Montag, 23. August M7 Nr.M Erstes Blatt 187. Zahrgang Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ - 25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen poftschecltonto: Zrankfurt am Main 11686 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8l/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25"/g mehr. (Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf.,Familienanzei- gen, Bäder-,Unterrichts-u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vriihlsche Univerfitatsdruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: ZchulstraheT biet iich schlchse.^ Trohbritannien wolle eine solche Kon-'mit dem M a r i n e m i n i st e r und mit dem B. R. London, 23. Aug. (DNB. Funkspruch.) 2)ie gesamte Londoner Morgenpresse berichtet, daß Ministerpräsident Chamberlain in dieser Woche seinen Urlaub unterbrechen und nach London kommen werde. Die Blätter bringen die Ferienunterbrechung des Premierministers mit den Ereignissen im Fernen Osten in Zusammenhang. „Times" berichtet, Chamberlain werde, bevor er König Georg auf Schloß Bamoral in Schottland besuche, für einen Tag nach London kommen. Er werde sich bei dieser Gelegenheit mit einigen Kabinettsmitgliedern in Verbindung setzen, um sich genau über die allgemeine Lage und besonders über den augenblicklichen Stand der Dinge in Schanghai zu unterrichten. Von einem Ministerrat über Schanghai sei nichts bekannt. China habe sich grundsätzlich bereit erklärt, den britischen Vermittlung s plan anzunehmen vorausgesetzt, daß Japan das gleiche tue. I a - pans Vertreter habe aber erklärt, daß seine Regierung keine ausländische Einmischung dulden werde. Diese Ansicht sei sinnlos, denn es handele sich lediglich um die Aufforderung an beide Parteien, sich aus dem Gebiet zurückzuziehen, in dem die ausländischen Interessen auf dem Spiel stünden. „Daily Telegraph" berichtet, daß auch Eden in diese'- Woche nach London zurückkehre. Die Bereitschaft der französischen Regierung, aktiv an der Verteidigung der internationalen Niederlassung mtt- zuarbeiten, sei in London als Geste der internationalen Solidarität warm begrüßt worden. In amerikanischen Kreisen in London zweifle man nicht daran daß der amerikanische Botschafter in London nach Washington abgereist sei, um über die Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit zwischen England und den Vereinigten Staaten im Fernen Osten zu beraten. „Daily Mail" erwartet, daß Chamberlain bereits am Dienstag in London eintreffen werde. Er werde nicht nur mit Eden, sondern auch * • i s. ____ cm iinh mit h pm höht sich der Lohn um 30 ü. $).; auch Wanderarbeiter erhalten entsprechend ihrer besonderen Leistung mehr. Abgezogen wird davon lediglich der gesetzliche Steuersatz und Beiträge zur Sozialversicherung, also insgesamt nur ein kleiner Bruchteil des Lohnes. Von Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung sind die Landarbeiter befreit. Natürlich wird alles getan, um den Arbeitskameraden aus dem Ausland den Aufenthalt in Deutschland s o angenehm wie möglich zu machen. Wo es sich durchführen läßt, wird auch die Verpflegung den heimatlichen Gebräuchen angepaßt. Sollten sich aber doch einmal Unzuträglichkeiten ergeben, so stehen dem Arbeiter jederzeit amtliche Stellen, vor allem die Arbeitsämter, zur Verfügung, die berechtigten Beschwerden abhelfen. , Angeworben werden nur solche Arbeiter, die sich auch wirklich für die Landarbeit eignen. Diese kommen im allgemeinen von ihrem Heimatort unmittelbar an die Arbeitsstelle. Solche Arbeiter dagegen, die ohne Anwerbung zu uns kommen, werden an der Grenze zunächst einer Sammelstelle zugeführt, wo sie ärztlich untersucht und auf ihre berufliche Eignung überprüft werden. Dann erst geht die Reise weiter an den Arbeitsplatz. Der Aufenthalt an den Sammelstellen dauert in der Regel einen Tag. Die dort vorgenommene Untersuchung ist auch deshalb notwendig, um fest- zustellen, ob der betreffende Arbeiter den Voraussetzungen entspricht, die mit der ausländischen Regierung für die Anwerbung vereinbart worden sind. Es ist erfreulich, daß ausländische Landarbeiter in so großer Zahl zu uns kommen und alle Jahre wiederkehren. Das ist vielleicht das beste Zeichen dafür, daß sie sich im Reich w o h l f ü h l e n und mit den Arbeits- und Lohnbedingungen zufrieden sind. Kriegsminister über Schanghai beraten. „News Chronicle" berichtet, daß in dieser Woche ein Kabinettsrat stattfinden würde, bei dem Pläne über den Abtransport d er gesamten britischen Zivilbevölkerung aus Schanghai besprochen werden sollen. Man wolle die Bevölkerung fortschaffen, da sie der Ausführung eines Planes der britischen Marinebehörden in Schanghai zum Schutze des britischen Eigentums in der internationalen Niederlassung hinderlich sei. Bereite schwere Wirtschastsverluste Der Engländer. Chinesische Angriffe in Schanghai zurückaeschlaoen. Tokio, 22. Aug. (DNB.) Nach Meldung des japanischen Marinekommandos in Schanghai haben in der Nacht zum Sonntag starke chinesische Angriffe auf die japanischen Derteidigungsstel- Chamberlain unterbricht seinen Urlaub England und die Ereignisse in Ostasien. Schanghai, 21. Aug. (DNB.) Der Schaden an britischem Eigentum während der bisherigen kriegerischen Auseinandersetzungen in Schanghai durch Bomben, Granatsplitter oder Feuer beträgt nach vorsichtiger Schätzung 1,5 Millionen Pfund Sterling. Der Vorsitzende der britischen Handelskammer in Schanghai erklärte, daß es einer Zeit von mehr als einem Jahr bedürfte, um die verlorenen britischen Interessen in China wieder aufzubauen, selbst wenn die Feindseligkeiten heute eingestellt würden. Tausende von in britischem Besitz befindlichen Häusern seien geräumt worden, ohne daß die fälligen Mieten gezahlt worden seien. Auch sei eine Reihe von großen Gebäuden von den Japanern beschlagnahmt worden. Das in britischem Besitz befindliche große Petroleumdepot von Pangtsepoo steht in Flatti- m e n. Im Osten Schanghais, wo sich allein britische Interessen im Werte von 100 Millionen Pfund Sterling befinden, fallen R i e f e n f e u e r ein Ge- von 12 Quadratmeilen bedecken. sachsen wurde. Geschichtliche Erinnerungen wie etwa die Eroberung Gibraltars durch hannöversche Truppen oder die Verteidigung der englischen Herrschaft in Nordamerika durch gepreßte hessische Söldner brauchen gar nicht heraufbeschworen zu werden. Die Gegenwart liefert noch genugsam Beispiele dieser Art der englischen Vorliebe für das romantische Deutschland. Erst die letzten Wochen haben gezeigt, daß es unseren Vettern über dem Kanal gar nicht in den Sinn kommt, wie ihr Gebaren auf uns roirfen muß. Theodor Fontane hat ein schönes Gedicht geschrieben, das dem britischen Stolz höchstes Genügen tut. Er schildet einen englischen Konsul, der in einem überseeischen Lande einen zum Tode verurteilten Landsmann rettet, indem er ihm den Union Jack (die britische Reichsflagge) mit den Worten überwirft: „Fire, but don't hurt tne slag! (Feuert, aber verletzt nicht die Fahne!) Wenn dagegen sich Reichsdeutsche in England zusammenftn- den, so schlägt Winston Churchill Großalarm und verlangt, die in England wohnenden Deutschen unter — Polizeiaufsicht zu stellen. Weder Frankreich noch England haben sich im tiefsten Grunde ihres nationalen Wesens daran gewöhnt, daß m Italien und nördlich der Alpen bis an die Ost- und Nor^ fee zwei junge Reiche entstanden sind. Wenn es nach dem tiefsten Instinkt des Engländers ginge, so wäre das Deutsche Reich als Großmacht eine Episode. Daher die englische Neigung zum Ketzerrlchter- tum und zur Einmischung in die Innenpolitik des Reiches, daher auch die Verweigerung des deutschen Anspruches auf koloniale Tätigkeit. B. K. er sich in Urlaub befinde. Der Ministerpräsident werde, so glaubt das Blatt, bei Mussolini wegen eines Besuches anfragen lassen. Chamberlain glaube an den Erfolg einer persönlichen Fühlungnahme. DasttalienischeSchlachtschiff^Lttwrio^ vom (Stapel gelaufen. Mailand, 22. August. (DNB.) In Gegenwart Mussolinis sowie des Parteisekretärs Starace und der faschistischen Provinzsekretäre ganz Italiens ist am Sonntag das 3 5 0 00 - T o n n e n- Schlachtschiff „L i 11 o r io" auf der Ansaldo- Werft von Genua vom Stapel gelaufen. Dem Stapellauf wohnte eine Volksmenge von über 100000 Personen bei. Dor der Werft hatte das zweite Flottengeschwader Aufstellung genommen, das mehrere Ehrensalven feuerte. Das Schlachtschiff „Litto- rio" ist ein Schwesterschiff der „Vi11orio Ve- n e t o", die am 25. Juli in Triest vom Stapel Lief. Das Schiff ist 330 Meter lang und ist mit neun Geschützen von 381 mm sowie modernster Panzerung und Luftabwehr ausgerüstet. rische Studenten warfen dem deutschen Volksführer die Fenster ein und verlangten seine Absetzung als Professor drangen aber damit nicht durch. Ministerpräsident ©ömbös und der ehemalige Mimster- präsident Bethlen suchten zu vermitteln, freilich ohne die feindselige Stimmung beschwichtigen zu können. Am 4. Dezember 1933 starb Bleyer infolge einer Erkältung der sein durch Ueberarbeitung und heimtückische Angriffe geschwächter Körper erlag. — Sem Leben war vorbildlich durch die kämpferische Haltung, mit der er bis zum letzten Atemzug für sein deutsches Volkstum eintrat Durch diese Feier dankt das deutsche Volk in Ungarn seinem großen verstorbenen Führer. Landarbeiter aus dem Ausland. Berlin, 21.Aug. (DNB.) Der alljährliche Arbeitermangel in der deutschen Landwirtschaft hat dazu geführt, daß auch in diesem Jahr in größerer Zahl Landarbeiter aus Defterrei ch,de r Tschechoslowakei usw. im Reich beschäftigt wurden. Teils handelt es sich dabei um Wanderarbeiter, die nur den Sommer Uber im Reich bleiben, teils wurden Verträge für em oder zwei Jahre abgeschlossen. Die Anwerbung erfolgte durch amtliche reichsdeutsche Werber unter Mitwirkung der zuständigen ausländischen Behörden, die auch in jedem Fall zu den vereinbarten Arbeits- und Lohnbedingungen ihre Zustimmung gegeben haben. . . . Diese Bedingungen sind die gleichen, die für reichsdeutsche Landarbeiter gelten. Sv erhält beispielsweise ein lediger Arbeiter neben freier Unterkunft und Beköstigung durchschnittlich 30 bis 40 Mark im Monat Barlohn eme Arbeiterin 25 bis 35 Reichsmark. Bei Akkordarbeit er- Das pittoreske Italien. Die Rede des Duce in Palermo nach Abschluß der sizilianischen Manöver spricht im allgemeinen für sich selbst. Ein unscheinbarer Nebensatz ist uns über besonders aufgefallen — ein Nebensatz, der Helles Licht über seelische Hintergründe breitet. Mussolini sagte: „Die englische öffentliche Meinung ist hängen geblieben an dem alten und oberflächlichen Begriff des pittoresken Italiens, den ich hasse." Das pittoreske Italien: Das ist das Italien der Ruinen, der romantischen Stimmungen, in denen sich liebende Paare in ihren Privatgefühlen von dem Hauche einer großen Vergangenheit gehoben fühlen, das ist das Italien einer improvisierenden Volkskunst, dgs Italien aufdringlicher Bettler (Lazzaroni), falscher Münzen und so weiter mit Grazie bzw. auch ohne Grazie. Die ersten Jahre des faschistischen Regimes nach dem 28. Oktober 1922, dem Tage des Marsches auf Rom, waren geradezu dadurch charakterisiert, daß Mussolini mit einem eisernen Besen den Augiasstall des pittoresken Italiens auskehrte. Es war schon tüchtige Vorarbeit geleistet worden. In Norditalien war seit langen Jahren ein neues Geschlecht an tätiger Arbeit, das mit einer prachtvollen Initiative an die Erneuerung des Landes heranging. Aber je weiter nach dem Süden, desto stärker das Beharren in überlieferten Gewohnheiten. Mussolini ist kein Feind der Ruinen. Er hat neue große Ausgrabungen angeregt, insbesondere um die Herrlichkeit des alten Roms wieder lebendig werden zu lassen. Er liebt die Ruinen, die dem Italiener von heute eine Vorstellung des römischen Weltreiches geben; aber er haßt jenen rührseligen und romantischen Geist, der über Ruinen Klagelieder singt, ohne zu neuer Tätigkeit und Leistung den Weg zu finden. So viel zum italienischen Aspekt des Satzes, in dem Mussolini die rührende Vorliebe der Engländer für das „pittoreske Italien" ablehnt. Aber was hier am stärksten interessiert, ist, daß es uns in unseren Beziehungen zu England genau s o geht wie dem neuen Italien Mussolinis. Das Deutschland der Dichter und Denker ist den Engländern ein Jdealbegriff. Sie sind bereit, unsere Dichter und Denker nicht nur zu loben, sondern auch, wie in früheren Jahrhunderten, deutsche Maler und Komponisten zur Verherrlichung ihres Imperiums nach London einzuladen, wie einst Holbein und Händel. Sie würden gewiß auch ihre jungen Aristokraten wieder mit einem reichen Monatswechsel an eine deutsche Universität schicken, wie seinerzeit, als Hannover und Großbritannien durch Personalunion vereinigt waren und Göttingen zu einem Anziehungspunkt für die akademische Welt der Angel- 3üfo& Bleyer. Eine Gedenkstunde für den Führer des ungarländischen Deutschtums. Budapest, 21. Aug. (DNB.) Auf dem Kerepe- scher Friedhof wurde das Grabdenkmal für dm 1933 verstorbenen Führer des uns^rlandischen Deutschtums Prof. Dr. Jakob Bleyer, enthüllt Bleyer hatte sein Leben in aufopfernder Weise in den Dienst der Deutschen in Ungarn gestellt. Zahlreiche Kränze, die am Grabe mebergelegt wurden, und die Reden von Vertretern der Deutschen in Ungarn zeugten von der Verehrung, die Jakob Bleyer noch nach seinem ^ode beim deutsch- ungarländischen Volke genießt. In der Hocy^yme für Musik hatten sich Abordnungen aus 74 schwäbischen Gemeinden Ungarns und Vertreter der meisten deutschen Volksgruppen m Europa emgefun- den. Unter den Gästen sah man den deutschen Ge sandten von Erdmannsdorf, den osterrel chischen Legationsrat Baron Kripp, den Vorsitzenden des VDA., Dr. S t e i n a ch e r Prof. C s a k l vom Deutschen Auslandsinstttut in Stuttgart, Vertreter des Schuloereins Südmark, der Sudetendeut schen Partei, des Verbandes der deutschen Volks- qruppen in Europa und des Deutschtums in Rumänien, in Polen und Jugoslawien. Die Gedenkstunde mürbe eröffnet mit der un, «arischen Nationalhymne und einem Lied der un garlachdtfchen Schwaben. Ein schwäbischer Bauer London, 22. Aug. (DNB.) „Sunday Times" meint, in gewissen Kreisen sei man der Ansicht, daß der wahre Grund für die Freundschaftsangebote Mussolinis darin liege, daß es schwer falle, Äthiopien ohne moralische Unter st ützung Großbritanniens zu halten. Diese Ansicht würde jedoch in amtlichen Kreisen nicht geteilt. Hier glaube man, daß Italien dort nur gelegentliche Aufstände zu befürchten habe, und daß Italien Aethiopien im übrigen st r a t e g i s ch f e st in der Hand habe. Man glaube, daß die Kolonisierung Äthiopiens Italien noch vieleJahre beschäftigen werde, und man finde es durchaus natürlich, daß Mussolini, der hiermit voll befchäf- tigt sei, die Freundschaft mit Großbritannien wieder herzustellen beabsichtige. Großbritannien und Italien seien in der Vergangenheit traditionelle Freunde gewesen; es sei nicht einzusehen, warum Italiens Zunahme an Bedeutung diese Freundschaft beeinträchtigen solle. Für den Beweis eines wirklichen Fortschrittes auf den Weltfrieden hin könne und würde man viel zugestehen. Es bleibe jedoch ein schwieriger Punkt. Der Duce habe in Palermo wiederholt, daß Italien keinen Bolschewismus im Mittelmeer dulden könne und wolle. Diese Erklärung heiße, daß Italien seine „Einmischung" in Spanien verlängern wolle Das sei ernst genug, noch ernster aber sei der Schluß, den man daraus ziehen könne, daß Italien me politische Kontrolle über die Mittel- meerländer verlange. Ein solches Verlangen könne Italien in der Tat sehr weit führen, heute nach Spanien, morgen nach der Türkei und niemand wisse, wohin etwa am nächsten Tage. Obwohl m ideologischer Form, würde dies doch auf eine Machtpolitik hinauslaufen, die eine ausschließliche italienisch- Kontrolle im Mitte meer m R o m, 21. Aug. (DNB.) Zum Echo der Rede Mussolinis erklärt „Giornale d'Jtalia": Italien beabsichtige keineswegs, den nichtitalienischen Mittelmeergebieten eine faschistische Ideologie aufzuzwingen. Ebenso wenig wolle Italien eine hegemonistische Kontrolle über das Mittelmeer. Italien sei nur entschlossen, jegliche Verschiebung in den grundlegenden Kräfteverhältnissen dieses Meeres zu verhindern, Verschiebungen, die eine Aenderung der Sicherheit und Klarheit Hervorrufen könnten. Dabei handele es sich aber nur darum, öen fremden Bolschewismus aus diesem Meer zu entfernen. Der Kampf gegen den Bolschewismus sei daher ein Verteidigung s- unb kein Angriffskampf. Die italienisch-englische Verständigung vom 2. Januar 1937 mit den beschränkten Positionen für ein gentlemen agreement habe nicht ausgereicht, um alle Ueherrefte einer getrübten Vergangenheit zu beseitigen^ Deshalb habe Mussolini, kräftig unterstützt durch die realistische Politik Chamberlains, sich vor allem für die Klärung der Atmosphäre eingesetzt, in der die neuen englisch-italienischen Beziehungen Gestalt gewinnen sollen. In dieser aufgehellten Atmosphäre wird jetzt die diplomatische Fühlungnahme erfolgen, bei der alle konkreten Probleme über die gegenseitigen Interessen der beiden Weltreiche in Europa, auf den Meeren und in Afrika, und ihr gemeinsames Friedensziel zur Erreichung einer allgemeinen europäischen Zusammenarbeit zu bestimmen sind. Britische Menten. trolle nicht für sich selbst haben, wolle sich aber auch nicht damit abfinden, daß eine andere Macht sie anstrebe. Großbritannien wünsche keine Vergeltung für das, was sich 1935/36 ereignet habe. Es habe aber ebenso wenig die Absicht, sich aus feiner Mittelmeerposition herausdrängen zu lassen. „Sunday Dispatch" bezeichnet die Rede Mussolinis als einen weiteren wichtigen Schritt für die Wiederherstellung der englisch-italienischen Freundschaft. Das nächste Stadium werde nunmehr in einem diplomatischen Meinungsaustausch bestehen. Falls dieser erfolgreich sei, werde der italienische Außenminister Graf C i a n o London besuchen. Man sei bereits grundsätzlich übereingekommen, daß der Völkerbund auf der nächsten Tagung den polnischen Vorschlag registrieren werde, wonach eine abessinische Regierung nicht m e h r b e st e h e. Der sozialistische „Sunday Referee" berichtet, daß der englische Mini- sterpräsident möglicherweise im Herbst Mussolini einen persönlichen Besuch ab statten werde. Er habe am Samstag den britischen Botschafter in Rom nach Schottland berufen, wo Die britisch-italienische Aussprache. Keine Filiale -es Bolschewismus im Miitelmeer, -er Kernpunkt -er Muffolini-M-e aus der südungarischen Gemeinde Magocs hielt die Gedenkrede. Universitätsprofessor Dr. H u ß hob besonders hervor, daß Jakob Bleyer bte mnere Harmonie im völkischen und politischen Lebender_un- garländischen Deutschen hergestellt habe, du' Synthese zwischen der deutschen Dolkstreue und der ungarischen Staatstreue. Mit dem Gesang des Liedes vom guten Kameraden schloß die Feier. Bleyer wurde 1874 in Gib in der Batschka als Kind schwäbischer Bauern geboren. 1911 war er ordentlicher Professor für Germamstlk an der Um- versität Budapest. Arn 6. August 1919 'Pfette eine entscheidende Rolle in der gegenrevolutionären Gruppe, di- die Räterepublik B-la Khuns und das a“ s .»US"." K sichenden R°gi°rung Fried ich^E Aund°t°u-r 005 "'^"tobnebntelänfl als einzige deutschgesinnte EjB ä äsO» bar5©olfU”tumC1Öe? ungattänA ; nh w erhalten. Mit großer Zähigkeit, pflegen unMu t(id?cn Erfolg kämpfte Bleyer für führuna ber beu tf d) en Unterrichtssprache in h'A Schulen d?r°chwäbi,chen Dörfer Als Abgeord- den vchmen v - Parlament hielt er grund- ^hJ^eö^n über das ungarlänöische Deutschtum, LeSCnb im TOai 1933 trotz ihr-- fachlichen und maäollen Inhals di-^Urfach- ^K u n d^°- » ■ I ■ | 11 i 1 n 1 b ir ta hq L U 9 ( b L u i fid en Li lve in kl tt fr n: m u L n L ui b< A n b bi sci an in an in Id Ih Ä rvi rei am er lei et 6 J bi b Der Führer und Reichskanzler hat an den Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk nachstehendes Glückwunschtelegramm gerichtet: „In dankbarem Gedenken an ihre wertvolle Mitarbeit übersende ich Ihnen zu Ihrem morgigen 50. Geburtstag meine herzlichsten Wünsche für Jhi persönliches Wohlergehen und weiteres erfolgreiches Wirken, (gez.) Adolf Hitler." In diesem Kamps müsse der Reichsbund mit an erster Stelle stehen. „Matin" weist darauf hin, daß Frankreich selbst die Initiative zu diesem großen Luftrennen ergriffen und Preise für drei Millionen Franken ausgesetzt hat, die nun allesamt verloren sind. „Das wäre nicht weiter dramatisch", so schreibt das Blatt, „man könnte das noch unter die „ruhmreiche Ungewißheit des Sports' rechnen. Unerträglich aber ist es, daß die Franzosen geschlagen wurden, ohne überhaupt nur d i e gering st en Aussichten auf Gewinn gehabt zu haben, daß Frankreich also schon im voraus unterlegen st artete. Frankreich ist geschlagen worden, weil es wieder einmal, wie schon auf anderen Gebieten, nicht rechtzeitig auf dem Posten war. Es ist geschlagen worden, weil die Apparate, über die seine Piloten schließlich verfügen konnten, weniger schnell waren, als die italienischen Serien-Militärslugzeuge, Frankreich ist geschlagen worden von dem Geschwader eines Landes, das nicht über so große Mittel verfügt, das aber vom ersten bis zum letzten Mann eine einmütige methodische Arbeit geleistet hat, bei der niemand ausfiel." toi di« Kc ha s° ich ob Kleine politische Nachrichten. NSG. Anläßlich des ersten Deutsch-Polnischen- Staatsjugendaustausches überreichte der Führer der in Deutschland weilenden polnischen Pfadfinder in Wiesbaden dem Gebietsführer Brandt, dem Chef des Grenz- und Auslarckrsamtes der Reichsjugendführung, Oberbannführer Stadler, dem Stabsleiter Dettmar und dem Standortführer der Frankfurter HI., Oberbannführer Linden- burger, als Anerkennung den polnischen „Lwow-Orden". w de N ei G A S Ai wi de tlc flu de 1q de Italien siegt beim Lustrennen Zstres—Damaskus - Paris. Starker Eindruck in der französischen Oeffentlichkeit. — Scharfe Angriffe in der presse gegen Lustfahrtminister Eot. in der Provinz Schantung. Als Grund für diese Maßnahme werde das Heranrücken von Truppen der chinesischen Zentralarmee und der Ausbruch von Unruhen unter den chinesischen Angestellten der in Tsingtau ansässigen japanischen Textilfabriken genannt. Damit wird der letzte Zufluchtsort der japanischen Bevölkerung an der chinesischen Küste praktisch aufgegeben. Zurückgeblieben sind zunächst nur noch einige Einheiten der japanischen Landungstruppen. Rach Mitteilung der Agentur muß mit der Möglichkeit militärischer Operationen auch südlich von Tsingtau gerechnet werden. Dom Hauptquartier der japanischen Nordchinagarnison wird mitgeteilt, daß im Stadtgebiet von Tientsin neuerlich Unruhen ausgebrochen fiitb, die von versteckten Resten der 29. Armee angezettelt worden waren. Südlich von Tientsin an der Eisenbahn Tientsin—Pukau, haben nun ebenfalls Kämpfe begonnen. Japanische Truppen griffen die vorgeschobenen Stellungen der Chinesen an, die nach heftigen Gegenangriffen, bei denen sie schwere Verluste erlitten, in Richtung auf Matschang zurückgetrieben würben. Die japanische Nachrichten-Agentur Domei meldet die Besetzung Kalgans nordöstlich von Peiping durch Teile der japanischen Kwantung,Armee am Sonntagabend ohne ernstlichen Widerstand der Chinesen. Das ärztliche Fortbildungswesen Der internationale Kongreß in Berlin. Erstes mainfränkisches Dichterireffen. Dem Wunsche des Gauleiters Dr. Hellmuth entsprechend findet von nun an alljährlich i n Amorbach im Odenwald ein mainfränkisches Dichter- und Schrift stellertreffen statt. Hans Z ö b e r l e i n gab vor einer großen Ge- meide von Freunden des Schrifttums Einblick in sein dichterisches Schaffen. Im grünen Saal des fürstlich Leiningifchen Schlosses fand dann eine Dichterfeier stunde statt. Gauleiter Dr. Hellmuth, Generalarbeitsführer Henrici, Fürst Leinin- gen sowie viele Persönlichkeiten der Partei nahmen teil. Der Schirmherr des mainfränkischen Dichterund Schriftstellertreffens, Landeskulturwalter und Gaupropagandaleiter Waldemar Vogt, wies auf die Bedeutung der nun Jahr für Jahr wiederkeh- renben Veranstaltung für das mainfränkische Schrifttum hin. Sein besonderer Gruß galt Hans Zöberlein, dem alten Kämpfer der Bewegung und nationalsozialistischen Dichter, der anschließend aus seinen Werken las. Der Vortrag war mit Beethooen- scher Musik umrahmt. In der Abteikirche brachte Berthold Bührer auf der berühmten Barockorgel Kompositionen von Johann Sebastian Bach zum Vortrag. Nachmittags führte Gauheimatpfleger Prof. Schenk die Teilnehmer des Dichtertreffens durch die Ruinen der Ende des 12. Jahrhunderts erstandenen Wildenburg. Der Landesleiter der Reichsschrifttumskammer Diehl sprach über Wolfram von Eschenbach und seinen Parzival und die Beziehungen des Parzival zur Wildenburg. Zeitschriften — „Kann dein Kind richtig sprechen?" Diese Frage geht alle Eltern von Kindern zwischen zwei und vier Jahren an, denn mit dem Schuleintritt möchte das Kind sauber sprechen können' M Schmerler, Lehrer für Stimmbildung, zeigt im Augustheft der Monatsschrift „Kleine Kinder" (Verlag in Lindau am Bodensee), was Eltern da tun können und wie Sprachmängel durch einfache Uebungen behoben werden. - Prof. Dr. Hildegard Hetzer nimmt Stellung zu der viele Mütter be- ängstigenden „Kindlichen Unruhe" und zeigt an Bei- hnelen, roie das starke Bewegungsbedürfnis und der rasche Jntereffenwechsel des Kleinkindes zu sol- cher Unruhe fuhren und wie man sich dazu verhak- tenJ°£U: —.Neben vielem Anderen bringt das Heft auch für die Sauglingsmutter Beiträge und Rat- ^Gäube^Ü-' -Uk°sw°r°>°ig°rung", „Erziehung Wie die polnische Presse berichtet, hat sich der Moskauer amerikanische Botschafter Davies mit seiner Privatjacht nach Gdingen begeben, um sich dort mit dem amerikanischen Bankier M o r - g a n zu treffen, der mit feiner Jacht von Vlissingen nach Gdingen unterwegs ist. — Morgan will sich von dem Botschafter über die letzten Ereignisse in der Sowjetunion und im Fernen Osten unterrichten lassen. Oito Gebühr. Gastspiel im Gießener Stadttheater. „Zwischen Abend und Morgen", eine Begebenheit in 3 Akten vonZdenkovon Kraft, war, wie vor zwei Jahren, das Stück, mit dem Otto G e b ü h r und ein kleines Ensemble der Berliner Direktion Klubertanz vor das Gießener Publikum traten. Wir haben uns daran gewöhnt, die Gestalt des großen Preußenkönigs so zu sehen, wie sie Otto Gebühr in vielen Filmen und nun auch auf der Buhne verkörpert. Es ist der unter der Last der Verantwortung, unter der Sorge um das Durchwehen in einem Krieg gegen die ganze Welt und unter den persönlichen Strapazen des Feldzugs vor der Zeit alt gewordene Herrscher, der trotzdem nicht müde wird, die Wunden zu heilen, die der Krieg seinem Preußen schlug, der als ein rechter Landesvater im Sinne des aufgeklärten Absolutismus auch die kleinen Sorgen der Aermften seiner Untertanen für nicht zu gering achtet, um an ihnen teilzunehmen, der Ratschläge zur Hand hat gegen Diehsterben und Obstkrankheit, den aber auch ein seelischer Konflikte bis ins Innerste packen kann, wenn er auf ihn trifft. Das ist der große König, wie ihn Otto Gebühr wieder vor uns hinstellte, unnachahmlich in Maske, Gebärde und Haltung, mit der frappierenden Ähnlichkeit des Profils, die wir schon aus dem Film kennen, mit den erklärenden Bewegungen der Hand, dem klaren Blick des großen blauen Auges, das den Dingen auf den Grund schauen möchte, der überraschend heilen, leicht berlinerisch gefärbten Stimme und den cheoaleresken Gesten eines Mannes, der über dem Herrscher niemals den Menschen vergaß, der verstehen wollte und verzeihen konnte, wo er auf einen wahrhaftigen Charakter und edlen Stolz traf, wie bei dieser Besichtigungsreise, von der unser Stück handelt, auf einer armseligen Landpfarre, die der König gegen den Rat seines Kammerherrn zu fernem Nachtquartier wählt, weil er dem Pfarrer das hohe Kostgeld gönnt, das für Beherbergungen des Königs ausgesetzt ist. Er trifft hier auf die Witwe eines seiner tapfersten Offiziere, die durch eine Lumperei um ihr Vermögen gebracht worden ist und nun, ganz dem Andenken an den gefallenen Gatten sich hingebend, keinen Sinn hat für die fordernde Gegenwart, die in Gestalt eines jungen, um Erhörung seiner Liebe flehenden Hauptmanns mit dem Problem der Naturheilkunde im Rahmen der Gesamtmedizin beschäftigen. Es ist beabsichtigt, der Hamburger Akademie besondere Lehrgänge über Tropen-Hygiene und Tropen-Krankheiten sowie allgemein über Fragen der Uebersee-Medizin anzugliedern. Die geplante M ü n ch e n e r Akademie wird versuchen, die Tätigkeit und Vorsorge des Arztes am schaffen- d e n M e n s ch e n in engster Berührung mit seinem Arbeitsplatz in den Vordergrund zu stellen. Auf Grund eines besonderen Studiums in der Arbeitsphysiologie und der genannten Frühschäden soll der Arzt mit der Möglichkeit der Verhütung oder gar der Vermeidung von Krankheiten Den. trautgemacht werden. Die Fortbildung des Facharztes in feinem Sonderfach wird voraussichtlich noch in diesem Jahre anlaufen. Besonders wichtig für den Facharzt ist es, sich auf außerdeutschen internationalen Kursen fortzubilden. Eine planmäßige Inangriffnahme der Frage des internationalen Austausches von Lehrern und Lernenden ist eine außerordentlich wichtige Aufgabe des Kongresses." Professor Dr. O b e r I i n g von der Medizinischen Fakultät Paris gab einen Ueberblick über das ärztliche Fortbildungswesen in Frankreich, um dann die Bedeutung der pathologischen Anatomie für den Fortbildungsunterricht zu behandeln. Besonderes Interesse fanden die Ausführungen über die ärztliche Fortbildung in Japan. Ausbildung und Studentenwesen sind in Japan stark durch Deutschland beeinflußt worden. Die ärztliche Fortbildung ist allerdings nicht wie in Deutschland Pflicht. Durch längere Studienreisen in der ganzen Welt, die durch den Staat finanziert werden, wird den japanischen Aerzten, insbesondere aber den Wissenschaftlern, die Möglichkeit einer weitgehenden Fortbildung gegeben. — In Italien werden dem praktischen Arzt und auch dem Landarzt von Uni- versitätsprofessoren an Sonntagen Vorträge aus den neuesten Forschungsgebieten gehalten. Gleichzeitig werden, wie in Deutschland, Kurse über spezielle Fachgebiete gehalten. So handhaben es auch andere Länder, die teils in Universitätsinstituten, teils in Fachgesellschaften und durch Zeitschriften bemüht sind, den Arzt ständig auf dem Laufenden ZU halten und ihn in gewissen Forschungsgebieten weiterzubilden. Paris, 22. Aug. (DNB.) Die ersten Teilnehmer des Wettfluges Ist res — Damaskus — Paris trafen am Samstag am Ziel auf dem Pariser Flugplatz Le Bvurget ein. Es handelt sich um die Italiener Cupini-Paradisi, die um 16.08 Uhr landeten. Die Mannschaft war am Freitag um 22.30 Uhr in Jstres bei Marseille gestartet, hatte Damaskus am Samstag um 5.24 Uhr erreicht und um 6.15 Uhr wieder verlassen. Acht Mi- uten später traf eine weitere italienische Maschine lit der Besatzung Fiori-Lucchini ein. Das dritte Flugzeug trug die Besatzung Biseo - Bruno Mussolini. Nacheinander trafen dann folgende Flieger ein: Der Engländer Clouston, die Franzosen C o d o s und A r n o u x, die Italiener Tondi und Moscatelli svwie die französische Militärmannschaft mit Oberstleutnant Franxois. Der französische Flieger G u i l1 a u m e t mußte wegen Gewitter in Belgrad eine Zwischenlandung vornehmen. Der Sieg der italienischen Flieger, die die ersten drei Plätze belegten und somit alle drei er ft en P r e i s e des französischen Luftfahrtministeriums in Höhe von insgesamt drei Millionen Franken gewonnen haben, hat in der französischen Oeffentlichkeit nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Manche Zeitungen machen den Luftfahrtminister Eot für den Mißerfolg der französischen Teilnehmer verant- worllich. Selbst das zur Polksfrontpresse gehörende „Oeuvre" fragt: Arbeitet man in Frankreich nicht allzu ungeordnet? Wozu soll man in Abrede stellen, daß die staatliche Organisation der Italiener in diesem Falle den Erfolg über das tastende, sich nicht zu helfen wissende Dersuchsregime der Fran- losen den Sieg davongetragen hat? „Petit Journal" meint, die parteipolitische Haltung Cots gehöre zu den tiefen Ursachen des Mißerfolges der franzö- schen Flieger. Es unterliege keinem Zweifel, daß beim Pariser Luftfahrtministerium eine beträchtliche Unentschlossenheit herrsche. Die Piloten, die als erste an dem guten Funktionieren der zuständigen Stellen interessiert seien, seien nicht die letzten, die darüber Beschwerde führten. „Epoque" betont, feit Zehn Jahren sei das französische Flugwesen trotz großer finanzieller Opfer ins Hintertreffen geraten, und die Geschwindigkeit der meisten im Dienst stehenden französischen Flugzeuge liege um 50 Kilometer je Stunde hinter der der Maschinen anderer Großmächte zurück. Frankreich habe anscheinend nichts anderes zur Verfügung, während es den Italienern, um zu siegen, genügte, aus ihrer Luftflotte einige im Dienst befindliche Bombenflug- zeuge herauszunehmen. Berlin, 22. Aug. (DNB.) Auf dem Kongreß für ärztliche Fortbildung führte der Präsident Dr. Blome aus: Im Rahmen der Pflichtfortdildung wird der deutsche Facharzt zunächst nicht in seinem Spezialgebiet, sondern in der Allgemeinmedizin fortgebildet. In diese Pflichtfortbildung wurde die Naturheilkunde eingebaut, jedoch nicht als Grundlage für eine neue deutsche Heilkunde, wie teilweise im Ausland angenommen wird, sondern aus der Erkenntnis einer notwendigen Synthese von Schulmedizin und Naturheilkunde heraus. 1935 ließen wir die Pflichtfortbildung des Land- und Klein ft adtarztes anlaufen. Der Land- und Kleinstadtarzt hat infolge der teilweise großen Entfernungen zu den nächsten Krankenhäusern und zu Fachärzten die größte Verantwortung der Volksgesundheit gegenüber zu tragen, und ihm sind naturgemäß weniger Möglichkeiten zur Fortbildung geboten als dem Großstadtarzt. 1936 setzte auch die Pflichtfortbildung des Großstadtarztes ein. „Jeder deutsche Arzt, bis auf gewisse besonders gelagerte Ausnahmefälle, wie z. B. Dozenten, Amtsärzte usw., muß im Laufe von je fünf Jahren an einem Pflichtfortbildungskursus teilnehmen. Der Pflichtfortbildungskursus beträgt für die Landärzte drei Wochen. Den größten Teil der Großstadtärzte bilden wir zunächst noch in besonderen Fortbildungskursen an seinem Wohnort fort, wobei die Praxis weiterbetrieben werden kann. Jeder Arzt hat die Möglichkeit, sich besonders in solchen Fällen fortzubilden, in denen er gewisse Mängel merkt, oder aber für die er eine besondere Vorliebe hat. Auch besondere Betriebsbesichtigungen werden vorgenommen. Ein Arzt, der seinen Patienten auch in seiner Arbeitstätigkeit, in seinen besonderen Arbeits- und Lebensbedingungen kennt, ist viel besser in der Lage, seine Kranken und ihre Leiden, aber auch die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit beurteilen zu können. Im allgemeinen vertreten sich unsere Aerzte gegenseitig. Wenn der fortzubildende Arzt einen Vertreter benötigt, sind wir ihm behilflich. In Zukunft werden wir vier Akademien für ärztliche Fortbildung in Deutschland haben, und zwar die Berliner, die Dresdner, die Hamburger und die Münchener Akademie. Während die Berliner Akademie ihren bisherigen umfassenden Charakter beibehalten wird, wird die Dresdener Akademie sich insbesondere hingen in Schanghai stattgefunden. Angriffe, die teilweise mit chinesischen Panzerwagen vorqetragen wurden, sind unter großen Verlusten der Angreifer Hurückgeschlagen worden. Chinesische Truppenabtei- lungen eröffneten vom Ufer des Wangpu- Flusses aus Maschinengewehrfeuer auf das japanische Flaggschiff „I d z u m o". Eine unter dem Schutz der Schiffsgeschütze gelandete japanische Matrosenabteilung griff darauf mit anderen japanischen Truppenverbänden die Chinesen an und schlug f i e zurück. Die Japaner erbeuteten zwei Tanks. * Der Befehlshaber der U8A-Kriegsschiffe in Schanghai hat dem japanischen Marinebefehlshaber Hasegawa den Wunsch übermittelt, das japanische Flaggschiff aus der unmittelbaren Nähe der amerikanischen Schiffe zu entfernen. Hasegawa habe dem amerikanischen Wunsch sofort entsprochen. Heue Kümpfe in Aordchma. Tsingtau von japanischer Bevölkerung geräumt.—Kalgan besetzt. Tokio, 22. Aug. (DNB.) Nach einer Meldung der Agentur Domei räumt die japanische Bevolke-1 rung nun auch das Gebiet von Tsingtau! Erste 3Retd?sfagung des deutschen Weinbaus. Heilbronn, 22.Aug. (DNB.) In Anwesenheit zahlreicher Vertreter des Staates, der Partei und ihrer Gliederungen, der Wehrmacht, des Arbeitsdienstes, des Reichsnährstandes und der staatlichen und städtischen Behörden wurde am Sonntag die erste Reichstagung des deutschen Weinbaues in Heilbronn eröffnet. Der württernbergifche Wirtschafts- und Innenminister Dr. Schmid, wies darauf hin, daß feit langen Zeiten in Württemberg Weinbau betrieben werde. Aber Wein fei immer nur dort gebaut worden, wo Halm- und Hackfrüchte nicht gedeihen können. Deshalb habe auch der würt- tembergische Wein keinen großen Qualitätsschwankungen unterlegen. Stabsamtsführer Dr. Reifchle betonte, der Winzerstand fjabe sich auf harter Scholle und in schwerer Arbeit durch die Jahrhunderte hindurch behauptet. Nicht nur wirtschaftlich, auch brauchtummäßig und kulturell habe er seine Bedeutung erwiesen. Im Kampfe um das Recht des Bauern fei der Winzer durch die Jahrhunderte ein Vorkämpfer gewesen. Ein solcher Stand verdiene wohl die Beachtung und Pflege durch den Nationalsozialismus. Der Reichsnährstand habe deshalb für den Weinbau eine besondere vor sie hintritt. Der hält auch zu ihr, als sich bei einer Prüfung der ihm zur Verfechtung ihrer Rechtsansprüche vor dem König übergebenen Papiere herausstellt, daß ihr angebeteter Gatte, ein preußischer Offizier mährischer Abstammung, mit den Oesterreichern unter einer Decke gesteckt und nur öer Tod auf dem Schlachtfeld ihn vor Schimpf und Schande bewahrt hat. Der König, dessen gerechter Zorn dem Verräter den falschen Ruhmeskranz vom Hauvt reißen will, wird durch die mutige Entschiedenheit des Hauptmanns und die gläubige Unbefangenheit der Witwe davon überzeugt, daß hier rücksichtslose Wahrheit tödliches Unheil anrichten müßte. So schweigt er und tut beim Abschied schließlich das Seine, damit zwei ehrenwerte Menschen den Weg zueinanderfinden. Mit Otto Gebühr, dessen König wir schon gebührend in den Mittelpunkt unserer Betrachtung gerückt haben, haben sich wieder Josef Dischner als ein die Sorgen des Alltags mit Humor nehmender Landpfarrer und Lutz Götz als Hauptmann von innerem Schneid zusammengefunden Die Obristenwitwe gab diesmal Annemarie M ö - “urbig unb stolz in ihrer bebingungslosen Gläubigkeit, den Kammerherrn Ernst Pitt- schau, das Mäbchen Maria Müller. Ein sehr gut besetztes Haus feierte bas Wiebersehen mit Otto Gebühr mit fast stürmischen Huldigungen. J.V.: Dr. Fr. W. Lange. Hauptvereinigung gegründet. Die sachliche Arbeit der Hauptvereinigung habe Fortschritte gemacht. Damit sei auch auf dem Gebiete des Weinbaues das Ziel des Reichsnährstandes, das schwächste Glied der Volkswirtschaft — den landwirtschaftlichen Erzeuger — zu stützen und zu schützen, seiner Verwirklichung sehr nahe gebracht. Ein Kameradschastsheim der Oiplomiandwirte. Berlin, 21. Aug. (DNB.) Am Samstagnachmittag wurde in Berlin ein Kameradschaftsheim des Reichsbundes deutscher Diplomlandwirte eingeweiht. Der Stellvertreter des Reichsführers SS. in der Leitung des Reichsbundes, Ministerialrat Dr. Kummer, begrüßte die Erschienenen und sprach über die Arbeiten des Bundes.— Professor Dr. Angelini (Rom), der Präsident der Internationalen Liga akademischer Landwirte, überbrachte auch als Präsident des faschistischen Larüiarbeiterspitzenverbandes herzliche Glückwünsche. — Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei Himmler gab dem neuen Heim die Wünsche mit auf den Weg, daß das neue Haus stets ein bäuerliches Heim fein möge und niemals ein städtisches; daß es nicht nur Karnerabschaftshaus, sondern auch ein Haus der Verwaltung und Führung und schließlich, daß es niemals nur ein Heim der Diplomlanbwirte, sondern überhaupt der deutschen Bauernschaft in der Großstadt sein möge. Deutschland wachse Jahr für Jahr um soundso viel Esser. Das sei gut, aber der Boden wachse nicht mit. Daher müsse aus diesem Boden alljährlich herausgeholt werden, was menschlicher Fleiß, menschlicher Geist und menschliches Können herauszuholen vermögen. Kunst und Wissenschaft. Großer Erfolg des deutschen Films „Der Herrscher" auf der Filmkunstschau in Venedig. Der deutsche Tobissilm „Der Herrscher" hinterließ bei ber Internationalen Film- kunstschau in Venebig, vor allem wegen ber uberragenben Leistung von Emil Jannings einen außerorbentlich starken Einbruck. Die behexc- schenbe Gestalt bes Jnbustrieführers Clausen die Jannings mit unerhörter, mitreißenber Tragik'barstellt, ist ohne Zweifel bie gewaltigste, bis ins Letzte bramatlsch burdjbrungene schauspielerische Leistung bie in biefem Jahre bisher auf ber Filmschau in Venebig zu sehen war. Hier hat man es mit Filmkunst im höchsten Sinne bes Wortes zu tun. Allerdings barf nicht übersehen werben, daß der Film im Auslande nur schwer verständlich sein kann, weil sein Hauptgewicht im Dialog liegt. Die unterlegten französischen Textzeilen, bie ben Film ben Auslänbern näherbringen sollen, stellen nur ein recht unzureichenbes Hilfsmittel bar, eben weil alles von der Kraft des gesprochenen Wortes abhängt. Um so höher ist der Erfolg für Jannings persönlich zu bewerten. Kaum war das letzte Wort verklungen, setzte begeisterter, anhaltender Beifall ein. Selbst während ber Vorführung würbe lebhaft geklatscht. Die beiben amerikanischen Filme „Lloyds of London" und „H i s A f f a i r", die beide in Deutschland bereits gelaufen finb, wurden wegen ihrer einfachen und interessanten Hanblung mit Zustimmung ausgenommen. Ein englischer Lehrfilm „Hydra" zeigte anschaulich mikroskopische Groß, aufnahmen eines nieberen Lebewesens, bas burch feine polypenartigen Fangarme an bie sagenhafte Hydra erinnert. — Mit „Three smart girls" zeigte auf ber Internationalen Filmkunst - d) au die amerikanische Filmprobuktion (Universal ■’ictures) pinen flotten Film ohne abwegige Sen- ationen. Hier fiel befonbers bie noch nicht zwanzigjährige neuentbedte Schauspielerin Deanna Durbi auf, bie mit einer erstaunlichen Fertigkeit spielt unb durch ihre hübsche Stimme entzückt. — Der beutsche Ufa-Kulturfilm „U n e n b l i ch e r W e l t e n r a u m" fuhrt an Hanb rounberbarer Himmelphotographien SJ5 2n fernsten Fernen des Weltraumes. Prachtvolle Bilder von Sternen, Sternhaufen unb Spiralnebeln werden durch lehrreiche schematische und Trickaufnahmen ergänzt, die in wirkungsvoller Weise dazu beitragen, die unendlichen Weltenfernen ZS? Kerstandnis näherzubringen. Der Film wurde mit stärkstem Beifall ausgezeichnet. — Ungarn zeigte „ einen eigenartigen Film „L’homme $ ° r ' oer manche hübsche Aufnahme enthält. Die Handlung spielt stark ins Phantastische. Es ist ein besondere Ansprüche an ben Beschauer lr «••C Ausgezeichnet gefiel der in ber gleichen Aufführung gezeigte Ufa-Dokumentarfilm „Besuch l f u r t", ber in flüssig erzählenber Form nnr Schönheiten dieser beutschen Stabt am Main ^rtc' ein Kultur- unb gleichzeitig ^rbefilm wie er kaum besser gedacht werben KotTfc -per "'großer Sorgfalt und meisterhafter H?te $nif d^beltete französische Marquis-Film erörtert Probleme, bie aus dem Leben S m der filmischen Wiedergabe aller falschen Theatralik entbehren. DerXI.Milchwirtfchastliche Kongreß in Berlin eröffnet Berlin, 23. Aug. (DNB.) In der Krolloper fand am Sonntagmittag die feierliche Eröffnung des 11. Milchwirtschaftlichen Weltkongresses statt, der mit einer Beteiligung von über 3000 Delegierten aus 53 Ländern zu den größten Wirtschaftstagungen zählt, für die die Reichshauptstadt als Tagungsort gewählt wurde. Bon der Bühne grüßten die Fahnen der 53 Länder, die an dem Kongreß teilnehmen. Durch eine großzügige Dolmetscheranlage ist dafür gesorgt, daß die ausländischen Gäste in ihrer Heimatsprache den Ausführungen der Redner folgen können. Reben dem Präsidenten des Milchwirtschaftlichen Weltverbandes und Ehrenpräsidenten des Kongresses I. M a e n - haut und dem Vizepräsidenten Minister a. D. P o ft h u m a sah man Reichsminister D a r r 6 , die Staatssekretäre Dr. Meißner, Dr. Lammers, Willi- kens, den Chef des Amtes für Roh- und Werkstoffe Oberst Loeb, Reichsärzteführer Dr. Wagner, die Landesbauernführer aus allen Gauen des Reiches, Wissenschaftler und Techniker. Oer Präsident des Milchw.rtschastlichen Weltverbandes 3. Maenhaut dankte für die musterhafte Organisation des Kongresses. Mehr als 450 wissenschaftliche und technische Berichte liegen dem Kongreß vor, dazu 27 Generalberichte, die eine Art moderner milchwirtschaftlicher Enzyklopädie darstellen. Besonderen Dank zollte der Redner dem Reichsminister Darrs, dem Schirmherrn des Weltkongresses, dem geschäftsführenden Präsidenten Reichsobmann Behrens und dem Generalsekretär Diplomlandwirt Clauß. In einer Darstellung der Entwicklung des Weltmilchverbandes wies Präsident Maenhaut auf die besondere Rolle hin, die Deutschland gespielt hat. Schon bei der Gründung der deutschen Milchaesellschast in Bremen im Jahre 1847 sei der Gedanke einer internationalen Zusammenfassung der Milchwirtschaft aufgetaucht. „Wir kennen das große Interesse und die Unterstützung, die das Deutsche Reich und die deutsche Landwirtschaft der Erhöhung und Vervollkommnung der landwirtschaftlichen Erzeugung und insbesondere der Milcherzeugung widmen. Der deutsche Bauer macht bedeutende Anstrengungen, um den Anforderungen des Vierjahresplanes nachzu- kommen. Wir beglückwünschen ihn wärmstens und wünschen von ganzem Herzen, daß seine Bestrebungen von vollem Erfolg gekrönt werden. Wir wollen auch die Bäuerin nicht vergessen, die mutige Lebensgefährtin des Bauern, dessen Freude und Sorgen sie teilt. Ich schließe, indem ich namens aller Kongreßteilnehmer und aller Mitglieder des Internationalen Milchverbandes dem Staatsoberhaupt der deutschen Nation, dem großen Führer, der mit fester Hand sämtliche Zweige des industriellen und landwirtschaftlichen Lebens seines Landes einem höheren Wohlstand entgegenführt, unsere Ehrerbietung und unsere besten Wünsche darbringe. Möge die Vorsehung Ihre hochherzigen Anstrengungen segnen, das Gedeihen Ihres Landes sichern, und möge die gemeinsame Arbeit aller Dauern und Milcherzeuger der ganzen Welt zur Erhaltung des allgemeinen Friedens beitragen, den wir alle von ganzem Herzen ersehnen." Mit lebhaftem Beifall dankten die Anwesenden dem Redner für seine in französischer Sprache gemachten Ausführungen. Reichsbauernführer undReichsminifter für Ernährung u. Landwirtschaft Darre nahm dann das Wort, um den XI. Milchwirtschaftlichen Weltkongreß namens des Führers und Reichskanzlers, der Reichsregierung und besonders namens der Schirmherren des Kongresses zu begrüßen. Der XI. Milchwirtschaftliche Weltkongreß soll in Fortführung bewährter Tradl- tion früherer Kongresse einen Austausch wissenschaftlicher Erkenntnis und praktischer Erfahrungen zum Besten der Milchwirtschaft und der Verbraucher in der ganzen Welt ermöglichen. Wir haben uns zur Vorbereitung und Durchführung gern zur Verfügung gestellt und freuen uns, daß die vom deutschen Kongreßveranstalter gestellten 25 wissenschaftlichen Fragen ein so lebhaftes Interesse in aller Welt gefunden haben._______ Die deutschen Bauern, Landwirte und Molkereifachleute werden ihren ausländischen Berufskollegen gern alles zeigen, was für sie von Interesse sein kann. Sie werden ihnen Gelegenheit geben, im Anschluß an die wissenschaftlichen Tagungen praktische Betriebe zu besichtigen, sie werden ihnen Einblick geben in die deutschen Viehrassen, in die Milchgewinnung, in die Be- und Verarbeitung, in andere Einrichtungen landwirtschaftlicher Art, in die Kulturarbeiten, mit denen der deutsche Bauer und Arbeitsmann den Bodenmangel zu mildern sucht. Sie werden Gelegenheit haben, die Reichsautobayn und andere Bauten des neuen Reiches zu sehen, ferner historische Stätten und landschaftliche Schönheiten der verschiedensten Art. In einem Film erhalten Sie eine Uebersicht über die deutschen Viehrassen im Rahmen der verschiedenartigen Landschaften mit ihren verschiedenen Dolkstypen, -trachten und Bauweisen. Sie werden aus allem den Eindruck gewinnen, daß Deutschlands Milchwirtschaft eine besondere Stellung einnimmt; Deutschland ist das zweit- größte Milcherzeugungsland der Welt und gleichzeitig zweitgrößter Importeur milchwirtschaftlicher Erzeugnisse. Der Bestand an Milchkühen, der 10 Millionen überschritten hat, ist noch immer im Steigen begriffen. Es wird aber von der deutschen Agrarpolitik mehr Wert auf Leistung als auf ziffernmäßige Erhöhung der Stückzahl gelegt. Die Steigerung der Leistung wird angestrebt durch Verbesserung der Zucht (Körgeseh), Milchleistungskontrolle, die seit kurzem in Deutschland obligatorisch durchgeführt wird, verbunden mit einer eingehenden Futterberatung, Umstellung auf wirtschaftseigenes Futter. Diese Maßnahmen Berlin, 21. Aug. (DNB.) Im Ehrenraum der Halle IV des Messegeländes der Reichshauptstadt eröffnete Reichsminister Darrs die aus Anlaß des XI. Milchwirtscyaftlichen Weltkongresses vom Reichsernährungsministerium und vom Messeamt der Stadt Berlin durchgeführte Internationale Milchwirtschaftliche Ausstel- l u n g. Diese Ausstellung, die erste internationale Schau dieser Art, gibt einen Gesamtüberblick über den heutigen Stand der Milch, ihrer Be- und Verarbeitung in allen Ländern und über die hochentwickelte Maschinentechnik, ohne die eine rationelle Ausnutzung des ältesten Volksnahrungsmittels nicht zu denken ist. Zu der Eröffnungsfeier waren ca. 1500 Ehrengäste erschienen. Oberbürgermeister und Stadtpräsident Dr. Lippert drückte seine Freude darüber aus, daß auf dieser Berliner Tagung eine der wesentlichsten ernährungspolitischen, wirtschaftlichen und sozialen Aufgaben unserer Zeit gefördert und das Weltproblem Milch durch Erfahrungsund Gedankenaustausch der bestmöglichen Lösung entgegengeführt werde. „Wir wissen zu gut", so sagte er, „daß die Milch gerade bei derGroß- stadtbevölkerung eine der wichtigsten Er- nährungs- und Gesundheitsgrundlagen bedeutet, um dieser Aufgabe nicht unsere ganze Aufmerksamkeit zu widmen. Allein an Trinkmilch hat die Reichs- Hauptstadt einen täglichen Bedarf von etwa 690 000 Liter. Der gesamte Milchbedarf Berlins beträgt zur Zeit im Jahresdurchschnitt rund 343 Millionen Liter. Es ist klar, daß nur eine bis ins kleinste geregelte Anfuhr die tägliche Milchversorgung der Riesenstadt sichern kann. An der Produktion sind auch die städtischen Güter beteiligt. In ganz Berlin werden nach den letzten statistischen Erhebungen heute immerhin rund 19 000 Kühe gezählt. Ich glaube, daß man nur in wenigen Weltstädten von der Größe und Bedeutung Berlins noch eine so starke Eigenproduktion von Milch und Milcherzeugnissen finden wird. Minister a. D. P o st h u m a (den Haag), der Vizepräsident des Milchwirtschaftlichen Weltverban- des, führte dann aus: Es ist nicht das erste Mal, haben dazu geführt, die Milchleistung zu erhöhen. Auch bei weiterem Ansteigen der Milchleistung bleibt die Möglichkeit bestehen, die bisherigen Mengen an Milcherzeugnissen, insbesondere Butter und käse, von den Exportländern aufzunehmen, soweit diese bereit sind, deutsche Waren als Gegenleistung zu beziehen, da Deutschland durch eine umfassende Fettbewirtschaftung den milchwirtschaftlichen Erzeugnissen den ihnen gebührenden Platz in der Versorgung gesichert hat. Im übrigen hat Deutschland ähnliche Probleme der Milchwirtschaft wie die meisten der hier vertretenen Länder: Die Frage der Trinkmilch- versorgung und des Werkmilchpreises. Wir haben diese Probleme bewältigt durch Zusammenfassung aller Gruppen der Milchwirtschaft in einer Hauptoereinigung der deutschen Milchwirtschaft, durch eine von dieser einheitlich geleisteten Marktordnung, durch Ausschaltung unwirtschaftlicher Kosten, Abgrenzung der Milcheinzugsgebiete und Beseitigung unwirtschaftlicher Konkurrenz. Wir haben die Preise auf einer Höhe gehalten, die- für den Erzeuger die Gestehungskosten deckt und für den Verbraucher tragbar ist. Wir haben von Preiserhöhungen in Zeiten der Knappheit abgesehen, dafür aber in Zeiten des Ueberflusses den Preis gehalten. Seit November 1934 ist der Butter- preis in Deutschland jahrein, jahraus trotz schwankender Produktion der gleiche. Hand in Hand mit diesen organisatorischen Maßnahmen hat die deutsche Wissenschaft sich mit den Fragen der Erzeugung, Qualitätsförderung, Haltbarkeit, Be- und Verarbeitung von Milch befaßt und die Praxis mit neuen Erkenntnissen unterstützt. Es ist mir ein Bedürfnis, der Wissenschaft für diese Arbeit zu danken. daß mit dem Weltmilchkongreß eine Ausstellung verbunden ist. Wohl aber ist es das erste Mal, daß diese Ausstellung einen Umfang hat wie die diesmalige. Mit der größten Schau auf dem Gebiete des Molkereiausstellungswesens ist verbunden eine internationale Buttersichau, auf der nicht weniger als gut 300 Sorten Butter gezeigt werden sollen. Die K ä s e s ch a u hat einen andern Charakter als die Butterschau. Der Redner wies auf die Vielzahl der Herstellungssorte von bekannten Sorten hin, die nach dem Ursprungsort nur noch genannt werden. Er schloß mit den besten Wünschen für diese Schau von Erzeugnissen der friedlichen Natur und verband damit noch die Hoffnung, daß gleicher Friede im Leben der Völker herrschen möge. Die Eröffnungsansprache hielt Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Reichsbauernführer Darrs. Mit den Liedern der Nation schloß die Eröffnungsfeier. 100-Fahrfeier her Stadt Miltenberg. Die alte kurmainzische und nunmehr mainfränkische Stadt Miltenberg wurde vor 700 Jahren erstmals als Zollstätte und Marktplatz erwähnt. Seit jenem Jahr begann die Bedeutung der vorher unscheinbaren Siedlung, die dann als Haupt des main- zischen Städtebundes, als Stapel- und Umschlageplatz am Main, an den großen Derkehrsstraßen nach Augsburg, Nürnberg und Frankfurt und dem Rhein gelegen zu Wohlstand und Ruhm gelangte. In der Festhalle entbot Bürgermeister Burkhart den Gästen herzlichen Willkomm. Er anerkannte rühmend die Leistungen der Jahrhunderte, wies aber auch auf die Wohlstand vernichtende Wirtschaft der Systemzeit hin. Der Nationalsozialismus habe zur alten Schönheit wieder neue Werte gefügt: Arbeitsdienstlager, Siedlungs- und Straßenbauten, Forstschule, Beseitigung der Arbeitslosigkeit und vor allem neue Hebung der Rotsandsteininoustrie, die Ende des vorigen Jahrhunderts einen durchschnittlichen Jahresumsatz von 5 Millionen Mark brachte In Kurze werde nun ein Gemeinschaftshaus erstehen. Festspiel und Festzug versetzte am Sonntag die Stadt in die Schwedenzeit. Vom Eichenbühl her rückte das Schwedenheer an. Am Würzburger Tor, wohin sich die Miltenberger Bürgerwehr Zurückgezogen hatte, kam es zu erbittertem Kampf. Von den Mauern herunter drohten die Verteidiger mit flammenden Bränden. Dann erfuhr das Spiel eine kleine unbeabsichtigte Unterbrechung. Der Posten auf dem Tore meldete Feuer, da eine kleine Scheune in nächster Nähe des Turmes in Brand geraten war. Die Freiwillige Feuerwehr, unterstützt von SA., SS. und Reichsarbeitsdienst, konnte den Brand rasch auf seinen Herd beschränken, so daß lediglich ein kleines altes Stall- und Scheunen- gebaude den Flammen zum Opfer fiel. An dem ganzen Festspiel nahm der Schirmherr der 700-Jahrfeier Miltenbergs Gauleiter und Re- gierungspräsident Dr. Otto Hellmuth mit großem Interesse teil, begleitet von Mitgliedern des Gaustabes. Am Engelplatz der Stadt wurde von Gustav Adolf die Vernichtung der Stadt verkündet. Die Bitten einer tapferen Bürgersfrau erweichten des Königs Herz, er ließ Gnade walten. Nun rückte der endlose Zug von Landsknechten, Reitern, Troßwagen und Trompeter in imposanter Heerschau vor dem Schwedenkönig vorbei zum Marktplatz, wo dem König die Schlüssel der Stadt übergeben wurden. Dann ging es zum Begnadigungsfest auf den Festplatz, wo man dem König den Friedenstrunk reichte. Fröhliches Leben beendete das Spiel. Nachmittags erfolgte auf dem Feftplatz der Anschnitt eines 12 Zentner schweren am Spieß gebratenen Ochsen. Abends waren Militärkonzert, Tänze und großer Vergnügungsbetrieb. Aus aller Welt. Auto fährt in marschierende Kolonne. Ein SS.-Mann getötet. — Der Fahrer des Wagens in Mainz festgenommen. Lpd. Alzey, 21. Aug. Arn Freitag kurz nach 21 Uhr ereignete sich auf der Weinheimer Landstraße in der Nähe der Rechenmühle ein schweres Unglück, das ein Menschenleben forderte. Eine zehn Mann starke SS. - Kolonne befand sich auf dem Marsch nach Alzey und ging auf der rechten Straßenseite. Die Kolonne wurde von zwei Personenwagen überholt. Während der erste Wagen glatt an den SS.-Männern vorbeikam, fuhr der zweite Wagen, der in rasendem Tempo gefahren fein soll, in die Kolonne hinein. Der hintere linke Flügelmann, der 18 Jahre alte SS.-Mann Karl Steinmüller von Alzey, wurde dabei so schwer verletzt, daß er auf dem Transport ins Kreiskrankenhaus starb. Ein weiterer SS.-Mann aus Kettenheim wurde ebenfalls ins Krankenhaus eingeliefert, konnte aber nach Anlegung eines Verbandes entlassen werden. Der Fahrer des Unglückswagens raste davon, ohne sich um die Angefahrenen zu kümmern oder auf dem Polizeiamt Meldung zu erstatten. Durch Verständigung der umliegenden Polizeistattonen gelang es aber schon nach kurzer Zeit, den Flüchtigen f e st z u st e l l e n. Es handelt sich um einen Mann aus Mainz, der in Mainz fest genommen wurde. Der Wagen wurde beschlagnahmt. »Die deutschen Stämme huldigen der Reichshauptstadt." Die Trachtengruppen der deutschen Stämme zogen am Sonntagnachmittag in langem Zug zur großen Abschlußkundgebung der 7 0 0 - Jahrfeier der Stadt Berlin zum Luftgarten, um der Reichshauptstadt ihre Huldigung darzubringen. Während die 10 000 Mitglieder der in Berlin ansässigen Landsmannschaften zusammen mit Abordnungen aus Opferreich, Sudetendeutschland und dem Cgerland aufmarscyierten, hielten ungezählte Taufende von Berlinern trotz strömenden Regens eisern stand, um sich dieses letzte große Schauspiel der Jubiläumswoche nicht entgehen zu lassen. Nach Ansprachen des Reichsstellenleiters für Trachtenpflege und Landsmannschaften K a p l a - neck und des Ratsherrn Protze dankte Oberbürgermeister und Stadtpräfident Dr. Lippert allen Mitwirkenden an dieser schonen Veranstaltung, die zeige, wie aus viel deutschen Lebensäußerungen gerade auch die Reichshauptstadt 3ufam- mengesetzt sei. Das nationalsozialistische Deutschland Eine große internationale Ausstellung her Mlchlvirlschast. Feistzeit. Von Hermann Brederlow. Den ganzen Abend hatte Wetterleuchten über den fernen Bergen im Süden gedroht; schwüle Butze tauchten in raschem Wechsel die walddunklen Hohem züae in ein schnell verrinnendes Lichtmeer, doch stand die tiefschwarze Wetterbank lange Zeit unbeweglich. Um Mitternacht trieb das Unwetter vor dem Sturm näher, die geballte Wand, aus der schwefelgelbe Hagelwolken aufsprangen, zerriß, und ein stürzender Gewitterregen prasselte mit hartem Schloßenschlag herab. Auf Augenblicke lohte der Wald in dem brausenden Wehen, als standen Stämme und Kronen in hellem Feuer, aber der Aufruhr dauerte nicht lange. Das Wetter zog eilig weiter, nach einer Stunde funkelten die Sterne wieder am Himmel, zwischen den Bäumen wehte kühle klare Luft und verhieß einen schonen Morgen. Noch gurgelte es in den Gräben und Rinnen und m den Wagengleisen standen dunkle Lachen, doch nach langer Dürre versickerte das Wasser schnell und der Tropfenfall hort auf ... Die Ruhe und Schonung, die der Rothirsch während der Kolbenzeit genießt, vor allem aber die reiche Aesung der reifenden Getreidefelder der Kartoffeläcker und des frischbegrunten Laubwaldes, haben den flüchtigen König der Walder zu einem faulen Genießer und behäbigen Bärenhäuter gemacht, der die heißen Tage 'M Schlaf oder Halb- fchlaf in der sicheren Deckung dichter Mischbestände oder Nadeldickungen verbringt und sie nur bei vo riger Dunkelheit verläßt, um aus den Grummetwiesen und Kleebreiten zu äsen. Zu keiner anderen Zeit führt der Hirsch ein so verborgenes Leben zwischen Sonnenunter- und -ausgang wie etzt, wo er den stärksten Feist angesetzt hat- Er lst^das Waldgespenst, das du nur ahnst, doch niemals kennst; denn wo er geht, da steht er mcht, unä w er steht, da geht er nicht, und ist bloß hoch bei Sternenlicht". Noch ist es stockfinster, doch ich bin meiner Sache sicher: die fünf Feisthirsche mit dem starken Zwölfender treten allnächtlich nach dem Schwinden des Büchfenlichts aus dem Larcheniungholz das die weite Berghalde unter der verwitterten 3unt|ano fteinkuppe bedeckt und ziehen durch en H nach den bruchigen Moorwiesen zwischen Waio uno Schilfsee und im ersten Dämmer wieder zu Holze. Heute ist zu hoffen, daß sie ihre von dem Gewitterguß gründlich durchgeweichte Decke im Freien zuvor ein wenig trocknen lassen und den Rückwechsel später antreten werden als sonst. Der Pfeifenrauch zeigt guten Wind. Der Himmel hat sich von neuem bezogen, leichter Dunst breitet sich aus, das regennasse Heidekraut unter den Jungbirken am Wege schimmert durch das Dunkel wie Silber und die orangefarbene Blüte des Habichtskrauts wie mattes Gold. Jetzt schiebt sich in unsicheren Umrissen das breite Wiesenmoor heran, das ein eigenes Nachtleben hat und in dem es auch in den Stunden des tiefften Dunkels niemals ganz still wird önten streichen schattenhaft über mich weg und fallen klatschend in den See ein, Moorfrosche quarren, verlorene Mövenschreie bringen herüber, Goldregenpfeifer lassen ihren schwermütigen Ruf vernehmen — der Morgen ist nicht mehr fern. Was sind das für schwarze Schatten draußen in den Wiesen? Bewegen sie sich nicht. L^buschafi und Einbildungskraft führen das Auge in solchen Stunden gern in die Irre und lassen es Dinge sehen, die nicht da sind; doch unversehens haben sich die dunklen Schemen um einen vermehrt, wahrscheinlich ist ein Stück hochgeworden, das stch niedergetan hatte. Jedenfalls steht dort Wild, es sicher anaufprechen aber ist nicht möglich. Auch bas fSi? mnAtalas gibt noch keine Antwort. Eine W S nun erflW «•“«& ®“"Wr nraue Dämmerung, ein blasser ßuf)tftreifen hegt über bem Horizont, um bald hinter einer Wolke mieber zu erlöschen. Allein bas kurze Zwischenspiel “ät genügt - ich habe burch bas Glas em Geweih Wie oft bei Sonnenauf- unb =nubergang dreht GrhiPht der Winb schlagartig um 180 Grab, so baß M au bas Mo^or zusteht. Also schnell zurück, um d°n Rii-kwechsel unter ben Buchen mihWen. qm Laufschritt geht es burch ben grauschattenben Lalb dem Hochholz -U. Ein roter Ball, steht bie (ännne kurze Zeit über bem Himmelsranb, boch vermittelt hüllt eine buntle Wanb alles von neuem n °fe Dämmerung. Dort, hunbert Schritte Sor mir" wo bie buschige Espe steht oerlaust ber Wechsel zwischen Buchausschlag, Besenkrau unb rotblübenber Heibe. Eine bleierne Viertelstunde Gleicht vorüber; bie ersten Vogelstimmen werben wach eine Heibelerche bubett, Steinschmätzer schnarren, ein aufgeschreckter Eichelhäher grätscht erbost. Irgendwo rasselt eine Eichkatze an einem Stamm in die Höhe und faucht und schimpft wie unklug. Meisen und Goldhähnchen melben sich schüchtern in den Kronen und im feuchten Altlaub jagen sich Mäuse, als ob es Frühling wäre. Jetzt ein Ton, als fiele Elfenbein auf hartes Holz — eine Geweihstange strich an einem Ast entlang. Nun erscheinen auf dem Wechsel in Abständen lautlos vier wuchtige Schatten, verhalten sich kurz, rupfen ein paar junge Triebe von den Büschen und wenden wie auf Kommando die Häupter nach rückwärts. Eine Weile stehen sie so und äugen zurück, dann trollt der letzte sachte an ben anberen vorbei unb nimmt bie Spitze. Alles jagdbare Hirsche, boch ber Erwartete ist nicht barunter. Da steht er plötzlich breit unb blank wie hingezaubert wenige Schritte vor bem Espenbusch unb äst von bem Ginster. Ein leiser Anruf, blitzschnell fährt bas mächtige Haupt in bie Höhe, bas Faben- kreuz bes Büchserifernrohrs bohrt sich in bas Blatt, ich höre ben Kugelschlag, eine meterhohe steile Flucht, prasselnbes Brechen in ben nahen Jungföhren, bann roieber atemverhaltenbe Stille... Ich schiebe eine neue Patrone in das Rohr, brenne die Pfeife an und lagere mich geduldig ins Heidekraut, denn ich bin bes Schusses sicher. Jetzt kommt bie Sonne burch, bas Zwielicht zerrinnt unb wirb zu Golbglanz. Auf bem Anschuß stchen tiefe Schaleneingriffe in bem lettigen, feuchten Grunb, auf einem Zweigenbe am Efpenbusch liegt hellroter Schweiß, Schnitthaare finben sich auch — bie Nachsuche mit bem Hund wird nicht lange dauern... Dom Besen und der Gilde der Besenbinder. V. A. Der »Urbesen“ ist die kunstlos zusammenge- bundene Rule aus Birken- oder Tannenzweigen. Bürstengriffe aus frühgeschichtlicher Zeit unb Dür- stenböden sind uns mehrfach erhalten, nur die Borsten sind stets ausgefallen und herausgefault. Daß es aber auch schon Pinsel in der Jungsteinzeit gegeben bat. kann der Fachmann aus der Bemalung von Töp^ereierzeugnisien mit ziemlicher Sicherheit erkennen; selbst alte Höhlenzeichnungen des arischen Kullurkreises erlauben nach Art der Zeichnung die Annahme der Pinselbenuhung. Pinsel dürften ihr Urbild im zerfaserlen Pflanzenstengel haben. Die Bol stümlichkeit des Gewerbes spiegelt sich im Märchen wider. Kinder armer Besenbinder sind Helden mancher Maren. Der Besen als Hausgerät und »Reittier“ der Hexe ist altes Sagengut. Drum kehrt er auch in Brauch und Sprichwort ständig wieder. Man soll in der Walpurgisnacht keinen Besen im Freien liegen lasten, sonst stehlen ihn die Hexen zum Dlocksbergritt. Der Besen, den man als »Schandmaie" einem un auberen Mädchen zum Maitag vor die Tür pflanzt, ist das Gegenstück zum Maibaum. der Freude und Freundschaft bezeigt. Der Zauberbefen - wie Goethe ihn besingt - ist ein anrüchiges Attribut unholder Geister. In der deutschsprachigen Schweiz stellt die Gemeinde dem aus dem Dienste scheidenden Beamten, mit dem sie nicht zufrieden war, Befen an den letzten Weg von der Arbeitsstätte zum Heim. »Besentragen" war eine Strafe für keifende Weiber im deutschen Mittel- alter. Ein Waidmann wird sein Gewehr nicht an einen Riegel hängen, daran ein Besen hängt. Das alles aber ist nicht im geringsten ein Zeichen der Geringschätzung für das biedere Handwerk und seine nützlichen Gaben. Der Besen ist eben vielbeachtet und oft sogar vielgeebrt. 3n Ostpreusten führte man bis in die neueste Zeit hinein eine junge Frau unmittelbar und geradewegs vom Traualtäre zum Herde der Ehewohnung und übergab ihr dort feierlich den Besen als Zeichen der Haushaltsübernahme. Geht in Niedersachsen die Familie auf Feldarbeit, will aber nicht, daß irgendein Fremder in die - meist offene - Hausdiele tritt, so stellt man einen Besen umgekehrt an die Tür. Verletzung dieses Eintrittverbvtes würde gröblichen Hausfriedensbruch bedeuten. „Neue Besen kehren gut.“ Alte Besen wirft die Jugend ins Sonnenwendfeuer oder schwingt brennende Besen in glühenden Kreisen zu nächtlicher Stunde. Beien band man an der Nord eeküste ehedem an den Schiffsmast, wenn es zur Seeschlacht ging. Ein altes Wort erinnert noch an diesen seltsamen Brauch: »Der Besen ist am Mast, um die See zu fegen“. Der Ausdruck »mit fremdem Besen fegen“ erklärt sich von selbst. Verständlich sind auch die Redensarten: Wenn die Bürste zu scharf ist. nimmt sie die Wolle“ und „Was sich nicht bürsten läßt, wird ausgeklopft“. Wer sind die „Sauerkrautfresser"? Lleberraschungen in pariser Gaststätten. Don 3- Mahl. erst habe die Pflege alten Brauchtumes in ihrer Bedeutung für das deutsche Volk wieder richtig erkannt. Die landsmannschaftlichen Vereine feien die treuen Wächter einer großen Tradition. Sie in jeder Hinsicht zu fördern, fei eine Ehrenpflicht, deren sich die Reichshauptstadt bewußt sei. Dann traten die Vertreter der deutschen Stämme vor, um dem Oberbürgermeister mit einem Sinnspruch Gaben ihrer Heimat zu überreichen. Anschließend klangen wieder die fröhlichen Weisen der Trachtenkapelle auf, und die verschiedenen Landsmannschaften vereinigten sich zu ihren Heimattänzen. 500 Jahre Bad Order Sladlkirche. Die Stadtkirche von Bad Orb hat bereits fünf Jahrhunderte überdauert. Im Laufe dieses Jahres erfuhr das Gotteshaus eine eingehende Wiederherstellung. Zuerst entfernte man den barocken Hochaltar, Nebenaltäre und Kanzel, die von dem gotischen Stil des Kircheninneren ablenkten. In monatelanger Arbeit stellten die Künstler den gotischen Stilcharakter wieder her. In der Sakristei traten wertvolle Malereien zutage, die nun eine sachgemäße Restaurierung erfahren. Aufgefundene Inschriften geben die Gewißheit, daß die alte Sakristei 1445 erbaut wurde. Das Mittelstück des während der Barockzeit verschwundenen Flügelaltares erhält seinen Platz wieder im Chor. Die Beisetzung von Ministerialrat Dr. Seeger. Auf dem Alten Matthäi-Friedhof in Berlin wurde der vor einigen Tagen verstorbene Leiter der Filmabteilung des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, Ministerialrat Dr. Seeger, zur letzten Ruhe geleitet. An der Beisetzung nahmen Reichsminister Dr. Goebbels, Staatssekretär Funk und zahlreiche führende Männer des deutschen Filmschaffens teil. Am Grabe sprach Staatssekretär Funk. Ein treuer Kurgast. Wiesbaden konnte wiederum einen treuen Kurgast ehren. Das Ehepaar Weingutsbesitzer und Ju- stizrat Middeldorf und Frau aus Carden an der Mosel, das 1887 auf feiner Hochzeitsreise in Wiesbaden weilte und seitdem jedes Jahr seine Ferien dort verbrachte, hat auch jetzt hier seine goldene Hochzeit gefeiert. Todesurteil vollstreckt. Am 21. August ist der Anton D 0 tz a u e r aus Rastatt hingerichtet worden, der von dem Schwurgericht in Karlsruhe wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden war. Der Verurteilte, ein vielfach vorbestrafter Gewohnheitsverbrecher, hat in der Nacht zum 8. September 1936 den Wacht- mann des Schutz- und Sicherheitsdienstes Baden- Baden Artur Nock, der ihn bei einem Diebstahl gestellt hat, niedergeschossen. Fünf Todesopfer eines Autounglücks in der Wojewodschaft Posen. Ein schweres Kraftwagenunglück trug sich bei Warschau in der Wojewodschaft Posen zu. Infolge der Unachtsamkeit des Chauffeurs durchfuhr ein Lastwagen mit 18 Landarbeiterinnen und Landarbeitern bei einer Bahnkreuzung die geschlossene Bahnschranke und stieß mit einer rangierenden Lokomotive zusammen. Fünf Insassen des Lastwagens waren sofort t 0 t. Sieben weitere Personen wurden schwer verletzt; drei von ihnen befinden sich in Lebensgefahr. Der Chauffeur hatte sich, als er sah, daß sich der Lastwagen nicht mehr (afp) Seither glaubten wir immer, „Mangeur de choucroute“ — „Sauerkrautfresser" — sei eines jener Schimpfworte, mit denen die Franzosen u n - seren barbarischen Charakter kennzeichnen wollen. In Paris wurden wir eines besseren belehrt. Man traut seinen Augen kaum, wenn man als Deutscher fast an jedem Restaurant oder Kaffeehaus ein Schild liest: „Garniertes Sauerkraut zu jeder Tageszei t." Also nicht nur die Amerikanerin, die das rohe Sauerkraut neben ihrer Grape fruit als Schönheitsmittel genießt, hat umgelernt, auch die Pariser sind unter die „Sauerkrautfresser" gegangen. Garniertes Sauerkraut auf Frankfurter oder Elsässer Art ist in Paris das beliebte Dauergericht, das immer und überall in jedem Quantum und in jeder Preislage zu haben ist und das man sich bestellt, wenn man nicht viel Zeit hat und für wenig Geld rasch satt werden will. Auch der Deutsche, der eines Tages Sehnsucht nach der heimischen Speisekarte bekommt, läßt sich das garnierte Sauerkraut nicht entgehen. Er setzt sich also — vorausgesetzt, daß nicht gerade wieder einmal ein Sitzstreik ausgebrochen ist und die Erlaubnis mancher Ausflugslokale, mitgebrachte Speisen zu verzehren, auch an den großen Boulevards erteilt werden muß — in ein Restaurant und bestellt sich ein Elsässer Bier und eine Portion garniertes Sauerkraut, für die er, wenn es ein besseres Lokal ist, etwa 70 Pfennig bis eine Mark bezahlt. Dafür be- komrnt er dann eine große Platte Sauerkraut, Salzkartoffeln, zwei dicke Scheiben heißen Schinken und zwei Würstchen in der Art unserer Frankfurter. Und er muß feststellen, daß das Sauerkraut in Paris recht gut schmeckt. Kein Wunder also, wenn es auch von den Einheimischen gern gegessen wird. Für den, der zum erstenmal nach Paris kommt, ist es im übrigen etwas schwer, sich auf der Karte zurechtzufinden. Es ist dann am besten, man geht in ein kleineres Lokal, wo man „ä prix fixe“ essen kann und wo die Auswahl nicht zu groß ist. Das entspricht etwa unserem Menu, und man bekommt statt der Suppe in der Regel zunächst als Bors d'oeuvre verschiedene Salate, ein bißchen Fisch oder ein paar Wurstscheiben mit Butter. In größeren Lokalen wird ein riesiges Tablett mit einem Dutzend und mehr Schüsselchen angefahren, und zu den Salaten kommen hier noch verschiedene rechtzeitig zum Stehen bringen ließ, durch Absprung in Sicherheit gebracht und den führerlosen Wagen seinem Schicksal überlassen. Schweres Autounglück bei Stockholm. Auf einem Bahnübergang bei Stockholm wurde ein Privatkraftwagen von einem Zuge e r - faßt. Drei Insassen des Kraftwagens wurden getötet, während drei weitere schwere Verletzungen davontrugen. Die Lokomotive des Zuges entgleiste. Acht Tote bei einem Waldbrand in Amerika. Bei der Bekämpfung eines Waldbrandes i m Shofhone-Nationalpark im Staate Wyo- Gemüse, mit Mayonnaise angemacht, Eier, Sardellen, Krabben, kalter Braten und ähnliches. Man darf nun aber als Fremder nicht meinen, daß man das alles essen soll und daß man sich das, was man nicht zwingt, einpacken lassen kann. Es ist, wie z. B. auch in Italien mit der Obst- und Käseplatte, nur üblich, sich ein paar Bissen auszusuchen, da ja die Hauptsache noch kommt. Das Hauptgericht, „E n t r 6 e“ genannt — in größeren Lokalen geht ihm noch ein Fischgericht voraus — besteht zumeist aus einem Stück Fleisch — Schnitzel, Kotelette, Roastbeef, Rumpsteak, Leber — das auf englische Art nur kurz gebraten wird, und ein paar Kartoffeln. Bratenscheiben, vom großen Stück heruntergeschnitten, sind nicht üblich. Gemüse oder Salat ist ein besonderer Gang, und man ißt das erst nach dem Fleisch. Den Salat macht man sich selbst an, indem man auf Pariser Art etwas Senf im Löffel mit Essig verrührt und Oel darüber gießt. Es ist aber ratsam, den Salat erst anzumachen, wenn man sein Fleischgericht gegessen hat, so ungewohnt es auch sein mag, denn der Kellner könnte das mißverstehen und den zur Seite gestellten Teller weg- nehmen. Zum Nachtisch gibt es wie bei uns Käse, Obst, Kompott oder Kuchen. Im Essen „ä prix fixe“ ist auch der leichte Tischwein inbegriffen, ebenso das Weißbrot, in teureren Lokalen sogar der Mokka. Die Preise bewegen sich zwischen 70 Pfennig und 2,50 Mark. Im übrigen kann man in Paris den Küchenzettel der ganzen Welt studieren, wenn man Zeit und Lust dazu hat. Immer wieder entdeckt man auf den Streifzügen durch die Gassen des Quartier Latin ein neues Lokal, sei es ein chinesisches, japanisches, russisches, kaukasisches oder türkisches. Und auch auf dem Gelände der Weltausstellung haben die verschiedenen Länder an den Hunger und die Neugierde der Besucher in Dingen des Speisezettels gedacht und der nationalen Eigenart entsprechend Erfrischungsräume aufgezogen. Wenn der Ausstellungsbesucher will, kann er also ohne große Mühe in Deutschland Mittagessen, in Oesterreich Kaffee trinken, in Italien abendessen und sich zwischendurch noch in der Schweiz, in Luxemburg, in Norwegen oder Rumänien erfrischen. Aber, bitte sehr, auf eigene Verantwortung! ming würden etwa 50 freiwillige Arbei - t e r und Beamte des Amtes für Straßenbau infolge plötzlichen Umschlagens des Windes vom Feuer umzingelt. Acht Mann verbrannten, zwei wurden schwer und die übrigen leicht verletzt. Die Bergung der Toten und Verletzten war in dem wilden, zerklüfteten, bis zu 3000 Meter hohen Bergen äußerst schwierig. Aus der Alpspihe vom Blitz gelötet. Aus der Alpspitze im Wettersteingebirge wunde der Student der Medizin Müller aus Düsseldorf durch Blitzschlag getötet. Die Leiche des Bergsteigers wurde von Bergwachtleuten zu Tal gebracht. Ein Begleiter Müllers hatte nur leichte Verletzungen erlitten und konnte selbst den Weg nach Mittenwald antreten. Seine Familie ermordet. In Waiblingen (Württemberg) schnitt der 39 Jahre alte Albert G a i s e r seiner 40jährigen Ehefrau und seinen beiden 10jährigen Zwillingsmädchen mit einem Messer den Hals durch. Nachbarn hörten Schreie aus der Wohnung des Gaijer und stellten starken Gasgeruch fest. Die Polizei fand im Flur die Ehefrau tot vor. Von den Zwillingsmädchen lag das eine tot im Bett, das andere starb in den Armen des herbeigeeilten Arztes. Gaiser selbst lag ebenfalls tot am Boden. Der Täter hatte vor einigen Wochen seine Stellung aufgegeben und ein eigenes Geschäft eröffnet. Neuerdings bat er darum, ihn in seiner alten Stellung wieder aufzunehmen, was ihm jedoch versagt wurde. Auf diese Ablehnung hin scheint er den Entschluß zu der furchtbaren Tat gefaßt zu haben. Erdbeben in Manila. Die Stadt Manila auf den Philippinen und ihre weitere Umgebung wurde durch zwei heftige Erdstöße, die innerhalb von 20 Minuten erfolgten, erschüttert. Mehrere große Gebäude und eine Anzahl Kirchen wurden beschädigt. Das Elektrizi- tätswerk wurde lahmgelegt, so daß die Stadt i n D u nkelheit gehüllt wurde. Die Einwohner flüchteten von Panik ergriffen aus den Wohnhäusern und Hotels. Es gab zahlreiche Verletzte. Der erste Erdstoß erfolgte gerade, als amerikanische Flüchtlinge aus Schanghai im Hasen landeten. Wetterbericht des Nelchswetterdienstes. Ausaabeort Frankfurt. Begünstigt durch ein Tiefdruckgebiet über Deutschland konnte sich von Südosten her zuströmende Warmluft, die an der vorgelagerten Kaltluft zum Aufgleiten kam, jetzt auch im Westen und Süden des Reiches in ausgedehnten, meist recht ergiebigen Regenfällen auswirken. Die Störungen werden jetzt ostwärts abgedrängt, so daß zunächst Hochdruckeinfluß stärker hervortritt, ohne jedoch zu beständigem Schönwetter überzuleiten. 21 u 5 f i d) t e n f ü r Dienstag: Morgens vielfach dunstig, sonst zeitweise heiter und meist trocken, im ganzen etwas wärmer, veränderliche Winde. Lufttemperaturen am 22. August: mittags 15,4 Grad Celsius, abends 13,1 Grad; am 23. August: morgens 15,7 Grad. Maximum 15,3 Grad, Minimum ^ute nacht 12,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. August: abends 15,9 Grad; am 23. August: morgens 15 Grad. — Niederschläge 4,7 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (beurlaubt), t. V.: Dr Fr. W Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck (beurlaubt). Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel D. A. VII. 37: 9076. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr 3 vom 1 Juni 1935 qüftig. Herr Wilhelm Rinn II im 67. Lebensjahre. 5479 D Friedericke Launspach und Kinder Gießen, den 23. August 1937. 5474 V S Für die so überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir nur auf diesem Wege unseren innigsten Dank jF Gestern morgen 4% Uhr verschied nach kurzer, schwerer Krankheit mein lieber A4ann, unser lieber Vater, Schwieger- vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Heuchelheim, den 23. August 1937. Die trauernden Hinterbliebenen: Elisabethe Rinn, geb. Gernandt Familie Otto Rinn VI. Familie Ernst Hofmann Erhard Rinn. Die Beerdigung findet Dienstag, den 24. August, nachmittags 5 Uhr, vom Trauerhause Bachstraße 5 aus statt. Am Donnerstag, dem 19. August 1937, verschied unerwartet Frau Rosine AlkerWw. Sie war uns stets eine treue Wanderkameradin und wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren. Westerwaldverein, Ortsfir. Gießen. Beerdigung Montag. 23. August, nachm. /<2 Uhr. auf dem Neuen Friedhof. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. tafar gesucht,gelernter Schlosser,Dauer- 'tellung. 5488d Schilling Franks. Str. 23. Verirrter Damen und Herren erhalten durch den Vertrieb eines Haushaltungsartikels jeden Tag Geld. Offerten unter 5482D an den Gieff. An;. Zuverlässiger Vulldoggsahrer sofort gesucht. Schriftliche Angebote unt. 5475D an den Gieff Anz. | Vermietungen | Geschäfts raume zu vermieten Diezstraße 14 bestehend aus Büro.Lagerkelk mehreren Lagerräumen m. Ver- aderamve, Garage und groffem ®Of !2ißD ^nderthal, Wemgroffhandl _ Gießen L-eltersweg 5 Stellenangebote! Keine Zeugnisse in Urschrift wndern nur Zeugnis- aoichriften Dem B«- werbungsichreiden bei. Ie«en - Lichtbilder unoBewerbun,Gunter- lasen müssen zur Vermeidung 0011 Verlusten aus öer >Hücfleite -Jl» men und ÄnschUil des Bewerbers tragen I Gewmnauszug 5. Klaffe 49. Preußisch-Süddeutsche (275. Preuß.) Klaffen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 13. öiehungötag 21. August 1937 Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beide» Abteilungen I und II 3n der heutigen DormittagSziehung wurden gezogen 339672 358148 128 Gewinne zu 194058 270498 368317 364444 315631 93929 275292 130615 171029 213386 236778 283418 341879 378436 2000 RM. 236634 374690 1000 RM. 129778 201467 272573 369653 500 RM 133498 179712 216921 239465 300765 353010 394643 155156 180938 219097 249798 301371 353924 155538 182450 224155 268688 301729 356841 28374 157740 237116 321280 389014 36009 256304 65947 264367 125141 155770 194766 228211 269453 320162 357308 40294 158834 238930 336551 399374 14973 225575 50680 241814 * 1 167334 205028 235134 278017 329744 358327 99351 I90950 269893 363399 15967 155447 232140 276631 377594 64 Gewinne zu 10780s ..............— 1044 1 365 7180 9321 27864 41120 42190 45691 47723 479,4 55676 56195 60989 62551 70559 76290 77529 78490 89164 89306 95209 100147 106500 110960 127934 ------ ------ ------ ------ 2 Gewinne zu 10000 RM. 172940 6 Gewinne zu 6000 RM. ' ' ' 6 Gewinne zu 3000 RM. 24 Gewinne zu 160658 234196 156359 169793 210135 238143 272331 317108 345040 359844 377450 395064 159285 174338 226147 240321 276962 324418 352709 362244 378981 132224 163973 200211 227207 261807 279667 342253 356660 367049 385168 134345 168534 200776 228726 268585 303701 343333 357129 368757 390894 110610 137166 168547 207103 229653 272297 307265 344457 359654 374626 394880 163457 182974 226721 260904 277323 334900 355710 366765 380741 ^rtvinne zu 300 RM. 7646 8384 1 3943 23227 24128 24558 26170 30504 36396 42543 44598 45944 50175 60809 51847 54155 55490 59368 §4424 71220 80954 81635 82488 83173 91016 Ön der heutigen NachmittagSzlehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 10000 RM. 168971 186023 80157 3000 RM. 2000 RM. 336006 1000 RM. 219252 306366 14835 252704 350269 310799 87499 73812 357456 3388 222059 ' 308656 ■ 2 Gewinne zu 6000 RM. 6 Gewinne zu " .14 Gewinne zu 113463 143700 32 Gewinne zu 181480 202347 275881 291657 390766 383423 95497 149553 256039 367365 64 ©eminne zu 500 RM. 61667 81130 109807 '§1904 176449 184297 220478 223078 229778 255655 267887 289372 363W3 364156 377959 3986 8744 19513 42219 112860 129686 135207 190118 195656 206899 237555 239611 246581 304354 322134 345087 392800 184 Gewinne zu 300 RM 4066 8326 16511 20384 34347 *3272 28068 30169 30190 31253 33649 35166 35488 48212 55537 59431 70576 72929 110996 132839 149554 78813 79375 87735 92037 94226 98660 illlll 114881 124213 126191 131122 133387 136242 138167 141515 143219 152171 157846 166983 170411 173443 174772 175535 176242 178767 181691 182359 189902 231161 264615 265153 318720 357709 383044 393381 196524 202484 204944 208625 217021 241866 266342 287285 325135 359959 383117 244391 275994 310795 340147 360696 383691 244856 279628 315850 340617 362681 387489 260794 279962 317653 354389 368309 390379 261050 282969 317698 356249 373725 391242 dm Gewinnrade verblieben- 2 500000, 2-3u|t Gewinne zu je 108 3U je 5000. 232 zu je 3000, 542 zu je 2000 1710 äu j, 1000 2736 zu 1. 500, 5542^1. 300, 131054 zu je 150 RM. BORRMANN«: Gießen - Neustadt 5 - Ruf Nr. 4165 Fliesen-UIandschonet! Handtuchhalter Löffel Kalter. Sand-Seife-Soda- ■ff B Garnituren. ■ Schlüsselhalter D! U\ JUhMverchromto.vernickelt. liebe Bezahlung. 5477D | Vereine | Ihre Geschäfts- Drucksachen stellen dleVerbindung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Briefumschläge.Post- karten. Rechnungen, Geschäftskarten Ihre« Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen l Wir bieten sie Ihnen preiswert! BrühPsche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 1. Verkäuferin für Kleiderstoffe und Baumwollwaren zum baldigen oder sväteren Eintritt gesucht. Bei guter Leitung Übertarif- Kaufhaus Becker Wehlar. Verkäufe 1 komplettes Hiner (Eiche zuverkauf. Schneider Marb. Str. 195. Paddlergilde Gießen E.V. ImDRL. 5476 D Wanderfahrt Kinzig-Main von Langenselbold bis Dörnlg» heim. - Näheres SchwarzesBrett u.Moeser-Filiale Neustadt. Melde- Ichluff Donnerstag, 26. August. Gäste wistlommem Eß- und Einmachbirnen zu verkauf, miss Pfund 20 Pf. Bruchstraße 8. IMschinen- Schreiner sowie einige Schreinergesellen werden noch für dauernde Arbeit eingestellt. smD Emil H. Müller Holzwarenfabrik Gießen. omenllidier 1*1* sofort ges. 04i6i Ludwig Saas Plockstraffe 7. Fräulein aus guter Fam., evang., für Mitte September als Stütze gesucht. Angeb. mit Ge- hattsansvrüch.an Fran A. Mittler Wetter (S.-N.) Papierfabrik erbeten. S481p Tüchtiges Zimmermädchen gegen hoh. Lohn gesucht. <>4160 Solei vrinz Gan Neue Molorradreifen 27x3,50 zu verk. od. geg. 27x4,00 zu vertauschen. Schr.Angeb.unt. 04162 a.d.G.A. Großer Herd 110/70 für 20 Mk. zu verkaufen. 04158 NenenBäue l5 l. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den Gießener Anzeiger |Verschiedenes| MailWer (Sorten Die Dame er- 04150 Anruf 2674. 3weckSBekamptongoe, Schwarzarbeit können Arbeits-Aoge boie von Handwerkern nur mit Rameosnen nvng u. unter Vorlage desGewerbenachweiies auigenommen werben Verlag desSubeoerÄnzeiger» 1 t 1 »