grundlegende Ausführungen des Reichsministers «crrl m einer Reoe in Luwa. Oslo, November 1937. auch die nationalpolitischen Möglichkeiten des Arbeitsdienstes erkannt, indem sie auf das gefährdete und vom Staat in vieler Hinsicht vergessene N o r d- norwegen Hinweisen, das wirtschaftlich und bevölkerungspolitisch schnellstens ausgebaut werden müsse. Wie angebracht eine solche Forderung allem chon hinsichtlich der wegebaulichen Verhältnisse m den nördlichen Teilen des Landes sind, zeigte sich übrigens anläßlich der jetzigen W a h l e n. In den Küstengebieten konnte die Wahl an verschiedenen Orten überhaupt nicht stattfinden und muß demgemäß nachgeholt werden, weil entweder die Wähler oder aber gar die Wahlleiter wegen des schweren Sturms die Wahllokale nicht erreichen konnten, zu denen sie nur auf dem Wasserwege hatten gelangen können. Ein Wähler ist sogar auf dem Wege ' über die Berge im Schneesturm umgekommen. Diese Vorfälle werden von der nordnorwegischen „Lo- fotenpost" zum Anlaß genommen, um erneut auf die stiefmütterliche Behandlung dieser Landestelle hinzuweisen und größeres Verständnis und höhere Bewilligungen insbesondere für die Verb e s s e - rung des Wegenetzes zu verlangen, „damit es in Zukunft nicht mehr mit unmittelbarer Lebens- aefabr verbunden zu fein braucht, wenn man feine I Bürgerpflichten ausüben will . Auch hier wurde I also viel Raum für den selbstlosen Einsatz des frei« Parteien festgehalten hatten. Die Folgezeit hat bann den Beweis erbracht, daß I ftie Bewegung Quisling innerlich doch nicht so ge- ieftiat war, um eine solche Niederlage aushalten :»i können. Hinzu kam, daß Quisling selbst onem 3)ar nicht die für die Führung eines das Volk mit sich reißenden Erneuerungsbewegung notwendigen Qualitäten befaß. So haben sich denn die wertvollsten und kämpferischsten Kräfte mit der Ze' von ihm zurückgezogen, so daß diese letzte Wahl inur noch den Schlußstrich unter eine im wesentlichen schon abgeschlossene Entwicklung ziehen konnte^ Ob nun die Bewegung 8 e d r e la n d s l a g e 11 ssDaterlandsbund), die in den letzten lieh an Boden gewonnen hat und auch verschiedentlich Ansätze dazu zeigt, eine politische Bewegung »egen die alten Parteien zu werden, das zweifellos vorhandene Bedürfnis der jungen Generation nach «iner vöttischen Erneuerungsbewegung befriedigen nvird must die Zukunft lehren. Vorläufig haben sich jedenfalls die früher in Nasjonal Sämling tätigen «aktivistischen Kräfte keiner anderen politischen Gruppierung angeschlossen und auch kerne neue Par »gegründet, sondern sich vielfach auf praktischer völkischer Arbeit Zurückgezogen Sw sind vor allem d i e Tr ä g e r d e s A r b e i tsdiens- -g e d a n k e n s , der jetzt vieler Orten m Form eines Llberparteilichen freiwilligen Dienstes der m - lichen Jugend verwirklicht wird. Mit Hacke und Spaten, die dazu noch von ihnen st gestellt Len müssen, ziehen diese jungen Idealisten hini , mm neues Land zu gewinnen. Gerade Nor- iweaen mit seinen vielen noch ungerodeten ) ibietet ungeheure Möglichkeiten hierfür, und manch Kleinsiedler, der aus eigener Kraft sein Land n H -zu einem ihn ernährenden Gut ausbauen kann, v zrüßt eine solche Arbeitsdienstgruppe nut t^euben. Die Führer bieser natürlich noch ganz m den Anfängen fteefenben Bewegung haben, auch oe- Linflußt durch bie beutschen Erfahrungen auf Die- tan Gebiet, nicht nur bü sozialen Vorzüge, fonbern Sonthofen, 23. Nov. (DNB.) Der Führer traf am Dienstag um 12 Uhr zur Weihe b e r Ordensburg Sonthofen im Allgäu und zum Abschluß der ersten gemeinsamen Tagung her Kreisleiter und Gauamtsleiter der NSDAP, ein. Nach den beiden bereits früher vollendeten Ordensburgen Cröffinfee und Vogelsang erhielt damit auch die dritte Ordensburg, dis zur Erziehung, des politischen Führernachwuchses der nationalsozialistischen Bewegung und damit des deutschen Volkes bestimmt ist, ihre Weihe. Mit dem Führer kamen sein Stellvertreter Rudolf Heß und bie Reichsleiter Bormann, Bouhler und Dr. Dietrich. Vor dem Bahnhof schritt der Führer die Front der Ehrenformationen der Bewegung und -der Wehrmacht ab; begleitet von dem begeisterten Jubel der aus dem ganzen Allgäu herbeigeeilten Bevölkerung trat der Führer sodann die Fahrt zur hochgelegenen Ordensburg an. Am Eingang zur Burg hatten sich versammelt die Reichsleiter Rosenberg, Buch, Fiehler, fast alle Gauleiter, die Burg- kommandanten der Ordensburgen, sowie zahlreiche Hauptamtsleiter und Amtsleiter der Reichsleitung. Der Führer trat durch das Tor des großen Palas auf den großen Burghof, wo die Kreisleiter und Gauamtsleiter in ihren Hundertschaften in offenem Viereck Aufstellung genommen hatten. Der Führer schritt in Begleitung des Reichsorganisationsleiters und des Burgkommandanten die Front ab, während der Musikzug der Ordensburg Vogelsang den Pra- sentiermarsch intonierte. Dann besichtigte der Führer, von dem Architekten Gauamtsleiter G i e ß l e r geleitet, die bisher fertiggestellten Einrichtungen der Ordensburg. Auf dem inneren Burghof verharrte er, um den Liedern der Bewegung und dem Deutschlandlied zu lauschen, die vom Glockenspiel im Palas auf die Burg herabklangen. Im zweiten Burghof grüßte der Führer das hier versammelte Personal der Burg sowie bie $ur Moskauer Internationale gehört, der sie auch heute noch bis zu einem gewissen Grade nahesteht, jo daß die eigentliche Kommunistische Partei in Norwegen wenig Bedeutung hat. Auch die jetzige Wahl hat der Arbeiterpartei nicht bie Erfolge gebracht, auf die sie in ihrer riesigen Propaganda hingearbeitet hatte. Wohl hat sie hier und da, insbesondere in der Landeshauptstadt, wo ssie jetzt von 83 Sitzen 45 innehat, einige Mandate gewonnen. Sie ist sogar« in allen anderen Städten der absoluten Mehrheit sehr nahe gekommen, wahrend sie anderswo wiederum kleinere Rückschläge Erlitt. Im ganzen gesehen, ist sie immerhin mit annem kleinen Gewinn aus der Wahl hervorge- mangen. Trotzdem sieht es so aus, als ob ihr bisher ro unaufhaltbar scheinender Siegeszug, mit dem sich ein großer Teil des Bürgertums als mit etwas [Inabänderlichem schon lange abgefunden hatte, rongfam zum Stehen gekommen wäre. Auf der anderen Seite hat sich auch die b u r -1 gerliche Rechte bei dieser Wahl ganz gut be- jauptet, während Nasjonal Sämling (Natto- male Sammlung), die Erneuerungsbewegung des früheren Kriegsministers Quisling, sich von iihrer Niederlage bei den letztjahngen Stortlngs- llvahlen nicht wieder hat erholen können und dies- imal fast ganz verschwunden ist. Die Bewegung Kann immerhin das Verdienst für sich in Anspruch nehmen, weite Kreise des norwegischen Volkes aus ihrer Gleichgültigkeit gegenüber dem Marxismus □ufgerüttelt zu haben. Ihre großen antimarxlstlschen Propagandaaktionen sowie ihre Enthüllungen nach der gewaltsamen „Haussuchung^ bet Trotzki, für die (fünf ihrer Mitglieder damals vom Gericht verurteilt wurden, sind noch in frischer Erinnerung. Sie Haden im vergangenen Jahre die norwegischen Wählermassen erst in Bewegung gebracht und dazu beigetragen, daß die von der Arbeiterpartei neugewonnenen Stimmen durch annähernd ebenso viele antimarxistische Stimmen ausgeglichen und die allgemein erwartete marxistische Mehrheit verhindert «vurde. Nur Nasjonal Sämling selbst war diese Tatsache nicht zugute gekommen, da Die meisten -mtimarxistischen Wähler, selbst wenn sie mit der > neuen Bewegung sympathisierten, aus Furcht vor seiner Stimmenzersplitterung noch an ihren alten urs Mill-» — 11 ■ 22.li, Norwegen hat wieder eine Wahl hinter sich. Fu ld a, 23. Nov. (DNB.) Auf einer Kundgebung Diesmal waren es die Kommunalwahlen, der NSDAP, in den überfüllten Stadtsälen sprach Die im ganzen Lande stattfanden und die Gemüter Reichsminister Kerrl über Weltanschauung und Erregten. Im allgemeinen ist sonst ein Wahlkampf Religion im nationalsozialistischen Staat. Religion nichts Aufregendes in einem so ruhigen Lande wie und Weltanschauung seien aus einer gemeinsamen Norwegen. Aber schon die vorjährige Stortings- Wurzel erwachsen. Beider Aufgabe sei es, dem wähl machte eine Ausnahme von dieser Regel, und Menschen auf seine Frage nach dem rich - auch jetzt bei den doch viel weniger wichtigen Korn- t i g e n Handeln Antwort zu geben. Die munalwahlen gab es Wahldemonstrationen, Wahl- Weltanschauung unserer Altvordern und die gesamte siilme, Wahlfeste und ähnliche Veranstaltungen, abendländische Philosophie und Naturwissenschaft Allerdings gingen diese im wesentlichen von der l hätten immer um diese Antwort, wie der Mensch Arbeiterpartei aus, die sich bemühte, die I gewissenhaft handeln könne, gerungen Die offiziel- Wahl zu einer großen Vertrauenskundgebung für hm Kirchen hätten sich leider nicht immer auf ihre Die marxistische Regierung zu machen, die bekannt- rein religiösen Aufgaben beschränkt, sondern immer [ich seit drei Jahren mit Unterstützung der Bauern- jn der Gefahr gestanden, die Religion zu politischen partei am Ruder ist. Schon im vergangenen Jahre Zwecken zu mißbrauchen, indem sie in der euro- hatte sie gehofft, mit Hilfe ihrer Wohlfahrtspolitik päischen Kirchengeschichte zu Staatskirchen und der günstigen Wirtschaftskonjunktur die Mehr- Igeworden seien. Reichsminister kerrl wandte sich entschieden gegen das Gegeneinanderausspieten von Weltanschauung und Religion und stellte unter Hinweis auf die alleinige Gültigkeit des nationalsozialistischen Parteiprogramms folgendes fest: Der Nationalsozialismus ist eine Bewegung, die bie Bindung an Gott und di e gött- Lrlchemi lagttch, außer Sonntags und Feiertags Beilagen. Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monaks-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt 5ernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen povschecktonto: Zranlsurt am Blain 11086 tzen . lein !2.No in Deutschland Bericht zu erstatten. Die Unterredung fand im Anschluß an eine Sitzung des Kronrates statt, an der Lord Halifax als Lordpräsident teilnahm. ♦ Das englische Unterhaus verabschiedete mit 301 gegen 139 Stimmen die Vorlage, wonach ab 1942 nad) einem festgelegten Plan unter Vergütung für die jetzigen Besitzer die gesamten Kohlenfelder Englands in den Besitz des Staates übergehen sollen. ÄneAdolf-Hitier-GchuleinjedemGau' Als erste Stufe dieses Ausleseprinzips behandelte Dr. Ley die Adolf-Hitler-Schulen. In jedem Gau wird eine errichtet werden. Von den 32 fler, nicht vor. „Dir wollen die Aufgabe er- Sieben Iabre Bewährunq im Leben. Nach dieser Ausbildung muß jeder einen Beruf erlernen und zum Abschluß bringen. Die Universität steht den Adolf-Hitler-Schülern wie jedem Gymnasiasten, der sein Abitur Berlin, 23. Nov. (DNB.) Ministerpräsident von Daranyi, der auch Minister für Ackerbau ist, und der Staatssekretär im Ackerbauministerium, Marschall, besichtigten einen märkischen Erb Hof.im Dorfe Leuenberg hinter Werneuchen. Die ungarischen Gäste, hatten dabei Gelegenheit, sich mit den 50 auf dem Gute Leuenberg und in der Umgebung untergebrachten ungarischenWan- d e ra rb eitern zu unterhalten, die als Land- JnCoulsdon (Grafschaft Surrey) prallten zwei Wir müssen feststellen dak lick, di - t* —1— tnowjetumon au mildern und abzujchwächen, jo Der nakionalsozialiskische Staat, fuhr der England und der Stalinismus »Daily Telegraph" über die neue Neinigungsaktion: »Schlimmer als zur Zeit römischer Tyrannen." machte, offen. Der Arbeits und Wehrdienst ist abzuleisten. Jeder hat nun seinen Mann im Leben zu stehen. Selbstverständlich haben sie in den Reihen der SA. und jj, im NSKK. oder als Block- und Zellenleiter aktiv Dienst für die Bewegung zu leisten. Wenn anhand der Personalakten nach den sieben Jahren alle 4000 Adolf-Hitler-Schü- ler zur freiwilligen Meldung aufgerufen worden sind, beziehen die tausend Besten, Bereitesten und Härte st en als Elite der jungen deutschen Männer die Ordensburgen. Bier Jahre auf den Ordensburgen! treffen wird. Wenn die Führeranwärter sich auf Vogelsang bewährt haben, beziehen sie für anderthalb Jahre Sonthofen. Zwei Winter lang weilen sie in den Bergen, die ihnen bei Schi- und Kletterfahrten das letzte an Mut und Ausdauer und körperlicher Widerstandskraft aboerlangen werden. 2500 Morgen Schigelände wurden dazu erworben und fünf kleine und zehn große Schihütten, in denen sich die Führeranwärter sechs Wochen aufhalten können, werden an den Hängen der die Burg umgebenden bis zu 2200 Metver ragenden Berge erbaut. Das letzte halbe Jahr gehört der Ordensburg, die im Osten in nächster Nähe der Marienburg entsteht. Sie wird die Stätte der letzten geistigen und politischen Ausreifung sein. Die Führeranwärter werden in jedem Jahr drei MonateDienst an der Front der Parteiarbeit ableisten. Sie werden in den Ortsgruppen oder auch Kreisleitungen eingesetzt. Dafür entsendet der einzelne Gau eine gleiche Zahl seiner Politischen Leiter auf die Ordensburg, womit erreicht wird, daß jeder Politische Leiter alle Jahre für drei Monate auf einer Ordensburg in seiner weltanschaulichen Haltung, körperlichen Ertüchtigung und auf dem Gebiet des Wissens überholt wird. Der Erziehungsplan in den Ordensburgen, in denen die Ausgemusterten vier Jahre körperlicher und geistiger Schulung erfahren, erstreckt sich ineinandergreifend über die vier Burgen der Bewegung und fußt auf der Eigenheit der Anlagen, die diesem Plan untergeordnet sind. Die leichtesten Anforderungen wird das Jahr auf der pommer- schen Burg C r ö s s i n s e e stellen,' die auch land- Der Herzog von A o st a, der als Vize- könig von Aethiopien Marschall Gra- z i a n i ablöst, entstammt einer Seitenlinie des Hauses Savoyen. Sein Vater war Vetter des regierenden italienischen Königs. Alle Prinzen des Hau- fes Savoyen führen Titel nach noch heute bestehenden italienischen Landschaften oder auch nach Provinzen oder Städten von geschichtlicher Bedeutung. Der Herzog von Aosta, der 1898 geboren ist, machte als Freiwilliger den Weltkrieg mit, nahm dann an einer italienischen Afrika-Expedition teil, arbeitete weiterhin unter einem bürgerlichen Namen in einer belgischen Firma im Kongogebiet, wurde darauf Kommandeur einer Abteilung im Kamel-Reiter- korps und ging schließlich zur Flugwaffe über, in Oie Auslese des Kü-rernachwuchses der RGOAP Reichsorganisaiionsleiier 0r. Ley über das Erziehungssystem der Ordensburgen. Schulen liegen zehn bereits im Plan genau fest, sieben wurden zum Bau freigegeben. Vom 12. bis zum 18. Lebensjahr wird der'junge Mensch hier seine Ausbildung erhalten. Die Schüler kommen aus der Masse des Volkes, ohne Ansehen von Stand und finanzieller Lage der Eltern. Nachdem jede Ortsgruppe die Tüchtigsten aus ihrer Jugend vorgeschlagen hat, nachdem der Kreis sie weiteres folgen. Sie brauchen keine Sorge tu Ibewertet unb gesiebt hat, wird die Musterung haben, das, wir sie hindern werden, wenn sie ®'r“ enfcAuhsj£,en- ®^ngfte 2Jia6ftä6e prü. . ' « ien dabei Gesundheit und körperliche Verfassung. ns nicht hindern. 600 Schüler, im ganzen also rund 4000, werden Christus habe auch nicht gelehrt, gegen die national- dann hier zu einer starken, geistig wachen, körpersozialistische Rassenlehre zu kämpfen. Er habe viel- lich urgesunden, gläubigen jungen Mannschaft auf mehr einen unerhörten Kampf gegen das Juden- der Grundlage ehrlichster Kameradschaft heran- . c.-.u-x •-*- Ä v ,e- gebildet. Die ganze Ausbildung ift für die El- geringsten widerspreche die ter n ohne jede K o st e n. Kleidung, Uniform, ~ 'Lehrmittel und alles, was der Schüler braucht, wird von der Schule gestellt, und ebenso erhalten die Jungen ein angemessenes Taschengeld. Der Lehrplan ist von Reichsleiter Rosenberg in Gemeinschaft mit dem Reichsorganisationsleiter und dem Reichsjugendführer festgelegt worden. Es gibt bei seiner Durchführung keine Zeugnisse, keine Prüfungen, kein Sitzenbleiben. Der Schüler bewährt sich in charakterlicher Leistung und Wissen, oder er scheidet aus. Der Adolf-Hitler-Schüler hat in den sechs Jahren feiner Schulung im Dienste für die Bewegung zu stehen, er hat außerhalb der Schule Dienst in der Front der Hitlerjugend zu tun. Die Italiener bauen ihr neuerworbenes ostafrikanisches Imperium einschließlich ihrer alten Kolonie Eritrea mit einer Eile und einem Nachdruck aus, die an amerikanische Vorbilder erinnern. Der Wille des Duce ist überall spürbar und wird sich jetzt, nachdem er auch das Kolonialministerium als sein neuer unmittelbarer Leiter übernommen hat, noch starker auswirken. Als die Italiener 1935 ihren Vorstoß über Eritrea nach Nordost-Abessinien, also in Richtung Adua unternahmen, mußte noch viel improvisiert werden: Don den Hafenanlagen in Massaua bis zu dem Verbindungsverkehr mit dem 1800 Meter hochgelegenen Asmara, das zugleich Regierungshauptstadt und wichtigster Etappenort war. Heute sind die Hafeneinrichtungen Massa u a s — ursprünglich ein gefürchtetes Hitze- und Fiebernest — weitgehend ausgebaut. Der Hafen konnte im ersten halben Jahre 1937 489 italienische Dampfer mit insgesamt 710 000 Tonnen aufnehmen und daneben noch eine erkleckliche Zahl von Segelschiffen. Das Wasser ist noch immer knapp, aber es braucht nicht mehr viele hundert Kilometer herbeigeführt zu werden und die Hotels haben kaltes und warmes Wasser zur Verfügung. Wegen der großen Hitze arbeiten die italienischen Arbeiter und Angestellten erst vom Spätnachmittag bis Mitternacht. Die Bautätigkeit ist hier wie in Asmara ungemein rege, weil Angestellte und Arbeiter nur bann ihre Familien nachkommen lassen dürfen, wenn sie den Besitz einer Wohnung nachweisen. Nicht weniger als 390 Baufirmen haben sich auf- getan, während sich 1410 Firmen mit dem Trans- ._.r-----ö...y |U/ul()llu. niUmuuIM: uuer portverkehr beschäftigen; Eine Reihe dieser Trans- der er zuletzt als Divifionsgeneral in Görz stand. tum geführt, das ihn auch deshalb ans Kreuz gi schlagen habe. Nicht im geringsten widerspreche di. Lehre Christi selbst dem Nationalsozialismus. Der Minister schloß: „Das deutsche Volk wird sich in seinem Marsch in die Zukunft durch politisierende konfessionelle Kreise nicht aufhalten lassen." London, 23. Nov. (DNB.) Der „Daily T e l e g r a p h", das führende Londoner Morgenblatt, beschäftigt sich mit dem blutigen Feldzug Stalins gegen sogenannte „Verschwörer" und Trotzkisten in der Sowjetrepublik. Stalins „Reinigungsaktion", so schreibt das Blatt, werde mit einer solchen Verbissenheit weitergeführt, daß niemand mehr vor der Hinrichtuna sicher scheine. Die Armee, die Marine, die Luftflotte und die zivilen Verwaltungen seien ihrer angesehensten Leiter beraubt worden, weil Stalin plötzlich entdeckt habe, daß diese Säulen des Kommunismus mit Trotzkismus durchsetzt gewesen und der Sabotage der ihnen unterstellten Derwaltungsgebiete für schuldig befunden worden seien. Das sei wirklich keine Empfehlung für das sowjetrussische Regime. Es stelle sich immer als augenscheinlicher heraus, daß außer Stalin selbst niemand mehr in Sow- jetrußland als ein „orthodoxer Bolschewik" angesehen werden könne. Das Leben sei selbst in der Zeit der grausamsten römischen Tyrannen nicht so gefährlich für die Bürger gewesen. „Daily Mirror" bringt eine Warschauer Meldung nach der 22 hohe Würdenträger der russisch-orthodoxen Kirche angeblich wegen Verrats von einem Militärgerichtshof in Oriel in Mittelrußland zum Tode verurteilt worden feien. Zehn feien schon erschossen worden. Unter den Verurteilten befänden sich der Erzbischof Mittelruß- lands sowie zwei Bischöfe und sechs Domherren. Der Erzbischof der orthodoxen Kirche in Polen habe sich mit dem Haupt der rumänischen orthodoxen Kirche in Bukarest in Verbindung gesetzt, um ihn zu einem gemeinsamen Vorgehen zu bewegen, damit die Verurteilten gerettet würden. König Carol von Rumänien soll sich bereit erklärt haben, sich an einem Appell an Stalin zu beteiligen. Oie pariser Waffenfunde. Eine Verlautbarung des Innenministeriums. Paris, 24. Nov. (DNB.) Arn späten Dienstagabend hat das Innenministerium eine Verlautbarung über die Waffenfunde ausaegeben, in der es beim, daß eine „wahre Verschwörung gegen die republikanischen Einrich- t ungen" entdeckt worden sei. Die Polizei habe eine beträchtliche Anzahl militärischen Materials ausgesunden das zum großen Teile „a u s I ä n- o i j ch e n U r f p r uin g s' sei. Die Haussuchungen -^- -'^^^""^^^bhypothekenkasse", deren Ge- schaftssuhrer der Ingenieur Deloncle sei, habe gezeigt, daß man es mit einer den Dienststellen des Heeres genau nachgebildeten p a r a - m i l i t ä r i- Upen Geheimorganisation zu tun habe. ©ie umfasst einen Stab, vier Büroabteilungen und einen Rotkreuzdienst, fei eingeteilt in Divisionen, Brigaden, Regimenter, Bataillone usw. Sie trage öen deutlichen Charakter einer „Bürgerkriegsorga- nisatlon". Die beschlagnahmten Schriftstücke bewiesen, daß die Schuldigen die republikanische Staatsform durch eine Diktatur als Vorbereitung für die Wiederherstellung der Monarchie ersetzen wollten. Man habe gefunden: Material zur Herstellung von falschen Personalaus-- ousroeijen, Anweijungen jux die Beförderung von schaftlich mit dem Frieden ihrer Wälder und Seen die zugänglichste ist. Segeln, Leichtathletik, Flug und Reiterei sind die Sportgebiete. Die schwere und trotzige Anlage der Festung des Glaubens in der Eifel, die Burg Vogelsang, ist ganz auf strenge körperliche Erprobung neben dem geistigen Weiterreisen ausgerichtet. Dort wird auch die größte Sporthalle geschaffen werden, die an Umfang die Sportakademie in Berlin oder Einrichtungen ähnlicher Art in der Welt weit über- Oie letzte Etappe: Hohe Schule am Chiemsee. , Die oberste Stufe dieses Erziehungssystems ist die Hohe Schule der Partei, die am Chiemsee errichtet wird und der Leitung von Alfred Rosenberg unterstellt wird. Sie gliedert sich in Her Sektoren: in das Forschungsinstitut mit der Zentralbücherei, die 20 000 Bände umfassen wird; in die Akademie, in der die Lehrkräfte für die Adolf-Hitler-Schulen und Ordensburgen wissenschaftlich ausgebildet werden; in ein Lager, das in jedem Jahr vier Wochen lang je 600 Mann des Lehrpersonals und der Stammannschaften der Ordensburgen zu weltanschaulicher Ausrichtung und wissensmäßiger Festigung vereint, und schließlich eine Adolf-Hitler-Schule, die der Hohen Schule angegliedert ist, damit diese eng mit der Jugend verbunden bleibt. Diese ganze Erziehung soll, wie Dr. Ley schließ, lich sagte, in engster Verbindung mit öem Volk durchgeführt werden. Bei jeder der vier Burgen und auch bei der Hohen Schule wird ein „Kraft-durch-Freu de"-Hotel mit 2000 Betten nach dem Muster der „KdF."-Bäder erbaut. Die 2000 Gäste, die alle sieben Tage in diese Hotels einziehen, werden in kameradschaftlichster Fühlung mit den Führeranwärtern fein, die somit nicht abgeschlossen vom Volk eine Geheimausbildung genießen. Diesen „KdF."-Gästen werden auch die mustergültigen Sportanlagen der Burgen zur Verfügung stehen. „In fünf Jahren werden die Ordens- bürgen vollendet fein, in zehn Jahren die Adolf- Hitler-Schulen, und in 17 Jahren wird erstmalig die Auswirkung dieser einzigartigen Erziehung spür- fam sein." arbeitet in diesem Jahre in Deutschland ein Unterkommen gefunden haben. Die ungarischen Gäste besprachen abschließend in einem Gutshaufe mit den deutschen Begleitern eingehend Fragen der Landwirtschaft und des Arbeitseinsatzes.' Dabei wurde erwähnt, daß im Jahre 1938 das Kontingent der ungarischen Wanderarbeiter für Deutschland wesentlich erhöht würde. Unter Führung des Reichsbauernführers besichtigte Ministerpräsident Daranyi bann den größten Berliner Molke- re i b e t r i e b. Der Ministerpräsident interessierte sich lebhaft für die Versorgung der Weltstadt mit Frischmilch und milchwirtschaftlichen Erzeugnissen, ließ sich eingehend die einzelnen Produktionsvorgänge erklären und schenkte der milchwirtschaftlichen Verwertung der Nebenerzeugnisse besondere Beachtung. Zu Ehren des Außenministers veranstaltete der ungarische Gesandte Sztojay im Collegium Hungaricum am Dienstagabend einen Empfang, an dem mit den ungarischen Gästen und ihrer Begleitung der italienische Botschafter und Frau Attolico, der österreichische Gesandte T a u- f ch i tz, zahlreiche R e i ch s m i n i st e r und R e i ch s- l e i t e r , Staatssekretäre, Generale, führende Persönlichkeiten aus Kultur, Kunst und Wissenschaft, Wirtschaft und Presse teilnahmen. Den musikalischen Teil des fesllichen Abends bestritt der ungarische Zigeunerprimas Lajos Farkas mit feinen Künstlern. Japans Politik in Schanghai Sicherheitszone in Nanking? Tokio, 24. Nov. (DNB. Funkspr.) Der Sprecher des Außenamtes erklärte, Japan werde keinerlei japanfeindliche Handlungen in Schanghai dulden. Japan werde selbstverständlich das gesamte Nachrichtenwesen in Schanghai kontrollieren und nicht gestatten, baß die Chinesen ober frembe Mächte in den Konzession en gegen Japan agitierten. Weiter erklärte der Sprecher, nichts über eine angeblich geplante U e b e r n a f) m e des Seezolles aber über eine BesetzungberfremdenKonzes- f i o n e n in Schanghai zu wissen. Japan werbe alle weiteren Maßnahmen von bem Verhalten der fremden Mächte abhängig machen und auf Grund des Kriegsrechtes die militärischen Interessen Japans zu wahren wissen. Ein Vorschlag von in N a n k i n g ansässigen Ausländern, dort eine Sicherheitszone einzurichten, wurde von bem amerikanischen Generalkonsul dem Vertreter Japans in Nanking übergeben. Die Zone soll die Botschaften von Italien, Japan, den Nie- berlanben und Amerika sowie mehrere jetzt geräumte chinesische Ministerien umschließen. Der sa- panische Generalkonsul hat zugesagt, den Vorschlag den japanischen Militärbehörden zur Prüfung zuzuleiten. ringt sie sich jetzt mehr zu einer wahrheitsgemäßen Berichterstattung durch, die mit Worten des Ab- scheues nicht spart. Wenn man nun endlich dazu übergeht, das bolschewistische Regiment mit allen feinen Schrecken zu schildern, dann läßt das vielleicht auf eine beginnende grundsätzliche Umstellung schließen. Damit allein ist es indessen nicht getan. Die Menschheit erwartet nicht, daß die Presse des einen ober anberen Laubes bie Bolschewisten sachlich behanbelt unb ihre Teufelsfratzen nicht in Enyelgesichter umfälscht, sie verlangt eine internationale Politik bes Schutzes vor bem Bolschewismus unb ber Abwehr biefer größten aller ausbeutbaren Gefahren. Euglaub hat sich bis- her abseits gehalten unb fo getan, als sei es gegen bas bolschewistische Gift immun. So mancher Engländer denkt heute anders, bedauert wohl auch, baß oon ber Themse her den Bolschewiken gegenüber stets eine mehr als großzügige Nachgiebigkeit gezeigt würbe, bie bann dazu führte, baß bie Sowjetunion, ber Exponent bes Bolschewismus, in ber internationalen Politik eine Rolle spielen konnte, bie ihr keineswegs zukam. Die Sowjetunion ist ein (Bebilbe, bas zwischen ben großen Gemeinschaften gesitteter Völker unb hochsteheuber Kulturen liegt. Dieser nur ben bolschewistischen Mord unb bie Zerstörung fennenbe Staat hat roeber mit ber einen noch ber anderen Seite, weder mit dem Osten noch mit dem Westen etwas zu tun. Dennoch ist es ben Bolschewisten gestattet worben, in bas Gewebe ber politischen Beziehungen mit rauher Haub ergreifen unb Situationen zu schaffen, bie verschieben!- lich schon mehr als kritisch waren. Gerabe (England kann feine Hänbe nicht in Unschuld waschen, es hat mitgeholfen, ben Bolschewisten vorteilhafte Ausgangsstellungen für ihre gemeingefährliche Politik zu verschaffen. Wenn jetzt bie englische Oeffentlich- feit in ber Presse in steigendem Maße vom bolschewistischen System abrückt, es verurteilt unb ber allgemeinen Verachtung preisgibt, bann wirb es uns lebhaft interessieren, wie sich bie verantwortlich leitenden Stellen in ßonbon bie pro? ’ tische Nutzauweubuug biefes Abscheues vor dem bolschewistischen System denken. Wir meine* den. Der Staat könne es sich allerbings nicht bieten lassen, baß Kollekten zugunsten einzelner Kirchenparteien orbnuugswibrig gesammelt unb zur staatsfeindlichen Propaganda mißbraucht würden. Der Religionsunterricht in den Schu- l e n werde niemals behindert werden. Unter großem Beifall erklärte hier der Minister: „Wir können nicht anerkennen, daß die Kirche ein Recht. hätte, dafür zu sorgen, daß die Menschen auf allen S o n t h o f e n , 23. Nov. (DNB.) Auf der Ordens- Gebieten so erzogen werben, wie sie es für richtig bürg Sonthofen hat Reichsorganisationsleiter Dr. hält, fonbern wir müssen es bem national-Ley zum Schluß ber Tagung ber Gauamts- unb sozialistischen Staat überlassen, bie Kinber Kreisleiter ben Weg bes künftigen Führernach- fo zu erziehen, wie er es für richtig hält." Wuchses bekanntgegeben. „Kem Grund zu Mißtrauen." Duff Cooper und Grandi auf einer britisch-italienischen Frontkämpferkundgebung. L o n b o n , 24. Nov. (DNB. Funkspruch.) Auf einer Veranstaltung zu Ehren ber in ßonbon wei- lenben italienischen Frontkämpfer-Aborbnung erklärte Marineminister DuffCooper,er habe ben Einbruck, baß zwischen Italien unb Englanb niemals wirkliches Mißverstehen herrschen könne. Die englisch-italienische Freunb- schäft fei tief in ben beiben Völkern verankert Diese Freunbschaft werbe weiter leben unb (Englanb unb Italien in Zukunft zu Freunben unb Verbunbeten machen, fo wie sie es in ber Vergangenheit gewesen seien. — Der italienische Botschafter Graf Granbi erwiberte, beibe ßänber würben mit Erstaunen seststellen, baß kein wirk- l' che r Grunb zu Mißtrauen bestehe, wenn sie sich enblich entschlössen, ben Weg zu bereinigen. Beibe ßänber würben bann zweifellos bedauern, baß sie soviel Zeit bei ber Wieberherstel- lung bes gegenseitigen Vertrauens verloren hätten. FranzösischerWochenendbesuch in London. Chautcmps und Delbos zu Besprechungen eingeladen. ßonbon, 24. Nov. (DNB. Funkspruch.) ßon- boner Blätter berichten, baß ber französische Mi- nifterpräfibent Chautemps und Außenminister Delbos in Kürze auf Einladung ber britischen Regierung nach ßonbon kommen würben, um bie internationale ßage zu besprechen. Die Blätter vermuten, baß auch ber Halifax-Besuch in Deutschland erörtert werben solle. „Daily Mail" meldet, Chautemps unb Delbos kämen am F r e i- t a g. Das britische Kabinett werbe in ber nächsten Woche außenpolitische Beschlüsse zu fassen haben. Man habe aus diesem Grunde beschlossen, vorher mit ben französischen Ministern zusammenzukommen. Wußten Sie, daß es das gibt? Dies war die Schwierigkeit... Der Grundstücksmakler M. muß ganz unerwartet eine kurze Reise antreten, die ihn bis zum Abend von seiner Wohnung fernhalten wird. Obwohl er mehrere sehr wichtige geschäftliche Anrufe erwartet, deren Inhalt er unbedingt bis zum Abend des betreffenden Tages erfahren muß, kann er die Reise nicht verschieben. Er kennt keinen, der während seiner Abwesenheit seinen Fernsprecher bedienen könnte. - Wie hilft er sich aus der Verlegenheit? ...so wurde sie durch den Fernsprecher gelöst: Herr M. ist ein tüchtiger Geschäftsmann und kennt deshalb die Möglichkeiten, die ihm sein Fernsprecher durch den Fernsprechauftragsdienst bietet. Er beauftragt diesen, alle für ihn ankommenden Anrufe entgegenzunehmen und die Mitteilungen der Anrufer aufzuzeichnen. Nach Rückkehr von der Reise ruft Herr M. beim Fernsprechauftragsdienst an und erfährt von dort zuverlässig und rechtzeitig alles, was man ihm sagen wollte und was er so dringend wissen mußte. Solche Möglichkeiten, in denen der Fernsprecher Rat und Hilfe schaffen kann, gibt es unendlich oft. Kennen Sie schon alle? Sie sehen, es lohnt, sich damit zu beschäftigen! Ausführliche Angaben und eine Gebührenübersicht finden Sie vom im Amtlichen Fernsprechbuch. V and R-Gespräche Beim V-Gespräch im Fernsprechdienst von Ort zu Ort wird die Verbindung erst hergestellt, wenn der Teilnehmer, den Sie erreichen wollen, auch sprechbereit ist. Von einem R-Gespräch werden Sie Gebrauch machen, wenn Sie beispielsweise bei einem Freunde oder Bekannten zu Besuch weilen und zu einem Gespräch mit Ihren Angehörigen daheim den Anschluß Ihres Gastgebers benutzen wollen. Sie möchten Ihren Gastgeber, der Sie aufgenommen und bewirtet hat, nicht auch noch mit den Kosten für das Ferngespräch belasten, Ihr Gastgeber wird aber den Betrag der Gesprächsgebühr von Ihnen nicht annehmen. Wenn Sie in einem solchen Falle ein R-Gespräch mit Ihrem Anschluß daheim anmelden, wird die Gesprächsgebühr nicht Ihrem Gastgeber, sondern Ihnen selbst in Rechnung gestellt. XP-Gespräch Wer kernen eigenen Fernsprechanschluß hat, kann durch einen besonderen Boten schnellstens aufgefordert werden, Sie anzurufen. Die Postkarte gilt für ihn als Ausweis zur kostenlosen Führung des Gespräches von der darauf vermerkten öffentlichen Fernsprechstelle aus. XP-Gespräche im Ort und nach anderen Orten sind beim Fernamt anzumelden. Verbilligte Ferngespräche In den Abend- und Nachtstunden (19-8 Uhr) werden für Ferngespräche nur */3 der Gebühren für gleich lange Gespräche am Tage erhoben. Wieviel läßt sich dadurch sparen - wieviel läßt sich für wenig Geld persönlicher und besser ausdrücken, als ee in Briefen möglich ist! Zeitansage - Weckruf - Wetterdienst Ihr Fernsprecher sagt Ihnen auf Wunsch die genaue Zeit an. Der Auftragsdienst weckt Sie gegen eine geringe Gebühr pünktlich und zuverlässig. Auch die Wettervorhersage gibt Ihnen der Auftragsdienst an. Der Fernsprecher ist der vollkommene Mittler unserer Zeit «um Nachrichten- und Gedankenaustausch von Mensch zu Mensch. So wird er auch »um vielseitigen Helfer und Freund für jeden, der seine Möglichkeiten zu nutzen weiß. ibaß man schlecht auf der einen Seite den Stalinis- imus anklagen, auf der anderen Seite aber mit ihm Ipolitische Geschäfte tätigen kann. Der Augenblick ist »gekommen, wo die aufbauenden und erhaltenden «Elemente aus Selbsterhaltungsgründen alle Gegensätze untereinander au begraben und sich gegen jene Kräfte zusammenzuschließen haben, die die Menschheit den Leiden ausliefern wollen, aus denen das russische Volk seit 1917 nicht mehr herausaekom- itnen ist. D. S. Keine weitere Preisermäßigung für Stickstoff und Kalidüngemittel. DHD. Der Reichskommissar für die Preisbildung »eilt mit: In letzter Zeit ist wiederholt das Gerücht «ufgetreten, die Preise für Stickstoff und Kalidüngemittel sollten über die Verordnung vom 23. März .1937 hinaus eine weitere Ermäßigung erfahren. Demgegenüber wird darauf hingewiesen, daß die uf Grund der vorgenannten Verordnung für das Düngewirtschaftsjahr 1937/38 festgesetzten Preise mir Stickstoff ober stickstoffhaltige und Kalidüngemittel endgültig sind und daß eine weitere Preisermäßigung daher nicht zur Erörterung steht. Den landwirtschaftlichen Verbrauchern wird angeraten, bereits jetzt ihren Bedarf an künstlichen Düngemitteln einzudecken, um der Gefahr von Lieferungsverzögerungen in den wenigen Wochen der Haupt- nerbrauchszeit zu entgehen. Aus alter Wett. Jehu Jahre Bildtelegraphie. Am 1. Dezember 1937 sind seit der Einfühlung des Bildtelegraphendienstes in Deutschland zehn Jahre verflossen. Aus der damals eröffneten ersten deutschen und europäischen Bild- tllegraphenverbindung zwischen der Reichshaupt- joaöt und Wien ist ein Netz entstanden, das fast canz Europa umspannt. Bildtelegraphische Verbindungen zwischen Berlin und Argentinien, ÜÜederländisch-Jndien, Siam und den Vereinigten Staaten von Amerika gestatten einen erheblichen Zeitgewinn sichernde telegraphische Uebertragung ton Bildern jeder Art, Zeichnungen, Dokumenten t"m. Das deutsche Bildtelegraphennetz erstreckt sich c 'genwärtig über sieben öffentliche Bild- pellen in Berlin, Breslau, Frankfurt a. M., Hamburg, Köln, Königsberg (Pr.) und München. Außerdem verfügt die Reichspost über eine Anzahl slhrbarer Bildtelegraphensender, die in letzter Zeit läufig bei den Veranstaltungen der Partei und des Cftaates eingesetzt worden sind. Die ständigen Ver- Hferungen in der Bildtelegraphentechnik ermöglichen heute eine naturgetreue Wieder- (oa b e der Bildvorlage bei unverhältnismäßig 'medriger Gebühr. Es kostet innerhalb des Reichs- xibiets ein Bildtelegramm zu 117 qcm Bildfläche 3 RM. Die Bildtelegraphie ermöglicht die Heber- nittlung von Bildnachrichten in einer Schnelligkeit, b$ von anderen Mitteln des Nachrichtendienstes nxht annähernd erreicht wird. Die Uebertragung enes Bildes in der Größe 13:18 qcm dauert l. Minuten. Den größten Vorteil bietet die Bild- Ir, egraphie selbstverständlich dann, wenn die Bilder zvoischen Orten übertragen werden, die über eine Bildstelle verfügen. Ernste Warnung an unbelehrbare Verkehrskeilnehmer. Am 21. August d. I. überfuhr der Kraftwagen- schrer Walter Neumann auf der Straße Schönfließ — Königsberg (Oftpr.) einen löjähri- gen Radfahrer und verletzte ihn tödlich. Ohne sich um den auf der Straße hilflos verblutenden jungen Menschen zu kümmern, setzte Neumann die Fahrt in beschleunigtem Tempo fort und konnte zunächst entkommen. Der Täter stand derart unter Alkohol, daß er bei seiner Flucht einen Baum vollständig umlegte und einen zweiten an fuhr. Der Verbrecher ließ sofort in einer Autowerkstätte seinen Kraftwagen zerlegen, um etwa vorhandene Spuren des Unfalles zu beseitigen. Neumann konnte jedoch 3 Stunden nach dem Verbrechen zusammen mit seinem Beifahrer fe ft genommen werden. Die entnommenen Blutproben bewiesen, daß sowohl Neumann als auch sein Begleiter vor dem Unfall stark unter Alkoholeinfluß standen. Bereits am 8. September d. I. verurteilte das Schöffengericht Neumann wegen fahrlässiger Tötu.ng und Führerflucht in zwei Fällen zu fünf Jahren und drei Monaten Gefängnis. Das Urteil wurde sofort rechtskräftig. Der Fall soll allen jenen unbelehrbaren Verkehrsteilnehmern zur Warnung dienen, die glauben, sich in unverantwortlicher Weise über die Gesetze der Verkehrsgemeinschaft Hinwegsetzen zu können. Die Behörden werden in jedem ähnlichen Falle mit der gleichen Schärfe durchgreifen. Die deutschen KdF.-Fahrer in Venedig. Die 200 deutschen KdF.-Fahrer, die in Rom an der großen Kundgebung am (Erinnerungstage des Beginns der Sanktionen teilgenommen hatten, sind über Florenz in Venedig eingetroffen. Bei der Fahrt durch den Canal Grande bereiteten ihnen die an den Ufern zusammengeströmten Menschenmassen immer wieder herzliche Sympathiekundgebungen, ebenso auf dem Markus-Platz, wo an den Ufern Raketen ab geschossen und bengalische Feuer entzündet wurden. Im Napoleonsaal des Königspalastes nahmen die deutschen Arbeiter an einem von dem Jndustriearbeiterverband veranstalteten Empfang teil. Auch den übrigen 1800 KdF.- Fahrer n, die mit der KdF.-Flotte auf ihrer Rundfahrt um Italien in Venedig eintrafen, wurde ein begeisterter Empfang bereitet. Der Schachweltmeisterkampf Euwe — Aljechin. Bei der 20. Partie des Weltmei st erschuft s- f a m p f e s im Schach führte Aljechin die weißen Steine. Beide Spieler tarnen zum Schluß in Zeitnot. Nach dem 40. Zuge wurde die Partie abgebrochen. Aljechin hatte drei Bauern gegen einen Läufer von Euwe. Die Partie dürfte remis werden. Spediteure als Verkehrsanwälte. Vorn 10. bis 13. Noternber hielt in Berlin die Reichsverkehrsgruppe Spedition und Lager ei den Spediteurtag 1937 ab. Als Abschluß fand eine Kundgebung statt, auf der auch der Neichs-Verkehrsrninister Dr. - Jng. e. h. Dorp- rnüller und der Berliner Oberbürgermeister und Stadtpräsident Dr. L i p p e r t das Wort ergriffen. Dr.-Jng. e. h. Dorpmüller stellte vor allem das Streben nach der für die Volksgemeinschaft besten Form der Zusammenarbeit der Eisenbahn mit dem Kraftverkehr heraus. Als besondere Aufgabe des Speditionsgewerbes nannte er den Ausbau des Sammelgutverkehrs und feine Mitwirkung an der zweckmäßigen Weiterbildung der Eisenbahntarife. Das wichtige Werk der „Allgemeinen Deutschen Spediteurbedingungen" bedeute den Weg zu einem neuen Recht des deutschen Svediteurwesens. Der Berufsstand der Spediteure solle der geachtete vom Vertrauen der Ablader wie der Verkehrsmittel getragene Stand der Verkehrsanwälte werden. Kein Verlader solle sich an die Spediteure gewendet haben, ohne sachlich richtig und vertrauenerweckend beraten zu werden. Nächtliches Großfeuer in Lindau. In Lindau am Bodensee brach aus noch ungeklärter Ursache in einem städtischen Lagerschuppen ein Brand aus, der sich rasch zu einem Großfeuer entwickelte. Deutsche und österreichische Feuerwehren kämpften mit etwa 20 Schlauchleitungen gegen den Riesenbrand, der im Lagerhaus reiche Nahrung fand. Es gelang, das vom Feuer angegriffene Reichsbankgebäude zu retten und den großen Maschinensaal des städtischen Elektrizitätswerkers zu sichern. Das Lagergebäude brannte samt Inhalt vollständig nieder. Das Magazin des Elektrizitätswerkes ist m zwei Stockwerken vernichtet, während die Werkstätten nur teilweise Schaden erlitten. Auch das Dachgeschoß des städtischen Warmbades verbrannte. Der Schaden ist sehr beträchtlich. 180 Todesopfer des Taifuns über den Philippinen. Mehrere Inseln in den Philippinen wurden in den letzten Tagen wieder von einem Taifun heimgesucht. 180 Personen kamen hierbei ums Leben. 170 000 befinden sich in großem Elend, da ihr ganzes Hab und Gut zerstört wurde. Der Materialschaden soll mehrere Millionen betragen. Auf den von dem Taifun heimgesuchten Inseln wurde Alarmzustand angeordnet, um ungerechtfertigte Preissteigerungen zu verhindern. Fünf Todesopfer eines Verkehrsunglücks in Polen. Ein schweres Unglück trug sich an einem Bahnübergang bei Pabjanice in Mittelpolen zu. Der Kutscher eines mit vier Personen besetzten Wagens, der durch das Licht eines herannahenden Neues für hei — Helene Ehrist aller: Aus meinem Leben. Mit 12 Bildern. Hübsch kartoniert 90 Pf. Verlag von Friedrich Reinhardt in Basel. — (342) — Auf vielfachen Wunsch hat Helene Christaller •einiges über ihr Leben geschrieben. Sie tut es in ganz schlichter Art. Auf den Verdienst von ihren Büchern angewiesen, schafft sie ihren Kindern eine prächtige Jugendzeit und hilft vielen Mitmenschen aus geistigen und materiellen Nöten. Ein goldener Humor, ein starker Glaube und ihr warmes Herz helfen ihr über alle Schwierigkeiten. Am Schluß des mit guten Bildern aus allen Lebensaltern geschmückten Bändchens bekennt sie: „Ich bin in meinem ganzen Leben ein Tragbalken gewesen, der über die Familie das schützende Dach hält, und ich wäre manchmal recht gern ein flatterndes grünes Band im Winde gewesen. Aber der mir mein Schicksal auflegte, wußte, was er tat. Und in gesegneten Augenblicken weiß ich es auch. —" — Jngeborg Maria Sick: Die Stunde Gottes. Zwei Erzählungen. Hübsch kartoniert 75 Pf. Verlag von Friedrich Reinhardt in Basel. — (354) — Zwei kleine Novellen, die zum besten gehören, was die dänische Dichterin geschrieben hat. In der Titelnooelle schildert I. M. Sick einen Armenier, dem von einem Türken alles Leid angetan wurde, das man einem Menschen antun kann. Dieser Türke wird später durch einen Zufall in die Hand des Armeniers gegeben. Die Stunde der Rache ist da, aber der Armenier überläßt groß- denkend Gott die Vergeltung. Die zweite Erzählung Zuges geblendet wurde, konnte nicht mehr rechtzeitig ausweichen, so daß der Zug auf das Gefährt auffuhr. Alle fünf Insassen wurden auf der Stelle getötet. Schneesturm verursacht Eisenbahnunglück in USA. In der Nähe von Bluefield (Westoirginia) ereignete sich bei einem Schneesturm ein schweres Eisenbahnunglück. In einer Kurve entgleisen mehrere Personen- und Gepäckwagen; ein Personenwagen, der vor allem mit Frauen und Kindern besetzt war, stürzte die Böschung hinab und schlug um. Dabei wurde eine Person getötet und 57 verletzt. Mehrere wurden im hoffnungslosen Zustande ins' Krankenhaus eingeliefert. Erschließung zweier Oelquellen in Ungarn. Nach einem im 3nbuftriemimfterium in Budapest eingelaufenen Bericht ist man in der Nähe der Gemeinde Lispe bei Szentandorjan auf zwei unerwartet ergiebige Oelquellen gestoßen. Die Quellen, die aus einer Tiefe von 1100 Meter hervorbrechen, lieferten in wenigen Tagen sechs bis sieben Waggons reinsten Mineralöls. Da die zur Aufnahme des Rohöls vorhandenen Gefäße nicht ausreichten, wurde unverzüglich mit dem Bau einer Rohrleitung zur nächsten Eisenbahnstation begonnen. Die Ausbeute, die bereits feit einiger Zeit rm Gange ist und jetzt zu dem unerwartet reichhaltigen (Ergebnis geführt hat, liegt in Händen eines cng- lisch-amerikanischen Unternehmens. Fünf Kinder beim Spiel eingebrochen und ertrunken. In einem Dorf im Kreis Karthaus in Pommerellen ereignete sich ein schweres Unglück. Fünf Kinder im Alter von 8 bis 15 Jahren, darunter drei Geschwister, die auf einem nur leicht überfrorenen Teich spielten, brachen durch die Eisdecke und ertranken. i Büchertisch. zeigt schlicht und eindringlich, wie der Schwache durch Treue und hingebende Liebe vor Gott Großes vollbringen kann. — IosefViera: Maria inPetersland. Ein Roman aus Deutsch-Ostafrika. 332 Seiten, Ganzleinen 3,75 Mark. Bergstadtverlag, Breslau. — (377) — Petersland ist Deutsch-Ostafrika, das Karl Peters auf eigene Faust für Deutschland erwarb, um den Lebensraum feines Volkes zu vergrößern. Josef Diera hat sich als einfacher Soldat unter Lettow-Vorbeck bas Eiserne Kreuz 1. Klasse verdient; das will etwas heißen, wenn man die Einstellung des Generals im Hinblick auf Auszeichnungen kennt. „Maria in Petersland" ist fein erster Roman. Gestalten und Geschehnisse entspringen wirklichen Erlebnissen. Maria, eine junge Deutsche, reift nach Petersland, um einem Manne in der Kolonie die Hand fürs Leben zu reichen. Aber eine böse Ueberraschung wartet ihrer. Sie muß entdecken, daß ihr Mann dem Trunk verfallen ist, und bafo er die Plantage längst ihrem Schicksal überließ. Sie verschafft sich dennoch Respekt bei den Schwarzen und bringt wieder Ordnung in die verwilderten Pflanzungen. Da braust über das aufblühende Land ein neues Schicksal: der Krieg! Lettow-Vorbeck frömmelt die Männer um sich und es gelingt Ihm. die Kolonie vier Jahre gegen eine hundertfach« Heber« macht zu halten. Maria Hilst, pflegt Berwunbete und schasst unermüdlich, bis auch sie fließen muß und der Krieg vernichtet, was sie tatkräftig Gutgebaut hatte. Erst nach Friedensschluh trifft sie de» Mann, dem seit langem ihre heimliche Liebe galt, und schließt mit ihm den Bund für immer. Nicht allein die sympathische Gestalt der Maria gewinnt den Leser, Petersland, für das so viele Deutsche ihr Bestes hergNben, lebt mit seinem ganzen zauberhaften Reiz in diesem Buch. — Wilhelm Dzialas: Die grünen Kronen. Roman. Wilh Gottl. Korn, Verlag, Breslau. Preis steif drosch. 4,50, Leinen 5,80 RM. — (397) — Unter den Wipfelkronen des Waldtals liegt die Glashütte. Jahrhundertelang haben ihr die Glasmeister oorgeftanüen. Schließlich ist nur noch ein einziger, kaum mündiger Nachkomme übriggeblieben. Unrast des Herzens treibt ihn hinaus. Frankreich macht den jungen Mann mit dem lateinischen Wesen bekannt. Der Aufbau von Staat und Gesellschaft, auf die von Rom überlieferten Gesetze gegründet, läßt das Land auch den Angriffen einer entwurzelten Generation trotzen; im mer bleiben Elemente wach, dem Schiff wieder den rechten Kurs zu geben. Freundschaft und Liebe begegnen dem jungen Deutschen: doch was sich zu verbinden bereit scheint, scheidet sich wieder wie Wasser und Del. Aus der Fremde zurückgerufen verspürt der Heimgekehrte nur Trübsal und Dunkel. Allmählich erst begreift er die Aufgabe, die ihm gestellt ist, langsam nur das Gesetz, das hier im Vaterlande gilt, im Kleinen des eigenen Bezirks wie im großen Verbände. Dzialas schildert uns einen Mann, der vor den Erschütterungen seiner Seele in ein knabenhaftes Pathos flüchtet und der geistigen Auseinandersetzung nicht ausweicht. Dadurch wird gerade die Begegnung mit der romanischen Welt für ihn entscheidend, dadurch tritt seine deutsche Wesensart so klar und lebendig hervor. — Robert Walser, Große kleine Welt. Eine Auswahl herausgegeben von Carl Seelig. Leinen 4 RM. Eugen Rentsch Verlag, Leipzig. — (430) — Robert Walser begeht demnächst feinen 60. Geburtstag. Aus diesem Anlaß hat Carl Seelig diesen Band geformt, der in reizvoller und sinnreicher Gruppierung die in vielen Bänden zerstreuten meisterlichen Kurzgeschichten des Dichters vorlegt. Einige der schönsten Beiträge wurden bisher noch nicht gedruckt, andere wieder, Tbie zu feinen anmutigsten und originellsten Leistungen gehören, sind in alten Zeitungen und Zeitschriften in unverdiente Vergessenheit geraten. So ist dieser reizvoll ausgestattete Band ein'wesentlicher Zeuge für Robert Walsers poetische Wirksamkeit. — Feuer und Blut. Ein kleiner Ausschnitt aus einer großen Schlacht. Von Ernst Jünger. (Verlag von Phil. Reclam jun., Leipzig. Kart. 70 Pfennig, gebt). 1,10 Mark.) — (379) — Jünger schildert mit außerordentlich packender Kraft die große Schlacht vor Amiens im März 1918. Er erzählt von einem kleinen Ausschnitt aus einer breiten Front, aber in dieser Darstellung ist die furchtbare Wucht und Härte jener Schlacht zusammengeballt, der elementare Ausbruch des gewaltig gesteigerten Angriffs- und Siegeswillens der deutschen Truppen. Insbesondere der Mitkämpfer der Schlacht wird mit fiebernd-heißem Herzen dieses Buch erleben, das auch allen anderen Lesern ein starkes Erlebnis sein wird. — Skagerrak. Mit Schlachtkreuzer „Lützow" an der Spitze. Ein Erlebnisbericht von Hermann A. K. Jung, ehemals Turmkommandeur auf S. M. S. „Lützow", Kapitänleutnant a. D. (Perlag von Phil. Reclam jun., Leipzig. Kart. 35 Pfennig, gebd. 75 Pfennig.) — (382) — Vom Schlachtkreuzer „Lützow" aus erleben wir durch diesen Bericht das gewaltige Drama bis zum Untergang des heldenmütigen Schiffes. Der weitere Verlauf der Schlacht bis zum deutschen Endsieg wird in klarer Anschaulichkeit geschildert. Mehrere Kartenskizzen unterstützen das taktische Verständnis der großen Kampfhandlung. — Gewitter am Morgen. Eine Liebesgeschichte von gestern. Von Rudolf N a u j o k. (Berg- stadtverlag, Breslau. Gebunden 3,75 RM. — 463 —) Der Dichter erzählt die ergreifende Liebesgeschichte eines jungen Studenten, der feinem Mädchen die Treue hält, auch als die zu erwartende Geburt eines Kindes alle feine Lebenspläne zerstört. Aus Liebe zu ihr verfeindet er sich mit den Eltern und vergeht sich gegen die Staatsgesetze. Ist dieses Erleben schon zu schwer für junge Schultern, so beginnt die eigentliche Tragödie erst mit der Erkenntnis, daß er nicht der Vater des Kindes ist, um deffentwillen er schuldig wurde, daß er einer Täuschung zum Opfer gefallen ist. Auf diesem Irrwege hat er seinen Beruf und damit seinen Lebenssinn verloren, gleichzeitig lastet die schwere Schuld an dem Tode seines Vaters auf ihm. In einer seltsamen Derschlungenheit seines Schicksals wird er unschuldig doch zum Schuldigen und so zu einer wahrhaft tragischen Gestalt. Er geht seinem Schicksal nirgends feige aus dem Wege, sondern zeigt ein Heldentum des Herzens, das für ihn einnimmt. Mit feiner Hand zeichnete der Dichter das Bild eines faustich strebenden, aus vielen Irrungen und Erschütterungen geläutert hervorgehenden Menschen. — Ernst ßeibl: Die Kette. Erzählungen. Verlag Ludwig 23oggenreiter, Potsdam. Kartoniert 1,80 RM., gebunden 2,50 RM. — (447) — Aus einer Beschwörung eigener Kindheitserlebnisse gestaltet der Sudetendeutsche Ernst Leibl ein Bild des jungen deutschen Menschen, wie wir es so rein, so zart, so verhalten und doch so kräftig selten geschenkt bekommen. Gerade die Zeit vor der erwachenden Männlichkeit ist es ja, die alles schon andeutend sichtbar macht, was später bestimmend auf den Schicksalsweg des Mannes wirken wird. Und das ist der Wert dieser Erzählungen: in ihnen wird ein zarter und doch nicht zu übersehender Faden gespannt von den ersten Mutproben bis zur Bewährung bei dem „Sturm auf die zweite Stellung". — Ludwig Freiwald: Die verratene Flotte. Aus den letzten Tagen der deutschen Kriegsmarine. Preis Lwd. 4,60 RM. I. F. I Lehmanns Verlag, München. — 521 — Dieser Tatsachenbericht eines Mannes, der selbst als kriegsfreiwilliger Matrose auf dem Linienschiff „Nassau" Krieg und Revolution erlebt hat, zeigt eindringlich die verbrecherische Tätigkeit der internationalen Mächte, aber auch das zaudernde und unentschlossene Verhalten derer, die die Meuterei hätten unterdrücken können. Man lese in dem Buch, wie die großen Hafenstädte, wie Kiel und Wilhelmshaven in die Hände der Roten gefallen sind, wie die Feuer aus den Kesseln der großen Schiffe gerissen wurden, um das Auslaufen der Flotte zu verhindern, wie die einstmals so stolze Flotte ihre letzte Reise antrat nach Scapa Flow und bann, um die letzte Ehre zu retten, mit wehenden Kriegsflaggen in bett Fluten versank. Wir wissen, baß so etwas nie roieber möglich sein wirb. Dieses Buch muß bent beutschen Volk für immer eine furchtbare Lehre fein. — Alfreb Bogen: „Die Vorgeschichte bes Magbeburger ßanbe s". Erschienen in „Magdeburger Kultur- unb Wirtschaftsleben", Heft 12, herausgegeben von ber Stabt Magdeburg. Preis 1,80 Reichsmark. — 465 Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Ein schwacher Vorstoß milber Meeresluft von Südwesten läßt über Westdeutschland vorübergehend eine leichte Unbeständigkeit aufkommen, die aber noch in dieser Woche erneut von einer Hochwetterlage abgelöst wird. , Aussichten für Donnerstag: Wolkig bis bedeckt, vereinzelt leichte Regenfälle, etwas milder, Winde um Süd. Lufttemperaturen am 23. November: mittags 6,3 Grad Celsius, abends 1,6 Grad; am 24. November: morgens 1,2 Grad. Maximum 6,6 Grad, Minimum heute nacht 0,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. November: abends 3,7 Grad; am 24. November: morgens 2,8 Grad. Haupttchriftlelter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschristleiters: Ernst Blumschein Verantwortlich für Politik unb für die Silber: vr Fr W Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- leitet: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt ber Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 2L X. 37: 10 031. Druck unb Verlag: Brühlsche Unioerfitätsbrurferel R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufs- prets 10 Pf unb Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr 4 vom 1. September 1937 gültig. Met Marke „Fifi* 500 Gramm von Meine treue Lebensgefährtin, unsere liebe Mutter und Großmutter Frau Lina Zülch, geb. Haubach ist am 20 November 1937 nach langem Leiden für immer von uns gegangen. Auf Wunsch der Heben Entschlafenen fand die Beerdigung in aller Stille statt. Beileidsbesuche dankend verbeten. sofort gesucht. 05752 Für die erwiesene Anteilnahme herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Hermann Zülch. Gießen im November 1937. 7703 D Statt besonderer Anzeige. Im Namen der Familie: Frau Emilie Strack. 7708 D H. Glatthaar & Sohn Gießen, Frankfurter Str. 19 6-Zimmer- Wohnung parterre,m.Bab, per 1. 1. 38 zu vermieten, ososs .'oofmannstr. 71. 487. Eelwmflirtt mit Führerschein Klasse II, der auch Reparaturen selbständig ausführen kann, per empfiehlt A. Nachfolger Mäusburg 15 772iA Ruf 3612 Grüne Heringe in 500 Gramm........ 3.2z Pf. enoDD Fahrt z. Spiel in Bissenberg am28.Rov.1937 Abfahrtl2.30Uhr Erm. Fahrt 1.20 RM. - Einzeichnung bis Freitag, 18 Uhr, bei SporhansSchwan Frankfurter Ho! K. Keiner & Co. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am Dienstagvormittag 8% Uhr meinen innigstgeliebten Mann, unseren hoffnungsvollen lieben Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Herrn Karl Engelhardt im 30. Lebensjahr plötzlich und unerwartet in die Ewigkeit abzurufen. In tiefer Trauer: Marie Engelhardt, geb. Euler Familie Ludwig Engelhardt Familie Ludwig Weber Familie Hermann Eulen Gießen (Alicenstraße 35), den 24. November 1937. Die Beerdigung findet in aller Stille statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen Tüchtiges Hausmädchen gegen hoh. Lohn gesucht. 05757 Seltersweg 40. Tagesmädchen gesucht. 05751 Asterweg 1 I. Weg. Verheirat, mein, jetzig.suche ^Mädchen v.Lande, nicht u. 17 J.,f. Haushalt u. ganz kl. Land- wirtsch.Näh.Gie- ßen Fam -Anschl. guteBehandl. u. gut Lohn.Räher. Gießen, Tamm- stratze ll, Laden MerneAnzeigen 'M Gießener Anzeiger werden von Tarnenden beachtet uno flelcjeo« 6-ZNNM- wohnuna zum 1. 1. oder 1. 2. 38 gesucht. Dr. Marburg.Str.56 Tel. 2583. 05719 4-5-Zim.-Wotinung mit Zubehör in zentraler Lage, zum 1.April 1938 geülcht. - Mietzahlung im voraus. Schr. Ang. uut.05726anden (ließen. Anzeig. 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Im Beisein vieler geladener Gäste sand gestern nachmittag aus der Rosenhöhe bei Darmstadt die feierliche Beisetzung des vor kurzer Zeit seinen Angehörigen vorausgegangenen Großherzogs Ernst Ludwig, wie auch der fünf bei dem schweren Flugzeugunglück in Belgien ums Leben gekommenen Mitglieder der grvßherzvg- Wor der Trauerfeier. Prinz Ludwig von Hessen rund feine junge Gattin verharrten Minuten stillen Gedenkens an der offenen Gruft. llichen Familie in einer großen g e einsamen Gruft statt unweit dem alten Mauso- lleum, unmittelbar neben dem Grabe des Prinzeß- chens Elisabeth. Unter mächtigen Tannen und lKoniseren versammelte sich bereits lange vor dem Beginn der Trauerfeier die große Zahl der Trauer- igäste und umgab bald in dichtem Kranze die Gruft, kdie schlicht mit frischem Tannengrün ausgeschmückt uvar Zur linken und zur rechten Seite standen auf Schwarzverkleideten Piedestalen große Schalen mit Wundervollen weißen und gelben Chrysanthemen. Die Särge, die bisher im Mausoleum aufgebahrt vvaren, hatte man bereits an die Stätte der Begräbnisfeier gebracht und in die Gruft versenkt Sieben dem Sarge des Großherzogs standen nun in langer Reihe die Särge feiner Lieben, die ihm ffio unerwartet rasch in die Ewigkeit folgen mußten. — Im Blickpunkt der großen Trauergemeinde ijtanb vor einer Wand frischen Tannengrüns ein Altar, auf dem ein schlichtes Helles Holzkreuz stand, ßu dessen beiden Seiten in hohen Leuchtern Kerzen Ernannten. Biele der Trauergäste verharrten Minuten letzten Gedenkens an der offenen Gruft und das Nebeneinander der Särge mag noch einmal in allen den Teilnehmern der ernsten Feier die ganze Tragik, Die das großherzogliche Haus betroffen hat, haben ibewußt werden lassen. Immer dichter wurde der Kreis der Trauernden mm die Gruft, stumm begrüßten sich die Gäste, still marschierten die Abordnungen der Gliederungen der Partei und tue Abordnungen der Soldatenkame- eadschaften auf Sie alle waren mit ihren Fahnen erschienen Man sah viele alte Soldaten in Uniform und zahlreiche Offiziere der neuen Wehrmacht. Unter der Fülle der Trauergäste sah man auch viele Leiterinnen der Frauenorganisationen, deren För- Derin die Großherzogin gewesen war. Biele Frauen trugen Auszeichnungen für die im Laufe von Jahrzehnten geleistete soziale Arbeit. Aus allen Teilen des Landes kamen sie herbei, um den Verstorbenen letzte Ehrerbietung zu erweisen. Vie TrauerMe. In der großen Reihe der Ehrengäste sei wiederum Staatsrat Reiner genannt, der für den Gauleiter und Reichsstatthalter erschien und bereits am Vormittag im Auftrag des Stellvertreters des Führers und des Gauleiters am Mausoleum Kränze niedergelegt hatte. Ferner befanden sich unter den Trauergästen General der Flieger Halm als Vertreter des Generalobersten Göring und des Reichs- k r i e g s m i n i st e r s der Königlich Griechische Gesandte Exzellenz Rizo R a n g a b e als Vertreter des Königs von Griechenland und der griechischen Regierung, als Vertreter des Königs von England Lord undLady Mo ut batten, als Vertreter des Kreisleiters Dr. Schilling und zugleich für die Stadt Darmstadt Oberbürgermeister W a m b o 1 d t, ferner Landesbauern sichrer Dr. Wagner, ' ---Obergruppenführer Lorenz in Vertretung des deutschen Botschafters in London von Ribbentrop. Gauarbeitsführer Faatz, der Führer des NSKK. Gruppe 11 von Molitor und Brigadeführer von Humboldt als Vertreter des Reichssportführers. Die auswärtigen FtmüiHke ten. Viele deutschen Fürstenhäuser, wie auch Fürstenhäuser des Auslandes, bewiesen erneut ihre starke Anteilnahme am Geschick der hessischen großherzoglichen Familie. Aus der großen Anzahl der fürstlichen Trauergäste seien genannt: die Schwestern der verewigten Erbgroßh'erzogin Prinz und Prin- of Milvord Haven, geb Prinzessin von Hessen, Prinzessin Heinrich von Preußen, die Eltern der verewigten Erbgroßheryvgin Prinz und Prinzessin Andreas von Griechenland, die Geschwister der Erbgroßherzogin Markgraf und Markgräfin von Baden, Prinz und Prinzessin Christoph von Hessen, Erbprinz und Erb- prinzessin Hohenlohe - Langenburg und Prinz Philipp von Griechenland, Prinz und Prinzessin Waldemar von Preußen, die Schwestern der verewigten Großherzogin Eleonore Für st in Dohna und Frau von Lede- b o u r, geborene Prinzessinnen Solms-Lich, Markgraf und Markgräfin von Meißen, Prinz Louis Ferdinand von Preußen als Pertreter des vormals preußischen Königshauses, Herzog und Herzogin von Braunschweig, Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg, Erbgroßherzog von Sachsen-Weimar als Vertreter seiner Mutter, der Großherzogin; Herzog Christian von M e d l e n b u r g als Vertreter des vormals großherzoglichen Hauses, die Prinzen Georg, Nicolaus und Christof von Griechenland. Fürst Reinhard zu Solms-Hohensolms-Llch. der Bruder der verewigten Großherzogin; der Fürst von Hohenzollern. die Fürstin zu H o h e n - lohe-Langenburg und der Fürst zu Dohna, Kammerherr Oberst von Mach als Vertreter des Erbaroßherzogs von Oldenburg, Freiherr von Pfetter-Arnbach als Vertreter des Herzogs von Sachsen-Meiningen, die beiden Brüder der Prinzessin Ludwig von Hessen, Mr Roß und John Geddes; Landgraf ukid Landgräfin Friedrich Karll von Hessen mit ihren Söhnen, Prinz Philipp von Hessen, Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau; Prinz Wolfgang von Hessen und Prinz R i - ch a r d von Hessen, sowie zahlreiche Vertreter der hessischen st andesherrlichen Familien. Dem Trauerhause ging auch gestern noch mancher Beweis herzlichsten Gedenkens zu. Der Herzog von Sachsen-Coburg, Präsident des Deut- Ne b e n st e h e nd: Die Leidtragenden der Familie bei der Beisetzungsfeier. In der Mitte des Bildes Prinz Ludwig von Hessen. Links unten: Viele Trauergäste nahmen noch einmal Gelegenheit, an der offenen Gruft, den Dahingeschiedenen letzte Ehre zu erweisen. Rechts unten: Die Geistlichen am Altar vor der Gruft. (Aufnahmen [4]: Neckher, Gießener Anzeiger.) scheu Röten Kreuzes, hat an den Prinzen Ludwig von Hessen folgendes Telegramm gesandt: „Zu dem tragischen Verlust, den das Großherzogliche Haus erlitten hat, spreche ich zugleich im Namen des Deutschen Roten Kreuzes die herzlichste Anteilnahme aus Das Deutsche Rote Kreuz oer* liert in den Heimgegangenen langjährige und treue Förderer und Mitarbeiter Es wird der Verdienste der Heimgegangenen um das Rote Kreuz stets dankbar gedenken " — Im Auftrage des Markgrafen und der Markgräfin von Meißen legte Generaladjutant Baron O ' Byrn einen Kranz am Sarge der Verewigten und einen Kranz am Sarge des Erb- großherzogspaares nieder Prinz Louis Ferdinand von Preußen legte ebenfalls noch am Vormittag des gestrigen Tages im Auftrag des ehemaligen preußischen Königshauses einen Kranz nieder. Die Trauerfeier. Während sich allmählich die große Trauergemeinde vervollständigte — etwa 800 Personen mögen teilgenommen haben — zogen drei Flugzeuge mit gedrosselten Motoren über der Rosenhöhe Schleifen und Kreise. An den Tragflächen der Flugzeuge flatterten Trauerflore Ein finniger letzter Gruß der Fliegerkameraden an den Erbgroßherzog und die Seinen! Als das Lied der Propeller verstummt war, klangen von der Stadt herauf d i s Glocken aller Kirchen und kündeten der Bevölkerung der Stadt den Beginn der Trauerfeier. ■i ttttiäiiu Die Muscheltrompete. Von Anton Schnack. Ueberzeugt euch, daß sie aus dem Meere stammt: yaltet sie ans Ohr, Muschel auf Muschel gelegt; und nus dem perlmuttenen Gefäß wird ein fernes, unterirdisches Rauschen in die fleischige Muschel singen, dem Rauschen ähnlich, wie es der Indische Ozean zur Zeit der gewaltigen Mauritiusorkane an Der verstreuten Inselgruppe der Malediven empvr- nranben läßt. Manchmal hat ein aus dem griechischen Altertum vergessener Triton auf der großen Muschel geblasen und ihr dumpfe Töne entlockt, welche die Matrosen auf den Schwammseglern mit ; ieltfamer Verzauberung erfüllte Sie hielten es für nas Singen der Sirenen, Meerfrauen mit grünen . Augen und korallenroten Lippen. Der Triton ist in die nächtliche Tiefe der Meere verschwunden; auch die Matrosen. Ihre Skelette • mhen bei abgebrochenen Ankern, verfaulten Lafetten und versteinerten Mastbäumen. Die Muschel- Hompete, das bunte Knobelhorn ober Riesenohr, verkaufte ein Schwammsucher an einen inbischen Händler von Ponblcherry, das in der Bai von Bengalen gelegen ist. Zwischen Votivgaben BetA- | nässen, Sarongstoffen, Brusttüchern und Töpferwaren leuchtete das einstmalige Blasinstrument des Tritonen fremd und bezaubernd. Es ist eine satt- prüne Muschel, die die schwarze Schwermut der Tiefsee gefärbt hat, mit braungelben Streifen gemustert und mit blitzenden, schneeweißen Punkten । netupft. Die Höhlung ist von einem l'ilbergrauen Perlmutterglanz unsagbar geheimnisvoll ausgefullt. , Sie wird. Glück bringen, sagte der dunkle Hand- ser; denn die Muscheltrompete gehört zu den acht Glorreichen Zeichen des großen und erhabenen Buddha. Die anderen sieben sind: der goldene Fifch, ,as Rad des Gesetzes, die Lotosblume, das Glucks- iiiagramm, der Schirm, die Vase und die Sieges- irompete. In die Muschel war der Zauber und :iie Gnade des Gottes eingegangen; denn so lange ach das wunderbar gebogene und gemalte Gehäuse, Die es der beste Künstler nicht Herstellen kann, bei mir trug, war ich beschützt und gefeit und gelangte glücklich durch alle Weltgefahren in den Hafen der rjeimat. Es waren nicht geringe Gefahren, die ch, Steuermann einst auf der „Schwalbe", zu begehen hatte. Riffe, Sandbänke und Untiefen, trich- jerförmige Stürme und schwefelgelbe Gewitter, >aushohe Brandungen und saugende Wirbel, das waren die Unheimlichkeiten und Gefährnisse des Meeres, aber auch das feste Land hatte für einen jungen Seefahrer Verstrickungen und Hinterhältigkeiten — das Fieber schleicht sich ins Blut, böse Schlangenbisse drohen und die jähen Ueberfälle von wilden Tieren und heimtückischen Eingeborenen, Opium und Haschisch lähmen die Kraft, der sündige Blick der braunen Tänzerinnen rührt an das Herz und erhitzt das Fleisch und möchte es in Leidenschaft festhalten und verderben, aber infolge der wundertätigen Wirkungen der an der blauen Mütze festgebundenen Muschel bin ich allen Gefahren und Unbilden des Meeres und des festen Landes entronnen. Nun bin ich schon lange ein alter Mann, dem kein Schiffstau mehr durch die schwieligen Hände gleitet, der keine Ankerwinde mehr zu drehen vermag, weil die Stärke der Arme und Hände nachgelassen hat. Ein alter Mann braucht keine malaiischen Tänzerinnen zu fürchten, er segelt an keine Klippe mehr heran, vor der die gischtende Brandung mit weißer Wasserfahne hochsteigt und das Palmengrün der Inseln mit weißem Wasserdampf verhüllt. Brandung und Wogen machen die gewaltigste Musik; für mich wenigstens gab es keine schönere und größere, die mein Männerherz jedesmal zum Erzittern brachte. Manchmal noch, wenn mich die Sehnsucht nach Ferne jäh überfällt, nehme ich das nachtgrüne, lieblich gezirkelte Muschelhorn aus dem Glaskasten, wo es neben Negerpfeilen, chinesischen Amuletten und vertrockneten Seesternen aufbewahrt ist, betrachte seine unverblaßte Farbe und die zierlichen Linien seiner Zeichnung mit dem wehen Lächeln der Erinnerung und,halte seine Deffnung an mein Ohr. Ich höre ein großartiges, lockendes und ununterbrochenes Rauschen: das ist der brausende Südweststurm an der Küste von Bengalen! Knigge, nagelneu. Von Christian Dock. Ich weiß nicht— so m eine Buchhandlung zu treten und laut ein Buch über gutes Benehmen zu verlangen, ist nicht eben das Angenehmste. Was mich angeht, so ginge ich lieber in einen Porzellanladen und verlangte da etwas Unangenehmes. Die Leute sehen einen so an, so „Na, der will es ganz genau wissen", so „Aha, der muß es also noch lernen!", so man-weiß-nicht-wie ... Aber ich wagte es immerhin, ich kaufte ihn, den modernen Knigge für alle Lebenslagen und ging damit nach Hause. Was ich damit vorhatte, war, zu untersuchen, was sich wohl eigentlich seit dem Freiherrn von Knigge Neues begeben hat. Schließlich gibt es allerlei neue technische Dinge, die wir heute im „Umgang mit Menschen" brauchen: Telephone, Autos, elektrische Türklingeln, Schreibmaschinen und fließendes Wasser. Und siehe da, es steht wirklich drin wie man sich im modernen Badezimmer verträgt. In- und außerhalb der Badezimmer. Denn das Badezimmer ist, sagt der Verfasser des modernen Knigge, „die erste Reibungsmöglichkeit, deren der Umgang im Alltag dreitausend zur Verfügung stellt. Jeder will ins Badezimmer, und immer alle zur gleichen Zeit." Es scheint, daß jede technische Neuerung uns eine Möglichkeit mehr schenkt, uns schlecht zu benehmen. Wie käme auch sonst der Verfasser auf die Zahl dreitausend? Man denke, dreitausend Möglichkeiten jeden einzigen Tag, sich schlecht zu benehmen! O, das Herz füllt sich einem ordentlich mit einer großen unbändigen Lebenslust, wenn man das lieft: dreitausend Möglichkeiten! Aber die Welt der Verfasser von Büchern über gutes Benehmen ist voller Wohlanständigkeit, Höflichkeit und Verbeugungen, voller Blumensträuße und parfümierter Erzogenheit. Dr sollst dich täglich rasieren! Du sollst nicht in der Trambahn Lieder pfeifen! Du sollst ncht über anderer Leute Glatzen spotten! Du sollst die Suppe lautlos essen! Du sollst die Hand aus der Hosentasche nehmen! Du sollst nicht einer Dame Sauce auf das Kleid gießen! Aber du sollst nachher sagen, es fei ein reizender Abend gewesen! Ob die Verfasser von dreitausend Regeln gegen dreitausend Möglichkeiten schlechten Benehmens — ob sie ahnen, wie herrlich es fein kann, unrasiert, mit den Händen in den Hosentaschen, öffentlich ein Lied zu pfeifen und so gleich drei Verbote auf. einmal zu übertreten? Sie ahnen es nicht, aber wir wollen nicht mit ihnen rechten, wenn sie den sonst wohl lebenswerten Versuch unternehmen, die Grundregeln des Herrn von Knigge aus die Lebenselemente des modernen Lebens anzuwenden. Ueberhaupt bohrt sich immer mehr bei der Lektüre der Wurm des Zweifels in mich hinein, ob ich nicht ein ganz höflicher, ganz ungebildeter Mensch bin. „$)c — Sie haben etwas verloren!" lese ich, „klingt nicht höflich." „Besser ist", lese ich, „Ich habe mir erlaubt, das eben von Ihnen Verlorene aufzuheben. Darf ich bitten." Ich lese das vorwärts und rückwärts .,He!" habe ich in solchen Fällen vielleicht nicht gerade gerufen, aber das habe ich auch nicht gesagt: „Ich habe mir erlaubt, das eben von Ihnen Verlorene aufzuheben. Darf ich bitten." Welche korrekte, gemessene, nie fassungslose Welt, die Welt solchen Anstandsbuches! Allerdings, der Hofjunker Knigge war auch korrekt. Aber so korrekt werden wir nie wieder werden, da helfen keine modernen Kmgges, wir fühlen uns zu wohl in unserer dickeren Haut. docbfcbuinacbncbten. Professor Dr. Ludwig Plate, der emeritierte Ordinarius für Zoologie an der Universität Jena, der Nachfolger auf dem Lehrstuhle Ernst Häckels, ist im Alter von 75 Jahren gestorben Plate, 1862 in Bremen geboren, wandte sich schon früh dem Studium der Abstammungs- und Entwicklungslehre zu. Er hatte den Doktorgrad in Jena bei Häckel erworben und sich 1888 in Marburg habilitiert Von feinen grundlegenden Arbeiten feien genannt die „Abstammungslehre",. die „Vererbungslehre" und „Allgemeine Zoologie und Abstammungslehre". Plate war Mitglied mehrerer gelehrten Gesellschaften des In- und Auslandes. Dozent Dr -Jng. Dr. phil. Willibald Diemeir aus München ist beauftragt worden, vom Wintersemester 1937/38 ab die Lebensmittelchemie an der Universität Frankfurt in Vorlesungen und Uebungen zu vertreten. Die Dozentur des nb. ao. Professors Dr. Ludwig Orthner für das Fach der organischen Chemie ist von der Universität Bonn an die Universität Frankfurt verlegt worden Dem nb. ao. Professor Dr. Hans-Adam S t o 11 e in Tübingen ist unter Ernennung zum Ordinarius der Lehrstuhl für Zoologie an der Universität T.ü hingen übertragen worden. Dozent Dr. phil. habil Fritz Ernst an der Universität Heidelberg wurde zum planmäßigen außerordentlichen Professor für neuere und mittlere Geschichte und zum persönlichen Ordinarius in Heidelberg ernannt. Dem ao. Professor Dr. Augustin Förster ist unter Ernennung zum Ordinarius der Lehrstuhl für gerichtliche und soziale Medizin an der Universität Marburg übertragen worden. Dem Dozenten Dr. Fritz E r b ft ist unter Ernennung zum Ordinarius der Lehrstuhl für mittlere und neuere Geschichte an der Universität Heidelberg übertragen worden. Professor Dr. Erich F a s ch e r, Ordinarius für Neues Testament an der Universität Jena, wurde in gleicher Diensteigenschaft an die Universität Halle berufen. Nachdem Prinz Ludwig von Hessen und seine junge Gattin erschienen waren und zunächst allein einige Minuten stillen Gedenkens an der Gruft verbracht hatten, begann die Trauerfeier. Durch den Kirchenchor der Stadtkirche fand sie einen überaus feinen und eindrucksvollen Auftakt. Unter der Leitung von Professor Wilhelm Borngässer brachte der Chor einen Satz aus einem englischen Kirchengesang zum Vortrag, den einst die Großherzogin Alice dem Kirchenchor geschenkt hatte. Die Worte, die dem Chorsatz zugrunde lagen, entsprachen ganz der tiefreligiösen Geisteshaltung der dahingesHiedenen Großherzogin und ihrer Angehörigen, wie auch der christlichen Grundhaltung des Großherzogs selbst. Nach deiner Macht Gib Herr, daß wir Durch Todesnacht Wallen zu dir, Durch dich erlöst, Wollen wir dein Jetzt und in alle Ewigkeit sein." So klang es in den herben Novembertag unter unter den Bäumen des Parkes. Dann sprach Pfarrer Monnard (Egelsbach) das Eingangsgebet und stellte über die ganze Feier jene Worte aus dem Evangelium des Matthäus, in denen der Apostel die schicksalsschwere Nacht des Erlösers auf dem Berg Gethsemane schildert, da der Herr ausrief: „Mein Vater, ist's möglich, so gehe dieser Kelch von mir!" Doppelt stark wurden diese Worte empfunden, angesichts des Leides, das den Hinterbliebenen Prinzen Ludwig so unerwartet und schwer traf. Die Gedächtnisrede. Die Gedächtnisrede hielt der Geheime Kirchenrat D. Klein (München), ein hochbetagter Geistlicher in schlohweißem Haar, der als ein Freund des großherzoglichen Hauses, feine Worte auf Wunsch der so plötzlich aus dem Leben gerissenen Großherzogin Eleonore bei der ursprünglich für morgen vorgesehenen Beisetzung des Großherzogs Ernst Ludwig an der neuen Gruft hätte halten sollen. In deren Mittelpunkt rückte er den Trost und die Freude aus dem Christusglauben der Verstorbenen zur Aufrichtung der Lebenden bei diesem unerhört schweren Schicksalsschlag. Der Geistliche knüpfte an die Abschiedsworte Jesu an die Jünger ,Ln der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!" und das Wort aus dem Johannes-Evangelium: „Ich lebe und ihr sollt auch leben!" Eindringlich wies der Geistliche auf die Kraftquellen des Glaubens wie auf die sich auch im tiefsten Leid noch offenbarende Macht der göttlichen Liebe hin. „Dieser Glaube, so sagte er, „der feste Pol in der Erscheinungen Flucht, gibt uns einen festen Halt auch in allen Schicksalsschlägen, gegenüber allen Versuchungen des Lebens, er verhilft uns, schlicht und treu , unsere Pflicht zu tun. Wir wissen, daß wir unter den Fittichen einer ewigen Weisheit, Allmacht und Güte geborgen sind, Christen sollen auch fröhliche Menschen sein. Wir können uns kindlich freuen an dem, was uns geschenkt wird, über einen warmen Sonnenstrahl, eine Blume, die am Wege blüht und ein freundliches Menschenangesicht, das uns grüßt. Wie Kinder haben sich an all dem große Männer erfreut, die doch im Grund ihres Herzens Kind geblieben sind." „Diese Worte des Trostes und der stärkenden Aufrichtung", so führte der Geistliche weiter aus, „hatte die Großherzogin noch selbst für die morgige Trauerfeier gewünscht, daß ich sie hier ausspreche. Jetzt, wo wir vom Schicksal Unerhörtes erfahren haben, gilt es erst, die Glaubensprüfung wahrhaft zu bestehen. Einer Prüfung, der gegenüber man nur sagen kann: ,Der Menschheit ganzer Jammer faßt mich an!' Jetzt, verehrter Pripz Ludwig, sind Sie gefordert zu einer Glaubensprobe, die weit über menschliches Verstehen und menschliche Kraft hinauszugehen scheint. Ein Unterschied besteht allerdings gegenüber der Gethsemane-Stunde, die Christus durchzukämpfen hatte. Er hatte damals ganz allein gerungen bis zur Morgenröte, und seine Getreuesten schliefen. Sie, verehrter Prinz, sind nicht allein und verlassen!" Der Geistliche wies darauf hin, daß dem Prinzen auch in dieser Leidensnacht ein wunderbarer Lichtblick gewährt wurde, da ihm der himmlische Vater noch zu rechter Zeit eine L e - bensgefährtin zur Seite stellte, bereit, in guten und bösen Tagen gemeinsam den Weg als treue Kameradin zu gehen. Und eins noch: Ein Lichtengelein ist geblieben! Das ist die kleine Johanna, das ist das teuere Vermächtnis des Heimgegangenen Bruders, das Sie nun in Liebe und Treue hegen und pflegen werden. Der Glaube Überwindet die Welt und kennt ein Ostern nach der Grabesnacht. Der Geistliche erinnerte an ein weiteres Vermächtnis, das Mysterien- drama „O st e r n", in dem Großherzog Ernst Ludwig seinem Glauben an die Auferstehung und das ewige Leben Ausdruck gegeben hat. Die ersten Christen haben über Gräber ihre Vermählung feiern müssen. Nun verehrter Prinz, werden Sie vereint mit ihrer treuen Gattin vorwärts über Gräber mit ungebrochenem Mut, Gottes- und Selbstvertrauen in eine bessere Zukunst schreiten. Der Glauben wirkt, solange es Tag ist. Niemand weiß, wie rasch die Nacht kommt, da niemand wirken kann. Das hat uns dieses unerhörte Leid und Schicksal abermals bewiesen. Eindringlich hob der Geistliche hervor, daß wir heute wissen, wofür wir zu leben und zu kämpfen haben. Das deutsche Volk will und muß leben. In dieser gewaltigen Zeit, wo es um das Schicksal des ganzen Volkes und feinen Wiederaufstieg geht, muß jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau ohne Rücksicht auf das persönliche Wohlergehen im großen Aufbauwerk des Führers sich einsetzen, eingedenk des Dichterwortes, daß von seinem Tun und Handeln allein das Schicksal des ganzen Volkes abhänge. Die Ausse^nuna. D. Klein sprach nach dem Gebet und Vaterunser den Segen und empfahl die Toten und Lebenden der Liebe und Obhut Gottes. Während der Kirchenchor eines der Lieblingslieder der Großherzogin „Befiehl du deine Wege" in einem Satz von Joh. Sebastian Bach anftimmte, warfen Prinz und Prinzessin Ludwig ihren so plötzlich entrissenen Lieben als letzten Gruß Chrysanthemen ins Grab nach, und auch die vielen hundert Trauergäste nahmen mit einem Blumengruß Abschied von den Toten auf der Rosenhöhe, über der bei den Worten des Geistlichen wie ein Strahl der Verheißung noch einmal die den ganzen Tag über verdeckt gewesene Herbstsonne mit einem goldenen Schein aufgegangen war. Die Beisetzung des Freiherrn Aiedesei ru Eisenbach. In der Familiengruft zu Sickendorf bei Lauterbach fand am Montag die Beisetzung des bei dem Ostender Flugzeugunglück zusammen mit der Großherzoglichen Familie ums Leben gekommenen Freundes des Erbgrohherzogs Joachim Riedesel Freiherr zu Eisenbach statt. Unter den Trauergästen bemerkte man Prinz und Prinzessin Ludwig von Hessen und den Oberpräsidenten Prinz Philipp von Hessen. In der Kapelle, in welche die sterblichen Ueberrefte am Sonntag aus dem Schloß Übergeführt worden waren, fand eine Trauerfeier statt. Vorder Kapelle war das Musikkorps und eine Abordnung des Reiter-Regiments 6, Darmstadt, angetreten, dem der Tote angehört hatte, an der Spitze der Kommandeur und acht Offiziere, Abordnungen der SA., des RAD. u. a. Oberpfarrer Dotzert entwarf ein Bild der edlen Persönlichkeit des Verstorbenen. Nach der Einsegnung wurde der Sarg von SA.- Männern zur Gruft getragen, während das Musikkorps einen Choral spielte. Dann dröhnten unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden die Ehrensalven über das Grab. Zahlreiche Nachrufe, eine Fülle von Blumen und Kränzen und die große Beteiligung der ganzen Bevölkerung aus der Umgebung zeugten von der großen Wertschätzung, der sich der so jäh dahingeschiedene Gutsherr von Sickendorf erfreut hatte. Bringt Licht ins Hans! Gutes Licht heißt „richtiges" Licht. - Beleuchtungssünden aus Unkenntnis. Die Forderung, auch im Heim für gutes Lickst zu sorgen, wird von den meisten Hausfrauen so verstanden, daß sie stärkere Lampen verwenden sollen. In dieser Form ist sie durchaus mißverstanden. Zwar ist das gute Licht selbstverständlich auch ausreichendes Licht. Darüber hinaus muß sich aber auch bei der Hausfrau die Erkenntnis durchsetzen, daß eine gute Beleuchtung vor allem nicht blenden und keine falsche Schattenentwicklung zeigen darf. Die beste Glühlampe ist zur Beleuchtung ungeeignet, wenn das Auge ihr ungeschirmt ausgesetzt ist; was der hohe Lichtstrom Gutes schafft, macht die Blendung wieder zunichte. Sie ist der schlimmste Fehler einer Beleuchtungsanlage. Vermeiden kann man sie nur dadurch, daß man die modernen Glühlampen mit ihrer hochgetriebenen Lichtstärke durch lichtstreuende Gläser oder Seiten- und Pergamentschirme abschirmt. Eine Hausfrau, die darüber nachgedacht hat, wird vom Verkäufer nicht mehr ausdrücklich eine Glühlampe mit klarem Glas verlangen, ebenso wenig wie sie Leuchten wählen wird, die die Glühlampen frei im Gesichtsfeld erscheinen lassen. Die Glühlampe mit mattem Glaskolben in Verbindung mit modernen Zweck- und Heimleuchten liefert die gewünschte blendungsfreie Beleuchtung. Nach altem Brauch hängt die Küchenleuchte in der Mitte des Raumes. Die Arbeitsplätze, der Herd und der Küchentisch, befinden sich aber an den Wänden. Die Folge ist, daß die Hausfrau in ihrem eigenen Schatten arbeiten muß. Man muß also im Haushalt auch auf die Vermeidung falscher Schatten achten. Die heute üblichen Beleuchtungskörper für Wohnund Speisezimmer haben gewöhnlich außer den Glühlampen, die auf den Tisch herab leuchten, noch mehrere Lampen, die den Raum beleuchten. Mit der Beleuchtung des Tisches ist die Hausfrau gewöhnlich einverstanden, dagegen hält sie die Raumbeleuchtung für eine Art Luxus, den man sich nur leistet, wenn Besuch da ist. Das ist eine völlig abwegige Einstellung: denn unser Auge stellt sich immer auf die jeweilige Helligkeit ein und muß sich, wenn man von einem an sich gut beleuchteten Platz auf die dunkle Umgebung blickt, jedesmal von „hell" auf „dunkel" umstellen. Das kann an einem Abend mehrere hundertmal sein. Diese häufige Umstellung des Auges führt zur Ermüdung und endet in dem Stoßseufzer: Künstliches Licht ist eben doch kein Tageslicht! Man sieht schon hieraus, wie wichtig eine gute Beratung über zweckmäßige Beleuchtung auch für die Hausfrau im Heim und Haushalt ist. Aus diesem Grunde haben sich eine Reihe deutscher Elektrizitätswerke entschlossen, ihre Haushaltberaterinnen, die bisher die Hausfrauen im wesentlichen nur in der richtigen Anwendung des Elektroherdes beraten haben, auch lichttechnisch ausbilden zu lassen und sie den Hausfrauen auch für Lichtberatungen im Haushalt kostenlos zur Verfügung zu stellen. Die meisten „Beleuchtungssünden" werden nur aus Unkenntnis begangen, und es kann kein Zweifel fein, daß durch uneigennützige Aufklärung auch im Haushalt lichttechnisch vieles gebessert werden kann. Im gleichen Maße, wie diese Erkenntnis sich durchsetzt, werden auch die vielen Augengläser und Sehfehler, die wir bei unseren viel beschäftigten Hausfrauen beobachten können, verschwinden. Scheune des Otto Albert und das Stallgebäude des Ludwig Heßler, sowie das neue Wohnhaus des Richard Schmidt. \ ch Lauter, 23. Nov. Die K a r t o f f e l s p e n d e für bas W H W. ergab in unserem Orte 110 Zentner. Die Kartoffeln wurden von hiesigen Landwirten na cf) Grünberg gefahren, wo sie verladen wurden. — Am Samstag wurde durch den BDM. Kleinkinderwäsche für das WHW. gesammelt. Neben Sachspenden wurde auch noch Geld gespendet. — In diesem Winter lebt hier wieder ein Volksbrauch auf, der fast im Absterben war. Vor etwa zehn Jahren ging in unserem Dorfe an den langen Winterabenden jahrgangsweise die Jugend in die S p i n n ft u b e. In den letzten Jahren war dieser Brauch fast ganz außer Uebung gekommen. Seit voriger Woche geht nun die Jugend unseres Dorfes wieder in die Spinnstube. Hoffen wir, daß dieser Brauch weiter erhalten und weiter gepflegt werde. * Lich, 23. Nov. Die Bautätigkeit in unserer Stadt ist in diesem Jahre sehr rege gern ef en. Eine ganze Anzahl Wohnhäuser, zum Teil schon bezogen, andere nahezu bezugsfertig, entstanden an der Langsdorf—Hunger Straße, in der Amtsgerichtsstraße, in der ßanggaffe, an der Butzbacher Straße und vor allem die Siedlungshäuser am Kreuzweg. £id) ist im besten Wachstum begriffen. er. bis 18. 154 Bw ^zeigen; Wt und Frankfurt a. M., 23. Nov. Die schwache hing der Auslandsbörsen, insbesondere der weitere Kursverfall Wall-Streets im Zusammenhang mit der konjunkturellen Lage in USA., blieben auch an der Frankfurter Mittagsbörse nicht ohne Einfluß. Wenn auch sachlich keine Veranlassung besteht, aus den einleitend erwähnten Vorgängen Folgerungen K *16. Vornenmi Geschmackvoll! Persönlich! Dt»ee drei weeent* Hohen Eigenschaften der gediegenen Famllien- Drucksache oietet Ihnen in zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billiget die BrühPsche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 für den deutschen Effektenhandel zu ziehen und vor allem kein Zusammenhang mit der deutschen Wirtschaftslage vorliegt, so herrschte doch äußerste Zurückhaltung gegenüber dem kleinen Angebot aus Kundschaftskreisen. Der Aktienmarkt zeigte trotz überwiegender Abschwächungen von etwa 0,50 bis 1,25 v. Sy im^ Oevsteigevuns! Auf die morgen Donnerstag, den 25. November/ um Hotel Kühne, Bahnhofstraße 95, stattfindende nrotze Mobiliar-Versteigerung wird nochmals hm- iieroiefen. — Versteigerung bestimmt und pünktlich iib vormittags 10 Uhr. Hier ab schneiden! ■ Hohe Liquidität der Kreditbanken. Die soeben erschienenen Oktober-Ausweise der Banken lassen erkennen, daß die Abrechnung mit Den Zeichnern der großen Konsolidierungsanleihe Des Reichs im Auslauf begriffen ist Hatte sich die Verminderung der eigenen Anleihebestände der Banken bet der Gesamtheit der Berichts.nstttute im - Vormonat noch auf rund 103 Millionen Reichsmark weziffert, so beträgt der Abbau im letzten Berichtsmonat insgesamt nur noch gut 34 Mill. RM., von Denen rund 20 Mill. RM. aut die Berliner Großbanken und über 10 Mill. RM auf die Provinz- attienbanten entfallen. ' Stärkere Zuflüsse hatten die Großbanken ferner nus der Verminderung der zum Quartalsultimo stark erhöhten Kaisenbestände und Nostroguthoben insgesamt 121 Mill. RM.), sowie aus der Rückläufigkeit der debitorischen Konten (insgesamt 77 Mill. RM.), so daß ihnen erhebliche Beträge zur Wiederauffüllung der ;m Vormonat zur Fmanzie- -ung der September-Ansprüche berangezogenen Wechselbestände zur Verfügung standen. Bei einer Hesamterhöhung des Wechselportefeuilles der Groß- isanken um 170 Mill. RM. weisen die Bestände an Dreimonatsabschnitten einen Zugang von 182 Mill. Reichsmark aus, eine Entwicklung, die auf die Liquiditätsquote nicht ohne Einfluß blieb. So weist ias Verhältnis der rediskontablen und lombard- sähigen Anlagewerte zum Gesamtbestand der Verpflichtungen gegenüber dem Vormonat eine Erhöhung von 37 auf 40 v. Sy auf und damit auf r.inen Stand, der sehr erheblich über dem im Kre- Hand aufs Herz — Ist sie nicht schöner als Ihre? Ja, damals nahm man sich noch Zeit und Mühe, „wie gestochen" zu schreiben. Sie ober sollten schreiben „wie gedruckt". Es gehört nichts weiter dazu als eine Mercedes Selekta Kleinsdireib- maschine. Erhältlich bei. ers M, J jeibeffl » s* tt V* Kohlen von Fischer Gießen, Alicenstraße 42—44, Telefon 3172 und 3176 talrtroie Timcta Samstag, 27. Nov., und 7714D Sonntag, 28. Nov., von 15-19 Uhr 2 svShttche Tage im SvSVelfeminav für Kinder und große Leute! Große Strafkammer Gießen. Gestern hatte sich die F. W. auf Höf-Heid vor der Großen Strafkammer wegen Abtreibung zu verantworten. In der Hauptoerhandlung, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stand, wurde festgestellt, daß tbie Angeklagte, die eine Zeitlang in Petterweil bei Wilbel diente, dort zweimal, allerdings ohne Erfolg, Abtreibungsversuche bei sich vorgenommen hatte. Die Angeklagte war im wesentlichen geständig. Das Ur- Steil lautete auf zwei Monate Gefängnis. Ebenfalls unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde sodann gegen den I. S. aus München wegen Widernatürlicher Unzucht verhandelt Dem Angeklag- iien würde zur Last gelegt, mit verschiedenen jungen iMännern teils in Bad-Rsuheim, teils in München strafbare Beziehungen unterhalten zu haben. Obwohl Sber Angeklagte in allen Punkten geständig war, er- ifannte das Gericht mit Rücksicht darauf, daß er bereits einschlägig vorbestraft ist, auf eine exemplarische Gefängnis st rafe von einem Jahr mnd drei Monaten. Amtsgericht Gießen. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlichen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweltertesWissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Nachfrage. Etwas schwächer lagen allerdings Reichsaltbesitz mit 131,25 (131,50), dagegen Reichsbahn- o........ BA. 129,40 (129,25), Kommunal-Urnschuldung 94,90 | aber nach den Rückgängen des Mittags eher zu- (94,90). Dekosarna Neubesitz weiter angeboten. Die versichtlicher, wie sich auch auf ermäßigter Kurs- Taxe ermäßigte sich auf 35 bis 36 gegen 37 gestern 1 basis einiges Interesse einftellte. Zu nennenswerten in tyetn eine jum N" fflolie d«' in feite. W je.tnijn» Men itlerftiti * itr d-s * irülerl 5* .fallen «*, )etn «2 Der K. M. B. aus Hamburg hatte wegen «tretung der Reichssttaßenverkehrsordnung einen Strafbefehl von l^Allark erhalten, gegen den er -Einspruch einlegte. Der Angeklagte kam am 21.8.1937 mit seinem Personenwagen aus dem F. Sch. aus Alten-Buseck wegen Ueberttetung der Reichsstraßenverkehrsordnung angeklagt. Die beiden Angeklagten waren mit ihren Personenkraftwagen im Juli an der Ecke Marburger Straße- Wiesecker Weg zusammengeprallt, wobei auf beiden Seiten erheblicher Sachschaden entstand. Sch. kam aus dem Wiesecker Weg heraus und war als Benutzer der Seitenstraße dem F. gegenüber, der auf der Fernverkehrsstraße fuhr, vorfahrtsverpflichtet. Seine Angaben gingen dahin, er habe beimHeran- nahen an die Kurve sein Tempo sehr verlangsamt. Da er ein Hindernis nicht wahrgenommen habö, sei er hinüber auf die rechte Straßenseite der Marburger Straße gesteuert. Dort habe ihn der Angeklagte F., als er sich schon längst in der Fahrtrichtung Gießen befunden habe, angefahren. Dieser trage die Schuld, weil er nicht die rechte Straßenseite eingehalten habe. Demgegenüber erklärte F., er habe von weitem deutlich gemerkt, daß Sch. in der Kreuzung gestoppt habe. Er habe daher angenommen, daß dieser ihn vorbeilasten wolle und sei nur aus diesem Grunde etwas nach links ausgebogen. Dennoch sei Sch. plötzlich wieder angefahren, so daß beide auseindergeprallt seien. Diese Einlassung des F. stellte sich in der letzten Hauptverhand- lung als richtig heraus Demnach durfte der Ange- klaKe F. damit rechnen, daß Sch. ihn von feinem Vorfahrtsrecht Gebrauch machen lassen wollte. Das Gericht hielt daher den Angeklagten Sch. für allein schuldig an dem Unfall und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 40 Mark. Der Angeklagte F. wurde in diesem Punkte freigesprochen, erhielt jedoch Geldstrafe von 6 Mark, weil er am Tage des falles feine Papiere nicht in Ordnung hatte. 206 113,5 57,5 115 148,5 30,13 I 22-November 'ilmtlidjeUlouetuiig Geir | Bn>- abend und gegenüber 40,75 gestern mittag amtlich. 5:t Pfandbriefen konnte die Nachfrage voll beftiedigt werden. Liquidationspfandbriefe zogen z. T. 0,13 v. H. an. Stadtanleihen und Kommunal-Obligatio- nen blieben gut behauptet. Jnduftrieanleihen wichen um etwa 0,13 bis 0,25 v. Sy ab. 5proz. Hoesch 103,25 (103), 6proz. JG.-Farben 130,75 (130,90). Der Freiverkehr hatte auch nur kleines Geschäft. Man nannte: Dirigier 83,50 bis 84,50, Wayß & Freytag 143, Katz & Klurnpp 105, Growag 90, Rastatter Waggon 53, Elsässer Wolle 82, Schuh Berneis 71,50 bis 72,50, Verein. Pinsel 74,50 bis 75,50. Ufa 75. Tagesgeld unv. 2,50 o. Sy Abendbörse still. 23 November AmlUche Notierung Geir 1 Briei Bewirtung Aum persönlichen Gebrauch der Frau bestimmt ist, wird umgekehrt vermutet, daß diese Sachen der Frau gehören. S. Guter Glauoe, Pfändung. Bewegliche Sachen, die der Vater mit den Mitteln des Kindes erwirbt, gehen in das Eigentum des Kindes über, außer der Vater will nicht für das Kind erwerben. Bewirtung, dem East gegenüber eine selbstverständliche Pflicht. Sie soll jedoch stets den eigenen Verhältnisien angemesien und niemals großtuerisch übertrieben sein. Bewußtlosigkeit s. Ohnmacht. Bezahlung. Rechnungen muß man gleich bezahlen, wenn keine Zahlungsfrist gewährt ist. Der Lieferant kann bei verspäteter Zahlung Zinsen verlangen. Handwerker brauchen die von ihnen hergestellte Sache (z. B. Kleid) nur gegen Bezahlung der Rechnung herauszugeben. Ebenso kann der Gastwirt, der Vermieter, sich weigern, die in die vermieteten Räume (Hotel, Wohnung) eingebrachten Sachen des Gastes, Mieters, vor Zahlung der Miete bzw. Hotelrechnung herauszugeben. Andererseits kann man die Bezahlung einer gekauften Sache, die mit Mängeln behaftet ist, auch verweigern, bis der Mangel beseitigt ist. Siehe Abnahme, Mangel, Schlüsielgewalt. Biber, in Deutschland geschütztes Nagetier. Das Fell des rötlichbraunen amerikanischen Bibers wird zu Pelzen verwendet. — Biber nennt man ferner ein geköpertes Moll- oder Baumwollge- nicht überblicken können. Mit dieser Ausrede kam er bei Gericht nicht durch, im Gegenteil wurde die Strafe von 10 Mark auf 12 Mark erhöht mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte dem Polizeibeamten, der seinerzeit die Feststellungen traf, gegenüber sich herausfordernd benommen hatte. Sodann waren der K. F. aus Gießen und der Kokswerkc und ^chemische Fabrik 7 Lahmeyer..................6 Mainkraft................... 4 Mannesmann.............4Vi Mansfelder Bergbau......... 7 Metallgesellschaft............. 6 Orenstein & Koppel.......... O Rheinische Braunkohle...... 12 Rheinische Elektro..........4. 6 Nheinstahlwerke..............6 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 langjahn, verlesener Löwen« Damen-Scblüpfer, B’wolle mit K’seide, gestrickt .. 1.90, 1.75 Damen-Scblüpfer solide Wollqualität ... 4.00, 2.20 Damen-Rock Flausch mit Kunstseide 2.75, 2.00 Damen-Rock Wolle, in guten Farben 7 75, 7 00 Buenos Aires . Brüssel....... Rio de Janeiro Polen........ Kopenhagen... Danzig....... London....... HelsingforS.... Paris........ Holland ...... Italien....... Schluß^ Mittag- börse 23.11. 227,75 141,5 139,9 167,75 122 63 Bierflecken webe, das auf beiden Seiten rauh ist. Bibliothek, Sammlung von Büchern, gleich welcher Art, besser das deutsche Wort Bücherei, ebenso Bücherschrank, wenn mit Bibliothek der Aufbewahrungsort der Bücher gemeint ist. Eine Bücherei soll man nie wahllos zusammenstellen u. inhaltlich wertlose Bücher ausscheiden, denn jede Bücherei gibt ein Werturteil über ihren Besitzer ab. Bidet, Sitzbad zur weiblichen Körperpflege. Biedermeier, Bau- und Möbelstil mit einfachen, glatten Formen und einer bewußten Prunk- 1 losigkeit. Bienenschwarm s. Aneignung. Bienenstiche, Stachel vorsichtig entfernen, dann feuchte Umschläge. Bier, alkoholisches, kohlensäurehaltiges Getränk, das Eiweiß, Stärke und Zucker enthält, also Nährwert besitzt. Vier wird meist aus Gerste und Hopfen, aber auch aus anderen Stossen. Weizen, Reis usw., hergestellt. Der Alkoholgehalt beträgt gewöhnlich 1 bis 6 v. Sy; es schmeckt am besten i bei einer Temperatur von 8 bis 1 12° E. Flaschenbier wird stehend t aufbewahrt, zugekorktes Bier liegend. Faßbier soll erst nach mehrtägiger Lagerung angezapft werden. i Bierflecken werden aus Stoffen mit lauwarmem Wasser mit Spi- ; rituszusatz ober auch mit Salz- > wasier entfernt. Ebenso kann man - eine Abkochung von Panama- - spanen verwenden. 23-11. 227 141 139,5 168,25 121,5 166,25 187,5 135,5 144 254 .161,5 131 150,65 155,65 130,25 145,5 137,5 47,75 174,75 118,5 152,5 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schluß-1 fürs Schluß! Mittag- börfe Dalum 22.11. 23.11 22-11. 23.11 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1937 101,65 101 65 101,6 101,7 4% Deutsche Retchsanl. von 1934 — 99,75 99,75 99,75 ty.% Deutsche Reichsschatzanwei- jungen von 1935 ........... — — <— — *y2% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1935, II. s?olge ... 99,6 99,6 99,6 99,7 4y3% Deutsche Retchsschatzanwei- sungen von 1936, III. Folge .. 99 99 99 99 5»/2% Young Anleihe von 1930 .. —— 105,13 104,9 104,9 4VZ% Hessische Bolksstaat von 1929 100 100 100,4 — 4yi% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 100,65 100,65 100,9 100.9 4%% Deutsche Reichsbahnschah 99,65 _ 99,65 99,65 Reichsanleihe-Altbesttz.......... 131,5 131,25 131,4 131,2 Lberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten.............. 140 140 r— — *y2% Hess. Landesbk. Darmstadl Goldpfe. R. 13.............. 99,75 — — — 5 y2% Hess. Landes-Hyp..Banl Liqu. Goldpfe............... 101,65 101,65 — — *y2% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 99,75 ■ — 99,75 — 4y2o/o Preuß. Gold-Komm. R. 20 — — 99 99 PQLQST____Giessen