Mittwoch, 23. Mi 1931 187. Jahrgang lir.143 Erster Blatt dessen Dienst das angegriffene deutsche Kriegsschiff Der Anschlag aus die „Leipzig" unwiderlegbar Am Sonntagnachmittag starteten in Brüssel die Freiballone zum Gordon-Bennett-Rennen bei denkbar ungünstiger Witterung. Der Start war von heftigen Gewittern begleitet. (Scherl.-At.) rrmann technisch Sieger (1909) Rennen, urte in Zweiter nötigte, i 1500 W Feld I.) bald Ursprung reichen 0 Meter i Spurt ielgerade verbissen mn war ), 4:10,5 j) 4:10,6 ie gleiche Heuchel- n 4:18^ Sranffurt amdrnain iißse vruck unv Verlag: vrühl'sche UntverfitSt§»vuch- und Stcinörudcrci R. Lange in Giehen. Zchnftlettung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 standen, und beide Mächte hätten gewünscht, daß die Solidarität der Ueberwachungsmächte sofort unter Beweis g e st eilt werde. Im Unterhaus richtete Attlee die Frage an Eden, ob die britische Regierung in keiner Weise die Absicht habe, sich an einer gemeinsamen Flotten- demonstration mit den Deutschen zu beteiligen. Eden antwortete, er könne endgültig versichern, daß die britische Regierung nicht die Absicht habe, sich an einer Flottendemonstration vor Valencia zu beteiligen. Das Nichteinmischungsabkommen arbeite nicht so, wie die britische Regierung es wünsche. Infolgedessen müsse die gegenwärtige Lage mit Ernst erwogen werden. staatfinden sollte. England und Frankreich versagen sich. Josephstadt von einem tschechoslowakischen Polizeiflieger zum Landen gezwungen. Auf diese Weise wurden die aussichtsreichsten deutschen Teilnehmer am Wettbewerb zum Abbruch des Rennens gezwungen, obwohl sie für die zweite bevorstehende Nacht und für den bevorstehenden dritten Tag des Fluges noch mehr Ballast als bei früheren Wettbewerben hallen. Im Falle des Ballon „Chemnitz 10" hatte dgs tschechoslowakische Verteidigungsministerium mitgeteilt, daß der „zur Feststellung der Kenngei- Palästina soll aufgeieitt werden. Die Kommission schlägt Errichtung eines jüdischen und eines arabischenStaates vor. London, 23. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der dem König unterbreitete Bericht der britischen Palästina-Kommission enthalt, wie schon vielfach vermutet worden war, den Vorschlag, Palästina in zwei Staaten, einen jüdischen und einen arabischen aufzutei- le n. Der Ausschuß ist der Ansicht, daß durch em solches Verfahren das Problem der politischen und Rassengegensätze zwischen Juden und Arabern in Palästina am besten gelöst werden könne. Einzelheiten über die Aufteilung des Gebietes find noch nicht bekannt. Immerhin will der „Daily Telegraph" wissen, daß der jüdische Staat an das Mittelmeer angrenzen soll, während der arabische sich im Innern des Landes befinden werde. Die beiden Staatsgebiete würden etwadiefelbe Größe haben. Der arabische Teil solle durch „Korridore" einen Zugang zu den Hafen von Haifa undJaffa erhalten. Der Bericht wird voraussichtlich Anfang Juli veröffentlicht werden. Tokio wünscht Klärung der Beziehungen zu England. Tokio, 23. Juni. (DNB. Funkspruch. Ostasien- dienst des DNB.) Das Außenministerium gab bekannt, daß der japanische Botschafter in London, Joshida, von Außenminister Hirota beauftragt worden ist, mit dem britischen Außenminister Eden Handlungen Fragen des Ausgleichs der Han- delsinteressen zwischen Japan und den britischen Dominien berührt worden seien. Er glaubte annehmen zu dürfen, daß im weiteren Verlauf der Fühlungnahme auch die Frage der englisch-japanischen China-Interessen erörtert werden. Von den politischen Blättern Tokios wird diesem Schritt als einer Vorstufe grundsätzlicher japanisch-englischer Verhandlungen große Bedeutung zugemessen. 1000 Me- ib Franz \e sie wie >. ßängft W* nbe an. äxW>-- gen Vielt er blieb jjen Sieg Die Zeit :49,1 und gekommen sei, bleibe bestehen und bleibe auch für zukünftige Zwischenfälle in Kraft, falls das Abkommen nicht von einer der vier Mächte gekündigt werde. Das heiße, daß im Falle eines neuen Zwischenfalles neue Besprechungen zwischen den vier Mächten stattfinden würden. Die Mitteilung über die heutigen Beratungen besagt, daß es unmöglich gewesen sei, zu einer Einigung zu gelangen. Großbritannien und Frankreich, so verlautete, hätten eine Untersuchung über den Angriff auf die „Leipzig" gewünscht, bevor sich beide Mächte verpflichteten, an irgendeiner aktiven Demonstration teilzunehmen. Für Deutschland und Italien habe die Tatsache des Angriffes völlig außer Zweifel ge- 9er mißlungene Versuch. Der Verlauf der Botschafter-Besprechungen im Londoner Foreign Office hat den Pessimisten recht gegeben, die die Brauchbarkeit des Londoner Abkommens der vier Konlrollmächte von vornherein in Zweifel zogen. Nach dem heimtückischen Ueberfall roter Bombenflieger auf das Panzerschiff „Deutschland" in Ibiza hatten alle an der Seekontrolle in den spanischen Gewässern beteiligten Regierungen den Eindruck, daß irgend etwas geschehen müsse, um in Zukunft die Autorität des internationalen Nichteinmifchungsausschusses, in Annahme oon Anzeige« für die Mtttagsnummer bis8'/.UhrdesVormittag- Grundpretje für 1 mm hohe für Anzeigen oon 22 mm Brette 7 Rpf.. für Text- / anzeigen von70mm Breite 50Rpf..Platzvorschr,ft nach oorh Verembg 25°/n mehr. Ermässigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B London, 22. Ium. (DNB.) Zum Schellern der Vier-Mächte-Besprechung meint Reuter u. a., die Maschinerie, die am 12. Juni zustande- die „Leipzig" erfolgten, rote U-Boote überhaupt nicht mehr in See gewesen seien, wird schon dadurch widerlegt, daß am 16. Juni mittags zwei rote U-Boote die nationalspanischen Stellungen an der Küste bei Calahonda (an der südspanischen Küste östlich Malaga) b e - schossen haben. Die Angriffe auf die „Leipzig" aber haben am 15. und 18. stattgefunden, und zwar in der Nähe von Oran, also einem Ort, der einen halben Tagesmarsch von Calahonda entfernt ist. , Franco gibt Garantien für die Kontroilschiffe. London, 22. Juni. (DNB.) Auf die kürzlich erfolgte englische Anfrage, so berichtet Reuter, habe die spanische Nationalregierung dem britischen Botschafter in Hendaye mitgeteilt, daß sie uneingeschrän kte Garantien für die Sicherheit der U e b e r w a ch u n g s s ch i f f e auf hoher See und auch sonstwo geben werde und bereit sei, Zonen in nationalspanischen Häfen an-, zugeben, in denen die Ueberwachungsfchisfe vor Angriffen durch nationalspanische Streitkräfte sicher seien. Aus Valencia ist bisher noch keine Antwort der Bolschewisten eingetroffen. sich unser ben 100* t mit ben li-d teterW r 5. Platz Leineweber n nächsten Hau) unb Zeit von gte fr"1'1 >eineweber »ter* Letzte her- staffel lich ettachl-der g barstellt. Die amtliche Verlautbarung. London, 22. Juni. (DVB.) Die amtliche Ver- laulbarung über das Ergebnis der Vier-Vlächte- Besprechung lautet: Eine weitere Sitzung zur Erörterung der Frage der Zwischenfälle, in denen der deutsche Kreuzer „Leipzig" verwickelt worden war, wurde im englischen Auhenamt am 22. Juni zwischen dem englischen Außenmini st er und dem französischen, deutschen und italienischen Botschafter abgehalten. Es stellte sich bedauerlicherweise als unmöglich heraus, ein Uebereinko mmen über die Maßnahmen zu erreichen, die in diesem Falle ergriffen werden sollten. Es wurde auf der einen Seite für notwendig gehalten, daß — während Vorschläge gemeinsam geprüft werden sollten, um die Sicherheit der Schiffe der vier Flottenmächte zu vermehren — eine Untersuchung über die Umstände der Zwischenfälle allen zu ergreifenden Schritten vorangehen ollte, die gegen die beteiligte spanische Partei zu richten seien. Auf der anderen Seite wurden die Tatfachen als festgestellt angesehen und es wurde erachtet, daß die Zwischenfälle sofortige aktive Schritte erforderten, um die Solidarität der Mächte aufrechtzuerhalten und die Wiederholung solcher Zwischen- ä l l e z u v e r h i n d e r n. Der Vorschlag, über den ein Uebereinkommen nicht erreicht werden konnte, Tschechische Behörden stören das iniernaiionaie Gordon-Venneil-Rennen Tschechischepolizeiflieger zwingen deutscheIreiballons zur Aufgabe desRennens ClULlvll IJUUV^ UlV XA, V r S. * misten nach dem verbrecherischen Anschlag aus die Leipzig" zu internieren. Aber sowohl England wie Frankreich haben sich geweigert, Deutschlands Vorschläge anzunehmen. Der Versuch einer gemeinsamen Front gegen das verbrecherische Treiben der Bolschewisten ist gescheitert. In Valencia und Moskau wird man Freudenhymnen anstimmen darüber, daß man auch in Zukunft auf die Uneinigkeit der Kontrollmächte rechnen kann. Daß dies blamable Ergebnis die Va- lencia-Bolfchewiften zu neuen Provokationen nur ermuntern wird, ist selbstverständlich. Deutschland jedoch, das mit allem Ernst und mit aller Aufrichtigkeit bestrebt war, den Weg der Zusammenarbeit mit den übrigen Kontrollmächten zu Ende zu gehen, hat nach dem Scheitern der Londoner Botschafter-Besprechung seine Freiheit des Handelns wiedergewonnen. Das Londoner Abkommen vom 12. Juni gibt ihm das Recht, auf die Herausforderung, die sich die bolschewistischen Machthaber in Valencia durch den Torpedoangriff ihrer U-Boote auf den Kreuzer „Leipzig" erneut erlaubt haben, zu antworten, wie es ihm richtig erscheint. Dr. Fr. W. L. X75, ’nnen A Enkr im ^rchs Kanb hier- • 3u= Ren- ■ einen l. Ein »enbeh ■ denn le sich iltivir- N, n Tv. .Heber -türm» Mann restlos ch der A. ge= Drei. ltz mit iO Me- Seim gingen Schä. dwebel en. war, daß eine sofortige Flottendemon- ftation durch Zeigen der Flaggender vier Mächte vor der Küste von Valen- c i a ortabyen |enfflÄ mb v GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen erörtert hätte die U-Boote der Valencia-Bollche-i über die Möglichkeit der Anbahnung formeller Ver- S" Ja hem nerbredierifdien Anschlag auf die Handlungen ZUr^ Klärung der englisch- 1 iflDoni cne: Woche auf Einladung der britischen Regierung an- qefagten Besuch in London verschob. Wenn )arüber die englische Oeffentlichkeit sich enttäuscht zeigte, so mußte ihr deutlich werden, welche Bedeutung Deutschland der erneuten Provokation Lines ' deutschen Kriegsschiffes beilegte und daß in einem für die internationale Zusammenarbeit «ls kritisch empfundenen Zeitpunkt der Leiter der deutschen Außenpolitik den Sitz der Zentrale nicht »erlassen konnte. Die englische Oeffentlichkeit hätte aber auch em- lehen müssen, daß nichts einer oon der in Aussicht genommenen Aussprache erhofften Besserung der deutsch-englischen Beziehungen wirkungsvoller hätte vorarbeiten können, als eine verständn i s- wolle Behandlung des neuen Zwischenfalls gerade durch den britischen Außenminister. Man gaf in Deutschland nach den Mitteilungen, die Eden bereits vor der letzten Sitzung der Botschafter-Konferenz im Unterhaus gemacht hat, den peinlichen Eindruck, daß der britische Außenminister coiederum eine Gelegenheit versau m t hat, die es ihm ermöglicht hätte, durch etwas mehr Verständnis für die Lage Deutschlands und feine ich aus der Situation als vollauf gerechtfertigt ergebenden Forderungen das deutsch-englifche Verhältnis in eine wärmere Atmosphäre überzuleiten. Der britische Außenminister hat offenbar aus Ruck- icht auf seine Opposition und aus Rücksicht auf Moskau, mit dem man es anscheinend auch nach Dem Blutbad des 12. Juni noch immer nicht ver- Derben möchte, geglaubt, eine verpaßte Gelegenheit >iur Besserung des deutsch-englisches Verhältnisses ouf sich nehmen zu können. Aber nicht nur das. Die sich im Londoner Ab- lommen abzeichnende Zusammenarbeit der vier westeuropäischen Großmächte schien ein erster Ver- mch zur Wiederbelebung des Gedankens der Soli- varität der vier großen europäischen Kulturnatw- nen gegen alle den Frieden störenden Elemente. Der Versuch ist, wie man nach dem Ausgang der Londoner Botschafter-Beratungen feststellen mutz, >chon bei der ersten Probe aufs Exempel mißlingen. Das ist um so mehr zu bedauern, als Deutschland nach der schweren Provokation die der Angriff bei Ibiza gewesen war, bei der Feststellung Der Methode für "ein Zusammenarbeiten der vier Kontrollmächte größtes Entgegenkommen bewie- '-n hatte und auch jetzt nach d-m erneuten ein- wandfrei festgestellten Angriff bolschewistischer U-Boote auf ein deutsches Kriegsschiff bei der ■ Uufstellung seiner Forderungen sich größter Matzi- i;ung befleißigt hatte. Denn es wäre doch wohl in' Mindestmaß von Solidarität gewesen, wenn ' ie vier Kontrollmächte durch eine st^^tzi^me flottendemonstration vor Valencia den Bolschewiken eindeutig klar gemacht hätten, daß sie die Pro- ■ okation Deutschlands als eine gemeinsame Heraus- vrderunq empfinden und künftighin nicht qewi xien, mit der Autorittät des internationalen Nicht- Unmifchungsausschufses Schindluder treiben zu las «n, vielmehr bereit seien, jeden weiteren JMngrif ■ er bolschewistischen Piraten auf die Seekontrolle 'emeinsam abzuwehren. Es hätte auch dem billigen verlangen nach hinreichendem Schutz der deutschen Seeleute entsprochen, wenn man die Matznahme (fcr|d)etni (Og Md), außer Sonntage and Feiertag» Beilagen Die JUuftnertt (ßieftenei Familienblättei Heimat im Bild Die Scholl» Olonats-Be$ugspret$: Mit * ‘Beilagen NM. L95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüsfe enter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gietze« japanischen Beziehungen zu verhandeln. Frühere auf japanische Initiative aufgenommene Besprechungen Joshidas mit den Beamten des britischen Auswärtigen Amtes wären genügend zufriedenstellend gewesen, um diesen zweiten Schritt als Vorstufe offizieller Verhandlungen zu rechtfertigen. Der Sprecher des japanischen Außenministeriums gab zu verstehen, daß bei den bisherigen Ver» Berlin, 22. Juni. (DNB.) Ausländische Pressestimmen hatten den Versuch gemacht, einen Wider s p r u ch festzustellen zwischen dem deutschen Kommunique vom 15. Juni und den späteren amtlichen Feststellungen über die rot-spanischen Attentate auf den Kreuzer „Leipzig" Dieser Versuch ist unverständlich. In dem Kommunique vom 15. Juni wurde festgestellt, daß die aus mysteriösen Quellen stammenden Berichte über eine Torpedierung und Versenkung der „Leipzig" leichtfertig und unbegründet waren. Wenn am 15. Juni noch nicht bekanntgegeben worden ist, daß an diesem Tage drei fehlgegangene Torpedoschüsse gegen die „Leipzig" beobachtet worden sind, so diente dies nicht nur der Beruhigung der Angehörigen der Besatzung, sondern hatte vielmehr seinen Grund auch darin, daß es, wie in der Meldung besagt, zweckmäßig erschien, vor weiteren Schritten e r st den e richten n a ch z u g e h e n, die eine Torpedierung bereits feststellten, obwohl von deutscher Seite über den Vorfall nach außen hin zunächst geschwiegen worden war. Für den sorgfältigen Leser der beiden Verlautbarungen kann also von irgendwelchen Widersprüchen keine Rede sein. Die Glaubwürdigkeit der in ausländischen Zeitungen veröffentlichten Behauptungen, daß vor und während der Zeit, in der die U-Bootangriffe auf MU’ b-s<< 6» 6A.6;ä» tfi, ** Oie Vier-Mächie-Besprechimg gescheiieri. Keine Einigung in London über Maßnahmen gegen die Valencia-Bolschewisten stand, gegen weitere Anschläge der Valencia-Bolschewisten und ihrer Moskauer Hintermänner zu schützen. Die vier Kontrollmächte legten sich also in dem Londoner Abkommen auf einen Modus fest, der bei künftigen Uebergriffen gegen Schiffe der Kontroll- mächte unbeschadet des Rechts auf Selbsthilfe zur Abwehr eines Angriffes ein gemeinsames Porgehen auf Grund der Beratungen vorsah. Sollte es in diesen Beratungen zu keiner Verständigung kommen, würde die angegriffene Macht das Recht auf Selbst- d ««f K jem jieq tonnte Je W 1846 W ifriH. >'*" id; W* w* einh-2 ,Hei« re» KE ^bn# iiiaus re Prag, 22. Juni. (DNB.) Der deutsche Ballon „Chemnitz 10" wurde in der Nähe von Prag aus der Gordon-Bennett-Wettfahrt oon einem tschechoslowakischen Militär-Flieger zum Landen gezwungen und durch diese Behinderung eines international anerkannten Lustrennens durch die tschechoslowakischen Willkürmaßnahmen um seine Gewinn aussicht gebracht. Am 21. Juni überflog der Ballon „Hildebrand" die tschechoslowakische Grenze. Gegen 18.45 Uhr erreichte der Ballon die Gegend von Königgrätz und wurde zwischen dieser Stadt und Hilfe zurückerhalten. Schneller als es man es gedacht hatte, haben die Valencia-Boschewisten die Geduld der Kontrollmächte auf eine neue Probe gestellt. Die eindeutig festgestellten Torpedoangriffe bolschewistischer Uboote □uf den deutschen Kreuzer „L e i p z i g" haben Deutschland gezwungen, die übrigen Kontrollmächte zu einem gemeinsamen Schritt gegen die Urheber dieses neuen verbrecherischen Anschlages auf den Frieden aufzufordern. Es entsprach der in >em Londoner Abkommen festgelegten Methode, !»aß die Botschafter der Kontrollmächte mit dem bri- lischen Außenminister Über die durch den Angriff (»er bolschewistischen Uboote geschaffene neue Lage Gerieten, um Maßnahmen zur Wahrung der Autorität der Kontrollmächte zu treffen, die gleichzeitig bür das erneut angegriffene Deutsche Reich eine hin- länglidje Genugtuung boten. Wie ernst es der sseichsregierung war, nun endlich nach dieser erbeuten unerhörten Provokation der Valencia-Bol- ■ chewisten durch geeignete gemeinsame Maßnahmen 6 er vier Kontrollmächte sowohl der beleidigten deut- Icchen Flagge Genugtuung zu verschaffen als auch >ie Sicherheit zu erhalten, daß nicht langer die ^Besatzungen der an der internationalen Kontrolle beteiligten deutschen Kriegsschiffe schutzlos holsche- vistischen Angriffen ausgesetzt seien, das mußte den beteiligten Regierungen schon daraus klar werden, d-aß der Reichsminister des Auswärtigen, Freiherr von Neurath, seinen für Mitte dieser WM ct)en" dem Ballon entgeaengejandte Militärflieger diesen umflogen und der Besatzung zum Gruße zu- gewinkt habe. Während sämtliche anderen Ballons dieses Verhalten dieses Fliegers freundlich ausgenommen hätten, sei der Ballon „Chemnitz 10" daraufhin niedergegangen. Offenbar habe die Besatzung das Verhalten des Fliegers „falsch a u s g e - l e g t". Daß von einer „falschen Auslegung" des Verhaltens des-tschechoslowakischen Fliegers im Fall des Ballons „Hildebrand" — und sicherlich auch im Falle des Ballons „Chemnitz 10" — keine Rede fein kann, geht aus dem Bericht des deutschen Ballonfahrers Goetze vom Ballon „Hildebrand" einwandfrei hervor. Er berichtete u. a.: Als der tschechoslowakische Polizeiflieger auf uns zukam, berührte uns das zunächst nicht, weil Sportflugzeuge und Verkehrsmaschinen uns häufig bei Gelegenheit von Ballonfahrten umkreisten. Dieser Besuch wurde unangenehm, als der Flieger uns nicht mehr umkreiste, sondern mit etwa 400 Kilometer Geschwindigkeit direkt auf unseren Ballon zu flog um erst im letzten Augenblick links oder rechts die Maschine vorbeizureißen. Die Absicht, uns zur Landüng zu zwingen, war offenbar, worüber wir um so mehr erstaunt waren, als uns ja bekannt war, daß die Teilnahme unseres Ballons am Gordon-Bennett-Ren- nen sowie die Möglichkeit, daß dabei die tschechische Grenze überflogen werden konnte, der Tschechoslowakei mitgeteilt worden war. Außerdem hatte uns die Prager Radiostation ständig Wind- und Wetterberichte zugesunkt. Weiter steigerte sich die peinliche Lage, als der Flieger dazu überging, seine Masichne über den Ballon zu bringen und im Sturzflug, unseren Ballon als Ziel nehmend, herunterkam. Wie uns der Flieger selbst nach Landung sagte, war er dabei bis auf fünf Meter an unsere Ballonhülle herangekommen, so daß wir fürchten mußten, daß er aus Versehen mit seinem Fahrgestell oder einem Flügel unseren Ballon streifen würde. Durch die dauernden Erschütterungen des Ballons und durch den Propellerwind des Flugzeuges verloren wir fortwährend Gas aus dem Ballon und der Ballon geriet stark ins Fallen. Aber auch jetzt setzte der Flieger seinen Angriff fort, so daß wir es nicht länger verantworten konnten, etwa durch Ballastabgabe wieder in die Höhe zu steigen. Wir näherten uns, aus 2000 Meter Höhe kommend, mit zwei Sekundenmeter Fallgeschwindigkeit dem Erdboden und als wir etwa in 50 Meter über dem Boden waren, drehte der Flieger ab, weil er die Landung als vollzogen betrachtete. Als wir nun die Fahrt fortsetzen wollten und zu diesem Zweck wieder einige 100 Meter Höhe erreichten, wurde dem Flieger diese Tatsache telephonisch mitgeteilt. Er stieg sofort wieder auf und verfolgte uns auf9 neue. Trotzdem wir jetzt niedriger über dem Boden fuhren, wiederholte er dieselben Manöver und wir mußten schließlich die Landung durchführen. Der Polizeiflieger erklärte uns, daß er d e n B e f e h l habe, unsere Weiterfahrt zu verhindern und uns unter allen Umständen zur Landung zu zwingen. * Angesichts dieses ungeheuerlichen Vorfalles muß noch der amtliche Bericht der zuständigen deutschen Stellen abgewartet werden. Das Staatsbegräbnis für Abt Albanus Schachleiter München, 22. Juni. (DRV.) Für den verewigten Abt Albanus Schachleiter fand am frühen Morgen des Dienstag in der stilvoll ausgeschmückten Allerheiligen-Hofkirche der feierliche Trauergottesdienst statt. Im Kirchenschiff saßen die Verwandten und Freunde des Verstorbenen, während im Presbyterium mehrere Aebte der Benediktiner- Kongregation und Vertreter des Münchener Domkapitels Platz genommen hatten. Das feierliche Pon- tifikal-Requiem mit großer Assistenz hielt Abt M o - litor von St. Joseph Gerlaeve in Westfalen, der derzeitige Präses der Beuroner Benediktiner-Kongregation, der der Verewigte angehört hatte. Das Libera wurde von Abt Sigesbert Mitterer vom Kloster Hohenschäftlarn gehalten. Während des Gottesdienstes vollzog sich vor der Residenz der Aufmarsch der Trauerparad e. Unter Trommelwirbel eines SS.-Spiel- mannszuges wurde dann der Sarg aus der Kirche gebracht und auf den mit sechs schwarzverhängten Pferden bespannten Totenwagen gehoben. Dann setzte sich der Trauerzug in Bewegung. An der Spitze Schutzpolizei zu Pferde und ein Ehrensturm der SS.-Standarte „Deutschland". Vor dem Leichenwagen wurden die Kränze des Führers und Reichskanzlers, des Stellvertreters des Führers, der Bayerischen Landesregierung und des Traditionsgaues München-Oberbayern getragen. Auf dem Waldfriedhof haben sich mit den Verwandten des verewigten Abtes führende Männer aus Partei, Staat und Wehrmacht, Männer der Kunst und Wissenschaft eingefunden. Man bemerkt u. a. den Münchener Oberbürgermeister Reichsleiter Fiehler, den Jugendführer des Deutschen Reiches in Begleitung des italienischen Jugendführers, Staatssekretär Ricci, die Gauleiter Adolf Wagner und Dr. Hellmuth, eine Abordnung der Philosophischen Fakultät der Universität München, deren Ehrendoktor der Verblichene war, und viele andere. Kurz vor 13.45 Uhr trifft der Stellvertreter des Führers in Begleitung des bayerischen Ministerpräsidenten ein. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden wird der Sarg in die Erde gesenkt. Ministerpräsident Sieberi tritt vor das offene Grab, um als Beauftragter des Führers die letzten Gedenkworle zu sprechen. Er betont, daß nach der Bestimmung des Verstorbenen keine Rede bei seiner kirchlichen Einsegnung gehalten werden solle. Daher solle nur der Dank der Herzen dem Manne gewidmet fein, der als Deutscher, als Politiker, als Katholik, als Held Vorbild und Mahnung gewesen sei. Abt Schachleiter habe an sich die Wahrheit des Wortes erfahren, daß das Leben,Kampf ist. Wie der Führer, als er mit wenigen Getreuen seinen Kampf für Deutschlands Wiedergeburt aufnahm, verfolgt und gemieden, verachtet und gemaßregelt wurde, habe Abt Schachleiter, der glühende Deutsche, es büßen müssen, als er 1926 mit jugendlichem Feuer sein Leben mit Adolf Hitler, seiner Bewegung und seiner Mission unlösbar verband. Mußte er 1918 wegen seiner deutschen Gesinnung seine ihm liebgewordene Arbeitsstätte im Ausland verlassen, so sollte ihm in seinem heißgeliebten Vaterland nicht die Bitternis erspart werden, daß er wegen seiner Treue zu Adolf Hitler in offenen Konflikt geriet zu feinen kirchlichen Behörden, die ihn straften und ihm zuletzt sogar die kirchliche Weihegewalt entzogen. Aber Abi Schachleiter sei freu geblieben, denn fein Vaterland sei es ihm wert gewesen, das kreuz auf sich zu nehmen, und er habe sich um so lauter zum werdenden Deutschland bekannt. Das Schicksal habe ihm die Treue gelohnt und ihn den Sieg seines Führers und der Bewegung erleben lassen. 3n einem Briefe vorn 17. Dezember 1936 habe er ihm, dem Ministerpräsidenten wörtlich geschrieben: „Ich bleibe bei meiner heiligen Kirche, von der ich mich in keiner Weise trennen werde. Aber ich bleibe auch bei meinem Führer und seiner Bewegung. Denn ich lebe der festen Ueberzeugung, daß ich mit meiner Treue zum Führer und zur Bewegung auch der Kirche diene. So will ich als strenggläubiger Katholik der treueste Gefolgsmann meines Führers fein." And in feinem letzten Briefe, in dem er feinen Wunsch mitgefeilt habe, im Münchener Waldfriedhof in der Nähe des von ihm fo hochgeschätzten Ernst P ü h ner feine letzte Ruhestätte zu finden, habe er wieder wörtlich geschrieben: „Ich bitte, daß an meinem Grabe meinem Führer Adolf Hitler mein Dank und meine Treue bis in den Tod bekundet wird. Das soll die Welt hören und wissen, meine Treue zum Führer und der nationalfozialistischen Bewegung, aber auch meine Treue zu meiner heiligen Kirche." Wer wage es noch, angesichts des Lebensinhaltes und des Lebensausklanges dieses Mannes und seiner ergreifenden Treue zum Nationalsozialismus und seinem Führer zu sagen, Nationalsozialismus und wahres Christentum feien Gegensätze? Es sei uns eine heilige Aufgabe: Die Liebe, welche ein göttlicher Funke in sein Herz legte, und aus seinen Augen strahlen ließ, in die Herzen unserer Jugend zu legen, darüber hinaus aber zu arbeiten, daß unsere nachkommenden Geschlechter erfüllt werden von seiner Kraft für das Recht und gegen das Unrecht, von seinem Mut, von seiner Treue zum Volk, von seinem Glauben an das neue Deutschland Adolf Hitlers. Der Stellvertreter des Führers legte den Kranz des Führers, Ministerpräsident Siebert die Kranzspende der Bayerischen Landesregierung, Gauleiter Adolf Wagner die für den Traditionsgau nieder. Es folgten der Reichsjugenführer, Staatssekretär General Hofmann für den Reichsstatthalter in Bayern, Obergruppenführer Seydel für den Korpsführer des NSKK., Generalleutnant von Doehla als Beauftragter des Reichskriegsministers, Gruppenführer Bennecke für den Stabschef der SA. Der Gesang der nationalen Lieder beendete das Staatsbegräbnis. Nach dem Staatsakt verrichtete der Geistliche die kirchlichen Segnungen. Unser Bildtelegramm aus München zeigt den Sarg, mit einer großen Hakenkreuzfahne bedeckt, aus dem Wege zum Friedhof. (Scherl-Bilderdienst-M.) W 1 W«! W ■ Das Kabinett Chautemps, eine Regierung der Volksfront. Radikalsoziale und Sozialdemokraten zu gleichen Teilen.-Oer neue Finanzminister Bonnei vor der gleichen schwierigen Aufgabe. — Erst am Dienstag Regierungserklärung. Paris, 22. Juni. (DRB.) Senator Ehau- (emps hat in den späten Abendstunden des Dienstags fein Kabinett gebildet und nachstehende Persönlichkeiten berufen: Ministerpräsident: Ehauternps (radikalsoz.); Staatsminifter ohne Portefeuille: S a r r a u f (Senator, radikalsoz.), Violette (Senator, radikalsoz.), 5 au re (Sozialdemokrat); Vizepräsident: Blum (Sozialdemokrat); Kriegsminifter: Daladier (radikalsozial); Außenminister: D e l b o s (radikalsozial); Iustizminister: Vincent - Auriol (So;.); Innenminister: Dormoy (Sozialdemokrat); Finanz- und Wirtschaftsminister: Bonnet (radikalsozial); Kriegs- u. handelmarineminifter: Eampinchi x (radikalsozial); Luftfahrtministeer: L o t (radikalsozial); llnterrichtsminister: Zay (Sozialdemokrat); Oesfentliche Arbeiten: Q u e u i ll e (radikalsoz.); handelsminisler: Lhapfal (radikalsozial); Landwirtschaftsminister: Monnet (Sozdem.); Kolonialminister: Moutet (Sozialdemokrat); Arbeitsminister: Fevrier (Sozialdemokrat); Pensionsminister: Riviöre (Sozialdem.); poffminifter: Lebas (Sozialdemokrat); Oeffentliche Gesundheitspflege: Ru c ar 6 (rab.- fozial); Ehauternps hat nicht weniger als 14 lln ter- ffaatsfefrefariafe geschaffen. Präsident Lebrun hat um Mitternacht die Erlasse unterzeichnet, durch die die neuen Minister und llnlersiaatssekreläre ernannt werden. Ehau- temps hat zu gleichen Zeit mitgeteilt, daß der erste Kabinettsrat am Donnerstagvormittag um 10 Ahr im Minisierpräsidium und der erste Minister rat am kommenden Dienstagvormittag im Elyfeepalast unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik stattfinden wird. Am Dienstagnachmittag wird dann die Regierung vor dem Pala- ment die Regierungserklärung abgeben. * Die neue französische Rebieruna unter radikalsozialer Führung ähnelt in ihrer Zusammensetzung dem zurückgetretenen Kabinett Blum wie ein Ei dem anderen. Mit Ausnahme des ehemaligen Handelsministers B a st i d, des Wirtschaftsministers S p i n a s s e , des Ministers für öffentliche Arbeiten Bedouce und des Ministers für Gesundheitswesen Sellier und des ehemaligen Kriegsmarine- Ministers Gasnier-Duparc finden sich auch im neuen Kabinett sämtliche übrigen Mitglieder der Regierung Blum wieder. Ministerpräsident Chautemps hat das Wirtschaftsministerium nicht besetzt, es wird vom Finanzminister Bonnet mitverwaltet. Minister Chapsal gehört dem Kabinett als Handelsminister an. Unterstaatssekretär Vienot, dessen Haltung besonders während der Marokkohetze gegen Deutschland sehr umstritten war, ist nicht in das Kabinett übernommen worden. Mit dem Unterstaatssekretär im Kolonialministerium, dem radikalsozialen Abgeordneten Monnerville, der Abgeordneter von Guayana ist, ist wieder ein Neger in der französischen Regierung vertreten. Die Verteilung der einzelnen Portefeuilles ist streng nach den Mehrheitsgrundsätzen erfolgt. Die Politik der neuen Regierung, die sich erst am nächsten Dienstag der Kammer und dem Senat vorstellen wird, da man die Rückkehr des neuen Finanzministers Bonnet aus Amerika abwarten will, wird in ihren großen Linien genau die a l e i ch e sein wie die des Kabnetts Blum. Der sozialdemokratische Landesrat hat außerdem seine Bedingungen für die Beteiligung der Sozialdemokraten so scharf umgrenzt, daß eine andere Politik als die der Volksfront von vornherein unmöglich erscheint. Außenpolitisch wird sich ebenfalls nichts ändern; denn die verantwortlichen Posten haben ihre Titelhalter nicht gewechselt. Ministerpräsident Chautemps bezeichnete vor der Presse die neue Regieruna als eine „Regierung der Republikanischen Sammlung'. Chautemps dankte besonders L6on Blum, der ihm seine Mitarbeit zugesagt habe, und Daladier, der fofort auf den Posten des stellvertretenden Ministerpräsidenten verzichtet habe. Das Kabinett werde das Programm der Volksfront weiter durchführen. Die dringendste Aufgabe sei offensichtlich die finanzielle Gesundung. Er habe nicht gezögert, seinen Freund Georges Bonnet als Finanzminister zu berufen, der schon in einem früheren Kabinett mit ihm zusammengearbeitet habe und deffen Können über jeden Zweifel erhaben sei. Bonnet werde auch das Wirtschaftsministerium verwalten und dem Nationalen Wirtschaftsrat vorstehen. Mit Kammer und Senat hoffe er vertrauensvoll Zusammenarbeiten zu können. Das Echo der presse. Paris, 23. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Morgenpresse freut sich, daß Chautemps in knapp zwei Tagen die Regierungskrise gelöst hat. Chautemps dürfte in Kammer und Senat eine breitere Mehrheit finden, als die Regierung Blum. Vor allem im Senat sei Chautemps, der selbst Senator sei, sehr sympathisch. Wenn er nun, wie es Caillaux im Namen des Finanzaus- chusses des Senats verschiedentlich gefordert habe, ein klares und fest umrissenes Pro- gramm vorlege und dem Lande endlich die Wahrheit sage, besonders über den Stand der Finanzen, dann gebe es kaum einen Zweifel, daß auch die Abstimmungsergebnisse im Parlament den Erfolg Chautemps' in der Regierungsbildung betätigen würden. Das sozialdemokratische Blatt „P o p u l a i r e" indet nochmals bittere Worte über das „kapitalistische Komplott" des Senats, das den Bestand der Volksfront-Regierung unter sozialdemokratischer Leitung unmöglich gemacht habe. Damit habe der Senat die demokratische Welt Frankreichs tief verletzt. Die vom Landesrat angenommene Entschließung habe die Beteiligung an der neuen Regierung von der Bedingung abhängig gemacht, „daß die auf Grund des Volksfrontpro- gramms bereits erreichten sozialen Fort- chritte aufrecht erhalten, aus geb aut und erweitert würden". Das radikalsoziale „O e u v r e" schreibt: Chautemps' Aufgabe sei sicher- lich durch die herzliche Geste Blums, der einen Staatsministerposten mit dem Titel Vizepräsident annahm, erleichtert worden. — Die kommunistische „Humanit 6" kündigt für Donnerstag, 13 Uhr, eine Kundgebung auf dem „Platz der Nation" an, wo die Volksfront-Organisationen für die „Anwendung einer wirklichen Politik des Brotes, des Friedens und der Freiheit", und zwar ohne Schwäche, demonstrieren würden. „Echo de Paris" stellt das Finanzproblem in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen. Hierüber sei die Oeffentlichkeit seit Beginn der Krise am wenigsten unterrichtet. Der Senat habe jedoch enthüllt, daß die ernste Finanzlage nicht mehr länger ü b e r s e h en werden dürfe. Schon heute müsse man sich mit dem Bedarf des Schatzamtes, dem Haushaltsausgleichgewicht und mit dem Schicksal der Währung befassen. Die Marxisten hätten es natürlich nicht eilig. Sie wüßten, daß die verlorene Zeit die Schwierigkeiten nur vergrößere und die so ge- schaffene Lage die Bedingungen für die revolutionären Strömungen begünstige. — „Epoque" will wissen, daß das Kabinett Chautemps vom Parla- ment Vollmachten verlangen und dann sogleich durch Erlaß die Kammer in die Ferien schicken werde. Das Blatt glaubt, daß die Regierung die Stabilisierung des Franken beabsichtige. Das würde ihr erlauben, über rund lOMil- larden des Währungsausgleichsfonds verfügen zu können. — Die royalistische „Action Franxaise" glaubt nicht, daß die neue Regierungsformel geeignet sei, aus dem Auslande die rund 60 Milliarden zurückzuholen, die die Politik Blum aus Frankreich vertrieben habe. Oie italienischen Zugendführer in München. München, 22. Juni. (DNB.) Zum Abschluß ihres Deutschland-Besuches trafen in zwei Sonderzügen die 1200 italienischen Jugendführer i m München ein. Die Jugendführer besichtigten am Dienstagmittag auf eine Einladung des Reichsführers SS. hin die SS. - Standarte: Deutschland. An der Besichtigung nahmen, auch Unterstaatssekretär Ricci, Baldur von Schirach sowie mehrere hohe SS.-Führer teil. Am Schluß des Besuches nahm Unterstaatssekretär Ricci zusammen mit dem Reichsführer SS. Himmler einen Vorbeimarsch von zwei Bataillonen der Standarte ab. Anschließend fand ein gemeinsames Essen statt. Bei dem Besuch überreichte Staatssekretär Ricci mit herzlichen Worten des Dankes dem Reichsführer SS. Himmler einen antiken römischen Helm, der bei den letzten Ausgrabungen in Roscana gefunden wurde und fein Bild. Vor der Ewigen Wache war eine Kompanie der SS.-Standarte „Deutschland" mit Musik- und Spielmannszug sowie die Ehrenformationen der HI. angetreten, als Gauleiter Wagner sich mit Staatssekretär Ricci und Reichsjugendführer von Schirach zu den Ehrentempeln begab, um der ersten Blutzeugen des nationalsozialistischen Deutschlands zu gedenken. Mit dem Abschreiten der Ehrenformationen schloß die kurze Feierstunde auf dem König-- lichen Platz. Am Abend trat der italienische Staatssekretär Ricci mit seiner Begleitung die Rückreise nach Italien an. Am Bahnsteig bildete Jungvolk Spalier. Unter den Klängen der Giovi- nezza und jubelnden Heil!- und Eja-Eja-Alala- Rufen fuhr der Zug der italienischen Heimat entgegen. Einberufungen zu Uebungen. In einem Erlaß des Reichskriegsmini- st e r i u m s wird bekanntgegeben: Nach vorliegenden Beschwerden sind in letzter Zeit Gestellungsbefehle Einberufenen vielfach er st kurz vor Beginn der Hebung oder kurzfristigen Ausbildung zu-- gestellt worden. Bei einer derartig kurz angefetzten Einberufung ist dem davon Betroffenen eine Regelung seiner beruflichen und häuslichen Verhältnisse sowie die rechtzeitige Beantragung der Familienunterstützung für den Lebensunterhalt seiner Angehörigen nicht möglich. Alle Dienststellen werden deshalb darauf hingewiesen- Ersatzanforderungen jeder Art für Hebungen und kurzfristige Ausbildung insbesondere auch namentliche Anforderungen, rechtzeitig späte st ens acht Wochen vor Beginn der Hebung oder kurzfristigen Ausbildung an die zuständige Wehrersatzdienststelle M stellen. Hierbei ist bestimmungsgemäß mit anzus'or- bern: a) für Hebungen eine Reservequote iw der Höhe, wie sie vom Generalkommando usw. nadi Maßgabe der in dem Gestellungsbereich gemachten Erfahrungen festgesetzt worden ist, b) für kur;- triftige Ausbildung eine Reservequote von 10 v. 6- der Mannschaftsstärke. Die Einberufung hat grundsätzlich sechs Wochen vor dem Einstel' l u n g s t a g durch das Wehrbezirkskommando (bei Hebungen für Hnteroffiziere und Mannschaften durch das Wehrmeldeamt) durch Gestellungsbefehl zu erfolgen. Gestellung von Nachersatz für Zurückgestellte usw. darf erst nach Aufbrauch der einberufenen Reservequote erfolgen. Diesen ist jedoch mindestens eine Frist von 14 Tagen durch entsprechende Festsetzung des Gestellungstages in dem Gestellungsbefehl geben. Dchd-i Fff' *ttQ- . 'Urzy > Äei M'h lien, daß Jalkanftelil langen M klären, ^ni Meerengen Stütze entP Front nacn Nachdem » wieder star in der Rn kanntlich st hingen 3W Irans, den Äbschb dieser Pakt wenn auch zu diesen ! schlich» realpolitisch daß Freum eine starke Wille die ( Man hat, kara das 1 grenze dur höhen. Ein M graphisch । östgrenze 5 ist auch in suchen, daß ein sreundsc land legte Misch die getrennt fin zu leugnen, Provinzen hatten. In öer heutige! biete von k nen, so sche gehalten zi gegenüber allzu große Das zwe der Dftgrei völkeru die östliche dünn bev! scher Dem sahr bebei anabolische ders in bi publik eir Einnahmen f(f)iebenen in den erste türkischen 9 Rurbenauff fr 1 °ltai L°? «n helft“ Ä® > Vi ■■ «d- ü kn Kurden der nuen ti anderen n die Kurden kämpften, f gossen im zeitweise in Türkei bebt Augen Halle etwa 2.5 A 16 Mim 800 000 im Nlanb. D M in der ^ny der Ki vvrchrein । ^eastaat »Momi s/esen hie Men an ? ton, Mert W imar , I int r We wird Ansteigen Pen Weste Nen. Bo, ft^rbini 5n d-k mit fang \ ieere" Die 6dN irer JS« • oblec hierübe r am ) enthiA länger ite müüt Utes, bem Walde, es naiüi. irene P die so ge- renote que" mil! m Parli> in sogl«j Feriei Regierm en beab ib 10 B rfiigen z- Zranxaise' mel geeig.' Dlilliarbir Frankreitz & "hab? 3u\ ch die ?? d-k fel' datz beh 'Ung be. »kapi. 4' d°- >nter k § habe che Mel, srat flP, >9ung qh °bhängi° Rontpro. Fori, Abschluß i vondel- ihrer in iigten am >' W-- ndalte nahmen | in 6d)V- d. M Ricci Himmler tonen her meinsame- te Staais- es Danley mtiten rö- ibungen 'm ). W-ter SS.-SV ipielmanri- 3. angehe-- rtaatssekle in 5d)i' der erstell eutschlands irensorM em Mische 6taff Die V’ iteiq bilde? de? Heimat ei» Türkische MivitA nach Osten. Von unserem ac.-Mitarbeiter. Nachdruck, auch mit Quellengabe, verboten! Ankara, Juni 1937. In der türkischen Außenpolitik ist in den letzten Jahren überraschend klar und deutlich zu erkennen, mit welcher Planmäßigkeit man in Ankara die Lösung der verschiedenen Probleme zu betreiben bemüht ist. War die Wiederbefestigung der Meerengen das wichtigste Moment, durch das die Schlüsselstellung der Türkei endgültig wieder befestigt wurde, so zeigt die außerordentlich starke Teilnahme der Türkei an der Balkanpolitik, das enge Bündnis mit Jugoslawien und nunmehr auch die Wiederannäherung a n I t a- lien, daß man in Ankara nicht gesonnen ist, die Balkanstellung aufzugeben oder sich an den Entwicklungen im Ostmittelmeerraume uninteressiert zu erklären. Im Gegenteil: durch die Neuregelung der Meerengenfrage war ja für die Türkei eine neue Stütze entstanden für die Stärkung der politischen Front nach Westen hin. Nachdem nun nach dieser Richtung hin die türkische Stellung gesichert scheint, kann sich Ankara wieder stärker der Verfolgung seiner politischen Ziele in der Richtung nach Osten hin widmen. Bekanntlich schweben schon seit langer Zeit Verhandlungen zwischen der Türkei und den Regierungen Irans, Afghanistans und des Irak über den Abschluß eines Nichtangriffspaktes. Wenn auch dieser Pakt in seinen Grundzügen fertig ist und wenn auch sonst das Verhältnis der neuen Türkei zu diesen seinen östlichen Nachbarn recht freundschaftlich ist, so ist man doch in Ankara hinreichend realpolitisch geschult, um sich dessen bewußt zu sein, daß Freundschaftspakte nichts bedeuten, wenn nicht eine starke Macht und ein entschlossener nationaler Wille die Gewähr für ihre Aufrechterhaltung bietet. Man hat aus diesen Erwägungen heraus in Ankara das Bestreben, die Sicherheit der türkischen Ostgrenze durch eigene Maßnahmen noch weiter zu erhöhen. Ein Blick auf die Karte zeigt, daß schon geographisch und verkehrstechnisch die Sicherung der Ostgrenze Anatoliens nicht ganz leicht ist. Vielleicht ist auch in dieser Tatsache die Erklärung dafür zu suchen, daß die Türkei bisher so großen Wert auf ein freundschaftliches Verhältnis 311 S 0 wjetruß - land legte, obwohl ja weltanschaulich und innenpolitisch diese beiden Staaten durch eine tiefe Kluft getrennt sind. Schließlich ist aber die Tatsache nicht zu leugnen, daß ein Teil der östlichen anatalischen Provinzen früher zum zaristischen Rußland gehört hatten. In Anbetracht der Tatsache, daß angesichts der heutigen kriegstechnischen Verhältnisse jene Gebiete von der Türkei kaum verteidigt werden können, so scheint man es in Ankara für zweckmäßiger gehalten zu haben, durch eine freundliche Politik gegenüber dem nordöstlichen Nachbarn sich eine allzu große Belastungsprobe zu ersparen. Das zweite Problem, das für die Türkei hier an der Ostgrenze eine große Rolle spielt, ist die bevölkerungspolitische Frage. Einmal sind die östlichen Provinzen Anatoliens außerordentlich dünn bevölkert, was natürlich im Falle kriegerischer Verwicklungen eine nicht zu unterschätzende Gefahr bedeutet, und zum anderen wohnen in den ast- anatolischen Provinzen viele Kurden, die besonders in den ersten wahren der neuen türkischen Republik eine feindli- ' Haltung Ankara gegenüber einnahmen. Es sei hier nur erinnert an die verschiedenen Kurdenaufstände, die besonders in den ersten Jahren nach der Machtergreifung der türkischen Regierung viel zu schaffen machten. Diese Kurdenaufstände hatten einmal soziale Ursachen, da sich die feudalwirtschaftlich organisierten Kurden geacn die reformerischen Bestrebungen der nuen türkischen Regierung auflehnten, und zum anderen nationalpolitische, insofern, als die Kurden vielfach für einen Autonomiegedanken kämpften. Hierbei wurden sie durch ihre Stammes- genossen im Iran und im Irak unterstützt, so daß zeitweise in der Tat die Lage an der Ostgrenze der Türkei bedrohlich schien. Man muß sich dabei vor Augen halten, daß die Gesamtzahl der Kurden heute etwa 2,5 Millionen Menschen beträgt, von denen 1,6 Millionen auf türkischem Boden wohnen, 800 000 im westlichen Iran und 50 000 im heutigen Rußland. Dazu kommen noch Kurden im heutigen Irak, in der Mossul-Gegen'd. Eine Autonomiebewegung der Kurden bedeutete also für die Türkei von vornherein eine Bedrohung, weil ein selbständiger Kurdenstaat hauptsächlich auf Kosten der Türkei zu- standegekommen wäre. Diesen hier geschilderten Schwierigkeiten und Gefahren an der türkischen Ostgrenze sucht nun die Politik Ankaras immer mehr zu begegnen, nachdem die Front nach Westen einigermaßen ausgebaut werden konnte. Dor allem ist die Türkei bestrebt, das Verkehrsnetz in Ostanatolien auszubauen, und zwar einmal nach dem Iran hin und dann auch zur russischen Grenze hinauf. Nur wenige Jahre wird es noch dauern, dann wird man, ohne umzusteigen, von Adrianopel von der türkischen Westgrenze über den Bosvorus und Ankara bis nach Erzerum fahren können: quer durch ganz Anatolien. Schon heute gibt es verschiedene gute Autostraßen in Ostanatolien, für die auch besondere leistungsfähige große Autobusse gebaut wurden. Von Erzerum aus besteht aber bereits eine Bahnverbindung bis hinüber narf) Xiflts in Russisch-Kaukasien. Eine weitere Bahnlinie wird von der Türkei durch die östlichen Gebiete Mittel- anatoliens gebaut bis Van, unweit der iranischen Grenze. Außerdem ist eine Verlängerung der Bahnstrecke von Dinarbekir in südöstlicher Richtung bis zum Anschluß an die B a g d a d b a h n geplant. So werden dann drei Eisenbahnwege wie drei Finger nach Osten weisen und die bisher |o vernachlässigten ostanatolischen Gebiete stärker an die Zentrale von Ankara binden. , . Auch sonst ist die türkische Regierung bestrebt in diesen ostanatolischen Gebieten die wirtschaftlichen Verhältnisse zu bessern einmal durch die Anlagen von Bewässerunqsemrichtungen dann durch den Abbau der verschiedenen hier zu findenden Erze und schließlich durch die Einrichtung eines modernen Verwaltungs-, Unterrichts- und Siche heitswesens .Der Osten, den man bisher seinem Schicksale überlassen hatte, mußte Jahre hindurch warten, bis er jetzt die Wohltaten des neuen Re- gimes zu spüren bekommt. Die vorzügliche Wesensart der Bevölkerung in diesen Geb.e en und der ausgezeichnete Boden, den es hier g , schafft die Möglichkeit, bald Fruchte der Entw^- lungsarbeit in diesen Provinzen zu ernten So schrieb kürzlich das offiziöse türkische Blatt „Ankara" in einem Bericht über die Arbeiten in den ostanatolischen Provinzen. Selbstverständlich hat man dabei im Auge, durch eine Inten imerung d Wirtschaft in diesen Gebieten auch allmählich die Bevölkerungsziffer zu heben, was angesichts.der besonderen Verhältnisse hier gleichzeitig auch eine E igel' e«5H> »iwjl ■1 aMQ n «KJ t |itn«' eilen *'\ „iorhe*; WA -S3 sy SM s) J i° ’i 9eb0|| sch-, )er einen 'präsi^ Nation' di- * oteg, b« '°r ahn. Höhung der wehrpolitischen Sicherheit bedeuten würde. Die Aktivität der türkischen Regierung hier im Osten trägt also starken nationalpolitischen Charakter und hat besondere Bedeutung für die künftige Sicherheit der Ostgrenze. Wenn kürzlich englische Blätter in alarmierender Weise über angebliche türkische Aspirationen auf das Oelgebiet von Mossul schrieben, so dürften diese Darstellungen weit über das Tatsächliche hinausgehen. Sicher ist, daß die Türkei eben im Zuge ihrer Bemühungen, die Ostgrenze für immer zu sichern und vor Aufständen zu schützen, bestrebt ist, ihr Verhältnis zu den hier wohnenden Kurden möglichst freundlich zu gestalten. Wenn unlängst von englischer Seite in diesem Zusammenhänge von einer türkischen Absicht die Rede war, im Gebiet von Mossul einen autonomen Kurde n st a a t unter türkischem Protektorat zu schaffen, so dürfte diese Auffassung nicht den Kern der Sache treffen. Ein selbständiger Kurdenstaat würde ja eben doch auch Teile des heutigen türkischen Ostanatolien für sich beanspruchen und außerdem durchaus kein Beruhigungsmoment hier im Nahen Osten sein. Wie sich die Dinge einmal in späterer Zukunst entwickeln werden, das freilich ist eine andere Frage. Schon heute kann festgestellt werden, daß die Türkei alles daran setzt und auch Opfer zu bringen bereit ist, um die Kurden, die ja nach türkischer Auffassung ein verwandter Dolksstamm sind, zu einem wirklich engen und freundschaftlichen Verhältnis mit der Türkei zu bringen. Wie' sich dann das Verhältnis dieser außerhalb der Türkei wohnenden Kurden zu Ankara gestaltet, das wird im wesentlichen davon abhängen, ob und was für eine Anziehungskraft die neue Türkei besitzt. Man wird nicht fehlgehen in der Annahme, daß gerade die neuerdings zu beobachtende Aktivität der Türkei nach Osten das Ziel verfolgt, diese Anziehungskraft immer mehr zu vergrößern, um so die Möglichkeit zu bekommen, auch die kurdische Frage sozusagen spielend zu lösen. Zweifellos hat die Türkei, und die heutige Türkei ganz besonders, nicht die Zeiten vergessen, in denen all jene Gebiete, wie Mossul, Aleppo, Alexandrette usw. einmal türkisch waren. Und zweifellos liegt das Schwergewicht der türkischen Politik in dem Ausbau der türkischen Machtstellung im Vorderen Orient. Darum besitzt die jetzt zu beobachtende türkische Aktivität nach Osten zweifellos eine grundsätzliche Bedeutung. MerIahre Wirtschastskammer Hessen. Oer Dierjahresplan und die rhein-mainische Wirtschaft. Frankfurt a. M., 21. Juni. Zum viertenmal jährt sich im Herbst dieses Jahres der Tag, an dem sich die Wirtschaft des preußischen und hessischen Rhein-Main-'Gebietes organisatorisch zusammenschloß. Der damals errichtete Rhein-Mainische Industrie- und Handelstag ist inzwischen unter Erweiterung auf die Industrie- und Handelskammern Kassel-Mühlhausen, Siegen-Olpe-Dillen- burg sowie auf alle fachlich-bezirklichen Organisationen in die Wirtschaftskammer Hessen übergegangen. Anläßlich einer Kundgebung der Wirtschaftskammer Hessen gab Prof. Dr. Lüer einen Rückblick auf die gemeinsame Arbeit in den letzten vier Jahren. Im ersten Stadium nach der Machtübernahme mußten alle Kräfte darauf gerichtet werden, durch ein sofortiges und kühnes Arbeitsprogramm möglichst viele Volksgenossen in kürzester Zeit wieder an die Arbeit zu bringen. Durch öffentliche Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wurden unmittelbare Arbeitsgelegenheiten bereit- gestellt und weiterhin der Wirtschaft neue Kräfte zugeführt, so daß sie auch selbst Arbeitsplätze bereitstellen konnte. Der zweite Abschnitt begann im März 1935 mit der W e h r h a f t rn a ch u n g des deutschen Volkes, die einen Strom öffentlicher Aufträge in die verschiedenen Gebiete und Wirtschaftszweige ergoß, während die Grenzgebiete hierin noch zurückstehen mußten. Durch den „Neuen Plan' wurde die Arbeit der Kammer außerordentlich stark in Anspruch genommen. Die dritte Periode beginnt etwa im Herbst 1936, als nach der Wiedergewinnung der Wehrhoheit am Rhein auch unser Grenzgebiet in den Aufbau der Wehrmacht einbezogen wurde, und mit der Verkündung des zweiten Vierjahresplanes. Die Bemühungen, das Rhein-Main--Gebiet in verstärktem Matze zu den Arbeiten des Vierjahresplanes heranzuziehen, erstrecken sich vor allem auf die hier vorhandenen R 0 h st 0 f f e. Wenn man sich bemühe, neue industrielle Anlagen au errichten, so müsse doch darauf hingewiesen werden, daß so- gar ein weitaus wichtigerer Erfolg der Arbeitsbeschaffung darin bestehe, daß die bereits vorhandenen zahllosen Unternehmungen zur vollen Ausnutzung! hrer Kapazität kamen. Das Problem des Facharbeitermangels könne nur gelöst werden, wenn sofort an eine großzügige Lehrlingsausbildung herangegangen werde. Hier liege eine der großen Aufgaben oer Wirtschaftsorganisation. Das Wichtigste, auch in sozialer Beziehung, sei, daß der Unternehmer mit seiner ganzen Kraft dafür sorge, seinen Betrieb zu erhalten und so zu befeftigen, daß die Wurzeln tief genug bringen, um auch kommenden Stürmen und kommender Dürftigkeit Widerstand leisten zu können. Die Anforderungen an die gewerbliche Wirtschaft seien in jeder Weise gesttegen, der Unternehmer sei heute mit mehr Verantwortung beladen, als jemals. Der Unternehmer mit persönlichstem Einsatz, mit Wagemut und Verantwortung und mit allen anderen Führereigenschaften, vor allem mit dem harten Willen zur Erhaltung und Vermehrung seines Werkes, fei eine Forderung des Nationalsozialismus. Es genüge aber nicht, daß für einige große Werke oder Konzerne solche Führerpersönlich- keiten gefunden werden, sondern dies müsse der TypdesdeutschenUnternehmersüber- h aup t werden. Das Unglück am Nanga parbat. Or. Lust und Professor Troll wohlbehalten.-Ein Suchkommando unterwegs. Vermutungen über die llrsache der Katastrophe. Berlin, 22.3uni. CDKB.) Me Revier aus Simla (Indien) meldet, ist dort offiziell bekanntgegeben worden, daß Dr. Luft der einzige Ueberlebende der deutschen Ranga-Parbat- Expedition ist, deren übrige Mitglieder am Sonntag durch eine Schneelawine verschüttet worden sind. Der Leiter der Expedition, Dr. Wien, ist nach dieser Meldung mit den anderen Bergsteigern ebenfalls ums Leben gekommen. Bon Dr. Luft ist inzwischen in Deutschland eine Telegramm Qetkv ßovibay Unsere Karte zeigt den Teil des Himalajagebirges, wo die deutsche Nanga-Parbat-Expeditton verunglückte. (Scherl-Bilderdienst-M.) eingetrofsen, in dem er die Tatsache seiner Rettung bekanntgibt, wie die Deutsche Himalaja-Stiftung in München mitteilt, befindet sich Professor Troll von der deutschen Ranga-Parbat-Expedition nach einer der Stiftung vorliegenden Meldung wohlbehalten in Astor in Indien. L 0 n d 0 n , 22. Juni. (DNB.) lieber das Unglück der Ranga-Parbat-Expedition meldet Reuter aus Srinagar, daß der englische Leutnant Smart die Bergsteigergruppe in der vorigen Woche bei Lager IV verlassen hatte, um einige kranke Träger herunterzubringen. Die Bergsteigergruppe habe sich um diese Zeit darauf vorbereitet, nach Lager V vorzudringen. Dr. Luft, den Leutnant Smart im Ausgangslager ablöste, erreichte, wie es weiter heißt, Lager IV am Freitag vergangener Woche. Er fand es von einer Eislawine bedeckt vor. Drei Rucksäcke wurden gefunden. Ls besteht aber leider keine Hoffnung mehr, die Verunglückten lebend auf- zusinden. Hingegen sei eine, allerdings auch nur geringe Aussicht gegeben, daß ihre Leichen geborgen werden können. — Lin Suchkomni a n d 0 unter Führung eines Ingenieurs ist nach dem Ausgangslager aufgebrochen. Paul Bauer begibt sich nach Indien. Der Münchener Notar Paul Bauer, der an der Vorbereitung der Nanga-Parbat-Expeditton mitwirkte und selbst schon am Nanaa Parbat war, wird sich in den nächsten Tagen auf dem Luftwege nach Indien begeben, um weitere Feststellungen über die Bergkatastrophe treffen zu können. „In aller Wahrscheinlichkeit werden wir feine Spuren unserer toten Freunde auf dem fturmge- peitschten Grat finden: auch werben wir ihnen keine würdigere Grabstätte bereiten können als die, die ihnen das Schicksal im ewigen Schnee bestimmt hat; aber sie werden wissen, daß wir, ihre Verehrer, auf ihren Schultern stehen, wenn wir den Kampf wieder aufnehmen." So schrieb der Führer der deutschen Expedition, die den Nanga Parbat erobern wollte, noch am 22. April in einer großen englischen Zeitung. Es sind nicht ganz zwei Monate verstrichen und das Schicksal hat von den neun Bergpionieren noch schwerere Opfer gefordert, als sie die Expedition Willi Merkel im Jahre 1934 bringen mußte. Die Frage nach der Ursache des schweren Unglücks drängt sich auf. Wir sind nur auf Vermutungen angewiesen: Don den allgemeinen Vermutungen, die also nicht auf die Besonderheit des Falles eingehen, steht hn Vordergrund die Möglichkeit, daß durch ein Erdbeben oder durch starke Windstöße ungeheure Massen von Pulverschnee in Bewegung geraten sind, der in den sehr hohen indischen Grenzgebirgen viel länger feinen Charakter als Pulverschnee behält als in den Alpen, wo sich der Neuschnee in der Regel in drei bis fünf Tagen „setzt": oder es kann sich um einen verfrühten Einbruch des Sommermonsuns handeln — einer regelmäßigen Windströmung, die dadurch entsteht, daß sich die Luft über den indischen Landgebieten schneller erhitzt als über dem Indischen Ozean, so daß sehr feuchte Luftströme aus südwestlicher Richtung wehen und mit ungeheurer Wucht zu den Höhen des Himalaja vorstoßen, dessen westlichsten Eckpfeiler die Deutschen an einer Dreiländerecke, gebildet von Afghanistan, China und Indien, bezwingen wollten. Alle Teilnehmer der Expedition hatten nicht nur in den Alpen, sondern in den höchsten Gebirgen der Welt Erfahrungen gesammelt, die einen im Kaukasus, die anderen in den Anden, die dritten in Zentralafrika oder im Himalaja selbst. Die Kühnheit und die Größe ihres Zieles gibt ihrem Tode den letzten Adel. Benachteiligung der Minderheiten- schulen in Estland? Reval, 22. Juni. (DNB.) Die Nationalversammlung hat den vom Staatspräsidenten vorgelegten Neuentwurf der Verfassung zu beraten. Bei der Behandlung der darin enthaltenen Bestimmungen über die Schulen der völkischen Minderheiten hat sich die Erste Kammer im Gegensatz zur Zweiten Kammer dagegen ausgesprochen, die muttersprachliche Grundlage beizubehalten. Sie nahm eine Fassung an, wonach der Unterricht in den für die völkischen Minderheiten eröffneten Schulen und Lehr« anftalten in d e r Staatssprache und in der Sprache der Minderheit erfolgen soll. Dabei bleibt offen, in welchem Umfange der Unterricht in der Volkssprache der Minderheit stattzufinden hat. Der der Ersten Kammer angehörende Sozialminister hat erklärt, diese Fassung schaffe die Gefahr, daß die künftige Gesetzgebung die mutter- prachlichen Schulen der Minderheiten völlig annullieren könnte. Die Beschlüsse der Ersten Kammer gelangen nun an die Zweite Kammer. Zum Schluß findet eine gemeinsame Tagung zur endgültigen Festsetzung der neuen Verfassung statt. Hingewiesen sei auf die alte Regelung von 1920 bzw. 1933, die Estland den Ruf einer gerechten und toleranten Schulpolitik den Minderheiten gegenüber eingetragen hat. Erleichterter Zutritt zum Postdienst. Berlin, 22. Juni. (DNB.) Die Reichspost hat ür die Laufbahn des gehobenen mittleren Po ft dien ft es bisher nur Bewerber mit Abitur eingestellt. Diese Maßnahme hat dazu geführt, daß die Anwärter in den weitaus meisten Fällen nach Ableistung der Arbeitsdienstpflicht und der allgemeinen Wehrpflicht erst in recht vorgerücktem Lebensalter zur Reichspost kommen und erst spät an die Gründung einer Familie denken können. Außerdem hat sich die Zahl der Abiturienten erheblich vermindert. Das Reichspostministerium läßt deshalb Bewerber zu, die das Reifezeugnis für die Obersekunda besitzen, das 16. Lebensjahr vollendet, aber das 20. Lebensjahr nicht über- schritten haben. Für Bewerber, die ihrer Arbeitsund Militärdienstpflicht genügt haben, wird die Höchstaltersgrenze auf 23 Jahre festgesetzt. Alle Bewerber müssen der HI., der SA., der SS., dem NSKK. bzw. NSFK. oder der NSDAP, angehören. Bevorzugt werden diejenigen, die sich vor dem 30. Januar 1933 für die nationalsozialistische Volkserhebung außergewöhnlich betätigt und ihrer aktiven Dienstpflicht bei der Wehrmacht genügt haben. Auf sportliche Durchbildung wirb besonderer Wert gelegt. Einstellungsgesuche sind an die Reichspostdirektion zu richten, in deren Bezirk der Bewerber seinen Wohnsitz hat. Sie müssen bis zum 1. August 1937 vorliegen. Einstellung von Freiwilligen in die Lustwaffe im Frühjahr 1938. Berlin, 19. Juni. (DNB.) Das Reichsluftfahrt- Ministerium gibt bekannt: Im Frühjahr 1938 werden bei der Fliegertruppe und der Luftnachrichtentruppe Freiwillige eingestellt. Den Bewerbern wird angeraten, sich sofort bei einem Truppenteil der Fliegertruppe oder der Luftnachrichtentruppe zu melden. Auskunft erteilen die Truppenteile, die Wehrbezirkskommandos und die Wehrmeldeämter. Einftellungsgefuche bei anderen militärischen Dienststellen sind zwecklos. Bei der Flakartillerie und beim Regiment General Göring werden im Frühjahr 1938 keine Freiwilligen eingestellt. Der Zeitpunkt für die Meldungen von Freiwilligen für die Herbsteinstellungen 1938 bei der Fliegertruppe, der Flakartillerie, der Luftnachrichtentruppe und im Regiment General Göring wird noch be- fahntgegeben. Sonnenwendfeier der HI. auf dem Feldbera. Auf dem Feldberg, 22. Juni. (LPD.) Die HI. des Gebietes XIII (Hessen-Nassau) veranstaltete ihre Sonnenwendfeier auf dem Feldberg im Taunus, zu der auch Gauleiter Sprenger erschienen war. Auf dem Gipfel des Berges war ein riesiger Holzstoß aufgeschichtet, um den die HI. Aufstellung genommen hatte, brennende Fackeln in den Händen. Fanfaren verkündeten den Beginn der Feier mit dem Spruch: „Deutschland über die Zeiten sei du gebenetieit". Gauleiter Sprenger hielt die Feuerrede. Er erinnerte daran, daß schon seit der Zeit, wo der Führer bei seinen Gefolgsmannen die Flamme der Begeisterung für seine Idee erweckt habe, diese hinausgezogen seien auf die Höhen, um die Sonnenwendfeier zu begehen, die Feier des Symboles der Freiheit. Mit der Herstellung dieser Freiheit habe auch der Wiederaus- stteg auf allen Gebieten begonnen. Besonders die Jugend habe wieder ein Ziel, die Möglichkeit sich zu entfalten und eine Stelle einzunehmen, die wert sei sie zu verteidigen. Licht sei wieder geworden über Deutschland. Während des gemeinsamen Gesanges des Liedes „Flamme empor" wurde der Holzstoß in Brand gesetzt: die Flammen leuchteten über die benachbarten Höhen. Sprechchöre und Lieder der Hitler-Jugend, des Jungvolkes und des BDM., das Sieg-Heil auf Führer, Volk und Vaterland schloffen die Feier. Kleine politische Nachrichten. Der Führer empfing in Gegenwart des Reichs- organifationsleiters Dr. Ley die ausländischen Ehrengäste und Trachtengruppen der Hamburger Reichstagung der NSG. „Kraft durch Freude". Exzellenz L 0 u v a r i s (Athen) verband mit seinem im Namen der ausländischen Gäste ausgesprochenen Dank aufrichtige Wünsche für das neue Deutschland. Der Führer betonte die Notwendigkeit, d e n schaffenden Menschen an allen kulturellen Gütern der Nation teilhaben zu lassen und sowohl ihre Arbeit als auch ihre Freizeit mit Freude zu erfüllen. Das im Reichskriegshafen Kiel liegende II. amerikanische Linienschiff - Geschwader ehrte die gefallenen deutschen Seehelden im Marineehrenmal Laboe. Konteradmiral Brown legte in Begleitung der Kommandanten der drei amerikanischen Schlachtschiffe „New Port", „Arkansas" und „Wyoming" einen großen Lorbeerkranz mit den rot-weiß-blauen amerikanischen Farben am Ehrenbuch nieder. ♦ Das englische Unterhaus nahm mit 325 gegen nur 17 Stimmen die Vorlage Chamberlains an, wonach die jährlichen Bezüge der Unterhausabgeordneten von 4 0 0 a u f 600 Pfund erhöht werden. * In Stockholm traf Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller als Gast des Generaldirektors der schwedischen Staatseisenbahn zu einem einwöchigen Besuch ein. Der Reichsverkehrsminister wird Einrichtungen der schwedischen Eisenbahnen und der mit ihr zusammenhängenden Unternehmungen besuchen. Aus aller Wett. Ernste Lage auf Trinidad. Die Streikunruhen in Trinidad haben einen beunruhigenden Umfang angenommen. Am Dienstag kam es zu neuen blutigen Zusammenstößen zwischen den streikenden Eingeborenen und der Polizei, bei denen vier Streikende getötet und vier verwundet wurden. Die gesamten Verluste belaufen sich bis zur Stunde auf 12 Tote und 24 Schwerverletzte. Ein besonders schwerer Zusammenstoß ereignete sich in der Stadt Rio Claro, wo die Menge die Eisenbahnstation niederbrannte, die Gleise aufriß und die Telephon- und Telegraphenleitungen zerschnitt. Die Lage wird von den britischen Behörden als so ernst angesehen, daß am Dienstagnachmittag 150 MarinesoDaten und Matrosen von dem englischen Kriegsschiff „Ajax" gelandet wurden; sie sind an den größten Gefahrenstellen eingesetzt und schützen die Oelfelder und Ölraffinerien mit Maschinengewehren. Ein zweites englisches Kriegsschiff „Exeter" wird erwartet. Riederösterreichisches Dorf eingeäfchert. Ein furchtbarer Brand hat die Ortschaft Dankholz im niederösterreichischen Waldviertel vollständig eingeäschert. Um Mitternacht war in einem Bauerngehöft Feuer ausgebrochen, das sich bei starkem Sturmwind mit rasender Schnelligkeit ausbreitete, so daß bald die 16 Bauerngehöfte der Ortschaft in Hellen Flammen standen. Infolge des Sturmes und des starken Wassermangels erschien jede Rettungsaktion von vornherein aussichtslos. Eine zusammengestürzte Mauer erschlug eine Person. Der Sachschaden ist außerordentlich groß, da auch das Vieh zum größten Teil verbrannte. Unfall in einer Fabrik bei Halle. In der Bitumen-Fabrik der Grube Rießer in Amsdorf (Mansfelder Seekreis) ereignete sich eine Verpuffung, durch die drei Gefolgschaftsmitglieder schwer verletzt wurden. Sie sind in em Knappschaftskrankenhaus gebracht worden, wo einer von ihnen, der Arbeiter Steinkopf, g e st o r - den ist. Internationales Tanzturnier in Bad-Rauheim. Zum internationalen Tanzturnier in Bad-Nauheim hatten die Meisterpaare von zehn Nationen gemeldet. Das Turnier, unter der Leitung des Fachgruppenleiters der Reichstheaterkammer, Dipl.-Jng. B ü ch l e r, beaann mit dem Start der internationalen Amateurklasse. Verdient gewannen Werner- Frl. B ö ß l (Deutschland) vor Hausmann- Frl. von I r s a y (Danzig), Herr und Frau h o l l o w a y (England) und Schmucks- Frl. Kaufmann (Schweiz). In der Berufsklasse behaupteten die englischen Champions Mr. Barell- Miß Wells gegenüber dem ausgezeichneten deutschen Meisterpaar Herr und Frau von Kayser den ersten Platz. Dritte wurden das dänische Meisterpaar Petersen-Lous. Plakette des Führers für das Breslauer Sängerbundestreffen. Bei dem Sängerbundestreffen ist es üblich, daß die Fahnen der teilnehmenden Vereine als künstlerische Erinnerungsgabe eine Plakette erhalten, die an der Fahnenstange befestigt wird. Die Plakette fürdas 12. Deutsche Sängerbundesfest, das vom 28. Juli bis 1. August in Breslau stattfindet, ist eine Stiftung des Führers. Der Entwurf stammt von dem Bildhauer Arno B r e k e r. Die Plakette, die in Eisenguß ausgeführt wird, ist, mit einer Kordel in den Farben der Stadt Breslau (rotweiß) ausgestattet. Kunst und Wiffenschast. Oer Führer empfängt die Künstler der Mailänder Sca'a. Den glanzvollen Abschluß des dreitägigen Gastspiels der Mailänder Scala brachte am Dienstag die Aufführung von Verdis Oper „Aida". Wieder zeichnete der Führer und Reichskanzler die Vorstellung durch seine Anwesenheit aus. Der Glanz und Prunk der Szenerie, für die Mario F r i g e r i o als Spielleiter zeichnete, die überwältigende Gestaltungskraft des Dirigenten Victor de S a b at a, der aus Orchester und Chor der Scala das Letzte herausholte, und die einzigartigen Leistungen der Sänger rissen das Publikum zu Beifallsstürmen hin. Benjamino G i g l i als Radames, Gina Cigna als Aida und Ebe S t i g n a n i als Amneris feierten unbeschreibliche Triumphe. Nach dem Siegesfest, das auch dem Ballettkorps der Scala mit der Primaballerina Nives P o l i Gelegenheit zur Entfaltung gab, erreichten die Huldigungen einen nicht mehr überbietbaren Höhepunkt. Im Anschluß an die Vorstellung hatte Reichsminister Dr. G. o e b b e l s zu einem Empfang im Foyer eingeladen. Die Gäste waren sämtliche Künstler und Künstlerinnen des Scala-Ensembles, ferner Künstler und Künstlerinnen des Deutschen Opernhauses und der eBrliner Staatsoper sowie Persönlichkeiten des Staates und der Partei sowie des deutschen Musiklebens. An dem Empfang nahmen außerdem teil der italienische Botschafter, Exz. Attolico, der Generaldirektor der italienischen Theater, de Pirro, sowie Mitglieder der italienischen Botschaft und der italienischen Kolonie. Das Gesamtpersonal der Mailänder Scala hat zum Zeichen der Dankbarkeit für die herzliche Aufnahme eine Spende in höhe von 5 RM. für jedes der 600 Mitglieder zum Bau des neuen Zeppelinluftschiffes gestiftet. Der Führer sprach den Künstlern der Mailänder Scala seine höchste Anerkennung für die unvergleichlichen Leistungen aus und beglückwünschte sie herzlich zu ihrem großen Erfolg in Deutschland. Er betonte, daß die kulturelle Zusammenarbeit zwischen den beiden befreundeten Nationen durch das Mailänder Scala- Gastspiel im besonderen Maße gefördert worden sei. Geheimrat Bosch Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft. Am Montag und Dienstag hielt die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften in Köln ihre Hauptversammlung ab. Geheimrat Planck erstattete den Jahresbericht. Professor Dr. Spatz, Direktor des Kaiser-Wilhelm-Jnstitutes für Hirnforschung in Berlin-Buch, sprach dann über die „Wege der Hirnforschung im Wandel der Zeiten." Professor Dr. Kühn, zweiter Direktor des Kaiser- Wilyelm-Jnstituts für Biologie in Berlin-Dahlem, behandelte das Thema: „lieber die Auswirkung von Erbanlagen." Professor Planck gab zur Kenntnis, daß er mit Ablauf seiner Amtszeit am 1. April d.J. die Präsidentschaft der Gesellschaft zur Verfügung gestellt habe und daß bei der Neuwahl am 29. Main Geheimrat Bosch als Nachfolger gewählt worden sei, der die Wahl angenommen habe. Zu Ehrensenatoren der Gesellschaft wurden ernannt Geheimrat Professor Dr. P l a n ck , der scheidende Senator und Vizepräsident Krupp von Bohlen und Halbach und der bisherige Senator und zweite Vizepräsident Staatsminister a. D. Schmidt-Ott. Außerdem gehören dem Senat an die Leiter der wissenschaftlichen Sektionen sowie der Vorstand der Generaloerwaltung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft. Als auswärtige Senatoren wurden gewählt Professor N i e l s o n-E h l'e (Stockholm), Professor Dr. von M u r a l t (Schweiz) und Professor Dr. von S r b i k (Wien) Geheimrat Bosch dankte dem scheidenden Präsidenten für die außerordentlichen Verdienste um die Gesellschaft. Geheimrat Professor Planck betonte, daß er seine siebenjährige Tätigkeit im Dienste der Gesellschaft als eine Bereicherung seines Lebens empfunden habe. Die Gebeine des deutschen Königs Heinrich I. gefunden. Berlin, 22.Juni. (DNB.) Nach der Feier des 1000. Todestages des Gründers des ersten Deutschen Reiches, König Heinrichs I., am 2. Juli 1936 in Quedlinburg, wurden auf Befehl des Reichsführers SS. Heinrich Himmler wissenschaftliche Untersuchungen nach dem Verbleib der Gebeine Heinrichs I. durchgeführt. Die Urkundenbearbeitung und die Ausgrabungen auf dem Schloßberg in Quedlinburg, die unter der Leitung des Beauftragten des Reichsführers SS., SS.-Obersturmführer Dr. höhne, erfolgten, hatten zum Ergebnis, daß die Gebeine König Heinrichs I ge fun- d e n und als solche durch die an mehreren Universitäten durchgeführten wissenschaftlichen Untersuchungen nachgewiesen werden konnten. Damit ist die jahrhundertelange nicht beantwortete Frage nach dem bisherigen Verbleib und der Behandlung der Gebeinde des ersten deutschen Königs endgültig klargestellt. Lin Museum für Vor- und Frühgeschichte in Frankfurt. NSG. In dem ehemaligen Dominikanerkloster in Frankfurt ist vor kurzer Zeit ein neues Museum für heimische Vor - und Frühgeschichte eingerichtet worden. In den unteren Räumen sind wertvolle historische Funde aus der Römerstadt Nidda-Heddernheim, der größten römischen Siedlung rechts des Rheins, sowie die übrigen römischen Funde aus Frankfurt eingeordnet. Ebenso wurden hier die wichtigsten Funde zur Dor- und Frühgeschichte des Frankfurter Raumes und der der Stadt gehörenden Gebiete im Taunus ausgestellt. So findet man die Bauernkulturen der jüngeren Steinzeit, Funde der Bronze- und frühen Eisenzeit, Funde der jüngeren Eisenzeit, Zeugnisse der römischen Herrschaft, römische Keramik und Steindenkmäler. Das Museum will einen Ueberblick über die Entwicklung der Kultur unserer Heimat von den ältesten Zeiten bis zur Gründung der Stadt Frankfurt vermitteln. Trauerfeier für Ludolf krehl in Heidelberg. In Heidelberg fand eine von der Universität und der Stadt einberufene Gedenkfeier für den großen Mediziner und Heidelberger Ehrenbürger Geheimrat Prof. Dr. Ludolf Krehl statt. Die Feier wurde eingeleitet durch Ansprachen von Prorektor Prof. Dr. Stein, dem Nachfolger Krehls in der Leitung der Medizinischen Klinik, Oberbür» germeister Dr. Neinhaus und Dr med. Kör- bei als Vertreter des Reichsstudentenführers. Sie feierten Krehl als den berühmten Arzt und For- scher, den begeisterten Deutschen, den großen Bürger und Freund Heidelbergs und den vorbildlichen Lehrer der studierenden Jugend. Prof. Dr. Weizsäcker schilderte den Werdegang Krehls, der von der naturwissenschaftlichen Schule kam und dann zum konservativen Revolutionär auf dem Gebiet der inneren Medizin wurde, die er in unermüdlicher Forschung mit großen Ergebnissen bereicherte. Krehl behandelte den Menschen nicht nur als ein körperliches Wesen, sondern suchte in ihm nach den seelischen Grundlagen von Krankheit und Gesundheit. Krehls Haltung als Mensch und Arzt waren auf die Gemeinschaft ausgerichtet. So gelte es, schloß der Redner, im Sinne Krehls in der Medizin weiterzuarbeiten und vorwärts zu wirken, dann werde er uns immer gegenwärtig bleiben. — Die Feier schloß mit Mozartscher Trauermusik, die das studentische Orchester vortrug. Wetterbericht des Reichrwetkerdiensles. Ausgabeort Frankfurt. Durch den Aufbau eines sich westostwärts über Deutschland erstreckenden hochdruckrückens hat sich in absteigender Luftbewegung und größerer Ausdehnung heiteres Wetter eingestellt. Durch den mit dieser Entwicklung verbundenen Temperaturanstieg und Druckfall wird jedoch, begünstigt durch die Perstärkung des atlantischen Hochdruckgebietes, wieder eine Zuführung steigender Meeresluft auf das europäische Festland in Gang gebracht, die nach anfangs gewittrigen Störungen frischerem, im Ganzen aber wieder unfreundlicherem Wetter Anlaß geben wird. Aussichten für Donnerstag: Zeitweise stark bewölkt mit nachfolgender Abkühlung, wieder auf West drehende Winde. Aussichten für Freitag: Voraussichtlich wieder frischer und leicht unbeständiges Wetter mit häufiger Aufheiterung. Lufttemperaturen am 22. Juni: mittags 22,1 Grad, am 22. Juni: abends 14,2 Grad, am 23. Juni: morgens 12,9 Grad, Maximum 22,3 Grad, Minimum 8 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. Juni: abends 20,7 Grad, am 23. Juni: morgens 15,8 Grad Celsius; Sonnenscheindauer 10,6 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thyriot. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein (beurlaubt). Vertreter: h. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 37: 9326. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs^reis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Frau Karoline Kreiling geb. Pfeiffer im 61. Lebensjahr Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Kreiling VI , Schreinermeister Heuchelheim, Gleiberg, den 22. Juni 1937 4266 D Schöne Verkäufe WleM AllMM 03143 Postkarten bei Brühl | Vermietungen | Bedeutendes Lebensmittelgeschäft [ Mietgesuche | 4269° verm. Ausk.: Sinden- burgwall 17 I. Nach langem Leiden infolge eines Schlaganfalles wurde heute vormittag um 11 Uhr unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater sucht branchekundige(n) jüngere(n) in gute Hände abzugeben. 03145 G riin berg.Str. 1 an der Volkshalle 3-4-Zimm.-Wohng. mit Bad,Zentr.- Heizung z.verm. Näh. Friedrichstraße 531. 413ßD MemeAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tarnenden beachtet und geleleu. für Provinz-Hotel gesucht. 427iD Zu erfragen im Gießener Anzeiger Stütze vollkommen selbständig, sucht in gutem Hause, auch frauenlos, Stellung, wo Hilfe für grobe Arbeit, vorband. Schr. Angeb. u. 03146 a.d.G.A. m.Etagenbeizg., einger.Bad.fließ. Wass./Mädchenz. u. Zubshör,Biö- marckftrasie45p. zum 1 Okt. zu LeraZiimr separat, von zwei Damen gesucht. Schrift!. Ang. u. 03144 a.d.G.A. 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Wir fahren zur See... ... und was nehmen wir mit? Heute gehört eine Seereise, dank der verbilligten Gesellschaftsfahrten und der KdF.-Schiffe zu den beliebtesten Ferienerholungen Nur eine Frage macht den weiblichen Teilnehmern oft etwas Kopfzerbrechen: was hat man an Kleidern mitzunehmen, um jeder Situation gewachsen zu sein? Zwei Punkte dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Da ist einmal der begrenzte Raum, der die Mitnahme überflüssiger Dinge verbietet. Zum andern darf nie vergessen werden, daß das Wetter auf See oft sehr schnell und sehr gründlich wechselt, daß man also für warme und für kalte Tage ausgerüstet sein muß. Für die Morgenstunden und das Ruhen im Lieaestuhl trägt die schlanke Dame immer noch gern den Strandanzug. Man tut gut daran, ihn möglichst schlicht zu halten- auch in der Farbe soll er nicht auffallen. Für warme Tage empfiehlt sich ein weißes oder Helles Kleid aus Leinen oder Rohseide, das durch ein kurzes Jäckchen oder ein Schultercape vervollständigt ist. Für kühleres und windiges Wetter bietet die Strickmode das Passende. Sehr hübsch und „seemännisch" sind Strickkostüme aus einem plissierten Rock, der zu verschiedenen Hellen Blusen getragen wird und einer blauen Bordjacke. Für Landausflüge wähle man ein Strickkomplet, das aus Rock und Jacke und abschattierter Strickbluse besteht. Diese Kleider haben den großen Vorzug, nicht zu knittern und auch ohne besondere Pflege immer gut auszusehen. Bei der Mitnahme kleiner Toilette-Beigaben wie Krägelchen, Lätze, Rüschen usw. sei man immer dessen eingedenk, daß man meist keine Gelegenheit hat, unfrisch gewordene Sachen zu waschen und zu bügeln. Man beschränke sich darum aufs nötigste und wähle möglichst schlichte Garnituren. Zu dem unbedingt Nötigen gehört ein wasserdichter Mantel, möglichst in Raglanform, der sich am besten auch über einem Kostüm tragen läßt Man versäume auch nicht, mindestens eine Garnitur warmes Unterzeug: Hemd, Schlüpfer und Strümpfe einzupacken Auch dann nicht wenn die Reise nach dem Süden geht. Aus See ereignen sich oft in wenigen Stunden sehr große Temperaturschwankungen, für die man gerüstet sein muß, will man sich wohlfühlen. Für ein hübsches geblümtes Abendkleid aus knitterfestem Voile oder ähnlichem Stoff muß natürlich auch noch Platz im Koffer sein. Auch seine Machart sei schlicht gehalten, damit es unzerdruckt aus dem Koffer geholt werden kann. Die Hutfrage ist verhältnismäßig einfach zu lösen. An Bord trägt man Mütze oder Kopfschleier: für Landausflüge halte man einen zum Strickkostüm passenden leichten Stoffhut bereit, der zusammengelegt werden kann. i Außer auf den Luxusdampfern braucht man auf der Seereise wenig Kleiderstaat: der knappe Raum verbietet ohnehin 'die Mitnahme von großem Ge- väck. Aber alles was wir mitnehmen sei bedacht, damit es den gegebenen Gelegenheiten und Möglichkeiten entspricht. 8. D. „Aehmen Sie Grün, das hebt!" 23cm Krida Aisch, Sad-Nauheim. Wohl ist es Brauch seit Urväter Zeiten, um Johanni herum die Kräuter zu ernten, die wir das Jahr über für Hausapotheke und Küche benötigen. Dieses Jahr wird es in manchen Gegenden spater als sonst. In der glühenden Sonne herangewachsen, dürfen sie nur, lose in Bündeln, im Schatten trocknen. Bohnen - und Pfefferkraut wird kurz vor der Blüte geschnitten. Bei Kamillen dagegen sitzt in der Blüte die meiste Kraft. Von Urgroßmutter Quendel, dem heutigen Thymian, suchen wir die zweijährigen Triebe als die würzigsten aus. 40 Gramm auf einen viertel Liter gerechnet, gibt gekocht, lauwarm abgekühlt, mit Honig gesüßt ein gutes Keuchhustenmittel. Majoran, ebenfalls vor dem Blühen geerntet, ist nicht nur Würze für Fisch, Fleisch, Gänseklein oder Wurst, sondern auch, in Wasser gekocht, durch die Nase gezogen, ein Heilmittel für Schnupfen. Die seinen Blättchen des Dill nehmen mir g/un an Salate, Fischtunken, neue Kartoffeln, Rindfleisch Hammelfleisch. Dill darf nicht mitkochen, sonst wird er bitter. Damit wir in der Gurkenzeit jungen Dill zur Verfügung haben, säen wir jetzt noch eV™'iaI frisch Dillessiq erhalten wir, wenn wir die wichen Blättchen in eine Flasche stopfen, Essig darauf gießen, den mir sechs bis acht Tage darauf ziehen lassen. Reifen Dill legen wir in ganzen Stengeln und Dolden zwischen Sauerkraut und Salzgurken. Die reifen Körner lassen sich genau so wie Kümmel verwenden. Aus Esdragon machen mir 0>e= rnürzessiq, ebenso rnie von Dill. Da er aus dem südlichen Frankreich stammt, so ist hierr in unserem kühleren Klima nur jede dreißigste Pflanze etwa Dufträgerin, die man aus Samen zieht Sie laßt sich durch Ableger ständig vermehren. Man mutz also darauf achten, rnenn man ihn anwenden.will. Kerbel können mir auch getrocknet an Hafer - und Fleischsuppen nehmen. B o r r e t s ch und Pi i m= pernell lassen sich nur grün und mag! chst fr sch verwenden. Von Sellerie- und Liebstockelblat- tern trocknen mir nur einen kleinen Vorrat. Die reifen Körner oerrnenden mir genau so mie Den Samen von Dill und Kümmel S e „er i° kn o,- I e n können wir abgeschölt m feinen Scheiben trocknen. Petersilien wurzeln dagegen graben mir am besten in Blumentöpfe und stellen sie an einen hellen froftfreien Ort im Keller Ebenso einige Schnittlauchstauden .und ein paar ganze Sellerieknollen. Dann wird immer fr sches Grün da fein. Fein gehackte frische P et e r f 111 : e. tue er(t gut gewaschen und zwischen Tüchern abgetr°cknet wird, hacken wir ganz sein und geben fie zwischen Salz in ein Glas, das wir mit Zellophan schließen. Kühl aufgehoben, ist es immer zur Hand nur dürfen wir nicht verqe fern daß auch Salz daran ist Hält sich etroa acht Wochen. — ^enio können mir klein gewiegte Zw ' e b e l n Aufhebern ftrifch aeerntete, reife Zwiebeln hüten mir norm Keimens indem mir mit einem Stückchen glühendem, dicken Draht (Feuerhaken) die Keimstellen anfen= gen. Sie halten sich tadellos bis zum nächsten F/uh- iabr K r ä u t e r f e n f stellen mir aus fr.sthen Kräutern her. Esdragon, Majoran, Thymian, Bor- retsch, Schnittlauch, von jedem eine Hand voll, rner-1 den mit kochendem Wasser einen Augenblick überbrüht. 250 Gramm reife gelbe Senfkörner werden abgebrüht und fein gestoßen. Die Kräuter rnerden durchs Haarsieb gestrichen, der Senf dazugetan und I alles mit ganz menig Weinessig verrührt. In verschlossenen Gläsern äufheben und beim Gebrauch eine Kleinigkeit Bienenhonig darunter rühren. Zu Gernürzsalz geben mir die stark getrockneten Kräuter erst durch ein Haarsieb. Etwas Salz trocknen mir einen Tag in der heißen Sonne, mischen es mit dem Kräuterpulver und geben es an Stelle von Salz an die betreffenden Speisen — Von Beifuß trocknen mir nur die noch nicht aufgebrochenen Blütenknospen. Rosmarinspitzen, Weinblätter und Krammetsbeeren heben mir ebenfalls getrocknet für Wild und Geflügel auf * Wer sich den Reichtum der deutschen Kräuter dienstbar zu machen rneiß, bringt nicht nur ein schmackhaftes Essen auf den Tisch, sondern kann auch sich oder seinen Lieben manch heimlichen kleinen Wunsch mit den Ersparnissen erfüllen. Sucht einmal 9Jiutters altes handgeschriebenes Kochbuch hervor. Ihr rnerdet die Vorschrift für alte Lieblingsgerichte mieöerfinöen. Warum schmeckten sie uns denn damals so gut? Weil all die vielen, rnürzigen Kräuter daran roaren, die mir nach Großmutters Anleitung pflegten und sammelten. Und Großchen mußte dazu ein so schönes Derschen aus ihrer Kinderzeit: „Guten Tag, Herr Gärtnersmann, Haben Sie Lavendel, Rosmarin und Thymian Und ein menig Quendel?" „Ja, Mamsell, das haben mir, Drunten in dem Garten, Wenn Mamsell rnill gütig fein Und ein menig märten. Wart Sie nur, ich bring Ihr gleich Den Sessel mit den goldnen Spitzen — Denn Mamsell rnird müde sein Und ein menig sitzen." as sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS 5 * ft m * 4 WBISSER PIKEE , 7 I IBA / / r / rÄh « , V7 sw r- Weißer Pikee, bunt bestickt, ist das Material für viele nachsommerliche Kleidungsstücke. Wir zeigen heute einen praktischen Trägerrock aus fast knitterfreiem, weißem Pikee, dessen Oberteil mit - abrnechselnd roten und blauen Karos bestickt ist. Auch den schmalen Gürtel und den Rocksaum verzieren die gleichen Karos. (Dem Oberteil sind zmei kleine, schrägaestellte Taschen eingearbeitet) Zum Rock kann sehr gut ein einfaches, rotes oder blaues Polohemd getragen Mutters Hausapolyele beim Wochenenoausfiug. Erste Huse bei kleinen Unfällen. Es gibt rnohl feinen Wochenendausflug, bei dem nicht irgendeine kleine „Panne" passiert. Entrneder fällt Hänschen hin und schlägt sich das Knie blutig, oder Lieschen ist etrnas ins Auge geflogen. Vater hat ein giftiges Infekt gestochen--und rnas sonst noch geschehen mag. Da muß Mutter helfend em- greifen, und „beim Rucksackpacken darf die kleine Hausapotheke nicht vergessen rnerden. Es ist gar nicht nötig, daß man zu viel Medikamente oder Verbandzeug mitschleppt, man muß nur missen, mie alles angemandt mird, und darf nicht durch laienhaftes Herumprobieren die Sache schlimmer machen. „Mir ist etrnas ins Auge geflogen!" Weinend und Augen reibend kommt das kleine Lieschen angelaufen, und Mutter soll nun helfen. Gerade bei Augenverletzungen muß man sehr vorsichtig sein, es ist schon viel Schaden entstanden durch falsches Behandeln. Das Reiben des Auges ist verkehrt, meil der hineingeflogene Fremdkörper auf der Augenhaut kratzt und außerdem das Auge trocken mird, meil die Tränenbildung versiegt. Die Tränen find aber das beste Hilfsmittel, das die Natur eingerichtet hat, um den Fremdkörper aus dem Auge megzuschmemmen. Man ziehe also zuerst das untere Augenlid vor und stülpe es um, kommt der Fremdkörper dann nicht zum Vorschein, so mache man dasselbe mit dem oberen Augenlid. Man mische vorsichtig mit einem reinen Läppchen (nicht Watte, meil diese ausfusselt) von außen zur Nasenmand den Fremdkörper fort. Kühlen mit einem feuchten Taschentuch beseitigt dann auch noch das letzte Druckgefühl. Ist das Äuge ge- merden. Unsere Skizze zeigt dazu einen selbstgestrickten Pullover aus rotem Fischergarn. Die Aufschläge der I a ck e, die große Tasche, das Tuch des Augenschirms und der Kopf des großen Hutes find mit Karos unregelmäßig bestickt. Regelmäßig, als Borde vermandt, sind die Karos am äußeren Rand des Hutes, am Baler 0 jäck - ch e n und an der kleinen Mütze. H. rötet, dann müssen abends laumarme Kamillenumschläge gemacht rnerden. Einträufeln von Aristo-Oel lindert die Schmerzen, besonders menn es sich bei der Augenverletzung um eine Aetzung handelt. Kleine Eisenspäne rnerden heute durch Magneten aus dem Auge entfernt, doch kann dieses natürlich nur der Arzt vornehmen. Es genügt, menn die Mutter saubere Läppchen und ein Fläschchen kalten Kamillentee bei sich hat. Wenn ein Kind hingefallen ist und sich das Knie blutig geschlagen hat, so ist das nicht gleich ein Unglück, das den ganzen Wochenendausflug gefährden kann. Es ist falsch, die Wunde sofort auszumaschen und Watte aufzulegen. Es genügt, menn man ein sauberes Tuch auflegen, das mit Nilotan getränkt ist. Zu Haufe kann man einen richtigen Verband anlegen. Hat man sich beim Deffnen einer Büchse z. B. in den Finger geschnitten, so hilft ein bißchen Eifenchloridmatte, die zusammenziehend wirkt und den Blutausfluß abstoppt. In jede Wochenendapotheke gehört Eisenchloridwatte und Heftpflaster. Bei schwereren Verletzungen, besonders wenn eine Schlagader verletzt ist, und wenn aus der Wunde das Blut stoßweise hervorspritzt, muß man das Blut zwischen Wunde und Herz abbinden. Man drückt die Schlagader gegen den darunterliegenden Knochen, man findet die Stellen an der Schläfe, am Hals, seitlich vom Kehlkopf, an der Innenseite des Oberarmes und in der Leistengegend. Bei solchen Verletzungen muß natürlich umgehend zum Arzt geschickt werden. Sehr unangenehm sind die Insektenstiche, die aber beinahe auf keinem Wochenendausflug zu vermeiden sind. Ein sehr gutes Mittel gegen Bienen- und Wespenstiche ist die Betupfung mit 4prozentigem Mentholspiritus. Der Stachel muß mit einer Pinzette entfernt werden. D. K. Kindergarten entlasten die Mutter V. A. Die Landarbeiterfrauen hatten es in früheren Jahren besonders schwer, weil sich niemand während ihrer Feldarbeit um die Kinder kümmerte. Entweder mußten sie sie mit hinausnehmen aufs Feld oder sie allein zu Haufe laffen Da es aber das Intereste des Staates erfordert, gesunde Familien zu besitzen, in denen die Mutter wieder zum Mittelpunkt wird, mußte der Landarbeiterfrau eine Hilfe gegeben werden. Die Landarbeiterfrau soll heute nicht mehr auf dem Felde arbeiten, sondern soll sich ihren Ausgaben Äs Frau und Mutter widmen und nur in den Arbeitsspitzen mithelfen. Wenn viele Kinder vorhanden sind, wird es für die ^rau nie einfach sein, sich um jedes einzelne sehr eingehend zu bekümmern. Sie wird seine Unarten manchmal als Mut und Tatkraft hinsteüen oder verzogenes Quengeln als Krankheit, dabei aber wirkliche Erkrankungserscheinungen vielleicht übersehen und damit dem Kinde für sein ganzes Leben Schaden zufügen. Es geht aber nicht an, daß Kinder an ihrer Gesundheit geschädigt werden, weil die Mutter nicht so für sie sorgen kann, wie es das Volkswohl erfordert. Auch soll die Mutter ja diejenige sein, zu der die Kinder mit ihren Anliegen kommen und die ihrem Manne Kameradin ist und für seine Wünsche Interesse zeigt. Aus diesem Grunde hat die NSV. Kindergärten eingerichtet. Nicht nur die Erntekindergärten während des Sommers sind wichtig, sondern vor allem die ständigen Kindergärten, für deren Errichtung nicht die Größe des Dorfes maßgebend ist, sondern seine Bedeutung in volkspolitischer, grenz- politischer oder gesundheitlicher Hinsicht. In diesen Kindergärten werden die Kinder während der Arbeitszeit der Mutter unter Leitung der Kindergärtnerin, der Braunen Schwester oder auch des weiblichen Arbeitsdienstes zusammengefaßt und betreut. Die Leiterinnen kennen jedes einzelne der Kinder und wissen, wann sie eingreifen müssen, um es vor Erkrankungen und Schaden zu bewahren. Durch ihr Beispiel lernen die Kinder -auch, ihre eigenen kleinen Wünsche zugunsten der Gemeinschaft zurückzustellen und sich dieser Gemeinschaft einzuordnen. Sie lernen neben der selbstverständlichen Kameradschaft Sauberkeit und Ordnung, die fie oftmals im Elternhaufe entbehren müssen. Schon dadurch, daß die Kindergartenleiterin kein unsauberes Kind duldet, sondern es heimschickt, hält sie die Kinder zur Sauberkeit an. Ebenso müssen vor dem Frühstück die Hände gründlich gewaschen und die Zähne geputzt werden. Wenn auch manchmal die Mütter anfangs den Wert einer Gesundheitspflege nicht einfehen wollen, nach und nach gewöhnen sie sich daran und lassen die Kinder gewähren. Der Kindergarten bedeutet mehr als nur Arbeitsund Verantwortungsentlastung für die Landarbeiter- frauen. Er besitzt einen großen erzieherischen Wert. Die an Sauberkeit und Ordnung gewöhnten Kinder werden ihre Mutter im Haushalt entlasten, weil sie nichts umherliegen lassen. Dadurch gewinnt die Mutter ein wenig Zeit für Mann und Kinder und ist aufnahmefähig für deren Sorgen. Sie hilft durch ihr Verständnis und durch ihre Teilnahme mit, ihre Kinder froh und stark zu machen. Erdbeerspeisen. Von Charlotte Hartmann. VA. Aroma und Saftreichtum der Erdbeere ermöglichen ihre sparsame Verwendung. Sie läßt sich auch gern mit anderen Früchten mischen. Erdbeerlüftchen, eines Sonntags-Nachfpeisege- richt, auch empfehlenswert, wenn Eiweiß verwendet werden soll. Es können ruhig kleine ober nicht mehr ganz trockene Früchte sein, von denen man 250 Gramm durch ein Sieb streicht, mit 100 Gramm Zucker vermischt und mit dem steifen Schnee van drei bis vier Eiern verbindet. Man gibt die Masse in eine Auflaufschüssel, bestreut mit Hagelzucker und bäckt tm Ofen 20 Minuten. Sofort zu Tisch reichen. Erdbeer-Fruchttunke. Von sehr saftreichen Erdbeeren gewinnt man 3/s Liter Saft. Liter davon erhitzt man mit einem Teelöffel Zitronenzucker, Zimt oder Vanille, gibt 50 Gramm Zucker daran, verrührt zehn Gramm Kartoffelmehl mit dem übrigen Saft und kocht mit der ganzen Menge einmal auf. Er läßt sich warm ober kalt reichen, auch beliebig durch Wasser „verlängert". Zur Erbbeersuppe ist bie Herstellung ähnlich, man reicht kleine Röst-Zwiebacke bazu (Suppenmakronen sind für diese Suppe zu süß.) Etwas Zitronensaft gibt der Suppe kräftigeren Auftrieb. * Erdbeer-Quarg als Brotaufstrich ist auch bei großer Hitze erfrischend und wohlschmeckend. Man streicht Quarg und Erdbeeren in beliebiger Menge, aber gesondert durch ein Sieb, mischt den Ouarg mit frischer Voll-, oder auch Buttermilch und gibt zuletzt das Erdbeermark darunter. * Quargblätterteig: Aus 125 Gramm Mehl und ebensoviel Quarg und Butter wirkt man mjt einer Prise Salz und einer Messerspitze Backpulver einen glatten Teig, der mehrere Stunden am kalten Ort ruht. Währenddem rollt man ihn ein paar Mal aus, schlägt zusammen und läßt wieder ruhen. Sehr gut für Erdbeer-Törtchen oder als Tortenboden für Erdbeertorte. ♦ Fürden Abendtisch. Mit Buttermilch aufgelockerter Quarg wird mit wenig Zucker (auch etwas Vanille- und Zimtzucker) versetzt und mit ganzen Erdbeeren garniert. Recht kalt anrichten. Veränderungen sind durch mancherlei Zutaten möglich. Zum Beispiel das Einschichten von Quarg und geriebenem Grobbrot und Erdbeeren: durch Beigaben von Dosenrahm oder geriebenem Pumpernickel. * Für den winterlichen Saftvorrat. Ein Kilogramm Zucker wird mit einem halben Liter Wasser gekocht, V/2 Kilogramm Erdbeeren werden zerquetscht, dann bineingegeben und stark erhitzt, aber nicht gekocht lieber^ Nacht flehen lassen, durch Geleebeutel geben, den Saft auf vorbereitete Flaschen füllen und nach Vorschrift verschließen Die Erdbeer-Rückstände werden zur Marmelade oder zum Kompott verwandt. S -rr: Nien hi MS k- fjnb»« t k« “ "j 6*[ie bnngt 1'e er« et ärb«1 tf* Der 3UI sonders d ür sich- f wirb non andere L" gehen, ve jedem Stj Wicken mi Lose, die ben tragt- grünen l Gerank, l Obgleich schwebt u gut 3« «5 lich geM Der Stc Uten von auch im 5 ar Sinn i der Garte Mancher „ dem Pstu mir könne es wachse In eine Erker steh den geschl> hüte sich, zu setzen. Blumengc Träume Morgen, wir stelle @flrtenti|( In ein stiele de- diöunlich -es samr reizvoll i leuchtend eigenarti Freude i Stunden blutroter kahlen 1 gegen h wenn n setzen, ' geben r Jeder %(ume' Drauß, finden roieber. bunten jeden St duftigen der bufti Ein bun den Tisck liche 6ti: Jetzt b den blutr bar blühe gen Busci da nicken Zierlichen "N , 5*», i*« s J|in •ts ö » ^nn ' tz' ^ru”n i(h 0 Wen. tue gotisier Mrei! ( M es sh Darum ’N doch ; ,*n nid “Ü wäre i Reicht D A.?ein, sck W mich' ^er nu Men,; 'b.du nu 7« i»a, "i Heuchelheim bekommt ein HL-Heim seinen Fußtapfen e und hoffentlich Der Entwurf zum Heim der Hitler-Jugend in Heuchelheim. Aus der engeren Heimat 50 Lahre Turnverein Krofdorf findsam-schwärmerischer Jünglinge, die im unfernen Weendespring Milch tränten, in ihrer „Bardei" des Harr (Barfüßerstraße 16) auch einmal Wein, unter Eichen | stellt hat. nerischen Leistungen, so daß mancher zuerst zweifelnd Abseitsstehende zu der unermüdlichen Turnschar stieß.. Erfolge und Auszeichnungen auf Wettkampfveranstaltungen spornten immer wieder an So floß das Vereinsleben in harmonischer turnbrüderlicher Zusammenarbeit bis 1914 dahin als das gewaltige Völkerringen einsetzte und die Mitglieder unter die Fahne rief. 26 der besten Turner ließen ihr Leben für Volk und Vaterland. Ihrem ehrenden Angedenken widmete der Verein am 16. Oktober 1922 eine künstlerisch ausgeführte Gedenktafel, welche die Namen der Helden enthält und in der Turnhalle ihren würdigen und bleibenden Ehrenplatz hat Wurde der Turnbetrieb in den Kriegsjahren fo gut als es ging mit den jungen Kräften aufrecht erhalten, so ging es trotz des unglücklichen Ausganges des Krieges mit frischem Mut an den Wiederaufbau in der Erkenntnis, daß uns nur geistige und körperliche Ertüchtigung aus den unglückseligen Verhältnissen herausbringen könne. Erst zaghaft, aber dann mit Ueberzeugung setzte auch das Frauenturnen ein, und heute gibt es kaum ein Mädel, das nicht in der Turnerei steht. Oberturn- wart Wilhelm Leib leistete in langen Jahren Großes mit seinen Riegen, und in seinen Fußtapfen folgte ihm bis zum heutigen Tage und hoffentlich noch lange weiterhin Heinrich A m e n d. Die jahrelang vorbereitete und beratene Frage eines unbedingt notwendig gewordenen Turnhall e n b a u e s gelangt in vorbildlicher Gemeinschaftsarbeit zur Lösung. Einen Teil des Platzes hierfür stiftete das verstorbene Mitglied Heyer, das fehlende Gelände wurde nach und nach angekauft Unter großen Opfern an Geld Zeit und Kraft stand zum 40jährigen Veremsiubilaum 1927 die Halle im Rohbau Aber auch die innere Ausgestaltung kam zum guten Abschluß, so daß ein Werk als Beispiel uneigennützigen Gemeinsinnes und treuer Zusammengehörigkeit entstand, das heute neben seinen eigentlichen Zwecken allen größeren Dorfoeranstaltunqen als Feierraum dient. Möge der Turnverein Krofdorf auch m der zweiten Jahrhunderthälfte seine Tätigkeit zu Nutz und Frommen der Allgemeinheit dienstbar machen! zwischen französischem und deutschem Geist: auch der große Romantist Gaston Paris studierte in Göttingen. Von den zahlreichen klastischen Gästen aus anderen Ländern seien nur die Dänen noch genannt: die Brüder und nachmaligen Minister Gra- lieb, daß der hochberühmte Gelehrte die ehrenvollsten Berufungen nach Oxfort und Utrecht ablehnte. „Du hast bei Gründung unserer Universität so für unsere Kunst gesorgt" schrieb er an Münchhausen, „daß wir viel besitzen, was alte Universitäten entbehren, und kaum etwas vermissen, wodurch andere glänzen." Büsten am Auditorium und im Botanischen Garten und eine Gedenktafel an seinem Wohnhause halten das Gedächtnis an Albrecht von Haller wach. Wer das alte Göttingen durchwandert, wird fast vor jedem Haus stehenbleiben können und auf der Tafel den Namen eines erlauchten Bewohners lesen. Ein Rückblick in die Geschichte der Kultur und der Wissenschaften ist hier ein Spaziergang. Nur ganz wenige Persönlichkeiten können in diesem Rahmen angeführt werden. Gothmarstraße 1 hauste Lichtenberg, Professor der Physik und der witzigste deutsche Schriftsteller, von dem Goethe wußte, wo er einen Spaß mache, liege ein Problem verborgen, und dessen spöttische und von heimlicher Mystik beunruhigte Aphorismensammlung Nietz - s ch e zu den fünf besten Büchern der deutschen Prosaliteratur zählte. Und wieder ist,es wie ein Sinnbild für das spätere Göttingen, den europäischen Mittelpunkt der England-Kunde: dieser bucklige Hypochonder -Lichtenberg, der sonst kaum mehr von Elektrisier-Apparat und Manuskripten wegzubringen ist, reist zweimal nach England, und das wird das Hauptereignis seines Lebens. Nach zehn Tagen schon teilt er begeistert mit: „Ich habe in meinem Leden sehr viele schöne Frauenzimmer gesehen, aber seitdem ich in England bin, habe ich deren mehr gesehen als in meinem ganzen übrigen Leben zusammengenommen." Wichtiger: Licht-mberg widmet G a r'r i ck , dem damals hervorragendsten Schauspieler Englands, die genaueste Rollenbeschreibung, die man in der Theaterwissenschaft kennt und behandelt den Komödianten mit mehr Hochachtung als irgendeinen seiner gelehrten Kollegen. lieber Gottfried August Bürger etwa goß Lichtenberg mit Vorliebe die Schale des Hohnes aus, und doch schwang der sich noch als „Condor" über die „Eulen, Rohrdommeln, Wiedehopfe und Rohrsperlinge" des „Hain s" auf, eines Bundes emp- Für immer bleibt Göttingen verbunden mit den Brüdern Grimm, deren Märchen die Kinder der ganzen Welt kennen. In ihrem Haufe, Alleestraße 6, gab es trotz mühseligster Arbeit an der „Deutschen Grammatik" und dem Bibliotheksdienst gesellige Abende, an denen Jakob derbkomische Gedichte zum besten gab, Wilhelm Grimm Hampelmanniaden vortrug, der Germanist G e r o i n u s Volkslieder zur Gitarre sang und der Hellenist Otfried Müller, der später Delphi ausgrub, reisende Engländer bei Museumsbesichtigung parodierte. Von unfreiwilliger Komik war es, daß die hochlöbliche Ortspolizei versuchte, eine der umwälzendsten Erfindungen der Menschheit zu verhindern: Erst nach ärgerlichem Streit mit dem Büttel durften Gau ß und Weber 1833 vom Physikalischen Kabinett in der Prinzenstraße zu Gauß' Wohnung in der Sternwarte jenen Draht ziehen, der d'e elektrische Telegraphie bewies, als sie sich durch ihn die bedeutsame Nachricht übermittelten: „Michelmann kommt!": Michelmann war der Jnstitutsdiener. (Die Zeiten änderten sich: 1898 hat der Nobelpreisträger N e rn st seine Glühlampe in einem Göttinger Cafe erprobt.) 1837 protestierte Weber als einer der „Göttinger Sieben", darunter den Grimms und Gervinus, gegen die widerrechtliche Aufhebung der Staatsverfassung, wurde amtsenthoben und lebte bis zur Wiedereinsetzung jahrelang als Privatmann in Göttingen, um sich nicht voy Gauß trennen zu müssen. Als Göttinger Student hatte Gauß bereits das Problem der Kreisteilung, das seit 2000 Jahren ruhte, gelöst und wäre allein dadurch einer der genialsten Mathematiker aller Zeiten. Gauß liegt auf dem Albani-Friedhof, das Porträt feines Grabreliefs wurde wenige Wochen vor feinem Tode modelliert, Weber auf dem Zentral-Friedhof, wie der Philologie zur Mathematik. So hat der Philosoph Arthur Schopenhauer hier zunächst Naturkunde studiert, Thaer, der Begründer der rationellen Landwirtschaft, Philosophie; der Historiker Treitschke wollte sich in Göttingen ursprünglich für Nationalökonomie als Prioatdozent nieöerlaffen, und wie sie für alle hat Wilhelm v. Humboldt, der hier anfangs Rechtswissenschaften trieb, gesagt: „Wie ich nach Göttingen kam, da dämmerte es erst in mir, daß doch eigentlich nur das Wert habe, was der Mensch in sich ist." Auch Alexander von Humboldt war Göttinger Student. Ebenso der Freiherr vom Stein und sein späterer Mithelfer am Neubau Preußens, Hardenberg, von dem die Bibliothek eine „Verhandlung des Universitätsgerichts wegen Verabfolgung von Nasenstübern und einer Ohrfeige" ausbewahrt; auch Knigges Göttinger Benehmen ließ nicht auf sein späteres Buch über den Umgang mit Menschen schließen. Stein war Schüler Schlözers, den auch Bismarck noch hörte, Göttingens berühmtester Student, dessen Wohnung Am Wall zu einer Gedächtnisstätte ausgestaltet ist. Auf Schlözers Lehren ist die Umwandlung der Münchener Universität durch den Göttinger Studenten und späteren bayerischen König Ludwig I. zurückzuführen Genau so hatte schon Benjamin Franklin 1766 in Göttingen Eindrücke gewonnen, die er dann in der Universität Pennsylvania als einem „amerikanischen Göttingen" verwirklicht hat. Aus Amerika kam der Dichter L o n g s e 11 o w , in dessen „Hyperion" deutsche Gedichte eingefügt sind, aus England C o l e r i d g e, der Uebersetzer von Schillers „Wallenstein". Drei amerikanische Staatsmänner und Historiker zugleich haben sich in Göttingen für ihre Tätiakeit ausgebildet: George Bancroft, Marineminister und Gesandter m Berlin, der die Verträge über die Staatszugehörigkeit der Auswanderer schloß, Edward Everett, Staatssekretär und Präsident des Harvad-College und Bismarcks Freund Motley, der amerikanische Gesandte in Wien und London. Frankreich schenkte Europa in dem Artillerieoffizier und späteren Göttinger Professor der französischen Svrache Charles de Villers einen der edelsten Mittler 0 Krofdorf - Gleiberg, 22. Juni. Für drei angesehene Ortsoereine ist 1937 ein Jubiläumsjahr: Die wohlgelungene 100-Jahrfeier des Gleiberg- v er eins ist noch in bester Erinnerung, es folgt nun am kommenden Samstag und Sonntag die 5O-Jahrfeier des Turnvereins Krofdorf, uni) im Herbst wird der Gesangverein „Germania" seines 95jährigen Bestehens gedenken. Em großes Stück wertvoller dörflicher Kulturarbeit haben alle drei Vereine feit der Zeit ihres Bestehens geleistet, jeder in feiner Art und doch alle mit dem gleichen Ziel: Dienst an Heimat, Volk und Vaterland. Der Turnverein Krofdorf, dessen Name im heimatlichen Gau stets einen guten Klang hatte und noch hat, kann bei seiner bevorstehenden Feier mit Stolz auf die 5Ojährige Tätigkeit zurückblicken. Den großen Wert körperlicher Ertüchtigung erkennend, schlossen sich 1887 eine Anzahl Männer zur Gründung des Vereins zusammen. Keiner von ihnen wird damals auch nur geahnt haben, daß ihr Werk einmal diese glänzende Entwicklung nehmen Freundschaftsschwüre tauschten, K l o p st o ck i ehrten, Wieland verachteten und trotz allen lyrischen Ueberschwanges erstaunlich schnell -ns Philistertum eingingen bis auf Hö11y, den zarten, frühvollendeten Dichter von „Heb' immer Treu und Redlichkeit". Lichtenberg ruht friedlich auf dem Johanniskirchhof neben dem unglücklichen Bürger, der unsterblich ist durch feine Ballade , Leonore" und die — zugleich vermehrende — Eindeutschung des Volksbuches vom Lügen-Münchhausen. kungsvoll verkleideten Scharräume der Gliederungen. Insgesamt sind für das Erdgeschoß 4 Scharräume zu je 60 Quadratmeter vorgesehen. Der größte Teil des Heimes wird unterkellert. Hier ist die Aufstellung eines Brauseraumes vorgesehen, außerdem werden die Wasch- und Toiletteräume für Jungen und Mädel hier Platz finden. Schließlich ist ein großer Fahrradabstellraum in dem Projekt eingeschlossen, der gleichzeitig als Luftschutzraum gedacht ist und dementsprechend mit den nötigen Schutzeinrichtungen ausgestattet werden wird. Das erste Obergeschoß wird vorläufig nur zum Teil ausgebaut. Die ganze Anlage wird aber so errichtet werden, daß jederzeit ohne große Mühe ein weiterer Ausbau erfolgen kann. Zunächst ist nur ein größerer Arbeitsraum vorgesehen, der als Bastelraum Verwendung finden soll. Für die Heuchelheimer Staatsjugend. die heute ungefähr 400 Jungen und Mädel umfaßt, wird damit ein Jugendheim geschaffen, das allen Anforderungen gerecht wird und deshalb als ideales Heim angesprochen werden kann. Nachdem bie Gemeinde Heuchelheim in ihrem Gemeindeetat die notwendigen Mittel ohne Zuhilfenahme von irgendwelchen Unterstützungen bereitgestellt hat, kann nut der Bauausführung für die nächsten Tage gerechnet werden, so daß noch im Herbst das neue Heim im Rohbau fertiggestellt fein wird. Im nächsten Frühjahr wird der innere Ausbau erfolgen, so daß zu Beginn des Sommers das Heim in feierlicher Form feiner Bestimmung übergeben werden kann. Der Beauftragte für Heimbeschaffung des Bannes 116, Scharführer Müller, steht mit weiteren Gemeinden in Verbindung, so daß zu hoffen ist, daß wir in nächster Zeit über weitere Bauvorhaben berichten können. Hk. 2OO Lahre Universität Göttingen. Berühmte Professoren und Studenten der „Georgia Augusta“. Von Herbert Günther Dom 25. bis 30. Juni begeht die Universi- 1 töt Göttingen die Feier ihres 2OOjähri- ! gen Bestehens. Im Rahmen der Festlichkeiten , wird auch in einer Ausstellung die Geschichte der berühmten Hochschule dargestellt. Gleich- , zeitig finden die traditionellen Händel-Festspiele statt, die neben einem Festkonzert and Serenaden die Opfer „Scipio" von Händel und die Uraufführung eines Tanzspieles „Die Hochzeit im Walde" von Wagner-Regeny bringt. König Georg II. von England-Hannover brachte 1748 bei einem Festmahl in Göttingen die Gesundheit der Tochter seines kinderlosen Ministers Münchhausen, nämlich der „Georbia Augusta", aus. Aber mit noch mehr Recht könnte sie den Namen Gerlaco-Adolphia tragen; denn Gerlach Adolf von Münchhausen ist der eigentliche Schöpfer der Göttinger Universität Man kann nicht die Hochschule Niedersachsens feiern, ohne zunächst dieses großen Mannes zu gedenken. Der den Plan von Leibniz verwirklichte, ruht in Hannover neben ihm. Sein Standbild am Auditorium, seine Büste in der Aula, sein Porträt in der Bibliothek erinnern an das Werk des ersten Kurators der alma mater, die er ein halbes Jahrhundert betreute. Münchhausens Hauptsorge war, der neuen Hochschule Lehrer von Rana zu gewinnen. Es ist wie ein Gleichnis für die Weltverbundenheit, die Göttingen bis heute auszeichnet, daß einer der Bedeutendsten ein Ausländer war: der Schweizer Dichter, Physiologe, Botaniker und Chemiker Albrecht von Haller. Lessing sagte über dieses Universalgenie: „Sein Leben beschreiben, heißt nicht, einen bloßen Dichter oder einen bloßen Zergliederer oder einen bloßen Kräuterkundigen, sondern einen Mann zum Muster aufstellen." Haller wurde in Göttingen von tiefstem persönlichem Leid heimgesucht. Bei seiner Einfahrt brach auf den damals noch schlechten Straßen Göttingens der Reisewagen; seine junge Frau starb an den Folgen des Sturzes, zwei Jahre darauf folgte ihr fein ältester Sohn, und wieder em Jahr später verlor Haller seine zweite Gattin im Wochenbette und bald danach auch das Kind. Trotz dieser herben Schicksalsschläge hatte Haller die Kraft, in Göttingen zahlreiche Anstalten zu errichten: Anatomie- und Entbindungshaus, Botanischer Garten und Zeichenakademie. Ja, Haller gewann Göttingen so * Heuchelheim, 22. Juni. Der Rus der Hitler-Jugend nach Diensträumen und Heimen hat im ganzen Reich ein starkes Echo gefunden. Ueberall haben tatkräftige Gemeindeverwaltungen erkannt, daß es ein Unding ist, die Hitler-Jugend, die Staatsjugend des Dritten Reiches, in alten Baracken und verlassenen Schulgebäuden unterzubringen. Wenn unsere Jugend einmal die Führung unseres Volkes übernehmen soll, muß sie auch über arteigene Heime verfügen, die ihrem Lebensstil angepaßt sind und die die Gewähr bafür bieten, daß unsere Jungen und Mädel sich unbeeinflußt entwickeln können. Dank der vorbildlichen Tätigkeit von Bürgermeister Rinn und seines Gemeinderates ist jetzt auch die Gemeinde Heuchelheim dem Gedanken eines Neubaues für ein HJ.-Heim nähergetreten. Für das an der Nordseite des Sportplatzes von der Gemeinde zur Verfügung gestellte Gelände hat Architekt Fischer ein in seiner Linienführung einfaches, in feiner Zweckgebundenheit jedoch großartiges HJ.-Heim entworfen; das ganz dem Lebensund Gestaltungswillen der heutigen Jugend entspricht. Gerade der Sportplatz mit der Turnhalle und das für das nächste Jahr geplante Schwimmbad in allernächster Nähe, geben einen würdigen Rahmen ab für das neue HJ.- Heim. Der Bauplan sieht einen würdigen Einbau des Heimes in das Gesamtgelände und damit in bas gesamte Dorfbilb vor. Vom Sportplatz aus wirb man über eine breite Freitreppe in einen geräumigen Flur eintreten, zu dessen beiben Seiten sich bie Büroräume bes Jungvolks unb bes Bunbes Deutscher Mäbel befinben. Auf ber Rückseite wirb bie Geschäftsstelle ber HJ-- Gefolgschast Heuchelheim sein. In ben beiben Flügeln 'bes Erbgeschosses liegen bie mit Holz wir- ber geistvolle Rechtsphilosoph Rubolf von Jhe- ring, ber erst heute mieberentbecfte beutsche Denker Paul b e ßagarbe unb ber Dr med. Frieb- rich Wöhler, ber nie eine Stunbe Chemie gehört, aber ber Welt bas Aluminium erschlossen unb -- ---- --- .. burch bie erste Synthese eines organischen Stoffes, fen Bernstor sf, bie Professoren Jens Scheibe- bes Harnstoffes, bie chemische Wissenschaft umge- ruP Sneeborff unb Jakob Baben. mürbe, auf bie bie jetzt noch (ebenben acht Grünber Robert Kreuz, Karl Wagner, Philipp Rinn, Wilhelm Leib, Wilhelm B e n b e r, Wilhelm Wagner unb Wilhelm D a u b e r t s h ä u s e r besonbers stolz sein können. Unterstützt von Mit- gliebern bes Gießener Turnvereins würbe der Turnbetrieb vom 20. Mai 1887 ab regelmäßig aufgenommen und durchgeführt. Hauptgewicht legte man auf Frei- und Ordnungsübungen, Reck- und Barrenübungen, Hoch- und Weitsprung. Unter den Turnspielen fand das Spiel mit dem Schleuderball besonders begeisterte Aufnahme. Zur Pflege des geselligen Lebens fanden Donnerstags nach Schluß der Turnstunde freundschaftliche Zusammenkünfte statt, wobei gleichzeitig unter Leitung des Turn- roarts dreistimmige Lieder geübt wurden. Schon am 3. Juli besuchte der junge Verein mit der stattlichen Zahl von 26 Mann das erste Turnfest des Lahn-Wetter-Gaues. 58 Mitglieder, darunter 20 aktive Turner, 19 Turnzöglinge und 19 Turnfreunde zählte der Verein im ersten Jahr. In zäher 1 Ausdauer und großer Regsamkeit wuchsen die tur- abend abgehalten. Mit einer Fahrt zum Hoherobs- kopf findet bie Lanbesfahrt ihren Abschluß. Landkreis Gießen * Heuchelheim, 22. Juni, lieber bie Grenz- unb Auslanbsarbeit sprach in bem Pflichtabenb ber Frauenschaft Frau Kahle. Sie schilberte bas Leben ber Deutschen in Brasilien. Die Rebnerin berichtete von bem zähen Willen, sich zu behaupten unb ber Treue zum Deutschtum. Unterstützt burch gute Lichtbiiber gab sie ben Hörerinnen einen Einblick in bie wirtschaftlichen unb wissenschaftlichen Erfolge beutscher Ausbauer. Anschließenb würbe bie Fahrt nach Marburg zu ben Festspielen besprochen, bie für ben Monat Juli geplant ist. gsf. )( Großen-Linben, 23. Juni. Hier leben noch sechs Personen, bie im Jahre 1852 geboren finb, nämlich: 1. Frau Luise ® ein an bt, 2. Witwe Sophia Menges, 3. Witwe Christina P i r r, 4. Balthasar Schäfer, 5 Konrab Mehl unb 6. Georg Jung. Letzterer feiert am morgigen Donnerstag seinen 85. Geburtstag unb bie Erstere am 2. Juli b. I. mit ihrem Ehemann, Abolf Weinanbt, diamantene Hochzeit. Kreis Friedberg. )( Butzbach, 21. Juni. Gestern fand im Saale bes „Hessischen Hofes" eine Amtswaltertagung der NSV. des gesamten Kreises Wet- terau statt. Aus fast sämtlichen Orten waren die Ortsgruppen- und Stützpunktamtsleiter erschienen. Kreisamtsleiter Frank (Gießen) und ein Vertreter der Gauamtsleitung gaben den anwesenden NSV.-Waltern neue Richtlinien für ihre Arbeit im Laufe des Sommers, wobei besonders der Mit- glteberroerbung besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden soll. Eine längere Aussprache vertiefte die gegebenen Anregungen. Die Tagung wurde in der üblichen Weise geschlossen. — Der Zweigverein Butzbach vom Vogelsberger Höhenclub unternahm eine Abendwanderung nach Ostheim, die eine sehr gute Beteiligung aufwies. Kreis Schotten. # Groß-Eichen, 22. Ium. Nachdem in den beiden letzten Wintern zwei Bundesredner des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland vor jeweils einer stattlichen Zuhörerschaft in eindrucksvollen Darlegungen das harte Schicksal unserer Brüder und Schwestern im Ausland und ihre Treue zum deutschen Vaterland und zum deutschen Volkstum aufgezeigt hatten, gelang es unserer rührigen VDA.-Gruppe bei einer im Auftrag des Bundesleiters Dr. Steinacher jetzt durchgeführten Werbung eine große Anzahl von Volksgenossen für ein allmonatliches V D A. - O p f e r zu gewin- ; nen. Zu den bisherigen 23 Mitgliedern kamen im Zuge der Werbung 30 neue. Das bedeutet ein An- : wachsen der Mit'gliederzahl unserer Gruppe um etwa 130 Prozent. ver-1 Erst als Gauß die „Methode der kleinsten Qua- inru brate" entbetft hatte, roanbte er sich enbgültig von Eifrige Arbeit an der Heichsautobahn — Griedel, 21. Juni. Die Arbeiten an ber Reichsautobahn, bie in unmittelbarer Nähe an unserem Dorfe vorbeiführt, nehmen einen raschen Verlauf Nachbem bie Planierungsarbeiten völlig erledigt unb teilweise bie Bagger in ben Sanbgruben, bie bas Auffüllmaterial lieferten, abmontiert worben finb, ist jetzt mit ber Oberslächen- behanblung begonnen worben. In ber letzten Zeit ist ein mächtiges Silo errichtet worben, ber ben Splitt in ber verschieben starken Körnung enthalt. Zum Zweck der Anfahrt von Zement und Splittmengen wurde ein Anschlußgleis an die Butzbach- Liche^-Eisenbahn errichtet. Täglich laufen größere Sendungen ein, bie bequem transportiert werben können. Die große über 40 Meter Spannweite schwingenbe Brücke ist jetzt fertiggestellt. Dagegen wirb noch ununterbrochen an ber schrägverlausen- ben Unterführung ber Reichsautobahn an ber Reichsstraße Gießen — Frankfurt zwischen Nieber- Weisel unb Nieber-Mörlen gearbeitet. Sie ist aus Eisenbeton errichtet unb mit sauber behauenen Quarzitsteinen aus bem Rockenberger Steinbruck) verkleibet. Sie wirb nach Fertigstellung eine Zierbe ber Autobahn barstellen unb einen imposanten Eindruck machen. Nunmehr werden die Vorbereitungen für die Ueberbecfung ber Eisenbetonbrücke getroffen. Die Aufschüttung für bie beiberfeitigen Anfahrten finb bereits fertiggefteüt; ebenso bie brei notwendig gewordenen Ueberfahrten über die Strecke bis nach Griedel. Die beiden Notbrücken an den Überführungen der Straßen Butzbach—Griedel und Butzbach—Lich konnten beseitigt werden, da die Feldbahnen nunmehr die errichteten Brücken passieren können. Man hofft, bei Tag- und Nachtschichtarbeit, bis zum Herbste die gegenwärtig in Arbeit befindliche Autobahnstrecke fertiggestellt zu haben und dem immer steigenden Verkehr, ber in unserer Ge- genb oft beängftigenbe Formen annimmt, übergeben zu können. Landestaaung der hessischen Hebammen in Aisfeld. Als selb, 22. Juni. Die Lanbesfachschaft Hessen ber Hebammen hält am Samstag, 26. Juni, unb Sonntag, 27. Juni, in Alsfelb ihre biesjährige ßanbestagung ab. Sie beginnt am Samstag, ben 26. Juni,' mit einer Geschäftssitzung ber Lanbesfachschaft, bei ber bie Leiterin ber Lanbesfachschaft Hessen, Frau Willig, Darmstabt, ben Jahresbericht vortragen wirb. Die Vormittagssitzung wirb mit einer Besprechung von Berufs- unb Stanbesfragen beschlossen. Der Nachmittag ist ben fachlichen Vorträgen vorbehalten. Den Vorträgen schließt sich eine Film-Vorführung „Die Opfer ber Vergangenheit" an. Zusammen mit ber NS.-Frauenschaft unb bem weiblichen Arbeits- bienftlager Stornborf wirb ein Kamerabschafts- Nein, nein, mein lieber Jochen, nicht ein bißchen .. Aber nun halt mich fest und gib mir einen langen, langen Kuß. Ich war sehr tapfer. Oie Fahrt auf dem Orinoco Von O. G. Lupke. Bevor Tommy Burns den Orinoco durchpaddeln wollte in einem nach indianischer Art angefertigten Kanu, hatte er alle Bücher, die er bekommen konnte, über den Genuesen Christoforo Colombo oder, wie er von den Spaniern genannt wurde, Christoval Colon, den Entdecker Amerikas, gelesen. Vor allem blieb in Tommy Burns' Gedächtnis haften, daß Columbus bereits seit seinem vierzehnten Lebensjahre zur See gefahren war. Auch fand es Tommy bemerkenswert, daß Columbus im Dienste und Solde des Königs Rene von Anjou die Meere der Levante und des Abendlandes bis England durchfuhr. Ja, daß er sogar übör Island hinaus fuhr. Tommy Burns studierte wie Columbus die Karten. Nur hatte es Tommy insofern leichter, als er die auf den Karten fein säuberlich verzeichneten Ströme und Flüsse durchfahren wollte, während Columbus noch aus der Kosmographie des Petrus de Alliaco alles Notwendige erlernen mußte. Wie Tommy wußte, war die Weltbeschreibung des Petrus de Alliaco dürftig, äußerst dürftig. Trotzdem hatte Columbus den Plan gefaßt, gen Westen zu fahren, um Indien (er meinte allerdings India superior - China) zu besuchen. Tommy sah in Columbus den großen Entdecker, der er auch gerne werden wollte. Aber gab es heute noch Neuland, das Niemandsland ist? San Salvador nannte Columbus die Insel Gua- nahani der Vahama-Gruppe. Er entdeckte Cuba und Haiti, die Karibischen Inseln, Portorico und Jamaica. Das waren die ersten beiden Weltfahrten des Columbus. Aber erst auf seiner dritten Reise fand er das Festland von Südamerika an der Ori- noco-Mündung. An den Quellen dieses berühmten Orinoco begann Tommy Burns seine Wanderung und Kanufahrt. Er war damit rund 850 Kilometer von der Mündung des Orinoco, dem Ziele von Columbus' Fahrt, entfernt. Erst bei den Katarakten von Maypures setzte sich Tommy in sein Boot und erlebte dabei die tollsten Dinge. Die große Zahl kleiner Kaskaden verursachten ein Getöse, daß Tommy nicht einmal sein eigenes Geschrei hörte, als er wie wild in seinem Kanu hin- und hergerissen wurde Blitzartig sah Tommy einen Mann am Ufer stehen, der heftig mit den Armen winkte. Tommy Burns hatte aber zuviel mit sich selbst zu tun, so daß er nicht auf das Winken achten konnte. Da war aber auch schon das Unglück geschehen. Tommy wurde mit seinem Kanu in einen Strudel gerissen, der es wie wahnsinnig Herumriß und dann plötzlich losließ. Ehe Tommy zur Besinnung kam, wurde sein Kanu gegen eine der vielen Klippen geworfen. Tommy klammerte sich an das auf dem Wasser schwimmende Kanuwrack und trachtete danach, das Ufer zu erreichen, an dem schon viele Menschen versammelt waren, die lange Stangen bereithielten, damit er sich daran festhalten konnte. Aber soweit war es noch lange nicht! Tommy wußte genau, daß er jetzt elendiglich ertrinken würde, wenn er das Kanuwrack losließe. Er verfluchte sich selbst, daß er diese Fahrt unternommen hatte und bedauerte, nicht mit feiner Reise an der Mündung des Orinoco begonnen zu haben. Was hilft es aber, in dieser abscheulichen Lage zu klagen? Man muß sie irgendwie zu Überstehen versuchen. Tommy kämpfte und schwamm mit dem Mute der Verzweiflung. Mit größer Mühe gelang es ihm, sich von den Strudeln fernzuhalten. Und nach anderthalbstündigem Kampfe konnte er eine Stange ergreifen. Noch wenige Minuten und — er war am Ufer, gerettet! Vollkommen erschöpft schloß Tommy Burns die Augen. Schon im Halbschlaf hörte er eine Stimme sagen: „Fünf Dollar Strafe kostet das Befahren der Orinoco-Quellen!" „Wenn das Columbus gewußt hätte!" Mit diesen Worten auf den Lippen fiel Tommy Burns in tiefen Schlaf. 6od)fcbuinacbrid>fen Am 23. Juni begeht der bekannte Mufikgelehrts und Universitäts-Musikdirektor Professor 3)r Hermann Stephani in Marburg seinen 60. (Geburtstag. Der Gelehrte wurde weiteren Kreisen zuerst als Erfinder und Do.kämpfer der Einheitspartitur bekannt, einer Partiturreiorm, in der alle Stimmen im Violinschlüssel mit Oktavmarken und in C-Stimmung notiert werden. Aus dem Gebiete der modernen Musikpsychologie gilt er als eine der führenden Persönlichkeiten. 'Von seinen Schriften seien hervorgehoben: „Ueber das Erhabene in der Tonkunst und das Problem der Form", „Ueber den Charakter der Tonarten" und „Ueber Grundfragen des Mufikhörens." Seine Bearbeitungen der Händel- fchen Oratorien „Jephta" und „Judas Makkabäus" erlebten mehrere hundert Aufführungen im In- und Auslande, feine „Euryanthe"-Bearbeitung wurde an vielen deutschen Bühnen aufgeführt. Äks Komponist Hai Stephani eine große Anzahl von reichem Innenleben und starkem Formensrnn zeugende Werke geschrieben. Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen) Hr.H3 Drittes Blatt Große Strafkammer Gießen.I herods, Kopfschmerzen am ? starkduftenden Lilie, hohe Vase auf den die langen Bliiten- l und 6. en Don- ftere am kinanbt, tum. °hren QPfen Vilich 5rQ9e urn. ^ein- Morgen. Ebenso ist es mit der wir stellen sie in eine dunkle Gartentisch. liche Stimmung. Jetzt blühen auch die Nelken. Wir holen uns von den blutroten und den kleinen weißen, die so dankbar blühen und immer wiederkommen, einen kräftigen Busch und setzen sie in ein hohes weites Glas, da nicken und wippen sie über den Rand in ihrer zierlichen Art.___________________ ratest, tapfer ist. Denn die Ehe ist kein rosarotes Paradies, sagst du, und unsere Kinder sollen keine Angsthasen werden. Siebzehn! Nie, nie kann ich dir das verzeihen! Aber ich rufe dich nicht an. Nein, unsere Kinder sollen keine Angsthasen werden, darum lege ich den Hörer wieder hin und nehme mir lieber ein frisches Taschentuch. Oh, ich will tapfer fein! Aber findest du nicht, daß es für den Anfang genug sind — Achtzehn Minuten! Nun klingele doch endlich, du kleines, schwarzes Biest, sonst fliegst du an die Wand, daß du für alle Ewigkeiten das Klingeln vergißt ...! Nein ... du klingelst nicht. Der Herr Jochen geruhen dich nicht klingeln zu lassen, der Gauner! Nein, bitte, lieber Jochen, nicht böse sein, das habe ich eben nicht gedacht. Das kommt nur davon, wenn man tapfer ist und nicht weiß, wie man das machen muß. Aber ich lerne es noch, du sollst stolz auf mich fein. Wenn es auch schon neunzehn Minuten sind! Aber ich habe auch meinen Stolz! Glaubst du vielleicht, daß ich dir das ungestraft durchgehen lasse? Oh nein, wenn ich auch erst neunzehn bin und noch nie einen anderen geliebt habe, das will ich dir gleich sagen: Du brauchst nicht zu denken, daß ich mich an dich hänge. Oh nein, wenn du mich so einfach vergessen kannst — beinahe schon zwanzig Minuten lang — dann werde ich dich wohl auch noch vergessen können. Da sollst du mal sehen, wie tapfer ich fein kann. Ha! der Herr denkt wohl, ich sitze hier und weine mir nach ihm die Augen aus! Oh nein, mein Lieber! Zwei Taschentücher habe ich noch, dann höre ich auf! Auch wenn du bis dahin nicht angerufen hast. Und dann kannst du so lange klingeln, wie du willst. Dann ist Fräulein Edith ausgegangen. Allein und sehr vergnügt, jawohl, wenn ich jetzt auch mein vorletztes Taschentuch nehmen muß. Doch ein Gauner bist du! Und meinetwegen brauchst du überhaupt nicht mehr anzurufen. Nie mehr, nein, bemühen Sie sich nicht mein Herr! Ich will dich überhaupt nicht mehr' sehen. Und das will ich dir gleich sagen und darum rufe ich dich nun doch an ... Aber da klingelt es. Edith reißt den Hörer herunter: Jochen? Endlich! Kein Jochen meldet sich. Es meldet sich überhaupt niemand, die Leitung ist tot. Sie konnte gar nicht klingeln, und es hat ja auch an der Tür geklingelt. Und nun klingelt es noch einmal, stürmisch und ungeduldig. Edith fliegt zur Tür: Endlich, Jochen! klagte, durch dessen Hände das Geld lief, bemerkte den Fehler und leitete an die Fnedhofsverwaltung den regulären Betrag weiter, behielt aber die überschüssigen 100 Mark für sich. 25 Jahre Lleberlandwerk Oberheffen. Gemeinsam mit dem Wasserwerk Inheiden begeht das Ueberlandwerk Ober Hessen in diesen Tagen die Feier seines 25jährigen B e - stehens. Beide Werke sind im Zweckverband ober- hessischer Versorgungsbetriebe zusammengeschlossen, dessen Leitung Staatsrat Reiner hat. Der Festakt findet am 24. Juni im Saal des Hotels Trapp zu Friedberg statt, bei dem Staatsrat Reiner sprechen wird. Später erfolgt eine Besichtigung des neuen Verwaltungsgebäudes des Ueberlandwerkes Oberhessen, das nach seiner endgültigen Fertigstellung ein Schmuckstück der Stadt bilden wird. Eine Schäferhunde-Gchau in Gießen. Am kommenden Sonntag veranstaltet die Fachschaft deutsche Schäferhunde, Kreisfachgruppe Gießen, auf dem Waldsportplatz des VfB.-Reichsbahn eine große Sonderschau für deutsche Schäferhunde, jenem Hunde, dem heute das größte Interesse entgegengebracht wird. Im Jnlande wie auch im Auslande behauptet diese Rasse die Spitze' als Meldegänger, Sanitätshund, Schutz-, Begleit- und Polizeihund und zum Teil auch als Herdengebrauchshund. Zahlreiche Ehrenpreisstiftungen von Behörden und Pri- m Saale alter« ses Wet- aren die rfdpenen. ein Verwesenden Irbeit im der M- gefchenkt tiefte die Je in der »eignerem nternahm eine sehr Ja, mein Liebes! Entschuldige, aber ich konnte dich nicht erreichen, die Leitung ist nicht in Ord- ... hast du sehr gewartet, war es sehr n in den »ner des ’anb nor ndrucks- m Brü- :e Irene in Ms- ruhrigen Dundes- rten M en für ein ju gewm- tamen im et ein Anruppe um In ein hohes Glas gehören stiele des Rittersporns und des Fingerhuts; der bräunlich glasierte Tontopf hebt die warme Farbe des fammetbunElen Goldlacks; jede Blume für sich reizvoll und ein kleines Wunder an Schönheit. Der leuchtend rote Mohn, den viele so lieben, gibt einen eigenartigen Zimmerschmuck, aber leider ist die Freude nur von kurzer Dauer. Schon nach einigen Stunden oder sicher am anderen Morgen sind die blutroten Blütenblätter herabgetropft, und die kahlen Stengel starren traurig in die Luft. Dagegen halten sich die meisten Schnittblumen lange, wenn wir sie nicht zu sehr der Mittagssonne aussetzen, ihnen oft frisches Wasser mit etwas Salz geben und die Stiele kürzen. Jeder, der ein Gärtchen fein eigen nennt, wird Blumen säen und seine Freude daran haben. Draußen im Gärtchen der Siedlung am Stadtrand finden wir oft die lieben, alten Bauernblumen wieder. Die junge Siedlerfrau pflückt einen großen bunten Strauß davon. Jungfer im Grünen, die jeden Strauß durch ihr hauchfeines Blau und ihren duftigen grünen Schleier verschönt, zusammen mit der duftenden Resede geben ein hübsches Gebinde. Ein bunter irdener Topf mit leuchtender Kresse auf den Tisch der Wohnküche gestellt, schafft eine fröh- den geschloffenen Raum ist ihr Duft zu streng, man hüte sich, sie in ein Gastzimmer als Willkommen zu setzen. Zwar wird ihr .DuA als Rache der Blumengeister, nicht tödlich fein, aber schwere Träume sind die Folge und " ei)er, nnge» t unb ! 192] ■ Aus. H ein üinnes »„beute oberen Möge 1 Mr= ommen Wie erinnerlich sind der 36jährige Heinrich N e e b gebürtig aus Staufenberg, wohnhaft in Großen- Linden, und der 46jährige Jean Dürr, wohnhaft in Gießen, durch Urteil der Großen Strafkammer vom 23. Dezember 1936 wegen Unterschlagung im Amt und Untreue zu einer Zuchthaus st rafe von je zwei Jahren und acht Monaten verurteilt worden. Auf die Revision der beiden hob das Reichsgericht dieses Urteil auf und verwies die Sache zur erneuten Verhandlung an die Große Strafkammer Gießen zurück. Die gestrige Hauptverhandlung brachte bezüglich des Angeklagten N e e b im wesentlichen keine neuen Gesichtspunkte. Dieser war im Jahre 1933 im Lohnbüro des Hoch- und Tiefbauamtes Gießen dem Verwaltungsassistenten Zimmer, der bekanntlich Selbstmord verübt hat, zur Hilfe beigegeben. Schon bald nach feinem Eintritt im Jahre 1933 hatte er bemerkt, daß die Führung der Geschäfte durch Zimmer unordentlich und untreu geschah und Zimmer sich aus Geldern, die als Lohn für die Notstands- und Fürsorge-Arbeiter durch seine Hand gingen, unrechtmäßige Vorteile verschaffte. Der Angeklagte hat jedoch diese Entdeckung nicht der vorgesetzten Dienststelle gemeldet, sondern alsbald die Manipulationen des Zimmer mitgemacht und sich ebenso wie dieser unrechtmäßige Vorteile verschafft. So wurden z. B. sogenannte „blinde Passagiere" in die Lohnlisten eingeschmuggelt, das heißt, es wurden Arbeiter, die gar nicht mehr bei der Stadt beschäftigt ober krank waren, auch nach ihrem Ausscheiden in den Lohnlisten weitergeführt und die entsprechenden Lohne von der Hauptkasse angefordert. Auf diese Weise wurde die Stadt Gießen um rund 7000 Mark geschädigt Weiterhin wurde durch falsche Additionen die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden erheblich übersetzt. Der Angeklagte, der sich dabei von der richtigen Erwägung leiten ließ, nämlich, daß die Addition der umfangreichen Zahlenkolonnen nicht nachgeprüft würde, forderte dann auch in der entsprechenden Höhe die Lohngelder von der Stadtkasse an, die dann auch ausbezahlt wurden. Dadurch entstand der Stadt ein weiterer Schaden von rund 20 000 Mark. Bezeichnend für die Skrupellosigkeit, mit der der Angeklagte zu Werke ging, ist folgender Fall: Durch einen Rechenfehler der städtischen Fried- Grenz« end der Jas Le- rin be- laupten t durch m Ein- Mchen urde die prochen, gsf. ■X leben geboren 2. Wit- "°Sch°n sechzehn Minuten, Nweih^du wMstzdatz die Frau, die du hei-1 schlimm Zwischenspiel. Von Walter Kasten. Zehn Minuten sind nun schon vorbei ohne daß Jochen, wie sonst immer, pünktlich um sieben, am gerufen hat. Edith starrt auf das Telephon, als wollte sie es hypnotisieren: Gleich fofort klingelst du! Ich zahle bis drei! eins — zwei — drei — Nichts. ^tzt sind es schon zwölf Minuten! Warum rufst du nun nicht an, Jochen? Du hast mich doch noch nie warten lassen, gestern nicht, vorgestern nicht — warum gerade heute? Wenn Freitag wäre und der dreizehnte, dann durftest du mich vielleicht vergessen ... Nein, schändlich so etwas zu denken. Jochen vergißt mich nie! Aber nun sind es schon dreizehn Minuten ... Jochen, das ist nicht gut. Du weißt doch damals als du nur zehn Minuten zu lange bliebst — ou kamst zwar pünktlich, aber meine Uhr ging vor — wie ich in Tränen schwamm, weil ich glaubte, ein Unglück sei geschehen. Du hast mich trösten muffen und dann hast du gesagt, ich wäre kleinmütig. Aber du hast mir auch gestanden, daß es dich krank macht, wenn ich mich verspäte! Jede Minute eine Sünde gegen die Liebe hast du .es genannt Und seitdem habe ich nie mehr gesündigt! Willst du nun damit beginnen, und gleich so schwer? Jetzt sind es schon vierzehn Minuten! Aber nein, ich rufe dich nicht an! Sonst sagst du wieder, ich bin kleinmütig und lachst, und ich will nicht, daß du lachst, wenn ich Angst habe nur weil ich dich mehr liebe als ^Ues aus der Welt D es Lachen tut weh und ist auch.eine Sunde me ganz schlimme, und das will ich dir nachher gleich sagen, wenn ... Fünfzehn Minuten! Gerade soviel Wachen kennen mir uns, Ich wallte mir kennten uns erst fünfzehn Minuten, dann brauchte ich jetzt nicht diese — Wochen — zu mar ten. Nein, damals in der ersten Viertelstunde hast ich niemals geglaubt, daß es °>nm°l 1° -m- Viertelstunde wie diese mit dir geben wurde. Damals mußte ich nur, daß ich me mehr ohne d,st> i-m kann Und du dachtest dasselbe, das fühlte ich ■- Warum denkst du jetzt nicht daran? Dann brauch - ich mir jetzt nicht schon zum zehnten Male d.e Nase zu putzen und rote Augen haben nachher, wenn du Aus den Gießener Gerichissälen Auch unsere Kinder sollten wir frühzeitig in ein freundschaftliches Verhältnis zu den Blumen bringen. Die meisten Kinder haben Sinn dafür und beschäftigen sich gern mit der Pflege der Pflanzen. Ein achtloses Abrupfen und Wegwerfen sollte nicht geduldet werden. Wenn auch die Natur verschwenderisch spendet, das Kind muß die Ehrfurcht vor jedem Lebewesey behalten, sonst zerstört es sich selber für spätere Zeit die Freude an der Natur. Holt Blumen herein! F. K. IM. ünfcrqau 116, Gießen. Dienstbefehl! Am Mittwoch, 23. Juni, kommen alle IM.-Gruppenführerinnen mit ihren Scharführerinnen um 18 Uhr zu einer Besprechung auf die Dienststelle des Untergaues 116. Doriwlizen. Tageskalender für Mittwoch. Ortsgruppe Giehen-Ost: 20.30 Uhr Schützenhaus, Schulungsabend. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Eine Nacht mit Hindernissen". — Bekenntnisgemeinde Gießen: 20.15 Uhr Johannessaal, Vortrag. — Oberhessischer Kunstverein: Skagerrak-Ausstellung, 17 bis 19 Uhr, Gesellschaftshaus, Sonnen- straße. Aus der Stadt Gießen. Immer Blumen im Zimmer! Es scheint oft so, als ob wir Frauen eine besondere Beziehung zu den Blumen hätten. Sie locken uns unwiderstehlich, und wir üben eine anziehende Kraft auf sie aus. Blumen und Frauen, hübsch, wenn sie zueinander passen! Der Mann bringt sie der Frau als zarteste Huldigung, und wir Frauen schmücken unser Heim mit Blumen, wir zieren den festlich gedeckten Tisch mit ihnen, und der Arbeitstisch des Mannes trägt unfern Blumengruß. Das Tischchen am Krankenbett wird niemals ohne Blumen sein. Der Juni ist der rechte Blumenmonat — und besonders der Rosenmonat. Rosen sind ein Kapitel für sich. Die Rose ist die Königin der Blumen. Sie wird von allen geliebf Es. gibt aber auch noch andere Lieblingsblumen. Wenn wir über den Markt gehen, welch eine Fülle von Blumen bietet sich an jedem Stand! Wir nehmen einen Strauß bunter Wicken mit nach Haufe und stellen sie in die weiße Vase, die Sommer und Winter die buntesten Farben trägt. Wie flinke, ungeduldige Seepferdchen an grünen Zügeln, so hängen die Blüten in ihrem Gerank. Ein wunderfeiner Duft umschmeichelt sie. Obgleich diese Blume beinah Mode geworden ist, schwebt um sie der Geist des Biedermeier; sie paßt gut zu weißen Mädchenkleidern und zu einem zierlich gedeckten Tisch. Der Städter kann fast das ganze Jahr über alle Arten von Blumen in sein Zimmer stellen, er kann auch im Winter die schönsten Blüten kaufen, wenn er Sinn dafür und das nötige Kleingeld hat. Aber der Gartenbesitzer richtet sich nach der Jahreszeit. Mancher Blumenfreund ist sehr zurückhaltend mit dem Pflücken und Schneiden seiner Blüten, aber wir können getrost die Stauden und Büsche lichten, es wachsen um so mehr und schönere Blüten. In einer dunkelblauen Majolikavase im offenen Erker stehen noch ein paar Zweige Jasmin. Für nften 0ufl! iqültifl von der Peinlichst Nader ratio- । ■ W-y .rjpriinsM üederla!!^ imboldt, ■* lerte -- t habe. °>°- oon W er er am M i d-m d iilälsge” unh «« s ®ud) * Stein noch aniWjS ttinfler ‘ »udivig /- J Venia""" W Ä 6 tftrf lld h ■ MMDM ~ v / *%yW C ■ v : ■ - Wr ' E .■■ W Irt an ?u9en, Stu Die ' am Di< tag: m über di Segler Llnsord> die Ta zeichne. Die den P: lDr. L gegen dritte i ten Ba h Sie e Km «iöer Q ?" Mn n., o^r ^8 Der hs bei 58 M V %te HÄ anben l Ml. I, »% Die Range hielten lich w zu P Eni Tage ganz zahl Derb ange nach! 30 f 0 bi Sin Ifyifti bände. Am noch a lieben Zeuge, einige Ichinen Ipätes Zeit un Am 21 oon tag im wieder 0 Deich Jü:gng tz'Ie-o J Eng «inner flenne England Beiter. 28 Fortfetzung. (Nachdruck verboten.) Händeklatschen, mit Bravorufen und sogar mit dem Deutsche Gruß begrüßt. Als der Leiter der Gruppe, Georg Heß, mit einer kleinen Abordnung seiner Hes- sen den Kranz am Denkmal niederlegte, brach unter der anwesenden Volksmenge ein lebhafter Beifalls» sturm aus. Man hörte sogar Rufe „Es lebe Deutschland!" Das Auftreten der Deutschen und die Kranz» niederlegung am Ehrenmal der gefallenen Franzosen wurde von der örtlichen Presse am Montag mit großer Genugtuung hervorgehoben. Am Sonntagnachmittag zeigten die Hessen im Blumenpavillon und am Abend im Kasinosaal wieder ihre Vorführungen und ernteten auch jetzt wieder stürmischen Beifall. Drei mächtige Blumensträuße, die den Mädchen aus Leihgestern, aus dem Schlitzerland, dem Odenwald und dem Hinterland überreicht worden waren, zierten bei ihrer Rückkehr in die Unterkunft die Vorhalle des Hotels. Diese Sträuße waren den Hessen als Zeichen der Gastfreundschaft und als Anerkennung für ihre Darbietungen überreicht worden. Der Montag brachte für die Gruppe eine Freizeit und am Nachmittag eine Autofahrt an den herrlich gelegenen Bougaedsee. Das Auto brachte die Burschen und Mädchen auf 800 Meter Höhe und gestattete ihnen einen herrlichen Ausblick auf die noch mit Schnee bedeckten Alpen. Am Dienstagfrüh erfolgte dann wieder die Rückfahrt nach Freiburg im Breisgau, wo ein Kameradschaftsabend mit den Gliederungen der Partei stattfand. Am heutigen Mittwoch kehrt unsere hessische Trachtengruppe wieder zurück, dankerfüllt für all das große und schone Erleben, das ihr durch die Vermittlung der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" und das Internationale Zentralbüro „Freude und Arbeit" in Berlin ermöglicht wurde. Mit Stolz waren sie sich des- sen bewußt, im Dienste der Völkerversöhnung unter der Flagge des Dritten Reiches im Bunde mit den Vertretungen vieler anderer Nationen für deutsches Volkstum wirken zu dürfen. WOOMfllKW JRoman von Walther Kloepffer Copyright 1936 by August Scherl G. m. b H. Berlin „Schweigen Sie!" rief der Professor drohend und machte eine abwehrende Handbewegung. „Und gehen Sie jeijt, bitte!" Sein Antlitz war blaß, fast grau. „Oder halt! Noch eines. Können Sie mir Ihr Ehrenwort geben, daß Sie die Wahrheit sprechen?" „Ich kann nur sagen: So habe ich es gesehen und nicht anders!" beteuerte Tutschek. Ihm war nicht ganz wohl bei seiner schäbigen Rache. Er verbeugte sich und ging auf Zehenspitzen aus dem Saal. Engasser stand noch immer an den breiten, wuchtigen Schreibtisch gelehnt, die eine Hand auf das braune Holz gestützt. Mit der anderen fuhr er sich über die Stirn. Sein Gesicht hatte den Ausdruck eines Kindes, das zu Unrecht gescholten worden ist. Dann ließ er sich in seinen Sessel fallen. „Daß Vicki sich nicht schämt und mir das antut!" murmelte er verstört und hatte einen töricht beleidigten Zug um den Mund. Zornig fegte er vom Tisch den alten ©eener, der plötzlich nicht mehr wichtig war. Also darum bat Vicki ihn so dringend, diesem Fogg das Geld für sein Unternehmen zu leihen! Und darum hörte man in der letzten Zeit von ihr keine Klagen über Langeweile mehr! Es fügte sich eins zum anderen, und wenn man dies und jenes unter dem Gesichtswinkel der Untreue besah, wurde mit einemmal ein Indizium daraus ... Ich habe sie zuviel allein gelassen, das ist es! Ich habe immer nur diese Bücher gekannt, seit ich hier bin, diese verdammten Bücher. Zum erstenmal kostete Engasser das Gefühl der Eifersucht. Sie ist jung, und ich bin ein vorzeitig verbrauchter, alter Mann, hielt er sich vor. Er ging wie betrunken zum Spiegel und starrte selbstquälerisch hinein. Dann griff er nach seinem Hut und Irhroantte aus der Bibliothek. Zu Hause fragte er die Köchin Emerenz mit ge» senktem Kopf: ,Lst meine Frau schon da?" ♦* Laune der Natur. Heute Morgen wurde uns eine Kornähre in die Schriftleitung gebracht, die alle Merkmale einer besonderen Laune der Natur an sich trug. Diese Aehre zeigte die seltene Erscheinung, daß sie sich aus einem etwa zwei Zentimeter langen Aehrenstück (mit einer stattlichen Anzahl Körner) plötzlich in drei Aehren teilte, die ebenfalls viele vollständig ausgebildete Körner trugen. ** Heimische Schafzüchter auf Studie n s a b r t. An der 3. Reichsstudienfahrt der führenden Manner der Schafzucht aus den einzelnen Landesbauernschaften, die in diesem Jahre nach Mecklenburg führt, nachdem zuerst der ostpreußischen Schafzucht und im letzten Jahre der süddeutschen Schafzucht derartige Studienbesuche ab» gestattet wurden, nehmen aus dem Bereich der Landesbauernschaft Hessen-Nassau der Vorsitzende des Landesverbandes Schuster, Heuserhof, der jetzt an die Stelle von Tierzuchtdirektor Oberlanb- vvrtschaftsrat Dr. Wagner (Gießen) getretene Geschäftsführer Tierzuchtdirektor Lanbwirtscbaftsrat Dr. Tornede (Biedenkopf) und der Sachvearbei- ter der Schafzucht bei der Landesbauernschaft Menges teil. Die auf acht Tage berechnete Fahrt begann in Neu-Strelitz und führt durch die mecflen» buroischen Zuchtgebiete bis nach Holstein, um dann in Hamburg zu enden. ** Keine Grashalme oder Aehren in den Mund nehmen! Viele Menschen haben die Gewohnheit, bei Spaziergängen und Ausflügen Aehren von den Feldern abzurupfen und in den Mund zu nehmen. Andere nehmen Grashalme zwischen die Zähne und zerkauen die Stengel wegen des erfrischenden Geschmacks. Diese scheinbar ganz harmlose Sache ist aber nicht gefahrlos. Abgesehen davon, daß manchmal Grannen (Aehrenstachel) mit ihren Widerhaken oder.Fasern im Halse und zwischen den Zähnen steckenbleiben und reizen können, besteht die Gefahr, die Strahlenpilzkrankheit zu bekommen. Diese Krankheit wird sonst nur bei Leuten beobachtet, die viel im Stall oder in der Scheune arbeiten. Auch bei diesen ist der Mund der Ausgangspunkt des Leidens. Es äußert sich in Schwellungen des Unter- und Oberkiefers, über welchem die Gesichtshaut blaurot wird. Nach einiger Zeit bricht die Haut auf und es bilden sich Fisteln. Auch Zunge, Lunge und Darm können befallen werden. Die Heilung ist schwierig, und die Krankheit wird bedenklich, wenn sie die Lunge erfaßt. Es besteht also aller Grund, davor ernstlich zu warnen, Grashalme ober Aehren in den Mund zu nehmen. Schalkes Heimkehr.-Umjubetter Szepan Der Mannschaft von Schalke 04, die am Sonntag im Berliner Olympia-Stadion durch ihren Sieg über den 1. FC. Nürnberg die Deutsche Fußballmeisterschaft errang, wurde in ihrer Heimatstadt em festUcher Empfang bereitet. Einer der am meisten umjubelten Spieler war Szepan, den unser Bild zeigt. (Scherl- Bilderdienst-M.) Die heimischen Sieger beim Jeldbergfest. Auszug aus der Siegerliste. Nachstehend veröffentlichen wir aus jeder Stufe die ersten Sieger und anschließend in einem Auszug die Preisträger aus unserem engeren Heimatgebiet. Mä n nerklasse I (351 Bewerber, 207 Sieger): 1. F. Wilhelm, Tv. Maikammer, Ph. Heß, Pol.» Spo. Frankfurt a. M., W. Freitag, Tv. Jahn Siegen, 66 Punkte: 5. Arnold Fehrenbach, Mtv. Gießen, 57; 10. Kurt Strack, Mtv. Gießen, 51; 12. Adolf Klinkei, VfL. Lollar, 49; 17. Willi Färber, MSV. Barbara Gießen, 44; 18. Ernst Decher, T.- u. Sp.-Gem. Schlitz, 43; 19. Willi Ellermeier, Tv. 1846 Gießen, Ioh. Dietz, Tv Alsfeld, 42; 20. Heinz Berg, T.» u. SpD Butzbach, Wilhelm Moos, Tv. Lollar, Otto Lindenstruth, Mtv. Gießen, Erich Ploch, Mtv. Gießen, 41; 22 Heinz Bach, Mtv. Gießen, 39 Punkte. Männerklasse II (33 bis 39 Jahre), 143 Bewerber, 122 Sieger: 1. Fritz Zeller, Tv. Offenbach, 66; Karl Reuter, Tv. 1846 Gießen, 64; 9. Otto Dietz, Tv. Lollar, 56; 15. Paul Zöller, Hausen bei Gießen (im Tv. 1817 Mainz), 50; 16. Adolf Müller, Postspv. Gießen, 49; 21. Wilhelm Rinn, Tv. Heu- chelheim, 44; 2. Gg. Hauser, T.- u. Spv Butzbach, 43 Punkte. Männerklasse III, 40 bis 44 Jahre (75 Bewerber, 70 Sieger): 1. F. Gemündt, Jahnvvlk Eckenheim, H. Knoche, T.- u. Spg. Ober-Ramstadt, W. Monzy, Tv. Schwabach, 67 Punkte; 11 K. Heß, Tv. Braunfels, 55; 19. Franz Sauer, Tv. 1846 Gießen, 47 Punkte. Männerklasse IV, über 45 Jahre (130 Bewerber, 126 Sieger): 1. G. Burkart, Tv. 1875 Sindlingen, H. Bolze, Tv. 1860 Frankfurt a. TL, 77; 23. K. Müller, Tv. 1846 Gießen, 55; 33. Ph. Götz, Postspv. Gießen, 45; 35 W. Schmidt, Pvstsp. Gießen, 42 Punkte. Männliche Jugend (423 Bewerber, 251 Sieger): 1. Paul Schümpf, Tgm. Vorwärts Mühlheim; H. Schleenbecker, Tv. Ruttershausen, 73 P.; 5. Erich Opper, Tv. Reiskirchen, 64; 8. Erich Rinn, Tv. Heuchelheim, 61; 10. Friedrich Ott, Tu. Ruttershausen, 59; 12. Erich Heß, Tv. Braunfels, Fritz Gräser, Tv. Wetzlar, 57; 13. Walter Rinn, Tv. Heuchelheim, 56; 16. Hrch. Ferber, Tv. Lollar, Karl Allgaier, Tv Lollar, 53; 17. Willi Schreier, Postsportverein Gießen, 52; 21. K. H. Richter, Tv. 1846 Gießen, 48; 22. Wolfgang Parlow, Tv. Lollar, 47; 25. Karl Reitz, T.- u. Sptv. Butzbach, 44; 26. Otto Rauh, Mtv. Gießen, Bertram Decher, Tgm. Wölfersheim, 43; 31. R. Lind, Tgm. Wölfersheim, 38. Frauen (80 Teilnehmerinnen, 68 Siegerinnen): 1. Maria Staudt, T.- u. Spg. Reichst). Limburg, 72; 2 Erika Röhmig, Mtv. Gießen, 70; 7. K. Luh, T.- u. Spv. Butzbach, 53; 8. A. Ruppel, T. u. Spv. Butzbach, 52; 19. M. Seim, Mtv. Gießen, 41; 21. A. Sack, Tv. Heuchelheim, 39 Punkte. Weibliche Jugend (224 Teilnehmerinnen, 224 Siegerinnen): 1. M. Drumm, Tv. Schwanheim, 78; 6. E. Reinstädler, Tv. Heuchelheim, 67; 9. Seim, Mtv. Gießen, 66; 10. H. Buß, Mtv. Gießen, 62; 13. E. Schäfer, Mtv. Gießen, I. Baum, Postspv. Gießen, 59; 15. A. Becker, VfL. Lollar, 57; 16. H. Langlouis, T.- u. Spv. Butzbach, I. Schäfer, T.- u. Spv. Butzbach, 56; 17. H. Ruppel, T.- u. Spv. Butzbach, 53; 23. E. Müller, T.- u. Spv. Butzbach, E. Ruppel, T.- u. Spv. Butzbach, 49; 25. E. Büch, T- u. Spv. Butzbach, 47 Punkte. Hessens neue Leichtathletik-Meister. Die Ergebnisse: 100 Meter: 1. Leineweber, TuFC. Fulda, 11,4, 2. Henkel, SC. Wallau, 11,4; 3. Knappe, Hessen- Preußen Kassel, 11,4 Sek. 2 0 0 Meter: 1. Henkel SC. Wallau, 23,2; 2. Jung, VfB. Dietz-Lahn, 23,2; 3. Leineweber, TUFC. Fulda, 23,4 Sek. 4 0 0 M e - ter: 1. Helm, Universität Marburg, 51,4; 2. Seibert, Hessen-Preußen Kassel, 52,2; 3. Schaumlöffel, Kasseler Turngemeinde, 53,9 Sek. 8 0 0 Meter: 1. Zehnter, Hessen-Preußen Kassel, 1:59,3; 2. Pete r s, 19 0 0 Gießen, 2:02,4; 3. Kunze, Hessen- Preußen Kassel, 2:05,8 Min. 1500 Meter: 1. Roth, Kasseler Tgm., 4:10,6; 2. Kleemann, 1900 Gießen, 4:10,6; 3. Mennikheim, Hessen- Preußen Kassel, 4:17,2; 5000 Meter: 1. Knopploch, Hessen-Preußen Kassel, 15:47,6; 2. Franz Reidel, Heuchelheim, 15:49,6; 3. Hans Reidel, Heuchelheim, 16:10,4 Min. 1 0000 Meter: 1. Jßland, TV. Hersseld, 34:57,5; 2. Förmer, Hessen-Preußen Kass-l, 35:05,6; 3. ©eifert, VfB. Dietz, 35:06,6 Min. 4 00 Meter Hürden: 1. Seibert, Hessen-Preußen Kassel, 56,3; 2. Harle, Reichsbahn Dillenburg, 60,9; 3. Hoffmann, Hessen-Preußen Kassel, 66,2 Sek. Hochsprung: 1. Jakobs, Hessen-Preußen Kassel, 1,70; 2. Schumann, Hessen-Preußen Kassel, 1,65; 3. Röstner, Hessen-Preußen Kassel, 1,60 Meter. Weitsprung: Lange, Alt. Kasseler Tgm., 6,62; 2. Herrmann, Reichsbahn Gießen, 6,44, 3. Waßmer, MSV. Hersfeld, 6,49 Meter. Drei- fprung: 1. Jakobs, Hessen-Preußen Kassel, 13,41; 72. Mergardk Hessen-Preußen Kassel, 12,89; 3 Lange, Kasseler Tgm., 12,60 Meter. Stabhochsprung: 1. Jakobs, Hessen-Preußen Kassel 3,06. 2. Schumann Hessen-Preußen Kassel, 2,86 Meter. Speerwerfen: 1. Mankel, Tuspo Bettenhausen, 55,69; 2. Barthels, Universität Marburg, 54,70; 3. Klam, ma, Kasseler Turngemeinde, 49,95 Meter. Hammerwerfen: 1. Storch, Turn- und Fechtklub Fulda, 48,82; 2. Herrmann, Kurh. Marburg, 46,30; 3. Gary, Kurh. Marburg, 41,38 Meter. 4 mal 100 Meter: 1. Hessen-Preußen Kassel 44,7, 2. Universität Marburg 44,8; 3. VfB -Reichsbahn Gie- feen 46,6 Sek. 4 mal 400 Meter: 1. Hessen- Preußen Kassel 3:28,9, 2. Kasseler Turngemeinde 3:31,5; 3. Hessen-Preußen Kassel II 3:38,9 Min. Diskuswerfen: 1. Kilo, 1900 Gießen, 41,01; 2, Luh, Gießen, 38,08; 3. Lüdge, Kasseler Tgm., 38,02 Meter. K u g e l st o ß e n : 1. Bartbels, Universität Marburg, 13,99; 2. Luh. Reichs- bahn Gießen, 13,54; 3. Hartung, Kassel, 13,14 Meter. Weltmeisterschastskampf Schmeling —Farr abgeschlossen. Max Schmeling, der deutsche Meister aller Klassen, erklärte am Dienstagabend dem DRB.-Spvrtdienst, daß der Kampf mit dem Meister des britischen Weltreiches, Tommy Farr, für September dieses Jahres abgeschlossen worden sei und in London ausgetragen werde. Als Austragungsstätte kommt das White City-Stadion in Betracht. Die Verträge RUHL Sehersweg Nr. 67 ■ adiO Telephon Nr. 3170 I eparaturen i89?d I seien bereits unterzeichnet, doch würde der genaue Zeitpunkt des Kampfes erst später festgelegt werden. Der Kampf selb st geht um bie W e lt- meisterschaft, unabhängig von der Begegnung zwischen Braddock und Louis. Schmeling erklärte dem DNB.-Sportdienst weiter, daß man englischerseits die deutsche Ansicht vollkommen teile. Der Kampf Braddock gegen Louis könne nie als ein Weltmeisterschaftskampf angefechen werden, da er (Schmeling) Louis bereits k. o. geschlagen habe. Braddock k. o. Die Voxkomödie von Chikago. Die Boxkomödie von Chikago endete mit einem Erfolg des seinerzeit von Max Schmeling k. o. geschlagenen Negers Louis. Vor rund 55 000 Zuschauern siegte Joe Louis über den „Weltmeister" James I. Braddock in der achten Runde durch Niederschlag. Wahrscheinlich wird nun Louis von den amerikanischen Boxbehörden, die ja das Geschäft weit höher als den Sport einschätzen, zum „Weltmeister" proklamiert werden. Für Europa und jeden fair Denkenden bleibt selbstverständlick Max Schme lina, vor dem Braddock kniff und der im Vorjahre Louis vernichtend besiegte, Weltbester. Oberleutnant Cramer erzielte im Modernen Fünfkampf der Wehrmacht ein ausgezeichnetes Ergebnis. (Scherl-Bilderdienst.) Mißtrauen zerfleischte sein Herz. Vielleicht steckte die Köchin unter einer Decke mit den beiden? Vielleicht belächelte sie ihn, während er sich nicht aufzusehen getraute? Vielleicht wußte es der und jener im Dorf, und man tuschelte hinter ihm her? Wenn der Argwohn einen erfaßt hatte, war nirgends mehr ein Aufhören und ein Halt. „Die gnädige Frau ist oon Herrn Doktor Fogg zu einem dringenden Fall gerufen worden. Ich glaube, dem Brunner wird ein Finger aboenom- men. Sie ist schon eine ganze Stunde fort , sagte die Emerenz und öffnete die Tür zum Wohnzimmer. „Es ist gut", erwiderte er heiser. Welch blödsinnige Redensarten man im Leben gebraucht! „Es ist gut." Nichts war gut! Da war wieder dieser verhaßte Name des anderen, der ihm das Blut ins Gesicht trieb. Natürlich, sie war wieder bei Fogg. Sie trieben ihre Heimlichkeiten miteinander. Möglicherweise machten sie sich über ihn luftig. Möglicherweise war das mit dem Brunner gar nicht wahr. Alles war plötzlich vergiftet, dieses Zimmer hier, die Luft darin, das ganze Leben. Er riß ein Fenster auf und setzte sich in den Lehnstuhl. Engasser wußte nicht, wie lange er so saß und sich peinigenden Vorstellungen hingab. Auf einmal war Viktoria im Zimmer. Sie stand erhitzt, schlank und jung vor ihm, und ein bißchen Aethergeruch war um sie. „Tag, Gottlieb! Du hast noch tzar kein Licht? Ich rieche wieder recht nach Apotheke, gel?" begrüßte sie ihn unbefangen. Wie sie sich verstellen kann! dachte Engasser voll Haß. „Nein, ich habe noch kein Licht", sagte er langsam und mit dunkler Stimme. „Lasse es nur zu. Ich sitze gern so in der Dämmerung." Er dachte: Dieser Tutschek ist ein Schuft! Erst macht er mir das Herz schwer, dann verbietet er mir, seinen Namen zu nennen. Ich kann nur auf den Busch klopfen „Sag mal: Hast du vorgestern alles erledigt^" ,,$n München? Gewiß habe ich das. Ich habe dir doch alles erzählt. Von der Staatsbibliothek, von dem netten Küchenherd und von deinem Schneider ' „Ach ja." Engasier ist Eem Mann, der in einer solchen Lage eine klare Frage an seine Frau richtet. Ein Entweder-Oder. Obschon die Eifersucht und der Schimpf fürchterlich an ihm fressen, ist er für Umwege und Halbheiten. „Hast du dich gut unterhalten, Vicki?" „Es geht an, Gottlieb." Engasser steht auf und geht zum Lichtschalter. Eine schmerzhafte Helligkeit ist plötzlich im Zimmer. Viktoria nestelt an ihren Schuhen herum. So, nun ist der Fuß frei, und sie kann ihre Zehen dehnen. „Hast du Bekannte im Hotel getroffen?" Sie stutzt eine Sekunde. Dann nimmt sie sich eifern zusammen und sagt: „Nein." Sie ist ein bißchen rot geworden bei dieser Lüge und beschäftigt sich mit dem zweiten Schuh. Sie denkt angstvoll: Sollte Gottlieb etwas herausgefunden haben? Er ist so merkwürdig heute. Hoffentlich fragt er nicht weiter. Ja, es war ein Mann in ihrem Zimmer, aber es war nicht Fogg. An den denkt sie nicht einmal. Den hat sie in München überhaupt nicht mehr gesehen. Auch auf der Heimfahrt nicht. Engasser hat ihr Zaudern, diese Schrecksekunde, wohl bemerkt. Auch ihr Erröten. Vicki war von jeher eine schlechte Lügnerin. Also doch —! schießt es ihm durch das Hirn. Soll ich es ihr auf den Kopf zusagen? Er bezwingt sich und beschließt abzuwarten. Man muß die beiden in flagranti ertappen; mochte sie sich jetzt in Sicherheit wiegen. Wie abscheulich das alles ist! Diese Untreue, diese Lüge, dieses Lauern und Bespitzeln.. „Ich möchte jetzt in meinem Zimmer arbeiten", sagte er, und die paar Worte verschlangen seine letzte Kraft. „Gute Nacht, Gottlieb!" „Gute Nacht!" erwiderte er feindselig. Droben in seinem einsamen Bette, das mit dem Arbeiten war nur ein Vorwand gewesen, legte er sich die Frage vor: Wie ist das mit mir? Liebe ich Vicki eigentlich? Natürlich liebe ich fiel Er übersah, wie weit sie sich schon voneinander entfernt hatten; er übersah, daß seine Eifersucht mehr dem verwundeten Selbstbewußtsein entsprang denn einem starken Gefühl für feine Frau. Um Mitternacht erhob er sich von sein m zerwühlten Bett und schlich in den ersten Stock, wo Viktoria schlief. Er vernahm ihre ruhigen, gleichmäßigen Atemzüge durch das dünne Holz und rechnete ihr diese schamlose Ruhe als neues Verbrechen an. Er war gekommen, um eine Aussprache mit Viktoria zu haben, aber vor ihrer Tür verliefe ihn plötzlich der Mut, und er ging gebemütigt zurück in (ein freudloses Zimmer. Fogg klob Fichtenscheite vor dem Schuppen. In dem verwaisten Kaninchenstall lag der Igel und überlegte, ob er nicht doch noch ausziehen sollte. Es war zuviel Unruhe rings um seine Behausung. Fogg hatte die Joppe ausgezogen, die Hemdärmel hinaufgetrempt, und auf jeden Hieb mit der langen Axt zerkrachte ein Scheit in zwei fast gleiche Stücke. Die Anna las diese Hälften zusammen und schichtete sie zu einer ordentlichen Beuge. „Anna, vergiß nicht, Salat nachzustecken! Ich esse ihn gern", sagte Fogg plötzlich. „Nein. Ich werde es noch heute besorgen", erwiderte sie gehorsam und machte sich einen Knopf in ihr Taschentuch. Ihr Wesen war in letzter Zeit abermals umge- schlagen. Sie war nicht mehr bockig und kratzbürstig gegen Fogg, sondern von einer versonnenen, schwermütigen Höflichkeit. Sie hatte Kummer mit Basil. Aber sie durfte ihn nicht laut werden lassen, sondern sie mußte ihn in sich sperren und hinunterwürgen. Sie spürte: Basil liebt mich nicht mehr. Seit die neue Zofe im Schloß ist, diese geleckte Person mit den frechen Hüften, ist Basil verwandelt, kälter ganz einfach. Früher trafen sich Tutschek und Anna oft und lange; denn Doktor Fogg war viel abwesend, mal über Land, mal in München, mal bei einer Entbindung. Das Ueberwachungssystem, das er sich gelobt hatte, wirkte noch nicht recht. Anna setzte dann das Fenzlmädchen Regine an den Fernsprecher und war frei. Aber in allerjüngster Zeit wurden diese Stelldichein mit dem Verwalter immer seltener. Er schützte Zeitmangel vor, und man konnte wenig daraus erwidern. Gestern nun hatte sie ihn in seiner Wohnung aufgesucht, in diesem zartblau und honiggelb gehaltenen Zimmer, er war zornig geworden, hatte ihr eine Szene gemacht und sich ein für allemal derartige Ueberrumpelun» gen verbeten Ja, Anna war Ziemlich unglücklich, bas kann man wohl sagen. Fortsetzung folgt. Z.Znternalionale Marine-Pokal-Segelweilsahri 1937. Oer Lebensmittetmarkt in Hessen-Nassau. * K ■ Bei den Segelwettkämpfen auf der Kieler Förde ging nach einem spannenden kennen Oberleutnant Poortman (Holland) überraschend als Sieger hervor und gewann damit den Hindenburg-Pokal 1937. Unsere Aufnahme zeigt einen schönen Moment aus dem Rennen. (Scherl-Bckderdienst°M.) Gturmfahrten auf der Kieler Zörde. Die Teilnehmer an der „Kieler Woche" erlebten am Dienstag einen ausgesprochenen Schwerwettertag; mit fast 15 Sekundenmeter stürmte der Wind über die Kieler Förde, und an die Steuerkunst der Segler und an das Material wurden so die höchsten Anforderungen gestellt. Doppelt erfreulich ist daher die Tatsache, daß wieder deutsche Erfolge zu verzeichnen waren. Die dritte Wettfahrt im Kampf der „6 e r" um den Preis des Reichskanzlers gewann „Jrrni V" (Dr. Lubinus, Kiel) mit acht Minuten Vorsprung gegen „Kobold". Die S t a r b o o t e trugen ihre dritte und entscheidende Wettfahrt auf einer verkürzten Bahn aus. Das erste Anrecht auf den Preis des Deutschen Segler-Verbandes sicherte sich der italienische Oblt. Straulino mit einem zweiten Sieg von „Gemma". Auf der Binnenbahn hatten die Olympia-Jollen keinen leichten Stand. Don 45 gestarteten Booten kamen schließlich nur 22 ins Ziel. In wieder meisterlicher Weise entschied der Hamburger W. Krogmann mit „Mien Jung VI" auch das dritte Rennen zu seinen Gunsten und gewann dadurch den Preis der Hansestadt Hamburg. Rach den großen Erfolgen des Holländers Stap in der S h a r p i e - K l a s s e überraschte das Versagen von „All-Weather" am Dienstag. Diesmal gewann die Hamburger „Buttje III" nut Cropp, während „All-Weather" erst an fünfter Stelle einkam. Oeutschlandflug - Zweiter Tag. Die Piloten, die am Dienstag im Flughafen Rangsdorf bei Berlin zum Tanken niedergingen,, hielten sich alle nicht lange auf. So schnell wie möglich wollten alle weiter, und so ging es von Platz zu Platz. Endgültig steht jetzt fest, daß von den am ersten Tage gestarteten 62 Verbänden ein Verband, K 6, ganz ausgefallen und 50 Verbände die Höchstpunktzahl von 90 Punkten erreicht haben; d. h. diese Verbände haben trotz schlechten Wetters alle vorher angegebenen Landeplätze und feftgelegten Ueber- nachtungshäfen erreicht. Drei Verbände haben nur 30 bzw. 60 Punkte geschafft und acht Verbände 0 bis 270 Minuspunkte. Am zweiten Wettbewerbslage liegen bisher vorschriftsmäßige Meldungen von insgesamt 20 Verbänden vor. Am Abend des dritten Wettbewerbstages sind noch alle 61 Verbände im Rennen. Allerdings haben sieben Verbände anstatt drei nur noch zwei Flugzeuge. Es gab keinerlei Personenschäden, wohl aber einige streikende Motoren, Notlandungen mit Ma- schinen-Beschädigungen und einige Ausfälle durch zu spätes Landen nach der vorgeschriebenen Wertungszeit um 20 Uhr. Am Mittwochfrüh begann der Wettbewerb der 21 von 23 gemeldeten Privatflugzeuge und Freitag im Laufe des Tages müssen alle p-Flugzeuge wieder in Rangsdorf eintreffen. Oeutsche Siege in Wimbledon. Deutsche Siege gab es auch am Dienstag bei den AU-England-Tennisrneisterschaften in Wimbledon. Im Frauen-Einzel siegte die Wiesbadener-n Mane- luise Horn allerdings erst nach Hartern Kampf über die Engländerin Burrows 6:1, 7:9, 7:5 Im Männer-Doppel kamen Gottfried von Cramm- Henner Henkel mit 6:3, 9:7. 6:0 über die Engländer Dellaporta-Walter eine Runde welter. Fast auf der ganzen Linie setzten sich die Favoriten erfolgreich durch. Orohen-Linden Fußball-Turniersieger in Flensungen Die erste Jugend von Großen-Linden beteiligte sich am Sonntag am Blitztürnier in Flensungen. Leider war die Mannschaft gezwungen, alle Spiele mit zehn Mann zu bestreiten, da zwei Spieler den Zug versäumt hatten. Trotzdem ließen unsere Jungens den Mut nicht sinken, sondern gingen unbeirrt an ihre Aufgabe heran, das eine Ziel vor Augen, Turniersieger zu werden. Für die Entscheidung hatten sich DfB.-R. Gießen 1. Jugend und Großen-Linden 1. Jugend durchgesetzt Großen- Linden hatte bis dahin 4 und VfB.-R. 3 Punkte erzielt. Beide Mannschaften lieferten sich am Nachmittag einen hinreißenden Kampf, der durch Tore von Godglück und Fischer unentschieden endete^ Gro- ßen-Linden kam damit in den Besitz de- Pokals. Den Spielern E. Velten, Nürnberger, Größer, H. Velten, Pach, Junker, Hardt, Fischer, Feller und Weller gebührt für ihre Leistung ein Gesamtlob. ,KC.Teutonia"Wahenborn-Gteinberg „Teutonia" I — Nieder-Girrnes I 4:1 (2:1). Das zweitletzte Aufstiegsspiel, aber wohl das wichtigste der ganzen Aufstiegsserie, wurde am vergangenen Sonntag m Watzenborn-Steinberg zum Austrag gebracht. Man war sich m den Reihen der Einheimischen bewußt, daß die Gäste so ernst wie möglich zu nehmen waren. . Schon von Anfang des Spieles an kämpfte jeöe Mannschaft und die Führung, und es gelang auch den Teutonen, durch den Rechtsaußen Burger zum 1:0 einzuköpfen. Nun wurden die Spieler moralisch gestärkt durch diesen kleinen Vorsprung und auch durch das begeisterte Mitleben der Zuschauer mutiger Bald hieß es 2:0. Bis jetzt konnte man ein vollständig offenes Spiel sehen, wobei die meiste Arbeit die beiden Hintermannschaften zu leisten hatten. Zwei Minuten vor Halbzeit Jpnnten durch einen Deckungsfehler die Gäste auf 2:1 erhöhen. In der ersten Halbzeit spielten die Teutonen nur zehn Minuten mit elf Mann, denn Haas wurde verletzt, konnte erst bei Wiederbeginn der zweiten Halbzeit wieder eintreten, und da nur als Statist. Die zweite Halbzeit sah man nun die Teutonen, mit dem Wind im Rücken und angefeuert von den zahlreichen Zuschauern, Angriffe auf Angriffe vor- tragen. Zählbares wurde nicht erreicht. Erst nach 20 Minuten Spieldauer gelang es dem Gastgeber, auf 3:1 und kurze Zeit darauf auf 4:1 zu erhöhen. Bei den Teutonen war der beste Mannschaftsteil die Verteidigung, die auch viel Anteil an dem Sieg hatte. Es spielten für Watzenborn-Steinberg: Happel; Fett, Jung; Euler, H. Schmandt, W. Schmandt; Buß, Fischer, K. Haas, Lang, R. Burger. Die erste Jugendmannschaft fuhr ersatzgeschwächt nach Wetzlar, um gegen die dortige Jugendmann- schast des SpD. Wetzlar 05 ihr Rückspiel auszutragen. Die erste Halbzeit war ziemlich offen, in der zweiten Halbzeit fiel die Mannschaft etwas ab und verlor mit 5:0. Zuqendabteilung der Spvg. 1900 1900 1. 3gb. — Meseck 1. 3gb. 4:0 (2:0). Gefühlsmäßig mußte man auf einen Sieg Wie- fecks tippen. Ist doch Wiefeck die Jugend, die auf ihrem Platze in der letzten Spielserie in keinen einzigen Kampf verloren hat und nunmehr noch den Meistertitel über die Gruppensieger errungen hat. Doch das alles konnte die 1. Jugend der Blau- Weißen nicht beirren. Selbst Wieseck vermochte den Siegeslauf der 1. Jugend der Spielvereinigung 1900 nicht zu stoppen. Mit dem eindeutigen Ergebnis von 4:0 schlug die 1. Jugend der Blau-Weißen den Meister auf eigenem Gelände. Der 1. Jugend, in der jeder Spieler auf feinem Posten war, gebührt ein Gesamtlob. 1900 2. 3gb. — VfB.-R. 2. 3gb. 3:3 (0:2). Eine Ueberraschung bereitete die 2. Jugend der Spvgg. 1900. Trotz des Platzvorteils des Lokalgeg- ners konnten sie ein Unentschieden 3:3 erzwingen. 1900 3. 3gb. — VfB.-R. 3. 3gb. 3:1 (0:1). Einen schönen Triumph konnten die Jüngsten der Spieloereinigung 1900 über die 3. Jgd. des VfB.-R. feiern. Noch zur Halbzeit konnte der Lokalgegner mit 1:0 in Führung liegen. Dann waren es die Blau-Weißen, die das Spielgeschehen diktierten. WB.-Neichsbahn 3ugeni>abfeilung. Die 1. Jugendmannschaft weilte am Sonntag in Flensungen bei dem dortigen Sportverein, der sein Stiftungsfest beging, und an diesem Tage Pokalspiele durchführt'e Da die Mannschaft mit 5 Mann Ersatz antreten mußte, setzte man keine großen Hoffnungen auf sie. Ihr gelang es jedoch hinter dem Sieger Großen-Linden den zweiten Platz zu belegen. Die 2. Jugend mußte sich mit einem Unentschieden gegen 1900s Jugend zufrieden geben. Sie war weit von ihren sonstigen Leistungen entfernt. Die 3. Jugend mußte nach einer langen Siegeskette gegen 1900 Dritte eine Niederlage hinnehmen. Rundfunkproaramm Donnerstag, 24. 3uni.: 6 Uhr: Choral Morgenspruch. Gymnastik. 630: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.45 Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Leb wohl — o Erde! Abfchiedsfzenen aus Opern. 15: Für unsere Kinder. 15.30: Volk und Wirtschaft. 16:Nachmittagskonzert 18: Alarm--! Wir fahren mit einem Hilfszug der Reichsbahn. 18.20: Das ist Kameradschaft der Tat! 18.30: Das ist des Pudels Kern! Eine Funkfolge aus heiteren deutschen Fabeln und Balladen. 19: Unterhaltungkonzert. Kapelle Franz Hauck. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 2010: „Glühwürmchen, Glühwürmchen, flimmre, flimmre" Lustiges Feuerwerk mit Tanz in der Sommernacht. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 22.30: Aus dem Akademiesaal des kurfürstlichen Schlosses in Mainz anläßlich der Gutenberg-Festwoche: Kammermusik. 23: Volks- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. NSG. Auf dem Kartoffelmarkt ist der Beginn der hiesigen Frühkartoffelernte am 11. Juni 1937 bemerkenswert. Die Anlieferungen stiegen im Laufe der dritten Juniwoche und werden in der vierten Juniwoche bereits den laufenden Gesamtbedarf fast ganz decken, so daß die Hereinnahme italienischer Frühkartoffeln dann nur noch in kleinem Umfange nötig ist. Der Absatz findet zu den vorgeschriebenen Preisen statt. Alte Kartoffeln wurden fast nicht mehr gekauft. Auf dem Getreidemarkk erfolgt die Der- orgung der Mühlen.mit Mahlgut aus den Lagern der Reichsffelle für Getreide, doch haben die Großbetriebe noch nicht ihren gesamten Kontingentsbedarf erhalten. Die Provinzmühlen find ausreichend mit Weizen versorgt; ebenso haben auch die Roggenmühlen genügenden Roggen zur Verfügung; Industrie- und Futtergetreide ist nicht am Markt. Der Bedarf an Hafer ist dringend. Die Regenfälle im Laufe der dritten Juniwoche haben den Stand des Getreides günstig beeinflußt. Auf dem Futtermittelmarkt herrscht nach wie vor Knappheit. Kleie wurde für Juni aus den deutschen Ueberschußgebieten nicht in das rhein- mainische Gebiet zugewiesen, daher macht sich be= anders Mangel an Roggenkleie bemerkbar. Futtermehl ist gleichfalls knapp. Mischfutter ist zur Zeit genügend erhältlich. Die Hühnerhalter bekommen die zugeteilten Mais-Mischfutter. Pferdemischfutter ist nicht ausreichend zu beschaffen, ebenso Zucker- chnitzel. In Biertreber konnte der dringendste Bedarf durch englische Ware befriedigt werden, während Malzkeime zur Zeit kaum an den Markt kommen. Oelkuchen werden zur Zeit nicht geliefert, nur kleine Mengen ölhaltiger Milchleistungsfuttermittel, die gerne gekauft werden. Fischmehl ist knapp, aber besser erhältlich als im Mai. Am Rauhfuttermarkt wird bereits neues Heu angeboten, doch sind die Käufer bei dem allgemeinen guten Ausfall der neuen Ernte zurückhaltend. Stroh wird laufend an die Industrie abgesetzt. Die F l e i s ch v e r s o r g u n g ist ausreichend, der Großviehauftrieb hat sich in der dritten Juniwache sogar etwas erhöht, während in Schweinen und Schafen der Auftrieb ziemlich unverändert und bei Kälbern etwas geringer war. Die Qualität war meist mittel, bei Bullen und Färsen gut, bei Kühen in Frankfurt a. M. gering, bei Schweinen in Frankfurt mittel, an den übrigen Märkten mittel bis gut. Auch die Kälber, die gleichfalls den Metzgern zugeteilt wurden, zeigten meist mittlere, zum Teil gute Qualitäten. Schafe mittlerer Qualität wurden bei mittlerem Geschäftsgang abgesetzt. Die Fleischgroßmärkte waren ausreichend befahren und wurden bei lebhaftem Geschäft größtenteils geräumt. Die Milch - und Buttererzeugung hielt sich nicht ganz im seitherigen Rahmen, da durch den stärkeren Trinkmilchverbrauch die Buttererzeugung etwas gefallen ist; die Zuteilung erfolgte mit Hilfe der üblichen Zuschüsse aus Kurhessen in der dritten Juniwoche nur mit 70 v. H. statt 80 v. H. des Oktoberbedarfs. Durch das kühle Wetter der letzten Tage ist ein Rückgang des Trinkmilchverbrauches und eine Steigerung der Buttererzeugung zu erwarten. Der Absatz von Hartkäse war gut, dagegen wurde Weichkäse wenig gekauft und auch in Sauermilchkäse ging der Absatz zurück. Die E i e r v e r s o r g u n g ist knapp, so daß der andauernd lebhafte Bedarf nur teilweise gedeckt wird. Die Einkühlungen für die Vorratswirtschaft sind aber jetzt beendet, so daß die Eiererzeugung ganz für den Frifchverzehr verfügbar ist. Auf dem O b ft m a r f t find Freilanderdbeeren und Kirschen bei niedrigen Preisen in wechselndem Umfange, aber stets ausreichend, vorhanden. Diese Woche 'kamen auch Johannisbeeren, unreife Stachelbeeren uyd Heidelbeeren auf den Markt. Das Obst fand zu festen Preisen zufriedenstellenden Absatz. Italienische Zitronen sind knapp, Bananen ausrei- chend. Ausländische Pfirsiche haben bei geringen Zufuhren und festen Preisen guten Absatz. Auf dem Gemüsemarkt waren Spargel, für die als letzter Stechtag in unserem Gebiet der 18. Juni festgesetzt worden ist, wechselnd gut abzusetzen, da die übrigen Gemüse, besonders Karotten, Kohlrabi, Rettich und Kopfsalat in steigendem Maße anfallen. Tomaten kommen jetzt reichlicher an den Markt. Aus» ländische Zufuhren von Bohnen gut, von Tomaten wechselnd, aber ausreichend. Zwiebeln sind erhältlich. Hitlerjugend durchwandert die Heimat. NSG. Fünfunddreißigtausend Jungen erleben in den Monaten Juli und August ihre engere Heimat. Mit dreiundfünfzig Sonderzügen und zehn Dampfern verlassen sie ihren Standort, um den Aus- tauschbann aufzusuchen. Acht Tage lang durchwandern sie die landschaftlichen Schönheiten Hessen- Nassaus, vom Neckar bis zur Eder, vom Rhein bis zum Vogelsberg. In Heimabenden, öffentlichen Singabenoen und Volksgemeinschaftsabenden künden sie von ihrer Arbeit und von ihrem Leben und schmieden die Kameradschaft der Generationen. Die Hitler-Jugend des Vannes 116, Gießen, unternimmt eine große Fahrt in den Spessart. Eine Greisin verbrannt. Lpd. Dillenburg, 22. Juni In Breitscheid (Dillkreis) hielt sich die 73jährige Ehefrau des Landwirts Albert Roll allein in der Küche auf, während ihr Mann auf dem Feld und die Schwiegertochter im Stall beschäftigt waren. Als der Enkel die Küche betrat, sah er zu seinem Entsetzen die alte Frau in hellen Flammen stehen. Er holte schnell Nachbarsleute zur Hilfe herbei, die der alten Frau die Kleider vom Leibe rissen und das Feuer erstickten. Sie hatte aber derart schwere Brandwunden erlitten, daß sie noch am gleichen Abend starb, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Wie es zu dem Unglück gekommen ist, konnte nicht festgestellt werden, jedoch ist anzunehmen, daß die Frau das Feuer im Ofen schüren wollte, wobei ihre Kleider Feuer fingen. Hier abjchneiden! Möbelrollen 315 Möbelrollen unter Sesseln und schweren Tischen verursachen besonders auf Linoleum tiefe Druckstellen Man muß sie daher auf Untersätze aus Glas oder aus einer gummiähnlichen Masse stellen, die überall käuflich find, oder aber durch Gleitnägel ersetzen. Möbelwachspolitur, Mischung von Bienenwachs und Terpentin. ist gebrauchsfertig käuflich. Mörser, Küchengerät aus Messina oder innen gerauhtem Porzellan. in dem mit einem Stößer Gewürze zerkleinert werden Mörtel, Bindemittel für Mauersteine in verschiedenartiger Zusammensetzung. wobei aber gelöschter Kalk einer der Hauptbestandteile ist. Bei kleineren Mauerschäden kann statt Mörtel Gips verwendet werden, größere Schäden lasse man durch den Bauhandwerker beheben. Möwen, Schwimmvögel, die von der Küste aus weit ins Land hinein streichen Das Fleisch junger Möwen ist eßbar ebenso die Eier die manchmal als Kiebitzeier angeboten werden. Mohn. Einjähriger wird im April an Ort und Stelle gesät, blüht in vielen Farben einfach und gefüllt. Verträgt kein Umsetzen Die getrockneten Kapseln geeignet in der Blumenbinderei. Zweijähriger oöer japanischer, auch Islandmohn, besonders wirksam in Steingärten. Blüte eindringlich gelb, orange oder weiß Saat im Juni. Staudenoder Riesenmohn ziert den Garten neben Blaublütlern (z. B. Motta Rittersporn). Gewinnung durch Saat im Mai—Juni. Alle Mohnarten haben feine Samen, die bei der Saat mit Sand gemischt werden müssen (siehe Aussaat). Auch Zweijahrs- und Staudenmohn können in größerem Zustand nicht mehr verpflanzt werden, da sie eine Pfahlwurzel haben. Staudenmohn nach der Blüte zurückschneiden, treibt im September wieder aus. Mohn als Schnittblume (siehe Schnittblume). Mohnsamen. Die Samenkerne des Einjahrmohns werden in Bäckereien als Kuchenfüllsel und als Geschmackszutat auf Mohnbrötchen gebraucht Vorheriges Abbrühen ist nötig, um betäubende Stoffe zu entfernen. Opium wird aus halbreifen Samenkapseln gewonnen. Mohrrübe, kurze Sorten bezeichnet man als Karotten, lange Sorten als Möhren In tief gelockerten Boden säen der nicht mit frischem Stalldünger gedüngt ist, da sonst Möhren leicht madig werden Ausgezeichnetes Gemüse für Kinder, da sehr Dttamitv reich. Auch roh oder roh gerieben zu empfehlen, aber vorher gründlich reinigen. Möhre gilt als Wurmmittel. Moire, taffet- oder ripsartige Gewebe, auf die wellenartige Muster eingepreßt sind. Die Stoffe dürfen nicht feucht werden. Motta, arabische Hafenstadt, nach der ein besonders starker Kaffee seinen Namen hat. Für Mokka gibt es besondere Mokkabohnen, jeder starke Kaffee gilt aber als Aus Kaffee wird Mokka ... wenn er entsprechend zubereitet wird. Dazu gehört dann auch eine Mokkamühle. Auch diese bekommen Sie bei Hauser. Außerdem führt Häuser alle Arten Kaffeemühlen, in vielen, vielen schönen Aus« führungen mit handgeschmiedetem Mahlwerk. 3- D. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. 21 3 uni 22 3uiu Amtliche» Geld Dotierung Brie Amuiche Notierung iMeir Brie. Japan.................... 0,717 0,719 0,717 0,719 Jugoslawien .............. 5,694 61,92 5,706 62,04 5,694 61 ,99 5,706 62 11 Wien..................... 48.95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.................. 11,19 11,21 11,205 11,225 (Sitnrftynlm .. ............. 63,53 63,65 63,60 63,72 Schweiz.................. 57,17 57,29 57,17 57,29 pnnien.................. 16,98 17,02 16,98 17,02 8,671 8,689 8,671 8,689 Nii noppst ................. — Neu York................. 2,496 2,500 2,496 2,500 Wirtschaft. Ztindermarkt in Gießen. Gießen, 22. Juni. Auftrieb: 324 Stück Großvieh, 45 Fresser, 95 Kälber. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 470 bis 530 Mark, 2. Qualität 300 bis 380, 3. Qualität 230 bis 290. Rinder bis »/«jährig 90 bis 170, »/«- bis 2jährig 160 bis 210, tragend 270 bis 450. Kälber bis 2 Wochen 20 bis 25, bis 4 Wochen 25 bis 30, bis 6 Wochen 35 bis 55 Mark. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktverlauf: etwas lebhafter. Nächster Markt: 6. v>uji 1937. Mein-Mainische Börse, rnittagsbörse still und schwächer. Frankfurt a. M., 22. Juni. Da sich bei völliger Zurückhaltung der Kundschaft noch Glattstellungen der Kulisse fortsetzten, war die Börse bei überaus stillem Geschäft weiter etwas schwächer. Die abwartende Haltung hat sich noch verstärkt. Am Aktienmarkt überwogen Rückgänge von durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. Montanpapiere ermäßigten sich bis zu 1 v. H., nur Rheinstahl fanden zu 160,50 (160,25) etwas Nachfrage. Kaliaktien gingen durchschnittlich um 1,50 v. H. zurück. Etwas mehr abgeschwächt waren auch Maschinenwerte, Junghans 135 (136,25), Muag 148,50, (149,50), Daimler 137,50 (138,50), Rheinmetall mit 155 gut behauptet. IG.-Farben blieben mit 166 unverändert, wogegen Goldschmidt ihren Rückgang auf 145,75 (147,25) fortsetzten. Elektropapiere lagen bei ruhigem Geschäft kaum mehr als 0,13 bis 0,40 v. H. verändert. Verhältnismäßig freundlich lagen auch Schiffahrtspapiere, Hapag 19,65 (19,50), Nördd. Lloyd 21 (21,13). Im einzelnen notierten Eonti Gummi schwächer mit 190,40 (193), Julius Berger mit 138,25 (139,50), Westdeutsche Kaufhof mit 59,75 (60), Aschaffenburger Zellstoff mit 144,13 (144) und Feinmechanik Zetter mit 102 (101). Auch der R e n t e n m a r k t lag weiter sehr ruhig. Altbesitzanleihe 0,13 v. H. niedriger mit 126, Kommunal-Umschuldung unv. 94,05, ebenso Rhein. Siädte-Altbesitz mit 130,50 und Süddeutsche mit 131,50. Im Verlaufe dauerte die Zurückhaltung fort und soweit Umsätze erfolgten, vollzogen sie sich zu Mm- destbeträqen bei weiter leicht rückläufigen Kursen. ZG.-Farben 165,75 (166), AEG. 42,75 (42,90), Schuckert 170,50 bis 170 (171), Moenus Maschinen 118 (118,25), Daimler 136,50 (137,50), Rheinstahl 160,25 bis 159,50 (160,50), Vereinigte Stahl 120 (120,25), Reichsbank' 213 (214,75), Hapag 19,50 (19,65), Junghans 134,50 (135). Von erst später notierten Werten gingen Gesfürel auf 151,75 (153,50), Ilse Genuß auf 141,25 (142,75), Kali Salzdetfurth auf 163 (165), Aschersleben auf 122,50 (1'24) und Zellstoffaktien je 1 v. $). zurück. Der Einheitsmarkt lag ebenfalls eher etwas schwächer, gesucht blieben'Ettlinger Spinnerei mit 117 (zuletzt 112 notiert). Von Renten hatten Städte-Altbesitzanleihen etwas größeren Umsatz bei 131, Kommunal - Umschuldung blieben mit 94,05 gefragt. Von Industrie- Obligationen wurden 5proz. Hoefch-Obligationen erstmals mit 102,50 notiert und eingeführt. Pfandbriefe und Stadtanleihen lagen bei ruhigem Geschäft nahezu unverändert. Im Freiverkehr galten Neue Wayß & Freytag 149 bis 149,50, Adlerwerke Kleyer etwas schwächer mit 114,75. Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörse still. An der Abendbörse trat keine Aenderung in der stillen Geschäftslage ein, da die Zurückhaltung andauerte. Abgaben wurden kaum mehr vorgenommen, andererseits unterblieben aber auch Anschaffungen. Die meisten Papiere zeigten gegen den Berliner Schluß keine Veränderung, in Anpassung an diesen ergaben sich jedoch hier und da kleine Schwankungen. Von Montanwerken bröckelten Bu- derus 0,50 v. H. auf 126, Rheinstahl 0,40 v. $). auf 159,13 ab, wogegen Rhein. Braunkohlen 1 v. X). gewannen auf 233 (Berlin 233,75), Mannesmann unverändert 122,65. In der chemischen Gruppe lagen IG. Farben (166,13), Scheideanstalt (262) und Goldschmidt (146) unverändert. Bon Elektrowerten ermäßigten sich Licht & Kraft um 1 v. 8). auf 153, Gesfürel 0,50 v. H. höher mit 152,25, Schuckert unverändert 170. Maschinen- und Motorenaktien lagen unverändert, Muag 148,50, MAN. 135, Rheinmetall 154,75, Moenus 118, BMW. 149,50, Daimler 136,25, aber Junghgns 134 (134,50). Etwas erholt waren Conti Gummi mit 188,75 (188). Renten lagen still. 4,50 v. H. Krupp 98,50, Kommunal-Umschuldung 94,05. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 22. Juni. Arn Gernüse- markt blieb das Angebot allgemein gut. Besonders Karytten, Kohlrabi und Kopfsalat fallen reichlich an. Anderseits waren die Zufuhren von Frühwirsing, Erbsen, Radies und Spinat knapp; das Spargelangebot geht seinem Ende zu. Bei allgemein befriedigender Nachfrage lagen die Preise für Erbsen, Salat, Spinat und Kohlgemüse hoher, für Karotten gingen sie etwas zurück, im übrigen wurden die letzten Erlöse erzielt. Auf dem O b st m a r k t waren Erdbeeren reichlich angeboten, die Nachfrage war aber schwach, so daß stärkere Ueberstände verblieben. Kirschen sind weiterhin nur schwach vertreten und finden trotzdem nur wenig Nachfrage. Auch für Johannis-, Him- und Heidelbeeren war das Geschäft bei rückläufigen Preisen schleppend. Bon ausländischem Obst werden Pfirsiche bei gutem Angebot und festen Preisen gut gefragt. Aprikosen hatten geringere Zufuhr. Weiter sehr knapp find Zitronen, während Bananen genügend angeliefert werden. Iranksu ter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 22. Juni. Auftrieb: Kälber 1132 (gegen 993 am letzten Dienstagmarkt), Hämmel und Schafe 62 (40), Schweine 5260 (5262). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 61 bis 65 (61 bis 65), b) 53 bis 59 (55 bis 59), c) 41 bis 50 (45 bis 50), d) 30 bis 40 (30 bis 40). Hämmel b2) 48 bis 51 (—). Schafe nicht notiert (—). Schweine a) 54 (54), bl) 54 (54), b2) 54 (54), c) 53 (53), d) 50 (50). Sauen gl) 54 (54), g2) 52 (52). Marktverlauf: Kälber, Hammel und'Schafe mittelmäßig. Schweine zugeteilt. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 439: Neuregelung des Verkehrs mit Fellen und Häuten. — 440: Entfernunaszeiger und Verkehrsleitungsvorschriften für den deutsch-österreichischen Güterverkehr. — 441: Bezeichnungsoor- schriften, Lieferbedingungen und Prüfverfahren für Einheitslackfirnis RAL 848 F. — 442: Ursprungszeugnisse im Verkehr mit Guatemala. — 443: Bürgschaften und Garantien im Auslandsgeschäft. — 444: Ergänzende Bestimmungen über den Verkehr mit Wertpapieren (Nummernanzeige bei Zins- cheinen) und Versendung von Wertpapieren ins Ausland. — 445: Verzeichnis der Verrechnungskonten ergänzt. — 446: Entrichtung freiwilliger Versicherungsbeiträge beim Aufenthalt im Ausland. — 447: Die Regelung der italienischen Einfuhr für das 2. Halbjahr 1937. Stenographentagung in Mainz. Lpd. Mainz, 22. Juni. Vom 3. bis 5. Juni findet hier der 5 7. GaugebietstagderSteno- graphen aus dem Gaugebiet Hessen statt, das über 17 000 Mitglieder zählt. Mit dem Gaugebietstag ist die Feier des 75jährigen Bestehens der Ortsgruppe Mainz der Deutschen Stenographenschaft verbunden. Kleine politische Nachrichten. Unter dem Vorsitz des Reichsministers der Justiz Dr. Gürtner fanden sich in Berlin die Präsidenten des Reichsgerichts und des Volksgerichtshofs, der Oberreichsanwalt beim Reichsgericht und der Reichs- anwalt beim Volksgerichtshof sowie sämtliche Oberlandesgerichtspräsidenten und General st aatsanwälte des Reiches zu einer Arbeitstagung zusammen. Gegenstand der Besprechungen waren Angelegenheiten der Justizverwaltung und der Strafrechtspflege sowie die Ausbildung des Rechtswahrernachwuchses. Am Abend waren die Chefs der höheren Reichsjustiz- bchörden Gäste des Reichs^ustizministers Dr. Gürtner. Die Verhandlungen über die Verlängerung des deutsch-litauischen Wirtschaftsabkommens haben in Kowno zur Unterzeichnung eines Vertrages geführt, durch den die Geltung des Abkommens für em1 weiteres Jahr vereinbart wurde. Da die Entwicklung des deutsch-litauischen Warenverkehrs unter dem bisher geltenden Abkommen einen günstigen Verlauf genommen hat, konnte für das zweite Der- tragsjahr eine Erhöhung des Warenabsatzes in Aussicht genommen werden. So wurde u. a. die Ausfuhr von Holz aus Litauen nach Deutschland um 500 000 Lit erweitert. * Aus Anlaß des siegreichen Einzuges der nationalen spanischen Truppen in Bilbao hat ein Telegrammwechsel zwischen General Franco und Mussolini stattgefunden. ♦ Die neue englische W e h r b e i t r a g s v o r l a g e wurde vom Unterhaus nach langer und ausführlicher Debatte mit 231 gegen 98 Stimmen angenommen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. . Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt veschlosfenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o H.. Lombardzinsfuß 5 v. H. __________ D'iiun, 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 4’/2% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1935 4/2% Deutsche Reichsschatzanwei- sungen von 1935, II. ftolge .. 4'/r"4> Deutsche Reichsichatzanwet- sungen von 1936, II I. Folge .. □’/2% Doung Anleihe von 1930 .. 4’/2% Hessische Volksstaat von 1929 41/z% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 41/2% Deutsche Reichsbahnschah von 1936 I.................. Reichsanleihe-Astbesitz.......... Lberhessen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten.............. 4%% Hess. Landesbk. Darmstadl Goldpfe. R. 12 .'............. 51/2% Hess. Landes-Hyp.-Bani Liqu. Goldpfe................ 41/2% Preuß. Landespfdbr.-Anst Goldpfe. R. 19.............. 4*/2% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4%% Darmstädter Komm.-Lam desbank R. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 41/2% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 iy2% Franks. Hyp. Gold-Komm. £61. 2 3.................... 5%% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 5y2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... Steuergutschein-Verrechnungskurs A.G. für Verkehrswesen .... 6% Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Palet......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 ReichZbank................. 12 Berliner Handelsgesellschaft . ey2 Commerz- und Prival-Bank ... 5 Deutsche Diskonto............ 5 Dresdner Bank..............4 Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluh- kurs Schluß!. Abenv- börse Schluß- fürs Schluß! 'Mittag börse Schlug- fürs Schlukk. Abend börse Schluv- kurs Lchiutzk. Mittag- börse 21.6 101.75 99 99,3 99 105,65 99,75 100.55 99,25 126,13 99,5 100,75 99 % 97,9 134,5 99,5 98,25 100,75 101 110,75 126,25 19,5 21,13 125,25 215 113,25 118,5 105 22 f 101,8 99 99,3 99 105,5 99,75 101,13 99,25 126 99,5 100,75 99 98 97,9 134,5 99,5 98,25 100,75 101,13 110.75 126,25 19,5 21 125,13 213 113,25 118,25 105 21 6 101,8 99 99,3 99 105 99,75 100,75 99,25 126,25 99 98 134,75 99,5 100,9 125,9 47,75 19,4 21,25 125,25 214.5 130,25 113,25 118,5 105 22 6. 101,8 98,9 99,3 99 105,5 99,9 100,9 99,25 126 99 98 134,65 99,5 101 110,9 126,13 47,25 19,65 21,25 125,4 213,5 130 113,25 118,25 105 Damm Accumulatoren-Fabrik....... 14 Aschaffenburg Zellstoff........6 Bemberg...................0 Bekula......................8 Buderus Eisen...............5 „Gement Heidelberg...........7 Cement Karlstadt............ 6 Conti Gummi.............. 12 Daimler Motoren.......... 6’/2 Dessauer Gas ............... 4 Deutsche Erdöl.............. 5 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen........6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. G. Farbeu-Industrie.......7 Felten & Guilleaume......... 6 Gesfürel.................... 7 Th. Goldschmidt............. 6 Grihuer Maschinen........... o Hoesch Eisen............... 3 y2 Philipp Holz mann........... 8 Ilse Bergbau................6 Ilse Genüsse................6 Kali Aschersleben............ 4 Klöcknerwerke ............. 4y2 Kvkswerke und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer.................. 6 Maintraft.................., 4 Mannesmann............. »14 Mansfelder Bergbau......... 7 Metallgesellschaft............. 6 Orenstein & Kopvel..........C Rheinische Braunkohle....... 12 Rheinische Elektro............ 6 Rheinstahlmerke.............. 6 Rheinisch-Westfälische Elektro .. f Nütgerswerke ............... ' Salzdetfurth Kali............ 6 Schuckert L Co............... 7 Schultheis Patzenhofer........ 4 Siemens & Halske........... t Süddeutsche Zucker.......... 10 Vereinigte Stahlwerke...... 4'/2 Westdeutsche Kaufhof......... C Westeregeln Alkali............* Zellstoff Waldhos............ Otavi Minen...............O,e 21 6 144 136,5 165,25 127,5 155 193 138,5 156,5 262 163,65 135,75 154,25 166 139 153,5 147,25 54,25 173,5 126 147,75 142,75 124 136 124,25 100 123,75 152,5 232 134.4 160.25 ’ 132,5 149 165 171 218,25 206 121 60 124.75 159,5 31,13 22.6 233 144,13 135,5 165 126 155 172 188,75 136,25 155,75 262 163,5 135,13 153 166,13 138 152,25 146 54 173 125 147,75 141,25 122,5 135,5 124,25 99 122,65 150 152 233 159,13 132,13 147,5 163 170 217,75 206 120 59,5 122,5 158,5 21 6. 144,4 137 165,5 127,75 193 137,65 118,65 156,75 163,65 135,75 154,75 166 4 138,75 153,5 147 54,25 173,65 126 147,75 142,5 124 136,5 155 124,65 123,5 153,5 152,5 109.65 232 136,75 160,75 132,13 148,75 164,4 171 101,25 218,5 206 120,75 60 123,25 159 31 22-6- 234,5 143,4 136 165,5 125,75 189,25 136,5 119,13 155,75 163,75 134,25 153,5 166,13 138 151,75 146,25 53.65 173 125,25 147,75 142 122,5 134,75 154,9 124,5 122,65 150 152,25 108 233,75 159 132 147,5 163 170 101,25 218,5 120 59,65 123 157,75 31 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Bl. 22 Fun- 21 Fun 0,764 42,31 0,167 47,20 55,13 47,20 12,35 5 46 11,135 137,42 13,11 0,761 42,14 0,165 47,10 55,07 47,10 12,335 5,455 11,12 137,16 13,09 0,765 42,22 0,167 47,20 55,19 47,20 12,365 5,465 11,14 137,44 13,11 Buenos Alles . Brüssel....... Rio de Janeiro Polen........ Kopenhagen... Danzig....... London....... Helsingfors.... Paris........ Holland...... Italien....... Amtliche Notierung («eit» | Brie Amtliche Notierung Gele s Br-e, 0 760 42,13 0,165 47,10 55,01 47,10 12,32 5,45 11,115 137,14 13,09 Molch 816 Monilia Mondsucht, eine Erscheinung, die man bei besonders sensitiven, leicht erregbaren Menschen antreffen kann. Der Vollmondschein übt anscheinend einen nervenerregenden Einfluß aus, so daß besonders empfindliche Menschen Mokka, besonders wenn er auf türkische An zubereitet wird. Molch, Salamander Kriechtier, das häufig in Aguaterrarien gehalten wird Der besonders schöne Feuersalamander ^sondert einen giftigen Hautsaft ab. Molke, Flüssigkeit, die von der Milch zurückbleibt, wenn bei der Käsebereitung Kasein und Fette ausgeschieden sind. 3c nach dem Verfahren ist die Molke süß oder sauer. Süße Molke kann genossen werden, hat aber wenig Nährwert. Molton, dickes beiderseitig gerauhtes Gewebe aus Wolle, Halbwolle oder Baumwolle, das für Bettücher und Säuglingstücher verwendet wird. Molton läßt sich in warmem Seifenwasser waschen, beim Kochen wird der Stoff filzig. Monatssteine, Schmucksteine, die angeblich Glück bringen sollen, wenn man entweder Den Stein seines Geburtsmonats oder den Stein des jeweiligen Monars trägt. Mit verschiedenen Abweisungen werden dem Januar der Hyazinth, dem Februar Der Amethyst, Dem März der Jaspis, dem April Der Saphir. Dem Mai der Achat, Dem Juni Der Sma- ragD. Dem Juli Der Onyx, Dem August Der Karneol, Dem September Der Chrysolith, Dem Oktober Der Aguamarin, Dem November der Topas, Dem Dezember Der Rubin als Monatssteine zugeschrieben. Aberglaube! Mondstein, Adular, weißlich- blauer Halbedelstein von geringem Wert, dessen Tragen zu Unrecht mit abergläubischen Vorstellungen verknüpft wird. im Schlaf gestört werden und unter Umstanden nachtwandeln können. Mongolensleck, ein oder mehrere bläulich schimmernde Flecken 'n der Kreuz-Steißbeingegend, sind angeboren, erbseu- bis klern- handtellergrotz und verschwinden meist im Kindescilter. Sie sollen für die mongolische Rasse charakteristisch sein, kommen aber auch bei europäischen Kindern vor. Mongolismus, Schwachsinn, Der mit mongolenartigem Aussehen der Kinder verbunden ist. Schlitzförmige, schrägstehende Augen. Deren innere Kante durch eine Falte (— Mongolenfalte) überdeckt wird, niedere, breite Nasenwurzel, stumpfe Nase, breite Jochbogengegend. Die Kinder werden wegen allgem. Unterentwicklung meist nicht alt. Es ist zu prüfen, ob sie unter das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses fallen. Monika, roeibl. Vorname griech. Herkunft mit der Bedeutung „die Einsame". Monilia, Zweigdürre, durch Pilz hervorgerusene Krankheit Der Obstbäume, die sich besonders bei Kirschen und Pfirsichen als Zweigdürre äußert, bei Steinobst auch die Früchte mit einem Polsterschimmel bedeckt und bei Kernobst die Schwarzsäule der Weilheimer ” DAS FÜHRENDE FACHGESCHÄFT IN GLAS-UND_POR^EUANWAREN "'M W'g 'i ez/'e m »"k p. eOz. plat > SkherheiMthlösser BORRMANNg: Gießen, Neustadt 5, Ruf Nr. 4165 fr'Ä ö 4258 A NH j-Schieier • modehaus ’ Merger __________________-Striimoie • schulstr 4 BaustüMalk Baasackkalk Edelpatzkalk Zement D Fluhsaod Scllackensaafl H.Glattes Sohn Frankfurt. Str. 19 Mühlstraße 18 Telef. 3144/3145 Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl, Schulstr.7 Svezial-Neva- raturwerkitätte Wiesest Schulstraße 7. 3770 O Tel. 3975. 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Und--wie angenehm ist es, wenn die frisch gekühlten Nahrungsmittel und Getränke auf den Tisch kommen. Die Butter fest, Wurst und Fleisch wie frisch vom Schlachter und Obst und Gemüse wie eben aus dem Garten geholt. Ja, da lohnt es, sich solch einen Kühler in die Küche zu stellen, noch dazu, wenn es ein führendes Modell ist, wie sie der Häuser hat. Darum Kampf dem Verderb mit einem Kühlschrank von S J.B. Häuser Gießen, am Oswaldsgarten Fernruf 2145/2146 3962 A Mündlich können Sieesnurvenigoo sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen ...und zum Birnen Abermann