«WiereJ > von ®5>ei »hN en uriebj 1N. » . über und Sn K DanfiSeriia or all-w sw 1e^8 hin^’ ftn Ä3n ftoftenen fr !n ^reiVerrn nQr ttr* Uerbin9s ei ML LL°'p ^ihfässer - bot! y«l«n änfiefe 'n« Wteltum feni>? '* bi'. ®etj«nbfijiet bii, ■J »wen iljrtU unsorderungen r - aßmaterial laufcr ’t Zur SBerjügur öie Leihfässer v- 8 benutzt und di werden. Ein au; genen Lagerfässer »Händen sein. L . Weinbauwirtschss »I«n, alle Firmei ” diesem Ersuch, nnen, damit er o, gegenüber geeigm nann< Stadt 5 - Rnf tiü rlu 1686 Wetzlarer W«! h.Dr.FreazeL 11SH (tonwl)beib: erhalten, z. K Gut echatteni .Zu bei a 61611 361 obru- 04699 teier iU'N btab rus'. ten, ikck- iu nuru ttr.225 Erstes Blatt 18?. Jahrgang Keltag, 24. September 1957 Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Prüft und Verlag: vrühlsche Univ-rfitätsdruckerei «.Lange in Gießen. Schriftleitung und Seschästrstelle: Schulftraße 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25"/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zranifurt am Main 11686 Mussolinis Besuch in München. Das Programm für den morgigen Samstag. München, 24. Sept. (DNB.) Der Sonderzug mit dem italienischen Regierungschef trifft a m Samstag, dem 25. September 1937, um 10 Uhr ein. Der Führer und Reichskanzler empfängt in Anwesenheit der Reichsleiter der NSDAP, seinen Gast und fährt mit ihm durch das geschmückte München. Fahrtweg: Schützenstraße, Karlsplatz, Neuhauserstraße, Kaufingerstraße, Ma- rienplatz, Dingerstraße, Residenzstraße, Max-Josef- Platz, Residenzstraße, Odeonsplatz, Ludwigstraße, von-der-Tann-Straße, Prinz-Carl-Palais. Um 11.25 Uhr fährt Mussolini in Begleitung von Rudolf Heß zum Besuch in die Privatwohnung des Führers. Fahrtweg.- Prinzregentenstraße, Friedensengel, Aeußere Prinzreqentenstraße, Prinzregenten-Platz. Um 12.55 Uhr erfolgt die Ausfahrt zu den Ehrentempeln am Königlichen Platz zur Kranzniederlegung. Fahrtweg: Prinzregenten- Platz, Aeußere Prinzregentenstraße, Friedensengel, Prinzregentenstraße, von-der-Tann-Straße, Ludwigstraße, Odeonsplatz, Briennerstraße, Karolinenplatz, Königlicher Platz. Um 15 Uhr Vorbeimarsch der Parteiformationen vor der Ewigen Wache. Es marschieren: Motorisierte Polizei, motorisierte Hitler-Jugend, Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps, die alten Kämpfer des Führers vom 8./9. November 1923, Hitler-Jugend mit NS.- Schulen, die Standarten der Bewegung, SA.-Stan- darte Feldherrnhalle, Reichsarbeitsdienst, SA.- Gruppe Hochland, Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps, Nationalsozialistisches Fliegerkorps,SS.-Ober- abschnitt Süd, Junker der Burg Vogelsang, Politische Leiter, SS.-Totenkopfoerbände, SS.-Standarte Germania, SS.-Standarte Deutschland, zwei Bataillone SS.-Standarte Adolf Hitler. Um 17.45 Uhr begibt sich der Führer mit Benito Mussolini in das Haus der Deutschen K u n st zur Besichtigung der großen deutschen Kunstausstellung. Anschließend findet ein Tee-Empfang statt, zu dem deutsche Künstler und Künstlerinnen eingeladen wurden. Um 18.50 Uhr geleitet der Führer den Duce zum Bahnhof. Fahrtweg: Prinzregentenstraße, von-der-Tann-Straße, Odeonsplatz, Maximilianplatz, Lenbachplatz, Elisenstraße, Luisenstrahe, Bahnhofsplatz. Oer Duce überbringt öie Grüße der Faschistischen Partei. Rom, 23. Sept. (DNB.) Bei der Abreise Mussolinis nach Deutschland werden auf Befehl des Parteisekretärs, Minister S t a r a c e, die Mitglieder des Parteidirektoriums, die Parteiinspektoren, die Leiter der verschiedenen faschistischen Organisationen und eine starke Vertretung der faschistischen Kampfbünde, Sektion Rom, mit der Parteistandarte auf dem Bahnsteig Aufstellung nehmen, um dem Duce den Gruß der Faschistischen Partei für seine Reise nach Deutschland mitzugeben. Die Enteignungen im Memelgebiet. Der Duce. Mussolini — Mann des Volkes. Gewiß sind es im Leben eines großen und bedeutenden Menschen immer die Taten gewesen, die Leistungen und Erfolge, welche den Ausschlag gegeben und ihn in das Buch der Geschichte haben eingehen lassen. Aber im Herzen des Volkes sind nicht nur die Taten eines Großen lebendig und werden in der Erinnerung wachgehalten, sondern oft sind es kleine Geschehnisse, gewissermaßen am Rande der Weltgeschichte, die im Volke fortleben und von denen man oft und gern spricht. So ist es auch im Leben des italienischen Staatschefs. Es gibt neben den unvergänglichen Leistungen dieser großen Persönlichkeit eine ganze Reihe an sich unbedeutender und belangloser Geschehnisse, die aber im Herzen des Volkes ebenso Fuß gefaßt haben wie die großen Taten, weil sie, so unwichtig sie auch sein mögen, dennoch typisch sind und ein bezeichnendes Licht auf den Charakter Mussolinis werfen. Es war — greifen wir eine dieser kleinen Begebenheiten heraus — am 29. Oktober 1922, als der Duce in seiner neuen Eigenschaft als Ministerpräsident vom König nach Rom gerufen wurde. Mussolini steht auf dem Bahnsteig des Bahnhofs in Mailand, als auf einmal der Bahnhofsvorsteher an ihn herantritt und ihm seine Glückwünsche ausspricht. Welche Antwort wird ihm zuteil? „Ich erwarte, daß der Zug um 8 Uhr Mailand verläßt. Von heute an herrscht Ordnung in Italien!" Worte, die gar bald in die Tat umgesetzt werden. Das italienische Volk ist es gewöhnt, daß bislang einer neuen Regierungsbildung'wochen-, ja monatelang Verhandlungen zwischen den einzelnen Parteien voranzugeben pflegen (auch wir erinnern uns ja noch jener Zeit, welche erst fünf Jahre zurückliegt), und nun auf einmal tritt ein Ereignis ein, das geradezu einmalig dasteht: Binnen eines Tages, binnen 24 Stunden gelingt es Mussolini, eine Regierung zu bilden, und zwar eine Regierung, die nicht nach kurzer Zeit wieder auseinanderfällt, sondern die Bestand hat. Sprachlos steht die Oeffentlichkeit vor diesem Ereignis, dessen Größe und Bedeutung wohl in diesem Augenblick nur die wenigsten zu fassen verstehen. Zerrüttet sind die Finanzen des Staates, die Währung ist dank einer unglückseligen Wirtschaftspolitik in größter Gefahr, eine K-atastrophe droht herein,3ubred)en Der Appell des Duce, sofort für den neuen Staat z u opfern, verhallt nicht ungehört und findet in allen Kreisen der Nation einen Widerhall, den wohl niemand in dieser Art erwartet hatte. Denn was geschieht? Aus ganz Italien treffen nicht weniger als 147 Millionen Lire Schuldverschreibungen ein, die von italienischen Bürgern, vom Großindustriellen genau so wie vom kleinen Handwerker, dem Staat ohne Entschädigung zurückgegeben werden, um die Finanzen des Landes zu verbessern und die Währung zu festigen. Und was tut Mussolini mit diesen Schuldverschreibungen? Er verbrennt sie eigenhändig auf einem kckoßen Vlatz, eine symbolische Handlung, die im ganzen Volk ungeheures Aufsehen erregt und Stürme des Jubels und der Begeisterung hervor- ruft. Wir muffen arbeiten, arbeiten, arbeiten! Das ist die Parole, die Mussolini unaufhörlich in cie Herzen der Nation hämmert, damit sie sich bewußt wird, daß nur ein einheitliches und geschlossenes Zus-ammenstehen aller zum Wiederaufstieg des Volkes führen kann. Der Duce dekoriert auf großen Kundgebungen Veteranen der Arbeit mit'Denkmünzen, zeichnet sie so angesichts der ganzen Nation aus, er sührt die gewaltige K o r'n s ch l a ch t durch, m der er selbst mit einem Preis ausgezeichnet wird^ und vor den aus ganz Italien versammelten Bauern und den Spitzen des Staates verkündet er den Sieg in dieser friedlichen, aber dennoch so lebensnotwendiaen Schlecht wobei er während die kornreichsten Aehren Italiens auf hem Tisch vor ihm fieaen, erklärt: „Schafft im nächsten Jahr noch 15 Millionen Meterzentner Weizen mehr, und ich zeige Euch, daß nicht nur ein Stück Brok auf jeden Italiener fällt, sondern ein ganzer Laib!" Und weiter fetzt er sich unermüdlich für die Schaffung von Neuland ein, immer wieder bringt er zum Ausdruck, daß es die höchste Aufgabe des Staates fein muß, den letzten Fußbreit Bodens in der Heimat urbar zu machen und die Sümpfe trocken zu legen. Und angesichts der Tatsache, daß die alten Römer die besten und kühnsten Wege- bauer waren, deren Verkehrsstraßen in fremden Ländern noch heute befahren werden, ist für Mussolini die Einweihung jeder neuen Straße mehr als ein reiner Repräsentationsakt, denn für ihn laufen * PteT die Wege von Vergangenheit und Zukunft ineinander. So ist es auch für Mussolini selbstverständlich, oor er alle Bestrebungen warmherzig fördert und unterstützt, welche zum Ziel haben, Sitten und Ge- rt?,1- $er Vorfahren aufzudecken. Bei der Be- sichtigung neuer Ausgrabungen spricht er zu den Arbeitern, welche bei der Abtragung alter Häuser in - Rom einen antiken Kopf gefunden haben, die bezeichnenden Sätze: „Ich meine oft, die alten 0 P1 ! Jß0en. Sie sind mir so nahe, als hätte nd) sie leibhaftig vor mir!" Mit diesen Worten zeigt Der Duce deutlich genug, wie tief er im alten Romertum wurzelt. So ist es auch kein Wunder, Daß er ollen wissenschaftlichen Fragen und Pro- EHemen das stärkste Interesse entgegenbrinqt. Er eröffnet Songreffe für Philosophie und fühlt sich ^abei ganz besonders in feinem Element, verdankt ?r Ööch nach feinem eigenen Urteil gerade Nietzsche außerordentlich viel. Er ruft die „Königliche Jta- lenische Akademie" ins Leben, in der dis 60 hervorragendsten Vertreter von Italiens Kunst und Litauische AvsMchte. Berlin, 23. Sept. (DNB.) Das Echo, das die von der litauischen Regierung ausgesprochene Enteignung einer Landfläche von 440 Hektar in der Stadt und im Kreise Memel in der deutschen Oeffentlichkeit gefunden hat, vor allem die Feststellungen, daß es sich hier um einen glatten Verstoß gegen das Memel- ft a t u t und einen Eingriff in die Rechte der autonomen Behörde des Memelgebietes handelt, veranlassen die „Litauische Telegraphenagentur" zu der Erklärung, daß die zuständigen litauischen Stellen auf dem Standpunkt ständen, das Enteignungsgesetz stehe mit dem Memelstatut in Einklang, die (Enteignungen seien daher gerechtfertigt. Die Bestimmung des Artikels 5 Ziffer 9 des Memelstatuts, die ausdrücklich vorschreibt, daß die bürgerliche Gesetzgebung einschl. des Eigentumsrechtes zum Zuständigkeitsbereich der autonomen m e - melländischen Behörden gehört, wird mit dem Bemerken beiseite geschoben, daß die Enteignungen für öffentliche Zwecke nicht zum Bereich des Z i v i l r e ch t e s gehören. Auch wird die Tatsache mit Stillschweigen übergangen, daß der litauische Völkerrechtler Robinson in einem Kommentar zum Memelstatut sich auf den Stand- Wissenschaft vereinigt find, kurzum, es gibt keine geistige Frage, an der er nicht Anteil nimmt. Den Stolz auf die Nation in das Herz jedes Untertanen, auch des schlichtesten Arbeiters zu hämmern, sieht er als seine vornehmste Aufgabe an, denn er weiß, daß er nur dann all' die großen Ziele verwirklichen und in die Tat umsetzen kann, wenn das ganze Volk hinter ihm steht. „Italien muß sich selbst helfen", ist fein Leitgedanke, dem er bei mehr als einer Gelegenheit beredten Ausdruck verleiht. Als bei den großen Erdbebenkatastrophen von zahlreichen Kreisen des Auslandes erklärt wird, daß man den Opfern helfen wolle, da lehnt Mussolini diese Hilfsbereitschaft ab. Er will beweisen, daß Italien stark genug geworden ist, um das Mitleid der Welt entbehren zu können. Niemals versäumt er es auf feinen Inspektionsreisen, die in Waisenhäusern untergebrachten Kinder der bei solchen Katastrophen verunglückten Eltern aufzusuchen. Besonders läßt er sich auch die Verbundenheit mit den auslandsitalienischen Volksgenossen angelegen fein, weil er wohl weiß, ein wie wichtiges Bindeglied zur Heimat sie darstellt. Wenn er in jedem Jahr eine Anzahl Kinder der in fremden Ländern lebenden Italiener während der Ferien nach Italien kommen läßt, um die lebendige Beziehung dieser Jugend zum gemeinsamen Vaterland Rom wachzuhalten, dann weiß er, daß dies feine Früchte trägt, daß diese Jugend sich nun erst recht ihrer Verantwortung, auf Vorposten der Nation zu stehen, bewußt ist. Was Mussolini auch immer tun mag, in seinem ganzen Denken bleibt er von dem gleichen Geist beseelt, wie in jenen Tagen, da er den Marsch auf Nom antrat. Wenn er sich im Schwarzhemd, dem Ehrenkleid seiner Sturmscharen zeigt, dann bringt er damit zum Ausdruck, daß faschistisches Denken eine Weltanschauung und faschistische Tracht eine Uniform ist, durch die der gemeinsame Wille ich dokumentiert. Und weil er das Vaterland vom Abgrund des Bolschewismus emporgerissen hat zur Freiheit, Weltgeltung und nationaler Ehre, weil er fein ganzes Leben einzig und allein in den Dienst der Nation gestellt hat, deshalb schlagen ihm auch die Herzen aller Italiener entgegen und deshalb heißen auch wir Deutschen, die wir eine tiefe Achtung vor einer so starken und ausgeprägten Persönlichkeit haben, den Duce im Deutschland Adolf Hitlers herzlich willkommen. - D. S, punkt gestellt hat, daß Enteignungen im Memelgebiet Sache des Memelländischen Direktoriums, der obersten autonomen Behörde des Memelgebietes, fei. Die litauischen Argumente können somit in keiner Weise ernst genommen werden. Wenn behauptet wird, daß der Gouverneur nur solche Gesetze mit dem Veto belegt, die entweder im Widerspruch zum Memelstatut stehen oder die die Bestimmungen des Statuts nicht genügend berücksichtigen, so kann an Hand zahlreicher Beispiele das Gegenteil festgestellt werden. Aber den Kownoer Stellen ist es ja um eine sachliche Auseinandersetzung gar nicht zu tun, sondern lediglich darum, durch eine im Ton der gekränkten Unschuld vorgetragene „Widerlegung" nach bewährter Methode den Spieß umzudrehen. Wenn die „Litauische Telegraphenagentur" schließlich versichert, daß Litauen immer danach trachtet, die guten nachbarlichen Beziehungen zu Deutschland zu erhalten und zu vertiefen, so ist das auch der Wunsch Deutschlands. Die litauische Regierung muß sich aber darüber klar werden, daß die Voraussetzung dieser guten Beziehungen die Einhaltung der von Litauen im Memelabkommen übernommenen internationalen Verpflichtungen und die Achtung der Rechte der Memelländer der darstellt. Rom ehrt den Gründer des ersten Imperiums. Eine Ausstellung zum 200. Geburtstag des Kaisers Augustus. ar/ftom' 23. Sept. (DNB.) Arn Tag vor seiner Abreise nach Deutschland hat Mussolini die große Ausstellung eingeweiht, die anläßlich der Feier des 200 0. Geburtstages von Kaiser A u - a u st u s veranstaltet wird und als Symbol der Glanzzeit des ersten römischen Imperiums ein ganzes Jahr geöffnet bleibt Die Ausstellung gibt einen vorzüglichen Einblick in den monumentalen Bauwillen und die künstlerische Gestaltungskraft der augustäischen Zeit und zeigt in ein» Zelnen interessanten dokumentarischen Stücken und Reproduktionen aus den wichtigsten Museen der Welt das Leben des antiken römischen Imperiums wobei Heerwesen, Verwaltung, Bewässerungsanlagen sowie die sozialen Probleme besondere Berücksichtigung finden. Zu Ehren des Begründers des ersten römischen Imperiums war am Donnerstagabend das Kapitol und der Kapitol-Platz das Forum Romanum, der Palatin und andere Monumentalbauten des Altertums wie auch alle öffentlichen Gebäude, darunter zahlreiche faschistische Bauwerke, f e st l i ch b e l e u ch t e t. Die Presse schildert Mussolini als den Träger der großen Tradi- Uon des antiken Roms, die er im faschistischen Staat zu neuem Leben gerufen und vor neue, habe in '3uEunft reichende Aufgaben gestellt Aufrüstung auch in Holland. Den Haag, 23. Sept. (DNB.) Die holländische Regierung hat einen Gesetzentwurf eingebracht nach dem das jährliche Rekrutenkontinqent von 19500 auf 32000 Mann erhöht werden soll. Ferner soll die Dauer der ersten militärischen Uebung für die unberittenen Truppen von 5% auf 11 Monate verlängert werden. Die bisher in Holland übliche Freistellung vom Militärdienst wegen Bruderdienst und die Auslösung der Dienstpflichtigen sollen ab geschafft und Befreiung vom Militärdienst in Zukunft nur aus gesundheitlichen Gründen gewahrt werden. Wie sieht es in der Wirtschaft aus. lieber 300 000 Lebensmitteleinzelhan. delsgeschäfte sind im ganzen Reiche in die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrung-- und Genußmitteln eingeschaltet. Wo man in unserer Zeit von der Sicherstellung der Ernährung unseres Volkes aus eigener Kraft, von Marktordnung und Verbrauchslenkung spricht, darf der Mann hinter dem Ladentisch nicht vergessen werden, der als Propagandist unserer Ernährungspolitik neue Ge- dankengänae in die Verbraucherschaft trägt und sie mit den Zielen und dem Wollen der Führung unserer Agrarpolitik vertraut macht. Die Vielfalt der öffentlichen Aufgaben, die heute dem Lebens- mittelkaufmann als Mittler zwischen Erzeugung und Verbrauch übertragen sind, verleiht ihm eine volkswirtschaftliche und ernäh- rungspolitische Bedeutung, die er früher nie gehabt hat. So fallen zum Beispiel in der Verbrauchslenkung dem Lebensmitteleinzelhandel die bedeutungsvollsten Aufgaben zu. In seinen Läden kaufen täglich Millionen Verbraucher und Verbraucherinnen, denen der Kaufmann aus feinem Wissen um die volkswirtschaftlichen Notwendigkeiten heraus nach der jeweiligen Markt- und Dorratslage Anregungen für ihre Einkäufe geben kann. Er kann aber auch Vorurteile bei der Verbraucherschaft beseitigen helfen, kann das Interesse der Hausfrauen wachrufen für neue oder in Vergessenheit geratene Lebensrnittel. Die Erfolge, die auf diesem Gebiete bisher erreicht wurden, lassen erwarten, daß die vielfach notwendige Verlagerung des Verbrauchs auch erreicht wird. Die Jahrestagung der Fachgruppe Nahrungs- und Genußmittel in Dortmund und die gleichzeitig veranstaltete Reichsausftellung werden den Beweis für die Einsatzbereitschaft der in der Fachgruppe vereinigten Lebensmittelkaufleute erbringen. Man wird« ihrer öffentlichen Funktion als Treuhänder der deutschen Ernährung nicht gerecht, wenn man nicht einen Blick auf die betriebswirtschaftlichen Verhältnisse wirft und daraus sieht, daß man es hier in der Mehrzahl mit kleinen Betrieben zu tun hat, die nur unter Mitwirkung von Familienangehörigen ihren Dienst ausüben können. 42,4 v. H. aller im Einzechandel Beschäftigten find selbständige Kaufleute, 18,4 v. H. sind mithelfende Familienange- hörige. Bei größter Arbeitsleistung erfüllt der Lebensmitteleinzelhandel in unserer Ernährungswirtschaft eine Aufgabe, deren Bedeutung heute größer ist als je zuvor. ♦ Die Sparkasseneinlagen im August zei- gen eine weitere erfreuliche Aufwärtsentwicklung, womit bewiesen wird, daß die an dieser Stelle auf» gezeigten Besserungstendenzen in der Wirtschaftslage der breiten Volksschichten angehalten haben. Nach den soeben veröffentlichten Monatsausweisen der deutschen Sparkassen betrugen die Spareinlagen im Berichtsmonat 94,1 Millionen RM. Der Einzahlungsüberfchuß, also der Unterschied zwischen den Ein- und Rückzahlungen auf den Sparkonten betrug allein 88 Mill. RM. Damit lag er erheblich über den entsprechenden Ueber- mfen der Vorjahre, die im August 1936 37,7 Millionen RM. und im August 1935 28,8 Mill. Reichsmark betrugen. In den ersten acht Monaten dieses Jahres betrug der Einzahlungsüberschuß 515,8 Mill. RM. und übertraf damit den Ueber- schuß von 1935, der 437,8 Mill. RM. betrug und der beste seit langer Zeit war. Deutlicher als im Dorangegangenen Monat ist das gute Sparergebnis im August auf die günstige Entwicklung der Einzahlungen zurückzuführen, die um 55,5 Mill. RM. oder 14 v. H. über jenen im August 1936 lagen und auch die vom August 1935 um 5 v. H. über» fliegen. Die Rückzahlungen hielten sich dagegen etwa auf dem Stand des Vorjahres, eine Entwicklung, die bei dem feit Jahresfrist um rund eine Milliarde Reichsmark gestiegenen Spareinlagenbestand auch recht positiv ist. Auch die Zweimonatsbilanzen der genossenschaftlichen Volksbanken stehen unter dem Zeichen eines stark erhöhten Einlagenzuwachses. Sieht man bei einem Vergleich mit dem Vorjahr von den durch Zu- oder Angang von Banken entstandenen Veränderungen ab, so ergibt sich für das erste Halbjahr 1937' ein Einlaqenzu- machs, der mit 104 Mill. RM. noch großer ist als der Zuwachs des gesamten Jahres '1936, der 99 Millionen RM. betrug. Der gesamte Einlagenbe- stand beläuft sich nunmehr auf 1683 Mill. RM.' (Einen großen Teil ihrer gesteigerten Kaufkraft konnten die Volksbanken durch erhöhte Abnahme von Reichsanleihen dem Staat zur Verfügung ftel- len. Der Wertpapierbestand erfuhr die ' außerordentliche, fast 20prozentige Zunahme von 28 Mil- lionen Reichsmark und stellte sich somit auf 180 Millionen RM. Die Zunahme der entsprechenden Zeit des Vorjahres betrug noch nicht die Hälfte, auch aus diesen Beispielen sieht man, daß die breite Bevölkerung immer mehr ihre Verdienste in Rücklagen und nicht in einem Sofortverbrauch anzulegen pflegt. V. A. Der deutsche A u ß e n h a n Ü e l hat sich im August ganz besonders erfreulich entwickelt Die Einfuhr betrug im August 482 Millionen Mark damit gegenüber dem Vormonat rund 18 Millionen Mark oder um 4 v. H. niedriger Nach den bisherigen Erfahrungen pflegt die Einfuhr im orU$Uu fnoe ma^-S uachzulassen. Gegenüber dem ergibt sich allerdings eine Steigerung um 136 Millionen Mark. Von den beiden Haupt- warengruppen hat lediglich die Einfuhr der Er- nahrungswirtschaft abgenommen. Ausschlaggebend jur Dtelen Rückgang war die Verminderung der Ge- treideelNsuhr, die insgesamt 15 Millionen Mark betrug. Im Bereich der gewerblichen Wirtschaft hat sich Oie Einfuhr dagegen leicht erhöht. Aus Europa Die Offenbacher Schulungswoche des VDR ;enom- senden Truppen inspiziert, von Bei Dargun, wo sich die Oldenburger unb Delmenhorster Jungen des Jnfanterie-Regimenis 16 in einer gewissen Bedrängnis befinden, wird Generalfeldmarschall vonBlomber Feldbäckerei der Wehrmacht. Hier kann man den Werdegang des Kommißbrotes in allen Einzelheiten verfolgen. Die Nachbar-Halle ist zu einem großen Caf6 umgestaltet, in dem eine Kapelle die fröhliche Begleitmusik zu dem „Publikums-Examen" gibt, dem sich das K o n d i t o r h a n d w e r k mit Kämpfe begeben hat. Am Ostrande von Malchin durchfahren wir die Fronten und stehen unter den blauen Truppen, die im Vorgehen begriffen waren, jetzt aber sich mit einer Sperre begnügen müssen, da sie gegen die feindlichen roten Kräfte, die noch die See-Enge von Malchin halten, einstweilen machtlos sind. Es handelt sich um die 32. Division, tüchtige pom- mersche Soldaten, die schon allerlei hinter sich haben. Zuerst einmal fast vier Wochen Hebungen innerhalb des Regiments, der Division und des Armeekorps; in Verbindung damit kamen die Männer tagelang nicht aus den Kleidern und hatten mehrfach nachts kein Dach über dem Kopf. Die letzten Tage brachten Durchschnittsmarschleistungen von 60 Kilometer und mehr, dazu kam die Truppe fast täglich ins Gefecht. Bei einer Fahrt durch das Kriegsgebiet erhält man einen Heberblick über all das, was zu einem modernen Heere gehört. Die Straßen sind belebt durch Kraftradschützen, die als Melder täalich Hunderte von Kilometer zurücklegen. Um das Manöver- bild so kriegsecht wie möglich zu gestalten, werden auch ermietete Zivilkraftfahrzeuge verwendet. Laage ist heute wichtiger Etappenort. Hier sind die Sanitätsabteilungen untergebracht, und in diesem Wehrmachtsmanöver wirkt kriegsmäßig auch die Feldpost mit. Von dem Vorteil, den Angehörigen Postkarten ohne Porto senden zu dürfen, machen die Soldaten in den wenigen freien Minuten gern Gebrauch. Im roten Gebiet sahen wir in Deckung eines Gutshofes Panzer untergebracht, die in den letzten Tagen schon mehrfach mit Erfolg angegriffen haben und von denen weitere entscheidungsschwere Eingriffe erwartet werden. Im blauen Gebiet sind bei S t a v e n h a g e n , der Geburtsstadt Fritz Reuters, leichte und schwere Batterien anzutreffen. Hier sind auch Nebelabtei- l u n g e n tätig, die die Aufgabe haben, die Enge von Malchin zu vernebeln und den Truppen helfen, sich vom Feind zu lösen. Unser Feldherrnhügel, aus dem wir stehen, scheint eine besondere Anziehungskraft für Besucher zu haben. Der Kommandeur der Wehrmachtsakademie, General der Infanterie Adam besichtigt von hier den Verlauf des Angriffs, und dann schwebt in auffälligster Langsamkeit ein Flugzeug an uns vorüber, um nach wenigen Metern Auslauf auf einer Wiese vor uns glatt zu landen. Diesem merkwürdigen Lufttaxi entsteigen der General der Flieger Milch und als Führer des Flugzeuges Generalmajor Übet, der Chef des Technischen Amtes im Reichsluftfahrtministerium. Und dieser seltsame Vogel, der uns da vorgeflogen worden ist, der in der Luft fast stillstehen kann, das ist F i e s e l e r s „Stör ch", der hier als Verbindungsflugzeug dient. Wenn diese Maschine auch nicht die langsamste der Welt genannt werden kann, so stellt doch bei ihr die Niedrigstgeschmindigkeit im besten Verhältnis zur Höchstgeschwindigkeit. Die Höchstgescllwindigkeit beträgt 180 bis 200 Kilometer, die Niedrigstgeschwindigkeit 45 Kilometer in der Stunde. Wenn man nun noch den Gegenwind von dieser Rechnung absetzt, dann kommt man auf eine Geschwindigkeit von 20 bis 30 Kilometer in der Stunde. D. h. also, daß man mit diesem Flugzeug sozusagen mitlaufen kann. Zum Starten braucht Fieselers „Storch" etwa 20 Meter, zum Landen nur wenige Meter; d. h. also weiter, daß dieses Flugzeug unabhängig von jedem Flugplatz ist. Praktisch kann diese Maschine, die außerdem noch den Vorteil einer guten Erdbeobachtung nach allen Seiten und nach unten hat, überall landen. General Milch berichtet dann auch, daß diese Maschine, wo lie im Wehrmachtsmanöver auftauchte, überall Aufsehen erregt hat. Während die Räume vor uns die typische Schlachtfeldleere zeigen, berichtet der General, der von Waren zu uns llerüberflog, daß das ganze Gebiet gespickt mit Truppen ist, die sich überall ausgezeichnet getarnt haben. Der Führer unserer Pressegruppe, der mit Generalmajor Übet einen Erkundungsflug unternimmt, gibt anschließenb einen eingehenden Lagebericht, während wir selbst von unserem erhöhten Blickpunkt aus nichts mehr sehen können, weil bie Truppen überall in Deckung liegen. Eine Maschine wie biefe wirb daher in Zukunst mannigfaltige Verwendung finden können, z. B. an Stelle der Fesselballone und beim Abtransport Verwundeter, die eilig operiert werden müssen. Don unserem K. B.«Berichterstatter. anteristen wird indessen baldige Hilfe zuteil durch rote Sturzkampfflieger, bie bie blaue Artillerie wirksam bekämpfen. Gleichsam so nebenbei werben von ben fünf roten Fliegern noch Zwei blaue Aufklärer niebergekämpft, die sich sicher glaubten, weil sie der eigenen Front nahe waren, die aber im letzten Augenblick auf diese überlegenen Gegner stießen, in die Zange genommen und vernichtet wurden. Generalangriff der b' auen Armee R o st o ck , 24. Sept. (DNB. Funkspruch.) In den Morgenstunden des 23.. 9. trat bie blaue e r f t e Armee unter Führung bes Generals ber Infanterie von Rundstedt auf ber ganzen Front zum Angriff an, um den noch ostwärts ber See- Engen südlich des Malchiner Sees befindlichen Gegner zu vernichten. Auf dem Brückenkopf westlich Demmin heraus griffen starke blaue Kräfte in ben frühen Morgenstunben bie roten Stellungen beiberfeits von Dargun an. Bruberstorf, nörblich von Dargun, sowie bie Ortschaft Wagun, fielen nacheinanber in die Hänbe von Blau. Dargun würbe in ben Nachmittagsstunden durch Teile der 12. Division e r ft ü r m t. Um den Ort Warsow wurde mit großer Hartnäckigkeit gekämpft. Er blieb schließlich im Besitz von Rot. Die 3 2. blaue Division, auf dem Gelände westlich Stavenhagen vorstoßend, nahm am Nachmittag die Stadt Malchin. Wenig später setzten sich blaue Kräfte in den Besitz des Geländes südlich von Gielow. Weiter südlich stieß Blau zunächst bis zur Straße Groß-Giewitz—Waren vor, wo der Angriff gegenüber dem sich versteifenden feindlichen Widerstand liegen blieb. Blaue Auf dem Schießberg bei Zettemin hat man eine ausgezeichnete Ueberfidyt über einen großen Teil des Manövergeländes. Im Augenblick ist gerade ein Angriff des 1. Bataillons des Jnfanterie- Regts. 96 im Gange, durch den ber Uebergang über bie Ostpeene erzwungen werben soll. Die Truppen, bie mit großem Schneib Vorgehen, haben in den letzten drei Tagen insgesamt 135 Kilometer zu Fuß zurückgelegt, davon 60 Kilometer querfeldein. Trotz Panzerwaffe und trotz Flieger sind bie Beine ber Infanteristen in jebem Kriege unb auch in biefem Wehrmachtsmanöver immer nochbas Wichtigste. Gewisse Marscherleichterungen burch Beförberung von Gepäck sinb geeignet, bie Marschleistungen noch zu steigern. Erfreulicherweise liegen bis jetzt nur Meldungen über einen ganz geringen Ausfall durch Fußkranke vor. 12 Meter hoch reckt sich ihr ziegelgebeckter Giebel empor. In diesem verhältnismäßig kleinen Gebäude werden dank der modernsten Mühleneinrichtung erstklassige Mehlprodukte ermahlen. In den Hallen VII unb VIII tritt man vor bie Leistungsschau ber beutschen Getränkeinbustrie. Eine ganze Seite ist von ber Likörinbustrie mit Beschlag belegt, an einer anderen hat sich eine große Milchbar aufgebaut, dazwischen liegt die „Straße" der industriell hergestellten alkoholfreien Getränke, und im Ostraum findet sich das „Wein-Zentrum", das alle deutschen Weingaue in sich vereinigt. Eine Sonderschau zeigt neue Werkstoffe für Bierleitungen. Die Wirtschaftsgruppe Maschinenbau, Fachgruppe Armaturen, gibt in Gemeinschaft mit großen Industriefirmen einen Heberblick über das bisherige Ergebnis auf dem Arbeitsgebiet ber Werkstoff-Hm- stellung. Halle III steht unter bem Motto: Bank unb Sparkasse im Gaststättengewerbe unb Hanbwerk, Halle IV Am sechsten Tage ber BDM.-Schulungswoche an ber Kunstgewerbeschule sprach Professor Dr. Ebe r- Hardt über „Der Raum und sein Schmuck." Ausgehend von der Einfachheit und Zweckmäßigkeit, der handgearbeiteten Schönheit alter Bauernmöbel verfolgten die Teilnehmerinnen ben Wandel des Wohnungsstils. Was wir baraus lernen können, ist die Rückkehr zu ben natürlichen Gesehen bes Raumes, zu einfacher unb zweckgebundener Wohnweise, die keinesfalls ber Schönheit entbehrt. Eine Führung burch bas Gebiet bes Buchbrucks unb der Buchbinderei durch Professor E. Engel und ein Rundgang durch das technische Schaffen der Schule und die Entwicklung ber Graphik durch Professor W. Mayer ließen ben ungeheuren Fleiß vieler Jahrhunberte ahnen, ber hier unserer Zeit bienftbar gemacht wirb. Der letzte Tag begann mit einem Besuch des Deutschen Ledermuseums. Das Museum enthält Lederarbeiten aller Zeiten unb Völker, besonders aber primitiver Kulturen, da sie ein interessantes Bild über bie Anfänge hanbwerklicher Arbeit vermitteln will. Anschließend hatten bie Schulungsteilnehmerinnen Gelegenheit, in ber Propagandaabteiluna ber I G. - Farben-Inbustrie Frankfurt a. M. bie rei- chen Möglichkeiten ber Zellstoffverarbeltung auf Am 24. September wirb die Jahresschau für das Gast stä11en - und Beherber- gungsgewerbe unb bie Nahrungs« mittel-Hanbwerke Berlin 1 937, ver- bunben mit ber Sonderschau „D i e Küche — bas Reich ber F r a u", in ben Ausstellungshallen am Funkturm eröffnet Ein Rundgang durch die Ausstellung führt zunächst in die Ehrenhalle des Handwerks. Der Mittelteil der „Gläsernen Galerie" ist zur Ehrenhalle des Deutschen Handwerks gestaltet. Malereien zeigen die enge wirtschaftliche Verbindung zwischen den einzelnen Gruppen des Nahrungsmittelhandwerks und feine Bedeutung für das deutsche Volk. Eine Ausstellungssensation ist eine erstmalig vorgeführte Das Ganze ha«! Abschluß der Herbstmanöver des IX. Armeekorps. Was Küche und Keller bieten... IabreSschau für das Gaststätten- und JeherbergungSgewerbe in Nerlin. Oie Wehrmachismanöver in Mecklenburg. OerKampjumdieMa1chinerSeen-Enge.-MiiKiefelers„Giorch"überdemManövergelände ferbunbsrebe Edens über die Rohstoffversorgung der Welt ging aus von der guten Lage des englischen Außenhandels, unb bie englische Augustbilanz mit bem gewaltigen Einfuhrüberschuß von 37,42 Millionen Pfund scheint zu bestätigen, daß England tatsächlich maßgebend an der Belebung bes Auhenhanbels beteiligt sei. Aber Eben sieht bie Weltwirtschaftslage nur mit britischen Augen, unb er versteift sich auf Dinge, bie doch nur zeitlich bedingt erscheinen, benn bas starke Anwachsen der englischen Eisen- und Stahleinfuhr, bie erhöhte Hereinnahme von Kautschuk unb Zinn sinb boch nur burch die gewaltigen Rü st ungen Eng- langs erklärbar. England hat nicht, im Gegensatz zu Edens Auffassung, den Welthandel, sondern sich selbst einen Dienst erweisen wollen. Wenn er bei der Erörterung ber Rohstofflage u. a. darauf verweist, daß die Präferenzzölle Englands im Einvernehmen mit ben rohstoffarmen Ländern unter gewissen Bedingungen abgebaut werden könnten und daß die Hauptschwierigkeit ber jetzigen Rohstoffversorgung der notleibenben Länder daran läge, daß ihre Devisenpolitik diese Schwierigkeit schüfe, bann muß man doch sagen, daß Eden geradezu H r s a ch e unb Wirkung verwechselt, benn gerade bie Sperre, bie burch Zölle usw. gegen die Fertigwaren der rohstoffarmen Länder durch England verhängt wurde, zwang diese zu einer Devisenpolitik, die also geradezu von England heraufgeführt worden ist. Der Reichskohlenverband, die Dachorganisation ber beutschen Steinkohlen- unb Braun- kohlensyndikate, unb das Rheinisch-Westfälische Koh- lensyndikat legen fast gleichzeitig ihre Berichte über bas Jahr 1936/37 vor. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung erhöhte sich der Bedarf an Kohle in vielen Ländern. Infolgedessen stieg die We11koh - lenförberung 1936 um 8,8 v. H. gegenüber 1935. Die Weltkokserzeugung stieg sogar um 15,6 v. H., währenb bie Brikettherstel- lung um 6,5 v. H. zunahm Die Lage bes beutschen Kohlenbergbaus im befonberen ist burch eine kräftige Entwicklung ber Förberung gekennzeichnet. Sie würbe burch umfassenbe Maßnahmen ber Regierung zum Wieberaufbau ber beutschen Wirtschaft, aber auch burch eine Erhöhung ber Ausfuhr verursacht. Auf bem Auslanbmarkt gelang es trotz ber Abwertung ber Währung in einer Reihe von Ländern, den Kohlenabsatz nicht nur zu behaupten, fon- dern auszuweiten. So stieg die Ausfuhr auf 39,00 (36,34) Millionen Tonnen. In den ersten acht Mo- naten bes Jahres 1937 stellt sich bie Steinkoh - lenförberung auf 120,5 Millionen Tonnen gegen 101,9 Mill. Tonnen im Vorjahre, bie Braun- kohlenforberung auf 118,8 gegen 101,6 Mill. Tonnen. Die Kokserzeugung betrug im Monat August 3,49 Mill. To. gegen 3,46 Mill. To. im Vormonat. Seit Jahresbeginn würben 26,88 Mill. Tonnen Koks gegen 23,32 Mill. Tonnen in der entfprechenben Dorjahreszeit hergestellt. Insgesamt liegt bie Steinkohlenförberung unter entfpre- chenber Erweiterung auch ber Braunkohlenforbe- rung um nicht weniger als 18 v. H. über ben Vorjahresziffern. Das Rheinisch-Westfälische Kohlen- synbikat verzeichnete im Geschäftsjahr 1936/37 eine Ausfuhr von 36,38 Millionen Tonnen gegen 21,10 Millionen To. im Geschäftsjahr 1932/33. Das Ruhr- kohlensynbikat befaßt sich sehr eingehenb mit ben Verkehrsfragen, ba ber burch bas Ansteigen bes Bahnverkehrs bebingte große Bebarf an offenen Güterwagen mancherlei Kopfzerbrechen verursacht. Die Bewegung auf ben Rohstoffmärkten ist uneinheitlich, aber sie hat in ben letzten Wochen doch zu Kurseinbrüchen geführt, die nur teilweise damit zu erklären sind, daß infolge ber sinkenben Kurse auf den Effektenmärkten in ber Neuyorker Wallstreet sich bie Kapitalien roieber ben Rohstoffmärkten in erhöhtem Maße zuwanbten. Besonbers schwach lag ber Baumwollmarkt, ber Be- leihungssah von 9 Cents würbe unterschritten und bie Ernteschätzungen übertreffen alle im Laufe dieses Jahres gemachten Voraussagen. Die W o 11» auktion in Bradford verlief ebenfalls sehr flau. Während in Deutschland und Italien, und selbst in England, der Verbrauch von synthetischer Textilfaser stark zunimmt, wird von den Baumwollhandelsorganisationen festgestellt, daß der Welthandel in baumwollenen Geweben noch immer hinter der wirtschaftlichen Belebung zurückgeblieben ist. — Nur die Getreidemärkte behaupteten sich, dagegen sank der Weltoerbrauch an Kupfer, während die Produktion stieg, und infolgedessen gaben die Preise nach, aber auch die Zinkpreise sanken und ebenso bie Preise für Zinn. Die Dol- Erbaufklärung, ber es gelungen war, hinter bie feinbliche Front zu gelangen, stand am Nachmittag in der Gegend Hohen-Wangelin (nördlich Malchow). Im Norben konnten blaue Reiter und Radfahrer bei Marlow (13 Kilometer nordwestlich Tribsee) und bei Sülze a u f dem Süd- ufer des Trebel Fuß fassen und halten hier kleine Brückenköpfe. In der Nacht zum 23. September griffen blaue H - Boote mit gutem Erfolg einen roten Stützpunkt in ber Mecklenburger Bucht an. Ein blaues > H-Boot ging dabei verloren (durch Entscheid des Schiebsrichters). Noch in ber Nacht lief ein b l a u e r Geleitzug für Hanbelsbarnpfer aus Swine- münde mit Ostwärtskurs aus. Auf die in den Abendstunden eingehende Nachricht vom Hferwechsel blauer Kavallerie bei Marlow hat eine rote Küstenbatterie den Ort mit schwerem Flachfeuer belegt. Nachdem die blaue Luftwaffe in ben Vortagen den roten Gegner durch ihre Angriffe emp- sindlich geschwächt hatte, wurden die H a f e n a n • lagen von Hamburg unb Bremen sowie dort befindliche Nachschubanlagen der roten Luftwaffe mit Bomben belegt, wobei gute erfolge erzielt wurden. Rot richtete den Schwerpunkt des Angriffes seiner Kampfgeschwader gegen Luft- Waffenanlagen von Blau, um bie sich fühlbar machenbe Heberlegenheit ber blauen ßuftftreittrafte zu brechen. Infolge wirksamer Gegenwehr burch Flak und Jäger blieben diesen Angriffen entschei- dende Erfolge versagt. Rote Sturzkampfoer b ä n d e unterstützten bie Operationen ber eigenen Armee burch Angriffe auf blaue Truppenan- sammlungen und rückwärtige Verbindungen bes blauen Heeres. Linie ben Angriff anzunehmen unb ben Schutz ber rechten Flanke ber Hauptstreitkräfte sicherzustellen. Dieses nächtliche Absetzen wurde von ben Roten nicht voll erkannt. Durch Aufklärungskräfte informiert, stießen bie roten Regimenter vor ber befohlenen Angriffszeit in ostwärtiger Richtung auf bie bisher nur noch ganz schwach besetzte Front vor. Der Widerstanb war schwach und so kamen bie Roten sehr schnell voran. Zwischen 8 unb 9 Hhr stießen sie auf die feindlichen Gefechtsvorposten, bie jeboch bis 10 Hhr auf bie blaue Hauptkampflinie zurückgebrängt würben. Blau hatte sich mit seiner Hauptkampflinie in einem sehr günstigen Gelände eingerichtet. Von Höhenzügen aus konnte ber an- greifende Gegner unter Feuer genommen werden. Rot mußte sich daher zum Angriff auf diese starke Stellung erst gründlich vorbereiten. Der Angriff erfolgte jedoch nicht mehr, ba bie Hebung um 11 Hhr abgebrochen wurde. Den Abschluß ber Manöver des IX. Armeekorps bildete bie Kritik, bie vom Kommanbierenben General des Armeekorps, General ber Artillerie Dollmann, auf bem Mihlaer Berg gehalten würbe. Er hob besonbers bie gewaltigen Marschleistungen ber Infanterie hervor. Schon in ben Mittagsstunben würben größere Truppenteile auf den Bahnhöfen um Eisenach verladen, um in ihre Garnisonen zurückzukehren. Trotz der gewaltigen Strapazen der langen Manöverzeit machten die Truppen einen frischen Eindruck und die alten Soldaten haben erkannt, daß unser junges Heer sich seiner Väter würdig erweist. Eisenach, 23. Sept. (LPD.) Am Donnerstag : fanden die Herbstmanöver des IX. Armeekorps i ihren Abschluß. Am Nachmittag des 22. September hatte die rote 15. Division in zwei Gefechtsgruppen von Spichra aus in ostwärtiger Richtung angegriffen und den Stadtfelder Berg und ben Westhang bes Mosebergs genommen. Teile bes Infanterie-Regiments 88 waren bis auf Uetteroba vorgestoßen, ohne stärkeren Wiberstand bei Blau zu finden. Die Masse ber Artillerie würbe auf das Ostufer ber Werra vorgezogen. Die rote 9. D i - vision hatte nörblich Creuzburg eine Ponton- , brücke über bie Werra geschlagen unb setzte das Infanterie-Regiment 36 rechts vom Infanterie- Regiment 116 auf dem Ostufer ein. Der Mihlaer Berg wurde genommen und mit dem linken Flügel der 15. Division in Uetteroba Verbindung genommen. Die blaue 29. Division war weiter im Abwehrkampf gegen den langsam Boden gewinnenden Feind. Gegenvorstöße brachten nur kleine örtliche Erfolge. In bem für die Abwehr sehr günstigen Gelänbe konnten bie Angriffe bes Gegners stark aufgehalten werben. Da bie Angriffe am Mittwoch dem IX. Korps nicht ben gewünschten Erfolg brachten, gruppierte es sich in ber Nacht zum Donnerstag um, um am nächsten Tage mit allem Nachdruck mit bem starken linken Flügel angreifen zu können. Der Angriff wurde auf 8 Hhr festgesetzt. In der Nacht ging bie blaue 29. Division unter Zurücklassung von Nachtruppen zurück, um in einer weiter rückwärts gelegenen Stellung mit den Infanterie-Regimenter 15 unb 71 in vorberster I textilem Gebiet kennzulernen unb eine Sammlung wundervoller Beispiele alter Webkulturen zu sehen. Eine F e i e r st u n b e „Die Deutsche Frau" in der Aula der Kunstgewerbeschule beschloß bie Schulungswoche. Zwischen auserlesenen Darbietungen des Offenbacher Symphonieorchesters zeichneten Worte und Lieder das Bild der deutschen Frau, wie es uns aus germanischer Vorzeit und der Zeit des Weltkrieges anspricht. Stolz, klar und einsatzbereit will auch die heutige Mädelorganisation sich in den Dienst ihres Volkes stellen. Dies ist, wie die Obergauführerin Else Ries zum Schluß ausführte, der Sinn ber ganzen BD1P.-Arbeit, die durch ben Offenbacher Lehrgang eine große Bereicherung erfuhr. Herzlich war darum ber Dank an bie Schulleitung unb ihre Lehrkräfte. Mit ber gleichen Hingabe unb wachsenbem Verstehen wird bas Empfangene weitergetragen werben in bie Einheiten unb in ben Ausstellungen bes Frühjahrs bie ersten Früchte zeitigen. Die untrennbare Einheit von geistiger Lebenshaltung unb ihrem kulturellen Ausdruck verpflichtet vor allem bie Jugend zu einem klaren Weg, ber in ber Offenbacher Schulungswoche einen hoffnungsvollen Anfang genommen hat. E. P. ist die Einfuhr insgesamt um 17 Millionen Mark gesunken. Dagegen waren bie überseeischen Lieferungen im ganzen fast kaum oeränbert. Im einzelnen steht hier einem Rückgang ber Bezüge aus Afrika und Amerika eine Steigerung ber Lieferungen aus Australien gegenüber. Die Ausfuhr hat sich ebenfalls ber Jahreszeit entsprechen!) erhöht. Mit 541 Millionen Mark lag sie um runb 2 v. H. über bem Vormonatsstanb. Zum Teil beruht biefe Erhöhung allerbings auf einer Erhöhung ber Ausfuhrpreise. Gestiegen ist in erster Linie bie Ausfuhr von Kohlen und Kalisalzen. Von ben einzelnen Erbteilen haben lebiglich Amerika unb Asien mehr an Waren abgenommen als im Vormonat. Der Absatz nach Europa war im August um 11 Millionen Mark geringer als im Vormonat. Die Ausfuhr nach Afrika und Australien war kaum verändert. Die Handelsbilanz schließt im August mit einem Ausfuhrüberschuß von rund 59 Millionen Mark ab. Gegenüber dem Vormonat hat sich die Aktivität damit verdoppelt. Für bie ersten.acht Monate bes laufenben Jahres ergibt sich ein Aktw- falbo von 279 Millionen Mark. Die beutschen Dampflokomotivenausfuhr hat in ben letzten Jahren, besonbers aber im ersten Halbjahr 1937 ganz bebeutenbe Fortschritte machen können. Es ist ben Werken bes beutschen Lvkomotivbaues gelungen, im schärfsten Wettbewerb gegen anbere Länder in zunehmendem Umfange wieder einen wesentlichen Teil der ftüheren ausländischen Absatzgebiete zurück- und sogar neue hinzuzuerobern. Das Ansehen der deutschen Gute- arbeit, bas in besonderem Maße auf bem Gebiete des Lokomotivbaues im Auslände schon immer sehr groß war, konnte durch diese Ausfuhrtätigkeit weiter wesentlich gesteigert werden. Der Ausbau ber chinesischen Eisenbahnen, ber von ber chinesischen Zentralregierung bis zum Ausbruch ber Feinbselig- feiten mit Japan eifrig betrieben würbe, hat in den letzten Jahren Ehina veranlaßt, erhöhte Auftrage an Dampflokomotiven und Tendern nach Deutschland zu vergeben, um so mehr als bie beutschen Konstruktionen in China sehr geschätzt werben. Der größte Abnehmer deutscher Dampflokomotiven ist aber nach wie vor bie Sübafrikanische Union. Im einzelnen stieg ber Wert ber deutschen Lokomottv- ausfuhr von 1,48 Millionen Mark im ersten Halb- jahr 1934 auf 1,85 Millionen Mark in der gleichen Zeit 1935, 4,28 Millionen Mark 1936 und 9,11 Millionen Mark im ersten Halbjahr 1937. Teterow, 23. September 1937. Währenb bie Seegefechte bei Bornholm unb Gotland und die schweren Luftkämpfe insbesondere bei Swinemünde ben ersten Tagen des Wehrmachts- manooers den Stempel aufbrückten, bereitete sich bei ben roten unb blauen Armeen bas Ringen um bie Hauvtentscheibung vor Fast unmittelbar nach Beginn ber neuen Kriegsphase kamen bie Truppen in Gefechtsberührung. Außerordentlich erbitterte Kämpfe wurden um den Besitz des mecklenburgischen Ortes Malchin geführt. Eine blaue Division geriet in ernste Gefahr, eingekesselt zu werden und versuchte infolgedessen einen Durchbruch. Schon aus dieser Tatsache ergibt sich, daß die höhere Führung in diesem Manöver vor Entscheidungen von besonderer Bedeutung gestellt wird. Auf ber Fahrt ins Kriegsgebiet treffen wir bei Malchin ben Oberbefehlshaber bes Heeres Generaloberst Freiherr von Fritsch, ber sich in das Zenttum der g, ber bie kämp- v der Bevölkerung freudig begrüßt. Den in der Flanke bedrohten In- _____ , . bringt eine Sonderschau des Reichsinnungsverbanberechtigtem Stolze stellt. Halle VI zeigt eine richtig-1 bes bes Bäckerhandwerks. Der Riesenraum der gehende Wassermühle unter dem Hallendach. ।Ausstellungshalle II liegt in gewissem Sinne im paoting von -en Japanern gestürmt. Wichtigste Stellung des chinesischen Verteidigungssystems in Nordchina. Mittelpunkt der diesjährigen „Jahresschau": die Sonderausstellung „Die Küche — das Reich der Frau". Zehn deutsche Gaue stehen hier am „eigenen" Herd. Ein wahres Panorama heimatlicher Rezepte, das hier gekocht und serviert wird! 80 Gastwirtsfrauen aus allen Himmelsrichtungen Deutschlands führen in dieser musterhaften Küchenschau den Kochlöffel nach einem täglich wechselnden „Magenfahrplan". Daß das Kochen auch bei bescheidenen Mitteln als eine Kunst geübt werden kann, werden in der Meisterschaftsküche 80 deutsche Wirtsfrauen beweisen. Küche, Keller und Quartier, kurz, die Gesamtbehaglichkeit einer Gaststätte bildet ihr Wesen und gründet ihren Ruf. Die rund 270 000 Gast- und Beherbergungsbetriebe warten gleichfalls mit einer Sonderausstellung auf. Eine geschichtliche Schau „1000 Jahre gewerbliche Gastfreundschaft" läßt erkennen, wie schon im 11. Jahrhundert sich aus der Gastfreundschaft der Fürsten und Klöster das Gastgewerbe entwickelt hat. Im 16. Jahrhundert stand das deutsche Gastgewerbe bereits in so hoher Blüte, daß der Franzose Montaigne in begeisterten Worten davon spricht. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wird in den Hansestädten mancher Ratskeller gegründet, der bis heute seinen Ruhm erhalten hat. Weiter sieht man denkwürdige deutsche Gaststätten in Bildern, in deren alten Fassaden und Schildern sich die reiche geschichtliche Vergangenheit des Gewerbes spiegelt. In einer Musterfleischerei werden vor den Augen der Zuschauer die verschiedensten Arten von Würsten hergestellt. In einer „Straße der deutschen Wurstspezialitäten" kann man sich dem Genuß der köstlichen Würste hingeben. U. a. ist hier ein Schiff aufgebaut, aus dessen Kombüse der Schiffskoch das beliebte Seemannsgericht „Labskaus, verabreicht. Das weit über die Grenzen des Reiches hinaus bekannte Kochkunst-Museum in Frankfurt a. M. bietet eine fesselnde Schau von Menü- und Speisekarten der Jahrhunderte. Ein völkisches Deutschland. Estländische Journalisten berichten über ihre Eindrücke. Reval, 23. Sept. (DRB.) In estnischen Blättern finden sich Berichte über die Reise, die sieben Hauptschriftleiter estländischer Blätter auf Einladung der Reichsregierung durch Deutschland gemacht haben. „Waba Maa" hebt den freundlichen Empfang hervor. Nach einem Hinweis darauf, daß es in Osteuropa autoritäre Regierungen gebe, denen es schwer falle, einen Kontakt mit ihrem Volk und eine sogenannte „Massenbasis" herzustellen, wird betont, daß der Nationalsozialismus von Anfang an völkisch sei, von unten her aufgestiegene Männer aus dem Volke seine Führer seien und die Ueberbrückung der Unterschiede zwischen den Schichten und Ständen im Volksganzen seine wichtigste Aufgabe sei. Der Nationalsozialismus — heißt es weiter — scheine in Deutschland wirklich die erste Staatsordnung zu sein, in der tatsächlich das völkische Wesen zur Macht gelangt sei. Nach einem Hinweis darauf, daß der Weimarer Republik dieser Versuch nicht geglückt sei, weil es :hr nicht gelungen sei, volkstümlich zu werden, erklärt Hauptschriftleiter Laabann, es sei keine reine Phrase, wenn von einem „neuen Deutschland" gesprochen werde. Was aus ihm werde, fei natürlich eine Frage der Zukunft,- daß es aber nicht so sein werde wie das Deutschland der Vergangenheit, das scheine mit jedem Tag klarer zu werden. Krisenstimmung in Belgien. Bleibt van Zeeland am Ruder? Brüssel, 23. Sept. (DNB.) Zur Klärung der volitischen Lage empfing der König nacheinander den Finanzminister de Man und den ehemaligen Außenminister Paul Hymans. Der Vorstand des Generalrates der belgischen Arbeiterpartei faßte eine Entschließung, worin erklärt wird, der Vorstand wünsche, daß die jetzige Regierung unter dem Vorsitz van Zeelands ihre Aufgabe fortsetze und ihr Programm verwirkliche. Falls der Gesundheitszustand den Ministerpräsidenten zwinge, sein Amt niederzulegen, so fordere die belgische Arbeiterpartei als stärkste Gruppe der Regierungsmehrheit, daß ein Sozialist mit der Neubildung einer Regierung beauftragt werde. Diese Entschließung wurde van Zeeland von Außenminister Spaak und dem Minister für öffentliche Arbeiten Merlot überbracht. Eine Entscheidung des Ministerpräsidenten ist noch nicht bekannt geworden, jedoch wurde erklärt, daß die Regierung ihre Arbeit fortsetzen könne. Ministerpräsident van Zeeland hatte auch eine Besprechung mit drei liberalen Ministern, die auf ihn eingewirkt haben, an der Spitze der Regierung zu bleiben. Van Zeeland hat sich seine Entscheidung noch vorbehalten. Ferner hatte der Ministerpräsident eine Besprechung mit Vertretern der flämisch-katholischen Gruppe. Gegenstand der Besprechungen soll die Nachfolge des Innenministers de Schryver gewesen sein, der bereits vor einiger Zeit aus persönlichen Gründen aus der Regierung ausscheiden wollte. Die flämischen Katholiken bestehen darauf, daß als Nachfolger des Ministers de Schryver abermals ein ihrer Gruppe angehörender Flame ins Kabinett eintritt. Am Freitagnachmittag findet ein Kabinettsrat statt, von dem man eine endgültige Klärung der politischen Lage erhofft. Abschluß der Schweizer Herstmanöver. Bern, 23. Sept. (DNB.) Die Schweizer Herbstmanöver wurden mit den Manöoern der 3. Division ' im Raume des Aare-Laufs bis einschließlich Bern beendet. Vor dem Bundesrat und der Bundesversammlung sowie den diplomatischen Missionen fand in Bern eine Truppenparade statt. Bei der Manöver- Ek wies Bundesrat Minger, der Leiter des Militärdepartements darauf hin, daß die 3. Division Ende des Jahres durch neue Formationen *5 f ® b t werde. Ihre Auflösung hänge mit der ein» Q2n.e . n Umgestaltung zusammen, die die Ischwelzerische Armee in Anpassung an die moderne ^Kriegsfuhrung erfahre. Durch das Einspielen der »Einheiten auf die neue Truppenordnung iwerde die Schweiz vor!940keine Manöver Tokio, 24. Sept. (DNB. Funkspruch.) (Ostasien- dienst des DNB.) Die Stadt P a o t i n g an der Peiping—Hankau - Bahn, ungefähr 150 Kilometer südlich von Peiping, wurde am Freitagoormittag von den japanischen Truppen g e - stürmt. Damit ist die wichtigste Stellung des chinesischen Verteidigungssystems süouch von Tientsin und Peiping gefallen. Paoting war nicht nur das Große Hauptquartier der chinesischen Nordarmee während des jetzigen Feldzuges, sondern auch die stärkste Garnison Nordchinas mit ausgedehnten Truppenübungsplätzen, einem Arsenal usw. Die Stadt war früher Sitz der Provin- zialregierung von Hopei und einer berühmten Militärakademie, die von nahezu allen chinesischen Generälen einschließlich des Marschalls Tschiangkai- schek besucht worden ist. England zur Bombardierung Kantons. L o n d o n , 24. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Bombardierung Kantons durch japanische Flugzeuge hat in der Londoner Presse Entrüstung und Unruhe hervorgerufen. Die Linksblätter verlangen sogar, daß „endlich die europäischen Mächte und insbesondere England und die Vereinigten Staaten sich zu einer gemeinsamen Aktion entschließen und dem Vorgehen der Japaner in China entgegentreten" — „Daily Expreß" meint, Japan scheine stark zu sein, denn Paris, 23. Sept. (DNB.) Der Nachfolger General Kutiepows als Präsident des Zaristischen Frontkämpferverbandes, General von Miller, ist feit Mittwoch mittag verschwunden. Die Blätter fragen sich, ob General Miller, ebenso wie sein Vorgänger, General Kutiepow, entführt worden sei. Zuletzt habe er Dienstag sein Büro betreten und seinen Mitarbeitern gegenüber erklärt, daß er noch eine Reihe von Besuchen in Paris erledigen wolle; seitdem sei der General nicht wieder gesehen worden. Der General habe einen Brief hinterlassen, in dem er mitteilt, daß er um 12.30 Uhr mit General S k o b l i n in Paris an der Ecke der Rue Jasmin und Rue Raffet eine Besprechung habe. General Skoblin wolle ihn zuzwei ausländischen Offizieren bringen. Vielleicht handele es sich um einen Hinterhalt, deshalb lasse er diesen Brief zurück. Am Mittwochnachmittag habe General Skoblin überraschenderweise erklärt, von einer geplanten Zusammenkunft mit General von Miller nichts zu wissen und den Inhalt des geheimnisvollen Briefes nicht zu verstehen (!). General Skoblin sei auf dem Heimwege gleichfalls verschwunden. Obwohl die Polizei bereits alle Freunde und Bekannte des Generals vernommen hat, so konnte doch nicht die geringste Spur zur Aufklärung des Vorfalles gefunden werden. In Ozoir-la-Ferriere, wo General Skoblin und feine Frau ihren Wohnsitz haben, erklärt man, daß der General Mittwoch gegen 19 Uhr nach Paris gefahren fei und daß man seither von ihm keinerlei Nachricht besitze. Die französische Sicherheitspolizei wurde von einem Polizeikommisfar in Le Havre davon unterrichtet, daß dort gegen 16 Uhr aus Paris ein Lastkraftwagen eintraf, - in dem sich drei Männer befanden. Gegen 19.20 Uhr hatten mehrere Zeugen dasselbe Fahrzeug wieder nach Paris zurückfahren sehen. Diesmal fei es aber nur mit dem Wagenlenker und einer Person beseht gewesen. Um 20.45 Uhr größeren Stils mehr durchführen. Bundesrat Minger betonte die Notwendigkeit eines obligatorischen Vorunterrichts durch die Turn- und Sportvereine zur Ertüchtigung der Jugend. Eine Vorlage darüber sei in Vorbereitung. Gegen die kommunistische Verhetzung der Eingeborenen Südafrikas. Pretoria, 23. Sept. (DNB.) In der kleinen Stadt Vereenigina in der Nähe von Kapstadt, in der vor einiger Zeit drei Polizisten durch Eingeborene getötet wurden, fand eine Kundgebung statt, die ein bezeichnendes Licht auf die Stimmung unter der weißen Bevölkerung Südafrikas angesichts der ständig zunehmenden jüdisch- bolschewistischen Wühlarbeit unter den Eingeborenen wirft. Ein Farmer erklärte, daß die versammelten 1500 Weißen zusammengeströmt seien, ohne daß sie irgendwer gerufen habe, um ihrer Erregung über die Ermordung von zwei weißen und einem schwarzen Polizisten durch Eingeborene Ausdruck zu geben. Harry Inch, ein Führer der südafrikanischen Grauhemden-Bewegung, forderte die Union-Regierung auf, die verderbliche rote Wühlarbeit unter den Schwarzen z u verhindern und verlangte die Ausweisung der „Ueberseejude n", die diese Hetze in erster Linie betrieben. Unter großer Erregung wurde eine Entschließung angenommen, die den Rücktritt des Justizministers General Smuts forderte, weil er die nach der Ermordung der Polizisten verhafteten 430 Eingeborenen wieder freigelaffen habe. Zahlreiche Zwischenrufer verlangten auch den Rücktritt des Ministerpräsidenten General H e r tz o g und des Ministers H o f m e y r. Ein Neger, der sich der Versammlung genähert hatte, wurde von den erbitterten Weißen so zugerichtet, daß ihn die Polizei schwerverletzt ins Krankenhaus schaffen mußte. es reagiere nicht auf d i e bisherigen Proteste. Man dürfe aber nicht vergessen, daß Japan vom Verkauf seiner Waren lebe. England, Amerika, Holland und China seien die b e ft e n Kunden Japans. Tokio solle sich die Ausfuhrziffern nach diesen Ländern vor Augen halten und sich daran erinnern, daß die Stimmung des Volkes eine wesentliche Rolle spiele. — „Daily Mail" warnt vor einer übertriebenen oder sensationellen Beurteilung der Vorgänge, ist aber trotzdem der Ansicht, daß mit einem P r o t e st d e r Großmächte zu rechnen sei. — „Daily Herold" meint, es sei eine lebenswichtige Frage, daß jetzt Amerika und England sich zusammentäten. Japanischer Bombenangriff in Schantung. Tokio, 24. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die japanische Marine teilt die erstmalige Bombardierung eines ungenannten strategisch wichtigen Ortes in der Schantung-Provinz mit. Militärische Anlagen, wie Eisenbahnstation, Lagerplätze und Ansammlungen der Schantung-Truppen seien stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Politische Kreise messen diesem Bombenangriff erhebliche Bedeutung bei, da hier eine Entscheidung des bisher neutral gebliebenen Gouverneurs von Schantung in anti» oder projapanischem Sinne beschleunigt werden muß. habe man erfahren, daß der forojet- russische Frachtdampfer „2Narya Ul y a no wa" ganz plötzlich von Le Havre nach Leningrad in See gegangen sei. Wie unterrichtete kreise vermuten, ist Willer mit dem Lastwagen nach Le Havre gebracht worden und dort an Bord des sowjet- russischen Frachtdampfers. Nach einer Meldung des „Matin" befand sich der „Marya-Ulyanowa" feit etwa 8 Tagen im Hafen von Le Havre und hatte den Transport der aus Amerika herübergekommenen zerlegten beiden Sowjetpolarflugzeuge in die Heimat übernommen. Außerdem befanden sich noch 130 Fahrgäste an Bord, und zwar aus Sowjetspanien heimkehrende sowjetrussische sog. Freiwillige sowie sowjetrussische Besucher der Pariser Weltausstellung. Häufig seien Automobile der Pariser S o w j e t b o t s ch a f t in der Gegend von Le Havre gesichtet worden. Der Sowjetdampfer habe kurz nach Eintreffen des obenerwähnten Lastkraftwagens feine An- Per gelichtet, ohne auf der bei der Hafenpolizei aufliegenden Liste vorschriftsmäßig seine Ausfahrtzeit eingetragen zu haben. In den Morgenblättern wird ein gewisser Verdacht gegen den zwölf Stunden später verschwundenen GeNeral Skoblin ausgesprochen, der widerspruchsvolle Angaben über das in dem hinterlassenen Brief Millers erwähnte Stelldichein abgegeben habe. General Skoblin fei schon früher der Verbindung mit den Sowjets bezichtigt worden, man habe sich nicht erklären können, aus welchen Mitteln sich General Skoblin ein Landhaus kaufte und ein Automobil erwarb. Manche Blätter vermuten, daß nicht General Miller als Opfer, sondern General Skoblin als Mitschuldiger und Flüchtling der geheimnisvolle Fahrgast sei, der sich mit dem Lastkraftwagen nach Le Havre und dort an Bord des fowjetrussischen Frachtdampfers begeben habe. Frau Skoblin ist ebenfalls von der Bildfläche verschwunden. Kleine politische Nachrichten. Der neue deutsche Botschafter bei der spanischen Nationalregierung von Stohrer überreichte am Donnerstag in Salamanca dem spanischen Staatschef General Franco mit dem üblichen feierlichen Zeremoniell sein Beglaubigungsschreiben. ♦ Wegen des Besitzes von zwei Papierböllern wurden von einem Salzburger Schöffengericht zwei österreichische Nationalsozialisten zu fünf und sechs Jahren schweren Kerkers verurteilt. Die Aufdeckung einer geheimenDrucke- r e i, in der der „Österreichische Beobachter" her- gestellt wurde, hatte einen neuen Prozeß zur Folge, in dem ein Angeklagter 14 Monate, ein anderer ein Jahr Gefängnis erhielt. ♦ Der deutsche Lehrer Pflaum erhielt die Anordnung des Warschauer Kultusministeriums, daß er von der deutschen Schule in Papoc im Kreise Neutomischel an eine rein polnische Schule nach Kluczewo im Kreise Kosten versetzt worden sei. Durch diese Verfügung ist der neunte deutsche Lehrer aus dem Kreise Neutomischel versetzt worden. Kunst und Wissenschaft. Tagung der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine in Gotha. Im Anschluß an den 27. deutschen Archivtag begann in Gotha die diesjährige Tagung des Gesamtvereins der deutschen Ge° s ch i ch ts - und Altertumsvereine. Bei der Eröffnung konnte der Leiter des Gesamtvereins, Universitätsprofessor Dr. Ho p p e (Berlin) die Vertreter von Partei und Staat und zahlreiche Gäste des In- und Auslandes sowie annähernd 400 Vertreter der deutschen Geschichtsvereine begrüßen. Sein besonderer Gruß galt dem Führer und Reichskanzler, dem Professor Hoppe im Namen des Gesamtvereins ein Telegramm übermittelte, das der Führer erwiderte. Reichsarchivdirektor Dr. Zip- f e l überbrachte die Grüße der preußischen (Staatsregierung und des Reichsministers für Volksauf- klärung und Propaganda. General-Staatsarchivar Dr. Kallbrunner (Wien) sprach im Namen des österreichischen Bundeskanzleramtes und der von ihm geleiteten Delegation. Dem Tagungsort entsprechend wurden am ersten Tage Vorträge über thüringische landesgeschichtliche Forschungen gehalten, während der zweite Tag mehr allgemeinen Vorträgen landesgeschichtlicher Arbeiten und Forschungen Vorbehalten blieb. Uraufführung des Violinkonzertes von Robert Schumann. Das bisher unveröffentlicht gebliebene einzige Violinkonzert von Robert Schumann wird auf Anordnung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda am 13. November während der Jahresversammlung der Reichskulturkam- mer in Berlin seine feierliche Uraufführung erleben. Aus aller Welt. Die Alpenflüffe steigen. Infolge der feit Mittwochnachmittag im Gebirge und im Alpenvorland ohne Unterbrechung anhaltenden starken Regenfälle besteht für Südbayern Hochwassergefahr. Für die Alpenflüffe und verschiedentlich auch für die Flachlandflüsse muß mit erheblichem Steigen gerechnet werden. Hochwassermeldungen liegen bereits vor von der Iller beim Kempten, vom Lech bei Füssen, von der Wer- tach bei Kaufbeuren, der Isar bei ßengries, der Loisach bei Wolfratshausen, der Ammer bei Oberammergau, der Mangfall bei Feldolling, der Schlie- rach bei Miesbach, der Leitzach bei Stauden und dem Inn bei Rosenheim. Aus Bad Tölz wird gemeldet, daß die Isar in außerordentlich schnellem Steigen begriffen ist. Auf der Ferienfahrt mit dem Auto tödlich verunglückt. In Plattling (Oberbayern) forderte ein Kraft - wagenunfall zwei Menschenleben. Ein Personenkraftwagen raste aus noch nicht geklärter Ursache mit solcher Wucht gegen einen Straßenbaum, daß der Wagen fast in zwei Teile auseinandergerissen wurde. Der Lenker des Wagens war sofort tot, seine Frau starb im Krankenhaus an ihren Verletzungen. Die auf dem Rücksitz befindlichen drei Kinder im Alter von 3, 6 und 9 Jahren kamen mit mehr oder minder schweren Prellungen davon und liegen im Krankenhaus. Es handelt sich bei den Verunglückten um den Steueroberinspektor Christian Mayr aus Garmisch, der sich mit seiner Frau und den Kindern auf einer Ferienfahrt befand. Wieder ein deutscher Rordatlantikflug in Rekordzeit. Der ausgezeichneten Leistung des Nordatlantik- Postflugzeuges „Nordwind", das am 15. September auf der Flugstrecke Horta (Azoren)—Neuyork mit einer Flugzeit von 14 Stunden und 35 Minuten einen Streckenrekord aufstellte, reiht sich ein neuer Rekordflug des gleichen Flugzeuges in umgekehrter Richtung würdig an. Von dem in Port Washington, dem Wasserflughafen Neuyorks, stationierten Flugstützpunkt „Schwabenland" wurde die „Nordwind" der Deutschen Lufthansa mit der Besatzung Flugkapitän Graf Schack, Flugkapitän Ro- dig, Flugmaschinistenfunker Roesel und Flugzeug- fünfer Stein zürn Fluge nach Horta abgeschossen, wo die Maschine nach einer Flugzeit von nur 14 Stunden und 18 Minuten glatt wasserte. An diesem Fluge nahm auch der Atlantik-Flugbetriebsleiter der Deutschen Lufthansa, Freiherr von Buddenbrock, teil, der die zweite Nordatlantik-Flugoer- suchsreise der Deutschen Lufthansa leitete. Blutiges Eifersuchtsdrama in Wien. Ein gewisser Ismet Aga Dzino in Wien er- schoß in einem Anfall von Eifersucht seine Frau Margret, eine gebürtige Engländerin, sein fünfjähriges Söhnchen Ismet und dann sich selbst Wäh- rend er selbst auf der Stelle tot war, ft a r b e n die beiden anderen Opfer des Eifersuchtsdramas bald nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus. — Ssmet Aga Dzino war ein etwas mysteriöser Mann. Angeblich der Sohn eines hohen türkischen Offiziers, soll er ebenfalls als Offizier in der österreichischen Armee gedient haben. Später betätigte er sich als Sekretär des „Hellsehers" Hanussen. Wo- von er in letzter Zeit lebte, ist noch nicht aufgeklärt. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Während sich im Alpenvorland noch immer Regentätigkeit fortsetzt und infolge Schauerwirkung auch in ost- und mitteldeutschen Gebirgen teilweise Regen fällt, herrscht im Großteil des Reiches herbstliches Schönwetter. Die nächtliche Ausstrahlung läßt dabei die Temperaturen vielfach in Gefrierpunktnähe absinken. Üeber Nordeuropa hat sich heftige Wirbeltätigkeit eingestellt, die auf die norddeutschen Gebiete nicht ohne Einfluß bleibt. .Aussichten für Samstag: Voraussichtlich keine Störungen, die den herbstlichen Schönwettercharakter stärker beeinträchtigen werden. Aussichten für Sonntag: Noch keine durchgreifende Aenderung. Lufttemperaturen am 23. September: mittags 17,8 Grad Celsius, abends 10 Grad; am 24. September: morgens 5,2 Grad. Maximum 18,4 Grad, Minimum heute nacht 4,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. September: abends 12,5 Grad; am 24. September: morgens 8,8 Grad. — Sonnenscheindauer 9,5 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschristleiters: Ernst Blum- schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D A. VIII. 37: 9090. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckeret R. Lange. K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzeloerkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr flur Zeit ist Preisliste Nr 3 vom 1 Juni 1935 aültig. Zwei Zaren-Generale aus Paris verschwunden. Begründeter Verdacht einer Entführung auf sowjetrussischem Irachtdampfer. PALMOLIVE * Rasiercreme »» 1. sie schäumt stark 2. sie erweicht den Bart sofort und gründlich 3. ihr Schaum trocknet nicht ein 4. die Haut spannt und brennt nicht Städte und Dörfer im Dunkeln. Eine Erinnerung aus Welikriegstagen. Vom 20. September abends bis zum 26. September morgens wird in Berlin und anderen deutschen Städten eine Derdunke- lungsübung durchgeführt. Langsam glitt der abgeblendete Zug in den Bahnhof von Lille, dessen Halle zu unserer Verwunderung im tiefsten Dunkel lag Wir waren, von Osten kommend, am Abend vorher durch das lichterfüllte, strahlende, fast forglofe Brüssel gebummelt, und empfanden daher die schweigsame Dunkelheit des Bahnhofs von Lille um so drückender und lastender. Die Stadt Lille war uns nicht fremd. Wir kannten sie aus den ersten Wochen des Bewegungskrieges. Aber Lille im Dunkeln? Das kannten wir nicht. Mit einem Blick auf unsere erstaunten Gesichter, sagte uns jemand mit leichtem Achselzucken: „Ja, hier hat sich manches verändert. Zwar verläuft die Front noch immer weit ab von Lille, aber die Flieger..." Wir hatten verstanden. Ein neuer Abschnitt des Krieges hatte im Westen begonnen, während wir im Osten noch im „alten Stil" gekämpft hatten. Wir hatten verstanden. Trotzdem packte uns ein Grauen, als wir draußen auf dem Bahnhofsplatz standen. Wir waren an zerschossene Häuser gewöhnt, deren Ruinen gespenstisch zum fahlen Himmel ragten. Doch nun ragte eine ganze Stadt dunkel und geheimnisvoll vor uns auf. Wie sollten wir den Weg finden zum Hotel, für das wir Quartierscheine in den Händen hielten? Wir fragten uns durch, verliefen uns natürlich in den Straßen, die in ihrer grau-dämmernden Einförmigkeit einander ähnelten. Dann aber fanden wir oas Hotel doch, dessen breite Fassade und dessen Vestibül kunstgerecht verhangen und abgeblendet waren. Erst als uns die Lichterfülle der Vorhalle umfing, atmeten wir wieder auf. So also sah der Krieg nun aus! Der nächste Morgen war hell und voller Sonne. Aller Spuk der vergangenen Nacht war verflogen. Wieder ging's zum Bahnhof. Wieder pfiff die Lokomotive des Zuges, der uns immer näher an die Front brachte, die für uns keinen Schrecken hatte. Abschüsse, Einschläge, Sprengtrichter boten uns nichts Neues. Krieg ist Krieg, und Front ist Front! Und daß man mit der Taschenlaterne nicht über den Schützengraben winkt, wußten wir schließlich auch. Die Dunkelheit hier vorn hatte für uns nichts Absonderliches. An Lille dachte keiner mehr von uns. Wir „von der Front" lächelten die „Etappenhasen" überlegen an: „Wird schon nicht so schlimm werden, Kamerad!" Es wurde sehr schlimm! In dieser Nacht kamen feindliche Bombenflugzeuge über das Dorf, an dessen Rand ein deutscher Flugplatz lag. Auch unser Bataillon hatte starke Verluste. Mit dem „Frieden" war es nichts gewesen. Dann gab's sogar Urlaub. Nicht in die Heimat. Aber in das nahe Metz. Willkommene Abwechslung, einmal wieder in einer deutschen Stadt zu sein und in ihr einen geruhsamen Abend zu verbringen. Wir lachten fröhlich, als wir den Bahnhof von Metz verließen und uns in den grünen Moselanlagen ergehen konnten. Für den Abend hatten wir uns in eine kleine, versteckt gelegene, aber um so traulichere Weinstube verabredet. Kaum haben wir zu ihr hingefunden. Denn nun am Abend lag Metz, lag auch die deutsche «tadt Metz im Dunkeln. Lag im Dunkeln wie das eroberte Lille; im Dunkeln wie das französische Dorf mit dem deutschen Flugplatz. Durch welche Straßen wir auch gingen, welche Plätze wir auch überquerten, immer gingen und stolperten wir im Dunkeln. Und waren doch in Deutschland. Die Straßenbahnen krochen wie schwarze Särge dahin. Die Fahrzeuge, ob mit Pferden bespannt oder motorisiert, fuhren im Schneckentempo. Wer nicht auszugehen brauchte, blieb daheim. Und wir hörten: So leben wir seit Monaten, seit Jahren! F-B Aus dem Manöver zurück nach Gießen. $ 3 . •;z. -1 i Wenig später kam unser Regiment an eine „ruhige^ Front. Hier gab es noch ein regelrechtes Ablösen. Eine geraume Zeit lagen wir vorn im Graben, dann aber kamen wir in ein rückwärts gelegenes Dorf in Ruhestellung. Eitel Freude herrschte. Das Dorf lag außer dem Bereich der feindlichen Geschütze. So erwartete uns „Frieden". Doch der Abend kam schneller, als wir dachten. Bei der Befehlsausgabe war uns eingeschärft worden, unsere Quartiere abzublenden. Streifen der Ortskommandantur gingen durch das Dorf und schritten unnachsichtlich ein, wenn sich nur ein kleiner Lichtschimmer am Fensterkreuz zeigte. Das I. Bataillon Infanterie-Regiments 116 (Aufnahme: Neuner Nachdem am gesttlgen Donnerstagabend bereits motorisierte Teile unseres Infanterie-Regiments 116 aus dem Manöoergelände zurückgekommen waren, kehren seit den frühesten Morgenstunden des heu- ttgen Tages auch die Marschkompanien unserer 116er und die Batterien unserer III. Abteilung Artillerie-Regiment 9 aus dem Manöver in den Standort Gießen zurück. Heute früh gegen 7.30 Uhr marschierte das I. Bataillon Infanterie-Regiment 116 unter Füh- auf dem Marsch vom Bahnhof zur Kaserne. Gießener Anzeiger.) rung des Bataillons-Kommandeurs, MajorWiefe, und unter Vorantritt der Regimentsmusik vom Güterbahnhof zur Kaserne. Das Bataillon marschierte durch die Hammstraße, Horst-Wessel-Wall, Bahnhofstraße, Kaplansgasse, Seltersweg, Hindenburgwall, Gartenstraße, Kaiserallee, Licher Sttaße zu seiner Unterkunft. Auf dem ganzen Marsche wurde unseren Infanteristen die herzliche Zuneigung der Bevölkerung bekundet. Gegen 7.45 Uhr kam auch der erste Transport unserer Artillerie an, der auf dem Marsche zu seiner Kaserne gleichfalls die Wahrnehmung machen konnte, daß die Gießener sich mit ihren Soldaten in engster Gemeinschaft verbunden fühlen. Im Laufe des heutigen Tages werden bis zum frühen Nachmittag die weiteren Transporte unserer 116er auf dem Bahnhof eintreffen, der letzte Transport unserer Artillerie wird heute abend auf dem Güterbahnhof ankommen. Die Ankunftszeiten der verschiedenen Transporte haben wir in unserer gestrigen Ausgabe bereits mitgeteilt. Der Damhirsch in der Garlenschaukel. 4 Butzbach, 23. Sept. Ein Ereignis seltener Art erlebte gestern ein hiesiger Einwohner, der in der Nähe des Waldes wohnt. Als er am Morgen seinen Garten betrat, fand er einen Damhirsch vor, der sich in den Seilen einer Schaukel, mit seinem Geweih derart verfangen hatte, daß er ich selbst aus seiner unangenehmen Lage nicht be=. reien konnte. Der Besitzer des Gartens, der von dem Blick des gefangenen hilflosen Tieres überwältigt war, kam ihm sofort zu Hilfe und entfernte die Fesseln. Hurtig trabte der Hirsch dem nahen Walde zu, sich noch manchmal nach seinem Befreier umsehend, als wollte er ihm für seine rettende Tat Dank sagen. Vermutlich handelt es sich bei dem Hirsch um eines der beiden Tiere, die aus dem Wildpark des Jagdpächters Rumpf ausgebrochen sind. Landkreis Gießen 00 Klein-Linden, 23. Sept. Die Verst eigerung des Gemeindeobstes, die am Mittwochvormittag in Gegenwart vieler Steigerer vorgenommen wurde, brachte verhältnismäßig hohe Preise. Aepfel, meist Goldparmänen und Allen- borfer Rosenäpfel von guter Beschaffenheit lamen pro Zentner auf 10 bis 12 Mark am Baum. Birnen kosteten 4 bis 6 Mark der Zentner, je nach Qualität. Zwetschen waren in diesem Jahr keine oorhanben. 8 Alten-Buseck, 24. Sept. Am Donnerstag fanb in ber Gemarkung Alten-Buseck eine V e r • st eigerung bes Gemeinbeobstes unb ber Bestäube der Rabenauschen Besitzungen statt, an der sich viele auswärtige Käufer beteiligten. Da dis Obsternte dieses Jahr in der näheren Umgegend durchschnittlich nicht gerade gut ausgefallen ist, wurden verhältnismäßig hohe Preise erzielt. Es kosteten durchschnittlich 1 Zentner Aepfel 10 bis 12 Mark. ♦ Steinbach, 23. Sept. Auf seiner Arbeitsstätte an der R e i ch s a u t o b a h n bei Steinbach kam heute der Arbeiter Otto G e i s l e r aus Frankfurt a. M. mit einem Fuß zwischen zwei Pufier der Feldbahn. Mit einem Fußbruch mußte der Mann von der Gießener Sanitätskolonne der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werben. ♦ Watzenborn-Steinberg, 23. Sept. Der 38 Jahre alte Schleifer Fritz. Pitz erlitt einen Bruch bes linken Fußes unb mußte nach Gießen in die Klinik gebracht werden. Kreis Zriedberg. ch Butzbach, 23. Sept. In der gestrigen Monatsversammlung der NS. - Frauenschaft und des Frauenwerkes trugen die Mitglieder Küchel und Schnack ihre Eindrücke und Erlebnisse bei dem Besuche des diesjährigen Reichsparteitages in Nürnberg vor. I Was Ihnen schon vor einiger Zeit angekündigt wurde, wird jetzt Wirklichkeit. Ein neues deutsches Schuh-Geschäft (früher Süss), das in jeder Beziehung ganz auf Ihre M Wünsche eingestellt ist, wird morgen eröffnet! Achten Sie auf meine Eröffnungs-Angebote in den neun reichdekorierten Schaufenstern. Sie werden von der Leistungsfähigkeit dieses gepflegten Spezialgeschäftes überrascht sein Inh.: Karl Baier - Gießen, Marktstraße 9-11 6170 A Nachlässe von 3 bis 20 v. 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Es war aber auch keine alltägliche Ursache, die den Berg plötzlich in den Mittelpunkt der Gedanken, der Wünsche und der Hoffnungen unserer heimischen Schuljugend stellte! Der gestrige Tag brachte das von vielen lang herbeigesehnte Segelflugzeug - M o d e l l f l i e g e n der Schulendes Kreises Gießen! In zäher Arbeit waren in vielen Klassen Segelflugzeug-Modelle entstanden, die hier nun ihre Feuerprobe bestehen, ihre Leistung beweisen sollten. Auf vielen Fahrrädern kamen die Buben aller Altersklassen — manche von weither — zur Altenburg, die sorgfältig verpackten Modelle unter dem Arm. Andere machten einen weiten Weg zu Fuß, wieder andere kamen geschlossen mit der Klasse an — erwartungsvoll und hochgespannt, wie sich ihr Modell im Wettbewerb behaupten würde. Als gegen 10 Uhr der Wettbewerb begann, war alles zur Stelle. Allgemein war die Freude über das herrliche Wetter. Am tiefblauen Himmel segelten schneeweiße Wolken dahin, die Sonne schien hell und klar. Wie Schiffe zogen die Wolkenschatten über die Landschaft, die den Kindern tief zu Füßen lag. Ein lebhafter Wind wehte aus dem Tal herauf. In den wenigen Bäumen auf der Bergeshöhe raschelte das Laub, das schon begonnen hatte, sich herbstlich zu verfärben. Den Kindern und ihren Lehrern bot sich gestern die Heimat in unvergleichlicher Schönheit dar. Oftmals konnte man beobachten, wie die Kinder sinnend weit hinausschauten in das Land. Der Schiffenberg stand silhouettenhaft vor dem Himmel und gegen das Licht der Sonne, Gleiberg und Vetzberg boten sich von feinen Dunstschleiern umzogen dar, Burg und Dorf Staufenberg lagen spielzeughaft zu Füßen der Kinder, im Nordwesten ragte der Dünsberg auf, Marburg Stadt und Schloß waren deutlich zu sehen, rechts sah man den Frauenberg aufragen und noch weiter rechts war gar der mächtige Bergrücken, der die Amöneburg trägt, zu sehen. Tief zu Füßen breitete sich das Lahntal, man konnte dem schlängelnden Lauf der Lahn mit den Augen folgen und sah viele Dörfer liegen. Das Ereignis des Modellflugwettbewerbes war nicht zu trennen vom Erlebnis der Landschaft. ♦ Letzte Hand wurde an die Modelle gelegt, Steuer wurden überprüft, die Bleigewichte, die dem Bug des Flugzeuges die Richtung zu halten haben, wurden noch einmal nach Lage und Gewicht nachgesehen, und dann schickte mancher der Jungen sein Flugzeug zunächst einmal probeweise auf die Luftreise. Der heftige Wind machte es den Buben nicht leicht, ihre leichten Vögel in den Aufwind zu bringen, Windpausen mußten abgewartet werden, in denen der Wind gelinder über die Kuppe des Berges zog. Leicht lösten sich dann die seidig schimmernden Vögel aus der Hand der Knaben, kreuzten elegant gegen den Wind auf, wurden spielerisch höher und höher gehoben und segelten bald weit in das Salzbödetal hinaus, immer ankämpfend gegen den Wind, der sie dann schließlich doch überwältigte, den Bug herumriß, so daß sie nun mit dem Wind in seinem Tempo entführt wurden und schließlich im Windschatten des Berges landeten. Immer folgten viele Augen dem Spiel, das die Winde mit den Modellen trieben, und wenn sie dann mit dem Winde „abhauten", dann galt es für den Besitzer des Flugzeuges rasch über die Kuppe zu flitzen, um sein Werk vieler Stunden der Kleinarbeit nicht aus dem Auge zu verlieren. Den meisten gelang es immer bald, ihre Vögel wieder einzufangen und neu an den Start zu bringen. Richt allen den Knaben war es aber vergönnt, ihre Flugzeuge von vielen Augen auf langer Reife bewundert zu sehen, aber von einem großen Teil der beschwingten Apparate waren doch ausgezeichnete Flugleistungen zu sehen. Von den kleineren Modellen bis zu einem Meter Spannweite sah man (da sie sich gegen den heftigen Wind infolge ihrer leichten Konstruktion nicht halten konnten) manchen harten Sturzflug. So blieb es nicht aus, daß es auch einige Male „Kleinholz" gab. Aber trotz aller Schwierigkeiten waren immer ein oder mehrere der ungemein schnittigen Modelle in der Luft. Sonnenlicht schimmerte in den Tragflächen, wenn die Segler hoch vor dem blauen Himmel standen und ließ das Gerippe der Flügel wie Filigranwerk erkennen. Gesamtbeteiligung: 115 Modelle aus 15 Schulen. Vertreten waren: Landgraf-Ludwig-Gymnasium, Realgymnasium (allein mit 25 Flugzeugen), Gewerb- Zu unseren Bildern: Nebenstehend: E. Ewald (Gymnasium Gießen) erreicht mit insgesamt 477 Sekunden bei drei Flügen seines Modells die beste Gesamtzeit des Wettbewerbs. Unten links: Eines der schnittigen Segelflugzeugmodelle über dem lieblichen Salzbödetal. Unten rechts: Die „Flugleitung" war immer stark umlagert und viel nach den Zeiten gefragt. (Aufnahmen s3j: Neuner, Gießener Anzeiger.) liche Berufsschule, Goetheschule, Pestalozzischule (sämtlich Gießen); ferner die Volksschulen Grotzen- Buseck, Watzenborn-Steinberg, Wieseck, Staufenberg, Münster, Rüddingshausen, Großen-Linden, Lang-Göns, Leihgestern und Reiskirchen. Gestartet wurde in drei Klassen. Klasse A erfaßte Flugzeuge bis zu 1 Meter Spannweite, B 1,50 Meter und C über 1,50 Meter Spannweite. Unterschieden wurde ferner nach dem Alter der Erbauer, ob unter oder über 14 Jahre alt. Ferner wurden in der Lehrersonderklasse 6 Flugzeuge gestartet. Es waren verschiedene Typen gebaut worden, meist npch vorhandenen Plänen. Das größte der Schüler-Modelle hatte eine Spannweite von 2,35 Meter. Man sah Modelle der Konstruktion „Strolch", „Winkler Junior", „Baby", den „großen Winkler" u. a. m. Für den Wettbewerb wurden für jedes der Flugzeugmodelle drei Starts gezeitet. Für die Zeitnahme hatten sich Kameraden vom NSFK. zur Verfügung gestellt. Die Gesamtleitung hatte Lehrer Reinheimer (Großen-Linden). Den unerreicht besten und längsten Flug konnte der Schüler E. Biedenkopf von der Volksschule Münster verzeichnen, dessen Modell 267 Sekunden, also 4% Minuten in der Luft blieb. Allerdings schied das Modell aus dem weiteren Wettbewerb aus. Es flog weit fort über den Krofdorfer Forst und konnte nicht wieder gefunden werden. Eine hervorragende Leistung erzielte dann der Schüler E. Ewald (Landgraf-Ludwig-Gymnasium) mit drei Flügen seines Modells mit insgesamt 477 Sekunden Flugzeit. Er war damit als Sieger des gesamten Wettbewerbs anzusprechen. Weitere Flugleistungen sind aus der Ergebnisliste ersichtlich. Nahezu drei Stunden nahm der Wettbewerb in Anspruch. Leider ging manches mühsam gebaute Flugzeug verloren, wenn es den Augen der Beobachter entschwand. Für manchen der Jungen ein schmerzlicher Verlust! Es darf deshalb an dieser Stelle die Bitte ausgesprochen werden, von jeder eventuellen Aufsindung der Modelle dem Leiter des Wettbewerbs, Lehrer Reinheimer (Schule Großen-Linden), Nachricht zu geben. ♦ Kreisschulrat Nebeling, der es sich nicht nehmen ließ, dabei zu sein, nahm zum Schluß die Siegeroerkündigung vor. Er beglückwünschte die Sieger des Wettbewerbs und ermahnte die anderen Teilnehmer, nicht müde zu werden, sondern zu gleichen Leistungen zu streben. Jenen, die ihre Modelle verloren, wußte er Worte des Trostes und erinnerte {ie an den Gründer der Fliegerei, Lilienthal, »er das Wort sprach „Opfer müssen gebracht werden!" Den Schulen, denen die Sieger der einzelnen Klassen angehören, werden Geldpreise überwiesen, die zur Beschaffung von Modellbau-Material oder Werkzeug verwandt werden sollen. Ergebnisse. K l a s s e A I: 1. Volksschule Münster (B. Bieden- köpf), 117 Sek.; 2. Goetheschule Gießen (Köhler), 113 Sek.; 3. Volksschule Leihgestern (Dudenhöfer), 107 Sek.; 4. Volksschule Staufenberg (Wißner), 106 Sek. Klasse A II: 1. Realgymnasium Gießen (Rohrbach), 147 Sek.; 2. Realgymnasium Gießen (Siegfried), 54 Sek. Klasse BI: 1. Volksschule Großen-Linden (Schaum), 279 Sek.; 2. Goetheschule Gießen (Hergert), 183 Sek.; 3. Volksschule Großen-Linden (Schmidt), 136 Sek.; 4. Volksschule Großen-Linden (Velten), 108 Sek. Klasse CI: 1. Volksschule Münster (E. Biedenkopf), 267 Sek., ein Start, beste Zeit; 2. Volksschule Wieseck (Erb), 176 Sek.; 3. Volksschule Rüddingshausen (Becker), 154 Sek.; 4. Volksschule Rüddingshausen (Feldbuch), 114 Sek. Klasse CII: 1. Gymnasium Gießen (Ewald), 477 Sek.; 2. Realgymnasium Gießen (Plümer), 190 Sek.; 3. Realgymnasium (Fuchs), 164 Sek. Sonderklasse f ü r Lehrer: 1. Appelmann (Gießen), 148 Sek.; 2. Conrad (Lang-Göns), 139 Sek.; 3. Rabenau (Staufenberg), 131 Sek. • - :■■■ ■ ■ t Äi Ausflug ins Abenteuer. Von Otto Gmelin. Im Sommer spielte Dieter im Garten. Er baute im Sand Berge mit Höhlen und Tunnels und drang mit seinem Säbel bis zu den Büschen an der Mauer. Dort, wo das Dickicht am dichtesten war, stand das Gartenhaus aus Latten, um die sich die bunten Blüten der Kapuzinerkresse rankten. Dort war Amerika, und Dieter fühlte die Ferne dieses Landes und den Duft seiner Urwälder um sich, von denen Onkel Heinz erzählt hatte, und suchte die lauernden Augen der Indianer, die mit ihren Giftpfeilen schossen. Nachher lag er im Gras und sah den grüngoldenen Käfern zu und hob einen Stein auf, unter dem die grauen Asseln krochen, die sich zu kleinen Kugeln zusammenrollen konnten. Manchmal kam Andreas. Er war nicht viel älter, aber er war viel kühner; er wagte die Tausendfüßler anzufassen, und kein Dickicht war ihm zu düster; nicht einmal Spinngewebe hemmten sein Vordringen. Er glaubte nicht, daß dort bei den Kapuzinerkressen Amerika war, und eines Tages sagte er, sie wollten jetzt wirklich noch Amerika gehen. Sie gingen vom Garten durch die Torfahrt auf die Straße und von der Straße hinüber in den Wald. Ein kleines Stück folgten sie dem Weg, bis zu der Bank, auf der sonst die Kindermädchen mit den weißen Häubchen und ihren Kinderwagen saßen. Von da an drangen sie vom Weg ab in das Buschwerk des Waldes. Die Zweige schlugen ihnen ins Gesicht und sperrten das Weiterkommen; sie hatten ihre Säbel bei sich und hieben sich durch. Die Sonne schien warm; durch das Blätterdach fiel ihr grüngoldenes Licht auf das weiche Moos, das den Boden bedeckte. Das dürre Laub, das überall herumlag, raschelte geheimnisvoll. Oft war das Gezweig so dicht, daß sie umkehren und einen anderen Durchweg suchen mußten. Einmal lichtete sich das Gestrüpp, und sie standen an einem Weg. Aber sie gingen ihn nicht. Andreas war von einem tollen Unternehmungsgeist besessen. Seine Augen sahen wild aus. An seinen Händen hatte er sich mehrfach gerissen, daß sie voll kleiner Wunden waren. Als Dieter ihn darauf aufmerksam machte, schüttelte er überlegen den Kopf und sagte nur: „Macht nichts!" Er war ein Held. Sie kreuzten den Weg und durchschritten den hohen Mischwald mit viel Unterholz. Der Kuckuck rief. Manchmal blieben sie stehen und lauschten in die Stille. Es ging weiter und weiter. Einmal fragte Dieter, ob es wohl noch weit sei. Mit der Miene des Aelteren und Wissenden sagte Andreas: „Amerika ist weit". Das wußte Dieter auch. Zuerst hatte er deshalb auch Bedenken gehabt, aber je weiter sie kamen, je größer die Stille und Ferne sie umsing, desto mehr kam auch über ihn ein Rausch von Weite, von Entdeckerfreude und Lust. Die hohen Bäume rauschten ein wenig, der Kuckuck rief, die Sonne flimmerte. Es ging weiter und weiter. Aber dann kam erst das Schwierigste: Sie kamen an ein Tannendickicht. Es war sehr dicht, und es schien darin völlige Nacht zu sein. Die dürren Zweige unten schienen jeden Durchgang zu sperren. Aber Andreas machte nur ein finsteres Gesicht, und schon Kroch er auf allen Vieren hinein. Dieter folgte. Das Herz bebte ein wenig, aber jetzt gab es kein Zurück mehr. Sie krochen hintereinander auf dem braunen glatten weichen Nadelboden. Es ging aber sehr langsam. Die Zweige stachen und kratzten ins Gesicht. Als links durch das Halbdunkel eine Helle schimmerte, kroch Andreas nach dieser Seite. Sie kamen aus der Tannenhöhle und richteten sich wieder auf. Da waren sie in einem Buchengestrüpp. Dieter sagte sich, daß jetzt Amerika nicht mehr weit sein könne. Aber er sprach nicht davon. Plötzlich begannen hohe Farnbüsche ringsum, und das Gestrüpp lichtete sich. Da standen sie unerwartet in einem Riesensaal mit vielen Säulen, lieber ihnen, sehr hoch, breiteten sich die dunklen Wipfel der Kiefern; vor ihnen lag die Farnwildnis unübersehbar. In weiter Ferne glänzte das grüngoldene Laub einer Schonung. Dieters Herz klopfte, denn die Größe der Welt war unfaßbar. Das Elternhaus mit feinen Zimmern, seinen vielen Dingen schien unendlich fern. Er mußte immer wieder stehen bleiben und lauschen. Große Vögel flogen mit unruhigem Flügelschlag unter den Kronen hin und kreischten. Dieter dachte, es könnten wohl Papageien sein. Denn der große Saal mit seinen zahllosen Säulen war Amerika. Dieter fragte Andreas, ob sie jetzt in Amerika seien, aber dieser sagte, nein, sie müßten erst an das Meer kommen, denn Amerika sei an der anderen Seite des Meeres. Dieter fragte, wie sie denn über das Meer kämen, und Andreas sagte, sie wollten sich ein Boot bauen. Nun begannen sie auch sogleich Holz zu suchen für das Boot und trugen es an einer Stelle zusammen. Dabei kamen sie auf einen freien Platz zwischen den Farnbüschen, wo in der Mitte alles verkohlt war. Dieter dachte, daß Indianer hier ein Feuer gehabt hätten; aber er sagte es nicht. Es war vielleicht doch Amerika. Sie fanden allerlei größere und kleinere Stecken und Aeste, die sie für das Boot zusammentrugen. Erst suchten sie gemeinsam, dann jeder einzeln. Dabei fand Dieter einen Ast, der aussah wie ein Gewehr. Er lief zu Andreas, der nicht weit war, zeigte es ihm und sagte, er habe jetzt ein Gewehr, das sei gut für Amerika. Andreas jagte, er werde sich auch Hans Thyriot, tüchtigen Porträtisten schätzen, überrascht diesmal mit einer Freilichtstudie (Lahnbrücke), die aus an- gemessener Entfernung ausgenommen sein will. Don Lotte D r o e s e finden wir außer dem Blumenstück „Weiße Rosen" ein sehr schlichtes farblich außerordentlich feines Bild „Vor dem Bauernhaus", von Kröll neben einer Zeichnung „Durchblick" ein risch koloriertes, lebendiges Selbstbildnis. Von Vieh mann nennen wir die „Waldlichtung", von Klingelhöfer das „Abziehende Gewitter", von Bender endlich eine zartlinige Westerwald-Land, Oberhessische Künstler stellen im Gladttheater aus. Mit Beginn der Winterspielzeit wird im Foyer? des Gießener Stadttheaters eine kleine Ausstellung — Graphik und Gemälde — oberhessischer Künstler eröffnet. Damit wird ein im vorigen Jahre begonnenes Unternehmen aufgegriffen und fortgeführt; ^s handelt sich um Verkaufsausstellungen, die jeweils vier Wochen gezeigt werden. An die Eröffnungsschau sollen sich später Kollektivausstellungen einzelner Künstler anschließen. Die gegenwärtige Ausstellung bringt, wie zu erwarten war, durchweg bekannte Namen, aber, soweit wir sehen können, allenthalben neue Arbeiten. Wir nennen von Großhaus ein heimatlich getöntes Erntebild und eine gute Lithographie „Hüttenberger Landschaft", von Rohrbach eine zarte, empfindsam gemalte Vorfrühlingslandschaft, von Margret Kranz zwei liebevoll eingehende, neue Blumen« stücke: Wegwarte und wilde Möhren; Johanniskraut und Glockenblumen. Stephan zeigt zwei malerische Ansichten vom Vetzberg in seiner bekannten minutiösen Federstrichtechnik. Auch Karl Fries, dessen Jubiläumsausstellung wir vor nicht langer Zeit eingehend betrachtet haben, ist ver- treten. K l i p st e i n zeigt neben einer Radierung "Kloster Arnsburg" ein duftiges, sommerliches Blu- menstück. Hagenauer, den wir vor allem als stolperte im Farngeschlinge und fiel. Noch ehe er wieder auf den Beinen war, stand die Frau vor ihm. Er zitterte und sah sie an. Man durfte nicht meinen. Er war verloren. Daß es dann ganz anders kam, konnte er lange nicht begreifen. Zu Hause hatte man sie längst mit Sorge gesucht, als die Frauen die beiden kleinen Jungen anbrachten. Diese ganze Sache war nicht wichtig. Aber unvergeßlich blieb der große Waldsaal mit seinen hohen Säulen, feinen kreischenden Papageien, seiner flimmernden Sonne über den Farnen. Später hat er ihn noch manchmal gesucht, man kann sagen, sein ganzes Leben lang hat er ihn gesucht, aber er hat ihn nie mehr gefunden. nur Andreas? Jetzt wußte er, daß er um fein Leben laufen mußte, denn die Frau kam ihm . _______y ..... ö näher und näher. Aber da geschah ein Unglück: Er * schäft unter hohem Himmel. — ein Gewehr verschaffen, er kenne hier einen Mann, der viel bessere Gewehre mache. Dieter war erstaunt, daß Andreas hier in dem großen Saal, wo die Papageien flogen und kreischten, einen Mann kannte. Er fragte, wie der Mann heiße, und Andreas sagte, er heiße Wilhelm. Aber wo der Mann denn wohne? Andreas antwortete, dort, in einer verborgenen Hütte, wohne er; dabei deutete er in die Ferne. Dieter glaubte nun auch die Hütte zu sehen, aber sie war sehr weit. Andreas ging nun in dieser Richtung weg, und Dieter blieb zurück, um sich noch einen Revolver zu suchen. Indem er suchte, fand er viele verschiedene Waffen und andere Geräte, die man brauchen konnte, auch ein Stück Holz mit einem runden Guckloch. Es war ein Fernglas. Wenn er hindurch sah, erkannte er die bunten Federn der Papageien. Er suchte immer weiter. Als er schließlich um sich sah, war sein Freund nirgends mehr zu sehen. Er war nun ganz allein in dem endlosen hohen Saal. Er stand still und schaute über die Farne hinweg und zwischen ihnen hindurch; in der Ferne sah er einen Löwen durchs hohe Gras schleichen. Er hatte aber keine Angst. Die Sonne schien, und die Welt war unermeßlich. Er hielt den Atem an, und alle Herrlichkeiten fielen ihm ein, die es gab, und es wurde ihm ganz wunderbar au Mut, und ein großes Glück überkam ihn. Da begann er Lieder zu fingen, die er noch nie gehört hatte; er fang vom König und von den Zwergen, die Edelsteine suchten, von Amerika und den Löwen und den Papageien und noch von vielem anderen, was ihm gerade in den Sinn kam. Aber plötzlich durchfuhr ihn ein namenloser Schreck, und der Gesang blieb ihm in der Kehle stecken. Dort vor ihm war ein Frau. Sie sah aus wie eine Hexe. Sie bückte sich fortwährend, und dabei kam sie immer näher. Vielleicht war es eine Indianerin oder eine Zigeunerin. Dieter hatte dies kaum begriffen, da begann er auch schon zu laufen, um ihr zu entfliehen. Aber es war nicht leicht, durch die hohen Farnkräuter hindurch zu laufen, überall war er behindert und konnte keinen geraden Weg einfchlaqen. Er war aber noch nicht weit gekommen, da !chlug ihn ein neuer Schreck: Jetzt war wenige Schritte vor ihm auch eine Frau, die sich bückte und einen dicken Stecken aufhob, als drohe sie ihm damit. In ratloser Angst lief er wieder nach der anderen Richtung und rief zugleich so laut er konnte nach Andreas. Aber es kam keine Antwort. Die Frau schien ihn jetzt bemerkt zu haben und kam ihm nach. Er faßte seine ganze Kraft zusammen und warf die Beine, so gut er konnte. Seinen Revolver hielt er krampfhaft fest. Wo war Kulturell hochstehende Darbietungen für alle Volksgenossen. Reichhaltiges Winterprogramm 1937/38 des Amtes „Feierabend^. NSG. Die planmäßige uni) zielbewußte Gestaltung des Feierabends ist eine der wichtigsten Aufgaben der NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude". Haben wir im ersten Jahr bewußt B r e i t e n a r - beit betrieben, um alle noch fernstehenden Volksgenossen zu erfassen, so gehen wir jetzt daran, kulturell hochstehende Programme an unsere Volksgenossen heranzutragen. Aber nicht nur für die großen Städte unseres Gaues allein wollen wir diese Veranstaltungen bringen, sondern gerade auch in kleineren Städten und Orten sollen sie durchgeführt werden. Das Programm für das Winterhalbjahr 1937/38 ist festgelegt. Es wechseln Konzert- und Solistenabende mit Tanzgastspielen, Gastspielen bekannter Truppen, sowie Theater- und Spielgemeinschaften. Daneben haben wir Wanderbühnen eingesetzt, die unser gesamtes Gaugebiet mit guter Theaterkunst erfreuen. Aber nicht nur die Kleinkunst soll bei uns ihren Platz finden, auch Fröhlichkeit und Heiterkeit werden im Rahmen des Programms der NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" nicht vergessen. Kleinkunst und Variets in ihrer besten Form gehören mit zum Winterprogramm des Amtes „Feierabend" 1937/38. Ueberall sind die Kulturwilligen zusammengefaßt worden in Besuchergemeinschaften, Kulturringen und Theatergemeinschaften. Die Voraussetzungen sind gegeben, daß auch an kleinen Plätzen wertvolle und erzieherische Veranstaltungen durchgeführt werden. Zwischen 0,50 RM. und 1,00 RM. bewegen sich die Beiträge dieser Besuchergemeinschaften, die es jedem möglich machen, an diesen Darbietungen und Abenden teilzunehmen. Für die Bespielung der theaterlosen Städte und Gemeinschaften wurden drei Wanderbühnen verpflichtet, deren bedeutendste das Frankfurter Künstlertheater Rhein-Main ist. Sein Spielplan sieht u. a. vor: „Don Carlos", Drama von Schiller: das Schauspiel von Gobsch „Herr Darnhusen liquidiert", das bekannte Lustspiel von Bunje „Der Etappenhase", Calderons Komödie „Dame Kobold", „Frischer Wind aus Kanada", das bekannte Volksstück „Holzappel", ,Elga" von Gerhart Hauptmann und das Volkstück von Hinrich „Petermann fährt nach Madeira". In etwa 200 Vorstellungen bringen diese Theater gute Kunst. Zu einer Reihe von Gastspielreisen wurden weiterhin das Darmstädter Volkstheater und die Oberbayerische Heimatbühne verpflichtet. Zu den bedeutendsten musikalischen Ereignissen gehört das erstmalige Gastspiel des RS.-Reichs-Sinfonieorchesters in der Zeit vom 12. bis 19. November. Weiterhin unternimmt das neugegründete Landesorchester Rhein-Main Gastspielreisen in alle größeren Städte unseres Gaues. Dazu kommen noch Konzertveranstaltungen von Orchestern der Wehrmacht und des Arbeitsdienstes. Um der Kammermusik einen breiten Boden zu verschaffen, veranstaltet das Frankfurter Lenzewsti-Quartett unter den Titeln „Alte Meister" und „Schubert- Abend" unterhaltsame Kammermusik. Bekannte Künstler, wie Helge Roswaenge, Professor Alfred Hoehn, Professor Joh. Willy und die bekannten Gesangs- und Jnstrumentalsolisten unserer Bühnen und Orchester, wurden zu Konzertabenden verpflichtet. Ein großes Ballett bringt im Dezember auf seinen Gastspielreisen „Die Puppenfee" und Szenen aus der Nußknackersuite von Tschaikowsky. Die Ballette des Deutschen Theaters in Wiesbaden und des Hessischen Landestheaters in Darmstadt wurden gleichfalls für Abende innerhalb der NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude" verpflichtet. Von dem Marionetten-Theater nennen wir das Dortmunder, das auf der Weltausstellung längere Zeit gastierte und großen Erfolg hatte. Schon in früheren Jahren waren die großen Dariets-Deranstaltungen, die unter dem Namen „Lache mit uns" liefen, immer ein großer Erfolg für die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Wir haben wieder namhafte deutsche Artisten verpflichtet, die ihre Kunst zeigen, so u. a. „Die fünf Schwestern Ahrens", die Elsy's komische Jongleure, Rudolf Klaus, der Paganini auf dem Akkordeon, das Tanzpaar Hil van Delft/Ralf Bours. Auch das Meister-Sextett kommt wieder in unseren Gau. Dazu kommen noch bekannte Kleinkunst- Bühnen. Den Dörfern widmen wir uns auch mit ländlichem Brauch, und der dörfliche Feierabend wird so bunt und abwechslungsreich als möglich gestaltet. In den Betrieben bringen Wertkunst- Ausstellungen die Werke bildender Künstler zum Verkauf und den Volksgenossen damit näher. Für die Autobahn- und Aufbaulager sind Vorträge und Bunte Abende vorgesehen. Das Programm, das für den Winter 1937/38 auf gestellt wurde, verspricht überall großen Erfolg. Aus der Stadt Gießen. ©er b aue Ball. Als ich heute morgen an das Fenster meines Arbeitszimmers trat, entdeckte ich inmitten der Geranientöpfe auf dem Fenstersims etwas Buntes, Glänzendes. Neugierig öffnete. ich die Flügel und — fand einen Ball, einen leuchtend blauen Gummiball mit aufgemalten Blumenmustern. Verwundert fingerte ich die farbenprächtige Kugel zwischen den Töpfen hervor. Wie nur mochte sie zwischen die Geranien gekommen sein? Die Fenster liegen doch sehr hoch über dem Platz! Und hatte denn das kleine Mädchen, dem dieser lustig bemalte Ball gehören mußte, nichts von seinem Verlust gemerkt? Sicher hatte es Hängezöpfe und eine hellblaue Haarschleife und trauerte jetzt seinem Spielzeug nach. Gedankenvoll legte ich den Gummiball auf meinen Schreibtisch und begann zu arbeiten. Nach einer kleinen Weile kam meine Frau herein, ein Staubtuch in der Hand. Es ist immer wieder verblüffend, wie rasch Frauen Entdeckungen machen. Sie hatte noch nicht die Klinke losgelassen, als sie schon rief: „Woher kommt dieser reizende Ball dort?" Ich erzählte ihr den Sachverhalt. Langsam drehte mein« Frau die buntlackierte Kugel in der Hand, und ein nachdenkliches Lächeln huschte dabei über ihr Gesicht. „Weißt du", meinte sie schließlich, „als Kind habe ich leidenschaftlich gern Ball gespielt. Ob ich es wohl noch kann?" Und damit fing sie an, den blauen Ball gegen die Zimmertür zu werfen und wieder aufzufangen, geradeso wie man es bei den kleinen Mädchen mit den Hängezöpfen sehen kann. Erst wollte ich meine Frau auslachen, aber dann fand ich, daß sie ganz reizend aussah, wie sie da so andächtig mit dem Kinderball hantierte. Auf meine Bemerkung, daß man so ausgesprochen leichte Spiele wohl niemals verlernen könne, geriet sie in Feuer. „Ihr Jungens" — sie sagt« wahrhaftig: Ihr Jungens! — „denkt immer, Ballfangen sei keine Kunst. Na, mein Lieber, dann mach mal dies nach!" Und sie warf den Ball an die Wand, klatschte dreimal in die Hände, fing den Ball wieder auf, warf ihn über die Schulter, ließ ihn vom Rücken ihrer gefalteten Hände und dann vom Unterarm abspringen, daß es nur so eine Art hatte. Ich erinnerte mich dunkel, so etwas schon als Junge bei den Mädchen gesehen zu haben. Aber damals hatte ich wohl nur mal verächtlich hingeblinzelt. Erst jetzt, als Mann, lernte ich bewundernd erkennen, was für eine verzwickte und systemvoll aufgebaute Sache so ein Fangspiel ist. Meine Frau führte es mit Grazie vor, die Jugenderinnerungen hatten sie überwältigt, sie ließ den Ball unter den unglaublichsten Komplikationen hin und wider prallen, hüpfte und zählte atemlos: „Eine, zweie, dreie, viere..." Wenn man nur ein bißchen Phantasie hatte, sah man direkt die himmelblaue Haarschleife über ihrem Scheitel wippen. „Ihr Mädels" — ich sagte tatsächlich: Ihr Mädels! — „versteht dafür nichts von Fußball!" Und ich entriß ihr die Gummikugel und ließ sie vom Spann meines vorgeschnellten Schuhes kräftig gegen die Zimmerdecke knallen. Auch ich kam dabei bald außer Atem, und so konnte mir meine Zuschauerin den Ball wieder wegschnappen und ein neues, noch komplizierteres Fangspiel beginnen. Plötzlich öffnete sich die Tür und das erstaunte Gesicht des Hausmädchens tauchte auf. Mit offenem Munde starrte sie auf unseren Rückfall ins Kindliche. Aber meine Frau lachte nur und rief: „Kommen Sie rein, Ella, wollen Sie ein bißchen mitspielen?" Auch Ella ist einmal ein kleines Mädchen mit Zöpfen gewesen. So sah ich mich schließlich genötigt, die beiden Frauen auf die Diele zu verweisen, um Ruhe im Arbeitszimmer zu haben. Im Augenblick klingt das „Eine, zweie..vernehmlich in mein Schreibmaschinengeklapper hinein. Wie nur soll heute das Mittagessen pünktlich fertig werden? Ich glaube, ich werde den blauen Ball heute Nacht heimlich wieder zum Fenster hinauswerfen ... H. B. v. M. Dornotizen. Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 20 bis 23 Uhr Eröffnungsfeier: „Maß für Maß". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Unternehmen Michael". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Fremdenheim Filoda". heute Beginn der Winterspietzeit im Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute um 20 Uhr findet die Eröffnungsfeier der Winterspielzeit 1937/38 mit einer Ansprache des Intendanten Schultze-Griesheim und mit der Ehrung unseres verehrten Mitbürgers Geheimrat Professor Dr. Fromme, der an der Gründung unseres Theaters entscheidenden Anteil hatte, statt. Der Theaterchor bringt unter Leitung des Chordirektors Heinz M a r k w a r d t zwei Chöre von Mozart und Haßler, hierauf folgt in Anwesenheit des Uebersetzers Walter I o st e n die festliche Aufführung von Shakespeares Tragi-Komödie „Maß für Maß". Die neue Shakespeare-Ueberset- zung wird auf unserer Bühne ihre Uraufführung erleben. Die Spielleitung hat Hermann Schultze- Griesheim. Gleichzeitig wird die diesjährige 1. Ausstellung der Oberhessischen Künstler (Maler und Graphiker) eröffnet. Die Vorstellung findet als 1. Vorstellung der Freitag-Miete statt. Ende 22 Uhr. BOM.-ttntergau 116. Behr. Schulung der BDM.- und J7N.-Gruppenspork- warlinnen. Antreten zum 25-Kilometer-Wandern für das Leistungsabzeichen am 25. September, um 19.45 Uhr am Ludwigsplatz. Die Schwimmschulung am Samstagabend fällt aus. Antreten am Sonntag, 26. September, um 8.30 Uhr, an der Untergau- dienststelle, Neuen Baue 22. Befr. Freiwillige Spotfbienff gruppe Rollschuhlauf. Alle IM., die sich schon schriftlich gemeldet haben ober noch melden wollen, treten am Samstag, 25. September, um 18 Uhr, mit Rollschuhen, soweit vorhanden, am Eishäuschen in der Schlageter- anlage an. Die Untergausportwartin. Alle BDM.- und JM.-Gruppensportwartinnen des Untergaues 116 treten um 19.45 Uhr am Dolks- bad zur Kurzschulung an. Sonntag, um 9 Uhr morgens, Fortsetzung der Schulung auf der Dienststelle der Untergaues. ©:e Volkshatte als Weinlandschast. Die NS. - G. „Kraft durch Freude" veranstaltet am morgigen Samstag und am Sonntag wiederum das im Laufe der vergangenen Jahre sckon recht populär gewordene Winzerfest. Wenngleich das „Fest der Traube und des deutschen Weines" verlegt worden ist, so hat man sich doch entschlossen, das Winzerfest jetzt schon abzuhalten, weil es um die jetzige Jahreszeit in der Volkshalle doch noch etwas gemütlicher ist, als vielleicht in kalten Tagen des November. Die Vorbereitungen für das Winzerfest sind gegenwärtig im vollsten Gange. Dekorateure sind mit viel Material und viel Geschick bei der Arbeit, die Volkshalle in eine Weinlandschaft zu verwandeln. Es hat auch allen Anschein, daß es ihnen glückt. Die Deckenkonstruktion ist bereits den Blicken entzogen, und zwar durch lebhaft gelbe und rote Papierbänder, die dicht nebeneinander die Volkshalle in ihrer ganzen Breite überspannen. Inmitten des Saales ist das Musikpodium aufgerichtet und besonders originell ge- stattet. An den Ecken des Podiums sind Maste auf- gerichtet, an denen mit vielen Bändern geschmückte Kränze hängen. Die ganze Galerie hat eine grüne Verkleidung bekommen und wurde außerdem mit schmissig gezeichneten Rheinlandschaften geschmückt. Die Seitengänge haben eine Spalierdekoration erhalten. Außerdem ebenso die Bühne, die eine besondere Ausgestaltung erfahren hat. Die ganze HöWWiW! Roman von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Arthur Moewig, Romanverttieb, Berlin SW 68. 24 Fortsetzung (Nachdruck verboten.) „Wie Sie das nun wieder sagen!" ließ Gloria sich dann vernehmen. „Wenn ich Sie doch jetzt sehen könnte!" Annelore trat vom Bett zurück. „Jetzt muß ich aber wirklich gehen." „Werden Sie bald mal wiederkommen? Bitte, Sie müssen recht oft zu mir kommen, ja?" „Ich bin sehr in Anspruch genommen." „Es wird sich doch einrichten lassen. Bitte, ja?" „Wir müssen die Vorschriften beachten, Frau Konsul. Sie müssen Geduld haben. Erzwingen läßt sich nichts." Ungewohnt laut und hart klangen Annelores Schritte, als sie das Zimmer wieder verließ. Wie erlöst atmete sie auf. Was wollte die Frau von ihr? Es stand fest, daß sie etwas wollte. War es Mißtrauen? Glaubte sie in der Assistentin Stefan von Achenbachs eine Gefahr zu wittern? Ach, Stefan von Achenbach dachte nicht an Annelore Hildach! Er würde in Zukunft noch weniger an sie denken! Der Konsul stand auf dem Korridor. Er wollte vor dem Essen noch einen Spaziergang durch den Park machen und hatte Annelore aus Glorias Zimmer kommen sehen. „Sie waren bei meiner Frau, Fräulein Hildach?" forschte er. „Wie geht eg ihr?" „Den Umständen entsprechend, Herr Konsul. Sie scheint nur etwas nervös und ungeduldig zu sein." „Ja, sie ist sehr aufgeregt. Sie hat mich heute schon abweisen lassen. Ich mache mir Sorge." Annelores Blick war von Mitleid erfüllt. Armer Mann! Sie fühlte sich ihm irgendwie verbunden. Gemeinsames Schicksal! Der Konsul deutete ihren mitleidigen Blick auf feine Weise. „Nun, die längste Zeit hat es ja gedauert. Man muß Geduld haben. Es wird ja bald anders werden." Sie zwang sich zu einem Lächeln, das er nicht verstand, und nickte ihm zu. Ja, es würde bald anders werden ...! Alles würde anders werden... Mit den Schritten einer Nachtwandlerin ging sie davon. Lautlos fielen die weißen Flocken durch den blau- silbern schimmernden Abend herab. Dichter und dichter wurde das kristallene Weiß, das den weiten Schloßhof bedeckte. Matt leuchteten in der Ferne ein paar Lichter am Berghang. Stefan stand unter dem langgestreckten, verwitterten Säulengang, der die beiden alten Altane miteinander verband, und sah in den lautlos rieselnden Flockenfall hinaus. Er wollte eben wieder in das Schloß zurückkehren, als er eine männliche Gestalt gewahrte, die vorsichtig, aber doch mit unverkennbarer Hast an der Parkseite des Hofes auf das Schloß zuging. Verwundert und mit plötzlich erwachtem Miß- trauen wandte er sich zur Seite. Da sah er, daß am äußersten Ende des Schlosses zwei Fenster erleuchtet waren. Matt zeichneten sich die beiden hohen Llchtstteifen in dem weißen Flockenwirbel ab. Der Gartensaal...? Wer hatte um diese Zeit dort etwas zu suchen? Und was vor allen Dingen hatte der Mann dort zu suchen? Mit raschen, lautlosen Schritten ging Stefan dem rechten Ende des Säulenganges zu und verbarg sich hinter einer der beiden letzten Säulen. Die Gestalt trat auf eins der erleuchteten Fenster zu, richtete sich auf und schien das Gesicht dicht an bie Scheiben zu pressen. Stefan konnte sie bei dem ungewissen Licht und dem dichten Flockengeriesel nicht erkennen. Plötzlich trat sie wieder vom Fenster zurück und verschwand um die Ecke, wo die Terrasse und der Eingang zum Gartensaal lagen. Stefan trat hinter der Säule hervor. Mit raschen Schritten ging er an der Rückfront entlang bis zum ersten seittichen Fenster des Gartensaales. Die Scheiben waren vereist,' er konnte nichts sehen. Aber aus dem letzten Fenster fiel jetzt die Andeutung eines Schattens in den matten Lichtstreifen. Ein paar Schritte, bann stand Stefan vor dem Fenster. Er sah den Schatten jetzt etwas deutlicher. Wie eine auf die gefrorene Scheibe projizierte Silhouette. Es war der Schatten einer weiblichen Gestalt. Aber nur ein Rückenschnitt, nur der Rücken, die Schultern, der Hinterkopf. Der Fensterrahmen verbarg den übrigen Teil der Gestalt. Jetzt bewegte sich der Schatten, der Kopf wurde deutlicher. Klar zeichnete sich das Profil für einen Augenblick auf der Scheibe ab. Annelore Hildach...! wußte Stefan sogleich. Er dachte es mit einem merkwürdig stumpfen Empfinden. Es kam niemand sonst in Frage. Fräulein von Birkhammer? Ausgeschlossen! Also Annelore Hildach ...! Sie schien die Hand zu heben. Die Bewegung des Oberarmes deutete darauf hin. Und jetzt hörte Stefan auch Stimmen. Undeutlich nur, aber eine männliche Stimme war dabei, das stand außer Zweifel. Es war in der Tat Annelore. Wolfgang von Achenbach war noch nicht dazu gekommen, ihr den Gartensaal zu zeigen. Der Aufenthalt dort war ja jetzt auch nicht sehr angenehm, und außer den alten Gobelins war auch nicht viel zu sehen. Im Sommer, ja, wenn der Park in Blüte stand, wenn die weiche, duftschwere Abendluft die Terrasse heraufwellte...! Aber man war heute abend zufällig auf die gewirkten Gemälde im Empfangszimmer zu sprechen gekommen, und da hatte Wolfgang von Achenbach sich entschlossen, Annelore auch den Gartensaal zu zeigen. Tagsüber blieb ja ohnehin keine Zeit dazu. Der Gartensaal war von gewirkten Gemälden ringsum bekleidet. In wunderbarer Farbenfrische waren die Gobelins erhalten, die aus der von August dem Starken in Warschau gegründeten Manufaktur stammten. Einige andere, besonders wertvolle, deren Farben etwas gedämpfter waren, hatten ihre Herkunft in Brüssel. Bemerkenswert war auch das gewirkte Bild des letzten in den zu Schloß Achenbach gehörigen Wäldern geschossenen Wolfes. „Es ist ungemütlich kalt hier", sagte Wolfgang v. Achenbach. „Da wir nun einmal unterwegs sind, will ich Ihnen noch die G.rnäldegalerie zeigen, dann sehen wir zu, daß wir wieder ins Warme kommen." Dolkshalle ist zu einem einzigen Meer von lichten Herbstfarben geworden und wartet nun darauf, von einem Leben erfüllt zu sein, wie man es bei allen bisherigen Winzerfesten zu sehen gewohnt war. Entrümpeln, aber nicht zerstören! Dom Kreisamt Gießen wird uns geschrien ben: Nochmals wird hierdurch an die gesamte Bevölkerung des Kreises der Appell gerichtet, die Entrümpelung gewissenhaft durchzuführen und die Dachböden von allen unnützen, leicht entzündbaren Gegenständen zu befreien. Anderseits muß jedoch davor gewarnt werden, aus gut gemeintem Eifer über das Ziel hinauszuschießen. Auf manchen Böden, vor allem denjenigen ländlicher Haushalte, finden sich die verschiedensten alten Schriftstücke, solche aus Familienbesitz oder andere, die über einzelne Zeitabschnitte der Geschichte der Gemeinde Aufschluß geben. Ob sie über die Familien- oder Dorfgeschichte unterrichten, ob es sich um alte Steuer^ und Gerichtsbücher handelt, um alte Handschriften, Verträge oder sonstige Urkunden, sie dürfen keines'- falls entrümpelt werden, d. h. der Vernichtung anheimfallen, da sie vielfach geeignet sind, dem Kundigen Aufschluß über ein Ereignis zu geben ober eine Lücke in dem Wissen um geschichtliche Daten des Gemeinwesens zu schließen. Entsprechendes ÄC/^Unfet Rugtnmerh in 6ec fomlfie EJI tiditei sich nur „mutter und fiinö*. ROolf fiiUec. gilt für Altertümer des Gewerbefleißes ober Hausrats. Solche Dinge werben zweckmäßig dem Bürgermeister zu treuen Hänben überlassen, ber im Benehmen mit Sachkundigen über ihre weitere Verwertung und Verwenduna bestimmt. Entrümpeln aber nicht zerstören — diese Forderung muß jedem ins Bewußtsein gerufen werden, der sich nun daran macht, aus einer Rumpelkammer einen vorbildlich aufgeräumten Boden zu machen! * ** 75 Jahre alt. Am vorgestrigen Mittwoch, 22. September, beging Frau Magdalene Spoer- h a f e, Steinstraße 39 wohnhaft, ihren 75. Geburtstag. ** Silberne Hochzeit. Am morgigen Samstag, 25. September, kann das Ehepaar Kaufmann Ludwig G r a v e l i u s , Moltkestraße 28, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Herr G r a v e l i u s ist neben feinem Beruf besonders durch sein Wirken an leitender Stelle des Reichsbundes ehemaliger Kriegsgefangener in weiteren Kreisen bekanntgeworden. ** Mieterjubiläum. Im 1. Oktober kann der Schneider Ludwig H o r m a n n auf eine 30jäh- rige Wohnzeit in dem Hause Steinstraße 39 zurückblicken. Dieses Mieterjubiläum ist für den Mieter sowohl wie für den Hauseigentümer in gleicher Weise ehrend. ** Seltene Naturbeobachtung. Den Benutzern des Personenzugs Lollar ab 13.55 Uhr nach Gießen bot sich am gestrigen Donnerstag im Gelände zwischen der Badenburg und dem Gießener Neuen Friedhof ein seltenes Naturschauspiel. Auf den Wiesen östlich der Main-Weserbahn, ganz nahe an dem Eisenbahndamm, gingen fünf Kraniche der Nahrungssuche nach. Die Gäste aus dem Norden, die auf der Reise nach dem warmen Süden begriffen sind, haben sich gegen vergangene Jahre um mehr als zwei Wochen früher eingestellt. Gewöhnlich treffen die ersten Kranich- und Schneeganszüge erst in der Zeit zwischen 5. und 10. Oktober in unterer Gegend ein. Der alten Bauernregel nach soll einem frühen Zug noch Süden ein kalter Winter folgen. ** Dorn Ortsverein Freundinnen junger Mädchen. Arn Mittwoch fand im Saale ber Krippe bie befonbers von auswärts gut besuchte Jahresversammlung des Ortsvereins Freundinnen junger Mädchen statt. Der Jahresbericht aab Aufschluß über die geleistete örtliche Arbeit. Der deutsche Verband der Freundinnen junger Mädchen mit seinem Zweig in Hessen blickt auf ein 60jäh- riges Bestehen zurück. Dieses Jubiläum wurde bet eine Vertreterversammlung im letzten Sommer in Dresden feierlich begangen. Ein Bericht über diese Tagung ließ die hiesigen Mitglieder teilhaben an ben festlichen Tagen. Durch seine vielseitigen gemeinnützigen Arbeitsgebiete ist der Verband berufen, auch zu seinem bescheidenen Teil an dem großen Aufbauwerk unseres Führers und Vaterlandes mitzuwirken. Stefan sah, daß im Gartensaal plötzlich das Licht erlosch. Er spürte eine unbegreifliche Benommenheit im Kops. Was ging es ihn an, was Annelore Hildach trieb! Was ging es ihn an, mit wem feine Assistentin sich hier ein Stelldichein ober sonstwas gab! Aber doch — wissen mußte er, wer der Mann war! Denn Schloß Achenbach war schließlich kein beliebiger Boden, auf dem sich all und jeder tummeln konnte. Eine scharfe Wendung nach links. Er eilte um die Ecke — und wäre beinahe mit dem Manne, ben er suchte, zusammengeprallt. Eine Sekunde standen sie sich stumm gegenüber. Der Mann schien heftig erschrocken, faßte sich aber sofort wieder. Verlegen und unterwürfig verbeugter sich. „Derzechung, Herr von Achenbach ..." Stefan war aufs höchste überrascht. Das hatte er denn doch nicht erwartet ...! „Ah — Herr Wolfersdorfs ... I" rang er sich ab. Jetzt hatte Wolfersdoff feine voll« Sicherheit wieder. „Eine eigenartige Situation, Herr von Achenbach, nicht wahr? Aber ich sah von weitem Licht im Gartensaal. Und so merkwürdige Schatten. Das erschien mir natürlich verdächtig, denn der Gartensaal wird doch jetzt im Winter nicht benutzt und Reinigungsarbeiten zu so später Stunde kommen doch auch nicht in Frage. Ich hielt es daher für meine Pflicht, mal nach dem Rechten zu sehen. War doch selbstverständlich." „Und Sie haben gefunden, was Sie suchten, nicht wahr?" Ein fühlbares Zögern. „Wie darf ich das verstehen, Herr von Achenbach?" „Spreche ich denn in Rätseln?" Ein unsicheres Lächeln, das von dem Flockengeriesel noch mehr verwischt wurde, zog um Wol- fersdorfss Lippen. „Ja, Herr von Achenbach — ich weiß wirklich nicht..." „Was Sie denken sollen? Ich vielleicht auch nicht, mein Lieber!" Damit wandte Stefan sich und ließ den Verdutzten stehen. ' Fortsetzung folgt OJ.-fpori Jahre. In diesem Kamps sind folgende Uebungen 3. 259,74 ne Edmund im 155 Geisteskrankheiten <£> Flausch 2.95 3.25 2.75 5.50 4.50 3.75 8.50 7.50 650 erstklassige Ausführung 12.50 10.50 9.75 Sie M* s 276,00 262,16 Für Klaffe A haben 12 und Klasse B drei Teil» hmer gemeldet. Die Mehrzahl der Gemeldeten 4. 5. 1. 2. ) Kind". "l HiUtt. warm gefüttert Lammfell....... 100 Meter. Kleinkaliberschießen: 50 Meter, je 3 Schuß liegend, kniend, stehend freihändig auf normale Ringscheibe. Keulenweitwurf (3 Versuche). 1000 Meter Geländelauf. Gaskocher-Brenner verschmutzen leicht durch das Ueberkochen der Speisen. Es läßt sich nicht Der» meiden, daß dann oder wann etwas überkocht. Trotzdem aber kann der Brenner immer sauber sein. Mit der Gaskocher-Reinigungs» bürste ist das leicht zu machen; sie kostet nicht viel bei 3- D. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. n Mittwoch, >e Spoer» 75. Geburts» auch der diesjährige Leistungsvergleich der oberhessischen Schulen wiederum an den Vorjahrssieger, der nun Ende der Woche in Darmstadt den Wanderpreis gegen Starkenburg und Rheinhessen zu verteidigen hat. Nun noch den neuen Kragen dann kann's losgehen. Ja - - wenn die „Nacken- frisur" nicht wärel Das Haarschneiden vergessen ist schlimmer, als ein ungewechselter Kragen. Im Geschäft, wie in Gesellschaft ist es eben so, — die sich pflegen .°der Haus. I dm Bür. der im Le. fitere Der. Entrümpeln mu6 jebent nun daran 1 vorbildlich Stober kann ■\ eine 30jäh. he 39 zurück« en Mieter so« zleicher Weise ung. Den ib 13.55 Uhr onnerstag im dem Gießener Hauspiel. Auf in, ganz nahe Kraniche der bem Men, ' Süben be» ie Jahre um It. Gewöhn- meeganszüge tiober in un« igel nad) soll 'M Winter Ergebnisse. 1. höhere Privatschule Gießen, 62 P.; 2. Oberrealschule Grünberg, 59; 3. Aufbauschule Friedberg, 54. — Einzelkämpfer: 1. Reitz (F.), 74 Punkte.- 2. Berkenhoff (HPS.), 73; 3. Bieräugl (G.), 71; 4. Allmenröder (HPS.), 70 Punkte . 13 Rekorde mit einem Schlag. Jenkins beendet Rekordversuche nach 24 Stunden. Die amerikanischen Automobil-Rennfahrer Jenkins und Lou Meyer hoben ihre Rekordfahrt mit dem „Mormon Meteor" auf der bekannten Rennstrecke am Großen Salzsee nach 24 Stunden abgebrochen, da die Strecke schadhaft geworden war. Die Ausbeute dieser Fahrt waren 13 Rekorde, von denen 10 von Jenkins selbst, die übrigen drei von dem Engländer C o b b gehalten wurden. Die Fahrt verlief nicht ganz reibungslos. Zweimal wurde Jenkins verletzt, aber mit Unterstützung seines Ersatzfahrers wurde doch wenigstens noch der Bast-Taschen in modernen Formen u. Farben für wenig Geld. - Beachten Sie bitte meine Schaufenster. 6388A Leder-Röhrig, Gießen Neustadt 43 ll9*n Sams. Kaufmann 8, das Fest ravelius fein Wirken ehemaliger en bekannt- Doppelherz für alle, die sich matt und elend fühlen - für alle die gesund und kräftig bleiben wollen. 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Jrn neuen Sitzungssaals des Kreishauses stellte ihm Landrat G r i l l 0 die führenden Persönlichkeiten der Bewegung aus dem Kreise Wetzlar und die Mitarbeiter des Landratsamtes vor. Rach den Gruß- und Dankesworten des Regierungspräsidenten gab Landrat Grillo dem Gast einen Bericht über die Entwicklung und die Gegenwartsaufgaben des Kreises Wetzl-ar. Anschließend fand im Rathaus ein Empfang des Gastes durch die Stadt Wetzlar statt, bei dem Bürgermeister Kindermann nach der Begrüßung des Regierungspräsidenten einen Bericht über die Lage der Stadt Wetzlar erstattete. Mit dem Kreisleiter Haus und dem L-andrat Grillo begab sich Regierungspräsident 0. Pfef» f e r sodann nach Braunfels, wo er nach dem Empfang einige Besichtigungen vornahm. Am Abend vereinte ein kameradschaftliches Zusammensein in Wetzlar die Wiesbadener Gäste mit den Männern der Partei, den Beamten und den Bürgermeistern des Kreises. Für den Freitag sind Besichtigungen von Werken und Orten des Kreises vorgesehen. Am morgigen Samstag und am Sonntag finden in der Turnhalle des Tv. 1846 die diesjährigen Gau-, Einzel- und Mannschafts-Meisterschaften der Frauen im Florettfechten und die Meisterschaft der Männer im Friesenkampf statt. Die Einzelkämpfe. Zu den Einzelkämpfen um den Meistertitel für 1937 sind über 20 Meldungen abgegeben worden. Es sind hier spannende Kämpfe zu erwarten, da sich unter den Gemeldeten die Meisterinnen von 1934 (Frau Christel Drebes, Tv. 1846 Gießen) und 1935 (Frau Lengemann, Kassel) finden. Richt weniger Aussicht auf einen guten Erfolg haben aber auch folgende bekannte Fechterinnen:'Frau Stassen und äußere Ursache auftreten, die seelisch bedingt sind und gewöhnlich in derselben Form oder in einer geringen Abweichung davon schon in der Familie des betroffenen Individuums ausgetreten sind. Diese Formen von Geisteskrankheiten find erblich und gehören damit zu den Erbkrankheiten. Solche E. sind Schwachsinn, Schizophrenie. Manisch-depressives Irresein, Epilepsie. Wegen der Erblichkeit solcher Geisteskrankheiten sei man bei Eheschließungen besonders vorsichtig u. prüfe, ob in der Familie des Ehepartners nicht solche Krankheiten auf- getreten sind. Im Deutschen Reich werden auf Grund des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses die Träger solcher erblicher Geisteskrankheiten sterilisiert. Man hofft, auf diese Weise das erbkranke Material der Bevölkerung allmählich auszumerzen. Rechtlich sind Geisteskranke, solange sie nicht entmündigt sind, in lichten Augenblicken zu allen Rechtshandlungen befähigt. Daß das unter Umständen sehr unangenehme Verwicklungen und Beweisschwierigkeiten geben kann, ist klar. Man beantrage daher im eigenen Interesse und in dem des Dat. die Entmündigung. Unterbringung in eine Heilanstalt ist auch nach dem noch bestehenden Gesetz nur mit Zustimmung des Geisteskranken möglich, es fei denn, daß er gemein- oder selbst- gefährlich erscheint Anders ist es mit der Sterilisierung; dazu kann der Geisteskranke gezwungen werden. Antrag dazu ist bei dem zuständigen Amtsarzt zu stellen. Weitkämpfe der hessischen Schulen, höhere Privatschule Gießen siegt in Oberhessen. Seit 1935 erreicht alljährlich die sportliche Arbeit der Schulen ihren Höhepunkt in den Wettkampfrunden um die Landesbestleistung. Die Oberstufe der höheren Schulen kämpft in einem Vierkampf, bestehend aus 50-m-Schwimmen, 100-m-Lauf, Keulenwurf und Weisprung, wobei 15 v. H. der gesamten Oberstufe jeweils die Mannschaftsstärke einer Schule ergibt. Diese letztere Maßnahme bezweckt, auch kleineren Schulen mit geringerer Auswahl eine Erfolgaussicht einzuräumen. Entscheidend für den Sieg ist der Mannschaftsdurchschnitt. Bereits in den beiden letzten Jahren hatte sich die Höhere Privat- schule in Gießen für die Landes-Endkämpfe durchsetzen können, an denen stets die Sieger der drei Provinzen teilnehmen. Während es im ersten Jahr nur zu einem dritten Platz reichte, fiel im rorigen Jahr der Wanderpreis des Reichsstatthalters erstmals an die Gießener. Im Laufe dieser Woche nun wurden die ersten Wettkämpfe der diesjährigen Entscheidung abgewickelt. In der ersten Runde trafen die Gießener Schulen aufeinander, Gymnasium, Höhere Privatschule, Oberrealschule und Realgnm- nasium mit insgesamt 60 Wettkämpfern. Als sehr gute Leistungen wären zu erwähnen 69 m im Keu- tenwurf (Will, Oberrealschule) und 100 m in 11,3 (Goß, Gymnasium). Im Gesamtergebnis setzte sich die Höhere Privatschule erneut erfolgreich durch mit 54 Punkten vor Gymnasium mit 49,5, Realgymnasium mit 47,8 und Oberrealschule mit 46,7. Die besten Einzelkämpfer: 1. Bebenhoff (HPS), 67 Punkte; 2. Allmenröder (HPS.), 63; 3. Jughardt (R.), 61 Punkte. Die letzte Ausscheidung führte die Gießener Schule mit den Siegern der Bezirke Grünberg und Friedberg zusammen. Bei der zahlenmäßigen Ausgeglichenheit der drei Mannschaften war der Ausgang durchaus offen. Während Gießen im Schwimmen klar überlegen war und mit 17,4 Punkten einen guten Durchschnitt erreichte, beherrschten im Weit- sprung die Fiedberger und Grünberger das Feld. In den beiden anderen Uebungen erzielten die Gießener jedoch einige gute Einzelleistungen, die das Gesamtergebnis wesentlich beeinflußten. So ging 'ijl. $05 fr1® 5^4 r °°n°A 6*“*# ;wnd- '° für t -5 L s-k $u \*' 24-Stunden-Rekord geschafft, wenn auch das Stundenmittel bei einer Leistung von 6074,407 km auf 255,988 sank. — Für die Rekordfahrer der europäischen Rationen gibt es also wieder Arbeit! Spezialhaus Frdr.Teipel Ausstellung: Markt 16 blich d»! SW BenoinmM was 2Innelo!i mit wem iw oder sonst"" „er her SR«? schließlich teil ä jeder tum« eilte um t dem Mnne, SÄ* Frl. Sator, beide Hanau, Frau Moll, Kassel, Frl. Leonhardt und Frl. Wirth, beide To. 1846 Gießen. Der Sonntag wird also zeigen, wer Gaumeisterin für 1937 zu werden verdient. Die INannschaftskämpfe. Hier treten drei Manschaften um die Meisterschaft an. Es haben der Tv. 1846 Gießen eine Mannschaft und die Kasseler Turngemeinde Kassel zwei Mannschaften gemeldet. Der Kampf ist vollkommen offen. Gleichwertige Mannschaften stehen sich gegenüber. Der Ariesenkampf. Der Friesenkampf wird in zwei Klassen ausgetragen. Klasse A bis 32 Jahre, Klasse B über 32 Tiere mit Gefühl und Verstand Mine allgemeinverständliche Darstellung der Forschungsergebniffe über das Seelenleben Ler Tiere mit praktischen Dersuchsanleitungen von Dr. Werner Fisch«!, Leiter der Dorschungsstelle für Tierseelenkunde am Westfälischen Zoologischen Sorten zu Münster ^eder, der mit Tieren zusammenlebt, seien es Hunde. Katzen, Pferde und sonstige Ff austiere, die Bewohner eines Aquariums, Stubenvögel oder Tiere in freier Wildbahn, 'feder Naturfreund überhaupt hat wohl schon Beobachtungen gemacht, die ihn zu der *Frage anregten, ob man bei Tieren Gefühl und Verstand, ob man bei ihnen eine Seele woraussetzen darf. Die tierseelenkundliche Forschung ist dieser Frage nach den Ver- ntandesleistungen und Gefühlsregungen, nach dem Seelenleben der Tiere nachgegangen und dabei zu beachtlichen Ergebnissen gelangt. Der Verfasser dieses Buches} ein Vertreter_ dieses jungen Zweiges der Wissenschaft, bietet hier in lebendiger, für jedermann verständlicher Darstellung anhand zahlreicher anschaulicher Bilder eine volkstümliche kleine Tierseelenkunde, wie sie jedem Tierfreund willkommen sein dürfte. Dem Hund and seiner Abrichtung ist. ein .besonderer Abschnitt gewidmet. Im übrigen ist der Inhalt des Buches sehr vielseitig. Die Berichte erstrecken sich auf Versuche mit Tieren aller Mrt in allen Regionen der freien Natur wie im Haus und Hof und in zoologischen Gärten. 1140 S. mit 100 Abb.in Leinen geb. RM.3.60. — 3n jeder Gießener Buchhandlung erhältlich Hugo Bermühler Verlag, Verlin-Lichterfelde 6074,407 km = 252,988 km/st. Kurze Sportnotizen Die Tennis-Weltrangliste des englischen Fachmannes Wallis Myers sieht bei den Männern den Amerikaner Budge vor den Deutschen v. Gramm und Henkel auf dem ersten Platz, während bei den Frauen Überraschend die Chilenin Lizana den Vorzug vor der Engländerin Round erhielt. Marieluise Horn (Deutschland) nimmt den 8. Platz ein. Gottfried v. Gramm kam bei den Süd- west-Pazifik-Tennismeisterschaften in Los Angeles zu einem weiteren Sieg. Er schlug den früheren Davispokalspieler Frank Shields (USA.) mit 3:6, 6:3, 6:3. Die Berlinerin Totti Zehden gewann beim Tennisturnier in Capri das Fraueneinzel durch einen 1:6-, 6:3-, 6:3-Sieg über Edith Sander. ‘ war. oren! schrie. Q2te Be. ’b,e Cnt. .N r> , nMarei, 3d" e* H *:.®eueA A*, en .keiner» H hem Ä Mchendes Eehstörungen sondern der freiwilligen Unterordnung unter die bessere Einsicht. Diese Art von Gehorsam zu erziehen, ist eine nicht leichte Erziehungsau fgaibe. Man soll niemals davon sprechen, der Wille eines Kindes müsis gebrochen" wenden. Ein selvstbewußtes Kind muß seinen eigenen Wil- len äußern dürfen. Erzwungener Gehorsam ist wertlos, wenn das Kind den Sinn nicht einsisht, wird es verstockt. Gehstörungen beruhen häufig auf Erkrankungen des Knochens (Plattfuß, Rachitis) oder auf Krampfadern. Rach Verrenkungen ober anderen Verletzungen der Fußknochen ist das Gehen oft nicht mehr möglich. Geige, Violine, das beseelteste Streichinstrument, unentbehrlich bei jeder Hausmusik. Das Erlernen des Geigenspiels erfordert ein gutes, musikalisches Gehör. Für Kinder gibt es besondere Geigen, die der kindlichen Hand angepaßt sind. Geisteskrankheiten sind krankhafte Störungen der geistigen Fähigkeiten oo. des Seelenlebens, welche auf organischer ober funktioneller Erkrankung bes Gehirns beruhen. Sie können auftreten nach vorausgegangener körperlicher Erkrankung (z. B. gibt es keine Paralyse ohne vorhergeqan- gene Syphilis; burch Trunksucht unb Rauschgiftgenuß entstanbene Geisteskrankheiten, Encephalitis nach Kopfgrippe). Diese Gruppe von Geisteskrankheiten ist, wie jebe erworbene körperliche Krank- heit, nicht erblich. Anbers bie Geisteskrankheiten, bie ohne jebe Vorteilhaftes Herhsl-AnW große Auswahl Kinder-Mäntel llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll n deW t) ,M .*•** x fi-6 * Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a ZR. Stadt theatei Gießen Heute 20-23 Uhr Geköperte Stosse 156 Gelenkrheumatismus Hier ein Beweis: Uebersetzung von VV. Josten 6173D | Verkäufe | lM Nußkohlen n von 6183 A Gieren-p iocVvUvj , 195.- 295.- 695. 850. Mk. Mk wegen schweren Diebstahls zu verantworten. Der Angeklagte, der in ziemlich dürftigen Verhältnissen lebt, fuhr im Juni mit seinem Fahrrad und mit einem zirka 1I2 Meter langen Schraubenschlüssel bewaffnet nach Steinfurth, wo um diese Zeit das bekannte Rosenfest gefeiert wurde. Da sich die meisten Einwohner auf dem Feste befanden, vermutete der Angeklagte eine günstige Gelegenheit, sich auf unredliche Art zu bereichern. So schlich er sich in den Hof eines Anwesens, stieg dort durch das Fenster ein und ließ aus einer Tischschublade etwa 30.— RM. mitgeben. Dasselbe Manöver versuchte er in einem anderen Haus. Dort fand er ebenfalls die Hoftür unverschlossen, schlich sich in den Hof BrofieVorteile beim Mobelkauf Die kluge Hausfrau ergänzt ihren Vorrat mit Küchen natnrlasiert und elfenbeln 120.-135.-145.-185.- 225. 245- Mk. 325. Mk. 350. Mk. 650. 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Bullen a) 42 bis 43 (41 bis 43), b) 37 bis 39 (38 bis 39), c) 34 (34). Kühe a) 30 bis 43 (40 bis 43), b) 35 bis 39 (36 bis 39), c) 29 bis 33 (29 bis 33), d) 20 bis 25 (19 bis 25). Färsen a) 42 bis 44 (41 bis 44), b) 38 bis 40 (38 bis 40), c) 35 (35). Kälber a) 63 bis 65 (61 bis 65), b) 55 bis 59 (52 bis 59), c) 47 bis 50 (43 bis 50), d) 38 bis 40 (33 bis 40). Hämmel b2) 46 bis 50 (47 bis 52), c) 42 bis 45 (42 bis 46), d) 38 bis 41 (40). Schafe a) 37 bis 46 (37 bis 42), b) 30 bis 35 (33 bis 36), c) 20 bis 25 (23 bis 32). Schweine a) 56 (—), bl) 56 (56), b2) 56 (56), c) 55 (55), d) 52 (52). Marktverkauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt. Hämmel und Schafe mittelmäßig. Schweinemarkt in Butzbach. * Butzbach, 23. Sept. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 407 Ferkel aufgetrieben. Bei schleppendem Handel verblieb Ueberstand. Es kosteten bis 6 Wochen alte Tiere 8 bis 12 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 12 bis 16 Mark. Schweinemarkt in Grünberg. + Grünberg, 23. Sept. Der Auftrieb zu dem Schweinemarkt betrug 485 Ferkel. Folgende Preise wurden erzielt: Ferkel bis 6 Wochen alt 12 bis 14 Mark, 6 bis 8 Wochen alt 14 bis 19 Mark, 8 bis 13 Wochen alt 20 bis 28 Mark. Marktoerlauf schleppend, es verblieb Ueberstand. Die Industrie- und Handelskammer Gießen aibt Auskunft: 759: Auszahlung der deutschen Rückstände durch die Bank von Frankreich. — 760: Paketsendungen nach Iran. — 761: Nichtanwendung der 14orozentigen Zollerhöhung bei neuen französischen Zolltarisänderungen. — 762: Verordnung über die Verarbeitung von Rohstoffen in landwirtschaftlichen und gewerblichen Brennereien im Betriebsjahr 1937/38. Schöffengericht Gießen. Der E. G. aus Düsseldorf und die E. L. aus Alsfeld standen gestern wegen versuchter Abtreibung bzw. Anstiftung hierzu vor dem Schöffengericht. Der Angeklagte, der im vorigen Jahre in Alsfeld beschäftigt war, knüpfte mit der Angeklagten ein Verhältnis an, wobei er ihr jedoch verschwieg, daß er bereits verheiratet und Vater zweier Kinder ist. Erst als das Verhältnis nicht ohne Folgen blieb und die Angeklagte ihm dies offenbarte, rückte er damit heraus. In der gestrigen Hauptverhandlung bestritt der Angeklagte die unter Anklage stehende Tat ganz entschieden, er wurde jedoch durch das Geständnis der Angeklagten und die Beweisaufnahme überführt. Das Urteil lautete gegen ihn auf eine Gefängnisstrafe von 4 Monaten, während die Angeklagte in Anbetracht ihres Geständnisses und ihrer bisherigen Unbestraftheit on- stelle einer verwirkten Gefängnisstrafe von einem Monat mit 6 0.— R M. Geldstrafe davonkam. Weiter hatte sich der O. P. aus Ober-Widdersheim, der schon wegen Diebstahls vorbestraft ist, Wohnzimmer Eiche gebeizt.............Mk. 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Schlecht gelierende Fruchtsäfte können durch Zusatz von Apfelsaft zum Gelieren gebracht werden. Zuckerzusätze sollen nicht zu groß sein, da dadurch die Fruchtsäure abgestumpft und der feine Geschmack beeinträchtigt wird. Zu langes Kochen läßt die Duftftoffe verdampfen. Gelenk, darunter sind die beweglichen Verbindungen zwisch. zwei Knochen des Skeletts zu verstehen. Jedes Gelenk besteht aus mehreren Teilen: den zwei Knochen, den Knorpeln, welche die Knochen bedecken, und einer bindegewebigen Schicht, die die Gelenkskapsel bildet. Spielen sich im Gelenk Entzündungen ab, sofort den Arzt rufen, der unter Umständen eine drohende Versteifung verhüten kann. S. auch unter Verstauchungen, Verrenkungen, Gelenkrheumatismus? Gelenkrheumatismus ist eine 3n» und versuchte, mit dem Schraubenschlüssel die verschlossene Haustür aufzubrechen. Er hatte jedoch nicht mit der Wachsamkeit der Nachbarn gerechnet, die ihn festnahmen und der Polizei Übergaben. Der Angeklagte verlegte sich anfänglich aufs Leugnen und behauptete u. a., den Schlüssel zum Anziehen seiner Dynamomaschine, die sich immer gelockert habe, mitgeführt zu haben. Schließlich bequemte er sich jedoch wenigstens in den Hauptpunkten zu einem Geständnis. Das Urteil lautete wegen fortgesetzten schweren Diebstahls auf 8 Monate Ge- f ä n g n i 5 , von denen 2 Monate durch die Untersuchungshaft als verbüßt gelten. von wo aus die Prüfung des Falles veranlaßt wird. Geköperte Stoffe, Gewebe, die durch Schußkreuzung über mehrere Kettenfäden eine Oberfläche von schrägen Linien erhalten. Gekröse, die Eingeweide geschlachteter Tiere. Gelatine, französ., gereinigter, färb- und geruchloser Knochenleim, der zur Herstellung von Gallerten oder Gelee verwendet wird oder zum Steifmachen von Pudding oder Aspik. Ferner zum Stärken farbiger Stoffe benutzt Gelbsucht. Man versteht darunter eine hell- bis dunkelgelbe Hautfarbe, die entsteht durch Übertritt von Eallebestandteilen ins Blut und von dort in die Haut. Die Ursache ist eine Behinderung des Eallenabflusies in den Zwölffingerdarm. Geld soll man in großen Summen niemals zu Hause aufbe» wahren, wenn man keinen Geldschrank besitzt. Auch Kasetten sind nicht diebessicher, wenn sie nicht fest eingelassen sind. Zweckmäßig sind in der Wand eingelasiene feuer- und diebessichere Geldschränke. Geldanlage soll man nicht ohne fachmännische Beratung vornehmen. Kleinere Beträge bringt man am besten zur Sparkasie, die einen festen Zinssatz gewährt. Geldanlagen zu höheren Zinsen sind meist mit Risiko verbunden. Geldschrank, entbehrliches Fremdwort: Tresor, dieoes- und feuersicherer Schrank, der auch in die Wand eingemauert sein kann. Wirtschaft Rhein-Mainische Börse. TNittagsbörse weiter fest. Frankfurt a. M., 23. Sept. In Fortsetzung der gestrigen Haltung war die Börse am Aktienmarkt weiter fest. Zu den ersten Kursen bewegte sich das Geschäft in verhältnismäßig lebhaften Bahnen, während es später ruhiger wurde und auch die höchsten Kurse nicht immer aanz behauptet blieben. Der berufsmäßige Handel schritt verschiedentlich zu kleinen Gewinnmitnahmen. Dagegen lagen von der Kundschaft angesichts des flüssigen Geldmarktes und im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Kupon-Termin einige Käufe vor. Auch die in letzter Zeit nur wenig beachteten günstigen wirtschaftlichen Momente kamen nunmehr mehr zur Geltung. Im Durchschnitt zogen die Kurse 0,50 bis 1 v. H. an. Stärkere Besserungen ergaben sich für Motoren- und Maschinenwerte, Daimler 140,25 (138,75), BMW. 154,25 (152,50), Moenus 124,75 (123,13), Junghans 135,50 (134,25), Demag und Rheinmetall gewannen je 0,75 0. H., während Adlerwerke mit 114,25 nur behauptet blieben. Vorliegendes Angebot in IG.-Farben wurde bei 162,90 (162,75) glatt ausgenommen, Scheideanstalt um 2, Th. Goldschmidt um 1,50 v. H. erhöht. Elektropapiere zogen bis 0,75, Lahmeyer 2 v. H. an. Montanwerte lagen ruhiger, aber gleichfalls etwas fester, etwas mehr Deutsche Erdöl mit 152,25 (151). Im einzelnen setzten Reichsbank 1,25, AG. für Verkehr 2, Bemberg, Zellstoff Waldhof und Cement Heidelberg bis 0,75 v. H. fester ein, Nordd. Lloyd lagen mit 86,65 (86,50) behauptet. Am Rentenmarkt hielt sich das Geschäft nach wie vor in engen Grenzen. Reichsbahn-VA. 127,65 (127,40). Im Freiverkehr lagen Kommunal-Um- fchuldung mit 94,70 unverändert, Rhein. Städte- Altbesitz waren zu 132,40 gefragt. Reichsanleihe- Altbesitz kamen mit uno. 128, 5proz. Reichsanleihe von 1927 mit 101,50 (101,40) zur Notiz. Industrie- Obligationen wichen im allgemeinen nur mäßig ab, auch am Pfandbriefmarkt blieben die Kurse größtenteils unverändert. Nur Liquidationswerte lagen recht unregelmäßig, 0,40 0. H. niedriger Rheinische mit 101,50. Von Stadtanleihen ermäßigten sich 4,50 0. H. Mainz v. 28 auf 98 (98,25). Ausgehend von JG.-Farben, die bei größeren Umsätzen auf 163,50 nach 162,90 anzogen, wurde die Haltung am Aktienmarkt im Verlaufe wieder fest, nachdem vorübergehend, insbesondere am Montanmarkt, Abschwächungen bis 0,75 v. H. eingetreten waren. Die spätere Kursentwicklung war bei kleinen Schwankungen uneinheitlich, das Geschäft zog aber wieder etwas an. Die im Verlauf erst zur Notiz gekommenen Papiere lagen überwiegend bis 1 d. H. fester, darüber hinaus gewannen Kali Salzdetfurth 2 v. H. auf 165, Feldmühle Papiere 1,25 v. H. auf 145,75 und Jul. Berger 1,13 v. H. auf 144,13. Abendbörse voll behauptet. Der Ordereingang war' kleiner als mittags, so daß die Umsätze nicht so groß waren. Die Haltung des Aktienmarktes blieb aber fest und es überwogen weitere Erhöhungen von etwa 0,25 bis 0,50 v. H. Noch über den Berliner Stand hinaus erhöht waren Licht und Kraft mit 155,75 (154,25), ferner waren Westdeutsche Kaufhof mit 59,90 (58,75) und Neichsbank mit 208,50 (207,75) stärker befestigt. Höher lagen sodann hauptsächlich Maschinen-, Motoren- und Montanwerte, u. a. Hoesch 124,50, Nheinstahl 154,75, Der. Stahl 118,40, Adlerwerke 114,40, Eßlinger 122,75, MAN 138,50. JG.-Farben lagen bei größerem Geschäft gut behauptet mit 164,25, auch die übrigen Chemieaktien wiesen keine Der- Speisezimmer Eiche gebeizt.............Mk. Nußbaum poliert.........Mk. Kaukasischer Nußbaum.... Mk. Möbel-Koos GIESSEN Schulstrafee 6 6176 A Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schluß- fürs Schluß! Mittag, börje Schluß- kurs Schluß!. Abend börie Schlußkurs Schluß!. Mittag- börse D num 22 9 23 9 22 9. 23 9. Dcnum 22-9 23.9. 22.9. 23.9. 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,4 101,5 101,5 101,4 Aceumulatoren-Fabrik...... . 14 225 — 226 — 4% Deutsche Reichsanl. von 1931 98,9 98,9 98,9 98,9 Aschaffenburg Zellstoff...... .. 6 144,9 145,75 146,5 146,5 4/2% Deutsche Reichsschahanweisungen von 1935 .......... .. O 150,25 151,4 150 151 — —— •— — .. 8 167.5 168 168,13 168,13 4Vr°/->"Deutsche Reichsschahanweisungen von 1935, II. ftolge ... .. 5 126,75 127 127 128 99,25 99,25 99,25 99,25 Cement Heidelberg......... .. 7 168,5 169,25 4%% Deutsche Reichsichayanwei- 99 99 Cement Karlstadt.......... .. 6 —— —— —— — jungen von 1936, III. Folge .. 99 99 Conti Gummi............. . 12 186 188 187,25 187,25 6y2% Doung Anleihe von 1930 .. 105 105 104,75 104,75 Daimler Motoren.......... ey, 138,75 140 139,75 140,5 4V2% Hessische Volksstaat von 1929 100,25 100,25 100,25 —— Tesiauer Gas ............. .. 4 — —— 119,75 120,5 4y2% Deutsche Reichspostschatz von 100,4 100,5 100,5 Deutsche Erdöl ............ .. 5 151 152,5 150,25 152,75 1934 I...................... 100,4 Deutsche Gold- und Silber .. Deutsche Linoleum ........ .. 9 262,5 169 264,5 168,5 4y2% Deutsche Reichsbahnschatz 99,65 99,65 . 10 168,9 168,25 von 1936 I.................. 99,65 99,65 Elektrische Lieferungen...... Elektrische Licht und Kraft... I G. Farben-Jndusttie..... .. 6 133 153,25 162,75 132 155,75 164,25 133,25 153,25 162,75 132,25 155,5 164,4 Reichsanleihe-Altbesitz.......... 128 128,13 128,13 128,25 Oberhessen Provinz-Anleihe mit .. 7 Auslos.-Rechten.............. 137,75 137,75 ■ ■ Felten & Guilleaume....... Gesfiirel.................. ,. ß 137 154 137 155 136,5 154,5 138 155 4y,% Hess. Landesbk. Darmstad: .. 7 Goldpfe. R. 12.............. 99,5 99,5 99,5 Th. Goldschmidt........... Grihner Maschinen......... .. 6 142,75 144,75 143,13 52,4 145 52,75 5yz% Hess. Landes-Hyp.-Bank .. O Liqu. Goldvfe............... 101,25 101,45 Harpener................. Hoesch Eisen............... S'/r 3 K 173,5 123 174,5 124,5 173,25 123 174,5 124,25 4yt% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 99,5 99,5 — Philipp Holzmann......... 152 152,75 151 152.65 4y2% Preuß. Gold-Komm. R. 20 —— 98.75 98,75 98,75 Ilse Bergbau.............. .. 6 170 170 170 —• 4y2% Darmstädter Komm.-Lam Ilse Genüsse.............. .. 6 139 139,25 139,75 140 desbankR. 6 ................ 98,5 98,25 Kali Aschersleben.......... Klocknerwerke ............. 118 134,25 115,5 133 118,75 134 Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe 4 yt 133,5 Auslos.-Rechte 1.............. 134,9 99,75 135,13 99,75 135,13 99,75 Kokswerke und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer.................. 6 160 127,25 160.5 128 4yt% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 99,75 126 128 vy2% Franks. Hyp. Gold-Komm. Mainkrafl................. 95,75 121,9 95,75 122,5 Obl. 2 3...:.............. 98,5 98,5 — — Mannesmann............. 4/1 121,65 122,9 5y20/o Franks. Hyp. Liquidation Mansielder Bergbau....... .. 7 152 153,5 153,9 101,75 101,65 Metallgelcllschaft........... .. 6 155,5 155,5 154,5 155 6%% Rheinische Hyp. Liquidation Oren stein & Koppel........ .. O 114 115 Goldpfe..................... 101,9 111,1 101,5 111,1 101,5 111,25 101,65 Rheinische Braunkohle...... Rheinische Elektro.......... . 12 .. 6 228,25 126,9 228,25 127 230,5 128 Steuergutschein-Verrechnungskurs 128 Rheinstahlwerke............ .. 6 153,75 154,75 153,5 154,75 AG. für Verkehrswesen .... 6y, Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 126,5 84,5 86,5 127,4 128,5 86 87 127,65 127,25 46.75 84,5 86 127,65 128,75 46,75 86 87 127,75 Rbeinisch-Westsälische Elektro Rütgerswerke ............. Salzdetfurth Kalt.......... Schuckerl & Co............. Schultheis Patzenhofer...... Siemens & Halske......... .. 6 .. 7 .. 6 .. 7 .. 4 .. 8 131,75 149,5 163 171,5 211,5 132,4 165 172,5 131,9 149,5 163 171,25 94,9 213 132 150 165 172,5 94,75 216 Süddeutsche Zucker......... . 10 200,25 200,25 201 201,5 Retchsbank................. 12 206,5 208,5 206,25 206,5 Vereinigte Stahlwerke...... 47t 117,25 118.4 117,25 118,4 Berliner Handelsgesellschaft . 6 yt — — 133,5 133,75 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 58,5 59,75 59 59.65 Commerz- und Privat-Bank... 5 117,5 117,75 117,5 117,75 Westeregeln Alkali.......... .. 4 118 118,25 117,5 118.65 Deutsche Diskonto............ 5 122,75 122,75 122,75 122,75 Zellstoff Waldhof.......... .. 6 157,25 157 157 157 Dresdner Bank..............4 113 113,25 113 113,25 Ötavi Minen.............. 0,6 33,5 33,65 33,4 33,5 22 September 23 September Amiuckl'' Rouecune Amtliche Roiierung Ge.c Br--' G<-lr Srei Buenos Aires............. Brüssel................... 0,748 41,95 0,752 42,03 0,162 0,746 41,95 0,160 0,750 42.03 Rio de Janeiro............ 0,160 0,162 Polen.................... 47,00 47,10 47,00 47,10 Kopenhagen............... 55,14 55,26 55,08 55,20 Danzig................... 47,00 47,10 47,00 47,10 London .................. 12.35 12,38 12,335 12,365 HelsingforS................ 5,465 5,475 5,455 5,465 Paris.................... 8,516 8,534 8,511 8,529 Holland.................. 137,59 137,87 137,61 137,89 Italien................... 13,09 13,11 13,09 13,11 22 September 23 September Amtliche Notierung Amitiche Votierung Geir Bries Geld | Briei Japan.................... 0,720 0,722 0,720 0,722 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 Oslo ................... 62/07 62,19 62,00 62,12 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.................. 11,215 11,235 11,21 11,23 Stockholm .. ............. 63,68 63,80 63.60 63,72 Schweiz.................. 57,23 57,35 57,23 57,35 Spanien.................. 16,98 17,02 16,98 17,02 Prag..................... 8.691 8,709 8,691 8,709 Budapest................. —— —— — Neuyork................. 2.493 2,497 2,493 2.497 mtrtcf<*t><_ I bätt er den fi'o.....r «noaetfang Ä <✓> o S E =3 o r-» <*5 ö c <5 E s o Q- *-r C4 S= o 2 2s -DM -S£ g 2^8 ENZ ° 3 £**’ K E ^2e: E 3 *>> "= ■e-e.2 w o E £ 2 E Ee « — " 3 •- ö3= MEZsr 3 L) - 5? 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