Nr. 299 Erstes Blatt 187. Jahrgang Donnerstag. ZZ.Vezember 1957 Sr)d)etni täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illusttierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Bezugrprek: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe« Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniveHtätzdruckerei R. Lange in Stehen. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps.. für Text- anzeigen von70mm Brette 50Rpf.,Platzoorschrist nach oorh. Vereinbg.25^ mehr. Lrmahigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenhettsanzei- gen 5 Rps.. Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B ruhen rannt)" stellt fest, daß die Schweiz genau so WnaXn ?Ä Bergmann mit 200 RM. Bruttoeinkommen etwa 10 bxs 12 RM, monatlich mehr nach -aus- nimmt. Kstelltenkasse der Knappschaft tritt weiter eine B e i- , Xie Ober nicht von den Der deutsche Arbeiter und Angestellte sieht ange- ' — , . , ™ f*nnpn syRpihnfifhtsnpirhpnfps. daü bin- sichts dieses schönen Weihnachtsgeschenkes, daß 1)111= wird Dn^°Pin7 Neuverte luna r La! ter den Worten des Führers d i e T a t steht. Wenn wird. Durch eine Weunerteiiunq oerSiabr< nach seiner Die Motta über das Verhältnis der Schweiz zu, der tenversicherungen. v r, ■ Auch für die Pensionskasse der deutschen Bergarbeiter, die Knappschaft, wird eine endgültige Sicherstellung erreicht. Das Reich zahlt von sich aus weiter die ewige Rente von 10 5 Millionen aus Haushaltsmitteln. Daran schließt sich die Gemeinschaftshilfe der nun wieder sanierten Invaliden- und Angestellten- oersicherung an. Die erstere zahlt jährlich 50, die letzte jährlich 18 Millionen an die Arbeiter- bzw. gen ihrer schweren und gefährlichen Arbeit, ohne die unsere Wirtschaft mit ihren Millionen Arbeitskräften heute nicht bestehen könnte. Für den Bergarbeiter wirken sich infolgedessen die Beitragssenkungen und Neuverteilungen praktisch a l s Lohnerhöhung um 6 v. H. aus, so daß ein tragen i.......... ............. sten zahlt der Bergbau 30 Millionen Mark mehr jährlich ein. Allerdings wird eine Scheidung zwischen lieber- und Untertagebeschäftiaten vorgenommen. Die Angestellten, die über Tage beschäftigt werden, vornehmlich das kaufmännische Personal, wird aus der Knappschaft ohne Einbuße seiner Ansprüche herausgenommen und der Angestelltenversicherung zuqeführt. Jur Sicherung der Rentenbezüge tritt hinzu Das zusätzliche Schuljahr für Elsaß-Lothringen aufgehoben. Paris, 22. Dez. (DNB.) Eine vom Präsidenten der Republik unterzeichnete Verordnung über die Schulpflicht in Elsaß-Lochringen macht eine im Oktober 1936 getroffene Verfügung rückgängig, welche für die männliche Schuljugend ein zusätzliches Volksschuljahr bis zum 15. Lebensjahr vorsah, während sie im übrigen Frankreich die Volksschulbildung nach dem 14. Lebensjahr abschließen konnte. Diese allgemeine Regelung wird nunmehr auch wieder auf E l s a ß -L o t h r i n • gen ausgedehnt. Weiter wird verfügt, daß Knaben und Mädchen erst nach Abschluß der Volksschulausbildung in öie Lehre gehen dürfen. Ausnahmsweise können sie in den unmittelbar von ihre« Eltern, Vormund oder Mitgliedern der Familie betriebenen Geschäften Hilfe leisten» tragserhöhung ein, ... Versicherten, sondern vom Arbeitgeber g e - •4 3. der Kinderzuschuß fürKinderreich« (oorh dritten Kind an) erhöht: 4. der Witwe eines Arbeiters die Witwenrente auch dann gewährt, wenn sie zwar nicht Invalide ist, aber mehr a l s drei Kinder zu erziehen, hat. b) Den Soldaten und Arbeitsmännern wird nicht nur ihre bisherige Derficherung'sanwart- schaft erhalten, sondern es wird ihnen auch die Zeit des Wehr- und des Arbeitsdienstes auf dis Wartezeit angerechnet: außerdem werden ihnen Steigerungsbeträge gewährt. c) Den Kriegsteilnehmern werden auch in der Invalidenversicherung Steigerungs- b e.t r ä g e für die Zeit des Kriegsdienstes gewährt. d) Die Ruhensvorschriften werden zugunsten der Kriegsbeschädigten gemildert; dadurch wird für einen erheblichen Teil von ihnen eine Erhöhung der Renten erreicht. e) Allgemein werden die Ruhensvorschriften für den Fall gemildert, daß mehrer Renten aus der Invaliden-, der Angestellten- und der Knappschaftlichen Pensionsversicherung Zusammentreffen. f) Die Anwartschaft gilt allgemein als erhalten, wenn die gesamte Versicherungszeit durch Beiträge belegt ist (Halbdeckung), während bisher die Anwartschaft nur bei dreiviertel Deckung als erhalten gilt. Damit wird verhindert, daß Versicherte, die eine große Zahl von Beiträgen entrichtet haben, gleichwohl noch ihre Rentenanwartschaft verlieren. Weiterhin bestimmt das Gesetz, daß die A r b e i t s- losenoersicherung in den Jahren 1938 bis bis 1941 jährlich 270 bis 280 Millionen Reichsmark in ein Sondervermögen des Reirhes abzuführen hat. Dadurch wird es möglich, die Kinderbeihilfen des Reiches an kinderreiche Familien in erheblichem Umfange zu erweitern. Das Gesetz hat das Selb ft versicherungsrecht auf alle deutschen Staatsangehörigen bis zur Vollendung des 40. Lebensjahres ausgedehnt, die Unterversicherung in der Invalidenversicherung wird durch Aufstockung einer neuen Pflichtlohnklaffe gemildert, damit die hochbezahlten Facharbeiter eine ihrem Arbeitsentgelt entsprechende Rente erhalten können. Auch gibt das Gesetz dem Reichsarbeitsminister die Ermächtigung, die Freiwillige, namentlich die Höherversicherung, abweichend von den Vorschriften der Reichsversicherungsgesetze zu regeln, um diese Versicherungsart schmiegsamer als bisher den vielfältigen Bedürfnissen einzelner Gruppen von Gefolgschaftsmitgliedern anzupassen. Wegen weiterer Einzelheiten wird auf das Gesetz verwiesen. Basis. Jeder Versicherte weiß, daß er auf alle Fälle in den Genuß der Leistungen kommt, für die er vorgeleistet hat. Nichts mehr wird sich ereignen, um das gefestigte und abgesteifte Gebäude der Sozialversicherungen zu erschüttern. Die Sanierung ist verankert in dem am 21. Dezember 1937 vom Führer und Reichskanzler Adolf Hitler unterzeichn neten und am 1. Januar 1938 in Kraft tretenden Gesetz über den Ausbau der Rentenversicherung. Dieses Gesetz ist in Ziel und Auswirkung eine der größten sozialen Taten des Dritten Reiches. Es bedeutet die Rettung eines Erbes aus großer Zeit, es ist die sinnfälligste Ueberroinbung der schrecklichen Folgen einer Periode, die zwar vom Aufbau sprach, tatsächlich aber das Gegenteil bewirkte, deren marxistische Drahtzieher soziale Phrasen droschen, darüber aber die Lebensinteressen des deutschen Arbeiters verrieten. * Was sagt nun das Gesetz im einzelnen? Ein kurzer Ueberblick mag das erläutern: Endgültige Sicherung der Rentenversicherung der Arbeiter und Angestellten sowie der Knappschaftsversicherung: nicht unwesentlicher Ausbau des gesamten Versicherungssystems nach 'der Seite der Leistungen: Verbesserung der wirtschaftlichen Lage des Untertagearbeiters und Untertageangestellten auf dem Umwege über Senkung der Sozial- l ast en: schließlich Unterstützung der bevölkerungspolitischen Ziele der Reichsregierung. Zur Sicherung der Rentenversicherung dient im weitesten Maße die finanzielle Kraft der A r b e i t s- losen Versicherung, deren Ausgaben auf ein Minimum zusammengeschrumpft find. Sie tritt jährlich 1 v. H. der Lohnsummen an die Rentenversicherungen ab, das sind etwa 200 Millionen jährlich an die Invaliden- und 100 Millionen an die Angestelltenoersicherung. Weiter gibt sie 1 v. H. an das Sondervermögen des Reiches für Ehestandsdarlehen und Kinderbeihilfen. Damit soll ein v e r - stärkter Ausgleich für kinderreiche Familien erzielt werden. Für diese Zwecke kommen etwa 270 Millionen aus den Mitteln der Ar- beitslofenversicherungsanftalt in Frage. Nach außen hin sieht das so aus: die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung nimmt weiter 6 5 v. H. an Beiträgen von den Versicherten ein, behält aber nur 4,5 v. H. für sich, muß jedoch von diesem Betrag alles an das Reich für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen abtreten, was sie nicht für eigene Zwecke (Unterstützung, Verwaltung, eigene Arbeitsbeschaffung) verwendet. Eine Reichsga - x antie vervollständigt die Sanierung der Ren- wieder auf einer gesunden deren weiterer Ausbau. Zunächst werden eine Reihe von Notverordnungen in ihren Auswirkungen gemildert. Neu .ist, daß Arbeiterinnen, die heiraten, den von ihnen eingezahlten Beitrag am Tage der Heirat insgesamt ausgezahlt bekommen, so wie das bei der Angestelltenversicherung schon seit langem der Fall ist. Sie Kinderzuschüsse werden zeitlich ausgedehnt bis zur Grenze von 18 Jahren, sie werden auch sonst verschiedentlich verbessert. Weiter werden A r - beiterroitroen, wenn sie nicht invalide sind, nicht mehr auf den Arbeitsmarkt verwiesen, sofern sie drei und mehr Kinder haben. Sie erhalten nunmehr auch eine Rente. Auch die Jahre des Wehr- d i e n ft e s (dazu gehört der Kriegsdienst) und des Arbeitsdienstes werden in die Wartezeit einbezogen und steigern die Leistung der Versicherung. In der Knappschaft wird der Krankenkassenbeitrag halbiert. Dadurch ergibt sich für den Arbeiter eine Beitragshilfe von 0,50 v. H. feines Lohnes, beim Angestellten in Höhe von 0,20 v. H. Die Beiträge zur Pensionsversicherung der Knappschaft werden ebenfalls neu verteilt. Der Unternehmer trägt künftig zwei Drittel, der Arbeiter und Angestellte ein Drittel der Beitragslast. Außerdem werden Arbeiter und Angestellte der Knappschaft bei ihren Arbeitslosenversicherungsbeiträgen in Höhe von 2,75 v. H. entlastet. Eine Minderung der Ansprüche tritt nicht ein. Wir sehen also: einerseits bleiben im wesentlichen die Beitragssätze, andererseits e r - höhen s i ch die Leistungen. Dazwischen ergeben sich mancherlei Verbesserungen auch zugunsten der Kriegsbeschädigten. Wenn man die Bergarbeiter besonders berücksichtigt hat, dann we- könne nicht mehr übersehen, daß die Genfer Einrichtungen von 1937 kaum noch dem Bilde gleiche, das die Schweiz sich von ihr im Jahre 192Ö gemacht habe. „Wir glaubten damals, daß, wenn unsere Neutralität in militärischer Hinsicht llöllig gewahrt fei, wir es wagen könnten, uns zu beteiligen. Unser Neutralitätsstatut war in Artikel 435 des Versailler Vertrages und in der Londoner Erklärung vom 13. Februar 1920 bestätigt worden, und wir durften annehmen, daß es befriedigend geregelt fei." Motta teilte mit, daß die Schweiz nicht aus der Genfer Institution austrete. Sie dürfe auch nicht den Eindruck erwecken, als würde sie einer bestimmten Gruppe von Großmächten folgen. Sie sei neutral, weil sie s e l b st ä n - big und frei fein wolle. Dieser Neutralität drohe aus der Zugehörigkeittzur Genfer Einrichtung keine Gefahr. In militärischer Beziehung steht sie unbestritten dar. Genf könne heute nicht mehr an wirtschaftliche Sanktionen gegen irgendjemanden denken. „Das System der Sanktionen ist künftighin praktisch undurchführbar. Der Artikel 16 ist w i e gelähmt. Ohne sich an dem Bedürfnis nach kollektiver Sicherheit zu desinteressieren, wird der Völkerbund sein Heil in anderer Richtung suchen müssen." Gens müsse auf die Mittel der äußeren Gewalt verzichten. Es sei in Gefahr, sich, auch ohne es zu wollen, in eine Koalition zu verwandeln. Es dürfe aber um keinen Preis zum Sitz einer Koalition werden. Zum Schluß sprach Bundespräsident Motta die Hoffnung aus, daß Großbritannien und Frankreich (die Sowjetunion erwähnte Motta bezeichnenderweise nicht), unterstützt von anderen Staaten — er denke vor allem an die Niederlande, Belgien, die skandinavischen Staaten, Oesterreich — darüber wachen würden, daß Genf nicht in den „verhängnisvollen und unverzeihlichen Irrtum" verfalle, der Diener irgendeiner Ideologie fein zu wollen und damit seine Daseinsberechtigung, seine Ziele und Bestrebungen zu verleugnen. Scharfe Krittt in polen. Adolf Hitler jetzt schon, wenige Jahre nach seiner Machtübernahme, das Sanierungswerk in so umfassender Weise durchführen konnte, dann ist das auch nur ein Ergebnis 'feiner politischen und wirtschaftlichen Aufbauarbeit. Diese positiven Leistungen vermehren sich von Jahr zu Jahr. Und in ihrer Gesamtsumme dienen sie niemand anders als dem schaffenden deutschen Volk? D. S. Die Schweiz warnt die Genfer Entente „Genf in Gefahr, eine Koalition zu werden/' Eine soziale Tai. Neben den nationalen Aufgaben waren es vornehmlich die sozialen Probleme, die^den Kampf des Führers um die Erneuerung Deutschlands im wesentlichen bestimmten. Denn ohne soziale Sicherung der werktätigen Glieder unseres Volkes — das. war die immer wieder vorgetragene Ansicht — ist kein Staatswesen von Bestand, läßt sich keine auf weite Sicht abgestellte Politik treiben und keines der Ziele erreichen, durch die eine Nation groß, stark und kräftig nsirb. So legte denn der Führer unmittelbar nach der Machtübernahme sofort entscheidendes Gewicht auf die soziale Seite des giganttschen Werkes, das er damals begann. Aber was fand er vor? Einen Trümmerhaufen, dessen Ordnung eine mühselige Kleinarbeit erforderte, wenn aus .ihm wieder ein stattliches Gebäude werden sollte. Ganz neue Wege beschritt der Führer, mit nie gesehenen Mitteln ging er daran, das soziale Gewissen jedes Volksgenossen wachzurütteln. Die Gemeinschaftsleistung stand im Vordergrund, wunderbare Erfolge wurden erzielt. Aber daneben mußte auch an die vorhandenen Einrichtungen, in erster Linie an die Sozialversicherungen gedacht werden, die Jahre hindurch das Objekt einer auseinanderstrebenden und immer unfruchtbarer werdenden Parteienpolitik waren, so daß Anfang 1933 mit mathematischer Genauigkeit herausgerechnet werden konnte, roapn beispielsweise die Invalidenversicherung die Kassen schließen müßte. Sie hatte ihre Lebenskraft nahezu eingebüßt. Mit ‘ den übrigen, Sozialanstalten stand es nicht besser. Die Rettung dieser Versicherungen war eine der Parolen des Führers. Er versprach den versicherten werktätigen Volksgenossen, dafür zu sorgen, daß ihre Ansprüche endgültig und. für alle Zeiten s i ch e r g e ft e 111 werden. Den Anfang damit machte er durch eine Verordnung aus dem Dezember 1933. Inzwischen erholte sich die Wirtschaft, es ging aufwärts, und jetzt, zu Weihnachten 1937, ist der Augenblick gekommen, da wir sagen können: Die Versicherungen Warschau, 23. Dez. (DNB. Funkspruch.) Erklärungen des Schweizer Bundespräsidenten Bern, 22. Dez. (DNB.) Im Nationalrat erklärte I Genfer Institution werden in Polen viel b e • der Vorsteher des Eidgenössischen Politischen De- > a ch t e t. Der regierungsfreundliche „Expreß Po- partements, Bundespräsident Motta: Die Schweiz i " " ...... ~ ' Ausbau und Sanierung der Rentenversicherung Wesentliche Verbesserung der wirtschaftlichen Lage des deutschen Arbeiters. männischen Arbeiten beschäftigten Angestellten beschränkt, jedoch mit besonderen Schutzvorschriften für die übrigen am 1. Januar 1938 vorhandenen Angestellten im Bergbau. Künftig gehören die kaufmännischen oder technischen Angestellten über Tage des Bergbaues nur noch der Angestelltenversicherung an. Außerdem leistet die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte ebenfalls als Gemeinschaftshilfe einen jährlichen Zuschuß von 18 Mill. RM. an die Pensionsversicherung der Bergbauangestellten. Durch eine andere Verteilung des Beitrages zur Knappschaftlichen Pensions- und Krankenversicherung zwischen Versicherten und Unternehmern sowie durch eine Herabsetzung des Anteiles der Bergarbeiter am Beitrag zur Arbeitslosenversicherung von 3,25 v. H. auf 0,5 v. H. des Lohnes werden die Bergarbeiter im Reichsdurchschnitt um etwa 6 v. H. des Bruttolohnes oder 7 v. H. des Nettolohnes entlastet. Dadurch wird erreicht, daß der Bergarbeiter trotz feiner höheren Leistungen keinen höheren Beitrag zur sozialen Versicherung zu entrichten hat als ein Arbeiter außerhalb des Bergbaues. Das Lohneinkommen der Bergarbeiterschaft wird dadurch um 60 bis 70 Millionen Reichsmark erhöht. Die Bergbau- unternehmer werden durch die neue Art der Beittagsverteilung um 2 5 bis ß 0 Millionen Reichsmark jährlich m e h r belastet. Durch dieses Opfer Haden die Unternehmer des deutschen Bergbaues größtes soziales Verständnis für die Berufsversicherung ihrer Gefolgschaft gezeigt. Durch entsprechende Maßnahmen werden die in der Knappschaftlichen Versicherung verbleibenden Bergbauangestellten um durchschnittlich 5,4 v. H. entlastet. Die Pensionen der Bergarbeiter werden durch Auflockerung der Ruhensvorschriften beim Zusammentreffen mit einer Rente aus der Invalidenversicherung um jährlicd 60 R M. er- höht; ferner werden allgemein Die Pensionen der Bergarbeiter um jährlich etwa 30 RM. erhöht. Das neue Gesetz baut im übrigen die Leistungen der Invaliden- und der Angestelltenversicherung nach folgenden Richtlinien auf: a) Zur Förderung der von der Reichsregierung verfolgten Bevölkerungspolitik wird 1. den versicherten-Arbeiterinnen die Heirat dadurch erleichtert, daß ihnen ihre eigene Beitragshälfte erstattet wird; 2. die Waisenrente und der Kind er zu- schuß über das 15. Lebensjahr hinaus für die Zeit der Schul- und Berufsausbildung bis zum 18. Lebensjahr gewährt: dieses gilt auch, wenn die Kinder infolge Gebrechlichkeit außerstande find, sich selbst zu erhaltey; Berlin, 22. Dez. (DNB.) Am 21. Dezember 1937 hat die Reichsregierung das Gesetz über den Ausbau der Rentenversicherung beschlossen. Der Vorspruch zu diesem Gesetz lautet: Die Ueberroinbung der Arbeitslosigkeit macht den Weg frei, den Bestand der Rentenversicherung des deutschen Volkes endgültig sicherzu st eilen und den Ausbau ihrer Leistungen nach nationalsozialistischen Grundsätzen einzuleiten. Vordringlich ist für das schaffende Volk die Erleichterung der Heirat, die Verbesserung der Renten für Jugendliche, für Kinderreiche und Kriegsteilnehmer, die Anpassung der Reichsversicherung an die wieder errungene Wehrfreiheit und den Reichsarbeitsdienst, außerdem für den unter schwerer Berufsgefahr arbeitenden Bergmann eine erhebliche Erleichterung im Beitrag und die Erhöhung seiner Rente. Gleichzeitig können die Kinderbeihilfen des Reiches zugunsten kinderreicher Familien erweitert werden. Die Sanierung der Invaliden- und der Angestelltenoersicherung wird durch folgende 7Nah- nahmen herbeigeführt: 1. Beschränkte Beitrags Übertragung von der Arbeitslosen- auf die Invaliden- und Angestelltenversicherung in der Form, daß die Arbeitslosenversicherung jährlich an die Träger der Invalidenversicherung einen Betrag leistet, der jeweils 18 v. H. der Beitragseinnahmen der Invalidenversicherung beträgt, und an die Reichsoersicherungsanstalt für Angestellte einen Betrag, der jeweils einem Viertel der Beitragseinnahme der Angestelltenversicherung entspricht. 2. Das Reich gewährt die Mittel, die außer den Beiträgen und den sonstigen Einnahmen der Versicherung zur Aufrechterhaltung der Leistungen nach Maßgabe des Gesetzes erforderlich sind. Damit hat bas Reich selbst eine gesetzlich verankerte Garantie für ben Bestaub der Invaliden- und der Angestelltenversicherung übernommen. , Das Gesetz bringt weiter die Sanierung der knappschaftlichen Penfionsversicherung. 1. An die Pensionsversicherung ker Bergarbeiter werben jährlich 105 Millionen Reichsmark Reichsmittel gewährt. Außerbem leistet die Invalidenversicherung a l s G'e meinschasts- Hilfe der Wirtschaft außerhalb des Bergbaues zugunsten dieser mit besonderen Berufsgefahren verbundenen Urproduktion einen Zuschuß von jährlich 50 Mill. RM. 2. Die Pensionsversicherung der Bergbauangestellten wird auf die mit wesentlich bergwenig wie Polen den Wunsch habe, daß die Genfer Institution ein b e ft i m m t e r Block von . Staaten werde. Das rechtseingestellte „ABC" schreibt, der Genfer Verein habe von vornherein | seine Aufgaben nicht erfüllen können, die auch : darin beständen hätten, die Kolonien zu verwalten, und die nationalen Minderheiten unter feinem Schutz zu nehmen. Großbritannien habe sich sehr rasch seine Vorteile in Genf gesichert, besonders bei der Verteilung der kolomalen Man- bäte. Auf ber anderen Seite habe bas Welt- j u b e n t u m Genf als ein geeignetes Werkzeug für bie Festigung seiner Macht angesehen. Schließlich habe bie ber Mischen Politik gefügige Frei maurerei bie Sache Genfs zu ihrer eigenen gemacht). So sei bie Genfer Einrichtung ausschließlich ein Werkzeug ber geheimen Einflüsse Großbritanniens, ber Freimaurerei unb ber Juben geworden. Der Austritt Italiens sei ber T o b e s st o ß für diese „Internationale" geworden und eine schwere Wunde, die gleichzeitig den verschiedenen geheimen Internationale^ versetzt wurde. Kein Staat, ber auf bie Sicherung feiner Existenzen unb feiner Grenzen bebacht ist, werbe sich heute mehr nach bem 19jährigen Greis umsehen. Deutschland nimmt Abschied von Ludendorff Der feierliche Staatsakt vor der Feldherrnhalle das er am Mahnmal zum i rische Partei 4,4 d Zahllose Volksgenossen i die Radikalzaraniste In die Klänge des Liedes vom guten Kameraden mischt sich der Donner der 19 Salutschüsse. Fahnen und Standarten grüßen den Toten. Die Musik geht über zum Alexandermarsch, dem Regimentsmarsch der ehemaligen 39er. Nach dem Führer legen der Reichskriegsminister, General der Fnfanterie Bock in Vertretung' von Generaloberst Frhr. von Fritsch Generaloberst Göring sowie ein Vertreter von Generaladmiral Raeder Kränze am Sarge nieder und drücken noch einmal den Angehörigen des Verstorbenen die Hand. Der feierliche Staatsakt für den großen Soldaten Ludendorff ist zu Ende. Der Sarg wurde unter Trommelwirbel wieder zur Lafette getragen, und unter Vorantritt der Ehrenkompanien von Heer, Marine und Luftwaffe, setzt sich das Trauergeleit in Bewegung Der Träuerzug geht vorbei am" Mahnmal zum Marienplatz. Ueberall stehen l ~ " Unfer Dildtelegramm zeigt den Führer urrd Obersten Befehlshaber der Wehrmacht vor dem Sarge des Toten nach der Kranzniederlegung an der Feldherrnhalle.- — (Scherl-M.) Beileidstelegramm Kaiser Wilhelms. 21 m ft erb am, 21. Dez. (DNB.) Wie aus Doorn gemeldet wird, hat der frühere deutsche Kaiser der Witwe des Generals Luden dorff ein Beileidstelegramm gesandt und den Generalfeld- marschall Mackensen beauftragt, ihn während der Beisetzungsfeierlichkeiten zu vertreten. dann den Sarg von der Lafette und tragen ihn zu dem mit Tannenreis geschmückten Kraftwagen der motorisierten Staffel der Aufklärungsabteilung 7. Mit drei Ehrensalven nimmt die Trauerparade Abschied von dem toten Feldherrn. Dann entschwindet die motorisierte Staffel den Blicken, voraus ein schwerer und ein leichter Panzerspähwagen, dann ein Kraftradschützenzug, dem die Wagen mit den Trägern der Kränze und der Orden folgen. Oie Wahlen in Rumänien Keine Mehrheit für die Regierung Totarescu? Letzte Fahrt zur Feldherrnhalle. 9.55 Uhr. Die Repräsentanten der neuen deutschen Wehrmacht sind eingetroffen. Der Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von Blomberg, der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generaloberst Göring, und als Vertreter des Oberbefehlshabers des Heeres General der Infanterie Bock. Vorher schon haben sich der Kommandierende General des VII. Armeekorps, General der Artillerie von Reichenau, und der Kommandierende General des Luftkreises V, General der Flieger Sperrte, eingefunden. Wenige Minuten vor 10 Uhr ist der Führer eingetroffen. Mit Die feierliche Aufbahrung im Fahnensaal des Generalkommandos des VII. Armeekorps. Stabsoffiziere hielten die Ehrenwache am Sarg. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Das Korps der in Berlin beglaubigten Mili-' tärattaches war unter der Führung seines Doyen, des polnischen Militärattaches Oberstleutnant Szymanski beim Staatsakt für General Ludendorff in München fast vollständig vertreten und ehrte im Auftrage seiner Armeen den toten Feldherrn. Neben den Vertretern der im Weltkrieg mit Deutschland verbündeten Armeen wurde insbesondere der französische Militärattache General Renaideau bemerkt. B u k a r e st, 22. Dez. (DNB.) Bis zum Mittwochabend ist noch kein endgültiges Wahlergebnis bekannt gegeben worden. Es dürfte voraussichtlich vom Hauptwahlausschuß festgestellt werden, der am 28. Dezember Zusammentritt. Auf Grund privater Zählungen wird übereinstimmend behauptet, daß die Regierung keine 40 o. H. der Stimmenzahl erhalten hat und somit in der neuen Kammer nicht über eine Mehr- cfk*f verfügt. Nach einer Zusammenstellung des , Adeverul" haben das Regierungskartcll 37,5 v. H., bie Nationalzaranisten 19,4 v. H., die Partei „Alles ur das Land" (früher „Eiserne Garde") 16,1 v. H., bte Natwnalchristliche Partei 9,7 v H., die unqa- rische Partei 4,4 v. H., Georg Brotjonu 4,3 v. H., 2,3 v.H. und kleinere Par- teien, die kein Mandat erhalten, zusammen 6,4 v. H -anbere Schätzungen werten ben Regierungsanteil etwas höher. Das Regierungsblatt Viitorul stellt auf Grund der Tatsache, daß die Wahlen völlig frei gewesen seien, als wesentliches Ergebnis einen Ruck ch rechts fest. Besonders gut habe die Partei ..Alles für das Land" abgeschnitten, die an Dritter Stelle und in manchen Bezirken an zweiter SteUe ftebt. Die Regierung werde versuchen, bis zum 17 Februar, dem Tage des Parlamentszusam- mentntts, eine Mehrheit zu finden. Sollte die jammer nicht arbeitsfähig sein, so liege bie weitere Initiative bei ber Krone. Während sich die Regierung jeder Stellungnahme zu Dem Wahlergebnis enthalt, hat Manin, ber Thef der Nationalzaranistischen Partei, bereits bie Forberung auf Uebernahme ber Regierungsgewalt erhoben, ba bie Nationalzaranisten bie stärkste Partei geworben seien. Vaiba-Voevob. ber Führer der Rumänischen Front, hat in Klausenburg das Wahlergebnis als Anzeichen für den großen Aufschwung der nationalen Bewegung begrüßt. Jede Regierung müsse diesem Aufschwung Rechnung tragen. Vaida- Voeood erörterte die verschiedenen Möglichkeiten einer Regierungsbildung und forderte von der jeweiligen Opposition wohlwollend- Duldung der Regierung. Wenn das nicht möglich sein sollte, so habe unter dem Druck der höheren Gewalt der König die Aufgabe, Öfen Staat zu retten. Oie Kämpfe um Teruel. . Paris, 23. Dez. (DNB. Funkspruch.) Aus den aus Spanien hier eintreffenden Berichten ergibt sich, daß die Kämpfe um Teruel an- dauern. In einem Heeresbericht aus Salamanca wird erklärt, daß die nationalspanischen Streit- Der Trauerzug in den Straßen Münchens. (Scherl-Bilderdienst-M.) erhobener Rechten grüßt er den Verewigten. Sechs Offnere heben den Sarg auf die Lafette, vier Generale nehmen zu den beiden Seiten des Sarges Aufstellung, hinter ihnen die Träger der Orden. Die Fahnen des ehemaligen J.-R. 39 haben sich an die Spitze der Ehrenparade gesetzt. Dahinter folgt die Ehrenkompanie. Unmittelbar hinter dem Sarg schreitet d e r F ü h r e r. In der zweiten Reihe gehen Generalfeldmarschall yon Blomberg, Generaloberst Göring und General der Infanterie Bock. Stumm und ernst grüßen entblößten Hauptes und mit erhobener Rechten die Menschen, die hinter dem Spalier längs der Lud- wigstraße stehen, den feierlichen Zug In der Feldherrnhalle stehen vor ben Stanbbilbern ber beiben bayrischen Heerführer sechs 1 hohe schwarze brennenbe Pylonen mit silbernen Kränzen, wie sie auf dem ganzen Wege vom Siegestor her errichtet worben sinb. Zu beiben Seiten ber Stufen stehen sämtliche Reichsminister, Reichsleiter, Staatssekretäre, Reichsstatthalter, Gauleiter unb stellvertretenbe Gaulfeiter. Auf der anderen Seite die Kommandierenden Generale der Wehrmacht und eine große Zahl von Generalen der alten Wehrmacht. Vor der Feldherrnhalle sieht man die Offiziere ber Obersten Heeresleitung, auf den obersten Stufen ber Halle eine Aborbnung des ehemaligen I.-R. 39, dessen Chef Ludendorff war. Auf den Tribünen sieht man Offiziere und Führer der SA., der SS., des NSKK. und NSFK., die Generalarbeitsführer, die Obergebietsführer und Gebietsführer der HI., die politischen Leiter und viele Männer aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie dqs Münchener Konsularkorps. An zwei höhen Flaggenmasten weht die schwarz- weiß-rote Fahne mit dem Eisernen Kreuz. Infanterie-Regiment 61 und 19 stehen zu beiden Seiten des Platzes in Trauerparade. Mit dem Glockenschlage 10 ertönen die ersten militärischen Kommandos zur Ausrichtung der Parade. Feierlich und ernst tönen die Klänge des Trauermarsches, von dumpfem Trommelwirbel unterbrochen. Im langsamen Paradeschritt kommt die Ehrenkompanie heran, hinter ihr die Lafette mit dem Sarge. Des Führers Abschied: Der Führer tritt in bie Nähe ber Angehörigen Lubendorffs. Die Lafette ist in bie Resibenzstraße eingefahren. Der Sarg mit ber Fahne bes JR. 39 wirb von ber Lafette gehoben unb unter Vorantritt ber Orbenskissenträger, benen vier Generale folgen, auf bem Podest an den Stufen der Feldherrnhalle niedergestellt. Reichskriegsminister Generalfeldmärschall v o n Blomberg würdigt nun noch ein» mal in der schon gestern von uns veröffentlichten Rede die unsterblichen Verdienste des Generals Ludendorff um Reich und Volk. Darauf tritt der Führer näher an ben Sarg heran. Die Trauerparabe präsentiert, und der Führer legt einen Kran, nieder. (Er verabschiedet sich von seinem treuen VUtkämpfer mit den Worten: „General Ludendorff, im Hamen des geeinten deutschen Volkes lege ich in tiefer Dankbarkeit diesen Kran, vor dir nieder". frafte an ber Teruel-Front den Wider st and des Feindes, der große Verluste erlitten habe, gebrochen hätten unb baß bie nationalspanischen Truppen, die in Teruel liegen, ihren Stanbort mit helbenhaftern Wiberstand oerteibigen. Eine Havas-Melbung aus Puebla Dalverbe besagt, daß die nationalspanische Besatzung von Teruel in dem im nördlichen Stadtteil gelegenen Seminar, das außerordentlich gut zu verteidigen ift, Wider- stand leistet. Sowjetspanische Abteilungen versuchten, das Gebäude zu umzingeln. Unsere Karte veranschaulicht den Frontverlauf vor Beginn der letzten Kämpfe. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Oie Tschechoslowakei verstärkt die Befestigungen an der österreichischen Grenze. Wien, 22. Dez. (DNB.) Die tschechoslowakischen Grenzbefestigungen nehmen nunmehr auch gegen Oesterreich immer größeren Umfang an. Die Klagenfurter „Freien Stimmen" erklären, baß man in letzter Zeit besonders stark ausgebaute Zonen am Kerschbaumer Sattel, bei Gmünd, im Thayaabschnitt, bei Nikolsburg unb Feldsberg und entlang der March feststellen konnte. Die starken Befestigungen des Preßburger Brückenkop- f e s und die Errichtung von Geschützstellungen seien besonders gut zu beobachten. Für das nächste Jahr müsse man die Errichtung ftarfer Panzer- werke auch an der österreichischen Grenze erwarten. Bisher beständen die Befestigungen hauptsächlich aus Feldanlagen, betonierten Unterständen, Maschinengewehrnestern usw. Wieviel Not und Drangsalierungen ber deutschen Bevölkerung aus ben tschechischen Befestigungsarbeiten erwachse, könne gar nicht geschildert werben. Landon unterstützt Roosevelts Außenpolitik. Washington, 22. Dez. (DNB.) Alfreb Lan- dorn, Roosevelts Gegner im letzten Wahlkampf und auch heute noch unbestrittener Führer ber republikanischen Oppositionspartei, hat sich voll unb ganz hinter bie Außenpolitik bes Präsidenten gestellt. Er beglückwünschte Roosevelt in einem Telegramm zu dem energischen Nein, das dieser dem Gesetzentwurf entgegensetzte, der eine Kriegserklärung von einem Volksentscheid abhängig machen ollte. Landon verurteilte ferner die Haltung von Politikern aus beiden Parteien, die durch ihr pazi- istisches Geschrei im Ausland den Eindruck erweckten, als ob das amerikanische Volk kein Vertrauen in die von Roosevelt geführte Außenpolittk habe. Eine solche Haltung könne aber nur zu einer Behinderung dieser Außenpolitik führen. Roosevelt antwortete in seinem Danktelegramm, diese Meinung Landons sei ihm eine große Hilfe in diesen sorgenvollen außenpolitischen Zeiten. Die Haltung Landons sei pattiottsch unb gebe so dem ganzen Volk ein gutes Beispiel. Amerika wünsche den geraden Kurs des Friedens mit allen Nationen weiterhin zu steuern; aber in feiner langen Geschichte habe Amerika stets die Theorie zurückgewiesen, daß man in völliger Sicherheit leben könne, wenn man vergesse, daß man ein Teil einer großen Welt von Nationen sei. Und als solcher Teil der Welt sind wir zu einem gewissen Grad von Mitarbeit, ja sogar von Führung verpflichtet bei dem Versuch, sich dem endlichen Ziel eines allgemeinen Friedens zu nähern. i 13 neue Todesurteile in Stalins Tieick. Moskau, 23. Dez. (DNB. Funkspruch.) In einem großen politischen Prozeß in Tiflis wurden fünf leitende Beamte der georgischen Zentralstelle für Getreideaufbringung zum Tode durch Erschießen verurteilt. Die Angeklagten waren der Verübung von Sabotageakten bezichtigt worden. In Archangelsk wurden acht Funktionäre der Forstwirtschaft wegen konterrevolutionärer Umtriebe unb Schädlingsarbeit nach einem mehrtägigen Prozeß zum Tode verurteilt. Chinesischer Straßenbau nach Sowjetrußland? London, 23. Dez. (DNB. Funkspruch.) Einer Londoner Meldung zufolge soll ein riesiges Aufgebot von Chinesen damit beschäftigt fein, eine rund 5000 Kilometer lange Straße zu bauen, bie bie Provinz Szetfchuan, bem gegenwärtigen Sitz ber Regierung Tschiangkaischeks, mit Sowjetrußland oerbinben soll. Nach Fertigstellung biefer Straße sollen Waffentransporte aus Sow» jetrußlanb nach China nur noch 14 Tage benötigen, anstatt wie bisher mehrere MonutL. hinter bem Ehrenspalier. Hinter dem Sarg schreiten die Kommandierenden Generale v. Reichenau und Sperrte mit den beiden Söhnen unb dem Schwiegersohn des Toten. In der nächsten Reihe gehen Reichsstatthalter General Ritter v Epp, Ministerpräsident Siebert, Gauleiter Staatsminister Adolf Wagne.r, Staatssekretär Generalmajor Hofmann und als einer ber Mitmarschierer vom 9. November 1923 Oberstleutnant Krü - bei. Es folgt bas Konfularkorps. Es reihen sich an Generale ber alten und der neuen Wehrmacht und viele andere ^rauergäste. Auf bem Senblinger Torplatz, wo auf vier hohen Pylonen Opferflammen zum grau verhangenen Himmel lobern, wurden an ber Lafette ein gemeinsamer Kranz aller ausländischen Militärattaches und weitere Kränze von der bulgarischen, finnischen, österreichischen, ungarischen, national- spanischen, türkischen, englischen und amerikanischen Armee niedergelegt. Die sechs Stabsoffiziere heben die schwarz ausgeschlagene Gruft getragen. Die Trauerparade marschiert auf, die' Mysik spielt Lieblingslied des Feldherrn „Ich hab' mich ergeben, mit Herz und mit Hand". Kurze Zeit später wird unter ben Klängen bes Präsentiermarsches ber Sarg in bie Gruft gesenkt. Die Trauerparade ekweist bie Ehrenbezeugungen. Drei Ehrensalven krachen über die Gruft. Das Lieb vom guten Kameraden beschließt bie kurze militärische Feier, an bie sich noch unzählige Kranzniederlegungen anschließen. Die Beisetzung in Tutzing. Das verschneite traute Dorf am Starnberger See, das sich der General als Ruhesitz für bie letzten Lebensjahre erwählt hatte, empfing ben Toten im Lichte ber bleichen Wintersonne. Um 13.30 Uhr traf bas Ehrengeleit mit dem Sarg ein. Ein Bataillon des JR. 40 (Augsburg) empfing mit präsentiertem. Gewehr den toten Heerführer. Dann fuhr der Kraftwagen mit dem Sarg zum Heim Ludendorffs. Acht Stabsoffiziere trugen den Verewigten in e i n' Arbeitszimmer zur letzten Aufbahrung für den engeren Freundeskreis. Nach 15 Uhr er olgte die Beisetzung: Die acht Stqbsoffiziere bringen den Sarg wieder aus dem Haus unb heben ihn auf bie Lafette, während bie Musik ben Präfentiermarsch spielt. Der Trauerzug bewegt sich nun zu bem idyl- lisch gelegenen Friedhof? Hier wirb der Sarg vor Alfambtä, Mbarraan ■ t la Puebla Valverde 0 s w 15 I > > W y W7 Nis -.; ■■Äv R ä Weihnachtsfeier für Veteranen der Einigungskriege (Scherl-Bilderdienst-M.) mir larbeit, die sich unter dem n i ft i f cf) e Deckmantel religiöser Sekten tarnte. Aus aller Welt 19 Tote bei einem Einsturzunglück Das englische Kriegsgericht in Nablus (Palästina) hat wiederum ein Todesurteil gegen einen Araber gefällt, in dessen Besitz Waffen gefunden wurden. der sei- der er- un- Der neue Bizekönig von Aethiopien, der Herzog von Aosta, ist in Asmara, der Hauptstadt von Eritrea, eingetroffen, wo ihm durch die Bevölkerung ein herzlicher Empfang zuteil wurde. Marschall G r a z i a n i, der frühere Dize- könig, wurde mit dem Großkreuz des Malteserordens ausgezeichnet. hellen Flammen. Ein Säbelschlucker verschluckte sich. Ein etwa 36jähnger Straßenarbeiter aus In Asuncion, der Hauptstadt Paraguays, haben kommunistische Elemente einen Hand- streich versucht, um sich der Wache des Kriegsministeriums zu bemächtigen. Der Handstreich wurde jedoch mit Waffengewalt vereitelt. Das Bandenoberhaupt wurde dabei getötet. Im ganzen Land herrscht Ruhe und Ordnung. Die ungarische Polizei führte einen entscheidenden Schlag gegen die unterirdisch? k o m m u- Zauberer und Säbelschlucker zu verzeichnen Dabei hat sich jetzt ein folgenschweres Unglück ereignet. Als er bei seinen Vorführungen sich die Säbelklinge 15 Zentimeter tief in den Schlund steckte, verletzte er sich durch eine ungeschickte Bewegung. Er konnte wohl den Säbel wieder herausziehen, dach starb er bald darauf an innerer Verblutung. Lokomotive fährt in einen Personenzug. Auf dem Bahnhof Kottbus fuhr eine Güterzug- lokomotive beim Rangieren auf einen haltenden Personenzug auf. Etwa 20 Personen wurden durch Glassplitter leicht verletzte eine Frau erlitt einen Schädelbruch und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Der Sachschaden ist gering. in Italien. Ein folgenschweres Unglück hat sich in Nacht zum Mittwoch in der Nähe von Fortt eignet. Wahrscheinlich infolge der anhaltenden. Keine Llmgehung der Feiertagsvezablung. Berlin, 22. Dez. (DNB) Nach Anordnung des Ministerpräsidenten Gormg vom 3. Dezember 1937 haben die Gefolgschaftsangehörigen in diesem Jahre Anspruch auf den Arbeitsverdienst ür die am 25. Dezember 1937 (1 Weihnachtseiertag) und am 1 Januar 1 938 ausfallende Arbeitszeit Es ist berichtet worden, daß in einzelnen Fällen versucht wurde, durch unbegründete Entlassungen vor Weihnachten die Feiertagsbezahlung zu umgehen Ein solcher Versuch wäre nicht nur verwerflich, sondern auch vergeblich, denn Umgehungen der Anordnung können den Änspruch auf die Feiertagsbezahlung nicht beseitigen. - ' Wetterbericht des Neichswftterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Ein zu Beginn der Woche in der Höhe einsetzen- der Warmluftzustrom brachte bereits in 2000 Meter Höhe Temperaturen über 0 Grad. Der sich dabei als Regen ausbildende Niederschlag kam in der Kaltluft zum Gefrieren und führte zu verbreiteten Glatteisbildungen Die Bodenkaltluftschicht über Westdeutschland wird nunmehr von der Warmluftmasse ausgeräumt Dabei kommt es durch Mischung der verschiedenen Warmluftmassen zu verbreiteten Nebelbildungen. Im Westen des Reiches wird in den Gebirgen voraussichtlich Tauwetter eintreten. Aussichten f ü r Freitag: Vielfach neblig, bewölkt bis bedeckt, bedingt Neigung zu Regenfällen, Temperaturen über 0 Grad, in Gebirgen Tauwetter. Aussichten für Samstag: Neblig, bedeckt, nachts leichter Frost, keine wesentlichen Niederschläge. Lufttemperaturen am 22. Dezember: mittags — 2,4 Grad Celsius, abends — 1,8 (9raD; am 23. Dezember: morgens — 0,6 Grad. Maximum —1,7 Grad, Minimum heute nacht —2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. Dezember: abends + 0,2 Grad: am 23. Dezember: morgens + 0,1 Grad Celsius. Wintersport-Wetterdienst. Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, — 3 Grad, 65 Zentimeter Gesamtschneehöhe, leichter Bruch- harsch: Ski und Rodel gut. — Herchenhainer Höhe: Bedeckt, —5 Grad, 38 Zentimeter Gesamtschneehöhe, leichter Bruchharsch: Ski Und Rodel gut. Rhön. Wasserkuppe: Mieselnd, —1 Grad, 53 Zentimenter Gesamtschneehöhe, vereist, Ski mäßig, Rodel gut. — Gersfeld: Bedeckt, —1 Grad, Schneehöhe 12 Zentimeter, Pappschnee: Ski und Rodel mäßig. Sauerland. Winterberg: Heiter, —4 Grad, 50 Zentimeter Schneehöhe: Ski und Rodel sehr gut. Schwarzwald Feldberg: Bewölkt, —10", 60 Zentimeter Schneehöhe, leicht verharscht: Ski und Rodel gut. Cosima Wagner. Nach persönlichen Erinnerungen. — Zum 100. Geburtstage: 25. Dezember. Von Margarete von Olsers. französischen Stadt St. Etienne pflegte in ner Freizeit vor Zuschauern seine Talente al iljren Gast erschien. Und ich erinnerte mich, daß meine Tante auf mein Befragen, wie Cosima aus- sähe, geantwortet hatte, sie erinnere an jene Ritter des Mittelalters, die strengen und stolzen Hüter auf den Grabplatten gotischer Kirchen... ja, so sah sie aus mit den sckarf geprägten Zügen, der aufrechten und doch leichten Haltung. Aber im Gespräch wurde die Strenge gelöst, aus den Augen Cosimas strahlte jugendlich frisches Leben und Temperament, und zuweilen war da auch ein Ausdruck von Losgeldstheit und schmerzlicher Versonnenheit, vorherrschend aber eine bezaubernde trotz der bewußt gefühlten Krönung ihres Lebens durch die Ehe mit Wagner, nie — |o fagten mir die, die sie nahe kannten — das Gefühl der Schuld Bülow gegenüber verloren und trug schwer daran bis zuletzt. , Bulow selbst aber begreift nach langen Jahren der Verzweiflung und des Zerrissenseins, daß er Cosima einst nicht verstanden und gewürdigt hatte. Auch er fühlte sein Maß an Schuld deutlich und bewußt, er beugte sich dem Geschick. Dt-e ganze Zartheit und Ehrfurcht vor dem Wesen Cosimas und ihrem unsagbaren Leid klingt aus dem Telegramm, das er ihr unmittelbar nach dem Tode Wagners sandte: „Soeur, il laut vivre!“ Er sand damit das rechte Wort für sie, tue in ihrem Schmerz um den Toten niederzubrechen drohte .. Ja, sie mußte weiterleben, auch nachdem die Sonne ihres Lebens, Richard Wagner, erloschen war. Und wieder bewährt sich ihre Treue. Sie sieht ihre Lebensaufgabe von jetzt an in der Weiterfortführung des Werkes von Bayreuth. Sie, die bisher wie kein anderer vom höchsten Verstehen erfüllt das Schaffen ihres Mannes gefördert, hatte zu feinen Lebzeiten nie einen Einfluß auf die äußere Gestaltung der Festspiele in Bayreuth ausüben wollen. Nun aber wurde sie nach dem Tode des .Meisters" bewußt die „Meisterin", sie wurde die Hüterin der Tradition und darüber hinaus die geniale Fortgestalterin des großen Werkes. Niemand hätte das in dem Maße und mit dem gleichen Verstehen vermocht wie Cosinza. Ihr verdanken wir Bayreuth in feiner jetzigen Gestalt, ihr verdanken wir, daß Waaner im deutschen Volke unsterblich geworden ist. Eine Bestimmung Cosimas vor ihrem Tode ist charakteristisch für die sich vor dein Genie Wagners Beugende und sich allzeit ritterlich Bewährende. Sie wollte nicht, daß bei ihrer Beisetzung in Bayreuth an der Seite ihres Mannes, mit einem persönlichen Worte ihrer gedacht würde. Auf ihren Wunsch aber las der Geistliche, der die Bestattung vornahm, das dreizehnte Kapitel des 1. Korintherbriefes aus der Heiligen Schrift vor. Als ich einmal als Kind bei meiner Tante, der Künstlerin Marie von D l f e r s , war, in deren Haus die alten gesellschaftlichen Traditionen des berühmten Berliner „Gelben Saales" noch aufrecht erhalten wurden, erschien zu einem ihrer Teeabende auch Cosima Wagner. Und es ist mir ein sehr lebhaftes Bild von ihr im Gedächtnis geblieben: ich sehe sie auf dem alten, von Schinkel entworfenen Empire-Sofa sitzen, sie trug ein schwarzes Kleid, das in wundervollen Falken um ihre schmale hagere, aber vom Alter ungebeugte Gestalt fiel. Ihr weißes Haar lag locker und weich gewellt um ihre Schläfen: sie trug es kurz seit dem Tode Wagners, dem sie die Fülle ihres berühmten Goldhaares mit in den Sarg gegeben hatte. Sie saß x sehr aufrecht neben meiner Tante, die, obwohl zehn Jahre älter, weißgekleidet mit ihrem schneeigen Lockenkopf und rosigem Gesicht, kindlich zart gegen Der Reichsverband zur Unterstützung deutscher Veteranen veranstaltete in Berlin für seine ältesten Mitglieder, die an den Kriegen 18 6 4, 1866 und 1870/71 teil? genommen hatten, eine schöne Weihnachtsfeier. Der Präsident des Verbandes, Generalleutnant Freiherr von Matter, hielt eine Ansprache. Helferinnen vom Roten Kreuz überreichten die Weihnachtspakete. Von links: der fast 100jährige Berthold Hecker, August M a r q u a r b t (95 Jahre alt) und Karl Schröder (92 Jahre). — (Scherl-Bilderdienft-M.) frauenhafte Güte. „Cosima sieht nicht nur äußerlich einem Ritter ähnlich, sie hat auch in ihrem Wesen etwas von ihnen", hatte mir meine Tante gesagt, ja sie kenne kaum jemand, der jo, aufrecht und furchtlos sein Panier durch das Leben trage, edel in des Wortes wahrster Bedeutung, leidenschaftlich für das kämpfend, das sie einmal als recht und gut erkannt habe. Ehrfürchtig sah ich zu der Frau hinüber, die mir so geschildert worden war. Ich hörte das Wort Bayreuth, das mir schon ein Begriff war, ünd sah, wie Cosimas Augen in edler Begeisterung leuchteten und fühlte die Bewegung meiner Tante. Ihre gegenseitige Bekanntschaft lag weit zurück. Als sie einander zum ersten Male begegneten, war Cosima achtzehn Jahre alt gewesen und hatte noch ihren Mädchennamen Cosima Liszt getragen. Es war die Zeit, als sie mit ihrer Schwester Blandine bei Frau von Bülow wohnte und Musikunterricht bei dem jungen Freunde ihres Vaters, dem Wagnerschwärmer Hans von Bülow, nahm. Auch den schönen, früh verstorbenen Bruder Cosimas, Daniel Liszt, hatte meine Tante noch gekannt, und ich habe manchmal mit ihr sein Grab auf einem der Berliner Friedhöfe besucht. In der Berliner Gesellschaft wurden Blandina und Cosima, die Töchter der schönen Gräfin d'Agoult und Liszts, nicht überall gern ausgenommen. Es wurden Bedenken geäußert. Meine Großmutter machte hierin eine Ausnahme, ja, sie soll einer Bekannten, die ihr Befremden darüber, aussprach, daß sie die Töchter Liszts bei sich sähe, sie habe doch noch junge Töchter im Hause, lächelnd geantwortet haben: „Wenn es mit der Tugend meiner Töchter so schwach bestellt ist, daß sie nicht einmal Blandina und Cosima Liszt sehen können, soll es mir leid tun". So tarnen die Töchter Liszts oft in den „Gelben Saal" und musizierten auch gelegentlich dort: denn Cosima hatte viel von dem Genie des Vaters geerbt. Liszt selbst hat dort gespielt, und meine Tante konnte sich schwer von einem Flügel trennen, den seine Finger berührt hatten. Diese Einstellung meiner Großmutter hat Cosima nie vergessen. Ein charakteristischer Zug ihres ritterlichen Wesens war die Treue, und immer hat sich Cosima Wagner auf der Höhe ihres Ruhmes dankbar derer erinnert, die dem jungen Mädchen einst freundschaftlich entgegenlraten und die später in den schwersten Zeiten ihres Lebens zu ihr hielten. Damals in Berlin kam die Ehe Cosimas mit Hans von Bülow zustande, die sich so verhängnisvoll für ihr beiderseitiges Schicksal auswirken sollte. Es war die Kunst, die die so wesensverschiede- nen jungen Menschen zusammenführte — und die Begeisterung für Waaner. Hans von Bülow hatte sich mit der ganzen Kraft seines Künstlertums als Vorkämpfer für den damals verkannten Meister und seine Schöpfungen eingesetzt, und gerade in diesem Kampf für das Genie Wagners verstand ihn Cosima, die leidenschaftliche Verehrerin des Meisters, den sie persönlich bisher nur flüchtig als Halberwachsene tennengelernt hatte. Es ist bezeichnend für Cosima, daß sie sich nach jenem Konzert mit Bülow verlobte, in dem er eine Niederlage mit der Erstaufführung der „Tannhäuser"-Ouoerture erlitten hatte. Der so überaus sensible Künstler war nach diesem Mißerfolg ohnmächtig im Künstlerzimmer zusammengebrochen. Cosima erwartete die Rückkehr des von Publikum so tief Verletzten, trotz der späten Stunde in der Wohnung seiner Mutter: sie fühlte, daß sie ihm beistehen müsse, und konnte keine Ruhe finden. Bülow war tief bewegt über dieses zarte Verständnis und empfand Cosimas Gegenwart gerade in diesem Augenblick als einen so großen Trost, daß er ergriffen äußerte, wie unsagbar schwer ihm der Gedanke sei. daß sie Berlin wieder verlassen würde. Cosima erwiderte, dann wäre es ja das Einfachste, sie bliebe für immer... Damit waren sie verlobt. Zwei Menschen kamen in Mitgefühl und gemeinsamer Bewunderung zusammen und glaubten, darauf ihren Bund gründen zu können. Zwei Menschen, wie man sie sich charakterlich nicht verschiedener denken kann. Bülow nervös, kränklich und in sich befangen, empfand sich elbft als den schutzbedürftigen Teil Cosima mit ihrem scharfen männlichen Verstand, ihrer Selbstdisziplin, ihrer Neigung, das „Schwerste still zu tragen" und zu verbergen, nahm alle Lasten auf ich. Sie war leidenschaftlich und hingebungsvoll. Büloro, in tiefster Seele verletzbar, aber äußerlich kühl, achtete dessen nicht. In der schwersten Zeit ihres Lebens, als Cosima Wagner wieder gesehen hatte und von einem Sturm Der Leidenschaft für ihn erfaßt worden war, einer Leidenschaft, gegen die sie vergebens ankämpfte, ahnte Bülow, in die Kunst des Meisters mit gleicher Leidenschaft Deren kt, überhaupt nichts von den Kämpfen, die seine unge Frau durchmachte. Wagner spricht in dieser Zeit oft von einer .„wilden" Cosima, von ihrer „Zurückhaltung ihm gegenüber", „ihrem düsteren Schweigen". Ein besserer Menschenkenner als Bülow, wird er den Gl und der ungleichen Stimmungen Cosimas schon damals geahnt haben, er, dessen Herz von der gleichen Liebe zu schwingen begann. Aber auch er rang mit sich um des Freundes willen und empfand es als „ein unglückliches Verhängnis, daß der, der ihn wie kein anderer auf künstlerischem Gebiet erfaßte, nun als Dritter zwischen ihm und Cosima stand". Und „unter Tränen und Schluchzen" besiegelten Cosima und Wagner einige Zeit später nach dessen eigenen Worten „das Bekenntnis, sich angehören zu wollen", ja noch nach vielen Jahren, als sie das tiefste Glück in ihrer Ehe gefunden hatten, ist bei Wagner um Bülows willen „von einem grenzenlosen Unglück" die Rede. Und Cosima? Sie, deren etilem ritterlichem Wesen Treue eigentümlich war, eine seltene Treue, hat gemein heftigen Niederschläge, die in den letzten Wochen ganz Wittelitalien heimgesucht haben, ist das auf einem Felsmassiv gelegene mittelalterliche Schloß von Eursercoli einge stürzt. Die Gesteinsmassen rutschten in die liefe und begruben dabei drei am Fuße des Berges stehende Arbeiter- Häuser. 19 Angehörige von acht Familien wurden dabei unter den Gesteinsmassen begraben und fanden den Tod. Nur eine Person kam wie durch ein Wunder mit dem Leben davon und konnte Hilfe herbeirufen. Sofort begaben sich die Feuerwehr, die Polizei und eine Kompanie des 3R. der Stadt Fortt an die Unglücksstätte und begannen mit den Räumungsarbeiten. Bis jetzt konnten fünf Tote geborgen werden. Neuyorker Lincoln-Tunnet dem Verkehr übergeben. Der Lincoln-Tunnel, der unter dem Hud- sonfluß hindurch den Neuyorker Stadtteil Manhattan mit Weehawken im Staate New Jersey verbindet, wurde nach dreieinhalbjähriger Bauzeit feierlich eröffnet. Der Tunnel ist 1564 Meter lang und hat bis zur Fertigstellung eines Paralleltunnels, der 1941 vollendet werden soll, zwei Fahrbahnen für gleichzeitigen Verkehr in entgegengesetzter Richtung. Als besonders neuzeitlich gelten die Ventilationsanlagen des Tunnels, dessen Wände mit weißen Fliesen ausgestattet sind, während die Decke aus einem die Helligkeit erhöhendem, nicht glänzendem Glas besteht. — Im Verlauf der Bauarbeiten kamen 15 Menschen ums Leben. Ostjüdische Devisenschieber in Oesterreich verhaftet. Kriminalbeamte fanden kürzlich in dem Koffer der Ostjüdin Klara Zahnstecher (richtig Spindel), die von Prag nach Wien reifte, 500 0 0 0 Tschechen- krönen v e r st e ck t. In ihrer Begleitung befand sich der Antwerpener Diamantenhändler Kain David Fajbusiak. Die beiden boten den Kriminalbeamten die Hälfte des Betrages an für den Fäll, daß sie von der Verhaftung absehen würden Selbstverständlich mußten sie mit auf die Polizei Dort stellte sich heraus, daß beide einem Schieberkonsortium angehörten, das von fast allen mitteleuropäischen Deoisenbehörden schon seit langem gesucht wird. Sie werden nun nicht nur wegen Devisen- schiebung, sondern auch wegen Amtsbestechung angeklagt. Jüdische Händler nach Steuerhinterziehung aus Danzig geflüchtet. Die aus Polen stammenden Juden G i l l e r - mann und Hirzhorn, die nad), Danzig zugewandert waren, unterhielten hier ein ziemlich umfangreiches Getreidehandelsgeschäft. Jetzt wurden sie wegen des dringenden Verdachts, umfangreiche Steuerhinterziehungen begangen zu haben, verhaftet. Auf ihre Versprechungen hin, das Danziger Gebiet nicht zu verlassen und eine Kaution zu stellen, wurden die beiden aus der Hast entlassen. Vorsichtigerweise hatte man ihnen die Pässe abgenommen. Die beiden Juden hatten aber solch ein schlechtes Gewissen, däß sie sich falsche Pässe besorgten und zusammen mit dem Bruder Giller- manns, der an dem Geschäft beteiligt ist, aber nicht verhaftet worden war, die Flucht ergriffen. Theaterbrand in Bukarest. Im Theater Vox-Ersorie, Bukarests größtem Varietetheater, brach während der Erstaufführung einer Revue ein Brand aus, der schnell auf den Dachboden Übergriff. Die mitwirkenden Tänzerinnen suchten eilends das Freie zu erreichen. Unter den Zuschauern brach eine ungeheure Verwirrung aus. Zahlreiche Personen wurden verletzt, ohne daß vorerst festzustellen ist, ob die Verletzungen ernster Natur sind. Der Dachstuhl stand alsbald in Ziehung der Arbeitskesch ffung<*1<>tterie. M ü n cf) e n, 22. Dez. iDNB.) Auch die 10. Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung wurde mit ihren 6000000 Losen jn knapp drei Monaten ausoerkaust. Ein schöner Beweis dafür, daß sich das deutsche Volk in seiner Gesamtheit einmütig zu den großen Plänen des Führers in der Arbeitsbeschaffung bekennt. Fast einer halben Million Volksgenossen hat die Ziehung der Lotterie, die am Mittwoch in der Münchener Tonhalle stattfand, eine Weihnachtsfreude bereitet. Der Hauptgewinn zu 50000 RM. iel in beiden Abteilungen (also beim Doppellos 100 000 RM.) auf Die Losnummer 2 808 761. 3n Luftkämpfen über Nanttchang 23 chinesische Flugzeuge vernichtet. Tokio, 23. Dez. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Domei-Meldung haben japanische Flugzeuge die Hauptstadt der Provinz Kiangsi, N a n t s ch a n g, angegriffen und den dortigen Flugplatz mit Bomben belegt, wobei 6 chinesische Flugzeuge zer- tört wurden. Nach dem Bombardement fliegen 20 chinesische Flugzeuge zum Gegenangriff auf. Es entwickelten sich heftige Luftkämpfe, bei denen laut Domei 17 chinesische Flugzeuge abgeschossen wurden. Meine politische Nachrichten. Die deutsch-finnischen Wirtschaftsverhandlungen haben zur Verlängerung des Handelsvertrags vom 24. März 1934 und des Der- rechnungsabkommens vom 2. Oktober 1934 um ein weiteres Jahr geführt. Entsprechend der wesentlichen Steigerung des Warenverkehrs und ausgehend von der Erwartung, daß die deutsche Ausfuhr nach Finnland im Jahre 1938 sich mindestens auf der gleichen Höhe wie im Vorjahr halten wird, konnten die vertraglichen Einfuhrmöglichkeiten für finnische Waren wesentlich gesteigert werden. * Der Hauptunterausschuß des Nichteinmischungsausschusses befaßte sich am Mittwoch mit technischen Einzelheiten des Planes zur Zurückziehung ausländischer Freiwilliger und behandelte auch die Frage der Zuerkennung von Rechten Kriegführender. ■ w % ^4 **>■ > ■ I schenken! Kinderweihnacht in der ArNene-Kaseme Kreis Alsfeld. der ältesten Medizinische Universiiäts- £ Verkäufe "||f 8599 A Poliklinik / Giehen im Alter von 89 Jahren. Odenhausen (Lahn), Mörs, den 23. Dezember 1937. Betr.: Die Beerdigung findet am 1. Weihnachtstag, nachm. 2 Uhr statt. Die 8596D Gießen und Tübingen, den 21. Dezember 1937. 8579 D Kameraden nähere Auf- sichlich machte es ihnen, und 6jährigen, Spaß, Gestern abend entschlief sanft unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater Der Abteilungskommandeur Oberstleutnant Döring und seine Gattin bei den kleinen Gästen. — (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Prof. Dr. med. Fr. Koch Anni Koch Ilse Koch, geb. Kempff. Die trauernden Hinterbliebenen: Marie Müller Studienrat W. Müller und Familie. BORRMANN5: Gießen, Neustadt 5, Ruf 4165 Für alle Beweise wohltuender Anteilnahme sagen wir unseren herzlichsten Dank. Geschenkt BORRMANN5: Gießen, Neustadt 5, Ruf 4165 Gemeindefinanzstatistik; hier: die Veröffent. lichung von Ausweisen über die Einnahmen und Ausgaben der Gemeindeverbände. Bekanntmachung. Einfache Unterstellmöglichkeit für Kleinwagen auf acht Wochen aemcht. Schriftl. Ängeb. u.06166 an d. Gieß. Anz. Schieß- und Fechtwesen gaben die T r ö l l e r und Wahl aus Laubach klärungen. Gießen, den 21. Dezember 1937. Der Oberbürgermeister: Ritter. Schritt, nein, auch im Trab reiten zu dürfen. Auch den Soldaten, die die Pferde führten und die Kinder betreuten, machte dieser außerordentliche Dienst sichtlich Freude. Mit leuchtenden Augen und dankbaren Herzens schieden die Kinder aus der Reithalle. Fast eine.Stunde lang hatte das Weihnachtsreiten gedauert. Und dann ging es zu anderen Freuden. In einem großen Saale war ein prächttger Weihnachts-- tisch gedeckt, überall auf den Tischen standen brennende Kerzen, und ein Lichterbaum verbreitete weihnachtliche Stimmung. Die Frauen der Offiziere und der Unteroffiziere hatten die Vorbereitungen getroffen und bewirteten die Kleinen, kaum daß sie Platz genommen hatten, reichlich mit Scho- kolode und Kuchen. Außerdem fand jedes der KinDruck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezuas- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Kreis Dehlar. # Fellingshausen, 22. Dez. Die N S. - Frauenschaft veranstaltete in der hiesigen Schule eine Weihnachtsfeier, zu der besonders die älteren Volksgenossen des Ortes eingeladen waren. Im Verkäufe des Abends gelangte ein Theaterstück zur Aufführung, das ungeteilten Beifall fand. Die Gäste der NS.-Frauenschafi wurden mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Tödlicher Unfall auf einer Treibjagd. Lpd. Marburg, 22. Dez. Bei einer Treibjagd in Oberaula ereignete sich ein tragischer Unfall. Ein Jagdgast aus Gummersbach im Rheinland, der einen Hasen erlegen wollte, griff nach seinem Gewehr, kam aber dabei unglücklicherweise zu früh an den Abzug. Der Schuß ging los, und die Schrotladung traf einen zweiten Jagdgast in den Rücken. Der Getroffene brach zusammen und wurde schwerverletzt in die Marburger Klinik eingeliefert. Dort ist er kurze Zeit nach dem operativen Eingriff gestorben. Bestens bekannte Saatzucht sucht branchekundige Vertrtter gegen Hobe Provision für den Verlauf von Hochzucht-Saatkartoffeln und Getreide Herren mit festem Eharakter, ehrlich u.fleißig, wollen unter Angabe von Referenzen sich melden unt. 8593V a. d. Gieß.Anz. Claudio Arrau im Gießener Konzertverein. Vom Gießener Konzertverein wird uns geschrieben: Im Rahmen 6er diesjährigen Meisterklavier- abende der Frankfurter Museumsgesellschaft hatte der weltberühmte Pianist Claudio Arrau einen ungewöhnlichen Erfolg Der Künstler spielt im nächsten Konzert des Gießener Konzertoereins am 9. Januar. des Karnevalvereins zu werden und sich an allen Veranstaltungen mit gleichem Recht zu beteiligen. Außerdem wurde beschlossen, daß Jugendliche unter 16 Jahren zu den Maskenbällen, sowie zu der Fremdensitzung keinen Zutritt haben. Die getroffenen Vorbereitungen versprechen auch im kommenden Jahr wieder einen vollen Erfolg. Kreis Schoflen. X Schotten, 21. Dez. In der gut besetzten Turnhalle führte das R h e i n - M a i n i s ch e Künstlertheater Gerhart Hauptmanns Drama „Elga" mit großem Erfolg auf. Das ausgezeichnet wiedergegebene Stück hinterließ bei den Zuschauern tiefsten Eindruck. — Eine herrliche Winterlandschaft mit viel Schnee Ziert gegenwärtig unsere Gegend. Eifrig wird dem Wintersport gehuldigt, auch in nächster Nähe der Stadt üben.Rodler und Schiläufer ihre Künste. Mit Freude wurde die Nachricht ausgenommen, daß im Januar auch unsere Gegend von KdF.-Urlaubem besucht wird. -—(Ruppertsburg, 19. Dez. Eine schöne, alte Sitte führte heute Pfarrer H ö r r in unserem Dorfe ein. Zwischen 18 und 19 Uhr zog er mit den Schulkindern durch die Ortsstraßen, um an mehreren Plätzen Advents- und Weihder auf seinem Platze eine große Tüte mit Backwerk. Das fröhliche Schmausen war bald im Gange. Im Verlauf, der Feier hielt Oberstleutnant Göring, der Abteilungskommandeur, eine kurze überaus herzliche Ansprache an die Kinder. Nach einem gemeinsam gesungenen Weihnachtslied kam ein mächtiger Nikolaus, dem von den Kindern viele prächtige Verse aufgesagt wurden. Die Belohnung dafür blieb auch nicht aus, und als der Nikolaus seinen Sack öffnete, gab es eitel Freude. Mit großer Dankbarkeit nahmen die Kinder die Spielzeuggeschenke in Empfang und gingen tiefbefriedigt von den reichen Erlebnissen, die ihnen die Stunden in der Artillerie-Kaserne gebracht hatten, nach Hause. Um die Durchführung der Feier und deren wirtschaftliche Ermöglichung hat sich auch die Unteroffiziersvereinigung der III. A.-R. 9 mit einem Spendenbeitrag verdient gemacht. Tüchtiger, redegewandter junger JUann Aum Besuche der Landkundschaft von gut eingeführter Firma der Cel-, Fett- und Senenbranche gesucht. Schriftl Angebote unter 8592D an den Gießener Anzeiger. nachtslieder zu fingen, damit besonders den Alten und Kranken eine große Freude bereitend. )—( Ruppertsburg, 21. Dez. In der Gast- wirkschaft von Wagner dahier fand ein Kreisappekl des Kreisverbandes Schotten des Kriegerkame- radschaftsbundes Kyffhäuser statt, bei dem neben der Kameradschaft Ruppertsburg, die fast vollständig anwesend war, auch die Kameradschaften Laubach, Gonterskirchen, Einartshausen, Stornfels, Freienseen und Wetterfeld. vertreten waren. Kreisführer Bürgermeister D e ch e r t (Rain- rod) sprach über Organisationen, Propaganda- und Kastenwesen Es erschien auch der Bezirksführer, Rittmeister a. D Stein aus Hirzenhain, und hielt einen Vortrag, in dem er über die Bedeutung des Kyffhäuserbundes, insbesondere über Unterstützungsfragen nähere Ausführungen machte. UebVr 1 Ludwig Müller, Lehrer i. R Kriegsteilnehmer von 1870/71 00 Deckenbach, 22 Dez. Eine Einwohnerinnen unserer Gemeinde,' Frau Anna Katharine Maus, Witwe, gebr. Reuter, kann am ersten Feiertag ihren 8 3 Geburtstag begehen. Die hochbetagte Frau wird zu ihrem Geburtstag die Glückwünsche von vier unmittelbaren Nachkommen, von zehn Enkeln und zwei Urenkelkindern entgegennehmen können. Auch wir beglückwünschen! selbst den Kleinsten 5- im richtigen Sattel zu sitzen und nicht nur im Aus der engeren Heimat. Altersjubiläen in Klein-Linden. OO Klein-Linden, 23 Dez. Am ersten Weihnachtsfeiertag kann unser Ortsbürger Ludwig F e i f e I, wohnhaft Frankfurter Straße 66, in körperlicher und geistiger Frische seinen 79 Geburtstag begehen. Er beschäftigt sich noch rege in der Landwirtschaft. Zwei Kinder, drei Enkel und zwei Urenkel können ihm an seinem Geburtstag ihre Glückwünsche übermitteln. — Am zweiten Weihnachtsfeiertag feiert Frau Marie Langsdorf, geborene Weigel, Wetzlarer Straße 79, ihren 87. Ge- ' burtstag. Sie ist die Zweitälteste Frau unserer Gemeinde und trotz ihres hohen Alters noch in der Lage, ihren Angehörigen bei leichter Arbeit behilflich zu sein. 5 . Kinder, 13 Enkel und 21 Urenkel können ihr gratulieren. — Der älteste Mann der Gemeinde, Konrad Lotz I., kann am zweiten Weihnachtstage seinen 90. Geburtstag feiern Herr Lotz erfreut sich trotz feines hohen Alters noch einer guten Gesundheit. Obwohl er vor einigen Jahren einen Beinbruch erlitt, konnte er doch wieder völlig hergestellt werden, noch heute legt er den Weg nach Gießen zu Fuß zurück. Wer ihn durch die Dorfstraßen gehen sieht, kann ihn eher für einen Sechziger als für einen Neunziger halten. Der Jubilar erlernte und bildete sich namentlich im Bau von Fegemühlen zur Fruchtreinigung aus. Er verheiratete sich im Jahre 1870 mit Frau Marie, geb. Faber, mit der er die silberne, goldene , diamantene und schließlich im Jahre 1935 auch noch die eiserne Hochzeit feiern konnte. Von seinen Kindern sind noch sieben, sechs Töchter und ein Sohn, am Leben, ferner noch 23 Enkel und 15 Urenkel. Herr Lotz gehörte mehrere Jahrzehnte lang der evangelischen Kirchengemeinde als Kirchengemeindevertreter an und nahm an den Geschehnissen unseres Dorfes immer regen Anteil. Wir beglückwünschen die Jubilare! Landkreis (Ließen. £ Wiefeck, 23. Dez. Am zweiten Weihnachtsfeiertag wird unser Mitbürger Johannes Kreiling, Weichensteller i. R., 7 6 Jahre alt. ch Staufenberg, 22. Dez. Die Ehefrau Elisabethe Rühl feierte am Montag in der hiesigen Zigarrenfabrik von Rinn & Cloos ihr 2 5 - jähriges Arbeitsjubiläum. Die Jubilarin wurde von der Firma und von den Arbeitskameradinnen geehrt. Kreis Schotten. * Laubach, 20. Dez. Der Elfer-Rat des Karneval Vereins 1 9 08 hielt mit dem gesamten Vorstand des Vereins seine erste Sitzung im Hotel „Schützenhof" ab. Der Präsident des Vereins, Reichsbahnassistent Pg. Hch. Wahl, begrüßte die zahlreich Erschienenen. Seinem Bericht über die Vorarbeiten war zu entnehmen, daß die Arbeiten schon einen ansehnlichen Umfang angenommen haben. Als Ziel aller Ausgaben bezeichnete er die Verwirklichung.der karnevalistischen Idee, des närrischen Treibens in Laubach, um den Fremdenverkehr zu fördern, die Geschäftswelt zu unterstützen und nicht zuletzt die Sorgen des Alltags einmal vergessen zu machen. Alle Veranstaltungen werden, wie im vergangenen Jahr, in Zusammenarbeit ryit der NSG. „Kraft durch Freude" durchgeführt. Um den bevorstehenden Arbeiten gewachsen zu fein, bestimmte der Präsident die Mitglieder zu dem Kleinen Rat. Diesem gehören 25 Mitarbeiter an. Es wurden sodann die Ausschüsse gebildet. Der endgültig festgelegte Plan sieht für Sonntag, 20. Januar 1938, einen Maskenball mit Prämiierung „ins Desche" vor. Am 6. Februar findet ein Kinderkostümfest mit Theater und sonstigen Ueberraschungen im .,Solm- fcr Hof" statt, am 20. Februar ein Mitgliederkostümball bei „Webers". Am 27. Februar findet, wie im Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange/ Stellvertreter des Hauptschristleiters: Emst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyrioh für den übrigen Teil: Emst Blumschein. Anzeigern, (eiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 37: 10 780. Berufstätiger Herr sucht per 1.Januar 1938 nut möbl. Wo- und (evtl, mit Kautsch), das sich auch für Bürozwecke eignet. Preisofferte unter 8594V an den Gießener Anzeiger erbeten. vergangenen Jahr, eine große Propagandafahrt nach Wetterfeld, Lauter, Grünberg, Ruppersburg, Gonterskirchen, Lardenbach, Klein-Eichen, Freienseen und zurück statt. Abends veranstaltet der Verein wieder eine große Gala-Fremdensitzung mit anschließendem Tanz bei „Michels". Am 1. März (Dienstag) wird nachmittags ein großer Karnevalzug, offen für die Teilnahme van Wagen und Gruppen aller umliegenden Gemeinden, durch die Straßen der Stadt geführt; auch hier findet eine Prämiierung der schönsten Wagen und der schönsten bzw. originellsten Gruppen statt. Nach Auflösung des Karnevalzuges „froher Faschingsnachmittag in allen Lokalen". Abends Maskenball mit Prämiierung-.Wegen des gewaltigen Andranges im vergangenen Jahr muß die Lokalfrage hierfür noch offen bleiben. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurden noch die Mitgliederbeiträge geregelt, die Musikfrage behandelt, zur Frage der Bildung der Prinzengarde und noch zu manchen anderen Stellung genommen. U. a. sollen Preise für das beste gedichtete und vertonte Laubacher Karnevallied vergeben werden Dieser Wettbewerb ist offen für jeden Volksgenossen, der in Laubach wohnt. Ein besonderer Beschluß ging dahiw daß es den Volksgenossen von Wetterfeld, welches eine Zelle der Ortsgruppe Laubach bildet, möglich ist, Mitglied ! Stellenangebote! WW für Gastwirtick., das auch tn der Landwirtschaft mitbilft, aefucht. lviiUim öauut. Restaurant rsssD Klostermüble, Klost. Arnsburg Mündlich können <2iees nurwenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige lagen (Sie e§ allen Außer an den Feiertagen ist die Med. Univ.-Poliklinik am Montag dem 27. Dezember 1337, und Montag, dem 3. Januar 1938 geschlossen. An den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr werden nur dringende Krankheitsfälle und bestellte Patienten behandelt. fl606D | Mietgesuche"] Junger Arzt sucht ab 3. Jan, möblierLZimmer < Kliniksnähe) mögl. mit Heiz. Schriftl. Angeb. unter 8595 D an den Gieß Anz. F Einspaltige j werden zum ermäßigten Klpinan7oinQn Grundpreis von 5 Pf für die Hlul IdnZuly üll Millimeterzelle veröffentlicht! Finanz- und Kassenlage der Stadt Gießen für das I. Halbjahr 1937 Rj. ist bei regelmäßigem Steuereingang als ausgeglichen zu bezeichnen. Die Ausgaben bewegen sich im Rahmen des Voranschlags, Erschütterungen, die Fehlbeträge verursachen konnten, sind nicht zu erwarten. 8589C Die vorhandene Stetigkeit in der Finanzentwick« hing hat somit weiterhin angehalten. Auch die Ariillerie- Abteilung unseres Standortes folgte am gestrigen Mittwochnachmittag mit der Veranstaltung einer Kinder - Weihnachts-Feier einer bereits zur Tradition gewordenen schonen Gepflogenheit. 70 Kinder waren in der Artilleriekaserne zu Gast und erlebten einige unterhaltsame und glückliche Stunden. Bald nach dem Eintreffen der Kinder gab es zunächst einen Rund- । gang durch einige der Ställe, und die Kinder, insbesondere die Knaben, hatten bewundernde Augen für die schonen Pferde, die da in den blitzsauberen Ställen standen. Und dann ging es in die Reithalle! Es war für die Kinder ein großes Erlebnis, einmal richtig reiten zu dürfen, und Groß. Transport Ferkelu. Läufer (schutzgeimpft) verkauft 06in Lauusbach 132. (fin großer und ein mittelgroßer Cisschrank eine Büfettauf- satz-Vitrirre und em Fleischwolf zu verkauf 851)3d " lbnbofgasi- ten Gießen. . Linoleum ca.300 qm Jasp6 2,4 mm stark, per qm RM. 4.05, gegen sofortige Kaste zu verkauf. Tavetenhaus rerd. Nennstiel Sohn Giefcen, Goethestr. 7 Hint.d.Handels- u. Gewerbebank. ( Kaufgesuche | Milw.-ßeschäfl Mi kauf, gesucht. Warenlag. kann übernommen werden.Schriftl. Angebote werd, streng vertraut, behandelt u.erb. unter 8581D an den Gieß. Anz. f Vereine Turnverein von 1846. Giehen 1. Weihnachtsfeiertag ab 19 Uhr in der Turnhalle Steinstraße Familienfeier mit turnerischen Vorführungen und Tanz. Die Mitglieder werden um vollzählige Beteilia. l gebeten. S5^d öecveceinssWer. I Nr. 200 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 25. Dezember |95Z 54000 Weihmchlspakete auf den Gießener poUmlern. Gtark-r Paketversand nach auswärts, großer paketemgang für Gießener Empfänger. — Tag und Rächt Hochbetrreb in dem Paketversandschuppen der Post am Gießener Bahnhof. Der Weihnachtsmann muß auf seinem Wege zur Weihnachtsbescherung mancherlei Stationen passieren. Seine Reise zu uns führt beispielsweise über zahlreiche Betriebe aller Art, durch mancherlei Geschäfte und nicht zuletzt auch über eine der wichtigsten Wegstationen, über der unsichtbar das Wort „P a k e t v c r s a n d" steht. Neuerdings hat sich auf dieser Station die Reichsbahn mit ihrem Expreßgutverkehr mehr als früher bemerkbar gemacht, aber nach wie vor steht hier die Reichspost mit ihrem Weihnachtspaketdienst weit voraus an der Spitze des gesamten Versandbetriebs. Alljährlich um dur Weihnachtszeit herrscht denn auch in den Pakethallen und in den Paketschuppen der Reichspost tagelang vor dem Weihnachtsfeste Großbetrieb, nicht minder lebhaft geht es vor den Postwagen der Züge an den Bahnsteigen aller Bahnhöfe zu. Dort wird von unzählig vielen Männern im ganzen Reich tage- und nächtelang eine so gewaltige Arbeitsleistung vollbracht, daß man immer wieder höchsten Respekt vor diesem Einsatz haben muß und sich dabei mit gutem Grund sagen kann, daß der Weihnachtsmann ohne alle diese, Helfer doch nur recht unvollkommen und auch wenig fristgerechte Besuche würde machen kpnnen. Daher verdienen denn auch diese eifrigen Helfer des Weihnachtsmannes einmal besondere Beachtung bei ihrer Arbeit. Wir hatten uns zu diesem Besuch an der Arbeitsstätte der Post den gestrigen Mittwochabend ausaesucht. Unser Weg führte zu der Pakethalle des Gießener Postbetriebs am Bahnhof hinter den Schwarzschen Kolonnaden. Wie vor einigen Jahren schon, als wir uns dort wenige Tage vor Weihnachten umschauten, fanden wir auch gestern abend wieder viele Männer der Post in angespanntester Arbeitstätigkeit vor, die bestrebt waren, unter Einsatz aller ihrer Kräfte dafür zu sorgen, daß der Paketoersand im Dienste des Weihnachtsmannes so rasch und so pünktlich erfolgt, wie er von den Empfängern erwartet wird, damit sie zur rechten Zeit ihre Festfreude erleben können. Seit nahezu drei Wochen ist dieser Hochbetrieb des Weihnachtspaketdienstes der Post wieder im Gange. In den ersten Tagen des Dezember setzte er mit dem Versand vieler Geschäftspakete ein. Dann wuchs er ständig und rasch zu immer größerem Umfange an. Und in diesen Tagen unmittelbar vor dem Weihnachtsfest ist er so stark geworden, daß etwa 80 Männer der Po st, einschließlich 35 Aushelfern, Tag und Nacht in drei Schichten allein in der Pakethalle am Bahnhof tätig sind, um den Paket- und Päckchenvepsand pünktlich durchzuführen. Dabei handelt es sich nicht allein um die Pakete und Päckchen, die von Gießen aus nach anderen Orten versandt werden, sondern es gilt auch, die auf unserrn Bahnhof als Verkehrsknotenpunkt aus zahlreichen Richtungen mit allen Zügen, auch mit Paketsonderwagen, ankommenden Pakete und Säcke mit Päckchen nach den Richtungen (von der Post genannt „Kurse") zu sortieren und möglichst rasch weiterzubefördern. Bei diesem Massenandrang kann man in der großen Pakethalle, trotz aller Beschleunigung der Sortier- und Versandairbeit, ganze Berge von Paketen sehen, die jeder für einen bestimmten Kurs sortiert sind und zu der vorgesehenen Stunde bzw. Zugverbindung auf großen Gepäckkarren ihren Weg von der Pakethalle zum Bahnsteig zwecks Verladung in die Bahnpostwagen oder auch in Paket- Güterwagen, oder in den jetzt einmal in jeder Nacht aus Frankfurt kommenden und in Richtung Kassel und darüber hinaus fahrenden Postpaket-Sonderzug nehmen. Welche Ausmaße der W e i h n a ch,t s p a k e t- verkehr im Gießener Po st betrieb als Ausgangsstation bzw als Durchgangsstelle - annimmt, mögen einige Zahlen dartun: Bei der Beförderung sog. „S a ck w a g e n" (Güterwagen voll beladen mit Paketen) kommen auf jeden dieser Wagen ab Gießener Bahnhof durchschnittlich rund 2500 Pakete; täglich werden aus diesem Wege von der Post Gießen in sieben „Sackwagen" rund 18 000 Pakete abbefördert. Der Postpaket - Sonderzug aus Frankfurt a. M. über Gießen in Richtung Kassel und weiter, der nachts kurz nach 2 Uhr unseren Bahnhof passiert, nimmt in der Regel von Gießen zwei mtf Paketen vollbeladene Bahnpostwagen und zwei ebenfalls paketbeladene Güterwagen mit. Natürlich hat dieser Zug auch noch eine Reihe von Güterwagen mit Paketen aus Frankfurt und von weiter her, so daß man sich — wenn man etwa 2500 Pakete je Güterwagen als Maßstab nimmt — ungefähr selbst ausrechnen ckann, wieviel Pakete allein in jedem dieser nächtlichen Sonderzüge mit etwa zehn bis zwölf Wagen befördert werden. Beim Postamt Gießen sind bis zum gestri- cjen Tage einschließlich rund 26300 Pakete für Empfänger in der Stadt Gießen a n g e k o m - men. Zum Versand nach auswärts wurden in der Zeit vom 14. bis 22. Dezember einschließlich bei den beiden Gießener Postämtern insgesamt 2 7 2 0 0 Pakete aufgeliefert, wovon 17 700 auf das Postamt I in der Baynhofstraße und 9500 Pakete auf die Stadtpost in der Neuen Bäue entfallen. Mithin beläuft sich der allein im D i e n st e der Stadt Gießen durchgeführte P a k e t Umschlag bei den beiden Gießener Postämtern auf rund 54 0 0 0 Pakete. Das ist aber — wohlgemerkt — nur das Ergebnis bis zum gestrigen Mittwoch abend; heute und morgen ist natürlich der Postpaketversand immer noch rege im Gange. Es ist denn auch bei diesem gewaltigen Paketoer- kehr kein Wunder, daß die üblichen kleinen Paketautos der Post allein den Andrang beim Abtransport der Pakete nicht bewältigen können und teilweise die großen Postomnibusse, die sonst der Personenbeförderung dienen, zum Ausfahren der Pakete mit verwandt werden müssen. Wer eine Zeitlang den Betrieb bei der Sortierung und Abfertigung der Pakete im Paketschuppen beigewohnt und sich auch den Massenandrang an den Annahmeschaltern der Paketabfertigungsstellen in den beiden Postämtern in seiner ganzen Auswirkung vergegenwärtigt hat, der wird mit uns sagen, daß von unseren Gießener Postbeamten und von ihren zur Aushilfe eingestellten Mitarbeitern hier wiederum eine gewaltige und strapazenreiche Arbeitsleistung vollbracht wird. Allen diesen Männern gebührt besondere Anerkennung und der aufrichtige Dank aller derer, die durch den aufopferungsvollen Einsatz der Männer der Post rechtzeitig ihr Paket vom Weihnachtsmann auf den Gabentisch erhalten. Möge diesen Männern nach ihrer tage- und nächtelangen Arbeit im Dienste der Allgemeinheit ein frohes Fest deschieden sein. B. 7 jj Im Paketoersandschuppen des Gießener Postamtes. — Paketberge im Postwagen. — (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Aus der Stadt Gießen. Vorweihnachtstag im Forsthaus. Kindheilserinnerungen. „Ich träume als Kind mich zurücke" ms einsam* weltabgeschiedene Forsthaus, wenn der Zauber der Wald-Weihnacht uns Kinder umfing. Schweigend trugen Baum und Strauch die Last des Schnees. Die Not des Winters machte das Getier des Waldes zutraulicher. Hirsch und Reh und Has' kamen zur Futterstelle vorm Haus, und Markwart, der sonst so scheue Häher, erdreistete sich, Hof und Garten nach Dingen für seinen nimmersatten Magen abzusuchen. Tagelang sahen wir dann keinen Menschen, als nur in der Morgen- und Abenddämmerung die Holzhauer im Gänsemarsch vorbeistapfen und den alten — Briefträger. Ja, der Briefträger war eigentlich unser tägliches Erlebnis! Dem sprangen wir entgegen, wenn er prustend und schnaubend und schwitzend, sich schwer auf seinen Eichenstock stützend, durch den hohen Schnee daherkam. Mit Triumphgebrüll wurde er empfangen und ins Haus geleitet, wo er Briefe und Karten und Zeitungen und — Neuigkeiten auspacffe, und mit vielsagendem Lächeln Weihnachtspakete abschnallte, die Mutter gleich fürsorglich versteckte. Zum Vorweihnachtstag-Morgen hatte sich folgendes Brauchtum herausgebildet: Ungeduldig erwarteten wir Kinder von der Anhöhe am steinernen Wegkreuz unseren väterlichen Freund, den Holzhauermeister aus dem eine gute Stunde wegliegenden Dorf. In fünfzehnhundert Meter Entfernung tauchte er endlich aus einer Mulde der schnurgeraden Straße auf, zunächst nur als ein dunkler Punkt im Schnee. Dann wuchs allmählich die Gestalt. Der Frühstücksranzen an der linken Seite wurde erkennbar. Wir achteten auf Gang und Haltung und ganz besonders scharf auf die dem guten Alten eigenen Armbewegungen. Er hatte nämlich auf seinem täglich einsamen Wege die Angewohnheit, in tiefe Gedanken versunken einherzuschreiten, aber unbewußt mit Händen und Armen seine Denk- Feststellungen zu unterstreichen. Je nach Aussehen und Stärke der Bewegungen versuchten wir die Art der Gedanken zu erraten. Unter dieser unserer kinderpsychologischen Betrachtung kam der Erwartete näher und näher, bis wir ihm endlich die Hand zur Begrüßung drücken konnten. Und dann gings zusammen mit ihm quer waldein. Ach, lustig war das immer! Unruhige Spuren zeichneten unsere Sprünge in den Schnee, Weihnachtslieder schallten durch die winterliche Ruhe, dazwischen -Fragen und Erzählen und das Jiff-Jaff von <5trepp, dem kurzbeinigen Dackel, der n/jr mit wunderlichen Hopsern vorwärts kam und immer* wieder in der Schneemasse versank, so daß kaum mehr als dqs Ende seiner Rute sichtbar blieb. Unser Ziel war das Einholen des Weihnachtsbaumes! Hatten wir die Tannendickung erreicht, dann setzte die Musterung der Bäume ein. Ein ganz auserlesener, gleichmäßig gewachsener und beamteter Baum mußte es schon fein; da sah Mutter mit Strenge drauf. Ost war es nicht leicht, den richtigen zu finden. Zumeist aber hatte der Vater mit dem Holzhauermeister schon Vorschau gehalten, und aus der engeren Wahl suchten wir den passenden aus. Hurtig wurde er daheim im Ständer befestigt und ins Wohnzimmer getragen, und mit ihm verschwanden dorthin Mutter und Magd. Erst ahnten, später wußten wir, warum! Unendlich dünkte uns die Zeit des „Baumputzens". Derweilen saßen wir mit Vater in der Küche. Unvergeßlich in der Erinnerung eingeprägt sind diese Stunden des geheimnisvollen Wartens in der Dämmerung des früh zu Ende gehenden Tages. Im Herd knisterten die Buchenscheiter, und die züngelnde Flamme warf durch zwei Zuglöcher der Türe tanzende Strahlen in den mollig-warmen Raum. Vater erzählte in Sie erste Feidwechnacht. Von Joses ^aanus Wehner Es ist wie imiv.^r, wenn wir abgelöst werden. Wir eilen querdurch das Feld, den weiten mond- beschienenen Hang hinauf, der wie ein bleiches Leintuch sich in den Himmel spannt. Immer noch liegen in den Geländefalten die toten Franzosen, die nach dem letzten Durchbruch ihre eigene Artillerie zerfetzte; ihre schwarzen Gesichter starren immer noch in den regenbogenfarbenen Mond, ihre Hände sind immer noch geballt, als könnten sie den Schrecken nicht fassen, der damals brüllend und fauchend aus den Wolken fiel, aus den Wolken ihrer Heimat. Wir laufen eilig den hellen Hang hinauf, unsere Schultern sind heiß: werden sie uns diesmal merken, die Späher hinter den Strohhaufen im Park von Maricourt? Die Luft ist unendlich still,, unbeweglich bebändern «chäferwölkchen den weichen Himmel, widersinnig wäre es, wenn jetzt die Rohre jenseits rotes und gelbes Feuer in dieses Idyll spien. Auf der Höhe funkelt die zerschossene Zuckerfabrik. Das Licht überfpinnt ihre roten Steine mit grünem Glast, mit abenteuerlich zerfallenen Bögen und Nischen erwartet sie uns, völlig offen, eine märchenhafte Kathedrale des Todes. Den weißen Hang hat sie unter sich gebreitet wie ein Netz, das die Blitze der feindlichen Kanonen anzieht. Wir laufen 'wie ausbrechende Gefangene auf den zerstörten Steinbau zu, wir erreichen ihn, mir sammeln hinter dem durchlöcherten Mauerwerk — ja, sie ist schon da, unsere brave Feldküche; wir sehen den mächtigen Goldfuchs wieder, er scharrt und schnaubt, als er uns erkennt; und hoch im Suppenrauche steht der Koch und schaufelt mit dem großen Lössel Dampf und Fleisch in unsere Kochgeschirrdeckel. ■ Es ist wie immer, wenn wir abgelost werden. Bald haben wir die feste Straße erreicht. Unsere Stiefel klirren auf dem gefrorenen Basalt Drüben hinter den Strohhaufen steigen Leuchtkugeln auf, ount und vielfarbig wie die Glaskugeln aus Thüringen, die einst in der Heimat unsere Weihnachts- ibäume schmückten. Weihnacht? Ist morgen wirklich .Heiliger Abend? Was will uns das Fest? Hier ist Krieg und Tod! Und-da kommen sie schon heran, die Granaten. üMby merkwürdig, sie zischen nicht hitzig in unsere Reihen, nein, sie sieden langsam über uns dahin iund plumpsen schwerfällig und weit von uns irgendwo in den Tau einer Wiese herab. Weih- nachtspakete? Wir lachen unwillkürlich, ja wir fingen, erst einzeln und dann in Chören; wir fingen ouch dann noch, als die großen Eisenkapseln näher vu uns heranrücken. Heute können sie uns nicht treffen, denken wir; wir marschieren ja doch in die Weihnacht hinein! Der Hauptmann an der Spitze dreht sich wild auf feinem Rappen herum: „Wollt ihr wohl das Maul halten, ihr Teufelskerle!" Aber wir sind doch ohne Verluste heimgekommen in unser kleines Dorf Sainte Radegonde, nahe bei Peronne an der Somme. Als wir am andern Morgen erwachen, fällt draußen ein fröhlicher und milder Schnee. Wir springen schnell aus dem Stroh, die ganze Gruppe, und tanzen hinaus in den Hof. Wir freuen uns wie Kinder über das herrliche Wirrsal der Flocken, wir haschen sie, wir reiben unsere Gesichter ein — sind es nicht deutsche Flocken? Dann stapfen wir durch das glitzernde Sprühwerk zum Marketender. Er wird immer dichter, der herrliche Schnee, er bleibt liegen, uns zuliebe, leise verpuppen sich die Hecken; die lodernden Zypressenbäume, die sonst schaurig auf dem Hügel den Gekreuzigten umwehten, sind schon schneeweiß. Wenn wir sprechen, hören wir unsere eigene Stimme, als sprächen wir gegen eine wollene Decke; alle Schärfe ist aus der Welt genommen — nein, es ist kein Krieg, läppisch wie Kinderspielzeug dumpfen die Kanonen in jener meilenweiten Ferne, in der wir vor einer Ewigkeit noch lagen, wir glauben es nicht mehr Wir behängen uns mit Zuckerkringeln und Glaskugeln, die Kisten des Marketenders sind unerschöpflich. Zwei von uns, die über den Strom gefahren waren, bringen ein Edeltännchen mit, ein mageres und verwachsenes Kindchen, das svgur vergaß, eine Spitze in den Himmel zu recken. Aber wir nehmen es hoch, wir herzen und küssen es, völlig närrisch, und wollen eben anfangen, es farbig aufzuputzen, da tritt Feldwebel Focke in unsere Stube. Wir sind plötzlich still geworden. Die Stube wird dunkel von einem großen grünen Baum, der durch die Türe kommt: eine Fichte aus Deutschland, Fockes Vater hat sie geschickt. Langsam wallt der dunkelgrüne Bruder in die Stube, jeder berührt die feinen sprühenden Zweige mit der Hand, wir blicken in sein Gehäuse und sehen unsere Heimat darin: das Dorf, die lieben Gesichter der Eltern, unseren heiligen schönen Wald. Wie im Traume schmücken wir ihn. Erst gegen Abend sind wir fertig. Kasiske hat Feuer im offenen Kamin entzündet, der Schein der Flamme spielt in Kugeln und Flitter, süßestes Ächt quillt aus den Klüften des Baumes, wir stehen und sinnen, ohne Licht zu machen, zwischen Flamme und Baum und baden unser Herz in dem unendlichen Glanze, bis es ganz warm wird und froh. Dann ziehen wir hinter das Dors auf den Zypressenhügel. Paul Lang, unser Dichter, hat das vergessene Edeltännchen heimlich geschmückt und mit Lichtern besteckt. Die Luft ist mild, die Kerzen brennen, keine von ihnen erlischt. Der Schnee fällt nicht mehr, behutsam stellen wir das Tännchen in das Moos zwischen die Zypressen, 'Cs soll den Toten leuchten in dieser Nacht. Die Zypressen umhüllen es wie die Wände einer Laterne, wie sehen es selig düster in seinem Gehäuse funkeln, lange noch und inbrünstig, als wir, von heimlichen Schauern umschwirrt, den Hügel hinabgehen. Sind sie da, die Brüder? Die Sterne brennen über uns. Die Gassen des Dorfes sind still und leer. Stumm schwenkt unser Zug in den Hof des Haupttnanns. Dort steht schon die Kompanie. Offiziere und Feldwebel halten Lichtchen an den großen Baistn, der sich mitten im Hofe erhellt. Langsam steht Kerze um Kerze zum Leben auf, eine zarte Fttge, bis in den Gipfel des Baumes. Die graue Menschenmauer wird lebendig; bärtige, knochige, fahle Gesichter blicken gebannt in die lebenden Flämmchen, die die Nacht verklären. Sie tanzen und wogen, und mancher von den Bärtigen denkt: „Das ist meine Seele — wann wird sie verlöschen?" Unser lieber Hauptmann tritt aus dem Hause, die Offiziere stellen sich neben ihn, sie haben neue Uniformen an, ihre Achselstücke glänzen; der junge Leutnant von Ow hat seine Mütze vergessen, er merkt es nicht, lächelnd blickt er in den Lichterbaum, und sein helles Haar glänzt wie Gold. Unser Quartett singt vierstimmia „O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!" Eduard Lang hat es schon im Schützengraben eingeübt; die Sänger durften nur brummen und summen, damit es die Franzosen nicht hörten — aber nun jubelt das Lied frei um den Baum; manche Hand fährt nach den Augen: es ist ja erlaubt, wir stehen im Rührl euch; manches Haupt fällt auf die Brust, und die starr geradeaus blicken, haben es auch nicht leichter, nur der junge Leutnant lächelt verloren. Und dann spricht der Hauptmann. Er spricht heute wie ein Vater, ja, er redet in seiner Mundart, und das will uns schier noch tiefer rühren als eben das Lied. Er spricht von unseren Toten, vom Schäfer Wunderle, vom Schneider Fichtl, vom Bauern Hagspiel, und sie treten wie angerufen in ihren altdeutschen Trachten still in unseren Kreis. Sie haben ihre Soldatenkleider abgetan und sind wieder geworden, was sie waren, unsterbliche Zeugen der Heimat. Am Ende sagt er, wir sollen nun heimgehen und uns von zu Hause erzählen. Die Sänger sangen noch einmal die „Stille Nacht, Heilige Nacht". Und als der letzte Ton verklungen war, stand die Kompanie still. Der Hauptmann brachte ein dreifaches Hurra auf den Kaiser aus. Beim letzten Rufe aber erlosch plötzlich, wie von Geisterhauch gelöscht, der ganze feierliche Baum von oben bis unten und stand da, kohlschwarz und fast unsichtbar. Uns wollte das Herz stillstehen, kein Offizier sand das Kommando, und unwillkürlich blickten wir alle nach der Mondscheibe empor, die in ihrem goldenen Hofe, schwebend und unergründlich, über der Welt stand. Dann liefen wir schnell durch die. Quartiere des Bataillons, um zu sehen, wie die anderen Weihnacht feierten. In allen Hütten hatten die Soldaten die Wände mit grünem Reisig und Kerzen geschmückt. Ueberall leuchteten winzige Bäumchen. Sogar auf den kleinen Bierfäßchen brannten Kerzen. Die drei zänkischen Schneider der Gruppe I saßen friedlich beisammen, der verliebte Dvrfschäfer L. lag am Kamin, ein Bauernsohn tanzte langsam, und Infanterist Pflaum trug die luftige „Ballade von Jena" vor, in der erzählt wird von einem riesigen Menschenauflauf, weil ein Student zehn Mark auf die Sparkasse trug. Am schönsten war das Lager des Försters Dietrich. Er hatte von Seekiefer, Zirbelkiefer und Eiben einen kleinen Wald gebaut, und unter den lichtertragenden Aesten lagen die Soldaten friedlich wie in der sommerlichen Heimat. — Und dann gingen wir heim, um unsere geistige Weihnacht zu feiern. Der Weihnachtsmann als Modell. Der berühmte Maler Adolf Menzel war in der letzten Zeit feines Lebens sehr menschenscheu geworden. Er pflegte daher auch den Weihnachtsabend allein in seinem Atelier im Berliner Lust- gartenoiertel zu verbringen. Bekannte versuchten einige Male, ihn aus seiner selbstgewählten Einsamkeit zu reißen, aber sie wurden nur mit Grobheit empfangen, so daß sie eine Wiederholung scheuten. Einmal beschlossen sie, ihm einen Streich zu spielen. Im Jahre 1897 mieteten sie am Weihnachtsabend einen Dienstmann, den sie als Weihnachtsmann verkleideten, und dem sie einen Sack voll Scherzartikel für Menzel übergaben. Dem Dienstmann wurde eingeschärft, er dürfe sich unter keinen Umständen abschrecken lassen, sondern müsse die Geschenke bestimmt abgeben. Der Dienstmann steckte schmunzelnd das Trinkgeld ein und erklärte, ihn habe bisher noch niemand abweisen können. Als er bei Menzel ankam, fuhr dieser ihn sofort mit einer Grobheit an, aber der Weihnachtsmann be« schwichtigte ihn: „Sachte, Männeken, ick bringe Ihnen hübsche Sachen". Damit fing er an, feinen Sack auszupacken. Sehr erstaunt war er, daß der Künstler ihn plötzlich ruhig gewähren ließ und keinen Ton mehr sagte. Menzel aber hatte seinen Zeichenblock hervorgeholt und angefangen, den unvermuteten Besucher zu zeichnen. Als der Weihnachtsmann seinen Sack fertig ausgepackt hatte und gehen wollte, schob ihm Menzel vielmehr einen Stuhl hin und bat ihn zu bleiben. Zwei Stunden läng zeichnete er an dem Gesicht, bann gab er dem Weihnachtsmann einen Taler und sagte zufrieden« „Gut. Es hat mich gefreut." Gießener SA. feiert 1 Die Einheiten der SA., des NSKK. und der Werkscharen der Deutschen Arbeitsfront begingen am gestrigen Mittwoch, dem kürzesten Tag des Jahres, in feierlicher Weise die Wintersonnwende. Der Anmarsch zum Platz der Feier, zum Trieb, erfolgte im Schweigemarsch. Nach der Ankunft der Einheiten formierten sich die Gliederungen auf dem schneebedeckten Trieb im großen offenen Rechteck vor der Nolkshalle, während ,Ehrensturm und Abordnungen auf der Treppe zum großen Seitenein- aang der Voltshalle dekorativ Aufstellung nahmen. Agch zahlreiche Volksgenossen hatten sich eingefunden, um die Feier mitzuerleben. Musik des Musikzuges der SA.-Standarte 116 eröffnete, nachdem der'Aufmarsch vollzogen und die Meldung der Einheiten an den Bnaadeführer erfolgt war, unter der Leitung von Musikzugführer Herrmann, die Feier. Gemeinsam wurde dann ein Lied gesungen, das dem Sinn der Stunde entsprach und während anschließend ein Kamerad einen Dorspruch vom Balkon der Volkshalle aus zum Vortrag brachte, wurde der mächtige Holzstoß entzündet, der Sekunden später in hochaufzüngelnden Flammen stand. Sodann hielt Brigadeführer Schwarz die Weiheansprache, die weniger eine Ansprache im üblichen Sinne war, als vielmehr ein einziges Bekenntnis zu Volk und Vaterland, ein Aufruf zur Bewahrung der lebendigen Kräfte in unserem Volke, eine große Erinnerung an die Art unserer Vorfahren und eine Deutung des Sinnes des Sonnwendfeuers. Die Worte, fast dichterisch gesetzt und mit Begeisterung vom Brigadeführer vorgetragen, verfehlten ihren Eindruck auf die Zuhörer nicht. Der Lautsprecher übertrug die Worte des Bekenntnisses zu heldischer Art in unserem Volke deutlich hörbar über den weiten Platz und im Echo vom Philosophenwald und von der Artillerie-Kaserne her klangen sie wie zur Bekräftigung zurück. Brigadeführer Schwarz schilderte die heilige Flamme des Sonnwendfeuers als die Spenderin von Leben und Tod, die Leuchte in der Finsternis. Er forderte die Kameraden auf, als Männer eines Blutes und eines Geistes, Diener ihres Volkes zu sein und Kämpfer um Deutschlands Gegenwart und Zukunft. Er sprach von der Flamme, daß sie dem starken (Stauben leuchten möge, den Treuen den Weg weise und den Un- U: intersonnwende. das zunehmende Dunkel hinein, erzählte vom Wald und von Tieren, wohl auch mal eine Weihnachtsgeschichte aus seinen Kindheitstagen. Halb hörten wir ihm zu, halb lauschten wir nach der Haustür, ob nicht doch einmal Knecht Ruprecht aus der unendlich feierlichen Waldesstille hereintrate. Aber er blieb zumeist aus, und auf unser banges Fragen nach ihm erklärte Vater, daß er wohl nicht Zeit fände, aus dem Dorf den weiten Weg ins Forsthaus zu tun. Mitunter verstummten auch die Gespräche und jeder spann seine eigenen Gedanken, bis ein Aufjapsen der träumenden Hunde an die Wirklichkeit erinnerte. Ein feines Klingeln machte endlich allem Warten ein Ende. Das sehnsuchterlösende Zeichen ließ die Herzen schneller schlagen. Geblendet vom hellen Glanze dutzender brennender Kerzen standen wir in der Stubentür und starrten auf das märchenhafte Bild in dem schier so ganz verwandelten Raum: Möbelstücke waren verschwunden oder an einen anderen Platz gerückt, vom Fußboden bis zur Decke reichte der bunte Baum, unter ihm und selbst auf Vaters sonst unantastbaren Schreibttsch breiteten sich Geschenke aus. Verworren stammelten wir unser Gedichtchen, atmeten tief den würzigen Dust eines angesengten Tannenzweiges, dursten dann beschauen und spielen, spielen bis in die Nacht ... Und im Traume schwang das Erleben des Abends nad). 0, selig-fröhliche Kinderzeit in unserem Forst- haus! p- Vornotizen. Tageskalender für Donnerstag. 19 Uhr finden in allen Ortsgruppen des Gaues Hessen-Nassau Volksweihnachtsfeiern für die vom Winterhilfswerk betreuten Volksgenossen statt. — Gloria-Palast (Seltersweg): „An der blauen Adria." — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Heimweh." — Oberhessischer Kunftoerein: 17 bis 19 Uhr Weihnachts-Kunstausstellung. NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Theatervorstellung. Erstaufführung für „Kraft durch Freude". Samstag, den 1. Januar 1938, 20 Uhr, Große „KdF.-Miete", Gruppe II (6. Vorst.): „Die tote Tante und andere Begebenheiten" Lustspiel von Kurt Goetz. Karten zu —,90 und 1,— RM. sind in der Kartenverkaufsstelle, Seltersweg 60, erhältlich. 8586D Urlaubsfahrten im Winter. Die Fahrtunterlagen für UF. 1/38 Bad Tölz und UF. 2/38 Rhön müssen abgeholt werden. Im Januar 1938 finden drei Fahrten in den Schwarzwald (Kniebis) statt. Die erste davon ist in der Zeit vom 8. bis 15. Januar 1938. Der Teilnehmerpreis beträgt einschließlich Verpflegung und Unterkunft 35,— RM. Anmeldung nimmt die Kartenverkaufsstelle entgegen und erteilt nähere Auskunft. Brunnenanlage Licher Straße-Kaiserallee: Das Wettbewerbs-Ergebnis. In der gestrigen Sitzung des Preisgerichts für eine Brunnenanlage an der Kaiserallee/Ecke Licher Straße wurden folgende Preise zuerkannt: 1. Preis in Höhe von 400 Mark Bildhauer Karl Bourcarde, Gießen. 2. Preis in Höhe von 200 Mark Bildhauer Kärl Arnold, Allendorf a. d. Lda. 3. Preis in Höhe von 100 Mark Bildhauer Karl H o f f m a n n , Mainz. 1. Ankauf 50 Mark Bildhauer D. Güngerich, Gießen. 2. Ankauf 50 Mark Bildhauer Krenmayr, Götzenhof bei Fulda. Die Arbeiten sind bis zum 8. Januar 1938 während der Besuchszeiten in der Oberhessischen Kunstausstellung im Turmhaus am Brand ausgestellt. Im ganzen wurden auf das Preisausschreiben 15 Arbeiten eingereicht. Heute wieder ffS-Uhr-Ladensäffuß. Von der Polizeidirektion Gießen wird darauf hingewiesen, daß die Ladengeschäfte für den Geschäfts? verkehr heute, am 23. Dezember, um 19 Uhr zu schließen sind. Die von der Polizeidirektion gewährte Ausnahme des 20-Uhr-Ladenschlufses hat sich nur auf die Tage 20., 21. und 22. Dezember erstreckt. Küchenabfälle werden morgen gesammelt! Das Ernährungshilfswerk teilt uns mit, daß am morgigen Freitag, 24. Dezember, die Küchenabfälle im gesamten Stadtbezirk nochmals gesammelt werden. Die Hausfrauen werden gut daran tun, diese Tatsache zu beachten und ihre Abfälle rechtzeitig vor die Türe zu stellen. Zrühschluß im Gaststätten-Gewerbe am Heiligen Abend. Von der Deutschen Arbeitsfront, Kreiswaltung Gießen, wird gebeten (im Hinblick auf eine ergangene Anordnung der Reichsarbettsaerneinschaft des Deutschen Gaststätten- und Beherbergungsgewerbes), den Angestellten inr Gaftstättengewerbe Gelegenheit zu geben, den Heiligen Abend im Kreise der Familie zu verbringen. Es ist erwünscht, die verheirateten Angestellten spätestens um 18 Uhr, die Unverheirateten spätestens um 19 Uhr freizu- st eilen. Musikalische Abendfeier in derZohanneskirche. Am 24. Dezember, 17 Uhr, findet in der Johcm- neskirche, wie alljährlich, eine Musikalische Abendfeier mit weihnachtlichen Solo- und Chorgesängen und Jnstrumentalstücken statt. Es wirken mit H. Kellner (Alt), R. Meyer (Flöte), A. Rein (Violine), G. Scheuermann (Viola), Ernst Schneider (Cello); der Kirchenchor der Gesamtgemeinde. i)ie Leitung hat I. Nebeling. treuen vernichte. Sie möge, diese heilige Flamme, dem Redlichen leuchten, dem Wankelmütigen Kraft geben, sie möge einem wahren Sozialismus wie einem wahren Nationalismus leuchten und glühen für den Idealismus. Sie möge, so sprach er weiter, den Männern des Lebens Kraft geben, die Stillen im Volke stärken, die Maulhelden und Prahler vernichten, Liebe und Frieden schenken, den Krieg und die Eifersucht vernichten. Und dann gab der Redner dem Begriff der Freiheit eine feine Sinndeutung. Freiheit, so sagte er, sei der Ruf aus tausend Kehlen, der Schrei einer Nation, sei das Recht Ungeborener. Und die Freiheit heiße Raum, Stolz und Ehre! Und er sprach weiter von der Flamme, daß die hineinglühen mögen in die Herzen aller, die abseits stehen, bis auch jeder Deutsche erfüllt sei von der Stärke unseres Tuns. Nach Worten.des Dankes an alle jene, die für uns starben, litten, opferten und kämpften, leitete Brigadeführer Schwarz über zur Heldenehrung. Nachdem das Kommando: „SA. stlllgestanden!" verklungen war, traten nacheinander Kameraden mit großen Kränzen vor, die als Mahn- und Opfergabe in das Feuer geworfen wurden. Diese Kränze galten den Helden des Krieges, der ewigen Wache und den toten Soldaten des Führers, den Opfern um unser tägliches Brot, den Müttern, der Jugend und dem Vaterlande. Mit dem Wunsche, daß Gott Mit unserm Führer sein, seine Hand segnen und ' unser deutsches Vaterland schützen möge, leitete Bri- aadeführer Schwarz über zu den Schlußworten der Feier, in denen er die Kameraden aufforderte, die am Holzstoß inzwischen entzündeten Fackeln hinauszutragen, als ein Zeichen des wiedergeborenen Lichtes. Ausklang. In das Sieg-Heil.auf den Führer Adolf Hitler, der die Fahne ins Licht hob und Deutschland errettete, stimmten die Kameraden einmütig ein. Ge- nzeinsam wurden dann das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied gesungen. Anschließend wurde unter klingendem Spiel des Musikzuges der R ü ck - m a r s ch in die Stadt angetreten. Den Abschluß der Feier und des Tages bildete ein Vorbeimarsch am Brigadeführer Schwarz vor dem Kriegerehren- nial auf dem Landgraf-Philipp-Platz. Medizinische Poliklinik an den Feiertagen geschloffen. Äußer an den Feiertagen ist die Medizinische Universitäts-Poliklinik Gießen am Montag, 27. Dezember 1937, und am Montag, 3. Januar 1938, geschlossen. An den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr werden nur dringende Krankheitsfälle und bestellte Patienten behandelt. Starkes Glatteis in Gießen. Der Eisregen, der seit gestern abend und während der Nachtstunden in feinem Sprühen in unserer Stadt niederging, hatte heute früh starke Glatteisbildung zur Folge. Für alle diejenigen, die zu früher Morgenstunde unterwegs waren, wurde der Marsch zu einer außerordentlichen Körperanstrengung und zugleich zu einer schlimmen Gefahrenquelle. Soweit bis gegen 10 Uhr bei der Sanitätskolonne bekannt wurde, ist der schwierige Weg über das Glatteis aber noch verhältnismäßig glimpflich für die Passanten der Straße verlaufen, denn bis um diese Zeit war nur ein Unglücksfall bekanntgeworden, bei dem in der Alicenftraße eine Frau durch Sturz einen Unterarmbruch davontrug. Durch rechtzeitiges Streuen wurden die Wegeverhältniffe in der Frühe bald annehmbar gemacht. Lohnzahlung noch vor Weihnachten. Lpd. Wie der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — mitteilt, sind alle ihm unterstellten Behörden, Gemeinden, Gemeindeverbände und sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts darüber unterrichtet, daß mit Rücksicht auf das Weihnachts- und Neujahrsfest die Löhne für die Arbeiter folgendermaßen gezahlt werden können: a) Die am 24.12 fälligen Löhne bereits am Donnerstag, 23.12; b) die am 31.12. fälligen Löhne bereits am Donnerstag, 30.12. Die für diese Zahlungen erforderlich werden» den Ueberroeifungen auf Bank- usw. Konten sowie diejenigen im Postwege dürfen jeweils entsprechend früher getätigt werden. Verleihung von HI.-Ehrenzeichen. Der Jugendführer des Deutschen Reiches verlieh im Monat Dezember folgenden Jugendgenoffen bas Goldene HJ.-Ehrenzeichen:' Karl Becker, Heinz-Erich Brandl, Siegfried (Tlartus, Walter Engel, August Frick, Helmut Gehbauer, Fritz Hellwig, Willi > S ch a l ch , Rudolf Schöttler, Rudolf Schmidt, Hans-Joch. Schunck, Ludwig Wiegänd, Ernst F e l d h a u s , Ha,is Horst, Fritz Kellner, Karl M ü l l e r , alle in Gießen; Hans Faber, Hch. Jung, beide in Klein-Linden; Fritz Kreiling, Hans Rinn, Wilh. Schmidt, Hch. Weber, alle in Heuchelheim; Hans Alaeyer, Karl A l g e y e r, Erich Klinkel, alle in Lollar; Heinrich Frank, Wiefeck; Erwin Kolb, Wolfgand Speck, Hans Kolb, Otto Luh, alle in Großen-Linden; Erwin Hahn, Leihgestern; Helmut Hölscher, Großen- Buseck; Otto Hirz, Otto Möckel, beide in Watzeuborn-Steinberg; Otto A l b a ch, Wilhelm Alb ach, Ferdinand Balser, Fritz Fischer, Wilhelm Münster, Karl Rau, Otto Sieg, alle in Hattenrod; Heinrich Fey, Heinrich Reinhardt, Wilhelm Wagner, alle in Allendorf; Wilhelm Maurer, Allendorf (Lumda); Karl- Heinz K o e p p e , Lich; Josef U l a ck , Karl-Heinrich Wolf, beide in Grünberg; Arshur Sack, Utphe; Hermann Gu blitz, Trais-Horloff; Master Degen, Erwin Fritz, August Schäfer, Hermann Schäfer, Günter Schmidt, Willi Zinn, alle in Hungen; Richard Ruppel, Obbornhofen; Erich Reinheimer, Heinz Welker, beide Odenhaufen; Heinrich W i ß n e r, Rüddingshausen; Franz D ö r r s ch u ck, Oranienftein; Edmund Schneider, Bad-Nauheim. Lehrgänge in der Lustschutzhm p schiffe Gießen. In den letzten Tagen sind die ersten beiden Lehrgänge der Luftschutzhauptschule Gießen beendet worden. In den Lehrgängen wurden alle Amtsträger der beiden Gießener Luftschutz-Reviere, Untergruppenführer, Blockwarte und Frauensachbearbeiterinnen, mit sämtlichen Fragen des Luftschutzes näher vertraut gemacht. Nach einigen Vorträgen über die Aufgaben des Reichsluftschutzbundes und über die Organisation des zivilen Luftschutzes wurden die Teilnehmer in der ersten Hilfe bei Verletzungen aller Art und bei Kampfstofferkrankten ausgebildet. In mehreren Uebungen lernten sie die praktischen Maßnahmen kennen, die im Ernstfall bei Luftangriffen getroffen werden müssen. Vor allem erhielten die Amtsträger einen Einblick in die Brandbekämpfung mit behelfsmäßigen Mitteln; sie übten mit der Eimerspritze und bedienten den Löschkarren. Zum Abschluß der Lehrgänge fanden Hausübungen statt, die den Teilnehmern die Aufgaben der Selbstschutzkräfte in einem Hause vor, während und nach dem Fliegerangriff zeigen sollten. Im nächsten Frühjahr sollen derartige Hausübungen in einzelnen Wohnhäusern der Stadt Gießen unter Mitwirkung der in den betreffenden Häusern wohnenden Selbstschutzkräfte von den Amtsträgern des Reichsluftschutzbundes durchtzesührt werden. Die Amtsträger, die feit der Gründung des Reichsluftfchutzbundes am Aufbau des deutschen Selbstschutzes mitarbeiten und somit im Dienste der Landesverteidigung stehen, werden auch diese Ausgabe zur vollkommenen' Zufriedenheit lösen. Gießener ZDodjenmarftpreiie * Gießen, 23. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 12%, Klasse B 12, Kühlhauseier, Klasse B 11, ausländische Kühl- hauseier 11, Wirsing, % kg 10 bis 12, Weißkraut 7 bis 8, Rotkraut 7 bis 12, gelbe'Rüben 10 bis 12, Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10, Spinat 18 x bis 20, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25 bis 28, Feldsalat, Vio 8 bis 10, Tomaten, % kg 40 bis 45, Zwiebeln 8 bis 9, Meerrettich 30 bis 60, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 1. Sorte 3,45, 2. Sorte 3,25, 3. Sorte 3 Mark, Aepfel, % kg 10 bis 20, Birnen 10 bis 15, Nüffe 35 bis 50 Pf., Hähne 1 bis 1,20 Äiamalckn-Konlödie Roman von Horst Biernaih. 13. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Er verließ ohne Eile den Speisesaal, schlenderte übers Sonnendeck. Unter dem großen Segel war es schattig, und kühl. Ein angenehmer Wind wehte und drückte das schneeweiß gebleichte Leinenzeug prall in die Versteifungsrippen. Die lange Küsten- dünung hob und senkte den Dampfer sanft und fast unmerklich die grünen Hügel hinan und, hinab. Selbst die empfindlichsten Mägen verspürten keine Beunruhigung. Die Fahrgäste der „Catharina" hatten das Sta- bi um der ersten tastenden Annäherungsversuche schon hinter sich; da bildeten sich bereits kleine Gruppen. Das geistliche Ehepaar zum Beispiel hatte sich zu den Fletcherianern gesellt. Drei Herren auf dem Scheitelpunkt jener Jahre, .wo die Zunge sich für Rotspon zu entscheiden pflegt, ‘umlagerten Die schone Lee Lenox. Eigentlich reifte sie inkognito. Aber da man sie nun doch erkannt hatte —? Fluch der Leinwand! Ihr Seufzer war sehr zart und traurig. Sie bat die Herren, Das Geheimnis au wahren ... Aber selbstverständlich ging Konsul Barrett, ein jovialer Herr mit stramm gefüllter Weste, zehn Minuten später tuschelnd von Stuhl zu Stuhl: „Wissen Sie schon? Aber, bitte — pst! Pst! — strengste Diskretion: Die Lenox ist an Bord!" — „Was für eine Lenox?" — „Die Filmschauspielerin!" — „Ah!" — Und bis zum Lunch wußten bereits die Küchenjungen, welch reizenden und interessanten Fahrgast die olle „Catharina" beherbergte. Der Vergnügungsausschuß,' der sich alsbald in der ersten Stunde nach dem Frühstück bildete, trug der Lenox natürlich den Vorsitz an, und man versprach sich auf Grund dieser Wahl ganz besondere Überraschungen für das Unterhaltungsprogramm. Aber die Diva lehnte die Ehre mit ebenfooiel Anmut wie Entschiedenheit ab. Und man verstand sie. Man war fast ein wenig beschämt. Gott, die Arme brauchte Erholung! Man wußte doch, wie es in den Ateliers zuging. Wußte, welche Hetze und Holle das Leben der Prominenten war! „Vierzig Grad sollen unter diesen Jupiterlampen herrschen! Vierzig Grad Celsius!" „Fünfundvierzig", verbesserte die Lenox mit müdem Lächeln und schloß die Augen, als schmerze sie der bloße Gedanke an Das Leben, Dem sie nun für wenige Wochen bis zum Beginn einer neuen Verpflichtung glücklich entronnen war. „Ihre armen schönen Augen!" flüsterte zärtlich Herr Scrub, Der in Johannesburg Stiefel verkaufte unD solche in feiner Jugend noch selber besohlt hatte. Die Lenox nickte düster: „Zwei meiner besten Freundinnen haben Das Augenlicht verloren — Gloria Swansson und Mabel Cook." „Entsetzlich!" stöhnte Herr Tupper, Der dritte Bewunderer, ein Mann, der so weiß gekleidet war wie ein Engel; nur Die Dicke goldene Uhrkette, Die sich über seinen Bauch spannte, hielt ihn auf Den irdischen Gefilden. „Aber Die Swansson filmt Doch noch immer?-" „Ja — Gloria filmt", antwortete die Diva schmerzlich, „aber kein Mensch ahnt, daß diese holden Augensterne für immer erloschen sind. Und ich bitte Sie dringend, meine Herren, von dieser Mitteilung keinen Gebrauch zu machen!" Barrett riß sich die graue Brille von den Augen und reichte sie Der Lenox hin. Es war ein Opfer, Das er ihr brachte — ein Opfer, Das er mit Kopfschmerzen würDe zu büßen haben. Aber sie schüttelte lächelnd Die blonDen Locken: „Zu liebensmürDig, Herr Konsul — aber sagen Sie selbst: Würde ich Ihnen Dann noch gefallen? Nein? Sehen Sie: Ein wenig LeiDen müssen wir Frauen schon in Kauf nehmen. Ein Ritter muß seine Rüstung mit GeDulD tragen — eirfe Frau ihre Schönheit." „Wie Sie Das gesagt haben!" stöhnte Herr Scrub aus Johannesburg verzückt. „Einfach klassisch!" Humphrey war einen Augenbktck lang versucht, als Vierter Das Gespann dieser schonen, schwermütigen Frau zu vervollständigen; aber er bezwang die ungebührliche Regung und errötete, als wäre er bei einem offenen Treubruch ertappt worden. Er mischte sich noch unter ein paar andere Grüppchen, beobachtete mit Bedauern einen anscheinend schwerkranken Herrn, den ein kräftiger Diener stützend übers Deck führte, und pirschte sich unauffällig an Martini heran, Der mit seinem Liegemöbel fast bis an Die Reling gerückt war. Er saß auf Dem halbsteil ausgestellten Stuhl wie hinter einer Wand, zur See gerichtet; Das Buch und feine Zigaretten lagen auf einem zweiten Stuhl neben ihm. Der „Schmöker" war übrigens ein wissenschaftliches Handbuch über Die chemische unD praktische Analyse von Edelsteinen! Humphrey hatte Mühe, seinen grimmigen Hohn für sich zu behalten. Dieser Kerl schien seinen Beruf ja mächtig gründlich zu nehmen! Vorläufig allerdings fesselte ihn Der Anblick Des grünen Ozeans so sehr, Daß Humphrey sich zweimal bemerkbar machen mußte, ehe Der an= Dere ihn wahrnahm. „Auf ein Wort, Martini!" sagte er so befangen, wie er es, seiner Rolle gemäß, für angebracht hielt. „Ich will Sie in Ihren StuDien nicht stören-- in Ihrer Lektüre", verbesserte er rasch, um Die Ironie Des AusDrucks „Studien" in ihrer verletzenden Wirkung abzuschwächen. „Kurz gesagt: Es handelt sich nämlich um Die Geschichte von heute morgen ..." Martini angelte mit Dem Fuß Den zweiten Liegeftuhl heran unD legte Buch unD Zigaretten neben sich auf Die Planken. „Nehmen Sie Platz, Timperly! Wenn Sie stehenbleiben, müßte ich. Dem Gebot Der Höflichkeit zufolge, mich ebenfalls erheben — unD Dazu bin ich, offen geftanDen, zu faul. Setzen Sie sich also und lassen Sie mich nicht zu Ihnen aufschauen, als ob ich in Der ersten Kinoreihe sähe! Das tut auf Die Dauer Dem Genick weh .. .* Und ohne eine Zustimmung abzuwarten, schob er ihm Den Stuhl so rasch, geschickt unD kräftig an Die Kniekehlen, Daß Humphrey das Gleichgewicht verlor und äußerst Deftig in Den gestreiften Leinenbezug hinunterkrachte. „So — Das ist nett, daß Sie sich gesetzt haben, Timperly! Sehen Sie: Gleich hat Die Geschichte ein viel gemütlicheres Ansehen." Humphrey nahm die Beine von Martinis Stuhl in verlockender Nähe wahr: es zuckte ihm in den Fingern, zuzupacken und den Stuhl wie eine Schubkarre bis zur Reling zu fahren und über Das Gestänge hinweg auszuleeren. Aber er bezwang sich und füllte seinen Zorn auf Flaschen. Er lächelte und bedankte sich — aber es war ein Lächeln, als hätte er eine Sekunde vorher in eine grüne Zitrone gebissen. „Wie gesagt, Martini: Es ist wegen Der Geschichte von heute mox° gen. Ich habe mich leider zu Behauptungen hinreißen lassen, für die ich mich bei Ihnen entschuldigen muß." „Tatata! Sie haben doch gar nichts geäußert, Timperly, wofür Sie sich entschuldigen müßten? Daß ich mir denken konnte, was Sie hatten äußern wollen, ist natürlich eine andere Sache .. „Dann will ich mich zumindest bei Ihnen bedanken, daß Sie mich noch zur rechten Zeit gewarnt haben, Dummheiten zu begehen!" versetzte Humphrey mit schönem Freimut. Martini sah ihn überrascht an. Er musterte wahrhaftig Humphreys Haupt, als suche er dort Den blaßgolDenen Schimmer eines Heiligenscheins. „Hübscher Zug von Ihnen, Timperly! Wirklich! Ein Charakterzug, Der Sie ehrt ... Auf solchen Anstand stoßt man nicht alle Tage. Denn Die wahren Ritter sind selten geworden auf Dieter schnöden Welt — unD, ach. Die Gauner schmücken sich mit ihren Rüstungen!" Humphrey spreizte Die Finger, als müsse er sich Dagegen wehren, Daß ihm Lorbeer um Den Hals gehängt würde. Innerlich lief ihm Die Galle über. So ein frecher Lümmel! ärgerte er sich empört. Der Kerl hat tatsächlich die Schamlosigkeit, llch noch mit seinem Gaunertum zu brüsten! Na, warte, mein Junge, ich werde dir den Braten schon versalzen! „Nein, nein, glauben Sie es mir, Timperly", fuhr Martini mit schwüler Herzlichkeit fort, /ich kenne Die Welt, und es ist leider so: Die alten Ritter sterben aus, und Talmi macht sich breit Aber sagen Sie: Wie sind Sie eigentlich dazu gekommen, Ihre Meinung so überraschend schnell zu ändern? Denn ehrlich, Timperly: Vor zwei Stunden hielten Sie mich doch noch für den Schwarzen Mann ..." Er sah Humphrey gespannt an. Vielleicht erwartete er als Antwort, man könne natürlich nur etwas stehlen, was vorhanden sei? (Fortsetzung folgt.) .. , werte etwas Bachtung, Demag 142,25 (141,50), Rheinmetall 143 (142,75), Moenus etwa 123,50, 118, Stahlverein unv. 112,13, Harpener nach Pause W 13 10,75, IG.-Farben blieben zu 154,90 (155) behauptet, R19 10,50, ebenso Bemberg mit 139,50 (139,25), Deutsche Erd Wirtschaft Auf den Schienen tödlich verunglückt ♦ Alsfeld, 22. Dez. Am Dienstag früh ereignete sich unweit des Bahnüberganges der Straße Z e l l—R o m rod ein schwerer Unglücksfall. Der Weichenwärter Karl Rühl aus Ehringshausen, der Weichen überprüft, wurde von dem herannahenden Zug, den er nicht bemerkt hatte, erfaßt und zu Boden geschleudert. Obwohl der Bedauernswerte noch versucht hatte, in letzter Sekunde 99,65, 6proz. JG.-Farcken 129,65. Kommunal-Um- schuldung bewegten sich bei unverändert 94,70. Buenos Aires . Brüssel rRio de Janeiro Polen........ Kopenhagen... Danzig ..... London HelsingsorS.... Paris . 4...... Holland Italien Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börfe. Dte hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Vie Höhe der zuletzt oefchlosienen Dividende an. Reichsbankdiskoni 4 o H., Lombardztnsfuß S o H 169 (170). Kleine Abweichungen hatten noch Holz-; Type mann mit 153 (153,25), Deutscher Eisenhandel mit > R 19 147,50 (147,90), Conti Gummi mit 191,25 (191,65).1 ™ <9 über die Gleise zu springen, vermochte er dem Der- s schiedenen Elektropapieren, Schuckert 175 (174,50), hängnis nicht zu entgehen. Rühl wurde einige Me-' Gesfürel 144,75 (144), Licht & Kraft 141,50 (141,25), ter weit geschleift und erlitt dabei schwere B e r - \ Elettr. Lieferungen wurden dagegen 0,50 v. S). letzungen, denen er bald erlag. Der Berun- Herabgesetz auf 131,50. Sodann fanden Maschinen- glückte hinterläßt eine Frau und zwei Kinder. werte etwas Bachtung, Demag 142,25 (141,50), Ankauf gezogener Auslosungsrechte vor dem Fälligkeitstermin. DRB. Die zur Einlösung am 1. April 1938 gezogenen Auslosungsrechte der Anleiheablösungsschuld des Deutschen Reiches werden bereits vor dem Fälligkeitstermin, und zwar vom 3. Jan. 1938 ab, unter Abzug eines vom jeweiligen Reichsbankdiskontsatz zu berechnenden Diskonts, frei von Provision, angekauft. Der Ankauf der Auslosungsscheine erfolgt durch die Reichsvankanstalten. Die Inhaber der Auslosungsscheine, die vor dem 1. April 1938 in den Besitz des Einlösungsbetrages gelangen wollen, können jetzt schon ihre Stücke der nächstgeleqenen Reichsbankanstalt zum Ankauf übergeben. Die Auszahlung des Einlöfungsbctrages, unter Abzug des Diskonts, erfolgt nach Prüfung der Stücke vom-3. Januar 1938 ab. Der Ankauf der ausgelösten Schuldbuchforderungen erfolgt zu denselben Bedingungen durch die Reichsschuldenverwaltung. Rhein-Mainische Börse. TNittagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 22. Dez. Die Börse war weiterhin freundlich, das Geschäft hatte aber keinen besonderen Umfang. Während vom Publikum erneut kleine Kaufaufträge vorlagen und nur sehr kleines Angebot bestand, zeigte die Kulisse vor den Feiertagen keine Unternehmungslust mehr. Bei der Enge der Märkte überwogen am Aktienmarkt wiederum Erhöhungen von etwa 0,50 bis 1 v. Sj. Die Festsetzung des Kurses für die Anleihestock-Steuergutscheine aus 82,50 v. H. fand Beachtung und gab etwas Anregung. Einige Werte hatten etwas größere Steigerungen, doch kam auch hier kein größerer Umsatz zustande. So stiegen Feldmühle Papier auf 134,50 (132), Südd. Zucker auf 217 (215) und Holzmann auf 153,40 (152,25). Montan- und Elektrowerte setzten durchweg 0,25 bis 0,50 v. H. höher ein, Gesfürel jedoch nur knapp gehalten mit 143 (143,25), Lahmeyer ex 5,4 v. H. Netto-Dividende 120,40 (125,50). Don chemischen Werten gewannen IG. Farben 0,90 v. H. auf 154,75, Deutsche Erdöl ebensoviel aus 141,90 und Scheideanstalt 0,50 v. H. auf 252,50. Don Anleihestockwerten stellten sich Reichsbank auf 206 (205). Am Rentenmarkt war das Geschäft bei freundlicher Tendenz unbedeutend. Reichsaltbesitz knapp gehalten mit 129,50 (129,65), Kommunal- Umschuldung wie gestern 94,70 bis 94,75. Goldpfandbriefe waren weiter gefragt, Franks. Hyp. wurden erneut mit 50 v. H. repartiert. Liquida- tionspfandllriefe und Jndustrie-Ooligationen unterlagen geringen Abweichungen, Staatspapiere und Kommunal-Obligationen blieben behauptet. Stadtanleihen notierten überwiegend unverändert. Am variablen Rentenmärkt war es auch später überaus ruhig. Im Verlaufe herrschte fast völlige Geschäftsstille, doch war die Haltung weiterhin voll behauptet. Verschiedentlich traten weitere Besserungen ein. Gesfürel 144 nach 143, IG. Farben 155 nach 154,75, Daimler 135 nach 134,50. Von Montanwerken lagen Rheinstahl fest mit 141,75 (140,25), Mannesmann gingen leicht zurück auf 114 nach 114,13. Die erst später notierten Papiere zogen größtenteils um 0,50 bis 1 v. H. an, etwas niedriger gefragt waren Bekula mit 169,50 (170). Don Großbankaktien schwächten sich Commerzbank auf 118,50 (119) ab. Der Freiverkehr war weiterhin sehr ruhig. Etwas schwächer lagen Dingler Maschinen mit 80 bis 81 (82 bis 83) und Vereinigte Fränkische Schuhfabriken mit 70 (71,50). — Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. - Abendbörse behauptet. Da Aufträge nur in bescheidenem Umfange Vorlagen, hatte das Geschäft an der Abendbörse keinen größeren Umfang. Die Grundtendenz blieb aber durchaus freundlich, und es war überwiegend weitere Nachfrage vorhanden. Die Unternehmungslust der Derufskreife blieb allerdings weiterhin sehr begrenzt. In den meisten Fällen lag den notierten Kursen Tein Umsatz zugrunde, ebenso zeigten sie nur wenig Veränderung. Kaufneigung verblieb in ver- rft war ohne Geschäft. Treber, gcfr., 14,00, Höchstpreis 4,5prvz. Wiesbaden 98,40, 4,5proz. Meininger Gold- Trockenschnitzel, Heu, Weizen- pfandbriefe, Reihe 15 bis 18, 99,75, 4,5prvz. Krupp I nicht notiert. Tendenz: ruhig. Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Gänse 1,15 bis 1,25, Enten 1 bis 1,20 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 50, Salat 8 bis 25, Endivien 8 bis 12, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 10 Pf. ♦* D i e Gießener Geldinstitute geben heute die Stunden ihres Geschäftsbetriebes am Heiligen Abend und am Silvestertag bekannt. Alle Interessenten mögen die Mitteilung sorgsam beachten. *♦ Eine weihnachtliche Schulfeier vereinigte am Dienstagnachmittag alle Schülerinnen und Lehrerinnen der Aliceschule im großen Saal des „Burghof". Weihnachtliche Stimmung herrschte in dem im Kerzenschein schimmernden Raum. Schülerinnen sangen und ipusizierten; ein winterliches Märchenspiel, mit Eifer und Frische gespielt, erfreute die Zuhörer. Als bei Kaffee und Kuchen, den die Schülerinnen selbst gebacken hatten, noch der Weihnachtsmann kam und mit großem Humor durch Wort und Gabe allen etwas zu sagen wußte, war man in rechte Weihnachtsstimmung geraten. Kreis Wetzlar. * Wißmar, 22. Dez. Der hiesige frühere Aßlinger unv. 115,50, MAR. unv. 127, BMW. un- Werkmeister Karl Seipp kann am 2. Weihnachts- verändert 146. Don Montanwerten zogen Mannes- feiertag in aller Frische seinen 8 0. (3 e b u r t 5 ta g s mann auf 114,50 (114) an, wahrend Rheinstahl begehen. Wir beglückwünschen! |0,25 v. H. abbröckelten auf 141,50; Buderus unv. , Wißmar, 23. Dez. Die Ehefrau des hiesigen Schreiners Mattern, Frau Margarethe, geb. Wagner, Schulstraße 52, konnte am gestrigen Mittwoch auf eine 2 5jährige Tätigkeit als Hebamme zurückblicken. Während dieser Zeit hat sie bei 1539 Geburten Hilfe geleistet. Die Jubilarin Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 22. Dez. Es notierten (Ge. treibe je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) tn Reichsmark: Weizen W 13 209, W16 212, W19 216, W20 218; Roggen R 12 193, R 15 196, R 18 200, R 19 202, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete Futtergerste, Futterhafer I nicht notiert. Weizenmehl, Type 812, W 13 29,20, W 16 29,30, W 19 29,30, W20 29,65; Roggenmehl, Type 1150, R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, ~ ") 23,50. Weizenfuttermehl 13,60; Weizenkleie ;W 13 10,75, W 16 10,90, W 19 11,10, W 20 11,20; ! Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, tueiqu mu iu9,uu yiu^uj, x/tuMuA 19119 10,50, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation, öl mit 142, Goldschmidt mit 138 und Scheideanstalt Sojaschrot, Palmkuchen, Erdnußkuchen nicht notiert, mit 252,50. Der Rentenmarkt war ohne Geschäft. Preber, getr, 14,00, Höchstpreis ab Erzeugerstatton, — . . ..... — ■ • ---■■ - * "" und Roggenstroh geht noch heute in voller Rüstigkeit ihretn verantwortungsvollen Berufe nach. O Bieber, 22. Dez. Die N S. - Frauenschaft hatte die älteren Leute unseres Ortes in den Saal von Scherer zu einer Weihnachts- feier eingeladen. Kinder unterhielten dabei mit einem weihnachtlichen Spiel; anschließend kam der Nikolaus, der feine Gaben verteilte. Die Gäste der NS.-Frauenschaft wurden mit Kaffee und Kuchen bewirtet. — Ein hiesiger Geschäftsmann, der sich mit seinem Sachs-Motorrad und beladen mit einem schweren Rucksack unterwegs befand, um feine Kunden zu besuchen, stürzte auf eisglatter Straße und erlitt einen Armbruch. Sprechstunden der Redaktion. 11 30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach mittag geschlossen. Frankturt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß» kurS Schluß». Abend» börse Schlub» turs Schluß! Mittag börse Schluß- ’urd Schluß?. Abend bürie Schlußkur» Schluß!. Mittag, börie^ Datum 21.12. 22-12. 2112- 22-12- Datum 21-12. 22.12- 21-12 | 22-12. 6% Deutsche Reichdanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsan!, von 1931 4ft% Deutsche ReichSschatzanwei» jungen von 1935 . ........ 4ft% Deutsche Reichsschatzanwei- sungen von 1935, II. ftolge ... 4Vi% Deutsche ReichSschatzanwei jungen von 1936, III. Folge .. '5ft% Doung.Anleihe von 1930 .. 4%% Heische Bolksstaat von 1929 4ft% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 101,5 99,4 99,6 99 105,75 100,3 99,75 129,65 138,75 99,75 101,55 100 99 98,9 135,13 99,75 99 101,55 102 111,4 131,25 78,25 .80 130,65 205 119 124 113,25 101,5 99,4 99,5 99 105,75 100,25 99,75 129,5 138,75 101,5 100 99 98,9 135,13 99,75 99 191,65 102 111,4 131,5 80,5 131 206 118,5 124 113,25 Devise 101.5 99,4 99,6 99,4 106,25 100,4 99,75 129,7 99,75 100 135,25 99,75 102 111,5 131,4 129 77,75 80 130,9 205 134,65 119 124 113,25 nmarf 101,6 99,5 99,5 99,4 100,2 100,65 99,75 129,6 99,75 100 135,5 99,75 102 111,4 131,5 127,5 78,13 80,13 131 206,5 134,5 118,5 124 113,25 Berlin Accumulatoren-Fabttk....... 14 Aichasscnburg Zellstoff........6 Bemberg...................O Bekula........... 8 Buderus Ellen...............6 Gement Heidelberg...........7 Gement Karlstadt............6 Conti Gummi.............. 12 Daimler Motoren..........6ft Dessauer Gas ............... 4 Deutsche Erdöl..............5 Deutsche Gold» und SUber.... 9 Deutsche Linoleum........ 10 Elektrische Lieferungen........6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. G. Zarben-Industrie ....... 7 Helten S Guilleaume......... 6 Gesfürel.................... 7 Th- Goldschmidt.............6 Griyner Maschinen...........O Harpener.......... 8 ft Hoesch Eisen...............8ft Philipp Holzmann........... 8 223 141,4 139 170 118 190.25 134,5 141 252 162,5 131 140,75 153,9 130 143,25 138 47 J» 113,5 152,25 117 118,75 125,5 95.5 113,75 232^5 140,25 128,5 144 178,5 173,75 215 112 , 57 117 147,25 141,5 139,5 169,5 118 191,25 135 142 252,5 163 131,5 141,5 154,9 130,5 144.75 138 47 169 113,75 153 133,25 116,75 118,'5 120,4 114,5 145,75 231,5 141,5 128,13 145 178,5 175 217 112,13 57 117 147 29,85 225,5 141,5 139,4 170,25 118 190,5 134,75 118,25 163 131 141 153,9 130,5 143,75 137,75 47.5 170 113,75 152,25 160 133 117 118,75 151,75 125^5 113,9 159,75 146 107 232,5 125 140,25 128 143,25 178,5 174 95,5 203,5 215 111,9 57 117 147.25 29,4 227 141,9 139,25 170,13 118,13 191 135,4 118,4 142 163 131,75 141,5 155 130,9 144,25 137,75 48 169,25 113,65 153,25 163 134 117 118,75 153,5 119,75 114,25 159,5 146 107,4 232 127,5 141,4 127,9 145,5 178-5 175 25 95,65 204,5 217 112 57,25 117 146,65 30 4ft% Deutsche ReichSbahnschatz von 1936 1.................. Oberhessen Provinz-Anleihe mit Ausloi »Rechten ............ 4YtX Hess. Landesbk. Darmsiad, 5ft% Hess. Landeö»Hyp.»Bant 4ft% Preuß. LandeSpfdbr.-Anst Goldpse. R. 19.............. 4*4% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4ft% Darmstädter ftomm.-Can- Ilse Bergbau................ 6 Ilse Genüsse................6 ttali Aschersleben......... 4 Klocknerwerke ............ 4ft KokSwerke und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer ..................6 Mainkraft................... 4 Mannesmann ;........«... 4ft ManSfelder Bergbau......... 7 Metallgelellschast.............6 Crenftetn & Koppel..........0 Rheinische Braunkohle.......12 Rheinische Elektro............6 Rheinstahlwerke..............6 Rlteinisch-Wsstfältsche Elektro .. a Rütgerswerke ...............? Salzdetfurth Kali ............6 Schuckert L Co......... 7 Schultheis Patzenhoser........4 Siemens & Halske ........... • Süddeutsche Zucker.......... 10 Bereinigte Stahlwerke...... 4ft Westdeutsche Kaufhof.........0 Westeregeln Alkali...... 4 Zellstoff Waldhof............6 Deutsche Konim.»Sammel-Anleihe Auslol.»Rechte 1............. 4ft% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 4%% Franks. Hyp. Gold-Somm. Obl. 2 3................ 5ft% Franks. Hyp. Liouidation 6%% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpse..................... Steuergutkchein-BerrechnungSkurs A.G. für Verkehrswesen .... 6 ft Haniburg-Sudain. Dainpfschiss. 0 Hamburg.Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 Retchlbank................. 12 Berliner Handelsgesellschaft . 6 ft Commerz, und Privat-Bant... 6 Dresdner Bant............. 4 Otavi Minen ..............0,6 — Arankfurl a. M 21 .Dezember 22. Dezember 21 .Dezember 22-Dezember Auuuch,' Roueruag ’.'luittick» utotieiunfl Ainttickse Notierung 2immch> •JaHierung ifleir '■Hr'-i Welt Briei Gelt Btt.-, «piö '-Brr» 0,726 0,730 0,726 0,730 Japan.................... 0,723 0,725 0,723 0,725 42,19 42,27 42,16 42,24 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 0,136 0,(38 0,136 0,138 Cßio ................... 62,34 62,46 62,34 62,46 47,00 47,10 47,00 47,10 48,95 49,05 48,95 49,05 55,38 55,50 55,38 55,50 Lissabon.................. 11,27 11,29 11,27 11,29 47.00 47-10 47,00 47,10 Stockholm................ 63,94 64,06 63,94 64,06 12,405 12,435 12,405 12,435 Schweiz.................. 57,41 57,53 57,42 57,54 5,485 5,495 5,485 5,495 Spanien.................. 14,49 14,51 14.49 •1,51 8,432 8,448 8,427 8,443 Prag..................... 8,711 8,729 8,711 8,7'9 137,99 138,27 138,01 138,29 Budapest................. — — - 13,09 13,11 13,09 13,11 Neunork ........... 2,48'’ ".486 r 82 2,486 Am Freitag, dem 24. Dezember1937 sind unsere Schalter nachmittags geschlossen Am Freitag, dem 31. Dezember 1937 bleibt wegen Abschlußarbeiten geschlossen Bezirkssparkasse Gießen Sie noch beute von Ihrem ««ebener Buchhändler da» ausführlich bebilderte Werbeblatt Freunde der Natur sind Freunde guter Bücher" Die unterzeichneten Geldinstitute geben hiermit bekannt, daß ihre Kassen und sämtlichen Geschäftsräume am Freitag, den 24. Dezember und Freitag, den 31. Dezember nachmittags geschlossen sind. Kassenständen nur von 8 —13 Uhr. Commerz- u. Privatbank Aktiengesellschaft, Filiale Gießen Deutsche Bank, Zweigstelle Gießen Dresdner Bank, Filiale Gießen Handels- und Gewerbebank e. G. m. b. H., Gießen 8602F) Schreibmappen Aktentaschen^ in großer Auswahl Si5«v Fr. Groß Neuenweg 32. Nachlässe vonz dl, 20 v. 6. erhalten Sle bei wtederhotten Auf- eabm« einer tüudw Hier ab schneiden v Aberglauben 8 Abhalten bei Verurteilung zur Todesstrafe, Zuchthaus und in gewissen Fällen auch bei Gefängnis Sie bewirkt den dauernden Verlust der Rechte aus öffentlichen Wahlen, der öffentlichen Ämter, Würden. Titel, Orden usw Für die Zeit der Aberkennung Unfähigkeit zum Eintritt in das Heer und Marine zur Erlangung öffentlicher Ämter, Würden usw.. Ausübung des Stimm- und Wahlrechts Zeuge zu sein bei Aufnahme von Urkunden (Testamentenusw ), zum Vormund, Pfleger ulw.. außer für Kinder und Enkel, dann Genehmigung des Vormundschasts- gerichtes. Aberglauben, der irrige Glaube an die Ankündigung erfreulicher oder unerfreulicher Ereignisse durch bestimmte Vorzeichen, z. B. daß jemand eine Katze über den Weg läuft oder daß jemand Salz verschüttet (Streit) Jeder vernünftige Mensch sollte sich von solchen abergläubischen Vorstellungen frei machen, da sie keine Berechtigung haben, Menschen die daran glauben aber in ihren Entschlüsien unfrei macken und sie zu unsinnigen Handlungen führen können. Absärben. unangenehme (Eigen* schatt nicht farbechter Stoffe Das Ab färb en ist kaum zu beseitigen, weshalb man solche Stoffe zu Kleidungsstücken nickt verwenden kann. Man verlange daher bei jedem Stoffkauf Garantie für Farbechtheit. Abfindung des Schadenersatzbe* rechtigten. Dieser kann statt der Eeldrente (bei Körperverletzungen usw.) Abfindung in Kapital verlangen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Empfehlenswert, wenn sich der Berechtigte eine sichere Existenz gründen kann. Des unehelichen Kindes: Genehmigung des Vormundschaftsgerichts erforderlich. Erbe des Kindsvaters kann das uneheliche Kind mit den; Betrag abfinden, der als Pflichtteil auf das Kind treffen würde, wenn es ehelich wäre (f. unehel Kind, Pflichtteil). Der unterhaltsberechtig» te geschiedene Ehegatte kann bei Vorliegen eines wichtigen Grundes Kapitalabftndung verlangen. Unterhaltsansprüche von ehelichen Kindern und der Ehefrau können nicht abgefunden werden. Abführmittel. Mittel, die den Darminhaltverflüsiigen und wei« ter befördern und den Darm von unreinen Stoffen befreien (Blut- reinigungsmittel). Sie sind teils chemische Erzeugnisie. teils aus Pflanzen hergestellt. Da die A tn Stärke und Wirkung oerichieden sind, sollten sie nur auf ärztliche Anordnung genommen werden. Ein harmloses Hausmittel sind eingeweichte Backpflaumen oder Feigen oder ein Glas Wasier nüchtern morgens getrunken. Abhalte« von Kindern nicht zu früh, am besten im 4. bis 6. Mo- nat beginnen. Bester über einen Eimer halten, als auf den Topf setzen, Da der Klang das Kind anregt und es auch leichter zu halten ist. Möglichst genaue Zeit einhalten! Im zweiten Jahr soll das Kind sauber sein. Die Asche aus dem Ofen .... herauszunehmen, macht Schmutz und Staub. Erst recht aber, wenn das noch in einen Ascheneimer geschieht, der nicht mehr ganz in Orb- nurt$ ist. Dabei aber kostet doch ein neuer Ascheneimer bei Häuser so wenig. Auch alle anderen Heizgeräte gibt es sehr preiswert bei y 23. Hauser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. G.A.-Spori. Schmeling wieder in der Heimat. An Bord des Schnelldampfers „Europa" traf am Mittwochvormittag Max Schmeling nach seinem großen Erfolge über den Amerikaner Harry Thomas wieder in Bremerhaven ein. lieber leine nächsten Kämpfe äußerte sich Schmeling, daß die Entscheidung erst nach dem 30. Januar, also nach dem Kampf in Hamburg gegen Ben Foord, getroffen würde. Der für Ende Februar in Miami gegen Steve Doudas amerikanischen Meldungen zufolge Geplante Kampf stehe keineswegs schon endgültig fest. Auch sei es noch nicht abgemacht, daß er in Berlin gegen 'Neusel boxe. Auch diese Frage hänge von der Zukunft ab. Nachdem Schmeling den Stimmungsumschwung, der sich in der amerikanischen Presse zugunsten des Deutschen vollzogen habe, geschildert hatte, erklärte er noch, wenn er schon gegen Steve Doudas nach seinem Kampf gegen Ben Foord antreten werde, so bestimmt nicht in Miami, sondern allerhöchstens in Chicago. Eine Entscheidung über den Weltmeisterschaftskampf sei hinsichtlich des Austragungsortes noch nicht gefallen. Das Treffen werde wahrscheinlich nicht in Neuyork statt- finden, da Louis hier schon einmal durch k. o. verloren habe. Max Schmeling setzte dann, begleitet von Max Machon und seiner Frau, die Reise nach Berlin fort. Begeisterung in der Reichshauptstadl. Am Mittwochabend traf dann „Max" mit einem Sonderzug des Norddeutschen Lloyd auf dem Bahnhof Zoo in der Reichshauptstadt ein. Obwohl die Oeffentlichkeit mit der Ankunft Schmelings auf dem Lehrter Bahnhof irregeführt worden mar, verbreitete sich die Nachricht vom Eintreffen des welt- besten Schwergewichtsboxers mit Windeseile, so daß der Bahnhof schnell mit den Männern vom Bau, zahlreichen Photographen, Vertretern des Rundfunks, sowie von Sportfreunden und Schaulustigen überfüllt war. Ministerialrat Dr. Metzner, der Führer des deutschen Boxsports, begrüßte den Bezwinger von Harry Thomas und wünschte ihm für feine nächsten Kämpfe besten Erfolg. Beängstigend wurde bann, das Gedränge, als Schmeling die Bahnhofsvorhalle durchschritt, um zu seinem Auto zu gelangen. Immer wieder brandete der Jubel um Schmeling, nur langsam konnte sich der Wagen einen Weg durch die Menschen bahnen. BfB.-HeichSbahn Gießen. VfB.-Reichsb. I — Dikkoria 08 Bad Homburg (Liga). Zu einem Freundschaftsspiel am zweiten Feiertag wurde die bekannte Bezirksklassenmannschaft des FC. Viktoria Bad Homburg verpflichtet, Die Gäste, die jetzt in der Gruppe Friedberg spielen, stellen eine starke Mannschaft. Noch im vorigen Jahre spielte die Mannschaft im Gau Südwest und wurde durch die Neueinteilung der Gruppe Friedberg zugeteilt. Die Gäste, die einen Mittelplatz in der Tabelle einnehmen, bevorzugen den typischen süddeutschen Flachpaß. Die Grünweißen, die nur in der Kreisklasse spielen, haben schon öfter mit Mannschaften der Bezirksklasse des Gaues Südwest Freundschaftskämpfe ausgetragen und die Gießener brauchten sich mit ihrer eigenen Spielweise nicht hinter den Gastmannschaften zu verstecken. Auch am zweiten Feiertag wird auf dem Waldsportplatz ein beachtenswertes Spiel zu sehen sein. _______________ vfv.-Reichsbahn II — Viktoria 08 Vad Homburg N. Vor dem Spiel der ersten Mannschaften treten die Reserven in die Schranken. Da die Spielstärke der Gäste ziemlich unbekannt ist, dürfte eine Voraussage sehr schwer fallen, auf jeden Fall wird auch hier ein spannendes Treffen in Aussicht stehen. Kurze Sportnotizen. Das Tschammerpokal- Endspiel am 9. Januar in Köln zwischen Schalke 04 und Fortuna Düsseldorf leitet der Regensburger Grabler. Rundfunkprogramm Freitag, 24. Dezember. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 9.45: Hausfrau, hör zu? 10: Mutter turnt und spielt mit dem Kind. 11.40: Deutsche Scholle. Sippenforschung und Sippenpflege. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Für unsere Kinder. 14.45: Weihnachten in aller Welt. 15.35: Zeitgeschehen im Funk. 16: Fröhliche Hirtenmusik und Pastorellen. 16.30: Klingende Märchen. Ein bunter Reigen Märchenmusik. 17.30: Der Blindenchor singt Weihnachtslieder. Werkchor der Blindenanstalt Frankfurt a. M. 18: Das blaue Licht. Eine Hörfolge auslandsdeutscher Weihnachtslieder. 19: „Heilige Nacht, Nacht der unendlichen Liebe." (Schallplatten.) 20: Weihnachtsansprache des Stellvertreters des Führers, Reichsminister Rudolf Heß. 20.20: Glocken der Heimat läuten die Weihnacht ein. 21.30: Ewiges Weihnachtswunder. Eine Funkfolge. 22.25: Weihnachten bei der Wehrmacht. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Donnerstag, den 23. Dezember. Gießen. Iohanneskirche. 16 Uhr: Weihnachtsfeier der Kinderkirche der Johannes- und Militärgemeinde, Pfarrer Ausfeld; 20: Bibelstunde im Johannessaal, Pfarrer Ausfeld. — Lich. 17: Weihnachtsfeier im Krankenhaus, Stiftsdechant Kahn. — Harbach. 20: Weihnachtsfeier. > Freitag, den 24. Dezember. Gießen. Stadtkirche. 16.30 Uhr: Weihnachtsfeier der Kinderkirche der Matthäusgemeinde, Pfarrer Schmidt; 20.30: Pfarrer Schmidt. — Johanneskirche. 17: Musikalische Abendfeier, Pfarrer Bechtolshei- » mer. — Kapelle des Alten Friedhofs. 16: Weihnachtsfeier der Kinderkirche der Luthergemeinde. — Petruskapelle, Wetzlarer Weg 59. 18: Pfr. Trapp. Albach. 18: Christoesper. — Steinbach. 19: Christvesper. — Heuchelheim. 20: Christvesper; Kollekte. — Lollar. 18: Christvesper. — Mainzlar. 17: Christvesper für die Kinderkirche; 18: Christvefper. — Wahenborn» Steinberg. 19: Gottesdienst. — Garbenteich. 17.30: Christoesper, Schülerchor. — Hausen. 19: Christ- vesper, Schülerchor. — Kloster Arnsburg. 16: Pfarrer Ködding. — Langsdorf. 19: Christfeier. — Birklar. 18.30: Christfeier, Kollekte. — Beltershain. 16.30: Weihnachtsfeier. — Dirberg. 18.30: Weihnachtsfeier. — Hungen. 19: Christabendgottesdienst. katholische Gemeinden. Freitag, den 24. Dezember. Gießen. 16 bis 18.30 und ab 19 Uhr: Beicht- gelegenheit. MeMWleMkn Wernerivall 15 Oberrealschullehrplan, realgpmnafiate und gymnasiale Kurse. Gründliche Vorbereitung für die Reifeprüfung und Obersekundareife. Reichsverbandsprüfung durch die Lehrer der Schule. Tägliche, gewissenhaft beaufsichtigte Arbeitsstunden. Aufnahme von Schülern und Schülerinnen in alle Klassen (auch Sexta) jederzeit. Sprechstunden täglich von ll^ bis 18 Uhr. Fernsprecher 2129. 8597V VERGISS NICHT DIE (Gj Baums &Treibig Gießen 820gd Bahnhofstraße 26 Ruf 3700 Das Weihnachtsbuch für Jungen und Mädel! Mit offenen Augen Drei Jungen und ein Mädel entdecken ihre Waldheimat Don Werner Siebold 135 Seiten Text und 8 Kunstdrucktafeln Leinen RM. 2,85 Wir glauben, daß diese Geschichte jungen Lesern und Leserinnen viel Freude machen und eine Fülle von Anregungen bieten wird. Die klaren und schönen Aufnahmen, die dem Buche beigegeben sind, vertiefen und befestigen den Eindruck der Lektüre cuf eine vorbildlich anschauliche Weise. Wer etwa um ein Weihnachtsgeschenk für seinen Jungen verlegen ist, wird mit Siebolds Buch bestimmt das Richtige treffen. Gießener Anzeiger Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfeld« Das wünsch ich mir! Recht sol Leichter soll es die Hausfrau im neuen Jahr habeiu Schenken Sie also arbeitsparende Küchenmaschinen. Brotschneidemaschine, Reibemaschine, Fleischhacker, Teig- rührmaschihe, Wandkaffeemühle, Waagen, Staubsauger. Lassen Sie sich beraten wn - bekannten Fachgeschäft I Mi I I jb| LhJ J. B. Häuser Gießen, a, Oswaldsgarten Parkplatz Fernruf Nr. 2145-2146 Pelzwaren Pelz-Reparaturen sehr preiswert PL Liebler Kreuzplatz 2. 1882 A Herzlichsten Dank allen Freunden und Be- kannten für ihre lieben Wünsche zu meinem 80. Geburtstag Georg Schröbel 06169 MHSrtzm < Mettmrg Abhürtev soll bw Widerstandsfähigkeit des Körpers vor allem gegen Temperaturschwankungen stergern, die körperliche Leistungsfähigkeit vermehren und dadurch die Abwehrkräfte des Körpers gegen Krankheiten stärken. Langsam beginnen, am besten durch Luftbäder zuerst im geschlossenen Zimmer, bann bei offenem Fenster von 10 Minuten auf etwa eine halbe Stunde steigern. Vorsicht mit Kaltwaffer! Kurz be- gimren, Abreibung, dann später Dusche. Hernach gut abreiben und starke körperliche Bewegung. Abhäuten, nach dem Abziehen des Felles beim Wild das Entfernen der dünnen Häute mit einem spitzen Messer. Das Fleisch darf dabei nicht eingeschnitten werden. Auch Filet mutz ab- gehäutet werben. Abituriu«, Äbsolutorium. Ma- turum, bie Schlutzprüfuna (Reifeprüfung) an höheren Lehranstalten. Bei sehr guten schriftlichen Arbeiten kann bie mündliche Prüfung erlaffen werden. Abklatschung, kurzes Einhüllen m ein nasses Laken mit nachfolgender sanfter Abtrocknung. Abkochen, die Vorbehandlung von Gemüse wie Spinat, das damit vor dem Verwelken geschützt werben soll, oder bei Milch, deren Entkeimung und ein Vorbeugen gegen Sauerwerden. — Abkochen nennt man ferner die Zubereitung von Mahlzeiten im Freien bei Wanderungen und Fahrten. Zum Schutz gegen leicht entstehende Brande durch unvorsichtiges Abkochen sind besondere Vorschriften erlassen, bereu Übev- tretung streng bestraft wirb. Abkühlung. Vorsicht bei starker Erhitzung, da zu rasche Abkühlung Erkältung bringt. Am besten Pulsadern abkuhlen durch Eintauchen der Unterarme in kaltes Master ober Master über die Innenseite der Handgelenke laufen lasten. Wirkung am ganzen Körper! Enge Kleidung öffnen, Ruhe halten, möglichst Schatten aufsuchen. Viel Trinken hat wenig Nutzen, am besten wenig Saft mit Selters, lauen Tee mit Zitrone, Zitronenscheibe auf die Zunge nehmen. Vgl. Sonnenstich, Hitzschlag. Ableger, meist mit Steckling verwechselt (s. d.), bewurzelt sich an der Mutterpflanze und wird dann erst von ihr getrennt. Geeignete junge Triebe vorsichtig zum Boden niederbiegen und den Stengel da, wo er den Boden berührt, etwas einschneiden. Den Trieb etwas mit lockerem Erdreich bedecken, datz nur die Trieb- spitze hervorschaut. Mit Holz- haken den Zweig festhalten. Nach der Bewurzelung abtrennen und als selbständige Pflanze behandeln. Häufig werden Nelken, Beerensträucher und Gehölze so vermehrt. Ableitung, Ablenkung des Bl«t- unb Säftestromes aus entzündlich gereizten ober stark blutüber- füllten Organen durch künstlich erzeugte Entzündung ober vermehrte Absonberung an anberer Stelle durch Harn- und schweißtreibende Mittel, AbführmittÄ und Aderlatz. XMlM* DAS FÜHRENDE FACHGESCHÄFT IN GLAS-UNOJtOR^ELLANWAREN ■ W'G I E-ZV'E rxj « K n. e C7 z PL a V zL Der Hausherr zeichnet verantwortlich! 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