Nr.93 Erstes Blatt 187. Zahrgang Donnerstag, 2?. April 1957 Er» (heim rüg »ich. autzei Sonntags and feiertags Beilagen Die 3Uu|trierte Gietzen« ^amilienblättei Heimat im Bild Die Scholl« Monatr-Vezugrpreis: Mil 4 ‘Beilagen ‘KUl 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer GewaV Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VruL und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Such- und Stcmörutfcrei R. Lange in Gietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze T Annahme oon Anzeige« für Oie Mittagsnummer bis8'/.UHr Oes Vormittag» GrunOprefte für 1 mm höhe für Anzeigen oon 22 mm Brette 7 Npf., tut Text« anzeigen oon 70mm ‘Breite 50Rpf.,Platzvorschrift nach oorh Bereinbg. 25° p mehr. Ermästigte Grundpreife: Stellen-., Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps, Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Mutter und Kind im Mittelpunkt der Fürsorge von Staat und Volk. Die helfende Hand dem Gesunden, dem Werdenden und dem Kommenden. Berlin, 21. April. (DNB.) Zur Eröffnung des neuen Arbeitsjahres des Hilfswerkes „M u t - ter und Kind" versammelten sich die Gauamtsleiter und die Gaufrauenschaftsleiterinnen der NSV. sowie die Kreisleiter aus dem ganzen Reich im Reichstagsgebäude. An der Veranstaltung nahmen viele Vertreter des Staates und der Partei, insbesondere des Gesundheitswesens, teil. Reichsminister Dr. Goebbels schilderte die nationalsozialistische Wohlfahrtspflege, die sich die Aufgabe gestellt hat, Krankheiten an ihren Ursachen und Wurzeln anzupacken. Selbstverständlich sei es nicht möglich gewesen, mit der Machtübernahme durch den Nattonalsozialismus in einem großen Erneuerungsakt auch die gesamte Umstellung der sozialen Fürsorge sofort vorzunehmen. Schritt für Schritt sei man den Schäden zu Leibe gerückt, ohne sich von der Vielfalt und Unübersichtlichkeit der Probleme beirren zu lassen. Für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes hat das deutsche Volk Summen aufgebracht, die von Jahr zu Jahr angestiegen sind, allmählich ist auch die Zahl der zu betreuenden Volksgenossen immer geringer geworden. Die dabei übrigen Mittel sollten nun für die eigentliche nationalsozialistische Volkswohlfahrt verwendet werden. Die NSV. dürfe nicht dahin ausarten, das Kranke zu kultivieren und in ein System bürgerlicher Almosengesinnung zu verfallen, sondern müsse d i e helfende Hand dem Gesunden, dem Werdenden und dem Kommenden zuwenden. Es gäbe dabei keine größere Aufgabe als die der Fürsorge für Mutter und Kind 3m nationalsozialistischen Staat sollte es selbstverständlich sein, daß die kinderreichen Eltern Bürger er st er Klasse wären. Die Steuerermäßigungen und die erhöhten Lohnsätze für Kinderreiche entsprächen noch in keiner Weise den erhöhten Auswendungen der Eltern. Hier habe bis zum Einsehen neuer Gesetze die NSV. einzusehen. Sie habe vor allem tatkräftig einzugreisen, um die Ursachen der Krankheit beim werdenden jungen Menschen zu beseitigen, und habe dafür zu sorgen, daß die Kinder an Leib und Seele gesund erhalten werden. Der Führer selbst, erklärte Dr. Goebbels, ist gewissermaßen der Schutzpatron aller deutschen Kinder, die seit 1933 mehr als in den vorangegangenen Jahren in die deutsche Nation hereingeströmk sind. Sie wären niemals geboren worden, wenn nicht der Nationalsozialismus den Eltern die Hoffnung gegeben hätte, daß es ihren Kindern einmal besser gehen würde als ihnen selbst. Ihnen unsere Fürsorge angedeihen zu lassen, ist eine der sittlichsten Pflichten des nationalsozialistischen Staates. Das Hilfswerk „Mutter und Kind" soll unmittelbar in die Not des Tages eingreifen, und zwar nicht aus bürgerlicher Wehleidigkeit, sondern aus einem staatspoliti- schen Interesse heraus, das von der Ueberzeugung ausgehe, daß nur ein gesundes Volk eine gesunde Führung verstehen kann und daß nur eine gesunde Führung mit einem gesunden Volk eine gesunde Politik machen kann. Der Minister sprach allen an diesem sozialen Werk Beteiligten Dank und Anerkennung für ihre Arbeit im abgelaufenen Jahre aus. Diele Millionen von Müttern und Kindern dankten ihnen, daß sie von ihren Sorgen befreit und in ihrem Leben gesichert worden seien. Mit Mut und Zuversicht könne man auch an die Arbeit des nächsten Jahres herantreten. Die ganze Nation schließe sich dem Dank an, denn die Lösung dieses Werkes werde wieder einen ungeheuren Vorrat an Vertrauen für den Führer und für das nationalsozialistische Regime zeitigen und damit auch dem nationalsozialistischen Staat und seiner Führung die Möglichkeit geben, die schwebenden großen staatspolitischen Probleme zu lösen. Der Geschäftsführer des Hilfswerks „Muller und Kind", Amtsleiter A l t h a u s , erstattete den Rechenschaftsbericht des vergangenen Jahres, der erkennen läßt, wie segensreich dieses große soziale Werk der Selbsthilfe sich ausgewirkt hat. Der Arbeitsrahmen ist wesentlich erweitert worden. Die Gesamtzahl der Betreuten betrug 981881, das bedeutet eine Erhöhung gegenüber dem Vorjahr um 146 v H. Die Qahl der Hilfsstellen für Mütter und Kinder betrug 23 034 bie Zahl der Besucher dieser Hilfsstellen 2 824 932 Erwähnenswert ist besonders der verstärkte E'i n s a tz d e r N S. - G e m e i n d e s ch w e - stern in den Notstandsgebieten und Grenzgauen im Kampf gegen die Säuglingssterblichkeit. Durch die Wohnungshilfe wurden 135 196 und durch die Arbeitsplatzhilfe 14 739 Personen betreut. Die Zahl der betreuten w erb e nden M u t- ter unb Wöchnerinnen betrug 185 845, die der Säuglinge 99168. Zur Erholung verschickt würben 69 876 Mütter mit einer durchschnitt- lichen Erholungszeit von 26 Tagen. Die örtliche Erholungsfürsorge ist weiter ausgebaut worben, ebenso find neue Mütter- und Kinderheime eingerichtet worden. Zahlreiche Bauernkinderheime und Erntekindergärten wurden neu eröffnet. Die Arbeit der N S. - I u g e n d h i l f e hat einen weiteren Ausbau erfahren, die Beratungsstellen der Jugendhilfe sind von fast einer Million Volksgenossen in Anspruch genommen worden. Nicht weniger als 632190 Kinder wurden in Heime, Landpflegestellen und örtliche Erholungsstätten entsandt. Hauptamtsleiter H i l g e n f e l d t konnte feststellen, daß die Säuglingssterblichkeit in Deutschland seit 1933 von 7,9 auf 6,58 v. H. z u - rückgegangen ist und daß unter Berücksichtigung der ansteigenden Geburtenzunahme in den Jahren 1934 bis 1936 118 515 Kinder mehr am Leben erhalten wurden. Das berechtige zu der Hoffnung, daß Deutschland in wenigen Jahren unter allen Völkern die n i e d r i g st e Säuglingssterblichkeit haben werde. Eine finnige Mtterehnmg am GebmMage des Führers. * M I W W W NW 11 Mi 4' W> G D '/ xl:-' Der Geburtstag des Führers wurde in der Hauptstadt der Bewegung in besonderer Weise gefeiert. 21 000 Mütter im Alter von über 65 Jahren wurden von BDM.-Mädeln und der NS.-Frauenschaft in rund 100 Sälen gespeist. Die Motor-Brigade des NSKK. fuhr in rund 500 Wagen und 20 Omnibussen 2500 kinderreiche Mütter in Bayerns schöne Berge. (Scherl-M.) Lustschlösser über alten Kalischächten. Ein Wunderwerk deutscher Dolkswohlfahrt. Die Überschrift ist weder leichtfertig hingeschrie- ben noch ist sie ein billiges Lob. Sondern: das, was nahe der Stadt Lübtheen, die in der Süd- westecke Mecklenburgs gelegen ist, aus den Ueberbleibfeln eines gegen Kriegsende abgesoffenen Kalibergwerks entstand, ist ohne Zweifel ein Wunderwerk deutscher, nationalsozialistischer Volkswohlfahrt. Will man die Wirklichkeit dieses Wunders ganz begreifen, so tut man vielleicht gut daran, sich einmal im Geiste auszumalen, wie. wohl ein E r - holungsheim „Mutter und Kind" aussehen müßte, das die Bezeichnung Wunderwerk mit Recht verdient. Lassen wir also unserer Phantasie die Zügel schießen unb bauen wir uns ein Lustschloß. Das erste für ein Mütterheim müßte boch wohl sein, baß wir ein prachtvolles, villenartiges Gebäude mit vielen großen, weiten unb luftigen Zimmern errichteten. Durch brei Stockwerke müßten sich bie Zimmer erstrecken, bie an Behaglichkeit unb Ausstattung alles enthalten, was einem erholungsbedürftigen Frauenherz nur irgendwie begehrenswert erschiene. Also etwa: elfenbeinfarben lackierte Betten, Schränke unb Nachttischchen; weiße duftige Gardinen: geschmackvolle Beleuchtungskörper. 'Ferner: Wasch- unb Babegelegenheit in oder nahe den Schlafzimmern. Ein Treppenhaus, in das Helles, gleißendes Sonnenlicht fällt, mußte die Stockwerke verbinden. Im Erdgeschoß mußte eine Flucht von Zimmern mit Korbmöbeln, Tischen, Truhen, Teppichen, Bildern und Blumenoasen bereitstehen, um den Müttern tagsüber und abends als Aufenthaltsräume zu dienen. Auch ein Wintergarten durfte nicht fehlen. Der gemeinsame Speiseraum mußte ein hoher, holzgetäfelter Saal fein. Rings um das Haus müßte sich ein weiter Park erstrecken mit lauschigen Wegen, sanften Anhöhen, schattenspen- denden Bäumen, Ziersträuchern, Rasenflachen und blühenden Blumenbeeten. In einer solchen Umgebung, bei bester Verpflegung und in der Obhut erfahrener NS.-Schwestern könnten sich die Mutter während eines vierwöchigen Aufenthaltes vorzüglich erholen, sich stärken und gesunden Indessen: was wird aus dem Säugling, dem die erholungsbedürftige Mutter vor kurzem das Leben schenkte? Wird die Mutter ihr Kindchen da- heim lassen? Kaum! Also stellen wir — unsere Phantasie erlaubt es uns ja — neben das Mutter- beim ein Säuglingsheim. Statten wir es mit weißlackierten Bettchen und mit schneeweißer Wäsche aus; sorgen mir für einwandfreie Säuglingskost, vor allem für allerbeste Kindermilch. Unb lassen wir biefes Haus von erfahrenen Säuglingsschwestern behüten. Was könnte da den Säuglingen noch fehlen? Nichts! Aber vielleicht hat bie Mutter noch ein zweites Kinb? Etwa im Alter von 2 bis 6 Jahren? Was geschieht mit bem zweiten Kinb? Nichts einfacher als das! Wir errichten in Gedanken ein weiteres Haus für „Krabbelkinder". Dort bringen wir die zweiten Kinder der erholungsbedürftigen Mutter unter. Wiederum würden wir für weißlackierte Betten, schneeweiße Wäsche, aber auch für Spielzimmer sorgen; auch eine Kindergärtnerin würden wir in dieses Haus einsetzen, die hundert und mehr fröhliche Spiele kennt und mit den Kindern drinnen ober draußen im Park herumtollen würde. Wenn nun aber die erholungsbedürftige Mutter noch ein drittes ober gar viertes Kinb, vielleicht im Alter von 6 bis 14 Jahren hätte? Auch bas böte bei unserer Phantasie keine Schwierigkeiten! Wir würden eben neben das Müttererholungsheim. neben das Säuglingsheim, neben das Haus für die Krabbelkinder noch ein Jugendheim erbauen, und hätten uns jetzt — wer will es leugnen? — ein wahres Wunderwerk von einem Erholungsheim für ..Mutter und Kind" erdacht. Aber wo gibt es ein solches ideales Erholungsheim, in dem alles dicht beieinander liegt, und in dem für alles gesorgt ist? Nur kühnste Phantasie kann sich eben ein solches Wunderwerk von Erholungsheim erträumen! Nun: dort in der Südwest- ecke Mecklenburgs, nahe dem Städtchen Lübtheen, dort liegt unser Luftschloß und ist Wirklichkeit! Was aber mag ein solches Erholungsheim wohl kosten? Und welche Summen wird seine Verwaltung wohl verschlingen? Wer soll die Arbeit tun9 Und woher die Verpflegung nehmen? Hier, das muß schon gesagt werden, fängt das zweite Wunder an. Nicht nur, daß man aus den ehemaligen Villen der Bergwerksdirektoren, aus der alten, romantischen „Gipsmühle", aus dem ehemaligen Verwaltungsgebäude die herrlichsten Heime schuf und sie mit Hilfe opferbereiter Spender aus- ftattete; man verwandte auch die ehemaligen Be- amtenhäuser der Bergwerkssiedlung und brachte in ihnen die Wvhnräume der NS.-Schwestern, die Waschküche, die Zeugkammern, die Nähstuben unter; und hatte obendrein noch Platz für die weiblichen Haushaltslehrlinge ufib für eine Abteilung des Frauenarbeitsdienstes. Unb diese Haushaltungslehrlinge unb biese 5 0 Arbeits- maiben sind es, bie unter ber Leitung weniger besoldeter Angestellten in Haus und Hof, in Küche und Keller, im Garten, in den Treibhäusern, in den Hühner-, Schweine- und Kuhställen Hand anlegen, aber auch in den Heimen der Mütter, der Kinder und Säuglinge helfen und schaffen. Für die Verpflegung aber hat man einen richtigen kleinen Vierjahresplan aufgestellt. Denn man will es in diesem Zeitraum erreichen, daß sich das Erholungsheim zum allergrößten Teil aus sich s e l b st erhält. Daß es auf dem besten Wege zu diesem Ziele ist, das verraten die wohlgefüllten Vorratskammern. Kopfschüttelnd geht man durch die weiten Anlagen dieser Erholungsstätte, der übrigens auch die krastspendende Kalisole in Gestalt oon Heilbädern zur Verfügung steht. Kopfschüttelnd deswegen, weil man nicht weiß, was man zuerst bewundern soll; und weil man es nicht weiß, bleibt man, ob man es will oder nicht, an dem Worte Wunder hängen und hat damit zum Schluß doch wohl das Richtige getroffen, daß nämlich dieses Erholungsheim „Mutter und Kind" em Wunderwerk nationalsozialistischer Volkswohlfahrt ist. Dr. Friedrich Bubendey. „Aus freiem Entschluß." Das Hitler -Jugend -Gesetz braucht nicht angewandt zu werden. Weimar, 21. April. (DNB.) Als Abschluß einer Führertagung der Hitler-Jugend fand in ber Weimarhalle eine Kunbgebung statt, bei ber der Jugendführer des Deutschen Reiches eine Ansprache hielt. „Zum erstenmal in der Geschichte unseres Volkes", so betonte er, „weist die Jugend aller deutschen Gaue eine Einigkeit auf, die ber machtvolle Ausbruck ist einer bie Gesamtheit der Jugend erfüllenden Idee. Ueberall findet die Jugend zur Form, zur Gestaltung sichtbaren Ausdruck Sie hat sich damit in Wahrheit im besten Sinne als eine schöpferische Jugend erwiesen. Wir sind eine Schulung der Jugend für den Staat. D. h. am Beginn unserer Bewegung stand der staatsaufbauende Wille der Jugend selbst. Diese Tatsache ist auch die Grundlage des Gesetzes vom 1. Dezember. Niemand soll erwarten, daß zur Durchführung des Gesetzes über die Staatsjugend ihre Führung verbeamtet werden soll. Die Hitler- Jugend wird vielmehr Jahr für Jahr eine Probe ihres Könnens als erzieherische Gemeinschaft dadurch ablegen, daß sie feststellt wer aus freiwilligem Entschluß zu ihr kommt." Unter tosendem Beifall teilte ber Reichsjugenbführer mit, daß das Gesetz in diesem Jahre überhaupt nicht angewendet zu werden braucht, da sich der Jahrgang 1927 in fast allen Gebieten hundertprozentig freiwillig gestellt hat. Die Jugend wird sich davor hüten, daß, was in den Jahren des Aufbaues richtig war, auf einmal für falsch zu erklären. Sie wird im Gegenteil erst recht in dieser Zeit das große Ideal, daß Jugend oon Jugend geführt werden solle, erneut Herausstellen und sich mehr und mehr binden an das Gesetz, das sie ihrer Gemeinschaft gegeben hat unb nach dem die nachfolgenden Generationen genau so zu leben haben werden wie sie selbst. Die Verwaltung derNGDAP. München, 21. April (DNB.) Reichsschatzmeister Schwarz machte auf der Pressekonferenz der Reichspressestelle der NSDAP. Ausführungen über Aufbau und Wirkungskreis der Verwaltung der NSDAP. Reichsschatzmeister Schwarz, der heute die alleinige Verantwortung gegenüber dem Führer hinsichtlich der vermögensrechtlichen Gebarung der Partei innehat, kennzeichnete bann die Begriffe „Partei und Organisation" Danach setzt sich die Bewegung in politischer und rechtlicher Hinsicht aus der politischen Partei und aus den Gliederungen — SA., SS., NSKK., HI., BDM., NS.-Dozentenschaft, NS.» Studentenbund und NS.-Frauenschaft — zusammen. Die sogenannten angeschlossenen Verbände wie' DAF., NS.-Aerztebund, NS.-Juristen- bunb, NS.-Lehrerschaft, NSV., NSKOV., Reichs-- bunb der deutschen Beamten, NS.-Bund deutscher Techniker, sind rechtlich nicht zur Partei zu zählen, lieber die Partei unb ihre Gliederungen hat ber Reichsschatzmeister die Finanz Hoheit, über die angeschlossenen Verbände lediglich bie Finanz aufsicht. Der Reichsschatzmeister kennzeichnete bann bie Unabhängigkeit der Verwaltung von der Führung und betonte, daß das Primat der politischen Führung ebenso unbestritten ist, wie bie Unentbehrlichkeit ber dazugehörigen Verwaltung. Die Fundamente der Parteiverwaltung sind: Gesinnung, Lei st u n g undVerantwortung. Die Mittelbeschaffung erfolgt in ber Hauptsache burch die Parteibeiträge. In der Reichszentralkartei wird die Millionenzahl der Parteimitglieder registriert. Neben den acht Hauptämtern stehen dem Reichsschatzmeister noch Sonderbeauftragte zur Verfügung. Der Personalbestand der /Obersten Verwaltung der Partei, der Reichsleitung in München, stellt sich auf 1700 Angestellte. Dieser Apparat ist in der Hauptsache in dem neuen Derwaltungsbau ber NSDAP am Königsplatz untergebracht. ©er Führer dankt für die (Neburtstaaswünsche. Berlin, 21.4. (DNB.) Dem Führer und Reichskanzler sind zu seinem Geburtslage von den deutschen Volksgenossen Glückwünsche und Zeichen treuen Gedenkens in s o großem Umfange zugegangen, daß es ihm nicht möglich ist, jedem einzelnen Gratulanten selbst zu danken; er spricht daher auf diesem Wege allen, die zum gestrigen Tage seiner gedacht haben, seinen herzlichen Dank aus. England diskutiert die neuen Steuern. Ein feit Jahrhunderten geheiligtes Herkommen macht in England dem Budget-Tag, an dem der Schatzkanzler (Finanzminister) den Staatshaushalt vorlegtz zu einem wichtigen- in normalen politischen Zeiten zu dem wichtigsten Ereignis des Jahres. Seit dem Bestände der englischen Einkommensteuer geht ja dieser Tag jeden einzelnen Engländer an. In diesem Jahre war das Interesse besonders groß. Neville Chamberlain, der Schatzkanzler Englands, wird nach der Krönung den jetzigen Premierminister Baldwin ablösen. Er folgt damit — auch Baldwin war. Schatzkanzler — der großen Tradition Englands, denn die hervorragenden englischen Premiers wie Peel, Gladstone. Lloyd George hatten, ehe sie den verantwortungsvollen Posten eines eigentlichen Leiters der englischen Politik und Wirtschaft übernahmen, sich als gewiegte Finanzmänner bewährt. Das entspricht dem englischen Charakter. Allerdings ist unvergessen, daß Lloyd George als Schatzkanzler nur durch ein geradezu romanhaftes Sterben der Reichsten in England gerettet wurde. Er hatte für 1913 versprochen, den Fehlbetrag von rund 1,4 Millionen Pfund nicht zu Steuererhöhungen zu benutzen, sondern durch die neue Erbschaftssteuer werde der Fehlbetrag gedeckt. Das war, so schien es, eine Illusion, aber gerade im Jahre 1913 starben einige sehr reiche Bankleute, Fabrikanten und Brauer, also Vertreter der Schichten, die Lloyd Georges Erbschaftssteuer wütend bekämpft hatten, und der Fehlbetrag im Haushalt wurde gedeckt. Neville Chamberlain vertrat zum sechsten und voraussichtlich zum letzten Mal den englischen Haushaltsplan. Wir nehmen das für den englischen Staatshaushalt Wichtigste voraus, obwohl es auch in der englischen Presse — charakteristischerweise — nur am Rande erwähnt wird. Die Schuldentilgung, die in England zum guten Ton gehört und für die im Vorjahre noch reichliche 150 Millionen Mark aufgewendet worden waren, wird ausgesetzt. Außerdem werden mindestens eine Milliarde Mark im Anleihewege erhoben werden, wobei aber zu bemerken ist, daß die Zinssätze in England eine mäßige Neigung zur Steigerung, die bisherigen Anleihen aber eine ausgesprochene Neigung zum Kursrückgang haben. Diese beiden Beträge, die durch Anleiheaufnahmen bzw. Aussetzung der Schuldentilgung erzielt werden, sind zusammen um ein Mehrfaches höher als der zu erwartende Ertrag der Steuererhöhungen. In früherey Jahren war ein Ueberfchuß vorhanden, der teilweise zur Herabsetzung der Einkommensteuer führte. Im letzten Jahr war sie auf 4,9 Schilling vom Pfund erhöht worden, während sie in der Vorkriegszeit rund 1 Schilling pro Pfund betrug. Da das vergangene Haushaltsjahr einen geringen Fehlbetrag von 5,597 Millionen Pfund (70,6 Millionen Mark) aufwies — „gering" nannte Chamberlain diesen Fehlbetrag, wobei man nicht an Lloyd Georges Fehlbetrag von rund 1,4 Millionen für 1913 denken darf —, war eine Erhöhung der Einkommensteuer notwendig, auch wenn die neuen Rüstungsausgaben nicht eingetreten wären. Hier ist aber ein Punkt bemerkenswert, der merkwürdigerweise weder durch den Schatzkanzler, noch durch die Opposition beleuchtet wurde. Chamberlain gibt zu, daß die Einkommensteuer gegenüber der Schätzung im letzten Haushaltsjahr um 1,75 Millionen Pfund (20,45 Millionen Mark) zurückgeblieben fei. Das läßt doch darauf schließen, daß die Einkommen selbst in ihrer Gesamtheit rückgängig waren, und wenn trotzdem der Schatzkanzler die Einkommensteuer erhöht, und zwar auf 5 Schilling pro Pfund (also auf etwa 25 v. H.), dann läßt sich diese Maßnahme, die eine Mehreinnahme von 13 Millionen Pfund bringen soll, doch nur durch einen gewissen Optimismus in der Wirtschaftsgestaltung Englands erklären. Der Fehlbetrag im Haushaltsplan 1937/38 sieht eine Summe von 14,98Millionen Pfund (183 Millionen Mark) auf der jetzigen Basis der Einnahmen Englands vor. Allerdings ist der jetzige Etat deshalb so hoch geworden, weil er mit den riesenhaften Aufrüstungen teilweise belastet ist. Zwar hat England eine Rüstungsanleihe vorgeschrieben, die für fünf Jahre mit je 1,5 Millionen Pfund das englische Kapital belasten wird, aber daneben werden auch die einzelnen Etats für Flotten-, Heeres- und Luftfahrtzwecke kräftig erhöht. Die Frage, ob Aufrüstung oder nicht, ist längst in England entschieden, da alle Parteien für die Aufrüstung sind. Es handelt sich nur um die Art der Deckung des Fehlbetrags, und unzweifelhaft hat Neville Chamberlain hier an dem Grundgedanken der englischen Finanzoerwaltung festgehalten, daß Mehrausgaben durch Steuern gedeckt werden müssen. Englands Finanzverwaltung beruht auf zwei Säulen. Für die Deckung großer Ausgaben hat sie eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Abgaben und Anleihen. Wenn es sich nicht um werbende oder um Rüstungsausgaben handelt, die einmalig und außerordentlich stnd, dann werden die Steuerschrauben angezogen. Das ist immer so gewesen. Selbst in den napoleonischen Kriegen, als England alle Feinde Napoleons mit Subsidien bedachte, wurden 1814 nicht weniger als 87 Millionen Pfund bei Staatsausgaben von 113 Millionen Pfund durch direkte und indirekte Steuern aufgebracht, obgleich damals das englische Volksoermögen nicht mehr als 140 Millionen Pfund betrug. Die in den siebziger Jahren erfolgte Einführung der Einkommensteuer hat es England ermöglicht, die gesamten Ausgaben des Weltkrieges in Höhe von rund 11 Milliarden Pfund zu 36 v. H durch öffentliche Einnahmen und zu 64 v. H. durch Anleihen zu decken, ein Verhältnis, das beispiellos ist. Noch in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts entfielen 66 v. H. aller Einnahmen auf Zölle und Verbrauchsabgaben. Erst in den siebziger Jahren wurde das Prinzip der Einkommenbesteuerung durchgeführt, wozu im Jahre 1913 eine sehr hohe Erbschaftssteuer usw. trat. Da aber die Erhöhung der Einkommensteuer, zusammen mit der Ueberfteuer, also der zusätzlichen Besteuerung der hohen Einkommen, im laufenden Etatsjahr zur Deckung des Fehlbetrages nicht ausreicht, schlägt Neville Chamberlain neben der Erhöhung der Einkommensteuer eine Besteuerung a u f die Gewinne d e r H a n d e l s g e s e lisch asten vor. Das war die allgemeine lieber« raschung. Neville Chamberlain nennt diese Sondersteuer einen „Nationalverteidigungsbeitrag" und gibt damit der neuen Steuer einen schönklingenden Namen. Er erhofft für die ersten Jahre eine Einnahme von zwei Millionen Pfund (24,5 Millionen Mark), in den nächsten Jahren bis 20 Millionen, wobei er sicherlich den Ansatz für die nächsten Jahre bewußt sehr niedrig gehalten hat. Danach steht also der Haushalt für 1937/38 fest. Er soll Ausgaben von 862,84 Millionen Pfund und Einnahmen von 863,1 Millionen Pfund aufweisen, woraus sich ein kleiner Ueberfchuß ergäbe. Die Art, wie nun ein Staatsvoranschlag „frisiert" wird, läßt gewisse Rückschlüsse aus die beabsichtigte innenpolitische Linienführung zu: Nach den Krönungsfeierlichkeiten soll, wie schon gesagt, der jetzige Schatzkanzler Nevillie Chamberlain Nachfolger des zurücktretenden Baldwin als Ministerpräsident werden. Der Voranschlag des Staatshaushaltes, den Neville Chamberlain jetzt vorlegt, deutet aUo seine künftige politische Zielsetzung an. Da der Staatshaushalt tatsächlich, aber noch mehr dem Anscheine nach eine Belastung der hohen Einkommen verkörpert, |o wird vielfach angenommen, daß Neville Chamberlain damit sagen will: die nationale Regierungspartei, die überwiegend konservativ bestimmt ist, vertritt nicht allein die Besitzenden, sondern das ganze Volk; ja es wird sonor die Vermutung ausgesprochen, daß Chamberlain im Herbst, gestützt auf feinen Staatshaushalt, Neuwahlen ausschreiben will, um sich ein neues Mandat der Wählerschaft ausstellen zu lassen, was in die innen- und außenpolitische Linienführung Englands ein neues Element der Stabilität hineintragen würde und deshalb auch nicht ohne weltpolitisches Interesse wäre. rt. Die Haushaltsdebatte im Unterhaus. London, 21. April. (DNB.) Im Unterhaus lehnte der Arbeiterabaeordnete Pethick Lawrence, der früher in einer Labour-Regierung Staatssekretär im Schatzamt war, den Haushalt vor allem mit dem Hinweis ab, daß er bie Lebenshaltungskosten noch weiter verteuern werde. Die Lebenshaltung habe sich im Laufe des letzten Jahres schon um 5 v. H. verteuert. Der konservative Abgeordnete Sir Robert Home, der in den Jahren 1920 bis 1921 Schatzkanzler war, befürchtete, daß von dem nationalen Verteidigungsbeitrag nicht nur die Rüstungsfirmen mit wirklichem Rüstungsgewinn erfaßt würden, sondern auch Firmen, die sich gerade erst von der Wirtschaftskrise erholten. Bei vielen Gesellschaften würden sich Einkommensteuer und nationaler Verteidigungsbeitrag auf 45 v. H. belaufen können, in Ausnahmefällen sogar auf 75 v. H. Daraus fei eine Beeinträchtigung des Wirtschaftslebens zu befürchten. Auch der liberale Oppositionsführer Sinclair wollte die neue Steuer nur den R ü - ft u n g 5 f i r m en auferlegen. Der Finanzsekretär im Schatzamt Corville erklärte u. a., daß Anleihen und Schuldverpflichtungen der in Frage kommenden Firmen von den zu besteuernden Aktiven abgesetzt würden. Reserven würden nur bann unter bie Steuer fallen, wenn sie in ben Aktiven ber betreffenden Firmen investiert seien. Wenn sie aber außerhalb investiert seien, bann würden sie nicht unter bie Steuer fallen. Vorzugsaktien unb Dividenben würben bei ber Besteuerung in Rechnung gezogen. Es wäre unklug, wenn Firmen ber Steuer zu entgehen versuchten, inbem sie große Gelbsummen für einen überstürzten Ausbau ihrer Geschäfte ausgäben. Der Schatzkanzler habe betont, baß es sich nur um eine vorüber- gehenbe Steuer hanble, bie einer vorübergehen- ben Belastung gerecht werben solle. Der nationale Verteidigungsbeitrag. London, 22. April. (DNB. Funkspruch.) Der nationale Verteibigungsbeitrag ist Gegenstand lebhafter Erörterungen in den 2B anbei« gangen des Parlaments, in Industrie- und Finanz- kreisen, in den politischen Klubs und in der Presse. Es besteht kein Zweifel, daß eine nicht unerhebliche Zahl von konservativen Abgeordneten, die mit ber Industrie in Verbindung stehen, der neuen Steuer stärkstes Mißtrauen entgegenbringen. Eine beruhigende Wirkung übten indessen die Darlegungen Colvilles im Unterhaus über bie Frage aus, in wieweit bie Kapitalien unb Gewinnsummen ber betroffenen Firmen von ber Steuer erfaßt würben. Man glaubt in Abgeorbnetenkreifen, baß bie Regierung gewisse Abänderungen an ber Steuer vornehmen werbe. Im übrigen besteht fein Zweifel, baß ber nationale Verteibigungsbeitrag in seiner endgültigen Form von ber überroältigenben Mehrheit ber Regierungsanhänger angenommen wird. Die schärfste Kritik an ber Steuer in ber gegenwärtigen Form übt ber „Daily Tlegraph". Der Grunbsatz, baß diejenigen, bie ben größten Gewinn aus ber Rüstungspolitik ziehen, auch einen befonberen Beitrag zahlen sollen, sei vollkommen richtig. Die Steuer würbe jedoch viele Unternehmen treffen, bie am Rüstungsprogramm nicht beteiligt seien. Besonbers hart würbe sie sich für Jnbustriegruppen auswirken, die nach langen Krisenjahren wieder Gewinne erzielt hätten. „Financial News" fordert, daß die City nicht zögere, ohne Rücksicht auf etwaige politische Gefahren gegen bie Steuer mobil zu machen. Die Aufziehung bes neuen Steuerapparates würde in ber Verwaltung gewaltige Schwierigkeiten erzeugen, benen gegenüber bie Einkünfte aus ber Steuer von geringem Wert fein würben. Oie Kosten der englischen Königskrönung. London, 21. April. (DNB.) Interessante Angaben machte ber Staatssekretär im englischen Schatzamt, Colville, auf eine Anfrage des Labour-Abgeorbneten Woob über bie Kosten der englischen Königskrönung. Danach werden die gesamten Kosten für bie Krönung aus öffentlichen Mitteln auf runb 6 8 9 0 0 0 Pfund (8,5 Millionen RM.) geschätzt. Ungarns Kriegsminister in Berlin Der ungarische Kriegsminister General der Infanterie Roeder mit Generalfelbmarschall von Blomberg und dem ungarischen Gesandten in Berlin von Sztojay. (Scherl-M.) O ’S W r. ' Berlin, 21. April. (DNB.) Der Königlich ungarische Honvedminister General der Infanterie Röder ist in Begleitung seiner Gattin in Berlin eingetroffen. Zu feiner Begrüßung waren am Bahnhof Reichskriegsminister Generalfelbmarschall von Blomberg, Gesanbter von Bülow- Sch w a n t e, Chef bes Protokolls im Auswärtigen Amt, sowie ber Königlich ungarische Gesanbte Döme Sztojay erschienen. Generalfelbmarschall von Blomberg überreichte Frau Röber einen Blumenstrauß. Nach Verlassen bes Bahnhofs schritten ber Generalfelbmarschall, sein ungarischer Gast unb ber Königlich ungarische Gesandte bie Front ber Ehrenkompanie bes Berliner Wachregiments ab. Darauf begab sich ber Minister ins Hotel Efpla- nabe unb im Laufe bes Vormittags zum Ehrenmal Unter ben ßinben unb legte bort einen Kranz nieber, auf besten in ben ungarischen Nationalfarben gehaltener Schleife bie Inschrift staub: „In treuem Gebenken — ber Königlich ungarische Honvebminister". Währenb ber Kranznieberlegung spielte bas Musikkorps bes Berliner Wachregiments bas Lieb vom guten Kameraben. Nach ber Kranzniederlegung defilierten zwei Ehrenkompanien des Heeres unb ber Luftwaffe vor bem Minister. ©lalle Horsienau über feine berliner Eindrücke. Warme Anerkennung der neuen deutschen Armee. Berlin, 21. April. (DNB.) Einern Mitarbeiter ber „Berliner Börsenzeitung" erklärte ber österreichische Minister bes Innern von G l a i s e - Horstenau über seine Einbrücke in ber Reichs- hauptstabt u. a.: Den Hauptanlaß ber (Einlabung bilbete ber Festakt in Potsdam, bürd) ben bie Uebernahme ber militärischen Aktenbestänbe in ben Besitz bes Reichsheeres gefeiert würbe. Als langjähriger Direktor bes österreichischen Kriegsarchivs hat mich bie Anwesenheit bei dieser Feier um so mehr gefreut, als über ihr zugleich etwas von bem Geist bes Prinzen Eugen von Savoyen schwebte, ber schon 1711 burch Aufstellung bes späteren Kriegsarchivs für Oesterreich auf bem Gebiete bes Militärarchivwesens jenen Weg beschritten hat, ber nun auch im Reiche begangen werben kann. Meine persönlichen Beziehungen zu ben reichs- beutschen Kameraben greifen auf Jahrzehnte zurück. Im Weltkrieg, als General st absoffizier ber k. u. k. Heeresleitung, war es mir vergönnt, in enger Zusammenarbeit mit den reichsdeutschen Verbindungsoffizieren auch mein Scherflein zur Führung des Bündniskrieges beizutragen. Zweimal erfuhr ich noch das Glück, vor ben greifen Reichspräsibenten unb Generalfelbmarschall von Hinbenburg hintreten zu bürfen, ber mir seinerzeit bei einem Besuche im Großen Hauptquartier bas E. K. I persönlich überreicht .hatte.. Mit bem gleichen Stolz, mit bem ich tm Weltkriege als Waffengefährte unb als Volksgenosse bie Botschaften über deutsche Siege hörte, erfüllte es mid), in biesen Tagen nun einen tief ergreifenben Einblick in bie granbiose erzieherische, organisatorische unb sittliche Leistung nehmen zu dürfen, die in ber neuen Armee bes Deutschen Reiches vollbracht wirb. Der Geist eines Scharnhorst, eines ©neijenau, eines Clausewitz feiert in ben Schöpfern und Erziehern dieses neuen Heeres wundervolle Urständ. Mit Befriedigung durfte ich auch immer wieder wahrnehmen, daß das Verständnis des reichsdeutfchen Offizierskorps für die Leistungen der alten österreichisch-ungarischen Armee, und nicht zuletzt ihrer deutschen Regimenter, in weitem Umfang zum Ausdruck kam. Trotz des an fid) unpolitischen Charakters meines Aufenthaltes im Reiche verstand es sich doch von selbst, daß sich bei der einftünbigen Audienz, bie mir ber Herr Reichskanzler gewährte, unb bei ben Besuchen bei seinen hervorragendsten Mitarbeitern Gelegenheit zur Erörterung der die beiden deutschen Staaten berührenden Fragen ergab. Der beklagenswerte Bruch der letzten Jahre ließ sich gewiß nicht von einem Tage auf den anderen völlig überbrücken. Ich nehme jedoch nach den freimütigen Unterredungen in Berlin die sichere Ueberzeugung mit, daß der ehrliche Wille, der gerade in diesen Dingen entscheidend ist, noch bestehende Hemmnisse überwinden wird. Der wahrhaft freundschaftliche Empfang, den ich überall fand, ist mir eine sichere Bürgschaft für diese hoffnungsvolle Entwicklung. Diese wird, wie verschieden auch die Wege im einzelnen sein mögen, von der Gemeinschaft des Blutes und einer tausendjährigen Geschichte bewegt, immer wieder einmünden in den großen Strom des gemeinsamen nationalen Schicksals. Ein neuer Willkürakt im Memelland. Die starke Mehrheit der Heimattreuen im Landtag des Memellandes hat dort einen ruhigen Verlauf der Parlamentsarbeit ermöglicht, nachdem das litauische Gewaltsystem vor der Haltung der Bevölkerung hatte zurückweichen müssen. Dieser Umschwung ist gewiß nicht zum Schaden des litauischen Staates gewesen, von dem das Memelland nichts anderes fordert als die Achtung feiner Rechte unb Überlieferungen. Nun beuten aber manche Vorgänge barauf hin, als wollte ber litauische Gouverneur in bie alten Methoben zurückfallen. Er besitzt ein gewisses Recht bes Einspruchs gegen Gesetze bes Memellanbtags. Je weniger ba= von Gebrauch gemacht würbe, um so erträglicher war bas Zusammenleben bes Memelgebietes mit bem litauischen Staate. Es muß aber nachbenklich stimmen, wenn wir lesen, baß ber litauische Gouverneur jetzt nicht weniger als 12 Gesetze bes Lanbtags bean ft anbet hat, unb zwar bie für die Selbstverwaltung des Landes wichtigsten Gesetze. Der reibungslose Verlauf der Verwaltung wird plötzlich ohne zwingenden Grund unterbrochen. Der Memellandtag hat einen Ausschuß eingesetzt, der die Prüfung dieser Gesetze unb bes dagegen verhängten Vetos übernehmen soll. Die streng sachliche Einstellung der deutschen Mehrheit ergibt sich baraus, baß in ben Ausschuß auch ein Vertreter ber kleinen litauischen Minberheit gewählt würbe. Der gute Wille bes Memelvolkes ist bamit erneut bewiesen, aber man wirb in Litauen gut tun, eine neue Zuspitzung zu oermeiben. Das Memelgebiet hat oft genug bewiesen, baß es sich eine weitere Verkürzung seiner Rechte nicht bieten läßt. Schwarzer Vörsentaa in praa. Am 20. April hat bie Prager Börse eine wilbe Panik erlebt. Dort hat bie Spekulation in den letzten Monaten bie üppigsten Schaumwellen geschlagen. Der Hauswart unb bie Köchin ebenso wie ber Oberlehrer unb bie Frau Generalbirektor nippten Börsen-Cocktails. Es war ihnen sehr bequem gemacht. Die Wertpapiere brauchten nur zu einem geringen Bruchteil bezahlt zu werben unb bie Kurse besonbers ber Rüstungswerke fliegen phantastisch in bie Höhe. Je buntler bie Wolken waren, bie am europäischen Himmel aufstiegen, befto mehr freute sich bas muntere Völkchen ber Börsenspekulanten ... genau so wie ber Adel und bas hohe Bürgertum in ben Zeiten jenes französischen Rokokokönigs, besten Maitresse bas Wort in ben Munb gelegt wirb: „Apres nous le deluge“ (Nach uns bie Sintflut). Nun, ba einige Anzeichen barauf hinbeuten, baß in manchen Hauptstädten bie europäische Lage noch einmal baraushin betrachtet wirb, ob man benn nun wirklich unb wahrhaftig unter allen Um- ftänben die Dinge auf einen Krieg zutreiben lassen muß, ist bem Spekulantenoölkchen bie Angst hochgekommen ober bas Herz in bie Nähe ber Hosen-, laschen gerückt. Zu bem famosen Silbe gehört es noch, baß am Dienstag bie (in ihrer Mehrzahl jübischen) Prager Bankiers ihre Kunben „animierten", zu ben ersten Kursen noch zu kaufen, bamit sie selbst — nämlich bie Bankiers — ihre „Ware" loswurden. Aber bie ersten Kurse waren schon recht gebrückt unb halb barauf setzte eine Panik ein, ba bie Großbanken sich auf humanitäre Stützungsaktionen nicht einließen. Ihre Direktoren rechneten offenbar schon ängstlich aus, wieviele von ben „Bankiers" unb Maklern hops gehen mürben, bie im Börsenleben häufig zwischen Publikum unb Hochfinanz stehen. Schließlich ergaben sich Kursrückgänge bis zu 40 v. H. Die Skoba-Aktien, ein typisches internationales Rüstungsunternehmen, sausten von 2070 auf 1770 Tschechenkronen je Aktie herunter. In ber Nacht vom Dienstag auf Mittwoch würbe in allen Bankbüros bis gegen Mitternacht burchgearbeitet, um festzustellen, in welchem Umfange bie alten „Einschüsse" aufgebraucht unb etwaigenfalls burch neue ersetzt werben können. Solche neuen „Einschüsse" finb aber eine recht seltene Erscheinung unb bas hunderttürmige Prag wirb in ben nächsten Tagen eine Stabt fein, über bie mit mächtigem Flügelschlag bie Pleitegeier Hinwegschweben. Oie Iudenfrage in polen. „Sie kann nur auf dem Wege der Emigration gelöst werden!" Warschau, 21. April. (DNB.) Zur Ergänzung seiner Ausführungen über Aufbau unb Charakter des Lagers ber nationalen (Einigung erklärte ber Stabschef Kowalewski zur Judenfrage, bie Auffassung sei falsch, daß auch eine Person rnosaiischen Bekenntnisses unb silbischer Abstammung bem Lager ber nationalen (Einigung beitrete, sofern sie sich zur polnischen Nationalität bekenne. Die Feststellung bes Polentums müsse sich nicht allein auf bas Bekenntnis zur polnischen Nationalität, fonbern auf Blutopfer unb andere 'Beweise ber Vaterlandsliebe stützen. Selbst Juden, die an ben polnischen Unabhängigkeitskämpfen teil- genommen haben, könnten bem Lager nicht angehören, wenn sie sich zur jübischen Nationalität bekennen. Noch viel weniger könnten anbere Juden, bie keine Beweise ihrer Verbunbenheit mit Polen erbracht haben, dem Lager beitreten. Die jüdische Frage könne nur aus dem Wege der Emi - gration gelöst werden. Die polnische Bevölkerung müsse in Handwerk, Handel und Industrie Unterkommen finden, damit diese drei wirtschaftlichen Hauptgebiete polnisch würden und die polnischen Stände nicht mehr die ihnen zustehende wirtschaftliche, sondern auch kulturelle Rolle zu spielen vermöchten. Oer Jude Laguardia als kommunistischer Hetzagent. Neuyork, 22. April. (DNB. Funksxruch.) Im Neuyorker Staatssenat nannte Staatssenator McNaboe den berüchtigten jüdischen Oberbürgermeister Laguardia einen Kommunisten, der die Schulen zur Verbreitung kommunistischer Lehren benutze. Kommunistische Schriften würden mit Wissen Laguardias unter die Schulpflichtigen verteilt, und kommunistische Lehrkräfte, die die von ihm beaufsichtigten Schulbehörden einstellten, untergrüben die amerikanische Gesellschaftsordnung. Der Kommunist Laguardia sei es gewesen, der die beantragte staatliche Untersuchung über kommunistische Umtriebe in den Neuyorker Schulen vereitelt habe. Antikommunistischer Aufklärungsfeldzug in Amerika. N e u y o r k, 22. April. (DNB. Funkspruch.) Der katholische Verband „Columbus-Ritter^ hat einen Ausklärungsfeldzug gegen kommunistische Filme in die Wege geleitet, der auf die nationale Presse, auf religiöse und Kriegsteilnehmer-Verbände übertragen werden soll. Ein Neuyorker Filmverleiher vertreibt kommunistische Propagandafilme in 400 Schulen und Universitäten im Auftrage der kommunistischen Partei. Wenn es erst einmal bekannt wird, doß führende amerikanische Filmschauspie- ler die Kommuni st en mit Geld unterstützen, so mutz, wie der Verband erklärt, jedem vaterländisch gesinnten Amerikaner klar werden, datz der Besuch der Filme dieser Schauspieler den Sturz der amerikanischen Regierung vorbereite. In Belgrad Persönlichkeiten des öffent- lichenLebens alsKommunisten entlarvt. Belgrad, 21.April. (DNB.) Auf Grund der Aussagen des berüchtigten jugoslawischen Kommunistenführers Muck hat die Polizei wegen kommunistischer Umtriebe einen bekannten Belgrader Rechtsanwalt, weiter den Sekretär des jugoslawischen Journalistenverbandes sowie den Publizisten P rotz a n o w i t s ch festgenommen. Muck soll beim Verhör die Rolle, die die Genannten in der geheimen kommunistischen Organisation in Jugoslawien spielten, völlig aufgedeckt haben. Da die Genannten bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sind, erregt ihre Verhaftung das größte Aufsehen. Kleine politische Nachrichten Außer den bereits bekanntgegebenen Staatsoberhäuptern hat auch der jugoslawische Prinz- re g e n t Paul dem Führer und Reichskanzler in einem herzlich gehaltenen Telegramm seine Glückwünsche ausgesprochen. Der Führer hat dem Gauleiter Pg. Rudolf Jordan die Führung des Gaues Magdeburg-Anhalt übertragen. Er hat weiter den bisherigen stellvertretenden Gauleiter von Magdeburg- Anhalt, Pg. Joachim Eggeling, zum Gauleiter des Gaues Halle-Merseburg ernannt. * Im Auftrage des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley wird am Donnerstag Oberstwerkscharführer Schneider dem Gauleiter Sprenger die Glückwünsche Dr. Leys zur Ernennung zum Reichswerkscharführer überbringen. Gauleiter Sprenger ist der einzige Gauleiter, dem bisher diese hohe Auszeichnung durch den Führer zuteil wurde. Mit der Ernennung stattet die Deutsche Arbeitsfront unserem Gauleiter ihren besonderen Dank für seine allzeitige Mitarbeit ab. Seine Majestät der K ö n i g v o n I t a l i e n und Kaiser von Aethiopien hat aus Anlaß der Reise der Delegation der deutschen Polizei nach Italien im Spätherbst vorigen Jahres eine Reihe von hohen - Auszeichnungen verliehen. So erhielt der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei Himmler das Großkreuz des Ordens der Krone von Italien; SS.-Obergruppenführer Dalueae, die SS.-Gruppenführer Heydrich und Wolff das Großoffizierskreuz des gleichen Ordens. Der „verantwortliche Schriftleiter" Rozniewsti der Lodzer Zeitung „Glos P o r a n n y', die durch unverschämte Äeußerungen über den Führer und Reichskanzler ihre niedrige Gesinnung enthüllt hatte, wurde wegen Beleidigungen des Oberhauptes eines fremden Staates, mit dem Polen freundschaftliche Beziehungen unterhält, zu der sehr gelinden Strafe von zwei Monaten Haft mit Bewährungsfrist verurteilt. * Unter Führung des Finanz- und Zollministers von Neuseeland, Nash, hat sich vom 17. bis zum 21. April eine neuseeländische Studienkommission in Berlin aufgehalten. Die Besprechungen haben sich auf die Möglichkeit eines deutsch-neuseeländischen Handels- und Verrechnungsabkommens bezogen, wie es mit mehreren anderen britischen Dominien besteht. Die Kommission hatte außerdem Gelegenheit, Industriebetriebe zu besichtigen. Der französische Kriegsminister, D a l a d i e r , ist auf dem Londoner Flughafen Croydon eingetroffen. Er wurde von dem französischen Botschafter in London, Sorbin, empfangen. Bundeskanzler Dr. S ch u s ch n i g g und der österreichische Staatssekretär für die auswärtigen Angelegenheiten sind mit dem fahrplanmäßigen Schnellzug n a ch V e n e d i g abgereist. Der Tag der Lustwaffe. Eine Abordnung des Jagdgeschwaders „Richthofen" am Grabe des großen Lufthelden auf dem Jnvalidenfriedhof in Berlin. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Berlin, 21. April. (DNB.) Der Tag der Luftwaffe, der seit zwei Jahren am 21. April, a m Todestage Manfred Freiherr von R i ch t h o f e n s, im ganzen Reich an allen Standorten der Luftwaffe feierlich begangen wird, wurde auch in der Reichshauptstadt würdig gefeiert. Am Mittwoch früh wurden sämtliche Wachen von der Wachtruppe der Luftwaffe bezogen. Im Beisein einer Ehrenkompanie der Luftwaffe wurde a m Grabe des Fliegerhelden auf dem Jnvaliden- Friedhof von einem Höheren Fliegerkommandeur ein Kranz niedergelegt. Nachdem auch eine Abordnung des neuen Geschwaders einen Lorbeerkranz niedergelegt hatte, kamen in den ersten Nachmit- tagsstünden aus dem ganzen Reich etwa 50 von den 64 überlebenden Angehörigen des Kriegsgeschwaders von Richthofen zusammen, um ihres unvergeßlichen Waffengefährten zu gedenken. Man sah unter ihnen die letzten Überlebenden Staffelführer General Übet, Rechtsanwalt Paul Wenzel, Major L a u m a n n und Rittmeister a. D. von Wedel, ferner den damaligen Geschwaderadjutanten Oberst Bodenschatz und viele andere, darunter zahlreiche Ritter des Pour le merite. General Übet legte im stillen Gebenken ben von ben Angehörigen bes Kriegsge- schwabers Freiherr von Richthofen Nr. 1 gewitzt meten Kranz nieder. Ihm schloß sich der Bruder des toten Helden, Bolko Freiherr von Richthofen, an, der die Grabplatte mit dem Kranz der Mutter und der Geschwister schmückte. Zu einer besonderen Feier gestaltete sich die U e be r g a b e einer Gedenktafel an das Jagdgeschwader Richthofen, die vor Jahren vom Ring der Flieger an den Traditionstruppenteil, die 4? MG.-Kompanie J.-R. 9 in Potsdam, zu treuen Händen übergeben worden war. Auf dem Appellplatz des Fliegerlagers D ö b e r i tz waren im offenen Viereck die Offiziere und Mannschaften des 1. Jagdgeschwaders Richthofen 132 angetreten; in der Mitte, flankiert von einem Doppelposten, stand die Tafel, dahinter die im Vorjahre dem Regiment gestiftete Fahne. Der Höhere Fliegerkommandeur im Luftkreis II, Generalmajor Kühl, übergab mit ehrenden Worten der Erinnerung an den großen Kriegsflieger die Gedenktafel im Auftrage des Oberbefehlshabers der Luftwaffe in die Obhut des Richt- hofen-Geschwaders. Beförderungen in der Luftwaffe. Berlin, 21. April. (DNB.) Mit Wirkung vom 1. April 1937 wurden befördert: Zu Generalleutnanten die Generalmajore: Sperrte, Kommandierender General und Befehlshaber im Luftkreis V, Müller, Chef des Generalstabs des Luftkreises II, Felmy, Kommandierender General und Befehlshaber im Luftkreis VII; zu Generalmajoren die Obersten: Geißler, Führer der Seeluftstreitkräfte, Übet, Amtschef im Reichsluftsahrtministe- rium; zu Obersten bie Oberstleutnante: Stutzer beim Reichskriegsgericht, Harmjano, Komman- beur ber Luftzeuggruppe III, Barlen, Abteilungschef im Reichsluftfahrtministerium, Keßler, Kom- manbeur ber Küstenfliegergruppe 106. ■ J Durch befonberen Erlaß hat ber Führer unb Reichskanzler ben bisherigen Deutschen Luftsportverbanb mit seinen sämtlichen Glieberungen aufgelöst unb an seiner Stelle bas Nationalsozialistische Fliegerkorps (NSFK.) gebildet. Zum Korpsführer ernannte er ben Pour-le-merite=güeger Generalmajor C h r i st i a n s e n. — (Scherl-M.) Der Handelsdünger muß es schaffen. Der Beauftragte für ben Vierjahresplan, Generaloberst Göring, hat bei ber Verkündung der Verbilligung für die verschiedenen Handelsdünger nachdrücklichst betont, daß diese Verbilligung nicht aus irgendwelchen privatwirtschaftlichen, sondern ausschließlich aus volkswirtschaftlichen Gründen erfolgt sei. Tatsächlich ist es so, baß bie notwendige Ertrags st eigerung, die trotz der bisherigen Mehrleistungen weiterhin von der Landwirtschaft verlangt werden muß, zum entscheidenden Teil nur möglich ist durch die oer=' stärkte Anwendung von m i n e r a l i s ch e n Düngemitteln. Haben doch eingehende wissenschaftliche Untersuchungen ergeben, daß die gewaltigen Ertragssteigerungen der deutschen Landwirtschaft innerhalb der letzten fünf Jahrzehnte zumindest zu 50 v. H. den Handelsdüngern zu verdanken sind, und darüber hinaus die Pflanzenzüchtung zu 30 v. H. und bessere Bodenbearbeitung und Saatenpflege usw. zu 20 v. H. an dieser Ertragssteigerung beteiligt sind. Angesichts dieser eindeutigen Entwicklung ist es unverständlich, daß man des öfteren noch die Meinung vertreten findet, die mineralischen Dünger eien für den 3ß?rt der Pflanzen und sogar für die Gesundheit des Menschen schädlich. Man kann z. B. die Behauptung hören, daß Krankheiten, wie Krebs, Kropf, Zahnfäule, auch die Stoffwechselkrankbeiten, auf die Handelsdünger zurückzufuhren seien. Diese und ähnliche Behauptungen sind do ll i g a u s her Luft gegriffen. Die Wissenschaft hat auf Grund eingehender Untersuchungen eindeutig festgestellt, daß irgendwelche schädlichen Wirkungen von den Erzeugnissen, die mit mineralischen Düngemitteln gedüngt wurden, nicht festzustellen waren. Wenn man also aus irgendwelchen Gründen sich gegen die Verwendung von Handelsdüngern wendet, dann muß das als ein volkswirtschaftlich schädliches Verhalten angesehen werden. Es liegt im dringenden Interesse des ganzen Volkes, daß die Erträge vom deutschen Boden auch in den nächsten Jahren noch erheblich steigen. Eine der wesentlichsten Voraussetzungen zu dieser Ertragssteigerung bilden die mineralischen Düngemittel. Wenn man aber von der Verbraucherschaft her die Erzeuger dahingehend beeinflussen würde, von dem Verbrauch von Handelsdünger abzusehen, dann würde zweifellos der Ertrag der deutschen Landwirtschaft zurückgehen, und damit würde Deutschland von Jahr zu Jahr in eine immer stärkere Abhängigkeit vorn Weltmarkt und damit der Willkür fremder Mächte geraten. Die durch die Düngemittelpreissenkung in Gang gesetzte stärkere Verwendung der mineralischen Düngemittel stellt also eine wertvolle volkswirtschaftliche Aktion dar. Denn was ist Düngung anderes als ein Ersatz derjenigen Nährstoffe, die durch die alljährlichen Ernten dem Boden entzogen werden! Natürlich sollen die w i r t s ch a f t s e i g e- nen Düngemittel die Grundlage jeder Düngung bilden. Aber mit den wirtschaftseigenen Düngemitteln allein ist es auf keinen Fall zu schaffen. Es ist auch unrichtig, bei den Handelsdüngemitteln von „k ü n st l i ch e m" Dünger zu reden, nur weil diese industriell gewonnen werden. Sie stellen genau so gut Naturstoffe bar, wie bie wirtschaftseigenen Düngemittel — also Stallmist, Kompost unb Jauche usw. Die Hanbelsbünger können auch in jeber beliebigen Menge zur Verfügung gestellt werben, eine Notwendigkeit, bie sich aus ber weiteren Intensivierung ber beutschen Landwirt- schaft immer stärker ergibt Das sollten sich jene Kreise vor Augen halten bie aus irgenbwelchen Gründen glauben, daß Handelsdünger schädlich seien. Es ist einwandfrei nachgewiesen, daß gesundheitliche Gefahren durch die Verwendung von mineralischen Düngemitteln in keinem Falle auftreten können. Im Gegenteil, die Handelsdünger geben uns die Gewähr, daß die Ertragssteigerungen erreicht werden, die zur Sicherung der Ernährung des deutschen Volkes unumgänglich notwendig sind. Deutsche Flachserzeugung im Vormarsch. ZdR. Das große Ereignis für Frankreich, die Weltausstellung in Paris, wirst auf mancherlei Art feine Schatten voraus. Und so langsam erfährt man nun auch einige Andeutungen davon, welche Ueberraschungen die ausstellenden Staaten vorbereiten. Die Randstaaten als politische Nachfolger der einstigen Ostseeprovinzen Rußlands beispielsweise vereinigen sich in einem Gemeinschaftsgebäude, und Lettland will darin von seinem Flachsanbau berichten, der für den Außenhandel des Landes von erheblicher Bedeutung ist. Denn was an Flachs gewonnen wird, geht über die Grenzen — Lettland selbst führt lieber Fertigleinen ein. Aber das ist seine Sache. Es sind erst vier Jahre her, daß wir mit einem sehr ähnlichen System der Wirtschaft gebrochen haben. Damals waren es ganze 7000 Hektar, die in Deutschland für den Anbau von Flachs bereitstanden; unsere Webereien mußten dementsprechend an Lettland und an manchen anderen Staat hohe Beträge für die Flachseinfuhr zahlen. Die Neuordnung hat inzwischen bereits beachtliche Früchte getragen. Denn aus den 7000 Hektar sind inzwischen 44 067 Hektar geworden, die für den Flachsanbau bereitgestellt wurden. Das ist das eine Ergebnis des Willens zur Leistungssteigerung, wie er sich im deutschen Landvolk auf allen Gebieten betätigt; das andere wirkt vielleicht noch überzeugender. Denn wenn bis 1934 noch von einer 7000-Hektar-Fläche 4200 Tonnen Flachs gewonnen wurden, so gelang es im Erntejahr 1936, bereits 29 8 0 0 Tonnen F la ch s der Leinenindustrie unserer Wirtschaft zur Verfügung zu stellen, eine Menge, die schon 8 0 v. H. des Bedarfes ausmacht. Es läßt sich danach mit Berechtigung sagen, daß das Jahr 1937 mit weiter verstärkter Flachserzeugung dabei helfen wird, der völligen B e d ar f s b e f r i e d i gu n g aus eigener Kraft näherzukommen. Oie Rohstoffhauffe auf dem Weltmarkt. Die langsame Preisbesserung für international gehandelte Rohstoffe, die wir feit 1933 beobachten können, ist seit etwa einem halben Jahr in eine heftige Hausse übergegangen. Innerhalb der letzten sechs Monate sind die Preise für Gummi, Kakao und Zinn um etwa,5 0 v.H. gestiegen, die Preise für Blei und Kupfer haben sich annähernd verdoppett, während die Zinkpreise sogar eine Erhöhung um 150 v. H. erfahren haben. Der „E c o- nomift", der sich mit dieser Preisentwicklung am Weltmarkt befaßt, wirft die Frage auf, wie lange diese Hausse noch andauern kann. Die englische Wirtschaftszeltschrift ist geneigt, die ungesund anmutende Preisentwicklung der letzten Monate zu einem großen Teil auf die Tätigkeit der Spekulation zurückzuführen, wobei freilich festzuftellen ist, daß die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Betätigung der Spekulation an den Warenmärkten sehr günstig waren. Die greifbaren Vorräte an den meisten Rohstoffmärkten waren bereits auf den normalen Stand zurückgegangen, so daß das Eingreifen der Spekulation sich sehr bald auf das Preisniveau auswirken mußte. Dazu kam, daß die steigende Schwierigkeit für den Verbraucher, den laufenden Bedarf anders als zu steigenden Preisen zu decken, eine Art von plychologischer Revolution unter den Verbrauchern hervorrief. Die Verbraucher, die sich in der Krisenzeit daran gewöhnt hatten, nur den unmittelbaren Bedarf kurzfristig zu decken, haben in den letzten Wochen große Vorräte angeschafft, die einem Bedarf von mehreren Monaten entsprechen. Es ist natürlich, daß die durch diese Bedarfskäufe hervorgerufene Preissteigerung noch mehr Spekulanten anlockte. In diesem Augenblick erfolgte zudem die Bekanntgabe des britischen Rüstungsprogramms, die sich ebenfalls preissteigernd auswirkte. Der „Economist" ist der Ansicht, daß die Preissteigerungen, soweit sie in ruhigem Tempo erfolgen, ihre Rechtfertigung in der gesamten Wirtschaftsentwicklung finden. Anders sei aber die ruckweise Preisbewegung bei Gummi, einigen Metallen und Kakao zu beurteilen. Freilich sei vorläufig ein Rückgang der Metallpreise unwahrscheinlich, und für Gummi könne sogar noch eine weitere Steigerung erwartet werden. Aber es sei doch ;u bedenken, daß diese übertriebenen Preissteigerungen den Verbrauch in zunehmendem Maße a u f andere Werkstoffe abdrängen, und cs könnte sich wenn der Anstieg der Jndustriekonjunk- tur abflaut und der Markt das wirkliche Ausmaß des Rüstungsbedarfes, der heute erheblich überschätzt werde, erkenne, eine ernste Situation ergeben. Erfreulich sei nur, daß diese Aufwärtsbewegung der Preise von den Rohstoffproduzenten nicht unter- stützt werde, die tatsächliche Produktionsfähigkeit der Rohstofferzeuger gehe auch heute noch über den Verbrauch hinaus. Allerdings werde es eine gewisse Zeit dauern, bis die Erzeuger ihre Produktion der durch die Produktionsfähigkeit gezogenen Grenze angenähert haben werden. Man könne annehmen, daß der dazu erforderliche Zeitraum sich bei den Buntmetallen auf einige Monate beschränken werde, während die Gummierzeuger dazu vielleicht ein Jahr oder mehr brauchen werden. Man könne nur hoffen, daß es den Erzeugern bald gelingen werde, wieder das Heft in die Hand zu bekommen. Andernfalls werde sich aus der jetzigen Hausse eine neue kostspielige Krise entwickeln. Die 2dee der Lebensversicherung ist so überaus menschlich, sittlich und ökonomisch» auch im nationalen Sinne, dah darüber kein Wort zu verlieren ist. Diese Worte schrieb Bismarcks Leibarzt, Prof. Dr. Schweninger. Daß gerade ein Arzt die Sicherung der Zukunft so hoch einschätzt, hat seinen guten Grund: Ein Leben, in dem für das ungewisse Später planvoll vorgesorgt wird, lebt sich leichter und verläuft gesünder und erfolgreicher; die Sorge um die eigene Zukunft und die der Angehörigen dagegen nagt an der Gesundheit und wirkt lebensverkürzend. — Wer wünschte sich nicht ein langes Leben, an dessen Abend ein sorgloses Ausruhen seiner wartet? Welches Schicksal dem Einzelnen auch beschieden sein mag, für jeden Fall sorgt die Lebensversicherung. Aus aller Welt. Reichskriegertag 1937 in Kassel. Die Veranstaltungen des Reichskriegertages in Kassel beginnen am 25. Juni mit dem Empfang des Bundesführers, SS.-Brigadeführers Oberst a. D. Reinhard. Die feierliche Eröffnung, verbunden mit der Führertagung, erfolgt in der Stadthalle. Am 27. Juni treten die Kyffhäuser- Landesgebiete zum Aufmarsch auf der Karlswiese an. Es nehmen an dem Aufmarsch teil: eine Fahnenkompanie der Wehrmacht, Marine, Luftwaffe, SS.-Verfügungstruppe, ausländische Frontkämpferabordnungen, Ehrenabordnungen der Parteigliederungen und Verbände und die Kyffhäuser-Ehren- kompanie. Anschließend ist der Vorbeimarsch auf dem Friedrichsplatz. Für den Abend ist eine Festaufführung mit Feuerwerk und großem Zapfenstreich vorgesehen. Reichstagung des Gustav-Adolf-Vereins. Der Gustav-Adolf-VereiNf das große volksdeutsche Hilfswerk der evangelischen Kirche, wird seine diesjährige Reichstagung Ende August in Kaiserslautern in der Pfalz abhalten. Mit ihr werden Schulungsfreizeiten für Pfarrer, für Lehrer und Pfarrfrauen verbunden sein. Etwa hundert Teilnehmer aus den verschiedenen Gebieten der Auslandrdiaspora werden an der Tagung als Gäste des Zentralvorstandes teilnehmen. Außerdem kommen eine größere Anzahl von Jungbauern aus Jugoslawien und Galizien, Nachkommen von Pfälzern, die vor 150 Jahren ausgewandert sind, zu der Tagung in ihre pfälzische Urheimat. Frühlingsfest der rheinmainischen Presse. Für das alljährlich wiederkehrende Frühlings- feft der rhein-mainischen Presse, das gemeinsam von den Verlegern und den Schriftleitern des -Rhein-Main-Gebiets im Wiesbadener Kurhaus veranstaltet wird, sind die Vorbereitungen in vollem Gange. Das Interesse in allen größeren Städten unseres Gaues läßt erwarten, daß sich in den geräumigen Sälen 3000 bis 4000 Teilnehmer versammeln werden, eine erfreuliche Aussicht, weil der Ueberschuß der Veranstaltung ausschließlich sozialen Zwecken zugute kommt. Internationale Hotelbesihertagung in Wien. Unter Beteilgung von 500 Vertretern des Hotel- und Beherbergungswesens aus 40 Ländern begann in Wien eine internationale Hotelbesit- zertagung. Die Beratungen werden vom Präsidenten des Internationalen Hötelbesitzervereins in Köln, Burkard S p i l l m a n - Luzern, der den Kongreß durchführt, und den Vizepräsidenten B o h y - Paris, König- Bonn, Z a m a r e - Mailand geleitet. Ein Lehrgang über Landschaftspflege. Die Frage der L a n d s ch a f t s g e st a l t u n g ist heute im Zeichen des Vierjahresplanes besonders dringlich geworden. Gilt es doch eine Lösung zu finden für die Aufgabe, den deutschen Gauen höchste wirtschaftliche Leistung abzügewinnen unter weitgehender Sch nung ihrer natürlichen Schönheit und Eigenart. Zur Schulung auf diesem wichtigen Arbeitsgebiete veranstaltet die Reichsstelle für Naturschutz vom 24. bis 29. Mai in Schwaben einen Lehrgang, der unter der Leitung von Hauptkonservator Prof. Dr. Schwenke!, württembergischem Landesbeauftragten für Naturschutz, steht. In Vorträgen auf Geländebesichtigungen soll der Lehrgang die mannigfaltigen Aufgaben der Landschaftspflege aufzeigen und Wege zu ihrer Lösung weisen. In den Vorträgen sollen u. a. behandelt werden: Gesetzliche Grundfragen und Grundforderungen der Landschaftspflege-, die praktischen Aufgaben der Landschaftspflege-, Wald und Erholung: Haus und Siedlung im Landschaftsbild; die technischen Bauten im Landschaftsbild. Anmeldungen nimmt die Reichsstelle für Naturschutz in Berlin-Schöneberg, Grune- waldstraße Nr. 6/7, entgegen. Europa-Tanzmeisterschaft 1937. In Wiesbaden wird dieser Tage die Europa- Tanzmei st erschaft 1937 im Gesellschaftstanz zum Austrag kommen und stark umstritten sein. Außer den bekannten deutschen siegreichen Tanzpaaren haben Meisterpaare aus Danzig, Dänemark, England, Frankreich, Holland, Oesterreich, der Schweiz und der Tschechoslowakei gemeldet. Deutsche Kolonial-Vriefmarken. Die Deutsche Kolonial-Ausstellung in Frankfurt zeigt in einer besonderen Abteilung die P o st w e r t- Zeichen der ehemaligen deutschen Kolonien Ostafrika, Südwestafrika, Kamerun, Togo, Neu-Guinea, Karolinen, Marianen, Marschall-Inseln und Samoa in ungebrauchten Originalbogen, ab- gestempelten Marken, Briefen und Postkarten. Eine besondere Seltenheit ist die Deutsch-Ostafrika-Not- ausgabe. Diese Briefmarke wurde 1916 in der Missionsdruckerei Wuga bei Wilhelmsthal (DOA.) her- gestellt, da Deutschland während des Krieges keine Postwertzeichen schicken konnte. Damit sie den englischen Truppen nicht in die Hände fiel, wurde sie von 1916 bis 1918 vergraben und gelangte dadurch überhaupt nicht zur Ausgabe. Man sieht diese seltene Marke in je zwei verschiedenen Typen zu 2V2 und 7V2 Heller. Mehrere Feldpostbriefe aus den Kolonien berichten über die Kämpfe, die damals dort stattfanden. Das Vogelnest im Güterwagen. Als kürzlich in Remagen am Rhein ein mit Eisen beladener offener Güterwagen entleert werden sollte, der nach mehrtägiger Fahrt aus dem Sauerlande eingetroffen war, entdeckten die Arbeiter in der Ladung versteckt das Nest eines Bachstelzenpaares mit einigen Eiern. Das Weibchen hatte die Fahrt mitgemacht und sich in dem Brutgeschäft nicht stören lassen. Selbstverständlich wurde dafür gesorgt, daß Frau „Wippschwanz" die Fürsorge für ihre im Entstehen begriffene kleine Familie fortsetzen konnte. Französischer Fesselballon vom Vlih zerstört. Auf dem Flugplatz Mailly in der Nähe von Vitry le Francois ereignete sich ein ungewöhnlicher Unfall. In einem Fesselballon, der mit zwei Mann besetzt war, schlug in 600 Meter Höhe ein Blitz ein. Der Ballon stand sofort in hellen Flammen. Die beiden Insassen stürzten mit den brennenden Resten ab und kamen ums Leben. Schreckliches Vrandunglück bei einer Filmvorführung. Die Vorführung von Filmen in einem ungeeigneten Lokal hat in dem im Kreise Pernau unweit der estnisch-lettländischen Grenze gelegenen Flecken Killinginömme ein erschüttertndes Unglück herbeigeführt. Im Gebäude der Grundschule fand eine Filmvorführung statt, zu der sich etwa 100 Schulkinder eingefunden hatten. Während des Ablaufens fing der Filmstreifen Feuer. Unter den Kindern entstand eine furchtbare Panik. Der Lehrer wies sie an, sich auf den Boden zu werden. Statt dessen liefen viele Kinder direkt ins Feuer hinein, zumal der Dorführungsapparat gerade an der Tür Aufstellung gefunden hatte. Mehrere Kinder sprangen aus dem im zweiten Stockwerk gelegenen Saal auf die Straße. Der ersten Explosion folgten nach einiger Zeit zwei weitere, und der Saal stand in hellen Flammen. Auch die Kleider der Kinder wurden von den Flammen ergriffen, und zwei Mädchen verbrannten. Zwei weitere Kinder erlagen ihren Verletzungen im Krankenhaus von Pernau, wohin 49 Kinder gebracht worden sind. Davon schweben zehn in Lebensgefahr; der Rest hat schwere Brandwunden davongetragen. Weitere 20 Kinder wurden leichter verletzt. Slraßenkämpfe bei einem Streif in Amerika. Zu wüsten Straßenkämpfen kam es bei dem Streik der Belegschaften der Schuhfabriken in den Städten Auburn und Leviston im Staate Maine. Die Streikhetzer von Leviston hatten eine Menge von tausend Streikenden dazu gebracht, geschlossen nach Auburn zu marschieren, um dort die Arbeitseinstellung in zwei Schuhfabriken zu erzwingen. Die Ausständigen versuchten, in die Fabriken einzudringen. Sie wurden jedoch mit Tränengas und Gummiknüppeln von der Polizei zurückgetrieben. Die Streikenden benutzten Steine als Wurfgeschosse. Erst nach einstündigem Kampf konnte die Polizei die Ruhe wiederherstellen. Mehrere Polizisten wurden verwundet. Der Gouverneur von Maine legte je vier Kompanien Nationalgarde in beide Städte. Der Streik in den Schuhfabriken begann bereits vor 28 Tagen. Kunst und Wissenschaft. Reichsfestspiele 1937 in Heidelberg. Intendant Kunze hat auch in diesem Jahre wieder die Oberleitung der Reichsfe st spiele in Heidelberg. Heinrich George wird wieder den „Urgötz" inszenieren und selbst die Titelrolle übernehmen. Wie im Vorjahre, ist auch „Pantalon und seine Söhne" von Paul Ernst für Aufführungen im Königssaal vorgesehen. In den diesjährigen Spielplan wurden neu ausgenommen „Romeo und Julia" von Shakespeare unter Spielleitung von Generalintendant Jltz (Düsseldorf) und Kleists „Am- phitrion", der unter Oberspielleiter Schweikart (München) in Szene geht. Don den aus den letztjährigen Spielen bekannten Darstellern wurde Staatsschauspieler Hans Knuth aus Hamburg wieder verpflichtet, auch Gerda Maria Terno von den Städtischen Bühnen in Köln, die in der nächsten Spielzeit am Schillertheater in Berlin auftreten wird, wird bei den Festspielen mitwirken. Klopsiock-Tagung in Quedlinburg. Die Klopstock-Gesellschaft und die Nordische Gesellschaft veranstalten zu Pfingsten im Schloß und im Klopstockhause zu Quedlinburg eine gemeinsame Klopstock-Tagung. Universitätsprofessor Dr. Kindermann (Münster) wird über „Klopstocks Kampf um das gesamtdeutsche Lebens ideal" sprechen. Dr. Domas (Danzig) behandelt das Thema „Klopstock und der germanische Norden", Dr. Heinrich L ü t ck e (Berlin) referiert über „Entwicklung, Stand und Aufgaben der Klopstockforschung", Uni- versitätsprofessor L. L. Hamerich (Kopenhagen) über „Kulturbeziehungen zwischen Deutschland, und Skandinavien". Der Pfingstsonntag bringt* eine Klockstock-Feier der Hitler-Jugend und eine gemeinsame Pfingstfeier am Grabe König Heinrichs I. in der Krypta des Domes zu Quedlinburg. Hier spricht Gauschulungsleiter Johannes Brennecke (Dessau). Die Tagung schließt mit einem Konzert der Klopstock-Gesellschaft, die den Freunden des Dichters auch eine Weihestunde im Klopstockhause bietet. Roch keine Gewißheit über Filchners Schicksal. Die Bemühungen zur Freilassung des noch immer in Chotan festgehaltenen deutschen Forschers F i l ch n e r und seines Begleiters Haack, die Klärung des Falles, sowie die Versuche zur Herstellung einer Verbindung mit den Zentralbehörden der Provinz Hsinkiang und der örtlichen Behörden in Cho- tan beschäftigen nach wie vor sowohl die deutsche Botschaft, als auch die zuständigen chinesischen Behörden. Der deutsche Botschafter hat die Aufmerksamkeit des Kommandeurs der im Raume von Chotan stehenden 36. Division auf diesen Fall gelenkt und um sofortige Freilassung ersucht. Ebenso ist der englische Vizekonsul in Kaschgar, der sich zur Zeit auf einer Reise nach Chotan befindet, von seinen vorgesetzten Behörden angewiesen worden, nach seiner Ankunft in Chotan alles in seinen Kräften Stehende zu tun, um eine Freilassung Filch. n e r 5 und Haacks zu bewirken. Allerdings muß damit gerechnet werden, daß sich alle diese Maßnahmen erst sehr viel später auswirken werden, da Chotan, soweit in Nanking bekannt, nicht unmittelbar an das Telegraphennetz angeschlossen ist, so daß Telegramme unter schwierigen teils auch gefährlichen Verhältnissen durch Ueberlandboten nach Chotan gebracht werden müssen und daher ihre Ankunft nicht immer gewährleistet ist. Ehrung des Erbauers der Pfahlbau-Siedlung am Bodensee. An den Erbauer der Pfahlbau-Siedlung bei Unteruhldingen am Bodensee und Erforscher germanischer Frühgeschichte, den Bauern Georg Sulzer, hat der Reichsbauernführer R. Walther Darre folgendes Telegramm gesandt: „Zu Ihrem 70. Geburtstag spreche ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche aus. Ich verbinde mit meinen Wünschen für Ihr persönliches Wohlergehen meine höchste Anerkennung für die von Ihnen ein ganzes Leben lang geleistete Arbeit an der Wiedererrichtung einer Stätte, die uns heute ein greifbares Zeugnis gibt von dem hochentwickelten Leben unserer Vorfahren. Sie haben damit, daß Sie durch Ihre vollendete Arbeit den Beschauer mitten in dieses Erleben hineinführen, eines der größten und wertvollsten Geschichtswerke geschaffen." Ein neues Lehrinstitut für Dentisten. Der Reichsverband Deutscher Dentisten hat in Düsseldorf ein weiteres Lehrinstitutfür Dentisten eingerichtet. Mit diesem Lehrinstitut stellt der Reichsverband Deutscher Dentisten wiederum eine neue Aus- und Fortbildungsstätte für die Jungdentisten zur Verfügung. Mit dem neuen Institut hat der Reichsverband insgesamt acht Lehrinstitute für seinen Nachwuchs errichtet. Das Düsseldorfer Institut ist das modernste im ganzen Reich. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Nachdem es am Mittwoch im Bereich kälterer Meeresluft noch- zu einzelnen teilweise gewittrigen Schauern gekommen war, brachte die vergangene Nacht mit Aufheiterung stärkere Abkühlung, die vielerorts bis in Gefrierpunktnähe führte. Inzwischen ist ein neues Regengebiet herangezogen. Auch für die Folge bleibt im Zufuhrbereich feuchter Meeresluft die Witterung sehr wechselhaft und unzuverlässig. Aussichten für Freitag: Wechselnd bewölkt und zeitweise auch Niederschlagstätigkeit, lebhafte westliche Winde, Temperaturen wenig geändert. Aussichten für Samstag: Fortdauer der wechselhaften und unzuverlässigen Witterung. Lufttemperaturen am 22. April: mittags 9,3 Grad Celsius, abends 5,6 Grad; am 23. April: morgens 3,2 Grad. Maximum 10,1 Grad, Minimum heute nacht 0,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. April: abends 8,7 Grad; am 23. April: morgens 5,3 Grad. — Niederschläge 0,4 mm. — Sonnenscheindauer 3,3 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bildet: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III 37: 10 496. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. April 1937 gültig. Danksagung Gießen, den 21. April 1937 02091 In tiefer Trauer: Karl Mayer Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang meiner lieben Entschlafenen sage ich auf diesem Wege innigen Dank Bahnhofstraße 26 (neben dem Lichtspielhaus) Ideal- und Erika -Vertretung Reparatur - Werkstatt Eröffnung: 24. April Baums & Treibig Ruf 3700. — Fachleute von der Pike auf! __2593D Nur die beste Drucksache neben der Zeitungsanzeige kann Ihre Werbung wirksam lunterstützen. Geringwertige Drucksachen schaden mehr als sie nutzen. Deshalb sparen Sie bei Herausgabe der besten Drucksache i sie Wir beraten Sie Wir entwerfen Wir drucken gut Ist die billigste! Brühl'sche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHII Heinrich Hochslätler Giefeen / Plockstrafee 3 Das leistungsfähige Spezialhaus Tapeten I Gardinen I Teppiche 2792 A Neu Hergericht. Mim, Wolin". eingericht.Badezimmer und Zubehör, i. Zentr., zu vermiet. Schr.Anfr.unter 2794Da.d.G.A. | Mietgesuche | MMoiiii. für sofort oder später gesucht. Schrift!. Angeb. unt. 02089 a. d. Gießen. Anzeig. Garage zu mieten gesucht Schriftliche Angebote u.2797D an den Gießener Anzeig, erbeten. 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Nr. 93 Zweites Blatt Donnerstag, 22.2lpril 1931 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Wenn Behörde dienreife auf alle Wenn er Aber schon bei der Einfahrt in den weiten Fabvik- hof geht uns so etwas wie der bekannte Seifensieder auf. Da stehen auf schweren Planwagen große Säcke prallgefüllt mit einem kunterbunten Durcheinander von Lumpen. Und dann enthüllt sich uns unter sehr sachkundiger Führung eins der erstaunlichsten Kapitel der deutschen Selbstversorgung. In einem großen Saal werden diese Lumpen, die bereits sorgfältig gereinigt in die Fabrik kommen, genau nach Qualität und Farbe sortiert. Wolle kommt zu Wolle, Baumwolle zu Baumwolle, Leinen zu Leinen, Kunstseide zu Kunstseide usw. Dann wird das ,.Gelumpe" mit einem leicht auswaschbaren Qel übersprengt, wandert in die sogenannte Reißwölfe, deren scharfe Zacken das Gewebe in seine Bestandteile auflösen und das Ergebnis, die Reißwolle, ist ein ganz lockeres, feines, watteähnliches Gebilde, geradezu ein neuer Rohstoff. Aus einem Plunder, aus einem Nichts, das uns Laien in unserem täglichen Leben völlig wertlos erscheint, und teilweise "leider noch immer auf den Kehricht- Zug wieder an. War sie in dem Gewühl zu sehen? Menschen liefen bunt durcheinander, Gepäckträger riefen, die Warnglocke eines Bahnbamten ertönte, und dem Manne tanzte alles vor den Augen. Doch da stand es, das Mädchen, mit dem Köfferchen in der Hand und die vielen Zeitungen unter den Arm geklemmt. Und wie er den Blick des Mädchens im Vorbeigleiten bittend suchte, erhob es, und sein Herz klopfte schnell, als er es sah, ein winziges, in der Hand zusammengeballtes Taschentuch und winkte. Winkte es wirklich ihm? Ja, es winkte, und es lächelte dabei, etwas verschämt, etwas zaghaft und rotübergossen wieder, aber es winkte lange, lange, bis der Zug in einer Biegung verschwand. Gloria-palast: „Die gläserne Kugel". Nach „Truxa" und „Premiere" — „Die gläserne Kugel": man hat oft den Eindruck, als ob ein ausgemachter Publikumserfolg den andern nach sich zöge oder ziehen sollte, als ob die Produktion bemüht sei, die Wirkungskräfte eines bestimmten Filmtyps serienweise auszuprobieren; dafür gibt es immer wieder Beispiele. Auch hier: das Drehbuch (Dr. Rau und M. R a u) ist nach einem ähnlichen Schema aufgebaut, wie bei den zuerst genannten Filmen — auch an „Varietö" könnte erinnert werden. Die Verknüpfung einer Zirkus-Sensation — die Fahrt in der gläsernen Kugel durch die „Todesschleife" ist eine artistische Zugnummer ersten Ranges — mit einem Kriminalfall und einer Liebesgeschichte ergibt abermals eine romanhaft-phantastische, überaus spannende Handlung, nur spielt die „Gläserne Kugel" (Bavaria) nicht so ausschließlich wie jene früheren Filme in der Welt der Artisten, fondern beginnt im Stile des Gesellschaftsstücks, und der Mann, der da, schuldig und unschuldig zugleich, in eine Diebstahlsaffäre verstrickt wird, die sich zum regelrechten Skandal auswächst, gerät weder aus beruflicher Leidenschaft noch aus Abenteuerlust in die gläserne Kugel, sondern aus Not und Verzweiflung: der gewagte Trick, mit dem er Abend für Abend fein Leben riskiert, ist die letzte Chance, die das Leben ihm bietet; er bringt ihn wieder hoch, macht ihn berühmt und läßt ibn sogar sein Glück finden, nachdem er endlich rehabilitiert und den Nachstellungen der Frau für immer entzogen ist, die ihn in sein Unglück gestürzt hat. Der Regisseur, Peter Stanchina, der vor Jahren in Frankfurt als Schauspieler begann, hat die nicht übermäßig zahlreichen filmischen Möglichkeiten der Fabel geschickt wahrgenommen und läßt in einer Reihe gut aufgemachter Bilder die natürliche, starke Spannung der Begebenheiten sich unmittelbar und kräftig ausarbeiten. Auch verfügt er über ein sinnvoll besetztes Ensemble tüchtiger Darsteller. Schoen- h a l s hat diesmal eine Aufgabe, die aus der rein gesellschaftlichen Sphäre seiner früheren Filme schon zum Charakterfach führt und jedenfalls eine nicht nur äußere Wandlung und Entwicklung gestattet. Ferner sind vor allem Henckels in einer sehr sorgsam ausgeformten Rolle und Theodor Loos zu nennen, dessen Wandlungsfähigkeit und beherrschte Sicherheit immer aufs neue fesselt, von den weiblichen Kräften die junge Sabine Peters, die freilich im „Mädchen Irene" größere Möglichkeiten persönlicher Entfaltung hatte, und Hilde v. Stolz, die noch immer bestechend den elegan« ten und oberflächlichen Frauentypus verwirklicht, mit dem sie in „Maskerade" ihren größten Erfolg erzielte. — Ufa-Wochenschau, Kulturfilm und Bühnenschau runden das unterhaltsame Programm ab. Hans Thyriot. wichtigste Teil des Hauses ist, eine ßanai, das ist ein Balkon oder eine Veranda, die in den von ' üppigster Vegetation überwucherten Garten hinaus- führt und ständig von dem Duft der das ganze Jahr hindurch blühenden Bäume, Sträucher und Blumen erfüllt ist. Allzu schnell vergingen die Tage und Wochen! Als wir ankamen waren wir Malihinis, das ist Fremdlinge, aber es dauerte nicht lange, da gehörten wir zu den Kamaainas, den Einheimischen, die die Sitten und Gewohnheiten dieses gastlichen Landes verstanden. Ein sonderbares Fleckchen Erde dieses Hawaii Da sieht man den würdigen Universitätspräsidenten X. aus Philadelphia mit bunten L6is um den Hals am Strand einherstolzieren, der einflußreiche Senator P. aus Washington sitzt in heiterer Stimmung auf dem Erdboden im Garten eines Eingeborenen bei einem Luau und ißt geröstetes Schweinefleisch, Qktopos, Reis, Papayas, Lomo-Lomi, Poi; er trinkt den verbotenen stark berauschenden Qkolehao und ist begeistert von den rhythmischen Tänzen der dunkeläugigen Kanaken- schönheiten. Die Sorgen des Alltags find schnell verschwunden, die schwermütigen melodienreichen Weisen der Polynesier, die Gastfreundschaft aller hier Lebenden lassen einen vergessen, daß einige Tausend Meilen von hier entfernt Millionen Menschen einen schwere Kampf ums Dasein führen. Wir pilgern hinaus auf die riesige Waianae Zuckerplantage, wo ein Deutscher namens Bob Fricke, aus Vienenburg am Harz gebürtig, in seinem kleinen Reich wie ein unumschränkter Herrscher schaltet und waltet. Von seiner herrlichen luftigen Hazienda aus streckt sich sein Besitz so weit das Äuge reicht. In einer kleinen Stadt mitten auf der Pflanzung wohnen die Plantagenarbeiter mit ihren Familien: Chinesen, Japaner, Filipinos, Portugiesen. Hier gibt es eine Schule, ein Theater, eine Kirche und der Herr des Ganzen ist ein Deutscher, der trotz jahrzehntelanger Abwesenheit von der Heimat sein echtes Deutschtum bewahrt hat und sich mit Freude zum neuen Deutschland bekennt. Wir besichtigen die riesigen Änanas-Kon- servenfadrikeU und die wissenschaftlich hoch- bedeutende Experimentierstation der vereinigten Zuckerplantagen, wo uns der Direktor der Anstalt, Dr. Lyon, erklärte, daß das beste Buch über die Pflanzenwelt Hawais von einem deutschen Gelehrten namens Hillebrandt geschrieben sei. Ueber- haupt hat vor dem Krieg das Deutschtum auf Ha- wai eine große Rolle gespielt. Die Bremer Firma Hackfeld 8z C o. zählte zu den mächtigsten Firmen der Inseln mit großen Zuckerplantagen auf Kauai. Leider hat der Weltkrieg damals vieles zerstört und den Amerikanern Gelegenheit gegeben, die blühende deutsche Firma zu beseitigen. Trotzdem sieht man noch viele deutsche Namen hier auf den Hawaiischen Inseln. So gibt es eine August - Ahrens-Schule, ein Hoffschläger-Building, der Präsident der mächtigsten „Matson-Oceanic Steam- ship Line" hat den guten deutschen Namen Roth und seine Frau war eine gebürtige Duisenberg. Das Strandhaus neben mir war von einer Familie Guessef eldt bewohnt, prächtige deutsche Menschen, die schon seit 40 Jahren auf Hawai leben; die Leiterin des Halekulani Hotel ist eine echte blonde Germanin, Fräulein Sophie Scharling aus Hamburg, und wie überrascht war ich, als sich meine Hauswirtin als eine gebildete junge Dame mit dem Namen Sch atzmayer vorstellte! Ein wahres Museum ist der Aala F i s ch m a r k t, wo Chinesen, Japaner und Kanaken in der frühen Morgenstunde die in allen Regenbogenfarben schillernden exotisch nussehenden Fische des tropischen Meeres zum Verkauf anbieten; dann der Qbst- markt mit seinen goldenen Papayas, Mangos, Avokados, Bananen und Brotfrüchten. Besonders lohnend und lehrreich war auch ein Besuch beim kommandierenden General der a m e r i k a n i s ch e n Nie einsilbige Leise. Äon Henry Bleckmann. Das junge Mädchen war in Bebra eingestiegen und saß nun — es hatte einige Zeitschriften auf den Sitzpolstern verteilt — lesend dem stillen jney senden gegenüber, der aus dem Fenster in die frug= lingsgrün vorbeiwogende Landschaft sah. Es hatte nicht einmal gegrüßt, als es eilig und etwas reise- fiebrig hereingestürzt war. Mit einer gewissen -Verlegenheit hatte sich der Mann eine Zigarette ange- haufen geworfen wird, entsteht spaßigerweise auf dem Wege über die Zerstörung ein neues, höchst wertvolles Verarbeitungsmaterial. Natürlich kann man aus diesem Zeug noch keinen Stoff machen. Ilm das dazu nötige Garn spinnen zu können, werden die verschiedenen Sorten des neu gewonnenen Rohstoffes nach den bestimmten Derhaltniszahlen gemischt/ wie sie für die verschiedenen Gewebesorten vorgesehen sind, also soviel Teile Reißwolle, soviel Teile Zellwolle, soviel Teile Wolle, je nachdem, was für eine Gewebeart man Herstellen will. Das Material wird nun leicht durchgefettet, um recht geschmeidig zu werden, und vor allem seine wertvollen Bestandteile bei der weiteren Verarbeitung sorgfältig zu schonen. Im „Wolf" wird das Material dann in dreimaligem Arbeitsgang einheitlich gemischt, wird in den Krempelmaschinen gestreckt und schließlich zu dem ganz lockeren Vorgarn verarbeitet. Die Spinnmaschinen liefern dann daraus die Garnfäden, die über die Spulerei, die Zwirnerei, die Kettschererei und die Weberei an die Maschinen und Webstühle wandern. Das Endergebnis, das wir in Gestalt einer statt- liehen Sonderausstellung auf den langen Tischen der Hellen, freundlichen Werkskantine vorfinden, find unzählige Sorten aller Stoffe und Webarten in allen Stärken und Farben, wie wir sie in unseren Geschäften auf dem Ladentisch und in den Schaufenstern ausgebreitet sehen. Es gibt kaum eine drastischere Gegenüberstellung auf diesem Gebiet als diese Ausstellung, die mit einem wirren Lumpenhaufen beginnt und mit den schönsten Bekleidungsstoffen aller Art endet. Das Werk zeigt uns da seine ganze Produktion, angefangen vom fchwersten Tuch bis zum duftigen Sommerkleidstoff. Es ist kein Wort weiter über den uns zuerst etwas rätselhaften Zusammenhang am frühen Morgen von den Antipoden kommend in Honolulu eingetroffen und fertig ist, die Fahrt nach dem Festland anzutreten. Alle Freunde haben sich am Pier versammelt, viele sind gekommen, die man nur flüchtig kennengelernt und gar nicht erwartet hat. Sie alle bringen ߣis, die uns . von den Damen mit einem Abschiedskuß umgehängt werden. Weiße Uniformen, gebräunte Gesichter, duftige Sommerkleider, viele Blumen! Welch herrlich buntes Bild! Die Musikkapelle spielt: „Qloha De", das ist „Leb Wohl", „Auf Wiedersehen!", „Glückliche Fahrt!", „Komm bald zurück!". — Jetzt werden die letzten Taue gelöst, die Laufplanken eingezogen. Die gewaltigen Schrauben ziehen an, das Schiff setzt sich in Bewegung. Noch einmal entfaltet sich vor unseren Augen das Panorama der Stadt Honolulu, am Horizont die Silhouette der Vulkanberge Dahus. Nie schienen uns die Abhänge der Koolau Mountains farbiger und schöner als heute! Dort die blaugrünen Ananasfelder, hier das Hellgrün der Zuckerplantaaen. Die dunklen Stellen dort oben auf den Bergen find Koa-Wälder, das hawaiische Mahagoni, von dem die Kanaken ihre Kanoes machen, und dort die geblich-grünen Stellen find die Kukuibäume, deren ölhaltige Nüsse Brennstoff für die Fackeln der Eingeborenen liefern. Noch einmal grüßen die Türme des Royal Ha- waiian Hotel. Dort drüben unter den hohen Palmen an Waikiki liegt unser Bungalow, in dem wir glückliche Wochen verbrachten. Dann kommt Diamond Head, in der Ferne tauchen Koko Head und das Leichtfeuer von Makapu auf. — Mit zagenden Händen und wehmütigem Gefühl nehmen wir die Blumen ab und werfen sie gedankenvoll in die blauen Fluten des Stillen Ozeans. Wenn die Brandungswellen unsere Leis zurück an den Strand Oahus tragen, werden wir bald wiederkommen. Aloha — Hawai! I. Grünberg (Schlesien), im April. tzochschulnackrichten Der Zoologe Professor Dr. Ludwig Reh, der bis 1931 als Leiter der Schädlingsabteilung im Zoologischen Staatsinstitut und Zoologischen Museum Hamburg gewirkt hat, wurde 7 0 Jahre alt. Er war der erste im deutschen Pflanzenschutzdienst hauptamtlich tätige Zoologe, er war einer der Begründer der landwirtschaftlichen zoologischen Forschung in Deutschland, und er schuf durch seine vielen wissenschaftlichen und populären Aufsätze sowie durch die Bearbeitung der „Tierischen Schädlinge an Nutzpflanzen" im „Handbuch der Pflanzenkrank- heilen" von Sorauer die Grundlage für die Weiterentwicklung dieser Wissenschaft. Geh. Regierungsrat Dr. phil. Karl Voretzsch, ordentlicher Professor für romanische Sprachwissenschaften und für Deutsche Volkskunde in Halle, vollendete fein 7 0. Lebensjahr. Der in Altenburg 1867 geborene Gelehrte habilitierte sich 1891 in Halle, würde 1892 an die Universität in Tübingen berufen, wo er 1903 das Ordinariat für romanische Philologie übernahm. 1910 wurde Voretzsch nach Kiel berufen. 1913 wiederum nach Halle; hier hat er bis zu feiner Emeritierung 1935 gelehrt. Der Forscher ist Mitglied mehrerer deutscher und ausländischer wissenschaftlicher Gesellschaften. Professor Dr. Rudolph Winkler, der Leiter der Kiefer-Orthopädischen Klinik an der Universität Frankfurt, ist im Alter von 56 Jahren gestorben. Der Verstorbene war Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kiefer-Orthopädie und genoß als Spezialist für Kiefer-Regulierungen Welt- ruf. der Journalist von irgendeiner wichtigen ober Organisation zu einer kleinen Stu- eingelaben wird, dann weiß er, daß es Fälle etwas Interessantes zu sehen gibt. ______ .. aber ausgerechnet auf der Fahrt zu einer großen Stoff-Fabrik von der Reichs arbeitsgemein schäft für Schadenverhütung freundlichst betreut wird, bann steht er zunächst vor einem netten, spannenden Rätsel. Will man uns Verbesserung von Fabrikationsmethoden ober dergleichen zeigen? Technisch sicher sehr interessant, aber kaum etwas für die Allgemeinheit. lenden Mund. „ , , . Nein, es war keine Zeit mehr, verlegen zu sein, denn schon hielt der Zug am Bahnsteig Zwar übergoß sich das Antlitz des Mädchens mit einer leuchtenden Röte, zwar stammelte der Manm wie erschreckt zurücktretend, Worte der Entschuldigung, aber es war kein Augenblick mehr zu verlieren, und wieder hastig und reisefiebrig ergriff das Mädchen seine Sachen und eilte hinaus. , Wie guälte den Mann, den vernünftigen Mann sein jähes Handeln! Welch eine Unbeherrschtheit in feinen Jahren, welch eine Torheit, und war sie auch noch so süß! Er riß das Fenster herunter, um das Mädchen noch einmal zu sehen, um sich heiß und flehend entschuldigen zu können, und schon zog der Lumpen haben Devisenwert. Reißwolle ist hochwertiger Werkstoff. — Vom „Nichts" zum schönen Tuch. Von unserem PAR.-Sonderberichierstaiier. Fingern ein Ring mit blauem Stein glänzte, so ein naives Erzeugnis der Goldschmiede, das sich unter gutem, edlen Handschmuck ausnimmt, wie ein billiger Oeldruck unter starker Bildkunst. Mit diesen Händen blätterte das Mädchen, und es feuchtete in nicht zu billigender Weise den Finger mit der Zunge flüchtig an, mit dem es die Seiten wendete. Der Mann sah den leichten buntfarbigen Mantel an ihrer Seite hängen, im Netz lag der kecke Hut mit dem unnütz reizenden kleinen Schleier, lagen auch die hellen, gesteppten Handschuhe, und die Stunden verrannen in Gefangenheit und Einsilbigkeit. Kein Wort, kein Anklingen, eine schwere zähflüssige Reise. Ich bin alt, dachte der Mann, ich habe schon angegrautes Haar, ich bin kein Jüngling mehr, bei dessen Anblick jungen MädcheN bas Herz klopft. Die Spannung ist ganz auf meiner Seite, dachte er, kein Funke springt auf bie anbere über. Und er lehnte sich müde zurück und dachte an seinen Wald und lange einsame, nachdenkliche Wanderungen. Dann polterte der Zug, bremsend, in das Gewirr von Schienen, und die Stadt kündigte sich an. Da waren schon die Türme von Würzburg, und das Mädchen blickte wieder hastig aus tiem Fenster, stand auf und räumte die Zeitschriften fort, griff nach seinem Mantel. Nun sprang auch der Mann auf, zu helfen. Schweigend ließ das Mädchen es geschehen, als eine kurze Weiche dem Wagen einen Stoß gab, so daß es gegen den Mann fiel. Nur ein Augenblick war es. Nur Sekunden ruhte es an seiner Brust. Aber dem Mann schien es lange und beglückend, und er glaubte zu fühlen, daß es dem Mädchen nicht unangenehm war von ihm gestrig zu werden. Zum erstenmal blickte es ihn an sah ihm voll ins Gesicht und lächelte zart und chucb- lern. Die Lippen öffneten sich leicht, einen Augenblick lang war bas junge Gesicht dem Manne hinge- wendet und lag reizend und Zaghaftoffen vor ihm. Da, es überraschte ihn selbst machtvoll, beugte er sich herunter und küßte sie auf diesen knospenhaft schwel- Die Paradies-Inseln im Stillen Ozean Veisebrief unseres H. W.-Berichierstatiers. zündet. v _, . Der Zug war wieder in Bewegung, der Schaffner hatte sich die Fahrscheine zeigen lassen, die Abteiltur war zugerollt, als der Mann vorsichtig wagte, nach dem jungen Mädchen zu blicken, mit dem er auf mehrere Stunden in diesen kleinen rollenden Käsig gesperrt war. Er strich über sein Haar, das schon etwas silbern glänzte, er hüstelte und schneuzte sich diskret, um sich bemerkbar zu machen. Aber das junge Mädchen las und blätterte, es sah gelegentlich hastig und wie von dem Vorbeifliegenden, einer kleinen Station, einem Bahnwärterhäuschen, einer Baumgruppe überrascht aus dem Fenster. Aber es sah geflissentlich über den Mann hinweg Der Mann — er war kein Abenteurer, er war ein etwas ermüdeter Alltagsmensch, der wohl einigen Tagen Waldluft und Erholung entgegenfuhr. Sein stilles, scharfes Gesicht wurde um einige Grade stiller seitdem das Mädchen eingestiegen war. Hatte er Hunger auf ein Gespräch? Auf ein paar Pulsschläge der Sympathie aus einem anderen Meuchen? Ob es anging, zu dem Mädchen zu sprechen, ohne Plump vertraulich zu sein, vielleicht daß er eine Zigarette anbieten durfte? Seine Zeitschriften anzubieten konnte er nicht wagen, das Mädchen hatte sich eingebeeft für Stunden. Auch standen m seinen Zeitschriften kaum Bilber von Belang, em paar Holzschnitte, ein paar Reproduktionen unb gelehrte Aufsätze, Fachmännisches und Ernstes. Das Mädchen aber las in launig bebilderten Magazinen, in zerstreuenden Reportagen und Humorse.tem Nein es sah sich nicht nach einem anderen Menschen um. Es hielt den Kopf gesenkt, so daß man U weiße Bahn des mitten durch das Braun des Haares gezogenen Scheitels sehen konnte, und der Mund war kindlich neugierig aufgeworfen die roten etwas vollen Lippen, die hatten plaudern können blieben geschloffen. Und der Mann zündete sich eine neue Zigarette an, er wendete selbst einige ©Viten ferner Zeitschriften um, aber er las nicht denn es steckte Unruhe in ihm. Er sah heimlich auf die ststen kleinen Hände des Mädchens, an deren Streitkräfte, Generalmajor Hugh Drum, der mit großer Bewunderung von der deutschen Wehrmacht sprach. Raummangel verbietet es. all die unvergeßlichen Erlebnisse und Eindrücke aufzv- zählen, mit denen die Tage gefüllt waren: Der Besuch auf der größten der Inseln, Hawai, die Kona Küste, wo japanische Farmer Kaffee anbauen, die Lavafelder des Mauna Loa, die Garteninsel Kauai, das liebliche Molokai, nächtlicher Fischfang mit Kukuifackeln am Strande von Lanekai und vieles andere. Es ist schwer den magischen Zauber zu beschreiben, den diese Inseln auf alle Menschen ausüben. Man muß selbst erlebt haben! Diese wilde verschwenderische Farbenpracht der Natur, der betäubende Duft der taufenbfarbigen Blüten, das ewige Rauschen des blaugrünen Meeres, durch dessen weißköpfige Brandung braune Wellenreiter pfeilschnell dahinschießen, die schwermütige Musik der freundlichen Eingeborenen, die mit Ukulele und Guitarre ihre Gesänge begleiten, die weißen Wolken über den zuweilen schneebedeckten Vulsanriesen und das unabläsige Säuseln des Passatwindes durch die Kronen der schlanken Palmen. Man muß eine hawaiische Mondnacht erlebt haben, wenn die Nächte zum Tag werden und über dem Nuuana- Tal wie Fata Morgana ein doppelter Mondregenbogen steht! — In Hawai findet man die Geheimnisse des Orients mit der Romantik der Südsee vereinigt und über allem scheint äußerlich wenigstens ewiger Frieden zu ruhen. — (Die inneren Spannungen, die durch das Rasseproblem hervor- geriifen werden, vergißt man gern oder verschiebt ihre Lösung auf spätere Zeiten. Um nur eine einzige Statistik anzugeben: von 81 000 Schulkindern in den öffentlichen Schulen sind 44 000 Japaner!) Schließlich kam auch für uns der T a g d e r Abreise. Drunten am Pier 7 der Oceanic-ßinie lag der weiße Ozean-Expreß „Mariposa", der II* Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Honolulu, Anfang März 1937. (An Bord der „Mariposa".) Inzwischen waren an der Quarantänestation die amerikanischen Einwanderungsbehörden und der Arzt an Bord gekommen; unsere Pässe wurden geprüft, die Augen untersucht und dann konnte das Schiff seine Einfahrt in den Hafen fortsetzen. Kaffeebraune Kanakenjungen kam dem Schiff entgegengeschwommen und tauchten nach Geldstücken, die von den Fahrgästen ins Wasser geworfen wurden. Am Pier spielte eine Musikkapelle „Aloha Oe", eine Südsee-Schöne fang dazu und grüßte herüber zu uns. Grün, rot und purpur leuchtete die tropische Pflanzenwelt der Berge herüber, der Strand war bekränzt mit Kokospalmen. Freunde waren gekommen um uns abzuholen; sie brachten herrlich duftende ßeis, das sind Blumengirlanden, die dem zu Ehrenden um den Hals gehängt werden. Das Aloharufen wollte kein Ende nehmen. „Aloha" in der (Eingeborenem Sprache bedeutet „Willkommen", „Freundschaft", „Glück" und ähnliches, je nachdem es gebraucht wird. Wir waren buchstäblich begraben unter Blumenkränzen, der starke Duft der Jngwerblüten, Nelken, Hibiskus und Orchideen wirkte beinahe betäubend. Die Sitte, ßeis zu schenken, ist einer der schönste Bräuche dieser Inseln. Man gibt sie der Gastgeberin, der Freundin, der Mann erfreut feine Frau beim Nachhausekommen, ja man sieht sogar Arbeiter mit ßeis bunter Blumen um den Hut zur Arbeit ziehen. Am Ende des Piers hatten farbige ßsisverkäuferinnen Aufstellung genommen, die mit ihren strahlenden schwarzen Äugen, den schneeweißen Zähnen im dunkelbraunen lachenden Gesicht und den bunten Blumenkränzen am Arm einen malerischen Anblick boten. Die Fahrer der Autodroschken suchen sich durch lautes Schreien zu überbieten; es war eine rechte Völkerbundsversammlung, alle Rassen und Schattierungen schienen hier vertreten zu sein. Draußen auf der Straße umbrauste uns d a s ß e b e n ein er modernen Hauptstadt. Wie sonderbar es anmutet, nach all den primitiven Eindrücken Sibiriens und Ostasiens wieder wohlge- pflegte Straßen zu sehen, auf denen sich unzählige Automobile in Doppelreihen nach beiden Richtungen hin bewegen. Trotz seiner ßage inmitten der schier unendlichen Wasserwüste des Stillen Ozean trägt Honolulu unbestritten Großstadtcharakter. Diese Stadt von 146 000 Einwohnern hat rote und grüne Verkehrssignale, bequeme Straßenbahnen und Autobuslinien, eine nicht unbedeutende Universität herrliche Parks, lururiöfe Hotels und prunkvolle Theaterpaläste. — Im ganzen Territorium gibt es 187 öffentliche Schulen, 30 Banken, 77 Kirchen und 19 000 Telephone. Wir fuhxen die Kingstraße entlang am ehemaligen KöniJichen Schloß vorbei, das jefct als Kapitol für den Gouverneur von Hawai dient, Kala- kaua Avenue hinunter, Fort de Ruffy, Kalia Road! Wir waren an Waikiki Beach, dem berühmten Badestrand von Honolulu. Hier befinden sich das feudale Royal Hawaian Hotel, ein regelrechter Palast aus Korallensteinen gebaut mit Türmen und Baikonen, daneben auf der einen SeUe das etwas ältere Moana Hotel und auf der anderen das Halekulani mit seinen reizenden Bungalows (Einfamilienhäusern). Da ich längere Zeit in Honolulu bleiben wollte, batten mir meine ^""nbe ein Bungalow unmittelbar am Strand irqt, wo bei Tag und Nacht das Rauschen der Brandungswellen für mich die schönste Musik war. Diese Strandhäuser bestehen aus einem Schlaf- und Wohnzimmer, einer'kleinen Küche unb, was in Hawai der * Dgl. „Gießener Anzeiger" vom 10. April 1937. ge- Omas Kochbuch ist veraltet (Bewirtschaftung leichter Steinkohlenteeröle). ralöl 6: Wirtschaft 6 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. HL Gedanken daran, wieviel hochwertige Rohstoffe wir durch das achtlose Fortwerfen von Lumpen und 4% Einheits-Rumänen . 4% Türken Bagdad I... 4% Türken Bagdad II .. 2Y4% I. Anatolier...... A.G. für Verkehrswesen 82,6 v. S). der gesamten durch dieses Werk gangenen Rohstoffmenge aus. Man hat nach diesem ebenso drastischen wie dringlichen kurzen Lehrgang so ungefähr das fühl, als wenn wir Deutschen uns eigentlich miteinander die Haare raufen müßten bei ein- Ge- alle dem Die kluge Frau nimmt zwei bis drei, Das reicht. Und dies bedenk' dabei: Dem Magen ist ein Dienst erwiesen, Ihr spart das Geld, dem Reich Devisen! — Scherl-M.) Auch heute noch gibt Fräulein Meyer Zum Kuchenteig ein Dutzend Eier. Sie glaubt, daß er sonst nicht gerät, Weil's so in Omas Kochbuch steht. (Zeichnung Oechsner. Abendbörse fester. Im Abendbörsenverkehr zeigte sich am Aktienmarkt wieder etwas regere Unternehmungslust, zumal in einigen Spezialpapieren Publikumskäufe erfolgten. Bei verhältnismäßig lebhaften Umsätzen stellten sich gegen den schon festen Berliner Schluß überwiegend neue Besserungen von etwa 0,25 bis 0,50 v. H. ein. Lebhaft waren Westdeutsche Kaufhof mit 63,75 bis 63,90 bis 63,65 (62,75), ferner JG.- Farben mit 171 bis 171,50, Bersin. Stahl mit 121 bis 121,25. Bemberg waren zunächst auf 122,25 (122) befestigt, später aber angeboten und auf 121,75 gedrückt offenbar im Zusammenhang mit einer Verwaltungsmitteilung zur Kursbewegung. An den Rentenmärkten würden keine besonderen Umsätze bekannt. Kommunal-Umschuldung etwa 93,35. U. a. notierten: 6proz. IG.-Farben 135,50, 4,5proz. Stadt Mainz 97,75, Klöckner 133, Mannesmann 125,65 bis 125,75, Hoesch 123,25, Verein. Stahl 121 bis 121,25, AEG. 43, Aschaffenburger Zellstoff 143, Bemberg 122,25 bis 121,75, Deutsche Erdöl 149,50, Scheideanstalt 263, IG.-Farben 171 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuh 5 v. H. Nundiunkproaramm Freitag, 23. April. Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Früh- Stoffabfällen in den Müllkasten in der Nachkriegszeit schon verschleudert haben. Es ist gar nicht auszurechnen, wie viele Millionen von Anzügen, Mänteln, Kleidern usw. wir in unserer Unwissenheit und Achtlosigkeit b u ch st ä b l i ch auf den Kehrichthaufen geworfen haben. Ein wahrer Segen, daß wir im neuen Deutschland, vor allem durch die großzügige Aufklärungsaktion im Rahmen des Vierjahresplanes, .selbst über die unscheinbarsten Dinge anders denken gelernt haben, mögen es nun Lumpen oder Blech oder sonst etwas sein. Was ist leichter als in irgendeiner Ecke der Bodenkammer oder des Kellers oder des Stalles eine Kiste oder einen größeren Karton bereitzustellen, der auch den kleinsten Fetzen und alles unbrauchbar gewordene Zeug aufnimmt, bis es eingesammelt wird! Diese Lumpen und Abfälle sind im ernstesten Sinne des Wortes bare D e - vifen wert, und wer sich an der Sammlung dieser Devisenwerte in seinem eigenen kleinen Lebenskreis gewissenhaft und verantwortungsbewußt beteiligt, hilft mit, uns vom Ausland unabhängig zu machen und den Devisenstock des Reiches zu schonen. Aber die Qualität dieser Stoffe aus Lumpen oder Reißwolle? Ich weiß schon, was Sie meinen. Aber dies Kapitel ist so interessant und wichtig zugleich, daß ich Ihnen darüber noch etwas erzählen muß. (Ein zweiter Artikel folgt.) Rhein-Mainische Börse. Mllagsbärse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 21. April. Die schon im gestrigen Börsenverkehr zu beobachtende Zurückhaltung der Kulisse hat sich nunmehr auch auf die Kundschaft übertragen, die in der Auftragserteilung stiller geworden ist. Indessen war die Grundtendenz weiterhin freundlich, und auf der etwas ermäßigten Kursbasis bestand weitere Nachfrage, teilweise aus vorliegenden, Limiten. Am Aktienmarkt wichen die ersten Notierungen bei merklich ruhiger gewordenen Umsätzen bis zu 1 v. H. nach beiden Seiten ab. Verhältnismäßig fest und lebhaft lagen Westdeutsche Kaufhof mit 61,40 bis 61 bis 61,75 (60,50), ebenso Bemberg mit 119 (118), auch Zellstoffaktien fanden weitere Nachfrage bei mäßig erhöhten Kursen. Vorwiegend etwas schwächer lag der Montanmarkt, an dem Glattstellungen der Kulisse erfolgten. Klöckner 132,75 (133,25), Mannesmann 125,50 (125,50), Rheinstahl 159,90 (160,75),/Verein. Stahl 120,50 (121), Harpener 163,50 (164). IG. Farben und Th. Goldschmidt bröckelten bis 0,50 v. H. ab, Scheideanstalt unv. 263,50, schwächer Deutsche Erdöl mit 149,50 (151,75). Elektropapiere lagen sehr ruhig und kaum verändert, nur Siemens 1,50 v. H. niedriger. Etwas schwächer lagen ferner Daimler mit 140,50 (141,40), BMW. mit 154,50 (155,40), Rheinmetall mit 153,25 (154). Muag mit ca. 151 (152,75), dagegen lagen Moenus Maschinen 0,50 v. H. höher mit 114,25 und Adlerwerke Kleyer erholten sich auf 115 bis 115,50 (114,25). Auch im Verlaufe blieb das Geschäft am Aktienmarkt ruhig und die Kursentwicklung weiter uneinheitlich. Teilweise ergaben sich gegen den Anfang kleine Erholungen von etwa 0,25 bis 0,50 v. H., in der Mehrzahl blieben die Kurse jedoch behauptet. Weiter fest waren Bemberg mit 122 nach 118,50 und Westdeutscher Kaufhof mit 62,50 nach 61,50. IG. Farben auf 170,90 nach 170,50 erholt.Die erst später notierten Papiere kamen meist schwächer zur Notiz. Schuckert 170,50 (172,50), RWE. 128,65 (129,50), AEG. 42,90 (43,40), Iunghans 134.50 (136,25), Muag 151,50 (152,75), Hoesch 123,65 (124,65). Am Einheitsmarkt stiegen Aschaffenburger Buntpapier auf 86 (84). Von Renten erhöhten sich Kommunal-Umschuldung auf 93,40 nach 93,30. Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen bei etwas ruhigerer Nachfrage unverändert, Liquidationspfandbriefe teilweise 0,13 v. H. abbröckelnd. Rhein. Hyp. Gold bei unv. 99,50 wieder rationiert, do. KO. gestrichen Gold. Von Industrie-Obligationen 5 v. H. Eisenbahn-Bank 91,25 (90,75). Von Provinzanleihen Oberhessen 134,25 (133,75). Stadtanleihen lagen meist unverändert. konzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 9.45: Nur Freiburg: Nachrichten. 10: Schulfunk. 11: Tummel- ftunbe. Mutter turnt mit dem Kind. 11.15: Hausfrau, hör zu! 11.45: Landfunk. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, anschließend aus dem Sendebezirk; Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14. Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: „Hohe Ziele". Zwei Erlebnisberichte. 15.30: Wiesbadener Maiwochen. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: Flugplanmäßig über dem Nordatlantik. Ein Erlebnisbericht von Dr. Ernst H. Fischer. 17.45: Deutsche Arbeiter erlebten Rumänien. Eine wirtschaftskundliche Studienfahrt der Deutschen Arbeitsfront. 18: Musik aus Dresden. 19: Unterhaltungsmusik. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Orchesterkonzert. 22: Nachrichten, anschließend aus dem Sendebezirk. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) H. D. in Stumpertenrod. Ihre Anfrage an den Fragekasten der „Scholle" wegen der Kartoffelsorten ist bereits in der „Scholle" vom 13. April beantwortet worden. Unser Schreiben und eine Zeitungssendung an Sie kamen leider zurück, da Sie Ihre Adresse nur ungenügend angegeben haben. Hausgehilfinnen. Anonyme Anfragen werden nicht beantwortet. bis 171,50, Geffürel 150,50, Goldschmidt 144,50, Holzmann 153,50, Iunghans 135, Muag 152,75, Metallgesellschaft 153,50, Schriftgießerei Stempel 102,50, Schuckert 171. .Westdeutsche Kaufhof 63,75 bis 63,90 bis 73,65, Zellstoff Waldhof 162,25. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 21. April Am Getreidegroßmarkt ist gegen den Markt vom Montag keine Veränderungen eingetreten. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Klogramm) in Mark: Weizen W 13 211, W 16 214, W 19 218, W 20 220, Roggen R12 174, R15 177, R18 181, R19 183 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Weizenmehl Type 812 W13 29,70, W16 29,80, W 19 29,80, W 20 30,15, Rogqenmehl Type 1150 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60, Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20, Noggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Treber getr. 14,00, Höchstpreise ab Erzeugerstation, Heu südd. lose 5,00 bis 5,50, Heu drahtgepreßt 5,40 bis 5,90, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 2,40. Tendenz ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkl Frankfurt a. M., 22. April. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1007 Rinder (173 Ochsen, 166 Bullen, 542 Kühe, 126 Färsen), 331 Kälber, 13 Härnmel, 10 Schafe, 243 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mk., Bullen 34 bis 43, Kühe 18 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 44, Kälber 30 bis 65, Härnmel 46 bis 50, Schweine 48,50 bis 52,50 Mark. Marktverlauf: Rinder und Schweine zugeteilt, Kälber, Härnmel und Schafe mittelmäßig. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 288: Vierte Anordnung einer Marktregelung für das graphische Gewerbe. — 289: Anordnung Nr. 10 der Ueberwachungsstelle für MineSchadenverhütung — Stoff-Fabrik mehr zu verlieren, und es gibt wirklich in Sachen Bekleidungsfrage für uns alle, also für den Verbraucher, nichts Törichteres als irgendwelche Stoffabfälle, lieber« refte, Schnitzel, Fetzen, völlig unbrauchbar gewordene Kleidungsstücke bis herunter zum zerlöcherten billigen Kunstseidenstrumpf in den Mülleimer zu werfen. Machen wir uns das einmal klar: Dieses Werk gier in Grünberg mit einer Belegschaft von 2150 Volksgenossen, darunter etwa einem Drittel Frauen, stellt mit seinen 19 000 Spindeln und seinen 480 Webstühlen und seinem sonstigen Maschinenpark aus jenen wüsten Hausen „wertloser" Lumpen und Abfälle wöchentlich etwa 300 000 Kilometer Garn her — das reicht beiläufig 7'/r- mal um die Erde! In drei Wochen produziert dieses Werk aus Abfällen, deren wirklichen Wert wir Laien auch nicht annähernd ahnten, rund 2 5 0 Kilometer Stoffe — das ist fast soweit wie von Berlin nach Hannover! Und noch eine anschauliche Zahl für den wirklichen Wert des „Gelumpes": Im vergangenen Jahr machten die zu Reißwolle verarbeiteten Lumpen nicht weniger als Eine erfreuliche Bilanz. Die regelmäßig bekanntgegebenen Zahlen über die Entwickelung des Sparens bei den Sparkassen werden mit Recht in der Oeffentlichkeit mit besonderem Interesse verfolgt. In ihnen kommt nicht nur akstchaulich das Dorwärtsstreben breiter Beoölke- rungsschichten und ihr festes Vertrauen zur Staatsund Wirtschaftsführung zum Ausdruck, die Ziffern geben auch wertvolle Anhaltspunkte über die Kreditversorgung der Wirtschaft, insbesondere der mittelständischen Kreise, die bekanntlich in großem Umfange von den Sparkassen betreut werden. Der kürzlich erschienene Jahresbericht des Deutschen Sparkassen- und Girooerbandes, dem auch die Bezirkssparkasse Gießen über den Hessischen Sparkassen- und Girooerband angeschlosfen ist, läßt erkennen, welch erfreuliche Fortschritte die Kapitalbildung bei den Sparkassen auch im Jahre 1936 gemacht hat. Die Spareinlagen erhöhten sich um über 800 Millionen auf 14 303 Millionen Mark, die Depositen-, Giro- und Konto-Korrent-Einlagen um 295 Millionen auf 2330Millionen. Damit haben die Spareinlagen feit der Machtübernahme, also in der Zeit des ersten Vierjahresplanes, eine Steigerung um 3,140 Milliarden Mark, die Gesamteinlagen der öffentlichen Sparkassen um solche' um annähernd 4 Milliarden Mark erzielt. Die Zahl der Sparkassenbücher beträgt 34 Millionen. Auch auf den verschiedenen Teilgebieten des Kreditgeschäfts verzeichneten die Sparkassen im vergangenen Jahre gute Fortschritte. Allein an Hypotheken konnte ein Betrag von etwa 350 Millionen Mark ausgezahlt werden, ebenso zeigte das kurzfristige Kreditgeschäft eine weitere Belebung. Besonders unterstrichen wird in dem Bericht der Sparkassenorganisation der bemerkenswerte Fortschritt auf dem Gebiet des Schul- fparwesens. An dieser guten Fortentwicklung im Sparkasfen- bereich hat auch die Bezirkssparkasse Gießen beachtlichen Anteil; bei ihr stiegen die Spareinlagen 1936 um 800 000 Mark, sie haben einen Bestand von z. Zt. 21 700 000 Mark erreicht. Seit der nationalsozialistischen Machtübernahme konnte die Bezirkssparkasse Gießen an Hypotheken und sonstigen Krediten 3 770 000 Mark der heimischen Wirtschaft zur Verfügung stellen. Anmeldung des Auftriebs auf Gchlachtviehmärkten. Fwd. Durch Anordnung Nr. 83 vom 9.4.37 (Verkündigungsblatt des Reichsnährstandes Nr. 25 vom 14.4.37) hat die Hauptoereinigung der deutschen Viehwirtschaft bestimmt, daß jeder, der Schlachtvieh auf einen Diehgroßmarkt oder Mittelmarkt versenden will, diesen Versand unbeschadet der Voranmeldepflicht bei der Kreisbauernschaft gemäß § 27 der Anordnung Nr. 74 demjenigen Agenten oder sonstigen zugelassenen Verkäufer anzumelden hat, den er mit dem Verkauf beauftragen will. Der Versand kann in der angemeldeten Weise vorgenommen werden, wenn von dem Viehwirtschaftsverband, der Hauptvereinigung, dem Agenten oder Verkäufer keine anderweitige Weisung erteilt worden ist. Jeder Agent oder sonstige zugelassene Verkäufer von Schlachtvieh auf einem Viehgroß- oder Mittelmarkt hat seinen voraussichtlichen Auftrieb nach Zahl und Gattung schriftlich beim Beauftragten des Marktes anzumelden. Der Auftrieb kann in dem angemeldeten Umfang nur vorgenommen werden, wenn der Beauftragte keine anderweitige Weisung erteilt. Bei Anlieferung von Schlachttieren, die nicht vorangemeldet sind ober die trotz anderweitiger Weisung angeliefert werden, kann unbeschadet der Festsetzung von Ordnungsstrafen auf Viehgroßmärkten der Marktbeauftragte und auf Mittelmärkten der Beauftragte die zuviel angelieferten Schlachttiere Hamburg-Südain. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 Reichsban!................. 12 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank... 4 Deutsche Diskonto............4 Dresdner Bank..............4 vorn Verkauf zurückstellen ober ihre Umleitung durch die Hauptvereinigung veranlassen. Die Marktbeauftragten auf den Viehgroßmärkten und die Beauftragten auf den Mittelmärkten werden ermächtigt, Ausführungsbestimmungen zu erlassen, insbesondere Fristen für die abzugebenden Meldungen festzusetzen und am schwarzen Brett des Marktes bekanntzugeben. Die Agenten find verpflichtet, ihre Einsender von diesen Ausführungsbestimmungen, insbesondere den festgesetzten Fristen, zu unterrichten. Verstöße gegen diese Anordnung werden bestraft. Großer Reuzugang in der öffentlichen Lebensversicherung. Bei den im Verband öffentlicher L e - b en s o e r s i ch e ru n g s a n ft a l t en in Deutschland zusammengeschlossenen Anstalten wurden im März 15005 neue Anträge mit einer Versicherungssumme von 28,69 Millionen Mark gestellt (gegenüber 13 907 Anträgen mit einer Versicherungssumme von 27,54 Millionen Mark im Vormonat und 21061 Anträgen mit 29,60 Millionen Mark im März 1936). Die Durchschnittssumme berechnet sich in der Großlebensoersicherung auf 3785 Mark, in der Sterbegeldversicherung auf 398 Mark. Im ersten Vierteljahr 1937 ist ein Antragszugang im Gesamtbeträge von 81,07 Millionen Mark erzielt worden, gegenüber 86,20 Millionen Mark in der gleichen Zeit des Vorjahres, 74,20 Millionen Mark im ersten Vierteljahr 1935, 60,62 im ersten Vierteljahr 1934 und 49,31 Millionen Mark im ersten Vierteljahr 1933. Aus dem Gietzener Handelsregister. Bei der Firma Adolf Hopfeld, Eisenbahnhotel in Gießen, ist die Gesellschafterin Frieda Hopfeld aus der offenen Handelsgesellschaft ausgeschieden und diese als solche erloschen. Das Geschäft und die Firma wird von Adolf Hopfeld in Gießen weitergeführt. — Die Firma Möbelhaus Rühl, vormals Gebr. Bär, Gießen, ist geändert in Möbelhaus Rühl. Der Mitgesellschafter Georg Rühl ist aus der offenen Handelsgesellschaft ausgeschieden, an seine Stelle ist Dr. jur. Arnold Schuster, Gießen, Marktstraße 30, in die offene Handelsgesellschaft eingetreten. Von beiden Gesellschaftern ist jeder allein zur Geschäftsführung befugt. — Die Firma F. SBenbcr. & Co. in Gießen ist erloschen. — Bei der Firma Stoffspezialhaus Bernard & Sohn in Gießen ist der Hugo Bernard Ehefrau, Friedel geb. Schüßler, Einzelprokura erteilt worden. — Die Firma Karl Riebel in Gießen ist erloschen. — Firma Friedrich Horn, Bindfadengroßhandlung in Gießen: Inhaber ist der Kaufmann Friedrich Horn in Gießen, seiner Ehefrau Johanna, geb. Kohlermann, ist Prokura erteilt. — Firma Heinrich Conrad II. Nachf., Sägewerk und Zimmerei, Kommanditgesellschaft in Trais an der Luma: die Gesellschaft hat mit einem Kommanditisten begonnen, Gesellschafter ist Friedrich Ortwein in Gießen. — Bei der Firma Gewerkschaft Hessen in Gießen ist durch Beschluß der Gewerkenoersammlung auf Grund des Gesetzes vom 5. Juli 1934 die Übertragung ihres Vermögens auf den alleinigen Gewerken der Gewerkschaft „Luise", Brauneisensteinbergwerke zu Weickartshain, beschlossen worden. Die Liquidation ist damit beendet, die Gewerkschaft ist aufgelöst. Gchweinemarki in Gießen. Auf dem gestrigen Schweinemarkt in Gießen standen 121 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten 5 bis 6 Wochen alte Ferkel 18 bis 20 Mark, 6 bis 8 Wochen alte Tiere 20 bis 23 Mark, 8 bis 10 Wochen alte Tiere 23 bis 27 Mark, 10 bis 12 Wochen alte Tiere 27 bis 31 Mark. Marktverlauf schleppend. Datum 5% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5*/2% Dming-Anleihe von 1930 .. 4’/2% Hes'ische Volksstaat von 1929 4,/2% Deutsche Reichspostschatz von 1934 1...................... 4y2% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten.............. 4Va% Hess. Landesbk. Darmstadt Goldpfe. R. 12.............. 5 %% Hess. Landes-Hyp.-Bank Liqu. Goldpfe............... 4y2% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 4'/2% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4y2% Darmstädter Komm.-Lan- desbank R. 6 ................ Deutsche Kvmm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 4Y2% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 4y2% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... 5%% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 5/2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... Steuergutschein-Verrechnungskurs 5% Goldmexikancr von 1899 .... 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,2% Oesterreichische Silberrente. 4>/2 Ungarn Staats von 1913 .... 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 5% Rumänen von 1903......... 4’/2% Rumänen Gold von 1913.. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß?. 'Abend börse Schluß, kurs Schluß!. Mitlagbörse Datum 20.4- 21 .4. 20-4. 21 -4. Accumulatoren-Fabril...... . 12 214 215 215 ^KO-Kunitseide........... .. 0 —— — — —' Aschaffenburg Zellstoff...... .. 3 142,75 143 143,65 142,25 Bemberg................. .. 0 118 121,75 118,25 122,25 Bekula................... .. 8 166 165,13 166 165,75 Buderus Eisen............. .. 4 134 133,5 134,9 133,75 Cement Heidelberg......... .. 7 169,4 168,75 — —— Gement Karlstadt.......... .. 6 175 175 —— —- Chade A.-C................ .. 9 — — — — Conti Gummi............. . 11 195,5 188,5 195,5 188,65 Daimler Motoren.......... .. 5 141,4 140 141,25 140,4 Dessauer GaS............. .. 4 — — 119,9 119,65 Deutsche Erdöl............ .. 5 151,75 149,5 150,5 149,25 Deutsche Gold- und Silber .. .. 9 263,5 263 — —- Deutsche Linoleum......... . 10 177 177 178,5 Elektrische Lieferungen...... .. 6 135,5 135,5 135,5 135,5 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 152,25 150,4 151,75 150,5 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 170,75 171,5 170,75 171,13 Felten L Guilleaume....... .. 6 144,25 143,5 143,5 143,5 Gesfürel.................. .. 6 150 150,5 149,25 150,13 Th. Goldschmidt........... .. 5 143,65 144,5 143,25 144,5 Gritzner Maschinen......... .. 0 46,5 46,65 46,25 46,5 Harpener................. 2'/2 164 162,5 163,5 162,5 Hoesch Eisen............... 3>/2 129,65 123,25 124,25 123,75 Philipp Holzmann......... .. 6 154,5 153,5 154 154 Ilse Bergbau.............. .. 6 — 175 Ilse Genüsse.............. .. 6 144,5 144,5 143 144 Kalt Aschersleben.......... .. 5 128 127,75 127,5 127,5 Klöcknerwerke ............. 4% 133,25 133 133 132,5 Kokswerke und Chemische Fabrik 6 — — 149,75 150,5 Lahmeyer............ .. 6 129 127,4 128 127,65 Mainkraft................. .. 4 98 98 Mannesmann............. .. 3 125,5 125,75 125,65 125,75 Mansfelder Bergbau....... 6 H 165,5 162,25 161,25 Metallgesellschaft........... .. 5 153,25 153,5 153 153 Oren sie in & Koppel........ .. 0 97 97 Rheinische Braunkohle...... 12 — _ 229,25 —- Rheinische Elektro.......... .. 6 135,75 134 135,75 134 Rheinstahlwerke............ .. 6 160,75 160,25 161 160,25 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 129,5 129 129 129,25 Rütgerswerke ............. .. 6 148,5 148 148,75 149,9 Salzdetfurth Kali.......... 7/r 167 167 167,25 166,9 Schuckert & Co............. 172,5 171 171 171,25 Schultheis Palzenhofer...... . 4 190,4 100,5 Siemens & Halske......... .. 8 201,75 200,5 202 200,5 Süddeutsche Zucker......... 10 200 200 200,5 —- Vereinigte Stahlwerke...... ay2 121 121 121 121,13 Westdeutsche Kaushof....... .. 0 60,5 63,65 61 62,9 Westeregeln Alkali.......... .. 5 127,25 127,25 126,5 126,75 Zellstoff Waldhof.......... .. 6 162 162,25 161,5 161,75 Otavi Minen.............. 0,6 31,9 32 31,25 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß?. Abend- börse Schluß- kurs Schluß! Mittag- börse 20 4. 21.4 20 4. 21.4. 102,13 102,13 102,13 102,13 98,9 98,9 98,9 98,9 104 104 104,5 104,25 99,75 99,75 99,75 99,75 100,7 100,65 100,9 101 99 99 99 99,13 124,5 124,5 124,65 124,5 133,75 134,25 — — 99 99 — — 101,65 101,4 — — 99 — — 99 — — — — 97,5 97,5 — — — — 131,65 131,75 99,5 99,5 99,25 99,25 97,75 97,75 — — 101,65 101,65 101,7 — 101,65 101,65 101,7 101,65 110,25 110,25 110,3 110,3 — — — —— — —— — — — — — —— — —— — — —— — — — —— — — — — — — — — —— _ — — — — —— —— — — —— — — _ —— —— —— —— 135 134,5 134,25 134,4 — — 45 44,25 17,65 17,5 17,65 17,75 17,9 17,9 18 17,9 127,5 127,4 ,127,4 127,4 201,75 201,5 202 200,5 — —— 130 129,75 113,4 113,4 11.3,4 113,4 117,5 117,5 117,5 117,5 105 105 105 105 20.Aprü 21 .April 20-April 21 .April Amtliche Notierung Amtliche Geld Dotierung Bries Amtliche Notierung Am.liche Notierung cveio iönei Geld Bries Geld Brie! Buenos Aires............. 0,755 0,759 0,755 0,759 Javan.................... 0,713 0,715 0,713 0,715 Brüssel................... 41,94 42,02 41,94 42,02 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 Rio de Janeiro............ 0,157 0,159 0,156 0,158 Oslo.................... 61,54 61,66 61,51 61,63 Polen.................... 47,04 47,14 47,04 47,14 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 Kopenhagen............... 54,68 54,78 54,65 54,75 Lissabon.................. 11 ,11 11,135 11,11 11,13 Danzig................... 47,04 47,14 47,04 47,14 Stockholm ................ 63,13 63,25 63,08 63,20 London................... 12,245 12,275 12,24 12,27 Schweiz.................. 56,80 56,92 56,77 56,89 Helsingfors................ Paris.................... 5,415 5,425 5,415 5,425 Spanien.................. Prag..................... 16,98 17,02 16,98 17,02 11,13 136,21 11,15 136,49 11,08 11,10 136,44 8,646 8,664 8,646 8,664 Holland.................. 136,16 Budapest................. Italien 13,09 13,11 13,09 13,11 Neuyork 2,488 2,492 2,488 2,492 Kr.95 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 22. April (937 Aus der Stadt Gießen. Beschauliche Rast. Die Sonne blinzelt ein wenig, kommt dann strahlend hervor, um nach einer Weile plötzlich wieder zu verschwinden. Sie scheint ein neckisches Verstecktspiel zu treiben, wobei ihr die rasch ziehenden Wolken bald als Helle, bald als dunkle Kulisse dienen. Aber im ganzen ist es recht erträglich draußen, und wo die Sonnenstrahlen ausfallen, entfachen sie eine spürbare Wärme. Sofort sieht die Stadt um einige Grade festlicher aus. Merkwürdig, im Frühjahr genügt ein bißchen Wärme und Sonnenschein, um dem Getriebe in den Straßen und Gassen heiteren Schwung und farbigen Glanz zu verleihen. Am reizvollsten ist es allerdings zu dieser Zeit in den Anlagen Das Grün des Rasens prunkt mit einer fast unglaublichen Frische, die knospenden Zweige nehmen sich verheißungsvoll aus, und der muntere Vogelgesang klingt wie eine fortwährende Huldigung an den Frühling. Und eben darum sind die Bänke in den Anlagen wieder ein begehrenswertes Ziel. Vor allem in den Mittagsstunden, wenn der Pulsschlag der Stadt etwas geruhsamer pocht und die Arbeit die Menschen freigibt zu einer kurzen Rast. Es ist etwas Schönes um eine solche Rast, wenn die Helligkeit des Frühlingstages weiße Schleier webt und der feuchtwarme Atem des Lebens aus Blatt und Strauch zu bringen scheint. Kommt aber der Nachmittag, wo die Mittagsgäste längst wieder im Büro und in der Werkstatt ihrer Pflicht nachgehen, dann ist es bei den Bänken in der Anlage nicht einsamer. Im Gegenteil, es scheint eher etwas geselliger zuzugehen, wenn auch diese Geselligkeit die friedvolle Ruhe und das gemächliche Ausspannen liebt Denn da sind neben den jungen Frauen und Mädchen mit Kinderwagen vor allem die alten Leutchen, die für die Bänke eine besondere Zuneigung haben. Sie kommen zu Zweien oder Dreien, steuern bedächtig auf eine bevorzugte Bank und genießen das Werden des Frühlings mit andächtiger Schau. Ihre Unterhaltung ist spärlich, sie bewegt sich meist um einfache Dinge und gilt in diesen Tagen häufig der Erinnerung an den einen oder anderen, der noch im vorigen Jahre mitten unter ihnen saß und den jetzt der kühle Rasen deckt. Die Sonne macht sich rar in diesem Frühjahr, und das wird am allermeisten bedauert von jenen alten Leutchen, die auf den Bänken m der Anlage gern zur beschaulichen Rast ein wenig in der Wärme sitzen. Aber vielleicht war es wirklich nur ein Verstecktspiel, mit dem uns die Sonne bisher ein bißchen an der Nase herumführte, um in den kommenden Tagen um so glanzvoller zu strahlen. Wenn das der Fall sein sollte, wollen wir uns nicht weiter beklagen, und dann werden auch jene alten Leutchen auf der Bank es zufrieden sein, denen der Sonnenschein die beschwerlichen Tage des Alters erhellt. Sch. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Stadttheater: 20 bis 22 Uhr, 1. Volkstümliches Konzert „Schöne Melodien". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Die gläserne Kugel". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Gefährliches Spiel". 1. Volkstümliches Konzert im Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Das Städtische Dreihefter, das vor der Uebernahme der künstlerischen Aufgaben des Musiklebens des Kurbades Bad-Nauheim sich erstmalig in seiner neuen, bedeutend vergrößerten Zusammensetzung dem Gießener Publikum und seinen Freunden oor- stellt, veranstaltet am heutigen Abend ein erstes volkstümliches Konzert unter dem Programm „Schöne Melodien". Mit dieser in der Zusammensetzung des Programms vielgestaltigen Veranstaltung verabschiedet sich unser Orchester zugleich von seinen Gießener Musikfreunden. Die musikalische Aufruf an sämtliche Betriebsführer! Die Hitlerjugend führt auch in diesem Jahre wieder ihre Sommerzeltlager durch. Sinn und Zweck, körperliche Ertüchtigung und Pflege der Kameradschaft, kann aber nur erreicht werden, wenn ämtlichen im Beruf stehenden Junggenossen der erforderliche Urlaub zur festgesetzten Zeit gewährt wird. Zur Berücksichtigung in den Betriebsurlaubslisten geben wir nachstehend die Zeltlagertermine bekannt. 1. Bannzeltlager. Hitler-Jugend, Bann 116: Vom 20. bis 27. Juni 1937: Jugendgenossen der Gefolgschaft-10, 16, 17 und Motor-HI. Vom 4. bis 11. Juli 1937: Jugendgenossen der Gefolgschaft 6, 7, 8 und 12/116. Vom 18. bis 25. Juli 1937: Jugendgenossen der Gefolgschaft 1, 2, 5/116 und Marine-HI. Vom 1. bis 8. August 1937: Jugendgenossen der Gefolgschaft 3, 4, 14, 15 und Nachrichten-HI. Vom 15. bis 22. August 1937: Jugendgenossen der Leitung hat Kapellmeister Paul Walter. Als Solisten wirken mit Friedel F o r n a l l a z, Hildegard I a ch n o w und Ernst August Waltz. Das Konzert dauert von 20 bis 22 Uhr. Die Veranstaltung ist außer Abonnement. Kartenverkauf an der Theaterkasse und durch die bekannten Kartenoerkaufsstellen der NSG. „Kraft durch Freude". / XX Die deutsche Arbeitsfront ,77 K N.S.-6ememschatt „Kratt durch kreude" Amt Feierabend. Letzte Sondervorstellung der Oper „Zar und Zimmerman n." Am Samstag, 24. d. M., bringen wir als letzte Opernaufführung dieser Spielzeit die komische Oper von Lortzing „Zar und Zimmermann". Eintrittspreise sind 1,— unb 1,20 Mark. Karten finb auf ber Kreisbienst- stelle erhältlich^ Beginn 19.30 Uhr. Amt Reifen, Wandern und Urlaub. Sonntagsfahrt an den Rhein. Am Sonntag, 2. Mai, führen wir mit einem Omnibus eine Tagesfahrt an den Rhein durch. Die Fahrt geht durch den Westerwald über Montabaur nach Ehrenbreitstein, von dort nach Braubach. Hier ist bei längerem Aufenthalt Gelegenheit gegeben, die Marksburg zu besichtigen. Abends fahren wir über Bad Ems durch das herrliche Lahntal nach Gießen zurück. Der Preis der Fahrt ist 5,50 Mark. Fahrkarten sind auf der Kreisdienststelle erhältlich. Von der llniversität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Durch Erlaß des Herrn Reichserziehungsministers wird der ao. Professor Dr. med. Anthony, bisher in Hamburg, als Dozent der Medizinischen Fakultät der Universität Gießen zugeteilt. Beförderungen in der Motorgruppe Hessen des ASKK. NSG. Laut Korpsführer-Befehl vom 20. April 1937 wurde in der Motorgruppe Hessen des NSKK. eine Reihe von Beförderungen ausgesprochen: In der Motorstandarte 47 Hanau wurde der Staffelführer Friedrich Eugen Streckfuß zum Oberstaffelführer befördert. , Zu Staffelführern wurden befördert: Sturmhauptführer Metzler vom Stab der Motorgruppe Hessen und die Führer der Staffeln I/M 49 E. Hamm, II/M 147 H. Jäger und III/M 147 W. Hartmann. Zu Sturmhauptführern wurden befördert: der Führer der selbständigen Staffel M II, Obersturm- Gefolgschaft 9, 11, 13/116 und alle die 1937 noch nicht im Zeltlager waren. Deutsches Jungvolk, Jungbann 116: Vom 27. Juni bis 3. Juli, 11. bis 17. Juli, 25. bis 31. Juli, 8. bis 14. August 1937: Stämme II bis V (Land). 2. Baldur-von-Schirach-Zelllager. Hitler-Jugend, Bann 116: Jugendgenossen mit besonderer Einberufung aus sämtlichen Gefolgschaften und Deutsches Jungvolk, Jungbann 116: Stamm I (Gießen). Vom 1. bis 13. August: Dauer 14 Tage. Die Teilnehmer dieses Lagers sind angewiesen worden, sich sofort nach Erhalt ihrer Einberufung mit ihrem Betriebsführer in Verbindung zu setzen. Gießen, 20. April 1937. Der Führer des Bannes 116: Rohrbach, Unterbannführer. Der Führer des Jungbannes 116: Taesler, Stammführer. führer I. Bauer (Aschaffenburg) und der Führer der Staffel I/M 147 Schäfer. Dachböden werden entrümpelt. In den nächsten Tagen wird die bereits ange- künd'igte Entrümpelung der Dachböden durchgeführt. Die Polizei macht nochmals darauf aufmerksam, daß nach der Entrümpelung Polizeibeamte und Amtsträger des Reichsluftschutzbundes zur Kontrolle eingesetzt werden. Bei Beanstandungen müssen die betreffenden Wohnungs- ober Hausinhaber bie Dachböben auf ihre eigene Kosten entrümpeln lassen. Darum befolgt bie Anordnung unb stellt die abzuliefernden Sachen bereit, denn es entstehen an diesen Tagen keinerlei Kosten für den Abtransport usw. Billige Ditamine. ZdR. Etwas wissen unb* banach hanbeln, ist zweierlei. Jeber führt heute Worte über zweckmäßige Ernährung im Munbe, spricht von Vitaminen und anderen Nährstoffen, lebt aber durchaus nicht immer danach. Wie wäre es, da ja über den Nährwert von Kohlehydraten und Vitaminen kein Zweifel besteht, wenn man einmal den Anfang machte, ein äußerst gesundes und noch dazu sehr billiges Nahrungsmittel zu verwenden — die Marmelade? Gerade jetzt im Frühjahr ist auch der größte Liebhaber der ewigen Schmalz- und Butterstullen etwas überdrüssig geworden und für ein Marmeladenbrot um so eher zu haben. Darüber hinaus hat die Marmelade noch den Vorteil, auch zu Kuchen als wohlschmeckende, erfrischende unb nahrhafte Beigabe zu Speisen mancher Art und Tunken verwanbt werden zu können. Die verbilligte Marmelade, von ber, um sie- wirklich ein Dolksnahrungsmittel werben zu lassen, in diesem Jahr noch größere Mengen als im vergangenen Jahre hergestellt würben, ist mit ihrem Preis von 18, 28 und 32 Pf. je Pfund so preiswert, wie man es sich nur wünschen kann. Mit ihren verschiedenen Arten sorgt sie bafür, baß jeber eine Sorte nach seinem Geschmack finbet. Darum sollte gerabe jetzt, ba bas frische Obst bes Frühjahrs noch nicht herangereift ist, ber Körper aber Hunger nach Vitaminen hat, bie Marmelabe in keinem Haushalt fehlen. Hoher Wasserstand der Lahn. Unsere heimischen Fluß- und Bachläufe — für uns in ber Stabt besonders auffällig bie Lahn und bie Wieseck — führen seit bem gestrigen Mittwoch wieber sehr viel Wasser. Der anhaltenbe Regen am Montag, bie Regenfälle in ben Nachmittags- unb Adendstunben am Dienstag und der zum Teil heftige und stürmische Regen in der Nacht zum Mittwoch hatten ein rasches Ansteigen des Wasserstandes zur Folge. Schmutzigbraun wälzen sich die Wassermassen der Lahn daher: teilweise trat der Fluß über seine Ufer und bildete wieder große Seen. Auch die Wieseck brachte wieder erstaunlich viel Wasser, und im Laufe des ganzen gestrigen Tages waren die Wiesen am Amtsgericht und am Ph'ilosophenwald hoch überschwemmt. In der vergangenen Nacht fiel der Wasserstand wieder etwas, da aber die Regenfälle anscheinend und nach ber Wettervoraussage noch weiter anhalten sollen, wirb das Hochwasser kaum wesentlich zurückgehen. So wie in unserer unmittelbaren Heimat, so schwollen auch bie Bachläufe in ben Tälern unseren weiteren Umgebung stark an. Die Lumba führt wieber viel Wasser zu Tal, in ben tiefgelegenen Gebieten ber Wetterau haben sich viele Teiche unb Seen gebUbet, ba ber Boben so burch- näßt ist, baß er kein Wasser mehr aufzunehmen vermag. Wie aus Frankfurt gemelbet wirb, hat ber Landregen, ber am Dienstag unb in ber Nacht zum Mittwoch über, ganz Sübwestbeutschlanb nieberging, in einzelnen Gebieten ungewöhnliche Wassermengen gebracht. So fielen in Frankfurt z. B. 23 bis 25 Millimeter Regen. Das bebeutet auf ben Ouabrat- meter 23 bis 25 Liter Wasser. Einßelne Orte im Taunus melbeten noch weit stärkere Regenfälle. Jahreshauptversammlung der Gießener Freiwilligen Feuerwehr. Die Gießener Freiwillige Feuerwehr hielt — wie bie Wehrleitung uns berichtet — am 17. April im „Frankfurter Hof" ihre biesjährige Hauptversammlung ab. Der Wehrführer, Hauptbranbmeister Koch, eröffnete nach Melbung unb Begrüßung an ben Brandinspektor Lenz bie Versammlung unb erstattete ben ausführlichen Jahresbericht 1936/37. Der burch Tob ausgeschiebenen Kameraben Kraus unb Gutdub würbe in ehrenbem Gebenken gebucht. Für treue 25jährige Pflichterfüllung in ber Wehr würben bie Kameraben H. Hoos unb H. Schmibt burch ben Wehrführer mit einem Geschenk beehrt. Der Kassenwart, Ober-Branbmeister H e i ß l e r, erstattete ben Kassenbericht für Rechnungsjahr 1936/37, wofür ihm auf Antrag Entlastung erteilt würbe. Der Voranschlag für bas Rechnungsjahr 1937/38 wurde vorgelegt unb genehmigt. Der neue, für bas Sommerhalbjahr aufgestellte Uebungsplan würbe eingehenb besprochen. Die in biesem Plan vorgesehenen Hebungen für Feuer- unb Luftschutz stellen an ben einzelnen Feuerwehrmann unb Führer große Folgerungen unb verlangen restlose Einsatzbereitschaft, benn mit Ablauf bes Sommerübungsplanes soll die Ausbildung des Ein- heitsfeuerwehr-mannes, sowie die gründliche Aus- dildung an den motorisierten Großlöschgeräten vollständig abgeschlossen sein, so daß die Freiwillige Feuerwehr jederzeit in der Lage ist, im Falle einer Brandkataftrophe mit der Berufsfeuerwehr gemeinschaftlich zu arbeiten. Die im Juni unb August bie- ses Jahres in Bübingen unb Nieder-Bestingen statt- finbenben Verbandstage werben von ber Wehr besucht. Branbinspektor Lenz bankte ber Wehr im Auftrage ber Stabtverwaltung für ihre bisher geleistete Arbeit im Dienste ber Nächstenliebe zum Schutze von Gut unb Eigentum ber Stabt und ihrer Bürgerschaft vor Feuersgefahr, unb forderte bie Kameraben auf, auch weiterhin ihre uneigennützige Pflicht laut bes abgegebenen. Gelöbnisses zu erfüllen. Mit bem Treuebekenntnis zu Volk unb Führer würbe bie Versammlung burch ben Wehrführer geschlossen. Das soll Jhce Zahnbürste schaffen? Sie soll jeden winzigen und entlegenen Winkel Ihrer Zähne erreichen? Das wird sie nicht allein schaffen. Da muß schon Nivea-Zahnpasta helfen! Die sorgt dafür, daß jedes Eckchen gründlich und doch schonend gereinigt wird und daß Ihre Zähne weiß und gesund erhalten werden Besuch im „Raabennest". Von Werner Schumann. Im ersten Stock bes Hauses Leonharbtplatz 29 in Braunschweig finbet ber Besucher noch immer bes Dichters Türschilb: W. Raabe steht ba zu lesen, und bas alte, zierliche, weißhaarige Fräulein, bas die Tür öffnet und den Fremden mustert, trägt ganz die eigentümlichen Gesichtsmerkmale des Vaters, wie sie uns von den Bildern her bekannt sind: es ist die lange, schmale, spürsame Raabe- Nase, die scharf und doch gütig von unten heraufblickenden, kleinen Augen finb s, feine Stirn und das etwas Ausgezehrte der Wangen — welche Uebereinftimmung zwischen Vater und Tochter! Fräulein Margarethe Raabe, Malerin, ist die .Hüterin des Nachlasses. „Noch kann ich die Wohnung halten", sagt sie mit tiefer, männlich-fester »Stimme, „vielleicht wird dies alles einmal Museum." Das Wort trägt nun einmal den Beigeschmack des Angestaubten und Aufgebauten, und ich bin glücklich, noch so privat, wie ein Freund bes Hauses, idurch bie bürgerlich-behaglichen Räume geführt zu' merben. Nichts ist verschlossen unb nichts wirkt „ge- -stellt" — ber Geist jenes alten Mannes, ber biese ^Zimmerflucht nach bem Leonharbtplatz unb bem Altewiekring hinaus bis zu seinem Tobe im Jahre 1910 bewohnte, scheint noch umzugehen. Dieser Eindruck ber Wohnlichkeit wirb noch verstärkt beim Betreten bes Arbeitszimmers. Ist nicht alles, was Mir beim Klang bes Wortes „Stube" empfinden, lhier Wirklichkeit geworden: Beschaulichkeit, Wärme, «Geborgensein? Ein leiser Nachklang vom Bieder- imeier schwebt darin. Sofa und Sessel mit dem «grünlichen Plüschbezug, die Schlummerrolle auf dem Korbstuhl, der gepolsterte „Faulenzer" — ben Raabe «freilich nie zu benutzen pflegte, denn er war ein Mann ber Bewegung! —, ber beinahe ärmlich «wirkende Schreibtisch neben bem Fenster, bie Familienbilder unb überall auftauchenben Erinnerungsstücke, bas stimmt in Art und Anordnung so oanz zu einem Fabulier-Winkel jener lang zurück- liegenben Zeit und auch zu unseren Vorstellungen von ber häuslichen Umgebung bes Dichters ber ..Chronik ber Sperlingsgasse". Die aber schrieb er, man sollte es nicht vergessen, schon als Dreiunb- 5man3iqiät)riger in einem möblierten Ammer des Schneiders Wuttke in Berlin (Gpreegaffe 11, erster Stört) Und fein Braunschweiger Hauswirt hatte Ben guten Einfall, ihm zum 70. Geburtstag eine gerahmte Photographie lener unsterblichen Gaffe zu schenken, durch die er den steilen Weg zur wahren Volkstümlichkeit gegangen war: Sie hangt, ein Stück gutes altes Berlin mit Rollwagen und Pferbegespannen, überm Sofa. Raabe schrieb mit der Stahlfeber unb keineswegs mit bem Gänsekiel, er haßte ben Kitsch unb bie Rückstänbigkeit. „Ich habe", schrieb er als junger Mensch einem Freunde, „niemals ein Trauerspiel ber französischen Klassiker durchlesen können. Für die antike Welt ist mein Verständnis und meine Teilnahme eine geringe. Goethe lese ich erst seit drei Jahren, den ,Wilhelm Meister' habe ich noch nicht zu Ende gebracht, dagegen wußte ich schon zu Magdeburg den 1. Teil des Faust ganz auswendig. Es stecken eine Menge Gegensätze in mir, und seit . frühester Jugend habe ich mich selbstquälerisch mit ihrer Analyse beschäftigt. Ein ästhetisches Gespräch kann mich in den Sumpf jagen! Ich liebe einen Kreis guter Gesellen, eine gute Zigarre und, wenn es sein muß, einen guten Trunk..Treffender konnte sich Raabe nicht konterfeien. Der Humor freilich kam ihm, wie könnte es anders sein, erst mit den Jahren. Wissen und Lachen — bas Lachen bes Wissenden! — wollen erworben sein. So tritt uns ber ältere, ber 50jährige Raabe auf bem Fechnerschen Porträt entgegen, bas im Empfangszimmer hängt: ba hat er Auge unb Ohr für Leib und Sterben, aber auch, wie's im „Schübberump" heißt, für bas „Messer- unb Gabelgeklirr bes Lebens", das uns „obendrein recht vergnüglich stimmt". Und wer wollte ein Gedicht wie das aufrüttelnde „Ans Werk" („Aus bem großen Kriege") lesen, ohne hier schon ben Marschschritt des l.-Mai-Jubels unserer Tage herauszuhoren? Bewegung, sagte ich, war bem arbeiteten Wilhelm Raabe ein Bebürsnis. „Mein Vater ist während ber Arbeit in diesem Zimmer in der Diagonale immer auf- und abgegangen, vom Schreibtisch bis zur Bibliothek. Oft konnten wir seinen Schritt hören. Er wanderte auch für sein Leben gern. Sehen Sie, dort am Bücherregal hängt noch seine alte Reisetasche..." Das kleine Fräulein langt sie mir herunter, die ihn so manches Mal auf Harzwanderungen begleitet hat. Sie ist altersschwach und geht in den Nähten auseinander. Unb nun kommen wir zum Schönsten und Er- greifenbften: zu ben Büchern, in benen er geblättert unb gelesen, burch die er sich auf die eigenen Werke vorbereitet hat. Es ist eine nicht zu große, aber sehr erlesene Sammlung, zum Teil schon vom Großvater und Urahn überkommen, und in manchem schweinsledernen Büchlein finden sich die Namen und Daten dreier Raabe-Geschlechter. Die Leseleidenschaft hatte ihn ja einst zum Buchhandel getrieben! Andersen, Balzac, Dickens unb Thackeray, bie schon feine Mutter liebte, haben ihn beeinflußt. Goethe unb Shakespeare finb natürlich ba in oerschiebenen Ausgaben, Schopenhauer unb Plutarch, Jakob Böhmes „Hohe und treffliche Grünbe vom breyfachen Leben" (1682), von ben Engländern Byron, Humes Essays und „The lettres of Robert Stefenson“. Freiligrath, der hatte ihn einmal begeistert als Lyriker. Auch Lichtenbergs Schriften sind vollzählig. Aus einer 1750 erschienenen „Beschreibung ber Stabt Nürnberg" hat er sich bie Unterlagen für bie schöne, kleine Erzählung „Des Reiches Krone", aus „Orbis sensualum pictus“ (1760) wichtige Einzelheiten für ben „Hungerpastor" geholt. Ein Buch nach bem anberen nimmt Margarethe Raabe aus ben Regalen, um mir Bleistift- Anmerkungen ihres Vaters zu zeigen. Er muß ein gewaltiger Leser gewesen sein. Und er bürste sich bazu eines ungewöhnlich starken Gedächtnisses rühmen. Eng wie diese Stube war oft seine Welt — aber groß ber geistige Raum, ber sich barüber wölbte unb für ben biese wohlgeorbnete Bibliothek hier Symbol ist. Welche Stille im „Raabennest"! Vom Leonharbtplatz, ben man ganz überblickt, bringt kein Geräusch herauf. Vielleicht hat ber alte Herr bas Fernglas, bas in zerschlissenem Futteral auf bem Schreibtische liegt, zuweilen an bie ermübeten Augen geführt, um nach den Vorüberwanbelnben auf dem weiten Platz ober nach ben Vögeln im Gezweig ber Bäume zu äugen. Dann mag Zigarren- bampf in dicken Schwaden burch die Stubierstude gewogt sein. Es könnte, so meint man, alles erst gestern geschehen sein. Unb boch finb bie kleinen unb nebensächlichen Dinge ba auf Tisch und Pult — bas Tintenfätzchen aus Porzellan, ber geräumige Zigarrenkasten, ber Feberhalter, ber winzige Löscher, die sehr einfache Schreibmappe — längst Reliquie. Eine gesplitterte Granate aus bem beutsch-franzö- sischen Kriege biente bem Dichter als Aschenbecher. Eine Ueberraschung aber wartet meiner noch im Empfangszimmer, das wir burch ein kleines, stilvolles Kabinett betreten. Raabe als Zeichner! Da wirb, als mir die Mappe mit den zahllosen Zeichnungen und Skizzen zur Hand nehmen, die Dame des Hauses lebendiger, aufgeschlossener, und mit Worten der Bewunderung — sie ist ja hier als Malerin in ihrem Fach — zeigt sie mir die zierlichen Blättchen mit jagenden Pferden, Soldaten, Segelschiffen im Sturm. Es sind überwiegend Miniaturen aus dem 30jährigen Krieg, zum Teil auf Korrektur-Umschläge mit der Schreibfeder gezeichnet, Produkte einet immerwachen Phantasie, hinflutend in Leben und Bewegung. Die bildliche Begleitmusik zu feinen Romanen unb Erzählungen. Welch ein Wiberspruch zu bem Skeptizismus ber Statuette, bie ihn als zurückgezogenen Sinnierer in langwallendem Bart unb Mantel zeigt! Als Wilhelm Raabe 70 Jahre alt war, am 8. September des Jahres 1901, hat ihm bie Nation die Geburtstagslichter angeftedt. Nach bem „leisen Anspülen bitterer Fluten" brach die Sonne bes Ruhms burchs Gewölk, die Dichter traten vor und zeugten für ihn, ja, huldigten ihm mit Worten, die ihnen nur die Liebe eingeben konnte. Eine dicke Mappe mit „Erinnerungsblättern" liegt vor uns auf bem Tisch: und bas Fräulein mit bem schlohweißen Haar hält die schönsten hoch und lieft sie langsam in reinster braunschweiger Mundart vor. Gustav Falke, Felix Dahn, Friedrich Lienhardt, Martin Greif, Hans Thoma, Wilhelm Busch und Gustav Frenssen sind unter ihnen. „2)rei große Dinge", schrieb Peter Rosegger, „hast du dein Volk gelehrt: den Glauben an das Gute, die Liebe zu den Menschen, die Treue zur Heimat." Unübertrefflich bündig und herzlich aber war ber Geburtstags- fpruch Detlev von Äliencrvns: „Ich habe bich sehr lieb". Dem Besucher, ber bas „Raabennest" verläßt, klingen hie fünf Worte noch lange nach. Zeitschriften. — Die Aprilfolge von Westermanns Monatsheften bringt mit bunten Bilbwiebergaden bie Würbigung bes Münchener Malers Frieber Wegert, besten Kunst traumtiefer Ferne gleicht, mit Klängen in ben kristallischen Farben, bie eigenartig unb boch nahe berühren. Ein anberer farbiger Beitrag führt in bas Gebiet ber Schwälmer Bauernkunst mit ben vielseitigen Mustern ihrer bunten Stickereien unb Strickarbeiten. Mit einer geistvollen Betrachtung „Flucht aus ber Oper?" wirb zu bem heutigen Opernproblem Stellung genommen. Liebevolles Versenken in bie Natur bebeutet eine bichte- risch erfühlte Betrachtung über „Die Seele ber Bäume", mit schönen Aufnahmen in Tiefdruck- Wiebergabe. Auch bie kurze phänologische Betrachtung „Wenn ber Frühling wieberkommt ..." ver- bient hier Erwähnung. Das rassische Problem wird von einer neuen Seite her aufgegriffen in einem Beitrag über „Rhythmus unb Rasse" wozu charakteristische Schriftwiebergaden gehören. Die Abhanb- lung über „Die Neugestaltung bes beutschen Ehe- scheibungsrechts" unb das Thema, ob Nom unb Hellas überrounbene Kräfte finb, werben intereffie- ren. Erzählungen von Uli Klinisch, Joseph Müser, Richarb Euringer, unb manche andere Veröffentlichung noch, vervollständigen den reichen Inhalt. Die Wiederbelebung der Wirtfchast im Spiegel des Reiseverkehrs. Interessante Zahlen aus dem Bezirk der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. Italienischer Künstler gibt in der Aula ein Konzert. Der Beauftragte des Musikwesens sämtlicher faschistischer Unioersitätsgruppen und Mitglied des nationalen Direktoriums der italienischen Musikkammer Ugo A j e l l o gibt am morgigen Freitagabend in der Aula ein Konzert. Zwei deutsche Künstler werden dabei mitwirken. Eintritt ist frei. Gefechtsschießen bei Krofdorf und Wißmar. In der Zeit vom 26. bis 28. April, und zwar jeweils von 8 bis 17 Uhr, findet in dem Raume nordwestlich Krofdorf—Wißmar und Ruttershausen ein Schulgefechtsschießen statt. Während der Schießzeiten ist das Betreten des gefährdeten Gebietes verboten. Die Zugangswege werden durch Wachposten besetzt. Den Anordnungen der Posten ist unbedingt Folge zu leisten. Die Straße Ruttershausen—Wißmar, soweit sie auf hessischem Gebiet liegt, wird während der Schießzeiten gesperrt. Umleitung erfolgt über Lollar—Gießen. Gießener Dochenmarktpreife. * Gießen, 22. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten» Deutsche feine Molkereibutter, XA kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,44- Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10V2, Klasse B 10, Klasse C 9V2, Klasse D 9, unaez. inländische 8, Enteneier 10 bis 11, Wirsing, V2 kg, 12, grün 20 bis 22. Weißkraut 10, Rotkraut 12, Gelbe Rüben 12 bis 18, Rote 8 bis 10, Spinat 15 bis 18, Unterkohlrabi 6 bis 8, Feldsalat, 50 Gramm, 10 bis 12, V2 kg, 90 bis 100, Tomaten 60 bis 70, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 15 bis 18 Pf., Pilze 1,50 Mk., Kärtof- feln, alte, 5 kg, 44 Pf., V2 kg 5, neue 25 Pf., 50 kg 3,65 bis 3,80 Mk., Aepfel, V- kg, 20 bis 45 Pf., Suppenhühner 90 bis 100, Blumenkohl 30 bis 40, Salat 20 bis 22, Salatgurken, das Stück, 60 bis 70, Lauch 5 bis 10, Rettich, neue, Bündel 20 bis 30, alte, Stück 10 bis 15, Sellerie 10 bis 30. Radieschen, Bund, 10 bis 15 Pf. * ** Bulgarische Auszeichnung eines deutschen Gelehrten. Der Vorstand der Medizinischen Universitäts-Tierklinik München, Professor Dr. I. N ö r r (von 1927 bis 1930 Ordinarius an der Gießener Universität), ist unter Uebermitt- lung einer wertvollen, von dem bekannten bulgarischen Künstler Glinsky auf Pergament gemalten Er- LPD. Frankfurt a. M., 21. April. Die Aufwärtsbewegung des Wirtschaftslebens feit der Machtübernahme spiegelt sich am deutlichsten in der Z u - nähme des Reiseverkehrs bei der Reichsbahn wieder. Von den 54000 Kilometer des Gesamtstreckennetzes liegen im Reichsbahndirektionsbezirk Frankfurt a. M. 2100,91 Kilometer mit 544 Bahnhöfen und Haltestellen für den Personenverkehr. Rund 21000 Volksgenossen sind bei der Reichsbahn im Direktionsbezirk Frankfurt beschäftigt. Im Jahre 1932 war die Lage im Reichsbahndirektionsbezirk so, daß die Verkehrsziffern gegen 1931 ganz erheblich sanken. Immerhin betrug die Zahl der abgefahrenes Personen noch 31 095 499. Den größten Tiefstand brachte das Jahr 1933 mit 28 984 147 abgefahrenen Personen. In den letzten drei Jahren hat sich die Zahl der abgefahrenen Personen um 25 v. H. vermehrt. 1936 wurden insgesamt 35 842 410 abgefahrene Personen im Frankfurter Direktionsbezirk gezählt. Im Frankfurter Hauptbahnhof wurden 1933 3 364 946 Fahrkarten verkauft. Abgefahren sind 3 241 490 Personen. 1936 betrug die Zahl der verkauften Fahrkarten 4 220 806 Stück, die der abgefahrenen Reisenden 4 164 978. Auf sämtlichen frankfurter Bahnhöfen sind 1936 9 740 680 Personen abgefahren. Auf H ö ch st entfallen davon 579 653 Personen. Aehnlich verhaft es sich auch mit dem Reisegepäck. Während im Jahre 1932 jeder sein Reisegepäck auf das Mindestmaß beschränkte, so daß nur 5899 Tonnen im ganzen Reichsbahndirektionsbezirk versandt wurden, waren es 1936 bereits wieder 6995 Tonnen. Im Frankfurter Hauptbahnhof ist die Steigerung im Reisegepäckverkehr noch viel deutlicher. Betrug im Jahre 1932 das Gewicht des verschickten Reisegepäcks nur noch 1874 Tonnen, so ist es 1936 auf 2354 Tonnen emporgeschnellt. — Im Jahre 1932 wurden 10 727 Fahrräder zur Aufbewahrung abgegeben, 1935 dagegen 53 558 und 1936 sogar 69 990. Im Bahnhof Bad Ems wurden 1935 insgesamt 111718 Fahrkarten verkauft, abgefahren sind 103 316 Personen. 1936 betrug die Zahl der verkauften Fahrkarten 115 064, die der abgefahrenen Personen 106 501. Der Versand von Reisegepäck stieg von 137 Tonnen im Jahre 1935 auf 150 Tonnen im Vorjahre. Bad Homburg v. d. H.: 1935 verkaufte Fahrkarten 150 749, abgefahrene Personen 252 417; 1936 verkaufte Fahrkarten 158 882, abgefahrene Personen 276 144. Zunahme 23 727 Fahrgäste. Bad-Nauheim: 1935 verkaufte Fahrkarten 262 098, abgefahrene Personen 233 046; 1936 verkaufte Fahrkarten 260 248, abgefahrene Personen 255 457. Zunahme: 22 411 Fahrgäste. Dillenburg: 1935 verkaufte Fahrkarten 169 526, abgefahrene Personen 260 430; 1936 verkaufte Fahrkarten 167 991, abgefahrene Personen 272 554. Zunahme: 12 244 Fahrgäste. Friedberg: 1935 verkaufte Fahrkarten 324951, abgefahrene Personen 406 624; 1936 verkaufte Fahrkarten 334 454, abgefahrene Personen 433 576. Zunahme: 26 952 Fahrgäste. Fulda: 1935 verkaufte Fahrkarten 477 731, abgefahrene Personen 451 573; 1936 verkaufte Fahrkarten 495 222, abgefahrene Personen 464 929. Zunahme: 13 356 Fahrgäste. Gießen: 1935 verkaufte Fahrkarten 855 913, abgefahrene Personen 953 938; 1936 verkaufte Fahrkarten 852 907, abgefahrene Personen 963 703. Zunahme: 9765 Fahrgäste. Reisegepäck, 1935: 307 Tonnen; 1936: 336 Tonnen. Hanau (Hauptbahnhof): 1935 verkaufte Fahrkarten 314 022, abgefahrene Personen 432 084; 1936 verkaufte Fahrkarten 319 869, abgefahrene Personen 453 778. Zunahme: 21694 Fahrgäste. Auf den vier Hanauer Bahnhöfen fuhren 1935 = 819 450 Personen ab. Im Jahre 1936 stieg die Zahl auf 854 796 Personen. Die Zunahme beträgt also 35 316 Fahrgäste. Offenbach: 1935 verkaufte Fahrkarten 289 315, abgefahrene Personen 299 045; 1936 verkaufte Fahrkarten 305 596, abgefahrene Personen 333 358. Zunahme: 34 313 Fahrgäste. Wetzlar: 1935 verkaufte Fahrkarten 364 947, abgefahrene Personen 549 630; 1936: verkaufte Fahrkarten 394 914, abgefahrene Personen 588 356. Zunahme: 38 726 Fahrgäste. Ehrenzeichen für freue Arbeit. z v >'-wv Der Reichskriegsminister hat für Angestellte und Arbeiter des Heeres und der Kriegsmarine ein Abzeichen genehmigt, das nach 25jährigerArbeitim Reichsdienst verliehen wird. Die erstmalige Verleihung erfolgt am 1. Mai. Das Abzeichen ist in silberner und vergoldeter Ausführung geschaffen worden. (Scherl-M.) gangenen Jahr aus dem Zuchthaus entlassen worden war, wo er eine Strgfe von 21/2 Jahren wegen Falschmünzerei verbüßt hatte. Nach langem Leugnen gab Heuser schließlich zu, mit seinem Freund Robert Ruetz falsche Zweimarkstücke hergestellt und vertrieben zu haben. Die beiden haben zunächst in der Wohnung des Heuser gearbeitet, dessen Frau tagsüber abwesend war. Als dann Frau Heuser erkrankte und von ihrer Arbeit zu Hause blieb, verlegten sie ihre Tätigkeit in die Wohnung des 30jährigen Friedrich Schellert, der zunächst einmal neues Betriebskapital beschaffte, worauf dann die Herstellung von falschen Fünfmark stücken in Angriff genommen wurde. Auch die Frau des Schellert war beruflich tätig und tagsüber nicht zu Hause. In allen Fällen ist einwandfrei festgestellt, daß die Frauen der Falschmünzer von deren Treiben keine Ahnung hatten. Heuser, Ruetz und Schellert haben nun gemeinsam das Falschgeld im Gießverfahren hergestellt, wobei Heuser die notwendigen Formen anfertigte. Von dem Falschgeld erwarb der 34jährige D 0 d e l zahlreiche Stücke, die er zum Teil wieder an Rieder absetzte. Den Erlös haben die Fälscher unter sich geteilt. Später hat Dodel selbst Falschstücke mit den von Heuser gelieferten Formen hergestellt und auch Heuser hat in Dodels Wohnung gegossen. So wurde seil dem Sommer 1936 laufend nennungsurkunde von der bulgarischen „Tierärztlichen Gesellschaft für Wissenschaft und Kultur" zum Ehrenmitglied ernannt worden. ** Ausbruch der Rotlaufseuche. Die Polizeidirektion Gießen teilt mit, daß in dem Schweinebestand des Theodor Carl in Gießen, Rodheimer Straße 50, Schweinerotlauf festgestellt worden ist. Gehöftsperre ist angeordnet. ** Di e Herstellung und der Verkauf von Grünschmuck am 1. Mai sind in La dengeschäften und im Straßenhandel während den Morgenstunden zugelassen. Gleichzeitig ist die Beschäftigung von Arbeitnehmern bei Herstellung, Anbringung und Verkauf von Grünschmuck in gewerblichen Betrieben für den 1. Mai 1937 während der Morgenstunden gestattet. Amtsgericht Gießen. Die M. P. aus Atzbach war durch Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen wegen Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung zu einer Geldstrafe von 3 Mark und 5 Mark verurteilt worden. Sie wat: am 19. 11. 36, um 7 Uhr, mit einem unbeleuchteten Fahrrad durch Heuchelheim gefahren und hatte den Weisungen des Wachtmeisters, anzuhalten, nicht Folge geleistet. Gegen diesen Strafbefehl hatte sie Einspruch eingelegt mit der Begründung, sie habe den Anruf des Wachtmeisters nicht gehört. In der gestrigen Hauptoerhandlung konnte sie einwandfrei im Sinne der Anklage überführt werden. In Anbetracht dessen, daß sie auch jetzt noch glaubte, das Gericht belügen zu können, wurde die' Strafe von 5 auf 10 Mark erhöht. Die ausgesprochene Strafe von 3 Mark blieb ebenfalls bestehen. Außerdem wurden ihr die Kosten des Verfahrens auferlegt. Eine Mchmünzerbande unschädlich gemacht. In ganz Hessen und von Kassel bis Würzburg falsche Zwei- und Fünfmarkstücke vertrieben. —Auch in Gießen fanden die Fälscher Abnehmer für ihr Falschgeld. Lpd. Frankfurt a. 2H., 21. April. Am Wontag wurde die Fe st nähme eines Mannes, der in dem Speffartort Brücken ein falsches Fünfmar stück in Zahlung gegeben hatte, gemeldet. In Verfolg dieser Straftat verhaftete die Frankfurter Krimi- nalpolizei eine Bande von sechs Falschmünzern, die in ganz Hessen und darüber hinaus bis Kassel und Würzburg Falschgeld vertrieben hatte. In kagelanger Arbeit ist es der Frankfurter Kriminalpolizei gelungen, trotz anfänglich hartnäckigen Leugnens det Täter völlige Klarheit in das verbrecherische Treiben dieser Bande zu bringen. Der Polizei war schon längere Zeit bekannt, daß sich in Frankfurt eine Falschmünzerwerkstätte befand, in der vor allem falsche Z w e i - und Fünfmarkstücke hergestellt wurden. Die Falschmünzer waren aber so gerissen, daß es einige Zeit dauerte, bis man sie alle fassen und ihr volksschädigendes Treiben lahmlegen konnte. Am Dienstag voriger Woche kaufte sich ein junger Mann in einem Laden in Brücken in Unterfranken für 20 Pfennige Zigaretten und gab ein F ü n f m a r k st ü ck in Zahlung. Als die Geschäftsfrau das Geldstück näher betrachtete, kamen ihr wegen der Echtheit Bedenken. Sie verglich es mit einem anderen und stellte fest, daß es sich um eine Fälschung handelte. Der Käufer, zur Rede gestellt, gab der Frau das Wechselgeld in Höhe von 4,80 RM. zurück und wollte dafür sein Fünfmark- slück wiederhaben. Auf diesen Vorschlag ging die Frau vernünftigerweise nicht ein, sondern veranlaßte die F e st - nähme des Mannes. Gleichzeitig bemerkte man in der Nähe des Geschäfts einen anderen Mann mit einem Motorrad, der in verdächtiger Weise plötzlich davonfuhr. Die Gendarmerie tonnte aber das polizeiliche Kennzeichen des Motorrades feststellen und benachrichtigte, da es sich um eine H-Nummer handelte, sofort die Frankfurter Kriminalpolizei. Diese hatte, noch ehe der Motorradfahrer zu Hause war, dessen Wohnung besetzt. Es handelte sich um den ^jährigen Georg Rieder, der zunächst leugnete, irgendetwas mit der Falschgeldgeschichte zu tun zu haben. Wie die Polizei feststellte, war er mit dem bereits in Brücken festgenommenen 34jährigen A^g. Kolb auf dem Motorrrad in der Kahlgegend gewesen, um Falschgeld abzusetzen, denn am gleichen Tag waren auch in Alzenau und anderen Orten Falschstücke in Zahlung gegeben worden. Kolb hatte von der Existenz der Falschmünzerwerkstätte keine Ahnung und kannte auch die Hersteller nicht persönlich; vielmehr war Rieder derjenige, der das Falschgeld von den -Herstellern kaufte. Im Verlauf ihrer weiteren Ermittlungen stieß die Kriminalpolizei auf den Goldschmied Jean Heuser, der erst im ver- Falschgeld fabriziert und vertrieben. Zuerst waren es 50-Pfennigstücke, dann Zwei- und Fünfmarkstücke alter Prägung und von Mitte November v. I. ab Fünfmarkstücke neuer Prägung. Vom Februar dieses Jahres ab wurden auch die neuen Zweimarkstücke nachgeahmt. Bei den Fälschungen handelt es sich durchweg um schlechte Stücke, so daß es erstaunlich ist, wie es möglich war, derartige plumpe Fälschungen an den Mann zu bringen. Während in Frankfurt verhältnismäßig wenig Falschstücke abgesetzt wurden (außer an den Silöestertagen), gibt es kaum einen Ort der näheren und weiteren Umgebung, wo die Fälscher ihre Erzeugnisse nicht losgewokden wären. Insbesondere sind es die Städte Mainz (hauptsächlich an Fastnacht), Wiesbaden, Aschaffenburg, Darmstadt, Neu-Isenburg, Gießen, Hanau, die Orte des Taunus. Darüber hinaus wurden die Falsifikate in ganz Hessen, in den Regierungsbezirken Wiesbaden und Kassel und in Unterfranken bis Würzburg abgesetzt. Bei den Fälschern und ihren Helfern handelt es sich durchweg um erheblich vorbestrafte Leute, die — mit Ausnahme von Heuser — mit Falschgeld bisher nichts zu tun hatten. Heuser selbst nannte sich bezeichnenderweise auch „Juwelen-Monteur"; er ist Trinker und das Haupt der Bande gewesen. Die Verbrecher haben alle gestanden. Von der ganzen Gesellschaft war nicht einer bei seiner Festnahme im Besitz von Geld. Die Falschmünzerei erwies sich also auch hier wieder als ein wenig lukratives Geschäft. An die Bevölkerung — insbesondere die Geschäftsleute — ergeht von neuem die Mahnung, sorgfältig auf Falschgeld zu achten. Nachahmungen erkennt man in vielen Fällen an der fehlenden Riffelung der Umrandung. In Zwei- Skandal um Dr. Vandergruen Vornan von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. S. 23. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Dann erzählt Vandergruen von Gisch Amelung, wie er sie im Regen gefunden und wie seine Schwester dem Mädchen Obdach gewährt habe. „Es ist mehr als auffallend, daß genau vierundzwanzig Stunden später der Einbruch verübt wurde. Ich bin überzeugt, daß diese Amelung eine Art Patrouille war, die das Gelände auszukundschaften hatte." Dr. Michaels notiert sich den Namen. „Ich werde feststellen lassen, wo sie wohnt, und sie mir dann einmal vornehmen." „Die Wohnung kann ich Ihnen sagen. Meine Schwester hat sich bei ihrer Arbeitsstätte erkundigt, weil sie die junge Dame mit einem Besuch überraschen wollte. Fräulein Amelung wohnt in Char- lottenburg, Olbersstraße 4." „Können Sie mir eine ungefähre Beschreibung dieses Mädchens geben?" Während Dr. Vandergruen der Aufforderung Folge leistet, glaubt er Gisch wieder vor sich zu sehen, mit ihren jungen Augen und ihrem' herben Mädchenmund. „Und wie war das dann mit dem Einbruch?" Der Doktor berichtet, wie sich die Dinge abgespielt haben. Es folgen noch einige ergänzende Fragen, dann ist das Verhör für diesen Tag beendet. „Sie können sich natürlich alles, was Sie wünschen, von draußen besorgen lassen!" ruft Dr. Michaels dem Hinausgehenden nach. Dann weckt er den schlafenden Referendar. „Sie haben wieder die ganze Nacht durchgebüffelt. Gestehen Sie's ein!" Der junge Mann stottert eine Entschuldigung. „Schon recht! Hoffentlich haben Sie einigermaßen ausschlafen können. Hier haben Sie das Protokoll. Uebertragen Sie es in die Maschine und geben Sie es zu den Akten!"" 16. Gisch bekommt einen ordentlichen Schreck, als plötzlich Fräulein Maria Vandergruen im Zimmer Sie ist sehr verwirrt, bringt stotternd ein paar Höflichkeitsformeln zuwege und bietet schließlich einen Stuhl an. Maria dankt zurückhaltend und nimmt vorsichtig Platz. „Leider ist es keine sehr erfreuliche Angelegenheit, die mich zu Ihnen führt. — Mein Bruder ist heute nachmittag verhaftet worden." „Nein!!" Es ist ein Schrei, eine Beschwörung, Ausdruck völligen Nichtbegreifens. Maria hat mit großer Entschlossenheit und mit tiefer Erbitterung die Fahrt nach Charlottenburg angetreten. Sie hat sich oorgenommen, jede Gefühlsregung auszuschalten, unerbittlich die Wahrheit zu erforschen. Da sagt jedoch Gisch: „Das kann es ja nicht geben. Der Herr Doktor kann doch gar nichts Böses getan haben!" Und in ihrer Stimme liegt ein so selfensester Glaube, eine so wahrhaftige Ahnungslosigkeit, daß Marias Vorsätze und Absichten in ein Nichts zerrinnen. Und auf einmal hat sie Gisch umschlungen, hat das Gesicht an das ihre gelegt, in einem hemmungslosen Schluchzen löst sich die Spannung der letzten Stunden. Gisch hält ganz still, gern möchte sie der Weinenden übers Haar streichen, vielleicht würde sie es beruhigen, aber sie wagt es nicht. Sie muß sich zusammennehmen, um nicht selber mit loszuheulen. „Nicht wahr, das wissen Sie doch selber, daß er nichts Unrechtes getan hat. Bei der Polizei werden Sie das auch bald merken. Wer weiß, ob er nicht heute abend oder morgen schon wieder heimkommt! Nicht?" Diese hilflosen Worte, von etlichen unterdrückten Schluchzern begleitet, klingen so rührend, daß Maria, gleichsam angesteckt von der Zuversicht des jungen Mädchens, sich seltsam getröstet fühlt. „Es ist sehr schön, daß Sie soviel Glauben haben. Sie kennen doch meinen Bruder kaunz?" „Ach, man braucht ihn bloß einmal anzusehen, das genügt schön. Der Herr Doktor gehört zu den Menschen, die nie etwas Schlechtes tun können." Mein Gott, denkt Maria, wenn sie wüßte, welch furchtbaren Verdacht er gegen sie hegt! Sie darf es nie erfahren. „Wollen Sie mit mir spazierengehen? — Ich muß mich ein bißchen auslaufen und werde Ihnen dann unterwegs alles erzählen." „Gerne!" sagt Gisch und holt sofort ihre Mütze aus dem Schrank. Man merkt es ihr an, daß die Einladung sie mit einer stillen Freude erfüllt. In den Straßen werden gerade die Abendblätter verkauft. Maria wirft im Vorbeigehen einen Blick auf die Schlagzeilen — und der Herzschlag droht ihr vor Schrecken auszusetzen. Da steht über die ganze Breite hinweg: „Skandal um Dr. Vandergruen!" Sie kauft sich eine Nummer und hält sie ihrer Begleiterin vor die Augen. Gisch erlaßt. „Mein Gott!" flüstert sie, dann nimmt sie Maria die Zeitung weg und beginnt zu lesen. Heute mittag wurde in seiner Wohnung in der Breiten Straße der bekannte Sinologe Privat- dozent Dr. Stefan Vandergruen überraschend festgenommen, nachdem eine vorangegangen Haussuchung belastendes Material zutage gefördert hatte. Dr. Vandergruen wird beschuldigt, leitendes Mitglied eines Konsortiums von Rauschgifthändlern zu sein. Die Anschuldigung stützt sich auf einen in einem Geheimtext abgefatzten Brief, der bei Dr. Vandergruen vorgefunden und beschlagnahmt wurde. Aus diesem Schriftstück, dessen Uebersetzung inzwischen gelungen ist, geht einwandfrei hervor, daß der Festgenommene mit japanischen Opiumlieferanten in Verbindung stand. Die sofort eingeleitete Untersuchung ergab, daß Dr. Vandergruen in regelmäßigen Abständen Pakete mit Büchern und wissenschaftlichen Zeitschriften aus Tokio sowohl rote aus Schanghai erhielt. Es ist sehr wahrscheinlich, daß mit diesen Sendungen das furchtbare Rauschgift nach Deutschland gelangte, um von Dr. Vandergruen, der ja als Wissenschaftler von Ruf kaum eine Verdächtigung zu befürchten hatte, in die fein verzweigten Kanäle des Schleichhandels weitergeleitet zu werden. — Uebrigens beteuert Dr. Vandergruen auf das entschiedenste, daß er das Opfer eines peinlichen Irrtums fei. Inwieweit diese Behauptung zu Recht besteht, wird die sofort eingeleitete Untersuchung ergeben.1 — Von unterrichteter Seite erfahren wir noch folgendes: Für den gestrigen Zwischenfall mit dem Vertrag zwischen der „Maschinen-A.-G." in Berlin und der „Nippon Steel Corporation" in Tokio, dessen vorzeitiges Bekanntwerden einigen ausländischen Blättern willkommener Anlaß zu einer Presse- Kampagne gegen Deutschland bot, ist ebenfalls Dr. Vandergruen verantwortlich zu machen. Ob es sich dabei lediglich um eine Unachtsamkeit oder um einen bewußten Verkauf handelt, bedarf noch der Klarstellung." Gisch reicht die Zeitung zurück. In ihrem Gesicht spiegelt sich der Ausdruck tiefsten Entsetzens. „Das ist doch alles gelogen!" Sie haben den Charlottenburger Park erreicht. Die sinkende Sonne liegt wie ein goldener Tau auf den Wiesen und Wegen, flammt im schimmernden Laub der Bäume und verfängt sich im Haar der beiden Frauen. Im Weiterschreiten erfährt Gisch, was eigentlich geschehen ist. Als sie von dem Einbruch hört, faßt sie krampfhaft nach Marias Arm. „Also doch!" sagt sie halblaut. „Ach, Fräulein Vandergruen, nur ich, ich allein bin an allem schuld. Mein Gott, hätte ich doch gesprochen!" Maria bleibt stehen und starrt die Sprechende an. „Wie — meinen Sie das?" Ihre Stimme ist jäh verwandelt. Mißtrauen liegt darin, etwas Feindseliges fast. Gisch strebt auf eine leere Bank zu, die hinter dichtem Weidengebüsch sichtbar wird. Sie zieht Maria mit sich und drückt sie auf die Bank nieder. Sie läßt Marias Hände nicht mehr los. Fliegenden Atems erzählt sie der Aufhorchenden, was ihr in jener Nacht widerfuhr, wie sie bedroht wurde und wie dann statt der beiden Kerle plötzlich Dr. Vandergruen vor ihr gestanden hat. „In jener Nacht haben sie ihre Pläne aufgeben müssen, in der darauffolgenden Nacht haben sie dann das Versäumte nachgeholt." „Kind, Kind, warum haben Sie nichts davon gesagt?" ’ . | „Ich hatte Angst, ich war so erbärmlich felge. Dieser Japaner —!" „Und Sie sind sicher, daß der Name KoltscheM von den Männern erwähnt wurde?" (Fortsetzung folgt!) felsfällen ziehe man ein anderes Geldstück zum Vergleich heran und benachrichtige die Polizei. Durch nachlässiges Verhalten beim Geldwechseln wird den Falschmünzern ihre verbrecherische Tätigkeit sehr erleichtert. Für Hinweise, die zur Ermittlung von Falschmünzern führen, sind von der Behörde hohe Belohnungen ausgesetzt. Neun Schafe vom O-Zug zermalmt. LPD. Diez (Lahn), 21. April. Die in der sog. „Au" weidende Altendiezer Schafherde hatte sich zu einem kleinen Teil auf das Gleis der Lahnbahn begeben, ohne daß es der Schäfer sofort bemerkte. Gerade um diese Zeit war der Nachmittagsschnellzug Berlin — Trier fällig, der in DU Schafe hineinf^hr und neun Tiere tötete. Landstallmeister a. O. Schärte -f. Lpd. Darmstddt, 21. April. Im Alter von 75 Jahren st a r b der Landstallmeister a. D. Oberstleutnant a. D. Friedrich S ch ö r k e, 1882 trat er in Darmstadt bei den 23er Dragonern ein. Er gehörte dem Regiment bis 1911 an. Nach kurzer militärischer Tätigkeit in der Festung Metz wurde Oberstleutnant a. D. Schörke im Oktober 1916 als Nachfolger von Millichs zum hessischen Landstallmeister ernannt, welchen Posten er bis 1927 innehatt«. Schweres Unwetter an der Bergstraße. Die Baumblüte zerstört. Lpd. Darmstadt, 21. April. In den ersten Nachmitagsstunden des Mittwoch zog ein schweres Gewitter mit Hagelschiag über das Ried und die Bergstraße hinweg. Das von einem starken Sturm begleitete Gewitter entlud sich über der Baumblüte an der Berg st raße, die bereits durch den mehrtägigen Regen schwer gelitten hat. Die oft taubeneiergrotzen Hagelkörner machten der Baumblüte ein Ende und überzogen das Land in wenigen Minuten mit einer oft mehrere Zentimeter hohen Eisschicht. Aus der engeren Heimat. Bon einer Lokomotive angefahren. * Lang-Göns (Kreis Gießen), 22. April. Auf der Main-Weser-Bahn zwischen G r o ß e n - L i n - den und Lang Göns wurde am gestrigen Mittwochmittag der 45 Jahre alte Schachtmeister Heinrich Knieriem aus Ronshausen bei Bebra von einer Güterzuglokomotive angefahren. Mit Rippenbrüchen, einem Armbruch und Kopfverletzungen mußte der bedauernswerte Mann von der Gießener Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden. Der Unfall 'entstand dadurch, daß Knieriem, der im Auftrage einer Privatfirma bei Bahnbauarbeiten in jenem Abschnitt der Strecke mitarbeitet, beim Ausladen von Schotter-Kleinschlag nach der verkehrten Seite hin, also nach der Innenseite des zweigleisigen Bahnkörpers, anstatt nach außen, aus dem Güterwagen herausstieg und dabei von einer gerade vorüberfahrenden Güterzug- lokomotive, die er nicht bemerkt hatte, angefahren wurde. । Landkreis Gießen. ch Beuern, 22. April. Der Landwirt und Fuhrunternehmer Heinrich Kumpf III. und seine Ehefrau Margarete, geb. Otto, konnten gestern das Fest der Silbernen Hochzeit feiern. Dem Jubelpaar wurden zahlreiche Ehrungen zuteil. — Zur Hebung der Seidenraupenzucht ließ die Gemeinde 1 0 0 0 Maulbeerbäume anpflanzen. Es sind in unserem Orte einige Interessenten vorhanden, die sich der Seidenraupenzucht widmen wollen. * Burkhardsfelden, 22. April. Einem Sohn unserer Gemeinde, dem technischen Stadtoberinspektor Karl Roos in Essen, wurde von der Regierung die Berufsbezeichnung „B a u m e i st e r" verliehen. I Großen-Linden, 21. April. Am Samstag hielt die hiesige Milchabsatzgenossenschaft im Gasthaus „Zum goldenen Ritter" ihre Jahresversammlung ab. Der Rechner Heinrich H o ß b a ch gab den Geschäftsbericht bekannt, aus dem heroorging, daß »die Genossenschaft im letzten Jahre eine Aufwärtsentwicklung erfahren hat. Im abgelaufenen Jahre erfolgte eine Anzahl Neuaufnahmen. Die Rechnungsablage wurde in Ordnung befunden, so daß Vorstand und Auftichtsrat entlastet werden konnten. Die beiden ausscheidenden Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder wurden einstimmig wiedergewählt. Unter Punkt „Verschiedenes" wurden durch die Versammlung noch Aende- rungen vorgenommen. s. Lang-Göns, 22. April. Am 24. April können die Eheleute Heinrich Heß, Landwirt und Metzger, und seine Ehefrau Katharine, geb. Rompf, in körperlicher und geistiger Frische und Gesundheit das Fest der Goldenen H o ch z e l t begehen. Herr Heß steht im 73., seine Gattin im 71. Lebensjahr. Frau^Heß ist als „Brautmutter" der älteren Generation über die Grenzen von Lang- Göns bekannt, denn sie schmückte die Braut in der Hüttenberger Tracht mit dem „Behang". Mit dem goldenen Ehepaar feiern sechs verheiratete Kinder und 14 Enkel. Kreis Ariedberg. * Gambach, 22. April. Im Rahmen der Filmaufführung am heutigen Abend in unserem Orte wird zu dem Film „Werft zum grauen Hecht" auch der Kulturfilm „Spiegel aus Papier" zur Aufführung gelangen. * Münzend erg, 22. April. Wie einer Mitteilung Der Gaufilmstelle Hessen-Nassau zu entnehmen ist, wird im Rahmen der morgigen Film- auffuhrung in unserem Orte zu dem Hauptfilm „Werft zum grauen Hecht" auch der Kulturfilm „Spiegel aus Papier" (im Beiprogramm) ge- zeigt. * Wölfersheim, 22. April Wie die Gaufilmstelle Hessen-Nassau mitteilt, läuft am kommenden Sonntag zu der Filmaufführung „Werft zum grauen Hecht" auch der Kulturfilm „Spiegel aus Papier" in unserem Orte. Jahresabschluß ber Vezirkssparkaffe Grünberg. Stetige Aufwärtsentwicklung. — Beträchtlicher Zugang an Spareinlagen. Seit 1. Januar 1933 Erhöhung um 665 000 Mk. = 31 Prozent. + Grünberg, 21. April. In der Sitzung des Derwaltungsrats der Bezirkssparkasse Grün berg wurden die Jahresrechnung und der Jahresabschluß für 1936 festgestellt und genehmigt. Der vom Direktor oorgetragene Geschäftsbericht über das 103. Geschäftsjahr zeigte eine weitere günstige Entwicklung der Kasse. Wieder ist ein ansehnlicher Zuwachs an Spareinlagen und eine große Zunahme an Sparbüchern zu verzeichnen. Die gesunde stetige Aufwärtsentwicklung kann als ein Erfolg nationalsozialistischer Aufbauwirtschaft gewertet werden. Sie ist um so höher anzuschlagen, als sich die Auswirkungen dieses Aufbaues in dem vorwiegend landwirtschaftlichen Bezirk lange nicht so bemerkbar machen, als in Bezirken, die mehr mit Industrie durchsetzt sind. Die Bilanzsumme, die sich um rund 300 000 Mark auf 3 441000 Mark erhöhte, hat damit den Stand von Ende 1913 um 250 000 Mark überschritten. Der Jahresumsatz betrug 14,3 Millionen Mark. Im Sparverkehr wurden eingezahlt, einschl. kapitalisierter Zinsen, 683 410 Mark, zurückbezahlt 484 313 Mark. Der Sparein- lag ende st and wuchs damit um 189 096 Mark auf 2 886 714 Mark an. Neu ausgestellt wurden 1062 Sparbücher, aufgelöst 473 (darunter 217 aus der Aufwertung), mithin Zunahme 589 und Stand am Jahresende 5143 Sparbücher. Gegenüber 1913 beträgt der (Spareinlagen; bestand 97 v. H. und die Zahl der Sparbücher 177 v. H. Als Durchschnittseinlage entfallen auf ein Sparbuch 561 Mark. Besonders gepflegt wurde auch Der Kleinsparoerkehr. 282 Heimsparbüchsen waren Ende 1936 ausgegeben; die Entleerungen erbrachten 5 632 Mark. Die Schulsparkassen -wurden auf ein neues System umgestellt, das eine "Entlastung der Lehrer und eine Belebung des Schul- Iparwesens brachte. Für verkaufte S var mar - f e n gingen von den 20 Schulsparkassen im Ge- Mäftsxahr 6 477 Mark ein. Den Lehrern, die die Kasse durch verständnisvolle Mitarbeit bei dieser Sache unterstützen und das Schulsparwesen fördern helfen, gebührt Dank und Anerkennung. Im Giro- und Kontokorrentverkehr stieg die Zahl der Konten von 388 auf 426, also um 38. Die Guthaben der Kunden am Jahresende waren um 20 000 Mark höher als im Vorjahr; sie betrugen 145 215 Mark und die beanspruchten Kredite 131 268 Mark. Die reichlichen Mittel der Kasse ermöglichten es, der Wirtschaft des Bezirks mit der nötigen Kredit- hilfe zu dienen und dabei auch die Bautätigkeit wesentlich zu fördern. Besonders gepflegt wurde der Kleinkredit. An 132 Darlehensnehmer, die sich aus allen Berufskreisen zusammensetzen, wurden neue Darlehen im Gesamtbetrag von 195 208 Mark gewährt, davon gegen Hypotheken 157 714 Mark und auf Schuldscheine gegen Bürgschaft oder sonstige Sicherheit 37 494 Mark. Die Gesamtzahl der Darlehen betrug am Jahresende 1248. Der Durch- ichnittsbetrag eines Darlehens berechnet sich bei den Hypotheken auf 1364 Mark, bei den Schuldscheindarlehen auf 493 Mark. Die Kasse ist in den über 100 Jahren ihres Bestehens aufs engste mit allen Berufskreisen des Bezirkes verbunden. Wie eine Aufgliederung der Darlehen zeigt, nimmt hierbei i>ie Landwirtschaft die erste Stelle ein. Im landwirtschaftlichen Entschuldungsverfahren war die Kasse an 79 Verfahren beteiligt. Davon sind inzwischen 36 Verfahren zur Erledigung gelangt. In den durchgeführten Verfahren hatte die Kasse nur in einem Fall einen Abstrich von 326 Mark z'u verbuchen. Auch bei den noch schwebenden Verfahren sind bei dem Rang der Forderungen wesentliche Abstriche nicht zu erwarten. Bei den Zinseingängen wurde eine weitere Besserung erreicht. Nach Abzug der in den landwirtschaftlichen Entschuldungsoerfahren zur Kapitalisierung kommenden Beträge verblieben an Zinsrückständen Ende 1936 — 7036 Mark =4,7 v. H. des Gesamtzinsensolls. Die Rückstände sind inzwischen auf 3300 Mark zurückgegangen. - Das Wechselgeschäft hielt sich im Rahmen des Vorjahres. Der Bestand an eignen Wertpapieren der Kasse erfuhr eine Zunahme um 50 000 Mark. Die Wertpapiere sind zum Anschaffungspreis in die Bilanz eingestellt. Gegenüber dem Kurswert am Jahresende ist darin eine stille Reserve von 32 326 Mark enthalten. Im Depotgeschäft verwaltet die Kasse am Jahresende 162 Kundendepots mit einem Bestand von 216 736 Mark. Den überaus günstigen Stand der Kaffe zeigen die ausgewiesenen Rücklagen: Sicherheitsrücklage 302 846 Mark, Kursrücklage 35 857 Mark. Der Reingewinn von 37 500 Mark soll ebenfalls der Sicherheitsrücklage zugeführt werden, die damit auf 11 o. H. des Gesamteinlagebestandes angewachsen ist. Die hohe Zahlungsbereitschaft der Kasse ist dadurch gekennzeichnet, daß die jederzeit verfügbaren Mittel höher waren, als es Gesetz und Satzung verlangen. Die Verwaltungskosten betragen nur. 0,72 d. H. der Bilanzsumme. Zur Zinspolitik wird bemerkt, daß die Habenzinsen durch das für alle Kreditinstitute verbindliche Zinsabkommen festgelegt sind. Den Zinssatz für Hypotheken und Gemeindedarlehen, die zusammen 86 o. H. der Gesamtdarlehen betragen, hat die Kasse seit 1. April 1935 auf 4,5 v. H., für die übriaen Darlehensarten auf 5 o. H. ermäßigt. Der Kreditbedarf der Bezirkseinwohner kann also zu niedrigem Zinssatz ohne Nebenkosten befriedigt werden. Die im Geschäftsjahr durch die Verbandsrevision und den Derwaltungsrat vorgenommenen Prüfungen hatten sehr befriedigende Ergebnisse. An Stelle des Ende 1935 ausgeschiedenen Verwaltungsratsmitgliedes Karl Wetzig wurde Justizinspektor Hans König vom Kreisamt in den Verwaltungsrat berufen. Die Gefolgschaft setzte sich am Jahresende zusammen aus 2 Beamten, 4 Angestellten und 2 Lehrlingen. Sie hat durch treue Pflichterfüllung und vollen Einsatz im Dienste der Kasse Dank und Anerkennung verdient. Die Arbeit der über 100 Jahre bestehenden Bezirkssparkasse wird auch für die Folge unter dem Leitwort stehen: „Sparkassendienst ist Dienst am Volk". ' Oberreoisor Kitzinger (Darmstadt), der an der Sitzung teilnahm, berichtete über die Anfang April erfolgte 1936er Bilanzprüfung. Diese fjabe keinerlei Beanstandung ergeben. Am Schlüsse seiner Ausführungen, in denen er die einzelnen Positionen durchsprach, würdigte der Revisor die gute Führung und die überaus günstige wirtschaftliche Lage der Kasse. Die übrigen Punkte der Tagesordnung waren von untergeordneter Bedeutung. ^.Uportf Oie Neuorganisation des Polizeisports. Lin Abkommen mit dem Reichssportführer. Der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei hat soeben den Inhalt eines Abkommens mit dem Deutschen Neichsbund für Leibesübungen und Richtlinien bekanntgegeben, durch die der gesamte außerdienstliche Sport in der deutschen Ordnungspolizei geregelt wird. Hiernach gliedert sich in der Polizei die Arbeit auf dem Gebiete der Leibesübungen in dienstliche Körperschulung, die im Rahmen der allgemeinen dienstlichen Ausbildung nach den einschlägigen Dienstvorschriften durchgeführt wird, und den außerdienstlichen Sport, der als Ergänzung der Körperschulung in den Polizei- Sportvereinen und Sportübungsgemeinschaften des Kamera'dschaftSbundes deutscher Polizeibeamten betrieben wird. Die Polizeisportvereine, deren erfolgreiches Wirken in der Nachkriegszeit in weitesten Kreisen bekannt geworden ist, bleiben nach wie vor Träger des Sportgedankens in der Polizei. Ihre Hauptaufgabe ist die Pflege des Wettkampfsports, dem besonders die Mannschaftswettbewerbe Vorbehalten bleiben sollen. Die Polizeisportoereine müssen Mitglieder des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen sein. In jedem Standort, in dem mehr als iOO Polizeiangehörige tätig sind, muß ein Polizei-Sportverein gegründet werden. Im Gegensatz zu dem Mitgliederbestand der zivilen Turn- und Sportvereine hat der Polizeisportverein mit Rücksicht auf den besonders gelagerten Dienst und auf die Notwendigkeit der körperlichen Ertüchtigung bis in ein hohes Lebensalter hinein besondere Abteilungen für solche Beamte, die nur Ergänzungssport "treiben, unter dem Namen „A n s ch l u ß g r u p p e n" einzurichten. In den Standorten, in denen infolge der geringen Polizeistärke Polizeisportoereine nicht gegründet werden können, sind von den Ortsgruppen des Kameradschaftsbundes Deutscher Polizeibeamten Sport-Uebungsgemeinschaften zu gründen, die nach den Richtlinien des Sachbearbeiters für Polizeisport im Hauptamt Ordnungspolizei ihre praktische Arbeit auf dem Gebiet der Körperschulung verrichten. Der Sinn der hier zu leistenden Arbeit liegt besonders darin, allen Polizeibeamten und vor allem auch den ältefen Jahrgängen Gelegenheit zu geben, sich planmäßig körperlich zu schulen und so sich die für ihren Beruf notwendige körperliche Wendigkeit zu erhalten. Mit diesen Richtlinien des Reichsführers SS. und Chefs der deutschen Polizei sind die organisatorischen Voraussetzungen für eine gedeihliche Arbeit sowohl auf dem Gebiete des Wettkampfsports, als auch auf dem einer planmäßigen Breitenarbeit, deren vordringlichstes Ziel die Hebung des Leistungsdurchschnitts ist, gegeben. Die Auswirkungen dieser Maßnahmen werden nicht lange auf sich warten lassen. Schon der kommende Sommer wird verschiedene Mannschaften der Polizei und Einzelkämpfer wieder in der Spitzenklasse der deutschen Sportbewegung sehen. Daneben aber, und dies ist mit dem Blick aufs Ganze von erhöhter Bedeutung, wird die gesamte Polizeibereitschaft für die Erfordernisse ihres mannigfaltigen und vielseitigen Dienstes in hervorragender Weise körperlich geschult. 59 Pferde im „Braunen Band". Für das mit 100 000 Mark ausgestattete Galopprennen um das „Braune Band von Deutschland" sind nach allen Streichungen und Nachnennungen noch 89 Pferde startberechtigt. Davon entfallen 60 auf deutsche Ställe, der Rest verteilt sich auf folgende Nationen: Frankreich (13), England (9), Italien (5), Ungarn und die Tschechoslowakei (je 1). Oie Oeutschlandspiele von Manchester Eich. Der Reiseweg der englischen Berufsspielermannschaft von Manchester City, die in Deutschland fünf Spiele gegen Auswahlmannschaften austrägt, liegt fest. Der voraussichtliche englische Meister beginnt sein Gastspiel am 6. Mai in Essen, spielt am 8. Mai in Wuppertal, am 12. Mai in Leipzig, am 19. Mai in Schweinfurt und beendet seine Reise am 22. Mai in Stuttgart. Alle Spiele der Briten werden an einem Wochentag durchgeführt, um die deutschen Endspiele nicht zu stören. Spiele in derBezirksklaffe amSonntag. Pflichtspiel VfB.-R. Gießen — 1900 Gießen. Pokalspiel Burg — Naunheim. Bei Lokalspielen kann man schlecht eine Voraus« sage treffen. Beide Mannschaften, VfB.-R., sowohl wie 1900, werden bemüht fein, in stärkster Ausstellung anzutreten. Das letzte Pokalspiel im Kreise bestreiten die Mannschaften von Burg und von Naunheim. Da beide Vereine ihr letztes Pokalspiel auf eigenem Platze auszutragen haben, so ist für dieses Spiel ein neutraler Platz, und zwar der Sportplatz der Sportgemeinde Ehringshausen bestimmt worden. Der Sieger aus diesem Spiel und der Svv. 05 Wetzlar werden bei der nächsten Pokalrunde mit Vereinen der Gauliga gepaart werden. $6.1936 Saasen. Die 1. Jugendmannschaft von Saasen weilte am vergangenen Sonntag in Grünberg, um gegen die dortige 1. Jügend ein Spiel auszutragen. Nach einem spannenden Kampf trennten sich Die Mannschaften mit dem Ergebnis von 2:2 Toren. Fernihough fährt absoluten Weltrekord. Vor wenigen Tagen erst glückte Dem englischen Motorrad-Rennfahrer Fernihough der erste dies- jährige Versuch, auf der Betonstraße in Gyon bei Budapest mit 117,258 km/st einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord über die Meile mit stehendem Start aufzustellen, womit er feine eigene Bestleistung übexbot. Am Montag griff Fernihough die Rekordmarken über einen Kilometer und eine Meile mit fliegendem Start mit feiner Brough-Superior 1000 ccm als Solomaschine und mit Beiwagen an. Sein Unterfangen war ein voller Erfolg, gelang es dem Engländer doch, vier neue Weltrekorde aufzustellen, darunter über einen Kilometer den abso« lu^n Schnelligkeitsrekord, womit er unserem Weltrekordmann Ernst Henne drei seiner Bestleistungen abjagte. Die neuen Geschwindigkeitsrekorde lauten: 1 Kilometer fliegender Start, Solomaschine: 13:175 Sekunden =>= 273,244 km/st (absoluter Schnelligkeitsrekord). 1 Meile fliegender Start, Solomaschine: 21:38 Sekunden = 270,983 km/st. 1 Kilometer fliegender Start, Beiwagenmaschine: 16:317 Sekunden — 220,655 km/st. 1 Meile fliegender Start, Beiwagenmaschine: 26:635 Sekunden = 217,519 km/st Sportamt „Kraft durch Freude". Fröhliche Gymnastik und Spiele, Lyzeum, Dammstraße, 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr. Reiten, Universitäts-Reitinstitut, Brandplatz, 21 bis 22 Uhr. Für die Kurse Sportfechten, Tennis, Boxen und Jiu-Jitsu werden noch Anmeldungen auf der Dienststelle, Schanzenstraße 18, entgegengenommen. Hier abschneiden! Rollschuh 415 Rosenkohl gerollt ist und durch Holzstäbchen zusammengehalten wird. Rollschuh, unter den Schuh geschnallte Vorrichtung mit vier kleinen Eisenradern, die auf glatten Flächen die Bewegungen des Schlittschuhlaufens ermöglicht. Rollschuhe nur dann Kindern schenken, wenn auch Gelegenheit zum Lausen gegeben ist (asphaltierte verkehrsarme Straßen usw.). Gesunder und kräftigender Sport. Rollschuhe mit Kugellager wählen! Rollschutzwand, sogenannte spanische Wand, aus aneinander befestigten schmalen Brettern bestehende Fläche, die hauptsächlich auf Valkonen und Veranden als Windschutz aufgestellt wird. Ein entbehrliches französisches Fremdwort dafür ist Paravent, Bedeutung: gegen den Wind. Roman, künstlerisch durchgeführte Erzählung. Gute Romane zu lesen, ist immer anregend und bildend, schlechte Romane zu lesen, bedeutet lediglich Zeit- verschwendunq und oft auch Irreleitung des Charakters. Jugendliche unbedingt vor schlechten Romanen schützen! Ihre Lektüre (besonders abends) überprüfen! Romme, Kartenspiel mit drei, vier und mehr Spielern, das mehr auf Glück als auf Berechnung beruht. Rondell, franz., rundes Gartenbeet oder runder Laubengang im Garten. Roob, Rob, als Arznei benutzter eingedickter Saft von Möhren und Wacholderbeeren. Roquefort, nach der französischen Stadt Roquefort benannter harter Schafskäse, der mit grünem Schimmel durchzogen ist. Rosa, weiblicher Vorname lat. Herkunft mit der Bedeutung „die Rosige". Rosamunde, weiblicher Vorname gern. Herkunft, mit der Bedeutung „Schirmerin der Rosie". Rosen unterscheiden wir a) ihrer Wuchssorm nach: Busch-, Stamm- und Kletterrosen, b) der Art nach: Edel-, Polyanthe-R. und Wildrosen. Die Anpflanzung geschieht am günstigsten zur Herbstzeit in lehmigem Boden mit Zusatz von Kalk. Im Frühjahr, erfolgt der Schnitt, im Sommer abgeblühte Blumen ausschneiden und Schädlinge bekämpfen (rote Blattlaus, Mehltau). In strengen Wintern Schutz der Buschrosen durch Anhäufeln von trok- kenem Erdreich, Hochstämme durch Niederbiegen oder Einbinden der Zweige in Fichtengezweig. Poly- anthe-R. wachsen niedrig, Blüten erscheinen in vielen Dolden fast den ganzen Sommer hindurch. Geeignet als Rabatteneinfasiun- gen und Erabbepflanzung. Rankrosen bekleiden günstig Lauben, Treppengitter, Zäune und wirken ausgezeichnet als Einzelpyramiden. Rosenhochzeit, die Feier des zehnten Hochzeitstages. Rosenholzöl, aus dem Wurzel- Holz amerikanischer Winden gepreßtes Ol, das nach Rosen riecht. Rosenkohl wird im Mai alsNach- frucht gezogen. Am besten sind Wenn die Sommerroinbe wehen ... Dann stellen Sie auf Ihrem Balkon oDer VeranDa eine Rollschutzwand auf. So sitzen Sie Dann geschützt. Bitte, lassen Sie sich Diese Roll- schutzwände unD auch Die schönen unD preiswerten Gartenmöbel bei Häuser zeigen. 3- B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. Kurze Sportnotizen. Reichsmini st er Darre hat den Reichssportführer von Tschammer und Osten auf dessen Wunsch von seiner Stellung als Leiter der Obersten Behörden des gesamten deutschen Pferdesportes entbunden und mit diesem Posten den SS.-Obergrup- penführer Erbprinz zu Waldeck betraut. * Hermann M e i st e r (Heidelberg), der Führer der deutschen Rugbyspieler, wurde vom französischen Minister für Sport anläßlich des Pariser Länderspieles die Goldene Medaille für Leibesübungen verliehen. * Deutschlands Amateurboxer für di/ Europameisterschaften vom 5. bis 9. Mai in Mailand wurden wie folgt benannt: Kaiser-Gladbeck, Wilke-Hannover, Heese-Düsseldorf, Nürnberg-Dresden, Murach-Schalke, Baumgarten-Hamburg, Pietsch- Leipzig, Runde-Wuppertal. Mit Ausnahme des verletzten Federgewichtsmeisters Miner hat das Fachamt die diesjährigen deutschen Meister mit der Vertretung der deutschen Farben betraut. Die Frauen-Handballmeisterschaft wird in diesem Jahre nach neuer Austragungsform entschieden. Die 16 Gaumeister werden an vier Orten in vier Gruppen zusammengefaßt und er- lyitteln am 22. und 23. Mai in Turnierform die Gruppensieger, die in gleicher Weise am 26. und 27. Juni am Ort des Männerendspieles die Endspiele bestreiten. * D ie Fußballmannnschaft des FSV. Bebra ist vom Gaufachwart wegen des über die Maßen ruppigen Spiels im Aufstiegskampf gegen Sport Kassel am vergangenen Sonntag vorläufig gesperrt worden. Bis zur endgültigen Entscheidung durch den Gaurechtswart gelten alle Aufstiegsspiels für den FSV. Bebra als verloren. * D i e R e i ch s b u n d l e h r e r im Fußball werden jetzt für die verschiedenen Gaue ernannt. Paul Oswald wird danach die Gaue Nordhessen und Südwest betreuen, Baden und Württemberg sind das Arbeitsgebiet von F a b r a und Lein- b e r g e r übt feine Tätigkeit in Bayern aus. ♦ Die deutschen Polizei-Mei st erschaf- t e n in der Leichtathletik, die vom 6. bis 8. August in Frankfurt a. M. ausgetragen werden, umfassen die verschiedenen Disziplinen des Laufes, des Sprunges und des Wurfes sowie Zehnkampf, Drei- kampf, Mannschafts-Gepäckmarsch in Uniform über 25 Kilometer und drei Staffelläufe. * Einen deutschen Tennissieg gab es beim Turnier in Neapel im Frauendoppel durch unsere Spielerinnen Zehden und Sander, die im Endspiel gegen die Italienerinnen Manzutto-Gvioni 6:4, 8:6 gewannen. * Der Schwedische Tennis-Verband ist bemüht, zur Ausbildung seines Nachwuchses den Deutschen Hans Nüßlein zu verpflichten. * D i e Frankfurter Pferderennbahn öffnet am kommenden Sonntag erstmalig in diesem Jahre ihre Pforten. Das Nennungsergebnis ist mit 170 Meldungen ausgezeichnet ausgefallen. * Beim Reitturnier in Rom treffen deutsche Reiter auf die besten Kräfte Hollands, Frankreichs, Italiens, der Schweiz und der Türkei. Vordem Fußball-LändekkaWsDeusschland-Vchien Es wird den wenigsten bekannt sein, daß wir gegen Belgien ebensoviel Siege wie Niederlagen aufzuweisen haben, und daß erst Hannover am Sonntag darüber entscheidet, wer von den beiden Nationen in „Führung" geht. Belgien galt vor dem Krieg als eine der stärksten Fußball-Nationen Europas, und in diese Zeit fallen auch die drei deutschen Niederlagen, die erst in den letzten vier Jahren ausgeglichen werden konnten. Die Siege der jüngsten Vergangenheit dürfen uns aber nicht dazu verfuhren, die Belgier nun auf die leichte Schulter zu nehmen. Belgien hat gerade in den letzten Jahren wieder stark von sich reden gemacht, konnte eine Reihe großer Mannschaften schlagen, u. a. auch England in Brüssel. Frankreich und Holland waren die letzten Gegner, die gegen Belgien den Kürzeren zogen, und erst am vergangenen Sonntag konnte die Schweiz in Brüssel die „Roten Teufel" überraschend besiegen. Diese unerwartete Niederlage wird gerade die deutsche Mannschaft am Sonntag in Hannover zu spüren bekommen, die bestimmt einen Gegner antreffen wird, der uns eine große Leistung abverlangen wird. Die Mannschaften. Hoffentlich hat sich Dr. Nerz nicht verrechnet, daß er mit Rücksicht auf die Fortsetzung der Gruppen- Endspiele die an diesen Kämpfen beteiligten Nationalspieler nicht berücksichtigte und einige „neue" Spieler in die Nationalmannschaft hereinnahm. So werden sich in Hannover dem englischen Schiedsrichter A. I. Jewell folgende Mannschaften zum Kampf stellen: Deutschland: Jakob (Jahn Regensburg); Haringer (Wacker München), Münzenberg (Alemannia Aachen); Kupfer (1. FC. Schweinfurt), Goldbrunner (Bayern München), Kitzinger (1. FC. Schweinfurt); Lehner (Schwaben Augsburg), Hohmann (VfL. Benrath), Lenz (Bor. Dortmund), Roh- wedder (Eimsbüttel), Striedinger (VfR. Mannheim). Belgien: Badjou; Paverick, Joacim; Dalem, Stynen, de Winter; Buyle, Lamoot, Brame, Jfen- borghs, v. d. Eynde. Die Besetzung des Angriffs läßt darauf schließen, daß wir in Hannover mit einem Viermänner-An- griff operieren werden, wobei entweder Hohmann, der übrigens fein „Silberjubiläum" als Nationalspieler feiert, oder Rohwedder Zubringerdienste leisten wird. Die rechte Flanke hat sich in dieser Besetzung schon mehrmals bewährt und spielte auch in Florenz gegen Belgien. Der Dortmunder Lenz hat diesmal keinen ausgesprochenen Stopper vor sich, so daß der blonde Westfale einen größeren Aktionsradius zur Berfügung hat. Die Hintermannschaft ist unbedingt zuverlässig, es ist übrigens die gleiche Absperrkette wie 1935 in London gegen England, wo Jakob, Haringer, Münzenberg und Goldbrunner den Briten außerordentlich harten Widerstand entgegensetzten, lieber Jakob braucht kein Wort gesagt zu werden. Belgien hat nach der Niederlage gegen die Schweiz feine Mannschaft etwas verändert. Man hat vor allem auf Einheitlichkeit Wert gelegt, der Sturm setzt sich aus Spielern von nur zwei Vereinen zusammen. Die Läuferreihe ist ausdauernd und beweglich, die Verteidigung zuverlässig und sicher im Schlag, der Torhüter Badjou ein ausgezeichneter Könner seines Fachs. Hockeykampf Deutschland - Holland. Die deutsche Hockey-National-Mannschaft kommt nicht zur Ruhe. Nach den Kämpfen gegen Frankreich und Belgien hat sie nun am kommenden Sonntag im Amsterdamer Olympia-Stadion gegen Holland ihre überhaupt schwerste kontinentale Aufgabe zu lösen. Der Spielverkehr mit dem kleinen Nachbarland ist außerordentlich aktiv; 14mal standen sich beide Länder innerhalb von zehn Jahren gegenüber. Neun Begegnungen gestalteten sich zu unseren Gunsten, dreimal gab es ein Unentschieden und nur zweimal konnten die Holländer den Sieg an ihre Fahnen heften. Was wird nun Amsterdam bringen? Die deutsche Mannschaft wird — zumal man in der Heimat des Gegners anzutreten hat — jedenfalls gut daran tun, die Holländer nicht zu unterschätzen. Auch der jüngst von Holland mit Glück und Not über Belgien herausgeholte magere 2:1-Erfolg darf nicht zur Ueberheblichkeit verleiten. Immer und immer erwies sich bei den letzten Begegnungen, daß die Holländer gerade gegen Deutschland mit einer besonders guten und überzeugenden Leistung aufzuwarten imstande sind. Für die Begegnung am Sonntag haben die Holländer mit einer Ausnahme die gleiche Elf aufgestellt, die gegen Belgien antrat. Deutschland wird durch folgende Mannschaft vertreten: Lichtenfeld (Berliner SC.); Griesinger, Auf- derheide (beide To. 57 Sachsenhausen); Gerdes, Keller, Schmalix (Berliner HC.)^ Käßmann, Schulz, Uhl, K. Weiß, Herting (alle Berliner SC.). Zeitschriften. — „Der Naturforsche r", vereint mit „Natur und Technik". Hugo Bermühler, Verlag, Berlin- Lichterfelde N. — Mannigfaltig in den Abhandlungen, ausgezeichnet bebildert, tiefgründig, wissenschaftlich einwandfrei und dock? allgemeinverständlch geschrieben, so dient „Der Naturforscher" der Erweiterung und Vertiefung naturkundlicher Forschung und Erkenntnis. Professor Dr. Weinert veröffentlicht im April-Heft seine Ansichten über die Stellung des Urmenschen von Steinheim im Werdeaang der Menschheit. Dr. Keil berichtet über die bisherigen Erfolge der Erforschung der Zahnkaries und ihrer Ursachen. Der Afrikaforscher Dr. Kohl-Larsen schildert unter Beigabe von bemerkenswerten Aufnahmen das Leben der noch kaum bekannten Wild- beuter in Jnnerafrika. Kurt Sauermilch berichtet von feinen Beobachtungen an den Gehäusen unserer Land- und Süßwasserschnecken. Dr. Steiniger hat bemerkenswerte Beobachtungen an Spannerraupen gemacht, die er an Hand von Naturaufnahmen zur Kenntnis bringt. Dr. Hans Thiel hat die biologische Stellung und Eigenart der chinesischen Wollhandkrabbe kritisch untersucht und gibt darüber bemerkenswerte neue Abschlüsse. Der Photograph Isert weist darauf hin, welche Besonderheiten man bei Naturaufnahmen mit der Kleinkamera beachten muß. lieber die heutige Gewinnung des natürlichen Kautschuks gibt Hans Dieg- mann naturwissenschaftliche und wirtschaftskundliche Aufschlüsse. Das Heft schließt mit kleinen Beiträgen aus allen Gebieten, mit Berichten über neue Forschungsergebnisse, mit einer Anregung zur Natur, beobachtung, mit der Bücherschau und der beliebten Preisfrage. — „Volk im Werde n", Zeitschrift für Kulturpolitik. Herausgeber: Prof. Dr. h. c. Ernst Krieck in Verbindung mit Prof. Dr. Walter Schultze und Dr. Gustav Adolf Scheel. Hanseatische Verlagsanstalt AG., Hamburg. — Das Aprilheft bringt u. a. einen kenntnisreichen Aufsatz von Wilhelm Moratz „Wege sowjetrussischer Hochschulpolitik". Der Verfasser gibt in ihm ein abgerundetes Bild der Entwicklung der sowjetrussischen Hochschulen. Wir gewinnen hier das Bild einer erschreckenden Niveausenkung, bei der von Wissenschaft nicht mehr die Rede sein kann. In einem zweiten Beitrag beschäftigt sich Rolf Engel mit dem „Studentischen Reichsberufswettkamps". Er zeigt ihre Idee auf und ihre Organisation und behandelt dann die Themenstellung der Arbeiten, die auf die Gestaltung der Lebensordnung des deutschen Volkes ausgerichtet sein müssen. Walter von Kielpinski bringt ein Wort zur Klärung zu dem Zwiegespräch zwischen dem Biologen Friedrich Alverdes und Pros. Emst Krieck in seinem Aufsatz „Die Ganzheit von Welt und Leben". Es geht dabei um die Ueberwindung der alten Kluft zwischen Natur uiti) Geist. Ein Beitrag von Prof. Adolf Helbok, „Volk als biologische Ganzheit", untersucht die Erscheinungsformen des Volkslebens, die er in Siedlung, Zahl und Struktur, Rasse, Kultur findet und die alle ins Biologische führen. In den Abteilungen „Berichte zur Wissenschaft", „Blick nach draußen" und „Gedanken zur Zeit" werden wissenschaftliche und politische Fragen der Gegenwart behandelt. — Das April-Heft des „Bergsteiger s" (Verlag F. Bnnfmann, München), das im Zeichen hochalpiner Frühjcrhrsschifahrten steht, enthält u. a. Beiträge von Hugo Tomaschek über Fahrten in der Venedigergruppe und Peter Schintlermeister über Glocknereiswände, über den Saaser Winkel und das Seehorn in den Berchtesgadener Alpen. Aber auch die Jahreszeit der Felsgeher liegt nicht mehr fern. Die Schilderung der Erstbesteigung der unmittelbaren Dachstein-Südwand durch die Brüder Steiner wird bei allen Alpinisten reges Interesse finden. Weiter enthält das Heft einen interessanten Artikel von Dr. Günther Hepp, Mitglied der deutschen Himalaja-Mannschaft, über den Aufenthalt in großen Höhen; Otto Ehrhardt (Dachau) ist mit einer Erzählung „Bergfrühling" vertreten. — Die Zeit der Kindheit hat sich im Laufe der Jahrhunderte verlängert. Im Alter von zwölf Jahren wurde der altgermanische Knabe bereits mündig, bekam das Recht, auf dem Thing Klage zu erheben oder bei vorzeitigem Tode seines Vaters den Hof zu übernehmen. War das eine Frühreife, wie sie etwa in den tropischen Ländern heute noch besteht? Keineswegs! Die Gründe für diese lediglich geistige u.'d charakterliche Frühentwicklung zeigt ein interessanter Aufsatz von I. Kretzschmer „Zur Frage der frühen Selbständigkeit der altgermanischen Jugend" im Aprilheft der Monatsschrift „Volk und Rasse" (I. F. Lehmanns Verlag, München 2 SW.) Woher kommt Familienähnlichkeit? Ludwig-Arnold Schlösser zeigt im gleichen Heft die „biologischen Grundlagen der Aehnlichkeit zwischen Eltern und Kindern und bei Geschwistern". An Hand bebilderter Sippschaftstafeln, die drei Generationen von zwei Allgäuer Bauerngruppen umfassen, weist er auf die Möglichkeiten hin, die für das Zustandekommen einer Äehn- lichkeit verantwortlich sind. MKh« M K« UM« KALO DOVNEULV-DKOM Rosenmontag die mittelhohen Sorten. Röschen sind beliebtes Wintergemüse. Rosenmontag, der zweite Tag vor Aschermittwoch, in manchen Gegenden der Höhepunkt des Faschings. Rosenöl, durch Wasserdampf den Blättern der Rose entzogenes ätherisches wohlriechendes Öl. das zu Duftwasser und Likören verwendet wird. Rosenöl ist ein Hauptbestandteil bei der Marzi- panzubereitung. Rosenöl wird auch künstlich hergestellt. Rosenspitz, süddeutsche Bezeichnung für Schenkelfleisch bei Rindfleisch. Nasenspitze, Spitze mit sehr feinen Blättern. Ranken und zierlichen Rosetten. Nosenstock, der Stirnbeinzapfen bei Hirsch, Reh usw., aus dem das Geweih wächst. Rosenwasser, das bei der Gewinnung von Rosenöl zurückbleibende Wasser oder Mischung von Master und Rosenöl, wird beim Kuchenbacken und als Parfüm verwendet. Rosette, franz., Bedeutung: Röschen, Ornament in der Form einer runden Rose oder in Facetten spitz zugeschliffener Edelstein. Rosina, weibl. Vorname lat.Her- kunft mit der Bedeutung „die Rosige". Rosinen, getrocknete Weinbeeren, die als Tafelobst oder zu Backwerk verwendet werden. Kleine Rosinen heißen Korinthen, Rosinen ohne Kerne Sultaninen. Roßhaar Rosmarin wird als Topfpflanze häufig in ländlicher Gegend gezogen. Ist immergrün, wird durch Stecklinge und aus Samen gebildet. Steht im Sommer sonnig im Freien, im Winter kühl, aber frostfrei. Eilt im schlichten Volksglauben als Sinnbild der Eat- tentreue; dient als Arznei- und Gewürzpflanze. Rost bei Eisen, die Bildung von Eisenhydroxyd an der Oberfläche bei feuchter Luft. Rostbildung wird verhütet durch Einfetten, Uberstreichen mit Mennige und später mit einer Ölfarbe, Vernickeln und Emaillieren. Rost entfernt man durch Einschmieren mit Petroleum und Abscheuern. Rostbraten, in starker Hitze gebratenes Rippenstück. Wiener Rostbraten wird mit viel gebräunten Zwiebeln angerichtet. Rostflecke aus weißer Wäsche entfernt man mit Zitronensaft und heißem Wasserdampf oder mit dem giftigen Kleesalz. Wolle und Baumwolle werden mit Zitronensäure behandelt, andere Stoffe mit Seifenspiritus. In allen Fällen, muß gut nachgespült werden. Noststifte, die in einschlägigen Geschäften zu haben sind find sehr zu empfehlen, man muß aber nach der Gebrauchsanweisung handeln. Rostfreier Stahl, durch Zusatz von Nickel und anderen Metallen durch Rost nicht angreifbarer Stahl, der sich besonders für Bestecke eignet. Roßhaar, Mähnen und Schweif- bnar des Vierdes wird zum Fül- 416 „Bleichmit“ : Paket 15 Pfennig : Bleich- und Spülmittel für weiße Wäsche. Kein Reiben - keine Mühe und doch blendend weiße Wäsche Hersteller: P. Jos. Mobs, Seifenfabriken, Gießen Deutsch.BiologenverbandOrtsgr.GieOen Oberh.Gesellschaft f.Natur-u. Hellkiinde Natnrwissensch. nnd mediz. Abteilg. Sitzung am Freitag. 23. April 1937, 18 Uhr c. t., im Hörsaal des Zoologischen Instituts, Bahnhofst. 841. Herr Dozent Dr. habil. Eckhard Rotmann (Zoolog. Institut Köln): Probleme und Ergebnisse d.Entwicklungsphy Biologie in d. Arbeiten H. Spemanns und seiner Schule. (Vortrag mit Lichtbildern.) Gäste willkommen! 2703D Die Vorsitzenden: Ankel Henneberg Fischer. Ihre Vermählung geben bekannt Wilhelm Watz und Frau Margot, geb. Diehl Großen-Linden (Bahnhofstraße 73), den 22. April 1937 2790 D SPIEL HARRYLIEDTKE - K.MARTELL —OTTO TRESSLER - THEO LINGEN - ANTON POINTNER - WILL DOHM - H.HÜBNER REGIE: ERICH ENGEL Zwischen Scherz und Ernst bewegt sich die Handlung dieses neuen Jugo- Films. Ein mutiges Mädel schlägt einem bösartigen Geschick ein wunderbares Schnippchen. 2777 a Beiprogramm - Wochenschau Täglich 4,6,8.30, Sonntag 3.5.30,8.30 Uhr Heute Donnerstag Erstaufführung des neuen Tobis-Rota-Films: trittSeifiX vor Sie hin! Es nennt seinen Namen, es zeigt seine Herkunft — Sie wissen genau, was Sie kaufen. Selflx kommt aus den Thompson - Werken — da muß es gut sein...... Es bohnert wunderbar, mühelos u. spiegelklar! SelfiXg I b t es in fünf Farben. M i eines lialieailMiiolilers am Freitag, dem 23. April, in der Aula Der Beauftragte des Musikwesens sämtlicher faschistischer Universitätsgruppen und Mitglied des nationalen Direktoriums der italienischen Musikkammer, Ugo Ajello, wird am Freitag, dem 23. April, in der Aula gemeinsam mit zwei deutschen Künstlern, Dr. Georg Kuhlmann (Klavier) und Henny Schmitt (Sopran), ein Konzert veranstalten, zu dem die Studentenschaft alle Einwohner von Gießen herzlich einlädt. - Das Programm bringt ältere und neuere italienische und deutsche Musik. Der Eintritt zu diesem Konzert ist freij llllllllllllllllllllllllllllll HveSSBekampmngoe» Schwarzarbeit können Arbeits-Ange bote von Handwerkern nur mit Aamensnen- nunq u. unter Vorlage desGcwerbenachweijes au oenommcn werden Bering »«tSiebenerÜlnzeigers llllllllllllllllllllllllllllll Pkrh.aus Seelachs Vzkg 32^ n., , aus Kabeljau’/2kg 38«^ Filets aus Barsch V-’kg 45«? Limanfles Schollen Kochfische Marktstraße 23 2sooA Tel. 2417 VBGHHÄÜS1 .UX-HAVEJ DeW Millionen W» inen M ober ' IIS Anziehen siegend hat di s Einfuhrmehr i ir ist EM 'liegen. Die St ichen Teilen a ast und der gen nach der leid) f und Zwar ui stiegen. Preise tuen keine gro er dem Vormc ireszeitlicher N nohl wert- als öq ein Fünftel eigerung ber/ gwaren, in ilbwaren und «-uhrüberfchuß de: sich gegenübi sjert. Er belief fi jii nen RM. und Illbcr immerhin größer als zur g unur 233 Million jlf.94 Ci. ssami «nu 4 Beilagen piMetW zkaitfl-rianilN Kreditverkauf ist Für rund 3 Mndel noch aus mngesähr 12 D.f roon sind etwa 1 Mark wahllos ITeil zu unlaute: Hieben. Man ist, ßtzi^lährigen lagu ijpbenben sschchc RBorgunroefen gu bi liierten Kredt Mng hat. Er ist i ^geschlossen, da- > Kunden und die jedenfalls gehen Wwährung als £ malten und auf i Wn Kreditrichtlj Welnen Brauch § Kreditrichtlinil ^°een, die auf K N werden. 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