Samstag, 24. April 1937 Ur. 95 Erstes Blatt 187. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Lrjcherm täglich, nutz« MWWM Ä Al W* M Annahme von Anzeigen Sonntags and Feiertag» Av Wk ▼ sitt Oie Wittagsnummer Betlagen; Dt. 3Uu|trtert. 1^7 ▲ IkA A A A. AA W AA A jA ▲ JK. jA ▲▲ 6is8b.Ut)röe6cn sie erneut die günstigen Resultate der r ö m i - ichen Protokolle, die sich in völliger Ueber- ninstimmung mit Ungarn auswirken, feftgefteUt und (jaben die Zuversicht zum Ausdruck gebracht, daß ihre Zusammenarbeit dazu dienen wird, die freund- ichastlichen Beziehungen zwischen Italien und Oesterreich zu verstärken. Sie haben weiter die Ueberzeugung zum Ausdruck gebracht, daß diese Zusammenarbeit zu dem ge - meinfamen Ziele führen werde, das darin besteht, die Vorbedingungen für eine vollkommene Ordnung im Donauraum zu schassen. Sie sind davon überzeugt, daß eine solche Ordnung ohne die aktive Teilnahme Deutschlands undenkbar und undurchführbar ist. Sie sind überzeugt, daß die römischen Protokolle, die auch anderen Donaustaaten unter gewissen Bedingungen, die von Fall zu Fall festzusehen sind, zur Teilnahme offen sind, wie auch die im vergangenen Jahre von Oesterreich und Italien m i f Deutschland abgeschlossenen Abkommen sowie schließlich das jüngste italienisch - jugoslawische Abkommen sowohl im Interesse der daran teilnehmenden Länder als auch im allgemeinen Interesse des europäischen Friedens eine günstige Entwicklung der Lage in Mitteleuropa zu garantieren im Stande sind. Der österreichische Bundeskanzler hat diese Gelegenheit benutzt, um mit dem Duce die italienisch- österreichischen Wirtschaftsbeziehungen eingehend zu prüfen und den bedeutsamen Beitrag, den Italien dem wirtschaftlichen Wiederaufbau Oesterreichs durch einen intensiven italienisch-österreichischen Warenaustausch geliefert hat, zu unterstreichen. Die beiden Regierungschefs sind übereingekommen, auf diesem Wege fortzuschreiten. ♦ Giornale d'Italia" erklärt, die beiden Stäatsmäner hätten die ganze europäische Lage von Spanien bis Sowjetrußland geprüft und habet sest- gestellt, daß eine grundsätzliche Uebereinstimmung der Ansichten der beiden Regierungen m bezug aut LieAbwehrdesKommunismus unb feine unbewußten, aber nichtsdestoweniger gefährlichen Verbündeten bestehe. Naturgemäß habe man besonders die Beziehungen zu Oesterreichs Nachbarländern eingehend untersucht, wobei das deutsche Programm iyi Vordergrund gestanden habe. Die österreichischen Beziehungen zu Deutschland seien durch das A bk o mm e n v o m 11 Juli 1936, das dem deutschen Charakter des österreichischen Staates und die Achtung.seiner be- ffonderen Eigenart durch Deutschland bestätigt, sest- gelegt worden. Es handle sich nun darum, dieses Prinzip in ein praktisches Sy st em a k 1 t - ver Beziehungen zu verwandeln. Italien wünsche, daß diese Beziehungen sich auf breiter und vertrauensvoller Grundlage entwickeln und sich dadurch den Geist und Ziel der römischen Protokolle und der Achse Rom—Berlin harmonisch ern- DieZusammenkunst von Venedig. Keine Neuordnung im Donauraum ohne Deutschland. Rom, 23. April. (DRV.) lieber die Besprechungen zwischen Mussolini und dem österreichischen Bundeskanzler Schuschnigg in Venedig, veröffentlicht die Agenzia Stefani folgende Verlaut- IBefriebigung mung der Meinungen zwischen den beiden Ländern festgeslellt und haben bei dieser Gelegenheit die Prinzipien bestimmt, auf denen ihre freund- Ichaftlichen Beziehungen beruhen. 3m einzelnen ha- JmAeichenderAKseVerlin-Aom Französische Feststellungen. „Revision der diplomatischen Methoden." Oer polnische Außenminister in Bukarest. Vor neuen Entwicklungen in Oesterreich? „Giornale d'Fialia" kündigt neuen Schritt zur innerpolitischen Verständigung an Bukarest, 24. April. (DNBH Der polnische Außenminister Beck wurde vom König Karol in Audienz empfangen und hatte anschließend lange Aussprachen mit dem Ministerpräsidenten und dem Außenminister. Ferner fand im Außenministerium ein Festessen statt, wobei der rumänische Außenminister Antonescu hervorhob, baß das polnisch-rumänische Bündnis in einer tiefen Liebe zum Frieden und in der Achtung der unverletzbaren Grenzen und der legitimen Interessen ruhe Es sei rein defensiv und gegen niemanden gerichtet, schließe keine Freundschaft aus und sei „beseelt von dem Wunsch nach breiter internationaler Zusammenarbeit und von den Gefühlen der Treue für den Völkerbund". „„.. Während sich also Antonescu ausdrücklich zum Völkerbund bekannte, sagte der polnische Außenminister Beck u. a.: „Wenn wir unsere gegen- wärttgen Besprechungen rechtfertigen sollten, konn e ich auch den Grund ans uhren, daß wir heute in Europa eine Entwicklung z u n e u e n p o litt - schen Methoden fsir die Erhaltung des Friedens beobachten. Ich wäre sogar versucht zu sagen, daß es sich hierbei um die Revision der bestehenden diplomatischen Methoden handelt. Ich meine daß unsere Generation, die aus eigener schmerzlicher Erfahrung den Weltkrieg kennengelernt hat und gerade deswegen besonders dem Frieden zugetan ist, vielleicht einen allzu- großen Optimismus gegenüber den verschie- denen internationalen Systemen gezeigt hat" Der polnische Außenminister schloß mit der Feststellung, daß in allen internationalen Abkommen vor allem die tatsächliche Absicht der vertragsschließenden Teile von Bedeutung sei. „Ich Befriedigung in Ungarn. Budapest, 24. April. (DNB.) Wie das Nachrichtenbüro MTI. schreibt, hat das Kommunique über die Ergebnisse der Begegnung in Venedig in ungarischen Kreisen Befriedigung hervorgerufen. Man stellt fest, daß die Gerüchte, die davon wissen wollten, Oesterreich werde sich von dem römischen Block lossagen und — statt mit Italien und Ungarn — mit der Tschechoslowakei Zusammengehen, sich als unwahr erwiesen haben. Das Phantom einer neuen Staatengruppe im Donautal, an der Prag, Wien und Budapest beteiligt wären, sei in ein Nichts zerflat- t e r t. Die Zusammengehörigkeit der Staaten des römischen Blocks, die in Mitteleuropa die friedliche Entwicklung sichern und dadurch ein starkes Bollwerk das ganzen europäischen Friedens bildet, sei noch fester geschmiedet worden. Das gehe nun auch aus der Stelle des Venediger Kommunique hervor, worin die Hoffnung zum Ausdruck gebracht wird, daß das Zusammenwirken Italiens und Oesterreichs eine allgemeine Regelung der Verhältnisse im Donautal fördern werde. Welche Bedingungen U n g a r n an das Zusammenwirken aller Staaten im Donautal knüpft, sei aus häufig wiederholten Erklärungen hinlänglich bekannt geworden: Dolle Gleichberechtigung Ungarns und erträgliche Behandlung der ungarischen Minderheit in den Nachfolgestaaten. Die Schaffung dieser Bedingungen liege jedoch mcht bei Ungarn, sondern auf der anderen Seite. Die Unterredungen in Venedig, so schließt halbamtliche Blatt, hätten nochmals eindeutig stätigt, daß sich an den italienisch-österreichischen Beziehungen nichts geändert habe, daß aber gewisse Möglichkefen, ja sogar Notwendigkeiten neuer Entwicklungen und harmonischer Anpassungen bestehen. Der Aufbau und die Funktion der römischen Protokolle könnten nach und nach nützlich erweitert werden. Die römischen Protokolle müssen mehr und mehr mit dem deutsch- österreichischen Abkommen vom 11. Juli 1936 und mit der Achse Rom—Berlin in harmonischen Ein- gliebere. . IHan könne annehmen, daß man sich durch die 217if wirf ung Stallen sauf dem Vegeeiner offenen Verständigung befinde. Die Nationalsozialisten roür- den demnächst aufgeforöerf werden. >n Oester- reich die Verantwortung mit der valerländisch-n $tonl Z" «eilen, was den ersten Schrill für eine direkie Teilnahme an der Sst-rreichifch-n R-- aiernn g d-rst-llen würde. „Siarnale d 31a- tia" alanbl, dast die Ernennung eines n a l l o- ua,sozialistischen „Htferenfen für die valerlandische 5ronl nahe beuor- Nebe der zusammen mit Bundeskanzler Schuschnigg und Staatssekretär I-rnallo über sämtliche Probleme der beiden natwnalcn Be- roegungen verhandeln werbe. (Brnfeo Bedeutung komme aber auch den Beziehum Große Veveulu g Nachbarländern zu. Oesterreich ^"^»n ^aoslawien weder durch politische. sä »-><"> Paris, 24. April. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Presse stellt fest, daß die Besprechungen in Venedig vollkommen im Zeichen der Achse Berlin — Rom gestanden hätten. „Petit Pari- sien" erklärt, daß man aus der amtlichen Verlautbarung nicht deutlich ersehen könne, wer der hauptsächlichste Nutznießer der Besprechungen gewesen sei. Man dürfe nicht annehmen, daß der Hinweis auf die notwendige Beteiligung Deutsch- lands an der Organisierung des Dona u b e cf e n s lediglich eine Höflichkeitsformel dar- stelle. Deutschland sei vielmehr voll und ganz in das Spiel an der Donau eingeschaltet und seine Beteiligung stelle sogar eine conditio sine qua non dar. Wenn Worte überhaupt einen Sinn hätten, so bedeute dieser Teil der Verlautbarung die Verkettung des Gleichgewichtes im Donau decken mit der Achse Berlin — Rom. Für das „Journal" stellen die Beschlüsse von Venedig die unvermeidliche Folge des Druckes der Sttesa-Front dar. Italien arbeite in voller Uebereinstimmung mit Deutschland an der Stabilisierung Mitteleuropas um die Achse Berlin—Rom. „Oeuvre" behauptet, Schuschnigg habe in Venedig einen Mißerfolg erlitten. Der gleichen Ansicht ist auch der „Jour". gen, dieses Hin- und Herwogens zwischen den Mächten der Beharrung und den Nationen des Durchbruchs zu einem neuen politischen Zusammenleben der Völker stehen die Diplomaten- reisen, die an diesem Wochenende geradezu eine Rekordziffer erreicht haben. Die außenpolitische Frühjahrssaison begann mit dem Osterbesuch des italienischen Außenministers Grafen Ciano in Belgrad und der Unterzeichnung des italienisch-jugoslawischen Adriapakts, der nach dem Ausgleich mit Bulgarien Jugoslawiens zweiter Erfolg ist, seine außenpolitische Stellung durch direkte Verständigung mit seinen Nachbarn zu sichern. Die Konferenz der Kleinen Entente und der Besuch des tschechoslowakischen Staatspräsidenten Dr. B e n e s ch in Belgrad dienten der Unterrichtung — und man muß auch sagen der Beruhigung — der jugoslawischen Bundesgenossen von der Kleinen Entente. Nach der anderen Seite hin läßt es sich natürlich auch Italien angelegen sein, seine Mitunterzeichner der Römischen Protokolle über den Adriapakt und feine möglichen allgemeinpolitischen Auswirkungen zu informieren. Dem dient zweifellos das Zusammenkommen des österreichischen Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg mit dem italienischen Regierungschef in Venedig. Es kann wohl auch gesagt werden, daß wie die Achse Berlin—Rom das deutsch-österreichische Abkommen vom 11. Juli 1936 erleichtert hat, der Adriapakt das Verhältnis Oesterreichs und vielleicht auch Ungarns zu Jugoslawien und gegebenenfalls auch zu den anderen Staaten des Südostens unter eine neue Perspektive rückt. Dabei darf nicht übersehen werden, daß auch Gegenkräfte am Werke sind, die in Wien im Sinne einer tschechisch-französischen Orientierung wirken. Darüber ist in Venedig zweifellos auch Klarheit geschaffen worden. Das über die Besprechungen herausgegebene Kommunique stellt ausdrücklich fest, daß eine Neuordnung im Donauraum „ohne die aktive Teilnahme Deutschlands undenkbar und undurchführbar" ist. Damit wird den Bestrebungen, die Wirkungen der Achse Berlin—Rom im Südosten durch einen Querriegel aufzuheben, eine erfreulich eindeutige Absage erteilt. In gleicher Richtung der Verstärkung der Achse Berlin—Rom liegen die Besuche des österreichischen Bundesministers für innere Angelegenheiten Glaise-Horstenau und des ungarischen Honvedministers Röder in Berlin. In beiden konnte Deutschland zwei alte Waffengefährten aus dem Weltkriege begrüßen, deren Interesse naturgemäß vorwiegend dem Aufbau des neuen deutschen Heeres galt, für dessen Leistungen sie Worte hohen Lobes fanden, die aus sachverständigem Munde doppelt schwer wiegen. Eine andere diplomatische Initiative dreht sich um den durch Deutschlands Aufkündigung erledigten Locarnopakt und den Wunsch Belgiens, sich vor Abschluß eines neuen Westpaktes aus seinen Bündnisverpflichtungen gelöst zu sehen. Diesem Zweck galt der kürzliche Besuch König Leopolds in London, dem nun Edens Gegenbesuch in Brussel folgen soll, nachdem England mit den Franzosen Fühlung genommen hat, wozu auch wohl der Besuch des französischen Kriegsministers Da lädier in London Gelegenheit gegeben haben dürfte. Belgien sieht in der weltpolitischen Konstellation, deren wesentlichste Ursache das französisch-sowjetrussische Militärbündnis war, in seinen Locarnoverpflichtungen eine nationale Gefahr, die es dadurch abwenden möchte, daß es für die Zukunst einseitige Bindungen, die gefährliche Verstrickungen mit sich bringen können, meidet und seine Politik einzig und allein nach den Geboten seiner nationalen Sicherheit gestaltet England und Frankreich indessen, in fast übertriebener Sorge um Belgiens Unabhängigkeit, die von keiner anderen Seite her bedroht oder auch nur in Frage gestellt wird, möchten am liebsten an dem Locarnopakt nichts ändern, und wenn schon Belgien seiner Locarnoverpflichtungen los und ledig sein möchte, sollen wenigstens die Ergebnisse der zwischen den drei Mächten geführten Generalstabsbespre- ch u n g e n erhalten bleiben, alles natürlich nur um Belgiens Sicherheit willen, die man in schöner Selbstlosigkeit mit den eigenen Wünschen nach Erhaltung des belgischen Festungsglacis für einen englisch-französischen Aufmarsch, der ja nur gegen Deutschland' gedacht sein kann, gleichstellt. Der französische Kriegsminister D a l a d i e r hat bei seinen Besprechungen mit den britischen Staatsmännern und Militärs zweifellos darauf hingewirkt, daß die französisch-britischen Generalstabsabmachungen durch ein etwaiges Ausscheiden Belgiens, das beide Mächte gerne verhindern möchten, keine Lücke erfahren. Die in den nächsten Tagen zu erwartende französisch-englische Erklärung über das neue Verhältnis zu Belgien wird vielleicht über manches Klarheit bringen, zumal Belgien den größten Wert darauf legen muß, seine tatsächliche Unabhängigkeit und die Freiheit in der Wahl der Mittel zu ihrer Verteidigung auch von denen resvektiert zu sehen, die sich als seine uneigennützigen Freunde ausgeben. Man muß sich in Brüssel darüber klar werden, daß die wichtigste Voraussetzung einer echten Unabhängigkeit die ist, daß man sich künftighin von Generalstabsbesprechungen fernhält, die trotz oller Bemäntelungsoersuche nichts anderes darstellen als Vorbereitungen eines gemeinsamen Aufmarschplans für die drei Westmächte gegen Deutschland, das man sich zu diesem Zweck ohne Skrupel von vornherein als „Angreifer" vorzustellen beliebt. Generalstabsbesprechungen bleiben niemals ohne bindende militärische Vereinbarungen und diese müßten zwangsläufig Belgien, das sich aus allen Konflikten heraushalten möchte, zum willenlosen Objekt der Politik der Generalstäbe Frankreichs und Englands machen. Die Liste der Diplomatenreisen wäre nicht vollständig, blieben die Konferenz der nordischen Mächte in Helsinki, der Hauptstadt Finnlands, und der Besuch des polnischen Außenministers Beck in Bukarest unerwähnt. Die Konferenz von Helsinki ist eine der regelmäßigen Zusammenkünfte der Außenminister der vier nordischen Staaten Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland, die ja in mancherlei politischen und wirtschaftlichen Fragen gleichlaufende Interessen zu verteidigen haben. Mit Aufmerksamkeit wird man ihren Entschluß zur Kenntnis nehmen, mit anderen kleineren Mächten über eine gegenseitige Rüstungskontrolle zu verhandeln, falls die Arbeit des im Mai zusammentretenden Büros der mühsam wieder zum Leben erweckten Abrüstungskonferenz, wie zu erwarten ist, keine Aussicht auf ein allgemeines Abkommen läßt. Da England — von Frankreich ganz zu schweigen — vor Abwicklung seines Aufrüstungsprogramms für dies Thema kaum zu sprechen sein dürfte, könnte die Initiative der nordischen Mächte für die kleineren Staaten eine gewisse Bedeutung bekommen. Wirtschaftspolitisch verdient der Entschluß verstärkter Aktivität der Staaten der Oslokonvention, der außer den nordischen Mächten Holland, Belgien und Luxemburg beigetreten sind, deshalb Beachtung, weil er" zusammenfällt mit dem Auftrag, den der belgische Ministervräsident van Zeeland übernommen hat, die Möglichkeiten und Aussichten einer Tatsache, die auch innerhalb der Radikalsozialen Partei immer deutlicher zum Ausdruck kommt. Der Minister verteidigte das Volksfrontregime mit der Behauptung, daß die öffentliche Ordnung in keiner Weise bedroht sei und niemand sie ernstlich bedrohen könne. Weite Kreise Frankreichs würden allerdings diese Ansicht nicht teilen und sich dabei auf sehr eindeutige Erfahrungen auf diesem Gebiete berufen. Daladier war am Freitagabend in Manchester Gast bei einem Bankett des britischen Verbandes Alliance Francaise. Er hab wiederum die Bedeutung der englisch-französischen Freundschaft hervor. Frankreich wünsche aber nicht nur Frieden und Freundschaft mit England, sondern auch Freundschaft mit allen Völkern der Welt. Der Friede müsse durch Zusammenarbeit erzielt werd"n. Frankreich sei bereit, allen Ländern, die es wünschten, feine Mitarbeit anzubieten. Nie Vadikalsozialisten warnen 3!um. Der Druck der Gewerkschaften auf eine verkappte Inflation hin. Paris, 24. April. (DNB. Funkspruch.) Die radikalsoziale „E r e N o u v e l l e" zeigt sich stark beunruhigt über den Druck, der von Gewerk- schaftskreisen auf die Regierung aus- geübt wird, um einen 10-Milliarden-Kre- d i t für die Durchführung großer N o t st a n d s - arbeiten zu erreichen. Die Drohungen der Gewerkschaften seien unzweideutig. Die Frage sei jetzt, was die Regierung und die parlamentarische Mehrheit dagegen unternehmen würden. Der Finanzminister habe kürzlich feierlich erklärt, die R ü - st u n g s a n l e i h e sei die letzte Anleihe. Man erwarte jetzt von ihm das Versprechen, keine verkappte Inflation durchzuführen, um dadurch eine Anleihe zu ersetzen. Die Frage fei, ob die Regierung dies Versprechen auch halten könne. Es fei Pflicht der Radikalsozialisten, an diesem Werke mitzuarbeiten. Es gebe nicht, sich noch länger in Schweigen zu hüllen, weil dieses Schweigen einer Zustimmung ähnele. Das Programm der Volksstont sei seit langem überschritten. Herzlicher Empfang iialienischer Journalisten. Besuch in Konstanz, Jriedrichshafen und Stuttgart. Friedrichshafen, 23. April. (DNB.) 20 Männer der italienischen Presse, die unter Führung von Ministerialdirektor Dr. Comm. Gherardo C a - s i n i in Konstanz eintrafen, wurde ein herzlicher Empfang zuteil. Fähnchen der deutschen und der italienischen Nation wurden geschwenkt, und von der begeisterten Jugend wurden den Gästen Blumen zugeworfen. Der /stellvertretende Pressechef der Reichsregierung, Ministerialrat Berndt, überbrachte die Grüße des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda und wies auf die gemeinsamen Aufgaben und gemeinsamen Ideale der deutschen und der italienischen Presse hin. In beiden Ländern sei wieder das Wohl des Volkes allein der Maßstab für die Gestaltung der Presse. In beiden Ländern drücke die Wiederbesinnung auf die ewigen Werte der Nation auch der Presse ihren Stempel auf. In der jahrtausendelangen gemeinsamen deutsch-italienischen Geschichte habe es vielfältige Beziehungen zwischen den beiden Nationen gegeben, die in Deutschland wie in Italien ihre Spuren zurückließen. Vielleicht sei es auch aus dieser Gemeinsamkeit heraus zu verstehen, daß beide Nationen zu gleicher Zeit Männer hervorgebracht hätten, die nicht nur ihrem Jahrhundert, sondern vielleicht einem Jahrtausend ihren Namen geben würden. Ministerialdirektor Dr. Comm. C a s i n i dankte für den herzlichen Empfang. Die italienischen Journalisten seien gekommen in vollem Verständnis für die heutige politische Lage und die großen gemeinsamen Aufgaben, die sie für beide Länder mit sich bringe. Sie wollten das neue Deutschland kennenlernen und der faschistischen Presse seinen tiefen Sinn vermitteln. In Friedrichshafen besichtigten die italienischen Journalisten dann den Maybach-Motorenbau mit seinen Lehrwerkstätten und seinem Getriebebau. Auch dem Luftschiffbau Zeppelin statteten sie einen Besuch ab. Das im Bau befindliche Luftschaff „LZ 130" befindet sich in einem besonders interessanten Baustadium, da das Gerüst fertiggestellt ist und die Kabinen eingebaut und z. T. sichtbar sind. Dr. Eckener gab den Besuchern einen knappen Aufriß über das Werden des Werkes des Grafen Zeppelin und die Pläne des Zeppelin-Luftschiffbaues. Er wies darauf hin, daß nach Fertigstellung von „LZ 130" und „LZ 131" an jedem fünften Tage ein Luftschiff von Deutschland nach den Vereinigten Staaten und von den Vereinigten Staaten nach Deutschland fahren werde und daß man künftig in einer Woche nach den Vereinigten Staaten und zurück fahren könne. Bei dem Essen im Kurgartenhotel richtete Reichshauptamtsleiter Dr. D r e s l e r herzliche Begrüßungsworte an die Gäste und erinnerte an den Besuch von Hauptschriftleitern der NS.-Presse in Italien. Dr. Eckener gab der Hoffnung Ausdruck, daß sie in den Werken des Zeppelinbaues und der Maybach-Motorenwerke Gelegenheit gehabt hätten, den schöpferischen Geist des deutschen Volkes kennenzulernen. Ministerialdirektor Dr. Comm Gherardo Casini dankte herzlich für die Begrüßung. In wenigen Stunden hätten die italienischen Gäste drei Feststellungen machen können, daß das deutsche Volk geschlossen hinter seinem Führer Adolf Hitler stehe, daß ein ungeheuerer Arbeitswille die deutsche Nation erfülle und daß ein Geist der Jugend diese beiden Nationen beseele, der ihn von anderen Völkern wesentlich unterscheide. In Stuttgart wurden die italienischen Journalisten auf dem Bahnhof vom Kreisleiter Mauer sowie von der Stuttgarter Ortsgruppe der faschistischen Organisation empfangen. Die Stadt der Ausländsdeutschen hatte Flaggenschmuck angelegt. Vor dem Bahnhof hatten Ehrenformationen Aufstellung genommen. Auch eine Abteilung Jung- faschisten war angetreten. Unter den Klängen des Präsentiermarsches schritt Ministerialdirektor C a - f i n i zusammen mit Ministerialrat Berndt die Front ab. Partei und Bierjahresplan. Oie Kreisleiter auf der Ordensburg Vogelsang. Burg Vogelsang, 23. April. (DNB.) Am Freitag hat die Kreisleiterschulungstagung auf Burg Vogelsang ihre Arbeit aufgenommen. Als erstes Thema der hier vor den Kreisleitern behandelten Aufgaben des Vierjqhresplanes sprach Präsident Dr. S y r u p über das Problem des Arbeitseinsatzes. Es komme auf jedem Einzelgebiet — bei der Ueberwindung der Landflucht, bei der Heranziehung von Landarbeitern, bei der Ausbildung von Facharbeitern und Verstärkung des ländlichen Handwerks, sowie bei der Aufgabe, die Frauen in die Hauswirtschaft hineinzuführen — darauf an, für lange Dauer und mit gesunder Stetigkeit die Volksmassen in Arbeit und Brot zu bringen. Alle Aufgaben ließen sich nicht durch Gesetze regeln, sondern nur durch eine klare Unterrichtung und Erziehung der Bevölkerung. Wenn es so z. B. darum gehe, die Landarbeiterfrage zu lösen, dann müsse aus der neugewonnenen Einstellung aller Beteiligten heraus die Voraussetzung des Erfolges geschaffen sein, die sich zusammensetze aus den Forderungen nach einer Bodenverwurzelung, der Schaffung ausreichender und einwandfreier Wohnstätten, der Erzielung von Dauerverträgen und der Formung einer selbstverständlichen ländlichen Betriebsgemein- fchaft. Die Ermittlungen über die Lehrlingsausbildung in der Eisen- und Bauindustrie und über den Einsatz der älteren Angestellten haben befriedigende Ergebnisse gezeitigt. Aber dort, wo man den Forderungen des Nationalsozialismus Nicht gerecht werde, würden sie zum Wohle des Volkes durchgesetzt werden. Ministerpräsident Köhler als Beauftragter für die Rohstoffverteilung zeigte, daß das Mi- nus des deutschen Lebensraumes an Bodenqualität und Rohstoffen ersetzt werden müsse durch das Plus der deutschen Arbeiterkraft und Intelligenz, sowie durch den geschlossenen politischen Einsatz. Pflicht der Partei fei es, das Verständnis für die Forderungen, die der Plan an den letzten Volksgenossen stelle, zu wecken. Vornehmstes Ziel sei, die Lebenshaltung jedes Einzelnen zu verbessern und zu heben. Die Partei sei aber der treibende Motor. Gauleiter Joseph Wagner gab anschließend einen Ueberblick über seine Tätigkeit als Reichskommissar für Preisbildung im Vierjahresplan. Er behandelte das Problem, das durch die verstärkte Nachfrage einerseits — zurückzuführen auf die Intensivierung der Wirtschaft in Deutschland — und durch die Schwierigkeiten der Einfuhr anderseits hervorgerufen worden fei. Eine der vordringlichsten Aufgaben der Preisgestaltung sei es, den durch ein etwaiges Steigen der Preise lebenswichtigster Dinge gefährdeten Lebens st andard der breiten Schichten unter allen Umständen vor einem Ab sinken zu bewahren. Es gehöre somit zu den wichtigsten Ausgaben der Kreisleiter, ständig so erzieherisch auf die Menschen innerhalb der deutschen Wirtschaft einzuwirken, daß sich die Wirtschaft stets als Dienerin des Volkes betrachte und aus diesen nationalsozialistischen Grundsätzen heraus ihre unbedingte Abhängigkeit vom Leben des Volkes erblicke. 2lm Nachmittag nahm dann Reichsminister Dr. Goebbels das Wort zu fast zweistündigen Ausführungen. Es scheine ihm wichtig, so führte der Minister aus, bedeutsame Fragen, die den politischen Leiter interessieren im Rahmen einer Aussprache zu klären. Er begrüße daher die Gelegenheit, sich mit den Kreisleitern der Bewegung, die als Verbindungsmänner der Partei zum Volk fungierten, über aktuelle politische Fragen unterhalten zu können. Im Rahmen einer von Frage und Antwort getragenen Aussprache behandelte Dr. Goebbels erschöpfend eine Reihe politischer Themen, die aus dem Kreise seiner Zuhörer angeschnitten wurden. Weltwirtschaftskonferenz zu sondieren. Einer feiner engsten Mitarbeiter, der Finanzsachverständige F r d r e , der im Augenblick in Paris weilt, um dann auch Berlin und Rom aufzusuchen, hat die mancherorts voreilig hochgeschraubten Erwartungen auf das notwendige Maß zurückgeschraubt. Es handelt sich sowohl bei seinen Reisen wie bei dem für Juni in Aussicht stehenden Besuch van Zee - lands in Washington um den Versuch, Material zusammenzubekommen über die Lage der Weltwirtschaft und die Frage zu prüfen, ob es Sinn hat, eine Konferenz mit der Erörterung dieser Fragen zu betrauen. Erwähnen wir zum Schluß noch kurz den Besuch des polnischen Außenministers B e ck in Bukarest, der der Festigung des alten zu Zeiten Titulescus etwas in den Hintergrund getretenen, aus den gemeinsamen Interessen des ähnlichen Verhältnisses zum sowjetrussischen Nachbarn entstandenen polnisch-rumänischen Bündnisses dienen soll, so schließt sich der Ring der Diplomatenreisen, die im ganzen erkennen lassen, wie sehr die alten Formen des internationalen Zusammenlebens sich gewandelt haben und wie stark den Machten der Beharrung das Streben nach einer neuen, sinnvolleren und aufrichtigeren Friedensordnung entgegentritt. Fr. W. L. Daladier verteidigt das Volksfrontregime London, 23. April. (DNB.) Der französische Kriegsminister Daladier sprach am Freitag zum zweiten Mal in Manchester auf einem Essen der beiden französischen Vereinigungen in England. „Wir hegen, so erklärte er, keinen Haß.gegen irgendein Volk, unter welchem politischen System es auch leben möge. Wir wünschen im Gegenteil, allen Nationen die Freundschaftshand zuzustrecken." Daladier trat dann für eine Zusammenarbeit der sogenannten demokratischen Länder ein und bezeichnete es als notwendig, daß sich diese Länder „durch eine eigene Verteidigung sichern". Der Minister bemühte sich, der Befürchtung entgegenzutreten, daß Frankreich dem Kommunismus zutreibe. In Frankreich hätten die Mittelschichten von jeher einen großen wirtschaftlichen und sozialen Einfluß gehabt. Er erwähnte nicht, daß gerade die Mittelschichten vom Volksfrontregime an d i e Wand gedrückt werden und deshalb nun verzweifelt zum Widerstand gegen den Marxismus rufen, eine Für die kommende GeneiMon. Die vor einigen Tagen in Berlin abgehaltene Jahresversammlung der zur NSV. gehö- renden Fürsorge „Mutter und Kind" hat dem Reichspropagandaminister Dr. Goebbels Gelegenheit zu grundlegenden Ausführungen über die Heranbildung und Erhaltung der kommenden Gene- ration gegeben. Auseinandersetzungen, die noch in letzter Zeit in fremden Ländern zu verzeichnen sind, zeigen, daß durchaus noch nicht überall die lieber- zeugung verbreitet ist, wie wichtig für die Zukunft eines Volkes die Schaffung einer ausreichend großen, körperlich und geistig gesunden Nachkommenschaft ist. Besonders in England und in Frankreich begegnet man immer wieder der Meinung, daß es die lebende Generation besser habe, wenn sie sich in der Nachkommenschaft beschränke, und daß es em Kind oder höchstens zwei Kinder im Leben bes- fer haben als drei ober vier Kinder, wenn die Erb- schäft ihrer Eltern in weniger Teile geht. Dabei lehrt die Geschichte, daß kein Volk seine gewonnene Stellung unter den übrigen Völkern behaupten konnte, wenn es dem Zwei- oder gar dem Ein-Kinder-System verfiel. Im nationalsozialistischen Deutschland ist es nicht das Ziel der politischen und sozialen Führung, dem Einzelnen einen möglichst großen materiellen Lebensgenuß zu verschaffen, sondern für eine kopfreichere und glücklichere Generation mit Fleiß und Hingabe die erforderlichen Voraussetzungen geschaffen zu haben. Der Nationalsozialismus lehrt, daß die Nation höher steht als der Einzelne. Er unterscheidet sich dadurch von früheren Regierungen, daß er die lebende Generation nicht ängstlich schont, sondern alle ihre Kräfte anspannt und keinen vorzeitigen, nicht endgültig verdienten Lebensgenuß duldet. Auch das nationalsozialistische Deutschland ist gezwungen, zur Aufrechterhaltung der Lebens- und Leistungsfähigkeit Vorgriffe auf künftige Wirtschaftserträge zu machen. Aber das, was mit diesen Dorroeggenomme« nen Kapitalbeträgen geschaffen wird, wird der kommenden Generation das Leben erleichtern und verschönern. Es ist eigentümlich, wie wenig klar sich viele Völker noch über die Mittel sind, die der Schaffung einer kopfreichen, gesunden kommenden Generation dienen. Meist wird nur die Hebung der Geburtenzahl ins Auge gefaßt. Soweit in England bevölkerungspolitische Erwägungen überhaupt in das Bewußtsein breiter Volksschichten eingedrungen sind, spricht man darüber, wie die Geburtenzahl gehoben werden könne. Auch die Regierung des nationalsozialistischen Deutschlands hat sich mit dieser Frage beschäftigen müssen. Die erfolgreichste unter den ergriffenen Maßnahmen war die im Sommer 1933 verwirklichte Idee der „Ehestandsdarlehen". Diese Einrichtung hat dafür gesorgt, daß die aus verschiedenen materiellen und psychologischen Gründen in den letzten Jahren unterbliebenen Eheschließungen nachgeholt wurden. Aus der vergrößerten Zahl junger Ehen gingen naturgemäß in den folgenden Jahren mehr Kinder hervor. Wenn aber auch noch im Jahre 1936 gegenüber dem Vorjahr eine erhöhte Geburtenziffer (19,1 gegenüber 18,9 vom Tausend) zu verzeichnen war, so bedeutet das, daß auch die unter dem Nationalsozialismus aufblühende Zuversicht zur politischen und wirtschaftlichen Zukunft des deutschen Volkes ihre Folgen auf bevölkerungspolitischem Gebiet zu zeigen beginnt. Reichsminister Dr. Goebbels hat auf der erwähnten Jahresversammlung der Fürsorge „Mutter und Kind" Adolf Hitler als den Schirmherrn der Kinder bezeichnet. In der Tat muß ein Volk wieder zur Zukunftsgewißheit bekehrt und non der Massenarbeitslosigkeit erlöst fein, wenn es einer ausreichenden Zabl von Kindern das Leben schenken soll. Eine Reihe weiterer Maßnahmen, die der Geburtenfcheu entaegenwirken soll, bezieht sich auf Erleichterung der Ausbildung der Kinder teils durch unmittelbare Unterstützungen in der Schule und in der Berufsausbildung, teils durch Gewährung von Steuernachlässen für die Familienväter. Bereits einige Wochen vor der Jahresversammlung der Fürsorge „Mutter und Kind" hat Hauptamtsleiter Hilgenfeldt, der verdienstvolle Leiter des Winterhilfswerks, die kommende Aufgabe der NSV. dahin Umrissen, daß sie sich in noch stärkerem Maße als bisher der Pflege der geborenen Kinder, also der Säuglinge und Kleinkinder sowie selbstverständlich auch ihrer Mütter annehmen müsse. Die bei der Berichterstattung über das abgelaufene Jahr vorgetragenen Zahlen beweisen, daß auf diesem Gebiet große Fortschritte erzielt wurden. Hilgenfeldt teilte mit, daß die Säuglingssterblichkeit von 1933 bis 1936 eine beträchtliche Rückbildung von 7,9 auf 6,6 erfahren habe, und daß Deutschland alle Aussicht habe, sehr bald das Land mit der niedrigsten Säualings- sterblichkeit zu sein. Verschickung von Müttern und Kindern zu Erholungsaufenthalten sowie eine ständige gewissenhafte Gesundheitskontrolle sind wich- tige Hilfsmittel gegen die Säuglings- und Kleinkindersterblichkeit und gegen die Ausbreitung von Krankheiten unter der Heranwachsenden Generation. Der Erfolg auf dem Gebiet der Arbeitslosigkeitsbekämpfung hat die Bedeutung einer weiteren Aufgabe gesteigert, nämlich die Schaffung von Kindergärten und Kinderhorten für solche Kinder, deren Eltern aus beruflichen Gründen von Hause abwesend fein müssen. Eine besondere Rolle wird auch in Zukunft die Fürsorge für die Kinder der Bauern und Landarbeiter in der Erntezeit spielen. Mit ungleich größerer Energie als ihre Vorgängerinnen hat die nationalsozialistifche Regierung sich der Pflege der Gesunden anaenommen. Die beste Fürsorge ist die, die eine Beschränkung d-r Fälle non Krankheit und Siechtum erzielt. Im Sommer 1935 hohen die ausländischen Besucher des in Berlin abgehaltenen bevölkerungswissenschaft- lichen Kongresses einen starken Eindruck davon erhalten,, wie sich das neue Deutschland bemüht, es aar nicht erst zur Geburt lebensunfähiger Kinder kommen zu lassen. Die iünafte Debatte im briti^n Unterhaus üb"r teeimiöige Sterilisierung war hier- ttir charakterist^-b. Cr. Das MHW. als W rt^chasisuntepnebmen. Eindrucksvolle Zahlen. Berlin, 23. April. (DNB.) Das Winterhisis- werk des deutschen Volkes ist, was über seine großen sozialen Auswirkungen meist nicht hinreichend beachtet wird, selbst eines der größten deutschen Wirts chaftsunternehmen. lieber diese Seite macht Hauvtamtsleiter H i l g e n f e l dt einige aufschlußreiche Mitteilungen in der Gesellschaft der Berliner Freunde der Deutschen Akademie. Das WHW. kauft im Durchschnitt jährlich für 75 Millionen Mark Kohlen, es nimmt 35 v. H. der ge* samten deutschen Seefischfänge ab, es hat im letzten Jahre rund 7 Millionen Zentner Kartoffeln Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. HI 37: 10 496. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Manatsbezugspreis NM. 2,05 einfchließlick 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist ^relslifte Nr. 4 vom 1. Aziril 1937 ftiUtifr Der 1. Mai in der Reichshauptstadt. Das Programm für den Nationalfeiertag in Berlin. gekauft, es ist d e r g r ö ß t e Z u ck e r k ä u f e r und neben der Wehrmacht der grüßte Käufer auf dem Gebiet der Textil» und Schuhwaren. Hil- genfeldt nahm auch Stellung zu dem dummen und törichten Gerede, daß die Aufrüstung aus den Mitteln des WHW. mit finanziert werde, und wies zahlenmäßig nach, daß der Durchschnittssatz bei der Betreuung einer bedürftigen Fami- l i e zwischen 100 bis 120 Mark liegt. Bei 3,5 Millionen Familien ergibt sich schon bei einem Durchschnittssatz von 100 Mark eine Summe von 350 Millionen. Zum erstenmal kann das WHW. jetzt Ueberschüsse für allgemeine Aufgaben der deutschen Wohlfahrtspflege verwenden. Es ent- l a st e t das deutsche Volk dadurch in den Sommermonaten von Sammlungen des Roten Kreuzes, der Caritas, der Inneren Mission und des Reichsmüttsr- dienstes. Hervorzuheben ist, daß an die Stelle der Massengüter des ersten WHW., insbesondere der Kartoffel- und Mehlzuteilung, die Verteilung von hochwertigen Gütern getreten ist. So ist beim Fleisch die Zuteilung von 3,5 Millionen Kilogramm im ersten Jahre auf 8,4 Millionen Kilogramm gestiegen, bei Fisch von 1,9 Millionen auf 10 Millionen Kilogramm, bei Zucker von 3,2 auf 7,1 Millionen Kilogramm und bei Gemüse von 3,8 auf fast 26 Millionen Kilogramm. Besonders klar teilte der Redner heraus, daß die Fürsorgearbeit der nationalsozialistischen Wohlfahrtspflege die Wirt- chaft, die heute bereits vor der Frage steht, wo ie gesunde und kräftige Arbeiter hernimmt, in )ohem Maße angeht. Don dieser Arbeit hängt für die Nation selbst und für die Wirtschaft unendlich viel ab. Berlin, 23. April. (DRV.) Zum fünften Mal begeht am 1. Mai 1937 das deutsche Volk seinen 31 a t i o n a l f e i e;T f a g im nationalsozialistischen Reich. 3m Mittelpunkt der Feiern stehen wiederum die Veranstaltungen in der Reichshauptstadl. Die Hauptkundgebung findet wieder im Lustgarten statt. Dagegen erfolgt die Iugendkundgebung im Olympiastadion, bei der mit einer Teilnehmer- Zahl von 150 000, also fast der doppelten Zahl des Vorjahres, gerechnet wird. Sie wird durch eine An- prache des Reichsjugendführers eröffnet. Rach einer Rede des Reichsministers Dr. Goebbels spricht dann der Führer zur deutschen Jugend. Um 10 Uhr beginnt die Festsitzung der Reichskulturkammer im Deutschen Opernhaus, in deren, Mittelpunkt die Rede des Präsidenten der Reict^kulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, steht, der die Verkündung des Buch- und Filmpreises 1 9 3 7 vernimmt 3m Anschluß an die Festsitzung fährt der Führer durch die Spalierstrahe, an der die Schaffenden Berlins Ausstellung genommen haben, zum Lu st garten, wo um 12 Uhr der Staatsakt seinen Anfang nimmt Der Aufmarsch der Fahnen erfolgt um 11.30 Uhr auf dem Schloßhof. Rach Ansprachen des Reichsministers Lr. Goebbels und des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley spricht der Führer zu den Schassenden Deutschlands. Am Rachmittag um 17 Uhr werden die Arbeiterabordnungen aus allen deutschen Gauen und die Sieger des Reichsberufswett- kampfes vom Führer empfangen. Die Abend- kundgebung im Lustgarten leitet ein Fackelzug ein, an dem rund 12 000 Angehörige der drei wehrmachtsteile, der Kampfformationen und der Gliederungen der Bewegung sowie Abordnungen der verschiedensten Organisationen teilnehmen. 3m Mittelpunkt der Abendkundgebung steht die Rede des Ministerpräsidenten Generaloberst Göring. Den Abschluß bildet der von vier Musikkorps der । Wehrmacht ausgeführte Große Zapfenstreich. Dresdner 3ahresschau 1937 „Garten und heim". Die Dresdener Jahresschau 1937 „Garten und Heim" wurde durch ihren Schirmherr», den Reichsminister und Leiter der Reichsstelle für Raumordnung, Kerrl, feierlich eröffnet. Der Reichsminister wies darauf hin, daß der große Erfolg der Reichsgartenschau im vergangenen Jahre gezeigt habe, wie tief im völkischen Leben der Grundsatz von Blut und Boden schon heute wurzelt. Das Volk, das durch die gesteigerte Jndustrieali- sierung und Technisierung des Lebens mehr und mehr von der Natur abgedrängt worden sei, er- zwinge sich den Weg zur Natur zurück. Es habe erkannt, daß die Loslösung vom deutschen Boden den Volkstod bedeuten wurde. Der Minister kennzeichnete die Raumnot, unter der das deutsche Volk zu leiden hat; deshalb müsse mit dem knappen Raum auf das sorgfältigste umgegangen werden. Der F ü hr e r habe die Reichsstelle für Rgmnord- nung eingerichtet, die darüber zu wachen habe, daß nirgends planlos mit diesem kostbaren Raum verfahren wird. Die Jahresschau „Garten und Heim" gebe den Volksgenossen die Möglichkeit, sachliche und notwendige Anregungen auf dem lebenswichtigen Gebiet von Garten und Heim zu erhalten; deshalb finde sie auch das Interesse des Führers. Generalmusikdirektor Leo Blech in den Ruhestand getreten. Generalmusikdirektor Staatskapellmeister Leo Blech hat nach 31jähriger Tätigkeit an der Berliner Staatsoper die Altersgrenze erreicht und tritt in den Ruhestand. Reuschnee im Allgäu. NG-Bund deutsche Technik. Generalinspettor Or. Todt fordert größte Beachtung der Nachwuchsfrage d Luxemburg auf dem Abschieds- m. Sie sollen, ebenso wie ihre noch Aus aller Well feier General von Kuhlwein f. Der Stellvertreter des Bundesführers des Deutschen Reichskriegerbundes (Kyffhöu- e r b u n b) E. V., Generalmajor a. D. vonKuhl - wein, ist am Freitagabend nach längerer Krank- beit verschieden. Generalmajor Horst Kuhlwein vonRathenow entstammt einer alten Soldatenschon eingetroffenen etwa 30 Gesellen aus Ungarn uni Das Haus der Deutschen Kunst ist vollendet. Der Bau des Hauses der deutschen Kunst in München ist vollendet. Die Vorarbeiten für die große deutsche Kunstausstellung sind in vollem Gange. Dom 16. bis 18. Juli findet der Tag der deutschen Kunst mit der Eröffnung des Hauses statt. Das nationalsozialistische Deutschland wird sich der Welt in seinem ureigensten Kunstschaffen offenbaren, dem vom F üh r e r die Wege gewiesen worden sind. Der Tag der deutschen Kunst wird der Höhepunkt der für dieses Jahr in Deutschland geplanten kulturellen Veranstaltung sein. Vom 16. bis 18. Juli wird München Schauplatz des Festes sein. Nicht nur die Gäste aus dem Reich und dem Auslande, sondern die ganze Bevölkerung Münchens soll an den Veranstaltungen Anteil haben. Die Eröffnungsfeier findet im Kongreßsaal des deutschen Museums statt. Am 17. Juli findet die Jahresversammlung der Anstalt des öffentlichen Rechts „Haus der deutschen Kunst" und die zweite Jahresversammlung der Reichskammer der bildenden Künste statt. Am Abend wird die Reichsregierung einen Empfang geben. Höhepunkt ist die Einweihung des Hauses der deutschen Kunst am 18. Juli. Der große Festzug wird unter dem Titel „Zweitausend Jahre deutsche Kultur" stehen. So wird alles dazu angetan sein, den Tag der deutschen Kunst zu einem Fest zu gestalten, wie es selbst München in diesem Ausmaß noch nicht erlebt hat. Muffotini an Bord eines deutschen Schiffes. 58 e n e b i g, 23. April. (DNB.) Mussolini zeichnete bas in Venedig liegende Vergnügungsreiseschiff der Hamburg-Amerika-Linie „M i l w a u k e e" durch einen Besuch aus. Zu seinem Empfang war Generaldirektor Dr. Hoffmann aus Hamburg erschienen. Außerdem hatte sich die Deutsche Kolonie Venedigs an Bord eingefunden. Auf eine Begrüßungsan- prache, die mit Ueberreidjung einer Erinnerungsgabe verbunden war, dankte Mussolini in deutscher Sprache mit den Worten: .E s lebe die neue deutsche Marin e". Auf seinen Wunsch schloß ich eine eingehende Schiffsbesichtigung an, wobei der Duce sein besonderes Interesse der Maschinenanlage zuwandte. Unter den Klängen der Giovinezza und des Horst-Wessel-Liedes schritt Mussolini die Front der Besatzung ab. Das Motorschiff „Milwaukee" hatte über die Toppen geflaggt und führte im Vortopp die Standarte des Duce. Die Beisetzung des Generals von Gattwitz. 5000 Handwerksburschen gehen auf Wanderschaft. Berlin, 23. April. (DNB.) Im Lustgarten konnte am Freitagnachmittag Reichsorganisationsleiter Dr. Ley eine große Zahl von Handwerksburschen zur Wanderung durch die deutschen Gaue verabschieden und damit das diesjährige Ge- fellenwandern in Deutschland eröffnen. Rund 200 Berliner und kurmärkische Gesellen wurden auf Fahrt geschickt, darunter erstmalig 50 Austauschhandwerker, die ins Ausland, und zwar nach Italien, Ungarn und Luxemburg, gehen. Gleichzeitig konnte Dr. Ley neben Vertretern des ungarischen Jndustrieministeriums und des luxemburgischen Arbeitsministeriums die inzwischen zugelassen. Volk ohne Raum. General von EPP aus der Kölner Tagung des Reichskolonialbundes. Köln, 24. April. (DNB.) Im Rahmen der Gau- oerbandstagung des Reichskolonialbundes in Köln fand in der Rheinlandhalle eine koloniale Gedenkstunde statt, auf der der Reichsleiter des Kolonialpolitischen Amtes der NSDAP, und Bundesführer des Reichskolonialbundes, Reichsstatthalter Ritter von Epp, sprach. Ritter von Epp wies auf die Verdreifachung der deutschen Bevölkerung während der letzten 100 Jahre hin, was einer Verknappung des deutschen Lebensraumes um zwei Drittel gleich- komrne, sowie auf die außerordentliche Entwicklung der Technik. Als Folge dieser Entwicklung habe sich der deutsche Industriestaat gebildet, der mehr Menschen auf seinem Boden beherberge, als er durch die Erzeugnisse des eigenen Bodens ernähren konnte, während der außerordentliche Bedarf an Roh- und Werkstoffen nicht im deutschen Lebensraum zu finden war, also eingeführt werden mußte. appell begrüßen. Sie sollen, ebenso wie ihre noch unterwegs befindlichen italienischen Kameraden, im Austausch gleichfalls ein Jahr durch Deutschland wandern. Insgesamt werden im Lause dieses Jahres im ganzen Reich etwa 5000 Gesellen den Wanderstock in die Hand nehmen. Dr. Ley richtete herzliche Abschiedsworte an die angetretenen Handwerksburschen und setzte sich an die Spitze des Zuges, der nun mit Musik bis vor den Reichstag marschierte, wo ein Vorbeimarsch aller Wandergesellen vor Dr. Ley und abschließend die Verteilung der Wegzehrung erfolgte. Jeder Geselle erhalt für die Dauer der Wanderschaft ein Gutschein h e f t mit 60 Scheinen zu je einer Mark, von denen täglich nur einer, höchstens zwei eingelöst werden Dürfen. Zu dem Auslandsaustausch wurden natürlich nur fachlich besonders bewährte, charakterlich und politisch einwandfreie Handwerker südwärts erstreckendes kräftiges Hochdruckgebiet hat sich auch für Deutschland mit lebhaften nördlichen Winden eine Zufuhr kühler Meeresluft eingestellt. Sie bedingt besonders in Mittel- und Ostdeutschland Unfreundlichkeiten des Wetters mit Regen, im Gebirge auch Schneeschauer, und macht sich in abschwächendem Maße auch bis zu uns hin bemerkbar. Der Hochdruckeinfluß wird sich nach Westen weiter verstärken. Aussicht en für Sonntag: Häufig aufheiternd und besonders nach Norden und Osten hin vereinzelte Schauer, im ganzen jedoch fortschreitende Besserung, nachts frisch, tagsüber nur mäßig warm, überwiegend nördliche Winde. AussichtenfürMontag: Weiter fortschreitende Besserung und Erwärmung. Lufttemperaturen am 23. April: mittags 11,7 Grad Celsius, abends 8,4 Grad ; am 24. April: morgens 5,7 Grad. Maximum 12,1 Grad, Minimum heute nacht 4,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. April: abends 9,2 Grad; am 24. April: morgens 6,7 Grad. — Niederschläge 0,7 mm. — Sonnenscheindauer 0,6 Stunden. Aus Kempten wird gemeldet: Während es im Tal seit 24 Stunden ununterbrochen regnet, herrscht in den Bergen lebhafter Schneefall. Die Schneegrenze geht fast bis zur Talzone herab. Vierfacher Mörder zum Tode verurteilt. Das Schwurgericht Rottweil (Württbg.) verurteilte den Josef Schäfer aus Beira m Hohen- zollern wegen vier Verbrechen des Mordes viermal zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Der Verbrecher, der wäh- rend der Verhandlung ein zynisches Wesen zur Schau getragen hatte, nahm das Urteil mit Gleichgültigkeit aus. — Schäfer kam schon mit 16 Jahren zum ersten Male mit dem Strafgesetz in Konflikt. Mit 17 Jahren beging er seinen ersten Einbruchsdiebstahl, 1935 begann die furchtbare Kette seiner Mordtaten. Den Hausierer Paul Kaiser ermordete er, nahm die Ausweispapiere an sich und verscharrte die Leiche. Einige Tage später traf er den Tagelöhner Johann Widmann. In einem Heuschlippen, wo beide übernachteten, erschlug er den schlafenden Widmann mit einem Schraubenschlüssel. Die Leiche vergrub er, nachdem er sich der Ausweispapiere bemächtigt hatte. Unter dem Namen Widmann begann er ein Liebesverhältnis mit der 21 Jahre alten Luise Spieß, entführte und ermordete sie bald darauf. Sein viertes Opfer, Franz R o t h f u ß , tötete er mit 52 Messerstichen, nahm ihm Ausweispapiere sowie Bargeld ab und verscharrte sein Opfer wie die früheren. Zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Das Schwurgericht Traunstein verurteilte den Heinrich Leimer von Nieder-Reißbach bei Dingolfing wegen zweier Verbrechen des Totschlags zu lebenslänglichem Zuchthaus. Leimer war, wie gemeldet, beschuldigt, bei einem Einbruch 1919 die Bauerntöchter Rosa und Katherina S t e r f • Unger in Geberting bei Trostberg durch Kopf- schüsse getötet zu haben. Das Verfahren gegen den Mitangeklagten Otto Tafelmeier, der bei dem Einbruch Spähe gestanden hatte, wurde eingestellt. Der Staatsanwalt hatte wegen Mordes die Todesstrafe beantragt. 3 Millionen Mark Geldstrafe für ungeheuerliche Steuerhinterziehung. Der Kieler Margarinefabrikant Ludwig Harder ist wegen fortgesetzter Steuerhinterziehung für rund 1 Million Kilogramm steuerpflichtiger Fette mit insgesamt 3 Millionen Mark Geldstrafe belegt worden. Meuterei in einem chinesischen Gefängnis. Von Kommunisten aufgehetzt, meuterten 80 Insassen des Gefängnisses Fuschun bei Tschungking (Szetschuan). Die Sträflinge überwältigten die Wachtposten und griffen darauf unter Benutzung der erbeuteten Waffen eine in der Nähe liegende Kaserne an. Bei dem Kampf zwischen Militär und den Verbrechern wurden 20 Sträflinge getötet und 10 Soldaten verwundet. Die übrigen 60 Sträsinge konnten flüchten. Bei den Gefallenen wurden Papiere gesunden, aus denen heroorgeht, daß eine gemeinsame Aktion in der Nähe befindlicher Kommunistenbanden mit den Sträflingen geplant war. Das vorzeitige Losschlagen der Gefängnisinsassen verhinderte jedoch die Durchführung des kommunistischen Planes. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt Begünstigt durch tiefen Luftdruck über Nordeuropa und ein von Grönland über Island und England sich Die Stadt Freiburg stand im Zeichen der . lichen Beisetzung des Generals von Gallwitz, der der Ehrenbürger der Stadt war. Nach der kirchlichen Feier wurde der Sarg vor dem Gefallenendenkmal des ehemaligen J.-R. 113 aufgebahrt, won der Staatsakt vor sich ging, und wo die Truppen zur Trauerparade angetreten waren. General der Infanterie Geyer legte im Namen des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehr- macht und für den Reichskriegsminister zwei große Lorbeerkränze an? Sarge nieder. Den letzten Gruß des Oberbefehlshabers des Heeres, Generaloberst Freiherrn von Fritsch, überbrachte Generalleutnant Hahn. Dann trat General Geyer vor den Sarg, um dem toten General einen herzlichen Nach» ruf zu widmen. Er führte u. a. aus, daß das deutsche Volk heute mehr denn je die Soldaten des großen Krieges geehrt wissen wolle, den einfachen Soldaten ebenso wie den großen Heerführer. Darum habe der Führer des deutschen Volkes, Adolf Hitler, angeordnet, daß General von Gallwitz ein Staatsbegräbnis bereitet werde. Er bringe damit -um Ausdruck, daß der Soldat von Gallwitz in feinem Leben und Wirken über das Soldatentum hinausgewachsen sei. Er habe staatliche Bedeutung gewonnen und solle vom Staat geehrt werden. familie. Er trat 1893 in das Königs-Grenadier-Regi- ment in Liegnitz ein. 1902 bis 1905 nahm er an der Ostasien-Expedition teil. 1914 rückte von Kuhlwein mit dem 4. Garde-Regiment ins Feld und führte als Kommandeur des I. Bataillons erfolgreiche Gefechte durch. Er erhielt bereits im September 1914 das E. K. I. 1915 wurde von Kuhlwein zum Major befördert und als Adjutant dem Generalkommando des Gardekorps zugeteilt. 1917 wurde er wieder Bataillonskommandeur des 4. Garde-Regiments und nahm unter dem Befehl des jetzigen Bundesführers des Deutschen Reichskriegerbundes (Kyffhäuserbund) Oberst Reinhardt, an der Märzoffensive 1918 teil. 1918 übernahm er die Führung des Reserve-Jn- fanterie-Regiments 202, das in schweren Kämpfen an der Somme stand und wurde dann Kommandeur des Infanterie-Regiments 396. das er in mustergültiger Ordnung von Valenciennes nach Neuruppin zurückführte. Bei der Eroberung des roten Berlins führte er das mobile 4. Garde-Regiment zur Fuß der Brigade Reinhardt. 1922 wurde er Oberst beim Stabe des Infanterie-Regiments 9 der Reichswehr in Potsdam und drei Jahre später Kommandeur des 5. preußischen Infanterie-Regiments (Stettin). 1928 trat er als Generalmajor in den Ruhestand. Generalmajor von Kuhlwein wurde nach dem Kriege als hervorragender Turnierreiter bekannt. Eine der wichtigsten Aufgaben sei die Frage des Nachwuchses. Wissenschaft und Praxis seien seit Jahren besorgt, daß der Bedarf an technischem Nachwuchs nicht gedeckt werden könnte. Die Mittelschulen Münchens hätten z. B. in den letzten Jahren jährlich nur 3 bis 5 v. H. der abgehenden Schüler für den technischen Beruf zur Verfügung gestellt, in den Technischen Hochschulen sei die Zahl der Studierenden von 6000 auf 1500 zurückgeaan- gen. Das Hauptamt für Technik habe deshalb Maßnahmen veranlaßt, mit denen die ungünstige Entwicklung der Nachwuchsfrage entgegengewirkt werden solle. Es müsse weiter dafür gesorgt werden, daß die Werke der Technik unserer Zeit nicht nur wirtschaftlich rentabel, sondern kulturell hochwertig seien. Schließlich sei es Aufgabe der deutschen Technik, den Ingenieur a l 's nationalsozialistischen Führer im Betrieb zu erziehen, denn kein Berufstreibender sei in solchem Maße dauernd mit arbeitenden Volksgenossen, wie der deutsche Ingenieur, umgeben. Die übergeordneten kulturellen Aufgaben der deutschen Technik zu erkennen, die Aufgaben zu stellen und sie zu lösen, sei die Aufgabe der in unserer Zett lebenden technischen Generation. „Lösen wir diese Aufgabe, so erfüllt die Technik damit die Sendung, die ihr im Zuge der nationalsozialistischen Revolution zufällt." Reichsorganisationsleiter Dr. Ley gab in großen Zügen ein Bild des nationalsozialistischen Ideengutes, in dessen Mittelpunkt der schaffende deutsche Mensch steht. Sinn unserer Zeit sei es, den Menschen in den Mittelpunkt alles Wollens zu stellen, um ihm alles zu vermitteln, was Technik, Natur, Kultur und alle Errungenschaften der Jahrhunderte gebracht haben. Alle Einrichtungen und Verbände sollten nicht den Menschen beherrschen, sondern ihm dienen. Die Fähigkeiten der deutschen Ingenieure und Wissenschaftler gehörten nicht dem einzelnen, sondern dem gesamten deutschen Volk. Aufgabe des neuen Bundes sei es auch, darüber zu wachen, was dem Volk nütze, und alles fernzuhalten, was ihm schaden könnte. Dor aller Leistung stehe die Gemeinschaft. Während die übrigen Kolonialmächte bereits im 16., 17. und 18. Jahrhundert dazu übergegangen seien, sich einen großen überseeischen Besitz zu verschaffen, sei Deutschland erst im 19. Jahrhundert zum Erwerb von Kolonien geschritten, als die b e ft e n Teile der Welt bereits ihre B e - sitzer gefunden hatten. Den eigentlichen Wert eines Kolonialbesitzes habe Deutschland erst während des Krieges und in den darauf folgenden Jahren einschätzen gelernt, da ihm früher der Weltmarkt offenstand und somit ein unmittelbares Bedürfnis für Kolonien nicht in dem Maße bestand, wie es später der Fall war und das weltwirtschaftliche Gleichgewicht der Welt nicht mehr bestand. Ritter von Epp wandte sich dann der Frage der Verteilung der Welt zu, die durch Räume ohne Volk charakterisiert sei, und stellte fest, daß eine Bevölkerung von nicht zwei Millionen Weißen a I s südafrikanische Union ein Gebiet von nahezu der dreifachen Große Deutschlands besitze und da ferner nur der zehnte Teil der Einwohnerzahl Deutschlands auf dem zwanzigfachen Lebensraum unseres Volkes in Australien lebe, um damit darzutun, wie berechtigt die deutsche Forderung auf Erweiterung des deutschen Lebensrau- ^Jm^übrigen sei nicht einzusehen, warum allein das Deutsche Reich darauf angewiesen sein solle, nur indirekt an den Reichtümern dieser Erde teilzuhaben. Es gebe keine Begründung dafür, daß man einem Volk die Erzeugnisse aus seinem eigenen Besitz vorenthalte, um sich selbst den Gewinn aus ihrem Verkauf nicht entgehen zu lassen. Die Kolonien gehörten in den Bereich der eigenen Währung, so daß die Rohstoffe mü eigenem Seide bezahlt und di- Industrie mit Mitteln der heimischen Währung finanziert werden könne ohne daß dabei die Beschaffung„ausland.s^ mittel notwendig wäre. Unter lebhaftem Beifall her Zuhörer zitierte der Redner em Wort des Führers daß das deutsche Volk mcht aufhoren werde, feine gerechte Forderung auf Rückgabe ferner Kolonien immer wieder zu stellen, undi gab bet Hoffnung Ausdruck, daß es gelingen werde die e Frage einer befriedigenden Losung auf friedlichem Wege zuzuführen. Berlin, 23. April. (DNB.) Im Berliner Sport- palast fand aus Anlaß des Zusammenschlusses der technisch-wissenschaftlichen Verbände und Vereine aller Fachrichtung zu einem einzigen großen die gesamte deutsche Technik umfassenden nationalsozia- 1'tischen Bund deutscher Technik, der dem Hauptamt für Technik in der Reichsleitung der NSDAP, angeschlosien ist, eine Kundgebung statt. Neben dem Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmü 1- l e r und dem Reichspoftminister Dr. O h n e s o r g e ah man Vertreter aller Reichsministerien mit den ührenden Männern der verschiedensten Partei- iienststellen, zahlreiche Offiziere, Führer der SA., SS., des NSKK., des Arbeitsdienstes, der Techni- chen Nochilfe, des NS.-Rechtswahrerbundes sowie Rektoren der deutschen Universitäten und technischen Hochschulen. Generalinspchor Or. Todt führte u. a. aus: „Auch das materielle Gebiet der Technik kann seine übergeordneten Aufgaben nicht in der Lösung technischer Einzelfragen erschöpft sehen. Auch dieses Gebiet wird erfaßt von der nationalsozialistischen Idee und ist nach ihr auszurichten. Ueber die nationalsozialistische Haltung der deutschen Technik zu wachen, die Vielheit der im Berufsleben tätigen Techniker in diesem Sinne zu erziehen und zu führen, und die wichtigsten über- geordneten Aufgaben herauszustellen, ist die Aufgabe der technischen Organisationen, die mit dem heutigen Tage ihre endgültige äußere Form gefunden haben." Um eine Vereinfachung herbeizu- ühren, seien im nationalsozialistischen Bund deutscher Technik zunächst fünf Fachgruppen gebildet worden, in denen sich die Vereine, die verwandte Sondergebiete bearbeiteten, ordnen sollten. Zwei weitere organisatorische Maßnahmen, die Erklärung des Amtes für Technik zum Hauptamt in der Reichsleitung der NSDAP, und die Bildung des Amtes für technische Wissenschaften in der DAF. und im Zusammenhang damit das Beitragsabkommen zwi- chen der DÄF. und dem NSDBT. ergänzt die Bildung des NSDBT. 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Irgendwie pflegt ja das entfaltete persönliche Sein auch das Gemein- chaftsleben zu bereichern, die Gesamtheit und ihr Leben, ihr Gedeihen, ihre Höherentwicklung zu för- Kähnen des anderen überschnitten wähnte oder sich über den Wellengang empörte, den jener mit feinem unruhigen Körper hervorrief, und wie von ungefähr ließ er dessen Segelboot in den Strudel des grollenden Strahles gleiten; der leckte und kitzelte das Boot, daß es schwankte und sich drehte, traf dann das hochragende weiße Segel, es spritzte und zischte, und das eben noch stolze Schiff kenterte und trieb flach und kümmerlich auf den Wellen. Unverzüglich sog sich das Segeltuch voll Wasser, und, wenngleich auch der schwere Bleiklumpen sich redlich bemühte, ein ausreichendes Gegengewicht zu bilden, war das Schiff an diesem Abend nicht mehr seetüchtig zu machen — es legte sich immer wieder auf die Seite, mochte es auch noch so behutsam Schranken gewiesen werden, denn das Aufhören ter persönlichen Sphäre wäre ein Verlust für Für einen Schilling mietet man ein passables „Bicicle" für den ganzen Tag! die eingeborenen Europäer mieten es natürlich monatweise und wenn es kaputt ist, gibt es ein neues. Herrlich fährt es sich auf den gut gepflegten breiten Sttaßen, die in sanfter Berg- und Talbahn mit zahlreichen Kurven durch die ganze köstliche Landschaft der fünf Hauptinseln führen, die untereinander mit Brücken verbunden sind; St. Georges, St. Davids, Main Is? land (mit der Hauptstadt Hamilton), Somerset und Jreland Island. Auf dieser letzteren, die den Halbkreis im NW beschließt, befindet sich d i e W e r f t mit den militärischen Anlagen der englischen Marine, die hier den Stützpunkt ihres westindischen Kreuzergeschwaders besitzt. Im geschützten Hafen der Werft macht die Schleswig-Holstein am Mittag des 8. März fest. Es ist „wie in W i l h e l m s h a v e n", dieser Gedanke kommt einem jeden und einer spricht es aus — so ganz anders als unsere Liegeplätze seither, so vertraut die lange Reihe der Hallen und Werkstätten, das große Schwimmdock vor uns, das uns bequem aufnehmen könnte — die heulenden Sirenen und die Scharen der bei Arbeitsschluß mit dem Fahrrad heimwärtsstrebenden Werftarbeiter. Hier aber der erste große Unterschied: zahlreich die schwarzen und braunen Gesichter der Arbeiter, und rraulem, l" ev., gutü tüt m. Ve? en/versekti. shalt, sucht 'n in sicheret Ig. zw. svat. eirat enzulernen. | . Ang. unt. ; 5 a. ö. G. A. aufgerichtet werden ... Der, dem solche wenig ehrenvolle Kränkung geschehen, zögerte nicht mit der Rache und versenkte vor des Bruders Augen dessen mckchtvolles Kriegsschiff gewaltsam und mit Mann und Maus, so daß das Wasser glucksend in den einen offenen Schornstein eindrang und Uhrwerk und Kajüten ersäufte. Aber noch ehe die letzte flinke Luftblase aus dem hohlen Schiffskörper entwischt war, hatte der zur See begonnene Krieg ernstere Formen angenommen, die beiden Admirale kümmerten sich nicht mehr um ihre Boote, sondern schlugen schnell entschlossen aufeinander ein, es klatschte auf den nassen Rücken, Schreie gellten auf und manche heiße Woge spülte über den Rand der Wanne, bevor die Mutter hereinkam und Ruhe zu stiften vermochte. End- gülttg war das Spiel nun aus, die Schiffe wurden an Land genommen und einer klagte entrüstet den andern an, wenn er nun unter dem bunten Anstrich seines liebsten Schiffes mehr und mehr das weiße Holz hervorleuchten sah. Sachlich und nur wenig gewonnen für unseren Streit, begann die Mutter mit dem Abseifen, sehr grimmig saßen wir uns gegenüber, jeder in der äußersten Ecke der langen Wanne und jeder im Innern entschlossen, den andern für immer zu meiden; wenn dann aber der Mutter, während sie uns den Rücken wusch, das Stück Seife entglitt und ins Wasser fiel, sich dort seltsam lebendig wie aus eigener Kraft fortbewegte und stets an einer anderen Ecke neckisch auftauchte, um sogleich wieder unsichtbar zu verschwinden und für lange Zeit überhaupt verschollen zu bleiben, vergnügte uns dieses Spiel des Zufalls derart, daß ein plötzliches Einverständnis uns versöhnte, in geheuchelter Ahnungslosigkeit spielten wir uns das lustig wandernde Stücklein zu und hintertrieben in jeder Weise das eifrige Suchen der Mutter bis sie ärgerlich und bis an die Schultern naß ! sich' abwandte. Dann erst wollte es uns glücken. Am Freitagvormittag traf der riesige Maibaum, der in Ostpreußen gefällt wurde, in der Reichshauptstadt ein und wurde hier vom Bahnhof auf einem Spezial-Transportgerat zum Lustgarten gebracht. — (Scherl-Bilderdienst-M.) efSICN^ '^5 ihm zu dienen jedes Glied der Gemeinschaft höchste Verpflichtung hat. Einzelfreiheit ist auch in solchem Staate Lebenslust; aber während sie im liberalisti- schen System erstes Gesetz ist, ist sie im autoritären Staate dienend untergeordnet den Lebensgesetzen des Ganzen. Die aber lassen Freiheit, ja, sie fordern Freiheit als Lebens- grurchlage. Freiheit, aber nicht Willkür! Wenn wir sicher sein wollen, den Begriffsinhalt erfaßt zu sehen, den wir als Vertreter des politi- chen Führergedankens tadelnd treffen wollen, dann sollten wir den Liberalismus, dann sollten wir die tadelnswerte individualistische Freiheit besser als Will kür tum kennzeichnen. km. Wenn neben allem selbstverständlichen Dienste cm Ganzen nicht mehr das Recht und die Freiheit celasten würden, auch einmal mit sich allein jit sein, und im stillen Nachdenken die Kräfte des inneren Seins zu pflegen, dann lohnte das Menfch- tin nicht mehr. Die großen Gedanken der Mensch- cit sind im tiefsten Alleinsein, im stillen Kämmer- Isin oder in der Einsamkeit der Natur gedacht wor- kn, die höchste Forscherleistung ist im letzten immer p.ur dem einzelnen zu verdanken. Das Austilgen ! er privaten Sphäre wäre das Ende der höheren Gesittung, und eine Erziehung und eine Gestaltung ks Gemeinschafts- und Staatslebens, bei der die private Sphäre vorenthalten bliebe, wäre Sünde cm Volke und am kommenden Geschlechte. Es gibt ja doch kein „entweder — oder", entweder Gemeinschaft oder Erfüllung des eigenen Seins: Es ilt vielmehr: Dienst am Persönlichen, damit es dem tzanzen am besten dient; und Dienst am Ganzen, amit eben Leben und Gedeihen der Gemeinschaft die Erfüllung auch des persönlichen Seins dem Zolksgenossen gewährleisten kann. Freiheit ist Lebensbedingung, ist Lebenslust. Was Dir in den Jahren seit dem Kriege bis zum Umbruch als so quälend empfunden haben, war ja ge- mde der Verlust der deutschen Freiheit; denn Dolks- rnfreiheit bedeutet ja auch Einzelunfreiheit. Denn :on der „Freiheit", aus der Not des Volkes Vor- !eil zu ziehen durch gewissenlose, die Not benutzende ent) das Volk aussaugende Geschäfte, wollen wir 'icht mit dem Worte Freiheit reden; das ist nicht ke Freiheit des sittlichen Handelns, sondern die Freiheit von den Geboten des Gewissens. Das ist Gewissenlosigkeit, nicht selten allerdings Gewissenlosigkeit im Rahmen und unter dem Schutze des Gesetzes, das sie in der einmal gegebenen Brägung des Gesetzes nicht wirksam genug hindern lemn, solange nicht neues Gesetz nach dem Willen ks neuen Staates gestaltet ist. Daraus, daß wir gerade auf die innerpolitische Gestaltung in den Jahren der Volksnot die Kennzeichnung als „l i b e r a l i st i s ch e s S y st e m" enmenben, wird klar, daß hier mit Liberalismus Aber-frei) die Freiheit gemeint ist, die den Nahmen der sittlichen Freiheit p r e n g t und als Freiheit auch von notwendigen Bindungen anzusprechen ist. Wenn man den ent- cheidenden Unterschied festlegen will zwischen der Ordnung des Liberalismus und der Ordnung der l utoritären Staatsführung, dann ist es der: Im ILiberalismus ist die Freiheit des einzelnen höchstes gebot nur so weit gedämpft, daß der einzelne lediglich gehindert wird, dem Ganzen und dem Mitmenschen unmittelbaren groben ersichtlichen Schaden zu tun. Die autoritäre Staatsführung geht s avon aus, daß das Volk als Lebensgebilde in alle Zukunft rein und stark weiterleben muß, und daß XV. „Merwochenmseln." In See, April 1937. Die Bermudainseln, so benannt nach ihrem Entdecker Juan Bermudez (1515), bestehen aus nicht weniger als insgesamt 365 kleinen Inseln und Klippen, deren größte ein bewohntes, überaus liebliches Paradies im milden ozeanischen Klima darstellen, und ihren Beinamen „F l i t t erwach e n i n s e l n" nicht zu Unrecht führen. Doch können leider nur sehr wohlsituierte, dollargesegnete Amerikaner sich die Hochzeitsreise nach den lieblichen Inseln leisten oder dort ihre Ferien verbringen, wo man in luxuriös eingerichteten Hotels wohnt, im eigenen Schwimmbad badet, je nach Lust und Laune in der tiefblauen Meeresbucht segelt oder Motorboot fährt, wo man Golf spielt ober reitet unb sich ben Genuß einer Spazierfahrt im Pferbewagen durch die prächtigen Zedernwälder, vorbei an weiten Grünflächen und bunten Blumenfeldern hingibt. Es läßt sich leben hier draußen wie gesagt, aber es gibt auch einen billigen Sport, und das ist deshalb auch der verbreitetste und zugleich von den Bewohnern dieses gesegneten Eilandes täglich betriebene: das Radfahren! hei, Anfang mochte Hem soliden Lev missen kennen ten. Geboten ö evtl. leinte fN1 34 0^®^ iliendrucksacW nlh|unflsV,y6* jrttfnze'S*" Brflhl, Schon»'1 lonat x •sk nder^'s^ e*QUBgl Aiekki jasi jungen, (4 eN°r Dr.« ÜhJ** ^anblunjjj etiln-£WerL sllilil Neues '.-teil rfe Falter, ’ore b. W tmt, Frank. 4., abds. Sen 8 unb 9 Mitteilung ten geg. gute elognung: Pink tff. Str. 38, 2103. 28630 stoß erschüttert schien, zerfloß auf der Hand und weich und warm rieselte nichts als klares Wasser über die Finger, tropfte plätschernd in die Wanne, Kreise wellten sich ringsum und zerstörten den freundlichen Wasserspiegel, aus dem die zahllosen blauen Flämmchen des Gasofens mit ihren nervösen gelben Spitzen zu uns heraufgeleuchtet hatten... Kaum daß bann die Wanne zu einem Drittel gefüllt war, warfen wir Brüder ungestüm die Hemdchen ab, überstiegen mit einem mühsam wetten Schritt die hohe weiße Wand, hockten uns nieder, daß es bis in die Mitte des Zimmers spritzte, und nur einen Augenblick später schon schaukelte zwischen den naß glänzenden Leibern auf den erregten Wellen eine mächtige Flotte, die wochenuber m einem großen Karton vor Anker lag, an diesem Abend aber stets fahrplanmäßig in See stach. Kleine schlanke Ruderboote waren darunter, denen ein Kiel geschnitzt war, so daß sie schnittig die Richtung einhielten, in die man sie fortstieß, etn schmuckes Segelschiff, mit bunten Lackstreifen ringsum und einem schweren Bleiklumpen darunter, em breites Fischerboot nach Holländerart, träge unb mit wenig Tiefgang, und schließlich zwei graue Kriegsschiffe aus Blech, die Federwerk und Schraube besaßen und mit Hilfe der blanken Rauchfahne über dem ersten Schornstein aufgedreht werden konnten. All dies also schwamm und glitt zwischen den beiden Jungen in der großen Wanne, em Piratenboot trieb zwischendurch sein Unwesen und entzog sich stets den Verfolgern, da es sich m der Hohle zweier hochgestellter Knie zu verbergen wußte; die beiden Kriegsschiffe mit ihren vielen Kanonen ratterten gewichtig ihren Weg, ließen eine wellige Schraubenspur hinter sich zurück wie ein großes Schiff unb steuerten dennoch bald darauf eine Ecke der Wanne an, wo ihr Uhrwerk ebenso eigensinnig wie nutzlos auf der Stelle ablief, und hinter unseren Rucken vorbei schlängelten sich zwei mächtige Goldfische aus Zelluloid, die hohl waren und gegen lebe Fischesart vergnüglich hoch auf den SBogenfammen ^webten. Manchmal auch fiel einer der bleiernen Matrosen über Bord, die Ankerketten glitten m die Tiefe um sich zwischen den starren Beinen des Ertrunkenen zu verfangen und ihn so vom Boden der Wanne heraufzuheben, aber meistens wollte dies nicht gelingen und zuletzt angelte ihn weniger glaubhaft als wirksam, eine menschliche Hand aus der Tiefe... __ ... ,e Bis die Haut unserer Fingerspitzen innen welk erschien und ernste Sorgenfalten zeigte, pflegten radenkreise auf dem Fahrrad durchqueren. Am Nordstrand entlang mit malerischen Ausblicken bis hinüber nach Jreland-Jsland, wo unser Schiff brav an der Pier liegt, geht es nach dem nordwestlichen Zipfel St. Georges hinaus, wo wir vorzüglich lunchen und das alte englische Fort besteigen, über die lange, klappernde Holzbrücke, zurück am Südstrand entlang nach Hamilton. Herrlich wohl tut diese ungewohnte körperliche Betätigung der Beine, erstaunlich ist die Leistungsfähigkeit unseres „vollschlanken" Oberstabsarztes, dessen jugendliches Vorwärtsstürmen wir kaum mitzuhalten vermögen! Ein Gin tonic, unser schon aus Brasilien bekanntes und beliebtes Getränk erfrischt uns nach vier geschlagenen Stunden „im Sattel" durch die im ewigen Wechsel gleich reizvolle Landschaft. Die Inseln erstrecken sich über 50 Quabratkilvmeter in einem langen, nach NW offenen Bogen mit einer größten Ausdehnung von 40 Kilometer OW. Bewohnt sind etwa 20 der Inseln. In geologisch frühe- rer Vorzeit wohl zusammenhängend, senkten sie sich, auf unterirdischen Kratern erloschener Vulkane sitzend, bis zu 20 Meter unter ben Wasserspiegel und bauten sich in Jahrtausenden aus denKalkresten der Korallentierchen zu ihrer heutigen Ausdehnung und Gestalt auf. Außer Kalkstein bilden Roterde und Dünensand das Fundament, die Humusschicht ist fruchtbar, aber nicht sehr tief. Das Wasser wird ausschließlich durch Auffangen des Regens in Zisternen gewonnen, Quellen gibt es so gut wie gar nicht. Abgesehen von einigen weit vorgelagerten und gefährlichen Korallenriffen fallen die Wassertiefen schon dicht an der Küste steil auf 4000 bis 5000 Meter ab, der beste Beweis für die vulkanische Herkunft dieser nördlichsten Korallenriffe der Erde. Auf einem der Unterwasferriffe, mehrere Seemeilen von der Küste entfernt, sitzt seit Monaten ein mexikanischer Dampfer, von feiner Mannschaft verlassen — man erzählt uns, daß er auf der Rückkehr von Spanien, wohin er rote Fracht gebracht haben soll, in Nacht und Nebel hier aufgelaufen fei und seitdem hoffnungslos festfitzt. In dem milden Klima wächst die typische Insel» zeder, deren dunkles Grün wirkungsvoll mit den Seltsames von der chinesischen post. Die Post des himmlichen Reiches blickt auf die älteste und ehrwürdigste Geschichte zurück. Nach den chinesischen Chroniken reicht sie etwa 3000 Jahre in die Vergangenheit hinaus, und schon damals gab es einen Dienst von Läufern, den die Regierung zur Bestellung von Nachrichten unterhielt. Später entwickelte sich dann eine große Anzahl von Privat- unternehmungen, und feit den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ist die Postorganisation tn den Händen der englischen Zollbehörden gewesen, bis die Kontrolle 1911 wieder auf die chinesische Regierung überging. So alt die Post im Reich der Mitte auch ist, so haben sich doch seine Bewohner an die modernen Formen des Postdienstes nur schwer gewöhnt. Merkwürdig berührt es den Europäer, daß vielfach die Hälfte des Poftgeldes früher von dem Absender und die andere Hälfte von dem Empfänger bezahlt wurde. Wenn der Adressat seine Gier nach dem Brief nicht verbergen konnte, bann wurde ihm wohl noch etwas mehr abgenommen mit der Begründung: „Die Wege sind schlecht, das Wetter ist stürmisch, unb ich habe viel Arbeit und Mühe gehabt, um ben Brief hierher zu bringen". Noch jetzt ist es nicht selten, baß man in den Briefkästen eine Anzahl Kupfermünzen findet, die mit dem unfrankierten Brief hineingeworfen wurden. Manchmal erscheint eine ältliche Dame hn Post- büro und beschwert sich, daß ein Brief sein Ziel nicht erreicht hat. Wird sie nach dem Schein gefragt, so hält sie stolz eine zerdrückte Marke empor: sie hat die Marke gekauft, ben Brief in ben Kasten geworfen unb biefe als „Empfangsbestätigung" aufbewahrt. Ober eine sehr laute Dame beschwert sich darüber, daß sie von ihrem Sohn in einem sehr entfernten Teil des Landes so lange nichts gehört hat. Wenn der Beamte achselzuckend erklärt, daß er da nichts machen könne, so erwidert sie triumphierend: „Aber ich habe doch den Brief einschreiben lassen", unb glaubt, baß badurch bie unbebingte Gewähr für eine Rückantwort ihres Sprößlings gegeben fei. Manche Chinesen kaufen Marken, tun sie in ben Briefumschlag, kleben biefen zu unb glauben dann, bas Ihrige getan zu haben. iirat ve,Malw mit 13 M üer.hiiM in., 10 M mögen, gut. Mick. CV er, tüchtige ish., MM! geb. HkM ich. Position iks baltigei tat bekannt z. den. Serrt. chr. u. 02062 i. @ieL_M auch sonst allerlei, was den kolonialen Charakter dieser Werst verrät. Gut vertäut liegen wir im Hafen, und das ist viel wert bei dem bald ein- etzenden schlechten Wetter, wenn auch der Weg nach Hamilton durch die ganze Breite der Bucht ür die Urlauber reichlich lang ist. Hamilton, die schmucke Hauptstadt mit ihren auberen weißen Häusern, liegt malerisch in einer Bucht der Hauptinsel, umgeben von idyllischen In- eichen. Markant die mächtige Fassade der großen amerikanischen Hotels, bas Princeß-Hotel mit eigenem Babestranb unmittelbar an ber Küste und etwas höher gelegen bie großen Bermubian-, Wind- or-Hotels unb wie sie alle heißen. In ber Blütezeit ber Prohibition sinb sie aus bem Bvben gesoffen, und die alkoholhungrigen Yankees ließen es sich hier in der lieblichen Umgebung wohl sein, ohne auf den Luxus verwöhnter Lebenshaltung verzichten zu müssen. Ihre Berühmtheit als Touristen- unb — wie gesagt — Flitterwochenaufenthalt haben bie Inseln feitbem behalten und Tausende von Amerikanern unb viele Englänber bevölkern jährlich bie großen Hotels. Das originellste ist, daß es auf den Inseln keine Autos gibt, was ben Großstabtmenschen, bie hier Ausspannung und Erholung suchen, besonders reizvoll erscheint. Das neben bem Fahrrab häufigste Verkehrsmittel ist bie Pferbebrofchke, die man überall haben kann, unb beren freunbliches Klipp-klapp statt Hupengetön und Benzingestank den lieben langen Tag durch die Straßen und Täler klingt — ein paradiesisches Traumland voll Blüten, Duft und Sorglosigkeit, das wir nun an einem wachfreien Sonntag im Kame- Willkürtum ist die Loslösung von nötigen Bindungen, die dem einzelnen auferlegt werden und auferlegt bleiben müssen, wenn das Ganze leben soll. So haben wir mit einem deutschen Worte wiedergegeben und verurteilt, was wir nicht wollen: Eine Art zu denken, eine Art zu handeln,, eine Art zu leben, ohne Rücksicht und entgegen ber Rücksicht auf das deutsche Volk, sein gegenwärtiges und fein künftiges Leben in Reinheit und Kraft. Und was wir dagegensetzen wollen und müssen, ist Erfüllung bes Führ eryedan- fens, der geleitet wird vom reinen Willen zur künftigen deutschen Größe. -<6 CH Samstagabends.. • Don Karl llde Am Samstagabend, bald nach dem Sieben-Uhr- Säuten kam bie Mutter vom Einkäufen nach Hause, mit prallen Taschen unb bazu noch, mühsam unter ben Arm geklemmt, mancherlei Tüten unb Flaschen icnb ein paar kühle Salatköpfe ober einen pausbäckigen Blumenkohl, so daß sie an der Haustur einen von uns Jungen herunterschellen mußte, da- nit er chr auf der Treppe tragen helfe. Wenn sie br-ann alle bie neuen Vorräte auf bem Kuchentlsch tiebergelegt hatte unb sich, mübe unb em wenig abgespannt, bran machte, bas Gemüse auf den Button und das Fleisch bedächtig in den Kuhl- 'chrank zu legen unb bie golbbefd)nebenen Por- .ellantöpfe auf der Anrichte aufzufüllen, standen Dir Brüder schweigsam dabei und fühlten einen Feierabend beginnen, dessen wunschlose Gelassen- ■ eit uns mehr schien als alles Glück, das der nahe Sonntag verheißen mochte. Die Stadt ringsum mit ihren vielerlei Ansprüchen unb Nöten war mit inemmal vergessen unb auch bie Woche, bie nun rft wirklich enbete; niemanb von braufeen mehr mar erwartet unb niemanb mehr hatte etwas zu n eaebreri — als sei sie eine einsam gelegene Festung, Maß sich in bieser Stunbe bie Wohnung um uns, ■nur noch innerhalb ihrer Wänbe unb ganz sich selber venug, verlief alles Leben, unb bie Vorräte auf ‘em Tisch unb in ben Schranken versprachen, se wst- a.ewufet bafe bieser festlich-stille Zuftanb soweit es uuf sie ankomme, noch recht lange werbe dauern jedoch es tarn nicht auf sie an, unb nicht viel vaier schan, wenn die Mutter in- Badezimmer 4na da- Bad für uns zu richten, wurde eine felt- 5 ünruhe wach. Schreckhaft fturmifch harten wir Wmmchen des Gasafens aufzucken und das Mer fo dröhnend dumpf in den echareichen Hahtt F°um d r weißen Wanne praffeln als fei es nicht Mer das da zu Waffer laufe, sondern irgendein Cmweres flüffiqes Metall - Quecksilber etwa oder chweres si n g bQ5 &a au5 glühenden «ÄS'ä L",° " Ireiheil-abermchtLMm! Don Staatsmimsier a D. Dr. Hartnacke. Vor einiger Zeit ist angekündigt worden, bafe bas Bürgerliche Gesetzbuch burch neue Gesetze ersetzt »erben solle, in benen ber „i n b i v i d u a l i st i - ch e n Freiheit" gesetzliche Schranken auferlegt würben. Also der individualistischen Freiheit soll gesetzlich Halt geboten werden, nicht der Freiheit überhaupt, auch nicht der individuellen Freiheit. Persönliche, individuelle Freiheit ist etwas Unentbehrliches, ist Lebensgrundlage in allen gesitteten Völkern. Das scheint manchem lieber» eifrigen nicht ganz selbstverständlich zu sein, denn n gibt in der Tat Meinungen, private Meinungen, die dahin gehen, dafe es ein Ende haben müsse mit der individuellen Freiheit, mit der „privaten Mder„SchleMg-Holstem"ausSchuWffsreise Don Karl Friedrich Birnbaum, Kapitänleutnant. bas Verlorene zu greifen, das nach solch langem Jagen im warmen Wasser stets merklich verkleinert wieder zum Vorschein kam. Ein wenig schlug uns bei feinem Anblick bas Gewissen unb wir bedauerten sogar mit Worten biefes nutzlose Vergeuden, im Grunde aber schien uns diese besondere Freude damit keineswegs zu teuer bezahlt ... schönste: B l Lilien in n Tulpen und Die Korsenmühle genannt wurde, weitergegangen, die Jn KAWänn EingermanischerWagenum^OOvorChr LWLLLE. Vitt dieser sichet n ein ----- - vv« «jvcunmiunuillj, WeNN man zuläßt, daß der Richter wegen der Urteile gescholten wird, die er nach einem schlechten oder unvollkommenen Gesetz sprechen mußte. Aus der Ausstellung „Gebt mir vierZabre Zeil" Wie soll nun das bürgerliche Recht endgültig neu geregelt werden? Nach Schlegelberger ist das durch eine Ueberarbeitung des BGB. wegen der vollkommen anders oorzunehmenden Einteilung der einzelnen Rechtsgebiete nicht möglich. Auch die Schaffung eines neuen BGB. hält Schlegelberger für eine Unmöglichkeit, weil Gesundung und Volksnahe unseres Rechts nur zu erzielen fei, wenn man auch äußerlich die Verschiedenheit der Lebensgüter in die Erscheinung treten lasse. Jn Zukunft sollen vier große Gruppen des bürgerlichen Rechts besonders behandelt werden: 1. Das Recht der Personen. Dazu gehören z. B. die Vorschriften über Rechts-, Geschäfts^ und | Deliktsfähigkeit, Entmündigung, Todeserklärung, I Willenserklärungen, Persönlichkeitsrechte, Urheber-1 rechte und namentlich auch das Ehe-, ftamttleti und Erbrecht. n 2. Das Recht der Gemeinschaften, d. h der Vereine und Körperschaften, aber m. E. wohl an* der Handelsgesellschaften. 3. Das Grundstücksrecht, welches sowohl dingliche wie auch obligatorische Rechte an Grund, stücken umfaßt und auch die Nachbar- und Nutzunas. -rechte und das Grundpfandrecht behandelt, schließ, lich auch das Recht der Wohnstätte und Gewerbe, statte sowie das Grundstückspachtrecht. 4- Der Rechtsverkehr d e s tä gli*en Lebens. Dazu rechnen die Vorschriften über Ver- träge, Schadensersatz, Arbeit und Lohn, Güter- erzeugung und Güterverteilung, Geld und Geldleihe Es sollen nun nicht etwa der genannten Ein* teilung entsprechend vier neue Gesetze an die Stelle des BGB. treten. Vielmehr soll der gesamte Rechts, stoff in Einzelgesetzen in Angriff genommen werden. Vorbehalten bleibt dann, sobald das Pro. gramm eines Teiles erfüllt ist, die zu ihm gehören- den Einzelgesetze zu einem einheitlichen Gesetz in fortlaufender Zählung zu vereinigen. Endlich wird auch zu prüfen sein, ob und wieweit die bereits seit der Erhebung erlassenen Einzelgesetze in die neue Gesamtregelung einzubeziehen sein werd-n Sa p*rnrü Ss °^l°s,0' Dr. Fabrik, x ^ereinw, gewürzt« 5 ätVy» nur noch o „Großvater, bist du fertig, der Müller wird schon warten?" So schallte eine jungmännliche Stimme durch das kleine Kantorhaus, und als nicht gleich eine Antwort zu hören war, sprang der Rufer, ein stattlicher Bursche, dem die Lebensfreude nur fo aus Öen stahlblauen Augen blitzte, mit Riesensätzen die alte Stiege hinauf, daß die Treppenbalken heftig mit ärgerlichem Knarren gegen diese ungestüme Behandlung protestierten. Unbekümmert klinkte er hart die Tür des Arbeitszimmers auf, in dem er den Großvater vermutete, und als er sah, daß dieser schon im Festtagsanzug am Fenster stand, sauste er ebenso eilends wieder die Treppe hinunter. ,Zch spanne gleich an", rief er zurück und war wie der Wind aus dem Hause. Der weißhaarige Alte blickte versonnen über die reifen Felder, die hinter dem Schulgarten sich in erchlose Weiten zogen, und blieb, dem Enkel den Rücken zugewandt, unbeweglich stehen, als dieser den Kopf ins Zimmer steckte. Jetzt, aus seinen Traumen aufgescheucht, fühlte er, wie ihm die Augen feucht geworden waren, und mit dem Handrücken wischte er sich die Spuren seiner Rührung aus dem Gesicht, damit der Enkel nichts merke. In fernem Herzen ist Fefttaasftimmung, denn in einer auten Stunde wird das Ziel erreicht fein, das schon feit Jahrzehnten wie eine Sehnsucht in seinem Herren brannte und für das er Jahr für Jahr Taler um Taler zurückgelegt hatte. 4 öi?” ämss . . , storie. Die Zeit ist v , -- -’orfenmütter kommen und gehen, aber immer halten sie das Erbe der Väter hoch, einer reicht es dem anderen weiter, und stolz lebt nut ihnen die Geschichte des Urahnen, der in A Fr°?.Zchenzeit für fein Vaterland starb und am Muhlenhügel begraben liegt. Warum wurde diese Geschichte hier erzählt? - Werl cmch du, lieber Leser, Vorfahren hast, die am Webstuhl der Geschichte deines Volkes die Fäden feines Schicksals gewebt haben. Vielleicht weißt du davon wemg oder gar nichts, darum forsche nach m demer Familiengeschichte, und auch du wirst mit Stolz von den Taten deiner Ahnen erfahren. . Der „Hi ls - mi t- W e ttb e w e r b , den die deutsche Jugend auf Veranlassung des National- sozialistischen Lehrerbundes, des Ras- senpolitischen Amtes der NSDAP, und des Propagandaministeriums austrägt, wird tn fo mancher Familie das Erkennen und Wissen um das Wirken der Vorfahren aufdecken, die auf ihren Schultern in vergangenen Zeiten ein Stückchen deutscher Geschichte trugen. E. Die alte Korsenmühle soll heute wieder ihren Eigentümer wechseln und zurückkehren in den Besitz feiner Familie. Die Mühle war, solange sie stand, immer von dem Vater auf den Sohn übergegangen, bis dann mit einem Schlage, vor 60 Jahren, ein grausames Schicksal die Reihe unterbrach. Noch lebhaft erinnert er sich der schrecklichen Tage. Die Heerscharen Napoleons waren im Lande, zerstampften die Aecker und was nicht niet- und nagelfest war, verschwand auf den Wagen und in den Taschen öer Feinde. Aus der Mühle war es einsam geworden. Sem Vater hatte sich dem Könige für die Ver- retöigung des Vaterlandes gestellt, und zwei Wochen spater tränkte fein Blut die heimatliche Erde. Einen Monat darauf raffte ein böses Fieber die Mutter dahin Sein Großvater und er, damals ein kleines Bürschchen von 10 Jahren, blieben allein auf der zurück. Die französischen Truppen rückten immer näher, und eines Tages kamen preußische Reiter auf die Mühle, sprachen lange mit dem Großvater und jagten bei Nacht und Nebel wieder Eon. Am anderen Morgen galoppierten ftanzö- fifche Offiziere den Mühlweg herauf, machten sich's in der Mühle beguem, schlugen große Karten auf und sandten Meldereiter in die Umgebung. Eines Nachts, als er in tiefem Schlafe zwischen den Mehlsäcken lag, erwachte er von einem wüsten Lärm, Schimpfen und polternde Schritte drangen an sei Ohr, und als er die Augen aufschlug, 'sah er im Flackerschein einer Laterne, wie die fremden Soldaten den Großvater aus dem Oberraum die Treppe hinunter und aus der Mühle heraus zerrten. Unfähig, vor Schrecken ein Glied zu rühren, lag er den Rest der Nacht mit weit aufgerissenen äugen regungslos auf feinem Lager. Als in der frühen Morgenstunde die Sonne zu den Fensterchen der Muhle hineinblickte, zog er sich fröstelnd die Decke über die Schultern und wartete weiter vergeblich auf die Rückkehr des Großvaters. Da plötzlich ließen ihn erregte Stimmen und laute Kommandorufe aufhorchen, die durch die dünnen Holzwände drangen. Ein hell aufpeitschender Knall folgte, und dann wurde es wieder ruhiger in der Muhle. Noch immer wagte er sich nicht aus seiner Ecke heraus, und ängstlich beobachtete er nur die Ah h, eib‘la schossen und verscharrt wurde. Die Dorfleute raunten sich zu, daß er damit das Dorf vor der Aus- Plünderung gerettet hätte, weil die Feinde schnell abziehen mußten. 600 Franzosen aber wurden doch "och umganaen und konnten gefangen genommen werden. Viele Pläne und wichtige Aufzeichnungen hat man ihnen abgenommen. Nun, da der Großvater tot war, kam er zu einem Onkel in die Stadt, und die Mühle ging in fremde Hande über. Vergessen konnte er sie aber nie, immer wieder stieg das Geschehen jener Tage m seinem Gedächtnis auf. Die Jahre vergingen, und aus dem zehnjährigen Buben war ein statt- ucher Mann geworden, der sich dem Lehrerberufe zugewandt hatte und der überglücklich war als ihm die freigemorbene Lehrerstelle feines Heimatdorfes überlassen wurde. Mit feiner jungen Frou Zog er in das kleine Kantorhaus ein. Drei Mädchen schenkte sie ihm, der Junge blieb aus. Der B'iö von dem er träumte, daß er einst Müller werden mußte. So wuchsen die Töchter nun heran, heirateten und schenkten ihm die Enkelsöhne. Der eine" ernte das Müllerhandwerk, und als es das Sch'ck- al wollte, daß der derzeitige Mühlenbesitzer kinber- ws blieb und jetzt, alt an Jahren, die Mühle zum verkauf ausbot, da sollte nun wieder einer, aus einem Fleisch und Blut hervorgegangen, in der Muhle Einkehr halten. So steht die Korsenmühle, wie sie feit den Tagen chrer geschichtlichen Bedeutum heute noch. Es lebt noch ihre S Zwei Offiziere, die eiligst ihre Sachen zusammen- packten und Hals über Kopf die Mühle verließen. Es mochten wohl zwei Stunden seitdem vergangen sein, und da sich nichts rührte, eine Totenstille brau, ßen wie drinnen war, stand er auf und ging den Großvater suchen. Nirgends war er zu finden. Am Mittag holte ihn eine Verwandte aus dem Dorfe die weinend ihre Arme um ihn schlang. Aus den verschüchterten Reden der Frauen reimte er sich zusammen, was in der letzten Nacht geschehen war und bekam die Gewißheit, daß der Großvater nie wieder fönte. Er wußte nun, daß der Großvater m den Nächten mit einer Laterne Zeichen aus der obersten Mühlenlucke gegeben hatte, bis er dabei entdeckt und anderen Tags vor feiner Mühle erwache an den wenigen schönen Tagen in bunt gewischten Gruppen radfahrend sich über die Inseln zerstreut. Wundervoll die Farben- und Formenpracht der ozeanischen Tierwelt, die man im Agua- rium bewundern kann, interessant und schön die großen Tropfsteinhöhlen. So gehen die Tage trotz des immer schlechter werdenden Wetters schnell und erholsam dahin. Und wieder versammelt ein wohl- gelungener Bordempfang Teile der Besatzung mit unseren liebenswürdigen englischen Gastgebern am Sonntag, dem 24. März. Als wir in der Frühe des Montags aus dem Hasen drehen, steht die Besatzung des Vermessungsschiffes an Deck, und herzliche Abschiedssignale werden nach dem Zeremoniell mit den neugewonnenen Freunden ausgetauscht. Draußen umkreisen uns die flinken Motorboote des Prinzeßhotels, deren muntere Prinzessinnen" ihren speziellen Freunden noch eine Exttafreude bereiten wollen. Im schmalen Fahrwasser der Bucht passieren wir den einlaufenden englischen Dampfer „Monarch of Bermuda“, dessen zahlreiche Gäste sich winkend auf den Promenadendecks der Backbordseite drängen. Noch einmal lassen wir das freundliche, typisch englisch anmutende Land- schaftsbild auf uns wirken, eifrig wird nach dem Wegtreten diskutiert, wo man mit dem Fahrrad gewesen war, und wo es am schönsten gewesen sei. Nachdem die freie See erreicht ist und der Lotse uns nach herzlichem Abschied verlassen hat, nehmen wir K u r s a u f d i e A z o r e n , die vorletzte Etappe vor dem Erreichen des europäischen Festlandes. Aus alledem leuchtet ein, daß das BGB. beseitigt werden muß. Das kann aber erst geschehen, wenn neue Gesetzesbestimmungen an feine ©fette getreten sind. Teilweise ist das zwar schon geschehen. Im überwiegenden Teil harrt diese schwierige Ausgabe aber noch der Lösung. Im nationalsozialistischen Geiste neu geregelt sind bereits öie wichtigen Substanzwerte Boden, Arbeit fea I V ,u n& ®^re' und zwar durch bas Reichs-' erbhofgesetz vom 29. September 1933, das Gesetz iaoj bnung 6er nationalen Arbeit vom 19. April 1934 unb die Nürnberger Gesetze vom 15. Septem» ver 1935 zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre. Ferner sind einige Handels- r e g 111 cf) e Gebiete neu geortet. So sind das Wechfelgefetz vom 21. juni 1933, das Scheckgesetz vom 14. August 1933, sowie das Patentgesetz Gebrauchsmusterschutzgefetz und Waren- zeichengefetz vom 5. Mai 1936 erschienen. Auch sind z. B. im Aktienrecht grundlegende Aenderungen vorgenommen worden. Was geschieht nun aber mit den noch nicht neu geordneten Rechtsgebieten des bürgerlichen Rechts? Sie sind im nationalsozialistischen ouszulegen. Wenn nach den Paragra- ^^en 157, 242 BGB. Verträge so auszulegen sind, und der Schuldner die Leistung fo zu bewirken hat nüc Treu und Glauben mit Rücksicht auf die Ser« kehrssitte es erfordern, fo bedeutet bas heute, daß alles ^anbeln baran gemessen werben muß, ob es ber Gesamtheit nutzt ober schabet. „Gute Sitte" im ©inne ber Paragrahpen 138 unb 862 BGB ist roieberum nur, roas ber Volksgemeinschaft nützt Derkehrssitte sein. Unb nur bie- Sril bie der heutigen national- ozialistischen Volksanschauung entspricht, wie sie in öen 25 Programmpunkten ihren Niederschlag ae- unden bat (Sgl. Dr. Burckhardt „3latlonalWa. httifcfjeJRedjtsabfmbung" in „Der beutsche Justizbeamte Nr. 20 vom 6. Oktober 1935.) d Das alles aber sind nur Auslegungsregeln. So- Der Nationalsozialismus fyat nicht nur unsere Cebensauffaffung von Grund auf gewandelt. Er hat uns auch als natürliche Folge davon eine dementsprechende gänzliche neue Rechts- auffaffung oebracht. Das Recht ist nicht mehr eine ©onberangelegenheit des Juristenstandes, sondern Sache des ganzen Volkes. Das Recht muß gerecht sein, d. h. dem Rechtsempfinden des Volkes entsprechen. Die Ausgabe des Rechtes ist es, das Wohl der deutschen Volksgemeinschaft zu gewährleisten. Recht ist, wie Reichsminister Dr. Frank erklärt hat, Erziehung des Volkes zum Gemeinschafts, dienst. Zutteffend sagt Frank: „In dieser Welt von heute kann ber einzelne nur bestehen als Kamerab in ber Schicksalsgeschlossenheit ber völkischen Genossenschaft ..." „Unb fo ist bas Recht des Reiches Adolf Hitlers das typische Ordnungsinsttument einer auf Gedeih unb Verderb verbundenen Gemeinschaft deutscher Volksgenossen." (Vergl. Frank, das Recht im Reich in „Deufiches Recht" Heft 1/2 1937.) Um diesem neuen Geiste Gesetzeskraft zu geben*bedurfte es einer grundstürzenden Aenderung unserer bisherigen liberalistischen Oebanfengängen huldigenden Gesetze. Auf dem Gebiete des Strafrechts ist es zuerst zu einer umfassenden Erneuerung des geltenden Rechts gekommen. Das neue Strafgesetzbuch liegt im Entwurf fertig vor unb wird vom Reichs- kabinett beraten, lieber die Neuordnung des bürgerlichen Rechts hat Staatssekretär Dr. Schlegelberger in der Universität Heidelberg einen Vorttag gehalten, den er bezeichnenderweise „Abschied vom BGB." nennt. An Hand dieses Vor- träges soll km Folgenden kurz dargelegt werden, wie diese Neuordnung des bürgerlichen Rechts ge- dacht ist. Das neue Recht beruht zunächst auf dem Funda- mentalsatz: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz". Zum zweiten hat sich ein Wandel in der Bewertung der Lebensgüter vollzogen. Mit beiden Grundsätzen steht unser Bürgerliches Gesetzbuch nicht im Einklang. Das BGB. stellt das Recht des Einzelnen in den Vordergrund. Es ist vom reinen Individualismus beherrscht. Es beginnt mit der rechtlichen Ordnung und Sicherung des Vermögens und bringt erst im weiten Abstand Vorschriften über Ehe und Familie. Im neuen Recht aber steht über dem Recht des Einzelnen das Recht der Volksgemeinschaft auf Leben in Ehre unb Freiheit, das Recht des ganzen Volkes auf Förderung des allgemeinen Wohlstandes unb Pflege । feiner kulturellen Güter. \ Das BGB. kennt ferner keinen Unterschied in der 1 Bewertung der Lebensgüter und ist ein Gesetzbuch der Konstruktionen unb Abstraktionen, ' also einer reinen Begriffsjurisprubenz, die sich nur i an Juristen wendet unb auf Volksnähe verzichtet. Es behanbelt z. B. Eigentum, Miete unb Vertrag ou "i^-'itliche Begriffe ohne Rücksicht auf bie Le- I b auf bie sie sich beziehen. Das Eigentum I if* ^bfätzlich bas Recht, mit der Sache nach Be- k l b-n verfahren und andere von jeder Einwirkung fjochglun't Schuhcreme j * —.... ..........."'“W unö Fülle. Berühmt sind die teuren Parfüme, öte tn der Lilly Factory und anderen Pflanzungen fix und fertig hergestellt werden. Interessant das Verfahren: Zwischen den einzelnen Schichten eines saro- und geruchlosen Fettes werden die frisch gepflückten Blüten gebettet und dies so lange wiederholt, bis das Fett, das die Eigenschaft hat, Gerüche sehr schnell aufzunehmen, mit den Duftstoffen völlig gesättigt ist. Dieses duftende Glyzerin bildet den Grundstoff bei der Herstellung der Parfüme. Von freundlichen Grazien werden wir durch die ganze Anlage geführt und müssen ein Probefläschchen des köstlichen Parfüms als Andenken mitnehmen. Wir hatten Glück mit dem Wetter, als wir uns 3um Ausflug entschlossen, denn die folgenden Tage zeichnen sich durch Sturm und Regen aus. Reger kameradschaftlicher Verkehr hat sich mit den englischen Kameraden an Land und mit der Besatzung eines Vermessungsschiffes entwickelt, bas vor uns im Hafen liegt. Zahlreiche Coctailpar- fies, Einladungen der Behörden und Ausflüge bringen Abwechslung und Zerstreuung. In der Crassy- bucht wird eifrig Bootsdienst und Segeln betrieben, solange es das Wetter irgend zuläßt, und der Abend bringt angenehme Abwechslung bei Konzert und Tanz in den uns bereitwilligst geöffneten, sehr geschmackvoll eingerichteten großen Hotels, mit deren Gasten sich ebenfalls mancherlei Beziehungen, zum Teil zartester Natur herüber unb hinüber gesponnen haben. In ben schnittigen Motorschnettbooten ihrer Hotels unb sie in ben Jachten bes Royal-Jacht-Clubs kommen sie herübergebraust zur Schiffsbesichtigung. SSS - interessante Ausstellunasstücke werben jetzt auf dem Ausstettungsgelände am Äaiferöamm in Berlin für die Ausstellung „Gebt mir vier Jahre Zeit" aufgebaut. Diese Aufnahme zeigt das Modell derBurgDogelfang. — (Scherl-Bilberbienst-M.) Die Aeiwrbmmg des bürgerlichen Rechts. Von Landgerichtsrai Dr. Bergmann. auszuschließen. Dabei ist es gleichgültig, ob es im einen Falle um einen Tisch, ein Buch ober Lebensrnittel, in einem anderen Falle aber um Stuck des geheiligten Heimatbodens handelt. Das Grurwstuck als „unbewegliche" Sache ist ihm ebenso eine Handelsware wie jedes landläufige Verbrauchsgut. Die Miete eines Buches fällt unter ben gleichen Begriff bes Mietvertrages wie bie Miete einer Wohnstätte. Der Vertrag über bas eheliche Güter- recht ist ein Vertrag wie jeher anbere auch. In allen brei angeführten Fällen ist rechtlich kein Unterschieb gemacht, obwohl es sich jeweils um zwei unvergleichbare Lebensoorgänge hanbelt. Es ist deshalb erforberlich, baß bie Rechtsgebote an bie nd)tige Bewertung ber Lebensgüter angepaßt wer- ben. Unmöglich ist es z. B. auch, baß im BGB. bie Freiheit im Recht ber unerlaubten Hanblungen mit bem Eigentum auf eine Stufe gestellt werben, unb "Eh^" in feinem Sprachschatz überhaupt nicht vorkommt. $lä”Lbrud "3? Ä «ti n 3«" «"S. 3d) A r fett Ä-S üln l‘"eS 6«r«« w» englisch'^ Aunlong. m öüf dein Jang Jtonfon, durchs iet ®*r®e9 lUidjf«*.*5 iet « wie er W«« leJ findet, i«,6® Jßonn liefe Men Eisenöch tack beschleunig können Maten Indien nach möglicherweise r weg »« dench südchinesischen; Ihamo in L gleichfalls schon aber die Fortse der Hauptstadt schwieriges ( Kunlong als wenn die Lini> große Kunstbau Brücken nötig, dernisse $u übe hintermdischen Jünnanfu baut krieg vollendet. Gebirgsland di den französische Südchina als Sphäre" mit Frankreichs zu Um die Jahf einem politisch! zum Zerfall ui Jnteressengebie! der Amerikane heraus bemächi ten im Kriege dort einen Sti ein benachbart land saß in di englischen Kai .^anghe Basin Mlrlchma ged anMrlden, u allein zuruckzr tschou-tzuchi. i Rede. Es har lung Chinas, offenen! den amerikan rungder japt SrLZK ™"lbonT0lfan:! Sr,n'mi^8heD5rferl^n9■6”On ®«W nicht geändert ist, bi-ibt der Rich- gen, auch einzelne Palmen" Fypr'efsen und Maha- über ^weima^ oerkehrenden Fa^hre her^- ter baran gebunben. Es steht nicht in seiner Macht, gonibäume, bie üer^iebenften3^ropenaemäcf)^f^unb ßiHfÄ? W große weiße von sich aus zu entscheiben, welche Gesetze etwa noch enblich das schönste B l ume nbfeu m e n aZ Kinn Ü ,n anzuwenden sind, und welche nicht. Das ist wieder- - - iili' in m i 9roBen Werftkino und em Fußballspiel bringen Ab- holt von maßgebender Seite betont worben Es de- rühm/ nnT>?en?after Farbenpracht wechslung für große Teile der Besatzung, deren Frei- deutet eine Verschiebung der Veräntwortuna rühmt sind die teuren Parfume, mache an den tneninen frfinnon Tnnovt in i- nn. ■ mA.. ...txn s. _r_ v ,.. («'■ ।. ^.^9' V M K : - Verkehr uni» Politik in Wna. ^3on Dr. Paul Rohrbach In den Jahren als Rußland weltpolitische Pläne ist Ostasien auf der Hohe waren, kurz vor dem Ausbruch des russisch-japanischen Krieges, war in Petersburg viel davon die Rede, von einem Punkt in West-Sibirien aus eine Abzweigung von der großen sibirischen Bahn durch Jn- nerasien bis nach China hinein zu fphren und diese Linie in Hankau, dem Ozeanhafen am mittleren Jangtse, oder in Schanghai enden zu lassen. Ich entsinne mich noch — es muß 1901 oder 1902 gewesen sein — wie mir der Fürst U ch t o m s k i, der damals großen Einfluß bei Nikolaus II. befaß, cumtses, des letzten großen Freiheitskämpfers der Indianer. Auch aus der Siedlungsgeschichte Kanadas, dessen politische und wirtschaftliche Verhältnisse bei uns weit unbekannter und doch vielleicht zukunftsträchtiger sind, als die der Vereinigten Staaten, berichtet Johann interessante Einzelheiten, namentlich auch über Ansiedlungen deutscher Lutheraner in Neu-Schottland. Erschreckend ist das Bild, das der Verfasser von der Krisis der amerikanischen Getreidewirtschaft entwirft. Der Raubbau am Po- den hat aus der fruchtbaren Prärie eine trostlose Sandwüste gemacht. Seltsam sticht davon ab Alaska, das amerikanische Sibirien, von dem wir uns eine so gänzlich falsche Vorstellung zu machen pflegen, die noch auf den Begriffen des „Goldlandes am Klondike" beruht, In Wahrheit aber breitet sich hier unmittelbar südlich des Polarkreises ein ungemein fruchtbares, an Wild und Fischen überreiches Land mit fast tropischen Sommern aus, das mit einer Bevölkerungsdichte von noch nicht einem Einwohner auf den Quadratkilometer nur auf großzügige Besiedlung wartet, um der Weltwirtschaft erschlossen zu werden. Fr. W. Lange. — Gottfried Kölwel: Irdische Fülle. Gedichte. 2,20 RM. Propyläen-Verlag, Berlin. — (83.) — Gottfried Kölwel, dessen Liebesgeschichte „Das Glück auf Erden" vor einiger Zeit an dieser Stelle besprochen wurde, erweist sich mit dem neuen Gedichtbande als Lyriker von persönlicher Haltung, lebendiger Anschauung und großem Formenreichtum. Sein eigentliches Thema ist bas alte und wohl unerschöpfliche Motiv aller echten Lyrik: er wird nicht müde> die beseelte Natur zu besingen und die irdische Fülle ihrer Erscheinungen im Ablauf des Jahreskreises im Gedicht zu sammeln und zu spiegeln. In immer wechselnder Gestalt, in Bil- dern von oft überraschender Frische und Ursprünglichkeit des Augeneindrucks und der Empfindung fügt sich — vom ersten Frühjahr bis in die „Ländliche Christnacht" hinein — Strophe an Strophe zu einem andächtigen, vieltönigen Lobgesang der natürlichen Welt. Hans Thyriot. — Walther Kloepffer: Fogg bringt ein Mädchen mit. Roman einer Kameradschaft. 273 Seiten. Geh. 2,50 RM. Seinen 3,80 RM. Perlag Scherl, Berlin SW 68, 1937. — (81) — Dies ist die Geschichte von dem Manne Fogg, der eines Tages als Arzt aus Ueberfee zurückkehrt in seine alte Heimat im Bayrischen Wald, um eine Erbschaft anzutreten. Aus dieser Heimkehr, so natürlich und nüchtern sie auf den ersten Blick scheint, wird ein richtiges Abenteuer. Ehe er daran gehen kann, sich - daheim ein neues Leben aufzubauen, muß er mit der Vergangenheit fertig werden: in Hamburg begegnet er einer Frau, die während des Krieges, an der Front hn Osten, auf eine merkwürdige Weife seinen Weg gekreuzt hat urtb ihm dann aus den Augen gekommen ist. Die Frau stirbt bald nach dem unverhofften Wiedersehen, aber sie läßt eine Tochter zurück, ein junges Mädchen, das der Heimkehrer Fogg mit in fein Dorf nimmt. Und nun beginnt erst ein richtiger Roman, Liebesroman, Kriminalroman, Geschichte eines Abenteuers und eines Mannes, der auf feine Weise den Kampf mit dem Leben aufnimtiit, am Ende zum Ziel gelangt, seinen Willen durchsetzt und sein Glück macht. Das ist alles mit Phantasie erdacht, ein wenig romanhaft und romantisch zuweilen, aber doch auch wieder mit einem sicheren Blick für das einfache, wirkliche Leben, anständig geschrieben, sauber, mit Humor und so spannend erzählt, daß man nicht gut aufhören kann, ehe das Buch ausgelesen ist. Hans Thyriot. M»ke als Vriesschreiber. — Moltkes Briefe, ausgewählt und erläutert von W. Andreas. Mit sechs Tafeln und zwei Schriftproben, zwei Bände. Preis in Leinen je Band 3,00 Mark. Verlag des Pibliographifchen Instituts AG. in Leipzig. — (50) — Vielleicht macht es den besonderen Reiz so hervorragender Denk- mäler deutscher Prosastilkunst, wie Bismarcks und Moltkes Briefe an Braut und Gattin, Verwandte und Freunde, aus, daß sie ohne jeden literarischen Ehrgeiz geschrieben wurden und nicht für die Augen Dritter bestimmt waren. Um so dankbarer empfinden wir das Geschenk, das wir mit der Veröffentlichung dieser nach Inhalt und Form gleich fesseln- der Briefsammlungen empfangen haben, sind es doch die unmittelbarsten Zeugnisse der Persönlichkeit des großen Staatsmannes und des großen Feld- Herrn in der Zeit der deutschen Einigung. Hier spiegeln sich auch die verschiedenen Charaktere und Temperamente. Der starken Impulsivität Bismarcks, der, von seinem Dämon getrieben, gleich leidenschaftlich lieben wie hassen konnte, seinem oft bis zum Sarkasmus gesteigerten Humor tritt in Moltke, dem „großen Schweiger", der nach außen stets kühle und beherrschte Weltmann gegenüber, der auch für seine persönlichsten Gefühle nur zarte, ge- dämpfte Töne fand, dessen innere Harmonie ihm Duldsamkeit und Milde gegenüber anderen Auffassungen erlaubte, auch wenn er selber nicht minder fest umrittene Anschauungen von den Dingen des öffentlichen Lebens hatte als Bismarck. Eine tiefe, wenn auch verschieden geartete Religiosität, eine ebenso umfassende wie gründliche Bildung waren ihnen beiden eigen. Eine sorgfältig gepflegte Liebe für bildende Kunst und Musik hatte Moltke vor seinem großen Zeitgenossen voraus, der zwar die Musik als Therapie für seine Nerven oft schätzte, im übrigen wohl aber den schönen Künsten wenig Verständnis entgegenbrachte. Moltkes Priese, die in dieser schönen, von W. Andreas sehr sorgfältig aeorbneten und mit wirklich alle Fragen erschöpfenden Anmerkungen versehenen Ausgabe uns wieder zu genußreicher Lektüre in die Hand gegeben worden sind, umspannen siebzig Jahre eines langen und selten inhaltreichen Lebens. Die meisten sind an die Braut und Gattin gerichtet, Marie Burt, seine fast 26 Jahre jüngere Nichte, die dem im Leben gereiften Manne die Hand reichte und mit ihm eine überaus glückliche Ehe geführt hat, bis der Tod sie am Weihnachtsabend 1868 löste. Die bekannten Reisebriefe aus der Türkei, wo Moltke als junger Generalstabsoffizier am Feldzug gegen Aegypten 1839 teilnahm, sind an die Mutter gerichtet. Sie geben ein fesselndes Kulturbild des Nahen Orients vor einem Jahrhundert, als er noch abgeschlossen und unzugänglich wie ein großes Rät- fei vor Europas Toren lag. Auch später ist Moltke der Reisepassion treu geblieben, und fein Dienst als Adjutant des späteren Kaisers Friedrich hat ihm viel Gelegenheit zu Auslandsreisen gegeben. So hat er die Höfe von London, St. Petersburg und Paris kennengelernt und seine Schilderungen daher sind in ihrer Anschaulichkeit als Ergebnis seiner ungemein scharfen Beobachtung auch für das Kleine und Nebensächliche unübertroffen. Dann kommen die Briefe aus den drei Feldzügen, zuerst noch an die Gattin, dann an die Geschwister gerichtet. Sie spiegeln in ihrer abgeklärten Ruhe im allgemeinen wenig von dem Kampf wider, den Moltke um seine Stellung als Generalstabschef und um die Durchsetzung seiner strategischen Ansicht auszusech- ten hatte. Bis in die letzten Lebenstage hinein zeugen dann seine späteren Briefe aus der Friedens- Jn der Bahnhofstraße 26 / eröffnen wir am 24. S4prit I unser neues fßüromaschi- / nen-Spesialgesdjäft.&adj- I teufe von der fPike auf — / kaufmännisch und technisch / geschult — wollen nicht nur / verkaufen, sondern Sie vor / allen Gingen un v er Bin dUd) Beraten. — fjOir Bitten um 3ßr Vertrauen. 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P., häufige Inschrift auf Grabsteinen, Abkürzung von re- auiescat in pace, Bedeutung: Er (Sie) ruhe in Frieden. gepökelt und geräuchert als Kasseler Rippenspeer bezeichnet und gekocht oder geschmort wird. Rips, Gewebe, die gerippt erscheinen, weil die Schußfäden verstärkt sind. Rips gibt es in den meisten Stoffarten, die widerstandsfähigsten Sorten werden für Möbel- und Autopolsterbezüge verwendet. Rips reinigt man mit dem Staubsauger oder Klopfer und Bürste. Rifibifi, italienisches Gericht aus Reis mit grünen Erbsen, das mit Speck oder in Butter gedünstet ist. Risotto, italienisches Nationalgericht, in Fleischbrühe und Butter gekochter Reis mit Zwiebeln und Parmesankäse. Rippen, die 12 Paar spanqenför- mig angeordneten, aus Knorpel und Knochen bestehenden, von der Wirbelsäule entspringenden Teile des Skeletts, welche den Brustkorb bilden. Die oberen 7 Paar setzen sich vorn am Brustbein an, von den unteren 5 Paaren endigen die oberen 3 Paare jederseits in einem gemeinsamen Knorpel, dem Rippenbogen, die unteren 2 Paare, das 11. und 12. Paar, enden frei. Bei der Atmung heben und senken sich die Rippen, der Brustkorb wird dadurch erweitert und wieder verkleinert. An der Innenseite der Rippen ist das äußere Blatt des häutigen Rippen- und Brustfelles. Dgl. Knochenbruch, Brustfellentzündung, Rachitis. Rippenspeer, Bruststück des Schweines mit den Rippen, das Rifie in Stoffgeweben stopft man oder laßt sie kunststopfen; bei Eummisachen werden sie auf der Rückseite geklebt. Risse in Möbeln macht man mit einer Mischung von Bienenwachs und Farbpulver unsichtbar. Die gekitteten Stellen müssen sorgsam nachpoliert werden. Risse in Zimmerwänden oder Decken verschmiert man mit Gips. In neuen Häusern entstehen manchmal Risse, wenn das Haus sich setzt, d. h. wenn sich das Fundament senkt. In diesem Falle muß man abwarten, bis der manchmal lang dauernde Vorgang beendet ist, aber schon gleich den Fachmann zu Rate ziehen. Rifiige Haut wird mit Borsalbe behandelt. Bei größeren Rissen ist ärztliche Behandlung zu empfehlen. Rollfleisch mit Bindfaden? Gibt es das bei Ihnen noch? Dabei lassen sich Rouladen viel leichter und appetitlicher mit dem Rollfleischhalter oder der Nadel zusammenhalten. Eine einmalige Anschaffung ist das. Halter und Nadel gibt es für wenig Geld bei J. B. Hauser, Gießen, am Oswaldsgarken, Fernsprecher 2145/2146. Zeit von dem überlegenen Urteil, dem feinen Verständnis für Menschen und Dinge, dem nie errnü- oenden Interesse an allen Vorgängen des Lebens, Wissenschaft und Kunst, die den großen Feldherrn immer ausgezeichnet haben. Die Innig- kett des Empfindens, die Zartheit der Gefühle, die feine Brautbriefe dem Schönsten deutschen Schrift- tums an die Seite stellen, leuchten auch wieder aus den Zeilen des Neunzigjährigen an Großneffen und -Nichten. W Andreas' Lebensskizze und die Einleitungen die er den einzelnen Abschnitten der Briefsammlungen oorangestellt hat, gehören zu dem feinsten und Tiefgreifendsten, was über Moltke geschrieben wurde. Fr. W. Lange. — Friedrich Wencker-Wildberg: Eugen i e , die letzte Kaiserin der Franzosen. Mit 4 Bildtafeln. Preis in Ganzleinen gebunden 2,80 Mark. Verlag Hoffmann & Campe in Hamburg. — (93) — Die Geschichte Eugenie Montijos, in deren Adern sich das Blut spanischen und schottischen Uradels mischte, ist die Geschichte des zweiten Kaiserreichs. Aus Neigung zu der schönen Spanierin und aus Trotz gegen die Fürstenhäuser Europas, die seinen Brautwerbern die kalte Schulter gezeigt hatten, heiratete Napoleon III. Geschichten a Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Die Goldmedaille für den Telegraphisten. (ur) Kalkutta. In Kalkutta hat man vor einigen Tagen eine Angelegenheit erledigt, die genau 80 Jahre zurückliegt. Es handelt sich um den Fall Brendish. Der Name ist nur in einigen Aktenstücken der britischen Armee genannt und selbst guten Kennern der Geschichte der Kämpfe in Indien kaum geläufig. Und doch beschäftigte sich vor etwa 30 Jahren schon einmal Lord Curzon mit dem Fall Brendish. Lord Curzon war damals als hoher Staatsbeamter nach Indien gekommen. Er liebte keine unordentlichen Büros und lies aufräumen. Dabei stieß er auf ein Etui mit einer Goldmünze. Auf dieser Goldmünze stand der Name Brendish und das Datum war 1857 eingeprägt. Offenbar war diese Goldmünze dem Empfänger aus irgendwelchen Gründen damals nicht zugestellt worden. Vierzehn Tage wurden indische Amtsstellen in Bewegung gesetzt, um herauszufinden, wer Brendish gewesen war. Schließlich entdeckte man, daß Brendish ein Telegraphist war, der bei Ausbruch der indischen Meuterei auf feinem Posten blieb und so lange Warnungen telegraphierte, bis die britischen Stationen sämtlich gewarnt waren. Er setzte sein Leben aufs Spiel und verschwand erst, als seine Apparate zerschlagen wurden. Seine rechtzeitigen Warnungen und sein mutiges Ausharren dürsten — nach den inzwischen aufgefundenen Gutachten der englischen Offiziere der damaligen Zeit — viel dazu beigetragen haben, die Position Englands in Nordindien zu retten. Aber wo lebte Brendish jetzt? Lord Curzon setzte wieder alle Hebel in Bewegung und fand ihn *75 Jahre alt halb verhungert in einer kleinen Kammer in einer indischen Hafenstadt. Curzon veranstaltete seinetwegen ein großes Essen, bei dem er ihm die Goldmünze und die Mitteilung überreichte, daß er von nun ab im Jahr eine Pension von 100 Pfund Sterling zu verzehren habe. Die Regierung habe diesen Betrag bewilligt. In Wirklichkeit hatte Curzon den Betrag erst angefordert. Aber schließlich hatte er einen armen Teufel vor sich, der mit feinen 75 Jahren nicht auf eine Reaierungsentscheidung aus London warten konnte. So zahlte er denn jene angebliche Staatspension die paar Jahre bis zum Tode des Telegraphisten Brendish aus feiner eigenen Tasche. Es bedurfte dann — nachdem die Aktenstücke infolge des Weltkrieges teils verlorengegangen waren, teils an falsche Büros weitergeleitet wurden — nochmals lange Zeit, um die Pensionsfrage nach dem Ableben Brendish zu regulieren. Nun ist der Vermögensverwaltung des Lord ungeachtet der Vorstellungen feiner Familie und der Treuesten feiner Anhänger die Gräfin Montijo, und wenn unser Gewährsmann in den Akten richtig gelesen hat, so ist diese seltsame Ehe eine glückliche gewesen. Aber politisch blieb die Ehe eine Be- des bonapartistischen Regimes, weil sie im Konzert der Mächte Napoleon isoliert hatte und weil die bigotte Kaiserin den Klerikalen zu Gefallen auf der Besetzung des päpstlichen Roms bestand, bis endlich der deutsch-französische Krieg dem jungen Italien die Hauptstadt schenkte. Die Rolle Eugenies in der französischen Politik, die zum Zusammenbruch von 1870 führte, wird in der Darstellung Wencker-Wildbergs nicht hinreichend klar herausgestellt. Vielleicht unterschätzt man ihren Ehrgeiz, wenn man in ihr nur die schöne Frau, die zärtliche Mutter, die Modekönigin, die oberflächliche Dame der Gesellschaft sieht, die zwar auf einen literarischen Zirkel Wert legte, aber in ihrer literarischen Bildung den Dichterfreunden ihrer Jugend, Me- rimee und Henry Beyle wenig Ehre machte. Das Büchlein gibt in feinen Anmerkungen ausgezeichnete biographische Notizen zur Geschichte der Zeit und eine gute Uebersicht der Quellen. Fr. W. Lange. US alter Welt. Eurzon die Nachricht zugegangen, daß jene verauslagten Beträge vom britischen Versorgungsamt zurückgezahlt würden. Zwei Affen wurden böse. (C. K.) Neuyor k. Vor den Neuyorker Gerichten wird gegenwärtig über verschiedene Klagen und Schadenersatzforderungen in Höhe von 70 000 Dollar verhandelt, denen em merkwürdiges Erlebnis im Neuyorker Zoologischen Garten zugrunde liegt. Zwei zeitweise aus chren Käfigen freigelassene Äffen, der junge weibliche Gorilla „Janet Penserosa" und „Ellen", eine Schimpansin, beide in ihren besten Flegeljahren, wurden plötzlich böse und warfen eine ganze Familie aus dem Affenhaus hinaus. Man weiß nicht, wodurch das Publikum das Mißfallen der Affen erregt hat — jedenfalls gingen sie zum Angriff vor, suchten die fliehenden Zuschauer zu greifen, schnappten nach ihren Hüten und warfen einen fünfzehnjährigen Jungen mit solcher Gewalt hinaus, daß er eine Zehe brach, die später amputiert werden mußte. Für den Jungen werden wegen Verlust feiner Zehe 10 000 Dollar Schadenersatz gefordert, die Mutter verlangt 50 000 Dollar für den erlittenen Nerven- schok und für innere Verletzungen, die sie sich bei ihrer überstürzten Flucht zuzog, während der Vater 10 000 Dollar Verlust anmeldet, der ihm „durch die entgangene Mithilfe seiner beiden Angehörigen ent- tand. Die Mutter fiel in Ohnmacht, als der Affe "Ellen" sie angriff, ohne sich im mindesten durch das Dazwischentreten des Vaters stören zu lasten. Frühere Spaziergänge der beiden Affen hatten zwar keinerlei Schadenersatzklagen zur Folge, jedoch waren schon öfter Besucher, die Irgendwo ahnungslos in ihre Zeitung vertieft saßen, aufs höchste er- chrocken, wenn plötzlich ein Affe neben ihnen auf der Bank Platz genommen hatte. Ende gut, alles gut. (th.) Chikago. Der Kriminalist Mac Silver hatte seine Nichte zum Kino eingeladen und holte sie mit dem Auto ab. Als er ihr in den Wagen half, fiel ihre Handtasche zu Boden. Er bückte sich danach. In dieser Sekunde rutschte sein Dienstrevolver aus der Tasche. Der Schuß ging los und traf die Nichte des Kriminalbeamten an der Hüfte. Hier aber saß eine metallene Schnalle, die die Kugel abgleiten ließ, so daß der sehr gefährlich aussehende Schuß nur eine unerhebliche Fleischwunde verursachte. Dieser selffame Vorfall ging besonders gut aus, da der Arzt, der die erste Hilfe leistete, sich in die Nichte verliebte und sie nach ihrer Genesung heiratete. Die Pfeifensammlung des Filmstars. (C. K.) Washington. Der amerikanische Filmstar Edward G. Robinson hat kürzlich in London eine sehenswerte Ausstellung seiner Sammlung alter Pfeifen veranstaltet. Jede dieser Pfeifen hat eine eigene Geschichte. Einige sind verbunden mit Geschichten von Friede und Freundschaft, andere sind irgendwie verknüpft mit Personen oder Ereignissen, die in der Geschichte der Wissenschaft in Musik oder Dichtung bedeutsam waren. In der Sammlung befindet sich die angeblich älteste Pfeife der Welt; sie besteht aus einem ziemlich kunstlos verfertigten Rohr mit einem irdenen Pfeifenkopf. Die größten Pfeifen stammen von amerikanischen Indianern; obwohl sie eigentlich nichts «eiter sind als ausgehöhlte Baumzweige, so genießen sie doch als die berühmten Friedenspfeifen aus den alten Zeiten, in denen die Rothäute noch frei als Herrscher über die Prärie jagten, hohes Ansehen. Andere Pfeifen sind aus Tierhörnern, aus Muscheln und aus Steinen. Die Lieblingspfeife des Sammlers ist ein 450 Jahre altes Stück, das ihm ein befreundeter mexikanischer Indianer überreichte. Diese Pfeife gab" eigentlich erst den Anstoß zu seiner Sammelleidenschaft. Hervorragende Sammler aus aller Herren Ländern wetteifern darin, ihm als Freundschafts- zeichen seltene und kostbare Pfeifenexemplare zu senden. Fortdauernd kommen neue Sendungen an. Ein deutscher Liebhaber sandte ihm eine Pfeife, die Bismarck mit Vorliebe benutzt hatte. Aus der Türkei kam eine seltene Hookah. Zahlreiche englische Sammler beschenkten ihn mit altmodischen langen Tonpfeifen, die er den 60 Exemplaren hinzufügte, die er nach und nach in Trödlerläden und bei Antiquaren aufgeftöbert hatte. Besonders hoch schätzt der Sammler die Pfeifen Walter Raleighs, Mark Twains und Thackerays. Aus einer Zeit, in der in manchen Ländern das Rauchen auf den Straßen unter strenge Strafe gestellt war, stammen mehrere Pfeifen, die kühnen Leuten gehörten, welche diesem Verbot zu trotzen wagten. Merkwürdige Bersicheruugsfälle. (—) London. Aus der Liste der Kuriosa einer großen englischen Versicherungsgesellschaft ergeben sich folgende Seltsamkeiten: Ein Mann brach einen Fuß, weil er ein störrisches Schwein Vorwärtstreiben wollte und ihm einen Fußtritt versetzte. Einer Magd in Schottland mußte der rechte Fuß ab genommen werden, weil sie eine Kuh mit dem Fuß stieß und eine sich entwickelnde Gelenkentzündung nicht beachtete. Wegen eines gebrochenen Beines mußte ein Mann behandelt werden, der nur dabei geholfen hatte, ein Pferd auf einen Operationstisch zu heben. Eine Querstange klemmte sich so unglücklich ein, daß der Unterschenkel des Helfers durchgedrückt wurde. Ein Säugling stieß dem ihn betrachtenden Vater die Milchflasche mit solcher Wucht ins Gesicht, daß die Flasche zersplitterte, der Vater alle Vorderzähne verlor und außerdem eine schwere Nasenverletzung erlitt. Wie kamen die Schwäne zum Genfer See? (rs) Genf. In Genf hätte man über anderen Sorgen beinahe vergessen, ein interessantes Jubiläum zu feiern. Vor genau hundert Jahren, im Frühling 1837, haben nämlich die Schwäne, die heute am Genfer See sehr reichlich Hausen, von diesen Gewässern Besitz ergriffen. Man hat nur mit vieler Mühe die Geschichte der Schwanenansiedlung in Genf klarstellen können. Eine Eisenbahn fuhr damals noch nicht von Genf nach Paris, die Postkutsche versah noch den Dienst. So war es ein Postkutschenführer, der 1837 zwei Schwäne aus Paris nach Genf brachte, als einmal sein Wagen nicht gar zu stark überlastet war. Es handelte sich um eine reine Privatangelegenheit jenes Postkutschenführers. Er setzte sie an einem sehr ruhigen Winkel des Sees abseits von der Stadt aus. Später wurde man auf die Schwanenzucht in Genf aufmerksam. Die Stadt kaufte die Schwäne an und baute ihnen jene kleine Siedlung an der Rousseau-Insel, wo noch heute der Mitelpunkt der ganzen Genfer Schwanenzucht zu finden ist. Aber damit war die Geschichte noch nicht ganz zu Ende. Genf schenkte nämlich der Stadt Vevey ein paar Schwäne. Inzwischen starben die Genfer Schwäne aus, aber auch von dem Schwa- henpaar in Vevey blieb nur das Männchen über. Eines Morgens war es ausgerissen und hatte sich nach Morges begeben, wo eine Schwanenfrau einsam und allein lebte. Von diesem Pärchen stammen nun alle Schwäne ab, die heute noch auf dem Genfer Söe herumschwimmen. Es sind mittlerweile deren 200 geworden. Bezeichnend ist, daß die Schwäne eine merkwürdige Scheu vor dem französischen Ufer des Genfer Sees haben. Man hat seit Jahr und Taa dort keinen Schwan me^r gesichtet. Die Franzosen pflegen dort guf die Schwäne Jagd zu machen. Das hatten die alteingesessenen Tiere bald in Erfahrung gebracht und haben seither das dortige Ufer gemieden. Das verhängnisvolle Kohlenblech. (—) Birmingham. Der Mord fall Patrick Mahon erregte weit über Englands Grenzen hinaus größtes Aufsehen. Man beschuldigte ihn, seine Freundin Emily Kaye ermordet zu haben. Er bestand darauf, daß sie durch einen Zufall gestürzt und mit dem Kopf gegen ein Ofenblech gestoßen sei. Aus diesem Sturz seien die Kopfverletzungen zu erklären. Man konstruierte nicht nur nur das Haus, in dem der Mord geschehen sein sollte, in allen Einzelheiten, man baute auch die einzelnen Zimmer in Miniatur sorgfältig auf. Kein Gegenstand fehlte. Das Gericht zog aus dem Augenschein den Schluß, daß ein Sturz durch einen Zufall nicht möglich war. Jedenfalls wurde Mahon auf Grund jenes Modells zum Tode verurteilt. Der Elefant zog die Notbremse. (—) Dublin. Zum vierten Male stand nun schon der Zug auf freier Strecke. Man mußte halten, denn irgendwo im Zug war die Notbremse gezogen worden. Man durchsuchte die Wagen, aber niemand war zu finden. Als sich dieses Phänomen zum dritten Male ereignete, wurden die Zugschaffner abergläubisch. Beim vierten Mal lief einer davon. Doch eben beim vierten Male entdeckte man die Lösung. An dem Zug hing nämlich ein Zirkuswagen, der zwei Elefanten beförderte. Einer der Elefanten angelte während der Fahrt mtt feinem Rüssel dauernd in der Weltgeschichte herum und erwischte stets am nächsten Wagen den Schalthebel der Bremse. Dann zog er schleunigst seinen Rüssel ein und beobachtete neugierig die Unruhe, die sich draußen entwickelte, weil er ein wenig „dran gedreht" hatte. £uÖtt>ifl llhlands 150 <9c6urtefag. Am 26. April jährt sich zum 150. Male der Geburts- tag des schwäbischen Dichters Ludwig Uh land. Unsere Leser finden eine eingehende Würdigung im Familienblatt vom Montag. — (Scherl-Bilder-M.) Rittersporn 412 Röcheln Rittersporn. Einjährige Sorten kommen in hoher und niedriger Wuchsform vor und werden im Herbst oder zeitigem Frühjahr an Ort und Stelle in kräftiges und überfonntes Erdreich nicht Zu dicht gesät. Eignen sich ihrer schönen Farbe wegen vortrefflich als Vasenblumen. Staudenr. belebt in hellen und dunklen Vlau- tönen das Blumenbeet. Man achte auf mehltausichere Sorten Rückschnitt nach der Blüte bringt einen zweiten Herbstflor. Durch Teilung des Wurzelstockes verpflanzen. Rizinus, Öl aus dem Samen der tropischen Christpalme, das als Abführmittel dient. Rizinus läßt sich gut in schwarzem Kaffee, in hellem Vier und lauwarmer Milch einnehmen. Rizinus in Eelatinekapseln ist noch leichter zu nehmen, wenn man überhaupt solche Kapseln schlucken kann. Bei Durchfall oder Magenverstimmung soll man zunächst Rizinus einnehmen, um den Magen zu reinigen, dann ein Stopfmittel 3- B. tierische Kohle. Roastbeef, eng!., Bedeutung — gebratenes Ochsenstück, in einem Stück schwach gebratenes Rippenstück. bei dem das Innere noch etwas roh sein muß. Wird kalt mit Remouladensauce gegessen. Robben, Meersäugetiere, deren Felle zu Pelzen verarbeitet werden. Die Felle der Biberfeehunde liefern die echten Seal- oder Sealskinpelze. Robe, entbehrt, franz. Fremdwort für Kleid. Robert, männl. Vorname germ. Herkunft mit der Bedeutung „durch Ruhm glänzend". Robinie fälschlich Akazie genannt (s. auch diese), trägt gefiederte Blätter und weiße Vlü- tentrauben im Mai. Als Allee- und Straßenbaum, besonders als „Kugelakazie" angepflanzt. Roboter, englische Bezeichnung für den durch elektrische Wellen gelenkten künstlichen Menschen, im Grunde nichts mehr als eine Spielerei. Rochen, Seefisch aus der Familie der Haifische. Das Fleisch der echten Rochenarten, wie des Stachelrochens, ist genießbar. Rock, Vlusenröcke hängt man am besten in einem Hosenbügel auf, da sich sonst leicht die Form verzieht. Rund geschnittene Röcke, sogenannte Elockenröcke. läßt man vor dem Nähen des Saumes einen Tag hängen, damit sie nachher nicht zipfeln. Rocken, Kunkel, aufrechtstehender Holzstab am Spinnrad, an dem der ungesponnene Flachs befestigt wird. Rockkragen reinigt man von Elanzflecken, indem man ihn erst mit Salmiakwasser und dann mit klarem Wasser nachbürstet. Röcheln. Eine mit Geräusch verbundene erschwerte Atmung. Ist immer ein Zeichen, daß entweder die Atemwege nicht frei sind (Verstopfung der Luftwege, z. B bei Divhtherie, oder wenn ein Fremdkörper verschluckt wurde), oder daß das Atemzentrum im Gehirn gelähmt ist (z. B. bei Kohlen von Fischer Sieben, AJicenstraße 42—44, Telefon 3172 und 3176 V . | f: gj GROSSE REICHSAUSSTELLUNG SthaffenOtsBolK DüfielOorf MAI-OKTOBER 1937 Sie große Dierjohresplon-Sdiou 3m Mittelpunkt: Die neuen Werkstoffe Alle Auskünfte, audi über Sohcpceisermäßigunoen. Durch leöes Reifebüro Sa 1801 Milchkühe und Ninder, hochtragend oder »rischrnelk., auf den Milckvietwcrsteiaerrinaen in 2820v Vadevbovn, Prehversteigerunashalle mnDienstag. 27. Avril 1937 mittags 12Ubr, u. in Swarrs« tv , •’oafle der Wests ^utesvinnerei am Donnerstag, 29. 'Avril 1937, mittags 12 Ubr. Obligatorische Untersuchung auf Bazil!us°Bang. 'Nähere Auskunft und Katalog ;A tftÄ i'6i % Wifi* , kbft." 65 Tac Kri??>n • "«m - A%' & &■ Ole »JJ; Und ;a off ? und"! <. > ®il «°rL"°°r 6e Utf?" «tteif >.*5 ■?.Si I» Meapp°r S«A !-<5r bild natürlich auch ich an den schonen ten werden durchs tonunen Züge aus mrbei. Schwer bela los endlose Band mb M der Re' iner beliebigen Hai tätiger gesagt, wu lei ihrer Fahrt an mb an die Männe rielleicht ailt einn leiben Männern o iltener wird an d jcbelgrisfen der S chweren Dienst ver notivführer und s oortung für die Si lagen, denn das U u schlimmsten Fol jäheres Maß von 2.% Sie kennen dieses Haus! Das bekannte Fachgeschäft für gute Damenkleidung und Stoffe MODEHAUS CARL NOWACK Seliersweg 81 Blumen für alle Gelegenheiten • Blumenspendenvermittlung Ä MflflR-i MÜND WÖ55ER 3 Sachen kauft man gut bei Beck, die Uhr, den Schmuck und das Besteck Gehen Sie nicht vorüber, ohne sich meine sorgfältige Auswahl anzusehen in Bestecken, Stahlwaren und Waffen Seltersweg 30, Fernsprecher 3369 REINIG das fast 100 Jahre bestehende Fachgeschäft sind ausschlaggebend! 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Rufen wir heute das Er- sucher diese Beamten m der dutzt an. , Was sagst du dazu, Bert? Eben sprechen oon ihr — und schon ist sie da, als hätte sie auf das Stichwort gewartet." Bert Imhoff lacht. „In meinen Romanen jedenfalls dürfte ich dem Zufall keine solche Rolle einräumen. Mein Verleger würde ein spöttisches Fragezeichen an den Rand setzen!" Dr. Michaels wendet sich an den Amtsdiener. Lassen Sie die Dame eintreten!" " Gisch kommt herein. Sie hat immerhin em wenig Die Befehlsstelle ist ein langgestreckter Raum mit sehr vielen großen Fenstern. In der Mitte des Raumes sind lange und zum Teil hohe Kästen, die den technischen Organismus des vielhundertfältigen Hebelwerkes und der Stellwerkanlagen enthalten. Von alledem sieht man an den Außenseiten der Kästen nichts anderes als lange Reihen von Griffen. In der Färbung sind diese Griffe deutlich voneinander unterschieden; jede Farbengruppe bedeutet ein bestimmtes Aufgabensystem der Hebel, z.B. für Signale, Weichen, Blockierungen usw. Ein geradezu raffiniert ausgeklügeltes System von kleinen Signalscheibchen die Passanten der Bahnübergänge vor Schaden bewahrt werden sollen. ""^rotzdern muß ich sie oorladen lassen. — was gibt es?" ~ , Die Frage gilt einem Amtsdiener, der eben Kopf zur Tür hereinsteckt. „Herr Doktor, da ist eine junge Dame, die Sache Dandergruen eine wichtige Aussage machen hat." , „ „Eine junge Dame? Hat sie ihren Namen nannt?" „Karoline Amelung!" Dr Michaels und Bert Imhoff blicken sich keine Vorstellung machen, denn die Tätigkeit dieser Männer muß naturgemäß fern von allen ablenkenden Störungen von außen her verrichtet werden. Uns war es vergönnt, bei einem mehrstündigen Besuch auf der H a u p t b e f e h l s st e l l e desBahnhofs Gießen gründlich Umschau zu halten. Was wir an diesem wichtigen Arbeitsplatz im Gießener Bahnhofsbetrieb durch die fachlichen Erklärungen und durch stille Beobachtung der in höchster Anstrengung arbeitenden Beamten an Eindrücken gewannen, war so stark, daß wir unfern Lesern nur sagen können: Alle Reisenden haben größten Anlaß, den Männern im Dienst des Bahnbetriebs vollste Anerkennung zu zollen, angefangen von dem Leiter eines Bahnhofs bis zum letzten Bahnarbeiter, den man irgendwo auf dem Bahnhof oder auf der Strecke am Werke sieht! Hier ift es nämlich mit der rein stundenmäßigen Arbeitsleistung allein nicht getan, bei diesem Dienst muh jeder einzelne, ganz besonders aber das Personal auf der Befehlsstelle an den Signal- und Weichen- hebeln und an den Telegraphen- und Fernsprechapparaten, außerordentliche Aufopferungsbereitschast und höchste geistige Spannkraft zu jeder Minute herqeben, damit die Volksgenossen in den Zugen lebte und Geschaute in unser Gedächtnis zurück und erzählen wir nun! 5131 auf Weser 2. — 186 auf Weser 4. — 505 auf Oberhessen 4. — 409 auf Weser 2. — 185 auf Weser 1. — 13131 auf Weser 2. — 2564 auf Weser 5. — Männer reden in Zahlen. Der Laie steht dabei und kommt aus dem Staunen nicht heraus. Zwischen der Zahlensprache — die Zahlen bedeuten die Zug- und Einfahrtgleisnumerierung — hört man auch einmal andere Worte. „Zustimmung eingeholt!" „Die Abfahrt ist fertig!" Das Telephon klingelt. Der Morseapparat tickt. Ein Signalhorn läßt seine Stimme aus dem Fenster hinaus ertönen. „185 kommt!" Grelle Klingelzeichen. „Ist 2564 noch nicht da?" „Die Fahrstraße ist frei!" Dazwischen rasselt wieder irgendwo ein Stück der Apparatur. Tasten werden gedrückt, Kurbeln an den Signalapparaten gedreht. Die Telephone klingeln gewissermaßen am laufenden Band. Männer flitzen hin und her. Wenige Worte werden in das Telephon gesprochen. Rasch werden einige Hebelgriffe getan. Gleich darauf schnell eine Taste gedrückt und zugleich eine Kurbel mehrere Male herumgedreht. Zahlen werden in ein stattliches Buch eingeschrieben. Der Morsestreifen berichtet und muß sofort in seiner Punkt- und Strichsprache abgelesen werden. Immer wieder sind Hebel zu drehen und die Fernsprecher zu bedienen. Glockensignale sind abzuschalten. Ständig wandern die Blicke der Männer durch die Fenster auf die große Gleisanlage. Sehen und immer wieder sehen ist hier Dienst! Hebel drehen und Tasten drücken. Telephonbedienung und Morsen am Telegraphenapparat, Weichen stellen und Signale ziehen, Rangierdienst beobachten, immer den Blick auf den Zeiger der Uhr gerichtet. Zahlen und Wortkürzungen durch den Raum rufend, ein kurzes Wort der Verständigung von Mann zu Mann, knappe Rufe aus dem Fenster an eine Rangiergruppe, scharfe Blicke auf vorbeifahrende Züge — so wickelt sich Tag und Nacht der Dienst der Männer auf einer Befehlsstelle des Bahnhofs in aufreibendem Tempo ab. Einige Zahlen: der Fahrdienstleiter an dieser Stelle muß in einer einzigen Stunde zwischen 60 bis 70 Signal-, An- forderungs- und Zustimmungsschaltungen vornehmen, also in jeder Minute mindestens eine. Dazu kommen von seinen Mitarbeitern in jeder Stunde 130 bis 150 Weichenumstellungen. Alle übrigen Apparate sind natürlich auch noch zu bedienen. Und trotz dieses vom Außenstehenden beim ersten Besuch als reichliches Durcheinander empfundenen Betriebes herrscht doch in allem Tun ein wunderbares, sinnvoll gestaltetes Arbeitssystem! Da ist kein Wort zu viel und keines zu wenig. Kein Hebelgriff wird unnütz getan, denn er könnte, da an ihm eine große Menge weiterer Hebel und Schaltstellen liegen, zu den schlimmsten Folgen führen. Mit ständiger Uhrzeitkontrolle sind die Eintragungen in das Zügmeldebuch zu machen, denn dieses Buch, das für jede Tages- und Nachtstunde die Reihenfolge und die An- und Abfahrten aller den Bahnhof passierenden Züge enthält, ist ein öffentliches Dokument, das vor Gericht Urkundeneigenschaft Hut. Die Morsestreifen sind sorgfältig aufzurollen, denn auch sie haben dokumentarischen Wert, weil sie eine Kontrolle für die handschriftlichen Eintragungen in dem Zugmeldebuch darstellen. Keine Signalübermittlung an die in das Dienstnetz einqegliederten Weichensteller auf dem Außenposten oder an die Schrankenwärter darf übersehen werden, wenn die Züge mit der gewohnten deutschen Betriebssicherheit über die Strecke rollen und Oie Hauptbefehlssielle imBahnhosGießen Ein lehrreicher Besuch. Herzklopfen, es ist keine einfache Sache, zum erstenmal im Leben eine Aussage vor Gericht zu machen. Aber sie geht mutig auf den Tisch zu — und dann erkennt sie den Mann, der sie nach Berlin zurückbrachte, in dessen Auto sie geschlafen, der sie geküßt hat. Bert Imhoff Hilst ihr lachend über die Verlagen- heit hinweg. „Nun setzen Sie sich erst einmal, damit Sie mir vor Schreck nicht wieder umkippen. Tja, so geht das im Leben. Die liebe Sonne bringt es an den Tag. Was nützt mir nun mein wunder- bares Inkognito, was nützen mir die schönen Rosen, was der gefühlvolle Abschiedsbrief? Nun stehe ich da! Pech! Also, eine Aussage wollen Sie machen? Hier — mein Freund, der Herr Untersuchungs- richter, lauert schon." Gisch schluckt und schluckt noch einmal. Dann t|t sie soweit, daß sie ihr Erlebnis erzählen kann. Dr. Michaels macht sich eifrig Notizen. Seine Miene bleibt unbewegt. Nachdem sie geendet hat, beginnt er mit seinem Drehstift allerlei Arabesken an den Rand des Protokolls zu zeichnen. „Sie erinnern sich genau, daß der eine der beiden Dunkelmänner die Äeußerung tat, daß Sie wohl zu Koltschew gehören würden? Koltschew ist also der Führer eiyer zweiten Partei, die es ebenfalls auf Doktor Vandergruen abgesehen hatte, jedenfalls aber jener anderen Partei entgegenarbeitete. Ging aus der Art jenes Ausrufes dieser Eindruck hervor?" Gisch bejaht. „Hm, und dieser Koltschew ist seit dem Einbruch verschwunden. Seltsam!" „Herr Untersuchungsrichter, Doktor Dandergruen ist ganz bestimmt schuldlos. Ich möchte meine Hand dafür ins Feuer legen." „Sehr nett von Ihnen!" lächelt Dr. Michaels. „Dandergruen würde sicher sehr überrascht sein, wenn er hören würde, wie lebhaft Sie für seine Ehrenrettung plädieren. Er selbst nämlich ist wenig gut auf Sie zu sprechen. Er hält Sie für ein Mitglied der Verbrecher, er ist fest davon überzeugt, daß Sie sich in jener Nacht nur zu dem Zweck in sein Haus eingeschmuggelt haben, um den Einbruch für die folgende Nacht vorzuber-'iten. Sie werden zugeben müssen, daß diese Schlußfolgerung einer gewissen Logik nicht entbehrt. — Aber — was haben Sie denn? — Um Himmels willen!" (Fortsetzung folgtI) bunden eine erheblich größere geistige und seelische Kräfteanspannung ist doch bei den Männern an den Signal- und Weichenhebeln zu finden, die gewissermaßen hinter den Kulissen arbeiten und dort an der entscheidendsten Stelle des Bahnverkehrs stehen. Mag auch ein Reisender aus Mangel an Kenntnis der Dinge gelegentlich eine abfällige Meinung äußern über die Männer, „bie bei jedem vorbei- ahrenden Zug immer aus dem Fenster gucken, offenbar also gar nichts zu tun haben", so bleibt doch d i e Tatsache bestehen, daß an dieser Stelle einer der schwersten Dienste im Reichsbahnbetrieb zu leisten ist. Auch das „Aus-dem-Fenster-gucken" bedeutet nicht etwa Langeweile oder Arbeitsmangel, andern ist verantwortungsvoller Dienst, nämlich )er Dienst der Zugbeobachtung daraufhin, ob an den vorbeisausenden Wagen irgendwo etwas nicht in Ordnung ist, das von dem Zugpersonal nicht gesehen werden kann und von den beobachtenden Männern im Signal- und Weichendienst sofort der nächsten Haltestation des Zuges -telephonisch gemeldet werden muß; ferner, ob auch die Fahrstraße in jeder Weise ungefährdet und gesichert ist. Xw» Morseapparat als Verständigungsmittel. In schneller Fahrt braust der Zug durch die Landshaft. Die Reisenden haben es sich in den Abteilen bi quem gemacht. Sie lesen, rauchen oder unterhalten sich, die wichtige Beschäftigung des Essens Hirt) natürlich auch nicht vergessen. Manche erfreuen sich an den schönen Bildern der Landschaft. Stationen werden durchfahren. Auf dem Nachbargleis kvmmen Züge aus der entgegengesetzten Richtung vorbei. Schwer beladen rollen lange Güterzüge über das endlose Band der Schienen. Alles das erlebt md sieht der Reisende bei jeder Bahnfahrt auf einer beliebigen Hauptstrecke. Aber wie viele — oder richtiger gesagt, wie wenige! — von ihnen denken bei ihrer Fahrt an das große Maß von Vorarbeit und an die Männer, die diesen Bahndienst leisten. Melleicht gilt einmal ein flüchtiger Gedanke den beiden Männern vorne auf der Lokomotive, viel seltener wird an die Männer gedacht, die an den Hebelgriffen der Signale und der Weichen ihren schweren Dienst verrichten. Gewiß haben der Loko- niotioführer und sein Heizer eine große Verantwortung für die Sicherheit des fahrenden Zuges zu tragen, denn das Ueberfahren eines Signales kann zu schlimmsten Folgen führen. Aber ein noch weit höheres Maß von Verantwortung und damit ver- 17. Dr Michaels schließt die Akten und wendet sich an seinen Freund, der gerabe eintritt und mit winkendem Arm auf ihn zuellh „Serwus, Bert! Na, wieder im Städtchen, alter Sünder? „Natürlich, mußte doch wieder mal nachsehen! Alles gesund? Was macht Dorothy? Und Gertrud? ^^Jch traf st^kürzlich bei Bergkmanns^ sie fragte nicht einmal nach dir! — Und du? ®^er mas Neues in Arbeit? Wo warst du denn eigentlich. „Tscha, bißchen 'rumgebummelt, ^^drucke gesammelt! Vielleicht - habe erne fabelhafte Sache im Kopf, eine Luzifer-Trilogie, ich werde dir ge- leaentlid) davon erzählen. Uebrigens men ich oorgeftern in Leipzig getroffen t)abe — du errätst es nicht!", "Fritz Mathies, unseren Primus, erinnerst du bld2(h, natürlich! Wie geht es ihm?" „Erbärmlich schlecht. Er klappert mit -mer Le- säääW hält sich beide Hände an die Ohren, ftübre mich nicht in Versuchung, Mensch! Ich stecke schwer i7 der Arbeit. Du hast, doch Wr non dem Fall Vandergruen gehört. E.ne ganz blöde Ge- ^'rn’ia diese Rauschgistsache! Psychologisch inter- esfant! Daß ein ernsthafter Wissenschaster sich s°- Unfinn!" fährt Dr. Michaels heftig da- imHrhpn Der Mann hat mit dieser Geschichte nicht zwischen. „Der -wann v .fi ben Schlamassel haft nicht? - Ihr seid nur auch die richtigen na» mir -sing- —! Aber leider sprechen die" Tatsachen vorläufig noch gegen Doktor Dander- aruen Wenn er bloß irgendeine vernünftige Aus- age darüber machen könnte von wem er das Fall. Inter- „Freie Fahrt" für den v-Zug. (Aufnahmen [5]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Befehlsstelle vor. Und doch find auch sie nicht unbeschränkt souverän, sondern ihrerseits bei allen Maßnahmen wieder abhängig von der Mitwirkung anderer Betriebsstellen. Dort ist im elektrischen Blockwerk die „Zustimmung" einzuholen, oder dahin ist ebenso „Zustimmung" für ihre Maßnahmen zu geben. Einer ist auf den anderen angewiesen, denn das höchste Gesetz bei allen Dienstoerrichtungen heißt: Größte Betriebssicherheit auf der Strecke und in den Bahnhöfen! Und baß dieses hohe Ziel bei uns in Deutschlanb tagtäglich in so bewunberns- roertem Maße erreicht wirb, ift vor allem auch ben Männern auf ber Befehlsstelle unb in ben Weichenwärterhäusern zu banken! Skandal um Or.Bandergmen Roman von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister. Werdau L S. 25 Fortsetzung «Nachdruck verboten.» Meibt du er hat eben nie Zeit gehabt, sich nach einem Mädel umzusehen und aus Ehrungen aus» xnnphen Das läge auch nicht in seiner zLrt. „US Mßte schon eine von selber kommen', sagte er Ä, „und zuinnerst fühlen daß ich sie brauche und bann müßte sie den Mut h-^en, sich m.r zu schenken ohne viel Gezier unb mel Getue. Jiher dos ist 'schon lange her ich weiß gar nicht, ob er ieht noch an so etwas denkt. Gisch hat mit großen Augen gelauscht et^ muhte dir das sagen, denn ich mochte nicht, dafduÄes Tages eine bittere Enttäuschung er- l6b^at ihn denn nie eine liebgehabt?" Maria lächelt schmerzlich. „Es gab manche, dre idm ichöne Augen machten. Aber Stefan ist einer, k.?den ganzen Menschen sordert, der sich zu schad- k "tim.™ -n ta* " "’"h K?*" “nl um ihm Ära ft unb Glauben zu geben? fflHdi! Schau hoch, so em Mann m ben J'nmüf gestellt ber gegen Tod und Teufel bittersten Kamps 9ell£u^' u ö » f • cr Seite keine Me ,inb fÜr GM Ü"d °s möchte ihr das Herz sprengen °Ä Sehnsucht, sich -in-s solchen Mannes ° Und" nLh"."er Z°i' W si° dann in dem großen auf, Opfer '«n,-°-N"'i-^gw-en chll. ÄÄ junges Leben bereit, **UU fchm^Mond schaut durch- Fenster herein unb wunbert sich. effiert mich! — Sind sonst noch Leute in die Sache verwickelt?" „ Der Gefragte zuckt die Schultern. „Zwei Unbekannte, die angeblich bei Doktor Dandergruen eingebrochen haben, ein Privatgelehrter namens Koltschew, der aber seit gestern unauffindbar ist, eine junge Dame, die sich unter merkwürdigen Umständen für eine Nacht Zutritt in Dandergruens Haus verschaffte, und schließlich ein weiterer Unbekannter, von dem Vandergruen das fompromittierenbe Schriftstück erhalten haben will. — Heute will ich mal bieser jungen Dame ben Puls fühlen." Er schlägt bie Akten auf: „Karoline Amelung, Char- lottenburg, Olbersstraße vier." „Olbersstraße vier? — Das ist ja originell! Sollte bas vielleicht meine Begleiterin von gestern nacht ^Wun sieh mal einer an! Also schon mieber Anschluß gefunden?" , ,r, Der andere lacht. „Diesmal hast du falsch getippt. Die Kleine ist nicht oon der Sorte." Und er erzählt bem Aufhorchenben sein nächtliches Abenteuer in Leipzig. „Wenn bas Mädel tatsächlich deine Karoline Amelung ist, bann barfft bu sie getrost aus ber Liste ber Mitschuldigen streichen. Ich mag mancherlei Mängel haben, aber auf Menschen verstehe ich $ 8 Wirtschaft Kirchliche Nachrichten Frankfurt a. M. Berlin Datum 22.4. 99,25 99,25 99 97,75 1 Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen. Devisenmarkt — Frankfurt a. ZIL 99,25 124,8 101,5 110,3 99,25 125,4 131,5 99,25 133,5 16,9 17,65 127,4 199,75 113,65 117,5 105 99,25 125,4 134 99,25 101,4 99 101,65 110,3 133 44,75 16,9 17,65 127,5 200,4 130,5 113,65 117,5 105 Berlin 132,4 99,25 o 12 6 6 5,694 61,74 48,95 11,15 63,30 56,87 16,98 8,646 2,488 175 188,5 140 149,5 263 135,5 150,4 171,5 143,5 150,5 144,5 46,65 162,5 133 127,4 98 99,13 125 134,13 99,25 101,4 99 97,75 97,5 131,5 99,5 97,75 101,65 101,65 110,25 Schluß- kurs 0,717 5,706 61,83 49,05 11,17 63,39 57,00 17,02 8,664 2,492 134 17,5 17,75 127,4 201 113,4 117,5 105 134,25 44 17,4 17,75 127,5 201 130 113,4 117,5 105 5,706 61,86 49,05 11,17 -3,42 56,99 17,02 8,664 2,492 134 160,25 129 148 167 171 200,5 200 121 63,65 127,25 162,25 97,5 132 99,5 98 101,65 101,65 110,25 Japan...... Jugoslawien Oslo ..... Wien....... Lissabon .... Nationalsozialist lysakabemien, die IHsbund der Deu i!»e große Auf, Ich kommt ihnen nel Lebewohl gegen Hühneraugen u. Hornhaut Blechd. (8 Pflast.)68 Pf., in Apoth.u.Drog. 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