ttr.1% Erstes Blatt 187. Jahrgang Dienstag, 24-August 1937 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Uuiverfilätrdruckerei «.Lange in Sietzen. Schristleitung und SeschSftsftelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.,Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Auch der Rankau-Paß von den Japanern besetzt. Oer große Irrtum. Don Or. Hans von Malottki. In dem Kampf um die europäische Neuordnung ist eine Pause eingetreten, aber die Palermoer Rede Mussolinis und ihr Echo in der Presse der beiden Westmächte haben deutlich die Punkte erkennen lassen, auf die sich die kommenden diplomatischen Auseinandersetzungen zuspitzen werden. Die Rede des Duce war zunächst eine stolze und kraftvolle Bekundung des italienischen Lebens- und Selbstbehauptungswillens. Sie war darüber hinaus aber auch im besten Sinne konstruktiv und europäisch gedacht, weil sich in ihr der Grundriß jenes einzig möglichen Gleichgewichts abzeichnete, das die Voraussetzung für ein sicheres und gesichertes europäisches Leben darstellt. Wer immer noch geglaubt haben sollte, daß sich das italienische Entspannungs- und Ausgleichsbestreben für Frontstellungen nach Stresaer Muster mißbrauchen ließe, ist gründlich enttäuscht worden. Es ist letzten Endes der Viererpakt-Gedanke, den der Duce wieder zur Aussprache gestellt hat. Von hier aus liegt es nahe, an die ähnlich ausgerichteten Pläne zu denken, die dem britischen Premier nach- gefägt werden. Und in dieser Sicht taucht dann wieder das Westpaktproblem auf, wobei zugleich deutlich wird, daß es sich hierbei nur um das Endstadium einer Entwicklung handeln kann, die die Beilegung der verschiedenen Spannungen unter den vier Mächten voraussetzt. Das gilt nicht zuletzt für das englisch-italienische Verhältnis im Mittelmeer. Denn hier geht es, im Gegensatz zu den mehr weltanschaulich bedingten Verstimmungen, die das italienisch- französische Verhältnis belasten, um die Abgrenzung machtpolitischer Stellungen und Zielsetzungen. Der Duce hat erneut der Ansicht Ausdruck gegeben, daß sich das Zusammentreffen der Interessen Englands und Italiens ins Positive wenden ließe. Er hat dabei das pikante Bild von dem Ausgleich zwischen dem „Leben" und der „Straße" gebraucht. Diese Bestimmung des Mittelmeeres als des Lebens- raumes f ü r Italien, dagegen nur der Durchfahrtsstraße für Großbritannien umschließt, wenn man den Gedanken zu Ende denkt, eine Art Vorherrschaftsanspruch des neugegründeten Imperiums. Es steht allerdings vorerst noch dahin, ob es sich hier mehr um eine rednerische Wendung oder tatsächlich um einen machtpolitischen Anspruch gegenüber England handelt. Um so klarer tritt im Lichte dieser These die Notwendigkeit der scharfen antibolschewistischen Grunde in st ellung der italienischen Politik zutage. Die unzweideutige Versicherung, Italien werde keine Festsetzung des Bolschewismus im Mittelmeer dulden, ist überhaupt einer der zeitgeschichtlich interessantesten und politisch bedeutsamsten Punkte der Duce-Rede. Damit ist die Gretchenfrage der gegenwärtigen Politik gestellt: Wie hältst du es mit dem Bolschewismus? Und deshalb auch der mißlaunige Antwortchor in der französischen und englischen Presse. Nichts zeigt allerdings auch deutlicher die Verwirrung und Fehlorientierung maßgebender europäischer Mächte auf, als das. was dem Duce auf diese seine Erklärung entgegengehalten wird. Die Wirkung, die Mussolinis Friedensappell hätte erzielen können, werde, so ließ man von Varis her durch Havas scheinheilig verbreiten, durch diele antibolschewistische Frontstellung „abgelchwächt". In der englischen und französischen Presse aber überschlug man sich vor moralischer Entrüstung. Man beschwor auf einmal leidenschaftlich jenes „S e l b st b e st i m m u n g s r e ch t der Völker" das man in all den Nachkrieasjahren, von Versailles angefanaen, kaltlächelnd beiseite ae- • schoben hatte. Man müsse, so hieß es, jedes Regime gelten lassen, und der „Daily Telegraph svrach entrüsiet von einem Kontrollrecht über die Mittelmeerländer, das sich Italien anmaße. Es lohnt sich, dieser aelpielten Aufregung nacknu- I gehen, weil sie an das Grundübel dieser Zeit rührt und weil sie in ihrer inneren Unlogik und Unwahrhaftigkeit kaum noch zu überbieten ist. Denn es ist unlogisch und gewollte Oberflächlichkeit, den Einbruch des Bolschewismus in Spanien zu einer Frage des ipneren Regimes umzufällchen und sich auf das Selbstbestimmungsrecht jedes Volkes zu berufen. Schon die Entstehung des von außen geschürten und zur Entzündung gebrachten spanischen Brandes straft diese Haltung Lügen. Vor allem aber: eine Festsetzung des Bolschewismus auf der Aerischen Halbinsel wäre alles andere als kä»n innerstaatlicher Vorgang, alles andrere als ein ..Regimewechsel", nämlich eine grund- s (genbe Verschiebung und Störung des Gleich- ,ä e w i ch t s im Mittelmeerraum. Und dies wegen der zerstörerischen und erpansiven Tendenzen des Bolschewismus, für den ja Gnomen als eigenständiges Gebilde völlig gleichgültig, um so wichtiger dgaeqen als Operationsbasis u n ö Ausfallstor ist. Es ist nur die klare Erkenntnis der revolutionären Dynamik dieses Snsiems, die den Duce zu einer so entschiedenen Stellungnahme zwang. Sicher war diese Stellungnahme auch eine Rechtfertigung der Rolle, die Italien bisher tm spanischen Krieg gefnielt hat und spielt. Aber barm erschöpft sich ihre Bebeutung nicht. Denn für eine Macht, bie wie Italien bas Mittelmeer als ihren Lebensraum ansehen muß, unb bie in ben.unmittelbaren Wirkungsbereich eines bolschewistischen Aktionszentrums in Svanien aeraten würbe, sieben elementarste Dinge auf bem Spiel. Die italienische Politik würbe von einer solchen Entwicklung m ihren vitalsten Bezirken unb Zielsetzungen getrof» : fen Wer also will sich ernsilichi rounbern ober gar ! in Entrüstung geraten, baß ber Duce bem Westen ben Oelzweig reicht, in ber bolschewistischen Frage | dagegen unerbittlich bleibt? Tokio, 24. Aug. (DJIB. Funkspruch.) Wie Domei meldet, haben die japanischen Truppen den Nankau-Paß beseht. Der Pah ist ein strategisch wichtiger Punkt nördlich von Peiping. * Während bie Welt wie hypnotisiert auf die Kämpfe in Schanghai schaut, ist in Nordchina der Kampf ziemlich unbeachtet geblieben, obgleich dort bie Japaner nicht nur bie Kwantung-Armee, sondern auch ihre Verstärkungen versammeln und bie chinesische Zentralregierung ihre Divisionen gegen Peiping, am Nankaupah, ber nordwestlich Peiping liegt, und um Kalgan konzentriert. Kalgan ist die Hauptstadt der Inneren Mongolei, die nominell noch der Nankingregierung unterstellt war. Die Innere Mongolei ist ein Gebiet von ber hoppelten Größe Deutschlands, hat aber höchstens 600 000 Einwohner, mongolische Nomaben, die nichts mehr von der gewaltigen Expansionskraft besitzen, die sie z. B. unter Dschingis-Khan zum Schrecken Asiens und Europas gemacht hatte. Die Bannerfürsten haben zum Teil das Leben in ben Jurten, ben Zelten ber nomabifierenben Mongolen, aufgegeben, wohnen in steinernen Häusern unb nehmen Liebesgaben ber rivalisierenden Mächte entgegen. Es ist nun von Bedeutung, daß bie japanische Kwantung-Armee am Sonntagabend Kalgan, die Hauptstadt der Inneren Mongolei besetzt hat, obgleich die Nankingregierung im Raume von Kalgan zur Zeit rund 80 000 Mann versammelt hat unb zwei Divisionen, bie 86. und 94., im Anmarsch ind. Dadurch haben die Japaner ben Nankau - paß überflügelt unb am Montag ebenfalls besetzen können, womit gleichzeitig ihre Mandschukuo-Stel- lung nach Sübosten gesichert ist, und zwar gegen bie Nanking-Chinesen wie gegen die russischen Bol- chewisten, die bie äußere Mongolei mit ber Haupt- tabt Urga beeinflussen unb bort gewaltige Truppenmassen angehäuft haben. Es ist bezeichnend, daß der bolschewistische Botschafter in Tokio zugegeben hat, General Blücher, der Chef der bolschewistischen Streitkräfte im Fernen Osten, befinde sich gegenwärtig in Urga. Zapan will entschlossen boraeben Tokio, 24. Aug. (DNB. Funkspruch. Ostafien- bienft des DNB.) Auf einer Konferenz der Regierungsparteien am Montag erklärte Kriegsmmister Sugiyama, die japanische Regierung sei entschlossen, mit möglich ster Beschleunigung auf eine Beendigung des Streitfalles hinzuarbeiten. Die japanischen Streitkräfte würden aus diesem Grunde nicht mehr auf die Initiative ihres Gegners warten, sondern selbst zu aktiven militärisch en Handlungen übergehen, um die chinesischen Truppen von der Aussichtslosigkeit ihres Widerstandes zu überzeugen. Die japanische Wehrmacht sei entschlossen, die chinesische Taktik, die Entscheidungen unbegrenzt hinauszuziehen, nicht mitzumachen. Die politischen Kreise Tokios messen der erfolgreichen Landung einer japanischen Armee an der Für den deutschen Betrachter ist diese Entwicklung durchaus nicht überraschend. Sie bestätigt im Gegenteil die Folgerichtigkeit ber deutschen Politik. Ist es doch immerhin bemerkenswert, mit welcher schicksalhaften Zwangsläufigkeit jetzt wiederum eine europäische Macht, aus ihren Erfahrungen und Notwendigkeiten heraus, zu den g l e i ch en politischen Folgerungen gelangt, die sich auch f ü r D e u t s ch- l a n d mit eherner Notwendigkeit ergeben haben. Hier handelt es sich wahrlich um echte Realitäten, um zwingende Grundtatsachen des europäischen Lebens, und hier wird auch wieder einmal bie Hohlheit und innere Unwahrhaftigkeit ber von ben beiden Westmächten vertretenen „europäischen These" deutlich. Der These nämlich, daß es die geschichtliche Aufgabe der „Demofratien" sei, die „beiden Extreme von rechts unb von links" z u - fammenzuführen, weil sich nur so bie europäische Gemeinschaft aufbauen und verwirklichen lasse. Dies ist ber verhängnisvolle große Irrtum, an bem diese Zeit krankt. Er wirb überall bort sichtbar, wo heute europäische Gespräche geführt unb europäische Aufgaben in Angriff genommen werben, sei es Westpakt, sei es die Stabilisierung ber Verhältnisse im Mittelmeer ober schließlich bie Völkerbundsreform. Solange man im Westen an diesem Irrtum festhält, wird es deshalb auch keinen befreienden Fortschritt in ber Sicherung des europäischen Lebens geben, und ebensowenig wird Europa den verloren gegangenen Führungsanspruch im internationalen Leden zurückgewinnen können, solange es nicht einmal fähig ist, die größte, ihm selbst drohende Gefahr zu erkennen und danach zu handeln. Freilich handelt es sich hier nicht so sehr um eine Frage der reinen Erkenntnis, wie ja überhaupt die moralischen und humanen Argumente ber „Demokratien" gegen bie antibolschewistische Losung ber „Diktaturen" nur vorgeschoben sinb. Nicht moralische Erwägungen und die angeblichen Erfordernisse ber Toleranz, sonbern nackte macht politische Interessen sinb die Quelle der westlichen Enttüstung. Ist es doch keine Frage, daß auch England ein bolschewisiertes Spanien mit sehr gemischten Gefühlen bettachten wurde. Aber aus Gründen ber „höheren Politik" glaubt man Ma° brib unb Valencia nicht fallen lassen zu dürfen, spricht man von Selbstbestimmungsrecht und Tole- Jangtse-Mündung bei Schanghai große militärische unb politische Bebeutung bei. Die Blätter erwarten, baß der Brennpunkt ber Kämpfe vom Schanghaier Stadtgebiet in die weitere Umgebung verlegt werden wird. Man ist der Meinung, daß sich die ersten politischen Auswirkungen Der erfolgreichen Truppenlandung in einem Appell Tschiangkaischeks an d i e ausländischen Konsuln in Schanghai zeige. Tschiangkaischek soll die Konsuln ersucht haben, sich um die Neutralisierung des gesamten Gebietes von Schanghai zu bemühen. Die japanische Presse erklärt, daß dieser Versuch zu spät komme, weil jetzt die militärische Auseinandersetzung zwischen den chinesischen Truppen und der japanischen Armee im Gebiete der Jangtse-Mündung nicht mehr aufzuhalten sei. Gin Friedensappell Washingtons N e u y o r k, 24. Aug. (DNB. Funkspruch.) Staatssekretär Hüll appellierte an China und Japan, nicht zum Kriege zu schreiten. Beide Schanghai, 23. Aug (DNB.) Wie der japanische Militärattache mitteilte, sind in der Nacht zum Montag außerhalb Schanghais japanische Truppenteile in Stärke von etwa 70 0 0 0 Mann gelandet. Sie wollen den Rückzug der im Raume von Schanghai stehenden chinesischen Truppen verhindern. Die Landung wurde mit einem heftigen Bombardement durch japanische Kriegsschiffe bei Wusung und einige oberhalb Wusungs auf dem Pangtse liegende Schiffe eingeleitet. An der Beschießung beteiligten sich bas japanische Flaggschiff „Ibzum o" unb anbere Einheiten ber 3. japanischen Flotte. Um bie. Mittagsstunde schlug in Schanghai eine Granate in ein Warenhaus an ber Ecke ber Nanking- und Chekiang-Road ein. Die Folgen waren furchtbar, da das Warenhaus stark besucht war unb sich auf ber Straße viele Menschen befanden. Die Fensterscheiben ber benachbarten Häuser platzten. Die Straße glich einem Trümmerfeld. Der Explosion ist ber 17 Jahre alte Deutsche Klaus Eckert zum Opfer gefallen. Er befanb sich in einem Omnibus in ber Nähe ber Unglücksstelle unb würbe burch die Splitter der Granate in den Kopf getötet. Allein im deutschen Paulun-Krankenhaus befinden sich 150 Verwundete, darunter einige Ausländer. Die deutschen Aerzte und die deutschen Schwestern des Krankenhauses, in dem seit einer Woche schon mehrere hundert Verwundete in Pflege sind, leisten unermüdlich schwerste Arbeit. Die japanische Nachrichten-Agentur Domei meldet, daß nicht eine Granate, sondern eine Fliegerbombe das Blutbad verursacht habe. Die Zahl ranz, während man in Wirklichkeit an bas „G e - g e n g e w i ch t" gegen die „Gefahr eines faschistischen Spanien" denkt. Dies alles hat mit europäischem Verantwortungsbewußtsein sehr wenig zu tun. Denn es ist eine der am wenigsten zu bestreitenden Erfahrungen, daß die ganze gefährliche Fehlentwicklung der letzten Jahre — angefangen von dem Einzug Moskaus in Genf, über die Sowjetbündnisse bis zur spanischen Tragödie — mit dem Augenblick begann, wo gewisse Mächte auf die unglückselige Idee kamen, ihr machtpolitisches Spiel um den bolschewistischen Trumpf zu „bereichern". Die europäische Neuordnung wird deshalb nur bann mit Erfolg unb Nutzen zu bewältigen sein, Paris, 23. Aug. (DNB.) Havas meldet aus Marseille: Die Funkstation von Marseille hat fol- genben Funkspruch bes englischen Dampfers „Naomi Julia" aufgefangen: „W i r werben bombardiert. Position 42 Grad 7 Nord, 5 Grad 32 Ost (Ajaccio, Korsika). Beide Flugzeuge haben folgende Erkennungszeichen: Nr. 526 und 529, schwarzer Kreis mit weißem Kreuz und zwei schwarzen Streifen." Das Schiff ist wahrscheiilich nicht beschädigt worden. Der Kapitän des Schiffes hat mitgeteilt, daß die „Naomi Julia" ihre Reise nach Port Vettdres fortsetze. Die Bombardierung hat in nationalspanischen Kreisen außerordentliche Empörung ausgelöst. Man weist darauf hin, daß, wie in den früheren Fällen, sich nationalspanische Flugzeuge überhaupt nicht aus See befunden haben und noch niemals nationalspanische Flugzeuge in die Nähe der Insel Korsika geflogen sind, an der ja keine ber nach Spanien führenden Dampferlinien vorbeiführt. Die Tatsache, daß nach Meldung bes Schiffskapitäns die Flugzeuge n a t i o n a lfp a - nische Erkennungszeichen getragen hatten, beweist, daß es sich ohne Zweifel um einen neuen Versuch der Spanienbolschewisten Han- Völker sollten vielmehr ihre Streitfragen im Sinne derjenigen Grundsätze regeln, von denen sich die meisten Staaten der Erde in ihren internationalen Beziehungen leiten ließen. Der Staatssekretär betonte, daß die amerikanischen Truppen in China nicht Eroberungszwecken dienten, sondern zum Schutze der amerikanischen Staatsbürger bestimmt seien Er gab ferner der Mei- nung Ausdruck, daß bie beseitigen Streitfragen und Probleme, welche bie amerikanische Regierung unter den gegenwärtigen Verhältnissen im Pazifischen Ozean interessiren, allerdings weit über bie unmittelbare Frage des Schutzes der 08Z..- Bürger unb ber amerikanischen Belange hinausgingen. Die Verhältnisse, welche in biesem Gebiet herrschten, stüw- ben in unmittelbarem Zusammenhang mit ben allgemeinen politischen Grunbsätzen ber Erklärung vom 16. Juli, die die Zustimmung von über 50 Staaten gefunden habe. Die amerikanische Regierung sei fest davon überzeugt, daß die in dieser Erklärung zusammengefaßten Grundsätze wirkungsvoll die zwischenstaatlichen Beziehungen regeln könnten. der Toten betrage 500. Die japanischen Marinebehörden seien im Besitz von Beweisen, daß der Bombenabwurf von einem chinesischen Flugzeug aus einer Höhe von 3000 bis 4000 Meter erfolgt sei. Das Flaggschiff „I dzum o" nahm im Verein mit einem zweiten japanischen Kreuzer die Beschießung des Putung- Gebietes am Montag wieder auf. Es entstanden mehrere kleinere BräiÄe. Japanische Flugzeuge bombardierten ebenfalls am Montag neuerlich den Nordbahnhof. Ein neuer Riesenbrand flammte in den Abendstunden in der Nähe des japanischen Marineklubs im Jangtsepu-Gebiet auf. Das Feuer breitet sich rasch aus. Hilfsmaßnahmen für dieChinadeutschen Berlin, 23. Aug. (DNB.) Unter Leitung des Chefs der Auslandsorganisation im Auswärtigen Amt sind für die Chinadeutschen Hilfsmaßnahmen vorsorglicher Art getroffen worden. Es handelt sich zunächst nur um Hilfeleistungen f ü r Frauen und Kinder in den am stärksten betroffenen Gebieten, und zwar zur Zeit in erster Linie um Schanghai. Von hier werden in diesen Tagen ungefähr 500 Frauen und Kinder durch den Dampfer „(9 n e i f e n a u" voraussichtlich nach Manila oder anderen Plätzen im Süden gebracht, welche dort zunächst bei den deutschen Landsleuten Unterkunft und Betreuung finden werden. Für Auskunfterteilung über die Hilfemaßnahmen steht die Leitung der A. O. der NSDAP., Berlin W 35, Tiergartenstraße 4/4a, Telephon 22 79 41, zur Verfügung. Wieder ein britischer Dampfer im Mittelmeer bombardiert. wenn man den Fehlern der Vergangenheit wirklich auf den Grund geht und mit der Korrektur an ber Quelle bes Hebels ansetzt. Daß bie geschmähten „Diktaturen" nicht umzudenken unb nicht umzulernen haben, ist doch wohl kein Grunb, sich über angebliche Kreuzzugspläne gegen die Sowjetunion zu entrüsten, um so die eigene Intimität mit den roten Herren des Kremls zu entschuldigen ober gar zu rechtfertigen. Wenn in dieser Lage etwas zur Zuversicht berechtigt, bann ist es gewiß nicht bie geistige Verfassung ber beiben Westmächte, sonbern bie Gewißheit, daß bas Leben unb hie Entwicklung selbst bie wahren Probleme immer gebieterischer und zwingender hervortreten lassen wirb. beit, unter falscher Flagge Zwischenfälle zwischen Englanb unb ber Franco-Regierung hervorzurufen unb damit bie englische Regierung zu einem Eingreifen gegen bie spanische Nationalregierung zu bringen. Nachdem die bisherigen Versuche der Valencia-Bolschewisten auf dem gleichen Gebiet gescheitert seien, besitze man die Frechheit, erneut mit denselben Mitteln den gleichen Versuch zu wiederholen. Man habe dabei nur übersehen, daß Korsika außerhalb ber spanischen Dampferlinien liegt und daß Barcelona ber nächste spanische Flughafen sei, woher bie beiben Flugzeuge wahrscheinlich gekommen sinb. Man erinnert an bie von ber spanischen Nationalregierung wiedergegebenen Aussagen sowjetrussischer Gefangener, nach denen in Murcia und Cartagena Flugstützpunkte bestehen, bie über Flugzeuge mit nationalspanischen Erkennungszeichen verfügen und beren ausbrückliche Aufgabe es ist, unter falscher Flagge Zwischenfälle hervorzurufen, die man bann ber nationalspanischen Regierung zur Last legen kann. Mißbrauch der brifiWn Paage. ß o n b o n , 24. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Blätter berichten über den Fliegerangriff Starke Truppenlandungen Japans um Schanghai Chinesische Fliegerbombe zerstört ein Warenhaus. — Auch ein Deutscher unter den 500 Todesopfern. Der Kongreß für ältliches IoribildungSwesen. auf den britischen Frachtdampfer „Noemi I u - l i a" auf der Höhe von Korsika, der Montag nachmittag wohlbehalten unter dem Schutz eines französischen U-Bootes im Hafen von PortVendres einlief. „Daily Expreß" berichtet, daß die Kommandanten der britischen Mittelmeerflotte beim englischen Handelsministerium gegen den Mißbrauch der britischen Flagge in der Handelsschiffahrt des Mittelmeeres heftig protestiert hätten. Es habe sich ergeben, daß über 60 Handelsschiffe, die unter der britischen Flagge das Mittelmeer befuhren, mit Spanien in Handelsbeziehungen ständen. Rechtmäßig seien alle diese Schiffe britische Fahrzeuge. Ihre Schiffspapiere seien tatsächlich von Engländern in England im Register eingetragen. Die Mannschaften aber und die Ladungen dieser Schiffe seien fast ohne Ausnahme ausländisch und die Schiffe selbst seien von Ausländern geschartert. Oft schon sei es vorgekommen, daß in Gibraltar britische Handelsschiffe eingelaufen seien, auf denen nicht ein einziger Mann der ganzen Besatzung ein Wort englisch gesprochen habe. Unter den Marinebehörden und Schisfahrts- Gesellschaften und selbst unter den Nichteinmischungsbeamten in Gibraltar herrsche große Empörung über diesen Stand der Dinge. Die Schiffahrtsagenten in Gibraltar erklärten, daß durch diesen Mißbrauch der britischen Flagge die ganze britische Handelsflotte in Mißachtung gebracht worden sei. Wohl müßten die britischen Kriegsschiffe den bedrohten britischen Handelsschiffen im Mittelmeer ihren Schutz angedechen lassen; es sei aber völlig unmöglich, daß jedesmal ein Kriegsschiff auslaufe, wenn irgend eines dieser unter britischer Flagge fahrenden Handelsschiffe einen Hilferuf aussende. Der nationale Vormarsch an Oer Aordsront. Salamanca, 24. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der nationale Heeresbericht besagt, daß an der Santander-Front die Navarra-Brigaden auf ihrem Vormarsch alle militärischen Ziele erreicht haben. Die Höhen von Jbio, Cabanas, Los Llanos und Positionen beim Kilometer 480 der Straße Palencia-Santander wurden besetzt. Dadurch sind wieder zwölf Ortschaften in die zweite Linie gerückt. Unsere Linien befinden sich 5V2 Kilometer vor Torrelavega, so daß diese wichtige Stadt bereits unter dem Feuer unserer Kanonen liegt. Die „Schwarzpfeile" haben die feindliche Front an der östlichen Provinzgrenze durchbrochen und Miono, Santullan und Semano besetzt. Die Vorhuten kamen bis Castro Urinales. Andere Kolonnen haben die Orte Herrera, Ventosa, Otane und Traslavina genommen. Die an der Vizcaya-Front operierenden Kolonnen haben im Südwesten von Dalmacedas Cadagua und andere Orte besetzt. An der Asturien-Front griff der Feind in den frühen Morgenstunden die von unseren Truppen eroberten Stellungen an, wurde aber unter großen Verlusten z u r ü ck geschlagen. Vor einer einzigen Stellung ließ er 60 Leichen zurück. Keine Verringerung der britischen Mittelmeerflotte. London, 23. Aug. (DNB.) Der ursprüngliche Plan, eine in den chinesischen Gewässern stationierte Zerstörerflottille durch eine Zerstörerflottille der Mittelmeerflotte a b l äf e n zu lassen, ist aufgegeben worden. Nach wie vor werden drei Zerstörerflottillen in Malta verbleiben. Vizeadmiral Ford, der Kommandierende Admiral von Malta, gab bekannt, daß späterhin möglicherweise eine vierte Zerstörerflottille in Malta stationiert werden würde. Erfahrungen amerikanischer Touristen in Sowjetrußland. N e u y o r k, 23. Aug. (DNB.) Nachdem bereits mehrere Fälle gemeldet worden sind, in denen die Sowjetbehörden Reisenden aus den Vereinigten Staaten die Landungserlaubnis verweigerten, wurden neue Brüskierungen bekannt. Von einer Mittelmeerfahri zurückgekehrte Reisende berichten voller Entrüstung über die rücksichtslosen und als betrügerisch empfundenen Sowjetmethoden, daß ihr Schiff am 28. Juli in Palta in der Krim anlegte. Als Berlin, 23. Aug. (DNB.) Auf dem Internationalen Kongreß für ärztliches Fortbildungswesen sprach Professor Sonnenschein vom Tropenärztlichen Institut in Hamburg. Ueber die FortbiDung auf dem Gebiete der Röntgenologie und Strahlenbehandlung berichtete Professor Holthusen (Hamburg). Der Röntaen-Facharzt solle im wesentlichen mit den klinischen Bildern der Krankheiten vertraut gemacht werden, da diese zumeist ihm nicht zu Gesicht kommen. Ministerialdirektor Dr. Engel (Berlin) zeigte die Möglichkeiten auf, die der fortgebildete Arzt durch sein Können an Geld und Gesundheit dem Versicherungsträger und dem Staat ersparen kann. Professor K l a e s i (Berlin) sprach über die ärztliche Fort- biLung in der Psychiatrie, wobei die Vertiefung sozialer und geisteswissenschaftlicher Probleme berücksichtigt werden muß. Der Leiter der medizinischen Abteilung des Rudolf-Heß-Krankenchauses in Dresden, Professor Grote, sprach über Fortbildung in der neuen deutschen Heilkunde. Der Arzt soll die Erfahrungstatsachen der Naturheilkunde überprüfen und damit fein Rüstzeug für die Behandlung erweitern. In der modernen Heilkunde ist die Würdigung der Symptome und die Ganzheit des Organismus in den Vordergrund getreten. Damit wird aber das Augenmerk auf die Behandlung gerichtet, die nicht allein vom Wissenschaftler gelöst werden kann. Die Naturheilkunde hat gezeigt, daß auch unspezifische Heilmittel aum Erfolg geführt haben. Fastenkuren, Wasserbehandlung und ähnliches sind auf dem Wege, sich ein Bürgerrecht in der wissenschaftlichen Medizin zu erwerben. Am Rudolf-Heß- Krankenhaus hat die Zusammenarbeit von Naturheilkunde und wissenschaftlicher Medizin Verwirklichung erfahren. Diese Arbeit ist in regelmäßigen Kursen dem Arzt mit Erfolg zugänglich gemacht worden. — Colonel Troctor, Leiter des Krankenhauses für ärztliche Fortbildung in London, berichtete über die Entstehung der britischen Akademie für ärztliche Fortbildung und ihre Arbeitsweise. Ueber die Schwierigkeit der Fortbildung in der Geburtshilfe sprach Professor Wagner (Berlin). Er und der folgende Redner, Professor van R o o y (Amsterdam), zeigten neue Wege für die Fort- etwa 500 Touristen, die im Reisebüro für Palta- Ausflüge eine Sonderzahlung geleistet hatten, landeten; wurden trotzdem 40 „als unerwünscht" überhaupt nicht zugelassen. Die anderen wurden mehrstündig vernommen und visitiert und durften dann das Daltaschloß nur unter starker Bewachung (!) besichtigen. Der deutsche Botschafter in Spanien zurückgetreten. Berlin, 23. Aug. (DNB.) Der deutsche Bot- schafler bei der spanischen Nationalregierung, Gene- ral Faupel, ist aus Gesundheitsrücksichten zurückgetreten. * General Faupel kann für sich das Verdienst in Anspruch nehmen, unter besonders schwierigen Umständen denkbar beste Beziehungen zwischen dem Reiche und der Regierung des Generals Franco heraestellt zu haben. Als er vor neun Monaten nach Spanien ging, fand er eine Regierung, die in schwerstem Ringen mit den Bolschewisten stand, gleichzeitig aber auch eine Fülle innerpolitischer Probleme zu lösen sich bemühte. Seine Stellung erforderte daher ein starkes Einfühlungsvermögen und hohe Geschicklichkeit. Seine Kenntnisse der spanischen Verhältnisse, seine reichen Erfahrungen, die er während eines langen, ereignisreichen Lebens sammeln konnte, und sein diplomatisches Geschick erleichterten ihm die Erfüllung des erteilten Auftrages. Aber Faupel war nicht mehr der Jüngste, als er seine Mission antrat. 63 Jahre zählt fein Leben bereits, das er nicht hinter dem Ofen verbrachte. Er war beim Boxeraufstand in China, er beteiligte sich an der Niederkämpfung des He- reroaufftanöes in Südwestafrika, er arbeitete während des Krieges unter Hindenburg im Stabe des I. Armeekorps und erwarb sich den Pour le merite mit Eichenlaub, er riß nach dem Umsturz alle auf- bilbung des theoretischen und praktischen Wissens des Geburtshelfers. Professor Sauerbruch wies auf die Bedeutung der Chirurgie im Gesamtrahmen der Medizin hin. Der Chirurg ist nur e i n Vertreter der allgemeinen Medizin. Vor aller Einseitigkeit muß deshalb gewarnt werden. Die Frage, ob das Messer oder die konservative Behandlung die beste sei, wird dann leicht zu lösen sein. Der Chirurg muß deshalb in allen anderen Disziplinen bewandert sein. Er unterscheidet sich von den Vertretern der Schwestergebiete dadurch, daß er sich selbst in den Heilplan einschaltet, der gewissermaßen zum Heilmittel wird. Von seinem Geschick und seiner Hand hängt das Schicksal des Patienten ab. Mut und Entschlossenheit müssen deshalb den Chirurgen charakterisieren. Alle Neuerungen der Wundbehandlung, Narkose usw. müssen in den Fortbildungskursen behandelt werden, der geschulte Lehrer wird aus eigener Erfahrung und Vergleichen auf anderen Fachgebieten Beispiel heranziehen können. Für den praktischen Arzt spielen die kleinen Operationen die größte Rolle, jedoch muß die Bedeutung kleiner Krankheitsprozesse voll und ganz erfaßt werden und die Gefahr der Komplikation bekannt fein, damit durch frühzeitiges Erkennen ein größeres Uebel verhindert wird. Nur durch ge- eianete Zusammenarbeit des Praktikers mit dem Chirurgen können die Erfolge für beide gewährleistet werden. Der operattve Facharzt will bei der Fortbildung im wesentlichen sein technisches Können erweitern. Dieser Wunsch ist nicht leicht zu erfüllen. Professor Sauerbruch schlägt deshalb vor, daß die Spezialisten für einige Zeit in den Krankenhausbetrieb eingeschaltet werden. Aber auch der Film und der geeignete Ausbau des Operationssaales können dazu beitragen, daß der nicht an der Operation aktiv Beteiliate alle Phasen des Eingriffes verfolgen kann. Auch der Austausch von Aerzten zwischen den Kliniken einzelner Länder und des Auslandes geben eine Gewähr für die Weiterentwicklung des Chirurgen. — Professor Dr. Böhler Wien berichtete über Neuerungen auf dem Gebiete der Unfallchirurgie, die für den Staat und den Versicherungsträger von großem Nutzen sind. bauwilligen, wehrfähigen Männer zu einer Freischar zusammen, mit der er sich in Sachsen und im Ruhrgebiet den Spartakushorden entgegenwarf. Später wirkte er in Argentinien und Peru als militärischer Berater. Immer sah man ihn in rastloser, aufopfernder Tätigkeit. Diese Arbeit ohne Ruhepause griff auch seine Gesundheit an, zumal er denkbar schwerste Probleme in Spanien vorfand, aber auch ein Klima, das chn immer wieder in die Hände seiner ärztlichen Betreuer trieb. Wenn er jetzt sein spanisches Tätigkeitsfeld verläßt, dann aus aesundheitlichen Gründen, aber auch in der Gewißheit, dem Reich vielfachen Nutzen gebracht und das Verhältnis zu Spanien in der glücklichsten Weise ausgebaut zu haben. Gin Mgrelord und sein Aachhall Engländer, Franwsen und Italiener haben um die Palme des Erfolges in einem Flugrennen gerungen, das über 6200 Kilometer, also ein reichliches Siebentel des Erdumfanges am Aequator, ging, und das in der Rekordzeit von 171/2 Stunden aus- getragen worden ist. Sieger mit weitem Vorsprung waren die Jtliener. Das Rennen ging von der südfranzösischen Stadt Jstres aus, führte über eine genau bestimmte Südroute nach Damaskus, wo gelandet werden mußte. Von dort aus ging es über eine Nordroute nach Paris zurück. Im Rennen waren Militärflugzeuge, doch spielen Militärflugzeuge für die allgemeine Luftfahrt heute etwa dieselbe Rolle wie die Rennwagen für die Entwicklung des Automobilismus: Sie sind Bahnbrecher und Wegweiser. Was heute an Rekordflügen geleistet wird, ist gewöhnlich nach wenigen Jahren schon Allgemeinbesitz auch der zivilen Luftfahrt. Es ist natürlich eine phantastische Angelegenheit, sozusagen in einem strammen Tagesmarsch von Frankreich aus nach der Märchenstadt des nahen Orients, Damaskus, und wieder zurückzufliegen. Diese technische und menschliche Leistung interessiert uns zuerst und zuhochst. Aber das Flugrennen hat in Frankreich doch auch Anlaß zu bitterster Kritik an der Geschäftsführung des linksradikalen Luftfahrtministers C o t gegeben, der ein wahrer Freund Moskaus ist und dessen Name während des Spanienkonfliktes durch Waffenschiebungen wiederholt in aller Leute Mund gekommen ist. Diese Kritik ist verständlich: Erste Sieger — Italiener; zweite Sieger — Italiener; dritte Sieger — Italiener; vierte Sieger — Engländer. Und bann kommen die Franzosen. Als der italienische Spitzenflieger bereits aus einer Entfernung von 120 Kilometer dem Pariser Flughafen Le Bourget seine bevorstehende Landung meldete, war der französische Spitzenflieger über Ferrara in — Mittelitalien! Die meisten französischen Zeitungen stellen fest, daß der Luftfahrtminister Cot sich um seine eigenen Angelegenheiten nicht gekümmert und dafür seine Nase in fremde Töpfe gesteckt hat; selbst der Volksfrontpresse ist bei dem Vorfall schwül zumute, aber sie beruft sich darauf, daß Italien ursprünglich französische Lizenzen ausgenutzt habe, was wieder in der Rechtspresse zur verständlichen Anfrage führt, warum denn nun Frankreich nicht seine eigenen Patente entwickelt habe. Rumänisch-tschechische Besprechungen. Bukarest, 23. Aug. (DNB.) Zwischen dem rumänischen Ministerpräsidenten Tatarescu und dem tschechoslowakischen Ministerpräsidenten H o d z a hat im Bezirk Marmorosch, im rumänisch-tschechoslowakischen Grenzgebiet, eine Zusammenkunft stattgefunden. Es verlautet, daß Hodza konkrete Vorschläge für eine engere Zusammenarbeit der drei Staaten der Kleinen Entente auf dem Gebiet der Außenpolitik gemacht hat. Vor allem soll die Frage des gemeinsamen Vorgehens der drei Staaten im Donaubecken mit besonderer Berücksichtigung der Beziehungen zu den Nachbarstaaten, insbefon« dere Deutschland und Italien, erörtert worden sein. Ferner sei die tschechoslowakisch-rumänische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Wirtschaft und der Kriegsindustrie behandelt worden. Ibn Saud gegen eine Palästinateilung. Jerusalem, 23. Aug. (DNB.) Die Frage der Teilung Palästinas, gegen die sich schon zahlreiche Mächte erklärt haben, ist in ein neues Stadium der Entwicklung getreten. König Ibn Saud, der bisher sich stets zurückhielt, wenn britische Interessen auf dem Spiele standen, hat seinen Kronrat, der aus den religiösen Landeschefs besteht und den er nur vor dem Hedschaskrieg, dem Nemenkrieg und wenigen anderen Unternehmungen befragte, in die Hauptstadt Riad einberufen. Auch der Vertreter des Königreiches in London, Minister Scheikh Hafez Wachbi, wurde zu der Tagung befohlen. König Ibn Saud sieht die Teilung Palästinas als ein Unrecht an, das man der Araberwelt zufügt, Saudi-Arabien werde keinen Judenstaat am Mittelmeer als nördlichen Nachbarn dulden. Bestimmungsmensur vorerst untersagt. Berlin, 23. Aug. (DNB.) Der Reichsstudentenführer Dr. Scheel hat zur Durchführung von Be- stimmungsmensuren folgenden Erlaß herausge- geben: „Dem deutschen Studententum.ist durch die Ein- führung der Ehrenordnung vom 23. Juni 1937 die unbedingte Genugtuung mit der Waffe gegeben worden. Die Erziehung des jungen deutschen Studenten zu dieser Haltung und die Ausbildung im Säbelfechten wird ein wesentlicher Bestandteil der Kameradschaftser- ziehung sein. Die Aufgaben der studentischen Kameradschaften find so umfangreich, daß darüber hinaus eine ordnungsgemäße Durchführung von Bestimmungsmensuren im Augenblick zeitlich nicht möglich ist. Ich behalte mir vor, eine grundsätzliche Entscheidung über das Fechten von Bestimmungsmensuren zu einem Zeitpunkt zu fällen, an dem d i e Voraussetzungen besonders von Seiten der Bewegung hierfür gegeben sind. Um die von mir angestrebte Vereinheitlichung der studentischen Erziehung auch auf diesem Gebiete durchzuiühren, untersage ich bis auf weiteres allen Mitgliedern der Deutschen Studentenschaft die Durchführung von Bestimmungsmensuren. Studenten, die sich gegen meinen Befehl an Bestimmungsmensuren beteiligen, sind durch die Dienst- strafordnung der Deutschen Studentenschaft vom 1. Juli 1937 zu bestrafen." Verliebtes Kind. Don Rudolf Schneider-Schelde. Sie war verliebt, sie wußte es nur nicht. Sie war siebzehn vorbei und hieß Ursel und war reizend, solange er nicht in der Nähe war, das wußte sie. Wenn er in der Nähe war, fand sie sich häßlich. Sie wußte auch, daß sie ihm nie genügen konnte. Er war ihr Vetter, und es war auf dem Land, in einem herrlichen alten Gutshaus, mit einem wunderbaren Garten und mit tiefen Wäldern und einem See in der Nähe. Er war achtundzwanzig und Arzt, aber er las Bücher über Mathematik. Er hieß Kurt, sie hatte ihren Papa gefragt, der auch Arzt war, warum Kurt solche Bücher lese, und Papa hatte gesagt, Kurt wolle zur Bakteriologie hinüber. Sie konnte sich nicht oorstellen, was Bacillen mit Differentialrechnung zu tun hatten, und fragte Kurt darnach, und er lachte und sagte: „Eine ganze Menge." Nun gut, das war das, sonst war Kurt ein famoser Kerl, er hatte das Boot frisch geteert und gestrichen, er hatte ein paar zerbrochene Ziegel auf dem Dach herausgenommen und neue dafür eingesetzt, er konnte schwimmen und segeln und laufen und wußte die merkwürdigsten Namen von den merkwürdigsten Insekten. Er war groß und schlank und doch stark, weniger famos war, mit welcher Gier er jeden Morgen nach der Post fragte. Jeden Morgen, den Gott gab, kam er zum Frühstückstisch herangehastet und stierte auf seinen Platz, ob nicht ein Brief neben seiner Tasse lag. Zum Glück lag selten genug einer da, aber es waren doch noch zu viele, es waren widerwärtig parfümierte und mit widerwärtig steilen Buchstaben bedeckte Briefe, und Ursel wußte, von wem sie kamen. Sie kamen von einer Person namens Jolanthe, genannt Jo. Jo war geheiligt vor Kurt, sie schien ein sehr mondänes Mädchen zu sein, anscheinend nicht mehr die jüngste. Ursel hatte heimlich ein Bild von ihr gesehen. Sie wollte wetten, daß alles falsch an ihr war von den Wimpern bis Gott weiß wohin. Ursel haßte diese Jo abgründig, sie wünschte ihr nichts Gutes. Eines Tages kam wieder so ein Brief, und darnach trampelte Kurt aufgeregt im Haus herum und sah in alle Zimmer hinein, und schließlich stellte sich heraus, daß er es auf ein Gastzimmer abgesehen hatte, auf nichts anderes, er beichtete es der Tante. Es gab eine Studienfreundin, die gern auf ein paar Tage hergekommen wäre, beichtete er, und die Tante erzählte es der Köchin, und die Köchin erzählte es Ursel. Aber es gab kein Zimmer, das Halbwegs für den Zweck geeignet gewesen wäre, es sollte freundlich sein mit Morgensonne und Balkon und einem hübschen Blick ins Weite — —. Doch vielleicht gab es so ein Zimmer, es war das von Ursel. j Zuerst brach Ursel fast das Herz, als sie davon hörte, etwas später dachte sie, um so besser, dann bricht das Herz gleich richtig. Sie zog sofort aus, auf Vorrat sozusagen, und zog in ein blaues Bauernzimmer, weil blau die Farbe war, die sie am wenigsten leiden konnte. Dann kam der Morgen, an dem Jo märchenhaft in einem roten Zweisitzer angebraust kommen wollte, wie sie geschrieben hatte, herbeigefahren von einem freundlichen Bekannten. Leider war der Tag wenig schön. Später fing es sogar zu regnen an. Leider lauerte Kurt vergeblich von aller Frühe an und suchte schließlich sogar Trost bei Ursel, aber lewer war Ursel plötzlich verschwunden. Ursel hatte eine Landpartie gemacht, da sie sich außerstande fühlte, der Feindin persönlich zu begegnen. Sie hatte es vargezogen, durch den Wald zu wandern, in Einsamkeit, Rückkehr unbestimmt, zunächst die Straße entlang. Es war ein wunderbarer Tag für Menschenfeinde, nichts und niemand begegnete ihr, denn es regnete auch hier aber das tat Ursel nichts, weil sie herrliche Stiefel und einen herrlichen Lodenmantel anhatte. Später begegnete ihr dann ein Stadtgeschöpf, das recht kläglich daherkam in einem vom Regen aufgeweichten und zerrissenen seidenen Mantel und mit eleganten Schlangenschuhen, von denen indessen bloß noch der eine seinen hohen Absatz hatte, so daß das Geschöpf elend hinkte. Als Ursel mit diskreter Neugier vorüber wollte, blieb es stehen und fragte kleinlaut nach dem Ort, woher Ursel kam, es seufzte und schien sehr verlassen und hilfsbedürftig zu fein, und Ursel fragte darum: „Ist Ihnen etwas zugestoßen?" Ja, meinte das Geschöpf nach einigem Würgen, man könne es vielleicht so nennen. Und es erzählte zögern von einem Auto und einem Bekannten, der es zu Freunden hätte bringen sollen, ober plötzlich zudringlich geworden sei, sehr zudringlich, so daß sie habe auseigen müssen, mitten im Fahren gewissermaßen, wobei sie dann gefallen sei und — „Sind Sie verletzt?" fragte Ursel sachlich. Ja, das Geschöpf war verletzt, es hob den Rock etwas, und Ursel sah, daß der eine Strumpf des fremden Mädchens voller Blut war, und daß am Knie ein großes Loch und darunter in der Haut ein ebenso großes Loch und eine große, bös aussehende Wunde war. Mitleid glomm in Ursel hoch, die Arzttochter und alle mütterlichen Instinkte erwachten in ihr, aber während sie sich eifrig und geschickt um die Wunde bemühte, schwante ihr auch etwas von möglichen Zusammenhängen, und sie fragte vorsichtig, ob das Auto vielleicht ein roter Zweisitzer gewesen fei. Ja, es sei ein roter Zweisitzer gewesen. Ob sie vielleicht zufällig Jolanthe heiße? fragte Ursel dann. Ja, so heiße sie, aber man nenne sie Jo, sagte das Geschöpf freundlich. Ursel sagte darauf nichts. In ihr war Sturm. Sie nestelte an dem Taschentuch herum, mit dem sie einen Notoerband machte, und konnte es nicht verhindern, daß ihr eine Träne ins Auge kam, die auf das zerschundene Knie fiel. Dann aber konnte sie auch nicht verhindern, daß sie sich plötzlich tiefer bückte und einen Kuß auf die weiße Haut drückte, dorthin, wo der Verband aufhörte. Es war ein Siegel, er war wohl auch so gemeint, und jedenfalls: Als eine Stunde später Kurt, der inzwischen alle Stadien vergeblichen Wartens bis zur kalten Raserei durchgemacht hatte, hoffnungslos vor dem Haus stand, sah er aus einer Richtung, aus der er es am wenigsten vermutet hatte, ein engumschlungenes Paar aus dem Wald treten, das alle Zeichen tiefer Vertrautheit so deutlich an sich trug, daß ihm der Mund vor Staunen offen blieb. Die eine hatte einen Lodenmantel an und den Arm um den Hals der anderen geschlungen, das war Jolanthe. Die andere hatte einen zerrissenen Seidenfetzen über den Schullern hängen und lachte glückselig sowohl, als auch verschmitzt. Das war Ursel. Sie blickte Kurt siegreich entgegen, dann sah sie zu Jo hin mit einem Aus- örucf, der erkennen ließ, daß das verliebte Kind den Gegenstand seiner Neigung jäh gewechselt hatte. Das Spiel mit den vier Wenzeln. In Altenburg treffen sich auch in diesem Jahre wieder die Verehrer des S k a t s p i e l s vorn 24. bis 26. September. Der Brauch des Skatlegens wird schon in einem Spielbuch vom Jahre 1791 beschrieben, wo beim Tarockspiel erwähnt wird, daß nach der Blattverteilung an drei Mitspieler der Kartengeber die verbleibenden drei Restblätter vor sich hin, „in den Skat" legt. Der Name des Spiels ist also früher vorhanden gewesen als dieses selbst. Der Tarock und das Schafskopfspiel sind gewissermaßen die Eltern: ihr wohlgeratenes Kind wurde das vor 125 Jahren geschaffene Skatspiel. Im deutschen Schrifttum taucht es zum ersten Male im Jahre 1818 auf. Der Kreis, der sich um die Entwicklung des Skats aus gebräuchlichen Kartenspielen verdient machte, ist einigermaßen bekannt. Steht für Friedrich Ferdinand Hempel, den Herzoglich sächsisch gotha-altenburgischen Advokaten, den „Skatprofessor", nur die außerordentliche Pflegschaft des neuen Spieles fest, fo ist für den Rats- kopisten N e e f e die Urheberschaft des „Reizens" durch einen Augenzeugen verbürgt. Der Tod Neefes im Jahre 1821 und die erste Beschreibung de Skates durch Friedrich Ferdinand Hempel im Jahre 1818 lassen die Einführung des Reizens, der das Skatfpiel kennzeichnenden Eigenheit, für diese Jahre feftsetzen. Vielfache Ergänzung und Regelung erfuhr das Spiel dann im Laufe der Jahrzehnte; genaue Richtlinien und Ordnung bestimmen ja die Altenburger und das Skatgericht. Vermag man also vielleicht auch nicht einen bestimmten Mann als Erfinder des Spieles festzulegen, fo ist es doch in einem bestimmten Kreise entstanden, ist durch Hebung im praktischen Gebrauch hervorgewachsen, so daß der Vers seine Berechtigung hat: „Ein Altenburger Bäuerlein soll dieses Spiels Erfinder fein. Drum spielt es dort auch jeder Bauer, und nicht gering und mit Ausdauer." Bald wurde das Spiel Allgemeingut. Die Spielfreudigkeit der Altenburger Bauern untermauerte es, wie in der Deutschen Skatzeitung ausgeführt wird. Altenburaer Studenten verpflanzten es von der Heimat auf die Hochschulen. Die Wehrpflicht brachte den Skat in die Kasernen, und schließlich fand er den Weg nach Ueberfee und ist heute in der ganzen Welt zuhause. Tausende fleißiger Hände finden Arbeit bei der Herstellung der Skatkarten. Tannenberg Vor 23 ange- Die französische Regierung hat der Bitte der tschechoslowakischen Regierung stattgegeben und nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwi- schenPortugal und der Tschechoslowakei die Vertretung der tschechoslowakischen Belange in Lissabon übernommen. beteiligen, die der Führer und Reichskanzler ordnet hat. (Sin Tagesbefehl Stabschef Lutzes. verwundet in den Händen der Sieger, 300 Geschütze und unermeßliches Material wurden erbeutet. Mag der Ausgang des Weltkrieges für die Ration und für den deutschen Osten noch so schmerzlich gewesen sein — immer werden die Tage von Tannenberg im Glanze des Ruhmes erstrahlen. Am 31. August 1924, dem zehnten Gedenktage der beendeten Schlacht, wurde der Grundstein zu einem Rational denkmal bei Tapnenberg, unweit von Hohenstein, gelegt. Hindenburg selbst war bei dieser Feier anwesend. Das Denkmal mit feinen acht gewalttgen Türmen und seiner imposanten Ringmauer erinnert an eine altgermanische Festung. Die Einweihung erfolgte am 18. September 1927 durch den Reichspräsidenten und Generalfeldmarschall, in einer Rede in der er sick mannhaft und feierlich gegen die Kriegsschuldlüge wandte. Jene Worte sind am Portal des Reichsehrenmals in Erz gegossen und lauten: „Reinen Herzens sind wir zur Verteidigung des Vaterlandes ausgezogen, und mit reinen Händen hat das deutsche Heer das Schwert geführt." Das Denkmal von Tannenberg ist die Gruft des großen Feldherrn geworden, dessen Name mit dieser Schlacht verbunden ist. Der Führer selbst geleitete ihn an der Spitze der Nation an dieser Stelle zur letzten Ruhe. Am 2. Oktober 1935 erklärte der Führer und Reichskanzler dann das Nationaldenkmal zum Reichsehrenmal und damit zum Heiligtum der Nation. Der Bau der Grabstätte für Hindenburg hat eine grundlegende Umgestaltung des inneren Hofes des Denkmals erfordert. Seitdem find auch in der Umgebung des Ehrenmals Ausbauten erfolgt, die äußerlich die Wirkung des gewaltigen Baues noch steigern. Der Denkmalsturm, der sich über der Gruft der Grabstätte erhebt, bildet eine hohe Halle mit einem Standbild Hindenburgs, das vier Meter groß ist. Für die Gefallenen des Weltkrieges sind zwei Ehrenhallen zu beiden Seiten der Gruft des Marschalls errichtet. Zwanzig unbekannte deutsche Soldaten ruhen hier, große Heldenfriedhöfe liegen verstreut in der Landschaft. Der Gedenktag von Tannenberg und der nahende 90. Geburtstag des Marschalls wird für viele Deutsche die Mahnung sein, sich freudig an der Erneuerung ber Hindenburgspende zu Alljährliche Wiederholung der Reichswettkämpfe der SA. M ü n ä) e n , 23. Aua. (DRB.) Die NSK. bringt folgenden Tagesbefehl des Stabschefs nach Schluß oer Reichswettkämpfe der SA. im Reichssportfeld zu Berlin: „SA.-Führer und SA.-Männer! In Verfolg der Verfügung des Führers vom 27. November 1936 an die SA., .Träger in Vorbereitung und Durchführung der Nationalsozialistischen Kampfspiele zu sein', wurde unverzüglich diese Aufgabe auf breitester Grundlage in Angriff genommen. Wenn es trotz der verhältnismäßig kurzen Zeit gelungen ist, Ausscheidungswettkämpfe bei den Stürmen, Standarten und Gruppen bis zu den Reichswettkämpfen auf dem Reichssportfeld in Berlin durchzuführen, so ist dieses dem Einsatz jedes einzelnen zu verdanken. Die ersten Reichswettkämpfe der SA. find weit über den Rahmen einer bloßen Ausscheidung hinaus- gegangen und zur Leistungsschau der Mil- honenorganifation ber SA. geworden, die nunmehr in Nürnberg bei den NS.-Kampfspielen ihren höchsten Ausdruck finben soll. Für den bisherigen Einsatz und die dabei gezeigten Leistungen spreche ich der gesamten SA. vom letzten SA.-Mann bis zum letzten Aus- schcidungskämpfer in Berlin meine ganz b e - sondere Anerkennung aus. Ich bin dabei überzeugt, daß diese Anerkennung den Siegern von Berlin eine neue Verpflichtung fein wird zum Einsatz bei den NS.-Kampfspielen in Nürnberg und jedem SA.-Mann zugleich ein neuer Ansporn für die weitere Arbeit an ber vom Führer gestellten Aufgabe. Ich weiß, wie schwer es für den einzelnen war, die persönlichen und sachlichen Opfer zu bringen, um an den Tagen in Berlin teilnehmen zu können. Ich weiß aber auch, daß die freiwilligen Opfer an Zeit und Geld in dem Bewußtsein gebracht worden sind, durch die SA. der Gemeinschaft des Volkes zu dienen. Darüber hinaus haben die Reichswettkämpfe mit dem Führerappell dazu beigetragen, die Kameradschaft und innere Ge- schlossenheitdesFührerkorpsber SA. jn weitgehendstem Maße zu festigen und zu fordern und für den kämpferischen Einsatz ber gesamten SA. die bisher geschaffene Grundlage zu erweitern. Ich ordne daher an, daß die Reichswettkämpfe der SA. alljährlich stattfinden als Generalappell für die NS.-Kampsspiele in Nürnberg und als Ausdruck eines neuen, der SA. eigenen Gestaltungswillens zur Hebung der W e h r- fraft und Stärkung des Wehrwrllens durch den SA.-Sport." kleine politische Nachrichten Der chinesische Finanzminister K u n ist mit zwölf Herren feiner Begleitung am Samstagnachmittag in Bad-Nauheim zu einem sechswöchigen Kuraufenthalt eingetroffen Der deutsche Botschafter in Santiago be Chile, von Schoen, flog nach Neuyork, um von bort aus mit dem Dampfer „Europa" nach Deutschlanb zur Teilnahme am R ei ch s p a r t e i t a g weiter- zufahren. Jahren errang das deutsche Ostheer in den Tagen vom 24. bis 31. August den weltgeschichtlichen Sieg über die Russenheere auf den ostpreu- ßischen Feldern bei Tannechierg. Am 2. Oktober dieses Jahres würde ber verewigte Generalfeld- marfchall von Hindenburg, ber Sieger ber Tannenberg-Schlacht, feinen 90. Geburtstag feiern können. Daher wird in biefen Tagen bas Gedenken der Natton an die ruhmreichen Leistungen Hindenburgs, Ludendorffs und aller ihrer Mitkämpfer besonders innig und dankbar sein. Tannenberg war die Umfassungsschlacht einer kleineren Armee gegen eine große Uebermacht. Hier ist das gelungen, was seit Cannae das Ziel aller Feldherren war, in offener Feldschlacht den überlegenen Gegner zu stellen, zu schlagen und einzukreisen. Den Deutschen ist das damals gelungen, der Russeneinfall wurde zerschlagen, 150 000 Mann verlor ber Feind an Toten und Verwundeten, 93 000 Mann ließ er un- Der amerikanische Bunbessenat unb bas Repräsentantenhaus vertagten sich nachbem bie britte Vorlage für Nachtragsbewilligungen von beiben Häusern von 140 Millionen auf weniger als 100 Millionen Dollar herabgesetzt unb in dieser Form angenommen worben war. Der Senat nahm bie Helium-Verkaufsvorlage an unb leitete sie an bas Weiße Haus weiter. ♦ Eine amtliche Mitteilung bestätiat ben Mißerfolg ber französisch-belgischen Wirtschaftsverhandlungen, bie ber Aufteilung des Tranfithanbels aus Elsaß - Lothringen auf bie Häfen von Dünkirchen, Antwerpen unb Gent gemibmet werben. * Das „Ostbeutfche Volksbla11" in Lemberg, bas Organ der beutschen Minberheit in Galizien, kann soeben auf ein 30jähriges Bestehen zurückblicken. Das Blatt hat aus biefem Anlaß eine Sonbernummer herausgegeben, bie einen interessanten Ueberblitf nicht nur über bie Geschichte ber Zeitung, sondern auch über bie ber beutschen Minberheit in Galizien gibt. Der Mitchwirtschasttiche Weltkongreß. Berlin, 24. Aua. (DRB.) Am Montag begann bie wissenschaftliche Arbeit bes XI. Milchwirtschaftlichen Weltkongresses in ben Krollfestsälen. Den Generalbericht zu der Frage ber „„Fütterischen unb futtertechnischen Auswertung ber Milchleistungsprü- fungen" gab Dr. Weis für ben erkrankten Reichshauptabteilungsleiter Dr. Brunnenbaum. Die Welterzeugung an Milch könne auf runb 60 Milliarben Goldmark veranschlagt werden. Deutschland allein weist jährlich 25 Milliarden Liefermilch nach, was einem Erzeugerwert von 3 Milliarden Mark gleichkomme. Bei einem so wertvollen Produkt kommt den Bedingungen, unter denen es erzeugt werde, ganz besondere Bedeutung zu. Seit dem November 1935 bestehe in Deutschland eine Anordnung über die pflichtgemäße Durchführung von Milchleiftungs- prüfungen. lieber das Thema „Die Fütterung des Milchviehs auf wirtschaftlicher Grundlage", für bie in 29 Berichten aus 13 ßänbern bas Material vorlag, sprach Prof. Jünger (Kiel). Grundsätzliche Fragen über Hygiene und Wirtschaftlichkeit des Viehstalles schnitt Prof. Dr. Staff e an. Die Sektion 2 des Milchwirtschaftlichen Weltkongresses befaßte sich mit wichtigen Fragen der Be- und Verarbeitung der Milch. Dr. O. F. H u n z i k e r (USA.) eröffnete die Berichterstattung mit einem Generalreferat über die Verwertung überschüssiger Milch. Der deutsche Generalberichterstatter Prof. Dr. K i e- f e r I e befaßte sich besonders mit der entrahmten Milch, an deren richtiger Verwertung in Deutschland mit Nachdruck gearbeitet werde. Anschließend ging Prof. Dr. Mohr (Kiel) auf die Frage der Aromabildung bei der Butter ein. Mit der Frage der Haltbarkeit der Butter setzten sich Staatskonsulent Jensen (Dänemark) unb Dr. Ritter (Schweiz) auseinanber. Am Schluß referierte Joses Csiszar (Ungarn) über fehlerhafte Milch unb bie Möglichkeiten zur Beseitigung bieser Fehler. Die Teilnehmer bes XI. Milchwirtschaftlichen Weltkongresses versammelten sich am Sonntag zu einem Begrüß ungsabenb in ben Festräumen ber Krolloper. Den Auftakt bilbete bie Uraufführung bes Films „Quellenbes Lebe n", beffen hervorragend durchdachte Bilbfolge ben Gästen einen aufschlußreichen Einblick in bie Hauptgebiete ber beutschen Milchversorgung gab. Dann hieß ber Geschäftsführende Präsibent Reichsobmann Behrens bie Kongreßteilnehmer willkommen. Der Ehrenpräsibent bes Kongresses, Minister a. D. Dr. Posthuma, bankte namens der ausländischen Gäste herzlich für ben Empfang. Die internationale Butterprüfung. Berlin, 23. Aug. (DRB.) Auf ber ersten internationalen Butterprüfung innerhalb ber Ausstellung am Kaiserbamm nahmen bei ber Prüfung für Lagerbutter 15 verfchiebene ßänber teil. Dabei erzielten bie nachstehend alphabetisch geordneten Länder die besten Ergebnisse: Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Niederlande, Norwegen, Oesterreich unb USA. An ber Frischbutterprüfung nahmen insgesamt 17 verschiedene ßänber teil, von benen Dänemark, Deutschlanb, Estlanb, Finnlanb, ßitauen, Nieberlanbe, Oesterreich, Polen unb Schweben bie besten Ergebnisse erreichten. Ausbrücklich sei bemerkt, baß bie alphabetische Reihenfolge ber aufgeführten ßänber nid) t maßgebenb ist für bie f e ft g e ft eII te n $ u11 e r q u a li t ät e n aus ben einzelnen Staaten, ba eine rangmäßige Festlegung ber Prüfungsergebnisse roeber vorgesehen war noch erfolgt ist. Deutschland hat die meisten Hühner. Unter ben europäischen Staaten fjat Deutschlanb die meisten Hühner: 88,3 Millionen! Ihm zunächst kommen England mit 74,9 und Frankreich mit 69,3 Millionen. Wenn gleichwohl England und Deutschland die stärksten Eiereinfuhrländer sind, so darum, daß die Hühner eben doch nicht fleißig genug find, den Eierhunaer der großen Bol- fer zu stillen. Andere Staaten haben zwar kleinere Bestände, aber einmal schon entfallen auf je-ben Volksangehörigen mehr Hühner, und weiter sind die Hühner auch legefreudiger. Auf 100 Deutsche kommen 134 Hühner, auf 100 Franzosen 166 und auf 100 Engländer 187 Hühner. Die meisten Staaten haben je Eiereffer mehr Eierleger als wir. Das geht hinauf bis zu den Dänen, deren jeöer fast acht (genau: 7,97) Hühner für sich hat. Aber dennoch müssen wir sagen: Mit 88,3 Millionen Hühnern, darunter rund 57 Millionen ßegehennen, haben wir an sich Hühner genug. Nur sichten die Tiere fleißiger fein! Der bei uns erreichte Durchschnitt von 90 (Siern im Jahre ist $u gmng. iBiele unferer Sülmer legen 180 und noch mehr Eier im Jahre. Aus den Bauernhöfen jedach. auf denen gut siebzig Millionen Hühner leben, legen die Tiere im Durchschnitt nur 70 bis 80 Eier. Hier Wandel zu schaffen indem junge Tiere aus Öen anerkannten ßeiftungsraffen statt der lege- müden und leistungsunsahigen, verbastardeten Huh- uermatronen gehalten werden, und zwar in lichten, warmen, trockenen Ställen, wird heute angestrebt l Wenn auch heute kein Brotgetreide mehr verfuttert ! werden darf, so geben doch Hinterkorn, Kleie, Kar- ■ toffein, Magermilch und Abfalle em Futter, mit . hem wir — ßeiftungstiere vorausgesetzt — mehr Eier vom Huhn erzielen können als heute. Kunst und Wissenschaft. Hohe Anerkennung in Venedig für den Iarbenfilm „Deutschland". Auf ber Filmkunstschau mürbe vor einem zahlreichen Publikum ber nach bem Berthon-Siemens- Verfahren hergestellte Farbenfilm „Deutschland mit starkem Erfolg uraufgeführt. Vorher wurde bas Farbenfilmverfahren in einem kurzen unter ber Regie von Weidemann, bem Vizepräsidenten der Reichsfilmkammer, gedrehten Vorfilm erläutert, ber mit einigen hervorragend) gelungenen Stubien abschloß. Der Hauptfilm zeigte in loser Aneinanderreihung Bilder aus der deut- chen ßandschaft, von Arbeit und Technik, vom ßeben und Schaffen des Volkes. Technisch bedeutet dieser unter der Leitung von Svend N o l d a n hergestellte Film einen bedeutenden Fortschritt, weil bas angeroanbte nach bem Dreifarbensystem arbeitende Verfahren bei ber Wiedergabe eine weitaus größere Naturähnlichkeit als bisher ermöglicht. Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, daß die arbigen Bilder eine große Tiefenwirkung besitzen. Dom künstlerischen Standpunkt aus kann das Problem des farbigen Films aber noch keineswegs als gelöst betrachtet werden; erst die über das Dersuchs- tadium hinausgehende Weiterentwicklung wird in tiefer Hinsicht Klarheit schaffen können. Der Präsident der internationalen Filmkunstschau, Graf Dolpi, richtete an Reichsminister Dr. Goebbels unb an Carl Friedrich von Siemens Telegramme, in denen er feine große Anerkennung über den Erfolg des Filmes „Deutschland" aus- P richt. Die amerikanische Selznick-Produktion führte einen großen farbigen Spielfilm vor mit dem Titel „Ein Stern ist a u f g e g a n g e n" („A Star is born“), ber ein Thema bes Filmlebens zum Gegenstand hat. Mit dem Stern ist ein Filmstern gemeint, der von Janet G a y n o r sehr interessant dargestellt wird. Die Filmhandlung erhält einen eigenen Reiz dadurch, daß sich gleichzeitig mit bem romantischen Aufstieg eines kleinen Mädchens zum berühmten Filmstar Der recht unromantische Niedergang eines weltbekannten Filmschauspielers vollzieht, den Frederic March mit großem Können verkörpert. Als dritter Schauspieler ist Adolphe M e n j o u heroorzuheben. In den Farben zeigt der Film eine ziemliche Vollkommenheit. Auffällig ist, daß die Farben in den Jnnenszenen weitaus besser geglückt sind, als in den immer noch recht unnatürlich wirkenden Außenaufnahmen. Reichstagung der Deutschen Geologischen Gesellschaft. In Aachen begann eine Tagung der Deutschen Geologischen Gesellschaft. Auf einer Kundgebung der Fachgliederung Bodenkunde im Reichsforschungsrat wurde ein Ueberblitf über bie bisherigen Arbeiten ber Erschließung und Erforschung heimatlicher Bodenschätze gegeben. Prof. Dr. K. Beurlen sprach über Zusammenarbeit und Planung zwischen Geologie, Mineralogie und Geophysik. Prof. Dr. R a m d o h r (Berlin) machte Ausführungen über die Aufgaben der Mineralogie, und Prof. Dr. R o e f f i g e r (Potsdam) erläuterte die Aufgaben der Geophysik. Dann fand ein ßehraus- flug in die Bleierzlagerstätte von Mechernich und zur Talsperre Schwammenauel statt. Ferner wurden ßehrausflüge in die Eifel und das Hohe Denn (Neubelgien) unternommen. Der Hauptversammlung schließen sich weitere Fahrten an nach Düren, Höngen, in das Eschweiler Gebiet sowie nach Hol- ländisch-ßimburg und zur Gileppe-Talsperre in Neubelgien. Aus aller Welt. Schweres Unwetter in Südbayern. München, 24. Aug. (DRV. Funkspruch.) Die Riederschläge am Wochenende und im Laufe des Montag haben im Alpengebiete große Ausmaße angenommen und namentlich im Werdenelfer Land zu Aeberfchwemmungen geführt. Die Bahn ft recke München — Garmisch ist an drei Stellen auf größere Strecken bis zu 30 Zentimeter hoch vom Wasser überflutet, o daß am Montag um 23 Uhr der Zugverkehr ab Murnau eingestellt werden mußte. Auch die Fernverkehrs st raße München — Garmisch ist teilweise von den Fluten überspült, so daß jeder Autoverkehr unmöglich ist. Zwischen Garmisch- und Mittenwald ist die Straße sowohl auf bayrischem Gebiet zwischen Kaltenbrunn und Klais wie auch auf österreichischem Gebiet bei Scharnih durch Hochwasser und Vermurrungen unterbrochen. Ebenso ist die Straße Garmisch-Reutte mehrfach verlegt. Da auch die Arlberg-Bahn wegen Bergsturzes und Vermurrungen gesperrt wurde, muß der gesamte Zugverkehr über Salzburg—München—Lindau umgeleitel werden. 100-Iahrfeier der Stadt Elbing. Mit feierlichem Glockengeläut vom Turm der alten Marienkirche eröffnete Elbing, die Stadt lübischer Hanse unb deutschen Ordensgeistes, seine' Festtage zum 700jährigen Be stehen. Oberbürgermeister Wölk begrüßte die Ehrengäste, insbesondere die Vertreter ber Partei, bes Staates unb ber Wehrmacht. Er gedachte ber schicksalreichen Geschichte Elbings unb erstattete einen Rechenschaftsbericht über die in ben letzten vier Jahren unter nationalsozialistischer Führung geleistete Aufbauarbeit. Er hob hervor, baß Elbing heute keine Arbeitslosen unb keine Schulden mehr habe. Mit Stolz zählt die Stadt den Führer zu ihren Ehrenbürgern. Zur 700-Iahrseier hat die Stadt in dankbarer Anerkennung ihrer Verdienste um Volk unb Staat vier der engsten Mitarbeiter des Führers, Minifterpräsident Generaloberst Göring, Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsminister Dr. Frick und Reichsorganisationsleiter Dr. ße y, gleichfalls zu ihren Ehrenbürgern ernannt. Regierungspräsident von Keubell überreichte in Anerkennung der geleisteten Aufbauarbeit Oberbürgermeister Wölk bie Goldene Amtskette, welche die Siegel und Wappen der 700jährigen Stadt und das Hoheitszeichen der NSDAP, zeigt. Die 700-Jahrfeier erreichte ihren Höhepunkt mit einem Appell unb einer Großkundgebung der NSDAP, auf bem neu geschaffenen Aufmarschplatz. Gauleiter Koch, ber mit ben Führern der ost- preußischen Parteigliederungen unb in Begleitung der Äommanbierenben Generale des Heeres unb ber ßuftroaffe von Küchler unb Schweick - Harb erschien, wies barauf hin, baß das Versprechen, bas er nach der Machtübernahme ber Ardeiterlchaft gegeben habe, erfüllt sei. Damals fei die Hälfte der Eibinger Bevölkerung ohne Arbeit und Brot gewesen. Heute sei die alte deutsche Hansestadt wieder eine Stadt ber Arbeit und bes Aufbaues. — Zum Hauptfesttag war als Vertreter bes Reichs- unb preußischen Innenministers Ministerialdirektor Suren erschienen, ber ber Stadt einen Betrag von 300 000 Mark zum Bau eines Hitler-Jugendheimes und einer Jugendherberge überreichte. Kloster Eberbach wird erneuert. Das Hochbauamt Wiesbaden hat vor einiger Zeit die Erneuerungsarbeiten im Kloster Eberbach im Rheingau begonnen. Die Abtei Eberbach wurde 1131 von Bernhard von Clairvaux gegründet. Die Zisterzienser benötigten rund ein Jahrhundert, um die Abtei zu dem Glanz zu bringen, wie wir sie kennen. Sowohl die Bauten für die Mönche, der weiträumige Schlaffaal mit herrlichen Kapitälen und Spitzbögen, die weiträumigen Speisesäle mit dem romanischen Rundbogen, wie auch die großartigen Kirchenräume erstanden in vollendeter Architektur, wie man sie in dieser künstlerischen Geschlossenheit selten sieht. Nach Aufhebung der Abtei durch Napoleon 1803 standen die Gebäude leer. Seit 1811 wurde ein Teil der Baulichkeiten als Irrenhaus, später als Strafanstalt benutzt. Als diese 1912 nach Freiendiez verlegt wurde, wurde von der Militärverwaltung ein Genesungsheim eingerichtet, das 1918 beim Einrücken der französischen Besatzungstruppen aufgelöst wurde. Seit 1918 hat die Preußische Domänen-Weinbauverwaltung bie Ge- bäube in ihre Obhut genommen. Mit ßiebe unb Verstänbnis würbe an ber Wieberherstellung ber Abtei gearbeitet. Werkwohnungen mürben geschaffen unb ein Teil ber historischen Räume renoviert, sowie Dachstühle und Dächer wieder in Stand gesetzt. Gegenwärtig wird die Erneuerung der romanischen Kirche durchgeführt. Bei den Arbeiten wurden zahlreiche Grabmäler freigelegt, auch die ber Grafen von Katzenellenbogen. Daneben sollen auch bie übrigen Baulichkeiten in einen Zustanb versetzt werben, ber ihrem historischen Wert entspricht. Internationaler Versicherungsbetrüger unschädlich gemacht. Don der Kölner Kriminalpolizei wurde ein aus Köln stammender internationaler Versicherungsbetrüger und Devisenschieber größten Stils festgestellt, ber es barauf abgesehen hatte, deutsche unb auslänbische Versicherungsgesellschaften durch fingierte Unfälle um Beträge zu schädigen, die eine Million Reichsmark überfteigen. Der Verbrecher besaß in einem Kölner Vorort eine elegant eingerichtete Villa und lebte auf sehr großem Fuß. Bereits 1931 erlitt er einen merkwürdigen Unfall, der ihm die hohe Summe von 60 OOO Mark einbrachte. Sein rechter Fuß war damals überfahren worden und hatte die Amputation einer Zehe zur Folge. Da ihm fein erster Erfolg offenbar auf ben Geschmack gebracht hatte, holte er vor kurzem zu einem zweiten großen Schlag aus, ber ihn für alle Zeiten „gesund" machen sollte. Er versicherte sich bei einer deutschen Gesellschaft mit 400 000 Mark unb bei einer englischen mit 59 000 englischen Pfunb, zusammen annähernb mit 1,1 Millionen Mark. Wie zu erwarten war, trat kurze Zeit danach der „Unfall" ein: ber Versicherte „verunglückte" mit einem Küchenmesser unb stach sich babei ins Auge. Diese Verletzung hatte angeblich die operative (Entfernung des Auges zur Folge. Die englische Versicherungsgesellschaft zählte etwa 30 000 Pfund (über 400 000 Mark) aus. Die deutsche Versicherungsgesellschaft dagegen setzte sich mit der Kriminalpolizei in Verbi nduna. Der Schwindler wurde f e ft g e n o m ■ men. Auch feine Ehefrau, die dem Betrüger Beihilfe geleistet hatte, wurde in Hast genommen. Erfreulicherweise ist es gelungen, fast ben gesamten erschwinbelten Bettag, ber im Auslanb beponiert war, sicherzustellen. Explosionsunglück in ber Rahe von Lelle. In ber Nähe von Unterlueß ereignete sich aus bisher noch unbekannter Ursache in einem Pulver! a g e r eine kleine Detonation. Die angrenzenden Werkschuppen wurden daraufhin umgehend geräumt. Während der ßöfdjarbeiten der sofort eingesetzten Werkfeuerwehr erfolgte eine zweite Explosion, die unter ber ßoschmannschaft zwölf Tobesopfer forberte. Außerbem trugen 67 Arbeiter Verletzungen bavon, die glücklicherweise meist leichter Natur sind. Ein Angehöriger der Werkfeuerwehr wird noch vermißt. Der Sachschaden ist, soweit bisher zu übersehen, nicht erheblich. Mit den Aufräumungsarbeiten wurde bereits begonnen. Schwere Gewitterschäden in Oesterreich. Schwere Gewitter haben in ben letzten Tagen in Oesterreich katastrophale Brandunglücke zur Folge gehabt. In Aigen in Niederösterreich brannte ein Bauerngehöft samt allen Wirtschaftsgebäuden nieder, wobei eine 15jährige Magd i n den Flammen den Tod fand. Bei F r e i st a d t in Oberösterreich brannte ein ganzer Weiler nieder. Der Schaden fit sehr groß. Auch in einer anderen Ortschaft in Oberöfterreich fielen Bauerngehöfte den Blitzschlägen zum Opfer. Verkehrsmafchine in Argentinien am Felsmassiv zerschmettert. Eine Panagra-Douglas-Maschine, die den regelmäßigen Flugdienst zwischen Buenos Aires und Santiago versah, ist in der Provinz San ßuis gegen ein 800 Meter hohes Felsmassiv gestoßen und explodiert. Die Besatzung — Passa- giere waren nicht an Bord — war auf der Stelle tot. Sechs Tote beim Absturz eines amerikanischen Bombers. Während der Nachtmanöver der Marine-ßuft- flotte stürzte in ber Bucht von San Diego (Kalifornien) ein Bombenflugzeug mit acht Mann Besatzung ab. Sechs von ben Insassen mürben g e • tötet, zwei schwer verletzt von einem in ber Nähe befinblichen Zerstörer aufgefficht. Der abgestürzte Bomber gehörte zu den modernsten Maschinen der Luftflotte, von denen jede mit einem Kostenaufwand von 150 000 Dollar gebaut wurde. Flugzeuge seiner Art unternahmen in diesem Jahr die erfolgreichen Massenflüge nach Panama und Hawai. Kongreß des Internationalen Studentenverbandes. Vom 6. bis zum 19. August tagte in Paris der Jahres-Kongreß des Internationalen Studentenverbandes (OJE.), an dem eine Abordnung der Reichsstudentenführung mit dem Leiter der Ausländsabteilung Dr. Sonnenhol teilnahm. Von besonderem Interesse war die Frage der Erwerbslosigkeit unter den jungen Akademikern uhö die Zusammenarbeit zwischen Kopf- und Handarbeitern. Bei der Behandlung dieser Frage wurde von den französischen Vertretern der Deutsche Arbeitsdienst als vorbildlich angeführt. Da anschließend an den Kongreß die 7. akademischen Wettspiele stattfinden, zu denen Deutschland eine Auswahlmannschaft von 220 Wettkämpfern nach Paris entsandte, fanden die Arbeiten der Sportkommission besonderes Interesse. Don deutscher Seite gehört dieser Kommission als Vizepräsident der Leiter des Amtes für körperliche Ertüchtigung der Reichsstudentenführung Georg Fischer an, der die Goldene Ehrenmedaille für Leibesertüchtigung vom französischen Unterrichtsminister eichalten hat. Die deutschen Vertreter konnten feststellen, daß auf dem Kongreß ein Geist gegenseitiger Verständigung, Sachlichkeit und Unvoreingenommenheit herrschte, der bewies, daß die studentische Jugend unabhängig von den Ereignissen der Tagespolitik sich über Dinge von gemeinsamem Interesse unterhalten kann. Ausdruck der guten Beziehungen zwischen der deutschen Studentenschaft und der französischen studierenden Jugend war der Besuch eines deutschen Kriegerfriedhofes in der Nähe von Reims, zu dem sich die deutschen, französischen und österreichischen Delegierten zusammengefunden hatten. Im Spätherbst wird dieses gute Einvernehmen von neuem seinen Ausdruck finden, wenn in der Nähe der französischen Stadt Avallon ein deutsch-französisches Studentenlager durchgeführt wird. Der nächste Internationale Studentenkongreß wird im September 1938 in Athen stattfinden. Meuterei an Bord eines sowjetrussischen Kriegsschiffes. Nach einem Bericht der „Evening News" kam es auf dem sowjetrussischen Kriegsschiff „M a r a t", das anläßlich der englischen Krönungsfeierlichkeiten an der Flottenparade auf der Höhe von Spithead teilnahm, nach dessen Rückkehr aus den britischen Gewässern zu Meutereien, bei deren Niederschlagung acht Matrosen als Anführer eines „Trotzki-Komplotts" erschossen worden seien. Die Offiziere der „Marat" feien bestraft worden, weil sie der Mannschaft, während das Schiff in britischen Gewässern lag, Landurlaub gewährt hätten. 38 von ihnen seien verhaftet worden. Zwölf der Verhafteten seien degradiert worden. Kampf mit .U: alen in der Antarktis. Als Oeckjunge auf einem norwegischen Walfänger. Knirschend frißt sich der Steven durch das Neueis der Antarktis. Die tiefstehende Sonne wirft ihre schwachen Strahlen über die glitzernde Einöde der weißen Schollen. Müde hängen die schweren Wolken am Himmel. Sechs Wochen sind mir jetzt unterwegs und immer nur Meer, Meer und Meer. Anfang Oktober lichteten wir oben in Toensberg am Oslofjord die Anker. Und dann ginge südlich, wochenlang. Unser Brennöl hatten wir bereits bei der letzten Heimreise in Le Havre gebunkert. — Seit St. Quessant grüßte noch einmal der „alte Preuße" von der französischen Küste herüber, der schon so manches Schiff in den Sturm der Biskaja geschickt hatte. Wärmer wird es allmählich. Die Kanarischen Inseln kommen auf. Und wenige Tage später erleben dann die beiden neuen Decksjungen ihre Aequa- to r t a u f e. „Taufe" schon, aber frei von jeglicher christlicher Nächstenliebe. An Bord ist nur das gut, was hart macht. Knud hat nach feinem Fefttrünk drei Tage lang kaum etwas heruntergebracht, so brannte ihm die Kehle danach. Es war auch ein etwas starker Cocktail, den man ihm versetzte: Waltran, Bunkeröl, das Salzwasser, in dem unsere Heringe schwimmen und etwas Benzin. Die anderen Bestandteile hat er nicht mehr recht herausschmecken können. Und daß er „geschmeckt" hat, dafür sorgen schon ein paar derbe Seemannsfäuste. In Kapstadt lagen wir neun Stunden vor Anker. Für uns hatte es wenig Zweck, an Land zu gehen. Die Zeit war ziemlich knapp, aber außerdem — und das war wohl der Hauptgrund — hatten wir uns oben in Norwegen alle vom kleinsten und gemeinsten Mann bis rauf zum Kapitän die Haare ein Zehntelmillimeter kurz schneiden lassen. In den sechs Monaten Seefahrtszeit haben sie ja Zeit genug, wieder zu wachsen. Uns machen sie nur unnötige Arbeit, und Wert auf äußerliche Schönheit wird an Bord nicht gelegt. Hier ist schön, was nützlich ist. Und nun schwimmen wir hier unten im südlichen Eismeer. Vor vierzehn Tagen liefen wir unter der Tropensonne halbnackt herum. Heute hat jeder seinen derben blauen Sweater an, den Kragen hochgerollt. Am 1. Dezember geht der Fang los. Er dauert dann bis zum 15. März. Diese Zeit ist von der norwegischen Regierung für alle Walfänger vorgeschrieben, um ein allzu schnelles Aussterben dieser Riesensäuger zu vermeiden — wenn auch ihr endgültiger Tod heute unabwendbar erscheint. Während dieser dreieinhalb Monate heißt es arbeiten, denn die Bunker und Tanks müssen mit Tran und Fleischmehl gefüllt werden. Und wir sind immerhin ein Achttausendtonner. Auf den sechs kleinen Fangschiffen, die mit uns hier heruntergestampft sind über den halben Erdball, herrscht eifriges Leben. Das Geschütz wird auf der Back aufmontiert, die Probegranaten werden abgeschossen. Plötzlich läutet der Maschinentelegraph. Wir stoppen. Der Funker ruft in den Telephoniesender. Unser Käppen hat die ersten Wale ausgemacht. Jetzt sehen auch wir durchs Glas die meterhohen Wassersäulen steuerbord voraus in die Luft schießen. Die sechs „Skut" — so heißen unsere Fangschiffe — schießen mit voller Kraft durchs Eis; dicke Rauchwolken ziehen sie hinter sich her. Mit 14 Knoten durchschneidet „Skut 4" das Wasser. Der Alte wirft seine Mütze ins Kartenhaus. Sie stört ihn doch nur beim Zielen. Durch das Glas beobachtet er genau den großen Wal, der sich etwas abwärts vom Rudel im Wasser tummelt. — Die Maschine stoppt. Das Schiff treibt aus. Käppen Nilson läuft über den Steg auf die Back. Ein kurzer Blick aufs Geschütz. Ja, die Leine ist richtig aufgeschossen. Die Granate steckt auf der zwei Meter langen Eifenharpune. Gezielt. Dann jagt das Geschoß durch die Luft, die Fangleine hinter sich herziehend. Gut getroffen — tief frißt sich die Granate ins Fett des Tieres. Mit letzter Kraft sucht der Wal sich loszureißen. Seine mächtige Schwanzflosse peitscht das Wasser. Das Spill läuft ab. Faden auf Faden. Die Maschine arbeitet mit voller Kraft rückwärts. Aber sie kommt anfangs nicht gegen den Wal an. Er zieht das Schiff mit sich. Doch allmählich schwindet seine Kraft. Er treibt tot an der Oberfläche. Aber Käppen Nilson will sich jetzt nicht mit dem einen Wal zufrieden geben. Ein Rohr wird in den gewaltigen Körper gestoßen und dann pumpt man ihn mit Preßluft auf. So kann er tagelang schwimmen. Zur besseren Sicht aus der Ferne sticht man ihm eine Fahne in den Rücken. Quer über die Reedereifarben ist „Skut 4" geschrieben. Das Schiff geht wieder auf neue Beute aus. Der tote Wal aber schwimmt einsam zwischen den dünnen Eisschollen. Sein Wimpel flattert müde im Wind. An der Trankocherei, dem großen Mutterschiff, sind inzwischen schon die ersten Wale abgeliefert worden. Mit Flaschenzügen werden die unförmigen Fleischklumpen an Deck gezogen. Jetzt geht es ans Abspecken. Eine 20 Zentimeter dicke Schicht wird rings um den Wal herum abgeschält. Sie hat eine Fläche von ungefähr 30 mal 18 Meter. Ein Speckstückchen, so von Tennisplatzgröße. In den Druckkesseln wird hieraus der Tran gewonnen. Nun kommt aber als nächster unser „Smuttje", der Koch. Mit seinem großen Schlächtermesser schneidt er sich die besten Fleischteile heraus. Denn mindestens jeden zweiten Tag gibt es hier an Bord Walfleisch. Ueberaü packen Hände zu. 250 Mann sind in Schichten damit beschäftigt, die Wale — es sind ungefähr zwölf Stück — zu verarbeiten. Wir haben uns nur schwer an den Trangestank gewohnt. Ein Tag vergeht wie der andere. Arbeit und Arbeit. Nur wenn die See einmal besonders grob ist, gibt es eine Abwechslung. Die schönen Stunden an Land, in der Heimat, können wir nur erträumen, und täglich sehnen wir uns nach jenem Tag, an dem unser Schiff roietfer in den Oslofjord einfährt umschwärmt von vierzig kleinen Motorbooten, mit denen die Angehörigen uns entgegenkommen. Karl-Heinz Sievert. Büchertisch. — Edwin Erich Dwinger: Spanische Silhouetten, Tagebuch einer Frontreise, Verlag Eugen Diederichs, Jena, Preis geb. 1,80 RM. — (187.) — Spanien ist das Schlachtfeld, auf dem der bewaffnete Bolschewismus seinen Angriff auf Europa vorträgt. Diese Feststellung ergibt sich mit unheimlicher Gewißheit aus dem schlichten Bericht, den Edwin Erich Dwinger von seiner Reise an die spanische Front vorlegt. Was Dwinger in seinen knappen Tagebuchnotizen berichtet, beweist wieder die Meisterschaft des Dichters, aus persönlichen Begegnungen, aus einer Fülle von Erlebnissen, aus vielen, scheinbar kleinen Wesenszügen ein farbiges Gesamtbild zu geben, in dem das Typische und Entscheidende des Freiheitskampfes des spanischen Volkes deutlich wird. — Jürgen Jürgensen: Die große Ex- p e ö i t i o n. Ein Kongo-Roman. Verlag Rütten & Loening, Potsdam. Preis geb. 4,80 RM. — (189.) — Diese Neuausgabe eines lange vergriffen gewesenen Werkes des dänischen Dichters wird besonders unserer Jugend willkommen sein. Es schildert wie ein kleines Expeditionsheer unter unsäglichen Strapazen und Entbehrungen, gefolgt von dem Verpflegungstroß und den Weibern der schwarzen Soldaten, durch den Urwald in unerforschtes Kongo-Gebiet vordringt. Unmerklich wächst der Geist des Widerspruchs und der Widersetzlichkeit bis eines Tages unter den Schwarzen offene Meuterei ausbricht. Die Weißen, einsam voneinander getrennt, unterliegen der Uebermacht. Nur einem gelingt es, die Expedition zu retten und die gefallenen Kameraden zu rächen. Mit großer künstlerischer Kraft schildert Jürgensen die geheimnisvolle farbige Welt des Urwaldes. — Hans Kloepfer: „Ioahrlauf. Gedichte in steirischer Mundart." 267 Seiten, Leinenband 5.— RM. Verlag der Alpenlandbuchhandlung Südmark, Graz-Wien-Leipzig. — (186.) — Im „Gießener Anzeiger" habe ich bereits auf die „Gesammelten Werke" des steirischen Dichterarztes Dr. Hans Kloepfer, der Peter Roseggers poetische Sendung im edelsten Sinne fortsetzt, hingewiesen. Es liegt nun der vierte Band vor, der 'wie die drei früher erschienenen, „Aus dem Bilderbuche meines Lebens", „Hochdeutsche Gedichte", „Sulmtal und Kainachboden", für sich abgeschlossen und einzeln käuflich ist. Die weststeirische Mundart, ein Zweig der bayrischen, berührt angenehm durch ihren gemütvollen, herzerwärmenden Klang und durch eigen» artige, mitunter drollige, immer anschauliche Redewendungen und Ausdrücke. Ein flemes Wörterverzeichnis gibt darüber die nähere Erklärung; störende Fußnoten fehlen. Kloepfers Dichtungen in der Sprechweise des Alpenvolkes, dem er als Arzt seit über vier Jahrzehnten hilfreich dient, werden als köstliche Wiedergabe echten bäuerlichen Denkens und Ringens allen Freunden der österreichischen Bergwelt, mit der Oberhessen durch seine Alpenvereins- sektion in enger Verbindung steht, besinnliche und frohe Stunden reinsten Genusses bereiten — namentlich beim Vorlesen — und auch zu Vergleichen mit dem Bauerntum im eigenen Lande anregen. Es werden sich manche gemeinsame Züge hier und dort — am Ostrande des Alpenwalles — finden lassen. Mr. Frido Kordon, Graz. — Armin O. Huber: Helga und der Hermelin. Roman. 245 Seiten. Geh. 2,40 Mark, Ganzleinen 3,50 Mark. Verlag Scherl, Berlin SW 68, 1937. — (176) — Ein interessantes, bewegtes Leben hat der Verfasser dieses Romans, obwohl er noch jung ist, hinter sich — Holzfäller, Pelzjäger, Klavierstimmer, Schnellmaler und auch Wurstmacher — das sind so einige Berufe auf Hubers abenteuerlichen Fahrten durch die Welt. Mit zwanzig Jahren, 25 Dollars und großen Hoffnungen war er nach Amerika gekommen. Hier zog chn das ungeheure Land Kanada bald in feinen Bann; hier schrieb er diesen packenden Roman einer kanadischen Liebe. Eine Unzahl von kleinen Hermelinfellen hat Fred Cooler unter unsäglichen Mühen in den Eiswüsten Kanadas erbeutet — den fertigen Mantel legt er seiner Braut um die Schultern. Aber kleine Mißverständnisse werfen oft den Menschen aus dem Geleise — so geht es auch ihm. Wieder zieht er über die Eisfelder, wo jeder Tag ein neuer Kampf um das Leden ist, haust mit den Indianern auf den Tundren, bis er dem alten Rivalen begegnet. Das gibt feinem Leben nochmals eine Wende; hiervon erzählt dieser männliche Roman. Wetterbericht des Reikhswellerdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Großwetterlage befindet sich in neuer Umgestaltung; dabei wird sich zunächst nach der Ostwärtsverlagerung der zentraleuropäischen Tiefdruckstörungen der Hochdruckeinfluß verstärken. Die außerordentlich starke Belebung der vom Atlantik ausgehenden Wirbeltätigkeit läßt jedoch ungestörtes Schönwetter auf längere Sicht nicht erwarten. Aussichten für Mittwoch: Morgens vielfach dunstig oder nebelig, sonst vielfach heiter, mittags warm, nachts recht frisch, späterhin bei nach West drehenden Winden Bewölkungszunahme. Aussichten für Donnerstag: Bei Luftzufuhr aus West wieder etwas unbeständiges Wetter. Lufttemperaturen am 23. August: mittags 19,8 Grad Celsius, abends 16,1 Grad; am 24. August: morgens 13,9 Grad. Maximum 20 Grad, Minimum heute nacht 12,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. August: abends 17,3 Grad; am 24. August: morgens 15,1 Grad. — Niederschläge 0,1 mm. — Sonnenscheindauer 1,3 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (beurlaubt), i. V.: Dr. Fr. W Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck (beurlaubt). Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel D A. VII. 37: 9076. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckeret R. Lange, K.-G., sämtlich m Gießen Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr 3 vom 1 Juni 1935 gültig. Nach langem, schwerem Leiden verschied am 18. August 1937 in ihrem 57. Lebensjahr meine liebe Frau, die Mutter meiner neun Kinder und Großmutter meiner drei Enkel Elsa Charlotte von Eicken geb. Prohme. Prof. Dr. Carl von Eicken. Berlin-Dahlem, Hellriegelstraße 5. Die Feuerbestattung fand am 21. August statt. Von Beileidsbesuchen bitte ich abzusehen. 5492 D H M 5$ am besten Sie befragen sich bei || bedingt: Richtiges Auf bewahren damit nichts verdirbt • Obst in einer Horde oder Obst« schrank. Kartoffeln in einer Karloff^lkiste aus Holz oder im Aufbewahrungskorb aus Draht BORRMANN": Gießen Neustadt 5 Ruf 4165 Mein Geschäft befindet sich ab 1. September KREUZPLATZ 2 (Pelikanapotheke) M. Liebler, Modistin 5442D I Mietgesuche | vklumen-lülllve sucht zum 1. Oktober eine 3-4-Zimni.-Wohii. in guter Lage. Schr.Angeb.unt. 5490Da.d.Gieß. Anzeiger erbet. Suche für sofort oderlb.Sevtem- ber eine 2 Zimm. Wohn, mit Küche evtl, auch Wieseck. Schr.Angeb.unt 04164 a.d.G.A. 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August 1937 Vn der heutigen VormittagSzlehung wurden gezogen 4 Gewinne zu 3000 RM. 230333 277361 20 Gewinne zu 2000 RM. 36910 42110 105361 111072 140170 173348 202703 284609 290808 378022 70 Gewinne zu 1000 RM 33 3128 13950 19189 26056 26793 30961 34009 38915 68016 90827 94399 125875 173429 185150 201021 203117 210052 217579 237586 249607 250240 255305 255732 257040 267996 270840 285855 300704 304898 338832 369054 392747 397034 397536 84 Gewinne ,u 500 RM 3846 4718 32034 32885 61322 65120 68156 68351 71983 76094 79627 84909 91476 103873 125593 131606 135573 139351 152290 173869 187307 210890 214208 215764 229098 231573 244685 252861 255841 263127 280622 286913 307812 315059 317035 322206 331751 346677 353078 381175 384110 397254 121468 145863 172626 202113 225566 244054 251329 292724 313370 336475 376198 386644 110080 135937 159898 184074 220833 230140 246125 283128 301187 323475 344643 383291 391797 114340 136089 162867 197349 222179 237305 246209 285974 304976 323617 352085 383530 399043 115460 143755 168752 199123 224266 238618 247971 292056 311005 334070 360487 386242 123971 153064 178357 206643 226439 244444 254161 293661 314747 336597 376847 891381 98018 126381 156715 180011 207431 229359 244725 267299 297429 316328 341808 380551 391605 „ 188 Gewinne zu 300 RM. 4898 9062 18688 20235 21238 23118 24302 38240 38362 39792 42151 60240 60542 82764 85348 92050 93697 94617 97582 ----- ------- ---- ---- ------ Denken Sie bald daran ihre Betten aufarbeiten zu lassen, damit sie fertig sind, wenn es kalt wird. - Das übernimmt für Sie preiswert und sachgemäß C. Röhr & Co 5491 A dn der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 8700 38951 46512 238785 245856 305810 318424 6240 23864 32642 37452 78 Gewinne tu 300 RM 140 Gewinne zu 61956 136337 207165 261574 312818 351816 27316 219026 29808 43854 87662 131926 164818 188646 221028 302436 334566 353737 375900 79206 142540 209773 277766 313339 357683 500 RM. 115470 144267 215940 283105 322300 383887 115596 185738 220683 288060 325559 395803 107885 157157 182705 197666 273582 318951 339480 359757 389369 120323 198115 229710 298970 332716 396418 18373 177904 373646 118648 159231 186377 199452 284612 328744 348647 368282 131466 163976 187116 211334 286435 331768 349890 369248 105162 146253 171136 197351 261668 315615 339161 355122 388439 133224 203019 231439 306317 351775 140301 316215 80770 117994 186427 196910 2 Gewinne zu 20000 RM. 2 Gewinne zu 10000 RM. 144214 168970 191386 243300 304501 335899 353980 387570 30 Gewinne zu 1000 RM 1353 38624 44037 53722 77202 97221 --------------------- 9589 10767 27474 30616 30902 33341 37283 37585 38941 64592 65245 69886 75507 78100 80522 94113 100174 ------- ------ ----- 4 Gewinne zu 6000 RM. 4 Gewinne zu 3000 RM. 14 Gewinne zu 2000 NM. _ 234965 287766 342788 388962 tim Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu fe 1000000, 2 zu je 500000, 2 zu se 100000, 2 zu \t 50000, 6 zu je 30000, 12 zu je 20000, 46 zu se 10000, 104 zu je 5000, 224 zu je 3000, 508 zu je 2000, 1610 zu je 1000, 2574 zu je 500 5214 au k 300, 122694 su je 150 NW. L Dienstag, 24. AugustlM Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheften) ltr.196 Zweites Blatt ßem Fleiß und eiserner Energie arbeitete ich einige, vor viele fort waren drehte der Wind und trug ^abre lang um dann als Sängerin zum Theater Wolken von grauer Asch über die Stadt Sie setzte ?uruckzukehren Meine erste Verpflichtung war an sich auf Pflanzen und Baume, bog die Zweige un- das Staatstheater in Kassel, von da ging ich ter ihrem Gewicht zur Erde bis sie brachen Sie nack F ran ff urt a M Jetzt hoffe ich, hier in erfüllte die Luft und drang in die Hauser Die Men- Gießen nlll meiner Stimme vielen Menschen Freude scheu atmeten sie eim Sie setzte sich in ifjre Augen ex™- /nrnfnAhmp- ysrrhin des Stadt- und Obren und machte sie blind und taub, so daß vyiencii hui mmn-i v*ui>n>v -------- — , : ' , bereiten zu können. — (Aufnahme: Archiv des Stadttheaters.) OaS »neue Pompeji" in der Südsee. Die Gaufilmstelle Hessen-Nassau der NSDAP, mit ihren Kreisfilmstellen hatte es sich vor nahezu vier Jahren zur großen Aufgabe gemacht, auch die Landbevölkerung Anteil nehmen zu lassen an den Schöpfungen der deutschen Filmkunst. Diese Arbeit wurde tatkräftig in Angriff genommen und in den vergangenen vier Jahren soweit gefördert, daß heute in vielen Ortschaften des Gaues bzw. des Kreises regelmäßig Filmvorführungen veranstaltet werden können. Die Kreisfilmstelle Wetterau, Pg. Weber, gab nun der Presse Gelegenheit, sich von den bisherigen Erfolgen dieser Arbeit zu überzeugen. Dies konnte am eindrucksvollsten durch den Besuch einer Filmveranstaltung geschehen, die am Sonntagabend im Saal der Gaststätte „Zum Reb- tock" in Großen-Linden stattfand und von über 700 Personen besucht war. Bürgermeister Pg. Michel, Großen-Linden, der im Jahre 1933 die Kreisfilmstelle betreute und damit im Dienste der ersten Aufbauarbeit stand, sprach einleitend zu diesem Filmabend über das Grundsätzliche der Arbeit der Gaufilmstelle. Er betonte, der Film habe im nationalsozialistischen Deutschland drei große Aufgaben: er solle in erster Linie der Ausspannung und der Erholung dienen, der die Landbevölkerung ebensosehr bedürfe, wie die Bevölkerung der Stadt; er habe ferner eine hohe erzieherische Bedeutung, denn er sei häufig sinnfälliger Ausdruck der Erscheinungen unseres Lebens, dem er aufbauend zu dienen habe; schließlich habe er noch große propagandistische Wirkungen zu erfüllen und möglichst allen Volksgenossen die großen Ereignisse nahezubringen, die in der Wirklichkeit nur von einem Bruchteil der deutschen Volksgenossen erlebt werden könnten. Vielen sei es z. B. nur durch den Film möglich, den Führer einmal zu,sehen. Die Veranstaltung von Filmabenden auf dem Lande sei um so nötiger deshalb, weil es der Landbevölkerung kaum jemals möglich sei, allein um eines Filmes willen die hohen Kosten auf sich zu nehmen, die eine Fahrt in die Stadt mit der NSG. „Kraft durch Freude" waren bisher 1400 Volksgenossen aus unserem Kreis auf der Düsseldorfer Ausstellung, und alle kamen begeistert von dem Erlebnis und mit vielseitigen neuen Eindrücken zurück. „Kraft durch Freude" veranstaltet nun noch eine letzte Wochenendfahrt mit Omnibussen am 4. und 5. September, so daß noch eine letzte Möglichkeit besteht, zu billigem Preis die Ausstellung „Schaffendes Volk" zu besuchen. Hauptfeier der Fünfziger 1887/1937. Am Samstagabend und am Sonntagnachmittag vereinigten sich die Angehörigen der Alterskameradschaft 1887/1937 zu ihrer Hauptfeier des 50. Geburtstagsjahres. Der Samstagabend war einem kameradschaftlichen Beisammensein bei Alterskamerad Gissel (Gasthaus „Zur Stadt Lich") gewidmet. Hier verlebten die Kameraden bei einem gemeinsamen schlichten Abendessen und bei frohgestimmter Unterhaltung wiederum, wie auch bei den bisherigen Kameradschaftsabenden, einige schöne Stunden. Kameradschaftsführer Willy Hahn sprach anläßlich der Hauptfeier kurz über den Sinn und den Zweck der kameradschaftlichen Vereinigungen, bei denen es keinerlei Unterschiede des Standes und des Berufes, des Vermögens oder des Besitzes gibt, sondern in denen sich die gleichaltrigen Männer im Geiste der Kameradschaft vereinigen und dabei durch die Erlebnisse und Erfahrungen in den mancherlei Stürmen des Lebens während fünf Jahrzehnten miteinander verbunden sind. Alterskamerad Kurt Richter erfreute seine aufmerksam zuhörenden Kameraden wiederholt mit seinen schönen Liedgesängen, die durch die prächtigen Stimmittel des Sängers starken Eindruck machten und daher auch mit starkem Beifall belohnt wurden. Gemeinsamer Gesang von Liedern, humorvolle Vorträge usw. und Ohren und machte sie blind und taub, so daß sie die Kette der furchtbaren Ausbrüche nur wie ein gleichförmiges Donnern hörten und kaum noch die Eine neue Kraft unserer Oper. Margarete Merian, die neue jugendliche dramatische und lyrische Sängerin, schreibt über ihren Werdegang: In einen kleinen Städtchen im Süden Deutschlands bin ich geboren und verlebte meine Kindheit glücklich in der Ungebundenheit eines ländlichen Lebens. Ich kann nicht sagen, daß ich schon ^hnster^ Sstmmbildn-r Gustav Müller. Die vertauschten Hüte. In den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts war der Bildhauer S ch a d o w ein ständiger Besucher der Literarischen Mittwochsgesellschaft in Berlin. Zu den Besuchern gehörte auch der damalige Innenminister S ch u ck in a n n. Die beiden verließen gewöhnlich als letzte die Gesellschaft. Eines Abends bemerkte der Minister beim Nach- hausegehen, daß jemand seinen Hut vertauscht hatte So nahm er den einzigen Hut, der noch am Nagel hing und fuhr, da es stark regnete, in einer Droschke nach Hause. Tags darauf erschien der Diener Schadows bet dem Minister, brachte den Hut von Schuckmanns zurück und verlangte dafür den Hut Schadows. Als die beiden sich wieder trafen, fragte der Minister verwundert: „Sagen Sie mal, lieber Schadow, woher wußten Sie eigentlich, daß ich Ihren Hut mitgenommen hatte?" Schadow lächelte verschmitzt: „Ja, Herr Minister, die Sache war nämlich so: Ich hatte an jenem Tage gerade meinen neuen Hut mit, funkelnagelneu war er. Und wie es am Abend so regnete, da dachte ich mir: ,Schadow, nimm den Ministerhut und laß deinen hängen. Der Minister fährt doch mit der Droschke, da wird dein schöner Hut nicht naß. Und du gehst zu Fuß, aber dem Ministerhut schadet der Regen nichts, der ist ja doch schon ziemlich alt und aus der Form geraten/ Und so habe ich denn die Hüte miteinander vertauscht..." füllten die Stunden dieses Kameradschaftsabends in sehr abwechslungsreicher Weise aus. Am Sonntagnachmittag trafen sich die Alterskameraden in Begleitung ihrer Familienangehörigen auf dem Schiffenberg, wo sich die zahlreiche Feiergemeinschaft zunächst bei Kaffee und Kuchen in gemütlicher Stimmung zusammenfand. Im weiteren Verlaufe des Beisammenseins waren wiederum Frohsinn und abwechslungsreiche Unterhaltungsdabietungen die Kennzeichen der Stunden. Alterskamerad Kurt Richter erfreute Mieder mit feinen feinen Liedvorträgen, die allen Zuhörern besondere Freude waren. Für die Männer, Frauen und Kinder war allerlei an Kurzweil vorgesorgt, so daß trotz des durch anhaltendes Regenwetter erzwungenen ständigen Aufenthalts im Saale niemand über Langeweile zu klagen hatte. So war es denn natürlich, daß sich die im besten Familiengeiste ausgestaltete kameradschaftliche Feier bis in den späten Abend hinein hinzog und allen Teilnehmern zu einem schönen Erlebnis wurde. Vereinigung für Degräbuishilfe. Die Vereinigung für Begräbnishilfe hatte ihre Mitglieder für Samstag in den „Burghof" zu einer ordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen. Der Vorsitzende Trän kn er leitete die gut besuchte Versammlung. Schriftwart I o e d t verlas den Jahresbericht für 1936. Durch das unverantwortliche Verhalten des damaligen Vorsitzenden wurde der Verein schwer geschädigt, so daß die mühsam erworbenen Rücklagen fast völlig aufgebraucht waren. Die für das Frühjahr 1937 vorgesehene Generalversammlung wurde mit Rücksicht auf die Umstellung und Neugründung des Vereins verschoben und sollte erst dann einberufen werden, wenn die Verhandlungen mit dem Reichsoufsichts- amt zu einem positiven Ergebnis gekommen sind. über sie hinstreicht, trägt Wolken von gelbem Staub über den Hafen und die Umgebung. Rabaul selbst bot einen trostlosen Anblick. Alle einstmals sauberen Straßen mit ihren herrlichen Baumreihen waren bis zu zehn oder zwölf Zentimeter in dickem grauem Staub begraben. Die Hausdächer waren von diesem klebrigen Staub bedeckt, der fast wie schmutziger Schnee aussah. Abgeschlagene Zweige lagen überall verstreut, und die wenigen Blätter an den Bäumen hingen schwarz und tot. Das Merkwürdige aber ist, daß kein nennenswerter Sachschaden angerichtet worden ist. Ein paar Dächer sind eingedrückt worden, ein paar leichte Hütten am Strand sind eingestürzt,Telephon und elektrische Leitung wurde durch fallende Aeste unterbrochen. Die Schönheit von Stadt und Hafen sind für den Augenblick dahin, aber es ist nichts geschehen, was nicht mit verhältnismäßig geringen Kosten wiederhergestellt werden könnte. C. K. Vier Jahre Arbeit der Gaufilmstelle Oer Film auf dem Lande. Wolken von Staub sehen konnten. Die meisten Menschen verliehen an diesem Nachmittag Rabaul. Nur wenige blieben zurück, weil sie mußten oder weil sie glaubten, daß die Katastrophe jeden Augenblick zu Ende fein würde. Für sie wie auch für Hunderte von Europäern und Tausende von Chinesen und Eingeborenen, die an die Nordküste geflohen waren, folgte eine Nacht des Schreckens. Das Krachen der zahlreichen Ausbrüche wurde von fast ständigem Donner begleitet, und ein Blitz nach dem andern erhellte die Nacht und zeigte den Vukan in voller Tätigkeit. Ein paar Dampfer, die gerade in der Nähe waren, suchten sich mühsam ihren Weg durch Rauch und stürzende Trümmer zu dem Hafen von Nodup, wo die Flüchtlinge sich zusammendrängten. Kaum hatten die Menschen angefangen, sich auf den Dampfern einzuschiffen, was nur sehr langsam vonstatten gehen konnte, als eine donnernde Explosion und eine dichte Wolke von schwarzem Rauch verkündete, daß der Ma- t u p e, der sogar noch näher bei der Stadt liegt, an dem Hexentanz teilnahm. Ein Dampfer nahm allein über 5000 Flüchtlinge auf und brachte sie nach K o k o p o , einer kleinen Niederlassung von nicht mehr als 50 Häusern. Hier waren fast 1000 Europäer, 4000 Chinesen und 10 000 bis 12 000 Eingeborene zusammengeströmt. Doch trotz aller Schrecken der Natur verhielt sich die Masse von bewunderungswürdiger Disziplin. Es brach keinerlei Panik aus, so daß auch die von allen Seiten herbeigeschafften Lebensrnittel in voller Ordnung zur Verteilung kommen konnten und kein Hunger herrschte. ,, „Später besuchte ich Rabaul", schreibt ein Augenzeuge in der „Times". „Die Dulkaninsel, die zehn Tage vorher ein Inselchen von drei Meter Hohe und vielleicht 80 Meter lang gewesen war war zu einem 200 Meter hohen Ascheberg angeschwollen. Sie ist jetzt über 1000 Meter lang und hat sich mit der Hauptinsel vereint. Ihren @ipfel bildet ein mächtiger Krater von 500 Meter Durchmesser. Die Farbe ist schmutziggelb, und jeder Windhauch, der als Kind den Wunsch hatte, zum Theater zu gehen- Das lebendige Leben mit seinen tausendfachen Wirtlichkeiten erfüllte mich ganz Den größten Teil met* ner Schul- und meine Studienzeit verlebte ich leood) in Berlin, und dem Heranwachsenden Menschen schien das Theater das schönste Mittel zur künstlerischen Gestaltung eigenen Fühlens und Denkens. Die Widerstände der Eltern überwand ich, wenn auch nicht leicht, und wurde Schauspielerin. Noch während meines ersten Engagements begann ich m r ____hum fooPrinnton UTlh ve- Jnzwischen waren Vertreter dieser Behörde m Gie» ßen gewesen und haben nach gründlicher Prüfung festgestellt, daß der Genehmigung der neuen Kasse nun nichts mehr im Wege stehe. Der alte Verein mußte allerdings zuerst aufgelöst werden, was ja praktisch bereits geschehen war. Die Kasse führt in Zukunft nicht mehr den Namen „Verein für Sterbekasse" sondern „Vereinigung für Begräbnishilfe, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit." Rechner Becker gab anschließend den Kassenbericht bekannt, der für das Jahr -1936 trotz der eingetretenen Rückschläge einen kleinen Ueberschuß ergab, der sich bis zum 4. August 1937 erfreulicher* weise erheblich vergrößert hat. Auch die Kassen* oerhältnisse waren von Berlin geprüft und für richtig befunden worden. Der Schriftwart verlas dann die neuen Satzun* gen, die vom Reichsaufsichtsamt nach einigen Abänderungen mit dem Hinweis genehmigt wurden, daß gegen die Zulassung der Kasse keine Bedenken mehr bestünden, wenn der Satzungsentwurf einer ordentlichen Versammlung der Mitglieder des neuen Vereins zur Kenntnis gebracht würde. Nach einer regen Aussprache wurden die neuen Satzungen einstimmig angenommen. Der Vorstand des neugegründeten Vereins setzt sich wie folgt zusammen: Vorsitzender: Archur Trän kn er; stellv. Vorsitzender: Heinrich Loos; Rechner: Kaspar Becker; Schriftwart: Heinrich Joedt. Der Aufsichtsrat besteht aus den Herren: Konrad Bender, Philipp Eise, Karl Schmidt, Wilhelm Bopf und Heinrich Fersch. »Brötchenknabbern" wenig volkswirtschaftlich. ZdR. Man sitzt im Gasthaus und wartet auf den Kellner, der das Essen bringen soll. Inzwischen greift man in den mit Brot und Brötchen gefüllten Korb, der auf dem Tische steht und beginnt zu kauen. Dann wird das Gericht aufgetragen. Das angebrochene Brötchen ist vergessen und bleibt liegen. Nach beendeter Mahlzeit liegt es noch immer auf dem Tisch. Da der Hunger aber gestillt ist, läßt man es unbeachtet oder denkt allenfalls: es ist ja nur ein kleines Stück. Das aber ist gerade der Haken! Wenn es alle so machen würden, wieviel Brot ginge da täglich der menschlichen Ernährung verloren! Gewiß ist das einzelne Brötchen eine Kleinigkeit. Aber viele Wenig ergeben ein Diel. Mancher Zentner Getreide könnte durch das Unterlassen des „Brötchenknabberns" erspart werden. Deshalb sei man nicht ungehalten, wenn in ruhigen und freundlichen Worten auf diese Unachtsamkeit am „Tatort" selbst aufmerksam gemacht wird, pfleglicher mit dem Brot umzugehen. Mit diesem Ziel ist kürzlich eine Mahnung der Wirtschaftsgruppe Gaststätten erlassen worden, nach der die Gäste vom Wirt oder von den Kellnern darauf hingewiesen werden sollen, das Brot achtsamer zu behandeln und bei ihrer Wahl überhaupt dem warmen Essen vor dem Brot den Vorzug zu geben. So kann durch diese „Kleinigkeiten" auch der Verbraucher in den städtischen Gasthäusern einen Beitrag dazu liefern, die Brotversorgung unseres Volkes'zu erleichtern. Gießener DochenmarktpreNe. * G i e ß e n , 24. Aug. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse C 11Ü, aussortierte 10, Wirsing, % kg 9 > bis 12 Pf., 50 kg 6 Mark, Weißkraut, kg 8 Pf., ; 50 kg 5 Mark, Rotkraut, kg 9 bis 12 Pf„ 50 kg : 8 Mark, gelbe Rüben, % kg 9 Pf., Karotten 8 bis : 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Römischkohl 8 , bis 12, Bohnen, grün 15 bis 25, gelb 15 bis 25, ; Erbsen 20 bis 35, Tomaten 10 bis 20, Zwiebeln 8 bis 10, Kürbis 5 bis 7, Kartoffeln, neue, kg 5 Pf., 5 kg 45 bis 50 Pf., 50 kg 4 bis 4,50 Mark, Frühäpfel, % kg 15 bis 30 Pf., Falläpfel 5 bis 6, Pfirsiche 25 bis 40, Brombeeren 30 bis 33. Preisei- : beeren 35 bis 38, Dörrobst 18 bis 25, Zwetschen i 12 bis 15, Mirabellen 35 bis 40, Renekloden 25 , bis 30 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner > 80 bis 90 Pf., Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, , Salat 8 bis 9, Salatgurken 4 bis 20, Einmachgurken zum nächsten Kino mit sich bringe. Die Ausführungen von Bürgermeister Michel wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Die Darbietungen des Abends in Großen-Linden waren in der Zusammenstellung der Filmfolae besonders charakteristisch für die zielbewußte Arbeit der Gau- und der Kreisfilmstellen. Man sah zunächst einen fröhlichen Film, der in vielen Bildern das Wirken der NSV. auf dem Gebiete der Kinderlandverschickung zeigte und die Erlebnisse eines Großstadtjungen an der See und in einem Fischerdorf schilderte. Dann wurde man in einem weiteren Film Zeuge großer Kundgebungen aus Anlaß des Geburtstages des Führers, und man erlebte schließlich im Filmbild die Zeppelin-Katastrophe von Lake- hurst. Die Tonwochenschau gab einen Ueberblick über Ereignisse in aller Welt. Mit großer Aufmerksamkeit verfolgten die vielen Zuschauer sodann den Hauptfilm des Abends „Unsterbliche Melodien", eine Erinnerung an, den Walzerkönig Johann Strauß. Dankbar für die Fülle des Gebotenen verließ man das Haus. / Die Gaufilmstelle der NSDAP, hat für diese Filmabende auf dem Lande alle verfügbaren technischen Hilfsmittel eingesetzt. In einem kleinen roten Wagen, der das Hoheitszeichen der Partei trägt, fahren die Operateure über Land und bauen überall ihr Vorführungsgerät auf, einen mächtigen Koffer, der in großartiger Konzentration alles enthält, was an technischen Einzelheiten für die Bild- und Tonwiedergabe notwendig ist. Es bedarf heute kaum mehr einer besonderen Betonung, daß bei diesen Abenden Bild und Ton gleichermaßen gut wieder- gegeben werden und sich von den Filmaufführungen in einem Kino der Stadt nicht unterscheiden. So ist also der Gaufilmstelle bzw. den Kreisfilmstellen der NSDAP, ein voller und stetiger Erfolg beschieden. Durch diese Arbeit und mit Hilfe des Films wächst auch die Landbevölkerung tiefer in die Lebens-, Kultur- und Kunstgemeinschaft unseres | deutschen Volkes hinein. Aus der Stadt Gießen. O»e Muschel. Ich las sie auf am Strande, zur Ferienzeit — und dachte dabei an die Muschel daheim, längst- verschollene, längstoerschenkte, gottweihwohin verschlagene Muschel aus Kinderzeiten. Sie lag im Elternhaus; auf dem Bücherschrank. Eine Muschel, nicht größer als eine Männerfaust. Sie umschloß alle Wunder der Welt. Sie war die Muschel der Phantasie. Was will mein Muschelchen, gefunden am wirklichen Meeresstrand gegen die Muschel der Kindertage, die. in einem Zimmer lag, fast tausend Kilometer weit weg von jeglicher See? Ach, diese Muschel der jungen Tage! Sie rauschte. Segel standen am Horizont und ich lag auf den heißen Brettern des Decks. Nein, ich half schrubben, denn heute war großer Putz. Nein, ich stieg schon die Wanten hoch und saß als Auslugmann ganz hoch am Mast und sah ein blaues Eiland und höhlte die Hände und schrie es hinab: „Land!" Die Muschel rauschte. Die Luft war verdunkelt. Blitze zuckten. Weiß, unheimlich, gewaltig rollte es heran: ein Brecher. Dunkelgrün, ja, mit weißer Krone, hoch wie ein Haus — und ging über die Aufbauten hinweg und riß die Kombüse mit und nahm mir den Atem, aber als das Schiff sich wieder hochbäumte, und alles Wasser quirlenD ablief, stand ich doch wieder fest klatschnaß und trotzig und lachte dem Dunkel und dem hohlen Sturm und der neuen Welle ins Gesicht. Was war nicht alles im geheimnisreichen Rauschen der Muschel? Sie lag an einem Südseestrand. Der Wind ging sanft durch die Palmen. Eine Kokosnuß fiel herab. Ich nahm einen Stein und klopfte sie auf, wie Crusoe tat. Süß war die Milch, wie Mandelpudding schmeckte das Mark. Wie warm war der Sand! Weit blitzend, unendlich dehnte sich das Meer. Mein Kanu lag am Strand. Heute noch würde ich hinausfahren und Fische fangen. Heute? Ach nein, morgen war auch noch ein Tag. Die Muschel rauschte. Sie rauschte von Piratenflaggen, Totenkopf, eisenbeschlagenen Kisten, vergraben im heißen Sand, sechs Schritte rechts von der Stelle, auf die um die siebte Stunde die Schattenspitze des Felsens fällt. Sie rauschte von Klaus Störtebeker. Sie rauschte von der Hanse und ihren reichen Häfen. Von engbrüstigen aber wohlhabenden Bürgerhäusern am Meer. Sie rauschte Schiffbruch und Windstille, Verruchtheit und Edelmut, Klabautermann-Geschichten und Elmsfeuer, sie rauschte die Welt der See, den Wellenschlag an der kleinsten, verlassensten Insel im Stillen Ozean, Papageienruf und die komische Gebärde der Affen. Was will dagegen die Muschel, die der erwachsene Mensch findet? O du ewige Phantasie. r.k. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Der letzte Walzer". Gastspiel Willy Reichert im Stadttheater. Der große Erfolg des Willy-Reichert-Abends im vergangenen Jahr veranlaßte die NSG. „Äraft durch Freude", diesen beliebten Humoristen zu einem neuen Gastspiel am 1. September im hiesigen Stadttheater zu verpflichten. Neben Willn Reichert wirken noch folgende Künstler an diesem Abend, der unter dem Leitwort „Triumph des Humors" steht, mit: Staatsopernsänger Rudolf Gerlach, München; Ludwig Bobula, der Jnstrumentalvirtuose, vom letzten Jahr noch in bester Erinnerung; der Komponist Willy Norman; die Tanzparodisten B l a ck e r und der Karikaturist Ernst Reinhardt, Berlin. Das ausgezeichnete, umfangreiche Programm verspricht den Gießenern wieder einen Abend voll Humor und ausgelassener Freude. 1400 mit »Kraft durch Freude" zur Ausstellung »Schaffendes Volk". Die Reichsausstellung „Schaffendes Volk" in Düsseldorf, die im Mai eröffnet wurde, hat ihre Anziehungskraft noch nicht verloren. Wert über drei Millionen Volksgenossen haben diese einzigartige Leistungsschau besucht. Auch der Kreis Gießen stellte eine stattliche Anzahl von Besuchern. Allem lieber den schweren Vulkanausbr u ch , der kürzlich die Stadt Rabaul in dem ehemgls deutschen, jetzt australischen Mandatsgebiet gehörigen Teil Neuguineas verheerte, liegen letzt Berichte von Augenzeugen vor. Der Ausbruch begann mit einer langen Reihe kleiner Erdbeben, die die ganze Stadt 24 Stunden in Erschütterung hielten, Bilder von den Wänden warfen, Tassen und Teller m Den Schränken flirren ließen, Tintenfässer und Papier auf den Schreibtischen zum Tanzen brachten. Aber die Bevölkerung, an Erderschütterungen von dieser geringen Stärke gewöhnt, schenkte ihnen keine Beachtung. Das täglich Leben spielte sich »n seinen gewohnten Formen ab. Erst als das Wasser in d Bucht zu quirlen und zu kochen anfing, Felsen, die vorher nicht da waren, plötzlich aus dem Meer austauchten, neu erstandene Krater begannen, Rauchsäulen, Felsstücke und Bimsstem auszuspeien, wurden die Menschen sich der Gefahr bewußt, und die Massenflucht aus der Stadt setzte em. Das Schauspiel, das Rabaul am ersten Tage bot wird als schrecklich und schön zugleich geschil- hprf Ron der nur sechs Kilometer entfernten Dul- farünkl Deren Krater seit Jahren als erloschen galt, ftica eine riesige, Hunderte von Meter lange Rauch- äu?e empor die weiß in der Nachmittagssonne euchtete sich im Winde bog und kräuselte und sich eine ungeheure Blume entfaltete In längeren oder kürzeren Zwischenräumen erfolgten heftige Ausdrücke und Wolken von schwarzem Rauch schossen hpn weihen große rauchende Felsblocke und Än "on Äein mit sich führend. Der Wind war leicht, und im Anfang belästigten der Rauch unb d° Trümmer der Stadt nicht. Aber der An- blick der Ausbrüche fetzte di- Leute m Schrecken. Die meisten packten eilig die notwendigsten Hab- ib "meines ersten Engagements begann ich ^'Z^^p^war Äp/rrt/und de^einzige Weg zur 1% bis 2, Endivien 9 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 6 bis 8, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. Derkehrsunfall in der Liebigstraße. Heute gegen 9.15 Uhr ereignete sich an der Ecke Ludwigstraße/Liebigstraße wieder ein Verkehrsunfall. Ein Personenkraftwagen aus Hannover, der von der Frankfurter Straße her die Liebigstrahe entlangfuhr, stieß heftig mit einem Lastkraftwagen zusammen, der im gleichen Augenblick die Ludwig- straße hinauffuhr und die Straßenkreuzung passierte. Bei dem Zusammenstoß erlitt die Frau des Kraftwagenbesitzers, der am Steuer saß, eine erhebliche Gesichtsverletzung und mußte durch die rasch herdeigerufene Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Der Personenkraftwagen wurde erheblich beschädigt. Die Polizei nahm sofort die Ermittlungen über die Schuldfrage aus. ♦* Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, Bezirk Oberhessen. Nach er- folgreich abgelegter Prüfung erhielten von der Hauptgeschäftsstelle der Deutschen Lebens-Rettungs- Gesellschaft Berlin den Lehrschein mit Urkunde und goldenem Abzeichen Nicolaus Weidenbörner, Lehrer in Lollar, und Wolfgang Kuhl, stellvertretender Jungbannführer Gießen. ** Fahrt an den Rhein. Am vergangenen Samstag unternahm der Betriebsführer der Gießener Stempel- und Farben-Fabrik Joseph Kreu- ter mit seiner Betriebs-Gefolgschaft eine Fahrt an den Rhein. In zwei Omnibussen führte die Reife über Wetzlar, Weilburg und Limburg nach der Feste Ehrenbreitstein, die eingehend besichtigt wurde. Auch dem Deutschen Eck wurde ein Besuch abgestattet. Nach einer Mittagspause und einigen schönen Stunden in Braubach wurde die Rückfahrt durch das herrliche Lahntal über Bad-Ems und Diez nach Braunfels angetreten, wo sich in der Schloßbrauerei noch einige Stunden kameradschaftlichen Beisammenseins anschlossen. Sehr befriedigt von den Erlebnissen des Tages kehrte die Betriebskameradschaft zu abendlicher Stunde nach Gießen zurück. Aus der engeren Heimat. Sechzigjahrfeier des evangelischen Kirchenchors Klein-Linden. 00 Klein-Linden, 23. Aug. Das 60jäh- rige Jubiläum des KirchenchorsKlein- Linden wurde am gestrigen Sonntag in Gegenwart vieler einheimischer Gemeindeglieder und vieler auswärtiger Gäste festlich begangen. Der Festgottesdienst am Vormittag wurde mit dem Chorvortrag des Posaunenchors, der, wie der Kirchenchor, schon länger als drei Jahrzehnte von Johannes Germer geleitet wird, eröffnet. Den Altardienst versah unser Geistlicher, Pfarrer K ö - n i g. Der Jubiläumschor erfreute zwischendurch mit dem Vortrag zweier Bachscher Chöre. Die Festpredigt hielt Missionar Bender (Marburg) von der Hermannsburger Mission. Der Redner ermahnte die Mitglieder des Chors, weiter wie seither Herzens- und Heimatmission zu treiben und die alten Luther, und Bachlieder in unser deutsches Volk hineinzutragen. Der festgebende Chor schloß mit dem Vortrag eines Lutherliedes, komponiert von Walther 1551, die Feierstunde. Der Nachmittag brachte die eigentliche Jubiläumsfeier, die mit einem Missionsfest verbunden war. Der Posaunenchor, zu der Feier vereinigt mit dem Posaunenchor von Lang-Göns, leitete mit einem Lutherlied, einer Komposition von Bach, die Feier ein. Anschließend sang der Festchor ein Lied nach dem Satz von Elbing (1660). Der Ortspfarrer begrüßte, nach der Schriftverlesung, zunächst die vielen Gäste und überbrachte dann die Glückwünsche der Kirchengemeinde. Er dankte dem Chor für die unermüdliche Mitwirkung in den Gottesdiensten und bat darum, auch weiterhin zur Ehre Gottes und zur Erbauung der Gemeindeglieder seine Tätigkeit auszuüben. Pfarrer König übermittelte noch die Glückwünsche von Pfarrer Schultheis (Großen-Linden), der viele Jahre lang den Kirchendienst in Klein-Linden mitversehen hatte, und verlas ferner ein Glückwunschschreiben von Propst Knodt (Gießen). Anschließend gab der Ortsgeistliche noch einiges aus der Vereins- geschichte bekannt, über die wir bereits berichtet haben. Die Festansprache hielt Missionar Bender. Der Redner forderte zum Einsatz für Christus und sein Werk auf und gab interessante Einblicke in die gegenwärtige Lage der Weltmission. Lieder des Fest- chors, des Kirchenchors von Lang-Göns und des Frauen- und Mädchenchors der hiesigen Kirchengemeinde umrahmten die Veranstaltung. Mit Gebet und Segen und einem Vortrag der vereinigten Kirchenchöre von Klein-Linden und Lang-Göns, einem Satz von Bach, klang das schöne Fest aus. Preis-Hüten der Schäfer in Hungen. (D Hungen, 23. Aug. Veranstaltet von der Abteilung Hof- und Betriebsgefolgschaft 1 und der Kreisbauernschaft Oberhessen-West in Friedberg fand am gestrigen Sonntag das alljährliche Schaf- Preishüten dahier statt. Am Vorabend fanden sich die Preisrichter, bestehend aus den Herren Lan- desfachfchaftswart Schäfermeister Wirth, Schäfermeister Lenz und Tierzuchtinspektor Menges von der Landesbauernschaft, zu einer Sitzung im „Solmser Hof" ein, wobei die Reihenfolge des Hütens der zwölf angemeldeten Schäfer ausgelost wurde. Hieran anschließend fand gemütliches Beisammensein mit den Schäfern und Freunden der Schafzucht statt. Ansprachen hielten hierbei Landes- gefolgschaftswart Steidler, Kreisgesolgschafts- wart Braun, Seelbach, von der Abteilung 1 B. 2 der Landesbauernschaft und Bürgermeister Dr. Hofmann. Letzterer begrüßte die behördlichen Vertreter und die Schäfer. Am Sonntag um 8 Uhr begann das Preishüten, das, im Gegensatz zu den früheren Jahren, statt auf dem Galgenberg auf dem Gelände hinter dem Mühlberg zum Austrag kam, das sich durch gute Ueber- sicht vorzüglich zu diesem Zweck eignet. In den verschiedenen Phasen des Hütens, beginnend mit dem Austreiben der Herde aus dem Pferch, Eng- gang nach der Weide, Führung über einen schmalen Steg und an einem Fahrzeug vorüber, war den Schäfern und ihren Hunden Gelegenheit gegeben, ihre Fähigkeiten und Intelligenz unter Beweis zu stellen. Man ist erstaunt, ja geradezu verblüfft, wie die Hunde auf jede leichte Kopf- oder Handbewegung, jeden Ruf sofort reagieren, ja manche Tiere handeln ganz selbständig und entwickeln bei verschiedenen Situationen einen Scharfsinn, der an menschlichen Verstand grenzt. Es stand nur eine Herde zur Verfügung, die von allen zwölf Schäfern mit ihren Hunden geführt wurde. Mit regem Interesse verfolgten die Besucher die einzelnen Vorführungen. Gegen 17 Uhr war das Hüten beendet, und im Anschluß versammelte man sich im Gaststaus „Zur Traube", wo die Preisverteilung stattfand. Diese hatte folgendes Ergebnis: 1. Preis vorzüalich 1 Radizi, Oberseemer Hof: 2. Pr. vorz. 2 Baumann, Fauerbach v. d. H.; 3. Preis vorzüglich3 Bäumler, Staufenberg: 4. Preis sehr gut 1 Adolf Wirth, Großen-Linden: 5. Preis sehr gut 2 Hofmann, Steinheim: 6. Pr. sehr gut 3 Stein, Oueckborn: 7. Preis sehr gut 4 Pfannkoch, Nidda; 8. Preis gut 1 Schoch, Oppenrod: 9. Pr. gut 2 Römer, Götzen: 10. Preis gut Blum, Ober-Widdersheim: 11. Preis gut Schäfer, Un- ter-Widdersheim: 12. Preis gut Luft, Annerod. Die Preise bestanden in Bargeld von 10 bis 25 Reichsmark. In verschiedenen Ansprachen der behördlichen Vertreter kam der Dank an die Preisrichter, an die Stadt Hungen und ihren Bürgermeister, Dr. Hofmann, zum Ausdruck. Es wurde besonders betont, daß die Leistungen der Schäfer im allgemeinen gut gewesen seien und dazu beitragen würden, die Berufskenntnis und den Berufsstand der Schäfer zu heben. Der Ausklang war die Mahnung zur Einigkeit der Schäfer untereinander. Schäfermeister Lenz richtete nach kurzer Kritik noch beherzigenswerte Worte an seine Kollegen, und mit Dankes- warten an Führer und Volk schloß die Veranstaltung. 60 Jahre Kleinkinderschule Grimberg. + Grünbera, 23. Aug. Unsere Klein- kinderschule kann in diesem Jahre auf ihr 60jähriges Bestehen zurückschauen. Sie wurde am 4. Juni 1877 eröffnet. Die erste Schwester verblieb nur wenige Wochen, ihr folgte schon im September 1877 Schwester Charlotte Kuhn, die, wie alle Schwestern, die unsere Kinderschule bis jetzt betreuten, vom Diakonissenmutterhaus Nonnen- weier in Baden gesandt wurde. Sie verstand es, die Kinderschule durch alle Anfangsschwierigkeiten glücklich hindurckzusühren. Nach 24jähriger Tätigkeit folgte ihr im Jahre 1901 Schwester Babette Kissenberth, die mit großer Treue ihr Amt bis 1933 verwaltete, in welchem Jahre sie infolge Erreichung der Altersgrenze und wegen ihres Gesundheitszustandes ihr Amt niederlegen mußte. Die folgende Schwester Marie Knobloch verwaltete ihr Amt nur etwas über drei Jahre und schied wegen Krankheit von hier. Seit Ostern dieses Jahres führt Schwester Berta F i e b i g die Schule. Die ersten zehn Jahre war die Kleinkinderschule in einem Saale im Hospital untergebracht, bis im Oktober 1887 das neue Haus an Der Frankfurter Straße bezogen werden konnte. Die Kosten für das Gebäude — 8000 Mark — wurden durch Sammlungen, Stiftungen, eine Verlosung, Erbschaft, private Darlehen aufgebracht. Außerdem wurde bei der Bezirkssparkasse, die selbst 500 Mark gestiftet hatte, noch ein Darlehen von 3000 Mark ausgenommen. Im Jahre 1894 übernahm der Armenfonds das Haus mit der noch darauf ruhenden Schuldsumme von 1700 Mark, 1899 übernahm er auch die ganze Unterhaltung. Das 30jährige Jubiläum wurde 1907 durch eine größere Veranstaltung in der Turnhalle gefeiert Im Jahre 1912, als die Kinderschule 25 Jahre ihr eignes Heim besaß, wurde ihr der Name „H e n r i e t t e n st i f t" gegeben zum Andenken an Frau Dekan Henriette Pullmann, die sich um die Entstehung und Entwicklung der Schule große Verdienste erworben hatte und aus deren Nachlaß auch ein größerer Betrag zum Bau des Hasses gestiftet worden war. Das 40jährige Jubiläum fiel in den Krieg, das 50jährige wurde am 14. August 1927 begangen. Frühere Schüler übergaben bei dieser Gelegenheit eine Jubiläumsspende von 250 Mark. Die 60jährige Feier soll nun am nächsten Sonntag vor sich gehen und in einem Festgottesdienst am Vormittag und einem festlichen Spiel der Kinder am Nachmittag bestehen. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 23. Aug. Gestern unternahm der hiesige Ob st- und Gartenbauverein mit nahezu 80 Teilnehmern eine Schulungsfahrt nach Geisenheim a. Rh. Frühmorgens ging es in zwei Autobussen durch den Taunus. Das erste Ziel war Wiesbaden Unter sachkundiger Führung wurden Kurhaus und Kuranlagen in Wiesbaden besichtigt. Nach kurzem Aufenthalt ging die Fahrt weiter nach Geisenheim. Hier war das Ziel die Staatliche Forschungsstelle für Obst- und Weinbau. Auch hier stand wieder ein sachkundiger Führer zur Verfügung, der die Fahrtteilnehmer durch die muster- gültigen Anlagen führte, die alle mit größtem Interesse betrachteten. Wie umfangreich die Forschungsstelle ist, geht daraus hervor, daß ihr für ihre Versuche 250 Morgen Land zur Verfügung stehen Am Nachmittag fuhren die Teilnehmer nach Rüdesheim. Hier besichttgte die eine Hälfte das Nationaldenkmal auf Dem Niederwald, während die andere Hälfte eine kurze Rheinfahrt unternahm. Nach kurzem Aufenthalt in Rüdesheim wurde die Heimfahrt angetreten. Alle Teilnehmer waren hochbe- friedigt von den vielen Eindrücken, die ihnen diese Fahrt in den schönen deutschen Rheingau vermtt- telt hatte. Oie Bannfahnen Hessen-Nassaus am Grabe des toten Kameraden Christian Crößmann in Pfungstadt. NSG. Die Hitlerjungen des Gebietes Hessen-Nassau, die am Sonntag mit den Bann- fahnen von Gießen aus den Marsch zum Reichsparteitag nach Nürnberg antraten, trafen am Sonntagabend in Pfungstadt ein, wo sie übernachteten. In den frühen Morgenstunden versammelten sie sich mit den Fahnen am Grabe Christian Cröß - man ns, um in einer kurzen, aber eindrucksvollen Feierstunde des durch rote Mörderhand gefallenen Kameraden zu gedenken. Schweigend zogen die Kolonnen der HI., des Jungvolks, des BDM. und der Jungmädel von Pfungstadt in den Friedhof ein. Dem Zug voran marschierte mit den Bannfahnen die Einheit des Adolf-Hitler-Marsches, die zu beiden Seiten des Grabes Aufstellung nahm. Neben Hebietsführer Brandt waren die Eltern des gefallenen Kameraden Crößmann erschienen. Auch Kreisleiter W a m b o l d t in Begleitung des Organisationsabteilungsleiters, Bannführer Freudenberg, der Führer des Bannes 115, Peter Frieß. Bannführer Ernst Heim mit Adjutant, der Bürgermeister von Pfungstadt, sowie ein Vertreter des Reichsarbeitsdienstes hatten sich zu der Feierstunde eingefunden. Hell durchschnitten die Geleitworte eines Kameraden die morgendliche Sttlle, nachdem dumpfe Trommelwirbel Den Beginn der Feierstunde anae- kündigt hatten. Dann senkten sich die Fahnen im Gedenken an den gefallenen Kameraden. Hierauf sprach der Führer des Gebietes Hessen-Nassau einige Worte zu den Teilnehmern an dem Bekenntnismarsch nach der Stadt Der Reichsparteitage. Nicht weinend und trauernd, so führte er u. a. aus, stehen wir am Grabe unseres Kamercckren, sondern voll Stolz und fester Zuversicht. Fester wollen wir den Schaft unserer Fahnen umklammern. Die Treue unseres Kameraden, die er lebte, lebt in uns weiter, und fein Glaube, Den er glaubte, marschiert mit uns. Im Gedenken an unseren gefallenen Kameraden senkten wir Die Fahnen Hessen-Nassaus, im GeDenken an Die gefallenen KameraDen setzen mir unseren Marsch, den Marsch zum Führer, fort. Mit dem Gruß an den Führer und Dem Lied der Hiller-Jugend klang die Feierstunde aus. Sodann marschierte die Einheit des Adolf-Hitler« Marsches ab, um über Eberstadt, Nieder-Ramstadt und Ober-Ramstadt, Roßdorf, Den nächsten Quartierort, zu erreichen. Um 13 Uhr trafen Die Hitler- jungen unseres Gebietes in RoßDorf ein. Freudig wurden sie von Der Bevölkerung und Der Jugend begrüßt. Die Bannfahnen wurden an der Hauptstraße abgestellt, und Die Jungen Der Marscheinheit bezogen ihr Quartier. Am Abend fanD ein Kameradschaftsabend mit Der örtlichen HI. statt. Am heutigen Dienstag treten die Fahnenträger den Marsch nach Groß-Ostheim an. Ob Sturm, ob Regen, wir tragen Die Fahnen dem Führer entgegen. Susannes Tochter. Vornan von Hedda Westenberger. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlins35 32 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Der Gärtner drcht den Brief nachdenklich hin und her, dann steckt er ihn wieder ein. Ach, es wird schon im Laufe des Tages noch einer von Der Fuchssarm hier oorbeikommen. Uno sonst ist am Abend immer noch Zeit, ihn abzugeben. In der Nacht hat ein mächtiger Gewittersturm getobt. Der Gutshof ist mit abgebrochenen Zweigen und Blättern übersät. Auch von dem dicken Scheunendach hat der Sturm das Stroh in ganzen Bündeln heruntergeholt, und Den jungen wilDen Kirschbaum neben dem Haus hat er glatt umgelegt. Der Knecht Joseph schiebt mit dem Fuß die Zweige zusammen, Die um ihn herum am Boden hegen. Er hat eine große Axt über Der Schulter, neben ihm an Der Hauswand lehnt Die Säge. Er wartet auf Michailow, mit Dem er im Wald Die schlimmsten Verwüstungen wieder gutmachen soll. Statt Michailow kommt jedoch Renz daher. Er sieht schon wieder etwas besser aus, obwohl er Durchaus keine drei Tage Schlaf, sondern nur eine ziemlich unruhige Nacht hinter sich hat. Aber starker Kaffee und gutes Essen hatten ihre Wirkung nicht verfehlt. Eine Unruhe hält ihn in Atem und Das Gefühl, daß er „aufpassen" müsse. Aufpassen auf Michailow und auf alles, was um ihn her geschieht ... w Eine Weile unterhält sich Renz mit dem Joseph über belanglose Dinge. Dann stößt er ihn plötzlich vertraulich in Die Seite: „Du, wie roär's, wenn Du mich mit Dem Fuchser gehen ließest? Du könntest inzwischen Das StallDach richten ... „Warum Denn?" Renz überlegt einen Augenblick: „Ich hätte nämlich mit Michailow was zu reden, weißt Du. Etwas, was nur ihn unD mich angeht." Wie zufällig holt er eine Münze aus Der Tasche und wirft sie mit Der flachen Hand auf und nieoer. JDer Knecht schielt eine Weile zwischen dem Geldstück und Renz' Gesicht hin und her, bann nickt er entschlossen: „Gut. So geh' du." „Fang..." sagt Renz zufrieden Und das Geldstück wandert in Josephs Hände und Die Art auf Renz' Schulter. Als Michailow endlich kommt, fragt er verwundert: „Du gehst mit?" „Wer denn sonst? Der Joseph hat doch am Dach zu tun." Michailow glaubt sich zu erinnern, daß er Joseph zu diesem Kontrollgang bestimmt hatte, aber vielleicht irrt er sich auch, und es ist ja schließlich gleichgültig, alles ist ihm gleichgültig, nur Das eine nicht: Daß Irina spurlos verschwunden ist ... Schweigend steigen sie in Den Wald hinauf, in dem Der Sturm entsetzlich gewütet hat. Unzählige Bäume liegen entwurzelt am BoDen, bei anderen finb riesenhafte Aeste wie Streichhölzer geknickt, wieder andere sehen aus wie gerupfte Spatzen. Auch die Zäune und Gatter haben sehr gelitten, und an vielen Stellen hat der Regen Unmassen von Geröll und Steinen die Hänge hinuntergewaschen und junges Gehölz damit begraben. lieber all' Das fällt zwischen Den beiDen Männern kein Wort. Sie bleiben nur hier und Da auf ihrem Wege stehen und weisen einander besonders schlimme Stellen auf, um Dann kopfschüttelnd weiterzugehen. Aber dort, wo eine große Buche quer über dem Weg liegt unD den Bergbauern die Fahrt versperrt, machen sie endgültig halt. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als den riefen» haften Baum zu zersägen und stückweise beiseite zu räumen. „Schade drum..." murmelte Renz und streicht mitleidig über die starke Rinde. Michailow zuckt die Achseln. Dann machen sie sich an die Arbeit. Zuerst schwingt Renz die Art, doch nach wenigen Minuten nimmt Michailow sie ihm in ungewöyn- licher Kameradschaftlichkeit ab: „Du keuchst ja wie ein altersschwacher Gaul, Mensch... Gib her das Ding. Kannst ja die Wurzeln freilegen ..." Ein wenig beschämt gibt Renz die Axt her. Es u rurl' er schabt es einfach nicht mehr. Sein Herz iteut sich an, als würde wer weiß etwas von ihm verlangt. Es ist nichts mehr los mit ihm, nicht einmal zu Waldarbeiten taugt er mehr. Michailow schwingt nun statt seiner Die Axt. Wunderbar, wie er dasteht und sich reckt und die auf den Stamm hinuntersausen läßt. Renz empfindet beinahe etwas wie Freude beim Zu- ehen. Ja, schön und wild sieht Michailow aus, lärnDe nur, daß er Drinnen nicht sauber aussieht. ^ner. en Die Frauen ja nicht gleich, zu- nächst lassen sie sich blenDen Durch Das Aeußere. Kem WunDer, Daß so ein Mann Liebe finDet, wohin er nur kommt... jedesmal, wenn Michailow zum Schlag ausholt, fahrt ihm ein breiter Sonnenstrahl über Das Gesicht unD Die von Der Anstrengung und von Der unbewußten Freude an der eigenen Kraft blitzenDen Augen. Wenn man ihn so sieht, sinnt Renz weiter unD kann sich noch immer nicht vom Anblick Des anderen losreißen, muß man ihm seine Gaunereien beinahe verzeihen. Gibt es das überhaupt, daß so schöne Menschen auch gute Menschen sind? 3n diesem Augenblick hört Renz ein Knacken im Knieholz. Es könnte ein Tier fein, aber auch ein Mensch, der vorsichtig auftritt. Ein Mensch. . Bin ich doch nicht umsonst mit ihm mitgegangen, denkt Renz und sieht sich such-nd um. Aber es ist nichts 3u entdecken. Wenn es wirklich Die FremDe war, grübelte er, wenn sie uns etwa nachgeschlichen ist, hat sie wahrscheinlich kehrtgemacht, Da wir zu zweit sind. Mit zweien wird sie es doch nicht aufnehmen, unD wenn sie noch so feste Fäuste hat. Ob es nicht Doch besser wäre, Michailow zu sagen, Daß eine FremDe, offenbar eine Russin, nach Irina gefragt hat? Er würde sich sicher einen Vers Darauf machen können. Aber anberfeits: so eine haßerfüllte, rache- schnaubende Weiberszene wäre Dem Windhund vielleicht keine übte Lehre und ein Denkzettel. Da knackt es wieder. Diesmal ganz nahe, so heftig und laut, daß Renz in ehrlichem Schreck herumfährt, und er sieht, halb versteckt von einem Brvm- beergesträuch, das verzerrte Gesicht einer Frau und eine zielend hochgehaltene Hand. Blitzschnell begreift er, daß Maschinka gekommen ist, um Michailow zu töten. Und in derselben Sekunde, da die Frau losdrückt, springt Renz schreiend und schützend vor Michailow, der sich verwundert umdreht. Der Schrei von Renz und der Schuß verhallen zusammen im Wald. Ein zweiter Schuß und ein Dritter fallen hart Danach. Renz taumelt, greift mit Den Armen abwehrenD in Die Luft und sinkt lautlos um. Zugleich hat auch Michailow begriffen. Mit einem wilden Fluch schleudert er Die Axt in Der Richtung, wo Das Gesicht Der Frau wie eine häßliche Maske zwischen Dem Gesträuch hängt. Dann stürzt er in kopfloser Flucht Davon. Die Frau lacht zornig und heiser auf und wischt sich Den Schweiß von Der Stirn. Dann kriecht sie aus Dem schützenDen Gebüsch und tut zögernD einen Schritt auf Den Mann zu. Der neben Dem Baurn liegt. „Das war der Falsche, Maschinka..." murmelte sie in einem breiten, bäurigen Russisch: „Man soll ihm helfen, dem Armen..." Aber dann überlegt sie es sich anders: es ist zu gefährlich. Man könnte sie überraschen. Und--vielleicht fällt nun der Verdacht der Schuld wenigstens auf Michailow. Sie schlägt mit zitternden Händen ein Kreuz, dann rafft sie die Röcke und ftürmt davon. ♦ Renz liegt bleich und reglos in feiner Kammer, und Die eifrige Geschäftigkeit Derer, Die mit Diesem „Fall" amtlich zu tun haben, wanDelt sich bei seinem Anblick in ernstes Schweigen. Nein, dieser Mensch wird nicht mehr vor Gericht erscheinen können, er wird auch keine Aussagen mehr machen, auf die man sich verlassen könnte. Also laßt ihn die letzten paar Atemzüge in Frieden tun, gönnt ihm das stille Hinüberdämmern, stört ihn nicht, quält ihn nicht, lange genug hat er sich lelbft gequält. (Finer nach dem anderen gehen sie wieder, die aus amtlichen Gründen glaubten, um ihn bleiben £u mupen. Nur Lyk ist noch in der Kammer. Er hat sich einen Stuhl dicht neben das schmale Lager des Verwundeten geschoben. Er sieht den Jugend- freund an, Das totenblasse, eingefallene Gesicht, Die tiefliegenden Augen, über Denen matt Die durchsichtig bläulichen Lider hängen, die trockenen, farblosen Lippen und Die schöne, hohe, wie von Marmor geformte Stirn. Von Zeit zu Zeit tropft er ihm ein wenig Feuchtigkeit auf Die Lippen, von Zeit zu Zeit fährt er ihm sanft mit einem Tuch über die Stirn ... fiat er recht gehandelt. Daß er den Freund im eigenen Hause als Knecht anstellte? War es wirklich gut, daß er Vater und Tochter mit allen Mitteln auseinanderhielt? War es fair, daß er Dem reifen Manne nicht verzieh, was er — vielleicht — in seiner Jugend ihm, Lyk, gegenüber verschuldet hatte? Und in dieser Stunde gesteht er sich, daß er ein großer Egoist gewesen ist, der nur an sich gedacht hat und daran, daß er Susannes Tochter ganz für sich haben wollte. Hätte er nicht, wenn es ernsthaft fein Wille gewesen wäre, hundert Möglichkeiten gehabt, aus Dem Landstreicher und Trinker Renz wieder einen anständigen Nikolaus Lorenz zu machen, Der sich getrost feiner Tochter nähern Durfte? Aber er wollte nicht, er hat ihm noch Haß und unversöhnliches Mißtrauen entgegengebracht. Und jetzt könnte er, selbst wenn er wollte, nicht wieder gutmachen, was er verfehlt hat. Sein Leben lang, in jedem Augenblick, den er mit Sabine teilen wird, wird dies Bild des sterbenden Renz auf dem schmalen Bett einer Knechtekammer vor ihm fein ... Lyk preßt die Hände gegen Die Schläfen und stöhnt leise auf, vor Scham über sich selbst und vor Zorn über feinen blinden Egoismus. In diesem Augenblick öffnet Renz mühsam die Augen. Er läßt sie hin und her gleiten, bis er Lyk erkennt, bann kommt auf einmal Glanz und Leben in feine Augen, und fein Mund verzieht sich zu einem matten, wehen Lächeln. Lyk greift bewegt nach Renz' Hand: „Erkennst du mich. Nick? Hast du Schmerzen? Kann ich irgend etwas für dich tun?" Renz rührt sich nicht, aber feine Augen sind sprechend wie nie zuvor. Nein, danke,'alter Junge, sagen die Augen, du kannst nichts für mich tun, nichts mehr... Eine Weile sehen sie sich an, unbeholfen lächelnd, Lyk halt noch immer Renz' rechte Hand. Dann macht Renz eine Bewegung mit dem Mund, als wolle er reden, und sofort beugt Lyk sich Dicht zu ihm hin. „Ueber Susanne..flüstert Renz, „wir wollten doch einmal über ... Susanne reden, Albert. Ich muß dir noch sagen, daß ... Aber glaubst Du mir, Albert, wenn ich dir jetzt ... jetzt sage, wie es war, damals...?" Lyk streicht sachte und zärtlich über Renz' Stirn: „Natürlich glaub' ich Dir, Nick." Fortsetzung folgt Wirtschaft lertjin 60 Millionen 13 Millionen Mark einen beträchtlichen An- aber etwas genauer norhudien können. Insgesamt stellen bte 209 Honig Berlin ^rtmffurt a. M. Daium 99 99,5 101,5 KvkSweiie und Ehe mische Fabrik 7 99, 101,75 23 Wuflufl 21 tiuguii Wuiierumi •weit Japan Zugostawiea 0,722 i 5,694 A9.M 214 117,9 125 105 134,25 99 75 0 * 6 ,6 98,5 134 99,75 98 75 101,7 101,75 111,1 128 88 93,75 127,65 101,75 111,2 127,75 46,4 88,25 93,25 127,65 214,5 135,75 117,75 125 105 214 135,75 117,9 125 105 153,5 155,75 168 131 168,75 190,5 143,75 151,25 266,5 168,65 134,5 154,75 166,65 140,5 155,75 149,5 176,5 125,9 153,25 138,75 129 96 125 156 235,5 156,5 131,9 149,75 176J> 216,5 206 121,25 59,25 118 161,5 32 wmdittirWoiterum >We!r | Brie, 0,724 5,706 62,51 49,05 11,295 64,13 57,27 17,02 8,674 2,493 99,4 99 105 100,25 100,5 99,75 127,5 136,75 99,4 99 105 100,25 100,6 99,75 128 136,75 99,5 101,5 98,5 134,25 99,75 98,75 101,55 101,75 111,1 127,5 88 93,5 127,75 99,4 99 105 100,25 100,7 99,75 127,7 128,25 46,25 88 93 127,65 0,722 5,694 62,39 48,95 11,275 64,01 57,15 16,98 8,656 2,489 101,65 99 101,75 99 101,75 99 99,4 99 104,75 100,3 100,65 99,75 127,8 Ohne Zeitung lebt man auf dem Mond! Buenos Aires . Brüssel....... Rio ve Janeiro Polen........ Kopenhagen... Danzig ..... London HeistngforS.... Paris .... Holland Italien das neue Normalpake* 28 Pf. 99,5 98,75 14 . 6 . 0 . 8 . 5 . 7 . 6 12 6'/, ,. 4 . 6 9 . 10 .. 6 .. 7 .. 7 .. 6 .. 7 .. 6 .. 0 S'/- 8/t .. 8 .. 6 .. 6 .. 4 konnte. Wie gesagt, ist jedoch dieser planvolle Effekten, abbau, wie auch die auf eine erneute Anlagebereit. schäft hinweisende strukturelle Entwicklung der Ein- lagen selbst durchaus positiv zu bewerten, um so mehr, als sie Hand in Hand gehen mit einer Entspannung des Status, die vor allem an der be- 41,99 0,162 47,10 55,55 47,10 12,445 5,50 9,364 137,53 13,11 Anzeichen erneuten Anlagebedarfs in den Zusi-Ausweisen der Banken. Im Hinblick auf di- soeben aufgelegte dritte große Fundierungsanleihe des Reiches im laufenden Jahr durfte man den Juli-Ausweisen der Banken mit einiger Spannung entgegensetzen, dies um so mehr, als der Status der Banken am Halbjahres-Ultimo unterstrichen wird. Daß die Banken ihre Anlagepolitik nicht nur in den Dienst der staatlichen Finanzierungsbedurfnisse gestellt haben, sondern auch ihren Verpflichtungen gegenüber der Privatwirtschaft nachgekommen sind, wird aus der gesteigerten Kredittätigkeit erkennbar, die von ihnen im Juli entfaltet wurde und tn zahlenmäßig sichtbarer Form in Erscheinung tritt. Es haben sich nämlich nach der anhaltenden Debitorenschrumpfung der Vormonate die Ausleihungen an die Wirtschaft per Saldo insgesamt um 51,5 Millionen Mk. erhöht, von denen fast die Hälfte auf die Berliner Compri-Bank entfällt, aber insbesondere auch die Provinzbanken mit einem Zuwachs von I ... ' - r> crnirr: Cmkotrn AMimort VlN- 134 1,75 teil für sich verbuchen können. Insgesamt stellen bte Juli-Bilanzen jebenfalls ben Dienst ber Banken an Staat unb Wirtschaft sehr beutlich unter Beweis. A.G. für Berkehrsweien .... Haniburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 Hier ablchneiden! 4 Accumulatoren-Fabrik Aschaffenburg Zellstoff...... Bemberg............ Bekula................... Buderus Eilen............ Eemeni Heidelberg......... dement Karlstadt ......... Conti (Mummt............ Daimler Motoren Dessauer GaS ............ Deutsche Erdöl ........... Deutsche Gold» und Silber . Deutsche Linoleum........ Elektrische Lieferungen..... Elektrische Licht und Kraft.. I. G. Farben-Industrie .... freiten & Guilleaume...... Geöfürel................. Th. Goldschmidt.......... Gritzner Maschinen........ Harpener.......... Hoesch Eisen Philipp Holz mann........ Ilse Bergbau............. Ilse Genüsse............. Kalt Aschersleben Klöckncrwerke > Horoskop von dort zu anderen Organen des Körpers gebracht werden und deren Tätigkeit beeinflussen. Horn, Hautauswuchs am Kopf verschiedener Säugetiere, wird in der Hauptsache zu Knöpfen ver- arbeitet. Horngegenstände verlieren in heißem Waffer die Form. Man reinigt sie mit ganz lauem Wasser und poliert sie mit öl. Hornhaut. 1. H. des Auges^ der vordere, durchsichtige, gewölbte Teil des Auges, der die Pupille bedeckt. 2. H. im Sinne von Schwielen an den Händen und Füßen durch übermäßigen, langanhaltenden Druck durch Arbeit oder durch -schlecht pasiendes Schuhwerk. S Schwielen. Hornhautentzündung des Auges, eine sehr gefährliche Erkrankung, da die Gefahr der Erblindung besteht Anzeichen sind Schmerzen im Auge, leichte Schwellung, Sebstörungen. Tränenfluß. Dgl. auch Bindehaui des Auges. Man begebe sich sofort in ärztliche Be- Handlung, ehe man durch Hau^ mittel vielleicht die Sache noch verschlimmert. Hornisie, Hautflügler, die bis 26 mm lang werden Hornissenstiche sind gefährlich und muffen vorn Arzt behandelt werden. Hornmehl, als Kunstdünger bekannt, ein langsam wirkendes Düngemittel, wird daher als Vorrat vor dem Pflanzen in die Erde gegeben. Horoskop, griech., Bedeutung: Stundenschau: bei den Astrologen die Schicksalsdeutunq aus dem Stand der Gestirne bei der Geburt eines Menschen. 5% Deutsche Retchsantethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 4,/2% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1935 .... *y2% Deutsche Reichöschatzanwei- jungen von 1935, II. ftolge ... ty2% Deutsche Reichs'chatzanwei- jungen von 1936, III. Folge .. 5y.% Doung Anleihe von 1930 .. 4yt% Hessische Bolksstaat von 1929 4ya% Deutsche ReichSpostschatz von 1934 I................••••■• 4yt% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I ............ Reichsanleihe-Altbesitz......... Oberhessen Provinz-Anlethe mit AuSlos.-Rechten......... V,% Hess. Landes-Hyp.-Banl Ltqu. Goldpfe - - - - - - - *y,% Preub- Landespsdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19 4%% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4yt% Darmstädter Komm.-Lan- deSbankR. 6 .............. Deutsche Komm.-Cammel-Ankethe Auslos.-Rechte I.............. 4y2% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 4y,% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3 6y,% Franks Hyp. Liauidation Goldpfe................- 6y,% Rheinische Hyp. Liauidation Goldpse..................... Steuergutichein-Berrechnungskur» reits einen schönen Ertrag brachten. Die Niederschläge ber letzten Tage werben sich gut auswirken. Das Ke r n o b st verspricht eine gute Ernte. Falläpfel würben dieser Tage bereits zu schönem Preis — pro Zentner 2,80 Mark — verkauft. Kreis Schotten. Laubach, 21. Aug. Gestern nachmittag gingen an dem hiesigen Güterbahnhof die der Wollspinnerei Godosar (Lauter) gehörigen Pferde durch. Der Kutscher wurde gleich an der ersten Kurve vom Wage geschleudert und erlitt dabei einen Beinbruch. Die Pferde rasten durch die Bahnhofstraße über ben Marktplatz in ben Schlohhof, wo sie ein Baum aufhielt. Wie durch ein Wunber würbe kein weiteres Unheil angerichtet. Der Verletzte fanb im Laubacher Krankenhaus Aufnahme. )—(Ruppertsburg, 22. Aug. Die A p f e l - ernte verspricht in diesem Herbst in unserer Gemarkung einen guten Ertrag. Leider hat aber das trockene, in den letzten Tagen windige und gewittrige Wetter ben Früchteabfall begünstigt. An zwei Tagen dieser Woche wurden bei der Sammelstelle etwa 105 Zentner Falläpfel abgeliefert. Bei Birnen ist der Ertrag gering, bei Zwetschen Frankfurt a. M., 23. Aug. Die Anlieferun- gen von Weizen genügen in den preisgünstigen Gebieten für die laufende Versorgung. Roggen wird langsam verladen, die Landbetriebe sind ausreichend beliefert. Das Draugerftengeschäft verläuft sehr flott, die Andienungen finden rasch Aufnahme. Weizenmehl ist bei genügendem Anfall gut gefragt, während Roggenmehl zurückliegt-, ostdeutsche Offerten finden wenig Interesse. Die Futtermittelversorgung ist unverändert. In Rauhfutter sind die Zufuhren klein, so daß süddeutsches Heu herange- zogen wird. . Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 204, W 16 207 W 19 211, W 20 213; Roggen R 12 187, R 15 190, R18 194, R19 196, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerfte — Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 w 13 28 90 W16 29,00, W 19 29,00, W 20 29,35; Rog- qenmehl Type 1150 R 12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, R19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 1075, W16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20; Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50, Mützlenfeftpreife ab Mühlenstation. Sojaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußtuchen —Treber 14,00, Höchstpreis ab Erzeugerstation. Trockenschnitzel —. Heu, alte Ernte 5,50, neue Ernte 4,60 bis 4,80, Heu (drahtgepreht), alte Ernte 5,90, Weizen- und Roggenstroh —. Jranffurfer Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 24. Aug. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 632 Kälber, 130 Hümmel, 86 Schafe, 3273 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Hämmel 40 bis 52, Schafe 30 bis 46, Schweine 53 bis 57 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe lebhaft. Honig, von Bienen aus Vlüten- neftar verarbeitete, süße, zähe Flüssigkeit. die in der Hauptsache Traubenzucker. 11^^11^61, Ameisensäure und Waffer enthält. Honig mit den Waben heißt Scheibenhonig, aus den Waben ausgelaufener Honig Topf- oder Iungfernhonig. der mechanisch aus den Waben entfernte Honig Schleuderhonig. Man unterscheidet ferner den grünlichen Lindenhonig, den ^rötlichen Heidehonig, den bräunlichen Fichtenhonig ufm Fester Honig wird durch Erwärmen wieder flüssig. Honig ist außerordentlich gesund, besonders für Kinder, da er vitaminhaltig ist. Gleichzeitig wirkt er schleim- und hustenlösend. In der Küche wird Honig zur Herstellung von Honigkuchen (Lebkuchen) und anderem sehr haltbaren Gebäck verwendet. Bei Rohkostspeisen-dient er als Süßstoff. Hopfen, in manchen Gegenden Deutschlands an Stangen gezogene Pflanze, deren Früchte zur Biergewinnung benötigt werden. Die jungen Triebe. „Hopfenspargel". werden als Gemüse od. Salat zubereitet. Horizontal, griech.. Horizont, die Kreislinie, in der sich Himmel und Erde zu berühren scheinen: entbehrliches Fremdwort für waagerecht. Hormone, griechisch, „Anreger., von Drüsen gebildete Stoffe, die direkt in das Blut übergehen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börje Die hinter ben Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe ber zuletzt geschloffenen Dwlbenbe an. Relchsbankdiskont 4 v H Lombarbzlnsfuß 5 v H Schluß?. Abend börle 23 8 trächtlichen Gesamtverminderung der Jndossi (./. 119 Millionen Mark), sowie der Rostroverpflich- tungen (./. 52 Millionen Mark) unmittelbar deutlich und durch die Verstärkung der Wechselbestände noch Schluß Mittag- börle 23 8 Mein-Mainische Börse. INitlagsbörse überwiegend fest. F r a n k s u r t a. M., 23. Aug. Unter Herausstellung einiger Spezialwerte begann die Börse die neue Woche am Aktienmarkt in Dorroiegent) fester Haltung. Auch die Geschäftstätigkeit war durch etwas bessere Kundschaftsbeteiligung lebhafter wenn auch ber Hauptträger bes Umsatzes bte Kulisse war. In ben Vordergrund traten erneut bte schon in Der Vorwoche bevorzugten Werte, bei denen es sich offenbar um Aufkäufe hanbelt. Die herrschende Ma- terialknappheit tat ihr übriges. BMW. fliegen non 160 auf 161 (158,50), Rheinrnetall-Borsig von 159,23 auf 160,50 (159). Mitgezogen wurden Daimler Mo- toren mit 144,50 bis 145,25 (143,75). B-m-rk-ns. wert fest lagen außerdem am Elektromarkt Gesfu- rel mit 157 (155,75), von Bauwerten Jul. Berger mit 144,13 (142,50) unb Holzmann mit 154,13 (153,25). Der Montanmarkt zeigte ?or allem Herein. Stahl lebhafter mit 121,90 bis 122 (121,25) und von chemischen Werten fanden Farben-Jndu- ftrie nach unb. 166,65 erhöhtes Interesse zu 167 25 bis 167,50. An den übrigen Marktgebieten war Die Kursentwicklung uneinheitlich bei kleinen Abweichungen. Schwächer waren u. a. Reichsbank mit 214 (215), Rheinftahl mit 155,90 (156,50) und Verein. Deutsche Metall mit 178 (178,50). Mit Beginn der zweiten Börsenstunde wurde am Aktienmarkt die Bewegung in Spezialwerten t Staufenberg, 24. Aug. Am morgigen Mittwoch, 25. August, kann die älteste Frau des Kirchspiels Kirchberg, Frau Anna Marie Schmidt, geb. Kern, ihren 93. Geburtstag feiern. Wenn sie auch körperlich nicht mehr ganz auf ber Höhe ist, so erfreut sie sich boch noch großer geistiger Frische unb nimmt noch an den Ereignissen ber Gegenwart regen Anteil. wg. Großen-Buseck, 24. Aug. Der zweit- älteste Einwohner unserer Gemeinbe, ber Glaser- meister unb Landwirt Heinrich Bonarius kann heute in außerorbentlicher geistiger und körperlicher Frische seinen 9 0. Geburtstag feiern. Der Ju- bilar war 50 Jahre lang selbständiger Glasermei- ster in unserem Orte. Er lernte das Handwerk von seinem Vater, sein Sohn lernte es von ihm, und auch ein Enkelkind des hochbetagten Mannes erlernte wiederum das Glaserhandwerk, so daß das Geschäft schon seit über hundert Jahren von em und derselben Familie betrieben wird. Der hochbe- tagte Mann verrichtet noch vielerlei landwirtschaft- liehe Arbeiten. — In der hiesigen Vacksteindrenne- rei von Karl Rühl fand der Vorarbeiter Heinrich A l b a ch bei Erdausgrabungen einen guterhaltenen Faustkeil aus Stein. Der Stein wurde einem hiesigen Lehrer zuaeleilet. In diesem Zusammenhang wird man sich dessen erinnern, baß auch im vorigen Jahre verschiedene Funde gemacht wurden, die in die Steinzeit verweisen. — Bei Kana- lisationsarbeiten in ber Ernst-Lubwig-Straße würbe unweit bes Laufes ber jetzigen Wasserleitung eine noch gut erhaltene hölzerne Leitung gefunden, bie noch etwas Wasser führte. Diese Leitung speiste in früherer Zeit einen Teil bes Dorfes unb erhielt bas Wasser aus bem „Steinborn". f Beuern, 24. Aug. Am heutigen Dienstag, 24. August, feiert Frau Christine Stein, geb. Ranft, ihren 8 0. Geburtstag. Die Jubilarin, die ihrem Alter entsprechend körperlich noch ziem- lief) rüstig ist, erfreut sich großer geistiger Frische und kann ihren 80. Geburtstag im Kreise ihrer drei Kinder, sieben Enkel und drei Urenkel feiern. Die Jubilarin ist die Witwe des vor einigen Jahren verstorbenen Gemeinderechners Georg Stein. gfs. Harbach, 23. Aug. Aus Brombeeren und Aepfeln kochte die hiesige Frauen schäft Gelee, und konnte 43 Gläser bem W H W. übergeben. Die Beeren hatten Schulkinder im Walde gesucht, Mitglieder der HI. sammelten das Fallobst. Obwohl die Frauen im Feld unb Garten reichlich Arbeit haben, waren sie boch gern zum Einkochen bereit. < Leih gestern, 23. Aug. Einer Anregung aus bem Kamerabenkreise folgend beging bie hie- sige Kriegerkamerabschaft am Sonntagnachmittag bei Kamerad Dem, Kirchstraße, ben Tag von Anloy burch ein kamerobschaftUches Beisammensein. Nach Begrüßung der Kameraben unb Gäste gab ber Kamerabschaftsführer einen Rückblick über bie Tage bes Kriegsausbruchs 1914 bis zum Tage von Anloy, an bem vier Kameraben aus unserer Gemeinbe ben Helbentob starben, beren Andenken die Versammlung ehrte. Hierauf sprach Kamerad Rektor Siegfried über ben Aufmarsch im Westen, bte Anteilnahme ber hessischen Regimenter, unter Berücksichtigung unseres Heimatregiments 116, schilberte, wie bie Hessen für ihr Daler- lanb gestritten unb gefallen, unb bezeichnete sie als Dorbilb ber Solbatentreue bis in ben Tob. Seinen Ausführungen folgte bas Lied vom guten Karne- raben. Dem Tage angepaßte Solbatenlieder füllten ben Nachmittag aus, worauf bie Versammlung m ber üblichen Weise geschlossen wurde. Es soll für die Folge, wie unsere Väter des Tages von Graoelotte gedachten, hier auch des Tages von Anloy durch ein kameradschaftliches Beisammensein gedacht werden. Langsdorf, 22. Aug. Der Ausdrusch des Getreides hat in unserer Gemeinde begonnen. Der Körnerertrag wird qualitativ als recht hochstehend bezeichnet, aber bie Menge wirb ben Erwartungen nicht voll gerecht. Dem Ausfall ber Hackfrüchte stehen bie Bauersleute mit guter Zuversicht entgegen, zumal bie Frühkartoffeln be« Retchrdank ml 215 Berliner Handelsgesellschaft 6%| Commerz- unö Privat»BanI ... 5 117,75 Deutsche Diskonto............6 125 Dresdner Bank ..........* 1 105 Schluß- stirs 21 8 ruhiger, die Haltung blieb aber unverändert fest. Auch die anfangs etwas schwächeren Papiere konn- ten sich zumeist etwas befestigen. Daimler Motoren stiegen bei regeren Umsätzen bis auf 146,13 nach 144 50, Rheinmetall auf 161,50 nach 160,50, Demag auf 152,25 bis 153 (151,75), BMW. blieben mit 161 voll behauptet. Don später notierten Werten gaben Harpener auf 175 (176,50) nach. Am Einheitsmarkt kamen Kahlgrund nach Gelbstreichung nut 26 rat. (zuletzt 17,50) wieder zur Notiz. Bei den variablen Renten ergaben sich keine Veränderungen. Der Kassarentenmarkt lag ebenfalls ziemlich still, besonders in Pfandbriefen ist das Geschäft zurückgegangen. Liquidationspfandbriese bröckelten meist 0,13 v. H. ab, Stabtanleihen und Kommunal-Obligationen lagen unverändert. Don Industrie-Anleihen zogen Farben-Bonbs auf 133,46 (132,75) an. Abendbörse behauptet. Die Abendbörse hatte allgemein nur kleines Ge- schäft. An ben Aktienmärkten überwogen gegen bie erhöhten Mittagskurse meist kleine Rückgänge von etwa 0,25 bis 0,50 v. H., dach bestaub auf biejer Basis Nachfrage. Etwas mehr rückläufig waren Holzmann mit 153 (154,13). Die mittags bevorzugten Papiere konnten sich im allgemeinen behaupten, Rheinmetall 161,50, BMW. 161,40, dagegen Daimler 145,50 (146,13) unb Demag 152,75 (153). Montanpapiere wichen etwa 0,13 v. H. ab, Mannesmann 125,25, Rheinftahl 156, Hoefch 125,50, Deutsche Erböl 151,25 waren 0,50 v. H. ermäßigt. IG. Farben bröckelten auf 166,75 (167), Moenus Maschinen auf 122,50 (122,75), Licht & Kraft auf 155,50 (155,75) unb Bemberg auf 156,25 (156,50) ab. Don Einheitswerten gingen Schöfferhof-Bm- bing auf 201,25 (202) zurück, anbererfeits Olavi Minen 32 (31,90). Der Renlenmarkl wies nur sehr kleines Geschäft auf, 4,50 v. H. Krupp 99,75 (99,90). Reichsbahn-Vorzugsaktien unv. 127,75, 5,50 v. H. Berl. Hyp. Liquib. 101,65. Im freien Verkehr blieben Kommunal-Umschuldung mit 94,65 unverändert. frankfurter Getreidebörse. eine gewisse Anspannung gezeigt hatte. Lenkt man den Blick zunächst auf bie Einlagenentwicklung, jo mag ber erste Einbruck vielleicht enttäuschenb sein. Denn es haben sich bei ber Gesamtheit ber Berichtsinslitule bie eigentlichen KunÄ- schaftseinlagen per Saldo zwar um 44 Millionen Mark erhöht, in berjenigen Gruppe ber Kreditinstitute aber, deren Mitwirkung an der neuen Reichs- emission besonders bedeutsam ist, bei ben Berliner Großbanken nämlich, um immerhin 60 Millionen Mark vermindert. Sieht man ct"** C """ hin, so wirb man zweierlei feslslellen können; einmal gehl dieser krebitorische Rückgang in überwiegendem Umfange zu Lasten der täglich fälligen Gelder, während sich die festen Gelder nur in ganz un- bedeutendem Umfange verringert haben (./. 1,6 Mil- Ionen Mark), ja in sich selbst eine Entwicklung auf- weisen, die eine beträchtliche Verlagerung von ben Wochengelbern zu ben Drei - Monats - Konten erkennen läßt. Die gleiche Entwicklung zeichnet sich bei ben übrigen Berichlsgruppen ab, mit bem Ergebnis, baß im Rahmen einer Gesamlerhöhung ber festen Gelber um runb 56 Millionen Mark bie mittelfristigen Einlagen einen Zuwachs von 112 Mil. lionen Mark aufweisen. Zweitens dürfte der Gläubiger-Rückgang bei ben Berliner Großbanken in unmittelbarem Zusammenhang stehen mit einer Entwicklung, bie im Zuge ber planvollen bankpolitischen Vorbereitung ber neuen Reichsemission liegt. Wie ber gegenüber bem Vormonat verstärkte Abbau ber Eigenbeslänbe ber Banken an Anleihen und verzinslichen Schatzanweisungen zeigt, muß bei den Banken, insbesondere, wenn man laufende Rückflüsse zu diesem Konto in Rechnung setzt, die Placierungstätigkeit offensichtlich einen breiteren Raum eingenommen haben, eine Tatsache, die naturgemäß auf die Entwicklung der Kundschaftseinlagen nicht ganz ohne Einfluß fern schwachmittel. Die Walnußbäume liefern einen über- reichen Ertrag. Kreis Wetzlar. 0 Gleiberg, 22. Aug. Nach ber Instandsetzung ber oberen Räume bes Nassauerbaues ber Burg Gleiberg fällt mehr als früher bem Besucher bas riesige Gemälde bes rheinischen Malers Fritz Wille, bie Burg Gleiberg darstellend, auf. Das Bild in feinen gewaltigen Dimensionen kam in bem kleinen Vorstandszimmer schlecht zur Wirkung. Deshalb hat es nunmehr feinen Platz in bem größeren Luxemburger Zimmer gefunben. Fritz Wille, ein Freund bes Gleiberg, malte vor 45 Jahren bas Bild. Es stand seinerzeit auf großen Ausstellungen in Berlin und München zur Schau. Die Burg ist, um ihren monumentalen Einbruck zu steigern, in büstere, burch schwere Wolken abgeblen« bete Beleuchtung gesetzt, Die sich in ber weilen Ferne auflichlet unb so mit bem bilbeinwärlsführenben Hohlweg bem Bilbe Raum unb Tiefe gibt. Die Kraft, mit ber ber Himmel empfunben unb mobel- liert ist, bas feine Gefühl für Silhouette, für ben Wechsel ber Bobengestallung, bas finb künstlerische Werte bes Bilbes. Der Maler hat 1909 bas Gemälbe bem Gleibergverein zum Geschenk gemacht. Schiust- kurS 21 8 Lahmeyer .................. 6 Mainkraft 4 Mannesmann *‘/i Marisfelder Bergbau 7 MetallgeieUschaft.............« Qrenstein & Koppel 0 Rbeinifche Braunkohle Rheinische Elektro .........« Rheinstahlwerke........ .....® Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 RütgerSwerke ............... ’ Salzdetfurth Kali ® Schurken L Co • Schultheis Pahenhofer « Siemens L Halske ........... • Süddeutsche Zucker.......... w Vereinigte Stahlwerke Westdeutsche Kaushos......... Westeregeln Alkali............ Zellstoff Walvhos . Otavi Minen .............. i - Sranffurt a M 0,724 5,706 62,51 43,05 11,295 64,13 57,27 17,02 8,674 2,493 selbsttätige WASCHMITTEL für alle Wäsche • Wäscht ohne Zusatz von Doppelpaket 55 Pf. Seife und Seifenpulver. Garantiert ohne Chlor Hersteller: P. Jos. Möbs, Seifenfabriken, Gießen ffrankwn a. M. Berlin Schlub- kurü Schlußk. Abend- börle Schlub- kurs Schluß! Mittag börje Duum 21 8 23 8 21 8 23 8 153,25 156,25 168 131,5 169 153,25 156,25 168,25 131 154 156 168,5 131 190,5 190,5 190,25 145,5 143,75 146 118,9 119,75 151,25 151 151 266,5 — —— 168 168,65 169 134,5 134,5 134,4 155,5 154,9 155,75 166,75 166,25 167,13 140 140 140,25 157 155,75 157,13 149,5 -- 150 53 52,9 175,25 176 175 125,5 126 125,5 153 152,5 153,65 172,5 173 173 141,25 141,75 141 120 120,5 137,5 138 137,5 164,25 163,9 129 128,75 129 125,4 125,5 125,5 153 153,75 156 — 156 117,5 117,5 — 235,75 233,5 — 132,5 131,13 156 156,5 156,25 132 132,25 132 149,25 149,4 — — 163,9 176,5 176,25 176,75 96,25 97 216,5 217,5 218 206,65 207 122 121,4 121,75 59,5 59,25 59,9 19,5 119,13 163,25 162,75 163,13 32 32 31,75 ueoi 21.August enmutn otum 23 August Ami!-ch> Aouerun, .*>.•> | nr*'i Anil, d) *e>< Jhuietuno Bne> 0,750 0,754 0,751 41,9? 42,00 41,91 0,159 0,161 0,160 47,00 47,10 47,00 55,43 55,55 55,43 47,00 47,10 47,00 12,415 12,445 12,415 5,49 5,50 5 49 9,346 9,364 9,346 137,32 137,60 137,25 13,09 13,11 13,09 48',95 1L275 Stockholm .. ............. Schweiz.................. 57,15 | 16,98 8,656 2,489 1 9. A.-Sport Oie Mehrkampfmeisterschasten der Turner. Die Deutsche Turnerschaft hatte am Wochenende ihre Turner und Turnerinnen zu den deutschen Mei. sterschaften im Mehrkampf in der thüringischen Stadt Grete aufgeboten. Für die Turner stand ein Zwölfkampf zur Entscheidung, während für die Turnerinnen einen Achtkamps zu bestreiten hatten. Sieger bei den Turnern wurde der Olympia-Teilnehmer Willy Stadel (Konstanz) mit 217 Punkten vor seinem Bruder Karl Stadel mit 215,5 Punkten. Bei den Frauen gewann Deutschlands beste Turnerin Frau Schmidt - Sohnemann mit 141,5 Punkten vor Zschorn (Frankenberg) mit 140 Punkten. Freundschastskämpfe derFußball-Gauliga Hessen. VfB. Groß-Auheim — Sportfr. Frankfurt (Sa.) 1:2. Borussia Fulda — Reichst).-Rot-Weiß Frankfurt 4:1. Germania Fulda — DSV. Hanau 0:0. VfB. Friedberg — Spvg. Cannstatt 1:0. Erfolgreiches (Standortsportfest in Buhbach. Unter reger Beteiligung von Sportlern und Publikum nahm das Sportfest der Wehrmacht in Butzbach am Sonntag den erwarteten guten Verlauf. Schon zur Einholung der Wettkämpfer am Sonntagmorgen durch die Musikkapelle des II./JR. 81 fanden sich interessierte Zuschauer ein, um auch Len am Vormittag stattfindenden Dorkämpfen beizuwohnen. Es zeigte sich hier bald, daß alle Konkurrenzen mit sehr guten Kräften besetzt waren. So wurde beim 400-Meter-Lauf in der Vorentscheidung bereits eine Bestzeit von 55,4 Sek. erzielt, im Weitsprung brachte es der Beste bereits auf 6,5 Meter. Mit viel sportlicher Hingabe widmeten sich die Fünfkämpfer ihrer Arbeit. Der Steuer wurde schließlich von der Wehrmacht gestellt. Alle bisher gezeigten Leistungen ließen für den Nachmittag das beste hoffen. So erwartete man mit Spannung um 14.40 Uhr die Entscheidungen. Der 100-Meter- Lauf wurde in 11,8 Sek. bestritten, Die in großer Zahl erschienenen Zuschauer zeigten reges Interesse und konnten alle Sieger herzlich beglückwünschen. Die Freude an dem Gebotenen, in erster Linie die Erwartung der militärischen Vorführungen, ließ auch dann nicht nach, als sich plötzlich Regen einstellte. Besondere Anziehungskraft übten die Schaunummer des vierspännigen MG.-Zuges, das Radrennen der Wehrmacht, der 400- und 3000-Meter- Lauf und schließlich die reiterlichen Konkurrenzen aus, ferner die schönen Jagdspringen Klasse A und L, sowie das Patrouillenjagdspringen. Mit Freuden stellten Kenner und Laien die aufopfernde Arbeit und das gute Können von Pferd und Reiter fest. Boxen und Tauziehen der Wehrmacht hatten ihre Wirkung nicht verfehlt. Beim K.-K.-Schießen gaben sich alte und junge Soldaten ein Stelldichein. Ein Handballspiel und eine 10X100-Meter-Staffel schloß den Reigen der Darbietungen. Die Preisverteilung durch den Standortältesten bildete den Abschluß der Veranstaltung; die wertvollen Preise und die Ehre, Sieger zu sein, waren reicher Lohn für anstrengende sportliche Leistungen. Die Bezirkskiaffe Gießen 1937/38. Nachdem wir vor einiger Zeit die Neueinteilung der verschiedenen Gruppen des südwestlichen Gau- Sebiets veröffentlichten, lassen wir nun auch eine ebersicht folgen über die Vereine, hauptsächlich aber über die denselben zur Verfügung stehenden Spieler. Einer Abwägung über die Aussichten der einzelnen Mannschaften wollen wir uns wohlweislich enthalten, denn gerade im Fuhballsport wurden Theorien schon allzuoft über den Haufen geworfen. Auf der anderen Seite soll man den Ereignissen auf dem grünen Rasen nicht vorgreifen. Die Spielvereinigung 1 9 0 0 stützt sich auf dieselben Spieler, die in der vergangenen Serie, besonders in der zweiten Hälfte zur Verfügung standen. So stehen für das Tor neben Rahn der ab Oktober spielberechtigte Meißner bereit. In der Verteidigung füllen Zeiler und Lippert nach wie vor ihren Platz aus. Die Läuferreihe dürfte mit Erhard, Sack, Lehrmund ihre wahrscheinlichste Aufstellung erfahren, und der Sturm in der Besetzung Bergmann, Schellhaas, Löbsack, Pankok, Möller kann dadurch noch eine Aenderung erfahren, wenn über die weitere Tättgkeit von Heilmann Klarheit eingetreten ist. Neben zwei weiteren Spielerzu- aängen, die in aller Kürze spielberechtigt werden, stehen Spieler der zweiten Mannschaft und der aktiv gewordenen Jugendlichen zur Verfügung. Ein Mangel an geeigneten Kräften ist nicht zu beklagen, und die Aussichten erscheinen diesmal weit günstiger als im vergangenen Jahre, wo die Mannschaftsaufstellung Sonntag für Sonntag Schwierigkeiten bereitete. Der Sportverein Wetzlar hat seine Meistermannschaft umgebaut bzw. umbauen müssen. Bei der Besetzung Gunya, Krickau, Zielberg, Flick, Didlapp, Blech I., Berger, Zehner, Thimm, Reuter, Blech II. fehlen Wohlgemuth, Benner und Hahn. Wohlgemuth hat Wetzlar verlassen und seinen Wirkungskreis nach Eßlingen verlegt, wo Diehl, der frühere Mittelläufer von Wetzlar, schon seit einigen Jahren seine Betätigung gefunden hat. Benner hat seine schon verschiedentlich geplante Sportaufgabe endgültig zur Tatsache werden lassen. Beim Turn- und Sportverein Naunheim hat es keine allzu großen Veränderungen gegeben. Die Gebrüder Hattert, Dokter, Bill, Neeb, Zeucke, Landenfeld und Keusch werden auch weiterhin den Stamm der Mannschaft bilden. Der Sport- und Spielklub Burg hat seine wertvollste Stütze verloren. Der blonde Mittelstürmer Blecher, der ideale und instinktsichere Brecher im Sturm, hat sein Lehrerexamen in Weil- bura bestunden und eine Anstellung als Junglehrer in Königsberg (Preußen) gefunden. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Verlust ausgleichen läßt. Oranien Frohnhausen hält nack wie vor an seinem Grundsatz, der beste Ersatz ist der Ersatz aus dem eigenen Nachwuchs, fest. Damit haben sie die besten Erfahrungen gemacht, und da das Abschneiden in der vergangenen Serie zufriedenstellend war, besteht kein Anlaß zu größeren Veränderungen im Mannschaftsgebilde. Beim Turn - und Sportverein Bissenberg herrscht der gleiche Grundsatz vor. Die Spieler entstammen alle den eigenen Reihen. Weit mehr noch. Fast die ganzen Spieler der Ligamannschaft sind miteinander verwandt. Was nicht verbrüdert ist, ist aber bestimmt verschwägert. So nimmt es weiter kein Wunder, daß neben Bingel (drei Brüder), Keller und Kleemann fast kein anderer Namen in Erscheinung tritt. Anders beim Sportklub Sinn. Die Zugehörigkeit zur Bezirksklasse hat bei manchen Angehörigen der benachbarten Vereine seine Anziehung nicht verfehlt. Neben Spielern von Merkenbach und Uckersdorf hat nun auch der beste Mann von Jahn Hors d'oeuvre 210 Hüfte Hors d'oeuvre, fran^, Bedeutung: außerhalb des Werkes, d. h. der Mahlzeit, entbehrliches Fremdwort für Vorspeisen. Horst, männl. Vorname germ. Herkunft, Bedeutung ..der Horstende", ferner Vezeicynung für oas Nest eines Raubvogels. Hort, Veschäftigungsschule für kleinere Kinder, denen in der Familie nicht Die erforderliche Zeit und Aufsicht gewidmet werden kann. Hortensie, Wasserstrauch (Hy- drangea), als Topf- und Kübelpflanze oder Zieraehölz zu gebrauchen. Heranzucht durch Stecklinge. Im Winter frostfrei, kühl und hell aufbewahren. Zimmerblume wird Ende Januar zur Knospenbildung warm gestellt. Kübel- und Freilandpflanzen Ende Februar auf 3 bis 5 Augen zurückschneiden. Während der Triebzeit gut gießen. H. liebt keinen trockenen Standort. Die natürliche Farbe der H. ist weiß und rosarot. Blaue Blumen erreicht man durch Zugabe von eisenhaltiger Erde (Alaunpulver geben oder rostige Nägel in Eiehwasser legen). Hydrangea panrculata ist ein herbstblühender Zierstrauch, schön als Kronenbaum. Hose, das lange Beinkleid des Herrn^ bei dem größter Wert auf eine gutsitzende Bügelfalte gelegt wird. Neuerdings wird der Eürrelschluß so gearbeitet, daß auch lange Hosen gut ohne Hosenträger und selbst ohne Gürtel getragen werden können. Auch Reißverschluß wird verwandt. Hosenträger, mit Eummifäden verarbeitete Bänder zum Befestigen des Beinkleides, sollen nur so lange getragen werden, wie der Gummi elastisch ist, da sie sonst das Hemd beschädigen. Das gleiche gilt von zu hoch geschobenen Schnallen bei ausgereckten Hosenträgern. Hotel. Vorbestellte Hotelzimmer muß man bezahlen, wenn der Wirt die Zimmer auf Grund der Bestellung reserviert, auch wenn man sie aus irgendeinem Grund nicht benützt. Hat man ein Hotelzimmer bestellt, und der Wirt auf irgendeine Weise zu erkennen gegeben, daß er die Bestellung angenommen hat, (z. V. er hat dem Portier Anweisung gegeben, die Zimmer zu reservieren, und vermietet der Wirt die Zimmer für die gleiche Zeit an jemand anders, dann kann man Schadenersatz verlangen, z. B. man kann die Mehrausgaben verlan- langen, die man dadurch hat, daß man in einem teureren Hotel wohnen muß. S. Gastwirt. Hubert, männl. Vorname germ. Ursprungs mit der Bedeutung „der tüchtiger Denker". Huchen, Rotfisch, lachsart. Süßwasserfisch, der bis zu 2 Mietet lang wird. Hüfte, der obere Teil der Seitenfläche des Oberschenkels in Verbindung mit den Eesäßteilen. Bei Frauen oft Stelle unerwünschten Fettansatzes, den man aber durch geeignete Massage und Gymnastik gut bekämpfen kann. Bei Frauen sind die Hüften normalerweise breiter als beim Manne. S. auch Becken. Der Honigspender ist ideal für jeden Frühstückstisch. Immer ist er geschlossen. Bienen und Wespen können also nicht mehr an den Honig heran. Klebrige Honiggläser gibt es dann nicht mehr. Kommen Sie zu Häuser und lassen Sie sich diesen praktischen Honigspender zeigen. 3- B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Offenbach (Dillkreis), der Mittelstürmer Buch, seinen Weg nach der Glocken-Geburtsstätte gefunden. Sportverein Lollar muß seine vorjährige Aufstellung ebenfalls einer Aenderung unterziehen. Neben dem abgewanderten „Heier" (Kreiling, Wie- seck) fehlt der von seinem Beinbruch zwar genesene, aber noch nicht wieder spielfähige Gabriel. Hierfür geeigneten Ersatz zu finden, wird einiges Kopfzerbrechen bereiten. Teutonia Steinberg erscheint mit der Elf, die den Aufstieg erkämpfte. Neben den bekanntesten Spielern Happel, Fett und Lang stehen in Burger, Schmandt, Haas, Brückel, Schäfer usw. veranlagte Spieler zur Verfügung. An geeignetem Ersatz ist ebenfalls kein Mangel, denn in der Reserve sind einige Spieler vorhanden, die schon während den Aufstiegsspielen Proben ihres Könnens abgaben. Beim Turn- und Sportverein Steindorf, dem zweiten Aufstiegsberechtigten, ist die Ausahl nicht so groß. Neben dem Stamm der Mannschaft, an deren Spitze die Gebrüder Martin und Hormel stehen, sind nur wenige Ersatzspieler zur Stelle. Eine zweite Mannschaft war seither nicht vorhanden. Vielleicht hat aber die nunmehrige Zugehörigkeit zur Bezirksklasse das nötige Interesse geweckt und den Ansporn hierfür gegeben. lieber den letzten Teilnehmer, Turn- und Spielverein Butzbach, herrscht etwas Unklarheit. Der vorläufige Stand am Ende der Tabelle der Gruppe Friedberg im vergangenen Jahre besserte sich von dem Augenblick, als die Vervollständigung der Garnison eintrat, verschiedene Spieler hinzukamen und die Mannschaft vor dem Ab- stteg bewahrten. Ein Anwachsen zur früheren Spielstärke wird dadurch wohl nicht ausbleiben. Starke Beteiligung Kreisfachwart Henkel (Gießen) hatte am vergangenen Sonntag die Vereine im Bereiche des politischen Kreises Gießen zusammengerufen, um mit ihnen die neue Gruppeneinteilung zu besprechen. Am Spielbetrieb beteiligen sich 34 Vereine mit 42 aktiven Mannschaften, hinzu kommen noch etwa 22 Jugendmannschaften. Um den Vereinen nicht zu große Reisekosten aufzuerlegen und auch um einen regen Spielbetrieb damit sicherstellen zu können, wurden die Gruppen der 1. und 2. Kreisklasse wie folgt zusammengestellt: 1. Kreisklasse, Gruppe A: SA.-Kampfge- meinschaft, VfB.-R. Gießen 1. Klein-Linden 1, Heuchelheim 1, Rodheim 1, Wieseck 1, Alten-Buseck 1, Großen-Buseck 1, Rüddingshausen 1, Lollar 2. 1. Kreisklasse, Gruppe B: 1900 Gießen 2, VfB.-R. Gießen 2, Großen-Linden 1, Steinberg 2, Garbenteich 1, Steinbach 1, Lich 1, Hungen 1, Ruppertsburg 1. 2. Kreisklasse, Gruppe A: Flensungen- Mücke 1, Grünberg 1, Lehnheim 1, Göbelnrod 1, Oppenrod 1, Leihgestern 1, Treis 1, Londorf 1, Geilshausen 1, To. 46 Gießen 1 und Klein-Linden 2. 2. Kreisklasse, Gruppe B: SA.-Kampfgemeinschaft, 1900 Gießen 3, VfB.-R. Gießen 3, Rodheim 2, Heuchelheim 2, Launsbach 1, Wißmar 1, Ms Abschluß unserer Ueberstcht bringen wir nachstehend die Terminliste der Vorserie 1937/38. Termine der Bezirksklasse. 19. September: Bissenberg — Burg; Frohn- hausen — Lollar; Sinn — Naunheim; Steinberg gegen Butzbach; Wetzlar — Steindorf. 26. September: 1900 — Bissenberg; Burg gegen Frohnhausen; Naunheim — Steinberg; Steindorf gegen Sinn; Lollar — Butzbach. 3. Oktober: Sinn — 1900; Bissenberg — Steindorf; Butzbach — Burg; Frohnhausen — Wetzlar; Steinberg — Lollar. 10. Oktober: 1900 — Naunheim; Lollar — Dis. tenberg; Wetzlar — Steinberg; Burg — Sinn; Butzbach — Frohnhausen. 17. Oktober: Frohnhausen — 1900; Sinn gegen Wetzlar; Naunheim — Burg; Steindorf —- Steinberg; Bissenberg — Butzbach. 24. Oktober: 1900 — Steindorf; Wetzlar — Butzbach; Steinberg — Sinn; Burg — Lollar; Frohn- tzausen — Naunheim. 31. Oktober: Butzbach — 1900; Naunheim gegen Lollar; Steindorf — Burg; Sinn — Frohnhausen; Bissenberg — Wetzlar. 7. November: 1900 — Steinberg; Burg — Wetz- lar; Lollar — Sinn; Steindorf — Naunheim; Frohnhausen — Bissenberg. 14. November: 1900 — Burg; Wetzlar — Lollar; Bissenberg — Naunheim; Steinberg — Frohnhausen; Butzbach — Steindorf. 21. November: Wetzlar — 1900; Lollar —Steindorf; Bissenberg — Sinn; Naunheim — Butzbach; Burg — Steinberg. 28. November: 1900 — Lollar; Sinn — Butzbach; Naunheim — Wetzlar; Steindorf — Frohnhausen; Steinberg — Bissenberg. in den Preisklassen. Daubringen 1, Staufenberg 1, Muschenheim 1 und Grüningen 1. Den Vereinen wurde noch eine Woche Zeit gegeben, ihre Wünsche auf spielfreie Sonntage zu äußern, und dann werden die Termine zusammen- gefteilt. Die Pflichtspiele beginnen am 26. September d. I. Bis dahin können die Vereine noch Gesellschaftsspiele austragen. Die noch ausstehenden Mannschaftsmeldungen sind sofort dem Kreis- fachwart einzureichen, auch sind hierbei die Spielpässe und die neuen Reichsbundpässe vorzulegen. Ohne diese beiden Pässe kann ein Spieler nicht mitspielen. SA.-Kampfgemeinschast nimmt teil... Zum ersten Male wird in den Serienspielen auch die SA.-Kampfgemeinschaft beteiligt fein. Die SA.- Kampfgemeinschaft stellt zwei Mannschaften, deren eine der 1. Kreisklasse zugeteilt ist und in der gleichen Klasse mit VfB.-R. I antreten wird. Es ist also hier die Sachlage geschaffen, daß es auch in diesem Jahre für die Fußballanhänger unserer Stadt Lokalkämpfe in Derbandsspielen zu sehen geben wird. Die zweite gemeldete Mannschaft der SA.-Kampfgemeinschaft spielt in der 2. Kreisklasse, Gruppe B. Lollar I. — Heuchelheim I. 6:1. Die Elf von Lollar, durch einige gute Jugendspieler aufgefrischt, wartete mit einer Mannschaft auf, die zu kämpfen und Gelegenheiten auszunutzen verstand. Heuchelheim, durch Ersatz geschwächt, zeigte trotzdem ein schönes Spiel. Besonders der Sturm führte ein hinreißendes Kombinationsspiel vor. In sportlichem Geiste trugen die Gäste ihre Niederlage und kämpften bis zum Schluß unentmutigt weiter. Das hohe Resultat gab den Spielverlauf keineswegs einwandfrei wieder. Ein knapper Sieg der Lollarer wäre gereckt gewesen. Die Einyeimischen hatten Anstoß. Es entwickelte sich sofort ein lebhaftes Spiel. Heuchelheim war vorerst tonangebend und schuf bange Minuten vor dem Lollarer Tor. Das Spiel wechselte, Lollar ging zum Angriff über. Aus einer klaren Abseitsstellung, wegen der die Hintermannschaft der Gäste nicht mehr eingriff, fiel das erste Tor für Lollar. Heuchelheim, zwar nun etwas deprimiert, zog in wundervollem flachen Paßspiel immer wieder blitzschnell vor das gegnerische Tor. Sie hatten aber Schußpech. Viele Schüsse verfehlten knapp das Ziel und einmal konnte nur die Latte retten. Der Ersatz in der Läuferreihe machte sich bemerkbar. Lollar nutzte die Schwächen in der gegnerischen Abwehr geschickt aus und konnte bis zur Pause noch zweimal emfenben. Mit großem Elan drängte der Heuchelheimer Sturm nach der Pause auf das Lollarer Tor. Durch prachtvollen Schuß wird ein Tor aufgeholt. Die Gäste spielten jetzt überlegen. Schön war dabei das Zusammenspiel der jungen Stürmer und zahlreich die Schüsse auf den Kasten. Die meisten nahmen jedoch den Weg ins Aus und das andere besorgte der Lollarer Torhüter. Aus einem Geplänkel vor dem Gästetor schoß Lollar feinen vierten Treffer. In der beginnenden Dämmerung, die fein normales Spiel mehr zuließ, war Lollar noch zweimal erfolgreich. Obwohl der Gästesturm bis zum Schluß machtvoll drängte, gelang es ihm nicht mehr, an dem Resultate etwas zu ändern. 1000-Meier-Langstreckenschwimmen in Gießen. Die Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes für Leibesübungen, Fachamt Schwimmen, veranstaltet am Samstag ein Langstreckenschwimmen über 1000 Meter; für Knaben und Mädchen über etwa 500 Meter. Der Wettkampf wird in zwei Klassen gestartet: Klasse A für schwimmsporttreibende Vereine, Militär und NS.-Formationen, soweit die Gemeldeten einem schwimmst »rttreibenden Verein angehören. In der Klasse B alte Teilnehmer in nicht schwimmsporttreibenden Vereinen sowie für Militär und alle NS.-Formationen, soweit die Gemeldeten einem nicht schwimmsporttreibenden Verein angehören. Für beide Klassen wird in folgenden nach Jahrgängen eingeteilten Gruppen gestartet: 1. Männerklasse 18 bis 32 Jahre. 2. Frauenklasse 18 bis 32 Jahre. 3. Männerjugendklasse (1918—22) 14 bis 18 Jahre. 4. Frauenjugendklasse (1918—22) 14 bis 18 Jahre. 5. Männerklasse über 32 Jahren. 6. Frauenklasse über 32 Jahren. 7. Knabenklasse der Jahrgänge 1923/24. 8. Mädchenklasse der Jahrgänge 1923/24. Es ist zu wünschen, daß sich recht viele Vereine sowie Militär und NS.-Formationen, ob sie Schwimmsport treiben oder nicht, an dem Langstreckenschwimmen beteiligen. Die Wettkämpfe wer- den nach den Bestimmungen des Fachamtes Schwimmen ausgetragen. Jeder Startende hat eine vtartmütze mitzubringen, auf der seine Startnummer befestigt wird. Start sämtlicher Teilnehmer erfolgt pünktlich um 17.30 Uhr für Knaben und Mädchen 500 Meter unterhalb der Militärbadeanstalt. Für die Männer- und Frauenklassen sowie für die Jugendklassen um 18.30 Uhr an der Militärbadeanstatt. Auskleidegelegenheit ist bei der Gießener Rudergesellschaft zur Genüge geboten. Für Schuhe und Bademäntel, mit welchen die Teilnehmer zum Start gehen, steht ein Boot zur Verfügung, das die Kleidungsstücke vom Start zum Ziel bringt. Das Ziel ist bei der Gießener Rudergesellschaft zwischen zwei Booten. Bei dem Passieren der Boote sind den Zeitnehmern Startnummer und Name laut zuzurufen. Meldungen sind, als solche kenntlich gemacht, an Fritz Pascoe, Gießen, Postfach 56, bis zum 25. August, 18 Uhr, einzufenden. Meldeeröffnung am gleichen Tage 18 Uhr in der Müllerschen Badeanstalt. Die technische Leitung liegt in den Händen der Herren Pascoe und Sauer. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Ehr. V. in G. Das Verlangen des Hauseigentümers auf Zahlung der anteiligen Gebühren für Müllabfuhr usw. auf ein Vierteljahr im voraus ist unberechtigt. Die Gebühren find vielmehr erst bei Fälligkeit zahlbar. ÖlunDfunfprogramtn Mittwoch, 25. August. 6 Uhr: Choral. — Morgenspruch. — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau hör' zu. 11.40: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. — Offene Stellen. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Rhythmus und Melodie. 15: Volk und Wirtschaft. 16: Unterhaltungskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 21.15: Frankfurter Komponisten. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Kamerad wo bist du? 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 1: Nachtkonzert. Donnerstag, 26.August. 6 Uhr: Choral. — Morgenspruch. — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzer>, 9.30: Nur Koblenz: Nachrichten. 10: Schulfunk. Volksliedsin- gen. 10.30: Hausfrau hör' zu! 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. — Offene Stellen. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nach- richten. 14.10: Frohsinn am laufenden Band. 15: Volk und Wirtschaft. Fremdenverkehr — ein Wirtschaftsfaktor. 15.15: Für unsere Kinder. Etwas über den Zwieback! 16: Unterhaltungskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Egerland in Lied und Tanz. 20: Nachrichten. 20.10: Zeitgenössische Unterhaltungsmusik. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Unterhaltungskonzert. 24 bis 1: Nachtmusik. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 25. August. Gießen. Sladlklrche. 20 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, den 26. August. Gießen. Iohanneskirche. 20 Uhr: Bibelstunde, katholische Gemeinden. Mittwoch, den 25. August. Hungen. 6.15 Uhr: Messe.