Donnerstag, 22. Juli1037 M.W8 Erstes Matt 187. Jahrgang 63, S }0. 8.30 63,84 56,99 16,98 8,651 I 2.488 138,5 163,25 134,25 128 152 158 114,75 157 135 152,65 180 102,4 225,75 124,4 60,9 123 162,75 32,75 139,2i 123.1 151 öd eine cb herz- 4837 A edel fäflzerin , 230 51,75 161,75 167 131,5 90,25 139,75 123,75 153,75 168,25 135,9 157 170,4 141,75 156,75 150,25 54,4 180,75 129,65 151 pürt darüber waren, mit welchen Mitteln man sie in Moskau belogen, betrogen und zu dem Abenteuer in Spanien veranlaßt hatte. Die meisten von ihnen erklärten, daß sie nie wieder nach Sowjetrußland zurückkehren und nun ein neues Leben in einem anderen Lande Europas beginnen würden. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8l/3lU)r des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 m m Breit» 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25O/o mehr. Ermäßigte Grundpreis: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei. gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B I35,| 156.25 IN Ui 157,8 152,1 54,65 16; 129,3 150,61 1H 122.7; 139.25 lt! 13 1284 152,1 157,1 110 230 156,6 130 152,1 16 175,1 102,1 226,2 121,1 Ml 123,1 163.5 32,75 Die sowjetrussischen Offiziere und Soldaten waren äußerst überrascht, daß sie auf nationalspanischer Seite in absolut soldatischer Form als Kriegsgefangene behandelt wurden und sie im Gefangenenlager schon eine Anzahl von Kameraden trafen, denen es ausgezeichnet ging, die gut verpflegt und gekleidet waren, ü^er nichts zu klagen hatten und die nur em- ionare an Berlin, 21. Juli. (DRB.) Die französische Haltung in der Nichteinmischungsfrage erscheint wieder einmal in einem höchst eigenartigen Licht. Der „Völkische Beobachter" ist in der Lage, festzustellen und durch eindeutiges Tatsachenmaterial zu belegen, daß im vergangenen Monat ein starkes Kontingent französischer Fremdenle ------- d i e spanisch-bolschewisti. z geschickt worden ist. Das Blatt berichtet darüber folgende Einzelheiten: der Richteinmischungspolitik für alle jene, die sie überschreiten wollten, in keiner Weise gesperrt war. Vielleicht begreift man in London an Hand dieser neuesten Tatsachen etwas besser, warum Deutschland und Italien vor allem Werl darauf gelegt haben, die Kontrolle der spanischen Grenzen wieder in Gang zu bringen, bevor man sich Aufgaben zuwendel, die von vornherein einer außerordentlich langen Verhandlungsdauer bedürfen, bevor sie zur Lösung reif sind. Es kommt vor allem darauf an, jene Lücken z u schließen, durch die noch immer der rote Strom nach Spanien ungehindert fließt. Wenn dadurch verhindert wird, daß noch täglich neue „Freiwillig e", wie beispielsweise die kommandierten sowjetrussischen Offiziere nach Spanien kommen, dann wird damit in zweckmäßiger Weise wenigstens an einer Eindämmung der Freiwilfigenfrage gearbeitet, als mit jenen Verzögerungsmethoden, die Frankreich mit Hilfe Moskaus und Valencias in London durchsetzen möchte. Auch französische Fremdenlegionsiruppen für Dispachen. 15LS 16k!« 131 e Front 'dende an. 57,11 17,0 8,669 2.4J! dmn, fürs «LLN* ihn» uAs ■ Die Dr,? ei5Deroni)b Am 14. Juni sei er mit neun ander en Fliegern und einem Agenten mit Z i v i l p a p i e r e n mit der Bahn über W a r s ch a u—V erlin nach Paris gefahren man hätte ihm Papiere des Inhalts mitgegeben, daß sie die Weltausstellung besuchen wollten. Am 20. Iuni sei er dann mit dem gleichen Verkehrsflugzeug, m,t dem auch Leutnant Tozaiswb nach Valencia gebracht worden sei, nach Valencia geflogen Am 17 Juli sei er einer aus 12 sowzetrussischen Martin-Bombern bestehenden Vomberstaffel in Villafranca zugeteilt worden. Diese drei Angehörigen der sowjetrussischen Luftwaffe haben erklärt, daß man sie völlig im Dunkeln darüber gelassen habe, wie es eigentlich in der Welt aussehe und sie. hier kämpfen sollten. Man habe ihnen immer erzählt, daß alle anderen Staaten nur darauf lauerten, Sowietrußland zu überfallen, daß in der ganzen Welt Hungersnot und Elend herrsche und nur in Sowietrußland die Zustände erträglich und herrlich seien Die auf der nationalspamschen Seite kämpfenden Truppen habe man Räuber und Mörder genannt und jedem von ihnen erklärt, es sei besser, sich bei einer Notlandung zu erschießen, denn sonst würden sie unter grauenhaften Umständen zu Tode gefoltert. Abschiedsbesuch beim Führer. Berchtesgaden, 21.Juli. (DNB.) Der Fü> t-rund Reichskanzler empfing am Mittwoch in feinem Haufe auf dem Oberfalzberg den Praf- d-nten der Gemifchten Sommiffion für Oberfchlefien, Altbundesrat Felix C a l ° n d e r forme den Prast- denten des Schiedsgerichts für Oberfchlefien, Prof. Georges Kaeckenbeeck, die sich aus Anlaß der Beendigung ihrer 15jährigen Tätigkeit in Ober- schlefien von ihm verabschiedeten. In Würdigung ihres verdienstvollen Wirkens überreichte der Führer beiden fein Bild mit eigen händiger Widmung. Salamanca, 21. Juli. (DRV.) Der national- panischen Luftwaffe ist es in den letzten Tagen gelungen, bei Madrid eine ganze Reihe von roten Flugzeugen abzufchiehen. Es handelt sich dabei vorwiegend um sowjetrussische Iagd- und Vombenmaschinen. Die Besatzung von sieben owjetrussischen Flugzeugen, darunter eine Anzahl von Offizieren, wurde gefangengenommen. Sie sind sämtlich Angehörige der aktiven sow- et russischen Luftwaffe und — z. T. unter Vorspiegelung falscher Tatsachen — über Paris nach Spanien geschafft worden, um dort bei owjetrussischen F l i e g e r v e r b ä n d e n Dienst zu tun. Die Vernehmung dieser Fliegeroffiziere hat außerordentlich interessantes Material ergeben. Am 6. Juli 1937 wurde bei Madrid der sowjet- russische Leutnant Grigory X o z a i s w b , geboren am 21. Februar 1903 in Perogow bei Moskau, abgeschossen. Bei seiner Vernehmung gab er an, daß er erst seit wenigen Tagen Dienst getan habe. Er sei am 20. Juni mit Schiff von Leningrad nach Le Havre gebracht worden. In Le Havre habe man ihn und seine Kameraden abgeholt und im Auto nach Paris geschafft. Mit weiteren 15 sowjetrussischen Piloten seien sie dann in einem ranzösischen Verkehrsflugzeug nach Valencia geflogen. Nach seinem Eintreffen in Valencia habe man ihn auf die Jagdschule Los Alcazares bei Cartagena, die unter sowjetrus - sischem Kommando stehe, geschickt. Er sei dort wenige Tage ausgebildet und schon am 5. Juli einem Frontoerband im Flughafen Alcala de He- nares östlich von Madrid zugeteilt worden. Die Staffel habe aus 12 f orojetruf fi- schen Jagdflugzeugen mit 12 Piloten bestanden, die sämtlich Geschwadern der s o ro- jetrussischen Luftwaffe angehörten. Staffelführer sei ein sowjetrusfi- fcher Hauptmann gewesen. Leutnant Tozaiswb machte weiterhin sehr interessante Angaben über den roten Wechselverkehr zwischen Sowjetruhland und Spanien. Er berichtete, daß die fowjetrussischen Flugzeugführer jeweils nach sechs Monaten durch neue Piloten aus Sowjetruhland abgelöst würden. Arn 12. Juli gelang es nationalspanischen Flugzeugen, im Luftkampf westlich von Madrid einen Martin-Bomber abzuschießen. Die Besatzung sprang im Fallschirm ab. Sie wurde von den nationalen Truppen gefangengenommen. Zu der Besatzung des Bombers gehörten auch zwei aktive sowjetrussische Offiziere. Einer von diesen beiden Offizieren, Michael Saikin, geboren am 8. November 1911 in Miljinka, gab an, daß er am 3. Juni von Leningrad auf dem Seewege nach Le Havre und von dort im Kraftwagen nach Paris gebracht worden sei. Die Angaben über seinen Transport nach Spanien decken sich völlig mit denen des Leutnants Tazaifwb. Anscheinend hat ein umfangreicher Transport von Piloten jeweils auf dem Wege Leningrad Le Havre —Paris—Valencia stattgefunden, für den eine b e - sondere T r a n p o r t o r g a n i s a 11 o n in Frankreich eingerichtet war. Auch Saikin gibt an, daß er von Paris mit einer Reihe von Kameraden in einem französischen Derke h r s - f l u g z e u g nach Valencia abgeflogen und dann einem sowjetrussischen Fliegerverband zugeteilt worden sei. Bordschütze des gleichen Flugzeuges war der Unteroffizier Alexej T s ch i r k a s s o w , geboren in Gursk-Woronesch. Tschirkassow erklärte bei der Vernehmung, daß er in Sowjetruhland von seinen Staffelkameraden gefragt worden fei, ob er auf Kommando gehen wolle. Der Kommandoort sei ihm nicht genannt worden. Oie sowjetrussische Hilfe für Valencia. Aktive Fliegertruppen von Moskau über Paris zu den spanischen Bolschewisten 5,694 / 5A 62.24 62.1 48.95 \ 49 S \\ .245 \ 11.26 Die offene französische pyrenaengrenze. Warum Deutschland und Italien die Kontrolle der spanischen Grenzen fordern 6. Iuni ist der Dampfer in See gegangen. Rach Aeuherungen von Offizieren waren 600 Legionäre an Bord des Schiffes, jedoch habe man bei der Mannschaft behauptet, dah die Zahl auf 30 Offiziere und 800 Legionäre beziffert würde. Etwa vier Stunden nach der Abfahrt gesellten sich zwei französische Torpedo kreuze r, oon denen der eine den Namen „Le Terrible" trug, zu diesem Transport und begleiteten ihn bis Marseille. An Bord ist man der Ansicht gewesen, daß der Passagierdampfer in Wirklichkeit einen anderen Namen trüge und daß man die Bezeichnung „Marschall Lyautey", die erst vor kurzem am Rumpf des Schiffes auf gemalt zu sein schien, nur zum Zwecke der Geheimhaltung gewählt habe. Bereits während der Fahrt waren die Legionäre kriegsmäßig ausgerüstet. Die Käppis mußten mit einem Ueberzug versehen werden. Die Legionäre trugen die üblichen Infanteriewaffen, jedoch ohne Munition mit sich. Die fehlenden Waffen und Munition sollten sie in C e 11 e oder einer anderen französischen Grenzstadt empfangen. Die Stadt Cette liegt auf der Strecke Montpellier—Bsziers—Narbonne— Perpignan. Der letzte Ort hat als Verbindungsort zu Rotfpanien bekanntlich in Frankreich eine traurige Berühmtheit erlangt. Vor der Ausschiffung in Marseille wurde den Legionären noch einmal eingeschärft, daß sie, wenn sie über das Ziel ihrer Reise befragt würden, Syrien angeben sollten." Einerseits - anderseits. An diesen Bericht knüpft der „Völkische Beobachter" folgende Feststellungen: „Die augenblickliche Situation in der Spanienpolitik ist durch die französischen Bemühungen gekennzeichnet, auf die eine oder andere Weise freie Hand zur Durchführung jener Linie zu gewinnen, die in der Spanienentschließung des sozialdemokratischen Parteitages von Marseille ohne jede Zurückhaltung preisgegeben wurde. Als Deutschland und Italien infolge der mangelnden Solidarität der europäischen Großmächte gezwungen waren, sich von der Seekontrolle zurückzuziehen, zeigten sich bereits deutlich die französischen Absichten in der Propagierung einer einseitigen, allein oon England und Frankreich durchgeführten Seepatrouille. Als dieser durchsichtige Plan dann scheiterte und im Verlauf der neuen Verhandlungen die internationalen Kontrolleure an der Pyrenäengrenze durch Frankreich zurückgezogen wurden, war man sich in jenen Kreisen, die das Ziel der Nichteinmischung nun seit einem Jahr mit wachsender Besorgnis betrachten müssen, darüber klar, daß Frankreich einen weiteren Schritt auf dem Wege der direkten Unterstützung Rotspaniens gegangen war. Die letzten Verhandlungen in London, die sich dadurch auszeichnen, daß Frankreich die Ingangsetzung eines wirklichen konlrollsyslems giinge" lit der ElA' $*»»> Berlin, 22. Juli. (DNB.) Zu den aufsehenerregenden Aussagen sowjetrussischer Fliege r o f f i z i er e, die in nationalspanische Gefangenschaft geraten sind, schreibt der „P ö l k i s ch e Beobachte r": Es ist ein eigenartiger, dafür aber vielleicht sehr heilsame^ Zufall, daß gerade im jetzigen Augenblick einer neuen Krise in der Spanienpolitik die sensationellen Enthüllungen über d i e fortgesetzte rote Einmischung in Spanien bekannt werden. Das Bedeutsame an diesen Nachrichten ist natürlich nicht die Tatsache als solche, denn seit vielen Monaten steht es bereits fest, daß aktive Angehörige der roten Armee an den Kämpfen in Spanien teilnehmen und daß Frankreich der wichtig st e Umschlagplatz für den roten Menschenschmuggel in Westeuropa geworden ist. Reu aber und für die augenblickliche Situation von außerordentlicher Wichtigkeit ist der wiederum vorliegende Beweis, daß der einfachste Weg in das rote Spanien hinein über die französische Pyrenäengrenze führt und daß diese Grenze bis in die allerletzte Zeit Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei «.Lange in Gießen. Schriftleitung und SeschSftLstelle: Schulstrahe 7 „Ein am 8. Iuni 1937 mit dem Passagierdampfer „Marschall Lyautey" im Marseiller Hafen eingetroffener, etwa 8 0 0 Mann starker Transport oon französischen Fremdenlegionären, der dann in einem außerhalb der Stadt gelegenen Lager untergebracht wurde, ist nämlich nicht — wie nunmehr festsieht — nach Syrien abgegangen, sondern an die rot-spanische Front verschickt worden. Es hatte damals bei den zufälligen Augenzeugen der Ausladung Verwunderung erregt, daß es sich bei diesem Transport nicht um einen geschlossenen Truppenverband handelte, sondern um Legionäre, die die Abzeichen verschiedener Regimenter und Bataillone trugen. Da die Truppen, die ihre Waffen mit sich führten, in einem geschlossenen Lager untergebracht wurden, lag aber die Vermutung nahe, daß hier ein neues französisches Fremdenlegionärs-Bataillon für Syrien zusammengestellt werden sollte, zumal auch dementsprechende Erklärungen abgegeben worden waren. Die Gerüchte, die besonders in Volksfrontkreisen umliefen, daß nämlich der Fremden- legionaärtransport in Wirklichkeit nach R o t - spanien verschickt würde, werden jetzt durch die Aussagen eines Legionärs aus dem 2. Bataillon des 2. Fremdenlegionär-Regiments, das in Meknes (Französisch-Marokko) stationiert ist, einwandfrei bestätigt. Rach seinen Angaben ist am 30. Mai beim Kompanieappell, zu dem auch sämtliche Offiziere antreten mußten, ein Regimentsbefehl verlesen worden, in dem die Legionäre aufgefordert wurden, sich freiwillig zu melden, um in Rotspanien an der Seite der Kommunisten zu kämpfen. Von seiner Kompanie hätten sich etwa 50 Mann gemeldet. Auch von den anderen Kompanien habe etwa die gleiche Zahl der Aufforderung Folge geleistet. Die betreffenden Legionäre des 2. Bataillons wurden später mit Armeetastwagen nach Easabtanca und dort an Bord des Dampfers „Marschall Lyautey" gebracht. Vor der Abfahrt aus Easa- blanca sind an die Mannschaften Gasmasken, eiserne Portionen und Verbandsstoffe ausgegeben worden. Am Frankreichs Flugzeug-Industrie. Die aufsehenerregenden Angaben eines englischen Regierungsvertreters über den Aufbau der britischen Luftwaffe haben seinen Pariser Kollegen nicht schlafen lassen. Der französische Luftfahrtminister Pierre C o t fühlte sich bemüßigt, gleichfalls der Öffentlichkeit einen Rechenschaftsbericht über die zu seinem Ressort gehörige Industrie zu unterbreiten. ; Der sichtliche Stolz, mit dem Pierre C o t die Zis- 1 fern der französischen Flugzeug - Produktion zum Besten gab, ist nicht unberechtigt. Denn, wenn auch die von ihm genannte Plan-Zahl von 1500 neuen Flugzeugen, die das französische Luftheer im Zeitraum von drei Jahren verdoppeln : fallen, verhältnismäßig niedrig erscheint, so muß : man doch bedenken, daß damit nur die Frontflugzeuge erster Linie gemeint sind, daß dahinter noch eine kampfbereite Reserve in gleicher Höhe, sowie ein großer Park von älteren Flugzeugmodellen besteht, die im Ernstfall gleichfalls Verwendung finden können. Man dürfte so insgesamt auf eine Zahl von 6000 verwendungsfähigen Luftfahrzeugen kommen. Das ausschlaggebende Moment für die Leistungsfähigkeit der französischen Flugzeugindustrie ist jedoch eine erhebliche Erhöhung ihrer Kapazität, die ja auch in späteren Jahren wirksam sein wird. Das Verdienst an dieser Leistungssteigerung gebührt unstreitig dem Luftfahrtminister der Volksfront. Zwar hat man auf der französischen Rechten Herrn C o t wegen seiner bolschewistischen Neigungen und wegen seiner Lieferungen für Rot-Spanien heftig angegriffen, aber seine Leistungen als Reorganisator der französischen Luftwaffe werden ihm auch von feinen Gegnern aus dem nationalen Lager nicht abgesprochen. Die französische Luftfahrtpolitik hat vor einigen Jahren eine völlige Umstellung erfahren. Ging die frühere Idee des Generals D e n a i n dahin, das sogenannte Mehr-Zwecke-Flugzeug zu schaffen, ein Flugzeug also, das sowohl als Bomber, als auch als Jagd- und Aufklärungsflugzeug verwendbar war, fo baut man jetzt für jeden Zweck besondere Typen, wobei freilich das Aufklärungsflugzeug fast ganz unter den Tisch gefallen ist. Diesem Programmwechsel für den Flugzeugbau liegt die Idee eines totalen Luftkrieges zugrunde, bei dem die Entscheidung durch Bombenangriffe größten Maßstabes erzwungen werden soll. Nicht durch das Luftduell einzelner Flieger, sondern durch den massenweisen Einsatz schwerer und leichter Kampfmaschinen will man die Widerstandskraft des Gegners lähmen, und zwar sowohl in der Luft, als auch auf der Erde. Damit würden natürlich die Aufklärungsflugzeuge, die vor allem der Unterstützung des Heeres dienen, überflüssig. Ebenso hält man heute in Frankreich von der Flakartillerie nicht sehr viel, sondern will den Luftgegner in der Luft selbst, d. h. durch Jagdflugzeuge, überwinden. Di^se arundsätzliche Einstellung zu einem kommenden Luftkrieg bestimmt natürlich auch die Erzeugungsweise der Flugzeugfabriken, die sich hauptsächlich mit der Herstellung von Bombern und Jagdflugzeugen beschäftigen, wobei von jeder Gattung je zwei Typen gebaut werden, eine, die große Lasten zu schleppen vermag, und eine andere, die sich durch Beweglichkeit und Schnelligkeit auszeichnet. Um eine schnelle Serienherstellung solcher Flugzeuge zu gewährleisten, wurde im vorigen Jahre die Verstaatlichung der Rüstungsindustrie Üurchgeführt. Hierdurch schlug man zwei Fliegen mit einer Klappe. Einmal wurden die Sozialisierungswünsche der französischen Marxisten befriedigt, zum andern hatte die Industrie selber einen Vorteil durch die Vermehrung der Produktion. Die Verstaatlichung war keinesfalls eine totale, sondern es blieb ein Drittel des Aktienkapitals im Privatbesitz der früheren Unternehmer. Auch wurden die führenden Manner der alten Flugzeugindustrie (Bloch, Potez usw.) mit der Leitung der neuen halbstaatlichen Gesellschaften beauftragt. Im ganzen wurden sechs verschiedene Gesellschaften gebildet, die die wichtigsten Privatflugzeugwerke, jedoch nicht alle, übernahmen. Die FN- brifationsanlagen dieser Firmen sind über das ganze Land verteilt und konzentrieren sich nicht mehr in der Umgebung von Paris, wo heute nur noch die Prototypen, d. h. die Modell" der künftigen Serienproduktion, hergestellt werden. Die e aus Sicherheitsgründen vorgenommene Jnduftriever- lagerung hat die Erzeugungskraft der Werke eher verstärkt als gemindert, weil die neuen Fabriken mit den modernsten Einrichtungen versehen werden konnten. Die wichtigsten Zentren der französischen Flugzeugindustrie befinden sich jetzt im öuben bei Toulouse im Südwesten bei Bordeaux und Rochefort, im Südosten bei Marseille und Cannes in Mittelfrankreich bei Bourges und Clermont-Fer- rande im Westen bei Nantes und im Norden bei Meaulte und Coudedec en Caux. Die Motorenwerke (Hispano-Suiza und GnoMe-Rohne) wurden gleichfalls in die Provinz verlagert, um sie feindlichen Bombardements zu entziehen. tv- 20 N JlmUidjeÄcnay ifrir | 0,718 I C Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Vezugrpreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zranksurt am Main 11686 Zu Frankreich streitet ab der wesentlich nicht von der Riih-nfolL der Prog'ramm-1 Einigung"ü6ct di?nächste "sitzüna^k-mm-n"»« punfte, sondern — von der Einsicht der englischen Unterausschuß werde aber höchstwahrscheinlich 'seine Regierung abhangen. Ev. ! Arbeiten morgen wieder aufnehmen ' i Berlin, 22. Juni. (DNB. Funkspruch.) Zu ... Meldung über die Versendung französischer Fremdenlegionäre nach Spanien verbreitet die Agentur Havas eine Erklärung, in der es heißt, daß die französische Regierung den Mitteilungen ein kategorisches Dementi entgegensetzt. einen Zeitgewinn für jene Kräfte hinter den Kulissen, die noch immer nicht die Hoffnung aufgegeben haben, durch einen großzügigen Bruch des N i ch t e in mi s ch u n g s o e r s p r e ch e n s das Schicksal des spanischen Bolschewismus bannen. Der diplomatische Korrespondent der „Daily Mail" meint, man sei gestern zwar zu keiner Oas Unentschieden im Nichteinmischungsausschuß Frankreichs und Gowjeirußlands Quertreibereien. mit einem Bündel von vollständig durchsichtigen Bedingungen belastet, werden nun schlaglichtartig beleuchtet durch die oben wiedergegebenen Tatsachen. Es wird auch der betonten Pariser Dementier» funft schwer fallen, die bis ins einzelne belegte Darstellung der Verschickung französischer Fremdenlegionäre an die rotspanische Front mit den üblichen Mitteln zu widerlegen. Hier zeigt sich wieder jener wunde Punkt in der ganzen französischen Haltung der Nichteinmischungsfrage gegenüber, auf den leider soundso oft hingewiesen werden mußte. Während die offizielle französische Diplomatie sich den Anschein gibt, verantwortungsbewußt wie nur irgendeine Wacht an der Aufrechterhaltung der Richteinmischungs- politik mitzuarbeiten, gibt es zahlreiche andere Faktoren in Frankreich, die ihre Hauptaufgabe darin fehen, hinter der offiziellen Tarnung ihre eindeutigen Pläne in die Wirklichkeit umzusehen. Es erübrigt sich, an dieser Stelle noch einmal all jenes Material zusammenzutragen, das im Laufe eines Jahres die französische Nichteinmischungspolitik, die beispielsweise für L6on Blum nach seinen eigenen Worten nur eine Fiktion gewesen ist, zu einen Begriff hat werden lassen. Es genügt, in diesem Augenblick darauf hinzuweisen, daß das starre französische Festhalten an der im neuen englischen Plan vorgeschlagenen sogenannten Schalttafel in Wirklichkeit nichts anderes bedeutet als Von feiten der Zeitungskorrespondenz, die die Nachricht verbreitet hat, wird dazu erklärt, daß sich die Quelle, aus der der betreffende Bericht stammt, bisher als hundertprozentig zuverlässig erwiesen habe und daß noch niemals ein Bericht aus der gleichen Quelle habe angezweifelt werden können. Man werde der Angelegenheit sofort nachgehen. Schon jetzt könne jedoch gesagt werden, daß die betreffenden ganz präzisen Angaben in Marseille von Angehörigen der französisch enFremdenlegion gemacht worden seien, die sich ausdrücklich damit gebrüstet Hätten, daß sie nun nach Spanien kämen. Da die gleichen Angaben unabhängig voneinander von verschiedenen Angehörigen der Legion ge- macht worden seien, habe man keine Zweifel in ihre Richtigkeit setzen können. * In Deutschland stellt man zu diesen aussehenerregenden Mitteilungen nur die Zatfacfje fest, daß auch hier wieder das zutage tritt, was man im Verlaufe der bisherigen Nichteinmischungspolitik schon wiederholt bemerken konnte, daß nämlich Frankreich und Sowjetrußland die Vereinbarungen der Nichteinmischung nicht eingehalten haben. An diese Feststellung darf man wohl auch die Frage knüpfen, was Frankreich und vor allem der Nicht- ei nm ischungs aus schuß zu den hier ganz präzise festgestellten Tatsachen zu sagen haben werden? Auf die Antwort ist man in Deutschland sehr gespannt. maten gleich am ersten Tage gestolpert sind. Man kann diese Unklarheiten, die aus dem Bemühen entstanden sind, einen gemeinsamen Nenner für die deutsch-italienischen und die französisch-bolschewistischen Auffassungen zu finden, wohl mit der außerordentlichen Schnelligkeit entschuldigen, in der diese Arbeit von den Engländern erledigt worden ist. Aber bedeutsamer als die Unzulänglichkeit des englischen Planes hinsichtlich des technischen und taktischen Verfahrens ist die aus den ersten Verhandlungen gewonnene Erfahrung, daß die Franzosen und die Sowjetrussen es bewußt darauf anlegen, ohne Rücksicht auf das gemeinsame Ziel nur diejenigen Fragen zur Erörterung und zur Entscheidung zu bringen, die eine Begün- tigung Rotspaniens versprechen. Das aber bedeutet, da es sich hier doch sinngemäß nur um die Nichteinmischung neutraler Staaten handelt, eine vorsätzliche Torpedierung des englischen Planes. Die vorsichtige diplomatische Ausdrucksweise des Moskauer und Pariser Vertreters kann nicht darüber Hinwegtäuschen, daß sie den Zusammenbruch her Londoner Kompromißverhandlungen in Wahrheit erreichen möchten. Im Gegensatz zu Deutschland und Italien, wo man den englischen Plan als eine Lösungsmöglichkeit ür die Nichteinmischungskrise begrüßte, hörte man aus Moskau, aus Paris und Valencia nur Stimmen der Kritik und der glatten Verneinung. Ja, der sogenannte „Präsident" und Ober- bolschewist von Valencia, Herr A z a n a, war sogar so unvorsichtig, die Katze vorzeitig aus dem Sack zu lassen und die Londoner Nichteinmischungspolitik, besonders aber den Plan des Herrn E d e n in Bausch und Bogen zu verdammen. Was sagen die fleißigen Herren im Foreign Office nun zu ihren rotspanischen Schützlingen? Ob aus dem „Unentschieden" der spanischen Frage einmal eine gerechte Entscheidung wird, das wird Votschasterbesuch bei Eden. London, 21. Juli. (DNB.) Graf G r a n d i bat am Mittwoch den englischen Außenminister Eden um eine Unterredung, die im Laufe des Tages im Foreign Office stattfand. In unterrichteten Kreisen wird angenommen, daß der italienische Botschafter den Wunsch hatte, den Meinungsunterschied über die Verfahrensfrage, auf Grund dessen die Sitzung des Unterausschusses am Mittwoch vertagt werden mußte, zur Sprache zu bringen Nach dem italienischen Botschafter Grand i empfing Eden am Mittwochnachmittag auch den französischen Botschafter (Sorbin Die Unterredungen haben sich, wie verlautet,auf die letzten Ereignisse im Nichteinmischungs-Unterausschuß bezogen. Das englische Kabinett trat am Mittwochvormittag zu seiner wöchentlichen Sitzung zusammen. In unterrichteten Kreisen wird angenommen, daß sich die Minister mit der Lage im Nicht- e i n m i s ch u ngsausschuß und besonders mit denjenigen Punkten befaßt haben, die am Dienstag nicht geklärt werden konnten. Der Ministerrat beschäftigte sich ferner, wie verlautet, mit den Meinungsverschiedenheiten, die im Nichteinmischungsausschuß in der Frage der Reihenfolge der Behandlung der einzelnen Punkte entstanden find. Mselraten. AichteinmischungsratM'ge. London, 22. 3ult. (DNB, Funkspruch,) Im Zusammenhang mit den gestrigen Unterredungen Edens mit dem französischen Botschafter einerseits und dem . italienischen Botschafter Graf G r a n d i anderseits befassen sich mehrere Morgenblatter mit dem Stand der Nichteinmischungsverhandlungen. In diesem Zusammenhang werden die verschiedensten Vermutungen angestellt. Eden gab zunächst eine Erklärung ab, wonach sich die Mannschaften der beiden Schiffe wohl befänden und mit Höflichkeit behandelt würden. Der Marineminister Duff Cooper wies auf Anfrage darauf hin, daß die britischen Schiffe sich auf eigene Gefahr in die territorialen Gewässer begeben. Wenn sie in territorialen Gewässern sich befänden und spanischen Kriegsschiffen nicht gehorch- ten und infolgedessen Gewalt gegen sie angewendet wurde, würden sie von britischen Schiffen nicht geschützt werden, es sei denn, daß die angewendete Gewalt größer sei, als es die Um» tände gestatteten. Als ein Abgeordneter wissen wollte, ob britische Kriegsschiffe dem ruhig zusehen wurden, wenn britische Schiffe beschossen würden, Duff Cooper, er hoffe, daß derartige Zwi» chenfälle sich nicht ereignen würden und daß bri» tlsche Schiffskapitäne klug genug fein würden, sich ulcht unnötig in Gefahr zu begeben. Ein britisches Schiff, das sich in territoriale Gewässer begebe, unterliege denselben Bedingungen wie eine Privatperson, sich sich in ein Land begebe, in dem em Bürgerkrieg herrsche. (Eben fjabe erklärt, daß dem Parlament noch vor Abschluß feines Tagungsabfchnittes von einem endgültigen Fortschritt aus Grund des britischen planes Bericht erstattet werden müsse. Die Frage, die gestern zur Beratung gestanden habe, sei die gewesen, daß die Zu- gestehung der Rechte kriegführender, sowie die Zurückziehung der ausländischen Freiwilligen gleichzeitig ins Auge gefaßt werden sollten, so daß man auf diese Weise zu einer schnellen Entscheidung kommen könne. „Daily Expreß" meint im Leitartikel, Franco bedränge die Madrider Front, die vielleicht inzwischen zusammenbrechen werde. England sollte sich nicht mehr im Namen der Nichteinmischung in Spanien einmischen. Die Spanier allein sollten den Ausgang entscheiden. Alles, was England tun könne fei, andere Länder dazu zu bringen, dem englischen Beispiel zu folgen. Dann werde die Lage etwas besser aussehen. Auf eigene Gefahr! Englische Schiffe, die zu den Bolschewisten wollten. London, .21. Juli. (DNB.) Dor einigen Tagen hatten zwei britische Handelsschiffe versucht, die nationale Blockade an der Dordküste Spaniens zu durchbrechen,- wobei sie von nationalspanischen Kriegsschi f- f e n durch Schüsse zum Umdrehen gezwungen und aufgebracht wurden. Diese Zwischenfälle wurden am Mittwoch im Unterhaus behandelt. Noch ist der Ausgang der großen Schlacht w e st- l i ch von Madrid ungewiß, noch ist auch unentschieden, ob die Londoner Nichteinmischungsoerhandlungen über die erste Krise hinaus überhaupt fortgeführt werden können. Das Kommunique, das über die Dienstag-Sitzung des Nichteinmischungs - Unterausschusses ausgegeben wurde, ist außergewöhnlich lang und spiegelt schon dadurch die Kompliziertheit der behandelten Fragen wider. Wenn man in Betracht zieht, daß es sich bei der ersten Aussprache über den englischen Kompromißplan nur um die Reihenfolge handelte, in der die verschiedenen Punkte erörtert werden sollen, dann mag man sich mit Recht fragen, ob es überhaupt jemals zu einer Einigung in den sachlichen Details kommen wird. Will man das wesentliche Ergebnis des Streites um die Reihenfolge fefthalten, so müßte man zunächst die Erkenntnis anführen, daß der vom englischen Außenamt ausgearbeitete Nichteinmischungsplan an sich schon jene verborgenen Fallstricke enthält, über die die Diplo- Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" will berichten können, daß das britische Kabinett sich gestern mit dem Stillstand in den Verhandlungen beschäftigt habe und daß die Minister übereingekommen seien, daß England nicht endlosen Diskussio- nen zuschauen solle, die doch zu keinem Ergebnis führen würden. Der diplomatische Korrespondent der „Mor- n i n g Po st" schreibt, was man auch immer glaube, in London sei gestern die Ansicht vertreten worden, daß man in absehbarer Zeit zu einer Bereinigung kommen werde, so daß der Unterausschuß seine Beratungen morgen wieder aufnehmen könne. Englands Palästinaplan gehl an den Völkerbund. Oer englische Kolonialminister erklärt, der Völkerbund müsse für die Revision veralteter Verträge und internationaler Verpflichtungen sorgen. <1 Meder ein Xiiaenmanijüer U-Boot-Märchen sollte neue Hetze gegen Deutschland entfachen. britilche- u.Boot führten in der. u7- ä London, 22. Juli. Im Unterhaus fand am Mittwochnachmittag die Aussprache über den P a - lästinaplan statt. Kolonialminister Ormsby- G o r e forderte einleitend die Abgeordneten auf, jedes Wort abzuwägen, da die Juden und Araber der ganzen Welt die Aussprache genau verfolgten. fpfHfphtUrLPAÜnän^e od) betonen die Morgenblätter, daß hier zum erstenma! „eine offene Revolte" einer füh- 'enden Persönlichkeit der Partei gegen den Doll- ) ugsausschuh be-kanntgeworden sei. Oer Londoner Flottenvertrag in dritter Lesung angenommen. London, 22. Juli. (DNB. Funkspruch.) Das Unterhaus nahm am Mittwochabend nach Ab- chluß der Palästina-Aussprache den Londoner Zlottenoertrag in dritter Lesung an. Lloyds erhöht Iernost - Versicherung. sichtigen Beobachter zweifelhaft fein, zumal die deutschen Splitterparteien, die gnädigst in die Regierungsgemeinschaft ausgenommen worden sind, vom sudetendeutschen Volkstum nicht einmal einen beachtenswerten Bruchteil mehr hinter sich haben. Käme es heute zu Wahlen, so würde der Ausgang für die deutschen Parteisplitter im Regierungslager vernichtend sein. Eine vorausblickende Staatsführung müßte sich vernünftigerweise darauf einrichten. Da das auch diesmal nicht geschehen ist, kann man “ von einer Fortführung der Politik verpaßter Immer neue Verhafiungen. Nach dem Attentatsplan gegen Oberst Koc. Warschau, 22. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Herausgabe der von Stunde zu Stunde erwarteten amtlichen Verlautbarung über die bisherigen Ergebnisse der Untersuchung des Bombenattentats auf Oberst Koc, die Licht über die Per- on des Täters und die politischen Hintergünde des Verbrechens bringen soll, wird immer wieder hinausgeschoben, da sich der Kreis der vermutlich mittelbar und unmittelbar beteiligten Personen kündig erweitert. Im Verlauf der letzten 24 Stunden wurden wiederum eine Reihe von Haussuchungen und Verhaftungen sowohl in Warschau, als auch in der Provinz durchgeführt. Aus den bisherigen zahlreichen Verhaftungen kann geschloffen werden, daß der Kreis der an dem Attentatsversuch beteiligten Personen sich nicht auf einige wenige Menschen beschränkt, sondern daß hinter dem Anschlag eine größere Gruppe stehen muß, über deren parteipolitische Zugehörigkeit allerdings vorläufig nichts gesagt werden könne, obwohl die Untersuchung auf diesem Gebiet bereits zu bestimmten Ergebnissen geführt habe. Den verantwortlichen Stellen liegt begreiflicherweise sehr viel daran, den für dieses Verbrechen verantwortlichen Kreis bis auf den letzten Mann ausfindig und unschädlich zu machen. Bevor dies nicht gelungen ist, wird mit einer amtlichen Bekanntgabe der Ergebnisse der Untersuchung kaum zu rechnen sein. Die Sektion der Leiche des Attentäters ergab, daß die Explosion in einem Augenblick erfolgt sein muß, als sich der Täter in kniender Haltung befand. Wahrscheinlich wollte er gerade die Bombe unmittelbar vor der Einfahrt des Tores hinlegen, das ubn- aens verschlossen war, denn sein Kopf, die Hände und die Brust wurden durch die Explosion vollständig zerrissen, während der Unterleib und die Beine fast unverletzt blieben. Man nimmt an, daß der Täter die Bombe mit der Hand eingraben wollte, da man an den Fingern Spuren von Sand fand. Er hatte sich dafür offenbar den Augenblick ausgesucht, in dem sich der patrouillierende Polizeibeamte nach Abschreiten des Weges gerade in das Haus begeben hatte, um zu melden, daß alles in Ordnung sei. Oie „Barmherzigen Brüder" von Trier. Neuer Klostersumpf. Man mutz demDrittenReich bantbar sein.. ? Trier, 19. Juli. (DNB.) Die Dritte Große Strafkammer des Landgerichtes Koblenz tagte mehrere Tage lang in Trier. Auf der Anklagebank saßen 13 jetzige und ehemalige Angehörige der Genossenschaft der Barmherzige n B rudervon Trier und zwei Angestellte des Ordens. Sie waren beschuldigt, in den Jahren 1929 bis 1936 in Bonn, Dortmund, Saffig und Saarbrücken unzüchtige Handlungen an Personen unter 14 Jahren und i an ihnen anvertrauten Zöglingen verübt, sowie wi- , dernatürliche Unzucht mit anderen Männern getrie- - ben zu haben. Der erste Verhandlungstag war der Vernehmung ■ der Angeklagten gewidmet. Immer wieder rollten ; die schon aus so vielen anderen Gerichtsverhand- , lungen gegen römisch-katholische Geistliche bekannt- qewordenen Schreckensbilder ab, und eine Schilderung widerlichster Unflätigkeiten, die die Brüder London, 22. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die I englische Versicherungsanstalt Lloyds hat in Anbetracht der ernsten Lage im Fernen Osten die Frachtversicherung für ganz Nordchina um l u r o n t, »erbe. > Nich,. " Tp«. Qn„9 ent. ’onne sei l englischen' "Nge etwas jiebung der 15 Welze- A Vorschlag nicht zu» s den Antrag edem Dö l« im die Rs' jung in die 'N endguln« -Weißbücher gegenüber zu erfüllen. „Eine offene Revolte." Meinungsverschiedenheiten in der Labour-Party. legenheiten sprechen. Aur eine Aoilösung? lks««« 'M v'S 1.: “l'en. ’n d-, gleich. *n, |o schnellen a sonach ?i5 auf dar hbuch 6” uh der der Lloyd ntrag f alknin'ster j angk' llte«. igen Tagen d'sfe ver- °n der chen,- wobei egsschjf, Zungen und nsälle wun mbelt. ob, wonach le wohl be. ’ürben. Der iuf Anfrage 6 sich au n Gewässer wässern sich >cht gehorch, angewendet Schiffen n, daß die 15 die Um. leter wissen lhig zusehen en würben, artige Zwi- ld daß bri. oürben, sich igeben. Ein sewässer be- i wie eine *be, in dem Rege diplomatische Tätigkeit in Nanking Nanking, 21. Juli. (Ostasiendienst des DNB.) 3er englische Botschafter Knatchbull-Hug- °essen wurde am Mittwoch von T s ch i an g k a i - chek empfangen. Der japanische Geschasts- icäger suchte den englischen Botschafter auf, um ich über dessen Unterredung mit dem chinesischen Außenminister zu unterrichten. Ferner sprach auch ^russische Botschafter Bogolomow beim chme- schen Außenminister vor, so daß in Nanking eine 'ege diplomatische Tätigkeit herrschte. 2as Verhalten Englands findet hier besondere Auf- nerksamkeit, und Edens Erklärung im Unterhaus u'ber die Zurückstellung der englisch-japanischen 23er» ianblungen wird stark beachtet. breitet worden. Die Agentur mußte später ein Dementi bringen in demselben Sinne wie die Lrklärung Duff Coopers im Unterhaus. Pamit I wurde wieder einmal eine der Zeitungsenten widerlegt, die leider geeignet sind, die englische Oeffent- [i chkeit mit Unruhe und Mißtrauen anderen Ländern It. ten * . ns »er * rauw1 erff*'1 unter sich und mit den ihrer Pflege anvertrauten Schwachsinnigen und Kranken begangen hatten, löste auch hier die andere ab. Einer der Angeklagten, der Bruder Cayus , bestellte z. B. einen Fürsorgezögling auf den Dachgarten und zeigte dem 13jährigen unsittliche Bilder, um im Anschluß daran seine verderbten Gelüste zu befriedigen. Bruder Alypius unterhielt jahrelang unerlaubte Beziehungen zu einem schwachsinnigen jungen Mann. Als diese Tatsache durch die Mutter des Zöglings dem Oberen der Anstalt gemeldet wurde, stritt der Wüstling alles ab, und der Vorsteher glaubte den Lügen des Verbrechers. Der Bruder Artemius brachte es sogar fertig, einen 67jährigen Schwachsinnigen im Bett zu überfallen und sich in der schamlosesten Weise an ihm zu vergehen. Bruder Adalbe r t o und fein Ordensgenosse Bruder Trud- bertus gaben sich in ihren gegenseitigen Beziehungen der hemmungslosesten Befriedigung ihrer anormalen Triebe hin. Bruder Luzius versuchte zwar den alten Trick, sich an „nichts mehr erinnern" zu können, aber die Zeugen litten zum Glück der Eltern vieler Vertierter und in Gefahr befindlicher Kinder nicht ebenfalls an derartigem Gedächtnisschwund. Bruder -Iovinian hatte die Unverfrorenheit, zu behaupten, die von ihm zu Protokoll gegebenen Angaben seien ihm erzwungen worden. Aber auch er mußte schließlich die Zwecklosigkeit seiner Vertuschungsmanöoer einsehen. Erschütternd war es, die Anklagen zu hören, die viele einst Vertierte, die zur Zeugenvernehmung geladen waren, den Klosterbrüdern ins Gesicht schleuderten. Einer sprach für viele den bedeutungsvollen Satz aus: „Was mir da passiert ist, hätte ich draußen in der Welt niemals erlebt." Bezeichnend war die Bekundung eines Zeugen, dem Bruder David feine Braut abspenstig mache wollte, indem er erklärte: „Das Weib ist das größte Ekel, das auf Gottes Erde herumläuft." Bruder Didakus überrumpelte nachts kurzerhand hilflose Kranke und trieb mit ihnen seine schamlosen Manipulationen. Bruder Nazarius schließlich überfiel im Vorratsraum einen 16 Jahre alten Menschen plötzlich, warf ihn zu Boden und verging sich in der scheußlichsten Weise an ihm. Das Gericht mußte sich mit Dutzenden solcher Fälle beschäftigen. Der einzige Lichtblick in diesem Sumps war die Tatsache, daß der als Zeuge vernommene stellvertretende Generalobere Bruder Augustin bekundete, er habe alle ihm bekanntgewordenen strafbaren Handlungen der Mitglieder mit sofortiger Entlassung geahndet. Er bekenne ehrlich: 2Han müsse dem Drillen Reich dankbar sein, daß es diese Säuberungsaktion durchführe. In seinem Plcüdoyer führte der Staatsanwalt zunächst aus, man habe mit Genugtuung die Aeuße- rung des stellvertretenden Generaloberen vernommen, der sein Bestes getan habe. Bereits in den nächsten Tagen müsse gegen eine weitere Anzahl Ordensangehöriger Anklage erhoben werden. Wie in den bisherigen Prozessen, so habe man auch hier dieselbe Verkommenheit und Unmoral feststellen müssen. Man wolle den Klöstern zwar nicht den generellen Vorwurf machen, „Sammelbecken der Homosexualität" zu sein, aber alle Personen, gegen die sich die Anklage richtete, seien im Kloster zu jenen Verbrechen gekommen, deren man sie beschuldigte und überführte. Abkömmlinge aus anständigen und frommen Familien säßen nun auf der Anklagebank. Dafür gäbe es nur eine Erklärung: sie seien Opfer des Klostersumpfes geworden. Die Strafen bewegen sich zwischen 3^ Jahren Zuchthaus und acht Monaten Gefängnis. In einem Falle erfolgte Freispruch. Verschiedenen Angeklagten wurde die Untersuchungshaft voll angerechnet. Ab- Prag, 21. Juli. (DNB.) Der Präsident Republik Dr. Benesch empfing Mittwoch früh den bisherigen Vorsitzenden der Regierung Dr. Milan H o d s ch a, der dem Präsidenten der Republik Bericht über das Ergebnis seiner Verhandlungen über die Neubildung der Regierung erstattete. Der Präsident der Republik genehmigte die neue Ministerliste und empfing noch am Mittwochvormittag die abtretende Regierung, der er für ihre Arbeit dankte. Sodann stellte der Vorsitzende der Oer alle Regierungskurs in der Tschechen Trotz Kabinettswechsel bleibt alles beim alten.—Gudetendeutschium wird gar nicht gefragt. Von unserem ständigen AO.'Berichierstatier. gen ist bekannt, daß der Staatspräsident Dr. B e - n e s ch ein Gegner jedweder Frontenregierung und Anhänger des Koalitionssystems ist, das die Macht im Staate so ziemlich gleichmäßig auf rechts und links verteilte. Er hat wiederholt die Zusammenarbeit der sog. gemäßigten Parteien als das beste Regime für die Tschechoslowakei bezeichnet, und zwar vornehmlich deshalb, weil ihm klar ist, daß eine ausgesprochene Linksregierung angesichts des europäischen Spannungszustandes aus einer Regierungskrise sehr leicht eine Staats- krise machen könnte. Daß es Elemente gibt, die eine solche Entwicklung in der Richtung der Dolkssrontideologie nicht ungern sähen, daß insbesondere die Kommuni st en jede Gelegenheit benutzen würden, um auch ihrerseits den marxistischen tschechischen und deutschen Parteien das Wahnbild einer tschechoslowakischen Volksfront oorzugaukeln, ist sicher. Ebenso sicher aber ist, daß eine solche Entwicklung für die Tschechoslowakei ein höchst gefährliches Spiel bedeuten würde. Alle diese Gedankengänge haben bei der Konstruktion des dritten Kabinetts Hodscha sozusagen Pate gestanden, ohne daß es gelungen wäre, die tiefgehenden sachlichen Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Regierungsblocks zu überbrücken. Wieder einmal hat man also in Prag notdürf- tig gekittet, statt die Gelegenheit zu einem grundsätzlichen Neuaufbau zu benutzen. Der Gedanke, der wirklich größten Partei im Staate, nämlich der Sudetendeutschen Partei den Auftrag zur Regierungsbildung zu geben, ist dem Staatspräsidenten bedauerlicherweise überhaupt nicht gekommen. Dr. Benesch hat wieder eine Gelegenheit zur Herstellung des Friedens im Staat versäumt. Die Gesetzesanträge Konrad Henleins, die im Rahmen der tschechoslowakischen Verfassung ein harmonisches Zusammenleben der Volksgruppen unter weitgehender kultureller und verwaltungsmäßiger Autonomie zum Ziele haben, hätten eine günstige Plattform für einen neuen politischen Start der Tschechoslowakei abgeben können. Der blutleeren Formaldemokratie des jetzigen Verfassungsgebildes wären neue, lebendige und wirklich konstruktive Gedanken zugeführt worden, ohne daß die Ansprüche der anderen Volksgruppen des tschechoslowakischen Staatswesens, soweit sie berechtigt sind, davon berührt worden wären. So, wie die Dinge nun wieder gelaufen sind, muß sich notwendigerweise der Eindruck im In- und Ausland vertiefen, daß offenbar weder der Staatspräsident, noch seine politischen Berater auf eine Mitarbeit des Sudeten- deutschtums am und im Staate Wert legen. Daß diese Haltung aber den Staat selbst in seinen Grundfestei. gefährden muß, kann für keinen ein» London, 22. Juli. (DNB. Funkspruch.) Mehrere Morgenblätter berichten, daß die fiabour Party (ine schwere Krise durchmache. Innerhalb der Partei sei eine Spaltung aufgetreten, und zwar herrschten Meinungsverschiedenheiten darüber, ob man am kommenden Montag gegen die im Unterhaus zur Aussprache kommende Ver - ieidigungsvorlage stimmen, oder ob man lief) der Stimme enthalten solle. Prag, 21. Juli 1937. Die Regierungskrise, die in der vorigen Doche wie ein Blitz aus heiterem Himmel aus» jrad), ist heute mit Ach und Krach wieder b e - joben worden. Herr Hodscha hat unter Opfe- :ung des bisherigen Finanzministers ein drittes gabmett bilden können, und da es die gleichen Parteien sind, die ihn auch jetzt wieder stützen, *önnte man meinen, daß alles wieder in schönster Dränung sei. In Wahrheit sehen die Dinge freilich loch etwas anders aus. Denn trotz des Kompromisses zwischen den Parteien des Regierungslagers geht die Pressefehde auf beiden Flügeln festig weiter. Und wenn es jetzt gelang, die Krise inter stärkster Einwirkung Beneschs verhältnismäßig rasch zu überwinden, so ist das zweifellos mehr auf die allgemeine Sommermüdiakeit der Minister und Parlamentarier zurückzuführen, als Iiuf ein echtes Einvernehmen. Wie kam es zu der Krise? Unmittelbarer Anlaß war die Tatsache, daß man sich im Ministerrat nicht iber die Frage der Getreidepreise einigen konnte, weil der — nunmehr ausgebootete — S Finanzminister den von der tschechischen Agrarpartei geforderten Staatszuschuß von 80 Millionen Kronen für die Getreidemonopolgesellschaft nicht bewilligen wollte. Der Zuschuß sollte dazu bienen, iien Bauern einen höheren Uebernahmepreis zu bewilligen, ohne daß es zu einer Erhöhung der Brot- urtb Mehlpreise hätte kommen müssen. Angesichts iicr erschöpften Staatskassen, die soeben | erst noch durch ein umfangreiches Rüftungspro- gramm ganz besonders belastet worden find, glaubte 3er Finanzminister feine Zustimmung zu dieser Regelung verweigern zu müssen. Er ist in das »ritte Kabinett Hodscha nicht wieder zurückgekehrt, man hat sich über seinen Kopf hinweg zunächst ver- fiänbigt, und tatsächlich bleibt also nach außen . hin alles beim alten. Wer aber tiefer sieht, konnte sich von Anfang an iber den politischen Charakter dieser Krise keinerlei Zweifeln hingeben, zumal die Prager Regie- lungsmehrheit, die aus völlig entgegengesetzten po- itischen Richtungen zusammengesetzt ist, niemals > ine Liebesehe mar. Infolgedessen ist auch die Stel- Ilung der neuen Regierung von vornherein nicht sonderlich stark. Ihre eigentliche Aufgabe wird für die nächsten Monate wohl nur die sein, über den Sommer Hinwegzukommen. Wenn im Herbst das Parla- ' ment wieder zusammentritt, wird sie neuen Stürmen ausgesetzt sein, und es ist zumindesten fraglich, || öb sie ihnen dann gewachsen ist, wenn auch heute | mit größter Beflissenheit betont wird, daß insbe- | lonbere außenpolitisch der alte Kurs fortgesetzt werde. Man geht wohl nicht fehl in der Umrahme, daß gerade diese Unterstreichung dazu Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Lbienen soll, die an sich völlig heterogene Regierungsmehrheit bei der Stange zu halten. Im übri- SPATLESE 'M I r 1 AM AW ■ ' MA / \A' MW V .. < •: £. '''OW ' •• i'v ■ 'v . . V ' / -M- M UW HWM <>M WUM 'vL'' ~ - v' * MH • @r 4757 V Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauptschriftleiters- Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr. W Lange (beurlaubt). Vertreter: Ernst Blumschein: für Feuilleton: Dr Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein Anzeigen« leiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: i. V. Hans Thein D 21 VI 37 9104 Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange. K.-G-. sämtlich in Gießen. Monatsbezuas« preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr. Einzeloerkoufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit b« Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig erkennung der bürgerlichen Ehrenrechte erfolgte bei mehreren Verurteilten auf drei bzw. zwei Jahre. In der Urteilsbegründung wies der Vorsitzende, Landgerichtsrat Dr. H e i d e r, darauf hin, daß das Gericht kein Urteil über die Kirche oder ihre Einrichtungen zu fällen gehabt Hobe. Es seien lediglich die nachgewiesenen Straftaten zu verurteilen gewesen. Sie hätten einmal mehr ein Bild von Verrohungen und Verwirrungen gezeichnet, das bei jedem sittlich gefestigten Menschen Grausen und Ekel hervorruft. Aus aller Welt. l YM WMMW W1 j w ■■■ I 1 WWWW - ■ 7/, L-LMU i W iss Der Dirigent der Weihestunde der 500 000. Kapellmeister Behr, der u. a. bei der Weihestunde der 500 000 des 12. Deutschen Sängerbundesfestes dirigieren wird. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Hauptversammlung des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins in Kufstein. Auf der Hauptversammlung des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins in Kufstein begrüßte Professor Dr. von K l e b e l s b e r g die Gäste aus nah und fern, sowie die Abgesandten der befreundeten Vereine des Auslandes Der Landeshauptmann von Tirol, Dr. von Schumacher, überbrachte den Gästen aus dem Reich die Grüße seiner Heimat und bekundete die Treue der Tiroler dem deutschen Volk und dem Alpenverein gegenüber. Der Bürgermeister von Kufstein, P i r m o s e r, gedachte der um die Entwicklung der Sektion Kufstein verdienten Männer. Der Sportkommissar der Oesterreichischen Turn- und Sportfront würdigte die Bedeutung der Bergsteigeraruppe innerhalb der Leibesübungen treibenden Verbände. Dann gedachte der Präsident der K a t a st r o p h e am Nanga Parbat. die sieben der tüchtigsten deutschen Bergsteiger und neun ihrer wackeren Helfer dahingerafft hat, an der Spitze den Leiter des Unternehmens, Dr. Karl Wien, der seit 1932 Mitglied des Hauptausschusses war. Stehend ehrte dic Versammlung das Andenken dieser Helden und gedachte auch der Opfer der früheren Nanga-Par- bat-Katastrophen. In seinem Tätigkeitsbericht erinnerte der Präsident an die Tagung in Garmisch- Partenkirchen. Das praktische Ergebnis des 11. Juli 1936 für den Alpenverein sei die Aufhebung der Reisesperre gewesen, die eine starke Mit- gliederzunahme zur Folge hatte. Der Derbandsausschuß - Vorsitzende Dinkel- a ck e r und Forstmeister E p p n e r setzten sich für die Verwirklichung der Naturschutzbestrebungen ein. Mit dem Verein „Naturschutzpark" Stuttgart sei ein Abkommen über eine Arbeitsgemeinschaft zur Betreuung des Tauern-Naturschutzparks zustandegekommen. Dieser Naturschutzpark sei der größte in Europa und übertreffe selbst den Schweizer Naturschutzpark. Der Haushalt, der mit einem Voranschlag von 778 000 RM. abschließt, wurde von Schatzmeister Dr. Weiß erläutert. Den wichtigsten Punkt der Tagesordnung bildete die Neufassung der sogenannten Tölzer Richtlinien Dr. M e y d i n g (Landsberg) schlug vor, den Hauptausschuß zu bevollmächtigen, bis zum 1. August 1938 im Rahmen des vorliegenden Entwurfs die Richtlinien nach Anhörung der Sektionen in endgültiger Fassung herauszugeben. Für die satzungs- mäßia ausscheidenden Hauptausschußmitglieder wurden Fritz Bechtold (Trostberg), Karl Buntrock (Aachen), Dr. Hartmann (München), Dr. Fuchs (Danzig), Dr. Wesseley (Linz) neugewählt. Zum Tagungsort der nächsten (64.) Hauptversammlung wurde Friedrichshafen bestimmt. Alle Beschlüsse wurden einstimmig gefaßt. Insgesamt waren 345 Sektionen mit 1528 Stimmen vertreten, davon 250 reichsdeutsche und 95 österreichische. Ehrenpreis des Führers für die Internationale Hundeausstellung in Paris. Der Führer und Reichskanzler hat, einem Antrag des Reichsverbandes für das deutsche Hundewesen entsprechend, für die vom 23. bis 25. Juli in Paris stattfindende internationale Ausstellung von Hunden aller Rassen einen Ehrenpreis gestiftet. Der Preis, eine mit Bernstein besetzte, vergoldete Silberschale, eine Arbeit des Goldschmieds L e t t r e, ist bestimmt für den besten Hund deutscher Rasse Lebhafter Besuch im haus der deutschen Kunst. Das Interesse für die Kunstausstellung München 1937 im Haus der deutschen Kunst ist außerordentlich stark. Seit der Eröffnung ist nicht nur ein sehr reger Besuch, sondern auch ein guter Verkaufserfolg festzustellen. Die Gesamtsumme der bis jetzt abgeschlossenen Verkäufe ausgestellter Kunstwerke erreicht die Höhe von annähernd 250 000 Mk. Großer Erfolg der Ausgrabungen in Olympia. Der Ausgrabungsleiter der deutschen Ausgrabungen in Olympia und Landesgruppenleiter der NSDAP, in Griechenland, Dr. W r e d e, erklärte, daß die Ausgrabungen in Olympia, die der F ü h - r e r im Vorjahre verkündet und die Reichsminister R u st im April feierlich eröffnet hat bisher vom Glücke begünstigt wurden und einen außergewöhnlichen Erfolg hatten. Es wurden bereits gegen 20 gut erhaltene Helme gefunden, viele Bruchstücke von Schilden mit bronzegetriebenen Arbeiten, Bronzebänder und Armbeugen, ferner Bruchstücke mit eingearbeiteten Fabelwesen oder Tieren. Ein Bild jener kriegsgeübten Zeiten geben vsele Schwerter und andere Waffen, dem friedlichen Gebrauch dienten Bronzekessel und Bronzebeschläge von Möbeln, Truhen oder Türen. Sehr ergiebig war die Ausbeute an kleinen Tiersiguren aus Bronze. Die Funde, so meint Dr. Wrede, sind wohl der Tatsache zuzuschreiben, daß man auf eine abseits des Heiligtums eingerichtete Schmiede gestoßen ist, die alte Bronzegegenstände zum Ausschmelzen gesammelt hatte, um aus ihnen neue Bronzearbeiten herzustellen. Das Altertum kannte kein Sammeln und Aufbewahren von Kunstgegenständen; hatten sie ihren Zweck als Weihgeschenke erfüllt, so wurden sie ohne Beachtung ihres künstlerischen Wertes einfach eingeschmolzen. Im Herbst werden die Ausgrabungen in größerem Maßstabe fortgesetzt. Rom trauert um Marroni. Die sterblichen Ueberreste des Präsidenten der Königlichen Akademie, Gugliemo M a r c o n i, wurden von der Farnesina, dem Sitz der Akademie, mit allen Ehren, die Staat und Partei, Wehrmacht und Wissenschaft diesem großen Toten zuteil werden lassen konnten, nach der Kirche Santa Maria degli Angeli übergeführt, in deren Hallen der Verstorbene bis Donnerstag abend aufgebahrt bleibt. Die Bevölkerung Roms bildete vor dem feierlichen Trauerzug auf dem langen Wege durch die Hauptstraßen Roms ein dichtes Spalier. Als der Trauerzug vor der Kirche eintraf, vollzog Parteisekretär Minister Starace den faschistischen Ritus, indem er den Namen des Verstorbenen wie zum Appell aufrief, worauf das ganze Trauergeleite und die auf dem weiten Platz versammelte Menge antwortete: „Presente“ („Hier")! Als der Sarg von der Geschützlafette gehoben wurde und das Trauer- geleite sich mit sämtlichen Mitgliedern der Regierung und der Spitzen von Partei und Wehrmacht, Kunst und Wissenschaft sich wieder in Bewegung setzte, erklangen aus der Kirche die feierlichen Weisen der Sixtinischen Kapelle, unter deren Klängen schließlich der Sarg auf den über und über mit Lorbeerblättern bestreuten Boden vor dem Hauptaltar niedergesetzt wurde. Auch ein großer mit dem Hakenkreuz geschmückter Lorbeerkranz war zu erkennen, den Botschafter von H a s s e l l im Namen des Führers niedergelegt hatte. Nach einer kirchlichen Zeremonie fand dann in Anwesenheit Mussolinis, des gesamten Diplomatischen Korps und zahlreicher geladener Gäste die Einsegnung statt. Riesiger Goldschatz in Panama gefunden. Die seit Tagen in Panama-Stadt umlaufenden Gerüchte über einen aufsehenerregenden Fund eines Goldschatzes in der entlegenen Provinz Chi- riqui werden von amtlicher Seite bestätigt. Die Entdeckung wird drei Landspekulanten, einem Deutschen namens Anton Hill, einem Franzosen und einem Amerikaner zugeschrieben, die beim Abstecken neuerworbener Länder auf zwei unterirdische Kanäle stießen. In diesem befanden sich 120 Goldbarren im Gewicht von fast 3000 Kilogramm. Sämtliche Barren tragen als Siegel die alte spanische Königskrone. Es wird vermutet, daß der Goldschatz aus der Zeit der Eroberung Amerikas stammt und von den Eingeborenen verborgen wurde. Die Entdeckungsnachricht hatte eine wahre Völkerwanderung zur Folge, so daß die Polizeibehörde den Schutz der Fundstelle bis zur Ankunft dreier Regierungsflugzeuge und polizeilicher Verstärkungen übernehmen mußte. Rundfunkprogramm. Freitag, 23. Juli: 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Morgenstund'. 9.30: Hausfrau hör zu! 9.45: Mutter turnt und spielt mit dem Kind. 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Volk und Wirtschaft. 16: Unterhaltungskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: „Wenn man will zu Mädchen gehen, sei man froh und wohlgemut". Eine fröhliche Suite aus deutschen Singspielen. 21: Nachrichten. 21.15: „Der hölzerne Bock". Ein lustiges Funkspiel von Hartwig Sievers. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 22.30: Tanzmusik. 24 bis t! Nachtmusik. Samstag, 24. Juli: 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Morgenstund'. 9.30: Hausfrau hör zu! 11.40: Gaunachrichten. 11.50: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten./14.10: „Donnerwetter — tadellos!" 15.15: Volk und Wirtschaft. 15.30: Dom Niederwald zum Deutschen Eck! Jungen und Mädel auf fröhlicher Rheinfahrt. 16: „Lohengrin" Oper in drei Akten von Richard Wagner. 17.10 bis 18.10: Zeitgeschehen im Funk. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk 22.30: Wir tanzen in den Sonntag. 24 bis 1: Nachtkonzert. Das Wetter vom 22. bis 31. Juli. Herausgegeben von der Forschungsslelle für langfristige Witterungsvoraussage des Reichs- wellerdienstes in Bad Homburg am 21. Juli abends. Entsprechend der letzten Vorhersage herrschte m den vergangenen sieben Tagen in Deutschland überwiegend heiteres und warmes Wetter mit vorübergehenden Störungen vielfach gewittriger Art. Dieses Witterungsgepräge wird im allgemeinen in den nächsten zehn Tagen fortbestehen. Besonders warm wird es etwa um das kommende Wochenende sein, worauf mit verbreiteten, teilweise niederschlagsreichen Gewittern und unbeständigerem Wetter Abkühlung eintritt. Daher werden die Temperaturen in der zweiten Hälfte des zehntägigen Zeitraums im Durchschnitt niedriger sein, als in der ersten Hälfte, doch wird im großen und ganzen auch in der nächsten Woche überwiegend schönes und warmes Wetter herrschen. Die Gesamt-Sonnenscheindauer wird fast Überall 70, vielfach 80 Stunden Überschreiten. Die Zahl der Tage mit Niederschlag wird meiftenorts* unter fünf bleiben. Wetterbericht des Reichswetterbienskes. Ausaabeort Frankfurt Bereits schon stärker abgeschwächt zog vergangene Nacht ein Regenausläufer ein jetzt zwischen Schottland und der südnorwegischen Küste liegendes Stö- rungsgebiet über unser Gebiet hinweg. In der jetzt bei westlichen Winden nachströmenden kühleren Meeresluft sind noch verschiedene Schauer eingelagert, so daß sich der Witterungscharakter der nächsten Tage zwar etwas unbeständig, jedoch im ganzen nicht unfreundlich gestalten wird. Temperaturen werden allgemein bei 20 Grad liegen. Aussichten für Freitag: Bei mäßigen Winden bewölkt, vereinzelte Regenschauer, mäßig warm. Aussichten für Samstag: Bei nur geringer Niederschlagsneigung meist bewölkt und freundlich, Temperaturen wieder ansteigend. Verkäufe | Stellenangebote 4848 D Statt Karten. fen. 486OD Watzenborn-Steinberg, den 22. Juli 1937. 0363« .und zum Bauen 19. Juli entschlief sanft nach schwerem beiden im Virchow-Krankenhaus zu Berlin meine innigstgeliedte Gattin, unsere teure, allzeit fürsorgliche Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Dina-Sophie Fuchs, geb. Lepper im Alter von 44 Zahlen. Die Beerdigung findet am'Donnerstag, dem 22. Juli, 16 Uhr, von der Kapelle des Friedhofes der Kirchengemeinde Berlm-Mariendorf, Frieden- straße, aus statt. Zn tiefer Trauer: Bruno Fuchs, Oderingenieur Helmut und Hildegard Fuchs Martha Obermann, geb. Lepper Friedrich Obermann, Studienrat Walter und Hans-Zoachim Obermann Otto Fuchs, Fabrikant, nebst Familie Ernst Fuchs, ZRefonflruffeur, und Frau Georg Fuchs, Fabrikant, und Frau Berlin-Mariendorf-Süd lpopperstraße 21) und Gießen z. Z. Berlin, den 20. Zull 1937. Mietgesuche | All einst. Dame sucht Io. 2 leere Zimmer sofort zu mieten. Schr Angeb.unt. 03641 a.d. G.A. 2 Gehilfen 1 Stenographie- u. Maschinenschreiber) für Anwalts- und Notariatsbüro sofort gesucht. Schriftl. 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Es sollten Sozialreformen nachgeholt werden, die in anderen Ländern seit Jahrzehnten Selbstver-- wird. Gegenüber dieser Opposition hat sich Leon Blum in innenpolitischer Hinsicht durchsetzen können. Die Regierung Chautemps kann vorläufig mit einer weiteren Unterstützung der Sozialdemokratie rechnen und somit ihre Politik der Pause fortsetzen. Die revolutionären Elemente der Sozialdemokratie sind aus der Innenpolitik ausgeschaltet. Ein anderes Bild ergibt sich aber für die außenpolitische Lage. Es wurde nämlich eine Entschließung angenommen. gemäß der die von Löon Blum bisher befürwortete Politik der Nichteinmischung als gescheitert betrachtet und die U n t e r st ü tz u n g des roten Spaniens in Aussicht gestellt wird. Bor allem sollen dem roten Spanien Waffen, Munition und Lebensmittel zur Verfügung gestellt werden und die sozialdemokratischen Minister im Sinne dieser Politik innerhalb der Regierung tätig sein. Die Annahme dieser Entschließung bestätigt, daß die französische Sozialdemokratie immer mehr ins radikalmarxistische Fahrwasser kommt und daß die kleinbürgerlichen Elemente keinen nennenswer^ ten Einfluß mehr haben Hierin ist wohl zugleich eine Bestätigung der Gerüchte zu sehen, daß die französische Regierung unter Drui Der sozialdemokratischen Mitglieder die internationale Kontrolle an den Pyrenäen aufgehoben hat und dafür als Entgelt von den Sozia - Demokraten die Zustimmung zu den Bonnet-Rot- terlegenheit des Landes gegenüber der deutschen Wehrmacht überhaupt nicht erwägenswert ist. Die außenpolitische Neutralität der Eidgenossenschaft wirkt sich in der gegenwärtigen Verstärkung der Landesverteidigung u a so aus, daß der neue Grenzschutz und die zahlreichen Befestigungsanlagen an a l l en Landesgrenzen ausgebaut werden. 'Wenn im Hügelland der Nord- grenze die Zahl der kleineren Sperrwerke größer ist, als etwa im Jura oder in den Alpen, so ist das nicht eine einseitige Maßnahme gegenüber dem nördlichen Nachbarn: die unterschiedliche Befestigung der Landesgrenzen ergibt sich aus der Beschaffenheit des Geländes. Diese Feststellung ist schon deshalb nicht überflüssig, weil M a r x i st e n B o l- s ch e w i st e n und gesinnunqsverwandte Gruppen, die nach der französischen Pfeife tanzen immer wieder Sinn und Ziel der schweizerischen Aufrüstung verdrehen. Diese Kreise im Bunde mit Ju- gen nahe: diesem bäurischen, in seiner Rauheit treuherzigen, in seinem primitiven Willen schöpferischen Soldatenkönig Friedrich Wilhelm, fühlt sich nahe dem wahrhaft braven alten Schulmann, der bitterlich lernen muß, den Schein aufzugeben und die Wirklichkeit zu ergreifen. — und fühlt sich endlich ganz besonders nahe dem Fabrikherrn, der sich vom einfachen Schlosser zum Leiter des riesigen Betriebes heraufgedient hat. Zu diesen Gestalten „Emils als zu Hochformen des Volksempfindens sieht das Volk anerkennend und dankbar auf: es nötigt ihm Achtung ab, wie dieser Mann, der auf manchen Blick, nicht nur auf den ersten, so ungeschlacht, so brutal wirkt, ein ernstes gutes Herz offenbart, — wie es ihm, vergleichsweise gesprochen, Achtung und sogar eine ganz eiaenartige Vorliebe abnötigt, wenn die dralle Paula Wessely, die fast spöttisch herausfordernd dreinschaut, eine grundanstandige Gesinnung und Tatkraft offenbart Zu dieser verborgenen Weisheit hat Emil Jan- nings auch mit seinen Bühnenrollen hingefunden. Sein Schulmeister in Grabbes „Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung" und sein Mephisto in Goethes „Faust" sind Anfänge, die sich im triebhaft Wilden ausgeben konnten. Und setzt, da der Fünfzigjährige auf der Höhe seines Schaffens steht, mit hohem 'Staatspreis ausgezeichnet, stellt man fest- er hat aus jenem chaotischen Beginn, der immer schon eindrucksvoll war, auf ereianisreichen Wegen hinaefunden zu der männlichen Milcht und Vorbildlichkeit, wie sie sein Bismarck m Wolfgang Goetzens Bühnenwerk , Der Ministerpräsident' ver- förpert Dr. Johannes Günther. Gloria-palast: »Land der Liebe/' Ein Tobis-Rota-Film, Lustspiel mit Phantasie- 'handlung, operettenhafter Begleitmusik und verschwenderischer Ausstattung: die märchenhafte Geschichte von der kleinen Prinzessin, die statt eines ungeliebten Königs den unbekannten jungen Mann bekommt, der ihr Herz gehört. Dankbare Ausgaben für zwei junge Leute vom Filmnachwuchs: Albert Matterstock, den man erst kürzlich für diesen Film entdeckte, und die hübsche, begabte Gustl Huber, die wir zuerst neben Albers spielen sahen („Savoy-Hotel"). Dazu Valerie v on Mar - tens, scharmant und witzig, die Komiker Oskar Sima und Wilhelm Bendow. Regie: Schun- 3 ei - Musik: Melichar. - Im Beiprogramm sieht'man u.a. die neue Wochenschau und auf der Bühne einen bemerkenswert sauberen ßuftan (^-a- bora). Hans Thyrl0t Schweizervolk zu beunruhigen und die öffentliche Meinung des Landes gegen Deutschland zu beeinflussen. Prüfen wir die Wirkung der völlig abwegigen Behauptungen in der französischen und der englischen Presse auf die Schweiz, dann ergibt sich zunächst, daß sie überwiegend mit großer Zurückhaltung ausgenommen werden. Heute ist nicht mehr die kritik- und vorbehaltlose Weitergabe von solchen Gerüchten aus französischer Quelle zu beobachten, wie noch vor einigen Monaten. Eine Reihe schweizerischer Blätter bringt die Tendenzmeldungen des „Echo de Paris" überhaupt nicht, andere weisen sie in Kommentaren zurück und beleuchten die wahren Hintergründe dieser deutschfeindlichen Stimmungsmache. Keinen Zweifel läßt man darüber bestehen, daß die Eingliederung der Schweiz in das französische System der Bündnisse auch mit dem Hinweis auf die militärische Un- Der Parteitag von Marseille verlief somit höchst ' ' ,v Einerseits wurde die Unter- paganba, sie stürzen sich gierig auf heimtückische Verleumdungen, die die guten Beziehungen zwischen Deutschland und der Schweiz vergiften wollen. D.e überwiegende Mehrheit des Schweizervolkes ist nicht gewillt, den in jüngster Zeit wieder auftauchenden Gerüchten Gehör zu schenken, so daß |ie viel von ihrer früheren alarmierenden Wirkung verloren haben. Darüber hinaus bemüht man sich immer mehr, die wahren Absichten dieser Propc^ ganda zu durchschauen. Bekanntlich ist Frankreich dazu übergegangen, unter großem finanziellem Aufwand auch die Juragrenze zu befestigen. Die Kosten hat der französische Steuerzahler zu tragen. Jedes Mittel scheint erlaubt zu sein — auch das törichte Geschwätz von deutschen „Durchmarschpl^ nen", die die Schweiz und damit auch Frankreich bedrohen sollen — um ihm die Notwendigkeit einer über den Raum von Belfort hinaus verlängerten Maginot-Linie vor Augen zu führen. Dabei wird in der Schweiz nicht über- sehen, daß diese Befestigungen stets auch offensiven Charakter haben, zumal sie den Aufmarsch einer angreifenden Armee schützen und verschleiern können. Sollte etwa Frankreich in Erfüllung seiner Bündnisverpflichtungen der Tschechoslowakei militärische Hilfe leisten wollen, dann liegt der Weg durch die Schweiz durchaus im Bereiche des Möglichen. Es ist bezeichnend daß in der Schweizer Presse auf Ausführungen des französischen Kriegsministers D a l a d i e r in der Kammersitzung vom 20. Februar 1937 hingewiesen wird, die eine derartige Vermutung als nicht unbegründet erscheinen lasse. Diele Schweizer erblicken in den Durchmarschlegenden französischer Blätter ein Ablenkungsmanöver, das die strategischen Pläne Frankreichs tar- n e n soll. Immerhin wird als Fortschritt anerkannt, dasi Frankreich das Schweizer Heer nicht mehr als verbündete Armee betrachtet, die den Interessen des westlichen Nachbarn zu gehorchen habe. In dledern Zusammenhang ist daran zu erinnern, daß die von einem schweizerischen Offizier vor einigen Iah- ren vertretene Auffassung, die eidgenössische Armee dürfe nur so aufgestellt werden, daß sie gegen Denjenigen Staat konzentriert sei, der nicht Mitglied des Völkerbundes ist oder dessen Satzungen ver- letze, in politischen und militärischen Kreisen einmütig abgelehnt wurde. Aus der strikten Neutralität der Schweiz mußte schließlich Frankreich die Schlußfolgerung ziehen, daß seine militärischen Grenzen im Jura und nicht am Oberrhein und Bodensee liegen. Befestigt tue Schweiz ihre Nordgrenze, so sichert sie auch automatisch ihre Westgrenze und umgekehrt, irgendwelche Versuche Frankreichs, im Ernstfälle den Schutz der schweizerischen Rheingrenze zu übernehmen, werden damit von vornherein unterbunden. Die Schweiz bestimmt selbst das Ausmaß ihrer Aufrüstung und die Art der Grenzschutz- anlagen. Ihre militärischen Vorbereitungen richten sich nicht gegen einen bestimmten Staat, sie sind lediglich Ausdruck des Willens, aus eigener Kraft, d.h. ohne Rückendeckung in militärischen Bündnisverträgen mit dem Ausland die Neutralität im Falle eines Krieges zu verteidigen. Trotz der Lügenhetze deutschfeindlicher Mac^e ist das Schweizer Volk, das in Fr e u n d s ch a st mit dem neuen Deutschland leben will, weit davon entfernt, die Gefahren für die Freiheit und Unabhängigkeit des Landes dort zu suchen, wo die r o t e' P e st endgültig ausgerottet ist Im Kampfe gegen den Bolschewismus wird die Schweizer Armee ihre Pflicht erfüllen, wenn er in feiner Zerstörungswut zu den Waffen greifen sollte. Und hier hat das mit Moskau verbündete Volksfront-Frankreich Gelegenheit genug, die einzige die Schweiz und ihre Neutralität bedrohende Gefahr von den Grenzen fernzuhalten: M a r x i s» m u s und Kommunismus! Der Sieg des Marxismus in Marseille Don unserem vp.-Berichterstatier. Schweizer Neutralität und französische Durchmarschlegende Don unserem Or. S.-Äerichierstatter. Einfach „Emii". , Zum 50 Gebmtstaae des Staatsschouspieie-s Emil Lannings am 23. Juli. Es war nach einer der ersten Vorstellungen des ' mimt D e r Kerrscher" im Berliner „Ufa-Pa- Faft am Zoo". Ich ließ mir an der Garderobe Stock und Hut zurückgeben. Neben mir sagte eine alte, schon gebückte, aber noch imposante Dame zu der Garderobefrau: „Sie sehen mich ja son .ani.• Als darauf die Garberobefrau meinte gna Frau , wolle nur entschuldigen, und sie sei doch wohl schon das dritte Mat in der Vorstellung unb fte muffe auch ,gnä’ Frau" sonst schon kennen, da lachte die alte Dame in sich hinein, und erst, wie sie sich angetakelt hatte aale sie: „Mich werden Sie nicht kennen, aber" — und dabei wies sie auf 6en Zuschauer- raum der sich eben zur neuen Vorstellung füllte JUJennen Sie . 5. ich bin doch die Mutter vom bin die Mutter vom Emil", - wie ein Schein lag es um ihre alte Gestalt, und UNI berechtigtem Stolz leuchtete es noch aus chr°rgalten Lu- aen Auaen. Müh am, aber zuversichtlich ging sie dann auf der Straße hin: die Meisten beachteten sie nicht die Meisten blickten auf zu der riesigen R^ klame-Front des Ufa-Palastes, blickten auf zu dem Kolossalbild von Emil 3annina5. darunter hin: die heimliche Herrscherin, die „Mut- termütkr‘laben das Recht, auch "°nch-°ngr°U Kindern noch mit Vornamen zu reden, .aber oie al e Frau Janrsings hat dies Recht besonders, well auch das breite Film-Publikum 'hn gern. einfach Imil" nennt und ihm damit den Ehrent,tel des volksverbundenen Schauspielers gibt Non Anfang an ist Emil Janmngs nicht vorn Verstände, rllcht von der Erwägung mckst vom Gedanken ausgegangen Umbern vom T , starken, ja derben Gefüfl.. r liebierlleaunfl und dies, weiß Gott, nicht aus. einer: Ueberlegung heraus, sondern weil sein dreistes Dubenherz ihm so eingab Und wenn er dann Schauspieler wurde und von Schmiere zu Schmore ging,Jo g schcch das nicht aus Berechnung, so war das re^ planvoller Weg, sondern ein fi gleicht mit der unterbewußten Segnung, Daß iai w aus der „Schmiere" und zwar dien als viel echte große Schauspielkunst. stützung der Regierung Chautemps zugejagt, Die 1 eine ausgesprochen kleinbürgerliche ist, anderseits » aber Forderungen aufgestellt, die die hinter der Regierung Chautemps stehenden bürgerlichen Parteien nie annehmen können. Den Spanien-Forderungen des Marseiller Parteitages ist die Regierung Chautemps zwar schon weitgehend entgegengekommen, aber doch nur, well sie die Unterstützung der Sozialdemokratie für ein Wirtschaftsprogramm haben will, das den Marseiller Forderungen völlig entgegengesetzt ist. Das jetzige W i r t s ch a f t s - Programm der Regierung Chautemps bildet eine schwere Belastung für öie breiten Schichten d e r Bevölkerung. Nachdem schon unter der Regierung Blum die Preise der Lebensrnittel um etwa 40 v. H. ange- ftiegen waren, erfolgten jetzt 20- bis 30prozentige Erhöhungen der verschiedensten direkten und indirekten Steuern und Abgaben. Der Mann des Volkes bekommt dies Programm sofort zu fühlen in der Heraufsetzung der Fahrpreise der Eisenbahnen, der anderen Beförderungsmittel, in der Erhöhung der Steuern, der Abgaben für Gas und Elektrizität, der Zigarettenpreise, also in einer erheblichen Verteuerung der Lebenshaltung. Diese Politik ist alles andere als populär, und es wird für die Sozialdemokraten nicht leicht sein, ihre Mitwirkung an dieser Politik zu rechtfertigen. In Marseille haben sie nun ein Programm aufgestellt, durch das sie die Schuld für diese ungünstigen Rückwirkungen auf die „Dunklen Mächte des Finanzkapitals" abschieben und als Forderung die einer Verstaatlichung der maßgeblichen Wirtschaftszweige aufstellen. Somit haben die Sozialdemokraten ein Wirtschaftsprogramm in der Hand, um bei passender Gelegenheit die Regierung Chautemps i zu stürzen und die Massen um das Banner des I Marxismus zu sammeln. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten) Parts. 20 Juli 1937. Es ging oft reichlich dramatisch her und der Saal alich gelegentlich mehr einer Boxoeranstal- tung als einer solchen einer Partei, als in Marseille die Delegierten der französischen Sozialdemokratie zum 34. Male bzw zum ersten Male nach dem vorjährigen Wahlsieg der Volksfront zum Parteitag versammelt waren. Zur Debatte stand die uralte Streitfrage, die seit dem Eintritt des damaligen Sozialisten unb jetzt weit rechts stehenden Senators Millerand in die Regierung Waldeck-Rousseau im Jahre 1899 so oft die französischen Parteitage beschäftigt hat, ob die Sozialdemokratie sich an einer R e - gierung unter,bürgerlicher Führung bzw. Mitwirkung der Bürgerlichen beteiligen darf. Wie stets zeigte sich hierbei die Zwitterstellung der Partei. Diese ist einmal eine revolutionäres die den syndikalistischen und marxistischen Bestrebungen radikaler Elemente Rechnung tragen will und das Klasseninteresse über das nationale setzt; sie ist aber auch seit einem Jahr eine Regierungspartei, die erfahren hat, daß gegebenenfalls revolutionäre Ideale gegenüber außen- und wirtschaftspolitischen Notwendigkeiten zurückgestellt werden müssen. Die reformistische Richtung vertraten auf dem Parteitag in Marseille vor allem die sozialdemokratischen Mini st er unter Führung von Blum und F a u r e. Diese Richtung setzte sich auch äußerlich durch: 84 v. H. der Delegierten stimmten für eine Billigung der Politik der Regierung Blum: 65 v. H. waren sogar dafür, daß die sozialdemokratischen Minister in der Regierung Chautemps bleiben, falls diese am Programm der Volksfront festhält; 35 v. H. der Delegierten waren gegen diese Beteiligung, was immerhin eine erhebliche Opposition darstellt. Diese ist aber wieder in sich gespalten. Die radikalste Richtung, geführt von Marceau P i v e r t, ist für die sofortige Bildung einer Stampfregierung marxistischen Charakters, um das Programm der Sozialdemokratie durchzuführen. Eine solche Regierung solle sich gegebenenfalls auf den revolutionären Willen der Arbeiterklasse stützen. Die mehr gemäßigten Elemente unter Z y r o m s k i wollen zunächst die Regierung Chautemps am Ruder lassen, aber zielbewußt dahin arbeiten, daß diese Regierung möglichst bald durch eine sozialdemokratische unter Führung von Leon Blum ersetzt chen marxistischen Charakters zur Annahme zu bringen. Die Sozialdemokratie wird gemäß diesen Beschlüssen von Marseille künftig die Verstaatlichung oder die staatliche Beaufsichtigung fast aller Wirtschaftszweige fordern, so der Eisenbahnen, der Versicherungsgesellschaften, der Banken, der Bergwerke, der Eisenindustrie, der Elektrizitäts- ständlichkeiten sind, und es sollte so eine etwas gerechtere soziale und wirtschaftliche Ordnung geschaffen werden. Aber die Regierung Blum tarn immer mehr unter Öen Einfluß marxistischer Elemente unö führte ein Experiment durch, Das sehr schnell kläglich in sich zusammenbrach. Der Parteitag in Marseille hätte Gelegenheit zu einer gewissen Selbbesinnung geben können, zur Prüfung Öer Frage, ob nicht nach Dem Scheitern öes Kaufkraftexperimentes eine Abkehr vom Marxismus öas Gegebene wäre, lieber Wirtschaftsfragen wuröe aber in Marseille kaum Diskutiert. Diese Interesselosigkeit benutzten öie raöikalen Elemente, um ein Programm ausgespro- (Nachöruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Zürich. 20. Juli 1937. Von Zeit zu Zeit berichten französische Zeitungen über angebliche Deutsche Pläne für Den Kriegsfall, unter Umgehung Der französischen Maginot-Linie Durch Die Schweiz über Den^Jura unD Damit in Die rechte Flanke Der französischen Armeen vor- zustoßen. Die Pariser Zeitung „Echo De Paris" will sogar auf GrunD ihrer „guten Beziehungen zum Generalstab" in Der Lage sein, Einzelheiten aus Dem Deutschen „Durchmarschplan" bekanntzugeben: Der französische Generalstab habe Die not- roenDigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen unD vor allem im Jura Befestigungen angelegt, Die auch einen überraschenDen Deutschen Vorstoß aufhalten können. In neuester Zeit hat Die englische Zeitung „Time s" Die einen militärischen Mitarbeiter zum Studium Der eidgenössischen Landesverteidigungen in Die Schweiz entsandte, Die Durchmarschlegen D e ebenfalls wieder aufgewärmt und u. a. darauf hingewiesen, daß „die Schweiz sowohl die Möglichkeit einer französischen, als auch einer deutschen Invasion ins Auge fassen müsse, wobei von vornherein sich die deutsche Gefahr als größer darstelle." (!) Was Deutschland anbetrifft, so handelt es sich hier um haltlose Verdächtigungen, um Märchen, die nicht dadurch wahr werden, daß man sie immer wiederholt. In seiner bekannten Unterredung mit Altbundesrat Sch ul th eß Ende Februar 1937 hat der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler eindeutig festgesteilt: „Zu jeder Zeit, komme, was da wolle, wer- den wir die Unverletzlichkeit und Neustra l i t ä t der Schweiz respektieren. Diese unmißverständliche Erklärung, die m der Schweiz mit großer ©enugtung ausgenommen wurde, widerlegt auch die neuerlichen Versuche, das Mit den Filmen „Arme Eva", „Kvhlhiesels Töchter" „Die Brüder Karamasvff", „Anna Bvleyn , Das Weib des Pharao", „Quo vadts? , „Nju mußte Emil Jannings mehr oder weniger noch den Weg des Film-Fabrikats gehen, das eben vom Publikum als amüsante oder scharfe Ware bezahlt und genossen wird und seinem Wesen, seiner Grundhaltung nach mit Kunst nichts zu tun haben muß. Und doch wußte Emil Jannings schon in diesen (Scherl-Bilderdienst-M.) Filmen künstlerisch auffälliae Eigenarten zu zeiaen: eine Gehaltenheit des Triebhaften, eine Schlichtheit ja eine Zartheit im Derben. Das ist es, was der verstorbene Spielleiter M u r n a u, dem die Jan- nings-Filme von 1924 bis 1926. nämlich „Der letzte Mann" „Tartuffe" und „Faust", zu danken sind, 3iim künstlerischen Grundsatz machte was dann 1927 bis 1930 von Amerika aus in der Welt als deutsche Leistung Aufsehen erregte („Der Weg allen Fleisches", „Sein letzter Befehl ), was dann im „Blauen Engel", im „Liebling Gotter schon falt 3ur Schablone wurde, aber danach, 1935 bis 1937* im Dreiklang „Der alte und der junge König", „Iraumulus" und »Der q-rrsch-r" neuge- gründete menMich-künstlerffche Berechtigung besaß. ö Das Volk suhlt sich gerade diesen drei Gestaltun- Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach« mittag geschlossen Rekordleistungen menschlicher Geduld. Immer wieder begegnet man auf Straßen und Plätzen dem Schauspiel, daß auf irgendeinem kleinen Gefährt ein Bauwerk mit größter Geduld aus möglichst ungeeigneten Stoffen wie Streichhölzern nachgebildet ist und sieht daneben einen Mann stehen. Der, stolz auf seine Leistung, einen kleinen Obolus von Den Vorübergehenden erwartet. Ursprünglich war es wohl ein Spiel, ein Zeitvertreib für müßige StunDen, aber Dann hat sich Das Werk Des Mannes ganz bemächtigt, er Hot Jahre Darüber gesessen und nun. Da er fertig ist, glaubt er Anspruch auf Be- munberung und auch klingenden Lohn zu haben. Man könnte ein merkwürdiges Museum aus solchen Leistungen zusammenbringen, wenn man aus der ganzen Welt diese Rekordleistungen menschlicher Geduld herbeiholen könnte. Da hat es in Amerika einen Mann gegeben, der aus reinem Vergnügen an Der Sache Damit begann, einen Anzug vom Kopf bis zu Den Füßen mit lauter Briefmarken zu belieben, Die er zu eigenartigen Mustern zusammen- stellte, und als er Damit fertig war. zog er Den Anzug an unD ging auf Die Straße, um sich ge- bührend bewundern zu lassen — man kann fick) Denken, daß dies in hohem Maße geschah. Wurde dieser zu einer Art Schneider in Briefmarken fo entwickelte sich ein anderer zum Tiermaler in diesem Werkstoff: aus einer Palette von 50 000 Briefmarken aller Länder gelang es ihm mit unendlicher Mühe ein Tigerbildnis hervorzubringen das foaar einen gewissen Eindruck machte. Wieder ein anderer fand ungeteiltes Vergnügen darin, aus Tausenden von Streichhölzern einen Aufbau so ausgeglichen auf einem Flaschenhals zu errichten, daß er im schönsten Gleichaewicht blieb, und er versichert Daß er. wenn sein Wunderbar, einmal doch umstürzen sollte, sogleich wieder von vorn anfangen würde. Etwas umfänglich war die Arbeit eines Garagenbesitzers in Hollywood, der die allgemeine Aufmerksamkeit dadurch auf sich lenkte, daß er aus abgenutzten Autoreifen mit großer Sorgfalt eine Säule auftürmte. die eine genaue Nachbildung Der Säule vom Baftille-Platz in Varis war Auf einem anDeren Blatt stehen Die GeDulDleiftungen von Handwerkern, Die mit den Mitteln ihres Berufs Meisterstücke vollbringen. So baute ein Kunsttischler in sechsmonatiger Arbeit einen Spieltisch aus vielen TausenDen kleiner Holzstückchen von 36 verschieDenen Holzarten, Der wirklich allgemeine BewunDerung fanö. Anbere Arbeiten biefer Art zeichnen sich burdi ihre Kleinheit aus So hat ein amerikanischer Ingenieur einen Phonographen in einer Puderdose konstruiert. Oie Malerei auf neuen Wegen. Eindrücke von der Großen Deutschen Kunstausstellung 1937. Von unserem Sonderberichterstatter. ewige vor Betrachter unverständlich zu bleiben Zwei Fragen von grundsätzlicher Bedeutung tauchen vor dem bunten Konterfei der Wirklichkeit auf: Wie setzt sich der heutige Maler mit dem Problem der Farbe auseinander? Und welche Grenzen sind dieser Malerei gezogen? Wo es sich um ein Festhalten des Tatsächlichen, der gegenständlichen Welt handelt, da muß sich der Maler über die Aufgaben und Möglichkeiten der Photographie im Klaren sein. Was dieses hochentwickelte Kunstgewerbe auszudrücken vermag, das soll der Maler ihm ruhig überlassen und den Betrachter nicht zu der Frage drängen: Warum malst du das? Das Tätigkeitsgebiet des Künstlers der Palette wird auch in Zukunft umfassend genug bleiben. Denn sein wichtigstes Ausdrucksmittel ist die Farbe. Wo er sie beherzt anpackt und ein klarer Wille zu stilisierender Komposition erkennbar ist, da wird jede Frage nach der Existenzberechtigung der Malerei verstummen. So scheinen uns auch von den in München gezeigten Bildern diejenigen am vernehmlichsten in die Zukunft zu weisen, die weder der Versuchung erliegen, ins Zeichnerische abzugleiten, noch mit übergreller Herausstellung leuchtender Grundfarben den schillernden Impressionismus zu überwinden bestrebt sind. Wo sich der gesunde Drang zur klar umrissenen Gegen st ä n d l i ch k e i t mit einem überlegen auswählenden Farbenwillen, vereinigt zu einer malerischen Komposition, die weder poetisch schwärmt noch nüchtern schildert, sondern die Welt mit der verhaltenen Energie des strengen, aber vitalen deutschen Menschen der Gegenwart sieht und meistert, da ist die Repräsentans der Großen Deutschen München, im Juli. Das neue Haus der Deutschen Kunst ist durch die Münchener Feiern allen Volksgenossen in Wort und Bild ein anschaubarer Begriff geworden. Nicht geringere Aufmerksamkeit verdient jedoch die Große Deutsche Kunstausstellung 1937, die als erste gesamtdeutsche Schau seit der Machtergreifung Adolf Hitlers vom Stande der bildenden Kunst Zeugnis ableat. Die jährlichen Ausstellungen an diesem Orte, die einzigen ihrer Art, sollen „nur das Vollkommenste, Fertigste und Beste zeigen, was deutsche Kunst zu vollbringen vermag". Nach den Worten des. Staatskommissars für das Haus der Deutschen Kunst, Gauleiter Adolf Wagner, hat „Problematisches und Unfertiges jetzt und nie im Hause der Deutschen Kunst Aussicht auf Aufnahme". Dem betont repräsentativen Charakter der Ausstellung entsprechend, darf man also in den hier zusammengestellten Arbeiten einen Querschnitt durch die augenblickliche Leistungsfähigkeit der bildenden Künstler in Deutschland sehen und zugleich gewiß sein, daß die gezeigten Werke hinsichtlich ihrer geistigen Haltung und künstlerischen Technik die ausdrückliche Billigung der kulturpolitisch verantwortlichen Stellen gefunden haben. Ein Gang durch die schönen Räume, vorbei an rund 900 Gemälden, Plastiken, graphischen Blättern und Plaketten, gibt dem aufmerksamen Betrachter mancherlei wichtige Aufschlüsse. Verbietet es die große Zahl der Künstler und Werke, das einzelne zu würdigen und diesen oder jenen Namen vor anderen herauszuheben, so läßt sich als durchgehende Gemeinsamkeit doch dieses sagen: Die deutschen Maler der Gegenwart, die Anspruch auf eine repräsentative Stellung erheben, haben zurückgefunden zur Form! Was das bedeutet, ermißt man am besten, wenn man sich an die Auflösung von Gestalt und Maß in der Epoche des Impressionismus und des Expressionismus erinnert Unter den Bildern im Haus der Deutschen Kunst wird man keines finden, das nicht erfüllt wäre von dem Verantwörtungsbewußtsein des Malers gegenüber der natürlichen Gestalt des menschlichen Körpers und dem Gestalthaften in den Motiven der dargestellten Außenwelt. Mag dem ästhetisch Gebildeten diese durchgreifende Aenderung in formaler Hinsicht weniger wichtig erscheinen als die Frage nach dem Ausdruckswert des Kunstwerks, so darf die kulturpolitische Bedeutung dieses Stellungswechsels doch nicht unterschätzt werden. Denn die verhängnisvolle Entfremdung zwischen Kunst und Volk, die in der Systemzeit fast jedes Verständnis zwischen „moderner Malerei" und dem gesunden Menschenverstände des einfachen Betrachters auslöschte, jetzt einer neuen Anteilnahme des Volkes am Schaffen feiner Maler weichen soll, bann müssen Künstler und Volk zunächst wieder lernen, eine gemeinsame Formensprache zu sprechen. Diese Erkenntnis hat sich deutlich Bahn gebrochen I Kunstausstellung 1937 am überzeugendsten erwiesen. Aus dieser Grunoeinstellung ergeben sich Folge-! Johannes Jacobi, rungen für die Motivwahl. Abstrakte Vor- * — würfe fehlen vollständig. Dafür feiert die Romantik deutschen Wesens ein malerisches Fest im künstlerisch gehöhten Nachbilden der Natur in allen ihren Erscheinungsarten. Von der „Romantik der Sachlichkeit", die den arbeitenden Menschen und die Gegenstände der Außenwelt mit Ehrfurcht der Schlichtheit alles Wirklichen darstellt, bis zur Phantasiewelt unserer Märchen und Sagen, von der Verherrlichung des politischen Kämpfers bis zur gemütvollen Versenkung in die poetischen Reize idyllischer Naturstimmungen ist alles vertreten, was je die deutsche Seele zur gestaltenden Auseinandersetzung angeregt hat. Kein Wunder, daß uns vielfach Anklänge an frühere Stilperioden begegnen. Die tonige Malweise der Niederländer und die Holzschnitt-Technik eines Dürer z. B. beweisen an vielen Stellen ihre nachwirkende Kraft ebenso wie der zeitlose Realismus akademischer Tradition. Aber nirgends ist es Abklatsch, stets überzeugt die überlegene Technik und das gründliche Können. Schließlich ist es wichtiger, zunächst einmal ein Ei oder ein Sektglas auf einem Stilleben, das Opalisieren eines klaren Wasserlaufs oder das Antlitz eines Menschen malen zu können, als mit ungestalteter Ausdruckswut dem SJlxfpoit 262 Kilometer im Eegelflug-Doppelsitzer. Unsere NSFK.-Segelflieger, die in letzter Zeit manche prächtige Leistung vollbrachten, rasten nicht. Immer wieder sind sie bestrebt, die erflogenen Leistungen durch noch bessere abzulösen. So hat am 19. Juli der Segelflug-Hauptlehrer -Bergens der NSFK.-Segelslugschule Trebbin mit einem Doppelsitzer-Segelflugzeug „Kranich D/4/556" einen Streb kenflug von Trebbin nach Neumarck bei Breslau (262 Kilometer) durchgeführt. Er startete mit einem Flugschüler aus einer HJ.-Luftsportschar im Flugzeugschlepp in Trebbin. Segelflugzeug-Modell aufgroßerZahrt LPD. Der Jungflieger Karl P ä l ck e von der Flieger-Ortsgruppe Friedberg startete vom hiesigen Wartturm sein selbstkonstruiertes und selbst- gebautes Segelflugzeugmodell. Der Erbauer rechnete mit einem nur kurzen Probeflug, um so größer war jedoch seine Freude, als das Modell in ein sehr wirksames Warmaufwindgebiet geriet und mit südlichem Kurs auf Strecke ging. Das Modell überflog Ober-Wöllstadt und Affenheim und schlug dann westwärts Richtung Taunus ein. Noch bei Rodheim war der „Vogel" sichtbar, dann entschwand er in großer Höhe in Richtung Bad Homburg. Es ist begreiflich, daß der erfolgreiche Erbauer gerne wieder in den Besitz des Hochleistungsmodells käme. Hoffentlich tragen diese Zeile» hierzu bei. Das Modell ist ein Schulterdecker, Spannweite 1,20 Meter, silbergrauer Anstrich, Beschriftung „Möve". Nachrichten erbittet die Ortsgruppe Friedberg der Gruppe 11 des NSFK., Friedberg, Im Krämer 8. Unsere Schwimmer gegen England Deutschlands Schwimmer tragen am Fteitag und Samstag in Wembley den dritten Länderkampf gegen England aus. Aus dem bisher nur Wasserball und Staffel umfassenden Programm ist ein großer Kampf geworden, der das gesamte olympische Schwimmprogramm umfaßt. Deutschlands Schwimmer bestreiten mit dem dritten Kampf gegen England auch den vierten Kampf innerhalb weniger Wochen. Ein deutscher Sieg im Gesamtergebnis ist als sicher zu erwarten. Ein Gewinn sämtlicher Wettbewerbe wie in Darmstadt gegen Frankreich dürfte aber ausgeschlossen sein. Großer Tag des Gießener Radsports. Um den „Großen Gtrahenpreis". — 70 Fahrer am Start. Die am Sonntag stattfindenden Radsportveranstaltungen des Gießener Radfahrer-Vereins von 1885 werden eine Großveranstaltung des Gaues XII im Deutschen Radfahrer-Verband darstellen. Der Veranstalter hat es schon immer verstanden, sowohl feine Straßen- als auch Bahnradrennen aus einem hohen sportlichen Niveau zu halten. Durch die Teilnahme erstklassiger Fahrer wurde stets guter Sport geboten. So wird es auch am Sonntag sein. Schon früh morgens um 6 Uhr ist der Start zum Straßenrennen über 165 Kilometer um den „Großen Straßenpreis". Don der Volkshalle führt das Rennen über Reiskirchen — Lindenstruth — Grünberg — Geilshausen — Kesselbach — Londorf — Allen- dorf — Treis — Mainzlar — Staufenberg — Lollar zurück nach Gießen. Diese Rundstrecke ist von den Fahrern dreimal xu durchfahren. Das Ziel ist ebenfalls vor der Volkshalle. Die Rennstrecke ist eine der idealsten in der Umgegend von Gießen. Mit Ausnahme einiger Ortsdurchfahrten sind die Straßen durchweg Kleinpflaster und Asphalt. Auch stellen die Höhenunterschiede nur wenig Anforderungen an bib Fahrer so daß mit einem der schnellsten Rennen zu rechnen ist. Das' Rennen um ben „Großen Strafjenpreis" wirb in zwei Klassen ausgefahren Die 8-Klasse- Fahrer erhalten eine Vorgabe von 3 Minuten, die zunächst von den ^-Klasse-Fahrern eingeholt werden muß. Insgesamt 70 Fahrer gehen an den Ablauf. Wenn man die Startliste übersieht, kann man die Feststellung machen, daß ein solches Aufgebot von A-FahrerN wohl selten bei einem der diesjährigen deutschen Straßenrennen anzutreffen war. Zunächst finden wir auf der Startliste den mehrfachen deutschen Meister und Olympia-Kandidaten Fritz Scheller (Schweinfurt). Er vertritt seit mehreren Jahren die deutschen Farben bei sämtlichen internationalen Amateurrennen. Weiterhin den Schweinfurter Sch ent, Sieger von „Rund um Frankfurt 1937". Mit Balling (Schweinfurt) kommt ein sehr guter Fahrer. Bartkowsky (Schweinfurt) holte sich erst vor wenigen Sonntagen den „Großen Preis vom Main". Auch der Schweinfurter Seu = fert wird zu beachten sein. — Aus dem Westen des Reiches geht ebenfalls ein großes Aufgebot oon Fahrern an den Start. Von den Bekanntesten sind hier tu nennen W. Meurer, der beste westdeutsche Amateur. Sein Vereinskamerab Böttcher ist ein sehr beständiger Fahrer, der in der Nationalmannschaft in diesem Jahre an zweiter Stelle rangiert. Mit Seidel geht der stärkste Vertreter des Ruhrgaues an den Start. Auch aus dem benachbarten Frankfurter Gau ist eine Anzahl Fahrer vertreten. Hier ist es in erster Linie Fe u e r b a ch (Mitglied der Nationalmannschaft). Alle anderen Fahrer aufzuführen, würde zu weit fuhren. Für das Gießener Publikum wird es von starkem Interesse sein, wie sich unsere Favoriten Neumann unb Preis bei biefen Spitzenkönnern zurechtfinben. Sie werden alles daransetzen, um ihre Anhänger nicht zu enttäuschen. Wer wird Sieger? Diese Frage wird sich wohl mancher Radsportanhänger am kommenden Sonntag stellen. Wird es einer der Hauptfavoriten oder wird es einen Außenseitersieg geben. Auch die nicht namentlich ausgeführten Fahrer aus Hannover, Aachen, Er- furt, Frankenthal, Duisburg, Dortmund, Köln, Kassel und Frankfurt können auch gar leicht den Sieger ! - ".Wenn es feine großen Ausfälle durch Materialschaden geben wird, was bei der Beschaffen- ijeit der Rennstrecke wohl kaum anzunehmen fein wirb, so bürsten als ernste Favoriten in erster Linie die beiden W. Meurer (Köln) und der deutsche Meister Fritz Scheller in Frage kommen. Wenn wir nun die internationale Erfahrung und insbesondere die Spurtschnelligkeit, die bei diesem Rennen wohl besonders ausschlaggebend sein wird, in Betracht ziehen, so sollte der Sieger des „Großen Goldradpreises von Gießen 1937" Fritz Scheller heißen, denn fein Sieg am vergangenen Sonntag in Kopenhagen hat gezeigt, daß er in diesem Jahre wieder in Hochform ist. Neben dem Rennen um den „Großen Straßenpreis" läuft noch ein Jugendrennen und zwar haben die Jugendfahrer eine Rundstrecke, d. h. 55 Kilometer, zu bewältigen. Bei diesem Rennen geht eine Anzahl Jugendlicher aus dem Gau Nordhessen an den Start. Durchfahrtzeiten. Die Durchfahrtzeiten für die einzelnen Orte sind wie folgt: 1. Runde Uhr 2. Runde Uhr 3. Runde Uhr Gießen 6.00 7.35 9.10 Reiskirchen 6.20 7.55 9.30 Lindenstruth 6.25 8.00 9.35 Grünberg 6.35 8.10 9.45 Geilshausen 6.45 8.20 9.55 Londorf 6.55 8.30 10.05 Allendorf 7.00 8.35 10.10 Treis 7.07 8.42 10.17 Mainzlar 7.15 8.50 10.25 Staufenberg 7.20 8.55 10.30 Lollar 7.23 8.58 10.33 Das Ziel wird gegen 10.45 Uhr erreicht werden. Die Organisation des Kennens. Um Unfälle bei dem Rennen zu vermeiden ist es polizeilich verboten, daß außer den besonders gekennzeichneten Begleitfahrzeugen kein privates Auto oder Kraftfahrzeug das Rennen begleiten darf. Falls Radsportanhänger die Fahrer an einzelnen Bergen sehen wollen, wird es ratsam fein, frühzeitig die Plätze einzunehmen. Die Polizei sowie der Verkehrsdienst des NSKK. sind angewiesen, Zu» schauer, die gegen die Vorschriften verstoßen zur Anzeige zu bringen. Es wird deshalb an das sportliche Ehrgefühl appelliert, größte Rücksicht auf die Teilnehmer des großen Rennens zu nehmen. Für die Gießener Anhänger wird es empfehlens» wert sein, sich besonders in der Nähe des Zieles aufzuhalten, da dort eine Großlautsprecheranlage angebracht ist, die einzelne Rennberichte von dem Kampf auf der Strecke geben wird. Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Die Kaiserallee bleibt am Sonn- tagoormittag für sämtlichen Fahrzeugverkehr gesperrt. 16. Etappe 6er „Tour". Wengler (Deutschland) Dritter. Nur noch 40 Sekunden trennen den Franzosen Lapsbie von dem Spitzenreiter der Tour de France, dem Belgier S. Maes. Lapsbie belegte am Mittwoch in der 16. Etappe von Pau nach Bordeaux über 235 Kilometer hinter seinem Landsmann Choque den zweiten Platz und machte gegenüber dem erst als 24. eintreffenden Maes 2:23 Minuten gut. Bester Deutscher war Wengler, der den dritten Platz belegte. Eine Sonderwertung für „Bergsteiger". Bei der Tour de France, deren weitere Strecke jetzt durch ebenes Gelände ohne nennenswerte Steigungen führt, wurde eine Sonderwertung für „Bergsteiger" durchgeführt. Gewertet wurden dafür 16 Hochpässe und hier erreichte der Belgier 23 er» waecke mit 114 Punkten die beste Leistung vor Vicini mit 96, S. Maes mit 90 und dem Spanier Berrendero, der allein auf der zweiten Pyrenäen- Etappe 30 Punkte eroberte, mit 75 Punkten. Von den Deutschen ist Erich B a u tz in der Liste enthalten; mit zehn Punkten für seinen ersten Platz auf dem Elsässer Belchen steht er an 19. Stelle. Großer Preis von Deutschland für Rennwagen. tlni den Preis des Führers. Die Nennungsliste zum 10. großen Preis von Deutschland ist größer denn je. Man hat den Eindruck, als wollte alle Welt, als wollten die schnellsten Fahrer Europas auf den schnellsten Automobilen der Welt sich nochmals ein Stelldichein geben! Silles ist vertreten, was einen Namen von europäi- schem Klang hat. Keiner möchte fehlen, wenn am 25. Juli der große Kampf um den „Preis des Führers" beginnt. Zum dritten Male wird dieser Kampf jetzt ausgetragen: im Jahre 1935 gewann Tazio Nuvolari auf Alfa Romeo diese wertvolle Trophäe, im Jahre 1936 war es der junge Europameister Bernd Rosemeyer auf Auto-Union. Wer wird es 1937 sein? 3n drei Kontinenten sind die deutschen Wagen auch in diesem Jahre siegreich gewesen: in Afrika, in Amerika und bei den großen Rennen, die bisher in Europa ausgetragen wurden. Alfa Romeo verbucht zwei Siege: im Rennen von Mailand und im Großen Preis von Rio de Janeiro. Mercedes- Benz siegte in Tripolis und auf der Avus. Die Auto-Union im Eifelrennen, in den USA. und nunmehr im Großen Preis oon Belgien! Wer — so fragen wir immer wieder — wer und welche Marke wird den Sieg auf dem Nürburgring erkämpfen? Die Auto-Union kommt mit ihren besten Leuten: Bernd Rosemeyer, Hans Stuck, Ernst von Delius, Rudolf Hasse und H. P. Müller fahren den Sechzehnzylinder des Zwickauer Werks. Wird der Sieg wiederum von der Auto-Union erfochten werden? Mercedes-Benz kommt mit wohlausgerüsteter Streitmacht zum Nürburgring. Rudolf Caracciola, M. v. Brauchitsch, Hermann Lang, R. Seaman und Ch. Kautz sind die Vertreter des Untertürkheimer Werks. Kein Zweifel, daß man dort gewaltige Anstrengungen machen wird, um mit dem Preis des Führers dem Mercedes-Stern neuen Glanz zu verleihen! Die Scuderia-Ferrari schickt drei Männer bester Klasse auf ihren oftmals siegreichen Alsa-Ro- meo-Wagen: Tazio Nuvolari, Dr. Farina und einen dritten Mann, wahrscheinlich (Tonte Trossi! Auf Alfa- Romeo starten ferner noch: die Italiener Belmondo, Minozzi, Balestrero, der Schweizer Ruesch, der Franzose Sommer und der Engländer Evans! Sieben Maserati starten ebenfalls am Nürburgring, an der Spitze ein guter alter Bekannter, Paul Pietsch, so dann die Ungarn Hartmann und Graf Festetics, die Italiener Soffietti, Cortese, Te- agno und Severi! Das offizielle Training zum „Großen Preis von Deutschland" findet am Donnerstag, Freitag und Samstag vor dem Rennen statt, und zwar: am Donnerstag in der Zeit oon 10 bis 16 Uhr, am Freitag von 9 bis 18 Uhr und am Samstag oon 9 bis 16 Uhr. An Geldpreisen sind für dieses Rennen insgesamt 43 000 Mark ausgesetzt. Außerdem erhält der Sieger des Rennens den Preis des Führers. Veranstalter des Rennens ist die Oberste Nationale Sportbehörde für die deutsche Kraftfahrt, die ihrerseits die Durchführung dem NSKK., Motorbrigade Westmark, übertragen hat. Die Ergebnisse des „Großen Preises von Deutschland 1937" werden für die deutsche Meisterschaft für Kraftwagen gewertet, in der bisher Bernd Rosemeyer mit fünf Punkten führt. Das Rennen geht über 22 Runden der Nordschleife, das sind insgesamt 501,8 Kilometer. Beginn des Rennens Sonntag, 25. Juli, vormittags 11 Uhr, voraussichtliches Ende gegen 14.45 Uhr! Kurze ©portnotigen. Bei ben panamerikanischen Spielen in Dallas im Staate Texas siegten die Amerikaner in allen leichtathletischen Wettbewerben. Am Großen Autopreis von Monaco, der am 8. August auf der 3,18 Kilometer langen Sttecke um das Kasino von Monte Carlo entschieden wird, beteiligt sich die Auto-Union mit drei Wagen, die oon Rosemeyer, Delius und Stuck gesteuert werben. Mercedes-Benz entsendet vier Wagen. Die Auto-Union wird auch den Acerbo-Pokal auf der schwierigen Rennstrecke oon Pescara in Italien mit drei Wagen beschicken. Weltmeister im Florettfechten der Männer bei den Fechtmeisterschaften in Pakis wurde der Olympiasieger Italien mit 3:0 Siegen vor Frankreich (2:1), Oesterreich (1:2) und Deutschland mit drei Niederlagen. Im Frauen-Florett siegte Ungarn vor Deutschland, Dänemark und England. Deutschlands Wasserballer besiegten am Sonntag vor 3000 Zuschauern in Haarlem die Holländer mit 5:1 (2:0). In die fünf deutschen Tor. erfolge teilten sich: Schulze (2), Strauß (2) und Schneider. ^ofef Märitz-München, der bekannte deutsche Motorradrennfahrer, ist im Münchener Krankenhaus an den Folgen einer Operation gestorben. Nurmis 1 0 000 - M e te r - R e k o r d von 30:06,2 Minuten, aufgestellt am 31. August 1924 in Kuopio, wurde jetzt von dem Finnen Salminen mit 30:05,5 um 7/io Sekunden in Kouvola unterboten. Das Auge fleht, oh das Ohr gut hört. '! % Bj !- ' I d°r diesjährigen Rundfunkausstellung in Berlin i «ss. Abstimmanzeiger. Wenn die teilformiaen9 ' U ' r Bild veranschaulicht diesen dann ist auch die Senderwelle amsind (rechts,. w°U der Gesichtssinn in vielen Fallen L zu^erkä siger Ms ba İ«rt, wie das „Maa sche Auae" mirpf loint m;«!1 S x.0111 al® öas Gehör. Zum Vergleich, Donnerstag, 22. Juli 1937 Nr.!68 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Liebe". C 62 mortens. mannigfaltigen Fer- höhere und niedere einzelne Bestandteile Spielen ömerifaner Erkenntnisse jener unendlich mentwirkungen, welche durch pflanzliche Organismen bzw. Wie fall ein Mödel heute 01 Schlank, sportlich und — natürlich braungebrannt! Das ist zeitgemäß und ein Zeichen gesunder Lebensweise. Und wer schön bräunen will, benutzt Nivea- Creme oder Nivea-Öl. Es wirkt schützend und bräunt zugleich! Monaco, ter lang? !i Wagen, gesteuert tegen. Die al au' der Italien mit Wieder ein Sommerfest beim Gießener Arbeitsdienst. Der große Erfolg des Sommerfestes des vorigen Jahres unserer hiesigen Arbeitsdienstabteilung 5/222 im Lager „Justus von Liebig" am Philosophenwald, ist wohl noch jedem, der dabei war, in bester Erinnerung. Der große Erfolg veranlaßte die Lagerleitung, auch für dieses Jahr wieder ein solches Som- merfest zu veranstalten. Schon ist man eifrig mit den Vorbereitungen beschäftigt, denn den Besuchern aus der Stadt und aus der ländlichen Umgebung soll etwas geboten werden. Es werden, das wird besonders die reifere Jugend interessieren, drei Tanzplätze hergerichtet. Kapellen der Arbeitsdienstabteilung und Angehörige des Musikzuges der SA. werden 'musizieren und zum Tanze aufspielen. Selbstverständlich wird für Abwechslung während der kurzen Tanzpausen gesorgt sein. Es wird wieder ein lustiges Variete veranstaltet, bei dem Feuerschlucker Universität Dorpat: Ansangsstadium der In sausender Fahrt geht es weiter über Ouder- narde mit seinem herrlichen gotischen Rathaus nach Brüssel. Es ist eine Residenzstadt, umgeben von riesigen Parks und Wäldern, die es an künstlerischem Reichtum und geschmackvollen Bauten mit mancher andern Hauptstadt Europas ausnehmen und Hypnotiseure auftreten, der stärkste Mann der Welt wird sich produzieren und ein elektrisches Wunder wird gezeigt. Wer gute Augen hat, wird auch einen dressierten Floh zu sehen betommen. Und alles wird von den Arbeitsdienstmännern selbst aufgeführt, denn immer befinden sich unter den vielen Kameraden des Lagers einige Künstler, die für Unterhaltung sorgen können. An den Schießbuden wird jedermann seine Künste zeigen können. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. Ein Wein- zelt wird ebenfalls errichtet, so daß es an der nötigen Stimmung nicht fehlen roirb. Selbstverständlich werden auch die Kinder auf ihre Rechnung kommen. Kasperl-Th-eater, Würstchen-Schnappen, Sack- und Eierlaufen werden stattfinden. Nach all dem zu schließen, dürfte das bevorstehende Sommerfest am kommenden Sonntag im Arbeitsdienstlager „Justus von Liebig" wiederum zu einem großen Erfolg werden. reitag und Zwar: am > Uhr, am wstag von . insgesamt t der Sie« rs. Beran« aale Sport« ! ihrerseits gäbe West« s „Troßen n für die emertet, in lf Punkten unben der Kilometer, vormittags Stlhr! hten ber jatis wurde Ziegen vor Deutschland orett siegte d England, r besiegten jaarlem bit tischen Tor« 16 (2) uni r bekannte Münchener lerotion 1 o r b von lugust 1924 i Talminen Dola unter« kann. Innerhalb dieses Rahmens ist es unmöglich, die wunderhübschen Kirchen, die gepflegten Boulevards und die zahlreichen anderen Bauten aufzuzählen, um einen Eindruck dieser Stadt zu vermitteln. Doch eines verdient besonders erwähnt zu werden: das ist die Grand'Place, an der das Rathaus und das Königshaus liegen. Es ist ein künstlerisch so einheitlich und geschlossen wirkender Platz, wie er sonst wohl nur in Venedig mit seinem Markusplatz wiederzufinden ist. Auch keines der Bürgerhäuser fällt stilistisch aus dem Rahmen heraus. Aus der Heimfahrt berühren wir schließlich noch ‘ Namur am Zusammenfluß von Sambre und Maas. Diese hübschgelegene Stadt wird überragt von ihrer Zitadelle, von der man einen großartigen Blick auf beide Täler hat. Die Fahrt durch das Maastal bis Lüttich bildet leider den Abschluß der sehr lehrreichen Fahrt. Langsam ist die Dunkelheit hereingebrochen. Erst spät in der Nacht langen wir wieder an unserem Ausgangspunkt an, Überladen mit den gewaltigen Eindrücken dieser vielseitigen Zwei-Tage-Reise, die uns in ihrer gedrängten Kürze doch ein anregendes und lehrreiches Bild des belgischen Lebensstils vermittelte. ----------- X Sport und (Gymnastik im Kurort. Wer eine Badekur gebraucht, der trinkt gewöhnlich nach Verordnung des Badearztes seinen Brunnen, nimmt seine Bader, inhaliert, gurgelt, hält Diät (oder auch nicht) und teilt im übrigen seinen Tag bedachtsam nach Schonung und Der- gnügen (soweit wie möglich) ein. Eine schöne und nützliche Neuerung ist, daß die Kurorte immer mehr bestrebt sind, ihren Gästen Gelegenheit zu Sport und Gymnastik zu bieten. Pros. Lampert berichtet in der »Deutschen Medizinischen Wochenschrift" als Beispiel, was Bad Homburg in dieser Hinsicht tut. Da wird am Morgen auf einer Kurparkwiefe eine allgemeine Gymnastik ohne Geräte für jedes Alter. Gesunde und Kranke abgehalten, barfuß oder Sandalen, Sporthose oder Schwimmanzug. Qtatür* lich ohne Zwang, aber die Erfahrung lehrt, daß das fröhliche Beispiel Hemmungen überwindet und alle, Junge wie Alte, anlockt. Dann gibt es eine besondere Heilgymnastik für Leicht- und Schwer- kranke ; dazu gehört auch Atemgymnastik. Schließlich werden sportliche Spiele, vom Medizinball bis zum Golf, und Leichtathletik in jeder Form unter Leitung eines Sportlehrers getrieben. Die Darlegungen in der »Deutschen Medizinischen Wochenschrift" zeigen, daß selbstverständlich Art und Maß der körperlichen Betätigung dem Befinden des kranken Kurgastes angepaßt werden muffen, aber richtig abgemessen, bilden Sport und Gymnastik ein wesentliches Hilfsmittel der Badekur. dizinischen Verwendung. In der Einleitung seines großen Werkes über die Arzneipflanzen sagt Professor Dr. med. et phil. Georg Dragendorff, ehemaliger Ordinarius an ter ......... ~ „Wir sind heute erst in dem Aus der Stadt Gießen. Heilpflanzen, ein Gegen der Heimatscholle. V. A. Arzt, Apotheker und häusliche Gesundheitspfläger gebrauchen seit Uroätertagen Heilkräuter. Der größte Teil aller volksheilkundlichen Pflanzen wächst auf deutschem Boden, in Wald und Flur oder auf sorglich angebautem Kulturlande, und es ist erfreulich, feststellen zu können, daß die Wertschätzung heimischer Heilpflanzen zunimmt, und zwar nicht nur im Haushalt, sondern auch in Fachkreisen. So alt die Verwendung der Heilpflanzen ist, so weite Möglichkeiten erschließen sich noch ihrer me- Dornoiizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Land der Omnibusfahrl am 24./2S. Juli 1937 nach Düsseldorf. Wegen der großen Nachfrage führen wir vorstehende Fahrt am 24.725.7.1937 nochmals durch. Für diese Fahrt steht uns ein moderner Reiseomnibus zur Verfügung. Abfahrt: 24.7.1937 um 14 Uhr am Haus der Deutschen Arbeitsfront. Rückkunft: 25.7.1937 gegen 24 Uhr. Der Teilnehmerpreis beträgt einschließlich Fahrt, Uebernachtung mit Frühstück in Düsseldorf und Eintrittskarte zur Ausstellung 13,50 R2N. Anmeldungen müssen umgehend auf der Kreisdienststelle erfolgen. 48520 Unterbannführer Dinsing schwer verunglückt. Wieder ein Verkehrsunfall in der Ludwigstraße. Die kritischen Verkehrsverhältnisse an der Lud- wigstraße haben wieder ein Opfer gefordert und diesmal wertvolle junge Menschenleben in große Gefahr, ja in Lebensgefahr gebracht. Gestern kurz nach 18 Uhr fuhren der frühere Verwaltungsstellenleiter der Gießener HI. Edmund Schneider (jetzt in Bad-Nauheim) zusammen mit Unterbann- sichrer Fritz Dölsing (der auf dem Soziussitz saß), mit dem Motorrad vom Ludwigsplatz her bte Ludwigstraße entlang nach der Unterführung zu. An der Ecke Ludwigstraße — Bleichstraße fuhr, als die Motorradfahrer diese Stelle passierten, im gleichen Augenblick aus der Bleichstraße heraus, vom Hindenliurgwall her, ein Fernlastzug der Reichsbahn auf die Kreuzung. Der Führer des Motor- rades vermochte das Kraftrad nicht mehr rechtzeitig zum Stehen zu bringen und fuhr gegen den Lastwagen. Bei dem Zusammenprall wurde Unterbannführer Vö Ising vom Soziussitz aus mit großer Wucht gegen den Lastkraftwagen geschleudert, und zwar jo unglücklich, daß er einen schweren Schädelbruch bzw. Schädelbasisbruch erlitt, der seine sofortige Ueberführung in die Chirurgische Klinik notwendig macht. Der bedauernswerte junge Mann, der sich bei allen, die dienstlich oder persönlich mit ihm in seiner Eigenschaft als Bann- Adjutant und Unterbannführer zu tun hatten, aller Wertschätzung erfreut, liegt in bedenklichem Zustande darnieder. Der Führer des Kraftrades kam mit leichteren Verletzungen davon. Die Frage nach der Schuld an diesem Unfall ist noch nicht völlig geklärt. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange. ,e Trance •öfrbeau» Qnbsmann Wnübet [ Knuten len brüten Jet*. re Strecke Wie <5tei« lur.Herg. .dafür 16 ter Her. iftung vor J. Spanier Menäeni itten. $on ßifte ent. N Stelle. uns nach Gent. Jeder von uns hat schon auf der I ten Zeit, um die „letzte Post" zu hören. Unter dem Schulbank von dem in allen Erdteilen bekannten^--'-......”,r nn h,P Genter Altar der Brüder van Eyck gehört. In wenigen Minuten stehen wir ergriffen vor diesem einzigartigen Kunstwerk, das sich in der Kathedrale St. Baron befindet. Es ist uns unverständlich, wie noch vor wenigen Jahren ein Teil des Seitenflügels gestohlen werden konnte. Auch die anderen Kirchen, der Belfried und das Rathaus zeigen reinste Hochgotik aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Man kommt in der Tat nicht aus dem Staunen heraus. — Nicht anders ist es in B r ü g g e, dem nordischen Venedig, mit feinen vielen Kanälen und den südländisch anmutenden Brücken. Gewaltige Ausmaße hat wieder der Marktplatz, während die Straßen der Innenstadt sehr eng sind. Der Belfried, das Wahrzeichen der Tuchmachergilde, der Justizpalast, das Rathaus und zahlreiche Kirchen legen Zeugnis ab von dem einstigen ungeheuren Reichtum der flandrischen Städte. Der Tuchhandel und die Schisfahrt hatten sie reich gemacht. Die künstlerischen Bauten teilen uns auf Grund ihrer gotischen Stilform mit, daß alle diese Städte ihre Blütezeit in den gleichen Jahrhunderten, nämlich in der Epoche der deutschen Hanse, erlebt haben. Erst die Bedrückung durch die Spanier und die Handelskonkurrenz der Engländer und Holländer verurteilen diese Städte zu immer größerer Bedeutungslosigkeit. Ostende enttäuscht. Vielleicht hat das Wetter ein wenig schuld. In diesem einstmals vornehmsten Bad muß man sich auf der verlassenen Strandpromenade durch riesige Lautsprecher die Ueber- tragung der hinreichend bekannten schnellen französischen Marschmusik anhören. Unser Auto bringt uns weiter vorüber an den denkwürdigen Schleusen von Nieuwport, die 1914 auf höchsten Befehl geöffnet wurden, das ganze Gebiet überschwemmten und damit den deutschen Vormarsch in diesem Gebiet zum Stocken brachten. Noch heute ist bei Dirmuiben unmittelbar an der Yser die belgische Stellung erhalten. Jeder Soldat, der in dem Schlamm und Schmutz Flanderns gelegen hat, kennt diesen „Botengang". Teilweise nur wenige Meter entfernt befand sich auf dem anderen Ufer des Flüßchens der deutsche Schützengraben. In dieser Gegend lösen sich die Zungen unserer mitfahrenden Kriegsteilnehmer. Sie finden trotz der veränderten Landschaft den Verlauf der deutschen Front wieder und erzählen dann von ihren Erlebnissen, so daß sich vor unseren Augen noch einmal das schreckliche Geschehen abwickelt. Heute überragt diese Gegend, weithin sichtbar, das gewaltige Flandernkreuz, zu dem die Flamen jährlich einmal pilgern, um den Gedanken an ihre politische und gesetzliche Gleichberechtigung wachzuhalten. Nach Ypern kommen wir gerate noch zur rech- Zn zwei Tagen durch Belgien. Von Or. Inh Zessel. Auf dem Programm steht eine große Zahl von Sehenswürdigkeiten, an denen Belgien so sehr reich ist. Außerdem sollen die Schlachtfelder und die deutschen Heldenfriedhöfe besichtigt werden. Unter voller Ausnutzung des Tageslichtes werden 900 Kilometer bewältigt, was einer Durchquerung Deutschlands von Norden nach Süden entspricht. Durch bie Beteiligung mehrerer Kriegsteilnehmer verspricht die Fahrt recht interessant zu werden. Bereits um 5 Uhr morgens verlassen wir Bonn. Nach zwei Stunden ist Aachen in Sicht. Der eigenartige Dom und das imposante Rathaus laden zu einem Vergleich mit den folgenden Kunststatten em. Auf die gründliche Kontrolle der deutschen Grenzbeamten folgt die kurze Abfertigung durch die Vertreter des belgischen Staates. Auf dem Höhenrücken der Ardennen geht es auf der Straße nach Lüttich entlang. Das sinnvolle Denkmal eines nach dem Feinde ausschauenden Reiters erinnert uns an die Stelle, wo der erste Belgier in Erfüllung ferner Pflicht für fein Vaterland gefallen ist. Em Haus an der Straße trägt noch Aufschriften deutscher Landwehrtruppen, die hier ihr Quartier bezogen hatten. Bald daraus sehen wir unmittelbar neben der Chaussee die neuen, gewaltig ausgebauten Forts der Belgier, die sich heute im einem viel größeren Umkreis um L ü 11 i ch herumziehen. Die Gegend um Lüttich mit seiner gewaltigen Eisen- und Kohlenindustrie ist für diesen Staat das, was für uns Das Ruhrgebiet bedeutet. Die Stadt selber vermag uns nicht anzuziehen. Als unser Auto das gegenüberliegende Maasufer erklommen hat, machen wir Hau beim Fort Loncin, das bei dem deutschen Ansturm durch General Emm ich und seinen Stabschef L u d e n b o r f f zusammengeschossen würbe. Die für bie bamalige Zeit äußerst stark gepanzerten Geschütztürme bes Forts würben ein Opfer der schweren deutschen Artillerie und sind nach dem Kriege zum Heldenfriedhof erklärt worden. Erne große Anzahl tapferer Belgier liegt noch heute unter den Trümmern begraben. Man wollte sie nicht m ihrer Ruhe stören. Es ist ein schauriges Erlebnis als ein bei» gischer Teilnehmer dieser Kriegsgeschehmsse die Steine zum Reden bringt. . , Auf der Straße nach Brüssel kommen wir durch Löwen. Das weltberühmte Rathaus m seiner reinen Gotik ruft unsere Bewunderung hervor uno läßt uns, ebenso wie an den späteren Kunststatten erkennen, daß unsere deutschen Soldaten keine Barbaren gewesen sind, sondern die wertvollen Gebäude geschont haben. Brüssel durchfahren mir um es auf dem Rückweg genauer anzuschauen. Die Fahrt fuhr Disziplin und Kameradschaft zeichnen die <53. aus Gauleiter Sprenger besuchte Gebietszeltlager der HL. Nach einer hervorragenden Bewirtung — in Belgien ißt man gut und viel, außerdem mit unserem Geld sehr billig — geht die Fahrt weiter an englischen und kanadischen Friedhöfen vorbei nach L a n g e m a r ck , das für jeden Deutschen zum Inbegriff deutschen Heldentums geworden ist. Tief ergriffen stehen wir vor den schlichten Holzkreuzen. Es herrscht eine feierliche Sonntagsruhe. Die Aufschriften auf den Gedenksteinen künden davon, daß hier zahlreiche deutsche Studenten ihr blühendes Leben auf dem Altar des Vaterlandes geopfert haben. Unsere Kriegsteilnehmer lassen uns noch einmal die ganzen Kampfhandlungen miterleben. Nicht viel anders ist es auf dem Friedhof zu Poel- c a p e 11 e. Wieder stehen wir stumm an den Mahnmalen deutschen Heldentums. Wir alle empfinden die tiefe Verpflichtung, ihnen nachzueifern, wenn das Vaterland uns ruft. In dem völlig wieder auf- gebauten Dorf, wo jeder Bauer erneut seiner friedlichen Arbeit nachgeht und die Spuren des Weltbrandes verwischen hilft, steht noch heute als Andenken ein von den Deutschen zerschossener Tank. Der dritte, weniger bekannte Friedhof, ten wir besichtigen, wird uns zum größten Erlebnis. Ein älteres Ehepaar ist mit uns gefahren, um am Grabe seines einzigen Sohnes in stiller Wehmut einen Lorbeerkranz niederzulegen. Ihre einzige Sehnsucht war es, noch einmal einige Minuten stummen Gedenkens an der Ruhestätte ihres auch für uns alle geopferten Jungen zu verbringen. Andachtsvoll verharren wir ebenfalls und können mit- empfinden, welche große Lücke in manches Familienleben gerissen ist. Es läßt sich nicht mit Worten wiedergeben, was jeder einzelne in Erinnerung an eine kaum vernarbte Wunde empfunden haben mag. berg bei Roßdorf das nächste Ziel. Der Gauleiter traf die Lagermannschaft in einzelnen Gruppen beim Sportdienst an. Hier war man unter lauten „Hau-ruck"-Rufen beim Tauziehen, dort wurde unter sachkundiger Anleitung Boxunterricht erteilt. Das Blindboxen fand den ungeteilten Beifall der um den Ring Herumsitzenden. Auf der anderen Seite wurde dem Ballspiel gehuldigt und über drei, vier und fünf Jungen ging es im Hechtsprung bei der anderen Gruppe. Die braungebrannten Körper glänzten in der Sonne, und allen, gleich ob es Pimpfe aus Darmstadt und seiner Umgebung, ob es Hitlerjungen Frankfurter Betriebe waren, sprach die Freude des Zeltlageraufenthaltes aus den Augen. Im Zeltlager bei H e u b a ch im Odenwald konnte der Gauleiter über zweihundert Hitlerjungen und Pimpfe aus dem Bann 98 (Hanau) besichtigen. Trotzdem sie erst einige Tage im Lager weilten, war ihnen doch deutlich der Erfolg bes Aufenthaltes in der freien Natur und in der herrlichen Lagerkameradschaft bei reichlicher Verpflegung und guter ärztlicher Obhut anzumerken. Sie alle möchten gerne länger als vorgesehen im Lager bleiben, doch Hunderte und aber Hunderte warten schon darauf, in den nächsten Wochen ebenfalls die Zelte zu beziehen. Gauleiter Sprenger sprach dem Gebietsführer zum Schlüsse dieser Fahrt Dank und Anerkennung sowohl für die neuartige und erfolgreiche Idee der Hessen-Nassau-Fahrt, als auch die vorbildliche Einrichtung der Gebietszeltlager aus, die als Stätte der Disziplin und Kameradschaft erhalten bleiben und Jahr für Jahr die Jugend des Gaues in ihrer Freizeit aufnehmen werden, um sie zu ganzen Kerlen zu schmieden, die im späteren Leben den für sie bestimmten Platz voll ausfüllen können. E. R. pflanze Arnica ist „Bergwohlverleih". Die getrocknete und pulverisierte Wurzel gab man früher in Bier gegen Blutungen, Durchfall, Fieber; die Blüten wirken magenkrampfstillend; Blütenextrakt — mit Weingeist ausgewogen — gibt ein Wundmittel, wie Arnica auch zu Salben für Umschläge und Einreibungen gern verwendet wird. Bemerkenswert ist ein Hinweis von sachkundiger Seite, der besagt, daß Arnicablüten an Wirksamkeit den Chinarinden gleichwertig seien. Bestandteil zahlreicher Hustenmittel ist der Eibisch; man kann bas aromatische Pflanzengewürz aus manchem Hustenzuckerbonbon unb Brusttee herausschmecken. Eibisch löst Verschleimungen unb beruhigt bie At- mungsoraane. Bebauerlicherweise fast vergessen ist ein unteres, altbewährtes Mittel gegen Katarrhe ber Luftwege, ber aus ben Blüten bes Veilchens gewonnene schön blaue Veilchensirup. Auch bie Wurzel enthält Stoffe, bie sehr wirksam gegen Bronchitis, Keuchhusten und sogar für Linderung des Hustens bei der Tuberkulose sind. Die Stoffe der Veilchenpflanze sind lösend und Auswurf befördernd; auch verarbeitet man sie zu einem Gurgelwasser bei Halsschwellungen. Der Leinsamen ist bewährtes Mittel in der volkstümlichen und in der wissenschaftlichen Medizin; man nimmt ihn zu erweichenden Umschlägen äußerlich. Wenn der westfälische Bauer sagt: „Wärmot es für alles got", so ist das natürlich übertrieben, bezeugt aber doch das hohe Ansehen des Wermut im deutschen Volke. Anerkannt ist vor allem die Wirkung von Wermuttee und Wermutwein gegen Verdauungsbeschwerden und zur Appetitanregung. Die Blüten der Schlüsselblume wirken harn- und schweißtreibend, werden auch aus diesem Grunde bei Nierenleiden angewandt, die Wurzel wirkt schleimlösend. *4 „ n' 3«. von bcm sS 6e. NSG. Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger nahm am Mittwochnachmittag in Begleitung von Gebietsführer Brandt auf einer Fahrt durch den Gau Gelegenheit, einige Gebietslager und Teilnehmer der Hessen - Nassau - Fahrt 1 9 3 7 zu besichtigen. Er konnte sich von der großartigen Organisation dieser Aktion und von ihren alle Erwartungen Übertreffenden erfreulichen Auswirkungen auf die Jugend des Gaues Hessen- Nassau überzeugen. Strahlende Sommersonne lag über den Taunuswäldern, als Fahrtgruppen des Offenbacher Son- derzuges mit Hitlerjungen und Pimpfen des Bannes 2/87 in das Dörfchen Wehr heim einmarschierten und auf dem Marktplatz zur Begrüßung Aufstellung nahmen. Der politische Leiter des Ortes gab der Freude aller über den unerwarteten Besuch bes Gauleiters Ausdruck und bekannte stolz, daß es in der Gemeinde seit zwei Jahren keine Arbeitslosen mehr gäbe. Alt und jung sei auf dem Felde, um das Einbringen der Ernte zu sichern. Der Gauleiter wünschte den Fahrtgruppen der Hitler-Jugend ein offenes Auge für die Schönheiten der Heimat, die sie nun erwanderten und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sie gut erholt, von der Sonne gebräunt und für die weitere Arbeit gekräftigt nach glücklichem Fahrtverlauf in ihren Bann zurückkehren werden. In Ufingen, das ebenfalls zum Empfang der „Hessen-Nassau-Fahrer" reichen Flaggenschmuck angelegt hatte, konnte der Gauleiter weitere Fahrtgruppen begrüßen und wünschte ihnen gleichfalls für ihre Fahrtentage gute Kameradschaft untereinander. Mit einem zackigen Lied verabschiedete sich die Hitler-Jugend von ihrem Gauleiter und ihrem Gebietsführer. Nach kurzem Aufenthalt in der BDM.-Führerin- nenschule bes Obergaues auf Schloß Heiligenberg war bas Gebietszeltlager auf bem Reh - solcher veranlaßt werben, ebenso ber Veränberun- gen im gefunben unb kranken Körper, welche biese Organismen birett ober burch ihre Stofswechsel- probufte bewirken können." Dieser wissenschaftliche Ausblick ist um so wertvoller, als er auf gesundheitlichen Erfahrungen fußt, bie uns unsere Altvorberen in reicher Menge überlieferten, ba sie sich der Heilpflanzen mit Erfolg bedienten, als manch anderes Heilmittel ihnen noch nicht zur Verfügung stand. Es mag deshalb ein Blick auf einige Arzneikräuter getan werden, bie nur Beispiele für alle bie Möglichkeiten geben sollen, in benen Krankheiten ober milbere Beschwernisse es wünschenswert machen, im Fachgeschäft — Apotheke ober Drogerie — ober in ärztlicher Konsultation sich über die jeweils in Betracht Eommenben Heilkräuter unterrichten zu lassen. Es ist babei notroenbig, zu erwähnen, daß neben harmlosen, wenn auch wirkungsvollen Kräutern es auch solche gibt, bie man vorsichtig unb am besten nur mit sachlicher Beratung anroenbet. Zu ben ältesten Helfern gehört bie Raute. Noch kürzlich führten alle Apotheken als Desinfektionsmittel Rautenöl. Befonbers soll bie Raute auch blut- unb barmreinigenbe Kraft besitzen. Bis in bie Neuzeit hinein verzehrten bie Bauern ber Ostmark im Frühjahr ein Brot, bas mit Rautenhäcksel bestreut war, zur Reinigung bes Magens unb Appetitanregung. Der Löwenzahn gehört gleichfalls zu ben blutreinigenben unb blutbilbenben Kräutern. Als „Bauchwehkräutel" erfreut sich bie Schafgarbe in ber Volksmebizin hoher Beliebtheit; man gibt ben Tee bei Unterleibsbeschwerben unb Blasenschwäche; Umschläge aus einem Absub ber Schafgarbe legt man auf Wunben und Geschwüre. Vom Thymian gewinnt man ein gelbrotes, ätherisches Del, es ist gärungsvertreibend und kann guten Dienst bei Darmoerstimmungen tun; zu Hustenmitteln wird gern Thymian genommen; ob Thymianöl oder -tee wirklich Gallensteine lösen zu helfen vermag, ist immerhin prüfenswert und nicht unwahrscheinlich. Die Pfefferminze lindert mit ihrem Tee Magenschmerzen, Darmkoliken, und sie fehlt deshalb in den meisten städtischen Haushalten nicht. Ebenso ist in allen Schichten der Bevölkerung die Kamille vorrätiges Hausmittel wegen der Vielseitigkeit ihrer Verwendungsmöglichkeit. Ihr Tee ist schmerzlindernd, krampfstillend, eignet sich zu Mund- und Rachenspülungen, zu Gesichtsdampfbädern bet Erkältungen der Luftwege; äußerlich — als trockene ober feuchte Warmpackung — bewährt sich bie Kamille bei Behanb- lung von Geschwüren unb Entzünbungen. Wertvoll ist bie Wurzel bes Salbrian; Salbriantropfen beruhigen bie Nerven — zumal auch bie Herznerven unb Magennerven — unb geben ruhigen Nachtschlaf. Der beutsche Volksname ber berühmten Heil- „Rosmarin unb Salbeiblätter fenb* ich bir zum Adschiebsgruß" beginnt ein altes Volkslieb. Rosmarin ist seit öfterster bie Blume ber Liebe, benn ihr Duft soll so reinigenb wirken, baß er böse Geister abhält, bie bem Eheglück schaben könnten. In ber Volksheilkunbe vertreibt Rosmarinöl bie quälenben Geister, bie ben Körper zwicken, nämlich bas Rheuma. Salbei hingegen vertreibt Nachtschweiß unb bamit oft genug auch Alpbrücken, gibt also gute Träume unb läßt bann wohl — bas mag ber Hintergebanke bes Liebes sein — bie Liebenden ooneinanber träumen. W. I ten Zeit, um bie „letzte Post" zu hören. Unter bem Torbogen von Menin, ber zur Erinnerung an bie 35 000 hier gefallenen Engländer errichtet ist, wird jeden Abend um 21 Uhr zur Ehrung der englischen Helden des Weltkrieges ein Marsch von zwei belgischen Kameraden geblasen. Wieviel eindrucksvoller würde diese an sich feierliche Handlung auf deutschem Boden gestaltet werden! Ypern, das durch die Beschießung stark gelitten hatte, ist vollkommen wiederaufgebaut worden — mit deutschem Repa- rationsgelb. Die öffentlichen Gebäude hat man sogar wieder in derselben Form errichtet. Nur einige Trümerreste neben der Kathedrale erinnern noch an das trostlose Aussehen während des Völker- des der ist Alle marschieren mit? Aus der engeren Heimat 2.0 Pf. wd 30 Pf 4. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Verschärfter Kampf gegen den Sarfoffelföfer. DNB. Mit dem Einsetzen der Flugzeit einem Flaschenschilü zum Feste der Traube und Weines geliefert. Susannes Tochter. Vornan von Hedda Westenberger. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin W 35. Im Vollzug der Verordnung des Führers über den nationalsozialistischen Musterbetrieb ist der „Leistungskampf der deutschen Betriebe" verkündet. Damit ist die deutsche Arbeitspolitik in ein weiteres entscheidendes Stadium ihrer Entwicklung von liberaliftischen zu nationalsozialistischen Grundsätzen getreten. Die nationalsozialistische Bewegung hat den Betriebsführern durch Übertragung der Führereigenschaft ein gewaltiges Vertrauen geschenkt. Durch ihre Teilnahme am Leistungskampf sollen jetzt die Betriebsführer beweisen, daß sie dieses Vertrauens würdig sind, daß sie mitmarschieren und die Ziele Adolf Hitlers zu ihren eigenen gemacht haben. Sie sollen zeigen, daß sie — wie es ihre Führerstellung im Betrieb verlangt — die aktivsten Kämpfer in der deutschen Volksgemeinschaft für die Erringung der Ziele der nationalsozialistischen Revolution auf dem Sektor Arbeitspolitik sind. Kein deutscher Betrieb wird sich von diesem ge- eine Gonzenheimer Spielschar ins Leben gerufen, die nach dem Muster der Alten-Busecker Schar arbeiten wird. Bei Kaffee und Kuchen, Gesang, Tanz und Liedoorträgen verbrachten die Frauen in fröhlicher Stimmung den Nachmittag. Die Leiterin der Gonzenheimer Frauenschaft Frau Berge-Horn dankte für die wertvollen Anregungen und die gemeinsam verlebten frohen Stunden echter Verbundenheit. Erst gegen Abend fuhren die Gäste wieder in ihre Heimat zurück. wg. Groß en-Buseck, 21. Juli. Gegenwärtig herrscht in unserem Dorfe, wie im Vorjahr, rege Bautätigkeit. Außer einer Reihe von Um- und Anbauten an Wohnungen und landwirtschaftlichen Gebäuden ist noch eine ganze Reihe von Neubauten entstanden bzw. im Entstehen begriffen. In der Wilhelmstraße wurden zwei Wohnhäuser im Rohbau fertiggestellt, in der Weißmühle wurde ein größeres landwirtschaftliches Gebäude errichtet. Weiter gehen in der Wilhelmstraße die Turnhalle, das Kleinkinder- und HI.-Heim, sowie ein weiteres Wohnhaus mit dem Innenausbau ihrer Vollendung entgegen. Der Landwirt und Küfer Heinrich Wagner erbaut in der Grünberger Straße eine neue Hofreite. Eine neue Hofreite wurde außerdem in der Bismarckftraße für den Landwirt und Schmiedemeister Heinrich Döring erstellt. Weitere Neubauten an der Nödgener Straße, auf dem Gelände der Zigarrenfabrik Rinn & Cloos und in der Weidengasse können bezogen werden. Das Wohnhaus des Landwirts Anton Scheld wird im zweiten Stock von seinem Verputz befreit und als Fachwerkhaus hergerichtet. Auch im Zuge des Straßenausbaues wird gegenwärtig viel geleistet. Die Adolf-Hitler- Kartoffelkäfer auch in diesem Jahr an verschiedenen Orten des westlichen Grenzgebietes festgestellt worden. Wie zu erwarten war, ist er entsprechend seiner Ausbreitung in den westlichen Grenzländern zum Teil stärker in das Inland vorgedrungen. Der auf Grund vorjähriger Erfahrungen weiter ausgebaute Suchdienst des vom Reichsnährstand eingerichteten Kartoffelkäfer-Abwehrdienstes hat sowohl in Teilen des Regierungsbezirkes Trier, im Saarland, in der Pfalz und neuerdings auch in Baden zu Funden dieses Schädlings geführt. Die in jedem Fall unverzüglich eingerichteten Bekämpfungsmaßnahmen bieten die Gewähr für eine restlose Vernichtung an den Fundorten. Der Suchdienst wird es in Verbindung mit bereitwilliger Hilfe der gesamten Bevölkerung ermöglichen, daß der Kartoffelkäfer bei weiterem Auftreten sofort festgestellt und wirksam vernichtet wird. Gietzener Vochenmarktpreije. * Gießen, 22. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche seine Molkereibutter, kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, , Straße wurde mit einer neuen Teeroberfläche oer> : sehen. Der Alte Busecker Weg und die Bismarck- • straße werden kanalisiert. Da hierzu die nötigen Ar- , beitskräfte im Orte fehlen, wurden noch sechs junge Kräfte aus Worms hinzugezogen. 1 - Daubringen, 22. Juli. Der hiesige Gesangverein „Sängerlust" veranstaltete einen Familienabend bei Gastwirt Müller. Nach dem Sängergruß begrüßte Vereinsführer O p p e r die zahlreichen Teilnehmer. Gut vorgetragene Chöre d-es Vereins sowie eine Ansprache des anwesenden Kreis- führers Müller (Gießen) füllten den Abend aus. ~Y~ Watzenborn-Steinberg, 21. Juli. Die hiesige Bäuerliche Bezugs - und Absatzgenossenschaft hatte ihre Mitglieder und deren Frauen zur ordentlichen Generalversammlung in die Dolkshalle eingeladen. Den Vorsitz führte Aufsichtsratsmitglied Johannes Philippi!. Direktor Konrad Hanack erstattete den Geschäftsbericht und wies darauf hin, daß es das erste Mal seit 1934 sei, daß auch die Frauen an der Versammlung teilnehmen. Das habe seine Berechtigung deshalb, weil der größte Teil des Volksvermögens durch die Hand der Frau als Einkäuferin gehe. Der Mitgliederstand der Genossenschaft habe sich mit 404 am Anfang des Jahres bis zum Schluß des Geschäftsjahres gehalten; 9 Mitglieder (4 durch Tod) schieden aus, 9 traten neu ein. Die durch Tod ausgeschiedenen Mitglieder wurden in üblicher Weise geehrt. Sodann erläuterte der zweite Direktor Kolm er den Geschäftsverkehr in den beiden Verkaufsstellen. Seit der Zusammenlegung sei eine Umsatzsteigerung von 8000 Mark zu verzeichnen gewesen. Aus beiden Lagern sei in dem Geschäftsjahr 1936 bei einem Umsatz von 68 207 Mark ein Gewinn von 11 963 Mark erzielt worden. Direktor Kolmer gab abschließend dem Wunsche zu weiterem festen Zusammenstehen in der Genossenschaft Ausdruck. Rechner Karl Weitz gab sodann den Rechnungsbericht der Genossenschaft bekannt. Der Gesamtumsatz betrug 102 207 Mark, das bedeutet 6100 Mark mehr als im Vorjahre. Die aktiven belaufen sich auf 44 484 Mark, die Passiven auf 43 720 Mk. Die Reserven betragen 12 000 Mark und der Reingewinn 765 Mark. Die Bilanz wurde einstimmig gutgeheißen. Die Verteilung des Reingewinnes geschieht wie folgt: 10 v. H. werden dem Reservefonds, 10 v. H. der Rücklage, 3 v. H. der Warenrückoergütung zugewiesen; 5 v. H. werden als Verzinsung der Geschäftsanteile ausgeworfen. Aus dem Vorstand schied Ludwig Schmidt V. und aus dem Aufsichtsrat Johannes Philipp II. aus. Karl Dietz und Theodor Philipp wurden einstimmig wiedergewählt. * L i ch, 22. Juli. Gestern gegen 14 Uhr ereignete sich in den Kurven am Waldbad ein Verkehrsunfall. Ein mit vier Personen besetzter Kraftwagen wurde an einem Hinterrad von einem vorbeifahrenden Lastzug gestreift. Die Insassen kamen dabei zum Teil mit dem Schrecken davon. Nur eine Frau aus Eckartshausen, die mit Sohn und Schwiegersöhnen mit dem Wagen unterwegs war, erlitt eine Verletzung an der Lippe und mußte in das Krankenhaus nach Lich zur ersten Behandlung gebracht werden. Der Kraftwagen wurde bei dem Zusammenstoß erheblich beschädigt. ck) Eberstadt, 21. Juli. Heute traf hier eine Anzahl Ar beits dien st männer ein, um den Bauern bei der Ernte arbeit zu helfen. Die Arbeitsdienstmänner haben diesmal ein gemeinsames Lager im alten Schulhaus hergerichtet bekommen, wo sie während ihres Hierseins ihr Schlaf- quartier finben. — Die hiesige evangelische Frauenhilfe konnte am vergangenen Sonntag die Freude erleben, 20 Mitglieder der Gießener Frauenhilfe zu einigen unterhaltsamen Stunden zu Gast zu haben. Gemeinsam wurde der Früh» aottesdienst besucht, dann waren die Gießener Frauen in den Häusern der Mitglieder zu Gast, wo man es an herzlicher Bewirtung nicht fehlen ließ. Nachmittags versammelten sich alle im festlich geschmückten Saale von Felsing, wo Pfarrer K ö d - ding im Namen der hiesigen Frauenhilfe herzliche Worte der Begrüßung sprach. Frau Becker dankte für den liebenswürdigen Empfang. Nach gemeinsam gesungenen Liedern sprach Frau K r e u d e r vom Kreisverband Gießen über die jahrelangen freundschaftlichen Beziehungen beider Vereine. Sommerkampfspiele (Grenzball) im Bezirk Grünberg. + Gründ erg, 21. Juli. Nach Erledigung der Spiele in den Unterbezirken trafen sich die Sieger aus diesen Kämpfen am Mittwoch auf dem hiesigen Sportplatz, um den Bezirksmeister zu ermitteln. Bei den Knaben beteiligten sich folgende Schulen: Beltershain, Bersrod, Ettingshausen, Göbelnrod und Weickartshain. Bezirksmeister wurde Bersrod. Bei den Mädchen waren folgende Schulen beteiligt: Bersrod, Ettingshausen, Göbelnrod, Reinhardshain und Weickartshain. Hier wurde die Schule Ettingshausen Bezirksmeister. Die beiden Bezirksmeister haben sich damit die Berechtigung zur Teilnahme an den Kämpfen um die Kreismeisterschaft, die nach den Sommerferien in Gießen ausgetragen werden, erkämpft. Landkreis Gießen. ZX Alten-Bufeck, 20. Juli. Am Sonntag weilte die Frauenschaft aus Gonzenheim im Taunus in unserem Ort, um der hiesigen Frauen- schast einen Gegenbesuch abzustatten. Nach ihrer Ankunft und Begrüßung waren sie mittags Gäste bei hiesigen Frauenschaftsmitgliedern. Nachmittags versammelten sich die Frauen im Garten der Gastwirtschaft Döpp, um gemeinsam mit der hiesigen Frauenschaft einige frohe Stunden zu verleben. Die Leiterin der hiesigen Frauenschaft Frau Sarg erläuterte in einem längeren Vortrag die Arbeitsweise der hiesigen Bauernspielschar und gab praktische Hinweise über die Feierabendgestaltung. Unter allgemeiner freudiger Zustimmung wurde nun auch Susanne. Und mein Ziel war nun: eines Tages vor die beiden hintreten zu können, nein, vor allem vor Susanne, und ihr zu zeigen, was für ein Kerl ich geworden bin, was alles sie verpaßt hat, daß sie nicht mich, sondern den anderen nahm. So lächerlich das ist — nur aus solchen, doch immerhin ziemlich jugendlichen oder kindischen Vergeltungswünschen heraus, ist schließlich das aus mir geworden, was ich heute bin. Well ich tagtäglich meinen Ehrgeiz mit diesen Dergeltunas- und Racheträumereien genährt habe, weil selbst bei der nüchternsten und mühseligsten Arbeit immer der Gedanke an Susanne hinter mir stand." Wünsch sieht aus, als ob er etwas einwenden will, doch Lyk weiß es zu verhindern: „Unterbrechen Sie mich noch nicht — es kommt noch viel verrückter. Ich habe doch später geheiratet, das wissen Sie ja, aber ich habe auch diese Frau wohl nur geheiratet, weil sie — weil. sie Susannes Stimme hatte. Sie sprach wie Susanne, und sie lachte manchmal wie Susanne. Verrückt, nicht?" „Ja", gibt Wünsch unverhohlen zu, „ziemlich verrückt. Und was weiter?" „Weiter? Ich brachte es zu Ansehen und Reichtum, ich lebte mit meiner Frau viel glücklicher, als lch es anfänglich vielleicht verdiente; und meine beiden Jungens wurden famose Kerle. Sie sind es noch heute. Von Susanne und Nick Lorenz hörte ich jahrelang nichts, dann ab und zu auf Umwegen über ehemalige gemeinsame Bekannte. Sie lebten ln Berlin, führten ein großes Haus und hatten ein emziges Kind, eine Tochter. Susanne muß damals sehr in ihrem Element gewesen sein... Aber dann ging es plötzlich bergab, Nick verlor fast alles, was er besaß. Gleichzeitig ging die Ehe in die -öruche, ob durch Susannes ober Nicks Schulb, bas nt?)t' W ia auch gleichgültig. Unb baß sie O^v.lich überhaupt getrennt gelebt haben unb baß Jem sich mit unbekanntem Ziel für immer aus bem dtaube gemacht hat, bas hab' ich erst jetzt von ihrer Tochter Sabine erfahren." „Unb begegnet finb Sie sich nie wieder?" „Nein, nie wieber. Ich glaube, bas ist von beiben weiten g^lch ängstlich oermieben worben. War ja auch gut so. Aber einmal, vielleicht vor sieben, acht taS ulAÄ bei ^nem Empfang in ber Botschaft in Buenos Aires ein junger A"ach6 auf mich zu unb sagte merkwürbig bedeut- Ja, seine Zeit kam auch noch. Aber ganz anbers, als wir es verstauben hatten. Nicks Eltern machten nämlich eines Taaes eine ganz beträchtliche Erbschaft, unb Nick, ber bisher unser ziemlich kleinbürgerliches, enges Leben geteilt hatte, bekam plötzlich bie Mittel in bie Hanb, aufzutreten, Grand- feigueur zu spielen, sich, wie man so schön sagt, auszuleben. Er trat in einen feubalen Klub ein, hatte plötzlich Beziehungen zu anberen Kreisen, wechselte seinen Posten unb tat dabei einen ziemlich großen Sprung vorwärts — kurzum, er .avanciert^ in jeder Hinsicht. Uns beiden, Susanne unb mir gegenüber, das muß man ihm lassen, blieb er ber gleiche, ja, er gab sich sogar immer Mühe, uns' in seine neuen Kreise einzuführen unb uns mit- zuschleifen. Trotzbem hatte ich ganz instinktiv bas Gefühl, es sei besser, biefe Freunoschaft langsam eingehen zu lassen. Minderwertigkeitsgefühle? Vor allem erbitterte mich Nicks großzügige Art, uns lmmerzu einzulaben unb freizuhalten, weit mehr, als daß sie mich erfreute. Aber Susanne war wie elektrisiert. Sie sah uns schon im Gefolge von Nick unb burch seine Beziehungen ebenfalls Karriere machen, sie ging so- gar so weit, Nick zu fragen, ob er nicht auch für mich einen besserbezahlten Posten auftreiben könne. Ich entsinne mich noch genau bes Tages. Und auch meiner Empörung. Aber Susanne zuliebe schwieg ich unb ließ bie beiben über mein Schicksal unb meine beruflichen Möglichkeiten reben unb ver- hanbeln. Es würbe ja doch nichts dabei heraus- kommen. Aber merkwürdigerweise — es kam etwas dabei heraus. Und an diesem Punkt setzt für mich bas große Rätselraten um Susanne und Nick ein. Plötzlich hieß es, Nick habe auf bem Weg über Herrn Sowieso unb Frau Sounbso einen Posten für mich in Hamburg, bei einer Exportfirma. Zwar sei bas im Augenblick nicht so besonders günstig in puncto wattigen Bekenntnis zum Reiche Adolf Hitlers ausschließen. Jeder wird durch seine Teilnahme beweisen, daß er gewillt ist, mitzumarschieren. Die Teilnahme am Leistungskampf wird der Ausdruck der inneren Einstellung der Betriebsgemeinschaften zum Nationalsozialismus sein. Ich appelliere deshalb an Euch, deutsche Betriebsführer, meldet Euch zum „Leistungskampf der deutschen Betriebe" und zeigt so Euren Gefolgschaftsmitgliedern, daß Ihr mit ihnen in einer Front marschiert und Euch als Sozialisten der Tat verantwortlich fühlt für das Leben der an Eurem eigenen Werk unb damit für bie Sache bes ganzen Volkes schaffenden Menschen. Dr. Theo H u p f a u e r, Reichsamtsleiter der NSDAP., Gesamtbeauftragter für die Durchführung des „Leistungskampfes d. deutschen Betriebe". fam, er habe einen Gruß von Frau Susanne Lorenz für mich. Bitte, wie kam sie plötzlich dazu, nach so vielen Jahrzehnten des Stillschweigens? Und woher wußte sie, wo ich mich gerade herumtrieb? Ob sie gedacht hat, ich würde den hingespielten Faden aufareifen? Ich habe mich für den übermittelten Gruß höflich bedankt und kein Wort weiter gesagt und gefragt. Ja, und dann wurde es wieber still um Susanne. Unb nun taucht plötzlich ihre Tochter auf! Ich benke, ich seh' nicht recht, als ich bas Bilb unter den Bewerbungsschreiben in die Hände kriege unb den Namen Lorenz lese. Das konnte doch nur Susannes Tochter sein! Und wirklich — sie ist es! Ja, und nun ist ber Faben zwischen Susanne und mir boch wieber geknüpft." Lyk schweigt einige Augenblicke, greift nervös nach einer Zigarette, ohne sie anzuzünden. „Sagten Sie nicht, Susanne sei tot?" Stjt nickt; seine hellen Augen schimmern bewegt. „Ja, sie ist tot. Ihre Tochter steht allein da, und von ber ganzen Herrlichkeit, bie bie Mutter inszeniert hat und um derentwillen sie meine schönsten Mannesjahre verderben mußte, ist Sabine nichts geblieben als eine Art sich zu benehmen, wie nur höhere Töchter sich benehmen. Nicht viel also." Wünschs Hefliegenbe, gute und immer etwas traurige Augen bekommen mit einemmal einen strengen Glanz: „Unb Sie finb nun braus unb bran, sich biefe Armseligkeit von Susannes Tochter meufje" ?"k, ^a8ert ro’r — täglichen Augenweibe zu _ '-Augenweibe?" staunt Lyk. „Ich bitte Sie! Nein, ■über stellen Sie sich das doch vor: Ich habe nun plötzlich in meinen alten Tagen, gerade in bem Augenblick, wo ich mich so ein bißchen in mich selbst zuruckziehen will, bie Frau wieber neben mir, leib» baftig neben mir, bie ich mein ganzes Leben lang nur m ber Vorstellung haben Durfte. Es ist also Susanne nicht geglückt, sich mir ganz zu entziehen. Es ist ein Kreis, ber sich schließt. Unb abgesehen Daoon: Ich habe mir boch hundertmal vorgesteltt, wie das wohl gewesen wäre, wenn ich von Susanne Binder gehabt hätte — unb jetzt kommt ihr Kind zu mir. Es ist ja zwar nicht meins, aber wenigstens doch Susannes!" Fortsetzung folgt. Klasse B 10, Klasse C 9^, Klasse D 9, Wirsing, >2 kg 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 12 bis 15, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25, Römischkohl 10 bis 12, Bohnen, grün 12 bis 18, gelb 15 bis 20, Erbsen 20 bis 35, Tomaten 25 bis 45, Zwiebeln 12, Rhabarber 10 bis 12, Pilze 45 bis 50, Kartoffeln, neue, % kg 6 bis 7 Pf., 50 kg 5,50 bis 6,50 Mark, Frühäpfel, % kg 35 bis 50 Pf., Falläpfel 5 bis 8, Pfirsiche 35 bis 45, Himbeeren 25 bis 30, Dörrobst 25 bis 40, Kirschen 45, Heidelbeeren 33 bis 35, Stachelbeeren 15 bis 30, Johannisbeeren 15 bis 20, Pflaumen 30 bis 45, Mirabellen 45, Renekloden 40 bis 50, Hähne 90 Pf. bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 20 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 5 bis 30, Einmach- gurken 2 bis 4, Oberkohlrabi 5 bis 8, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. * ** Behördenangehörige erhalten U r- laub zum Reichstreffen der NSKOV. Der Reichs- und Preußische Minister des Innern Dr. Frick hat anläßlich des am 31. Juli und 1. August in Berlin stattfindenden Reichstreffens der NS.-Kriegsopferversorgung angeordnet, daß den Behördenangehörigen, die Mitglieder der NSKOV. sind, auf Antrag der erforderliche Urlaub mit Fortzahlung der Bezüge und ohne Anrechnung auf den Erholungsurlaub gewährt wird, soweit dienstliche Belange nicht entgegenstehen. Den Behördenangehörigen soll dadurch die Teilnahme an dem Reichstreffen ermöglicht werden. Gehalt, aber dafür seien dort unerhörte Aussichten für die Zukunft. Als Nick mir das auseinandersetzte, da tanzte Susanne wie besessen in der Stube herum. Und als ich zögerte, den Posten anzunehmen, weinte sie und jammerte, sie sei nun lange genug verlobt gewesen, und sie habe es satt, und dort in Hamburg sei wenigstens Aussicht, daß man über Jahr und Tag heiraten könne usw. Was sollt' ich machen — mein bester, eigentlich mein einziger Freund, riet mir mit vielen Worten zu, Susanne weinte und bettelte — ich griff schließlich zu, wenn auch ziemlich widerwillig. Und nun kommt's: wir feiern also ein rauschendes Abschiedsfest, Susanne baut Luftschlösser ohne Ende und träumt schon von einem Häuschen draußen an der Elbe, wir überschütten uns mit Zärtlichkeiten, wir schwören uns ewige Treue — aber knapp drei Wochen, nachdem ich Susanne in Berlin zurückgelassen habe, erreicht mich ein Brief, der kühl und kurz bedeutet, daß es zwischen uns aus sein muß. Kem Warum und Wieso, nur die Tatsache, daß es eben aus ist. Ein halbes Jahr darauf hat sie dann Nick Lorenz geheiratet. Am selben Tag setzte man mir in Hamburg den Stuhl vor die Tür." Lyk gibt der Gardinenschnur einen Heinen Schwung, so daß der Knops mit hellem Knall gegen Die Wand schießt. Dann dreht er sich zu Wünsch herum: „Nun frage ich Sie: war das alles abgekartetes Spiel? Haben die zwei mich absichtlich nach Hamburg abgeschoben, oder war das Zufall? Und haben die beiden erst nach meiner Abreise die große Zuneigung zueinander gefaßt? Oder war das schon vorher der Fall? Wielange mag ich der Hansnarr der beiden gewesen fein? Und vergessen Sie nicht: Wenn ich das Mädel nicht gehabt hätte und nicht so schnell wie möglich hätte heiraten wollen, dann hätte ich doch studiert, dann hätte ich mein ganzes Leben von Anfang an anders aufgebaut! Und ich hätte — aber wozu jetzt noch darüber reden —• jedenfalls war es so, daß mir diese Geschichte mit Susanne einen Knacks gab, einen richtigen ernsten Knacks. Und das Verrückteste: ich konnte Susanne nicht vergessen. Ich hab' sie weiter geliebt, in einer Art Haßliebe vielleicht. Alles was ich dachte und tat und wollte, brachte ich in Zusammenhang mit Tödlicher Unfall eines Kindes. Gestern abend, kaum eine Stunde nach dem Unfall in der Ludwigstraße, ereignete sich in der Marburger Straße, unweit der „Karlsruhe", ein zweiter Verkehrsunfall, dem das Leben eines Kindes zum Opfer fiel. Der sechsjährige Willy Kraushaar, das Söhnchen des Kanzlisten Kraushaar, wohnhaft in der Marburger Sttaße, überquerte unweit der „Karlsruhe" (als es für feinen Vater eine Besorgung machen sollte) die Hauptverkehrsstraße. Im gleichen Augenblick kam ein Personenkraftwagen, der von Frankfurt her unterwegs nach Bad Wildungen war, in der Richtung nach Lollar angefahren. Das Kind geriet unter den Kraftwagen. Der bedauernswerte Junge erlitt dabei einen schweren Schädelbruch, ferner heftige Quetschungen am Kopfe. Ein Kraftwagen aus Büdingen, der kurz darauf die Unfallstelle passierte, brachte das Kind sofort in die Chirurgische Klinik. Leider erlag der Kleine heute morgen den schweren Verletzungen, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Den Eltern des Kindes wendet sich die allgemeine Teilnahme zu. Die Polizei befaßte sich sofort mit den notwendigen Ermittlungen über die Schuld frage. Nie unverheiratete „Frau". Der Reichs- und Preußische Minister des Innern hat den Justizbehörden einen Runderlaß über die Führung der Bezeichnung „Frau" durch unverheiratete weibliche Personen zur Kenntnis mitgeteilt, in dem es heißt: (1) Unverheiratete weibliche Personen dürfen im täglichen Leben die Bezeichnung „Frau" führen, ohne daß es einer amtlichen Genehmigung hierzu bedarf. (2) Mütter eines unehelichen Kindes sind auch im amtlichen Verkehr als „Frau" zu bezeichnen, wenn sie vor der für ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort zuständigen Ortspol.-Behörde die Erklärung abgegeben haben, daß sie die Bezeichnung „Frau" führen wollen. Eine minderjährige uneheliche Mutter bedarf zur Abgabe der Erklärung der vorherigen Zustimmung ihres gesetzlichen Vertreters. Die Erklärung kann widerrufen werden. Die Ortspoliz.-Behörde teilt die Abgabe und den Widerruf der Erklärung auf Wunsch der unehelichen Mutter anderen beteiligten Behörden (Vormundschaftsgericht, Jugendamt, Wahlamt, Arbeitsamt, Finanzamt usw.) mit. Der unehelichen Mutter ist auf Anttag eine Bescheinigung auszustellen, daß sie die Erklärung abgegeben habe, die Bezeichnung „Frau" zu führen. Die Annahme der Bezeichnung „Frau" ist schriftlich ober zu Protokoll zu erklären. Bei einem Wechsel des Wohnsitzes ist die Erklärung zu wiederholen. (3) Nimmt eine unverheiratete weibliche Person die Bezeichnung „Frau" an, so wird dadurch ihre Verpflichtung, sich bei amtlichen Erhebungen über den Familienstand wahrheitsgemäß als ledig zu bezeichnen, nicht berührt. (4) Soweit in einzelnen Ländern besondere Vorschriften über die amtliche Bezeichnung einer unverheirateten weiblichen Person als „Frau" bestehen, bleiben diese Vorschriften weiter in Geltung, soweit sie sich nicht auf uneheliche Mütter beziehen. Nas Fest der deutschen Traube und des Weines. Fwd. Für diesen Herbst sind als Fest der deutschen Traube und des Weines nur zwei Tage vorgesehen. Es wird am 2 5. und 2 6. September zu begehen sein. Einstweilen erfahren wir, daß seine Durchführung etwa im gleichen Rahmen wie im Vorjahre erfolgt. Die Patenstätten bleiben im großen und ganzen die gleichen, für den rhein- mamischen Weinbaubezirk sind sie vollkommen unverändert belassen. Als Patenweine kommen die Jahrgänge 1934, 1935 und 1936 in Betracht, sie sind wiederum besonders als Patenwein gekennzeichnet. In diesem Jahre müssen sie nicht zusätzlich vom Erzeugeraebiet erworben, sondern sie können gleichzeitig auch bei dem als Patenweinhändler zu- gelassenen Händlern gekauft werden. Es sollen in diesem Jahre vor allem auch Qualitätsweine als Festwein in Sonderangeboten zugelassen werden. Mit dem Feste der deutschen Traube und des Weines wird erstmals eine Werbung für den deutschen Schaumwein vor sich gehen. Die deutsche Schaumweinindustrie stellt zu diesem Zwecke zu einem angemessenen Preise einen einheitlichen deutschen Schaumwein zur Verfügung. Dieser Schaumwein stellt allerdings keine Sonoerfüllung zu diesem Zwecke dar, sondern er wird nach seiner Prü- fung von den einzelnen Schaumweinherstellern mit Wirtschaft pei schwere Steine vom Geländer ab. Infolge des , mfalles wurde der Wagen im vorderen Teil schwer ^schädigt, der Fahrer kam mit einigen Hautab 265 Krüppel Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß?. 20.7 Daium 20 7 Devisenmarkt Berlin - gtanffurt a. M ?-"n........ 99,5 101 133,65 99,5 99,25 98,25 99,5 101 99,7 99 105 100 100,7 99,75 126,65 133,65 99,5 101,5 110,9 f hier eine n, um den Mn. Die n gemein» eridjtet be- 129 18,75 20,4 127,13 214 115 121,75 105 128,5 18,9 20,25 127,5 0,751 41,87 0,166 47,10 55,29 47,10 12,385 5,48 9,401 137,31 13,09 215 133,5 115 121,75 105 99,25 98,25 129 18.9 20 101,7 99 128,75 18,75 20 127,9 215 133,5 115 121,75 105 101,4 110,9 Schluß- fürs 98,25 98 133,5 99,5 98,25 101-,25 101,5 110,75 0,755 41,95 0,168 47,20 55,41 47,20 12,415 5,49 9,419 137,59 13,11 0,718 5,694 62,24 48,95 11245 63,84 57.02 16,98 8.651 2,488 0,720 5,706 62,36 49.05 11.265 63,96 57,14 17,02 8.669 2,492 99,65 99 105,25 100 101 99,75 126,5 99,7 99 104,5 100,13 100,75 99,75 126,75 99,65 99 100.25 100,6 99,7 126,35 Schluß» fürs s Lang-Göns, 21. Juli. Mit Beginn dieser 2oche hat auch in unserer Gemarkung die Gere io e e r n t e in vollem Umfange eingesetzt. Die nt Arm. Darauf stieß der Wagen gegen eine f genüberliegende Haustreppe und rasierte zu seinem Geburtstag übergeben worden. Das durch freiwillige Spenden der Beamtenschaft des Reichspostdirektionsbezirks Frankfurt geschaffene Heim ist damit in das „Adolf-Hitler-Erholungs- werk der Deutschen Reichspo st" eingereiht worden. Der künstlerischen Adresse, mit der das Heim dem Reichspostminister übergeben wurde, war ein Aquarell des Heims beigefügt. Die Urkunde hat folgenden Wortlaut: „Dem hochverehrten Herrn Reichspostminister Pg. Dr.-Jng. h. c. Ohnesorge zu seinem 65. Geburtstage von den Arbeitskameraden und Arbeitskameradinnen im Reichspostdirektionsbezirk Frankfurt (Main). Willig und freudig bekennt sich Ihre Gefolgschaft zu der Idee des Ratio- »-2N0S-Aires Buiffel Conti Gummi........... Daimler Motoren........ Deslauer Gas........... Deutsche Crdöl.......... Deutsche Gold- und Silber Deutsche Linoleum....... Elektrische Lieferungen.... Elektrische Licht und Kraft, g. G. Farbeu-Jndustrle ... Felten & Guilleaume..... Gessürel................ Th. Goldschmidt......... Grltzner Maschinen....... Japan...... Jugoslawien Oslo...... Wien....... Lissabon.... Stockholm .. Schweiz.... Spanien.... Prag....... Budapest... Neuyorl.... ^k'chSbank................. 12 3'iliier Handelsgesellschaft . 6 Vi um merz, und Privat-Bank ... 6 butsche Diskonto............ 6 d :sdner Bank..............4 f Gonntq tfaenei en ©tun* der Gießener i Gast, wo fehlen ließ, festlich gk' rrer Köd- [fe herzliche f e r dankte ich gemein- Kreuder jahrelangen ereme. 8®. Mir Berkehrswe>en .... 6% p'Nburg-Slidam. Dainpfschiff. 0 pAlburg-Amerika Paket......0 st-rddcutscher Lloyd..........0 ätsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 fr'enhagen »mzig----- Iw.bon.... , s»iingsorS. |r:U..... Irland... lallen.... Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuh 5 o. H. r ereignete iehrsunfall. gen wurde ^fahrenden dabei zum Frau aus iegersöhnen eine Ser« 5 Kranken- g gebracht Hllsammen- Accumulatoren-Fabrik Aschaffenburg Zellstoff Bemberg........... Bekula............. Buderus Eisen....... Gement Heidelberg... Gement Karlstadt .... 98 133,75 99,5 98,25 101,25 101,5 110,75 Hier abschneiden! I 0 M / inne Lorei^ dazu, na-h gens? Und berumtnebk .ingespieM den »btt lein ®»rt n wurde es >r auf! M Bild unter kriege u«J , doch - ft ist eSj iufatine uni reift iter»6i den. ®utter » ine A all01 ■fi 'S* Hin01, unh ines genö'1111 Sie! ’S* ch 9 irl Dein ade en Awä öanj(t, ■ ws !? C UNd'L. lQhmmiun9 P6nf^ ®Äs. "!>- Mal ^chtigung Dey9ens W* Der wjjtf) mit des J4 durch durch Tod 1 üblicher e'te Direk. Jen beiden '.8 sei eine chaftsichr ' ein ®e» ■ Direktor •weiterem chast Aus- den Rech, ■ Der @e> 'eutet 6100 n belaufen 13720 Mk. der Rein- einstimmig vinnes geil Reserve- er Waren« n als !ßer. • Aus dem b aus dem aus. Karl n einstim. blieben diesmal hinter ihren sonstigen Leistungen zurück. Lediglich die erste Mannschaft von Homberg konnte sich mit 539 Ringen für das Kreisschießen qualifizieren. Die Homberger Mannschaft bestand aus den Schützen Daniel Becker (156 Ringe), Goß- elder (132), Leininger (124) und Habicht (123 R.). Das zweitbeste Ergebnis erzielte die zweite Mann- chaft mit 497 Ringen. # Ober-Ohmen, 21. Juli. Ein durchgehendes Pferdegespann versetzte einen Teil der Einwohnerschaft unseres Ortes in nicht geringe Aufregung. Die Pferde rannten eine Radfahrerin an, die stürzte und Hautabschürfungen erlitt; das Rad ging in Trümmer, der Wagen, mit dem die Pferde durchgingen, ging zu Bruch. Auf ihrer rasenden Fahrt gerieten die Pferde noch gegen einen Müllerwagen, der Kutscher wurde dabei ebenfalls zur Erde geworfen, ahne jedoch Schaden zu nehmen. — Im Rahmen der Dorfoerschöne- rungsaktion wird das Bachbett der Ohm einer gründlichen Reinigung unterzogen. In uneigennütziger Weise haben einige Volksgenossen im Wäldchen am Kirchberg eine Anzahl Bänke auf- gestellt, die den sonntäglichen Spaziergänger zum Derweilen einladen. — Der Schieß st and am „Grauen Berg" geht seiner Fertigstellung entgegen. Die Einweihung wird mit einem Scheibenschießen verbunden sein. Stiern bei ihrer Arbeit helfen. Kreis Friedberg. - Butzbach, 21. Juli. Die Bautätigkeit . it seit Frühjahrsbeginn unvermindert rege geliehen. Unaufhörlich werden immer weitere Neunten begonnen, so daß ihre Zahl bereits 13 erdicht hat. Neben der Fertigstellung bereits im Rohbau fertiggestellter Häuser, wurde eine ganze Anzahl Erweiterungsbauten an Geschäfts- ■nb Privathäusern erledigt. Die Straßen sind fast t imtlich einer eingehenden Ausbesserung unterzo- en worden. Einige wurden ausgebaut. An der 2aldstraße wird zur Zeit noch gearbeitet. Das tarnte Bauhandwerk ist vollauf beschäftigt. Es i erben ständig Arbeitskräfte gesucht und eingestellt. < Münzen berg, 21. Juli. Gestern unter» mhm die hiesige Unter - und Mittelklasse Wien Ausflug. Mit dem Omnibus führte die fahrt zunächst nach Köppern und von dort aus > i'-ad) die Mittelklasse mit Lehrer Leist zu einem Marsch nach der Saalburg auf. Die Unterklasse sarschierte unter Leitung von Lehrer Becker qd) Bad-Nauheim. Am Abend kehrten die Schüler r it dem Zuge wieder zurück. Kreis Büdingen. S t o ck h e i m , 21. Juli. Ein Autolenker ' i hr am Bahnübergang beim Wärterposten 38 über einen Gartenzaun und verletzte einen Jungen, |.r zur Schule wollte und an dem Zaun stand, 14 . 6 . 0 . 8 . 5 . 7 . 6 12 6>/r . 4 ,. 6 .. 9 , 10 6 .. 7 7 .. 6 7 ,. 6 .. 0 Harpener.................8'/r Boesch Eisen............... hilipp Holz mann........... 8 Ilse Bergbau................ 6 Ilse Genüsse................6 Kali Aschersleben............ * Klückn erwecke .......... *Vt KvkSwerke und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer .................. 6 Mainkraft..................«4 Mannesmann.............4/2 Mansselder Bergbau......... 7 Aietallgesellschaft............. 6 Orenstein & Koppel..........o Rheinische Braunkohle....... 1- Rhcinische Elektro............6 Rheinstahlwerke........ •••••• ° gtbetnisch-Westfälische Elektro .. 6 Rütgerswcrke ............... * Salzdetfurth Kalt............6 Schuckert L Co............... ‘ Schultheis Patzenhofer........4 Siemens & Halske........... • Süddeutsche Zucker.......... 10 Bereinigte Stahliverke...... *7i Westdeutsche Kaufhof......... o Westeregeln Alkali............ 4 Zellstoff Waldhof........... ® Olavi Minen...............°«6 nalsozialismus, wie der Führer der Deutschen Adolf Hitler sie uns geschenkt hat. Deutscher Sozialismus schuf das Werk der Arbeitskameraden im Reichs- postdirektionsbezirk Frankfurt (Main). Mit Stolz trägt es den Namen des Vorkämpfers des Führers in unserem schönen Gau. Dem vom Führer berufenen Leiter der Geschicke der Deutschen Reichspost sei es übergeben zu seinem 65. Geburtstage. Möge das „Jakob-Sprenger-Heim" als Beitrag zu dem unter Ihrer Leitung stehenden „Adolf-Hitler- Erholungswerk der Deutschen Reichspost" in Ihrer Gefolgschaft den Geist des deutschen Sozia- lismus festigen und vertiefen." . Kühlung Mehl, Zucker, Eiern, Butter und Gewürzen. Man unterscheidet Hefe- und Vackpulverkuchen. Bei Backpulverkuchen mutz der Teig eine Stunde lang nach einer Richtung schaumig gerührt werden. Hefekuchen mutz zum Gehen mätziq warm gestellt werden und vor (altem Luftzug gehütet werden. Kuckuck, taubengrotzer, grauer Klettervogel, der seine Eier in fremde Nester legt und dessen Ruf vielfach besondere Bedeutung beigelegt wird. Küchen, die nicht nach Norden liegen, sollen durch Rolläden oder Jalousien gegen Sonne geschützt sein. Die Kuchenmöbel stellt man möglichst so auf, datz man alles bei der Hand hat und unnötige Wege vermieden werden. In der Küche soll man nicht an guter Beleuchtung sparen. Am beiten eignen sich für die Küche glatte Fußböden. die stch schnell und gründlich säubern lassen. Zweckmäßig ist hinter dem Herd und Ausguß Plattenbelag oder Del» farbanstrich. Küchengerät, stehe Pfändung. Küchenkräuter, s. Gewürz. Küchenmöbel müssen glatt und abwaschbar sein. Sehr zweck- mätzig sind Reformküchenschränke, in Denen alle Gegenstände bei sparsamster Platzeinteilung untergebracht sind. Küfer, Böttcher, Handwerker, der Fäster uno Holzgefätze herstellt oder Kellermeister in Weinkellereien. Kühlung in der Wohnung erzielt man durch Durchzug. durch Eisenbahnzug rast in eine Schafherde. Lpd. Marburg, 21. Juli. Als am Dienstag gegen 18 Uhr eine große Schafherde die Strecke der Main—Weser-Bahn am Eisenbahnübergang Marburg-Süd überquerte, nahte ein Zug. Dem Schäfer war es nicht mehr möglich, die Schafe in Sicherheit zu bringen. E l s Tiere wurden durch Ueberfahren getötet. Kreis Wetzlar. * Wißmar, 22. Juli. Die hiesigen G e - meindewaldungen bieten in diesem Jahre wieder manche Gelegenheit zu kleinen Neben- verdiensten. Viele Beerensucher sammeln den reichen Ertrag der Himbeere. Ferner befindet sich gegenwärtig hier eine Kolonne, die im Walde Gras schneidet und zwar zur Gewinnung von Grassamen. Eine Arbeit, die meist von Kindern ausge- sührt wird, ist das Pflücken der Schoten des Ginsters, der hier sehr viel auftritt. Die Aufkäufer bezahlen für das Pfund Schoten acht Pfennige. — Der hiesige Obst- und Gartenbauverein unternahm am Sonntag mit 70 Personen einen Ausflug an den Rhein. Der Tag brachte reiche Erlebnisse und wird in guter Erinnerung gehalten bleiben. — Die Bautätigkeit ist in diesem Jahre in unserer Gemeinde sehr rege. Außer dem Bau einer Anzahl neuer Häuser wurden auch größere Reparaturen durchgeführt. Alle Handwerker sind voll beschäftigt. Die Arbeiten am neuen Forst- V) aus sind gut vorwärtsgeschritten. Es ist bereits unter Dach und nimmt sich an seinem Platz im Landschaftsbild sehr gut aus. * Waldgirmes, 22.Juli. Durch einen recht merkwürdigen Umstand wurde dieser Tage der hiesige Sortiermeister Heinrich Jung auf das Krankenbett gebracht. Parasiten, sogenannte Waldzecken, hatten sich an seinem rechten Unterschenkel einge- freffen. In der Folge stellte sich eine Blutvergiftung ein, die die Ueberbringung des bedauernswerten Mannes in die Chirurgische Klinik nach Gießen notwendig machte. Das „Zakob-Sprenger-Heim- der post- beamtenfchast dem Reichspostminister übergeben. LPD. Frankfurt a. M., 20. Juli. Die Kin- dererholungsstätte „Jakob-Sprenger-Heirn" bei Oberreifenberg im Taunus ist von der Beamtenschaft des Reichspostdirektionsbezirks Frankfurt a. M. dem Reichspostminister Ohnesorge 21.7 101,7 99 Schluß! Mittag- dürfe 21 7 207 iöT 99 20.7. 101,75 99 Gegenüber den erften sechs Monaten des Vorjahres ist die Einfuhr dem Wert nach um fast ein Fünftel gestiegen. Diese Zunahme beruht zu annähernd gleichen Teilen auf einer Steigerung der Einfuhrmengen und der Einfuhrpreise. Am stärksten war die Erhöhung der Einfuhr im Bereich der Ernährungswirtschaft. Insgesamt lag sie dem Wert nach um 22 v. H. über dem Vorjahrsstand. Bei pflanzlichen Nahrungsmitteln betrug die Zunahme sogar 45 v. H. Zum größten Teil handelt es sich hierbei um eine Erhöhung des Einfuhrvolu- mens. Im Bereich der gewerblichen Wirtschaft hat die Einfuhr um 16 v. H. zugenommen. Hier ist die Erhöhung überwiegend durch eine Steigerung der Einfuhrpreise verursacht worden. Die Ausfuhr ist gegenüber Januar/Juni 1936 um rund 470 Millionen Mark, d. h 21 v. H. gestiegen. Ausschlaggebend war hierfür die Steigerung der Ausfuyrmengen. Die Erhöhung * der Preise hat nur in verhältnismäßig geringem Umfang zu der Aufwärtsentwicklung beigetragen. Verhältnismäßig am stärksten war die Steigerung in der Gruppe Rohstoffe. Die Zunahme (rund ein Drittel) beruht hier fast ausschließlich auf der günstigen Entwicklung des Absatzes von Kohlen, zum geringeren Teil auch von Kalisalzen. Absolut betrachtet war die Steigerung des Fertigwarenabsatzes für die Entwicklung der Ausfuhr ausschlaggebend. Jnsge- samt lag sie um 21,3 v. H. über dem Vorjahrs- stand, und zwar waren die Zunahmen bei Vor- und Enderzeugnissen etwa gleich stark. Rückgängig war lediglich die Ausfuhr von Erzeugnissen der Ernährungswirtschaft. RoHgenumtauschakiion abgeschlossen. ZdR. Wie der Zeitungsdienst des Reichsnährstandes mitteilt, ist die im abgelaufenen Getreide- Wirtschaftsjahr durchgeführte Roggenumtauschaktion nunmehr abgeschlossen. Die Reichsstelle für Getreide stellt der Landwirtschaft diesmal schon zu Beginn des neuen Wirtschaftsjahres ausreichende Mengen Futtergetreide zur Verfügung. Die erste Maiszuteilung hat bereits begonnen und dürfte in den nächsten Wochen Lurchgeführt fein. Die Verteilung an die Bauern und Landwirte erfolgt nach Maßgabe der Weisung der Landesbauernschaften über die Groß- und Kleinverteilung. Mein-Mainische Börse. Ulittagsbörfe uneinheitlich. Frankfurt a. M., 21. Juli. Die Börse eröffnete am Aktienmarkt in uneinheitlicher Haltung, jedoch gingen die Kursveränderungen nach beiden Seiten bis auf Bemberg, die mit 157,50 um 2 v. H. schwächer zur Notiz tarnen, nicht über 0,75 v. H. hinaus. Der Montanmarkt lag überwiegend etwas leichter. So schwächten sich Verein. Stahlwerke und Mannesmann je 0,50 v. H. ab, Harpener verloren 0,13 v. H, während die übrigen Werte gehalten waren. Uneinheitbich tendierten Maschinenaktien. Eßlinger 0,65 v. H. schwächer, dagegen Moenus um 0,40 v. H. erhöht. Von Chemieaktien konnten sich IG. Farben um 0,25 v. H. auf 170,25 erhöhen, Geic 0,751 41,87 1,166 47,10 55,29 47,10 12,385 5,48 9,321 137,23 13,09 Gelt 0,718 5,694 62,24 48 95 11,245 63,84 56,99 16,98 8,651 2,488 börle 21 7 Heilung sind bann auch die O- Beine verschwunden oder gebei- sert. Sind trotzdem noch Verbiegungen da. dann orthopädische Behandlung. Auch X-Beine kommen bei Rachitis vor, doch sind sie häufig bei gewißen Berufen, die viel' Stehen und schweres Tragen erfordern. Häufig mit Plattfuß verbunden, auch hier orthopädische Behandlung. Krüppel. Leute, Die mit einer Formoeränderung des Skeletts behaftet sind. Diese Verkrüppelungen des Skeletts sind entweder angeboren (angeb. Hüftgelenkverrenkung, Klumpfuß, Schiefhals) oder erworben, so als Folge der englischen Krankheit, einer Knochen- oder Gelenk- tuberkulöse oder eines Unfalles Alle schweren Verkrüppelungen sind polizeilich meldepflichtig. Durch orthopädische Behandlung und geeigneten Unterricht in eigenen Krüppelschulen wird den Krüppeln weitgehend geholfen, um sie für den Lebenskampf zu ertüchtigen. Gegen Spottsucht der Kinder soll man durch Belehrung oder, wenn diese nichts nützt, mit aller Strenge vorgehen. Krupp, eine Entzündung des Kehlkopfes, die mit Häutchenbildung einhergeht und zu Erstickungsanfällen führen kann, meist diphtherischer Natur (siede Diphtherie), kann aber auch durch (hem. und thermische Reize sowie ourch verschiedene Infektionskrankheiten entstehen. Krusten, siehe Schorf. Kuchen, feines Backwerk aus Oer deutsche Außenhandel im Juni und im 1. Halbjahr 1937. Fwd. Nach einem Rückgang im Mai sind die Außenhandelsumsätze im Juni sowohl in der Einfuhr, als auch in der Ausfuhr wieder gestiegen. Am stärksten hat die Einfuhr zugenommen. Mit 504 Millionen Mark lag sie um fast 13 v. H. über dem Maiergebnis. Die Erhöhung, die durch jahreszeitliche Ursachen höchstens teilweise zu erklären ist, beruht zum weitaus größten Teil auf einer Steigerung der Einfuhrmengen, jedoch sind auch die Einfuhrpreise, und zwar insbesondere im Bereich der Ernährungswirtschaft, sowie bei den industriellen Rohstoffen, von Mai zu Juni etwas gestiegen. Dem Volumen nach entsprach die Einfuhr im Juni dem Monatsdurchschnitt des Jahres 1931. An der Steigerung der Einfuhr find sowohl die Erzeugnisse der Ernährungswirtschaft, als auch der gewerblichen Wirtschaft beteiligt. Im Bereich der Ernährungswirtschaft betrug die Erhöhung rund 16 v. H. Zugenommen hat vor allem die Einfuhr pflanzlicher Erzeugnisse, und zwar insbesondere von Getreide. Eine geringe Erhöhung weist auch die Einfuhr von Genußmitteln auf. Dagegen hat der Bezug von tierischen Nahrungsmitteln abgenommen. Im Bereich der gewerblichen Wirtschaft lag die Einfuhr um fast 11 v. H. über dem Dormonatsergebnis. An der Steigerung waren in der Hauptsache Rohstoffe beteiligt, darüber hinaus hat aber auch die Einfuhr von Halb- und Fertigwaren von Mai zu Juni zugenommen. Die Ausfuhr hat sich von 456 Millionen Mark im Mai auf 481 Millionen Mark im Juni, d. h. um etwas mehr als 5 v. H. erhöht. Auch hier beruht die Steigerung zum ausschlaggebenden Teil auf einer Zunahme des Volumens. Bei der Beurteilung dieser Steigerung ist zu berücksichtigen, daß die Ausfuhr in den Vorjahren im Juni regelmäßig rückgängig war. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres hat die Ausfuhr um 111 Millionen Mark zugenommen. Die Steigerung der Ausfuhr von Mai zu Juni entfällt zum größten Teil auf Fertigwaren, und zwar waren an der Zunahme hier sowohl Vorerzeugnisse als auch Enderzeugnisse beteiligt. Daneben sind vor allem im Bereich der Gruppe Rohstoffe die Lieferungen von Kohle gestiegen. Bei Halbwaren und Erzeugnissen der Ernährungswirtschaft hielten sich die Veränderungen in engen Grenzen. Die Handelsbilanz, die im Ma, mit 8,5 Millionen Mark aktiv war, schließt im Juni nut einem Einfuhrüberschuß von 23 Millionen Mark ab. .. Im ersten Halbjahr 1 937 betrug Die Einfuhr 2519 Millionen Mark, die Ausfuhr 2711 Millionen Mark. Die Handelsbilanz schließt daher mit einem Ausfuhrüberschuß von 192 Millionen Mark ab. Die Aktivität lag damit um rund 61 Millionen Mark über der des gleichen Dorjahresabschnitts (131 Millionen Mark). 21. ;1uU ■21 niti'd)p 'Jii'heruno tteir | Bries Brief 0,720 5,706 62,36 49.05 11,265 63,96 57,11 17,02 8,669 2,492 Br-f 0,755 41,95 0,168 47,20 55,41 47,20 12,415 5,49 9,339 137,51 13,11 20 Juli Amtliche Rvlieru na SM- 'S 215 115 121,75 105 Amtliche Rviierune 21. Iuü Amiliche'Avtierunc >8elk | Brief foürfungen davon. Kreis Alsfeld. ; * Alsfeld, 21. Juli. Der hier beim Autobahn- ; iger Alsfeld beschäftigte 23jährige Hilfsarbeiter '.Ihilipp P l ö ß e r erlitt bei feiner Arbeit schwere Jinere Verletzungen und mußte in die Chi- uirgische Klinik nach Gießen gebracht werden. # Aus dem oberen Ohmtal, 21. Juli. !ie Roggenernte hat überall begonnen. Die limbeeren und Brombeeren in den Wäl- Itrn zeigen reichen Behang. Es wird eifrig ge- immett. Die Spatzen und Stare wirken sich j$r immer mehr zu einer Landplage aus. Auf i in reifen Gerstenfeldern kann man sie allenthalben fcä ihrer Schcwlingsarbeit sehen. —.— Homberg, 21. Juli. Am Willi - We - b?r - Gedenk st ein bei Nieder-Ofleiden fand ehe Gedächtnis stunde statt. (Willi Weber, dir in der Nacht zum 17. Juli 1932 mit seinem Als- f, der SA.-Sturm marschierte, wurde bei Nieder- L leiden aus dem Hinterhalt von Kommunisten er- sciossen.) SA., NSKK. und Arbeitsdienst hatten bei [bar Feier Aufstellung genommen, stark war die Be- tdligun'g aus Alsfeld. Die Alsfelder SA.-Kapelle h.elte das Lied vom guten Kameraden, (Befolg- je aftsfüfjrer Bindewald hielt eine kurze An- p-adje; er wies auf die Treue des Gefallenen hin md forderte zu gleicher Kampfbereitschaft auf. ersturmbannführer Trips (Alsfeld) sprach über bin Sinn und die Bedeutung der Feier. Gemeinsam wirDe zum Schluß das Horst-Wessel-Lied gesungen. - Auf den Schießständen der Hornberger Lchützengilde wurde am vergangenen <5onn- tig das Unterkreisschießen ausgetragen. Innnfchaften aus Homberg, Heschersbach, Otter» b:rf) und Hainbach nahmen daran teil. Die Schützen SCHWARZ-WEISS das neue selbsttätige WASCHMITTEL Normalpaket 28 Pf. für alle Wäsche • Wäscht ohne Zusatz von Doppelpaket 55 Pf. Seife und Seifenpulver. Garantiert ohne Chlor Hersteller: P. Jos. Möbs, Seifenfabriken, Gießen Frankfurt a. M. Schluß Wux. kurs börie :rud)t steht, im Gegensatz zum vorigen Jahre, ücht gut und aufrecht, so daß die Maschinen fast Herall in Tätigkeit treten können. Der Körnerer- ! -flg wird voraussichtlich bei allen Getreidearten vsfer sein als 1936, dagegen ist das Stroh nicht ", lang. Zu den Erntearbeiten wurden 16 Artz its dien st männer hier einquartiert, die den Damm Deutsche Neichsanlethe v. 1927 4’d Deutsche Reichsani. von 1934 <ä% Deutsche Reichsschatzanwet- Rungen von 1935 . ...... <••:% Deutsche Reichsschatzanwei- llungen von 1935, II. Folge ... <$% Deutsche Reichsschatzanwet- ifungen von 1936, III. Folge .. ie% Doung Anleihe von 1930 .. :% Preuß. Gold-Komm. R. 20 I Mo Darmstädter Komm.-Lan- I !«esbank R. 6................ I »«tsche Kvmm.-Sammel-Anleihe L Uuslos.-Rechte I.............. I *•; % Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 I tj.% Franks. Hyp. Gold-Komm. I 061.2 3.................... »):% Franks. Hyp. Liquidation | Soldpse..................... 6:.% Rheinische Hyp. Liquidation | JSoIbpfe..................... ■-uergutichein-Berrechnungskurs Schluß! Mittag. börie 21 7. 230,5 151,25 159,5 167 132,5 160 228,5 151 158 166-5 132 160 230 151,5 160 166,65 133 227,5 150,5 157 166,65 133 191 190,75 191 191 138,75 138,25 139,25 138,65 — 123,4 121,25 153 152 153 152 261,5 261 — —— 167.75 167,5 — —— 136 135,9 135,4 135,5 156,5 156 156,25 156,25 170 169 170 169 142 141,5 142 141 157 157 157,65 157,25 152,5 152,65 152,5 152,4 55 -- 54,65 54,65 180 179.5 180 179-5 129 129 129,25 128,75 150,5 150,5 150,65 150,65 142 142 142 142,5 122,5 122,75 122,5 138,5 139,25 138,9 — 162 161 133 132,5 133 132,5 95,5 95,5 — — 128,65 127,75 128,4 127,75 150,25 152,5 152,5 152,75 157 156 157,5 156,25 — 114,5 114,25 _ — 234,5 235 132 132 — — 157 157 156,65 157 135 134,65 134,5 134,13 152,5 151,5 167 167 167 166,5 179 179 179,5 179 — 102,5 102,75 — — 226,29 225,25 124,5 123,75 124,4 123,75 60,25 60,25 60,9 60,25 122,75 122,75 123,4 122 163 162,5 163.5 163,1- 32,5 32,9 32,75 32,9 dagegen lagen Metallgesellschaft 0,75 v. H. leichter. Am Elektromarkt waren AEG. mit 134,90 (135) knapp behauptet. RWE. verloren 0,40, Lechwerke 0,75 d. Sy Andererseits stiegen Schuckert um 0,50 v. Sy, Gesfürel um 0,25 o. H. an. Von Bauwerten gewannen Cement Heidelberg 0,50 o. Sy, während Jul. Berger 0,50 v. Sy zurückgingen. Auf den übrigen Marktgebieten lagen u. a. Zellstoff Waldhof 0,40 o. H. schwächer, Westdeutsche Kaufhof mit 60,25 unverändert. Reichsbank befestigten sich auf 215 (214,50). Einen stärkeren Kursanstieg hatten noch Rheinmetall mit 159,50 (156,50) zu verzeichnen. Am Rentenmarkt lagen Kommunal-Umschul- dung mit 94,20 gut behauptet. Reichsaltbesitz erhöhten sich auf 126,40 bis 126,50 (126,20). Im Verlaufe bröckelten die Kurse am Aktienmarkt leicht ab. Vereinigte Stahlwerke gingen auf 123,75 nach 124, IG. Farben auf 169,75 nach 170,25 zurück. Von den später zur Notiz gekommenen Werten notierten BMW. mit 150,40 (150,75), Deutsche Erdöl mit 152,50 (153). Die ab heute im amtlichen Verkehr eingeführten Vereinigte Deutsche Metallwerke (VDM.--Aktien kamen mit 176 (am 20. Juli 1937 im Freiverkehr 174,50 bis 175) zur Notiz. Am Rentenmarkt erhöhten sich Kommunal- Umschuldung im Verlauf auf 94,30 (94,20). Von Liquidationspfandbriefen lagen Meininger 0,13 höher, ebenso Pfälzer Hyp. Gold waren gestrichen Geld (100). Reichsbahn-Vorzugsaktien konnten sich um 0,40 v. Sy auf 127,50 befestigen. Im Freiverkehr wurden Ufa Film mit 72,25, Adlerwerke Kleyer mit 116 bis 116,25 (116,75 bis 116,40) genannt. — Tagesgeld unv. 2,25 o. Sy Abendbörse behauptet. Bei ruhigem Geschäft lagen die Aktienkurse an der Abendbörse gegenüber dem Berliner Mit- tagsschluß behauptet. Kurssteigerungen hatten u. a. Bemberg mit plus 1 v. Sy, Demag, Verein. Stahlwerke, Hoesch, Goldschmidt mit je plus 0,25 o. H. zu verzeichnen, während Buderus um 1 v. Sy, Conti Gummi, Gesfürel und Metallgesellschaft 0,25 d. Sy, Junghans 0,50 v. Sy leichter lagen. Am Einheitsmarkt waren VDM. zu 177 (176) gesucht. Der Rentenmarkt lag wenig verändert. Reichsaltbesitz kamen mit 126,65 (126,75, in Frankfurt 126,50) zur Notiz. 5prozentige Jndustrieobliga- tionen wurden zu unveränderten Kursen umgesetzt. Farbenbonds notierten mit 134,90. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 21. Juli. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W13 211, W16 214, W19 218, W 20 220; Roggen R 12 187, R 15 190, R 18 194, R19 196 — Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Weizenmehl Type 812 W 13 30,00, W 16 30,10, W 19 30,10, W 20 30,45; Roggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 — plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60, Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 19 11,10, W 20 11,20; Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R 19 10,50 — Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Treber getr. 14,00 — Höchstpreise ab Erzeugerstation; Heu, gut gesund, trocken, alte Ernte 5,50, neue Ernte 4,40 bis 4,60, Heu drahtgepreßt alte Ernte 5,90, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt —, gebündelt 2,20 bis 2,40. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 22. Juli. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 864 Rinder (142 Ochsen, 118 Bullen, 413 Kühe, 171 Färsen), 1199 Kälber, 45 Hämmel, 30 Schafe, 86 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 44, Kälber 30 bis 65, Hämmel 40 bis 50, Schweine 51,50 bis 55,50 Mark. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 569: 12 neue Normblätter über Aluminium-Halbzeug und Technische Lieferbedingungen dafür. — 570: Prüfungsanforderungen für die Berufe: Holzformenmacher, Achatbohrer, Zinkdrücker, Schäfter, Laufschlosser. — 571: Die endgültigen rumänischen Einfuhrquoten für das dritte Vierteljahr. Buntes Allerlei. Die Schlange als Vogelsteller. In den Urwäldern von Uganda (Ostafrika) gibt es Schlangenarten, die die Erjagung ihrer Beute einem merkwürdigen Instinkt verdanken. Es sind unter anderem die Bitis masicornis und die viel größere Bitis gabonica, beides sehr giftige Arten, die aber glücklicherweise im allgemeinen sehr träge sind; in 'Augenblicken der Wut freilich sind sie furchtbare Feinde. Die der großen Art werden bis 1,50 Meter lang; man findet sie meistens auf der Erde zusammengerollt unter verdorrtem Laub, wo sie wochenlang bleiben, ohne sich zu rühren. Die Exemplare der kleineren Art sind mit hornartigen Stempeln versehen, und man trifft sie gewöhnlich im Dickicht. Auf einer Forschungsreise beauftragte der englische Gelehrte Guthbert Christy seine Leute, ihm einige Schlangen von beiden Arten zu besorgen, um eine bestimmte Menge von ihrem Gift zu erlangen und die Häute zu sammeln. Die Leichtigkeit, mit der die Eingeborenen diese giftigen Tiere fingen, überraschte ihn. Aber als er die Leute fragte, wie sie das anfingen, verstand er nur die Worte: „Vögel im Laub". Er entschloß sich also, selbst mit in den Wald zu gehen und sich an den Ort führen zu lassen, von dem sie die Schlangen gebracht hatten. Als sie dort anlangten, wiesen ihn die Eingeborenen auf eine Menge von Kletterpflanzen, dem Geisblatt ähnlich, die sich an dem Gestrüpp emporrankten. Als er die Pflanzen näher betrachtete, bemerkte er, daß an allen Teilen Hunderte von Früchten hingen, die sich bei der leichtesten Berührung an seiner Kleidung anhefteten, so wie an alles, was sie auch nur ganz wenig berührte. Anfangs konnte er nicht begreifen, welch ein Zusammenhang zwischen diesen Pflanzen und den Schlangen bestehen mochte, aber sicherlich gab es einen, denn er sah mehrere Schlangen unter dieser geheimnisvollen Pflanze liegen, obwohl man in afrikanischen Wäldern sehr selten auf die Schlangen stößt. Von den Eingeborenen erfuhr er den Zusammenhang, den ihm später eigene Beobachtungen bestätigten. Wenn kleine Vögel über die Pflanze hinfliegen, so heften sich die Früchte an sie, halten sie fest oder beeinträchtigen doch wenigstens so stark ihre Bewegung, daß die Tiere nicht weiter fliegen können, auf der Erde herumhüpfen und nun leicht von den Schlangen gefressen werden. Die Schlangen wissen das und wählen deshalb ihren Aufenthalt mit Vorliebe unter diesen Pflanzen. Die Schlangen sind vermöge ihres Instinktes imstande, zu erkennen, in welchen Gegenden diese mörderische Pflanze, die die Gelehrten Pisonia aculeata nennen, wächst, oder sie haben vielleicht durch Erfahrung gelernt, daß sich unter diesen Pflanzen die in ihrer Bewegung gelähmten Vögel finden, die ihnen leicht zur Beute werden. Gaunerfrechheit. Eine Villa in der Umgegend Glasgows wurde zu nächtlicher Zeit von Einbrechern mit ihrem Besuch beehrt. Ihre Parole war: Erst das „Geschäft" und dann das Vergnügen. Dementsprechend steckten die Gauner zunächst für etwa 15 000 Mark Silbergeräte ein, dann erquickten sie sich an Speis und Trank, kochten sich einen erstklassigen Kaffee und Kugel Besprengen oder Aufwischen des Bodens sowie durch nasse Tücher, die man zwischen Fenster spannt. Kühlung von Getränken erreicht man, wenn kein Eis vorhanden ist, durch Einwickeln der Flaschen in mit Salzwasser angefeuchtete Tücher, worauf man die Flaschen in Zugluft stellt. Bowlen werden schneller gekühlt, wenn man einen Teller mit Eis auf das Dowlengefäß stellt. Kugel, Bezeichnung für die Hinterkeule beim geschlachtetenRind, eines der wertvollsten Fleischstücke. Kuhpocken. Sind eine durch wiederholte Tierpassage abgeschwächte Form der Menschenpocken. Beim Kalb erzeugen die Mcnschenpocken nur eine örtliche Erkrankung und durch weitere Impfung von Kalb zu Kalb wird der unbekannte Erreger der Menschenpocken so abge- schwächl, daß er unbedenklich Menschen eingeimpft werden kann. Siehe Impfung. Kukuruz, in den Ursprungsländern Bezeichnung für Mais. Kulinarisch, entbehrliches lateinisches Fremdwort mit der Bedeutung „auf die Kochkunst bezogen". „K. Genüsse" sind Genüsse der Küche und Kochkunst. Kumarin, farblose Kristalle, der Auszug der Duftstoffe des Waldmeisters, wird als Ersatz bei der Zubereitung von Maiwein sowie bei Parfümerien verwendet. Kümmel, Samengewürz aus zweijähriger Pflanze, die im ersten Jahr nach der Frühjahrssaat Wurzeln und Blätter und Kündigung im zweiten Jahre Blütendolden und Samen bildet. Kümmelblättchen, verbotenes Kartenglücksspiel, bei dem Unerfahrene meist betrogen werden. Kümmelöl, Auszug aus Kümmelsamen, dient zur Zubereitung von Kümmellikören. Kumys, Milchwein, andere Bezeichnung für Kefir. Kündigung. DieKündigung eines Dienstvertrages richtet sich nach den mit den Dienstverpflichteten getroffenen Vereinbarungen. In Ermangelung solcher sind für die Kündigung die gesetzlichen Vorschriften maßgebend. Darnach kann ein Dienstverhältnis von jedem der Vertragsteile gekündigt werden: wenn die Vergütung nach Tagen bemessen ist, an jedem Tag für den folgenden. Ist die Vergütung nach Wochen bemessen, so ist die Kündigung nur zulässig für den Schluß der Woche (Samstag), und zwar muß sie erfolgen spätestens am Montag. Ist die Vergütung nach Monaten bemessen dann' kann nur für den Schluß des Monats (30. oder 31.) und zwar muß spätestens am 15. gekündigt werden. Ist die Vergütung nach längeren Zeitabschnitten bemessen, so kann nur auf Schluß des Kalenderoierteljahres (31 März, 30 Juni usw ) und zwar unter Einhaltung einer Frist von sechs Wochen gekündigt werden. Dies gilt bei Lehrern, Erziehern, Gesellschaftern auch dann, wenn die Vergütung nach kürzeren Zeitabschnitten als Vierteljah- 2W Line neue Kühlglocke. Sie hat einen Frottö-Ueberzug, der Wasser aufsaugt. Butter wird m der Sommerhitze durch die Wasserverdunstung kühl gehalten und wird nicht weich. Lassen Sie sich diese neue Kühlglocke bei Häuser mal zeigen. 3- D. Häuser. Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. spielten Billard. Einer von ihnen hatte dabei das Malheur, ein Loch in das grüne Tuch zu stoßen. Beim Abschied hinterließen die Kerle eine Karte, aus der zu lesen war: „Wir bitten sehr um Verzeihung, daß einer von uns das Unglück hatte, beim Billardspiel das Tuch zu beschädigen. Wir haben schon unserem Genossen, der immer ein miserabler Spieler war, den Standpunkt energisch klargemacht. Um aber den Schaden einigermaßen auszugleichen, fügen wir ein Pfund diesem Anschreiben bei." Tatsächlich lag neben der Karte eine Note. Eine andere Bande hinterließ in den Häusern, wo sie ihrem lichtscheuen Gewerbe nachging, Briefe, in denen sie herbe Kritik bezüglich der eingenommenen Speisen übte. In einem Landhaus war bei ihrer Visite der Tisch noch nicht abgedeckt und die Speisen kaum berührt. Doch die Gauner schienen an dem Essen keinen Gefallen gefunden zu haben, denn sie klagten darüber mit nachstehenden Worten: „Zum Besten Ihrer eigenen Verdauung raten wir Ihnen ebenso höflich wir dringend, Ihre Küchenfee sofort zu entlassen. Nicht eine einzige Schüssel hat das Frauenzimmer ordnungsgemäß zubereitet; saubere Bestecke scheint sie überhaupt nicht zu kennen, denn wir waren, wie Sie bemerkt haben werden, genötigt, den Schmutz und selbst Grünspan am Tischtuch abzuputzen. Das einzig Genießbare war der Wein; die Sorte hat uns soweit behagt. Im übrigen hoffen wir, daß beim nächsten Male alles in besserer Ordnung ist und wir der Hausfrau nebst dem Personal und insbesondere der Küchenperle, das Zeugnis um einige Noten verbessern können." Recht abfällig äußerte sich ein Einbrecher über die in einer Village getroffenen Sicherheitsmaßregeln gegen den Einbruch. Er schrieb: „Verehrter Herr! Sie haben, wie die in ihrem Tresor vorgefundene Rechnung des „Fabrikanten" dartut, über 2000 Mark für elektrische Signalglocken, Tresorversperrungen usw. verausgabt. Das Geld ist glatt weggeworfen, denn wie Sie bemerken werden, gelang es mir mit Leichtigkeit, die Hindernisse außer Betrieb zu setzen. Der Mann, der Ihnen die Anlage machte, ist entschieden ein Gauner, denn die Arbeit verrät den Pfuscher, sie ist absolut minderwertig und beweist, daß der Installateur es nur auf Ihren Geldbeutel abgesehen hatte. In Ihrem .dreimal gesicherten Geldschrank' fand ich leider nur 700 Mark vor. Den Betrag lassen Sie sich am besten von dem Meister', der die famosen Abwehrmaßregeln traf, zurückerstatten." Vom grönländischen Moschusochsen. Ein wertvolles Tier der amerikanischen Polargebiete und Grönlands, der Moschusochse, ist durch rücksichtslose Jäger in seinem Dasein bedroht, und in der Times werden nachdrücklich Schutzmaßnahmen der dänischen Regierung gefordert. Wenn ein Eskimo ohne dringendste Notwendigkeit einen Moschusochsen tötet, so droht ihm eine Geldstrafe von zehn Kronen, ungefähr ein Zwanzigstel seines durchschnittlichen jährlichen Einkommens. Leider ist es trotz der ernstlichen Vorstellungen vieler Zoologen noch nicht geglückt, em Gesetz durchzuführen, das das Abschlachten durch Europäer gleichermaßen unter Strafe stellt. Schuld daran ist zweifellos die Befürchtung der dänischen Regierung, daß Schutzmaß- Der Moschusochse ist in Grönland bis auf ein 9 im der Ostküste umfaßt, 8ehinbi lien . ©taube log. ' tunbii nichts Itinem $ düng e Such heute g, das n der »eueln orrcho ffieln für IÄ<*I Säfen anspo 9t als und d< pori neu ich nicht jungen icht d jr gec ]S(u) Roten m Gesc! nur l nnern Veit d> sich h" il'djem i Steifer Snzweis ngen D5. 01 Kto wie ü W1 Mttie' V*. meinen entschließt. Die Verteidigung einer Herde beim Angriff spielt sich stets so ab, daß ein Kreis gebildet wird, inne> halb dessen sich die Jungen befinden. Dies ist zwaf eine wirksame Maßnahme gegen Bären und Wölfe, doch vollkommen nutzlos gegen Feuerwaffen. Wenn nur noch einige Jäger, verlockt durch den leichten Gewinn, sich weiter an diesen Massenmorden bei teiligen, da große Nachfrage nach dem Fleisch und seitens Zoologischer Gärten und Tierhandlungen nach Kälbern besteht, so ist bei der Zusammendräni gung auf so begrenztem Gebiet das Schlimmste, die völlige Ausrottung in kürzester Zeit zu befürchten. Wie rasch solche Zerstörung fortschreiten kann, be« weist die Feststellung des Professors der Zoologie Jensen von der Universität Kopenhagen, daß in einem bestimmten Jahr der Bestand des sehr viel scheueren Renntieres um 37 000 Exemplare Den mindert wurde. Ein Jäger allein tötet wohl 500 Moschusochsen jährlich. Abgesehen von Grönland, ist der Moschusochse,j der früher die arktischen Regionen Europas unb Asiens bewohnte, nur noch im arktischen Kanad vertreten, wo er aufs schärfste von der Regierung geschützt wird. Da die Tiere in Alaska völlig aus» gerottet waren, versuchte die Regierung der Ver einigten Staaten, sie dort wieder einzuführen durch! Aussetzung einer Herde von 40 Kälbern, die do Norwegen in Grönland gefangen werden mußten um diese Kälber zu erlangen, wurden aber ganz Herden zerstreut und getötet. „Baden bei Todesstrafe verboten!^ 3n diesem Sommer feiert Pillau. die Hafenftadl Königsbergs und Station des „Seedienstes Ost Preußen ", sein hundertjähriges Bestehen als Seeba Denkwürdig ist dabei die wohl einzig dastehend Tatsache, daß das Baden am Pillauer Strand bii dahin streng, ja ursprünglich sogar bei Todesstrafe, verboten war — des Bernsteins wegen! Erst im Sommer 1837 fiel das Badeverbvt an der ost' preußischen Dernsteinküste. Pillau feiert sein Jubiläum als Seebad mit einer Reihe festlicher Veranstaltungen. So ist ein Festzug vorgesehen, der vom Bernsteingericht bed Deutschen Ritterordens bis zu der Zwickelverordnuns der Shstemzeit lustige Bilder aus dem Badeleben der letzten fünf Jahrhunderte zeigen wird. Ruch wird ein Wettbewerb ausgetragen, desien Kämp- ser u. a. eine Karre mit Ziegelsteinen 100 Meter weit schieben und fachgerecht abladen müssen. kurzem sah man u..v. , , Moschusochsen im Norden dieser großen Einbuch, tung. Kapitän Ejnar Mikkelsen, der Erforscher bfr ostgrönischen Küste, jetzt Inspektor von ganz Os!, grönland, schätzt die Zahl der Moschusochsen auf 11 000. Eingeschlossen in den schmalen engen Durch, gang zwischen den Eishöhen und dem Meer, finb sie so leicht und gewinnbringend zu töten,' daß sie dem unvermeidlichen Untergang geweiht sind, wenn die Regierung sich nicht zu durchgreifendem Schuz nahmen für den Moschusochsen zu Unstimmigkeiten [ 7 mit der norwegischen Regierung führen könnten. 1 Der Moschusochse ist in Grönland bis auf ein [iK, m Gebiet, das ein Fünftel der Küste von Kap May « Norden bis zum Scoresdy Sund in der Mille -j^/ Ostküste umfaßt, ausgestorben. Noch bis vor £ jem sah man zahllose Spuren und Gebeine dec Neues für den Büchertisch. — Der Neue Brockhaus, Allbuch in vier Bänden und einem Atlas. Band II: F—K, ermäßigter Vorbestellpreis 10 Mark für die Ganzleinenausgabe. I. A. Brockhaus, Leipzig. — (123) — Der „Neue Brockhaus" ist Meister in der Kunst, das zu bringen, was der Mann oder die Frau von heute, was die aufstrebende Jugend in ihm sucht. Der vorliegende zweite Band zeigt dies deutlich. Hier ist ein Nachschlagewerk im Entstehen, das trotz seiner Beschränkung auf vier Bände und einen Atlas hohen Ansprüchen genügt. Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie durch das Drehen der Nummerscheibe am Fernsprecher die Verbindung zustande kommt? Oder wie der Werdegang der Kunstseide ist? Wenn Sie sich mit einem Kraftwagenfahrer unterhalten, werden Sie bald Worte hören wie „Gänge", „schalten", „Kupplung" — was ist das? Ein Flieger erreicht sein Ziel durch Funkpeilung — wissen Sie darüber Bejcheid? Das Allbuch bringt seine Darstellungen in einer Form, die auch den Laien schwierige Probleme begreifen läßt. Das ist überhaupt die Stärke des Brockhaus, daß er in einer Sprache redet, die alle verstehen. Ob wir uns über die Farbenlehre, das Gerichtswesen in Deutschland, über die Bedeutung von Matthias Grünewald, über die Berufsausbildung eines Ingenieurs oder über das Isländische Schrifttum unterrichten, ob wir wissen wollen, wie man Honig aufbewahrt, wie die Kohleverflüssigung vor sich geht, welche erste Hilfe bei einem Kreuzotterstich zu leisten ist — nie läßt uns das Allbuch im Stich. Zudem wird durch die Aufnahme aller deutschen Wörter, auch der alltäglichen und mundartlichen, ein bedeutender Dienst an der deutschen Sprache geleistet. Der ,Neue Brockhaus" erklärt schwierige Begriffe im „sprechenden Bild". Die Ausstattung eines Bandes mit Abbildungen ist groß (über 2000 auf etwa 800 Seiten), bunte und einfarbige Tafeln wechseln in lebendiger Folge mit Textabbildungen, Wiedergaben nach Photographien mit Zeichnungen erster Künstler. Vorzüglicher Druck und die geschmackvolle Ausstattung seien nicht unerwähnt. — ,A u s heiterem Himmel", die Luftfahrt aller Völker in Karikatur und Humor, das lustige Fliegerbuch von R. Roeder und P. S) e n z e. (Kommissionsverlag Emil Krug, Leipzig. Geb. 3 75 Mark.) —(579) — Ein lustiges Buch, das auf 100 Seiten mit etwa 100 Bildern und luftigen Reimen die Fliegerei von der heitersten Seite zeigt Etwa 100 typische Fliegerwitze geben dem unterhaltsamen Büchlein eine weitere Bereicherung. Für jung und alt eine fröhliche Lektüre. — Bruno Sy Bürgel: Das Weltbild des modernen Menschen. Das All. Die Erde. Der Mensch. Der Sinn des Lebens. 45. Tau- Md. Preis Ganzleinen 4,50 Mark. Verlag Ullstein Berlin. — (132) — Was wissen wir von der Entstehung und Entwicklung der Erde und des Lebens? Prüfen wir uns aufrichtig, so müssen wir uns eingestehen, daß unser Wissen vom Werden des Menschen und vom Weg unseres Geschlechtes nicht ohne Lücken ist. Wir suchen dann immer die Meirichen, von denen wir glauben, sie könnten uns den Sinn des Lebens enträtseln helfen. Wir glauben der Naturforscher, der Philosoph soll unser' Führer sein. Bruno H. Bürgel, Gelehrter und Philosoph der Sternkunde und Weltenforschung, sagt km Vorspruch seines Buches der Ausspruch Kants: Die größte Angelegenheit des Menschen ist, zu wissen wie er seine Stelle in der Schöpfung gehörig und recht verstehe, was man fein muß, um ein Mensch rü .i"' je*tete ih" bei der Herausgabe. Der bescheidene Umfang dieser Schrift schön schließt es aus, bis in die letzten Einzelheiten der Probleme; einzudringen; das ist eingehenden Spezialwerlm Vorbehalten. Hier sollte nur der Versuch gemach«! werden, das kaum noch überblickbare Wissen unserer Zeit über Makrokosmos und Mikrokosmos, über bas All und die Erde, über die Entwicklung um« feres Planeten, über das Leben, über die Rätsel, die den Menschen umgeben, in einer Gesarntschan dem interessierten Laien nahezubringen und das ist in hervorragendem Maße gelungen. — "D i e Vortrecker" („Der Südafrikanische Lederstrumpf" Band 1), kart. 3,60, gebt). 4,80 Mk_, und „Die deutfche Landnahm e" („Der Süfr- afrikanische Lederstrumpf" Band II), kart. 4 gebb. 5,20 Mark. Von Bernhard Voigt. (Verlag 'fiutnu. Voggenreiter, Potsdam). — (569) — In diesen Bia- chern erzählt ein alter Afrikaner, ein Mann, der als ausgezeichneter Kenner Süd- und Südwestasti.- kas gilt, der einst als Leiter an der Spitze des gesamten Schulwesens Deutsch-Südwestafrikas ftanb. 3n dem ersten Band seines „Südafrikanischen Lederstrumpfs" (Die Vortrecker) schildert er den großen Zug der Buren vor 100 Jahren in das San» der Zulu, der zweite Band berichtet über die deutsche Landnahme in Südwest. Die weite füdafrikani- sche Landschaft mit ihren großen Reizen, aber auch mit ihrer Kargheit und Spröde und ihrer flint* mernben Sonnenglut sieht das geistige Auge des Lesers dank der vollendeten Gestaltungskraft des Verfassers greifbar nahe, zugleich werden die Men- sthen dieses Landes, die Bauern, Soldaten unb Jäger, die Eingeborenen und der Zusammenprall zweier Rassen mit all seiner Tragik in meisterhafter Schilderung dargestellt. So wird hier dem Menschen im deutschen Mutterland durch einen berufenen unb erfahrenen Sprecher deutsches Schicksal in Südwestafrika eindringlich nahegebracht, zugleich auH gezeigt, was jenes wunderbare südwestafrikanischll Kolonialland für uns als Volk und Reich bedeutet hat und allezeit bedeuten wird. Zwei vortreffliche Bücher, denen man viele Leser wünschen muß. , — Die neue Mongolei. Nach Joseph Geletas Tagebuch von Ladislaus Fordath. Mit 51 Abildungen. (Schützen-Verlag, Berlin.) — (5) — Der Leser dieses Buches erlebt im Geiste die überaus wechselvollen Schicksale des ungarischen Ingenieurs Geleta mit, der mit Hilfe von russischen' Schmugglern aus bet russischen Kriegsgefangenschaft: entkommt, über die mongolische Grenze gelangt uni1 rln»n-?*e !Me Mongolei mit der ganzen Ausschlieh" 1 leine höchst abenteuerliche Reise mit sich bringt. Land und Leuste werden in bem -ourf)6 außerordentlich anschaulich geschildert, ebenso« emdnnglich die mannigfachen inneren Auseinandersetzungen und Aufbauschwierigkeiten während der fast zehnjährigen Zeit Geletas in jenem Lanbe. Ueberaus fesselnd ist tue Art, in der die oiel- talhgen Abenteuer erzählt werden, so daß der Leser erfüllt ^bmsberichts stets von großer Spannung Einfache Buchführung für Hanb- s k s b e t r i e b e, Heft 6 der Schriften bes Deutschen Handwerksinstituts, Berlin. (Verlag füll c unö bewerbe G. m. b. Sy Berlin-Li'chter- felbe 1 Preis 0,90 Mark.) — (597) — Der Reichs- stand des Deutschen Handwerks hat diese Schrift als Grundlage für Aufbau handwerklicher Buchführungen) bestimmt. Der Zweck und die Zusammenhänge der Vuchfuhrung, sowie die Einrichtung der einzelneir Buches sind in allgemein verständlicher Form erklärt. Durch anschauliche Beispiele wird in die Pra- £is der Buchhaltung eingeführt. Htr seit Wen s iss niemt wefen mäi ' heute n goon der Mionen Pirole H daß an '.Ischastk Uierung d in Sollte * Ms eir üfnmi!rf)u selbst au marfierfe ' ’üt, gen frort stark T^djte, Df InbireHer Wn sich Hol anbiei Votier Mrm & iv'hn EM iE "’iäti iS 6 Il.'H Lr & flfekNebi,