r. 2<)8r einzelnen Nummern^ klolge höherer Gewalt ^ernsprechanschlüsse Inter Sammelnummer 2251 Tnschrist sür Drahtnach» echten. Anzeiger Sieben Postscheckkonto: jrantfurt am Main 11686 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Te^t- anzeigen von 70mm Brette 50 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Vereinbg.25"/s mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein* spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- n. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B DeuGland erweist dem toten Feldherrn die letzte Ehre. Der feierliche Staatsakt für General Ludendorff in München. Die Aufbahrung in MnalenerGeneralkommanbo München, 21. Dez. (DNB.) In stiller Feier rv.rden am Dienstag um 10 Uhr die sterblichen Überreste General Ludendorffs in den Fah- nrjaal des Generalkommandos des VII. Armee- top s in der Schönfeldstraße übergeführt. Am M rbezimmer in dem unmittelbar gegenüberliegende Josephinum holten der Chef des Generalftabes bei VII. Armeekorps Oberst B r e n_rr e ck e, und ein D"engeleit von sieben Offizieren den nur mit Helm jltji) Degen des Verblichenen bedeckten Sarg ab. Dircf) einen Ehrenspalier der Wehrmacht wurde der Scrg quer über die Straße bis zur Einfahrt des 8-"ieralkommandos getragen, wo der Kommandie- rtibe General des VII. Armeekorps und Befehls- ha er im Wehrkreis VII, General der A^llerie ».Reichenau, ihn empfing und in dem im pfe iten Stockwerk des Generalkommandos gelege- itf Fahnensaal geleitete. Hinter dem Sarg schritten W’- beiden Söhne des Feldherrn, während IWi'a u Ludendorff von einem Fenster des Entenhauses aus dem eindrucksvollen Akt bei- torinte. Der Fahnensaal ist mit schwarzen Tüchern Lkjgeschlagen und mit den Fahnen und Standar- ,|lfr der Truppenteile des Standortes München geschmückt. Kerzen werfen ihr flackerndes Licht auf br von der Reichskriegsflagge bedeckten und mit f^ n und Degen des Feldherrn geschmückten Sarg, sÄ »essen Seiten zwei Stabsoffiziere des Heeres und bei Luftwaffe die Ehrenwache halten. Zu Füßen Hs Sarges, an dem General v. Reichenau einen Mibeerkranz niedergelegt hat, sind vier Kissen mit b-er Orden und Kriegsauszeichnungen 1 des Feld- fern ausgebreitet. Hier sieht man das Großkreuz lr- Eisernen Kreuzes, den Pour le merite mit Eicienlaub, das Großkreuz des Preußischen Roten D rordens mit Stern, das Großkreuz des Bayeri- che« Militär-Max-Zofeph-Ordens mit Stern, das sinißkreuz der Eisernen Krone mit Stern, der höch- I österreichischen Kriegsauszeichnung, die höchsten »rischen und Kaiserlich Osmanischen Auszeich- gen, das Großkreuz des Bulgarischen Tapfer- torbens und all die vielen anderen Orden, etwa n der Zahl. im persönlichen Auftrage des Füh- s und Reichskanzlers hat Gauleiter atsminifter Adolf Wagner 10.30 Uhr im »ralkommando an der Bahre des verstorbenen §el Herrn im Beisein des Generals v. Reichenau, |!|ru Dr. Mathilde Lubendorff und des Hauses LU^ndorff das tiefempfundene Beileid des füh r e r s zum Ableben des großen Toten über- itar)t Gegen Mittag legte der Chef des General- ’ iek'-s des VII. Armeekorps, Oberst Brennecke, und im Namen des C h ess s des General- !!a»es des Heeres, Geüeral der Artillerie 'Zeck, einen Kranz an der Bahre nieder. München im Trauerschmuck. Mrdig und ernst, schlicht und feierlich ist der <5önud’, den München zum Tage der Trauerfeier umlegte. Prof. Georg Buchner, der Schöpfer so riBhr festlicher Ausschmückungen der Stadt, wurde wchch diesmal beauftragt, die Straßenzüge, durch fclb 'ich der Trauerzug bewegt, entsprechend dem 'CÖr- des Tages zu gestalten. Am Siegestor, r« ner feierliche Staatsakt feinen Anfang nimmt, tinnen der mittlere und die beiden seitlichen Bogen si4v»rz verhangen, so daß sie den Blick nach Norden MiHen. Die beiden seitlichen Tore tragen auf ssjsyoiirzem Hintergrund das Eiserne Kreuz i ir rchwarz mit Silber. Der mächtige mittlere Tor- titopn erhielt mit zwei langen Fahnen der alten uni der neuen Wehrmacht einen wirkungsvollen Mdt rgrund, der durch das Hoheitszeichen dües Dritten Reiches verstärkt wird. Bor den Erti Pfeilern des wuchtigen Tores stehen vier hohe Mtzk^en, deren jeder einen großen silbernen Lor- fefeer trägt. Dor dem mittleren Tor wird auf schwarz «Mcsschlagenem Podest der Sarkophag ruhen. j)i>t Straßenseiten beiderseits des Siegestores Uberd-n in einer Länge von etwa 100 Meter durch öitgi schwarze senkrecht zur Straße stehende M des Generalkommandos trugen sechs Unteroffiziere den mit dem Fahnentuch der alten Reichskriegsflagge und mit Helm und Degen des Feldherrn bedeckten Sarg in die Scbönfeldstraße, wo die Lafette und das Ehrengeleit feiner harrten. Während der Sprg, zu dessen Seiten 10 Fackelträger der Wehrmacht schritten, und hinter dem die beiden Söhne und alte Freunde des Hauses Ludeydorff folgten, auf die von sechs Rappen gezogene Lafette gehoben wurde, präsentierten die Ehrenkompanien das Gewehr. Langsam und feierlich setzte sich das Ehrengeleit unter der Führung des Kommandeurs des Jnf.-Rgts. 61, Oberst Sintzenich, in Richtung Kaulbachstraße und Schackstraße zum Siegestor in Bewegung. Die Spitze bildete eine Ehrenkompanie des Infanterie- Regiments 61. Ihr folgten die vier Ordenskifsen- träger, die Lafette mit dem Sarg, die Angehörigen des Feldherrn und vier Stabsoffiziere des Heeres und der Luftwaffe. Den Schluß des Trauergeleits bildete eine Ehrenkompanie der Wehrmacht. Nur der Rhythmus der Soldatenschritte, das Getrappel der Pferde und das Rasseln der Lafette hallt durch die dunkle, winterkalte Nacht. Bald hatte der Zug das Siegestor erreicht, das im hellen Flammenschein von vier Pylonen aufragte. Im Paradeschritt zogen die beiden Ehrenkompanien links und rechts der Ludwigstraße auf, und während die Truppe das Gewehr präsentierte und sich die Degen der Offiziere senkten, fuhr die Lafette vor die Mitte der Durchfahrt des Siegestores. Der Sarg wurde von Unteroffizieren auf das hohe Podest im mittleren Torbogen des Siegestores gehoben, von dessen Hintergrund die Kriegsflaggen des alten und neuen Reiches leuchteten. Die Stabsoffiziere der Ehrenwache, die die Lafette begleitet hatten, zogen am Sarge auf, auf dem die Ordenskiffen gelegt wurden. Die SevölkelMg Münchens grM den toten zeldtzmn. Noch war die sechste P-orgenstunde nicht angebrochen, und schon setzte in einer mehrere Stunden hindurch nicht mehr abreißenden Kette der Zustrom der Münchener Bevölkerung ein, die dem \am Siegestor aufgebahrten toten Feldherrn die letzte Ehre erweisen wollte. In unabsehbaren Reihen zogen die Volksgenossen an dem mit Tannebgewinde bekleideten Podest vorüber und grüßten in stillem Gedenken und mit erhobener Rechten den Feldherrn. Auf den zu Füßen des Sarges ausgebreiteten Orden- und Ehrenzeichen spiegelte sich der Flammenschein von den schwarz umhüllten Pylonen. , Silberglänzend hebt sich von dem mit den Kriegsflagqen des alten und neuen Reiches geschmückten Hintergrund des mittleren Torbogens der mächtige Hoheitsadler ab, der auf hohem schwarzem Sockel die Aufbahrungsstätte krönt, während die beiden seitlichen Torbogen in schlichtem Schwarz das Eiserne Kreuz tragen. 20 lange Trauerfahnen säumen links und rechts die Ludwigstraße. Die Farbe öer Trauer tragen auch die Pylonen, die zu beiden Seiten der Ludwigstraße bis in die Höhe der Feldherrnhalle aneinander gereiht sind. Der Weg, den der Trauerzug zur Feldherrnhalle nehmen wird, ist schon jetzt von Tausenden gesäumt. 3n Llwariung des Trauerzuges. Tau ende Hanen des Trouerkondnttes. Wohl der kälteste Tag, den München bisher in diesem Winter zu verzeichnen hatte, ist angebrochen. Das Thermometer zeigt in der neunten Vormittaasstunde 12 Grad unter Null. Heber den Straßen der Stadt liegt der graue Nebeldunst eines scharfen kalten Wintermorgens. In weitem Umkreis wird der Straßenbahn- und Autoverkehr umge- leitet, damit der Trauerakt in der inneren Stadt in feiner vollen Würde vollzogen werden kann. Trotzdem die Arbeit nicht ruht, und nur die Schulen geschlossen sind, erkennt man schon außerhalb des Stadtinnern den Zug der Massen zur Ludwig st raße. Dort harren die Menschen zum Teil schon feit langen Stunden in der grimmigen Kälte unentwegt aus. Tausende wollen Abschied nehmen von Ludendorff, wollen den Führer grüßen un£ das junge Heer sehen, das dem großen Feldhrirn der alten Armee die letzte Ehre erweist. Längst ist die Ludwigsttaße von Soldaten im Stahlhelm abgefperrt, dahinter in lockeren Abständen das Spalier der Männer der ff. Teilweise in vielen Staffeln baut sich hinter der Absperrung wie eine lebende Mauer die Bevölkerung auf. Je näher man dem Siegestor kommt, um so dichter werden die Menschenmafsen. Langsam rückt der Zeiger vor, die Wintersonne versucht die Nebelschwaden über der Stadt zu verdrängen. Während die Stunde des Staatsaktes immer näher rückte, war das Siegestor ununterbrochen das Ziel vieler Tausende von Volksgenossen, die am Sarge General Ludendorffs vorbeidefilierten. Ein endloser Zug der Trauernden, von Männern und Frauen aus allen schicktten, Frontsoldaten, Kameraden, die 19.2 3 mit dem Gene - r a I marschierten. Langsam und gemessenen Schrittes ziehen sie vorüber. Dann und mpnn tritt ein Volksgenosse aus der Reihe und legt einen letzten Blumengruß neben dem Sarge nieder. Fast vier Stunden zieht so der Strom der Menschen an der Bahre vorbei. Schon längst sind die Spalier-Mannschaften an- getreten. Bis zur Theresienstraße säumen die Männer im feldgrauen Rock und im Stahlhelm die beiden Seiten der Ludwigstraße,' den üblichen Weg bis zur Feldherrnhalle umrahmen die Angehörigen der Gliederungen der Partei und dahinter Tausende von Volksgenossen. Ihre Augen wenden sich nicht ab vom Siegestor. Hell schimmert der graue Stein in der matten Wintersonne und hebt sich scharf ab von dem schwarzen Tuch, das den Hintergrund des Tores verhüllt. Wie aus Erz gegossen stehen die Ofstziere der Ehrenwache am Sarge. Jetzt rückt dröhnenden Schrittes die Ehrenkompanie an. Hinter dem Musikkorps und den Spielleuten marschieren die vier Fahnen des ehemaligen 3 9. Infanterie-Regiments, dessen Inhaber General Luden dorff war. Hämmernden Schrittes zieht die Ehrenkompanie des JR. 19 auf und nimmt an der Ostseite der Ludwigstraße Aufstellung. Vier Offiziere treten vor den Sarg und nehmen die Ordenskissen ab. Dayn treten vier Generale vor die Bahre, senken den Degen und nehmen zu beiden Seiten des mittleren Torbogens Ausstellung. Unbeweglich stchen sie mit gezogenem Degen. DerReichsmegsminiflerMSargedesIeldherrn Eine der größten Gestalten prenßisch-denlschen Soldatentums ist von uns gegangen. Arn Sarge hält dann der Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg folgende Ansprache: „In ehrfurchtsvoller Trauer steht die deutsche Wehrmacht und mit Ihr das ganze deutsche Volk an der Bahre eines genialen Soldaten, eines wahrhaft großen, deutschen Mannes. Ein Heldenleben, dessen Denken und Handeln ausschließlich Deutschland galt, ist vollendet, ein Leben, das arbeitsreich war wie das weniger Menschen, das auf die höchste Höhe des Ruhmes kührte und dem auch tiefe Tragik nicht erspart blieb. Deutschland verlor einen Mann von gewaltiger Willenskraft, einen leidenschaftlichen Kämpfer für bU Macht und die Größe der Nation. Ungewöhnlich wie die Persönlichkeit des Generals Ludendorff ist auch fein Lebensweg. Körperlich und geisttg gestählt durch Erziehung im Kadettenkorps wird dem jungen Offizier der Frontdienst zur Grundlage feines Führertums. Rasch führt ihn sein militärifcher Werdeaang aufwärts. Im Generalstab öffnet sich ihm sein eigentliches Tätigkeitsfeld. Er gelangt in die Stellung, in der er zum ersten Male zu geschichtlicher Bedeutung für Volk und Reich heranwächst. Als Chef der Aufmarschabteilung im Großen Generalstab sieht er mit fhrem Blick die zunehmende politische und mllttärijche Gefährdung Deutschlands. Er sieht weiter als die meisten Verantwortlichen seiner Zeit. Er erkennt, daß nur die re st lose Ausschöpfung der deutschen Wehrkraft die Möglichkeit bietet, das Reich dem drohenden Verhängnis zu entziehen. Immer wieder erhebt Ludendorff seine warnende und mahnende Stimme. Seine kämpferische, kompromißlose Ratur bringt ihm hierbei den ersten großen Konflikt von geschichtlicher Auswirkung. Es gelingt Ludendorff nicht, feine wehrpolitischen Forderungen voll in die Tat umzusehen. Die verantwortlichen Führer finden sich mit Halbheiten ab. Der unbequeme Warner aber wird in eine andere Stellung verseht, die seiner Persönlichkeit keineswegs entspricht. Bei Ausbruch des Weltkrieges steht Ludendorff nicht an tfer ihm gebührenden Stelle in der Obersten Heeresleitung. Aber dem begnadeten Soldaten bietet sich auch an anderer Stelle die Gelegenheit, Ruhm und Lorbeeren zu ernten. Der Hand- streich auf Lüttich — einst von ihm selbst als Chef der Aufmarschabteilung vorgeschlagen — scheint gescheitert. Da bringt Ludendorff an die Stelle eines gefallenen Brigadekommandeurs. „Inmitten der vordersten Schützen stürmt er mit anfeuernden Zurufen seiner Brigade voran", berichtet das amtliche Werk über den Weltkrieg. Durch den Fortsgürtel hindurch reißt er die Brigade bis in bie Stadt hinein vor. Kurze Zeit darauf ruft ein Befehl des Obersten Kriegsherrn ihn nachdem O st e n an die Seite des neuen Oberbefehlshabers der VIII. Armee, General v. Hindenburg. Was General Ludendorff, Seite an Seite mit dem schon vor ihm in Walhall eingezogenen Generalfeldmarschall geleistet hat, gehört zu allen Zeiten zu den schönsten Ruhmesblättern deutscher Geschichte. Zunächst als General st abschef, vom August 1916 an aber unter voller Mitverantwortung, die er selbst ausdrücklich beantragte, stehl er als Er st er Generalquartier m e i st e r an der Seite des Feldmarschalls. 3n angespanntester Geistesarbeit durch Tag und Rächt, vier Jahre hindurch, hat er Deutschland davor bewahrt, wieder, wie so oft in vergangenen Jahrhunderten, zum Kriegsschauplatz zu werden. „An der Glut in seiner Brust, am Lichte seines Geistes entzündete sich" — mit Clausewitz gesprochen — „die Glut des Vorsatzes, das Licht der Hoffnung aller anderen von neuem." Der Name Lubendorff läßt nicht nicht trennen von ben Taten des deutschen Heeres unb ben Leistungen unseres Volkes im Weltkrisge: Die Kriegsgeschichte wirb ihn immer nennen, wenn sie vom Weltkrieg spricht, von ben klassischen Der- nichtungsschlachten im Osten, wie sie die Weltgeschichte nur selten einem Felbherrn vergönnt, ebenso wie von ben Abwehrschlachten im Westen unb ben Angriffsschlägen im Osten, Süben, Sübosten unb im Frühjahr 1918 an der Westfront. Aufrecht und unnachgiebig geht ßubenborff seinen Weg. Nur eingebaute bewegt ihn: L i e b e z u m V a t e r-> lanb. Nur ein Streben kennt er: ben Vernichtungswillen bes Feinbes zu brechen. Es ist, als ob Clausewitz seine Worte auf -biefen Mann geprägt hat: „Wie ein Obelisk, auf ben bie Hauptstraßen eines Ortes zugeführt finb, so steht in ber Mitte ber Kriegskunst gebieterisch hervorragend ber feste Wille eines stolzen Geistes". Als Ludendorff Ende Oktober 1918 entlassen wirb, ist ber Weg zur Novemberrevolte frei. Der General selbst hat seine eigene unb bie Waffenehre bes beutschew Heeres bis zum bitteren Ende rein gehalten. Mit tiefem Schmerz im Herzen hat er ben Zusammenbruch erlebt. Noch härter, kantiger und kompromißloser wurde sein Wesen. Ungebrochen blieb fein Kampfeswille. So marschiert er am 9. November 1923 neben bem Führe r an ber Spitze tzes Zuges zur Felbherrnhalle in München. Unerschrocken setzt er auch hier sein Leben ein für Deutschlanbs 2Bieb er gebürt. Der weltanschauliche Kampf um. bie seelische Geschlossenheit bes deutschen Volkes hat die letzten Jahre dieses tapferen Geistes ausgefüllt. So ist ein Mann von uns gegangen, der einst mit starker Hand ins Rad der Geschichte griff, ber Jahre hindurch mit dämonischer Willenskraft das belagerte deutsche Volk mit sich riß. voller Ehrfurcht und tiefer Dankbarkeit sehe« wir in ihm einedergrößten Gestalten preußisch - deutschen Soldatentums. Seine charaktervolle Persönlichkeit ist aus ewig verbunden mit dem Heldentum der Großen Krieges. In tiefer Trauer um den Heimgang dieses großen Soldaten, aber auch voller Stolz darüber, daß Ludendorff einer der unseren war, senkt die Wehrmacht ihre Fahnen. Sein Geist wird im deutschen Volk und vor allem in der deutschen Wehrmacht weiterleben als Ansporn zu höchstem Einsatz für Deutschland. Frontsoldaten ehren Ludendorff. Berlin, 21. Dez. (DNB.) Der Bundesführer bes Deutschen Reichskrieger - Bundes (K y f f h ä u s e r b u n b), Oberst a. D. ^-Gruppenführer R e i n h a r b t, erließ folgenbe Kundgebung zum Tode des Generals Lubendorff: In der Trauer des ganzen deutschen Volkes um biefen Feldherrn nehmen wir Männer des Deutschen Reichskriegerbundes Abschied von einem großen Soldaten, dessen Name und Tat um- tränzt ist von dem Ruhme der alten «Armee im Weltkriege. Persönliche Tapferkeit, Willenskraft und Charakterstärke, unermüdlicher Arbeitseinsatz, strategische Meisterschaft und das unerschütterliche Vertrauen auf den Endsieg der deutschen Waffen ließen General ßubenöorf, an der Seite bes Felbmarschalls von Hinbenburg zu einer einzigartigen militärischen Führergestalt aufragen. Sein Name war e i n eiserner Begriff ber Front. Die' Persönlichkeit fiubenborffs, unumstritten für ben Front- solbaten in ihrer militärischen Größe, unb sein« Feldherrnkunst, bie uns in ben schwersten Abwehrschlachten ben Willen und die Möglichkeit des Durchhaltens und in bem Ringen von Tannenberg bis zur Großen Schlacht in Frankreich 1918 bie Sieg« beutscher Waffen gab, werben immer bas höch ste Dorbilb bes beutschen Solba - t e n bleiben. Mannhaft unb beseelt von glühenbster Vaterlanbsliede hat General Lubendorff ben Kampf für uns weitergeführt, als Deutschland ein Opfer der heimtückischen Revolte geworden war, welche die Kraft der siegreich geführten Waffen zerbrach. Bis zum letzten Atemzug galt fein Einsatz bem völkischen Deutschland, fein Kampf den überstaatlichen Feinden unserer Nation. Ehrend und dankend senkt der Deutsche Reichskriegerbund seine Fahnen vor dem Feldherrn Lubendorff. Britische Ernüchterung. Einige englische Zeitungen, die noch vor gar nicht langer Zeit dem Bolschewismus mit einem überaus milden Urteil begegneten, ja, sich über die deutsche Rassengesetzgebung unendlich mehr ereiferten als über das furchtbare Massenelend im Reiche des roten Zaren, haben sich jetzt ermannt und d i e jung st en Hinrichtungen mit Worten von erfrischender Deutlichkeit begleitet. Sie haben das GPU.-Jubiläum schmucklos eine „Schlachthausfeier" genannt, sie haben von dem einzigen, dem russischen Staatsbürger verbliebenen Recht gesprochen, das darin bestehe, in aller Stille ohne Warnung hinterrücks erschossen zu, werden. Und eine Zeitung hat sogar den Mut aufgebracht, sich gegen die Mitläufer Moskaus, gegen die „Menschenrechtler" und sonstigen „Freunde der Sowjetunion" im eigenen Lande mit einer Bemerkung zu wenden, die man ihr auf der Linken so rasch nicht vergessen wird. Sie erklärte wörtlich: „Einer Tatsache kann man sicher sein. Wenn Deutschland oder Italien oder irgendein anderes Land auch nur einen Bruchteil der von Stalin durchgeführten Hinrichtungen begangen hätte, so würden unsere Roten und Rosaroten die Alderthalle mit einem G e - heulder Entrüstung erfüllen, und zwar nicht nur einmal, sondern Woche um Woche. So aber hört man nicht einmal ein Geflüster, wenn Stalin sein Schlächterwerk oollführt." Hoffen wir, daß die maßgebende englische Presse bei dieser lauten Tonart verbleibt, und nicht eines Tages auch wieder in ein Geflüster oder in ein verderbliches Schweigen zurückverfällt. Hätte sie schon früher angefangen, dem britischen Bott Stalin in seiner wahren Gestalt vorzuführen, so wäre in der europäischen Polittk sicherlich manches anders und besser gelaufen. Denn auch Eden hätte schließlich einer brittschen Oeffenttichkeit, die mit Massenmördern auf Regierungssesseln nichts zu tun haben will, Rechnung tragen müssen. So aber war es die englische außenpolitische Führung, die den Bolschewisten Gelegenheit gab, im Zuge des Spanienkonflikts das Hauptwort zu führen und auch in Genf-das gleiche verderbliche Sjnel zu treiben. Widerstand gegen die politischen Intrigen der blutdürstigen Bolschewisten wurde üon, englischer Seite nicht geleistet, kein Wunder also, wenn Moskau das Hinnehmen Englands in der Praxis als brittsche Unterstützung bewertete. Wie peinlich für die Herren im Foreign Office, jetzt in den großen Londoner Zeitungen Betrachtungen zum sowjetrufsischen Schreckensregiment lesen zu müssen, die ihnen mit Ausdrücken abgrund- ttefen Entsetzens zu Gemüte führen, mit w e m sie sich in Genf und im Nichteinmischungsausschuß eingelassen haben und wen sie geradezu ermutigten, als sie es ablehnten, nach den Angriffen auf die „Deutschland" und die „Leipzig" den Gesetzen der internattonalen Solidarität Rechnung zu tragen. Genug dieser Erinnerungen. Wir nehmen nicht an, daß die großen Londoner Blätter morgen schon wieder vergessen haben, was sie eben an Derurtei- lung der Bolschewisten aussprachen. Wir erwarten, daß sie nun, nachdem sie sich zu einer klaren Beurteilung des Sowjetsystems durchgerungen' haben, zu ihrem Teil michelfen werden, Europa vor den Schrecken des, Bolschewismus zu bewahren. D. S. Enge Zusammenarbeit der französischen und britischen Lustwaffe. London, 22. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die „Times" meldet aus Paris, daß bei den Besprechungen zwischen dem französischen Luftfahrtminister Cot und Lord Swinton ein Übereinkommen erzielt worden sei, daß die beiden Luftfahrtministerien England und Frankreich technische Informationen aus tauschen werden. Die Möglichkeit bestehe, daß e'ine französische technische Mission britische Fabriken besuchen und die britischen Herstellungsmethoden studieren werde. „News Chronicle" erklärt, die Luftfahrtmission werde sich nicht mit politischen .Vorschlägen, wie z. B. einem Luftpakt für Europa befassen, sondern einen engen Kontakt zwischen dem französischen und dem britischen Stab der Luftstreitkräfte Herstellen und praktische Probleme der Verteidigung der beiden Länder beraten. Besonders dringend sei die Frage der Verteidigung von London und Parias sowie der industriellen Gebiete Nordfrankreichs. und Englands gegen Luftangriffe. Zur Zeit des Locarno-Paktes habe England seine Beobachterposten in Belgien gehabt, heute sei die Lage infolge der neuen belgischen Außenpolitik anders. Daher sei ein englisch-französischer Plan für die Verteidigung in der Luft über dem Kanalgebiet notwendig. „Daily Telegraph" schreibt, daß Großbritannien mit Interesse und Genugtuung das Programm-zur Vergrößerungderfran- zösischen Luftwaffe betrachte, zumal es diese mit den neuesten Maschinen ausrüsten solle. Die französische und die britische Regierung wünschten enge Zusammenarbeit in allen Flotten- und Luftwaffenangelegenheiten, die beide Länder berührten. ♦ Luftfahrtminister C o t erklärte auf einem Empfang zu Ehren bet Teilnehmer am Weitstreckenflug der Luftwaffe nach Madagaskar und Jndochina, Frankreich habe npt diesem Flugmanöver zunächst in Afrika und den französischen Kolonien seine Macht demonstrieren wollen. Frankreich wisse nun, daß es innerhalb weniger Stunden seine Geschwader von Europa nach Afrika entsenden könne, deren Bombardie- rungs- und Feuerfähigkeit ungeheuer seien. Das Eingreifen solcher Geschwader in eine Land- oder Seeschlacht würde entscheidend sein. Frankreich wünsche für sich und die anderen ein freies M i t t c l m e e r. Zur Zeit des Luftmanövers sei diese Freiheit infolge gewisser Fälle von Seeräuberei (Cot verschweigt bezeichnender Weise, daß es sich um Sowjetangriffe auf die Schiffahrt im Mittel- meer handelt) bedroht gewesen. Diesen Augenblick habe man absichtlich zur Vorführung dieser Luftdemonstration gewählt gehabt. Oer ehemalige amerikanische Staatssekretär Kellogg f. London, 22. Dez. (DNB. Funkspruch.) Aus St. Paul im amerikanischen Staat Minnesota wird gemeldet, daß Frank Kellogg im Alter von acht- zig Fahren an den Folgen eines Schlaganfalls, der ihn vor 7 Wochen traf, gestorben ist. Kellogg war ovn 1925 bis 1929 Staatssekretär unter Präsident Coolidge. Er entwarf und unterzeichnete den Briand-Kellogg-Pakt im Namen der Vereinigten Staaten im August 1928. Der Plan verfolgte den Zweck, den Krieg zu ächten. Die Der Deuischland-Vesuch von Lord Halifax Hal seinen Zweck bet persönlichen Fühlungnahme und Klärung der Probleme erreicht. Ministerpräsident Chamberlains im englischen Unterhaus. London, 21. Dez. (DNB.) Im Unterhaus wurde heute die außenpolitische Aussvrache durch den Führer der Opposition, Major Attlee, eröffnet. Er kritisierte die britische Regierung, deren Haltung nicht energisch genug sei. Genf habe das Recht und die Pflicht, China in seinem Kampf zu unterstützen. Es könne China mit Waffen versorgen und Japan Waffen verweigern. Er beklagte, daß die Lebensmittelversorgung in Sowjetspanien ge- ährdet sei. Man eröffne diplomatische Verhandlungen, bevor man die diplomatische Anerkennung gewähre. Die britische Regierung setze sich aufs falsche Pferd und spiele das Spiel des Gegners. Ministerpräsident Ehambeilain bedauert, daß man es für notwendig gehalten habe, eine öffentliche Aussprache über die Außenpolitik in einem Augenblick abzuhalten, in dem es schwer ei, irgend etwas zu sagen, was Gutes tun könnte, und in dem es leicht sei, vieles zu sagen, was Schaden stiften könnte. Unter Anspielung auf das englische Wort für Porzellan (China) erklärte Chamberlain dann, oaß ein Porzellanladen nicht der sicher st e Platz sei, um ein Säbel- duell auszutragen. Wenn die Opposition keine Verantwortung für iöie Sicherheit des Porzellans empfinde, so sei das jedoch bei der Regierung der Fall. Chamberlain wandte sich dann den Besprechungen von Lord Halifax mit Hitler zu. Diese Verhandlungen hätten vertraulichen Charakter gehabt. Er sei daher nicht in der Lage, irgend etwas zu sagen. Es hatte sich um Besprechungen und nicht um Verhandlungen gehandelt, und daher seien keine Vorschläge gemacht, keine Versprechungen gegeben und keinerlei handel abgeschlossen worden. Das uns vorschwebte und was wir erreichten, war eine persönliche Fühlungnahme zwischen einem Mitglied der britischen Regierung und dem deutschen Reichskanzler und, wenn möglich, auf beiden Seiten ein klares Verstehen der Politik und der Ansichten der beiden Regierungen. Ich glaube, wir haben jetzt eine verhältnismäßig bestimmte Vorstellung der Probleme, welche nach Ansicht der deutschen Regierung gelöst werden müssen, wenn wir zu einem Zustande Europas kommen sollen, den wir alle wünschen. Dies muß ein erster Schritt für eine allgemeine Anstrengung fein, um zu dem zu gelangen, was man manchmal eine „A l l g e - melnbereinigung" genannt hat und zu einer Lage, in der vernünftige Beschwerden beseitigt, Verdachtsmomente fallen gelassen werden können und das Vertrauen wieder hergestellt werden kgnn. Das seht offensichtlich voraus, daß alle diejenigen, die sich an einer solchen Anstrengung beteiligen, einen Beitraa für dieses gemein- fameZieleleisten müssen. Anderseits muß es klar fein, daß Schlußfolgerungen weder beschleunigt noch erzwungen werden können, daß ein weiteres Studium und eine weitere Prüfung des Problems erfolgen muh. Das sich bisher ereignet hat, ist nur ein Vorläufer für eine fruchtbringende Zukunft. In der Zwischenzeit glaube ich, daß der Sache des Friedens kein größerer Dienst erwiesen werden kann, als wenn die Presse beider Länder Zurückhaltung.und Toleranz beweist, gleichgültig, ob sie Tagesereignisse von ihrem Gesichtspunkt aus darstellt oder ob sie die Politik oder Persönlichkeiten kommentiert. Chamberlain behandelte hierauf den Besuch der französischen Mini st er. Die Harmonie, die sich zwischen den beiden Regierungen in allen wichtigen Fragen herausgestellt habe, sei für die brittsche Regierung eine Quelle tiefer B e - friedigung. In der Folge habe Delbos Gelegenheit gehabt, einen kurzen Meinungsaustausch mit Reichsaußenminister von Neurath in Berlin zu führen. Bei diesen Besprechungen sei weder von der einen noch von der anderen Seite ein Versuch gemacht worden, die Freundschaft zu schwächen, zu der man auf der einen oder anderen Seite gelangt sei. „Wir glauben", erklärte Chamberlain, „daß, obwohl die verschiedenen Länder verschiedene Methoden haben, ihre eigenen Angelegenheiten zu regeln, es etwas gibt, was ihnen allen gemeinsam ist. Es ist ihr natürlicher Dunsch, ihre eigene Lage zu ver- bessern. Da wir glauben, daß die Erfüllung • dieses Wunsches nur mit Hilfe anderer erreicht werden kann, und zwar durch wahre Verständigung, sind wir der Auffassung, daß jede Anstrengung, die Harmonie zu fördern und berechtigte Beschwerden zwischen den Völkern zu beseitigen, sehr wohl später ihren eigenen Lohn in sich tragen kann, wenn es sich Herausstellen sollte, daß es sich um einen Beitrag für das allgemeine Wohlergehen der Welt gehandelt hat." Dann sprach Chamberlain über Spanien. Attlee habe Gerechtigkeit für die Regierung Spaniens verlangt. Es fei nicht klar, ob eine Gerechtigkeit, wie Attlee sie für Spanien verlangt habe, Einmischung auf einer Seite heiße (Beifall). Das fei der ganze Unterschied zwischen der Polittk der Regierung und der der Opposition. Die Opposition wünsche Einmischung auf einer Seite, während die Regierung ein Gleichgewicht zwischen beiden Seiten zu halten bestrebt sei. Chamberlain wandte sich weiter den letzten Vorgängen auf dem Jangtse zu. England habe ständig seine guten Dienste angeboten, damit dieser Streit beendet werden könnte. Das heiße jedoch nicht, daß England gleichgültig gegenüber seinen internationalen Verpflichtungen sei, oder daß es seine Pflicht vergäße, britische Interessen zu schützen. Die japanische Regierung müsse nun beweisen, daß sie an die Interessen und Rechte der Ausländer denke. Der Austritt Italiens aus der Genfer Entente bedeute, daß die Genfer Institution in ihrem gegenwärtigen Zustand unfähig fei, alle Funktionen auszuüben, die ihr übertragen wurden. Diese Lage müßte allen denen Sorge ver- Ursachen, die immer noch an die Ideale einer internationalen Zusammenarbeit glaubten. Chamberlain stellte am Schluß seiner Red^ fefL daß Attlees Erklärungen darauf hinausgingen, Großbritannien solle sich zum Polizisten der Welt machen. Attlee unterbrach den Ministerpräsidenten und erklärte, das sei in der Tat d a $ Ziel Genfs. Wenn die Regierung nicht immer nur die englischen materialistischen Interessen berücksichtigt hätte, befände sich England heute in einer viel besseren Lage. Chamberlain erwiderte, das scheine ihm nur eine, Wiederholung der Ansicht zu sein, daß Großbritannien die Pflicht habe, Interessen in der ganzen Welt zu verteidigen. Al; ein Mitglied der Opposition hier dazwischenrief: „W i e st eht e s mit den anderen?" geriet Chamberlain sichtlich in Erregung, nahm den Kneifer von der Nase und wies mit dem Zeigefinger auf die Mitglieder der Dppofition: „Wollen die Mitglieder des Unterhauses, die das sagen, uns mitteilen, wie wir andere zu fassen kriegen f o H e n ? Sind sie völlig blind und taub gegenüber dem, was sich ereignet hat? Haben sie die An- ftrengungen vergessen, die wir gemacht haben, um andere Mächte auf unsere Seite zu ziehen? Das scheint mir nur zu zeigen, daß die Dppofition i n einer unwirklichen Welt lebt. Die Opposition versucht nur einer verstümmelten Genfer Institution Pflichten aufzuerlegen, die sie in der gegenwärtigen Form nicht erfüllen kann, und sie versucht ferner, der Regierung die Schuld für Dinge aufzulegen, die unvermeidliche Begleitumstände der gegenwärtigen Beschaffenheit der Genfer Entente .sind. Wir lassen uns in unserer Politik nicht treiben", so erklärte der Ministerpräsident schließlich, „wir haben ein endgültiges Ziel vor uns, nämlich eine allgemeine Bereinigung der Beschwerden der Welt ohne Krieg. Der (pinn bestehe nicht darin, daß man Drohungen äußere, sondern daß man versuche, persönliche Kontakte herbeizufüh. ren. Nur durch freundschaftliche und offene Erörterungen zwischen den Völkern dürfe man hoffen, eine Lage zu fthaffen, in der die Besorgnis wieder verschwinde." (Lauter und lebhafter Beifall.) Zum Abschluß der Aussprache wandle sich Eden der Kolonialfrage zu. 3n ge- wissen Kreisen sei behauptet worden, daß England die Absicht habe, zu einem lleberein- kommen mit Deutschland auf dem kolonialen Gebiet auf der Grundlage eines Austausch- g e s ch ä f t e s zu gelangen, das auf Kosten anderer Kolonialmächte getätigt werde. Der britischen Regierung liege nichts ferner, als auch nur ein derartiges „Projekt" zu erwägen. Die Behauptungen seien gänzlich unbegründet. Genau so wenig wie England das Kolonialproblem auf kosten anderer Mächte zu lösen wünsche, versuche Großbritannien, die Lösung europäischer Schwierigkeiten auf kosten anderer Mächte in Europa zu finden. Vertragsmächte verpflichteten sich darin, auf den Krieg, insbesondere den Angriffskrieg, als Werkzeug ihrer Polittk zu verzichten. Der Plan enthielt allerdings keine Definierung des Angriffskrieges und sah keine Maßnahmen gegen Friedensbrecher vor. Kellogg wurde nach Ablauf der Amtsperiode des Präsidenten Coolidge Richter am Internationalen Gerichtshof im Haag. 1935 schied er aus Gesundheitsgründen von feinem Amt. Roms Antwort an Eden. Rom, 21. Dez. (DNB.) Die Erklärung Edens im Unterhaus über die italienische Propaganda im Nahen und Mittleren Osten werden von den römischen Morgenblättern als gegenstandslos und überraschend zurückgewiesen. „Messaggero" weist darauf hin, von zuständiger englischer Seite habe man als Ausrede für das Nichtzustandekommen einer Wiederannäherung mit Italien nacheinander das „Piratenwesen im Mittelxneer", die Frage der Zurückziehung der Freiwilligen in Spanien benutzt und greife nun nach der „italienischen Propaganda in Palästina". Es wäre interessant, die Araumente zu kennen, die man in London noch erfinden werde, um den „schlechten Willen der englischen Regierung" zu verschleiern. Der „Popolo d'Itafia" schreibt, die italienischen Zeitungen seien-nicht schuld, wenn ihre Berichte aus Palästina für England ungünstig lauten und wenn die Araber Palästinas mehr Sympathie für Italien als für den „britischen Unterdrücker" und seinen französischen Verbündeten „als Unterdrücker des nahen Syrien" empfinden. Für die Vorgänge in Palästina fei allein die britische Regierung verantwortlich. Die „Stampa" erklärt, daß Eden die Hauptveranttvortung dafür trage, daß die internationale Lage an einem toten Punkt angelangt sei. Wolle er die Schuld auf den arabischen Nachrichtendienst des italienischen Sendes Bari abwälzen? Das sei lächerlich und grotesk. In Wirklichkeit habe der Leiter des Foreign Office nach feiner Rückkehr von der Brüsseler Kon- ferenz alles aufgeboten, um eine Zusammenarbeit mit den Machten der Achse Rom—Berlin z u vereiteln. Heute müsse man feststellen, daß Eden seinen Zweck erreicht habe, doch habe es nicht den Anschein, daß er damit die wahren Interessen seines Landes fordere. ? DeihastungSaktion gegen die Sudetendeutsche Partei. Prag, 21. Dez. (DNB.) Wie das fudetendeutsche Tagblatt „Die Zeit" berichtet, wurde die Bezirksstelle der Sudetendeutschen Partei für Tan.n- wald in Tiefenbach von der Staatspolizei durch- fucbt. Es wurden verschiedene Schriftstücke beschlagnahmt. Die Polizei verhaftete den Leiter des Bezirks, Landesvertreter D r e ß l e r, den Bezirksgeschäftsführer I o h n und den Bezirkswerbeleiter U m a n n. Die Staatspolizei nahm auch in der Wohnung des Kreisgeschäftsführers Wagner und in der Bezirksgefchäftsstelle in Gadlenz eine Haussuchung vor. Wagner wurde in Haft genommen, ferner der Angestellte der Kreisgeschäftsstelle W a - berfich und der Geschäftsführer des Bezirks Gablenz, Seiboth. Der Abgeordnete der Sudeten- deutschen Partei, Oberlik, intervenierte bei der Gab lenzer Polizerdirektion, wo ihm aber keine Auskunft erteilt wurde. Japanische Truppen landen in Südchina. Hongkong, 21. Dez. (DNB.) Acht japanische Kriegsschiffe haben am Montag d i e Befestigungen von Amoy beschossen. Die Kriegsschiffe führten diesen Vorstoß von der Insel Kinmun her durch, die gegenwärtig 30 japanischen Schiffseinheiten als Flottenbasis dient. Gleichzeitig mit der Beschießung von See her erfolgten Bombenangriffe aus der Lust. Die chinesische Zeitung „Saotang Pao" meldet, daß in der Bias- bucht 10 000 japanische Soldaten gelandet worden seien, die den Auftrag erhalten hätten, die Bahnverbindung zwischen Hongkong und Kanton zu unterbrechen. In Kanton soll große Bestürzung herrschen. Die Chinesen flüchten zu Tausenden in das Europäerviertel auf der Insel Schamien. Die brittschen Staatsangehörigen sollen von den brittschen Behörden bereits aufgefordert worden fein, sich für den Abtransport bereitzuhalten. Nach chinesischen Pressemeldungen breitet sich das Riesenfeuer in Tsingtau immer weiter aus. Nach einer Mitteilung des III. japanischen Geschwaders haben japanische Seeflugzeuge Lan- tschau, die Hauptstadt der chinesischen Provinz Kansu, überflogen und eine ^Flugzeughalle bombardiert. Dabei wurden acht Flugzeuge sow- jet ruf fisch er Produktion, die in und bei der Halle standen, vernichtet. Anschließend entwickelten sich Luftkämpfe, bei denen die Japaner zehn Flugzeuge, ebenfalls sowjetrussischer Herkunft, zum Absturz brachten. Scharfes Vorgehen gegen die Marxisten in Japan. T o k i o , 22. Dez. (DNB. Funkspruch.) Durch Polizeistreifen wurden rund 370 Personen wegen linksradikaler Betätigung f e ft genommen, darunter der Vorsitzende des Exekutivkomitees der sogen. Proletarierpartei Kato, der Mitglied des japanischen Reichstages ist. Die linksradikalen Wühler treiben unter dem Deckmantel sozialer Fürsorge für Frontsoldaten und deren- Angehörige geheime Agitation nicht nur in China, sondern auch in Japan, um sich besonders Einfluß auf die Soldaten zu verschaffen. Hauptziel der Verhafteten xvar die Herbeiführung eines Umsturzes nach Richtlinien des Kominternkvngresses von 1935 in Mos- kau, der zum Kampf insbesondere gegen Deutschland und Japan aufrief, und die Bildung „internationaler Volksfronten" einleitete. Innenminister Suetsugu befahl Auslösung der unzuverlässigen Parteien und Verbände. Dir: Verhafteten werden staatsgefährlicher Umtriebe in. Verbindung mit den Komintern angeklagt, aus- gehend von der Arbeiter- und Bauernpartei, der Proletarierpartei und den Gewerkschaftsverbänden. Eine Weihnachtsgabe der Beamtinnen des Gaues Hessen-Nassau für Schlesier. NSG. Wie die Beamtinnen des Gaues Hessen- Nassau zum Geburtstage des Führers 90 Korbwagen mit Erstlingswäsche zur Verfügung stellten, wie sie am Muttertag Hunderte von alleinstehende bedürftige Mütter betreuten und am Nikolaustag in verschiedenen Städten des Gaues Kinder bedürf' tiger Volksgenossen mit Kaffee und Kuchen bewittr- ten und ihnen ein Geschenk aushändigten, so ifl durch ein zusätzliches Opfer der weiblichen Beamten auch für Weihnachten wieder ein umfangreicher Lager an Wollwaren, Bettwäsche, Herren- uni Frauenunterklevdern, Strümpfen, Schuhen, Kinder- Neidern und eine Sammlung von Spielsachen M'i fammengetragen worden. Mit Genehmigung M Reichsamtsleiters Hilgenfeldt werden diesmal d« gesamten Spenden der Deapttinnen des Gaue- dem Bund „Deutscher D ft $ n" für die schb fische Bevölkerung zur Verfügung gestellt. Die Gaureferentinnen des Reichsbundes der Deutschen Beamten waren im Juni zu einer Tagung in Schü sien. Bei den Teilnehmern ist damals der Gedanle: aufgetaucht, ihre Verbundenheit mit den Menschen an der deutschen Ost grenze dadurch zu bekunden daß sie ihnen über die Leistungen des Winterhilfe wertes hinaus eine zusätzliche Hilfe zu ko mm en lassen» werden. Der Wert der gespendeten Gegenstände be» trägt rund 6000 Mark. 31 schwere Pakete wurden an 25 Ortschaften Oberschlesiens abgesandt. Dee Bund „Deutscher Osten" wird die Gaben an bedürftige Volksgenossen verteilen. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat bea im Reichs- und Preußischen Ministerium für di« kirchlichen Angelegenheiten tätigen Konsistorialrct Dr. Adalbert von Han st ein unter Belassung i® feiner Dienststelle zum Landgerichtsrat bei bei® Landgericht Berlin ernannt. Das Panzerschiff „Deutschland" ist i® Begleitung der Torpedoboote „Falke", „Möwe'.. „Greif" und „Kondor" und des Tankschiffes „Wollin" in Neapel eingelaufen, wo das Geschwader bis Anfang des nächsten Jahres bleibt, um den Besatzungen Gelegenheit zu geben, die Feiertage ti® Kreise der Deutschen Kolonie und der über Weihnachten ebenfalls in Neapel weilenden ,^dF."'sil' tauber zu verbringen. * Der Führer und Reichskanzler hat &- Exzellenz General der Infanterie a.D. von Eise"' hart- R o t h e zu seinem 75. Geburtstag telegW phisch seine Glückwünsche übermittelt aufbauen half, willkommen fein wird. CM Etwas Elektrisches ^iU-Kaufleuten ist so praktisch. Dügeleisen, Heizplatten, Tee- und Kaffeemaschinen, Kocher, Heizkiffen, schöne Lampen,Heißlustduschen,Staubsauger, ^stadiogeräte und vieles andere in allen Preislagen er» hatten Sie im Elektrogeschäft * Elektr Leuchten Radio , Ab- Bei Ge- m e n, ist der Leiter der Fachgruppe Alt- und fallstoffe ermächtigt, Geldstrafen zu erwirken. Wiederholungsfällen kann die Untersagung des werbes erfolgen. Beiräte in der Verwaltung der städtischen Höheren Schulen in Preußen Berlin, 15. Dez. (DNB.) Durch einen Erlaß des Reichserziehungsministers sind bei den städtischen höheren Schulen in Preußen die Schulaus- Etwas „Gußes"! Sie finden große Auswahl in frischen, appetitlichen Schokoladegeschenken, reizenden, neuen Bonbonnieren, feinen, köstlichen Marzipanfiguren u. -früchten u. in den beliebten guten Lebkuchen im deutschen Schokolabenhaus M. Huntemann Seltersweg 39 / Fernruf 3969 Beachten Sie bitte meine Innendekoration! praktisch fein und doch Freude bereiten, ist so einfach,wenn SiedieGattin oder die Mutter zum Weihnachtsfeste mit Lebensmitteln beschenken. Aber nur gute Sachen dürfen es sein. Lasten Sie sich beraten von den Truppendienst, auf Kriegsschule und bei Sanitätseinheiten und fachärztliche Fortbildung in den Hochschulferien folgen später. Das medizi- nische Studium an der Universität Berlin ist das gleiche wie für alle Medizinstudierenden. Da das Heer Fachärzte aus allen Fachgebieten besitzt, kann im Laufe der Dienstzeit auch Ausbildung zum Hygieniker, Pathologen, Chirurgen und anderen er folgen. Berlin ehrt Otto Boeckel. ZdR. Durch die Um Benennung der D e s sauer Straße in Zehlendorf-West in Boeckelweg läßt die Berliner Stadtverwaltung dem hessischen „Bauernkönig" Otto Boeckel die Ehrung zuteil werden, die ihm als dem deutschen Vorkämpfer des Antisemitismus gebührt. Seine politische Stellungnahme gegen das Judentum in Deutschland wurde ihm bei einem Marburger Prozeß zum klaren Bekenntnis, in dem gegen einen Bauern verhandelt wurde, der einen Juden in Notwehr erschlagen hatte. In der Verhandlung offenbarte sich die ganze Bedrängnis des hessischen Bauerntums, das von jüdischen Parasiten ausgesaugt wurde. An diesem Tage wurde Otto Boeckel der „antisemitische Agitator", wie er sich später selbst LöwerLdechstem Neustadt 2-4 parterre und l.Slock Ein schönes Geschenk von bleibendem Wert in Porzellan • Kristall Kunstgewerbe finden Sie preiswert und in reicher Auswahl bei Fürs Heim finden Sie Sessel, Eouches, „Antimott"- Sessel, Klubtische, Leselampen, Servier- und Teewagen, Beistelltische, Barwagen, Blumen- ständer und viele andere nützliche Geschenke bei Zick-Zack-Nähmaschinen (in Wunderwerk deutscher Technik Oas Geschenk auf Lebensdauer Alleinverkauf für Gießen und llmg. H. Kraft I>ernsprecher 3369, Geltersweg 30 Ernst Rau Gießen Brandplah Im Mittelpunkt stehen die Kinder. Ein Weihnachtsgespräch mit Hauptamtsleiter Hilgenfeldt von der NG -Vottswohlfaltti schüsse aufgehoben. Ihre Befugnisse gehen auf den Bürgermeister über. Zu seiner Beratung werden von ihm Beiräte berufen: Diese sollen von ihm vor Entscheidungen in wichtigen Angelegenheiten gehört werden. Zu Beiräten werden berufen der Leiterder höheren Schule (wenn in der Gemeinde mehrere Schulen unterhalten werden, bis zu drei Direktoren), bis zu fünf Gemeindebürger, unter denen sich Gemeinderäte befinden sollen, und ein Vertreter der Hitler-Jugend, der Bürger ist, d. h. mindestens 25 Jahre alt und seit mindestens einem Jahre in der Gemeinde ortsansässig ist. Die Gemeindebürger und der Vertreter der HI. werden im Benehmen mit dem Beauftragten der NSDAP, berufen. Ausbildung auf der Militärärztlichen Akademie. Die Ausbildung auf der Militärärztlichen Akademie umfaßt von der Uebernahme als Fahnenjunker bis zur Beförderung zum Sanitätsoffizier rund sieben Jahre. Im Vordergründe steht das Studium, voran geht eine erfte Ausbildung mit der Waffe von mindestens sechs Monaten bei einem Jnfanterietruppenteil. Wiederholte Aus- und Weiterbildung mit der Waffe im An der Wieg?, des Volkes. Im Hauptamt für Volkswohlfahrt, das im Südosten Berlin am Maybach-Ufer nahe dem Görlitzör Bahnhof gelegen ist, herrscht weihnachtlicher Hochbetrieb. Jede Minute ist wertvoll und muß ausgenützt werden. So nimmt denn auch Hauptamtsleiter Hilgenfeldt nach einer kameradschaftlichen Begrüßung sofort das Wort. „Sie haben recht! Für uns stehen die Kinder nicht nur aur Weihnachtszeit, sondern im ganzen Jahr und in aller Zukunft im Mittelpunkt unserer Arbeit. Aus der Erkenntnis, daß mir mit einer zielbewußten Wohlfahrtspflege an der Wiege des Volkes, beiden Kleinkindern, beginnen müssen, hat der Führer das H i l f s w e r k „M utter und Kind" und den „R e i ch s m ü t t e r d i e n st" im Deutschen Frauenwerk geschaffen. Das Ziel unserer Arbeit kann nur sein, die Kinder bereit und fähig zu machen, sich dereinst im Lebenskampf zu behaupten. Für diese Arbeit stehen uns heute 14 000 besoldete weibliche Fachkräfte der NSV. und der NS.° Frauenschaft zur Verfügung. Diesen Schwestern und Pflegerinnen, Kindergärtnerinnen und Jugend- leiterinnen, Heimleiterinnen und Lehrkräften der Schulungskurse stehen ständig arbeitende ehrenamtliche Mitarbeiter der NSV. zur Seite. Sie arbeiten in 22 048 Hilfsstellen und 1887 Beratungsstellen, die sich über ganz Deutschland spannen. Ein Heer von Kinderwagen, Säugüngskörben und Säuglingsausstattungen im Gesamtwert von 20 Millionen Reichsmark kam in diesen Hilfsstellen zur Verteilung. Selbstverständlich beschränken wir uns nicht auf diese materielle Hilfe. Viel wichtiger ist uns, die Mütter ideell zu betreuen und er» aieherisch auf sie einzuwirken. Sind doch Baden und Zähnputzen für viele Volksgenossen in den Notstandsgebieten noch völlig unbekannte Dinge." Was und die Augen öffnete. „Haben Sie nun, Hauptamtsleiter, sich auf Untersuchungen Ihrer Vorgänger in der Wohlfahrtspflege stützen können, um den Gesundheitszustand des deutschen Volkes zu erkennen?" „Keineswegs! Was uns die Augen öffnete, das waren die Untersuchungen an Millionen Schulkindern und vorschulpflichtigen Kindern. Immer wieder waren es Knochenschäden, Schäden in der Muskulatur, Schäden der Bänder und vor allem Zahnschäden, die uns aufzeigten, wie wichtig die Pflege des Kleinkindes und der Kinder zwischen der Mittel, nach Maßgabe der Menschen und unter Berücksichtigung aller Umstände setzen pür nunmehr in der Rhön, in der Bayrischen Ostmark und in Schlesien Schwestern ein und schaffen auch im übrigen Reich die Einrichtungen, die notwendig sind, um dm Voraussetzung für die künftige Volksgesundheit zu schaffen. So haben wir vor allem erst einmal 60 Zahnstationen eingesetzt, die im Laufe des neuen Jahres 1938 auf 120 gebracht werden." Oie Säuglingssterblichkeit wurde aufgehalten. „Man hat", so werfe ich ein, „im deutschen Volke mit großer Genugtuung von dem Rückgang der Säuglingssterblichkeit gehört. Können Sie mir darüber positive Zahlen angeböh?" Hauptamtsleiter Hilgenfeldt nickt zustimmend. „Gewiß! Unsere Vorsorge hat es erreicht, daß wir die Hundertsätze der Säuglingssterblichkeit herabdrückten, und zwar von 7,9 v. H. auf 6,51 v. H. Dadurch ist es uns gelungen, 140 000 Kinder dem Leben zu erhalten! Wir müssen den Hundertsatz aber noch weiter herabdrücken und werden es auch. Wir müssen auf die Ziffern von Holland, Schweden, Norwegen und der Schweiz kommen, die sich um 4 o. H. bewegen! Hätten wir bisher diese Sätze schon erreicht, so hätten wir von 1919 bis 1935 rund 1 3 1 0 000 Kinder am Leben er» halten fönnfh. Bedenken Sie, daß wir im Jahre 1936 im Deutschen Reich 1,3 Millionen Geburten hatten. Eine erfreuliche Steigerung! Was nützen uns aber diese Geburten, was nützen uns die Bemühungen, die Geburtenfreudigkeit zu heben, wenn wir nicht die Voraussetzungen schaffen, die geborenen Kinder am Leben erhalten zu können? Wir können hier nicht einfach dem Staat die Fürsorge und Vorsorge überlassen. Die freie Wohlfahrtspflege der NSV. muß als Ergänzung tat» kräftig miteingreifen." Hauptsache ist die richtiqe Ernährung. „Es wird die deutschen' Mütter sehr interessieren, ob, auch neue Wege der Ernährung beschritten wurden. Ist, das der Fall?" — „In weitem Umfang sogar! Wir haben 1936/37 rund 49,5 Millionen Kinderspeisungen durchgeführt, bei denen allein 7,2 Millionen Scheiben Knäckebrot verabreicht wurden. Sie sehen also, daß wir uns die modernsten Forschungen der Ernährungswissenschaft zunutze machen. Dabei möchte ich einflechten, daß wir auch auf dem Gebiet der Heilung von Körperschäden neue Wege gehen,, indem wir z. B. in unserem Kindererholungsheim „Rimdi - d i m" im Odenwald schwächliche Kinder unter Leitung eines von Dr. Gebhard (Hohenlychen) ausgebildeten Sportlehrers Sport und Spiel treiben lassen. Um aber auf die Ernährung zurückzukommen. Wir sorgen bei der Kinderspeisung auch für eine reichliche Gemüsekost und — nicht zu vergessen — für eine reichhaltige Seefisch- k o st, deren Nährwert noch lange nicht genug erkannt sind. Oas 16. Lebensjahr ist richtig „Wenn wir", so fährt Hauptamtsleiter Hilgenfeldt fort, „auch immer wieder betonen, an der Wiege des Lebens unsere Arbeit zu beginnen, so wiederhole ich eindringlich, daß unsere nächsten Zukunftsaufgaben in der Vorsorge für die Kinder bestehen, die zwar der Wiege entwachsen, aber noch nicht schulpflichtig sind! Sagen Sie gerade dies Ihren Lesern, weil es Aufgaben sind, die erst neueren Erkenntnissen, die wir anstellten, entsprangen. Was bis zum 16. Lebensjahr nicht an den zwischen, dem 2. und 6. Lebensjahr erworbenen Schäden korrigiert werden konnte, wird den Volksgenossen wohl zeit seines Ledens beschweren. Aus diesem Grunde schassen wir nun besondere Heime für Kinder in die - fern gefährlichen Alter. Sie müssen hinaus in die freie Natur, ms Gebirge, an das Meer, in den Wald. Wir müssen gerade diese Vorsorge walten lassen, weil wir aus der Schau des Volksganzen handeln müssen Die Vorsorge um diese vorschulpflichtigen- Kinder ist nicht etwa eine Bevorzugung vor anderen Volksgenossen, sondern sie ist an die Spitze unserer Arbeit gestellt worden. Sehen Sie, man hat in vergangenen Zeiten so 'gern und so viel vom .Jahrhundert des Kindes* gesprochen. Das war falsch, denn es kommt nicht auf das einzelne Kind und feine .Komplexe* an, vielmehr kommt es auf die Gesamtheit aller deutschen Kinder an, weil sie die Träger der Ra,sse und des Blutes sind. Wie der Gärtner keine kranken Pflanzen pflegt und kein krankes Saatgut ausstreut, so wollen auch wir nur gesundes Erbgut in den Kamps des Lebens stellen, damit es zum Wohle des ganzen Volkes aufgehe!" Hier das Gesetz — dort dos Herz. „Darf ich Hauptamtsleiter, noch auf eins zurückkommen? Sie sprachen davon, daß die NSV. als freie Wohlfahrtspflege die staatliche, also öffentliche Wohlfahrtspflege ergänzen müsse. Könnte nicht der Staat auch die Aufgaben der NSV. erfüllen?" Hauptamtsleiter Hilgenfeldt schüttelt den Kopf. „Nein! Das könnte der Staat nicht! Der Fürsorge des Staates sind in Gesetzen Schranken gesetzt. Die Fürsorge des Staates wird seiner Natur entsprechend immer nur statisch wirken. Wieviel heimliche Tränen haben wir schon in Lachen verwandelt! Das kann nur durch öie dyna - mische Kraft und Tat der lebendigen ehrenamtlichen Hilfe deutscher Volksgenossen geschehen. Niemand will den Staat ausschalten. Er hat seine Pflichten. Er hat sein G e s e tz d e r Fürsorge. Die freie Wohlfahrtspflege aber, also die im Volke verankerte NSV., sie hat das warm pulsierende Herz, das auch für die letzten und geheimen Nöte des Volkes schlägt. Wir von der NSV. wollen mit dem Herzen dabei sein, wenn es gilt, das Volk, wie es der Führer will, gesund, stark, frei und groß zu machen. Gerade jetzt", und damit schließt Hauptamtsleiter Hilgenfeldt die aufschlußreiche Unterredung, „gerade jetzt wird das deutsche Volk dieses Herz der NSV. spüren, wenn es unter dem Lichterqlanz von Millionen Weihnachtsbäumen das Feft der Lebensfreude und des nach innen und außen gesicherten Friedens begeht!" amtsleiter Hilgenfeldt, unferm Berliner Mitarbeiter gegenüber in einem aufschlußreichen Gespräch geäußert, dessen Wiedergabe unseren Lesern, deren Opfersinn das große Winterhilfswerk mit» zirklichen Stellen der Fachgruppe Alt- und Abfallstoffe den H ä n d l e r n und Sammlern des Rohproduktengewerbes Pflichtsammelbezirke zugewiesen, in denen sie regelmäßig minde- stens einmal im Monat jede einzelne Haushaltung aufzusuchen haben. Der Geltungsbereich der Wandergewerbescheine ist auf einen Umkreis von 50 Kilometer des Ortes der gewerblichen Niederlassung eines Rohproduktenhändlers, oder seines Wohnortes beschränkt. Weiterhin ist verboten, Jugendliche bis zu sechzehn Jahren zur Heranschaffung von Altmaterial gegen Zusicherung von Spielzeug oder anderen Waren aufzufordern. In den Fällen, in denen Händler aber Sammler des Rohprodukteygewerbes ihrer Sammelpflicht nicht nachkom- Der Münchner Bildhauer Professor Bernhard B l e e k e r nahm die Totenmaske des Feldherrn ab. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Sonneberger Kinder besuchten Or. Goebbels. Berlin, 21. Dez. (DNB.) Heute mittag besuchte neun Sonneberger Kinder, in Begleitung des jsteisleiters Biermann und Handelskammer-Präsi- dnten Schneider Reichsminister Dr. Goebbels. Die Lader kommen aus einem jener Notstandsgebiete, ir denen im Winter 1932/33 die Erwerbslosigkeit N ch zwei Drittel der Bevölkerung umfaßte. Durch dis tatkräftige Eingreifen der nationalsozialistischen Fihrung konnte die Not durch Arbeitsbeschaffung i|b Winterhilfswerk fast ganz beseitigt werden. 2-s Ausdruck ihres besonderen Dankes für die tat» fiiftige Hilfe schickten nun die Sonneberger die nun Kinder nach Berlin, um Dr. Goebbels originale Spielsachen für feine Kinder zu überbringen ud den großen Weihnachtsbaum in der Wohnung Ö5 Ministers mit dem Sonneberger Christbaum- fcmucf auszuputzen, der heute wieder ein beacht- luzer Exportartikel darstellt. Anschließend wurden d kleinen Gäste von Frau Goebbels und ihren Andern mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Deutsche Beteiligung om Intern. Sternflug von Algier. Zu dem vom 24. Dezember 1937 bis 18. Januar 1(38 vom Aeroklub von Algier gemeinsam mit dem Aeroklub von Frankreich ausgeschriebenen Inter- Nationalen Sternflug von Hoggar hat Dutschland drei Messerschmidt-Maschinen'vom Typ 1(8 mit den Besatzungen Ministerialdirigent Müh- lic-Hofmann (Reichsluftfahrtministerium), Ober- re-ierungsrat Dr. Mülberger, Oberleutnant Goetze, Li itnant von Harnier von der Luftwaffe und Flug- kw'itän Klitsch, Funkermaschinist Schnurr vom A5FK., Gruppe Lufthansa, gemeldet. Der Wettbewerb beginnt mit einem Sternflug nach Algier, ror die Teilnehmer bi; zum 8. Januar eintreffen Pfiffen. Vom 8. bis 18. Januar gelangt ein Rund- fto Algier — El Golea — Jnsalah — Tamanrasset-— Ai-kra— Algier zum Austrag, auf dessen letzter Ctippe besondere Orteraufgaben im Auffinden eines angelegten Sichtzeichens zu lösen sind. Die Flugstr cke über die nordafrikanische Wüste beträgt 1700 Kilometer. Die drei deutschen Flugzeuge werden gemeinsam am Morgen des 24. Dezember auf dem glrgplatz Berlin-Rangsdorf starten und- mit einer Si ecke von 5000 Kilometer über Breslau—Stolp i^Köln —»Paris — Lyon — Salamanca — Tanger — Änis den Internationalen Sternflug nach Algier bereiten. Nach Beendigung des Wüstenrundfluges arben die Maschinen über Tunis — Sizilien — , igfilien — Frankreich nach Berlin zurückkehren. schärfere Erfassung des Altmaterials. 1'3 e r I i n, 21. Dez. (DNB.) Die Maßnahmen zur vollständigen Erfassung und Verwertung aller A l t- ur ö Abfallftoffe haben eine straffe Leitung 6?- Rohproduktengewerbes erforderlich gemacht. Deshalb ist mit der Leitung der Fachgruppe Alt- lint* Abfallftoffe in der Organisation der gernerb» liefen Wirtschaft der bisherige Leiter der Wirt- s^ftsgruppe Ambulantes Gewerbe, Hans Heck, bicuftragt worden. Durch den (Baubeauftrag» len für Altmaterialerfassung der H w D A P. werden im Einvernehmen mit den be- Wiederum begeht das deutsche Volk Weihnachten,! d e m 2. und 6. Lebensjahr ist. Gerade in das Fest, in dessen Mittelpunkt die Kinder stehen, diesen ersten Jahren erwirbt das Kind die Schäden, Heute mehr denn je, seitdem die Kinder auch im. die es nachher im Leben belastet. Nach Maßgabe Mittelpunkt des Volkes stehen. Sind Kinder doch ' das kostbare Saatgut, aus dem die Ewigkeit eines Volkes sprießt und sich erhält. So sieht denn auch die nationalsozialistische Dolkswohl- fahrtspflege ihre erste und vornehmste Aufgabe in der Vorsorge für Deutschlands Kinder, lieber die Art und die nächsten Ziele dieser Betreuung deutscher Kinder hat sich der Leiter der nationalsozialistischen Volkswohlfahrt, Haupt- b neu 7 ent- i reif. r, H. D. Der vom Die Beerdigung findet Donnerstag, 23. Dezember, nachm. 2 Uhr, statt 06162 •DOPPELHERZ* zu MMellSi» jKWMU Mittwoch Stadttheater Das sind liebe Geschenke! Kommen Sie noch heute dem Wege nach der Stadt geriet ein mit Pionie- ren besetzter Kraftwagen von der steilen Straße ab in den Wald. Dabei löste sich der Oberteil des Wa- gens, fiel herab und begrub die darunter befind» lichen Mannschaften. Vier Mann waren sofort tot, ein fünfter ist später im Krankenhaus sei» Aus aller Wett, vom Führer begnadigt. Fr. Groß Neuenweg 32, Fabrikniederlag: C. Seibel, Frankf. Str. O.Winterhof . Kreuzplatz 9 10. Herrn. Ligen. Sel- tersw.66. Grün- bersiKarlSrhott und sämtl. Filialen Lanbach: Solms-Laubacher Drog. Karl Klein. wurde ein Mann schwer verletzt. Brandunglück bei einer Weihnachtsfeier in Lettland. Ein schweres Un g l ü ck ereignete sich bei einer Weihnachtsfeier in einer lettischen Volksschule in Asuppen. Bei der Aufführung eines Märchenspieles mußte ein lOjähriges Mädchen die Lichter am Tan» nenbaum anzünden. Da das Kind anstatt der obe» ren Kerzen zuerst die unteren entzündete, fingen seine Kleider Feuer. Ein 9jähriges Mädchen, .das sofort zü Hilfe kam, wurde ebenfalls von den Flammen erfaßt. Beide Kinder st a r b e n bald darauf an den schweren Brandwunden. Der Schulleiter, der die Flammen ersticken wollte, trug ebenfalls Verletzungen davon. SO Todesopfer der vrandkatastrophe in Japan. Bei der Brandkatastrophe, durch die eine japanische Volksschule in der Provinz Wakayama völlitz zerstört wurde, sind nach den letzten Meldungen insgesamt 80 Menschen.um gekommen, darunter 48 Angehörige der Schulkinder. Das Unglück ereignete sich während der Vorführung eines Films über den Krieg in China, zu der sich 300 Schulkinder und 150 Angehörige eingefunden hatten. Der Filmstreifen fing Feuer und das ganze Schulgebäude stand binnen weniger Minuten in Hellen Flammen. fisC-HHÄU^ UX-HAVEj Fünf Todesopfer eines Autounglücks bei Wiesbaden. Auf der Platterstraße btzi Wiesbaden hat sich in der S-Kurve ein schweres Unglück ereignet. Auf Verletzungen erlegen. Außerdem Gute UHREN 8351 A ... 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Lr erzählt im Tex,teil unterhaltsam und Ipannend aus der Kraft eigenen Erlebens die sonderbarsten Begebenheiten, die er, im Zelt versteckt, aus nächster Nähe beobachten und im Bild festhallen konnte. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung ent- gegen. Verlangen Sie bitte das ausführliche bebilderte Werbeblatt Hugo Dermühler Derlag Berlin-Lichterfelde Zum Fest einen feinen Apfelsast Kelterei Schäfer Bleichsttatze 8 soscD feel. 2491. Fest-Angebot? Leb.Spiegelkarpfen */3 kg 1.— Lebende Schleien.. */2 kg 1.40 Heilbutt, Stembutt, Zungen Fischfilets, Schollen, Seehecht Viele Sorten Räucherfische Kieler Sprotten.. .Kiste 40-5i ff Räucheraale in allen Größen Fischkonserven und Marinaden in reicher Auswahl Herings-, Fleisch-, Matiessalat Bestellungen frühzeitig erbeten Oamentart Die Sprechstunden sind in der Weihnachts- wochcausnahms- weise am i3«d Donnerstan dem 23.12 von9—18' - Uhr durchgehend. Frau B. Gulden, seit 1935 Fr. W. Henkel Am Rlegelp.ad 32 täuscht in Michendorf bei Potsdam. Die Zeit war zur Erfüllung seiner Forderungen noch nicht reif. Zeder v.'erie Deutsche radelt. Radfahrer auf eigenen ®egen.-17 5 Millionen Raver laufen in Deutschland AfOtcyiM Wenn es Sie interessiert, Preis und Arbeitsweise der Mercedes Selekto Kleinschreibmaschine kennenzulernen — kommen Sie zu unsl Wir freuen uns auf Ihren Besuch und werden Ihnen bereitwillig jede Auskunft geben Franz Vogt & Co. [X Gießen 6994 a Selters wen 44 Rui 246-1 Q Führer und Reichskanzler hat die _____ Schwurgericht in Freiburg i. Br. gegen Julius Scherer und Friedrich' Volk wegen Mordes an dem Bahnarbeiter Wilhelm Mayer ausgesprochenen Todesstrafen im Gnadenwege in Zuchthausstrafen von zehn Jahren umgewandelt.— Die Verurteilten, die sonst unbescholten sind, haben vor fast 15 Jahren den Bahnarbeiter Mayer auf Veranlassung von dessen inzwischen verstorbener Ehefrau erdrosselt, um die Frau und die Kinder von den Mißhandlungen und Quälereien zu befreien, die Mayer fortgesetzt an seinen Familienangehörigen verübte. als die Ausfuhr von fertigen Fahrrädern. Ungefähr 90 v. H. des Ausfuhrerlöses wird durch Fahrradteile erzielt. An fertigen Rädern konnten 1936 88 000 Stück ins Ausland verkauft werden, während 1932 nur 13 000 ausgeführt wurden. Die technische Entwicklung im Fahrradbau gilt im wesentlichen als abgeschlossen. Die heutige Form hat sich schon in den achtziger Jahren durchgesetzt, nachdem vorher das Hochrad mehrere Jahrzehnte lang das Feld beherrschte. Im ganzen kann das' Fahrrgd heute auf eine mehr als 100jährige Entwicklung zurückblicken. Es ist somit ein Pionier des neuzeitlichen Personenverkehrs geworden. 15—17.30 Uhr „Schneewittchen“ Ausverkauf*! 8553 A Drogerie Kreuzplatz 10 Die Wanderausstellung „Deutschland braucht Radwege", die in den verschiedensten Städten ae- zeigt wird, lenkt die Aufmerksamkeit auf das Fahrrad, das im Zeichen der Motorisierung in'der allgemeinen Einschätzung etwas in den Hintergrund gedrängt worden ist, obwohl dafür ein verkehrstechnischer oder volkswirtschaftlicher Grund nicht vorhanden ist. Wenn noch vor einem Jahrzehnt und früher das Anschaffungsproblem und die Preisfrage im Vordergrund der Fahrradwirtschaft gestanden haben, so ist es heute die Verkehrsfrage. Schon die Unfallstatistik, die im Jahre 1936 rund 2500 tödlich Verunglückte und 91 000 verletzte Radfahrer ausweist, unterstreicht eindeutig die Notwendigkeit einer vermehrten verkehrstechnischen Fürsorge für die großen Massen von Radfahrern, die besonders in den Großstädten die Straße und Wege bevölkern. Trotz der Motorisierung hat sich die Zahl der Radfahrer in der ganzen Nachkriegszeit von Jahr zu Jahr vermehrt. Besonders in den Großstädten und Industriezentren wird es immer notwendiger, daß die Radfahrer aus dem Strom des schnell- fließenden Kraftverkehrs herausgezogen werden. Im Jahre 1937 gibt es in Deutschland ungefähr 7000 Kilometer Radwege; eine Strecke, die keineswegs genügt, um das Bedürfnis zu befriedigen. Von sachverständiger Seite wird vielmehr der Gesamtbedarf an Radwegen auf 40000 Kilometer bemessen. Auf der Wanderausstellung werden an Hand von Modell-, Bild- und Texttafeln Erläuterungen verkehrstechnischer Art gegeben, besonders unter Berücksichtigung der stadtabgelegenen Siedlungen und des Ausflugverkehrs. Auch über die Be- deutuna des Radwegebaus im Rahmen der Arbeitsbeschaffung wird man unterrichtet. Selbstverständlich muß bei der Anlage von Radwegen, ebenso wie es bei allen übrigen Wegebauten geschieht, auf den landschastlichen Charakter gebührend Rücksicht genommen werden. Der Anteil der Radfahrer am gesamten Verkehr ist recht bedeutend. Obwohl es eine genaue Statistik darüber nicht gibt, rechnet man im Durchschnitt mit 30 v. H. In einigen Gegenden werden 60 v. H. erreicht. Der Fahrradverkehr ist in verschiedenen Nachbarländ^-n Deutschlands noch stärker entwickelt, so vor allen Dingen in Holland und Dänemark. In Deutschland dürften etwa 17,5 Millionen Räder laufen, so daß wahrscheinlich jeder vierte Deutsche Besitzer eines Fahrrades ist. Die meisten Menschen gebrauchen das Fahrrad, um die Arbeitsstätte auszusuchen, oder zu sonstigen wirtschaftlichen Zwecken. Daneben spielt es auch im Ausflugsverkehr eine große Rolle, besonders an den Sonn- und Feiertagen. In ländlichen Gegenden, wo die Feldwege noch überwiegen, können Handwerker und Gewerbetreibende ohne Fahrrad kaum auskommen, weil noch nicht nach allen Dörfern so gut gebaute und feste Wege vorhanden sind, die das Motorrad- und Autofahren zu jeder Jahreszeit gestatten. Im Berufs- und Aus- flugsverkehr kostet eine Reise mit dem Fahrrad pro Kilometer etwa 0,60 Pf. Dabei sind Anschaf- ungskosten und notwendige Reparaturen mit einberechnet. In der deutschen Fahrradindustrie werden annähernd 175 000 Beschäftigte gezählt. Der Jahresumsatz erreicht die hohe Summe von 200 Millionen Mark. Es gibt in Deutschland über 4000 Fahrradhändler, wobei allerdings zu berücksichtigen ist, daß die Mehrzahl von ihnen daneben auch noch andere Artikel aus der Stahl- und Eisenbranche führen. Dazu kommen noch Vertreter und Angehörige der verschiedensten Handwerksberufe, die mit dem Fahrradbau, dem Verkauf und den Reparaturen zu tun haben. Es handelt sich also um einen recht ansehnlichen Kreis von Menschen die durch das Fahrrad ihr Auskommen finden. Die jährliche Erzeugung wird auf etwa 2 Millionen Räder veranschlagt. Aus öiejer Zahl kann man errechnen, daß ungefähr 12 Millionen Kilogramm Stahl, 10 Kilogramm Rohre, 5 Millionen Kilogramm Gummi, 4,5 Millionen Kilogramm Blech und 1,4 Millionen Kilogramm Leder in der Fahrradindustrie verbraucht werden. Dadurch gewinnt die Fahrradindustrie für eine Reihe von Wirtschaftsgebieten bereits de^ Charakter einer Schlüsselindustrie. Außer den altbekannten Markenfirmen haben sich im letzten Jahrzehnt auch die Rahmen- fabrifen und Teilefabriken sehr stark entwickelt. Im Ausfuhrgeschäft spielen die deutschen Fahrräder eine erhebliche Rolle. Die meisten deutschen Räder gehen nach Südamerika, besonders nach Brasilien, Argentinien und Chile. Auch Mexiko und Südosteuropa nehmen einen Teil der deutschen Produktion auf. In den letzten Jahren hat sich der Export nach Nordosteuropa und dem Orient, besonders nach Iran, stark erhöht. Wertmäßig ist die Ausfuhr von Fahrradteilen bedeutender denn die Segmentumschaltung und viele/ andere Vorteile entscheiden neben den rücksichtsvollen Kaufbedingungen Niederhausen & Co. Gießen Bahnhofstraße 49 8082 A nannte. Er sah seine besondere Aufgabe darin, den Viehhandel in Hessen von jedem jüdischen Einfluß zu reinigen Im Jahre 1887 wählten die hessischen Bauern ihn als e r st e n antisemitischen A b - Beordneten in den Reichstag. Sein besonderes nteresse galt neben dem unerbittlichen Kampf gegen die Juden der deutschen Volksdichtung. Seine beachtlichen Schriften auf diesem Gebiet wurden jedoch damals totgeschwiegen. So starb dieser 'völkische Kämpfer 1923 verarmt, verbittert und empfehlen mir unsere ganz vorzüglichen, naturreinen Mei- und innihenfüfle daneben für den Abend unseren ilitoöoifieien minim. Besuchen Sie uns bitte, gerne zeigen wir Ihnen ganz unverbindlich, was Ihnen unser Reformhaus zu Weihnachten bietet Reformhaus Gießen Kfeuzplatz 5. ___________8513D Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Jronffurt Äm Bereiche eines kräftigen Hochs herrscht in I Deutschland Frost. Leichte Niederschläge, durch Aus- strählung von Warmluft verursacht, treten nur im äußersten Westen des Reiches auf. Die augenblickliche Wetterlage wird voraussichtlich noch anhalten. Vorhersage für Donnerstag: Weiterhin Frost, sonst bewölkt bis bedeckt. Ueberwiegend trocken, veränderliche Winde. VorhersagefürFreitag: Kalt, zu leichten Niederschlägen geneigt, meist Schnee. Lufttemperaturen am 21. Dezember: mittags —1,9 Grad; abends —3,7 Grad; am 22. Dezember: morgens — 4,4 Grad. Maximum —1,4 Grad, Minimum heute nacht —7,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. Dezember: abends 4- 0,4 Grad; am 22. Dezember: morgens + 0,3 Grad Celsius. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 37: 10 780. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. KKohlerHotz Tel. 4061 Kaiserallee 11 Bei einer Auswahl von über 800 Stück finden Sie^stets die richtige Feder für Ihre Hand fsossD Otto Georg norm. H Kühn Gießen, Scltersweg 36. Keine Zeannisse in Urschrift lonöem nm Heugats» abidirfften vew werbungSichr-iben bei- legen - Lichtbilder unsBewerbun isunter- tflen mühen flekdX - Ka ffe e