T W s M - MP ,y z.z^ • ° W «’A ■ * Zf: WWW ■: - ' ' ■' - ■ .? ; : Montag,22. Mrz 1937 187. Jahrgang Rr.b8 Erstes Blatt Annahme von Anzeigen für die Mitlagsnummer bis8'/.UHr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von 70 mm Breite 50Rpf..Platzvorschrift nach vorh Vereinbg.25°/„ mehr. 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NSG.) alles dies Überführer geben bekannt: Der Beauftragte des Führers Sie Grundsteinlegung dwch dm SmM*. — tzllus-mhm« Schwarz, t&OI / BRILLE 7371A wens kassen horsams zu befolgen und uns im Kampf zu stählen und bereit zu machen. Am frühen Nachmittag fand die Besichtigung der 2. SS.-Standarte und des 2/Mot. 2 durch den um 18.30 Uhr über Maßnahmen zur Verstärkung der Lrzeugungsschlacht. Die Rede wird von alten deutschen Sendern übertragen. In allen Landgemeinden wird Gemeinschaftsempfang durchgeführt. Chef des SS.-Hauptamtes, SS.-Obergruppen- führer Heißmeyer, im Frankfurter Ostpark statt. Nach der Besichtigung der einzelnen Stürme betonte SS.-Obergruppenführer Heißmeyer, daß er hoffe, daß die 2. SS.-Standarte nicht nur ihrer handelspolitischen Bindungen der Länder untereinander eine Erschwerung einer plötzlichen Steigerung der Erzausfuhren vor allem aus Schweden. Es werden zur Zeit in allen erzreichen Ländern der Welt verzweifelte Anstrengungen unternommen, um die Erzproduktion zu steigern. Ein Zweites ist fast noch wichtiger: der internationale Schrottmangel. (Schrott = Alteisen.) Dreiviertel der gesamten Rohstahlerzeugung der Welt wird durch das Siemens-Martin-Berfähren bewältigt. Dieses Verfahren basiert aber aus der Einschmelzung von I Schrott, der in allen Industrieländern in reichlichem Maße abfällt, sorgsam gesammelt wird und einen überaus begehrten Rohstoff darstellt. Zwar hatte sich durch die Verschrottung überalteter Schisse, durch die Modernisierung von Maschinenfabriken, durch den Rationalisierungsprozeß in der Welt seit 1931 ein erheblicher Schrottvorrat angesammelt, aber er reicht nicht aus, um die ungeheure Nachfrage seit 1935 zu befriedigen Die Schrottpreise sind I international, zum Test über 100 v. H. angestiegen^ Sehr viele Länder haben sich gegen die Schrott« ausfuhr zur Wehr gesetzt, bzw Abgaben erhöht, wie z. B. Frankreich. In sehr vielen Ländern sind mit dem Beginn der Eisenkonjunktur wiederum die alten Pläne nach Errichtung eigener Eisen - und Stahl« i n d u st r i e n aufgetaucht. Sie würden vermutlich, wie alle Konjunkturgründungen, das Nebel nur noch verschlimmern. Die Versuche in England z. B., Mgelegte Hochöfen- und Stahlwerke wieder in mänen sowie der fiskalisch genutzte Streu- befitz und das anfallende Allmendland der Gemeinden zu 80 v. H. in Bauernhände ü b e r f ü h r t werden. Nach dem aufgestellten Generalsiedlungsplan standen 1935/36 4380 Hektar mit einem Wert von 8,69 Millionen Mark zur Verfügung Bis 1939 werden 16 281 Hektar mit einem Wert von 39,5 Millionen Mark versiedelt werden. An den Ausmaßen und den Erfolgen dieses Planes ist das Dorwärtsfchreiten im Kampf um die Sicherstellung der Ernährung des deutschen Volkes deutlich sichtbar. Betont wies der Landesbauernführer darauf hin, daß die Organisation und seine nationalsozialistische Großzügigkeit in Hes° senihreHeimstatt hat. Wenn die Wissenschaft Monopole bricht, so schaffen wir an der Erweiterung der Ernährungsgrundlage für unser Volk, für unsere Kinder und für eine große in Haltung und Charakter einheitliche Volksgemeinschaft. Wesentlich dabei ist, daß unser Geist, der uns zu handeln treibt, der echte und gerade Bauerngeist ist. In alter Kampfgemeinschaft wird weiter gearbeitet Der Weltbedars an Eisen. Nach Berechnungen internationaler Institute beansprucht der Riesenaufwand an neuen R ü st u n - gen, vor allem in England und in den Vereinigten Staaten, nicht weniger als 4 0 v.H. der Eisen - und Stahlproduktion der Welt. Seit einem Jahr ungefähr wirkt sich die Verknappung der Erz-, Eisen- und Rohstoffvorräte in der Welt immer deutlicher aus. Die Erzgruben, die Hochöfen und die Stahlwerke sind zur Zeit nicht in der Lage, die sprunghaft gestiegene Nachfrage nach Stahl und Eisen zu befriedigen. England beschließt >die Aufhebung seiner Eisenzölle. Nichts könnte deutlicher die restlose Beanspruchung der heimischen Stahl- und Eisenerzeugung dartun. Einen noch interessanteren Fall hören wir aus der polnischen (ostoberschlesischen) Montanindustrie. Es wird uns versichert, daß die ostoberschlesische Industrie, die sich durch die bekannten Maßnahmen des polnischen Steuerfiskus heute zum ausschlaggebenden Teil im polnischen Staatsbesitz befindet, nicht in dem Maße an dem allgemeinen Aufschwung teilnehmen kann, weil es nicht gelingt, genügend Frachtraum für die Heranschaffung ausländischer, vor allem schwedischer Erze nach Polen zu besorgen. Hier zeigt sich bereits ein neues Problem, die Überschneidung von Rohstoffknappheit und damit im Zusammenhang stehende Verknapung des Weltschiffraumes. NSG. Am Samstagnachmittag wurde von Gau- leiter Sprenger im Beisein des nationalsozialistischen Führerkorps des Gaues HesienMasiau, der Gauamtsleiter, Kreisleiter und der Führer der Gliederungen, sowie Vertreter von Staat und Behörden der Grundstein zu dem Erbhöfedorf Allmendfeld bei Gernsheim gelegt. Im weiten Viereck waren die Abteilungen des Arbeitsdienstes, des weiblichen Arbeitsdienstes und die Ehrenformationen der Bewegung angetreten. Eine einzige Front präsentierter Spaten grüßte den Gauleiter, der zu den Klängen des Präsentiermarsches die Front abschritt. Kreisleiter Stavinoga begrüßte dann die erschienenen Gäste. Landesbauernführer Dr. Wagner wies darauf hin, daß die Grundsteinlegung dieses Erbhöfedorfes ein augenfälliges Sinnbild für den Willen des Gauleiters ist, dem Vierjahresplan im Gau Hessen-Nassau auch aus dem Sektor der Ernährung den Nachdruck zu verleihen, der ihm als Weg zur Ehre und^Freiheit des ganzen Volkes zukommt. Des Gauleiters Rat, der aus bäuerlichem Denken entsprang, hat diese Arbeit weit vorwärts gebracht. Nach Dankes- worten an Landeskulturrat Reich und den A r- beitsdienst gab er ein umfassendes Bild von der Größe der Arbeiten. In noch nicht vier Jahren sind demnach 86 400 Hektar im Rahmen des hessischen Meliorationsprogramms fertig melioriert und bereinigt worden. Die nationalsozialistische Regie- rung hat damit 57 v. H. von dem geleistet, was verflossene Regierungen in 46 Jahren aufzuweisen haben. Vom Herbst 1933 an wurden 1,05 Millionen Arbeitertagewerke abgeleistet: weitere 3 Millionen sind vorgesehen; der Arbeitsplan bis 1943 ist festaelegt. Er umfaßt 289 Gemarkungen mit einer Fläche von 163 000 Hektar. Dabei werden alle in dieses Arbeitsgebiet fallenden Do- werden. Unter der begeisterten Zustimmung der Versammelten beendete der Landesbauernführer eine Rede mit den Worten des Führers: „Deutschland wird ein Bauernreich sein, oder es wird untergehen wie die Reiche der Hohenstaufen und der Hohenzollern." Er schloß mit den Worten: „Wir alle fühlen aber, daß wir nach langen Jahrhunderten auf dem Weg der Tatwerdung des deutschen Wesens schreiten. Es ist das, was ewig bleiben wird, weil von ihm Ursprung und Anfang ausging: das ewige Nationalsozialistfein!" Der Gauleiter nahm danach die Grundsteinlegung des neuen Erbhöfedorfes vor. Er verlas die Urkunde und schloß mit den Worten: „Wir, die wir Zeuge dieses Aktes sind, sind uns der Aufgabe, die uns der Führer gestellt hat, bewußt. Wir schaffen Arbeit und geben damit der neuen Generation den Weg frei in ein sicheres und glückliches neuesReich, das das Reich Adolf Hitlers bleiben wird!" * Frankfurt im Zeichen des Schwarzen Korps Führertagung des SS.-Abschnitts XXX. Der Chef des SS.-Hauptamtes, SS.-Obergrup- penführer Heißmeyer, gab eine scharfumrisiene Uebersicht über Werden, Organisation und Aufgaben der Schutzstaffeln. Der Gedanke der Auslese, der am Anfang der Arbeit gestanden hat, wird von Jahr zu Jahr schärfer durchgeführt. Ueberall klingt die völkische Erkenntnis durch als lebendiges Glied einer langen Ahnenkette, besonderen Verpflichtungen unterworfen zu sein gegenüber den Ahnen und der Sippe und damit gegenüber dem Volk und den Nachkommen. Aus der kleinen Arbeit von früher wird fo ein Orden aufgebaut, der noch in..,-,,-, —u - — ------ f tau end Jahren alles deutsche Leben zusammen- Zahl nach die zweite Standarte des Reiches bleibe hält. Die Rede klang aus in dem Appell, wie bis- sondern auch ihrer Leistung nach^ Anschließend her an den Führer zu glauben, das Gesetz des Ge-1 zogen dann die Frankfurter SS.-Einheiten unter NSG. In Frankfurt a.M. fand eine Führertagung des SS.-Abfchnittes XXX statt. Die Arbeitstagung wurde mit kurzen Bearüßungsworten des Führers des SS.-Abschnittes XXX, SS.-Oberführer Ludwig, im großen Saal des Dolksbil- dungsheims eingeleitet. Es schloß sich eine Anzahl Einzeltagungen an, in denen die Referenten des Abschnitts berichteten. Der Abend vereinte die Teilnehmer der Tagung mit zahlreichen Gästen, unter ihnen der Führer des SS.-Oberabschnitts Rhein, SS-Gruppenführer Hildebrandt, und der Führer der SA.-Gruppe Hessen, SA.-Gruppensuh- rer Lederle, zu einem Kameradschaftsabend. Der Sonntagvormittag sah die 500 Teilnehmer zur großen Haupttagung versammelt. Der Führer des SS.-Oberabschnitts Fulda-Werra, SS.-Obergrup- penführer Erbprinz zu Waldeck, faßte kurz den Sinn und die Aufgaben einer solchen Arbeitstagung dahin zusammen, innerhalb des Ordens der SS eine immer stärkere weltanschauliche Festigung zu erzielen SS.-Untersturmführer Dr. B e st vom SD.-Oberabschnitt Rhein führte mit seinem Licht- bildervortrag „Angriff auf die nationalsozialistische Weltanschauung" in den Kampf des Judentums gegen die Kräfte des Aufbaus ein. SS.-Untersturm- führer Eggers vom Raffe- und Siedlungshauptamt (Schulungsamt) trug mit seinem Referat „Die Geburt unseres Jahrtausends" eindeutiges und klares Material für die weltanschauliche Auseinandersetzung mit den internationalen dunklen Mächten zusammen. rcut.xfAhArf wirb nn Umsaiw I für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Göring, Ä." ° Ä M 4n6 USI sprich, am Dienstag, ben 23. 2när$ 1937, Die Ursachen des Riesenaufschwunges der Stahl- und Eisenindustrie in der ganzen Welt liegen aber nicht allein in dem Rüstungsaufschwung begründet. Man kann sehr deutliche Unterschiede zwl- . .... schen der Erzeugungssteigerung in den einzelnen Führung von SS.-Obersturmbannführer More^th, U^rn machen. Die Rohstahlerzeugung ist m dem Führer der 2. SS.-Standarte, mit klingendem @ [anb 1936 gegenüber 1929 um 19 v. H., in Spiel durch die Stadt zur Taunusanlage, wo an $9 ^m 3,8 v. H., in Italien um 9 v. H. der Reichsbank ein Vorbeimarsch vor L e n i e □ e n, dagegen in Japan um 130 v. H. und Obergruppenführer Heißmeyer stattfand fn Rußland um 226 v. H. (wenn man den russischen * Angaben Glauben schenken darf!). In einer zwecken Auch das gesamte Führerkorps der in Gießen Gruppe fü^renbeT liegen bie stehenden 8 3. SS. -Standarte unter ihrem Dinge anders. In den Vereinigten Staaten blieb Führer SS.-Sturmbannführer Müller nahm an die Erzeugung immer noch um 19,4 v. H-'M Frank- ber Tagung unb der Besichtigung teil. re.ch um 32 v. S)„ unbm Wen um 3^9- russische Produktion ausschaltet, so ist in der Welt- Ierzeugung der Stand von 1929 infolge des / / IF A 4 Ä w MMPM <* u 4k amerikanischen Zurückbleibens noch nicht ganz Das neue Erbhofedorf tm hessischen Ried. s-MZ-E-Ltz-r Gauleiter Gvrenaer leat den Grundstein zu Allmendfeld. Be^oor die Aufrüstung den Bedarf sprunghaft v y steigerte, begannen bereits die Eisenbahnen bauern ft eUen mit einer durchschnittlichen und die Automobilfabriken zusammen mit Landzulage von 55 bis 60 Morgen gegenüber 28 dem Bedarf, der sich aus S t r a ß e n b a u t e n und Neubauernstellen mit einer Landzulage von 44 bis Neusiedlungen ergab, den Weg zu ebnen. 56 Morgen in Riedrode vorgesehen. Hinzu kom- In allen Ländern hat die erstaunliche Beschleum- men noch drei Handwerker stellen mit gung der Geschwindigkeit der Eisenbahnen, die in einer Landzulage von je 30 Morgen. Die breit- England und in den Vereinigten Staaten ebenso gelagerte Bauweise in Allmendfeld gestattet eine große Fortschritte machte wie in Deutschland, zu Viehhaltung von 10 bis 12 Stück Großvieh, vier einem mächtigen Neubedarf an Eisen und Stahl Stück Kleinvieh und eine Schweinehaltung bis zu geführt. Eine Reche neuer großer Eisenbahnlinien 20 Stück. 39 200 Mark ist der Preis für eine Neu- mit dazugehörigen Brücken usw. sind vor allem bauernstelle. Die Anzahlungsquote beträgt 10 v. H. in Asien gebaut worden. Dann setzte der Auf- Mit 4 v. H. Zinsen und Amortisation wird der schwung der Automobilerzeugung ein, die Durch- Hof nach 66 Jahren Eigentum des betreffenden führung großer Straßenbauten in fast allen Lan- Bauernqeschlechts fein. ' dem der Welt. Dann aber wurde alles dies über- _ _ • a c schattet, ohne daß die Automobilproduktton und die Morgen Gememfchansempsang men Bedarf der Rüstungsindustrien. Wir wollen * hier auf die sicherlich enormen Investitionen hin- B erlitt, 20. März. (DRV.) Der Reichspropa- weisen, die durch die Umstellung der britischen und gandaleiler der RSDAP. und der Reichsbauern, amerikanischen Industrie auf den Kriegsfall ma- - - “ " - ‘ — 1 schinentechnisch notwendig werden. Dem Aufjchwung der Stahl- und Eisenindustrie' und damit zugleich auch dem Tempo der Aufrüstungen sind bestimmte Grenzen gesetzt. Die Erzgruben können nicht so rasch folgen, zumal N o r d s p a - n i e n als äußerst wichttges Erzausfuhrland vollkommen a u s f ä 111. Zweitens bewirken die internationale Devisenwirtschaft und die komplizierten Betrieb zu nehmen, scheiterten zum Teil an der Rohstoffknappheit. So sehen wir international sich gewisse Linien abzeichnen, die in allen führenden Industrieländern sichtbar werden. Nicht nur in Deutschland! Wie falsch und töricht wäre es darum, wollte man z. B. etwa Deutschland für gewisse Rohstoffknappheiten verantwortlich machen bzw. ihm seinen berechtigten Anspruch auf eigene Rohstoffquellen verwehren, wenn, international gesehen, die führenden Industrienationen mit noch erheblicheren Schwierigkeiten zu kämpfen haben, obwohl ihnen Rohstoffquellen in ganz anderem Maße als uns zur Verfügung stehen. Gin Sporlskanval in Wien. Das Länderspiel Oesterreich—Italien abgebrochen. W i e n, 21. März. (DNB.) JmKampfumden Europapokal wurde am Sonntag im Wiener Stadion von 50 000 Zuschauern das Fußball- Länderspiel zwischen Oe st erreich und Italien begonnen, in der 28. Minute nach dem Wechsel aber beim Stande von 2:0 für Oesterreich von dem schwedischen Schiedsrichter O h l s s o n abgebrochen, um die Gesundheit der Spieler nicht zu gefährden. Schon vor Beginn des Kampfes, als die Italiener den Faschistengruß ausführten, kam es auf den Zuschauerrängen zu Mißfallenskundgebungen. Die Oesterreicher hatten in der ersten halben Stunde leichte Vorteile, als ein italienischer Spieler wegen eines Regelverstoßes verwarnt wurde. Wenig später fiel das erste Tor für Oesterreich. Der Wiener war dabei von einem Italiener „gerempelt" worden, er spielte darauf derart unsportlich, daß Ohlsson ihn vom Platze stellte. Von da ab war das Spiel lediglich noch eine Kette von Regelwidrigkeiten. Die Spieler wurden von den immer lauter und hitziger werdenden Zuschauern aufgepeitscht und schienen schließlich kaum noch Herr ihrer selbst. Die Offiziellen beider Verbände begaben sich auf das Spielfeld und berieten mit dem Schiedsrichter und den Linienrichtern. Nachdem Oesterreich durch Verwandlung eines Strafelfmeters in der 19. Minute nach der Pause zu 2:0 gekommen war, war es ganz aus, so daß Ohlsson in der 73. Minute den Kampf abbrach. Der belgische Königsbesuch in London London, 22. März. (DNB. Funkspruch.) König Leopold von Belgien wird Montag in London erwartet. Voraussichtlich wird er bereits während eines Essens, das Montagabend in der belgischen Botschaft veranstaltet wird, mit dem» englischen Außenminister Eden zusammentreffen, und bei dieser Gelegenheit wird sich eine Besprechung über das belgische Neutralitätsproblem ergeben. Am Mittwochabend wird König Leopold Gast des englischen Königs im Buckingham-Palast sein, und bei dieser Gelegenheit mit mehreren britischen Ministern zusammentreffen. Die „Times" erklärt, als König Leopold im vergangenen Oktober seine berühmte Neutralitätserklärung abgab, habe er die Auffassung beinahe seiner sämtlichen Landsleute ausgedrückt. Es sei die Auffassung sowohl der Flamen, die dem französischen Bündnissystem stets mißtraut hätten, als auch der W a l o n e n, deren besonderer Verdacht sich gegen den Franco-Sowjetpakt richtet. England habe volle Sympathie für Belgien. Aber Belgiens Wunsch nach einseitigen Garantien habe unvermeidlicherweise mehrere wichtige Fragen aufgeworfen und der bevorstehende Meinungsaustausch hierüber könne daher nur von Nutzen sein. „Daily Telegraph" meldet, daß König Leopold den englischen Außenminister Eden vielleicht zu einer „nichtpolitischen" Zusammenkunft in Belgien einladen werde. Dies würde Gelegenheit zu einer wichtigen öffentlichen Erklärung geben, falls bei den Londoner Vorverhandlungen genügende Fortschritte erzielt würden. Neue Unruhen in Nordwest-Zndien. London, 22. März. (DNB. Funkspruch.) In W a z i r i st a n in Nordwest-Jndien, das als Schauplatz politischer Unruhen den britischen Behörden in letzter Zeit ernste Sorgen bereitet, unternahmen aufständische Moslem am vergangenen Sonntag Raubzüge, bei denen sie die Basare in drei Ortschaften erstürmten, plünderten und neun Hindu-Kaufleute und ein Hindu- Mädchen mit sich f o r t s ch l e p p t e n. Trotz eifrigsten Bemühungen ist es den Behörden nicht gelungen, die Gefangenen frei zu bekommen. Der berüchtigte Fakir von Jpi hat ein ihm gemachtes englisches Friedensangebot zurückgewiesen. Man muß also damit rechnen, daß weitere Unruhen an der Nordwestgrenze Indiens bevorstehen. Schwere Unruhen auf Puerto nico. Neuyork, 22. März. (DNB. Funkspruch.) Auf der den Vereinigten Staaten gehörenden Antillen- Insel Puerto Rico hat sich ein Zusammenstoß zwischen amerikanischer Polizei und eingeborenen Nationalisten während einer von dem nationalen Verband „Fechter der Freiheit" einberufenen öffentlichen Kundgebung ereignet. 1 2 Kundg e b e r wurden durch die Schüsse der Polizei getötet, 125 verletzt. Der nationale Verband, der die Loslösung Puerto Ricos von den Vereinigten Staaten besonders energisch propagiert hatte von dem Oberbürgermeister von Ponce die Erlaubnis zu der Kundgebung erhalten, jedoch wurde die Genehmigung von der Polizei widerrufen. Als die Kundgeber dann trotz des Aufmarsch-Verbotes nach dem Versamm- lungsplatz marschierten, eröffnete die amerikanische Polizei Maschinengewehrfeuer auf den Zug. Die Polizei behauptet allerdings, daß der erste Schuß aus den Reihen der Kundgeber gefallen sei, 84 Nationalisten wurden in Haft genommen. Seiger kommunistischer Ueberfail auf eine evangelische Gemeinde in Srankreich. Paris, 21,März. (DNB.) In einer Ortschaft bei Rouen verübte eine hundertköpfige kom - munistische Bande am Samstag einen feigen Ueberfall auf eine kleine evangelische G e - meinte, die sich in einem Privathaus zum Beten versammelt hatte. Die Kommunisten drangen zunächst in den Garten des Hauses ein und zerstörten dort alles, was sie vorfanden. Dann forderten sie durch Zurufe die Gläubigen auf, das Beten sofort einzustellen. Als diese sich weigerten, drangen \ i e in das Haus ein, zerschlugen die Fensterscheiben, stahlen Wein im Keller sowie Oie Abwehr -er Wiener preffeverleumdungen. Wien verdreht die Tatsachen.—Neue Angriffe gegen die deutsche preffe. „Die großaufgezogene Beschwerde über die Nachmittagsblätter erfolgte übrigens am gleichen Tage, an dem ein österreichisches Blatt ein Bild mitteilte, das im Deutschen Reich kaum beanstandet veröffentlicht und verbreitet werden konnte und zu den rohesten Beschimpfungen gehört, die je gegen Oesterreich gerichtet wurden. Das österreichische Presseregime ist nach wie vor auf die Herstellung Sine notwendige deutsche Antwort. Hierzu schreibt die Deutsche Diplomatische Korrespondenz: Schon seit längerer Zeit mußte die Beobachtung gemacht werden, daß ein großer Teil der österreichischen Presse sich — ungeachtet der Abmachungen vom 11. Juli — dazu hergab, ihre Leserschaft ungünstig gegen das Reich z u beeinflus- s e n, offenbar um damit die auf eine erfreuliche Basis gestellten guten Beziehungen zwischen beiden Staaten zu stören. Von deutscher Seite wurden, obwohl zweifellos System in diesem Treiben lag und sich hinter dieser Kampagne die erbittersten Gegner der Abmachung vom 11. Juli versteckten, jene Elaborate im allgemeinen stillschweigend hingenornrnen. Erst die immer massiveren Versuche der letzten Zeit, nicht nur an irgendwelchen Einzelvorgängen im öffentlichen Leben Deutschlands Kritik zu üben, sondern seine politische Zielsetzung als solche auch vor dem Ausland zu verdächtigen und herabzuwürdigen, haben zu den erforderlichen Antworten in der deutschen Presse geführt. Um so ■eigenartiger muß es daher erscheinen, wenn von österreichischer Seite nunmehr der Versuch gemacht wird, die Verantwortung für die Störung des Pressefriedens in erster Linie der reichsdeutschen Presse zuzuschieben und die Ausfälle der österreichischen Presse zu bagatellisieren. Zunächst dürfte davon auszugehen fein, daß die österreichischen Belange in der reichsdeutschen Presse ganz naturgemäß nur einen relativ geringen Raum einnehmen können, während die reichsdeutschen Angelegenheiten in der österreichischen Presse in unvergleichlich breiterer Form behandelt zu werden pflegen. Wobei weiter festzustellen ist, daß dies meist keineswegs in einem positiven G e i st geschieht, sondern daß eine Reihe von innerdeutschen Fragen ständig in polemischer Form und offenbar ohne jede Sorge um die Rückwirkungen aufgegriffen werden. Man hat dabei häufig den Eindruck, daß die Sprache der Wiener und der Prager Blätter kaum noch einen Unterschied aufweisen. In der österreichischen Verlautbarung ist darauf hingewiesen worden, daß die deutschen Beanstandungen sich gegen einzelne Boulevard-Blätter gerichtet hätten, die nicht mit amtlichen Stellen in Verbindung stünden, während umgekehrt die große Presse des Reiches sich in Ausfällen gegen Oesterreich ergehe. Demgegenüber wäre festzustellen, daß einmal der Kreis der österreichischen Zeitungen sich durchaus auch auf eng mit amtlichen Stellen verbundene Blätter erstreckt und daß die Hetze der Boulevard-Blätter nur die letzte Veranlassung zur deutschen Presseabwehr gegeben hat. Was im übrigen den gegen die reichsdeutsche Presse erhobenen Vorwurf betrifft, so ist er in dieser verallgemeinerten Form sicher unberechtigt. Vor allem wäre hier auch anzu- lieoflädter=Stürmer seines Amtes enthoben. eines wahren Pressefriedens bedacht und immer bereit, seinen Teil dazu beizutragen. Es ist jedoch nicht geneigt, die betont unfreundliche Haltung der reichsdeutschen Presse, auch zugelassener Blätter, widerspruchslos zur Kenntnis zu nehmen, Einschüchterungsversuchen nachzugeben und einseitige Zugeständnisse zu machen." erkennen, daß in jedem Falle berechtigter Beschwerde sofort von reichsdeutscher Seite eingegriffen wird. Es wäre bedauerlich, wenn dieser Tatbestand der österreichischen Regierung entgangen wäre und wenn sie es ferner übersehen würde, daß hinter den Angriffen der Zeitungen Kräfte stehen, die vom ersten Tage des deutsch-österreichischen Abkommens an das Bestreben zeigten, Oesterreich von der außenpolitischen Linie, wie sie der 11. Juli darstellt, abzubringen, Versuche, die übrigens nicht nur in der Presse anzutreffen sind. Gerade wenn man die ganzen Z u - sammenhänge von dieser Warte aus betrachtet, erscheint es eigenartig, daß die österreichische Regierung, die sonst auf die strikte Innehaltung ihres innerpolitischen Kurses bedacht ist, sich in diesem Falle aus „technischen Gründen" außerstande erklärt, solchen Entgleisungen, die die Form einer systematischen Kampagne angenommen hatten, entgegenzuwirken. Es wäre daher gut, wenn von österreichischer Seite aus die beiden Elemente der ganzen Mißverhältnisse, nämlich die Ausdehnung und der Ausgangspunkt jenes von österreichischer Seite ausgehenden Pressefeldzuges, einmal näher nachgeprüft würden, um dann auch in der Lage zu sein, zu dem auch für die Presseverhältnisse maßgebenden Richtungspunkt vom 11. Juli zurückzufinden. Daß von reichsdeutscher Seite nichts unterlassen und nichts unversucht bleiben wird, um den Geist dieses Abkommens zu bewahren, zu pflegen und zu fördern, bedarf keiner weiteren Erörterung. Aber gerade weil im Reich dieser unerschütterliche Wille vorhanden ist, mußte einmal mit aller Deutlichkeit gesagt werden, daß die bisherige Haltung eines großen Teiles der österreichischen Presse nicht geeignet ist, unbedingtes Vertrauen zu erwecken. Vor allem nicht in der Hinsicht, daß jene verschwindende aber aktive Minderheit, die unablässig an der Abkehr vom deutsch-österreichischen Abkommen interessiert ist und unbeirrt auf dieses Ziel hinarbeitet, von österreichischer Seite mit der gleichen Schärfe zurechtgewiesen wird, die s o n st zur Verfügung steht. Wenn Störungsmanöver nicht nur von Seiten der österreichischen und ausländischen Presse zu verzeichnen, sondern neuerdings ausländische Kräfte an der Entzweiung der beiden deutschen Staaten — mit welchen Mitteln auch imitier — tätig sind, dann wird man sich um so mehr der Pflichten bewußt sein müssen, die dem Reich und Oesterreich unter dem Gesichtspunkt des Deutschtums ganz allgemein obliegen. Dann wird auch der Grundsatz des Zusammengehens der beiden deutschen Staaten, mte er im Abkommen vom 11. Juli festgelegt worden ist, auf reichsdeutscher wie auch auf österreichischer Seite — man kann dessen gewiß sein — über jede Diskussion e r ■ haben sein. Wien, 20. März. (DNB.) Zu der dringend notwendigen Abwehr der außerordentlich gesteigerten Hetze der Wiener Boulevard-Presse gegen Deutschland, die mit zahlreichen Verleumdungen und Falschmeldungen geführt wurde, wird von amtlicher Seite in Wien folgende Erklärung veröffentlicht: „Die reichsdeutsche Presse vom 18. d. M. richtete außerordentlich heftige Angriffe gegen einige Wiener Blätter, insbesondere gegen den „Telegraf", „Die Stunde" und „Das Echo". Den unmittelbaren Anlaß hierzu bot eine Falschmeldung des „Telegraf" über eine angebliche Verhaftung des Reichspressechefs der NSDAP., Dr. Otto Dietrich. Die Aeußerungen der reichsdeutschen Zeitungen, die dem Inhalt und dem Ton nach im wesentlichen übereinstimmen, befassen sich aber nicht nur mit den genannten Wiener Blättern, sondern versuchen unter Berufung auf den vereinbarten Pressefrieden eine Verantwortlichkeit der Bundesregierung festzustellen. Das amtliche DNB. und zum Teil auch der reichsdeutsche Rundfunk verbreiten diese Angriffe und geben ihnen dadurch einen über die Bedeutung einer Presfepolemik hinausgehenden Sinn. Die Politische Korrespondenz ist ermächtigt, zu dieser Angelegenheit folgende Erklärungen 3U veröffentlichen: Die Bundesregierung mißbilligt s ch ä r f st e n s die Veröffentlichung unwahrer Nachrichten ober tendenziöser Artikel, die dem Geiste des Abkommens vom 11. Juli widersprechen, und wünscht, daß auch dort, wo schwerwiegende Meinungsverschiedenheiten vorliegen oder eine Kritik auszusprechen ist, der Ton ruhiger Sachlichkeit eingehalten werde. Sie mißbilligt insbesondere gehässige persönliche Angriffe oder leichfertige Verbreitung von diffamierenden Falschmeldungen, gleichgültig welchen Rang die betroffenen Personen im öffentlichen Leben emnehmen. Das Erscheinen derartiger Meldungen, die aus privaten Quellen kommen, überhaupt zu verhindern, ist jedoch technisch unmöglich. Darüber hinaus ist festzustellen, daß die Bundesregierung in ihren Bemühungen um die Wahrung des Pressefriedens durch die Haltung der reichsdeutschen Presse schon seit einigen Monaten entscheidend gehemmt ist." Nach dieser völligen Verdrehung der Tatsachen, namentlich der Behauptung, daß die deutsche Presse, die sich kaum mit österreichischen Angelegenheiten beschäftigt, b e n Anlaß zur Haltung der Wiener Presse gegeben habe, werden in der Erklärung dann die weiteren unerhörten A n - griffe gegen die deutsche Presse gerichtet, die jeder Grundlage entbehren: „Während sich die Beschwerden von reichsdeutscher Seite fast ausschließlich gegen Wiener Nachmittagsblätter richten, die als Boulevard-Blätter bezeichnet werden und weder mit der Bundesregierung noch mit anderen amtlichen Stellen oder mit der Vaterländischen Front in Verbindung stehen, ist es im Deutschen Reiche gerade die offiziöse deutsche Presse, die sich in Angriffen gegen Oesterreich ergeht, in ihrer artikelmäßigen Berichterstattung sich fast täglich in innere Angelegenheiten Oesterreichs einmengt, oppositionelle Bestrebungen ermuntert, politische ober wirtschaftliche Schwierigkeiten übertreibt ober mit Genugtuung registriert, unerfreuliche Ereignisse, wie sie sich in aller Welt ereignen, in größter Ausmachung wieder gibt und in manchen Fällen auch vor Lüge und Verleumdung nicht zurückschreckt. Die Taktik der führenden reichsdeutschen Blätter, deren Schreibweise die Haltung der übrigen reichsdeutschen Presse bestimmt, wiegt um so schwerer, als es im Deutschen Reich eine betont österreichfreundliche, gegenüber dem Nationalsozialismus kritisch eingestellte Presse nicht gibt und nicht geben darf, während das außerordentlich tolerante Presseregime in Oesterreich den Bestand zahlreicher Blätter ermöglicht, die zwar an österreichischen Angelegenheiten oft recht weitgehend Kritik üben, aber keine Zeile veröffentlichen, Die im Deutschen Reich mißfallen könnte. Im Hinblick auf die krisenhafte Gesamtlage Europas, die — wie gerade von reichsdeutscher Seite immer wieder betont wird — eine klare allgemeine Verständigung zwischen den beiden deutschen Staaten verlangt, ist es unverantwortlich, die Kampagne gegen zwei ober drei Wiener Nachmittagsblätter auf bas gesamte österreichische Presseregime auszudehnen und dadurch einen wichtigen Teil der österreichisch-deutschen Beziehungen zu stören. Diese Vorgangsweise ist aber auch unverständlich, wenn man sich die Toleranz des österreichischen Presseregimes und die korrekte Schreibweise der führenden österreichischen Presse vor Augen hält, die auch in diesen Angelegenheiten stets vorbildliche Zurückhaltung bewahrt hat." Wien, 20. März. (DNB.) Auf Antrag des Bundeskanzlers hat der Bundespräsident den Bundesminister Neustädter-Stürmer seines Amtes enthoben. Der Bundespräsident dankte dem Scheidenden für feine unermüdliche Tätigkeit, die er im Dienste des Bundesstaates Oesterreich entfaltet habe. Die Besorgung der Geschäfte des Sicherheitswesens, die Bundesminister Neustädter- Stürmer oblag, übernimmt der Bundeskanz- ler selb st. Der Polizeipräsident in Wien Dr. Michael Skubl wurde Staatssekretär für das Sicherheitswesen. Die Veränderung ist insofern von politischer Bedeutung, als sich Neustädter-Stürmer zusammen mit dem Innenminister Glaise-Horstenau für die Heranziehung der nationalen Opposition zur aktiven Mitarbeit am Staatsleben eingesetzt hatte. Der Polizeipräsident Skubl gilt indessen als einer der schärfsten Gegner der nationalen Opposition. Auch die Blätter lassen durch- blicken, daß der Rücktritt Neustädter-Stürmers mit seinem Eintreten für den als Sammelpunkt der nationalen Bewegung gedachten Volkssozialen Volksbund, dessen Gründung von der Regierung verboten wurde, zusammenhängt. Die in Linz erscheinende Neue Zeit bezeichnet die Amtsenthebung Neustädter-Stürmers als bezeichnend für das Schicksal der „Befriedungsaktion". Es sei von außerordentlicher Bedeutung, daß es der Hetze der jüdischen Presse und den Bemühungen gewisser anderer Faktoren, die darauf ausgehen, den außenpolitischen Kurs des Bundeskanzlers abzubiegen und Oesterreich in eine andere innenpolitische Konstellation hineinzuführen, gelungen sei, den Sturz Neustädter-Stürmers herbeizuführen. „Wir freilich glauben", sagt das Blatt, „daß mit dem Ausscheiden des Sicherheitsministers, eines hervorragenden Exponenten der nationalen Befriedung, diese selbst auf das empfindlichste getroffen wurde, und daß Oesterreich schweren Zeiten entgegengeht." die Brieftasche eines Anwesenden und erklärten auf die Proteste eines der Mitglieder der Betgemeinde hin: „Laßt das Beten sein, und wir lassen euch in Frieden!" Wettrevolutionäre Bestrebungen im Wappen der Sowjetunion. Moskau, 20. März. (DNB.) Das Präsidium des Zentralausschusses der Sowjetunion hat den Entwurf eines Staatswappens der Sowjetunion genehmigt. Mit der Genehmigung dieses Wappens bestätigen die Sowjetmachthaber erneut und in zynischer Offenheit ihre weltrevolutio- nären Ziele. Auf dem Wappen ist der Erdball dargestellt, über den si ch Sichel und Hammer kreuzen. Daneben befindet sich die kommunistische Revolutionsparole „Proletarier aller Länder vereinigt euch!" lieber dem Wappen steht ein fünfzackiger Stern! Diese neuerliche und symbolische Unterstreichung der Tatsache, daß Moskau auf den ganzen Erdball Anspruch erhebt, sollte gewissen Leuten zu denken geben, die immer noch nicht die weltrevolutionären und imperialistischen Absichten der Sowjets wahr haben wollen. Der Reichsarbeitsführer verabschiedet 160000 Arbeitsmänner. ® e r li n , 21. März. (DNB.) Im Rahmen einer Morgenfeier, die über die deutschen Sender auch in die 1300 Lager des Arbeitsdienstes übertragen wurde, verabschiedete Reichsarbeitsführer Hl er l 160 000 nach halbjähriger Dienstzeit aus» scheidende Arbeitsmänner. Er mies die ausscheidenden Arbeitsmänner darauf hin, daß sie unserem Volk nicht nur durch die Arbeit am Boden, sondern auch durch die Arbeit an sich selbst einen großen Dienst erwiesen hätten. „Es gibt Menschen, die in der Arbeit nur ein notwendiges Uebel sehen, weil sie sie für nichts anderes als ein Mittel zum Gelderwerb halten. Wir bedauern diese Menschen; denn sie gehen des Segens der Arbeit verlustig, nämlich der Befriedigung, die jede rechtgetane Arbeit gibt. Das Gemeinsame, das ganze Volk Verbindende muß stets mehr gelten als alles, was die einzelnen Menschen innerhalb des Volkes unterscheidet und trennt. Dieser Grundsatz, der leitend für eure Lagergemeinschaft war, soll auch euren ferneren Lebensweg bestimmen, für den euch meine besten Wünsche begleiten." Kundgebung des deutschen Baugewerbes. Berlin, 20. März. (DNB.) Den Abschluß der Reichstagung der Reichsbetriebsgemeinschaft Bau bildete eine Kundgebung in der Deutschlandhalle. Der Leiter der Wirtschaftsgruppe „Bauindustrie", Dr.-Jng. h. c. Bögler, gab einen Rückblick und Ausblick auf die Wirtschaft im Dritten Reich unter besonderer Berücksichtigung der Bauwirtschaft. Der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, hob die überragende Bedeutung des Werkes der R e i ch s a u t o b a h n für die Belebung der deutschen Bauwirtschaft hervor. 4 0 0 0 00 Menschen seien am Bau dieser großartigen Straßen des Führers beteiligt, die bisher Aufträge für anderthalb Milliarden Mark gebracht hätten. Aber auch durch die vielen anderen großen Bauvorhaben in allen Teilen des Reiches habe der Führer der Bauwirtschaft einen gewaltigen Aufschwung gegeben. Zwei Millionen Arbeiter seien heute insgesamt an dem großen Werk des Aufbaues tätig. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley stellte fest, daß es gelungen fei, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung durch Arbeitsfreude und Anstieg zu ersetzen. Vor keiner Gemeinschaft könne man besser vom Neubau des Reiches sprechen als vor den Männern vom Bau, wo der eine auf den anderen angewiesen sei, wenn ein gutes und dauerhaftes Werk zustande kommen soll. Wir brauchten zu diesem Neubau ein gutes und sicheres Fundament. Wir mußten es erst schaffen, dieses Fundament, das da heißt: „Glaubst du an deine Kraft und an dein Wollen? Bist du bereit, ihm stets mehr zu geben, als von ihm zu fordern". Wieder Nankopfer der GA. Siedlerstellen für altgediente SA.-Männer. Berlin, 20. März. (DNB.) Wie im vorigen Jahr die SA. mit ihrem Dankopfer am Tage des Geburtstages des Führers in das deutsche Volk gegangen ist und zur Einzeichnung geworben hat, um aus den zusammenkommenden Beträgen, die für Schaffung von Siedler- stellen für altgediente SA. - Männer Verwendung finden sollen, so tritt auch in diesem Zahr die Sturmabteilung des Führers wieder erneut in der Zeit vom 10. April bis zum 1. Mai einschließlich überall im Deutschen Reich mit der Neuauflage des Dankopfers der SA. in die Öffentlichkeit. Wiederum soll in dieser Zeit jeder deutsche Volksgenosse die Möglichkeit haben, sich in die Ehrenlisten mit einem, wenn auch noch so kleinen Betrag, einzeichnen zu können, um auf diesem Wege teilzuhaben am Dank der SA. für ihren Führer und seiner großartigen Leistungen für Volk und Staat. Die bereits aus dem vorherigen End- betrag öes Dankopfers in Angriff genommenen und im Bau befindlichen Siedlungen wer- den in Gemeinschaftsarbeit zwischen der SA. und der NSKOV. fertiggestellt. Liese Siedlungen werden in Aufbau und Charakter der jeweiligen Landschaft angepaßt sein und in der Vielgestaltigkeit der Ausführungen das Gesicht des Landes beleben. Die Besetzung dieser Sie'dlerstellen erfolgt in der Aufteilung von 70 Stellen für SA. -Männer uni) 30 Stellen s ü r Kriegsopfer bei 100 insgesamt. Die Vorarbeiten für die erste Großsiedlung aus dem Dankopfer der SA. bei Gleiwitz in Schlesien sind in vollem Gange. Die feierliche Grundsteinlegung wird voraussichtlich am Geburtstag des Führers stattfinden und der Aufbau des Dorfes an diesem Tage in Angriff genommen. Wie immer wird die SA. auch bei dieser sich selbst gestellten Aufgabe in Pflicht- erfülluvg mit restlosem Einsatz das Ziel erreichen, aus dem deutschen Volk mit dem Dankopfer der SA. für die Kämpfer Adolf Hitlers Eigenheime in ständig größerem Maße zu schaffen. Milderung der Zulassungesperre zum Oentistenberuf. Berlin, 20. März. (DNB.) Der Reichsminister des Innern Dr. Frick gibt u. a. bekannt: Ich hatte wegen der festgestellten Ueberfüllung der Berufe der Zahnärzte und Dentisten für Dentisten eine Berufssperre ausgesprochen. Personen, die nach dem 3. August 1936 die Ausbildung zum Dentistenberuf aufnahmen, wurden bis auf weiteres nicht zur staatlichen Prüfung zu- ?[Haffen. Auf meine Veranlassung wurde eben- alls der Neuzugang zum Zahnärzte- st u d i u m einstweilen gesperrt, um alle Schwierigkeiten durch eine Verbesserung der Ausbildung der Zahnbehandler und eine planwirtschaftliche Verteilung ihrer Niederlassungssitze zu überwinden. Der Stand dieser Angelegenheit ermöglicht es jetzt, daß der Neuzugang zum Dentistenberuf in einem mit dem Dentistenführer noch zu vereinbarenden stark beschränkten Umfang wieder freigegeben wird. Ich mache dabei aber darauf aufmerksam, daß die st a r k e Ueberfüllung des Dentistenberufes nach wie vor besteht, und ich muß daher vor Ergreifen dieses Berufes nachdrücklichst warnen. Entsprechend wird gegenüber dem Neuzugang zum zahnärztlichen Studium verfahren werden. SOjährigeS Militärjubiläum des Generals von Fabeck. Generalleutnant v. F a b e ck beging am 21. März die 50. Wiederkehr des Tages seines Eintritts in die Armee. Der Jubilar steht nicht mehr im aktiven Dienst, widmet sich aber den zahlreichen Ausgaben, die mit der Fürsorge für die bedürftigen Kameraden des Reichskriegerbundes sowie für deren Witwen und Waisen verbunden sind. Generalleutnant von Fabeck, 1867 in Hannover geboren, trat 1887 in das Gardegrenadierregiment Nr. 3 ein. Viele Jahre hat er im Großen Generalstab gearbeitet. 1913 wurde er als Oberstleutnant zum Chef der Zentralabteilung im Großen Generalstab ernannt. Bei Be- ainn des Weltkrieges wurde v. Fabeck Chef der Zentralabteilung beim Chef des Generalstabes. In dieser Eigenschaft lag ihm das Gesuch Hindenburgs um Wiederverwendung im Heere vor: Fabeck machte den Vorschlag, Hindenburg die Führung der 8. Armee im Osten zu übertragen. Während des Krieges hatte v. Fabeck verschiedene Kommandos an der Front und nahm an zahlreichen Schlachten teil. Nach dem Ende des Krieges übernahm er die Reichswehrbrigade 15, wurde bald darauf Jnfanterieführer der 3. Division und nahm 1921 seinen Abschied. 1930 wurde er in das Präsidium des Deutschen Reichs- kriegerbundes berufen. „Große Wassersport-Ausstellung Berlin 1932." Die „Große Wassersportausstellung Berlin 1937" ist durch den Oberbürgermeister und Stadtpräsidenten der Reichshauptstadt Dr. L i fixer t eröffnet worden. Dr. Lippert verwies auf die deutschen Erfolge in den Olympischen Wasser- sportwettbewerben, die in unserem Volke die Erkenntnis gefestigt hätten, daß der Wassersport vvlks- gesundheitlich und volkswirtschaftlich von nicht zu unterschätzendem Werte sei. Welch bedeutenden Faktor das deutsche Bootshandwerk zur Arbeitsbeschaffung und der Export darstelle, ergebe sich daraus, daß die Reichsfachgruppe Boots- und Schiffbau etwa 1100 Handwerksbetriebe umfasse, die in der Hochsaison je 80 bis 90 Volksgenossen beschäftigen. Das deutsche Bootsbauhandwerk versorge eine vielfach verästelte Zubringerindustrie, und für seine Weltgeltung gebe es keinen besseren Beweis als die Tatsache, daß von 25 Mannschaften, die zur Olympischen Ruderregatta antraten, 15 Mannschaften ihre Rennboote in Deutschland hatten auf Kiel legen lassen. Kleine politische Nachrichten. Mit dem zum Geburtstag des Führers erscheinenden Markenblock von vier Sechs- Reichspfennig-Marken wird eine Stiftung für kulturelle Zwecke verbunden fein. Der Preis des Markenblattes mit einem Freimachungswert von 24 Reichspfennig wird eine Reichsmark betragen. Der Verkauf soll am 5. April 1937 beginnen und wird nur von beschränkter Dauer fein. * Der Führer und Reichskanzler hat an die Gräfin Bothmer folgendes Beileidstelegramm gerichtet: „Zu dem schweren Verlust, den Ew. Exzellenz durch das Ableben Ihres Herrn Gemahls, des Generalober st en Felix Gras von Bothner erlitten haben, spreche ich Ihnen meine herzliche und aufrichtige Teilnahme aus. Die hohen Verdienste, die sich der Dahingeschiedene im Kriege um sein Vaterland erworben hat, werden in der Geschichte der deutschen Wehrmacht unvergessen bleiben. Adolf Hitler." Der Führer und Reichskanzler empfing den Fürsten Adolf zu Bentheim-Tecklenburg, der an der Spitze der Deutschen Adelsgenossenschaft steht. Der Adelsmar- schall berichtete über deren Arbeit, die darauf hinzielte, die Familien des reinblütigen deutschen Adels auf dem Boden des Nationalsozialismus zusammen- zuschließen. Er entwickelte bann seine weiteren Pläne, an die Angehörigen der Deutschen Adelsgenossenschaft erhöhte Anforderungen an Blut, Leistung und Haltung stellen zu wollen. Der Führer brachte sein Einverständnis mit den bisherigen Leistungen und den Bestrebungen der Deutschen Adelsgenossenschaft zum Ausdruck. ♦ Wie Reuter aus Berlin meldet, hat der Führer dem scheidenden britischen Botschafter in Berlin S i r Eric Phipps zum Abschied sein Bild in fcinem Silberrahmen geschenkt. Der Leiter der Deutschen Arbeitsfront hat den Chef des Sozialen Amtes der Reichsjugendführung, Obergebietsführer A x m a n n, mit der Leitung des Berufswettkampfes aller schaffenden Deutschen beauftragt. Die Durchführung erfolgt in engster Zusammenarbeit mit dem Leiter des Amtes für Berufserziehung, Pg. Dr. Arn- hold, und dem Leiter des deutschen Handwerks, Pg. Walter. ♦ Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg stattete der Führerschule der Sicherheitspol iz ei in Berlin-Charlottenburg einen Besuch ab. Der Chef des Hauptamtes Sicherheitspolizei, SS.-Gruppenführer H e y d r i ch, übernahm die Führung durch die Räume und die Lehrmittelsammlung, die Generalfeldmarschall von Blomberg mit großem Interesse besichtigte. Zu dem gemeldeten Majoritätswechsel bei der Universum Film-Aktiengesellschaft (U f a) teilt die Deutsche Bank und Diskontogesellschaft mit, daß sie im Zusammenhang mit dieser Transaktion ein eigenes Engagement nicht eingegangen ist. Aus aller Welt. Senatspräsident Dr. Dünger f. Im Alter von 67 Jahren starb in Leipzig Dr. h. c. Wilhelm Bänger, Senatspräsident beim Reichsgericht i. R. Dr. Bänger, der 1870 in Elsterwerda geboren wurde, gehörte feit 1921 der Reichsanwaltschaft an. Im vierjährigen Kriegsdienst an der Front erwarb er sich hohe Auszeichnungen. Von 1924 bis 1927 war er sächsischer Justizminister und von 1929 bis 1930 sächsischer Ministerpräsident und Minister für Volksbildung. Im Jahre 1931 erfolgte seine Ernennung zum Senatspräsidenten beim Reichsgericht und zum stellvertretenden Präsidenten im Reichsdisziplinarhof. Im Reichstagsbrandstifter- prozeß führte Dr. Bänger den Vorsitz. Mit Rücksicht auf feinen Gesundheitszustand trat Dr. Bünger zum 1. April vorigen Jahres in den Ruhestand. Der Frankfurter Diphtherie-Prozeß. Das Landgericht Frankfurt hatte am 20. Oktober vorigen Jahres gegen einen 38jährigen praktischen Arzt verhandelt, der unter der Anklage stand, den Tod dreier an Diphtherie erkrankten Patienten dadurch verschuldet zu haben, daß er keine Serumeinspritzungen vorgenommen hatte. Die Strafkammer, die zahlreiche Sachverständige gehört hatte, war zu dem Ergebnis gelangt, daß dem Angeklagten, der nach der homöopathischen Methode behandelt hatte, ein schuldhaftes Verhalten nicht nachgewiefen werden könne und daß sich kein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Nichtbehandlung mit Serum und dem Tod der Patienten erkennen lasse. Der Arzt war deshalb auf Kosten der Staatskasse freigesprochen worden. Mit diesem Fall hat sich nunmehr auch das Reichsgericht beschäftigt, da von der örtlichen Staatsanwaltschaft gegen den Freispruch Revision eingelegt worden war, die die Reichsanwaltschaft indessen nicht vertrat. Unter Bezugnahme auf die Rechtsausführungen des Reichsanwalts wurde die Beschwerde vom Ersten Strafsenat antragsgemäß als unbegründet verworfen. Das frei- sprechende Urteil ist damit rechtskräftig geworden. Von einem Orang-Utan gebissen. Als eine Studentin der Münchener Zoologie, die in der Menschenaffenstation des Tierparks Hellabrunn die praktische Tierpflege erlernt, den Käfig eines Orang-Utan-Paares säuberte, näherte sich ihr das erwachsene Orang-Utan-Weibchen „Joliette", das ein Gewicht von ungefähr 100 Pfund hat, riß ihr einen Arm vom Arbeitsgerät weg und biß ihr in die Finger. Das Tier war nicht zu bewegen, loszulassen, anderseits wollte die Studentin nicht ernstlich auf „Joliette" losfchlagen, da das Orang-UtanWeibchen trächtig ist, und hielt kaltblütig den Biß des zur Zeit etwas launenhaften Menschenaffen aus. Erst als ein herbeieilender Aufseher dem Orang-Utan außerhalb des Käfigs einen Gummiknüppel zeigte, ließ der Orang-Utan los. Erfreulicherweise sind die Verletzungen der mutigen jungen Studentin nicht ernstlich. Heue Dienstkleidung der heeresgeisilichen. Unter Aufhebung entgegenstehender Bestimmungen hat der R e i ch s k r i e g s m i n i st e r eine neue Dienstkleidung für die Heeresgeistlichen verfügt. Sie besteht aus einer Feldbluse ohne Schulterstücke mit violetten Kragenpatten und Hoheitsabzeichen, langem feldgrauen Rock, der die Knie bedeckt, und langer grauer Tuchhose mit violetten Vorstößen in den Seitennähten. Die Feldmütze und Schirmmütze richten sich nach dem Muster für Offiziere, sind aber mit violetten Vorstößen und gotischem Kreuz versehen. Für das Anlegen liturgischer Gewänder gelten die kirchlichen Bestimmungen. Großer Erfolg des letzten Winterhilfs-Wunsch- konzerles des Deutschlandsenders. Am vergangenen Sonntag hat der Deutschlandsender die Reihe seiner Wunschkonzerte für das Winterhilfswerk 1936/37 abgeschlossen. Neben vielen Sachspenden und Devisensendungen aus dem Auslande erreichte der Bargeldeingang die stattliche Summe von 17 690,25 Mk. Damit hat der Deutschlandsender bei seinen im Laufe der Jahre durchgeführten neun WHW.-Wunschkonzerten insgesamt einen Reinertrag in Höhe von 124 697 Mark erzielt. Seeschiff auf dem Rhein. Dieser Tage fuhr zum erstenmal ein neues See- Güterschiff durch die Koblenzer Schiffsbrücke. Das Schiff, das der Großreederei Franz Haniel gehört, ist gebaut, um eine Verkehrsoerbindung von Hamburg über die Nordsee, Rotterdam, den Rhein hinauf bis Basel bewerkstelligen zu können. Auf diesem Verkehrsweg werden künftig Verfrachtungen ohne Umladung möglich fein, so daß die Einrichtung der See-Flußschiffahrt bis in die Schweiz eine wertvolle Neuerung darstellt. Das Schiff trägt den Namen „Duisburg", ist 76 Meter lang, 10,50 Meter breit und hatte auf der Jungfernfahrt 1300 Tonnen Getreide, die es in Hamburg geladen hatte, für die Schweiz an Bord. Jüdischer Hochverräter zum Tode verurteilt. Der staatenlose Jude Hellmuth Hirsch ist durch Urteil des II. Senates des Volksgerichtshofes Berlin vom 8. März 1937 wegen Vorbereitung zum Hochverrat und Sprengstoffverbrechens zum Tode verurteilt worden. Wahrscheinlich 55 Todesopfer des Grubenunglücks in Germinsion. Der Gasausbruch in dem südafrikanischen Goldbergwerk in Germinston hat bei insgesamt 487 Personen Gasvergiftung en hervorgerufen. Von den durch Gas Vergifteten sind 29 gestorben. Weitere 26 Personen sind aufgegeben worden. Das Grubenunglück wird also voraussichtlich 55 Todesopfer fordern. 79 weitere Gasvergiftete befinden sich noch im Krankenhaus. Das Unglück ist durch einen unterirdischen Brand entstanden, der das Holzwerk der Stollen ergriff. Dabei entwickelten sich dann die Brandgase. Furchtbare Mordtat in Neuyork. Einer der brutalsten, jemals in Neuyork verübten Morde, dessen Opfer ein kleines deutsches Mädchen wurde, versetzt die Neuyorker Bevölkerung in große Aufregung. Fußgänger fanden auf der Steintreppe eines Hauses im Brooklyner Stadtviertel Ridgewood, wo viele Deutschamerikaner wohnen, einen blutgetränkten Sack, der die Leiche eines neunjährigen Mädchens barg. Anderthalb Stunden nach dem grausigen Fund verhaftete die Polizei den 26jährigen Salvatore O f f i d o , der nach kurzem Verhör gestand, das Kind mit Zuckerwerk in feinen Was alles zu einem Flug um die Well gehört Das „Fliegende Laboratorium" der Amelia Earhardt. Wir wissen alle, was zu einer längeren Reise Zu einem gewöhnlichen sportlichen Unternehmen zu bedenken und vorzubereiten ist. Wie aber, wenn jemand sich anschickt, im Flugzeug um die Welt ZU fahren, und zwar auf der längsten möglichen Strecke, nämlich möglichst nah dem Aequator folgend, der auf der Reise viermal überquert werden soll? Und wenn nun dieser Jemand noch dazu eine Frau ist, die die Absicht hat, den größten Teil der Reise allein zurückzulegen und sie in einer Rekordzeit zu bewältigen. Der Flug der Amerikanerin Amelia Earhardt um die Welt von San Franzisko aus ist auf 14 Tage berechnet, aber für diese 14 Tage waren viele Monate sorgfältigster Vorbereitungen unter Mitwirkung vieler Fachleute und Spezialisten notwendig. Das Flugzeug, dessen die kühne Fliegerin — wegen ihrer erstaunlichen Aehnlichkeit mit Linddergh „Lady Lindy" geheißen — sich bedienen will, ist eine Lockheed-Elektra-Zweimotoren- Mafchine mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 300 Kilometer. Ganz ähnliche Apparate sind für die täglichen Verkehrsflüge in den Vereinigten Staaten im Gebrauch, doch eine unendliche Menge von Sondervorrichtungen haben dem Flugzeug der Lady Lindy den Namen des „F l i e g e n d e n L a- boratoriums" eingetragen. Die zehn, fönst für Passagiere vorgesehenen Sitze sind entfernt worden, und den freigewordenen Raum nehmen zur Hälfte große Brennstoffbehälter ein, die einen Aktionsradius von über 6000 Kilometer erlauben. Die andere Hälfte ist einem riesigen Tisch vorbehalten, der mit Karten bedeckt und mit Glasplatten belegt ist und es ermöglicht, die Angaben eines ungeheuren Kompasses, dreier Chronometer, eines Thermometers und eines Höhenmessers abzulesen. Gucklöcher von gradflächigem Glas ermöglichen es dem Flieger, mit Hilfe eines Sextanten feine Himmelsbeobachtungen anzustellen. Natürlich fehlt nicht das Radio-Sende- und Empfangsgerät. Während ihrer letzten Reife waren die Funksprüche der Fliegerin auf 3000 Kilometer im Umkreis zu hören. Es hat allein Monate in Anspruch genommen, um die klaren und einfachen Karten herzustellen, die Amelia Earhardt auf ihrem Flug begleiten, Monate, um alle die unerläßlichen Nachrichten über die atmosphärischen Bedingungen und die Möglichkeiten zur Landung in den verschiedenen Gebieten zu sammeln. Alles, was irgendeine der Etappen betrifft (Entfernung, vorgesehene Zeit usw.) ist mit allen nützlichen Angaben zusammen in einem Memorandum zusammengefaßt, und bei jedem Start wird einer der zahlreichen Chronometer auf den Punkt Null gestellt, um jeden Augenblick die feit dem Start verflossene Zeit ersehen zu können. Der Gatte der Fliegerin, der Verleger Georges Palmer P u t m a n , hat sich insbesondere um die Frage der Bedarfsergänzung gekümmert. Große Vorräte von Brennstoff und Del wie von Ersatzteilen erwarten sie in dreißig verschiedenen Plätzen. Sie hat zwar nicht die Absicht, an allen diesen Plätzen zu landen, das wird von den Umständen abhängen. Zahlreiche Schritte mußten auch unternommen werden, um von einigen Regierungen die Erlaubnis zum Ueberfliegen ihres Gebietes zu erlangen, und die Fliegerin braucht verschiedene Impfscheine, so gegen Typhus und Pocken. Das, was Frauen auf Reifen mit das Wichtigste zu fein pflegt, die Toilettenfrage, spielt bei dieser Reise die geringste Rolle. Ein winziges Köfferchen enchält die persönlichen Bedürfnisse von Frau Earhardt, doch bei aller Sparsamkeit, mit der diese Dinge auf das Allernotwendigste beschränkt sind, sind doch ein Paar derbe Laufschuhe vorgesehen — für den Fall, daß... Aus demselben Grunde gehört zur Ausrüstung auch ein kleiner Erdkompaß, eine wasserdichte Schachtel mit Streichhölzern, ein Messer, eine Axt, ein kleines Kautschukboot, das aufgepumpt werden kann, und nicht zu vergessen die Pistole, um Notschüsse abzugeben. Denn, so sagt die Fliegerin, „wenn wir mitten auf dem Pazifik treiben, so möchte ich schon, daß man uns bemerkt". Aus demselben Grunde hat sie auch die Flügel ihrer Maschine mit großen Streifen in schwarz, orange und rot anmalen lassen, die weithin sichtbar sind. Ihre Nahrung setzt sich zum größten Teil aus heißer Schokolade in Thermosflaschen und bestimmten Mengen von konzentriertem Fleisch zusammen, ferner aus Tabletten von Malzmilch mit Rosinen und Schokolade. Zur Erfrischung und Anregung soll ihr Tomatensaft dienen. Um die Ermüdung der Augen zu bekämpfen, eine der größten Gefahren, die den Flieger auf langen Fahrten bedroht, nimmt Lady Lindy neunerlei verschiedene Brillen mit, außerdem einen Apparat, der die Stärke des Lichtes mißt und es der Fliegerin ermöglicht, jederzeit die richtige Brille zu wählen. Besondere Kappen für die Schrauben und Motoren, um Staub und Regen abzuhalten, wo keine Halle vorhanden ist, starke Seile und Pfähle für Notlandungen, ein Fallschirm bilden die Waffen gegen unvorhergesehene Zwischenfälle. Der Weg, den Amelia Earhardt gewählt hat, ist ungefähr derselbe, den vier Militärflugzeuge verfolgten, die am 6. April des Jahres 1924 von Seattle aufbrachen. Zwei von ihnen kehrten, nachdem sie Alaska, Japan, Indien, Persien, den Irak, die Türkei, Oesterreich, England, Grönland und Neufundland überflogen hatten, am 28. Sepetmber an ihren Ausgangspunkt zurück, das heißt 175 Tage später, nach einer Flugzeit von 371 Tagen und 11 Minuten. Sie hatten beinahe 5 Monate für die Strecke gebraucht, die Amelia Earhardt in 14 Tagen zu schaffen hofft. Laden gelockt, dort vergewaltigt und dann mit einens Hammer erschlagen zu haben. Im Hinterzimmer des Ladens fand die Polizei eine große Blutlache. Die Untersuchung der Leiche ergab, daß das unglückliche Opfer noch lebend in den Sack gesteckt worden ist. Während des polizeilichen Verhörs im Laden des Mörders sammelte sich auf der Straße eine riesige Menschenmenge an, die Verwünschungen gegen den Verbrecher ausstieß. Der Täter mußte von einem starken Polizeiaufgebot abtransportiert werden. Ossido war bereits früher wiederholt unter dem Verdacht von Sittlichkellsverbrechen verhaftet wor» den. Banditenüberfall auf eine mandschurische Stadt. Eine aus 500 Mann bestehende Banditen» Horde überfiel die kleine Handelsstadt Ilan am südlichen Sungari in der Mandschurei. Vom Dunkel der Nacht begünstigt, stürmten die Räuber nach wiederholten vergeblichen Versuchen das westliche Stadttor und drangen in die Stadt ein. Nach Plünderund der Häuser und Verübung zahlreicher Grausamkeiten zündeten sie die Stadt an, die vollkommen niederbrannte. Das Feuer vernichtete auch die Zweigstelle der Bank von Mandschukuv und andere öffentliche Gebäude. Ein Teil der Einwohner Ilans flüchtete rechtzeitig in den Schutz der dortigen japanischen Garnison, die gemeinsam mit mandschurischer Polizei den Banditen erbitterten Widerstand leistete. Erst nach mehrstündigem heftigem Kampfe gewannen die japanischen Soldaten die Oberhand und trieben die Räuber in die Flucht. Bei der Verfolgung wurden zwei japanische Soldaten getötet. Hunde verursachen den Tod von über 200 Schafen. Als eine Wanderschafherde von 645 Köpfen in der Nähe von Trubenhausen, Bezirk Kassel, übernachtete, drangen einige Hunde in die Herde ein, wodurch ein großer Teil der verängstigten Tiere in das nahe gelegene Flußbett der Gulster getrieben wurde. Dabei fanden 196 Schafe den Tod. Sieben Tiere hatten so schwere Verletzungen davongetra- gen, daß sie an Ort und Stelle notgeschlachtet werden mußten. Eine weitere Anzahl von Tieren, die schwer verletzt worden waren, wurde später ebenfalls notgeschlachtet. Folgenschweres Gasunglück in Nantes. In der Stadt Nantes hat sich ein verhängnisvolles Gasunglück ereignet. Durch den Bruch eines Gasrohres war Leuchtgas in den Kanalisationsschacht und vor dort in mehrere Häuser gedrungen, wodurch zahlreiche Bewohner schwere Gasvergiftungen erlitten. Bisher sind drei Personen ums Leben gekommen. Zwei weitere liegen im Sterben und 18 find mehr oder weniger bedenklich erkrankt. Kunst und Wissenschaft. Professor Eugen Fischer über Rasse und Kultur. Auf dem von der Deutschen Gesellschaft für Vererbungswissenschaft veranstalteten Kongreß in Frankfurt hielt der Direktor des Kaiser-Wilhelm-Jnstituts für Anthropologie in Berlin-Dahlem, Professor Dr. Eugen Fischer, einen Vortrag über „Rasse und Kultur". Unter den Zuhörern bemerkte man Gauleiter, Reichsstatthalter Sprenger. Professor Fischer führte u. a. aus: Rasse ist Erbe, und Kultur ist die Lebensäußerung eines Volkes. Begrifflich sind also beide streng zu trennen, doch können sie sehr wohl in engster Verbindung stehen. Auf die Beweisführung für diese These kam es dem Vortragenden an; die Voraussetzung dazu war die Beweisführung, daß die geistigen Anlagen nicht bei allen Menschengruppen gleich sind, sondern verschieden. Mit seiner raffe* und erbpvlitischen Gesetzgebung hat der Führer dem deutschen Volke den Weg gezeigt und geebnet, der eingeschlagen werden muß, um der drohenden Gefahr zu begegnen. Der Wille zum Kinde muß wieder wach werden, dann wird es um die Zukunft unseres Volkes wieder gut bestellt fein. Empfang deutscher Aerzte durch die Königin von Italien. Der Präsident des Reichsgesundheitsamtes Professor Dr. Reiter-Berlin und der praktische Arzt Dr. Völler-Kassel sind von der Königin von Italien und Kaiserin von Aethiopien im Quirinal empfangen worden. Königin Elena, die während ihres letzten Aufenthaltes in Deutschland von Dt. Völler behandelt worden war, hatte die deutschen Aerzte zur Besichtigung der Heilstätten für Gehirnerkrankungen, die der Schirmherrschaft der Königin unterstehen, eingeladen. „Scharnhorst" in den Marburger Festspielen. Die Festspielleitung hat den Spielplan für die diesjährigen „M arburgej Festspiele" festgelegt. in dem Bestreben, im „Festjahr der deutschen Kultur" ein Stück herauszustellen, das der heutigen Zeit in besonderer Weise gerecht wird, ist die Wahl auf das Schauspiel „Scharnhorst" von Gerhard Menzel gefallen. Das Werk behandelt die Erneuerung des deutschen Volkes aus dem Wehrwillen. Der Autor hat die Filme „Flüchtlinge", „Das Mädchen Johanna", „Morgenrot" und „Savoy Hotel 217" geschrieben und ist auch mit Romanen und Novellen an die Oeffentlichkeit getreten. Für die Hauptrollen sollen bekannte Künstler verpflichtet werden. Wetterbericht des Relchswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Durch den Abbau des Azorenhochs hat der Nach- schub neuer Störungsgebiete vom Atlantik her zunächst aufgehört. Die über Europa herrschende Luftdruckoerteilung ist jedoch noch sehr unregelmäßig, so daß trotz verstärkter Neigung zu Auf- heiterung durchaus beständiges Wetter keinesfalls gesichert ist. Durch die im Zufuhrbereich verhältnismäßig kalten Luftmassen aus Nordeuropa werden die Temperaturen unter dem jahreszeitlichen Durchschnitt gehalten und die zu erwartenden Niederschläge meist in Schauerform und im Gebirge als Sdjnee fallen. Aussichten für Dienstag: Wechselnd bewölktes Wetter und auch einzelne Schauer, bei lebhaften, aus westlichen und nördlichen Richtungen stammenden Winden zimlich mild. Aussichten für Mittwoch: Vielfach aufheiternd und meist trocken, tagsüber wieder wärmer und nachts frisch. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr -Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen» leitet: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D A. II 37: 10 933. Druck- und Verlag: Briihl'sche Universitäts-Buch» und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom I.Juni 1935 gültig. Oberheffen. Eisenbahnunglück auf dem Bahnhof Echzell. Am Samstag gegen 1930 Uhr ereignete sich auf dem Bahnhof Echzell an der Strecke Friedberg-Nidda ein Zusammen st oh zwischen dem aus Friedberg kommenden Abend-Personenzug und einer Rangiergruppe von vier Güterwagen. Die Güterwagen rollten, nachdem sie beim Rangieren an einer anderen Güterwagengruppe angestohen waren, wieder rückwärts und im Weichenneh des Bahnhofs dem in den Bahnhof einfahrenden Per- fonenzug in die Flanke. Bei dem Zufammenftoh wurden 13 Personen verletzt, zum Glück sämtlich nur leicht. Die Lokomotive und zwei Güterwagen wurden schwer beschädigt und entgleisten. Die Strecke war bis Sonntag mittag gesperrt, von da an aber wieder fahrbar, nachdem die Nacht- und die Vormittagsstunden eifrig zu Rufräumungs- und Mederherstellungsarbeiten benutzt worden waren. Die Ermittlungen über die Schuldfrage sind im Gange. Treue Verbundenheit in der Gemeinschaft der Arbeit. Der Holzhauer-Rottmeister August Keßler I. in Steinbach (Kreis Gießen) blickt jetzt auf eine Tätigkeit von fünfzig Wintern ununterbrochener Arbeit — abgesehen von zwei Kriegswintern — in den fürstl ich Solms- Lich'schen Waldungen in dem von Förster Heuser betreuten Revier zurück. Seit dem Ausscheiden seines verstorbenen Vaters vor 25 Jahren führte er die Rotte als Rottmeister weiter. Der Vater, Heinrich Keßler I., war 5 6 Winter bei demselben Arbeitgeber ununterbrochen als Holzhauer- bzw. Rottmeister tätig. Dieser alte Herr bildete mit seinen acht Söhnen eine ansehnliche Holzhauer-Rotte für sich, die bei den Akkordarbeiten immer die höchsten Leistungen erzielte. Wie mag es der Keßler-Mutter manchmal schwer geworden sein, morgens beim Weggang acht „Ranzen" zu packen (der älteste Sohn hatte bereits seinen eigenen Hausstand). Damals, vor 30 Jahren, war es allgemein Brauch, daß jeder Holzhauer zum Frühstück sein „Viertelchen" Branntwein mitnahm. Also mußte die Keßler-Mutter jeden Morgen sieben steinerne Brannt- weinkrüglein mit einem „Viertelchen" Inhalt versehen. Rur sieben, denn der Jüngste, kaum aus der Schule entlassen, durfte noch keinen Schnaps trinken. Dafür nahm der alte Herr zwei „Viertelchen" mit, von denen der Jüngste einmal „lecken" sollte. Gewöhnlich aber durfte er nur zusehen, wenn der alte Herr für sich noch einen Schluck für den Nachmittag aufsparte. Ungebührlichkeiten sind aber durch das Branntweintrinken niemals voraekommen. Zum Mittag wurde bann in einem großen sog. Familien- kessel gemeinschaftlich Kaffee gekocht. Ein Kännchen voll Kaffee zum Anwärmen von zu Hause mitzunehmen, kannte man damals noch nicht. Jetzt ist dies allgemein üblich. Ein zweiter, ähnlicher Fall treuer Arbeitsverbun- denheit liegt in der Fürstlich Lich'schen Gärtnerei vor. Der Obergärtner Heinrich Müller aus Birklar kann am 1. Mai d. I. auf eine 49jährigs ununterbrochene Tätigkeit im fürstlichen Dienst mit Stolz zurückblicken. Er legt den Weg von Birklar nach Lich und zurück täglich zurück. Rechnet man wöchentlich nur 35 Kilometer, so hat Müller durch diese Berufsgänge schon mehr als zweimal die Erde am Aequator umwandert. Beiden Jubilaren gilt der Wunsch, sie möchten in guter Gesundheit noch lange in ihrem Berufe wirken können. Landkreis Gießen. < Saubringen, 20. März. Unsere Einwohnerin Frau Juliane Schultheiß feierte heute ihren 8 0. Geburtst ag. < Climbach, 21. März. Heute feierte Frau Helene Conrad Wwe hierselbst in körperlicher und geistiger Frische ihren 8 2. G e b u r t s- t a g. * Großen-Buseck, 20. März. In diesen Tagen fand die Prüfung der Samariterinnen und Sanitäter vom Roten Kreuz statt, die in diesem Winter in 21 Abenden von Dr. Gengnagel und Schwester Bertha B ü ch s I e r ausgebildet wurden. Bei der Prüfung waren anwesend die Kreisvorsitzende Frau Giese, Kreisdirektor Dr. L o tz, Regierungsrat Grein und Kreiskolonnenführer Kratz aus Gießen, ferner Vertreter der Gemeinde, der Lehrerschaft und der NS.-Frauenschaft. Dr. Gengnagel und Herr Kratz prüften, und die Gäste äußerten sich sehr befriedigt über den Erfolg der Ausbildung. Anschließend nahmen die Kreis- gruppsnleiterin Baronesse von Rabenau und Herr Kratz die Verpflichtung der vier neuen Samariterinnen und der Sanitäter aus Buseck und Beuern vor. Nach der Verpflichtung richtete Kreisdirektor Lotz herzliche Worte des Dankes an Dr. Gengnagel, der unermüdlich die ehrenamtliche Tätigkeit im Dienste des Deutschen Roten Kreuzes zum Wohle des Vaterlandes ausübt. Dann dankte er den Samariterinnen und Sanitätern und sprach in ernsten Worten über die Notwendigkeit eines gut ausgebildeten Sanitätspersonals und ermahnte zur treuen Pflichterfüllung. — Anschließend waren alle Anwesenden mit ihren Angehörigen und den Kriegsschwestern bei Kaffee und Kuchen in der Wirtschaft Siegfried kameradschaftlich beisammen. = Saasen, 19. März. Die hiesige evangelische Frauenhilfe hielt im Saale von Schepp ihre Winterschlußfeier ab. Fast alle Mitglieder nahmen daran teil. Gemeinsam gesungene Lieder und unterhaltsame Vorträge aller Art füllten die Stunden des Beisammenseins aus. — Am vergangenen Sonntag fand die Prüfung und Vorstellung der diesjährigen sechs Konfirmanden in der Kirche auf dem Veitsberg statt. Die Einsegnung wird am zweiten Osterfeiertag erfolgen. kreis Friedberg. '+ Butzbach, 18. März. Gestern abend veranstaltete die Weidig-Werner-Oberreal- schule einen Gemeinschaftsabend. Der Leiter der Anstalt, Oberstudiendirektor Dr. Gan s, schilderte nach kurzer Begrüßung den Wert und die Bedeutung des Schulsilms. Nach einigen Mitteilungen und Wünschen an die Eltern der Schüler sprach der stellvertretende Jungbannführer V o l p über „Elternhaus, Schule, Hitlerjugend", die drei Erziehungsfaktoren des Dritten Reiches. Im Anschluß daran wurden Lehrfilme vorgeführt, um den Eltern zu zeigen, welche bedeutsame Verwendung der vierteljährliche Lernmittelbeitrag von 20 Pf. je Kind findet. Kreis Alsseld. 8 Deckenbach, 19. März. Die ä 11 e ft e Einwohnerin unseres Dorfes, Frau Anna Katharine Müller Witwe, kann am kommenden Montag ihren 8 3. Geburtstag feiern. — Am nächsten Sonntag werden in unserer Kirche die Konfirmanden aus den Orten Deckenbach, Höingen, Schadenbach und Büßfeld konfirmiert. Aus Deckenbach sind es drei Knaben und vier Mädchen, aus Höingen ein Knabe und drei Mädchen, aus Scha- tzenbach ÄnMädchen vnd üusDüßfekd Miftna&fl uni) drei Mädchen, insgesamt also 17 Konfirmanden» RunDfunfprogramm. Dienstag, 23. TNärz. 6.30 Uhr: Gymnastik. Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Aus dem Betrieb der Bude» russchen Eisenwerke, Lollar: Werkskonzert. Ausge» führt von dem Werksorchester der Buderusschen Eisenwerke, Wetzlar. Jägermusik. Leitung: Kapell- meister Hermann Topp. 9.30: Von Freiburg: Musik am Morgen, 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Sportfunk für die Jugend. Dorn Reichsberufswettkampf der HI. 11.45: Landfunk. 12: Don München: Mittagskonzert I. 13.15: Mittagskonzert II. 14.10: Kleine musikalische Revue. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15t Das deutsche Lied. 16. Unterhaltungskonzert. 17.30: Der Sozialdienst. 1. Aus Arbeit und Beruf. 2. Wie komme ich zu meinem Recht? — Durch die Rechtsberatungsstellen. 18: Don Königsberg: Konzert. 19t Von Kassel: Märchen, die noch keiner hörte! 19.30: Kampf dem Verderb. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.10: Unterhaltungsmusik der Kapelle Franz Hauck. 21: Von Breslau: „Revolution um Luther." Hörspiel von Kurt Eggers. 22.30: Von Hamburg: Tanz- und Volksmusik. Oie Frühjahrsarbeit der Linker. Lortragsnachmittag in der Gießener Ortsfachgruppe der Imker. Die Mitglieder der Ortssachgruppe Gießen der Reichsfachgruppe Imker versammelten sich am gestrigen Sonntagnachmittag im Hotel Hopfeld. Zunächst hielt der Leiter der Ortsfachgruppe, Bodenbender (Gießen), einen Vortrag über das Thema „Das Brutnest im Frühjahr." Er stellte fest, daß die Bienenvölker den Winter gut überstanden und bereits die ersten Ausflüge gemacht haben. Bel der Ueberrointerung hat sich die alte These, daß in einem warmen, unruhigen Winter mit vielen Wetterumschlägen, wie in diesem Jahr, die Völker mehr zehren, als in einem ruhigen, durchgehend kalten Winter, nicht bestätigt. Die Tatsachen beweisen, daß die Völker in diesem Winter sehr wenig gezehrt haben. Weiterhin berichtete der Redner über die Art des Futters, das er 1:2 ge* reicht, ein Drittel Wasser und aroei Drittel Zucker, das sich gut bewährt hat. Es hat sich auch erwiesen, daß, je dünner das Futter ist, die Bienen desto mehr Arbeit haben und daß ein weniger flüssiges Futter besser ausgenützt werden kann und sich ertragreicher auswirkt. In diesem Frühjahr ist zur rationellen Auswertung der Bienenzucht das Heizen ausprobiert worden, die vorzeitige Fütterung der Bienen zur Anregung für ihre Arbeit. Die größte Aufmerksamkeit ist jetzt dem. Brutnest zuzuwenden. Es erfordert als die unzählige Kinderwiege der Bienen sorgfältigste Betreuung. Wichtig ist, daß es in der Körperwärme des Menschen von 35 bis 36 Grad Celsius erhalten wird, also wärmer als im Winter gehalten werden muß, damit die kleinen Tierchen gefördert werden. Die Vorarbeiten für die Honigtracht müssen rechtzeitig getroffen werden. Namentlich die Gießener Züchter müssen den Honig im Juli ernten, denn im Juli blühen hier die zahlreich vorhandenen Linden. Wenn die Lindenblüte fort ist, sind auch die Bienenvölker! nicht mehr in der Lage, etwas zu tun. Ergänzend sagte der Redner, daß die Frühjahrsarbeiten starke Anforderungen an den Imker stellen, der versuchen muß, sinngemäß das Aufbauwerk seines kleinen, ungeheuer fleißigen Arbeitswerkes zu erfassen, bat mit er es fördern kann; denn nur dadurch wird feine Arbeit erfolgreich und ertragreich werden^ Eingehend besprach der Redner dann die erfolgt reichen Arbeiten am Brutnest, dessen Erneuerung er aus praktischer Erfahrung heraus empfahl. Das Brutnest muß so ausgebaut werden, daß im April und Mai schon die Winterarbeit getan wird, damit neben dem Ausbau des Wachswerkes sich starkö Völker entwickeln. Herr Pfeiffer sprach anschließend über den „Zwei-Völkerbetrieb" zur Ausnützung der Zucht und gab praktische Winke für diese Arbeiten. Diese Ausführungen wurden von Herrn Bodenbender ergänzt. Der Ortsfachgruppenleiter führte dann das Wabengießen praktisch vor. Er wies auf diese einfachen, aber notwendigen Arbeiten hin und betonte dabei, daß im Interesse der Sauberkeit kein Imker andere als seine eigenen Wabenpressen hierfür verwenden sollte. Ein Lichtbildervortrag über „Die Königinnen« zücht" nach dem Erlanger Professor Dr. Zander beendete den Vortragsnachmittag. Die Verlobung meinerTochter CHRISTA mit Herrn Dipl.-Ing. GEORG HABICH gebe ich bekannt Theo von Holly und Ponientzietz, geb. Schirmer Gießen, Hindenburgwall 17 Meine Verlobung mit Fräulein CHRISTA VON HOLLY UND PONIENTZIETZ, Tochter des verstorbenen Herrn Hauptmann Franz von Holly und Ponientzietz und seiner Frau Gemahlin Theo, geb. Schirmer, beehre ich mich anzuzeigen Georg Habich Neunkirchen, Kurfürstenstraße 2 (Saar) März 1937 19730 MUGWMNW 140 Seiten mit 100 Abbildungen, in Leinen geb. RM. 3.60. — In jeder Gießener Buchhandlung erhältlich. Qugo öerMler Verlag. Berlin £itnietfelOe Bekanntmachung! Am Samstag, dem 27. März 1937, ist unsere Kaffe geschlossen. Die für Freitag und Samstag M„WieNeu“l ■ ■ . 1979 0 § Ihren Anzug a alie Herren- 7 and Damen • Kleidungs- Stücke m bügeln, dämpfen u. auffrischen a per Anzug Reichsmark 1.80 g, Reparaturen billigst. Abholen g und Zusenden kostenl. TeL2503 ' „Wie Neu“ Bügelanstalt Gießen,Wolkeng. 23, Inh.: L. Pitz, Schneider Ich warne dich! 1395v vor Nachlässigkeit bei Stuhlver- stopfung! Viele Krankheiten entstehen daraus. Dr. Burchards Blut- u. 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