Samstag, 24-Zuli 1957 r.I7V Erstes Blatt 187. Jahrgang Line internationale wirtschaftliche Studienorganisation Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25"/<> mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Grundsätzliche Feststellungen LZon Edgar Schröder vollen . k tappe miM Am cl1 ?°oden uh. 'N leine ti "9 titpn nier 3 entgeh dpi Or..::.3 y’. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühlsche Universttalsdruckerei v. Lauge in Gießen. Zchristlettung und Geschäftsstelle: rchulsttahe 7 ^scheint täglich, autzer Sonntags und Feiertags keilagen: Die Illusttierte Lietzener Familienblätter 1 Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Kit 4 Beilagen RM.1.95 j Lhne Jllusttierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 II |ud) bei Nichterscheinen e)n einzelnen Nummern 1 tzfolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe pter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- fthten: Anzeiger Siehe« Postscheckkonto: stantsurt am Main 11686 Organisation und die i) 20 bis 25 em Austrieb k Dividende an 8rfiJ II \V Der II fk ’A 63 K I Sl't l’i von aus Schluß lud Conbon, 24. IuN. (DRV.) Der diplomatische Auler-Korrespondent meldet zur R i ch t e i n m i - ständige Anpassung dieser Organisation an den dauernden Wechsel der mirtschastlichen Faktoren regiert werde. Die Politik Problemen 54.50, d) 5IH-, :). Marktoerior igeteilt, j)änE fung: 228 $ ' । e Schweine. !- !l, 11 (13) »r - (66), St*- i) 80, W Wisch b)^ ! Brüssel, 24. Juli. (DNB.) Ministerpräsident von Zeel'and wird die ersten Ergebnisse seiner Untersuchung der weltwirtschaftlichen Lage, die er im Auftrage Englands und Frankreichs durchführt und ihn bereits nach London, Pütts und Washington führte, demnächst fixieren. Somit hat der erste Abschnitt der Mission van Zee- ' Idnbs geendet. Die ersten Schlnßfolgerungen, die sich aus dem bisherigen Verlauf der Untersuchung ergeben, wurden am Freitagabend in einem Brief veröffentlicht, den der König an den Ministerpräsidenten van Zeeland gerichtet hat. 3n diesem Brief regt König Leopold die Schaffung eines internationalen wirtschaftlichen Studienorgans an, das universellen, ständigen und unabhängigen Charakter haben und dessen Aufgabe darin bestehen soll, die Elemente einer weltwirt- zn studieren. m soll möglich st unabhän- onalen Einflüssen sein. 50 78, Fl-M'K markt. iftrieb:Aj inerstagsmari 71) Bullen, \ Iber 1119 M )■ Notiert w. 135, 156,25 169 141 157,25 152, 54,6 119'5 128,75 150,65 (42,5 122, 138, 16 132^5 127,75 152, 156, 114, 235 der Industrie, des Handels, der Landwirtschaft, der Finanzen und der Arbeit beteiligt sind, wobei ausdrücklich betont wird, daß diese Sachkenner auf Grund ihrer persönlichen Eignung und nicht in Ausübung eines Mandats Mitarbeiten sollen. Ueber die Ziele und Ausgaben der in Aussicht genommenen weltwirtschaftlichen Neuordnung heißt es in dem Brief wörtlich: „Ls ist nicht möglich, durch die Senkung der Zollschranken oder eine andere Teilmaßnahme der Unordnung, die den Frieden bedroht ein Ende zu bereiten. Wenn man wirklich den Krieg ausschalten und die Menschen zu fried- licheren Gefühlen zurückrufen will, müssen wir den Mut haben, die wirtschaftlichen Fragen in ihrer Allgemeinheit zu betrachten und den großen Problemen, die sich drohend vor der ganzen Menschheit erheben eine Lösung zu geben: der Verkeilung der Rohstoffe, der Verteilung der Zahlungsmittel, der internationalen Verteilung der Arbeit, dem Gleichge- w i ch t z w i s ch e n I n du st r ie- u nd Agrar- länder ufro.“ 19; I d d in l! 52,5 8,75 66,5 132 161 190 139 153 5 261 167,5 15,7 156, 170,5 11,7 58,2 153 79,75 129 150,5 142,5 s «S 128 56,25 [35,75 157-5 t34i252 167 182,5 wachsen kann. . Im vorliegenden Falle ist die Methode raffiniert und unglaublich töricht zugleich. „Daß Zeiß die beste Optik produziert", so heißt es beispielsweise in dem ersten Artikel, „verdanken wir nun wirklich nicht dem Führer. Die Puppen der Käte Kruse aus Bad Kosen und das Meißener' Porzellan sind trotz Hitler nicht schlechter geworden. Der Dieselmotor, die Pforzheimer Uhrenindustrie, die Königsberger Bernstein-Manufaktur — dies alles gab es schon vor dem Aufbruch der Nation." Weiter schreibt der Verfasser klagend und kläglich: „Wo aber bleiben die Spitzenleistungen des Nationalsozialismus? Warum zeigt Goebbels nicht die Verfaffuna des Nationalsozialismus? Warum zeigt er nicht die Rassegesetzgebung, die Sterilisierung, die Erziehung der Hitlerjugend, die Künste der Wehrbaftmachung, all das, worauf doch der Nationalsozialismu-i so stolz ist, all das, was er als das spezifisch Neue, als das eigentlich Deutsche, als das Ergebnis der nationalsozialistischen Revolution ansieht?" Bevor wir weiter zitieren, ein paar Gegenfragen: Wer hat jemals bestritten, daß Zeiß schon immer die beste Optik (und mehr dazu) produzierte? Wer bat geleugnet, daß Meißener Porzellan schon einige hundert Jahre vor 1933 mit das beste Porzellan der Welt war? Wer hat behauptet, daß etwa der Dieselmotor eine nationalsozialistische Erfindung ist? Nur im Kopf eines unbeschästiat"n staatenlosen Emigranten können solche Hirngespinste überhaupt auftauchen. Und weiter: Zeigt etwa das demokratische England in seinem Pavillon seine Verfassung? Es hat nie eine besessen und ist dennoch zu einer Weltmacht emporaestiegen. Selbstverständlich sind die Fronen ia aar nicht ernst- haft gestellt: es ist nichts weiter als demagogisches Geschwätz, bei dem üch der ärmliche Artikelschreiber wunder wie aeiftmch norfommt. Um so ernster sind unsere (natürlich nicht an ihn oerichteten) Geoenfragen: Hat die geschriebene Weimarer Verfassung etwa verhindert, daß Deutschland vor der Machtübernahme durch Adolf Hitler und seine Bewenuno sieben Millionen Arbeitslose besaß? Dak his dahin die noch nicht geeinte deutsche Jugend keine Zukunft hatte? Daß mangels einer Rasseges"tzgehung die rassische und moralische Zersebung ein bedrohliches Ausmaß annahm? Daß für die bisherigen und neu hinzukommenden Insassen der Irrenhäuser und Zuchthäuser jährlich ein Milliarden- betrag aufgewendet wurde, weil gegen die Fortpflanzung von Erbkranken und asozialen Sittlichkeitsverbrechern niemals etwas unternommen wurde? Nein! All das bat die geschriebene Weimarer Verfassung nicht verhindern können, ebensowenig wie sie verhinderte, daß das wehrlose deutsche Volk von Siegermächten, die ihr Abrüftungsversprechen nicht hielten, b i s zur Verelendung ausgepreßt wurde! Die Lifte dessen, was unter ihr und durch sie nicht verwirklicht wurde, ließe sich beliebig verlängern. Der kleine Gernegroß aus der Weimarer Systemzeit aber produziert für einige (abgewertete) Franken Zeilenhonorar folgende Sätze: „Was nationalsozialistisch ist am Dritten Reich, verbirgt Goebbels Eine Kundgebung des Königs der Belgier. — Keine Mandaisiräger, sondern sachkundige Persönlichkeiten. — Gerechte Lösung der großen Probleme. müsse realistisch sein und den gegenübertreken, wie sie sich bar- siellken. werde das Kartenhaus der 210 124- 60-5 122 163'7 33,75 drei Völkerbunds - Großmächten Frankreich, England und Sowjetrußland, geleitet. Die h ö ch st e F e h t v o r st e l t u n g sei der Pazifismus des Völkerbundes. .■'f irw, ,706 2-3 j A 265 3.3 Rach wie vor Uneinigkeit in London Reuter erklärt: Ein toter Punkt. — Druck auf Italien. i lebhafter P jen alte Den!' s 16 ning P o st" beurteilt die Lage in der Nichteinmischungsfrage immer noch p e s s i m i st i s ch. Den einzigen Fortschritt, den man am Freitag habe verzeichnen können, sei, daß der technische Unterausschuß, der den Ueberwachungsplan zu Lande auszuarbeiten habe, bereits die Einzelheiten dieses Planes im englischen Außenamt berate. Za oder Mn. Paris, 24. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die außen- polittschen Betrachtungen der Pariser Fyihpresse vom Samstag stehen im Zeichen des neuen englischen Versuches, eine Einigung in der Nichteinmischungsfrage herbeizuführen. Wie es heißt, soll der Fragebogen sechs oder sieben Kapitel umfassen, in denen nacheinander die englischen Vorschläge des Kompromißplanes wieder ausgenommen würden. Die Blätter sagen, daß die einzelnen Staaten spätestens in drei oder vier Tagen nach Erhalt des Fragebogens darauf antworten müßten. Der „Petit Parisi en" will wissen, daß im Gegensatz zu dem englischen Kompromißplan dieser Fragebogen jetzt alle Länder in die Notwendigkeit versetzen werde, ganz klar mit ja oder nein auf die Fragen zu antworten, um somit ihre volle Verantwortung zu übernehmen. Die englische Regierung hoffe, durch dieses neue Verfahren weniger ausweichende Antworten zu erhalten. r^ä&igten J n-NtNj ’l^bant um] übrigen M 'Zer SladJ - • Wie« ’13 M- Stzj i-mfch-VbliMl ?Qren 5,50 v. hen Gulden Qn Diirgler q 2U«i 15157 I 166,65 1«; 133 ; Die RealM und die Miionen. Eine Pressekundgebung von maßgebender italienischer Seite. 62-3?! A I Vor einiger Zeit erschiett in einem deutschge- schriebenen Pariser Emigrantenblatt eine Artikelfolge unter der Ueberschrift „Was der deutsche Pavillon zeigt und was nicht". Darin bemüht sich der Verfasser um den Nachweis, daß die ausgestellten „Spitzenleistungen der deutschen Technik und Meisterwerke des deutschen Kunstwerks" zu Unrecht für den Nationalsozialismus reklamiert würden, während sie in Wirklichkeit nichts anderes wären als „einfach und schlicht: deutsch!" Die erste Frage, die sich sofort aufdrangt: Lohnt es überhaupt, sich mit einem minderwertigen Druck- erzeugnis zu beschäftigen, das von keinem Franzosen mehr ernst genommen wird, selbst von denen nicht die scharfe Gegner des Nationalsozialismus' sind? Es lohnt sich in der Tat nicht, aber im vor- liegenden Falle haben wir nicht das Blatt selbst, sondern jene Artikel im Auge, die, ganz gleich, wo sie erschienen, doch einige grundsätzliche F e st- stellungen erfordern. Und zwar aus dem alleinigen Grunde, weil in ihnen (neben dem Haß des landflüchtigen und ohnmächtigen Emigranten) Gedanken zu Argumenten verarbeitet worden sind, die immer noch in den Köpfen zahlreicher Ausländer spuken und sie infolgedessen zu völlig falschen Schlußfolgerungen über die wirklichen Verhältnisse in Deutschland kommen lassen. Die merkwürdige Verständnislosigkeit des Auslandes gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland beruht zum großen Teil auf Gedankengängen, die fortschreitend sinnloser werden und gerade in den erwähnten Artikeln mit seltener Klar- heit als raffinierte Zweckpropaganda erkannt werden können. Sie arbeiten mit der Gegenüberstellung von deutsch und n a t i o n a l sozial i st i s ch, wobei beides als begrifflicher Gegensatz hingestellt wird, so wie man während des Weltkrieges dem deutschen Volke auch einzureden versuchte, daß der Kampf nicht ihm selbst, nicht Deutschland, sondern dem Militarismus, dem Kaiser gelte. Große Teile des deutschen Volkes sind damals leider auf diesen abgefeimten Schwindel hereingefallen: er hat die deutsche Widerstandskraft gelähmt: Deutschland ist darüber zusammengebrochen, wenn es natürlich auch noch andere Gründe dafür gab. Heute ist das deutsche Volk gegen eine derartige Zweckpropaganda gefeit, aber da die anderen Völker selbst von dieser Propaganda getäuscht werden, bildet sie mit das stärkste Hindernis für das gegenseitige Verstehen, aus dem allein die außenpolitische Verständigung er- Zwei brennende gegenwärtige Trugideen verwickelten die europäische Lage: 1. die Fiktion, daß man die vollendete Tatsache der Eroberung des afri-kanischen Imperiums durch Italien nicht anerkenne und 2. die nicht minder wichtige Frage der Verweigerung der Rechte einer k r i e g f ü h r e n d e n Macht für Franco, eine Frage, die man unbedingt mit der Frage der Freiwilligen verknüpfen wolle. Diese Vorstellung verwirre die Dinge, während die Anerkennung Francos auf radikale Weise eine Vereinfachung schaffen würde. Die Verweigerung der Rechte Kriegführender für General Franco, der ein Heer besitze, der zwölf Monate kämpfe, der zwei Drittel Spaniens und die gesamten Kolonien Spaniens beherrsche, der hinter sich 14 von 22 Millionen Spaniern habe, sei so unsinnig, daß sich selbst Eden kürzlich dagegen aufgelehnt habe. Indessen gebe man vor, daß Franco nur ein „aufrührerischer" General sei und daß die wahre „Regierung" Spaniens jene Valencia sei, die ja tatsächlich von Moskau Al UM 225-^ | Mailand, 24. Juli. (DNB. Funtspruch.) Der Mailänder „P o p o l o d 'Italia" wendet sich in einem offensichllich von maßgebender potttt- scher Seite stammenden Leitausiatz mit der Ueberschrift „Die Realität und die Fiktionen gegen die falschen Vorstellungen (Fiktionen), durch welche Europa besonders in der Nachkriegszeit regiert und verwirrt worden fei. Eine solche Fiktion sei beispielsweise der Gedanke der Kriegsreparationen gewesen. Die anfangs geforderte astronomische Ziffer von 1000 ^,^iar^en sei mit der Zeit zwar zusammengeschrumpft, aber viele Jahre habe man fortgesetzt mit dieser Wahn- Dorfteilung (Fiktion) gespielt, die erst heute endgültig begraben scheine. Wahrend die Fiktion ber Reparationen aus der Welt geschafft worden sei, blieb jene der interalliierten Schulden bestehen. Man bilde sich weiter ein, daß diese Schulden eines Tages gezahlt werden wurden, obwohl jeder wisse, daß dies materiell und vor allem moralisch unmöglich sei. Das Organ, welches bas System der Fiktionen schaffe, züchte, ausdehne und verteidige, fei der v ö l k e r d u n d. Auch dessen Univer- s a t l t ä t sei eine fatsche Vorstellung, weil zahlreiche und mächtige Staaten nicht in ihm vertreten seien. 3m Völkerbund sei der Grundsatz der Gleichheit der Mitgliedsstaaten ebenfalls eine Fiktion. Wenn man in den Genfer Räumen von dieser Gleichheit spreche, also die Stimme Großbritanniens jener Liberias gieichsehe, dann beginne alles zu lachen. Die Maschinerie werde tatsächlich von dem Sekretariat, d. h. von den j ilfymen. v . Französische kreise in London wurden feine Einwande gegen eine Aufrechterhaltung des gegenwärtigen koutrollsyltems in feiner verstümmelten Form haben, falls, rwe 'S scheine, keine Hoffnung auf ein baldiae« Ab- lommen auf der Grundlage des britischen Planes deltehe. Der franzöfifche Botschafter L o r b i n habe freifaaabenb Eden ausgesucht. um vor ferner ill,reife nach Varis mit ibm die Lage zu befvrechen. Serbin werde am Samstag zu einem kurzen Behuf) nach der französischen Hauptstadt abreisen. Für die nächste Sitzung des Unterausschusses des Verfitzenden könne jetzt noch kein Datum angegeben Haltung angeben, ober von sich aus einen kom- pcomlßvorf chlag Vorbringen würde. Wenn Italien sich zu keiner dieser beiden Möglichkeiten entschließe, würden Gründe zu der Annahme vor- sanden sein, daß Italien nicht den britischen Wunsch «och Beschleuniaung einer Verwirklichung der Richt- tinmischung teile. Die b r i t i s ch e R e g i e r u n g »erde sich dann veranlaßt sehen, ihr Vorschläge |v rückzuziehen und eine neue Stellungnahme gegenüber der Nichteinmischung einzu- London, 24. Juli. (DNB. Funkspnich.) , ftnnzösische Botschafter Sorbin ist nach Paris fahren, um sich nach seiner geftngen Unterredung nut (Eben mit seiner Regierung zu bellten. Corbin werde bereits am Montag wieder in London sein. Man erwarte, daß eine Sitzung he» Hauptunterausschusses des Nichteinmischungs- orsschusses für Montag ober Dienstag einberufen D-rbe. . - p-v Arn Freitagabenb habe man erfahren, daß Co • i)1n die Bereitschaft der französischen Eines Tages ----- - — Irrealitäten unb Sophistereien gegenüber den wirklichen Tatsachen zusammenbrechen. 191 ° 136,6, I*' Ueber die Schwierigkeiten, die die Verwirklichung bieses Programms mit sich bringen, mache er sich, fährt ber König in seinem Schreiben fort, keine Illusionen. Er sei aber überzeugt, daß ber Augenblick günstig sei, um biesen Versuch zu unternehmen. London überrascht. England will mit Sympathie prüfen. Lonbon, 24. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die gesamte Londoner Morgenpresse berichtet, zum Teil sehr ausführlich, über Den offenen Brief des Königs der Belgier an den Ministerpräsidenten van Zeeland. „M o r n i n g Post" berichtet, daß die Anregung König Leopolds in London sehr überrascht habe. Das Interesse, das König Leopold den internationalen Problemen entgegenbringe, sei jedoch bekannt, und es sei selbstverständlich, daß seine Anregung in England mit Sympathie geprüft werde. Es liege wahrscheinlich in der Absicht des belgischen Königs, den Empfehlungen mehr Gewicht zu geben, die van Zeeland jetzt als Abschluß seiner Wirtschaftsbesprechungen in Form eines Planes veröffentlichen werde. Man könne annehmen, daß die Ergebnisse der verschiedenen Informationsreisen van Zeelands in Kürze den anderen Regierungen mitgeteilt würden. Regierung übermittelt habe, einen neuen Weg einzuschlagen, um den Arbeiten des Unterausschusses des Nichteinmischungsausschusses aus der Sackgasse zu helfen. Das neue Verfahren, bas in Landon beraten worden fei, würde darin bestehen, daß man einen Fragebogen über alle Vorschläge des britischen Planes an die Mitglieder des Richteinmischungsausschusses sendet. Man hoffe, auf diese Weise von jeder Regierung den klaren Standpunkt sowohl gegenüber dem Plan als Ganzen, als auch in seinen Einzelheiten zu erhalten. Der diplomattsche Korrespondent des „Daily Telegraph" meint, am Freitag habe sich die Lage gebessert. Jetzt bestünde Hoffnung dafür, daß der Hauptausschuß des Nichteinmischungsausschusses Anfang nächster Woche zusammen- qerufen werde. Bei den Verhandlungen der letzten Tage sei der englischen Regierung immer wieder dargelegt worden, daß keine der anderen Regierungen eine Aufhebung des Richteinmischungsabkommens wünsche. In Anbetracht dieses Umstandes sei man in London zu dem Schluß gelangt, daß ein Ausweg aus der Sackgasse gesunden werden könne. Der diplomattsche Korrespondent der „M o r - it in RM.: 0 3 bis 41 (38i 0 bis 43 (411 . 34 (32 bis 3; schafllichen ) 35 bis 39 .U Jlußl- ienfr |(t y n g, nach dreitägigen privaten Verhandlungen uf7 üöHaff - belehe nach wie vor Uneinigkeit über das Umfahren bei der Prüfung der britischen Richteinmischungsvorschläge. Die Anregungen, die bis jetzt ton der britischen Regierung erwogen worden seien, Arden. Em Kram^oaen soll versandt ttwhen >, b) 38 bis l , - । 60 bis 65 (il L. . _ .... c) 45 bis 50 (3 1 wiese Organ.,a w fiämmpl Will' # g D on n. a 111 ) bis 46) 4 & k-ird für wichtig gehalten, daß an dieser Orga- J6 bis 38 T- i nijation hervorragende Sachkenner auf dem Gebiete hatten sich schließlich doch nicht als geeignet erwiesen, eine angemessene Lösung des Problemes zu erreichen. Es sei ein toter Punkt erreicht. Die Meinungsverschiedenheiten, so erklärt der Reuter-Korrespondent, seien bekanntlich durch das italienische Beharren entstanden, die Fragen tVvIr» ^andkontrolle" und „Anerkennung kriegführender Rechte vor der „Zurückziehung der Freiwilligen" zu erörtern. Diese Ansicht sei von Deutschland unb Portugal unterstützt, von Englanb, Frankreich unb Sowjetrußlanb abge- iehnt worben, unb es seien keine Anzeichen vor- honben, baß eine ber Gruppen nachgeben würbe. Da der tote Punkt bestehen bleibe, könnten britische Kreise kaum damit einverstanden sein, daß eine frage des Verfahrens die Ursache einer Verzöge- rang bilden sollen, und sie würden erfreut sein, wenn Italien einen klareren Grund für seine Wehrsteuer — ein Akt der Gerechtigkeit. Vor dem 1. Januar 1914 Geborene nicht wehrsteuerpflichtig vor dem Ausland, und was er zeigt, ist das Erbe des guten deutschen Geschmacks, der guten deutschen Technik, das Erbe des Gewerbefleißes deutscher Bürger, der Präzision deutscher Techniker, der Werktüchtigkeit deutscher Arbeiter. Im Wettbewerb der Völker kann das deutsche Volk bestehen — aber der Nationalsozialismus fürchtet in diesem Wettbewerb sein eigenes Gesicht zu zeigen." Wie groß muß doch bei den Gesinnungsgenossen ves kümmerlichen Schreibers dieser Sätze das Entsetzen gewesen sein, als unter den Augen der Pariser Bevölkerung das deutsche Haus e m p o r w u ch s , als die Präzision deutscher Techniker und die Werktüchtigkeit deutscher Arbeiter sich vereinigte, um ein Werk zu schaffen, das seither die Bewunderung aller Besucher der Weltausstellung hervorrief. Und die Männer, die das stolze Werk schufen, kamen aus dem n a - tionalsozialistischen Deutschland. Ebenso wie das Material, das sie verarbeiteten, und die edlen Erzeugnisse, die sie ausstellten, von dorther stammten, wo angeblich alles vernichtet war: die Freiheit des Schaffens, der gute Geschmack, jegliche Kultur. Die um milde Gaben bettelnden Repräsentanten der „deutschen Volksfront in der E m i g r a t i o n", wie sie sich, um überhaupt etwas darzustellen, selbst gerne betiteln, waren nicht müde geworden, bei ihren „Gastgebern" mit diesen Lügen hausieren zu gehen. Und nun entstand auf der Pariser Weltausstellung dieses wunderbare deutsche Haus! Irgendetwas mußte also geschehen. Und da verfiel einer auf den Gedanken zu sagen: Alle die ausgestellten Spitzenleistungen der deutschen Technik und Meisterwerke der deutschen Kunst sind deutsch; was nicht gezeigt wird, das ist nationalsozialistisch Allerdings, einen „sehr kleinen nationalsozialistischen Teil des großen deutschen Pavillons" hat der schäbige Emigrant doch entdeckt. Da sind die künstlichen deutschen Rohstoffe, die ihm zwar offensichtlich gewaltig imponieren, aber auch zu folgender „Ueberlegung" inspirierten: „Warum erzeugt Deutschland künstliche Rohstoffe? Weil es keine natürlichen hat? Aber auch das vor- hitlerische Deutschland hatte nicht mehr natürliche Rohstoffe; es führte die fehlenden eben ein." Wer keine Rohstoffe besitzt, der führt sie — eben ein. Wirklich offenbar die einfachste Sache der Welt, beinahe das Ei des Columbus! Und warum kann das nationalsozialistische Deutschland dieses Patentrezept nicht anwenden? Weil, so meint der Sachverständige aus der Zeit der I n f l a t i o n und der T r i b u t v e r s k l a v u n g , der Nationalsozialismus „alle natürlichen Kraftquellen des deutschen Volkes" seinen Goldschatz, seine Ersparnisse ... vergeudet hat" Natürlich ist das schon kein bloßer Haß mehr, sondern einfach und schlicht: Dummheit. Unfaßbar nur, daß große Teile des deutschen Volkes einst auf solche „Propheten" gehört haben. Vor kaum mehr als vier Jahren noch! Und während dieser vier Jahre begingen die anderen Völker den gleichen Fehler, indem sie vieles von dem glaubten, was ihnen Juden und verbrecherische L a n d f l ü ch t i g e, die ein Chaos h i n- t e r s i ch ließen, über das nationalsozialistische Deutschland vorschwatzten; und was sie nicht glaubten, war ihnen wenigstens willkommen als Stichwort für immer neue Verdächtigungen gegen Deutschland. So stellte erst kürzlich der „Petit Pa- rifien" die groteske Behauptung auf, daß die neuen „Kd F." -Schiffe in Wirklichkeit eine ganz andere Zweckbestimmung hätten, sie würden nämlich als Truppentransporter für den Kriegsfall gebaut. Bevor aber das französische Blatt mit dieser Entdeckung herauskam, war in einem der erwähnten Artikel des Pariser E m i g r a n t en> blattes folgendes zu lesen: „Welcher ausländische Besucher des deutschen Pavillons ahnt, daß die schönen neuen „Kraft-durch-Freude"-Dampfer, von denen ein Modell die Besucher entzückt, nichts anderes sind als Truppentransportdampfer?" Nun, in dieser Weise Stichworte zu liefern für Hetzereien gegen Deutschland, ist das einzige, was diesen staatenlosen Para- fiten möglich ist, — solange ihnen nicht auch draußen das Handwerk gelegt ist. Das Ausland gibt sich aber einer verhängnisvollen Täuschung hin, wenn es aus politischen oder weltanschaulichen Gründen nicht die Identität von deutsch und n a t i o n a l s o z i a l i st i s ch in Rechnung stellt. Mag diese begriffliche Einheit im Innern Deutschlands auch erst nach Jahrzehnten ganz verwirklicht werden, weil sie organisch wachsen muß; nach außen ist diese Einheit eine inzwischen unerschütterlich gewor- dene Tatsache! So wie es auch für uns nur ein Frankreich und ein England gibt, ohne Rücksicht auf die Regierungsform, so wird es in alle Zukunft nur geben: ein einziges und einiges Deutschland, das die innere Zwietracht, auf die die anderen Völker feit Jahrhunderten im- mer wieder mit Erfolg spekuliert haben, für immer überwunden hat — durch den Nationalsozialismus! Mussolini dankt dem Führer. Berlin, 23. Juli. (DNB.) Der italienische Regierungschef Mussolini hat das Beileidstele- gramm des Führers und Reichskanzlers zum Ableben des italienischen Erfinders Marconi telegraphisch wje folgt beantwortet: „Tief beeindruckt durch den Beweis der Anteil- nähme, den Eure Exzellenz dem italienischen Volk und mir aus dem traurigen Anlaß des Ablebens unseres berühmten Wissenschaftlers gegeben haben mochte ich Eurer Exzellenz hierfür meinen tief- empfundenen Dank zum Ausdruck bringen. Mussolini . Wieder französische Generalstabs- besprechunaen. London, 24. Juli. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" berichtet, der französische Generalstabschef G a m e I i n beabsichtige, an den britischen Herbstmanovem im September teilzunehmen Das Blatt vermutet, daß Gamelin diese Gelegenheit be- nutzen werde, um die Besprechungen mit den führenden englischen Generalen, die er im Sommer 1934 erstmalig ausgenommen hatte, fortzusetzen. Helium-Verkauf au das Ausland. Washington, 23. Juli. (DNB.) Der Militär- ausschuß des Senats hat am Freitag die Gesetzes- Vorlage gebilligt, die einen Verkauf von He- lium zur Verwendung in ausländischen Verkehrsluftschiffen gestattet. Die Dor- läge, die eine indirekte Folge des „Hindenburg". Unglücks ist, sieht ferner ein Regierung's - monopol für Helium vor. In einem Minder- heitsbericht ist sowohl hinsichtlich des Verkaufes nach dem Ausland, als auch der Errichtung eines Regierungsmonopols Widerspruch erhoben worden. Berlin, 23. Juli. (DNB.) Ein Wehrsteuer- gesetz vom 20. Juli 1937 (RGBl. I S. 821) ist erlassen worden. Der Begriff der allgemeinen Wehrpflicht gebietet danach, diejenigen deutschen Staatsangehörigen, die nicht zur Erfüllung der zweijährigen aktiven Dienstpflicht einberufen werden, mit einer besonderen Steuer zu belegen. Die Volksgenossen, die zum akttven Wehrdienst einberufen werden, müssen ihre Berufsausbildung unterbrechen, oder wenn sie die Berufsausbildung schon vollendet haben, ihre Stellung im bürgerlichen Beruf aufgeben. Diejenigen, die nicht aktiv dienen, können ihre Berufsausbildung ohne Unterbrechung vollenden. Sie können früher als diejenigen, die aktiv dienen, ihren erlernten Beruf ausüben aber sich sonst im bürgerlichen Erwerbsleben betätigen. Zum Ausgleich hierfür wird die Wehrsteuer durch das Wehrsteuergefetz eingeführt. Nach diesem Gesetz haben die nicht zum zweijährigen aktiven Wehrdienst eingezogenen männlichen Deutschen — mit Ausnahme der im Ausland lebenden Deutschen — eine besondere Steuer (Wehrsteuer) zu entrichten. Befreit von der Wehrsteuer sind nur d i e Männer, die bei der Erfüllung der Arbeitsdienstpflicht ober der zweijährigen aktiven Dienstpflicht für den Wehrdienst untauglich geworden sind. Keine Wehrsteuer haben d i e Steuerpflichtigen zu entrichten, die ein Einkommen von weniger als 224 Mark jährlich ober einen Arbeitslohn von weniger als 52 Mark monatlich bezogen haben. Die Wehrsteuer erfaßt mit Wirkung vom 1. September 1937 erstmalig die Angehörigen der Jahrgänge 1914, 1915 und 1916, wenn über ihre Nichtheranziehung zur aktiven Dienstpflicht bereits eine endgültige Entscheidung vorliegt. Männer, die vor dem 1. Januar 1914 geboren sind, sind nicht wehrsteuerpflichtig. Die Steuerpflicht endet am Schluß des Kalenderjahres, in dem der Steuerpflichtige das 45. Lebensjahr vollendet hat. Die Wehrsteuer wird beim Arbeitslohn zum Steuerabzug erhoben, im übrigen veranlagt. Die Wehrsteuer wird nach dem Einkommen bemessen. Der Begriff des Einkommens im Sinn des Berlin, 23. Juli. (DNB.) Die W e l t k i r ch e n- Konferenz in Oxford hat eine Botschaft an d i e Deutsche Evangelische Kirche beschlossen, zu deren Einführung der Üord- bischof von Chichester das Wort ergriff. Er hob zunächst die furchtbare Lage der Kirche in Rußland hervor. Bei seinen Darlegungen über die Abwesenheit der Delegation der Deutschen Evangeli- chen Kirche gedachte er des Heimganges des Reichs- Gerichtspräsidenten Dr. S i m o n s und des General- uperintenbenten v. Zöllner. Er betonte die Tatsache, daß Dr. Simons im Kampf gegen Versailles gestanden habe; er machte auf die Unterlassungssünden gegenüber den Nöten Deutschlands aufmerksam und wies auf die wertvollen B e - ft r e b u n g e n hin, die das deutsche Volk während der vergangenen vier Jahre unternommen fjabe und auf die Hingabe, mit der es an der Neuordnung seines Lebens arbeite. Der Lordbischof sprach den dringenden Wunsch aus, daß der Kirchenkonflikt beendet werde, und forderte eine Verkündigung in voller Freiheit. Diese Botschaft solle lediglich kirchlichen Charakter tragen. In der Erklärung wird die Abwesenheit der Delegation der Deutschen Evangelischen Kirche bedauert und auf die angeblichen Schwierigkeiten der Kirche bei ihrer Verkündigung (!) hingewiesen. Cs wird dabei auch der römisch-katholischen Kirche gedacht und der Hindernisse, die angeblich der christlichen Jugenderziehung entgegenftünben (1). Die Botschaft schließt mit einem feierlichen Gelöbnis der Glaubensver- bundenheit. Es wurde beschlossen, diese Botschaft der Deutschen Evangelischen Kirche durch eine Delegation zu überbringen und über die Fortschritte der Oxforder Konferenz Bericht zu erstatten. * Während es eine Zeitlang schien, als ob man in Oxford größere Schärfe gegenüber Deutschland vermeiden würde, haben sich nun doch in den vorliegenden Resolutionen Tendenzen bemerkbar gemacht, die eine deutliche Spitze gegenüber dem Deutschen Reich enthalten. Dem Beschluß, eine Delegation nach Deutschland zu entsenden, stehen wir gelassen gegenüber und enthalten uns vorerst einer Stellungnahme, da noch nicht ersichtlich ist, wie die Kommission ausgewählt wird und welche festumrissenen Aufgaben sie erhält. Allerdings ist uns das Auftreten und das System ber internationalen Kontrollen aus ber politischen Vergangenheit so deutlich in Erinnerung, daß wir ein derartiges Unternehmen sehr skeptisch beurteilen. Ueberaus merkwürdig berührt auch der in Oxford gefaßte Plan, einen „We11rat ber Kirchen' 3U schaffen, ber alle fünf Jahre zusammentreten soll. Wirb diesem Rat etwa die Aufgabe eines kirchlichen Völkerbundes zuteil werden, in dem die anglikanische und die amerikanische Gruppe dominieren? Soll hier das alte Spiel, das uns von Genf aus bekannt ist, wiederholt werden? Das würde ein eindeutiges Eindringen der politischen Sphäre in die Angelegenheiten der Kirche bedeuten. Damit wäre nur aus dem ökumenischen Gedanken einer geistigen Fühlungnahme tatsächlich eine organisatorische Angelegenheit geworden, ein internationaler kirchenpo 'li- tischer Apparat, der sich nur zum Schaden der einzelnen Kirchen auswirken kann. Hat man so wenig aus der unfruchtbaren politischen Arbeit des Genfer Völkerbundes gelernt, daß man ihn auf kirchlichem Gebiet nachzuahmen versucht? Ls steht zu erwarten, daß sich alle kirchlichen Kreise in Deutschland diesem merkwürdigen Treiben fernhalten. Die Kirche des Landes Luthers kann unmöglich die Rolle einer Sektion einer internationalen Kirche spielen, die ihre Befehle von einer auswärtigen Stelle entgegennimmt. Ebensowenig kann man Verständnis für das in der Entschließung zum Ausdruck kommende Lieb- Wehrsteuergesetzes stimmt mit denjenigen des Einkommensteuergesetzes überein. Die Wehrsteuer beträgt in den ersten zwei Jahren nach Beginn der Wehrsteuerpflicht (entsprechend den zwei Jahren, in denen der Jahrgang des Steuerpflichtigen die zweijährige aktive Dienstpflicht erfüllt) 50 v. H. der Einkommen ft e u e r (nicht des Einkommens, sondern nur der Einkommensteuer, die auf das Einkommen entfällt), in den folgenden Jahren bis zur Beendigung der Wehrsteuerpflicht 6 v. H. der Einkommensteuer, die für dasselbe Kalenderjahr erhoben wird. Da diese Tarifbestimmungen bei Personen nicht ausreichen, die keine ober nur eine sehr geringe Einkommensteuer zu entrichten haben, ist eine Mindest st euer vorgesehen. Diese beträgt: 1. Soweit bie Wehrsteuer burch Abzug vom Arbeitslohn^ erhoben wirb, in ben ersten zwei Kalenderjahren nach Beginn ber Wehrsteuerpflicht 4 v. H. des Arbeitslohnes, in ben folgenden Kalenderjahren 5 v. T. des Arbeitslohnes; 2. wenn die Wehrsteuer veranlagt wird, in ben ersten zwei Kalenderjahren nach Beginn der Wehrsteuerpflicht 5 v. H. des Einkommens, in den folgenden Kalenderjahren 6 v. T. des Einkommens. Ausgleich gegenüber Staat und Volksgemeinschaft. Mit Wirkung vom 1. September 1937 wird nunmehr in Deutschland die Wehr st euer eingeführt, der alle nach dem 1. Januar 1914 geborenen Volks- genossen unterliegen, die ihrer militärischen Dienstpflicht nicht zu genügen brauchen. Die Wehrsteuer ist also ein Ausgleich für eine Leistung, die Zwar in der Regel ohne eigenes Verschulden aus- fällt, die indessen im Geiste der allgemeinen Wehrpflicht von jedem Volksgenossen getragen werden muß. In der Vorkriegszeit bestand in Deutschland keine Wehrsteuer, was wohl darauf zurückzuführen war, daß die Freisetzung von der Wehrpflicht häufig deshalb geschah, weil der an sich Taugliche überzählig war. Nach der Reichsverfassung, hätte 1 v. H. der Bevölkerung zur allgemeinen Wehrpflicht herangezogen werden müssen. Aber dies Verhältnis ugeln mit dem politischen Katholizismus aufbringen. Man glaubt in diesen Kreisen, die Totalität des modernen Staates bekämpfen zu müssen, ist aber andererseits entschlossen, sich dem T o ta- talitätsanspruch des politischen Katholizismus stillschweigend zu fügen. Scharf zurückgewiesen werben muß aber, daß im Zusammenhang mit einer Botschaft an bie Deutsche Evangelische Kirche von ber kirchlichen Lage in Sowjetruhlanb bie Rebe ist. TB o wären in Deutschlanb Kirchen zerstürt und Geistliche ermorbet worben, wie bas in tausenben Fällen in Sowjetrußlanb geschah? Wenn der Staat sich allerdings bagegen wehrt, baß bie Gottesbien st e zu politischen hehreben mißbraucht werben, so ist er sich bewußt, bamit die wahren Interessen ber Kirchen im Sinne einer reineren Religiosität zu vertreten. London, 23. Juli. (DNB.) Die Vertreter der deutschen F r e i k i r ch e n auf der Weltkirchenkonferenz haben eine Erklärung an den Geschäftsausschuß abgegeben, in der es u. a. heißt: „Die evangelischen Freikirchen in Deutschland sind dankbar für die uneingeschränkte Freiheit der Verkündung des Evangeliums von Christo und für bie Gelegenheit, bie sie in Deulsch- l a n b haben, ihren Dienst in Evangelisation, Seelsorge, sozialer Fürsorge unb Gemeinbe- aufbau tun zu können. Dem In der Deutschen Evangelischen Kirche ausgebrochenen Kirchenstreit gegenüber haben sich die evangelischen Freikirchen von Anfang an neutral gehalten. Sie leiden aber selbstverständlich innerlich mit unter den Folgen des Konflikts. Wir find mit der großen Hoffnung nach Oxford gekommen, daß die Weltkirchenkonferenz ein Wort der Liebe sinden werde und in der Welt Verständnis für die Oefamtlage in Deutschland hätten und den Weg zu dem langersehnten Frieden bahnen werde. Wir sind aber ber Ueberzeugung, baß die „Botschaft an bie Deutsche Evangelische Kirche" in ber von ber Konferenz angenommenen Form einen solchen Wiltlerbienst nicht leisten kann, baß sie im Gegenteil geeignet ist, Gegensätze zu verschärfen, zumal in einer uns befrembenben weise auch bie römisch- katholische Kirche in bie Botschaft ein- bezogen würbe. Insbesondere sehen wir uns nach sorgfältiger Prüfung des Textes, ber uns leider erst während der Sitzung zugänglich gemacht wurde, genötigt, ZU erklären, daß wir nicht zu stimmen kön- n e n." Auf ber Weltkirchenkonferenz in Oxford hielt der deutsche Methodistenbischof Melle am Donnerstag eine Rede, in der er energisch den deutschen Standpunkt in der Kirchenfrage Zum Ausdruck brachte. Bischof Melle führte u. a. aus: „Viele waren erstaunt, Vertreter deutscher Kirchen hier zu finden, da am ersten Tag unserer Konferenz der Eindruck entstanden war, als hätte überhaupt niemand von Deutschland kommen können. Nun sie haben gesehen, daß w i r h i e r sind, und viel- wurde nicht entfernt erreicht, denn es fehlte dafür an den sogenannten Kadres. In anderen Ländern gab es allerdings eine Wehrsteuer, so in Frank, reich, mit einer gewissen Abänderung auch in ber Schweiz. Finanzwissenschast und Finanzpolitik haben sich von jeher für diese Wehrsteuer eingesetzt, denn es gibt im Sinne steuerlicher Gerechtigkeit wohl kaum eine Steuer, die s o gerechtfertigt ist, als gerade die Wehrsteuer Nun trifft es an sich zu, daß die Erfüllung der Wehrpflicht doch ein ganz anderes Opfer darstellt, als. eine Abgeltung durch Steuern. An und für sich, wenn nur rein steuertechnische Erwägungen maßgebend wären, könnte also die Wehrsteuer gar nicht hoch genug ge» griffen sein. Aber die Dinge liegen in der Regel so, daß der Wehrpflichtige, der wegen mangelnder Tauglichkeit nicht eingezogen werden kann, daran nicht immer eine Schuld trägt. Die Anforderungen, die heute für die militärische Tauglichkeit gestellt werden, sind sehr beträchtlich, gehen weit darüber hinaus, was vor dem Kriege üblich war. Die allgemeine Wehrpflicht als solche läßt nicht zu, daß, wer seine militärische Dienstpflicht nicht abzuleisten braucht, einfach frei ausgehen kann. Wer nicht zu dienen braucht, kann in den Jahren, in denen die militärtauglichen Volksgenossen ihrer Dienstpflicht genügen, seinem Beruf nachgehen oder sich für einen Beruf vorbereiten. Das gibt einen gewissen Vorsprung, der unbedingt dazu verpflichtet, ber Vo l ksgemeinschaft und dem Staat gegenüber einen Ausgleich zu schaf. f e n. Nach Lage der Sache kann dies nur in Form von Steuern geschehen, die so bemessen sein müssen, daß sie bei aller Tragfähigkeit auch an ben Sinn des Opfers herankommen. Es rechtfertigt sich deshalb auch, die Pflicht zur Wehrsteuer mit dem wehrpflichtigen Alter beginnen zu lassen, um sie so lange fortzufetzen, als Die Verpflichtung zum Wehrdienst überhaupt dauert. Mit der Er- reichung des 45. Lebensjahres hört die allgemeine Wehrpflicht auf, damit auch die Pflicht zur Leistung einer Wehrsteuer, die deshalb auch kein Volksgenosse als ungerecht ober auch nur ungebührlich empfinden kann. Ev. Die Erklärung zugunsten der sogenannten Bekenntnisfront wird somit nicht nur als eine Sym- pathieerklärung für eine einzelne kirchenpolitische Gruppe, sondern stellt auch eine tendenziöse und u n w a hr hastige Verzerrung der Tatsachen dar. Dabei muß betont werden, daß die Dom Lordbischof erwähnten Dr. Simons und Dr. Zöller dieser Gruppe nicht angehörten. Bei ber Abfassung ber vorliegenden Resolutionen haben sich bie Kirchenvertreter in Oxford sehr weit von ber Aufgabe ihrer Kirchen entfernt. Die Beschlüsse von Oxforb haben ben Gebanken einer ökumenischen Zusammenarbeit schwer geschädigt. Daran kann auch die Tatsache nichts ändern, daß sie auch in manchen Punkten, z. B. in der Würdigung der Aufbauarbeit des deutschen Volkes, ein leider unvollkommenes Bemühen um das Verständnis für die Lage Deutschlands erkennen lassen. leicht ist schon diese Tatsache ein Beitrag zu dem Kapitel „Kirche und Staat" in Deutschland. Oft wurde ich in diesen Tagen gefragt: „Wie ist benn eure — ber Freikirchen — Stellung zum nationalsozialistischen Staat?" Darauf kann ich nur antworten, baß die in der Vereinigung evangelischer Freikirchen zufammengeschlosfenen Kirchen (Baptisten, Methodisten, Evangelische Gemeinschaft und den Bund freier Evangelischer Gemeinden) dankbar sind für die volle Freiheit der Verkündigung des Evangeliums Ehristo und für den Dienst in Evangelisation. Seelsorge, sozialer Fürsorge und Gemeindeaufbau. Wir haben die nationale Erhebung des deutschen Volkes als eine Tat göttlicher Vorsehung betrachtet, die Gemeinde in den kritischen Tagen des Umbruches auf die grundlegenden Werke des Apostels Paulus über die Stellung der Christen zum Staat in Römer 13 hingewiesen und sie ersucht, in treuer Fürbitte für die Obrigkeit anzuhalten. 2HU der Fürbitte haben wir den Dank verbunden, daß Gott in demFüh- rer einen Wann gesandt hat. dem es gegeben war. die Gefahr des Bolschewismus in Deutschland zu bannen und ein 67-Millionenvolk vom Abgrund ber Verzweiflung, an ben es burch Weltkrieg. Vertrag von Versailles unb besten Folgen geführt worben war. zurückzureißen und ihm an Stelle der Verzweiflung einen neuen Glauben, eine Sendung und Zukunft zu geben. Ich wünschte ZU Gott, die Kirchen hätten nicht versagt! In dem Konflikt, der in ben deutschen Volks- kirchen selbst ausbrach, in ber Frage, wie man die 2 7 Volkskirchen in eine Reichskirche zusammenschließen könnte, blieben wir neutral, auch als der Konflikt später eine andere Richtung an- uahm. Wir stellten uns auf keine Seite der streitenden Parteien. Wir litten unb leiben aber selbstver- stündlich innerlich mit unter ben Folgen des Kon- flikts unb beugen uns mit ben Brüdern anderer Kirchen und allen ernsten Christen wegen der Versäumnisse ber Christen, die zu solch einem Gericht Oie Weltkirchen-Konfereuz auf falschem Wege. Befremdlicher Versuch der Einmischung in deutsche Angelegenheiten. Energische Abwehr der deutschen Freikirchen. Dank an Sott, daß er dem deutschen Volk den Führer gesandt hat. rklärungen sind auch von der A l t k a t h o l i - ge Das Ringen in Spanien Da» private B a nkgewerbe Das ist der Vorteil des.Bankkontos: Das Geld — und wenn es auch nur ein kleiner Betrag ist — liegt in sicherer Verwahrung und bringt Zinsen. Wenn Du Geld brauchst oder etwas bezahlen mußt, schreibst Du einen Scheck aus. Darum richte Dir doch auch ein Bankkonto ein! allen Geldfragen, sie geben Deinem gesunden Unternehmen Kredit, sie führen Deine Zahlungsa ufträge pünktlich und zuverlässig aus. und Deinem Bankier/ Festlicher Auftakt in Bayreuth. rporfifoP unter Furtwängler in Anwesenheit des Führers. KancosFrontbenchtvomFreitag Weiterer Bormarsch der Nationalen. Die vom Volksgerichtshof am 17. Februar 1937 wegen Landesverrats zum Tode und zu dauerndem Ehrverlust verurteilten Josef M i ch n i a , 28 Jahre alt, und Paul M a t i s ch e k, 27 Jahre alt, sind heute morgen h i n g e r i ch t e t worden. Mich- nia und Matischek, die Grenzbewohner wa- ren, wurden eines Tages von einem ausländischen Grenzbeamten angesprochen und durch Geldzuwen- Auch scheint es uns nicht angemessen, die Absicht bestimmter Kreise, die christliche Lehre Md Kirche zu bekämpfen und womöglich zu zerstören, als eine allgemeine hinzustellen, dies um so weniger, als noch vor wenigen Wochen ein Erlaß des Reichsjugendführers die religiöse und kirchliche Unterweisung der Heranwachsenden Jugend sicherzustellen versucht. Unter diesen Umständen ist es uns, wie wir er- Eine solche Verbindung mit der Bank oder dem Bankier hat für Dich aber noch weitere große Vorteile : Bank und Bankier beraten Dich in —. Vertrau Deiner Bank chen Gesamtkirche und der Russisch- Irthodoxen Kirche im Ausland abge- eben worden. , Mitgefühl zu versagen. Vir müssen aber Viderspruch erheben, wenn in diesem Zusammenhang auch die Rö- misch-katholische Kirche inDeulsch- land als eine Kirche genannt wird, die um ihres Glaubens willen zu leiden habe. Diese Erklärung erscheint uns monströs im Angesicht der Tatsache, daß die Strafverfolgungen, welche insbesondere Mitglieder geistlicher Genossenschaften in dieser Kirche sich zugezogen 3ur Stunde, in der dieser Bericht niedergeschrieben «arde, dauerte der Vormarsch weiter an. Eine große Anzahl von Milizleuten, ist zu uns iibergelaufen. Südarmee: Leichtes Feuer. Es wurden einige wichtigere Erkundungsoorstöße durchgeführt. Die feindliche Fliegerei hat ihre verbre- 6?rtfd)e Gewohnheit, Städte des ftin*-*'- lichkeik haben, sie zu würdigen. Das Ergebnis von allem ist, daß am Ende ein Bericht herausgegeben und zur Annahme empfoh- len wird, den höchstens die Mitglieder, die aus einem anderen politischen t e'- benskreis und aus einer andersgerichteten theologischen Denkweise kommen, wie die Mehrheit der Versammlung, nur mit schweren Bedenken zur Kenntnis nehmen können. Sie stoßen auf eine Reihe von Arteilen, die sie sich ohne weiteres auf dem Boden christlicher Glaubensüberzeugung zu eigen machen können, sie stoßen daneben auf Urteile und Folgerungen, die sie innerlich a b l e h n e n müssen. In dieser Lage bin ich persönlich vor die Entscheidung gestellt, ob mir mein Gewissen erlaubt, die Bedenken im einzelnen zurückzustellen, um das Ganze annehmen zu können. Rach eingehender Selbstprüfung bin ich zu dem Ergebnis gelangt, daß das nicht angängig ist, wenn ich nicht undankbar werden soll. Der erste Bischof unserer Kirchengemeinschaft hat mir als Geleitwort das Wort des Römerbriefes mit auf den Weg gegeben: Alles, was nicht aus Ueberzeugung, d. h. aus der Ueberzeugung des Glaubens besteht, ist Sünde. (Römer 14, 23.) Rach dem muß ich jetzt handeln. Ueberdies hat ja die Konferenz als Voraussetzung ihrer Arbeit den Grundsatz angenommen, daß keinem ihrer Mitglieder Gewissenszwang zugemutet werden solle. Aus diesen Gründen werde ich mich an den folgenden Abstimmungen nicht beteiligen, zumal da auch ein Widerspruch nutzlos fein würde. Die Erkenntnis der Grenzen der ökumenischen Arbeit, zu der ich gelangt bin, mindert nicht die Achtung vor der ökumenischen Arbeit c-ls solcher, um die sich gewiß redliche Männer nach bestem Gewissen bemühen, einer Arbeit, die über» dies jedem Christen um ihres Zieles willen teuer sein muh." Zwei wettere Proteste. Die Attkatholische Gesamtkirche und die russisch-orthodoxe Kirche gegen die Anmaßung. kirchenpolW :enben3iöh errung deut werden, ty :. Simons ui gehörten. nben Resolu- freier in Pf- tyrer 6>« rjorb M scheu 3“' geschädigt. )ts ändern, des ! . in der 8M' . 1 Ehrten. Wenn in irgendeiner Zeit, dann hätte setzt i n geeinter Protestantismus eine Rolle ishabt. Wir glauben aber, daß auch aus diesem Gingen eine heilsame Frucht hervorwachsen wird, lerkedesM , der LhrW vielen und e 0brigke"°°' aben wir # n dew5"h' t hat. dew « 3u ban"e° Abgrund Weltkrieg' 61*"' I, iae, «?LfiW tri (n « M Nach den erhebenden Tagen des Festes der deutschen Kunst in München legt ein neues Ereignis Zeugnis ab von der Größe des deutschen Kunstschaffens. In Anwesenheit des Führers haben in Bayreuth die diesjährigen Bühnenfestspiele mit der Aufführung des „P a r s i f a l" ihren glanzvollen Anfang genommen. 21 Aufführungen sind im Rahmen der diesjährigen Bühnenfestspiele vorgesehen, und zwar acht „Lohengrin"-Aufführungen, fünf „Parsifal"-Auffüh- rungen und zwei Aufführungen des „Ring der Nibelungen". Wieder hat sich unter der Oberleitung von Frau Winifried Wagner, der Hüterin des Wagnererbes, das bewährte Dreigestirn der vorjährigen Festspiele zusammengefunden: Generalintendant Staatsrat Heinz T i e t j e n , der für die Gesamtinszenierung verantwortlich ist und zugleich sämtliche „Lohengrin -Ausführungen dirigiert; Staatsrat Dr. Wilhelm Furtwängler, der überragende Dirigent der „Parsifal". und „Ring"-Aufführungen, und Professor Emil Preetorius, der Leiter des gesamten Ausstattungswesens, zu dem sich in diesem Jahre als Bühnenbildner für die Neuinszenierung des „Parsifal" Wieland Wagner, der Enkel des Altmeisters, gesellt. Am Portal des Festspielhauses hieß die Herrin des Hauses, Frau W. Wagner, den Führer willkommen. Die Kunstgemeinde, die das Festspielhaus bis auf den letzten Platz füllte, grüßte den Führer mit erhobener Rechten. Neben dem Führer nahmen Frau Winifried W a g n e r mit Frl. Verena Wagner und Reichsminister Dr. Goebbels Platz. Unter der großen Zahl der Ehrengäste sah man u. a. die Reichsminister Generalfeldmarschall von Blomberg, Dr. Schacht, Dr. Frank, K e r r 1 und Ohnssorge, und die Reichsleiter Bormann, Bouhler und Dr. Dietrich. Der älteste Sohn Siegfried Wagners und künftige Wahnfriederbe Wieland Wagner bewies in der Gestaltung der Bühnenbilder und im Entwurf der Trachten, daß er tief in das Wesen des Bühnen- 1° in Si 9 ".trift , ,|;| ennSlb*l Jenn nij. , 'b-nd „AI “«■ Sit< Ä’“' ' 'n denen bi er sich 5 "nen gewijfp pflichtet, dr ’em St«, J än.schaj "urm 5orr l'en sein W 1 auck an b(i rechtfertigt fit Wehrsteiit' rnen zu lasse- e Verpflichtu... Mit der 6 die allaemei, hl zur Leiste in VolksgeM ührlich empsiz Deutsche Kriegsschiffe besuchen Danzig. Begeisterter Empfang. Danzig, 23.Juli. (DNB.) Von der Danziger Bevölkerung begeistert begrüßt, trafen heute vormittag sechs deutsche Minensuchboote im Danziger Hafen ein. Flieger gaben den Minensuchbooten das Ehrengeleit. An der Hafeneinfahrt hatte eine Ehrenkompanie der Danziger Schutzpolizei Aufttellung genommen. Unter den Klängen der nationalen Lieder erfolgte der Flaggengruß. Auf der Fahrt durch den Danziger Hafen wurde die Flottille von der nach Tausenden zählenden Menge mit Tücherschwenken und jubelnden Heilrufen begrüßt. Am Schuitensteg, wo die Schiffe festmachten, hatten Ehrenformationen sämtlicher NS.-Glisderungen Aufstellung genommen. Gauorganisationsleiter M a r z i a n begrüßte in Der- ttetung des Gauleiters den Flottillenchef, Korvettenkapitän Hagen, der darauf unter den Klängen des Präsentiermarsches die Front der Ehrenformationen abschritt. Die Begrüßungsfeier schloß mit der Führerehrung. Anschließend begab sich Konsul Dr. Eckener an Bord, um die Flottille im Namen des deutschen Generalkonsuls zu begrüßen. Im Laufe des Vormittags stattete Korvettenkapitän Hagen dem deutschen Generalkonsul von Luckwald einen Besuch ab und begab sich anschließend in Begleitung des Generalkonsuls zum Präsidenten des Senats. Sodann folgten die nach dem Protokoll üblichen Besuche beim Völkerbundskommissar, beim diplomatischen Vertreter der Republik Polen und beim Präsidenten des Hafenausschusses, Um 11 Uhr erfolgte der Besuch des Flottillenchefs beim Gauleiter Staatsrat F o r st e r. Ein gedungener Attentäter. Politische Eigenbrödler als Urheber des Verbrechens. Warschau, 23. Juli. (DNB.) Die Herausgabe einer amtlichen Verlautbarung über die Ergebnisse der Untersuchung des Bombenanschlags gegen Oberst Koc wird für die nächsten Tage angekündigt. Es steht jetzt fest, daß der Attentäter den Namen B i e g a n e t trug, 1908 in einer Ortschaft bei Posen geboren wurde und früher einer nationalradikalen Jugendorganisation angehört hat. Aus diesem Grunde hatte sich der Verdacht zuerst auf die nationalradikale Organisation .gelenkt, und tatsächlich sind unmittelbar nach der Tat auch zahlreiche Verhaftungen in diesen Kreisen vorgenommen worden. Der Fortgang der Untersuchung zeigte aber bald, daß es sich bei dem Attentäter um einen gedungenen Arbeitslosen handelte. Don den rund 100 politischen Persönlichkeiten, die in den ersten Tagen nach dem Anschlag festgenommen waren, sind alle bis auf acht, die jetzt aus dem polizeilichen Gewahrsam in das Untersuchungsgefängnis überführt worden sind, wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Diese acht scheinen keiner der bekannteren Parteien in Polen anzugehören. Diel warhscheinlicher ist, daß die für dieses Attentat verantwortlichen Personen eine eigene politische Gruppe bildeten, wie sie in Polen in großer Anzahl bestehen. Meist gehören zu ihnen Personen, -die den Ehrgeiz haben, auf eigene Faust Politik zu machen. Hingerichtet! Der Weg zweier Landesverräter. Berlin, 24. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Justizpressestelle beim Volksgerichtshof teilt mit: Aehnliche, sehr besttmmt gehaltene P r o t e st -1 klären müssen, nicht möglich, uns der Botschaft der rMnritnnon ftnh nitrfi nnn hör yfftfrit-hnft« Konferenz ONAUschließen." taubes zu bombardieren, fortgesetzt und hat mit fünf Flugzeugen den Ort Caceres bombardiert. Eine Anzahl Personen, in der Hauptsache Frauen und Kinder, wurden getötet. Diese verbrecherische Tat zwingt uns zu Gegenmaßnah- men. Energisches Dementi der nationalspanischen Regierung. Salamanca, 23. Juli. (DNB.) Der Chef des diplomatischen Kabinetts der national} pant* s ch e n Regierung hat folgende Erklärung veröffentlicht: , , .. „Einige ausländische Zeitungen haben dre unwahre Nachricht verbreitet, daß d e u t s ch e D f s r- ziere in der Nähe von G i b r a l t a r Artillerie aufstellen, und die englische Zeitung „Daily Herald hat berichtet, daß sich auch an der Pyrenaengrenze deutsche Batterien befinden. Das diplomatische Kabinett Seiner Exzellenz des Staatschefs tritt diesen unwahren Gerüchten mit einem energischen und entschiedenen De- m e n ti entgegen." Solles. haben, durch schwerste sittliche Ver- ? gehen bedingt waren von solcher Art, daß «tonen* fic „nlct Christen nicht einmal ge- nannt werden sollten. Salamanca, 24. Juli. (DNB.) Der nationale Heeresbericht vom Freitag meldet von her Front von Aragan: Im Abschnitt von Al- bcrracin haben unsere Truppen einen Erkundungs- vvrstoß durchgeführt und sind aus dem feindlichen Lager mit über 1500 Stück Vieh zurückgekehrt. Front von Madrid: Im Abschnitt von Brünste haben unsere Truppen einen glanzenden Tieg an den Ufern des Guadarrama-Flusses errungen. Sie haben den feindlichen Widerstand gebrochen, eine feindliche Schutzen- Rrabenlinie eingenommen, dem Gegner große Verluste beigebracht und viel Kriegsmaterial erbeutet. ksunianud Del eet5llopl« t34n ßet$e” «ot HM'1' SeM ßdriai Sehrrent.,3stöck. 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Mich schluckt der fremde Raum ... ?mmer hat es ihn zum fremden Raum getrieben. M doch offenbarten ihm schon die frühen Wan- k ' ,Nur in deiner engsten Heimat wirst du — '• “ m-.'-.x,—f—ij war eine durchkältenden Nässe tobte das Höllenfeuer der ins Unübersehbare vermehrten englischen Artillerie, Tag und Nacht, NachtundTag. Und der giftig grünliche Schwaden tödlicher Gase kroch wie ein bösartiges Fabel- n a t e l a n g. Die Toten, die zerschlagenen Leiber der Schwerverwundeten versanken im erstickenden Schlamm. Von röchelndem Husten durchschüttert, mit entzündeten tränenden Augen tasteten sich Gaskranke erblindet nach hinten. Leichtverwundete quälten sich unter unsäglichen Schmerzen und Mühsalen durch die verschlammten Trichter zum Verbandsplatz zurück. Länger als zwei Wochen ertrug keine Division dieses Grauen. Eine neue Truppe löste die alte all: In Lastkraftwagen herangeschaft, wurden die neuen Bataillone in der Nacht weit über das „Wer singt das Lied des deutschen Soldaten tn der Flandernschlacht?" fragt Werner Beumelburg in seinem sprachgewaltigen Kriegsbuch: „Nicht die Heeresberichte, nicht die Orden, nicht die Denkmäler daheim. Es ist eine ganz stille, ganz verschwiegene Angelegenheit des Herzens. Ein Verneigen, eine wehmütige Trauer, ein Erschauern, ein Zähnezu- sammenbeißen und ein Gebet ..." 'M- SS® ; Der englische Beamte lachte sie aus und meinte, sie könnten sich aussuchen, was sie wollten. Aber was, zum Teufel, versprächen sie sich vom Pflanzerspielen in diesen weltvergessenen öden Hochländern, wo nicht hinzukommen sei? Unsere drei Siedler marschierten los nach Süden und erreichten am vierten Tage die Bergwälder, von denen weder sie noch die Engländer eine Ahnung gehabt hatten. „Hier ist ja Wald!" riefen sie hoch erfreut und drangen auf einem schmalen Eingeborenen-Pfade in die Wildnis ein. Jeder Schritt vorwärts zeigte ihnen neues gutes Pflanzungsland mit dunklem, humusreichen Urwaldboden. Die Menge der Wasserläufe ließ erkennen, daß hier reichlich Regen fiel, genug, um Kaffee zu bauen. „Hier wird geblieben!" sagten die drei, und machten sich daran, die Lage ungefähr zu bestimmen. Dann zeichneten sie eine grobe Skizze, umrissen- ein mächtiges Stück Land, groß genug für sich und hundert weitere Siedler, die noch kommen sollten. Die Engländer lachten, stimmten aber zu, und das Land war belegt. Die drei ersten Siedler schlugen eine Schneise von einigen Kilometer Länge in Ost-West-Richtung durch das Dickicht, errichteten einen Steinhaufen in der Mitte und maßen von hier aus ihre Stellen aus. ^Steinhäger •Urquell büsche in diesem Garten ohne Jahreszeiten. Und Europas Erde bebt unter den Stößen der Mammutgeschütze. In flandrischen Lazaretten stöhnen die Verwundeten. Unerträglich werden da die Tanztees in Surabaja mit den holländischen Zuckerpflanzern und Wiener Soubretten. So ist er hier nach Tosari geflohen, sechstausend Fuß hoch ins Vulkangebirge. Warten. Immer nur Warten. Vier Jahre dauert nun der Krieg. Man hat es aufgegeben, Pläne zu machen. Die Deutschen hier find verbittert, nervös von der Malaria, dem Chininessen, den englischen Spionen, die ihre Zimmer heimlich durchwühlen, und dem endlosen Warten. Am Bridgetisch und beim Schach können Todfeindschaften entstehen. Ein Frösteln überläuft ihn. Langsam geht Dauthendey in sein Zimmer. Im Käsig schwatzt der Beovogel: „labe, Tuan!" Guten Tag, Herr! Das abendliche Fieber überkommt ihn. Man darf sich nichts vormachen. Ein gelbes Aszetengeficht starrt ihm aus dem Spiegel entgegen. Malariakachexie. Im Koffer der malaiische Kris, für das Würzburger Museum bestimmt, ist vergiftet. Ein Ende, nur ein Ende! Nebel steigen aus dem grünlichen Wasser der Reisfelder. Dauthendey liegt im Schüttelfrost auf dem einsamen Hotelbett in der schweren, feuchten Treibhausluft. In dem heliotropduftenden Dunkel des Gartens zirpen Grillen schrill und quälend. Er möchte hinausschreien in die ewige Schwüle, den Schrei der gemarterten Kreatur. Die Hände suchen auf dem Nachttisch das Chinin. Langsam kommt die Ermattung. In seinen Ohren ist das nächtliche Tosen der tausend Bergbäche aus den Schluchten. Dumpf und dunkel klingt sein Herz, wie ein Gamelang. Er liegt mit offenen Augen unter dem Moskitonetz und träumt von Schnee und Birken. Auf dem Schreibtisch liegen die Tagebücher und ein angefangener Brief an Annie. Wird er je zu Ende geschrieben? Eine neue Welle Schüttelfrost überflutet ihn. Wenn man hier krepieren müßte, in dieser ekelhaft leeren, öden und unsinnigen Verbannung! Zweckloser, erbärmlicher Tod. In dem Blechkasten sind Filme und die Manuskripte. Das Lied von der „Weltfestlichkeit im Geiste". Da die Briefe und Masken und javanische Speere. Der Tod schleicht über den Korridor. „Hilf mir doch! Liebes Herz in Europa!" Lautlos geht die verschlossene Tür auf. Schwarz wartet der Flur. „Talte, Tuan!" krächzt der Beo. Am 29. August 1918 schreibt der Arzt des Sanatoriums den Totenschein aus für den Schriftsteller Maximilian Dauthendey, geboren am 25. Juli tausendachthundertundsiebenundsechzig in Wurzburq. gestorben in Tosari auf Java, Niederländisch In'- en. Walter Schwerdtfeger. öocf>fd)ulnacbrid)fen Geh. Justizrat Professor Dr. Rudolf Stamm- ler, der hervorragende Rechtswissenschastler (em. Ordinarius für Rechtsphilosophie, Römisches und Deutsches bürgerliches Recht) begeht am 26. d. M. in Wernigerode am Harz sein 60jähriges Doktorjubiläum. Stammler, am 19. Februar 1856 in Alsfeld geboren, habilitierte sich 1879 als Privatdozent in Leipzig, wurde 1882 als Extraordinarius nach Marburg berufen, 1884 als Ordinarius nach Gießen, ein Jahr später nach Halle und 1916 nach Berlin, wo er bis zu seiner Emeritierung 1921 wirkte. Von seinen zahlreichen, vielfach einflußreichen und grundlegenden Arbeiten seien genannt „Die Lehre vom richtigen Recht", „Theorie der Rechtswissenschaft", „Rechts- und Staatstheorien der Neuzeit", „Lehrbuch der Rechtsphilosophie", „Der Richter", „Praktikum der R-chts- Philosophie" und „Deutsches Rechtsleben in alter und neuer Zeit." Geh. Rat Professor Dr. Paul U h l e n h u t h , der hervorragende Hygieniker der Universität Freiburg i. SB., ist von der Universität Gent in Belgien zum Ehrendoktor ernannt worden. Geh. Rat Professor Dr. W. Kroll, der ent- pflichtete Ordinarius für Klassische Philosophie an der Universität Breslau, ist von der Britischen Akademie zum korrespondierenden Mitglied gewählt worden. Professor Dr.-Jng. Otto F l a ch s b a r t, Ordinarius für Mechanik an der Technischen Hochschule H a n n o o e r, wurde auf Grund des § 6 des Be- rufsbeamtengesetzes in den Ruhestand versetzt. Flandern Sommer 1917. Oie große Materialschlacht im dritten Kriegsjahre. Von Hans Möller. gesucht. Schriitl N. unt. 03711 m d. Gieh. M Mm unt Werkstad und 'Hof u kauf, gesch *3700 a. d. G.z d. Bekannt eines Hew Deutsche Tee-pflanzer bei Mufindi Ostafrikanische Reiseskizzen. Von Hauptmann a. O. Cordt von Brandis. Schreibschrank nid) antik, . lauf. ges. Au! chnftl.Ana.e Lreis u. M i. d. Gien. Ungefähr 100 Kilometer südlich Jringa im ehemaligen Deutsch-Ostafrika geht das grasbedeckte Steppenland mit den einzeln stehenden Schirmakazien in ein dichtes Waldgebiet üder. Die bis dahin leichtgewellte Landschaft wird bergig, tiefe Täler trennen die Bergkuppen voneinander, und über alles breitet sich der typische Regenwald. Das Klima in diesen fast 2000 Meter über dem Meere liegenden Gebieten ist rauh und regenreich. Jetzt im Mai liegen die Temperaturen bei 15 Grad Celsius, sie sollen aber im Juni noch mehr sinken und nachts den Gefrierpunkt erreichen. Hier in diesem Walde siedelte sich ab 1926 eine Gruppe deutscher Pflanzer an, die eigentlich Kaffee bauen wollten. Einer von ihnen, der mich während meines dortigen Aufenthalts mit der üblichen afrikanischen Gastfreundschaft beherbergte, erzählte mir die Geschichte der Siedlung Mufindi wie folgt: Im Kriege sind Deutsche als Soldaten durch die Hochländer im Südwesten unseres Schutzgebietes gezogen und haben damals schon den Wert dieser Gegenden als Siedlungsland erkannt. In der Nachkriegszeit hat die Sehnsucht nach dem weiten Sonnenlande wohl keinen alten Afrikaner verlassen, und als die Engländer endlich 1926 den Zuzug deutscher Siedler in das Mandatsgebiet Tanganjyka erlaubten, eilten viele sofort dahin und machten sich ansässig- Mein Gastgeber kam mit drei Kameraden nach Jringa, ging auf die englische Boma, die Bezirksverwaltung, und fragte, ob etwas dagegen einzuwenden fei, wenn sie in dortiger Gegend siedelten. III. Feldgraues Heldentum m Flandern. Ruhm der flandrischen Schlachtenfolge im ‘OIEN )BEl Jwii wasser WWUCL I etwas Ve» : vorhand. g Milche I - Es folgten Jahre der Arbeit in dem stillen Würzburger Haus. Die große Dichtung „Die geflügelte Erde" ist Frucht dieser Reise. Die Sammlung asiatischer Novellen, „L i n g a m", die japanischen Geschichten der „Acht Gesichter am B i w a s e e" erschienen. Verhandlungen mit Verlegern, endloses Warten in den Direktionszimmern der Berliner Theater. Endlich, 1910, an den Litfaßsäulen die großen Ankündigungen: „Die Spielereien einer Kaiseri n", Schauspiel von Max Dauthendey. Es war der erste große Erfolg. Er gab ihm die Möglichkeit, seine Südseefahrt anzutreten, die Suche noch der paradiesischen Urwelt. Es ist Mai, als er endlich im Palmengarten des Hotel des Indes in Batavia fitzt, Mai 1914. Als dann sein Schiff aus dem Bismarck-Archipel zurückkehrt und in Ambvina ankert, sind die aufsehenerregenden Telegramme aus Europa überall angeschlagen: Krieg! Krieg. Kann man die Bedeutung dieser Tatsache hier ermessen? Unter dieser Sonne? Aus diesem Meer, das aussieht wie Tiffanyglas, bläulich mattweiß mit grünlichen großen Augenkreisen? Wochen und Monate-sitzt er auf Sumatra, in ©arut, tn Surabaja; immer in der Hoffnung, nach Deusich- land gelangen zu können: Mit gefälschtem Paß durch den Suezkanal. Oder über Amerika auf einem Frachtsegler. So vergeht ein Winter unter den Mandelbäumen. Allmählich verliert man das Zeitgefühl in diesem irdischen Paradies. Manchmal sieht man im Kino ein „Orlogprogramm", Bilder vom Entsetzen des Krieges. Aber draußen gehen Ichone, halbnackte Javanerinnen, gemalte Battktucher eng um die Hüften geschlungen. Und die grau flimmernden Filme mit Granattrichtern und Drahtverhauen sind ein unwirklicher Spuk. Im Hafen sterben die Schiffe für die längst die ersten Ueberfahrten nach Europa gebucht sind, wenn der Krieg beendet ist. Die Maschinen verrosten; Algen und Muscheln um- wuchern die Schrauben. In Nordfrankreich stirbt auf der Erde, aus der es geboren, das bürgerliche Jahrhundert. Hier in den Tropen leben die Menschen oberflächlich und unruhig wie in einer Operette. Im weißen Smoking und Empiretoiletten sitzt man im Speisesaal des Hotels, vor dem weiß und rosa blühende Schlingpflanzen hängen, und spricht beim Likör über die neuesten Kriegsnachnchten. Dumm und niedrig und ehrlos, daß man vor sich selber ausspeien möchte, fühlt man sich in diestr Konditorei Java wo die Luft nach Drangen und Vanille riecht, der Himmel ewig blau ist, die Palmen ewig fächeln. Ewig blühn die Feuerlilien und die Rhododendron- Hotelzimmer auf Java. Zum 70. Geburtstage von Max Oouchendey. LDWIhP Dauthendey läßt die Zeitung sinken. Von 5-^%% Ä. der Veranda seines Zimmers kann er den gewunde- 9^8reB Weg überblicken, der von dem Terrassengarren W&w/h ® hs Bergsanatoriums durch das malaiische Dorf To- r: Vri hinunterführt nach Surabaja. Wilde Fuchsien Gleiten ihn, Bananenstauden und Engelstrompe- «büsche mit großen weißen Blüten. Zwölftausend Kilometer hinter jener blauen Bergkette entscheidet fch in diesen Tagen an der Marne das Schicksal Üsttschlands. Gibt es Beschämenderes, als in dieser strengen großen Zeit hier in den malvenblauen Eeidenhimmel Javas zu schauen? Gedichte HU ma- chn. über Nebel und Wolken und Reisvögel? "le» Muk1 n ®iev. sÄ« LK Ä hd HAK 6esch< Pe^Z ' **** »•'9 .Mir I 0<-'Z lisch dS' 9005 'der auch Bar 'latz sofort gei 1Q.r ru kaufe lemcht. Schrii: !lna. unt. 0376 m d. Gieh. An; Zeitschristen. — Die „I11ustrirte Zeitung Leipzig" bringt in ihrer neuesten Ausgabe einen Bildbericht mit Aufnahmen von der Pariser Weltausstellung und einen reichbebilderten Artikel „Der Führer und Bayreuth" von Dr. Paul Bülow. Die übrigen Aufsätze und Bilderfolgen schließen sich sinnvoll an den Bayreuth-Artikel an. Besondere Hervorhebung verdienen Wolf Braumüllers Ausführungen über „Die kulturelle Sendung des deutschen Festspielsommers 1937", die von zahlreichen Aufnahmen der bekanntesten Freilichtbühnen und Festspielstätten begleitet sind. Emil Jannings, dem großen Menschengestalter, gilt ein Beitrag zum 50. Geburtstag des Künstlers. Breslau, die Stadt des diesjährigen Deutschen Sängerbundesfestes, ersteht in mehreren charakteristischen Bildern. wenn auch die Ernährung der Armee ohne weiteres geregelt werden konnte, so forderte doch der dauernde Waffen- unt) Munittonsverschleiß einen erheblichen Nachschub an industriellen Rohstoffen und Fertigwaren. Die hauptsächlichsten Erz- und Kohlenvorkommen, die wichtigsten Fabrikbezirke aber befanden sich lange Zeit fast ausschließlich in roten Händen. Gute Kohle und gutes Benzin waren deshalb knapp und mußten gegen teure Devisen aus dem Auslande geholt werden. Ebenso verhielt es sich mit den notwendigen Heilmitteln, die gleichfalls aus dem Ausland eingeführt wurden. Die erforderlichen ausländischen Zahlungsmittel verschaffte man sich durch den Verkauf von eigenen lieber* schußwaren, u. a. von Kork und, nach der Eroberung Malagas, von den erstklassigen Apfelsinen dieser Gegend. Inzwischen ist auch hinsichtlich des Rohstoffbezuges für militärische «ährung. Schon zu der Zeit, da die weiße Pesete, im Gegensatz zu der roten Pesete, noch einfach durch einen nachträglich aufgedrückten Prägestempel gekennzeich- net wurde, bewertete man sie an den internationalen Börsen um zwei Drittel höher als das Bol- sch'wistengeld. Später, als Burgos, um den ausländischen und von roter Seite unternommenen Fälschungen zu begegnen, eigene Banknoten ausgab, hoi sich trotz gewisser Schwankungen an dem Kurs bt r nationalen Pesete wenig geändert. Auch die gleichbleibende Notierung der Pese!^ im eigenen Lande fyat das Gefühl der wirt- shiftlichen Sicherheit wesentlich gefördert. Wieder einmal zeigte sich, daß die Funktion einer Wäh- mg nicht vom nationalen Goldbesitz, den in die- skin Falle die Roten geraubt hatten, abzuhängen beucht, sondern wesentlich auf der Produktionskraft und dem Vertrauen des Vol- Zwecke eine Erleichterung eingetreten, zunächst durch die Inbesitznahme einiger Bergwerke bei Granada, dann aber durch die Eroberung von Bilbao. Sollte Franco in absehbarer Zeit auch das restliche Gebiet an der Nordküste gewinnen können, so wäre seine Rüstungswirtschaft vollends gesichert. Aber schon heute darf festgestellt werden, daß die geordnete Volkswirtschaft, die Franco im Gegensatz zu den Bolschewisten sich geschaffen Hot, bei der Weiterführung dieses Bürgerkrieges ein entscheidendes Wort mitsprechen wird. Die energische und kluge Handelspolitik, welche die spanische Nationalregierung außerdem treibt, und für deren Erfolg gerade aus der jüngsten Zeit einiae Beispiele vorliegen, bildet zu diesem innerwirtschaftlichen Aufbau eine wichtige Ergänzung. kes beruht. Neben der allgemeinen Lebenshaltung aber ist eine zweite wichtige Frage die nach den materiellen Hilfsquellen für die kämp- fSnde Truppe. Dieses Problem, das gerade bei einer durch den Bürgerkrieg zerrissenen Gesamtwirtschaft, bei der Blockierung ehemaliger Verkehrswege und Transportlinien, bei der Verhinderung de- früheren Warenaustausches in einem geschlosie- Verschiedens fa. Angeld ücfjt in G ; ; mtl. 60,- V w MM sehr. Ang. - M90a.d>i Made v. answ., A X 1,67 gt-, W töt., roünidit V Heir< Sommer und Herbst 1917 ist der Ruhm des deutschen Frontkämpfers. Verdun und Somme hatten den neuen Begriff der Materialschlacht geschaffen. Arras und Aisne hatten diesen Begriff in die Potenz erhoben. In der Flandernschlacht wurde die Materialschlacht zum blinden Chaos, sie übersteigerte sich, sie überschlug sich, wurde zum Zerrbild ihrer selbst. Zu dem ungeheuren Artillerieaufgebot des Gegners trat eine erdrückende Uebermacht in der Luft. Fliegerschwärme bis zur Stärke von 15 Geschwadern brachen ms Hinterland, und mancher Tag sah gegen 1000 feindliche Flugzeuge über den deutschen Stellungen zwischen dem Kanal und Armentieres. In dieser Schlacht gab es kaum noch Graben ober Unterstand. Das Stellungssystem hatte hier in Flandern ein völlig anderes Gesicht als im übrigen Kampfgelände der Westfront. Bei dem hohen Grundwasserstand — meist nur 20 bis 25 Zentimeter unter dem Boden — war es unmöglich, Stollen in die Erde zu treiben, Unterstände, Schützengräben, Verbindungsgräben usw. zu bauen. Die wenigen betonierten Unterstände waren hoch über dem Boden aufgesetzt und boten dem feindlichen Artilleriefeuer natürlich günstige Ziele. Größere Beton- und Eisenbeton-Hohlbauten, wie an anderen Stellen der Westfront, konnten deshalb in diesem Gelände kaum zur Verwendung kommen. „Im nassen Erd- I o ch, den graunebeligen Himmel Flanderns über sich, hungernd, frierend, durchnäßt, mit zähem Kot verkleistert, lag der Verteidiger" — so schildert der Generalstabshauptmann Ritter die übermenschliche Qual dieser Wochen. „Aufgeweichtes Kommisbrot und Konservenfleisch nährte oft tagelang die Abgeschnittenen. Kein Unterstand bot Trockenheit und Wärme, kein Graben ermöglichte eine annähernd menschliche Bewegungsart. Vom wqssergefüllten Granqtloch zum nächsten springend oder durch schlammigen Erdbrei rutschend, quälten sich die Meldegänger, Essenträger und Ablösungen von vorn nach hinten und umgekehrt, stets in Gefahr, in dem Einerlei des öden Trichterfeldes sich zum Feinde zu verirren. Und über all diesem grauenvollen Kotsumpf mit seiner bis aufs Mark verjähre: „Nur in deiner engsten Heirna künstlerische Kraft finden." Griechenland Enttäuschung gewesen wie anfangs Mexiko, wo er sch mit seiner jungen Frau niederlassen wollte. Das Hellas Horners und Aischylos', das er gefunden zu heben glaubte, als er die edlen Bergzüge des Pelo- ponnes über dem Jonischen Meer erblickte, ver- nnnbelte sich. Athen war ein mondäner Badeort, farbig und teuer. Und doch trieb ihn unbezwmg- lche Sehnsucht immer wieder fort; aus dem Gucke- fafiraben in Würzburg, aus den Gärten der Pan- jtr Cafss, wo er seine Liebesgedichte träumte. Im fernher 1905 trat er seine Weltreise an. Wochen 4 Wochen von Cook zu den Sehenswurdigketten her Erde geschleppt. Aegptische Königsgraber und $a|are in Kairo. Indien, wie aus Darietekulissen aufgebaut: vom Himalaja zu den Goldpagoden von 9h gun und den Tempeln Ceylons. In stickigen ^hffskabinen, in denen unablässig die Windkreisel hüten, in Tropen-Eisenbahnwagen mit den klei- il«il Fenstern, zwischen Schrankkoffern in greUtüet= H Hotelzimmern. Chinesisches Theater, Kirschblu- lentanz in Japan, Mondnacht auf Hawai. Das Le- btn war ein Atlas aus Häfen, Seemeilen, Bretten- fiiaben und Palace-Hotels. San Franzisko, eben »m dem furchtbaren Erdbeben zu einer Wüste von L^stein und verschlacktem Eisen ausgebrannt, wir': te wie eine neue Cook-Sehenswürdigkeit. In PUmanwagen durchraste er den amerikanischen Krtinent. Nach einem halben Jahr sah er Europa deiner: aus dem Atlantik stieg Irlands schone, formte Erde. hfen rischendes !ue dsdiranl, ie,e4 A! M SjSfä Durch i HositcherH j Am 14. August 1917 fiel in der Flandernschlacht der deutsche Theologiestudent Gerhard Gürl- l e r. Vier Tage vor seinem Heldentod schrieb er, mitten aus dieser Schlacht heraus, einen Bries in die Heimat, der das Grausen jener Taae mit ungeheurer Eindringlichkeit spiegelt. Er ist Artillerist, in einer Batterie, die dicht hinter der Infanterie steht. So erlebt er wie diese das Trommelfeuer, das Stöhnen getroffener Kameraden, das Schreien gestürzter Pferde, er spürt gleich ihnen das wilde Schlagen des eigenen Herzens, Stunde um Stunde, Nacht um Nacht. „Und die kurze Ruhe, die den Kämpfern vergönnt ist, gebiert in schauerlicher Stille aufs neue all den grenzenlosen Jammer in ihrem erschöpften Gehirn. Sie haben keine Ablenkung, haben nur die entsetzliche Erinnerung und das gefaßte Erwarten des Kommenden." Und weiter: „Das Schlachtfeld ist eigentlich nichts als ein ungeheuerlich großer Friedhof. Außer Granattrichtern, zerfetzten Baumgruppen, zerschossenen Gehöften sieht man nur unzählige kleine weiße Kreuze über das ganze Land hin, vor uns, hinter uns, rechts und links. Einer liegt neben dem andern, Freund neben Freund, Feind neben Feind. Und in der Zeitung kann man lesen: „Friedlich ruhen sie an der Stätte, wo sie geblutet und gelitten haben ..., und der Donner der Kanonen grollt über ihre Gräber hin Rache für ihren Heldentod." Und keiner denkt daran, daß auch der Feind noch schießt und dann die Granaten einschlagen ins Heldengrab und sich der schlammige Grund nach Wochen über der Stätte schließt, die eines Gefallenen letzte Ruhestätte war." Wirtschaft im Bürgerkrieg. Nationalspanische Hilfsquellen und Lebenshaltung. Alle Beobachter, die Spanien tn den letzten Konaten besucht haben, stimmen darin überein, dcß in den von der nationalen Regierung beherrschten Gebieten das Wirtschaftsleben völlig no r m a I verläuft, daß die Bevölkerung vielfach yn dem Bürgerkrieg überhaupt nichts verspürt, je, daß in bestimmten Volksschichten sogar eine ilcht unbeträchtliche Wendung zum Besseren seit fjginn des Kampfes zu verzeichnen ist. Ganz allgemein läßt sich sagen, daß die L e - Y n s t) a 11 u n g im nationalen Spanien kau m gelitten hat. Zeitweilig auftretenbe Man- mlerscheinungen wurden leicht ertragen bzw. bald verwunden. Für diese glückliche Wirtschastsoerfas- jung gibt es verschiedene Gründe. Zunächst sind die zjm nationalen Spanien gehörenden Gebiete in der hmptsache Agrarprooinzen, was für die Sehens* rtütteloerforgung und damit auch für die Stim- iriung des Hinterlandes von ausschlaggebender Bedeutung ist. Dann aber hat sicherlich auch die Regierungsarbeit Francos erheblich dazu beigetragen, das Wirtschaftsleben intakt zu halten. Bekanntlich richtete der nationale Stäatschef von vornherein sein ganzes Augenmerk darauf, daß der mhere Schlendrian in der Landwirt- Haft aufhörte, daß die Bauern ihre Feller bestellten, daß die Großgrundbesitzer ihre Lati- fjinbien nicht verkommen ließen, daß auch die agrarische Bevölkerung nicht im früheren Maße üisgefogen würde, daß überhaupt ein breite- re r Mi11elstand geschaffen und die gesamte Produktion erhöht roüroe. Aber auch in Wohnung und Kleidung kann der an sich anspruchslose Spanier seinen Bedarf ohne Schwierigkeit decken. Obgleich die katalonische Textilindustrie für die Versorgung der nationalen Gebiete ausgefallen ist, spürt man hier kaum einen Mangel an Bekleidungsstoffen. Auch die Kohlen, die bislang vorwiegend in bolschewistisch beherrschten Distrikten gewonnen wurden, entbehrt man im privaten Haushalt nicht, da nur die wenigsten Wohnungen eine Heizung besitzen. Holz steht überdies aus- emes vc*-1 uei [ruyeren zuuunuusiuuiu/cs m nnuu m6iu7ivhv -----> - -------o - v guter StelM n?n unb aufeinander eingespielten Wirtschaftsganzen j tier- über die zerrissene Erde. Aussteuer m beonbers bringlich ist, bereitete allerdings der i In dieser wahrhaften Holle kämpfte der deutsche ™ nationalen Regierung größere Schwierigkeiten. Denn IInfanterist nicht tage-, sondern machen- und m o- hiOffibDI öid)fig ist — auch preiswert zu haben sind. Hier yivlllötl wird ein weiterer Umstand sichtbar, der sich sehr legen Kaili auf die Wirtschaftsentwicklung in Franco- ' " ~ anien ausgewirkt hat: d i e Stabilität der Bald steckten auch Neger ihren Kopf aus dem Busch: „Natacka Kasi, Bwana!" (Ich wünsche Mrbeit, 5)err.) Die Eingeborenen nannten das Waldland ,Mu- finbi", und dieser Name blieb Nach mehr als einem halben Jahre erschien der erste englische Beamte, um zu sehen, „ob die wilden Deutschen noch lebten" Er staunte nicht schlecht, als er eine leidliche Auto st raße oorfand, die zu Däusern aus Lehmziegeln hinführte, in denen die Verschollenen recht gemütlich wohnten Noch mehr staunte er über die Gemüsegärten und die Saatbeete, in denen die Kaffeebäumchen bereits munter wuchsen Er sandte einen Landmesser, der die einzelnen „Plots", ausgehend von der alten Grundlinie, genau vermaß. In den folgenden Jahren stieg die Zahl deutscher Siedler in diesem Gebiete auf mehr als 50. Doch stand ihnen eine schwere Enttäuschung bevor. Der Kaffee wollte nicht recht wachsen, er „quiemte" und war nach drei Jahren, als er die erste Ernte bringen sollte, noch nicht kniehoch. Es schien nun so, als wäre das Unternehmen der „Mufindianer", wie man die Waldleute mit Spitznamen nannte, zum Tode verurteilt. Da kam einer der Siedler auf den Gedanken, statt des Kaffees Tee anzubauen. Er besorgte sich von den englischen Behörden, die großes Entgegenkommen zeigten, Teesaat und bald zeigte es sich, daß der Teebaum das Klima nicht nur vertrug, sondern es liebte und freudig aufwärts wuchs. Die Kultur des Tees gleicht der des Kaffes auf ein Haar. Die im Saatbeet gezogenen Bäumchen werden nach zwei Jahren in sorgfältig gerodetes Land ausgepflanzt, im Verbände von 1,50 zu 2,50 Meter Die Bäume, die das Bestreben haben, in die Höhe zu wachsen, werden künstlich niedergehalten und so beschnitten, daß sie brusthohe, breite Büsche bilden, die sich bequem vflücken lassen. Die Spitzen der jungen Triebe werden gepflückt und geben den uns bekannten Tee. Als die Pflanzer von Mufindi die erste Ernte hatten, sandte die englische Behörde einen Tee- Experten, der die Qualität prüfte Es ergab sich, daß der Tee sehr gut war. Die erste Probe wanderte nach London zur wissenschaftlichen Untersuchung. Man kann sich vorstellen, mit welchen Gefühlen unsere Siedler auf das Ergebnis warteten, und wie sie jubelten, als die Nachricht kam, ihr Tee fei gleich hinter dem berühmten Ceylon-Tee eingestuft. Mit großem Eifer wurden die Anlagen erweitert, und es gelang sogar, eine Fabrik zur Aufbereitung der Blatter zu errichten, die das ganze Jahr über geerntet werden. Die Fabrik bereitete im Jahre 1935 nur 5000 Pfund Tee. 1936 stieg die Aufbereitung bereits auf 35 000 Pfund, und in diesem Jahr sind bis zum 1. Mai bereits 49 000 Pfund verarbeitet und verschifft worden. Die Anbauflächen für Tee sind international geregelt, jeder Siedler hat feine Zahl an Hektaren, die er nicht überschreiten darf. Neue Siedlungen können daher nicht entstehen, der Tee kann aber auch keinen Preissturz durch Ueberproduktion erleben. Deutschland verbraucht im Jahre etwa neun Millionen Pfund Tee, die deutschen Pflanzer von Mufindi werden nach Ausnützung ihrer Kontingente im Jahre etwa 1,2 Millionen Pfund Tee erzeugen. Nun gibt es in Ostafrika in unserer ehemaligen Kolonie aber noch andere Tee- Anbau-Gebiete Diese könnten mit Leichtigkeit die Hälfte des deutschen Tee-Bedarfs Herstellen. Es versteht sich, daß die Maschinen, die recht kompliziert und teuer sind, sämtlich aus Deutschland stammen. Die grünen Teeblätter und Spitzen werden zunächst auf Horden zum Verwelken gebracht. Da es in Mufindi sehr feucht ist, sorgt ein großer Ventilator für den Durchzug im Welkraum. Alsdann kommen die geschmeidigen welken Blätter in den Roller, eine verzwickte Maschine, die die Blätter aufrollt. Im Trommelsieb werden die feinen von den groben Teilen geschieden, und getrennt kommen die Sorten in den Jsolierraum. Hier fermentieren sie ein bis sechs Stunden bei bestimmter Temperatur und Feuchtigkeit. Surrend versprüht ein Zerstäuber Wasser in den warmen Raum. Hier nimmt der Tee eine gleichmäßige braungrüne Farbe an. Diese Farbe verwandelt sich in dem Trockner, den der Tee nun durchläuft, in die uns bekannte, dunkle Teefarbe. Endlich wird der Tee auf ein laufendes Band geschüttet, welches ihn durch die Schneidemaschine auf ein Schüttelsieb bringt, bas ihn in verschiedene Sorten teilt. Zum Schluß wird der fertige Tee in saubere, mit Staniolpapier ausgeschlagene Kisten gefüllt und verfrachtet. Keines Menschen Hand hat ihn auf dieser ganzen Reise berührt. Die Teebörse in London stuft ihn nach der Qualität ein. Der Tee wird hiernach bar bezahlt, egal, ob der Markt überfüllt ist oder nicht. Für den Pflanzer ist das Geschäft mit Tee als gut zu bezeichnen. Wenn auch nicht große Reichtümer zu er- ringen sind, so ist es doch ein sicheres Geschäft, das ihn bestimmt ernährt. Die englischen Behörden haben die Leistung unserer Tee-Pflanzer hoch anerkannt, haben eine gute Straße nach Mufindi gebaut, Post- ftation, Hospital und Polizeiwache dorthin gelegt. Fast alle Siedler konnten die ersten, primitiven Häuser schon durch größere Bauten ersetzen. Nirgends fehlt der in der kalten Zeit stets behaglich flackernde Kamin. Blumenanlagen mit herrlichen Rosen, Kalla in verschiedenen Farben, Veilchen und Lilien aller Art neben afrikanischen Blumen von großer Farbenpracht umgeben die Häuser, zu denen Alleen von Zedern, Zypressen, Eukalypten und Ka- fuarien heranführen Die Siedler sind gesunde, selbstbewußte Leute, die wi^en, daß ihre eigene Tatkraft sie bas erreichen ließ, was von Pionieren bes Deutschtums in Ostafrika gefarbert wird. Wandern und Reisen. Hunsrück und Rahe. Bon 3ofob Kneip. Wenn man von Bacharach rheinaufwärts nach Bingen fährt, sieht man auf der linkem Rheinseite alsbald einen breiten Bergrücken, der sich mit seinen dunklen Wäldern fast drohend über bas sonst so heitere Rheintal hinabbeugt. Der Berg ist ber letzte Ausläufer bes Soonwalbes, unb biefes Walbgebiet zieht sich, droben zu beträchtlicher Höhe auffteigenb, breit und massig bis tief in das hochwellige Bergland hinein, bas ben seltsamen, in seiner Deutung vielumstrittenen Namen „H u n s - r ü ck" trägt Bis zum starkfließenben Simmerbach, an bem bes Hunsrücks Hauptstabt liegt, behnt sich ber Soonwalb hinab, als „Lützelsoon" steigt er am jenseitigen Ufer roieber auf unb verläuft bis zum Hahnenbachtal; bann schließt sich in ununterbrochener Kette ber Jdarwald an, hinter bem sich, nach Sübwesten hin, ber höchste ber Hunsrücker Gebirgszüge lagert. Er trägt ben Namen „H o ch w a l b" unb senkt sich bis zur Saar hinab. Mit einem Seitenarm, bem Osburgwalb, reicht er sogar bis auf die Moselhöhen bei Trier In diesen Walbgebieten jagte vor 150 Jahren, als Prachtwilb noch rubelweise umherzog, ber „Jäger aus Kurpfalz" In ber bamals noch unerschlossenen Wilbnis hauste auch ber Räuberhauptmann „Johannes burch ben Walb", wie er selber sich nannte, ber „S ch i n b e r h a n n e s", wie er im Volke hieß. Jahrelang boten bie Waldtiefen unb Felsentäler, boten verfallene Burgen und weltverlorene Mühlen bem Räuberhauptmann und feinen Gesellen sicheren Unterschlupf. Unabsehbar sind noch heute diese Wälder, mächtig stehen hier die Eichen, Tannen und Buchen in alter deutscher Waldherrlichkeit und Einsamkeit. Von allen rheinischen Gebirgsteilen wurde der Hunsrück bis heute am wenigsten aufgeschlossen und ausgebeutet. Kaum hat die Industrie hier Eingang gefunden: ja, abseits von den wenigen Straßen und Bahnlinien herrscht hier noch tiefe Wald- und Wiesenstille. Der Bauer pflügt mit seinem Ochsengespann friedlich den Acker, wie vor tausend Jahren; der Jäger findet hier noch seltenes Weidmannsglück, und dem Wanderer begegnen noch ungeahnte Naturwunder in ben Wälbern, Felsentälern, Buchten unb Mulben biefes Lcmbes. An feinen Ränbern aber ist biefes walbreiche Hochlanb vom Rhein, von ber Mosel, ber Saar unb ber Nahe umspült. So ruht es, eingebettet im grüngolbenen Rahmen, zwischen bem Lauf von vier Flüssen, bie im bunten Wechsel der Landschaft an Schönheiten bieten, was der Wanderer in deutschen Flußtälern finden kann. Die kostbarste Leiste an diesem Rahmen bildet der Zaubergarten des Rheins zwischen Koblenz und Bingen. Aber kaum minder reizvoll ist das Band der Mosel zwischen Koblenz unb Trier. Die Felswänbe unb Rebenhügel des Saartales und bie halb milbe, balb felsigzerklüftete Schönheit bes fruchtbaren Nahetales schließen in Fülle unb Reichtum biefe unvergleichliche Umrahmung. Die Zugänge zum Hunsrück sinb mannigfaltig unb reizvoll, von wo man auch kommen mag. Wer nicht zu Fuß von Koblenz hinauffteigen will, findet heute einen schönen und bequemen Zugang mit der Bahn, die von Boppard zum Hunsrück hinaufführt. An steiler Wand klettert sie über hohe Brücken zu ben Hunsrückhöhen hinaus. Änfänglich sieht man hinter sich ben Rhein mit seinen Dörfern. Dann tun sich unter ber Bahn tiefe Täler auf, mit Mühlen im Grunb unb seltsam gemunbenen Bergkämmen. Nach jebem Tunnel öffnen sich neue Schluchten, Walbestiefen unb Berghöhen. Durch Tannen- unb Buchenwälber, über Felb- unb Wiesenflächen, an sauberen schiefergebeckten Dörfern vorüber führt diese Bahn in bas Herz bes Hochlanbes hinein: zu ben alten, nahe zusammen liegenden Marktstädtchen Kastellaun, Simmern und Kirchberg. Kastellaun lagert sich um die Ruinen einer alten Burg: Simmern war ehemals bie Hauptstabt eines Herzogtums Simmern. An ben Markttagen herrscht auf den Plätzen, in den Straßen unb Wirtshäusern der Hunsrückstäbte ein bewegtes Treiben. Schön unb mannigfaltig sinb auch die Zugänge von ber Nahe aus. Unb gerade sie führen in die eigenartigsten Gebiete des Hunsrücks. Wenn man von Bingerbrück im sanftgewellten breiten Tal aufwärts fährt, so zweigt in Langenlonsheim bie Huns- anderfahklen. e A Gießen — Krofdorf — Fellingshausen — Dünsberg — Vetzberg — Gießen. Einen befonberen Reiz für Dünsbergfreunbe bildet ber Besuch bes Beherrschers unserer Gegenb von Gießen aus hin unb zurück, was bequem in 5% Stunben zu bewerkstelligen ist. Wir gehen bie Krof- borfer Straße entlang nach unserem Nachbarborfe Krofborf. Bei ber Friesschen Wirtschaft beginnen bie roten Striche, bie uns auf guter Straße aufwärts ^um Walb leiten, an besten Ranb sich ein hübscher Rückblick bietet. Wir roenben uns nun links, erreichen nach einiger Zeit bas anmutig gelegene Fellingshausen, bas wir burchschreiten, um alsbalb an ben Fuß bes Dünsbergs zu kommen. Der Aufstieg zum Gipfel, ber von hier nicht allzustell ist, bürste etwa 40 Minuten beanspruchen. Nachbem wir uns oben gestärkt unb vom Turm bie herrliche Aussicht genossen haben, steigen wir auf bemfelben Weg, ben wir heraufgekommen sinb, roieber nach Fellingshausen hinunter. Jenseits bes Ortes gehen wir roieber hoch, biesmal nach rechts, jetzt ohne Zeichen, burchschreiten bas Vetzberger Wälbchen unb gelangen auf Felbroegen nach Vetzberg. Sehr lohnenb wegen ber hübschen Aussicht ist bie Besteigung ber Burgruine. Zum Heimmarsch wählen wir ben Weg, ber von ber Beckerschen Wirtschaft in süböstlicher Richtung führt. Wir überqueren einige Straßen sowie hinter bem Abenbstern bie Bahn unb kommen beim Winbhof auf bie Robheimer Straße, auf ber wir Gießen zuwanbern. Die Wanberung ist, ba nicht viel Walb vorhanben ist, für kühlere Tage geeignet. Wetzlar — Nauborn — Honigmühle — Laufdorf — Albshausen. Vom Bahnhof Wetzlar burchschreiten wir bie alte Reichsstabt unb gelangen auf ber Nauborner Straße nach bem nahegelegenen Nauborn am Ausgang bes Wetzbach- ober Siebenmühlentales. Mitten im Ort steigen wir nach links in bie Höhe unb kommen auf den fog. Pfarrweg, ber sich parallel mit bem Tal hinzieht unb immerzu schöne Ausblicke gewährt. Nach einiger Zeit steigen wir hinab in bas Tal. An biefer Stelle, jenseits bes Tales, wenige Schritte in bie Hohe, befinben sich bie freigelegten Ueberrefte einer Basilika. Wenige Minuten später erreichen wir bie reizvoll gelegene Honigmühle mit guter Einkehr. Nunmehr folgen wir roten Dreiecken, bie uns zuerst burch freies Gelänbe nach ßaufborf, später bei ber Grube Helfenstein in ben Walb bringen. In biefem gehen wir weiter bis an unser Enbziel Albshausen. Wegbauer 4 Stunben. Moselschiffahrt bis Trier. Wie unbegründet es ist, eine Moselreise schon bei Bernkastel abzubrechen, zeigt so recht bie Weiterfahrt auf bem verbauten Moselschiff, bas ben mittleren Flußlau |eit kurzem bis nach Trier hinauffährt. All bie Reize, bie bie Mosel unterhalb Bernkastel zeigt, findet man auch noch aufwärts bis Trier. Zwischen Minheim unb Neumagen windet sie sich ebenso verschlungen, bei Mehring ragen die fBefge gleich hoch und steil auf, und bie Weinorte sinb hier nicht weniger berühmt als im Unterlauf. Da^u finben sich hier in immer stärkerem Maße Erinnerungen an bie Römerherrschaft vor fast 2000 Jahren, so in Neumagen, Riol unb Pfalzel. Und wenn sich das Tal vor Trier etwas weitet, dann scheint dies nur deshalb zu geschehen, um bie Einfahrt in Deutschlanbs älteste Stabt um so ein- brucksvoller zu gestalten. Rotsanbsteinfelsen treten dicht ans Ufer; hoch wölben sich bahinter bie Eifelberge, unb als Wahrzeichen von Trier ragt bie Ma- rienfäule in ben Himmel. Ein herrliches Erlebnis ist biefe Fahrt vom winkligen Moselstäbtchen Bern- kastel bis zur Stabt ber mächtigen Römerbauten. rückbahn ab, bie burch bas walb- unb fagenreify Gulbenbachtal an Stromberg unb Rheinvöllen doi. bei nach Simmern fährt. Ratsam aber ist es, feinen Standort in ben schönen Säbern Kreuznach urb Münster am Stein oder dem Luftkurort Sc.- bernheim zu wählen. Sie bieten herrliche Ruhi, punkte unb Erholung jeher Art. Von hier läßt sih zu Fuß unb mit bem Postauto ber hohe Hunsruj leicht burchqueren. Auch von Kirn und Idar, Ob erste in führen Wege durch freundliche Tälrr zum Hunsrück hinauf. Und von Birkenfeld und Noj. felden, beispielsweise, finden sich weitere mannigfaltige Zugänge zum Gebiet des Hochwaldes urä seiner Ausläufer bis nach Saarbrücken und Trier hinab. Das Bild an ber Nahe aber wechselt, zwischen fruchtbarem Feld- und Wiesenland, Weinbergen und Felswänden. Schöne alte Dörfer unb Stodi. chen breiten sich ins Tal. Eine Reihe von Burgen, Ebernburg, Schloßböckelheim, Burg unb Äloitr j Sponheim, Schloß Dhaun, Burg Kirn unb Kallen, fels, bekrönt die Höhen. 7OO=3of)rfeier der Gemeinde Gladenbach Gladenbach, 24. Juli. Der idyllisch im Kronz von Hügeln und Wäldern gelegene Marktflecken Gladenbach, kann am heutigen Samstag uni am morgigen Sonntag die Feier'seines 700jäh. rigen Bestehens begehen. Für dieses Jubi. läum ist eine Anzahl von Veranstaltungen vorgi. sehen, die sicherlich viele Volksgenossen aus roeitem Umkreis in Gladenbach vereinigen werden. Am heutigen Samstag eröffnet eine Fest, fitzung ber Oemeinberäte bie Feierlich feiten. Dann erfolgt bie feierliche Eröffnung einer Ausstellung, in ber ein Eindruck von (Bi- schichte, Volkskunde unb Kunst bes Hinterland« RUHL Seilersweg Nr. 67 W adiO Telephon Nr. 3170 I eparaturen l897i> | gegeben werben wirb. Zur Ausgestaltung biefer Schau stellte sich auch Dr. I o r n s vom Oberhessj.! schen Museum in Gießen zur Verfügung. Zkr heutige Samstagabend bringt einen Festakt ii der Festhalle, einen Festvortrag unb ein historische; Festspiel, bas (unter ber künstlerischen Leitung doi K. Walter vom Stabttheater Gießen) Bilder aiii sieben Jahrhunderten Gladenbacher Geschichte brin> gen wird. Der morgige Sonntag sieht einen Festgoitez > bien ft, anschließenb einen Kreis - Appeil der NSDAP, vor. Für ben Nachmittag ist eil großer historischer Festzug geplant, bei Festwagen mit Gruppen aus der Geschichte Gladew bachs, Festwagen aus bem Hinterländer Volksleben- unb Trachtenpuppen „Von ber Schwalm bis zu,' Wetterou" zeigen wird. Anschließenb beginnt ein • Volksfest auf ber Au. Am Montag, 26. Juli, finbet noch eine Sip > pentagung statt. Der Nachmittag wird roieber einem Volksfest geroibmet sein. Verleihung der Sladlrechke und eines Stabfroappens an Gladenbach. ßpb. Der Oberpräfibent ber Provinz Hessen« Nassau, Prinz Philipp von Hessen, hat bem Markb flecken Glabenbach, Kreis Biedenkopf, anläßlich seines 700jährigen Bestehens das Recht verliehen, d i t Bezeichnung Stabt,3u führen. Die öer- leihungsurkunde wirb ber Stadt gelegentlich ber Feierlichkeiten an Ort unb Stelle überreicht roerbem Gleichzeitig hat ber Oberpräsident der nunmehrigen Stabt Gladenbach das Recht zur Führung! einesheraldisch und künstlerisch m e r t- vollen Wappens verliehen. Oer Raubmord an dem Althänd^er. 500 Mark Belohnung für Ergreifung des Talers ßpb. Frankfurt a. M., 23. Juli. Zu dem Raubmord an bem Althändler Bauer in Zeils- Heim wird noch bekannt, daß Bauer am vergangenen Dienstag gegen 23 Uhr mit dem ber Tat Der - bächtigen Schlitzkus in einer Wirtschaft in Höchs! zusammengesessen hat. Nach ben bisherigen Feststellungen scheint sich Schlitzkus bereits ander« Kleidung beschafft zu haben. Für bie Ermittlung unb Ergreifung bes Schlitzkus ist eine Belohnung von 500 Mark ausgesetzt worben. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sinb ohne Derbinblichkeit ber Schriftleitung.) Th. D. in V. Alle vor bem 1. Juni 1937 bezugsfertig geworbenen Neubauten sinb bis zum 31. Dezember 1943 einkommensteuerfrei, bis zum 31. März 1944 grunb» unb vermögenssteuerfrei unb überhaupi fonbergebäubefteuerfrei. Ist Ihr Neubau nach dem 1 Juni 1937 bezugsfertig geworben, so ist er lebiglich von ber Sonbergebäubesteuer befreit. Marktstraße 4 tz I X Wir beginnen Montag früh 8.15 Uhr unseren Beachten Sie bitte unsere Schaufenster! 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Ebenso verständlich ist es, daß die Aufsichtsbehörde, die Regierung, mit größter Sorgfalt die Haushaltsaufstellung und -durchführung der unterstellten Selbstverwaltungs-Körperschaften prüft und überwacht und zu diesem Zweck sehr strenge Richtlinien an der Hand hat. Bei alledem ist ja der oberste Gesichtspunkt sämtlicher Handlungen, daß es sich um die Gelder der Allgemeinheit, um öie von den Steuerzahlern geleisteten Opfer für das Gemeinwohl handelt, die den Verwaltungs- und Aufsichtsorganen die Verpflichtung auferlegen, mit diesem wertvollen Gut so haushälterisch wie nur irgend möglich umzugehen. Aus diesem Sachverhalt erklärt sich auch die große Bedeutung, die der Haushaltsgestaltung der öffentlichen Hand allenthalben beigemessen wirtz. Allerdings ist — leider! — vielen Volksgenossen der Haushaltsplan einer öffentlichen Verwaltung immer noch ein unbekanntes Ding. Und wenn ein derartiges Dokument durch Zufall einem Volksgenossen zu Gesicht kommt, so weiß er meist nichts oder nur wenig damit anzufangen, ist ihm das ganze Haushaltswerk gewissermaßen ein „Buch mit sieben Siegeln". Wer aber in einem solchen Verwaltungsdokument zu lesen versteht, dem ist es eine fesselnde Angelegenheit. Denn in den vielfältigen Positionen mit ihren Zahlenkolonnen spiegelt sich das Gemeinschaftsleben der öffentlichen setzt, nachdem inzwischen eine monatelange gründliche Vorarbeit geleistet war. Nunmehr beginnt die Durchführung des neuen Haushalts Auf Grund der vom Oberbürgermeister als Gemeindeleiter genehmigten Arbelts- und Kostenplanungen vergeben die Dienststellen bzw. Betriebe nach den Richtlinien der Reichsver- dingungsordnuna ihre Aufträge an Industrie, Handwerk und Gewerbe. Die Ausführung der Arbeiten bzw. die Qualität der Lieferungen ist von den Aemtern mit aller Gründlichkeit zu überwachen, damit auch hier wieder mit dem Gut der Allgemeinheit in sorgsamster Weise gewirtschaftet wird Zu jedem Auftrag ist von der Dienststelle ein Bestellschein zu erteilen, der von dem Auftragnehmer bei der Rechnungslegung als Unterlage für seine Arbeitsausführung wieder an diese Dienststelle mit einzureichen ist. Danach haben die Aemter die Rechnungen zu prüfen und evtl, zu berichtigen. Sind sie von den Dienststellen als einwandfrei festgestellt, so werden sie dem städtischen Rechnungsamt zugeleitet, das nunmehr als zentrale Kontrollstelle im Auftrage des Oberbürgermeisters die Rechnungen daraufhin prüft, inwieweit sie mit den im Haushalte genehmigten Planungen und Kostenanschlägen in Uebereinstimmung stehen. Wird eine Rechnung in dieser Uebereinstimmung befunden, so erhält sie den Genehmigungsvermerk, dann die Zahlungsanweisung des Leiters der Stadtverwaltung und kann nun von der Stadtkasse bezahlt werden. Falls sich jedoch Differenzen zwischen den Arbeiten und dem Haushaltsplan ergeben, ist zunächst die Beseitigung der Unstimmigkeit vorzunehmen, da eine peinlich genaue Haushaltsführung als Grundlage jeder ordnungsmäßigen öffentlichen Verwaltung gewährleistet sein muß. Das Rechnungsamt übt also im Auftrage des Oberbürgermeisters eine Kontrolle nach der Richtung aus, daß die Grundsätze des Haushalts von den einzelnen Dienststellen und Betrieben genau eingehalten werden. Darüber hinaus hat das Rechnungsamt aber noch die weitere bedeutsame Funktion zu erfüllen, jederzeit eine klare Uebersicht über die Durchführung des Haushalts in den Einnahmen und den Ausgaben zur Verfügung zu halten, damit der Leiter der Gemeinde bei jedem Haushaltskapitcl in jedem Augenblick feststellen kann, wie es im einzelnen um die Einnahmen bzw. die Ausgaben des Haushalts der Stadt bestellt ist. Aus dieser fortlaufenden Buchführung des Rechnungsamtes ist zu jeder Zeit zu erkennen, in welchen Kapiteln des Haushalts noch Geldvorräte, größere oder geringere, vorhanden bzw. wo die Einnahmen fast verbraucht, oder gar durch die Aufwendungen überschritten sind, damit hier gegebenenfalls durch Nachbewilliguna — auf dem Gebiete des Dermögenshaushaltes sogar durch die Aufstellung eines besonderen Nachtragshaushaltsplans — weitere Mittel verfügbar gemacht werden, oder aber die Arbeiten auf dem fraglichen Haushaltsgebiet rechtzeitig ihre Begrenzung erfahren. Die Erkenntnisse bei diesem Dienst des Rechnungsamtes sind ferner wertvolle Grundlagen für den nächstfolgenden Haushalt und werden dadurch über die Zett ihrer unmittelbaren Wirksamkeit hinaus fruchtbar. Aus dieser Betrachtung des Zustandekommens und der Durchführung des städtischen Haushaltes ist ersichtlich, daß es sich bei diesem Teil der städtischen Verwaltungsarbeit um die Schaffung und Erhaltung einer der wichtigsten Grundlagen des öffentlichen Wohls handelt. Mancher Volksgenosse, der bisher vielleicht der Meinung war, ein öffentlicher Haushalt fei eine Angelegenheit, die weiter kein Kopfzerbrechen verursache, die gewissermaßen mehr nur eine Formalität darstelle, wird nun wohl erkannt haben, daß jene Ansicht ein Irrtum ist und daß gerade die Haushalts-Abteilung der Stadtverwaltung einen der wichtigsten Träger in dem Gebäude unserer Verwaltung darstellt. B. Körperschaft so überaus interessant wider, wie man ''es in dieser Konzentration aller öffentlichen Geschehnisse sonst nicht anzutreffen vermag. Zudem sind die öffentlichen Haushalte Dokumente von hohem geschichtlichen Wert, anhand deren man noch nach vielen Jahren die Entwicklung eines Gemeinwesens in aufschlußreicher Weise verfolgen kann. Von diesem Bewußtsein geleitet, werden die Haushaltsdrucke der öffentlichen Körperschaften auch den Bibliotheken oder sonstigen amtlichen Archiven ein- verleibt, damit künftige Generationen für die Geschichtsschreibung einen guten Teil der erforderlichen 'Unterlagen an die Hand bekommen. Die Entstehung des öffentlichen Haushaltsplans wollen wir heute einmal bei unserer Stadt Gießen betrachten. Wie alles Sein organisch aus dem vorhergehenden Bestand entsteht, so wächst auch der jeweilige Haushaltsplan der öffentlichen Hand zum größten Teile aus seinen Vorgängern heraus. Das Haushaltsjahr läuft vom 1. April jedes Jahres bis zum 31. März des folgenden Jahres. Diese Fristsetzung bedingt an sich, daß der Haushalt für das neue Rechnungsjahr noch vor bem ersten Tage seines Beginns rechtsgültig fest- bestellt fein muß. Aus mancherlei Gründen — die After in den Haushaltsarbeiten und -Richtlinien des Reiches zu suchen sind — kann es aber auch Vorkommen, daß der städtische Haushalt — oder auch der Haushalt eines Kreises erst einige Wochen nach dem 1. April festgesetzt werden kann, jedoch gilt er auch in diesem Falle mit Wirkung vom 1. April ab. Wenige Monate nach dem Inkrafttreten des neuen Haushalts beginnen in den einzelnen städtischen Dienststellen und Betrieben schon die Vorarbeiten für den folgenden Haushalt. Die Aemter bzw. Betriebe haben ihre Aufstellungen über die geplanten Arbeiten und Anschaffungen bzw. über die sonstigen wirtschaftlichen Notwendig- leiien ihres Dienstbereichs möglichst genau festzulegen und mit den voraussichtlichen Kostenbeträgen zu versehen. Bei dieser Arbeit spielt der Ablauf der unmittelbar im Vordergründe stehenden Wirtschafts- Vorgänge natürlich eine große Rolle, ferner sind die Vorgänge und Preisgestaltungen auf den verschiedensten Gebieten der Marktoersorgung und die ! sonstigen Gestehungskosten von großer Bedeutung. Wenn alle Arbeits- und Kostenanschläge für das kommende Haushaltsjahr von den Dienststellen bzw. Betrieben ausgearbeitet sind, müssen sie, etwa bis zum Herbst des laufenden Haushaltsjahres, der städtischen Hauptverwaltung zur Prüfung und zur Genehmigung durch den Oberbürgermeister einge- teicht werden. Zunächst gehen diese Kostenanschläge an das städtische Rechnungsamt, das feststellt, in- vieweit im neuen Haushaltsjahre die finanziellen Möglichkeiten für die Durchführung der Planungen gegeben sein dürften. Dabei hat das Rechnungsamt in erster Linie zu ermitteln, über welche Einnahmequellen aus Reichssteuerüberweisungen und Gemeindesteuern, aus Gebühren und sonstigen Quellen ber Leiter der Stadtverwaltung im künftigen Haus- altsjahre verfügen kann. In diesem Zusammen- ang ist auch immer die sehr wichtige Frage zu [ären, ob die Stadtverwaltung bei der Verwirk- ichung der Planungen ihrer Dienststellen bzw. Be- riebe mit den bisherigen Steuerausschlagssätzen zw. mit den derzeit geltenden Werktarifen aus- ommen kann, ob Erhöhungen erforderlich sein »erden oder aber — wenn die voraussichtlichen 1 innahmen höher sein würden, als die geplanten Ausgaben — eine Senkung der Steuersätze oder Tarife gewährt werden kann. Bei allen diesen lieberlegungen kann sich das Rechnungsamt jedoch richt auf die Erscheinungen des zu dieser Zeit gerade laufenden Haushalts stützen — wenn es dessen wirtschaftlichen Ergebnisse natürlich auch mit in betracht ziehen wird —, sondern es muß als maßgeblicheren Gesichtspunkt die Tatsachen des um ein Jahr älteren Haushalts zugrunde legen, weil es erst dadurch zu den richtigeren Maßstäben kommt. Beispielsweise werden also zur Prüfung der Kostenanschläge für den Haushalt 1938 die Ergebnisse des Haushalts von 1936 herangezogen werden. Nachdem das Rechnungsamt seine Ermittlungen abge- sihlossen hat, werden sämtliche Unterlagen dem Leiter der Stadtverwaltung, dem Oberbürgermeister, Dargelegt, der nunmehr entscheidet, welche Planungen der Dienststellen bzw. Betriebe in den neuen haushalt aufzunehmen sind. Ist auch dieser Teil der Vorarbeit abgeschlossen, so setzt sich der Leiter der Stadtverwaltung mit der Aufsichtsbehörde, also mit der Regierung, ins Benehmen, um deren Zu- st mmung zu dem neuen Haushaltsplan terbei3ii« führen. Hat die Regierung dieses Einverstandms erflärt, so wird der Haushaltsplan in Druck ge- g den und schließlich nach der Beratung des Oberbürgermeisters mit den Ratsherren in Kraft ge- Finger weg von Volkseigentum? Die Küchenabfälle gehören dem EHW.! Das Amt für Dolkswohl fahrt (Kreisamtsleitung Wetterau, Gießen) teilt uns mit: Die Dienststelle für das EHW. bei der Kreisamtsleitung der NSV. Wetterau hat in letzter Zeit die Feststellung machen müssen, daß die von den Volksgenossen vor die Häuser und in die Hauseingänge gestellten Küchenabfälle für das Ernährungshilfswerk schon vor Erscheinen der Sammler von unbefugten Personen fortgenommen worden sind, die sie wahrscheinlich entweder für sich selbst aber für Dritte gestohlen haben. Unsere Gießener Hausfrauen, die, dem Rufe des Ernährungshilfswerkes folgend, ihre Küchenabfälle zur Abholung durch die Sammler bereitgestellt haben, tun dieses nur in der Gewißheit, daß die Abfälle auch dem gedachten Zwecke zugeführt werden. Es handelt sich also nicht um besitzloses Gut, das jeder glaubt sich aneignen zu dürfen, sondern die Abfälle gehören, laut des durch das Herausstellen von den Hausfrauen zum Ausdruck gebrachten Willens, der NSV. Wer sich an diesen Sachen vergreist, macht sich strafbar! Wir werden auf diese nichtswürdigen Elemente in Zukunft ganz besondere Obacht geben. Weiteres aus -er Stadt Gießen. Hund und Katze. Die äußere Fensterbank war der Lieblingsplatz der schwarzen Katze. Da saß sie, den schönen Schweif wie eine Fessel um die Vorderbeine gelegt und blinzelte, von der Sonne schläfrig gemacht, in die Straßen. Doch entging den schmälsten Augenschlitzen nichts, so teilnahmslos sie auch gewöhnlich tat. Sie wußte, daß die heraufreichende Hand schmeicheln wollte, und schnurrte, noch ehe sie die zärtlichen Striche über ihr Fell hin spürte. Sie erhob sich, wenn sie fühlte, daß die Liebkosung keine flüchtige war, stemmte den Rücken gegen die Hand und streifte, nicht genug bekommend, unter ihrem sanften Druck her und hin, den Schweif hoch wie eine Fahne schwenkend. Dabei wurden ihre bernsteingelben Augen rund und leuchteten. Das taten sie auch, wenn sie das Gekläff des jungen drahthaarigen Foxterriers von gegenüber vernahm. Es regte sie keineswegs auf. Weder buckelte sie, noch sträubte sie ihr Fell, sie blieb nur wachsam. Sie kannte den lauten Nachbar zur Genüge. Er schimpfte über alles, was ihn ärgerte. Wenn jemand am Hause vorbeiging und ihn nicht beachtete, obschon er mit heftigem Gew edel des kurzen Schwanzes zu freundschaftlichem Geplauder eingeladen hatte. Aber er bellte auch vor Freude, wenn er bekannten.Schritten entgegenstürmte oder gar geliebte Stimmen ihn beim Namen riefen. Das feine Ohr der Katze unterschied die einzelnen Arten der Gefühlsausbrüche sehr genau, ohne sich die Vorgänge von ihren Augen bestätigen zu lassen. Um jo weniger konnte sie begreifen, warum er sie gelegentlich belästigte und mit feinem Gekläff verfolgte, wo sie ihm doch nie Anlaß dazu gab. Sie. spazierte nie auf seinem Bürgersteig. Warum also erlaubte er sich diese unfeinen Anrempelungen? Er stoppte zwar immer, so, oft er über die Straße herüberstürzte, zwei Schritte vor ihr und beschränkte sich darauf, seinen Zorn in komischen Luftsprüngen und Scheinangriffen zu verpuffen, aber er schimpfte so unermüdlich, daß man nicht zu Worte kam, und zu Tätlichkeiten wollte sie sich nicht hinreißen lassen. Der Kleine tat ihr im Grunde leid, und so zog sie sich jedesmal mit einem geschmeidigen Satz auf die Fensterbank zurück, bis dem Kläffer die Zunge lang hing und er abtrollte. Auch diesmal hatte sie wieder ihren Lieblings- platz eingenommen. Aber der lärmende Fox benahm sich so ungewöhnlich angriffslustig, daß es sie reizte, sein Ungestüm zu steigern. Sie stellte sich an den Rand der Fensterbank und ließ spielerisch bald diese, bald jene Pfote Überhängen. Gutmütig und ein wenig mitleidig sah sie auf den Springenden herab, der sich erfolglos erschöpfte und zu guter Letzt nur noch die Vorderbeine hochbrachte. Da stellte sie mit einem Blick nach dem alten Fliederstrauch im Vorgarten fest, daß dessen Astgabel eine Spanne niederer war, als das Fenster, und schon schnellte sie mit einem lautlosen Satz hinüber. Fox wurde im Augenblick sprachlos und wich unsicher zurück. Als aber die Katze in der Gabel stehen blieb und mit der rechten Vorderpfote immerzu lockte und winkte, begann der Hund von neuem wider sie Sturm zu laufen, mit dem gleichen Mißerfolg jedoch wie zuvor. Enttäuscht gab die Katze plötzlich die Spielereien aus. Sie hatte nur noch einen verachtungsvollen Blick für den lächerlichen Lärmer. Das war kein Gegner, ihrer würdig. Und er sollte es wissen und einen Denkzettel haben. Sie rutschte, mit dem Kopf nach vorn, vorsichtig tiefer und blieb an den ein- geschlagenen Krallen wie an Steigeisen hängen. Wäre der Fox ein scharfer Beobachter gewesen, hätte ihm der veränderte Blick der Katze auffallen müssen. Ein böses Funkeln glühte in ihm, der Schnurrbart spreizte sich mit Ieifern Zittern, das Fell wurde dicker. Der ganze Tierkörper war geladen mit gefährlicher Spannung. Und nun, da Fox wieder kläffend hochsprang, geschah es, daß blitzschnell die krallenbewehrte Pfote ausholte und ihm auf die Schnauze hieb. Mit gellendem Wehlaut und eingezogenem Hinterteil schlich der Drahthaarige heim, während die Katze, ihn keines Blickes mehr würdigend, sich zur wohlverdienten Ruhe auf der Fensterbank ausstreckte. P. B. Dornotizen. Tageskalender für Samstag. Deutsches Reichssportabzeichen: 17 bis 18.30 Uhr Universitäts-Sportplatz, Dorbereitungskursus. — Gloria-Palast (Seltersweg): „Land der Liebe." Tageskalender für Sonntag. RAD. Abteilung 5/222 Gießen: Sommerfest im Philosophenwald. Bei ungünstiger Witterung findet die Veranstaltung im Saale statt. — Gloria-Palast (Seltersweg): „Land der Liebe." — Gießener Radfahrer-Verein 1885: Großer Straßenpreis von Gießen, Start 6 Uhr: 16 Uhr, Waldsportplatz, 2. Bahn- Radrennen. — Oberhessischer Gebirgsoerein: Wanderung. Die teutfdtt Arbeitsfront r IL9.=Üemcinfthaft„flraft durch freute" Deutsches Reichssporlabzeichen. Dorbereitungskursus für Männer und Frauen gemeinsam. 4908D Heute, Samstag, den 24. Juli, beginnt in der Zeit von 17 bis 18.30 Uhr auf dem Universitätssportplatz am Kugelberg eine neuer Dorbereitungskurs für die Erwerbung des Reichssportabzeichens. Gebühren für DAF.-Mitglieder, 6 Unterrichtsstunden, 1,80 Mark. Rollschuhlauf. Das Sportamt eröffnet auf der Rollfchuhbahn an der Schlageteranlage Kurse für Anfänger. Rollschuhlaufen ist dem Eisläufen nahe verwandt. Es ist ein schönes Vergnügen, in Bogen, Schwingen und Kehren auf dem Asphalt oder Zement anmutsvoll dahinzugleiten. Die Uebungszeiten wurden auf Dienstag und Donnerstag in der Zeit von 20 bis 21.30 Uhr angesetzt. Die Gebühren betragen pro Unterrichtsstunde 30 Pf. Rollschuhe werden vom Sportamt gestellt. Anmeldungen nimmt das Sportamt, Schanzenstraße 18, entgegen. 4946D Herbstverbandstag des Kreisfeuerwehrverbandes Gießen. Am 8. August findet in Nieder-Befsingen der Herbstoerbandstag des Kreisfeuerwehrverbandes Gießen statt. Auf der Tagesordnung stehen Berichterstattung, Rechnungsangelegenheiten, Wahl der Rechnungsprüfer, Anttäge, Verschiedenes und Hebung. Wegegeld für mittellose Wehrpflichtige. NSG. Bei der (Einberufung von Wehrpflichtigen zur Ableistung des Wehrdienstes ergeben sich Fälle, in denen die (Einberufenen nicht über die notwendigen Geldmittel zur Bestreitung der Fahrtkosten verfügen. Solche Wehrpftichttge können für die Reise vom Aufenthaltsort bis zum Gestellungsort ein Wegegeld erhalten. Dieses Wegegeld ist unter Vorlegung des Gestellungsbefehls möglichst früh- zeittg bei der Gemeinde des Wohnortes zu bean« tragen. Gießener lvochenmorktpreife. * Gießen, 24. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, (Eier, deutsche, Klasse A 10%, Klasse B 10, Klasse C 9%, Klasse D 9, Wirsing, % kg 12 bis 18, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 15 bis 18, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 12 bis 18, gelb 15 bis 18, Erbsen 20 bis 35, Tomaten 25 bis 40, Zwiebeln 10 bis 12, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 45 bis 50, Kartoffeln, neue, % kg 6 bis 7 Pf., 50 kg 5 bis 6,50 Mark, Frühäpfel, % kg 30 bis 45 Pf., Falläpfel 5 bis 8, Pfirsiche 30 bis 40, Himbeeren 25 bis 30, Brombeeren 35 bis 40, Birnen 25 bis 40, Heidelbeeren 35 bis 40, Stachelbeeren 15 bis 30, Johannisbeeren 15 bis 20, Pflaumen 30 bis 45, Mirabellen 40 bis 45, Das \ \ Schönheifsrtez&pf Renekloden 40 bis 50, Hähne 90 Pf. bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Enten 1 bis 1,16 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 20 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 5 bis 30, Einmachgurken 2 bis 4, Oberkohlrabi 5 bis 8, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 5 bis 10 Pf., Weißkraut, 50 kg 8 Mark. * ** A u f dem Wege der Besserung. Wie wir auf Anfrage bei der Chiruraijchen Klinik erfahren, ist das Befinden des Unterbannführers V ö l s i n g , der am Donnerstagabend in der Lud» wigstraße schwer verunglückte, erfreulicherweise befriedigend. Unterbannführer Völsing ist wieder bei Bewußtsein. Man hofft zuversichtlich, sofern keine Komplikationen eintreten, ihn am Leben erhalten zu können. ** Fahrplanänderung auf der Lumdatalbahn. Vom Bahnhof Gießen wird uns mitgeteilt: Ab Montag, 16. August 1937, wird der Personenzug Nr. 2563 W Gießen—Lollar—Grünberg, Abfahrt in Gießen 13.16 Uhr, Grünberg an 14.17 Uhr, für den Schülerverkehr später gelegt. Er verkehrt von diesem Tage ab wie folgt: Gießen ab 13.26 Uhr, Lollar an 13.34 ab 13.35, Daubringen an 13.40 ab 13.41, Mainzlar an 13.43 ab 13.44, Treis an 13.49 ab 13.50, Allendorf an 13.54 ab 13.58, Londorf an 14.05, ab 14.06, Kesselbach an 14.09 ab 14.10, Odenhausen an 14.12 ab 14.13, Geilshausen an 14.16 ab 14.17, Lumda an 14.22 ab 14.23, Beltershain an 14.25 ab 14.26, Grünberg an 14.32 Uhr. Durch diese Fahrplanänderung wird ab 16. August der Anschluß in Grünberg an den Personenzug Nr. 573 Gießen—Fulda, Gießen ab 13.48, Grünberg ab 14.26 Uhr nicht mehr erreicht. ** Schweinemarkt in Gießen. In der Diehversteigerungshalle Rhein-Main am Güterbahnhof findet am nächsten Mittwoch, 28. Juli, Schweinemarkt statt. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. + Grünberg, 23. Juli. Bei den Schwimmprüfungen an der Volksschule, die vor den Sommerferien unter Leitung von Schulamtsanwär- ter Wenzel durchgeführt wurden, waren im ganzen 47 Schüler erfolgreich. Die Urkunde im Freischwimmen (15 Minuten ununterbrochen schwimmen) errangen 16 Knaben und 13 Mädchen. Die Prüfung im Fahrtenschwimmen (40 Minuten ununterbrochen schwimmen) bestanden 10 Kna- ben und 8 Mädchen. Die Urkunden wurden den Schülern an den beiden letzten Schultagen vor den Ferien im Anschluß an den Frühsport überreicht. An der Volksschule Grünberg sind in den Jahren 1935, 1936 und 1937 im ganzen 110 Urkunden im Frei- und Fahrtenschwimmen ausgeteilt worden. ch Lauter, 23. Juli. Durch das gute Wetter dieser Woche begünstigt, ist das Korn schneiden allgemein beendet worden. Hafer und Weizen haben bei dem günstigen Wetter gut gereift, und so ist mit dem Schnitt des Weizens begonnen worden. Die ersten hochbeladenen Erntewagen werden in die Scheuer eingebracht. In diesen Tagen trafen nun Angehörige des Reichsheeres ein, die den Bauern zur Hilfe bei den (Erntearbeiten zugeteilt wurden. co Eberstadt, 23. Juli. Im Saal der alten Schule fand eine Bauernoersammlung statt, in der Ortsbauernführer Gärlach die neuen Bestimmungen und Preise im Getreidewirffchafts- jahr 1937/38 bekanntgab. Er wies ferner darauf hin, daß es auch für die Herbstarbeiten möglich sei, die Männer vom Arbeitsdienst in Anspruch zu nehmen. Im Verlaufe der Versammlung wurde über die Einbringung des Flachses, der hier gemein« schaftlich angebaut wird, Beschluß gefaßt. Zum Schluß der Versammlung wies der Ortsbauernffih- rer darauf hin, daß vom Reich auch weiterhin für die Erstellung von neuzeitlichen Jauchegruben und Düngerstätten Zuschüsse gegeben werden. Kreis Bübingen. 8 Nidda, 23. Juli. Wie im Vorjahr, so herrscht auch in diesem Jahre eine äußerst rege Bautätigkeit. In erster Linie wurden die an der neu errichteten Beundestraße erstellten Häuser bezugsfertig hergestellt ober werden es noch bis zum Herbst. Außerdem führte man an zahlreichen Wohn- und Geschäftshäusern, sowie Wirtschaftsgebäuden, umfangreiche Erweiterungs - und Umbau- t e n aus. Für die auf 450 Stück gestiegene Schafherde errichtet man zur Zeit auf der Gänswiefe eine freitragende Halle von fast 500 Quadratmeter Bodenfläche als Aufenthaltsort bei ungünstiger Witterung. Ein Wohnhaus für den Schäfer soll in der Nähe später folgen. Die Milchgenossen- schaft ersetzt ihren unzureichenden Sammelraum durch einen nur dafür bestimmten Neubau in der Gerbergasse. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 25. Juli. Giehen. Sladtkirche. 8 Uhr: Pfarrvikar Lorenz; zugleich Christenlehre für die Neukonftrmierten aus der Matthäusgemeinde; 9.30: Psr. Becker. — Jofjan- neskirche. 8: Pfarrassistent Paetow; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukas- aemeinde; 9.30: Pfr. i. R. Kalbhenn; 20: Johannes- saal: Bibelbesprechung; Missionar Walther. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfarrassistent Dauth; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde. — petrus- kapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfr. Trapp. — Wieseck. 9.30: Gottesdienst; 10.45: Christenlehre; 15: Bibelstunde. — Atten-Buseck. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Albach. 8: Gottesdienst; Pfr. Steiner. — Steinbach. 9: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Christenlehre. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre für die weibliche Jugend; 13.30: Kinderaottesdienst. — Lollar. 9: Kindergottesdienst. — Saubringen. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst; Christenlehre für die weibliche Jugend; 10.15: Kindergottesdienst. — Vahenborn- Sfrinberg. 13: Gottesdienst; Christenlehre für die männliche Jugend; 12.15: Kindergottesdienst. — Garbenleich. 13: Gottesdienst. — Hausen. 10.15: Gottesdienst; Christenlehre. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Chorschule; Christenlehre für die männliche Jugend; 14: Stiftspfarrer Naumann. — Tlieber-Beffingen. 9.30: Stiftspfarrer Naumann. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; Pfr. Naumann, Lich. — Bettenhausen. 9.15: Hauptgottesdienst; Pfr, Gerich, Bellersheim. — Münzenberg. 10.30: Gottesdienst; Beichte und hl. Abendmahl für die Alten; 13: Christenlehre; 21: Frauenabend. — Trais-Münzen- berg. 8.30: Gottesdienst; Christenlehre. — Hungen. 10: Gottesdienst. — Göbelnrod. 9.30: Gottesdienst; Christenlehre. — Harbach. 12.30: Gottesdienst; Christenlehre. — Beltershain. 14.15: Gottesdienst; Christenlehre. — Veitsberg. 10: Lesegottesdienst. Evangelische Stadtmission (Christliche Gemeinschaft innerhalb der Landeskirche), Löberstraße 14. Sonntag, den 25. Juli. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 16: Jungfrauenstunde; 20.30: Evangelisationsvortrag. — Mittwoch, den 28. Juli. 20.30: Bibelstunde. — Donnerstag, den 29. Juli. 20.30: Jungfrauenstunde. Gemeinschaft i nnerhalb der Kirche, Gutenberg- bergstraße 9. Sonntag, den 25. Juli. 8.30 Uhr: Eoan- aelisationsstunde. — Mittwoch, den 28. Juli. 8.30: Bibelstunde. — Donnerstag, den 29. Juli. 8.30: Jugendbundstunde. Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Sonntag, den 25. Juli. 9.45 Uhr: Erbauungsstunde; 11: Sonntagsschule; 20.30: Evangelisation. — Dienstag, den 27. Juli. 20.30: Predigt; Bundeswart Moosner. Baptistengemeinde, Gartenstraße 13. Sonntag, den 25. Juli. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 16: Predigt. — Mittwoch, den 28. Juli. 20.15: Bibelstunde. Nenaposlolifche Gemeinden, händelstraße 1, Eder- straße 13. Sonntag, den 25. Juli. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, den 28. Juli. 20.30: Gottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, den 24. Juli. Giehen. 16.30 und 19 Uhr: Beichtgelegenheit. Sonntag, den 25. Juli. 10. Sonntag nach Pfingsten. Giehen. 6.30 Uhr: Beichtgelegenheit; 7: hl. Messe; Kommunion der Frauen; 8: Spendung der hl. Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11.15: hl. Messe mit Predigt; 14.30: Andacht. — Grünberg. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Lollar. 9.30: hl. Messe mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Echzell. 10.45: Hochamt mit Predigt. Giehen. An allen Werktagen sind in Gießen die hl. Messen um 6 und 7.15 Uhr. Montag, den 26. Juli. Laubach. 7.30 Uhr: hl. Messe. Mittwoch, den 28. Juli. Hungen. 6.15 Utzr: hl. Messe. Nhein-Mamische Börse. IHittagsbörfe: Spezialwerte fest. Frankfurt a. M., 23. Juli. Bei Eröffnung lag die Börse allgemein fest. Besonders beachtet waren am Aktienmarkt Anleihestockwerte. Rhein. Braunkohlen waren zu 237,25 (235,75) gesucht, Reichsbank kamen mit 217,25 (214,25) zur Notiz. Am Montanmarkt konnten sich Buderus um 0,65 o. H. erhöhen, während Hoesch mit 128,75 nur knapp behauptet lagen. Bereinigte Stahlwerke eröffneten mit unverändert 124,50. In der chemischen Gruppe befestigten sich Deutsche Erdöl um 0,50 v. H., anderseits lagen JG.-Farben 0,13 schwächer. Elektrowerte waren vorerst ruhig, AEG. 135 (135,25). Ueberwiegend fest tendierten Maschinen- und Motoren-Aktien, BMW. und Daimler stiegen um je 0,50 v. H., Deutscher Eisenhandel um 0,75 v. H., nur Moenus waren um 0,13 v. H. abgeschwächt. Bon Zellstoffpapieren erhöhten sich Waldhof um 0,50 v. H., Feldmühle um 1,25 v. H. Sonst lagen noch Westdeutsche Kaufhof 0,50 v. H., Nordd. Lloyd 0,50 v. H. fester. Am Rentenmarkt kamen Altbesitz mit 126,80 (126,75), zur Notiz. Kommunal-Umschuldung waren zu unverändert 94,40 gesucht. Der Verlauf war am Aktienmarkt ruhiger. JG.-Farben ermäßigten sich auf 170,25 nach 170,40, während AEG. ihren Anfangsverlust von 0,25 v. H. wieder aufholen konnten. Die später zur Notiz gekommenen Papiere lagen uneinheitlich. Eine starke Kurserhöhung hatten Zellstoff Aschaffenburg mit 153,25 (151) zu verzeichnen. Am Montanmarkt erhöhten sich Ilse Genuß um 0,90 v. H., Harpener und Mannesmann verloren 0,75 bzw. 0,13 v. H. Bon sonstigen Werten notierten Bemberg 0,65, Lechwerke 0,75 v. H. höher, Metallgesellschaft 0,25 v. H. leichter. Der Rentenmarkt lag fest ohne größeres Geschäft infolge Materialknappheit. Kommunal-Um- schuldung wurden mit 94,55 nach 94,40 gehandelt, Wiederaufbauzuschläge mit 80,25 (80). Am Pfandbriefmarkt gingen Frankfurter Pfdük.-Liquid. auf 101,30 (101,35) zurück. Rheinische K O. waren dagegen 0,25 v. H. fester. Don Stadtanleihen gewannen Mainzer 0,25 v. H., Darmstädter von 26 kamen mit 97,40 (97,50) zur Notiz. STbenbborfe: behauptet. An der Abendbörse lagen die Kurse am Ak» t i e n m a r k t überwiegend auf Berliner Mittags» schluß behauptet. Etwas mehr hervor traten Zellstoffwerte. Aschaffenburger Zellstoff waren zu 155 (154) gesucht, Feldmühle erhöhten sich auf 151,25 (150,75). Auf den übrigen Marktgebieten hielten sich die Kursoeränderungen in engen Grenzen. Ab- weichungen über 0,40 v. H. hinaus traten nicht ein. Am Rentenmarkt blieben Kommunal-Um- fchuldung zu 94,50 gesucht. Bon Jndustrieobligatio- nen bestand Nachfrage für 4,50proz. Elektrowerte von 37 zu 99,50 (99,40). JG.-Farbenbonds kamen mit 134,25 (unv.) zur Notiz, 4,5proz. Krupp mit 99,75 (99,65). Frankfurter Obff- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 23. Juli. Der Obstmarkt hatte gutes Angebot von Aepfeln, Birnen und Stein- obst zu verzeichnen; in Beerenobst ließ es allgemein nach. Die Preise lagen kaum verändert. Aus dem Ausland kam schwaches Angebot von Birnen, Pfirsichen und Sufinen. Der Absatz blieb zu unveränderten Preisen gut. Am Gemüsemarkt waren Gurken, Bohnen, Tomaten, Kartoffeln und Weißkraut reichlich, die übrigen Gemüsearten genügend angeboten. Das Geschäft gestaltete sich schleppend. Ueberstände ergaben sich bei Tomaten. Die Preise waren rückläufig. OeffeulNcher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringend« Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/46, Notruf Tel«» fon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer I bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: Arzt: Dr. Nohl, Neuen Säue 27. Zahnarzt: Dr. Kockerdeck. Apotheke: Pelikan-Apotheke. * Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen. Sommer-Schluß-Verkauf bietet ihnen ungewöhnliche Vorteile Ab Montag, 26. Juli, finden Sie meine bekannt guten Qualitäten zu äußerst niedrigen Preisen gezeichnet Bitte überzeugen Sie sich durch einen Besuch Josef Unverzagt Fernruf 2301 GIESSEN Kreuzplatz 13 Das Haus für modische Damen- und Backfischkleidung, Modewaren, Kleider- und Mantelstoffe 4923 A Elisabeth Köhler Robert Müller, Oiplom-Handelslehrer geben ihre Verlobung bekannt Lieblgstraße 41 Goechestraße 72 den 25. Zull 1937 03660 Ihre Verlobung geben bekannt Gretel Hinierlang Wilhelm Rühh Genchtsreferendar Klein-Linden,den 25.3uli 1937 Stück 18 Pf. - großes Stück 28 Pf. Das macht nichts mehr - es Gibt ja Warta-Seife und die schäumt überall. Hartes W asser! Warta-Seife zart und fein macht jede Haut schön - frisch und rein Zum Sommerfest im Philosophenwald am Sonntag, dem 25. Juli 1937 ladet ein 48Md llMNIfl. 5/222 Mfieii 2 Melle, 3 lomflinnen Bartete MelsWeben glnöetüelufflgang Eintritt und Tau- frei! 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Befallene Blätter verbrennen. Kräusel« von Stoffen mit der Hand am besten so, daß man den Faden in gleichmäßigen, klHnen Abständen durch den Stoff zieht tu zusammenschiebt. Beim Kräuseln mit der Maschine den Stich ganz groß stellen und den Oberfaden locker halten. Kraut, Bezeichnung für Kohl und Sauerkohl, aber auch für den eingedickten, sirupartigen Fruchtsaft von Aepfeln, Birnen und Zuckerrüben als Brotaufstrich, besonders bekannt Rheinisches Apfelkraut. Kräuteressig, Würzesfig. Heißer Essig wird auf Dill oder Estragon gegosien und, wenn die Kräuter ausgezogen sind, gut verschlosien aufbewahrt. Kräuterkäse, harter, grüner, mit Bockshornklee verarbeiteter Käse aus Magermilch u. Buttermilch. Der Käse wird vor der Verwendung gerieben und mit Butter durchgeknetet. Kräuterkisien mit Waldmeister oder anderen wohlriechenden Kräutern gefüllt, legt man vielfach in Leinen- und Kleider- schränke, wo sie gleichzeitig zum Schutz gegen Motten dienen. Kräuterkuren, Blutreinigungs- kuren, Frühlingskuren, der regelmäßige Genuß einer der fertig käuflichen Kräutertees, die eine abführende Wirkung haben. Krawatte, franz., Halsschleife oder Binder. Selbstbinder, das einzige, bunte Bekleidungsstück des Herrn, das deshalb mit Sorgfalt und Geschmack aus- gewählt werden muß. Nach Gebrauch glättet man den Selbstbinder durch einen Krawattenspanner. Krebs (Carcinom), bösartige Geschwulst, die sehr große Neigung zum Weiterwachsen und zur Bildung von Tochtergesckwül- sten (-Metastasen) in anderen Gegenden des Organismus hat. Die Bösartigkeit des Krebses liegt vor allem in seinem außerordentlich raschen Wachstum, wobei er die ganze Umgebung zerstört, in den Allgemeinerscheinungen (Krebskachexie, das. ist Verfall, Abmagerung usw.), dann aber auch darin, daß einzelne Keime auf dem Blut- oder Lymphwea verschleppt werden, sich an anderen Stellen des Körpers ansiedeln und dort neue Krebsgeschwülste, die Tochtergeschwülste, entstehen. In den allerersten Stadien ist der Krebs durch radikale Operation heilbar. Da aber Laien unmöglich zwischen gutartiger und bösartiger Geschwulst unterscheiden können, ist es unbedingt erforderlich, daß sich feder, der an seinem Körper irgendeine geschwulstartige Veränderung bemerkt, sich sofort in ärztliche Behandlung begibt. Meist tritt der Krebs im höheren Alter auf (gewöhnlich 50 bis 60 Jahre), damit ist aber nicht gesagt, daß auch nicht einmal jüngere Personen jaoon befallen werden können Ansteckend ist Krebs nicht, auch nicht erblich, doch bestehl in gewisien Familien größere Disposition für Krebs. Am häufigsten sind Magenkrebs Kunstseiden-Wäsche 4911 A Hier abschneiden! MeineAmeigeir im siebener Anzeiger werden von Taufenden beachtet und gelefea. Dachziegel aller Art Glasziegel Dachpappe Isolierpappe H.GIaithaaF&Sohn Frankfurt Str.lv Mühlstraße 18 Telef. 3144/3145 Bekanntmachung. 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Wichtig für botanische Vereine! Der 5816 000 WM 006 Ito nach der Naturschutzverordnung vorn 18. Mürtz 1938 (RGBl. I Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, aus« führNch erläutert von Professor Dr. W. Weber, o. ö. Prof, der Rechte und Referent im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Die beiden Verfasser des vor kurzem er- schienenen Kommentars zum Reichsnaturschutzgesetz haben hier auf Grund ihrer lang- jährigen Erfahrungen und ihres weitgehenden Einblicks in das Werden der neuen Naturschuhverordnung, die nun für das ganze Reich güt, die Verordnung und alle dazu- gehörigen bisher erschienenen Ergärnungs- bestimmungen nach juristischen, verwaltungstechnischen, wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten ausführlich erläutert und geben damit jedem eine gründliche Aufklärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur überhaupt, sei es beruflich oder als Liebhaber und Naturfreund, in Berührung steht. Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Tier- und Pflanzenfteunde, nicht nur Erzieher, Richter und Rechtsanwälte müssen über di« Fragen des Naturschutzes unterrichtet sein, sondern auch botanische Vereine, Na- turalien-u. Herbarien-Handlungen und Lehrrnittelgeschäste, Präparatoren, Ausstopser, Pflanzensarnrn- ler, Schrnuckreisig-Verküufer, Kranz- blndereien und die mit der Überwachung der Märkte beauftrag en Beamten, Feldhüter, Polizeistellen usw.-Bestellungen durch alle Buchhandlungen. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Fabrikniederlag.: C. Seibel, Frankfurter Straße. 0. WinterhoH, Kreuzplatz 9/10. Herrn. Elges, Seltersweg 66. Grünberg: Karl Schott u. sämtliche Filialen. Laubach: Solms-Laubacher Drog. Karl Klein. Färberei Braubach & Fischer Seltersweg 63 Gardinen werden gereinigt und „Auf Neu“ appretiert und genadelt Hemdchen.....................1.25 Schlüpfer.......................1 25 Unterkleid......................1.75 Unterkleid......................1.95 Handschuhe ....................0 95 Kniestrümpfe. 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Gestaute Rässe und zu tarke Stickstoffdüngung begüm tiflen die Krankheit. Krebse schmecken am besten in den Monaten ohne R Sic werden in kaltem Master gebürstet und in kochendes Salzwaster geworfen, dem Dill oder Kümmel beigegeben ist. Krebse ißt man mit dem Krebsmesser^ das auch das Aufbrechen der Scheren erleichtert. Krebse stnd sehr tahr haft. Kreditbrief ist eine von einer Bank, Sparkasse Reisebüro aus eine bestimmte Geldsumme ausgestellte Urkunde kraft derer man an anderen Orten von einer bestimmten Bank usw Bargeld bis zur Höhe des im Brief ge nannten Betrags bekommt. Der Kreditbrief ist vor Mißbrauch flut gesichert. Mill man auf eine Reise größere Geldsummen mit- Bekanntmachung. INillwoch, den 28. Juli 1937, findet in der Vieh- versteigerungshalle „Rhein-Main" am Güterbahnhof Schweinemarkt statt. 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Fehlern, nicht einlaufend.. fc.UÜ nehmen so ist es empfehlenswert, statt Bargeld mitzunehmen, sich einen Kreditbrief aus- tellen zu lasten, da die Gefahr des Geldverlustes bedeutend geringer ist. Spesen gering. Kreditkauf. Kaufen Hausange- tellte auf Rechnung der Dienst- Herrschaft Maren, so muß diese Die Schuld bezahlen, wenn sie die Ungestellten zum Kauf auf Kre- Dit ermächtigt hat. Hat der Arbeitgeber die Geschäfte allgemein angewiesen, seinen Angestellten Maren auf Kredit zu verkaufen, so muß er die Rechnung auch dann bezahlen, wenn er der Angestellten Geld zum Kauf gegeben, diese aber das Geld unterschlagen hat. Das gleiche gilt für die Kinder. Im übrigen siehe Abzahlung. Kreide, entstanden aus den Ablagerungen vorzeitlicher Schaltiere, dient feingemahlen als Putzmittel, wiedergepreßt als Schreibkreide und mit Machs gemischt als Schneiderkreide Kreißen (mhd. kritzen — schrill schreien), gebären. Kreißsaal ist der Raum in einer Klinik, in dem entbunden wird. Krem, von franz. Creme, Bedeutung Sahne, wird zur Haut- und Gesichtspflege in den verschiedensten Zusamme '.tzunqcn anaeboten. Man unterscheidet fetthaltigen Nachtkrem und fett, armen Tageskrem, der vor dem Pudern des Gesichtes aufgetra- gen wird Kremserweih, weiße Farbe, Die eine giftige Bleiverbindung, Bleiwetß, enthält, und daher in Binder . 7C . AC nur schöne neue Muster • I U .“U Schwere reine Seide.... 1.75 1.45 Giehen, den 24. Juli 1937. Der Oberbürgermeister: Ritter. i| -U •• von3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wieder IldLllldoDU holten Verfiffentlichunaen einer Anzeige) Herren-Socken in schönen Musterungen, gut w HC verstärkt “.ÜU 262 o Is‘19i7 ssr.170 viettez Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) 5amztag.24.Zuli si)Z7 nschten ihaiis IE ^arktplat’ E. lOnders »«* »setz** jnJÜÜ^ Eink«ul' | Ä Susannes Tochter. Vornan von Hedda Westenberger, lvpyright by Carl Duncker, Verlag. Berlin W 35. k Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Richailow sieht ihm noch eine Weile träge zu, bonn steht er auf, reckt sich und tut ein paar Schritte auf den Mann und das Pferd zu: „Du, Joseph, weißt du, was ich mir überlegt habe? Don morgen ob werden wir uns die Arbeit wieder ein bißchen achsrs einteilen. Ich werde die Füchse wieder selber füttern, und du brauchst mir nur noch früh das 8-vg dazu herzurichten. Dafür kannst du dann $ie Zeiten haben sich geändert, die Kinder tanzen km en Ringelreihen mehr um die letzte Garbe, die aus dem Äcker liegen blieb, als Opfergabe für die jNrtheit, einst dem Wotan geweiht. Viele alte Brauche gingen unter, wurden in der schnellebigen Zeit vergessen. Nur die Kirmes, das höchste dörflich; Fest, das meistens nach der Ernte gefeiert mürbe, erinnert noch an bas Erntebier, an den Erntekranz. Trotzdem übt die Erntezeit noch ihren ganzen Zauber aus, benn nun sammeln die Bauern die Fruchte, bie sie einst gesät unb gepflegt haben, ber Haube Fleiß, von Gott gesegnet. Kornblumen unb leudjtenber Mohn müssen nun nid) ihr Leben lassen. Aber noch eins ist von der Poesie der alten Ernte - ;eii geblieben, das ist der Gesang der Mädchen und Freuen, die die Frucht „abnehmen". Die Mäh- Michinen umfahren die großen Getreidefelder, fleißige Hände binden die Halme zu Garben und stellen sie zusammen. Ganz von selbst kommt da bos alte Schullied auf die Lippen der Mädchen: „Goldne Aehre, du muht fallen!" Der Bärtige starrt eine Zeitlang vor sich hin, bevor er antwortet. Es handle sich darum, sagt er dann langsam und hängt mit zwei Fingern der rechten Hand in dem wirren, rötlich-grauen Bart, es handle sich darum, daß er an Herrn Lyk empfohlen worden fei. Er suche eine Stelle. „Eine Stelle? Was für eine Stelle?" „Nun — so — auf dem Gut. Als Knecht — oder —" Ein müder Blick aus tiefliegenden Augen über den Hof hin vollendet den Satz. „Als Knecht?" wiederholt Michailow, und während er schon die Lippen öffnet, um, dem Mann zu bedeuten, daß hier auf dem Hof niemand ge- draucht werde, geht es ihm durch den Kopf, daß es eigentlich nicht unangenehm wäre, noch eine zweite Kraft zur Verfügung zu haben, jetzt, da Herr Lyk mit zwei Begleitpersonen eintrifft unb zu ber gewöhnlichen Arbeit bie für biefe drei neuen Menschen noch hmzukommt. Aber ist es klug, zwei Tage vor Lyks Ankunft jemanden einzustellen? Wäre es nicht viel klüger, dies Herrn Lyk zu überlassen? Es kann auf diesen reichen, sichtlich befehls- gewohnten Mann doch nur einen guten Eindruck machen, wenn man ihm sagt: dieser Tagelöhner hat uns um Arbeit gebeten, aber ich wollte Ihnen doch nicht oorgreifen, Herr Lyk... Michailow richtet einen flüchtigen, forschenden Blick über den immer noch gebückten Rücken des Knechts hin, dann schaut er den Bärtigen an und nickt beinah freundlich: Ja, es könne schon sein, daß Herr Lyk noch eine Kraft einftelle. Herr Lyk treffe aber erst in einigen Tagen hier ein. „Haben Sie denn schon mal auf einem Gut gearbeitet?" will Michailow wissen. „Können Sie mit Pferden umgehen? Holz schlagen?" „Würde ich mich denn anbieten, wenn ich es nicht könnte?" fragt der Fremde halblaut, beinah hochmütig zurück; er sieht abwechselnd den Knecht, den Rappen und Michailow an, bis sein Blick an der breiten, behäbigen Front des Gutshauses ausruht. „Und Ihre Papiere?" „Alles in Ordnung. Ich arbeite doch schon lange hier in der Gegend. Michailow nickt ihm zu und tut ein paar schlendernde Schritte auf das Gutshaus hin. „Also schön", sagt er abschließend, schon im Gehen und sehr über die Schulter hin, weil ihm der gründliche, tiefe Blick des Mannes unangenehm ist, „also schön, bann melden Sie sich in ein paar Tagen wieder. Möglich, daß ich sogar ein gutes Wort für Sie einlege." Der Bärtige macht hinter ihm her eine dankende Bewegung mit dem Hut. Ja, er werde also wiederkommen. Dann wendet er den Kopf zu dem Knecht hin, der sich inzwischen aufgerichtet hat und faul gegen den Leib des Pferdes lehnt, und es ist, als wollte er etwas zu ihm sagen. Ader er tut es nicht, er sieht ihn nur an, fährt dann dem Rappen über das weiche Maul, schickt die Augen noch einmal über das Gutshaus und den Hof und den großen Stall hin, murmelt kaum hörbar einen Gruß und geht. Er geht langsam und so, als wäre er ein wenig erschöpft. Man hätt' ihm was zu essen geben sollen, denkt der Knecht, der ihm nachsieht. Aber nun ist es zu spät. Und, du lieber Himmel, es kommen halt aar zu viele vorbei, wenn man denen allen was geben wollte? Als der Bärtige das Gatter sorgsam hinter sich schließt, läuten vom Dorf herauf die Glocken. Es ist Mittag. ♦ Der Wagen der Gelähmten fährt knirschend über den Kies. „Irina?" Das junge Gesicht der Pflegerin beugt sich forschend nach vom: „Bitte, Exzellenz?" „Glauben Sie nicht, Irina, daß es heute schon warm genug ist, um ein Stündchen draußen zu sitzen? Sie könnten mich hinauf zu unserem Ausguck fahren, dort ist um diese Zeit Sonne, und ich könnte dann bis zum Essen dableiben — glauben Sie nicht? Ich hätte so gern ein bißchen Sonne auf den Füßen..." Irina Kontschakowna betrachtet prüfend das eingefallene, fast leberfarbene Gesicht ber alten Dame unb bann ben blauen Himmel mit ben wehenben weißen Wölkchen: „Ausgerechnet heute, Exzellenz, wo Ostwinb geht? Und abgesehen davon, daß er noch ein bißchen zu frisch sein dürfte — es riecht heute wieder so abscheulich nach den Füchsen. Es wird einem immer ganz übel davon. Ein Glück, daß so verhältnismäßig selten Ostwind geht, sonst hätten wir immerzu den Geruch von der Fuchsfarm im Garten." Fortsetzung folgt. öJ.-fpor/ 1 LOGA -KameradenderGtandartef 16 aktiv beim Gruppensportfest. Nachdem am vergangenen Samstag und Sonntag beim Sportfest der SA -Standarte 116 große Ueberschau gehalten wurde, sind für das Gruppen- sportfest der SA.-Gruppe Hessen, am heutigen Samstag und am morgigen Sonntag, insgesamt von der Standarte 116 120 Teilnehmer gemeldet worden. Die Teilnehmer rekrutieren sich aus den Stürmen 11/116 (Gießen), 2/116 (Lollar), aus den Pionierstürmen 1 und 2/116, sowie aus dem Nachrichtensturm. Von den 120 Wettkämpfern sind 4 0 Mann für d i e Freiübungen gemeßet. Diese 40 Mann werden auch zu Den Reichswett- kämpfen der SA. nach Berlin fahren. Die übrigen 80 Mann nehmen an zahlreichen Einzelwettbewerben im Schießen, Schwimmen und in den Disziplinen der Leichtathletik und der Wehrkämpfe teil. Nach den am vergangenen Sonntag gezeigten Leistungen darf man erwarten, daß sich unsere SA.-Kameraden auch in Frankfurt ehrenvoll zu behaupten wissen werden, wenngleich sie dort auf eine starke Konkurrenz treffen dürften. Eröffnungs-Kundgebung zum Gruppen-Sportfest. Das Gruppensportfest der SA.-Gruppe Hessen wurde am Freitagabend mit einer Kundgebung auf dem Frankfurter Opernplatz eröffnet. Zu der Kundgebung waren die Frankfurter Standarten und 500 SA.-Männer angetreten, die auf dem Gruppensportfest und bei den Reichswettkämpfen in Berlin die Freiübungen oorführen werden. Der stellvertretende Gauleiter Bürgermeister Linder überbrachte die Grüße des Gauleiters Sprenger. Gruppenführer B e ck e r l e führte in seiner Ansprache aus, daß die SA. mit dieser abendlichen Feierstunde zum Ausdruck bringen wolle, daß dieses Gruppensportfest etwas ganz Neues für sie bedeute. Man wolle nicht nur im Wettstreit seine Kräfte messen, sondern sich auch ganz besonders verbunden fühlen mit dem Geist, der allen gemeinsam sei. „Wir wollen", so sagte der Gruppenführer, „uns hart einsetzen und doch stets ritterlich sein. Für uns sind diese Kämpfe nicht Selbstzweck, sondern sie sind ein Teil des SA.-Dienstes und damit mir ein Teil unseres Dienstes für unseren Führer." Dann traten drei Fackelträger vor die alten Sturmfahnen und entzündeten die Fackeln, während ein Sprechchor den Treueschwur und den Fahneneid sprach. — Dann turnten die 500 SA.- Leute im nächtlichen Fackelschein die Freiübungen. Fechten der SA.-Gruppe Hessen. 9n Marburg trug die SA.-Grupve Hessen die Ausscheidungskämpfe im Florett- und Säbelfechten aus. Die Kämpfe, die sich bis nach Mitternacht hinzogen, nahmen einen spannenden Verlauf. Im Florettfechten fiegte die Mannschaft der Gruppe Hessen mit Gruppenführer B e ck e r l e , Truppführer I a - tob, SA.-Mann Martin und SA.-Mann W o l l st e i n e r mit vier Siegen vor der ersten Mannschaft der Brigade 48 Marburg und der Brigade 14 7 Gießen. 9m Säbelfechten teilte sich die Mannschaft der Gruppe Hessen mit der Brigade 48 Marburg mit je zwei Siegen in den ersten Platz. Bollschuhsport bei„KrastdurchFreude-. Das Sportamt der NSG. „Kraft durch Freude" erweitert erneut den Kreis seiner Betätigung und nimmt nunmehr auch den Rollschuhlauf in sein Arbeitsprogramm auf. 9n der kommenden Zeit werden auf der Rollschuhbahn an der Schlageter-Anlage Kurse für Anfänger abgehalten. Uebungsftunben finden Dienstags und Donnerstags in der Zeit von 20 bis. 21.30 Uhr statt. Die Rollschule werden vom Sportamt gestellt. Äereinsmeisterschastsschießen des Postsportvereins Siehe». Die Schützenabteilung des Postsportvereins Gießen beendete die diesjährigen Vereinsmeisterschaftsschießen mit beachtlichen Ergebnissen. Aus der Anzahl der Schützen und den gezeigten Ergebnissen ist zu schließen, daß der Schießsport in guten Händen liegt und die Teilnehmer mit Lust und Liebe bei der Sache sind. ■ Insgesamt wurden von 24 Schützen (militärischer Anschlag) 3019 Ringe geschossen. Die Bedingungen waren je fünf Schuß liegend freihändig, kniend und stehend freihändig. Am beliebigen Anschlag beteiligten sich 12 Schützen, die insgesamt 1581 Ringe schossen. Dereinsmeister im militärischen Anschlag wurde Kurt Strack mit 153 Ringen. Die Vereinsmeister- schaft im beliebigen Anschlag (die zum ersten Male durchgeführt wurde) errang Werner Scheller mit dem vorzüglichen Ergebnis von 162 Ringen. Beachtliche Ergebnisse errangen ferner: Heinr. Schmier mit 151 Ringen, Willi Weber mit 144 Ringen und Willi Flach mit 142 Ringen. An dem Ehrenscheiben-Schießen beteiligten sich 50 Schützen, so daß an den Bund für Leibesübungen 10 Mark ab geführt werden konnten. Länderkampf Deutschland - Oesterreich NSG. 9m Reichssportfeld in Berlin findet am 31.9uli und 1, August ein internationales Sportfest statt, in dessen Rahmen ein großer Länderkampf Deutschland gegen Oesterreich im Schwimmstadion durchgeführt wird. Zu den leichtathlettschen Wettbewerben für Männer, Frauen und 9ugenb haben bisher die Vereinigten Staaten von Amerika, England, Frankreich, Polen, Dänemark, Norwegen, Holland, Schweden und Finnland zugesagt. Für die 9nteressenten im Gau Hessen-Nassau besteht die Möglichkeit, mit einem Sonderzug der NS.- Gemeinschaft .Kraft durch Freude" zu diesen Veranstaltungen in Berlin zu ^fahren. 18. Etappe der ,Tour". Erich Vauh auf dem 8. Platz. Die 18. Etappe der „Tour" wurde wieder unterteilt. Die Teiletappe von La Rochelle nach La Roche gewann der Franzose Lapödie, während auf dem zweiten Abschnitt von La Roche nach dem Etappenziel Rennes mit Choque ebenfalls ein Franzose erfolgreich war. 9m Gesamtergebnis führt weiterhin Lapöbie, doch ist Erich Bautz auf den achten Platz vorgerückt. Die Belgier sehr schlecht behandelt. Bei der 31. Tour de France haben sich schmähliche Vorfälle ereignet, die zum Ausscheiden der belgischen Mannschaft, die auch den voraussichtlichen Sieger des Rennens stellte, geführt haben. Schon bald nach dem Start hatten sich Meinungsverfchie- denheiten ergeben, die jedoch eine tiefere Ursache hatten. Das französische Publikum hat sich nun in den sportlichen Wettbewerb eingemischt und seinen Landsleuten zu offensichtlichen Vorteilen verholfen. Am Mittwoch früh blieben daher die belgische Nationalmannschaft wie auch die belgischen Einzelfahrer dem Start zur 17. Etappe von Bordeaux nach La Rochelle fern. Die Vorgänge haben in Belgien großes Aufsehen erregt und zu einer allgemeinen Verstimmung geführt. Die Presse billigt vorbehalllos das Vorgehen der begischen Mannschaft. Die Blätter veröffentlichen, in großer Ausmachung Sonderberichte über die Zwischenfälle. 9n Den Kommentaren kommt tief, gehende Erregung über das Verhalten der französischen Bevölkerung und der französischen Sport- presse gegenüber den Belgiern zum Ausdruck. Die „Derniere Heure" hebt z. B. hervor, daß die Bel- gier wesentlich dazu beigetragen haben, aus der Tour de France das zu machen, was sie bisher war. Die belgische Mannschaft sei ehrenvoll aus dem Kampf hervorgegangen. Sie hätte den Kampf auf. geben müssen wegen der feindseligen Haltung einer Bevölkerung, die von einem Teil der französischen Presse aufgehetzt worden sei.. Austakt zur Züricher Flugwoche. Strahlender Sonnenschein empfing am Freitag die von 13 Nationen entsandten Teilnehmer am vierten internationalen Flugrneettng auf Dem Flug, platz Dübendorf bei Zürich, Der 'm reichen Flaggen- schmuck prangte. Von dem starken Deutschen Aufgebot sind nun auch Generalmajor U D e t und Major Seidemann mit ihren Messerschmidt- Maschinen in Dübendorf eingetroffen. Auch der deutsche Sieger im Kunstflug Graf Hagenburg auf Bücker-Zungmeister, Liefe! Bach mit der gleichen Maschine und Gerd A ch g e I i 5 auf Stößer sowie der deutsche Kunstflugmeister S t o h r auf M 35 landeten schon in Zürich. Aufsehen erregten die neuen deutschen Maschinen Do 17. Das Flugmeeting ist mit einem internationalen Sternftug eröffnet worden. Die Teil- nehmer am internationalen Sternflug hatten Schwierigkeiten mit der Abfertigung, da sich der Erfolgreiches Training auf dem Nürburgring. Bernd Rofemeyer wieder der Schnellste. Der Freitag war der Haupttrainingstag zum 10. Großen Preis von Deutschland für Rennwagen um den Preis des Führers auf Dem Nürburg- ring. Das Wetter war weiterhin kühl, Der Himmel bedeckt, doch regenlos. Dafür aber wehte der Wind noch heftiger als am Vortag aus Südwest. Um so erfreulicher war, daß nicht weniger als Drei Deutsche Fahrer Die auf Dem Nürburgring so kritische Zehnminutengrenze unterboten. Alle Rennmannschaften — Mercedes-Benz, Auto-Union und Scuderia Ferrari — waren mit ihrem vollständigen Wagenpark und ihren Fahrern schon am Freitagvormittag zur Stelle, und bis in Die späten Nachmittagsstunden hinein sahen einige tausend Zuschauer sehr anregende Trainingsfahrten. Besonders interessierte Gäste Des Nürburgringes waren Offiziere und Soldaten Der zur Zeit auf Dem Rhein liegenden Räumbootflottille. Obwohl beim Rennen selbst, das über 22 Runden = 501 Kilometer führen wird, nicht in erster Linie die Rekordrunden ausschlaggebend sein werben, Da bei allzu großer Geschwindigkeit auch Die Reifenwechsel sich mehren werden unb damit unvermeidlicher Zeitverlust verbunden ist, ist man sich in den Fachkreisen darüber klar, daß bei der zu erwartenden Gleichwerttgkeit Der deutschen' Wagen und ihrer Spitzenfahrer Runden unter Der Zehn- minutengrenze notfalls wiederholt gedreht werden müssen, um die Spitzenstellung zu erlangen. So nahm es Denn auch nicht Wunder, daß außer R o s e m e y e r auf Auto-Union noch Die beiden Mercedes-Benz-Fahrer Hermann Lang und Man« fred von Brauchitsch sehr schnell wurden. Schnellster Fahrer des Tages war aber auch diesmal wieder Europameister Bernd Rosemeyer auf Auto-Union, Der vormittags 9:55,2 gefahren war, später aber 9:50,2 (139) kam. 9m allgemeinen ist man in beiden Deutschen Rennställen über den Verlauf des Trainings sehr zufrieden. Großes 9nteref|e brachte man den vier von der Scuderia Ferrari gestellten Alfas entgegen. Die von Nuvolari, Dr. Farina, Marioni und Belmondo gesteuert werden sollen. Wenn Nuvolari auch noch im vorjährigen Zwölszylinder-Alfa fahren muß, so wird er doch sehr stark zu beachten sein. Er drückte feine Rundenzeit verhältnismäßig leicht auf 10:08,4 (134,8 km/st). Oanzleinenband RM.4.80. Frankfurt a. M., Liebfrauenstr. 1—3 früher Brumlik-Haus Tel. 24651 für Teppiche, Läufer, Brücken Bettvorlagen, Bettumrandungen Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Mllllmeterzelle veröffentlicht Umgang mit Mutter Grün. Sünden- und bittenbuch von W. Schoenichen. Brosch. RM. 2.85, gebunden RM. 3 60. Die deutsche Landschaft Von E. Schellenberg. Br.RM. 1.20, geb.RM.1.80 Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Elektro I euch.ten- Radio-/ Einfach einzigartig sind unsere Angebote Bücherfür Naturfreunde und Wanderer Belauschtes Leben. 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Damm: Kleinan- zeigen in die Hei- matzeitung, den GießenerAnzeiger oehte am Freitagmorgen über die Weser bei Bremerhaven, und die ziemlich hohen Wellen trugen oeiße Schaumköpfe. Bei auflaufendem Wasser nährte sich der Schnelldampfer „Columbus" des Norddeutschen Lloyd, der die 108 aus England zu- Hotel Kobel Karl Ko b el Dr. Mehl verreist Vertreter die Herren: Dr. Geyer Dr. Wilhelm Klein Dr. Nohl bei Köhler darf auch Sie nicht gleichgültig lassen! Wer vernünftig rechnen kann und sparen will, der sollte doch sorgfältig Köhlers so überaus vorteilhafte Angebote prüfen. - Jetzt können Sie leicht alle Lücken in Ihrem Kleiderschranke füllen- Ihring-Helchlor-Blere „Hessenqnell“ Geh auch mal hin! 4929 D Trachten-Kleidung Janker mit grauem oder braunem Kragen . Janker aus Leinenstoffen .. 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Dieser Sieg der Engländer sei aber nur darauf zurückzuführen, daß die englischen Gegner reine Spezialmaschinen für diese Sechstagefahrt benutzten, während die Deutschen mit ihren BMW.- Serien-Maschinen auf der kurvenreichen Geschwindigkeitsprüfstrecke ihre volle Geschwindigkeit nicht hätten ausspielen können. So sei z. B. Stelzer auf einer Neukonstruktion der 600er Serien-Beiwagen- maschinen gestartet, dagegen seien die Engländer auch in diesem Kampf mit Spezialmaschinen zur Stelle gewesen. und so geht das weiter, in allen Abteilungen des Hauses Köhler gibt es vorteilhafte Angebote Belauschtes Leben fllelne Kreatur tn Wasser, Dusch und Halm von K.O.Bartels. Mit einem Geleitwort von Profess r Dr. Deegener, Unt. versität Berlin. 62 Seiten Text und 164 ‘Raturau nahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften und Namensangaben. Preis de» Werke» in Ganzleinenband 4,80 Reichsmark. 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Der morgige Sonntag bringt für die zahlreichen Freunde des Radsportes in unserer Stadt zwei besondere Ereignisse. Am Vormittag wird bei einer Teilnahme von 70 Fahrern der „Große Straßenpreis" ausgefahren. Am Nachmittag wird das zweite diesjährige Bahnradrennen gestartet. Unsere Skizze aeigt die Rundstrecke für Den „Großen Straßenpreis", die von den teilnehmenden Fahrern dreimal gefahren werden muß. Das Rennen führt über eine Strecke von 165 Kilometer. Der Start erfolgt an der Volkshalle in der ' Richtung nach Grünberg. tiiillliiliillliillliiiiilliiiilllliillliiiillliilllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllll Führer zu echtem Natürerleben Herren-Hosen Sommer-Hosen aus Fresko, Flanell oder Kammgarn je nach Art 22.00 19.50 14.75 11.00 9.75 6.90 z^m“Aufträgen von Anzüge^. . : 16.50 12.50 8.80 7.50 n . 3.50 Knaben-Hosen aus Resten ........................... m vier von di chegen, die öe d Belmondo y olari auch noi i fahren nun ichten sem. f mäßig leicht oe _________ PelztielounO Fachgeschäft für OtI^r“’rter»auptpo»' )asgroOeFaonu nl09i gegenüber Frankfurt . .. 6.90 8.50 11.00 16.50 3.75 5.50 6.70 8.80 Seppi-Jacken ab Größe 1 1.90 lortfge Flugplatz für die 42 Maschinen des Wett- Kmerbs als zu klein erwies. Der Flug mußte des- >alb in Genf für einige Zeit neutralisiert werden. Inter den ersten in Zürich eingetroffenen Flugzeugen befand sich auch General der Flieger Milch imb Major Polte. Don den 42 in Genf gestarte- ien Maschinen erreichten 41 den Zielflughafen Zürich, und zwar 11 aus Deutschland. ______________________________03661 Ihr Heim wird verschönert Ernst Petri i Maler- und Weißbindergeschäft Tel. 3680 Gegr. 1650 Asterweg 31 Sie bitte Kommen SCHLUSS verkauf Damen- lodischen Komplets, für alle m' Mäntel, Kostüme, beginnt Kleider, Blusen 81/2 Uhr Montag 4879 A .ab 2.25 .ab 3.75 ab 4.75 6eiWhausen * GESSEN SELTERSWEG 81 4884 A OWACK A JNHA8BR SiSv* V M - 5 - MMU 5oAUt^' I I £gd]le die R und habe*' bc>- M Uom^6 Va^9e ^ag aU° 1 bes'en ö M' \aren SporthemdenstoHe, 80 cm breit, nette .AO Karos....................per m •“□ Indanthrenschürzenstoffe, 80 cm br., .KO schöne bedeckte Muster.....per m «ÜO Oberhemden-Popeline, 80 cm breit, . 70 flotte Streifenmuster........per m *10 Bademantelstoffe, 160 cm breit, in 0 IC richtigen Streifen..........per m <■• ■ U Viele andere hier nicht genannte Artikel entsprechend billig! Bernard-Stoffe immer gut, immer preiswert! 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