Mittwoch. 24. Marz 1YZ7 187. Jahrgang Nr. 70 Erstes Matt Eichener Anzeiger Lrschelm ragtich. auyu Sonntags und Feiertag» Betlagen: Die 3Hu|tricrt» Gießener Familienblättet Heimat im Bild Die Scholl» Monalr-Vezugsprets: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer GewaV Zernfprechanschlüffe anter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurl am Main 11686 Annahme von Anzeigen für die Mitlagsnummer bis8'/.Uhr des Vormittag» Grundpretse für I mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf-, für Text« anzeigen von 70mrn Breite 50Npf..Platzvorschrift nach vorh Vereinbg.250/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein« General-Anzeiger für Oberhessen ZMZ 1 behördliche Anzeigen 6Npf. Dru* und Verlag: Srühl'iche UnwerfikStsvuch- und Sleindruckerei v. Lange in Stehen. Schristleitung und Geschästrfteüe: Schulstrahe 7 Meng-n-bschiusi-St--ff-is Steigerung der landwirffchafflichen Produktion Mlioralion le- Förderung des Kartoffelanbaus das Werk unseres Führers einsetzt, dann kann auch mir hierbei besonders darauf an, die schwachen nach meiner festen Ueberzeugung der Segen des Schultern des marktfernen und mit schlechteren Bö-1 Himmels für unsere Arbeit nicht ausbleiben und Es hat sich erwiesen, daß der R o g g e n p r e i s , der entscheidend für die Produktion der leichten Böden des Ostens ist, in einem falschen Verhältnis zum Futtergetreidepreis steht. Mein Aufruf zur Ablieferung von Brotroggen hat infolge des niedrigen Roggenpreises zu volkswirtschaftlich nicht vertretbaren Verlusten bei den Betrieben geführt, die den Roggen abgegeben haben und dafür teurere Futtermittel kaufen mußten. Nun ist es aber einerseits nicht möglich, den Durchschnittsbrotpreis in Deutschland zu erhöhen. Andererseits kann es nicht Aufgabe des Staates sein, künstlich den Brotpreis zu ermäßigen. Ich habe daher angeordnet, daß zwar der R o g g e n p r e i s je Zentner im gewogenen Durchschnitt von 8 Mark a u f 9 Mark erhöht wird, die Zuschüsse hierzu jedoch aus anderen Einnahmesparten der deutschen Landwirtschaft, in erster Linie beim Braugerstenpreis, abgeschöpft werden. Es kommt Es ist klar, daß eine weitere Intensivierung der Landwirtschaft, die volkswirtschaftlich notwendig ist, einen stärkeren Einsatz von Betriebsmitteln erfordert. Nun sind gerade die weiten Gebiete des Ostens und Südens nicht in der Lage, aus eigenen Mitteln ihr Betriebskapital zu vergrößern, und auch wegen ihrer Verschuldung nicht m der Lage gewesen, bisher genügend Kredite aufzunehmen. Die Hergabe von Krediten richtete sich bisher danach, ob bankenmäßige Sicherheiten gegeben waren. Um jedoch die landwirtschaftliche Produktion zu erhöhen, müssen volkswirtschaftlich notwendige Kredite gegeben werden. In Zukunft müssen hierfür selbstverständlich die Mittel des allgemeinen Kreditmarktes in weitestgehendem Maße eingesetzt werden. Vorerst habe ich eine erhebliche Summe von Reichsmitteln für mittelfristige Kredite zur Verfügung gestellt, aus dem Sonderver- mögen der Rentbankkreditanstalt nicht nur für Ent- schuldungsbetriebe, sondern für alle schwachen Betriebe, gleich ob Erbhof oder nicht, die bisher einen Kredit nicht erlangen konnten. Diese Kredite sollen nur als Betriebsaufbaukredite verwendet werden. Die IV. Durchführungsverordnung zum Erbhofgesetz gibt die Möglichkeit, Bauern, die ihrem Betrieb nicht gewachsen sind, durch Betriebsaufsicht und Einsetzung eines Treuhänders zur besseren Betriebsführung anzuhalten oder schließlich durch Zwangsverwaltung einen ungeeigneten Mann durch einen besseren zu ersetzen. Analog habe ich eine Verordnung fürdieübrigenlandwirt- schaftlichen Betriebe erlassen. Auch hier wird von der Verwarnung über die Aufsicht und den Treuhänder bis zu der Zwangsverpachtung durch Gerichtsbeschluß eingegriffen werden können. dann in längerer Rede die Maßnahmen, um durch stärkste Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeugung die Ernährung des deutschen Volkes, soweit irgend möglich, auf deutschem Boden sicher- Als erste Aufgabe ist die Erweiterung und Verbesserung der Nutzflächen von e:"h p; fordert worden. Auf meine Veranlassung sind für das Jahr 1937 200 Millionen Mark zur Förderung von Landeskulturarbeiten vorgesehen, davon 110 Millionen Mark als Beihilfen des Reiches und der Länder. Diese Mittel werden in erster Linie für rasch wirkende Maßnahmen eingesetzt werden, insbesondere zur F ö r d e r u n g der Acker- und Grünlanddränage, der landwirtschaftlichen Folgeeinrichtung nach vollendeter wasserwirtschaftlicher Regelung und der O e d l a n d k u l t u r vom Hose aus. Diese Mittel erhöhen sich von Jahr zu Jahr bis auf 300 Millionen Mark im Jahre 1940. Mit der gesamten Summe von über einer Milliarde Mark wird die Verbesserung von rund 2 Millionen Hektar möglich fein. Da der einzelne Betrieb in den Genuß der Beihilfe kommen kann, ist die Gewähr dafür gegeben, daß auch der k l e i n st e Bauer und Landwirt mit voller Kraft an die Verbesserung seiner Nutzflächen Herangehen kann. mentlich des N o r d w e st e n s , gleichfalls durch Erweiterung ihrer Kartoffelanbaufläche von der reinen Getreidemast zur Kartoffelmast übergehen. Erhöhung des RoMlwreises. den bedachten Ostens auf Kosten der starken Schultern der Landwirtschaft Mittel- und W e ft* deutschlands zu entlasten. Kredtthilfe „Roch mehr leisten als bisher!" Ministerpräsident Göring schafft die Voraussetzungen für verstärkten Einsatz des Bauern tm Dienst der Sicherstellung unserer Ernährung. die Lage versetzen werden, die noch vorhandenen Produktionsreserven in beschleunigtem Tempo zu mobilisieren mit dem Ziel einer wesentlichen und alsbaldigen Steigerung unserer inländischen Nahrungsmittelproduktion. Ich bin mir bewußt, daß man in der Landwirtschaft niemals die Produktion in der Weise steigern oder senken kann, wie das in der Industrie der Fall ist. Jedoch müssen alle die Voraussetzungen geschaffen werden, die von Menschenhand für eine Produktions- | steigerung geschaffen werden können. Um Ihnen, Ausbau der Wirlschafisberatung Alle diese Maßnahmen werden sich nur dann rasch und richtig auswirken, wenn sie ergänzt werden durch einen stärkeren Ausbau und eine Ver- einerung der Wirtschaftsberatung. Zu die- em Zweck sind große Mittel zur Verfügung gestellt. Die Wirtschaftsberatung muß bis zum letzten H o f durchstoßen. Grundvoraussetzung für eine zuverlässige, den Verhältnissen des einzelnen Hofes entsprechende Wirtschaftsberatung ist die H o f - karte, die nicht nur dem Wirtschaftsberater einen zuverlässigen Einblick in die betriebswirtschaftliche Lage des Hofes zu geben bestimmt ist, sondern uns selbst ein sicheres Urteil für die Beurteilung der gesamten Produktionslage der Landwirtschaft geben wird. Landarbettersrage. Gorinas Rundsunkansprache. Ministerpräsident Generaloberst Göring sprach am Dienstagabend zu den Führern des Reichsnährstandes über Fragen der Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeugung im Rahmen des Vierjahresplanes. Die Kundgebung wurde auf alle deutschen Sen - der übertragen und vom gesamten deutschen Landvolk in G e m e i n s ch a f t s e m p f a n g e n gehört. Reichsbauernführer Reichsmmister Da r r 6 meldete anwesend 359 obere Führer und Beamte des Reichsnährstandes und des Reichsernährungsministeriums. Ministerpräsident Göring entwickelte Preiserhöhung für Fabrittarwffeln. Die zweite entscheidende Maßnahme ist ide Schaffung der Voraussetzung für einen erweiterten Kartoffelanbau. Da der Weltmarkt mit seinen Futtermitteln uns nicht mehr zur Verfügung steht, muß Deutschland auf seinem Boden durch Ausdehnung der intensiven Hackfrüchte mehr Futtermittel produzieren als bisher. Hierbei spielen neben der Futterrune die Kartoffelerzeugnisse eine entscheidende Rolle. Daher habe ich für das neue Wirtschaftsjahr 1937/38 ungeordnet, daß die Preise für Fabrikkartos- feln von 17 auf 20 Pf je Kilogramm Starke erhöht werden, wozu jeweilig ab 1. Januar ein Einmietungszuschlag von einem weiteren Pfennig je Kilogramm Stärke hinzukommt. Das Ziel ist, die F l o ck e n p r o d u k t i o n zu vervielfachen und mit diesem Futtermittel eine erweiterte Grundlage der S ch w e i n e m a st zu erreichen. Die Preise für S p e i s e k a r t o f f e l n werden natürlich nicht erhöht. Die durch die neuen Fabrikkartoffelpreise gestiegenen Preise für Flocken werden durch öffentliche Mittel gesenkt und damit den Preisen anderer Futtermittel angepaßt. Ich setze als selbstverständlich voraus, daß alle Betriebe, na- Jch bin mir bewußt, daß eine der entscheidendsten Fragen einer Mehrerzeugung in der Landar- beiterfrage liegt. Ich werde für einen weitgehenden Einsatz des Arbeitsdienstes sorgen. Ich habe unter Heranziehung der Preußischen Landesrentendank die Voraussetzung für den Einsatz von 44 000 000 Mark für den Bau von Werkswohnungen, Heuerlingswohnungen und ländlichen Eigenheimen geschaffen. Gegen eine geringe monatliche Rente von 12 bis 14 Mark kann danach eine Landarbeiterwohnung erstellt werden. Damit wird gerade den kapitalarmen Betriebsinhabern die Möglichkeit gegeben, die notwendigen anständigen Wohnungen für ihre Gefolgschaftsmitglieder zu bauen. Bis dieses Programm sich auswirken kann, wird die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung verstärkt für Landarbeiterwerkswoh- nungen jeglicher Art Zuschüsse aus ihren Mitteln bewilligen, besonders in denjenigen Gebieten, in denen der Hackfruchtbau vorwiegt. Bauern und Landwirte können für den Bau einer Lanb- arbeiterwohnung einen Gesamtzuschuß von 1 8 0 0 Mark innerhalb von sechsJahren erhalten, wenn der Wohnungsbau am 1. Juli 1937 begonnen und spätestens am 1. November 1937 im Rohbau erstellt ist. Die Landflucht, an die mancher heute noch wegen einer momentanen Besserstellung bei städtischer Arbeit benft, muß aufhören. Ich werde die Landflucht in Zukunft als ein Ausweichen vor der Verantwortung gegenüber der gesamten Volkswirtschaft behandeln. Im übrigen wird die Not an Landarbeitern auch noch durch verstärkten Einsatz arbeitsparender Maschinen erleichtert werden. Auch hierfür habe ich größere Mittel zur Verfügung gestellt. Habt keine Sorge, daß ihr in der Ernte keine Leute haben werdet, um das in die Scheuern zu holen, was ihr im Herbst und Frühjahr gesät habt. Deutschland braucht die Ernte. Ich habe daher bereits jetzt Mttel und Wege gefunden, um euch die jetzt noch fehlenden Kräfte für Pflege und Erntearbeiten voll und ganz zur Verfügung zu stellen. Keiner darf daher von heute ab aus der Sorge heraus, daß ihm für diese Pflege- und Erntearbeit die Arbeitskräfte fehlen werden, sich meiner Forderung zur Mehrerzeugung entziehen. In den vergangenen Wochen haben wir unaufhörlich gearbeitet, um die Maßnahmen vorzubereiten, die euch helfen sollen. Es war eine schwere Arbeit, besonders für mich, der ich mich erst in die Probleme bineinarbeiten mußte. Wenn ihr so an die Arbeit geht und das ganze deutsche Landvolk, ob Grundbesitzer ober i Kleinbauer, sich mit nicht mehr zu übertreffender ; Tatkraft für die Erzeugungsschlacht und damit für Die Kalidüngemittel werden also am 16. Mai 1937, einschließlich einer vorgesehenen Frachtermäßigung um 25 v. H. gesenkt. Dom 1. Juli 1937 ab werden die Frachten für Kalidüngemittel praktisch gesenkt. Kalk ist die Grundlage für die richtige Ausnutzung sämtlicher Düngemittel. Ich erwarte daher, daß diese Hilfe euch, deutsche Bauern und Landwirte, veranlaßt, weitgehend den Kalkzustand eurer Böden zu verbessern. Die Preissenkungen können nur bann auch nach Beendigung des Vierjahresvlanes durchgehalten werden, wenn der D ü n g e r a b s a tz für jedes einzelne Düngemittel erheblich gesteigert wird. Mindestens müssen nach vier Jahren für jedes Düngemittel 3 0 v. H. mehr verbraucht werden als im letzten Wirtschaftsjahr. Ich erwarte jedoch, daß der Absatz ein wesentlich höherer sein wird, denn es handelt sich nicht darum, den Reinertrag der landwirtschaftlichen Betriebe zu verbessern. Ich habe mit dieser Maßnahme eine Vorausleistung bewirkt. Ihr Bauernsührer steht mir dafür ein, daß dieser Vorausleistung bei jedem Bauern und Landwirt die Gegenleistung gegenübersteht. Die erstrebte Ertragssteigerung würde trotzdem nicht voll erreicht werden, wenn nicht für eine ausreichende Humusversorgung der stärker zu düngenden Böden Sorge getragen wird. Es ist notwendig, die Mehrerzeugung und Verwendung von hochwertigen wirtschaftseigenen Düngemitteln zu fördern. Daher habe ich beträchtliche Reichsbeihilfen zum Bau zweckmäßiger neuzeitlicher Dungstätten und Jauchegruben bereitgestellt. eine Möglichkeit der Ausdehnung ihrer Düngergaben möglich, wenn dem nicht das Risiko der Witterung entgegenstehen würde. Man wagt nicht den letzten Einsatz, der volkswirtschaftlich notwendig ist, weil privatwirtschaftlich gesehen, jede Witterungsungunst bei hohem Düngerkonto zu einem schweren Rückschlag und sogar zu einer Verschuldung führen kann. Heute aber geht es um höch ste Roherträge. Ich habe für die nächsten vier Jahre folgende Düngerpreiser- mäßrgungen angeordnet: Die Preise für Stickstoffdüngemittel werden im Durchschnitt um 3 0 v. H. gesenkt. Diese Preissenkung wird die verschiedenen Stickstoffdüngemittel verschieden treffen, je nachdem, ob die Leistungsfähigkeit der Werke für em Stickstoft- düngemittel bereits voll ausgenutzt ist oder nicht. Die Preissenkung wird rückwirkend vom 1 Januar 1 9 37 durchgeführt. Die Differenz zwischen dem alten und neuen Preis wird durch entsprechende Gratislieferung von weiterem Dünger zu- rüämrgütet, um noch für dieses Frühjahr die Voraussetzung für einen stärksten Einsatz van Stickstoffdünger zu gewährleisten. Um die Flurbereinigung schneller vorwärts zu treiben, sind gleichfalls höhere Mittel in den Reichsetat eingesetzt worden. Das wird zum raschen Abschluß der Verfahren führen. Eine besonders wichtige Hilfe leistet der Staat bei der Umwandlung von schlechtem. Grünland in Ackerland und Weide. Die Zuschüsse des Reiches betragen hier pro Hektar im ersten Jahr durchschnittlich 100 Mar?, die in den nächsten Jahren ermäßigt werden. Ich verlange von der Landwirtschaft, von diesen Beihilfen weitestgehend Gebrauch zu machen, um die knappe Ackerfläche Deutschlands zu erweitern. Für die Steigerung der Intensität der deutschen Landwirtschaft habe ich fünf entscheidende Maßnahmen getroffen: Senkung her Düngennttelpreise Das nationalsozialistische Deutschland sieht eine 1 seiner wichtigsten Aufgaben darin, die Ernährung i des deutschen Volkes aus eigener Scholle soweit nur < irgendmöglich sicherzustellen, also im Verbrauch i landwirtschaftlicher Erzeugnisse das Schwergewicht , auf die heimische Produktion zu legen und nicht mehr, wie das einst der Fall war, wähl- und hemmungslos Nahrungsmittel aus dem Auslande hereinzunehmen. Diese in der Vergangenheit geübte Politik hat den deutschen Nährstand an den Rand des Abgrundes gebracht und hat seine Kräfte derart verbraucht, daß es erst jahrelanger harter Arbeit bedurfte, um dem deutschen Bauern in der Lebens- mittelerzeugung wieder den Platz einzuräumen, der ihm van Reichs wegen zukommt. Wir haben gesehen, daß die Erzeugungsschlacht steigende Erfolge brachte, daß es also durchaus möglich ist, einen ganz erheblichen Teil der Volksernährung aus dem deutschen Acker zu gewinnen. Ader noch sind wir nicht soweit, um sagen zu können, daß in dieser Beziehung das Letzte erreicht ist. Zwischen dem Reichsbauernführer Darre und dem preußischen Ministerpräsidenten Generaloberst Göring, dem Beauftragten für den Vierjahresplan, ilt ein Abkommen geschlossen worden, daß darin gipfelt, alle Kräfte zum Nutzen der Volksernährung aufzubieten und dafür zu sorgen, daß der deutsche Boden noch höhere Erträgnisse abwirft, als das bisher der Fall war. Wir stehen also am Anfang einer neuen Offensive auf dem Gebiete der Ernährung, die in verhältnismäßig kurzer Zeit das schaffen soll, was unter normalen Verhältnissen erst in einem langen Zeitraum erreicht werden kann. Die Gründe, weswegen ein beschleunigtes Tempo angewandt werden muß, liegen auf der Hand. Sie sind vornehmlich in den Devisenschwierigkeiten begründet, sie resultieren aber auch aus der Erkenntnis, daß es durchaus möglich ist, bei sachgemäßem Vorgehen die Entwicklung zu beschleunigen und bestimmte Ziele schneller zu erreichen. . Im einzelnen haben Darre und ©bring Vereinbarungen getroffen, die sich auf die Hebung der Leistungsfähigkeit des Ackerbodens beziehen. Preissenkungen für Stickstoff- und Kalidüngemittel werden zu vermehrter Verwendung dieser Düngemittel führen. Da es aber nicht angeht, nur mit Mineraldünger zu arbeiten, also auch die natürlichen Düngemittel verbraucht werden müssen, ist beschlossen worden, der Landwirtschaft durch den Bau von Dünge- und Jauchegruben beizuspringm. Was zu diesem Zweck in die Landwirtschaft hineingesteckt wird, ist eine sorgfältig durchdachte Kombination. Es handelt sich, wenn man Düngemittelaktion, Meliorationsprogramm, Kredithilfen, Roggen- und Kartoffelpreiszuschüsse zusammenrechnet, um gewaltige Summen. Sie werden zum größeren Teil durch den alten Grundsatz der nationalsozialistischen Wirtschaft beschafft: Steigerung des Umsatzes als Ersatz für bie Prelsver- b i l l i g u n g. Die Düngemittelindustrie erhält für die so einschneidenden Preisermäßigungen die Gewißheit einer selbst für ihre Verhältnisse mächtigen Steigerung der Düngemittelabnahme. Die E'sen- bahn hat bei dieser Gesamtregelung erhebliche Opfer gebracht, denn bei der Vernachlässigung der Kalkdüngung in der deutschen Landwirtschaft im letzten Jahrzehnt steht bas Problem der höheren Kalkung des Bodens mit im Vordergrund der Leistungssteigerung. Soweit wir unterrichtet sind, wird in Zukunft das Problem der Gewinnungfteuen Ackerlandes aus Oedland, Moor, Wiesen usw. mehr als bisher unter dem reinen Gesichtspunkt möglichst rascher Steigerung der Erzeugung gesehen werden. Dem Arbeitsdienst steht ebenso wie der HI. , im Rahmen dieser neuen großen Welle ein so weites und wichtiges Tätigkeitsgebiet als Helfer der Erzeugungsschlacht offen, daß mir nicht Manner genug haben werden, um die Aufgaben zu losen. In diesen Rahmen hinein gehören darum auch die recht . erheblichen Mittel für den Bau von Landarbeiterwohnungen und die Sicherung der Arbeitskräfte für die Ernte. Es ist fchon öfter der Grundsatz verkündet worden — zuletzt beim Grünlandumbruch — „höchster Fruchtertrag aus dem Hektar", d. h. Höchstausnutzung durch Anbau neuer Früchte. Darum jetzt auch die Steigerung des Kartoffelanbaus, denn ein mit Kartoffeln bestellter Hektar kann doppelt soviel Menschen ernähren wie ein mit Roggen bebauter. Das Wichtigste: Brot- und Speise- kartoffelpreise bleiben für d e n Verbraucher unberührt. Wichtiger ist noch, vor allem für die leistungsstarken Betriebe, die Bereitstellung der Kredite zum Ankauf von Maschinen usw. Ein mächtiges, in sich geschlossenes Programm, von dessen Erfüllung gerade jetzt so viel abhangt! Der Aufstieg der deutschen Landwirtschaft im letzten Jahrhundert und ihre heutige hohe Intensität sind neben den Erfolgen auf dem Gebiet der Saatzucht in erster Linie durch die Einführung der künstlichen Dünguna bedingt. Aber nur ein Teil der landwirtschaftlich lands gibt heute die für eine Vl _ _________________ z , ien Betriebe Deutsck- lands gibt heute die für eine Vollernte erforderliche Volldüngung. Ein großer Teil der landwirtschaftlichen Betriebe düngt heute noch zu wenig oder falsch, insbesondere in B a y e r n. Die Ursache liegt neben einer noch nicht genügenden A u f- k l ä r u n g im wesentlichen an dem hohen Aufwand, den das Düngerkonto in den Gesamtausgaben des Betriebes emnimmt. Aber auch für die bisher voll düngenden Bauern und Landwirte wäre zustellen. Er führte u. a. aus: Bauernführer! Deutsche Bauern, Bäuerinnen und Landarbeiter draußen im ganzen Land! Im Zuge der Erzeugungsschlacht der letzten Jahre ist es zwar gelungen, den Grad der Abhängigkeit unserer Lebensmittelversorgung vom Auslande auf 17 v. H. des Gesamtbedarfes herabzudrücken. Deutschland kann sich jedoch mit diesen Erfolgen nicht 3^.,.™—..,, friebengeben. Ich habe deshalb im Rahmen des deutsche Bauern und Landwirte, die von mirge- Vierjahresplanes eine Reihe von entscheidenden forderten Aufgaben zu erleichtern, habe ich nach- Maßnahmen eingeleitet, die die Landwirtschaft in | f 0 I g e nb e Maßnahmen angeorbnet. die Saat, die wir in die Erde bringen, wird vielfältige Frucht tragen. Die Ausführungen des Ministerpräsidenten wurden mit lautem Beifall ausgenommen. Der Reichs- bauernführer dankte dem Ministerpräsidenten rind erklärte: Wir geben Ihnen das Versprechen ab, mit aller unserer Energie, mit einem nie er» lahmenden und fanatischen Willen, das von Ihnen gesteckte Ziel zu erreichen, an die Arbeit zu gehen. Das verspreche ich Ihnen im Namen des Führerund Beamtenkorps. Ich weiß, daß wir hiermit an entscheidender Stelle einsetzen im Freiheitskampf unseres Führers. Die Sicherung der Landbewlrtschaffung. Berlin, 23. März. (DNB.) Die Verordnung zur Sicherung der Landbewirtschaftung bestimmt, daß in Fällen, in denen die Art und Weise der Bewirtschaftung eines landwirtschaftlichen Betriebes oder Grundstückes durch den Nutzungsberechtigten anhaltend unv in erheblichem Maße nicht dem zur Sicherung der Volksernährung an die Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Betriebe und Grundstücke zu 'stellenden Anforderungen entspricht, die zuständige Behörde eingreifen kann. Sie kann den Nutzungsberechtigten zu einer diesen Anforderungen entsprechenden Wirtschaftsführung auffordern und ihn verwarnen, sie kann die Wirtschaftsüberwachung durch einen Vertrauensmann anordnen, die Wirtschaftsführung einem Treuhänder übertragen ober aber den Nutzungsberechtigten verpflichten, den Betrieb oder das Grundstück ganz ober zum Teil pachtweise einer in ber Lanbwirtschast erfahrenen Person zu überlassen. Damit heimischer Boben, ber sich zu landwirt- schattlicher Nutzung eignet, nicht unbestellt bleibt, wirb bestimmt, daß die zuständige Behörde den Nutzungsberechtigten eines nicht genutzten Grundstückes, das sich zu landwirtschaftlicher Nutzung eignet, auffordern kann, ob er das Grundstück nutzen will oder das Grundstück pachtweise einer in der Landwirtschaft erfahrenen Person überlassen will. Die Verordnung ist au-f vier Jahre befristet. Pachtverträge auf Grund der Bestimmungen dieser Verordnung bleiben auf die Dauer der vertraglichen Regelung rechtswirksam. Leistungswettbewerb des deutschen Landvolks. Ein Aufruf des Reichsbauernführerö. Berlin. 24. März. (DNB.) Der Reichsbauernführer erläßt folgenden Aufruf: Deutsches Landvolk! Seit vier Jahren ringt das deutsche Landvolk um die Sicherung der Ernährung unseres Volkes. Jedes Jahr hat das deutsche Landvolk von neuem den Kampf um die Erzeugungssteigerung ausgenommen. Auf dem 4. Reichsbauerntag in Goslar hat der Beauftragte für den Vierjahresplan — Generaloberst Göring — von dem deutschen Bauern eine noch fanatischere Fortsetzung der Erzeugungsschlacht gefordert. Darum rufe ich dich, deutsches Landvolk, heute auf zum „Leistungswettbewerb des deutschen Landvolks". Es kommt darauf an, das Vertrauen, das der Führer in uns gesetzt hat, zu rechtfertigen und alles zu tun, um die Erzeugung der deutschen Landwirtschaft weiter zu st e i g e r n. Diejenigen Bauern und Landwirte, die in diesem Leistungskampf an der Spitze marschieren, werden öffentlich ausgezeichnet. Die Sieger sollen dem Führer vorgestellt werden. Die Voraussetzungen für eine erneute Leistungssteigerung sind geschaffen. Das Ziel des Kampfes heißt: Noch mehr lei st en als bisher! Gez. TL Walther Darr6, Reichsbauernführer und Reichs- und preußischer Minister für Ernährung und Landwirtschaft. Deutschlands Lugend Hilst. Berlin. 23. März. (DNB.) Reichsjugendführer von Schirach hat angeorbnet, daß die ge - [amte deutsche Jugend zur Lösung der dem Reichsbauernführer Reichsminister Darre gestellten Aufgabe ber Sicherung ber Ernährung des deutschen Volkes zur Verfügung steht. Das Organisationsamt der Reichsjugendführung ist angewiesen, alle Wünsche des Reichsbauernführers bezüglich des Einsatzes der Hitler-Jugeno bei der Feldbestellung durchzuführen. Durch sachliches Mffen gesteigerte Leistungen. Das Fachbuch als Helfer. NSG. Die Reichswerbung für bas Fachbuch würbe am Dienstag in ben Opelwer - f e n in Rüsselsheim vor der Jungarbeiterschaft bes Betriebes eröffnet. In Vertretung des Gauleiters war Gaupropaganbaleiter Müller- Schelb erschienen; unter ben Gästen befanb sich weiter (Bauobmann Becker unb Gebietsführer Branbt. Nach Eröffnungsworten des Betriebsführers Dr. Fleischer trat ber Vizepräsibent ber Reichsschrifttumskammer Dr. Wißmann vor die Werkbank, auf ber Lehrlingsstücke ausgestellt waren, unb sprach über bie Ziele, bie sich bie nationalsozialistische Schrifttumspolitik gesetzt hat. Es ist einmal bie Erfassung aller zum Schrifttum Gehö- renben unb gurn'anoeren Male bie Schaffung ber ideellen unb materiellen Voraussetzungen für bie Verbreitung ber geistigen unb seelischen Werte des Schrifttums in allen Kreisen unseres Volkes. Das Fachbuch nimmt ber Nationalsozialismus in seine Pflege. Der marxistischen Parole „Wissen ist Macht" setzt ber Nationalsozialismus bas stolze Wort „Können ist Pflicht" entgegen. Ihm bleibt es vorbehalten bas Fachschrifttum zu entwickeln, um damit jebem Volksgenossen bas geistige Rüstzeug in bie Hanb zu geben, bessen er bedarf, um innerhalb der Gemeinschaft für bie Gemeinschaft feine Pflicht zu erfüllen. In Millionen von Exemplaren werben sachverftänbig zusammengestellte F a ch - buch! ist en im Volke verbreitet, bie jebem ein zuverlässiger Ratgeber finb. An Hanb biefer Listen kann jeber ein gutes Fachbuch auswählen unb feine Leistungen steigern, benn bas ist ja bas nationalsozialistische Ziel, bas aller Arbeit gesteckt ist: Leistungssteigerung um bes Volkes willen! Reichspropaganbawalter Geiger sprach dann über das Streben nach Glück, das in allen Völkern eine oerschiebenartige Auffassung gefunben hat, eine ibealistische unb ein materialistische. An die Stelle einer „fata morgana" hat ber Führer uns einen festen Glücksbegriff gegeben: unsere Freiheit! In unseren Hänben liegt es, ob wir ben Kampf um die Freiheit bestehen. Die Freiheit des Volkes aber ist auch unser persönliches Glück! An die an= wesenben Jungarbeiter geroenbet, führte er weiter aus, daß aus ihnen bie Arbeit ber Nation unb bamit bie Wirtschaft unseres Volkes wächst. Somit werben biese Jungen die Wirtschaftspolitiker ber Zukunft. Erreicht wirb biefes Ziel gurch bie Gesundheit bes Körpers unb burch Erhöhung ber Geisteskraft. Die Arbeit ist nicht mit dem Die Brüder. Erzählung von Zoses Martin Bauer. Grau unb still saß ber alte Holzschuhschneider vor dem Haus, als ber erste Gewitterwind aufftanb. „Ein Gewitter kommt, Marianne, ich werde die Läben anhängen, unb du wirst alle Fenster schließen." Marianne war eine junge Frau, ihr gehörte das Kind da im Korbwagen, und sie gehörte dem jungen Holzschuhmacher, der auch schon graue Flecken im Haar hatte. Die alten Hänbe prüften die Läben, ob sie fest saßen, bie jungen schwenkten die Fensterflügel leise zu, das Kind im Korb wimmerte ein wenig, dann brach das Gewitter los und schüttete viel Wasser auf das Pflaster. Von dem Regenwaschen bekam bas Kinb im Kord blanke Augen, unb der alte Mann bas weite Schauen. „Nun werbe ich boch balb zum Theobald reifen müssen", meinte er, als ber Regen eine Pause machte. Wenn ein Gewitter ben Himmel auskehrte, baß alles feucht unb kühl wurde, bann kam es manchmal so über ben alten Mann, baß er reifen wollte, seine weite Reise machen, die er dem Bruder vor achtundvierzig Jahren versprochen hatte. Aber Marianne lachte ein wenig bei den Worten, die ganz ernst eine Absicht aussprachen. Ihr Mann kam klatschnaß heim, ber junge Holz- schuhschneiber; er sah den ernsten Vater unb bas Lachen der Frau. „Aha, ber Vater reist mleber einmal zum Theobalb, zwanzigmal jedes Jahr. Herrgott, Marianne, wie es heute regnet!" Danach sprachen sie alle drei vom Regen, während Marianne bem Kind zu trinken gab. Das Gewitter zog weiter, "es wurde hell über der Straße, Kinder patschten durch die Pfützen, und die Fenster wurden wieder aufgemacht, während das Gewitter feinen Weg nahm, während anderswo alte Hände bie Läben prüften, während der Regen einen anderen alten Mann überraschte, der von der Arbeit heimging. Theobald hieß ber, unb er hatte bie gleiche Sck)werfälligkeit in ber Bewegung und im Entschluß wie sein Bruber. ber Holzschuhe schnitt. Es regnete laut unb heftig das Wasser schlug bem Mann ins Gesicht, ber Gehstock blieb manchmal neben dem Weg stecken, unb während der Regen auf die Hutkrempe trommelte, überlegte Theobald, daß er nun doch bald seinen Bruder besuchen müsse. Das hatte man vor achtundvierzig Jahren ausgemacht, als man auseinander gegangen war; vor vierzig Jahren hatte ber Holzschuhschneider schon geschrieben, baß er nun halb kommen werde; Theobald hatte dem Bruder einige Jahre nachher dasselbe geschrieben; die Abstände zwischen den ungelenk hingekratzten Briefen waren länger geworden, aber die Absicht war nie erloschen. Nun wollte Theobald seine Absicht wahr machen, recht bald schon. Nach achtundvierzig Jahren konnte es nicht mehr zu früh sein. Daheim, wo Theobalds alte Frau mit Sorgen dem Wetter zugesehen hatte, erzählte ber Mann seine Absicht. Als die Frau darüber lächelte, wurde Theobalb zornig unb ging vor ber Zeit schlafen. Am anderen Tag bann war das Gewitter verzogen, alles Absonderliche war wieder vorbei, der Himmel war blau gespannt, und ber Mann vergaß die Absicht wieder. Er sand nicht die Zeit zu so einer großen Sache. Der Bruber weiter oben im Land, ber Holzschuhe schnitt, fand auch nicht die Zeit dazu. Noch konnte man ja warten. Noch waren sie beide nicht so schrecklich alt, baß sie nicht mehr hätten hoffen dürfen auf ein nächstes Jahr und vielleicht auch auf ein übernächstes. Sie wartete beide wieder und erinnerten sich beibe wieher manchesmal an die alte Abmachung. Die Hanb bes Holzschuhmachers konnte das Messer nicht mehr so genau führen, wenn es den Fußtritt aus einem Stück Holz ausheben sollte. Das also war das Alter. Wenn nun die Hände zu gar nichts anberem mehr gut waren als zum Schaukeln bes Weiden- forbes und zum Spiel für bie taftenben Finger bes Kindes, bann war wohl nichts mehr zu versäumen im Haus, bann durfte man wohl bie Reife machen. An einem Morgen geschah das Sonderbare, und Marianne meinte darüber. Nun war der Vater nicht mehr ber Vater, der sie wie eine Tochter ins Haus genommen hatte; nun war wohl alles vorbei, weil er jetzt nach fünfzig Jahren die Reife versuchte. Um zwei Uhr an diesem Morgen stellte die junge Frau ben Kaffee auf den Tisch, der Alte aß unb lachte und war vergnügt wie ein Kind. Vielleicht trug Theobalb noch seinen großen Schnurrbart und bie Haare so lang, baß sie sich über dem Joppenkragen kräuselten? Er lachte und ging. Unb er ging vier Tage lang auf ber Straße da- bin, gar nie eilig, gar nie eigentlich so richtig mübe, obwohl er doch ein alter Mann war. In kleinen Strecken maß er seinen Weg ab, in ben Tavernen fetzte er sich nieder zu einem Glas Bier, bei guten fieuten am Weg schlief er Er schwatzte mit den Bauern, bie ihrer Arbeit nachgingen; er unterhielt sich lange Zeit mit einer Magb, bie fast das Gesicht feiner Schwiegertochter Marianne hatte. Von dieser Ähnlichkeit erzählte er ihr, bann lachten sie beibe, unb ber Alte durste aus bem enghalsigen Steinkrug ber Magd trinken. Einen Halden Tag lang ging er DieVerwaltung-erSvangelischen Kirche Das Provisorium bis zur Bildung einer Berlin, 23. März. (DNB.) Nachbem ber Führer unb Reichskanzler burch ben Erlaß vom 15. Februar 1937 bie (Einberufung einer oerfaffunggebenben Generalsynobe angeorbnet hat, wirb bis zur Bilbung einer verfassungsmäßigen Leitung ber Deutschen Evangeli- schen Kirche auf Grunb bes Gesetzes zur Sicherung ber Deutschen Evangelischen Kirche vom 24. September 1935 folgende Regelung getroffen: § 1. (1) Die Bearbeitung ber laufenden Ver- wallungsangelegenhelten ber Deutschen Evangelischen Kirche wirb von bem Leiter ber Deutschen Evangelischen Kirchenkanz- tei übernommen. (2) Die Verwaltung unb Vertretung ber Deutschen Evangelischen Kirche in allen vermögensrechtlichen Angelegenheiten nimmt bie auf Grunb ber Ersten Verorbnung vom 3. Oktober 1935 zur Durchführung bes Gesetzes zur Sicherung ber Deutschen Evangelischen Kirche bei ber Deutschen Evangelischen Kirchenkanzlei gebil- bete Finanzabteilung allein wahr. (3) Die Zustänbigkeit beskirchlichen Außenamtes ber Deutschen Evangelischen Kirche bleibt unberührt. 8 2. (1) Die kirchenregimentlichen Befugnisse in ben Lanbeskirchen werben durch bie im Amt befinblichen Kirchenregierungen ausgeübt. (2) Die Ausübung ber kirchenregimentlichen Befugnisse bleibt auf bie Führung ber laufen- ben Geschäfte beschränkt. (3) Die Befugnisse ber Finanzabteilungen bleiben unberührt. § 1 Absatz 2 findet ent- sprechenbe Anwenbung. § 3. Beränberungen kirchenpolitischer Art in ber Zusammensetzung ber Kirchenbehörben unb ber kirchlichen Körperschaften können nicht rechtswirksam vorgenommen werben. 8 4. Disziplinär- unb f o n ft i g e Mahnah - men in kirchenpolitischen Angelegenheiten ruhen. 8 5. Die Verorbnung gilt mit rückwirkenber Kraft ab 15. Februar 1 93 7. Entgegenstehenbe Beflim- verfassungsmäßigen Leitung. mungen treten für bie Bauer ber Geltung biefer Verorbnung außer Kraft. Der Reichsminister für bie kirchlichen Angelegenheiten. „Die Verordnung sichert zunächst der Deutschen Evangelischen Kirche die Leitung. Dos ist not- wendig durch den unlängst erfolgten Rücktritt des Reichskirchenausschufses; die Kirche konnte nicht ohne Leitung bleiben. Sie wird nun bis auf weiteres durch den obersten Beamten der bürokratisch organisierten K i r ch e n k a n z l e i der Deutschen Evangelischen Kirche wahrgenommen. Alle oermögensrechtlichen Angelegenheiten regelt der Leiter der bekannten Finanzabteilung. Die Rechtmäßigkeit aller Kirchenregierun» gen ist bestritten. Um diesen Streit über die Rechtmäßigkeit bis zur endgültigen Regelung durch die Generalsynode aufzuheben, mußte eine neue Losung gefunden werden: Die Befugnisse sind daher durch die neue Verordnung von der Staatsgewalt auf die tatsächlich diese Befugnis ausübenden und zur Zeit im Amt befindlichen Kirchenregierungen übergegangen, und diese Kirchenreglerungen sind oon Staats wegen anerkannt. Keine andere Stelle kann daher kirchenrechtliche Befugnisse bis zur endgültigen Regelung durch die kommende Generalsynode ausüben. Allerdings dürfen diese im Amt befindlichen Kirchen- regterungen keine Neuregelungen mehr vornehmen. Sie find jetzt kraft Gesetzes auf die Abwicklung der laufenden Geschäfte beschränkt. Dor allen Dingen ist es nunmehr u n - möglich gemacht, Umbildungen von Kir- chenbehöroen und Umbesetzungen innerhalb kirchlicher Körperschaften (Gemeindekirchenvertretungen u. dgl.) vorzunehmen, wie es vielfach im Hinblick auf die kommende Wahl geschehen ist. Auch Personalmaßnahmen sind durch die Verordnung unterbunden im allgemeinen und insbesondere auch durch die Angehörigen der kirchlichen Verwaltung und der kirchlichen Organisation, damit von Reichs wegen sowohl die Glaubens- und Gewissensfreiheit wie auch d i e Wahlfreiheit gewahrt bleiben. Die Verordnung mußte rückwirkende Kraft bis zum Tage der Anordnung der Wahl durch den Führer, den 15. Februar, erhalten, um alle Maßnahmen zu erfassen, die bezüglich der Wahl bereits in die Wege geleitet sind. Alle bisherigen, zu diesem Zweck bereits in die Wege geleiteten Maßnahmen und getroffenen Anordnungen sind durch die neue Verordnung des Reichs- und preußischen Ministers für die kirchlichen Angelegenheiten hinfällig. Von Reichs wegen ist somit der Weg zu einer völlig überkirchenparteilichen Handhabung während der Übergangszeit klar und eindeutig bestimmt. Feierabend zu Ende. Wenn wir das deutsche Sehnen nach Glück kennen, kennen wir auch unsere Pflichten. Obergebietsführer A x m a n n ging auf die drei Stufen unserer Revolution ein, deren letzte Stufe der Bestand der Weltanschauung ist, der durch die Jugend garantiert wird. Näher auf den Reichsberufswettkampf und die Förderung der Sieger eingehend sprach er die Hoffnung aus, daß alle Betriebsführer die Sieger durch Fachbücher auszeichnen werden, weil das Fachbuch in der Leistungssteigerung für den Vierjahresplan des Führers eine nicht zu unterschätzende Bedeutung einnimmt. Hauswirtschastliches Lahr für höhere (Schülerinnen. Berlin, 23. März. (DNB.) Der Reichserziehungsminister hat den Unterprimaneri n« n e n an höheren Knabenschulen, die von Ostern 1937 bis Ostern 1938 ordnungsgemäß eine Oberprima besuchen würden und die durch die Zusammenlegung von Unter- und Oberprima bestimmte mit einem Handwerksgesellen, dem er fein schönstes Geld, eine volle Mark schenkte, weil er so wunderlich lügen konnte. Und einmal unterhielt er sich auf der Strecke eine lange Weile mit einem alten Mann, der die Straße heraustam. Sie redeten nur vom Wetter, von den Plagen einer weiten Reife und von den paar sonnig scheinenden Dingen, die dem Alter seinen Glanz geben. Zwei Köpfe nickten einander zu, wohlwollend, bejahend, gütig. Jeder hatte gute Wünsche für den anderen. Das war der Weg Des Holzschuhmachers, und das waren seine Erlebnisse. Die Hand wurde müde vom krampfhaften Festhalten am Stock, aber manchmal glaubte der Alte zu spüren, daß das Zittern von früher leichter geworden fei. Er fragte sich durch bis zu Theobalds Haus. Er sagte einer vertrockneten alten Frau, wer er sei und was er wolle. Den Theobald aufsuchen? (Eine verstaubte Uhr tickte und zwang ihre Gleichmäßigkeit in die Unterhaltung. Der Theobald, der sei vor etlichen Tagen megge'gangen, da hinauf, seinen Bruder zu besuchen, wie er es ihm seit fünfzig Jahren schuldig sei. Der Holzschuher konnte nicht einmal zornig werden darüber, er lachte, er spottete über sich selbst. Fünfzig Jahre hatte man warten müssen, um dann genau zur gleichen Zeit auf die Reise zu gehen. Er lachte wieder, und die vertrocknete Frau wurde weich und redselig dabei; sie lachten einander zu, erzählten sich das Leben zweier Brüder, die sich seit der Jugend nicht mehr gesehen hatten. Ja, Theobald sei kahl, der Schnurrbart sei weiß geworden, und krumm gehe er auch, der Theobald, ja ja. Sie tranken eine Flasche Fruchtwein und später noch eine, dann legte der Holzschuhschneider seinen Arm um die vertrocknete Frau, die mit perlender Stimme reden konnte. Hier wollte er bleiben die vier ober fünf Tage, bis der Bruder wieder heimkam. Kahl und mit weißem Schnurrbart war Theobald zu den Holzschuherleuten gekommen, er hatte ein wenig gemurrt, bann hatte Marianne ihm zu- geredet, er möge doch bleiben, bis der andere zurückkäme. Unb nun saß Theobalb an der Weiden» wiege, er schob das Kind hin unb her, während bas anbere draußen im Garten spielte. Er plauderte mit den jungen Leuten, trank Bier bis tief in die Nacht hinein und rühmte den Fruchtwein, den er zu Hause hatte, den nun wohl der Bruder trank, wenn er nicht schon weggegangen war auf die Heimreise. Eigentlich hatte nun keiner der Brüder mehr etwas Großes zu bestellen im Leben. Die Reife war vorbei, die bisher noch als Aufgabe vor ihnen gestanden war. Sie wollten warten, alle beibe. Sie konnten warten. Theobald freute sich an dem Le° Lehrstoffe wiederholen müßten, freigestellt, sich von Ostern bis Oktober 1937 beurlauben zu lassen und während dieses halben Jahres eine hauswirtschaftliche Schulung durchzu- machen (hauswirtschaftlicher Lehrgang, Landdienst, Tätigkeit in fremdem kinberreichen Haushalt). Beim Nachweis einer solchen erfolgreich burchgeführten Schulung wirb ben Schülerinnen gestattet, Oktober 1937 in die zusammengelegte Unter- unb Oberprima wiebereinzutreten und sich zu Ostern 1938 ber Reifeprüfung zu unterziehen. Die Ober- fefunbanerinnen, die Ostern 1937 in bie Unterprima eintreten und ben abgerundeten einjährigen Abschlußlehrgang (Unter- unb Oberprima) durchlaufen haben, können Ostern 1938 die Reifeprüfung ablegen. Das Reifezeugnis wird ihnen aber erst Ostern 1939 beim Nachweis einer erfolgreichen einjährigen hauswirtschaftlichen Schulung ausgehändigt (einjähriger hauswirtschaftlicher Lehrgang: Frauenschule, Hausfrauenklasse, Haushaltungsschule, hauswirtschaftliches Anlernjahr, Landdienst, Tätigkeit in fremdem kinderreichen Haushalt). ben eines Kindes und an ber Geschäftigkeit einer jungen Frau, der Holzschuhschneider war gern bei ber vertrockneten Alten, um bereu altes Zeug im Kasten sich immer ein klein wenig Sonnenschein wob. Darum blieben sie beide, wartend, von ber Reise mübe, vom Alter müder werdend, bas nun keine große Aufgabe mehr hatte. Der Bruber, wenn er nun heimkam, kam wohl zu spät zu seinem Bruder. Aber er kam nicht: ihm gefiel es gut bei einem jauchzenden Kind, bei einem Mann, ber schon graue Flecken im Haar hatte, bei einer beweglichen jungen Frau. „Wir sind uns boch begegnet", sagte er noch in (Erinnerung an das bescheidene Erlebnis auf ber Landstraße. Darüber freute er sich noch, als das mübe Leben schon erloschen war. Weil in jedem der zwei Häuser nur ein klein wenig Geld zu finden war, tauschte niemand mehr die toten Brüder aus, um jeden in seine Heimat zu bringen. Denn schließlich war jeder mübe am Ziel seiner Reise eingeschlafen, die nach dem alten Versprechen recht und richttg ausgeführt worden war. Sochschulnackrichten. Dem Professor Dr. Hermann Lautensach ist ein planmäßiges Drbinariat für Geographie an ber Universität Greifswalb verliehen worben. Lautensach, ber früher in Gießen unb bann in Braunschweig wirkte, ist Mitbegründer der Zeitschrift für Geopolitik. Die Gesellschaft für (Erbfur^e in Berlin verlieh ihm bie silberne Karl-Ritter-Me- baille. Professor Dr. med. et med. deut. Georg A x - hausen, orbentlicher Professor für Zahn-, Munb- und Kieferchirurgie ber Universität Berlin, be- geht in biesen Tagen seinen 6 0. Geburtstag. Axhausen, ber die chirurgische Abteilung des Zahnärztlichen Universitätsinstituts und bie Kieferklinik der Charitö leitet, hat durch die von ihm angeaebe- nen Methoden zur operativen Beseitigung ber Gaumenspalten unb Hasenscharten, sowie burch seine plastischen Operationen im Bereich der Munbhöhle ber deutschen Kieferchirurgie Weltgeltung verschafft. Dem Forstmeister a. D. Dr.-Jng. Erwin A i ch i n- g e r ist unter (Ernennung zum ordentlichen Professor der Lehrstuhl für Forstschutz und Pflanzensoziologie an ber Universität Freiburg i. B. übertragen worben. Geheimrat Professor Dr. Julius Plrson, Ordinarius für romanische Philologie an der Universität (Erlangen, ist von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. 'einem jiaar, die richtige j ML schützen Derma; sundheit von 6KF26-Z75 solle. in ge; Die Bedeutung der Gasmaske. Der Schutzraum wird niemals entbehrlich. größere Bedeutung zukommt. Japan und Deutschland seien sich glücklicherweise aus dorn Gebiete des Films immer näher getreten. Kleine politische Nachrichten. Der Führer hat aus seinen Mitteln einen weiteren höheren Geldbetrag zur Erbauung einer neuen Jugenherberge zur Verfügung gestellt. Diese neuerliche Unterstützung des Sugenö» Herbergswerkes zeigt, welche Bedeutung der Führer dem Bauprogramm der Hitler-Jugend beimißt und wie er stets bestrebt ist, der Jugend, die seinen Namen trägt, zu helfen. tigen Zeit ist: Eingedenk bleiben und sich vorbereiten! Heber die französische Grenze nach Spanien. über die Lieferungsmöglichkeiten bei Rohstoffen usw. haben zu einer Einigung geführt. * Die zwischen der Reichsbahn und dem Reichskraftwagenbetriebsverband schwebenden Verhandlungen über die künftige Gestaltung des Reichs- kraftwagentarifes sind noch nicht abge- chlossen. Der Reichsverkehrsminister hat daher die Geltungsdauer des Reichskraftwagentarifes und des Tarifes für den Möbelfernverkehr bis zum 1. Juli 1937 verlängert. * Der Danziger Völkerbundskommissar Professor Burckhardt hat den polnischen Außenminister Oberst B e cf in Cannes besucht. Uebereinstimmend wurde festgestellt, daß das Amt des Völkerbundskommissars Lern Frieden und der Milderung etwa entstehender Mißverständnisse und Streitfälle dienen Rom, 24. März. (DRV.) „Giornale d'Jtalia" wendet sich mit aller Schärfe gegen marxistische Behauptungen, daß italienische Truppen an den Kämpfen in Spanien teilnehmen. Kein, italienischer Heeresverband kämpfe in Spanien, was jetzt auch Eden im Unterhaus zugegeben habe. Dagegen sehe man Zehntausende ausländischer Freiwilliger unter der Fahne der Weltrevolution gegen die nationale Rechte Spaniens kämpfen. Es strömten dabei n o ch immer weitere Scharen von Freiwilligen übzr die französische Landesgrenze nach Spanien. Diese Hilfskräfte würden von ausländischen Offizieren befehligt und seien mit erstklassischen sowjetrussischen und französischen Waffen und Kriegsmaterial ausgerüstet. Allein im Februar seien von den spanischen Bolschewisten über die französische Grenze zugeschoben worden: 230 Offiziere, 5290 Soldaten (unter diesen 3100 Franzosen und 680 Amerikaner), 5150 Gewehre (3150 französische und 2000 russische) über Perthus. 75 000 in Frankreich hergestellte Granaten über Cerb6re. 20 000 in England hergestellte Pistolen über CerbSre. 15 in Frankreich hergestellte Flugzeuge. Die verantwortlichen Regierungen sollten einmal ehrlich diese Liste prüfen, um sich über die wirklichen Verhältnisse :- Spanien Rechenschaft zu geben. FÜR BLONDES HAAR V--''ALKALIFREI 30 PFG. Das politische Nachspiel von Clichy Bussprache in der Kammer. - Berrrauensvotum für Blum Der Gouverneur der rumänischen Nationalbank weilt in Berlin zum Besuch des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht. Er ist auch von Minl- sterpräsident Göring empfangen worden und hat im übrigen den Besuch benutzt, um ihn besonders interessierende Einrichtungen des neuen Deutschland kennenzulernen. In eingehenden Aussprachen wurden Fragen des deutsch-rumänischen Handels- und Zahlungsverkehrs erörtert. * Die feit mehreren Tagen zwischen Vertretern der deutschen und derdänischenRegierung in Kopenhagen geführten Verhandlungen über eine Aenderung des Verhältnisses zwischen Ein- und Ausfuhr im beiderseitigen Warenverkehr und lü die ©er englisch-belgische Meinungsaustausch. Belgien will keine militärischen Verpflichtungen übernehmen. London, 24. März. (DNB. Funkspruch.) Nach englischen Mitteilungen dürfte der politische Teil des Besuches König Leopolds nach seinen Be- sprechuna^n mit Eden und Baldwin in der belgischen Botschaft abgeschlossen sein. König Leopold widmete sich am Dienstag dem GolfsPiel. Am Mittwochabend wird er mit dem englischen Kömgs- paar im Buckinghampalast speisen. „Times" meldet, daß König Leopold ine Versicherung erneuert habe, daß d i e belgische Wehrmacht genügend stark gemacht werde, um jedem plötzlichen Angriff einen wirkungsvollen Widerstand zu leisten. Die Unterredung mit Eden und Baldwin hätte einen hoffnungsvollen Eindruck hinterlassen. „Daily Telegraph" schreibt: König Leopold habe Eden den belgischen Wunsch klargemacht, nicht an einem 23erteibigungs- b ünbn i 9 mit Frankreich unb England gegen Deutschland teilzunehmen, i „Morning Post" will wissen, daß gute Aussichten auf eine bessere Verständigung zwischen Belgien, Frankreich und England erzielt worden seien. Sie werde unterstützt durch das Echo, das die kürzliche deutsche Note in Belgien hervorgerufen habe. „Daily Herald" schreibt, daß die belgische Außenpolitik sich aufbaue auf die drei Grundsätze der Unabhängigkeit, Neutralität und Unparteilichkeit zu seinen Nachbarn. Belgien wolle keinerlei militärische Verpflichtungen übernehmen, und besonders werde es sich nicht an irgendeinem Bündnisvertrag einer Entente oder einer militärischen Verständigung irgendwelcher Art beteiligen. Es scheine klar zu sein, daß Belgien von jetzt an nicht mehr als ein Verbündeter Frankreichs, sondern als ein neutraler Staat m i e Holland und die Schwerz angesehen werden müsse. An die Hetzer. Italien hat ein gutes Gedächtnis. Paris, 24. März. (DNB.) In der Kammer erläuterte Ministerpräsident Blum den Standpunkt der Regierung zu den blutigen Ereignissen in Clichy. Die Regierung habe die Versammlung der Sozialpartei in Clichy nicht verbot e n. Sie habe ihr sogar polizeilichen Schutz angedeihen lassen. Praktisch sei es richtig, daß sich eine ganze Stadt gegen einige hundert Personen erhoben habe. Trotzdem betrachte er den Aufruf an die Bevölkerung von Clichy als einen Fehler. Die Verantwortlichen der Kommunistischen Partei hätten in Clichy alles getan, um zu verhindern, daß die Volksmenge in unmittelbare Berührung mit der Sozialpartei komme. Es sei eine sehr heikle Frage, wer die Volksmenge aufgewiegelt habe. Alles sei so vor sich gegangen, als ob man einen blutigen Verlauf der Gegenkundgebung gewünscht habe. Die Polizeibeamten hätten keinen Befehl erhalten zu schießen, sondern i n st i n k t i v gehandelt. Eine kommandierte Truppe dürfe aber nicht bas Recht der Notwehr in Anspruch nehmen, sie dürfe nicht schießen, ohne dazu B e f e h l von ihren Vorgesetzten erhalten zu haben. Man müsse vor allem die leitenden Stellen besser auswählen und der Truppe auch andere Mittel als die Feuerwaffe in die Hand geben. Unmöglich hätte eine so feinfühlige Bevölkerung wie die Pariser es sich versagen können, ihrer Zusammengehörigkeit mit den Opfern Ausdruck zu geben. Die Organisatoren des Generalstreiks hätten den Streik beschränkt. Leider habe es Zwischenfälle gegeben, die er als untragbar bezeichnen müsse. Die verantwortlichen Organisationen Der Arbeiterklasse hätten diese Zwischenfälle jedoch nicht verhindern können, die von Kräften hervoraerufen worden seien, die ihrem Zugriff entgingen. Gewisse Kreise fragten, ob die Regierung nicht gezwungen sein werde, die eine Gruppe ihrer Mehrheit der anderen zu opfern, beispielsweise die Radikalsozialisten den Kommunisten oder umgekehrt. Die Regierung habe niemand zu opfern, lieber allem stehe die republikanische Ordnung. Die Regierung klammere sich nicht an die Ausübung der Gewalt. Ihre Pflicht sei es aber, sie so lange zu behalten, wie die Kammer dies wünsche, und so lange sie selbst überzeugt fei, daß ihre nützliche Rolle noch nicht beendet let. Ein algerischer Abgeordneter brachte die Sprache auf die Unruhen in Nordafrika, wo die bewaffnete Macht gegen eingeborene Arbeiter von ihrer Schußwaffe Gebrauch machen mußte und einige Personen getötet wurden. Die Aufständischen hätten die Unterstützung der französischen Kommunisten gefunden, die doch der Regierung nahe stünden. Die Aushebung des Bundes „Nordafrikanischer Stern" reiche nicht aus, man müsse auch feinen früheren Mitgliedern ihre verbrecherische Betätigung unmöglich machen. Der kommunistische Abgeordnete Duclos schob Die Schuld an Den Clichy-Interessen der französischen Sozialpartei zu, die er als Provokateure bezeichnete. Abgeordnete der Rechten bedachten den Abgeordneten Duclos mit der Benennung „Mörder", während Die kommunistischen Abgeordneten ein Pfeifkonzert anfingen. Der Abg. Doriot erklärt: Bei den Zwischenfällen in Clichy seien kommuni st ische Kampfabteilungen in Erscheinung getreten. Ihre Schüsse seien vor allem gegen Die Polizeioffiziere gerichtet gewesen. Eindringlich wies der rechtsstehende Abgeordnete V all ad auf die Verantwortung des Stadtrates von Clichy hin, der gewissenlos durch Maueranschlag zu einer Protestkundgebung gegen eine harmlose Kinoausfüh- rung der französischen Sozialpartei aufgewiegelt hätte. In den frühen Morgenstunden begannen die Abstimmungen. Eine Entschließung, die die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zur Prüfung der ausländischen Geldquellen der französischen kommunistischen Partei bezweckte, wurde mit 361 gegen 232 Stimmen abgelehnt. Die von den Linksparteien eingebrachte Tagesordnung, die der Regierung Blum das Vertrauen ausspricht, wurde Mit 362 gegen 215 Stimmen angenommen. Reichserziehungsminister Rust hat — wie schon _ meldet — einen Fors chungsrat gebildet und zu feinem Präsidenten den General der Artillerie Dr. phil. h. c. Dr.-Jng. Karl Becker, Dekan und ordentlicher Professor der wehrtechnischen Fakultät Der Technischen Hochschule Berlin, ernannt. (Scherl-M.) Der italienische Außenminister Graf C i a n o begibt sich am Mittwoch nach Sei grab zu Besprechungen mit dem jugoslawischen Ministerpräsidenten Stojadinowitsch. Die Reise steht im Zusammenhang mit den italienisch-jugoslawischen Verhandlungen zwecks Klärung der beiderseitigen Beziehungen. Heiraisalier und Beruf. Das Statistische Reichsamt hat zum ersten Male die Zusammenhänge von H e i r a t s - alter und Beruf durch eine Sonderauszählung Der Eheschließungen lediger Männer im Jahre 1934 in der Stadt Berlin und Der Provinz Brandenburg festgestellt. Danach betrug das durchschnittliche Alter Der erheiratenden Männer 27,7 Jahre. Von Den einzelnen Berufsgruppen hatten Die Arbeiter das niehrigfte Durchschnittliche Heiratsalter mit 26,7 Jahren. Insgesamt 70,4 Prozent Der Arbeiter heirateten vor Vollendung Des 28.Lebensjahres. Die gelernten Arbeiter, Gesellen und Gehilfen in Handwerk und Industrie, schlossen im Durchschnitt sogar noch etwas früher Die Ehe, nämlich mit 26,3 Jahren. Das durchschnittliche Heiratsalter Der Angestellten war mit 28,7 Jahren genau um zwei Jahre höher als Das Der Arbeiter. Die Selbständigen von Handwerk, Industrie und Handel waren im Durchschnitt mit 29,4 Jähren nur wenig älter als Die Angestellten. Auffallend ist, wie Das Amt erklärt, Der verhältnismäßig hohe Anteil Der Land- wirte, Die erst im Alter von über 30 Jahren geheiratet haben, nämlich 41,5 Prozent gegenüber 34,3 Prozent bei Den übrigen Selbständigen. Bei den mittleren und unteren Beamten ergab sich eine Deutliche Zusammendrängung Der Eheschließungen auf die Altersspanne zwischen Dem 25. und Dem 30. Lebensjahr. (50,3 Prozent.) Das Durchschnittsalter wirD jedoch auf 29,9 Jahre heraufgedrückt durch zahlreiche (Späteben, vor allem bei den Versorgungsanwärtern. Bei den akademischen Berufen schließlich ergab sich ein recht hohes Heiratsalter. Am günstigsten lagen Die Verhältnisse bei Den evangelischen Geistlichen, Denen wegen zahlreicher Vakanzen oft mit Vollendung des 25. Lebensjahres eine Pfarrstelle offenste! nd. Besonders spät heirateten die Aerzte und Juristen. Von den Aerzten waren 58,3 Prozent schon über 30 Jahre alt, von den höheren Beamten 57,3 und von den Rechtsanwälten 61 Prozent. Ein Viertel bis ein Fünftel der Aerzte und Juristen waren bei der Eheschließung bereits über 35 Jahre alt. Kunst und Wissenschaft Uraufführung des deulfch-japanifchen Gemeinschafls- films „Die Tochter des Samurai“. Zu einem bedeutsamen filmkünstlerischen Ereignis im Zeichen der deutsch-japanischen Freundschaftsbeziehungen gestaltete sich Die Uraufführung des ersten deutsch-japanischen Gemeinschaftsfilms „Die Tochter des Samurai" in Berlin. Die Besucher bereiteten dem Werk, das in einer packenden Handlung einen Einblick in das Wesen des japanischen Volkes vermittelt, begeisterte Aufnahme. Der Schöpfer des Films, Dr. Arnold Fanck, und Rom, 23. März. (DNB.) Anläßlich des ^.Jahrestages Der Gründung der faschistischen Kampfbünde sprach Mussolini vom Balkon des Palazzo Venezia zu der nach Hunderttausenden zählenden Menge. Der Jahrestag, so führte Mussolini aus, hängt zusammen mit einem jener üblichen Gewitterstürme, die gegen unser faschistisches Italien toben. Es ist ein Sturm der Druckerschwärze. Diese Ueberschwemmungen trüber Fluten werden natürlich von dem scheinheiligen Gerede gewisser amerikanischer Kanzelredner begleitet, die immer bereit sind, in Den Augen Des anderen den Splitter zu sehen, nicht aber Den Balken im eigenen Auge. Diese Fluten haben jedoch weder unsere unerschütterliche Ruhe, noch die nicht weniger unerschütterliche Ruhe des italienischen Volkes zum Wanken bringen können. Der Unehrlichkeit anderer stellen wir unsere unbestreitbare Aufrichtigkeit entgegen, ihren Lügen unsere alles überwindende Wahrheit, ihrem blinden Haß unsere bewußte Verachtung. Mit der wirtschaftlichen V e l a g e r u n g hat das italienische Volk seine Probe bestanden Trotzdem muß es laut ausgesprochen werden, daß diese von den berufsmäßigen Pazifisten ins Werk gesetzte Kampagne die Vorbereitung für Wirren und Konflikte bildet und daß also jene d i e wahren Feinde jenes Friedens und jener europäischen Zusammenarbeit sind, die Italien aufrichtig will. Das italienische Volk hat ein sehr scharfes Gedächtnis. Es hat 40 Jahre darauf gewartet, Adua zu rächen. Aber es hat es gerächt. Und sollte es je vergessen, so werden wir es aufrütteln. Schwarzhemden! Die Losung Der heu- Berlin, 23. März. (DNB.) Unter dem Titel „Für und wider die Gasmaske" bringt die „S t ° re ne" einen Aufsatz, der die in aller Welt aktuelle Frage: „Ist eine Gasmaske für die Bevölkerung , notwendig oder nicht?" beantwortet Zunächst darf ■ bei Betrachtungen über die Gasgefahren eines künftigen Krieges nicht nur an die Luftkampf- ftoffc gedacht werden, die mit der Atemlust in Den Körper gelangen und dort durch Reizoder Giftwirkung schädigend wirken können, sondern es müssen auch die Geländekampf- ft o f f e berücksichtigt werden, die jeden Teil des Körpers angreifen, mit dem sie in Spntzer- oder Dampfform in Berührung kommen. Die Gasmaske schützt in vollkommener Weise gegen alle Beimengungen der Luft, gleichviel in welcher physikalischer Erscheinungsform (Gas, Dampf, Nebel, Rauch) diese vorliegen, während sie gegen die Geländekampfstoffe nur einen Teilschutz darstellt, da sic nur d i e Atemwege und das Gesicht vor den aus diesen Stoffen sich entwickelnden Dämpfen, deren Bedeutung nicht unterschätzt werden darf, zu ig. Welche Schäden an Leben und Ge- Menschen durch einen aerochernlschen Angriff angerichtet wurden, wird immer erst lange nachher zu übersehen sein. Viel entscheidender für Erfolg oder Mißerfolg eines derartigen Angriffes wird aber oftmals seine unmittelbare Wirkung auf die seelischen Kräfte der Bevölkerung sein. Hier können die Belästigungen durch kleinste Mengen chemischer Kampfstoffe, die noch keine Gesund- heitsschädigungen bedingen, eine erhebliche Rolle spielen. Sie sind sehr ernst zu nehmen, weil sie durch Angstvorstellungen weit überschätzt werden. Eine solche Beunruhigung kann nun durch fast jeden der uns bekannten chemischen Kampfstoffe hcrvor- gerufen werden, vor allem aber durch die sogenannten Reizstoffe, von Denen Spuren in Der Luft bereits unangenehmste Reizerscheinungen Hervorrufen, lange bevor sie beginnen, ernstliche Gesundheitsschäden zu verursachen. Es spricht also vieles Dafür, durch rechtzeitige Beschaffung einer zuverlässigen, einfach zu handhabenden Gasmaske Das Bedrohliche so schwieriger Lagen, die auch durch Die bestdurchdachte Organisation niemals verhindert werden können, von vornherein auszuschalten. Der Wert, den Der Besitz einer solchen Gasmaske bedeutet, würde also nicht so sehr in der Notwendigkeit liegen, Leben und Gesundheit vor der möglichen Schädigung Durch Giftgase zu schützen, als vielmehr Darin, Die seelischen Kräfte, Die ja bei Luftangriffen ohnehin stärksten Beanspruchungen ausgesetzt finD, vor oermeihbaren Belastungen zu bewahren. Es kann kein Zweifel Darüber bestehen, daß Der Besitz eines Gasmaske nicht Die Lösung des Luftschutzproblems schlechthin, sondern nur eines Teiles davon darstellt, mit anderen Worten, daß der Schutzraum auch durch Die beste Maske nicht entbehrlich wird. Aus aller Welt. Der Führer belohnt die Retter von der TBaßmann-Offroand. Der Führer und Reichskanzler hat vierzehn Männern, die sich bei dem Rettungswerk an der Watzmann-Ostwand bei Berchtesgaden verdient gemacht haben, die Rettungsmedaille am Bande verliehen. Die feierliche Überreichung Der Rettungsmedaille hat Reichsstatthalter Ritter von E p p im Auftrag des Reichs- und preußischen Ministers des Innern Dr. Frick oorgenommen. Dom Führer begnadigt. Der Führer und Reichskanzler hat Die durch Urteil des Sondergerichts in Hamburg gegen den Adolf Scheffel, Hamburg, wegen Mordes er- kannte Todesstrafe im Gnadenwege in eine löchrige Zuchthaus st rafe umgewandelt. Scheyel war bisher nicht vorbestraft und von einwandfreier Führung. Dollsireckung eines Todesurteils. In Berlin ist der Andreas Szymanski aus Trebbus h i n g e r i ch t e t worden, der durch Urteil des Schwurgerichts Kottbus wegen Mordes zum Tode verurteilt worden ist. Szymanski hat die Anna Gräfe aus Trebbus, die von ihm schwanger war, erwürgt, um sich seinen Verpflichtungen zu entziehen. Betrügerischer Bankrott eines jüdischen Bankgeschäftes. Wie die Polizeipressestelle Hamburg mitteilt, ist das jüdische Bankgeschäft Willi Seligmann zusammengebrochen. Bei einer auf Anordnung des Reichskommissars für das Kreditgewerbe vorge- nommenen Prüfung ist eine Unterbilanz von etwa 600 000 bis 800 000 Mark festgestellt worden. Es besteht dringender Verdacht des Konkursverbrechens sowie Des Verbrechens der Depotunterschlagungen. Der Inhaber Seligmann hat Selb st- m o r D verübt. Ein Bevollmächtigter, der Kaufmann M ü n d h e i m , ist seit dem 16. März verschwunden. Er ist Der Mittäterschaft bzw. Der Beihilfe Dringend verdächtig. Aus dem gleichen Grunde ist ein Bevollmächtigter Seligmanns, der jüdische Finanzagent L ö w e n st e i n , festgenommen worden. Das Bankgeschäft ist auf Anordnung Des Reichskommissars geschlossen worden. Jüdischer Frauenfchänder verurteilt. Die Oppelner Strafkammer verurteilte den jüdischen Arzt Dr. Heimann aus ©uttentag (Oberschlesien) zu einem Jahr Zuchthaus und zwei Jahren Ehrverlust. Heimann hatte sich in mehreren Fällen an werbliche Patienten vergangen. Derhängnisvolles Spiel mit der Schußwaffe. In Köln schoß ein etwa 16jähriger Junge im „Scherz" auf einen andern. Dieser, ein 15jähriger Schüler, trug einen Gehirnsteckschuß davon. Er wurde Dem Hospital zugeführt, wo er kurz Darauf starb. Der Täter flüchtete, konnte aber Dann in Der elterlichen Wohnung festgenommen werden. Er gab zu, absichtlich auf den Jungen geschossen zu haben, um festzustellen, ob Die Kugel durch den Mantel gehe. Er will allerdings auf Das Gesäß gezielt haben. Hungerstreik auf der Giesche-Gerube beendet. Der Streik auf der Giesche-Grube in Janow (Ostoberschlesien) ist nach achttägiger Dauer b e - endet worden. Unter dem Vorsitz des ostoberschlesischen Woiwoden fanden Besprechungen zwischen Den Arbeitgeber- und Arbeitnehmeroertretern statt. Die zu einer Einigung führten. Die Arbeiter brachen Den Streik ab. Die 1500 Gesolgschaftsmit- glieDer, Die Drei Tage lang im Hungerstreik ftanDen und Den Schacht seit acht Tagen nicht verlassen, hatten, fuhren völlig erschöpft aus. Ein Häuer ist im Lazarett an Entkräftung g e ft o r b e n. Die Arbeit soll in vollem Umfange wieder aufgenommen werden. Ruth Eveler, die einzige in dem Film mitwirkende deutsche Darstellerin, wurden stürmisch gefeiert. Die deutsch-japanische Gesellschaft und die Terra-Film hatten zu einem Empfang geladen, dem Reichsminister Dr. Goebbels und der japanische Botschafter Graf M u s h a k o j i beiwohnten. Botschafter Graf Mushakoji hob hervor, daß dem Film für die Völkerverständigung eine immer Wetterbericht des Relchswetlerdienskes. Ausgabeort Frankfurt. Im Zufuhrbereich kalter Meeresluft hat auch bei uns unter schauerartigen Niederschlägen Die Abkühlung weitere Fortschritte gemacht und in Der vergangenen Nacht vielerorts zu Frost geführt. Gleichzeitig hat die Kaltluftzufuhr Die Ausdehnung Des ostatlantischen HochDruckgebietes auf Das Festland begünstigt, so Daß ein starkes Eingreifen von Tief- Driufftörimgen auf unser Wetter verhindert wird. Die Witterung wird daher im ganzen einen freundlichen, wenn auch keinen direkt störungsfreien Verlauf nehmen. Aussichten für Donnerstag: Wolkig bis heiter, nachts vielerorts Frost, tagsüber wieder etwas höher ansteigende Temperaturen, veränderliche Winde. Aussichten für Freitag: Im ganzen freundlich und tagsüber mild, Doch nicht ganz störungsfrei. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für Die BilDer: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyrioi; für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für Den Inhalt her Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II 37: io 933. Druck- und Verlag: Brühl'sche llniverfitäts-Buch- und Steindruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit Der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit Der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. ’eqe ! KAMILLOFLOR FÜR DUNKLES HAAR Günstig es Osterangebot! 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(Technische Nothilfe); zur Freiwilligen Sanitätskolonne (Rotes Kreuz); zur Feuerwehr; den Nachweis über den Besitz des Reichssport- Die Zeit isl Wommen - wo Sie sich, meine Damen, über die Anschaffung der neuen FRÜHJAHRSKLEIDUNG schlüssig werden müssen. Große Auswahl in Mäntel-Complets-Kostümen Röthen und Binsen zu bekannt billigen Preisen! Überzeugen Sie sich bitte von unserer Leistungsfähigkeit! Mietete 1. Qualität V2 kg im IE Ausschnitt PilnlvSe8,'1‘S- 36<$ f PlvKab|.1.S.4O<5 1 llülv.Barsch1.S.48 Donnerstag-Markt am Brandplatz, [o*60® Lemp. Bekanntmachung betreffend Anmeldung zur Anlegung der Wehrstammrolle des Geburtsjahrgangs 1917. Auf Grund der Erklärung der Reichsregierung an das deutsche Volk und auf Grund des Gesetzes über den Aufbau der Wehrmacht vom 16.3.1935, des Wehrgesetzes vom 21. 5.1935, des Reichsarbeitsdienstgesetzes vom 15.2.1937 und der Verordnung über das Erfassungswesen vom 15.2.1937 wird für die Stadt Gießen folgendes bekanntgemacht: Alle männlichen Einwohner, die im Jahre 1917 geboren sind und sich in der Zeit vom 5. 4.1937 ab in der Stadt Gießen aufhalten, müssen sich zur Anlegung der Wehrstammrolle persönlich bei der po- lizeidirektton Gießen, LandgrafPhilipp-Plah 1, Zimmer 27, anmelden. Als Aufenthalt ist anzusehen, wer an dem genannten Tage (5. 4.1937) einen Wohn- oder Schlafraum in der Stadt Gießen innehat. Auch Nichtarier sowie alle männlichen Personen des genannten Jahrgangs, bei denen die Staatsangehörigkeit nicht feststeht, haben sich zu melden. Befreit sind nur diejenigen, die zu diesem Zeitpunkt bereits Reichsarbeitsdienst leisten oder in der Wehrmacht oder SS.-Derfügungstruppe aktiv dienen. Ist ein Dienstpflichtiger von dem Ort der polizeilichen Meldebehörde, bei der er sich anzumelden hat, vorübergehend abwesend, so hat er sich bei ihr zunächst schriftlich und nach Rückkehr unverzüglich persönlich anzumelden. Die Dienstpflichtigen des Geburtsjahrgangs 1917 haben in der Zeit vom 1. Oktober 1937 bis 31. März 1938 oder vom 1. April 1938 bis zum 30. September 1938 Reichsarbeitsdienst zu leisten. Sie werden voraussichtlich vom 1. Oktober 1938 an zum aktiven Wehrdienst herangezogen. Die Anmeldung beginnt am 5.4.1937 jeweils in der Zeit von vormittags 8 bis 12 Uhr und nachmittags von 3 bis 5 Uhr und endigt am 30. April 1937. Sie findet nach folgendem Plane stall: RKaessAaM Gießen, Kreuzplatz 15 a) Geburtsschein; b) Nachweise über seine Abstammung, soweit sie in seinem oder seiner Angehörigen Besitze sind (Ahnenpaß); c) Schulzeugnisse und Nachweise über seine Berufsausbildung (Lehrlings- und Gesellenprüfung); d) das Arbeitsbuch; dieses bat der Unternehmer dem Dienstpflichtigen zu diesem Zwecke auszu- händigen; e) Ausweise über Zugehörigkeit: Zur HI. (Marine-HI., Luftsporteinheiten der HI.); zur SA. (Marine-SA.); zur SS.; VerrnietungeiT] Bessere LoisD 6-Zim.-Wohng mit fließ.Wasser, einger. Bad,Et.- Heiz., ab 1. 4. zu verm. Näheres llmüöuburgw.171 abzeichens oder des SA.-Sportabzeichens; g) Freischwimmerzeugnis, Rettungsschwimmerzeugnis, Grundschein, Leistungsschein, Lehrschein der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG.); h) den Nachweis über fliegerische Betätigung, für Angehörige des fliegerischen Zivilpersonals der Luftwaffe, der Luftverkehrsgesellschaften und der Reichsluftverwaltung die Bescheinigung des Dienststellenleiters über fliegerisch-fachliche Verwendung und Art der Tätigkeit; i) den Führerschein (für Kraftfahrzeuge, Motorboote); k) die Bescheinigung über die Krchisahrzeugaus- bildung beim NSKK.-Amt für schulen, den ■ Reiterschein des Reichsinspekteurs für Reit- und Fahrausbildung; 1) den Nachweis über die Ausbildung beim Roten Kreuz; m) den Nachweis über Seefahrtzeiten — Seefahrtbuch —, über den Besuch von Seefahrtsschulen, Schiffsingenieurschulen, der Debegfunkschule — Patente; n) das Sportseeschifferzeugnis, den Führerschein des Deutschen Seglerverbandes, den Schein C einer Seesportschule, das Seesportfunkzeugnis; o) den Nachweis über geleisteten Arbeitsdienst (Wehrpaß, Arbeitspaß oder Arbeitsdienstpaß, Dienstzeitausweise, Pflichenheft der Studentenschaft; p) den Nachweis über geleisteten aktiven Dienst in der Wehrmacht, Landespolizei oder SS.-Ver- fügungstruppe; q) den Annahmeschein als Freiwilliger der Wehrmacht, des Reichsarbeitsdienstes oder der SS.- Verfügungstruppe. Zeder Dienstpflichtige hat zwei Paßbilder in der Gröhe 37 X 52 mm vorzulegen, auf denen er in bürgerlicher Kleidung und ohne Kopfbedeckung abgebildet ist. y Dienstpflichtige, die durch Krankheit (dazu gehören auch Geistesschwache, Nervenkranke und Krüppel) an der Anmeldung verhindert sind, haben hierüber ein Zeugnis des Amtsarztes einzureichen. 20260 Zurückstellungsanträge seitens des Dienstpflichtigen, feiner Ehefrau oder feiner Eltern von der Ableistung des Reichsarbeitsdienstes und des Wehrdienstes aus häuslichen, wirtschaftlichen oder beruflichen Gründen sind tunlichst bei der Anmeldung zu stellen unter Vorlage evtl. Beweisstücke. Jeder Dienstpflichtige hat alle Angaben über feine Person durch Vorlegen von Urkunden, Personalpapiere und Ausweise zu erhärten. Die Urkunden müssen urschriftlich vorgelegt werden oder Abschriften derselben amtlich beglaubigt fein. Wer feiner Anmeldepflicht nicht oder nicht pünktlich nachkommt oder den vorstehenden Anordnungen zuwiderhandelt (Nichtvorlage der Unterlagen oder Paßbilder) wird, wenn keine höhere Strafe verwirkt ist, mit Geldstrafe bis zu 150 RM. oder mit Haft bestraft. Evtl, werden sofortige polizeiliche Zwangsmaßnahmen gegen ihn ergriffen. Gießen, den 22. März 1937. Polizeidirektion. I.V.: Beate. Carl Brück, Juwelier, Kreuzvlatz 8. | Verschiedenes | ^wesssetamysmrgoe, Schwarzarbeit können Arbeits-Angebote von Handwerkern nur mit Tiamensnen- nuog 0. unter Vorlage desGewerbenachweises ausgenommen werden Verlag »esStebeuerAluetger- Seltersweg 18 / Rui 2467 Kommen Sie am Donnerstag in den Morgenoder Mittagstunden. Am Abend ist meist großer Andrang. Unsere frische Ware können Sie ohne Bedenken aufheben. Frisch wie aus dem Wetz! Kabeljau ohne Kopf...... 500 g Schellfisch o. 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Bütten und Loening Verlag, Potsdam 1937. — (600) — Dieses Buch ist nicht nur von vielfältiger literarischer und biographischer Bedeutung, sondern wird vor allem als menschliches Dokument von unerschöpflicher Anziehungskraft seinen Wert immer behalten; in dem Briefwechsel zwischen Goethe und Christiane vor und während ihrer „legitimen" Verbindung spiegelt sich das Wesen beider/ vor allem Christianes Bild mit einer erfrischenden Natürlichkeit und Unmittelbarkeit. Ihre Gestalt und Goethes „Gewissensehe" mit ihr sind von Anfang an bis in unsere Zeit hinein zahlreichen Mißverständnissen und sehr übelwollender Kritik ausgesetzt gewesen. Die Zeitgenos- Wörterbücher. — Trübners Deutsches Wörterbuch. Im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft für deutsche Wortforschung herausgegeben von A l f r e d G ö tz e. Dritte Lieferung: S bis schicklich. Preis 1 Mark. Verlag Walter de Gruyter & Co., Berlin und Leipzig 1937. — (36.) — Wir haben Ende vorigen Jahres die beiden ersten Lieferungen des Werkes angezeigt, das unter der verantwortlichen Oberleitung des Gießener Germanisten Alfred Götze erscheint; die dort aufgestellten Grundsätze gelten auch für den vorliegenden Teilabschnitt, der „eine gefürchtete Stelle des Alphabets" entschlossen in Angriff nimmt. Aus dem Vorwort des Herausgebers scheint uns auch der Hinweis auf Verbreitung und Kulturaufgabe des Lexikons unter den Deutschen im Auslande — „von Kalifornien im Westen bis Japan im Osten" — grundsätzlich wichtig. Unter den Wortaeschichten der dritten Lieferung fanden wir besonders lehrreich und lesenswert die Artikel sackerlot, Salamander, Sammelsurium, Sau, Sauerkraut, Schabernack, Schäferstunde, schaffen, Schalk, scharwenzeln, Schatten, Scheibe, Schelm, Schemen, schenken, Scherz und Scheusal. Hans Thyriot. — Der große Duden, Rechtschreibung, Stilwörterbuch und Grammatik in einem Band in Ganzleinen gebunden 12,50 Mk., Bibliographisches Institut, Leipzig C 1. — (51.) — Die durch zehn Auflagen von einem Menschenalter erprobte Arbeit Konrad Dudens, hat ihre Berech- tigung erwiesen. Die Sprache als lebendiger Körper, als wertvolles und sorgsam zu hütendes Gut unseres Volkes, unterliegt geistigem Wandel ebenso wie sie ihn heraufzuführen hilft. So galt es, in jeder Auflage neue Strömungen zu fassen und alte nicht mehr gebrauchte Fahrtrinnen zuzuschütten. Sprachliche Neuschöpfung verlangte gebieterisch Aufnahme. Aber nicht jede vielleicht einmalige und rasch wieder vergessene Prägung brauchte verzeichnet zu werden. Frenckiwörter wurden erklärt, aber auch Verdeutschungen sind in reichem Maße ausgenommen worden. Gibt die Rechtschreibung an wie das einzelne Wort richtig geschrieben wird, so bringt das Stilwörterbuch eine Sammlung der richtigen und gebräuchlichen Verbindungen, Redensarten, Wandlungen oder Wortgruppen von volkstümlichen Ausdrücken bis zum Satzgebilde des Sprachgelehrten und den Worten der Dichter. Professor Geißler (Erlangen) hat ihm eine lebendig geschriebene Einleitung vorangestellt. Der dritte Teil des umfangreichen Werkes enthält eine Grammatik der deutschen Sprache als Anleitung zum Verständnis des Aufbaues unserer Muttersprack)e von Dr. Otto Basler bearbeitet, der auch die beiden anderen Teile neu herausgegeben hat. Hier wird die Sprache der Gegenwart nach Laut, Wort, Wortformen und Satzbildunq in ihrer vielfältigen Formung und in starker Wandlungsfähigkeit behandelt, ohne daß die Darstellung mit sprachgeschichtlichem Wissen über Gebühr beschwert wäre. Die drei Teile des umfangreichen Merkes sind nicht nur Lehrer und Schüler ein nützliches Handbuch, sondern werden jedem, dem es um seinen eigenen guten Stil wie um die Erhaltung unserer Muttersprache geht, willkommen fein. Autostraße vom Stillen zum Atlantischen Ozean, wie sie Hedin vorschwebt, würde wirtschaftspolitisch von ungeheurer Bedeutung sein, sie würde aber, was der Regierung in Nanking natürlich besonders einleuchtete und sie zur Ausrüstung dieser Expedition bestimmte, in ihrem ersten Teil den sehr viel näherliegenden Zweck erfüllen, das von der Zentralregierung kaum noch beeinflußte Sinkiang wieder fester mit China zu verbinden und es vor dem Schicksal der Mandschurei, Tibets, Jehols und der Inneren Mongolei bewahren. Diese amtliche Mission hat der Reise Hedins ungeheure Schwierigkeiten bereitet. Denn nicht nur mußte der Forscher überall mit der Unsicherheit der Straßen durch mongolische Räuber rechnen, seine Hauptgegner waren die rivalisierenden Generale, die in ihm unberechtigterweise den Spion der Zentralregierung witterten. Von seinem Zusammenstoß mit dem „Großen Pferd" dem General Ma Chung-yin, hat Hedin schon berichtet, hier erzählt er von seinem sich über Monate hinstreckenden unfreiwilligen Aufenthalt in Urumtschi, der jämmerlichen Residenz des siegreichen Rivalen und Beherrschers Sinkiangs Shengtupan. Hier geraten wir mit der Expedition Sven Hedins in das politische Kraftfeld Sowjetrußlands, das sich in Shengtupan einen gehorsamen Degen gegen Japan und China zu sichern suchte. Nachdem Hedin dem mißtrauischen General endlich entwichen ist, beginnt die Rückfahrt entlang der alten Kaiserftraße, die häufig die berühmte Große Mauer kreuzt. Herrliche Landschaftsbilder, interessante Bauten, aber auch ein Volksleben voll tiefer Armut, politischer Unsicherheit, Unbildung und Verkommenheit sind die Eindrücke dieser letzten Reiseetappe. Das Buch, das wieder eine Fülle interessanter Bilder und Zeichnungen enthält, ist nicht nur der ungemein fesselnde Fahrtenbericht unseres bedeutendsten Asienforschers, sondern auch eine sehr aufschlußreiche Schilderung der politischen Verhältnisse an einem der Brennpunkte der Großen Politik der asiatischen Mächte. Friedrich W. Lange. sen teilten keineswegs alle das Urteil der guten ■ Frau Rat in Frankfurt, die einmal an ihren Sohn 1 schreibt: „Du kannst Gott danken; so ein liebes — herrliches unverdorbenes Gottes Geschöpf findet man sehr selten." Kein besseres Motto, bemerkt der Der- lag mit Recht, könnte man diesem Briefwechsel voranstellen; ihn veröffentlichen hieß, wie der Herausgeber es formuliert, „nichts anderes als endlich die Akten vorlegen, die Urkunden aufdecken, aus denen jedermann mit eigenen Augen ersehen kann, wie es denn eigentliä) ist; war also weder eine Taktlosigkeit, noch eine Befriedigung gemeiner Neugier, sondern im Gegenteil lediglich eine Pflicht des Anstandes und der Dankbarkeit." Wer diesen Band nur durchblättert, wird das bald bestätigen; doch lohnt es sick) sehr, nicht bloß zu blättern, sondern aufmerksam zu lesen, denn von hier aus gewinnt man nicht nur ganz persönliche und wesentliche Ergänzungen zum Bilde Christianes und Goethes selbst: auch ein wahres und ungeschminktes Bild ihres Verhältnisses zueinander und ihrer Ehe, die, wie sie sich in den Briefen malt, weder unglücklich noch unwürdig gewesen sein kann. Es wird zwar niemand nach der Lektüre ins andere Extrem fallen und sagen wollen, Christiane sei „die einzig passende Lebensgefährtin für Goethe gewesen". Wer das hätte sein können, darüber wird man sich wohl niemals einigen können, und jede Erörterung darüber ist im Grunde müßig und unfruchtbar; daß Goethe Christiane nicht nur respektiert und geachtet, sondern wirklich geliebt hat, kann nach diesen Zeugnissen jedenfalls nicht zweifelhaft sein. Schade nur, daß sie nicht vollständig erhalten sind; insbesondere von Christianes Briefen fehlen viele; immerhin beläuft sich die Zahl der vorhandenen insgesamt auf 601; davon stammen 354 von Goethe, 247 von Christiane; auch der kleine August ist, meist in rührend kindlicher Weise, daran beteiligt. Im übrigen und aufs Ganze gesehen, sind diese Briefe richtige Ehe-Briefe; es ist viel Alltag und Haushaltswesen darin enthalten, man wirft einen Blick in das tägliche häusliche Leben eines großen Menschen, und niemand kann behaupten, daß sein Bild dadurch in etwa beeinträchtigt würde, denn immer wieder wird der Blick über das Tägliche hinaus auf die bedeutende Persönlichkeit, auf das Werk, auf die Umwelt und den bewegten Hintergrund der Zeit gelenkt; und oft genug spiegeln sich auch darin schwere Schicksale und seelische Erschütterungen, wie der frühe Tod der Kinder, der unersetzliche Verlust Schillers und die Kriegswirren des Jahres 1806. Der Briefwechsel ist durch Ueberleitungen und kurz zusammenfassende Einschaltungen des Herausgebers verbunden und in den gehörigen Zusammenhang gerückt. Der allgemeinen Einführung und dem Verständnis im Ganzen wie im Einzelnen dienen das Vorwort des Herausgebers und die maßvoll abwägende und überschauende Darstellung der Goethe- schen Ehe von W. v. Wasielewski. Die Erläuterungen am Schluß erhalten eine Fülle von Stoff und anregenden Hinweisen. Ein schöner und wertvoller Schmuck des stattlichen, gut ausgestatteten Bandes sind die in den Text eingestreuten Bilder. Hans Thyriot. Fritz Reuter mit Silbern. _Fritz Reuters Werke, neubearbeitet von Dr. W. Seelmann und H. Brömse, mit Federzeich. nungen von Fritz Koch-Gotha und einem Vorwort von Friedrich Griese. 12 Bände. Preis je Band in Leinen gebunden 1,90 Mk. Verlag des Bibliographi- schen Instituts in Leipzig. — (49) — Nicht neu ist die Feststellung, daß das Lesen mancher Bucher aus Kranke geradezu eine heilsame Wirkung habe. Wenn man eine Liste solcher „heilender" Bücher aufstellt, wird man an erster Stelle die Werke Fritz Reuters nennen müssen. Man braucht nur eine halbe Stunde Reuter zu lesen, dann sind alle Sorgen und alle Nöte verflogen. Sein Humor, fein gütiges Verständnis für die Schwächen und Sonderbarkeiten der Menschen, sein tiefer Lebensernst gehören zu den wertvollsten Schätzen unseres Volkstums. „Er hat durch seine Poesie das Herz erfreut, das Leben verschönt", rühmte ihm Gustav Freytag nach. „Hunderttausende haben durck) ihn das Bewußtsein erhalten, wieviel Wärme, Liebe und Poesie auch in ihrem mühevollen Leben zutage kommt. Sie sind alle durch ihn freier, reicher und glücklicher geworden!" Die plattdeutsche Mundart, die auch der Süddeutsche beim Lesen rasch verstehen lernt, gibt der im Volksleben verwurzelten Erzählerkunst Reuters ihren eigentlichen Reiz, den keine „Uebersetzung" wiederzugeben vermöchte. Die besonderen Vorzüge der neuen Reuter-Ausgabe bestehen hauptsächlich in ihrer äußeren Aufmachung: Man bekommt nicht dicke „Klassikerbände" in der üblichen Ausstattung mit engem, schwer leserlichem Druck, sondern schlanke, modern ausgestattete Bände in sandfarbenem Leinen, der Text in schöner großer neuzeitlicher Fraktur- schrift, auf blütenweißem Papier gedruckt, so daß es an sich schon ein Genuß ist, ein solches Buch in die Hand zu nehmen. Der Herausgeber, Professor Dr. W. Seelmann ist einer der besten Kenner Reuters und der niederdeutschen Literatur. Als Mitarbeiter für diese Ausgabe wurde Professor Dr. H. Brömse gewonnen. Die Urfaffung der plattdeutschen Sprache Reuters ist mit allen Besonderheiten beibehalten worden, um seine dichterische Eigenart nicht zu verfälschen. Die schwierigsten Ausdrücke sind in kurzen Fußnoten erläutert, alle wissenschaftlichen Anmerkungen jedoch im letzten Band vereinigt, damit der Genuß beim Lesen durch sie nicht beeinträchtigt wird. Besonderen Wert erhält die Ausgabe durch die Vorrede Friedrich Grieses, des bedeutendsten mecklenburgischen Romandichters der Gegenwart. Eine besondere Ueberraschung dieser neuen Reuter-Ausgabe sind die Illustrationen FritzKoch-Gothas. Hier ist der Meister des Zeichenstifts, den man gemeinhin nur als Karikaturisten in Witzblättern u. ä. kannte, vor eine dankbare Aufgabe gestellt worden, und der große Humorist Fritz Reuter hat endlich seinen kongenialen Illustrator gefunden. Das Zeitkolorit, die Eigenart der niederdeutschen Landschaft hat Koch-Gothas Kunst ebenso feinsinnig erfaßt wie die ganz besondere Art des Reuterschen Humors. Schon um dieser Illustrationen willen verdient diese neue „Klassiker"-Ausgabe Beachtung. Deutsche Erzähler. — Theodor Bohner: Das Licht und se.in Schatten. Roman. 238 Seiten. Brosch. 3,50 Mark, Ganzleinen 5 Mark. Im Propyläen- Verlag, Berlin. — (73) — Was dieses Buch bemerkenswert macht, scheint uns zunächst der Umstand zu sein, daß es wirklich und mit Recht ein Roman genannt werden darf — was man nicht von allen Erzählungen sagen kann, die unter diesem Namen erscheinen — und zwar nicht so sehr wegen der Breite des Lebensausschnittes oder der Fülle der Handelnden; der Lebensausschnitt ist gar nicht so besonders breit, und die Zahl der Gestalten im Vordergründe gering. Romanhaft im gültigen Sinne wirkt aber die Verknüpfung und Ueberschneidung der Schicksale, romanhaft auch, wie in eine kleine, umgrenzte, vermeintlich gesicherte und unangreifbare Welt das Abenteuer mit aller Verlockung einbricht aus jener größeren und ferneren Welt, die etwa mit den Namen von Bohners früheren Büchern umschrieben werden könnte. Was uns an diesem Buche gefällt und uns anregt, ist ein stiller Humor und jene einfache Wirklichkeit oder Lebensnähe vieler Szenen, bei deren Lektüre man empfindet: so geht es wahrhaftig oft unter uns zu, das könnten deine Kinder oder deine Frau auch gesagt und getan haben. Mann und Frau — das sind die beiden Elementarkräfte, aus denen die äußere und die innere Spannung des Romans sich entwickeln, einer Ehegeschichte, ja einer Liebesgeschichte sogar mit vielen alten, nie veraltenden Gegenständen und Motiven des Lebens und der Erzähler. Zwischen Licht und Schatten, zwischen Tod und Geburt, zwischen heimlicher Sehnsucht und selbstverständlicher Erfüllung, zwischen Wunschbild und Wirklichkeit vollzieht sich alles, was hier geschieht. W»r etwa betroffen sein sollte, daß es am Ende nicht „aut ausgeht, in der üblichen Romanweise, wird doch den guten, bejahenden und bleibenden Sinn des Geschehens nicht zu leugnen vermögen. Hans Thyriot. — Georg Elert: Lege! über Haß und Liebe. Roman. PapM 4 Mk.; Leinen 4,80 Mk. Universitas Deutsche Verlags-AG. — (65) Georg Elert läßt hier mit mit feinem psychologischen Verständnis das Schicksal des Seglers „Pauled und seiner Mannschaft vor dem Leser erstehen. Schlicht und unsentimental erzählt er von dem Konflikt der Parolen, sondern natürlich und sinnvoll gelöst. Einfach und kräftig ist dieses Thema gestaltet, ohne gedankliche Blässe, doch mit tiefer Einsicht in Menschen und Dinge. — Alfons von Czibulka: Der Henker von Bernau. 145 Seiten. Ganzleinen 3,50 Mark. Cotta Verlag, Stuttgart 1937. — (58) — Czibulka ist unseren Lesern seit Jahren aus vielen Beiträgen im Feuilleton als vortrefflicher, temperamentvoller Erzähler bekannt; feine Stärke ist die dichterische Formung historischer Stoffe. Hier haben wir die volkstümliche Fabel vom Grafen von Bernau, der ein unschuldiges Mädchen vom Scheiterhaufen rettet, indem er es vom Henker zum Weibe begehrt und mit ihr flieht. Die Freunde des Dichters werden auch in dieser Geschichte die früher oft bewährten und gerühmten Wesenszüge Czibul- kas wiederfinden: Humor und Spannung und eine kräftige, belebte und gesteigerte Schilderung. — Martin Luserke: Logbuch des guten Schiffs „Krake" D G I C. 78 Seiten mit 4 Bildern, einem Schiffsplan und einer Fahrtenkarte. Zeltbücherei Band 24, gebunden 90 Pf. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam. — (56) — Den größten Teil des Jahres lebt Luferke an Bord feiner „Krake", der schwimmenden Dichterwerkstatt. Mit ihr befährt und erkundet er die Schauplätze feiner großen Romane und Erzählungen; hier erhalten sie Form und Gestalt. Im „Logbuch" läßt der Dichter uns an einer Fahrt nach den Wikinger- inseln zwischen Jütland und Schweden teilnehmen. Die lockeren Aufzeichnungen erzählen von der abenteuerlichen Fahrt und dem fröhlichen Leben mit feinen Gästen. Einige Aufnahmen sind dem Büchlein zur Illustration beigegeben. — Sven Hedin: Die Seiden st raße. Mit 78 Abbildungen, 13 Zeichnungen und zwei Karten. Preis in Ganzleinen geb. 8 Mark. Verlag F. A. Brockhaus in Leipzig. — (55) — Ein Siebzigjähriger ist es, der hier von seiner neuesten Forschungsreise in die Innere Mongolei erzählt. Die erstaunlichen Leistungen Sven Hedins, der, seitdem er 1885 als junger Student Asiens Boden zum ersten Male betreten hat, dem Erdteil der unendlichen Weite bis zum heutigen Tage verhaftet geblieben ist, verdienen auch einmal unter diesem persönlichen Aspekt betrachtet zu werden. Denn wer kann ermesfen, was es bedeutet, länger als anderthalb Jahre, davon zwei Winter hindurch mit durchschnittlichen Nachtfrösten von — 20 Grad und weniger im Auto durch die oft weglose Wüste, die schluchtenreichen Gebirge, die an der Grenze Chinas bis zu 2700 Meter ansteigen, durch reißende Bäche, den ärgsten Feind des asiatischen Wanderers, zu fahren, als Obdach für die Nacht meist das Zelt, selten eine fragwürdige Unterkunft in einer der hier weit verstreuten kleinen mongolischen Siedlungen. Besonders erschwerend fiel ins Gewicht, daß zur Zeit der Reise Sven Hedings die Provinz Sinkiang, das Hauptgebiet seiner Forschungen, Schauplatz heftiger Bürgerkriege war, in die die Expedition Hedins sehr gegen ihren Willen hineingezogen wurde. Hedin hat hierüber schon in einem ersten, hier ebenfalls besprochenen Band „Die Flucht des Großen Pferdes" berichtet. Dies neue Buch gibt gleichsam das Gerippe der ganzen Reise, ein drittes wird die Forschungen am Lop-nor zum Gegenstand haben. Sven Hedin hatte von der chinesischen Nationalregierung den Auftrag erhalten, zujammen mit chinesischen Ingenieuren die Möglichkeiten einer Autostraße im Zuge der uralten Seidenstraße zu erforschen, auf der vor vielen Jahrhunderten die Kamelkarawanen mit der im Westen so begehrten chinesischen Seide von der Küste des Stillen Ozeans durch die Wüsten Jnnerasiens den Handelsverkehr über Kaschgar, Samarkand und Stambul in die Mittelmeerländer herstellten. Eine beiden Brüder, von den wartenden Frauen in der Heimat. Wir erleben eine durchaus männliche Welt, die den Einsatz aller Kräfte, Mut und Pflichterfüllung bis zur Selbstaufgabe fordert. In dieser harten Welt von Abenteuer und Gefahr, Eintönigkeit und Preisgabe an die Elemente dient jeder dem Schiff und feiner Bestimmung. Wie das Auftauchen einer Frau für eine Weile die strenge Ordnung an Bord zu durchbrechen droht, den Haß zwischen den beiden Brüdern zum äußersten entflammt, und die Mannschaft sich auflehnen läßt gegen die Launenhaftigkeit eines Weiberregiments, schildert Elert Überzeugend in diesem zu dramatischer Höhe ansteigenden Roman des Seglers „Pauled". — Georg Leitenberger: Der Lehrer. 291 Seiten. Ganzl. 4,80 RM. Societäts-Verlag, Frankfurt a. M. — (57.) — Die Welt der Schule, in der die unbekümmerte Frische jeder Jugend mit dem ihr noch unverständlichen Anspruch des verantwortlichen Lebens zusammentrifft, ist der Gegenstand, dieses Buches. Der Figur eines eigenwilligen, ganz untypischen und zunächst durchaus befremdlichen Lehrers sind die Schüler der Ober- klasse des Gymnasiums in einer kleinen süddeutschen Stadt gegenübergestellt. Zwei dieser Schüler sind in die Mitte der Handlung gerückt und deutlich herausgehoben; doch alle sind in ihrer Art einmalig und darum einprägsam charakterisiert. Zwischen Lehrer und Schüler nun wandelt sich die anfängliche Fremdheit zum Wissen umeinander, das, ohne die Altersunterschiede zu verwischen oder die Preisgabe des eigenen Lebensstandpunktes zu verlangen, die kleinen Fährnisse privater Schicksale ebenso wie schließlich das große Erleben des Krieges als eine innere Kraft übersteht. Das ewige Problem der Väter und Söhne, des Seienden und des Wollenden erscheint so nicht in der Verkrampfung streitbarer' allen Ecken und Enden die deutsche Rüstungsindustrie lahmzulegen versuchten? Major von Roeder, der Leiter des Abwehrdienstes im stellv. Generalstab, gibt hierüber ungemein aufschlußreiche Zu- jammenstellungen und Bilder. Besonders interessante Kapitel berichten über Entstehung und Entwicklung einer Reihe von technischen Neuerungen, von denen manche, wie der Kampfwagen, der Panzerzug, der Minenwerfer, der Flammenwerfer, die Fliegerbombe, das Gas u. a., heute selbstverständliches Rüstzeug der modernen Heere sind, die aber vor zwanzig Jahren noch vielfach in den Kinderschuhen steckten und erst zu den brauchbaren Waffen entwickelt werden mußten, wie sie uns im letzten Kriegsjahr zur Verfügung standen. Der sagenhafte 42-Zentimeter-Mörser uno die riesigen Langrohrgeschütze Professor Raufenbergers, Die seit März 1918 mit einer Schußweite von 120 Kilometer und einer Flugbahn, deren Scheitelpunkt 40 Kilometer über der Erde lag, die Festung Paris belegten, waren Meisterstücke deutscher Jngenieurkunst, denen unsere Feinde Gleichwertiges nicht an die Seite zu setzen hatten. Wenig genug wissen auch die meisten von uns Frontsoldaten vom Umfang des Einsatzes der Luftschiffe im Weltkriege und ihren tatsächlichen Leistungen, worüber Freiherr von Buttlar, der Kommandant des Luftschiffhafens Rhein-Main, interessante Angaben zu machen weiß. Nicht viel besser sieht es mit unserer Kenntnis vom tatsächlichen Einsatz der U-Bootwasfe aus, über Deren Entwicklung Konteradmiral Gayer berichtet. Ein sehr wichtiges, aber in seiner Bedeutung erst spät erkanntes Kapitel ist die Propaganda, die psychologische Einwirkung auf die eigene Truppe, die Heimatfront und den Feind. Strategisch aufschlußreich sind die Beiträge der Generäle Kabisch und von Eisenhart Rothe über Schicksalsstunden im Weltkrieg, Krisen und Katastrophen im Feindlager und Friedensfühler. Wir haben in dieser knappen Uebersicht nicht ein annähernd vollständiges Bild von der Reiä)haltigkeit und Vielseitigkeit dieses — Was wir vom Weltkrieg nicht wif- f e n. Heraus gegeben von Walter Jost, Major und Leiter der Pressegruppe im Reichskriegsministerium, und Friedrich Feiger, Direktor der Weltkriegsbücherei i. R. Mit 234 Abbildungen, Zeichnungen, Tabellen und Karten. Preis in Ganzleinen geb. 22,50 Mark. Verlag H. Fikentscher, Leipzig 0 5. — (43) — In den zwei Dezennien, die uns vom Weltkriege trennen, hat eine so unübersehbare Fülle von Veröffentlichungen alle auch nur entfernt mit der Geschichte des Krieges zusammenhängende Gebiete, sei es nach der strategischen, der volkswirtschaftlichen, der technischen, der psychologischen Seite hin durchleuchtet, daß man daran zweifeln möchte, ob es noch etwas gibt, „was wir vom Weltkrieg nicht wissen". Aber ein Blick in dieses umfangreiche Werk, zu dessen schöner und preiswerter Neuausgabe der Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg das Geleitwort geschrieben hat, belehrt uns eines Besseren. Selbst der militärische Fachmann wird sich aus dem einen oder andern Beitrag über ein Sondergebiet der Kriegführung mit Nutzen unterrichten können. Für den Laien und besonders auch den ehemaligen Frontkämpfer, und für ihn ist dies Buch wohl in erster Linie gedacht, ist es geradezu eine Fundgrube des Neuen und Interessanten. Da für jedes hier behandelte Sondergebiet selbstverständlich nur beste Sachkenner als Mitarbeiter gewonnen wurden, räumt das Buch mit vielen Legenden und falschen Vorstellungen auf, die sich namentlich in militär- technischen Fragen eingeschlichen und hartnäckig am Leben erhalten haben. Es setzt an ihre Stelle authentisches Material, Berichte von an leitender Stelle beteiligten Persönlichkeiten und eine Fülle für weite Kreise gewiß noch ganz unbekannter Bilder. Wer weiß z. B. etwas von der Arbeit der Geheimen Feldpolizei? Wer hat sich ein annähernd zutreffendes Bild vom deutschen und feindlichen Nachrichtendienst machen können, wie es hier von Oberst Nicolai, dem Chef des Nachrichtendienstes der Obersten Heeresleitung, und der berühmten -........ ------- —- v- Mademoiselle docteur“ Dr. Elsbeth Schragrnüller Mannschaft werden es in gleichem Maße immer entwickelt wird? Wer namentlich von den alten wieder in die Hand nehmen, um mit seiner Hilfe Frontsoldaten hat einen Begriff von dem Umfang das innere Bild des großen Krieges zu klären und der Sabotageakte, die während des Krieges an zu erhellen. Friedrich W. Lange. Aus den Gießener Gen'chtssä'len Wirtschaft n (85,75). Grund- t 11. April: Frühjahrswaldlauf in Gießen. 25. April: Leistungsproben für Aktive. 9. Mai: Mehrkämpfe für Aktive und Jugendliche. Gießener Schwimmer in Kassel erfolgreich Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. HL Zimmer, Werner, Hübner. Die Gieße- ihrem Gegner im Feldspiel klar über die und Die im Die Schomber; ner waren legen. Kreis- gegen 6. Juni: Beginn der Kämpfe um die Deutsche Vereinsmeisterschaft. 13. Juni: Kreismeisterschaften für Männer und Frauen in Gießen. — Gau-Jugendwettkämpfe (früher Gau-Jugendmeisterschaften) in Corbach. Der Angeklagte wurde daher wegen fahrlässiger Tötung zu einer G e f ä n g n i s st r a f e von " Monaten und zu den Kosten des Verfahrens verurteilt. Bei der Strafzumessung mußte berücksichtigt werden, daß der Angeklagte einschlägig schon vorbestraft ist. Mit einer Geldstrafe, oder einer ge- Jm weiteren Verlauf des Abends zeigten Turnerinnen Turnen am Barren, Keulen- Stabübungen, Walzerreigen und Volkstänze. Turner bewiesen ihr vortreffliches Können Vorführungen gebührt den Kameraden K. Heller und K. B e t t i n. n Durch Kreissängerführer Müller konnten noch zwei Mitglieder, Wilh. Weigel und Hch. Keller, für 40jährige aktive Zugehörigkeit zur Gesangsabteilung, mit der silbernen Nadel ausgezeichnet werden. Die noch nicht singenden Volksgenossen wurden aufgefordert, ebenfalls beizutreten, um das schöne deutsche Lied pflegen zu können. K. Dau. p er t als Vereinsführer dankte dem Krelssanger. führer Müller, zugleich auch im Namen der Gefeierten und gab noch bekannt, daß die Veranstaltung den schönen Betrag von 61,35 Mark gebracht habe, der der NSV. zur Verfügung gestellt wurde. Sein Dank galt auch allen an dem Abend Beteiligten, besonders aber der Musik, die sich uneigennützig in den Dienst der guten Sache gestellt hatte. das Leichiachleiik-Programm 1937 des Sporilreises Gießen. (96,50). Von Industrie-Anleihen blieben Eisenbahn-Bank Obl. gesucht, Taxe 86,25 Abendbörse ruhig. teilte Bilder auf der Bühne. Umrahmt wurden die einzelnen Darbietungen durch einige schöne Lieder der Gesangsabteilung, unter Stabführung von Chormeister Meyer (Wieseck). Erwähnt sei auch das Orchester, das gute Musik- und Konzertstücke zu Gehör brachte. Der „Donau-Walzer" (ein Tanzspiel der Turnerinnen mit Chor- und Orchesterbegleitung), der den Höhepunkt des Abends darstellte, zeugte von einer guten Schulung. Das besondere Verdienst um das gute Gelingen und den mustergültigen Verlauf der und Th. Goldschmidt 0,65 v. H. auf 128,50, auch sonst ergaben sich eine Reihe kleiner Besserungen von 0,13 bis 0,40 v. H. Montanwerte blieben auf dem ermäßigten Mittagsstand behauptet, ebenso IG. Farben mit 166,75. Am Einheitsmarkt bröckelten Frankfurter Bank auf 104,50 (105) ab, Rhein.- Westf. Kalk Dornap kamen nach langer Pause mit 146,50 (am 25.1. 141,50) wieder zur Notiz. Der Rentenmarkt lag nahezu geschäftslos. U. a. notierten: 5 v. H. Verein. Stahl 100,75, 6 v. H. IG. Farben 134,50, 4,50 v. H. Krupp 97,40, Reichs- bahn-VA. 125, Pfälz. Hyp.-Bank 101,50, Buderus 124,50, Mannesmann 117,50, Rheinstahl 156,25, Otavi Minen 32, Conti Gummi 191,50, Dt. Erdöl 142,75, IG. Farben 166,75, Goldschmidt 128,50 Muag E 141,25, Moenus 110, Schuckert 163, Kaufhof 59,90, Südd. Zucker 200. Frankfurter Schlachtviehmarkt Frankfurt a. M., 24. März. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 920 Kälber, 112 Schafe, 562 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Härnrnel 40 bis 52, Schafe 35 bis 45, Schweine 48,50 bis 52,50 Mark. Marktverlauf: Kälber lebhaft, Härnrnel und Schafe ruhig, Schweine zugeteilt. Große Strafkammer Gießen. Die Große Strafkammer hatte sich geekn mit dem Anton Althen aus Hochelheim, der wegen fahrlässiger Tötung angeklagt war, zu beschäftigen. Der Angeklagte war am 29. Oktober 1936 mit einem mit Schwellen schwer beladenen Lastzug die Frankfurter Straße in Gießen heruntergefahren. Kurz nach dem Ueberfahren der Gleise der Oberhessischen Bahn löste sich durch die Erschütterungen beim Fahren die manggelhaft gesicherte Kuppelung des Anhängers. Der'Anhänger fuhr auf der abschüssigen Fahrbahn weiter und schließlich auf den Bürgersteig, erfaßte und überfuhr dort eine 69jährige Frau, die so schwer verletzt wurde, daß sie bald darauf an den Verletzungen starb. Ein Kind konnte sich im letzten Augenblick noch in Sicherheit bringen. Die Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagte als verantwortlicher Führer des Lastzuges sich vor Antritt der Fahrt nicht vergewissert hatte, ob sein Fahrzeug sich im ordnungsmäßigen Zustand befunden hatte. Es stellte sich heraus, daß der Sicherungssplint an der Kuppelung verlorengegangen und durch ein gewöhnliches Stück Draht ersetzt worden war. Durch die Erschütterungen beim Ueberfahren der Gleise war der Draht gerissen, und dadurch hatte sich der Anhänger losgelöst. Weiter wurde festgestellt, daß die selbsttätige Bremsvorrichtung am Anhänger nicht in Ordnung war. In der kommenden Saison wollen die Leichtathleten des Sportkreises Gießen (umfassend die politischen Kreise Gießen, Alsfeld, Wetzlar und Dillenburg) wieder eine rege Tätigkeit entfalten. Die nachstehende Terminliste gibt darüber Aufschluß. Da zu erhoffen steht, daß einheimische Spitzenkönner auch in diesem Jahre wieder die Farben des Gaues Hessen vertreten dürfen, sind die vorgesehenen Gaukämpfe ebenfalls eingefügt. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Deutsche Ringersiege in Finnland. Beim internationalen Ringerturnier in Helsing- foks holten die beiden deutschen Vertreter große Erfolge heraus. Im Leichtgewicht besiegte der Dortmunder Schweikart den Finnen Suomela nach 1:51 Minuten entscheidend und trug dann noch einen zweiten Erfolg über den Finnen Koivistoinen davon, den er nach 2:04 Minuten auf die Schultern legte. Im Mittelgewicht kam der deutsche Meister Schweickert-Berlin bereits nach 51 Sekunden über den Finnen Sundberg zu einem entscheidenden Sieg. Anerkannte Echwimmrekorde. Das Reichsfachamt Schwimmen hat nachstehende Leistungen als deutsche Rekorde anerkannt: Frauen: 200-Meter-Rücken in 3:01,2 von Anny Stolte (Düsseldorf 98); 3 mal 200-Meter-Kraulstaf- fel in 8:43,9 von Düsseldorf 98, beide am 4. März in Düsseldorf aufgestellt. Frankfurt a. M. | Berlin 7:05 Minuten. — Die Staffel C. Plank, Schilling, Klar und Schüler konnte noch auf den letzten zwei Metern Marburgs Vertretung schlagen. M än n e rl a g e n st a f f e l, Kl. B: 1. Gießen 5:53,8 Min.; 2. Hanau 6:38,5 Minuten. — Es wäre für unsere Mannschaft besser gewesen, wenn sie gegen die Kasseler geschwommen wäre, denn Seibert, Mewes und Herbert brauchten sich nicht auszugeben, um den Vorsprung von 50 Meter herauszuschwimmen. 10X100-Meter Männerkraul st affe l, Kl. A: 1. Sportverein „Kurhessen" 12:11,12 Min.; 2. Kasseler CSV. 98 13,12,3 Minuten. Wasserballspiel. Kassel— Gießen 3:3! Die Gießener stellten folgende Mannschaft: Ortwein; Paskoe, Seibert; Boden-, Barren-, Pferd- und Reck-Turnen. Fußballer warben für ihren Sport durch schön ge- 5»«"* Ti. BttW,.' jiair «e*1"“ Mi Ä* prfl Son! Ls ist, ft •5i‘& 'S SSI gleichen Gegen nämlich, ob Völker Gestalt ffriedenssicherui bebürfnifje der stimmtet unoer taten Mild im Zeichen M Ausgangspunkt! paktdebatte auc als der Kern d Denn hier geht ein Lund seiner und sie durchs« eines starren L Ier gegenwi 6er beiden Wr sich bei diesem Stellung innerl denssystems" h den „unteilbar« nehmendem M stehende Belc Entente un italienischen Ai des tschechoslo der jugoslawis diesem Zusan Denn auch in allem in Pari Bollwerk gepe Politik betrach: zeichen einer 2i aus den gleich« «ch die neue Der Äusdor kan-Bundes r Dormachts- t Zug. Aber 1 sich auch ben ulw. von aus "ines konnte H nämlich i Zielsetzungen oslem solange nicht überwur wehr aber mi scheu Abstand und Notwendit Mmer mußte Beobachtung d, tion werden. A £iner entspreche ”ern'5 erscheine «n Nachteil. & Delenswbü Ä8 unb beir «» Md bie Ichchsverhältniss Eererst aufbau M diesem U Kenntnissen < "ungsprorek be S unwillkom fr X emohln' Elchen F^ts, i«« des »Ä" UNi ÜS? LDr »i'rbÄ« «i Sfi I* M bQs Äi-n Ad bi, st"bkh S di, N° äi M ff’»leb, i .$» 6 e"|el Oie Äermahlungsquote für loggen und Weizen im April. Fwd. Die Vermahlungsquote für Roggen und Weizen im April beträgt für Mühlen mit einem Grundkontingent von über 500 Tonnen 7 v. H. des Roggen-Grundkontingents und 8 v. H. des Weizen- Grundkontingents. Bei Mühlen mit einem Grundkontingent unter 500 Tonnen wurde für die Monate März, April und Mai 18 v. H. für das Roggenkontingent und 20 v. H. für das Weizen-Grund- kontingent freigegeben, wobei die monatliche Aufteilung der Mühle überlassen bleibt. Mühlen von über 500 Tonnen mit lediglich Naturkraftantrieb können auf Antrag im Vierteljahr Quoten erhalten. Das gleiche gilt für Mühlen, bei denen im abgelaufenen Wirtschaftsjahr mehr als die Hälfte zur Verarbeitung auf Kunden-Mahlerei entfielen. Die Vierteljahresquöten dieser Mühlen können auf Antrag für die Monate März, April und Mai auf rund 18 v. H. des Roggen-Grundkontingents und 22 v. H. des Weizen-Grundkontingents bewilligt werden. Rhein-Mainische Börse. IRiffagsbörfe uneinheitlich. Frankfurt a. M., 23. März. Unter dem Eindruck der vielen günstigen Nachrichten aus Wirtschaft und Industrie hatte die Börse eine freundliche Grundstimmung, indessen war der Auftragseingang seitens der Kundschaft weiterhin sehr klein, so daß sich die Umsatztätigkeit allgemein in engen Bahnen bewegte. Für den Rest der Woche vor den Feiertagen dürfte hierin auch keine Veränderung mehr eintreten. Am Aktienmarkt war die Kursbildung wieder uneinheitlich, größere Abweichungen als durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. ergaben sich aber kaum. Mit etwas lebhafteren Umsätzen warteten AEG. mit 40,75 bis 41 (40,65) auf, die übrigen Elektropapiere lagen vernachlässigt, Siemens 191 (190,75), Bekula 165 (165,13). Von chemischen Werten bröckelten IG. Farben auf 167 (167,40) und Metallgesellschaft auf 154,50 (155,25) ab. Am Montanmarkt wurden Buderus mit 125 (124,13) und Verein. Stahl mit 119,50 bis 119,75 (119) etwas mehr um- gefetzt, Hoesch ließen auf 116 (116,50) nach. Im einzelnen eröffneten Daimler Motoren und Moenus Maschinen je 0,75 v. H., Reichsbank 0,25 v. H., Rheinmetall 1,75 v. H. niedriger, dagegen Westdeutsche Kaufhof 0,65 v. H. und Conti Gummi 1 v. H. freundlicher. Im Verlaufe blieb das Geschäft am Aktienmarkt recht klein, und die meisten Papiere waren ohne Veränderungen. Es fanden jedoch kleine Son- ringen Gefängnisstrafe konnte das Verhalten des Angeklagten, das sich als ein ganz grober Leichtsinn darstellte, nicht gesühnt werden. Die Folgen des Verstoßes erforderten eine strenge Bestrafung. Amtsgericht Gießen. Der O. Sch. aus Hausen hatte wegen Betrugs einen Strafbefehl über 3 Wochen Gefängnis erhalten, weil er im Juli 1936 betrügerisch eine Firma zur Lieferung eines Wasserschlauches im Werte von 40 Mark veranlaßt hatte. Bis heute hat er den Betrag noch nicht bezahlt. Trotz hartnäckigen Leugnens konnte er in der gestrigen Verhandlung überführt werden. Da er schon einschlägig vorbestraft ist, wurde der Strafbefehl auf 5 Monate G e s ä n g- n i 5 erhöht. Sodann hatte sich das Gericht mit dem K. M. aus Gießen und dem O. Sch. aus Haufen zu befassen, die wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt waren. Der Angeklagte M. fuhr am 25. Januar 1937 gegen 19 Uhr mit seinem Auto, von Lich kommend, durch Steinbach in Richtung Gießen. Kurz vor Steinbach sah er mitten auf der Straße den Mitangeklagten Sch. und einen weiteren Fußgänger. Aus sein Hupensignal hin gingen beide Fußgänger unmittelbar nach links, in dem Augenblick aber, als er sie Überholen wollte, sprang der Mitangeklagte Sch. wieder nach rechts. Er wurde von dem Auto erfaßt, zu Boden geworfen und erheblich verletzt. In der Hauptverhandlung konnte die Schuld des Autofahrers nicht einwandfrei nachgewiesen werden. Das Gericht muffte, ihn daher freisprechen. Der Angeklagte «ch. wurde wegen Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung zu einer Geldstrafe von 10 Mark, evtl, zwei Tagen Haft, bestraft. Die Abendbörse lag zwar sehr still, die ftimmung war jedoch freundlich, und die Kurse erwiesen sich als recht gut behauptet gegen den Berliner Schluß. Etwas Nachfrage fanden wieder Moenus Maschinen bei unverändert 110, auch Westdeutsche Kaufhof gewannen 0,25 v. H. auf 59,90 derbewegungen statt. Moneus Maschinen stiegen auf das Bekanntwerden von evtl. 5 (4,50) v. H. Dividende auf 109 bis 110 nach 107,75, Westdeutsche Kaufhof erhöhten sich auf 59,90 nach 59,13, Gement Heidelberg auf 164,25 bis 165 (162,25) und Hoesch waren um 1 v. H auf 117 erholt. Die später notierten Werte lagen uneinheitlich, schwächer BMW. mit 138 (139,50). MAN. mit 118,50 (119,50) und Kali Salzdetfurth mit 177 (180,25), dagegen Muag 141,40 (140,25), Junghans 127 (126,50), Deutsch- Atlanten 126,90 (126,25). Am Einheitsmarkt waren Hoch und Tief auf die 8-v. H.- (6) Dividendenerklä- rung stark gesucht, Taxe 145 bis 150 (139). Haid & Neu wurden erstmals konvertiert mit 96,75 (38,75) notiert. Renten blieben sehr ruhig, Kommunal-Um- schuldung 91,40 bis 45. Am Pfandbriefmarkt wichen Liquidationswerte etwas ab, Stadtanleihen notier- 20. Juni: Gau-Zehn- und Fünfkampfmeisterschaft in Kassel. — Gau-Jugendmannschaftskampf Niederrhein — Westfalen — Hessen in Düsseldorf. 27. Juni: Gau-Bahnmeisterschaften in Marburg. — Versuche um die Deutsche Vereinsmeisterschaft für Jugendliche. 4. Juli: Gau-Mannschaftskampf gegen Westfalen in Bielefeld. 11. Juli: Kreisfest des DRL. in Dillenburg. 25. Juli: Versuche um die Deutsche Vereinsmeisterschaft. 7. August: Jugendzehnkampf in den Kreisen. 22. August: Versuche um die Deutsche Vereinsmeisterschaft. 29. August: Reichsoffene Jugend- und Juniorenmettkämpfe in Kassel. — Gau-Mannschaftskampf Hessen — Mitte in Kassel. 5. September: Hoherodskopf-Bergfest. 12. September: Versuche um die Deutsche Vereinsmeisterschaft. — Gau-Mannschaftskampf Süd- west — Hessen in Wiesbaden. 26. September: Mannschaftsmehrkämpfe. 10. Oktober: Herbstwaldlauf. Am Sonntag trafen sich im Rahmen der Gaustaffelmeisterschaften die Schwimmer aus Kassel, Marburg, Hanau und Gießen. Die beiden Kasseler Schwimmvereine, CSV. 98 und Sportverein „Kurhessen", starteten in der Klasse A, während den Städtemannschaften aus Marburg, Hanau und Gießen die Klasse B vorbehalten war. Wie aus der nachstehenden Ergebnisliste zu ersehen ist, waren die Gießener Schwimmer ihren Kameraden aus Marburg und Hanau weitaus überlegen. Auch in der Damenstaffel blieben unsere heimischen Schwimmerinnen denen aus Marburg und Hanau überlegen. Die Schwimmer Gießens zeigten in allen Lagen gute Leistungen, und man darf für die kommende Saison zu den größten Hoffnungen geneigt sein. 10X100-Meter Männerbrust staffel Klasse A: 1. CSV. 98 14:53,3 Min.; 2. Sportverein „Kurhessen" 15:30,2 Minuten 4X 10 0-Meter Männerkraulstaffel, Klasse B: 1. Gießen 5:03,6 Min.; 2. Marburg 5:13,5; 3. Hanau 6:20 Minuten. Die Gießener Kraulstaffel mit Werner, Fertsch, Zimmer und Herbert führte von Start an und gewann wider Erwarten mit großem Vorsprung. 3X 100-Meter Lagenstaffel (Frauen), Kl. C: 1. Marburg 4:43,4 Min.; 2. Kassel 4:48,4 Minuten. 4X 100-Meter Männerrücken staffel, Kl. A: 1. CSV. 98 5:54,1 Min.; 2. Sportverein „Kurhessen" 5:59,0 Minuten. 4 X 100-Meter Männerbruststaffel, Kl. B: 1. Gießen 5:54,4 Min.; 2. Marburg 6:06,7; 3. Hanau 6:11,8 Minuten. Es ist schon fast Tradition, daß Gießen das Brustschwimmen gewinnt. Vom Start an erkämpft Ortwein einen Vorsprung, den Hübner, Paskoe und Mewes erheblich vergrößern konnten. Männerlagenstaffel, Kl. A: 1. Sportverein „Kurhessen" 5:46 Min.; 2. CSV. 98 5:46,2 Minuten. Frauenbruststaffel, Kl. C: 1. CSV. 98 6:56,6 Min.; 2. Gießen 7:04,9 Min.; 3. Marburg Linnemann und Jakob ausgezeichnet. Gelegentlich des Fußballänderkampfes Deuffch- land — Frankreich in Stuttgart überreichte der Präsident des Französischen Fußball-Verbandes, Jules R i m e t, dem deutschen Fußball-Fachamtsleiter, Felix Linnemann, im Auftrag der französischen Regierung die Goldene Medaille für Verdienste im Sport. Rimet betonte bei der Überreichung der Auszeichnung, daß Felix Linnemann sich mit Erfolg um eine Vertiefung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem deutschen und französischen Sport bemüht habe. Diese hohe Auszeichnung, die sehr selten verliehen wird, ist bekanntlich auch im Besitz unserer Christi Cranz. Sie erhielt sie bei den Ski-Weltmeisterschaften in Chamonix. Der Reichssportführer von Tschammer und Osten hat unserem National-Torhüter Hans I a k o b, aus Anlaß seines 25. Spieles in der Nationalelf, die DRL.-Ehrennadel überreicht. Turnverein Wieseck im Dienste des Winterhilfswerks. Wie nicht anders zu erwarten war, so konnte die Winterhilfsoeranstaltung des Turn-Vereins Wieseck am vergangenen Samstag als ein voller Erfolg angesprochen werden. Die zahlreichen Besucher verfolgten die gezeigten Darbietungen mit großem Interesse und ließen es auch an dem nötigen Beifall nicht fehlen. Mit einem Flaggen-Reigen der Turnerinnen wurde der Abend 'eingeleitet. Nachdem alle Mitwirkenden (eine stattliche Anzahl Turner und Turnerinnen) auf der Bühne aufmarschiert waren, ergriff Dereinsführer Daupert das Wort, um allen Erschienenen zu danken und über den Sinn dieses Abends nochmals zu sprechen. Sein besonderer Gruß galt auch dem als Gast anwesenden Kreissängerführer Müller (Gießen). Veremsfuhrer Daupert brachte zum Ausdruck, daß mit dieser Veranstaltung zugleich eine Werbung für die Leibesübungen verbunden werden solle. 30. Mai: Kreis - Jugendwettkämpfe (früher Jugendmeisterschaften). — Gaukampf Bayern in Schweinfurt. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abend börse Schluß- kurs Scküußk. Mittagbörse Datum 22-3. 23.3 22-3. 23.3. Accumulatoren-Fabrü...... . 12 __ 210 211 210,5 AKL)=Sunftfeibe........... .. 0 — — — — Aschaffenburg Zellstoff...... .. 3 135,75 135 135,25 135 Bemberg................. .. 0 112,5 112,5 112,5 112 Bekula................... .. 8 165,13 165 165,75 165,5 Buderus Eisen............. .. 4 124,13 124,5 124,75 124,65 Gement Heidelberg......... .. 7 162,25 165 — Gement Karlstadt.......... .. 6 - ,1, _ _ — Ehade A.-G................ .. 9 — — — _ Gonti Gummi............. . 11 190,65 191 ,5 190,75 190,75 Daimler Motoren.......... .. 5 126,25 125,5 125,75 125 Dessauer Gas............. .. 4 — 112,75 113 Deutsche Erdöl............ .. 5 143,65 142,75 143 142,5 Deutsche Gold- und Silber . .. 9 260,5 260,5 — — Deutsche Linoleum......... . 10 170 170 170,13 170 Elektrische Lieferungen...... .. 6 135 135 134,5 134,75 Elektrische Licht und Kraft.. .. 7 147,75 148 148,4 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 167,4 166,75 167,25 166,75 Felten & Guilleaume....... .. 6 137 136,5 136,5 136,75 Gesfürel.................. .. 6 143 143 143,65 143,75 Th. Goldschmidt........... .. 5 126,75 128,5 126,5 127,9 Gritzner Maschinen......... .. 0 42,75 42,25 43 42,13 Harpener................. 2 V, 153 153 153 153,25 Hoesch Eisen............... 3*/? 116,5 117 116,4 116,75 Philipp Holzmann......... .. 6 144 143,5 144,5 143 Ilse Bergbau.............. .. 6 175 175 Ilse Genüsse.............. .. 6 145,5 145 145,5 144,5 Kali Aschersleben.......... .. 5 135,75 133,13 135 133 Klöcknerwerke ............ 4V2 123,5 123,25 123,5 123,4 Kokswerke und Ehemische Fabrik 6 143,5 143,75 Lahmeyer............... .. 6 125,25 124,5 124,75 124,13 Mainkraft................. 93,25 117,75 93,25 117,5 Mannesmann............. .. 3 117,65 117,5 Mansfelder Bergbau....... 6'/2 154,25 155 155 Metallgesellschaft........... .. 5 155,25 154,5 155,5 155 Orenstein & Koppel........ .. 0 90,75 90,75 Rheinische Braunkohle..... . 12 229,5 _ 229,75 228,25 Rheinische Elektro......... .. 6 _ 131,13 134 Rheinstahlwerke........... .. 6 156,25 156,25 156,5 156,5 Rbeinisch-Westfälische Elektro .. 6 127,9 128 127,4 128 Rütgerswerke ............ .. 6 142,5 142,4 142,4 Salzdetfurth Kali......... 7'/- 177 178,5 178,5 Schuckert & Go............ .. 6 163,25 163 163,25 163,25 Schultheis Patzenhofer..... .. 4 95,25 95,5 Siemens & Halske........ .. 8 190,75 191 191,75 192 Süddeutsche Zucker........ . 10 200 199,75 Bereinigte Stahlwerke..... 3N 119 119 119.25 118,65 Westdeutsche Kaufhof...... .. 0 58,5 59,9 58,5 59,65 Westeregeln Alkali......... .. 5 132 131 132 131 Zellstoff Waldhof......... Otavi Minen.............. .. 6 . 0,6 157 30,1 157 32 157,25 30 156,65 31,5 Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schluß! Mittag- börse Datum 22-3. 23.3 22.3. 23.3. 5% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 101,13 101,13 101,13 101,13 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 99 99 98,9 99 5*/2% Young-Anleihe von 1930 . 103,25 103,25 103,5 103,5 4%% Hessische Volksstaat von 1929 99,65 99,65 99,65 — 4%% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 100,2 100,2 100,4 100,4 4*/2% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. 98,5 98,5 98,75 98,5 Reichsanleihe-Altbesitz.......... 120,25 120,13 120,25 120,13 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auölos.-Rechten.............. — — — _ W2% Hess. Landesbk. Darmstadt Goldpfe. R. 12.........,.... 98,25 98,25 98,25 5%% Hess. LandeS-Hyp.-Bank Liqu. Goldpfe............... 100,75 100,75 _ — 4*/2% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 98,25 98,25 _ 98,25 4*/2% Preuh. Gold-Komm. R. 20 96,5 96,5 — 96,5 4y2% Darmstädter Komm.-Lan- desbank R. 6 ................ 95,75 95,75 _ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 128,6 _ 128,65 128,5 4%% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 98,5 98,5 98,5 98,5 4*4% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... 96,5 96,5 _ 5%% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 100,9 100,9 _ 5)4% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 100,7 100,9 100,9 100,75 Steuergutschein-Verrechnungtzkurs 110,4 110,4 110,6 110,65 5% Goldmexikaner von 1899 .... — — — — 4% Oesterretchtsche Goldrente.... —— — —— — 4,2% Oesterreichische Silberrente. — —— —— — 4*4 Ungarn Staats von 1913 .... — — — 4% Ungarische Goldrente....... — — —— — 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — — —— —— 5% Rumänen von 1903......... — —— — — 4*4% Rumänen Gold von 1913.. — — — —— 4% Einheits-Rumänen......... — — — — 4% Türken Bagdad I........... — —- — — 4% Türken Bagdad II.......... —— —— —— —— 2y<% I. Anatolier.............. — — — — A.G. für Verkehrswesen......6 130 130 129,9 129,75 Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Hamburg-Amerika Paket......O —— — — 43,25 16,5 17,4 16,25 16,5 16,4 Norddeutscher Lloyd..........0 17,4 17,4 17,4 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 125,13 125 125,13 125 Reichsbanl................. 12 194,75 194,5 194,5 194,5 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 — — 125.5 125,25 Eommerz- und Pllvat-Bank ... 4 116,13 116 116,13 116 Deutsche Diskonto............4 Dresdner Bank..............4 120 120 120 120 103 103 103 103 22 März 23.März 22-März 23-März Amtliche Notierung Geld | Bries Amtliche Notierung Geld | Bries Amtliche Geld Kotierung Briei Amüiche Notierung Geld Bries Buenos Aires............. 0,747 0,751 0,746 0,750 Japan.................... 0,709 5,694 0,711 5,706 0,709 5,694 0,711 5,706 Brüssel................... 41,89 41,47 41,89 41,97 Jugoslawien ....... Rio de Janeiro............ 0,151 0,153 0,151 0.153 Oslo............. 61,06 48,95 11,04 62,64 61 ,18 49,05 11,06 62,76 61,06 61,18 49,05 11,06 62,76 Polen.................... 47,04 47,14 47,04 47,14 Wien..................... Kopenhagen............... 54,26 54,36 54,26 54,36 Lissabon.................. 11,04 62,64 Danzig................... 47,04 47,14 47,04 47,14 Stockholm ......... London................... 12,15 12,18 12,15 12,18 Schweiz........... 56,65 16,98 56,77 17,02 56,65 16,98 56,77 17,02 HelsingforS................ 5,365 5,375 5,365 5,375 Spanien........... Parts.................... 11,425 136,12 13,09 11 ,445 11 ,425 136,11 13,09 11,445 136,39 13,11