Nr. 272 Erste? Matt 187. Jahrgang Montag, 22. November IM Lrlchelnl täglich, autzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte ©ießenei Familienblätter Heimat tm Bild Die Scholle Monatr-8ezug§prei§: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Sieheu Postscheckkonto: Zrankkurl am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dru4 und Verlag: SrShlsche Univerfilätsdruckerei «.Lange in Siehe«. 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Die Lüster waren mit Bändern in den ungarischen Farben bunt ausgeschmückt. Eine Fülle von herrlichen Blumen und frischem Blattgrün umsäumte den Aufgang. Ungarische und deutsche Fahnen schmückten den Bahnsteig. Um 10.18 Uhr lief der Sonderzug mit den ungarischen Gästen langsam in die Bahnhofshalle ein. Den Willkommensgruß des Führers und Reichskanzlers überbrachte der Chef der Präsidialkanzlei, Staatssekretär Dr. Meißner. Dann hieß Reichsaußenminister Freiherr von Neurath die ungarischen Staatsmänner herzlich willkommen. Ferner sah man den königlich-italienischen Botschafter Attolico, den österreichischen Gesandten T a u s ch i tz und sämtliche Mitglieder der ungarischen Gesandtschaft. Auch die Reichsminister Dr. Frick und Darre und eine Reihe von Staatssekretären waren zur Begrüßung erschienen. Freifrau von Neurath überreichte Frau v. Daranyi ein herrliches Rosengebinde. Auf dem Bahnhofsvorplatz war eine Ehrenkompanie des Wachregimentes aufmarschiert. Unter den Klängen des Präsentiermarsches schritten die beiden ungarischen Staatsmänner, begleitet vom Reichsminister des Aeußern, Freiherrn von Neu- r a t h , dem Chef des Wehrmachtsamtes, General der Artillerie Keitel und dem Kommandanten von Berlin, Generalmajor Seiffert, die Front ab. Eine nach Hunderten zählende Menschenmenge und fast die gesamte ungarische Kolonie in Berlin hatte sich vor dem Bahnhof eingefunden und brachte den ungarischen Gästen bei ihrer Abfahrt zum Hotel Adlon herzliche Ovationen dar. Eindrucksvolle Totenehrunq. Der erste Weg des Ministerpräsidenten von Da- ronyi und des Außenministers von Kanya führte zum Ehrenmal Unter den Linden, um dort im stillen Gedenken die gefallenen deutschen <1 ■ ** rZ vwW:- \s 4' ■?, - vj Der ungarische Ministerpräsident Daranyi sowie der Außenminister von Kanya beim Abschreiten der Front der Ehrenkompanie nach der Ankunft. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Waffenbrüder zu ehren. Bor dem Ehrenmal marschierten ein Bataillon der Wehrmacht, zwei Kompanien des Wachregimentes Berlin und eine Kompanie des Wachbataillons der Luftwaffe auf. Die Gäste schreiten in Begleitung des ungarischen Gesandten und des Kommandanten von Berlin die Front ab. Die Truppe präsentiert das Gewehr, dann fetzt das Musikkorps mit dem Lied vom guten Kameraden ein. Die harrende Menge grüßt mit der erhobenen Rechten, während die ungarischen Staatsmänner den Ännenraum der Gedenkstätte betreten, wo Ministerpräsident von Daranyi einen großen Lorbeerkranz niederlegt, dessen rotweißgrüne Schleife in deutscher und ungarischer Sprache die Inschrift trägt: „In treuem Gedenken — den heldenhaften deutschen Kameraden des Weltkrieges — der königlich-ungarische Ministerpräsident". Em Vorbeimarsch des Ehrenbataillons beschließt die eindrucksvolle Totenehrung. Zur gleichen Stunde legte in der Hauptstadt der Bewegung an den Ehrentempeln am Königlichen Platz der ungarische Generalkonsul in München Kränze nieder. Zu dieser Ehrung war eine Ehrenkompanie der U mit Musik und Spielmannszug angetreten. Nach der Weise des Liedes vom guten Kameraden legte, während die ff präsentierte und leiser Trommelwirbel erscholl, der ungarische Generalkonsul in den beiden Ehrentempeln zwei große Lorbeerkränze nieder, deren Schleifen in den ungarischen Landesfarben die Inschrift tragen: „Den Helden des 9. November — der königlich-ungarische Ministerpräsident". 3n derLniernationalen Zagdausstellung Am Sonntagabend besichtigten Ministerpräsident vonDaranyi mit Frau und Außenminister von Kanya die Internationale Jagdausstellung am Kaiserdamm. In Begleitung der Gäste befanden sich der ungarische Staatssekretär von Potak, der ungarische Gesandte Sztojay, der Staatssekretär von Mackensen, der Chef des Protokolls, Gesandter von Bülow-Schwante, Oberstjägermeister Scherping und Jägermeister Löbenberg. Lord Halifax von Berlin abgereist. Berlin, 20. Nov (DNB.) Lordpräsident Viscount Halifax weilte am Samstag a l s Gast des Reichsjäger meisters in der Schorfheide. Nach der Besichtigung der Gehege der Schorfheide und des Waldhofs Karinhall gab Ministerpräsident Generaloberst Göring ein Frühstück an dem auch der englische Botschafter in Berlin, Sir Neville Henderson und Reichsaußenminister Freiherr von Neurathteilnahmen. Am W) - '/Ä £ X Lord Halifax mit Reichsjägermeister Hermann Göring in der Schorfheide beim Wisentgehege. Vinks: Botschafter Sir Neville Henderson. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Nachmittag war Discount Halifax zum Tee beim «nglischen Botschafter mit Reichsminister Dr. G o e b- ö e! s zusammen Er hat am Sonntag um 21.22 Uhr Berlin wieder verlassen. Lord Halifax hat in einem Gespräch mit den Berliner Berichterstattern britischer Zeitungen seine Besprechungen mit dem Führer als „frei, offen und unformell" bezeichnet. Ich hoffe, so erklärte er, ,Haß das Ergebnis unserer Besprechungen die Tür ein wenig weiter geöffnet wurde zu dem Wege einer Klärung der Atmosphäre zwischen Großbritannien und Deutschland und zu einem besseren Ver- st e h e n , wovon so viele Dinge abhängen." Lord Halifax hob hervor, daß nichts so geeignet sei, die Atmosphäre zu zerstören als Kombinationen, in denen die Oeffentlichkeit dazu angestachelt werde, zu glauben. Bevor er mit dem Premierminister und dem britischen Kabinett nicht gesprochen habe, könne er über den Inhalt der Unterredungen nichts mitteilen. Lord Halifax erklärte, er wünsche, besonders die Herzlichkeit und Freundlichkeit hervorzuheben, mit der er überall in Deutschland empfangen worden sei, und ganz besonders durch den Führer selb st. Besonders erfreut sei er auch darüber gewesen, in enge Verbindung mit denjenigen zu treten, die im neuen Deutschland die Politik leiten. In der Schorfheide habe er ein Gespräch mit Generaloberst Göring über politische Fragen gehabt. Die Naturbegeisterung, die Generaloberst Göring bewies, während er mich durch die Schorfheide führte, war sehr groß. Er erklärte mir, daß das Denkmal, das er der Nachwelt zu hinterlassen wünsche, der wiederherge st eilte Wald sei, der gänzlich verwahrlost gewesen sei, als er ihn übernommen habe. Gegen voreilige Kombinationen. Berlin, 21. Nov. (DNB.) Zu den verschiedenen Kombinationen, die vor allem die Pariser Zeitungen an die Berchtesgadener Besprechungen knüpfen, schreibt der „Völkische Beobachter": Die Gradlinigkeit der nationalsozialistischen Außenpolitik ist in ihrer grundsätzlichen Haltung unumstritten. Es ist daher eine völlige Verkennung der Lage, wenn man in der Pariser Presse von „neuen Jllusione n" spricht, denen man sich angeblich im Reich im Zusammenhang mit dem Besuch des britischen Lordpräsidenten hingebe. Der Besuch kann in Deutschland weder dazu führen, daß man über sein Ergebnis enttäuscht ist, nach dazu, daß an ihn irgendwelche unzeitgemäßen Hoffnungen geknüpft werden. Auch die Meldungen der Pariser und Londoner Presse über einen Besuch des Reichsaußenministers von Neurath in London sind daher lediglich Kombinationen. Für eine derartige Reise besteht jetzt keine dringende Notwendigkeit. Sie ist daher auch gar nicht in Aussicht genommen. Die Essener „Nationalzeitung" mnnt: Aus den mancherlei Gesprächen hat man den Eindruck gewonnen, daß in Fortsetzung der letzten Aussprache weitere Fühlungnahmen der für die Außenpolitik ihrer Länder verantwortlichen Politiker Deutschlands und Englands auch in nächster Zukunft fruchtbringend und daher wünschenswert fein werden. Jedoch ist die augenblickliche weltpolitische Situation noch so unausgereift und deshalb undurchsichtig, daß man wohl erst eine gewisse Klärung a b w a r t e n wird, bevor einer der beiden Staaten den Wunsch nach einer neuen Zusammenkunft und Aussprache äußern dürfte. Jedoch könne die jetzige informative Fühlungnahme als Grundlage für weitere Aussprachen über Mittel und Wege dienen, die internationalen Schwierigkeiten durch gemeinsame Aktionen aller interessierten Staaten zu beheben. Diese Erkenntnis ist immerhin ein Erfolg. Die klare Linie der deutschen Außenpolitik ist nicht anti englisch. Darüber wird Lord Halifax seine Ministerkollegen beruhigen können. Die deutschen Absichten sind klar. Ob diese Besprechungen praktische Früchte tragen, das hängt nicht so sehr von Deutschland als von England ab. Llmbildunq des italienischen Kabinetts. Der Herzog von Aosta znm Bizetönrg von Aethiopien ernannt. Rom, 20. Nov. (DNB.) Amtlich wird die Abberufung des Marschalls Graziani vom Poften als Vizekönig von Aethopien und die Ernennung des Herzogs von Aosta zu feinem Nachfolger bekanntgegeben. Mussolini hat Marschall Graziani für seine im Krieg und Frieden geleistete Arbeit, die Eroberung und Befriedung des italienischen Imperiums, den Dank der Natton ausgesprochen. Ferner wird verlautbart, daß die Demission des Mini st ers für Italienisch-Afrika, Lessona, angenommen worden ist. Mussolini hat die Leitung dieses Ministeriums selbst übernommen und Lessona seine Anerkennung für die während langer Jahre in der Verwaltung geleistete Arbeit ausgesprochen. Zum Unterstaatssekretär des Ministeriums für Italienisch-Afrika ist der Abg. Teruzzi, der frühere Generalstabschef der Faschistischen Miliz, ernannt worden. Der bisherige Unterstaatssekretär im Erziehungsministerium, Abgeordneter Renato Ricci, ist zum Staatssekretär im Corporations- Ministen'um ernannt worden. Das Staatssekretariat für den Handels- und Devisenverkehr wird zum Ministerium erhoben. Der Deoisenkommissar G u - arneri ist zum Letter des neuen Ministeriums ernannt worden. „Giornale d'Jtalia" schreibt: Es sei nur verständlich, daß der Duce als Gründer des Imperiums auch die Leitung des Ministeriums für Italienisch-Afrika und damit auch die unmittelbare Kontrolle über d i e ganze Ueberseepolitik Italiens übernimmt. Diese Kontrolle erscheine um so notwendiger in einer Zeit, in der die italienische Wirtschaft ausschließlich auf den Grundsatz der Autarkie um« gestellt werde und in den neuen Erzeugungszweigen, die die italienische Arbeit in allen afrikanischen Gebieten von Libyen bis Aethopien mit ihren unbegrenzt erforschten und unerforschten Reichtümern anwende, nach weiteren Hilfsquellen suche. Oie Komintern in Südamerika Der Kampf gegen den Kommunismus ist in den südamerikanischen Staaten nicht nur gleichbedeutend mit einer Rassenfrage, sondern mit einer Neuordnung des Besitzes an Grund und Boden, der seit den spanischen und — in Brasilien — portugiesischen Kolonialzeiten zumeist in den Händen weniger Latifundienbesitzer sich befindet. Dazu kommt das Vordringen des hauptsächlich nordamerikanischen Dollarkapitals, und die Versuche, sich von dieser drosselnden Schlinge zu befreien. An und für sich wird der Rote, also der Abkömmling der Indios, überall in Südamerika in die Gesellschaft ausgenommen, wenn er zu Besitz und Bildung gelangt ist. Aber in den Hafenstädten und in der Industrie hat sich eine rote Bevölkerung mit Negern, Asiaten und dem Abhub der Weißen gemischt und bietet dem Kommunismus ein fruchtbares Betätigungsfeld. Dagegen ist die vorwiegend agrarische Beschäftigung der Südamerikaner, ganz gleich welcher Rasse und welchen Staates, ein Bollwerk gegen die Komintern, das um so mehr ausgebaut werden kann, als die südamerikanischen Staaten, die noch im Werdeprozeß sind, sich mehr und mehr einem nationalen Sozialismus verschreiben und einer gerechteren Verteilung des Besitzes zuneigen. In Chile und anderwärts sind die ersten Schritte dazu getan worden und die deutsche These von dem Vorrecht des Gemeinnutzes hat überall in Südamerika Nachfolge gefunden. In der Nachkriegszeit, vor allem in den Zeiten der Wirtschaftsdepression, hat Moskau riesenhafte Anstrengungen gemacht, um die einzelnen Staaten Südamerikas zu Sowjettepubliken zu machen. Die Zentrale der Komintern war Uruguay, das als einziges Land Südamerikas die Sowjetregierung anerkannt hatte. Der Sowjetgesandte in Montevideo, Minkin, wurde schließlich, worauf wir noch zurückkommen werden, von Uruguay an die Luft gesetzt. Damit war die Gefahr für alle südamerikanischen Republiken klar erkannt worden, und die südamerikanische Selbsthilfe setzte ein. Bereits im Jahre 1932 klagte der damalige Präsident von Paraguay, Dr. Guggiari, daß bolschewistische Zellen überall in Südamerika sich gebidet hätten, daß mit Hilfe von Intellektuellen die Ideen Moskaus verbreitet würden und daß Moskau überall am Werke fei, um die Aufwärtsentwicklung der Staaten zu stören und sie in Sowjetrepubliken zu verwandeln. In Chile gelang es den Kommunisten, eine Meuterei in der Flotte und in der Luftwaffe anzu- zetteln, rote Kriegsschiffe bombardierten den Hafen von Cequimbo, und nur mühsam gelang es, die Ordnung wieder herzustellen. In den Jahren 1934 und 1936 wurden kommunistische Eisenbahnarbeiterstreiks angezettelt, aber schließlich gelang es der Energie des Staatspräsidenten Dr. Allessandri, die bolschewistische Empörung niederzuschlagen und die wirtschaftlichen und politischen Kräfte bes Landes zu entwickeln. Im chilenischen Kongreß sitzen übrigens drei Nationalsozialisten. Durch ein Reformprogramm, das vor allem den Wünschen der besitzlosen Landarbeiter entgegenkommt, ist Chile gegen die Wiederkehr bolschewistischer Empörungsversuche wohl gesichert. In Peru ermordeten die Bolschewisten den Präsidenten Sanchez-Cerro, die Marineschule meuterte, in den Minengebieten waren die Kommunisten zett- weilig Herr der Lage und die Hauptstadt Lima selbst war bedroht. Es kostete viel Mühe, das Land von der bolschewistischen Pest zu befreien. In Doli v i e n und in Paraguay, wo die Weißen ebenso wie in Peru nur eine ganz dünne Herrenschicht bilden, sind die Parteien und das Militär nach dem großen Chaco-Kriege in die kommunistische Ideologie hineingeraten, aber sie scheinen sich davon ziemlich befreit zu haben, obgleich in diesen Ländern — Paraguay gilt als der Garten Südamerikas — noch keine ganz klaren Verhältnisse herrschen. Am 13. Juli 1937 wurde in Bolivien der Staatspräsident David Toros, wie er selbst nachher in Chile sagte, „davongejagt" und ein Militär, Busch, übernahm die Gewalt. Toros hatte gegen den Kommunismus und vor allen Dingen gegen die amerikanischen Minenbesitzer zu regiren versucht. Ebenso geht in Paraguay der Kampf vor allem gegen die nordamerikanischen Standard Oil, den Weltherrscher Del, der enteignet worden ist und sich häufig bolschewistischer Helfershelfer in den südamerikanischen Staaten bediente. In Argentinien, wo in diesem Jahr der Konservative Dr. Ortiz zum Staatspräsidenten gewählt wurde, widersetzte sich der nordamerikanische Kapitalismus im Verein mit dem Kommunismus den Selbständigkeitsbestrebungen, aber ohne Erfolg. Im August 1936 wurde ein Petroleum-Einfuhr-Monopol erlassen, das für den Oeltrust ein schwerer Schlag war. Gleichzeitige kommunistische Aufstände in den einzelnen Provinzen wurden medergefchla- gen, Streiks, die vor allem im Frühjahr 1936 mit ihren kommunistischen Parolen das Wirtschaftsleben erschütterten, wurden rücksichtslos unterdrückt Die jüdischen Agitattonszentralen des Bolschewismus wurden geschlossen. Der Kampf wurde, wie überall in Südamerika, auf der ganzen Linie ausgenommen, und zwar zusammen mit Brasilien, dessen Präsident Dr Getulio Vargas in einem Rundschreiben ganz Südamerika aufgefordert hatte, eine einheitliche antibolschewistische Front zu bilden Gerade in Brasilien hatten die Kommunisten geglaubt, daß die Geschäfte Moskaus dort zum Ziele gelangen würden. Als nämlich unter Getulio Var« gas die Bolschewisten sich unter der Maske der Nationalen versteckt hatten, gelang es ihnen zunächst größere Fortschritte zu erzielen. Dabei bedienten sie sich der „Allianza Nacional Libertadora", die das Auslandkapital bekämpfte. Viele Mitglieder der Vereinigung waren sich nicht bewußt, daß sie nur Marionetten Moskaus waren. Es kam zu schweren kommunistischen Unruhen, die nur mühsam gedämpft werden konnten. Im Bundesstaate Sao Paulo, einem der hauptsächlichsten Kaffeeproduzen- ten, unterstützten die Bolschewisten separatistische Bestrebungen, während sie im Bundesstaate Rio de Janeiro sich gegen die Autonomie der Bundesstaaten wandten. Der Hauptsöldling Moskaus war das Kominternmitglied und ehemalige Oberst der brasilianischen Armee, P re st es, der mit einem von den Kommunisten gewonnenen General C a s - cardo gemeinsame Sache machte und im Jahre 1935 in einem Manifest die Brasilianer aufforderte, sich ein Beispiel an „dem Staate der Freiheit", an Somjetrußland, zu nehmen und die Waffen gegen die „Unterdrücker" zu wenden. Nur dem rechtzeitigen Zugreifen der Polizei ist es zu verdanken, daß das sowjetrussische Komplott in Brasilien scheiterte. Darauf erfolgte das erwähnte Rundschreiben an die südamerikanischen Staaten, und es wurde nachgewiesen, daß der rote Gesandte in Montevideo, Minkin, die Seele des brasilianischen Aufstandes gewesen und überhaupt der Chef sämtlicher bolsche- wistiscken Zellen in Südamerika war. Minkin wurde daraufhin ausgewiesen, Uruguay brach seine diplomatischen Beziehungen au Moskau ab, alle südamerikanischen Staaten schlossen sich dem brasilianischen Vorgehen gegen den Bolschewismus an, und da der Kommunismus trotzdem die Versuche nicht aufgab, in Brasilien Zellen zu bilden und weiterwühlte, wurde jetzt in Brasilien ein autoritärer Staat errichtet, der noch die Bestätigung durch ein Volksbegehren, also durch eine demokratische Befragung des ganzen Volkes, nötig hat. So haben die amerikanischen Staaten sich auf sich selbst besonnen, und zwar gegenüber dem Dollarkapitalismus und dem Bolschewismus, die sich gegenseitig in die Hände arbeiten. Sie wollen durch Reformen, durch einen nationalen Sozialismus, nach und nach die Staaten aus dem etwas wirren Werdeprozeß lösen und ihre Völker zufriedenstellen. Dieser Prozeß hat deshalb Aussicht auf Erfolg, weil in den Kernstaaten, also in Chile, Argentinien, den Südstaaten von Brasilien und in Urugay die rote Farbe fast völlig von der weißen aufgesogen worden ist. D. S. Volksführung ohne Illusionen Reichsleiter Dr. Goebbels sprach auf der Ordensburg Sonthofen. Sonthofen, 21. Nov. (DNB.) Reichsleiter Dr. Goebbels sprach auf der Ordensburg Sonthofen vor den Kreis- und Gauamtsleitern. Er stellte in den Mittelpunkt seiner Ausführungen das Prinzip nationalsozialistischer Volksführung, daß man nämlich eine um die Zukunft ringende Nation nicht mit Illusionen leiten kann, sondern nur aus der genauen Kenntnis des Volkes und mit klaren Grundsätzen führend. Ein wahrer Sozialismus habe dafür Sorge zu tragen, daß allen wahrhaft wertvollen Kräften der Nation der Weg nach oben eröffnet würde. Und er müsse vor allem in den Erkenntnissen rassischer Bedingtheit und im Prinzip von Leistung, Fähigkeit und persönlichem Willen des einzelnen begründet sein. Dr. Goebbels ging auf die Verbesserung der Lebenshaltung des Arbeiters, die Tätigkeit von Kraft durch Freude, auf die Erfordernisse des Vierjahresplanes, auf die Volksernährung und die kulturelle Entwicklung ein. Ueberall wäre es die erste Aufgabe der Volksfüh- r.tng, an das einzelne Problem durch klare Einstellung des ganzen Volkes auf die Notwendigkeiten heranzugehen. Darin läge schon die halbe Lösung. Die Bedeutung der Erziehungsarbeit und der Dolksaufklärung der Partei sei deshalb von ausschlaggebender Bedeutung. z Das Ejniglmgswerk in der deutschen Studentenschaft. Stuttgart, 20. Nov. (DNB.) Auf einer gemeinsamen Kundgebung des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes und des Altherrenbundes der deutschen Studenten sprach Reichs- studentensührer ^-Standartenführer Dr. Scheel über das große Einigungswerk der deutschen Studentenschaft. Der Reichsstudentenführer erinnerte daran, daß er gerade vor einem Jahr von dem Stellvertreter des Führers den Auftrag erhalten habe, die Einigung innerhalb der deutschen Studentenschaft durchzuführen. Das Vorhaben, alle ausbaufähigen Kräfte zusammenzuführen, sei geglückt. Ein neues Lebensgefühl durchdringe wieder das Studenten- und das Altherrentum. Alte und junge Studenten hätten sich in den Kameradschaften und Altherrenschaften wieder zusammengefunden. Die schönste Belohnung für alle Arbeit sei nun die Anerkennung und das Vertrauen von Partei und Staat. Hierauf zeigte der Reichsstudentenführer die Selbstverantwortung, Selbsterziehung und Selbstverwaltung des neuen deutschen Studententums, dessen Grundlage die Kameradschaft, höchste Aufgabe aber die Erhaltung der blutgebundenen Art des deutschen Volkes sei. In einem zündenden Appell an seine studentischen Kameraden erinnerte er an die zehn Gebote des deutschen Studenten, der die Gesetze der Ehre, des Charakters, der Ehrfurcht, der Selbsterziehung, des Mutes, der Zucht, der Pflichterfüllung und der Ritterlichkeit zu den seinen machen müsse. Der vollste politische Einsatz und die wissenschaftliche Leistung seien heute die beiden Ideale, die dem deutschen Studenten voranschweben müßten. Die studentische Jungmannschaft habe zu Beginn dieses Semesters die Fahne, die ihr einst der Führer in die Hand gab, über allen Hoch- und Fachschulen aufgepflanzt zum Zeichen, daß der Studentenbund die Gestaltung und das Schicksal der deutschen Hoch- und Fachschulen mit in die Hand genommen habe. Hinter der studentischen Jugend aber stünden die Alten Herren, bereit und entschlossen, es den Jungen an Begeisterung und Einsatzfreudigkeit gleich- * Anläßlich der feierlichen Immatrikulation sprach Reichsstudentenführer Dr. Schee! in Heidel- berg. Er dankte, übergab die Führung der Studentenschaft Heidelberg an cand. med. Erich Eitze und übernahm folgende Häuser früherer Korporationen, die nunmehr mit Kameradschaften des Studentenbundes belegt werden: Haus des Corps i. M. R. „Leonensia", Haus der Turnerschaft „Ghibellinia", Haus der Akad. Verbindung „Wartburg", Haus der Burschenschaft „Allemannia" und das Haus des V. d. St. Ein Regime des Vertrauens und der Kameradschaft. Oer Führer beim Fest des dSjährigen Bestehens der Ortsgruppe Augsburg der NGOAp. Augsburg, 21. Nov. (DNB.) Zur Feier des 15jährigen Bestehens der Ortsgruppe Augsburg der NSDAP, kam der Führer selbst nach Augsburg. Oberbürgermeister Mayr geleitet den Führer durch ein Spalier von BDM.- Mädeln, vorbei an den Hoheits-, Partei- und Sturmfahnen des Gaues zunächst auf den Altan des Rathauses, wo der Führer die herzlichsten Huldigungen der Bevölkerung entgegennimmt. Dann begibt sich der Führer, begleitet von Gauleiter Wahl und Oberbürgermeister Mayr in ben Goldenen Saal zu den alten Kämpfern des Gaues Schwaben. Gauleiter Wahl schildert die wunderbare Wandlung in Deutschland nach der Machtübernahme durch den Führer und stellt fest, daß das neue Deutsche Reich der Größe und Ehre, der Kraft, der Herrlichkeit und Gerechtigkeit heute in Europa wie ein Fels in brandendem Meere stehe, und daß in seinem Führer heute das Volk den Schöpfer dieses Reiches sehe. Der Gauleiter gab seinem Stolz Ausdruck, im Namen der alten Garde heute sagen zu können, daß sie in den 15 Jahren in ihrem Glauben an den Führer niemals wankend geworden sei. Der Glaube dieser einstigen kleinen Minderheit sei heute zum Glauben des ganzen deutschen Volkes geworden. Sein heißer Dank sei die hingebungsvolle Arbeit für das nationalsozialistische Deutschland, solange ein Atemzug unsere Brust bewegt. Nachdem die nationalen Lieder verklungen waren, begrüßte der Führer die alten Kämpfer und verließ hierauf wieder den Goldenen Saal. Der Führer spricht zu feinen altenschwäbischenparteigenoffen. Der große Saalbau Herrle war schon seit den Mittagsstunden das Ziel der alten Kämpfer des Gaues Schwaben und vieler anderer Volksgenossen. Um 15 Uhr marschierten die Standarten und Fahnen in den Saal, voran die Augsburger Standarte, die zu den sieben ältesten des Reiches gehört. Stürmische Heilrufe zeigen an. daß der Führer den Saal betrat. Unbeschreiblich ist die Begeisterung der Massen, als d e r F ü h r e r zu den alten Kämpfern spricht. In überaus anschaulicher Weise legte der Führer dar, wie durch die Nationalsozialistische Partei, durch ihr Prinzip der absoluten Autorität der Führung dem Volke ganz neue organisatorische Grundlagen seines politischen Lebens gegeben wurden. Den Einwand: „Wo bleibt die Freiheit der Kritik?" erledigte der Führer unter stürmischer Zustimmung mit den treffenden Worten: „Wir haben auch Kritik, nur kritisieren bei uns die Vorgesetzten die Untergebenen und nicht die Untergebenen'die Vorgesetzten!" Brausende Beifallsstürme begleiteten seine Feststellung, daß die Nationalsozialistische Partei die größte Organisation sei, die jemals Menschen aufgebaut haben. Noch niemals sei in Deutschland eine so ungeheure Zahl politisch befähigter Menschen tätig gewesen wie jetzt. Millionen deutscher Volksgenossen, denen ihr Beruf harte und auch wenig freudige Arbeit auferlegt, habe die Partei eine neue Lebensaufgabe gegeben und ein neuesLebensziel gesteckt. Wie glücklich seien heute ungezählte Parteigenossen, wenn nach ihrer Arbeit in den Betriebe ihr eigentliches freudiges Leben beginne, wenn sie als Blockwalter oder als Ortsgruppenwalter an der Volksgemeinschaft arbeiten. Das fei die Arbeit, die sie mit ganzer Zufriedenheit und innerem Glück erfülle. Der Führer sprach — immer wieder von bewegtem Beifall unterbrochen — von der großen entscheidenden Erziehungsaufgabe, die die Nationalsozialistische Partei am deutschen Volke zu erfüllen habe, und von dem einigenden Band, das die Volksgemeinschaft um alle knüpfe entgegen dem Trennenden der Herkunft, der Geburt, des Vermögens, der Stellung, der sogenannten Bildung und des Wissens. Das Volk allein trägt das Reich! Das Reich ist aber nur stark, wenn das Volk in seiner Führung und seinem Gefüge stark und einheitlich ist. (Begeisterte Zustimmung.) Es ist doch etwas Wunderbares, wenn das Schicksal Menschen ausersehen hat, für ihr Volk sich einsetzen zu dürfen. Wir können von uns sagen, daß wir nicht umsonst gelebt haben, sondern daß wir mithalfen, in der schwersten Stunde unseres Volkes die Fahne des neuen Glaubens aufzupflanzen und aus diesem Glauben die ganze Nation wiederaufzurichten. Heute stehen uns neue Aufgaben bevor. Denn der Lebensraum unseres Volkes ist zu eng. Die Welt versucht sich von der Prüfung dieser Probleme und Beantwortung dieser Fragen frei zu machen. Aber es wird ihr nicht gelingen! (Minutenlange donnernde Heil-Rufe!) Die Welt wird eines Tages unsere Forderungen berücksich. t i g e n müssen. Ich zweifele keine Sekunde daran, daß wir genau so, wie es uns möglich war, die Nation im Innern emporzuführen, auch die äußeren gleichen Lebensrechte w i e die a n • deren Völker uns verschaffen werden. (Erneute brausende Zustimmung.) Ich zweifle nicht daran, daß auch dieses Lebensrecht des deutschen Volkes eines Tages von der ganzen Welt wird verstanden werden! (Die Heil-Rufe branden erneut zum Führer empor.) Ich bin der Heben zeugung, daß d i e schwer ft en Vorarbeiten bereits geleistet wurden. Was jetzt notwendig ist, ist nur immer wieder Zurückbesinnung aller Nationalsozialisten auf die Prinzipien, durch die wir groß geworden sind. Wenn die ganze Partei und damit die ganze Nation geschlossen hinter der Füh- rung steht, dann wird es dieser Führung, gestützt auf diese gemeinsame Kraft eines 68-Millionen-Vol, kes, ausgeprägt zum Letzten in seiner Wehrmacht, möglich sein, die Interessen der Nation auch erfolgreich zu verteidigen und die Aufgaben, die uns gestellt sind, auch erfolgreich zu lösen! Es ist so schön, daß in unserer Partei eine unzerstörbare Gemeinschaft besteht. Andere glauben, es sei ein Regime der Knute. Nein! Es ist ein Regime des Vertrauens und tief- st er Kameradschaft, ein gläubiges Band, das die Millionen zusammenkettet. So wird es weiter wachsen: Die Jugend wird einmal ein ganz anderes Deutschland erleben, als wir es vorfanden. Sie wird die Früchte dessen ernten, was wir in diesen Jahren an Sorgen hatten und an Blutopfern auf uns nahmen. Jeder von uns wird sterben: Aber Deutschland muß leben, und es wird leben! Der Gauleiter hatte für Sonntag abend die alten Kämpfern mit ihren Frauen in das Stadttheater zu einer Festaufführung von Verdis Oper „Aida" em« geladen. Der Führer wurde bei ferner Fahrt zum Theater wieder mit begeisterten Huldigungen begrüßt und ihm am Eingang ein großer Strauß Blumen überreicht. BDM.-Mädchen bildeten in der Treppenhalle Spalier. Unabsehbare Menschenmassen grüßten den Führer wieder, als er zum Hotel „Drei Mohren" zurückfuhr. Immer wieder brauste nun der Jubel zum Balkon des Hotels empor, bis der Führer, begleitet von Gauleiter Wahl und Divisionskommandeur Generalmajor Bergmann, heraustrat. In die Heil!-Rufe mischten sich die Klänge der zum Zapfen st reich anmarschierenden Truppen, die am Führer im Paradeschritt vorbeizogen und vor dem Hotel Aufstellung nahmen. Die Lieder der Nation beschlossen die eindrucksvolle nächtliche Feierstunde. Oie Kulturtagung der NGOAp. in Mainz. Einführung des Gaukulturwarts Conrad durch stellv. Gauleiter Linder. Im Festsaal der Kreisleitung Mainz fand am Samstagnachmittag als letzte große repräsentative Veranstaltung der Gaukulturwoche Hessen-Nassau eine Kulturtagung statt, in deren Verlaufe der Gaukulturwart Conrad durch den stellvertretenden Gauleiter Linder in sein Amt eingeführt wurde. Der in lichtem Grau und Silber gehaltene Festsaal, mit Fahnen, dunklem Grün und Blumen geschmückt, wurde von der wuchtigen Führerbüste an der Rückwand beherrscht. Nach einem Orchester- Vorspiel des Peter-Cornelius-Konservatoriums und dem Vortrag zweier Gedichte — „Soldaten der braunen Armee" von Heinrich Lersch und „An die Gegenwärtigen" von Eberhard Klas — hieß Gaupropagandaleiter Stöhrdie zur Kulturtagung versammelten Amtsträger der Partei, an ihrer Spitze stellv. Gauleiter Linder, herzlich willkommen und gab einen kurzen Rückblick auf die Leistungen der hinter uns liegenden, auch einen Ausblick auf die kommenden Gaukulturwochen. Hierauf erhob sich stellv. Gauleiter Linder zu einer längeren Ansprache, in der er etwa folgendes ausführte: Kultur fei nichts anderes, als der innere Ausdruck des gesamten geistig-seelischen Lebens eines Volkes, das aus dem Blut wachse. Das deutsche Volk habe den Kampf um seine Kultur seit dem Bestehen deutscher Menschen in allen Formen der Kultur:- künstlerisch, wissenschaftlich, religiös, sittlich, sozial und politisch durchgekämpft. Von der Schlacht im Teutoburger Wald an hätten die deutschen Menschen nur eine Sehnsucht gekannt: die Sehnsucht nach dem Reich. In dieser Sehnsucht hätten unsere großen Deutschen gelebt und geschaffen. Adolf H i t- ler sei es vorbehalten geblieben, eine wahre und wirkliche Kultur zu schaffen. Deutsche Kultur aber könne nie von deutscher Politik gelöst werden. Die Partei werde dafür sorgen, daß der kulturrevolutionäre Geist der nationalszoialistischen Weltanschauung sich auf alle Gebieten durchsetzen werde. Wenn aber die Kultur eines Volkes politischen Geistes sei, müsse die Partei in der Kultur führen, da von ihr auch das Volk geführt werde. Zum ersten Male sei es m»glich, daß der Kunstschaffende durch die enge Verbindung zum Volk die feinen Regungen der deutsche Seele verspüre und ihnen Ausdruck geben könne. Ziel des kulturpolitischen Einsatzes sei, die Kulturschaffenden zu Nativ n a l s o z i a l i'st e n zu gestalten, damit sie aus der nationalsozialistischen Weltanschauung schaffen. Ausschließlich Sache der Partei sei es, durch ihre Einrichtungen auf diese Erziehung des Kulturschaffenden einzuwirken. Der stellv. Gauleiter berichtete anschließend über die Zusammenfassung der in unserem Gebiete bestehenden Wanderbühnen zu einem rhein-mai- nifdjen Gemeindekulturverband, der im Frühjahr nächsten Jahres seine Tätigkeit aufnehmen soll, und führte den bisherigen Gau-Studentenführer Pg. Conrad als Gaukulturwart in fein Amt ein. Gaukulturwart Conrad legte zunächst das Gelöbnis ab, in feinem neuen Amte feine Pflicht zu erfüllen, und gab anschließend einen Aufriß der Organisation und des weitschichtigen Arbeitsgebietes der von ihm geleiteten Haupt- stelle für Kultur. Seinen Ausführungen war u. a. folgendes zu entnehmen: Der Auftrag einer Kulturdienststelle in der Gau- leiiung sei umfaßend und könne keinen Bezirk aus- nehmen, weil er sich aus dem totalen Anspruch der Partei auf die Beobachtungen des gesamten kulturellen Lebens herleite. Die Hauptstelle Kultur betrachte es als ihre Pflicht, in gemeinsamer Arbeit mit den Leitern der Berufsorganisationen den schöpferischen Kräften im künstlerischen Leben ihre Hilfe angedeihen zu lassen. Die Kulturdienststelle sei keine Zensureinrichtung, sondern ihre Aufgabe fei positiv. Sie bleibe auch dann positiv, wenn bas Mittel der Ablehnung oder jier radikalen Ausmerzung notwendig werde. Diese Mittel würden un- nachsichtlich dann angewandt werden, wenn weltanschauliche Gegner auf dem Wege kultureller und künstlerischer Dunkelmännerarbeit das Gefüge unserer Weltanschauung brüchig zu machen suchten. Die Partei müsse mit noch größerer Anteilnahme die Entwicklung des kulturpolitischen Schaffenswillens in der Bewegung selbst verfolgen. In der Fest- und. Feiergestaltung werde sich in erster Linie die stilbildende Kraft unserer Idee ausdrücken. Es fei geplant, auf dem Wege eines Meinungs- und Erfahrungsaustausches eine Gauarbeitsgemeinschaft für nationalsozialistische Feier- und Freizeitgestaltung zu errichten. Es sei weiter Aufgabe der Hauptstelle K"Uur, den kulturpolitischen Auftrag der Partei bis in den Kreisen und Ortsgruppen zum Durchbruch zu bringen, was von der Auswahl geeigneter Persönlichkeiten abhängig sei. Die Hauptstellenleiter Kultur in den Kreisen hätten vornehmlich eine Zusammenarbeit aller Gliederungen herbeizuführen und die gemeinsamen Wege für die Fest- und Feiergestaltung zu bereiten. Die Tätigkeit der Kreisdienststellen umfasse auch eine Ueberwachung des gesamten Veranstaltungswesens, um Geschmacksverirrungen und Verfälschungen zu verhindern. Dorfgemeinschaftsabende und die Breitenarbeit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" seien als weitere Arbeitsgebiete genannt. Was für die Kreise gelte habe zum Teil entsprechende Geltung für die Ortsgruppen, wo ebenfalls geeignete Persönlichkeiten durch Beispiel und Belehrung helfen müßten, die richtigen Formen für Fest, Feier und ernsten Appell zu finden. Die Hauptstelle Kultur in der Gauleitung wolle helfend und beratend allen zur Seite stehen und eine klare Linie aufzeigen, wie die Partei richtungweisend in Erscheinung treten könne. Nach einem Schlußwort von Gaupropagandaleiter S t ö h r wurde die Kulturtagung mit dem Gruß an den Führer und den Liedern der Nation geschlossen. — „Bunt ist die Welt der Bühne/" Im Anschluß an die Kulturtagung fand abends vor einem festlich gestimmten Publikum im Mainzer Stadttheater unter dem Motto „Bunt ist die Welt der Bühne" eine fröhliche Veranstaltung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" im Rahmen und als Ausklang der Gaukulturwoche statt. Die Gesamtleitung hatte Intendant Hans T e ß m e r, Mainz, die musikalische Leitung des ersten Teils Kapellmeister Theo Mölich, Mainz, des zweiten Teils Kapellmeister H. Blümer, Mainz. Mitwirkende waren Musiker und Solisten aus Orchestern und Bühnen des Gaues Hessen-Nassau. Das umfangreiche Programm, das Ausschnitte aus einer Reihe der bekanntesten und beliebtesten Opern und Operetten umfaßte, wurde ein geleitet mit der vom Mainzer Städtischen Orchester schwungvoll gespielten Ouvertüre zu Webers „Euryanthe". W. Vogt-Vilseck, Mainz, sang die Arie des Max aus „Freischütz", E. A. Pfeil und F. Stefan, Mainz, ein Duett aus „Boheme". Das übrige Programm, das von Mainzer, Wiesbadener, Darmstädter und Hanauer Kräften bestritten wurde, brachte u. a. Ballettftücke aus „Aida", die Agathen- Arie, den „Rosenkavalier"-Walzer, die großen Fi» nales aus „Aida" und „Zigeunerbaron", Lieder von Richard Strauß und den Musette-Walzer aus „Boheme". Die schöpferische Persönlichkeit im deutschen Schrifttum. Alfred Bosenberg über Wertung und Förderung durch Partei und Staat. Berlin, 20. Nov. (DNB.) Die Reichsarbeitstagung des Amtes für Schrifttumspflege beim Beauftragten des Führers für die gesamte geistige und weltanschauliche Erziehung der NSDAP, und der Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums veranstaltete eine Kundgebung in der Krolloper, auf der Reichsleiter Alfred Rosenberg sprach. Wenn auch, so führte er aus, die Tätigkeit des Amtes für Schrifttums- Pflege und der Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttumes aufs engste Zusammenhänge, so seien doch gewisse Aufgaben vorwiegend von der einen ober anderen Stelle durchzuführen. Die Aufgabe des Parteiamtes fei die Wertung, die Aufgabe der Reichsstelle vorwiegend die Förderung jener bei der Wertung heroorgehobener Schriftsteller. Die Arbeit fer nun bis ins einzelne ausgerichtet worden. So würde die Tätigkeit von über 20 000 Schrift st ellern in Deutschland heute verfolgt, die Begutachtung ihrer Werke und die Besprechungen der verschiedensten Zeitungen und Zeitschriften über sie vermerkt, Hand in Hand damit gehe die Wertung der. in Frage kommenden Verlage. Monatlich würden bei Aussonderung aller nicht notwendigen etwa 1500 Bücher bewertet und 900 Zeitschriften gelesen. Aus dieser Gesamtarbeit ergebe sich die fortlaufende Fertigstellung der nationalsozialistischen Büchereien; soeben seien die vierten hundert Bücher tyv ausgegeben. Monatlich gebe die nunmehr parteiamtliche Bücherkunde einen Querschnitt durch die Buchproduktion, und ein Jahrbuch der Gutachten ermögliche es allen Parteidienststellen und den Verlegern, ein Bild über die Wertung des deutschen Schrifttums durch die NSDAP, zu erhalten. Die Reichs stelle ihrerseits habe sich auch im vergangenen Jahre aktiv an zahlreichen Stellen beteiligt. Ihre Ausstelungen hätten jetzt rund eine Million Besucher zu verzeichnen. Im Unterschied zu früheren Zeiten, die gleichsam sich gegen jedes aus' kommende Talent sträubten, sei heute so freie Bahn vorhanden, daß man manchmal vielleicht sogar sagen könnte, die bereitwillige Zustimmung zu einem Talent sei diesem nicht immer förderlich gewesen. Ein begeistertes Wort nach einer guten Erstlings' arbeit hätte jo manchem die Stetigkeit genommen« Renstag Beisetzung der großherzoglichen FaWie W „Dre lste nun dr, is der FH 1 Division- heraustrat >ge der zm nippen, tztz en und w der der lliche Feirn chtigen (. ll zu M itung M ftei/en unb 'artei richte. :opaganbi- ; mit bem der Ms Das Vermächtnis von Langemarck. Reichsleiter Or. Dietrich spricht auf der Gedenkfeier der deutschen Studenten. den Feldern und Aeckern von Langemarck nutzloses Blutvergießen, zweckloses Opfern war; das heldische Opfer von Langemarck war mehr als eine siegreiche Schlacht des Weltkrieges, es war das lodernde Fanal, das Feuer des Willens, das hier entzündet wurde und das durch feinen inneren Sieg den Weltkrieg überwunden und Versailles bezwungen hat. Wir wissen heute, daß ohne das Blutopfer des 9. November 1923, daß ohne das Feuer des Idealismus, das diese ersten Märtyrer der Bewegung entfachten, das nationalsozialistische Deutschland' nicht erstanden wäre. Aber ebenso gewiß ist es auch, daß ohne den Opfergei st von Langemarck, ohne den Feuergeist der deutschen Kriegsfreiwilligen-Jugend das Dritte Reich nicht Wirklichkeit geworden wäre! Und es war ja nicht nur die Flamme des Idealismus, die hier entzündet worden war, es war ja auch ein Kriegsfreiwilliger, der dieses Reich erkämpfte. Aus Millionen unbekannter Soldaten des großen Krieges stieg einer empor zur höchsten Spitze des Staates. Wie hätte der Führer in seinem 15jährigen Ringen um die Seele des Volkes die Flamme der Begeisterung in Millionen Herzen spüren können, wenn er nicht selbst erfüllt gewesen wäre von jenem Feuergeist des jungen kriegsfreiwilligen Deutschland und von der Kraft seines Realismus! Er hat das Reich gestaltet nach jenem Bilde, das deutsche Frontsoldaten vier Jahre lang auf allen Schlachtfeldern der Welt im Herzen trugen. „Das Reich der Freiheit, der Ehre und sozialen Gerechtigkeit." Die nationalsozialistische Jugend soll in ihrer Haltung das lebendige Vermächtnis von Langemarck fein. Sie soll das Feuer, das diese heldischen Opfer des großen Krieges in ihr entzückt haben, weitertragen von Geschlecht zu Geschlecht. Die studentische Jugend ist mitberufen, die Freiheit des deutschen Geistes zu erkämpfen! Sie soll vor allem d i e Wahrheiten suchen, die in ihrem Volke beschlossen liegen. Der nationalsozialistische Gedanke ist eine der unsterblichsten Ideen, die jemals der Welt geschenkt wurden. Mit ihr ist eine gewaltige Geistesmacht in die Geschichte eingetreten. Die todesverachtende stürmische Jugend von Langemarck und mit ihr das heldische Heer der Toten des Weltkrieges, die Kameraden unserer braunen Bataillone, die Rotfront und Reaktion erschossen, sie haben uns die Fahne vorangetragen! Die heutige Jugend nimmt sie in ihre Fäuste mit dem heiligen Gelöbnis, sie zum Siege zu führen! Reichsstudentenführer Dr. Scheel teilte mit, daß in Zukunft die feierliche Aufnahme der jungen Kameraden des NSD StB. alljährlich am 11. November zu erfolgen hat, damit in jedem Studenten das Vermächtnis von Langemarck lebendig bleibt: Deutschland, Deutschland über alles! nde d?' bi Ä :■> h b"V> Nd'- w, r.rt" un SW: ,cJn« Ulb Mnberi "ml Es iü V lie M, bdi 1 65 weite, m3 andere; [. Sie wird n auf uns 'er Deutsch, * die alte, Water.« "Äida" ein, wer Fch )ulöigungei Zer Straus eien in bei well die Leserschaft gleichsam sofort auf die Erwar- ung eingestellt worden war, ein neues großes Werk des begrüßten Autors zu erhalten. Aber das Leben gleiche sich hier wieder aus und so dürften wir hoffen, daß sich viele angemeldete Talente in tetiger ausreifender Arbeit zu Darstellern unserer Zeit herauswachsen würden. Der Nationalsozialis- wus habe einige entscheidende, dem Leben dienende Postulate verkündigt und keine abstrakten Dogmen. 3ene vertrete er, ja bisweilen hart, sonst aber wolle kr schöpferischen Persönlichkeiten den größten Spielraum lassen. Der Nationalsozialismus müsse groß- -äumig genug für diese reichen Persönlichkeiten sein. Sine wahre Einheit setze Vielfachheit voraus, die Vielfachheit aber, wenn sie Stil haben wolle, müsse luf ein Zentrum bezogen werden. So habe er seine Aufgabe aufgefaßt und das scheine ihm nach Heber- orüfung von einiger Jahre Arbeit auch auf dem Gebiete des Schrifttums als zweckmäßig. Gerade Hierin bestehe ein Unterschied zwischen Führern und vloßen Herrschern. Nachdem Reichsleiter Rosenberg uuf das Führerproblem im Bezirk des geistigen ifjne' fand M n im&' ii nt W jeranstaim Freude" e itultumoti bant har Zeitung d- ch, Mair Blüm' nb Solls» , teW , beliebig e eing^ fter W* „Gurw Sie Arie * mb oheme ■ * Wiesbaden^ ritten W die art ;;■** e-Wcher « Darmstadt, 20.Nov. Die Beisetzung der ßherzoglichen Familie ist endgültig auf Diene» icy, den 23. November, 15 Uhr, festgesetzt worden. Al der feierlichen Ueberführung am vergangenem Freitag nahmen als Vertreter der Wehrmacht tej-en den bereits genannten Offizieren auch der >i,isionskommandeur General Ritter v. Scho- ert und der Kommandeur des Luftgaus XI Ge- eialmajor Willich (Gießen) teil, ferner als Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes Oberst Schröder. Bei dem Prinzen Ludwig sind noch ir:2 Reihe weiterer Beileidstelegramme gegangen, darunter vom Reichsminister des Aus- Htrtigen, Freiherrn von Neurath, Reichs- itser Bouhler, dem stüheren deutschen iciser, der Königin von Italien, der Köni- ir von Rumänien, dem Kronprinzen von >tz)weden, dem Prinzregenten Paul von Ju- ass l a w i e n. — Der König von Bulgarien il-graphierte: „Zur furchtbaren Katastrophe sage ii meine wärmste Anteilnahme und mein innigstes lelleid. Möge die Vorsehung schützend Dich vor inerem Unheil bewahren." — Die vormalige Großem z o g i n Hilda von Baden telegraphierte: „lüfs tiefste erschüttert sprechen Dir allerwärmst- innigstes Beileid aus, von ganzem Herzen mit Lii fühlend." — Das Königspaar von Dä- nemarf telegraphierte: „Sprechen Dir unsere in« rigtte Teilnahme aus." — Der ehemalige Groß- herzog von Mecklenburg: „Sprechen Ihnen twre herzlichste Teilnahme aus zu dem großen Lellust." — Der Oberbefehlshaber des Heeres, Ge- pmloberft Freiherr von Fritsch telegra- ()i'*rte: „Tieferschüttert von der Trauerkunde bitte ich Ew. Grohherzogl. Hoheit zu dem schweren Un- fi'jT, von dem Ihr Haus betroffen wurde, mein yrlliches und tiefempfundenes Beileid und meine mf richtige Teilnahme entgegenzunehmen." — ©au» ab itsführer Faatz telegraphierte: „Das tragische chick, von dem das großherzogliche Haus betroffen ndbe, hat mich tief erschüttert. Ich spreche Eurer LrGherzogl. Hoheit auch im Namen der Führer Mines Arbeitsgaues meine aufrichtige Teilnahme a is‘" Iriiter den am Mausoleum in schier unüberseh- berir Menge niedergelegten Kränze bemerkt man nd eine Kranzspende der Landesuniversi- 1:1 Gießen, der Stadt Darmstadt, der Offiziere d; ehern. Jnfanterie-Leibregiments, der Flieger- ®ifie, des Eleonorenheims, der Königin Elisabeth England, des Botschafters von Ribbentrop und itotrer Mitglieder der deutschen Botschaft in London. schaffens, das die freie Forschung nicht einengen dürfe, eingegangen war, wandte er sich den Problemen des O ft e n s zu, die den Sondergehalt dieser vierten Reichstagung seines Amtes für Schrifttumspflege ausmachten. Zweimal sei auf den Reichsparteitagen zu Nürnberg das Wesen des Bolschewismus beleuchtet worden, aber darüber hinaus bestünde für uns die Pflicht, allen Ursachen des bolschewistischen Phänomens nachzuspüren, denn dieses sei eine Erscheinung, das nicht nur aus den letzten Jahrzehnten, sondern aus vielen Jahrhunderten verständlich werde. Bei allem dürfe man eines nicht übersetzen: Zwischen Sowjetrußland und Deutschland liege eine Anzahl von Staaten, die auch einmal unter schwerster Bedrohung gestanden hätten, heute mit aller Kraft sich bemühten, ein Eigenleben zu führen. Sie alle haben ihr Gesicht nach Europa gekehrt und haben durch diese eine Tatsache allein schon ein geschichtliches Verdienst, eine trennende Mauer zwischen Zentral- und Westeuropa und den bolschewistischen Fluten abgegeben. Berlin, 21. Nov. (DNB.) Die deutsche Stu- entenschaft veranstaltete am Totensonntag in 93er« tin im Theater am Horst-Wessel-Platz eine Lange- ; narck-Feier. Der Ernst der Feier fand einen sinn- iälligen Ausdruck in einigen zur Verlesung gebrach- Isn Kriegsbriefen gefallener Stu- len t e n , die bereits das Deutschland unserer Tage ihnen ließen. Der Reichspressechef der NSDAP., Leichsleiter ^-Gruppenführer Dr. Dietrich, childerte dann den Geist, der in den Augusttagen 1914 die gesamte deutsche Jugend erfaßte und sprach :on dem unsterblichen geistigen Vermächtnis, das Lese Jugend uns hinterlassen hat. Er zeichnete ein buchtendes Bild von dem heldischen Einsatz deut- cher Jugend in Flandern, der mit dem Sturm auf langemarck in die Geschichte des großen Krieges lüngegangen ist. Diese deutsche Jugend wußte nicht nur zu stürmen, sie wußte auch zu sterben! Zu ihren ©rä- tern in fremder Erde wurden in diesen Tagen die Iränze der Erinerung getragen. Der Heldenfriedhof on Langemarck, den die deutsche Studentenschaft inen an der Stätte ihres geheiligten Opfers errich- He, birgt das, was an ihnen sterblich ist. Hier in befer feierlichen Weiheftunde aber wollen wir ihr ^sterbliches geistiges Vermächtnis in uns lebendig verden lassen! In den zehn Gesetzen des deutschen (tudenten, die auf dem diesjährigen Reichs- Iirteitag verkündet wurden, steht das Wort: „Im 'ienen liegt mehr Freiheit als im Eigenen Beseh l". Gibt es einen höheren Be- ' riff, einen tieferen Sinn der Freihit als den, den liefe Freiwilligen des Krieges verwirklichten, sie, iie den Einsatz des eigenen Lebens für die Ge- neinschaft nicht als Pflicht empfanden, sondern als iiyeres Muß den Ausdruck des eigenen Seins? Sio die Stimme des Blutes zum Weck- tj f der Gemeinschaft wird, ist das Blut- oj'fer für die Nation der Freiheit höchster Sieg! । Freiheit „wovon" ist Willkür, ist Zügellosigkeit und sHrt zur Anarchie. Wahre Freiheit, schöpferische ?"eiheit „wozu", jene Freiheit, die der Gemein- fc aff dient und sich bis zur Selbsthingabe ihr ver- b. nden fühlt. Lind noch ein zweites ist uns aus diesem Geist dNitschen Kriegsfreiwilligentums erwachsen. Er le rte uns nicht nur den Sinn der Freiheit, sondern aief) ihre Tat! „Du kannst nicht anzünden, rann es in Dir nicht brennt", heißt das jr eite jener Gesetze des deutschen Studenten, in brien wir das geistige Vermächtnis der jungen L ten von Langemarck erblicken müssen. Durch ihre eigreifenben Opfer entzündete die sterbende Ju- qnb von Langemarck das Feuer in Millionen und U ermillionen Herzen und hielt es wach durch viele Flhre der Schande und Schmach, bis es endlich dich von einem der Ihren zum Siege getragen w.irbe. Es ist nicht wahr, daß die Todesernte auf Der 16. November, an dem das furchtbare Unglück in Ostende geschah, dem fast die ganze groß- herzrgliche Familie zum Opfer gefallen ist, ist wie aus einer Zuschrift an das Darmstädter Tagblatt hervorgeht, auch schon früher ein besonderer Schicksalstag des großherzoglichen Hauses gewesen. Am 16. November 1903, also vor 34 Jahren, starb am russischen Zarenhofe in Zarskoje Selo an Paratyphus die kleine Prinzessin Elisabeth, das einzige Töchterchen Großherzog Ernst Ludwigs aus seiner ersten Ehe mit der Prinzessin Viktoria Melitta von Sachsen-Koburg und Gotha und am 16. November 1878 starb an Diphtherie die Schwester des Großherzogs Ernst Ludwig, die Prinzessin M/o r i e, der wenige Wochen später am 14. Dezember 1878 die Mutter, die Großherzogin Alice, eine Tochter der Königin Viktoria von England, in den Tod nachfolgte. Oie Trauerfeier für Arthur Martens. Lpd. Frankfurt a. M., 21. Nov. Nachdem am Samstag die Heddernheimer Kupferwerke eine Gedenkfeier für ihren bei dem Flugzeugunglück bei Ostende ums Leben gekommenen Arbeitskameraden Dipl.-Jng. Arthur Martens veranstaltet halten, fand am Sonntagmittag a u f dem Frankfurter Hauptfriedhof die Einäscherung der sterblichen Ueberrefte statt. Zu der Trauerfeier hatten sich neben zahllosen Freunden Arthur Martens Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, der Wehrmacht, Arbeitskameraden und Tausende von Volksgenossen eingefunben, um dem Flieger bie letzte Ehre zu erweisen. Ehrenstürme mit umflorten Fahnen hatten zwischen brennenden Pylonen Ausstellung genommen, als der Sarg von Fliegerkameraden unter einem Segelflugzeug, das den Namen des Verewigten trug, aufgebahrt wurde. Pfarrer G r ö n h o f f gab in seiner Gedenkrede einen Ueberblirf über das Leben Arthur Martens, der, aus der Richthofen-Staffel hervorgegangen, als Pionier des Segelflugs und der Nachkriegssliegerei unvergessen bleibe. Die große Liebe und Verehrung, deren sich Arthur Martens in allen Kreisen, besonders aber bei seinen alten Fliegerkameraden erfreute, klang aus den Abschiedsworten, die ihm die Männer widmeten, mit denen er auf der Wasserkuppe und im Berufsleben zusammengearbeitet hatte. Vertreter der Partei, der Wehrmacht, des Flugwesens und zahlreicher Organisationen überbrachten Kranzspenden als letzten Gruß. s- t SB*# litt & - sH V W tz K Mit Roald Amundsen am Südpol. Helmer Haussen erzählt aus seinen Erinnerungen. In Tromsö lebt, etwas außerhalb der Stadt, in einem kleinen rotgemalten Hause, dessen Gärtchen im Sommer über und über blüht, in beschaulicher Ruhe Helmer Haussen, der Gefährte A m u n d- f e n 5 auf der Fahrt zum Südpol, sein Kapitän auf allen seinen Polarsahrten. Der heute Sieben» unosechzigjährige ist ein kleiner Mann mit einem vertrockneten Gesicht, in dem Jochbein und Kinn stark hervortreten, mit lebhaften Augen, die tief unter der hohen Stirn liegen. Alles an ihm und in feinem Häuschen atmet Bescheidenheit, wie er sich auch immer damit begnügt hat, im Schatten des stets sehr selbstbewußten Amundsen zu stehen. Im letzten Sommer hat ihn (Tesco Tomaselli, ein Mitarbeiter des „Corriere della Sera", in seinem Heim besucht und gibt nun eine fesselnde Schilderung von diesem stillen Helden, dem „letzten Wikinger", wie er ihn nennt. Hanssens einfache Häuslichkeit hat nichts von einem Museum wie es oft bei Forschungsreisenden zu beobachten ist. Ein mächtiger ausgestopfter Albatros, der fast vier Meter klaftert, ein paar Bärenfelle, Stubenkinder sind Sorgenkinder. Schule und Zukunft verlangen Kraft und Widerstandsfähigkeit. Bei Müdigkeit und Schwäche geben Sie Ihrem Kinde zur Stärkung und zur Förderung von Wachstum und Entwicklung das blutbildende Kräftigungsmittel Bioferrin, welches in jeder Apotheke zu haben ist. ZbX < A > BAYER l E ) xJL/ die vielleicht an Abenteuer erinnern, ein Holzlöffel mit dem Schiffsnamen „M a u d", der Chronometer, der in der endlosen Polarnacht die Stunden anzeigte, und an den Wänden einige Photographien, das ist alles. Oie Momentaufnahme am Südpol. Ein Bild zieht die Aufmerksamkeit besonders auf sich. Man sieht ganz ermattete Hunde, mit der Schnauze auf den Pfoten, und neben ihnen steht ein Mann auf Skiern, in eine Windjacke gewickelt, der eine Peitsche in der Hand hält. „Das bin ich", sagt Haussen. Die Photographie trägt dasselbe Datum wie ein Kompaß, der auf einer Konsole liegt: 14. Dezember 1911" — das Datum der Ankunft am Südpol! Haussen führte den Leitschlitten mit diesem Kompaß. „Diese Aufnahme ist für dich", hatte Amundsen gesagt, als sie an ihr Ziel gelangt waren, „aber jetzt mußt du uns zurückbriugen." Wochen und Wochen hatten sie nichts anderes getan als über die ungeheuren weißen Flächen vorwärts zu stürmen. Jetzt mußten sie diesen tob» drohenden Weg noch einmal zurücklegeu, in die Welt zurückkehreu, die Frucht ihrer Entdeckung wie einen retten. Heute ist es kalt, — 61 Grad. Wenn Haussen davon erzählt, ist nichts von dieser Augst zu spüren. Er spricht vom Südpol mit der unbeteiligten Objektivität eines Kanzleisekretärs. ,Od es kalt war? Natürlich; in jenen Gegenden ist es doch selbstverständlich kalt. Aber ein Tag war doch, da war es schlimmer als gewöhnlich, an dem ich zu Amundsen sagte: „Heute habe ich den Eindruck, daß es kalt ist." Ja, es war ein Augustmorgeu, an dem wir, als wir aus dem Zelte kamen, fanden, daß das Thermometer 61,8 Grad unter Null anzeigte." „Aber was empfanden Sie bei dieser Temperatur?" fragte der Besucher, „wirkte sie stark körperlich auf Sie?" „Freilich. Sehen Sie, das muß ich Ihnen erklären. Es war kein Wind. Bei Wind können aucy zehn Grad unter Null eine Qual fein. Aber wenn es wirklich kalt ist, ist die Luft tot. Dann steigt die Flamme eines Streichholzes senkrecht hoch, und wenn man den Arm ausstreckt, sieht man es schneien, weil der Atem zu Schnee wird, sobald er aus dem Munde heraustritt." Ein Marsch von 196 Tagen. Haussen war 1902, als Amundsen die berühmte klein Pacht „Gjöa" in Tromsö gekauft hatte, in der er seine ersten Fahrten machte, von diesem als Pilot durch die Eisfelder gewählt worden. Die Fahrten dauerten Jahre, die Reise der „Maud" drei, in denen sie für die Welt verschollen waren. Eines Tages, als sie in den Eisfeldern eiugefchlosseu waren, rief Amundsen Haussen und Wistliug, der im vorigen Jahre in Oslo gestorben ist, und sagte zu ihnen: „Wir müßten dieses Telegramm aufgeben." Die beiden beluden einen Schlitten und fuhren mit 12 Hunden nach der sibirischen Küste ab, um das nächste Telegrapheuamt zu suchen. Es war der 1. Dezember 1919. Unterwegs wurde Wistliug krank, und Haussen mußte ihn bei einem Amerikaner lassen, einem früheren Goldsucher von Alaska, der jetzt als Pelzhändler bei den Tschukt» scheu tätig war. Bei der Rückkehr nahm Haussen ihn wieder mit. „Und die Telegramme?" „Alle abgesandt. Der Beamte versicherte mir, daß sie noch an demselben Abend ankommen würden. Auch die Antworten kamen an. Aber um die Telegramme aufzugebeu, mußte ich hin und zurück eine Reise von 100 Meilen machen; ich war unterwegs vom 1. Dezember 1919 bis zum 14. Juni 1920, genau 196 Tage. Das ist alleichaud, um ein Telegramm auf« zugebeu .. Als Haussen selbst ein wenig zweifelnd uachrechuet und feststellt, daß die Zahlen stimmen, fragt der Besucher: „Aber im Jahre 1920 hatten doch alle Schiffe schon Radio ..." „Amundsen wollte nicht. Und er hatte Recht. Wenn ich heute wieder zu einer solchen Reise aussahreu müßte, würde ich es auch nicht wollen. Da kommt, nehmen wir an, die Nachricht, daß in der Familie jemand krank ist. Wozu soll das nützen? Mau kann doch nicht den Schnellzug nehmen und nach Hause rasen. In manchen Lagen ist es besser, nichts zu wissen. Der Sinn bleibt heiter, und man erfüllt besser seine Pfticht..." C. K. Nervosität in Paris. Auf der Jagd nach den Leitern der Geheimorganisation. Paris, 20. Nov. (DNB.) Die Nachforschungen nach den Leitern der Geheimorgauisation sollen so weit gediehen fein, daß in Kürze deren Verhaftung zu erwarten sei. Die Namen der Betreffenden sollen angeblich der Polizei genau bekannt fein, doch will man sie noch nicht veröffentlichen, um zu verhindern, daß sie sich durch eine Flucht ins Ausland retten. Die französischen Flugplätze und Bahnhöfe und sämtliche Ausfallstraßen von Paris, vor allem auch die Grenzübergänge werden von der Gendarmerie scharf bewacht, da einige Rädelsführer bereits in Kraftwagen auf der Flucht fein sollen. Sämtliche Automobile wurden auf Waffen untersucht. Der „Jour" will wissen, auf den Militärflugplätzen sei Alarmbereitschaft angeordnet, die Soldaten dürften die Kasernen nicht verlassen. — Die Nachforschungen nach den angeblich vorhandenen 2 00 Geheimsendern hat bisher nur zur Entdeckung eines einzigen Senders geführt. Allem Anschein nach hat dieser Geheimsender in einem Pariser Vorort gearbeitet. Die Zeitungen fordern die Namensangabe der Anstifter dieser „riesigen Geheimorganisation des Bürgerkrieges", wie der „Paris Soir" schreibt. Die Betreffenden müßten mit aller Schärfe bestraft werden, und die Aufftandsbewegung sei in ihren Anführern niederzuschlagen. — Der „Populaire" schreibt, daß der Charakter der Geheimbünde, die unterirdischen Lager und Gefängnisse auf be deutende finanzielle Mittel schließen ließen. Die notwendige Schlußfolgerung sei daher die, daß die eigenen Mittel dazu niemals ausgereicht hätten, und daß unbedingt eine oder mehrere ausländische Mächte an der Finanzierung des Unternehmens beteiligt gewesen seien. Es scheine sogar, als ob sich die Unterstützung nicht nur auf finanzielle Mittel beschränkt habe, sondern auch ausländische Fachleute an der Ausarbeitung und Durchführung der Pläne mitgearbeitet hätten. Das Ziel der Verschwörung sei aber zweifellos der Sturz der Republik und die Errichtung eines faschistischen Regimes gewesen. Kunst und Wissenschast. 50 Jahre physikalisch-technische Reichsanstalt. Die Physikalisch-Technische Reichs- anftalt in Charlottenburg beging in der neuen Aula der Berliner Universität die Feier ihres 5 0- jährigen Bestehens. Reichsminister R u st überbrachte die herzlichsten Glückwünsche des Führers und der Reichsregierung. Er betonte, dieser Glückwunsch der Reichsregierung sei als ein Bekenntnis zu der Arbeit und zu den Zielen der Anstalt und zur deutschen Wissenschaft und Forschung überhaupt aufzufassen. Ein großes Werk sei in diesen 50 Jahren vollbracht worden, und die Reichsanstalt habe ganz besonderen Anteil an dem Sieges» Zug, den dieses halbe Jahrhundert gebracht habe. Wie der echte Forscher und Wissenschaftler habe der Führer zunächst die ewigen Gesetzlichkeiten zur Grundlage seines Kampfes genommen. Denn wer zum höchsten Ideal strebe, muffe fest auf dem Boden der Wirklichkeit stehen. So sehr auch den Forscher ein höherer Sinn als der bloße Lebenstrieb erfülle, so dürfe er doch niemals außerhalb der Wirklichkeiten dieser Erde leben und Anhänger einer sogenannten „wertfreien" Wissenschaft sein. ♦ Der Führer und Reichskanzler hat aus Anlaß der 50-Jahrfeier der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt dem Präsidenten Prof. Dr. Stark seinen Glückwunsch und seine besten Wünsche für eine erfolgreiche Weiterarbeit der Anstalt übermittelt. Oas erste staatliche Operetten-Theater in Deutschland. Nach dem auf eine Anordnung des Führers ^urückgehenden in vier Monaten durchgeführten Umbau des Gärtnerplatztheaters hat nun München eine baulich und technisch vollkommen neuzeitliche Operettenbühne, das erste staatlich geleitete Operettentheater Deutschlands. Die Eröffnungsvorstellung mit der Operette „Die Fledermaus" von Johann Strauß gestaltete sich in Anwesenheit des Führers, feines Stellvertreters Rudolf Heß und des Reichspropagandaministers Dr. Goebbels zu einem besonderen Ereignis. Die Aufführung, von Carl Erhard- Hardt inszeniert, wurde unter der musikalischen Leitung von Georg Lippert, mit den Bühnenbildern von Hermann Kaspar und der Tanzge- staltung von Hans Schäfer zu einem verheißungsvollen Auftakt der neuen Spielzeit. — Nach der Eröffnungsvorstellung hatte Gauleiter Staatsminister Wagner, der Betreuer des Kunst- und Theaterlebens in Bayern, im Regina-Palast-Hotel zu einem geselligen Beisammensein eingeladen. Aus aller Wett. Typhus-Epivemie in London. Die Entwicklung der Typhus-Epedemie die vor drei Wochen in der Londoner Vorstadt Croydon ausgebrochen ist, wird von der Londoner Bevölkerung mit Besorgnis verfolgt. Während die Aerzte den Höhepunkt der gefürchteten Krankheit bereits letzte Woche für gekommen hielten, haben sich die Typhusfälle nicht nur in Croydon erheblich vermehrt, sondern es ist jetzt auch im Zentrum Londons Typhus festgestellt worden. In Ken« fington liegen bereits fünf Typhusbehaftete darnieder. Zwei weitere Personen sind hier gestorben. In Croydon beläuft sich die Zahl der Typhuskranken auf 137, wovon am Sonntag 13 neue Fälle verzeichnet wurden. Insgesamt sind hier sieben Personen der Krankheit erlegen. Die Londoner Morgenzeitungen, die in großer Aufmachung die Beunruhigung dec Oeffentlichkeit über die Epidemie zum Ausdruck bringen, berichten, daß die Krankheit auch in Cardiff in Südweft-England ausgebrochen sei, wo sechs Personen von ihr befallen seien. Für nächsten Mittwoch ist in London eine Sitzung von 300 Aerzten anberaumt worden, die über Mittel und Wege zur wirksamen Bekämpfung der Epidemie beraten sollen. Schweres Eisenbahnunglück in Andalusien. Auf dem Bahnhof Alanis (Andalusien) fuhr ein Eisenbahnzug mit Kriegsgefangenen, die In das Gefangenenlager Andalusien übergeführt werden sollten, mit einem Güterzug zusammen. 49 Per so« neu wurden getötet, über 100 verwundet. Die Verletzten wurden in ein Hospital in Sevilla eingeliefert Die Gießener Siudentenschast eröffnet das Wintersemester und den Reichsberussivettkamps. In der Neuen Aula der Ludwigs-Universität wurde im Beisein einer großen Anzahl von Professoren und Studenten das Wintersemester und damit verbunden der Reichsberufswettkampf eröffnet. Der juristische Fachschaftsleiter Pfeil begrüßte die Erschienenen. Pros. Dr. Baader, der Rektor der Universität, sprach als Erster zu dem Thema Reichsberufswettkampf. Die nationalsozialistische Weltanschauung erhebe den Totalitätsanspruch und habe auch ihren Einfluß bei der Wissenschaft. Die Aufgaben, die im Rahmen des Reichsberufswettkampfes gelöst werden sollten, seien alle mittelbar aus dem Volke genommen worden. Auch die Preisaufgaben der Universitäten sollten in Zukunft mit in den Reichsberufswettkampf eingebaut werden. Die Universität begrüße jede Gelegenheit, bei der der Student die Möglichkeit habe, seine wissenschaftliche Leistung unter Beweis zu stellen. Am Schlüsse seiner Ausführungen versprach der Rekor die Mithilfe der Professoren bei der Durchführung des Wettkampfes und wünschte dem 3. Reichsberufswettkampf an der Gießener Universität einen guten Erfolg. Hierauf sprach der örtliche Wettkampfleiter Dr. Grießmann zu den Versammelten. In diesem Jahre werde zum dritten Male zum Reichsberufswettkampf aufgerufen. Höchstleistung jedes einzelnen, auf welchem Po- ften auch immer er stehe, fei mehr denn je die Forderung des Tages. Diese Höchstleistung, diese Steigerung der Leistung sei ein wesentlicher Punkt des Reichsberufswettkampfes. Dieser solle nicht ausschließlich ein Mittel zur Fachschulung sein, sondern durch freiwillige Mehrleistung Mitarbeit am Aufbauwerk. Keine abstrakten Abhandlungen, die in Aktensälen abgelegt würden, sollten geschrieben werden, sondern Tagesfragen des deutschen Volkes sollten bearbeitet werden. So stehe auch als Gesamtthema über dem 3. Reichsberufswettkampf das Thema: Die Lebensordnung des deutschen Volkes. Doller Ehrgeiz solle ein jeder danach streben, das Beste zu leisten. In diesem Sinne eröffnete Dr. Griehmann den Reichsberufswettkampf und verlas die zur Bearbeitung kommenden Themen. Studentenführer Frank führte u. a. aus: Immer fei es das Streben der deutschen studentischen Jugend gewesen, neue Wege zu neuen Zielen zu weisen, immer habe ein großer Teil des deutschen Studententums die Ideale Ehre, Freiheit, Vaterland, Opferbereitschaft auf die Fahne geschrieben, um den übrigen Volksgenossen auf dem Wege zum Deutschen Reiche voranzugehen. Als der Führer nun das deutsche Volk aufgerufen habe, wären die Studenten wieder mit dabei gewesen, und es werde das große Verdienst des deutschen Studententums bleiben, daß an den deutschen Hochschulen schon frühzeitig ein Bollwerk des Nationalsozialismus entstanden fei. Anschließend sprach der Studentenführer über die Entwicklung der deutschen Studentenschaft von der Machtübernahme an bis in die Gegenwart und hob besonders die unter Reichsstudentenführer Dr. Gustav Adolf Scheel geleistete Aufbauarbeit in den verschiedensten Gebieten hervor. Auch wurde noch über die neue studentische Gemeinschaftsform, die Kameradschaft und über den Zusammenschluß der Altakademiker in der NS.-Studentenkampfhilfe eingehend gesprochen. Am Schlüsse seiner Rede kam Studentenführer Frank noch auf den Reichs- leistungskampf zu sprechen und rief zur Mitarbeit auf. Der Semester-Eröffnungsappell wurde mit dem Gruß an den Führer geschlossen. Folgende Themen kommen im 3. Reichsberufs- wettkampf zur Bearbeitung: 1. Die Ernährungslage an 100 kinderreichen Familien Gießens. — 2. Eine Betriebsuntersuchung. — 3. Deutschland und Oesterreich (Die wirtschaftlichen Beziehungen). — 4. Leib-seelische Zusammenhänge in der körperlichen Erziehung. — 5. Geschichte der Studentenschaften und studentische Bewegung: Das politische Turnen in der Studentenschaft vor 1852. — 6. Bodenuntersuchung und Düngungsversuche in der Gemarkung Reinhardshain zum Zwecke der Ertragssteigerung. — 7. Neuzeitliche Gemeinschaftserziehung in Amerika und Deutschland. — 8. Die Wichtigkeit der Tierseuchenbekämpfung im Dierjahresplan. — 9. Die Bedeutung der Fleischbeschau für die Volksgesundheit. — 10. Die Stellung der Reformatoren zu den neuen Ergebnissen der Wissenschaft. — 11. Holzarten und Altersklas- senverteilung des bäuerlichen Privatwaldes in der früheren Provinz Oberhessen und Untersuchung über die Möglichkeit, den Ertrag im Interesse der nationalen Holzerzeugung zu steigern. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. oo Langsdorf, 20. Nov. Die hiesigen Maurer haben bis in den Winter hinein Arbeit, weil eine große Anzahl von Bauern, angeregt durch eine staatliche Beihilfe, moderne Dung - und Jauche- gruben von großem Kubikinhalt angelegt haben, eine Arbeit, die noch in vollem Gange ist. Die Ackerleute sind besonders gespannt darauf, wie die von der neuesten Düngerlehre vorgeschlagene Hochschichtung des Stallmistes sich bewähren wird. Jedenfalls ist die Bereitschaft des Bauern groß, moderne Erkenntnisse der Agrarwissenschaft anzuwenden. — Dem Vernehmen nach wird 'der hiesige Gesangverein „Konkordia" in diesem Jahre noch in kleinem Kreis seiner Mitglieder die 100-Jahrfeier seines Bestehens abhalten. Er wurde im Jahre 1837 durch den damaligen Präzeptor Johann Adam Neumann gegründet. — Die evang. -kirchliche Frauen Hilfe begann ihre Winterarbeit mit einer Bibelfreizeü, die durch Frau Ohly vom Verband der evang.-kirchl. Frauenverekne durchgeführt wurde. Die Beteiligung stieg mit jedem Abend. A Obbornhofen, 20. Nov. Bei der hier abgehaltenen Wald-Treibjagd wurden 36Hasen und 2 Füchse erlegt. Der Wildbestand in unserer Gemarkung ist dank der weidmännischen Pflege der Pächter als sehr gut anzusehen. Bei der bevorstehenden Feld-Treibjagd erhofft man auch ein gutes Ergebnis. — In diesen Tagen wurden hier die Holzhauerorbeiten begonnen. Im Gegensatz zu früheren Jahren, in denen Erwerbslose beschäftigt wurden, erfolgt jetzt der Einschlag ausschließlich von Kleinlandwirten. Kreis Wehlar. vy Rodheim a. d. Bieber, 20. Nov. Im Kraale von Bender wurde dieser Tage der Film „Der Vogelhändler" gezeigt. Die Veranstaltung war sehr gut besucht. — Unweit von Abendstern entgleiste dieser Tage ein Güterwagen der Biebertalbahn. •