Nr. 222 Erstes Blatt 187. Jahrgang Donnerstag, 23. September 1937 Lrjchetnl täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild ■ Die Scholle Monats Bezugspreis: Mil 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernfprechanschlüfte unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten. Anzeiger Siehrn Postscheckkonto: Kronkfurt am Main 11686 Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitatsdruckerei R. Lange in Sietzen. Schristlettung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzergen von70mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Vereinbg.25O/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.,Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Npf. Mengenabschlüsse Staffel B Deutschland erwartet Samstag den BesuchMuffolmis Duce und Führer werden am Dienstag auf einer Kundgebung auf dem Berliner Maifeld zum deutschen Volke sprechen. Dr. Goebbels an die Berliner. Ein Ausruf des Reichspropagandaministers zum seitlichen Empfang des Duce Berlin, 22. Sept (MB.) Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda und Gauleiter der Reichshauptstadt Dr. Goebbels richtet folgenden Aufruf an die Berliner B e- völkerung: Am Montag, dem 27. September, wird Benito Mussolini, der Duce des italienischen Volkes und Ches seiner Regierung, als Gast des Führers für drei Tage zu einem Staatsbesuch in der Hauptstadt des Dritten Reiches eintreffen. Mit großer Genugtuung begrüßt die ganze Berliner Bevölkerung diese historische Zusammenkunft zweier Männer, deren geschichtliches Wirken für Gegenwart und Zukunft von einzigartiger Bedeutung ist. Die Berliner Bevölkerung ist von tiefer Freude erfüllt angesichts der Tatsache, den Schöpfer des jungen faschistischen Italien, den Freund des deutschen Volkes, für die Ehre seines Besuches begeisterten Dank ab- statten zu können. Er wird, dessen sind wir alle gewiß, in Berlin von einer Welle des Jubels empfangen und von der Liebe und Zuneigung des ganzen Volkes umgeben sein. Vom Montag, dem 27. September, bis einschließ, lich Mittwoch, den 29. September, soll Berlin ein Flaggenmeer sein. Die Fahnen des faschistischen Italien werden neben denen des Dritten Reiches wehen. Ganz Berlin wird den beiden Männern huldigen, die, aus der Tiefe ihrer Völker kommend, auch wahrhafte Führer ihrer Völker geworden find Ihren glanzvollen Höhepunkt aber werden die Berliner Festtage auf einer großen Kundgebung am Dienstag, dem 28. September, auf dem Berliner Maifeld einschließlich des Olympiastadions finden, auf der der Duce Benito Mussolini und der Führer Adolf Hitler das Wort ergreifen. Auf Anordnung des Führers bleiben an diesem Tage in Berlin alle Betriebe mit Ausnahme der lebenswichtigen geschlossen. Für alle Berliner Berufs- und Handelsschulen wird schulfrei angeorbnet. Die Schulferien der anderen Schulen sind vorverlegt worden. Viereinhalb Millionen Berliner sollen Gelegenheit haben, Zeugen eines Ereignisses zu sein, das zu den glanzvollsten und bedeutsamsten der Geschichte der Reichshauptstadt zählt. Der Reichsminisier für Volksaufklärung und Propaganda und Gauleiter der Reichshauptstadt Dr. Goebbels. Das Programm für den Besuch in München. München, 22. Sept. (DNB.) Vor Pressevertretern äußerte sich Gauleiter Staatsminister Adolf Wagner über die Veranstaltungen aus Anlaß des Besuches des Duce in der Hauptstadt der Bewegung. Mussolini werde hier als der Gründer Und Führer des Faschismus Adolf Hitler als Gründer und Führer des Nationalsozialismus besuchen. Deshalb werde auch die Partei die Trägerin der Münchener Veranstaltungen sein. Der Führer werde an der Spitze sämtlicher Reichsleiter der Partei den italienischen Gast am Samstag auf dem Hauptbahnhof begrüßen. Adolf Hitler und Mussolini werden dann im Führerhaus die leitenden Persönlichkeiten der Partei empfangen. Sämtliche führenden Männer der Bewegung sowie hervorragende Wissen- fchaftler, Künstler und Wirtschaftler werden am Nachmittag im Hause der deutschen Kun st versammelt fein. Aus der Fahrt von der Landesgrenze, wo der Duce Samstag früh eintrifft, bis nach München werden auf allen Bahnhöfen die Formationen der Partei und die Schuljugend Mussolini begrüßen. Nach der Ankunft in München schreitet der Duce zunächst die Fronten der Ehrenformationen ab, die von den Wehrmachtsteilen und den nationalsozialistischen Formationen gestellt werden. Darauf fährt er mit dem Führer zum Prinz-Earl-Palais, wo der bayerische Ministerpräsident Siebert den Duce willkommen heißt. Von hier aus stattet Mussolini etwas später in Begleitung von Rudolf Heß dem Führer einen offiziellen Besuch in der Privatwohnung Adolf Hitlers ab. Nach einiger Zeit begibt sich Mussolini zu den Ehrentempeln, wo ihn der Führer empfängt. Anschließend besucht er das Braune Haus, wo der Schöpfer des Faschismus die Toten der nationalsozialistischen Bewegung ehren und Kränze niederlegen wird. Es folgen Besuche im alten Braunen Haus und im neuen Verwaltungsgebäude. Im Führerhaus findet sodann ein Frühstück im kleinen Kreise statt. Gleichzeitig ist die Führerschaft der Partei Gast des Oberbürgermeisters im Kasino und im Alten Rathaussaal. Im Führerhaus wird dann Adolf Hitler dem Duce die Führerschaft der Partei vorstellen. Nach diesem Empfang erfolgt auf dem Königlichen Platz der Vorbeimarsch aller Parteiformationen Nach der Rückkehr Mussolinis in das Prinz-Earl-Palais stattet der Führer dem Duce einen Gegenbesuch ab Von hier begeben sich beide in das Haus der deutschen K u n st, wo der Führer seinem Gast die große Deutsche Kunstausstellung zeigen wird. Mit einem Empfang in der Ehrenhalle des Hauses der deutschen Kunst schließt der Tag. Gauleiter Adolf Wagner hat aus Anlaß des Besuches des Duce einen Aufruf an die Bevölkerung der Hauptstadt der Bewegung gerichtet, in dem sie aufgefordert wird, alles dazu zu tun, damit die Stadt München den Schöpfer des neuen Italien in ihrem schönsten Festkleid empfängt. Berlin schmückt sich für den Besuch des Duce. W In der Reichshauptstadt sind die Vorbereitungen für den Besuch Mussolinis im Gange. Links: Auf dem Pariser Platz tragen große Säulen abwechselnd das Hoheitszeichen des Faschismus, das Liktorenbündel, und das Hoheitszeichen des Nationalsozialismus, den Adler mit ausgebreiteten Schwingen und das urnkränzte Hakenkreuz. Rechts: Der 42 Meter hohe Fahnenturm auf dem Adolf-Hitler-Platz, der mit den Hoheitszeichen der beiden befreundeten Staaten geschmückt ist. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Sonderfeiettage für Berlin und München. Berlin, 22. Sept. (DNB.) Die Reichsregierung hat aus Anlaß des Besuches des Königlich-Italienischen Regierungschefs Benito Mussolini das folgende Gesetz beschlossen: Der 25. September 1937 oder der an dessen Stelle vom Reichsminister des Innern zu bestimmende Tag ist für die Hauptstadt der Bewegung, München, der 28. September 1937 oder der an dessen Stelle zu bestimmende Tag ist für die Reichshauptstadt Berlin Feiertag im Sinne des Gesetzes über die Feiertage vom 27. Februar 1934. (RGB I S. 129.) Die für den 1. Mai geltenden Vorschriften über Lohnzahlung finden an den oben bezeichneten Tagen für die Hauptstadt der Bewegung München und die Reichshauptstadt Berlin entsprechende Anwendung. Oie öffentlichen Gebäude flaggen im ganzen Heich. Berlin, 22. Sept. (DNB.) Der Reichsminister des Innern gibt folgendes bekannt: Auf Anordnung des Führers und Reichskanzlers flaggen aus Anlaß des Besuches des italienischen Regierungschefs Benito Mussolini die öffentlichen Gebäude i m ganzen Reichsgebiet von Samstag, dem 25. September, bis Mittwoch, dem 29. September. Auf öffentlichen Gebäuden und Plätzen, die Empfangs- oder Abschiedszwecken dienen, kann neben den im Runderlaß des Reichsministers des Innern vom 14. Dezember 1935 (MBliVg S. 503) vorgesehenen Flaggen d i e italienische Flagge gesetzt werden. 1500 Faschisten Gäste der Deutschen Arbeitsfront in Berlin. Berlin, 22 Sept. (DNB.) 1500 in Deutschland lebende Faschisten, darunter 250 Jung faschistinnen und 250 Avantgardisten, kommen nach Berlin, um hier den Duce zu begrüßen. Reichs- leiter Dr. Ley hat die Auslandsorganisation der DAF. beauftragt, für die Unterbringung und Verpflegung der italienischen Gäste zu sorgen. Die Jungfaschistinnen sind im Berliner Haus der Jugend untergebracht. Die Avantgardisten wohnen im Friesenhaus auf dem Reichssportfeld. Botschafter von Haftel zum Besuch Mussolinis. Berlin, 23. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Vertreter des Deutschen Reiches in Rom, Botschafter von Hassel, veröffentlicht aus Anlaß des Mussolini-Besuches in der NSK einen Beitrag, in dem es heißt: Als Mussolini vor einigen Monaten das Wort von der Achse Rom — Berlin prägte, da war es sicher nicht seine Absicht, den großen Vorrat politischer Schlagwörter ourch ein neues zu vermehren. Aber die Tatsache, daß sich diese politische Parole Mussolinis in so außerordentlicher Weise den Gemütern eingeprägt hat, ist der b e ft e B e - weis dafür, daß der Duce mit dieser anschaulichen Bezeichnung einen Begriff blitzartig beleuchtet hat, der im wahren Sinne des Wortes eine Realität darstellt. Diese Realität besteht darin, daß das italienische und das deutsche Volk, verbunden durch eine verwandte politische Grundauffassung und durch lebenswichtige gemeinsame politische Interessen, bedroht durch die gleichen Gefahren und erfüllt von demselben Willen zur Selbstbehauptung, Rücken an Rücken stehen, um ihren Platz an der Sonne und ihre gemeinsamen Ideale zu verteidigen. Sie sind entschlossen, sich aus dieser ihrer Stellung nicht verdrängen zu lassen, aber sie sind gleichzeitig bereit, in die Hände aller derer einzuschlagen, die zu fruchtbarer Zusammenarbeit gewillt sind. Das Zusammentreffen zwischen Führer und Duce ist bestimmt, das Wort von der Achse Berlin—Rom in seiner wahren Bedeutung vor aller Welt zu veranschaulichen und wirksam zu bekräftigen. Auf Anordnung Mussolinis wird vom 29. Oktober ab, dem ersten Tage des Jahres XVI der faschistischen Zeitrechnung, die Opera Nazionale Balilla unmittelbar der Partei unter- stellt. Alle faschistischen Jugendverbände werden in die Giooentu Jtaliana del Littorio eingegliedert. Wir grüßen hen Duce! Wenn zum Wochenende der Erneuerer Italiens und Gründer des faschistischen Imperiums den Boden unseres Vaterlandes betritt, dann begrüßen wir in dem Gast des Führers nicht nur den großen Staatsmann, den Repräsentanten einer defteunde- ten Nation, sondern auch den hervorragenden Menschen, den Volksmann Benito Mussolini. Denn dieser Staatsbesuch mag wohl ein internationales Ereignis sein, den unser Verstand, unsere Lebensanschauung und unser politisches Interesse gutheißen. Er mag darüber hinaus Tatsachen schaffen, deren weltgeschichtliche Bedeutung unserem Stolz schmeichelt. Aber was diesem Führer- treffen seinen bleibenden Wert und seine besondere Note verleiht, das ist doch nicht das äußere Gepränge der Empfänge und glänzenden Paraden, nicht die politische Wirkung einer großen Staatsaktion, sondern die persönliche Anteilnahme des deutschen Volkes an dem Lebenswerk des Duce, die hörbar in den Begeisterungsstürmen der jubelnden Menge mitschwingen wird. Wir sehen in dieser machtvollen Demonstration der Achse Berlin—Rom vor allem auch eine feierliche Bekundung des Gefühls der Bewunderung, der Freundschaft und Zuneigung für eine einzigartige Persönlichkeit. Wir begrüßen den hohen Gast nicht aus Gründen berechnender Vernunft, sondern aus der Tiefe unseres Herzens. Wir freuen uns auf feinen Besuch Gefühle sind oft nicht erklärlich, aber, wenn sie echt sind, meist dauerhafter und fester als die Ueber- legnngen der Tagespolitik, die sonst bei internationalen Begegnungen und Konferenzen Pate zu stehen pflegen. So ist uns der Mann, der die Geschicke der italienischen Nation lenkt, schon durch seine menschlichen Eigenschaften Vorbild und Bürge jener neuen menschlichen Gemeinschaftsideale, die auch der Nationalsozialismus auf feine Fahne geschrieben hat. Und in diesem Falle befinden wir uns auch in der glücklichen Lage, unsere Gefühle, unser inneres Verhältnis zu Mussolini begründen zu können. Denn was den Duce uns so nahegebracht hat, das sind gerade jene charakteristischen Merkmale und Eigenheiten, die trotz des andersartigen völkischen Temperaments auch den Lebensweg, die Natur und das politische Glaubensbekenntnis des Führers auszeichnen. Beide Männer, Mussolini und Hitler, stammen aus einfachen Verhältnissen, kommen aus der Tiefe des Volkes und steigen ganz aus eigener Kraft zur höhe des Lebens empor. Beide Männer kämpfen als einfache Soldaten für ihr Vaterland, beide zeichnen sich im Weltkrieg durch ungewöhnliche Tapferkeit aus und erleiden die schwersten Verwundungen. Beide erkennen nach dem Waffenstillstand mit gleicher Schärfe die Verfallserscheinungen der alten Weltordnung und ihre Ursachen. Beide beginnen — unabhängig von einander und ohne gegenseitige Kenntnis — ihren Völkern ein neues Lebensideal zu predigen. Beide schaffen sich als unbekannte Heimkehrer eine eigene politische Kampfbewegung, beide werden verfolgt, verhaftet und unterdrückt von den herrschenden Mächten. Aber die verblüffende Ähnlichkeit dieser Lebensschicksale findet in dem äußeren Erfolg, in der Verwirklichung ihrer politischen Ziele zunächst keine Entsprechung. Schwerer als das italienische Volk, das sich 1918 auf der Seite der Sieger sieht, ist das durch den moralischen, wirtschaftlichen und politischen Zusammenbruch erschütterte deutsche Volk für die revolutionäre Idee des nationalen Sozialismus zu gewinnen. Auch die äußeren Machtverhältnisse liegen jenseits der Alpen günstiger als bei uns So kommt es, daß Mussolini zehn Jahre früher als Adolf Hitler die Macht im Staate erobert. Aber trotz des weltanschaulichen Gegensatzes, der in diesem Zeitraum zwischen den Regierungen in Berlin und Rom besteht, stellt sich der Duce in großen internationalen Fragen auf die Seite Deutsch- l a n nb s , tritt für die Gleichberechtigung des Reichs und die Revision des Versailler Diktates ein. Mussolini ist sich selber und seinen poli ’Hien Ueberzeugungen durch alle Wechselfälle internationaler Auseinandersetzungen stets treu geblieben Die damaligen Machthaber in Berlin freilich wissen mit den italienischen Angeboten nichts anzufangen . In jener Zeit", so schreibt Adolf Hitler, „faßte ich die tiefste Bewunderung für den großen Mann südlich der Alpen, der in heißer Liebe zu seinem Volke mit den inneren Feinden Italiens nicht paktierte, sondern ihre Vernichtung auf allen Wegen und mit allen Mitteln erstrebte. Was Mussolini unter die Großen dieser Erde einreihen wird ist die Entschlossenheit, Italien nicht mit dem Marxismus zu teilen, sondern, indem er den Internationalismus der Vernichtung preisgab, das Vaterland vor ihm Zu retten. Wie jämmerlich zwergenhaft erscheinen dagegen unsere deutschen Auch-Staatsmänner, und wie muß einen der Ekel würgen, wenn diese Nullen mit ungezogenster Eingebildetheit sich unterstehen, den tausendmal Größeren zu kritisieren." Dieses Urteil aus dem Kampfbuch des Führers blieb in Deutschlnd unvergessen, es wurde hundertfach gerechtfertigt und bildet seit 1933 endlich auch die Grundlage einer neuen europäischen Politik. Sehr bald nach dem nationalsozialistischen Umbruch beginnt die d e u t s ch ° i t a 1 i e n i s ch e Zusammenarbeit, und schon im Sommer 1934 treffen sich zum erstenmal die beiden Männer, in deren Hände das Schicksal die Führung des neuen Europa gelegt hat In Venedig, im Park des Schlosses von Stra, findet diese Aussprache statt, in der die Grundzüge der kommenden Politik festgelegt werden. Seitdem sind nur drei Jahre vergangen, aber welcher Wandel hat sich trotz der Kürze der Zeit in der Stellung Deutschlands und Italiens zur Mitwelt vollzogen! Mussolini schuf sein ostafrikanisches Imperium, Adolf Hitler gab seinem Volke die Freiheit zurück und vollendete das „germanische Reich deutscher Nation" Kein Zweifel, daß diese gewaltigen Erfolge ohne die gleichlaufende Politik Berlins und Roms nicht errungen wären Kein Zweifel auch, daß diese Erfolge zutiefst begründet sind in der weltanschaulichen Gleichrichtung beider Völker, die immun geworden sind gegen den Gift der bolschewistischen Zersetzung und der liberalistischen Gleichheitsthesen Der Wille zum sozialen Frieden und zur sozialen Gerechtigkeit, der Wille zur nationalen Selbstbehauptung und Größe beherrscht beide Völker und verkörpert sich ihnen in der Gestalt ihrer Führer. Diese Gemeinsamkeit der höchsten Ideale überwindet alles Fremde. Mit unserem Zuruf an den Duce verkünden wir den Triumph eines neuen Zeitalters, das Freiheit, Recht und Frieden für alle Völker bringen soll. Heinrich Evers. Skandinavien rückt näher. Oie neue Brücke zwischen den dänischen Inseln Seeland und Falster. WWM-H, dH 4-H *2 S . (Associated-Preß-M.) Die längste Brücke Europas ist bis auf den Anstrich vollendet und wird am kommenden Sonntag eingeweiht. Sie verbindet die dänische Insel Seeland, auf der Kopenhagen liegt, mit der Insel F a l st e r und führt in 3,2 Kilometer Länge über 2 Landpfeiler und 49 Strompfeiler nach Deu t sch- l a n d herüber. Der v-Zug Berlin — Kopenhagen hat nur noch die Eisenbahnfähre zwischen Warnemünde und Ged- s e r, dem bekannten Punkt der Insel Falster, zu benutzen, sonst fährt er bis Kopenhagen auf festem Lande und auf Brücken. Dänemark wird also Mitteleuropa nähergerückt und es ist nicht verwunderlich, daß das Land, dessen Wirtschaft eine schnelle Verbindung zu den Absatzländern infolge des leicht verderblichen Charakters seiner agrarischen Produktion braucht, sich mit weiteren Plänen trägt, die dänischen Inseln sozusagen l a n d f e st zu machen. Das Jnselreich wird also gewissermaßen konsolidiert, und da die nüchtern rechnenden Ingenieure bereits Pläne für eine Brücke über den Großen Belt, also für die Verbindung zwischen Kopenhagen—Amager und Malmö entworfen haben, dürfte in absehbarer Zeit die Verbindung des europäischen Festlandes mit der Skandinavischen Halbinsel hergestellt sein, nachdem die Brücke über den Kleinen Belt die Verbindung der dänischen Halbinsel Jütland mit Fünen vor zwei Jahren brachte. So würde die Ostsee mit Ausnahme der Strecke zwischen Warnemünde und Gedser, die nicht in den Bereich der Brückenbaupläne eingezogen worden ist und wohl auch nicht eingezogen werden kann, gewissermaßen ein Binnenmeer, was sie geographisch auch in alten Zeiten gewesen ist. Die Dänen haben in der letzten Zeit ihre Inseln systematisch durch Brücken verbunden. Außer der Brücke über den Kleinen Belt der neuen Storströmbrücke wurde die Insel Lolland durch die Christian-IX.-Brücke mit der Insel Falster in Verbindung gebracht, und jetzt die Insel Falster mit Seeland. Die Einweihung der Brücke, an der auch Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht und der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn Dr. Dorp- müller teilnehmen, erfolgt am 57. Geburtstag König Christians von Dänemark, also am kommenden Sonntag. Die neue Brücke ist im Unterbau von dänischen Firmen ausgebaut worden, die großen Bogenspannungen sind von einer englischen Firma in Stahl hergestellt. In der Mitte der Wasserüberbrückung waren mächtige Pfeiler und große Bogen notwendig, da das Wasser dort tiefer ist als bei der Ueberbrückung des Kleinen Belts zwischen der Insel Fünen und der dänischen Halbinsel Jütland, die durch deutsche Firmen vorgenommen wurde. Die Storströmbrücke, ins Deutsche übersetzt: Großstrom-Brücke, ist projektiert und in ihren statischen Berechnungen auskalkuliert worden von den dänischen Staatsbahnen. Dänische Tiefbautechnik, die auf der guten Qualität des in Dänemark fabrizierten Zementes beruht, schuf die Pfeiler, die nicht im Wasser gestampft, sondern aus sogenannten „Einheiten", also Normstücken, zusammengesetzt wurden, die an Land hergestellt und dadurch bedeutend billiger geworden sind. Nur der Oberbau ist von einer englischen Firmt in Chroma- dor-Stahl, der sich besonders durch große Stärke auszeichnet, ausgeführt worden. Die Brücke ist dreimal so lang wie die Kleine-Belt-Brücke, und während diese deutsche Arbeit infolge der natürlichen Verhältnisse im Kleinen Belt hohe Bogenspannun- aen vermied, geht bei der Storströmbrücke die höchste Spannung bis zu 52 Meter über dem Wasserspiegel. Der Fahrdamm für die Eisenbahn ist eingleisig, daneben liegt eine 5,6 Meter breite Auto st raße und eine 2,5 Meter breite Straße für Radfahrer. Auf einen besonderen Pfad für Fußgänger ist verzichtet worden, da man in Dänemark zumeist doch das Fahrrad benutzt. Die Baukosten betrugen rund 20 Millionen Reichsmark, insgesamt 36,5 Millionen dänische Kronen. Die Fahrzeit auf der Strecke Kopenhagen—Berlin wird durch die Brücke um 45 Minuten verkürzt, was bei dem angenommenen Jahresverkehr von 383 000 Personen, 35 800 Automobilen und 266 000 Stückgut eine ganz erhebliche Derkehrserleichterung ist. Das Gesamtgewicht des Stahloberbaues beträgt rund 20 000 Tonnen, für den Unterbau wurden rund 100 000 Kubikmeter Beton verbraucht. Der Bau der Brücke ist im Frühjahr 1933 begonnen worden. rt. Die großen Wehrmachismanöver in Mecklenburg. Heftige Kämpfe bei Stavenhagen.—Blau hinter die Malchiner See-Enge zurückgeworfen. • W '■ ■ M / -X .. "-L* t - i >v M OMM X. 1. / MW Unser Bild zeigt den Führer und Obersten Befehlshaber im Gespräch mit dem Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg und einem der Generale auf dem Manövergelände. — (Scherl-Bilderdienst-M.) wasfe die im Raume nordostwärts Berlins erkannten feindlichen Ausladungen zwischen 15 und 17 Uhr angegriffen. Infolge der stark massiv durchgeführten Angriffe hatte der Angreifer jedoch hierbei durch Flakabwehr beträchtliche Verluste. Nachdem die blaue Luftwaffe in den Nachmittagsstunden des 21. September durch rechtzeitigen Einsatz ihrer Sturzkampfkräfte mit dazu beigetragen hatte, den drohenden Durchbruch feindlicher Panzerkräfte zu verhindern, griff sie in der Nacht zum 22. September die Verkehrs- und Nachschub-Einrichtungen von Rot im Raume um Hannover an. Am 22. September setzte sie die Angriffe gegen die roten Lustwaffenanlagen fort. Rote Fliegerkampfverbände griffen in der Nacht zum 22. September Ausladungen und Truppenansammlungen zwischen Prenzlau und Anklam sowie einige auf der Straße Friedland—-Neubranoenburg festgestellte motorisierte Marschkolonnen an, wobei besonders letztere empfindliche Verluste erlitten. Am 22. September wurden die Angriffe der roten Luftwaffe auf erkannte Ausschiffungen bei Stettin und Swinemünde fortgesetzt. Gleichzeitig wurden blaue Fliegerverbände auf ihren als belegt erkannten Flugplätzen erfolgreich bekämpft. Oer Führer im Manövergelände. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht weilte auch am Mittwoch wieder mehrere Stunden im Manöoergelände. Er suchte Truppen aller Waffengattungen des Heeres und Flakformationen der Luftwaffe, vornehmlich auf blauer Seite, in ihren Unterkunftsräumen und Gefechtsstellungen auf und wohnte später den Vorwärtsbewegungen der blauen Partei beiderseits des Tollense-Sees bei. Auf feiner Fahrt zu den Truppen berührte der Führer u. a. die Orte Neustrelitz, Burg Stargard, Neu-Brandenburg, Rosenow und Teschendorf, wo er, wie auch auf dem ganzen Gelände, von den Einheimischen und Manöver-Zuschauern begeistert begrüßt wurde. 3m Flugzeug über den Fronten. Äon unserem K. B.-Berichierstatier. Swinemünde, 22. Sept. 1937. Der Himmel hat uns einen sonnenklaren Septembermorgen geschenkt. Dieser Morgen ist wie geschaffen für den Erkundungsflug, zu dem wir als Pressegeschwader von dem unweit Swinemünde gelegenen Flugplatz auffteigen. Auch die Flug- zeugjäger stehen hier schon bereit zu neuen Taten. Unsere Maschine schwebt mit Kurs auf^ Stettin. Zuerst bemerkt man nur Bilder tiefen Friedens, pflügende Bauern und rauchende Schlote. Aber dann lernt man sehen, w i e der Beobachter im Flugzeug sehen muß. Da gilt es, auf alle möglichen Tarnungen zu achten, alle Eisenbahnen werden aus der Luft kontrolliert und stärkstes Interesse finden die Dampfer im Stettiner Haff. In diesen ersten Kampftagen kommt gerade den Aktionen der Kriegsmarine erhöhte Bedeutung zu. Im Mittelpunkt der Kämpfe steht t)er~ große Truppentransport über See, der zu Zusammenstößen verschiedenster Art geführt hat. Es handelt sich um acht Dampfer, die mit einem Geleitzug der Flotte von O st Preußen nach Pommern gebracht wurden. Im Ernstfälle ist nämlich eine entscheidend wichtige Frage die Auf- re ch t e r t) a 11 u n g der Seeoerbindung mit Ostpreußen, da nur auf diesem Wege der Austausch und Transport von Menschen und Material im Kriege möglich ist. Da diese Tatsache naturgemäß die Aufmerksamkeit des Gegners auf sich gelenkt hat, werden die von Ostpreußen nach Swinemünde zu überführenden Transportschiffe nicht einzeln und nicht ohne besonderen Schutz auf den Weg geschickt, sondern im Abgangshafen gesammelt und zu Geleitzügen zusammengefaßt. Die Sicherung besteht aus Minen-Suchfahrzeugen und leichten und schnellen Kriegsschiffen. Der Geleitzug, um den es sich hier handelt, ist durch Minensuchboote gesichert worden, die vor dem Transportdampfer herfahren und feststellen, daß der Seeweg von Minen frei ist. Zur Seite der Transportdampfer befinden sich Torpedoboote und U-Boot- jäger, die die Aufgabe hoben, die Transporte vor U-Boots-Angriffen zu sichern. Zur Verstärkung der Sicherung dienen dann noch zwei Kreuzer, die ebenfalls als Seitendeckung gegen Angriffe sichern sollen. Auf Grund von Flieger- und Agentenmeldungen hatte „Rot" entlang der pommerschen Küste U - Boote zum Einsatz gebracht, während „Blau" zur Fernabwehr von Störungen U-Boote bis vor Rügen geschickt hatte. Beide Parteien haben mit Minensperren gearbeitet. Trotz der Deckung des Transportes durch vorausfahrende Minensuchboote, Zerstörer, U-Bootjäger und zwei Kreuzer fallen nach der Manöoerannahme noch dicht bei Pillau zwei Transporter „roten" U-Booten zum Opfer, die allerdings auch selbst Verluste haben. Auf der Höhe von Stolp gelingt der Flieger- Überfall auf einen Dampfer, weil die „blauen" Luftstreitkräfte anderweitig in Anspruch genommen sind. In der Enge zwischen Bornholm und der Küste gelingt den U-Booten wieder die Beschädigung von zwei Dampfern. Unterdessen war das rote Schlachtschiff „Deutschland" mit dem Kreuzer „Nürnberg" bis zur Südspitze von Oeland gedampft, um das von Norden kommende blaue Schlachtschiff „Graf Spee" zu fassen. Es kommt zu einem laufenden Gefecht, das bei Dunkelwerden abgebrochen wird. Die Großkampfschiffe beider Parteien halten auf das Geleitschiff zu. „Graf Spee" kann die Gefahr für den Transport noch gerade abwenden. Bei einem Gefecht bei Stolperbank wird die „Deutschland" außer Gefecht gesetzt. Bei diesen Seekriegshandlungen haben sich die U-Boote besonders bewährt. Etwa gleichzeittg ist ein roter Minensuchsperrverband durch die „Königsberg" vernichtet worden. Auch die Seeluft- verbände entlang der Küste haben immer wieder eingegriffen. Emen besonderen Husarenstreich haben die Seestreitkräfte von Rot gemacht: Von Warnemünde aus ist um Rügen herum eine Kompanie zum Greifswalder Bodden gebracht worden, um nach nächtlicher Landung hinter der blauen Front Zerstörungen vorzunehmen. Während zwischen Demmin und dem Müritzsee schon starke Kräfte des Heeres im Kampfe stehen, ist es an der Ostseeküste vor allem die Tätigkeit der Flieger, die lebhaftes Aufsehen erregt. Nie zuvor wurden in einem deutschen Manöver Kampf- bilder von solcher Wucht erlebt. Waren es in der Nacht während der Ankunft der Truppentransporter einzelne Kampfflieger, die aus verschiedenen Richtungen und in verschiedenen Höhen die Swine- münder Hafenanlagen angriffen, um die blauen Verteidiger zu zermürben, so griffen am hellen Mittag rote Sturzbomber das Panzerschiff „Admiral Graf Spee" und die übrigen Schiffseinheiten Swinemünde, 22. Sept. (DNB.) lieber die weitere Entwicklung der großen Wehrmachtsmanöver wurde folgender Lagebericht ausgegeben: Der 21. September zeigte folgende Ereignisse: Beim Heer: Am 21. September morgens wurden die roten Angriffe auf der ganzen Front mit unverminderter Heftigkeit fortgesetzt Starke rote Panzerkräfte stießen aus der Gegend südostwärts Stavenhagen in allgemeiner Richtung Treptow vor und trafen dabei auf von Neubrandenburg frisch herangeführte starke blaue Kräfte. Die Kämpfe führten zu erheblichen Verlusten auf blauer Seite. Später drehten die roten Panzer über Stavenhagen auf Malchin ab. Am frühen Nachmittag entwickelten sich dadurch in der Gegend von Stavenhagen erneut heftige Kämpfe, wobei beide Seiten (Rot infolge starker Panzerabwehr) beträchtliche Verluste erlitten. Die bei Malchin kämpfende blaue Infanteriedivision 12 konnte — frontal in der linken Flanke und vom Rücken her durch überlegene Feindkräfte angegriffen — den Malchiner Brückenkopf nicht mehr halten. Sie wurde unter starken Verlusten nach Osten hinter die Enge zurückgeworfen und stand gegen Abend stark geschwächt in der Gegend südostwärts Malchin. Bei Dem- m i n konnte Rot keine Fortschritte erzielen, so daß der bortige Brückenkopf sich am Abend nach wie vor fest in der Hand von Blau befand. Das blaue Kavallerieregiment 12 griff mehrfach vom Nord- ufer der Trebel in diese Kämpfe ein und trug dadurch zu den blauen Abwehrerfolgen bei. In der Nacht zum 2216eptember versuchte die südostwärts von Malchin stehende, durch die vorausgegonge- nen Kämpfe stark geschwächte 12. blaue In - fanterie-Dioision, die bis dahin die Hauptlast des Kampfes getragen hatte, in allgemein nord- oftmärtiger Richtung durchzubrechen. Dem tapferen Angriff blieb jedoch gegenüber dem weit überlegenen Gegner ein Erfolg versagt. Der Durchbruch gelang nur schwächeren Teilen. Die rote Führung, die bereits im Laufe des 21. Septembers Kenntnis von Ausladung starker blauer Kräfte im Raum Prenzlau - Anklam - Neubrandenburg erhalten hatte, entschloß sich zunächst mit den in den Gefechten bei Malchin erreichten Erfolgen derOeffnungderEnge von Malchin und Vernichtung starker Teile der 12. blauen Division zu begnügen, sie befahl die Einstellung des Angriffes. Am 22. September versuchte die blaue Erderkundung im Norden in der Gegend Triebsees über den Trebel-Recknitz-Abschnitt zu gelangen. Auf Grund von Meldungen über rückläufige Bewegungen bei Rot griffen gegen Mittag starke blaueprüfte in der Gegend west 1 ich von Neubrandenburg an. Nach einem Kampf mit unterlegenen roten Teilen erreichten sie in den Nachmittagsstunden die Gegend westlich vonStavenhagen. Trotz starker Behinderung durch unsichtiges Wetter war am 21. September die Aufklärungstätigkeit in der Luft sehr rege. Auf Grund der Äuf- klarunasergebnisse setzte die blaue Luftwaffe ihre Angriffe gegen die Bodenorganisation der roten Luftwaffe im Raume S a l z w e d e l — H anno v e r — Kassel sowie gegen Häfen und Verkehrsanlagen bei Hamburg fort. Rote Kampf- frafte griffen gegen Mittag erfolgreich auch in den Seekampf ein. Weiter wurden von der roten Luft- Die unterstrichenen Orte geben die ungefähre Grenze zwischen den beiden „kriegführenden" Staaten (rot und blau) in Mecklenburg an. — (Scherl-Bilderdienst-M.) RÜGEN Anklam < x. • Cltwitz •Gnoiert a mit einem fliegerischen Können und einer soldatischen Bravour an, die alle Hochachtung verdienen. Wie wir vom Flugzeug aus das weit gespannte Gebiet über der golden glitzernden Ostsee in Augenschein nehmen, kommt gerade ein roter Fliegerangriff auf (Stettin zur Wirkung, wo im Hafen einzelne Brände auflodern. Wieder über Swinemünde, geraten wir in einen neuen roten Fliegerangriff. Erst ein einzelnes Kampfflugzeug, dann in schneller Folge eines nach dem anderen stößt in steilem Sturz aus den Wolken herab. Knapp über dem Hafen drehen die Flugzeuge ab und bringen sich einige Meter über der Küste entlang in Sicherheit. Die Mündungsfeuer der Flaks vermitteln einen Eindruck von der weiten Spanne des Schutzgürtels um die Festung. Auch die Kriegsschiffe unten bellen mit ihren Geschützen. Nun sind auch die blauen Flugzeuge hoch und stürzen sich auf die Angreifer. Bald sitzt jedem roten Kampfflieger ein blauer Jäger im Nacken. Ausländische Manövergäste in Warnemünde. Mittwoch trafen in Warnemünde in Flugzeugen und mit der Bahn eine Reihe ausländischer Manövergäste ein. An der Spitze der engli- s ch e n Gäste bemerkte man den Chef des britischen Generalstabes Marschall Sir Cyrill De- v e r e l l, den Kommandeur des östlichen Wehrkreises General W. E. Jronside und den Luftmarschall Langnore. Mit Marschall Bado- glio trafen an der Spitze der italienischen Gäste General P a r i a n i, Admiral Cavagnari, General Dalle und der Stabschef der Faschistischen Miliz General Russo ein. Auch der ungarische Kriegsminister General der Honved Röder ist mit seinem Adjutanten Oberst Gimesy in Warnemünde eingetroffen. Ferner bemerkte man Reichspostminifter O h n e f o r g e und Reichsver- kehrsminister Dr. Dorpmüller. Die Verdunkelung für Berlin beendet. Berlin, 22. Sept. (DNB.) Der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe Generaloberst Göring hat an die Berliner Bevölkerung folgenden Erlaß gerichtet: Ich habe unter dem heutigen Tage angeordnet, daß die vom 20. bis 26. September angeordneten Verdunkelungsmaßnahmen mit Wirkung vom 23. September, 6 Uhr, für das Uebungsgebiet Groß- Berlin außer Kraft gefetzt werden. Bestimmend für diese gewährte Erleichterung war neben Rücksicht auf das gewerbliche und wirtschaftliche Leben der Großstadt vor allem die m u st e r g ü l - tige Haltung der gesamten Bevölkerung Groß-Berlins, die die Verdunkelungsübung im Luftschutzort Berlin zu einem volle n Erfolg geführt hat. Ich spreche allen an der Vorbereitung und Durchführung der Verdanke- lungsmahnahmen beteiligten Stellen, vor allem aber der Bevölkerung von Groß-Berlin Dank und Anerkennung aus. * Es wird jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die im Rahmen der Wehrmachts- Manöver stattfindenden Verdunkelunasübungen außerhalb Berlins weiter durchgeführt werden. Berlin verlassende Fahrzeuge müssen daher bei Dunkelheit auch weiterhin mit Verdunkelungseinrichtungen versehen sein. Japan bedauert die Verwundung Knatch VM. England hält den Zwischenfall für erledigt. - plan einer Fern-Ost-Konferenz in London. Tokio, 22. Sept. (DNB.) Das Auswärtige Amt gibt die Note bekannt, in der Außenminister Hirota die britische Note wegen der Verwundung des britischen Botschafters im Kampfgebiet von Schanghai beantwortet. Hirota erklärt, die Frage der Schuld an der Beschießung des britischen Botschafters fei zwar nicht endg ültig geklärt; dennoch ließen gewisse Anhaltspunkte die Annahme zü, daß die japanischen Flieger die Schuld treffe. Hirota versicherte, daß die japanischen Flieger niemals absichtlich, sondern nur aus Irrtum auf den britischen Botschafter geschossen haben könnten. Dennoch spricht die japanische Regierung ihr tiefstes Bedauern aus. Eine Bestrafung derSchul- digen fei allerdings nur dann möglich, wenn eine Absicht der japanischen Flieger fest- gestellt werden könnte. Zum Abschluß versicherte Hirota, daß für die Zukunft alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden seien, um die Gefahren für die Nichtkämpfenden zu beschränken. Nach der Ueberreichung der japanischen Note hat der britische Botschafter in Tokio Sir Robert Craigie im Auftrage der englischen Regierung dem japanischen Außenminister mitgeteilt, daß die englische Regierung die Erklärung der japanischen Regierung mit Genugtuung entgegengenommen habe und den Zwischenfall als abgeschlossen betrachtet. Das Eintreffen der japanischen Antwort sowie die schwere Bombardierung Nankings durch japanische Flugzeuge beschäftigen die Londoner Morgenblätter sehr stark. Alle Zeitungen betonen, daß man die Angelegenheit mit dem Eintreffen der japanischen Antwort als erledigt betrachte. Sie heben aber gleichzeitig hervor, daß die Bombardierung Nankings im Widerspruch z u der in der japanischen Note abgegebenen Versicherung stehe, daß die nicht- kämpfende Bevölkerung weite st gehend verschont bleiben würde; dabei weist die „Ti- m e s" allerdings darauf hin, daß man Nanking nicht als eine offene Stadt betrachten könne, da sich dort eine chinesische Garnison befinde. In Genfer Berichten einiger Blätter wird eine Erklärung des australischen Abgeordneten Bruce hervorgehoben, der eine internationale T a - g u n g zur Beratung über die Lage im Fernen Osten anregt. Es sei möglich, daß in Kürze an alle interessierten Mächte eine Einladung zur Teilnahme an einer solchen Konferenz abgehen werde, die wahrscheinlich in London stattfinden solle. Es bestehe Grund zur Annahme, daß die britische Regierung diesem Plan zustimme. Amerika protestiert erneut in Tokio. Washington, 22. Sept. (DNB.) Die amerikanische Negierung ließ durch ihren Botschafter in Tokio einen zweiten und schärferenPro- t e ft gegen d i e Luftangriffe auf Nanking überreichen. Darin beanstandet die Regierung die Schaffung einer Lage, durch die der amerikanische Botschafter ober andere Amtsstellen vor die Wahl gestellt würden, entweder ihren Amtssitz aufzugeben oder sich ernsten Gefahren auszufetzen. Die Regierung behält sich alle Rechte vor, für sich und die amerikanischen Bürger für alle Schäden, die sich aus den japanischen militärischen Operationen ergeben, Ersatzforderungen zu stellen. — Der amerikanische Botschafter ist mit seinem Stab wieder in das Botschaftsgebäude in Nanking zurückgekehrt. Das Staatsdepartement, das darüber feine Befriedigung äußert, betont, daß dieser aus eigener Initiative gehandelt habe. Man hofft, daß damit die chinesische Verstimmung wieder beseitigt ist. Der französische Botschafter in Tokio hatte ebenso wie die Botschafter Englands und Amerikas einen Protest gegen die Bombardierung nichtmilitärischer Ziele eingelegt und die Schonung des Lebens der Ausländer verlangt. Ferner sollte sich die japanische Regierung bereit erklären, f ü r alle Schäden, die Ausländern zugefügt würden, aufzukommen. Die japanische Regierung hat der ersten Bitte entsprochen, hat sich aber nicht bereit erklärt, irgendeinen Schaden zu ersetzen, der Ausländern durch die Bombardierung enfftehen könnte. Dritter japanischer Lustangriff auf Nanking. Tokio, 22. Sept. (DNB.) Die japanische Ma- kineluftflotte hat am Mittwochmittag noch einen dritten Angriff auf die chinesische Hauptstadt durchgeführt und auch die am Aangtse gelegenen Befestigungsanlagen bei Kiangyin, halbwegs zwischen Schanghai und Nanking, sowie die dort liegenden chinesischen Kriegsschiffe mit Bomben belegt. Die japanischen Operationen südlich von Tientsin. Tokio, 23. Sept. (Ostasiendienst des DNB. Funkspruch.) Die japanische Offensive südlich von Peiping und Tientsin ist nun bis dicht vor die chinesischen Verteidigungsstel- l u n g e n bei Pautingiu und Tschangtschau vorgedrungen. Vom japanischen Hauptquartier werden heftige Kämpfe vor Patingfu und Tschangtschau gemeldet. Tschangtschau sei noch nicht eingenommen worden. Die japanischen Truppen versuchten den chinesischen Widerstand bei Pautingfu durch eine Umgehung im W e st e n zu brechen und Tschangtschau im Sturmangriff zu nehmen. Bei diesen Kämpfen wird die japanische Luftwaffe besonders stark zur Störung der rückwärtigen Verbindungen der chinesischen Truppen und zur Bombardierung der ausgebauten chinesischen Stellungen eingesetzt. Palästina. DieAraberempörtüberdieGenferBeschlüsse Jerusalem, 17. Sept. (DNB.) Unter den Arabern Palästinas herrscht über die Genfer Beschlüsse zur Palästina-Frage einmütige Empörung. Die Araberzeitung „Falastin" in Jaffa überschreibt die Genfer Meldung mit „Komödie und B e - trug in Genf auf Kosten der Araber". Eden, so wird von dem Blatt gesagt, fei noch mehr als der Kolonialminister Ormsby-Gore für die Interessen der Juden eingetreten; auf die Rechte und Gefühle der Araber und Mohammedaner fei er nicht eingegangen. England ziehe die Freundschaft der Juden Der Freundschaft der Araber vor. Gegen das Judengeld, das England die Augen verschlossen habe, komme die arabische Welt nicht an. England vertrete die Teilung, doch der Gedanke stamme ursprünglich von dem Zivnistenführer W e i z m a n n und feinem „Bruder" Ormsby-Gore. Das Jüdische Pressebüro spricht von einem E r - folg der Juden. Jetzt fei wohl keine Rede mehr von der zuerst vorgeschlagenen scharfen Beschränkung der Judeneinwanderuna oder von einem Verbot des Landoerkaufs an die Juden, da ja das Mandat Englands bis zu einer Neuregelung des Statuts weiterbestehe. Schuh für Orthopädieschuhmacher. Berlin, 22. Sept. (DNB.) Am 9. September ist ein Gesetz zur Aenderung der Gewerbeordnung verkündet worden, das als Ergänzung des „G r o ß e n Be f ä h i g u n g s n ach w e i s es" einen Fortschritt für das Schuhmacherhandwerk bedeutet. Danach dürfen orthopädische Maßschuhe nur im Handwerksbetrieb eines Schuhmachermeisters gefertigt werden, der eine Zufatzprüfung bestanden hat. Dieses Gesetz gibt dem gelernten Meister Schutz vor der Konkurrenz des Pfuschers, so daß er wirtschaftlichen Erfolg für seine Bemühungen um Leistungssteigerung erwarten kann, anderseits aber schafft es Sicherheit für den Kunden, wirklich von einem ausgebildeten Orthopädie- fchuhmachermeifter bedient zu werden. Es ist nachgewiesen, daß die Zahl fußkranker Menschen erschreckend hoch ist, deshalb ist die gesetzliche Regelung ihrsr Betreuung besonders wichtig. Freizeit — Frohe Zeit. Freizeit — Frohe Zeit heißt der Titel einer Werbebroschüre des Amtes „Deutsches V o l k s b i l d u n g s w e r k". Sie soll dem Schaffenden zu Beginn der Winterarbeit des Volksbildungswerkes zahlreiche Möglichkeiten einer sinnvollen Feierabendgestaltung, besonders an den langen Winterabenden, aufzeigen. Das Vortrags- wesen, das alle Wissensgebiete aus Politik, Wirtschaft, Kultur usw. erfaßt, ist beträchtlich erweitert worden. Bedeutende Männer aus dem öffentlichen Leben sind verpflichtet worden, über Reiseerlebnisse aus fremden Ländern, über die neuesten Forschungsergebnisse und vieles andere mehr zu berichten. Die Elementarkurse für gutes Deutsch, Fremdsprachen, Rechnen, Kurzschrift usw. geben jedem die Möglichkeit, sich in diesen Wissensgebieten zu vervollkommnen. Besonderes Interesse beanspruchen die Arbeitskreise. Wer Lust zum Musizieren hat, der kann das Spielen unter sachkundiger Leitung rasch erlernen. Aber auch dem Bastler, Zeichner oder Schnitzer ist die Möglichkeit gegeben, in den Arbeitskreisen abends seiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen. Die Lehrkräfte werden manches neue Wissen und neue Kenntnisse vermitteln. Auch der Hinweis auf den weiteren Ausbau der Führungen, Besichtigungen und Kulturfahrten ist wichtig. Oft knüpfen sie an die in Vorträgen erörterten Themen an. Die Arbeitspläne der Volksbildungsstätten sind in jeder „Kraft-durch-Freude"- Dienststelle erhältlich. Kleine politische Nachrichten. In Avignon ist das deutfch-franzöfi- che Studentenlager beendet worden. Die Mannschaften trennten sich mit dem Entschluß, die Begegnungen zwischen der deutschen und französischen Jugend künftig mit allen Kräften zu fördern und in ihr festes Programm aufzunehmen. Die Leiche des verstorbenen ersten Präsidenten der tschechoslowakischen Republik T. G. Masaryk wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung von Schloß Sana nach Prag übergeflihrt. Aus der Prager Burg wurde dec Sorg in die mächtige Säulenhalle getragen, wo aus einem Katafalk die Aufbahrung erfolgte. Hier wird die Bevölkerung drei Tage und zwei Nächte vor dem toten Altpräsidenten vorüberziehen. * Reichsminister Dr. Goebbels empfing Vertreter der e st n i s ch e n Presse und der deutschen Presse in Estland, die auf Einladung der Reichsregierung eine 14tägige Reise durch Deutschland machten, und erläuterte in einer kurzen Ansprache Ziele und Aufgaben der nationalsozialistischen Politik. Der Chef der Ordnungspolizei, General D a - luege, sagt auf diesem Wege für die zu seinem 40. Geburtstage so zahlreich eingegangenen Glückwünsche von Partei- und Volksgenossen seinen herzlichsten Dank. Der Führer und Reichskanzler hat dem Präsidenten der chilenischen Republik zum Unabhängigkeitstag drahtlich seine Glückwünsche übermittelt. Kunst und Wissenschaft. Die Stadt Halle erwirbt Händels Geburtshaus. Als die Reichs-Händelfeststadt Halle 1935 die Wiederkehr des 250. Geburtstages ihres großen Sohnes festlich beging, wurde es nicht allein von der Stadt selbst, sondern auch von den zahlreichen Mitveranstaltern und insbesondere von den ausländischen Gästen als eine selbstverständliche Verpflichtung Halles bezeichnet, das Geburtshaus Händels in den Besitz der Stadt zu bringen. Der Anteil, den die ganze Welt und insbesondere England an den Händelfeiern nahm, bestärkte den höllischen Oberbürgermeister in seinem Plan, in dem Händelhaus eine Händel-Gedächtnis- ft ä 11 e zu errichten. Halle als der kulturelle Mittelpunkt des Gaues Halle-Merseburg löst damit eine bedeutsame kulturelle Verpflichtung ein. Der Ankauf des Händelhauses ist der Stadt aus laufenden Mitteln möglich. Es soll, sobald es in den Besitz der Stadt übergegangen ist, von Grund auf für den besonderen Museumszweck hergerichtet werden. Georg Händel, des Komponisten Vater, hat das Haus Große Nicolaistraße 5 am 30. Juni 1666 erworben. Bis 1782 blieb das Haus dann im Besitz von Gliedern der Händelschen Familie. Zu Reichhelms Zeit (1771 bis 1782) erfolgte ein Umbau, über den wie folgt berichtet wird: „Die Frau vw. Ratsmeister Reichhelm hat mir erzählt, daß ihr Großonkel, der berühmte Händel, in dem Eckhaus der Kleinen Ulrichstraße geboren wurde, und daß ihr seliger Mann eben deswegen dieses Haus vormals habe wieder aufbauen lassen, um es zu einem fortdauernden Denkmal des berühmten Mannes zu weihen". Internationaler Filmwettbewerb in Como. In Como wurde der II. Internationale Wettbewerb für wissenschaftliche und Fre rn- denverkehrssilme vom Generaldirektor des italienischen Reiseverkehrs, Abgeordneten Bononi, eröffnet. Der erste Abend war den Aerzten gewidmet. Professor F o a von der Universität Mailand, sprach von der Bedeutung des Films für Forschung und Unterricht in der Biologie und Medizin. Es wurde ein italienischer Film über Operationen, den Blutumlaus und Vitamine C vorgeführt. Großen Beifall fand wieder der Ufa-Film „Röntgenstrahle n". Ferner der Tobis-Film „Lebenskampf im Schilf". Dom Reichsbahnzentralamt wurden „Der gläserne Zug" und „Die Fahrt ins Weite" vorgeführt. Bei dem in Como stattfindenden 2. Wettbewerb für wissenschaftliche und Verkehrswerbefilme erzielte ein „Deutscher Aden d", an dem ausschließlich deutsche Filme gezeigt wurden, einen starken Erfolg. Zur Vorführung gelangten der Tobis-Film „Klar Schiff zum Gefecht", der Propagandafilm der Reichsbahn „Der Rhein von Köln bis Mainz", der von Lieberenz gedrehte Kulturfilm „Dom Schlehenspinner und Kaisermantel", ferner der Tobis-Film „Wald ohne Weg", der Ufa-Film „Bunte Fischwelt" und der Reichsbahnwerbefilm „Vom Allgäu nach Oberammergau". Wie alle diese Filme, fand auch der Liebhaberfilm „Bommerli", ein reizender Kindersilm, starken Beifall. Den Abschluß des gelungenen Abends bildete der Olympiawerkfilm „Der Olympia-Film entsteht". Der Veranstaltung wohnten neben dem Bürgermeister der Stadt Como und anderen Persönlichkeiten des Fremdenverkehrs- und Filmwesens auch Konsul Schäfer vom deutschen Generalkonsulat in Mailand und der Ortsgruppenleiter der NSDAP. Mailand, Hillebrand, bei. Ein neuer Film mit Hans Albers. Die Tobis hat Hans Albers für die Hauptrolle ihres Jacques-Feyder-Films „Fahrendes Volk" verpflichtet. Hans Albers wird als Gegenspieler Fran^oise R o s a y s einen leichffinnigen und haltlosen Mann darstellen, der nach einem drama- tischen und bewegten Leben seine Schuld sühnt. Albers wird dieser Tage in Geiselgasteig mit den Aufnahmen dieses Films beginnen, der von der Tobis in der Herstellungsgruppe Helmut Schreiber produziert wird. Aus aller Welt. Schweres Eisenbahnunglück in Siebenbürgen. Bukarest, 22. Sept. (D31B.) Bei Ciacea in Siebenbürgen ereignete sich am Mittwoch ein schweres Eisenbahnunglück. Ein stark besetzter Personenzug und ein Frachtzug stießen mit voller wucht zusammen. Aus den Trümmern wurden bisher zehn Tote und 22 verletzte geborgen. Der Zustand von zwölf verletzten ist hoffnungslos. Die Zahl der Opfer dürfte noch größer fein. Vach den bisherigen Feststellungen erfolgte das Unglück, weil der Personenzug von der Station Liucea zu früh abgelasfen worden war. Fugoslawien-Vulgarien-Fahrer des NSSH. in Belgrad. Die aus 30 Wagen bestehende Kolonne des NSKK. traf auf ihrer Befuchsfahrt durch Jugo- s l a w i e n und Bulgarien unter Führung von Korpsführer Hühnlein in der jugoslawischen Hauptstadt ein. Den deutschen Gästen war überall in Jugoslawien ein sehr herzlicher Empfang zuteil geworden. An der Belgrader Stadtgrenze wurden sie von Vertretern des Belgrader Automobilklubs empfangen. Die Teilnehmer an der Fahrt werden ihre Reffe über Nifch nach Sofia fortsetzen. Jüdischer Schwerverbrecher in Warschau abgeudeilt 2m Herbst vergangenen Jahres war der Politischen Polizei in Warschau die Verhaftung eines besonders gefährlichen kommunistischen Verbrechers, des Juden David P r e ch e l, gelungen. Der Jude wurde jetzt vom Warschauer Bezirksgericht mit sechs Jahren Zuchthaus bestraft. Er hatte in Polen einen kommunistischen Geheimdienst orga- nifiert, dessen Ausgabe die Ueberwachung unzuoer- lässiger Mitglieder der illegalen Kommunistischen Partei war. In dieser Eigenschaft hat er mehrfach an „Urteilen" der kommunistischen Meucheljustiz mitgewirkt. So war er auch an dem Mordbeschluß beteiligt, demzufolge vor zwei Jahren in den Straßen Warschaus ein Pole abgeschlachtet wurde. In den letzten Jahren vor seiner Verhaftung hat sich der Blutjude besonders für die Kolonisierung von Juden in der sowjetischen Judenrepublik Birobidschan eingesetzt. — In Chelm wurde ferner ein Mitglied der Kommunistischen Partei der Westukraine wegen terroristischer Betätigung zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Gefährlicher Bienenstich. Das jüngste Kind eines Koblenzer Einwohners trank abends zu Hause ein Glas Apfelsaft. Das süße Getränk hatte eine Biene angelockt, und ohne es zu bemerken, verschluckte das Kind die Biene. Das Insekt stach in den Schlund, der sofort stark anschwoll. Sofortige ärztliche Hilfe verhinderte schlimme Folgen Les gefährlichen Insektenstichs. Das Wetter vom 23. September bis 2. Oktober. Herausgegeben von der Forschungsstelle für lang- fristige Witterungsvorausfagen des Reichswetter- dienftes in Bad Homburg vom 22. Sept, abends. In einem großen Teile Deutschlands hat sich das Wetter erheblich gebessert, doch muß im großen unö ganzen auch weiterhin mit unbeständiger Wit- terung gerechnet werden, d. h. es werden trübe, zu Niederschlägen neigende Tage mit trockenen, wol- rtgen bis heiteren Tagen wechseln. Die Nieder- schlage werden aber im allgemeinen, vom Alpenvorland abgesehen, nicht mehr so stark sein, wie in den beiden letzten Wochen. Die Aufheiterungen werden vermutlich im mittleren Norddeuffchland unö im Osten etwas häufiger und von längerer — ä^tweffe mehrtägiger — Dauer Mn, als im We° ••In5 Die Temperaturen werLen in den nächsten Tagen — außer im Nordosten — meist “nte-r?cm Regelwert liegen, in der nächsten Woche ist jedoch zunehmende Erwärmung wahrscheinlich. Die Gesamt-Sonnenscheindauer wird an den meisten Orten zwischen 30 und 55 Stunden betragen. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der über Norddeutschland sich erstreckende Hochdruckrücken gewinnt in Deutschland immer weiter an Einfluß. Somit t)at das Negengebiet, das am Mittwoch nach Südüeuffchland abwanderte und vorübergehend nord- und ostwärts Raum gewann, erheblich an Ausdehnung verloren und beschränkt sich heute früh im wesentlichen auf das Alpenvorland. Mit dieser Entwicklung kann für die nächste Zeit verhältnismäßig freundlichere Witterung erwartet werden. Aussichten für Freitag: Morgens vielfach dunstig oder nebelig, sonst heiter bis wolkig und meist trocken, nachts recht frisch, tagsüber nur mäßig warm, nördliche bis östliche Winde. Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein Verantwortlich für Politik und für die Bilder- Dr Fr W Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein Anzeigen- (eiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt'der Anzeigen: Theodor Kümmel D. A VIII 37 9090 Druck und Verlag: Bruhlsche Unioersitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugs- preis RM 2,05 einschließlich 25 Ps Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufs, preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom L Juni 1935 gültig, Mr HMnMecke erkalten/ Ein praktisdier Ratgeber wie auch Sie allgemein schädliche Verluste vermeiden und Geld sparen können Praktisches Gerat in der Küche Es ist so billig und bewahrt vor so viel Verlusten! — Ist Ihr Küchengerät ganz auf der Höhe ? 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Diese Gelegenheit benutzten die Pioniere der blauen Sperrtrupps, die Brücke bei Creuzburg restlos zu zerstören. Die roten Truppen unter Führung des Generalleutnants Oßwa 1 b hatten zu dieser Zeit die Gegend des Meißners überschritten und stießen beiderseits der Werra in R i ch t u n g auf Eschwege vor. Im Raume Creuzburg— Spichra soll mit Unterstützung von Artillerieabteilungen ein Uebergang über die Werra erzwungen werden, um einen Brückenkopf auf den Höhen Des östlichen Werraufers zu schaffen. Der Führer von Blau, Generalleutnant von Wietersheim. ist mit einer starken Sicherung in Richtung auf die Werra im Anmarsch. Roter Infanterie gelingt es im Morgengrauen des Dienstag, mittels Schlauchbooten und Floßfäcken auf dem Stauwasser des Kraftwerkes Spichra über die Werra zu fetzen. Teile des Infanterieregiments 55 (Würzburg) haben sich geschickt dem Feuer der blauen MG s entzogen, die die östlichen Werraabhänge besetzt halten. Unter dem Schutze seiner Artillerie können Dienstags vormittags zwei Bataillon übersetzen und einen Brückenkopf an dieser Stelle mit dem Hopfen- und Tellberg schaffen. Blau hat vor allem Artillerie in Richtung Madelungen—Krauthausen in Marsch gesetzt, die den vorgeschobenen Sperrverband beim Halten der östlichen Werraufer unterstützen soll. Erst später einsetzende Panzerangriffe und Tiefangriffe der blauen Jagdflieger zwingen die roten Truppen zum Rückzug. Da Rot um die Mittagsstunde weitere Infanterie mit Unterstützung seiner Pioniere übersetzen konnte, mußte Blau von den wiedergewonnenen Höhen zurückgehen und das Herankommen stärkerer Jnfanteriemassen abwarten. Der dritte Tag. Trotz mehrfacher Angriffe war es der blauen 29 Division am 21 September nachmittags nicht gelungen, das Ostufer der Werra zwischen Creuzburg und Spichra zu säubern. Die rote 15 Division hielt bei Einbruch der Dunkelheit die Westhänge des Hörschel- und des Hotzenberges und das Gelände südlich von Creuzburg Das rote IX Armeekorps beabsichtigte am Morgen des 22. September den Uebergang über die Werra zu erzwingen In der Nacht vom 21. zum 22 September stellten sich die röte 15. Division bei Spichra, die 9. Division zwischen Creuzburg und Mchle zum Angriff bereit Der Schwerpunkt dieses Angriffs lag im Abschnitt der 9. Division und sollte durch besonders starke Artillerie unterstützt werden Die blaue 29 Division hatte sich auf dem Ostufer der Werra mit den Regimentern 15 und 86 in vorderster Linie zur Verteidigung eingerichtet Das Regiment 71 sollte in zweiter Lime bei einem Vorstoß über die Werra Rot im Gegenangriff über den Fluß zurückwerfen. Die blaue 29 Division war sich bis zum 21 September früh nicht im klaren, wo der Hauptangriff der roten Kräfte zu erwarten Uebergang über die Pontonbrücke bei Kreuzburg über die Werra. (Aufn.: Carl Eberth, Kassel.) t - WW< V K HZ < 'ÄV ja ■ -L - 8 W.'K^ sei, vermutete aber diesen beiderseits B u - ch e n a u. Durch geschickte Maßnahmen der roten 9. Division blieben die Vorbereitungen zum Angriff bis kurz vor Angriffsbeginn der blauen Division verborgen. Um 5.30 Uhr erfolgte überraschend ohne artilleristische Vorbereitung der Angriff der roten 9 Division beiderseits Buchenau In breiter Front gingen die roten Regimenter 57 und 196 auf Floß- säcken über die Werra. Begünstigt durch dichten Rebel gelang es fast überall die Ueberraschung zu wahren Sobald aber die vordersten Teile der roten Regimenter die Steilhänge des Ostufers heraufkamen, stießen sie auf gut ausgebauteVer- teidigungsstellungen der blauen 29 Division Bis 12 Uhr gelang es Rot, unterstützt durch starke Artillerie, auf dem Oftufer zwischen Creuzburg und Mihle Fuß zu fassen Auch die 15. Division griff aus Spichra mit dem 55 und 88. Regiment an. Die roten Angriffe wurden durch mehrfache Tiefangriffe von Jagdfliegern unterstützt. Gegen mittag erhielt die blaue 29 Division die Weisung des Armeeoberkommandos, daß die blauen Hauptkräfte in der Nacht vom 21 auf 22 September mit dem rechten Flügel auf Eisenach zurückgegangen seien, um sich hier erneut zur Verteidigung einzurichten. Die 29 Division sollte den Schutz der rechten Flanke spätestens in der Linie Berka—-Eisenach übernehmen, um hier einen feindlichen Vorstoß in die eigene Flanke zum Stehen zu bringen Diese Linie sollte bis 24 Uhr gehalten werden Das rote Korps erhielt zu derselben Zeit den Auftrag, mit allen Kräften den Angriff in Richtung Gotha iortzusetzen. Für diesen Angriff soll für den 23 September eine Panzer- abteiluna zugeführt werden Vergeblich versuchte die blaue 29 Division, durch örtliche Gegenstöße die über die Werra vorgegangenen Teile der roten 9 Division zurückzuwerfen. Aber auch Rot gelang es nicht, den Angriff weiter auf dem Ostufer vor- zutragen. Daher entschloß sich die 29 Division, den Angriff auf dem Ostufer der Werra neu z u o r - g a n i j i e r e n Hierzu soll das Regiment 36 bei Creuzbura eingesetzt werden um dann mit dem Regiment 116 und mit Unterstützung der gesamten Artillerie den M i e h 1 b e r g zu nehmen und weiter in Richtung auf Lerchenberg und Reu- tenberg vorzustoßen. Bei Creuzburg wurde durch Hanauer Pioniere eine Brücke gebaut, auf der immer stärkere Teile von Rot auf das Ostufer der Werra übergingen. Die 15. Division griff nachmittags in der Gegend von Spichra an und nahm den Hörschel- und den Stadtfelder Berg. Von hier aus soll in Richtung Moseberg und Eichelberg angegriffen werden Der Gauleiter von Kurhessen, Staatsrat W e i n r i ch und SA.-Gruppenführer Beckerle (Frankfurt a. M.) wohnten dem Uebergang des Gros der roten Infanterie über die bei Creuzburg errichtete Pontonbrücke bei. Ein neuer Schlag gegen die Deutsche Schule in Polen Katlowih, 22. Sept. (DRB.) Das deutsche Schulwesen in Ofloberschlesien, das in der letzten Zeit so manchen schweren Schlag erlitten hat, ist durch eine erneute Zwangsmaßnahme wiederum auf das fchwerste betroffen worden. Der Deutsche Schulverein unterhielt in Pietz ein Internat, in dem 28 Schüler des deutschen Privat- gymnasiums Pleß untergebracht waren. Das Internat, das einzige deutsche in ganz Polen, befand sich in einem Gebäude des Fürsten von Pietz. Die Zwangsverwaltung der Pletz- schen Betriebe hat eine Räumungsklage angestrengt, die anerkannt wurde Obgleich das Räumungsurteil infolge des Einspruchs des Schulvereins noch nicht rechtskräftig geworden ist, wurde das Internat am Dienstag zwangsweise geräumt Die 28 deutschen Schüler muhten ihre Sachen packen und das haus verlassen. Die gesamte Einrichtung des Internats ist auf die Strafte gestellt worden Diefe Zwangsmaftnahme hat | unter Der deutscher Bevölkerung begreiflicherweise lebhafte Entrüstung hervorgerufen. * Der Kattowitzer „Slufbrudj", der seit einiger Zeit In Posen gedruckt wird, verfiel auf Anordnung der Posener Zensur zweimal hintereinander der Beschlagnahme. Dessen ungeachtet beschlagnahmte die Polizeidirektion i n Kattowitz dasselbe Blatt noch einmal wegen anderer Artikel, die in Posen nicht beanstandet worden waren Auf diese Weise verfiel das Kampfblatt der fungdeutschen Erneuerungsbewegung in zwei Tagen einer viermaligen Beschlagnahme. Ein demokratischer Brock in polen. Warschau, 22. Sept. (DNB.) Zwischen den ausgesprochen marxistisch und demokratisch eingestellten polnischen Gruppen ist ein Abkommen geschlossen worden, das die Gründung eines demokratischen Blockes oorsieht. Diesem demokratischen Block, der nicht mit der vor einiger Zeit gegründeten demokratischen Partei in Krakau verwechselt werden darf, gehören die bäuerliche Volks Partei, die als die stärkste politische Partei in Polen gilt, die polnisch-sozialdemokratische Partei, der linke Flügel des alten Legionärslagers und eine Gruppe links eingestellter Akademikerkreise, die im letzten Regierungslager auf dem äußersten linken Flügel standen, an. Die bekannteste Persönlichkeit dieser akademischen Linkskreise ist das frühere Mitglied der polnischen Literaturakademie R z y m o w - s k i,-der vor einigen Monaten wegen seiner krassen sozialistisch gefärbten Auslassungen seinen Posten als Hauptschristleiter des Kurier Poranny räumen mußte. Oie Beisetzung des Präsidenten Masaryk. Prag, 21. Sept. (DNB.) Der Schöpfer der Tschechoslowakischen Republik Präsident T G. M a s a r y k, hat seinen letzten Weg von der Prager Burg nach dem kleinen Friedhof in Lana angetreten. Um 10 Uhr wurde der Sarg von dem Katafalk des Säulensaales der Prager Burg vor das Matthiastor getragen. Hier nahm Präsident Dr. B e n e s ch vom Alterspräsident Masaryk Abschied Er zeichnete das Bild des Toten als Vereinigung religiöser und politischer Ideale und mahnte, das Lebensziel des Altpräsidenten als Verpflichtung zu betrachten und einen vollkommen harmonischen, politisch gerechten Staat zu schaffen. Die Bürger Prags gestalteten den Weg durch die Stadt zum Bahnhof zu einem ernsten feierlichen Akt. Der Sonderzug traf Dienstag abend in Lana ein Auf dem Wege zum Friedhof begleiteten den Sarg die Familienmitglieder, ferner der Präsident der Republik, Dr Benefch, die offiziellen Trauergäste aus dem Auslande, die Mitglieder der Regierung und die Vorsitzenden der beiden Kammern der Nationalversammlung. Unter den Klängen der Staats- Hymnen wurde der Sarg neben der Ruhestätte der Gattin Masaryks ins Grab gesenkt. Kleine volitische Nachrichten. In Frankfurt überreichte Generalkonsul Marchese Agustino Ferrante di R u f f a n o dem Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs mid dem Führer des deutschen Handels, Präsident Prof Dr. Lüer, für ihre hervorragenden Verdienste um die Ausgestaltung der deutfch-italieifchen Beziehungen auf kulturellem und wirtschaftlichem Gebiete die C o m - menda desOrdens der Krone Italiens. ♦ Aus Anlaß der Beteiligung der deutschen Hansestädte auf der Marseiller Messe fand eine deutsch-französische Kundgebung statt, auf der der Präsident der Handelskammer, La- vire, die deutschen Gäste herzlich willkommen hieß. Namens der deutsch-französischen Gesellschaft in den Hansestädten dünkte Herr M e y e r - La Ma- stille für die gastliche Aufnahme. Anschließend sprach der Vizepräsident der deutsch-französischen Gesellschaft Professor Grimm. KleinesAbenteuerinFmnland Von Adols Aowakotvsky. Wir waren zu britt auf dem Wege von Jmatra nach Enso. Ganz plötzlich war es uns am Abend eingefallen, unser Zelt, das wir am Ufer des Sees aufgeschlagen hatten, abzubrechen und in der Nacht zu wandern. Die Sonne war bereits untergegangen. Dennoch blieb es taghell. Es war, als habe sie das Licht mitzunehmen vergessen, das starr, wie gefroren über den Wäldern der felsigen Hügel und über den vielen Bächen stand, denen wir begegneten. Das Geräusch der Wasserfälle begleitete summend unseren Weg. Es hing in der Lust, die wie aus Glas war, durchsichtig wie ein Fenster Gewiß schliefen Baum und Gras, Tier und Mensch wie in dunklen Nächten, gewöhnt daran, daß die Sonne für einige Stunden blasses Gesicht über das Land legte, und da sich nichts regte, verschloß es auch unsere Lippen. Die Straße floß baumlos hügelan und abwärts, weißgelb wie vom Mond beschienen. Kurt trug das Kochgeschirr und die Eßvorräte, Andreas die Schlafdecken, ich das Zelt. Die Ruckfäcke drückten unsere Rücken krumm An Kurts Rucksack hing baumelnd ein Topf mit Kartoffeln. Wir hatten sie auf Vorrat gekocht, um an Spiritus zu sparen. Wie zauberhaft sind die Sommernächte Finnlands: nicht geschaffen für Schlaf. Wir wanderten und wanderten und kamen nirgends an. Wohl sahen wir Lichter in der Ferne, die zwecklos in den toten Tag hineinschienen, Lichter von Sägewerken. Sie starrten wie vergessen. Ein Radfahrer kam vorüber, blickte uns verwundert an; sagte etwas, das wir nicht verstanden. Andreas zog den Sprachführer aus der Tasche suchte zu enträtseln, was der Mann gemeint haben mochte. Wir errieten es nicht Unser Weg schien sich Enso zu nähern. Noch war es früher Morgen, etwa 1 Uhr nach unserer Zeitrechnung, da kitzelten die ersten Sonnenstrahlen unsere Gesichter. Graue, bemooste Felsen tauchten mit runden Buckeln aus den Wiesenhängen, auf denen weißbraune Kühe ruhten Kleine Blockhäuser tauchten auf, die Türen offen ober angelehnt. In Finnlanb, sagte man uns, wirb nicht gestohlen. Dann näherten wir uns bem Ort, ben unsere Straße burchschnitt. Die Häuschen standen auf den Felsbuckeln, wo immer sie gerade Platz fanden Schmale Wege liefen zu ihnen hinauf und hinunter, mündeten in breitere, die in ben Stein gesprengt waren, umarmt von ben Ausläufern des dichten Waldes. Wo sollten wir hier unser Zelt aufschlagen? Nirgends ein ebenes Plätzchen für das benötigte Viereck Wir durchstreiften den schlafenden Ort nach allen Richtungen, hügelan, hügelab, über taufeuchtes Gras und riefelnde Bächlein. Fanden wir einen flachen Platz, so war es Stein, in dem unsere Pflöcke nie Halt gesunden hätten. Da bemerkte Kurt auf einem größeren Hügel in der Nähe ein Holzgerüst Wir stürzten darauf zu. Eine braune Kuh trat uns aus dem Gestrüpp entgegen, sah uns verwundert an. Neugierig folgte sie uns ein paar Schritte. Dann schien sie uns zu vergessen Wir erreichten das Holzgerüst Es war eine Ski- Sprungschanze. Wir stiegen die schmale Sttege zur Bühne hinaus. Sie bot gerade Platz für bas Zelt, wenn wir uns schmal einrichteten Das Gepäck legten wir unten nieber Kurt kochte Kaffee. Er wollte noch Kartoffeln braten unb begann sie zu schälen. Aber wir waren zu mübe um etwas essen zu können. Da lieft Kurt ben Topf unb kroch zu uns ins Zelt. Nie war auf unserer Finnlanbfahrt mein Schlaf so tief wie an biefem Morgen. Wenn man uns bas Gerüst weggesägt hätte, wir würben es wohl kaum bemerkt haben. Etwas anberes aber weckte uns: ein schauriges bumpfes Heulen schrie uns aus bem Schlaf, brüllte von unten herauf, und Stöße erschütterten das Holzgerüst. Wölfe? Ein Bär? Hier, in Südfinnland? Wir sprangen alle drei zugleich auf, so daß ein Stock umfiel und das Zelt zusam- mensackte. Kurt war als erster draußen, bann ich, dann Andreas. Was wir unten erblickten, war komisch: da hatte sich die braune Kuh über den Topf mit den Kartoffeln hergemacht und in ihrem Eifer das Maul zu tief hineingesteckt. Nun raste sie, den Tops am Maul, sinnlos vor Angst heulend und mit dem Kopf um sich schlagend rund um das Gerüst herum. Kurt eilte die Stiege hinab, den Tops, die Kartoffeln und die Kuh zu befreien. Das war gewiß nicht ungefährlich, denn in feinem blinden Rasen hätte ihn das Tier dabei verletzen können Es gelang aber der Kuh, den Topf abzu- fchütteln. Immer noch muhend eilte sie davon. Kurt las die Kartoffeln auf. Er briet sie später. Wir andern aber hatten kein Verlangen danach, sondern richteten das Zelt wieder auf und schliefen bis in den bellen Tag. Als wir erwachten, standen Kinder und Frauen auf der Stiege unb betrachteten uns verwunbert. Helga Retschy, Sentimentale und jugendliche Salondame. Helga Retschy, bie für bie fommenbe Spielzeit als Sentimentale unb jugenbliche Salondame ans Stadttheater verpflichtet wurde, schreibt über ihren Werdegang: In Gießen beginnt erst das ch zx x ss ! zweite Jahr meiner Thsaterlaufbahn. Mit sechs Jahren stand ich das erstemal auf der Bühne in Heidelberg, wo ich auch geboren bin. Als ich 16 Jahre alt war, bekam ich Schaufpielunterncht in Dessau bei August Eichhorn und Frieda Jahn- Mehring. Im Friedrich-Theater machte ich Statisterie, um überhaupt auf der Bühne fein zu können. Später nahm ich nochmals Unterricht bei Intendant Herbert Michels in Heidelberg und Margarete Pix in Karlsruhe Nach einem halben Jahr bestand ich die Schaufprelprüfung. Im Sommer 1936 ging ich in mein erstes Engagement. Ich spielte im Frei- lichttheater in Oetigheirn (bei Baden-Baden) die Brunhild in Hebbels „Nibelungen". Das war meine erste große Rolle. Von September 1936 bis Ende 2IpriI 1937 war ich dann in Heilbronn engagiert (Aufn.: Stadttheater-Archiv.) 3m Auto vom Löwen verfolgt. Eine gefahrvolle halbe Stunde erlebte eine Eng- länberin, bie in ihrem Kraftwagen burch bas Tierschutzgebiet Namanga in Tanganjika fuhr. Sie sah mitten auf ber Straße vor sich fünf junge Löwen, die luftig spielten unb sich burch alles Hupen und Schreien nicht aus dem Wege vertreiben lassen wollten. Sie fuhr ganz langsam an die Tiere heran, als sie Plötzlich Löwinnen sah, die drohend gegen sie vor- rückten. Jetzt gab sie schnell Gas, und es gelang ihr auch, mit größter Vorsicht gerade an den Jungen vorüberzukommen, als plötzlich ein prachtvoller, schwarzmähniger Löwe vor ihr auftauchte. Der Löwe machte einen Sprung gegen den Wagen, aber die Frau riß den Wagen zur Seite, und obwohl ein Rad in den Graben geriet, gelang es ihr, haarscharf an dem Löwen vorbeizukommen. Jetzt setzten sich Löwe, Löwinnen und die fünf Jungen in Bewegung und jagten hinter ihr her, aber nachdem die Fahrerin kein Hindernis mehr vor sich hatte, war sie nach einer kurzen Strecke außer Gefahr. Hochschulnachnchten. Dem Professor Dr. Erich Ja en sch, Ordinarius für Philosophie und Direktor des Instituts für psychologische Anthropologie an der Universität Marburg, wurde vom Führer und Reichskanzler das Olympia-Ehrenzeichen 2. Klasse verliehen. Professor Jaensch hat sich besonders durch seine Bücher „Die Wissenschaft und die deutsche völkische Bewegung" und „Das Kulturziel im neuen Reich" einen Namen gemacht. Professor Dr. Heinrich von Ficker, Ordinarius für Meteorologie an der Universität Berlin unb staubiger Sekretär der Preußischen Akademie der Wissenschaften, hat einen Ruf an die Universität Wien angenommen, wo er Nachfolger des verstorbenen Professors Wilhelm Schmidt wird unb eine orbentliche Professur für Physik ber Erbe übernimmt. Professor Dr Horst Müller, Extraorbinarius für bürgerliches Recht, ist zum orbentlichen Professor an ber Universität Freiburg ernannt worben. H. D. Nord- und Südamerika. Wirischast Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M. Gespinsten. — 752: Nachtrag 1 zur Anordnung 27 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle vom Be- Be- un- Er- An- rung des Brotgetreides, soweit es nicht zum eigenen Verbrauch und als Saatgut benötigt wird, genügende Mengen an Futtermitteln zur Verfügung gestellt werden, und nachdem auch vom nächsten Herbst ab wesentlich mehr zuckerhaltige Futtermittel, sowie Kartoffelflocken berei Gelt Bries • Welp Bries Buenos Arre»............. 0,749 0,753 0,748 0,752 Japan.................... 0,720 0,722 0,720 0,722 Brüssel................... 41,94 42,02 41,95 42,03 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 Rio de Janeiro............ 0,160 0,162 0,160 0,162 Öslo.................... 62,09 62,21 62,07 62,19 Polen.................... 47,00 47,10 47,00 47,10 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 Kopenhagen............... 55,16 55,28 55,14 55,26 Lissabon.................. 11,22 11,24 11,215 11,235 Danzig................... 47,00 47,10 47,00 47,10 Stockholm ................ 63,70 63,82 63,68 63,80 London................... 12,355 12,385 12.35 12,38 Schweiz.................. 57,25 57,37 57,23 57,35 Helsingsors................ 5,465 5,475 5,465 5,475 Spanien.....*............ 16,98 17,02 16,98 17,02 Paris.................... 8,437 A.453 8,516 8,534 Prag..................... 8,691 8,709 8.691 8,709 Holland.................. 137,64 137,92 137,59 137,87 Budapest................. Italien................... 13,09 13,11 13,09 13,11 NeuYork.................. 2,493 2,497 2,493 2,497 Itr. 222 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 25. September 1957 Aus der Stadt Gießen. Am Rande... In den Gärten jubiliert das leuchtende Gold der Sonnenblumen. Auf langen Stengeln recken sie sich zum herbstlichen Himmel empor, um dann mit einer demütigen Geste das samenschwere Haupt zu neigen. Sie säumen die Beete, auf denen noch Sellerie und grüner Kohl gedeiht, und sie halten gleichsam Wacht am Zaun, der die kleinen Besitztümer draußen umgrenzt. Aber es ist eine friedliche Wacht, denn die Begrenzung ist nichts weiter als eine Markierung, die ohnehin niemand antasten würde. Hier draußen herrscht eine Atmosphäre glücklichsten Einvernehmens, die gewöhnlich dort anzutreffen ist, wo der edle Wettstreit die Menschen jenseits der Mauern und Gassen zusammenführt. Es ist wahrhaftig ein edler Wettstreit, der die Kleingärtner am Rande der Stadt zum körperlichen Tätigsein und zur Förderung des wirtschaftlichen Nutzens vereinigt. Besonders in diesen Tagen tritt dieser Wettstreit sichtbar in Erscheinung, wenn in den Abendstunden die kleinen Handwagen mit der Fülle der Früchte heimwärts rattern und die Augen der Kleingärtner mit Liebkosung an diesen Erträgnissen einer hingebungsvollen Arbeit hängen. Kritische Prüfung oder lobende Anerkennung ist dann in den Mienen der Nachbarn zu lesen, die pfeifeschmauchend am Gartenpförtchen stehen, um den Vorübergehenden zuzuschauen. Für denjenigen jedoch, der einen solchen Garten nicht sein eigen nennt, ist ein Spaziergang zwischen den Gärten am Rande der Stadt von lockendem Reiz. All unsere stille, häufig unbewußte Sehn« sucht gilt im tiefsten Grunde Dem innigen Naturerlebnis, und wo uns ein weitausladender Baum seine Zweige entgegenstreckt, oder wo ein Wiesenpfad sich vor unseren Blicken öffnet, da schlägt in uns eine Saite an, die stilles Glücksgefühl zum Klingen bringt. Und so läßt es sich auch frohgemut schreiten an jenen Gartenzäunen entlang, an denen die letzten Kinder der sommerlichen Flora mit dem leuchtenden Gelb der Sonnenblumen und mit dem vielfältigen Bunt der üppigen Dahlien grüßen. Schön ist es vor allem hier, wenn die Dämmerung einfällt und wenn von der Stadt her die ersten Lichter schimmern. Dann legt die beginnende Dunkelheit blaue Schatten auf Daum und Strauch. Papierlaternen der Kinder leuchten zwischen dem Geäst, und manchmal erschallt auch stoher Gesang, ber# dem Ausklang des Tages echte Feierabendstimmung verleiht. H. W. Sch. Vornotizeri. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Unternehmen Michael". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Fremdenheim Filoda". Ortsgruppe Gießen-Ost. Die im Breich der Ortsgruppe Gießen-Ost wohnenden Angehörigen der SA., SS., NSKK. (auch wenn sie neu in die Partei eingetreten sind) werden aufgefordert, die Beiträge zur Hilfskasse für das 4. Vierteljahr 1937 heute Donnerstag, 2 3. September, in der Zeit von 20 bis 22 Uhr, im Saale der Gastwirtschaft „Germania" zu bezahlen. Wer die fälligen Beträge an diesem Tage nicht bezahlt, muß bei der Hilfskasse in München abgemeldet werden. Hitler-Jugend, Unterbann 1/116. Zu der Ueberführung der 18jährigen in die SA., SS. usw. treten die befohlenen Einheiten, sowie die zu überweisenden Ig. am Sonntag, 26. September, um 10.15 Uhr, vor den Marktlauben an. (Sommerdienstanzug.) Heil Hitler! Der Führer des Unterbannes 1/116. Rühl, Geff. Polizei gegen Verkehrssünder. In der Zeit vom 10. bis zum 16. September wurden innerhalb der Stadt von der Polizei Drei Fuhrwerkslenker, 15 Radfahrer, 56 Kraftfahrzeugführer und fünf Fußgänger zur Anzeige gebracht. Verwarnt bzw. belehrt wurden vier Führer von Hessen in aller Welt! Von der Forschungsstelle Stammheimat im Volksbund für das Deutschtum im Ausland (VDA.), Landesverband Hessen-Darmstadt, wird uns geschrieben: Das deutsche Volk ist ein Volk ohne Raum. Die Enge drückt. Zahllose wertvolle Volksgenossen wandten in der Vergangenheit der Heimat den Rücken, wanderten aus, um draußen in der Welt ihr Glück zu versuchen, und gingen Dem deutschen Volk verloren; ein unersetzlicher Verlust an rassisch kostbarem Blut, an Wagemut und Schöpferkraft; denn der Entschluß, über See ein neues Leben aufzubauen, war schwer. Spießer und Schwächlinge blieben lieber daheim. Die deutschen Staaten des liberalistischen 19. Jahrhunderts und der Systemzeit ertrugen nur allzu gern den Aderlaß dieser Auswanderungen. Noch war der Sinn für den hohen Wert des Blutes nicht geweckt. Wir haben im Weltkrieg für diese Sünde unlerer„ Düter büßen müssen. Auf amerikanischer Seite kämpften zahlreiche Enkel jener Auswanderer, Die einst mit Verzweiflung und Bitterkeit im Herzen sich losgerissen hatten von dem Mutterboden der Heimat. Das Dritte Reich erkennt seine Pflicht, in letzter Stunde zu retten, was noch zu retten ist. Wir wollen die Fäden wieder anknüpfen, die eine verständnislose, selbstsüchtige Vergangenheit abreißen ließ. Wir wollen den Deutschen draußen in der Welt wieder deutsche Heimat schenken. Ueberall in Deutschland sind durch die Bundesleitung des VDA. Forschungsstellen geschaffen worden, die diese Aufgabe lösen sollen. Auch in Hessen ist vor einigen Monaten im Einvernehmen mit Dem Herrn Reichsstatthalter eine solche „Forschungsstelle Stammheimat" gegrünDet roorDen. (Anschrift: Ar- chioDirektor Dr. Adolf Müller, Stadtbücherei Darmstadt, Pädagogstrahe 1, Fernruf 7/31, Nebenstelle 433.) Vor einigen Monaten wurden durch die Kreisämter und Bürgermeistereien Fragebogen ausgegeben, in die jeder die Namen und Anschriften der Auswanderer feiner Familie eintragen sollte. Es gibt kaum eine Familie in unserem Gebiet, Die nicht Sippengenossen im AuslanD besitzt. Deshalb prüfe jeDer Volksgenosse noch einmal nach, ob er nicht die Lücken schließen kann. Fragebogen sind durch die Forschungsstelle in Darmstadt zu beziehen. Die Forschungsstelle verfolgt nicht nur wissenschaftliche Ziele. Wichtiger ist, durch Briefe und Lesepatenschaften, durch Buch- und Zeitschriftenver- sand unseren deutschen Brüdern im Ausland zu zeigen, daß wir uns mit ihnen verbunden fühlen. Eine große vaterländische Aufgabe ist zu lösen. Sie kann nur gelöst werden, wenn viele Helfer sich zur Verfügung stellen. Darum: Ans Werk! Fuhrwerken, 12 Radfahrer, 9 Kraftfahrzeugführer und 43 Fußgänger. Morgen kehren die Soldaten aus dem Manöver zurück. Nach mehrmöchigem, sehr anstrengendem Dienst bei Den Regiments-Uebungen, sowie bet Den Divl- sions- unD bei Den Korps-Manöoern, welch letztere an Der Werra heute zu Ende gehen, kehren unsere Gießener Soldaten am morgigen Freitag hierher in die Garnisonstadt zurück. Das Infanterie-Regiment 116 kommt in vier Transporten auf dem hiesigen Bahnhof an, und zwar gegen 3.15 Uhr, gegen 5.15 Uhr, gegen 9.30 Uhr und gegen 12.50 Uhr. Der Einmarsch in die Stadt vom Güterbahnhof aus wird nach dem Ausladen der Transporte gegen 4 Uhr, bzw. gegen 6 Uhr, bzw. gegen 10.15 Uhr, bezw. gegen 13.30 Uhr erfolgen. Die III. Abteilung Artillerie-Regime n t 9 kommt in zwei Transporten auf dem Gießener Güterbahnhof an, und zwar gegen 5.20 Uhr und gegen 19.15 Uhr. Der Einmarsch vom Bahnhof in die Stadt wird gegen 6.30 Uhr, bzw. gegen 20 Uhr erfolgen. Unsere Volksgenossen werden sicherlich nicht verfehlen, den heimkehrenden Soldaten einen herzlichen Empfang zu bereiten. Schützt die Ernte vor Brand! NSG. Alljährlich bald nach der Ernte beginnt die Zahl der Brände stark zu steigen, weil die aufgestapelten Vorräte allzu leicht Feuer fangen. Von den 400 Millionen Mark, die die deutsche Volkswirtschaft in jedem Jahr durch Brandschäden verliert, kommt ein großer Teil auf das Konto dieser Erntebrände. 200 000 Volksgenossen (das entspricht der Einwohnerschaft von Halle ober Kiel) könnten laufend von Den verbrannten Lebensrnitteln ernährt werden. Drei Viertel dieser Schadenfeuer entstehen durch Unvorsichtigkeit; allein in den letzten zehn Jahren waren in den Monaten Juli bis September 30 000 durch mit Streichhölzern spielende Kinder verursachte ländliche Brände zu verzeichnen. Dieser Zustand darf unter keinen Umftänben fortbauern. Darum: Haltet euch immer die Höhe des jährlichen Brandschadens vor Augen — 400 Millionen Mark! —, sobald ihr mit Streichhölzern oder offenem Feuer umgeht! Dann werdet ihr von selbst vorsichtig sein. Raucht nicht in der Nähe von Lagerhäusern, Scheunen, Ställen usw., ober gar in biefen selbst; achtet barauf, baß auch andere dies unter keinen Umständen tun. Verschließt die Streichhölzer und alle feuergefährlichen Gegenstände vor Kindern und erzieht die Kinder von klein auf so, daß sie diese Brandquellen meiden. Es geht jeden an! Im Zeichen des Dierjahpes- planes dürfen wir kein Körnchen Getreide durch Leichtsinn verlieren. Wenn alle Volksgenossen zielbewußt mithelfen, muß und wird die Zahl Der Brände rasch sinken. Sammelt Bucheckern! Oelgewinnung aus deutschen Oelsaalen. DNB. Um die Ernte an Bucheckern für die Oelgewinnung nutzbar zu machen, sind Bucheckern auch in diesem Jahre in die Förderungsmaßnahmen des Reichs- und Preußischen Ministers für Ernährung und Landwirtschaft zur Oelgewinnung aus deutschen Oelsaaten einbezogen worden. Die Oelmühlen werden durch Bewilligung einer Ausgleichsvergütung in die Lage versetzt werden, dem Sammler von Bucheckern einen Kaufpreis von 25 Mark für den Doppelzentner zu zahlen. Darüber hinaus ist dem Sammler noch ein Rückkaufsrecht für die bei der Verarbeitung der Bucheckern angefallenen Bucheckernkuchen in einer Menge von 65 v. H. des Gewichts der angelieferten Bucheckern eingeräumt worden. Dey Oelmühlen wird die Ausgleichsvergütung auch dann gezahlt, wenn sie das Bucheckernöl, das sie für Den eigenen Verbrauch Der Sammler im Lahnschlag geschlagen haben, abgesehen vom reinen Schlaglohn, frei von allen übrigen Zuschlägen zurückliefern. Große Herbstübung der GießenerZreiwilligenFeuerwehren Alljährlich findet für die Gießener Freiwilligen Feuerwehren (Gießener Freiwillige Feuerwehr und Gailsche Feuerwehr) eine große Herbstübung statt, bei der die Mannschaften zeigen sollen, welcher Leistung und welchen Einsatzes sie fähig sind. Im vergangenen Jahre fand diese Hebung, wie sich wohl noch mancher Volksgenosse erinnern wird, zu abendlicher Stunde mit einem großen Brandangriff auf das Realgymnasium statt. In diesem Jahre wird die Uebung in einer etwas anderen Form abgehalten werden. Am kommenden Sonntag, 26. Sept., 9 Uhr, werden die Mannschaften auf Dsmalbsgarten antreten, zunächst eine Parade- aufftellung zeigen, ferner im Fußexerzieren ihr Können und ihre Disziplin beweisen, schließlich aber auch mit einem Geräteexerzieren und einem Brandangriff hervortreten. Dabei werden als Besonderheit und erstmalig die Mannschaften der Freiwilligen Feuerwehren an den Geräten Der Städtischen Feuerwehr üben, also mit Der großen modernen Motorleiter und mit der großen Motorspritze, Die erst vor etwa Jahresfrist bei der Städtischen Feuerwehr in Dienst gestellt wurden. Es soll erreicht werden, daß auch die Freiwilligen Feuerwehren mehr und mehr mit modernen Geräten vertraut werden. Die große Hebung wird sicherlich zahlreiche Volksgenossen interessieren. Es wird jedermann Gelegenheit gegeben, Die Uebung in allen Einzelheiten zu verfolgen. Die Bevölkerung unserer Stadt kann dabei gleichzeitig ihre Verbundenheit mit den Gießener Freiwilligen Feuerwehren beweisen, die sich Jahr für Jahr uneigennützig und in vielen Hebungen für Den Dienst an der Gemeinschaft bereit halten. Zum Bürgermeister von Bad-Rauheim ernannt. Durch Erlaß des Herrn Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — vorn 15. September ist der seither mit der Führung der Bürgermeisterei- Geschäfte von Bad-Nauheim beauftragte Regie- rungsaffeffor Wilhelm Hahn unter Berufung in das Beamtenverhältnis mit Wirkung vom 22. September 1937'zum hauptamtlichen Bürgermeister von Bad-Nauheim ernannt worden. Bürgermeister Hahn entstammt einer alteingesessenen Familie in Gießen. Nach dem Schulbesuch studierte er an der Universität Gießen, nachdem er vorher 2V2 Jahre in einem Gießener Bankgeschäft gelernt hatte, Nationalökonomie und Rechtswissenschaft. Er bestand dann das Referendar- unb das Assessorexamen. Im Jahre 1931 trat er in die Partei ein, in Der er aktiv tätig war. Nach Der Machtübernahme war er ein Jahr lang Leiter Der NS.-StaDtratsfraktion in Gießen, wo er sich in eifriger Weise um Das Wohl unserer Stadt bemühte. Von hier kam er als Beigeordneter nach Worms. Dann war er seit Oktober 1934 als Re- gierungsassessor am Kreisamt in Alzey tätig. Seit Januar dieses Jahres war er mit der Führung der Bürgermeisterei-Geschäfte in Bad-Naüheim beauftragt. Umgestaltung vor dem Hauptzollamt. Jrn Zuge der gegenwärtigen Neugestaltung der L'-ebigstraße zwischen Frankfurter Straße und Bahnhofstraße — über Die wir vor einigen Tagen bereis in großen Zügen berichteten — erfährt Das Straßenbild auch an der Ecke Bahnhofstraße, vor dem Hauptzollamt, eine weitgehende Veränderung. Das Stück des Vorgartens vor dem Hauptzollamt an Der Front Liedigstraße wird vollständig verschwinden, so daß künftig der Bürgersteig an Dieser Stelle bis an das Zollamtsgebäude selbst heranreichen wird. Der Zollamtsgarten an der Bahnhofstraße, gegenüber der Anatomie, wird eine teilweise Neugestaltung erfahren dergestalt, daß Dort, die Bahnhofstraße um etwa 7 Meter verbreitert und um soviel das Terrain des Zvllgartens verschmälert wird. Die von manchen Seiten vermutete völlige Beseitigung dieses Vargartensstückes zwecks Schaffung einer günstigeren Ausfahrtsftrahe vom Pvfthof her ist im Zuge Des jetzigen Bauvorhabens noch nicht vorgesehen. Immerhin wird Die Neuordnung doch dahin führen, daß an dieser verkehrsreichen Straßenecke künftighin günstigere Hebersichtsver- hältnisse Platz greifen werden. Verkaufsstand an der Kaiserallee beseitigt. Nachdem gestern der schöne und mit vielen farbigen Ornamenten gezierte Klein-Verkaufsstand des Erfrischungshäuschens im Neubau am Alten Fried- hoi an der Licher Straße feiner Bestimmung übergeben werden konnte, ist nunmehr der bisherige Verkaufsstand an, der Kaiserallee beseitigt worden. Ein kleiner Auftakt zur Bereinigung der Ecke Kaiserallee—Licher Straße. Wie wir von zuständiger Seite hören, ist für die Ausgestaltung der Ecke Kaiserallee—Licher Straße die Ausschreibung eines Wettbewerbes geplant. Und dabei überaus gründliche Reinigungskraft, Schonung des Zahnschmelzes, angenehm mik der u. erfrischen-i der Geschmack. 50 Pf. Die grolie Tube, 25 Pf. die kleine Tube: MWöWWMU! Roman von Bernhard Lonzer. Hrheberrechtsschutz: Arthur Moewig, Romanvertrieb, Berlin SW 68. 23 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Ich bin ein Mensch ohne Hirn und Blut, ich bin ein Automat", dachte sie, als sie wenig später Gloria Bruckner die Chloroformmaske aufsetzte. Sie hörte die Frau sprechen, hörte Stefan antworten. Aber sie verstand nicht, was gesprochen wurde. Gloria begann zu zählen. Jede Zahl war wie eine Sprosse zu Der Leiter, Die in Die Tiefe Der Bewußtlosigkeit hinabführte. Wenn das Erwachen kam, würde die Frau wissen, daß ihr geholfen war. Denn Stefan wollte es. Stefan wollte, daß diese Frau wieder sehen konnte. Hnd dann ...? „Zehn — elf — zwölf...", zählte Gloria. „Dreizehn!" drängte Stefan weiter. „Drei — ;ehn!" ' „Drei — zehn ..kam es wie unter einem Zwang. Noch ein paar Zahlen wurden genannt. Anne- lore wußte nicht, wieviel. Dann war es still. Stefan war jetzt wie ein Sportsmann vor dem Start: Geballtes Wollen, gesammelte Energie. Klar lind knapp gab er seine Anweisungen. Mechanisch tarn Annelore ihnen nach. Hnd bann — enblich — war bas schwere Werk Darüber. Stefan richtete sich auf. Seine Augen sahen Annelore an. Aber ihr war es, als sähe er sie nicht, als sähe er burch sie hinburch wie burch etwas Wesenloses. „Geglückt...!" hörte sie ihn sagen. Geglückt! Glück und Hnglück waren in diesem Wort verborgen. Die obere Hälfte des wächsernen Gesichtes in schneeweißen Mull gehüllt, wurde Gloria hinaus- xefahren. Annelore trat an das Fenster und öffnete cs. Frisch und klar drang die winterliche Luft in Den nach Chloroforyi und Karbol riechenden Raum. Wenige Minuten später stand Stefan dem Konsul gegenüber, der vor tiefer Erregung und qualvoller Spannung ganz blaß war. „Geglückt, Herr Konsul!" Stumm vor Erregung und überquellender Freude drückte Bruckner ihm die Hand. „Wann kann ich meine Frau sehen?" brachte er schließlich hervor. „Vorläufig liegt sie noch in Narkose. Wir wollen dann wenigstens die ersten Nachwirkungen vorüber- lassen. Zum Abend also. Aber nur auf ein paar Minuten." Der Konsul zog das Taschentuch und fuhr sich damit über die Stirn. „Wie lange wird es dauern, bis —" „Zwei bis drei Wochen etwa. Während dieser Zeit — mindestens aber in den ersten vierzehn Tagen — muß Ihre Gattin unbedingt Ruhe haben. Keinerlei Aufregung, wenn wir die Heilung nicht gefährden wollen! Es wird langweilig und aufregend für Sie werden — wenn Sie etwa dringende Geschäfte zu erledigen haben ...?" „O nein, bitte — ich möchte solange hierbleiben." „Wie Sie denken. Aber Sie werden wenig von Ihrer Gattin haben. Unbebingte Ruhe ist, wie gesagt, erforderlich. Ich kann Ihnen höchstens zehn Minuten vormittags und zehn nachmittags bewilligen." „Wird ertragen, Herr von Achenbach. Was fein muß, wird ertragen." 8. Eine Klingel schrillte. Ungebulbig, aufgeregt. Annelore fah zu bem Relais auf. Zimmer Nummer sieben. Gloria Bruckner! Dor kaum fünf Minuten erst hatte sie Wünsche gehabt! Annelore öffnete bie gegenüberliegenbe Tür. „Sinb Sie fertig, Fräulein Bergner? Die Frau Konsul hat schon roieber Wünsche. Achselzuckenb unterbrach bie Pflegerin ihre Arbeit unb begab sich stumm hinaus. Gloria war umgebettet, in ein abgelegenes, ver- bunkeltes Zimmer gebracht worben. Sie stöhnte auf, als die Pflegerin bei ihr eintrat. „Ist Herr von Achenbach noch immer nicht da?" „Nein. Er kommt doch erst kurz vor Tisch." „Dann soll Fräulein Hildach kommen." „Fräulein Hildach ist gerade sehr beschäftigt." „Fräulein Hildach soll kommen!" wiederholte Gloria erregt. Die Pflegerin zögerte. „Ich will sehen —", erklärte sie Dann und ging wieder. Annelore war unschlüssig, was sie tun solle. Alles in ihr sträubte sich gegen den Gedanken, allein zu dieser Frau gehen zu sollen. Sie war bisher noch nie mit ihr allein gewesen ... Aber man durfte sie nicht unnötig aufregen. Unb man bürste im Beruf nicht an sich selber benfen. Auch sie würbe von einem Stöhnen empfangen, als sie eintrat. „Diese Schmerzen! Fünf Tage nun schon! Warum quält man mich nur so!" «Es sind die Einspritzungen, Frau Konsul. Und sie sind notwendig", gab Annelores klangvolle Stimme Antwort. „Sie müssen Geduld haben, dürfen sich vor allen Dingen nicht aufregen." „Nicht aufregen...! Was wissen Sie davon...!" Annelore sah in das Halbdunkel. „Haben Sie sonst irgendwelche Wünsche?" Glorias Rechte tastete durch die Luft. „Kommen Sie doch mal her zu mir." Langsam gehorchte Annelore. „Geben Sie mir Ihre Hand", klang es zu ihr auf. Zögernd streckte sie die Rechte vor. Gloria griff mit einem eigenartig tastenden Druck danach. „Sie haben eine schone, ruhige Hand... Sind Sie noch jung?" Ein eigenartiges Gefühl beherrschte Annelore. Diese Frau hielt ihre Hand! Diese Frau...! Unb warum? Was wollte sie von ihr? Die Berührung ließ sie plötzlich gegen ihren Willen erschauern. „Nein, nicht ruhig — Ihre Hanb ist auf einmal nicht mehr ruhig", ließ Gloria sich roieber hören. „Warum bas? Was haben Sie? Was haben Sie gegen mich?" „Was sollte ich gegen Sie haben!" „Doch, Sie haben etwas gegen mich. Ich fühle es an Ihrer Hanb. Unb ich will wissen, was es ist." Annelore entzog ihr bie Hanb. „Was sollte ich gegen Frau Konsul Bruckner haben...!" Gloria schien ben Worten nachzulauschen. „Wie Sie bas sagen! Wer sinb Sie...?" Annelore bemühte sich, ihrer Stimme einen ruhigen Klang zu geben. «Es ist Ihnen ja bekannt: ich bin Herrn 0. Achenbachs Assistentin." „Ah...! Sie sind sehr klug! Sie sind so klug, daß Sie mich nicht verstehen wollen... Lassen wir es einstweilen dabei. Aber ich bin sehr neugierig, ich mochte noch mehr wissen. Sie haben eine sehr angenehme Stimme, Sie sind sehr klug — sind Sie auch ebenso schon ...?" Härter und schärfer, als sie es wollte, versetzte Annelore: „Das kann und mag ich nicht entscheiden. Es ist für Sie auch nicht von Interesse." „Doch, ich will wissen, ob Sie schon sind. Und ich werde es wissen — wenn ich wieder sehen kann..." Plötzlich streckte sie wieder die Hand aus. „Bitte, seien Sie mir nicht böse, Fräulein Hildach. Es scheint gewiß dumm von mir. Aber ich bin ganz wirr durch die Schmerzen, die Angst, ob ich wirklich wieder sehen werde. Nein, Sie dürfen mir nicht böse fein. Man möchte doch gern wissen, wen man um sich hat. Sind Sie schon lange hier „Nein. Knapp zwei Monate." „Immerhin werden Sie bereits ein Urteil über Herrn von Achenbach haben. Ist er eine angenehme Persönlichkeit" „Diese Frage würde ich wahrscheinlich auch dann nicht verneinen, wenn das Gegenteil der Fall wäre", entgegnete Annelore nur widerstrebend und mit fühlbarer Zurückhaltung. «Dank Ihrer bereits gerühmten Klugheit! Ist er — verheiratet...?" «Nein. Aber wir haben nun schon viel zu lange mifeinanber gesprochen unb müssen bamit aufhören. Das verlangt bie Vorschrift." Gloria ließ wieder ein leises Stöhnen hören. „Vorschriften sinb hart unb grausam." „Nicht so hart unb grausam, wie es bas Schicksal manchmal ist..." Hatte sie bas sagen wollen ...? «Das Schicksal — ja...!" kam Glorias Stimme wie ein Flackern aus bem Halbbunkel. „Aber das klingt ganz so, als ob Sie bas Schicksal auch schon kennengelernt hätten —?" „Vielleicht...! Vielleicht werde ich es aber auch erst richtig kennenlernen..." Eine Spanne lang herrschte Stille. Fortsetzung folgt Sechs Monate Gefängnis für gestohlene Fische. Die in Gießen wohnenden Pächter des Fischereireviers in der Lahn bei Argenstein (Kreis Marburg) mußten schon oft die Wahrnehmung machen, daß Fischerei-Wilderer in ihrem Pachtbezirk an der „Arbeit" waren. Endlich gelang es am 22. Mai dieses Jahres abends einem Aufsichtsbeamten, den aus Argenstein stammenden, jetzt in Marburg wohnhaften Heinrich Mattern bei der Fischwilderei in dem Lahnbezirk der Gießener Pächter zu erwischen. Um diesen Fischdieb, aber auch andere „Freunde" der Fischerei in fremder Leute Revier, von zuständiger Stelle darüber belehren zu lassen, daß nach den neuen, scharfen Strafbestimmungen vom 1. September 1935 zum Schutze von Jagd und Fischerei die Fischerei-Vergehen nicht mehr als Harmlosigkeit angesehen werden, erstatteten die Fischereipächter gegen Mattern Strafanzeige. Das Amtsgericht in Fronhausen (Lahn) verurteilte den Angeklagten Mattern wegen Fischdiebstahls (Vergehen nach § 293 Abs. 2 StGB.) zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Dieses Urteil dürfte wohl dem Angeklagten eine Warnung für die Zukunft, aber auch anderen Flscherel- liebhabern ohne Berechtigung eine Mahnung sein, sich von anderer Leute Fischereirevier fernzuhalten. Gießener Wochen marktpreiie. * G i e ß e n, 23. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, kg 1 57 Mark feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, kg 9 bis 12, Weißkraut 6, Rotkraut 9 bis 12, gelbe Rüben 9, Karotten 8 bis 12, rote Rüben 9 bis 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 18 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Erbsen 20 bis 35, Feldsalat, Vio 10 bis 11, Tomaten 12 bis 17, Zwiebeln 6 bis 7, Meerrettich 30 bis 80, Schwarzwurzeln 25, Kürbis 5 bis 6, Pilze 40 bis 50, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,45 bis 3,50 Mark, Aepfel, kg 10 bis 25 Pf., Birnen 5 bis 25, Brombeeren 33, Preiselbeeren 35, Zwetschen 15 bis 16 Pf., Hähne, junge 1 bis 1,10 Mark, ältere 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Nüsse, Vt kg 35 bis 40, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 9 bis 11, Salatgurken 5 bis 30, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 9 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. ♦ ** Arbeitsjubiläum. Der beim Gas- und Wasserwerk der Stadt Gießen beschäftigte Installateur Wilhelm Obwald kann heute auf eine ununterbrochene Dienstzeit von 25 Jahren zurückblicken. Der Herr Oberbürgermeister hat aus diesem Anlaß dem Jubilar ein Glückwunschschreiben übersandt, das ihm im Kreise seiner Arbeitskameraden während einer Ehrung überreicht wurde. ** Obstoersteigerung der Stadt Gie- ß e n. Dieser Tage fand die Obstversteigerung der Stadt Gießen statt, bei der etwa 60 Zentner Aepfel zum Ausgebot gelangten. Es handelte sich um die Erträge der städtischen Bäume in Throns Garten (An der Kläranlage) und der Bäume am Leihgesterner Weg. Es wurden bei der Versteigerung Durchschnittspreise von 7,50 bis 8 Mark je Zentner erzielt. ** E i n Junge beim Kastanienholen schwer verunglückt. Gestern nachmittag kletterte der 10 Jahre alte Schüler Kurt Schwing, Lindenplatz 12 wohnhaft, auf einen Kastanienbaum an der Reitbahn von Schömbs auf dem Brandplatz, um die von den Buben letzt so eifrig begehrten Kastanien zu holen. Dabei stürzte der bedauernswerte Junge aus nicht allzu großer Höhe ab, fiel aber so unglücklich, daß er einen schweren Schädelbruch daoontrug. In ernstem Zustand mußte der Kleine nach der Chirurgischen Klinik gebracht werden. ** Don einem Auto überfahren. Am gestrigen Mittwoch gegen 15 Uhr ereignete sich in der Nähe der Wellersburg ein schwerer Verkehrsunfall. Dort befand sich die 48 Jahre alte Kriegerwitwe Luise Brück aus Wieseck mit einem Handwagen, auf den sie Holz geladen hatte, unterwegs nach Wieseck. Aus der Richtung von Gießen her kam ihr ein Personenkraftwagen aus Stuttgart entgegen, der plötzlich ins Schleudern geriet und dabei die Frau erfaßte. Die Bedauernswerte wurde überfahren und von dem Auto noch ein Stück geschleift, bevor der Wagen zum Stehen kam. Die Frau mußte mit schweren inneren Verletzungen der Chirurgischen Klinik zugeführt werden. ** UnfallimBahnhof Gießen. Im Laufe des gestrigen Tages ereignete sich im hiesigen Bahnhof beim Rangierdienst ein Unfall. Der 35 Jahre alte Bahnarbeiter Karl Schneidmüller aus Watzenborn-Steinberg erlitt eine erhebliche Kopfverletzung, sowie eine Gehirnerschütterung. Der Verunglückte mußte in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Amtsgericht Gießen. Gestern hatte sich der I. R. aus Hamborn wegen fortgesetzten Betruges in mehreren Fällen, sowie wegen Diebstahls vor dem Amtsgericht Gießen zu verantworten. Der Angeklagte, der schon mehrfach, auch einschlägig vorbestraft ist, war 1935/36 im hiesigen Bezirk als Werber eines Frankfurter Verlags tätig. Als solcher mietete er sich in Gießen eine Wohnung, bezahlte auch zunächst, stellte jedoch nach einiger Zeit die Zahlungen ein. Dasselbe wiederholte der Angeklagte in vier weiteren Wirtschaften der Umgebung, obwohl ihm genau bekannt war, daß ihm die nötigen Mittel zur Bezahlung fehlten. Weiterhin pumpte er in Gießen einen Bekannten an. Die Rückzahlung dieser Summe steht heute noch aus. Ein tolles Stückchen leistete er sich ebenfalls, indem er zu einem bekannten Vertreter desselben Verlags nach Wallau fuhr und diesem vorspiegelte, er sei inkassoberechtigt. Da er an dem Tage sowieso nach Frankfurt fahren wolle, sei es doch bequemer, wenn dieser ihm das Geld, das der Zeuge im Laufe der Woche kassiert hatte, gleich mitgebe. Dies tat dieser denn auch. Der Angeklagte führte jedoch die Summe nicht ab, sondern steckte sie in seine Tasche. Weiterhin legte ihm die Anklage zur Last, in einem hiesigen Lokal einen Mantel gestohlen zu haben. Es stellte sich jedoch heraus, daß hie einwandfrei eine Verwechselung vorlag, denn als der Angeklagte spät abends aus dem Lokal aufbrach, stellte er fest, daß sein Mantel weg war. Darau gab ihm der Wirt einen anderen Mantel, der hängen geblieben war. Das Mißverständnis klärte sich jedoch bald auf, und die Beteiligten erhielten ihre Mäntel zurück. In diesem Falle mußte natürlich Freispruch erfolgen. Bezüglich der Betrügereien behauptete der Angeklagte, der den Sachverhalt an sich zugab, nicht in betrügerischer Absicht gehandelt zu haben, sondern erst dann in Rückstand geraten zu sein, als sein Verdienst nachließ. Im Falle des Wallauer Vertreters mußte er allerdings einen glatten Betrug eingestehen. Im übrigen konnten ihm noch zwei weitere Fälle nachgewiesen werden. Da das Gericht eine fortgesetzte Handlung annahm, durfte naturgemäß in den nicht nachgewiese- nen Einzelfällen keine Freisprechung erfolgen. Das Urteil lautete auf insgesamt sieben Wochen Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt gelten. Der Angeklagte nahm das Urteil ofort an. Rundfunkprogramm Freitag, 24. September. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 10.45: Mutter turnt und spielt mit dem Kind. 11.40: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: O holde Frau Musical 15: Volk und Wirtschaft. 16: Unterhaltungskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Kleiner Knigge für verliebte Leut'. 20: Nachrichten. 20.10: Anerkennung nicht krebsfester Kartoffelsorten. Fwd. Das Verwaltungsamt des Reichsbauernführers ordnet zum Zwecke des Ausschlusses nicht krebsfester Kartoffelsorten von der Pflanzguterzeugung folgendes an: Bestände der Sorten Aller- früheste Gelbe, Frühe Rosen, Zwickauer frühe Gelbe, Centifolia, Industrie und Prof. Wobltmann dürfen als Hochzucht ab Anbaujahr 1938 lediglich noch zur Aufrechterhaltung der Ausfuhr in einem für jede Sorte vom Derwaltungsamt festzulegenden Umfange anerkannt werden. Für die Sorte Erstling werden zur Anerkennung als Hochzucht im Anbaujahr 1938 600 Hektar, im Anbaujahr 1939 letztmalig 400 Hektar zugelassen. Bestände der vorhergenannten Sorten dürfen als anerkannte Saatware 1938 und letztmalig 1939/nur noch in denjenigen Betrieben anerkannt werden, in denen sie auch 1937 zur Anerkennung angebaut und gemeldet worden sind. Der Umfang der Anerkennungsfläche dieser Sorten wird für den einzelnen Betrieb beschränkt, und zwar 1938 auf 75 v. H. und 1939 auf 50 v. H. der zur Anerkennung im Jahre 1937 gemeldeten Fläche. Die Betriebe, in denen 1937 letztmalig Hochzucht dieser Sorten anerkannt wurden, dürfen im Rahmen der genannten Einschränkungen noch bis einschließlich 1939 anerkannte Saatware anerkennen lassen. Soweit noch 1939 Bedarf an anerkannter Saatware dieser Sorten für die Ausfuhr besteht, werden Sonderbestimmungen hinsichtlich des Umfanges und der Anbaugebiete erlassen. Garbenteicher Gänger im Rundfunk. Der Gesangverein „Frohsinn" Gartz e n t e i ch , der am vergangenen Sonntagvormittag die Stunde des Chorgesangs im Reichssender Frankfurt bestritt, bereitete den Rundfunkhörern eine große Freude. Der Chor unter Leitung seines bewährten Chormeisters Harnisch (Watzenborn- Steinberg) zeugte von guter Schulung. Die zu Beginn vorgetragenen Chöre „Lustiger Matrosensang" (Nellius), „In den Alpen" (Hegar) und „Der Berg- sttom" (Baumann) wurden ausgezeichnet wiedergegeben. Die ferner zu Gehör gebrachten Volkslieder „Liebesklage" (Neumann), „An einem Bächlein" (Nagel), „Wie Gott will" und „Schön ist die Jugend" (Lewalter) sowie „Verschmähte Liebe" (Heinrichs) gefielen nicht weniger gut. Mit dem Chor „Schlußgebet" (Wüst) wurde dem Konzert ein feierlicher Abschluß gegeben. Landkreis Gießen. A Oppenrod, 23. Sept. Am gestrigen Mittwoch fand hier die hiesige Gemeindeobstver- st e i g e r u n g statt. Der Behang der Bäume war gut, so daß man von einer mittelguten Ernte sprechen kann. Bei guter Beteiligung wurde je nach Sorte 7 bis 10 Mark erzielt. — Der hiesige Landwirt Heinrich Balser erntete eine Kartoffel, die das stattliche Gewicht von 2lh Pfund hatte. (Sorte Ackersegen.) & Steinbach, 22. Sept. Die Eheleute Weißbinder Johann Jakob Burk und Frau Margarete, geb. Arnold, feierten am heutigen Tage das Fest der silbernen Hochzeit. * Steinbach, 23. Sept. Der Bierbrauer Hahn von hier stürzte gestern abend, als er auf dem Motorrade von feiner Arbeitsstätte in Lich hierher zurückkehrte, dadurch mit seiner Maschine, daß er von einem entgegenkommenden Auto geblendet wurde. Der bedauernswerte Mann mußte mit erheblichen Gesichts- und Handverletzungen nach Gießen in die Klinik gebracht werden. = Steinbach, 22. Sept. Die Gemeinde Stein- tzach versteigerte am Montag ihr Obst. Die Ernte fiel ziemlich mäßig aus, wie überhaupt die hiesige Obsternte nur strichweise befriedigend ausgefallen ist. Nachmittags fand die Versteigerung des Obstes der Pfarrei Steinbach statt. Im Vorjahr hatte die Gemeinde Steinbach eine gute Obsternte, die Pfarrei dagegen eine geringe. Dieses Jahr war es umgekehrt: die Pfarrei hatte eine gute Mittelernte. Da l)ie Zahl der Steiaerer groß war, wurden angemessene Preise erzielt. Der Ertrag — der höchste seit Anlage des Obstgutes durch Pfarrer Haacke — übersteigt 1500 Mark. Die gute Ernte dieses Jahres ist neben der Lage der Obstanlage der seit mehreren Jahren plan- mätzig durchgeführten Auslichtung und Spritzungen der Bäume zu verdanken. Auch wurden Nistkästen aufgehängt, um die Vögel zur Unterstützung des Kampfes gegen die Schädlinge anzusiedeln. Die Arbeiten in der Anlage wurden durch den hiesigen Obst- und Gartenbauverein durchgeführt, dessen Vorsitzender Balthasar Jakob Haas auch Baurn- wart der Pfarrei ist und das Auslichten der Bäume ausführte. Die nicht unbeträchtlichen Kosten haben sich rentiert. # Staufenberg, 23. Sept. Das an den letzten Sonntagen durchgeführte Preis schi-ßen der hiesigen Krieger-Kameradschaft fand nun seinen Abschluß. Geschossen wurde mit Klein- kaliber, stehend aufgelegt. Die drei besten Schützen waren: 1. Karl Zecher, 2. L. Zecher V. (Staufenberg), 3. Karl Erdmann (Ruttershausen). # Daubringen, 23. Sept. Frau Elisabeche Stecker von hier feierte dieser Tage bei guter Gesundheit ihren 7 6. Geburtstag. I Großen-Linden, 22. Sept. Gestern wurde das Gemeindeobst ver steigert. Die Bäume hatten zum Teil einen guten Behang. Die Beteiligung an der Versteigerung war sehr stark. Die Ins herbstliche Land. Ein froher Marsch- und Lie- derreigen. 21.15: „Hört ihr Herren und laßt euch sagen ...". Eine wundersame Streife durch die Nacht mit Pike und Wächterhorn. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. Sportbericht. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 1: Nachtkonzert. Samstag, 25. September. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Morgenstund. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Da bleibt kein Auge tränenleer! Neue Dieche- reien um und von Carl Valentin. 15.15:. Volk und Wirtschaft. 15.30: „Es taget vor dem Walde ." Musikalische Hörfolge. 16: Bunte Melodien. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: „Der Preußen König " Ein Militärkonzert um Friedrich den Großen und ferne Zeit. 20- Nachrichten. 20.10: „Mein Sohn, wenn du zum Weine gehst." Eine frohe Fahrt auf Deutschlands Weinstraßen. 22; Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. Sportbericht. 22.30: Wir tanzen m den Sonntag. Als Einlage: Hörbericht vom Tanzturnier „Deutsche Meisterschaft" im Kurhaus Wiesbaden. 24 bis 1: Nachtmusik. Preise waren durchschnittlich hoch; auch haben einzelne Steigerer sehr gut gekauft. Die Gemeinde hatte eine gute Einnahme. — Die Drescherei hat bereits ihr Ende erreicht. Der Körnerertraa war gut. Zur Zeit sind die Leute mit der Kartoffelernte beschäftigt, die ebenfalls gut ist. Es besteht großer Mangel an Arbeitskräften. * Leihgestern , 23. Sept. Der 31 Jahre alte Ziegeleiarbeiter Richard M ö b u s von hier kam, als er mit seinem Fahrrad unterwegs zu seiner Arbeitsstätte war, schwer zu Fall. Der bedauernswerte Mann erlitt Beckenprellungen und Quetschungen und mußte zur ärztlichen Behandlung in die Klinik nach Gießen gebracht werden. □ Ullendorf (Lahn), 22. Sept. Gestern vormittag wurde das Obst unserer Gemeinde ver - steigert. Es wurden verhältnismäßig gute Preise erzielt. Zu der Versteigerung hatten sich viele Bieter aus den umliegenden Ortschaften und auch aus Gießen eingefunden. Der Durchschnittspreis je Zentner belief sich auf 8 bis 10 Mark. — Die Kartoffelernte ist in unserer Gemarkung voll im Gange. Der Ertrag ist gut. s. Lang-Göns, 23. Sept. Bei der Werbung für den Volksbund für das Deutschtum im Ausland (VDA.) wurden hier beträchtliche Gern und freiwillig gib Dein Opfer, denn Der Sammler pehl freiwillig im Dienste Der Volks- Gemeinschaft. Erfolge erzielt. Die Zahl der Mitglieder wurde verdoppelt. Bei der Sammlung für den VDA., die von den Schulkindern durchgeführt wurde, kamen rund 50 Mark zusammen. cxd Langsdorf, 22. Sept. Der „Opfer tag für d i e Innere Mission" erbrachte in der Pfarrei Langsdorf-Bettenhausen den ansehnlichen Betrag von 103 Mark, von denen 85 Mark aus Langsdorf, 18 Mark auf Bettenhausen entfallen. Da es sich nur um eine Kirchenkollekte handeln konnte, ist es ein Kollektenergebnis, wie es feit Jahren nicht vorgekommen ist. Es darf als ein tatkräftiges Bekenntnis der christlichen Gemeinde zu den Werken evangelischer Liebestätigkeit gewertet werden. Kreis Friedberg. ch Butzbach, 22. Sept. Das städtische Spät ob st wurde gestern versteigert. Die Preise waren recht hoch. Wirtschaftsäpfel galten am Baum bis zu 8 Mark, bessere Sorten, wie Blenheim, Har- bertsrenette, Schöner von Boskop, bis zu 15 Mark pro Zentner. Birnen, wie Pastorenbirne, wurden mit 6 bis 7 Mark, Gellerts Butterbirne, Mollebusch u. a. mit 10 bis 11 Mark pro Zentner bezahlt. Der Obstertrag ist eine knappe Mittelernte. Kreis Bübingen. * Babenhausen I, 23. Sept. Wie wir auf Nachfrage in der Chirurgischen Klinik erfahren, hat sich das Befinden des in R a n st a d t in der^Molke- rei verunglückten Landwirts Heinrich H e r r ch e gebessert. Man hofft, ihn am Leben erhalten zu können. Kreis Schotten )-( Ruppertsburg, 22. Sept. Die hiesige Schule veranstaltete im Saale des Gastwirts S ch l ö r b eine Feier aus Anlaß des Tages des deutschen Volkstums. Auch etwa 150 Erwachsene nahmen teil. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand eine Ansprache des Pfarrers H ö r r , der angesichts der großen Not unserer Brüder im Grenz- und Ausland dazu ermahnte, die wichtige Arbeit des VDA. tatkräftig zu unterstützen. Gedichte und Lieder der Schulkinder umrahmten den Vortrag. Im zweiten Teil der Feier trugen die Kinder der 2. Klasse unter Leitung von Lehrer Eucken schöne Gedichte vor. Auch Reigen erfreuten die Anwesenden. — Einen Unfall erlitt der hiesige Bergmann Fritz Zimmer. Beim Aepfel- pflücken brach ein Ast. Zimmer stürzte und erlitt Prellungen und Quetschungen. Fristsetzung für die Lieferung von Industriegetrei^e. Fwd. In Abänderung von Bestimmungen über das Getreidewirtschaftsjahr 1937 38 vom 1. Juli wird durch Anordnung Nr. 65 über die Fristsetzung über die Lieferung von Jndustriegetreide folgendes festgelegt: Der Ankauf und Verkauf von Jndustne- gerste außer Braugerste darf im Getreid-ewirtschafts- jahr 1937'38 nur bis zum 30. September 1937 erfolgen. Die bis dahin abgeschlossenen Kaufverträge müssen hinsichtlich der Lieferung spätestens bis zum 15. Oktober 1937 erfüllt sein. Für Braugerste bleibt es bei der in der Anordnung vom l.Juli 1937 getroffenen Regelung, wonach der Verkauf und die Lieferung von Braugerste bis zum 28. Februar 1938 zulässig ist. Jndustriehafer darf nur bis zum 31. Oktober 1937 verkauft und geliefert werden. Soll der Verkauf und die Lieferung von Jndustriegerste (außer Braugerste) und Jndustriehafer in einem päteren als dem obengenannten Zeitpunkt erfolgen, o ist dazu die ausdrückliche Genehmigung der Hv. der deutschen Getreide- und Futtermittelwirtschaft erforderlich. Ausnahmen werd.n nur auf Antrag unter Beschränkung des Bezuges auf bestimmte ' Gebiete bewilligt. Einführung des neuen Kreisleiiers in Marburg. LPD. Marburg, 20. Sept. Der gestriae Sonntag war für die NSDAP, in Stadt- und Landkreis Marburg dadurch von besonderer Bedeutung, daß in Durchführung der Verordnung des Stellver- treters des Führers der seitherige Kreisleiter und Landrat K r a w i e l i tz k i durch Gauleiter ©ein« r j ch von seinem Amt als Kreisleiter entbunden und der frühere Leiter des Kreises Hofgeismar, Rudolf vonLöwenftein, feierlich in fein neues Amt als Kreisleiter des Kreises Marburg eingeführt wurde. Gauleiter und Staatsrat Weinrich würdigte in ehrenden Worten die nie versagende Arbeitskraft des jungen Kreisleiters, welche vor drei Jahren ihren Dank in feiner Ernennung zum Landrat des Kreises Marburg fand. Das Doppelamt des Landrats und Kreisleiters konnte aber infolge der zunehmenden Aufgaben nur vorübergehend fein, und wenn er nun das Amt des Kreisleiters abgebe, könne er auf die feit zehn Jahren geleistete Arbeit tolz fein. Gauleiter Weinrich ernannte Landrat Krawielitzki vom heutigen Tage an zum ehrenamtlichen Kreisrichter für den Kreis Marburg und übergab anschließend das Amt des Kreisleiters an Zg. von Löwenstein. — Landrat Krawielitzki dankte in herzlichen Worten für die Anerkennung seiner Arbeit, welche er mit heißem Herzen für Volk und Vaterland geleistet habe. In seinen Erinnerungen an die Kampfjahre gedachte er insbesondere seiner getreuen Mitarbeiter und ermahnte die Politischen Leiter zu weiterer vorbildlicher und kameradschaftlicher Arbeit. Der neue Kreisleiter von ßöroenftein dankte für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und ver- prach den Einsatz seiner ganzen Kraft im neuen Amt. Kreisamtsleiter Oberbürgermeister Dr. Scheller dankte im Namen der Kreisamtsleiter und Ortsgruppenleiter dem scheidenden Kreisleiter für das von ihm geleistete große Aufbauwerk. Im Namen der Amtsträger und der Stadt Marburg überreichte er in dankbarer Anerkennung der geleisteten Arbeit an Landrat Krawielitzki ein von Meister Bantzer gefertigtes Bist) sowie ein solches von der großen Marburger Hitler-Kundgebung aus dem Jahre 1932. Mit der Führerehrung durch Landrat Krawielitzki und dem Gesang der beiden Lieder der Nation fand die Feierstunde ihr Ende. Hauptversammlung desVogelschuhvereinsfürHeffen. LPD. Bingen, 20. Sept. Am Sonntag fand in Bingen die diesjährige Hauptversammlung des Dogelschutzoereins für Hessen statt.Aus allen Teilen des Hessenlandes hatten sich etwa 400 dem Vogelschutzverein angehörende Vogelfreunde eingefunden. Der Vorsitzende, Landesforstmeister Hesse, begrüßte die Erschienenen, besonders den Vertreter der Partei und der Regierung. Nach Begrüßungsworten des Bürgermeisters Nachtigall erstattete Dr. Mansfeld von der Vogelschutzwarte Seebach Bericht über die Tagung der Leiter der Dogelschutzwarten. Bemerkenswert ist, daß in Zukunft alle in Deutschland bestehenden Vogelschutzvereine und -verbände in einer Reichs- vogelschutzstelle vereinigt werden. Wie der Vorsitzende hierzu ausführte, werden in dieser Reichsstelle drei große Untergliederungen zusammengefaßt werden. Im Jahre 1938 wird der Vogelschutz in dem noch zu bildenden Naturschutz- ring aufgehen. Es gibt heute noch eine ganze Reihe von Dogelschutzoereinen, die alle noch zusammengelegt werden müssen. In Zukunft wird es nur drei Vogelwarten und sieben Vogelschutzwarten geben. Die fie'bente wird demnächst in Frankfurt a. M. errichtet, die für das Land Hessen zuständig ist. Naturschutzgebiete werden eingerichtet in Lampertheim auf einer Fläche von 516 Hektar und in Heppenheim. Es wurde darauf hingewielen, daß bei Neuanlagen die Kleinhecken nicht vergessen werden sollen, da hier den Vögeln Nistgelegenheit geschaffen würde. Im Jahre 1936/37 kamen 900 Nistkästen seitens des Vogelschutzoereins zur Verteilung. Im Lande Hessen befindet sich nur noch in Bingen eine Vogelausstellung, die auch von vielen Ausländern besucht wird. Schriftführer Schäfer gab bann einen lieber- blick über das Geschäftsjahr 1936/37. Der Verein verfügt über ein Vermögen von 4132 Mark. Der Voranschlag für das kommende Geschäftsjahr schließt mit 7120 Mark ab. Die nächstjährige Tagung wird in Bad-Nauheim abgehalten. Für den aus dem Dorstandsrat (stellvertretender Vorsitzender) ausgeschiedenen Dr. U r st a d t wurde Forstrat Klamm (Bingen) bestimmt, an dessen Stelle im Vorstandsrat Forstassessor Walter (Mainz) tritt. Zum Schluß hielt Dr. Mansfeld einen Lichtbildervortrag über „Neue Erfahrungen auf dem Gebiete des praktischen Vogelschutzes". Am Sonntagnachmittag erfolgte unter Führung von Forstrat Klamm ein Gang durch die Pogelschutzan- lagen auf dem Rochusberg. Der Abend vereinigte die Teilnehmer zu einem gemütlichen Beisammensein. Me Hauspuhkimst wird wieder lebendig. Holzhausen — das Kratzpuhdorf. LPD. Im Kreis Biedenkopf, unweit von Gladenbach, liegt das 1200 Einwohner zählende Dorf H o l z h a u f e n , das die Bezeichnung „Kratzputz-Dorf" führt und verdient. Die alten schönen Fachwerkhäuser zeigen einen besonderen Schmuck, den Kratzputz. Alle Gefache sind leicht farbig getönt, und aus dem farbigen Untergrund sind Tier- und Blumenornamente herausgekratzt. So entsteht ein lebendiges und farbenfrohes Bild. Der Kratzputz, der tn besonderem Maße in den Kreisen Biedenkopf und Marburg heimisch war, ist eine mehr als 300 Jahre alte Hausputzkunst, die heute fast völlig in Vergessenheit geraten ist. Längst ist seit Jahrzehnten der jchöne Kratzputz von den Häusern abgefallen, die alten Kratzoutzmeister sind tot, und wo der Hausanstrich erneuert wurde, hat man die alte Handwerkskunst meist übertüncht. Nur in Holzhausen hat man die alte Kunst bis auf den heutigen Tag erhalten und wird auch von den jüngeren Meistern wieder geübt. Hier wurden die ausgestockten Gefache von beiden Seiten mit Strohlehm (eine Mischung von Lehm und kurzgeschnittenem Stroh) verputzt. Auf die äußere Seite wurde eine dünne Mörtelschicht aufgetragen, die aus Fluß- sand, Wasserkalk und Rindoiehhaaren bestand. In die Mörtelschicht, die zunächst mit einem Kamm- stampfer bearbeitet wurde, bildete der Meister, so- Aus der engeren Heimat Leze» SwCda (die sch Tpflegur (kein Wi Wir suchen für Gietzen (Stadt und Land) einen hWlMlM Es kommen nur Herren in Frage mit bei. guten Beziehungen zu Handel, Industrie u. Landwirtschaft, die in der Lage sind, den Bezirk tatkräftig auszubauen. Inkasso vorhanden (Wohnsitz auch außerhalb der Stadt.) Günstige Bedingungen. Schr. Angeb. u. 6160 V a.d.Gieß.Anz. ©Jäxfpori Die Deutsche Arbeitsfront 6164 D Gemüse ein Sanatorium — 6156 A Krawie» i Lieder der üoße Llboratorlen Uhrfabrik f. haktlkanten Die Tanz- und Unterhaltungsmusik wird ausgeführt von unserer Regimentskapelle - Eintritt 0.40 RM. - Tanz frei Samstag Anfang 20 Uhr — — Sonntag Anfang 16 Uhr - — Saalöffnung 1 Stunde früher Big. sputzdors- Mit von Ausschank von Patenwein der Stadt Gießen TANZ • UNTERHALTUNG • FROHSINN viel besser waren die Bekundungen einzelner Krankenpfleger, von denen einer sagte, daß Frau Müller ihren Mann geschlagen und dieser geäußert hätte, es käme ihm vor, als sei er zu viel. Ein anderer will den kranken Mann mit blutenden und geschwollenen Lippen angetroffen haben, die Frau selbst habe er in vielen Wochen nur einmal gesehen. Eine Pflegerin hat mehrfach beobachtet, wie Frau Müller ihren wehrlosen Mann schlug. Der Zeugin gegenüber habe Müller einmal geäußert: „Ich gehe nicht an meinem Kriegsleiden, sondern an den Unverschämtheiten meiner Frau zugrunde." Der Staatsanwalt hielt die Angeklagte Müller für überführt, ihren Ehemann gequält und miß- n h a b e r : Romanowsky — Wüst (was schon den Aufenthalt versüßt!) : seitens Carsta Löck ubbert alle Sorgen wegI) Paulch.Henckels strahlt weil er nie bezahlt!) Fremden: liefert Lingen prompt (man staunt, was da zusammenkommt) D as Heim: gleicht einem Kabarett (verrückt geht’s zu von A bis ZI) Cas Fremdenheim Filoda ist besser als Dem Gedächtnis Hindenburgs! Beiträge nehmen alle Banken, Sparkassen und Postanstalten entgegen! Heute Donnerstag: Der Film der Lustspiel-Kanonen 30 bis 40 Spieler als Nachschubkräfte für die deutsche National-Mannschaft übrig bleiben. Herbstkämpfe der Turne-. Deutschlandriege in Siebenbürgen und Rumänien. Im Mittelpunkt der turnerischen Arbeit im Herbst stehen die Kämpfe um die Deutsche Vereins-Mann» schafts-Meisterschaft im Geräteturnen. Titeloerteidi» ger ist der TSV. 1 8 60 München, der am 9. Mai dieses Jahres in Münster zu Meisterehren kam. — Mit Rücksicht auf das 16. Deutsche Turn» und Sportfest 1938 in Breslau und die Weltmeister» schäften 1938 in Prag, beginnen die ersten Kämpfe bereits im November dieses Jahres, denn die Gau- meifter müssen bis zum 15. November ermittelt sein. Die Gaugruppenmeister sollen am 28. November festgestellt werden, die Entscheidung fällt am 23. Januar 1938. Unter den großen Veranstaltungen des Herbstes nimmt noch der Länderkampf Deutschland—Ungarn NSG. „Kraft durch Freude“ bandelt zu haben. Ferner hätte sie das Wohlfahrtsamt um etwa 4000 RM. durch unrechtmäßig bezogene Rente und Unterstützungen geschädigt. Er beantragte neben einer Geldstrafe in Höhe von 5000 RM. 2V2 Jahre Gefängnis und drei Jahre Ehrverlust. Das Gericht verurteilte die Ehefrau Müller zu einem Jahr Gefängnis und 1 0 0 0 R M. Geldstrafe. Das Gericht hatte den Eindruck, daß es der Angeklagten in erster Linie auf ihr Geschäft angekommen ist. Ihren Mann habe sie nicht gequält, wohl aber geschlagen, was als eine unglaubliche Roheit angesehen wurde. Was den Betrug anbelange, so stelle dies ein starkes Stück schofelster Geldgier dar. Seltene !Rahirur> Kunden von den Halligen und vom Wattenmeer enthält die Neuerscheinung, die alle Naturfreunde und Dogelliebhaber mit Begeisterung lesen und schauen werden: Unter SQDeWölem u.5eeWöen Beobachtungen und Natururkunden aus d. Dogelwelt d. deutschen Nordseeküste. — Non Eugen Schuhmacher Insgesamt 104 Seiten mit 92 'l'i!dern nach wundervollen Naturaufnahmen. Sn reinen gebunden RM. 3.90. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Verlangen Sie bitte da» au», fuhrliche Werbeblatt. HugoBermühler Verlag Berlin.Lichterfelde I Samstag, den 25., und Sonntag, den 26. September 1937, in der völlig neugeschmückten Volkshalle Das (Sießcnet Winzerfest Hier abschneiden! I big geschrieben, datiert und unterschrieben werden, sonst ist das ganze Testament ungültig. Anter Umständen kann allerdings ein solch ungültiges Testament Gültigkeit haben. Ein gemeinschaftliches Testament soll stets alsbald nach der Abfassung einem Rechtsanwalt zur Prüfung der Gültigkeit oorgelegt - werden, um den überlebenden Ehegatten vor unliebsamen Ueberraschungen zu bewahren. Ist die Ehe nichtig oder geschieden, so verliert ein g. Test, seine Wirksamkeit, ebenso wenn der erstversterbende Ehegatte auf Scheidung zu klagen berechtigt war und die Klage bereits erhoben hat. Gemischte Kost entspricht den Bedürfnissen des Körpers in unserem Klima. Man versteht darunter eine Ernährung, die Fleisch, Gemüse und Obst bietet. Gemme, Edelstein oder Halbedelstein mit vertieft eingeschnittenen Figuren. Gemüse, genießbare Pflanzen ob. Pflanzenteile, enthalten in ber Hauptsache Kohlehydrate, organische Säuren, Mineralstoffe u. Vitamine, bie ber Körper unbe- bingt benötigt unb beren Man- - gel Krankheitserscheinungen (Skorbut, Veri-Veri) hervorruft. Der Mangel ber Gemüse an Fett wirb bei ber Zubereitung ersetzt. Gemüse barf vor ber Verwen- bung nicht lange in Wasser liegen, bamit bie Mineralsalze nicht ausgelaugt werben, aus bem gleichen Gründe soll man Gemüse vor bem Kochen auch nicht abbrüheu am 5. Dezember in Budapest eine hervorragende Stelle ein. Es ist der Rückkampf zu der Begegnung 1935 in Breslau, die von Deutschland seinerzeit gewonnen wurde. Im Anschluß daran wird die Deutschlandriege eine Reise nach Siebenbürgen und Bukarest unternehmen, um vor den auslandsdeutschen Volksgenossen zu turnen. Hessens Schützen im Titelkampf. Auf den Frankfurter Schießständen erledigten die Schützen des Gaues Hessen (der Gau umfaßt auch Wiesbaden und Frankfurt) den ersten Teil ihrer Meisterschaften. Zur Vergebung gelangten die Titel im Vierwaffenkampf (Schießen mit Scyeibenbüchse und -Pistole, Wehrmann- und KK.-Gewehr), in der Scheibenpistole und im Olympia-Schnellfeuer-Pisto- lenschießen. Der Olympia-Schütze Dr. Wehner (Wiesbaden) schoß wieder ganz hervorragend und verhalf seinem Verein, der Wiesbadener Schützengesellschaft, im Mannschafts-Vierkampf mit 3409 Ringen zum Siege vor dem Frankfurter Schützen- oerein mit 3329, der Kasseler Schützengesellfchaft mit 3192, Wiesbadens zweiter Mannschaft mit 3097 und der Schützengesellschaft Nieder-Erlenbach mit 3055 Ringen. 60 Schuß auf 50-Meter-KK-Scheibe waren beim Meisterschaftsschiehen für Scheibenpistole abzugeben. Wieder siegte Wiesbaden mit 3625 Ringen vor Frankfurt (3459), Nieder-Erlenbach (3005) und Nidda mit 2880 Ringen. Als Einzelkampf war das Olympia-Schnellfeuer- Pistolenschießen ausgeschrieben. Abermals ragte Dr. Wehner aus dem Teilnehmerfeld heraus und sicherte sich den Titel mit 70 Treffern, zwei Fehlern und sechs Strafpunkten vor Wittenig, Frankfurt (63 Keine Zeugnisse in Urschrift lotwern nur rfeugnt». ohidiriften oem löt- werbungsichrsiden bet« 'egen - Lichtbilder unoBewerbun ^unterlagen muffen ,ur Ver- meidung von Berluften auf der Nüäieite Warnen und Anschrift oef Bewerbers tragen! ww Sonntag sand iammlung des jen statt.Aus sich etwa 400 Dogelfreunde adesforstmeister besonders den erung. Bürgermeisters ifeld von der >er die Tagung Bemerkenswert mb bestehenden 'iner Keichs« )en. Me ber n in bitler ngen md der Do- t) eine ganze alle noch zu- lkunft wird es aelschutzwarten in Frank- and Hessen >en eingerichtet ton 516 Hektar iuj hingewieien, nicht vergessen Mstgelegenheit ,/37 tarnen 900 jreins zur Der« sich nur noch >n auch von vielen m einen Ußber» 31 Der Verein 4132 M ae Tagung w 9$irto* et einenLck stellt ein 0468) mew fium Bleichstraße 29. Immer gut rasiert Gerade bei empfindlicher Haut muß das „Werkzeug" gut sein. Nötig sind dazu-.’ Extra dünne Rasierklingen, der richtige Rasier-Apparat, Klingenschärfer,Pinsel, Spiegel die sehr preiswert sind bei B J. B. Häuser S jd'-i Gießen,a.Oswaldsgarten yytf Fernruf Nr. 2145—2146 5823 A >'L>. ^ndkrei, d« ' Etellver. beiter unb "Dein. x.°sitbunden '^te Arbeit nke Landrat Ä” ^ren: Surg und Qn W Reiche ^terland ge, n die Kampf, streuen Mjf. n Leiter iu "'cherArb^l fein dankte jen unö Den im neuen Dr. Schel. nisleiter und -reisiritn dauwerk. ndt Marburg nung der ge. ielitzki ein io sowie ein Hitler-Kund- Flensungen — Tv. 1846; Oppenrod — Londorf; Göbelnrod — Geilshausen. Gießen, Gruppe B. 26. September: Daubringen — 1900 Gießen 3.; SA.-Kampfgemeinschaft Gießen 2. — VfB.-Reichsbahn Gießen 3.; Grüningen — Heuchelheim 2.; Wißmar — Staufenberg; Launsbach — Rodheim 2. 10. Oktober: 1900 3. — SA. 2.; VfB. 3. — Grüningen; Heuchelheim 2. — Launsbach; Staufenberg — Daubringen. 17. Oktober: Rodheim 2. — Wißmar; Daubringen — SA. 2.; 1900 3. — VfB. 3.; Grüningen — Launsbach; Heuchelheim 2. — Staufenberg. 24. Oktober: VfB. 3. — Daubringen; 1900 3. — Grüningen; SA. 2. — Heuchelheim 2.; Launsbach — Wißmar; Staufenberg — Rodheim 2. 31. Oktober: Wißmar — Daubringen; Heuchelheim 2. — 1900 3.; Grüningen — SA. 2.; Rodheim 2. — VfB. 3.; Launsbach — Staufenberg. 7. November: Wißmar — Heuchelheim 2.; Staufenberg — VfB. 3.; SA. 2. — Rodheim 2.; 1900 3. — Launsbach; Daubringen — Grüningen. 14. November: VfB. 3. — Launsbach; Heuchelheim 2. — Daubringen; Rodheim 2. — 1900 3.; SA. 2. — Wißmar; Grüningen — Staufenberg. 28. November: Launsbach— Daubrinaen; 1900 3. — Wißmar; Staufenberg — SA. 2.; VfB. 3. — Heuchelheim 2.; Rodheim 2. — Grüningen. 5. Dezember: Staufenberg — 1900 3.; SA. 2.— Launsbach; Wißmar — VfB. 3.; Heuchelheim 2. — Rodheim 2. 12. Dezember: Grüningen — Wißmar; Daubringen — Rodheim 2. Große Nachwuchsprüfung für die Fußball-Nationalmannschaft. Dem deutschen Fußball-Nachwuchs will Dr. Otto Nerz in nächster Zeit seine besondere Aufmerksamkeit zuwenden. Jeder deutsche Gau soll aus seinen Lehrgängen die zehn besten Spieler nach Berlin schicken, wo sie nochmals auf Herz und Nieren geprüft und weiter ausgesiebt werden, bis >ie i beraub' j-Ä > ?te lagen, febrifttid mehreren, dura., eine Kleinanzeige lagen Sie es allen Zuverl., saubere Svauodev Mädiven zum 1. Cft. von nachm. lli4 bis 1 7 Uhr zu klein. Kind und etwas Hausarbeitengesucht. Angeb. mit Preis ohne Verpflegung unter 04684 a.d.G.A. ('• A Elektrotechnik ' Masch.., Auto- u. Flugzeugbau tarlloos JÄS- Gießen, Kirchenplatz 13, Ruf2797 man lacht sich gesund! äsiprogr amm und Fox-Ton-Woche Hessens Fußballelf geändert. Hessens Fußballelf zum Gaukampf gegen Württemberg am 26. September in Stuttgart mußte auf verschiedenen Posten geändert werden und steht nun wie folgt Tor: Sonnrein (Hanau 93); Verteidigung: Schramm (Hanau 93) — Pape (Sportv. Kassel); Läuferreihe: Willsühr - Reinhardt (beide Hanau 93) — Stiel (Hessen Hersfeld); Sturm: Bonard (Hessen Hersfeld) — Brössel- Halbschmidt (beide Sportv. Kassel) — Jordan (SC. 03 Kassel) — Schaffert (Hessen Hersfeld); Ersatz: Werner (Hessen Hersfeld), Bätz (BC. Sinn). Das Verbanösfpieiproaramm der 2. Fußbail-Kreisklaffe. Gießen, Gruppe A. 26. September: Oppenrod — Göbelnrod; Flensungen — Lehnheim; Geilshausen — Londorf; Turnverein 1846 Gießen — Klein-Linden 2. 10. Oktober: Klein-Linden 2. — Oppenrod; Göbelnrod — Flensungen; Lehnheim — Geilshausen; Muschenheim — To. 1846. 17. Oktober: Lehnheim — Oppenrod; Londorf — Klein-Linden 2.; Tv. 1846 — Göbelnrod; Geilshausen — Muschenheim. 24. Oktober: Flensungen — Oppenrod; Klein- Linden 2. — Geilshausen; Göbelnrod — Londorf; Muschenheim — Lehnheim. 31. Oktober: Geilshausen — Flensungen; Muschenheim — Londorf; Klein-Linden 2. — Göbelnrod; Tv. 1846 — Lehnheim. 7. November: Oppenrod — To. 1846; Londorf — Flensungen; Lehnheim — Klein-Linden 2.; Göbelnrod — Muschenheim. 14. November: Flensungen — Klein-Linden 2.; Londorf — Lehnheim; Oppenrod — Muschenheim; Tv. 1846 — Geilshausen. 28. November: Geilshausen — Oppenrod; Lehnheim — Göbelnrod; Muschenheim — Flensungen; Londorf — To. 1846. 5. Dezember: Klein-Linden 2. — Muschenheim; rtlir, solange der Putz noch feucht ist. Mit der erfahrenen Praxis des Verputzens und Auskratzens m.ß also noch eine kunstvolle Art des Freihand- zechnens oerbimben sein. Denn für die Blumen urö Ornaments werden keinerlei Schablonen be- D*ie Söhne der alten Holzhausener Kratzputz- mch'ter wenden diese neue Arbeitsart überall an. E- ist in Holzhausen kaum ein Haus zu finden, das nigt in Kratzputz erneuert wäre. So kommt, wenn mf) nach langer Vergessenheit, eine alte schöne hcndwerkstunst wieder zu Ehren, die in besonderer» Maße eine Dorfkunst ist. Notzeiten einer geldgierigen Fran. Sie vernachlässigle unb mißhandelte ihren fchwerkriegsbeschädigten Mann. Lpd. Offenbach a. M., 22. Sept. Vor dem Bn,irksschöffengericht Offenbach hatte sich die 48 3ai.ee alte Ehefrau Anna Dorothea Müller aus 2ftnbach unter der Beschuldigung zu verantwor- !er ihren schwerkriegsbeschädigten Eie mann, der im höchsten Grade hilflos und ei: mehr als zehn Jahren an das Krankenbett ge- ejHt ist, nicht nur in der Pflege vernachläf- i 11, sondern gequält und mißhandelt Ivlhaben. Sie war weiter beschuldigt, durch Ver- chweigen ihres und ihres Ehemannes Vermögen, )v! sich heute auf über 100 000 RM. beläuft, sowie DD- Einkünften aus dem Geschäftsbetrieb ihres Ehe- nmnes beim Städtischen Wohlfahrtsamt bewirkt |U haben, daß ihrem Ehemann Unterstützungen luibezahlt wurden. ||n der Verhandlung bestritt die Angeklagte alles, oa man ihr zur Last legte, und bezeichnete das Mze als einen Racheakt. Was die Unterstützungen '.Nislange, so hätte ihr nach den verschiedenen Be- t Innungen über die Miegsopferversorgung das Iteit auf Unterstützung zugestanden. In der Zeu- zLivernehmung schilderte zunächst der Hausarzt eil” Wahrnehmungen. Es wurden dann verfchie- )er Krankenschwestern gehört, die den Ehemann )ei Angeklagten gepflegt hatten. Sie bekundeten, )Oi Müller ein bedauernswerter kranker Mann ei, der oft geweint hätte. Eine Schwester äußerte ich dahingehend, daß der Mann oft über lieblose Belanblung geklagt, keinen Kaffee bekommen und uit keinerlei Handreichungen erhalten habe. Nicht Gemälde fektionskrankheit, verbunden mit Fieber, Schwellung und Rötung meist mehrerer Gelenke, die sehr schmerzhaft u. unbeweglich fmb. E.-Rheum. ist eine langwierige Erkr., bie sehr gefährlich ist, weil in ihrem Gefolge Herzklappen- u. Herzbeutelentzündungen auftreten können. Bei den ersten Anzeichen v. E.-Rheum. sofort Bettruhe und Arzt rufen! Rückfälle sind sehr häufig. Darum Vorbeugen und sich abhärten. Auch die Tripperansteckung ruft eine bem E.-Rheum. sehr ähnliche Erkrankung hervor, bie aber meist nur ein einziges Gelenk befällt und sehr schmerzhaft ist. S. auch Gicht! Gemälde, Darstellungen v. Menschen, Tieren. Blumen, Landschaften durch Künstlerhand. Je nach den benützten Farben unterscheidet man Oelgemälde, Aquarelle (Wasserfarbengemälde) oder Pastelle (aus farbigen Kreiden). Gemeinschaftliches Testament. Es kann nur von Ehegatten errichtet werden. Meist geschieht das in der Form, daß sich die beiden Ehegatten gegenseitig zu Alleinerben einsetzen. Wird ein gemein? schaftlickies Testament nicht vor einem Notar oder Gericht errichtet (privatschriftl. Testament) so muß jeder Ehegatte das Testament eigenhändig schreiben und unterschreiben (s. Testament), ob aber ber eine Ehegatte schreibt bas Testament, batiert u. unterschreibt es, ber anbere Ehegatte setzt nur den Vermerk darunter: „Dieses Testament soll auch als mein Testament gelten." Dieser Vermerk muß aber von den betreffenden Ehegatten eigenhän- l nge die Schicht noch feucht war, Blumen, Tiere i rD sonstige Ornamente. Diese mit einem löffel- f j.migen Eisen ausgekratzten Bilder wurden mit JS'if nachgefärbt unb hoben sich dann von bem i nfelgetönten Mörtel ab. Mittlerweile hat der Zementverputz den Lehm- oi:putz verdrängt, aber bie Kratzputzmeister von Hilzhausen wußten sich zu helfen und ersannen eire neue Arbeitsmethode des Kratzputzes, die auch eii Arbeiten mit dem haltbareren Zement gestattet. N:ch dieser neuen Methode wird das Haus zunächst mt Rheinsand unb Weißkalk verputzt und erhält bain einen Spritzwurf, der aus Schlackensand und Ziment besteht und einen Farbzusatz erhalt. In dieser Spritzwurf hinein erfolgt das Auskratzen der «Urnen und Ornamente. Das Auskratzen gelingt V6H7ii6tung6n | Möblierte Wohnung 2 Zimmer mit separater SHicfie u. 1 Einzelzimm. ab 1. Oktober zu vermieten. eisgD Frau Scböue Klinikstraße 22. 3 sehr schone Büroräume oder dergleichen, Trevveneingang Franks.Str.13I, zwischen Liebig- undAlieenstraße, zu vermiet. oi«?s Immerzu besichtigen, außer von 'M—7 3 Uhr. Mietgesuche | Für den 1. oder 15. Oktober gesucht. Schriftl. Angeb. u. 04685 an d. Gieß. Anz. Stellenangebote Tr.), Grunwald und Heidersdorf. Am Ausfchei- dungskampf für die deutsche Meisterschaft im KK.- Schießen naä) Olympia-Bedingungen beteiligten sich 12 Schützen, aber nur einer erfüllte die hochgesteckten Anforderungen: Franz Post (SD. Frankfurt) schaffte einen Durchschnitt von 388,9 bei 400 möglichen Ringen. Im Derbands-Städtefernkampf erreichten die zehn Frankfurter 3251 Ringe. Ileberragende finnische Leichtathleten. rNatti Iärvinen sprang 7,26 Meter weit. Matti Iärvinen, der Welt bester Speerwerfer, bewies in Björneborg wieder einmal seine Vielseitigkeit. Er gewann das Speerwerfen mit 74,63 Meter, das Kugelstoßen mit 14,03 Meter, das Diskuswerfen mit 40,84 Meter und den Weitsprung mit 7,26 Meter. 3m Dreisprung stellte K. Jlovaara mit 15,62 Meter einen neuen finnischen Rekord auf: bemerkenswert, daß keiner seiner drei Sprünge unter 15 Meter, sein bester sogar 15,85 Meter lag. Da Jlovaara jedoch übergetreten war, konnte dieser Sprung nicht al- gültig anerkannt werden. Der finnische Dreisprung-Meister Rajasaari kam in Fiskars nur auf 14,84 Meter. — In Tammers- fors gewann Askola ein 3000-Meter-Laufen in 8.33,4 ' vor H. Piispanen (8:39,5) und Tuominen (8:42,8). — Ausgezeichnete Leistungen gab es auch in Reval, wo Rikkanen den Speer 71,57 Meter weit schleuderte. Sule belegte mit 70,02 Meter den zweiten Platz vor seinem Landsmann Jssak mit 69,54 Meter.' Kreek erzielte im beidarmigen Kugelstoßen mit 28,25 Meter einen neuen estländischen Rekord und gewann das Kugelstoßen bestarmig mit 15,95 Meter! Diding war hier mit 15,36 Meter Zweiter. Kurze Sportnotizen. Drei neue Automobil-Rekorde stellte der amerikanische Rennfahrer A. Jenkins in Bonneville am Großen Salzsee auf. Zusammen mit dem dreifachen Indianapolis-Sieger Lou Meyer erzielte er 279,4 km/st für 500 Kilometer und 276 km/st für 3 Stunden und 500 Meilen. * Heinrich Henkel, unser Tennismeister, hatte beim Turnier in Los Angeles großes Pech. Im Kampf gegen den Amerikaner Mako kam er schon im ersten Satz zu Fall und zog sich eine schmerzhafte Knöchelverletzung zu, die seine Einlieferung ins Krankenhaus notwendig machte. Gottfried von Gramm schlug den Amerikaner Anderson mit 6:2, 4:6, 6:3, dagegen verlor Frl. Horn gegen die Amerikanerin Blank mit 3:6, 3:6. * Deutsche Tennissiege gab es beim Turnier in Capri. Edith Sander siegte zusammen mit Kucel im Gemischten Doppel und der Dresdner Louis Haensch war an der Seite von Bankert im Mannerdoppel erfolgreich. Die Fraueneinzel-Schlußrunde bestreiten Edith Sander und Totti Zehden. * Manger und Jsmayr, unsere Olympiasieger im Gewichtheben, treffen am Samstag, 25. September, in Kempten auf die besten Allgäuer Gewichtheber. Der SD. Freising entsendet seine komplette Staffel. Kunst und Wissenschaft. 12 Uraufführungen beim Fest der deutschen Kirchenmusik. Das Fe st der deutschen Kirchenmusik vom 7. bis 13. Oktober in Berlin bietet in feiner reichhaltigen Programmfolge 13 große Konzertveranstaltungen: fünf zeitgenössischen Komponisten wurde ein eigener Abend eingeräumt, nämlich Joh. Rep. David, Hugo Distler, Heinrich Kaminski, Ernst P e p p i n g und Kurt Thomas. Richt weniger als 12 Werke kommen zur Uraufführung: es handelt sich um Kompositionen von Joh. Rep. David, Kurt Fiebig, Wolfgang Fort- n e r, Paul Höffer, Wilhelm Maler, Werner Penndorf und Ernst P e p p i n g. Hierzu treten Metten, Festgottesdienste und die Aufführung geistlicher Spiele aus der Gegenwart. Die Tatsache so vieler Uraufführungen beweist, daß heute zahlreiche Kräfte auf kirchenmusikalischem Gebiet schöpferisch tätig sind. Das Gesamtprogramm ist so gehalten, daß es einen charakteristischen Ausschnitt aus der zeitgenössischen Kirchenmusik bietet. Zur Tagung der Neurologen und Psychiater in München. Dom 20. bis 23. September tagt in München die Gesellschaft Deutscher Neurologen und Psychiater. Im Mittelpunkt der Beratungen werden Berichte und Dorträge über folgende Themen stehen: Die Hirngeschwülste und ihre Behandlung: die Bedeutung des Experiments in der seelischen Krankenbehanolung und in der Berufsberatung: die Epilepsie, unter besonderer Berücksichtigung der Unterscheidung der erblichen Formen, von den durch äußere Ursachen hervorgeru- fenen Fällen. Weiter sollen die neuen Methoden der Behandlung der als Schizophrenie bezeichneten Geisteskrankheit besprochen werden. Bei dieser häufigsten und deshalb auch sozial wichtigen Geisteskrankheit hat die Insulinbehandlung sehr beachtliche Erfolge gezeitigt, während die Vererbbarkeit des Leidens durch die Behandlungserfolge natürlich in keiner Weise beeinflußt wird. Endlich wird die Gesellschaft, welche sich als erste M" arbeiterin der Regierung und der Partei auf ihrem Sebiete in den Dienst der Erb- und Rassenpflege des deutschen Volkes gestellt hat, Organisations-, Berufsund Standesfragen aller Art besprechen, deren Lösung im Interesse einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit Staat und Partei liegt. Beruf und krebs. Nachdem die Deutsche Pathologische Gesellschaft am ersten Tage ihrer 30. Tagung in Frankfurt Probleme der Allergie behandelt hatte, galt der zweite Tag der Klärung der Beziehungen zwischen Beruf und Krebs. Es wurde zunächst darauf hingewiesen, daß der Berufskrebs nicht zu leugnen sei, wenn er auch durch die gewerbehygienischen Maßnahmen im Aussterben oder im Rückgang begriffen sei. Für die Wissenschaft ist der Berufskrebs von besonderer Bedeutung, weil hier die Krebsursachen bekannt und im einzelnen erforschbar sind. Dr. Staemmler (Breslau) beschäftigte sich mit der statistischen Erfassung der Berufskrebskranken und wies auf die großen Schwierigkeiten hin, die sich solchen Statistiken in den Weg stellten. Professor Bauer (Breslau) behandelte die ursächlicher Faktoren des Berufskrebses. Er schilderte Art und Auftreten des Berufslichtkrebses, des Röntgen- und Radiumkrebses, des Lungenkrebses, der durch Chromate hervorgerufen ist, wie auch des Arsenkrebses und des Teer- und Anilinkrebses. Professor Bauer ist es gelungen, krebserzeugende Stoffe auf Krebsgewebe so anzuwenden, daß sie eine krebshemmende, ja, in günstigen Fällen sogar eine krebsheilende Wirkung hatten. In einer ausgedehnten Diskussion wurden alle Einzelheiten behandelt. Dabei zeigte es sich, wie die deutschen Wissenschaftler in immer neuen Versuchen alle Gelegenheiten ausnutzen, um Mittel zur Bekämvfung des Berufskrebses zu finden. Auf fast allen Gebieten konnten erfreuliche Erfolge mitgeteilt werden. Im Namen der Deutschen Gesellschaft für Arbeite schütz berichtete Professor Dr. Kölsch von den Maßnahmen, die die Gesellschaft zur Bekämpfung des Berufskrebses unternommen habe. Das Svensk Trolltheater in Frankfurt. Das schwedische Svensk-Trolltheater, das im vergangenen Jahre seine erste Gastspielreise in Deutschland mit größtem Erfolg durchführen konnte, wird auch in diesem Jahre in einer Reihe deutfcher Städte mit dem Märchenspiel vom Urtroll „D u n ö e r g u b b e n" gastieren. Oda vom Hau, die Schöpferin und Leiterin des Theaters, hat darin dem Stoff schwedischer Mythologie in Tänzen, schönen Liedern, eigenartigen Kostümen und Masken Gestalt gegeben. Die Ausführenden des Märchenspiels sind junge Laienspieler mit einer naturhaften Begabung, zu denen sich der schwedische Komponist Sixten Damm als musikalischer Gestalter und Walter Falke, der Sohn des Dichters Gustav Falke, als deutscher Sprecher gesellen. Dem Werk geht ein Vorspiel voran, das in Gedanken an die Volksverwandtschaft der Länder Deutschland und Schweden nach dem ersten Gastspiel im vergangenen Jahr geschrieben wurde. Mit dieser unverfälschten schwedischen Volkskunst soll allen Deutschen eine festliche Feierstunde gegeben und die Seele des verwandten schwedischen Volkes nahe gebracht werden. Das Svensk-Trolltheater wird am 19. September in Frankfurt gastieren. Das Gastspiel findet in der Reihe der Veranstaltungen des Amtes Feierabend in der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" statt. Jahrestagung der Deutschen Dante-Gesellschaft In Weimar versammelten sich die Mitglieder der Deutschen Dante-Gesellschaft zu ihrer Jahrestagung unter dem Vorsitz von Geheimrat Professor Dr. G o e tz. Der verdienstvolle Herausgeber des Dante-Jahrbuches, Professor Dr. Friedrich Schneider (Jena), gab einen Ueberblict über das neuerschienene Dante-Schrifttum. Neben Italien habe nunmehr Deutschland und Nordamerika die Führung in der neuzeitlichen Dantewissenschaft übernommen. Deutschland habe vor allem auf dem Gebier der Dante-Uebersetzung Leistungen pufzu- weisen, die über die bloße Übersetzung hinaus in die Bezirke gereifter Nachdichtung vorstießen. In diesem Zusammenhang wurde neben der Ueber- sctzungskunst des kürzlich verstoßenen Oskar Hecker besonders des anwesenden Freiherrn von Falkenhausen gedacht, dessen neuerdings erschienene Nachdichtung der „Göttlichen Komödie" dank ihrer sprachlichen und metrischen Vollkommen- heit außerordentliche Eindrücke vermittelt. Zu Beginn der wissenschaftlichen Hauptversammlung trug Freiherr von Falkenhausen den 27. Gesang des Purgatvriv aus seiner deutschen Nachdichtung der „Göttlichen Komödie" vor. Dann sprach Geheimrat Professor Dr. Dyroff (Bonn) über Dantes Stellung zur Antike: Dr. v. d. Gabelentz, der Burghauptmann der Wartburg, entwickelte Dantes visionäre Kraft und Gabe der malerischen Offenbarung aus seinen Sprach- und Bersbildern. Sofortige Rückgabe der Leihfäffer - dringendes Gebot! Fwd. Im Interesse einer reibungslosen Anlieferung der Patenweine sowie für die Sicherstellung des Faßraumes für die bevorstehende Ernte ist die Bereitstellung der erforderlichen Derfandfäffer dringend geboten. Die Weinverfrachter können ihre Aufgabe und die an sie gestellten Anforderungen nur erfüllen, wenn das vorhandene Faßmaterial laufend für die Beförderung der Weine zur Verfügung steht. Es ist nicht angängig, daß die Leihfässer von den Weinverteilern zur Lagerung benutzt und dadurch der Allgemeinheit entzogen werden. Ein ausreichender Bestand an betriebseigenen Lagerfässern muß in jedem Kellereibetrieb vorhanden sein. Der Vorsitzende der HV. der deutschen Weinbauwirtschaft hat alle Weinverfrachter angewiesen, alle Firmen, die bis zum 15. September 1937 diesem Ersuchen nicht entsprochen haben, zu bennnen, damit er den betreffenden Betriebsführern gegenüber geeignete Maßnahmen ergreifen kann. b ii t'. 6 se u a in or sp w D 3 9 1 125 g Gericht 158 Eemüsesaft und das Earwerben statt durch Kochen durch Dämpfen erzielen. Das Eemüsewasier verwendet man bei der Zubereitung des Gemüses und zu Suppen. Gemüse werden je nach der Verwendbarkeit des Pflanzenteiles in Blatt-, Stengel- und Fruchtg. unterschieden. Die Eigenheiten der einzelnen Arten verlangen einen be- stimmten Boden und haben besondere Düngeransprüche. Man pflanze das in die jeweilige Gruppe gehörende G. benachbart an. Gemüfesafl, von frischem, roh ausgepreßtem Gemüse enthält Mineralsalze und Vitamine und ist für die Ernährung des Kindes vorteilhaft. Tomatensaft kann bereits Säuglingen gegeben werden, etwas älteren Kindern der Saft von rohen Mohrrüben. Gemütsleiden sind Störungen des Affektlebens, bje mit gesteigerter Lebenslust oder mit schweren Depressionen einhergehen. Genehmigung ist die nachträglich erteilte Zustimmung zu einem Rechtsgeschäft — die vorher erteilte Zustimmung heißt Einwilligung (s. dort) —; mit der Genehmigung wird das vorher unwirksame Rechtsgeschäft von Anfang an gültig, wenn die G. nicht vorher ausdrücklich versagt worden war. Eine wegen der fehlenden Zustimmung des gesetzlichen Vertreters des einen Ehegatten ungültige Ehe wird mit der G. durch den gesetzlichen Vertreter von Anfang an gültig. Wegen der genehmigungsbebürftigenRechts- gefchäfte f. Einwilligung. Genickstarre, s. Gehirnhautentzündung! Genieren, entbehrliches Fremdwort, aus dem Französischen stammend, für sich zieren, sich Zwang antun, oder zum Ausdruck, daß jemand etwas peinlich ist. Genußmittel, Lebensmitlel, bei denen es weniger auf Nährwert als auf den Wohlgeschmack ankommt, Kaffee, Tee, Tabak. Georg, männlicher Vorname griechischer Herkunft mit der Bedeutung „der Ackerbauer". Gepäck, die Ausrüstung zur Reise soll nicht mehr als das wirklich Notwendige enthalten, damit man sich nicht unnötig abschleppt. Gerben, das Haltbarmachen von Leder. Das Verfahren ist zu mühselig und umständlich, um es selbst anzuwenden. Man überläßt am besten das Gerben dem Kürschner. Gerda, weiblicher Vorname germanischer Herkunft mit der Bedeutung „die Kämpferin". Gerhard, männlicher Vorname germanischer Herkunft mit der Bedeutung „der Speerstarke". Gericht. Wenn man als Zeuge vor Gericht geladen wird, muß man pünktlich erscheinen, sonst kann man mit Geldstrafe oder Haft belegt und in die durch das Fernbleiben entstandenen Kosten verurteilt werden. Das E. kann auch polizeiliche Vorführung anordnen. Die Ladung und überhaupt jedes gerichtliche Schriftstück sehe man genau an. Ist etwas unverständlich, so frage kochen oder dämpfen? Bei Gemüse und auch bei Reis und Kartoffeln ist dämpfen vorteilhafter. Die Nährwerte bleiben bann voll erhalten, unb die Speisen schmecken besser. Bei Häuser gibt es Gemüsedämpfer aus Aluminium, die sich für die vorhandenen Töpfe verwenden lassen. 3. B. Häuser, Gießen, am Osroalbsgarfen, Fernsprecher 2145/2146. N her be ur ev er 8 L 8 kl. 311 bk U bi 9i 9c 61 ru die tou nei Dl Äi mi tio bu ne Mi tii hoi wo Tifr Anh unb auf Unb hr Die Beerdigung findet Freitag, den 24. September, 15% Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt 6159 D Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Luft Gießen (Riegelpfad 24), den 22. September 1937. Heute entschlief sanft meine Hebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Philippine Luft, geb. Lieh. Borrmann «: Gießen — Neustadt 5 — Ruf 4165 Für die wohltuende Anteilnahme und die vielen Kranz- und Blumenspenden bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen danken wir herzlichst Gießen (Marktstraße 15), den 23. September 1937. 04691 Vermählungsanzeigen bei Brühl, Schulstr. 7 Limburger Käse ohne Rinde Halbfettschmelzkäse, 20% Fett i. T. ........125 g 1 6 Camembert • Vollfettkäse, 45% Fett i. T......Schachtel ca. 80 g 22 Feinkostkäse streichfähig Halbfettkäse, 20% Fett i T.............. Stück 1 0 Verschiedene?! u.m.läst.Haare« nurd.dievoki.ttin angew.,einz.ttal1 Meth. lmm.mitd.Wui icbmerM.enner Frau B. Guide seit 1935 Fr. W. 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