Er. 94 Erster Blatt Zreitag, 25. April 1957 187. Zahrgang Europäische Staatsmänner auf Reisen Der französische ßnegsminifler in London W 111937 27900 merg zu verarbeiten, für das die Juteindustrie als den kleineren Städte und Bergmannsdorser ab- Abnehmer auf den Markt trat. Da die vorhandenen , gelöst, als die Entwicklung geradezu amerikanische vier Rösten für die Ernte des Jahres 1936 nicht Verhältnisse annahm und aus kleinen Flecken ausreichten, muhten noch zwei weitere Rösten er-1 Großstädte wurden. Der Bergbau hat sich immer sel erwarteten Erklärung Frankreichs und lands über die Entbindung Belgiens von Rom, 22. Generaloberst 11.25 Uhr im gen Schnellzug Berlin—Rom in der italienischen Hauptstadt eingetroffen und hat zusammen mit seiner Gemahlin nach einer kurzen Besichtigungsfahrt durch die Stadt eine Stunde später die Weiterreise nach Neapel ange- Eng- seinen Die Ministerkonferenz stellt ferner mit Zufriedenheit fest, daß die Sachverständigenkonferenz der der Oslo-Konvention angehörigen Staaten eine Methodenachgewiesen habe, um gegenseitige Zugeständnisse zu erreichen, um den nordischen Außenhandel und ein nordisches Zusammenwirken bei handelspolitischen Vereinbarungen zu fördern. Die Außenminister nahmen ferner Kenntnis von dem von Sachverständigen ausgearbeiteten Vorschlag für die Warenversorgung der nordischen Länder bei außergewöhnlichen Zuständen und einigten sich, diese Arbeiten zu beenden. Ministerpräsident Göring auf der Reise chum, Langendreher, Wanne, Eickel, Gelsenkirchen haben die ursprünglich direkt an der Ruhr liegenden kleineren Städte und Bergmannsdörfer ab- tX Laufe her Dölf Jahren ts mündig, zu erheben den Hof zn >ie sie etwa ht? Keines- seistige id nteressanter der frühen ugenb" im d Rasse' W.) Woher )ld Schlösser Grundlagen indern und Sippschafis- ’i Allgäuer ie Möglich- iner Aehn> treten. Zum Empfang des Ministerpräsidenten, dessen Aufenthalt in Italien rein privaten Charakter trägt, hatten sich Staatssekretär B a - st i a n i n i mit mehreren Beamten des italienischen Außenministeriums, Botschafter von Hassel mit Gemahlin, Landesgruppenleiter Ettel sowie-verschiedene Vertreter der deutschen Botschaft auf dem Bahnhof eingefunden. Oer polnische Außenminister in Bukarest. Bukarest, 22. April. (DNB.) Der polnische Außenminister Beck und seine Frau trafen am Donnerstagnachmittag in Bukarest ein. Sie wurden auf dem Bahnhof, der mit polnischen und rumänischen Flaggen reich geschmückt war, von Außenminister Antonescu und seiner Frau, anderen hohen Beamten des Außenministeriums und dem polnischen Gesandten in Bukarest empfangen. Gleich nach feiner Ankunst begab sich Außenminister Beck in den königlichen Palast, wo er sich in die Besuchsliste eintrug. Hierauf machte er seinen Antrittsbesuch beim Außenminister. London, 22. April. (DNB.) Der englische Außenminister, Eden, gab am Donnerstag zu Ehren des in London weilenden französischen Kriegsministers D a l a d i e r im Savoy-Hotel ein Frühstück. An dem Essen nahmen u. a. der Schatzkanzler, Neville Chamberlain, der Innenminister, Sir John Si m o n, der Luftfahrtminister, Lord Swinton, der Botschafter Englands in Paris, Sir Eric Phipps, der Chef des Generalstabes, Feldmarschall D e v e r e l l, der Erste Seelord Sir Ernley C h a t f i e l d, Sir Robert Van- s i t t a r t, der ständige Unterstaat'ssekretär im Foreign Office, und Winston Churchill teil. Auch die Führer der Oppositionsparteien, Major Attlee und Sir Archibald Sinclair, waren geladen. Kriegsminister Daladier sprach als Ehrengast bei der Jahresversammlung der „Englisch-französischen Vereinigung" in Manche st er. Daladier führte u. a. aus, daß Frankreich ebenso wie England keinen Krieg mehr wünsche. Ebenso wie England gebe sich Frankreich keinen Eroberungsträumen hin, aber es habe das Recht, die Sicherstellung der Freiheit zu erhoffen, Frankreich würde es wünschen, daß alle Menschen in Einigkeit lebten. Frankreich und England hätten das Recht, der Demokratie treu zu bleiben, die die Größe Frankreichs und Großbritanniens herbeigeführt habe. Beide Länder sähen alle Probleme als wahre Freunde an, und sie hofften den Triumph des gefunden Menschenverstandes in der Welt zu erleben. Es bestehe Hoffnung auf den Frieden für Europa, wenn Frankreich und England „in brüderlicher Einigkeit zum Nutzen der Menschheit" blieben. Dann würde kein Raum für Haß und Krieg mehr sein. Bor der Reise Edens nach Vrüffel. London, 23. April. (DNB. Funkspruch.) Außenminister Eden wurde am Donnerstagabend von König Georg auf Schloß Windsor empfangen. Die Audienz wird mit dem bevorstehenden B e - such Edens in Brüssel in Zusammenhang gebracht. „Morning Post" schreibt, voraussichtlich würden in Brüssel keine neuen Entscheidungen ge- ttoffen, da die Frage der belgischen Neutralität geregelt sei. In den Verhandlungen sei die Frage der General st absabrna- ch u n g e n absichtlich beiseite gelassen worden. Das bedeute aber nicht, daß Belgien bereit sei, im Notfall bei Verteidigungsmaßnahmen mitzuarbeiten. Tatsächlich sei das Gegenteil der Fall. Zwischen England und Frankreich bestehe anderseits engste militärische Vernach Neapel. April. (DNB.) Ministerpräsident Göring ist am Donnerstag um Salonwagen mit dem fahrplanmäßi- mehr nach Norden verschoben und ist immer intensiver geworden. Nach dem Kriege, als der Hunger nach Kohle einsetzte und wir infolge der Reparationsleistungen nicht in der Lage waren, den eigenen Bedarf zu decken, hat die Organisation des Ruhrkohlensyndikats, hauptsächlich ein Werk des greisen Kirdorf, trotz aller marxistischen Verhetzung der Belegschaften es doch verstanden, den Ruhrbergbau zusammenzuhalten. Allerdings befand sich der Ruhrbergbau selbst jahrelang in einer schweren Krise, die jetzt überwunden ist. Die gute Beschäftigung in der Eisenindustrie wirkt auch in dem langsamer folgenden Bergbau nach. Der Bericht des Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikats über die Marktlage von April 1 9 3 6 bis 1937 kann eine Zunahme des Absatzes um 14,2 v. H. feststellen, wobei allerdings der Absatz noch unter 6 v. H. des Geschäftsjakstes 1929/30 liegt. Immerhin liegt der Absatz um rund 48 v. H. höher als in den schlechtesten Jahren 1932/33, als die Zechen vielfach gezwungen waren, auf Halde zu arbeiten. Zum erstenmal seit 1930 hat die Gesamtförderung im Ruhrbergbau über 100 Millionen Tonnen Kohle betragen, gegenüber 37,2 Millionen Tonnen im Jahre 1932. Der Tagesdurchschnitt betrug im Vorjahre um 25 v. H. mehr als noch 1935 und ist seitdem ständig gewachsen, zumal im letzten halben Jahr. Mit der zunehmenden Fördermenge hat sich auch die Belegschaft vermehrt, und zwar wird sie Nie sieht es in der Wirtschaft ans. TA. Der deutsche Außenhandel hat sich irr März günstig entwickelt In der Ein- und Aus- sriiir wurden erheblich höhere Wertumsätze erzielt ili im Februar Die Einfuhr belief sich auf 408,5 VNionen RM., die Ausfuhr auf 462,1 Mill. RM. Öaad) ergibt sich ein Ausfuhrüberschuß von 53,5 Billionen RM. Die Einfuhr liegt um 61,5 Millio- nc RM. oder 17,7 v. H. höher als im Vormonat. Ctje Steigerung geht über etwaige jahreszeitliche Lifflüsie hinaus. Zu einem kleinen Teil ist sie auf tau Anziehen der Preise zurückzuführen; ibnoiegenb hat die Erhöhung der Mengen )tnn ein Fünftel höher als im März 1936. An der Str gerung der Ausfuhr sind in erster Linie Fer- iiroaren, in geringem Maße auch Rohstoffe, taoroaren und Lebensrnittel beteiligt. Der Aus- üi Überschuß der Handelsbilanz (53,5 Mill. RM.) jai sich gegenüber den Vormonaten etwas verrin- ]6r_ Er belief sich im Februar 1937 auf 58,8 Mil- ioisn RM. und im Januar 1937 auf 79 Mill. RM. Ihr immerhin ist der Ueberschuß noch erheblich jirger als zur gleichen Zeit des Vorjahres, wo er uu 23,3 Millionen RM. betrug. Locarnoverpflichtungen veröffentlichen „Le Pays Räel", das Organ der Rexbewegung, und die katholische Zeitung „Dingtieme Siede" Kommentare, in denen es als unzulässig bezeichnet wird, daß diese Erklärung offenbar mit der Verpflichtung Belgiens verknüpft wird, die geeigneten Mittel f ü r die Landesverteidigung jederzeit zu unterhalten, und daß außerdem von Belgien ein erneutes Bekenntnis zu seiner Völkerbundstreue gefordert wird. Beide Blätter sehen darin eine Einschränkung der belgischen Unabhängigkeit. „Le Pays Reel" schreibt, man erkennt darin erneut die unheilvollen Irrtümer des Quay d'Orsay wieder, der niemals einen Irrtum freiwillig einsehen will und der sich immer bemüht, ein Abkommen, das fehlgeschlagen ist, durch neue Verpflichtungen zu ersetzen. „Vingtieme Siede" sagt, der Wille Belgiens, sein Gebiet zu verteidigen, könne nicht Gegenstand einer internationalen Konvention werden. Eine solche Erklärung hätte die Bedeutung, daß die Garanten ein Recht erhielten, sich um die belgische Landesverteidigung zu kümmern. Das sei aber noch schlimmer als d i e General st abs- reden, die dies seit langem wünschten. Eine solche Erklärung würde bedeuten, daß England und Frankreich von dem Willen Belgiens Kenntnis nähmen, sich gegen den Feind, den sie selbst nicht darstellten, also gegen Deutschland, zu verteidigen. Es liege in niemandem Interesse, daß Belgien eine solche Haltung hinausschreie. M ilt .und ft, "°unz ft, »nen Z !"d Streb 'n- Siele, & -Mn, ° Politik Ä Ä 4*5 ’.’ti ■r% !,uud ik d-i ft, Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen r/ (SBer. 1dKn hoch, 'dlt u. i 'len in der Her über el und bas Aber auch Nr hm, ■ unmittel. *r Steiner 'sie finben. len Artikel ' deutschen alt in gro. mit einer Mcherni tägitd), außei MrZ' Annahme von Anzeigen -»onniags and Feiertag» für die Mittagsnummer letlagen; Die illustriert» M A. A- a, , A A A bis8' /.Uhr des Vormittag» ä&sä! 1 Mf Aty Alt Ar VI tt yAlAAr MZ löiegcner ziiiwigcr sZ tufolg. höher«. Gewalt _ Stellen-, Verems.. gemem. -SSL General-Anzelger für Oberhessen . ssbb Mtem Anzeiger Gießen V V f 4 I f gen, Bäder-, Unterrichts- u. Postscheckkonto: . - . _ , behördliche Anzeigen 6Rpf. jtanffurt am Main llßse vruck und Verlag: vrühl sche Univerfitatr Vuch- und Zteindruckerei R. Lange ln Gießen. Bchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Mengenabschlüsse staffel 8 Mr rund 3 Milliarden Mark wird im Einzel- Mel noch auf „Stottern" gekauft, das sind uic^sähr 12 v. H. aller Einzelhandelsumsätze. Da- mr sind etwa Umsätze in Höhe von 1 Milliarde Dlcrf wahllose Kreditverkäufe, die zum Lei zu unlauteren Wettbewerbsmethvden Anlaß ach n. Man ist, wie aus den Beratungen auf der sknährigen Tagung des Reichsverbandes des kredit- Mmden Einzelhandels hervorgeht, bestrebt, dieses Boigunroefen zu beseittgen und es in den o r g a n i - fletrte n Kreditverkauf überzuführen. Der l deHitverkauf ist nicht auf reine Teilzahlungs- IM äste beschränkt, sondern wird auch von Geschäf- I i.lfen ggetätigt, die in der Hauptsache gegen Kasse verlausen. Er bedeutet eine zusätzliche Leistung des 'kw.elhändlers, die auch besonders in Rechnung ge- 1 teil' werden muß, insbesondere weil zur Kredit- .seunhrung zusätzliche Betriebsmittel ge- j jür.m, die der Kasseeinzelhändler nicht zur Verfu- iWn hat. Er ist deshalb einem Finanzierungsinstitut , mc-schloffen, das ihm auch die Kreditprüfung der : Men und die Einziehung der Raten abnimmt. :)ek nfalls gehen die Bestrebungen dahin, die Kredit- i leviihrung als Mittel der Preiskonkurrenz auszu- i chciten und auf Grund der in Vorbereitung befindliche Kreditrichtlinien je nach den Verhältnissen der dn/dnen Branchen in Ordnung zu bringen. Durch > in Kreditrichtlinien soll auch eine Begrenzung der dSa en, die auf Kredit verkauft werden können, er- Eßidt werden. Ferner soll durch eine Begrenzung der 'M» und Laufzeit der Kredite den vorhandenen UllMänden gesteuert werden. Der Reichsverband j>k kreditgebenden Einzelhandels, der hauptsächlich !iik elbstfinanzierenden Teilzahlungshändler betreut, Iso! -ingehende Erhebungen für die Ordnung der zu loses den Aufgaben vorbereitet. * Lne wichtige Neuregelung ist im H o t elg e - wbe erfolgt. Der Leiter der Fachgruppe Be- Iseibsrgungsgewerbe hat eine neue marktregelnde llüorbnung mit dem Ziel eines klaren Preis- ciHf e b o t e s über den im Hotelgewerbe üblichen Zreistungsinhalt erlassen, der die bisherige Slno'-bnung über bie Einheitlichkeit bes Bebienungs- ^uMages und über die Bestimmungen zum klaren ?ifce:sangebot in wichtigen Punkten ergänzt. Die um- Anorbnung regelt vier wichtige Begriffe, näm- dos Zimmerangebvt, das Frühstücksangebvt, bie SSillpenfion unb bie Halbpension. Das Zimmer- vlicebot umfaßt banach bas Ein-Gastzimmer eiricvließlich Licht, Heizung unb Putzen ber Schuhe, ^ilh' in ben Zimmerpreis eingefchlofsen sind be- ssv^re Leistungen wie Gepäckbeförberung von unb Bahnhof, Behanblung von Sportgeräten usw. das Frühstück nicht im Hause eingenommen, Zlarf ein Zuschlag bis zur Hälfte des Frühstücks- erhoben werden. Das Frühstücksangeblot bisher einer der Hauptstreitpunkte im ganzen (Srir-rbe darf grundsätzlich außer warmen Ge- iritten nach Wahl, reichlich Auswahl an Brot, S3uti»r ferner Honig oder Marmelade, keinen Auf- f bntt 'unb keine Eier enthalten.^ Die Vollpen- bezieht sich bei ortsüblicher Aufenthaltsbauer ctui Zimmerleistung, Frühstück unb zwei (kleine ober c*) Hauptmahlzeiten, bie Halbpension — ä dieser Form jetzt enbgültig in bie wichtigen (foir bbeariffe ausgenommen — auf Zimmer- H«Itung, Frühstück unb eine kleine oder große äM>tmahlzeit. Bei beiden Leistungen ist die Liefe- rung von Nachmittagskaffee grundsätzlich ausge- shlchen Die neue Regelung tritt mit dem l.Mai IM in Kraft. Verstöße gegen sie werden als um Wks ige Preiserhöhungen angesehen und verfolgt 2)i- Neuregelung ist deshalb bedeutungsvoll weil f le lie bisherigen Teilanordnungen nunmehr zu eirn Marktordnung zusammenfaßt, die leden Gast i n bm Stand setzt, sich vor Betreten eines Hauses «fan genauen Ueberschlag zu machen, was er für f eire Ansprüche erhält und was er bezahlen mutz. ben Aufgaben ber beutfchen R°hst°ffverbrei- titig gehört auch die Pflege des deutschen Hans- richtet werden. Durch praktische Vorführungen wurden die Hanfbauern mit der Ernte des Hanfes bei den einzelnen Rösten vertraut bemacht. Ein neu= zeitiger Hanflehrfilm wird jetzt hergestellt, der den Landesbauernschaften bei der Propaganda und der Werbung zur Verfügung gestellt wird. Die Frage der Züchtung ist für den Hanfanbau von ausschlaggebender Bedeutung; sie wird von Reichsund privaten Stellen mit aller Energie weitergetrieben, so daß wichtige Erfolge zu erhoffen sind. Im laufenden Jahr werden neue große Aufgaben zu erfüllen sein. So wird der Ausbau der Hanfrösten weiter vorwärtsgetrieben werden, um die Rösten in die Möglichkeit zu versetzen, unter wirtschaftlichen Bedingungen der Industrie den geeigneten Rohstoff zur Verfügung zu stellen und die ihr im Rahmen des Vierjahresplans gestellten Aufgaben zu erfüllen. Die Zone des deutschen Bergbaues liegt in Rheinland und Westfalen, hauptsächlich auf westfälischem Boden, während die Hüttenwerke mehr im Rheinland sich befinden, um Duisburg- Ruhrort herum. Die alten Bergmannsstädte Bo- Der öfterreichischedundeskanzler in Venedig. Erste Besprechung mit Mussolini. Mailand, 22. April. (DNB.) Mussolini traf am Donnerstagvormittag in Begleitung des italienischen Außenministers Graf C i a n o und des Fliegergenerals Valle auf dem Flughafen i n V e nedig ein, wo er vom italienischen Presseminister Alsieri und dem österreichischen Gesandten in Rom Berger-Walbenegg begrüßt würbe. Mussolini fuhr bann zum Bahnhof, um ben österreichischen Bundeskanzler Schuschnigg zu empfangen. In ber Begleitung des Bundeskanzlers befanden sich u. a. Staatssekretär des Aeußeren Schmidt und Oberst A b a m. Nachdem Mussolini ben österreichischen Bunbeskanzler freunbschastlich begrüßt hatte, schritt Dr. Schuschnigg bie Ehrenkompanien ab und begab sich bann mit Mussolini nach bem Hotel Danieli, wo die österreichische Abordnung Wohnung genommen hat. Auf der Fahrt wurden den beiden Staatsmännern von der Bevölkerung Begrüßungskundgebungen zuteil. Am Nachmittag sand im Palazzo Corner bie erste Zusammenkunft zwischen Mussolini und Bundeskanzler Schuschnigg statt, an der auch die beiden Außenminister teilnahmen. Die Unterhaltung dauerte etwa drei Stunden. Ueber ben Inhalt der Besprechungen sind keine amtlichen Mitteilungen ausgegeben worden. Am Abend nahm ber österreichische Bundeskanzler im Palazzo Rezzonico an einem Festessen teil, das Mussolini zu Ehren Schuschniggs veranstaltete. Während des Mahls bevölkerte sich der Canale Grande mit zahlreichen bunt geschmückten Gondeln. Eine Musikkapelle brachte ben Staatsmännern ein Konzert von ausgesuchten klassischen Musikstücken dar, dem Mussolini und Schuschnigg vom Balkon des Palastes beiwohnten. Die römischen Blätter heben besonders die begeisterten Kundgebungen hervor, mit denen ber italienische Regierungschef in Venedig begrüßt wurde. „Tribuna" betont, baß bie Besprechung keinerlei versteckten Absichten diene, sondern lediglich einer Prüfung der italienisch-österreichischen Beziehungen im Hinblick auf die jüngsten internationalen Ereignisse. Man müsse untersuchen, wie sich das Abkommen vom 11. Juli 1 9 3 6 vollkommen verwirklichen lasse. Die Achse Berlin — R o m sei einer der wenigen Stützpfeiler der unsicheren europäischen Lage, und auch Oesterreich erkenne deren augenblickliche und künftige Bedeutung. Schließlich erleichterten die italienisch-jugoslawischen Verträge es Oesterreich, seine Beziehungen zu Belgrad freundlicher zu gestalten. Die nordische Minifterkonserenz Initiative zu einem Rüstungsabkommen kleiner Staaten. Helsinki, 22. April. (DNB.) Die Außenminister der nordischen Länder haben auf ihrer Tagung in Helsinki vom 20. bis 22 April die Möglichkeiten erwogen, die sich bei der Zusammenkunft des Büros der Abrüstungskonferenz im Mai hinsichtlich eines Zustandekommens einer Vereinbarung über Rüstungskontrolle ergeben könnten. Die Beratung über ein Abkommen zwischen einer Gruppe von kleineren Staaten — das Oeffentlichkeit ber Staatshaushalte, Kontrolle über den Waffenhandel und die Waffenher- fteöung sowie Einsetzung eines gemeinsamen Organs für die gegenseitige Kontrollausübung umfassen soll — soll im Einverständnis mit anderen kleineren Staaten, die Interesse zeigen würden, an diesem Abkommen teilzunehmen, zum Abschluß gebracht werden, falls ein allgemeines Abkommen über diese Frage nicht Zustandekommen sollte. Ferner wurde im Anschluß an das Londoner Abkommen von 1936 über Flottenrüstungen gesprochen. ft ä n b i g u n g. Der zur Zeit in London anwesende Kriegsminister Daladier habe ohne Zweifel militärische Fragen mit dem englischen Kriegsminister und den Stabsoffizieren erörtert, mit denen er zusammengetroffen sei. Auch „Daily Expreß" meldet, daß man in französischen Diplomatenkreisen damit rechne, daß Daladier während seines Besuches den Weg für englisch-französische Generalstabsbesprechungen ebnen werde. „Daily Telegraph" weist darauf hin, daß es keine dringenden Verteidigungsfragen seien, die zwischen Daladier und der britischen Regierung besprochen werden müßten. Mlitärische Besprechungen, die während des gestrigen Frühstücks oder bei dem vom französischen Botschafter veranstalte'ten Essen stattgefunden hätten, seien auf allgemeinere Fragen beschränkt gewesen. Velgien wünscht keine neuen Veipflichtungen. Brüssel, 22. April. (DNB.) Zu der in Brüs. eine Her ie kaufet r Werke*1 arbet vß ’S*» xw an baue 5. Während früher in Deutschland in größerem Umfange Hanf angebaut wurde, ging der Anbau dieser Pflanze zu Beginn dieses Jahrhunderts immer mehr zurück. Erft im Jahre 1935 wurde der deutsche Hanfanbau wieder zu neuem Leben erweckt. Die Anbaufläche von Hanf, die sich im Jahre 1935 von 308 Hektar auf 3636 Hektar vergrößert hatte, erweiterte sich, wie die Deutsche Hanfbau-Gesellschaft mitteilt, im Jahre 1936 auf 5872 Hektar, wovon etwa 75 v. H. auf F a s e r h a n f entfielen. Diese Steigerung einer für die meisten Anbauer vollkommen neuen Kulturpflanze war nur durchzuführen mit der tatkräftigen Unterstützung des Reichsernährungsministeriums und der großzügigen Organisation und Propaganda des Reichsnährstandes, der auch dem letzten Luchbauer die nötige Beratung in den Anbaumethoden vermittelte. Diese Arbeit ist um so beachtenswerter, wenn man bedenkt, daß 46,2 v. H. der Anbauer eine Fläche bis zu einem Morgen und 76,8 v. H. eine solche bis zu einem Hektar bestellen. Die für das Jahr 1935 geplanten Aufbereitungsanstalten konnten im Jahre 1936 so weit fertiggestellt werden, daß vier Rosten jetzt ihren Betrieb eröffnet haben. Im abgelaufenen Jahre haben die Rosten auch erstmalig S a m e n h a n f Musgenommen, um ihn als Grün- merg zu verarbeiten, für das die Juteindustrie als durchweg voll beschäftigt, d. h. die Feierschichten fallen aus. Dagegen war das Auslandsgeschäft nicht voll befriedigend, wenn sich auch mengenmäßig die Steinkohlen- und Koksaussuhr stark verbesserte. Die Sortenschwierigkeiten haben Zugenommen. Das Syndikat muß bestimmte Kohlensorten für die Hydrierung und Brikettierung und Verkokung bereitstellen, die dafür erforderlichen Sorten sind nicht immer in zureichender Menge zu beschaffen, so daß andere Sorten genommen werden müssen oder die Stückkohle und die groben Steinkohlennüsse in Feinkohle bzw. feine' Nüsse umgewandelt werden müssen. Mit Ausnahme von Fett- und Gasflammnüssen hat der Absatz von Bunkerkohle, Anthrazit- und Fndustrienüssen stark zugenommen. Auch auf den Ausfuhrmärkten ist die Stimmung lebhaft, so daß die Weltlage für Kohle als beständig angesehen werden kann, lieber den Bedarf der Rüstungsindustrie Hindus wirkt sich auch die günstige Lage der anderen Industrien auf den Kohlenmarkt aus. ♦ Die neue Verteidigungsabgabe, die der englische Schatzkanzler Chamberlain zur Deckung des Fehlbetrags des Staatshaushalts vorgeschlagen hat, hat keineswegs ein hundertprozentiges begeistertes Echo i n d e r e n g l i s ch e n Wirtschaft gefunden. Zunächst einmal hat dieser Plan an der Londoner Börse in den ersten Tagen große Ueberraschung ausgelöst und die Geschäftstätigkeit gelähmt. Die Kurse für Industrie- und vor allem für Rüstungspapiere gaben auf Grund der Nachricht von der Wehrabgabe beträchtlich nach. Es wurden kaum Geschäfte getätigt, und eine allgemeine Nervosität war an den Börsen unverkennbar. Eine Ausnahme bildeten Staatsanleihen, die besonders starkem Interesse begegneten. Zunächst herrscht noch allgemein Unklarheit darüber, wie die Wehrabgabe, die im Grunde genommen nichts anderes als. eine Steuer auf die im letzten Jahr erzielten Gewinne ist, sich im einzelnen für die Gesellschaften auswirken wird. Anhand des vom Schatzkanzler für die kommenden Jahre auf 20 bis 25 Millionen Pfund geschätzten Ertrages nimmt man an, daß im Durchschnitt ungefähr 20 v. H. der im Vergleich zu 1933 bis 1935 erzielten Gewinnsteigerungen vom Staat in Anspruch genommen werden. Die Staffelung tnefer Verteidigungs- abgnbe, die für die Großunternehmungen eine bittere Ueberraschung bedeutet, ist sehr kompliziert. Völlig freigelassen werden die kleinen Gewinne, so sind beispielsweise Gewinne unter 2000 Pfund (24 500 Mark) von der Wehrabgabe frei; die großen Aktiengesellschaften dagegen, und namentlich die Unternehmungen, die aus der starken Aufrüstung Englands Nutzen gezogen haben und ziehen, müssen mit erheblichen Summen daran glauben. Die V e r- b r a u ch s g ü t e r Industrie dagegen, die in der Krise einen verhältnismäßig geringen Rückgang erlitten hat, dafür auch beim Konjunkturaufschwung der letzten beiden Jahre nur sehr bescheidene Gewinne erreichte, wird am wenigsten von der Steuer betroffen. Stark dagegen wird die Stahlindustrie steuerlich bluten müssen, die bis vor einigen Jahren unrentabel war, und nun in erster Linie Nutz- nießerin^der großen Rüstungsaufträge des Staates wurde. Schwer betroffen von der neuen Wehr ab - gäbe werden nach Auffassung englischer Kreise auch die B aumw o ll Industrie und der Kohlenbergbau, weil diese Industriezweige zwar in der nächsten Zeit mit Gewinnen rechnen können, die gegenüber dem Vergleichszeitraum der Steuer von 1933 bis 1935 sehr hoch sind, die aber nicht durch die Rüstungsaufträge des Staates verursacht wurden. Ebenso dürfte es der Schiffahrt ergehen, die erst verhältnismäßig spät von der allgemeinen Wirtschaftsbelebung des Landes erfaßt wurde, und infolgedessen jetzt genötigt sein wird, ihre Gewinne mit dem Staate zu teilen. Es kann keine Frage sein, daß die betroffenen Großindustrien nach Möglichkeit versuchen werden, durch reichliche Abschreibungen, wie überhaupt durch Ausnutzung aller erdenklichen Möglichkeiten zur Schaffung offener oder stiller Reserven, ihren Anteil an der Wehrabgabe weitgehend zu vermindern. Eine der vielleicht gerade die breiten Massen am stärksten interessierenden Nebenwirkungen der Wehrabgabe wird die Frage sein, ob die Unternehmer unter diesen Umständen den Lohnerhöhungswünschen der Arbeiterschaft nicht eher ein geneigtes Ohr schenken werden als bisher. Seit Ende vergangenen Jahres ist Schwedens Hochkonjunktur immer mehr in das Stadium einer ausgesprochenen Rekordkonjunktur hinübergeglitten. Sie hat die letzte Blütezeit der Wirtschaft des Jahres 1929 erheblich in den Schatten gestellt. Die Hauptträger der günstigen Entwicklung sind die Zellulose- und Papierindustrie, die Stahl- und Eisenindustrie und die M a - schinenindustrie. Ausgelöst wurde die neue schwedische Hochkonjunktur durch das kräftige Ansteigen der schwedischen Ausfuhrchancen. Trotz der internationalen Handelsschranken war es für Schweden dank der regen Nachfrage des Auslandes nach feinen wichtigsten Rohstoffen, Holz, Eisenerz und Z e l l st o f f möglich, sich als bedeutsamer Faktor in den Welthandel einzuschalten. Die Ausfuhr erbrachte 1507,7 Millionen Kronen im vergangenen Jahr. Der Hauptanteil der schwedischen Ausfuhr geht von scher nach England. An zweiter Stelle steht Deutschland. Während von der Berlin, 22. April. (DNB.) Annähernd 600 junge deutsche Volksgenossen aus Südwestafrika, die zur Berufsausbildung in Deutschland weilen, haben sich zur Landsmannschaft Südwestafrika zusammengeschlossen. Die Landsmannschaft hat sich die Aufgabe gestellt, die jungen Südwester in Deutschland zu betreuen und sie zu einer Gemeinschaft zu erziehen, die sich ihrer Aufgaben draußen in der Welt bewußt ist und die auch künftig die Grundlage für die deutsche Volksgemeinschaft in Südwestafrika bildet. In einem Augenblick, in dem durch die Maßnahmen der Unionsregierung Südafrikas hart in das Schicksal dieser jungen Deutschen und ihrer Eltern in Südwestafrika eingegriffen wird, ruft die Landsmannschaft ihre Mitglieder zu einem Reichstreffen vom 15. bis 17. Mai nach Burg Hohnstein im sächsischen Grenzland, um sich zu ihrem Deutschtum in Südwest und zum Führer Adolf Hitler zu bekennen. Die jungen Deutschen aus Südwest erklären: Wir haben nie versucht, uns in die inneren Angelegenheiten der Südafrikaner einzumischen und werden das auch niemals tun, denn als Nationalsozialist achten wir die völkischen Belange anderer Nationen. Wir erwarten aber auch gerechterweise, daß man u n - Berlin, 22. April (DNB.) Auf der am 22. und 23. April in Hannover stattfindenden T a - gung der leitenden Gemeindebaubeamten führte der Reichsarbeitsminister Seldte u. a. folgendes aus: Die gewaltige Wandlung, in der sich unser Vaterland seit der Machtergreifung befindet, hat auch die bauliche Entwicklung der Gemeinden ergriffen. Gefördert durch die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse wird jetzt eine weitgehende Auflockerung der Städte und Industriegebiete eingeleitet, um möglichst viele Deutsche mit dem Heimatboden wieder in Verbindung zu bringen. Der Bodenspekulation wird ein Riegel vorgeschoben. An die Stelle eines wirren Durcheinanders von gewerblichen Anlagen und Mietskasernen mit engen Höfen tritt heute planvolle Ordnung. Städte und Dörfer werden wieder als ein Teil der Landschaft empfunden. Hieraus ergeben sich äußerst bedeutsame neue Aufgaben für unsere deutschen Gemeinden! Rechtzeitige Vorsorge für eine städtebauliche einwandfreie Entwicklung, Umgestaltung verfehlter Stadt- und Siedlungsgebilde und Sanierung ungesunder Wahnquartiere. Diese weitgespannten Ziele können nur erreicht werden, wenn den Gemeinden ausreichende gesetzliche Handhaben gegeben werden. Auf dem Gebiet des Bodenrechtes handelt es sich in erster Linie um die Ausschaltung ungerechtfertigter Gewinne und die Erzielung eines tragbaren Preises für den Erwerb von Grund und Boden. Aber auch schwedischen Ausfuhr 1931 noch 27,2 v. H. auf Eng- lland entfielen, betrug die entsprechende Prozentzahl 1936 25 v. H. Der deutsche Anteil ist dagegen von 10,2 v. H. im Jahre 1931 auf 15,8 v. H. 1936 gestiegen. Das ist umso beachtlicher, als Schweden und Deutschland Zur Zeit nicht durch einen Handelsvertrag verbunden sind. Deutscherseits muß es als Mangel empfunden werden, daß, während Deutschland mehr und mehr als Käufer schwedischer Waren auftritt, Schwedens Einfuhr aus Deutschland nicht mit seiner Ausfuhr nach Deutschland Schritt hält. Auch für die nächste Zukunft sind die Aussichten der schwedischen Industrie mindestens als günstig zu bezeichnen. Sehr große Aufträge an Holzwaren liegen vor. Ein Teil der englischen Rüstungsaufträge soll ebenfalls nach Schweden gelegt werden. Die Bautätigkeit ist sehr lebhaft und wird durch die neuerdings von Staats wegen erteilten öffentlichen Aufträge noch weiter angeregt. f er e deutschen Belange und unser Volkstum achtet und nicht versucht, es in einem fremden Volke aufgehen zu lassen. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß Deutsche und deutsche Kultur dem Lande ihren Stempel aufgeprägt haben, daß ausschließlich die Arbeit und der Fleiß deutscher Siedler das Land entwickelt haben und heute noch den größten Teil der Wirtschaft Südwests tragen. Auf fast allen Gebieten geht das, was im heutigen Südwest positiv gewertet werden kann, auf deutschen Ursprung zurück. Aus diesem Grunde haben wir auch das Recht, uns nicht aus dem Lande verdrängen zu lassen, und lehnen jegliche Einmischung in unsere völkischen Organisationen ab sowie die Kritik am Charakter und der Art des inneren Aufbaues dieser Organisationen: Denn das. sind unsere eigenen Belange, für die einzig und allein u n - f e r e völkischen Ideale maßgebend sind. Wir geben unsererseits die Versicherung, daß wir in unserer Heimat Südwestasrika gern bereit sind, mit den anderen Bevölkerungsteilen in gutem Einvernehmen zum Nutzen des Landes zusammenzuarbeiten, daß wir aber niemals unser Volkstum aufgeben werden, denn in feiner Erhaltung sehen wir Sinn und Aufgabe unseres Lebens. die einwandfreie Durchführung der städtebaulichen Aufgaben muß gesichert sein. Diese überaus schwierige Ausgabe erfordert größte Sachkenntnis und reiche Eefahrung, besonders in kleineren und mitt- leren Ortschaften, wo infolge des Vierjahresplanes neue große Aufgaben entstanden sind, macht sich ein Mangel an geeigneten F« chkräf » t e n bemerkbar. Ich habe bereits auf die Notwendigkeit hingewiesen, nur sorgfältig auserlesenen, gut vorgebildeten Kräften diese wichtigen Aufgaben anzuvertrauen. Soweit diese Kräfte noch nicht vorhanden sind, werde ich veranlassen, daß die Aufsichtsbehörden die Gemeinden bei ihren Planungen sachverständig beraten. Auf lange Sicht gesehen, muß es aber unsere größte Sorge fein, einen Nachwuchs heranzubilden, der allen diesen Aufgaben voll gewachsen ist. In den Dienst dieser Erziehungsarbeit müssen sich sowohl die mittleren wie die höheren technischen Schulen stellen. Die Neugestaltung der bedeutungsvollsten Städte unseres Reiches soll demnächst beginnen. Die große Stunde der allgemeinen Städtesanieruna ist allerdings noch nicht gekommen, weil unsere Lage uns zum Haushalten mit unseren Rohstoffen und unseren Fachkräften zwingt, wohl aber müssen diese Aufgaben jetzt schon vorbereitet werden. Dagegen duldet der Bau von Arbeiterwohnstätten keinen Aufschub. Dabei sollte, soweit irgend angängig, die Kleinsiedlung gewählt werden, weil diese unendlich viele Vorzüge besitzt. Selbstverständlich aber hat daneben auch die M i e t w o h- n u n g und das Eigenheim seine volle Berechtl, gung, namentlich da, wo die Landbeschaffung füt Kleinsiedlungen zu schwierig ist. Die Mörder des Pg. siedle verhaftet. Buenos Aires, 22. April. (DNB.) Nach Mitteilung des Polizeichefs von La Plata an die deutsche Botschaft ist es gelungen, die Mörder des Pg. Joseph Riedle zu verhaften. Die beiden Männer, die die feige, hinterlistige Mordtat begingen, sind zwei übelbeleumdete Individuen. Bei dem einen handelt es sich um den italienischen Staatsangehörigen Felix Martin Bucci, der einen kleinen Gemüsehandel betreibt. Der zweite Mörder ist ein 19jähriger Argentinier, den die Polizei in San Martin, einem Vorort von Buenos Aires, stellen konnte; fein Name ist noch nicht bekanntgegeben. In dem Geständnis, das die beiden Männer dem Untersuchungsrichter abgelegt haben, behaupten sie, sie hätten nicht die Absicht gehabt, Riedle zu töten. Vielmehr hätten sie es lediglich auf das Geld abgesehen gehabt, das Riedle bei sich trug. Bucci behauptet, nur deshalb geschossen zu haben, weil Riedle sich gegen die Räuber z ur Vehr gesetzt habe. Auffallend bleibt es, daß die Mörder ihr Opfer nicht beraubt haben, sondern alsbald nach Begehung der Tat flüchteten. Anter den in Argentinien ansässigen Italienern befinden sich viele linksradikale Emigranten. Der erste ReichswerffchalMrer. Dr. Ley beglückwünscht Gauleiter Sprenger. NSG. Oberstwerkscharführer Schneider, Ber. lin, überbrachte am Donnerstagrnittaa Gauleiter Sprenger, der am 20. April vom Führer zum Reichswerkscharführer ernannt worden ist, die Glückwünsche des Reichsleiters der DAF., Dr. Ley. Er brachte dabei ganz besonders die Freude des Reichsorganisationsleiters zum Aus- druck, daß gerade Gauleiter Sprenger, der sich um den Aufbau der Deutschen Arbeitsfront viele Jahre hindurch große Verdienste erworben hat, als erst e r vom Führer zum Reichswerkscharführer ehren« halber ernannt wurde. Gauleiter Sprenger dankte dem Oberstwerkscharführer herzlich. Er sprach dabei von der Aufbauarbeit in dem Gau Hessen-Nassau, die er schon 1922 und 1923 im Geiste d e s Sozialismus begonnen habe. In der gleichen Haltung sei er alle Jahre weiter marschiert und er werde auch immer Sozialist bleiben. Seine ganze Arbeit gehöre immer der breiten Masse des Volkes „Diesen Weg hat der Führer aufgezeigt und ich werde ihn alle Zeit erfüllen." Der Gauleiter erinnerte daran, wie mancher Betrieb unseres Gaues bei der Machtübernahme aussah und wie sich heute das Leben und die Arbeit in allen Betrieben geändert haben. Er ging dabei auf die besondere Aufgabe, die die Werkscharen zu erfüllen haben, ein und schritt dann die Front einer mit Musik vor dem Gauhaus angetretenen Werkscharehrenformation ab. Erstes Handwerks-Wandergesellenheim 3n Köln wurde das erste deutsche Heim für Handwerkswandergesellen seiner Bestimmung übergeben. Reichsabteilungsleiter Petersen erklärte dabei: Von Jahr zu Jahr sei das Gesellenwandern erweitert und auch auf einen immer größeren Kreis von Berufen ausgedehnt worden. Trotz frühzeitiger Einschaltung der Jugendherbergen habe diese Maßnahme nicht ausgereicht, und so sei der Entschluß gewachsen, eigene' Gesellen-Wanderheime vom Handwerk und der Deutschen Arbeitsfront gemeinsam zu errichten. Nun stehe in Köln das erste deutsche Wander-Gesellenheim als eine Stätte, in öer die Wandergesellen würdig untergebracht seien und die gleichzeitig der Pflege der Kameradschaft, der Ordnung und Disziplin diene. Weitere Heime wurden noch im Jahre 1937 in München und Düsseldorf erstehen. Reiechshandwerksmeister Walter sagte: Die neuen Heime sollten nicht so abgeschlossen vom „Landsmannschaft Südwestasrika " Oie Bauausgaben der Gemeinden. Reichsarbeitsminister Seldte spricht zu den leitenden Gemeindebaubeamten. Gießener GtaSttheater. Volkstümliches Konzert. Das volkstümliche Konzert des neuen Städtischen Orchesters, dessen reichhaltiges Programm unter der Ueberschrift „Schöne Melodien" zusammengestellt war, war als Auftakt und Abschied zugleich gedacht: das Orchester erschien zum ersten Male in seiner neuen, bedeutend erweiterten und verstärkten Zusammensetzung vor der Oeffentlich- keit und verabschiedete sich auch damit vom Gießener Publikum, bevor es seine sommerliche Tätigkeit als Kurkapelle von Bad-Nauheim aufnimmt. Kapellmeister Paul Walter hat mit seinen Leuten offenbar fleißig gearbeitet und präsentierte einen Klangkörper von erfreulicher Geschlossenheit und diszipliniertem Zusammenhalt; die Fülle und Weichheit der Streicher kam dabei besonders wohltuend zur Geltung. Herr Walter dirigierte das umfängliche, im einzelnen geschickt ausgewählte Programm mit Schwung und übersichtlicher Gliederung, die dynamischen Werte und die melodiöse Linie sauber herausarbeitend. Dafür war gleich die einleitende, im besten Sinne volkstümliche Ouvertüre zu den „Lustigen Weibern" (Nicolai) ein treff- hefjes Beispiel. Was das Orchester, das in allen Teilen mit frischer Musizierfreudigkeit bei der Sache war, zu leisten vermag, wurde vor allem in der Wiedergabe der Slawischen Tänze (Nr. 1 und 3) non Dvorak, der ersten Rhapsodie von Liszt und der Ungarischen Tänze (Nr. 5 und 6) von Brahms überzeugend deutlich: der diesen Werken eigentümliche, rassige Nationalcharakter war ausgezeichnet empfunden und unmittelbar mitreißend zum Klingen gebracht; bei Liszt vor allem konnte sich das Orchester in seinem ganzen Glanz und einer strahlenden Stimmfülle entfalten, während in den Ungarischen Tänzen der Tempowechsel in bestechender Gegensätzlichkeit herausmodelliert wurde. Weicher unir- lyrischer angelegt erschienen die „Abendstimmung" und der „Zug der Zwerge" aus der Griegschen Suite. Nach der anmutig-wienerischen Beschwingtheit des „Rosenkavalier"-Walzers war der unsterbliche Radetzky-Marsch, dessen feuriger Rhythmus den glücklichsten Eingebungen des alten Johann Strauß entsprang, ein prächtiger Abschluß der Vortragsfolge, die übrigens durch einige soli- stische Einlagen auf das angenehmste belebt und bereichert wurde. Hilde I a ch n o w fang mit warmer Empfindung und reicher Entfaltung ihrer gepflegten Mittel die berühmte Arie „Kennst du das Land" aus „Mignon"; Ernst August Waltz brachte die aus dem Repertoire bereits bekannte Blumenarie aus „Carmen", ferner aus dem „Bettelstudenten" „Ich knüpfte manche zarte Bande" und errang mit einer bravourös gelungenen Zugabe, dem Wolgalied aus dem „Zarewitsch", stürmischen Erfolg. Konzertmeister Lassen brachte als Violin- solo die Meditation aus „Thais" von Mastenet und zeichnete sich durch kultiviertes Spiel, wie reine und weiche Melodieführung aus. Der ungemein starke Beifall einer dankbaren Hörerschaft bekräftigte den schönen Erfolg des Orchesters in seiner neuen Form. Hans Thyriot. Der Dampfwagen fährt durch das Königreich Sachsen. Von Walter Schwerdtfeger. Am 24. April 1837 wurde die erste Strecke der Eisenbahn Leipzig—Dresden dem Verkehr übergeben. Im Herbst des Jahres 1833 sand man in allen Bücherstuben Leipzigs eine Flugschrift: „lieber ein sächsisches Eisenbahnsystem als Grundlage eines allgemeinen deutschen Eisenbahnsystems und insbesondere über die Anlegung einer Eisenbahn von Leipzig nach Dresden". Verfasser war der Volkswirt Friedrich List, der, um politischen Verfolgungen in seiner württembergischen Heimat zu entgehen, nach Amerika ausgewandert war. Er hatte in Pennsylvanien eine Eisenbahnlinie zur industriellen Erschließung des Landes angelegt und war nun vom Präsidenten der Vereinigten Staaten mit dem Amt eines Konsuls „in der Hafenstadt Leipsic" betraut worden. Der Zeitpunkt für die Werbung schien günstig gewählt. Mit dem Jahre 1834 sollten im größeren Teile Deutschlands die Zollschranken fallen. Der Unternehmergeist regte sich. List hatte als erster die Wechselwirkung erkannt, die zwischen den wirtschaftlichen Kräften eines Landes und seinem Beförderungssystem besteht. Am Beispiel Leipzigs machte er das klar. Die Stadt war „die Herzkammer des deutschen Binnenverkehrs, des Buchhandels und der Fabrikindustrie"; dabei waren Lebensrnittel und Heizmaterial bedeutend teurer als an der Küste, obwohl die Stadt in bäuerlichem Flachland lag und Steinkohlenbergwerke acht Meilen vor den Toren hatte. In diesen Verhältnissen lag auch der Grund für Leipzigs geringe Bevölkerungs- zahl von 40 000 Einwohnern. Ueberall diskutierte man das Eisenbahnprojekt: im Börsensaal, in den Handlungskontoren und im neuen Cass Fran^ais an der Grimmaischen Straße. Ein Eisenbahnjournal wurde herausgegeben. Kaufleute mit ehrbaren Backenbärten sahen in List nur einen unruhigen Projektemacher. Zwischen Leipzig und Dresden reiften täglich, Fußgänger, Reiter und Fuhrleute insgesamt, nur dreißig Personen hin und her. Wann sollte sich da ein Kapitalsaufwand von mehreren Millionen Talern für diese „Promenadenbahn" verzinsen? 1835 genehmigte das Ministerium die Gründung einer Aktiengesellschaft. Schon am Morgen des zweiten Zeichnungstages waren alle Aktien untergebracht, und wenig später handelte man Eisenbahnteilscheine mit 10 v. H. Aufgeld. Nachdem die Eisenbahn Nürnberg—Fürth ein ungewöhnlicher kaufmännischer Erfolg geworden war, setzte eine Spekulation em, die L i st. durchaus unerwünscht war. Worauf man den unbequemen „Concipisten und Jdeenfabrikanten" im „Actionairs-Jnteresse" beiseiteschob. Aber es galt, auch technische Schwierigkeiten zu überwinden. Nachdem man sich bereits geeinigt hatte, welche Orte die Bahnlinie berühren sollte und die Erdarbeiten in Teilabschnitten begannen, ging der Kampf um die Bauweise. Die amerikanische: Holzschienen, auf denen schmale eiserne aufgeschraubt waren, wurde zugunsten der walzeisernen Vignoles-Schienen verworfen, Die man aus England bezog, ebenso wie die ersten Lokomotiven, „Blitz" und „Komet". Ungünstige Witterung erschwerte die Aufschüttung der Dämme für den Unterbau. In den Zeitungen erhoben sich Stimmen, die von „Geldversplitterung" redeten, denn die schienenlose Dampfkutsche, wie sie T re- vit h i ck und Macerone in London zeigten, würde immer weiter vervollkommnet. Die Backenbärte zitterten um ihre Dividenden. Da erschien am 19. April 1837 im Leipziger Tageblatt eine Ankündigung des Eisenbahn-Direktoriums: „Nächsten Montag sollen die Probefahrten auf der fertigen Strecke der Bahn von hier nach der in der Nähe des Dorfes Althen errichteten Restauration beginnen". Mit einem Schlag war die Eisenbahn wieder das Tagesgespräch der vom Messetrubel erfüllten Stadt. Eine große Menschenmenge säumte die Bahnstrecke am Morgen des Einweihungstages. An Schlagbäumen und Wachthäuschen stand das Personal, um dem Lokomotivführer das Zeichen zu winken, daß die Strecke frei sei. Grün-weiße Wimpel wehten über der Bahnhofshalle. Die Kommunalgarde war aufgestellt. Der „Plitz" stieß DamMwölkchen aus seinen blanken Messingventilen. Wie das „schnaubende Ausatmen eines riesenhaften antediluviani- schen Stieres" mutete es einen Zeitungsschreiber an. Aus dem heruntergelassenen Fenster seines Wagens grüßte der Bruder des Königs. Bon den langen Bänken der Wagen III. Klasse, die wie offene Landauer gebaut waren, leuchteten Helle Schuten neben hohen Zylinderhüten. Aus dem verzierten Säulenschlot der Lokomotive fliegen dunkle Rauchwolken. Ein Glockenzeichen ertönte. Auf der Steuerplattform legte d^r englische Ingenieur einen Hebel um. Böller schossen Salut in den Frühlingshitnmel. Immer schneller rollte der Zug davon, zwischen Dörfern hindurch, die noch die Spuren der Völkerschlacht trugen. 3n diesem Jahr finden wir List wieder in ber Fremde. Mit einem Zäh umfeilschten „Ehrengeschenk" hatte man ihn in Leipzig für seine jahrelangen Muhen abgefunden. Es ist ein Sinnbild seines Wirkens, daß die Straße des Pariser Stadtbezirks, in dem er damals wohnte, „Straße der Märtyrer" heißt. Sochschulnachnchkerr. .Der Reichs- und Preußische Minister für Wissen- schäft Erziehung und Volksbildung hat die Dozenten Dr. phiL habil. (Ernft Baars und Dr. Hans-Georg ®abamer von der Universität Marburg zu nanntQmteten °"^c,rdentlichen Professoren er- Ferner hat der Minster den Dozenten Dr. phil. habil Theodor Bersin beauftragt, vom Sommer- Semester 1937 ab die physiologische Chemie in Marburg zu vertreten. Professor Dr. Klapp, der Direktor der Chirurgischen Klinik an der Universität Marburg, wurde von der Gesellschaft der Aerzte in Wien 3um korrespondierenden Mitglied ernannt. Professor Dr. Paul Uhlenh uth, der bedeutende Hygieniker an der Universität Freiburg i. B., wurde von der Gesellschaft für innere Medizin injöulgarien zum Ehrenmitglied ernannt. Professor Dr. Theodor Heinermann, Ertra- ordinarius für romanische Philologie an der Uni- Münster, ist zum ordentlichen Professor m Münster ernannt worden. Professor Dr. C. v. Dietze, Ordinarius für JBirtfcf)afts= und Sozialwifsenschasten an der Universität Berlin, der an die Universität Jena versetzt worden war, hat inzwischen einen Ruf an die Universität Freiburg angenommen. Im 68. Lebensjahr o e r ft a r b der deutsche ordentliche Professor an der Belgrader Universität Dr. Arnold Holste. Dr. Holste war gebürtiger Hamburger und bis 1923 Professor der Pharmakologie an der Universität Jena. 1923 wurde er an die Belgrader Universität berufen, wo er eine sehr fruchtbare Tätigkeit entfaltete. litt Berlin, 22- 21 w Znifaüon / WD Ähre 1932. 1933 Kurmsührers nah •sben, dah er M meinen solle. As hin und dem V kommt alles nc Iennzeichnend p den komm' ist, daß er l tn den Kreis henden Geüan wurde ganz os it, zu Streiks aint hat der rsprochen und Kreise seiner setzung seiner Kommunisten e roten Agen kau geschulte Eiligsten Zweifel ich! auf theoretisc H sie die noch „st Wen Jugendverhc Minsamen Kams ilgierung. Auf ih 181 dem damalige Mrmscharen, St $er, erklärte sich Wllionärin Karg hi westdeutschen । AruWhi! Reichswnchrr D Berufung de; Mchsintendanien Mndfunkgesellschas H’f ten des Reichs hei er in Köln Di ™ en. Zum Nach hing Rundfunk in Garung und P Meichsrundfunkkar Meichsfenders B r Wr Landesstellenl A°nnt Der Int Malter Beumel feiner Stellm !' Aen Aufgab -l-etchssenders Berl 2 - ^^nders ^ Zukunft beide § Mt Sa n R ^Wellen. L Le n &e r 5 Rc S Hebbels -en ^"Nierenk Heine eige, , 19enen epi K Eigenart' .^Mieden m 9( Mi Mer 8[„. A !?orbe" fei h S pjj.,. 3u Der Wt 1.! M G$e i PALM OLIVE- SEI FE ii s Seife — ein O chifiaJnefbswLitb Größe wurde im mi einmal bemerkbar, Aus aller Welt Die Kreisleiter der densburg Vogelsang vom Dr. Ley zur diesjährigen r sagte: geschlossen in Mecklenburg) wegen Vorbereitung Hochverrat 7 Jahre Zuchthaus 7 Jahre Ehrverlust, gegen den Hermann tlch aus Düsseldorf wegen Vorbereitung Hochverrat 21/i Jahre Zuchthaus 3 Jahre Ehrverlust, gegen den Kaplan Partei sind auf der Dr* Reichsorganisationsleiter Schulungstagung um aus den Vorträgen Kremer aus Remscheid wegen Beihilfe zur Vorbereitung des Hochverrats 2 Jahre 8 Monate Gefängnis, gegen den Peter h i m m e s aus Düsseldorf, ebenfalls wegen Beihilfe, 2 Jahre Gefängnis, gegen den Hubert Schäfer aus Düsseldorf wegen Unterlassens der Anzeige über das Vorhandensein hochverräterischer Druckschriften 1 Jahr Gefängnis. Bei dem Generalsekretär des katholischen Jungmännerverbandes Deutschlands Jakob Olemens aus Düsseldorf beantragte der Staatsanwalt Freispruch mangels Beweises. Den Angeklagten soll die Untersuchungshaft angerechnet werden. wiesen, die bis Samstag schlagen sollen. zum und Jü- zum und Karl Die Kapitulationskonferenz hat die erste Lesung des ägyptischen Entwurfs über die iick 324 3 Stück 904 könne. Daher fördere es mit allen Mitteln den Nachwuchs und das Gesellen-Wandern. Die Jugend solle dem deutschen Volk eine geschlossene handwerkliche Stilepoche schenken. — Das Haus enthält Betten für 56 Wandergesellen, Waschgelegenheit, Bade- räume und Kücheneinrichtung, ein Krankenzimmer, ein Aufenthalts-, ein Speise- und ein Sitzungsraum, außerdem noch das Organisationsbüro der DAF., „Das Deutsche Handwerk", Gau Köln-Aachen. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Wien, April 1937. Alt-Oesterreichs Armee, durch Jahrhunderte hindurch in unzähligen Feldzügen erprobt und bewährt, ist im großen Chaos der Spätherbsttage des Jahres 1918 untergegangen. Im 20. Jahrhundert konnte die Idee des habsburgischen Nationalitätenstaates keine Lebenskraft mehr aufbringen, und so sank die Monarchie unter der Wucht der Stürme Kleine politische Nachrichten. Außer den bereits bekanntgegebenen Souveränen hat auch S. M. der König von Aegypten dem Führer und Reichskanzler persönliche Glückwünsche zu seinem Geburtstag übermittelt. in der glch "schiert un> - st bleitn r der lch >er Führer c erfüllen.* d ancher jfe nähme oua die Arbeit ging dabei t lerkscharn ann die Mr 5 angetiM Der polnische Außenminister Beck begab sich in Begleitung des Ministerialrats Skiwski und des stellvertretenden Leiters der Ostabteilung im Außenministerium, Z a z u l i n s k i, nach B u k a r e st. handwerklichen Leben wie die früheren Gesellen- b. me, sondern mit ihm aufs engste verknüpft sein. Dshalb vereinige man mit diesen Heimen die Or- gcnisation des Handwerks und die handwerker- fdulen. Das Handwerk müsse wieder zu seiner eige- jin schöpferischen Aufgabe zurückkehren, d. h. jedem Gegenstands der seine Hand verlasse, eine eigene Firm geben, die dem kulturellen Ausdruck der Zeit «r spreche. Das Handwerk wisse, daß es dieses Ziel litt der gegenwärtigen Generation nicht erreichen Die Strafanträge im Hochverratsprozeß Kossaint Die belgische und die chinesische Regierung haben ihre Gesandtschaften in Nanking und Brüssel zu Botschaften erhoben. Reichömitiel zur Förderung des Viehbestands. Berlin, 19. April. (DNB.) Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat aus den Mitteln des Reichshaushalts rund eine Million Mark als Beschaffungsbeihilfen und Erhaltungprämien für hochwertige männliche Zuchttiere, die durch die große Zahl ihrer Nachkommen den bedeutendsten Einfluß auf die Leistungsfähigkeit unserer Viehbestände haben, zur Verfügung gestellt. Die Beschaffungsbeihilfen werden auf Antrag beim Ankauf hochwertiger Hengste, Bullen, Eber, Schaf- und Ziegenböcke vergeben und nur für gekörte Vatertiere gewährt. Die höhe der Beihilfe richtet sich jeweils nach dem Zuchtwert der Tiere. Da es aber auch züchterisch besonders wichtig ist, die hochwertigen Zuchttiere möglichst lange zur Zucht, zu verwenden, können aus den bereitgestellten Mitteln auch Erhaltungsprämien den Haltern besonders wertvoller Zuchtiere bewilligt werden, wenn sie sich verpflichten, die Zuchttiere zur öffentlichen Zuchtbenutzung zur Verfügung zu stellen. Die Vergebung erfolgt durch die Landesbauernschaften. zusammengerufen morgen, führender Parteigenossen Einblicke in die Aufgaben und Forderungen ihrer Arbeitsgebiete zu erhalten. und Verfall trugen trotzdem den Endsieg davon über Tradition und Hausmachtinteressen. Das Sterben des Reiches fand feine Widerspiegelung im Sterben der Armee. So wie der deutsche Volks- stamm die letzte Stütze des zerfallenden Reiches war, so waren in erster Linie die Regimenter und Divisionen aus den deutschen Alpen- und Sudetenländern das eherne Gerippe, das diese bunt zu- sammengewürftelte Nationalitätenarmee aufrecht erhielt. Die Blutopfer dieser deutschen Regimenter Alt-Oesterreichs sind wohl das erschütterndste Dokument deutscher Treue, aber auch deutscher Tragik. Wenn wir heute nach einer Gestalt Ausschau halten, in der diese Größe und diese Tragik des deutsch-österreichischen Soldatentums ihre sinnfälligste Verkörperung findet, dann ist es wohl General Alfred Kraus, der Held von Flitsch und Tolmein, der Vernichter der Timok-Divisionen, der am 24. April seinen 75. Geburtstag feiert. Sein ganzer Lebensweg ist wie das Spiegelbild des Schicksals des deutschen Volksstammes in Oesterreich: Von der pflichtbewußten Erfüllung der Mission im alten Habsburgerstaate über die patriotische und völkische Bewährung während des Weltkrieges bis zum Kampfe um die Probleme der Nachkriegszeit. Als Sohn eines Oberstabsarztes wurde Alfred Kraus in Zara an der Adria geboren. Als er als Zwanzigjähriger als Leutnant in ein Prager Regiment eintrat, wußten seine Kameraden aus der Zeit der Kadettenschule bereits, daß in diesem jungen Manne etwas Besonderes stecke, und alle sagten ihm damals schon eine glänzende militärische Laufbahn voraus. Tatsächlich verhalfen ihm sein Charakter, sein Geist und seine militärischen Fähigkeiten zu einem so raschen Aufstieg, daß er schon noch 18 Dienstjahren a l s Oberst des Generalstabes mit der Leitung der technischen Vorbereitung der Armee für den Kriegsfall betraut wurde. Eine Reihe wichtiger Neuerungen, die sich im Weltkriege bewähren sollten, führte er ein, wobei vor allem die Gründung des Freiwilligen K r a f t f a,h r k o r p s sein eigenstes Werk war. Nach vorübergehendem Dienst bei der Truppe als Brigadekommandant wurde ihm dann das Kommando über die Kriegsakademie, in der die Generalstabsoffiziere der alten österreichisch-ungarischen Armee herangebildet wurden, anvertraut. Sein militärisches Erziehungswerk auf diesem Posten sollte schon bald im Weltkriege seine Bewährung finden. Konnte so Alfred Kraus schon vor dem Kriege auf Leistungen und Erfolge zurückblicken, die nicht alltäglich waren, so kam seine große Zeit, als Alt- Oesterreichs Regimenter ins Feld zogen. Jetzt bewährte sich Kraus als ein Mann der Tat und schnel- Gerichtsverfassung beendet. Eine Anzahl von lieber* gangs'bestimmungen wurden Unterausschüssen über* ...... formulierte Texte vor- (feile* ehn für P ig überg& aitfm an tten ftftm rühzeitiM. be dich der EiW derheime » lssront gm» Köln bas ch »ine Stitti - ergebradjl KameM' Weitere rchen lllüÄ Ein deutschesFeldherrnleben inOesterreich Zum 75. Geburtstage des Generals Alfred Kraus am 24. April. Von unserem A. ^.-Berichterstatter & «IW en. Iter für§ at die WA 0r.ha^7- enten cht WT 'SS -K wieder y EhrenM ne jaM Mblld ,r Stadt* "der W , die wie ofc ' Helle dem oerziv- dunkle W luf der 6g >ur einen “ Ähling^ QDon, ren der $ In der Umgegend von Moskau hat sich ein schweres Eisenbahnunglück ereignet, das ein bezeichnendes Licht auf die bei den Sowjetbahnen herrschenden Zustände wirft. Da die Dorort- und Arbeiterzüge, die aus den umliegenden Ortschaften die Arbeiter nach Moskau bringen sollen seit langer Zeit nicht ausreichen, find Zahlreiche Arbeiter gezwungen, die Fahrt auf den Trittbrettern, Puffern usw. zurückzulegen. Alle in Moskau emtreff end en Züge sind mit ganzen Trauben von Fahrgästen besät, die in den Zügen keinen Platz mehr finden. Un- 1 m-. » . <_____«iw (ntrfior Q Hfl in Insgesamt stehen 1-500 Preise zur Verfügung, darunter auch je eine Mittelmeer- und Nordlandreise, Strecken- und Rundflüge u. a. m. Arthur Kampf Vorsitzender in der Preußischen Akademie der Künste. Der Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat den Maler Arthur Kampf zum Vorsitzenden der Abteilung für die bildenden Künste der Preußischen Akademie der Künste berufen. Für die Dauer seines Amtes ist Professor Kampf zugleich in den Senat dieser Akademeabteilung berufen worden. Reichssieger-Hundeausstellung in München. Das Meldeergebnis zur Reichssiegerhundeausstellung vom 23. bis 25. April in München, der größten Jahresveranstaltung des Reichsoerbandes für das deutsche Hundewesen, bedeutet einen vollen Erfolg. Es sind rund 1900 Hunde aller Rassen gemeldet, darunter zahlreiche aus dem Gau Westmark-Hessen. Am stärksten vertreten sind die deutschen Schäferhunde mit 300 Tieren, an zweiter Stelle kommen die Dackel mit 125 Hunden. Sehr gut ist auch die Zahl der rauhaarigen Terrier mit 178 und die der Pinscher und Schnauzer mit 141 zu bezeichnen. Bei den Diensthunderassen fällt das starke Meldeergebnis der deutschen Boxer mit 105 Hunden auf. Die Beschickung aus dem Ausland ist ebenfalls sehr rege ganze besonders aus Defterreid). Auch aus Amerika, Holland, Belgien, Frankreich, Schweiz, Italien und der Tschechoslowakei liegen zahlreiche Meldungen vor. Das Skadtthealer von Hadersleben niedergebrannt. In einer der letzten Nächte ist das Stadttheater von Hadersleben durch Feuer völlig zerstört worden. Das Feuer brach bald nach einer sehr stark besuchten Lichtbildervorführung aus und breitete sich in dem 60 Jahre alten Gebäude mit solcher Schnelligkeit aus, daß die Feuerwehr machtlos war. Ihr gelang es nur, die Wohnuna des Theaterdirektors zu retten. Die Ursache des Brandes ist bisher unbekannt. Der Schaden wird auf 170 000 Kronen geschätzt. Der Verlust des Theaters ist um so schmerzlicher, als es sich um den größten Saalbau in-ganz Nordschleswig handelt. Schweres Eisenbahnunglück bei Moskau. ter gleichfalls mit Arbeitern überladen waren. Im Vorbeifahren wurden die Fahrgäste beider Züge von den Trittbrettern heruntergefegt. Es gab sieben Tote und zwölf so schwer Verletzte, daß mit einer noch höheren Zahl von Toten gerechnet wird. Schrecklicher Tod eines Kindes. In der Klausermühle bei Nastätten (Taunus) ereignete sich ein gräßliches Unglück. Einige Kinder, darunter auch der achtjährige Sohn des Mühlenpächters Krön er, machten sich an dem stillstehenden Wasserrad der Mühle zu schaffen. Plötzlich begann das Rad sich zu drehen, riß den Jungen mit in die Tiefe und zerquetschte chn buchstäblich. Folgenschwere Explosion in einer chemischen Fabrik. Auf der Schwefelaewinnungsanlage der Kali- Chernie-Werke in Bad Hönningen (Rheinprovinz) ereignete sich ein Explosionsunglück. Fünf in der Abteilung Beschäftigte wurden teilweise schwer verletzt; einer von ihnen ist seinen Verletzungen erlegen. Ein Brand, der durch die Explosion entstand, konnte gelöscht werden. Die Ursache des Unglücks, das beträchtlichen Sachschaden angerichtet hat, ist noch nicht geklärt. Zwei Opfer eines Familienstreils. In Wölfis bei Ohrdrufs (Thür.) kam es zu einer schweren Bluttat. Der Einwohner E. Walther aus dem benachbarten Gossel war seit etwa einem Jahre von seiner in Wolfis wohnenden Ehefrau geschieden. Ein etwa vierjähriges Kind, das der Mutter zugesprochen war, soll der Zankapfel gewesen fein. Als Walther dieser Tage bei seinem früheren Schwiegervater einkehrte, kam es zu heftigen Auseinandersetzungen, die in Tätlichkeiten ausarteten, hierbei streckte Walther den Zimmermann Schmidt und seine frühere Frau durch Schüsse nieder. Beide waren sofort t o t. Der Täter ist flüchtig. Mordprozeh nach 18 Jahren. Dor dem Schwurgericht Traunstein begann die Verhandlung gegen den Heinrich Le im er, der am 15. Juli 1919 die Vauerstöchter Rosa und Kathe- rina Sterflin ger in Oeberting bei Trostberg ermordet hat, sowie gegen den 47 Jahre alten Otto Tafelmeier, der während der Tat Spähe stand. Leimer hatte mit seinem Bruder Georg im Hause des Bauern Sterflinger einen Einbruch verübt. In der Küche trafen sie auf die beiden Töchter, die Leimer durch tödliche Kopfschüsse niederstreckte. Alle drei Täter sind ausgesprochene Verbrechernaturen. Der Georg Leimer hat insgesamt 15 Bauernhäuser in Brand gesteckt, wofür er eine 15- jährige Zuchthausstrafe erhielt, während deren Verbüßung er gestorben ist. Auch sein Vater endete schon im Zuchthaus. Berlin, 22. April. (DNB.) Im hochverratspro- 3^ gegen die katholischen Jugendführer vor dem Dlksgerichtshof des Deutschen Reiches hielt der Saatsanwalt seine Anklagerede. Rossaint ist schon sehr früh aus seiner seelsorge* rischen Arbeit für die katholische Jugend herausge- triten zu einer rein politischen Betätigung, deren Fäden hinführten bis zu den extremsten kom- mnistischen Bestrebungen, denen er sich freimütig uiü freiwillig geöffnet hat. Er stand innerlich den porifistischen Kreisen in dem berüchtigten „Friedens- binb deutscher Katholiken" nahe und trat der Or- gciifation als Mitglied bei. Bei seinem ganzen Bchalten wurde er von seiner starken Gegnerschaft gejen den Faschismus getrieben. Schon 1932 ließ er in den Zeitungen des Ruhrgebietes Aufrufe er* feinen, in denen er als feine Absicht herausstellte, bii jungen Katholiken von den sich am politischen Horizont schon abzeichnenden Umbruch der Nation seinzuhalten. Ein politisches Ziel verfolgte er auch m: der Gründung des „Werkpolitischen Kreises" im Je)re 1932. 1933 hat er der Frau eines SA.- Nurmführers nahegelegt, ihren Mann zu über- reien, daß er nicht in Uniform in der Kirche er* seinen solle. Rossaint wies auf ein Bild des Führers hin und bemerkte: „Der bleibt ja doch nicht, es kommt alles noch anders." ' kennzeichnend für die Beziehungen, die Roffaint mi: den kommunistischen Hetzern unter* hielt ist, daß er ihnen immer wieder Gelegenheit glp, tn den Kreisen der katholischen Jugend ihre !senden Gedankengänge bekannt zu geben. Da- vurde ganz offen zum Ungehorsam gegen den t, zu Streiks und Sabotageakten aufgefordert, ünt hat derartigen Ausführungen niemals rfprochen und trotz dringender Warnungen aus Kreise seiner eigenen Zuhörer nicht von der setzung seiner staatsfeindlichen Propaganda mit Kommunisten gelassen. e roten Agenten, insbesondere auch die in kau geschulte Bertha Karg, haben nicht den geringsten Zweifel darüber gelassen, daß es ihnen niyt auf theoretische Diskussionen an kam, sondern dch sie die noch „schlummernde Aktivität der katho- lisyen Jugendverbände" wachrufen wollten für den gen einsamen Kamps gegen die nationalsozialistische Regierung. Auf ihren Wunsch setzte sich Rossaint mi: dem damaligen Reichsführer der katholischen Siarmscharen, S t e b c r , in Verbindung, und dieier erklärte sich damit einverstanden, daß die Imktionärin Karg am Allerheiligentag 1933 vor bei westdeutschen Sturmscharführern in Rossaints Wohnung sprach. Dort fand die Karg auch Gelegenheit, einen dort anwesenden Sturmscharführer aus dem Saargebiet zur Bildung einer katholisch- kommunistischen Einheitsfront im Hinblick auf die bevorstehende Saarabstimmung aufzurufen. Am 29. Januar 1934 traf sich Rossaint schließlich mit dem Spitzenfunktionär des ehemaligen kommunistischen Jugendverbandes, Ewald Kaiser, in Köln, lieber einen Aufruf an die katholische Jugend zur gemeinsamen Zusammenarbeit hat nach den Bekundungen Kaisers vollstes Einvernehmen bestanden. Die Ausführung scheiterte nur daran, daß Kaiser verhaftet wurde. Der Mitangeklagte Jülich, ein zum katholischen Glauben übergetretener, von Rossaint getaufter früherer Jude, händigte Rossaint hochverräterische Druckschriften aus und machte ihn auch mit dem kommunistischen Funktionär Schwippert bekannt, den Rossaint nach seiner Flucht nach Holland geldlich unterstützte und mit politischen Informationen über die Lage in Deutschland versah. Am Schluß feiner zweistündigen Ausführungen beantragte der Staatsanwalt gegen den Angeklagten Kaplan Roffaint aus Düffel- darf, wegen fortgesetzter, teilweise gemeinschaftlicher Vorbereitung zum Hochverrat, 15 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust, gegen den früheren Reichsführer der Sturmschar S t e b e r aus Makgendorf (Kreis Güstrow atü, j ibl "«'lÄ ’ N0,i Home iii. ? d'- 2 taitn f„ Wstjni '=• Npe Hilfsgewerbe des Verkehrs" einen L ich t * ildw ettbewerb", bei dem als erster Preis ........ eine Zeppelinreise nach Nord- oder Südamerika mit weit von Moskau begegnete ein sicher Zug m ’ ^t ägigem AufenthM am Zielort ausgesetzt ist, voller Fahrt emem anderen Zug, dessen Tnttbret Lumpen haben Devisenwert. Einst Verschwendung, heute planmäßige Bewirtschaftung. Vielhundertjährige Erfahrungen ausgenutzt.-Ausländische Kundschast. Von unserem PAR.-Sonderberichierstaiter. II* Grünberg (Schles.), im April. Falls Sie etwa glauben sollten, daß man heute über Die Qualität solcher Bekleidungsgewebe, die aus deutschen Roh st offen hergestellt sind, nicht frei von der Leber weg reden kann, dann lassen Sie sich folgendes einmal durch den Kopf gehen: Wenn man diese vielen verschiedenen Stoffarten in ihren schönen Farben und ihrer „Ausrüstung", wie der Fachmann sagt, so gänzlich ohne die geringste Kenntnis des Herstellungsverfahrens ansieht, dann könnte man ja vielleicht den vorsichtigen Mann markieren und sagen: na ja, aussehen tun sie ja sehr schön — aber mehr weiß man Nicht davon! Wenn man aber in einer derartig offenherzigen und rückhaltlosen Weise durch eine Tuchfabrik geführt wurde und auf sämtliche Fragen ebenso offen Antwort bekam, wie es uns bei der Deutschen Wollenwaren Manufaktur AG. hier in Grünberg geschah, dann kann man über jene Bedenken nur noch lächeln. Der entscheidende Unterschied gegen früher sieht nicht etwa so aus, als wenn nun hier jeder erste beste Lumpendreck unbesehen zu Stoffen verarbeitet würde (minderwertige Lumpen werden vielmehr aussortiert und an die Papier- und Dachpappenfabrikation abgegeben), sondern er besteht darin, daß wir nicht wie in den früheren Jahren der unbegrenzten Abhängigkeit und Verschuldung gegenüber dem Ausland aus dem Vollen auf unsere Bestände drauflos wüsten; vielmehr wird das, was einmal durch den Verbrauch gegangen ist, sorgfältig gesammelt und das wirklich Brauchbare unter sorgfältig st er Schonung der wertvollen Fasern wieder für den neuen Verbrauch bereitgestellt. Es geschieht also nichts anderes als das, was jede verständige, sparsame Hausfrau in ihrem kleinen Arbeitsbereich schon immer als etwas ganz Selbstverständliches getan hat. Außerdem aber müssen Sie bedenken, daß hier die Herstellung der Stoffe selbstverständlich wie auch anderswo im deutschen Vaterland nur nach den modernsten Verfahren, mit den besten Maschinen und unter Hinzuziehung ausgesuchter Ingenieure und Facharbeiter erfolgt. Schließlich kann es sich eine so uralte Stoffindustrie wie die schlesische so wenig wie irgendeine andere leisten, von heute auf morgen statt guter Verbraucherware plötzlich Schund zu fabrizieren. Dazu würde sich niemand hergeben in einem Gebiet, dessen Tuch- * Vgl. den ersten Artikel in Nr. 93 des Gieß. Anz. macherhandwerk schon so alt istwredie Stadt Grünberg selbst, die im 12. Jahrhundert gegründet wurde und der u. a. auch Friedrich der Große durch den Bau von Tuchmacherhäusern unter die Arme griff. Der Uebergang vom Tuchmacherhandwerk zur Industrie setzte schon um 1800 ein. Mit anderen Worten, solche Werke arbeiten mit der Summe von Erfahrungen, die sie in einer vielhundertjährigen Tradition sammeln konnten. Wie begehrt solche Erzeugnisse einer hochgezüchteten Fachindustrie waren, geht ja u. a. daraus hervor, daß vor dem Kriege nicht weniger als 60 bis 70 v. H. der Produktion dieses Werkes ausgerechnet nach dem angeblich klassischen Lande der Tuchfabrikation, nachEngland, ging! Man kann den vielen Leuten den „Reinfall" nur gönnen, die früher über einen deutschen Stoff die Nase rümpften, aber denselben Stoff über den grünen Klee lobten, weil er „echt englisch" sein sollte und in Wirklichkeit doch aus einer deutschen Fabrik nach England nur geholt worden war. Aber die neuen Stoffe? Nun, glauben Sie etwa, daß eine Reißwollfabrik minderwertiges Zeug liefern kann, wenn sie so stark beschäftigt ist, daß sie in dieser Zeit allein 28 Krempelmaschinen i m Wert von einer runden Million aufstellen mußte und die schon im frühen Frühjahr bis zum Oktober mit Aufträgen völlig eingedeckt war? Oder glauben Sie, daß das Ausland wie etwa Norwegen, Holland, Griechenland, Jugoslawien, Türkei usw. noch große Aufträge erteilen würden, wenn die laufenden Bestellungen nicht zur vollen Zufriedenheit der ausländischen Abnehmer ausfallen würden? Selbstverständlich hat die Fabrikation zuweilen ihre Sorgen, beispielsweise darum, daß bei den häufigen Nachbestellungen für einen Stoff die Nachlieferung wieder in genau der gleichen Zusammensetzung und genau dem gleichen Farbton aus den Maschinen herauskommt wie die bisherige Bestellung. Man braucht ja nur zu bedenken, daß beispielsweise Art und Qualität der Wolle völlig verschieben ausfällt nach Alter und Größe der Tiere, nach dem Klima und dem vorwiegenden Futter der betreffenden Gegend, ja daß sogar, wie der Fachmann weiß, es an einem einzigen Tier nicht weniger als 10 bis 12 verschiedene Wollarten gibt. Aber anderseits ist die deutsche Tuchherstellungstechnik auf einer solchen Höhe, daß an dem Fertigprodukt kein merklicher Unterschied gegenüber einer Vorlieferung festgestellt werden könnte, der irgendwie von Bedeutung wäre. Kurz und gut, es handelt sich bei dieser sehr komplizierten, sehr sorgfältigen, sehr scharf kontrol- lierten Verarbeitung etwa dieser Lumpenballen hier nicht um eine Qualitätsminderung, sondern um eine Rohstofferhaltung und -neuausnutzung, die uns sehr erhebliche Devisenausgaben erspart. Daß der Uniformstoff für den Soldaten im Vergleich zu einem bunten Sommerkleiüchen eine schier unbegrenzte Strapazierfähigkeit haben muß, darüber braucht man unter vernünftigen Menschen kein Wort zu verlieren. Die Zusammensetzung der verschiedenen Gewebearten ist aber nach den Anforderungen und den Ergebnissen der Praxis, d. h. des täglichen Lebens, forgfältigst ausprobiert, der Gesichtspunkt der jeweiligen Zweckmäßigkeit entscheidet bei der Zusammensetzung der einzelnen Gewebearten. Diese Tatsache rechtfertigt vollauf das Vertrauen, das der Verbraucher diesen Stoffen in wachsendem Maße entgegenbringt. Die private Krankenversicherung betreut 6,5 Billionen. In der vom Reichsaufsichtsamt für Privatversicherung herausgegebenen großen „Statistik für 1935 über die unter Reichsaufsichtsamt stehenden Versicherungsunternehmungen und Bausparkassen" werden 43 große private Krankenversicherungsunternehmungen mit einer im Jahre 1935 erzielten Beitragseinnahme von 363,713 Mill. Mark angeführt. Darunter befinden sich jedoch 17 Ersatzkosten mit einer Beitragseinnahme von 179,152 Mill. Mk. Wenn man diese, die durch die am 1. Januar 1936 in Kraft getretene gesetzliche Neuregelung zu ausschließlichen Trägern der gesetzlichen Krankenversicherung geworden sind, absetzt, dann bleiben 26 eigentliche private Krankenversicherungsunternehmungen mit einer Beitragseinnahme von 184,561 Mill. Mark übrig. Dazu kommen nach der Statistik des Reichsaufsichtsamtes noch 277 kleinere Krankenversicherungsunternehmungen, die im Jahre 1935 Beiträge in Höhe von 11,965 Mill. Mark erzielt haben. Diese Angaben sind aber nicht vollständig, da nach dem Versicherungsaufsichtsgesetz nur die Versicherungsunternehmungen vom Reichsaufsichtsamt beaufsichtigt werden, die sich über mindestens zwei deutsche „Länder" erstrecken. Allerdings werden auch Versicherungsunternehmungen, deren Geschäftsbetrieb auf ein Land beschränkt ist, vom Reichsaufsichtsamt beaufsichtigt, wenn es das Land beantragt und der Reichswirtschaftsminister anordnet. Bisher haben aber nur Bayern, Baden und einige kleine Länder ihre Aufsichtsbefugnisse auf das Reichsaufsichtsamt übertragen, während Preußen und andere Länder noch ihre eigenen Aufsichtsbehörden behalten haben. In diesen Ländern finden wir aber auch größere Krankenversicherungsanstalten, die Beitragseinnahmen von mehreren Millionen Mark erzielen. Aus diesen Gründen kommt Generaldirektor Bökenkamp, Dortmund, der Leiter der Fachgruppe „Private Krankenversicherung" in einer größeren Arbeit über die private Krankenversicherung zu neuen Ergebnissen. Nach Bökenkamps Angaben erfaßte am 31. Dezember 1935 die Fachgruppe „Private Kran, kenversicherung" der nach den gesetzlichen Vorschriften alle privaten Krankenoer, sicherungsunternehmungen in Deutsch, land angehören müssen, 457 Unternehmungen mit 5 886 387 Versicherten und einer Beitragseinnahme von 245,120 Millionen Mark. Inzwischen hat sich die private Krankenversicherung günstig weiterem, wickelt. Heute dürfte sie etwa 6,5 Millionen Der. sicherte betreuen, denen im Jahre 1936 die Summe von etwa 205 Millionen Mark an Schadensleistun- gen gewährt wurde. Zeitschriften. — „Ueber geschichtlichen Glanz, künstlerische Pracht und geistige Ausstrahlung einzelner Städte mag eine Auseinandersetzung möglich sein, an Lage, Le. ben und Stimmung aber übertrifft Budapest fehe andere Siedlung am Donaugestade." So heißt es in den Begleitworten zu der eindrucksvollen Bilder, folge, die das neueste jneft der „Jllu ftr irten Zeitung Leipzig" (Verlag I. I. Weber, Leip, zig) einleitet. In Photographien und Zeichnungen wird der Zauber dieser einzigartigen Stadt lebendig. Wetterbericht des Reichswellerdienfles. Ausgabeort Frankfurt. Nach dem Durchzug eines ausgedehnten Regen, grinetes, das sich zur Zeit noch in Mittel- und Süd. deutschland auswirkt, stellt sich wechselhaft bewölk. tes Wetter mit Schauerneigung ein. Die Großwetterlage befindet sich in einer Umbildung, die uns im ganzen freundliches, wenn auch noch kein durch, aus beständiges Wetter bringen wird. Aussichten für Samstag: Wolkig bis aufheiternd und im ganzen freundlicher, doch immer noch vereinzelte Regenfälle, Mittagstemperaturen bei etwa 15 Grad, abflauende Winde. Aussichten für Sonntag: Im ganzen freundliches, doch noch kein durchaus beständiges Wetter. # Lufttemperaturen am 22. April: mittags 11,1 Grad Celsius, abends 8 Grad; am 23. April: morgens 9,7 Grad. Maximum 11,2 Grad, Minimum heute nacht 7,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. April: abends 9,4 Grad; am 23. April: morgens 8,4 Grad. — Niederschläge 5,1 mm. — Sonnenschein- dauer 2 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilden Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III 37: 10 496. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. April 1937 gültig. Gießen, den 23 April 1937. 2803 D Herr Paul Lenzi im 47. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen. Jn der Bahnhofstraße 26 Baums & fFreifrig / Gießen Fernruf Nr. 3700 im April - Heute morgen entschlief sanft nach 9l/a jährigem schweren Leiden mein innigstßeliebter Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Frau Luise Guthardt Annneliese Guthardt Heinz Guthardt, cand. med. dent Gießen (Ludwigstraße 60), Eisleben und Aschersleben, den 22 April 1937. 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Katzen, Pferde und sonstig Haustiere, die Bewohner eines Aquariums, Stubenvögel oder Tiere in freier Wildbahn, jeder Naturfreund überhaupt hüt wohl schon Beobachtungen gemacht, die ihn zu der Frage anregten, ob man bei Tieren Gefühl und Verstand, ob man bei ihnen eine Seele voraussetzen darf- Die tierseelenkundliche Forschung ist dieser Frage nach den Verstandesleistungen und Gefühlsregungen, nach dem Seelenleben der Tiere nachgegangen und dabei zu beachtlichen Ergebnissen gelangt. Der Verfasser dieses Buches, ein Vertrete^ dieses jungen Zweiges der Wissenschaft, bietet hier in lebendiger, für jedermann verständlicher Darstellung anhand zahlreicher anschaulicher Bilder eine volkstümliche kleine Tierseelenkunde, wie sie jedem Tierfreund willkommen sein dürfte. Dem Hund und seiner Abrichtung ist ein besonderer Abschnitt gewidmet. Im übrigen ist der Inhalt des Buches sehr vielseitig. Die Berichte erstrecken sich auf Versuche mit Tieren aller Artin allen Regionen der freien Natur wie im Haus und Hof und in zoologischen Gärten. 140 5. mit 100 Abb. in Leinen geb. RM.3.60. — In jeder Gießener Buchhandlung erhältlich Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde Darum gehören Gardinen ins milde Burnus-Waffer: Das zarie Gewebe der Gardinen muh besonders behutsam behandelt werden. Ein Mittel, das jede scharfe Behandlung überflüssig macht, ist Burnus. Durch seine milden Lösestoffe zieht es auch den hartnäckigsten Schmutz ins Wasser, ohne das Gewebe anzugreifen. Das Wasser wird dunkel vom gelösten Schmutz. Durch heiße Seifenbrühe gezogen, leicht ausgedrückt und gut gespült — und schon sind die Gardinen so schön und rein wie je — und heil geblieben! Es gibt ja nichts Schonenderes als die natürlichen Burnus-Stoffe. Dose für 3 Eimer 15 Pfennig. erspart scharfes Wascheo! 66 i Wenn roir W S-fi Nach # r„ , SSfi y-? ©elbbeutel S)‘ die W« ° uns klar zu HÄ des en Sie AuK lichst unabhai LebensmittelN' Hausfrau, die heute auf-- funden Mld- ratslvirtschait verstanden sem Borräte halten handeln und be versenden. Gine Haupts der zu erhalte bauten in den klein, dah es deutet, Ordnur Wo ein Keller sich die Unter trocken, lustig kalt. In gewi gläser nachzup sen sind, ob bt mdt oder gär wissen, wenn Entfernen bet übrigen Masse werden, ebenp Aufkochen un! eingelegten G> tenem Kraut wechselnd zu 1 Die Frau a Mühe und F Gartens einbri und sachgemäß dem Lande ji wächst, die au, Vorratswirtsch Pflicht der all fahrenen mit 5 sen und Könw geben zum N Für die Si schäft das fang Besitzstandes, : Jedes Glas 6 Stolz und Frei sie dieses mühfa unb verwerten, rn b\e Spatbw um m'bet Cr Tvpstn mit 0 können. - Ein Kapite Stoffen aller und nachlässig schon Aerger Wintersachen wurden. Abe gilt es zu sc schaftsblätter gegnen ist. . Wenn olle Ziffern an tc ^en, wenn 0 der Frau unt rettete Volksc schäft Dom Ai benshaltung z «inD tioma Copyright by Üche 015 Herr Dok! nannte." 1 Nun ist ei "Fraulein 9in & °K,U d" Wer!?n,n i, WMMW iOgäägä^ääa •'- ,/ • ^x'-yX^ £-'■<■£ v'^vv z '~'- N I W Helm Sangt Mt 81b für die W Hang Thvi: »ein. Anzein- den Inhalt U! 37: 10ti iversitäts-Zt i-, jäMich: ß emschli^ rierten 151 mb Samsfa ßf. mehr >ril 1937 M er bas Sttlti ttschel, ffiter 1 Iahen zu W trde and sk freier IVildt. it, die iho: ei ihnen e-ja. age nai irr. Va- ' ^M gar» w bestoß lags Uj ( 1: morgen,' mt heute >> 'cm lie^ aPrik monr • Sonnens 'iger, fürjfjrj. r eine dürfte. 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Als Maria die Gläser gefüllt hat, legt sie die Hand auf Gischs Knie. „Passen Sie mal auf, Fräulein Amelung, ich möchte Ihnen einen Vorschlag machen." Gisch zeigt ein erwartungsvolles Gesicht. „Ich möchte gerne, daß wir du zueinander sagen." „Ach!" schluckt Gisch. „Einverstanden?" „Ja, aber was wird Ihr Bruder--* „Es heißt: dein Bruder!" „Was wird der dazu sagen, wenn--?" „Wir werden ihn erst gar nicht fragen. Also einverstanden?" „Ja, wenn Sie wirklich--V* „Du" heißt es doch. Du mußt das gleich mal ordentlich üben. Also sag mal: Liebe Maria!" „Liebe Maria!" stotterte Gisch. „Wie geht es dir? Nachsagen!" „Wie geht es dir?" „Siehst du, es ist gar nicht so schlimm. Aber nun auch darauf achten! Bei jedem Fehler werde ich dich bei den Ohren zupfen!" Oh, Gisch paßt ordentlich auf. Es geschieht bloß dreimal, daß sie sich verplappert. Dann beginnt Maria von ihrem Bruder zu erzählen, von seinem Leben, wie schwer er es hatte, wie erbittert er kämpfen mußte, um Schritt für Schritt seinem Ziele näher zu kommen. (Fortsetzung folgt!) Frühling in den Gießener Anlagen (Nachdruck verboten.) 24. Fortsetzung. am 1. Mai vor des Staatsaktes übrigen gilt das- Betriebsfahrten nach auswärts Beendigung der llebertragung etwa 14 Uhr) sind verboten. 3m elbe wie für die Vetriebsfeiern. 3n Gießen werden die Feiern nur von den Betrieben durchgeführt. 3n den anderen Städten und Dörfern des Kreises Wetterau hat nur die zuständige Ortsgruppe der NSDAP, die Entscheidung darüber, ob eine gemeinsame Feier für die gesamte Bevölkerung, oder einzelne Betriebsfeiern zur Durchführung kommen. 3n Zweifelsfällen haben sich die zuständigen Ortsgruppen und der zuständige Vetriebsführer vorher zu verständigen. Die Ortsgruppen der NSDAP, sind allein für die Durchführung des Nationalen Feiertages zuständig und dafür verantwortlich. Es bleibt ihnen überlassen, ob sie die einzelnen Dörfer ihrer Ortsgruppen zu zentralen Kundgebungen zusammenziehen, oder jedes Dorf den Tag für sich durchführen lassen. Die Ortsgruppen treffen umgehend die Vorbereitungen für Aufmarschplähe, Anmarschwege, Aebertragungsmöglichkeit des Staatsaktes und der Iugendknndgebung. Staatsakt und Zugendkundgebung werden unter allen Umständen bei jeder Witterung im Freien durchgeführt. Kleidung am 1. Mai ist der Festanzug der DAF.» Zivil- oder Berufskleidung. Uniform tragen lediglich die Ehrenabordnungen der Partei und ihrer Gliederungen und die Beauftragten der NSDAP. Oeffentliche Gebäude und Privathäuser werden geschmückt, ebenso Lokale, Verkehrsmittel usw. Die in Frage kommenden Stellen und Behörden wollen die Bestellungen für Grünschmuck und die in Frage kommenden Aufträge umgehend aufgeben. Kreisleitung Wetterau der NSDAP. mit aller Vorsicht zu Werke. Um das frisch und locker geharkte Pflanzbeet nicht betreten zu müssen, bauen sie sich eine Brücke aus einem kräftigen Brett, das auf zwei Böcken ruht, und von hier aus setzen sie die Blumenpflanzen. Unser Bild zeigt die Gärtner der Stadtverwaltung bei ihrer Arbeit in der Anlage am Bahnhos. — (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Dornotizen. Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 20 bis 22 Uhr, „So leben wir" (Gastspiel der Nachrichter). — Gloria-Palast, Seltersweg: „Die gläserne Kugel". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Gefährliches Spiel". — Aula der Universität: Konzert von Ugo Äjello. — Deutscher Biologenverband, Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde: 18 Uhr, Vortrag von Dr. Rotmann (Köln) im Zoologischen Institut, Bahnhofstraße. gen Gastspiel verpflichtet. Ein Abend unter der Devise: Kabarett — wie es sein soll! Vortrag im Zoologischen Institut. Die Gießener Ortsgruppe des Deutschen Biologen- vcrbandes und die naturwissenschaftlich-medizinische Abteilung der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde veranstalten am heutigen Freitag einen Vortrag mit Lichtbildern im Hörsaal des Zoologischen Instituts. Der Schühenverein Gießen eröffnet feine diesjährige Schießsaison am kommenden Sonntag auf allen seinen Ständen am Schützenhaus. Es ist allen Liebhabern des Schießsportes Gelegenheit geboten, die gesamten Anlagen, sowie die Ausübung des Schießsportes in allen seinen Arten kennenzulernen. ___ Sladlthealer Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Die Intendanz hat für den heutigen Abend die auch bei uns bekannten „Nachrichter" zu einem einmali- Aus Anlaß des Nationalen Feiertages werden, wie alljährlich, Vetriebsfeiern durchgeführt. Von allen Betrieben wird erwartet, daß sie solche Feiern veranstalten, kleinere Betriebe schließen sich zweck- mähigerweise zusammen. Wir ersuchen die zuständigen Dienststellen der DAF., sofort die erforderlichen Anregungen zu geben. 3n den Orten und Städten, in denen die vorhandenen Räumlichkeiten nicht ausreichen, können die Vetriebsfeiern in der Zeit vom 26. April bis 10. Mai durchgeführt werden. Skandal um Dr.Vandergruen Roman von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i.S. nationaler Feiertag des Deutschen Volkes 1937 Allgemeine Richtlinien des Kreises Wetterau. „Ganz sicher! Darum war ich ja so erschrocken, als Herr Doktor Vandergruen den gleichen Namen nannte." Nun ist es Maria, die Gischs Hande festhalt. „Fräulein Amelung, Sie — müssen sich melden. Sie müssen über Ihre Beobachtungen aussagen. Ich bitte Sie darum!" r _ „Ja!" sagt Gisch. „Ich will alles tun, daß Herr Doktor Vandergruen wieder frei wird." Ihre Stimme, die wie von einem tiefen Gefühl beschwingt erscheint, läßt Maria aufhorchen. Und was sie vor zwei Tagen ahnte, wird ihr jetzt Ge- S^e'besinnt sich, ihr Blick schweift verloren in den sinkenden Tag. Dann drängt sich die Frage auf ihre Lippen. Sie haben meinen Bruder gern? Gisch sitzt ganz still und rührt sich nicht. Es ist ihr aber, als hebe ein Klingen in ihrem Innern an, sckiön ist das, wie ein Wunder. Langsam wendet sie den Kopf. Ihre Augen suchen den Anblick der Frau, die seine Schwester ift. Maria nickt. Sie hat den reinen Glanz dieser Augen gesehen und ist von der Kraft, die sie aus- ^^Sie^'kann^ sich zwar nicht vorstellen, daß ihr Bruder diese Liebe jemals erwidern könnte, ja, daß er überhaupt von ihr Notiz nehmen wurde aber sie will dies funge brennende Herz nicht traurig ^Die^Bilder der ersten Begegnung kehren wieder finden, ihre Kameradschaft auf. Die Regungen der Abwehr und der Eifersucht sind einem schmerzlich- süßen Mitfühlen gewichen. Gisch ist ihr zur Schwester geworden. Sie erheben sich und gehen langsam zum Parkeingang zurück. Als Gisch sich dann verabschieden will, greift Maria mit einer bittenden Bewegung nach ihrer Hand. „Ich habe ein großes Anliegen an Sie, Fräulein Amelung! Ich fürchte mich, m das vereinsamte Haus zurückzukehren, solange mein Bruder nicht da ist. Würde es Ihnen ein großes Opfer fein, für diese Zeit in die Breite Straße überzusiedeln?" Ä , Gisch senkt den Kopf. „Aber meine Anwesenheit kann Ihnen doch nichts bedeuten?" flüsterte sie. „Doch, doch! Wenn Sie wüßten, welche Kraft von Ihrer Jugend ausgeht!" Gisch versucht ein Lächeln, es will rhr nicht recht gelingen. „Ich will gerne zu Ihnen kommen", sagt sie schlicht. „In zwei Stunden?" „Ja!" stimmt Maria eifrig zu. „Ich freue mich sehr." — . f s . Hernach, in ihrem Zimmer, als sie den kleinen Koffer einpackt, wollen ihr Bedenken kommen. Ich hätte nicht darauf eingehen dürfen, was soll das bloß? Morgen wird das Fräulein diese Stimmung überwunden haben und meinen Aufenthalt in ihrem Hause aufdringlich finden. Und es ist ja gar nicht wahr daß ich den Dr. Vandergruen gern habe. Ich habe höchstens Mll- leid mit ihm, jawohl, gar nichts weiter. Lächerlich, so einen gescheiten Mann, außerdem ist er mindestens zwölf Jahre älter als ich. Sehnsucht? Ja, Sehnsucht habe ich chon aber da muß einer kommen, der zu nur paßt, und dem ich auch etwas sein kann. Der Doktor würde mich ja gar nicht ernst nehmen, das wäre ein schönes Theater. Und überhaupt! .. . Aber Gisch geht dann doch zu Frau Burklein hinüber und sagt ihr Bescheid, daß sie jetzt auf ein paar Tage zu ihrer Freundin zöge, die Adresse werde sie aufschreiben, auch die Telephonnummer, „damit Sie wissen, wo Sie mich außerhalb der Arbeitszeit erreichen können, falls etwas sein sollte!" „Wieso nur auf einmal?" wundert sich Frau Bürklein. , . . ., .. , „Na eben darum!" sagt Gisch und zieht die Nase hoch, oh, sie kann auch patzig sein. Die Ausgabe, die deutsche Volkswirtschaft möglichst unabhängig vom Ausland zu gestalten, bedingt zu mancher Zeit eine Verbrauchslenkung von , Lebensmitteln, eine Verknappung, die von der . Hausfrau, die gewöhnt ist, ihren Küchenzettel von . heute auf morgen zu überlegen, unangenehm emp- ' funden wird. Sie ist dadurch gezwungen, eine Vor- 1 ratswirtschaft einzuführen, die vor allen Dingen verstanden sein will. Und hier setzt der Kampf ein! Vorräte halten und erhalten, heißt sie pfleglich behandeln und beim Verbrauch sorgfältig einteilen und verwenden. Eine Hauptsache ist die richtige Aufbewahrung der zu erhaltenden Lebensmittel. In vielen Neubauten in den Städten sind die Vorratsräume so klein, daß es für die Hausfrau ein Problem bedeutet, Ordnung und Sauberkeit walten zu lassen. Wo ein Keller bequem zur Verfügung steht, regelt sich die Unterbringung leichter. Der Keller muß trocken, luftig und kühl sein, im Winter nicht zu kalt. In gewissen Zeitabständen sind die Einmachgläser nachzuprüfen, ob die Deckel alle fest geschlossen sind, ob bei Marmelade und Gelee nichts schimmelt oder gärt. Die Hausfrau muß sich zu helfen wissen, wenn etwas zu verderben anfängt. Durch Entfernen der Schimmeldecke und Auskochen der Übrigen Masse kann mancher Brotaufstrich gerettet werden, ebenso gärende Früchte durch nochmaliges Aufkochen und Zusatz von Zucker Steintöpfe mit eingelegten Gurken, Essigpflaumen oder eingeschnit- tenem Kraut sind nachzusehen Der Inhalt ist abwechselnd zu verwenden. Die Frau auf dem Lande, die selbst mit großer Mühe und Fleiß die Ernte der Felder und des Gartens einbringt, weiß die Lebensmittel zu schätzen und sachgemäß zu verwalten. Es gibt aber auch auf dem Lande junge Frauen/ denen nicht alles zu- wächst, die auch von Haus aus nicht gewöhnt sind, Vorratswirtschaft zu treiben; ihnen zu helfen ist die Pflicht der älteren Landfrau. Sie muß der Unerfahrenen mit Rat und Tat beistehen, muß ihr Wissen und Können, ihre alten, guten Rezepte weitergeben zum Nutzen der Allgemeinheit. Für die Siedlerfrau bedeutet die Vorratswirtschaft das langsame Anwachsen eines kleinen eigenen Besitzstandes, wie er schöner nicht zu denken ist. Jedes Glas Gelee, jede Weckbüchse wird sie mit Stolz und Freude betrachten. Beim Verbrauch wird sie dieses mühsam erworbene Gut sorgfältig einteilen und verwerten. Dafür wandern ein paar Pfennige in die Sparbüchse oder etwas Zucker wird gekauft, um in 'der Erntezeit den Vorrat an Gläsern und Töpfen mit gut bereitetem Inhalt vergrößern zu können. — Ein Kapitel für sich ist die Verschwendung von Stoffen aller Art durch leichtsinniges Aufbewahren und nachlässiges Reinigen. Wohl jede Hausfrau hat schon Aerger gehabt, wenn sie entdeckte, daß ihre Wintersachen von Motten heimgesucht und zerfressen wurden. Aber auch Betten, Decken und Polstermöbel gilt es zu schützen. Wir finden in allen Hauswirt- jchaftsblättern Ratschläge, wie dieser Plage zu begegnen ist. Wenn alle Hausfrauen mithelfen, daß die Verlustziffern an tatsächlichen Werten herabgedrückt werden, wenn alle Familienmitglieder verständnisvoll der Frau und Mutter helfen, dann wird das so gerettete Volksgut dazu beitragen, unsere Volkswirtschaft vom Ausland frei zu machen und unsere Lebenshaltung zu erhöhen._______________ F. K. Aus der Stadt Gießen. Es darf nichts umkommen! Wenn wir Hausfrauen hören, wie statistisch fest- gestellt wird, daß jährlich IV2 Milliarden Volksvermögen durch Nachlässigkeit, Verschwendung und Unwissenheit vergeudet wird, dann fragen wir uns wohl alle: wie kommt das und wie kann das geändert werden? — Nach der Knappheit der Kriegsjahre, die für alle Hausfrauen eine harte Schule bedeuteten, haben wir uns zu schnell wieder daran gewöhnt, aus dem Vollen zu wirtschaften, oder alles kaufen zu können, was wir nur wünschten, sofern uns nicht der Geldbeutel Halt gebot Es gilt also zunächst einmal die Achtung vor jedem Ding wiederzugewinnen und uns klar zu machen, wie wir in dem großen Haushalt des Staates helfen können, zu sparen Frau Bürklein wetzt sich geschwind an den Zähnen (die nicht mehr alle echt sind) die Zunge scharf. „Wird wohl lange Hosen tragen, die Freundin, was?" Gisch lacht. „Wie Sie alles gleich erraten!" und trollt sich. Es kommt Maria Vandergruen fast sündhaft vor, daß sie mit solcher Freude und Festlichkeit die Vorbereitungen für Fräulein Amelungs Ankunst trifft. Sie hat allerlei Hübsches zum Abendbrot eingekauft, hat das Bett im Fremdenzimmer neu bezogen und aus dem Garten einen mächtigen Blumenstrauß auf den Tisch gestellt. Vielleicht ist dies der Grund ihrer Beschwingtheit, daß sie nie sie selbst war, daß sie immer im Schatten ihres Bruders stand, aus freiem Willen zwar, aber doch gebunden von der Kraft seines Wesens. Es wäre "ein unmöglicher Gedanke gewesen, etwa eine Freundin ins Haus zu bringen, seine Arbeit duldete derlei Störungen nicht. Nicht, daß sie unter solchem Zustand gelitten hätte, aber jetzt kam es doch wie ein Aufwachen über sie. Jeder Mensch muß einmal er selbst sein können, muß sich einmal loslösen dürfen von dem Gleichmaß, das ihm der ewige Alltag auferlegt. — Als es bann klingelte, eilt Maria selbst zur Tür, denn das Mädchen Else, nur tagsüber beschäftigt, ist schon nach Hause gegangen. Draußen steht richtig Gisch, hat ihr verschrammtes Köfferchen in der Hand und ist etwas verlegen. „Kommen Sie!" ruft Maria, nimmt Gisch bei der Hand, und dann jagt sie mit ihr wahrhaftig im Laufschritt durch die Diele die Treppe hinauf und rechts um die Ecke. „Das ist Ihr Zimmer, und nun machen Sie sich's ein bißchen bequem. In einer Viertelstunde nehmen wir drunten das Abendbrot. Sie müssen sich einbilden, daß Sie hier zu Hause sind." Als ob das so einfach wäre! Gisch hat ihr Leben lang zum Waschen bloß eine emaillierte Schüssel gehabt. Leicht gesagt, sich hier zu Hause zu fühlen! „Wenn Sie sich waschen wollen — das Bad ist gleich gegenüber. Kommen Sie, ich zeige es Ihnen!" Ja, von so etwas hat Gisch manchmal geträumt. Weißgekachelte Wände, eine versenkte Wanne, genau wie es in den Romanen beschrieben ist. Maria dreht den Hahn des Waschbeckens auf, dampfend fließt heißes Wasser heraus. Wenn sich auch das Wetter noch immer hartnäckig unfrühlingsmäßig gebärdet, so ließ es sich doch nicht verhindern, daß die Anlagen unserer Stadt doch ihr Frühlingskleid anlegten. Das zarte Grün, das nach zwei schönen sonnigen Tagen in der vorigen Woche üppig aus den Knospen schoß, ließ eindeutig erkennen, daß des Winters Herrschaft endgültig gebrochen worden ist. Die Natur hat also von sich aus schon getan, was zu tun war und hat die Bäume und Büsche mit frischem Grün geschmückt. Außerdem leuchten gegenwärtig um alle Hausecken die üppig mit hellgelben Blüten besetzten Zweige der Forsythia, und die Magnolien schicken sich an, ihre Blüten, die sie bei der jetzigen regnerischen Witterung noch wie Kerzen geschlossen tragen, beim nächsten Sonnenstrahl zu öffnen. Die Gärtner unserer Stadtverwaltung sind nun in allen Anlagen dabei, die Blumenbeete für den sommerlichen Schmuck herzurichten. Ueberall werden die herangezogenen Blumenpflänzchen ausgesetzt, und die Gärtner gehen dabei — wie man sieht — Auf gefahrvollem Arbeitsplatz. In diesen Tagen konnte man, wenn man durch Zufall ober auf dem täglichen Weg zur Arbeit an den Tonwerken Abendstern vorbeigeführt wurde, Volksgenossen bei einer Arbeit sehen, die sich unter nicht alltäglichen Umständen vollzog. In schwindelnder Höhe, an der Krone des etwa 55 Meter hohen Schornsteines der Tonwerke Abendstern, wurde die Blitzableiter-Anlage einer gründlichen Ueberholung unterzogen. Die damit beauftragten Arbeiter (von der Spezialfirma Schmidt & Müller in Erda) hatten sich, um überhaupt bis zu ihrem Arbeitsplatz vordringen zu können, eine lange Leiter steil am Schornstein entlang hinaufführen und über diese Leiter das Material zunächst für einen Aufzug hinaufschaffen müssen. Schließlich wurde über den Aufzug alles Material für die Arbeitsbrücken emporgezogen, von denen aus dann die eigentliche Arbeit am Blitzableiter begonnen werden konnte. Es war immer wieder erstaunlich, zu sehen, mit welcher Sicherheit sich die vier Volksgenossen, die oben beschäftigt waren, auf ihrer schwanken Arbeitsbrücke und in dieser Höhe bewegten. Heber- raschend war es ferner, zu beobachten, mit welcher Geschwindigkeit sie die lange Leiter hinauf- und hinabkletterten, sich ganz verlassend auf den sicheren Griff ihrer Hände und den Stand ihrer Füße. Gestern nun wurde die Arbeit der Ueberholung des Blitzableiters abgeschlossen. Unser Bild zeigt einige der Arbeiter an ihrem luftigen Arbeitsplatz. (Aufn.: Neuner, Gießener Anzeiger.) Reichsmiitterdienst im Deutschen Irauenwerk. gfs. Als Sachbearbeiterin des Reichsrnütterdien- stes im Deutschen Frauenwerk wurde Schwester Elisabeth Müller für den Kreis Wetterau berufen. Schwester Elisabeth Müller kommt aus dem Rheingau und hat hier ihre Arbeit mit einem Doppelkursus in Säuglingspflege angefangen. Außer- Gute Möbel bei Koos Giessen 5chulstn6 dem führt sie einen Lehrgang in der Frauenoberschule und im Seminar der Aliceschule durch. Sie wohnt in Gießen und ist jeden Donnerstag von 15 bis 17 Uhr auf der Geschäftsstelle der Kreis- frauenschast, Frankfurter Straße 1, zu sprechen. Bund Deutscher Mädel, Untergaullö. Betr. VDIN.-Handballlraining. Sonntag, 25. April, beginnt wieder unser Handballtraining auf dem Sportplatz am Trieb. Es werden neue Mannschaften aufgestellt. Antreten pünktlich um 9.30 Uhr auf dem Sportplatz. Betr. BDM.-Leichtathleliktraining. Samstag, 8. Mai, 15.30 Uhr, beginnt wieder das Training und die Abnahme des Leistungsabzeichens auf unserem Sportplatz. Betr. Sportwartinnenschulung in Großen-Linden. Am Sonntag, 25. April, ist in der Schule zu Großen-Linden BDM.-Scharsportwartinnen- und JM.-Gruppensportwartinnenschulung. Anreise bis 8.30 Uhr in der Schule Großen-Linden. Ende 16 Uhr. Die dcutfthe Rrbcitefront 0.5.=0cmcinf(haft „Kraft öunh Freude Letzte Aufführung der Oper „Zar und Zimmermann". Am Samstag, 24. April, 19.30 Uhr, bringen wir als letzte Opernaufführung dieser Spielzeit die komische Oper von Lortzing „Zar und Zimmermann". Durch Ausfall eines Betriebes haben wir eine Anzahl Karten zu 1,— und 1,20 RM. zurückbekommen. Diese Karten sind auf der Kreisdienststelle und an der Abendkasse erhältlich. OerButterbezug während derReisezeit. DNB. Für die Reisezeit wird darauf hingewiesen, daß bei Verpflegung in Gastwirtschaften, Hotels, Pensionen, Speisewirtschaften und dergleichen Eintragung in Kundenlisten für den Butterbezug nicht notwendig ist. Diese Betriebe in Kur-, Badeorten oder Reisegebieten werden für die Dauer der Reisezeit entsprechend dem Mehrbedarf zusätzlich mit Butter beliefert. Für Reisende, welche sich unterwegs selbst beköstigen und dafür Butter in den Butteroerkaufsstellen einkaufen, hat die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel durch Anweisung an ihre Mitglieder Erleichterungen im Butterbezug geschaffen. Die Reisenden erhalten auf den von den bisherigen Butter- lieseranten ausgestellten Bezugsausweisen eine Bescheinigung darüber, wieviel von den in der Kundenliste eingetragenen Personen vorübergehend wegen Abwesenheit nicht mit Butter beliefert werden. Die Dutterverkaufsgeschäfte geben auf diese Bescheinigung ohne Eintragung in die Kundenliste Butter ab und vermerken die abgegebenen Mengen unter Angabe des Abgabetages auf den Bescheinigungen. Verreisen von einem Haushalt mehrere Personen nach verschiedenen Orten, so wird für jede eine gesonderte Bescheinigung auszustellen sein. Wozu ist ein Knochen gut? ZdR. Eine ganze Reihe von Haustieren stattet uns schon bei Lebzeiten gewissermaßen den Dank dafür ab, daß sie gut gefüttert und verpflegt werden. Sie liefern uns Milch und damit gleichzeitig Butter und Käse, Eier und auch Wolle. Werden die Haustiere dazu verurteilt, ihr Leben zu lassen, liefern sie uns je nachdem dann alle ein schönes Stück Fleisch, vielleicht auch Würste, aber auch noch ein Fell oder Federn und — nicht zu vergessen — Knochen, welche vor allem bei der Hausfrau meist nicht beliebt sind, falls sie ihr nicht noch eine schöne Suppe liefern. Höchstens bekommt sie noch der Hund, anderenfalls wandern sie in den Mülleimer. Knochen bilden aber noch wichtige Rohstoffe für verschiedene Industrien. Allein die Leimindustrie hat im letzten Jahr etwa 70 000 Tonnen Knochen verbraucht, die Futtermehlindustrie 40 000 Tonnen und die übrigen Industrien schätzungsweise 20 000 Tonnen. Große Tiere liefern uns eine ganze Menge von Knochen. Eine Kuh von 400 Kilogramm Lebendgewicht liefert z. B. 54 Kilogramm Knochen, aus denen 4,5 Kilogramm Knochenfett, 5 Kilogramm nicht entleimtes und 30 Kilogramm entleimtes Knochenmehl sowie 14 Kilogramm Leim und Gelatine gewonnen werden können. Jedenfalls ist jeder noch so kleine Knochen von Bedeutung, wenn wir sie auch in der Küche nicht immer schätzen. polizeibericht. Einbruchsdiebstähle. In der Nacht zum 22. April zwischen 3 und 4 Uhr wurde in ein Anwesen im Wartweg eingebrochen. Der Täter stieg durch das Speisekammerfenster in die Wohnung ein, durchwühlte in mehreren Zimmern die Behältnisse und entwendete etwa 120 Mark Bargeld, eine goldene Herren-Sprungdeckel- uhr mit goldener Gliederkette, eine verchromte Herrenarmbanduhr mit schwarzem Lederarmband und für etwa 4 Mark Postwertzeichen, darunter einen Satz mit 4 Stück Hitler-Geburtstagbriefmarken. Der Täter verließ, nachdem er sich in der Küche gestärkt hatte, durch die Korridortüre, den Tatort. In der gleichen Nacht gegen 0,30 Uhr wurde im Leihgesterner Weg ebenfalls ein Wohnungseinbruch verübt. In diesem Falle konnte der Täter infolge des offenstehenden Oberlichtfensters das Küchenfenster öffnen und einsteigen. Der Täter, der von der Ehefrau des Wohnungsinhabers gestört wurde, konnte nur in einem Zimmer Behältnisse durchsuchen. Seine Beute war nur eine gelbe Damenbörse mit 10 Mark Inhalt. In den beiden Fällen handelt es sich um ein und denselben Täter, der in ganz raffinierter Weise vorgeht und nicht davor zurückschreckt, in die Schlafzimmer einzudringen. Einfache Diebstähle. In der Nacht zum 21. April wurden aus einem Garten in der Beethooenstraße 5 Paar zum Trock- Memfrevel in oberhessischen Mgewäffern. Eine ernste Warnung. Von dem Bezirksführer des Bezirks VIII Gießen im Gau Hessen-Nassau des Reichsverbandes Deutscher Sportfischer wird uns geschrieben: Es besteht Veranlassung, auf die verschärften Schutzbestimmungen für die Fischerei hinzuweisen, 3umal die in letzter Zeit durchgeführten Strafverfahren gegen Fischereifrevler nicht zur allgemeinen Kenntnis gelangt sind. In den Fischgewässern Oberhessens und der angrenzenden Gebietsteile Preußens sind in der letzten Zeit, besonders in der Lahn und in den ihr zu- fließenden Bächen des Kreises Wetzlar — hier in erster Linie in den Waldbächen —, Spuren frisch ausgeführter Fischwilderei von den Fischereiberechtigten und den staatlichen Aufsicbtsorganen festgestellt worden. Diese Vorkommnisse veranlassen die staatlichen Aufsichtsorgane sowohl wie die Fischereiberechtigten, weitere Schutzmaßnahmen wirksamster Art zu treffen, die rücksichtsloses Vorgehen gegen die Fischwiloerer gewährleisten. Gerade die staatlichen Aufsichtsorgane wenden der weiteren Schutzsicherung der Fischerei, schon mit Rücksicht auf die ernährungspolitischen Maßnahmen zur Durchführung des Vierjahresplanes, erhöhte Aufmerksamkeit zu, und sie sind gehalten, mit allem Nachdruck gegen Fischwilderer einzuschreiten. Der Fischerei, und zwar Berufs- wie Sportfischerei, als wichtigem Glied des Reichsnährstandes, ist durch die verschärften Bestimmungen des Reichsstrafgesetzbuches mit deren Inkrafttreten am 1. September 1935 erhöhter Schutz zuteil geworden, allein schon dadurch, daß Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen der §§ 293 ff. RStGB. nicht mehr, wie die bisherigen strafrechtlichen Bestimmungen es vorschrieben, als Uebertretungen, sondern als Vergehen geahndet werden. Dementsprechend werden derartige Straftaten auch mit recht erheblichen Freiheits- (Gefängnis-) strafen belegt. Gewerbs- und gewohnheitsmäßige Fischwilderei — darunter fällt auch das von Fischwilderern besonders beliebte Greisen der Fische (Forellen) mit der Hand — wird mit einer Mindeststrafe von drei Monaten Gefängnis bestraft. Diese Art der Fischwilderei wird leider auch häufig von Kindern betrieben, zum Teil mit oder auch ohne Wissen ihrer Eltern oder Erziehungsberechtigten. Dadurch wird nicht unerheblicher Schaden angerichtet. Eltern und Erziehungsberechtigte seien besonders auf ihre Verantwortung für die Straftaten ihrer Kinder hingewiesen. Fischereigeräte aller Art, auch den Fischwilderern nicht gehörende, werden eingezogen. Schon der Aufenthalt auf oder an fremdem Fischgewässer mit gebrauchsfertigem Fischereigerät (Angelruten, Reusen, Netze, Stellangeln, Leaschnüre und Schleppangeln auch an Booten) außerhalb der zum allgemeinen Gebrauch bestimmten Wege ist strafbar. Der Geschädigte kann auch Schadenersatz in Form von Naturalersatz an Fischen verlangen. Als schwerere Fälle werden Fischwildereien zur Nachtzeit oder während der Schon- und Laichzeit angesehen. Hierfür ist als Mindeststrafe ein Monat Gefängnis bestimmt. Es ergeht daher an die Fischfrevler, insbesondere an die gewerbs- und gewohnheitsmäßigen Fisch- wilderer, aber auch an die Eltern und Erziehungsberechtigten ernsteste Warnung. Vorsicht sei auch angeraten beim Kauf von Fischen bei Nichthändlern und unbekannten Personen. Lst das Papier knapp? Bringen Sie die Tüte mit! — Auf jeden Deutschen 30 kg Papier im Lahr. Papier gehört nicht in den Ofen! V. A. Wir sind einmal den Erzählungen und Gerüchten nachgegangen, daß in Bälde mit einer erheblichen Papierknappheit zu rechnen sei. Bei der großen Sachkenntnis, die selbstverständlich jeder Laie auf dem Gebiet der Papierproduktion hat, ist es für jeden ja selbstverständlich, daß bei dem erhöhten Bedatf an Zellulose, den Deutschland jetzt infolge der steigenden Kunstseiden- und Zellwollproduktion hat, die Papierindustrie ihren Rohstoffbedarf halbieren, vierteln, achteln, sechzehnteln, vielleicht auch zweiunddreißigsteln müßte. So jedenfalls mein Freund Fritz Meier, den ich fragte, woher er denn wüßte, daß eine Papierknappheit käme. Ja, aber nicht nur mein Freund Fritz Meier wußte um die kommende Papierknappheit, auch meine Frau steckte mir das. Der Bäcker hatte sie nämlich aufgefordert, in Zukunft doch immer die alte Tüte weder mitzubringen, denn jetzt würde doch das Papier knapp und da müßte man sparen. Dieser Tütenfall und die „sinnvolle" Ueberlegung von Fritz Meier zeigt uns, wie die „Papierknappheit" in Deutschland entsteht. Beim Tütenfall liegen die Dinge nämlich sehr klar zutage: Der Fleischermeister wird seine Kundin nicht auffordern, das Pergamentpapier vom letzten Wurstkauf wieder mitzubringen, denn einmal müßte er eine komische Antwort erwarten, zum anderen hat er auch gar kein Interesse daran, denn das Papier gehört ja selbstverständlich auf die Waage. Der Bäcker verkauft aber seine Brötchen nach Stückzahl, die Tüte gibt er also zu. Mehr brauchen wir wohl zu dem Fall nicht zu sagen! Und mit der Fachkenntnis meines Freundes Fritz Meier ist es ebenfalls nur sehr kümmerlich bestellt. Wenn nämlich tatsächlich Papier nur aus Zellstoff hergestellt werden könnte, dann müßten wir allerdings für die ganze Welt, nicht etwa nur für Deutschland, mit einer katastrophalen Papierknappheit in Zukunft rechnen, denn die Produktion von Kunstseide und Zellwolle läuft in der ganzen Welt erst an und wird in einem Jahrzehnt einen Umfang erreicht haben, von dem wir uns heute noch keine Vorstellung machen. Wir können unseren Freund Meier aber beruhigen. Außer Zellstoff sind nämlich die wichtigsten Rohstoffe der Pavier- und Pappenerzeugung Holzschliff, Stroh, Altpapier, Lumpen. Der hochwertige Zellstoff hat also nur einen bestimmten Anteil an der Rohstoffmenge bei der Papiererzeugung. Und zugegeben, daß hier beim Zellstoff zur Zeit ein Zwang zu einer gewissen Einschränkung für die Papierindustrie gegeben ist. Durch Intensivierung der Arbeit, d. h. durch Verwendung von mehr Arbeit auf dasselbe Produkt aus einer wesentlich kleineren Rohstoffmenge durch Verfeinerung des Papiers und die dadurch mögliche Verringerung der Papierftärke, kann aber dieselbe Quadratmeterzahl Papierfläche gewonnen werden. Diesen Weg geht die Papierindustrie mit großem Erfolg. Ein weiteres großes Ersparnismoment liegt in der Vereinheitlichung der Sorten und der Vereinheitlichung der Formate, die den Verschnitt usw. möglichst verhindern sollen. Hinzu kommt, daß durch die Aktion „Kampf dem Verderb" und durch die verschiedentlich durchgeführten Entrümpelungsaktionen immer wieder an Rohstoffmengen für das Papiergewerbe zusammengeholt wird, was irgendwie vorhanden ist. Hier sollte die Sorge der bekümmerten Leute einsetzen, damit nichts an wertvollen Rohstoffen verloren geht! Alte Briefe und Akten gehören nicht in den Ofen, Zeitungspapier nicht in den Müllkasten, sondern beides gehört der Papierindustrie. In Deutschland werden jährlich rund 2,5 Millionen Tonnen, das sind 50 Millionen Zentner Papier, und 550 000 Tonnen, das sind 11 Millionen Zentner Pappe erzeugt. Aus den Kopf entfällt damit in Deutschland pro Jahr ein Papierquantum von 30 Kilogramm! Auf den Kopf, d. h. gleichgültig, ob Baby, Kind oder Erwachsener! Ueberlege sich jeder Leser, wo dieses Papier, das als Altpapier zu mindestens 50 v. H. wieder in die Papierfabrikation mrückwandern könnte, heute vielfach bleibt? Nach dieser Richtung hin muß noch vieles besser werden in den bisherigen täglichen Gewohnheiten der Altpapier- verwendung! Helfe jeder auch hierbei mit im „Kampf dem Verderb!" nen aufgehängte Herrenstrümpfe entwendet. Weiter wurde am 17. April in der Höheren Mädchenschule eine hellbraune BDM.-Jacke mit Steinusknöpfen gestohlen. In der Jacke war die Nummer 6009 ein» theater beschäftigt. Sie hatten ihr Geschäft im Hause Lahnstraße 3 eröffnet, wo es heute noch betrieben wird. Zur Zeit der Geschäftsgründung mar das Stukkateurhandwerk sehr aut beschäftigt, dann kam genäht. Fahrraddiebstähle. Am 20. und 21. April wurden in unserer Stadt 3 Herrenfahrräder, Marke „Stern", „Viktoria" und „Fels", entwendet. Festnahmen. Wegen Vergehens gegen § 175 RStGB. wurden am 21. April zwei hiesige junge Leute im Alter von 26 und 17 Jahren feftgenommen, die nach längerem Leugnen überführt werden konnten. Der Jugendliche wurde nach Vernehmung auf freiem Fuß gefetzt, während der ältere dem Amtsgericht zugeführt und unter Haftbefehl gestellt wurde. Am gleichen Tage wurde ein 26jähriaer Mann wegen Erregung öffentlichen Aergernifses festgenommen. * ** Geschäftsjubiläum. Am morgigen Samstag, 24. April, kann die Firma A u f d e r - mauer & Laberenz in Gießen auf ihr 30jäh- riaes Bestehen zurückblicken. Die beiden Firmeninhaber waren vor dreißig Jahren als erstes Spezialgeschäft in der Branche der Stuck- und Rabitz- arbeiten am Platze bei Arbeiten im Gießener Stadt- für dieses Kunsthandwerk leider eine Zeit des Rückganges, dem aber jetzt wieder ein Aufschwung der Branche gefolgt ist. ** Arbeitsjubiläen. Am 12. April bzw. 19. April konnten folgende Arbeitskameraden auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma Poppe & C o., Gießener Gummiwarenfabrik, Gießen, Zurückblicken: Heinrich Schardt, Gießen, Karl Schmid, Gießen. Sie wurden von der Belegschaft der Firma am Samstag, 10. April, anläßlich eines Betriebsappells gefeiert. Der Betriebsführer der Firma überreichte beiden eine Urkunde und dankte ihnen für ihre treuen Dienste in diesen 25 Jahren. Auch von der Belegschaft wurde den beiden Jubilaren ein Geschenk überreicht. Anschließend sprach der stellvertretende Kreiswalter der DAF., Pg. Jung, einige eindrucksvolle Worte. — Heute konnte Herr Wilhelm Mulch aus Annerod als Dreher der Werk- zeugmacherei bei der Firma Bänninger G. m. b. H. auf eine 25jährige Tätigkeit zurückschauen. Wie üblich, versammelten sich um 8.30 Uhr vormittags der Leiter der Firma und die Arbeits- kameraden an dem festlich geschmückten Arbeitsplatz des Jubilars zu einer schlichten Feier. Hierbei wurden Herrn Mulch durch den Betriebsführer Herrn Carl Bänninger Dank und Anerkennung für die in 25 Jahren der Firma geleisteten Dienste ausgesprochen. Ferner mürben noch von vier Vertretern der Gefolgschaft in schönen Worten Glückwünsche dargebracht. Dem Jubilar wurden sowohl von der Firma, als auch von der Gefolgschaft wertvolle Geschenke überreicht. Schöffengericht Gießen. In seiner gestrigen Sitzung hatte sich das Schöffengericht mit dem H. L. aus Winnerod 3u befassen, der wegen fahrlässiger Transportgefährdung angeklagt war. Als Führer eines Personenkraftwagens hat er am 27. 12. 1936 in Allendorf am Ortsausgang nach Climbach an einem unbewachten Bahnübergang der Strecke Lollar—Grünberg einen Zusammenstoß mit einem Eisenbahnzug verursacht. Der Angeklagte hatte es versäumt, mit der nötigen Sorgfalt auf den herannahenden Zug zu achten, ob- wohl der Lokomotivführer deutlich Signal gegeben hatte. L. fuhr auf die Maschine des Zuges auf, wurde zurückgefchleudert und fuhr nochmals gegen einen Personenwagen auf, wobei ein Fenster in Trümmer ging und eine Reisende im Gesicht unerheblich durch Glassplitter verletzt wurde. Der Per- sonenkraftwagen wurde von dem Zuge 17 Meter weit mityefchleift. Der Angeklagte selbst hat nur geringfügige Verletzungen erlitten. Mit Rücksicht darauf, daß er schon feit 1925 im Besitze des Führerscheins, noch unvorbestraft und auch bewiesenermaßen sehr langsam gefahren ist, verurteilte ihn das Gericht wegen fahrlässiger Eisenbahntransportgefährdung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von einem Monat zu einer Geldstrafe von 150 Mark. Außerdem wurden ihm die Kosten des Verfahrens auferlegt. Aus der engeren Heimat. Oie ersten Landdienstgruppen des BOM. NSG. Am 25. April wird auf dem Graf Görtzschen Gut in Schlitz eine Landdienstgruppe von 13 Mädeln und 2 BDM.-Führerinnen eingesetzt. Noch werden Helle freundliche Schlaf- und Aufenthaltsräume hergerichtet, damit die Mädel sich wohlfühlen und ihre Freizeit in froher Kameradschaft verbringen können. Es ist dies die erste Betriebsgruppe in unserem Obergau, während im benachbarten Hartershausen bereits seit Februar eine Dorfgruppe von 8 Mädeln auf einzelnen Höfen tätig ist. Die Mädel kommen aus allen Berufen und stellen sich freiwillig 9 bis 12 Monate dem Land zur Verfügung. Zuchthäusler entflohen. LPD. Rockenberg, 22.April. Einem Insassen des Zuchthauses „M a r i e n s ch l o ß", der in der Dienstwohnung eines Beamten eine Arbeit ausführte, gelang es, bei dieser Gelegenheit zu entfliehen. Durch den Garten gelangte er auf die Straße und gewann unbeachtet den Dorfausgang, von dem aus er in den Wald gelaufen sein muß. Obwohl die Aufsichtsbeamten sofort die Verfolgung aufnahmen, konnten sie ihn nicht mehr erreichen. Kreis Schotten. Hü Laubach, 21. April. Am Sonntagabend fand im „Schützenhof" die Jahreshauptversammlung des Schützenvereins Laubach statt. Der Vereinsführer O. H ö g y gedachte nach feiner Begrüßungsansprache der im abgelaufenen Vereins- fahr verstorbenen vier Kameraden. 'Aus dem Jahresbericht war ersichtlich, daß bei den letztjährigen Veranstaltungen gute Schießergebnisse erzielt worden waren. Der Vorsitzende wies sodann auf die Eingliederung des Deutschen Schützenbundes in den Reichsbund für Leibesübungen und auf die neue Bezirkseinteilung der Schützenvereine hin. Die von Georg Tröller vorgetragene Rechnung zeigte eine Einnahme von 420 Mark und eine Ausgabe von 352 Mark. Sodann wurden die Schießtage für 1937 festgesetzt. Das Eröffnungsschießen findet am 9. Mai, das Hauptschießen am 29. August statt. Auf der Spur der Mörder des Jagdaufsehers Hoffmann. Eine elfköpfige Familie verhaftet. LPD. Frankfurt a. M., 22. April. Die Er- rnrttlungen der Frankfurter Kriminalpolizei zur Aufklärung des Mordes an dem Jagdaufseher Ernst Hoffmann aus Köppem haben am Donnerstag auf eine greifbare Spur geführt. Die Polizei hat. am Donnerstag die elf köpfige Familie Stürtz aus Köppern verhaftet. Die Poli- zei hat Grund zu der Annahme, daß sich unter den Festgenommenen auch der oder d i e Täter be- finden. Es steht bereits fest, daß eines der Familienmitglieder, nämlich W i l h e l m S t ü r tz , der seiner Arbeitsstätte in der letzten Woche schon „wegen Krankheit" ferngeblieben ist, am Freitag seinen Vater in Köppern besuchte. Es interessiert die Polizei vor allem zu erfahren, wo sich der Vater Emil Stürtz und sein Sohn Wilhelm Stürtz, der in Frankfurt-Heddernheim wohnt, zur Stunde der Tat aufgehalten haben. Die Polizei hat durch Zeugen einwandfrei festgestellt, daß die Tat zwischen 6,13 und 6.15 Uhr am Freitagmorgen der vergangenen Woche ausgeführt worden ist. Oie Bergstraße in voller Blüte. Lpd. Bensheim, 22. April. Das am Mitt- rvoch niebergegangene Unwetter an der Bergstraße hat, wie der Gebietsausschuß Bergstraße- Odenwald im Landesfremdenverkehrs - Verband Rhein-Main mitteilt, glücklicherweise keine nen« nensroerte Beschädigung der Baum- blute verursacht. Der nördliche Teil der Bera- straße wurde von dem Unwetter überhaupt nicht berührt: lediglich Bensheim und Heppenheim mürben gestreift, ober auch dort ist von einer wesentlichen Beeinträchtigung der Baumblüte nicht die Rede. Dor dem sozialen Ehrengericht. Lpd. Frankfurt a. M., 22. April. Vor dem ozialen Ehrengericht in Frankfurt hatte ich ein Darmstädter Bäckermeister zu verantworten, )er ein Haus besitzt, das einen Einheitswert von 75 000 Mark hat. Der Monatsumsatz des Beklagten beziffert sich auf 50 000 bis 60 000 Mark, sein versteuertes Jahreseinkommen auf 11000 bis 12 000 Mark. Trotz dieses Einkommens hat der Beklagte feine Gehilfen und Lehrlinge weit über die für Bäckereibetriebe zulässige Arbeitszeit hinaus beschäftigt und obendrein nicht einmal die Ueberstun- den bezahlt. Die Gehilfen arbeiteten wöchentlich weit über 54 Stunden. Roch länger wurden die Lehrlinge beschäftigt. Das Gericht stellte fest, daß sie bis 12 Stunden arbeiten mußten, obwohl der eine Lehrling erst 16 und der zweite sogar nur 15 Jahre alt ist. Nach Schluß der Arbeit am Abend mußten die Lehrlinge noch die Backbleche reinigen und Vorarbeiten für den nächsten Tag leisten, so daß sie an den meisten Tagen bis 20 oder 21 Uhr beschäftigt waren. Außerdem wurden die vorgeschriebenen Ruhepausen nicht eingeholten. Zum Mittagessen wurden Lehrlinge und Gesellen gerufen und mußten gleich nach dem Essen wieder weiterarbeiten. Die „Mittagspause" hat kaum 20 Minuten gedauert. Das soziale Ehrengericht verurteilte den Beklagten wegen seines unsozialen Verhaltens zu einer Geldstrafe von 600 Mark und Tragung der Gerichtskosten. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, daß ein so unsoziales Verhalten, wie es der Beklagte bewiesen habe, auf keinen Fall geduldet werden könne. Die Arbeitszeit sei im Tarifver- trag festgelegt: sie dürfe ohne Not auf keinen Fall überschritten werden. Wenn Ueberstunden nicht zu vermeiden seien, dann müßten sie selbstverständlich bezahlt werden. Nicht einmal diese Selbstverständlichkeit habe der Beklagte erfüllt. Er habe aber auch durch die Beschäftigung der Lehrlinge bis zu zwölf Stunden om Tage seine Pflicht als Betriebsführer gröblich verletzt. Gerade der Heranwachsenden Jugend müsse genügend Freizeit und Ruhe gewährt werden, damit sie sich körperlich und geistig entwickeln könne. Wirtschaft. Günstige Dankenentwicklung im März. Die soeben erschienenen März - Ausweise der Banken lassen eine überraschend günstige Entwicklung erkennen. Da in den März im wesentlichen die Unterbringung der letzten großen 800-Millio- nen-RM.-Konsolidlerungsanleihe des Reiches bei der Depositen- und Effektentundschaft fiel, hätte man nach den früheren Erfahrungen erwarten können, daß die Anleihezeichner zur Bezahlung der Stücke auf ihre Bankguthaben zurückgreifen müßten und daß daher die günstige Einlagenentwicklung der Vormonate im März eine Unterbrechung erfahren würde. Mag auch in Einzelfällen ein solcher Rückgriff erfolgt sein: in den Gesamtziffern der Einlagenentwicklung tritt er jedenfalls nicht in die Erscheinung. Es hat sich vielmehr der Einlagenanstieg ohne Unterbrechung fortgesetzt, teilweise in sehr beachtlichem Umfange. Besonders deutlich kommt dies bei den Berliner Großbanken zum Ausdruck, deren Einlagebestände sich bei einem Februar-Zuwachs von 56 Millionen Reichsmark um weitere 106 Millionen Reichsmark erhöhen konnten. Gleichzeitig haben diese Banken im Zusammenhang mit dem Fruhjahrsbedarf der Wirtschaft eine verstärkte Kredittätigkeit entwickelt, die diesmal auch nach außen zahlenmäßig zum Ausdruck gelangt. Während zwar seit längerer Zeit der Kreditumschlag ständig im Wachsen begriffen ist, gingen regelmäßig doch die Schuldentilgungen über die Neuausleihungen hinaus. Nunmehr sind die Kredite auch dem absoluten Betrag nach gestiegen, und zwar bei den Großbanken im März gegenüber Februar um insgesamt 67 Millionen Reichsmark. Berücksichtigt man, daß überdies noch die Finanzierung des Quartalsultimos besondere Ansprüche an die Banken stellte, so erhält man ein Bild von der um- sassenden Tätigkeit, die die Banken im März zu entfalten hatten. Dindennarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rindernutzviehmarkt in Gießen standen 373 Stück Großvieh, 61 Fresser und 104 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 420 bis 520 Mark, 2. Qualität 280 bis 360 Mark, 3. Qualität 210 bis 240 Mark; Rinder bis Z4-jährig 100 bis 170 Mark, bis 2jährio 160 bis 220 Mark, tragend 280 bis 430 Mark; Kälber bis 2 Wochen 16 bis 20, bis 4 Wochen 25 bis 35, bis 6 Wochen 40 bis 50 Mark. Marktoerlauf schleppend, Ueber- stand. — Nächster Markt 4. Mai. Dhein-Maimsche Börse. TNillagsbörse: freundlich. Frankfurt a. M., 22. April. Die Mittagsbörse eröffnete am Aktienmarkt ohne besondere Vorgänge. Das Geschäft ist infolge der geringeren Kundschaftsbeteiligung recht ruhig geworden. Die Grundtendenz blieb aber freundlich, die Mehrzahl der Kurse konnte sich behaupten. Am Montanmarkt lagen Hoesch 1 v. H. höher mit 124,13, Mannesmann etwas belebt mit 125,75 bis 125,90 (125,75), Verein. Stahl 121 (121,25), Klöckner 132,90 (133) und Rheinstahl uno. 160,25. IG.-Farben setzten mit 170,75 (171,50) ein, später 171. Von Elektroaktien waren RWE. etwas lebhafter mit 129,50 bis 130 (129), Felten 143,75 (143,50), AEG. 42,75 (43). Maschinen- und Motorenwerte wurden leicht gefragt und zogen 0,25 bis 0,50 v. H. an, fest Gebr. Junghans mit 137 (135), Daimler 141 (140). Bau- und Zementwerke blieben unverändert. Von Zellstoffaktien Aschaffenburg 0,65 v. H. niedriger mit 142,40. Die gestern stärker gestiegenen Westdeutsche Kaufhof ermäßigten sich auf 63 (63,65) und Bemberg auf 121,25 (121,75). Leicht befestigt waren AG. für Verkehr, Hanfwerke Füssen und Fein- mech. Setter. Schiffahrtsaktien .notierten behauptet, Reichsbank bröckelten auf 200,50 (201,50) ab. Am Rentenmarkt hielt die Nachfrage an. Lebhaftes Geschäft hatten Kommunal-Umschuldung mit 93,40 bis 93,50 (93,35). Reichsaltbesitz uno. 124,50, Städte-Altbesitz unv. 128, ebenso Reichsbahn-VA. mit 127,40. 1947er Verein. Stahl 99,25 (99,40). Im Verlaufe blieb das Geschäft im ganzen klein. Die Kurse am Aktienmarkt unterlagen kleinen Schwankungen, wiesen aber per Saldo nur geringe Abweichungen auf. Lebhafter blieben Mannesmann mit 125,90 bis 126,25 nach 125,75, auch Hoesch auf 124,50 nach 124,13 erhöht, Verein. Stahl 121,25 bis 121,13 nach 121. Weiter fest lagen RWE. mit 130,50 nach 130. JG>Farben schwankten zwischen 170,75 bis 171. Weiter rückläufig lagen Bemberg mit 120,50 Brief nach 121,25, auch Westdeutsche Kaufhof mit 63 angeboten. Am Rentenmarkt erhöhten sich Kommunal- Umschuldung auf 93,55 nach 93,50, auch Altbesitz wurden mit 125 nach 124,50 gefragt. Für Pfandbriefe war die Nachfrage ruhiger, die Kurse blieben unverändert, nur Rheinische Hyp. gestrichen Geld, do. KO. 98 (97,75). Liquidationspfandbriefe und Stadtanleihen notierten unverändert. Von Industrie-Obligationen waren 5proz. Eisenbahn-Bank weiter fest und rationiert mit 92 (91,25), auch Dekosama Neubesitz fest mit 36,50 (35,75). Abendbörse: behauptet. Bei freundlicher Grundstimmung hatte die Abend- börse nur wenig Geschäft. Am Aktienmarkt notierten die Kurse Größtenteils unverändert, teilweise erfolgten Anpassungen an den höheren Berliner Schluß, so u. a. bei Deutsche Erdöl auf 151,75, bei Junghans auf 138, bei Deutscher Eisenhandel auf 159,50. Etwas höher waren ferner Aschaffen» Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börje. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. z Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börje Schluß» kurs Schlußk Mittag börse Schluß» kurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittag, börie Datum 21 4. 22.4 21 4. 22-4. Darum 21.4. 22-4- 21-4- 22-4. 5% Deutsche Neichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 51/2% Young-Anleihe von 1930 .. 4%% Hessische Volksstaat von 1929 4y2% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 4Yi% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. Reichsanleihe-Wtbesitz.......... Lberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten.............. 47i% Hess. L andesbk. Darmstadt Goldpfe. R. 12.............. 57i% Hess. Landes-Hyp.-Bank Liqu. Goldpfe............... 4Ti% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 47i% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4*4% Darmstädter Komm.-Lan- desbank R. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte 1.............. 47i% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 47i% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... 57t% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 57z% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... Steuergutschein-Verrechnungskurs 5% Moldmexikaner von 1899 .... 4% Lesterreichische Goldrente.... 4,2% Oosterreichische Silberrente. 47z Ungarn Staats von 1913 .... 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 5% Rumänen von 1903......... 4*/r% Rumänen Gold bott 1913.. 4% Gnheits-Rumänen......... 4% Türken Bagdad l........... 4% Türken Bagdad II.......... 2*4% I. Anatolier.............. A.G. für Verkehrswesen......6 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Dorz.-Wt. 7 Reichsbanl................. 12 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Banl... 4 Deutsche Diskonto............4 Dresdner Bank..............4 102,13 98,9 104 99,75 100,65 99 124,5 134,25 99 101,4 97,5 99,5 97,75 101,65 101,65 110,25 134,5 17,5 17,9 127,4 201,5 113,4 117,5 105 102,13 98,9 104,13 99,75 100,75 99,13 125 134,13 99,25 101,4 99 97,75 97,5 131,5 99,5 97,75 101,65 101,65 110,25 134 17,5 17,75 127,4 201 113,4 117,5 105 102,13 98,9 104,25 99,75 101 99,13 124,5 99 131,75 99,25 101,65 110,3 134,4 44,25 17,75 17,9 127,4 200,5 129,75 113,4 117,5 105 102,13 98,9 104,75 99,75 101 99,25 124,8 99,25 97,75 131,5 99,25 101,65 110,3 134,25 44 17,4 17,75 127,5 201 130 113,4 117,5 105 Accumulatoren-Fabrik....... 12 ä KU-Kunstseide.............O Aschaffenburg Zellstoss........3 Bemberg...................O Bekula..................... 8 Buderus Eisen...............4 Cement Heidelberg........... 7 Gement Karlstadt............6 Chade A.-C............... 9 Conti Gummi.............. 11 Daimler Motoren............5 Dessauer Gas............... 4 Deutsche Erdöl..............6 Deutsche Gold» und Silber .... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen........6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. K. Farben-Jndustrie.......7 Felten & Guilleaume.........6 Gesfürel....................6 Th. Goldschmidt.............6 Grihner Maschinen...........O Harpener................. 2 7i Hoesch Eisen............... 37t Philipp Holzmann...........6 Ilse Bergbau................6 Ilse Genüsse................6 Kali Aschersleben............5 Klöcknerwerke.............47t Kokswerke und Chemische Fabrik 6 Lahmeyer..................6 Mainkraft...................4 Mannesmann...............3 Mansfelder Bergbau.......6% Metallgefellschaft.............6 Crenftetn & Koppel..........O Rheinische Braunkohle....... 12 Rheinische Elektro............ 6 Rheinstahlwerke..............6 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 Rütgerswerke ...............6 Salzdetfurth Kali..........17t Schuckert & Co...............6 Schultheis Patzenhoser........4 Siemens & Halske...........8 Süddeutsche Zucker......... 10 Vereinigte Stahlwerke......87t Westdeutsche Kaufhof.........O Westeregeln Alkali............5 Zellstoff Waldhof............6 Otavi Minen...............0,6 143 121,75 165,13 133,5 168,75 175 188,5 140 149,5 263 135,5 150,4 171,5 143,5 150,5 144,5 46,65 162,5 123,25 153,5 144,5 127,75 133 127,4 98 125,75 153,5 134 160,25 129 148 167 171 200,5 200 121 63,65 127,25 162,25 143 120,25 164,75 134,25 168,75 188,5 140,5 151,75 264 178 135,5 150,5 170,65 143,75 151 144,5 46,9 162,5 124,5 .153 144 127 132,9 128 98 126,13 161 154,25 137,25 160,25 130,5 148,5 167 170,5 200 200,25 121,25 63 125,5 162,5 31,13 215 142,25 122,25 165,75 133,75 188,65 140,4 119,65 149,25 178,5 135,5 150,5 171,13 143,5 150,13 144,5 46,5 162,5 123,75 154 175 144 127,5 132,5 150,5 127,65 125,75 161,25 153 97 134 160,25 129,25 149,9 166,9 171,25 100,5 200,5 121,13 62,9 126,75 161,75 31,25 142,4 120 165,5 134,5 188,5 140,75 119,5 151,75 178,5 135,5 150,75 170,5 143,25 150,9 145,75 46,75 163 124,4 154 178 143,5 126,25 133 151 127,5 126,5 160,75 153 96,5 230,13 133,5 160,65 130,5 149 168,25 170,75 100,4 200,25 200,1 121 62,9 126,5 160,75 31,25 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.M. 21 .April 22.April 21 .April 22-April Amtliche Notierung Geld | Bries Amtliche Notierung Geld | Bries Amtliche Notierung Geld | Bries Sinnliche Notierung Geld | Bries Buenos Aires............. Brüssel................... Rio de Janeiro............ Polen.................... Kopenhagen............... 0,755 41,94 0,156 47,04 54,65 0,759 42,02 0,158 47,14 54,75 0,755 42,01 0,157 47,04 54,85 0,759 42,09 0,159 47,14 54,95 Japan.................... Jugoslawien.............. Oslo..................... Wien..................... Lissabon.................. 0,713 5,694 61,51 48,95 11,11 0,715 5,706 61,63 49,05 11,13 0,714 5,694 61,74 48,95 11,15 0,716 5,706 61,86 49,05 11,17 Danzig................... London................... HelsingforS................ Paris.................... Holland.................. Italien................... 47,04 12,24 5,415 11,08 136,16 13,09 47,14 12,27 5,425 11,10 136,44 13,11 47,04 12,285 5.43 11,035 136,18 13,09 47,14 12,315 5,44 11,055 136,46 13,11 Stockholm................ Schweiz.................. Spanien.................. Prag..................... Budapest................. Neuyork.................. 63,08 56,77 16,98 8,646 2,488 63,20 56,89 17,02 8,664 2,492 63,30 56,87 16,98 8,646 2,488 63,42 56,99 17,02 8,664 2,492 Mänteln 2808 A 0 □ Fürdie kühlenTage des Frühlings empfehlen wir Marktstraße 4-8 10.75 13.50 15.75 19.50 und höher Sport-Mäntel jugendl. schöne Formen 17.50 23.00 28.50 34.00 und höher Damen-Mäntel elegante Verarbeitung 35.00 39.50 44.00 49.00 und höher Gabardine-Mäntel in guten Qualitäten 26.50 29.75 33.00 39.50 und höher Regen-Mäntel Batist.....von 8.95 an Lederol... von 6.95 an Regen Mäntel Satin,mod. schöne Färb. Deutsche Gymnastik Unterricht für Erwachsene und Kinder Beginn der Kurse 3. Mai Anmeldungen jederzeit Erika Berthold Gymnastiklehrerin, Gießen. Posener Straße 16 2809D Druckschriften In gefalzten Bogen In Heftform und gebunden klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet und sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel undVerkehr.lndustrle und Bewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. 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Die beiden Verfasser des vor kurzem er- schienenen Kommentars zum Reichsnatur- schuhgeseh haben hier auf Grund ihrer langjährigen Erfahrungen und ihres weitgehenden Einblicks in das Werden der neuen Ra- lurschuhverordnung, die nun für das ganze Reich gilt, die Verordnung und alle dazu, gehörigen bisher erschienenen Ergänzungs- bestimmungen nach juristischen, verwaltungstechnischen, wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten ausführlich erläutert und geben damit fettem eine gründliche Aufklärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur überhaupt, fei es beruflich oder als Liebhaber und Naturfreund, in Berührung steht. Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Tier- und Pflanzenfreunde, nicht nur Erzieher, Richter und Rechtsanwälte müflen über die Fragen des Naturschutzes unterrichtet sein, sondern auch botanische Vereine, Na- turalien-u.Herbarien-Handlungen und Lehrmitteigeschäfte, Präparatoren, Ausstopfer, Pflanzensammler, Schmuckreisig-Verkäufer, Kranzbinderelen und die mit der Überwachung der Märkte beauftragten Beamten, Feldhüter, Polizeistellen usw. - Bestellungen durch alle Buchhandlungen. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde iml m IV) Sonntag,den 25 .Avril 1937 14.30 Uhr AlWeW verbünd, mit Gaben- und Ehrenvreis- fcßießen. [28,id Junggewohnt- 4^ alt getan - türalle Wäsche Thom'pson's Schwan füketZZPfq. Doppel pake! nur^OPfg. Stadttheater W Heute | Sonntag ■ 20.00-22.00 Einmalig. Gastspiel Die Nachrichler in Mm Preise: 0.80 - 3.00 RM. '19.30-22.30 Außer Miete! Zum letzten Mal Zar und Zimmermann Komisch Oper von Lortzing. Preise von 0.80 — 2.50 RM. Hebet Naturschutz und Naturkunde des Hugo Bermühler Berlages, Berlin-Lichterfelde. Ditte verlangen Sie noch heute von Ihrem Gießener Buchhändler das ausführliche bebilderte Werbeblatt „Freunde der Natur sind Freunde guter Bücher". Hier abschneiden! 4 Röllchen 413 Rohbau Morphiumvergiftung). Sofort den Arzt rufen! Röllchen, Bezeichnung für gestärkte Leinenrollen. Die früher in den Rockärmeln gesteckt wurden, um einen gestärkren Hemdärmelbund vorzutäuschen. Römer, geschliffenes Rheinweinglas aus buntem, meist grünem Glas von pokalartiger Form, deffen hoher Fuß vielfach reich verziert ist. Röntgenstrahlen sind Strahlen, die eine sehr kurze Wellenlänge haben. Sie können durch sehr viele undurchsichtige Körper hindurchgehen, und zwar werden Körper von spez. höherem Gewicht schwerer durchdrungen als die spez. leichteren, daher kommt es, daß Knochen usw. bei der Durchleuchtung als Schatten sichtbar sind. Röntgenstrahlen sind ein ganz außerordentlich wichtiges Mittel zum Erkennen der verschiedensten Erkrankungen (Knochenbrüche, Magen- und Darmerkrankungen, Lungenkrankheiten, Veränderungen am Herzen usw.), sie find aber ebenso wertvoll als Heilmittel für mannigfache Erkrankungen (Bestrahlung bei Hautkrankheiten, bei Krebs usw. Vergleiche Strahlenbehandlung. Rösten, bei Fleisch und Kartoffeln schnelles Braten in heißem Fett, bei Weißbrot das Erhitzen und leichte Anbräunen auf einem Herdröster oder in einem elektrischen Brotröster, bei Kaffee das Braunbrennen der grünen Bohnen. Röstbrot. Röstzwieback find leicht verdaulich und für Kranke und Kinder geeignet. Rötel, roter Toneisenstein Mineral, dient als Zeichenmittel bei Rötelzeichnungen. Röteln, eine Infektionskrankheit, die hauptsächlich Kinder befällt. Es entsteht ein Ausschlag, der dem Masernausschlag sehr ähnlich auch die übrigen Krankheitserscheinungen sind denen bei Masern sehr ähnlich, doch viel gelinder. Der Ausschlag verschwindet nach einigen Tagen wieder Fieber ist gering, selten katarrhalische Erscheinungen. Inkubationszeit (siehe dort) etwa 2 bis 3 Wochen. Behandlung: einige Tage Bettruhe. Rogate, lat., Bedeutung: bittet, der fünfte Sonntag nach Ostern. Rogen, noch im Fisch vorhandene Fischeier, die sehr nahrhaft sind. Geräucherter Rogen wird als Brotaufstrich verwendet. Der Rogen des Störs und Sterlet wird als Kaviar bezeichnet. Rogener, andere Bezeichnung für weiblichen Fisch. Roggen, Korn eines Getreidegrases, das als Sommer- oder Winterkorn angebaut wird und eines der wichtigsten Nahrungsmittel liefert. Der Anbau von Roggen ist volkswirtschaftlich von größter Bedeutung. Roggen wird zu Mehl, Grütze und zu Kaffeeersatz verarbeitet. Roggenmuhme, Roggenmutter, germanische Märchengestalt, die sich nach früherem Glauben in Kornfeldern aufhält. Rohbau, der noch unverputzte Neubau eines Hauses ober sonstigen Gebäudes. Nähe, sticke, stopfe mit der bestens bekannten Pfaff-Nähmaschine Telephon 3369 HJKIRAVFT Oie deutsche Marke Seltersweg 30 Nähe elektrisch, es ist bequem - benutze die kleine sparsame Nählampe burger Zellstoff mit 143 (142,40), dagegen gingen Holzmann mit 153 um 1 o. H. zuruck. Montanaktien lagen nicht ganz einheitlich, aber zumeist behauptet. Gut behauptet blieben Maschinenaktien, ebenso IG.-Farben mit 170,65. Am Renten- markt erhöhten sich Dekosama III auf 99,75 (99,40), Offenbacher Holzwertanleihe auf 25 (24,75) und Kasseler Landeskredit Goldpfandbriefe wurden mit 99,25 wieder notiert. Kommunal-Umschuldung galten etwa 93,60 bis 93,65. frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 22. April. Auftrieb: Rinder 1007 (gegen 1129 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter 173 (201) Ochsen, 166 (177) Bullen, 542 (579) Kühe, 126 (172) Färsen. Kälber 331 (497), Hämmel und Schafe 23 (59), Schweine 1180 (446). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42 bis 45 (am 15. April 43 bis 45), b) 39 bis 41 (38 bis 41), c) 34 bis 36 (—). Bullen a) 41 bis 43 (41 bis 43), b) 39 (39), c) 34 (34). Kühe a) 41 bis 43 (41 bis 43), b) 35 bis 39 (36 bis 39), c) 27 bis 33 (28 bis 33), d 16 bis 25 (18 bis 25). Färsen a) 42 bis 44 (44), b) 40 (40), c) 35 (35), d) 26 bis 28 (—). Kälber a) 60 bis 65 (60 bis 65), b) 53 bis 59 (53 bis 59), c) 42 bis 50 (41 bis 50), d) 30 bis 40 (28 bis 40). Hämmel b2) 48 bis 53 (46 bis 50). Schafe nicht notiert. Schweine a) 52,50 (52,50) bl) 52,50 (52,50), b2) 52,50 (52,50), c) 51,50 (51,50), d) 48,50 (48,50). Sauen gl) 52,50 (52,50), g2) 50,50 (—). Marktoerlauf: Rinder und Sck)weine zugeteilt. Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Schweinemarkt in Butzbach. * Butzbach, 22. April. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 590 Ferkel zum Verkauf gestellt. Bei flottem Handel verblieb geringer Ueberstand. Es wurden bezahlt: bis 6 Wochen alte Tiere 13 bis 15 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 15 bis 18 Mark, 8 bis 10 Wochen alte 18 bis 22 Mark pro Stück. SJL-^port Eine tüchtige Gege'fliegenn. Mit einer famosen Leistung wartete in diesen Tagen die ostpreußische Sportstudentin Jngeborg 3Ü e tz e l auf. Bei der Borbereitung auf einen Lehrgang an der Hochschule für Leibesübungen konnte sie mit einem Segelflugzeug eine Höhe von 1500 Meter erreichen, nachdem sie im Schlepp eines Motorfliegers in 200 Meter ausgeklinkt hatte. Frl. Wetzel flog dabei von Königsberg nach Großkuh- ren und legte 60 Kilometer zurück. Der Höhenflug bedeutet für Ostpreußen Rekord. Fagioli bei Auto-Union. Nachdem die Auto-Union die Einladung zum Großen Preis von Rio de Janeiro am 6. Juni angenommen hat und Hans Stuck nach Brasilien entsendet, kann Stuck am Avus- und Eifel-Rennen nicht teilnehmen. Aus diesem Grunde hat sich die Auto-Union entschlossen, den bekannten italienischen Meisterfahrer Luigi Fagioli, der im Vorjahr für Mercedes- Benz startete, für diese beiden deutschen Rennen zu verpflichten und mit ihm auch ein Abkommen für weitere internationale Rennen getroffen. Die Rennmannschaft der Auto-Union hat durch Fagioli eine Verstärkung erhalten. Fagioli wird weiter in Tripolis die deutschen Farben vertreten, so daß also beim Großen Preis von Tripolis die Auto- Union mit fünf Wagen vertreten sein wird. Am Steuer sitzen Europameister Bernd Rosemeyer, Hans Stuck, Ernst von Delius, Luigi F a - g i o l i und Rudolf Hasse. Als Ersatzmann fährt noch Hans Müller mit. Sportamt »Kraft durch Freude". Allgem. Körperschule, Lyzeum, Dammstraße 26, nur für Mitarbeiter der DAF. 18.15 bis 19.15 Uhr, offener Kursus 20.30 bis 21.45 Uhr. Schwimmen, Volksbad, Seltersweg, für Männer und Frauen gemeinsam, 20.30 bis 21.30 und 21.30 bis 22.30 Uhr. Reiten, Universitäts-Reitinstitut, Brandplatz, 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr. Neue Kurse: Für die Kurse Jiu-Jitsu, Tennis, Boxen und Reiten werden noch Anmeldungen auf der Dienststelle, Schanzenstraße 18, entgegengenommen. Kurze Sportnotizen. Einen neuen estnischen Rekord im Diskuswerfen stellte der Wurfathlet Mäaerits bei einem Vereinssportfest in Valga mit 48,20 Meter auf. Wieder einmal Kampf der Lokalrivalen! BfB.-Reichsbahn - Spielvereinigung 1900. Der kommende Sonntag bringt wieder einmal das Spiel! 1900 und VfB.-Reichsbahn stehen sich mit ihren ersten Mannschaften im Kampf um die Punkte, im Pflichtspiel, gegenüber. Das Spiel wird auch diesmal seinen Reiz nicht verfehlen, wenngleich die Situation in der Bezirksklasse als ziemlich entschieden angesehen werden kann. Zwar geht es nicht um die Meisterschaft — leider — deren Anwartschaft sich die beiden hiesigen Mannschaften auf mancherlei Weise verscherzt haben, auch geht es nicht um den zweiten und den dritten Platz, sondern aller Aufwand an Ehrgefühl konzentriert sich darauf, den Abstieg zu vermeiden. Eine etwas ungewohnte Situation ist es, daß zwei Mannschaften, die sich seit Jahrzehnten unangefochten in der Bezirksklasse zum mindesten auf Mittelplätzen sicher halten konnten, diesmal gegen Abstiegsgefahren zu kämpfen haben, und dabei nach dem Papier in der Leistung hinter manchem Landverein rangieren. Man kann in diesem Zusammenhang nur wünschen, daß sich in der kommenden neuen Spielzeit das Bild wieder zum Bessern wandelt. Für die Mannschaft der Spielvereinigung ist die Abstiegsgefahr zwar gebannt, für die Grünweißen aber besteht sie nach wie vor und erscheint kaum abwendbar, wenn alle Dinge ihre Ordnung behalten. Es steht außer aller Frage, daß es zu bedauern ist, wenn die Leute vom Waldsportplatz als Gegner in der Bezinksklasse aus- scheiden. Im übrigen geht es bei dem bevorstehenden Kampf wieder einmal um das allgemeine Ansehen. Das Vorspiel konnten die Leute vom Trieb ziemlich klar mit 4:1 Toren gewinnen. Wie das bevorstehende Spiel aussehen wird, ist genau so wenig mit Sicherheit zu sagen wie bei allen derartigen Spielen vorher. Ehrensache für jeden der beiden Vereine, seine stärkste Vertretung aufzustellen! Ehrensache für jeden Mann in jeglicher Mannschaft, alle Kraft einzusetzen, alle Ritterlichkeit walten zu lassen und alles zu geben, was er an Technik und Geschicklichkeit aufzubieten hat. Ernste Verpflichtung aber auch den Zuschauern gegenüber, die den Mannschaften die Treue halten, auch wenn sie das Tabellenende zieren! Wie stark das Interesse ist, geht daraus hervor, daß auch zu diesem Spiel immer wieder die Fragen erwogen werden: Wer spielt für VfB.? Wie stellt 1900 die Mannschaft auf? Wie wird der Kampf ausgehen? Mit allem Für und Wider wird die Frage des Abstiegs erwogen und nach jedem Spieltag in immer wieder neuem Lichte betrachtet. Der Kampf findet auf dem Waldsportplatz statt. Beiden Mannschaften vertrautes Gelände! Es wird sich aber voraussichtlich nach den anhaltenden Regenfällen in einer wenig glücklichen Verfassung befinden, wenn nicht noch viel Sonnenschein trocknen hilft. Ob „Platzvorteil" entscheidenden Einfluß hat, bleibt abzuwarten. Von VfB.-Reichsbahn hören wir folgende Mannschaftsaufstellung: Meißner Heß Kramer Krämer Thron Berlebach Szponik Fehling Radtke Bach Wilhelm Die Spielvereinigung 1 9 0 0 meldet als ihre Vertretung wiederum ihre bewährtesten Kräfte, und zwar: Löbsack II Sack Löbsack I Ranft Schellhaas Schmelz Heilmann Erhardt Lippert Zeiler Schmidt. Auf die Mannschaft kommen wir morgen noch zu sprechen. Rundsunkprogramm. Samstag, 24. April: 6 Uhr: Alte Kirchenweise — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. Als Einlage: Plaudereien von den Wiesbadener Maiwochen. 10: Schulfunk 11.15: Hausfrau hör zu! 11.40 Kolonna- deneinweihung in Wiesbaden, ein Funkbericht. 11.50: Landfunk. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, Offene Stellen, Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Tonfilm-Parade. 15: Volk und Wirtschaft. Allerlei Neuigkeiten. 15.15: Wir bemerken dazu ...! Unser Sommerkleid. 15.30: Ein Stück Schwälmer Heimat. Einkehr bei einer Stickerin und einem Korbflechter. 16: Froher Funk für alt und jung. 18: Aus der Welt des Sportbuches. Hitler-Jugend, Deutschlands Sportjugend. 18.15: Sportschau. 18.30: „Pioniere sind stets munter". Ein Militärkonzert von den Pionieren und ihrer Tradition. 19.30: Der Zeitfunk bringt die Wochenschau. 19.55: Ruf der Jugend. 20: Nachrichten. 20.10: Rund um die Liebe in Gesang, Musik und Tanz. 22: Nachrichten. nur bewundern ist nichtdas Richtige. Aber sich zu einer überraschenden Preiswürdigkeit einen schönen Mantel, modisches Komplet oder Kleid zuzulegen, das ist richtig, und das können Sie bei Gebe. Imheuser am Markt 2805a Das Fachgeschäft für Damen- und Mädchenbekleidung Drogerie Bornemann Gießen, Bahnhofstraße 17 2810a llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Druckschriften |nn SÄ 8ooe" In gebundenenAusgaben klar in der Schrift, übersichtlich angeordnet, sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr, Industrie und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Jede Lieferung schnell, gut und preiswert! Brühl’sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 Oy iN> c/n allen ^hotofragen fleht DTmen gern mit Kat und Fat zunSeite: ; Rohkost 414 Rollmops Rohkost, ungekochte Gemüse, Früchte und Körnerfrüchte sowie Nüsse als Nahrungsmittel. Rohkost als einzige Ernährungsform ist nicht allgemein zu empfehlen, da der Mensch von Natur aus auf gemischte Kost eingestellt ist und,da die Nahrungsmittel der reinen Rohkost zu arm an Eiweiß und Fetten sind. Sehr gesund ist es dagegen, möglichst täglich Salat und Obst zu essen. Rohr, Streifen aus tropischen Echilfpflanzen oder Rohrpflan- zen, die zum Umflechten von Korbmöbeln oder als Stuhlgeflecht dienen. Rohrgeflecht wird mit Seifenwasser gebürstet und in die Sonne zum Trocknen gestellt. Spanisches Rohr wird zu leichten Spazierstöcken verarbeitet. Rohrbruch. Beim Bruch eines Wasserleitungsrohres Eimer und Bütten unterstellen und sofort den Haupthahn schließen! Der Rohrbruch kann nur durch einen Installateur behoben werden. Rohrpost, Beförderung von Briefen, die in Hülsen stecken und in großen Gebäuden oder im Verkehr zwischen Postämtern mit Preßluft durch eine Rohrleitung geschickt werden. Rohrpoftbriefe und Karten werden sofort ausgetragen. Rohseide, mattglänzende Bastseide, Rohseide wird mit Waschbenzin oder lauwarmem Seifenwasser gereinigt. Rokoko, franz., Bedeutung: Muschelwerk, im 18. Jahrhundert Stilform der äußeren Architektur und Innenausstattung, die. sich durch anmutig geschwungene Linienführung auszeichnet. Rolf, männlicher Vorname germ. Herkunft ebenso wie Ralf, Abkürzung von Radulf, Bedeutung „der Wolf", d. h. der Kluge im Rat. Rolladen, Fremdwort Jalousie, Fensterschutz gegen Sonne oder Kälte aus äufgereihten Holzstäbchen oder Blechstreifen, die zwischen Führungsschienen herabgelassen werden. Das Eurtband muß von Zeit zu Zeit mit einem Öllappen eingerieben werden. Der Kasten, der den hochgezogenen Rolladen aufnimmt, muß regendicht sein, der Schlitz für den Zuggurt im Winter abgedichtet werden. Rolle, Vorrichtung zum Glätten, Mangeln von Wäsche, s. a. unter Mangel Rollfilm, aufgerolltes Filmband, das in den vhotographischen Apparat eingelegt wird und mehrere Bilder nacheinander aufnehmen kann. Nach jeder Aufnahme wird der Film weitergedreht. Der gewöhnliche Rollfilm kann erst wieder herausgehoben werden, wenn die mögliche Zahl Aufnahmen gemacht ist. Bei Leicafilmrollen kann man den belichteten Teil in der Dunkelkammer abschneiden lasten. Die normale Lebensdauer des unverbrauchten Films ist gewöhnlich auf der Packung angegeben. Rollmops, marinierter, entgräteter Hering, der zusammen- Bel der Rohkost-Ernährung ist es wichtig, daß alles Gemüse und alle Früchte richtig zubereitet werden. Dazu stehen Ihnen gute Helfer zur Verfügung, wie Rohkost- Hacker und Maschinen aller Art, Zitronenpresse usw. Alle diese Geräte werden Ihnen gern gezeigt bei 3- B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. s L 2.45 2.50 bester Grundware p. m Stoff-Spezialhaus Bernardi Sohn GIESSEN, Plockstraße 14—16 2812 A 1.85 2.45 2.65 2.65 2.75 Mattkrepp-Drnck, 95 cm breit, in modischem Dessins auf erstklassiger Grundware___p. m Mattkrepp-Streifen, 95 cm br., neuartige Farbstellungen, p.m Wellenkrepp. 95 cm br., in sehr schönen modisch. Tönen, p. m Mattkrepp, 95 cm breit, in großem Farbsortiment ... ,p. m Krepp-Satin, 95 cm breit, in allen gangbaren Farben, p. m Krepp-Satin-Tnpfen, 95cm br., d.groß. Art.für Blusen,Besätze u.Kleid., auf pa. Grundw., p. m Flamenga-Druck, 95 cm breit, neue, solide Frauenmuster auf M ■‘'Wr- MM Seidenstoffe Mattkrepp-Drnck,95 br.,i.groß- A *7E züg.,hellgrund.Blumenm.,p.m le IU .MMtzAG. ötOMMiS Borkenkrepp-Streifen,65 br.,in n Qft eleg.Farbzusammensteil.,p.m. 4 ■ O U Piqnö-Tapfen. 95 cm br., apart. 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