ML ■ j|| W ■ L >• V'W • ■.....ü Dienstag, Zl.Vezember |Q57 Nr. 207 Erstes Matt 187. Jahrgang Deutschland trauert um Ludendorfs Gez.: Adolf Hille r.**\ als der Annahme von Anzeigen für öie Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text« anzeigen von70mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrist nach vorh Dereinbg.25O/ft mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemein« nützige Anzeigen sowie ein« spaltige Gelegenheilsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Das Beileid des Führers. Berlin, 20. Dez. (DRB.) Der Führerhat an Iran Ludendorff folgendes Beileidstelegramm gerichtet: „Zu dem schweren Verlust, der Sie durch den Tod Ihres Herrn Gemahls getroffen hat, spreche ich Ew. Exzellenz meine herzliche Anteilnahme aus. Mit dem großen Soldaten und Jeldherrn Ludendorff verliert das deutsche Volk einen seiner besten und treue st en Söhne, dessen Arbeit in Krieg und Frieden nur dem Wohle Deutschlands galt. Sein ftame wird in de- deutschen Geschichte ewig weiterleben. — Ich selbst und die nationalsozialistische Bewegung werden ihm immer dankbar dafür bleiben, daß er in der Zeit größternatio- naler Rot sich unter Einsatz seiner Person mit denen verband, die zum Kampf für eine bessere deutsche Zukunft eintraten. als Soldat seinem Obersten Kriegsherrn, dem Heere, * Deutschland offenbar wurde. Seine Bedeutung ' „Militär" stand bereits seit Jahren im Kreise Eingeweihten fest bei an. Erscheint täg ltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen; Die Illustrierte (Bieuenet Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monarr Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM 1 95 Ohne Illustrierte , 1 80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Hummern infolge höherer Gewatt Hernfprechanschliisfe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Sieheu Postscheckkonto: Krontfuri am Main 11686 Generalmajor Erich Ludendorff gehörte Kriegsbeginn 32 Jahre dem Heere als Offizier „... Einem alteingesessenen ostdeutschen Geschlecht von Kaufleuten, Reedern und Landwirten entsprossen, durch die strenge Schule des Kadettenkorps gegangen, hatte er sich als Frontoffizier und Generalstabsoffizier überall bewährt. 1908 war er Chef der 2. Abteilung des Großen Generalstabes ge- worden, der als Aufmarschabteilung, d. h. als die Abteilung, die den gesamten heeresaufmarsch bei Kriegsausbruch zu bearbeiten hatte, eine besondere Bedeutung zuviel. Seine tiefste Sorge gehörte in dieser Dienststellung der Tatsache, daß aus angeblicher Geldknappheit der Ausbau des Heeres mit dem Anwachsen der Bevölkerung nicht Schritt hielt und ein beträchtlicher Teil der Wehrtauglichen daher nicht in das Heer eingestellt und für den Dienst in der Landesverteidigung geschult werden konnte. Mit der ganzen Willenskraft und der starken Arbeitsfreudigkeit seiner Persönlichkeit hat er sich jahrelang für eine der gefährdeten Lage Deutschlands entsprechende Wehrmacht eingesetzt. Die heeresvermehrungen von 1911 bis 1913 sind nicht zuletzt sein Verdienst. Bedauerlicherweise drang er mit seinen weiteren Plänen, durch Errichtung von drei neuen Armeekorps die Volks- Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: Vrühlsche Univerfitätsdruckerei R. Lange in Gießen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Schulftr^tze 7 Oer Feldherr. Von Oberstleutnant a. O. Benary. Der Krieg erhebt sein Haupt? Sechs deutsche Brigaden schicken sich an, im kühnen Angriffsschwung Lüttich, die belgische> Festung, die den Weg nach Frankreich sperrt, zu nehmen. Fünf Brigaden scheitern. Die Belgier — aktive Soldaten, Bürgergarde, Freischärler — leisten verzweifelten Widerstand. Das Gelände, der Wettergott kommen den Verteidigern zu Hilfe: Berge uni> Schluchten, Wälder und Hecken, Dörfer und Gehöfte, Sturm und Gewitter, Dunkelheit und Regen Der 6 Brigade droht das gleiche Schicksal. Ein Mann meistert es: L u d e n d o r f f! Er trägt an sich keine Verantwortung. Er ist als Verbindungsoffizier der 2. Armee, derem Stabe er als Oberquartiermeister angehört, zum General von Emmich entsandt, der den Oberbefehl über die sechs Ängriffsbrigaden führt, und begleitet mit ihm die mittelste Brigade, die 14. Infanterie-Brigade aus Halberstadt. Aber er weiß, was auf dem Spiele steht. Er hat ja selber als Chef der Operationsabteilung des Großen Generalstabes das Unternehmen auf Lüttich mitvorbereitet. Er weiß, daß, wenn Lüttich nicht schnell füllt, wenn es feine Tore den deutschen Heeren nicht in wenigen Tagen öffnet, dem Schlieffenplan, dem deutschen Kriegsplan, der den Vormarsch durch Belgien nach Nordfrankreich hinein oorsieht, die Grundlagen entzogen sind. So Handelteer. Die Gefahr ist groß: Der Brigadekommandeur, der älteste Regimentskommandeur ist gefallen. Die Befehlsführung hat aufgehört. Die Verbände sind durcheinander geraten. Er übernimmt aus eigenem Entschluß die Führung der Brigade. Aber' noch mehr: Er stellt sich an die Spitze der Stürmenden. Er nimmt mit ihnen im Dorfkampf Haus um Haus. Er ruft ihnen, als sie zu zögern beginnen, zu: „Kerls, wollt ihr einen General allein vorgehen lassen?" Er reißt sie vorwärts Er fegt den feindlichen Widerstand hinweg Er durchbricht mit der Brigade die Linie der Forts und marschiert mit ihr nach Lüttich hinein. Er fährt mit wenigen Begleitern im beigetriebenen Kraftwagen auf die Zitadelle und zwingt ihre vielhundertköpsige Besatzung durch die Macht seiner Persönlichkeit zur Uebergabe. Er eilt durch die Linie der noch immer von den Belgiern besetzten Forts nach Aachen zurück und leitet den Artillerieangriff auf die Forts ein. Das war die Geburtsstunde des Feldherrn Ludendorff, der Augenblick, in dem sein Wert kraft für die Landesverteidigung voll auszufchöpfen, gegen die Widerstände des Kriegsministeriums nicht durch. Im Gegenteil, fein Drängen wurde ihm von vielen Seiten verdacht. Er wurde als „unbequemer Untergebener" in die Front geschickt, als Regimentskommandeur nach Düsseldorf und später als Brigadekommandeur nach Straßburg, und bei Kriegsausbruch nicht, wie ihm zukam und wie es für das Heer und den Kriegsoerlauf wahrscheinlich von unendlichem Segen gewesen wäre als Chef der Operationsabteilung verwendet, sondern auf den wenig einflußreichen Posten des Oberquartiermeisters der 2. Armee gestellt Man sollte bald nach ihm rufen’ Der Osten i st in Gefahr’ Sie 8. Armee, die Ostpreußen, das vorgeschobene Bollwerk des Reiches, schützen soll, ist im Rückzug auf die Weichsel begriffen. Zwei Ruffenheere überschreiten die Gren- Die Todesnachricht. München. 20. Dez. (DKB.) Am Montag um 9.25 Uhr wurde vom Krankenhaus Josephinum folgende Mitteilung ausgegeben: „heute, Montag, den 20. Dezember, 8.20 Uhr, verschied der Feldherr General Ludendorfs schmerzlos und ruhig. Das Bewußtsein blieb bis in die letzten Stunden erhalten. Bei der durch die lange Krankheit nur noch geringen Widerstandskraft war es unmöglich, den schnell eintretenden Kräfteverfall und der zunehmenden Kreislausschwäche wirklich wirksam zu begegnen. (gez.) Prof. Kielleulhnee, Dr. Forell." In tiefer Erschütterung steht das deutsche Volk an der Bahre Erich Ludendorffs, des ruhmreichen Feldherrn des Weltkrieges, der in dem gigantischen Schicksalskampf des deutschen Volkes Segen eine Welt von Feinden wie ein Gipfel aus rgestein aus dem Zeitgeschehen hervorragt. Mit ehernen Lettern sind Name und Tat des großen Soldaten, der nun zur ewigen Armee abberufen wurde, in die Tafel der Weltgeschichte eingegraben. UeberaU, wo deutsche Herzen schlagen, sind sie von aufrichtiger Trauer erfüllt über den Heimgang des mannhaften Streiters für die deutsche Freiheit, den vom ersten bis zum letzten Atemzuge eine wahrhaft glühende Vaterlandsliebe beseelte. Ungebrochen nahm der Sieger aus tausend Schlachten, der wie kaum ein anderer unter dem Zusammenbruch gelitten hat, den die feigste Revolte der Weltgeschichte verschuldete, den Kampf gegen die ewigen Feinde des Deutschtums wieder auf. Am 9. November 1923 hat er Seite an Seite mit Adolf Hitler den Weg m die deutsche * Freiheit begonnen, der dann durch des Führers Tat: die Erringung der deutschen Wehrfreiheit, später Wirklichkeit geworden ist. M't der Erreichung dieses Zieles, das auch das seine war, hat das neue Deutschland zugleich den Dank der Nation abgestattet, den es feinem großen Feldherrn schuldete Das Staatsbegräbnis. Der Neichskriegsmimster wird vor der Fetdherrnhalle am Sarge Ludendorffs sprechen München, 21. Dez. (DRB.) Das Staatsbegräbnis des Generals der Infanterie Erich Ludendorff nimmt folgenden Verlauf: Mittwoch, den 22. Dezember, früh: Oef fent- tiche Aufbahrung am Siegestor. 10 Uhr: Staatsakt. Ueberführung oonv Siegestor zur Fetdherrnhalle, wo die Trauerparade (zwei Bataillone Infanterie, eine Artillerieabteilung. eine Abteilung Marine, ein Bataillon Luftwaffe) unter Führung des Generalmajors van G i n k e l bereitsteht. Spalierbildung der Wehrmacht und der Gliederungen der Partei zu beiden Seiten der Ludwigstraße. Rede des Reichskriegsmini st er s. Kranzniederlegung des Reichskriegsministers, des Generalfeldmarschalls von Mackensen, der Oberbefehlshaber der Wehrmachtsteile und der besonders bestimmten Abordnungen. Marsch der Trauerparade durch Residenz- und Dienerstrahe. Rindermarkt. Sendlinger Straße, Sendlingertor-Plah. Lindwurmstrahe. Von dort Uebernahme des Sarges durch motorisierte Staffeln und Fahrt nach Tutzing. Trauerakt im Haufe Ludendorff (im engsten Familienkreis). Beisetzung im Friedhos Tutzing unter militärischen Ehren. Zum Staatsakt an der Feldherrnhalle können infolge Raummangels nur Karlen an geladene Gäste ausgegeben werden. Mittwoch zwischen 6 und 9 Ahr ist die Möglichkeit gegeben, an dem Sarg des verewigten Feldherrn am Siegestor vorbeizudefilieren und auch Kränze niederzulegen. Zugang von der Akademiestraße. Ausgang Schack- Straße. Außerdem hat die Bevölkerung Gelegenheit. hinter dem Ehrenspalier der Wehrmacht und den Gliederungen der Partei Zwischen Siegestor und Brienner Straße bzw zwischen Hofgartentor und Max- Ioseph-Plah und Lindwurmstrahe die letzte Ehre zu erweisen. Oer Führer an das deutsche Volk. Berlin, 20. Dez. (DRB.) Der Führer und Reichskanzler hat zum Tode des Generals Ludendorff nachstehenden Aufruf erlassen: Deutsche! Mit dem Tode des Generals Ludendorff ist eine geschichtliche Erscheinung von uns gegangen. Mit feinem Kamen verbindet sich für alle kommenden Zeiten der größte Heldenkampf des deutschen Volkes. Vereinsamt inmitten einer ebenso schwachen wie wurzellosen politischen Umgebung versuchte dieser Mann im Großen Kriege an der Seite des Feldmarschalls die Widerstandskraft der Ration zu unvergleichlichen Leistungen emporzureihen, um damit den Deutschen und ihrem Reiche die Freiheit zu erhalten. Nachdem charakterlose Gesinnung und jammervolle Schwäche seinen Sturz herbeigeführt hatten, brach Deutschland zusammen und fiel bis zur Schmach von Versailles. In diesen Fahren der tiefsten Erniedrigung verband sich der Feldherr des Weltkrieges Ludendorff mit den Kämpfern zur inneren und äußeren Wiederaufrichtung der Ration. Für diese Freiheit rang und stritt er nun seitdem auf seine Weife. Der fo großen und ausschließlichen Zielsetzung entsprach die fanatische Hingabe dieses Mannes. Seine Liebe und feine Gebete gehörten unserem Volk, sein haß seinen Feinden. Wie bei allen kompromißlosen Kämpfern dieser Erde wird auch bei ihm der Eindruck seiner Persönlichkeit der Rachwelt bewußter werden als vielen Zeitgenossen der Gegenwart. In seiner Erscheinung erhält die Ruhmesballe unserer Geschichte einen neuen Zeugen der Größe der deutschen Ration! Adolf Hitler. zen der Provinz. Die Oberste Heeresleitung ent- schließt sich, den bisherigen Oberbefehlshaber und seinen Chef des Gencralftabes abzulösen. Wer soll sie ersetzen? Man entsinnt sich des Generals von Hindenburg, der im Ruhestand in Hannover lebt und als klarblickender, charakterfester kommandierender General des IV. Armeekorps in gutem Andenken steht. Wer soll ihn beraten? Nur einer kommt in Frage: Ludendorff! Er steckt irgendwo mit seinem Oberkommando in Belgien. Ein Kraftwagen holt ihn ins Große Hauptquartier nach Koblenz. Ein Brief des Generalobersten von Moltke bat ihn auf seine Aufgabe vorbereitet. Sein Schluß lautet: „Sie werden vor eine schwere Aufgabe gestellt, vielleicht noch schwerer als die Erstürmung Lüttichs. Ich weiß keinen anderen Mann, zu dem ich so unbedingtes Vertrauen hätte wie zu Ihnen. Vielleicht retten Sie im Osten noch die Lage." Stunden ernster Erwägungen, höchster Ehrungen in Koblenz. Die grundlegenden Befehle für die Einstellung des Rückzuges, die Einleitung neuer Operationen ergehen drahtlich nach Ostpreußen. Der Oberste Kriegsherr schmückt den General für „den persönlichen Mut und den unbeugsamen Willen", den er bei Lüttich bewiesen chat, mit dem höchsten preußischen Kriegsorden dem „Pour le Merite". Fahrt quer durch Deutschland! Erstes Zusammentreffen mit Hindenburg auf dem nächtlichen Bahnhof von Hannover und iUebernahme des Kommandos in Marienburg.' Jener wundersame Zusammenklang zweier soldatischen Persönlichkeiten hebt an, der Deutschlands Stolz und Glück vier Jahre lang sein sollte. Beiden aebührt die gleiche Ehre, beiden der gleiche Dank! Oberbefehlshaber und Chef, der Verantwortliche und der Handelnde, sie bilden hier eine Einheit, wie sie vorher in der preußischen Heeresgeschichte nur einmal in dem Zweigestirn Blücher und Gneisenau erreicht worden ist. Tannenberg, ihre erste Tat, bleibt die leuchtendste als das Muster einer Vernichtungsschlacht, in der durch doppelseitige Umfassung ein an Zahl überlegener .Gegner im Angriff eingeschlossen und zur Waffenstreckung gezwungen wurde. Höher zu werten fast noch als der geniale Plan, der kühne An- ariffsentwurf ist die seelische Starke, mit der Oberbefehlshaber und Chef allen mneren Reibungen zum Trotz und unter ständiger Bedrohung des Rückens ihrer kämpfenden Truppen durch neue Russenmassen an ihrem Entschluß festhielten und zu einem glücklichen Ende führten. Es fehlt an Raum, auf die reiche Fülle großzügig angelegter und erfolgreich durchgeführter Operationen Hindenburgs und Ludendorffs an der Ost- front in den Jahren 1914/15 einzugehen, von der Schlacht an den Masurischen Seen über den Dor- stoß in Siidpolen, der Schlacht bei Lodz, der Winterschlacht in Masuren, dem Narewübergang, dem Vorstoß nach Kurland bis zur Schlacht bei Wilna. Es fehlt der Raum, eingehend zu würdigen, was Ludendorffs Tatkrckft für die Verwaltung und die Ausnutzung des besetzten Gebietes zum Nutzen der deutschen Kriegführung geleistet hat. Es fehltauch der Raum, zu schildern, wie sein Feuergeist immer wieder auf Widerstände gegen seine weitblickenden Pläne in der Obersten Heeresleitung stieß, bis endlich wieder, als die Not auf das höchste gestiegen war, man ihn in Gemeinschaft mit Hindenburg an die leitende Stelle berief, auf die sie längst gehört hätten, auf der sie mit dem gesamten Feldheere das deutsche Volk längst zu sehen wünschte. Es ist zu spät! Wohl vermag Ludendorff, der sich als 1. Ouartiermeister des am 29. August 1916 zum Chef des Generalstabes des Feldheeres ernannten Generalfeldmarschalls von Hindenburg „ausdrücklich die volle Mitverantwor. tung für alle zu fassenden Entschlüsse und Maßnahmen zugesichert hat", noch einmal Heer und Volk zu unerhörter Kraftanstrengung hinzureißen. Die schier verzweifelte militärische Lage wird wie- der eingerenkt: Im Westen wird das vor Verdun und an der Somme ins Schwanken geratene Gleichgewicht der Kräfte wieder hergestellt, im Osten der Anprall der Brussllowoffensive gedämpft, der neue Gegner Rumänien mit raschen Schlägen zu Boden geworfen. Die persönlichen und wirtschaftlichen Reserven der Heimat werden im Hilfs- dienstpflichtgesek und im Hindenburgprogramm voll für die Kriegführung eingesetzt. Das Jahr 1917 verrinnt in siegreicher Abwehr, endet mit der Ausschaltung der Ostgegner in den Friedensschlüssen von Brest-Litowsk und Bukarest. Das Jahr 1918 bicpnnt glüchoerheißend mit der großen Schlacht in Frankreich, in der Ludendorfts Schulung des Heeres auf den Angriff aus dem Stellungskrieg, feine bis auf das Kleinste durchgeführte Vorbereitung des operativen Durchbruches ihre Früchte ernten. Es folgen die Erstürmung des Kemmels, des Chemin des Dames. Dann ist die Kraft erschöpft. Dann gewinnen in der Heimat und im Heere um J soldatische Elemente die Oberhand, zerschlagen dem Feldberrn das Instrument, erzwingen am 26. Oktober seinen Rücktritt und drücken damit das Siegel auf Deutschlands Niederlage. Wir, die wir damals aus größerer oder kleinerer Entfernung Ludendorffs Gigantenkampf gegen innere und äußere Feinde erlebt haben, beugen uns in Dankbarkeit vor der Größe seines Geistes und Willens, vor der Arbeits- und Sorgenlast, die er um Deutschlands willen getragen hat. Wir sind stolz darauf, unter feiner Führung haben mithandeln und mithelfen dürfen, wenn auch ihm, wenn auch uns es versagt war, Deutschlands Geschick zu wenden. Wie unendlich schwer der General Ludendorff, dem die Waffe in der Hand zerbrach, unter der Niederlage, dem Zusammenbruch und der Revolte gelitten haben muß, das können wir nur ahnen. Erich Ludendorff ist immer feinen Weg aufrecht weitergegangen, mochte er auch in die Einsamkeit führen oder mochte die Zeit den Einsatz eines großen Namens fordern. Er wurde ein Kämpfer gegen die Schuldlüge, ein Streiter für die Ehre der deutschen Armee. Seine Schriften zeigen, vielen überraschend, daß dieser Mann nicht nur der Stratege und Gebieter der Materialschlacht war, sondern auch über die psychologischen Vorbedingungen des Krieges wie auch des Wiederaufbaus durchaus eigene Gedanken gemacht hat. Daß er am historischen 9.. November 1923 an der Seite Adolf Hitlers stand, gereicht beiden Namen zur Ehre. Ludendorff hat im Kriege wie im Frieden jeden Hauch feines Wesens dem deutschen Volke und seiner Größe gewidmet. Dank und Ruhm werden fein Andenken lebendig halten, weil er der große Feldherr ist, der mit Hindenburg das deutsche Heer gegen eine ganze Welt voll Feinden glorreich geführt hat! Ueber sein Grab senken sich "nun die Fahnen, die der alten ruhmreichen Armee, wie die der neuerstandenen deutschen Wehrmacht. Und wenn dann vielleicht das Lied vom guten Kameraden erklingt, so trägt es der Wind hinaus über die Grenzen, überall dorthin, wo deutsche Soldaten in ftemder Erde ruhen. Es ruft sie zum Appell: Der tote Feldherr kehrt heim zu seinen Soldaten und dem Generalfeldmarschall, der ihm vor drei Jahren Dorausging. Ludendorffs soldatische Laufbahn Friedrich Wilhelm Erich Ludendorff wurde am 9. April 1865 auf dem Gute Pruszennia (Posen) als Sohn des Rittmeisters a. D. August Wilhelm Ludendorff geboren. Als Zwölfjähriger kam er in die Kadettenanstalt Ploen, er bestand das Examen mit solchem Erfolg, daß ihm der Oberst nach der Prüfung feine Anerkennung ausfprach. Auch in der Hauptkadettenanstalt Lichterfelde erwies er sich als ein glänzender Schüler und vorbildlicher Kamerad. Am 15. April 1882 trat er als Leutnant in das IN. 57 in Wesel ein. Er kam dann in die Milityr- tumanftalt und wurde 1889 mit Vorpatentierung in die Marineinfanterie versetzt. Unter Beförderung zum Premierleutnant kam er drei Jahre später zum Leibgrenadierregiment Nr. 8, Frankfurt a. d. O. Bald darauf rief ihn die Kriegsakademie. Das Urteil bei der Abschlußprüfung über ihn lautete: „E i n klarer Kopf, der' mit gutem Wissen und gutem Können gute Formen verbindet." Nach einer Studienreise nach Rußland wurde er 1895 im Alter von 30 Jahren als Hauptmann in den Großen General st ad berufen, wo der geniale Generalstabschef Graf von Schlieffen aus den befähigten Offizier aufmerksam wurde. Kurze. Frontkommandos und eine Tätigkeit als Lehrer für Taktik und Kriegsgeschichte an der Kriegsakademie unterbrachen sein Wirken im Großen Generalstäb, bis er 1908 als Oberstleutnant Chef der Aufmarschabteilung des Großen Generalstabes wurde. In einer Reihe von Schriften kämpfte er mit unbeirrbarer Zähigkeit um die Verstärkung der Wehrkräfte. Ein Jahr vor dem Kriege wurde er Kommandeur des Füsilierregiments Nr. 39 in Düsseldorf (hier erlebte er den Triumph, daß seine Heeresvorlage 1913 zur Annahme kam) und ein Jahr später, als Generalmajor Brigadekommandeur der 85. Jnfanteriebrigade in Straßburg. Bei Ausbruch des Weltkrieges wurde er Oberquartiermeister der II. Armee. Am Ende der ersten Mobilmachungswoche 1914 heißt es in einer amtlichen Meldung, daß „bisher an den Generalstab feine Rückfragen gekommen seien", d. h., daß sich der gewaltige Aufmarsch an zwei Fronten, eine einmalige Leistung in der Kriegsgeschichte, mit der Präzision eines Uhrwerkes vollzogen hat. Ludendorffs überragende Leistung als Feldherr wurde an anderer Stelle in großem Zusammenhang gewürdigt werden. Oie Trauer der Wehrmacht. Berlin, 20. Dez. (DNB.) Zum Tode General Ludendorffs erläßt der Reichskriegsmlni- si er und Oberbefehlshaber der Wehrmacht nachfolgenden Appell: Soldaten der deutschen Wehrmacht! Der Erste Generalquartiermeister im Weltkrieg. General L u d e n d o r f f, ist zur Großen Armee abberufen worden. Ein großer Deutscher und ein großer Soldat ist von uns gegangen. Sein Leben war ein leidenschaftlicher Kampf für Deutschland. Dieser Kampf galt in der Vorkriegszeit der Stärkung unserer Wehrkraft, im Kriege dem Siege der Waffen, später der Freiheit des Reiches und der Einheit der Ration. Als Wehrschöpfer, Organisator und als mitverantwortlicher Feldherr hatte er wesentlichen Anteil am inneren und äußeren Aufbau der besten Armee der Weltgeschichte. Wit Hindenburg führte er dieses Heer zu Siegen von klassischer Gröhe. In den letzten schweren Jahren des Krieges war er die Seele und der Wille aller ehrliebenden Deutschen. Auch in der Niederlage hielt er die eigene und die Daffenehre der Armee rein. Vor Lüttich aber und beim Marsch zur Feldherrnhalle am 9. Nov. 1923 vereinten sich Gedanke und Tat, Haltung und persönlicher Einsatz zu heldenhaftem Vorbild. Solange es deutsche Soldaten gibt, wird General Ludendorff fortleben als eine der größten Gestalten preußisch-deutschen Soldatentums. Die Wehrmacht des Dritten Reiches hält ihm die Treue. An seiner Bahre senken sich unsere Fahnen in stolzer Txauer, in Dankbarkeit und Ehrfurcht. Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht. (gez.) von Blomberg, Generalfeldmarfchall. Die Flaggen auf Halbmast! Berlin, 20. Dez. (DNB.) Der Reichs- und preußische Minister des Innern gibt bekannt: Aus Anlaß des Todes des Generalquartiermeisters des Weltkrieges General der Infanterie Ludendorff setzen die staatlichen und kommunalen Verwaltungen und Betriebe, die sonstigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts und die öffentlichen Schulen im ganzen Reich am Montag, dem 2 0. Dezember dieses Jahres, und am Beisetzungstage die Flaggen auf Halbmast. Der Beisetzunastag wird noch bekanntgegeben werden. Gleichzeitig weist der Reichspropagandaleiter der NSDAP. Dr. Goebbels sämtliche Dienststellen der NSDAP, und aller angeschlossenen Verbände an, am heutigen Tage und am Tage der Beisetzung halbmast zu flaggen. Der Reichsmini st er für Volks- aufflärung und Propaganda ruft das deutsche Volk auf, am Montag, dem 20. Dezember, und am Tage der Beisetzung an den Häusern Trauerbeflaggung zu setzen. Seneralfeldmarschall v. Blombergs Teilnahme. Berlin, 20. Dez. (DNB.) Reichskrieasrninister Generalfeldmarschall von Blomberg sandte an Frau Ludendorff folgendes Beileidstelegramm: Tief ergriffen durch die Nachricht vom Ableben Ihres Gemahls spreche ich Ihnen meine aufrichtige und herzliche Teilnahme aus. Mit mir steht die Wehrmacht in tiefer und stolzer Trauer an der Bahre eines Soldaten und deutschen Mannes, der für alle Zeiten zu den großen Gestalten der Geschichte gehört. von Blomberg. Oie Teilnahme am Staatsakt in München. Berlin, 20. Dezember. (DNB.) Anläßlich des Staatsbegräbnisses des Generals der Infanterie a. D. Ludendorff findet am Mittwoch, dem 22. Dezember 1937, um 10 Uhr in München (Feldherrnhalle) ein Staatsakt statt. Diejenigen Offiziere und Beamten der alten Wehrmacht, in Generalsrang, die in näherer diestlicher oder persönlicher Beziehungzudem Verstorbenen gestanden Haven und beabsichtigen, an dem Staatsakt teilzunehmen, werden gebeten, ihre Teilnahme sofort telegraphisch anwmelben, und zwar beim Generalkommando VII. AK., München. Auskunft und Kartenausgabestelle der Kommandantur München im Hauptbahnhof München. Ohne Anmeldung ist eine Teilnahme am Staatsakt nicht möglich. Or. Goebbels an ftrou Ludendorff. Berlin, 20. Dez. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels sandte folgendes Telegramm an Frau Mathilde Ludendorff: Hochverehrte gnädige Frau! Zu dem schweren Verlust, den Sie durch den Tod Ihres Mannes, des großen Feldherrn, Erich Ludendorff, erlitten haben, spreche ich Ihnen mein herzlichstes ,Beileid aus. Das ganze deutsche Volk nimmt an Ihrem Schmerz innigsten Anteil. Der Name des Verstorbenen wird die Zeit überdauern. 9Jlit ergebensten Grüßen Reichsminister Dr. Goebbels. a.D. von Subay einen sehr warm gehaltenen Nachruf, in dem die geschichtlichen Verdienste des Verstorbenen im Weltkriege, sein reines, heldenhaftes Soldatentum und seine außerordentliche Befähigung eindringlich geschildert werden. Mit dem Geschehen der langen Jahre des großen Krieges sei kaum ein Einzelschicksal enger verbunden als das dieses Mannes, den ein gütiges Geschick in der Nacht des 25. August 1914 mit dem damaligen General von Hindenburg zusammen als Retter nach dem bedrohten Osten entsandte. Ludendorff habe nur für die Armee, für den Krieg gelebt, dessen ganzen Ernst niemand so sehr verstanden habe wie er. Seinem offenen soldatischen Denken seien alle politischen Machenschaften der großen Aufgabe gegenüber bedeutungslos erschienen. Trauer in Wachen. München, 20. Dez. (DNB.) Die Nachricht vom Ableben des Generals Ludendorff, des großen Feldherrn des Weltkrieges, wurde in München, wo er die letzten schmerzlichen Wochen seines bedeutsamen Lebens verbrachte, in den frühen Mittags st unden bekannt. UeberaU bildeten sich Gruppen von Volksgenossen, die mit tiefer Anteilnahme den Tod Ludendorffs besprachen. Bald nach Bekanntwerden der Todesnachricht war auf den Baulichkeiten der Wehrmacht, vor allem auf dem Generalkommando des VII. Armeekorps, das dem Krankenhaus Josephinum in der Schönfeldstraße gegenüberliegt, die Reichskriegsflagge auf Halb stock gesetzt worden. Kurze Zeit später setzten auch die Gebäude der Partei, des Staates und der Hauptstadt der Bewegung die Fahnen auf Halbmast. Auf den großen öffentlichen Plätzen wurden an hohen Masten Fahnen mit Trauerflor aufgezogen. Auch die Privathäuser haben Trauerbeflag- gung angelegt. Im Krankenhaus Josephinum, wo die sterblichen Ueberrefte des Generals vorläufig noch aufgebahrt sind, ist in den unteren Räumen des Hauses eine Beileidsliste aufgelegt, in die sich zahlreiche bekannte Persönlichkeiten eingetragen haben. Gegen 12 Uhr hat der Münchener Akademieprofessor, Bildhauer Bernhard Bleeker die Totenmaske des Feldherrn abgenommen. Weitere Beileidsbezeugungen. Berlin, 20. Dez. (DNB.) Ministerpräsident Generaloberst Göring hat zugleich im Namen der Deutschen Luftwaffe der Witwe Ludendorffs in einem herzlich gehaltenen Telegramm sein Beileid ausgesprochen. In einem Handschreiben des Reichsbauernführers heißt es: „Das ganze deutsche Landvolk wird heute mit tiefer Trauer die Nachricht vorn Scheiden des großen Feldherrn, des Erretters der deutschen Scholle ver- nei)men." Ministerpräsident Siebert hat Frau Ludendorff namens der bayerischen Landesregierung telegraphisch die herzlichste Anteilnahme übermittelt. Der Kommandierende General des I. Armeekorps und Befehlshaber im Wehrkreis I, General der Artillerie v. Kü chl er, hat an Frau Ludendorff folgendes Beileidstelegramm gesandt: „In Ehrfurcht und Trauer stehen mit mir die Truppen des I. Armeekorps an der Bahjre des Feldherrn Ludendorff, der 1914 und 1915 die ost preußische Heimat von russischer Uebermacht befreite. Der Name des Feldherrn ist den ostpreußischen Soldaten Vermächtnis und Verpflichtung." Auch der Berliner Dberbürqermeiffcr und Stadtpräsident Dr. Lippert hat Frau Lu> dendorft telegraphisch das aufrichtigste Beileid der Reichshauptstadt ausgesprochen. Otuöolf Heß spricht am Weihnachtsabend. Berlin, ro.Dez. (DBB.) wie die BSß. met- bet, wirb ber Stellvertreter bes Führers, Rubolf heh, auch in diesem Jahre am Weihnachtsabeub von 20 bis 20.20 Uhr über b l e beutschen Senber z u ben Deutschen in aller Welt sprechen. Das Ausland zum Tode Ludendorffs. tleberall größte Bewunderung für den deutschen Zeldherrn. Die gesamte Londoner Presse widmet General Ludendorff ausführliche Nachrufe, in denen seine Taten während des Weltkrieges hervorgehoben, insbesondere die kühne Einnahme Lüttichs, die Niederlage der Russen sowie die große Offensive an der Westfront im Jahre 1918. Die „Time s" schreibt, mehr als irgendein anderer militärischer Führer des Weltkrieges habe Ludendorff dem Lauft der Operationen seinen Stempel aufgedrückt. Er sei ein Meister seines Berufes im wahrsten Sinne des Wortes gewesen. Unter der Ueberschrift „Deutschlands größter Soldat" weist der „Daily Telegraph" auf die Zusammenarbeit Hindenburgs mit Ludendorff hin, die ideal gewesen sei. Die Geschichte werde Ludendorff mit Recht als das Hirn betrachten, das die Operationen der Mittelmächte in den letzten zwei Jahren des Weltkrieges leitete, und das die Mittelmächte im März 1918 dem Siege nahegebracht habe. Die große erfolgreiche März-Offensive an der ganzen Front fei ein bezeichnendes Beispiel für das militärische kennen Ludendorffs gewesen. . * Auch die Pariser Presse beschäftigt sich ausführlich mit der Persönlichkeit Ludendorsfs. Das „Journal" spricht von Ludendorff als dem „größten und meist gefürchteten unserer Gegner" und betont, daß der Feldherr die Befreiung des Rheinlandes und die Wiederaufrichtung der Wehrmacht durch das nationalsozialistische Deutschland noch erlebt habe. Er habe Zeuge dessen sein können, daß eine neue Generation die alte militärische Tradition übernommen habe. „Petit Parisien" schreibt, daß Ludendorff einer der beachtetsten Köpfe zweifelsohne einer der besten der deutschen Welt- kriegs-Generale gewesen sei. Im „Echo de Paris" schreibt General Duch^sne: General Ludendorff konnre den militärischen Zusammenbruch feines Landes nicht verhindern. Aber er hatte vor seinem Tode den Trost, die Wiederauferstehung zu erleben. Auch die polnischen Blätter gedenken des Todes General Ludendorffs. Ludendorff, sv betont „Gazeta Polska", war eine der interessantesten Gestalten in dem geschichtlichen Umbruch unserer Zeit, Soldat von Berufung, ein Heerführer, dem nicht nur Me Landsleute, sondern auch seine Gegner mit Marschall Fach an der Spitze hervorragende strategische und organisatorische Fähigkeiten zuerkannten. „Kurjer Polski" stellt fest, daß Ludendorff von seinem Vaterland allgemein geehrt und gewürdigt werde. In feiner Person, habe sich das alte militärische Preußen, das in der harten Tradition erzogen und in der harten Schule des militärischen Dienstes geschult wurde, repräsentiert. Die Stockholmer Blätter widmen Ludendorff in hohem Maße anerkennende Würdigungen aus den Federn ihrer militärischen Mitarbeiter. Im „Nya Dagligt Allehanda" heißt es u. a., mit Ludendorff sei einer der hervorragendsten Männer des Weltkrieges aus dem Leben geschieden. Es sei stets schwer, zwischen historischen Persönlichkeiten 23er- gleiche anzustellen: wolle man jedoch Ludendorff nicht an die erste Stelle aller Heerführer des Weltkrieges setzen, bann gebe es keinen anderen, den man vor i h n st eilen könnte. Sowohl als Stratege wie auch als Taktiker sei er unübertroffen gewesen. Es sei nicht zuviel gesagt, wird im „Aston Bladet" u. a. erklärt, daß mit Ludendorff der Gegenwart größtes militärisches Genie und hervorragendster Heerführer verschieden sei. Der Name Ludendorff sei stark umstritten gewesen, denn er sei allezeit ein Kämpfer von großem Format und ein Mensch gewesen, der stets rücksichtslos den geraden Weg verfolgt habe. Er sei logisch und streng in der Beweisführung gewesen und fei niemals einem Gegner.ausgewichen. Das feien auch die Haupteigenschaften, die ihn als Krieger und Feldherrn auszeichneten. * In der Wiener Presse, wird vor allem auf die Bedeutung des Verstorbenen als Soldat hingewie- ssn. Die amtliche „Wiener Zeitung" schreibt, Erich Ludendorff sei eine Individualität besonderer Prägung gewesen. Er werde in der Geschichte des deutschen Volkes fortleben.. Die „Neue Freie Presse" unterstreicht vor allem die großartigen Leistungen Ludendorffs in der Schlacht bei Tannenberg und den ungeheuren Willenseinsatz bei der Frühjahrs- offensive 1918. Zum Tode Ludendorffs bringt der „P e ft e r Lloyd" aus der Feder des Feldmarschalleulnants Oie Neichsführerschule des ASM. kommt nach Kaffel. Kassel, 20. Dez. (DNB.) Der Korpsführer des NSFK. Generalleutnant Christiansen besichtigte die Fieseler-Flugzeugwerke. Besonderes Interesse fand hie mustergültige Lehr- lingswerk statt. Der Korpsführer ernannte den Wehrwirtschaftsführer Gerhardt F i e s e l e r zum NSFK.-Standartenführer z. b. D. beim Stabe ber Gruppe VIII. Am Friedrichsplatz fand ein Vorbeimarsch der NSFK.-Männer statt. Oberbürgermeister Dr. Lahmeyer überreichte im Rathaus dem Korpsführer die Stiftungsurkunde über einen namhaften Beitrag zur Errichtung der Reichsführerschule des NSFK. in der Stadt Kas- fel. Der Korpsführer dankte für.die Stiftung und gab bekannt, daß die Reichsführerschule in Kassel begründet werde. Die Schulung der Werkscharen im Sau Hessen-Nassau. NSG. Die Gauwerkscharführung Hessen- Nassau hatte die Kreiswerkjcharführer zu einer Arbeitstagung in Pfeddersheim bei Worms zusammengerufen. Oberwerkscharführer Holzapfel wies darauf hin, daß nicht die Organisation das Wichtigste sei, sondern der Inhalt der Arbeit. Vielerorts habe es Schwierigkeiten gegeben: aber das sei besser, als wenn alles in aus- gefahrenen Geleisen liefe. Zum Schluß betonte Oberwerkscharführer Holzapfel die Notwendigkeit der Auslese und Ausbildung der Führer und des Vorhandenseins vollen Vertrauens. Oberwerkscharführer H e n f I e r gab einen lieber- blick über die weltanschauliche Ausrichtung der Werkscharen. Auf die Grundschulung m jährlich 16 Schulungsabenden baut sich die Kreisschulung in Wochenendkursen auf, die den Werkscharunterführern und -führern technisches Rüstzeug vermitteln soll. Die Schulung im Gau erfolgt auf Grund einer Vereinbarung mit dem Gauschulungs- walter der DAF., die als Vorbild für die Regelung auch in den anderen Gauen bierfen soll. Die Werkscharführer, die mit Erfolg an der Gaufchulung teilgenommen haben, werden alle zwei Jahre in das W e r k s ch a r ü b u n g s 1 a g e r in Saßnitz einberufen, um dort weiter ausgebildet zu werden. Der Führer beglückwünscht Frau v. Blomberg. X : DM ' MG M; % - M -W * Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht ehrte die Mutter des Reichs kriegsministers, Frau Emma von Blomberg, die in Eberswalde ihren 90. Geburtstag beging, durch seinen Besuch. Unser Bild zeigt die I u b i l a r i n mit dem Führer und ihrem Sohn, dem Generalfeldmarschall von Blomberg. — (Presse-Illustrationen-Hosfmann-M.) Die? irtschast dient dem Volke! GönngsparolefürdasneueIahr.-AlleKrastzumEinsahfürdenVierjabreSplan Berlin, 20. Dez. (DNB.) Soeben erscheint die neue Folge „Der Vierjahresplan", in der Ministerpräsident -ermann Göring grundsätzliche Ausführungen wirtschafts- und sozialpolitischer Art zur Jahreswende macht. Der Ministerpräsident erklärte, der Blick des einzelnen Unternehmers, der Eifer und die Einsicht des Arbeiters müssen z u - er st auf den eigenen Betrieb gerichtet sein. Rur dort, wo Betriebsführer und Gefolgschaft in echter Arbeitsgemeinschaft verbunden sind, werden dauerhafte Leistungssteigerungen erzielt und gesamtwirtschaftlich notwendige oder erwünschte Betriebsumstellungen mit der erforderlichen Elastizität, wie sie nur die innige Anteilnahme am Werk verleiht, vorgenommen werden können. Nie wären die großen Erfolge, die wir bereits nach Ablauf des ersten Jahres des Vierjahresplanes zu verzeichnen haben, erzielt worden, hätten sich nicht auch in diesem Jahre schon der deutsche Arbeiter, Handwerker, Bauer und Unternehmer sowie alle in Frage kommenden Organisationen a u s eigenem Antrieb jeweils in ihrem Bereich mit größtem- Eifer und Nachdruck für das Gelingen dieses großen Pla- nes eingesetzt. Im kommenden Jahre gilt es, mit der gleichen Zielsicherheit die vorhandenen Kräfte noch besser und geordneter zum Einsatz zu bringen. In verstärkter Einheit und Geschlossenheit wird die oberste Wirtschaftsführung das Werk fortsetzen und der Vollendung entgegenführen. Die klare Zielsetzung im Vierjahresplan verlangt eine ebenso kri st allklare Zusammenarbeit aller jener Stellen, die die oberste Verantwortung für die deutsche Wirtschaft zu tragen haben. Hemmnisse, die hier bestanden, weil die Organisation nach anderen Gesichtspunkten ausgerichtet war, werde ich beseitigen. Ich werde in diesen Wochen die staatliche Wirtschaftsführung so organisieren, daß für alle Zukunft hier kein Leerlauf und vor allen Dingen kein Doppellaut mehr entstehen kann. Ich bin mir mit dem neuen Reichswirtschaftsminister darüber einig, daß das Reichswirtschaftsministerium als verantwortliches Exekutivorgan die Aufgaben des Vierjahresplanes ausführen' und so die reibungslose Durchführung des Planes gewährleisten wird. Und zwar nicht bürokratisch im üblichen Sinne des Wortes, sondern getragen von jenem Verantwortungsbewußtsein, wie ich es auch von den Männern der Wirtschaft und ihrer Organisationen verlange. Die Wirtschaft muß sich darüber klar sein, daß auch sie s e l b st letzthin nur von der Erfüllung der ihr übertragenen großen Gemeinschaftsaufgaben lebt und nicht von den Ueberschüssen auf den einzelnen Gewinn- und Verlustkonten. Werden jene nicht erfüllt, so werden sich trotz aller unternehmerischen Geschicklichkeit die Plussalden bald wieder in Minussalden verwandeln. Die staatliche Wirtschaftsführung aber muß es als ihre höchste Aufgabe ansehen, alles daranzusetzen, daß die großen Ziele des Führers und des Vierjahresplanes in der Wirtschaft Wirklichkeit werden. Je mehr die Wirtschaft der Führung dabei aus eigenem Antrieb Folge lei st et und in eigener Verantwortung und echter Selbstverwaltung die ihr übertragenen Aufgaben erfüllt und nicht nur nüchtern wirtschaftet und kalkuliert, sondern in richtiger Zusammenarbeit auch den politischen und sozialen Erfordernissen Rechnung trügt, um so größer wird nicht nur der materielle und wirtschaftliche Erfolg sein, um so mehr wird darüber hinaus auch der Leitsatz des Führers für die deutsche Wirtschaft Gestalt gewinnen und Wirklichkeit werden: Die Wirtschaft dient dem Volk!" Die Straßenbauer feiern Weihnachten. Borkheide, 20. Dez. (DNB.) In allen beut» schen Gauen, wo trotz der Winterzeit noch 100 000 Arbeiter an den Straßen Adolf Hitlers schaffen, wurden in 150 Lagern und in verschiedenen Städten stimmungsvolle Weihnachtsfeiern veranstaltet. An der Feier im Lager Borkheide im Kreise Zauck-Belzig nahm auch der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen Dr. Todt teil, lieber 300 Männer saßen an reich gedeckten, mit Kerzen geschmückten Tischen, auf jedem Platz waren die Spenden aufgebaut — ein riesiger Weihnachtsstollen und ein bunter Teller mit Ueberraschungen. Ein Tannenbaum im Lichterglanz grüßte die Feiernden. Nachdem Knecht Ruprecht den Arbeitskameraden mitaeteilt hatte, daß ihnen auch ein Geldgeschenk beschert werde, nahm Dr. Todt das Wort zu einer Ansprache, die durch mehrere andere Sender in allen Lagern gehört wurde Wieder wie im letzten Jahr, so sagte Dr. Todt, sind in dieser Stunde die Straßenbauer in ganz Deutschland zur Wiehnachtsfeier versammelt. Es ist bei uns wie in einer großen Familie. Jeder arbeitet während des Jahres woanders, aber einmal, zum Weihnachtsfest, kommen doch die Straßenbauer zusammen. Als Familienvater der Straßenbauer grüße ich euch, die ihr in allen deutschen Gauen versammelt seid. Ein arbeitsreiches, aber auch erfolgreiches Jahr liegt hinter uns. Für uns Straßenbauer brachte es neben der planmäßigen Fortsetzung der Arbeiten die Fertigstellung des 2000. Kilometers. Tausend Kilometer in einem Jahr, d. h. pro Tag rund drei Kilometer, ist eine Leistung, die auf dem Gebiete des Bauwesens bisher nicht erreicht wurde. Die Bauindustrie konnte gleichmäßia weiter beschäftigt werden. Auch der größte Wunsch des deutschen Arbeiters, bleibende Arbeit zu haben, ist erfüllt. Seit 1933 sind 6,5 Millionen Arbeitslose wieder beschäftigt worden. Das muß anerkannt werden, besonders wenn man bedenkt, daß in Amerika bei blühendem Wirtschaftsleben ohne Rohstoffsorgen rund 8,5 Millionen Arbeitslose ohne Verdienst dastehen. Weihnachten ist die Zeit, in der man sich etwas wünschen darf. Der Führer kennt euere berechtigten Wünsche. Das Jahr 1938 wird ganz bestimmt wie auch das Jahr 1937 manchen von ihnen erfüllen. Mein Weihnachtswunsch an euch lautet: Kommt euch menschlich noch näher als im vergangenen Jahr. Wenn irgendeiner besondere Sorgen hat, sollt ihr euch an den Betriebsführer wenden. Ich bitte die Betriebsführer, noch mehr als bisher Verständnis für die Sorgen ihrer Gefolgschaftsmitglieder aufzubringen. Seid ihnen Freund und Berater und erzieht auch euere Meister und Ingenieure dazu. Die Treue unserer Arbeiter ist heute eine wesentliche Voraussetzung dafür, daß der Betrieb seine Aufträge erledigen kann, und umgekehrt ist die Leistungsfähigkeit des B-'triebes und die Persönlichkeit des Betriebsführers die Voraussetzung zu einem ordentlichen Arbeitsplatz des Gefolgschaftsmitgliedes. Haltet euch beide die Treue und verstärkt die gegenseitige Kameradschaft! Die Reuordnung des Deutschen Roten Kreuzes. Berlin, 20. Dez. (DNB.) Nach der gesetzlichen Neuordnung des Deutschen Roten Kreuzes vom 9. Dezember 1937 hielten das Präsidium, die Leiter der Landesstellen und zivilen Kreise eine Arbeitstagung ab. Der Präsident, NSKK-Obergruppen. führer Herzog von Coburg wies auf die besondere Bedeutung des neuen Gesetzes hin, durch das der innere Aufbau und die Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes auf eine ganz neue Grundlage gestellt werden Das Deutsche Rote Kreuz werde auch in der neuen Form im Rat des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz feine Aufgaben erfüllen. Staatssekretär p f u n b f n e r erklärte, das Deutsche Rote Kreuz wird an der Disziplin, für die das Gesetz die Grundlage schafft, erstarken. Die Gewinnung und Ausbildung der für Len Einsatz bestimmten Frauen und Männer wird künftig in erheblichem Maße dadurch erleichtert, daß das Gesetz für die Beurlaubung zur Teilnahme an Lehrgängen für die Mitwirkung im amtlichen Sanitätsdienst der Wehrmacht die gleiche Rechtsgrundlage schasst wie für die Ableistung von Hebungen bei der Wehrmacht. Auch der wirtschaft- lich Schwächere wird in Zukunft leichter als seither in der Lage fein, feine Kräfte dem DNK zur Verfügung zu stellen An den Führer und Reichskanzler wurde folgendes Telegramm gesandt: „Die versammelten führenden Männer und Frauen des Deutschen Roten Kreuzes danken Ihnen, mein Führer, für die durch den Erlaß des neuen Reichsgesetzes geschaffene Möglichkeit, das Deutsche Rote Kreuz nach Ihren Befehlen im Dritten Reich neu zu bauen und weiterführen zu können Das DRK wird sich durch restlosen und opferbereiten Einsatz im selbstlosen Dienst für Volk und Vaterland bemühen, sich Les Vertrauens seines Schirm- \,......... iXetra E'u 1/^Un ( WIT -t/L -jic/k 5-M „Vrk k.cui[t n-tan. A? to/ kvir 2)a. tvt.-tn.k4 Az. rüt Kikrtiiv /iaavi jüvi fi-t jrü/4 fi/k/trtrt -t c/k. . So gut schmeckt die „Astra", daß es schwer zu glauben ist, sie sei nikotinarm. Dabei ist ein Nikotingehalt von weniger als 1*1, beglaubigt. Auch Dinen wird die „Astra" helfen. Sie ist eine echte Kyriazi, vollmundig im Aroma und von hoher Bekömmlichkeit. Ihre Nikotinarmut ist eine gewachsene Eigenschaft der Tabakblätter, die zur Herstellung Verwendung finden. Kein künstlicher Nikotinentzug. Keine chemische Behandlung. Darum: Für alle Fälle — „Astra" ♦ MIT UND OHNE MUNDSTÜCK Reich an Aroma — Arm an Nikotin Ijerrn würdig zu erweisen." Der Führer antwortete: „Den in Berlin versammelten Führern des Deutschen Roten Kreuzes danke ich für das mir telegraphisch übermittelte Gelöbnis selbstloser Mitarbeit. Ich erwidere ihre Grüße mit meinen a u f r i ch t i g e n W ü n s ch e n für ihr weiteres Wirken 'm Dienste des deutschen Volkes." Der Gesthäflsführende Präsident ^-Brigadeführer Dr. G r a w i h hob die großen geschichtlichen Verdienste des DRK. hervor. Nach Auslösung der 8904 bisher selbständigen Vereine ergebe sich nunmehr die Möglichkeit, die für das DRK. dringend erforderliche klare Befehlsführung zu schaffen. Es wurden in der Hand jeweils einer verantwortlichen Persönlichkeiten vorgesetzte Dienststellen errichtet, die im gesamten örtlichen Dienstbereich die Führung aller Untergliederungen hätten. Diese einschneidenden Aenderungen hätten zu einer grundsätzlichen Neugliederung geführt. Die breite Grundlage des Neubaues des DRK. bildeten die männlichen und weiblichen Bereitschaften, die Gemeinschaften und Einrichtungen für den Gemeinschaftsdienst. Ihre einheitliche Leitung erfolgt durch die DRK.-Kreis- ft e l l e n, die ihre Weisungen wiederum von den DRK.-L an des st eilen erhielten, denen die großen Krankenanstalten des DRK. unterstehen. Ihnen vorgeordnet sei das DRK.-P r ä sid i um, dessen Einzelämter unmittelbar vom Präsidenten und vom Geschäftsführenden ''Präsidenten geleitet werden. Dem Präsidenten unmittelbar unterstünden auch die 57 Schwesternschaften des DRK. In Anerkennung und Würdigung der besonderen Aufgaben, die der Frau im DRK. zufallen, werde in allen Dienststellen und im Präsidium die politische Führung der Frauen besonders verankert. Die Tatsache, daß die Reichsfrauenführerin selbst die Leitung dieses Dienstzweiges übernehme, werde sich auf die Entwicklung und den Ausbau der Frauenarbeit im DRK. einschließlich der Schwesternarbeit und des Bereitschaftsdienstes auswirken. 20 Jahre GM. DieSowjets feiern ihreMörderorganisation London, 21. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Feiern, die in Sqwjetrußland anläßlich des 20jährigen Bestehens der beriichtig- t e n GPU. veranstaltet werden, geben der „Daily Mail" Anlaß, in scharfer Weise mit Stalin und den Sowjets abzurechnen. Während der sog. „Wahl", so schreibt das Blatt, habe die Mörderei in Sowjet- rußland Ferien gehabt. Diese Ferien seien kurz gewesen. Stalin habe nun mit verdoppelter Wut seine „R e i n i g u n g s a k t i o n" wieder ausgenommen. Wenn jemand die Sowjetrevolte mitgemacht habe, so sei er heute gebrandmarkt. Wenn jemand aber ein persönlicher Freund Stalins gewesen sei, so bringe das Vernichtung mit sich. Die meisten Angehörigen der sog. alten „bolschewistischen Garde" seien nun „liquidiert". Gestern habe das russische Volk die „Heldentaten" s einer eigenen Z erstörer feiern müssen. Japanischer Vormarsch zwischen Gelbem Kluß und Langtse. Die Japaner wollen die Verbindung zwischen Nord- und Südfront Herstellen. H a n t a u , 21. Dez. (DNB. Funkspruch.) An der Nordfront stehen nach chinesischen Berichten die japanischen Truppen im Begriff, den Hoangho, den Gelben Fluß, zu überschreiten, und zwar 200 Kilometer oberhalb und 100 Kilometer unterhalb von T s i n a n. An der Südfront haben starke japanische Abteilungen den Jangtse bei Tsinan, Nanking und Wuhu überquert. Infolge dieses Druckes der japanischen Streitkräfte mußte d i e chinesische Front weiterzurückgenommen werden. Auf dem Nordufer des Jangtse dringen die japanischen Truppen längs der Tien- tsin-Pukau-Bahn vor, wo sie bereits K i a n- s ch a n 380 Kilometer nordwestlich von Pukau erreicht haben. Auch am Kaiser-Kanal und an der Hwainan-Bahn marschieren japanische Truppen- abteilungen nach Norden. Die chinesische Presse schließt aus den militärischen Operationen der Japaner am Gelben Fluß und am Jangtse auf einen japanischen Vormarsch, der die Vereinigung der Nord - und Südfront bezweckt, um eine Verbindung zwischen den eroberten Gebieten herzustellen. Der Zra d in Tsingtau. Auf Verlangen der Kommunisten die japanischen Fabriken vernichtet. Tokio, 20. Dez. (DNB.) Die Agentur Domei berichtet, daß alle in der Umgebung von Tsingtau gelegenen japanischen Spinnereien durch Feuer vernichtet worden seien. Nach einer Information aus Schanghai sei bas Feuer von chinesischen Soldaten angelegt worden. Der durch den Brand entstandene Schaden wird auf über 200 Millionen Pen geschätzt. — Der Schanghaier Korrespondent des „Daily Herold" schreibt: Die Kommunistische Partei Chinas habe damit zum ersten Male einen entscheidenden Einfluß auf die chinesische Regierungspolitik ausgeübt. In dem Militärrat unter Tschiangkaifchek seien jetzt außer den südchinesischen Führern auch einige Kommunisten vertreten. Das Feuermeer in Tsingtau bedeute, daß der Militärrat den ersten Punkt der Forderung der Kommunistischen Partei Chinas angenommen habe, nämlich Beschlagnahme des japanischen Eigentums in China, wo das unmöglich fein sollte, dessen Zerstörung, um Japan daran zu verhindern, diesen Besitz als Angriffsbasis zu benutzen. Die Brände in Tsingtau feien auf direkten Befehl Tschiangkaifcheks erfolgt. Es heiße, daß die japanische Flotte Kriegsschiffe nach Tsingtau dirigiere. I« Hankau erörtern amtliche chinesische Kreise eine mit den japanischen Behörden in Tsingtau im Juli eingegangene örtliche Vereinbarung, wonach der Bürgermeister den Schutz des japanischen Eigentums übernommen habe, solange die Schantung-Provinz nicht angegriffen werde. Bisher liege kein amtlicher Bericht über die Zerstörung japanischer Industrieanlagen in Tsingtau vor. Es sei jedoch möglich, daß die dortigen chinesischen Behörden die Niederbrennung japanischer Anlagen aus militärischen, mit der Verteidigung der Stadt zusammenhängenden Gründen für notwendig erachtet hätten. Die GPU., jene finstere geheime Macht von Inquisitoren und amtlichen Mördern, sei jetzt zwanzig Jahre alt; den Geburtstag dieser Terroristenbande zu feiern, habe man die russische Nation gewaltsam gezwungen. Stalin habe eine Galavorstellung der GPU. im Lubljanko-Gefäng- n i 5 in Moskau gegeben, jenem schrecklichen Gebäude, das mit den Geistern derjenigen angefüllt sei, die er in den Tod geschickt habe. Die ganze Schlachchausfeier werde aber die Well nicht täuschen, vielmehr d ie wahre Natur jener kennzeichnen, für die die Sowjets „pflichtbewußt" gewählt hätten. Die einzige Freiheit, der sich der Sowjetrusse heutzutage erfreue, fei die, in aller Stille ohne Warnung hinterrücks erschossen zu werden. Selbst die gutgläubigen Linksgerichteten in anderen Ländern, die Moskau systematisch zu bewundern vorgäben, müßten jetzt den Mördercharakter der roten Häuptlinge und die empörend- Natur chres Regimes einsehen. Reichsverweser von Horihy zur Königsfrage. „Nur die verfassungsmätzigen Faktoren zur Entscheidung berufen." Budapest, 20. Dez. (DNB.) Anläßlich der Ent- hüllung eines Porträts des verstorbenen Generals der Kavallerie Stefan Horthy von Nagy« banya, des älteren Bruders des Reichsverwesers, hielt der Reichsverweser eine Rede, in der er erklärte: „In letzter Zeit wird auf Parteiversammlungen oft gesagt: ,Es müsse verhindert werden, daß irgendein Diktator die Macht an sich reiße/ Ich glaube nicht, daß jemand bezweifelt, daß die unbedingt verläßliche Brachialgewalt die entsprechende Kraft besitzt, um jedes abenteuerliche Unternehmen zu unterbinden. Damll hängt auch das bedauerliche ständige Aufwerfen der Königsfrage zusammen. Ich selbst halte es für meine Pflicht, die uralte Institution des Königtums zu erhalten. Eine republikanische Staatsform ist bei uns undenkbar; aber ich will heute wiederum betonen: Nur hie zuständigen verfassungsmäßigen Faktoren sind berufen, die Aktualität der Regelung der auf diesem Gebiet noch schwebenden Fragen in einem Zeitpunkt festzustellen, wo die Nation es für richtig halten wird, ihren Willen durch die dazu berufenen Organe zu bekunden. Es gibt also keinen Grund zur Beunruhigung. Vor 17 Jahren habe ich bereits gesagt, daß ich es nicht zulassen könne, daß die Person des Reichsverwesers in Ungarn mit dem königlichen Thron in Verbindung gebracht werde. In diesem Sinne fasse ich meine Pflicht auch heute auf. Ich richte daher an die ganze große Öffentlichkeit die Bitte, die uralte* Institution des Königtums nicht zum Spielzeug politischen Haders zu machen." Weiterbericht des Reichswetterdiensles. Ausgabeort Frankfurt. Im Bereiche eines kontinentalen Hochdruckgebietes bleibt die Witterung überwiegend heiter und trocken. Nachts kommt es dabei zu stärkeren Frösten. Die sich westlich Frankreichs auswirkende Störungstätigkeit wird bei uns lediglich eine vorübergehende Bewölkungszunahme bringen. Aussichten für Mittwoch: Ueberwiegend heiter und trocken. Temperaturen nachts unter — 5 Grad, tagsüber um 0 Grad. Veränderlich« Winde. Lufttemperaturen am 20. Dezember: mittags —1,6 Grad Celsius, abends —2,8 Grad; am 21. Dezember: morgens — 3,4 Grad. Maximum — 1 Grad, Minimum heute nacht —7,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. Dezember: abends + 0,6 Grad; am 21. Dezember: morgens 4- 0,6 Grad. IDinferfporMDefferbienff. Vogelsberg, Hoherodskopf: Heiter, —8 Grad, 55 cm .Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. — Herchenhainer Höhe: Heiter, — 8 Grad, 35 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee Ski und Rodel sehr gut. Rhön, Wasserkuppe: Nebel, —9 Grad, 43 an Gesamtschneehohe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. — Gersfeld: Bewölkt, —5 Grad, 12 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut._________________________________________________ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder»' Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 37: 10 780. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. EinzAverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit bet Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. LNAMPtzM« ■■■ das weltbekannte St Beuern, 19. Dez. Der Reichsluftschutzbund hielt im Saal von Dietrich einen Dorfgemeinschaftsabend ab. Lehrer Müller entbot den Teilnehmern herzlichen Willkommensgruß. Anschließend wurde der Film „Volk in Gefahr" vorgeführt. Gemeindegruppenführer Eberle (Lollar) ermahnte zum Schluß zu pflichttteuer Mitarbeit an der Sache des Luftschutzes. Vorträge, Gedichte und gemeinsam gesungene Volkslieder hielten die Teilnehmer noch lange beisammen. # Mainzlar, 20. Dez. Das hiesige Jungvolk veranstaltete im Saale von Müller einen Volks- gemeinschaftsabend, der sehr gut besucht mar. Fähnleinführer Kirdorf begrüßte die Teilnehmer. In bunter Folge brachte das Jungvolk Mundartgedichte und Lieder zu Gehör. Manches Volkslied wurde gemeinsam gesungen. In einem Lichtbildervortrag wurde die Arbeit des vergangenen Jahres umrissen. Außerdem gelangten noch kurze Theaterstücke zur Aufführung. Die Veranstaltung war im besten Sinne ein Gemeinschaftsabend. gfs. Treis (Lumda), 19. Dez. Am Pflichtabend unserer Frauenschaft kam der Nikolaus und überraschte die Anwesenden mit kleinen Geschenken. Von Ftauen und von Schulkindern wurden Gedichte und Lieder vorgetragen. Unsere Frauen halfen der NSV. bei der Sammlung der Eintopfspende und der Pfundgabe. Die Gemeinde konnte 170 Zentner Kartoffeln und 16 Zentner Roggen dem WHW. zur Verfügung stellen. § Lumda, 20. Dez. Am 4. Advent fand, wie alljährlich, in unserer Kirche eine Weihnachtsfeier statt. In Wort und Lied hörten wir wieder aus Kindermund die frohe Botschaft: „Euch ist heute der Heiland geboren!" Unser Lehrer schloß an Stelle des erkrankten Pfarrers die eindrucksvolle Feierstunde mit der Mahnung, das Gehörte in die Tat umzufetzen zum Segen für Volk und Vaterland. Anschließend wurden die Kinder beschert. — Die Arbeiten an der Reichsautobahn, die dicht an unserem Dorfe vorbeiführt, schreiten rüstig vorwärts. 500 Arbeiter finden zur Zeit Beschöftt- gung im Abschnitt Lumda—Nieder-Ohmen. Bis zum 1. Juli 1938 sollen die Erdarbeiten beendet sein, so daß Ende nächsten Jahres die Verbindung zwischen Frankfurt und Kassel hergestellt sein wird. Für unser Dorf bringen diese Arbeiten wirtschaftlich manchen Vorteil. Nicht nur die Wirtschaften, sondern auch Bauern, Handwerker und Geschäftsleute haben eine gute Einnahmequelle. * Grünberg, 21. Dez. Am gestrigen Montagabend hatten sich drei Männer bei einer Veranstaltung derart unter Alkohol gesetzt, daß sie sterngranatenooll auf der Straße herumtorkelten. Als nun ein Personenauto herankam, warf sich einer dieser „Illuminierten" plötzlich vor den K r a f t w a g e n, um sich überfahren zu lassen. Dem Autolenker gelang es glücklicherweise, seinen Wagen rechtzeitig zum Stehen zu bringen, so daß kein Unheil entstand. Die drei „Dulleulen" wurden in Haft genommen und dem Amtsgericht zugeführt. ch L a u te r, 20. Dez. Am Samstagabend hatte der hiesige Gesangverein „Germania" seine Mitglieder zu einem Familienabend in den Saal von Hock eingeladen. Im Mittelpunkt des Abends standen die Aufführung eines Theaterstückes und eine Verlosung, zu der die Mitglieder die Preise gestiftet hatten. Gesangsvorträge des Vereins unter Stabführung von Chorleiter Nicolai (Großen- Bufeck) trugen noch zur Verschönerung des Abends bei. "Y" Watzenborn-Steinberg, 20. Dez. Der Gesangverein „Germania", gegründet 1868, hielt am Samstagabend im Dereinslokal „Zum goldenen Löwen" feine Jahreshauptversammlung ab. Vereinsführer Theodor Jung gab den Jahresbericht bekannt, dem zu entnehmen war, daß auch in diesem Jahre der Verein unter der bewährten Leitung von Chormeister Harnisch ein gutes Stück kultureller Arbeit geleistet hat. Es wurden im Laufe des Jahres zehn Neuaufnahmen getätigt und dadurch die Mitgliederzahl auf 160 gesteigert. Die Rechnungsablage, vorgetragen von Rechner Karl Pitz, zeigte einen günstigen Stand. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt. Im kommenden Jahr kann der Verein auf fein 70jähriges Bestehen zurückblicken. In dieser Zeit leitete Chor- meister Harnisch 25 Jahre den Verein. Es wurde beschlossen, am 15. Mai ein Jubiläums- konzert zu veranstalten. Der Vorstand bleibt in seiner seitherigen Besetzung. Für das ausscheidcnde Mitglied Georg "Sommer II. wurde Ludwig Schmandt berufen. Denjenigen Sängern, die im Laufe des Jahres die Gesangstunden regelmäßig besuchten, sprach der Schriftführer seine Anerk-m- nung aus. — Der Sanitätszug Watzenborn-Steinberg vom Roten Kreuz hielt am Samstag im-Saale ,Lur Ludwigshöhe" feine Familienfeier. Zugführer Karl Burger II. brachte die Bedeutung des edlen Werkes des Deutschen Roten Kreuzes zum Ausdruck. Kreiskolonnenführer Kratz (Gießen) sprach über die Aufgaben der Sanitätskolonnen tm Dritten Reich. Dem Gruppenführer Karl Sommer wurde nach abgelegter Prüfung die Urkunde der Bestätigung als Zugführer überreicht. Ein Theaterstück, von Mitgliedern des Sanitätszuges aufgeführt, und Einzeldarbietungen trugen zur Verschönerung des Abends bei. Ein von Kamerad Heinrich Degen verfaßtes Zwiegespräch fand reichen Beifall. Gemeinsam gelungene Lieder bildeten den Abschluß der wohlgelungenen Familienfeier. cxd Langsdorf, 19. Dez. Die hiesigen Jagdpächter veranstalteten eine Treibjagd auf Hasen und Raubhaarwild im Feld und im südwestlichen Zipfel des Waldes. Es wurden 84 Hasen geschossen. Diese Sttecke übertrifft die Ergebnisse der letzten Jahre bei weitem. Aber der Bestand an Hasen, den unsere Gemarkung vor dem Kriege aufzuweisen hatte, ist noch längst nicht wieder erreicht. Die Jäger schreiben das vornehmlich dem intensiveren -Betrieb der modernen Ackerwirtschaft zu, bei dem das Wild nicht mehr die erforderliche Ruhe hat. Kreis Friedberg. = Butzbach, 20. Dez. Heute feierte der hiesige Rentner Johannes Frank seinen 75. Geburtstag. — Zum Besten des Winterhilfswerkes veranstaltete die Werner-Weidig-Oberrealschule am Samstag im „Hessischen Hof" einen Deutschen Abend. Gemischte Chöre, altdeutsche Tänze, Leibesübungen und ein kleines Theaterstück wurden zur Unterhaltung geboten. Kreis Schotten # Groß-Eichen, ^8. Dez. Das Fest der silbernen Hochzeit feierten die Eheleute Landwirt Wilhelm Peter und Frau Anna, geb. Schmidt. — Gendarmeriehauptwachtmeister Ripper von Heldenbergen ist nach hier versetzt worden. _____ (fyeöackmvnuh Vk.Oetkew Tfajttyuüb/eh,,fäadun! M. 297 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag. 21. Dezember |957 Aus der Stadt Gießen. Ein Br ief an den Weihnachtsmann. Auf einmal trippelte ein kleines Mädchen vor mir her. Sie mußte wohl, ohne das es mir ausgefallen war, aus einer Haustür geschlüpft sein. So slügg, mit unbedecktem Wuschelkopf, in kurzem Kleidchen und ohne Handschuhe konnte sie nicht weit gehen. Vielleicht mußte sie für die Mutter etwas einholen. Aber nein! — jetzt zog sie einen Brief unter ihrem Schürzchen hervor und eilte auf den roten Briefkasten an der Ecke zu. Dort stand sie einen Augenblick lang still und besah sich noch einmal den weißen Umschlag, als ob sie sich überzeugen wollte, daß die Anschrift auch richtig sei. Dann guckte die Kleine nach rechts und links, wie wenn sie etwas Heimliches täte, was niemand sehen wollte, und stemmte sich auf ihre Zehenspitzen. Mit vieler Mühe und bis in die Fingerspitzen des rechten Armes hinein ausgereckt, gelang es ihr, den Bries in den Kasteneinwurf^ hineinzustopfen, bevor ich sie erreicht hatte. Ihr Köpfchen glühte noch vor Gedenket der hungernden Vögel! Anstrengung, aber ihre Augen strahlten, daß es ihr geglückt war. Ich grollte schon in Gedanken ein wenig den Eltern oder älteren Geschwistern, die dem Knirps einen solchen fast über seine Kräfte hinausgehenden Auftrag erteilt hatten. Ob sie den Brief richtig besorgt habe, fragte ich die Kleine, und sie antwortete mit einem fröhlichen Ja und fügte im Fortspringen lachend hinzu: „An den Weihnachtsmann!" Daran hatte ich allerdings nicht gedacht, sonst wäre ich ein wenig schneller gewesen und hätte mir einmal die geheimnisvolle Anschrift des Briefumschlags 'besehen. Nun — zurückkommen würde er keinesfalls. Die findige Poft, die die schwierigsten Schriften entziffert und die unbekanntesten Briefempfänger aufspürt, wird auch einen Sammelkorb für Briefe an den „Weihnachtsmann" haben. Umsonst werden alle diese Kinderschreiben nicht abgeschickt sein. Da sorgt schon die Mutter dafür, die wahrscheinlich mitgeholfen hat, oder zum mindesten die heimlichen Wünsche verraten bekam. Und wenn es ihr Geldbeutel zuläßt, wird wohl alles in Erfüllung gehen, wenn nicht der „Weihnachtsmann" bei seiner- großen Arbeit etwas vergißt und es nächstes Jahr zu Weihnachten auf den Tisch legt. -'m wenigen Tagen ist Weihnacht! Die Kinder wissen es am besten. Die Schaufensterauslagen erzählen davon in unmißverständlicher Sprache. Außerdem ist die Mutter jetzt beim Backen, und der Duft von knusperigen Anisplätzchen, Zimtsternen, Makronen, Pfeffernüssen und Printen weht verlockend und verheißend durchs Haus. Das ist nichts andere.s als Weihnachtsatmosphäre, vorweihnachtlicher Zauber, wie er sich jedes Jahr in die Stuben und Herzen einschleicht. Da wird es höchste Zeit, Wunschbriefe an den Weihnachtsmann zu schreiben, wenn er sie noch erfüllen soll. P. B. Vornoiizen Tageskalender für Dienstag. Ortsgruppe Gießen-Süd: 19.15 Uhr Antreten der Politischen Leiter an der Geschäftsstelle zum Marsch nach Annerod zur Feier der Wintersonnwende, ff un> HI.: Wintersonnwende auf dem Schiffenberg. — Gloria-Palast (Seltersweg): „An der blauen Adria". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Heimweh". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 19 Uhr Weihnachts - Kunstausstellung im Turmhaus am Brand. — Weihnachtsmarkt auf Oswaldgarten. BOM- u. ZM. Untergau 116, Gießen Dienstbefehl! Die Mädel der Gießener Grgppen treten am Dienstag, 21. Dezember, um 20.1-5 Uhr, am Lud- wigsplatz zur Sonnwendfeier an. BOM.-Untsrgau 116. Velr.: Werkschar. Der angesetzte Uebungsabend für die Werkschar am Dienstag, 21. Dezember, fällt aus. Der Weihnachtsdienst der Post. Für den heiligen Abend und für die beiden Weihnachtsfeiertage ist für den Postdienst in Gießen folgendes bestimmt worden: Freilag, 24. Dezember. Schalterdienst: Bis 16 Uhr, wie werktags, ab 16 Uhr nur Telegramme und Gespräche bis 21 Uhr beim Postamt I und bis 18 Uhr bei der Stadtpost. Annahme von Einschreibbriefen bis 19 Uhr beim Postamt I und bis,18 Uhr bei der Stadtpost. Briefkastenleerung: Wie werktags; die beiden letzten Leerungen fallen aus. Orts-Briefzustellung: Wie werktags; die dritte Zustellung fällt aus. Orts-Geldzustellung: Wie werktags. Orts-Paketzustellung: Falls ausreichend eine Vormittagszustellung, bei starkem Verkehr eine zweite Zustellung. Land-Zustellung: Wie werktags. Verzollung der Weihnachtspo st sen- dun gen (Abfertigung beim Hauptzollamt): Wie werktags. Samstag (1. Weihnachlslag), 25. Dezember. Schalterdienst: wie an Sonntagen. Briefkastenleerung: wie Sonntags; Frühleerung um 5.45 Uhr. Orts-Briefzu st ellung: rvie Sonntags. Orts-Geldzu ft ellung: keine. Orts-Paketzu st ellung: Vormittags-Zustellung. Land-Zustellung: Brief- und Paketzustellung nach allen Orten. Verzollung der Weihnachtspo st sen- dun gen (Abfertigung beim Hauptzollamt): 8.30 bis 11 Uhr. / Sonntag (2. Weihnachtstag), 26. Dezember. Schalterdienst und Briefkastenleerung: wie Sonntags. Der gesamte übrige Postdienst (ausgenommen selbstverständlich der Telegramm- und Fernsprechdienst) fällt aus. Geschäftsverkehr an den Weihnachisfeiertagen. Wichtige Hinweise von der polizeidirekiion G'eßen. Im Handelsgewerbe dürfen offengehalten werden: Bäckereien nur am ersten Feiertag von 14 bis 17 Uhr; Konditoreien an beiden Feier- \ tagen von 14 bis 17 Uhr; Blumenhandlungen und Gärtnereien (als Handelsbetrieb) nur am 1. Feiertag von 9 bis 13 Uhr; das Austragen von Blumen ist bereits von 9 Uhr ab gestattet; Friedhofsgärt- nereien nur am 1. Feiertag von 8 bis 12 Uhr; (am 2. Weihnachtsfeiertag ist jeder Gewerbebetrieb in den Blumengeschäften, Gärtnereien und Friedhofsgärtnereien untersagt); Milchhandlungen, jedoch nur zum Verkauf von frischer Milch und Sahne, von 8 bis 11 Uhr; Speiseeis- und Cafewirtschaften für den Verkauf von Speiseeis über die Straße von 10 bis 19 Uhr; Verkauf von Obst, Blumen, Backwaren (Brezel, Salzstengel, Mohnstengel, Zwieback, Hartekuchen und Makronen), Süßigkeiten, Kastanien und Speiseeis auf öffentlichen Straßen und Plätzen, jedoch nur von einem festen Stand aus, von 11 bis 19 Uhr; Vrkauf von Brezeln, Salzstengeln, kleinen Backwaren, Süßigkeiten, Kastanien und Blumen in Wirtschaften hausierend von 11 Uhr bis zu der für Gaststätten gültigen Polizeistunde; Zeitungsgroßhandlungen am ersten Feiertag von 6 bis 10 Uhr; Verkauf von Druckschriften auf öffentlichen Straßen und Plätzen und in Wirtschaften hausierend von 6 bis 23 Uhr. In Industrie und Handwerk darf gearbeitet werden: Bäckereien uxid Konditoreien am 2. Feiertag während einer Stunde in der Zeit von 4 bis 21 Uhr zur Vorbereitung des Werktagbetriebes; Blumen- und Kranzbindereien am 1. Feiertag von 8 bis 13 Uhr; in Werkstätten für Kraftfahrzeuge dürfen Gefolgschaftsmitglieder über 18 Jahre an allen Sonn- und Feiertagen mit dem Abschleppen und Bergen beschädigter Fahrzeuge, dem Ein- und Ausfahren der Fahrzeuge und mit der Wiederherstellung deren Fahrbereitschaft unter j besonderen Bedingungen, die bei der Polizeidirek- | tion (Genurbeabteilung) zu erfahren sind, beschäf- i tigt werden; Einstellhallen für Kraftfahrzeuge — ■ Garagen — sowie Tankstellen zur Abgabe von Be- i triebsstoffen, Ersatzteilen und Zubehör für Ära ft» j fahrzeuge unbeschränkt; Photographengewerbe am 1. Feiertag von 11 bis 15 Uhr; Molkereien und Milchgroßhandlungen zur Belieferung der Kundschaft mit frischer Milch und Sahne von 8 bis 12V2 Uhr; Friseurgewerbe am 1. Feiertag von 9 bis 12 Uhr; Badeanstalten bis 13 Uhr. Innerhalb der zulässigen Geschäfts- und Betriebszeiten dürfen Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter beschäftigt werden. Oer Ladenschluß am Heiligen Abend. Am 2 4. Dezember dürfen offene Verkaufsstellen nur bis 17 Uhr geöffnet sein. Eine Ausnahme besteht lediglich für Verkaufsstellen, die ausschließlich oder überwiegend Lebensrnittel, Genuß- mittel oder Blumen verkaufen. Derartige Verkaufsstellen dürfen bis um 18 Uhr für den geschäftlichen Verkehr offengehalten werden. Die beim Ladenschluß schon anwesenden Kunden dürfen noch bedient werden. Die Vorschriften gelten auch für Verkaufsstellen von Konsum- und ähnlichen Vereinen, ; für solche auf Eisenbahngelände und für das gewerbsmäßige Feilbieten außerhalb offener Verkaufsstellen. Sie gelten nicht für Apotheken, für den Marktverkehr, den Handel mit Christbäumen und , den Verkauf von Waren aus selbsttätigen Verkaufseinrichtungen (Warenautomaten), die von dem Inhaber einer zum dauernden Betrieb eingerichteten offenen Verkaufsstelle in räumlichen Zusammenhang mit dieser ausgestellt und in denen nur Waren feilgeboten werden, die auch in der offenen Verkaufsstelle selbst geführt werden. Ladenschluß?« t auf 20 Uhr verlängert. Am 21., 2 2. und 2 3. Dezember hat die Polizeidirektion Gießen die Ladenschlußzeit auf 20 Uhr verlängert. Für den Betriebsführer ist es wichtig, dabei zu beachten, daß dem Personal die Ueberstunden bezahlt werden und die Teilnahme an der Julfeier nicht verweigert wird. Außerdem ist den Gefolgschaftsangehörigen Gelegenheit zu geben, in betriebsarmen Stunden Weih-, nachtseinkäufe zu tätigen. Ein schöner Abend bei der „Artille» isten-Familie" Brechtel. In unserer Artillerie-Kaserne stand am gestrigen Montagabend wieder eine Weihnachtsfeier im Vordergründe des Geschehens. Diesmal hatte sich die 8. Batterie des Hauptmanns und Batteriechefs Brechtel mit einigen Gästen zu einer Feier vereinigt, die eine echte, rechte Soldaten-Weihnacht war. Nach stimmungsvoller musikalischer Einleitung durch die aus Kanonieren der 8. Batterie bestehende Hauskapelle und gemeinsamen Liedgesang wurden zunächst durch die Verlesung eines Kriegsbriefes eines gefallenen Studenten die Gedanken der aktiven Männer, aber auch die Erinnerungen der als Gäste teilnehmenden einstigen Weltkriegkämpfer zurückgelenkt auf jene große Zeit von 1914 bis 1918, als deutsche Soldaten unserer Zeit ihre Weihnacht vor dem Feinde begingen. Dann sprach Hauptmann Brechtel zu seinen Männern. Zunächst konnte er etliche Beförderungen bekanntgeben. Dann gedachte er in geziemenden soldatischen Worten des an diesem Tage verstorbenen großen Soldaten und genialen Feldherrn Ludendorff, dessen Vorbild als Soldat und Heerführer allezeit bei den deutschen Soldaten lebendig sein wird.-Stehend gedachten die jungen und die alten Soldaten in einer Minute des Schweigens des. großen Toten. Hierauf sprach der „Vater der Batterie", wie Hauptmann Brechtel mit Stolz auf seine Männer sich nannte, zu seiner „Artilleristen-Familie Brechtel" über den hohen Sinn der deutschen Weihnacht und insbesondere über die für den Soldaten gerade auch unter diesem Blickpunkt wichtige Forderung der steten Kameradschaft und der Mannestreue. Eindrucksvoll unterbrich der Batterie-Vater feine Worte durch die Einschaltung einiger Erinnerungen aus der Zeit, da er selbst im Weltkrieg Weihnachten vor dem Feinde mitfeierte. Mit dem Gruß und dem Treuegelöbnis an den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht Adolf Hitler schloß Hauptmann Brechtel seine beherzigenswerten Worte an alle Angehörigen seiner Batterie. Mit weihnachtlicher Musik und gleichem Gesang schloß der ernste Teil des Abends ab. Nunmehr trat der Frohsinn seine Herrschaft an. Lustige Vorträge und Gesänge von Männern der Batterie, eine humorgewürzte Batterie-Zeitung, schmissige Musik und noch mancherlei andere Beisteuer aus dem Reiche des Frohsinns bereicherten die Unterhaltung dieser Soldaten-Weihnacht, bis gegen Mitternacht der schöne Abend seinen Abschluß fand. Sonnwendfeier der ff und der HI. auf dem Schiffenberg. Gemeinsam begehen am heutigen Dienstagabend die ff und HI. die Feier der Wintersonnwende auf dem Schiffenberg. Der Abmarsch der Teilnehmer erfolgt um 20.15 Uhr von der Universität aus. Die Feier aus dem Schiffenberg beginnt gegen 21.30 Uhr. lauber bestürmen Straßenbahn und Eisenbahn. Unsere Straßenbahn hat heute, besonders auf der roten Linie, einen großen Tag. Die Soldaten konnten heute ihren Weihnachtsurlaub antreten und machten sich schon zu früher Stunde auf den Weg. Zahlreiche Kameraden benützten sogar schon die Nachtzüge. Keinem kam es daraus an, mit dem Das \ \ Sdiöimeitsrg^pfr \ Koffer in der Hand schon zu nächtlicher Stunde den weiten Weg von der Waldkaserne ober der Artilleriekaserne bis zum Bahnhof zu Fuß zurückzulegen. Als dann aber kurz nach 6 Uhr früh die Straßenbahnwagen unterwegs waren, wurde selbstverständlich die Straßenbahn benützt. Die Leitung der Straßenbahn mußte sich bald dazu entschließen, jeden Straßenbahnkurs der roten Linie mit zwei Wagen fahren zu lassen, so daß sich an den lieber- holstellen der roten Linie jeweils vier Wagen begegneten. Am Marktplatz sah man infolgedessen für die kurze Umsteigepause jeweils sechs Wagen halten. Die Wagen waren sämtlich sehr stark besetzt. Selbstverständlich ging es im Bahnhof schon zu früher Stunde zu, wie in einem Bienenstock an schönen Sommertagen. Verbilligung von Brotaufstrichmitteln. LPD. Die Hauptoereinigung der Deutschen Gartenbauwirtschaft veröffentlicht zur vierten Verbilligungsaktion eine Anordnung über die Verbilligung von Brotaufstrichmitteln im Wirtschaftsjahr 1937/38. Danach umfassen die verbilligten Erzeugnisse Vierfruchtmarmelade, gemischte Marmelade, Erdbeer-Aepfelmarmelade und Himbeer- Aepfelmarmelade. Als Gelees fallen darunter Apfel- nachpreffegelee, Apfelgelee mit Erdbeersaft und Apfelgelee mit Himbeersaft. Des weiteren werden genannt Pflaumenmus, Apfelkraut und Rübenkraut. Weiter wird der Kreis der bezugsberechtigten Abnehmer festgesetzt und ebenso die Kleinver- kausspreise. Diese lauten je V2 Kilogramm für Rübenkraut 18 Pf., für Pflaumenmus 28 Pf., für Vierfruchtmarmelade, gemischte Marmelade, Apfel- nachpressegelee und Apfelkraut 32 Pf., Erdbeer- Mlnanien-Komödie Vornan von Horst Biernaih. 11 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Zanten legte beide Arme aus den Tisch und starrte eine Weile eindringlich auf Humphreys Krawatte. „Na, schön!" brummte er schließlich mit abgrundtiefem, unerschütterlichem Baß. „Selbst wenn es so wäre, wie Sie sagen, Humphrey, dann verstehe ich noch immer das eine nicht: Was bezwecken Sie nun eigentlich mit Ihrer Anwesenheit an Bord?" Auf diese an sich durchaus berechtigte Frage wußte Humphrey keine Antwort. Seine Augen irrten ratlos und hilfesuchend über die Philosophenreihe in Zantens Bücherei, aber auch die Weisen aus dem Abendland schwiegen. „Im übrigen aber, mein lieber Junge", fuhr Onkel Paul in tiefen Tubatönen fort, „ist der mutmaßliche Täter in der Person eines gewissen John Daniels bereits verhaftet worden. Jawohl! Vor einer halben Stunde, als Sie vermutlich Ihr Extrablatt kauften, habe ich diese letzte Meldung bereits durch den Polizeisunk erhalten. Die Polizei steht nämlich mit den Funkstationen der auslaufenden Schisse aus leicht erklärlichen Gründen in Verbindung." Eine ganze Zeitlang sah Humphrey so aus, als ob er furchtbar auf die Bretter geschickt worden sei und glatt ausgezählt werden würde. Aber er war ein zäher Bursche und kam nach drei, tiefen Atemzügen wieder hurtig auf die Beine. „Irrtum! Glatter Irrtum der Polizei! Fehlmeldung! Rein- fall!" sprudelte er. „Den Mutmaßlichen Täter' verhaftet? Damit macht man mich doch nicht dumm! Diese Methoden der Polizei sind zu bekannt. Beruhigungspillen fürs Publikum: Seht her, wie tüchtig wir sind? Schlafen Sie ruhig weiter, meine Herrschaften! Mutmaßliche Täter' ... Es ist zum Lachen! Und selbst wenn die Polizei tatsächlich glaubt, den richtigen Mann erwischt zu haben — ich weiß es besser! Und überhaupt wäre das nicht der erste Irrtum, der der Polizei unterlaufen ist!" „Natürlich: Weshalb sollte sich nicht auch die Polizei mal irren?" Zanten fuhr sich mit zwei Fingern in den Kragen herein. Er wiegte sich in den Schultern, und es war unverkennbar, daß ihm das ganze Thema äußerst lästig war. „Aber schließlich, Humphrey, sagen Sie selbst: Was geht uns dieser faule Zauber denn eigentlich an? Ich bin kein Polizist! Und Sie sind, soviel ich weiß, doch auch keiner?" Diese Frage konnte Humphrey natürlich nicht mit einem Ja beantworten. „Mich interessiert eben der Fall an sich", entgegnete er eigensinnig, „nehmen Sie meinetwegen an: aus Sport. Es gibt langweiligere und verrücktere Sportarten als diese." „Zum Beispiel Golf!" sagte Onkel Paul eifrig und froh, ein neues Stichwort erhalten zu haben. „Ich sage ja nichts dagegen, wenn die Jugend Golf spielt; aber daß sich Männer in meinem Alter noch mit diesen verdammten Knüppeln die Beine zerschlagen, das finde ich wirklich idiotisch. Neulich sah ich in einer Zeitung ein Bild vom alten Rockefeller. Der lernte es wahrhaftig auch noch!" „Gewiß, gewiß!" meinte der junge Mann zerstreut. Er hatte sich erhoben, war ans Bullauge getreten und sah den Hasen in der Ferne schwinden; den großen, schweigenden Wächter des Kaps deckte die Rauchfahne der „Catharina" zu. „Hören Sie, Onkel Paul", sagte er plötzlich, „ich nehme eine Kabine! Vorläufig bis Lüderitzbucht oder Swakop- mund..." „Wird schlecht gehen, Humphrey. Dieses Mal nehmen wir direkten Kurs auf Freetown, berühren dann Teneriffa und schwimmen von dort schlankweg auf Amsterdam." „Dann also in Gottes Namen bis Amsterdam." „Und alles wegen dieses einen Kerls?" „Ja!" Aber das Ja hatte, so unbedenklich und forsch es herauskam, doch gewisse Obertöne. Kapitän Zanten trat neben Humphrey hin. Ein kleiner Dampfer lief schnaubend an der „Catharina" vorüber, einer jener kleinen Klapperkästen, die unermüdlich die Niederlassungen an der Küste mit Rasierklingen, Tabak, Schnaps und Baumwollhemden versorgen. „Noch haben Sie Zeit umzukehren, Humphrey! Es kostet mich ein Signal und drei Minuten Aufenthalt, urti Sie ausbooten zu lassen..." „Kommt gar nicht in Frage? Ich bleibe hier!" * Zanten trat seufzend vom Fenster ab. Er ging mit kurzen, schwingenden Schritten auf und nieder, den Kops gesenkt, die Hände auf dem Rücken verschränkt. „Ich will Ihnen ein Geheimnis verraten, Humphrey!" sagte er nach einer Weile, und es war ihm anzumerken, wie schwer es ihm wurde, diese Indiskretion zu begehen. „Vielleicht werden Sie dann doch Ihren Entschluß ändern, solange es noch Zeit ist; wir drücken uns nachher nämlich kräftig aus der befahrenen Route heraus... Unnötig, Ihnen lange zu erklären, Humphrey, daß diese Geschichte strengstens unter uns bleiben muß?" „Selbstverständlich, Onkel Paul!" „Also kurz und gut: Martini kann gar keine Diamanten gestohlen haben, weil nämlich' in den Kosfern, die die Banditen bei dem heutigen Ueber- fall erbeutet haben, gar keine Diamanten drin waren! Verstehen Sie?" „Versteh' ich beim besten Willen nicht." „Es war nur ein Scheintransport, Humphrey — ein Manöver der Minerva-Mine, um irgendwelche Banditen, die es auf den Transport abgesehen hät- j ten, abzulenken. Begriffen? Der richtige Transport j hat in aller Stille ganz woanders stattgefunden und ist glücklich gelungen." „Teufel ja, das ift eine tolle Geschichte! Das sind raffinierte Köpfchen, die das ausgetüftelt haben... Alle Ächtung! Nun ja — aber wo findet der eigentliche Transport statt?" „Keine Ahnung." s Humphrey sah den Kapitän lauernd an, er zog die Unterlippe durch die Zähne. Zanten trommelte in den Hosentaschen gegen feinen Bauch. Er drehte sich um, ging zu einem kleinen Wandschrank aus Ebenholz mit eingelegtem Perlmutter, öffnete ihn, wählte von den vielen Flaschen, die er enthielt, einen Dänischen Korn und goß sich ein großes Spitzglas ausgewachsen voll. „Trinken Sie einen mit, Humphrey?" „Nein, danke." „Brr — tut gut ... Also was ist nun, Humphrey? Halte ich den nächsten Kahn, der uns begegnet, an oder nicht?" Humphrey leckte sich die Lippen blank. Sein Blick wich Zanten aus und blieb nach kurzer Irrfahrt auf seinen eigenen Händen hängen — Händen übrigens, denen man ansah, daß er der erste Timperly war, der sie durch Wildlederb^kleidung vor Witterungseinflüssen schützte. „Ich habe verschiedene Gründe, Onkel Paul, an Bord zu bleibm", sagte er schließlich mit einem etwas verlegenen Grinsens ,^Jch werde also an Bord bleiben, falls Sie nicht die Absicht haben, mich den Haien zum Fraß vorzuwer» sen." Kapitän Zanten machte ein Gesicht, als wären diese letzten Worte zum mindesten überlegenswert; dann schickte er sich mit einem Seufzer in Humphreys Willen. „Ich weiß zwar nicht recht, wie Sie das anstellen wollen, mit dem Kragen und den Socken, die Sie gerade anhaben — und wahrscheinlich -mit drei Schilling in der Tasche ..." „Wie hoch ist mein Kredit bei Ihnen, Onkel Paul?" fragte Humphrey kühn. „Unbeschränkt! Ich weiß, was die Timperlys wert sind." „Na, dann pumpen Sie mir vorläufig zehn Pfund! Später hol ich mehr ab." „Geld wie Geld, mein Junge — aber meine Kragennummer dürfte Ihnen ein bißchen zu weit sein; und wenn ich Ihnen auch gern mein Ra- sierzeug ausleihe, so bin ich doch überzeugt, daß Sie gegen den gemeinsamen Gebrauch einer Zahn- bürste Protest einlegen werden." Humphrey schüttelte sich leicht, aber er gewann seine Fassung rasch wieder. „Ach, es wird schon irgendwie gehen!" sagte er mutig. „Irgend jemand an Bord wird doch beispielsweise einen Reservekragen meiner Nummer und eine unbenutzte Zahnbürste übrig haben ... Also: Wo bringen Sie mich nun unter?" Kapitän Zanten griff sich an den Kopf. „Verdammt und verflucht!" knurrte er. „Es ist ja nur noch ein einziges Bett an Bord frei!" „Ich bin es auch nicht gewöhnt, in mehreren Betten zugleich zu schlafen", witzelte Humphrey. Onkel Paul maß ihn mit einem langen Blick. „Ihnen wird sofort weniger scherzhaft zumute fein", sagte er leicht verdüstert. „Dieses einzige freie Bett nämlich steht in der Salonkabine — und die hab' ich vor ’ner Viertelstunde Ihrem Freund Martini überlassen!" Humphrey schnappte hörbar nach Luft. „Mit einer Hängematte in unserem Mann- schaftsraum werden Sie ja wohl kaum zufrieden sein?" mutmaßte Zanten. „Es bleibt uns also nur eins übrig: mit Martini in Verbindung zu treten. Ich bin überzeugt, der Mann läßt mit sich reden und tritt. Ihnen ein Bett in feiner Kabine ab.** _ (Fortsetzung folgt) Aepfelmarmelade, Apfelgelee mit Erdbeersaft und Apfelgelee mit Himbeersaft 42 Pf. und Himbeer- Apfelmarmelade 45 Pf. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 21. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse B 12, ausländische 11, Wirsing, Vi kg 10 bis 12, Weißkraut 7 bis 8, Rotkraut 7 bis 12, gelbe Rüben 10 bis 12, Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10, Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25 bis 28, Feldsalat, Vio 8 bis 10, Tomaten, V» kg 40 bis 45, Zwiebeln 8 bis 9, Meerrettich 30 bis 60, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 1. Sorte 3,45 Mark, 2. Sorte 3,25, 3. Sorte 3 Mark, Aepfel, Vs kg 10 bis 20 Pf., Birnen 10 bis 15 Pf., Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 85 bis 90 Pf., Gänse 1 bis 1,15 Mark, Blumenkohl, das Stück 10 bis 50 Pf., Salat 8 bis 25, Endivien 8 bis 12, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 10 Pf. * LPD. AenderungderPrüfungsbeftim- mungen im Veterinärdienst in Hessen. Durch Verordnung des Reichsstatthalters in Hessen wird bestimmt, daß die bisherige Vorschrift in den Bedingungen für den Staatsdienst im Veterinärfach (§ 2 Abs. 6 vom 22. Januar 1924) aufgehoben wurde, die besagte, daß zur Prüfung nur Bewerber zugelassen werden, welche u. a. „die Prüfung für Tierzuchtinspektoren bestanden haben". ** Nikolaus-Abend der Vogtschen Handelsschule. Am Samstag versammelte die Vogtsche Privat - Handelsschule, wie man uns berichtet, die Schülerinnen und Schüler- zu einem Nikolaus-Abend nn Katholischen Vereinshaus. Der ganze Abend stand im Zeichen des Rundfunks. Der „Reichssender Gießen" brachte ein vollständiges Tagesprogramm vom Morgenspruch bis zur Nachtmusik. Neben musikalischen und humorvollen Darbietungen wechselten Vorträge und Kurzszenen miteinander ab. Die Sportansage konnte von guten turnerischen Leistungen berichten. Schulleiter, Diplom - Handelslehrer H e y d e r, sprach zu den 'Eltern und Schülern über das Thema „Leistung in Schule und Praxis". Nach einem unterhaltsamen Spiel besuchte der gutgelaunte Nikolaus, reichbeladen mit Sündenregistern und Päckchen, die Teilnehmer des Abends. Zur bunten Nachtmusik der Kapelle Einbrodt wurde dann eifrig getanzt. Zum (Sattenmord Krollmann. Der Täler begeht Selbstmord. — Eine weitere Verhaftung. D a r rn st a d t, 20. Dez. (Lpd.) Die Iustizpresse- stelle Darmstadt teilt mit: „Der am 22. November unter dem Verdacht des Mordes an seiner Ehefrau in Untersuchungshaft genommene Jakob Kroll- mann aus Sprendlingen (Rheinhessen) hat sich im Gerichtsgefängnis in Mainz durch Selb st mord der irdischen Gerechtigkeit entzogen. Einige Tage' zuvor hat Krollmann eingestanden, seine Frau planmäßig und unter Vorbedacht getötet und-zur Vernichtung der Tatspuren den bereits in einem früheren Pressebericht mitgeteilten Kraftwagen. Unfall vorgetäuscht zu haben. Von einem bereits zu Pfingsten gefaßten früheren Mordplan hatte der Täter zunächst Abstand genommen, weil er seine Entdeckung befürchtete. Zwischenzeitlich ist nunmehr auch die an der Zerrüttung des ehelichen Verhältnisses beteiligte Maria Les k e unter dem Verdacht der Beihilfe zum Mord in Haft genommen worden. Krollmann unterhielt zur Leske Beziehungen, die nicht ohne Folgen geblieben sind, und hatte für den Fall des Gelingens seines Mord» planes Heiratsabsichten." Rundfunkprogramm TNillwoch, 22. Dezember. 6 Uhr: Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Früh- konzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkskonzert. 10: Schulfunk. Modranicht, die Nacht der Mütter. Hörfolge. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Gaunachrichten. 11.45: Deutsche Scholle. Honigkuchenduft zieht durch das Haus. 12: Mittaaskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Die Geige lockt — die Geige weint — — (Schallplatten). 15: Volk und Wirtschaft. Die Werkstätten des Weihnachtsmannes. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Lieder und Klavierstücke von Julius Weismann. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten 19.10: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 21.15: Hochschwarzwälder Weihnachtslegende. 22: Nachrichten. 22.20: Kamerad, wo bist du? 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 1: Nachtkonzert. Briefkasten der Redaktion. R. R.» Vleichftraße. Wenden Sie sich an die Industrie- und Handelskammer in Gießen. Dort erhalten Sie alle gewünschten Aufschlüsse. Aus den Gießener Gerichtssäten • Fwd. Die Reichsstelle für Tiere und tierische Er» zeugnisse läßt durch Viehhändler und Viehgenossen- d i g k e i t von dem eingehalten werden muß, der in eine Hauptstraße einbiegen oder diese überque- Wirtschaft. Futtermttel zur Sckweinelieferunqsaktion 1938 chelheim. Dort geriet er beim Ueberholen eines Kuhfuhrwerks nach links auf das Bankett und fuhr so dicht an einem dort mit seinem Fahrrad stehenden Passanten vorbei, daß dieser zurücktaumelte und nur durch energisches Zupacken anderer-Passanten davor bewahrt blieb, in die Bieber zu stürzen. Obwohl man annehmen sollte, daß der Angeklagte durch die- sen Vorfall gewarnt sei, ließ er sich kaum acht Tage später ein neues, diesmal schwereres Unglück zuschulden kommen. Er war mit seinem Wagen auf einem Lagerplatz in der Nähe von Heuchelheim und schickte sich gerade an, von dort auf die Straße Rodheim—Gießen,herauszufahren, um nach rechts in Richtung Gießen abzubiegen. Im gleichen Augenblick kam ein mit 2 Personen besetztes Motorrad aus Richtung Rodheim. Der Motorradler versuchte, an dem etwa auf halber Höhe des Fahrdamms sich befindlichen Wagen des Angeklagten vorbeizukommen. Dabei streifte er aber den Wagen noch so stark, daß er zu Fall kam und infolge dieses Unfalls ein Bein verlor. Der Soziusfahrer wurde gleichfalls erheblich verletzt. In der gestrigen Hauptoerhandlung wandte der Angeklagte ein, infolge der Unübersichtlichkeit der Ausfahrt habe er den Verletzten erst wahrnehmen können, als er sich bereits auf der Mitte der Straße befand. Er habe dann auch sofort abgestoppt, jedoch den Zusammenstoß nicht mehr verhindern können. Demgegenüber sagte der Verletzte aus, daß der Wagen des Angeklagten wohl langsam herausgekommen fei, jedoch von ihm erst spät habe bemerkt werden können, daß er nicht mehr in der Lage war, abzustoppen. Das Gericht kam zur Bejahung der Schuldfrage, weil der Angeklagte gerade infolge der Unübersichtlichkeit der Auslahrt noch vorsichtiger zu Werke gehen und sich erst vergewissern mußte, ob auf der Straße von links ein Fahrzeug nahte. Im Übrigen war dem Angeklagten ganz genau bekannt, daß die Straße an dieser Stelle ausgesprochen stark belebt ist, und er hätte diesem Umstand in größerem Maße Rechnung tragen müssen. Mit Rücksicht auf die Schwere der Verletzungen hielt das Gericht eine exemplarische Freiheitsstrafe für notwendig und erkannte auf 6 Wochen Gefängnis und 20.— Reichs- mark Geldstrafe. Büdingen bauteinneues Schwimmbad. LPD. Büdingen, 18. Dez. Die Ratsherren der Stadt Büdingen nahmen Kenntnis von dem Projekt der Erbauung eines Schwimmbades. Mit der Rentkammer wurde ein Vertrau auf 99 Jahre wegen Überlassung des Geländes abgeschlossen. mehr auf einen kleineren Gang herunterzuschalten, als zu wenig." Denn der Verkehrsbeamte hat nach den neuen Bestimmungen die Anweisung und Pflicht, in jeden Uebertretungsfall rücksichtslos einzugreifen. Da die neue Verordnung Zusatzbestimmungen in Einzelfällen zuläßt, ist es jetzt ganz in die Hand der Kraftfahrer gegeben, entweder gewissenhaft gerade diese Bestimmung zu erfüllen, oder andernfalls schärfere Gebote herauszufordern. Der nationalsozialistische Staat hat mit Rücksicht auf die Wirtschaftlichkeit der Kraftfahrzeughalt^ng vorläufig'auf die Vorschrift verzichtet, die Fahrzeuge vor dem Einbiegen in eine Hauptstraße oder vor ihrer Ueberquerung ganz zum Halten bringen und erneut anfahren zu lassen. Um aber wirkungsvoll das Leben und die Gesundheit vieler Volksgenossen und wertvolles Material zu schützen, wird — wenn eine bemerkenswerte Besserung in der Fahrweise nicht eintritt — der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei nicht davor zurückschrecken, ein generelles Haltegebot vor Hauptstraßen anzuordnen. Es wird aber von jedem Volksgenossen im nationalsozialistischen Staat in Zukunft so viel Disziplin im Straßenverkehr erwartet, daß die Unfälle auf ein erträgliches Maß Furückgehen. Beschränkungen Der Geschwindigkeit unter 40 Kilometer je Stunde dürfen im übrigen nur für einzelne Straßen, nicht aber mehr für ganze Ortschaften angeordnet werden. Die neue Straßenverkehrs-Ordnung. Unser Berkehrsfachmann hat das Wort. _ Das Jahr 1938 werden jetzt Die Vorschriften über Die Durchführung der Futtermittelbelieferung im Rahmen dieser Aktion veröffentlicht. Die Re-ichs- stelle für Getreide, Futtermittel und sonsttge landwirtschaftliche Erzeugnisse stellt über einen Futter- mittelverteiler den Mästern je Schwein 250 Kilogramm Mais und 100 Kilogramm Zuckerrübenschnitzel zusätzlich zur, Verfügung. Die Auswahl Der Futtermittelverteiler, über die allein diese zusätzlichen Mengen verteilt werden, .soll nach Den jetzt veröffentlichten Vorschriften so erfolgen, Daß Die Futtermittel Den Mastern möglichst günstig geliefert werden können. Unter diesem Gesichtswinkel Gin Wort zur Fahrgeschwindigkeit. Zur Einleitung Der Straßenverkehrs - Ordnung wird im § 1 Der allgemeinen Vorschriften Die Grundregel ausgestellt, daß j e D e r Teilnehmer am öffentlichen Straßenverkehr sich so zu verhalten hat, Daß Der Verkehr nicht gefährDet wird. Damit ist schon angeDeutet, Daß zum Beispiel die Kraftfahrzeuge sich nicht rücksichtslos ihren Weg vor Den anderen Fahrzeugen oder Wegebenutzern erzwingen und mit einem sinnlosen Tempo durch Die Straßen brausen Dürfen. Bei einem so unDisziplinierten Verhalten ist der Fahrer wohl kaum in Der Lage, Der Grundregel gerecht zu werden. Er hat vielmehr, so schreibt es der §9 Der StVO, vor, Die Fahrgeschwindigkeit so einzurichten, daß er jederzeit in Der Lage ist, seinen Verpflichtungen im Verkehr Genüge äu leisten und Daß er Das Fahrzeug nötigenfalls rechtzeitig anhalten kann. Das gilt übrigens nicht nur für Kraftfahrzeuge, fonDern schlechthin für alle Fahrzeuge, auch für FahrräDer und Pferdefuhrwerke. Es muß für jeden Selbstverständlichkeit werden, daß an unübersichtlichen Stellen und Eisenbahnübergängen in Schienenhöhe besonders vorsichtig, D. h. langsam gefahren wird. Keine Festsetzung einer Höchstgeschwindigkeit. Eine besondere Festsetzung einer Höchstge- schwindigkeit ist auch in der neuen Verordnung mit Rücksicht auf die notwendige flüssige Fahr- weise nicht vermerkt. Nicht zuletzt hat man aber vor der Festsetzung einer Höchstgeschwindigkeit abgesehen, um an das Verantwortungsbewußtsein Der Fahrer zu appellieren, Die immer und stets Darauf bedacht sein müssen, jeder auftretenden kritischen Lage gerecht zu werden. Die neuen Bestimmungen über Die Fahrgeschwindigkeit bedeuten jedoch gegenüber den alten einen großen Schritt vorwärts. Ausdrücklich wird nämlich vorgeschrieben, daß eine mäßige Geschwin - wird der Futtermittelverteiler, den die Viehhändler ober Viehgenossenschaften der Reichsstelle Vorschlägen, feinen Wohnsitz in einer Eisenbahnempfangsstation haben müssen, und zwar in einer solchen. Daß Den Mästern- Die Abholung Der Futtermittel durch Fuhrwerk zugemutet werden kann. Außerdem soll er so viele Mäster betreuen, daß mindestens eine volle Waggonladung Mais und möglichst auch eine solche Zuckerrübenschnitzel zusammenkommt. Mein-Mainische Börse. Mltagsbörse welker still. Frankfurt a. M., 20. Dez. Die Börse hatte auf allen Gebieten sowohl des Aktien-, wie auch des Rentenmarktes weiterhin nur sehr kleine Umsätze. Man rechnet für Den Rest dieser Woche angesichts der bevorstehenden Feiertage kaum noch mit einer Ausweitung der Geschäftstätigkeit. Es lagen weder nennenswerte Kaufaufträge, noch besondere Abgaben vor, zumeist hatten die geringfügigen Abweichungen am A ktienmarkt mehr oder minder zufälligen Charakter. Indessen mar Die Grundtendenz nicht unfreundlich, was sich auch in meist leichten Besserungen oder zumindest voll behaupteten Kursen ausdrückte. Veränderungen über Den Durchschnitt von Prozentbruchteilen hinaus hatten lediglich Holzmann mit 151 <(149,50), Reichsbank mit 205 (204), anderseits Süddeutsche Zucker mit 212 (213). Am Montanmarkt blieben Verein. Stahl mit 112,13 voll behauptet, Mansfelder zogen auf 160,25 (159,50) an, während Hoesch und Mannesmann je 0,50 v. H. abbröckelten. Die Farben-Aktie lag mit 154 unverändert, ebenso u. a. AEG. mit 116,13. Westdeutsche Kaufhof mit 57, VDM. mit 166,65 und Mainkraft mit 95,75. Sonst notierten vorläufig Licht und Kraft mit 140,50 (141), Rheinmetall mit 142,13 (142,50) und Moenus mit 120,50 (120,25). Etwas Publikumsinteresse schien weiter in Bankaktien zu bestehen. Von Renten kamen Reichsaltbesitz 0,25 v. H. fester mit 129,50 zur Notiz. Kommunal-Umschuldung waren um 5 Pf. erholt auf 94,65. Nicht ganz behauptete Kurse hatten späte Schuldbuchforderungen mit 99,25 (99,40) und 4proz. Rentenbank-Ablösung mit 93,13 (93,25). Auch in den unnotierten Industrie-Anleihen beftand eher leichtes Angebot. Von amtlich notierten erhöhten sich 5proz. Röchling auf 102,50 (102), die übrigen waren verändert. Nahezu unverändert lagen ferner Stadtanleihen und Liquidation sp fa ndb ri e fe, für Gold Pfandbriefe und Kommun a l - Obligationen verblieb einige Nachfrage. Auch in der zweiten Börsenstunde hielt die Geschäftsstille in vollem Umfange an, so daß weitere Notierungen kaum mehr erfolgten. Niedriger lagen Reichsbank mit 204,25 nach,205, im übrigen hörte man zumeist Die Anfangskurse fast unverändert. Die erst später notierten Werte hatten eine sehr unregelmäßige Kursentwicklung bei Schwankungen bis 1 v. H. Fest lagen vor allem Betula mit 170 (168,25). Bis zu 1 v. H. höher lagen ferner u. a. Hapag, Aschaffenburger Zellstoff, Conti Gummi und Schuckert, im gleichen Ausmaß leichter u. a. AG. für Verkehr, Berger Tiefbau, Bemberg, Klöckner und Lahmeyer. Junghans nach Pause 123,50 (125). Don Großbanken Deutsche Bank 124 (123,75). Der Freiverkehr war ruhig -und kaum verändert. Etwas leichter lagen Rastatter Waggon mit 51 (52), Growag mit 89,50 (90), dagegen Ufa höher mit 70,25 (69,25). Tagesgeld unv. 2,75 v. H. Abendbörse still. Da auch für die Abendbörse kaum Aufträge ein« gegangen waren, hatte das Geschäft nur sehr kleinen Umfang, und die meisten Der zur Notiz gekommenen Papiere lauteten nominell, wobei aber trotz Der herrschenden Geschäftsstille eine bemerkenswerte Widerstandskraft verblieb. Am Montanmarkt kamen Die Kurse mit Ausnahme von Rheinstabl, Die auf 139,75 (139,25) anzogen, unoeränDert zur Notiz, BuDerus 118, Harpener 170, Mannesmann 114, Deutsche Erdöl 140,75, Stahlverein 112. Don Elektro- ren will. Wichtig Dabei ist, unD Darauf ist streng zu Zeugnisse läßt durch Viehhändler und Viehgenojsen- achten, daß diese Vorschrift in allen Fällen^ schäften mit Mästern Verträge schließen, m denen Gültigkeit hat, ganz gleichgültig, ob auf der Haupt- sich diese zur Lieferung von Schweinen in Den straße anDere Verkehrsteilnehmer sich bewegen oder Monaten August bis November verpflichten. Für nicht. Vom 1. Januar nächsten Jahres ab lautet also das Jahr 1938 werden jetzt Die Vorschriften über für jeden gewissenhaften Fahrer Die Parole: „Vor *■— .«-«.-r.-c—•• allen GinmünDungen in Hauptverkehrsstraßen ober vor ihren Ueberquerungen Gas weg und Den Fuß auf Den Bremshebel; es ist besser, lieber einmal Große Strafkammer Gießen. Der F. C. Hennig aus Vilbel war im Februar dieses Jahres von der Großen (Sträffammer wegen tätlicher Beleidigung zu einer Gefängnisstrafe von vier Monaten verurteilt worden. Die Anklage lautete ursprünglich auf Verführung einer Jugendlichen. Ein schlüssiger Nachweis dieser Tat konnte Dem Angeklagten damals nicht erbracht werden. Auf Die Revision des Angeklagten hob das Reichsgericht dieses Urteil auf und verwies Die Sache zur erneuten Verhandlung an Die Große Strafkammer in Gießen zurisck. Die Verhandlung, Die Die ganze vorige Woche in Anspruch nahm und teilweise in Vilbel, teilweise in Gießen unter Ausschluß Der Öffentlichkeit durchgeführt wurde, führte dazu, daß dem Angeklagten nunmehr auch die Verführung einer Jugendlichen nachgewiesen werden konnte. Das Gericht ging unter diesen Umständen über die in Der ersten Instanz erkannte (Strafe hinaus und verurteilte den Angeklagten zu einer Gefängnisstrafe von sieben Monaten. Kleine Strafkammer Gießen. Der F. K. aus Büdingen war vom Amtsgericht Büdingen wegen Beleidigung zu einer Gefängnisstrafe von 3 Wochen verurteilt worden. Gegen dieses Urteil richtete sich die Berufung des Angeklagten, die geftern vor der Kleinen Strafkammer verhandelt wurde. Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, hinsichtlich einer im öffentlichen Leben in Büdingen stehenden Person, die vor kurzem verstorben ist, behauptet zu haben, daß diese nicht eines natürlichen Todes, sondern durch Selbstmord gestorben sei. In der gestrigen Verhandlung bestritt der Angeklagte, diese Aeußerungen gemacht zu haben. Er wurde jedoch durch die Beweisaufnahme einwandfrei überführt. Das Gericht hielt dem Angeklagten zugme, daß er sich damals in einer bis zu einem gewissen Grade verständlichen Erregung befunden, hat, und erkannte unter Aufhebung des Urteils erster Instanz auf eine Geldstrafe von 100 Reichsmark. Amtsgericht Gießen. Unter der Anklage der fahrlässiges Körperverletzung, sowie Uebertretung Der Reichsstraßenverkehrsordnung in zwei Fällen hatte ^sich der H. G. aus Dutenhofen vor dem Amtsgericht zu verantworten. Der Angeklagte fuhr am 6. Juli 1937 mit einem Lastkraftwagen von Dutenhofen nach Heu- Schönheit schenken! Gute Parfüms, Kölnisch Wasser, verschönende Krems, wohlriechende Seifen und alle anderen Dinge für die Schönheitspflege bietet in reicher Auswahl, zum Teil in reizenden Festpackungen Löwendrogerie / Parfümerie W. Klidinger Aachs. Seltersweg 69 / Gegr. 1897 S.Sich vorm. 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Sturm Gießen, Marktstraße 17 Fernsprecher 2673 werten erhöhtes sich Schuckert um 1 v. 5). auf 173,50, erreichten aber nicht ganz den Berliner Stand von 174. Süddeutsche Zucker glichen ihren Mittagsrückgang von 1 v. H. wieder aus auf 213. Leicht verändert waren noch MAN mit 126,75 (126), Deutscher Eisenhandel mit 147,75 (147,50), Bemberg mit 139 (138,50), Gesfürel mit 143,50 (143,75) und Goldschmidt mit 138,50 (138,75). Unter den voll behaupteten Werten waren neben IG.-Farben mit 153,75 (153,65) noch Bekula mit 170, Demag mit 140, BDM. mit 166,65, Moenus mit 120,50, Holzmann mit 151,50, Scheideanstalt mit 252,50 und Adlerwerke Kleyer mit 107. Am Rentenmarkt herrschte völlige Geschäftsstille. Es notierten 4,5proz. Krupp mit unv. 99,75 und 6proz. IG -Farbtzn mit unverändert 129,65. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 20. Dez. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in KM.: Weizen W 13 209, W16 212, W19 216, W 20 218, Roggen R 12 193, R 15 196, R 18 200, R 19 202 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste—, Futterhafer—. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe Der zuletzt veschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o H., Lombardzinsfuß 5 o H Frankfurt a. M. Berlin Schluß kurs Schlußk. Abendbörse Schlutz- kurs Schluß! Mittag- börie Datum 18.12. 20.12. 18 12. 20.12- 6% Deutsche RelchSanIeihe v. 1927 101,5 101,5 101,5 101,5 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 4K% Deutsche Reichsschatzanwei- 99,25 99,25 99,25 99,25 *ys% Deutsche Reichsschatzanwei- jungen von 1935, II. Folge ... *y,% Deutsche Reichsschatzanwei- jungen von 1936, III Folge .. 99,5 99,4 99,5 99,4 99 99 99,4 —— 6¥i% Doung-Anleihe von 1930 .. 4yt% Hessische Volksstaat von 1929 105,75 105,75 106,1 105,75 — — — 100,13 4¥,% Deutsche Retchspoltschatz von 100,5 100,4 100,5 100,5 19.^4 1 ................. *y,% Deutsche Reichsbahnschah 99,75 99,75 129,6 99,75 129,5 99,75 MkichSsinleihe-Mtbesitt.......... 129 25 129,7 Oö-rhessen ’ Provinz-Anleihe mit p/u4lo( -Reckten............. 138,75 138,75 - 4K% Hess. Lan deSbk. Darmstadl Goldpse. R. 12.............. 99,75 99,-75 — 99,75 5%% Hess. Landes-Hyp.-Bank 101,55 101,6 - _ 4yt% Preuß^ LandeSpsdbr.-Anst. Goldpse. R. 19.............. 100 100 100 99 100 4H% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4%% Darmstädter Komm.-Lan- desbankR. 6 ................ 99 99 Deutsche Komm.-Sammel-Anlethe Auslos.-Rechte I.............. - 135,25 99,75 135,1 99,75 135,1 99,75 4yt% Fran«. Hyp. Goldpse. R. 16 4yt% Franks. Hyp. Gold-Somm. 99,75 Obi. 2 3................ 6yz% Franks. Hyp. Liquidation 99 99 — — Goldpse..................... 101,65 101,6 - 5y?% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpse..................... 102 102 111,5 102 111,4 102 111,4 Steuergütschein-VerrechnungSkurs D.G. für Verkehrswesen .... 6)4 Hamburg-Südam. Dampsjchiss. 0 130,75 130 130,5 130,25 —— — —» 129,75 Hamburg-Amerika Paket......0 77,5 78,5 77,5 77,65 Norddeutscher Lloyd..........0 80,25 80,25 80,13 80 Deutsche Reichsbahn Borz.-Mt. 7 130,5 130,5 130,75 130,75 RetchSdank................. 12 204 204,25 204,5 204,5 Berliner Handelsgesellschaft . 6 ft —*• —— 134.65 134,65 Commerz- und Privat-Bank... 5 119 119 119 119 Deutsche Diskonto............6 123,75 124 123,75 124 Dresdner Bank......... 4 113,25 113,25 113,25 113,25 Frankfun a. M. Berlin Schlub- kurs Schlußk. Abend börse Schluß- kurs Schlußk. Mittag- dürfe Daium 18.12. 20-12 '18-12 20-12. Aceumulatoren-Fabrik...... . 14 — — 221,25 Aschaffenburg Zellstoff...... .. 6 138,25 139 138,75 140 Bemberg................. .. 0 139,5 139 140 139 Bekula................... .. 8 168,25 170 169,65 170,65 BuderuS Eisen............. .. 6 119 118 119 118,5 lement Heidelberg......... .. 7 165 166 — — Cement Karlstadt .......... .. 6 — — Lonti Gum int............. . 12 190 190,25 191,75 190 Daimler Motoren.......... 6'/, 133,5 134 134,25 134,4 Dessauer GaS............. .. 4 — — 118,65 118,65 Deutsche Erdöl ............ .. b 141,25 140,75 141,25 140,65 Deutsche Gold- und Silber .. .. 9 252,5 252,5 — Deutsche Linoleum......... . 10 162 161,5 162,5 162,9 Elektrische Lieferungen...... .. 6 130,5 130,25 130,5 131 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 141 140,5 140,75 140,5 I. A. Farben-Industrie..... .. 7 154 153,75 154,13 153,75 Felten & Guilleaume....... .. 6 130,5 130 130,5 130,5 Gesfürel.................. .. 7 143,5 143,5 143,25 143,75 Th. Goldschmidt........... .. e 138,75 138,5 139 138,25 Gritzner Maschinen......... .. 0 47,5 47,75 48,25 48 Harpener ................. 8% 170 170 169,5 170,5 Hoesch Eisen............... 3/, 114,25 113,75 114,75 113,5 Philipp Holzmann......... .. 8 149,5 151,5 150 150,75 160 Ilse Bergbau.............. .. '6 Ilse Genüsse.............. .. 6 — —— 133 133,25 Kali Aschersleben.......... .. 4 117 117 117 117 Klöcknerwerke ............. 47t 118,75 118 119 118,5 Kokswerke und Chemische Fabrik 7 — ——- 151 151,5 Lahmeyer................ .. 6 126,5 125,75 126,75 126,5 Mainkrasl................. .. 4 95,95 95,75 —— — Mannesmann............. *Vi 114,4 114 114,5 114,25 Mansfelder Bergbau....... .. 7 159,5 160,25 159 159.75 Metallgesellsckasl........... .. 6 145 _ 144,5 107,5 144,5 106,65 Orenstein & Koppel........ .. 0 — Rheinische Braunkohle...... . 12 231,5 231,75 231,25 232 Rheinische Elektro.......... .. 6 — — — 125 Rhcinstahlwerke............ .. 6 139,25 139,75 139,25 139.4 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 129,13 129,25 129,65 128,65 Rütgerswerke ............. .. 7 144 144 143,5 143,75 Salzdetfurth Kali.......... .. 6 177 177,5 177,5 177.5 Schuckert & So............. .. 7 .172 173,5 172,13 174 Schultheis Patzenhofer...... .. 4 . — 95,25 95.25 Siemens & Halske......... .. • 201,5 — 202,5 203 Süddeutsche Zucker......... . 10 213 213 210,5 212 Bereinigte Stahlwerke...... 4 V, 112 112 112,4 112 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 57 57 56,9 57 Westeregeln Alkali.......... .. 4 116,75 116,75 117 117 Zellstoff Waldhos.......... .. 6 147,25 147,13 147 146,75 Ltavi Minen.............. .0,6 30 30 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. fg. Dezember 20.Dezember 18. Dezember 20-Dezember Amtliche Notierung Amldche Notierung Amtliche Notierung Amtliche Notierung Gen Br"', Gelt Briei Gelt Brie, Geld Bne, Buenos Aires............. 0,725 0,729 0,725 0,729 Japan.................... 0,722 0,724 0,722 0,724 Brüssel................... 42,17 42,25 42,17 42,25 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 Rio de Janeiro............ 0,136 0,138 0,135 0,137 47,10 Oslo ................... 62,32 62,44 62,32 62,44 Polen.................... 47,00 47,10 47,00 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 Kopenhagen............... 55,36 55,48 55,36 55,48 47,10 Lissabon.................. 11,26 11,28 11,26 11,28 Danzig ................. 47,00 47,10 47,00 Stockholm................ 63,91 64,03 63,91 64,03 London .................. 12,40 12,43 12,40 12,43 Schweiz.................. 57,38 57,50 57,35 57,50 HelsingforS................ Paris.................... 5,485 5,495 5,485 5,495 Spanien.................. 14,49 14,51 14,49 14,51 8,427 8,443 8,427 8,443 Prag..................... 8,706 8,724 8,706 8,724 Holland.................. 137,98 138,26 137,96 138,24 Budapest................. —— —— —— — Italien................... 13,09 13,11 13,09 13,11 Neuyork ................ 2,482 2,486 2,482 2,486 Weizenmehl Type 812 W 13 29,20, W16 29,30, W 19 29,30, W 20 29,60, Roggenmehl Type 1150 R12 22,45, R15 22,80, R 18 23,40, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W 16 10,90, W 19 11,10, W20 11,20, Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 21. Dez. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 1368 Rinder (261 Ochsen, 166 Bullen, 662 Kühe, 279 Färsen), Kälber etwa 2200, Härnrnel 142, Schweine 3784. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 18 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 44, Kälber 35 bis 65, Härnrnel 30 bis 45, Schafe 20 bis 37, Schweine 50 bis 54 Mark. Marktoerlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Härnrnel und Schafe mittelmäßig. Unfälle auf dem Lande. Einen schweren Unglücksfall erlitt am Sonntag der Arbeiter Karl Gabriel aus Lollar. Beim Fußballspiel zog er sich einen Unterschenkelbruch zu. Der Unfall ist um so tragischer, als Gabriel, einer der besten Spieler in der Mannschaft des Sportvereins Lollar, bereits vor etwa Jahresfrist wegen eines gleichen Unfalls wochenlang in der Klinik liegen mußte. — Der zehnjährige Schüler Karl Hofmann aus W i e s e ck zog sich einen Unterschenkelbruch des rechten Beines zu. — Die Schülerin Liefet Lenz aus Klein-Linden erlitt beim Sturz über eine Steintreppe einen Oberarmbruch. — Die Landwirtsehefrau Katharina D i ch e l aus Merlau mußte mit einem Unterschenkelbruch in ärztliche Behandlung gebracht werden. — Der bei der Reichsautobahn beschäftigte Heizer Johannes Pfeiff aus Nordeck erlitt durch ausströmenden Dampf einer Lokomotive schwere Verbrennungen an Kopf und Händen. — Die Landwirtsehefrau Elise Heß aus Weitershain kam auf der Tenne zu Fall und zog sich einen Unterschenkelbruch zu. — Der an der Reichsautobahn beschäftigte Arbeiter Adolf Häuser aus Darmstadt wurde von einem stürzenden Balken getroffen und erlitt dabei schwere Brustquetschungen. Alle Verunglückten mußten zur ärztlichen Behandlung in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. 9jL~f]9OTt ileberraschungen im Handball-Lager. 2HSD. III. AR. 9 (Barbara) rückt zur Bezirksklafse auf. Leider haben auch diesmal die zum Teil in sehr schlechter Verfassung befindlichen Plätze ihre Opfer gefordert. Eine ganze Anzahl von Spielen konnte nicht zum Austraa kommen. Dafür aber ist es um so erfreulicher, daß gerade in der Bezirks- klasse wenigstens die angesetzten Treffen erledigt werden konnten. Beide Spiele, die in Gießen zum Aus trag kamen, endeten mit Überraschungen. Zunächst ist es der einwandfreie Sieg, den die Mannschaft des Turnvereins Lützellinden gegen die Spvgg. 19 0 0 erfochten hat. Mit nicht weniger als 13:7, bei einem Halbzeitstand von 5:3 für Gießen, wurden die Platzbesitzer geschlagen. Es muß zugegeben werden, daß der Gang für Lützellinden nicht leicht war, und daß der Großteil der Anhänger hn Stillen mit einem anderen Ausgang gerechnet hatte. Aber auch diesmal bewährte sich die schon so oft angewandte Taktik, erst entscheidend einzugreifen, wenn der Gegner sein Pulver verschossen hatte. Der Sturm der Gäste, der erst in der zweiten Halbzeit zeigte, was wirklich in ihm steckt, lief zu einer Form auf, wie man sie selten gesehen hatte. Unter diesen Umständen war es klar, daß es zu einem Sieg kommen mußte. Auch der M t v. hat seine Anhänger im Spiel gegen Niedergirmes nicht enttäuscht. Seit langer Zeit sah man wieder einmal ein wirklich gefälliges Spiel, gegen das auch die gute Mannschaft des Gegners nichts ausrichten konnte. Das Ergebnis drückt rein zahlenmäßig die Ueberlegenheit schon aus, spielerisch gesehen war sie noch größer. In der 1. Kreisklasse verzichtete Katzenfurt auf die Punkte, so daß Groß-Rechtenbach kampflos in den Besitz des Sieges kam. Das einzige Spiel der 1. Kreisklasse fand in Gießen statt. Hier trafen sich der einheimische MSV. „Barbara" und der To. G r ü n i n g e n. Wer gemeint hatte, daß es den Soldaten schwer fiele, den Sieg sicherzustellen, wurde bald eines anderen belehrt. Grüningen kam nie richtig in Schwung und muhte sich zum Schluß mit nicht weniger als 18:1 (9:1) geschlagen bekennen. Damit hat sich der MSV. Gießen an die Spitze der Tabelle gesetzt und den Aufstieg in die Bezirksklasse erkämpft. Er wird zunächst noch gegen den Sieger der Staffel zwei zum Entscheidungsspiel um die Kreismeisterschaft antreten müssen. Der Ausgang dieses Spieles trägt aber nur internen Charakter. Es hält außerordentlich schwer, gerade in der zweiten Kreisklasse zum Schluß zu kommen. Nicht nur, daß dauernd Vertagungen bzw. Verlegungen eintreten, auch das Wetter scheint den Mannschaften, wie es sich zeigt, nicht gerade besonders zu liegen. Neben einer Reihe von Ausfällen gab es Punktverzichte. So kam Ruttershausen kampflos zum Sieg über Londorf, während Niedergirmes nach vorheriger Absage gegen Nauborn nicht antrat. Gerade dadurch aber wird es noch einige Zeit andauern, bis man zu einem endgültigen Ergebnis kommt. Kußball-GauelfHeffenspiettgegenMetz Hessens Fußballelf wird am 20. Februar in Metz gegen die Auswahlmannschaft von Lothringen spielen. Ursprünglich war ein Gastspiel der Südwestelf in Metz vorgesehen, aber mit Rücksicht auf die Terminnot wurde das Treffen an den Gau 12 abgetreten. Sportverein 1920 Lollar. Buhbach I — Lollar I 1:1 (1:1). Das Rückspiel ähnelte fast dem Vorspiel, und Zwar nicht allein des Ergebnisses wegen, sondern auch dem ganzen Spielverlauf nach. Trotz einem überlegen durchgeführten Kampf mußten sich die Lollarer wiederum mit einem Teilerfolg begnügen. Die Elf stand in der diesjährigen Verbandsrunde wahrlich unter keinem günstigen Stern! Durch ein Verhängnis wurde die Mannschaft wiederum geschwächt durch den Verlust eines ihrer besten S L F-Haushalt-Mischung .... 125 g 60 S L F-Spezial-Kaffee 125 g 55 Ein willkommenes Geschenk, S & F- Kaffee in der Festpackung, 1.40 eine Mischung feiner Qualitäts-Kaffees 250-g-Paket Deutscher Wermutwein 85 Deutscher Wermutwein (weiß).... 1.10 ■afi. 2.- || Obstschaumwein..»/,fi.1.30 Sekt „Hausmarke1 ", Fl. i/i Fl. Fl. Gebäck u. Lebkuchen Basler Lebkuchen ... Paket 40, 30, 20 500 g 1.75,125 g 44 125 g 35 125 g 28 2 Tafeln ä 100 g 60 125 g 30, 25 3% Rabatt, ausger ommen einre Artikel WeihndM SCHADMLGRABE S L F-Rekord-Kaffee .. S L F-Juwel-Mischung 125 g 65 125 g 75 18 16 19 28 1.30 1.45 2.20 Weinbrand-Verschnitt S L F-Weinbrand .... S