m. 24 b Erstes Blatt 187. Jahrgang Donnerstag, 21. Moder 1957 krlchelnl täglich, auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gieyener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Zrantfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen druck und Verlag: Srühlsche UniverstlStrdruckerei «.Lange in Sietzen. Schciftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Srundpreife für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- tu behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Wir Wilden find doch bessere Menschen. Deutschlands Eingeborenenpolitik in Afrika. Wie England in seinen Kolonien und sogar in den ihm nur als Mandat unterstehenden Ländern gegen die eingeborene Bevölkerung mit Luftbombarüements, Einkerkerungen und Maschinengewehren vorgeht, das hat man jüngst in P a l ä st i n a erfahren. Die Methoden der früheren deutschen Eingeborenenpolitik soll der nachfolgende Artikel erläutern. Die Stellungnahme des Nationalsozialismus zum Kolonialproblem ist so fest umrissen, daß es eigentlich keiner weiteren Erläuterungen und Darlegungen bedarf. Der Führer hat in den letzten Jahren mehr als einmal hierüber beachtenswerte Ausführungen gemacht. Es liegt auf der Hand, daß in weiten Kreisen des Auslandes diese Ausführungen des Führers mit Mißvergnügen ausgenommen worden sind und daß man kein Mittel unversucht läßt, um Deutschlands berechtigten Anspruch auf Kolonien, die ihm wider jedes Recht und jede Moral geraubt worden siyd, zu entkräftigen. Unter den Argumenten, die von gegnerischer Seite angeführt werden und die zum Ziel haben, Deutschland als unfähig zum Betreiben einer aktiven Kolonialpolitik hinzustellen, spielen eine besondere Rolle die ständig wiederkehrenden Behauptungen, daß Deutschland es nicht verstanden habe, die E i n g e - »orenen richtig zu behandeln. Jeder Deutsche, der vor dem großen Welten- rrand und auch in den Jahren des Krieges in unsren Kolonien geweilt hat, weiß ein Lied von der »ft geradezu rührenden Anhänglichkeit der Eingeborenen an ihre deutschen Herren zu singen. Ts ist bekannt und durch Hunderte von Erklärungen erwiesen, daß auch jetzt die Eingeborenen sich r.ad) der deutschen Herrschaft zurück - I e h n e n, weil sie zur Genüge wissen, daß, wie es riner von ihnen einmal sehr treffend gesagt bat, der Deutsche eine harte Hand, aber ein weiches herz habe, der Engländer dagegen weiche Hände :nd ein hartes Herz". Kein Volk der Welt hat sch seiner farbigen Schutzbefohlenen mit so viel Liebe, so viel Verständnis, so viel individuellem Eingehen auf ihre Besonderheiten und Eigenarten tjioertommen, wie das deutsche. Der Erfolg der deutschen Einaeborenenpolitik straft iede Verleumdung Lügen. Ging doch, die Anhänglichkeit, der Far- liaen an" die deutsche Herrschaft so weit, daß ganze bömme und Völker ihre Heimat verlassen haben. Solche Treue steht in der gesamten Kolonialgeschichte mnzig da. Wir haben uns nicht das englische System der fingeborenenpolitik zu eigen gemacht, das den Schwarzen englisch erziehen will, um ihn als künf- I gen Produzenten und Konsumenten zum Nutzen Englands zu entwickeln, wir haben auch das fran- Hsische System abgelehnt, das den Eingebvrenen ' jjm „schwarzen Franzosen" machen und ihn vor cl'len Dinaen militarisieren will, um dadurch die Kriegsstärke Frankreichs zu heben. Unser Ziel ist es immer gewesen, den Afrikaner nicht zu einer scblech- tm Nachbildung des Euroväers zu machen, sondern vir haben — und wie die Geschichte gezeigt hat: !imf Erfolg — versucht, den Eingeborenen als 2 s r i k a n e r, d. h. innerhalb seiner afrikanischen siahigkeiten und gemäß den B"dürfnissen und Forderungen seiner afrikanischen Natur zu ertüchtigen. Bin Mann, her sich als Kolonialvolitiker in vielen ■fahren die Svoren verdient hat, Gouverneur a. D. Seih, hat einmal betont, daß keine« der moder- in*n Kulturvölker in solchem Maß befähigt fei sich emzufühlen in Mesen und Sinnesart fremder Völ- kir wie die Deutschen. Er hat weiter zum Ausdruck gebracht, daß es auf diese Eigenschaft zurückzufüh- rtm ist, wenn noch heute die Eingeborenen die deutle Herrschaft nicht vergehen hoben, sondern sie «feder herbeisehnen. Hier liegt allo, wie Seitz weiter darlegt, für eine neue deutsche Knlonialvolitik nicht nur eine Notwendigkeit und Berechtigung unfererfeits. sondern auch ein Bedürfnis von der ,6?He der Eingeborenen her vor. Deutschland hat. was wir uns immer wieder vor Lugen hatten müssen, in knavp dreißigsäh- rigem Besitz seine überseeischen Provinzen zu etraer Entwicklung und Blüte emporgeführt, die die I Achtung und Bewunderung, aber auch den N"id und bi? Mißgunst anderer Völker erregt haben. Niemals Derber ist koloniales Neuland in so kurzer Zeit mit gtrinaen Mitteln den sittlichen Anforderunaen rt.endländischer Kultur erschlossen worden. In allen bmtschen Kolonien herrschten Frieden, Gesundheit, Wohlstand und vollstes Vertrauen der farbigen Schutzbefohlenen zu ihren deutschen Beschützern, btrren gerechte und humane Vormundschaft ihre Achtung, ja ihre Zuneigung und Liebe erweckte. Ge- Iclichtliche Dokumente und Vorgänge, welche an bi fe Zet erinnern, beweisen der Welt, daß dieses olrubige Vertrauen auf Deutschland auch Not und 1(2) nicht scheute. Voller Stolz ist die Antwort des o^ltans Kahjgi von Kianja. der den Freitod der Englischen Herrschaft mit den Worten vorzog: „Nachdem ich den Deutschen so gedient habe, wie ich es Im, kann ich ihren Feinden nicht auch dienen, herum sterbe ich lieber." Lin ter den vielen Zeugnissen und eindringlichen Biroeifen, die darlegen, welche Wertschätzung — venn auch meistens wider Willen — man der deut- Ihm Kolonialvolitik entgegenbrachte, sei hier ein Heikel der „Daressalamer Times" vom 4. März 19*2 angeführt, die unter anderem schreibt: , Man i't schon gezwungen zu sagen, daß das Land am Dicklichsten mar, als die Deutschen kamen und die luidwirtschaftliche Entwi^lung in die Hand nah- bei der sie dem Eingeborenen Arbeit, Geld Deutsch-italienisches Entgegenkommen ermöglichte eine Einigung im Londoner Aichteinmischungsausschuß. London, 20. Ott. (DNB.) In der Mittwoch- sitzung des Nichteinmischungsausschusses wurde i n - folge des Entgegenkommens Italiens und Deutschlands auf Grund neuer, vom italienischen Botschafter Graf G r a n d i vorgebrachter Vorschläge, die vom deutschen Vertreter, Gesandter Dr. Woermann, unterstützt wurden, eine grundsätzliche Einigung erzielt. Die neuen Vorschläge müssen jedoch noch zu einer Entschließung zusammengefaßt und im einzelnen präzisiert werden. Infolgedessen ist eine weitere Sitzung des Nichteinmischungsausschusses erforderlich, die für Freitag 15 Uhr angesetzt worden ist. In der Zwischenzeit werden die Vertreter des Hauptausschusses des Nichteinmischungsausschusses ihren Regierungen berichten, damit sie in den Stand gesetzt werden, die erzielte Einigung im einzelnen endgültig festzulegen. Graf Grand i erklärte sich bereit, der Entsendung einer Kommission nach Spanien zuzustimmen, damit diese die Anzahl der in Spanien dienenden ausländischen Freiwilligen feststellt, und darüber hinaus der symbolhaften Zurückziehung einer gleichen Anzahl von Freiwilligen auf beiden Seite n sofort zuzustimmen. Auf Grund des Kommissionsberichtes solle darüber entschieden werden, zu welchem Zeitpunkt und in welcher Form den Parteien die Rechte Kriegführender gewährt werden sollten. Ferner erklärte er noch einmal ausdrücklich die Annahme des britischen Planes. Der deutsche Vertreter erklärte, daß er die gleichen Weisungen wie der italienische Botschafter habe. 1. Deutschland nimmt die Anregung einer s o - fertigen Zurückziehung einer gewissen Anzahl von Freiwilligen aus Spanien, die auf beiden Seiten gleich groß sein soll, an. 2. Deutschland hält es für erforderlich, eine schnelle Entscheidung über die Frage der Neutralität und die Gewährung der Rechte Kriegführender herbeizuführen, macht aber die Gewährung dieser Rechte von einem Herantreten an die spanischen Parteien abhängig. 3. Wiederherstellung und Verstärkung der Kontrolle auf Grund des Planes van ( Dulm-Hemming. 4. Deutschland ist bereit, der sofortigen Entsendung eines Ausschusses nach Spanien zuzustimmen, der an Ort und Stelle die erforderlichen Vorarbeiten für eine weitere Verfolgung der Freiwilligenfrage treffen soll. Der englische Außenminister Eden stellte fest, daß diese Erklärungen einen sehr großen Fortschritt bedeuten. Die gleichen^ Feststellungen gab der französische Botschafter (Sorbin, während der sowjetrussische Botschafte M a i s k y , der bei der eigentlichen Debatte außerordentlich zurückhaltend gewesen war, zum Schluß noch einmal die Gelegenheit ergriff, seine grundsätzliche Meinung allen anderen Staaten gegenüber zu äußern. Maisky erklärte, die Sowjetregierung stimme keinesfalls mit dem britischen Plan überein. Er behielt sich vor, später noch Einwendungen zu formulieren. Die Londoner presse sehr befriedigt. London, 21. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die „Times" schreibt, der italienische Beschluß sei versöhnlich und habe die Arbeiten des Nichteinmischungsausschusses auf einen guten Weg geleitet. Sämtliche Mitglieder mit Ausnahme des sowjetrussischen Botschafters hätten Grandi für seine wertvolle Erklärung warm beglückwünscht. Am Freitag werde man sich damit zu befassen haben, wie man an beide Parteien in Spanien herantrete'n könne, um die notwendigen Erleichterungen für den Ausschuß zu erhalten, der das Freiwilligen-Problem zu bearbeiten habe. Man könne damit rechnen, daß zunächst eine kleine teilweise Zurückziehung der ausländischen Kämpfer vorgenommen werde. Nach Eintreffen des Ausschußberichtes werde eine allgemeine Zurückziehung folgen, in deren Verlauf die Rechte Kriegführender zugestanden werden könnten. . „Daily Telegraph and Morning Post" spricht von einem glücklichen Wendepunkt im richtigen Augenblick. Es würde kleinlich sein, wenn man nicht anerkennen wolle, daß die Vorschläge des italienischen Vertreters einen wirklichen Beitrag für ein vernünftiges und endgültiges Abkommen darstellten. Wohl gebe es noch Möglichkeiten zur Kritik. Der neue italienische Vorschlag scheine aber das vorzuschlagen, was unter den gegebenen Umständen im Bereiche der Möglichkeit liege. — „Daily Mail" betollt, daß der einzige Außenstehende der Sowjetbotschafter M a i s k i gewesen sei. Frankreich sei bereit, einer Zurückziehung der Freiwilligen im gleichen Maße auf beiden Seiten zuzustimmen, vorausgesetzt, daß der erste Schub wenige tausend Mann nicht überschreite. Die Geste Italiens werde sicher in der ganzen Welt begrüßt werden. Sie habe die Atmosphäre bereinigt und Grund zur Hoffnung auf Lösung eines Problems gegeben, das schier unlösbar erschien. Das liberale „News Ehronicle" meint, die genaue Auslegung des italienischen Angebotes stehe noch in Zweifel. Wenn der Vorschlag Aussichten auf Verwirklichung haben sollte, so müsse die Anzahl der zurückzuziehenden ausländischen Freiwilligen sehr klein sein, sonst würde Valencia den Vorschlag ablehnen. Immerhin gibt das Blatt zu, daß jedermann im Nichteinmischungsausschuß über den italienischen Vorschlag zufrieden gewesen sei mit Ausnahme des Sowjetbotschafters. Trotzdem kommt das Blatt zu dem Schluß, daß allzu große Zuversicht nicht am Platze sei, denn Grandi habe Angebote gemacht, die dem Nichteinmischungsausschuß für Monate hindurch Arbeit geben würden. Die britische Regierung müsse die italienischen Vorschläge annehmen, aber sehr vorsichtig sein. Paris schöpft neue Hoffnung. Paris, 21. Okt. (DNB. Funkspruch.) „Excel- sior" hebt, wie alle anderen Blätter, hervor, daß der Quai d'Orsay, der am Dienstag noch sehr pessimistisch gewesen sei, am Mittwochabend zu der Hoffnung auf eine neue nützliche Fortsetz ung d er A u s sp r a che zurückgekehrt sei. Die „Epoque" meint, nach mehreren Tagen der Furcht beginne man wieder zu hoffen. Lediglich di ^Moskauer Regierung scheine sich dem Fortgang der Verhandlungen widersetzen zu wollen. Auch der „Petit Parisien" unterstreicht die fühlbare Entspannung und den bemerkenswerten Fortschritt. Deutschland und Italien — das sei gerechterweise anzuerkennen — hätten einen bedeutenden Beitrag geliefert. Es sei freilich voreilig, daraus zu schließen, daß nun automatisch alle Schwierigkeiten aufhören würden. und Essen gaben und gleichzeitig diejenigen in die Lehre nahmen, die sich für modernere Ackerbaumethoden, als die bisherigen, interessierten. Seit unserer Okkupation ist der Anbau zurückgegangen. Man hat europäische Unternehmungen absolut nicht ermutigt, und das Ergebnis ist eine verarmte und mißvergnügte Eingeborenenbevölkerung." Wie stark die Erinnerung bei den Eingeborenen an das segensreiche Wirken der deutschen Herrschaft ist, das zeigen zahlreiche Ereignisse der jüngsten Zeit, Begebenheiten, die sich 15 Jahre nach dem Raub der deutschen Kolonien ereigneten. Als im Mai 1933 in Daressalam, im ehemaligen D e u t s ch - O sta f r i k a, ein deutsches Konsulat eingerichtet wurde und die Hakenkreuzflagge zusammen mit der schwarzweißroten Fahne gehißt wurde, zum erstenmal wieder seit jenem 4. September 1916, an dem die Engländer das von den letzten deutschen Truppen geräumte Daressalam besetzt hatten, wurde die Straße von dem Konsulat den ganzen Tag nicht leer von Eingeborenen. Den Engländern war das unangenehm, denn sie mußten sich sagen, daß die Herzen der Schwarzen nicht bei ihnen, sondern bei der alten deutschen Zeit waren. Ein anderes Beispiel: am 26. August 1923 wurde in Okahandja, im ehemaligen Deutsch-Süd- westafrika, der einstige Oberhäuptlina der Hereros beigesetzt. Die Hereros kamen zum Begräbnis fast alle, Mann für Mann, i n der alten deutschen S ch u tz t r u p p e n un i f o r m , mit den deutschen Farben. Ueberaü sah man die deutschen Schutztruppenhüte mit der alten Kokarde. Als die Hereros von den Engländern wegen ihrer deutschen Aufmachung zur Rede gestellt wurden und ihnen erklärt wurde, sie müßten das Leichenbegäng- nichts nicht mit den deutschen, sondern mit den englischen Farben vornehmen, gaben sie zur Antwort: „Die deutschen Farben sind vornehmer!" Gouverneur Schnee, der in seinem Buch diese Begebenheit auch erzählt, fragt mit Recht: „Kann sich wohl jemand denken, daß die Hereros sich so benommen hätten, wenn sie so "behandelt worden wären, wie das englische Blaubuch behauvtet, und wenn sie von Haß gegen ihre früheren Oberherren erfüllt gewesen wären? Würden sie dann nicht eher versucht haben, alles zu vermeiden, was sie an die Tage der deutschen Herrschaft erinnern konnte? Bis auf den heutigen Tag ist es den Engländern nicht gelungen, den Südwestafrikanern die "deutsche Zeit vergessen zu machen. Noch heute nennen die Hereros ihre Söhne Leutwein, Francke, Heydebreck, Volkmann, alles alte Truppenführer. Und als die deutsche Fliegerin Elly Beinhorn 1933 nach Lome, der Hauptstadt von Togo, kam, ertönte, wie sie erzählt, auf dem Flugplatz ein Durcheinander von deutschen Worten, die zu ihrem Erstaunen alle aus schwarten Mündern kamen. Die Angehörigen des „Bundes der Togodeutschen" (Schwarze (Eingeborene!) hatten sich vollzählig versammelt, um bei der Landung des ersten deutschen Flugzeuges zugegen zu fein und damit ihre alte Anhänglichkeit an Deutschland zu bekunden. Es wurde ihr eine Adresse überreicht, in der es zum Schluß heißt: „Tausende und aber Tausende in allen deutschen Schutzgebieten harren der Stunde, da die große Mutter Deutschland sich ihrer Kinder wieder annehmen wird. Wir bitten Sie, bei Ihrer Ankunft in Deutschland unseren deutschen Freunden, mit denen wir in dreißigjähriger Verbundenheit in glücklichen Zeiten zusammengelebt haben, unsere besten Grüße zu überbringen". Wir haben aus der Fülle dieser Zeugnisse einer rührenden Anhänglichkeit nur einige herausgegriffen, sie haben gezeigt, daß Deutschland in den Herzen der Eingeborenen auch jetzt noch nicht vergessen ist und niemals vergessen werden wird. Gegen Mißtrauen und Heuchelei. Kritik am britischen Imperialismus. Briefe an die „Times". London, 21. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die „Times" veröffentlicht Zuschriften zur deutschen Kolonialforderung. Der englische Publizist A. 21. Milne schreibt zu den kürzlich von Amergy gemachten Ausführungen, daß aus strategischen Gründen eine Rückgabe des Tanganjikamandats (Deutfch-Ostafrika) an Deutschland unmöglich sei. Immer wieder hätten britische Polittker erklärt, das britische Imperium sei die größte Friedensgarantie. England sage, es würde nicht ein einziges feiner Schiffe für das höchste Ideal unserer Zeit, die kollektive Sicherheit, opfern, erkläre aber gleichzeitig, daß es bis zum letzten Mann die englischen Interessen verteidigen werde. Wohin der Ausländer auch immer schaue, werde er daran erinnert, daß er beim näch sten Schri t t britische Interessen bedrohe. Man würde die Zukunft hoffnungsvoller gestalten, wenn man endlich einsehe, daß die übrige Welt den britischen Imperialismus keineswegs als eine Friedensgarantie, sondern als einen Herd der Unruhe betrachte. Das werde solange dauern, wie England bei feinem Motto stehe: Was wir einmal haben, behalten wir. Man solle auch jene heuchelnde Einstellung aufgeben, die die Ausländer so wütend mache. Es fei verbrecherisch, wenn man durch eine unnachgiebige Haltung die Aussichten auf eine friedliche Bereinigung in Gefahr bringe, besonders wenn man dies für eine sogenannte Schlüsselposition inmitten von Afrika tun wolle, wie im Falle von Tanganjika. In besonderer Weise setzt sich Bischof Carey für den deutschen Standpunkt ein. Er wolle nur drei Fragen stellen: 1. Sei es fair, daß allein Deutschland von den Großmächten keine Kolonien besitze? 2. Wenn es nicht fair fei, würde es dann nicht besser fein, sich mit der Lage in Besprechungen jetzt zu befassen und eine Krisis abzuwen- den, die Kriegsgefahr mit sich bringe? 3. Sei es immer notwendig, Hitler gegenüber mißtrauisch zu fein? Er habe Abkommen gelöst, doch würde er, Bischof Carey, ein gleiches getan haben, denn sie seien ungerecht und im Geiste der Vergeltung gehalten gewesen. All sein Jnsttnkt sage ihm aber, daß, wenn Adolf Hitler Deutschland in Verträgen verpflichte, er sein Wort halten werde. Drastisch wendet sich die Zuschrift dabei gegen die Schürung ständigen albernen Mißtrauens. Wenn Adolf Hitler sich Schnürsenkel kaufe, werde er sofort irgendeiner finsteren Tat verdächtigt. Mit solchen lächerlichen Verdächtigungen müsse endlich aufgeräumt werden. Für den Frieden müsse man endlich Vertrauen haben. Oer Herzog von Windsor in Nürnberg und Stuttgart. Nürnberg. 28. Okt. (DNB.» Nachdem sich da- Herzogspaar im Gästehaus an den Modellen der Parteitagsbauten über die Gesamtanlagen unterrichtet hatte, begab es sich zur Kongreßhalle, deren Orgel erklang, als das Herzogspaar den weiten Raum mit seinem eindrucksvollen Fahnenschmuck betrachtete. Luitpoldhain, Ehrenmal, Zeppelinfeld, Marsfeld, SA.-Lager und schließlich die KdF.-Stadt wurden aufgesucht. Auf einer Fahrt durch die Alt- stadt zur Burg gab Oberbürgermeister Liebel die entsprechenden Aufschlüsse Bei einem Frühstück im Kaisersaal der Burg fand er Worte der Freude darüber, daß das Herzogspaar Gelegenheit genommen habe, sich in Nürnberg die Bauten des Führers anzusehen, und daß es sich damit ein Bild auch vom künstlerischen Wollen des Führers verschafft habe. Kurz nach 19 Uhr traf das Herzogspaar in Stuttgart ein. Es wurde auf dem Bahnhof d*>*s Reichsstatthalter Gauleiter Murr begrüßt. Auf dem Wege zum Hotel kam es zu herzlichen Kundgebungen. Am Abend fand in der Villa Reitzenstein ein Empfang durch Gauleiter und Reichsstatthalter Murr statt. Finnisches Kaleidoskop. Von unterem Pr.-Sonderberichiersiatter. Helsinki, Oktober 1937. Don Reval nähert sich der Dampfer Helsinki. Ueber dem Schiff kreuzt ein finnisches Flugzeug. Auf seinen Flügeln leuchtet auf weißem Feld das blaue Hakenkreuz. Wir betreten den Boden Suomis, des Landes der vieltaufend Seen, und zugleich des Landes der Arbeit. Es wurde viel berichtet und viel geschrieben über Finnland, aber es wurde wenig gesprochen von der Arbeit, die die Bewohner Finnlands zur Erhaltung, zur Ordnung und zum Schutz ihres Landes und ihres Staates täglich tun müssen. ..Und doch fällt dem Fremden sofort beim Betreten des Landes eines ganz besonders auf: die Frau im Berufsleben, und zwar an vielfach mehr Stellen, als wir dies von den Frauen der übrigen europäischen Länder gewohnt sind. Wir sehen die Frau als Schaffnerin in den elektrischen Bahnen, und ebenso in den Omnibussen, wir treffen die Frau überall dort, wo wir sie im Berufsleben nach unseren Maßstäben nicht erwarten. Auf unsere Frage nach dem Warum der Frauenarbeit bekommen wir von den Finnen selbst selten eine Antwort. So bleibt uns nichts anderes übrig als diese Antwort selbst zu suchen, und da glauben wir sie in folgendem gefunden zu haben: In Finnland hat ein kleines Volk das Uebermaß von fast 400 000 Quadratkilometer Land zu ordnen und zu schützen. Gegen zwölfhundertKilo- meter Grenze hat Finnland mit dem Sowjetparadies gemeinsam. Ein Heer von 100 000 Man und $in freiwilliges Schutzkorps von 120 000 Mann sind darum zum Schutz des Lqndes bereit. Von Helsinki bis Lappland und von Wasa bis zum Ladoga-See hat der Finne sein Land mit einem Eisenbahnnetz von fast 6000 Kilometer und mit mehr als 60000 Kilometer Straßen verkehrsmäßig erschlossen. Dazu hat er über 300 Wasserkraftwerke gebaut, moderne Städte, neue Industrien, modernste Bahnhofsanlagen, fast amerikanisch anmutende Hotels, Schulen, Sportstadien und Wohnblocks. So weist sich das Volk Finnlands als das arbeitsamste Volk des nördlichen Europas aus. Und wir kennen nun auch in der Frauenarbeit, im Omnibusfernbahnhof, in den modernen Bauten den Ausdruck eines Gesetzes unter dem dies Land steht: des eisernen Gesetzes der Arbeit, mit dem Finnland seine Weltgeltung zu erringen bestrebt ist. Neben dem Gesetz der Arbeit aber gilt für Finnland Vas Gesetz der Freiheit. Im Jahre 1904 fiel der Russe Bobrikow von der Kugel Eugen Schaumanns getroffen. Der Mord an dem russischen Zwingherrn war nur ein Zeugnis für den Willen des finnischen Volkes, frei zu fein und in selbständiger Verantwortung sein Schicksal zu meistern. 1918 hat Finnland, von Deutschland unterstützt, sich diese Freiheit und damit die neue Gebundenheit als Volk und die neue Form als Staat durch Kampf und Opfer erworben. In einem Park von Helsinki stehen zwei Denkmäler und erinnern an den gemeinsamen Kampf und an das gemeinsame Opfer der Finnen und der Deutschen, die 1918 für Finnland starben. In Hämeenlinna trägt ein Stein, vom Hakenkreuz geschmückt, eingemeißelt diese Worte: „Die Heimatstadt Hämeenlinna hat diesen Stein errichtet zum verpflichtenden Gedenken an die Gefallenen von 1918, die ihr Leben geopfert haben für die Freiheit ihres Vaterlandes." So haben Arbeit, Kampf und Opfer nicht nur das Finnland von heute geschaffen, sondern ebenso dem Finnen den Stempel aufgedrückt. Hart und verschlossen sind die Menschen dieses Landes. Kaum, daß sich in seltenen Augenblicken ein Lächeln über ihre Züge stiehlt. Sie sprechen wenig und sie lieben es nicht, über ihr Antlitz den Schleier jener falschen Höflichkeit zu ziehen, wie dies der Westeuropäer so häufig tut. Aber die Seele des Finnen ist weit und unergründlich tief, wie das Land und feine Seen. Mehr als bei den Menschen Westeuropas ist des Finnen Gestalt von innen heraus bestimmt. Und was Der eilige und hastende Westeuropäer kaum mehr kennt: der finnische Mensch hat Selbstbesinnung und Zeit noch nicht dem Schrei nach Geld geopfert. Der finnische Mensch kann noch allein fein. Er steht noch in sich selbst und findet in sich noch Genüge. Auch das moderne Tempo der Arbeit hat dem Finnen dieses fein ureigenstes Wesen nicht zu nehmen vermocht. Finnland hat Rau m. Es hat den Völkern Westeuropas vieles voraus. Noch roden seine Menschen jährlich 40 000 Hektar Wald, gewinnen durch ihre Arbeit neuen Acker und damit neuen Lebensraum. Die Siedler Finnlands beginnen ohne jede Voraussetzung ihr Werk. So etwa, wie der europäische Siedler in den Wäldern Kanadas sein Land rodet, ohne irgendwelche kulturellen oder zivilisatorischen Bindungen und Voraussetzungen. Es kümmert den Siedler Finnlands nicht, daß in den Städten feiner Heimat moderne Bauten entstehen, daß dort Cafes und Kabaretts, Kinos und Theater für die Unterhaltung und für die Lustbarkeit seiner Mitbürger Sorge tragen. Er ist dabei, sich und seinem Geschlecht eine neue Heimat zu schassen, er sieht nur das Morgen in seiner Arbeit, er will nur die Heimat für sich und für seine Sippe, er ist noch nicht angekränkelt von den Einflüssen der Stadt und damit fähig, diesen ungeheuer harten Weg aus dem Nichts heraus zu eigenem Besitz und zu eigener Heimat zu gehen. So lebt er manchesmal 8 bis 10 Jahre nur in der kleinen Sauna, rodet sein Land, baut die Ställe für das Vieh und erst ganz zum Schluß beginnt er sein Wohnhaus zu erstellen. Ein bitterhartes und karges Dasein steht am Anfang dieser neuen Bauern. Aber noch trifft hier das Leben selbst die Auslese. Noch steht hier der Mensch selbst den schicksalhaften Kräften nahe. Noch bestimmen diese Kräfte das Antlitz eines Volkes, und aus der Härte dieses Lebens der Siedler erwächst dem ganzen Volk auch feine Kraft. Die KdF.-Flotte von ihrer Madeira-Reise zurück. Die KdF.-Flotte ist von der ersten Auslandsreise ihres Winterprogramms 1937/38 zurückgekehrt. Am Columdus-Kai in Bremerhaven machten in den frühen Morgenstunden die KdF.-Dampfer „D e r Deutsche" und „Sierra Cordoba" nach einer glücklich verlaufenen Fahrt wieder fest. An Bord ist alles wohl. — Die „O c e a n a" trifft am 22. Oktober in ihrem Heimathafen Hamburg ein. Eine vom Wetter außerordentlich begünstigte Hochseefahrt ließ den 2500 Arbeiterinnen und Arbeitern aus allen Gauen Deutschlands die Reise zu einem unvergeßlichen Erlebnis werden. Ueberaus herzlich war der Empfang in Lissabon und Madeira. Insbesondere ließ es sich die portugiesische Freizeit- Organisation „Freude und Arbeit angelegen sein, Tschechoslowakischer Protest in Berlin nachdrücklich zurückgewiesen. Berlin. 20. Ott (DHB.) Der tschechoslowakische Gesandte. Herr M a st n y. suchte heute den R e i ch s- minister des Auswärtigen auf, um gegen den Ton der deutschen Presse bei der Erörterung der Tepliher Vorfälle Verwahrung einzulegen. Der Reichsminisier des Auswärtigen hat in seiner Erwiderung darauf hin- gewiefen. datz ein solcher Protest angesichts des Charakters der polizeilichen liebergriffe fehl am Platze fei, da die Erregung der deutschen Oeffenf- lichkeit eine natürliche und s e l b st v e r st ä n d- liche Folge der schweren Ausschreitungen staatlicher Organe gegenüber dem Sudetendeutschtum sei. Venn man eine solche Reaktion der deutschen Presse wie die der letzten Tage vermeiden wolle, dann müsse man in erster Linie tschechoslowakischerseits dafür Sorge tragen, daß kein Anlaß zu solchen Aeußerungen gegeben würde. Oie Herbsttagung verschoben. Prag, 21. Okt. (DNB.) Wie das tschechoslowakische Preßbüro bekanntgibt, hatte Staatspräsident Dr. B e n e s ch am Mittwoch an den Ministerpräsidenten Dr. Hodza ein Schreiben gerichtet, in dem er die beiden Kammern der Naitonalversammlung für den 26. Oktober aur Tagung nach Prag einberief. In den späten Abendstunden teilt das Preßbüro nun mit, daß die Kammern auf Grund einer Aenderung der Dispositionen doch nicht für den 26. Oktober einberufen werden. Weil die Donnerstagsausgabe des Blattes der Sudetendeutschen Partei, die Zeit, die Verschiebung der Herbsttagung auf d i e Teplitzer Vorfälle zurückführte, verfiel sie der Beschlagnahme. pariser Mohrenwäsche. Die französische Presse zum Skandal von Teplitz. Wir sind keineswegs überrascht, über die Folgen der Teplitzer Terrorakts in der französischen Presse zu lesen, daß nicht die Sudetendeutschen, sondern die Tschechen §u beklagen wären. Es überrascht uns ebenfalls nicht, dafür ausführ- liche Begründungen zu finden, die nichts anderes als eine Rückenstärkung für die Tschechen sind, nun erst recht der Gummiknüppeldemokratie zum Siege zu verhelfen. Was schwarz ist, ist selbstverständlich in der Pariser Presse weiß, und was weiß ist, wird schleunigst in das Gegenteil umgelogen. Wenn die Tschechen diese Presseartikel lesen, dann glauben sie selbst gar, daß nicht die Sudetendeutschen, sondern sie selbst die Unterdrückten, Verfolgten, Gequälten und Schikanierten sind. Betrachtet man sich die durch keinerlei Sachkenntnis getrübten, aber dafür um so deutschfeindlicheren Artikel in der Parises Presse, dann fragt man sich, warum nicht die Tschechen schon längst beim Völkerbund einen Hilferuf gegen die Deutschen losgelassen haben. Daß die Tschechen reine Engel sind, die kein Wässerlein trüben können, wird ihnen übrigens durch einen Teil der Wiener Presse direkt oder indirekt bestätigt. Ausgerechnet durch die Presse eines Landes, das noch kürzlich feierlich verkündete, es allein nehme die Interessen des Deutschtums im Südosten wahr. Wie das in der Praxis geschieht, spiegelt sich in der auffallenden Zurückhaltung der Wiener katholischen Presse und in der aktiven Unterstützung der Gummiknüppeltschechen durch die jüdischen Wiener Blätter wider. Alle diese Manöver mögen vielleicht im Augenblick den wahren Sachverhalt vernebeln, aber nur im Augenblick. Die Wahrheit hat sich noch niemals unterdrücken lassen. D. S. 9er deutsche Beamte und die nationalsozialistische Weltanschauung. Alfred Rosenberg spricht auf dem Deutschen Beamtentag in München. München, 20. Okt. (DNB.) Die Mittwochtagung des Deutscken Beamtentages war der Erörterung der weltanschaulichen Grundlagen des Nationalsozialismus gewidmet. Der Leiter des Reichsschulungsamtes der NSDAP., Schmidt, zeigte, daß der große Krieg die bisherigen Gemein- sckaftsformen, in denen das deutsche Volk lebte, als überholt erwies, und das Wissen um die biologische Gesetzlichkeit alles Lebens, die Grundlage für das neue Gemeinschaftsideal des Nationalsozialismus schuf. Aus Blut, Boden und Ehre ergeben sich die Aufgaben des Nationalsozialismus, die in Der Schaffung einer Gemeinschaft aller deutschen Menschen einer sozialistischen Ordnung, die jedem sein Brot sichert, und der Schöpfung einer Rechts- und Wehrgemeinschaft bestehen. Der nationalsozialistischen Idee tritt die das Menschheitschaos anstrebende Gegenidee des Bolschewismus entgegen. Die dadurch entstehenden Gegensätze werden durch das Eingreifen der alten Kräfte des politischen Konfessionalismus und der Demokratie noch verschärft. Aus der Aufgabe, diese Gegenkräfte zu überwinden, ergibt sich die Notwendigkeit des Totalitätsanspruches der Partei. Dieser Anspruch erstreckt sich auch auf das Recht der Wirtschaftsführung, der Erziehung und der Gesundheitsführung. Die Schulung dient der Durchsetzung der Gemeinschaftsform der Kameradschaft, der Heranbildung der Führerschaft und der politischen Wil- lensbiloung. Dann sprach Reichsleiter Alfed Rosenberg. Die Entwicklung der gesamten Staatsauffassung eines Volkes hängt ab von dem Raum, in dem ein Volk lebt. So gab es in Deutschland auch schon ehr früh eine Staatsauffassung, die sich zu Zucht und Gemeinschaft bekannte. Wir bemühen uns, die Eigengesetzlichkeit, unter der die übrigen Völker leben, zu verstehen, und erkennen sie an, wir verlangen aber ebenso, daß man in unsere Eigengesetzlichkeit nicht in sentimentaler Weise hineinredet. Wir können in Deutschland bei dem mit Menschen ausgefüllten Raum nicht jeden tun lassen, was er will. Das zeitigte frühzeitig das Pflichtbewußtsein, das das preußische Beamtentum und das preu- fische Soldatentum auszeichnete und das im deutschen Volk vererbt ist. Aus preußischer Zucht und preußischem Pflichtbewußtsein ist heute der groß- deutsche Gedanke geworden. Der Nationalsozialismus stellt sich als Gemeinschaftsform unseres Jahrhunderts dar. Die geistige Auseinandersetzung, Die Jahrhunderte lang auf religiös-metaphysischem Gebiet ausgefochten wurde, ging durch den Nationalsozialismus auf das Gebiet der Charakterbildung über. Wenn man uns fragt, welche Religion und Konfession wir dem religiösen metaphysischen Glauben des Christentums entgegensetzen, dann sagen wir, daß wir jeden Deutschen selbst in sich den Kampf um die religiösen Anschauungen auskämpfen lassen. Unser eigentliches Kampfgebiet ist heute unser Kampf um die Erhaltung und Weckung der Ch a r a k t er w e r t e des deutschen Menschen und um die Formung einer bestimmten Rangordnung dieser Werte. Nationale Ehre des deutschen Volkes, Schutz des deutschen Blutes und Erziehung der deutschen Jugend sind die Forderungen, von denen wir nicht abgehen können. Wer in diesem Kampfe nicht mit uns zu gehen vermag, über den wird die Entwicklung eindeutig hinweggehen. Wenn dann jemand sich auf einen höheren Auftrag beruft, dann sagen wir, der höhere Auftrag zur Sicherung Deutschlands liegt heute bei uns. Und wenn sie aber gar glauben, einen Kampf gegen uns führen zu müssen, dann werden sie eben von uns zerbrochen werden. Der deutsche Beamte ist mitten in diesen weltanschaulichen Kampf hineingestellt. Nach außen hin hat er die Pflicht zur Ausführung des staatlichen Auftrages, nach innen hat er als Kamerad zur Kampfbewegung des 20. Jahrhunderts zu treten. Wenn wir das verlangen, dann ist das keine Vergewaltigung der Freiheit, sondern eine Erhöhung der inneren Position, die Ausfüllung einer bisher leergebliebenen Stelle in seinem Innern. Der deutsche Beamte hat nicht nur Pflichtmensch nach außen, sondern auch Träger einer neuen Zeit zu sein. Es gilt mitzuarbeiten, die Einheit von Weltanschauung, Bewegung und Staat herbeizuführen, damit die nationalsozialistische Revolution die Voraussetzung für eine dauernde Lebensform schafft. die KdF.-Urlauber durch Führungen und Veranstaltungen zu erfreuen und mit dem portugiesischen Volksleben bekannt zu machen. Aga Khan vom Führer empfangen. Berchtesgaden, 20.Okt. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing auf dem Obersalzberg den zur Zeit in Deutschland weilenden Aga Sultan Mahomed Schah Aga Khan.. Zu Ehren des Sultans hatte die Deutsch-englische Gesellschaft am Dienstagabend in ihren Berliner Klubräumen einen Empfang veranstaltet. ^-Obergruppenführer Lorenz, der ständige Stellvertreter und Leiter der Berliner Dien st- teile des Botschafters von Ribbentrop, empfing die Gäste. An dem Empfang nahmen unter anderen teil: Sir Cecil Former, der britische Gesandte in Oslo, Sir George Ogilvie- Fordes, als Vertreter des britischen Botschafters, der Stadsführer des Botschafters von Ribbentrop, ^-Brigadeführer von Humann, Legationsrat von Rintelen vom Auswärtigen Amt, Ministe- rialrat Hafenoehrl vom Reichsministerium für Dolksaufklärung und Propaganda, Admiral M e n ch e von der Auslandsorganisation, Herr Hewel, der England-Referent in der Berliner Dienststelle des Botschafters von Ribbentrop. Oer belgische Senat billigt den Notenwechsel mit Deutschland. Brüssel, 20. Okt. (DNB.) Im Senat fand über die deutsche Erklärung vom 13. Oktober eine Aussprache statt, aus deren Verlauf sich ergab, daß der Senat nahezu einmütig den deutsch-belgischen Notenwechsel über die Unverletzlichkeit begrüßt. Kritik an der deutschen Erklärung und an der Außenpolitik der Regierung wurde lediglich geübt von dem sozialdemokratischen Senator Rollin, der sich in juristischen Spitzfindigkeiten erging und dem Außenminister vorwarf, daß er durch diese Vereinbarung mit Deutschland dem kollektiven Sicherheit s s y st e m Abbruch getan habe. Der katholischkonservative Senator Baron de Mothemb erklärte, Belgien müsse auch in Zukunft die Politik der Unabhängigkeit, die die Stellung Belgiens in Europa und in der Welt gefestigt habe, fortsetzen. Er beglückwünschte den Außenminister zu seiner Politik, mit der er am Werk des Friedens mitgewirkt habe. Der Vertreter der Rexisten Graf de Grün ne, wies den Mißerfolgs der kollektiven Sicherheitspolitik nach und betonte, die allgemeine oppositionelle Haltung der Rexisten hindere diese nicht, unumwunden zu erklären, daß der Außenminister mit seiner Politik den nationalen Interessen des Landes gedient habe. Die nationalflämische Gruppe brachte durch ihren Beifall wiederholt ihre Zustimmung zu der deutschen Erklärung zum Aus- druck. Japan zur Aeunmächte-Konferenz eingeladen. Tokio, 21. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der belgische Botschafter Baron de Bassompierre überreichte dem Außenminister Hirota eine Note, in welcher die belgische Regierung auf Bitten Englands und mit Zustimmung Amerikas Japan zur Teilnahme an der Neunmächte-Konserenz in Brüs- f e I am 30. Oktober auffordert. Die Konferenz diene der „Prüfung der Lage im Fernen Osten zwecks baldiger Beendigung des chinefischjapanischen Konfliktes mit freundschaftlichen Mitteln", Jüdisch-kommunistische preffehetze in der Türkei. Die Hintergründe der Pressefehde gegendasnationalsozialistischeDeutschland. Istanbul, A). Okt. (DNB.) Die Pressehetze einiger türkischer Zeitungen gegen eine an» gedliche national sozial! stische Propaganda in der Türkei veranlaßt die Zeitung „ C u m h u r i x) e t" zu einer Entlarvung der Mischen und kommunistisch verseuchten türkischen Schriftleiter, die sich in einer systematischen Verunglimpfung Deutschlands ergangen. In dem Blatt heißt es, man könne überzeugt fein, daß der Kemalismus, die revolutionäre Bewegung Atatürks, zu stark sei, als daß sie durch eine Pressepropaganda erschüttert werden kann. Die Schreiberlinge, die »sich so empfindlich zeigen, schweigen, wenn es sich um kommuni st ische Propaganda handelt, weil diese Zeitungsschreiber selber Werkzeuge des Kommunismus sind. Dann weist die Zeitung darauf hin, daß die jüdische Schriftleiterin der Istanbuler Zeitung „Ian", Frau Zekeriya, früher eine Zeitschrift herausgab, die von der türkischen Regierung wegen kommunistischer Tendenzen verboten wurde. Die Offenheit, mit der die Hintergründe der zügellosen Hetze einiger türkischer Blätter gegen das nationalsozialistische Deutschland enthüllt werden, hat in Istanbul großes Aufsehen erregt. Es wird abzuwarten bleiben, ob diese Stimme aus der Wüste eine Aenderung in der Sprache der übrigen türkischen Blätter bewirkt. * Nachdem sich das Ausland, vornehmlich England, bis zur Ermüdung mit der Auslandsorgani- f a t i o n der NSDAP, beschäftigt hatte, Die als ein gigantisches deutsches Spionagewerk geschildert wurde, haben sich jetzt in der Türkei einige tüchtige Männer gefunden, die sich krampfhaft bemühen, alte, längst erledigte Lügen wieder hervor- zukramen und auf Hochglanz zu polieren. Offenbar geha es im jungen türkischen Staat so langweilig zu, daß man sich in den Redaktionsstuben gewisser Zeitungen genötigt sieht, seinen Stoff aus den Haupt- und Nebenstellen der internationalen Giftmischer und Friedensstörer zu beziehen. Es ist übrigens nicht erst seit heute und gestern zu beobachten, daß sich in der türkischen Presse eine immer schärfer werdende deutschfeindliche Tonart breit macht, die gewiß nicht von ungefähr entstanden sein dürfte. Denn in der Türkei überschneiden sich die Interessen zweier Staaten, die im östlichen Mittelmeer eine Rolle spielen. Beide sind aber alles andere denn deutschfreundlich. Und beide können es nicht ertragen, daß auf türkischem Gebiet auch deut- sche Kaufleute tätig sind. Folglich bedient man sich der Mittel, die schon immer wirkungsvoll waren und die, wie wir sehen, zu einer deutschfeindlichen Haltung einiger nicht unmaßgeblicher Zeitungen geführt haben. Zu diesen gehört auch der „T an", der die Ausländsdeutschen zu verdächtigen sucht, indem er die Auslandsorganisativn der NSDAP, als eine die türkische Staatssicherheit bedrohende Einrichtung hinstellt. Wir haben dazu wenig ober gar nichts zu sagen, nachdem sich das übrige Ausland bereits davon überzeugen mußte, daß alles, was über die AO. verzapft worden war, glatter Schwindel ist. Der „Tan" könnte also bestenfalls zu den Fußkranken dieses Hetzfeldzuqes gerechnet werden. Reichlich spät kommt er hinterher gehinkt, so spät, baß es bereits auffällt, wer ihn unb mit welchen Mitteln vor allem, aufgemuntert haben könnte, schleunigst im Humpelschritt das nachzumachen, was den anderen inzwischen mißglückte. D. S. Moskaus Hand in Frankreich. Französische Zeitungen veröffentlichen dokumen- tierte Angaben über die Millionen-Hilfs- gelber Moskaus, mit denen die französische Sektion der Dritten Internationale einen propagandistisch sehr üppigen, wenn auch im Ergebnis unglücklichen Wahlkampf bei der Erneuerung der Generalräte (Kreis- unb Provinzial-Wahlen) geführt hat. Dazu läßt sich nur mit den Worten des berühmten französischen Lustspieldichters sagen: „Tu l’as voulu, George Dandin!" (Du hast es selbst gewollt, Hebe Marianne!). Solche Enthüllungen sind ja nicht zum ersten Male in Frankreich gemacht worden. Wir erinnern nur an einen ehemals kommunistischen deutschen Reichstagsabgeordneten, der in Straßburg verhaftet wurde unb bei dem man aufschlußreiche Belege über Zahlungen an Einzelpersonen wie an Zeitungen gesunden hat; er wurde auf Betreiben des Sowjetbotschaf- ters sang- und klanglos aus der Haft entlassen. Auch der frühere französische Ministerpräsident Laval hat wiederholt mit dem Sowjetbotschafter über bas „Thema" verhanbelt, ohne aber zum Ziel zu kommen. Die Sowjetrussen setzen eben einfach die Bestechungstechnik fort, die die zaristische Diplomatie, insbesondere Iswolski, erfunden hatte. In der ranzösischen Presse und auch in der Deputiertenkammer gibt es eine Einheitsfront der „Interessenten", was besonders in Erscheinung trat, als vor einem reichlichen halben Jahr der frühere Kommunist Doriot in der Kammer Eröfsnunaen machen wollte, ohne daß ihm die Kammer Gehör schenken wollte. B. R. Die Preiskurve in Frankreich. Die Beamtengewerkschaften fordern Neuregelung der Gehälter. Paris, 21. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die gewerkschaftlich organisierten Beamten haben sich jetzt zum drittenmal gegen die von der Regierung geplanten Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensunterhaltes der Beamten gewandt. Die Gewerkschaft bedauert, daß die Regierung immer erst auf einen Druck hin zu handeln beginne unb hält ihr vor, daß sie niemals zur rechten Zeit den Forderungen der Beamten Rechnung trage. Nur ein Teil der Beamten würde von Den ins Auge gefaßten Gehaltserhöhungen betroffen. 550 000 Beamte und 110 000 Hilfskräfte verdienten noch nicht einmal das Existenzminimum- Aus diesem Grunde hält die Vereinigung der fron» ösischen Beamtengewerkschaften die Regierungsvor- chläge für un genüge nD. Sie hasst, daß die Regierung ihre Vorschläge von neuem überprüfen möge, bevor die Kammer damit befaßt würde, unb geht sogar soweit, eine vollkommene Neuregelung der Beamtengehälter zu verlangen. Um das durch die Angleichungen an die erhöhten Preise unb Tarife entftanbene Loch int Staatshaushalt zu stopfen, sucht bis Regierung nach weiteren Einnnahmequellen. Dabei Derlei sie jetzt auf die Träger der Ehrenlegion, die für besondere Verdienste um, wie die Inschrift des Ordens besagt, honneur et patri' (Ehre und Vaterland) verliehen wird. Ihre besonderen Leistungen für das Vaterland haben die Be- sitzer nun auch besonders zu bezahlen. Es müssen in Zukunft an den Staat entrichten: Die Ritter der Ehrenlegion 150 Franken, die Kommandeure der Ehrenlegion 500 Franken, die Großoffi- ziere 750 Franken und die Inhaber des Großkreu- ms der Ehrenlegion 1000 Franken. Die Abgaben für die Träger ausländischer Orden bewegen sich zwischen 40 und 400 Franken für Träger von Orden am Schärpenband. Oie Zellstoff- und Papier- wirtschast. Wichtige Aufgaben im Bierjahresplan. Berlin. 20. Okt (DNB.) Vor Persönlichkeiten der Papier- und Zellstoffwirtschast sprach Oberst Löb, der Chef des Amtes für deutsche Roh- und Werkstoffe, über die Rohstoffoersorgungslage m der Zellstoff, und Papierwirtschaft Wie Oberst Löb betonte, hat die Papier- und Zellstoffwirtschast den Bedarf einer Reihe wichtigster Verwendungsgebiete zu befriedigen. Namentlich sei auch die Presse zur Erfüllung ihrer Aufgabe auf das Papier als Rohstoff angewiesen. Die Papierwirtfchaft bringe weiter erfreuliche Exportüberschüsse und sei als Verpackunysmittel für den Transport vieler Wirtfchaftsgüter unerläßlich 9m Rahmen seiner vielfachen Daseinsberechtigungen habe sich das Papier, und Zellftoffgebiet geradezu als Schulbeispiel für die Forderung der Grundgedanken des Vierjahresplanes erwiesen. Denn dieser für die ge- jamte Volkswirtschaft so außerordentlich wichtige Wirtschaftszweig fei bis zu 7 0 v.H. auf ausländische Rohstoffe angewiesen ge- wesen. Oberst Löb konnte feststellen, daß die Pia- nungsarbeit des vergangenen Jahres erfreulicherweise erkennen läßt, daß in weitestgehendem Maße das für die nächsten Jahre gesteckteZielschon erreicht ist. Die bereits im Fluß befindliche Aktion, Brennholz gegen Kohle auszutauschen, mache beträchtliche Holzmengen für die Zellstoff- und Holz- schnitterzeugung frei. Es handele sich dabei insbesondere um die Verwendung von Fichten, Kiefern und Buchen. Die Buche, die bis vor kurzem in der Zellstoff-Fabrikation überhaupt nicht verwertet wurde, werde jetzt in großem Maße zu Zellstoff für chemische und Textilien-Weiterverwendung verarbeitet. Aeußerst wichtig sei aber die zukünftige Berücksichtigung des Strohs bei dem steigenden Bedarf an Zellstoff. Es bestände die Absicht, eine Reihe von Strohzellstoffanlagen für Gelbstrohwerke zu errichten, eine reibungslose Be- lieferung dieser Industrie mit Stroh sei gewährleistet. Als einflußreichen Faktor für die Rohstoffersparnis erwähnte Oberst Löb die Maßnahmen zur Erfassung des Altpapiers, die dazu führen müßten, daß der Anteil des zurückgewon- nenen Altpapiers von einem Viertel auf ein Drit- tel des Papieroerbrauches steige. Unerläßlich sei der Einsatz der Forschung. Das Amt für deutsche Roh- und Werkstoffe habe daher bei den bestehenden bekannten Forschungsstätten für Holzchemie in Heidelberg und P a - piertechnik in Darmstadt Institute des Vier- jahresplanes auf diesen Gebieten errichtet, die den Einsatz wissenschaftlicher Arbeit ermöglichen werden. Fürsorge für dienstunfähig gewordene Unteroffiziere. Der Reichskriegsminister hat im Interesse des Unterosfizierskorps der Wehrmacht einen Erlaß hcrausgegeben, der bestimmt, daß Unteroffiziere, die mehr als fünf Jahre im aktiven Wehrdienst stehen und dienstunfähig werden, vor Ablauf ihrer Dienstverpflichtung wegen Dienstunfähigkeit nur noch entlassen werden, wenn sie auch dienstunfähig im Sinne des § 73 des Beamtengesetzes sind, oder wenn sie selbst den Mu n sch haben, entlassen zu werden. Im letzteren Fall sind sie nach § 24 Abs. 2a des Wehrgesetzes zu entlassen und nach §§ 1, 2 des Wehrmachtgesetzes zu wersorgen. Diese Unteroffiziere sind, falls sie im «eigentlichen Frontdienst nicht mehr verwendbar sind, in Stellen des Hilfspersonals ober in -ähnliche Planstellen zu übernehmen. Nach Ablauf seiner zwölfjährigen Dienstzeit sollen sie wie alle anderen Unteroffiziere versorgt werden (Ueberführung in das Beamtenoerhältnis usw.). Oer NSO.-Studentenbund feiert den Tag von Langemarck. Berlin, 19. Okt. Kraft durch Freude« Das Mittelmeer steht im Brennpunkt der Weltpolitik -über die vielfältigen Probleme der Länder und Völker rund um das Mittelmeer gibt der Vortrag des berühmten Forschers den denkbar besten Aufschluß Schöne 5-3immet' Wohnung mit Bab u. Zubehör, voll- stänbig neu her- gerichtet, Bahn- osstraße 35 II. zu vermieten. Näheres zu erfragen 05199 MMWiMv Einzelhandel! Auf die heute Donnerstag, den 21. Oktober 20 Uhr, im Hotel Hindenburg, Seltersweg 68, stattfindende Mitglieder-Versammlung zu der alle Einzelhandelskaufleute mit ihren mittätigen Familienangehörigen und leitenden Gefolgschaftsmitgliedern eingeladen sind, wird nochmals hingewiesen. Es spricht: Werbeleiter Hans F. Albig, Berlin, über: Wirksame Gestaltung der Einzelhandelswerbung Vollzähliges Erscheinen der Mitglieder wird erwartet, Wirtschaftsgruppe Einzelhandel Kreisgruppe Gießen 6594 D D R E DRUCKSACHEN ** P ■■ Brühl'sche Druckerel Hausgehilfin für '/?—s/4 Tage fof. gesucht. 05193 BaumjomtüBeäll Keine Zeugnisse in Urschrift lonoern nur ZellgnU» abidiriften vem B» werbungS|chr-ib-n beilegen - Lichtbilder uno8eroerbuM6untet» tflen müllen ,ur Ger. meidung oon Seelüften auf Der -stüchette Warnen und Änlchriu oe< Cewettett txoflail Wm für zweimal wöchentlich gesucht. Bleichstr. 14 vt 2lü(t)!dffCbtm3Mi ro v. 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Verschiedenes] Die Beleidigung gegen Frau Sönchen Garbenteich nehme ich hiermit zurück. 05194 Johannes Burk, Garbenteich, Steinbach.Str.4 Ur. ?46 Zweites Blafi Kießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen) Donnerstag, 21. Oktober (Q57 Die Weiheflätie von Pasewalk. Es war am 21 Oktober 1918, ein grauer Herbsttag wie so Diele in diesem für Deutschland schicksalsschweren Monat. In dem gewaltigen Ringen an der Front im Westen kam auf deutscher Seite wieder jeder einzelne Mann zur Geltung gegen das ungeheure Material an Eisen, Stahl und Giftgas, das gegen die deutsche Front geschleudert wurde. Damals wurde auch der Gefreite Adolf Hitler in der Nacht oom 13. zum 14. Oktober bei einer i M * g. WM Ein Teil der Ehrenhalle mit dem symbolischen Mosaik an der Wand. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Beschießung der Südfront von sperrt mit Gelbkreuzgranaten als Meldegänger oon den verderbenbringenden Gasschwaden erfaßt. Mit brennenden Augen wankte er zum Verbandsplatz und wurde von dort, ohne die Gewißheit, das Sehvermögen wieder zu erhalten, dem Hilfslazarett Pasewalk zugeführt. Hier, in einem kleinen pommerschen Garnisonsstädtchen, erlebte er den Zusammenbruch der Heimat und damit die Wende seines Lebens. Wir wissen aus seinem Buche „Mein Kampf", daß ihm hier im Lazarett zu Pasewalk die Erkenntnis wurde, daß ein neues Deutschland nur aus einer geistigen und seelischen Wiedergeburt des deutschen^ Volkes erstehen könne. Er schildert, wie der bohrende Schmerz in den Augenhöhlen allmählich nachließ und es ihm langsam gelang, die Umgebung in groben Umrissen wieder unterscheiden zu lernen. „Freilich, daß ich jemals würde wieder zeichnen fünften, iburfte ich nicht mehr hoffen." Er schildert dann weiter, wie in dieser niedergeschlagenen Stimmung das Gerücht oon der N o - »ember-Revolte zu ihm dringt, wie Matrosen auf Lastkraftwagen vor dem Lazarett erscheinen unb die Revolution „ausriefen", aber unter den Insassen des Lazaretts doch die Hoffnung lebt, daß es sich lediglich um eine lokale Revolte handele, bis eines Tages der ehrwürdige Pastor in das Lazarett kommt, um ihnen die ganze schreckliche Wahrheit »nitzuteilen und dann still in sich hinein zu meinen. Da zerbrach auch im Herzen des Gefreiten Adolf Hitlers etwas. Er tastete sich in den Schlafsaal zurück, warf sich auf sein Lager und grub den bren- uenben Kopf in Decken und Kissen, lieber die inneren Kämpfe, die er damals durchgefochten hat, schreibt er: „Seit dem Tage, da ich am Grabe der Mutter gestanden, hatte ich nicht mehr geweint. Wenn mich in meiner Jugend das Schicksal unbarmherzig hart anfaßte, wuchs mein Trotz Als sich in den langen Kriegsjahren der Tod so manchen Heben Kameraden und Freund aus unseren Reihen holte, wäre es mir fast wie eine Sünde erschienen, zu klagen — starben sie doch für Deutschland' Und als mich endlich selbst — noch in den letzten Tagen des fürchterlichen Ringens — das schleichende Gas anfiel und sich in die Augen zu fressen begann, und ich unter dem Schrecken, für immer zu erblinden, einen Augenblick verzagen wollte, da donnerte mich die Stimme des Gewissens an: elender Jämmerling, du willst wohl heulen, während es Tausenden hundertmal schlechter geht als dir, und so trug ich denn stumpf und stumm mein Los. Run aber fopnte ich nicht mehr anders. Run sah ich erst, wie sehr alles persönliche Leid versinkt gegenüber dem Unglück des Vaterlandes." Adolf Hitler schließt dieses Kapitel, in dem er von seinem Entschluß berichtet, den Kampf für ein neues Deutschland aufzunehmen mit den Worten: „Ich aber beschloß Politiker zu werden." So ist das damals als Hllfslazarett verwandte alte Schützenhaus in dem pommerschen Städtchen Pasewalk die Geburtsstätte eines Beschlusses von ungeheuerer Tragweite geworden. Der Führer selbst hat kurz vor der Machtergreifung auf einer Kundgebung in Pasewalk erklärt: „Ich hätte hier zugrunde gehen können wie Millionen von Kamera- Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! i Srinagar (Kaschmir), im Oktober. (Durch Luftpost.) Das erste Lebenszeichen, das ich von dem deutschen Forscher Dr Filchner nach seiner glücklichen Freilassung aus der Gefangenschaft in Kho- tan erhalten hatte, war ein Telegramm aus Leh in Westtibet, in dem er mir mitteilte/ daß er etwa um den 10. Oktober herum in Srinagar eintreffen würde Srinagar, die Hauptstadt des lieblichen Kaschmir-Staates, ist die erste größere Stadt, die man mit normalen Verkehrsmitteln von Indien aus erreichen kann Von hier aus starten die Karawanen nach Ladakh (Westtibet) und Lhasa, nach Chinesisch-Turkestan und Zentralasien, hier ist der Ausgangspunkt für die Expeditionen zu den ewigen Schneegipfeln des Himalaya wie z. B. zum Nanga P a r b a t. Hier wollte ich den deutschen den. Ich habe mein Leben als ein Geschenk der Vorsehung zurückgenommen und mir geschworen, dieses Leben dem deutschen Volke zu widmen " Am heutigen 21. Oktober wird nun hier ein Erinnerungsmai geweiht werden. Gauleiter Schwede (Coburg) gab kurz nach seinem Amtsantritt 1934 den Auftrag, das Schützenhaus neu herzurichten und zu einer Weihestätte umzugestalten. Rach einem Entwurf des Architekten Claassen (Coburg) wurde das alte Schützenhaus erneuert. Der Saal wurde in eine Ehrenhalle verwandelt. Ihren Giebel ziert ein großes Mosaikbild Professor Grubers (München) „Ritter, Tod und Teufel", das ein Symbol für die kämpferische Lebenshaltung des Führers ist. Ein Bild desselben Künsllers ist auch der Hauptschmuck im Innern. Einem Frontsoldaten, der auf einem Drachen und einer brennenden Weltkugel steht, bringt ein fackeltragender Genius das Licht. Die Umschrift lautet: „Anno 1918 wurde in diese Stätte ein Soldat gebracht, der die Sorge um Deutschland wie ein brennend Feuer im Herzen trug". Von der Ehrenhalle führen Gänge in die beiden Flügel des Gebäudes. Alle Räume, die an den Gängen liegen, sind dazu bestimmt, der lebendigen Arbeit am deutschen Menschen zu dienen. Eine überlebensgroße vom Bildhauer Richter- El s n e r -Berlin geschaffene Büste des Führers, hinter der die Worte stehen: „Ich aber beschloß, Politiker zu werden", setzen den Bau in unmittelbare Beziehung zu seiner Geschichte. Forscher begrüßen unb ihm die Glückwünsche der Landesleitung der NSDAP, und der deutschen Presse zur Verleihung des Nationalpreises übermitteln. lieber 180 Meilen lang ist der Weg von der letzten britisch-indischen Bahnstation, Rawalpindi, nach der Hauptstadt Kaschmirs. Der Stationsvorsteher in Lahore hatte mir eine Nacht zuvor ein Auto telegraphisch bestellt, das mich am Morgen des 5 Oktober pünktlich um 7 Uhr erwartete. Doch ehe meine beiden Mitreisenden, ein Inder mit seiner schwedischen Gattin, zur Stelle waren und bis das Frühstück und die Verstauung des Gepäcks erledigt waren, war es bereits 8.30 Uhr geworden. Zu meinem Schrecken las ich in der neuesten Zeitung, daß Filchner, entgegen seinen Angaben, schon gestern in Srinagar eingetroffen war, er hatte, wie er mir dann auch selbst erzählte, den beschwerlichen Weg von Leh über den halsbrecherischen Zoji-La- Wiedersehen mit Filchner in Kaschmir. Don unserem G. £. £ -Berichterstatter. Paß statt wie üblich in 16 Tagemärschen, in zwölf Tagemärschen zurückgelegt! Es war also alle Eile geboten. Herrlicher blauer Himmel und strahlende Sonne begleitete uns auf unserer ganzen Fahrt. Nach etwa 64 Meilen erreichten wir Kohala. die Grenze des Kaschmir-Staates, hier mußten wir dokumentarisch die feierliche Erklärung abgeben, daß wir keine Feuerwaffen und kein Cor- n e d - B e e f mit uns führen. In Kaschmir wird die Kuh ganz besonders verehrt, obwohl der weitaus größte Teil der Bevölkerung mohammedanisch ist, nämlich 2,5 Millionen von dreien, aber der Maharadscha ist ein Hindu. Die tadellose Straße folgt dem linken Ufer des Jhelum-Flusses, der sich durch zahllose malerische und romantische Täler windet. Bald fahren wir im Schatten prächtiger Nadelbäume und Platanen, bald über steile Hänge hoch über dem Fluß, über den hier und dort halsbrecherische Hängebrücken in schwindelnder Höhe führen-, bald fahren wir wieder unmittelbar an seinem Ufer entlang, aber stets seinem Laufe aufwärts folgend. So geht es Stunde um Stunde, oon einem Tal ins andere, immer neue liebliche Ausblicke. Allerhand Volk begegnet uns, das schon die mongolischen Züge der tibetischen Bevölkerung trägt, Frauen in schwarzen Hemden mit ganzen Bündeln von silbernen Reifen in den Ohren. Halbwegs, in Domei, wird ein einfaches „Tiffin" irn Dak-Bungalow eingenommen, bann geht es weiter. Immer höher windet sich die Straße hinauf, bis wir die 1700 Meter hohe Ebene von Srinagar erreichen, dann führt von Baramulla eine wundervolle, etwa 34 Meilen lange Pappelallee nach der Hauptstadt Kaschmirs. Einige Autopannen verzögern die Ankunft in Srinagar bis in die Abendstunden. Um halb neun haben wir unser Ziel glücklich erreicht. Ich traf Filchner in der Halle van Nedous Hotel in Gesellschaft des deutschen Generalkonsuls, Grafen von Podewils - Dürniz und feiner Familie, die feit zwei Wochen bereits hier weilten. Unser Generalkonsul hatte auch ganz durch Zufall von der früheren Ankunft Filchners erfahren und konnte ihm noch einige zwanzig Meilen entgegenreiten. Filchner war natürlich äußerst überrascht, als seine kleine Karawane plötzlich dem deutschen Generalkonsul mit Sohn und Tochter begegnete. Seine erste Frage war nach seiner Tochter, die zweite, ob irgendwo in der Welt Krieg sei! Er hatte ja seit Jahr und Tag nichts von den Vorgängen in der Außenwelt erfahren. Auch erfuhr er erst durch unseren Reichsvertreter die näheren Einzelheiten über den Nationalpreis, den er für eine Gedenkmedaille gehalten hatte. Nach kurzer Begrüßung lud mich Filchner in sein Hotel ein — er wohnte woanders — damit wir uns noch ein paar Stunden unterhalten konnten, da er bereits am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe nach Dehre-Dun aufbrechen wollte, wo er die letzten Abschlußmessungen erdmaanetischer Art vornehmen wollte. Da bereits alle Vorbereitungen getroffen waren, konnte er leider nicht noch einen Tag länger in Srinagar bleiben. Ich hatte Filchner das letzte Mal vor zwanzig Jahren gesehen, und doch muß ich gestehen, daß er sich nicht sehr verändert hat. Er war von der gleichen ungeheuren Lebendigkeit und Lebenskraft wie früher. Er sah trotz der Strapazen, die er gerade hinter sich hatte, glänzend aus. Seine blauen Augen strahlten lebhaft aus dem sonnenverbrannten Gesicht, und wenn er lachte, sah man seine tadellosen schneeweißen Zähne. In Leh hatte er am 13. September seinen 60. Geburtstag gefeiert. Auch sein Begleiter, der junge Laienbruder Haack, schien sich von seiner schweren Lunaenent- zündung in Khotan gut erholt zu haben. Beide kamen ziemlich zerlumpt in Srinagar an, und als sie zu einem Schneider in der Stadt gingen, sah dieser seine neuen „Kunden" sehr bedenklich an; erst als es sich herumgesprochen hatte, daß es der berühmte deutsche Forscher und sein Begleiter fei, überschlug er sich im „Dienst am Kunden", denn nun woltten sämtliche Schneider Srinagars den berühmten Gast neu einkleiden. Filchner, der allen öffentlichen Ehrungen und Fallendes Laub. Don K. Scherer. Mit den Stürmen der Tag- und Nachtgleiche beginnt das große Sterben des herbstlichen Waldes; Die Vegetationsperiode nähert sich ihrem Ende, die j.ommergrünen Holzgewächse verlieren ihr Laub. Sine späte Oktobernacht bringt den ersten Frost, Der den schon gelockerten Zusammenhang zwischen Zweig und Blatt vollends zerstört; und nun rieselt und flattert es mit leisem Rauschen Tag und Nacht tzerab, bis Busch und Baum entblättert stehen. Es ist ein eigen Ding um den ßaubrall der Bäume; wie alles in der Natur, ist auch dieser Iahresvorgang bewundernswert einfach und doch ; so kunstvoll verflochten, daß er nur schwer zu begreifen ist. Auch der Laubfall vollzieht sich nach e-wigen Gesetzen im Wechsel von Werden und Vergehen, die alle mehr oder minder an das Wachsen und Sinken des Lichts und die Wirkungen des Son- «enkreislaufs gebunden sind; nicht nur der Vorgang ils Ganzes unterliegt ihnen, jedes einzelne Blatt ftirbt unter Erscheinungen, die von ganz bestimm- ten siderischen Voraussetzungen abhängen. An einem herbstlich-bunten Laubast stehen grüne, gelbe und braune Blätter nebeneinander; noch nicht regellos, wie es dem flüchtigen Blick erscheint, vielmehr finden sich die braunen am Ansatz des Astes, Dann folgen die gelblichgrünen, und die Spitze zeigt Leistens noch frifchgrünes Laub. Die Verfärbung freitet also vom Stamm aus nach der Spitze fort, mb die jüngsten Blätter behalten am längsten ihre ommerliche Farbe. Diese fast ausnahmslos gültige Reihenfolge, die b-efonders augenfällig bei der Platane Hervartritt, plt nicht nur für den einzelnen Zweig, sondern fast immer für den ganzen Baum — sie bildet die Er- illärung für den schönen Einklang der Farben am Beginn der Vergilbung. Erst später, wenn diese das zu den Blättern der Zweig-Enden vorgeschritten st, gestaltet sich das Bild einförmiger und gleichmäßiger, erscheint der ganze Laubschmuck einhett- liich gefärbt. Der Laubfall tritt im Süden später mn als im Norden; jenseits der Alpen vergilben iie bei uns heimischen Laubbäume erft im Dezember. Dem entspricht, daß Laubwald in größerer Höhe sein grünes Kleid früher verliert als in der Öieberung; man hat beobachtet, baß bie Verfärbung bes Laubholzbestanbes eines Berges von 500 Meter Höhe in etwa sechzehn Tagen von der Spitze ins Tal hinabschreitet Es ist erwiesen, baß der Laubfall wenige Tage rach Eintritt der Sommersonnenwende seinen Anfang nimmt, wenn auch in einem kaum wahrnehmbaren Grade, also noch ehe die Natur ihren höchsten Sommerflor erreicht. Um diesen Zeitpunkt herum lassen die Laubbäume das erste Blatt fallen, und zwar stets aus dem am dichtesten belaubten, dunkelsten Teil der Krone, wohin das Sonnenlicht nur schwer zu bringen vermag. Von bieser Regel sinb allein Esche unb Schwarzeller ausgenommen, bie als Charakterbäume van Nieberung, Sumpf unb Ufer einen befonbers wasserreichen, nährstoffhaltigen Standort unb Boben bevorzugen, ihr Laub baher bis zum Enbe ber Vegetationsperiobe frischgrün erhalten unb auch in biefem Zustand abwerfen. Wie stark das Licht auf den Verfärbungsprozeß einwirkt, haben Versuche an großblättrigen Kapuzinerkresse gezeigt. Eine im September vorgenommene künstliche Verdunkelung führte rasch zu völliger Vergilbung; wurde das Blatt durch Aufkleben von Staniolstreisen nur teilweise verdunkelt, dann vergilbte nur der abgeblendete Teil während der belichtete grün blieb. Die auffallende Wahrnehmung aber, daß der Laubfall unmittelbar nach Eintritt ber Sonnenwenbe beginnt, bürste barauf zurück- gehen, baß bie Übetaus lichtempfinbliche Natur der Laubbäume diejenigen Wipfelblätter, die infolge der finkenden Lichtkraft der Sonne am aufbauenden Leben des Baumes nicht mehr mitarbeiten können, als Fremdkörper abstößt Zu Beginn des Oktobers, wenn die Sonnenstrahlung fühlbar schwächer wird, stellt der Laubwald seine aufbauende Arbeit ein, das Fasergewebe nimmt weder Feuchtigkeit noch Nährstoffe mehr auf; die Blätter eines ins Wasser gestellten Laubzweiges verdorren innerhalb eines Tages. Waren die Blätter als Atmungsorgane und für die Bereitung von Nährstoffen notwendig, solange das Bildungsgewebe noch arbeitete, so stellen sie jetzt nur noch Angriffsflächen für die schädlichen Einwirkungen von Rauhreif und Eis dar; deshalb zieht der Baum die in den Blattorganen noch vorhandenen Aufbaustoffe zurück und speichert sie im Gewebe des Stammes auf. Dieses Schwinden des Chlorophylls ist es. das uns das köstliche Farbenspiel des Herbstes beschert. Die Mannigfaltigkeit der Farben hängt von ber Natur ber Farbstoffe ab, bie ber einzelnen Baumart eigentümlich sinb; bei Birke und Ulme überwiegt ber gelbe Farbstoff, baher zeigt ihr herbstliches Laub golbgelben Glanz. Eiche unb Bergahorn bilben nicht selten Farbstoffe von solcher Intensität unb Leuchtkraft, baß ihr tiefroter Schein aus bem Wipfelmeer bes Herbstwalbes wie ein Fanal aufflammt; mischen sich humusartige Substanzen den bunkelroten Farben bei. so entsteht bas kräftige Braun- und Purpurrot der Buche. Sind aus den Blättern die Nährstoffe geschwunden, dann bereitet der Baum langsam und vorsichtig die Trennung von seinen toten Gliedern durch Bildung eines Trennungsgewebes von Korkzellen .vor, die die Blattstielnarbe verschließt, den sogenannten Wundkork. Damit sind die Blätter zum Abfallen reif geworden, beim ersten Sturm flattern sie in dichtem Regen zu Boden und bilden durch rasche Zersetzung neue Dungstoffe für die nächste Wachstumsperiode. Schiff in Not. £on K. E (Hailina. Ein eisiger Nordwest rast über den Atlantik. Wie eine Nußschale wird unser Frachtkahn umherge- roorfen. Bald hüllt undurchdringliche Finsternis uns in Einsamkeit. Immer neue Wellenberge dreschen heran und schlagen donnernd quf die öadebäume. Wie tausend Dämonen jagt und heult es dazu in der Luft. Krachend hauen Brecher über die Reeling Aufgeregt rollt und stampft und stöhnt das Schiff Die Wassermassen wälzen sich rauschend im Takt des schlingernden Schiffes. Fontänen versprühen über dem Deck. Die Maschinen brummen in abgehackten Stößen Wie wenn sie aus Angst bas Stottern bekämen. Ein Zittern burchläuft ben stählernen Leid. Ich stehe unter ber Tür meiner Funkbube unb sehe bem Toben ber Elemente zu. Meine Abenb- wache beginnt. Ich zünde eine Zigarette an und schalte auf Empfang. Mechanisch dreht die Linke den Kondensator. 600 Meter die Welle des allgemeinen Verkehrs. Lissabon sendet Wetterbericht. Amsterdam: Tanzmusik. Walzer! Was war das? Ich fahre zusammen. Die Nerven fiebern. Der Bleistift fliegt über das Papier. Die Hand zittert. Ganz deutlich ist zu hören: SOS. Durch den Wirrwarr der hundert Stationen klagt es immer wieder. SOS — SOS. Bruchstücke vernehme ich nur. Das andere geht unter im Heulen des Sturmes im Krachen der Wogen und im Donner bes Regens, ber auf bas Stationsbach niebergeht. Verdammt! Wo ist bas Schiff, bas in Not ist. Ganz nahe klingen bie Rufe Wie heißt es? Ich schreibe, Wort hinter Wort, unb versuche zu entziffern. Nichts. Vergebliche Mühe im tollen Durch- einanber ber vielen Sender. Erst die englischen und französischen Küstenstationen bringen Klarheit. Mit voller Lautstärke tönt es durch ben Aether: QRT — QRT — SOS! Es ist ein internationaler Spruch, ben jeder Funker versteht. „Hört mit Senden äuf!" Alle Aetherstimmen verstummen jetzt, und es wird still. Ich vernehme Namen und Lage des beschädigten Dampfers. Mit Mühe taste ich mich in dem Seegang zum wachhabenden Offizier auf die Kommandobrücke. Wolkenfetzen jagen vom schwachen Lichtschein getroffen geisterhaft aus dem Schornstein. Spritzwasser geht über die Brücke. Ein Blick auf die Karte zeigt, daß es uns bei diesem Wetter nicht möglich ist, zu Hilfe zu kommen. Wieder sitze ich am Lautsprecher. Funkstille, nur selten unterbrochen von dem „QRT", das Funker vor Senden warnt. Ungewohnt und drückend empfindet man diese Ruhe. Sonst Fauchen, Summen, Knarren, Krächzen, das reinste Höllenkonzert. Und nun so still, als wären sämtliche Funker der Erde gestorben. Nur draußen rasen die Elemente. Ich lausche, höre gespannt in den Aether... Ein Sümmchen piepst, hell und zart wie von einem Vogel, durch den ungeheuren Welttaurn. SOS — QRT Andere Stimmen, Stationen weit unten im Südatlantik, vom Kap der Guten Hoffnung, im Roten Meer, hoch oben im Baltikum und weit im äußersten Westen. Wie aus einer anderen Welt. Die Kontinente rücken ganz nahe zusammen. Tausende von Menschen sind für kurze Zett in den Kreis eines fernen Ereignisses gebannt: SOS Das Zeichen eilte hin in fernste Erdenwinkel, und alle warten gespannt. Endlich nach einer langen Stunde, die für eine Handvoll Menschen Schicksal ist, summt durch die lähmende Stille: CQ. — CQ. — de — GLD — SOS. clear. Die erlösende Nachricht für alle: Hilfe für das verunglückte Schiff geregelt! Der Nachrichtenverkehr kann wettergehen. Wie auf Kommando stürzen sich die Funker auf die Morsetaste, und im schwirrenden Tanze der Morsezeichen beginnt seine Arbeit. Im Aether tönt wieder wirres Durcheinander. Und in unhörbare Fernen sinkt auch dem Funker die Welt hin. Zeitschn'ffen. — Das Monatsprogramm der NS -Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Gau Hessen-Nasiau, Heft 10 enthält das Winterprogramm der KdF für bas Winterhalbjahr 1937'38. Das gut ausgestattete, reich bebilderte Heft beginnt mit einer illustrierten Ueberficht über die Theater im Rhein-Main-Gebiet, unter denen auch bas Gießener Stabttheater würdig vertreten ist. Vom übrigen Inhalt seien bie Vorschau auf bas übrige Minterprogramm unb bie Bilb- berichte über Betriebsfahrten unb über „Kraft durch Freude" auf dem Reichsparteitag hervorgehoben. Empfängen abhold ist, hat sich über die Verleihung des Nationalpreises doch recht gefreut, wie er mir wiederholt versicherte. Er habe es sich niemals träumen lassen, vom Führer in dieser Weise ausgezeichnet zu werden. Er sagte: „Ich habe dem Führer telegraphisch meinen Dank zum Ausdruck gebracht, es war eine große Ehre für mich, daß gerade der Führer, der mich nicht persönlich kannte, mir diesen Preis zuerkannte. Sicher gab es doch in Deutschland noch verdientere Leute. Ich sehe aber darin eine Ehrung des neuen Deutschland für die Wissenschaft und den Wissenschaftler, die während der Systemzeit manchmal recht vernachlässigt wurden." Filchner dachte hierbei an seine Rückkehr von der letzten Tibet-Expedition, die man bezeichnenderweise über den „Triumph" des „Eisernen Gustav", der mit seiner Droschke nach Paris und zurück gefahren war, und den Botschafter, Bürgermeister und Filmstare empfangen hatten, gänzlich vergessen hatte! Filchner gehört zu den innerlich großen Männern, die nichts aus sich machen. „Ich kenne nur meine Arbeit und meine Wissenschaft, sie sind mein einziger Genuß. Die Aufgabe meiner letzten Expedition, die der erd- ma'gnetischen Erforschung Zentralasiens galt, kann ich als in großen Zügen durchgeführt betrachten. Die Untersuchungen bewegten sich in dem Kreise Taschkent - Urumtschi - Lanwu - Lhasa-Leh und in der Diagonale Dehre-Dun- Lanjou - Khotan - Leh. In Dehre-Dun werde ich die Abschlußmessungen vornehmen." Außer den Glückwünschen des Führers hatte Filchner noch Glückwünsche von Dr. Goebbels, Freiherrn von Neurath, Kriebel und anderen führenden Persönlichkeiten erhalten. „Ganz besondere Freude aber", so sagte er, „hat mir der Brief eines einfachen deutschen Arbeitsmannes gemacht", und er reichte mir den Brief herüber, der mit der netten Anrede „Sehr geehrter Herr Forscher!" begann. Seine Erlebnisse wird Filchner in Buchform im Berlage Brockhaus herausgeben. „Ich Haffe das Bücherschreiben!" sagte er emphatisch, „aber ich muß schon wieder eins schreiben, weil ich mich dazu verpflichtet habe, ich hasse es überhaupt, in der Oeftentlichkeit von mir reden zu machen!" — Mit rührender Liebe hängt der Forscher an seiner Tochter, die in diesen Tagen in Bombay eintrifft, um ihren Vater nach vierjähriger Trennung zu begrüßen. „Ich muß meine Tochter sehen, sie ist das einzige, was ich auf der Welt besitze", waren seine begeisterten Worte, „darum bin ich jetzt so abgehetzt, ich muß am 13. Oktober in Bombay sein." So plauderten wir bis spät nach Mitternacht. Aber Filchner kennt keine Müdigkeit. Nach ein paar kurzen Stunden Schlafes brach er wieder auf, um an die Arbeit zu gehen — aus jenem inneren Drang heraus, jener Berufung, die schon immer die großen Deutschen beherrschten, und die der Arbeit jenen Adel verleihen, auf den das nationalsozialistische Deutschland stolz ist. Abschied vom Spaten. Dieder verläßt ein Jahrgang die Lager des Aeichsarbeitsdienstes. Sechs Monate — eine lange Zeit fürwahr, und doch, wie rasch ist sie vergessen! Ein halbes Jahr, da man auf einmal herausgerissen wurde aus seinem bisherigen Leben und hineingestellt in ein anderes, das abgestimmt war auf den Dreiklang: Treue, Gehorsam und K aiu eradschaft ein Leben, das von jedem Einzelnen Arbeit und restlosen Einsatz für die Nation verlangte, ein Leben, das gewiß nicht immer bequem und einfach, aber doch unsagbar schön gewesen ist. Als die junge Mannschaft, die nun in Kürze das Lager, ihr Lager, verläßt, um nun mit der Waffe dem Volke zu dienen oder in den alten Beruf zurückzukehren, Anfang April eingezogen wurde und in die Abteilungen einrückte, da standen diese über 200 000 jungen Menschen zunächst vor etwas Fremdem, Unbekanntem. Gewiß, sie hatten von ihren Kameraden, welche bereits vor ihnen gedient hatten, viel über den Reichsarbeitsdienst gehört, hatten sich erzählen lassen, wie es zuging, wie der Tageslauf sich abwickelte, wie es im Lager und auf der Baustelle aussah und was man am Feierabend machte. Und aus allen diesen Erzählungen klang stets die wahre und echte Freude eines tiefen Erlebens wieder, eines Erlebens, daß alle diejenigen, die dessen teilhaftig geworden waren, niemals mehr missen wollten. Aber all' diese Erzählungen vermochten doch nicht das ganze Erlebnis wiederzugeben, denn dieses mußte eben wirklich erlebt werden. Und die neue Mannschaft erlebte es! Sie lernte gar bald kennen und begreifen, was Kameradschaft bedeutet, was es heißt, wenn einer auf den anderen angewiesen ist, wenn sie alle in der großen Gemeinschaft zusammenstehen, wenn sie mit ihren Händen brachliegendes Land so umformen, daß es reich und üppig wird und Früchte trägt. Sie erlebten weiter, eine wie tiefe innere Verpflichtung es für jeden einzelnen von ihnen bedeutet, Soldat der Arbeit zu sein, sie begriffen, warum man gehorchen und sich einordnen muß in die Gemeinschaft des Lagers, bewußt wurde ihnen, daß sie eine Arbeit leisten, die für die Ewigkeit bestimmte Werte in sich tragt. * „Ihr seid nicht mehr wegzudenken und seid auch niemals mehr wegzubringen!" Diese Worte sprach derFührer auf dem diesjährigen Reichsparteitag zum Reichsarbeitsdienst, damit klar zum Ausdruck bringend, eine wie wichtige Organisation der Reichsarbeitsdienst, dem der Führer früher einmal bereits den ehrenden und verpflichtenden Namen „Schule der Nation" gegeben hatte, im Leben unseres Volkes darstellt. Schon weit über 1,5 Millionen junge Deutsche haben bereits im Reichsarbeitsdienst und in seinem Vorgänger, dem noch auf freiwilliger Grundlage beruhenden Nationalsozialistischen Arbeitsdienst, gedient und sind in ihm im Geist des Nationalsozialismus zu Kameradschaft, Verantwortungsbewußtsein und Einsatzbereitschaft erzogen worden. Vor 2V< Jahren, am 26. Juni 1935, setzte der Führer seinen Namen unter jenes Gesetz, das d i e Arbeitsdienst- pflicht einführte, und seitdem gehen Jahr um Jahr nahezu 500 000 junge Deutsche durch diese „Schule der Nation". Das, was der Reichsarbeitsdienst bereits geleistet hat, hat nicht nur im Herzen des deutschen Volkes tiefe und feste Wurzeln geschlagen, sondern auch in steigendem Maße die Anerkennung des Auslandes gefunden, das deutlich spürt, daß hier etwas Neues und Einmaliges herangewachsen ist, was sich mit den bisherigen Begriffen nicht messen läßt. Hand in Hand gehen die beiden großen Aufgabengebiete des Reichsarbeitsdienstes: die weltanschauliche Ausrichtung und Erziehung des jungen Arbeitsmanes und die Durchführung der großen Landeskulturarbeiten, welche gerade angesichts der Erfüllung des zweiten Vierjahresplanes von einschneidender Wichttgkeit sind und zum Ziel haben, die Ernährung unseres Polkes aus eigener Scholle sicherzustellen. Und wenn der Reichsarbeitsführer auf feiner großen Rede auf dem Parteikongreß erklären konnte, daß die im Haushaltsjahr 1936/37 geleisteten Landeskulturarbeiten^ einen jährlich wiederkehrenden Mehrertrag für die Ernährung von rund 50000 Volks genossen erzielt haben, so zeigt diese Zahl wohl zur Genüge, eine wie große wirtschaftliche Bedeutung dem Einsatz des Reichsarbeitsdienstes zukommt. Aber über allen diesen Zahlen, so eindrucksvoll sie auch die Leistungen des Reichsar^eitsdienstes veranschaulichen, steht das Erlebnis, das Erlebnis der Arbeit. Wir erleben es immer und immer wieder, daß Arbeitsmänner, deren Dienstzeit schon zwei, drei Jahre zurückliegt, plötzlich ihr altes Lager und ihre Baustelle aufsuchen. Und wenn sie dann von ihren früheren Vorgesetzten, die sich selbstverständlich über diese Besuche ganz besonders freuen, gefragt werden, was sie eigentlich hierher getrieben hat, dann kommt meist die Antwort: „Ich wollte gewiß einmal mein altes Lager wiedersehen, aber vor allem meine Baustelle, ich wollte sehen, wie weit die Arbeiten, die wir damals in Angriff genommen hatten, gediehen sind." Und wenn sie dann den Platz auffuchen, an dem sie früher gearbeitet haben, wenn sie auch einmal sehen, wie inzwischen alles vorwärts gegangen ist, dann sind sie plötzlich ganz stolz und sagen: „Ja, hier habe ich auch mitgeholfen!" Und wenn sie dann weiter sehen, daß vielleicht auch schon ein Teil des Landes, an dessen Urbarmachung sie mitgewirkt hatten, abgeerntet wird, dann sind sie noch mehr stolz, weil sie sich nun sagen können: daß diese Früchte hier gedeihen, ist auch mit deiner Arbeit zu verdanken. * Wenn in der zweiten Hälfte dieses Monats die junge Mannschaft die Lager verläßt, dann nehmen sie zwar Abschied vom Reichsarbeitsdienst, aber nicht von dem Erlebnis, das ihnen diese sechs Monate vermittelt haben, denn dieses Erlebnis können sie nicht aus ihrem Leben streichen: zu tief und zu stark hat es sich in ihre Herzen eingegraben. Klaffenkampf und Standesdünkel sind für diejenigen, die durch den Arbeitsdienst gegangen sind, ein für alle mal überlebte Begriffe geworden, denn im Lager stand alles unter dem großen ungeschriebenen Gesetz einer echten Kameradschaft, die nicht viel Worte gemacht, sondern ihren Ausdruck in der Haltung eines jeden einzelnen gefunden hat. Und diesen Geist des Reichsarbeitsdienstes nehmen sie jetzt, da sie die Lager verlassen, mit hinüber in ihr weiteres Leben. OJ.-fporf Max Schrneling gegen Ben Foord! Am 31. Januar in der Hanseatenhalle. Unser Deutscher Meister aller Klassen, Max Schrneling, wird vor seiner nächsten Ueberfahrt nach USA., die hoffentlich endgültig den Weltmeisterschaftskampf mit Joe Louis bringen wird, doch noch in einem deutschen Ring kämpfen. Viele deutsche Städte hätten den besten Schwergewichtler der Welt zu einem Boxkampf gern in ihren Mauern gehabt, aber nur zwei von ihnen, Berlin und Hamburg, konnten das finanzielle Risiko tragen. Aus fern Wettlauf der beiden ist nun die Hamburger Hanfeatenhalle endgültig als Sieger hervorgegan- gen. Sie hat Max Schrneling unter Kontrakt und wird den Kamps wahrscheinlich am 31. Januar 1938 durchführen. Als Gegner wurde der ehemalige bri- tische Empire-Meister Ben Foord verpflichtet. 1932 begann Foords Aufstieg zur britischen Spitzenklasse. In Deutschland ist er kein Unbekannter; schon 1933 schlug er Hans Schönrath nach Punkten und im letzten November stand er als Meister des Britischen Weltreiches in London Walter Neusel gegenüber, der ihn in der 15. Runde entscheidend besiegte. Von dieser Niederlage hat sich Ben Foord bis heute noch nicht recht erholt. Drei Monate später verlor er seinen Titel in einem mehr als eintönigen Kampf an Tommy Farr und im Mai dieses Jahres besiegte ihn der Exweltmeister Max Baer in London Danach scheint also der frühere Empire-Meister kein so schwerer Prüfstein für Max Schrneling zu sein. Der Deutsche dürste, wenn er in bester Form antritt, mit Ben Foord wenig Arbeit haben. San- und Kreiswaldlaufmeisterschasten Am kommenden Sonntag in Heuchelheim. Die letzte amtliche Veranstaltung des Gaues 12 (Hessen) für 1937, die Waldlaufmersterschaft, kommt nächsten Sonntag in Heuchelheim zum Austrag. Ausrichter ist Der Turnverein Heuchelheim, der bereits die entsprechenden Vorbereitungen getroffen hat. Die Meisterschaftsstrecke führt über 10 Kilometer und wird die besten hessischen Langstreckler im Wettbewerb sehen. Daneben ist den Junioren (Jahrgänge 1916, 1917 und 1918) noch Betätigungsmöglichkeit gegeben. Ihr Kurs führt über 5 Kilometer. In einem dritten Lauf sind die Jugendlichen (Jahrgang 1919 und jünger) zusam- mengefaßt. Die Länge der Strecke beträgt hier 3 Kilometer. Da der Kreis Gießen (umfassend die politischen Kreise Gießen, Wetzlar, Dillenburg und Alsfeld) für feinen Kreiswaldlauf dieselben Strecken ausgeschrieben hat, findet am kommenden Sonntag eine Verquickung dieser Veranstaltung mit der Gauwaldlaufmeisterschaft statt. Läufer aus dem Kreisgebiet Gießen können also entweder gleichzeitig für Gau und Kreis oder auch nur für den Kreis gewertet werden. In jedem Falle ist jedoch Meldung abzugeben, und zwar bis spätestens Samstag, den 23. Oktober 1937, an Kreisfachwart Richtberg, Gießen, Am Alten Friedhof 18. Zum ersten Male: Fußbalr-Neiflerschast der HZ. Im Spieljahr 1937/38 finden, wie die Reichsjugendführung, Amt für Leibesübungen, bekannt gibt, erstmals HJ.-Fußballmeisterfchaften durch die Vereins-Jugendmannschaften (14= bis 18 jährige) statt. In den Vereins-Jugendmannschaiten sind nur Jugendliche spielberechtigt, die Mitglied der Hitler- Jugend sind. Besteht an einem Ort kein DRL.- Verein, so können Mannschaften der HJ.-Gefolg- chaften oder — in ländlichen Gegenden — von HJ.- Scharen an den Meisterschaftsspielen teilnehmen. Die Spiele werden in zwei Altersstufen ausgetragen, in einer Altersklasse A (16 bis 17 Jahre) und in einer Altersklasse B (14 bis 15 Jahre). Das sind ür das Spieljahr 1937/38 die Jahrgänge 1922/23 bzw. 1920/21. Um möglichst viele Hitler-Jungen zu erfassen, ist es den kleineren ländlichen Vereinen gestattet, eine Mannschaft aus beiden Altersklassen zu bilden, wenn zwei Mannschaften nicht gebildet werden können. Die Rundenspiele werden nach den Bestimmungen und unter Aufsicht des Fachamtes Fußball durchgeführt. Nach der Ermittlung der Bannmeister wird in besonderen Ausscheidungsspielen der Gebietsmeister festgestellt. Fußballkämpfe des Sonntags im Gau Hessen. „Hessen" Bad Hersfeld — Kewa Wachenbuchen, BC. Sport Kassel — SpV. Kassel, 1. FC. Hanau 1893 — VfB. Groß-Auheim, VfB. Friedberg — Borussia Fulda. Mit dem Sieg über SpV. Kassel hat Hessen Hers- eld die Stellung eines Meisterschaftsfavoriten eingenommen, und diese Stellung dürfte normalerweise Kewa Wachenbuchen am Sonntag nicht erschüttern können, obwohl Kewa stark und ehrgeizig ist. Hers- elds gute Abwehr wird den Ausschlag geben. — Sport Kassel wird als Neuling gegen den Meister SpV. Kassel einen schweren Stand haben, aber in Lokalkämpfen hat es ja schon oft genug Überraschungen gegeben. Der Meister wird wissen, daß er ich weitere Punktverluste vorerst nicht gestatten dar. — Recht aufschlußreich dürfte die Begegnung zwi chen Hanau 93 und VfB Groß-Auheim werden. Daß der Neuling in diesem Kampf, nach seinen letzten Ergebnissen zu urteilen, keine schlechte Rolle pielen wird, ist anzunehmen, aber der Altmeister wird sich doch wohl behaupten. — VfB. Friedberg und Borussia Fulda sollten etwa gleichstark fein; der Platzvorteil spricht für einen knappen Erfolg Friedbergs. Hessens Fußballelf nicht nach Frankreich. Dafür aber nach Italien. Die vom Fachamt Fußball bereits genehmigte Reise der hessischen Fußball-Gaumannschatt nach Le Havre, wo am 31. Oktober gegen die Auswahl der Normandie gespielt werden sollte, ist nun mit Rücksicht auf eine glatte Erledigung der Meisterschaftsspiele doch zurückgestellt worden. Das Spiel soll zu einem späteren Termin nachgeholt werden. Dagegen ist es nicht ausgeschlossen, daß die hessische Elf im Frühjahr nach Italien fährt, um dort ein Spiel gegen eine italienische Auswahlmannschaft auszutragen. Bekanntlich spielte im Anschluß an die Olympischen Spiele Italiens Fußballelf, die in Ser- Im den Olympiasieg errang, in Kassel und verlor hier überraschend mit 1:2 Toren. Die Einladung für ein Spiel auf italienischem Boden ist jetzt von den Italienern in Erinnerung an diesen Kampf erfolgt. Fußball im Turnverein Staufenberg. Die Staufenberger 1. Mannschaft kämpfte in ihrem letzten Spiel gegen Heuchelheim einen unglücklichen Kampf. Durch ein Selbsttor mußten sie sich geschlagen bekennen. Alle Anstrengungen in den letzten Minuten waren vergeblich. Der Kampf wurde sehr lebhaft und fair geführt. Die 1. Jugend von Staufenberg weilte in Großen- Linden und konnte dort gegen die 2. Jugend des Platzbesitzers einen eindeutigen 5:0-Sieg erringen. — Am kommenden Sonntag treten auf dem Staufenberger Sportplatz die einheimischen Jugendlichen gegen die 1. Jugend aus Klein-Linden an. Die erste aktive Elf empfängt die 2. Elf von Lollar zum Verbandsspiel. Sportverein 1921 Eit ngshansen. Ellingshausen Jugend — Butzbach Jugend 1:1. Am Sonntag trafen sich beide Jugendmannschaften zum fälligen Verbandsfpiel in Ettingshausen. Beide traten in stärkster Aufstellung an. Es entwickelte sich ein flottes Spiel, das die Butzbacher in leichter Ueberlegenheit sah. Sie gingen auch bald durch ihren Mittelstürmer in Führung. Nach der Pause waren die Ettingshäuser etwas im Vorteil und konnten auch bald den Ausgleich erzielen. Ein fälliger Elfmeter für Ettingshausen wurde vom Schiedsrichter nicht gegeben. Kurze Sportnotizen. Walter Neusel feierte am Dienstagabend in London einen bemerkenswerten Sieg. Er schlug den Neuseeländer Maurice Strickland in einem Zwölfrundenkampf nach Punkten. * Die Besten-Nadel der deutschen Leichtathletik wird in diesem Iah nach anderen Richtlinien vergeben. Nicht mehr die 30 Besten jedes Wettbewerbes erhalten die Nadel, sondern die Auszeichnung wird von einer Leistungsgrenze abhängig gemacht. 16 2 Pferde werden sich an den sieben Rennen des letzten Frankfurter Renntages am 31. Oktober auf der Niederräder Bahn beteiligen. Am stärksten besetzt ist das Schwedter Erinnerungsrennen mit 35 Nennungen. * Olympiasieger Sepp Manger zeigte sein großes Können bei einer Schwerathletik-Veranstaltung in Netzschkau im Vogtland. Im Olympischen Dreikampf brachte er 400 kg zur Hochstrecke. ♦ D eutschlands b este Schwimmer geben sich beim Schwimmfest in Berlin-Charlottenburg am 31. Oktober ein Stelldichein. Es kommen u. a. Fischer, Heidel, Plath, Sietas, Heinz Arendt. BorgroßenRekordfahrtenaufderReichMloSahn Rekordwoche. - Oie Besten am Start. Erfahrungsgemäß laufen die Meldungen zu Veranstaltungen erst kurz vor Toresschluß ein. Wenn daher drei volle Tage vor der letzten Frist schon ein derart erlesenes Feld sich eingetragen hat, wie es für die Internationale Rekordwoche der ONS der Fall ist, dann ist der Erfolg von vornherein gesichert. Die deutsche Industrie, die sich in den letzten Jahren mit Krafträdern oder Wagen an Rekordversuchen so erfolgreich beteiligte, ist wieder zur Stelle. Im Vordergrund der Rekordwoche, die am25. Oktober auf der Reichsautobahn bei Frankfurt (M.) beginnt, stehen die weiter entwickelten und verbesserten Stromlinien-Modelle der Auto-Union und von Mercedes-Benz. Die Zwickauer rücken mit Bernd Rosemeyer an, die Untertürkheimer mit Europameister Caracciola. Beide Werke werden bei ihren neuesten Re- kordversuchen darauf aus sein, eine Shinben- geschwindigkeii von über 400 km/st zu erreichen. Bei seiner Kilometer - Rekordfahrt am 16. Juni d. I. erreichte Bernd Rosemeyer (Auto-Union) in einer wirklich phantastischen Fahrt das hervorragende Stundenmittel von 393,013 Kilometer und ließ so schon ahnen, daß der Zeitpunkt der lieber« schreitung dieser Grenze nicht mehr fern fein kann. Er ist nun offenbar herangerückt. Wenn sich zwei so hervorragende Fahrer auf zwei so erprobten Ma- schinien zum „Kampfe gegen die Uhr" stellen, dann ist wohl zwangsläufig mit einer Verbesserung der Rekorde (mindestens der internationalen Klassenrekorde) zu rechnen. Das erste Angriffsziel beider Firmen werden aller Wahrscheinlichkeit nach die sechs „fliegenden" Strecken von 1 bis 10 Meilen bzw. Kilometer fein. Bernd Rosemeyer hat sie alle sechs in seinen Besitz gebracht (einer davon, der über 10 Meilen, bedeutet sogar gleichzeitig Weltrekord!). Auch die Kleinwagen versuchen ihr Heil auf der idealen Strecke. Bobby K o h l r a u s ch beabsichtigt, seinen RekordlNG. wieder herauszustellen, und aus England kommt Fliegermajor Gardner. Beide kennen die Frankfurter Rekordstrecke sehr gut, auf der sie schon internationale Klassenrekorde herausfuhren. Nach dem mächtigen Aufschwung der italienischen Gilera, die unter Taruffi vom Frühjahr bis zum Herbst 32 Weltrekorde für Krafträder aufstellte, ist man besonders gespannt, was sich in der Zwischenzeit bei BMW. angesponnen hat. Die Bayern schicken ihren berühmten Ernst Henne mit einem 500-ccm-Modell. Aus der Tatsache, daß sie sich mit einer Halblitermaschine begnügten, darf man getrost schließen, daß allerhand in ihr steckt, und daß auch Rekorde der höheren Klassen mit ihr zu brechen sind. In erster Linie wird es Henne wohl darauf anlegen, die ihm von Taruffi entrissenen Weltrekorde zurückzuholen. Stattlich ist das Aufgebot der Auto-Union- DKW. Die 175-ccm-Maschine, deren Vorgängerin noch vier Weltrekorde innehat, und die 250-ccm- Maschine, die ebenfalls in der Bestenliste steht, werden von H. Winkler und Meister E. Kluge gefahren. Schumann und Meister Kahr- mann ist das 600-ccm-Gespann mit der Ausgabe anvertraut, unter den Bestleistungen von BMW. und FN. aufzuräumen. Die Reichsautobahnslrecke Frankfurt — Darmstadt wird an den Rekordtagen für beide Richtungen vollkommen gesperrt sein. Die Rekordversuche selbst rollen diesmal auf der westlichen Bahnhälfte ab, da hier die Windverhältnisse und andere Voraussetzungen günstiger sein sollen. Der Start erfolgt auch diesmal wieder an Kilometer 2 und die höchste Geschwindigkeit bei den fliegenden Rekorden sollte zwischen Kilometerstein 6 und 7 erreicht werden. Wieder werden die ersten Morgenstunden den Versuchen vorbehalten sein, da sich hier meteorologisch die erfahrungsgemäß besten Voraussetzungen ergeben. Die neuen ORL-Sieger-Urkunden. Der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen hat einheitliche Urkunden und Siegerauszeichnungen geschaffen. Die Sportordnung bestimmt, daß die Sieger in den Deutschen Meisterschaften den Titel „Deutscher Meister" und als äußeres Zeichen das Meisterschaftsabzeichen mit Jahreszahl erhalten. Die Gau- und Kreismeister erhalten Urkunden. Diese Urkunden sollen ein bleibendes, wertvolles Erinne- rungsblatt für den Sieger sein, das in seiner künstlerischen Gestaltung wirklich eine Ehrung darstellt. Acht verschiedene Urkunden und die vier verschiedenen Chrenbriefe des DRL. stellen beachtenswerte Kulturdokumente des deutschen Sports dar. Rundfunkprogramm Freitag, 22. Oktober. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Wehrmacht und Hitler-Jugend musizieren. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 10.45: Mutter turnt und spielt mit dem Kind. 11.40: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Sprühender Melodien-Reigen. 15: Volk und Wirtschaft. 16: Kammermusik. 16.30: Unterhaltungskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Tanz am Abend. 20: Der Bajazzo. Oper. 21.15: Der deutsche Genius erlebt Italien. Hörfolge. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Samstag, 23. Oktober. 6 Uhr: Morgenlied. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Morgenstund. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Gaunachrich- ten. 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: „Mixed Pickles". 15.15: Volk und Wirtschaft. 15.30: Präsident Feuerstein leitet eine mißvergnügte Konferenz. Ein heiteres Hörspiel. 16: Ein bißchen Komödie, Musik aus neueren Operetten, 17: Wo a Fleins Hüttle steht, Volkslieder. 17.30: Bitte einschalten — die 8 Brox — die Akkordeonsinfoniker spielen. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Platzkonzert am Deutschen Eck. 20: Die Welt ist verliebt! Eine bunte Fahrt durch das Land der Liebe. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Wir tanzen M den Sonntag. 24 bis 1: Nachtmusik. den langen Besen Arbeit und den Kindern Roh-1 Der Redner wird an Hand von praktischen Bei- 1,. fflnffnllunn SRic hnnti fniofurr ipirtPtr mie Werbuna ausieben muß unt Oer »Sompf ums Matterhorn". und an der Geflügelhaltung interessiert sind, der Schau jenes Ausmaß an Aufmerksamkeit entgegengebracht wird, wie es dem Eifer und dem Aufwand der für die Vorbereitung notwendigen ehrenamtlichen uneigennützigen Arbeit entspricht. Dem Oberbürgermeister der Stadt Gießen gebührt besondere Anerkennung für die Unterstützung, die er der so spielen zeigen, wie Werbung aussehen muß und wie sie andererseits, wenn sie nicht wirkungslos verpuffen soll, nicht aussehen darf. Es wird also mancher manches lernen können, und es sollten daher auch gerade die Inhaber der mittleren und kleineren Geschäfte nicht verfehlen, diese günstige Gelegenheit wahrzunehmen. Die mithelfenden Familienangehörigen und die leitenden Gefolgschaftsmitglieder sind ebenfalls zu dieser Versammlung eingeladen, deren Besuch kostenlos ist. angeschlossen haben: „Wiederum ergeht an das deutsche Volk der Ruf des Führers zur Mithilfe im Kampfe gegen Hunger und Kälte. Große Erfolge find in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit erzielt worden, auf dem ...... ' "* " d wir weiter Auch am Tage die Haut gut pflegen. Das Gesicht mit Nivea-Creme leicht massieren, das kräftigt die Haut, regt sie an und erfrischt sie. Gloria-Palast, Seltersweg: „Karussell". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die gelbe Flagge". — Deutsches Volksbildungswerk: 20.15 Uhr Cafe Leib Vortrag von Professor Grühl. — Einzelhandel: 20 Uhr „Hotel Hindenburg" Mitgliederversammlung. heule Einzelhandels-Versammlung. Die Kreisgruppe Gießen der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel hat für heute abend ihre Mitglieder in den Saal des Hotels „Hindenburg" zu einer Mitglieder-Dersammlung eingeladen. Auf der Tagesordnung steht als Hauptpunkt ein Vortrag des Werbeleiters F. Albig, Berlin, über das Thema „Wirksame Gestaltung der Einzelhandelswerbung." Ich hatte es also hier mit einem der Burgmannen zu tun, wie mir alsbald ganz eindeutig klar werden sollte. Als nämlich neben mir zwei anscheinend spielfremde Jungen auftauchten, rief er ihnen über die Burgmauer kurzerhand zu: „Macht euch nur fort, sonst gibt's Keile!" In diesem dramatischen Augenblick brach die Scmue durch und umspielte mit warmen Strahlen den kampsesmutigen Wächter in seinem Laubgewand, das in zahllosen lieber« gangen vom hellsten Gelb überflammendes Rot zum glänzenden Schwarz verwirrend aufleuchtete, wie ein Kriegerschmuck der Wildnis. Schon eilte ein kräftigerer Junge herbei, offenbar unter dem Eindruck der Ansammlung fremden Volkes vor der Burgmauer. Es war, wie sich herausstellte, der Burgherr selbst. Er versicherte mir im Laufe unseres Gespräches, daß die Burg durchaus „stabil" sei und mit ein paar Stecken zwischen dem Laubwerk noch höher gebaut werden sollte. Gegen Abend wurde dann ein Nagel in den Baumstamm geschlagen und ein buntes Lampion daran gehängt. „Ja, wenn nur die Männer mit den langen Besen nicht wären", wandte ich ein, „die mit schwungvollen Bogenstrichen ..." — „Och!" fiel er mir in seiner Spielbegeisterung ins Wort, hoawe uns schonn emol unser Burg kaputt gemacht: Daroer do hoaroe m'r uns von ihr'm große Haufe unser Laub widder geholt unn hoaroe's hinner die Büsch' doa versteckelt!" Inzwischen kamen noch zwei Burgmannen und auch ein wackeres kleines Burgfräulein mit glühenden Wangen und strahlenden Augen heran und lieferten ihre Laublasten ab. Unter Führung des Burgherrn ging es sofort wieder auf die Kieswege und Grünflächen zur Sammlung neuen Baumaterials. Am folgenden Tag war die stolze Burg verschwunden, vermutlich „infolge höherer Gewalt", denn auch der Kiesplatz war sauber gefegt. Aber die dichtbelaubten Baumkronen rund um den Stadtwall sind sorgsame Haushalter: noch auf Tage, vielleicht Wochen hinaus geben sie den Männern mit BOM. Untergau 116. Velr.: Volkstanzgruppe. Alle Mädel der BDM.-Dolkstanzgruppe treten am Freitag, 22.10., abends 8 Uhr, an der Goetheschule zur Probe an. Velr.: Verufsberalungsfragekarlen. Gute Antworten, gebündelt. Von Anion Schnack. Die Antwort der Gemütsruhe. Sie wächst am besten auf englischem Boden. Hören Sie zu: in den neunziger Jahren lebte in London ein gewisser Lord Darmouth, der von einer einzigen großen Leidenschaft besessen war — im Ringkampf seinen Mann zu stellen. Kraft seiner Gesundheit und kraft seiner körperlichen Fähigkeiten hatte er es im Ringkampf bereits zu einem gewissen Ruhm gebracht; denn er wollte der stärkste Mann Englands sein. Eines Tages machte ihn Lord Milshagen auf einen schottischen Schmied aufmerksam, der in dem Orte Milcader bei Glasgow wohnte. Als Lord Darmouth hörte, daß dieser schottische Schmied der stärkste Mann Englands wäre, wurmte ihn diese Nachricht so, daß er umgehend fein Pferd satteln ließ und nach Milcader ritt, um auch diesen Schmied im Ringkampf zu werfen. Er traf den herkulisch gebauten Handwerker bei der Arbeit, der Schmied schwang einen mächtigen Hammer und bearbeitete damit ein glühendes Eisen: weithin war der Klang zu hören. Um das Anwesen des Schmiedes zog sich ein fast mannshoher Zaun. Der Lord ritt durch das Tor, sprang vom Pferde ab, ging auf den Schmied zu und sagte: „Meister Schmied, es gibt diesmal kein Hufeisen zu" schlagen, nur Euretwegen habe ich den Ritt von London nach Milcader gemacht. Ich muß sofort feststellen, wer von uns beiden der Stärkste ist, Ihr oder ich. Der Schmied oder der Lord?" Die Wirkung dieser Worte war überraschend. Der Schmied antwortete mit keiner Silbe, sondern stellte seinen Hammer neben den Amboß, schlang die schwarzen und verarbeiteten Hände, eines Zyklopen, um den Körper des Lords, hob ihn mit unwiderstehlicher Gewalt hoch und schon befand sich der Lord jenseits des Zaunes und lag im Staub der Landstraße. Darmouth erhob sich ohne eine Miene zu verziehen, sah einen Augenblick auf ferne staubbeschmutzte Kleidung und schlenkerte sein rechtes Bem einige Male hin und her, weil es ihn schmerzte. Aber bann trat er an den Zaun heran, hinter dem der starke Schmied erwartungsvoll stand. „Was beliebt Euch noch, Lord?" Im Bewußtsein seiner unwiderstehlichen Stärke lachte der Schmied den Lord an. „Nichts Besonderes", war die selbstbeherrfchte Antwort, „ich bitte Euch, werft mir auch bas Pferd über den Zaun, damit ich ohne Verzug wieder nach London zurückreiten kann." __ inhalt die Katastrophe vom 14. Juli 1865 am Matterhorn bildet, die das Leben von Lord Francis Douglas, Reverend Charles Hudson, Robert Hadow und dem Führer Michel Croz forderte. Als ich ihn fragte, ob er das Matterhorn besteigen würde, erwiderte er: „Nein, das überlasse ich anderen. Aber wenn Sie etwas sehen wollen, gehen Sie um diese Felsecke, dann können Sie sie buchstäblich abstürzen sehen." In der Nähe der Station Rotenboden waren Croz und Hadow im Begriff, an einer etwa acht Meter hohen Felswand abzusteigen, zu deren Füßen zehn kräftige Schweizer mit einem aufgespannten Sprungtuch standen, lieber dem Felsen hielt ein Führer ein Seil, an dem die beiden Kletterer festgemacht waren. Ein Mann streute aus einem alten Filzhut künstlichen Schnee, während ein anderer aus großen Blasebälgen Rauch für den Nebel blies. Hadow kletterte 'mit großer Mühe abwärts, mit Hilfe von Croz, der feine Füße in die Stützpunkte fetzte. Plötzlich sprang Hadow in das Sprungtuch, unmittelbar gefolgt von Croz. Der Regisseur erklärte sich sehr unzufrieden und setzte den beiden auseinander, wie sie es machen sollten, um natürlicher zu wirken. „Sprechen Sie beim Abstieg und Sie, Hadow. schreien Sie, wenn Sie stürzen, bann wirb es leichter gehen." Eine kurze Rast, und die Szene beainnt von neuem. „Jetzt Ruhe, meine Damen und Herren, wir können nicht arbeiten, wenn Sip schwatzen und lachen", sagt der Regisseur zu der Menge der Zuschauer, die ein Riesenvergnüaen an dem Schauspiel zu haben scheinen. Von dem Führer oben gezogen, qebt Hadow aufwärts wie ein Bündel Heu. Schnee fällt wieder von den Felsen und Nebelwolken streichen über die beiden Kletterer. Hadow beainnt seinen zögernden Abstieg und bemüht sich, so auszu- schen, als ob ihm vor dem gähnenden Abgrund zu seinen Füßen graute. Croz tut sein Bestes, um ihm zu helfen. „Sprechen!" ruft der Regisseur, und Croz, sich zu Hadow wendend, sagt ermutioenb: ..Kommen Sie nur, so, es geht schon!" Der kritische Augenblick naht. „Schreien!" ruft ber Regisseur. Hadow wirft bie Arme in die Luft, schreit: „Ha!" und fällt in das Sprungtuch. Croz sprinat ab, verfehlt das Tuch und fällt in das Gras. Während er aufsteht und sich bie Beine reibt, applaudiert das Publikum laut... Ein paar Szenen des Films sind auf dem Matterhorn selbst gedreht worden. Ich war überrascht, an dem Riffelberg-Hotel den Namen „Albergo Favre‘‘ angemalt zu finden, während dicht dabei eine Holzhütte auf ein paar Pfählen stand. Dieses Rätsel wurde mir noch am selben Abend erklärt. Um Zeit und Geld zu sparen, werden die Szenen, bie in Breuil in Italien, in ber Nähe ber historischen Albergo Favre spielen, am Riffelberg gedreht. holen dies sofort nach. Letzter Einfendetermin 25.10.1937. Velr.: Verlrauensmädel- und Orlsjugenbwarkinnen. Einige M.-Gruppen haben immer noch nicht die Meldungen ber Drtsjugenbroartin und ber Der» trauensmäbel in den Betrieben gemacht. Die Mel- bungen sind sofort einzufenden. ArbeitSdienstableilung 5/222 feiert Abschied. Am kommenden Samstag werden die Kameraden des jüngsten Jahrganges des Reichsarbeits- bienftes auch in unserem Gießener Lager 5/222 „Justus von Liebig" nach geleisteter Arbeitsdienstpflicht ihre Unterkunft verlassen. Aus diesem Anlaß findet heute abend im Lager eine ernste Abschiedsfeier statt, in der den scheidenden Kameraden noch einmal die hohe Bedeutung des Arbeitsdienstes material zu phantasieooller Gestaltung. Bis dann der Winter mit seinem Schneefall neuen Werkstoff herunterwirft zur Ballspiel, Schneemännern und kristallglitzernden Burgen. R. B. Vornoiizen. Tageskalenber für Donnerstag. Unbehaglichkeit bemächtigte sich ber Rachegöttinnen. Keine wollte bie Häßlichste fein, aber auch keine wollte der Anderen zugestehen, als die Schönste zu gelten. Eine nach ber anderen schlich sich fort, ohne dem Dichter einen Rutenhieb versetzt zu haben. Die männlichen Femerichter wagten nicht gegen bie Flucht ber Damen Einspruch zu erheben, bazu wären sie zu galant und zu höflich. Jean de Meun wurde von seinen Fesseln befreit und, nachdem er sich angezogen hatte, wurde er von einem Diener aus dem Hause geleitet. Aber auch er war höflich genug, sich in Zukunft im Urteil und in ber We- senzeichnung von Damen ber Pariser Gesellschaft zurückzuhalten. Durch nichts zu verblüffen. Während eines Aufenthaltes in Konstantinopel machte der nachmalige Großherzog von Mecklenburg, Friedrich Franz III., eine Segelfahrt auf dem Bosporus. Plötzlich tauchte ein deutsches Frachtschiff vor dem Segler auf, mit Kurs nach Deutschland. Das deutsche Segelschiff veranlaßte Friedrich Franz backbords heranzukreuzen, um seiner Freude, ein deutsches Schiff in den türkischen Gewässern zu sehen, Ausdruck zu geben. Der Fürst gewahrte einen Matrosen, ber im weiten Bogen in bie blauen Bosporuswellen spuckte. Er winkte und rief ihm zu: „Grüß mir vielmals das grüne Mecklenburg!" „Von wem soll ich denn grüßen?", frug ber Matrose vom Deck herunter. „Vom Erbgroßherzog von Mecklenburg." Da ging ein breites, gemütliches Lachen über bas pfiffige Seemannsgesicht: „Ei Herr, bas ist ein guter Posten, ben behalten Sie man am besten!" Leistungsschau der deutschen Geflügelzucht in Gießen 3000 Tiere in der Volkshalle. Die Aufnahmen zu bem zweiten Film „Kampf ums Matterhorn", der am Matterhorn gedreht wird, erregte die lebhafte Anteilnahme ber Bevölkerung wie ber bort weilenben Fremden. Besonders reizvolle Beobachtungen machte ein Engländer, ber barüber in ber „Times" erzählt: „Neulich morgen näherte ich mich Rotenboden oberhalb Zermatt, als meine Aufmerksamkeit auf einen Mann gelenkt wurde, der auf einem Felsblock faß und nach dem fernen Matterhorn hinüberblickte. Er trug einen seltsam flachen grauen Hut, einen grauen Anzug und hohe Gamaschen. War es Eduard W h y m p e r ober einer von feiner Gesellschaft aus bem Jahre 1865? Ich sprach ihn auf englisch an, aber er antwortete auf deutsch: „Ich verstehe kein Französisch. Die Unterhaltung wurde deutsch fortgesetzt, und ich Wege zum Aufstieg unseres Volkes sind vorangekommen. Es gilt aber, bie noch vorhandene Aus der Stadl Gießen. Laubburgen. Im verkehrssicheren Genuß eines Ganges durch bie Anlagen rund um den Stadtwall machte mich eine auf den ersten Blick nicht.gleich deutbare Wahrnehmung stutzig. Seitlich im Dammer hoher Baume und krau en Gebüsches lag ein Kinderspielplatz, öffentlich-rechtlich verbrieft durch einen mächtigen Sandkasten. Es war em leidlicher Herbsttag, wolkig mit Aufheiterung. Aber ine Nachmlttagssonne reichte längst nicht mehr aus zu einem Ma senbe^ fuch fpielenber Kinder, und aua) bie sonst mit froh- licken Zuschauern besetzten Bänke ringsum waren leer Nur ein paar halbwüchsige Buben machten sich mit ben reichlich herumUegenden Blättermassen anscheinend sinnvoll zu schaffen. So trieb es mich oom Kleinpflaster des Alleenweges herab zu ber werktätigen Spielgemeinschaft. Beiderseits angebaut an den dicken Stamm eines mächtigen Kastanienbaumes fand ich einen Rundling mit immerhin anständigem Durchmesser, fein säuberlich in die Höhe geschichtet aus lockerem Blättergemisch. Tief mitten innen auf dem sauberen Kiesboden saß rücklings an den Stamm gelehnt ein Junge, die ausgestreckten Beine bis über die Hüften mit Blättermassen immer wieder nachdenkend, in würdevoller Ruhe und bewußter Geborgenheit. Vielleicht las er mir die staunende Frage schon von meinem Gesicht ab, vielleicht drängte es ihn zu vorsorglicher Abwehr, jedenfalls erklärte er mir höflich, aber bestimmt: „Das ist unsere Laubburg!" Damit hate ich aus zuständigem Munde ben fachmännischen Ausdruck für dieses zarte Gebilde, gewoben aus herbstlichem Laub und nebelschwerer Luft, das kaum einem Windstoß standhielt, aber für ihn und seine Spielkameraden ebenso eine richtige Burg war, wie für sein Schwesterchen itfe Puppe eine lebenswarme Gespielin. Der Geflügelzuchtverein Gießen hat den ehrenvollen Auftrag erhalten, bie „3. Landes- Geflügelschau des Gaues Hessen-Nassau" burchzu- sühren. Die Vorbereitungen für diese Ausstellung, die Ende November in der Volkshalle stattfinden soll, sind im vollen Gange. Der Geflügelzuchtoerein Gießen, der, wie viele Vereine seiner Art, dem Reichsverband deutscher Kleintierzüchter angehört und damit im Reichsnährstand steht, wird alles tun, um der Ausstellung zu einem vollen Erfolg zu verhelfen. Die Gesamtleitung der Schau liegt in Händen des Vereinsvorsitzenden Friedrich Bauer, bem ein Stab von Mitarbeitern zur Verfügung steht, ber sich bei vielen ähnlichen Anlässen bereits bewährt hat. Der Oberbürgermeister hat, um zu seinem Teil zum Erfolg der Ausstellung beizutragen, in dankenswerter Weise tatkräftige finanzielle Un- Die Antwort des Psychologen. Sie ist bie Antwort eines Kenners menschlicher Schwäche, die Antwort der Geistesgegenwart, die Antwort, die wie ein Pfeil auf ben Gegner abgeschossen wirb unb ihn zur Verwirrung unb zum Schweigen bringt. Der französische Romanschriftsteller Jean de Meun, ein Satiriker zur Zeit Ludwigs XVI., hatte in einem Roman sieben Frauencharaktere geschildert, die mehr mit Untugenden als mit Tugenoen ausgestattet waren. Dem boshaften und klatschsüchtigen Paris der damaligen Zeit war es nicht schwer, bie ber Gesellschaft angehörenden Originale zu entdecken. Selbstverständlich wurde die boshafte Porträtierung auch den betreffenden Frauen und ihren Kavalieren bekannt. Empörung, Rache, Vergeltung — das war der Wunsch ber Bloßgestellten. Einige Wochen nach Erscheinen bes Romanes erhielt Jean de Meun eine Einladung zu einem Abendfest in einem ber Pariser Salons. Er folgte ber Einlabung, wie er schon vielen gefolgt war. Zu feinem Erstaunen wurde er in einen Saal geführt, ber burch schwarze Tücher verdunkelt war, schwarz maskierte Männer umringten ibn, hielten ihn fest, zogen ihm bie Kleiber vom Oberkörper und banden ihm bie Hände zusammen. Zugleich traten sieben in schwarze Kleider gehüllte und mit schwarzen Masken unkenntlich gemachte Frauen in den Saal und ließen lange Ruten durch bie Luft pfeifen. Ein Femegericht, buchte sich ber gefesselte Schriftsteller, ein Reinfall; wie kann ich ihn ab- roebren? Einer ber Männer hatte sich inzwischen hinter eine Art Richterstuhl gestellt, ein Schriftstück entrollt unb eine Anklagerebe vorgelesen, beren Schluß lautete, baß ber verabscheuungswürdige Beleidiger von Frauen der Pariser Gesellschaft auch von Frauen bestraft werden müßte, wie es recht und billig fei. _ . „Es ist Sitte", warf ber Dichter em, baß ber Verurteilte vor Antritt ber Strafe noch einen Wunsch äußern barf." Das Femegericht war nach kurzer Beratung ba- mit einoerftanben. „Ich möchte bestimmen, welche von ben maskierten Damen mir ben ersten Rutenhieb geben soll." elektrisch beheizten Schirmglucken zu beobachten. I Ferner werden Hinweise gegeben über die Kennzeichnung der Hühner und Junghennen nach Abstammung und Leistung und es wird aller Aufschluß gegeben über zweckmäßige Fütterung allen Geflügels. Die Herrichtung und Verwertung von Schlachtgeflügel, bie Kontrolle ber Legeleistungen, die Standarbisierung ber Eier werben ebenfalls berücksichtigt. Schließlich aber wird durch das Tier- seuchen-Jnstitut in universeller Weise die Fülle der Tierkrankheiten und deren Bekämpfung bargestellt werden. Die Lehrschau will in erster Linie dem Zwecke dienen, dem Geflügelzüchter und Geflügelhalter alle jene Wege zu zeigen, die zu einer Steigerung der Leistung ber beutschen Geflügelwirtschaft führen können. Die Zusammensetzung ber Ausstellung in ihrer Gesamtheit wird sich in großer Mannigfaltigkeit barbieten. Es gelangen Wassergeflügel, Hühner, Tauben und Ziergeflügel zur Ausstellung. Von Marburg her wird die Schau eine besondere Bereicherung erfahren. In diesem Teil, der von Marburg beigesteuert wird, werden die Feinde des Geflügels, Adler, Sperber, Habichte, Bussarde usw. zu sehen sein. Einige Störche werden ebenfalls gezeigt. Mit ber Ausstellung wird eine Verlosung von Geflügel und Geflügelprodukten verbunden sein. Der 3. Landes-Geflügelschau geht vor ihrer Eröffnung eine Preisbewertung aller Tiere voraus. Für diese Bewertung sind bereits 30 P r e i s- richter verpflichtet, bie aus allen Teilen Deutschlands, u. a. aus Hamburg, Dresden, aus Westfalen ufro. nach Gießen kommen. Man darf schon heute sagen, daß diese großzügige Schau für unsere Heimat ein Ereignis von besonderer Bedeutung darstellen wird. Darüber hinaus stellt sie zur Förderung der deutschen Geflügelzucht einen wertvollen Beitrag dar. Schon heute darf man ber Erwartung Ausdruck geben, daß alle Volksgenossen, die mittelbar ober unmittelbar an ber Geflügelzucht und ihr eigener ehrenvoller Dienst an der deutschen Erde und am deutschen Volke vor Augen geführt werden wird. Im Anschluß an die Abschiedsfeier werden die Arbeitsmänner noch einige Stunden zum Erlebnis-Austausch kameradschaftlich beisammen sein. Am Samstagvormittag werden sie in Zivil, mit Blumen geschmückt, in geschlossenem Zuge zum Bahnhof abrücken, dort noch einige Lieder fingen und bann unsere Stadt verlassen. Ausleselager der Gießener Gtudentenschast. Von heute bis zum Samstag hält die Gießener Studentenschaft im Studentenhaus das diesjährige Ausleselager ab. Die Abiturienten, die studieren wollen, und deren Eltern die Studiumkosten nicht oder nur zum Teil tragen können, nehmen an diesem Lager teil. In Form ber Studienförderung bekommen alle würdigen unb befähigten Abiturienten Mittel an die Hand, um das Studium durchführen zu können, das sonst ihre Eltern nicht hätten bestreiten können. Dieser Hochschulnachwuchs wird auf breiter Grundlage ausgesucht. Die Partei und alle ihre Gliederungen, ganz besonders die Hitler-Jugend, ber Arbeitsdienst und die höheren Schulen, haben das Vorschlagsrecht und nennen den Studentenwerken die für ein Studium für geeignet und würdig gehaltenen Abiturienten. Das Auslefelager hat den Zweck, in einer kleinen Prüfung die weltanschauliche Festigkeit, den körperlichen Einsatz und die fachliche Eignung der vorgeschlagenen Bewerber festzustellen, denn her Hochschulnachwuchs soll nur aus den Besten und Tüchtigsten ber Jugenb Adolf Hitlers gebildet werden. Handwerk und WHW. Aufruf an die Handwerksmeister im Treuhänberbezirk Hessen. NSG. Der Lanbeshandwerksmeister Hessen richtet an alle Handwerksmeister des Treuhänderbezirks folgenden Aufruf, bem sich bie Handwerkskammern Darmstadt, Wiesbaden und Kassel terstützung der Ausstellungsleituna zugesagt. Die große Geflügelschau wird, so läßt sich schon heute sagen, weit über unsere Stadt, über unsere Heimat und über ben Gau hinaus von richtungweisender Bedeutung fein. Die Ausstellung wird voraussichtlich mit insgesamt etwa 3000 Tieren beschickt werden. Wenngleich ein großer Teil ber Ausstellungstiere aus bem Gau Hessen kommen wird, so werden doch auch viele Einzeltiere, Zucht- ftämme und Herden aus bem ganzen Reich zu sehen sein, so daß die Ausstellung einen aufschlußreichen Querschnitt des Leistungsstandes der deutschen Geflügelzucht überhaupt geben wird. Mit ber Ausstellung wird gleichzeitig der besondere Zweck verfolgt, viele bisher in den Vereinen noch nicht organisierte Geflügelhalter, insbesondere die bäuerlichen Geflügelhalter, auf die großen Möglichkeiten aufmerksam zu machen, die in ber Kleintierzucht für die Ernährung unseres Volkes und im Zielstreben des Vierjahresplanes gegeben sind. Aus diesem Grunde wird mit der Veranstaltung auch eine große Lehrschau verbunden sein, die das Tierzucht-Institut und das Tierseuchen-Jnstitut unserer Universität in geradezu umfassender Weise ausrüsten wird. Diese Sonderschau bringt in vielen Einzelheiten eine Fülle des Sehens- und Wissenswerten. Es wird Gelegenheit gegeben sein, einen Musterstall mit neuzeitlichsten Einrichtungen zu sehen, sich über die Möglichkeiten ber Verwertung von Abfallprodukten in ber Geflügelhaltung zu orientieren, bas Schlüpfen von Küken in einer —.............. --- ------- Brutmaschine unb bie Aufzucht von Küken unter I überaus wichtigen Sache leiht. Das bürfe er, aber es würde ihm schwer fallen, zu wählen; denn die Vermummung ber Damen sei undurchdringlich, er könne keine erkennen. Jean be Meun lachte, nun schon Meister ber Ko- möbie. „Ich wünsche", rief er aus, „daß mir die Häßlichste ben ersten Rutenstreich gibt, unb bann diejenige, die ber Ersten an HäßUchkeit am nächsten kommt, bie Schönste aber zuletzt." Auf bie eitlen Damen ber bamaligen Pariser ......—-> ■ . -. „ , . Gesellschaft machte bas Eindruck. Eine unschlüssige erfuhr, bah er in bem Film mitspielte, dessen Haupt- Kartoffeleinkellerung. Ein Appell an die Hausfrauen. Not zu lindern, auch dem letzten deutschen Volksgenossen zu helfen. Das Deutsche Winterhilfswerk kann seine gewaltigen Leistungen nur unter der tätigen Mithilfe jedes einzelnen vollbringen. Von jedem Handwerksmeister erwarte ich, daß er durch die praktische Tat seine nationalsozialistische Haltung und Opferbereitschaft beweist. Unsere Sachspenden und die regelmäßigen und finanziellen Spenden sollen die Leistungen der Vorjahre übertreffen. In allen Jn- nungs- und sonstigen Handwerksoeranstaltungen wollen wir in diesem Sinne wirken. Der deutsche Handwerksmeister wird, dessen bin ich gewiß, freudig und gerne hier seine Pflicht an der Gemeinschaft erfüllen." Kurzschrist-Leistungsschreiben der DAF. am 21. November im Gau Hessen-Nassau. NSG. Die Deutsche Arbeitsfront fuhrt in der Zeit vom 15. bis 30. November im gesamten Reichsgebiet ein Reichsleistungsschreiben in Kurzschrift durch. Das Leistungsschreiben wird abgehalten in den Berufserziehungswerken, den Kurzschriftvereinigungen und Uebungsgemeinschaf- ten der DAF., in öffentlichen Betrieben und in den Unterrichtsstätten, die der DAF. zur Durchführung des Leistungsschreibens zur Verfügung stehen. Im Gau Hessen-Nassau findet der Leistungswettbewerb am Sonntag, 21. November, statt. Jeder deutsche Volksgenosse ist zur Teilnahme berechtigt. Die Leitung des Leistungsschreibens liegt bei der Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung in der Deutschen Arbeitsfront. Der Leistungswettbewerb gliedert sich a) in ein Richtigschreiben, b) in ein Schnellschrei- b e n. Die Richtigschreibprobe wird in einer niedrigen Geschwindigkeit angesagt, so daß jeder Teilnehmer schön und richtig schreiben kann. Stoffumfang etwa 300 Silben. Das Schnellschreiben beginnt bei einer Geschwindigkeit von 60 Silben in der Minute, steigend von Abteilung zu Abteilung um je 20 Silben. Jeder Teilnehmer kann zwei aufeinanderfol- gende Geschwindigkeiten aufnehmen, darf aber nur eine übertragen und zur Bewertung abgeben. Die Aufnahme wird in jeder Abteilung fünf Minuten lang gegeben. Diese Ansage ist voll zu übertragen. Fü? die guten Arbeiten werden Leistungsbescheinigungen der Deutschen Arbeitsfront ausgestellt. Außerdem stehen wertvolle Ehrenpreise für die Reichs- und Gausieger in allen Geschwindigkeiten zur Verfügung. Weitere Richtlinien werden in den nächsten Tagen bekanntgegeben. Auskunft erteilen alle Kreiswaltungen der Deutschen Arbeitsfront, Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung. praktische Sparer- und Rentnerfragen. Der Sparerbund, Ortsverband Gießen, hielt am gestrigen Mittwochabend im „Burghof" unter Leitung des Ortsoerbandsleiters Lorenz eine außerordentliche Versammlung ab, in der Prokurist Otto König aus Berlin über „Praktische Sparer- und Rentnerfragen" sprach. Der Redner beschäftigte sich zunächst mit den Schäden und Verlusten, die sich die durch die Inflation schon betrogene Generation dadurch noch selbst zufügt, daß sie sich um ihre Angelegenheiten ZU wenig kümmert. Welche Unkenntnis leider noch anzutrefsen ist, erläuterte er an vielen praktischen Beispielen aus der Beratungspraxis. In eingehender Weise gab er Ratschläge für die Inhaber der Dorzugsrente, die sowohl dem Inhaber, wie der zuständigen Behörde zum Vorteil gereichen. Gerade aus der Praxis der Auslosung wies er Wege, die dem Besitzer der Altpapiere Erleichterung bereiten und ein gesundes Verhältnis zwischen Empfänger und Behörde schaffen. Vor allem ermahnte er die Neubesitzer der Anleihen, ihre Papiere sorgfältig aufzubewahren, sie möglichst den Banken anzuoer- trauen und nicht unüberlegte Schritte zu tun. 3n erster Linie behandelte er dann weiter Testamentsfragen, empfahl die Nachprüfung von Gemeinschaftstestamenten und zeigte Wege, die viel Verdruß ersparen. Nach der Besprechung der Hypothekenfragen wandte er sich den Sorgen der Besitzer von Wertpapieren, namentlich von ausländischen Anleihen zu. Er ging eingehend auf die Verhältnisse in der Friedenszeit ein, in der von Reichs wegen die Zeichnung ausländischer Anleihen empfohlen wurde, so daß unsere Sparer ihr Geld in alle Welt, sogar nach Amerika, gaben. Dann erläuterte der Redner, warum es notwen- dig ist, daß jeder Sparer seine ausländischen Wert- ZdR. Die Kartoffelernte ist in diesem Jahre besonders reichlich ausgefallen. Neben den natürlichen Voraussetzungen war hierfür die vermehrte Anstrengung der Bauern und Landwirte maßgebend, die dem Ruf nach Leistungssteigerung in diesem Teilgebiet des Agrarsektors gefolgt sind. Es kommt jetzt alles darauf an. die vermehrte Erzeugung von Kartoffeln möglichst verlustfrei zu, verwerten! Nachdem die Bauern und Landwirte durch die Tat bewiesen haben, daß sie nichts unversucht lassen, um die Ernährung in volkswirtschaftlich richtiger Weise sicherzustellen, ist es jetzt nur eine Selbstverständlichkeit, wenn an die Verbraucher von Speisekartoffeln der Appell ergeht, nun auch von sich aus an der reibungslosen Unterbringung und möglichst oerlustfreien Verwertung der Kartoffeln mitzuwirken. Hier erwächst der deutschen Hausfrau die Aufgabe, in verständnisvoller Weise noch mehr als bisher den Winterbedarf an Speisekartoffeln einzulagern! Diese Forderung ist um so dringender, als Groß- und Kleinoerteiler ihre Lagerräume als Folge der vermehrten Erzeugung dieses Jahres restlos ausnutzen müssen. Außerdem macht es der verhältnismäßig stoßweise Anfall der Lieferungen erforderlich, daß weitere zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten durch Einkellerung beim Verbraucher geschaffen werden. Der Lagerraum soll eine gleichmäßige, kühle Temperatur besitzen. papiere der Reichsbank anzumelden hat und bewies aus der Praxis, welche Werte auf diese Art gerettet werden konnten. Abschließend unterstrich er die Notwendigkeit der Aufklärung, durch die u. a. jetzt wieder in Frankfurt über den Sparerbund viele Goldbeträge und Devisenbestände dem Reiche zur Verfügung gestellt werden konnten. An vielen Einzelbeispielen erfolgreicher Aufklärungsarbeit ließ er den Nutzen der auf eine Linderung der Not und Minderung der Sorgen bedachten Sparer- und Rentnerfürsorge erkennen. Die aufschlußreichen Ausführungen wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Magermilch ist ein Nahrungsmittel. Jawohl, liebe Hausfrau, die Magermilch enthält außer dem Fett, das ihr durch Entrahmung entzogen wird, alle Nährwerte der Vollmilch und ist auch im Geschmack und in der Art ihrer Verwendung dieser gleichwertig. Fast unbegrenzt sind die Möglichkeiten ihrer Verwertung im Haushalt. Zwar ist eine Belieferung jedes Haushaltes zusammen mit der Vollmilch kaum möglich, da der geringe Preis die Einzelversorgung nicht einbringt, aber in den Molkereien stehen täglich große Kübel mit Magermilch, sowie mit Buttermilch zum Abholen bereit. Der Preis ist so gering, daß diese Milch in jedem Haushalt zusätzlich benutzt werden kann. Nicht nur wohlschmeckende Puddings und Süßspeisen entstehen durch die Geschicklichkeit der Hausfrau, sondern auch für Suppen und Getränke aller Art zum Abendessen ist die Milch zu brauchen, und besonders die Kinder werden Schokolade oder Mandelmilch zu schätzen wissen. Auch zu Warmbier, ein beliebtes Getränk für Erwachsene, ist diese Milch zu benutzen. Es wird jeder Hausfrau Freude machen, neue Verwendungsmöglichkeiten zu entdecken und auszuprobieren, die dann in Form von Suppen und Speisen auf dem Familientisch erscheinen und ungeteiltes Lob ernten werden. F. K. Gießener wochenmorktprette * Gießen, 21. Oft. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, H kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 11%, Klasse B 11, Wirsing, % kg 9 bis 12 Pf., 50 kg 7 bis 8 Mark, Weißkraut, % kg 6 Pf., 50 kg 4 bis 5 Mark, Rotkraut, % kg 9 bis 12 Pf., 50 kg 7 bis 8 Mark, gelbe Rüben, % kg 8 bis 9 Pf., Karotten 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 12, Unterkohlrabi 6 bis 8, Erbsen 25 bis 35, Grünkohl 15, Rosenkohl 15 bis 25, Feld- salat, Vio 10, Tomaten, % kg 12 bis 15, Zwiebeln In der großen Mehrzahl der Fälle wird das ohne weiteres zutreffen. Es gibt indes auch heiße Zentralheizungskeller, die zur Kartoffeleinlagerung nicht geeignet find. Da ein" solcher Zustand aus er= nährungspolitischen Gründen unerwünscht ist, so wird, besonders bei Neubauten in Großstädten, künftig auf die Anlage von Kellern Bedacht zu nehmen sein, welche eine Kartoffeleinlagerung ermöglichen. Nennenswerte Kosten werden dem Haushalt, der sich an der Einkellerung von Kartosfeln beteiligt, nickt erwachsen. Es genügt eine einfache Kiste. Nur soll diese nicht unmittelbar auf der Erde stehen, was ohne Mühe und Kostenaufwand durch Unterlegen von je einem Brikett an den vier Ecken zu erreichen ist. Eine einwandfreie Lagerstatt wird ferner erzielt, wenn man den Kellerboden mit Stroh abdeckt oder mit Brettern auslegt. Das gleichzeitige Vorhandensein von kohlen schadet nichts, vielmehr tragen die kohlestäub- chen dazu bei, die Luft keimfrei zu halten. An Frosttagen sollen die Kartoffeln zugedeckt werden. Ferner ist es notwendig, die Knollen vor Licht zu schützen, da sie sonst ansangen zu keimen. Die einzige Arbeit, welche von Zeit zu Zeit gemacht werden muß, ist eine Aussortierung und Umlagerung, damit die Gefahr einer gegenseitigen Ansteckung durch Fäulnisbakterien verhindert wird. Welche Hausfrau aber wollte sich dieser kleinen Mühe nicht unterziehen, um so an ihrem Teil zum Erfolg der Ernährungsschlacht beizutragen! Vo. 6 bis 7, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kürbis 5 bis 6, Pilze 40 bis 45, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40, 50 kg 1. Sorte 3,45 Mark, 2. Sorte 3,25, 3. Sorte 3 Mark, Aepfel, % kg 10 bis 18 Pf., Ausleseobst 18 bis 25, 50 kg 10 bis 25 Mark, Birnen, % kg 10 bis 20 Pf., Nüsse 30 bis 40 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mark, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40 Pf., Salat 9 bis 12, Endivien 9 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das, Bündel 8 bis 10 Pf. * ** 97 Jahre a 11. Am heutigen Donnerstag, 21. Oktober, kann Herr Friedrich Muhl, Licher Straße 7 wohnhaft, seinen 97. Geburtstag begehen. ** Straßensperre. Wegen Ausführung von Reichsautobahnarbeiten ist die Landstraße Stangenrod-Weitershain vom 18. Oktober ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Weitershain—Bernsfeld—Atzenhain-Stangenrod. ** Eine Herabsetzung der garantierten Mindestabnahme beim Heiz- und Kochtarif hat das Elektrizitätswerk für das Stadt- und Landgebiet mit Wirkung vom 1. Oktober 1937 ab angeordnet. Die zu garantierende Mindest- abnahme ist von bisher 600 kWh auf 420 kWh jährlich ermäßigt worden. Amtsgericht Gießen. Wegen Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung und fahrlässiger Körperverletzung hatte der W. B. aus Rodheim an der Bieber einen Strafbefehl über 60 Mark erhalten. Der Angeklagte war am 21. April dieses Jahres mittags mit seinem Lastwagen mit Anhänger von Gießen nach Heuchelheim gefahren. Kurz vor der Kreuzung Krofdoister Straßen-Schützenstraße parkte ein Personenkraftwagen, an dem in diesem Augenblick ein Pferdefuhrwerk oorbeifuhr. Obwohl sich das Fuhrwerk in Höhe des parkenden Autos befand, schickte sich der Angeklagte zum Ueberholen an, so daß die drei Fahrzeuge nebeneinander zu liegen kamen. Dabei streifte er das eine Pferd und verletzte es. Durch ben Anprall wurde der Kutscher vom Bock heruntergeschleudert und zog sich gleichfalls Verletzungen zu. Der Angeklagte ließ sich in der Hauptver- Handlung dahin ein, daß das Pferdefuhrwerk sich noch nicht in Höhe des parkenden Kraftwagens befunden habe. Er wurde jedoch durch die Beweisaufnahme einwandfrei überführt. Da der Angeklagte bisher noch unvorbestraft ist und auch den Fuhrmann eine gewisse Mitschuld an dem Zusammenstoß traf, ermäßigte das Gericht die Strafe auf 3 0 M a r k. Der 18jährige F. Sch. aus Ludwigshafen, z. Z. in Gießen, stand unter der Anklage, im Juni 1937 einem Kameraden 3 Mark gestohlen zu haben. Der Angeklagte war geständig und hat dem Geschädigten das Geld ersetzt. Infolge dieser Umstände und um dem Angeklagten noch einmal die Möglichkeit zu geben, ein vollwertiges Mitglied der menschlichen Gesellschaft zu werden, billigte chm das Gericht mildernde Umstände zu und erkannte wegen schweren Diebstahls auf die gesetzliche Mindeststrafe von drei Monaten Gefängnis. In der Ur- teilsbegründung erteilte der Vorsitzende dem Angeklagten eine eindringliche Ermahnung, in Zukunft nicht mehr mit dem Strafgesetz in Konflikt zu kommen. Wegen Unterschlagung und Untreue hatte sich der W. Sch. aus Gießen zu verantworten. Der Angeklagte war in geschäftliche Schwierigkeiten gekommen. Er mühte sich zunächst auf redliche Weise, dieser Schwierigkeiten Herr zu werden, geriet jedoch bald auf Abwege, als ihm dies nicht gelang. Von einer Lieferfirma erhielt er durch Scheck einen Betrag mit der ausdrücklichen Auflage, einen Wechsel damit abzudecken. Dies tat er jedoch nicht, sondern ließ den Betrag sich auf seinem eigenen Konto gutbringen. In der gestrigen Hauptverhandluna entschuldigte er sein Verhalten damit, daß das Geld erst nach dem Fälligkeitstermin eingegangen sei. Daher seien die Wechsel schon zu Protest gegangen. Er wurde jedoch durch die Beweisaufnahme überführt. Der nächste Punkt der Anklage legte ihm Unterschlagung zur Last. Der Angeklagte hatte bei einer Lieferfirma einen Schreibtisch bestellt, den er unter Eigentumsvorbehalt geliefert bekam. Es wurde auch vereinbart, daß die Kaufsumme, die der Angeklagte bei dem Weiterverkauf erzielte, sofort in Höhe der Forderung der Lieferfirma auf diese überging. Dies hinderte den Angeklagten nicht, den Erlös für den Schreibtisch in seine eigene Tasche zu stecken. Bei einer anderen Firma bestellte er mehrere Sessel gegen Ziel, obwohl er wußte, daß er vollkommen zahlungsunfähig und bereits zum Offenbarungseid geladen war, den er acht Tage später leistete. Den Erlös für diese Gegenstände ließ er ebenfalls in seine Tasche wandern. Der Angeklagte war geständig. Mit Rücksicht darauf, daß er bisher vollkommen unbescholten ist und nachgewiesenermaßen nur aus Not gehandelt hat, billigte chm das Gericht in weitestem Maße mildernde Umstände zu und erkannte wegen Untreue, Unterschlagung und Betrug auf insgesamt 2 0 0 Reichsmark Geldstrafe. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung) Kartoffelpreis in Gießen. Die Auffassung des Herrn N. ist irrig. Gießen fällt als Stadt unter I Ziffer 1 der Anordnung betreffend die Festsetzung von Derbraucherhöchstpreisen für Speisekartoffeln, vom 6. September 1937. Es hat daher das unter 3a der genannten Verordnung Gesagte auf Gießen Anwendung zu finden. Danach ist der Höchstpreis für Kartoffeln bei Absatz durch den Erzeuger an den Verbraucher von 50 Kilogramm an für'weiße, rote, blaue Sorten je 50 Kilogramm bis zu 3,15 Mark, für gelbe Sorten je 50 Kilogramm bis zu 3,45 Mark. 211.0. in Gießen. Wolltausch in der von Ihnen beabsichtigten Form mit Wollspinnereien usw. ist verboten. An Strickereien und Spinnereien dürfen nur zugelassene Sortierbettiebe verkaufen, der Aufkauf von Stricklumpen von Privaten ist nur zugelassenen Händlern erlaubt. Es liegt wohl kaum im Interesse des Vierjahresplanes, nicht mehr getragene Wollgegenstände zum Zermotten aufzubewahren, sondern es wäre im Sinne der Volksgemeinschaft besser gewesen, wenn diese Kleidungsstücke längst der Winterhilfe oder dem Rohproduktengewerbe zugeführt worden wären. Aandme seht sich durch Roman von Hans-Joachim Zreiherrn von Reitzenstein Copyright by Carl Duncker 4 Fortsetzung (Nachdruck verboten.) „Das schon. Aber ich möchte sie nach der schweren Operation lieber noch etwas länger hierbehalten. Sie hat drei Kinder und einen anstrengenden Haushalt. Ich habe schon zu viele wiederkommen sehen, die sich nach solcher Sache nicht schonen konnten. Der Blinddarm auf Nummer vierzehn muß Abwechslung in der flüssigen Nahrung haben. Er trinkt kaum etwas und Professor Lambertz will, daß er zunimmt. Er kommt schwer hoch." „Ich werde mal selbst sehen, was den alten Herrn aufmöbelt. Ich gehe mit Verschiedenem hinein." „Das Kind auf Nummer fünfundzwanzig hat solchen Hunger und darf nicht essen." „Da muß man ihr Märchen erzählen. Darf ich wohl heute abend zu ihr, damit sie einschläft?" Schwester Margarete lächelte. „Bitte. — Nummer siebenundzwanzig darf wieder Fleischnahrung haben." „Ich bekomme heute noch junge Täubchen. Darf lte fte heute abend schon gebraten essen?" ,,3a. Die Patientin macht blendende Fortschritte. Erne gesunde Konstitution. Solchen Unfall bekommt man am leichtesten wieder auf die Beine. Sonst blerbt alles wie gestern." Schwester Margarete ging. Blondine räumte weiter die Wäsche ein. Wieder V D°rz°htte fie sich denn immer? Die Stückzahlen wollten nicht stimmen. Am Freitag hatte sie eine halbe Nacht gebraucht, um em tadelloses Verzeichnis aller Wäschestücke ZU machen. Sie hatte lange genug gelernt, um zu rollen, daß etwas, was sie zu verwatten hatte, nicht nur so obenhin inventarisiert sein durfte wie sie es vorgefunden hatte. Während sie die Stöße meiter einreihte, wurde sie immer unruhiger Eine Zahl stimmte, die andere nicht. War sie neulich in der Nacht zu müde gewesen? War chr Verzeichnis nicht richttg, oder fehlte auch hier etwas? Sie verglich die alten Inventare mit ihren neuen und sah die Bestände hastig durch. Sie kam zu dem Ergebnis, daß jemand gestohlen haben muhte. Dor Überreiztheit fing sie zu meinen an. Denn es wurde ihr klar: hier ging es nicht um die paar Wäschestücke, die fehlten. Nein, hier wurde überall gestohlen. Seit dem dritten Tage hatte sie die Mamsell im Verdacht, daß sie in ihre Tasche wirtschaftete. Wenn Blandine spät nachts die Küchen- abrechnungen überprüft hatte, bis ihr die Zahlen vor den müden Augen verschwammen, hatte sie immer Rechenfehler gefunden. Und zwar immer zugunsten der Mamsell. Schade, die Mamsell war eine gute Köchin. Aber sie wog nicht nach, was die Lieferanten brachten. Denn auch die bereicherten sich anscheinend hier. Pfui, wo vom Chefarzt bis zur jüngsten Schwester jeder für die Kranken alles hergab, was in ihnen war! Wie konnten ihre Vorgängerinnen solchen Schlendrian einreißen lassen? Öder wagte man das nur bei ihr, weil sie so jung war? Sie bekam einen furchtbaren Schreck. Von jetzt ab mußte sie auf der Lauer liegen, obgleich das gar nicht nach ihrem Sinn war. Aber nach dem Sinn der Angestellten war es noch weniger. Sie merkten, so schien es ihr, daß sie ihnen auf den Fersen war, und schikanierten sie hohnlachend. Zog sie den Schlüssel von der Vorratskammer ab, so brauchte die Mamsell gerade dann etwas, wenn Blondine im vierten Stock war. Dann flitzte die Hausdame sechsmal nacheinander mit ihrem Schlüssel in den Keller und wieder hinauf. Noch vor drei Tagen hatte sie die Wäsche aufgeschrieben, die in die Waschküche gebracht wurde. Am Morgen kam scheinheilig dos Stubenmädchen: es war ihr ein Zettel von Fräulein Hertels Tisch beim Staubwischen aus dem Fenster geflogen. „3n Blandine empörte sich bas Gerechtigkeitsgefühl. Man sollte Professor Lombertz nicht betrügen, wahrend er sich für seine Patienten abmühte. Sie wollte vor ihn hintreten und ihm die Augen öffnen, r ®e9e” Schluß der Abendvisitte stand sie vor dem letzten Krankenzimmer und wartete, daß der Chef- orzt herauskommen würde. Es lag ein kleiner Lunge darin, der überfahren worden mar. eplid) kam der Arzt. Blandine ging auf ihn zu. Professor?"^ einGn Augenblick sprechen, Herr i.^^r öffnete die Tür 3um Stationsraum und ließ sie hmeingehen. 1 Und dann sagte sie ihm, mas sie beobachtet hatte. Wie es mar und mie es merben sollte und wie es nicht weitergehen konnte. Professor Samberg sah ihr mit seinem ruhigen unb beruhigenden Arztblick in die Augen. „Das weiß ich alles", sagte er. „Aber sagen Sie selbst, was ist wichttaer: daß keine Handtücher gemaust werden und die Mamsell keine Schmugroschen macht, ober daß mein Personal fick die Beine ausreißt, um meine Patienten durchdringen zu helfen, unb baß bie Mamsell so glänzenb kocht, baß sie jeden Genesenden hochpäppelt? Im übrigen, liebes Fräulein Hertel, muß ich den Kopf frei haben für meine Pattenten. Und Sie find gerade dazu da, um mir derlei Dinge vom Leibe zu halten." Er gab ihr bie Hand mit dem Gummihandschuh und sah fie freundlich und väterlich an. Dann rief er aus der Tür, vor der fein Stab gewartet hatte: „Ist denn der Blutspender für bas Kind noch nicht da?" 1 Der Erste Assistenzarzt sah auf die Uhr: „Zehn Minuten können mir vielleicht noch märten. Uebri- gens, Herr Professor, ehe mir ben Jungen brau - gehen lassen — ick wollte nur sagen, daß ich die- selbe Blutgruppe yobe." „Sie sind ja total verrückt, Schrader." „Ach habe immer die Präzision Ihrer Diagnosen bewundert, Herr Professor", lächelte der Assistenzarzt, und seine schlanke, elegante Gestalt verneigte sich leicht und ironisch. „Das macht mich gar nicht glücklich, Schrader", brummte der Professor. „,Wir sind nicht auf der Welt, um glücklich zu werden, sondern um unsere Pflicht zu erfüllen', sagt der selige Kant, und Professoren hat er nicht ausgenommen", lachte Schrader. Der Professor blickte gutmütig auf seinen Lieblingsschüler. „Vielleicht tut Ihnen ein kleiner Aderlaß mal ganz gut, Schrader. Sie sind tüchttg, aber Sie werden zu frech." „Aber, Herr Professor." „Doch. Na, jedenfalls steckt in Ihnen eher zu viel fieben als zu wenig." „Also einig?" fragte Schrader. „Lasten Sie doch ben Unsinn." Schraders männliches Gesicht wurde sehr ernst: jedenfalls sind wir uns darüber einig, daß mir den kleinen Kerl nicht verkommen lassen werden, nicht wahr?" „Vesser als gar nichts ist es natürlich", murrte der Professor. „Aber ich lehne jede Verantwortung ab." Der Assistenzarzt antwortete nicht mehr. Er sah noch einmal auf die Uhr. Dann ging er mit langen, entschlossenen Schritten auf den Operattonssaal zu. Die Gruppe setzte sich in Bewegung. Blandine stand und sah den Aerzten nach, die ruhig den Gang zum Operationszimmer entlang schritten. Roch nie in ihrem Leben mar sie sich so dumm vorgekommen. ♦ Blandine machte noch immer ben typischen Fehler der Unerfahrenen; sie gab sich mit Details ab. Um ganz gründlich zu sein, übernahm sie jede un- wesenlliche Arbeit, für die bas Personal keine Zeit fand. Unb bas war in der Klinik eine ganze Menge. Denn da der Betrieb sehr teuer war und der Haushalt der Frau Dottor Lambertz noch teurer, wurde an Personal gespart. Im einzelnen halfen sich bie Leute, indem sie sich Vorteile verschafften, wo sie konnten. Im Großen aber wirkte es sich dahin aus, daß der Betrieb unübersichtlich wurde, weil überall die letzte Ordnung fehlte. Denn überall mußte etwas Arbeit liegenbleiben. Gut, Blandine würde den (Ö;efarzt nie wieder belästigen. Das war ja selbstverständlich. Sie hatte mittlerweile denselben heillosen Respekt vor ihm bekommen, den alle hier hatten. Wenn es, wie eben, hleß: „Fräulein Hertel, der Chef läßt bitten", dann Merte sie vor Aufgeregtheit, aber auch vor Eifer. Als sie eintrat, hatte der Professor gerade eine erregte Auseinandersetzung mit seinem ersten Assi- stenten: „Das ist ja reine Affenliebe zu diesem Bengel , schrie Lambertz. „Vergessen Sie doch nicht, daß wir hier noch ein paar andere Patienten haben. „ssnen nehme ich doch damit nichts", bockte Schrader. „Ist ja lächerlich, daß zwei ernsthafte Menschen sich um eine Sache streiten, bie so klar zutage liegt. Sie machen sich kaputt bei bem Jungen, unb alle andern haben das Nachsehen." Fortjetzung folgt Erzeuger w«ben, so initnm Ihnen w. x\V büren IT Aus. ir zuqe« aum im etragene 'wahren, lemschait e längst lerbe zu« mg des )t unter stsetzung irtoffeln, 15 unter Gießen chstprei- uger r r tneif; 3U bis au , murrte Wortung . Er sah t langen, ssaal zu- nach, di< entlang hen Feh' 'tails ab. 'jede uneins Ze^ 114 N Achtelt Mensch. L ef?i9en & «« 1U U- fe » 5'c S S°> Seile riet je. gelang. * einen 'Deck, ht. son. n Konto 'Ndluna °sTeL ren sei. gangen, e über« Jte ihm atte bei den er m. Es die elte, so. ma auf en nicht, eigene ma be« oohl er üg und i er acht nstände Der An- af, daß nachge« at, bil. Re mil« Untreue, nt 200 > Venge- wurde I, wo slk ich dahm r”e, Überall >6 wieder Sie W vor W wie eben' £$ *S i W1E ds jjlenJg Aus der engeren Heimat Kommunalpolitische Tagung in Alsseld Elterliche Gewalt Elfriede der Seit 30 Zähren bestehen Seit dieser Zeit ist der zwischen dem Lauer und * Lebensmittelgeschäfte. -Kaufmann derMittler und der deutschen Familie. Hier abschneiden! 4- NSG. Butzbachist für das erste Landdiensttreffen des Gebietes Hessen-Nassau Hitler-Jugend gerüstet. Der Marktplatz, Straßen und Gassen zeigen reichen Flaggen- Elfriede, werbt Vorname germanischen Ursprungs mit der Bedeutung: die unter Elfenschutz Stehende. Abkürzungen: Frieda. Friedel. Elisabeth, weibl. Vorname hebräischen Ursprungs mit der Bedeutung: Gott ist mein Eid. Abkürzungen: Elsbeth, Elise, Liese, Liesbeth, Lilly, Elli(y), Betti, Bettina. Ella, weibl. Vorname german. Herkunft mit der Bedeutung „die Herrin". Elle, altes Längenmaß, das besonders für Stoffe, Bänder und Spitzen gebraucht wurde. Die Länge der Elle war in den einzelnen Landesteilen verschieden. Elsa, Else, weibl. Vorname germanischer Herkunft mit der Bedeutung: Schwanenjungfrau. Elster, ein rabenartiger Vogel, der gern glänzende Gegenstände sortträat und in der Gefangenschaft Laute nachahmen lernt. Als Nahrung nimmt die Elster so ziemlich alles, doch soll man ihr keine stark gewürzten Speisereste geben Elterliche Gewalt. Ein eheliches Kind steht, solange es minderjährig ist. unter elterlicher Gewalt.' Der Vater hat kraft der elterlichen Gewalt das Recht und die Pflicht, für die Person und das Vermögen des Kindes zu sorgen, er ist gesetzlicher Vertreter des Kindes. Der Vater hat also das Recht und die Pflicht, das Kind zu erziehen, zu beaufsichtigen, seinen Aufenthaltsort JOHAN EITEL VON BUSECK GENAND BRAND MITFÜHRER UND GANERBE DES BUSECKERTHALS ERBAUETE DIESE BRANDSBURG IM JAHR 1735. Nach alten Ueberlieferungen ist die jetzige Burg auf den Grundmauern einer früheren errichtet worden. Dafür sprechen auch die bei den Ausbesserunys- arbeiten vorgefundenen Spuren eines älteren Eingangs unterhalb der erhaltenen Kellerräume. Nach Süden und Westen waren der Brandsburg Schanzen vorgelagert, die sie gegen das Busecker Tal hin schützen sollten. Die südliche Schanze ist noch bis heute vollkommen erhalten und führt, wie auch der Wallgraben, im Dolksmund noch ihren alten Namen. Bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde die Burg von den Herren von Buseck bewohnt, und als die letzten unmittelbaren Nachkommen des Erbauers nach Amerika auswanderten, ging sie in den Besitz des hessischen Staates über und wurde für mehrere Jahre hindurch als Sitz einer Oberförsterei eingerichtet. Zuletzt wurde sie von dem hessischen Oberförster Klump bewohnt. Kurz nach der Gründung des Zweiten Reiches kam das Anwesen zum öffentlichen Verkauf, und es wurde von dem Fabrikanten Karl Emmelius (Gießen) erworben. Er richtete das Gebäude zu einer Iigarrenfabrik ein, in der durchschnittlich über 100 Arbeiterinnen Beschäftigung fanden. Nach Erlöschen dieser Firma ging das Anwesen 1934 in den Besitz der Firma RinnLCloos über. Es kann nach seiner inneren und nunmehr auch äußeren Instandsetzung und auch in Anbetracht seiner herrlichen Umgebung als eine schöne und gesunde Arbeitsstätte für die Arbeiterschaft des Betriebes bezeichnet werden. Ratsherrensihung in Alsfeld. 3) Alsfeld, 20. Okt. In der gestrigen Rats- he-rrensitzung stand die Erhebung der Bürger st euer für das Jahr 1938 zur Beratung. Im Hinblick auf den am 1. April 1938 durch die Realsteuerreform zu erwartenden neuen Finanzausgleich zwischen den Ländern und den Gemeinden empfiehlt es sich, die Steuer in der bisherigen Höhe beizubehalten. Der Bürgermeister traf Entschließung dahin, daß die Bürgersteuer für das Jahr 1938 mit 500 v. H. der Reichssätze erhoben wird. Zur Fortsetzung des Kleinsiedlungsprogramms der Stadt gab der Bürgermeister zunächst einen Ueberblick über die seitherige Siedlungstätigkeit. Insgesamt sind bis jetzt 29 Siedlerstellen errichtet worden. Für den dritten Bauabschnitt im Jahre 1938 sind weitere 10 bis 12 Siedlungshäuser durch die Trägergesellschaft Gewo- bag in Frankfurt a. M. vorgesehen. Die Ratsherren billigten das vorgeschlagene Programm, sie gaben jedoch dem Wunsche Ausdruck, daß der Typ der neuen Häuser etwas geändert werden möge, da die vollständig gleichmäßige Gestaltung der Siedlungshäuser keinen vorteilhaften Eindruck für das Gesamtbild der Siedlung abgebe. Eine dementsprechende Anregung soll bei Dem Gauheimstättenamt der NSDAP, erfolgen. Der Geländeerwerb soll alsbald in die Wege geleitet werden. Die Ausführung erfolgt durch die Gewobag als Bauherrin. Der Voranschlag der Oberrealschule für das Rechnungsjahr 1938 sieht einen Zuschuß der Stadt in Höhe von 30 200 Mark vor gegenüber 30 607 Mark im Vorjahr. Die Schülerzahl nach dem Stande vom 15. Mai 1937 betrug 234. Der Voranschlag wurde von dem Bürgermeister in der voraelegten Form genehmigt. In der anschließenden nichtöffentlichen Sitzung wurde über Geländeerwerb zur Erweiterung der Stadtschule und über die Errichtung eines Neubaues für das staatliche Gesundheitsamt verhandelt. Alsfeld und die Reichsautobahn. die Straßen und Gassen zeigen reichen Flaggenschmuck, und die Gespräche bei jung und alt drehen sich um die „Einquartierung" und um die zahlreichen Veranstaltungen dieses bedeutsamen Treffens, zu dem der Leiter des Sozialamtes der ReichsjuaenD- führung, Obergebietsführer Axmann, fein Kommen zugesagt hat. , . Bei der Aufmarschleitung im HJ.-Heun herrschte in den Nachmittagsstunden des Mittwoch Hochbetrieb, als die Landdienstgruppen aus den 14 verschiedenen Lagern des Gaues einrückten. Bis zum Abend hatten sie Gelegenheit, einen Eindruck von der Stadt zu er- halten, deren Bevölkerung stolz darauf ist, die jungen Pioniere des Landdienstes in ihren Mauern zu < Alsfeld, 20. Okt. Die hiesige Stadtverwaltung veranstaltete mit dem Verkehrsund Verschönerungsverein eine Versammlung im „Deutschen Haus", die sehr gut besucht war. Bürgermeister Dr. Völsing begrüßte die Teilnehmer und wies darauf hin, daß es die Aufgabe einer jeden volksnahen Gemeindeverwaltung sei, enge Fühlungnahme mit Der Bürgerschaft zu halten, damit diese in der Lage sei, sich über alle wichtigen Projekte ein richtiges Bild zu machen und den Maßnahmen Verständnis entgegenbringen zu können. v Im ersten Vortrag Des Abends sprach Der Vor- stanD Der Bauabteilung Alsfeld der Reichsautobahn, Dipl.-Jng. Erb an, besonders über Den Bau Der Reichsautobahn im Kreise Alsfeld. Er schilderte Die Bedeutung Der Reichs autob ahnen auf wirtschaftlichem, sozialem unD oerkehrspolitischem Gebiet und ließ erkennen, welche Bedeutung Der Reichsautobahn im Hinblick auf Die Arbeitsbeschaffung zukomme. Er schilderte ferner die Reichsautobahnen als ein Werk Des Friedens. Zum Schlüsse befaßte sich der Redner mit der kommenden Verkehrsentwicklung der Stadt Alsfeld und empfahl der Stadtverwaltung allen Weitblick. Der Vortrag wurde von einer Reihe ausgezeichneter Lichtbilder aus verschiedenen Baugebieten der Reichsautvbahn wirksam belebt. r , . Anschließend sprach der Landschaftsgestalter der Reichsautobahn Gartenarchitekt Wilhelm Hirsch (Wiesbaden) über die städtischen Anlagen in den Erlen, ihre Bedeutung und ihre Zukunft m der Verbindung mit der Reichsautobahn. Der Redner wies Darauf hin, wie sich Die Reichsautobahn immer entsprechen!) Dem Charakter Der jeweiligen Landschaft einfügen werde. An Hand einer Anzahl Lichtbilder aus, Den Erlenanlagen gab Der Redner eine Darstellung, wie die künftige Gestaltung dieser Anlagen gedacht sei. Es solle kein wohlgepflegter kostspieliger Stadtgarten entstehen, vielmehr müßten die Anlagen Der Dort sehr schönen Landschaft lediglich unter Zuhilfenahme einfachster Mittel ausgestaltet werden. Er empfahl Der Stadt AlsfelD, nach dem Beispiel anderer Städte, Die Schaffung Dieser Neuanlagen als Gemeinschaftswerk der Alsfelder Bürgerschaft ausführen zu lassen. Auch dieser Vortrag wurde mit großem Interesse aufgenommen. Landkreis Gießen. + Allendorf (Lahn), 20. Okt. In der vergangenen Nacht wurde in dem Wohnhaus des Vereinskassierers des hiesigen Turnvereins em Einbruch verübt. Dem Täter fiel ein Barbetrag von etwa 20 Mark in Die Hände. Unbemerkt konnte der unwillkommene Gast das Haus wieder verlassen. Erst am frühen Morgen wurde man auf : den Einbruch aufmerksam. Sofort benachrichtigte man die Polizei, die dann die erforderlichen Er- : mittlungen unternahm. > Birklar, 20. Okt. Im Saale von Engel , veranstaltete die N S G. „K r a f t d u r ch F r e u d e" am Sonntag ein Winzerfest. Bei flotter Musik Der Kapelle Schäfer und bei mancherlei Unterhalttmgs- aber einmal Die Mode Der Hellen Deckblätter besteht, und zwar nicht nur in Deutschland, sind j diese besonders gesucht und daher unvevhättnis- , mäßig teuer, ohne etwa im Geschmack, Brand und Aroma Die dunklen Farben zu übertreffen. Der : weitaus größte Teil Des Deckblatt-Rohtabaks stammt aus Den holländischen Kolonien Sumatra und Java und daher kostet uns Der Dazu erforderliche Tabak Devisen. Es ist klar, daß die Reichsregierung bei . Der Durchführung Des Dierjahresplanes für ein Genußmittel wie Tabak nicht unbegrenzt Devisen zur Verfügung stellen kann. Die Verarbeitungsmenge des Tabaks in Der Zigarrenherstellung ist Der Menge nach kontingentiert. Die Verwendung der holländischen Kolonialtabake ist außerdem dem Wert nach kontingentiert worben. Je höhere Anforderungen nun Die Raucher an die teuren Hellen Deckblatt-Tabake stellen, um so weniger Rohtabak kann eingeführt werden, und es könnte schließlich zu einer Knappheit in Den unentbehrlichen holländischen Tabaken kommen, Die Die Erzeugung Der für Den Konsum erforderlichen Menge unmöglich machen würde. Die Hersteller sind daher gezwungen, bei ihren Einkäufen in Holland weniger auf Die teuren Modefarben als auf andere Eigenschaften zu sehen. Die deutschenZigarrenraucher können nun die Zi- garenhersteller und den Zigarrenhandel wesentlich bei ihren Dispositionen unterstützen, wenn sie ihre Wünsche bezüglich Heller Farben zurückstellen und es auch nicht beanstanden, wenn das Deckblatt nicht ganz gleichmäßig in der Farbe ist. Ein weiteres Vorurteil, gegen Das wir kämpfen wollen, ist Die häufig aus Laienkreisen erhobene Forderung, daß die Zigarren, auch in den billigen Preislagen, rein aus U e b e r s e e t a b a k e n bestehen sollen. Sie wissen anscheinend nicht, daß in der Pfalz, in Baden, Hessen und in der Uckermark hervorragende Zigarrentabake wachsen, Die sich für Einlagezwecke unb zum Teil auch für das Umblatt durchaus eignen. Nur für das Deckblatt sind wir aus gewissen Gründen, Die hier nicht erörtert zu werden brauchen, auf überseeische Tabake angewiesen. Sicher ist, daß ein guter deutscher Tabak besser ist, als ein billiger minderwertiger Ueberseetabak, auf Dem aber ein Zoll von 1,80 Mark je Kilo lastet. Die Deutsche Tabakforschungsanstalt in Forchheim (Baden) hat auf die Züchtung der deutschen Tabake in hervorragender Weise gewirkt, und Der ’nauajer kann sicher fein, daß in Zigarren nur edle deutsche Tabake verarbeitet werden, die ihm einen reinen Genuß gewährleisten. Fast ein Drittel des zur Verarbeitung kommenden Zigarrentabaks ist im Inland gewachsen. Dazu sind mir aus Gründen der Devisenersparnis gezwungen, und gleichzeitig geben wir einer großen Zahl von Volksgenossen, meist Kleinbauern, Verdienstmöglichkeit. Also, fort mit den Vorurteilen, Die durch nichts begründet sind! Jedenfalls können die deutschen Zigarrenraucher sicher sein, daß sie auch während des Ablaufes des Dierjahresplanes Zigarren erhalten, Die in Aroma, Brand und Bekömmlichkeit das gleiche bieten wie bisher. Dafür bürgt die hochentwickelte deutsche Zigarrenindustrie. Landdiensttrcffen in Butzbach. Nutzungsrecht für Die Erbbegräbnisse, jetzt Wahlgräber genannt, nach den neuen Bestimmungen auf 40 Jahre beschränkt sei, und daß eine Verlängerung der Ruhefrist für Die Reihengräber gegen Zahlung einer bestimmten Gebühr nicht mehr vorgesehen sei. Die neuen Friedhofsordnungen, die in Form von Gemeindeortssatzungen zu erlassen sind, bedürfen nicht Der Genehmigung der Aufsichtsbehörden, es sei denn, daß eine Gemeinde in wesentlichen Punkten davon abweichen will. Nach den neuen Richtlinien ist eine Friedhofsordnung für Städte vorgesehen und eine solche für Friedhöfe auf Dem ßanDe. Im weiteren Verlaufe Der Tagung gab Kreisoete- rinärrat Dr. Schmidt Kenntnis von Der in sehr bedenklichem Maße zunehmenden Verbreitung Der Maul - u n D Klauenseuche, namentlich in Süddeutschland. Besonders wichtig für die Verhütung Der weiteren Ausbreitung Der Seuche fei Die Desinfektion. Es werden deshalb künftig in jeder Gemeinde zwei Desinfektoren ausgebilbet. Die Kontrolle der Händler wird auf das schärfste durchgeführt werden. Oberstudiendirektor Dr. Hainer (Alsfeld) als Kreisluftschutzführer gab eine Darstellung der Grund- sätze, die bei der demnächst durchzuführenden Entrümpelung zu beachten sind. Wie aus dem Worte hervorgehe, soll nicht etwa alles von Den Hausböden verschwinden, sondern nur das unnötige Gerümpel. Die Entrümpelung diene sowohl Dem Luftschutz, als auch dem Dierjahresplan. Am Schlüsse Der Tagung machte Der Leiter des Amtes für Kommunalpolitik für den politischen Kreis Alsfeld-Lauterbach, Bürgermeister Thiele (Lauterbach) Ausführungen über personelle Angelegenheiten der Bürgermeister und Der Gemeinde- beamten, und bat um pünktliche ErleDigung der Berichte für Das Amt. Er wies Darauf hin, daß Die einzige Aufgabe Der Gemeinden Die Erfüllung Des nationalsozialistischen Programms sei. Der Kreisobmann schloß Dann die vielseitige Arbeitstagung in Der üblichen Weise. beherbergen. Ore Brandsburg in Atten-Buseck. 8 A l t e n - B u s e ck , 20. Okt. Die äußere Instandsetzung unserer Brandsburg, Die kürzlich vor- genommen wurDe, hat sehr zur Verschönerung unseres DorfbilDes beigetragen. Stattlich erhebt sich der stolze Barockbau in seinem neuen Gewände im Schatten Dichtverzweigter alter Bäume unb hochaus- ftrebenDer Pappeln, ein Mahnmal Der Vergangenheit. 200 Jahre sind über das Land gezogen, feit Die festen, nahezu 2 Meter Dicken Mauern jener Wasserburg, eine Der wenigen noch gut erhaltenen unseres HessenlanDes, unter Den fleißigen Händen unserer Vorfahren emporwuchsen. Rund um Die Burg legt sich Der breite Wallgraben, über Den früher eine hölzerne Zugbrücke führte, Die später Durch eine steinerne, feste Brücke ersetzt wurDe. lieber Dem Burgeingang befindet sich, in Stein gehauen, Das Wappen Der Freiherren von Buseck und darunter folgende Inschrift' △ Alsfeld, 19. Okt. Unter dem Vorsitz des Kreisobmannes, Bürgermeister Dr. Völsing, fand am gestrigen Montag eine Arbeitstagung der Kreisabteilung Alsfeld des Deutschen Gemeindetages statt, die vollzählig besucht war. Zu Beginn der Tagung begrüßte der Kreisvb- mann in herzlichen Worten Den neuen Kreisdirektor Des Kreises Alsfeld, Dr. Schönhals, und hieß ihn willkommen. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß nach fast dreijähriger Dauer der Kreis Alsfeld nun wieder einen definitiven Kreischef erhalten habe. Die Bürgermeister des Kreises feien gern und freudig bereit, mit ihm und unter feiner Leitung an den großen Aufgaben mitzuarbeiten, Die Den Gemeinden vom Führer gestellt feien. Kreis- direktor Dr. Schönhals dankte in herzlichen Worten für die freundliche Begrüßung. Er werde das Vertrauen, das chm Der Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger durch Die Berufung in fein Amt bewiesen habe, dadurch rechtfertigen, daß er sein Amt im nationalsozialistischen Geiste führen werde. Er bat um Das Vertrauen der Bürgermeister, deren Sorgen und Nöte er aus seiner seitherigen Verwaltungstätigkeit kenne. Zum Schluß richtete er einen Appell an die Bürgermeister, zusammenzustehen, um die großen Ausgaben, die der Führer den deutschen Gemeinden gestellt habe, zu erfüllen. Jeder einzelne müsse dabei mitarbeiten, und keine Mühe Dürfe dabei zu groß fein, um im Geiste Des Zigarrenraucher muffen sich umstellen. Aus Fachkreisen wird uns geschrieben: In keinem Lande Der Wett wird der Zigarrenraucher in bezug auf Gute, Mannigfaltigkeit und schone Ausstattung der Zigarren bei verhältnismäßig geringen Preisen (o verwöhnt wie in Deutschland. Die deutsche Zigar- renindustrie, Die ja auch in Gießen und Umgegend in aroßem Umfange betrieben wird und vielen Volksgenossen Arbeit und Verdienst gibt ist stolz darauf, in ihren Leistungen unübertroffen dazu- ftehen. Wenn wir nun an den $igarrenraud)er herantreten und ihn bitten sich umzustellen so braucht er keineswegs zu befurchten daß chm der Rauch- aenuß geschmälert werden soll. Wir wollen ihm nur nabelegen, sich von gewissen Vorurteilen und über- triebenen Anforderungen frei zu machen, die nicht in Die vom Vierjahresplan beherrschte Zett hinein- pa§an'ift zunächst über die Farb e zu sprechen. Seit einer Reihe von Jahren ist es geradezu eine Mvde- krankheit geworden, daß Das Deckblatt nicht hell oenua ein kann. Von Den Rauchern von Brajil- ziaarren abgesehen, Die Das Deckblatt dunkel wie Die Nacht wünschen, glauben die meisten Raucher, daß den höchsten Genuß nur eine Zigarre biete, Die ein helles fahles, fast fiibergraues Deckblatt aufweist. Sie meinen, je Heller das Deckblatt ist, um so leichter sei die Zigarre. Ein großer Irrtum! Die Leichtigkeit Des Tabaks, d. h. sein geringer Gehalt an Mkotin und gewissen ätherischen Deien, hängt ganz und gar nicht mit Der Farbe zusammen. Ja, oft sind sogar die besonders Hellen Deckblättchen, die manchmal aus nicht ganz ausgereiften Tabakblättern gewonnen werden, schwerer als die gut ausgereisten braunen ober etwas rötlichen Deckblätter, Die von Der Mode in Bann getan werden. Da nun zu bestimmen und das Vermögen des Kindes zu verwalten. Ist eine minderjährige Tochter verheiratet, so hat der Vater lediglich die Vertretungsmacht, die Verwaltung des Vermögens steht dem Mann zu, außer bei Gütertrennung. Die elterliche Gewalt des Vaters ruht, wenn dieser geschäftsunfähig (geisteskrank) oder geschäftsbeschränkt (z. V. entmündigt) ist oder wenn durch das Vormundschaftsgericht festgestellt wird, daß der Vater längere Zeit an der Ausübung der elterlichen Gewalt verhindert ist. Die e. G. des Vaters endigt mit der Volljährigkeit des Kindes, der Adoption (bann geht die e. E. auf den Adoptivvater über), der Verwirkung, wenn nämlich der Vater wegen eines an dem Kinde verübten Verbrechens zu Zuchthaus oder zur Gefängnisstrafe von mindestens sechs Monaten verurteilt ist. Neben dem Vater hat auch die Mutter das Recht und die Pflicht, das Kind zu erziehen unb zu beaufsichtigen. Bei Meinungsverschiedenheiten zwischen den Eltern geht die Meinung des Vaters vor. Zur Vertretung des Kindes ist die Mutter aber nicht berechtigt. Ruht die elterliche Gewalt des Vaters oder endigt sie. dann übt die Mutter an Stelle des Vaters die elterliche Gewalt aus bzw. diese geht auf die Mutter über. In gewißen Fällen ist ein Vormund zu bestellen, vor allem, wenn die Mutter selbst noch minderjährig ist. Die Mutter verliert die e G. mit der Wiederverheiratung. Der uneheli- barbietungen erlebten die Besucher einige schöne Stunden. Blockwalter Wolf von Der DAF. hielt eine kurze Ansprache. Kreis Büdingen. K Nidda, 18.Okt. Gestern fand hier der Kreis- euerwehrtag des Kreises Büdingen tatt. An Der KunDgebung Des Vormittags in Der Turnhalle nahmen Die Wehrführer, Kommandanten, Bürgermeister und die Wehren von Nidda, Wallernhausen und Ober-Widdersheim teil. Reg.-Rat K e f ° s e l vom Kreisamt Büdingen sprach über Die Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehren. Nach dem Bericht des Kreisfeuerwehrführers Klein, Büdin- gen, hat sich die Zahl der Wehren bis heute auf 42 erhöht; in 34 Gemeinden bestehen nur Pflichtfeuerwehren, im Kreis sind 10 Kleinmotorspritzen stationiert. Wichtige Aufgaben zur Lösung des Vier- jahresplanes in bezug auf Rettung unb Erhaltung wertvollen Volksvermögens haben bie Feuerwehren zu lösen. Lehrer Schwarz (Borsdorf) entwarf ein klares Bild über bie Aufgaben bes neuen Deutfch- lanbs und ermahnte Die Feuerwehrleute zur treuen Pflichterfüllung. Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles hielt Kreisfeuerwehrführer Bouffier, Gießen, eine Ansprache, der Das Schlußwort von Reg.-Rat Kessel folgte. Kreis Schotten. d. Schotten, 19. Okt. Die freiwillige Feuerwehr hielt am Sonntag unter Der Leitung ihres Kommandanten Spam er ihre Schlußübung ab. Nach dem Exerzieren und einem Vorbeimarsch wurde ein lehrreicher Brand angriff auf mehrere Anwesen im Mühlhof Durchgeführt. — In der gut besetzten Turnhalle fand ein Abschiedsabend bes Arbeitsdienstlagers Eichelsachsen statt. Die Gruppenkapelle Der Reichsarbettsdienst- abteilung 6/225, bie mittags schon ein Platzkonzert gegeben hatte, leitete ben Abend ein. Der Lagerchor sang mehrere ansprechende Lieder, Der Abteilungsführer OberfelDmeister Scriba sprach von Dem großen erzieherischen Wert, Der im Arbeits- Dienst liege. Seine Ausführungen wurden durch eine Ansprache des Kreisleiters Görner (Büdingen) ergänzt. Zwei unterhaltsame Theaterstücke würben aufgeführt und ein Lokal film gezeigt. — Die Sammlungen für bas Winterhilfswerk brachten ein schönes Ergebnis. 370 Mark würben gespendet. Kreis Wetzlar. * K r o f b o r f, 20. Okt. Das 7jährige Töchterchen Karola des Einwohners B e n b e r hatte sich dieser Tage durch einen rostigen Nagel an der rechten Hand eine Verletzung zu gezogen. Nunmehr mußte Das Kind in die Chirurgische Klinik nach Gießen eingeliefert werden, Da sich eine schwere Infektion eingestellt hatte. Kreis Warburg. 4- Fronhausen (Lahn), 19. Oktober. Aus Der Eisenbahnstrecke zwischen Nieder-Walgern unb Fronhausen ereignete sich gestern ein Unfall. Der 18jährige Schlosserlehrling Konrad Stiegel aus Nieder-Walgern stürzte gestern nachmittag aus einem in voller Fahrt befindlichen Personenzug ab und blieb bewußtlos auf dem Bahnkörper liegen. Der nachfolgende Eilzug fuhr bald darauf dicht an dem Verunglückten vorbei, glücklicherweise ohne daß der junge Mann verletzt wurde. Als er wieder zum Bewußtsein kam und sich auch erheben konnte, begab er sich auf Den Weg in Der Richtung nach Nieder-Walgern. Von Arbeitskameraden, die ihm entgegengingen, wurde er dann zum Arzt gebracht. Führers zu arbeiten. Als erster Referent Der Tagesordnung hielt Dann Major Endler, Stabsoffizier Der Schutzpolizei bei der Landesregierung in Darmstadt, einen Vortrag über Luftschutz. Bürgermeister Dr. Völsing behandelte in Dem folgenden Vortrag Die Mustersatzung für die Neugestaltung Der Friedhöfe. Er gab einen Ueberblick über Die hauptsächlichsten Abweichungen Des neuen FrieDhossrechts auf Grund Der Reichsrichtlinien für Die Gestaltung Der Friedhöfe, gegenüber Den seitherigen FriedhossorDnungen. Er machte insbesondere Darauf aufmerksam, daß Das Wirtschaft Frankfurt a. M. Berlin kurs börje Datum 19.10. 20.10. 19.10. 20.10 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R19 23,50 mehl Ohne Gewähr Nachdruck verholen Entbindungskosten 1. Ziehungstag 20. Oktober 1937 On der heurigen DormkttagSziehung wurden gezogen 69901 2 Gewinne zu 100000 RM. Atemnot. 4784 6097 10003 20044 — Sranffurf a M. 10000 RM. 3000 RM. 2000 RM. 1000 RM. 98,5 135 99,75 98,75 101,75 99,5 101,25 101,65 99,5 100,4 99,65 128,6 wenig Arbeit • großen Erfolg. 133505 153647 175948 194556 221357 250350 274273 307507 340712 366695 388172 142770 190634 244221 269499 292256 311808 334250 347798 363938 368893 388450 171982 216589 247702 271222 292961 312303 337014 355138 365244 369500 388646 176682 217364 248491 271378 294795 316788 337452 356387 367085 370614 236893 8868 381586 160798 219493 120480 178254 219370 249676 282283 300789 327945 337678 357499 367692 376078 98576 124118 184331 222028 252972 282670 302003 328604 338169 360464 367763 381781 204876 224170 137161 354436 23948 178148 288193 376749 88151 101535 124752 184799 224741 263793 285786 303330 333892 341455 362121 367981 388361 118864 135254 153943 179697 200117 221685 260662 277268 311970 341155 369239 393507 120654 143974 155175 181833 206919 231231 262694 280435 315424 342303 380870 121861 147393 157306 183923 209353 234846 272130 286045 316648 349795 381088 200,5 119,5 124 114,75 • 96010 127928 147983 162131 187450 211740 237707 273195 287220 318580 361087 385008 109237 133123 151153 174069 192345 211741 249219 273482 289914 326948 362318 386004 99,5 99 105,25 127,5 83 84 128,75 Schluß» kurs 2 u u Dai ui dec Utto.! - 206059 206876 222594 262847 272275 329328 359593 369830 371457 4 Gewinne zu 5000 RM. 2 Gewinne zu 3000 RM. 6 Gewinne zu 2000 RM. 16 Gewinne zu 1000 RM. 163861 186349 194038 241142 242232 243309 337180 341536 359418 392738 394950 en gros, franz. Bedeutung: im Dutzend, entbehrliches Fremdwort für Erotzoerkauf. Entbindung, s. Geburt. Entbindungskosten der Ehefrau hat der Mann zu bezahlen. Die Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und -war je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Gewinnauszug 1. Klasse 50. Preußisch-Süddeutsche (276. Preuß.) Klaffen-Lotterie 301244 395077 6765 84858 98001 Schluß! Mittag börfe Emaille chen Mutter steht die e. E. nicht zu, wohl aber das Erziehunas- und Aufstchrsrecht. (Siehe Kinder, Vermögen Bekenntnis, Aufsichtspflicht, Nutznießung, Sorgerecht.) Emaille, französisch, Bedeutung Schmelz, undurchsichtiger, glasartiger Überzug zum Schutz von Blech- und Stahlblechgeräten. Gutes Emaillegeschirr eignet sich zum Kochen und Braten. Schlechtes Emaille springt leicht ab. Dor dem ersten Gebrauch soll man, in Ema'llegeschirr Wasser langsam zum Kochen bringen und langsam wieder abkühlen lassen. Speisen können in Emaillegefäßen aufbewahrt werden, solange keine Emaille abgesprungen ist. Die Säuberung wird mit heißem Wasser oder Sodawasser vorgenommen. Durch Sand wird Emaille beschädigt. Emaillelack, weißer und farbiger Sprit oder Fettlack, der den gestrichenen Gegenständen Hochglanz gibt. Embolie. Einkeilung und Steckenbleiben von Kröpfen, Luft (— Luftembolie) oder Fett (— Fettembolie) in der Eefäßbahn. Emil, männl. Vorname latem. Herkunft mit der Bedeutung „Der Nacheiferer". Emilie, weibl. Vorname griech. Herkunft mit der Bedeutung „Die Schmeichlerin". Emma, weibl. Vorname germ. Herkunft mit der Bedeutung „Die Große". Empfehlung. Wer einem anderen eine Empfehlung oder einen Rat erteilt, ist nicht zum Ersatz des Schadens verpflichtet. der dem anderen aus der Befolgung des Rates oder der Empfehlung erwächst, außer, wenn der Empfehlende absichtlich die Empfehlung erteilt hat, um dem anderen Schaden zuzufügen. Wenn der Empfehlende zum anderen in einem Vertragsverhältnis steht, demzufolge er für die erteilte Empfehlung verantwortlich ist. z. B. Anwalt, kann Haftung für fahrlässig erteilten Rat bestehen. Empirestil, ein Stil der französischen Kunst, der die römische Kaiserzeit nachahmte. en detail, franz. Bedeutung: einzeln, entbehrliches Fremdwort für Kleinverkauf, Einzelverkauf. Endivie, Salat, krause und glatte Arten. Da die grünen Blätter bitter schmecken, werden sie durch Zusammenbinden und Bedecken vor Gebrauch gebleicht. Energie, griech. Bedeutung: Wirksamkeit. Kraft oder Spannkraft, sowohl eines Menschen wie der Elektrizität. Energisch: tatkräftig. ül.G. für Verkehrswesen .... ey, Hamburg-Südain. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........o Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 Frankfurter Schlachlviehmarkt. Frankfurt a. M., 21. Okt. (Vorbericht.) Um 10 Uhr mar folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1665 Rinder (481 Ochsen, 186 Bullen, 624 Kühe, 374 Färsen), 521 Kälber, 85 Hümmel, 80 Schafe und 281 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 44, Kälber 35 bis 65, Härnrnel 30 bis 48, Schafe 20 bis 43, Schweine 51 bis 55 Mk. — Marktoerlauf: Rinder, Kälber und Schweine zu- geteilt, Härnrnel und Schafe mittelmäßig. Schweinemarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Schweinemarkt in Gießen standen 205 Stück Ferkel und 4 Läufer zum Berkaus. Es kosteten: Ferkel, 5 bis 6 Wochen alt 13 bis 15 Mark, 6 bis 8 Wochen alt 15 bis 18, 8 bis 10 Wochen alt 18 bis 20, 10 bis 12 Wochen alt 20 bis 23; Läuferschweine über 3 bis 5 Monate alt 30 bis 45 Mark. Marktoerlauf: gut: etwas Ueber- stand. Berger Tiefbau mit 144 (145), ferner ließen eine Anzahl von Werten etwa 0,25 bis 0,75 v. H. nach. Rach Pause niedriger notierten Kali Salzdetfurth mit 160 (162) und Feldmühle mit 138 (139,25). Von Bankaktien gaben Deutsche und Commerz je 0,50 v. H. nach auf 123,50 bzw. 119. Der Freiverkehr lag ebenfalls meist 0,50 bis 1 v. S). schwächer. Woyß & Freytag 148, Pokorny 138, Dingler 86, etwas höher Schuh Berneis mit 72,50 (72). — Tagesgeld uno. 2,50 v. H. Abendbörse abwartend, aber behauptet. An der Abendbörse herrschte stärkere Zurückhaltung, infolgedessen war die Umsatztätigkeit überaus klein und auf nur wenige Papiere begrenzt. Die Mehrzahl kam wieder nur nominell zur Notiz. Im ganzen war die Haltung behauptet. Soweit noch etwas Angebot vorlag, wurde es verhältnismäßig leicht ausgenommen, darüber hinaus bestand aber keine Unternehmungslust. Rückläufig waren erneut Bemberg auf 140 (142, 140,50 in Berlin), ferner Rheinstahl auf 145 (146,25 bzw. 145,13). Deutscher Eisenhandel waren zum Berliner Kurs von 145 (145,75) angeboten, etwas niedriger lagen auch Gesfürel mit 146,75 (147,50), Holzmann mit 150 (150,50), dagegen waren Demag mit 145 und Feinmech. Setter mit 104 je 0,50 v. H. höher ge- fraat. IG. Farben blieben mit 159 behauptet, Th. Goldschmidt 0,25 v. H. höher mit 139,50. Von Montanwerten notierten noch Buderus mit unverändert 120,50, Harpener mit unverändert 175,75, wogegen Mannesmann 0,25 v. H. nachgaben auf 116,75. Am Rentenmarkt kam es kaum zu Abschlüssen. 4'/2v. H. Krupp unverändert 99, im Freioerkehr bewegten sich Kommunal-Umschuldung auf dem Mittaasstand von 94,85. Frankfurter Getreidebörse. „46 Gewinne zu 500 RM. 10881 14279 ^22^64774 82359 102362 125136 140227 190607 220334 266381 268851 280202 377272 319005 321238 326673 327055 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskoni 4 o H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 2 Gewinne zu 25000 RM. 2 Gewinne zu 2 Gewinne zu 2 Gewinne zu 14 Gewinne zu 302324 315189 plus 50 Pf. Fracht-Ausgleich. Weizenfutter- 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R 18 10,40, R19 10,50 Mühlenfeft- preife ab Mühlenstation. Soyaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu 6,80 bis 7,00, do. drahtgepreßt 7,20 bis 7,40, Wei- Zen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3,00 bis 3,30, do. gebündelt 2,70 bis 3,00. Tendenz: Ruhig. Frankfurt a. M., 20. Okt. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 204, W 16 207, W 19 211, W 20 213, Roggen R 12 189, R 15 192, R 18 196, R19 198 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,00, W 16 29,10, W 19 29,10, W 20 29,45, Roggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23.30. R19 5% Dcutfche Retchsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 4’/2% Deutsche Reichsschatzanwei- sungen von 1935 ... ....... V/2% Deutsche Reichsschatzanwei- sungen von 1935, II. Folge ... 4%% Deutsche Reichsichatzanwei- jungeu von 1936, III. Folge .. 6y2% Douug Anleihe von 1930 .. 4 y2% Hessische Volksstaat von 1929 4y2°/0 Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 414% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten.............. W2% Hess. Landesbk. Darmstadt Goldpse. R. 12.............. 5%% Hess. Landes-Hyp.-Bank Ligu. Goldpse........... W2% Preuß. Landespfdbr.»Anst. Goldpse. R. 19.............. % Preuß. Gold-Komm. R. 20 412% Darmstädter Komm.-Lan. desbankR. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Nechte I.............. 4'/r% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 4y2% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................. 5y2% Franks. Hyp. Liquidation Goldpse..................... 6y2% Rheinische Hyp. Liquidation! Goldpse..................... 102 Steuergutschein» Verrechnungskurs 1111,15 186 Gewinne zu 200 RM <734 CCD7 36695 40807 42234 49792 49950 52356 52545 63659 58583 62217 66576 67312 76298 82414 84297 88036 88400 92099 93872 ----- ------ 112184 ------ ------ ----- NN elooetroffen: MMgerlMW von Haeberlein-Metzger sowie 68690 WorgtrWiMto SMHMiim Willi Seltersweg 50, Ecke Wolkengasfe. Gut oder schlecht? Bei Emaille-Geschirr ist das sehr wichtig. Wände und Boden der Töpfe pulsen m sich einen guten Halt haben, sonst verbiegen sie sich leicht, und die Emaille platzt ab. Bei Häuser haben Sie die Gewähr, wirklich gutes Emaille-Geschirr zu bekommen. Im Gebrauch ist es am billigsten. J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. Hauchdünn ein* wachsen, sofort nachpolieren und schon haben Sie einen fabelhaften, harten Hochglanz, den Sie sogar nass wischen können und der wochenlang anhält, ohne daß Sie neu einwachsen müssen. Verlangen Sie aber EUR GEN BODEN Derirauensbruch rechtfertigt fristlose Entlassung. Wegen Vertrauensmißbruch und Beleidigung wurde die Privatsekretärin eines Unternehmens, die seit 1932 gegen ein Gehalt von 250 Mark monattätig war, fristlos entlassen. Am Kölner Arbeitsgericht klagte sie auf Widerruf der Kündigung, da sie als Mitglied des Vertrauensrates nicht ohne weiteres entlassen werden könne. Die Beklagte machte geltend, die Klägerin habe wichtige Geschäftsvorgänge, die sie als Privatsekretärin erfahren habe, ausgeplaudert und durch üble Nachrede die Ehefrau des verstorbenen Geschäftsführers gröblich beleidigt. Nach Vernehmung einer Anzahl Zeugen fällte das Arbeitsgericht folgendes Urteil: Die Kündigung eines Vertrauensratsmitgliedes ist, abgesehen von zwei Ausnahmefällen, schlechthin nichtig. Der eine Ausnahmefall betrifft die Betriebsstillegung, der Rhein-Mainische Börse. rNillagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 20. Okt. Die Börfe wurde von den abermals schwachen Weltbörsen und dem weiteren Preisoerfall in den internationalen Warenmärkten nur noch wenig beeinflußt. Am A k - tienmarkt zeigte sich zwar noch verschiedentlich einiges Angebot, das aber nicht drückend war. Es wurde verhältnismäßig leicht aufgenommen, zumal fra sich auf dem ermäßigten Kursstand bereits wieder Käufe einftellten, die aber wegen der noch vorhandenen Zurückhaltung kleines ' Ausmaß hatten. Eine gewisse Stütze hatte die Börse im Zusammenhang mit Hoffnungen hinsichtlich des Anleihestockgesetzes, mit dessen Auszahlungen man etwa im November-Dezember zu rechnen können glaubt. Bei kleinen Umsätzen zeigten die ersten Notierungen zwar keine einheitliche Haltung, es überwogen jedoch mäßige Erhöhungen, die sich im Verlaufe vielfach leicht ausdehnten. Etwas stärkere Veränderungen hatten noch Aschaffenburger Zellstoff mit 137 (139) und Buderus Eisen nach Pause mit 120,50 (122,50). Simas niedriger lagen ferner Westdeutsche Kaufhof mit 57,13 (58), Zement Heidelberg mit 168,25 (169), Metallgesellschaft mit 148,50 ' (149), Moenus Maschinen mit 121,25 (121,50) und AG. für Verkehr mit 127,25 (127,50). Demgegenüber notierten Daimler mit 136,50 (135), Ilse Genuß mit 137 (135,75), Mannesmann mit 118 (117,50), Hoesch mit 124,50 bis 124,75 (124,40), Verein. Stahl mit 115,50 bis 116 (116), Gesfürel mit 147,50 (146,75) und JG.-Farben mit 159,90 dis 160 (159,75). AEG. leicht schwankend mit 123,90 bis 123,50 bis 123,75 (123,75). Am Rentenmarkt blieb die Tendenz unverändert freundlich, da die Nachfrage anhielt. Infolge Materialmangels war das Geschäft weiterhin begrenzt. Reichsbahn-VA. 128,90 (128,75), Kommunal- Umschuldung 94,80 und 94,85 (94,80), späte Schuldbücher unverändert 99,40, ebenso blieben Wiederaufbauzuschläge zu 80,75 gesucht, wie guch Industrie- Obligationen weiterhin Interesse fanden. Goldpfandbriefe waren weiter gefragt, von Liquidationspfandbriefen erhöhten sich Meininger auf 102,25 (102), Franks. Pfandbriefbank auf 101,75 (101,50). Stadt- anleihen lagen zumeist behauptet, erneut 0,13 v. H. höher die beiden Mainzer mit 98,50. Staatspapiere zeigten kaum Veränderungen. Dekosama I bröckelten 0,25 v. H. ab auf 134,75, Reichsaltbesitz um 10 Pf. auf 128,50. Im Verlaufe blieb die Haltung uneinheitlich, es überwogen aber leichte Abschwächungen, da kleines Angebot herauskam. Das Geschäft war unverändert klein. Verein. Stahl 115 nach 116, Hoesch 124,50 nach 124,75, ZG.-Farben 159 nach 160, AEG. 123,50 nach 123,75, Reichsbank 201,50 nach 202 (gestern 200,50). Etwas höher waren Bemberg mit 141,50 bis 142,50 bis 142 (141,25), Licht und Kraft mit 150 (148,50), RWE. mit 131 (130,40), Holzmann 150,50 (150), Deutsche Erdöl 143,50 (143). Gegen gestern schwächer waren u. a. Harpener mit 175,75 (177,75), I Zweite, wenn ein wichtiger Grund vorliegt, so daß man es dem Betriebsleiter 'nicht mehr zumuten kann, den Gekündigten weiter zu beschäftigen. Der zweite Fall trifft hier zu. Die Klägerin war als Privatsekretärin der Geschäftsleitung ganz besonders zur Geheimhaltung von wichtigen Vorgängen verpflichtet. So aber erzählte sie vor Gefolgschafts. mitgliedern, daß die Inhaber darüber verhandelt hätten, die offene Handelsgesellschaft in eine G. tn. b. H. umzumodeln, wodurch für die Beklagte sehr unangenehme Folgen hätten entstehen können. Angesichts der Zeugenaussagen hat sich das Gericht nicht dem Eindruck verschließen können, daß ein Grund zur fristlosen Entlassung vorlag. Sie hat ihre Vertrauensstellung als Privatsekretärin aus Schwatzhaftigkeit mißbraucht, so daß dem Beklag, ten nicht mehr zugemutet werden konnte, die Kläge- | rin weiter zu beschäftigen. Unerträglich ist auch für | die Beklagte, daß die Klägerin als Angehörige des । Betriebs üble Nachreden verbreitet hat. Englisches Salz, ein Riechsalz aus kohlensaurem Ammonium, Salmiakgeist und wohlriechenden Ölen. Es dient dazu, die Zimmerluft zu verbessern und hilft bei Ohnmachtsanfällen und 188 Gewinne zu 200 RM. 1431 14327 18091 23927 31595 64721 64986 58199 60265 67870 69280 ßQQft’ 74642 76159 77357 79960 82716 83862 92193 96986 97234 97467 98335 ---- 103979 112915 117807 ------ Rekordkartoffelernte von 52,5 Millionen Tonnen. Fwd. Die im Rahmen der Erzeugungsschlacht zur Leistungssteigerung im Hackfruchtvau getroffenen Maßnahmen haben erfreulicherweise schon in diesem Sabre in der Kartoffelwirtschaft zu einem besonders großen Erfolge geführt. Wie der Zeitungsdienst des Reichsnährstandes meldet, wird die Kartoffelernte, die im vorigen Jahre mit rund 46 Millionen Tonnen schon als besonders groß angesehen wurde, in diesem Jahre etwa 52,5 Millionen Tonnen betragen. Diese bisher in Deutschland einzigartige Rekordernte wird ganz wesentlich dazu beitragen, unsere Futtermittelversorgung auszugleichen und damit die Grundlage der Selbstversorgung erheblich erweitern. Reichsbank................. 12 Berliner Handelsgesellschaft . 6% Commerz- und Privat-Bank... 6 Deutsche Diskonto............5 Dresdner Bank ..........4 ----- 87514 125355 224415 - 323284 396794 Eewmne zu 800 RM 783 40387 121566 177369 218114 223638 233783 246438 256170 258658 274659 282618 285860 Gewinne zu 500 RM 15429 16656 29069 29710 33139 35048 35313 36057 47524 51647 103088 127261 153129 ------ (Srfünft. Schlußk. Abend. Bekanntmachung. Betr.: Herabsetzung der zu garantierenden Mindestabnahme beim elektrischen Heiz- und Koch- tarif. 6870A Mit Wirkung vom 1. Oktober 1937, d. h. ab Stromverbrauch für Monat Oktober d. I., welcher im Laufe des Monats November d. I. abgelefen wird, tritt bei dem Heiz- und Kochtarif für das Stadt- und Ueber- landgebiet des Elektrizitätswerkes mit 8 Pf. pro kWh eine Herabsetzung der zu garantierenden Mindest- abnahrne von bisher 600 kWh auf 420 kWh jährlich in Kraft. ' Gießen, den 19. Oktober 1937. Städtische Betriebe Gießen. Direktion. vn der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen Buenos Aires . Brüssel....... Rio de Janeiro Polen........ Kopenhagen... Danzig....... London ...... HelsingforS.... Paris........ Holland...... Ftalien....... 16 Gewinne zu 1000 RM. 103917 184066 326076 350012 368746 385879 394818 20 Gewinne zu 800 RM. 7397 16341 193564 246845 270039 325944 332276 356540 [Empfehlungen | Pelzwaren Pelz-Reparaturen sehr preiswert M. Hehler Kreuzplatz 2. Auto-Selbst" ahrer Vermietung Tel.4335 VallMliev Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier» und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdruck, tafeln, mit lebendigem und aufschlußreichem Linftlhrungstext von K.Gerhard u.G.Walff. Preis RM. 4,80. „Es lebt und webt in dem Buche, und wer es versteht, mit emp- sanglichen Sinnen tie bildgeword. Ratur- schönheiten in sich auf- zunehmen, dem singen u. klingen die Tafeln tausend Erinnerungen wach an einstmals leibhaft Erschautes." Reclams Universum verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten Werbeblätter Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk Abend börfe Schlußkurs Schluß^ Mittag» börse Daium 19-10. 20.10. 19.10- 20-10. Accumulatoren-Fabrik...... . 14 223 — 224 222,5 Aschaffenburg Zellstoff...... .. 6 139 137,5 139 138 Bemberg................. .. 0 141,75 140 141,75 140,5 Bekula................... .. 8 167,5 167,25 167,75 121,5 167,75 121 Buderus Eisen........... .. 6 120,5 Gement Heidelberg......... .. 7 169 168 Gement Karlstadt.......... .. 6 — — — ___. Conti Gummi............. . 12 183,25 183,25 183,25 183,25 Daimler Motoren.......... 6-/, 135 136,5 135,25 135,75 Dessauer Gas ............. — 118,13 143,25 118,4 142,9 Deutsche Erdöl ............ .. 5 143 143 Deutsche Gold- und Silber .. .. 9 260 260 Deutsche Linoleum......... . 10 163 128,5 162,5 126 162,75 126 162,13 125,13 Elektrische Lieferungen...... .. 6 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 148,5 150 148,5 15Ö I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 159,75 159 160 159,13 Felten & Guilleaume....... .. 6 131,25 131,5 131,25 132 Gesfürel................. .. 7 146,75 143,75 147 146,75 Th. Goldschmidt........... .. 6 139,75 139,5 139 5 139,4 Grihner Maschinen......... .. 0 48,5 47,25 48 47,5 Harvener................. 814 3/, 177,75 124 4 175,75 124,5 177,75 124 175,75 124,25 Hoesch Eisen............... Philipp Holzmann......... .. 8 150 150 150 150 Ilse Bergbau.............. .. 6 — 163 163 Ilse Genüsse.............. .. 6 135,75 137 135 135 25 Kali Aschersleben.......... .. 4 — 113,75 115 114,5 Klöcknerwerke ............. 414 126 125,5 125,75 12415 Kvksmerke und Chemische Fabrik 7 154 154,25 Ltaymeyer................ . 6 125,5 125,5 126 126 Mainkraft................. 95,5 117,5 95 116,75 Mannesmann............. 4'A 117,75 116,75 Mansselder Bergbau....... . 7 152 151 152 150 5 Metallgesellschaft........... . 6 149 148 149 147 5 Orenstein & Kopvel........ . 0 109,13 108,65 229,75 Rheinische Braunkohle...... Rheinische Elektro.......... 12 . 6 229,5 128 229,5 230,25 128 5 Rheinstahlwerke............ Rbeinisch-Westfälische Elektro . 6 . 6 146 130,4 145 131 146,13 131 145,13 130,65 Rütgerswerke ............. Salzdetfurth Kalt........... Schustert & Co.............. . 7 . 6 145,5 164,5 145,5 160 164 144,25 161 164,75 143,13 160 Schultheis Patzenhofer...... . 4 164 93,13 209 Siemens & Halske.......... Süddeutsche Zucker.......... . 9 10 208,25 200,5 208 200 5 210 Vereinigte Stahlwerke...... Westdeutsche Kaufhof........ Westeregeln Alkali........... i'/t . 0 116 58 114,5 148 30,3 115 57,65 113,5 115,9 57,75 114,25 115,13 57,13 . 6 0,6 114,25 Olavi Minen............... 148,5 29,1 148,25 30,5 148 29,25 101,65 99,65 101,65 99,65 101,65 99,65 99,5 99,5 99,5 99 99 99 105,25 105 104,9 — 99,9 100,4 100,5 100,4 99,65 99,65 99,65 128,5 128,5 128,6 99,5 — 99,5 101.5 — — — — 99,5 — 98,75 — 98,5 — — 134,75 135 134,75 99,75 99,75 99,75 98,75 — — 101,75 — — 101,9 102 102 111,15 111,3 111,3 127 127,65 127,25 — 45,5 45,25 83 83 82,25 83,75 84,25 83,75 128,9 128,75 129 201,5 202,25 200,4 — 135 134,5 119 119,5 119 123,5 124 123,5 114,75 114,75 114,75 Devisenmarkt Berlin 19. Oktober 20. Oktober Anubch. iHcir hmecun W-. Ämn che Geir Dotierung Brie« 0,744 0,748 0,744 0,748 41,96 42,04 41.96 42,04 0,140 0,142 0,139 0.141 47,00 47,10 47,00 47,10 55,10 55,22 55,07 55,19 47,00 47,10 47,00 47,10 12,34 12,37 12,335 12,365 5,46 5,47 5,455 5,465 8,427 8,443 8,402 8,418 137,62 137,90 137,58 137,86 13,09 13,11 13,09 13,11 19. Oktober 20. Oktober Amtliche V/uneruiid Gew | Bne, Amuiche yzuiteiung Ge>e | Brie> Iavan.................... Jugoslawien .............. Oslo....... . Wien.................... Lissabon.................. Stockholm.......... ' Schweiz.................. Spanien.................. Prag..................... Budapest................. Neuyork................. 0,718 5,694 62,03 48,95 11,21 63,63 57,28 16,98 8,706 2,490 0,720 5,706 62,15 49,05 11,23 63,75 57,40 17,02 8,724 2,494 0,718 5,694 62,00 48,95 11,21 63,60 57,28 16,98 8,706 2,490 0,720 5,706 62,12 49,05 11,23 63,72 57,40 17,02 8,724 2,494