Ilr.US Erstes Blatt 187. Jahrgang Dienstag, 25.Mai 1937 Erscheim täg Md). autz« Sonntags and feiertags Betlagen: Vte 3Hu|trierte Gieyenei ^amilienblättei Heimat im Bild Die Scholl» Monats-Bezugspreis: Mit 4 'Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . . -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüste anter Samme Hummer 2251 Anschrift füi Drahlnach- richten Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11682 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für OberHessen Vruck und Verlag: vrühl'sche Untverfitats-Vuch- und Steindruckeret R. Lauge tn Gietzen. Zchristlettung und Geschäftsstelle: 5chulftratze 7 Annahme von Anzeigen für öle Mittagsnummer bis8‘/.Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text- anzeigen von70mm Breite 50Npf.,Platzvorschrift nach oorh hereinbg. 25% mehr. 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Der Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht hat sich nach Paris begeben und eröffnet dort im Auftrage des Führers das Deutsche Haus, das im Gesamtbild der Weltausstellung einen so hervorragenden Platz einnimmt und damit dokumentiert, daß es uns um die Idee dieser Ausstellung sehr ernst ist. Seien wir also großzügig und gehen wir lächelnd über jene kleinen Widerwärtigkeiten hinweg, mit denen der soziale Gärungsprozeß in unserem Nachbarland den Gedanken der Weltausstellung diskreditiert hat. Es kann sehr viel Positives mit diesem gewaltigen Unternehmen erreicht werden, trotz aller berechtigten Kritik im einzelnen. Der Wettkampf der Nationen um die höchste technische oder künstlerische Leistung wird, wenn er auf so engem Raum zusammengedrängt erscheint, immer ein bedeutender Ansporn zur Entfaltung neuer Energien sein, er wird nicht nur dem auf einem Spezialgebiet hervorragenden Land das stolze Gefühl der Ueberlegen- heit verleihen, sondern gerade durch das Beispiel einer Nation der gesamten Menschheit Nutzen bringen. Ueber den unmittelbaren künstlerischen und technischen Zweck hinaus kann diese Ausstellung aber auch in politischer Beziehung ein Segen für unsere von sinnlosen Kämpfen und Gegensätzen zerrissene Erde werden. Denn es ist kein Zweifel, daß die persönliche Begegnung von Angehöriger verschiedener Völker viele Mißverständnisse und Fehlurteile hinwegräumt, die teils absichtlich, teils unabsichtlich der öffentlichen Meinung eingeimpft worden sind. Dies gilt in ganz besonderem Maße für das Verhältnis zwischen Deutschen und Franzosen. Es sind manche tiefverwurzelte Widersprüche zwischen unseren beiden Nationen vorhanden, aber sie können mit einigem guten Willen ihres unfriedlichen Charakters, 'ihrer gefährlichen Zuspitzung entkleidet werden. Und darauf kommt es an! Nicht Unterschiede zu beseitigen, sondern ihre Wahrheit zu begreifen und auf diesem Fundament die Brücke der Verständigung zu errichten, das sollte auch der Sinn der deutschen Beteiligung an der Pariser Ausstellung sein. So wie die deutschen Ausstellungsbesucher mit einer tieferen Anschauung vom Wesen des Franzosen ins Reich zurückkehrn werden, so mögen auch unsere Gastgeber ohne Haß, aber auch ohne Sentimentalität das Deutsche Haus und seine Erbauer beurteilen: als Träger einer mächtigen nationalen Kultur, als Sendboten eines ehrlichen, aufrichtigen Freundschaftswillens. Ev- Präsident Lebrun eröffnet die Ausstellung. Das Glück des Volkes liegt in internationaler Eintracht. P a r i s, 24. Mai. (DNB.) Am Montagnachmittag ist die Internationale Ausstellung Paris 1 937 vom Präsidenten der Republik, Lebrun, in Anwesenheit des Ministerpräsidenten Blum, zahlreicher Minister, des diplomatischen Korps, Abgeordneter und Senatoren durch einen Rundgang zu Lande und eine Rundfahrt auf der Seine amtlich eingeweiht worden, um ab Dienstag zunächst in den sechs Nachmittagsstunden der Oeffentlichkeit f r e i g e g e b e n zu werden. Don den rund 350 Ausstellungsbauten, davon 200 französischen, waren b e i weitem nicht alle zur Einw-ihung bereit. Zur rechten Zeit sind das Deutsche Haus, das belgische, das dänische, das holländische, das italienische, das schwedische, das der Schweiz und das der Sowjetunion fertiggeworden. In den französischen Ausstellungsgebäuden ist der Pavillon der Tabakregie vollendet, so gut wie beendet das gewaltige Museum für moderne Künste und das neuerstandene Trocadero, sowie auf der Schwaneninsel seineabwärts die Bauten der französischen überseeischen Besitzungen. In den folgenden Tagen roijb noch eine Reihe hauptsächlich ausländischer Bauten fertig. Für die meisten hat die dreiwöchige Verspätung noch nicht ausgereicht. Ein Teil dürfte e r st Ende Juli völlig abgeschlossen feiSur Eröffnung der Ausstellung hatte sich eine unübersehbare Menschenmenge bet herrlichem Sonnenschein eingefunden, um neben den tausenden Geladenen dem Einweihungsakt beizuwohnen. Zahlreiche Holzgerüste, abgesperrte Straßenzuge und viele Bauten beeinträchtigen allerdings das festliche Bild. In seiner Eröffnungsrede erklärte de r Pr a - fidentderRepublik, Lebrun, daß Frankreich den Völkern danke, die die Einladung zur Teilnahme an der „Internationalen Ausstellung der Künste und der Technik im modernen Leben" angenommen und Frankreich und der Stadt Paris auf diese Welse eine Ehrung gezollt hätten, auf bie diese stolz sei. Er begrüße die hohen ausländischen Vertreter m der Person der Botschafter. Gesandten und Generalkommissare. Er bringe seine Dankbarkeit allen denen zum Ausdruck, die vom Generalkommissar bis zum einfachsten Handwerker an der Errichtung des großartigen Werkes mitgearbeitet hätten. Jedes Land habe sich bemüht, seine Auffassung vom Praktischen und Schönen darzustellen. Hinter den Mauern der Ausstellungshallen errate man bie Reichtümer der ganzen Welt als den letzten Ausdruck der menschlichen Arbeit auf allen Gebieten, angefangen bei der reinen Gedankenarbeit bis zur Technik und den verschiedensten Künsten. Feste des Wassers, des Lichtes und des Klanges würden in den kommenden Sommernächten die Zaubergärten längs der Seine beleben. Eine internationale Ausstellung sei bie Unterzeichnung eines Vertrages der Brüderlichkeit unter den Völkern und eines Abkommens zwischen Industrie und Wissenschaft, wodurch Entdeckungen und Wohlstand gefördert, Ideal und Wirklichkeit verbunden und die G e - meinschaftderVölkerin einträchtiger Arbeit hergestellt werde. Möge diese große Schau den Menschen aufs neue klar machen, daß es für die Welt nur eine Lebenswürde gebe, nämlich i m gegenseitigen Verständnis der Bedürfnisse, der Bestrebungen und der Begabungen jedes Volkes einen immer regeren Austausch der Erzeugnisse und Gedanken zu erreichen und das Glück in einer gesunden Anwendung internationaler Eintracht und Frieden zu finden. Handelsminister B a st i d erklärte, die Ausstellung ende nicht an dem eingefriedeten Gelände, sondern wirke sich in ganz Paris, in Theatern, den Der- sammlungssälen, und sogar in den Provinzen aus. Die Ausstellung habe den Gegensatz zwischen Kunst und Technik in ein Bündnis verwandelt. Die Zeit, in der bie Kunst noch Selbstzweck gewesen war, sei vorbei. Die bem fieben entfernte Kunst müsse sich bem fieben roieber zuwenben, um es schöner zu gestalten. Die Grenzen zwischen bem Schönen und Zweckmäßigen seien aufgehoben. Mögen nun auch bie Grenzen zwischen ben Erzeugungen ber verschobenen Länder fallen. Das Deutsche Haus eine Schau deutscher Spitzenleistungen. Unter ben Ausstellungsbauten ragt am Seineufer der langausgestreckte mit seinem Turm, Reichsadler und Hoheitszeichen versehene d e u t s ch e Ausstellungsbau südlich des Trocadero-Halb- rundes am Fuße ber Jenabrücke empor. Für ben deutschen Beschauer ist es eine besondere Genugtuung zu wissen, daß dieses Wahrzeichen deutscher Leistung dank der Bereitschaft- der Auftragsfirmen und des Fleißes aller an dem Bau tätigen Arbeiter der Faust und der Stirn mit deutschen Werkstoffen rechtzeitig fertiggeworden ist, obwohl das Reich die Zustimmung zu seiner Beteiligung an der Ausstellung erst Ende des vorigen Jahres gab. -Ueber 3000 Quadratmeter Gelände sind in fünf Monaten trotz ber Schwierigkeiten des Bodens und inmitten eines unaufhörlichen Verkehrs bebaut worden Die wuchtige Außenarchitektur des Deut- III schen Hauses an ber Seine wurde von Professor Albert Speer, bie Innenarchitektur von Prof. Brinkmann (Bremen) gestaltet. Die Leitung des deutschen Teiles der Ausstellung liegt m ben Händen des Reichskommissars Ministerialdirektor Dr. Ruppel. v . Am Montag, zwei Tage vor der Einweihung des Deutschen Hauses, die der kommissarische Reichs- wirtschaftsminister und Reichsbankprasident Dr. Schacht Dornimmt, begleitet vom Präsidenten des Reichsfremdenverkehrsverbandes Hermann Esser, dem Präsidenten der Kammer der bildenden Künste Prof 3 i e ler und dem Präsidenten des Werberates der deutschen Wirtschaft Ministerialdirektor Reichert wurde das Deutsche Haus den deutschen Schriftleitern in Paris zu einer Besichtigung freiqegeben. Durch die große Freitreppe gelangt man zwischen zwei wirkungsvolle Gruppen, von denen die eine d i e K a m e r a d s ch a f t, die andere d j e Familie darstellt, an den Sockel des 54 Meter hohen Turmes, am dem sich unmittelbar die Ehrenhalle und in deren Verlängerung die eigentliche Ausstellungshalle von insgesamt 140 Meter Länge, 22 Meter Breite und 18 Meter Höhe anschließt. Rechts und links im Viereck der Ehrenhalle sieht man Gestalten in Mosaik. Die bem Turm zugekehrte Wand der Ehrenhalle trägt in Mosaik ausgelegt den Reichsadler, der das Hakenkreuz hält. In der Mitte findet sich ein Modell des künftigen Reichsparteitagsgeländes in Nürnberg, an den Seiten Modelle der Reichsautobahnen, des „Kd F." - Ostseebades auf Rügen und vieler D A F. - und „Kd F." - Bauten. Die Halle ist unter dem Gesichtspunkt angelegt worden, die Raumwirkung in ungebrochener Linie ausklingen zu lassen. Sie ist daher nicht von Zwischenwänden geteilt. Neben den großen Ausstellungsgegenständen finden sich Glaskästen, in denen besondere Leistungen deutscher Arbeit zur Schau gestellt werden. Am Tage wird die Halle durch das Glasdach erleuchtet. Am Abend spenden zwei Reihen von je sechs riesigen Kronleuchtern und Zwischenleuchtern das erforderliche Licht. Ein deutscher Rekordwagen, ein astronomisches Fernrohr mit 600facher Vergrößerung, ein deutscher Motor, deutsche Porzellanerzeugnisse, Stahlsachen aus Solingen, Musikinstrumente, darunter ein Fagott aus unzerbrechlichem Plexi-Glas Buch- und Druckerzeugnisse, das Modell eines neuen „Kraft durch Freude"-Dampfers, eine Uederficht über die Herstellung künstlichen Gummis und feiner mehrfachen Vorteile gegenüber dem natürlichen Elektronmetall, Hydronalium, Aluminium, synthetische Edelsteine, pharmazeutische Artikel, synthetisches Benzin, lustiges und ernstes Spielzeug, optische Geräte, elektrische Einrichtungen, Peilvorrichtungen, Zielfluggeräte, Lautsprecher, Betriebstelegraphen, Nachbildungen alter Handschriften, buntphotographische Abzüge und wundervolle Dinge mehr bieten sich bem Auge des Beschauers. Die dem Forum abgewandte Schmalseite der Ausstellungshalle schließt ein farbiges Glasfenster mit ' Hakenkreuz und Reichsadler, das ständig beleuchtet . ist, ab. In einem besonderen Raum ist eine Film- vorführungsanlage eingerichtet, die auch Darbietungen der Fernsehschau der Reichspost und ein Fernsehprogramm übermittelt. In den Turmräumen der Ausstellungshalle ist ein Terrassenrestaurant untergebracht, während man sich längs des Glasdaches selbst ergehen und den neuen Rundblick über Paris genießen kann. Den französischen Stellen muß man Dank wissen, daß sie unserem Haus einen der s ch ö list e n Plätze zur Verfügung gestellt hatten. Am äußeren Ende des Hallendaches, das auch zu Werbezwecken für Reisen nach dem schönen Deutschland benutzt wird, steht inmitten niedriger Kieferanlagen ein in Erz gegossener Auerochse. In den oberen Stockwerken endlich sind Verwaltungsgerät, Küchenanlagen, Fernsprechzentralen usw. untergebracht. Deutschland ist aber nicht nur auf dem 3000 Quadratmeter umfassenden eigenen Ausstellungsgelände vertreten, sondern hat noch eine ganze Anzahl Sonderschauen, etwa zehn, sowie den sogenannten internationalen Pavillon. Deutschland stellt den größten Anteil an diesem Pavillon, Gegenstände meist technischer Art, während im eigenen Haus Gegenstände von allgemeinem Interesse vorwiegen An Fachvertretungen hat Deutschland u. a. die Städteschau, die Berke h r s s ch a u, eine Lederausstellung und eine Kunstausstellung beschickt. Der internationale Pavillon wird allerdings leider erst Ende Juni ober Anfang Juli fertig sein. Der deutsche Ausstellungsbau, demgegenüber der sowjetrussische und an dessen beiden Seiten ber portugiesische, bänische und der ägyptische stehen, genießt in ber französischen Oeffentlichkeit burch seine großzügige Formung unb sein rechtzeitiges Zustandekommen schon jetzt eine günstige Beurteilung. Das, was bie deutsche Ausstellungshalle vom Mittwoch ab ben Beschauern bietet, kann dieses günstige Urteil nur verstärken und läßt glückliche Schlußfolgerungen auf die Deutsche Woche der internationalen Ausstellung zu, die für den 3. bis 12. September geplant ist. Am Mittwoch, 26. Mai, übertragen alle Reichssen ° ber mit Ausnahme bes Deutschlandsenders in ber Zeit von 11 bis etwa 12.15 Uhr bie feierliche E r - Öffnung bes Deutschen Hauses. Die Eröffnungsansprache hält Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht. Sie japanische Seemacht. Von Konteradmiral a O. Gadow. Der Besuch des japanischen Schweren Kreuzers „A sh i g a r a" in Kiel, der vorher an ber internationalen Flottenparade auf Spithead Reede teilgenommen hat, lenkt den Blick auf die Seemacht des Fernen Ostens, die ihren Vertreter zu dieser doppelten offiziellen Visite entsandt hat. Man kennt den Umriß ihres epochemachenden Aufstieges nach dem Seesiege über China 1894 am Palufluß und über Rußland 1905 bei Tsushima, einer ber wenigen Entscheibungsschlachten ber Seekriegsgeschichte. Der Weltkrieg fand Japan aus den bekannten Gründen in der Reihe unserer Gegner, aber die erhofften Früchte aus der Besetzung von Tsingtau und Schantung wurden ihm durch die Verträge von 1922 wieder entrissen, seine Flotte verkrüppelt. Das schwere Erdbeben von 1924 bezeichnete einen neuen Einbruch in das großartige nationale Programm, aber bereits 1930 sind die Kräfte wieder gesammelt zum Vormarsch auf die Mandschurei und Nordchina. Die hemmenden Flottenverträge liefen am 31. Dezember 1936 ab, und die Gegenwart findet Japans militärische Macht ohne Bindungen, außer solchen finanzieller und innerpolitischer Art. Zugleich aber ergab sich ein Zwiespalt der nächsten Zielsetzung zwischen Heer und Marine. Die Kwantung-Armee, als mächtigster Wortführer der Außen- und Machtpolitik, verweist auf die Sicherung der eroberten Festlandteile und die Festigung des japanischen Einflusses gegen die russische Gefahr und den chinesischen Nationalismus als wichtigste Aufgabe. Ihr war das Abkommen mit Deutschland gegen die Tätigkeit der Komintern aus der Seele gesprochen. Die M a ■ r i n e dagegen blickt über See, empfindet sich — mit Recht — als Vorposten und Wächter dieser einzigartigen strategischen Stellung im Winkel des westlichen Stillen Ozeans. Sie hat es durchgesetzt, daß die deutsches Mandatsinseln als Außenwerke dieser Stellung für immer in japanischen Besitz übergingen, sie hat bie Flottenverträge bekämpft und ihre Kündigung schließlich erreicht. Aber sie blickt besorgt auf die Machtsteigerung der sie im Kreise umgehenden drei Großmächte, besonders nach der Ankündigung der riesigen englischen Rüstungsvermehrung, auf den Ausbau der sibirischen Armee samt dem mächtigen Flottenstützpunkt Wladiwostok, und das Näherkom- men der amerikanischen Seemacht in jedem Flottenmanöver. England schickt sich soeben an, den bis jetzt vertraglich stagnierenden Stützpunkt Hongkong zu neuer Bedeutung auszubauen, nachdem S i n g a -- pore fast vollendet ist und seine Manöverprobe bestanden hat. Zahlreiche englische Fachleute sagen voraus, und Japan kann damit rechnen, daß in einigen Jahren ein kampfstarkes englisches Geschwader dort stehen wird, wo heute nur einige Kreuzer, Zerstörer, U-Boote und Flugzeuge die Wache halten. Amerikanische Stimmen deuten an, daß der Vormarsch der USA. und ihrer Seemacht im Norden über die Aleuten nach Petro- pawlowsk auf Russisch-Kamtschatka abzielt, um von dort Blockade und Angriff anzusetzen, jedenfalls Machtdruck auf die japanischen Inseln auszuüben, wie auch gleichzeitig über die Etappenlinie Hawai, Midway- und Wake-Insel in Richtung Guam und Philippinen. Die s o w j e t r u s s i s ch e Seemacht aber ist im Wachsen, ihre U-Boote und Flugzeuge stellen die japanische Seeherrschaft im Japanischen Meer und auf den Wegen zur Mandschurei und nach Horla in Frage. Das nimmt sich aus wie eine näherkommende strategische Einkreisung des land- und markthungrigen Jnselreiches und schärft seinen Blick für die herrschenden Spannungen. Der Krönungsbesuch dürfte daher kaum unbenutzt geblieben sein, ohne beruhigende Versicherungen über die eigenen friedlichen Absichten abzugeben. Hiermit jedoch wäre wenig getan. Denn der riesige Kraftaufwand Japans in der Absorbierung seines kontinentalen Neubesitzes legt ihm ohnehin höchst meßbare Beschränkungen auf, die eine weitere Expansion über das gut verteidigte südlicher liegende Jnselgebiet so gut wie ausschließt, selbst wenn solche Absichten beständen, wofür jeder Anhalt fehlt. Die Gegenbewegung der Großmächte aber folgt eigenen Gesetzen und will, über solche Besorgnisse hinaus, Japan wieder zurückdrängen und erneut unschädlich machen. Kein Wunder daher, daß ein vielgenanntes Buch aus japanischen Marinekreisen, indiskret aber tiefempfunden, hier einen Kampf auf Tod und fieben voraussieht, mit England als unversöhnlichem und tödlichstem Gegner. Die japanische Seemacht kann sich so vielfachen Aufgaben nur bann gewachsen fühlen, wenn die möglichen Gegner nur Teile ihrer Kampfkraft dort draußen zum Ansatz bringen können, was wenigstens für England und Sowjetrußland zutrifft. Einen kriegerischen Konflikt jedoch zu wünschen oder gar zu beschleunigen, muß ihr mehr als fern liegen. Ihre innere Tüchtigkeit wird von keinem Zweifel gestreift. Die Kraftprobe gegen Rußland 1905 zeigte Führung und Material auf einer Höhe, die die Lehrmeister beschämen konnte und jedenfalls dem bekannten Vorurteil völlig den Boden entzog, die Japaner seien nur Kopisten, aber keine Meister. Seit dem Weltkriege wurde die Flotte qualitativ und mengenmäßig so weiter entwickelt, wie es die vertraglichen Umstände gestatten, jedenfalls wurden die zugestandenen Kontingente an Schlachtschiffen (325 000 Tonnen), Schweren Kreuzern (108 400 Tonnen), Leichten Kreuzern (100 450 Tonnen), Zerstörern (105 800 Tonnen) und U-Booten (52 700 Tonnen) immer f a ft re ft los aus- genutzt. Gegenwärtig behaupten zweifelhafte englische Meldungen, daß Japan urplötzlich das äußeriu nulitari|d)e Geheimnis über ferne Seerüstung gebreitet habe und im Geheimen geschäftig sei. Das bleibt unbewiesen, vielmehr kommt der Aerger daher, daß Japan sich weigerte, einer neuen Dertragsbindung zuzustimmen, nämlich einer Begrenzung der Schlachtschiffe auf 35 000 Tonnen mit höchstens 35,6 Zentimeter Geschützen. Und zwar besonders, als sich herausstellte, daß Sowjetrußland sich davon ausschloß und zugleich den internationalen Austausch von Nachrichten über neue Kriegsschiffbauten „für den Fernen Osten" verweigerte. England aber hat sich bereits an diese Ziffern gebunden — aus wohlerwogenen technischen Gründen — und muß zusehen, wie andere Mächte ihren eigenen Weg gehen. Der 1928 gebaute Kreuzer „Afhigara" mit seinen drei Schwesterschisfen ist ein äußerst mächtiges Schiff in seiner Klasse, 10 000 Tonnen groß, läuft 33 Knoten und besitzt mehr Geschütze (allein zehn 20,3 Zentimeter) und Panzerung als irgend ein anderes gleichaltriges Schiff ähnlicher Größe. Viele fachmännische Augen werden daher in den europäischen Gewässern auf ihn gerichtet sein. Seiner Besatzung r«»n 800 Mann, dem Offizierskorps und Geschwaderchef, der von dem japanischen Marineminister ein kostbares Schwert für den Oberbefehlshaber der Kriegsmarine überbrinat, wird die herzlichste Aufnahme im deutschen Hafen zuteil werden. Haben doch japanische Behörden und Marinestellen schon fünfmal seit dem Kriege deutschen Schulkreuzern ehrenvolle Gastfreundschaft bezeigt, die hiermit zum ersten Male erwidert werden kann. DerjapanischeKriegsschiffsbesuch Kreuzer Ashigara in Kiel. Kiel, 24. Mai. (DNB.) Bei prächtigem Sonnenwetter lief am Montagoormittag der japanische 10000-Tonnen-Kreuzer „Ashigara" unter feierlichem Salutwechsel zu einem achttägigen Besuch in den Reichskriegshafen Kiel ein. Zumal es sich um den ersten 'japanischen Kriegsschiffbesuch feit 30 Jahren in einem deutschen Hafen handelt, findet die Ankunft der „Ashigara" das besonders herzliche Interesse der'Bevölkerung. Im Schleusenbecken legte die „Ashigara", die eine Besatzung von fast 800 Mann unter dem Komando des Kapitäns zur See Takeda trägt und an deren Bord sich der Chef des 4. japanischen Kreuzergeschwaders, Konteradmiral Kobayashi, befindet, für kurze Zeit an. Hier begab sich der japanische Marineattache in Berlin, Fregattenkapitän Kojima, an Bord. Als das Schiff in den Kieler Hafen einlief, ertönten von Bord das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied, das die japanische Musik intonierte. Die 21 Schuß Landessalut wurden von der Salutbatterie Fried- richsort erwidert. Dann folgten 17 Schuß für den Kommandierenden Admiral der Marinestation der Ostsee, die gleichfalls vom Lande her beantwortet wurden. 15 Schuß Salut galten der Flagge des Flottenchefs Vizeadmiral Carls. Sie wurden durch das Flaggschiff des Flottenchefs, Panzerschiff „Admiral Graf Spee", erwidert. Nach Festmachen des japanischen Kreuzers fand ein Besuchsaustausch statt. Am Nachmittag fand in der unterirdischen Weihehalle des MarineehrenmalsinLaboe eine stille Gedenkfeier statt, bei der der japanische Konteradmiral Kobayashi einen Kranz niederlegte. Die erste Marine-Unteroffiziers-Lehrabteilung war mit einer Ehrenkompanie aufmarschiert. In der Weihehalle befindet sich bereits eine große Anzahl von Kränzen der verschiedenen Nationen, darunter auch ein Kranz, der bei der Segelolympiade von den japanischen Seglern den Helden des Weltkrieges gewidmet worden war. An Bord des Kreuzers „Ashigara" fand ein Empfang der deutschen Presse statt, bei dem Konteradmiral Kobayashi u. a. folgendes ausführte: Wenn ich mich recht erinnere, hat seit dem Jahre 1907 kein japanisches Kriegsschiff Deutschland besucht. Damals hielten sich die beiden Kreuzer „Tsukuba" und „Tschitose" in Kiel auf. Es war schon lange der Wunsch Japans, Kriegsschiffe nach Deutschland zu senden, sowohl um die verschiedenen deutschen Besuche zu erwidern, als auch in der Hoffnung, unsere gegenseitigen freundschaftlichen Beziehungen dadurch fördern zu können. Die große Entfernung und sonstige Verhältnisse verhinderten aber die Erfüllung unseres aufrichtigen Wunsches. Nunmehr aber sind wir erfreut, das neuerwachte Deutschland mit eigenen Augen zu sehen. „Ashigara" hat sich die Aufgabe gestellt, nicht nur die Freundschaft der japanischen kaiserlichen Kriegsmarine, sondern auch die herzlichen Grüße des ganzen japanischen Volkes der deutschen Nation zu übermitteln. Deutschland und Japan stehen jetzt in sehr freundschaftlichen Beziehungen zueinander. Diese Tatsache beruht, so glaube ich, nicht auf den materiellen Interessen, die beide Länder verbinden, sondern darauf, daß Japaner und Deutsche viel Gemeinsames in ihrem Charakter und in ihrer Weltanschauung haben. Dies ermöglicht auch eine enge Zusammenarbeit zur Verwirklichung eines auf der Gerechtigkeit fußenden Weltfriedens. Bei dieser Gelegenheit möchte ich meine Hochachtung vor dem Führer des Reiches und dem deutschen Volke ausdrücken wegen der wunderbaren Willenskraft, die mit einer weisheitsvollen Einsicht gepaart ist. Beides sind die Grundsteine für den von Erfolg gekrönten Aufbau des Dritten Reiches. Vorführungen der Kriegsflotte für die NG.-Gemeinfchast „Kraft durch Freude" Berlin, 24. Mai. (DNB.) Am 4. Juni 1937 finden in der Nordsee bei Helgoland Vorführungen der Flotte statt, an denen das Panzerschiff „Admiral Graf Spe e", die Kreuzer „L e i p z i g" und „Karlsruhe" mehrere Torpedoboote, Geleitboote und Unterseeboote sowie Marineluft st reitkräfte teilnehmen. Um einer großen Zahl von Volksgenossen Gelegenheit zu geben, diesen Vorführungen aus nächster Nähe beizuwohnen, werden voraussichtlich folgende Zuschauerdampfer beteiligt sein: Die Norwegen-Dampfer der NSG. „Kraft durch Freude" „Monte Sarmiento", „Sierra Cordoba", „Stuttgart", „Der Deutsche", „Oceana" mit rund 6000 Fahrgästen: Dampfer „Cobra" der Hapag ab Hamburg: Dampfer „Roland" des Lloyd ab Bremerhaven: Dampfer „Glückauf" des Lloyd ab Wilhelmshaven. Zur Unterrichtung der Teilnehmer wird das Oberkommando der Kriegsmarine auf jedem Dampfer je einen Offizier und zwei Unteroffiziere oder Mannschaften, Signalpersonal, kommandieren. Die Einschiffung auf den Seebäder-Dampfern „Cobra", „Roland" und „Glückauf" durch Vermittlung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Amt Reisen und Wandern erfolgt am frühen Morgen des 4. Juni 1937 in Hamburg, Bremerhaven ober Wilhelmshaven, Ausschiffung abends in denselben Häfen. Bildtelegramm von der Ankunft des japanischen Kreuzers „Ashigara" in der fioltemv-er Schleuse. — (Scherl-Bilderdienst-M.) X ■> x ' ♦ 1 ■< W Zwischenfälle beim Wiener Handball-Län-erkampf. Wien, 24. Mai. (DNB.) Das Handball- Länderspiel Deutschland—Oe st erreich, das am Sonntagnachmittag im dichtbesetzten Stadion ausgetragen wurde — man schätzt die Zahl der Zuschauer auf 45 000 — und das, wie bereits gemeldet, mit einem großen Sieg der reichsdeutschen Mannschaft endete, ist bedauerlicherweise nicht ohne Zwischenfälle verlaufen. Schon während des Spieles wurden verschiedene Verhaftungen vorgenommen. Bei der Abfahrt der reichsdeutschen Mannschaft kam es dann zu stürmischen Ovationen der Menge, die von der zumeist berittenen Polizei immer wieder zerstreut wurde. Die Kundgebungen ähnelten zum Teil denen beim Empfang des Reichsaußenministers v. Neurath im Februar dieses Jahres. Vom Stadion, die Hauptallee des Praters entlang bis zum Praterstern, umsäumte die Menge Kopf an Kopf den Abfahrtsweg, wobei immer wieder Heilrufe ertönten. Während die Polizeibeamten sich offensichtlich Mühe gaben, die Ordnung ohne Gewaltanwendung aufrechtzuerhalten, machten ver- schiedentliche Wachleute von dem Gummiknüppel und sogar vom Säbel Gebrauch. Im regelmäßigen Abstand waren nicht nur Ueberfallkomman- dos, sondern auch die bekannten vergitterten Wagen zum Abtransport von Verhafteten bereitgestellt. Die Zahl der Festgenommenen dürfte gegen 100 betragen. Zu diesen Vorfällen gab SS. - Brigadeführer Hermann, der Führer der reichsdeutschen Mannschaft, dem Vertreter des Deutschen Nachrichtenbüros folgende Erklärung ab: „Die Verstümme- lung einer Bankettrede durch die österreichische politische Korrespondenz entspricht ganz der Art, wie man sich von österreichischer offizieller Seite die beiden vergangenen Tage um die Hissung der Flaggen und das Abspielen der Hymnen herum zu drücken und Dinge zum Gegenstand von Verhandlungen zu machen versuchte, die im internationalen Sportverkehr eine Selbstverständlichkeit sind. Bei meiner Kritik der Vorkommnisse außerhalb des Spielfeldes in meiner Bankettrede zielte ich lediglich auf das Verhalten der 10 000 Mitglieder der Vaterländischen Front ab, die nachweislich auf Befehl den würdigen und glatten Verlauf des Länderkampfes verhindern sollten. Die Zwischenfälle auf den Tribünen entstanden erst, als von dieser Seite Flug zettel verteilt wurden mit gehässigen Schmähungen des nationalsozialistischen Deutschlands. Was so offensichtlich den österreichischen Stellen nicht ins Programm paßte, aber doch nicht verhindert werden konnte, war das begeisterte Bekenntnis von 50000 Menschen zum deutschen Nachbarland, mit dem sie sich durch Sprache, Kultur und Geschichte verbunden fühlen." Vorstehende Erklärung wurde auch der österreichischen amtlichen Nachrichtenstelle zur Kenntnis gebracht. Brigadeführer Hermann hat es abgelehnt, an dem vorgesehenen Empfang seiner Mannschaft beim Wiener Bürgermeister Schmitz teilzunehmen, bevor nicht eine Richtig st ellung von österreichischer Seite erfolge. * Es ist immer wieder das alte Lied, daß gewisse Kreise in Oesterreich die selbstverständlichen Bekundungen des Zusammengehörigkeitsgefühls der Deutschen in Oesterreich und im Reich als politische Demonstrationen hinstellen, die mit Gummiknüppel und Verhaftungen unterdrückt werden müssen. Daß harmlose Besucher eines Sportspieles, die ihre Freude über die Anwesenheit einer deutschen Mannschaft und deren gute Leistungen durch lebhaften Beifall kundtun, als „politische Demonstranten" verhaftet werden, ist ein Schlag gegen den völkerverbindenden Gedanken des Sportes, den man als außerordentlich bedauerlich empfinden muß, zumal das zwischen Deutschland und Oesterreich getroffene Abkommen vom 11. Juli eigentlich derartige Zwischenfälle vollkommen unmöglich machen sollte. Oie körperliche Ertüchtigung -er Lugend. Der Reichssportführer im Reichsführerlager der HL. Weimar, 24. Mai. (DNB.) Am Montag begrüßten die Teilnehmer des Reichsführerlagers der HI. den Reichssportführer und Beauftragten des Reichsjugendführers für die körperliche Ertüchtigung der deutschen Jugend, Obergebietsführer von Tsch am wer und Osten in ihrer Mitte. Der Reichssportführer betonte, daß die Werbung zur Leibeserziehung bis in die kleinsten Zellen des Volkes hineingetragen werden müsse. Der Reichsbund für Leibesübungen stelle die Sammlung aller Kräfte der Volkstumsarbeit auf dem Gebiete des Sport- und Turnwessns dar. Aus seinen Erfahrungen bei der Zusammenstellung der deutschen Nationalmannschaft für die Olympischen Spiele folgerte der Reichssportführer, daß alle Bestrebungen wirkungslos seien, wenn man nicht auch die erzieherische Grundlage schaffe. Der deutsche Erfolg bei den Olympischen Spielen sei zu einem wesentlichen Teil auf die erzieherische Grundlage des Nationalsozialismus zurückzuführen. Der Reichsbund erblicke seine Hauptaufgabe darin, einen direkten Einfluß auf die deutsche Jugend zu finden. Er stelle alle feine Kräfte, seine Mitarbeiter, seine Arbeitsmethoden in der Entwicklung des Leistungssportes, seine gesamten Anlagen, Uebungsplätze und Hallen der Hitler- Jugend <}ur Verfügung. Körperliche Ertüchtigung sei nicht möglich ohne eine einwandfreie Grundschule auf dem Gebiete der Leibesübungen Die Reichsakademie f ü r Leibesübungen solle den HJ.-Führern die Möglichkeit verschaffen, zu beweisen, daß sie auch Pädagogen seien Der Reichssportführer erklärte dem persönlichen Pressereferenten des Jugendführers, es sei zwischen der rein geländesportlichen Erziehung, die Oberaebietsführer Dr. Stellbrecht betreue und der Leibeserziehung, die Gebietsführer Schlünder bearbeite, zu unterscheiden. Bei der geländesportlichen Arbeit werde man vor allen Dingen das Kleinkaliberschießen stärker noch als bisher einführen. Hinzu trete die Aufgabe, den Jungen die Fähigkeit, sich in jedem Gelände zu bewegen, anzuerziehen. Diese Ausbildung werde sich vor allem im Rahmen des Fahrtenbetriebes und der Zeltlager der Jugend vollziehen. In der Leibeserziehung sei zwischen der Grundschule und dem Leistungssport zu unterscheiden. Die Grundschule der Leibeserziehung erhalte im Dienstbetrieb der Hitler-Jugend zwei Stunden in der Pflichtwoche, die für die Hitler-Jugend auf einen Abend, für das Jungvolk auf einen Nachmittag gelegt werden. Der Leistungssport werde bei Pimpfen und Hitler-Jugend i n freiwilligen Sportdien st gruppen gepflegt werden. Zur Grundschule gehörten Uebungen ohne und mit Gerät, außerdem der Schwimmsport In den Stab der Reichsjugendführung werden die von der Reichsführung des Reichsbundes für Leibesübungen vorgeschlagenen Reichsjugendfachwarte berufen werden. Durch den gleichzeitigen Auftrag werde gewährleistet, daß der Leistungssport der HI. nur im Einvernehmen mit dem Reichsbund für Leibesübungen aeführt werde. Eine gleiche Regelung trete auch für di e Mädel in Kraft, so daß sie im Alter von 10 bis 21 Jahren, also drei Jahre länger, durch diese Sporterziehung erfaßt würden. Es komme vor allem darauf an, die Anlagen, Fähigkeiten und Neigungen in den verschiedenen A l t e r s st u f e n zu berücksichtigen. Müsse schon der Pimpf nach Vollendung des ^.'Lebensjahres das Leistungsabzeichen ablegen und bis zu seinem 18. Lebensjahre weitere 22 Pflichtübungen erfüllen, so werde der gesunde sportliche Ehrgeiz in den Jugendmeisterschaften in Leichtathletik und Schwimmen seinen Ausdruck finden, zu denen die gesamte deutsche Jugend aufgerufen werde. Eine Einheit von 10 Jungen werde sich jeweils im Wettkampf mit einer anderen Gruppe messen. Auf diese Weise würden bte 10 besten Jungen eines Fähnleins oder einer Gefolgschaft ermittelt. Die körperlich Kräftigsten würden dann in den Gebietswettkämpfen antreten und die Sieger dieser Gebietswettkämpfe würden — nach der höchsten Zahl ihrer Leistungen — zu den Kampfspielen der Parteitage nach Nürnberg zugelassen. Was hier für die Formationen gelte, werde auch von der gesamten Führerschaft der Hitler-Jugend verlangt werden. Zum Schluß erinnerte der Reichssportführer daran, daß vor allen Dingen auf dem Lande Schulen und Sportvereine nicht ausreichten, um die sportliche Ertüchtigung in so idealer Weife, wie in fast allen Städten durchzuführen. Hier werde Geschicklichkeit der Jugend und Verständnis der Bauernschaft für die sportliche Erziehung der Jugendgeneration vorhandene Mängel und Schwierigkeiten überbrücken. „So groß meine Aufgabe auch ist", so sagte der Reichssportführer, „so leicht ist sie doch, denn mir steht die Begeisterung und der Idealismus der deutschen Jugend zur Seite. Der Sommerdiensiplan der HI. Der Stabsführer der Reichsjugendführung hat jetzt den Sornrnerdienstplan 19 3 7 den Führern und Führerinnen der Hitler-Jugend, des Deutschen Jungvolks, des Bundes Deutscher Mädel und des Jungmädelbundes bekanntgegeben. Bei diesem Dienstplan wird zwischen dem Pflichtdienst und dem freiwilligen Dien st unterschieden. Der grundsätzlich als freiwillig erklärte Dienst soll nicht zur Pflicht gemacht werden. Für die Führerschaft tritt zu diesem Dienst einmal wöchentlich ein Führerdienstabend hinzu. Der Heimabend, der wöchentlich einmal durchgeführt wird und zwei Stunden dauert, steht I für die HI. jeweils während eines Vierteljahres unter einem Grundthema. Im Vierteljahr April bis Juni heißt es „Der erste und zweite Vierjahresplan." Im Jungvolk steht die Schulung unter dem Gesichtspunkte des Jahresablaufes und der Charak- terfchuluntz. Die Schulung wird während des Som- meroiertestahres unter dem Thema „Fahrt und Lager" stehen. , Der Heimabend besteht im ersten Teil aus einer Schulungsstunde. In der zweiten Stunde wird ein Dienst durchgeführt, der aus Appell, theoretischen Unterweisungen über Geländedienst, Gliederungen der HI. usw. besteht. Die Schulung der Mädel vollzieht sich in den Heimabenden der Mädelschaften. Von den vier Heimabenden des Monats gehören zwei der weltanschaulichen Schulung. Die Themen dieser Heimabende sind reichseinheitlich. In den Erziehungsplan der Sommerarbeit sind die Freizeit- und Zeltlager für Mädel eingebaut. In diesen Lagern findet täglich eine Schulungsstunde und ein Heimabend statt. Zum Dienst jeder HI.- und BDM.-Einheit gehört im Monat eine Wochenendfahrt und eine Tagesfahrt, jeder Einheit des Jungvolks und der Jungmädel eine l'/2-Tage-Fahrt. Ferner werden Landfahrten und Großfahrten nach Möglichkeit in den Ferien durchgeführt. Für die E r t ü ch t i g u n g der Hitler-Jugend und des Deutschen Jungvolks setzt der Sommerdienst- plan den Geländesport, das KK.-Schießen für die HI. und das Luftgewehrschießen für das DJ. fest. Der Geländesport der HI. wird monatlich am ersten Sonntag mit einer Dauer bis zu zehn Stunden durchgeführt. Am dritten Samstag und Sonntag kommt dazu eine Fahrt mit Geländesport. Am ersten und dritten Unterrichtsabend wird Unterricht in einem Stoffgebiet des Geländesports erteilt. Im Jungvolk wird monatlich ein Pflichtsonntag als Pflichtfahrt mit Geländesport und -spiel durchgeführt. Der Sommerdienstplan seht für die Leibesübungen einen regelmäßigen Dienst fest, der folgendermaßen eingeteilt ist: Grundschule der Leibesübungen: wöchentlich zwei Stunden Pflichtdienst. — Freiwilliger Sportdienst: wöchentlich zwei Stunden, monatlich zwei Sonntage etwa zwei Stunden. — Unterricht über Leibesübungen bzw. Vorbereitung sportlicher Veranstaltungen. personalkrediie für junge Handwerksmeister. Die erste Sparkarte wird am Tag des Deutschen Handwerks ausgegeben. F r a n k s u r t a. M., 24. Mai. (LPD.) Arn „Tag des deutschen Handwerks" wird eine Aktion verwirklicht, die Dr. Ley bereits vor einiger Zeit angekündigt hatte. Jungen Handwerksmeistern wird die Möglichkeit gegeben, s i ch selbständig zu machen, indem sie von der Bank der Deutschen Arbeit Personalkredite erhalten. Bisher waren im Handwerk Kredite nur bann zu erhalten, wenn beftimmte sachliche Sicher- heitsleistungen gewährt werden konnten. Völlig neu ist, daß dieser Kredit lediglich auf das Vertrauen der Person gegründet gegeben wird und zwar in einer Höhe, die ausreichend ist, die Existenz zu sichern. Zur Erlangung dieser Kredite muß der Handwerksmeister in weltanschaulicher und charakterlicher Beziehung einwandfrei sein, regelmäßig an den Reichsberufswettkämpfen teilgenommen und die Schulungseinrichtungen der Deutschen Arbeitsfront besucht haben; er mutz daneben einen ausgeprägten Sparwillen zeigen. Diesen kann der Lehrling und junge Geselle dadurch beweisen, daß er sich bei der Bank der Deutschen Arbeit bzw. den Verwaltungsstellen der DAF. eine Sparkarte beschafft und regelmäßig Beträge einzahlt. Für Lehrlinge werden Sparmarken von 3 Mark und für Gesellen solche von 5 Mark ausgegeben. Die Sparkarten werden, wenn sie vollgeklebt sind, der Bank der Deutschen Arbeit eingescyickt, die dem Sparer ein Konto eröffnet. Die Vorarbeiten für diese Aktton sind nun soweit gediehen, daß am Tage des deutschen Handwerks die Sparkarten zum ersten Male ausgegeben werden können. Erhöhung der neuen Reichsanleihe um 200 Millionen AM. Berlin, 24. Mai. (DNB.) Die Zeichnungen auf die gegenwärtig aufliegenden 500 Millionen RM. 4^prozentigen Reichsschatzanweisungen zweite Folge gehen bei den Zeichnungsstellen derart ein, daß mit einer wesentlichen Ueberzeichnung gerechnet werden kann. Vor allem macht sich ein Verlangen nach festen Zusagen geltend. Da der dafür zur Verfügung stehende Betrag bereits restlos abgefordert worden ist, hat sich das Reich auf Wunsch des Reichsanleihekonsortiums entschlossen, weitere 2 0 0 Millionen Reichsmark der gleichen Schatzanweisungen zu begeben. Die bekannten Zeichnungsstellen sind damit in die Lage versetzt, weitere Zeichnungen zu den be- Fanntgegebenen Bedingungen bis zum 29. Mai d. I. entgegenzunehmen. Damit erhöht sich der Gesamtbetrag der neuen Emission auf insaefamt 800 Millionen RM., da bereits vor der Auslage der öffentlichen Zeichnung ein Betrag von 100 Millionen Reichsmark fest übernommen worden war. Kerl!« Gesell sch lvissenschafte Generalleuti die Ziele de sellschast hm teibigung al gen, die an sind. Ge gab in ein und Tech blick auf du Heere und : und Niederl hing die E Kriegsführu jedoch, ob s aus dem $ berechenbar Wettrennen Schwierigst beteiligen, Schassen ib Einfluß de stehe auhe Kriegs! was die S auch dann tiative erg nit ja un: t e n — bi mit gleich auch in Z von der 2 d)er Seite NW beschäftigte Anämisches Östlichen menschlichen unterworfen ^ränberum klein zu Hal Mwirklichu oer Sphäre immer eine gehend in D er feiner ga geeignet sei Durchführt ?lle m der feilten - f| £ Freiwill Grundlage t Die ite.5 tau «D°°» {"Re „ äfend •'■X lachen G Jonbon Achtem U'lche 2 Übung bei i 8“ Wits jMdjen qu Ös YÄ attMTS hfa «61 ^SCHUNGSNRS ERNTEN 32 BIS 34 4- MUSTERCIGARETTEN + MISCHUNGSNUMMER R 6 o/M aus folgenden Distrikten: H.F.4 PH.F.REEMTSMA + CIGARETTEN FABRIKEN + ALTONA-BAHRENFELD iJW sämtliche Tabake zweimal Mundstück hergestellt. Dfe W-ation qncl rieuer Fabrikations- H^Jelli^g auf eher es gelinge, die Wehrwirtschaft so zu gestalten, daß sie zugleich auch dauernde Vorteile für die Friedenswirtschaft in sich schließe. Der Chef des Amtes für deutsche Roh- und Werkstoffe, Oberst des Generalstabes Löb, trat nachdrücklich der Auffassung entgegen, als ob die Maßnahmen des Vierjahresplanes zu einer Senkung der Lebenshaltung und zu einer gewissen Proletarisierung führen wurden; es könne davon überhaupt keine Rede sein. Alles werde daran gesetzt, die Förderung deutscher Eisenerze zu steigern. Hand in Hand damit gehe das Bemühen,' wo immer es nur möglich sei, an Stelle von Eisen Leichtmetalle zu verwenden. Es sei z. B. beabsichtigt, die deutsche Aluminium- erzeugung im Laufe der nächsten drei Jahre zu verdoppeln und auch das Magnesium, an dem Ueberfluß bestehe, in größerem Umfange für gewisse Zwecke jeder Art nutzbar zu machen. Steine und Erden aller Sorten ständen zu jedem Verwendungszweck hinreichend zur Verfügung. Das Holz als eines der wichtigsten Rohstoffe solle, soweit angängig, der Massenverwertung zu B r e n n z w e ck e n , die im Vergleich zu der möglichen Gewinnung von Edelprodukten geradezu eine Verschwendung sei, entzogen und für diese Zwecke durch Kohle und Torf ersetzt werden. Der wirtschaftlichste und wichtigste Verwendungszweck des Holzes sei der Z e l l st o f f, zur Ausfüllung der Eiweißlücke — der Holzzucker. Weitere Verwendungsgebiete des Holzes seien die Gewinnung von Spiritus, von Benzin und von Kork- e r s a tz. Zu den Maßnahmen zur Herstellung von Zellwolle, vornehmlich auf der Grundlage von Holz, kämen als nicht minder wichtig die Steigerung der deutschen Schafzucht und der vermehrte Anbau von Flachs und Hanf hinzu. Für die Gewinnung deutscher Seide und von A n - gora-Kaninchen-Wolle — für den Lurus- bedarf — käme die Kleintierhaltung, bei der diese Erzeugnisse als Nebenprodukte anfielen, in Betracht. Der Buna-Kautschuk sei auf einer Reihe von Gebieten dem natürlichen Kautschuk überlegen. Der Preisunterschied zwischen beiden sei durch Zollmaßnahmen ausgeglichen. Oberst Löb versicherte ferner, daß es möglich sein werde, in drei Jahren Deutschland sogar an Treib st offen vollkommen aus eigener Kraft zu decken Wenn sich natürlich auch das Ausmaß der Bedarfssteigerung nicht übersehen lasse, so seien doch auch schon dafür gewisse Reserven nicht mitangerechnet. Wenn sich, so schloß Oberst Löb, Erzeuger und Verbraucher auch weiterhin mit gleichem Verständnis und gleicher Hingabe dem hohen Ziel widmen, unser Land weitgehend von der Einfuhr freizumachen, so werde das der Gesamtheit unseres Volkes und damit schließlich auch jedem einzelnen zum Vorteil gereichen. ich einmal Wert, steht kerteljahrez rApril bis Vierjahresunter dem !>er Charak. ) des Som- । Fahrt und l aus einer >e wird ein theoretischen Gliederungen -Jugend und ommerdienst' >ßen für die ms DI. fest, ich am ersten hn Stunden ,nb Sonntag desport. Am rd Unterricht 5 erteilt. Im sonntag als fiel durchge- Diese Cigaretten werden in den Fa&ikat^saiHagen unseres technischen Musterbetriebes in Altona-Bahrenfeld völlig neuen Methoden hergestellt. Der ungewöhnlich zarte und reine Chargier dieser Mischung beruht darauf, daß ' “ "\te wird ausschließlich ohne sich in den i den vier ei der wett' neser heim« Erziehungs- t- und Zelt, «gern findet Heimabend -Einheit ge. fahrt und ngvolks und Ferner wer« ) Möglichkeit Frankreich warnt die Valencia-Bolschew sten London, 25. Mai. (DNB.) Im Unterausschuß des Nichteinmischungsausschusses gab der französische Vertreter eine Darstellung von der Landung von 16 sowjetspanischen Ml- litärflugzeugen bei Toulouse am R Mai und der Landung von 17 sowjetspanifchen Militärflugzeugen bei Pau am 17. Mai. Diese Darstellung enthält nichts neues, außer der Tatsache, daß drei Flugzeuge der letzt erwähnten Staffel bei der Zurücksendung ihre Bewaffnung behalten durften, um „der Gefahr eines Angriffes der gegnerischen Luftwaffe" entgegentreten zu können Die französische Regierung habe die Valencia-Bolsche- wisten darauf aufmerksam gemacht, daß im Wieder- holungsfalle die französischen Behörden sich gezwungen sehen könnten, sowjetspanische Fleugzeuge die in Frankreich landen sollten, zurückzuhalten. t 5 2! Leibes- t fest, her le der Lei- MWrnst. zwei Stm- ,ei Stunden, o. Vordem- Ak Die Cigaretten si(^ fester ; methoden, die de .«er-lirr, 24. Mai. (DNB.) Die Deutsche Gesellschaft für Wehrpolitik und Wehrwissenschaften hielt eine Tagung ab. Der Präsident, Generalleutnant v. Cochenhausen, wies aus die Ziele der nunmehr vier Jahre bestehenden Gesellschaft hin: Im Zeitalter der totalen Landesverteidigung alle diejenigen einander näher zu bringen, die an ihr mittelbar oder unmittelbar beteiligt sind. SORTE R60/ ✓M ugend, be5 M Miidri leben. Pflicht! ;Mt unter« \ erklärte erben. $r nnmal wä- ?'- »“s‘ ur ffirlanflunä Mer in «* Äung * n öPar- Än soO *> Ä- ten- hsanlei^ W ,,, rl l<‘ SÄ titel’10/ JU’JW Reichsminister Rust weihte am Sonntag in Braunschweig die Bernhard-Rust-Hochschule für Lehrerbildung ein. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Tagung der Deutschen Gesellschaft für Wehrpolitik. Generalmajor v. Tempelhoff gab in einem Vortrag über „Kriegführung und Technik" zunächst einen geschichtlichen Rückblick auf die Bewaffnung und die Ausrüstung der Heere und die entscheidenden Grundlagen für Sieg und Niederlage, und legte dann dar, welche Bedeutung die Errungenschaften der Technik für die Kriegsführung unserer Zeit haben. Es frage sich jedoch, ob sich der Schwerpunkt der Kriegsführung aus dem Bereich des Unberechenbaren in den der berechenbaren Technik verschoben habe. An dem Wettrennen, das die Kriegsführung vor immer neue Schwierigkeiten stelle, müsse sich jede Heeresleitung beteiligen, sie müsse dazu das gesamte technische Schaffen ihrer Zeit überschauen. Der beherrschende Einfluß der Kriegstechnik auf die Kriegsführung stehe außer Zweifel. Dennoch bestimme die Kriegskunst, und zwar vornehmlich die Tattik, was die Kriegstechnik zu leisten habe. Das gelte auch dann, wenn der Techniker einmal die Initiative ergreife. Man müsse bedenken, daß die Technik ja unparteiisch genug sei, um beiden 2 eite n — der angreifenden wie der verteidigenden — mit gleicher Gewissenhaftigkeit zu dienen. Es werde auch in Zukunft von der Führungskunst und von der Moral der Truppen abhängen, welcher Seite sich der Erfolg zuwende. Professor Dr. Goebel von der Technischen Hochschule Hannover beschäftigte sich mit dem vielseitigen -Problem der Wehrwirtschaft und erklärte, daß sie ein stark dynamisches Gebilde sei, das sowohl von der wirtschaftlichen wie auch von der technischen und der menschlichen Seite her dauernden Veränderungen unterworfen sei. Man müsse danach streben, diese Veränderungen durch straffe Zielsetzung möglichst klein zu halten. Eine zweite Aufgabe sei, die beste Verwirklichung der gestellten Ziele zu suchen. In der Sphäre der Verwirklichung solle Oer Staat immer eine gewisse Scheu empfinden, sich zu weitgehend in Dinge hineinzumischen, die durchzuführen er seiner ganzen Einstellung nach nicht besonders geeignet sei und bei der er seiner Autorität durch undurchführbare Forderungen leicht schaden könne. Alle in der Wehrwirtschaft benötigten Personen sollten — soweit möglich — auf der Grundlage der Freiwilligkeit herangezogen werden. Auf dieser Grundlage werde um so mehr erreicht werden je W in. Goll Palästina britisches Dominion werden? London, 23. Mai. (DNB.) Die königliche Kommission für Palästina hat, wie „Bunday Dispatch" berichtet, ihre Beratungen zu einem gewissen Abschluß gebracht. Sie werde vorschlagen, Das Mandat über Palästina durch Vereinbarung mit dem Völkerbunde aufzuheben und Palästina zu einem britischen Dominium zu machen. Palästina werde eine Zentralregierung erhalten, unter der eine Reihe s e l b - ständiger arabischer und jüdischer Gemeinden stehen würden, und zwar würde man allen Städten mit arabischer Mehrheit arabische Selbstverwaltung und allen Städten mit jüdischer Mehrheit jüdische Selbstverwaltung geben. Das neue Dominium würde Mitglied des Völkerbundes werden. Gleichzeitig würde die Einwanderungsquote neu festgesetzt werden. Die „Daily Mail" berichtet, die Teilung solle vom Galiläischen Meer aus bis zum Toten Meer gehen. Der rechte Teil des neuen Gebietes solle dann in einen arabischen Staat unter der Souveränität des Emirs Abdullah von Transjordanien umgewdndelt werden, während der jüdische Staat sich auf der anderen Seite bis zur Küste hin erstrecken würde. Haifa solle zu einem internationalen Hafen gemacht und die Städte Jerusalem, Bethlehem und Nazareth England vom Völkerbund als Mandat gegeben werden. England solle auch die Verteidigung und die internationale Vertretung des neuen jüdischen St börse Schlußkurs Mittagbörse Datum 22 5 245 22 5 24 5 Darum 22-5 24-5 22-5. 24-5. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6yz% Doung-Anleihe von 1930 .. 41/2% Hessische VoUsstaat von 1929 4%% Deutsche Reichspostschatz von 1934 1...................... 101,75 99 105 99,75 100,65 99,13 126 99,25 101,5 99 98 97,9 133 99,5 98,25 101,5 101,75 110,85 127,75 18,5 18,65 124,5 212,25 130,25 113 118,25 105 101,9 99 104,75 99,75 99,13 126,13 99,25 101,5 99 97,9 99,5 98,25 101,5 101,65 110,9 127 18,5 18,9 125,25 210,75 113 118 105 101,9 99 105 99,75 100,75 99,13 125,9 99,25 99 98 132,13 99,5 101,65 110,9 127,5 48 18,65 18,9 124,65 210,75 130,75 113 118,25 105 101,75 99 100,75 99,13 125,9 99,25 99 132,13 99,5 101,65 110,9 127 48,13 18,4 18,9 125,4 210,75 130,25 113 118 105 Accumulatoren-Fabrkk.......12 äKU-Kuystseide.............O Aschaffenburg Zellstoff........3 Bemberg...................O Bekula............... 8 Buderus Eisen...............4 Gement Heidelberg...........7 Gement Karlstadt............6 Chade A.-G..................9 Conti Gummi.............. 11 146,25 119,5 166 127,75 159,25 180 187,5 141,5 154,25 266 178 135,75 151,25 164,75 141,75 155,5 137 47,13 123,5 155,5 142 132,4 125 99 128,75 158,5 153 233,5 157 129,25 152,13 157 171,75 211,5 200 120,65 62,75 160 236 145,5 120,25 166 127,25 159,25 188 141,65 155 265 178 136,25 152,5 164,5 142 157 138 164,5 122,75 155,25 142 119,13 131,13 125 99 128 159 153,5 156,25 128,75 152 156 171,5 212,5 200,75 120 62,25 117,5 159,5 31,75 235 145 119,5 166,5 127,75 187,25 141,5 118 154,4 178,5 136,13 151,5 164,9 142,25 155,5 137 47,5 163 123 155,25 141,75 119,4 131,75 155 124,25 128,4 158,75 106,4 232,5 135,5 156,5 129 152,25 156,5 171,75 98,5 211,5 200 120,5 62,4 118 159 32,25 237 145,4 120,75 166,23 127,5 188 141,65 117,25 155,25 178 136,13 152,5 164,9 142,5 157,5 138 44,13 164,5 121,75 155,5 118,65 131,5 154,5 124,25 128,25 159 154 108,13 230,25 133,4 156 129 152,5 157,5 171,5 98,13 213 201 120 62 117,65 158,5 31,75 4%% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit 4y2% Hess. LandeSbk. Darmstadt Goldpfe. R. 12.............. Daimler Motoren............5 Dessauer Gas...............4 Deutsche Erdöl..............5 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen........ 6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. K. Farben-Jndustrie.......7 Felten & Guilleaume.........6 Gesfürel................. 6 Th. Goldschmidt...... 5 Gritzner Maschinen........... O Harpener.................2/t Hoesch Eisen......... 8*/2 Philipp Holzmann...........6 Ilse Bergbau....... 6 Ilse Genüsse................6 Kali Aschersleben............6 Klöcknerwerke............. 4% Kokswerke und Chemische Fabrik 6 Lahmeyer..................6 Mainkraft.............. 4 Mannesmann............... 3 Mansfelder Bergbau.......6VZ Metallgefellschaft.............5 Orenstein & Koppel..........O Rheinische Braunkohle.......12 Rheinische Elektro............6 Rheinstahlwerke..............6 Rbeintsch-Westfälische Elektro .. 6 Rütgerswerke...............6 Salzdetfurth Kali..........?y, Schuckert & Go...............6 Schultheis Patzenhofer........4 Siemens & Halske...........8 Süddeutsche Zucker.......... 10 Vereinigte Stahlwerke......3*4 Westdeutsche Kaufhof.........O Westeregeln Ai.alt............5 Zellstoff Waldhof............6 Olavi Minen...............0,6 5%% Hess. Landes-Hyp.-Banl Liqu. Goldpfe............... /r Ungarn Staats von 1913 .... 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 5% Rumänen von 1903......... 4%% Rumänen Gold von 1913.. 4% Einheits-Rumänen......... 4% Türken Bagdad l........... 4% Türken Bagdad II .......... 2y<% I.Anatolier.............. A.G. für Verkehrswesen......6 Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Hamburg-Amerika Paket......O Norddeutscher Lloyd..........O Deutsche Reichsbahn Vorz.-Wt. 7 Reichsbanl................. 12 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Pttvat-Bank ... 4 Deutsche Diskonto............4 Dresdner Bank..............4 22 .Mai 24 Mm Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brie, Geld Brie, Buenos Aires............. 0,756 0,760 0,758 0,762 Brüssel................... 42,03 42,11 42,04 42,12 Rio de Janeiro............ 0,160 0,162 0,161 0,163 47,04 47,14 47,04 47,14 Kopenhagen............... 54 93 55,10 55,00 55,12 Danzig................... 47,04 47,14 47,04 47,14 London................... 12,315 12,345 12,32 12,35 HelsingforS................ 5,445 5,455 5,445 5,455 Paris.................... 11,115 11,135 11,12 11,14 137,03 137,31 137,08 137,36 Italien................... 13,09 13,11 13 09 13,11 Japan.................... Jugoslawien.............. Oslo..................... Wien..................... Lissabon.................. Stockholm................ Schweiz.................. Spanien.................. Prag..................... Budapest................. Neuyork.................. 22 Mai 24-Ma, Amtliche Notierung Ärmliche Notierung Geld Brie, Geld Bries 0,718 0,720 0,718 0,720 5,694 5,706 5,694 5,706 61,89 62,01 61,91 62,03 48,95 49,05 48,95 49,05 11,185 11,205 11,19 11,21 63,50 63,62 63>52 63,64 56,98 57,10 56,99 57,11 16,98 17,02 16,98 17,02 8,661 8,679 8,661 8,679 ■ ■ 1 — — 2,493 2,497 2,493 2,497 o Hier abschneiden! 4 Pest 365 Perlzwiebel nigt. zerbrochenen Perlmutter kittet man nach vorheriger Erwärmung mit einem Gemisch von Schreinerleim und Schlämmkreide. Perttwiebel wird durch Steck- zwieoelchen im August tn lockeren, feuchten Eartenboden gesetzt. Überwintert am Pflanzort, ist im Juli erntereif. Büschel herausheben und kleine Steckzwiebel von größeren Eebrauchszwiebeln trennen. P. vorzüglich bet der Bereitung von Mixedpickles (f. d.) und beim Einmachen von Gurken. Perpendikel, entbehrliches lat. Fremdwort für Uhrpendel. Perpetuum mobile, lat, Vorrichtung, die sich ständig ohne treibende Kraft bewegt, ein den Naturgesetzen widersprechender und daher unereichbarer Traum vieler Erfinder. Perron, entbehr!, franz. Fremdwort für Bahnsteig ober Plattform eines Zuges oder einer Straßenbahn. Persönlicher Arrest, s. Arrest. Perubalsam, dunkelbrauner wohlriechender Saft einer peruanischen Pflanze, der als Mittel gegen Krätze und zu Parfüms verwendet wird. Perücke, franz., vorgetäuschtes Haupthaar, ist immer oei schärferem Hinsehen zu erkennen. Männer sollen daher lieber ehrlich ihre Glatze zeigen, als eine Perücke aufsetzen. Sinnvoll ist die Perücke bei Maskenkostümen. Sie wird bei Damen über glatt frisiertem eigenen Haar festgesteckt. Pessimismus, lat, Gefühlsein- [teUung, die immer schwarz und oas Schlechte sehen läßt und zum Weltschmerz neigt, im Gegensatz zum Optimismus. Pest, früher Bezeichnung für jede bösartige Voltsseuche, jetzt nur gebraucht für die sog. Veulenpest im Mittelalter der „schwarze Tod" genannt. Sie wird hervorgerufen durch die sog. Pestbazil- len; bei deren Übertragung spielen vor allem Ratten als Zwischenträger eine große Rolle. Die Pest kommt heute noch vor als sehr bösartige Infektionskrankheit in Rußland, in Hafenplätzen, im Orient, in Afrika. Geht einher mit hohem Fieber, Schwellung der Lymphdrüsen, die gewöhnlich bald vereitern und brandig zerfallen. Bei der Lun- genpest, die durch Einatmen der Pestbazillen entsteht, und welche die schwerste und gesürchtetste Form der Pest darstellt, tritt eine äußerst bösartige Lungenentzündung auf, die sehr rasch zum Tode führt. Treten die Pestbazillen in das Blut über, so folgt der Tod in kürzester Zeit. Dem Ausbruch einer Pestepidemie geht meist ein großes Rattensterben voraus. Der eigentliche Träger der Infektion ist der auch die Menschen befallende Rattenfloh. Behandlung gibt es eigentlich nicht, das einzige ist, durch Isolierung der Kranken dem Ausbreiten der Epidemie entgegen zu arbeiten. Durch Schutzimpfung kann man sich einigermaßen vor Ansteckung schützen. Kohlen von Fischer Gießen, Alicenstraße 42—44, Telefon 3172 und 3178 Ergebnisse in der Bezirksklasie. Wetzlar — 1900 Gießen ausgefallen. Burg — Bissenberg 3:1. . Wie zu erwarten war, gewann Burg das Spiel gegen Bissenberg. Aufstiegspiele zur Bezirkskiaffe. Niedergirmes — Steinüorf 3:1 Watzenborn-Steinberg — Heuchelheim 6:1 Niedergirmes gewann gegen Steindorf verdient. Ebenso konnten die Teutonen gegen Heuchelheim ihr gutes Können wieder einmal unter Beweis stellen. Tabellenstand. Gew. Unentsch. Verl. Pkte. Spiele Verein 7:3 7:3 5 5 3 3 1 1 0 0 0 1 1 5 4 5 3 1 1 2 3 4 in den nächsten Spielen zeigen, daß es mit zu den Aufstiegskandidaten zählt. 6:4 2:6 2:8 23er- FC. Teutonia W.-Steinberg Tuspo Steindorf Sportg. 03 Niedergirmes SV. Offenbach SV. 20 Heuchelheim Von den fünf um den Aufstieg kämpfenden einen werden zwei aufsteigen. Wenn auch Niedergirmes an dritter Stelle steht, so wird sich doch Spielvereinigung 1900 Gieken. Iugendabteilung. 1900 1. 3gb. — Tv. Großen-Linden 1. 3gb. 2:5. i900 2. 3gb. — Tv. Großen-Linden 2. 3gb. 3:1. Der Klubkampf in Großen-Linden warf alle Erwartungen über den Haufen. Die erste Jugend mußte eine kaum faßbare Niederlage hinnehmen. Die zweite Jugend bewies gerade das Gegenteil, obwohl man ihr vorher keinen Sieg in Großen- Linden zugetraut hätte. Gleich bei Anpfiff entwickelte sich schönes Feldspiel der ersten Jugend. Nachdem der Sturm der Blauweißen schon zwei totsichere Sachen vergeben hatte, begann auch die Fünferreihe der Platzbesitzer gefährlich zu werden Und schon kam auch ein fester Weitschuß auf das Tor der Gießener. Der Torhüter konnte den Ball nicht richtig festhalten, und spielend leicht schob der nachgesetzte Mittelstürmer Großen-Lindens zum ersten Tor ein. Unaufhörlich rollte der Ball nun wieder auf das Tor der Platzbesitzer. Ein Gedränge entstand vor dem Tor Gro- ßen-Lindens. Der Rechtsaußen der Blauweißen traf nur leicht den Ball und trudelnd fand das Leder am Tormann vorbei seinen Weg ins Netz. Mit diesem Ergebnis von 1:1 gingen beide Mannschaften zum Wechsel Die Blauweißen hatten jetzt die Sonne im Rücken und drängten gleich mit aller Macht zum Führungstreffer. Aber der Sturm von 1900 kombinierte und vergaß das Schießen. Schon kam auch Großen-Linden wieder auf. Der Mittelläufer der Blauweißen und der Mittelstürmer Großen-Lindens kämpften um den Ball. Der bessere Stand des Mittelläufers von 1900 entschied und er angelte sich das Leder Doch der Schiedsrichter pfiff einen Elfmeter. Geschlagen standen die Jungens der Blauweißen da, als der Ball im Netz hing und zusehends stell die erste Jugend von 1900 auseinander. Nur zehn Minuten waren es, und diese genügten für Großen-Linden. In gewaltigem Spurt konnten sie kurz hintereinander noch drei Tore erzielen. Beim zweiten Tor wurde der Hüter der Blauweißen, mit dem Ball in den Händen von drei Stürmern Großen-Lindens einfach ins Netz geworfen. In der letzten Viertelstunde konnten wieder die Blau-Weißen das Spielgeschehen diktieren: doch ihre Ausbeute war nur ein Tor. Die zweite Jugend von 1900 lieferte ein überzeugendes Spiel in Großen-Linden und konnte sicher gewinnen. Während des ganzen Spiels waren die Blauweißen überlegen „§C. Teutonia" Watzenborn-Steinberg Wahenborn-Steinberg I — $pD. Heuchelheim I 6:1 (4:1). Am Sonntag empfingen die Teutonen die erste Mannschaft vom Sportverein Heuchelheim zum fünften Aufstiegspiel. Nach dem Sieg von 2:1 in Heuchelheim hatte man mit einem höheren Resultat gerechnet, aber in dieser Höhe wohl doch nicht. Trotzdem waren die Zuschauer unzufrieden, da viele Torchancen nicht ausgenutzt wurden. Fett, der altbewährte Strafstoß- und Elfmeterschütze, verschoß schon in den ersten zehn Minuten zwei Elfmeter, und nur durch solche Umstände kam es, daß es nicht zu einer zweistelligen Zahl wurde. Die Einheimischen leigten sich in der ersten Halbzeit von ihrer guten Seite, und auch die Vertreter für O. und E. Burger taten ihre Pflicht. Auch Heuchelheim mußte mit Ersatz spielen. Das Spiel zeigte zuerst die Gäste etwas im Vorteil, aber bald wandte sich das Blatt. Der Sturm der Einheimischen drang in regelmäßigen Abständen vor das Tor der Heuchelheimer, und es gelang nur in der ersten Halbzeit, vier Tore zu erzielen, denen die Gäste eins entgegensetzen konnten In der zweiten Halbzeit ließ das Spiel erheblich an Tempo nach, denn das schnelle Spiel und die Hitze setzten den Spielern ziemlich zu. Die Spielweise der Gäste war jetzt nicht mehr offen, denn es wurde stark verteidigt, und die Angriffe der Teutonen scheiterten an der festen Mauer, oder aber war jemand abseits, das die Heuchelheimer meisterhaft fertig brachten. Mit diesem Spiel bzw. Sieg haben sich die Teutonen die Spitze der Tabelle der Aufstiegsspiele gesichert und sie versuchen nun mit aller Energie, diese zu halten. Spielvereimgung 1926 Leihgestern. Spogg. 26 Leihgestern 1. 3gd. — Tv. Wieseck 1. 3gb. 5:0 (3:0). Am Sonntag hatte die erste Jugendmannschaft die Gleiche des To. Wieseck zu Gast im Kampf um die Punkte. Die Einheimischen nahmen das Spiel von Anfang an ernst und waren sofort bestrebt, es an sich zu reißen. Durch einen Strafstoß, ausgeführt von dem rechten Verteidiger, gingen die Leih- gefterner in Führung, dann teilten sich die Stürmer außer dem Rechtsaußen in die übrigen Tore. Wieseck ging auch mächtig ins Zeug, um die Niederlage abzuwenden, aber die bessere Technik und .Taktik, die die Spieloereinigungsleute von größeren Gegnern (Eintr. Frankfurt a. M., Wetzlar 05, Marburg Germania usw.) lernten, hat in diesem Spiele gesiegt. Der Mannschaft gebührt ein Gesamtlob. Jeder gab sein letztes her, um das Spiel siegreich zu gestalten. GießenerRudererinHanau erfolgreich. Bei der Hanauer Ruderregatta am Sonntag gewann der Gießener Ruderer Joedt durch größere Steuersicherheit gegen Sauer, Frankfurt, Öen. Großen Einer, nachdem er sich als Sieger des Zweiten Einers die Startberechtigung erworben hatte. Ergebnisse: Zweiter Senior-Einer: 1. Joedt, Gießener RG., 7:13,5, 2. Möller, Hanauer RG., 7:14. — Erster Senior-Einer: 1. Joedt, Gießener RG. 1877, 6:45,5, 2. Sauer, Frankfurter RV., 7:05,4. „Rund um die Anlagen" im Bild. Links: In der letzten Stunde am Start. — Rechts: Als Sieger durch das Ziel. — (Aufnahmen [2]: Pfaff Nachf., Gießen.) Kunst und Wissenschaft. Aerzletagung für allergische Krankheiten. Die Wissenschaftliche Zentralstelle desHeufieVerbun- des e. 23., Verein zur Bekämpfung des Heufieberleidens, hielt in der Medizinischen Akademie in Düsseldorf ihre 2. Aerztetaaung für Allergische Krankheiten ab. Aus den Ausführungen der einzelnen Forscher und der regen Aussprache ergab sich, daß die allergischen Krankheiten in ihren klinischen Symptomen außerordentlich vielgestaltig sind, wobei die Grundlage des krankhaften Geschehens einheitlicher Natur ist, und bei deren Zustandekommen auch Erbfaktoren eine Rolle spielen. Zu den allergischen oder Ueberempfindlichkeitskrank- heiten gehören in erster Linie Heufieber, Asthma, Nesselsucht, zahlreiche Hauterkrankungen, Migräne und rheumatische Leiden. — Der Heufieberbund, eine Arbeitsgemeinschaft von Aerzten und Kranken, hat sich die Förderung der Erforschung und Bekämpfung dieser Krankheit zum Ziele gefetzt, die hunderttausende deutscher Volksgenossssen jährlich befällt. Der Leiter der Reichsärztekammer, Dr. Hoffeld, betonte, daß der Reichsärzteführer mit besonderem Interesse die Tagung verfolge; der Neichs- ärzteführer propagiere immer wieder die Zusammenarbeit mit dem Volke selbst, und hier sei diese glückliche Konstellation schon seit Jahren vorhanden, daß eine Gruppe von Laien die Zusammenarbeit mit der deutschen Aerzteschaft gesucht und diesen Weg mit Erfolg beschritten habe. 3nlernalionales TNusikfest in Dresden. Im Rahmen des vom Ständigen Rat für internationale Zusammenarbeit der Komponisten veranstalteten internationalen Musik fest es in Dresden gab die sächsische Staatskapelle ein Sinfoniekonzert. Es gelangten mehrere sinfonische Werke zur deutschen Erstaufführung (Jean R i - vier, Bodizar Sune, Herbert Bedford). Ein ernstes Präludium und eine heitere Fuge von Robert Heger erlebten die Uraufführung. Die musikalische Leitung des Konzertes lag in den Händen von Generalmusikdirektor Dr. Karl Böhm. Erk-Festspiele in Dreieichenhain. In der „Dreieich", dem ausgedehnten Waldgebiet zwischen Rhein, Main, Spessart und Odenwald, der um das Jahr 1000 als königlicher Bannforst begründet wurde, liegt das Städtchen Dreieichenhain, ein Schmuckstück mittelalterlicher Städtebaukunst. Der Name Ludwig Erks, des ersten großen Sammlers und Bewahrers des deutschen Volkslieds, ist untrennbar mit Dreieichenhain verbunden. Hier hat er die entscheidenden Anregungen zum. Sammeln der deutschen Volkslieder erhalten. Aus Anlaß des 130. Geburtstages ehrte ihn Dreieichenhain mit einem Erk-Festspiel. Im Hof der Burgruine, wo Erk feine Altersgenossen und Schulkameraden zu froher Geselligkeit zusammenrief, auch als er in Berlin durch Gründung des Erkfchen Männerchors und die Herausgabe der Liederbücher schon berühmt geworden war, spielen die Dreieichenhainer ein Stück um Ludwig Erk. Der Heimatdichter Hannes Vetter (Johannes Winkel) hat ein Lebensbild des Meisters geschrieben, das zum ersten Male an jener Stelle aufgeführt wurde, wo Erk so oft geweilt hat. Bewundernswerte Leistung einer Wiener Bergsteigerin. Der bewunderungswürdigen Leistung feiner Frau hat ein Wiener Bergsteiger fein Leben zu verdanken. Das Wiener Ehepaar H o n i ck hatte eine Besteigung der Edelweiß-Spitze im Hochschwabgebiet unternommen. Der Mann, der vorankletterte, wurde von einem Sie in schlag getroffen und stürzte bewußtlos ab. Seine Frau konnte ihn drei Stunden am Seil se st halten, bis eine auf ihre Hilferufe herbeigeeilte Rettungsmannschaft sie aus ihrer qualvollen Lage erlöste. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 dis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschlossen. Peter 366 Pfändung Peter, männl. Vorname griech Herkunft mit der Bedeutung „Stein, Fels". Petersilie dient zum Würzen und Garnieren der Speisen. Gebräuchlichstes Küchenkraut. Im Februar-März Samen säen, der in lockerem Erdreich etwa zwanzig Tage bis zur Keimung braucht. Zur Herbstzeit einige Pflanzen in Blumentopf setzen und so den Wintervorrat am Küchenfenster ziehen. Da P. zweijährig ist, jedes Jahr neuen Samen aussäen. Die vorjährige Saat liefert im zweiten Jahr nur noch den Frühjahrsbedarf — P. unterschieden in Wurzel- und Vlattp. Erstere hat glatte Blätter, nur die Wurzel wird gebraucht. Die bekannteste Art ist die letztere, die sog. Schnittp Hier sitzt der Gewürzstoff in den krausen Blättern. Petroleum, Erdöl, Mineralöl das im Haushalt als Brennstoff und Reinigungsmittel verwendet wird. Petroleum muß in deutlich erkennbarer Kanne gut verschlossen und kühl aufbewahrt werden Der Feuergefährlichkeit wegen darf Petroleum nicht in der Nähe von Feuer in Lampen gegossen werden. Unter keinen Umständen darf Petroleum zum Anzünden oder Wiederentfachen von Feuer verwendet werden, da schwere Explosionen entstehen können Brennendes Petroleum ist nicht mit Wasier zu löschen, sondern mit Sand und Tüchern zu ersticken. Petroleumlampen und -öfen müssen sauber gehalten und der Docht gleichmäßig beschnitten werden, da sie sonst übel riechen oder blaken. Petroleumslecke lassen sich mit warmem Seifenwasser entfernen. Petschaft, Handstempel zum Siegeln, Griff mit einem Stein oder Metallplatte, in die ein.Monogramm eingeschnittkn ist. Petunie, Balkon- und ©artens blume in leuchtenden Farben, Anzucht aus Samen muß sorgsam schon im F-wruar geschehen. Besser ist es, bie fertigen Pflanzen im Mai zu beziehen. Einteilung in aufrechtstehende und hängende Sorten. Erstere bleiben niedrig und werden auch als Beetpflanzen gebraucht. Beliebteste Sorte „Himmelsröschen", s. auch Balkonpflanzen. Pfälzerwein, meist leichter, süffiger Weißwein. Pfänderspiel, Gesellschaftsspiel, bei dem jeder, der etwas falsch macht, ein Pfand zu geben hat. Die Pfänder müssen am Schluß mit scherzhaften Aufgaben eingelöst werden. Pfändung. Einer Pfändung durch den Gerichtsvollzieher darf man keinen Widerstand entgegensetzen. Glaubt man, daß der Gerichtsvollzieher etwas zu Unrecht gepfändet hat, so wende man sich an das Vollstreckungsgericht (Amtsgericht). Unpfändbar sind: die zum persönlichen Gebrauch oder zum Haushalt dienenden Gegenstände, wie Kleidung, Wäsche, Haus- und Küchengeräte, soweit man diese Sachen zu einer bescheidenen Lebensführung be- Die Passiermaschine — ein guter Helfer. Sie erspart Ihnen bei Ihrer Küchenarbeit viel Arbeit. Passiermaschinen gibt es mit drei auswechselbaren Sieben. Außerdem auch die einfacheren und sehr praktischen Passiersiebe mit der Rolle Lassen Sie sich diese mal zeigen bei J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. 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