Ur. 248 Erstes Blatt 187. Jahrgang Samstag, 23. Oktober 1937 krlchemi tägltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte tzießener Familienblatter jeimat im Bild • Die Scholle . Monats-Bezugspreis: jjlit 4 Beilagen RM. 1.95 xhne Illusttierte , 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen ton einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanfchlüffe nter Sammelnummer 2251 rnschrist für Drahtnach. richten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: jnankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruL und Verlag: vrühlsche Univerfilätsdruckerei «.Lange in Sietzen. Schriftleitung und SeschSstrftelle: Schulsttahe 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8*/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. ErmShigte Grundpreise: Steilem, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Nach Gijons Soll „Die Nordfront hat aufgehört zu existieren." Dieser lapidare Schlußsatz des nationalspanischen Heeresberichts vorn Donnerstagabend läßt bereits Men, welche vielleicht einmal ausschlaggebende Be- di_itung für den ganzen weiteren Verlauf des fpani- scen Bürgerkrieges der Einnahme von Gijon durch d: Truppen des Generals ~ Frattco zuzuschreiben (wird. Daß der Fall Gijons, des letzten Hafens an spanischen Atlantikküste, der sich noch in bolsche- ischer Hand befand, nahe bevorstand, wußte schon aus Mitteilungen sowjetspanischer Flie- die zusammen mit roten Funktionären recht- g das Weite gesucht hatten und bei ihrer Lan- 1 auf dem französischen Flugplatz Biarritz von eren Tumulten, Brandstiftungen und Plündern berichtet hatten, die die bolschewistischen den nach bekannten Mustern verübt hatten, v)or sie Gijon hatten räumen müssen, um der mit d' von ihnen monatelang bis auf Blut gepeinigten u b nun durch das schnelle Herannahen der Be- früer zu offenem Widerstand ermutigten Bevölke- mg zu entgehen. Es kann kaum noch jemand ver- Wndern, daß die marxistische Boulevardpresse von Wie ist die deutsche Ernte ausgefallen? Mit tiefer Befriedigung lieft jeder achtsame Deutsche die eben erschienene Erntevorschätzung des Statt st ischen Reichsamtes ür den Monat September. Wir erinnern uns, daß dieses Jahr mit seinen vielen Auswinterungen, mit seinem späten Frühjahr, mit seiner heftigen Hitzeperiode Ende Mai und mit seiner Feuchtigkeit im Hochsommer zu mancherlei Befürchtungen Anlaß gegeben hat. Es ist viel besser gekommen als selbst Optimisten zu hoffen wagten. In Kartoffeln und Zuckerrüben haben wir eine Rekordernte: „Wie noch nie!" Das ist ganz wörtlich zu nehmen. Die Getreideernte teht allerdings hinter der vorjährigen Ernte teilweise zurück. An Brotgetreide werden 1937 voraussichtlich 11,25 Millionen Tonnen gegen 11,91 im Vorjahr geerntet werden, was eine Verringerung von rund 658 000 Tonnen bedeutet. Umgekehrt bringen Gerste, Hafer und Meng- getreibe in diesem Jahr etwa 584 000 Tonnen mehr. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Anbauflächen veringert worden sind und daß — eben wegen der erwähnten Auswinterungsschäden — vielfach Nachsaaten von Sommergetreide vorgenommen werden mußten. Teilweise dürfte das Stroh wenig befriedigt haben, weil durch die klimatischen Wechsel von Hitze und Regen — jeweils zur unrechten Zeit — die Strohentwicklung besonders auf leichteren Böden gehemmt war. Umgekehrt haben gerade diese leichteren Böden entscheidend zur Rekordernte an Kartoffeln und Zuckerrüben beigetragen, während die schweren Böden für die Hackfrüchte etwas zu viel Regen bekamen. Im ganzen ist die Ernte 1937 eine angenehme Enttäuschung. Um mit einer verhältnismäßigen Nebensache zu beschließen: der Anbau von Zwischenfrüchten und auch von Mais hat stark zugenommen und hilft Lücken zu stopfen. In vielen Gegenden Deutschlands war es geradezu eine „Neuheit", ausgedehnte Maisfelder anzutreffen. ertrüge auf 50,58 Millionen Tonnen zu beziffern sein. Unter Berücksichtigung der Frühkartoff e iern t e, deren Erträge sich endgültig auf 1,71 Millionen Tonnen beziffern, ergibt sich für das Reich ein Gesamtertrag von rund 52,3 Millionen Tonnen, das sind 7,5 Millionen Tonnen --16,7 v. H. mehr als im sechsjährigen Mittel. Die diesjährige Kartoffelernte verspricht somit jeden früheren Rekord zu übertreffen. Die bisher größte Ernte ist im Jahre 1936 mit 46 Millionen Tonnen erzielt worden. Die Zuckerrübenernte im Reich insgesamt wird nach voraussichtlicher Schätzung auf 14,01 Millionen Tonnen veranschlagt, das sind 15,9 v. H. mehr als im Vorjahr und 38,8 v. H. mehr als im sechsjährigen Mittel. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser erhebliche Mehrertrag auf die Vergrößerung des Anbaues um 17,2 v. H. zurückzuführen, im Vergleich zum langjährigen Mittel außerdem noch auf die wesentliche Erhöhung des Hektarertrages. (Scherl-Bilderdienst-M.) Pravii La Roblo dongc >-» Hcris diesen völlig klaren und bei zahllosen frühere? Vorfällen ähnlicher Art dokumentarisch bewie- jft’n Tatbestand schleunigst dahin umzufälschen veisucht, daß sie dreist behauptet, „faschistische glmeuge" hätten Gijon in Brand gesteckt. Die 2e«denz dieses neuen Greuelmärchens im Stil von Oiernica liegt zu eindeutig auf der Hand, als daß nm annehmen könnte, diese Zwecklüge fände im Msland noch ein gläubiges Publikum. Niemand kirn ja in Wahrheit weniger Interesse haben an bei Zerstörung einer Stadt, deren Uebergabe, wie e- ffich ja inzwischen erwiesen hat, damals nur noch eirc Frage von Tagen war, als General Franco, de en ganzes Bemühen ja dahin geht und auch da in gehen muß, die von den Bolschewisten be- fe|cen Landesteile in einem Zustand in seine Hand (tu bekommen, der für das ohnehin schwere und !fo; fpielige nationale Aufbauwerk die denkbar gün- ftijten Voraussetzungen bietet. Daß aber zerstörte Feder, niedergebrannte Städte und eine ausge- iplinberte Bevölkerung es der nationalspanischen Steuerung außerordentlich erschweren, den durch b?r nationalen Vormarsch befreiten Provinzen die {Segnungen einer auf Hebung des allgemeinen Wohl- flaibs gerichteten Verwaltung zuteil werden zu iajiL’n, muß auch in dem Franco mißgünstigen Ausland jedem einleuchten, der stch in dem Wust Marxistischer Greuellügen einen Rest gesunden Men- syimverstandes bewahrt hat. 1 Die Bedeutung des Erfolges, den General Franco bmrf) die Einnahme von Gijon und des 40 Kilo- W er weiter westlich gelegenen Hafenstadtchens I 2v les an die nationalspanischen Fahnen geheftet Ejal, wird durch diese journalistische Begleitmusik aus f hjtaris und London nicht geschmälert. Man kann sich st mich dort nicht länger der Erkenntnis versagen, i baf General Francos militärpolitische Lage i tilg dem Zusammenbruch der Asturienfront sich gar 3 erheblich verbessert hat, da er nun sich mit 6js satz seiner ganzen Kraft nach Osten und Süden ; »erfen kann, ohne befürchten zu müssen, durch bol- sh-wistische Operationen in seinem Rücken aufge- fpl-en zu werden und eigene Pläne durchkreuzt zi sehen. Diese unerträgliche und gefährliche |3acngslage des Zweifrontenkrieges zu beseitigen, Nutzte' das wichtigste Ziel der nationalspanischen ^ügrung werden, sobald es sich nach der nationalen (rxebung im Sommer 1936 her ausgestellt hatte, W- über das ganze Land verstreut beträchtliche - Huwinzteile im festen Besitz der Bolschewiken ge- iütben waren, die nacheinander von den nationalen Srippen regelrecht erobert werden mußten. In den folc enlben Monaten bildeten sich erst die mehr oder Williger zusammenhängenden Fronten heraus, Aigdem der Versuch, Madrid im ersten Ansturm zu mimen, mißlungen war und der Vormarsch auf fBcrcelona am Ebro steckengeblieben war, und man quq im Süden nicht über die Provinz Granada hinan- gelangt war. Im Rücken der in riesiger Ausübung von den Pyrenäen bis zur Sierra Nevada Ecr.pfenben nationalspanischen Truppen waren die Itm Besitz der Bolschewiken befindlichen drei bas* fil’di en Provinzen, Asturien und das nördliche Leon, ein. ständige Bedrohung, die dadurch noch ärger itlirbe, daß das Loch von Jrun an der französisch- sfaiiischen Grenze den Bolschewiken den Nachschub Da ausländischen Hilfsvölkern aus aller Herren Ludern und von Kriegsmaterial meist französischer uni sowjetrussischer Herkunft in fast unbeschränk- tirr Ausmaße erlaubt. Hier durch einen entscheidende Schlag eine Wandlung herbeizuführen, sobald dir Lage an den verzettelten und unübersichtlichen Fronten im Osten und Süden eine Sonderoperation gegen Norden erlaubte, mußte das nächste Ziel sein, zumal auch hier ähnlich wie im Alkazar von Toledo eine Insel der nationalen Erhebung in bas rote Asturien eingesprengt und von den Bolschewiken immer wieder erbittert bestürmt, auf ihre Befreiung wartete: Oviedo, die alte Hauptstadt Asturiens. Der erste Schlag wurde im Frühjahr gegen San Sebastian im äußersten Nordosten geführt, im Juli fiel Bilbao und Ende August auch Santander den nationalspanischen Truppen in die Hände, damit waren die bedeutenden Industrie- und Hafenstädte der baskischen Provinzen samt diesen selbst den Bolschewiken entrissen. Aber die militärisch schwierigste Aufgabe erwartete die Truppen des General Franco in Asturien, in dem das wild zerrissene, an romantischen Klüften und Schluchten reiche, zwar überaus malerische, aber.füt militärische Operationen auch ebenso beschwerlich Kantabrische Gebirge mit dem beinahe das ganze Jahr über schneebedeckten Felsmassiv der Penas de Europa fast 3000 Meter erreicht. Jeder dieser steilwandigen Gipfel ist eine natürliche Festung. Das haben schon vor Jahrhunderten alle fremden Eroberer erfahren müssen, die wie Römer und Mauren an den Gipfeln dieses Karstgebirgcs gescheitert sind. So wurde Asturien das letzte Widerstandsnest der in den maurischen Kriegen zersprengten Westgoten. Don hier aus wurde die Rückeroberung des Landes eingeleitet. Von der heute als Wallfahrtsort berühmten Höhle von Covadonga aus, dem in den letzten nationalen Heeresberichten mehrfach genannten asturischen Städtchen nicht weit von Oviedo, begann im 8. Jahrhundert Pelagms den Befreiungsfeldzug gegen die Mauren, der schließlich fast achthundert Jahre später mit der Vertreibung der Mauren von der Halbinsel nach dem Fall Granadas 1492 sein ruhmreiches Ende fand. In Erinnerung dessen, daß hier in Asturien die Wiege der spanischen Monarchie stand, trug der spanische Thronfolger den Titel eines Fürsten von Asturien. Die Kargheit der Gebirgslandschaft Asturiens hat auch ihre Bewohner geformt. Sie gelten als stolz und verschlossen, vorzügliche Soldaten und kühne Seefahrer, die sich auch in den fernen Ländern Südamerikas als Kolonisten besonders bewährt haben. Und dazu bot sich ihnen leider in den vergangenen Jahrhunderten mehr als reichlich Gelegenheit, denn der karge Boden, die geringe Sorgfalt, die man auf seine Verbesserung verwandte, die schlechten Verkehrsverhältnisse, die den Absatz der landwirtschaftlichen Erzeugnisse erschwerten, und der niedrige Stand der Volksbildung, der keine Voraussetzungen für die Ausübung anspruchsvollerer Gewerbe bot, zwangen früher viele Bewohner Asturiens, fern der Heimat ihrem Nahrungsunterhalt nachzugehen, soweit sie nicht in den meist von ausländischen Unternehmungen ausgebeuteten Bergwerken Arbeit fanden. Es ist verständlich, daß bei dieser wirtschaftlichen Lage der Provinz gerade hier die kommunistische Propaganda fruchtbaren Boden fand, zumal die Bevölkerung durch die Hüttenindustrie vielfach auch mit aus dem Auslande zugewanderten Bergarbeitern in Fühlung kam. Sv wurde Asturien das Land der berüchtigten Dynamiteros, die ihre Erfahrungen, die sie als Bergarbeiter nut dem Sprengstoff gemacht hatten, nun im kommunistischen Aufstand auf so Üble Weise zur Niederlegung ganzer Dörfer und Stadtviertel mißbrauchten. Die asturischen Bauern in den einsamen Bergtälern blieben diesem Treiben meist fern, Städte und Dörfer wurden von einem kommunistisch verseuchten Jndustrieproletariat terrorisiert. Erst langsam wird sich hier die Erkenntnis durchsetzen daß man das Opfer falscher Propheten geworden war, die weder ernstlich daran dachten, noch überhaupt fähig waren, die schwere wirtschaftliche Not des Landes zu beheben. Hier erwächst den nationalen Befreiern eine, wenn auch schwierige, so doch besonders schöne und auf weite Sicht gesehen, im Hinblick auf den Wunsch, rassemäßig wertvollste Kräfte des spanischen Volkes dem Lande zu erhalten, auch überaus lohnende Ausgabe. Aus dem Gesagten erhellt, daß der Vormarsch der nattonalspanischen Truppen geren das asturische Gebirgsmassio Führung und Truppe vor die Die VorschäHung der Gelreide-Srnle. Berlin, 22. Okt. (Fwd.) Die endgültige Feststellung der deutschen Getreideernte findet Ende Januar, also zu einem Zeitpunkt statt, wo das Getreide so gut wie restlos ausgedroschen ist. Nach den von den amtlichen Berichterstattern abgegebenen Schätzungen ergibt sich zu Anfang September, wie das Statistische Reichsamt meldet, folgendes: Die ermittelten Hektarerträge liegen allgemein über den Ergebnissen der August-Vorschätzung. Gegenüber den end- aültigen Hektarerträgen des Vorjahres und dem Durchschnitt J 931/36 liegen — abgesehen vyn Wintergerste und Winterroggen — die- Hektarerträge sämtlicher Getreidearten, namentlich von Sommerweizen, Hafer und Menggetreide, höher. Zusam- menfassend ergibt sich, daß die diesjährige Getreideernte im Reichsdurchschnitt je Flächeninhalt einen etwas über dem Durchschnitt 1931/3 6 liegenden Ertrag erwarten läßt. Unter Zugrundelegung der für Mai 1937 ermittelten endgültigen Anbauflächen wären nach den Anfang September abgegebenen Schätzungen im Deutschen Reich die folgenden Gesamt-Ernte- mengen z u erwarten: Vorschätzung Endgültige Septbr. August Ernteermittlung 1937 1936 Millionen Tonnen Winterroggen 6,68 6,69 7,32 Sommerroggen 0,08 0,08 0,07 Winterweizen 3,90 3,84 4,11 Sommerweizen 0,49 0,46 0,32 Spelz 0,10 0,10 0,09 Wintergerste 0,99 1,00 1,13 Sommergerste 2,55 2,42 2,27 Hafer 5,87 5,68 5,62 Wintermenggetreide 0,18 0,17 0,17 Sommermenggetreide 0,95 0,91 0,77 der Sep- tembervorschätzung mit 21,79 Millionen Tonnen eine um rund 440 000 Tonnen = 2,1 v. H. größere Getreideernte, als nach der Auguft-Vorschätzung zu erwarten war. Don diesem Mehrertrag entfallen auf Weizen einschließlich Spelz rund 91000 Tonnen, auf Gerste rund 127 000 Tonnen, auf Hafer rund 190 000 Tonnen und auf Menggetreide rund 40 000 Tonnen. Die Schätzung der Roggenernte ist mit 6,76 Millionen Tonnen gegen 6,77 Millionen Tonnen Anfang August praktisch unverändert geblieben. Im Vergleich zur Erntemenge des Jahres 19 3 6 bleiben die Ergebnisse der diesjährigen September-Dorschätzung bei Roggen um 624 000 Tonnen, bei Winterweizen um 204 000 Tonnen zurück. Diese Minderung von 828000 Tonnen ist ausschließlich auf die Verkleinerung des Anbaues zurückzuführen. Auch die Wintergerstenernte ist infolge eines niedrigeren Hektarertrages um rund 136 000 Tonnen kleiner als der Vorjahrsertrag. Die Minderungen beizn Wintergetreide sind durch die Mehrerträge beim Sommergetreide, insbesondere bei Sommerweizen, Sommergerste und Hafer, bis auf 74 000 Tonnen ausgeglichen worden. Zusammenfassend ergibt sich, daß die voraussichtliche Brotgetreideernte mit 11,25 Millionen Tonnen gegen 11,91 Millionen Tonnen 1936 trotz der im Vergleich zur August-Vorschätzung festgestellten Mehrerträge noch um rund 658 000 Tonnen zurückbleibt, dagegen die Ernten von Gerste, Hafer und Menggetreide mit 10,54 Millionen Tonnen gegen 9,96 Millionen Tonnen die Vorjahrserträge um insgesamt rund 584000 Tonnen übertreffen. Infolge der Auswinterungsschäden und der damit notwendig gewordenen umfangreichen Umpflügungen ist demnach 1937 notgedrungen eine Verlagerung von Brotgetreide zu Futtergetreide eingetreten. VorschäHung der Hackfruchternte. Im Reich (ohne Saarland, für das Vergleichszahlen aus den Jahren 1931/35 nicht vorliegen) dürften die voraussichtlichen Spätkartoffel- Die Futterrübenernte (Runkeln) ist mit 35,86 Millionen Tonnen infolge eines geringeren Hektarertrages um 5,2 v. H. kleiner als bei der endgültigen Ermittlung im Vorjahre, übertrifft aber das sechsjährige Mittel um rund 2,2 Millionen Sonnen = 6,4 v. H. — Die K o h l r ü b e n e r n te beziffert sich nach vorläufiger Schätzung auf 8,68 Millionen Tonnen, das sind rund 223 000 Tonnen — 2,5 v. H. und rund 39 000 Tonnen — 0,5 v. H. weniger als im Vorjahr und im Mittel 1931/36.— Bei der Beurteilung der H e f t a r e r t r ä g e von Hackfrüchten ist grundsätzlich zu berücksichttgen, daß die Schätzungen zu einem Zeitpunkt abgegeben wurden, wo die Hackfrüchte, namentlich die Rüben, zum größten Teil noch nicht geerntet waren. Je nach der Auswirkung der Witterungsverhält- niffe können sich insbesondere bei den Rüben bis zur endgültigen Ernteermittlung noch Abweichungen ergeben. Inangriffnahme der Werra-Kanalisierung. Berlin, 22. Okt. (DNB.) Nachdem die vom Reichsfinanzministerium verlangten Garantieverpflichtungserklärungen der Nächstbeteiligten vor- liegen, kann mit der auf 67,5 Million RM. veranschlagten Kanalisierung der rund 100 Kilometer langen Werrastrecke von Münden bis Wartha begonnen werden. Ein erstes Neubauamt wird am 1. November d. I. in Münden eingerichtet. Außerdem wird zur Bearbeitung des Kanalisierungsentwurfs für die rund 50 Kilometer lange Anschluß st recke Wartha — Merkers ein Vorarbeitenamt in Eisenach errichtet. Die Werrakanalisierung, die die Weserschiffahrtsstraße nach Süden verlängert, verschafft der thüringischen Wirtschaft und vor allem der an der Werra beheimateten, auf die Ausfuhr nach Ueberfee eingestellten K a l i i n d u st r i e den Anschluß an das Wasserstraßennetz. In engster Verbindung mit den Kanalisierungsarbeiten steht die Förderung der Landeskultur durch bessere Abführung des Hochwassers, günstige Beeinflussung des Grundwasserstandes, Verbesserung der Vor- flut und Schaffung von Bewässerungsmöglich- keiten. denkbar schwierigsten Aufgaben stellte. Erst nach sorgfältiger Vorbereitung durch Artillerie und Luftwaffe konnten die wenigen Gebirgspässe, die den Zugang zu den hinter den Bergketten wall- artig versteckt liegenden wichtigeren Siedelungen allein ermöglichen, von der nationalen Infanterie genommen werden. Die günstigsten Einbruchstellen boten sich von Osten her, an der Küste entlang. Hier drangen Ende September die Truppen des Generals Davila über das schon genannte Covadonga auf Ribadesella und der Küste weiter folgend auf Colunga vor. Villaviciosa fiel in diesen Tagen, ebenso das schon länger eingeschlossene Jn- fiefto, 30 Kilometer landeinwärts. Von Südosten rückte General Aranda über Pola de Lena und Mieres, den Hauptort des asturischen Erzbergbaues mit Eisen-, Kohlen- Schwefel- und Zinnobergruben und großen Stahl- und Zinkwerken im Caudal-Tal nach Norden vor. Eine weitere Gruppe marschierte von Westen über Pravia auf die kleine, nur durch ein Vorgebirge von Gijon getrennte Hafenstadt Aviles. Dem auf diese Weise von . allen konzentrisch vorgetragenen Angriff vermochten die auf dem Rückzug durch das Gebirge in ihrer Disziplin gelockerten Bolschewisten nicht lange zu widerstehen. Da die von ihren Anführern im Stich gelassenen Roten geschlossen und in voller Ausrüstung zu den siegreich vorrückenden und nirgends mehr auf Widerstand stoßenden nationalen Truppen überlaufen, so spricht der Heeresbericht Francos mit Recht von einem Zusammenbruch der Asturienfront. Damit hat General Franco nun den Rücken frei, sich mit ganzer Kraft den Operationen an der Ost- und Südfront zu widmen. Wo hier nun das Ziel der ersten Kämpfe liegen wird, läßt sich nicht voraussagen. Die Bolschewisten hatten versucht, durch einen Angriff im Ebroabschnitt der Aragonfront, östlich von Za- ragoffa, die Aufmerksamkeit Francos von den Kämpfen in Asturien abzulenken, aber ohne Erfolg. Die Entlastungsoffensive mißlang. Vielleicht wird hier jetzt zunächst reiner Tisch gemacht und durch einen Vorstoß ans Meer Valencia von Katalonien getrennt. In jedem Falle wird das Uebergewicht der nationalen Armee nach der Säuberung Asturiens auf dem gesamtspanischen Kriegsschauplatz «och deutlicher als bisher schon in Erscheinung treten. Dieser Erfolg Francos kann auch nicht ohne Rückwirkung bleiben auf die Haltung des Auslands, wie sie sich vor allem im Londoner Nichteinmischungsausschuß präsentiert. Hier hot es in dieser Woche wieder einmal eine ernste Krisis gegeben, als man, nachdem auf italienische Anregung die Frage der Zurückziehung der ausländischen Freiwilligen vom spanischen Kriegsschauplatz und im Zusammenhang damit die Zubilligung der Rechte Kriegführender an die beiden Parteien in Spanien dem Ausschuß erneut zur Besprechung zugewiesen war, am Dienstag über das einzuschlagende Verfahren sich nicht zu einigen vermochte. Die britische und französische Presse gaben sich bereits einem ganz törichten Zweckpessimismus hin, um die Stimmung für eine Rückkehr zu der berüchtigten Handlungsfreiheit vorzubereiten, mit der man in Paris schon seit der Ablehnung b^r Dreierkonferenz durch Italien gedroht hatte, und das, obwohl Italien sowohl wie Deutschland den französischen Plan für durchaus prüfenswert hielten und sich bemüht haben, ihn mit dem englischen Projekt vom Juli in allen wesentlichen Punkten in Einklang zu bringen. Ihr guter Wille, alles zu tun, was den spanischen Konflikt schnell zu Ende bringen kann, ohne aus ihm einen europäischen zu machen, hat die Nichteinmischungspolitik wieder auf das richtige Gleis geschoben. Nur Moskau hat durch passive Resistenz wie im Juli schon auch jetzt wieder gezeigt, daß es an einem Verlöschen des spanischen Brandherdes kein Interesse hat. Es ist nicht anzunehmen, daß sich die andern Mächte dadurch noch länger irritieren lassen, aber trotzdem sind die Schwierigkeiten nicht zu unterschätzen, die der Durchführung der Londoner Beschlüsse entgegenstehen. Ohne eine Mitwirkung der kämpfenden Parteien in Spanien ist eine Rückführung der ausländischen Freiwilligen undenkbar. Aber auch dann harren noch manche Fragen einer brauchbaren Lösung, so die was mit den Freiwilligen geschehen soll, die nicht in ihre Heimat zurückzukehren wünschen oder auf deren Rückkehr die Heimat keinen Wert legt. Mit gutem Willen auf allen Seiten wird man auch hier einen Modus finden, der weitere unliebsame Auseinandersetzungen möglichst vermeidet, so schwierig dies auch heute noch zu sein scheint. Das Wesentliche ist doch die Einmütigkeit im Grundsätzlichen, zu der das deutsche und italienische Entgegenkommen in London den Weg bereitet haben. Dr. Fr. W. Lange. Säuberungsaktion in Asturien. Salamanca, 23. Okt. (DNB. Funkspr.) Der nationale Heeresbericht vom Freitag meldet: In Asturien haben unsere Truppen nach dem Zusammenbruch der roten Front in verschiedenen Gebieten Säuberungsaktionen durchgeführt und große Mengen Kriegsmaterial, das der Gegner im Stich gelassen hatte, gesammelt. In der Waffenfabrik Trubia kann die Arbeit in kurzer Zeit wieder ausgenommen werden. In den in Lu- gones und mehreren anderen Orten befindlichen Fabriken wird bereits wieder gearbeitet Die Zahl der Gefangenen und ließ erlauf er in diesem Abschnitt übersteigt 6000. Zwischen Oviedo und Mie- res sind die Verbindungen zwischen unseren Kampf- verbänden hergestellt, desgleichen zwischen Grado und Belmontes und im westlichen Teil der asturischen Front. Das Kriegsschiff „Cisca r", das einzige über das die asturischen Bolschewisten verfügten, wurde von den Bolschewisten im Hafen von Gijon vor ihrer Flucht versenkt. Die Untersuchung hat ergeben, daß das Schiff in kurzer Zeit wieder flott gemacht und in Dienst gestellt werden kann. Der Versuch der asturischen Bolschewisten, die Geschütze durch Dynamitsprengungen verwendungsunfähig zu machen, ist mißlungen. Die Beschädigungen sind leicht wieder zu beseitigen. In den Lazaretten befinden sich über 1000 marxistische Kriegsbeschädigte, darunter viele, denen Arme und Beine abgeschossen waren. Unter diesen herrscht große Empörung über die Flucht der marxistischen Führer, die in Frankreich sorglos leben und ihre Opfer in Not und Schmerzen allein zurückgelafsen haben. Mffenslucht der Bolschewisten nach Frankreich. Paris, 23. Okt. (DNB. Funkspruch.) Eine große Anzahl von Flüchtlingsschiffen traf in Häfen der südwestlichen französischen Atlantikküste ein. Drei sowjetspanische Dampfer mit insgesamt 600 Flüchtlingen an Bord wollten auf der französischen Atlantikinsel Peu anlegen, sind aber von den Behörden zurückgewiesen worden und befinden sich noch auf dem hohem Meer. Die französischen Behörden mußten überall Maßnahmen für die vorläufige Unterkunft und Beköstigung der Flüchtlinge ergreifen. In Lorient geriet die wütende Mannschaft eines sowjetspanischen Schiffes mit dem Kapitän des Dampfers „Samo", der bereits eine Woche zuvor mit 50 „hohen asturischen Persönlichkeiten" eingetroffen war, in Streit. Die Matrosen warfen dabei den Bolschewistenhäuptlingen vor, daß sie vor ihrer Flucht aus Gijon etwa 4 0 Millionen Goldpeseten gestohlen haben. Roland E. Strunk f. Berlin, 23. Okt. (DNB.) Der „Völkische Beobachter" schreibt: „Mitten aus einem Leben ber Arbeit und des Kampfes heraus entriß uns heute der Tod unseren Kameraden und langjährigen Mitarbeiter Rittmeister a. D. ---Hauptsturmführer Roland E. Strunk. Von seiner letzten großen Jndienreise im Dienste des „Völk. Beob." und im Anschluß daran aus den Wehrmachtsmanövern zurückgekehrt, wurde er ohne fein Verschulden in eine Sage gestellt, die ihn nach überkommenen Ehrauf- fafsungen veranlaßte, den Verletzer seiner und seiner Familie Ehre mit der Waffe in der Hand entgegenzutreten. In Verteidigung feiner und feiner Familie Ehre ist Roland E. Strunk ein Opfer eines von ihm für notwendig erachteten Zweikampfes geworden Wir, seine Kameraden und Mitarbeiter, stehen erschüttert vor der Tatsache, daß einer unserer ersten und befähigsten Berufskameraden unverdient das Opfer eines Schicksals werden mußte, dessen Sinn mir nur schwer fassen können." * Strunk war als österreichischer Offizier im Weltkriege in russische Gefangenschaft geraten. Dreimal unternimmt er in Sibirien Fluchtversuche Nach dem Weltkriege steht er als Kriegsberichter st at- t e r in den Kämpfen der erwachenden Türkei, in der Mandschurei, bei den Aufständen der Afridis in A f g h a n i st a n , der Rifkabylen in Nord- afrifa, im italienisch - abessinischen Kriege, an den Fronten des nationalen Spaniens und in den Unruhen in Indien. In den japanischen Schützengräben in Ostasien wird er 1934 schwer verwundet. Vor Addis Abeba verteidigt er mit alleiniger Hilfe einiger farbiger Diener drei Tage lang eine deutsche Farm gegen räuberische Ueberfälle der Eingeborenen, bis italienische Kavalleriepatrouillen Entsatz bringen. Das italienische Kriegskreuz war Anerkennung seiner soldatischen Leistung. Fahnen für das IX.Armeekorps. Feierliche Uebergabe in Wiesbaden durch den Reichskrieqsminister. CpD. Wiesbaden, 22. Off. Am kommenden Dienstag wird der Reichskriegsmini ft er und Oberbefhlshaber der Wehrmacht Generalfeldmarschall v. Blomberg im Beisein des Oberbefehlshabers des Heeres Generaloberst F r h r. von Fritsch auf dem platz vor dem Kurhaus 136 Truppenteilen des V.» IX., XII. und XIII. Armeekorps, sowie der 29. Division und der 2. Panzerdivision neue Fahnen übergeben. An der Feier werden die Kommandierenden Generale der genannten Armeekorps, die Kommandeure der beteiligten Truppenteile und zahlreiche Ehrengäste teilnehmen. Die Fahnenkompanie wird von Truppen des Standorts Mainz-Wiesbaden gestellt, die auch im Anschluß an die Fahnenübergabe auf der Wilhelmstraße die parade vor dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht ausführt. Rach der Feier wird voraussichtlich Generalfeldmarschall v. Blomberg im Kurhaus noch einige Zeit im Kreise der an der Feier beteiligten Offiziere und Ehrengäste verweilen. Bei dieser Feier werden auch den beiden Gießener Bataillonen des I n f. - R g t s. 116 je eine Fahne und unserer Gießener Artillerie- Abteilung III AR. 9 eine Standarte übergeben werden. Noch keine Einigung in London. Ein neuer Enlschließungsenlwurf in Vorbereitung. Moskau setzt seine Obstruktionspolitik fort. London, 22. Okt. (DNB.) Die Sitzung des Hauptausschusses des Nichteinmischungsausschusses dauerte am Freitag 4^2 Stunden. In der eingehenden Besprechung wurde der Entwurf einer Entschließung ausgearbeitet, die den R e - gierungen zur Stellungnahme unterbreitet werden wird. Der Entwurf beschäftigt sich mit der Frage, wie die Zurückziehung der Freiwilligen, die Wiederherstellung und Verstärkung der Kontrolle erfolgen und wann Rechte Kriegführender zugestanden werden sollen. Ihm logen ein englischer und ein italienischer Entwurf zugrunde, die beide in einen einheitlichen Entwurf zusammengearbeitet wurden, lieber alle Punkte konnte hierbei jedoch noch keine Einigung erzielt werden, so daß der Entwurf am Montag nach Eingang der Stellungnahmen der Regierungen erneut besprochen werden muß. In der heutigen Sitzung wurde deutlich, daß der Optimismus, der nach der letzten Sitzung geherrscht hatte, stark herabgemindert worden ist, da, wie zu erwarten, von sowjetrussischer Seite neue Schwierigkeiten gemacht wurden. Der Sowjetbotschafter Maisky erklärte in der Sitzung erneut, doß Sowjetrußland die Frage der Zu- gestehung von Rechten Kriegführender erst prüfen wolle, wenn der letzte Freiwillige Spanien verlassen hat. Diese Haltung Sowjetrußlands, die einer Ablehnung des englischen Planes gleichkommt, würde bereits am Freitag zu einem Scheitern geführt haben, wenn nicht ber- erwähnte Entschließungsentwurf den Regierungen noch einmal zur Stellungnahme unterbreitet worden wäre. Die Auffassung in London. „Die Lage schwierig, aber nicht hoffnungslos." London, 23. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Morgenblätter heben durchweg hervor, daß nach dem günstigen Verlauf der Mittwoch- Sitzung jetzt neue Schwierigkeiten auf- getaucht seien. Allerdings beurteilen die Blätter die Lage nicht als hoffnungslos. „Times" berichtet, Sowjetbotschafter M a i f k i habe behauptet, daß. nach Ansicht seiner Regierung, auf Seiten Francos 100 000 Ausländer, davon 85 000 Italiener, und auf Seiten Valencias nur ein Siebentel dieser Zahl kämpften. (!) Allen Vertretern im Ausschuß fei es klar gewesen, daß d i e Ueberwachung in Spanien wieder hergestellt und verstärkt werden müsse, bevor mit der eigentlichen Zurückziehung der Freiwilligen begonnen werden könne. Frankreich wünsche die Wiederherstellung der Küsten-Ueber- wachung. Zunächst einmal aber werde der Ausschuß jetzt ein Arbeitsprogramm auszuarbeiten haben, um festzulegen, wie man am besten an d i e beiden spanischen Parteien herantrete. „Daily Expreß" erwartet, daß, wenn man z u keiner Einigung in den umstrittenen Fragen kommen sollte, gegebenenfalls der Gedanke einer symbolhaften Zurückziehung fallen gelassen werde. „Daily Mail" schreibt, die bisherige Zuversicht sei verschwunden. Trotzdem betrachte man die Lage als nicht hoffnungslos. Ein guter Teil der Schwierigkeiten feien Fragen des Verfahrens, die sicherlich bereinigt werden könnten, wenn man den guten Willen der letzten Tage beibehalte. Miski verhindert eine Einigung. Der Eindruck in Paris. Paris, 23. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die „Epoque" betont, Sowjetrußland versuche erneut, ein Abkommen zu v e r h i n d e r n. Diese Moskauer Herren seien infolge der französischen Kantonalwahlen und der Einnahme Gijons durch Franco nicht sehr zufrieden. Das hätten sie am Freitag bei der Sitzung in London gezeigt. Maiski habe sich bemüht, mit allen Mitteln zu verhindern, daß die grundsätzliche Einigung, die vor zwei Tagen zustandegekvmmen sei, schriftlich niedergelegt wurde. Er habe die internationale Entspannung zu torpedieren versucht. Die Haltung des Sowjetvertreters sei um so erstaunlicher, als er am vorigen Montag erklärt habe, nichts tun zu wollen, um ein Abkommen zu verhindern. Der „Matin" hebt in ber Überschrift zu dem Bericht über die Londoner Sitzung hervor: „Eden ruft den Sowjet-Delegierten wegen feiner Obstrukttons- manöoer zur Ordnung." Eden habe zu Maiski erklärt: „Wenn die Ansichten der Sowjetregierung fo sind, wie Sie sagen, frage ich mich, ob wir unsere Aussprache überhaupt noch fortfetzen sollen." Wirtschastswerbung tut not! Ein Preisausschreiben des Werberats. Werbekosten sind Anlagekapital für den Wirtschastsaufstieg. Die Werbefachleute Deutschlands haben sich in Berlin zu einem Reichstreffen vereinigt. Werbung ist notwendig, denn sie gehört zu einer Wirtschaft, die dem Streben des einzelnen Raum gibt, weil sie keine Zwangswirtschaft sein soll. Das Wesen der Werbung ist aber ein anderes geworden als das der früheren „Reklame". Die heutige Werbung soll auf Ehrlichkeit und Verantwortung beruhen, sie soll einem echten Wettbewerb dienen, nicht einer rück- sichtslofen „Konkurrenz". Im besonderen ist der heutige Werbefachmann berufen, den staatlichen Erfordernissen zu entsprechen, das heißt auf die Verbrauchslenkung Rücksicht zu nehmen, für die das deutsche Volk/ wie die Erfahrung gezeigt hat, durchaus Verständnis aufbringt. Ministerialrat Professor Hunke sprach das treffende Wort aus: „Die Wirtschaftswerbung ist eine Funktion der Wirtschaft f e l b st". Sie erstreckt sich auf fast alle Gebiete des tätigen Lebens: die Industrie, den Groß- und Einzelhandel, das Handwerk und der Fremdenverkehr bedürfen der Werbung, um ihre Waren bekanntzumachen, Neuerungen Eingang zu verschaffen und Kunden zu gewinnen. Die Wege der Werbung find ebenso vielgestaltia. In Wort, Bild und Schrift sucht der Verkäufer seine Waren vorteilhaft zur Empfehlung zu bringen. Das Schaufenster des Gewerbetreibenden, der Anzeigenteil der Tagespresse, das wirkungsvolle Plakat, das gut abgefaßte Werbeschreiben eröffnen die verschiedensten Möglichkeiten. Gesinnung und Leistung werden in Werbewochen und Ausstellungen erprobt. Geschmack und geschäftliche Aktivität kommen in verschiedenster Form zur Geltung, wobei in jedem Fall die Wirtschaftlichkeit des Aufwandes im Auge behalten fein soll. Die höhere Reichswerbeschule in Berlin hat zur Herän- bildung eines tüchtigen Nachwuchses für Werbefachleute wesentlich beigetragen. Die Tatsache, daß Staatssekretär Funk bei der Berliner Tagung einen sehr eindrucksvollen Vortrag hielt, beweist ist Bedeutung, die von der Reichsregierung den Fragen der Werbung beigemeffen wird. H-iMoflunfl: „Die deutsche Werbung." Berlin, 22. Okt. (DNB.) Unter großer Beteiligung wurde die Reichstagung „Die deutsche Werbung" in Berlin eröffnet, die zum erften Male alle am Werbewefen interessierten Or- igunifationen und Verbände erfaßt. Ministerialdirektor Reichardt gab Aufschluß über die Tätigkeit des Werberackes der deutschen Wirtschaft, alle feine Maßnahmen verfolgen das Ziel, die deutsche Wirtschaft zu fördern, indem sie die geschäftliche Seite vereinfachen und sauber gestalten und alles tun, um volles Vertrauen der Allgemeinheit in die Werbung herzustellen und zu festigen und dadurch die Vorbedingung zur Wirksamkeit jeder Werbung herzustellen. Der Redner verkündete ein Preisausschreiben, das der Werberat über das Thema „Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Wirtschastswerbung, insbesondere als Mittel zur Steigerung des Gesamtumsatzes der Volkswirtschaft" erlassen hat. Der Werberat beabsichtigt, die beste Arbeit in großer Auflage unter diejenigen Kreise verteilen zu lassen, bei denen Aufklärung Not tut. Es werden ausgesetzt: Ein erster Preis von 4000 RM., ein zweiter Preis von 2000 RM. und ein dritter Preis von 1500 RM. Staatssekretär Funk überbrachte die Grüße der Reichsregierung und des für die Werbung zuständigen Reichsmin'ifters für Volksaufklärung und Propaganda. Im nationalsozialistischen Staat, so führte Staatssekretär Funk aus, sei die Werbung aus der Sphäre der privaten Erwägungen in die Reihe der staatspoliti- scheu Aufgaben gestellt worden. Die Werbung gehöre im neuen Deutschland zu den geistigen Führungsmitteln. Die Aufgabe des Virjahresplanes verlangt vom Werbefachmann die Einsicht, daß nur ein großzügiger, umfassender Ausbau nut weitgesteckten Erfolgszielen den Lebensinteressen des deutschen Volkes entspricht. Wenn die amtlichen Stellen in ihrer planvollen Förderung des wirtschaftlichen Aufbaues im Vierjahres- plan durch Vermittlung von Arbeitskräften, durch Zuführung von Rohstoffen usw. bestrebt sind, diesen Erfordernissen mit allen Mitteln Rechnung zu tragen, dürfen sie mit diesem Tun nicht allein stehen. Die Wirtschaftswerb'ung ist auch dann nötig, wenn es im Augenblick so scheint als ob die erforderliche Anzahl von Käufern eines Erzeugnisses ohne Werbung vorhanden wäre. Der Erzeuger will ja nicht heute oder morgen oder in einigen Monaten bcn Käufer feiner Waren verlieren und feststellen müssen, daß andere rührigere Unternehmen sein Abwarten ausgenutzt und ihm den Absatzmarkt inzwischen weggeschnappt haben. - — — —-------- Wenn wir heute z. B. feststellen, daß bie neuen deutschen Werkstoffe auf einigen Anwendungsgebieten Eingang gefunden haben, so müssen wir morgen dahin kommen, daß diese Werkstoffe sich auf allen geeigneten Gebieten durchsetzen. Das ist mit eine Aufgabe der pri. Daten Wirtschaftswerbung. Wie die Aufklärungsarbeit des Reiches dem Einzelnen nützt, fo erwartet das Reich vom Einzelnen, daß er mit seiner Wirtschaftswerbung den Bestrebungen des Reiches dient. Die geldlichen Aufwendungen, welche für die Wirtschastswerbung gemacht werden, stellen, wie viele andere Maßnahmen, Anlagekapital für den künftigen Aufstieg der Wirtschaft und für die Sicherung des einzelnen Unternehmens dar. Die Werbekosten verteuern deshalb auch nicht die Waren, im Gegenteil, sie helfen mit, durch die Steigerung des Absatzes die auf den Waren liegenden Unkosten zu verringern und die Güte der Ware zu erhöhen. Was für die Wirtschaftswerbung im besonderer gilt, gilt auch im Grundsätzlichen für das große politisch-propagandistische bedeutungsvolle Gebiet der Werbung im Ganzen. Die Forderung der Werbung für das Buch, das Bild, die Musik, das Theater, den Film usw. verlangt gleichfalls Fachkräfte, die neben ihrer fachlichen Arbeit gleichzeitig auch über ein gutes politisches Fingerspitzengefühl verfügen, um die ihnen gestellten Aufgaben zu losen. v°> £)Cr3^d.1n«rD6i«'n ctjen tovigtc,t (Reumanns sAerz-sAilke unterstützt und regelt die Arbeitskraft Öhres Herzens. Heumanns Herz-Hilfe ist unschädlich und aus rein pflanzlichen Heilftoffen zu- fammengefeht.»Zu haben in denklpotheken für RM. 2.50 die Packung. Sie reicht ca. 1 Monat. X__________I____________ Die Werbung für diese Kulturgüter ist in wahrster Form eine volkserzieherische Aufgabe. Es ist eine erfreuliche Tatsache, daß die Werbung für die kulturellen Güter und Leistungen in den letzten Jahren von großem Erfolg gefrönt war. Die Wirkung der Werbung in den letzten Jahren und die Erfolge, die wir in der Zukunft von ihr erwarten, sind niemals denkbar ohne den Einsatz eines der w i ch t i g st e n 3n- strumente für die Vermittlung von Gedanken und Meinungen im öffentlichen Leben: die deutsche presse. Einmal besteht für bie presse, als publizistisches Führungsmittel, die Verpflichtung, dem nationalfozialistifchen Staat aus dem Gebiete der Volksaufklärung und Volkserziehung richtunggebend zu dienen, zum anderen stellt sie in ihrem Anzeigenteil der Wirtschaft den Raum zur Verfügung, den sie benötigt, um mit ihrer Werbung für die mannigfachen Einzel- erzeugnisse bis zu dem letzten Verbraucher vor- zusloßen. Neben der Presse ist die Ausstellung für bei hastig lebenden Menschen eine geeignete Ställe, an der er sich in kurzer Zusammenfassung ein Ä über die Leistungen der jüngsten Vergangenheit und über die Pläne von morgen zu bilden vermag. Die letzten Erfolge der Wirtschaftswerbung roerben wir aber nur dann erreichen, wenn wir es verstehen, alle Werbemöglichkeiten und Werbemittel in einen harmonischen Einklang zu bringen unb individuell für ben speziellen Zweck einsetzen. * Staatssekretär Backe vom Reichsernährungsministerium hielt einen Vortrag über „Landwirtschaftliche Werbung". Im ersten Jahre wurde im deutschen Landvolk die Idee der Erzeugungsschlacht propagiert und der Wille zur Leistungssteigerung ausgelöst. In den folgenden Jahren bekam diese Propaganda die Aufgabe, ganz bestimmte Produktionszweige zu fördern. Der wachsende Mangel an Arbeitskräften auf dem Lande macht es erforderlich, gerade diese Seite in Zukunft besonders zu betonen. Die Werbung muß mithelfen, ein idelles Bollwerk gegen die Landflucht zu errichten. Neben den Gemeinschaftswerbungen können wir die Einzelwerbung der Firmen, insbesondere der Produktionsmittel liefernden Firmen keineswegs entbehren, da sie bei der Erzeugungsschlacht wertvolle Dienste leistet. Als letztes wichtiges Gebiet stellt die Ernährungspolitik der Werbung bedeutsame Ausgaben hinsichtlich der Verbrauchslenkung. Präsident Lange vom Amt für Roh- und Werkstoffe ging auf die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen des Dierjahresplanes ein und betonte, daß nicht der Preis des betreffenden Endproduktes, sondern die Tatsache, daß die deutsche Volkswirtschaft die zu erzeugenden Güter dringend benötigt, ausschlaggebend ist. Aufgabe der Werbesachleute sei es, bie irrige Auffassung, baß es sich bei ben neuen Roh- und Werkstoffen um Ersatz st o f f e bandele, zu zerstören. Die Wirfichafts- Werbung müsse Mittler und Helfer zur weiteren Leistungssteigerung sein und damit zur Erhöhung der Lebenshaltung der Gesamtheit beitragen. Das Ehrenmal auf dem Annaberg. Unweit der neuen Jugendherberge auf dem Anna- berg geht die Feierstä11e Oberschlesiens ihrer Vollendung entgegen, die von den im Entstehen begriffenen Ehrenmal für bie Toten ber Freikorps unb d e s Selbstschutzes gekrönt roirb. Der Bau bes Ehrenmals ist jetzt so weit fortgeschritten, baß ber Richtkranz gesetzt werden konnte. Bauherr ist der Vo'lksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Das Mal wächst wie eine Trutzburg aus der Kalksteinwand über ber Feierstätte empor Aus dem gleichen Material fügt es sich zu einem wuchtigen Rundbau, dex pos eisex flachen Kuppel gekrönt wird. enges Tor führt in das Innere des Ehrenmals und ein schmaler Rundgang leitet zu einer Treppe, die den Besucher nach dem Ehrenraum führt. Der Ehrenraum ist tief in das Felsgestein des Anna» berges eingelassen Hier werden 50 Selbstschutzkämpfer, die zur Zeit noch in Einzelgräbern rund um den Annaberg bestattet sind, eine Ruhestätte finden. Immer fünf der Toten werden in Särgen in zehn Nischen gebettet, die von Bogen aus sächsischem Granit überwölbt werden. Schlichte Sarkophage werden über den Särgen errichtet, die die Geschehnisse der Kriegs- und Nachkriegszeit symbolisieren. An den Wänden der Nischen werden die Namen der Gefallenen angebracht. Die Erhebung der Nation durch den Nationalsozialismus wird durch das Standbild eines erwachenden Kriegers ihre Verkörperung finden. Mit der Feierstätte wird das Ehrenmal durch eine Steintreppe verbunden. Die Umgebung erhält durch Grünschmuck, Rasenflächen und Gesträuch eine würdige Umrahmung. Das Ehrenmal soll im Frühsommer des kommenden Jahres seiner Bestimmung übergeben werden. Der Vornan einer Munitionsschiebung. Es ist kein Märchen, aber man kann im Märchenstil beginnen: Es war einmal ein Dampfer, der im polnischen Hafen Gdingen Ladung an Bord nahm. Er hieß „Iaro n" und führte die britische Flagge; als seine Mannschaft aber hörte, daß die-Ladung gefährlich sei, wurde sie schwankend im Gemüte; das Schiff verließ den polnischen Hafen und tauchte im lettischen Hafen L i b a u wieder auf; dort führte er den Namen „Bene" — einen schönen lateinischen Namen, -der ungefähr „gut" oder „wohl" heißt; nicht so gut oder wohl aber war der Anstrich des Dampfers, denn bei der schnellen Abreise konnte nur die eine Seite des Schiffes neu gestrichen werden; auch führte der Dampfer jetzt die griechische Flagge; aber auch in Libau waren die guten Geister nicht mit ihm; er fuhr deshalb in den kleinen estländischen Kriegshafen Bal tisch port, der ganze 1500 Einwohner zahlt; er schämte sich wohl ein wenig, dieser romantische Munitionsdampfer; sein Kapitän jedenfalls ordnete eine nochmalige farbige Ueber- holung an; aber gerade als dieses viel geprüfte Schiff auslaufen wollte, tauchte ein kleines französisches Fahrzeug, namens „Alroque", mit sehr starker Mannschaft im Hafen auf und legte sich quer zu dem auslaufenden Schiff; tatsächlich wurde die Ausfahrt verhindert; aber nun begann die inzwischen geheuerte Ersatzmannschaft, die Ladung an Land zu bringen und siehe da, es war Schießmaterial für kleine und große Kaliber. Und nun könnte man mit dem Märchen noch sagen: „Und wenn die Mannschaft nicht gestorben ist, so lebt sie auch noch heute und bekiekt sich ihre Munitionsladung." Aber es ist kein Märchen, sondern ein Roman aus dem Leben und darum tauchten auch in Person des französischen Dampfers „Alroque" die Vertreter der wirklichen Eigentümer auf, die nun bei dem eftländischen Gericht, ba$ für Baltischport zuständig ist, ihre Eigentumsrechte auf die Ladung geltend machen mit dem Hinweis, daß die Rechnungen zwar a u f falschen Namen ausgefertigt seien, weil sie als Eigentümer an der Geheimhaltung ihrer Warnen interessiert waren, daß sie nun aber die wirklichen und echten und voll und ganz berechtigten Eigentümer seien. Kleine politische Nachrichten. Der Herzog von Windsor hatte Gelegenheit, in den letzten Tagen zahlreiche Einrichtungen des sozialen Lebens und der Wohlfahrtspflege zu besichtigen. Nun fand die Studienreise in München ihr Ende. Der Herzog und die Herzogin wurden zum Abschluß vom Führer und Reichskanzler auf dem Obersalzberg zu einem Tee empfangen. * Botschafter von Ribbentrop traf am Freitagmittag im Flugzeug zu einem kurzen privaten Besuch i n R o m ein. Er stattete am Freitaanachmit- tag dem italienischen Regierungschef Mussolini und Außenminister Graf C i a n o Besuche ab. । * Der italienische Regierungschef Benito Mussolini hat dem Oberpräsidenten der Provinz Hessen- Nassau, Prinz Philipp von Hessen, sein in Silber gerahmtes Bild mit handschriftlicher Widmung überreichen lassen. ♦ Der finnische Außenminister H o l st i, der bereits vor einiger Zeit den Wunsch geäußert hatte, dem Reichsminister des Aeußeren, Freiherrn von Neurath, einen Besuch abzustatten, traf i n Berlin ein. Zu seiner Begrüßung hatten sich ein- gefunden der finnische Gesandte Wuorimaa sowie Geheimrat von Grundherr und der stellvertretende Chef des Protokolls Legationsrat Boltze. * Der österreichische Bundeskanzler Dr. Schuschnigg wird auf Einladung des ungarischen Ministerpräsidenten Daran y i die Staatsgestüte in Balobna und Kisber besuchen. Die polnische W i n t e r h i l f s a k t i o n für die Arbeitslosen, die im Vorjahre zum erstenmal unter Anlehnung an das deutsche Vorbild organisiert worden war, wird auch in diesem Winter unter der Schirmherschaft des Staatspräsidenten und des Chefs der polnischen Armee stehen. * Nach der Entscheidung der Großherzogin von Luxemburg, die den bisherigen Regierungschef Staatsminister Josef B e ch mit der Neubildung des Kabinetts betraute, sprach die sozialistische Arbeiterpartei sich dagegen aus, in eine Regierung Bech einzutreten. Damit ist die Lösung dieser seit über 4Vi Monaten dauernden politischen Krise im Großherzogtum erneut hinausgeschoben. Man vermutet, daß die Wahl der Großherzogin nun auf den Kammerpräsidenten Reuter oder den bisherigen Finanzminister Dupont fallen dürfte. Aus Rekordjagd in den SaWrecken Ms. F’’"’" , --------- ••• ■ , ..... • i l M f V J Bei Bonneville (USA.), am Strand des Großen Salzsees des amerikanischen Mormonenstaates, ist gegenwärtig der Engländer George T. Eyston mit seinem neuesten Rennwagen dabei, einen neuen Schnelligkeits-Weltrekord aufzustellen. Unser Bild zeigt E y st o n (rechts) bei der Ueberwachung feiner Monteure, die den Rennwagen, der vorn doppelachsig gebaut ist, überholen. — (Associated-Preß-M.) Neue Llebergriffe und Schikanen. werde auch künftig die feste Säule des wirtschaftlichen und politischen Aufbaues bilden. Tagung der Deutschen Akademie für Städtebau. Unter dem Leitwort „Planen und Bauen im deutschen Lebensraum. — Technische, rechtliche und wirtschaftliche Voraussetzungen" wurde die Tagung der Deutschen Akademie für Städtebau, Reichsund Landesplanung in Stuttgart eröffnet. Auch Städtebauer aus Italien, Oesterreich, England, Frankreich, Belgien, Polen und der Tschechoslowakei nehmen an der Tagung teil Der Staatssekretär im Reichsarbeitsmimsterium, Dr. Krohn erklärte, der Städtebauer könne nur bann erfolgreich arbeiten, wenn er sein Planen aus bem Gesamtorganismus für ben Gesamtorganismus ber Stäbte auf» stelle. Man fei heute babei, ein einheitliches Bau- unb Bobenrecht für das Reich zu schaffen. Einer ungesunden spekulativen Ausnutzung des Bodens sei ein Riegel vorgeschoben. Oberbürgermeister Dr. Strölin (Stuttgart), der Präsident des Internationalen Verbandes für Wohnungswesen und Städtebau, betonte, daß der Städtebau der Zukunft Ausdruck nationalsozialistischen Gestaltungswillens fein müsse. Daraus ergäben sich Forderungen nach Auflockerung der Großstadt, nach Sanierung ungesunder Wohnviertel, nach Beschränkung der künftigen Bebauung in der vorhandenen Innenstadt. Dazu komme die Zusammenfassung der Baugebiete in Siedlunyskörpern mit beschränktem Umfang. Die Bodenpolitik müsse mit Mitteln des öffentlichen Rechts geführt werden. Von hervorragender Bedeutung für die künftige Entwicklung der Bodenpreise sei ber Erlaß über Preisbildung und Preisüberwachung bei Grundstücken. Eine besonders vordringliche Aufgabe fei es, für billige, aber räumlich ausreichende Wohnungen zu sorgen. Eine weitere Aufgabe sei es, im Stadtinnern Parkplätze für Kraftwagen zu schaffen. Oie tschechische Staatspolizei dringt aus Entlassung reichsdeutscher Textilarbeiter. Prag, 22. Okt. (DNB.) Die Knebelungswelle gegen die Deutschen in der Tschechoslowakei ist noch nicht zum Stillstand gekommen. Es werden immer neue Uebergriffe und Schikanen — teilweise mit fadenscheinigen Begründungen versehen — aus allen Teilen der Republik gemeldet. Die tschechische Bezirksbehörde verbot die Abhaltung einer öffentlichen Versammlung der Subeten- deutschen Partei in ber Turnhalle in Liboch, ba Liboch eine tschechische Bevölkerungsmehrheit habe. Die Versammlung trage baher ben Charakter einer nationalen Demonstration und müßte beshalb lebhaften Wiberspruch und Aergernis erregen unb sei geeignet, eine Gesährbung ber öffentlichen Ruhe unb Sicherheit hervorzurufen. Ferner würbe auch für Malsch au eine Versammlung der Subeten- deutschen Partei verboten, „ba bie begrünbete Befürchtung besteht, baß es durch die Veranstaltung dieser Versammlung im Hinblick auf die Konstellation der politischen Verhältnisse in der dortigen Umgebung zu einer Gefährdung der öffentlichen Sicherheit, Ruhe und Ordnung kommen könnte. Das gleiche tschechische Amt verbot ferner ohne jede Begründung das Ankleben von Werbeplakaten der Sudetendeutschen Partei. In Jägerndorf hat die Staatspolizei auf Grund des Staatsverteidigungsge- f e tz e s einer Reihe von Textilunternehmungen einen Erlaß zugestellt, wonach alle bisher in diesem Gebiete als Arbeiter ober Angestellte beschäftigten Auslänber, sofern sie nicht als Spezialarbeiter eine besondere Arbeitsbewilligung besitzen, fristlos zu entlassen sinb. Die von bieser Verfügung Betroffenen sind zum großen Teil reichsbeutsche Staatsangehörige, zum geringeren Teil stammen sie aus Oesterreich, Jugoslawien ober sinb staatenlos. Viele haben schon vor dem Kriege in Jägernborf gearbeitet unb besaßen bauernbe Arbeitsbewilligungen. Sin Schweizer Urteil. „Ihr (Masaryks unb Beneschs) Aufstieg hat mit dem begonnen, was man heute in ben oerschiebensten Staaten Europas als Hochverrat bezeichnet... An biese merfroürbigen Dinge sollte heute so mancher benfen, ber über den Hochverrat ganzer Volksgruppen gegenüber ihrem fremdnationalen Staat zetert... Seit seinem Entstehen vor 20 Jahren sündigt ja dieser Staat tagtäglich gegen alle die Grundsätze, für die sich Masa- ryk bis zum letzten eingesetzt hat... Wie dieser Staat nur mit Gewalt geschaffen werden konnte, so kann er auch nur mit Gewalt zusammengehalten werden. . Vernichtungskampf gegen die (sudeten-) deutsche Wirtschaft... Nirgends in Europa zählt man so viele Arbeitslose, nirgends so große Elends- und wahre Hungergebiete ... Es ist nicht nur eine, sondern d i e Schicksalsfrage der Tschechoslowakei, ob es ihr gelingt, nicht allein Henlein, sondern den Sudetendeutschen überhaupt im Staate eine befriedigende Le^ensmöglichkeit zu schaffen. Das ist aber nicht nur eine innerpolitische Angelegenheit der Tschechoslowakei, sondern mindestens ebenso sehr eine europäische Frage, die Berlin, Paris und London gleicherweise interessiert." — So zu lesen in einer angesehenen Schweizer Zeitung, die der Tschechoslowakei im gleichen Artikel eine „Verfeindung mit den meisten Nachbarstaaten" bescheinigt, ein Zeichen dafür, wie man über die terroristische Musterdemokratie in der demokratischen Schweiz denkt... Arbeiten und sparen, die Gäulen des deutschen Ausbaus. Wirtschastsfragen auf dem Münchener Beamtentag. München, 22. Okt. (DNB.) Die Haupttagung des Deutschen Beamtentages fand ihre Fortsetzung mit einem Vortrag des Leiters der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP. Bernhard Köhler. Es ist die Aufgabe unserer Generation, unseren Kindern den Raum bereitzustellen, den sie brauchen werden, um bann leben zu können. Wenn bas Ausland uns bas nicht glaubt, so ist ihm bas nicht übel zu nehmen. Denn es hat ja auch nicht glauben wollen, baß uns bie Wirtschaftsbelebung gelingen könnte. Wir werben bem deutschen Arbeiter die notwendige Besserstellung seiner Lebenshaltung nicht dadurch verschaffen. daß wir seinen Lohn erhöhen, womit ihm nicht gedient wäre, sondern dadurch, daß wir die Erzeugnisse verbilligen. Denn eine Verbilligung der Erzeugung schwächt nicht die Währung, sondern stärkt sie. Die vom Nationalsozialismus angepackte Leistungssteigerung der deutschen Volkswirtschaft bis zur Vollendung wird eine Verbilligung unserer Wirtschafts- und D e r b r a u ch s g ü t e r mit sich bringen, und diese wird sich mit der Gewalt eines Naturereignisses durchsetzen. Reichsfinanzminister Gras Schwerin von Krosigk stellte bann ber Zerfahrenheit und Ziellosigkeit der Vergangenheit die einheitlich geschlossene, alle Kräfte zusammenfassende unb auf ein großes Ziel hinlen- kenbe Politik ber Oegneroart gegenüber. Diese Politik habe sich nicht an ein System ober an eine Lehre gebunben, sonbern benutze im praktischen Hanbeln bie gegebenen wirtschaftlichen Möglichkeiten, nur unter bem einen fundamentalen Grunbsatz: Das Interesse bes einzelnen hat gegenüber bem ber Allgemeinheit zurückzutreten. Dieser bestimmte Grundsatz habe zu einem Uebergang von einer ungeregelten Wirtschaft zu einer Wirtschaftsordnung geführt, wie sie sich in der Lenkung des Kapitalmarktes, der Zins- und Kreditpolitik, der Marktordnung, der Preisregelung und einer gewissen Verbrauchslenkung zeige. Eine solche Ordnung sei ebenso entfernt von dem liberalistischen System, das eine staatliche Lenkung der Wirtschaft im Grundsatz verworfen habe, wie von dem polizeistaatlichen System, das alles Tun unb Lassen bes Menschen behörblich zu regeln suche. Der Nationalsozialismus, ber ben Wert ber Persönlichkeit und der persönlichen Leistung in den Vordergrund stelle, wolle auch im wirtschaftlichen Leben keine Bürokratisierung unb gebe ber Aktivität unb ber Verantwortung des einzelnen vollen Raum. Es handele sich nicht darum, den' Unternehmergeist abzutöten ober einzuschränken — bie im Dritten Reich begünstigte Rückwandlung von ber Form ber anonymen Gesellschaft zu ber bes verantwortlichen Einzelkaufmanns beweise bas Gegenteil —, sonbern nur darum, der freien Initiative des einzelnen Volksgenossen ein Arbeitsfeld zuzuweisen, das er in Übereinstimmung mit den Zielen der Volksgemeinschaft zu seinem Besten und zum Besten des gesamten Volkes bestellen könne. Das seit der Wirtschaftsbelebung anhaltende und noch nicht zum Abschluß gekommene Anwachsen der Steuereinnahmen und die durch die erfreuliche Zunahme der Spartätigkeit ermöglichte laufende Umwandlung der kurzfristigen Reichskredite in langfristige Anleihen hätten bisher die Grundlage für die Durchführung ber großen nationalpolitischen Ausgaben bes Führers gebilbet. Arbeiten unb sparen Aus aller Wett. Schreckliches Autobusunglück in Amerika. Neuyork, 23. Oft (DNB. Zunkspruch.» Bei Mason-City (Iowa) überfuhr ein erst vor kurzem in Dienst gestellter Stromlinien-Luxuszug der Rock- Jsland-Eifenbahn an einem Bahnübergang einen Schüleromnibus. Der Fahrer des Omnibusses hatte ben mit großer Geschwindigkeit herannahenden Zug nicht bemerkt. Der Omnibus wurde vollständig zertrümmert, 10 Schulkinder und ein Lehrer wurden getötet, 18 andere schwerverletzt. Von den Schwerverletzten wurden mehrere sterbend ins Krankenhaus gebracht. Fünf Tote beim Absturz eines türkischen Lehrflugzeuges. Das Flugzeug einer türkischen Fliegerschule stürzte während der Hebung von Fallschirmabsprungen ab. Die beiden unterrichtenden Piloten und drei junge Fallschirmabspringer, die der nationalen Organisation „Türkischer Vogel" angehören, sanden den Tob. Für bie Verunglückten finbet ein Staatsbegräbnis statt. Schiffsunglück im Bosporus. Auf bem Bosporus ereignete sich vor bem Palast von Dolmabagtche ein S ch i f f s u n g l ü ck. Der türkische Frachtdampfer „Ordu" wurde beim Auslaufen von der starken Stomung erfaßt und gegen den vor Anker liegenden türkischen Kreuzer „Hami» diye" getrieben. Der Anprall war so stark, daß der Dampfer „Ordu" ein mächtiges Leck erhielt und innerhalb fünf Minuten sank. Von zwei daneben liegenden türkischen Zerstörern wurden 15 Mann ber Besatzung ber „Orbu" gerettet, ber Koch unb ein Heizer ertranken. Der türkische Kreuzer hat keine Beschäbigungen erlitten. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Großwetterlage hat durch die Ausbildung eines Sturmwirbels über England eine entscheidende Umgestaltung erfahren. Seine Annäherung brachte gestern mit dem Verschwinden der Nebelbildung Aufheiterung, doch macht sich sein Einfluß in zunehmender Unbeständigkeit geltend. Der Wirbel entwickelt sich auf bas Festlanb hin, so baß für bie nächste Zeit sehr unruhiges, zeitweise auch stürmisches Wetter erwartet werben kann. Die Temperaturen werben späterhin roieber zurückgehen. Aussichten für Sonntag: Wechselhaftes Wetter mit Regenfällen, lebhafte bis stürmische süb- liche bis westliche Winbe, anfangs noch milb, späterhin Abkühlung Aussichten für Montag: Wechselnbe Bewölkung unb unruhiges Wetter mit Neigung zu Nie- berschlägen. Lufttemperaturen am 22. Oktober: mittags 10,6 Grab Celsius, abenbs 4,6 Grab; am 23. Oktober: morgens 7,1 Grab. Maximum 11,9 Grab, Minimum heute nacht 4,1 Grab. — Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. Oktober: abenbs 7,4 Grab; am 23. Oktober: morgens 6,7 Grab Celsius. — Sonnenscheinbauer 3.5 Stunben. Hauptschriftleiter: Dr Friebrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bes Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik unb für bie Bilber: Dr Fr W. Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein Anzeigen- leitet: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel D. A. IX. 37: 9248. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange. K.-G.. sämtlich in Gießen. Mvnatsbezugs- preis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzelverkaufs- preis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr 3 vom 1 Juni 1935 gültig. DR. D II % 5 -L SB I u dhiliiii. Das Radiowunder - iuid dach nur RM.196.* Schwundausgleich (voll wirksam), automatische Trennschärferegelung, Leucht-Amplimeter, Stumm-Abstimmung . . . und keine Rückkopplung mehr zu bedienen, also wirkliche Einknopfabstimmung. 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Neben Maßnahmen zur allgemeinen und wirtschaftlichen Hebung des Berufsstandes, zur fachlichen Weiter- und Fortbildung, wirkten sich insbesondere solche kultureller Art fruchtbar aus. Die Zahl der Filmtheater ist von 4962 im Jahre 1934 heute auf über 5300 gestiegen! Wenn man sich die vier Jahre nationalsozialistischer Filmführung noch einmal vergegenwärtigt, so Darstellers in der Rede. Neger, der = Im Film vom Rassengesetz ausgenommen, wenn es sich um die schwarze Tafel handelt, auf welcher die Dialogtexte verzeichnet stehen. Plaudertasche, die = Scherzhaft für Mikrophone Rhabarber, der = Aus der Bühnensprache übernommen, soviel wie Volksgemurmel. Saft, der = Sinnbild für Kraft und Leben, der elektrische Strom für Beleuchtungszwecke. Salat, der = Der „Verhedderte" Filmstreifen. Schießen, das = Die im allgemeinen harmlose Tätigkeit der Kameramänner. Schleier, der, vorzugsweise in der Verbindung „den Schleier nehmen^ gebrauch^ wer dabei ans Kloster denkt, begeht einen Irrtum. Der Aufdruck wird vom Kameramann gebraucht; Schleier ist das Tuch vor dem Objektiv, durch das ein Gesicht im Bild weich erscheint. Nichts gefährdet die Wirkung eines historischen Films so sehr als ein Anachronismus, etwa, das nicht in die Zeit paßt. Ich erinnere mich an eine Szene, die in einem Salon zur Zeit Friedrichs des Großen spielte. Die Herren und Damen des Hofes saßen in ihren Kostümen aus der Zeit der brokatenen Stühle herum. Als die Hauptdarstellerin eintrat, zeigte es sich, daß für sie kein Sitzplatz da war. Der Regisseur ließ den Kameramann abstoppen. In aller Eile wurde der nächstbeste Sessel herbeigebracht — und der ganze Film war verdorben! Der Hilfsarbeiter hatte irgendeinen modernen Rohrstuhl erwischt, und dieser unerwünschte Blickfänger erzielte einen Heiterkeitserfolg. Einem anderen unaufmerksamen Aufnahmeleiter passierte es, daß er bei einer Aufnahme, die das antike Rom zum Schauplatz hatte, die Straßendahnschienen auf den Vordergrund des Bildes bekam. In einer historischen Darstellung des amerikanischen Bürgerkrieges zündete sich der General der Südstaaten seine Zigarette aus einem Jupiter-Streich- holzbüchlein an, lange bevor auch nur das Schwefelholz überwunden war. Warum nicht gleich mit einem Sprungfederfeuerzeug? Um derlei störende Irrtümer zu vermeiden, beschäftigen heute die großen Filmgesellschaften einen sogenannten Kontrolleur. Jetzt kann es nicht mehr Vorkommen, daß 3.23: Christoph Kolumbus ein Selbstgespräch unter einer elektrischen Laterne in seiner Geburtsstadt' Genua hält. Der Ehrgeiz eines guten Kontrolleurs ist es, bis ins kleinste wahrheitsgetreu zu sein. Als in'Hollywood ein Film gedreht wurde, der die Fremdenlegion zur Umwelt hatte, studierte der verantwortliche Kontrolleur seinen Schauplatz in allen Einzelheiten. Die Militür- baracken von Sidibel-Ades wurden von innen und außen photographiert. Sogar die gedrechselten Beine der Schlafpritschen wurden vermerkt! Ein Hilfsregisseur, der aus den schwarzen Statisten einen Negertrupp zusammengetrommelt hatte — in einem Afrikasilm wurden Senegalesen verlangt —, war nicht wenig erstaunt, als sein Kontrolleur alle nicht flachnasigen tiefdunkelhäutigen Darsteller ausmerzte. Die Senegalesen, mußte er sich belehren lassen, sind reinrassige Neger, bei denen hochnäsige Typen nicht vorkommen. Eine derartige Genauigkeit kostet eine Menge Geld. Aber selbst der strengste Kritiser konnte bei dem in Amerika aufgebauten Afrika keinen Verstoß gegen das Lokalkolorit finden. ______________________ Abfahren - Lehnwort aus der Sprache der Hoch- und U-Bahnschaffner, soviel wie Beginn der Aufnahme. Äbklingeln = Stammt ebenfalls aus dem Wortschatz der Verkehrsbeamten, bedeutet den Befehl, die roten Lampen einzuschalten, die jedem den Zutritt zu den Aufnahmeateliers sperren. Abwürgen = Aus der Kriminalistik übernommener Begriff, soviel wie fehlerhafte Regulierung der Lautstärke durch den Tonsteuerer im Lichtspieltheater. Alte, der - Ziemlich respektlose Bezeichnung für den Spielleiter. Siehe auch „Regisseur". Anschneiden, z. B. eines Darstellers = aus der Sprache der Wursthändler übernommen, ein wie dort unblutiger Vorgang, nämlich die photographische Teilaufnohme eines Darstellers oder einer Filmszene. Ausleuchten = Die Lichtprobe. Dreh, der = Bedeutet im Gegensatz zur Alltagssprache keinen gemeinen Trick, sondern ganz schlicht die Aufnahme an sich. Eiertanz, der - Keine Ballettübung oder Schaunummer einer Varietebühne, vielmehr der erste Gehversuch des Kojoten (siehe diesen). Galgen, der = Nach Brockhaus: Vorrichtung zum Strafvollzug (Tötung' durch den Strang). Hier: Vorrichtung zum Aufhängen der „Plaudertasche". Siehe unter P. Hase, der = Nicht der Mann, der keine Zeitung liest, auch nicht das schmackhafte Wild, sondern die Rhabarber, Dreh und Eiertanz. Hundert Worte Film-Deutsch. Mele hundert Themen werden in Deutschland alljährlich den jungen Studenten für ihre Doktorarbeit gestellt. In scharfsinnigen Untersuchungen wird da beispielsweise dem Urgrund der Sprache nachgeforscht. Die Sprache ist ein lebendiger Organismus, ist ein Baum, der immer neue Zweige treibt, Blutenknospen ansetzt und sie zur Entfaltung bringt. Wie hat nicht allein der technische Fortschritt der letzten Jahrzehnte die Sprache bereichert! Wieviel neue Ausdrücke haben uns die Luftfahrt und der Rundfunk beschert und nicht zuletzt auch der Film. Schon das Wort Film ist früher nicht bekannt gewesen; es ist aus dem Englischen übernommen worden, hat sich aber längst Bürgerrecht im Deutschen erworben. Welch köstlicher Witz leuchtet aus dem Wort „Kientopp", dessen Ursprung nie aufgeklärt werden konnte und das allein eine Untersuchung wert wäre. Wieviel Neues es auf dem Gebiete des Films zu lernen gibt, wie alte, jedem vertraute Wörter eine völlig neue Bedeutung erhalten haben, das wird jedem deutlich, der auch nur einmal durch ein Filmatelier gegangen ist und der Sprache der Darsteller und des technischen Stabes gelauscht hat. Es wäre an der Zeit, ein Wörterbuch der Filmsprache zusammenzustellen. Hier sei ein kleiner Versuch gemacht: Filmkomparsin in der ersten kleinen Rolle. Kojote, der - Nach Brehms Tierleben der Prärie- — Bezeichnung für Sinter den Kulissen des Films. Von allerlei „kleinen Irrtümern" und ihrer Ausmerzung. Äon Hans B. Magenseil. Loch, das = Im Straßenpflaster ebenso peinlich wie im Film; das Steckenbleiben des geschadet haben. — Zarah Leander ist die Gloria Vane: ihre Aehnlichkeit mit der Garbo im Gesichtsschnitt und der tiefen Stimmlage ist in einigen Bildern überraschend; außerdem hat sie, im Gegensatz zu ihrer ersten deutschen Rolle, hier wirklich etwas zu spielen, und sie spielt es so, daß man sich wünscht, dieser Darstellerin einmal vor einer wirklich großen und ernsthaften Aufgabe zu begegnen. Birgel gibt den Albert elegant und gepflegt als einen Kavalier der viktorianischen Zeit von äußerlich blendender und tadelloser Haltung; auch nimmt er die psychologisch schwierige Gestalt sehr geschickt, so daß der Mann nicht geradezu wie em kalter Schuft, sondern eher wie ein bedenklich schwacher und schwankender Charakter wirkt. Neben den beiden zeigen sich im großen Ensemble einige darstellerische Leistungen, die man im Gedächtnis behält, so die von Hilde von Stolz sehr überzeugend gegebene Fanny Hoyer, dann Lina Lossen als Vorsteherin des Zuchthauses und Lissi A r n a als Nelly. Unter den männlichen Mitwirkenden seien Victor Staat, Jürgensen, Ziegel, Tiedtke und Hübner hervorgehoben. _ (Ufa.) Hans Thyriot. ft) gegenseitig überspitzten und bekämpften, während es um die Vorteile des einen gegenüber denen des a deren ging, vereinigt.die Reichsfilmkammer fämt- l je Gruppen der im und am Film tätigen Mengen. Der „Jch"-Standpunkt liberaliftischer Jahre ht der „Wir"-Auffassung weichen müssen. Immer Ifttebt, mit allen Fachgruppen und Fachausschüs- sli eng zusammenzuarbeiten und auch mit der Wirt- sc aft, der Kunst und der Technik in Fühlung zu Sibert, hat die Führung der Kammer jederzeit die Töglichkeit, alle Veränderungen rechtzeitig zu er- Hnen und ihre Auswirkungen für die Gesamtheit z. überprüfen. Man arbeitet planvoll und auf lange Sicht. Was lüher unsicher und unsolide war, ist abgelöst durch chliche Eignung und persönliche Zuverlässigkeit. :.-r deutsche Film, der einmal in dem Ruf übler ^schäftemacherei stand, ist zum Faktor im Kul- t rieben der Nation geworden. Künder des Umschwungs, der sich seit der Macht- Üx'rnahme vollzogen hat, ist der deutsche Film jetoft. Er ist anständig und sauber geworden, gut im allgemeinen Durchschnitt und ausgezeichnet in seinen Spitzenleistungen. Die internationalen Erfolge des Aschen Filmschaffens sind bekannt und brauchen licht einzeln angeführt zu werden. Erinnert sei nur 01 die letzten Erfolge gelegentlich der Jnternatio- noCen Film-Kunstausstellung in Venedig im August les vergangenen Jahres, bei deren Abschluß eine incrnationale Jury dem deutschen Filmschaffen die Nisten Preise zuerkannte. Auch der hohe Stand bes deutschen Kulturfilmwesens ist allgemein bekannt. Jedoch wird es interessieren zu erfahren, daß in der Zeit vom 1. Juli 1936 bis zum 30. April 1<37 vierzig Kulturfilme das bedeutsame y ädikat „ft aatspoli"tisch wertvoll" erhiel- teu und 52mal das nicht minder bedeutsame Prädikat „künstlerisch wertvoll" erteilt wurde. Die Qualitätssteigerung des deutschen Films hatte Aufgabe: den deutschen Film zum Musterfilm zu rochen. Man war von vornherein bedacht, den berufsstän- tsichen Aufbau organisch durchzuführen. Denn t ging ja nicht um eine Organisation, die um ihrer sl bst willen vorhanden sein sollte, sondern um einen Jr aktiven Arbeit bereiten berufsständischen Zu- scmmenschluß, in dessen Mittelpunkt Kultur und Hensch stehen sollten. Der Grundgedanke des ftän- j'chen Ausbaues verlangt die Eingliederung des Sizelnen in die Gesamtheit seines Berufsstand^ Während in den früheren Jahren die verschiedenen Sitereffentengruppen und Verbände des Films rein «rtschaftlich orientiert waren, ihre Forderungen Deutscher Film von heute. Von Hans Steinbach, preffereferent der Michsfilmkammer Dom Rummel- und Kirmesplatz, von der „Wun- t»rhalle" und „Attraktionsschau", von den ersten furzen Stummfilmstreifen führt die Entwicklung des silms in knapp 40 Jahren zum Lichtspieltheater, 11r Filmkunst internationaler Bedeutung, die den Tonfilm kennt und nun darangeht, den farbigen i'ilm in ihr Schaffen einzubeziehen. Aus dem „Kin- hpp", aus dem Film, den man als „Ware" anfah, ruröe im neuen Deutschland das Kulturgut Film, U volkstümlichste Kunst. Der gesicherte wirtschast- lche und kulturelle Ausbau, den die berufsständische Hieberung des deutschen Filmes kennt, ermöglicht je künstlerische, kulturelle und wirtschaftliche Weiterentwicklung und Höherführung. Für die Siche- img der wirtschaftlichen Ordnung und für die Wah- tmg der kulturellen und künstlerischen Rechte ist die «eid)5filmfammer, verankert in der Reichskultur- j.mmer, geschaffen worden. Sie kennt nur eine kann mit Genugtuung festgestellt werden, daß dem deutschen Filmschaffen ein maßgebender Platz in der Welt geschenkt wurde. Das deutsche Filmschaffen, dem die Staatsführung ihre Impulse gibt, geht immer wieder angeregt, ausgerichtet und gefördert durch Reichsminister Dr. Goebbels und betreut durch die Reichsfilmkammer und ihren Präsidenten Staatsminister a. D. Professor Dr. L e h n i ch , an die Gestaltung des filmkünstlerischen und filmwirt- schaftlichen Aufbauwerkes. Namen künstlerisch hochstehender deutscher Filmwerke sind so allgemein bekannt, daß man sie in diesem Zusammenhang nicht noch einmal anzuführen braucht. In ihrer Gesamtheit werden sie Ansporn sein, nicht nachzulassen in dem Willen, den deutschen Film als Ausdruck deutscher Kultur und Kunst führend in der Welt zu sehen. In Hollywood hat man die Aufnahmen für einen großen, in Alaska spielenden Goldgräber- und Trapperfilm abgestoppt, um erst eine Frage zu klären, die, wie man meinen sollte, geklärt sein müßte: kommt der Skunk als Pelztier in Alaska vor? Der Verfasser der Filmhandlung glaubt ja, und ein Skunk spielt eine entscheidende Rolle in seiner Geschichte. Es steht diesem Verfasser reichliches Kopfzerbrechen bevor, wenn die Entscheidung ausfällt, daß Skunks niemals in Alaska gefunden werden. Bis jetzt haben sich sechs der Fachleute dafür, drei dagegen entschieden. So staunt der Laie, wenn er in den Regiebemerkungen eines Kontrolleurs Fragen wie folgende Heft: Wie sieht die Uniform eines englischen Landbriefträgers aus? Wie sind die eisernen Tore beschaffen, die den Khyber-Paß in Nordindien sperren? Um welche Stunde wird in der Westminster- Abtei zelebriert? Wie sah das Innere des St. Petersburger Restaurants „Hermitage" um Jahr 1914 aus? Und so weiter. * Als der Film „Königin Christine von Schweden" fertig war, glaubten die Kontrolleure, den Vogel abgeschossen zu haben. Sie hatten die Architektur der Zeit, ihre Kostüme, ihre Transportmittel und Gebräuche studiert und sich nicht damit zufrieden gegeben, irgendeinen beliebigen Ausländer als tp- pifchen Vertreter feines Landes mitwirken zu lassen. Jeder einzelne war einer genauen Prüfung auf feine Rassenmerkmale unterzogen worden. Jedes Wort, jede Einzelheit in Aufputz und Ausstattung war auf feine Echtheit hin genau geprüft worden. Und dann kam aus dem Kreise der Zuschauer eine Zuschrift, die dennoch einen Schnitzer nachwies. In einer Szene nämlich, in der ein Schriftstück, das im Auftrag der Königin gedruckt worden war, gezeigt wird, ist dieses Blatt in der sogenannten Cheltenham-Schrifttype gedruckt. Der Tadler, selbst ein Buchdrucker, wies in seiner Zuschrift mit Recht nach, daß diese Type erst einige Jahre später, nachdem die Szene spielt, erfunden worden war. Als der Kontrolleur daraufhin seine Angaben prüfte, sand er, daß er ausdrücklich erwähnt hatte, das Schriftstück müsse in römischen Schrifttypen gedruckt sein. In der Hitze des Gefechts war dieser Punkt übersehen worden — und der Irrtum fertig!' „Zu neuen Ufern." Gloria-Palast. Dies ist die Geschichte der schönen und berühmten Zugerin Gloria Dane, die Geschichte einer großen Silbe und eines großen Opfers, beginnend im mdorianischen London, sehr traurig endend m Ebnep in Australien. Gloria Vane stößt mit ihren eoagten Chansons im Adelfi-Theater einige Pun- ar-er vor den Kopf, aber die elegante Welt jubelt 11 zu; sie liebt den leichtsinnigen und eleganten iir Älbert Finsbury, der eines Tages mit einem 'siizierspatent in der Tasche nach Australien ab- eii't und ihr verspricht, sie nachkommen zu lassen, ■otialb er drüben ein wenig Karriere gemacht habe. )c er vor der Abreise drängende Schulden zu beulten und nicht Geld genug hat, begeht er eine L chselfälschung, die nicht lange verborgen bleibt. Ihl Albert zu retten, beschuldigt sich Gloria selbst e- Verbrechens, wird verurteilt und in das bc= Tiigtigte Zuchthaus Paramatta bei Sidney depor- ie-t — ein jäher Sturz von der Höhe des Ruhms, 1 die Hölle der Frauenstrafkolonie, indessen Albert chiell Karriere macht. Ein viktorianischer Erlaß ei attet in dem frauenarmen Lande den Depor- ie-ten die Heirat, wenn bei der „Liebesparade fr Mann Gefallen an ihnen findet und es wagen ■®il. Auch Gloria findet einen, der sie hebt, aber ie kann Albert nicht vergessen, läuft jenem davon, jrot Albert und kommt eben recht, als auf einer tanzenden Gesellschaft feine Verlobung mit der lichter des Gouverneurs bekanntgegeben wird. )boria sucht sich verzweifelt und erfolglos in einem ;higeltangel cane Existenz zu gründen; dort findet ss eines Ibends Albert, der, aufs neue von ihr 1?,nubert, ein neues Leben mit ihr anfangen will; tb r nun ist es zu spät, Gloria hat erkannt, daß i 1 Opfer vergebens war, ihre Liebe ist erloschen, V- weist ihn ab. Albert nimmt sich das Leben, A ria weiß als einzigen Ausweg nur den Ruck - ins Zuchthaus; dort sucht und findet sie der tcitmäfjige Gemahl, der sie aus Paramatta erlöst ia|„ und rettet sie vor der verzweifelten Flucht in ihr altes Elend zurück. Und diesmal folgt sie ihm ftiCig, für immer, „zu neuen Ufern". — Diese Havel ist einem Roman von Lovis H. Lorenz ^gebildet; Detlev S i e r ck und Kurt Heuser jt)rieben das Drehbuch. Sierck führte auch Regie; 1 unterstrich die unmittelbar theatralische Wirkung !■:« Stoffes durch eine krasse Gegenüberstellung von anten Gesellschaftsszenen und realistischen Zucht- in'sepisoden, durch ein schroffes Nebeneinander der [bien Lebenslinien, die sich in äußerster Gegen- li/igfeit überschneiden. Eine stärkere Konzentration h letzten Szenen würde, wie wir glauben, nicht Samstag, 25. Oktober 1957 Wie filmt man Menschenaffen? Äon Pool Eipper. Zunächst: es gibt kein unfehlbares Rezept, um mit Erfolg Menschenaffen zu filmen! Aber ich kann aus mehr als fünfjähriger Erfahrung wenigstens ein paar Ratschläge hierzu erteilen. Am wichtigsten sind sestschließende Knöpfe an allen Taschen der Kleidung. Es läßt sich nämlich nicht vermeiden, daß man im Laufe des Filmens mit einem Drang oder Schimpansen in Tuchfühlung kommt, und diese so klugen, für alles Neue interessierten Tiere haben leider keinen Respekt vor dem Eigentum anderer Lebewesen. Taschentücher, Geldbeutel, Messer, Feuerzeug, Schnur, saure Bonbons und was sonst ein Filmmann in der Tasche hat, ist schnell auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Es wäre jedoch auch falsch, sich vor der Filmarbeit die Taschen zunähen zu taffen; man braucht sie dringend, um wenigstens zeitweise den Belichtungsmesser, die Sonnenblenden, das Entfernungsgerät und einige noch unbelichtete Filmkassetten unterzubringen. Nebenbei gesagt: von den letzteren hat man nie genug Vorrat. Es gehört zu den schlimmsten Heimtücken jedes Kurbelkastens, daß er rasend schnell auch die größte Menge Film am Objektiv vorüberzieht, so, daß immer dann die Spule ab« gelaufen ist, wenn sich etwas Schönes ereignet. Als unerläßlich habe ich ferner erkannt, daß sich der Menschenaffenfilmer von aller Eitelkeit und vom „Ordentltch-aussehen-wollen" freimacht. Der Hosenstoff ist noch immer nicht erfunden, der heil und ganz eine solche Tätigkeit seines Besitzers übersteht; jedes Hemd wird verblüffend schnell mit vielen Luftlöchern und Dreiangeln geziert, und weder den Schuhen noch den Strümpfen tut das Klettern, Kriechen, Rutschen, das Benagen durch Affenzähne, das Zwicken von Affennägeln gut. Ganz abgesehen davon, daß die meisten Menschenasfen-Kinder gar zu gern überall ihre Visitenkarten in Form von nassen Flecken zurücklassen. Auf des Filmers Haut ist das noch am harmlosesten, weil Seife unfehlbar hilft. Und für Schrammen, Kratzer, kleine Rißwunden gibt es medizinische Pflaster, blaue Flecken heilen von selbst. Neben diesen äußeren muß der Menschenaffen- Filmer auch noch innere Tugenden besitzen, am allernotwendigsten — Geduld! Eine Stunde in grotesk unbequemer Haltung reglos auszuharren, ist zwar lang, aber noch das kleinste Hebel. Schlimmer, wenn ein Gorilla hartnäckig zwei Sonnentage hindurch zwar die interessantesten Handlungen ausführt, jedoch stets mit abgewandtem Gesicht. Ihn stört leider das Kamera-Auge. Es kann aber auch geschehen, daß man dreimal in einem Monat von Berlin nach Dresden fahren muß, weil zur Abrundung des Filmberichts über den dortigen Schimpansen noch eine kleine Szene fehlt. Zwar ist der gute Charlie keineswegs widerborstig, doch beim ersten Versuch reichte das Licht nicht, beim zweiten kam fortwährend Eifi, die Stubengenossin, ins Bild gelaufen, und beim drittenmal transportierte die Kamera nicht. Das kommt schmerzlicherweife auch zuweilen vor. Aber sonst ist das Filmen von Menschenaffen ein reines Vergnügen, vorausgesetzt, daß man Wetterglück hat, gute Helfer und die richtigen Tiere am richtigen Ort. Das Kurbeln geht dann von selbst. „Steinhägcr- UrqUell Standing Girl = Ersatz für den Star beim Aus- leuchten einer Szene. Storchschnabel, der = Die Holzklapper, deren Zusammenschlagen den Beginn einer Filmaufnahme anzeigt. Strippenzieher, der = Soviel wie Kabelleger. Synchron - Gleichlaufend, daher Synchronität -- gleichmäßiger Ablauf. Tausender, der = Kein Schein, wohl aber ein Scheinwerfer von 1000 Ampere. H.J, Die synchronisierte Revolte. Zwanzig starke Manner bekommen Zulage. Es war einmal ein Film, in dem ging eine Revolte vor sich. Der Held des Films, der auch die Revolte anzettelte, bekam eine Gage von — na, es war viel Geld. Er behauptete, es wäre wenig, weniger als wenig! Wahrscheinlich war aus diesem Grunde eine Nachsynchronisation nötig. Bei der Stelle, wo die wütenden Revolteriche ihrem Opfer nachfetzen, war der Ton weggeblieben. Die Rasenden fuchtelten mit ihren Mistgabeln und Käsemessern in der Lust herum, sie rissen die unrasierten Mäuler auf, aber sie blieben stumm wie die Fische in Omamas Gold- fischglas. Das konnte, das durfte nimmer so fein und. bleiben! Man bestellte also den Synchronisationsraum und zwanzig Männer mit gewaltigem Brustumfang. Diese Männer durften aussehen, wie sie wollten. Sie durften Brillen tragen, sie brauchten sich nicht zu schminken wie ihre Kollegen im Atelier, sie wußten, daß von ihnen nichts weiter begehrt wurde als ihre Stimme. Und ihre Aufmerksamkeit! Wenn nämlich der Aufnahmeleiter, der gespannt dem Ablauf des Filmstreifens folgte, seine Arme in die Luft schmiß, dann war das für sie das Zeichen, loszubrüllen, das ihnen die Zähne summten. „Fangt ihn! Haut ihn! Gebt ihm Saures!" Was man eben so bei einer Revolte brüllt. Das Schwierige war nur, das Gebrüll mit dem Vorgang auf der Leinwand in Einklang zu bringen. Es kam auf den Bruchteil einer Sekunde an. Der Tonstreifen mußte mit dem Bildstreifen ein Ganzes werden, verstanden?! Kunststück, wenn der Aufnahmeleiter in Schweiß geriet! Eine Revolte mit Ordnungsliebe, mit Harmonie, mit prägnantem Einsatz. Ja, gibt’s denn bös...? Der Synchronisationsraum widerhallte von dem Kampfgeschrei. Die Männer mit dem großen Brustumfang bekamen eine Zulage, aber der Held des Films bekam nichts. Er zog sich grollend auf fein Schloß am Meer zurück... Der Kreml und das Mionalirälenproblem. < on Or. Paul Rohrbach. Als im Jahre 1914, dicht vor dem Ausbruch des Weltkrieges, der hundertjährige Geburtstag des ukrainischen Nationaldichters Schewtschenko bei seinem Denkmal aus dem hohen Dnjepr-Ufer unweit Kiew gefeiert werden sollte, wurden seine herbeigeströmten Landsleute von russischen Militärposten mit aufgepflanztem Bajonett verjagt. Im zarischen Rußland sollte es keine Ukraine geben! Statt „ukrainisch" durfte höchstens „kleinrussisch" gesagt werden. Jetzt hat Stalin, der rote Zar, von neuem die Politik rücksichtsloser Unterdrückung der nichtgroßrussischen Nationalitäten in der Sowjetunion ausgenommen. Wladimir S o l o w j e w, der um die Jahrhundertwende verstorbene Philosoph und Dichter, der zugleich Russe und Europäer zu sein versuchte, prägte für diese Politik den Ausdruck „Moskwobjesje", d. h. Besessensein vom Mos- kowitertcufel (Bjes heißt auf russisch der Teufel). Diese Besessenheit regiert wieder im Kreml, und wenn es sich einmal fügt, daß direkte und zuverlässige Nachrichten aus Moskau zu erhalten sind, so hört man das Urteil: Der Widerstand der Nationalitäten gegen das blutige Umgehen des Moskowiterteufels kann für das Sowjetregime eine größere Gefahr werden, als alle wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Bor einiger Zeit verstarb plötzlich Stalins Landsmann und Vertrauter, der Georgier Ordschoni« kidse. Er war Vorsitzender des Organisationskomitees für die Schwerindustrie und hatte auf einer Sitzung im Polit-Büro einen Zusammenstoß mit Stalin wegen der georgischen Frage. Stalin selbst hat seine georgische Herkunft ganz und gar vergessen, seine Leibwache besteht zwar noch aus Kaukasiern, aber er selbst macht schroff moskowitische Innenpolitik. Georgien ist, wie die übrigen „fremdnationalen" Gebiete im Kaukasus, zwangsweise als Gliedstaat der Sowjetunion organisiert. Die mit der Regierung betrauten georgischen Kommunisten wollten aber ihr Volk nicht entnationali- fieren lassen und fanden eine Zeitlang Deckung bei Ordschonikidse. Nach dem Konflikt im Polit- Büro verstarb dieser ganz plötzlich, wie die Georgier sagen, an Gift, und unmittelbar danach wurden die Vertreter der nationalen Opposition in der georgischen Hauptstadt Tiflis erschossen. In Sow- jetrußland pflegt man dafür „liquidiert" zu sagen. Es war ein schwerer Fehler in der Beurteilung Rußlands, der vor dem Kriege so gut wie allgemein in Deutschland gemacht wurde, daß man die Bedeutung des Nationalitätenproblems unter dem Zarismus nicht erkannte. Maurice P a - löologue, bis 1917 französischer Botschafter in Petersburg, war besser unterrichtet, wie viele Stellen seiner Tagebücher beweisen. Auch der Friede von Brest-Litowsk war, trotz der Anerkennung der ukrainischen Staatlichkeit durch Deutschland, darum falsch angelegt, weil er nicht grundsätzlich die Befreiung aller von den Russen so genannten Fremdvölker vom Moskowiterteufel vorsah. Auch jetzt wieder muß unser Augenmerk sorgfältig auf den Kampf gerichtet sein, der zwischen den Nationalitäten und dem inzwischen rot umgefärbten Mos- kowitertums entbrannt ist. Es ist geradezu ein Kennzeichen für die gegenwärtige Lage, daß Stalin zu der früheren offiziellen Betrachtung der russischen Geschichte in den Lehrbüchern der Zarenzeit zurücklenkt. In Moskau, Petersburg, Charkow, Kiew und selbst in den Provinzstädten wird ein großer Sowjetfilm aufgeführt „Peter I."; und zwar erscheint der Zar, der seinen Bojaren eigenhändig die Bärte und die langen Röcke abschnitt, um sie zu europäisieren, nicht als Despot' und Unterdrücker, sondern innerhalb seiner Zeit als große, echt russische Gestalt, die auch im Sowjetreich gefeiert werden darf. Das Publikum ist entzückt, und der Schauspieler Simonow, der den Zaren gibt, darf ihm ohne Bedenken heroische Züge verleihen. Die Tendenz dabei ist, Peter als den eigentlichen Gründer des großen, umfassenden Rußland darzustellen. In dem neuen Sowjet-Schulbuch der russischen Geschichte, das angeblich Stalin selbst verfaßt hat, werden auch die alten Moskauer Zaren wieder, wie einst, als „Sammler der russischen Erde" gerühmt, und die Vereinigung der Ukraine mit Moskau soll nichts anderes gewesen sein, als ihre Rettung vor den Türken, deren sich in Wahrheit die ukrainischen Kosaken mit Erfolg selber erwehrten. Die Methoden der Zarenzeit wiederholen sich auch darin, daß die fremdnationalen Gebiete, vor allem die Ukraine und der Kaukasus, am schärfsten herangezogen werden, um die Wirtschaftsnöte in Großrußland, dem eigentlichen Mosko- wien, zu erleichtern. Nirgends wüten die staatlichen Eintreiber der Getreideernte so rücksichtslos gegen die Bauern, wie in der Ukraine, aber noch härter liegt die Hand des roten Zaren auf den Kaukasusländern, wo das Blut der Menschen am heißesten ist und außerdem eine religiöse Opposition sich mit der nationalen vereinigt. Georgier und Armenier hängen an ihrer nationalen Kirche, und die muhammedanischen Sowjet-Bundes- staaten, Aserbeidschan und die Republiken des Nord- Kaukasus, lassen sich in ihrer Anhänglichkeit an den Islam nicht irre machen. Durch die Ukraine, durch den Kaukasus, durch Turkestan und alle übrigen fremdnationalen Gebiete geht eine Welle von Beschuldigungen auf Na- (Nachdruck verboten.) I. Stadt der hundert Masken. Marseille, im Oktober 1937. Es gibt manche Städte, ja ganze Landschaften, von denen man von Jugend auf eine ganz bestimmte, fest umrissene Vorstellung hat, die dann, wenn man später einmal Gelegenheit hat, Stadt oder Landschaft wirklich kennenzulernen, in allen Einzelheiten bestätigt wird. Mit Marseille ist es mir so ergangen. Immer war es in meiner Vorstellung eine dunkle geheimnisvolle Stadt, in der sich das internationale Leben in einer erschreckend negativen Weise mit dem nationalfranzösischen kreuzt, in der das Helle Licht des französischen Südens die ungeheuer tiefen, schwer aufzuhellenden Schatten ganz stark und elementar hervortreten läßt. Schon als wir am späten Nachmittag aus der heiteren, früchteschweren Landschaft Burgunds allmählich in die karge Eintönigkeit der Provence hinübergleiten, in der sich, zuerst zaghaft, dann immer bestimmender, tropische Vegetation bemerkbar macht, bekommen wir den ersten Eindruck des Südens. Olivenbäume stehen zwischen nackten schroten Felsen. Nur vereinzelt menschliche Siedlungen. Und wo sie verstreut in der weiten Landschaft liegen, sind sie armselig und dürftig; denn der Boden schenkt hier nur wenig, was menschlichem Lebensunterhalt dienen könnte. Hier und da erinnern Reste alter Befestigungen, Kastelle und zerfallene Burgen daran, daß einst die Römer hier gesessen haben. Trägt doch die Provinz ihren heutigen Namen aus jener Zeit, da dieses Gebiet eine Provinz Roms war. Ueberraschend und faszinierend dann — es ist nun schon ganz dunkel geworden, der weite, schier grenzenlose Lichterbogen, der uns, die wir aus dieser Oede und Einsamkeit kommen, urplötzlich die Umrisse der zweitgrößten Stadt Frankreichs anzeigt. Nun donnern wir durch einen mehrere Kilometer langen Tunnel, und dann stehen wir mit einem Male mitten im Fluten und Hasten, im Schreien und Tosen dieses wahrhaft südländischen Bahnhofs. Schon die großen Pariser Bahnhöfe strömen die ganze romantische Beweglichkeit und Lebensfülle aus. Hier, in Marseille aber, verbindet sich mit dem Französischen das Orientalische. Das ist der erste entscheidende Eindruck, und dieser Eindruck wird in den Sttaßen und auf den Plätzen von Marseille, in den großen strahlenden Cafös wie in den nachtdunklen Spelunken, in den erstklassigen Hotels wie den unheimlichen Quartieren am Hafen auf Schritt und Tritt bestätigt. Wohl in keiner anderen Stadt Europas sind Abendland und Orient in einer derart ausgeprägten Weife durcheinandergewirbelt. In der Tat: Mar- tionalismus, Trotzkismus, Separatismus und auf gegenrevolutionäre „bürgerliche" Gesinnung, Verhaftungen, Verurteilungen zu Zwangsarbeit, Erschießungen und Deportationen häufen sich. Der Erfolg davon aber ist der Absicht entgegengesetzt. Die Erbitterung steigt und dringt sogar bis in das Völkerbundpalais in Genf vor. Dort erscheinen Vertreter der unterdrückten Nationalitäten und berufen sich darauf, daß doch die Bolschewisten in ihrem Programm das Selbstbestimmungsrecht aller Völker vertraten, daß nach der Verfassung der Sowjetunion den Gliedstaaten ihre innere Autonomie gewahrt bleiben, ja daß formell sogar jede von ihnen das Recht haben soll, seinen Wiederaustritt aus der Union zu erklären. Der Völkerbund, wo Litwinow-Finkelstein das große Wort führt und Frankreich und England ihn sekundieren, wird ihnen nicht helfen. Immerhin ist es ein Symptom, daß der Außenpolitiker des „Journal de Geneve", Briquet, jetzt eben in Berlin und Frankfurt einen Vortrag, „Die unterdrückten Nationen und der Völkerbund", gehalten und dabei ausschließlich von den kaukasischen Nationalitäten und von den Ukrainern in ihrem Verhältnis zu Moskau gesprochen hat. seil le ist die Stadt der hundert Masken. Undurchdringlich ist das Gesicht dieser Stadt. Neben dem hellen Weiß des gesunden Nordfranzosen, den sein Geschäft in den Süden verschlagen hat, das blasse Grau des Romanen aus der Provence, das schon in starkem Maße im Wuchs des Haares, in der Formung der Lippen, im Glanz der Augen negroide Züge aufweist. Aber das alles scheint hier fast noch die Minderheit zu sein; das eigentliche Gesicht von Marseille scheinen mehr und mehr braune Araber und tiefschwarze Neger aus dem innersten Afrika zu prägen. Daneben Chine - f e n. Sehr viele Chinesen sogar. Weiter Siamesen, Annamiten und Menschen aus allen französischen Kolonien, Vertreter aller Völker und Rassen der Erde, die die Seefahrt hier an das Land gespült hat. Hafenstädte tragen immer den Stempel der Juter- nationatität. Auch das Hafenviertel von Hamburg oder das von Antwerpen offenbaren den regen Austausch mit allen Ländern der Erde. Aber überall wird doch das Nationale gewahrt, bleibt doch der völkische Charakter das Beherrschende. Anders in Marseille. Hier scheint der nationale Charakter völlig im Strom der Jnternationalität verloren- gegangen zu sein. Es ist natürlich, daß solches Ueberfluten Begleiterscheinungen mit sich bringt, die nachdenklich stimmen. Nicht allein, daß in Marseille d i e Unterwelt ihr Unwesen treibt wie in keiner anderen Stadt Europas, — es besteht in zunehmendem Maße auch die Gefahr, daß sich dieses Einfalltor alles Nicht-Europäischen immer mehr erweitert. Es hat sich hier eine Pforte aufgetan, die einmal nicht mehr maskiert bleiben kann, wenn nicht irgendein Faktor regulierend und dämmend feine Hebel ansetzt. Am späten Abend schlendern wir gemächlich über den Boulevard d'Athenes und biegen dann in die breite licht- und menschenerfüllte Rue Cannebiere ein, die Hauptstraße von Marseille. Sprachen aller Erdteile bringen an unser Ohr. Rote Feze und die weißen weiten Gewänder der Orientalen neben der bürgerlichen Kleidung der Franzosen. Neger, völlig europäisch gekleidet, neben solchen, die noch die letzten Reste heimatlicher Tracht in irgendeinem kleinen Teil bewahrt haben, der aber auch wohl bald über Bord geworfen werden wird. Es wird gefeilscht und disputiert, und auch in dieser späten Abendstunde noch haben zahlreiche Geschäfte-geöffnet. Die Cafes sind überfüllt. Der Abend hat keine Abkühlung^ gebracht, es ist fast tropische Hitze, und so sitzt denn alles, wie bei uns im heißesten Sommer, auf den Straßen und Plätzen. Und es ist doch schon Anfang Oktober. Zwischen den Tischen und Stühlen zwängen sich schmiegsam chinesische Händler durch und bieten unterwürfig und doch aufdringlich ihre Taschen und Ringe, kleine Spielsachen und holzgeschnitzte Handarbeiten an. Am Hafen aber scheint Tagebuchblätter von einer Kiviera-Fahrt. Von unserem Or. J. B.-Sonderkorrespondenien. sich dieses wirbelnde Leben überschlagen zu motten. Musik und Geschrei dringt aus den Kneipen und von den Schiffen herüber, eine Flut orientalischer Laute mischt sich mit dem Sang alter französischer Schifferlieder. Hier scheint die Nacht erst die Lebensgeister zu wecken, die die brütende Sonne des Tages gelähmt hatte. Zugleich aber breitet die Nacht ihr schützendes Dunkel über Not und Elend jammer« voller Quartiere, über Laster und Leid hinter ärmlichen Fenstern und Vorhängen. Tosen und Lärm der Straßen am Hasen noch in den Ohren, wandern wir — es ist nuj ein kleiner Schritt aus diesem Dunkel in die strahlende Helle — die breite Rue Cannebiere zurück. Da fällt unser Blick auf zwei Gedenktafeln, die gegen, über der Börse angebracht sind. „Hier sind", so steh/ auf ihnen in französischer Sprache verzeichnet, „für den Frieden und die Freiheit gefallen König Alexander I. von Jugoslawien,- der Freund von Marseille und von Frankreich,» und fSsMusik“"Chällier Gegr 18 57* Ü165560 • NeuenweglN Louis Barthou, Minister des Auswärtigen, am 9. Oktober 1934." Wir müssen daran denken, wieviel Unruhe und Spannungen dieser Königsund Ministermord über Europa gebracht hat. Ge- rabe drei Jahre sind seit dem Attentat vergangen. Um das Mittelmeer aber ist es seitdem nicht ruhiger geworden. Mögen sich hier und da die Kräfte auch verlagert haben, — im Grunde sind hie G e - gensätze die gleichen geblieben, und das „Für den Frieden und die Freiheit gefallen" wirkt inmitten dieser friedlosen Straße und der Unfreiheit Europas wie eine schreiende Phrase. Landeten hier im Hafen nicht gestern noch spanische Flücht- linge^und werden nicht morgen wieder Kriegsschiffe Marseille anlaufen, bittere Zeugen des Unfriedens am Mittelmeer? Aber auch daran müffen wir denken, daß diese Stadt des Königsmords die Urfprungsftabt der Marseillaise, des französischen National- liebes ist. Seltsame Widersprüche, die sich doch irgendwie in einem merkwürdigen Einklang zusammenfinden. War nicht die französische Revolution, in der die Marseillaise geboren wurde, gleichermaßen mj| Schrecken und Mord erfüllt wie jene entsetzliche Stunde eines traurigen Oktobertages, in der sich französisches und jugoslawisches Blut auf der Rue Cannebiere dieser seelenlosen internationalen Hafenstadt mischten? Es scheint, als ob Frankreichs Geschichte immer wieder mit Blut geschrieben werden müßte. Außer in Rußland ist der politische Mord in keinem andern Land,so häufig das Mittel der Politik gewesen wie in Frankreich. Nein, selbst wenn der Blick in der strahlenden Helle des nächsten Vormittags über Hafen und Schiffe, über Felsen und Berge, über die wunder« volle Bläue des Mittelmeeres auch noch so schön und bestechend ist, — entscheidend bleibt doch für den Charakter Marseilles das nächtliche Dunkel uni der heiße orientalische Atem, der über dieser Stadt der hundert Masken liegt. Neue Hindenburg-Erinnerungen in Vad Kreuznach. Das Museum Großes Hauptquartier in Bad Kreuznach, das zur Erinnerung an die Zeit des Großen Hauptquartiers 1917/18 errichtet ist, wurde aus Anlaß des 90. Geburtstages des verewigen Generalfeldmarschalls von Hindenburg hü: h wertvolle neue Stücke bereichert. Dr. Kayseu- brecht (Berlin), der seit Jahren im In- und ^us- land Hindenburg-Erinnerungen sammelt, stiftete das Bildsammelwerk „In uns lebt Hindenburg" des Königsberger Malers Lengrüßer, das vom Führer mit einer Ehrengabe ausgezeichnet wurde, weiter einen handschriftlichen Nachrustdes Reichsverwesers von Ungarn, Admiral v. Horthy, einen handschriftlichen Hindenburg-Nachruf des General- stabschefs der Vereinigten Staaten, den das Luftschiff „Hindenburg" nach Deutschland brachte, mit einem Bild des Generals P. C. March, unb schließlich Bild und Nachruf des österreichischen Bundesministers Glaise von Horstenau, der von Hindenburg persönlich das EK. I erhielt. Das Land Permolien. Von Anke Ehlers. Kennst du das Land ...? — Nein, man gebe sich keine Mühe, man kennt es gewiß nicht. Ke-in Forscher hat es je bereist, kein Kartograph seine Lage auf den Landkarten des Erdballes verzeichnet, und doch existiert es, und wer sich einmal von ihm hat erzählen lassen, wird vielleicht begreifen, daß es ebenso einer Hymne würdig ist, wie jenes Land, wo die Zitronen blühen ... Permolien — es könnte überall liegen, an irgendeinem weiter nicht bestimmbaren Ort der Welt, aber nein, die Laune des Schicksals oder, was in diesem Fall das gleiche ist: die Laune eines kleinen Mädchens mit Namen Daidai hat es gewollt, daß seine Lage ganz genau zu bestimmen ist. Es ist so und nicht anders: Permolien ist ein kleines Eiland an der Ostküste Afrikas, ursprünglich in Daidais Schulatlas ein winziger brauner Jnfelfleck in der blauen Wasserfarbe des Indischen Ozeans, aber durch ein kühnes Tintenkreuz ein für allemal aus feiner gottverlassenen Anonymität herausge- hoben und mit ungeschickter Kinderhand umschrieben: Permolien. — Von gleicher Kinderhand ward noch ein übriges getan, nämlich eine stark vergrößerte Zeichnung des also eroberten Gebietes angefertigt, eine bunte Landkarte, auf der richtige Provinzen abgegrenzt sind, mit Bergen, Städten und schläu- gelnden Flüssen, die in den „Ozian" münden, selbst die Eisenbahnlinien sind nicht vergessen. Verwegener Kindergeist! Mag diese Insel im fernen Meer bis dahin ausgesehen haben, wie sie will, mit Felsen kahlgebrannt unter der glühenden Aequatorsonne oder mit sumpfigen Niederungen, in denen das Fieber brütet — eine verdorrte Steppenlandschaft oder ein exotischer Palmenhain, mag dort eine unoertraute Menschenrasse Hausen — Zulukaffem vielleicht in schmutzigen Dörfern — oder über menschenleere Einöde der Flug fremdartiger Vögel kreisen — von dem Augenblick ab, da Daidais kindlicher Einfall diesen Fleck Erde zum Land Permolien, zu ihrem Märchenland erkor, hat sie es mit dem Recht des Erobererers ganz und gar gewandelt. Sie hat Städte und Dörfer aus dem Boden gestampft und weiße luftige Häuser gebaut. Die Hauptstadt heißt Hellgemut, und der höchste Berg, den ein Schloß krönt, ist der Engelberg. Es gibt einen Mondscheinsee und eine Provinz, die sich Goldland nennt, und Afgrade heißt der Fluß, der sich in vielen Krümmungen von einer Küste zur anderen schlängelt. Nach Daidais Erzählung — und ihre groß auf- geschlagenen Augen zeigen dabei eine Ferne im Blick, als wäre sie ein alter Seefahrer — ist die ganze Insel ein großer Tiergarten, in dem alle Kreatur zahm und zutraulich zu den Menschen und untereinander verträglich ist. Hier kann der Esel mit dem Löwen gehen. Das bittere Naturgesetz, das die Erhaltung des Lebens an Tod und Vernichtung knüpft, hier ist es durchbrochen. Der uralte Menschheitstraum vom ewigen Leben, ist er in Permolien noch einmal geträumt? Denn auch die Blumen blühen hier das ganze Jahr, immer locken die schönsten Früchte aus dem blanken Laub, und selbst die Menschen — wie könnte es anders sein unter der permolischen Sonne! — sind anders als andere Leute. Nicht nur, daß sie keine dicken Kleider und dicken Pflichten kennen und immer nur das tun, was ihnen gerade gefällt, sie sind auch eigentlich nicht erwachsen, obwohl sie Erwachsene sein wollen. Sie sind im Grunde Kinder — ja, lauter Kinder sind es, die Permolien bevölkern, und es ist vielleicht das größte Geheimnis dieses Landes, daß-sie, wie auch die Zeit vergehen mag, immer jung und glückliche Kinder bleiben. Permolien — das Kinderland! Natürlich hat das Land auch seine eigene Sprache, die Daidai fließend beherrscht, doch erklärte sie beruhigend, als Befürchtungen 'über die Verständigung mit der Umwelt laut wurden, daß permolisch ohne weiteres von- allen Kindern der Erde gesprochen und verstanden würde! Welches andere Land der Erde kann sich solch einer universalen Verständigungsmöglichkeit rühmen? Es könnte die Frage reizen, warum Daidai sich dieses Land ausgedacht, dafür diesen Namen erfunden und es so weit weg von Europa in fremde Zonen verlegt hat. Aber wer kann die Zickzackzüge der Phantasie verfolgen, die ein Kindergemüt gleich einer blitzenden Schwalbe durchschwirrt? Vielleicht ahnt sie schon in ihrem neunjährigen Seelchen, daß der Traum der Kindheit eines Tages zerrinnt, und es ist gut, ihn beizeiten in Bilder einzufangen und auf einer fernen Insel in Sicherheit zu bringen. Vielleicht auch meldet sich in ihr unbewußt schon der Wunsch nach Ausgleich für eine Welt, in der vor ihren Augen die böse Katze den süßen Singvogel frißt, ein Hagelschauer ihr liebevoll gepflegtes Gärtchen zerstört, und die Erwachsenen — wie oft — sich unverständlich und ungerecht benehmen. Wahrscheinlich aber ist es einfach nur der Ueber- schuß an Einbildungskraft, der sie veranlaßte, sich in Permolien ein Privatmärchenland anzulegen. Wie dem auch fei, Permolien ist eine Tatfache, wenn auch nur im Leben eines Kindes. Aber hat nicht jeder von uns irgendwo fein Traum- und Kinderland? Ich zweifle nicht, wir könnten alle irgendwo auf der Landkarte — es braucht ja nicht gerade das Eiland im Indischen Ozean zu sein — ein Tintenkreuz hinsetzen und es jeder still für sich umschreiben „Land Permolien". Fr>'h Meuter in Jena. Die kurze Studentenzeit Fritz Reuters in Jena, die vom Mai 1832 bis zum Februar 1833 dauerte, hat in seinem ganzen Leben stark nachgewirkt, auch wenn er hier nicht gefunden hat, was er suchte. Die Zeit war erfüllt von politischen Unruhen, die auch unter den Studenten ihren Widerhall fanden und in die auch Reuter hineingezogen wurde. Ein merkwürdig lebendiges Bild des Studentenlebens jener Tage erhält man aus einer Anzahl Zeichnungen, die ein Kommilitone Reuters, Rudolf Beck, in fpäteren Jahren, als er beim Stadt- und Landgericht in Dessau als unbesoldeter Auskultator tätig war, auf die Rückseiten seiner Dienstakten in lebhafter Erinnerung an die damaligen Geschehnisse zeichnete. Der Direktor des Jenaer Stadtmuseums Dr. Werner Meinhof hat diese Blätter gefunden und veröffentlicht sie in der Oktobernummer von „Delhagen und Klasings Monatsheften". Beck war wie Reuter 1832 nach Jena gekommen und mit in die geeinte Burschenschaft eingetreten. Er schildert mit gewandter Zeichenfeder die Studenten, wie sie im Kolleg des Professors von Schröter fitzen, wie sie im Lesezimmer die neuesten Journale durchblättern, um die Weltereignisse zu verfolgen, wie sie die Straße vor dem Burgkeller beherrschen oder im Keller beim Biere sitzen, und schließlich sieht man ein Bild studentischer Unruhen, in dem sie aufmarschierten Truppen mit drohend geschwungenen Stöcken gegenübertreten. Zu einer solchen Szene hatte Reuter, wie er in einem Briefe schreibt, den er an seinen Vater richtete, selbst den Anlaß gegeben: „An einem schönen Tage (6. Februar 1833) machte ich einen Spaziergang auf ein eine Stunde entfernt gelegenes Dorf (Ziegenhain), und wie ich am Abend mich anschicke, nach Hause zu gehen, werde ich durch einen Pedell und sechs Soldaten arretiert, unter den gröbsten Worten gezwungen, bis an die Knie in den tiefen Kot zu waten, gestoßen und auf die Hauptwache geworfen, wo mir wiederum nicht die höflichste Begegnung ward; darauf wurde ich um 12 Uhr Mitternacht vor das Univerfitätsamt gebracht und bekam engeren Stadtarreft, wäre aber wahrscheinlich nicht so davongekommen, wenn nicht die Studenten, von diesem neuen Unrecht unterrichtet, in großen Haufen versammelt, laut meine Freiheit verlangt hätten ..." Die Verhaftung hatte Stilbenten gegolten, die an einem Duell mit tödlichem Aus gang beteiligt waren, während Reuter nicht dabeigewesen war. Ader der Vorfall bestimmte ihn, die Universität zu verlassen, zumal da die Studententumulte sich mehrten und oft recht gefährliche Formen annahmen. Er selbst hatte keinen Anteil daran, aber er befürchtete, durch irgendeinen unbedeutenden Vorfall in Untersuchungen mit verwickelt zu werden, die die Verweisung von der Universität zur Folge haben konnten. Zeitschriften. — Die Oktoberfolge von „W e ft ermanne Monatsheften" enthält neben zahlreichen Bildern einen Beitrag von Uwe Lars Robbe über „Neue österreichische Kunst". Besondere Beachtung verdient die gelungene Wiedergabe des Gemäldes „Dengler" von Georg Ehmig, aus der großen Deutschen Kunstausstellung 1937 im Haus der Deutschen Kunst zu München. Theodor Stiefenhofer schreibt über „Volkheit, Führertum und Geschichte", Otto Doderer ist mit einer Novelle „Greifenberger Spätlese" vertreten und Hans Steguweit mit der Ballade „Der ungetreue Kilian". Bemerkenswert ist ein bebilderter Beitrag „Laterna magica, kn Urahne des Kinos", in dem Dora Hausmann einen Ausschnitt aus der Geschichte des bewegten Licht' 'biß)es gibt. Weiter enthält das Heft die Schilde« rung von einem Besuch der mazedonischen Front nach 20 Jahren und einen Beitrag über die bolsche- wistische Revolution 1917 in Rußland. — In der Oktobernummer der „Berliner Monatsheft e", Zeitschrift für neueste Geschichte, (Berlin W. 15, Quaderoerlag August Bach- Einzelheft 1 RM.) veröffentlich Dr. Friedrich Thimme eine Arbeit über die Marokkokrise 1905, die sich auf Materialien aufbaut aus dem Nachlaß des langjährigen deutschen Botschafters in Paris, des Fürsten Radolin. Aus dem weiteren Inhalt erwähnen, wir eine Arbeit des österreichi- scheu Geueralftaatsarchivars Professor Dr. Ludwig B i tftu e r über „Das österreichisch-ungarische Mi« nifterium des Aeußeru, seine Geschichte und seine Organisation." Aufschlußreich ist auch eine Diskussion zwischen dem Vortragenden ßeqationsrat unter Fürst Bismarck, Gesandten a. D. Ludwig Rasch' bau, und dem Generalleutnant a. D. Gustav Graf von Lambsdorff, ehemals zugetei» der Person des Zaren, über die Bedeutung der Kündigung des deutsch-russischen Rückoersicherungs- vertrages von 1887. MM 11 irtungen auf dem Em Platz in dem von den nationalspamschen Truppen Amelia E e a r h a r t sie verfehlte und in den ungeheuren Wassern des Stillen Ozeans ihr Grab fand. Diese Zentralpolynesische Sporaden genannten Inseln, zu denen noch I a r v i s und Baker gehören, wurden im März 1935 vom !)8.-Wacht- schiff Jtassa unter gebührender Feierlichkeit in Besitz genommen. Diese Tatsache blieb bis Juni 1935 völlig im Dunkeln, bis in Japan und England Meldungen über die Anwesenheit von Amerikanern an den einsamen Gestaden der öden Eilande auftauchten. Im Mai unterstellte eine Exekutioorder des Präsidenten Roosevelt die drei Inseln der Verwaltung des Departements des Innern. So konnte man sagen, Armee und Marine hätten nichts mit der Sache zu tun. Im März dieses Jahres wurde Die Wintermonate sind eine starke Belastungsprobe für die Gesundheit. Besonders Kinder befinden sich, ohne eigentlich krank zu sein, am Ende des Winters oft in einem Zustand der Erschöpfung und Schwäche, welcher demjenigen nach schwerer Krankheit ähnlich ist. Die Ursache ist eine leichte Störung des Stoffwechsels, die durch die winterliche Lebensund Ernährungsweise bedingt ist. Ein gutes Kräftigungsmittel dürfte in dieser Zeit besonders angebracht sein. Geben Sie Ihrem Kinde zur Appetitsteigerung und Kräftigung täalich einen Löffel 23 iof etrin, welches auf den Allgemeinzustand günstig einwirkt und das körperliche Wohlbefinden und frische Aussehen bald wiederherstellt. Bioferrin erhalten Sie in allen Apotheken. Es ist wohlschmeckend und für Magen und Darm unschädlich. Z'b'X f A \ (BAYER) \E 7 \R.y Einzelfragen gewidmet sein, wie zum Beispiel dem Luftschutz und den Aufgaben der Gemeinde aus dem Vierjahresplan, die eine außergewöhnliche Bewährungsprobe für jede Derwaltuna darstellen. Also alles in allem eine umfangreiche, ja, man kann sagen erschöpfende Behandlung eines Stoffes, der die Aufmerksamkeit der Kommunalpolitiker, aber hoffentlich auch die der anderen Volksgenossen, bilden wird, damit der Zweck erreicht wird, den der Leiter der Schau, Oberbürgermeister Dr. Kerber (Freiburg i. Br.), in den Ausspruch faßte: „Wir wollen auf den Rathäusern nicht für uns sein, sondern mit der Bevölkerung in engster Berührung stehen". Die Schau ist verbunden mit einer Kommunalen Woche, bei der eine Reihe namhafter Redner über einschlägige Themata sprechen wird. jeden interessiert. Die gemeindliche Sozialpolitik wird am badischen Beispiel ausführlich erläutert werden. Man erfährt, welche Lasten zu bestreiten sind, rme die öffentliche Fürsorge organisiert ist und welche bevölkerungspolitischen, erbgesundheitlichen und rassepflegerischen Aufgaben den Gemeinden obliegen. Wir werden in die Betriebswirtschaft (Elek- Inzwischen brachte jeder Tag neue Gerüchte über geheimnisvolle japanische Vorkehrungen in der Südsee, über neue Stützpunkte auf Mandatsinseln, Pachtungen auf malayischen Inseln, abermalige Sichtung der Seeschlange des Krakanals, Spionagegeschichten usw. Panasiatische Agitatoren erhoben in der chinesischen und indischen einheimischen Presse immer dreister ihre Stimmen, um die farbigen Massen gegen die Herrschaft des weißen Mannes aufzuwiegeln. Wie eine Bombe platzte eines Tages in der englischen Gesellschaft Hongkongs die Neuigkeit, daß noch gerade zur rechten Zeit durch Einspringen britischer Finanzleute die Pachtung eines Geländes bei Macao, der portugiesischen Besitzung gegenüber von Hongkong, also dicht vor der eigenen Nase, verhindert werden konnte, das bestimmt sein sollte, ein japanisches Flugfeld abzugeben. Die erfolgreichen Bestrebungen Japans, von Formosa aus die südchinesische Küsten- provinz F u k i e n friedlich zu durchdringen, um sich Ansatzstellen für Flugangriffe im Falle kriegerischer Verwicklungen zu sichern, hatte ohnedies schon bei den Engländern Nervosität genug verursacht. Am niede'rdrückendsten aber war für das britische Herrenbewußtsein das Verhalten und die Stimmung der Amerikaner. Der den Filipinos ausgestellte Unabhängigkeitswechsel wirkte auf manchen verdrossenen amerikanischen Geschäftsmann im Fernen Osten wie ein Signal, sich zum Aufbruch vorzubereiten, um in der Stunde der Gefahr auf heimischem Boden hinter der amerikanischen Flotte, „Amerikas Großer Mauer", wie sie Präsident Harding einst taufte, Schutz zu suchen und abzuwarten, bis sich-das über der Zone der Taifune drohend heraufziehende politische Unwetter entladen hätte. Der überaus heftige Rückfall in den „Isolationismus", den die öffentliche Meinung in O8.-Amerika erlebte, schien den Drang nach Westen gelähmt zu haben, der die Unterbrechung durch den größten Ozean überwunden hatte, um dem amerikanischen Pioniergeist Gelegenheit zu geben, auch in Ostasien seine das alternde Europa anfeuernden Tugenden zu entfalten. Wie sollte sich aber England auf seinen entlegenen Außenposten im indopazifischen Raum noch lange ohne eine feste angelsächsische Gemeinbürgschaft behaupten können, nachdem Japan schon bewiesen hatte, daß es sich als Eroberer durch die bloße Drohung gemeinsamen Einschreitens der angelsächsischen Mächte und seiner Klientel auf beiden Seiten des Atlantik nicht einschüchtern läßt! Mit der Landung des ersten Flugzeuges der Panamerican Airways für einen regelmäßigen Luftverkehr zwischen San Franzisko und Hongkong fühlte sich das britische Gemüt von einem Alpdruck befreit. Ungefähr zur selben Zeit waren die ersten ausführlichen Berichte über die Entwicklung des neuen wichtigen strategischen Stützpunktes auf H o w l a n d, mitten im Pazifischen Ozean, rund 1500 km nördlich von Samoa, bekannt geworden, einer der vorher herrenlosen Inseln, auf denen vor zwei Jahren das Banner der Streifen und Sterne gehißt wurde, die jetzt dadurch einige Berühmtheit erlangt hat, daß die amerikanische Weltfliegerm aber aus einem Bericht der Generalmajors Hugh A. Drum bekannt, daß die Inseln achtmal von militärischen Sachverständigen auf ihren strategischen Wert an Ort und Stelle untersucht worden sind. Ihre Bedeutung springt auch für den Laien in die Augen, wenn man eine Linie von der Westspitze der Aleutenkette herunter nach der Hawai- Gruppe zieht und sie über das befestigte Johnston bis Howland weiterführt. Hawai ist von den Aleuten nicht mehr als 3200 Kilometer entfernt, Howland von Hawai etwas mehr als 3000 Kilometer. 3850 Kilometer trennen Hawai von San Franzisko. Diese Entfernungen bedeuten viel weniger als ein 24-Stundenflug für den neuesten Typ amerikanischer Bomber. Mit Flugzeugträgern zwischen Alaska und Hawai und zwischen Hawai und Howland ergibt sich aus alledem ein recht wirksames Derteidigungssystem für den Luftkrieg. Bezeichnend für den amerikanischen Rüstungsauftrieb im Pazifik ist nun aber besonders das, was unmittelbar nach dem Erlöschen des Befestigungsverbots des Washingtoner Vertrages geschah. In Pearl Harbour, dem amerikanischen Kriegshafen auf der wichtigsten Hawai-Jnsel Oahu, war alles bereitgehalten worden, was an Material, Maschinerie, Personal und Arbeitskräften zum Ausbau Howlands zu einem Flottenstützpunkt und Lufthafen erforderlich war. Das wurde noch am 1. Januar mit dem Küstenwachtschiff William I. Duane dorthin geschafft. Sofort begannen die Arbeiten und wurden ununterbrochen Tag und Nacht fortgesetzt. Dasselbe ging in kleinerem Maßstäbe auf I a r v i s und B a k e r vor sich. Mit der Zeit machten sich japanische Sampans das Vergnügen, rund um diese Schauplätze geheimnisvollen emsigen amerikanischen Schaffens zu fahren und dann befriedigt westwärts abzusegeln. Sobald England den Howland-Wink aufgefangen hatte, säumte es nicht, die etwas südlicher gelegenen Phönix-Inseln mit Beschlag zu belegen, die bis dahin ebenfalls als Niemandsland galten. Die wichtigste dieser Erwerbungen ist die Koralleninsel Can ton mit einer Atoll-Lagune von 15 Kilometer Länge, wie geschaffen zur Bergung von Flugbooten. Für Japan bedeutet es einen schlechten Trost, daß ihm in den Mandatsinseln der Marianen- und Karolinengruppe die weitaus zahlreichsten „Schrittsteine" zur Verfügung stehen, die über den Pazifik südwärts zu heiß ersehnten Zielen führen. Die be- Flügel über dem Pazifik 13on unserem (5.0.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Hongkong, Oktober 1937. Mancher abendländischen Menschen im Fernen Osten hatte sich Ende vorigen Jahres eine kleine Weltuntergangsstimmung bemächtigt. Es handelte sich gewiß nicht darum, daß fromme Christen wie im Jahre 1699 erwarteten, daß mit dem zwölften mitternächtlichen Glockenschlage des Silvester die Erde mit allem irdischen Leben zugrunde gehen und der jüngste Tag anbrechen werde. Wohl aber sollte mit dem neuen Jahr der Anfang vom Ende des Herrentums des weißen Mannes im pazifischen Erdkreis einsetzen, ohne das das Leben vielen weißen „alten Ostasiaten" nicht lebenswert dünkt. Wie sollte nach dem Erlöschen des Washingtoner Abrüstungsvertrages dem Ueber- mut der Söhne des Landes der aufgehenden Sonne noch wirksame Schranken gesetzt werden können! Wohl hatte sich England dazu aufgerafft, durch den Ausbau Singapores und anderer Stützpunkte des südwestlichen Pazifik außerhalb des Bereichs des Washingtoner Vertrages gegen lautlos südwärts und dem Indischen Ozean zu drängende japanische Kräfte Dämme aufzurichten. Dafür drohten aber verhängnisvolle Wandlungen der europäischen Lage die britische Seemacht trotz stark beschleunigtem Aufrüstungstempo immer mehr an die heimischen Standorte zu fesseln. fein muß. Von den acht Abteilungen, die neben einigen Sonderschauen die verschiedenen Gebiete der kommunalen Arbeit veranschaulichen, wird die erste der geistigen Grundlage allen Schaffens in Deutschland gewidmet sein, der Verbindung der Gemeinde mit Volk, Staat und Partei im Gedanken der nationalsozialistischen Weltanschauung. In bildlichen Darstellungen werden Vergangenheit und Gegenwart der kommunalen Entwicklung gegenübergestellt. Eine schematische Darstellung der Beziehungen der Gemeinde zum Staat, zum Hauptamt der Kommunalpolitik der NSDAP, und zum Deutschen Gemeindetag wird dem Beschauer beweisen, daß alle Ansprüche, die in weltanschaulicher und fachlicher Hinsicht gestellt werden können, erfüllt sind. Hier wird der interessante Versuch gemacht werden, den Künstler zur Darstellung weltanschaulich-kommunalpolitischer Vorgänge heranzuziehen, um ihm die aus der neuen Weltanschauung entspringenden Mottve näherzubringen und den Weg für eine nationalsozialistische Kunst zu ebnen. Eine Plastik des Siegers im olympischen Wettbewerb, des Karlsruher Bildhauers Sutor, „Die Gemeinde in Volk und Staat" und die monumentalen Wandbilder des Freiburger Malers Ried- talen Wandbilder des Freiburac lin werden zeigen, welche Wi neuen Wege erzielt werden können. Von hier aus ist die Anknüpfung an die Abteilung „Gemeinde und Kultur" gegeben, insbesondere an den Teil, der sich den Aufgaben der Gestaltung widmet und in einer besonderen weltanschaulichen Unterabteilung mannigfache Anregungen gibt, wie man im Einvernehmen mit den kulturellen Organisationen von Staat und Partei den schöpferischen Gestaltungswillen fördern kann. Hand in Hand mit der Neuschöpsung muß die E r - Haltung des bestehenden Kulturbesitzes gehen und das Bestreben, ihn an die Menschen heranzubrinaen gemäß dem Wort des Führers: „Die Kulturookumente der Menschheit waren noch immer die Altäre der Gesinnung auf ihre bessere Mission und höhere Würde". Die Fingerzeige, die in bezug auf das Heimatmuseum, die Rückkehr zur Gebundenheit des Stils und die Ausmerzung vieler von uns allen empfundenen Geschmacklosigkeiten, die Wiederbelebung der Volkskunst uno des bodenständigen Handwerks u. a. m. gegeben sind, werden durch die Anschaulichkeit vielen die Augen öffnen über das, was noch getan werden kann. Auf dieser Linie liegt auch der Naturschutz und das Verständnis für die früh- und vorgeschichtliche Forschung. Durch rechtzeitige Meldung über das Anschneiden eines Fundes beim Pflügen find schon oft überraschende Entdeckungen gemacht worden. Der wichtigen Rolle die das Bauen als Ausdruck der geistigen Haltung unserer Zeit spielt, wird eine Schau des Bau-, Wohnungs- und Sledlungswesens Rechnung tragen. Ein grundsätzlicher Teil wird die Zusammenhänge von Raum, Mensch und Bau darlegen und ein besonderer die verschiedenen gemeindlichen Bauaufgaben. An prakttschen Beispielen und Gegenbeispielen werden Bebauungsplan und Orts bild sowie der Begriff der „gesunden Wohnung" erörtert werden. Die vielfach etwas trockene Matene der allgemeinen Verwaltung sowie öes iinb Steuerwesens wird man durch Schau- bilder dem Verständnis näherbringen. Da die Realsteuerreform noch im Fluß und ein neuer Finanz- und Lastenausgleich zu erwarten ist, werden zum mindesten alle Kommunalbeamten der letzteren Abteilung ihr volles Interesse zuwenden, wahrend die Abteilung „Gemeinde und Schule ourcy 1 ihre lebendigen, frohen Anschauungsmittel zur Darstellung der erzieherischen Aufgaben sicher den lebhaften Beifall aller Besucher finden wird, zumal die Durchbildung des Kindes zum charaktervEm verantwortungsbewußten Staatsbürger schlietzlich Verschärfte Vedmgungen für den GrwerbdesSA.-Spottabzeichens NSG. Nachdem mit Wirkung vom 1. Oktober 1937 der Stabschef der SA. das Tragen der SA.- Sportabzeichen in Silber und Gold verboten und angekündigt hatte, daß die Wiederoerleihung vom Bestehen verschiedener Wiederholungsübungen abhängig sei, hat er nunmehr die Prüfungs- und Ausführungsbestimmungen für den Erwerb des SA.-Sportabzeichens herausgegeben. Sie treten mit dem 1. Januar 1938 in Kraft. Die Bedingungen für den Erwerb des S2L- Sportabzeichens wurden fast in allen Sportarten grundlegend geändert. Für die Zulassung zur Leistungsprüfung sind die Bestimmungen nicht wesentlich geändert worden. Neu sind vor allem die Wiederholungsübungen, die alljährlich abgeleistet werden müssen. Die Art dieser Hebungen und der Zeitpunkt ihrer Abnahme werden im Herbst eines jeden Jahres für das kommende Jahr von der Obersten SA.-Führung festgelegt. Hebungen bei der Wehrmacht gelten als Wiederholungsübungen für das betreffende Vierteljahr. Aktive Dienstjahre bei der Wehrmacht werden als Wiederholungsjahre angerechnet. Bisher trugen die Lehrscheininhaber das SA.- Sportabzeichen in Silber und die Prüfer das Abzeichen in Gold. Diese Verleihung ist außer Kraft gesetzt worden. Die Lehrscheininhaber und Prüfer haben ihr Abzeichen in ein Bronzeabzeichen umtauschen müssen. 3n Zukunft erhält das Abzeichen in Silber der Volksgenosse, der das Abzeichen in Bronze besitzt und fünf Jahre hintereinander an den Wiederholungsübungen mit Erfolg teilgenommen hat. Wer im Besitz des silbernen Abzeichens ist und in weiteren sechs Jahren die Bedingungen der Wiederholungsübungen erfüllt hat, dem wird das goldene Abzeichen ausgehändigt. Den Trägern, die im Laufe der Hebungen das 35. bzw. 40. Lebensjahr vollenden, werden beide Abzeichen schon nach drei bzw. zwei Wiederholungsübungen verliehen. Versäumt ein Träger die Wiederholungsübungen, wird ihm das Leistungsabzeichen entzogen. Bei der Leistungsprüfung Gruppe I (Leibesübungen) wurden für die Bewerber bis zum 30. Lebensjahre die Bedingungen verschärft. Die Anwärter für das Abzeichen müssen in jeder der fünf Hebungen drei Pflichtpunkte und im ganzen 30 Punkte holen, während früher ein Pflichtpunkt und 25 Gesamtpunkte notwendig waren. Diese alte Bestimmung gilt nur noch für Bewerber bis zum 40. Lebensjahre. Für ältere Bewerber treten weitere Erleichterungen em. In der Gruppe II (Wehrsport) sind die Bestimmungen für die Hebungen 6 (25 Kilometer Gepäckmarsch), 7 und 8 (Kleinkaliberschießen) und 9 (Handgranatenzielwurf) nicht verändert worden. Diese Gruppe wurde jedoch um drei Hebungen erweitert, von deren Bestehen es abhängt, ob der Bewerber zur Prüfung in der Gruppe III zugelassen wird. Die Hebung 10 sieht einen 200-Meter-Querfeldein- lauf mit Gasmaske über vier Hindernisse vor. Der Lauf muß, je nach Alter, in zwei bis drei Minuten beendet sein. Die Hebung 11 ist eine Wahlübung. Die Bewerber können schwimmen oder Radfahren. Auch hier sind von den Altersklassen verschiedene Mindestleistungen abzulegen. 18 bis 30 Jahre alte Bewerber müssen in 50 Minuten 300 Meter schwimmen oder 20 Kilometer Radfahren. Bei der Hebung 12 werden dem Bewerber fünf Aufgaben aus dem Gebiet „Grundbegriffe der ersten Hilfe bei Un- glücksfällen" gestellt. Die Hebung ist bestanden, wenn drei Aufgaben richtig gelöst sind. Wer die Bedingungen in den Gruppen I und II erfüllt hat, kann sich zur Ablegung der Prüfung der Gruppe III (Geländedienst) melden. Während in dieser Gruppe die Bestimmungen für die Hebungen 13 bis 18 die alten geblieben sind wurde dagegen die Wertung wesentlich verschärft. Der Bewerber muß alle Hebungen ausreichend bestehen. Das Versagen bei einer Hebung genügt schon, um die Leistungsprüfung als nicht bestanden zu erklären. Wer früher zwei bis drei Hebungen nicht ausreichend gelöst, jedoch die Mindestpunktzahl erreicht hatte, hatte bestanden. Nach den jetzigen Bestimmungen darf auch die Prüfung erst nach weiterer Ausbildung wiederholt werden. Die Bedingungen stellen harte Anforderungen an die Männer, die das SA.-Leistungsabzeichen erwerben wollen. Sie aber trotzdem zu erfüllen, muß das Streben jedes Deutschen sein. Damit beweist er, daß er gewillt ist, sich für Führer und Volk einsatzfähig zu erhalten. Drei Scheunen und zwei Stallungen eingeäschert. Lpd. Marburg, 21. Oft. Ein großes Scha« d e n f e u e r suchte in der Nacht zum Donnerstag den Kreisort Oberrosphe heim. Als das Feuer gegen 23 Uhr bemerkt wurde, schlugen bereits helle Flammen aus der mit Ernteoorräten reich gefüllten großen Scheune des Erbhofbauern Peter heraus. Trotz energischer Bekämpfung durch drei Motorspritzen griff das Feuer auf die Wirtschaftsgebäude des Landwirts Schwarz über. Insgesamt fielen drei große Scheunen und zwei Stallungen bem Feuer zum Opfer. trizität, Gas, Wasser, Forsten, Landwirtschaft) ein» geführt und erhalten über Bürgernutzen und Allmend ein anschauliches Kolleg, in dem der Erkenntnis Bahn gebrochen wird, daß in Rücksicht auf die Abwandlung der Gemeinden von liberalistischen Körperschaften zu nationalsozialistischen Gemeinschaften die bisherigen Ergebnisse einer geschichtlichen Entwicklung für eine Neuregelung reif sind. Die letzte Abteilung wird dem Verkehrswesen gewidmet sein, das bekanntlich wegen der Zunahme des motorisierten Straßenverkehrs eine nicht unerhebliche Sorge für die Gemeindeverwaltungen bildet, so daß die Möglichkeiten, wie die Sttaßen gestaltet werden müssen, damit sie den Aufgaben entsprechen können, allgemeine Aufmerksamkeit finden dürften. Eine Reihe von Sonderabteilungen werden ruhigende Wirkung, die die Sicherung jedes neuen Stütz- und Ansatzpunktes für den Flugverkehr und die Vorbereitung auf den Luftkrieg über dem Pazifik auf die angelsächsische Welt ausübt, beruht vor allem darin, daß den japanischen Hauptinseln hinter ihren Schutzgürteln befestigter Nebeninseln eigentlich nur durch die Kampfmittel der „dritten Dimension" beizukommen ist. Japan verliert durch die Fortschritte der Flugtechnik seine an Hnverletzlich- keit grenzende Sicherheit. Das Antlitz des gelben Mannes büßt gleichwohl nichts von seinem ewigen Lächeln ein. Auf lange Sicht ändern die krampfhaften Anstrengungen der angelsächsischen Mächte, ihm die Herrschaft über den Stillen Ozean streitig zu machen, nichts an den geopolitischen (Begeben feiten, die sich früher oder später zuungunsten der Kolonialmächte alten Stils auswirken müssen. Indien, China und Japan wurden in der Vergangenheit durch die Strategie des angelsächsischen Imperialismus auseinandergehalten. Die natürliche Einheit der Monsunländer muß aber je länger je mehr dahin wirken, die Machtstellungen abendländischer Mächte zunächst wirtschaftlich zu unterhöhlen, um sie bei noch so großem Aufwand kriegstechnischer Mittel schließlich 'unhaltbar zu machen. Aufgaben der Gemeinden. Äon Or. B. Winter, Zreidurg. Im Rahmen der großen Ziele unserer beutfdjen Reichspolitik fallen den Gemeinden wichtige Aufgaben zu. Mit ihnen sich vertraut zu machen und sich hineinzuarbeiten in den neuen Geist, der seit dem Hmbruch auch durch die Kommunalpolittk zieht, muß das Streben aller Organe der gemeindlichen Selbstverwaltung sein. Es liegt auf der Hand, daß dieses Ziel nicht ganz leicht zu erreichen ist, insbesondere nicht für Die führenden Stellen kleiner und kleinster Gemeinden. Gilt es doch nicht nur, den Gesetzen und Verordnungen Geltung zu verschaffen, sondern auch eigene Initiative zu entwickeln und Durch Verständnis für die Zusammenhänge den Erfolg zu fördern. Der Gang der Geyreindepolitik wird durch das weltanschauliche und fachliche Niveau ihrer Vertreter bestimmt, und der sorgfältigsten Durchbildung der Führer kommt daher eine große Bedeutung zu. Die Arbeit der Gemeinde präsentiert sich dem einzelnen Volksgenossen unmittelbar, sie wird ihm bewußter als das Wirken aller anderen Verwaltungsstellen, und aus diesem Grunde ist eine erfolgreiche Gemeindepolitik wohl die wirksamste und nachhaltigste Art politischer Propaganda, sie ist praktischer Nationalsozialismus vor den Augen des einzelnen Volksgenossen. Die Heber» Windung der Bürokratie, die Volkstümlichkeit jeder Gemeinoeverwaltung müssen somit unverrückbare Ziele jeder Gemeindepolitik sein. Diesen Aufgaben dient die Ausstellung „Lehr- und Leistungsschau der badischen Gemeinden", die vom 23. Oktober bis 13. November in Karlsruhe ftattfinben wird und d i e erste Schau dieser Art in Deutschland ist. Die Ausstellung wird die programmattschen Ziele auf kommunalpolitischem Gebiet zeigen und Darf daher das Interesse aller an einer Gemeinde Interessierten — und wer wäre das nicht? — nicht nur in Baden, sondern im ganzen Reich beanspruchen. Deshalb hat der Reichs- innenminifter sie für reichswichtig erklärt und deshalb wird auch der Besuch der Schau durch die Kommunalbeamten überall gefördert werden. Man wirb unter Vermeidung jeder demonstrativen Art an Hand des Beispiels der badischen Gemeinden zur Belehrung und Schulung aller Gemeindepolitiker und zur Aufklärung des Laien über die gemeindliche Tätigkeit barlegen, was auf kommunalem Gebiet noch geleistet werben muß. Kommunalpolitiker und Laien werben beim Gang burch die Ausstellung gewissermaßen durch ein kommunal- politisches Bilderbuch durchgeleitet und durch Gegenüberstellung von guten und schlechten Leistun- gen augenfällig auf das aufmerksam gemacht wer- en, was zu erreichen das Streben aller Gemeinden FORD ein großer Reise wagen stark und wirtschaftlich. W Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Frau Emmy Formhals, geb. Scheffer Dr. Gengnagel. im Alter von 72 Jahren. Großen-Buseck, den 23. Oktober 1937. 6956 D Großen-Linden und Eßlingen am Neckar, 22. Oktober 1937. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 24. Oktober, nachmittags 3% Uhr, vom Trauerhause in Großen-Linden aus statt 6908 D Heuchelheim, Wetzlar, Gießen, den 22 Oktober 1937. 6921 D Heute früh verschied an den Folgen seiner schweren Kriegsverletzung mein herzensguter Mann, unser treusorgender Vater und Schwiegervater, mein lieber Sohn, Schwiegersohn, Schwager, Onkel und Neffe Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen sagen wir unseren innigsten Dank. Nach längerem Leiden entschlief sanft am Freitagfrüh meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter und Großmutter Die trauernden Hinterbliebenen: Justus Formhals Paul Formhals Elfriede Mackh, geb. Formhals Dr. Emil Mackh. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Marie Steinmüller, geb.Volkmann Ihre Geschäfts- Drucksachen stellen dleVerblndung her zu Ihren Erzeugnissen.Klan stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Brief Umschläge,Postkarten, Rechnungen, Beschäftskarten Ihre* Hauses beurteilt. 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Hans Hindenburg H.Elges, Seltersweg 68a; Löwen-Drog. W. Kilbinger Nach!., Seltei sw. 69: Germania-Drog. C. Seibel, Frankf. Str. 39 Klein-Linden (Frankfurter Str. 71), den 23. Oktober 1937. 6957 D Die Beerdigung findet am Montag, dem 25. Oktober, nachmittags 2% Uhr statt Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Georg Dönges, Zugführer i. R. Frau Elisabethe Dönges, geb. Pfeiffer im Alter von 75 Jahren. Verlangen Sie eine unverbindliche Probefahrt Lind & Co. Gießen, Bleichstraße 26 Telephon 2128 Wetzlar, Braunfelser Str. 67 Telephon 2138 6761 D Nachruf. Friedrich Steinmüller V. Die Gemeindeverwaltung Heuchelheim. Heuchelheim, den 22. Oktober 1937. 6901 D Am 22. Oktober 1937 verschied nach schwerem Leiden der Kassen- waltet der Gemeinde Heuchelheim Der Verstorbene hat in fast 20jähriger Tätigkeit die Kassengeschäfte der Gemeinde Heuchelheim in mustergültiger Ordnung mit seltener Treue und Pflichtbewußtsein geführt. — Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Verlangen Sie aber die echte M. Brockmanns gewürzir Sutitrfattmifömg „LwevgMarke" Schnelle Saft, feine Knocheawetche, eekvnde Autzmbi, mehr »Nch, mehr Lier, bschbewenett Kaninchen nto. Der „Ratgeber" sagt alles; neue (11.) Ausgabe kofienloS : Wälildje ptooiniiol-Dithottmetlungsgenonerijdiaft frr.248 Drittes Statt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für ©bereiten) Samstag. 23. Gttober (<)57 von fol- Rege Vauiäiigkeit in Gießen im Sommer 1937 In der br, die dann ein schönes Kartafselfeuerchen an- auch noch et- kommen noch grünen Grase und verwertet sie mußte ihm waren endlose die Dummheit damals vergeben schwieg, er sagte noch einige leise dann hängte er behutsam ein ... Er wartete eine halbe Stunde, dann das Gespräch mitteilen. Es sche bis Ochsen ........ Bullen und Kühe . . . . / Minder . Pferde........ Schweine....... Spanferkel....... Kälber und übriges Kleinvieh Abendfeier. — Oberhessischer Kunstverein: 11 13 Uhr Ausstellung. Richard-Wagner-Abend im Stadttheater. 20 098 3 733 17 637 1624 131 592 169 105 121 Ochsen . . Bullen . . Kühe . . . Rinder . . Pferde . . Kälber . . Schweine Schafe . . Ziegen . . Schaflämmer Ziegenlämmer Minuten, qualvoll und voller Unsicherheit. Dann schreckte ihn das Schrillen des Apparates hoch. Er preßte den Hörer an das Ohr, mit einem schmerzhaften Druck, daß ihm die Hand davon schmerzte. „Hier Jonny", sagte er kurz und fast heiser. „Ja", sagte sie dann leise. „Ja ... Ich hatte schon gedacht, daß du mich lange vergessen hättest ..." Er hörte kaum noch hin, was sie sagte, er jagte mit dem Wagen hinüber zu dem großen roten Gebäude der Telephonzentrale, um zwanzig Minuten darauf nach Dienstschluß eine kleine, ein wenig verheulte Irene in Empfang zu nehmen, die nur noch einmal kurz „Jonny" sagte, ehe sie sich mit einer wilden Bewegung, in der alle Angst und Sehnsucht der vergangenen Tage lag, in seine Arme nehmen ließ... Ein geschmuggelter Apollo. In Athen traf die Nachricht ein, daß eine farbige Apollo-Statue aus der besten griechischen Zeit, die seit Januar 1932 als für Griechenland verloren angesehen wurde, in Paris wieder aufgefunden ist. Die Statue war zuerst in Anaoysson bei Sunion von Bauern aufgesunden worden, die systematische, aber ungesetzliche Ausgrabungen machten. Der Führer der Leute, der verhaftet wurde, gab die Auffindung einer Statue, die einen Apollo mit Locken darstellte, zu; an dem zwei Meter großen Bildwerk fehlten die Beine unterhalb der Knie. Die Beine wurden aus einer Basis mit Inschrift in einiger Entfernung gefunden. Wegen ihres großen Gewichtes wurde die Statue in der Mitte durchgebrochen und schließlich an einen Antiquitätenschmuggler für 38 000 Drachmen verkauft. Der Käufer hatte sie in Paris verborgen und versuchte sie dort weiter zu verkaufen. Der Anführer der Bauern war inzwischen zu acht Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 82 Millionen Drachmen verurteilt, die Mittäter kamen mit geringeren Strafen davon. Die griechische Polizei stellte Nachforschungen an dem verschwundenen Apollo an, die schließlich zu der Auffindung in Paris führten, wo der Mann, der sie von den Schmugglern übernommen hatte, dazu gebracht wurde, sie der griechischen Gesandtschaft zu übergeben. Als erfreuliches Ergebnis eines Rundganges zwecks Feststellungen über die Bautätigkeit in Gießen dürfen wir feststellen: im verflossenen Sommer wurde der Bau vieler Häuser begonnen und zum Teil auch schon beendigt. Beginnen wir auf der Höhe des Rodtberges: Dort hat die Opel-Motorwagen-Berkaufsgesellschaft an der Straße nach Marburg eine Werkstätte mit Wasch- und Wagenpflegeraum erstellt, die in Kürze in Betrieb genommen werden kann. Etwas weiter nach der Stadt zu, an der Ecke W i e s e ck e r Weg, hat die Firma Neils & Kraft eine ähnliche Werkstatt mit großem Kellerlager errichtet, die im Rohbau fertig ist und zu Ende des Jahres ebenfalls bezogen werden dürfte. In'der Thoma- straße finden wir ein neues zweistöckiges Wohnhaus, in der Menzel st raße ein Zweifamilienhaus, am Anfang der Marburger Straße Baublöcke mit etwa 40 Volkswohnungen zu je 2V2 Zimmer erstanden, die Ende des Jahres bezugsfertig sind. Ein neues Zweifamilienhaus in der Schott st raße ist schon bewohnt, und in der Schiller st raße hat eine Schreinerei ihren Betrieb durch einen Erweiterungsbau vergrößert. In der Fröbelstraße und im Tannen- weg wurden drei neue Einfamilienhäuser und ein Mehrfamilienhaus erbaut. Auch im Alten Röd - g e r Weg, neben der Volkshalle, steht ein neuerbautes Zweifamilienhaus. In der Grünber- ger Straße sind im Laufe des Sommers zwei Zweifamilienhäuser und ein öffentliches Verwaltungsgebäude entstanden. Das Ostmarken- viertel hat sich um fünf Einfamilienhäuser vergrößert. Ecke Kaiseralle/Straße Am Nahrungsberg hat die Stadt Gießen ein neues Derkaufsgebäude errichten lassen. In der Verlängerten Garte nstr aß e wurden ein Einfamilienhaus und ein Mehrfamilienhaus erstellt. Im Schiff enber - g e r W e g hat die Baufirma Frese sechs Baublöcke mit etwa 70 Wohnungen im Rohbau fertiggestellt. Im Sandkauter Weg entstand eine Werkstätte für Bürobedarfsartikel, die Firma Bännin- ,ger hat ihre Fabrikräume vergrößert und die Fir- •’ma Gail ihre Betriebsräume ausgebaut. Die Verlängerung der Wilhelm st raße wird durchgeführt. Im Günthersgraben find vier Zweifamilienhäuser entstanden, demnächst wird die Straße ausgebaut werden. In der Frankfurter Straße erweiterte die Automobilfirma Krahn & Co. ihre Reparaturwerkstätte und errichtete bei dieser Gelegenheit einen Ausstellungsraum. Westlich der Frankfurter Straße, Am Steg, ist ein Wohnhaus erweitert. Die Liebig st raße soll verbreitert werden, die Arbeiten sind im Gange und werden wohl in nicht allzulanger Zeit beendet fein. Auf der anderen Seite der Lahn war die Bautätigkeit ebenfalls rege. An der Klinkelschen Mühle sind umfangreiche Erweiterungsbauten vorgenommen; die Lagerräume werden mit moderner Einrichtung, mit Aufzügen usw. versehen. In der Harnrnstratze ist ein Wohnhaus erweitert, und eine Firma hat dort ihre Lagerräume vergrößert. Im Grünen Weg werden zwei Zweifamilienhäuser demnächst bezugsfertig sein. Hinter der Krofdorfer Straße sind mehrere Blocks Volkswohnungen für insgesamt etwa 40 Familien in Ausführung begriffen. Die Feststellung, daß eifrig gebaut wurde, ist also berechtigt. Geschäft brauchte. Es wurde langsam Zeit, daß sich die Dinge änderten... Es stand nicht mehr ganz so schlimm mit Jonny, wie der Senior es annahm, als an der Ecke Bleibtreustraße Irene Vogt zu ihm in den Wagen stieg. In schneller Fahrt ging es über die breite Autostraße an den See hinaus. Auf freien Strecken legte er ganz leicht seine Hand auf ihre Schulter. Sie ließ es sich gefallen. Er kannte Irene jetzt genau drei Tage. Er wußte noch nicht viel von ihr, weder ihre Adresse noch ihren Berus. Aber sie war ganz anders als viele Frauen, die er bisher gekannt, viel zurückhaltender und irgendwie auch ein wenig mütterlich und besorgt um ihn trotz ihrer neunzehn Jahre. Er hatte solche Dinge bisher kaum gekannt, irgendwie rührte es ihn. So hatte er zuerst mit ihr getanzt und dann cm Wiedersehen verabredet. Sie saßen draußen in dem kleinen erleuchteten Gartenlokal am Wasser und tranken sich zu. Es ging gegen Mitternacht, die Promenade unten am Wasser lag verlassen. Sie hatte glänzende Augen bekommen von dem Wein, stumm nickte sie, als er sie aufforderte, dort unten, im Dunkel der Bäume und in der Stille noch ein wenig zu laufen. Ganz von sich heraus und ohne Umstände hängte sie sich dort unten in seinen Arm. „Schön?", fragte Jonny. „Ja", sagte sie leise. „Schön, Jonny." Sie blieb vor ihm stehen, sah ihn ruhig an. Es war ganz still um sie, nur die kleinen Wellen plätscherten ein wenig gegen das Ufer. „Der ganze Abend, uni) auch daß du gekommen bist." Sie beugte sich ein wenig zurück, als er sie in die Arme nahm und küßte, sie legte ihre Hände fest gegen seine Schultern. Stumm staüden sie sich in der halben Helligkeit von den fernen Lichtern her gegenüber. „Der Wagen", sagte Jonny, „und den Wein und diese ganzen Abende kannst du haben, kleine Irene, wenn du jetzt ganz bei mir bleibst . Und als er ihr Zurückweichen spürte und ihr jähes Erschrecken. „Und schöne Kleider, alles was du willst!!" Ein wenig fassungslos stand er vor ihr, als sie sich mit jähem, harten Ruck von ihm losgerissen hatte. „In", sagte sie leise. „Wein und Kleider, und sogar dein Äuto spielst du aus." Er spürte den harten spöttischen Ton in ihrer Stimme, er fühlte, wie dumm er in diesem Augenblick gewesen war und wie plump. Er stand noch immer unbeweglich, als sie ihn mit kurzen, hastigen Schritten verlassen hatte. liebt du in das Mädel bist. Wenn sie dich trotzdem heiraten will, so wie du bist, wenn sie dir könnte..." Er Worte für sie, 19 140 3 995 26 299 56 052 4 046 195 210 324 438 26 711 2 094 92 287 Insgesamt 279 974 Für die Zeit von 19 0 2 bis 19 3 6 liegen genbe Zahlen vor: Aus der Stadl Gießen. Oie letzten Früchte. Wenn der Bauer seine Kartoffeln ausmacht, blei- l»n hier und da einige in der Erde stecken, oder sie r erden wohl aus dem Boden herausgeschleudert, hnn aber wieder eingetreten. Wir wissen alle, daß djf den Getreidefeldern nach der Ernte die Aeh- r n von Kindern gelesen werden. Es kommen da et recht ansehnliche Mengen zusammen. Bei den ! artoffeln ist es ebenso! In guten Jahren — |:?uer ist es so — kommt es vor, daß sich Leute oif den abgeernteten Kartoffeläckern nicht nur 1 nige Pfund, sondern Säcke voll Kartoffeln auf- I: sen. Man begrüßte deshalb die halbamtliche Erklä- lung, die vor kurzem an dieser Stelle erschien, und rorin aufgefordert wurde, vom Leserecht auf den leeren Aeckem recht ergiebigen Gebrauch zu ma* den. Es darf bei uns nichts umkommen, auch rcht die versteckten Kartoffeln, die nach einem Re- gn immer deutlich zu sehen sind. " Wenn man nun einen Gang durch die Baum- isücke, die da jedes Dorf umgeben, kracht, wird nun noch manchen Apfel und manche Birne aus i m bunten Laube aufheben können. Sollen sie Scherben? Nein! Auch die Besitzer der Bäume Iwerden nichts einzuwenden haben, wenn diese letz- tirt Früchte gesammelt und verwertet werden. Es güt noch manchen schönen Apfelkuchen oder auch en schönes Kompott. Da kommt ein Kleingärtner mit seinem Wägel- tm daher. Auch der Besen und die Schaufel feh- i» nicht daraus. Er sammelt das „Gold auf der L:raße", denn er hat ja kein Vieh im Stalle then, aber sein Garten braucht Dung. Eben in tf-sen Tagen gehen ja die Bauernfuhrwerke unun- tnbrochen. Da gibt es Mist genug. Der Gartenbesitzer, der eine zahlreiche Kinderfchar hat, hat irmer einen schönen Vorrat an Dung, erhält doch ij'es Kind für ein Wägelchen voll einen Groschen. )is ist der Dünger wohl auch wert. Warum soll BOM. Unterbau 116. Wichtiger Dienstbefehl. Betr.: Ueberweisungsfeier. Die Mädel des Orchesters treten am Samstag, 23.10., um 17 Uhr, zur Wiederholungsübung am Hotel Schütz an. Die Feier selbst findet am Sonntag, 24.10., im Kleinen Saal des Hotels Schütz statt. Antreten in tadelloser Kluft um 9.30 Uhr morgens. BetrNS.-Frauenschafts-Ueberwei- j u n g s f e i e r. Diejenigen Mädel, die durch ihre Gruppenführerin zur Ueberweisung in die Jugendgruppe der NS.- Frauenschaft gemeldet wurden, treten am 24.10. zur Ueberweisungsfeier im Kleinen, Saal des Hotels Schütz, Bahnhofstraße, um 10 Uhr morgens in tadelloser Kluft an. Die Mädelgruppenführerinnen übernehmen eine nochmalige Benachrichtigung der betr. Mädel. Die Untergauführerin. Donnerstag, 4. November, „Richard - Wagner • Abend", erstes Orchesterkonzert des großen Städti- schen Orchesters in Verbindung mit dem Konzertverein im Stadttheater Gießen. Leitung: Paul Walter. Als Solist wurde Jean Stern vom Frankfurter Opernhaus verpflichtet. Spielplan des Sladtthealers vom 24. bis 31. Oktober. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am Sonntag, 24. Oktober, findet die Erstausführung der Operette „Drei alte Schachteln" von Walter Kollo statt. „Drei alte Schachteln" beherrschen nach wie vor den Spielplan der deutschen Bühnen. Musikalische Leitung Kapellmeister Joachim Pope Ika, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. Einstudierung der Tänze und choreographische Leitung Ballettmeisterin Irmgard Zenner. Bühnenbild Karl Löffler. Diese Operette wird in der Dienstag-, Mittwoch- und Freitag-Miete nicht gegeben. Die Vorstellung beginnt 19 Uhr, Ende 21.30 Uhr. Außer Miete! Dienstag, 26. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr, „Uta von Naumburg", Schauspiel von Felix Dhünen, Spielleitung Dr. Erich Schumacher. Dienstag-Miete, 5. Vorstellung. Mittwoch, 27. Oktober, Anfang 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr, „Mein Sohn, der Herr Minister", Lustspiel von Birabeau. Spielleitung Dr. Erich Schumacher. Mittwoch-Miete, 5. Vorstellung. Freitag, 29. Oktober, Beginn 20 Uhr, Ende 23 Uhr, Erstaufführung „Eine Nacht in Venedig", Operette von Johann Strauß. Musikalische Leitung Joachim P 0 p e l k a. Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. Freitag-Miete, 6. Vorstellung. Samstag, 30. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr, zum letzten Mal, „Mein Sohn, der Herr Minister", Lustspiel von Birabeau. KdF.-Miete, Gruppe II (2. Vorstellung). Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen. Sonntag, 31. Oktober, 11.30 bis 12.45 Uhr, dritte Morgenoeranstaltung „Slawische Tänze", musikalische Leitung Joachim P 0 p e l k a , Choreographie Irmgard Zenner. Platzmieter auf allen Plätzen 25 Pf. — 19 bis 21.45 Uhr 1. Opernaufführung der Spielzeit „Der Wildschütz", Komische Oper. Dlinden-Konzert in der Neuen Aula. Am kommenden Montag, 20 Uhr, veranstaltet die Konzertgemeinschaft deutscher blinder Künstler Hessen in der Neuen Aula ein Konzert. Vornotizen. Tageskalender für Samstag. Ortsgruppe Süd: 20.30 Uhr Studentenheim, Leih- gesterner Weg, Vortrag des Reichsstoßtruppredners Professor Dr. Kötteritz. — NS.-Lehrerbund Gießen-Land: 15 Uhr „Burghof" Bezirksversammlung. — Stadttheater: N^rG. „Kraft durch Freude" 20.15 bis 23.15 Uhr „Die Dorothee". — Gloria- Palast (Seltersweg): „Zu neuen Ufern"; 16 Uhr und 22.30 Uhr Scherber Variete-Schau. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die gelbe Flagge"; auf der Bühne Karl Scherber, Varietekünstler. Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 19 bis 21.30 Uhr „Drei alte Schachteln". — Gloria-Palast (Seltersweg): 11 Uhr Vortrag des Sportfahrers Paul Schweder; — „Zu neuen Ufern", — 22.30 Uhr Scherber Variete- Schau. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die gelbe Flagge"; auf der Bühne Karl Scherber, Varietekünstler. — Johanneskirche: 18 Uhr 21. Musikalihat ein Baugeschäft neue Lagerräume und Garagen für Geschäftszwecke geschaffen. In der Werra- und in der Schott st raße sind vier 1 auf der Straße liegen bleiben? Und die Wiesen? Geben sie uns ns? Selbstverständlich. Ueberall ) guten Champignons aus dem >i7vor. Auch sie wollen gesammelt .ei. Insgesamt 638 338 Die Gesamtzahl, die sich aus diesen Zahlenreihen ergibt, ist imposant genug! Nahezu eine Million Tiere aller A r t wurden im Schlachthof zu Gießen in den 50 Jahren seines Bestehens geschlachtet; genau beläuft sich die errechnete Zahl auf 938 338 Tiere. Wenn man bedenkt, daß die Schlachttiere und das Schlachtgut ständiger Prüfung auf Qualität und Genießbarkeit unterworfen waren und es heute mehr denn je sind, so läßt sich auch erkennen, wie hoch die Bedeutung des Gießener Schlachthofs in ! hygienischer Hinsicht im Hinblick auf die Dolksge- I sundheit einzuschätzen ist. E rten wieder gute Dienste tun. So gibt es noch gar viele „Früchte", die wir nicht achtlos liegen lassen sollen. Wer seine Augen a^rnacht und ein wenig an die Zukunft denkt, der m-rb nun auch in diesen Tagen, wenn die Bauer nach ihrer Meinung alles heimgeholt haben, !nc-fi) gar vieles ernten können. | Sir dürfen auch die letzten Früchte Nicht ver- i $eren! H. ASOAV. - Amt für Bolkswobifahrt. Kreisamtsleitung Welterau. Gießen. Die Pproräume der Kreisamtsleitung befinden fid ab heute nicht mehr Löberstraße 9, sondern 6» e t h e st r a ß e 3 4. Die Telephonnummer (2297) ist »dieselbe geblieben. Hitler-Jugend. Deute Samstag tritt das Orchester der Spielschar i iir" 17 Uhr zur Probe am Hotel Schütz an und ist ^«urch vorn anderen Dienst am Samstag befreit. ner Schlachthofes, also in den Jahren 1 8 8 7 bis 1901, wurden geschlachtet: SvZahreSchlachtimgen im Gießener Schlachlhof Volkswirtschaftliche Bedeutung in Zahlen. Die Bauern fahren ihre Rüben ein. Ein Teil 1 )i5 Krautes fällt vom Wagen und bleibt unbeachtet ligen. Die Hühner aber wollen doch Grünfutter, 'taum also liegen lassen? Haben wir doch alle eilige Gefäße, die mir luftdicht abschließen können. 1 jo hinein in diese Kleinsilos! | ^do ist es auch mit dem Kartoffelkraut. Es hin- 1 b“t beim Umpfügen des Ackers und wird deshalb 0 an den Wegrand gesetzt, zur Freude der Kin- ^Jm Dienste der Dolksernährung wird im Gießener Schlachthof, dessen Geschichte gestern im „Gießener Anzeiger" behandelt wurde, seit 50 Jahren eine Arbeit geleistet, die in ihrer Gesamtheit schwer zu überblicken wäre, wenn nicht Zahlen zu Hilfe stünden, die Jahr für Jahr von der Verwaltung des Schlachthofes sorgfältig zusammengetragen worden sind. Es mag hier weniger interessieren, wie die Inanspruchnahme des Schlachthofes Jahr für Jahr verlief, vielmehr wollen wir uns darauf beschränken, das Ausmaß der Arbeit zahlenmäßig in zwei Etappen darzustellen. In der ersten Hälfte des Bestehens des Gieße- Es ging in den Abend, als Jonny oben im Privatkontor erschien und noch Korrespondenz zu erledigen begann. Schmidt senior wunderte sich über nichts mehr. Seit drei Wochen arbeitete der Junge wie ein Teufel, war nicht aus dem Geschäft zu kriegen und hatte eines Abends sogar die Büttenkarten kurzerhand zerrissen. Es mußte etwas geschehen sein, aber der Junior bekam ja kein Wort über die Lippen. Kopfschüttelnd verließ der alte Schmidt den Raum, um den Jungen arbeiten zu lassen. Jonny Schmidt nahm den Hörer auf und rief den Kundendienst an. Er hatte eine Bestellung für einen Kunden, eine eilige Sache, über die der andere gleich morgen früh unterrichtet werden mußte. Jonny gedachte' morgen früh nicht im Geschäft zu erscheinen, er spürte genau, daß es zuende war mit seiner Kraft. Heimlich würde er in Ferien gehen, erst von dort aus schreiben. Vielleicht vergaß er in dem kleinen Nest leichter die Dinge, die ihin um Irene und die damalige dumme Stunde im Gedächtnis herumgingen. Er schreckte zusammen, er richtete sich jäh auf. Drüben meldete sich die Stimme des Fräuleins vom Amt,, eine wöhlvertraute, nie vergessene Stimme. „Irene", sagte er atemlos. „Hier ... Jonny ..." Er konnte kaum sprechen vor Erregung. Einen Augenblick blieb es drüben still, „Ihren Auftrag bitte", sagte dann drüben eine kühle Stimme. Und als er noch immer auf sie einsprach, verkündete ein kleines Knacken im Apparat, daß man drüben eingehängt hatte. Er überlegte fieberhaft, dann wählte er noch einmal. Er riß sich zusammen, er wußte, es gab jetzt nur noch eine Gelegenheit, um ihr das zu sagen, was er ihr zu sagen hatte. „Nehmen sie bitte alle Gespräche für meine Nummer in Empfang und teilen sie sie mir nach Verlauf einer halben Stunde mit", sagte er kurz und sachlich, ehe er den Hörer wieder einhängte. Er starrte auf den Apparat, die Gedanken gingen ihm wild durcheinander. Wenn er jetzt sich selber anrief, seine eigene Nummer wählte, so mußte Irene drüben sein Gespräch in Empfang nehmen und aufzeichnen. Mit einem kurzen Ruck nahm er den Hörer wieder auf und wählte feine Nummer. Kundendienst!" „Ein Gespräch an Jonny Schmidt von Johann Schmidt", sagte er. „Du hast dich vor drei Wochen ziemlich saublöd benommen, mein Junge, du warft zu verwöhnt und hattest es zu leicht mit den Frauen. Aber du haft sicher viel zugelernt in diesen Wochen, du weißt erst jetzt, wie wahrhaft ver- zinden können. Aber auch der Kleingärtner kann fit dieses Kartoffelstroh holen und verbrennen oder nr den Komposthaufen setzen. Kartoffelkraut ent- hi t eine Menge Kali, und dieser Dünger kann im Äbesgespräch ausKundendiensi 23on UDo Wolter Die Leute sahen auf, als Jonny zu ihnen her- iiiuerfam. Sie hatten etwas übrig für den jungen ifj-f, der vor zwei Jahren von der Schule weg ir»d) den Unfall des alten Schmidt das große Ge- . h: ft übernehmen mußte und bald Schwung und , iempo in den schon ehrwürdigen Betrieb gebracht rte. Auch heute war, als der junge Chef sich \t ersten schweren Kisten selber auflud, der große, tfnamgs so unüberwindlich scheinende Wagen in liner halben Stunde ausgeladen. Der Junge steckte |ii: seinen zweiundzwanzig Jahren immer selber mrien drin im Betrieb, fuhr oft genug selbst einen fetigen und ging auf Tour, lud ab und hatte da- n immer noch Zeit für die ganze Geschüftskorre- yendenz, so daß es lein Wunder war, daß die !i»gen des alten Schmidt jetzt mehr als doppelt 0 öoiel unterwegs waren wie früher. Alle siebzig tenn bei „Schmidt und Schmidt" schworen auf a ny, obgleich er es wohl, wie es ziemlich offen- nbig war, mit den Frauen ein bißchen wild hielt- iti in dieser Hinsicht selbst durch den alten Schmidt lift zur Raison gebracht werden konnte... Echmidt senior sah brummig auf, als Jonny sich tat) dem Abendessen ziemlich früh vom Tisch erhob urio verschwand. Heiraten sollte der Kerl, ver- iinmich! Auch Schmidt senior hatte seine lockeren 2o;|e vor dreißig oder vierzig Jnhren gehabt und r^tele Erinnerungen hielten ihn vor allzu großer Üribigt zurück. Nur eins stand fest. „Jonny" hatte j f 'ich nie genannt, sondern auch damals stets Jo- iim. Immer wieder regte ihn die Geschichte mit er doppelten Visitenkarten auf, weil sie der sicht- ifte Beweis für Jonnys letzten Rest von UnsoU- itcit waren. Wenn Jonny mit Geschäftsfreunden zu tun hatte, ta Ausführung I, auf solidem Karton und in c>l»chten Buchstaben gesetzt, in Aktion. „Johann ckmidt, Möbeltransport und Lastzüge", sowie die ■ ^gehörige Adresse. Nummer II war durchaus i at und in der Hauptsache für Damenhände be» mimt. Sie enthielt auf bestem Bütten und in il.'ien Schnörkeln nichts weiter als „Jonny iinibt" und ein wenig darunter „Telephon i'"789". Wie oft hatte Schmidt senior schon den i:aer hingeschmissen, wenn am anderen Ende wie- ir eine neue Stimme nach dem Jungen flötete. DD nie hatte er von Jonny etwas Solides vor- f?llt bekommen, eine junge Frau, wie sie das Das \ \ Ehrung zum40.Miliiärdienst>'ub>läum. Dem Vorstand der Heeresstandortoerwaltung Gießen, Stabszahlmeister B o m h a r d t, wurde anläßlich seiäes gestrigen — von uns gestern gemeldeten — 40. Militärdienstjubiläums durch den Standortältesten, Generalleutnant Oßwald, ein Glückwunschschreiben des Führers und Reichskanzlers ausgehändigt. Gleichzeitig hat der Standortälteste dem Jubilar die herzlichen Glückwünsche der Garnison Gießen und seinen Dank für die unermüdliche Arbeit des Jubilars zum Wohle der Truppen unseres Standortes ausgesprochen und daran die Hoffnung geknüpft, daß es Stabszahlmeister Bomhard t vergönnt sein möchte, seine stets tatfrohe Arbeitskraft noch lange in den Dienst des Standorts Gießen stellen zu können. Polizei gegen Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 8. bis einschl. 14. Oktober 1937 ein: Gegen Radfahrer mit 7 Anzeigen; gegen Führer von Kraftfahrzeugen mit 14 Anzeigen; gegen Fußgänger mit 2 Verwarnungen und Belehrungen und 7 Anzeigen. Warum Arbeitsbeschaffungs -Lotterie? Mancher wird so fragen, da doch jeder Arbeitswillige und Arbeitsfähige in Deutschland nun untergebracht ist? Ein wenig Ueberlegung, und jeder würde selbst erkennen, daß mit der Einstellung des Arbeitenden nur für eine Spanne Zeit für ihn gesorgt ist. Denn jede Aufgabe, und mag sie ein Stadtviertel oder 1000 Kilometer Reichsautobahn geschaffen haben, ist einmal zu Ende geführt, und mit ihrer Erledigung verschwindet auch der Arbeitsplatz. Run muß für jeden Einzelnen eine neue Möglichkeit geschaffen werden, und oftmals wird der Einzelne, da die Arbeitslosigkeit niedergekämpft ist, auch in einen Arbeitsprozeß eingeschaltet werden können, der seinen besonderen Fähigkeiten entspricht. So sieht die Arbeitsbeschaffung für den einzelnen Volksgenossen aus, für die Gesamtheit aber heißt die Losung: Arbeitserhaltung, und diesen beiden Aufgaben dient die eben aufgelegte Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung, die wieder 424 152 Gewinne und 20 Prämien im Gesamtbetrag von 1 600 000 RM. verteilt, darunter 2 Hauptgewinne zu je 50 000 RM. Die Ziehung findet am 22. und 23. Dezember statt. Das Dortragsprogramm der Gesellschaft für Erd- un dDölkerkunde Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde veranstaltet auch im Winterhalbjahr 1937/38 wieder fünf Vorträge. Das Winterarbeitsprogramm verzeichnet folgende Vorträge: Dr. L. v. Boxsber- g e r: „Land und Menschen in Spanien in ihren wechselseitigen Beziehungen"; Professor Dr. E. Scheu (Königsberg): „Mit Zeppelin und Kondor nach und durch Südamerika"; Dozent Dr. A. Kolb (Leipzig): „Von Nordluzon zum Sulu-Archipel"; Dr. A. Kauffmann (Gießen): „Aegypten und Palästina inmitten der Zeitereignisse"; Prof. Dr. R. N. Wegner (Frankfurt a. M): „Durch Jnner- bolivien und Hochperu". Die Vortragsveranstaltungen finden in Zukunft nicht mehr in der Reuen Aula der Universität, sondern in der Aula des Gymnasiums statt. Ausstellung im Oberhessischen Kunstverein. Der Oberhessische Kunstverein wird auch in diesem Winter mit einer Reihe von Ausstellungen an die Oeffentlichkeit treten. Die erste Ausstellung wird am morgigen Sonntag eröffnet. Vom Oberhessischen Kunstverein wird uns hierzu geschrieben: Von den beteiligten Malern ist der erstere, Professor Heinrich Giebel (Marburg), vielen Gießenern kein Unbekannter, da manche ein von ihm gemaltes Bild besitzen. Aus Anlaß seines 70. Geburtstages haben wir eine größere Uebersicht über seine letztjährigen Arbeiten zusammengestellt, da er im letzten Jahrzehnt nicht mehr in Gießen ausgestellt hatte. Die Motive seiner Bilder sind dem Hessenland entnommen, da er, wie auch im letzten Jahr?, oft in der bekannten Künstlerkolonie Willingshausen den Sommer über gearbeitet hat. Gleichzeitig mit ihm hat Professor Karl H a n u s ch aus Dresden manchen Monat in Willingshausen gearbeitet, so daß auch ein Teil seiner Bilder dort entstanden ist. Er ist vor allem der Maler des Vlandine setzt sich durch Vornan von Hans-Joachim Freiherr» von Reihensteln Copyright by Carl Ouncker 6 Fortsetzung (Nachdruck verboten.) Fräulein Hertel sah mit der Oberschwester die Bestände an Decken und Bettkissen durch. Es mußten neue Anschaffungen gemacht werden. Ein Stubenmädchen trat ein: „Fräulein Hertel möchte bitte ans Telephon kommen." „Haustelephon", fragte Blandine, ohne von ihrer Arbeit aufzusehen. „Nein, von außerhalb." „Sagen Sie, ich habe keine Zeit." „Wir haben ja hier alle keine Zeit", sagte die Schwester. Sie lächelte, wie nur ein Mensch lächelt, der so rein gar nichts erwartet, daß er dankbar ist für alles, was das Leben trotzdem noch bringt, und fei es auch nur die Möglichkeit eines Lächelns. „Deshalb können Sie ruhig ans Telephon gehen. Ich helfe Ihnen aus." Im Stationsdienstzimmer stand Dr. Schrader und blätterte in Krankenpapieren als Blandine eintrat. Seine schlanke Gestalt verbeugte sich, und die ausdrucksvollen dunklen Augen lachten sie an. „Ah, da ist ja das Fräulein, das mich verpetzen wollte." Blandine errötete. „Aber das habe ich doch gar Nicht getan." „Das hätte ich Ihnen auch nicht zugetraut. — Darf ich fragen, wie heißen Sie eigentlich?" „Das werden Sie gleich hören", lachte sie und nahm den Hörer ab: „Hier Blandine Hertel. Guten Tag, Greta. Nein, das ist unmöglich. Ich habe viel zuviel zu tun." Ihre Stimme klang gleichgültig. ' Einen Moment hob der Assistenzarzt die Augen wieder von seinen Papseren und schaute forschend hinüber. Blandine war mit dem Telephon beschäftigt. „Nein, nächste Woche geht es leider auch nicht. Da muß ich ganz bestimmt zu meiner Mutter. Sie beklagte sich schon sehr. Ich schreibe dir mal. Auf Wiedersehen, Greta." Porträts, und zeigt daneben eine ganze Anzahl fein durchgearbeiteter Radierungen. Zwischen beiden, trennend und doch wieder verbindend, steht Rudolf Poeschmann, ebenfalls aus Dresden, als bekannter, flotter Tempera-Maler mit seinen Bildern aus deutscher Stadt und Landschaft. Die Ausstellung ist sehr reichhaltig und umfaßt etwa 45 Oelbilder, fast 15 Tempera-Arbeiten und 15 Radierungen. Aeitjagd am Montag Die nächste Standort-Reitjagd findet am kommenden Montag, 25. Oktober, statt. Stelldichein: 14.50 Uhr am Straßenknie der Straße Gießen— Steinberg, 400 Meter nordwestlich der Neumühle. Halali dicht bei der Rindsmühle. Sammelplatz für Zuschauer 14.50 Uhr an der Rindsmühle (von dort aus 100 Meter zu Fuß). Die Führung der Zuschauer geschieht durch einen Unteroffizier (gelbe Armbinde) der Stabskompanie des Jnf.-Rgts. 116. Gießener Dochenmarktpreiie * Gießen, 23. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 11%, Klasse B 11, Wirsing, % kg 9 bis 12 Pf., 50 kg 7 bis 8 Mark, Weißkraut, % kg 6 Pf., 50 kg 4 bis 5 Mark, Rotkraut, % kg 9 bis 12 Pf., 50 kg 7 bis 9 Mark, gelbe Rüben, % kg 8 bis 9 Pf., Karotten 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Unterkohlrabi 6 bis 8, Erbsen 25 bis 35, Grünkohl 15, Rosenkohl 15 bis 25, Feldsalat, Ao 10, Tomaten, % kg 12 bis 15, Zwiebeln 6 bis 7, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kürbis 5 bis 6, Pilze 40 bis 45, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 1. Sorte 3,45 Mark, 2. Sorte 3,25, 3. Sorte 3 Mark, Aepfel, H kg 10 bis 18 Pf., Ausleseobst 18 bis 25 - Pf., 50 kg 10 bis 25 Mark, Birnen, % kg 10 bis 20 Pf., Zwetfchen 15 bis 16, Nüsse 30 bis 40 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mark, Enten 1 bis 1,10 Mark, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40 Pf., Salat 9 bis 12, Endivien 9 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. ** Viehmarkt in Gießen. Am nächsten Dienstag, 26. Oktober, findet hier Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt' statt. ** Wandergewerbescheine, Hausiererlaubnisscheine und Legitimationskarten gelten jeweils nur für das laufende Kalenderjahr. Zu Beginn des neuen Jahres häufen sich meistens die Anträge derart, daß sich die Ausfertigung der neuen Ausweise verzögert. Es ist daher zu empfehlen, schon jetzt die Anträge auf Neuerteilung der Scheine zu stellen. Nur bei rechtzeitiger Antragstellung kann Gewähr dafür übernommen werden, daß die Scheine bei Gebrauch zur Verfügung stehen. Lpd. Ballone und Drachen mit Re- gistrierinstrumenten an die örtliche Polizeibehörde abliefern. Von deutschen und ausländischen meteorologischen Instituten werden durch Ballone und Drachen Instrumente zur Aufzeichnung der Wetterelemente — Temperatur, Luftfeuchtigkeit usw. — ausgelassen. Neben diesen Instrumenten werden auch Karten mit der Aufforderung zur Rücksendung angeheftet. Es wird hiermit ausdrücklich darauf hingewiesen, daß nach einer Anordnung des Reichsführers ff und Chefs der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern alle Ballone und Drachen mit Regiftrierin- ftrumenten oder Anhängekar^en (also a u ch K i n - derballone mit Anhangekarten) an die örtliche Polizeibehörde abzuliefern sind. Die entstehenden Unkosten werden dem Finder erstattet, außerdem wird ihm bei richtiger Behandlung etwa vorhandener Instrumente eine Belohnung gewährt. Schließlich sei noch darauf aufmerksam gemacht, daß die Ballone und Drachen, sowie die mitgeführten Instrumente Staatseigentum sind, und daß böswillige Beschädigung oder Entwendung strafrechtlich verfolgt wird. ** Unfall beim B a h n st e i g u m b a u. Der Schlosser Paul Windt von Lollar, der hier beim Bahnsteigumbau beschäftigt ist, wurde gestern nachmittag von einem stürzenden Mast getroffen und mußte mit inneren Verletzungen in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach« mittag geschlossen. Aus den Gießener Gerichtssälen. Amtsgericht Gießen. Unter der Anklage des Betrugs standen der H. B. und der E. H. aus Gießen vor dem Amtsgericht. Beide sind schon einschlägig vorbestraft. Der Angeklagte zu 1 war im hiesigen Bezirk als Vertreter einer Bausparkasse tätig. Als solcher schloß er u. a. mit einem älteren Ehepaar aus Watzenborn-Steinberg einen Bausparvertrag und veranlaßte es, die Raten an ihn zu bezahlen, obwohl er laut Anstellungsvertrag keine Jnkasso- befugnis hatte und den Sparern bie> Zahlungen nur dann angerechnet wurden, wenn sie unmittelbar an die Gesellschaft zahlten. Die erhaltenen Beträge führte er zum größten Teil nicht ab, sondern verwandte sie für sich. Als die beiden Zeugen einmal nicht gleich bezahlten, schickte er den Mitangeklagten, der damals arbeitslos war und bei dem Angeklagten gelegentlich Botendienste verrichtete, nach Steinberg mit der Maßgabe, den Leuten „etwas Beine zu machen". Daraufhin händigten die Zeugen diesem tatsächlich 20 RM. aus. Der Angeklagte H. bestritt entschieden, etwas davon gewußt zu haben, daß diese Gelder dem B. nicht zustanden. Diese Einlassung wurde von dem andern Angeklagten bestätigt, so daß H. mangels Beweises freigesprochen wurde. Die Verhandlung gegen B. wurde im übrigen ausgesetzt, da dieser sich vor Gericht bereiterklärte, bis spätestens Samstag die Zeugen in vollem Umfange zu entschädigen. Der K. M. aus Leidhecken hatte wegen Ueber- tretung der Reichsftraßen-Verkehrsordnung einen Strafbefehl über 30.— RM. erhalten. Hiergegen legte er Einspruch ein, der gestern vor dem Amtsgericht verhandelt wurde. Der Angeklagte kam am 27. Mai abends mit einem Lastkraftwagen mit Anhänger in Lich durch die Gießener Straße. Dort stand ein Pferdefuhrwerk, das gerade von einem anderen landwirtschaftlichen Fuhrwerk überholt wurde. Obwohl sich diese beiden Fuhrwerke, nebeneinander aus der Straße befanden, hinderte dies den Angeklagten nicht, seinerseits ebenfalls noch zu überholen. Die Straße wurde dadurch so beengt, daß der zufällig entgegenkommende Landjäger von seinem Fahrrad abspringen mußte, um sich in Sicherheit zu bringen. Der Angeklagte behauptete, das Kuhfuhrwerk sei noch weiter zurück gewesen, so daß er habe überholen können. Er wurde jedoch durch die Beweisaufnahme einwandfrei überführt. Das Gericht beließ es daraufhin auf der im Strafbefehl erkannten Geldstrafe von 3 0.— R M. Sodann hatte sich der H. E. aus Lich wegen Vergehen gegen das Kraftfahrzeuggesetz zu verantworten. Der Angeklagte hatte durch Strafbefehl zwei Wochen Gefängnis erhalten, weil er am 18. Mai mit seinem Lastkraftwagen eine Fahrt unternommen hatte, obwohl der Wagen nicht zugelassen war. Der Angeklagte war geständig, gab jedoch zu seiner Entschuldigung an, er habe sich damals in finanziellen Schwierigkeiten befunden und habe lediglich eine Verdienstmöglichkeit wahrnehmen wollen. Es wurde festgestellt, daß der Angeklagte schon zwölfmal wegen Verkehrsdelikte vorbestraft ist und ein von ihm neu angeschaffter Wagen erst nach langwierigen Verhandlungen durch das Kreisamt zugelassen worden war, wobei dem Angeklagten durch die Behörde wärmstens ans Herz gelegt wurde, sich nun endlich als ordentlicher Verkehrsteilnehmer zu führen. Das Gericht hielt daher eine ganz exemplarische Strafe für angemessen und beließ es bei den 2 Wochen Gefängnis. Die nächste Anklage, ebenfalls wegen Uebertre- tung der Reichsftraßen-Verkehrsordnung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung, richtete sich gegen den R. N. aus Großen-Buseck. Der Angeklagte war am 19. Mai abends mit seinem Personenkraftwagen in Gießen die Kaiserallee heruntergefahren. An der Kreuzung der Straßenbahn am Ludwigsplatz wollten zwei Kinder die Straße überqueren, die der Angeklagte — da er infolge seiner hohen Geschwindigkeit nicht mehr bremsen konnte — anfuhr und erheblich verletzte. Die Beweisaufnahme und ein ausführliches Sachverständigen-Gutachten ergaben einwandfrei die Schuld des Angeklagten. Mit Rücksicht darauf, daß bei den Kindern keine nachteiligen Folgen entstanden sind, der Angeklagte bisher ünvorbestraft ist und sich auch sonst eines guten Leumunds erfreut, sah das Gericht von einer Freiheitsstrafe ab und ließ es bei einer Geld- strafe von 8 0.— R M. bewenden. Schöffengericht Gießen. Der E. B. aus Gießen wurde zur Last gelegt, sich trotz Auflösung der Sekte der „7-Tage-Ädve'n- tisten" noch für diese betätigt und mit einem jun- den Mann, der schon wegen Verstoßes gegen das Heimtückegesetz verurteilt worden ist, weil er sich unter dem Deckmantel religiöser Hebungen staats, gefährlich betätigte, regelmäßig Bibelstunden abge. halten zu haben. Die Angeklagte gab an sich zu, daß der Betreffende sie öfters aufgesucht und mit ihr gebetet habe. Sie wandte jedoch ein, daß sie ihn niemals hierzu aufgefordert habe, so daß man von einer Weiterführung der verbotenen Org«ni- sation nicht sprechen könne. Dieser Einlassung schenkte das Gericht Glauben, da es sich nach einem ärzt. lichen Gutachten bei ihr um eine Person von ziemlicher Beschränktheit handelt und die ganze An- läge ihrer Handlungsweise nicht auf eine staatsgefährliche Tätigkeit schließen läßt. Das Gericht kam daher zu einem frei sprechen den Urteil Kleine Strafkammer Gießen. Der K. H. aus Aschbach in Oesterreich, der ander Untersuchungshaft vorgeführt wurde, hatte von Amtsgericht Grünberg wegen Betrugs in fünf Fällen eine Gefängnisstrafe von fieber Monaten erhalten. Hiergegen richtete sich feint Ruhl adio eparaturen SeMersweg Nr. 67 Telephon Nr. 3170 I897 D Berufung, die gestern vor der Kleinen Strafkam> mer verhandelt wurde. Der Angeklagte war im Jahre 1934 nach Deutsch, land gekommen und hatte bei einem Metzgermei. ster in Kirschgarten (Kreis Alsfeld) Unterkunft ge= funden. Hierfür leistete er dem Zeugen einige Ge> fälligkeitsdienste. Eines Tages trat er mit dem An. sinnen an den Zeugen heran, er solle ihm 50 RM aushändigen, da er wieder nach Oesterreich zurück- kehren wolle. Der Zeuge gab ihm die Summe, worauf der Angeklagte nach Lindau am Bodensee fuhr. Dort ging ihm das Geld aus, und so bat er den Zeugen um Uebersendung weiterer 25 RM., die ihm dieser nach einigem Hin und Her auch schickte. Dieses Geld verjubelte der Angeklagte, und er wollte dann wieder nach Kirschgarten zu- rückfahren; seine Barmittel reichten jedoch nur bis Kempten. Dort nahm er die NSV. in Höhe von 25 RM. in Anspruch, mit der ausdrücklichen Zusicherung, er wolle die Summe am nächsten Ersten zurückerstatten. Dieses Versprechen hielt der Singe« klagte ebenfalls nicht. Nach seiner Rückkehr wurde er von dem Metzgermeister wieder ausgenommen. Von Kirschgarten aus setzte sich der Angeklagte mit einer Stelle zwecks Arbeitsvermittlung in Verbindung. Diese wies ihn in ein Hilfslager ein und schickte ihm zu gleicher Zeit 25 RM. Reisegeld. Dem Angeklagten fiel es jedoch nicht ein, diesem Ersuchen nachzukommen, sondern er brachte auch dieses Geld durch.Endlich wurde dem Metzgermeister die Sache zu dumm, und er setzte den Angeklagten kurzerhand vor die Tür. Dieser begab sich darauf in das benachbarte Merlau zu einem anderen Metzgermeister und wiederholte dort dasselbe Manöver, wie im ersten Falle. Es gelang ihm tatsächlich, den Zeugen zur Herausgabe von 50 RM. zu veranlassen, mit denen er wiederum angeblich seine Heimreise antreten wollte. Erschwindelte diesem Zeugen dabei noch vor, sein Vater habe in Oesterreich eine gutgehende Metzgerei und Wirtschaft, so daß es ihm nach seiner Ankunft in der Heimat eine Kleinigkeit sein werde, die Summe zurückzuerstatten. In der gestrigen Hauptverhandlung gab der Angeklagte die Vorfälle an sich zu, er hatte jedoch für jeden Punkt der Anklage eine Ausrede. So behauptete er, die ihm von den beiden Metzgermeistern übergebenen Beträge seien nicht etwa als Darlehen, sondern als Schenkung bzw als Entgelt für geleistete Arbeit gedacht gewesen. Im Falle der NSV. stellte er in Abrede, in Betrugsabsicht gehandelt zu haben, da er von dem einen Zeugen noch rückständigen Löhn zu erhalten gehabt hätte, von dem er den Betrag habe zurückerstatten wollen. Er wurde jedoch durch die Beweisaufnahme Blandine wollte mit kurzem Gruß an Doktor Schrader vorbei aus dem Zimmer. „Haben Sie so viel zu tun, Fräulein Hertel, daß Sie nicht einmal fortgehen können? Oder war das eine Ausrede?" fragte Dr. Schrader interessiert. Blandine sah ihn etwas unsicher an. „Wieso eine Ausrede?" Das war doch meine Freundin." „Also wirklich so viel zu tun?" ..„Ja. Aber es macht mir Freude", sagte die hübsche Blandine froh. „Immerhin, sind Sie dafür nicht noch etwas zu jung, ich meine, um sich so einzuspinnen?" „Ich spinne mich doch gar nicht ein. Es ist ja so interessant." Er sah, daß ihre Augen blitzten. „Denken Sie, es ist doch meine erste Tätigkeit, und ich bin stolz, daß ich gleich so viel leisten darf." Freimütig reichte sie ihm die Hand und verabschiedete sich. „Sie arbeiten ja viel mehr als ich, Herr Doktor. Ich schlafe nachts, wenn Sie Dienst haben." „Aber ich gehe trotzdem aus", beharrte er und verbeugte sich, indem er sie vorbeigehen ließ. * Blandine hatte viel über die Umorganisation der wirtschaftlichen Dinge in der Klinik nachgedacht. Auch die Personalfragen mußten neu geregelt werden. Es war ihr gelungen, die Wäschediebstähle aufzuklären: ein Mädchen, das vor der Hochzeit stand, hatte sich ihre Wäscheaussteuer in der Klinik zusammengestohlen. Sie mußte fristlos entlassen werden. Die Mamsell wollte der Professor behalten. Sie war wirklich eine ausgezeichnete Köchin und unermüdlich, wenn es sich darum handelte, jemand wieder auf die Beine zu bringen. Die Mamsell mußte also Blandines Mitarbeiterin bei der geplanten Neuorganisation werden. Heute würde sie ihr alles klarmachen. Von der einfachen Großväterweisheit, daß ehrlich am längsten währt, bis zur neuesten rationellen Betriebskunde sagte sie ihr denn auch alles. Sie redete mit Engelzungen, um ihr die Schmugroschen verächtlich erscheinen zu lassen und um ihr abzugewöhnen, Geschenke von den Lieferanten zu nehmen. Sie hoffte, ihr bald zehn Mark zum Gehalt zulcgen zu können. Das alles lockte die Mamsell nicht, die mit anderen Summen rechnete. Dagegen hatte die Mamsell Freude an dem unverdorbenen jungen Sing. Der konnte sie gar nicht mal richtig böse fein, wenn sie ihr auch gemeinerweise bis in alle Winkel nachgespürt hatte. Sie konnte nicht so gut reden wie das Fräulein. Aber sie wußte, daß sie nach ihrer langjährigen Tätigkeit hier etwas zu sagen hatte. Mütterlich sah sie dem jungen Kind in die Augen: „Wat wolln Sie eigentlich, Frolleinchen? J^ doch alles janz schön so." Und mit dem ganzen Wohlwollen, das zwanzig Dienstjahre unter Fremden ihr für ihresgleichen beigebracht hatten, die jung und unerfahren anfingen, drückte sie Blandine die Hand: „Frolleinchen, ich will Jhn'n unter vier Augen eenen Rat fürs Leben jeben: Kümmern Sie sich nie um unjelechte Eier!" Blandine hätte heulen mögen, als die Mamsell sie verlassen hatte. Aber davon wurde die Arbeit nicht getan. Sie ging, um im Wartezimmer die Zeitschriften für die Sprechstunden zu sichten. Der Assistenzarzt Doktor Schrader kam aus dem Untersuchungszimmer. Er begrüßte sie: „Sind Sie nicht etwas dünner geworden?" Er prüfte mit den Augen des Arztes ihre Erscheinung. Blandine errötete. „Wenn es mir schlecht geht, komme ich in Ihre Sprechstunde, Herr Doktor", lachte sie. „Kommen Sie lieber, ehe es Ihnen schlecht geht. Ich werde Ihnen etwas verschreiben, damit Sie zunehmen." „Dazu habe ich keine Zeit." Blandine wollte das Geplänkel abbrechen. „Aus Wiedersehen, Herr Doktor." „Also nicht in der Sprechstunde! Aber vielleicht einmal privat, ja?" Sie wußte nicht, ob er im Ernst oder Scherz sprach. „Ich kann Ihnen wirklich als Arzt und als Mensch nur raten, gönnen Sie sich ab und zu etwas Ruhe. Das Uebermaß an Arbeit bekommt Ihnen nicht." Er sah sie treuherzig an. „Ich schlafe ja nachts." ,Mer nicht viel, wie ich höre. Außerdem müssen Sie auch an die Luft. Ich habe mein Boot auf dem Wannfee liegen." „Danke herzlich. Meine Mutter wohnt im Grünewald. Immer wenn ich Zeit habe, gehe ich draußen mit ihr spazieren. Auf Wiedersehen, Herr Doktor."^ Blandine verbrachte einen unbefriedigenden Tag. Sie arbeitete, aber die Arbeit hatte ihren Sinn verloren. Am Nachmittag kam Hedwig Georgi zu ihr. „Ans Telephon kriegt man dich nicht. Karten beantwortest du nicht. Ich mußte doch mal nach dir sehen." Blandine nahm eine Ausbesserungsarbeit vor und setzte sich zu ihr. Zum ersten Male war sie heute, nach der entmutigenden Szene mit der Mamsell froh, daß jemand ihre Arbeit unterbrach. So kam man ein bißchen über das öde Gefühl weg. Plötzlich sagte Blandine: „Du könntest mir mal einen Rat geben, Hedwig. Also nimm einmal an — man könnte doch in die Lage kommen, weißt du — wenn ein junger Mann dich bitten würde, mit ihm auszugehen — würdest du das tun?" Hedwig Georgi überlegte ein Weilchen. Aber sie überlegte eigentlich nur, wer der junge Mann sein konnte, den Blandine meinte. Als sie es aufgab, das im Augenblick herauszufinden, sagte sie kurz und bündig: „Meine Ansicht ist: sich ein Ziel zu setzen, und dann Finger weg von allem, was vom Ziel ablenkt." Sie verbreitete sich noch eine Zeitlang über ihr Ziel, die Familienpension, aus der bei richtiger Führung ein Hotel werden sollte. Hedwig Georgi hielt ihr kleines Erbe eisenfest. Sie brauchte kaum etwas für Kleidung, sie pflegte sich nicht. Sie lebte kümmerlich, ließ die- Zinsen auflaufen und tat von ihrem Gehalt noch dazu. Sie lebte nur dem Tag entgegen, an dem sie selbständig werden, an dem sie ihre Pension einrichten würde. Hedwig,, dachte Blandine, war gewiß anständig, solide und sparsam. Aber ob sie der richtige Mensch war, den sie in diesem Fall um Rat fragen sollte? Sie wollte ihre Frage lieber noch mit jemand anderem durchsprechen. Denn das ist eine von den Fragen, die ein junges Mädchen so lange stellt, bis sie die Antwort hat, die sie haben will. Fortsetzung folgt. ti. den ersten Wechsel am Fälligkeitstage nicht ein-1 löfen, so daß dieser zu Protest ging. Als der Fällig-1 Handball aus breiter Front! bei Elf Wieder Eisbahn an der Moltkestraße! Kirchliche Nachrichten Doot-' r. 67 3170 I897 D 2500. erreichen: Sonntag nicht bringen. 1900 hat die beste Besetzung zur Verfügung und sollte die Elf mit dem Neuling fertig werden. — Die Frage nach dem Sieger in Wetzlar ist nicht cllzu schwer. Die Domstädter sind in einer blenden- ten Verfassung, so daß ein sicherer Sieg schon von vornherein feststeht. — Hart umstritten wird das knde in Steinberg sein, wo die Teutonen auf den ^allspielklub Sinn treffen. Der eigene Platz und die clänzend arbeitende Verteidigung follte jedoch für t nen knappen Sieg der Platzbesitzer ausschlaggebend tfein. — Die bereits stark ins Hintertreffen geratenen Lollarer stehen in Burg vor einer kaum zu lösenden Aufgabe. Es sei denn, daß die Mitwirkung des (vneder hergestellten Gabriel von Einfluß auf die Mannschaft ist. — Naunheim hat noch nicht richtig 5 ritt fassen können. Das Punktekonto sieht noch Luftig aus. Eine Besserung wird auch gm Sonntag richt zu erwarten sein. Nachdem am letzten Sonntag nur in beschränktem Umfange gespielt werden konnte, sind diesmal wieder alle Mannschaften beschäftigt. Da ist zunächst die größeren Posten Wein, wofür er zwei Wechsel, die iuf ihn persönlich lauteten, in Zahlung gab. Die Lieferfirma gab die beiden Wechsel an ein Bank- iiaus in Lauterbach weiter. Der Angeklagte konnte den konnte. Aber diesesmal ist etwas mehr vorgesehen, denn die einheimische Mannschaft, die durch den neuen Mittelläufer Hedderich eine Verstärkung erfahren hat, ist zur Zeit in guter Form, und es wird wohl jeder Anhänger der Teutonen damit rechnen können, daß es endlich einmal klappt, die tapferen Gäste, die ihrem Gegner wohl körperlich überlegen sind, zu bezwingen. Die Teutonen treten aller Voraussicht nach in stärkster Aufstellung an. Hungen I — Teutonia II. Die 2. Mannschaft muß einen schweren Gang tun, denn sie tritt gegen die 1. Elf des Sportvereins Hungen an. die ja nur ein Unentschieden vor wenigen Wochen in Watzenborn-Steinberg erreichen konnte, aber dafür hat sie diesesmal den Vorteil 75 Jahre Turnverein Wieseck. Am 30. Oktober feiert unser Turnverein 1862 rin 75jähriges Bestehen. Der Turnverein wurde m Jahre 1862 gegründet. Der erste Vorsitzende des Zereins war Dr. H a n s u l t und der erste Turn- vart Martin Lenz. Viele Freunde der edlen Turn- ache traten dem Verein bei, und einige Jahre nach er Gründung wurde der Beitritt zur . DT. be- chlossen. Schon in den ersten Jahren nach der Gründung zählte der Verein zwischen 40 bis 50 ktioe Turner, und die Gesamtmitgliederzahl betrug 110. Die Mitgliederzahl stieg von Jahr zu ^ahr, und der Turnverein Wieseck zählt heute zu en stärksten Turnvereinen unserer engeren Heimat. Vie in der Mitgliederzahl der Verein sich von i-ahr zu Jahr entwickelte, so auch auf dem Gebiet er Leibesübungen. Die von den Turnern des Der- ins errungenen Preise geben Zeugnis davon. Schon in den ersten Jahren des Bestehens des Vereins waren es Wiesecker Turner, die sich unter ten Gaubesten befanden und Turner wie C h r i st, Kreiling, Möser, R o denhausen und Mele andere sind heute noch in bestem Ansehen. Sie in der Vergangenheit, so blieb es bis in die stzte Zeit. Die Turner des Vereins erreichten Spitzenleistungen und kämpften mit den Besten des Saues um den Sieg. Der Verein stellte sogar bei len Deutschen Gerätemeisterschaften in Frankfurt h Schöffmann den besten Hessenturner. So wie gebnis in Erinnerung, das Roth am letzten Sonntag erzielen konnte. Ob es unter diesen Umständen der erschatzgeschwächten Mannschaft der Gießener gelingen wird, zu Punkten zu kommen, ist sehr zweifelhaft. — Die Heuchelheimer haben zu Hause eine Chance, einen Spielgewinn zu verzeichnen, wenn sie sich entsprechend einfteilen. 1. Preisklasse. Tv. Hausen — MSV. III AR. 9 (Barbara) Gie> ßen, To. Grüningen — To. Holzheim, To. Katzenfurt — Tv. Garbenheim, To. Groß-Rechtenbach — Tv. Dornholzhausen. 2. kreisklasse. Tv. Atzbach — Tv.Allendorf (Lahn), Tv. Garbenheim II — Tv. Dutenhofen II, Tv. Lich — To. 1846 Gießen, To. Nauborn — SA. I I 33, Tv. Wetzlar II — Tv. Ehringshausen, SA.-Standarte 116 — To. Ruttershausen, SA. 1/116 — Tv. Londorf. Straff h Deich etzgerm rtunft z-. einige & dem i i 50 M ch zurüt Sumim Bodech so be r 25 M her au! lngeklG larten» h nur k hohe D: iichen H ften Ech der Am ehr wuti lenommi Ragte r in Verb r ein l Reifee in, diei achte ji tetzgem len Aie legab ’i nem an- ort ba9' s oM: gäbe w herum m schwinde!: jater W und Wi' nft in b le Suir Turnverein stets führend gewirkt. In den letzten ahrzehnten ist die heimische Turnerei mit dem Kamen Daupert eng verbunden. Oie Kämpfe der Bezirksklaffe am Sonntag. 1900 — Steindorf (Schmidt, Dillenburg). Wetzlar — Butzbach (Nesseldreher, Heuchelheim). Steinberg — Sinn (Keller, Naunheim). Burg — Lollar (Post, Wieseck). Frohnhausen — Naunheim (Volkmar, Wetzlar). Kurze Sportnotizen. Zum Pariser Sechstagerennen wurde jetzt die deutsche Mannschaft Wengler-Bautz verpflichtet. Wengler wird mit Funda als Partner auch am Kopenhagener Sechstagerennen teilnehmen. * Beim Sechstagerennen in Hollywood (USA.) belegte das deutsch - amerikanische Paar Wissel - Sellinger den zweiten Psatz. Sieger wurden die Belgier A. und G. Bollaert. Bettenhausen. 9.30: Hauptgottesdienst; 19.30: Abendmahlsfeier für die älteren Gemeindeglieder. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, den 24. Oktober. 8.30 Uhr: Evangelisationsstunde. — Mittwoch, 27. Oktober. 8.30: Bibelstunde. — Donnerstag, 28. Oktober. 8.30: Jugendbundstunde. Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Sonntag, 24. Oktober. 9.45 Uhr: Erbauungsstunde; 11: Sonntagsschule; 15: Musikalische Feierstunde; 20.30: Evangelisation; Pred. Brennecke. — Dienstag, 26. Oktober. 20.30:,Bibel- und Gebetstunde. Baptistengemeinde, Gartenstraße 13. Sonntag, den 24. Oktober. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 16: Predigt. — Mittwoch, 27. Oktober. 20.15: Bibelstunde. Neuapostolische Gemeinden, Händelstraße 1, Eder- straße 13. Sonntag, 24. Oktober. 9.30 Uhr: Gottes- dienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, 27. Oktober. 20.30: Gottesdienst. Katholische Gemeinden. Sonntag, den 24. Oktober. Gießen. 6.30 Uhr: Beichtgelegenheit; 7: hl. Messe (Kommunion der Frauen); 8: Spendung der hl. Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11.15: hl. Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und Rosenkranzandacht mit Segen. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lollar. 9.30: hl. Messe mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Echzell. 10.45: Hochamt mit Predigt. oeffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 ib der 1 i jedoch' 5o behM gern* als N Wit Dl falle der ibsicht ye- 1 Zeuge« abt ID itten m iaufnabn des eigenen Platzes. Siegesaussichten liegen Hungen. Sportverein 1920 Lollar. Lollar I — Burg I. Nach einem Sonntag der Ruhe hat die erste einen schweren Gang nach Burg zu tun. Die Mannschaft bekommt zwar Verstärkung durch den wieder genesenen Spieler Gabriel, aber leider hapert es immer noch etwas im Sturm. Obwohl Gabriel seinen sportlichen Höhepunkt von früher noch nicht erreicht hat, dürfte er doch der Mannschaft neuen Rückhalt geben. Außer dem Unentschieden gegen Butzbach waren es immer nur knappe Niederlagen, die die Elf bei den bisher ausgetragenen Spielen hinnehmen mußte. Gegen die starken Gegner von Frohnhausen und Bissenbera waren es nur je ein Tor Unterschied. Meist mutzten die Lollarer noch in der letzten Viertelstunde des Spielverlaufs oder gar in den letzten Spielminuten die Punkte an ihre Geaner abtreten. Aus diesem Grunde ist also nichts mehr zu versäumen, die Mannschaft muß wieder mit einem Elan in die Kämpfe gehen, der auch bis Die Schaffung des Teiches an der Schlageter- anlage hatte seinerzeit auch eine Verlegung der Gießener Eisbahn zur 'Folge gehabt. Der Teich sollte nun an Stelle der früher in jedem Herbst überschwemmten Wiese im Winkel Wieseck-Moltke- straße-Schlageteranlage als Eisfläche dienen. Wenn auch die beiden letzten Winter witterungsmäßig nicht sehr günstig für den Eislauf waren, so hat die neue Bahn doch Mängel gezeigt, die die an sich oft schon recht begrenzte Laufzeit noch weiter einschränkten. Um nur den mißlichsten Umstand zu nennen: die Eröffnung der Bahn durfte, da es sich bei dem Teich um ein offenes Gewässer mit einem Meter Wassertiefe handelt, nur mit polizeilicher Genehmigung erfolgen. Diese wiederum wurde nur bei einer Eisdicke von 13 Zentimeter erteilt, die nur selten und auch dann nur für kurze Zeit erreicht wird. Die Ausübung des Eislaufs war damit praktisch so gut wie unterbunden, was der vergangene Winter bewies, der unter den früheren Verhältnissen, wo die Bahn schon bei 7 Zentimeter geöffnet werden konnte, immerhin etwa 10 Eistage gehabt hätte, auf der neuen Bahn es jedoch nur auf einen einzigen brachte. die wissen, daß ein verlorenes Spiel gleichbedeutend mit dem Verlust der Tabellenführung ist, haben ihre in den letzten Spielen bewährte Mannschaft zusammen. Die Blauweißen, die einer der stärksten Gegner sind, haben bewiesen, daß sie kämpfen können und stehen an zweiter Stelle der Tabelle. Der Ausgang des Kampfes ist nicht vorauszusagen. VfB.-Reichsbahn III — Daubringen I. Die dritte Mannschaft erwartet die Elf von Daubringen, eine schnelle und wuchtige Mannschaft, die bis jetzt ohne Punktverlust ist. Oie Spiele der SA -Kampfgemeinschaft. SA.-Kampfgemeinschafl I — Klein-Linden I. Beide Mannschaften treffen sich am Sonntag auf dem Universitätssportplatz zum Spiel um die Punkte. Die erste Mannschaft muß für Kreiling und Ernst Sauer Ersatz einstellen, da beide im Spiel gegen Lollar ernstlich verletzt wurden. Unter diesen Umständen ist eine Voraussage unmöglich. Die SA.-Mannschaft spielt in folgender Aufstellung: Lotz; Steinel, Weller; Schmitz, Heilmann, Glitsch; Leierer, Weihrauch I., Weihrauch II., Rauch, Schneider. SA.-Kampfgemeinschafl II — Heuchelheim II. Die zweite Mannschaft wird gegen Heuchelheim einen schweren Stand haben. Ein Unentschieden wäre schon ein Erfolg für die SA.-Mannschaft. Fußball im Turnverein Großen-Linden Die 1. Jugend der Blau-Weißen empfängt am Sonntag die gleiche vorn Sportverein Garbenteich. Gegen die Gäste, die man als den stärksten Widersacher um die Gruppenmeisterschaft ansieht, muß die Umwälzende Aenderungen in der Tabelle wird !os Fußballprogramm der Bezirksklasse Gießen am bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon Falls behandelnder Arzt nicht zu Arzt: Dr. Wolf. Zahnarzt: Dr. Jäger. Apotheke: Neue Apotheke. ruf rein turnerischem Gebiet, so blieb auch der herein in Pflege der anderen Leibesübungen nicht linier den anderen Vereinen zurück. Die Gesamtlage les Vereins berechtigt zu besten Hoffnungen für lie Weiterentwicklung in der Zukunft. Auch aus !sem Gebiet der größeren Organisation hat der MS lL,n E 3^ y L Bezirksklasse, die eine Reihe außerordentlich interessanter Paarungen aufweist: Wetzlar-Niedergirmes — Tv. Münchholzhausen, Tv. Hörnsheim — Mtv. Gießen, Tv. Roth — SpVg. 1900 Gießen, To. Heuchelheim — VfL. 1860 Marburg. Münchholzhausen, noch bis vor kurzer Zeit Favorit, hat kurz hintereinander zwei Spiele verloren. Es hat nach Lage der Sache auch diesmal kaum eine Chance. — Niedergirmes ist auf eigenem Platz sehr spielstark. — Auch die Mannschaft der Gießener Männerturner hat sich bis jetzt noch zu keiner überzeugenden Leistung finden können, und in Hörnsheim ist es außerordentlich schwer, zu gewinnen. Hoffentlich ist man sich dessen im Lager des Mtv. bewußt. — Noch ist das sensationelle Er- in vollem Umfange überführt. Es ergab sich weithin, daß der Angeklagte bei dem Meister in Lirschgarten, der sich eine steuerrechtliche Versetzung hatte zuschulden kommen lassen, einen Er- fresiungsversuch unternommen hatte. Im übrigen egte der Angeklagte in der Hauptoerhandlung ein iccht renitentes Wesen an den Tag und schämte lich auch nicht, die Ehefrau des Zeugen in der gemeinsten Weise zu beleidigen. Mit Rücksicht hierauf hielt das Gericht die in erster Instanz erkannte Strafe für nicht ausreichend und erhöhte diese auf [Lin Jahr Gefängnis. In der Urteilsbegründung hob der Vorsitzende hervor, daß der Ange- llagte, der als Gast in Deutschland Aufnahme gefunden hat, sich ganz besonders hätte befleißigen muffen, die Gesetze des Gastlandes auf das peinlichste zu beachten. Ebenfalls ohne Erfolg blieb die Berufung des 2.0-, der vom Amtsgericht Herbstein wegen Bezugs drei Wochen Gefängnis erhalten hatte. Der Angeklagte, der schon einschlägig vorbestraft ist, bedeute bei einem Weinhändler in Lauterbach einen Im Gau Hessen ist Gießen neben Kassel der einzige größere Eissportplatz, es gilt, das Beste aus den nun einmal gegebenen klimatischen Verhältnissen zu machen, um den Eissport weiter zu erhalten. Diesem Zeile galten auch die Bemühungen des Gießener Eisvereins, als Eisbahn wieder die frühere Fläche an der Moltke- ftr a ß e zu bekommen. Die Entscheidung darüber ist gefallen. Die zuständige städtische Behörde hat, wie wir auf besondere Anfrage hören, dem Wunsche des Eisvereins und damit sicherlich vieler, die den Eislaufsport gerne betreiben, entsprochen. Gießen bekommt also wieder als Eisbahn die Wiese an der Ecke Woltkestrahe und Schlageleranlage. Mit der Eröffnung dieser neuen „alten Eisbahn" gibt der Eisoerein seine Ansprüche auf die Eisfläche des Teiches auf, der damit zur Freibahn wird, deren Benutzung allerdings den üblichen polizeilichen Bestimmungen unterliegt. Die Gießener Eisläufer werden diese Verlegung der Eisbahn sicher begrüßen, denn man hat damit die günstigsten Vorbedingungen wahrgenommen, die möglich sind. Schuldner und kassierte den Betrag ein, obwohl er nach der Abtretung gar nicht mehr hierüber verfügen durfte. Die Folge war, daß die Bank zunächst nicht zu ihrem Gelde kam und erst nach langem Hin und Her zu einem viel späteren Zeitpunkt von dem Angeklagten befriedigt wurde. Der Angeklagte gab den Tatbestand an sich zu, wandte jedoch ein, er fei gelegentlich bei dem Schuldner vorbeigekommen, und dieser habe ihm ohne Aufforderung das Geld mitgegeben. Wenn er auch an sich nach der Abtretung zur Eingehung des Geldes nicht mehr befugt gewesen sei, so habe er in früheren gleichgelagerten Fällen ebenso gehandelt, ohne daß die Bank dieses Verfahren beanstandet hätte. Er habe im guten Glauben gehandelt. Das Gericht glaubte dem Angeklagten diese Einlassung nicht und kam daher zur Verwerfung । ber Berufung. zum Spielabpfiff hält. Die Lollarer sind es ihren Anhängern schuldig, sich mehr von ihrer technischen und taktischen Seite zu zeigen, wenn sie nicht für die weitere Zukunft das Tabellenende zieren wollen. In Burg stoßen die Einheimischen auf einen flinken Gegner. Die Burger mußten sich in den fünf bisherigen Spielen nur einmal dem Gegner (Bissenberg) beugen. Burg wird also ebenfalls eifrig um den Sieg kämpfen, zumal auf eigenem Platz! Lollar II — Rodheim I. Die zweite Mannschaft empfängt auf eigenem Platz die erste Mannschaft von Rodheim. Auch die Lollarer zweite Garnitur verlor ihre bisherigen Spiele immer ganz knapp und.ist bis jetzt noch ohne Punkte. Wenn die Einheimischen sich wieder zu einem Spiel zusammenfinden können, wie sie es am letzten Sonntag gegen Alten-Buseck gezeigt haben, so dürften ihnen Die ersten Punkte sicher sein. Sportverein 1920 Heuchelheim. Heuchelheim I — VfB.R. Gießen I. In diesem wohl wichtigsten Spiel der diesjährigen Verbandsserie dürfte am morgigen Sonntag die Vorentscheidung um die Meisterschaft der 1. Kreis- klasse fallen. Denn zweifelsohne stehen sich die beiden besten Mannschaften dieser Gruppe gegenüber. Auf der einen Seite die unter unglücklichen Umständen aus der Bezirksklasse abgestiegenen Gäste, auf der anderen Seite der langjährige Meister der 1. Kreisklasse. Sollten die Gäste vom Waldsportplatz ihren so viel versprechenden Siegeszug auch in Heuchelheim fortsetzen können? Zwar haben die Leute vom Waldsportplatz fast sämtliche Spiele auf eigenem Gelände ausgetragen, doch die dabei erzielten Resultate ließen in ihrer Höhe doch aufhorchen. Man könnte deswegen geneigt fein, ihnen von vornherein die größeren Chancen einzuräumen, doch werden die Heuchelheimer nicht so ohne weiteres die Flinte ins Korn werfen. Wohl besitzen die Gäste die größere Spielerfahrung und ein körperliches lieber gewicht, dach sollten die Platzherren ihrer vorsonntäglichen Form nach einen durchaus gleichwertigen Gegner abgeben. Der VfB.-R. wird wohl mit seiner derzeit stärksten Besetzung aufwarten, über deren Können man sich im heimischen Lager keiner Täuschung hingeben wird. r Der Platzbesitzer bestreitet den Kampf mit folgender Elf: Müller, Dolkmann, Römer, Kreiling, Mandler, Bach, Hofmann, Arnold, Christ, Schmidt, Steinel. Sollten die Heuchelheimer an ihre vorsonntägliche Leistung in Klein-Linden anknüpfen, so werden sie den Gästen den Sieg schwer werden lassen. „ Die 2. Mannschaft, die in ihrer Gruppe ebenfalls eine führende Rolle spielt, sollte gegen die gleiche der SA.-Kampfgemeinschaft — wenn auch erst nach Kampf — gewinnen können. Die katastrophale Niederlage der 1. Jugend am vergangenen Sonntag war zu erschütternd, als daß man den Jungens in Rod heim Aussichten einräumen könnte. VfB.-Reichsbahn Gießen. Spv. 1920 Heuchelheim I — VfB.-Reichsbahn I. Die 1. Mannschaft des VfB.-Reichsbahn muß in 1 Heuchelheim zum Kampf um die Punkte antreten. VfB.-Reichsbahn II — 1900 II. Auf dem Waldsportplatz treffen sich die Lvkal- ; gegner im Kampf um die Punkte. Die Grünweißen, Gpiewereinigung 1900 Gießen. 1900 — Steindorf. Die Blauweißen treffen am Sonntag auf den Neuling, den Tum- und Spieloerein Steindorf, der iamit zum erstenmal in Gießen an die Öffentlichkeit tritt. Die Steindorfer waren in den Aufstieg- Zielen in diesem Jahre die große Ueberraschung. lieber die Spielstärke der Gäste ist man noch nicht rrcht orientiert. Dem katastrophalen Beginn, die U:3-Niederlage gegen den Sportverein Wetzlar, seht das alles überraschende Unentschieden in Bis- f nberg gegenüber. Damit dürfte der Charakter der Mannschaft genügend gekennzeichnet sein Ob ihnen lie Blauweißen hierzu am Sonntag Gelegenheit (geben werden, ist wohl nicht anzunehmen Der Sieg in Frohnhausen dürfte die Mannschaft genügend ge- f^ftigt haben und nach den anfänglichen enttauschen- Isn Spielen auf eigenem Platze werden sich die in der Aufstellung Rahn, Pankok, Lippert, Erhard, Sack, Lehrmund, Löbsack, O. Bergmann, Lobsack S Krämer, Heuser antretenden Platzbesitzer diesmal richt die Gelegenheit entgehen lassen, auf heimischem Gelände den ersten Sieg zu holen 1900 III — Grüningen. Vor dem Ligaspiel haben die Junioren den Svv. Grüningen zum Gegner. Bei entsprechendem Umsatz sollten die Blauweißen zu einem knappen feieg hmmen. Steinberg 1. Jgd. — 1900 1. 3gb. Die 1. Jugend, die nach Steinberg reifen muß, hat wenig Aussicht auf Sieg. ,F(5. Teutonia" Wahenborn-Gteinberg „Teutonia" I — BSE. Sinn I. Morgen empfangen die Teutonen die 1. Mannhaft des BSC. Sinn zum fälligen Verbandsspiel. Die Gäste ließen sich in Watzenborn-Steinberg noch ki e bezwingen. Ein Unentschieden war bis jetzt für de Teutonen das beste Resultat, das erzielt wer- Evangelifche Gemeinden. Sonntag, den 24. Oktober. Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Schmidt; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; 14: Taub- ftummengottesdienst; Pfr. Bechtolsheimer; 18: Pfr. Becker. — Zohanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; 18: Musikalische Abendfeier; Pfr. Ausfeld. — Zohannesfaal. 20: Bibelbesprechung. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Gottesdienst; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde. — Petruskapelle, Wetzlarer Weg 59. 9.30: Pfr. Trapp; 11: Kinderkirche für die Petrus- gemeinde. — Wieseck. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst, anschließend hl. Abendmahl. — Albach. 13: Gottesdienst. — Steinbach. 9.30: Beichte, anschließend Gottesdienst und Abendmahl (I). — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Beichte und hl. Abendmahl für die Vierzig- bis Fünfzigjährigen; 13: Kindergottesdienst (1. Abt.); 13.45: Kindergottesdienst (2. Abt.). — Lollar. 9: Kindergottesdienst. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: hl. Abendmahl für die Verheirateten von Daubringen und Ruttershausen; 13.30: Kindergottesdienst; 15: Gottesdienst für die Frauenhilfe. — Wainzlar. 9: Kindergottesdienst; 10: Gottesdienst; 11: Abendmahl für die Alten. — klein- Linden. 9: Gottesdienst und Feier des hl. Abendmahls für die männliche Jugend; 10.45: Kindergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 10.30: Kindergottesdienst; 13: Hauptgottesdienst; 19: Abendmahl für die älteren Eheleute. — Garbenteich. 12.30: Gottesdienst, anschließend hl. Abendmahl. — hausen. 10: Gottesdienst, anschließend hl. Abendmahl. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die männliche Jugend; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Stiftspfarrer Naumann. — Nieder-Vefsingen. 9.30: Stiftspfarrer Naumann; Beichte; hl. Abendmahl; Kollekte. — Birklar. 9: Gottesdienst. — Wufchen- heim. 11: Gottesdienst. — Hungen. 10: Gottesdienst, anschließend Vorbereitung und Feier des hl. Abendmahls; nachmittags Hausabendmahle; 19.30: Gottesdienst, anschließend Vorbereitung und Feier des hl. Abendmahls. — Wirberg. 9.30: Gottesdienst mit Feier des hl. Abendmahls für die Verheirateten. — Veilsberg. 13: Gottesdienst mit Feier des hl. Abendmahls für die Alten. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; 19.30: Feierstunde der Inneren Mission. — "nd Ä i bQ6 * itm « l°n ic °"z- L, e stach ■ ' ®eri* n Urteil itfcen, der Q]]; Utte Dor faf U Mer sich feiiK im M ich draB : Doktor'' ienben % ihren es zu ihr- cht. M 1 mal ou zarbeit r' ale wat' le mit ; unteN öde Gest en, MS! mger * AM 'N. Ab--/ Mnn es * gte F« K feitstermin des zweiten Wechsels herannahte und diesem das gleiche Schicksal drohte, weil der Angeklagte wiederum die erforderliche Summe nicht zur Verfügung hatte, setzte er sich mit dem Bankhaus ins Benehmen und trat diesem zwei ihm zustehende Forderungen in etwa der gleichen Höhe, die um dieselbe Zeit fällig wurden, ab. Die eine Forderung wurde pünktlich beglichen und der Betrag dem Angeklagten autgebracht. Bevor die zweite Forderung fällig wurde, wandte sich der Angeklagte an den Platzelf leider den gesamten Jnnensturm ersetzen. Es fragt sich nun, inwieweit der gestellte Ersatz den Ansprüchen gerecht wird. Die 1. Mannschaft weilt zum fälligen Verbandsspiel in Garbenteich. Die Gäste müssen sich sehr anstrengen, wenn sie nicht eine allzu hohe Niederlage einstecken wollen. Fußball im Tv. Launöbach. Die 1. Mannschaft der Fußballabteilung vom Turnverein Launsdach hat morgen die gleiche Mannschaft vorn Türnverein Wißmar zum fälligen Verbandsspiel. Wenngleich Wißmar in den früheren Spielen siegreich bleiben konnte, so wird man für den kommenden Sonntag das Ergebnis kaum voraussagen können. Zetzt schon Skisport am Zugspihplatt. Eine zusammenhängende Schneedecke von fast zwei Meter Höhe auf dem Zugspitzplatt und herunter bis zur Knorrhütte bietet schon heute die Möglichkeit zu einwandfreien Abfahrten. Die Skiläufer ließen sich diese günstige Gelegenheit nicht entgehen und haben schon eifrig mit ihrem Training begonnen. größten Leistung verpflichten zur Gießener Geschäfte von Ruf und Klang werben um Ihr Vertrauen AUSSTELLUNG BAHNHOFSTRASSE 2-4 MARKTSTRASSE NUMMER 29 Seit 1830 Das Spezialgeschäft CARL BRÜCK Juwelier Kreuzplaiz 8 Uhrmacher i ?! Das Fachgeschäft für Damen-u. Mädchen- Kleidung HERREN-BEKLEIDUNGSHAUS IO Gießen ADOLF MOHLk.-g. Marktplatz Vertrags - Schneiderei des Standortes Gießen Das Spezialgeschäft für gute Herren- und Knaben-Kleidung *?**JL. HABEN SIE SCHON EINEN KNIRPS? Für Damen und Herren unentbehrlich! 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Junge Kame- rlaen, oft noch ungewohnt in der neuen Kleidung, no;j unbeholfen im Benehmen, halb Soldat, halb Ziiilist; überall begegnet man ihnen im Kasernen- Ee$id). „Ja, Arbeit Ham wem mer." Dauernde Staebrung, fast zaghaft wird jeder Fetzen überflüs- Igrti zivilen Gedanksnballastes abgeworfen Dann *rf?5 Bewegen im grauen Uniformkleid beim erwürbe ein voller Erfolg für Rekruten und ihre Ausbilder. Sie fuhren das Bewußtsein eines großen Vorwärtsschritts in der Ausbildung vom Gleiberg mit ihren Geschützen nach der Kaserne Und wieder Exerzierdienst, Ausbildung zu Fuß, an Geschütz und Nachrichtengerät. Nebelschwaden verdichteten sich zu Schneewolken. Bleiern verhangne Sonne kämpfte gegen Kälte und Matschschnee. Eintönig der Himmel, vielfältig die Ausbildung; das ist die Erinnerung an die ersten Februarwochen 1937. die Aecker auf. Feldwege prüften die hohen Vorgesetzten. Die Wmterausbil- dung ist vorüber, das Ziel ist erreicht. Aus R e - kr uten sind M a n n s ch a f t en im ersten Dienstjahr geworden. Weiter lief die Ausbildung. War sie bisher der Ausbildung des einzelnen Mannes und der Geschützeinheit gewidmet, so begann sie jetzt im Rahmen der Gesamtausbildung, im Rahmen der Ausbildung der Batterie Besonders eifrig wurde die Schulung der jungen Fahrer im Sechsergespann betrieben. ♦ die „Feuerbereit" meldete. Ein Wettkampf im Gelände an Geschütz, optischem und Nachrichtengerät. Unter Mittag schob die Sonne den Nebel weg. Dem Stand der Ausbildung entsprechend wurde Gutes geleistet. Die Uebung war der erste Einblick unserer jungen Kameraden in die Kampfhandlung verbundener Waffen. Einige Wochen später. Trüber Februarhimmel, aufgeweichter Untergrund auf dem Trieb, das Vorüben zur Parade am Heldengedenktag hatte begonnen. Am 21. Februar fand vor dem Standort- ältesten, Herrn Generalleutnant O ß w a l d , die Der Vorfrühling taute - ... . . „ . „ wurden weich. Teile der 9. Division lieferten sich in der großen Frühjahrsübung den Kampf um Staufenberg und Daubringen. Klammer Nebel lag auf den Batterien, während sie ihren Weg zu den Feuerstellungen an der Wellersburg suchten. Durch dünnen, wässrigen Schnee sanken die Räder in den Ackerboden, lieber modrige Wiesen und durch kalte nasse Wälder hasteten die Fernsprecher und Funker mit ihren Geräten. Die erste Hebung im Verbände. Jede Batterie wollte die erste sein, Gleiberg. Eisiger Nordwind pfiff um das Gleiberg-Massiv. 10 Uhr. Fahles Sonnenlicht stand auf den Geschützen in der Feuerstellung. Klamme Finger arbeiteten an eisigem Metall der Geschütze, schneidende Kölle fraß durch die Kleidung. Soldatenhandwerk fordert Härte gegen sich selbst. Gut lösten die Rekruten ihre Aufgabe. Wie auf dem Kasernenhof klappten die Handgriffe, saubere Arbeit. Das große Erlebnis, der erste sch a r f e Sch u ß, Exerzierdienst. Die Ausbildung zur Vorberer- auf die Vereidigung beginnt. .Wie viel Neues ich lernen mußte! Wie oft habe 5) iüber mich nachgedacht, ob ich je ein guter Sol- ul werden würde. Meine Ausbilder haben es ge- hjfft, taufend kleine zivile Eierschalen habe ich boeftreift. Manchmal tat es ein bißchen weh, da- KÜ5 — heute bin ich dankbar", das war der Jn- iL von Gesprächen ausscheidender Soldaten, die itm am letzten Tag des September 1937 hören irmte. Jic Vereidigung brachte jedem, auch dem letzten leiruten in all seinen Fasern zum Bewußtsein, i| er diene, diene, um sich zu schulen zum Kämper für Volk und Vaterland, daß eine Umformung nii ihm beginne. November 1936 : Jede Minute des Tages ausgefüllt. — Arbeitsdienst im Block, Fahr- pfchuppen, Stall, Unterricht, Exerzierdienst, n, Appell, kurze Mittagspause, Exerzierdienst, ort, Arbeitsdienst, Abendessen, Waffenpflege, V- und Flickstunde. Tage kamen und gingen die jöbilber leisteten produktive Arbeit. Aus dem Bei stechend heißer Julisonne wurde die Abteilung zur Schießübung auf dem Truppenübungsplatz Zossen verladen. Trotz Mannschaftsguartieren in ötäüen und 15 Minuten entfernt liegender Pferdeunterbringung in Zelten, trotz Sonnenglut und märkischem Sand, blieb die echt soldatische Stimmung erhalten. Freizeit und Erholung am Wochenend standen unter dem Motto: „Jeder einmal in Berlin", oder „Frohe Laune und glückliche Stunden an märkischen Seen". 2. August abends. Die Achsen des Militärtransportzuges tackten über die Schienen des Gießener Verladebahnhofs. Lauer Sommerabend; strahlender Sternenhimmel; alle Vorbedingungen für einen netten Empfang im Standort. Alle freuten wir uns, wieder in die Garnison zurückzukehren. Einzelne zaghafte Bräute standen sogar schon auf der Eisenbahnbrücke über dem Verladebahnhof. * Nach Zossen wurde gesäubert, geschrubbt. Das Marschmanöoer mit dem Inf. - Rgt. 116 begann 7 Tage später. Erfahrungen für alle wurden gesammelt. Gute Quartiere und Biwak und rege Anteilnahme der Bevölkerung verschönten der Abteilung die Tage großer Anstrengung während der Nachtmarschübung. Noch einmal setzte nach der Rückkehr die Schulung ein. Der letzte Schliff für die große Herbstübung. Durchgebildet und zuversichtlich ging die Abteilung am 1.9. in das Manöver, lieber Hebungen im Abteilungs- und im Regimentsrahmen im Schwalm- gebiet bestand sie ihre Prüfung in der Divi - sionsubung zur Zufriedenheit der hohen Vorgesetzten. Nach kurzen Ruhetagen in der nächsten Umgebung von Kassel und Besuchen der Großstadt ging die Abteilung in die große Hebung des IX. Armeekorps. Schwere Anforderungen an Pferd und Mann waren zu bewältigen. Tage anstrengender Arbeit, Tage geringer Ruhe, Tage, die den Prüfstein des Ausbildungsjahres 1936/37 darstellten.'Die Abteilung ist den Anforderungen gerecht geworden. Sie hat bewiesen, daß sie aus den Rekruten des Oktobers 1936 kriegstaugliche Soldaten formte. Sie fand die volle Anerkennung dieser Leistung durch das Urteil ihres höchsten Vorgesetzten. * Ende September schieden die Mannschaften des 2. Dienstjahres aus. Alle haben ihre Einheit und ihre Abteilung liebgewonnen. Den Mannschaften des ersten Dienstjahres werden sie Vorbild während des kommenden Ausbildungsjahres bleiben. Dicht bevor steht die Zeit, wo wieder Rekruten die Kaiserallee heraufmartschieren werden zur Artil- lerie-Kaserne auf dem Trieb. Die Abteilung ist bereit, auch in diesem Jahr, wie im vergangenen, ihre Aufgabe an Volk und Vaterland gewissenhaft zu erfüllen. Aus der engeren Heimat. Rekord-Kartoffelernte. Auf guten Böden bis zu 240 Zentner pro Morgen. . (X) Langsdorf (Kreis Gießen), 22. Okt. Die hiesige Bauernschaft ist erst in diesen Tagen mit ihrer Kartoffelernte fertig geworden. Sie hat mit dieser verspäteten Ernte einen vollen Erfolg erzielt, da die Knollen sich gerade in den letzten Wochen noch entwickelt haben. Das Ergebnis der Kartoffelernte übertraf die kühnsten Erwartungen und grenzt fast an das Wunderbare. Trotz des trockenen Sommers ist ein Ergebnis zu verzeichnen, wie es seit Menschengedenken nicht da war. Einige Landwirte haben berechnet, daß auf guten Böden bis zu 240 Zentner pro Morgen geerntet wurden. Auf dem Bahnsteig tot aufgefunden. * Mücke, 23. Okt. Auf dem Bahnsteig des hiesigen Bahnhofes wurde am gestrigen Freitagabend der Reisende Karl Honstein aus Grünberg t o t aufgefunden. Der Mann war mit dem Abendzug aus Richtung Alsfeld angekommen. Er hatte den Zug in N i e d e r ° O h m e n zur Fahrt nach Grünberg bestiegen und ihn auf dem Bahnhof Mücke auf der verkehrten Seite verlassen. Nach der Abfahrt des Zuges wurde der Mann auf dem Bahnsteig tot aufgefunden. Die Todesursache ist noch nicht bekannt, die Ermittlungen sind im Gange. Unfälle auf dem Lande. Das 5jährige Söhnchen Wilhelm des Landwirts P u l von Kinzenbach wurde von einem Wagen überfahren und erlitt schwere innere Verletzungen. Das bedauernswerte Kind befindet sich in Lebensgefahr.— Der 41 Jahre alte Werkmeister Karl Schmidt von Launsbach erlitt bei einem Sturz vom Rade eine schwere Kopfverletzung. — Einen Fahrradunfall erlitt außerdem der 64jährige Arbeiter Ludwig Weiß von Großen-Linden. Er zog sich einen Oberarmbruch zu und mußte in ärztliche Behandlung gebracht werden. — Einen schweren Unfall erlitt ferner die 68jährige Ehefrau Agnes des Landwirt Mikisch von Großen- B u s e cf. Sie stürzte vom 5)euboben ab und siel so unglücklich auf die Tenne, daß sie erhebliche innere Verletzungen erlitt. Sämtliche Verunglückte mußten in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Landkreis Gießen. * Wieseck, 22. Okt. Die vor einigen Wochen auf der Landstraße in der Nähe der Wellersburg von einem Auto angefahrene Witwe Luise Brück von hier ist in der Chirurgischen Klinik in Gießen ihren schweren Verletzungen erlegen. * Alten-Buseck, 22. Okt. Der Landwirt Ludwig Seuling von hier, der vor etlichen Tagen in seiner Scheune abstürzte und mit schweren Verletzungen nach Gießen in die Klinik verbracht werden mußte, ist dort an feinen Verletzungen ge- ft o r b e n. # Daubringen, 21. Okt. Dieser Tage wurde hier die Entrümpelung der Dachböden durchgeführt. Nunmehr soll" das Altmaterial abgeholt werden. Demnächst findet eine Besichtigung der entrümpelten Dachböden statt. + Saasen, 22. Okt. Bei einer Treibjagd im Bezirk des hiesigen Jagdpächters kamen 11 Hasen und 1 Fasan zur Strecke. — Die Hackfruchternte ist beendet, sie lieferte gute Erträge. 00 Langsdorf, 21. Oft. Heute wurde der Förster i. R. Adam Pauli V. zu Grabe gebracht, der- den hiesigen Gemeindewald fast 38 Jahre lang verwaltet hat. Er entstammte einer Alt-Langsdor- fcr Familie und führte sein Amt in großer Gewissenhaftigkeit und einer Rechtlichkeit, die ab und zu zu tun wußte. Im Dezember hätte er feine goldene Hochzeit begehen können. Kreis Schotten. # Groß-Eichen, 21. Okt. Die Gaufilmstelle zeigte in unserem Orte in der letzten Zeit wiederholt gute und unterhaltsame ^Filme, z. B. „Im weißen Röß'l" und „Der Vogelhändler", sowie gute Beiprogramme. Kreis Wehlar. <> Hochelheim, 22. Okt. Unsere Gemeinde hat die Anschaffung einer kleinen Motorspritze (400 Liter) beschlossen. Die Beschaffung soll im nächsten Jahre erfolgen. Die Nassauische Brandversicherungsanstalt in Wiesbaden hat sich bereiterklärt, der Gemeinde zu den Anschaffungskosten eine Beihilfe zu gewähren. + Wißmar, 22. Okt. Auf der großen Jung- geflügelschau in Breslau wurden verschiedene Jungtiere (Rhodeländer) des Züchters Ludwig Zecher mit Ehren- und 1. Preisen ausgezeichnet. — Bor einigen Tagen schoß der Jagdpächter der hiesigen Gemeindejagd von der Linde aus Neu- Isenburg einen Hirsch (Zehnender), der, ausgenommen und ohne Kopf, das stattliche Gewicht von 106 Kilogramm aufzuweisen hatte. — Der Vereins- stihrer des hiesigen Turnvereins „Gut- Heil", Georg Hermann, hat die Prüfungen für das Reichssportabzeichen in Gold erfüllt und das Abzeichen erhalten. Wirtschaft. Mein-Mainische Börse. Mittagsbörse weiter fest. Frankfurt a. M., 22. Okt. Die Kurserholungen am Aktienmarkt machten weitere kräftige Fortschritte. Bei ziemlich lebhaften Umsätzen, insbesondere nach Feststellung der ersten Kurse, stellten sich weitere Besserungen von etwa 0,50 bis 1,50 v. H. im Durchschnitt ein. Die Käufe aus dem Publikum sind lebhafter geworden, nachdem sich allgemein eine weitere Beruhigung sowohl außenpolitisch als auch an den Weltbörsen eingestellt hat. Viel beachtet wurden die Auslassungen in der „Deutschen Volkswirtschaft", die sich gegen das ungerechtfertigte Maß, in dem sich die deutschen Börsen im Schlepptau der Auslandsbörsen befanden, wenden. Im Vordergrund standen aus den bekannten Erörterungen Anleihestockwerte, voran Reichsbank mit 207 (203,25). Am Montanmarkt lagen die Hauptwerke, wie Mannesmann und Verein. Stahl, verhältnismäßig still und nur um Prozentbruch- teile höher, dagegen gewannen Klöckner 1,25 o. H. auf 127,25, Rheinstahl insgesamt 2,75 v. H. auf 147,75 bis 148,50. Maschinen- und Mvtvrenwerte stiegen bis 0,75 v. H., Demag um 1,50 o. H. auf 147,50. Don Zellstvffwerten gewannen Feldmühle 1,50 o. H. auf 140,50, Waldhvf 0,75 o. H. auf 150,50 und Aschaffenburger etwa 2 v. H. auf 143. Fest lagen außerdem Deutsche Erdöl mit 145,75 (144,25), Bemberg mit 144 bis 145,25 (143), Holzmann mit 151,90 (150) und Gesfürel mit 148,75 bis 149 (147,65). IG. Farben zogen auf 160,75 (160,25) an. Der Rentenmarkt war weiter fest, doch fehlte es bei dem gegenwärtigen Kursstand an verfügbarem Material, so daß die Umsätze begrenzt blieben. Gesucht blieben besonders unnotierte Industrie-Obligationen bei etwa 0,13 bis 0,25 v. H. erhöhten Kursen, auch 4 v. H. Rentenbankscheine zu ^,50 gefragt, ferner Wiederaufbauzuschläge mit 81,13 (80,75) und späte Schuldbuchforderungen zu 99,50 (99,40). Etwas angeboten waren Kommunal- Umschuldung, die sich auf 94,80 (94,85) ermäßigten Reichsaltbesitz zogen 0,13 v. H. an auf 128,75 Weiter abbröckelnd Dekosama Altbesitz auf 134,13 (134,50), ebenso Neubesitz auf 46,75 (47). Sta'dt- anleihen kamen z. T. 0,13 bis 0,25 v. H. höher zur Notiz, während am Pfandbriefmarkt bei anhaltender Nachfrage kaum Abweichungen eintraten. Notierte Industrie-Obligationen gewannen vielfach bis 0,25 v. H., Farben-Bonds 0,75 o. H. auf 130,50. In der zweiten Börsenstunde flaute das Geschäft merklich ab und teilweise ergaben sich auf Gewinnmitnahmen kkdine Rückgänge. Die Tendenz blieb aber fest. Weiter erhöht waren u. a. Deutsche Erdöl mit 146,25 nach 145,75, Buderus mit 123 nach 122,50, Zement Heidelberg mit 168,90 nach 168,25. Aschaffenburger Zellstoff notierten erstmals mit 144,25 (141), dann 143,75. Von sonst erst später notierten Werten stiegen Akkumulatoren auf 226,25 (223), Conti Gummi auf 188 (184,50), Lahmeyer auf 127,50 (125,50), etwas niedriger waren u. a. BMW. mit 151 (152), Scheideanstalt mit 259,50 (260) und RWE. mit 130,25 (130,75). Von Bankaktien Deutsche 123,75 (123,50). Kahlgrund Eisenbahn weiter fest mit 35 rat. (33,25). 3m Freiverkehr wurden genannt: Elsass. Bad. Wolle 82 bis 83 (81 bis 82), Katz & Klumpp 108 bis 109 (107,50), Rastatter Waggon 56,50 bis 57,50 (55,50), Wayß & Freytag unverändert 147 bis 149, Dingler etwas niedriger mit 86 bis 87 (86,50 bis 87,50). Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Hunhfunfprogramm Sonntag, 24. Oktober. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Deutsche Scholle. 8.45: Morgenmusik. 9: Alles, was wir haben, muß stehen im Dienst. 9.30: Christliche Morgenfeier. 10.15: Hört ihr des Herzens Hammerschlag? 10.30: Chorgesang. 11.15: Rings um meine Jagdhütte. Eine Funkfolge. 12: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinder: Kasperl treibt Gymnastik. 14.30: Lustiger Zoo. 15.15: Deutsche Scholle. 16: Nachmittagskonzert. 18: Heut geht es drum, daß ihr euch freut! Heitere Szenen. 19: Nachrichten. 19.10: Bitte einschalten! — Sie hören: die drei Rulands, die parodistische Gesangsnummer. 19.40: Sportspiegel des Sonntags. 20: 1. Sonntagskonzert der Frankfurter Museumsgesellschaft. In der Pause: Mozart auf der Reise nach Prag. 22: Nachrichten. 22.15: Sportspiegel des Sonntags. 22.30: Wir bitten zum Tanz. 24 bis 1^ Nachtmusik. Montag, 25. Oktober. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Deutsche Scholle. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Immergrün! Ein Strauß „haltbarer" Lieblingsschlager. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Für unsere Kinder. 16: Unterhaltungskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.15: Stuttgart spielt auf. 21.15: Klänge der Heimat. Streifzüge durch den Odenwald. Geschichten ans aller Welt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Elefanten sind gegen den Lärm. (an) Delhi. Seit einiger Zeit beobachtet man unter den indischen Elefanten, die viel in die indischen Städte mit Großstabtbetrieb kommen, eine seltsame Erscheinung: die Tiere werden nervös und leiden zeitweise an seltsamen Gehirnkrankheiten, die man in Paris an Hunden und Katzen in lärm- reichen Vierteln beobachtete. So fuhr ein Laft- waaensahrer auf einer Autostraße, als ihm ein Elesant mit einer kleinen Last entgegenkam. Um das Tier zu warnen, gab er ein einfaches Hupenzeichen. Dieser Elefant aber yörte kaum das Zeichen, als er auch schon zum Angriff gegen den Wagen vorging. Der Chauffeur witterte Unheil und sprang aus dem Auto. Der Elefant aber kippte den Wagen mit feiner ganzen ungeheuren Kilaft um, zerbrach die Lampen und setzte erst dann — triumphierend den Rüssel schwingend und laut trompetend seinen Weg fort. Der Affe als Streckenwärter. (kh) Kapstadt. Ueberraschung eine goldene Uhr fanden. Die An- aefteüten des Schlachthauses nahmen den kostbaren Gegenstand an sich und glaubten, ihn mit Recht behalten zu dürfen. Die Sache sprach sich aber herum, und bald erschien der Schlächtermeister, der die Kuh hatte schlachten lassen und behauptete, die Uhr könne keineswegs nur als ein Gegenstand, der von den Beamten gefunden wäre, angesehen werden. Freilich wisse auch er nicht, wie es zugegangen sei, daß die Uhr ihren Weg in den Magen der Kuh gefunden habe, aber da das Tier jedenfalls sein Eigentum gewesen wäre, so gehöre auch die in ihr gefundene Uhr natürlich ihm. Der Schlächter hatte aber die Rechnung ohne den Viehhändler gemacht, der ihm die Kuh verkauft hatte. Auch dieser kam auf das Gerücht von »dem Fund im Kuhmagen und machte sein Besitzrecht geltend, da der Wert der goldenen Uhr keineswegs im Kaufpreis für das Vieh einbegriffen ge. wesen märe. Auch der Viehhändler wußte allerdings nicht, wo die Uhr herkam. Die Sache ging aber noch weiter, schließlich erschien auch der Bauer, auf dessen Wiese die Kuh geweidet hatte, denn, wie er ausführte, nur hier hatte die Kuh wirklich An einem Bahnübergang bei Port Elisabeth in Südafrika befindet sich eine schöne große Steintafel, auf der in wohlgewählten Worten eines Affens gedacht wird, der vor vielen Jahren als Streckenwärter tätig war. Der Schrankenwärter John Gipson hatte bei einem Unfall beide Beine verloren. Er konnte zwar später noch auf Krücken sein Amt versehen und die Barriere auf- und niederlassen. Doch als er eines Tages von einem erkrankten Zirkusartisten einen großen Pavian erwerben konnte, dressierte, er das Tier im Laufe weniger Wochen so, daß der Affe dein Herannahen eines Zuges und beim (Ertönen gewisser Zeichen automatisch die Schranke schloß. Sogar die Signale konnte der Affe Jack zum Schluß richtig ziehen, je nachdem, ob sein Herr dreimal oder viermal pfiff. Selbst im Garten arbeitete Jack mit. Er bediente hier die Pumpe und war bei dieser Arbeit so fleißig, daß er das Pumpen erst aufgab, wenn er vor Erschöpfung nicht mehr konnte. Neun Jahre lang erfüllte Jack seine Pflichten vorbildlich. In den Zeitungen von Port Elisabeth und den Archiven der Südafrikanischen Eisenbahn wird seiner ausführlich gedacht. Mögen Sie Chrysanthemen-Salat? (—) London. Vor kurzer Zeit fand in London eine große Chrysanthemen - Schau statt. Bei dieser Gelegenheit wurde auch in einem bekannten Londoner Hotel zum ersten Male ein Chryscmthemen- falat serviert. Ein Liebhaber dieser Blumen hatte eine große Anzahl Blumenblätter der Chrysanthemen gesammelt und ließ sie nun als Salat anrichten. Er hatte das Rezept der Zubereitung übrigens von einem Inder erhalten. Am wichtigsten war dabei, daß jene Blätter, die später zu Salat verarbeitet wurden, vorher nicht mit Wasser in Berührung kommen durften. Im übrigen aß man sie mit Essig und Del. Guten Appetit! Zweierlei Gemüse. (tr) Istanbul. Als der Sultan Osman vor etwa 300 Jahren in der Türkei regierte, stellte er bei einem Spazier- gang durch feinen Garten fest, daß einer feiner Gärtner fabelhaften Kohl angebaut hatte, während ein anderer Gärtner feine Abteilung vollkommen vernachlässigte. Am gleichen Abend noch wurde der nachlässige Gärtner in einen Sack gepackt und im Bosporus ertränkt. Der andere Gärtner aber wurde in den Palast befohlen. Hier teilte ihm der Hofmeister des Sultans mit, daß er Äum Dizekönig von Zypern ernannt worden sei. tim nächsten Tag konnte er einen eigenen Palast beziehen, wo bereits ein Harem auf ihn wartete, den der Sultan für ihn selbst zusammenstellte. Als Vizekönig von Zypern bezog er bis an sein Lebensende ein hohes Gehalt. Den Kohl ließ er in Zukunft von anderen bauen. Der Briefkasten und die Mäuse. (ku) Paris. Die Frage, wann der Briefkasten zuerst erfunden oder benutzt wurde, war lange Zeit hindurch auch bei den Fachleuten des Postwesens stark umstritten. Inzwischen aber hat man in Paris in einer Bibliothek ein interessantes Zeugnis dafür entdeckt, daß mindestens schon im Jahre 1653 Briefkästen bestanden und benutzt wurden. In jenem Aktenstück, das von den Briefkästen berichtet, heißt es: „Da man nicht immer Diener zur Hand hat, um die Briefe zuzustellen, steckt man sie in Kästen, die sich an den verschiedenen Straßenecken befinden.- Indes hat sich gezeigt, daß die Mäuse in diesen Briefkästen gern ihre Wohnung aufschlagen. Ein gewisser Musikmeister Coutel, der ein Konzert auf dem Clavecin geben wollte, hatte feine (Einlabungsbriefe alle in einen solchen Briefkasten geworfen. Aber sein Konzert fand vor leeren Sitzen statt, da die Mäuse alle Einladungen aufgefressen hatten." Lehmann mit dem Führerschein. (kh) Paris. Paris kann sich rühmen, den kleinsten Autofahrer der Welt mit einem Führerschein ausgerüstet zu haben. Dieser kleinste Automobilist heißt Ernst Lehmann und ist genau 1,05 Meter groß und wiegt etwa 60 Pfund. Wenn man bann und wann auf den Champs Elysöes ein ganz kleines Auto daherfahren sieht, bann erwarten die Passanten, daß sich der nächste Verkehrspolizist auf jenen Knaben stürzt, der da mit einem Zwergauto mitten im Pariser Verkehr herumjagt. Aber die Polizeibeamten von Paris kennen den kleinen Ernst in feinem „Baby-Wagen" und sorgen dafür, daß er schnell vorwärts kommt. Allerdings wurde sein Führerschein mit einer besonderen Anmerkung versehen. Danach darf Ernst nicht jeden Wagen fahren, sondern nur solche Autos, bei denen sowohl die Pedalen als auch alle anderen Einrichtungen für seine Größe hergerichtet worden sind. Heute ist Ernst Lehmann, der von normalen Eltern stammt, ein sehr erfolgreicher Geschäftsreisender, der mit eiserner Hartnäckigkeit seinen Führerschein bei der Pariser Polizei durchsetzte, als er sich entschlossen hatte, nicht mehr auf der Varietö-Bühne zu arbeiten, sondern in den Handel" zu gehen. Die goldene Uhr im Kuhmagen. C. K. Budapest. 3n der ungarischen Stadt Kiskunhalas ist eine merkwürdige juristische Streitfrage Gegenstand vieler Erörterungen. Im Schlachthaus der Stadt wurde vor einiger Zeit eine Kuh geschlachtet, in deren Magen die Schlächter zu ihrer größten Gern unö frtiöilllg gib Dein Opfer, beim Oer Gammler fleht freiwillig Im vlenste Oer Volks« eemelnfihaft, den Gegenstand, den sie verschlungen hatte, finden können. Da aber der Fund auf seiner Wiese gemacht sei, so habe er allein ein Anrecht auf ein Drittel des Wertes oder auf die Uhr selbst, falls innerhalb der gesetzlichen Frist der rechtmäßige Besitzer sich nicht gemeldet hätte. Da eine (Einigung zwischen den streitenden Parteien auf friedlichem Wege nicht gefunden werden konnte, so müssen nun die Gerichte sprechen. Der Bergetziichkeitsrekord von Lyon. (ak) Lyon. In Lyon scheint die Menschheit am Gedächtnisschwund zu leiden. Kein Fundamt der Erde hat so seltsame Objekte zu buchen wie dos Fundamt von Lyon. So wurden vor einigen Tagen ein kleiner Grabstein und ein Damenschuh abgeliefert. Den Grabstein hatte jemand in der Straßenbahn und den Schuh eine Frau in einem Kino stehenlassen. Der Grabstein war einem Hund gewidmet, aus sehr gutem Material hergestellt und von einem erstklassigen Bildhauer gearbeitet. Aber der (Eigentümer hat sich nicht gemeldet. Jemand ließ einen großen Käfig mit vier Kanarienvögeln stehen, und holte ihn erst nach fünf Tagen ab. Er versicherte, er habe vollkommen vergessen, daß er einmal Kanarienvögel besaß. Eine Mutter vergaß in einem Caf6 sogar den Kinderwagen mit dem Kind darin. Erst als sie nach Hause kam, merkte sie, daß ihr etwas fehlte. Sie lief nun durch alle Geschäfte und Caf6s, in denen sie an jenem Tag gewesen war. Schließlich entdeckte sie ihren Sprößling im Kinderwagen im letzten Cafshaus, wo sich die Serviermädchen des Kleinen angenommen hatten. „Hebbelfahrt" eines Prager FndustrieUen (ha) Marienbad. Auf der Fahrt von Prag über Karlsbad zum Kuraufenthalt nach Marienbad geriet der Kraftwagen eines Prager Industriellen unterhalb des Marienbader Golfplatzes ins Schleudern und schlug um. Der Industrielle, fein Kraftwagenlenker und seine Sekretärin blieben unverletzt. Nur die auf dem Kraftwagen festgemachten Koffer fielen auf die Straße. Solche Fremdenankünfte nennt der Marienbader Volksmund „Hebbelfahrten". Als nämlich Friedrich Hebbel, der Dichter der „Nibelungen", im Juli des Jahres 1854 zum Kuraufenthalt nach Marienbad reifte, kippte auf derselben Straße, unb zwar bei Petschau, der Reisewagen Hebbels um und sein Reisegepäck lag auf der Straße. In diesem Zusammenhänge ist eine von Hebbel selbst nieder- geschriebene (Erinnerung von besonderem Interesse. Nach ihr ist Friedrich Hebbel während seiner ersten in Marienbad verbrachten Nacht aus dem Bett gefallen. Darüber konnte sich der Dichter kaum beruhigen. Er kommentiert dieses Ereignis mit dem Hinweis darauf, daß ein solches sich nicht einmal während feiner Kindesjahre zugetragen habe. Die hessischen Griinrölke tagten in Darmstadt. Darmstadt, 21. Okt. (Lpd.) Die Hessische Staatsverwaltung veranstaltete in dieser Woche einen Fort b i ldungskursus für die F o rst- amtsvorstände, bei dem der Leiter der Hessischen Staatsforftoerroaltung, Landesforstmeister Dr. h. c. Hesse, u. a. als Vertreter des Reichsstatthalters Staatsrat Reiner, Oberlandforstmeister Blume vom Reichsforstamt Berlin, Re- gierungsbireEtor Deininger- Speyer, Oberforst- rat Meye r-Stuttgart, Landforstmeisier Dreyer- Kassel, den Rektor Prof. Dr. Baader an der Spitze der Professoren des Forstinstituts der Universität Gießen und Vertreter des Reichsnährstandes begrüßen konnte. Im Mittelpunkt der Beratungen stand die Bedeutung des Waldes und des Rohstoffes Holz, die in den Vorträgen von Landesforstmeister Dr. h.c Hesse über „Die künftigen Richtlinien für hi< Bewirtschaftung der Staats- und Gemeindewaldun« gen", des Landforstmeisters Dreyer vom Marktordnungsbezirk Kassel über „Die Bedeutung und die Aufgaben der Marktvereinigung der Deutschen Forst- und Holzwirtschaft" und des Oberforstmeisters Rausch-Darmstadt über „Ausbau des seitherigen hessischen Forsteinrichtuhgsverfahrens" nach den verschiedenen Seiten der Erzeugung und des Absatzes bet Herbeiführung eines gerechten Preises beleuchtet wurde. Anschließend an den Kursus versammelten sich die Mitglieder der Gruppe Hessen des Deutschen Forstvereins in der Technischen Hochschule Darmstadt zu ihrer 26. Versammlung. Oberforstmeister Nicolaus (Gießen) hielt die Bergrü- ßungsansprache. Nach der Erledigung interner Angelegenheiten sprach Landesforstmeister Dr. h. c. Hesse über „Forstpolitische Aufgaben der Gegenwart', wobei er nach einem Ueberdlick über die reichsgesetzliche Neuordnung des deutschen Forst- und Holzwesens auf spezielle hessische Fragen einging, insbesondere auf das interessante Thema der Forstbereinigung. Dr. Klare von der IG.-Farbenindustrie hielt einen Vortrag über „Vistra", die Zellwolle aus deutschem Buchenholz, während Forstmeister Dr. K ü h n h a n z neue Ereignisse aus der Jagd- und Forstwirtschaft schilderte Neues für den Büchertisch. — Shakespeare: Macbeth. Deutsch aus dem Urtext von Walter Jo st e n 109 Seiten. Brosch 2 25 Mark, geb. 3 Mark. Paul Hartung, Verlag, Hamburg. - (268) - Wir haben bereits gelegentlich der Gießener Aufführung von „Maß für Maß" in Jostens Uebersetzung, unter Hinweis auf die im Gleichen Verlage erschienene Emfuhrungsschrlft von Dr Erich Ackermann, darzulegen versucht, woraus Josten in seiner Übersetzung Wert legt, womit er sie der alten, klassischen (von Schlegel, Deck und Baudilsin) gegenüber zu rechtfertigen unternimmt: er erstrebt größere Genauigkeit m der Wiedergabe des alten Textes, Aufhellung dunkler oder schwie- riaer Stellen, Beseitigung von Mißverständnissen; vor allem kam es Josten aus die Erfassung und möglichst getreue Nachbildung des Rhythmus im englisKen Urtext an. Er kann, wie eine genaue Vergleichung der jeweils drei Texte ergibt, sein Unternehmen mit einer Reihe von einleuchtenden Beispielen belegen — für „Macbeth" wäre etwa auf den Monolog der Lady Macbeth (I, 5) in diesem Sinne zu verweisen. Allerdings lassen sich hier und anderwärts, auch in „Maß für Maß", im „Julius Caesar" und in „Romeo und Julia", umgekehrt nicht wenige Stellen beibringen, wo die alte Ueber- setzung ohne Zweifel den Vorzug verdient, vor allem aus sprachlich-dichterischen Gründen; überdies ist zu bedenken, ob eine so vollkommene Angleichung an den Versrhythmus des alten Textes überhaupt wünschenswert sei — möglich ist sie, wie man bei Josten findet, erheblich über die Fassung von Schlegel und Tieck hinaus —, ob nicht vielmehr ein dem deutschen Vers und Sprechton angenäherter und angemessener Rhythmus als eines der Grundziele einer Shakespeare-Uebersetzung zu erstreben sei. (Abgesehen davon, daß man Jostens Fassung, soweit es sich um das rhythmische Prinzip handelt, nur an Hand es Textes, d. h. beim Lesen, nicht am gesprochenen Wort, in der Aufführung also, wird beurteilen und würdigen können.) — Soweit uns bisher eine Vergleichung möglich war, glauben wir sagen zu können, daß sich im Ganzen die alte Übersetzung der Romantiker, deren außerordentliche Bedeutung ja immer wieder, zuletzt auf der Bochumer Shakespeare-Woche, unterstrichen wurde, gerade in solchen Gegenüberstellungen mit einer oft überraschenden Kraft und eindringlichen Sprachgewalt behauptet. Hans Thynot. — Felix Riemkasten: Die junge Frau Greven. Roman. Preis in Leinen 3,80 Reichsmark. — (284) — Verlag Quelle & Meyer in Leipzig. Das Buch redet in einfacher Sprache von einfachen Dingen. Zwei junge Leutchen heiraten und lernen sich in der Ehe erst kennen. Sie leben nun ihren Tag, und wir haben die Freude am Zuschauen, wie sie die Klippen und Klippchen des Lebens zu nehmen wissen, wie sie eins am anderen ihre Rückenstütze haben und sich nicht fürchten, solange sie einig sind. Der Mann ist ein kleiner Beamter, hält aber außerhalb der Dienststunden sehr auf das, was er sei „eigentliches Leben" nennt, und dieses Leben ist auf angenehme Art lehrreich. Und dann verstehen sich die beiden einmal miß; einmal geraten sie in die große Welt hinein, im Büro regiert ein schrecklicher Herr Inspektor Lehmann, und eine reiche junge Frau ohne Kind weiß nicht, wohin sie mit der Nerven Unrast soll, und beinahe schlüge hier der Blitz drein. Das Buch meint es sehr ernst, aber durch die Art der Gestaltung gehört es zu den fröhlichen Büchern, die leider so selten sind. — Stanley Rogers, Kleinsegler des Weltmeeres. Mit 105 Zeichnungen des Verfassers. Preis geheftet 4 Mark, Leinen 5 Mark. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig. — (257) — Dies Buch beschreibt die abenteuerlichsten und seltsamsten Fahrten, die in den letzten Jahrhunderten auf den breiten Rücken der Ozeane ausgeführt worden sind. Die besondere Sympathie des englischen Verfassers gehört den Männern, die den Kampf mit dem Meeresriesen allein aufnahmen, nur auf die Geschicklichkeit und Kraft ihrer beiden Arme gestellt. Es sind Helden und Käuze in buntem Gemisch: Joshua Slocum, der Mann, der als erster allein um die Erde segelte, Hans Voß, der eine Weltfahrt im Jndianerkanu machte, der Photograph Harry Pidgeon, der eine Jawl nach einem Artikel in einer Zeitschrift baute und damit das Unglaubliche, die Weltumseglung, wahr machte, und der große Tennisspieler Alain Gerbault, der'— mit einer großen Bücherei an Bord — die Meere so langsam wie möglich durchfurchte: „Ich habe es nicht eilig. Ich bin daheim bei meinen besten Freunden — meinen Büchern." Das Buch Stanley Rogers handelt aber auch über unfreiwillige Helden, die, zwischen die kalten Arme Neptuns geraten, sich gegen die zermalmende Kraft des Gewaltigen wehrten. Die vergessenen Abenteuer der Schiffbrüchigen längst versunkener Schiffe sind Beispiele für die Tücken des Blanken Hans und den urewigen Kampf der Menschheit mit ihn. In diesen Erzählungen werden neben englischen und amerikanischen Fahrensleuten auch die Taten der Söhne unseres Volkes gewürdigt, das sich seit jeher, durch Raumnot und Abenteuerlust gedrängt, den Wind aller Meere um die Ohren wehen läßt. Von Paul Müller, der „Von Hamburg nach Amerika für Heimat und Liebste' segelte, über Rudolf Ude mit seinem nur sieben Meter messenden Spitzgatter „Spucht III" und die Kapitäne Kircheiß und Graf Luckner bis zu dem 28jährigen Schiffsoffizier Franz Romer aus Konstanz, von dem die Ueberseedeutschen sagten: „Er ist der beste deutsche Sendbote, ein Gesandter ohne Portefeuille" — künden die Blätter dieses Buches das alte, aber immer wieder schöne Lied vom braven deutschen Seemann. Das Buch besitzt noch einen wesentlichen Vorzug: die Zeichnungen von des Verfassers eigener Hand. Stanley Rogers fuhrt eine fein charakterisierende und lebendige Feder, die Idylle und Romantik, aber auch olutvolles Geschehen mit wenigen Strichen darzustellen versteht. — Knud Rasmussen: D i e Gabe des Adlers. Eskimoische Märchen aus Alaska. Ueber- setzung und Bearbeitung von Aenne Schmücker. 210 Seiten mit 8 Bildtafeln und zahlreichen Zeichnungen. Preis 5,80 RM. Societäts-Verlag Frankfurt a. Main. — (299) — Diese Eskimo-Märchen sind eine Auswahl aus den Sagen, der der 1933 verstorbene Polarforscher Knud Rasmussen während der fünften Thule-Expedition in Alaska sammelte. Die Mythen umgreifen das ganze Dasein der Eskimo. Es ist eine Welt von wilder und ursprünglicher Einbildungskraft, die Rasmussen durch seine unermüdliche Sammlerarbeit vor der Vergessenheit bewahrt hat. Die Grenzen zwischen Mensch und Tier, zwischen Geist und Natur fließen in ihr noch ineinander über. Die großartige Vision etwa der Erschaffung der Welt durch den Raben, die Geschichte, wie die Gabe des Feste- feierns durch den Adler den Menschen gebracht wurde, oder wie der Wanderfalke in die Welt auszog, um die Bosheit der Menschen auszurotten, sind von einer überraschenden Kraft des Erlebnisses. Die vorliegende deutsche Ausgabe ist mit Zeichnungen nach eskimoischen Masken, Schnitzereien und in Knochen eingeritzten Bildern ausge- ftattet, in denen die Eigenart und Feinheit dieser Welt eindringlich zum Ausdruck kommt. — Marja Dombrowska: Die Landlosen. Roman. Uebersetzt von Paul Breiten- k a m p. Broschiert 3,50 Mark, Ganzleinen 5 Mark. Propyläen-Verlag, Berlin. — (302) — Marja Dombrowska erhielt 1933 als erste Frau den polnischen Staatspreis für Literatur. „Die Landlosen" sind 1935 in zweiter Auslage erschienen und haben eigentlich erst bann das volle Verständnis gefunden, als dichterischer Niederschlag einer der brennendsten Fragen des polnischen Volkes. Es geht hier um das Schicksal landloser Arbeiter auf einem Gute in der Nähe von Kalisch. Die große Sehnsucht dieser Menschen ist der Besitz von eigenem Land, und sei es noch so wenig. In der Zeit vor dem Kriege ist, dicht vor den damaligen Reichsgrenzen, die Auswanderung nach Preußen ober über Hamburg nach Amerika die einzig greifbare Hoffnung, dies Ziel zu erreichen, denn bas in der Frembe verdiente Gelb gibt die Möglichkeit, später in ber Heimat das ersehnte Stückchen Land zu kaufen. Im Vorwort sagt Marja Dombrowska, was ihr bei der Gestaltung wichtig mar: ber Versuch, „bem Leben und bem Tob von Elenden Ausdruck zu geben, die manchmal, ein Beweis für den unerschöpflichen Wert des Lebens, trotz allem glücklich find, manchmal gezwungen werden, die Tragik des Lebens bis auf Den Grund zu leeren und auf diesem Grund Freuden entdecken, die den vom Schicksal Bevorzugten unbekannt sind, die das Band, das Menschen und Welt zu einer Einheit schließt, unter den schwersten Bedingungen finden". Wesentlich sind der Dichterin aber weder die äußeren Umstände, unter denen diese Menschen leben, noch die Zeit vor dem Krieg, in der das Geschehen abläuft, wesentlich ist ihr das Leben selbst. Seine Vielfalt will sie vor uns bei aller Armut und Einsamkeit der Menschen entfalten. Mit behutsamer Hand gestaltet sie Landschaft, Geschehnis und Traum. So hat sie in äußerster Schlichtheit der Sprache die Einmaligkeit ihres Volkes innig und mütterlich liebend gedeutet. — U-Boote am Feind. Von Werner von Langsdorfs. 45 deutsche U-Boot-Fahrer erzählen. 367 Seiten. Mit 85 dokumentarischen Photos. Seinen 4,40 Mark. C. Bertelsmann, Verlag, Gütersloh. — (291) — 45 deutsche U-Boot-Fahrer erzählen in diesem Ehrenbuche ihrer Waffe von schnei« bigen Taten und kühnen Abenteuern. Was sie berichten, ist in seiner Schlichtheit von zwingender Wucht. Da erzählt Admiral Arnauld de la Pe° riere, damals Kapitänleutnant, der mit fast einer * halben Million versenkter Feindtonnage den Rekord hält; da berichtet Otto Hersing, von dem Hindenburg sagt, er habe als einziger Seeoffizier dem Weltkrieg eine entscheidende Wendung gegeben, von den Taten seines Bootes in den Dardanellen. Da ist des gefallenen Saltzwedel Schilderung seines siegreichen Gefechtes mit der U-Boot-Falle des gefürchteten Campbell. Wir lesen im Tagebuche Weddigens und mit Erschütterung von den Todesfahr- ten der Flandernflottille. Und wie sie alle nebeneinander ihre Pflicht taten, so erzählen sie auch hier nebeneinander: Kommandanten mit bem Pour le mSrite unb schlichte Matrosen, Wachoffiziere und einfache Maschinisten. Packend, spannend und erschütternd ist das Buch dem Leser ein starkes Erlebnis. — Will Vesper: Geschichten von Liebe, Traum und Tod. Gesamtausgabe meiner Novellen. 389 Seiten. In Lehnen gebunden 5,50 Mark. Verlag Albert Langen-Georg Müller, München, 1937. — (307) — In diesem Buche, in dem Will Vesper seine sämtlichen Novellen gesammelt hat, wird eine Welt der Träume und der Wirklichkeiten heraufbeschworen, die von den Tagen längst versunkener Jahrhunderte herüberreicht bis in die jüngste Zeit. Die alte Weise von Freundschaft, Liebe und Tod klingt auf, wie sie zu allen Zeiten gesungen wurde, und schlägt uns aufs neue in ihren Bann. Ernst und Strenge waltet über den kühnen Mannestaten, die vom wahren Heldentum erzählen, Witz und Humor begleitet die zärtlichen unb ergötzlichen Abenteuer ber Liebenden, und in die Fülle köstlicher Schelmenstreiche tönt die Stimme überschäumender Heiterkeit. Es gibt wenige Bücher, in denen sich Leichtes und Schweres so gut die Waage halten wie hier. Jede dieser Geschichten, mag sie nun erheitern und fröhlich stimmen oder zu stiller Besinnung und Sammlung rufen, hat ihren eigenen Reiz, jede erweist sich als das Zeugnis eines weit- und menschenerfahrenen dichterischen Geistes. — Ein schönes Heim durch Polsterwerkstätte A. Wehrheim, «bet^.n ‘ 6929 A Vogtsche Privat-Handelsschule Gießen, Goelhestr.32 Aufnahme für das Winterhalbjahr in die 1 und jähr. Klassen. Beginn 18. Oktober *937 Anmeldungen u. Auskunft in Gießen, Goethesfraße 32, jederzeit. Ruf 2486. MM—. IFf EDQC DRUCKSACHEN WCKDE Brühl. Gießen Korsettinoden „Rehonl" Martha Bierans Besuchen Sie bitte Donnerstag, den 28.Oktober, die H. grillt talltiao Im Hotel Schütz 6911 D W M:BeltenÄÄtzen Nur gute Qualität Tausende freiw. Anerkennungen. Verkauf an alle.Katal.frEisenmöbeUabrikSuIil/Th. X 30- . O *$ ; M M Quälende^ W Bronchitis chronischeBeiffchleimung.Luftröhrenkatarrh, hartnäckiger Husten mit Augwurf, Asthma wurden mit Or. 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Eisen, Schwermetall, das leicht rostet, wird je nach der Verarbeitung als Gußeisen, Schmiedeeisen oder Stahl bezeichnet. Neuerdings wird Eisen durch Zusatz von Nickel oder Mangan rostfrei gemacht, ebenso werben Klingen aus Stahl durch Überziehen mit Chrom, Nickel und Zinn sowie Eisenbleche durch Emaillieren vor Rost geschützt. Eisengerät wird mit Sand und Soda oder Metallputzlappen gereinigt, Rostflecke an Eisenteilen entfernt man mit Petroleum und Schmirgelpapier. Eisenbahn. Die Eisenbahn braucht bei Verlust oder Beschädigung eines beförderten Gutes nur den gewöhnlichen Handelswert zu ersetzen, nicht z. B. den Kunst- oder Altertumswert, außer wenn der Absender sein höheres Jnteresie in dem Frachtbrief angegeben hat (Zuschlag!). Die Eisenbahn hat für gewisse Güter Normalsätze festgesetzt, nach denen sie einen Schaden vergütet. Die Bahn haftet nicht für den Schaden, der durch die Beschaffenheit des Gutes verursacht ist, z. V. für das Schwinden bei Früchten, inneren Verderb usw., ober wenn der Schaden auf äußerlich nicht erkennbare Mängel der Verpackung zurückzuführen ist. Bei erkennbar mangelhafter Verpackung haftet die Bahn nur in gewissem Umfang. Für Kostbarkeiten, Geld und Wertpapiere haftet die Bahn überhaupt nicht, außer es ist der Wert bei Aufgabe angegeben. Für Güter, die entgegen den Beförderungsbedingungen der Bahn aufgegeben wurden, haftet die Bahn überhaupt nicht. Rerse- gepäck (Passagiergut) muß binnen acht Tagen nach Ankunft des Zuges abgeholt werden, sonst haftet die Bahn bei Verlust nicht mehr. Wird das Reisegepäck nicht rechtzeitig abgeliefect, so muß die. Bahn den nachweisbaren Schaden ersetzen, wenn das Interesse an der rechtzeitigen Ablieferung angegeben ist, sonst ersetzt die Bahn pro Kilogramm und Tag RM. —.20. Für Handgepäck haftet die Bahn nicht. Bei Personenschaden (Tötung, Verletzung des Körpers) haftet die Eisenbahn ebenfalls für den Schaden, außer wenn der Verletzte selbst an dem Schaden schuld ist oder wenn höhere Gewalt (z. B. Blitzschlag) die Verletzung versucht hat. Eisengarn, sehr fester, imprägnierter und mit Stärke gesteifter Vaumwollzwirn, der für Futterstoffe verwendet wird. iw/wmiurMiminrwhi-, SS ■ / U S.A II rt 0 I \ 11 tHJfaessVadiß Kreuzplatz 15 Kreuzplatz 15 ___________6947 A Wir führen Ulster-Paletots, Sport- und Reiseulster, sowie auch Lodenmäntel (Münchner Fabrikate) in reicher Auswahl und großer Preiswürdigkeit. Sehen Sie sich diese schönen Stücke bitte einmal an. Besseren Eindruck!.... machen Sie in einem neuen Wintermantel von uns. Erseugefchirr mutz vor dem ersten Gebrauch mit Essigwasser aus- gebruht werden. In eisernen Pfannen macht man Salz Hertz und reibt sie damit blank. Eisenkraut s. Verbene. Eisenpräparate werden verordnet, wenn allgemeine Schwache und Blutarmut eine Stärkung der roten Blutkörperchen angezeigt erscheinen lassen. Da bi den roten Blutkörperchen Eisen als wichtiger Stoff enthalten ist, wirken Eisenpräparate als ergänzende und aufbauende Stoffe. Es gibt eine Unmenge von Eisenpräparaten. Das für den einzelnen Fall Richtige kann nur der Arzt bestimmen. Eiserne Hoheit wird nach der diamantenen Hochzeit gefeiert, und zwar je nach der Gegend am 65., 70. oder 75. Hochzeitstage. Eisgetränke. Zitronensaft, Oran- yensaft oder sonstige Fruchtsäfte tw Eiswasser. Eiskremsoda, in Selterswasser gequirltes Speiseeis. Eismaschine, Vorrichtung zur Herstellung von Speiseeis. Die Ausführungen find sehr verschieden, wesentlich ist ein Gefäh mit einem Rührwerk, das mit einer Mischung von Neingehacktem Eis und Viehsalz umgeben wird. Zum Frieren der Eismafie wird das Rührwerk gedreht, sodann läßt man sie noch in dem gleichen Gefätz nachfrieren. Zum Stürzen des Eises wird das Gefätz ganz kurz in warmes Wasier getaucht. Eisschrank, hygienische Vorrichtung, Lebensmittel frisch zu halten und vor dem Verderben zu schützen. Es gibt Eisschränke, die durch Ratur- oder Kunsteis gekühlt werden oder solche, in de- nen durch Gas- oder Elektrizität die erforderliche Temperatur erzeugt wird. Warme Speisen dürfen vor der völligen Abkühlung nicht in den Eisschrank gestellt werden. Der Schrank mutz peinlich sauber gehalten und gegen Gerüche von Zeit zu Zeit mit übermangansaurem Kaki ausgewaschen werden. Eisvergistung s. Gefrorenes. Eiswolle, englische Wolle aus langem, glänzendem Haar, wird zu Häkel- und Strickarbeiten verwendet. Eitelkeit, der meist übertriebene Stolz auf innere oder äußere Eigenschaften, sie beruht vielfach auf einem Geltungsbedürfnis, das über vorhandene Fehler und Schwächen hinwegtauschen soll. Eiter. Gelbe, rahmartige, undurchsichtige Absonderung. Wird bei gewissen Entzündungen gebildet und besteht aus zahlreichen, in Zerfall begriffenen weißen Blutkörperchen, nekrotischen Gewebszellen, etwas Flüssigkeit (Serum) und oft auch Bakterien. Eiter muß entfernt werden. Eitergeschwülste siehe Abszeß. Gefährlich find innere Eiterungen. Immer vom Arzt zu behandeln. Eiterung geht meist einher mit Fieber. Eiweiß (Protein), eine von Pflanzen gebildete chemische Verbindung von Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und Schwefel. Eiweiß ist zur Ernährung des Menschen unbedingt erforderlich und mutz dem Kör- Richl nur im Sommer ... sondern auch in den anderen Jahreszeiten leistet der Eis- und Elektro- Kühlschrank, gute Dienste. Denn gerade die wechseloollen Temperaturen im Frühjahr und Herbst schaden den Speisen. Bei Häuser werden Ihnen zu jeder Zeit Eis- und Kühlschränke gezeigt. J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. Statt Karten I Tilly Espach Dr. Karl Obergfell, Tierarzt Verlobte Gießen, Crednerstr. 29 Mannheim, Nuitsstr. 18 24. Oktober 1937 05219 Gießener Konzertverein Gegründet 1792 Die Karten der Stamm-Miete für die Konzerte 1937/38 bitten wir bei Challier abznholen. 69Ud Oberhessischer Kunstverein Turmhaus am Brandplatz Professor Heinrich Giebel, Marburg (Lahn) Professor Karl Hanusch, Dresden Rudolf Poeschmann, Dresden Oelgemälde Tempera-Arbeiten und Radierungen Dauer der Ausstellung: Sonntag, den 24. Oktober bis 21. November Besuchszeiten: Sonntags von 11 bis 13 Uhr werktags von 17 bis 18 Uhr Eintritt: für Mitglieder frei für Nichtmitglieder 0,30 RM. für Militär, Studenten und Schüler 0,10 RM. 6912D Heute Samstag: 6922A Grofees Oktoberfest GLORIr Ph. Daus, Pianist. 05208 pt Flügel wird vom Musikhaus R.Schönau, Bahnhofstr 76, gestellt Eintrittspreise: Samstag,nachmittags 4 Uhr, für Kinder und Schüler 40 Rpf., 70 Rpf. und 1.— RM.; für Erwachsene je Platz 20 Rpf. Zuschlag. — Samstag und Sonntag, ab. 10.30 Uhr, gewöhnliche Preise b bi FRANKFURT A. M. Annahme von Ehestands- Darlehensscheinen ^afc-tfiestamant „SSfteingold“ 1 Ql 2 GI fr das Ei des Columbus Fern- u. Nahsicht vereint in der Doppelfokus-Brille von Optiker Magnus A Kassenlieferant, Seltersweg 33 ScherherVoriele-Sdian U.a.: Alt-Nürnberg,Origin.Variete-Neuheit Chnng Ling Soo, chinesisch. Gaukler-Torrys urkom. Schattenspiele - Zahlengedächtnis- Meisterschaft - Waghalsige türk. Jonglerie Lachen und Staunen wie noch nie! Jungs » Schleim- Hustentee Spitzwegerichsaft, Husteu-Kandis, Tannenhonig. 6824D Kräuterhaus Jung / Gießen. Achtung! 3 Me Sondervorstellungen I Heute Samstag, 23. Okt., nachm. 4 Uhr: Kinder- und Familienvorstellung Samstag, 23., und Sonntag, 24. Oktober, abends 10.30 Uhr: 6920A Gastspiel der weltberühmten Am 25. Oktober 1937 abends 8 Uhr, in der Neuen Aula findet vpn der Konzertgemeinschaft Oeulfset üiinöer Künstler dessen Blinden gowL,,, Mitwirkende: Maria Kujawa, Sopran Gefellfchaft für Erd- u.Völkerkunde in Giefeen WllM im MllkerWWr 1937/38 Alle Vorträge werden mit Lichtbildern gehalten und finden in der Aula des Gymnasiums statt Donnerstag, 28. Oktober 1937, Dr. L. V. Boxbe ger, Marburg: „Landschaft und Mensch in Spanien in ihren wechselseitigen Beziehungen“. Donnerstag, 11. November 1937, Prof. Dr. E. Sehen, Königsberg: „Mit Zeppelin und Kondor nach und durch Südamerika"6. Dienstag, 30. November 1937, Dozent Dr. A. Kolb, Leipzig: „VonNord-Luzon zum Sulu-Archipel“. Donnerstag, 13. Januar 1938, Dr. A. Kanflmann, Gießen: „Aegyten und Palästina inmitten der Zeitereignisse . Donnerstag, 10. Februar 1938, Prof. Dr. B. N.Wegner, Frankfurt a. Main: „Durch Innerbolivien und Hochperu“. 6902D Mitgliedskarten (zum freien Eintritt für alle Vorträge berechtigend): Familien (2 Erwachsene und 2 Kinder) 4 Mk. - Einzelpersonen 2 Mk. Studenten, Schüler, Militär, Angehörige der SA. u. SS. 1 Mk. Einzelkarten (zum Besuch eines Vortrages): 60 Pf. Studenten, Schüler, Militär, SA. und SS. 40 Pf. Neuanmeldungen werden schriftlich an Dr. Alfred Töpelmann, Gießen, Hindenburgw. 5 (Gartengebäude) erbeten oder können an der Abendkasse erfolgen. Der Vorsitzende: Dr. Fritz Klute, Prof. d. Geographie Wer zeitgemäße WOHNKULTUR für sein Heim wünscht, besuche die Interessante große MOBEL-SCHAU wohnfertig eingerichteter Räume einschließlich Teppichen, Beleuchtungskörper, Kunstgewerbe, Dekorationen, 200 ZIMMER in erlesenem Geschmack und allen Preislagen zur Auswahl Eine Auslese der deutschen Möbelindustrie Das große Einrichtungshaus GMvelAe MW Liebigfiraße 46 - Zsemestnge, unter Staatsaufsicht stehende Fachschule für vMgmme,MsWeMu,Wletu.SAeliier Botüereitunastütfe für Gleittomellter SüMmMl-zmMie Staatliche Abgangsprüfung, Vorbereitung auf die Meisterprüfung 6195D Semefterbeginn: 2. November 1937 Willi Heck £ma Heck, geb. Rau geben ihre Vermählung bekannt Gießen, den 24.Oktober 1932 (Walltorstraße 37) ___________________________________________________________________6940 D Farbige Herrenhemden mit dem chemisch versteiften Kragen sind praktisch und kleidsam. Das richtige Stück zu Anzug u. Mantel passend zu wählen erfordert nicht nur einen guten Goschmack, sondern auch eine gewisse Auswahlmöglichkeit. Sie finden diese in den besonders gepflegten Preislagen: 12.50 10,80 9.80 8.60 Fr. Levermann , Seitenweg 71 Spezialgeschäft für Bielefelder Herren-Wäsche 6925 D Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Or. Heinrich Offheimer Studienassessor Mathilde Ostheimer, geb. Gemmecker Kronberg (Taunus) Gießen Gauschulungsburg 23, Uftwcr 1937 Mäusburg 11 ____________________________________________________________________6909D Karl Burkhard Else Äurkhard, geb. Klemmrath Vermählte Gießen (Neuen Säue 4), den 23. Oktober 1937 __________________________________________________________05215 ■----Winterkur für Nervös - Erschöpfte Spezialkuranstalt Hofheim 3 (Taunus) bei Frankfurt am Main. Telefon 214 Mäßige Preise. S.-R, Dr. M. Schulze-Kahleyss, Nervenarzt Chr. Partenheimer Gesangunterricht (Bel canto) Oper, Konzert, Oratorium Gießen, Keplerstraße 7 ______________________________5703 D Oie Verlobung unserer Tochter Thilde mit Herrn Or.med. Otto Äruchhäuser geben wir hiermit bekannt Prof. Or. Georg Älecher und Frau Käte geb.Christian Meine Verlobung mit Fräulein Thilde Blecher beehre ich mich anzuzeigen Or. med. Otto Äruchhäuser r.Z. Assistenzarzt am Äürgerhospital Friedberg Ulrichstein 6942 D Friedberg (Hessen) 25. Oktober 1937 INH: WILHELM HORN UND SOHN i PALAST Giessen