Ur. 220 Erstes Blatt 187. Zahrgang Dienstag. 2l. September 1057 £r)d)etnl tag 11 d), aufeer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 225 Anschrift für Drahtnach richten: Anzeiger Siehe,. poftschecktonto: Franfturt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen oruck und Verlag: vrühlsche Univerfitatsdruckerei R.Lange In Siehen. Zchristleitnng und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25"/„ mehr. Lrmähigte Grundpreise: Stellen-. Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B „Fliegerangriff auf Berlin." Oie große Lustschuh- und Berdunkelungsübung der Reichshaupistadi. Berlin ist geschützt. Don unserer Berliner Schnftleiiung. Der Luftkrieg in Spanien, die Flugzeugangriffe auf Schanghai und Nanking, die Hauptstadt des chinesischen Reiches, waren blutige Mahnung genug, um der Bevölkerung der deutschen Reichshauptstadt zum Bewußtsein zu bringen, daß es sich bei dem ersten Groß-Luftmanöoer über Berlin nicht um eine Spielerei, sondern um eine sehr ernste, lebenswichtige Angelegenheit handelte. Die Nachrichten, die von fernen Kriegsschauplätzen in Deutschland eintreffen, haben neben der Aufklärungsarbeit der mit dem Luftschutz betrauten Stellen sicherlich dazu beigetragen, daß die Berliner durchweg in vorbildlicher Disziplin den Anordnungen der Polizei und der Luftschutzwarte Folge leisteten. Was das Verhalten der Bevölkerung betrifft, fo kann wenigstens in dieser Hinsicht die Hebung als ein voller Erfolg bezeichnet werden. Welches aber sind die Lehren, die die Bevölkerung ihrerseits aus der Abwehrtätigkeit der Luftwaffe und der Organisationen des zivilen Luftschutzes ziehen kann? Prominente Beobachter haben am Montag den Luftabwehrkampf Berlins mit verfolgt. Neben den ausländischen Luftattachss standen auf dem Dache des Reichsluftfahrtministeriums der Reichskriegs. Minister und der Reichsluftfahrtminister. Sie alle wurden Zeugen eines großartigen militärischen Schauspiels, dessen Ergebnis, kurz gesagt, der Sieg der Verteidigung über den Angreifer war Und zwar wurde dieser Sieg, unbemerkt von der Großstadtbevölkerung, im wesentlichen schon in den Randgebieten der Reichshauptstadt erkämpft. Die Fliegerhorste rund um Berlin bildeten durch ihr Flakfeuer und durch ihre fliegenden Abwehrformationen einen so starken Riegel, daß es nur verhältnismäßig wenigen Fliegereinheiten des Gegners gelang, bis in das Stadtinnere vorzudringen. Im großen ganzen war der Angriff zufammenge- brorhen, bevor er überhaupt recht zur Entfaltung und Wirkung kommen konnte. An den Schäden, die trotzdem durch Bomben- exvlosionen in den Vollübungsgebieten angerichtet wurden, konnte sich die Tüchtigkeit der freiwilligen und zivilen Helfer wie auch der Feuerwehren und sonstigen Organisationen erproben. Es wurden beispielsweise im Regierungsviertel einige wichtige Gebäude, darunter ein Warenhaus, teilweise „zerstört", es wurden in Siemens st adt einige „Volltreffer" auf Eisenbahnbrücken, Kohlenbunker und sonstige Werksanlagen erzielt, ebenso wurden beim Kraftwerk der Bewag Wasserleitungen. Kabelleitungen und eine Turbine durch Bombeneinschläge außer Betrieb gesetzt. Auch in den nahegelegenen Kasernen der Wehrmacht taten die Brandbomben ihre Wirkung Es brachen Dachstuhlbrände aus, ein Wirtschaftsgebäude und eine Exerzierhalle brannten nieder. Desgleichen wurde der Güterbahnhof Ruhleben von einer Brisanzbombe getroffen, wodurch mehrere Wagen „entgleisten" und viele Menschen „getötet" wurden. Aber alle materiellen Schäden konnten doch durch den Einsatz der verschiedenen Hilfsfor- mationen sehr schnell beseitigt werden Die „Verletzten" und „Toten" wurden geborgen ober in Krankenhäuser abtransportiert, die von Gift- und Gasbomben getroffenen Räume wurden gereinigt, die ausbrechenden Brände lokalisiert und zerstörte Kraftmaschinen durch andere ersetzt. Es ist auch zu bedenken, daß im Verhältnis zu der Masse der ursprünglich angreifenden Flugzeuge, die selbst in einem Ernstfall bisher wohl nie eingesetzt wurde, die Wirkungen des Bombardements doch recht bescheiden waren. Der Berliner darf nach vielem Hebungstage die beruhigende Gewißheit haben daß feine Wohn- und Arbeitsräume in hervorragender Weife geschützt sind. Der Luftschutz und die Flugabwehr des iüngffen deutschen Wehrmachtteiles haben sich voll bewährt H Evers. 3m Augenblick menschenleere Straßen. Berlin. 20. Sept. (DNB.) Der Montagmorgen zeigte zu Beginn der Berliner Luftschutzwoche das übliche Bild der Diermillionenstadt in Amtsräumen, Fabriken und Büros wie auf Straßen und Schienen Genau 8.20 Uhr verkündeten aufheulende Sirenen das Nahen der „feindlichen Flie- g e rN. Daß dieser Alarm gleich in den ersten Stunden einsetzen würde, hatte keiner erwartet Es war aber erstaunlich, wie schnell sich die Massen in die neue Situation hineinfanden Schon nach einer einzigen Minute hat sich das Straßenbild erheblich verändert: Die Bahn fährt keine zehn Meter weiter, der Autobus hält, und vom Schaffner geleitet, streben die Fahrgäste in Scharen eilends den Schutz- räumen zu Mustergültig schnell haben sich auch die Kraftfahrer und Radfahrer den anderen angeschlos- fen. In langer Reihe stehen ihre Fahrzeuge an der Bordschwelle ober an ben Fronten ber Häuser Kein Rab rollt mehr unb keine Menschenseele ist weit unb breit auf ben Straßen zu sehen. Es ist unheimlich still wie in tiefer Nacht Die Autos und Motorräber ber Luftwaffe unb ber Polizei haben freie Bahn für ihre rafenbe Fahrt 15 Minuten nach Beginn bes Alarms bonnern schwere M a 1 ch i n en über die Stadt In das Brummen der Flugzeugmotoren mischt sich das Dröhnen der Abwehrgeschütze, das Knattern der Maschinengewehre und bas Krachen von Detonationen. In den Häusern versammeln die Lustschutzbeamten die ganze Hausgemeinschaft bis auf die Kranken unb Gebrechlichen im tiefen Keller, unb die von draußen Hereinströmenden finden in den Hausfluren Unterkunft „Bomben" auf ein großes Kaufhaus! Eine erstaunlich wirklichkeitsgetreue Luftschutz- Übung sah man in einem großen Kaufhaus ber Jnnenstabt, wo angenommen wurde, daß Brisanz- bomben die Glasdächer von zwei großen Lichthöfen durchschlagen hatten und in den menschen- gefüllten Verkaufsräumen krepiert waren. Der Einsatz des Luftschutz, und Sanitätsdienstes der Gefolgschaft, verstärkt durch das Rote Kreuz, erfolgte ebenso schnell wie zweckentsprechend. Aerzte unb Sanitätspersonal leisteten bie erste Hilfe unb sorgten für Abtransport in bie nächstgelegenen Krankenhäuser Die Verwunbungen waren durch Farbe und Verbände ernstfallmäßig vorgetäuscht, fo daß der uneingeweihte Beobachter tatsächlich eine Katastrophe hätte vermuten können. Auch Brandbomben sollten den ausgedehnten Gebäudekomplex getroffen haben. Die Hausfeuerwehr wurde sofort alarmiert und durch die Berufsfeuerwehr verstärkt. Während die Wehrmänner, die wegen der starken Vergualmung mit Gasmasken vorgehen mußten, die Brandherde einkreisten und das Feuer ablöschten, mußte bas ganze (Schäube von ber Gefolgschaft geräumt werben, bie in ben nahegelegenen Tiergarten geleitet wurde. Mampf über Serlin. An zahlreichen Stellen der Reichshauptstadt waren Abwehr-Maschinengewehre und Kanonen aufgestellt. Unser Bild zeigt ein leichtes Geschütz im Olympia-Stadion. (Scherl-Bilderdienst-M.) . :> 1 <„$* z z t v K,x b • ' <• X;*"- • / MA W» KW üb W";■ ; t G Im Fliegerhorst am Westrande der Reichshauptstadt ist höchste Alarmbereitschaft befohlen. Startbereit bie Maschinen. Ein Nachrichtenzug verläßt ben Horst, eine Staffel kommt vom Erkunbungs- flug, eine andere steigt auf. Die ersten Nachrichten bes Flugmelbebienstes laufen ein: ber Gegner plant in größeren Verbänben unb aus verschiedenen Richtungen einen Angriff. Nun setzt bie Gegenwehr ein, unb Staffel auf Staffel zieht in fekunbenschnellem Start dem Feind entgegen. Kaum ist die letzte Maschine aufgestiegen, hämmert auch schon eine ber großen Flakbatterien in ber Nähe los, unb im gleichen Augenblick schießen im Tiefangriff, nun deutlich erkennbar, gegnerische Jagdflieger herunter, von einem mörderischen Abwehrfeuer empfangen, bas sie zwingt, sofort roieber in ben Wolken Schutz zu suchen. Se- funben später fegt eine Iagbstaffe 1 in ihrer Verfolgung hinterher Immer stärker werben bie Schläge ber schweren Flakbatterien vernehmlich. Mit einem Male bröhnt bas Bellen ber leichten Abwehrwaffen von allen Seiten herüber. In großer Höhe wirb zwischen ben Wolkenfetzen ein gegnerisches Kampfflugzeug gesichet. Ein Sanitätsflugzeug steigt auf. Die ganze Jagdgruppe ist eingesetzt Nun treffen auch bie ersten Meldungen über bie Wirkung ber konzentrierten Abwehr burch bie Drachen- unb B a Honfperre, bie leichten und schweren Flakbatterien unb ben frühzeitigen Einsatz ber schnellen Iogbeindecker ein. Schon auf bem Anflug hat ber Gegner empfinbliche Verluste erlitten, unb je mehr er sich feinem Angriffsziel näherte, um so stärker hat ihn bie Abwehr bezi- miert. Die tiefhängenbe Wolkenbecke hat ihn beim Ausmachen seiner Angriffsziele in bas konzentrierte Feuer ber leichten Flaks gebracht. In einem wunbervollen Sturzkampfangriff stoßen in ber Ferne aus einer Wolkenschicht in langer Linie schwere „feinbliche" Kampfmaschinen herunter, bie sich burch bie Sperren unb bas Abwehrfeuer gewunden, ber Entbeckung burch bie Iagbflieger entzogen haben. Ganz tief, fast über ben Dächern eines Inbustrieviertels, ziehen sie lange tiefblaue Rauchfahnen, bie ben Bombenabwurf markieren. Aber schon sind wie bie Teufel Iagbeinbecker hinter ihnen her, jagen ohrenbetäubend ihre Maschinengewehrgarben in ben Feinb, bem bas überschnittene Feuer ber zahlreichen Abwehrbatterien das Entkommen unmöglich zu machen scheint. Vergeblich versuchen sie, Höhe zu gewinnen, bie wendigen Jäger finb bei weitem schneller unb brücken sie in bas Verberben fpeienbe Feuer ber Flak. Aus allen Richtungen unb in allen Höhen versuchen bie Angreifer näher zu kommen, aber es finb immer nur vereinzelte, bie ihr Angriffsziel erreichen, unb noch weniger, bie roieber in den rettenden Schutz ber Wolken gelangen. 9er Fliegerangriff ans das Regiernngsvierlel. Ein befonbers pacfenbes Bilb von bem Fliegerangriff erhielt man im Regierungsvierte 1 unb in bem Vorort Siemens stabt, ben zwei Stabtteilen, zu denen bei bem konzentrischen Angriff auf ganz Berlin ber angenommene Gegner oorftofjen unb eine große Anzahl Treffer lanben konnte. Aus bem Wilhelmsplatz bemerkt man sämtliche L u f t a 11 a ch 6 s ber in Berlin ak- frebitierten Mächte. Im Hotel Kaiserhof weist ein Schilb ben Weg zum Rettungsabschnitt Mitte ber Befehlsstelle bes höheren Polizeiführers Berlin. Eine Kurzwellensenberanlage ragt am Dach hoch. Vor jebem Haus steht ein Schutzmann mit ber Gasmaske am Kurt, ben Stahlhelm als Kopfbedeckung. Um 8.19 Hhr ertönt das erste Heulen ber Sirenen, bas zum Freimachen ber Strotz e n mahnt. Die Tore zum O-Bahn-Eingang schließen sich. Straße unb Platz finb nach knapp fünf Minuten frei. Nach weiteren zehn Minuten hört man Kommanbos über ben Platz schallen. Die Beobachtungsposten auf ben Dächern haben mit ihren vorzüglichen Suchgeräten bereits ben a n - genommenen Gegner erspäht, ehe er für bie anberen hör- ober sichtbar geworben war. Plötzlich bellen bie Flaks los, blitzen auf ben Dächern bie Münbungsfeuer ber Maschinengewehre auf, obwohl bisher nur bas tiefe Gebrumm ber Flugmotoren zu hören war. 3n nächster Sekunde jedoch rast in ganz geringer Höhe die erste Flugzeug st affe! über den Platz, empfangen von einem heftigen Abwehrfeuer, das dem Gegner von allen Seiten enfgegenfdjlägt 2Tlif donnerartigem Getöse kracht inmitten des Wilhelmplahes unmittelbar vor dem Provagandaministerium eine „Bombe“ los, eine andere „zerstört“ den südwestlichen Flügel des Hotels kaiserhof. Eine dritte hat in das Verkehrsminislerium an der votzstratze „eingeschlagen“, und auch die zahlreichen kleinen Brandbomben, die im Zuge der Bohslraße gelandet werden, verfehlen nicht ihr Ziel. Aeberall steigt auf den Gebäuden dicker Qualm hoch, der den Vilhelmplah und die anliegenden Straßenzüge vollkommen ver- - X Flugzeuge über der Innenstadt. — (Scherl-M.) dunkelt und die Sicht auf die nachfolgenden gegnerischen Flugzeuge, die unablässig das Regierungsviertel angreifen, verhüllt. In das Bellen der Flaks mischen sich die Detonationen der gelandeten Bomben. Flammen züngeln auf den Dächern und an den Häuserfronten hoch und leuchten aus den dichten Rauchschwaden hervor. Dom Dach des Hotels Kaiserhof werden nach dem Wilhelmsplatz zu lange schwarze Bänder hinabgeworfen zum Zeichen, daß diese Hausfront getroffen worden war, und daß „Einsturzgefahr" besteht. Aus den Fenstern der getroffenen Gebäude wehen rote Fähnchen zum Zeichen von „Brandgefahr". Die Einschläge auf dem Platz und in den Straßen werden durch rote und blaue Hochgebildete Fliegerbomben markiert, und wo ein Wasser- oder Gasrohr getroffen worden ist, haben die ersten Luftschutztrupps ein großes W und G auf die Fahrbahn gemalt. Schnelles Eingreifen des Selbstschutzes und des Sicherheitsdienstes. Sofort nach Landung der ersten „Bomben" war von den örtlichen Leitungsstäben der Alarm an die Polizeireviere weitergegeben worden mit genauer Angabe der bisher beobachteten Schäden und der Arbeit des Hausfelbstfchutzes, dem die erste Hilfe und Schadensbeseitigung zufällt. Erst bann, wenn die angerichteten Schäden so schwer sind, daß sie vom Hausselbstschutz nicht bewältigt werden können, greift der erweiterte Selbstschutz ein, der hauptsächlich in größeren Betrieben, Behördenhäusern und großen Bürobetrieben bereitsteht. Wenn auch schließlich diese Kräfte zu schwach sind, werden von der Polizei, die bei einem Luftangriff bie Oberleitung bes Luftschutzes hat, Kräfte bes Sicherheits- unb Hilfsbien st es angefor- bert, bie in befonberen Bereitschaften zusammen- gezogen finb. Zu ihnen gehören u. a. bie Feuerwehr, ber Instanbsetzungsbienst, ber Luftfchutzsoni- tätsbienft, b^fonbere Fachtrupps unb ber Entgif- tungsbienft. Die heutige Hebung hat ergeben, baß ber Selbstschutz unb ber Sicherheitsbienst schnell unb sicher eingreifen kann. In ben Häusern mürbe ben Ver- rounbeten bie erste Hilfe zuteil, auf ben Dächern setzten bie ersten Abroehrmaßnahmen gegen bie Branbbomben ein, unb Feuerwehr unb Instanb- setzungsbienst waren halb nach bem Angriff zur Stelle, um bie Bekämpfung von Großfeuern unb bie Abstützung vom Einsturz bebrohter Gebäube burchzusühren. Auch ber Abtransport ber „Ver- rounbeten" vollzog sich mit ber gewünschten Schnelligkeit. Bei bem „Luftangriff" ber auf bie Äa« fe rnenanlagen in Ruhleben burchgeführt würbe, unb bei dem gut gelandete Treffer auf den Mannschaftshäufern, „Bombeneinschläge" auf den angrenzenden Güterbahnhof Ruhleben und m einer Anlage ber R e i ch s p o st zu verzeichnen waren, haben Wehrmacht, Bahn unb Post ben Beweis erbracht, baß sie sich wie vorausaefetzt, ohne Inanspruchnahme bes örtlichen Luftschutzbienstes helfen können Auch der IBerfWufc seine Probe bestanden. Befonbers lehrreiche Erfahrungen für das Verhalten der Be 1 e g s ch a f t im Ernstfälle brachte die Hebung im Kraftwerk W e st in Siemens- ft a b t. Hier hatten bie gelanbeten „Bomben" einen angenommenen Schaben angerichtet, ber verschiedene wichtige Werksabteilungen zerstört und unbrauchbar gemacht hatte Durch bas umsichtige Verhalten ber Werkschutzleitung unb ben Einsatz jebes einzelnen Mannes bes Werkluftschutzes konnten die Schäden jedoch in kurzer Zeit er- Das Echo in Polen Die der Verei- Etwa 15 oder nach 80 in Nanking verbleibende Deutsche. Deutsche begaben sich nach Hankau Tsingtau. gemeinen Beteiligung an der neuen Hindenburg- Spende aufgerufen. Zehnlausende aus Wirtschaft und Gewerbe, aus den Kreisen der Arbeiter, Angestellten, Beamten und Soldaten, aus allen Schichten und Berufen, aus 3n- und Ausland find neben Körperschaften und Verbänden inzwischen dem Aufruf gefolgt 3n Beiträgen z. T. von Pfennigen kommt zum Ausdruck, daß unser Gedanke, durch die Erneuerung der Hindenburg-Spende das Andenken Hindenburgs zu ehren, seinen Diderhallge- f u n d e n hat. Nun trennen uns nur noch wenige Wochen von dem 2. Oktober. Und da ergeht nochmals unsere Bitte: Ehrt Hindenburg durch eueren Beitrag zu feiner Stiftung! Denkt daran, was er für Deutschland tat! handelt in seinem Sinne! helft sein soziales Denkmal, die Hindenburg-Spende, erhalten! 3hm zu Ehren! 3hm zum Dank! Für das äurt-'irium der Hindenburg-Spende: Der Vorsitzende: Landesdirektor a.D. Dr. v. winterfetd- Wenkin. Der stellvertretende Vorsitzende: Staatssekretär Dr. Weißner. Der Geschäftsführer: Ministerialrat Dr. Karstadt. Nanking, 21. Sept. (DNB.) Am Montagmorgen gegen 10 Uhr überflogen 50 japanische Flugzeuge in zwei Geschwadern Nanking und warfen insgesamt etwa 8 0 Bomben ab. Einige Bomben explodierten vor dem Jndustrieministerium, beschädigten jedoch nur niedrige Häuser in der Nähe. Zur Sicherung der Angehörigen der deutschen Kolonie Nankings wurden Maßnahmen getroffen, für etwa Die „Daily Mail" schreibt, der Ausschluß des bolschewistischen Spaniens aus dem Völkerbundsrat sei d a s b e st e, was der Völkerbund im Laufe einer augenblicklichen Sitzung getan habe. Sowjet- panien vertrete lediglich ein Drittel der Bevölkerung der spanischen Halbinsel. Der Ausschluß von Valencia, das eine Unzahl von Missetaten und Morden auf dem Gewissen habe, besitze nicht mehr das Recht, am gemeinsamen Tische mit zivilisierten Nationen zu sitzen. Der Völkerbund, der so oft von den Bolschewisten zu Tendenzmache schlimm- ter Art mißbraucht worden sei, habe endlich einmal Weisheit an den Tag gelegt, indem er die spani- chen Räuber aus dem Völkerbundsrat auswies. Mehr Natsplähe als Kandidaten Polnische Bemerkungen zur Genfer Niederlage Valencias. Warschau, 21. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Niederlage der sog. Valencia-Regierung in Genf hat in Polen größtenteils Genugtuung hervorgerufen. Viele polnische Blätter vertreten die Meinung, der Mißerfolg des Valencia-Ausschusses sei wegen des Auftretens seiner Vertreter in Genf erfolgt; der Block der südamerikanischen und asia- Die Herbfimanöver des IX. Armeekorps Der Kampf um die Werra zwischen Kassel und Thüringer Wald. Neues tufibombardement Nankings Achtzig Bomben auf die chinesische Hauptstadt. Anscheinend nur geringer Sachschaden tischen Staaten wünsche keine Verschärfung seiner Beziehungen zu Italien und Deutschland und hätte d a g e g e n g e st i m m t. Die südamerikanischen Staaten seien zu der Ueberzeugung gelangt, daß beim Endsiege General Francos immer noch Zeit sein werde, um Spanien erneut in den Rat zu wählen. Die Niederlage der Valencia-Re- gierung sei um so schwerer, als sie nicht einmal die einfache Mehrheit aller Stimmen erhalten hätte. Zum erstenmal in der Geschichte des Völkerbundes müsse mit aller Gewalt ein Kandidat für den dritten freien Platz im Rat gesucht werden, gewöhnlich habe es sonst mehr Kandidaten als Plätze gegeben. Deutscher Schütt in Vern. Der Valencia-Bolschewist Negrin beleidigte den Führer. Bern, 20. Sept. (DNB.) Der Völkerbundsvertreter der Valencia-Bolschewisten, Negrin, hat bei einem Bankett der Vereinigung der beim Dölker- bundssekretariat akkreditierten Journalisten eine Ansprache gehalten, in der er auch auf die „Einmischung Italiens und Deutschlands in den spanischen Bürgerkrieg" zu sprechen kam. Dabei sollen Ausdrücke gebraucht worden sein, die in deutschen amtlichen Kreisen als Beleidigung empfunden wurden. Ein Vertreter der deutschen Gesandschaft in Bern hatte sich deswegen beim Politischen Departement erkundigt. Dieses gibt heute folgendes bekannt: „Die deutsche Gesandtschaft hat das Politische Departement auf die das deutsche Staatsoberhaupt beleidigenden Worte aufmerksam gemacht, die gemäß dem „Journal des Nations" der Leiter der spanischen Delegation, Herr Negrin, beim Bankett der Vereinigung der beim Dölkerbundssekreta- riat akkreditierten Journalisten geäußert habe. Bundespräsident Motta hat den Bundesrat von diesem Schritt in Kenntnis gesetzt. Der Bundesrat hat festaestellt, daß in der Schweiz keine Maßnahmen gegen Herrn Negrin ergriffen werden können, da er die Vorrechte der Immunität genießt. Es scheint übrigens, daß die beanstandeten Worten in Tat und Wahrheit vom Leiter der spanischen Delegation nicht geäußert worden sind, sondern daß sie ihm im „Journal des Nations" unter Berufung auf eine spanische Presseagentur in den Mund gelegt wurden. Der Bundesrat hat angeordnet, daß eine Untersuchung hierüber eingeleitet wird." Valencia nicht mehr im Völkerbundsrat Iran und Peru für drei Jahre Mitglieder des Rats. Don den sechs dunklen Nächten ist eine nun vorüber. Als der Montagabend hereinbrach und kein Schaufenster sich erleuchtete, keine Lichtreklame ihr helles Laufspiel begann, tief schwarze Nacht an den Fronten der hohen Häuser lag, als Straßenbahnen und Autos, Omnibusse und Radfahrer mit aller Vorsicht in gespenstischem Dunkel ihres Weges zogen und nur an den großen Verkehrsknotenpunkten winzige bläuliche Richtungslämpchen brannten, da kam es einem erst richtig zum Bewußtsein, welches Lichtmeer sonst Abend für Abenv diese Weltstadt überflutete. Es dauerte ein Weilchen, bis man sich an den geradezu gespenstischen Anblick der Verkehrsmittel gewöhnt hatte. Geisterhaft, kaum halb so schnell wie sonst, zogen sie auf Straßen und Schienen behutsam dahin. Der Kalkanstrich an den Bordschwellen tat gute Dienste. Der Mann am Steuer mußte aber trotzdem höllisch aufpassen, wie auch der Fußgänger und der nahezu unbeleuchtete Radfahrer. An den Straßenbahnen waren die kleinen Lämpchen an den Stirnseiten so winzig, daß man selbst aus geringer Entfernung noch glaubte, allenfalls einen Radfahrer vor sich zu haben. Das matte, abgeschirmte Licht im Innern der Wagen ließ kaum die Geldstücke erkennen, und die Schaffner, die kleine Taschenlampen abgeblendet mit sich führten, brauchten schon mehr Zeit als sonst dazu, die Lochkennzeichen im Fahrschein richtig anzubringen. Sehr hübsch machten sich im Dunkeln die Omnibusse mit bläulichen Lämpchen unten und im Oberdeck aus. Gespenstisch wirkten auch die dahinhuschenden Autos, deren Beleuchtung nur durch schmale Schlitze nach außen drang. Im Interesse der Verkehrssicherheit war auch die Beleuchtung der parkenden Autos angeordnet worden. Wie das rote Blinklicht der Feuermelder, so wirkte vor allem auch das wechselnde Licht der Verkehrsampeln außerordentlich auffallend in den dunklen Straßen. Nur in der Leipziger Straße und am Wilhelmsplatz waren die Ampeln versuchsweise abgeblendet. So wenig einladend es im Gegensatz zu sonst an den Fronten der Thea- terundKinos,der großen Gastwirtschaften und Vergnügungsstätten aussah, im Innern ging alles seinen geregelten Gang. Der Besuch war nach übereinstimmenden Meldungen überall außerordentlich gut, meistens sogar stärker als sonst an den Montagen. Im tiefen Dunkel lagen die Regierungsgebäude, das Rathaus, dessen hochragender Turm in der ersten Stunde noch im Schein des Vollmondes widerglänzte, und die Fronten der Häuser, in denen das prüfende Auge vergeblich auch nur einen einzigen Lichtschein suchte. Man war immer wieder erstaunt darüber, daß das kaum glaubliche Wunder gelungen war, die Riesenzahl der Berliner Haushaltungen mit ihren Millionen Fenstern so vorschriftsmäßig zu verdunkeln. Nicht minder vorbildlich abgeblendet waren trotz aller Schwierigkeiten die großen Industrieanlagen im Weichbild der Stadt und die vom mattbläulichen Licht nur spärlich beleuchteten Fern- und 8-Bahn° Höfe. Auch die H o ch b a h n h ö f e und die U - Bahneingänge waren einwandfrei getarnt. Selbstverständlich lag auch die Straße Unter ben Angreifern abtasten. Schon nach wenigen Sekunden war der feindliche Flieger gefaßt und erschien wie ein silberner Vogel im Strahlenbündel. Das anfangs noch schwache A b w e h r f e u e r der lchwe- ren Flakbatterien wird stärker, je mehr sich die Angreifer der Stadtgrenze nähern. Den Kampfflugzeugen, die das Abwehrfeuer zu stören versuchen, wird ihr Bemühen durch bereits ausgesandte Jagdslieger empfindlich gestört. Einigen feindlichen Fliegern gelingt es, in großer Höhe durch die Sperren zu kommen. Aber nur einer kann einen einzigen Bombenabwurf mit einiger Zielsicherheit ausführen, und schon ist er ermittelt und unschädlich gemacht. Die Abwehrsperre an der Peripherie Berlins hat ihren Zweck vollkommen erreicht, über dem Stadtinnern ist von den Angreifern kaum etwas zu bemerken. In unbestimmten Zeitabständen wie- derholt der Feind seine Versuche, im Schutze der Nacht das Angriffsziel zu erreichen. Doch vergeblich, die Sperrgürtel um die Reichshauptstadt ~ weisen sich allen Anforderungen gewachsen. Der Befehlshaber des Geschwaders nigten Staaten, Admiral Yarnell, forderte die japanische militärische Leitung auf, bei weiteren geplanten Luftangriffen auf Nanking keine Bomben in der Nähe der Kriegsschiffe der Vereinigten Staaten abzuwerfen. Yarnell erklärte dem japanischen Flottenchef, daß die Kanonenboote „Luzon" und „Guam" dort verbleiben müßten, solange sich noch Angehörige der Vereinigten Staaten in Nanking befänden. Die Mitglieder der Botschaft sollen auf dem Kanonenboot „Luzon" eingeschifft werden, das etwa 20 Kilometer flußaufwärts von Nanking vor Anker gehen soll. Die amerikanische Botschaft ist bisher Oie einzige diplomatische Vertretung, die einen solchen Beschluß gefaßt hat. Die Chinesen zeigen über den Beschluß der Amerikaner große Budapest seinen herzlichen Dank für dieses Zeugnis ; wahrer Kameradschaft und Verbundenheit. Der Oberbürgermeister von Budapest, Szendy, wies auf die durch die Waffenkameradschaft des Welt- , krieges begründete Freundschaft zwischen Deutschland und Ungarn hin und gab dem Gedanken der unveränderlichen Treue im Geiste der gefallenen Helden Ausdruck. Während der Kranzniederlegung spielte die Militärkapelle die deutsche und die unga- rische Nationalhymne. Dem Andenken Hindenburgs. Ein Aufruf zu seinem 90. Geburtstag. Berlin, 20. Sept. (DNB.) Das fiurato- rium der h i n d e n b u r g - S p e n d e veröffent- licht nachstehenden Aufruf: Vor einigen Wochen haben wir anläßlich des bevorstehenden 90. Geburtstages Hindenburgs unsere Volksgenossen gebeten: helft Hindenburgs Schöp- fung, diehindenburg-Spende, durch eueren Beitrag erhalten und ehrt damit das Andenken des großen Toten durch die Tat des handelns in feinem Sinne! Der Führer und Reichskanzler Hal sich unsere Bitte nicht nur dadurch zu eigen gemacht, daß er selbst einen namhaften Betrag zur Verfügung stellte, sondern darüber hinaus durch | seine Kundgebung vom 13. August d. 3. zur all-1 Genf, 20. Sept. (DNB.) Unter allgemeiner Spannung wurde am Montagvormittag von der Völkerbundsoersammlung über die Wiederwählbarkeit Valencia-Spaniens zum Völkerbundsrat abgestimmt. Die Abstimmung ergab, daß Valencia-Spanien die erforderliche Zweidrittelmehrheit nicht erreichte. Don 52 abgegebenen Stimmen entfielen auf Spanien 23. Der Mißerfolg der Valencia-Bolschewisten wird als ein deutliches Anzeichen dafür betrachtet, daß die Mehrzahl der Völkerbundsmitglieder, obwohl sie noch diplomatische Beziehungen zu Valencia unterhält, diesem Staatsgebilde keine Zukunft mehr gibt. Die Völkerbundsversammlung hat mit 48 bzw. 46 Stimmen Iran und Peru für die nächsten drei Jahre zu Ratsmitgliedern gewählt, an d i e Stelle von Chile und der Türkei. Da auch Valencia aus dem Völkerbundsrat ausscheidet, ist ein weiterer Platz zu besetzen. Nach der Geschäftsordnung kann die Wahl erst 48 Stunden nach der Kandidatenaufstellung, die bisher noch nicht erfolgt ist, vorgenommen werden. Genannt werden Belgien, Oesterreich und Ungarn. Die beiden Donaustaaten erklären, an einer derartigen Der- legenheitskandidatur kein Interesse zu haben. Enttäuschung. Die Dächer der zur britischen Botschaft gehörenden Gebäude ebenso wie auch die sonstigen Häuser britischer Staatsangehöriger sind groß und sichtbar mit den britischen Farben bemalt worden. Zum Schutz der britischen Kolonie Nankings hat man außerdem bombensichere Unter st ände geschaffen. Die Kommandierenden des britischen und des französischen Oitasien-Ge- schwaders Admiral L i 111 e und Admiral Lebigot haben das japanische Ersuchen, mit Rücksicht auf helfen. Er ließ einfach die brennende Kohle durch den großen Bagger umladen und zum Teil in den Kanal versenken, so daß nach verhältnismäßig kurzer Zeit die Gefahr einer Verbreite- rung des Brandes auf den gesamten Bunker vermieden werden konnte. Auch andere angenommene Schäden wurden durchaus ernstfallmäßig behoben. Die Uebung erbrachte den Beweis, daß der Werkschutz auch ohne Hilfe der Feuerwehr, der Technischen Nothilfe oder des Spezialtrupps auskommen konnte. behoben werden. Der Angriff aus der Luft brachte einen Kohlenbunker, der etwa 40 000 Tonnen Kohle faßt, zum Brennen. Da die Werkluftschutzleitung die Mitteilung erhielt, daß mit einer Unterstützung durch die Feuerlöschpolizei nicht zu rechnen sei, wurde eine Selbstschutztruppe mit der Feuerbekämpfung beauftragt. Zu allem Unglück wurden — selbstverständlich wieder angenommen — d i e Hydran- t e n zerstört. Der örtliche Brandbekämpfungs- leitet an den Bunkern wußte sich aber auch da zu Eine Welistadl im Dunkeln. Der Verkehr geht seinen geregelten Sang. - Die erste Nacht ohne Unfall. den Luftangriff mit ihren Kriegsschiffen weiter stromabwärts zu gehen, abgelehnt. Sie haben vielmehr erklärt, daß Japan für jegliche Tötung oder Verwundung irgendwelcher britischer oder französischer Staatsangehöriger im Verlaufe eines Luftangriffs verantwortlich gemacht werden würde. In Nanking liegen der britische Kreuzer „C a p e t o w n" und ein Lustkanonenboot; von der französischen Flotte befindet sich lediglich ein kleines Fahrzeug in der Nähe von Nanking. Lustschlacht auch in Nordchina. Peiping, 20. Sept. (DNB.) Auch in Nordchina hat in den frühen Morgenstunden des Sonntag eine erbitterte Luftschlacht stattgefunden. Neun chinesische Bombenflugzeuge, die die von den Japanern kürzlich besetzte Stadt Tötung zu erreichen suchten, wurden von japanischen Kampffliegern unterwegs aufgehalten. Der Luftkampf bewegte sich später über Huaijen und Taitschau in Richtung auf die Hauptstadt der Pro- vinz Schansi T a i y a n zu. Die Berichte über den Ausgang des Kampfes weichen stark voneinander ab. Japanische Seeflugzeuge griffen längs der Lung- hai-Eisenbahn den Flugplatz H a i t s ch a u und den Eisenbahnknotenpunkt Hsu tschau an. Sie konnten trotz starken Flak- und Maschinengewehrfeuers gute Erfolge erzielen. Schwerer japanischer Lustangriff auf Kanton. Schanghai, 21. Sept. (DRV. Funkspruch.) (Ostasiendienst des DRV.) Die füdchinesische Sladt Kanton erlebte am Dienstagmorgen den bisher schwersten Luftangriff. Etwa 30 japanische Flugzeuge warfen trotz starker chinesischer Abwehr zahlreiche Bomben ab. Kanton ist mit seinen 1,2 Millionen Einwohnern die bedea- lendste Handelsstadt Südchinas. Linden, in der noch am Sonntagabend die Probebeleuchtung für den Besuch des Duce fürstliches Licht verbreitet hatte, in kiefern Dunkel. So bot sich denn überall das gleiche fantastische Bild. Eine Weltstadt hatte sich i n ti e f ft e 5 Dun - fei gehüllt, zum Schutze ihrer selbst und zum Schutze ihrer Einwohner, die eine fürwahr vorbildliche Disziplin an diesem ersten Abend der Verdunkelungswoche an den Tag legte. Die ersten Stunden im verdunkelten Berlin brachten im Straßenverkehr, der sich trotz der Beleuchtungseinschränkung nur unwesentlich im Vergleich zu normalen Zeiten vermindert hatte, keinen einzigen Verkehrsunfall. Mit Genugtuung verzeichnet die Polizei diese Tatsache, da sie nicht nur für eine vorzügliche Verkehrslenkung spricht, sondern mehr noch ein unausgesprochenes Lob bedeutet für das umsichtige und disziplinierte Verhalten von Fahrern und Fußgängern. Nächtlicher Fliegerangriff. In den Abendstunden erlebten die Berliner über ihrer verdunkelten Stadt die Abwehr eines weiteren Fliegerangriffs. Kaum vernahm man das Geräusch der Motoren, da sah man schon die Scheinwerfer den nächtlichen hier und da von Wolken bedeckten Himmel nach den Warschau, 21. Sept. (DNB. Funkspruch.) Luftschutzwoche und der Alarm in Berlin werden in der polnischen Presse viel beachtet und ausführlich beschrieben. Im „Kurjer Warszawski" wird festgestellt, daß die Uebung ausgezeichnet ausgefallen fei und die Zuverlässigkeit der Organisation und Disziplin der Bevölkerung bewiesen habe. Obwohl sich sämtliche Berliner Verkehrsteil- nehmer im Dunkel bewegten, habe es doch n i ch t einen einzigen Unfall gegeben. Ministerpräsident Göring, der Chef der deutschen Luftfahrt, könne stolz sein. Lpd. Eisenach, 20. Sept. Die diesjährigen Herbstmanöver des IX. Armeekorps werden sich in der Hauptsache nördlich des Thüringer Waldes und südlich des Hainichs abspielen und einen Kampf um .die Werra in dem Raume Hörschel— Mihla—Eschwege darstellen. Das ideale Manövergelände dieses' Werra-Abschnittes mit seinen beherrschenden Höhen, die einen weiten Einblick in 1 das zerklüftete, hügelige Gelände gewähren, werden : an Führung und Truppe die allerhöchsten Anforderungen stellen. Die allgemeine Wanöverlage ist folgende: Der linke Flügel roter Kampftruppen wird sich von Westen her, aus Richtung Kassel—Hessisch-Lichtenau—Waldkappel der Werra nähern und versuchen, die Werra zu überqueren, um weiter in das Thüringer Becken vorstoßen zu können. Der rechte Flügel einer blauen Armee, der bis in den Raum Erfurt—Arnstadt—Gotha—Ohrdruf mittels Transportzügen herangeschafft worden ist, wird versuchen, den Vormarsch von Rot aufzuhalten, vor allem aber den Uebergang über die Werra zu vereiteln. Um dieses Ziel zu erreichen, wirft Blau seinen Sperroerband bis an die Werra und die Höhen des Hainich vor. Während in den Morgenstunden des Montag die roten Truppen im Anmarsch sind, nimmt Blau das Ausladen seiner Truppenmassen unter größtmöglicher Sicherung vor. Aufgefahrene Flak-Batterien im Raume Gotha—Ohrdruf—Arnstadt sollen das Ausladen der Truppen vor Ueberraschungen aus der Luft zu schützen. Aber kaum sind die ersten Truppenzüge auf den verschiedenen Bahnhöfen herangerollt, da greifen rote Jagdflieger durch Tiefangriffe ein, um das Ausladen eines Transportzuges im Bahnhof Crawinkel zu vereiteln. Die Flieger können ihre Aufgabe nicht restlos erfüllen, denn schnell sind die Wagen ausgeladen. Die Geschütze und Fahrzeuge werden auf den Verladerampen ausgeladen, inzwischen verlassen die Pferde mittels behelfmäßiger Rampen die Waggons. Kaum haben die Truppen den Zug verlassen, jo sind sie im Gelände gegen Fliegersicht dem Auge entzogen und rücken in ihre Unterkunftsräume ab. während im hintergelände das weitere Ausladen vor sich geht, hat die blaue Führung ihren Sperrverband weil dem roten Gegner entgegengeworfen, bis in die Nähe der Werra und des hainichs, um Rot den Uebergang über die Werra unmöglich zu machen. Obgleich der Sperrverband erst gegen Weihe eines deutschen Kriegerdenkmals in Budapest. B u d a p e st, 20. Sept. (DNB.) Auf dem deutschen Heldenfriedhof wurde die Enthüllung eines Denkmals vollzogen, das die ungarische Hauptstadt zum ehrenden Gedenken an 163 gefallene deutsche Soldaten des Weltkrieges, die in ungarischer Erde ruhen, errichtet hat. Das schlichte Denkmal zeigt einen deutschen Soldaten in der Uniform der neuen deutschen Wehrmacht; den Hintergrund bildet eine gewaltige Marmortafel, die nur die Zahlen 1914 bis 1918 aufweist. Vor dem Denkmal hatten eine Ehrenkompanie des Budapester Wachregiments und eine Offiziersabordnung Aufstellung genommen. Im Namen des Reichsverwesers und der ungarischen Regierung legte Honoedminister General Röoer einen Kranz nieder. Ihm folgten Feldmarschall Erzherzog Joseph, der Oberbefehlshaber der Honved, General S o n y i, der deutsche Gesandte von Erdmannsdorff, der Landeskreisleiter für Ungarn Graeb und der deutsche Militärattache General Friderici. Gesandter von Erdmannsdorss übermittelte der Stadt 8 Uhr feine Befehle erhallen hal, ist der Werra-Abschnill schon gegen Wittag erreicht, und die ersten Feindmeldungen ergeben, daß rote Panzerspähwagen und Radfahrer bereits schon um 11.15 Uhr im Raume Wanfried—Großburschla gesichtet wurden. Etwa um die gleiche Zeit wurden auch weiter südlich rote Einheiten im Anmarsch auf Ifta—Creutz- bürg gemeldet. Die Sperrverbandführung läßt durch Pioniere mittels Schnellsperren die Werraübergänge im Raume Hörschel—Wanfried sperren und nur zwei Werrabrücken bleiben den nach Westen vorgestohenen eigenen Panzerspähwagen für den Rückweg offen. Weitere Pionierabteilungen verlegen die einzelnen Durchfahrtsstraßen im Raume Eigenrieden—Heyrode. Das Gros der blauen Kräfte ist im Raume Ohrdruf—Gotha—Hörselberge in Richtung auf Werra und Hainich in den Nachmittagsstunden des Montags im Anmarsch, um vor allem im Schutz der Nacht den weiten Raum zu überwinden und im Morgengrauen des Dienstag den roten Kräften entgegenzutreten. Im Raume Hörschel — Mihla — Wanfried wird es im Laufe des Dienstag zu heftigen Kämpfen kommen, da beide Gegner etwa zu gleicher Zeit ihre Hauptkräfte bis zu dieser Linie herangeführt haben werden. Japan sucht eine Entscheidung. Seit mehr als sieben Wochen haben die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Japanern und Chinesen an Heftigkeit zugenommen. Während das Schwergewicht der Kämpfe der ersten Wochen im Norden lag, wobei Tientsin ein Nebenkriegsschauplatz war, hat sich in den letzten vierzehn Tagen der Schwerpunkt in den Raum hinterwärts Schanghai verlagert. Das ganze Tal des Jangtse- kiangs bis hinunter nach dem 500 Kilometer von Schanghai entfernten Kiukiang liegt im Bereich der japanischen Luftgeschwader. Nachdem am 15. September die chinesische Hauptstadt Nanking bereits bombardiert worden war, ist am 19. und 20. September die Stadt abermals mit Bomben belegt worden. Nanking selbst ist eine uralte Chinesenstadt, deren alte Umwallung der Bevölkerung zu weit geworden ist. Neben einigen modern-chinesischen Gebäuden, die die Ministerien beherbergen, liegen weite Flächen der Stadt wüst, und die Regierung Tschiangkaischeks dürfte wohl kaum so schnell, wie die Japaner es hoffen, kapitulieren, da die Ankündigung Tokios, durch die voraussichtliche Flucht der chinesischen Zentralregierung aus Nanking werde eine ernste Erschütterung der Moral der chinesischen Truppen eintreten, doch zunächst in ihrer Wirkung abgewartet werden muß. Die Lage um Schanghai ähnelte zunächst der des Jahres 1932, wo die Japaner eine Säuberungsaktion vornahmen, während die chinesische Division, die den Schanghaier Nordbahnhof verteidigte, in kräftigem Widerstand diese Aktion zum Stehen brachte, bis die Mächte vermittelnd eingriffen. Jetzt geht es aber um den militärischen Besitz der Riesenstadt, und die Chinesen setzen alles daran, um den Japanern zu begegnen. Dor einer Woche haben die Chinesen, deren Zahl unbekannt ist, sicherlich aber eine Kriegsstärke von 150 000 Mann übersteigt, die ursprüngliche Linie vom Nordbahnhof in Schanghai nördlich über Miachang und Lotten, weil sie in Der Reichweite der japanischen Schiffskanonen lag, zurückgenommen und eine neue Stellung bezogen, die wie eine Sehne zu der aufgegebenen Stellung wirkte, und von Lotien über Liuhang und Tatchan^ zum Nordbahnhof in Schanghai reicht. Die Chinesen haben 2,5 Kilometer östlich von Tatchang bei Kiangwang an der Straße Schanghai— Wusung den Japanern Mitte des Monats eine Schlacht geliefert, bei der zum erstenmal japanische Tanks eingesetzt wurden, die aber in dem aufge- weichten Gelände nicht vorwärts kamen, so daß Kavallerie eingesetzt werden mußte. Das Gelände ist von Seen, Kanälen und Bewässerungsanlagen für die sumpfigen Reisfelder zerschnitten und bietet günstige Derteidigungsmöglichkeiten, so daß die Japaner, obgleich sie Kiangwang besetzten und ihre zunächst ohne Zusammenhang kämpfenden Truppen in eine Front brachten, seit Mitte September nur langsam vorangekommen sind. Ein anderer Brennpunkt der Kämpfe ist der Nordbahnhof von Schanghai, den die Chinesen zu behaupten versuchen. Sie haben zu diesem Zweck bei Kiating und Nanziang für alle Fälle Reserven angesammelt. Die am 14. September herausgegebene amtliche japanische Verlautbarung sagte über den Charakter der Offensive im Raume von Schanghai: „Ein räumlich nur kleiner Gewinn wurde mit starken Opfern erreicht, das Hauptziel, die Vertreibung der chinesischen Truppen aus Schanghai und die Unterbrechung Der Eisenbahnlinie Nanking—Schanghai, steht noch als die schwerste Aufgabe bevor". Neben Der Verteidigungslinie Der Chinesen westlich Lotien-Liuhang-Tatchang-NorDbahnhof, Die Die chinesischen Truppen bezogen, ohne Daß Die japanischen Durchbruchsversuche unD Das japanische Ziel, einen Zusammenbruch Der alten VerteiDigungslinie zu erreichen, Erfolg gehabt hätten, liegt vor Der Hauptstadt Nanking im seenreichen Gebiet noch eine Dritte Verteidigungslinie 150 Kilometer von Nanking entfernt an der Straße und Bahn Schanghai-Nanking zwischen dem Pangtse bei Kiangyn und- Wust am Tsi-See. Dort ist die Verteidigungslinie nur rund 40 Kilometer breit, Da Der Yangtse unD Der Tai-See Dort Die engste Landstelle bilDen. Ueber Die Angriffe auf Die zweite chinesische Linie verlauten keine konkreten Einzelheiten. Die Chinesen versichern, Daß sie Diese Linie nochDrücklicher verteiDigen roerDen als Die erste. AnscheinenD soll Der japanische Großangriff aus Der Luft a u f Nanking jetzt Die von Tokio gewünschte Ent- scheiDuna bringen. Als nach heftigem WiDerstand, Der rund Drei Wochen Dauerte unD Den Chinesen nach japanischen MelDungen minbeftens 30 000 Mann kostete, Die zweite VerteiDigungslinie bezogen wurDe, setzte sofort Der Luftkampf ein, Der Diese Linie jeDoch nicht zum Wanken bringen konnte. Auf Dem nörDlichen Kriegsschauplatz ist nach Der Bezwingung Des Nankaupasses nordwestlich von Peiping und Der Besetzung der Hauptstadt der Inneren Mongolei, Kalgan, Die Lage unveränDert. Das strategische Ziel, Kalgan, Das an Der wichtigen Straße nach Der HauptstaDt Der unter Sowjet stehenben Aeußeren Mongolei, U l a m b a t o r, liegt, ist voll erreicht roorben. Von Peiping aus ist ein weiterer Vormarsch Der Japaner an Der Bahn nach Hankau unternommen worDen, aber Die chinesischen Hauptstreitkräfte, Die bei Paoting versammelt find, blieben bisher unbezwungen. Nach Den letzten Meldungen aus Tientsin ist es Den Chinesen in Diesem Raume gelungen, ihre rund 50 000 Mann Der Umklammerung von Westen unD SüDen, anscheinend aus Der Gegenb von Tientsin her, wo Die Japaner längs Der Bahn nach Schanghai unD Nanking vorstießen, zu ent- ziehen, unD währenD im Raume von Kalgan Die Chinesen sich im Huntal zurückziehen, ist im Raum von Paoting Die Lage charakterisiert Durch erbitterte Rückzugsgefechte. rt. Die Lage am Gelben Fluß. Peiping, 20. Sept. (DNB.) Die Lage an Der NorDchina-Front stellt sich auf Grunb Der Berichte der japanischen Flugbeobachtungsstellen am Mon- tagmorgen wie folgt Dar: Die japanischen Truppen, die sich im vollen Besitz Der Ebene von Tschotschau befinben, haben bereits eine Linie erreicht, die sich bis über bie Stabt Pitschau an der zu den westlichen Karsergräbern führenden Stichbahn und bis zu der Stadt Tinghsien erstreckt. Der rechte Flügel der japanischen Truppen steht jetzt südlich des H i s ch u i f l u s s e s. Der Gelbe Fluß wurde gleichzeittg öftlith der Peiping-Hankau-Bahn von den japanischen Abteilungen erreicht, die westlich von Kuan operieren. Eine dieser Abteilungen hat bereits die Bahnstatton Kutschengtschen besetzt, die nur noch 37 Kilometer von dem chinesischen Hauptquartier Paottng entfernt ist. Der linke Flügel Der Japaner, Der östlich von Kuan vor- aeht, verfolgt weiterhin Die Armee Wanfulings in südlicher und südwestlicher Richtung. Oer japanische Vorstoß in die innere Mongolei. Tokio, 21. Sept. (DNB Kinkspruch.) (Ost- asiendienst Des DNB.) Der in Der Provinz Schansi operierende japanische Heeresteil meldet die Einnahme von S h a k u k o w, rund 60 Kilometer westlich von Fengcheng. Der Ort gilt als wichtige Schlüsselstellung an der Großen Mauer und beherrscht die inner mongolische Ebene zwischen der Großen Mauer und der Hauptstadt der Provinz Suiyuan, K w e i j u i. Die japanischen Truppen erhalten damit die Möglichkeit, den Rückzug der in Der Provinz Suiyuan stehenDen chinesischen Formationen abzuschneiDen. Wehrdienst ist Ehrendienst! Wer will im Jahre 4938 als Freiwill ger in die Wehrmacht eintreten? Berlin, 18. Sept. (DNB.) Das Reichs- friegsminifterium gibt bekannt: Wehrdienst ist E h r e n d i e n st! Für jeden jungen Deutschen besteht Die Möglichkeit, a l s Freiwilliger in Die Wehrmacht einzutreten, vorausgesetzt, daß er völlig auf dem Boden des nationalsozialistischen Staates steht, daß er sittlich, geistig und körperlich dieser ernsten Aufgabe gewachsen ist und daß er Lust und Liebe zum Wehrdienst mitbringt. Neben der Begeisterung für den Wehrdienst ist in Den meisten Fällen Der Anlaß zu einer freiwilligen MelDung Der Wunsch, Den Zeitpunkt zur Erfüllung Der aktiven Dienstpflicht selbst zu wählen unD Die Möglichkeit, zu einem Truppenteil zu kommen, Der Der VorbilDung, Den Neigungen unD Fähigkeiten Des Bewerbers entspricht oder mit Dem er Durch Ira- Dition usw., bzw. persönlich« Beziehungen verdun- Den ist. Die Wehrmacht kommt Dem Wunsch jeDes einzelnen Freiwilligen in weitgehenDem Umfange entgegen. Es ist Dies jedoch nur im Rahmen Der zur Verfügung stehenDen Stellen möglich. Eine möglichst frühzeitige MelDung liegt somit im persönlichen Interesse eines ieben Bewerbers. Einstellungsgesuche für bie Herbsteinstellung 1938 müssen von l a n b wirtschaftlichen Arbeitskräften bis zum 15. September 1937, von Bewerbern für bie Heeres- unterof fizierfchule bis zum 1. November 1937, von allen übrigen Bewerbern bis zum 5. Januar 1938 eingegangen fein, sonst können sie für Die Herbsteinstellung 1938 nicht mehr berücksichtigt werben. Bei späterer Meldung muß Der Bewerber jeDoch Damit rechnen, einem anDeren Wehrmachts- oDer Truppenteil zugewiesen zu werden. Ein Anspruch auf Einstellung bei Dem gewünschten Wehrmachtsteil, bei Der ausgesuchten Waffengattung ober bei einem bestimmten Truppenteil besteht grunbsätzlich nicht. Für eine freiwillige MelDung ist die genaueste Beachtung nachstehender Bestimmungen erforderlich: 1. Der freiwillige Eintritt in den aktiven Wehrdienst ist für Wehrpflichtige in Der Regel vom vollendeten 17. bis zum vollendeten 25. Lebensjahr möglich. Am beabsichtigten Einstellungstaae Darf Daher Das 25. Lebensjahr noch nicht überschritten unD muß das 17. Lebensjahr vollendet fein. Als Stichtag für die Herbsteinstellung 1938 gilt der 15. Oktober 1938. Abweichend hiervon werben eingestellt: a) beim Heer: bei Den Heeres- unterosstzierschulen: Wehrpflichtige vom vollenbeten 17. bis zum vollenbeten 20. Lebensjahr; b) bei Der Kriegsmarine: in Den FlottenDienst: Wehrpflichtige vom vollendeten 17. bis zum vollendeten 23. Lebensjahr; c)beiDerßuftroaffe: bei Der Fliegertruppe (einschließlich Sanitätsdienst): Wehrpflichttge vom vollendeten 17. bis zum vollendeten 23. Lebensjahr. 2. Bewerber aus den Geburtsjahrgängen 1918 unD jüngere Dürfen im Jahre 1938 nur Dann eingestellt roerDen, roenn sie besonDers geeig- n e t finb und sich zu einer längeren Dienstzeit als zwei Jahre in Der Wehrmacht verpflichten. Don einer solchen Verpflichtung zu einer längeren Dienstzeit Darf nur bei Bewerbern abgesehen werden, Denen Durch eine spätere Ableistung ihrer ArbeitsDienst- unD Wehrpflicht ein beträchtlicher Nachteil für ihre BerufsausbilDung (z. B. Abiturienten) erwächst. 3. Lehrlinge in Der BerufsausbilDung Dürfen als Freiwillige nur Dann angenommen werden, roenn sie ihre Lehrzeit vor Eintritt in Den Reichsarbeits- Dienst, also minbeftens ein halbes Jahr vor Eintritt in Den Wehrdienst, voraussichtlich mit Erfolg beenden roerDen ober bie Einwilligung ihres Lehrherrn zur Lehrzeitverkürzung beibringen. 4. Angehörige Des Geburtsjahrganges 1915 unb jüngerer Geburtsjahrgänge müssen vor Ableistung Des aktiven Wehrdienstes ber Arbeitsbien st- pflicht genügt haben. Sie werben behördlicher- feits zum Reichsarbeitsdienst eingezogen, nachdem ihre Annahme als Freiwilliger bei einer Einheit ber Wehrmacht erfolgt ist. 5. Voraussetzung für eine Annahme als Freiwilliger ist es, baß ber Bewerber: a) eine Minbest- körperaröhe von 160 Zentimeter besitzt (Heeres- unteroffiriersschulen minbeftens 165 Zentimeter), schwere Artillerie minbeftens 168 Zentimeter, Panzerabteilungen höchstens 176 Zentimeter); b) Die Deutsche Staatsangehörigkeit (Reichsangehörigkeit) besitzt; c) wehrwürbig ist; d) tauglich für ben Wehrdienst ist; e) nicht unter Wehrpflichtausnahmen fällt; f) nicht Jude ist; g) gerichtlich nicht vorbestraft unb auch sonst unbescholten ist; h) unverheiratet ist; i) ber minberjährig ist, bie Genehmigung bes gesetzlichen Vertreters vorlegt; k) notwendige Zahnbehanblungen vor ber Einstellung burchführt. Bewerber, Die biefen Bebingungen nicht entsprechen, können als Freiwillige nicht eingekeilt werden. 6. Vor der Melbung zum freiwilligen Eintritt haben bei ber zustänbigen polizeilichen Melbebehörde persönlich zu beantragen: a) nicht gemusterte Bewerber: bie Ausstellung eines Freiwilligenscheines zum Eintritt in Den Wehrdienst. Hierzu melDen sie sich persönlich bei ber zuständigen polizeilichen Melbebehörde zur Anlegung Des Wehrstammblattes. Personalpapiere unD von minDerjährigen Die schriftliche, amtlich beglaubigte Erlaubnis Des gesetzlichen Vertreters zum freiwilligen Eintritt, finb zur Anmelbung mitzubringen. b) Bereits gemusterte Bewerber: Die Ausstellung eines polizeilich beglaubigten Auszuges aus bem Wehrpaß. Vordrucke sind bei ber polizeilichen Melbebehörde erhältlich. 7. Die Wahl bes Wehrmachtteiles (Heer, Kriegsmarine, Luftwaffe), - ber Waffengattung unb bes Truppen- (Marine-) Teiles steht bem Bewerber mit ber Einschränkung frei, baß sie bei Heer unb Luftwaffe in ber Regel nur bei Truppenteilen möglich ist. Deren Stanbort in Der Nähe Des DauernDen Aufenthaltsortes des Bewerbers liegt. Bei ber Kriegsmarine unb beim Regiment General Göring können sich Bewerber aus dem ganzen Reich melden, bei letzterem jedoch mit Ausnahme von Ostpreußen. Sind dem Bewerber die für ihn in Bettacht kommenden Truppen- (Marine-) Teile nicht bekannt, so kann er sie bei dem für seinen dauernden Aufenthaltsort zuständigen Wehrbezirkskommando oder Wehrmeldeamt erfragen. 8. Die Meldung zum freiwilligen Eintritt darf nur bei einem, und zwar grundsätzlich bet dem Truppen-(Marine-)Teil erfolgen, bei dem der Bewerber eintreten möchte. (Im einzelnen siehe Nr. 9.) Jeder Bewerber hat sich schriftlich zu melden. Dieser Meldung sind beizufügen: a) der Freiwilligenschein ober ber beglaubigte Auszug aus bem Wehrpaß (siehe Nr. 6); b) ein handgeschriebener lückenloser Lebenslauf; c) zwei Paßbilder (keine Seitenansicht) in bürgerlicher Kleidung, ohne Kopfbedeckung, nicht in Uniform (Größe 3,7 mal 5,2) mit Namensangabe auf ber Rückseite. y. Sonderbestimmungen für die einzelnen Wehmachtteile: I. Heer. a) Einstellung von Freiwilligen erfolgt im Oktober 1938; b) Dienftaeit: zwei Jahre; c) Wahl Der Waffengattung ist Dem Bewerber freigestellt. Es kommen hierfür in Frage: Infanterie (Schützenkompanie, Maschinengewehrkompanie, Jnfante- riegeschützkompanie, Panzerabwehrkompanie |mot.j, Nachrichtenzug, Reiterzug), Kavallerie (Reiter- unb Rabfahrerabteilung), Artillerie (leichte unb schwere Artillerie), Beobachtungsabteilung; Pioniere, Kraft- fahrkampftrupve (Schützenbataillon, Kraftschützen- bataillon, Aufklärungsabteilung smot.j, Panzerab- wehrabteilung smot.j, Panzerabteilung), Nachrichtentruppe, Fahrtruppe (Kraftfahrabteilung), Fahrab- teilung, Nebeltruppe, Sanitätsabteilung. d) Melbung hat bei bem Bataillon bzw. ber Abteilung zu erfolgen, bei bem ber Bewerber eintreten will, für ben Eintritt in Heeresunteroffiziers- schulen bei ber Heeresunteroffiziersschule Potsbam- Eiche. e) Bevorzugt eingestellt werben: Inhaber bes R e i t e r f ch e i n s : bei Reiter- unb Maschi- nengewehrschwabronen ber Kavallerie, bei bespannten Batterien ber Artillerie, bei Jnfanterie-Reiter- zügen, bei bespannten Maschinengewehrkompanien uno bei bespannten Jnsanterie-Geschütz-Kompa- nien; Inhaber einer Bescheinigung über bie Ära ft» fahrausbilbung bei einer Motorsportschule bes NSKK.: Bei motorisierten Truppenteilen, habet in erster Linie bei Kraftfahrkampftruppenteilen; Bewerber, bie ben Nachweis ber Morseaus - bilbung erbringen können (z. B. Morsefchein ber SA.); bei Nachrichtenabteilungen für Funk- unb Horchkompanien ober bei Truppennachrichteneinheiten; Bewerber, Die Schiffer sind oDer Die Den Nachweis Wassersport! icher VorbilDung erbringen können — soweit sie nicht Der seemännischen Bevölkerung angehören — oDer Die Angehörige Der technischen Nothilfe sind: bei Pionieren; Bewerber, Die Den SanitätsscheinDes Deut' schen Roten Kreuzes, Der SA. ober HI. besitzen: bei Sanitätsabteilungen. II. Kriegsmarine. a) Einstellung für ben Flottenbien st, bem der größte Teil ber Freiwilligen zugeteilt wirb, erfolgt je nach Laufbahn im Januar, April, Juli ober Oktober. Ein kleinerer Teil ber Freiwilligen wirb für ben Küstenbienst (See) (nur aus Angehörigen ber seemännischen Bevölkerung) im April unb Oktober unb für ben Küstenbienst (Land) (vornehmlich aus ber Küstenbevölkerung) im Oktober eingestellt. b) Dienstzeit im Flottenbien st: Vier Jahre zuzüglich eines Ausbilbungszuschlages, ber ein Jahr nicht übersteigt (bie Bewerber müssen sich bei ber Annahme für ben Fall, baß sie Unteroffizier werben, mit einer Verpflichtung auf insgesamt zwölf Jahre zuzüglich Ausbildungszuschlag einverstanden erklären); im Küstenbienst: zwei Jahre; c) Melbungen finb jeberzeit, möglichst ein Jahr vor bem gewünschten Einstellungstag mit bem Vermerk (Flottenbienst) ober (Küstenbienst) gegebenenfalls unter Angabe ber gewünschten Laufbahn zu richten: an ben 2. Abmiral ber Ostsee (Einstellung) in Kiel ober an ben 2. Abmiral ber Norb- fee (Einstellung) in Wilhelmshaven. d) Bevorzugt einge ft eilt werben: Hanb- werter aller Art, befonbers aus ber Metallinbu- ftrie. e) Angehörige ber seemännischen Bevölkerung dürfen freiwillig nur in bie Kriegsmarine eintreten. III. Lustwaffe. a) Einstellung von Freiwilligen erfolgt im Oktober 1938. b) Dienstzeit: Bei ber Fliegertruppe und ber Luftnachrichtentruppe: Viereinhalb Jahre ober zwei Jahre, bei ber Flakartillerie unb Regiment General Göring: zwei Jahre. c) Melbungen finb einzureichen für bie Fliegertruppe bei ben Fliegerersatzabteilungen, außerdem bei allen anberen Truppenteilen ber Fliegertruppe (Fliegergruppe, Schulung usw.), für bie Flakartillerie bei ben Flakabteilungen. Für bie Luftnachrichtentruppe bei ben Luftnachrichtenabteilungen unb Luftnachrichtenersatzabteilungen sowie bei ben felbftänbigen Luftnachrichtenkompanien, für bas Regiment General 2, mOSRAM 1 , OSRAM LAMPEN D QutesJftcfct ist eMe/fcbeitsklZjje// wichtig angewendetes gutes Licht, das nicht blendet und in ausreichender \ Menge vorhanden ist, schont die Augen, stärkt die Arbeitskraff, hebt die Arbeits- ' lust, fördert das Wohlbefinden. Gutes Licht ist also kein Luxus,- es ist eine Arbeitshilfe bei jeder Tätigkeit. Man verwende in zweckmäßigen Leuchten die den Strom richtig ausnuhen und darum billiges Licht geben. Erhältlich in den Elekttoljcht'IachMhäLea, Das Kennzeichen der OsrameM-Lampen-Kackung )ö r i n g bei diesem Regiment und bei den Stäben Lr Luftkreiskommandos 2 bis 7. d) Bevorzugt eingestellt werden: Handwerker aller Art, besonders aus der Metallindustrie. Inhaber einer Bescheinigung über die Kraftfahrausbildung bei einer Motorsportschule des NSKK-: Bewerber, die den Nachweis der Morseausbildung erbringen können (z. B. Morseschein der SA.); letzteres bei der Luftnachrichtentruppe oder bei den Truppennachrichteneinheiten der Luftwaffe; Inhaber des Sanität s s ch e i n e s des Roten Kreuzes, der SA. oder Hitler-Jugend. e) Angehörige der fliegerischen Bevölkerung dürfen freiwillig nur in der Luftwaffe (Fliegertruppe und Luftnachrichtentruppe) eintreten. Der fliegerischen Bevölkerung gehören an: A) Die aktiven Angehörigen des NSFK. (Na- tonalsozialistisches Fliegerkorps) und der Luftsporteinheiten der HI., die ausgebildet oder in Ausbildung begriffen sind, im Segel- oder Motorflug, im Nachrichtenoerbindungsdienst, in handwerksmäßiger Schulung für Flugzeugbau uni) Flugzeuginstandsetzung und die hierüber eine Bescheinigung des NSFK.-Sturmführers besitzen; B) Inhaber von Ausweisen über fliegerische Betätigung; C) das fliegerische Z i v i l p e r s o n a l 1. der Luftwaffe, 2. der Luftverkehrsgesellschaften, 3. der Reichsluftfahrtverwaltung, soweit es mit dem Betrieb oder der Instandhaltung von Flugzeugen oder im Nachrichtenverbindungsdienst der Luftwaffe beschäftigt ist und sich hierüber durch einen Vermerk auf den Seiten 6 ff. des Arbeitsbuches oder eine Bescheinigung des Dienststellenleiters über fliegerisch-sachliche Lerwendung und die Art seiner Tätigkeit ausweist. D) Vom L u f t f a h r t i n d u - striepersonal 1. Die Facharbeiter, die in den Arbeitsbüchern auf Seite 3 Spalte c durch einen Vermerk des Arbeitsamtes als Flugzeugspezialarbeiter gekennzeichnet sind,- 2. die Facharbeiter und technischen Angestellten, die seit mindestens drei Monaten in Rüstungsbetrieben der Luftwaffe beschäftigt sind. Facharbeiter in diesem Sinne sind lediglich die gelernten und ungelernten Arbeiter des Metall- und Holzgewerbes (vergleiche Berufsverzeichnis für die Statistik der Arbeitsvermittlung, Grupven 5 und 12), deren Arbeitsbücher auf Seite 6 ff. Spalte 4 mit einem entsprechenden Vermerk des Betriebsführers versehen sind. Der Berechnung der Dauer der Beschäftigung ist der Tag der Musterung oder der Annahme - Untzrrsuchung als Freiwilliger zugrunde zu legen. 10. Einstellungsanträge bei höheren militärischen oder staatlichen Dienststellen sind zwecklos. Sie verzögern nur die Bearbeitung zum Nachteil des Bewerbers. Das für den dauernden Aufenthaltsort des Bewerbers zuständige Wehrbezirkskommando oder Wehrmeldeamt erteilt auf Anfrage weitere Auskünfte. Dort ist auch ein Merkblatt für den Eintritt in den gewünschten Wehrmachtsteil (Heer, Kriegsmarine, Luftwaffe), das alles Wissenswerte enthält, kostenlos zu erhalten. Aus aller Welt. Eisenbahnunglück in Frankreich fordert 8 Tote, 15 Schwerverletzte. Paris, 21. Sept. (DVv.-Funkfpruch.) 3n der Rächt zum Dienstag fuhren bei Vars, 15 Kilometer von Angouleme entfernt, in Richtung Paris zwei Züge aus bisher noch unbekannten Gründen aufeinander auf. Durch den Anprall wurden 5 Wagen aus den Gleisen geschleudert. Aerzte und Hilfspersonal aus Angouleme sowie zu den Aufräumungsarbeiten herangezogenen Truppen bargen aus den Trümmern 8 T o t e und 15 Schwerverletzte. Ein Eisenbahnwagen konnte bisher noch nicht freigelegt werden. * lieber die Ursache des Zusammenstoßes verlautet, daß der eine Zug, ein D-Zug, wegen eines geringfügigen Schadens auf der Strecke halten muhte, ohne jedoch am Zugende für das erforderliche Signal zu sorgen, so daß der in einem Abstand von 5 Minuten folgende Personenzug auf ihn auffahren mußte. Zwei Wagen des haltenden Zuges wurden umgeworfen und zwei weitere ineinander geschoben Große Hockwasserschädeu in Oberitalien. Das Hochwasser in Oberitalien hat weitere Opfer gefordert und neue große Sachschäden angerichtet. In Como ist der See über die Ufer getreten und hat den Cavour-Platz überschwemmt. Durch das Hochwasser des Iseosees wurden mehrere Ortschaften überflutet. Während eines Gewitters kamen auf der Straße von Mailand nach Como zwei Personen ums Leben. An mehreren Orten in der Lombardei richteten Hagelschläge große Verwüstungen an. — In Südtirol haben sich verschiedene Erdrutsche ereignet. In der Bri- anza verschüttete eine Mure bei Carate die Eisenbahnstrecke nach Monza. ♦ Die im Rhonetal durch d'.e großen Heber» schwemmungen angerichteten Schäden werden aus rund zehn Millionen Franken geschätzt. Infolge der Ueberschwemmungen find verschiedentlich Häuser eingestürzt. Mehr als 100 Kilometer Bahnstrecke müssen ausgebessert werden. Durch die Zerstörung von drei Ueberlandleitungen waren 60 Gemeinden eine ganze Nacht ohne Licht. Eine große chemische Fabrik mit rund 3000 Arbeitern war gezwungen, die Arbeit einzustellen. Eine Papierfabrik im Hochwassergebiet hat durch die Zerstörung ihrer Maschinenanlagen durch den Wassereinbruch einen Schaden von rund 800 000 Franken erlitten. General von Gerok f. Im Alter von 83 Jahren ist in Stuttgart General der Infanterie von Gerok, einer der bekanntesten Generäle, die Schwaben hervorgebracht hat, gestorben. Hervorgegangen aus dem ehemaligen Grenadier-Regiment Königin Olga wurde er im Herbst 1873 als Secondeleutnant in das Grenadier-Regiment König Karl versetzt, in dem er bis zu feiner Ernennung zum Adjutanten der 54. Infanterie-Brigade in Ulm verblieb. Bei Beginn des Weltkrieges erhielt Generalleutnant von Gerok den Befehl über das 2 4. Refervekorps, mit dem er sich in den Schlachten von Lille und Ppern im Herbst 1914 besonders auszeichnete. Als General der Infanterie mit feinem Korps nach dem Osten versetzt, kämpfte Gerok bis zum Frühjahr 1918 an der ganzen russischen Front. Als einer der ersten württembergischen Generäle wurde er mit dem Orden Pour-le-merile ausgezeichnet. Hauptversammlung des VDA. in Köln. Der Volksbund für das Deutschtum ,i m Ausland hält am Sonntag, 26. September, eine Hauptversammlung in Köln ab. Im Isabellen- saal des Gürzenich wird die Saarbrückener Vereinigung für alte Musik um 10.30 Uhr die Versammlung eröffnen. Das Programm sieht dann die Begrüßung der Versammlung durch den Oberbürgermeister der Hansestadt Köln, K. G. Schmidt, und durch Landeshauptmann H a a k e vor. Bundesleiter Dr. Hans Steinacher wird anschließend über den Stand der Volkstumsarbeit in aller Welt berichten und die Richtlinien der zukünftigen Arbeit geben. Am Nachmittag werden Lageberichte aus der Außenarbeit — von führenden Männern der volksdeutschen Arbeit erstattet — die Hauptversammlung abschließen. Hamburger Tagung des TNarlin-Lulher-Vundes. Der Martin-Luther-Bund, Sitz Erlangen, der die Volksdeutschen lutherischen Gemeinden in der Auslandsdiaspora kirchlich und völkisch betreut, richtete am Vorabend seiner Hamburger Haupttagung folgendes Huldigungstelegramm a n den Führer und Reichskanzler: „Der Martin-Luther-Bund spricht dem Führer auf feiner diesjährigen Haupttagung in Gegenwart von deutsch-völkischen und kirchlichen Vertretern aus vierzehn Ländern und vier Erdteilen das Gelöbnis aufrichtiger Treue aus, das er mit Dank und Segenswünschen f$r seine gewaltige und herrliche Aufgabe, Schöpfer der deutschen Staatseinheit und Führer des deutschen Volkes zu sein, verbindet." Während der Hamburger Tagung werden Vertreter der vom Martin-Luther-Bund betreuten Auslandsgemeinden in Vorträgen über ihre Arbeit berichten. Aus Anlaß des 40jährigen Bestehens der Diaspora-Arbeit in Brasilien nimmt der Vertreter der brasilianischen Regierung in Berlin, Oberst Gaelzer-Netto an der Tagung teil'. In den großhamburgischen Kirchen fanden Fest- gottesdienste statt, in denen der unteraegange- nen Kirchen Rußlands gedacht wurde. Im Zeichen einer organisierten Gottesfeindschaft, darauf wiesen die Predigten hin, ist hier die evangelische Kirche vernichtet, während die Pastoren ermordet ober verbannt wurden. Aus einer von Professor D. Dr. Ulmer geleiteten Festoer- sammlung berichtete Pastor von Boltenstern (Hamburg) über die Tätigkeit des Vereins in fünf Jahrzehnten, die zunächst den inneren deutschen Diaspora-Gemeinden, dann aber den Glaubens- und Volksaenossen im europäischen Ausland und in Ueberjee zugute gekommen sei. Nach dem Kriege habe die Fürsorge insbesondere den baltischen und russischen Gemeinden gegolten. Missionsdirektor Dr. Eppelein berichtete über die 40jährige Arbeit unter den deutsch-lutherischen Gemeinden in Brasilien. Die lutherische Synode in Brasilien hat sich 1933 der deutschen evangelischen Kirchen angeschlossen und bannt ihren Dank an bie Heimatkirche unb ben Martin-Luther-Bunb ab= gestattet. Sie besitzt 40 Pastoren und 180 deutsche Schulen. Die Fahndung nach ben Diener Brandstiftern. Die Untersuchung über bie Ursache bes Branbes, dem die „Rotunde" zum Opfer gefallen ist, wird von den zuständigen Stellen energisch betrieben. Immer mehr verdichtet sich bie Annahme, baß Brandstiftung vorliegt, zumal bereits festgestellt wurde, daß das Feuer nicht vom Boden, sondern von dem Pfeiler 17 oder sogar von dessen Holzgerüst feinen Ausgana genommen hatte. Die Annahme, daß durch eine Unachtsamkeit des Personals, durch eine weggeworfene Zigarette ober ähnliches der Brand ausgebrochen fei, wird damit hinfällig. Da ferner elektrischer Kurzschluß ebenfalls nicht in Betracht kommt, denn zur Zeit des Brandes waren alle Leitungen abgefchaltet, bleibt tatsächlich keine andere Annahme als die eines Sabotageaktes übrig. Es hat sich herausgestellt, daß zur Zeit des Brandausbruches viel mehr Personen als zuerst angenommen, innerhalb der Rotunde geweilt haben. Die Polizei ist nun bemüht, alle diese Personen ausfindig zu machen, um sie ins Verhör zu nehmen. Einzelne sollen nach Blättermeldungen bereits festgenommen und vorläufig von der Polizei in Haft behalten worden fein. Grohfeuer äschert sieben Scheunen ein. In Helmstadt bei Marktheidenfeld (Unterfranken) brach ein Großfeuer aus, das gewaltigen Schaden anrichtete. Anscheinend durch Funkenslug beim Dreschen geriet ein Strohhaufen in der Scheune des Landwirts S ch ä tz l e i n in Brand. Das Feuer fand reiche Nahrung, so daß im Nu die Scheune in ein Flammenmeer verwandelt war. Van hier aus griff der Brand auch auf die benachbarten Scheunen über. In kurzer Zeit standen noch weitere sechs Scheunen in hellen Flammen. Da die Telephvn- leitungen unmittelbar am Brandplatz vorbeiführ- ten und durch das Feuer zerstört wurden, verzögerte sich die Alarmierung der Feuerwehren der umliegenden Ortschaften. Außer den sieben Scheunen, die mit den darin lagernden Erntevarräten und den landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten eingeäschert wurden, wurden noch einige Wirtschaftsgebäude ein Raub der Flammen. Nur mit größter Mühe gelang es, das Vieh in Sicherheit zu bringen. Feuer in der Aulomobilfabrik der Skodawerke. In den Skvdawerken in Iung-Bunzlau brach ein Brand aus, der sich sehr schnell ausbreitete. Das Feuer brach in der Kotflügelwerkstatt aus und griff von hier aus auf die Emaillierwerkftatt über. Da durch den Brand eine starke Gasentwicklung entstand, wurde auch die Prager Feuerwehr angefordert. Die Jung-Bunzlauer Fabrik der Skodawerke, die über 3000 Arbeiter beschäftigt, ist die größte Automobilfabrik in der Tschechoslowakei. Jüdische Ausschreitungen in Warschau. Warschau, 20. Sept. (DNB.) In dem jüdischen Stadtviertel fielen Juden, die sich zahlenmäßig in starker Ueberlegenheit befanden, über mehrere Polen her und verletzten sie durch Messerstiche. In einem anderen Fall wurde ein Poli zeibeamt er von halbwüchsigen Juden verletzt. In einer Straße des jüdischen Viertels bewarfen Judenlümmel ein Auto mit Steinen. Durch die Steinwürfe trug eine Frau, die sich im Innern des Wagens befand, erhebliche Verletzungen davon. Aus der Tatsache, daß Mitglieder der polnisch-sozialdemokratischen Partei gleichzeitig einen Umzug durch die Straßen zum Schutze der Juden veranstalteten, darf gefob gcrt werden, daß es sich hierbei um eine planmäßig vorbereitete Aktion von jüdisch-marxistischer Seite gegen die sich in Polen verbreitende Abwehrbewegung gegen das Judentum handelt. Die jüdischen Angriffe blieben nicht unbeantwortet. Bei den Zusammenstößen wurden mehrfach Fensterscheiben jüdischer Geschäfte und Läden zertrümmert und eine Reihe von Juden verprügelt. Der Sächsische Garten, der die moderne Stadt von der jüdischen Altstadt trennt, und heute vorzugsweise von Juden bevölkert wird, wurde von einer Gruppe junger polnischer Nationalisten gesäubert. Ein Jude wurde dabei in den Parkteich geworfen. Zu Kundgebungen gegen die Juden kam es auch in einer Reihe anderer polnischer Städte, so in Czenstochau und in Radom. Kunst und Wissenschaft. Ein neuer Vorstoß gegen die Haarlemer Frans - Hals - Ausstellung. Die in Holland eifrig betriebene (Erörterung über die Echtheit oder Unechtheit der Werke Frans Hals in feiner Jubiläums-Ausstellung in Haarlem hat, wie die „Kölnische Zeitung" aus dem Haag berichtet, eine neue Anstachelung durch das Erscheinen eines Buches erfahren, das den Titel füyrt: „Frans Hals, echt of onecht?" Es stammt von dem Kunstkenner und Restaurator M. M. van D a n t • zig, und dieser kommt zu dem Endergebnis, daß sich die Zahl der unechten Gemälde in dieser Ausstellung viel hoher beziffere, als die bisherigen Zweifler annahmen. Wenn es bisher hieß, ungefähr ein Drittel der Bilder fei unecht, fo ist van Dantzig auf Grund einer eingehenden Untersuchung der Meinung, daß von den 116 ausgestellten Werken überhaupt nur 33 als echte, des Frans Hals würdige Werke anzusprechen seien. 36 feien regelrechte Fälschungen, 5 seien zweifelhafte Stücke, 11 seien Kopien, 22 seien von anderen Malern des 17. Jahrhunderts, 9 seien dem Urheber nach nicht feststellbar. Die Schrift ist in einem nüchtern-wissenschaftlichen Ton geschrieben, hat deswegen aber nicht verfehlt, das allergrößte Aufsehen zu erregen. Das „Nationale Dagblad" forderte die Regierung auf, einzugreifen und eine Gesundung des Ausstellungswesens sowie des Kunsthandels in Holland zu erzwingen. Wetterbericht des Reichswelterdienstes. Ausgabeorl Frankfurt. Der ausgedehnte europäische Tiefdruckwirbel, der für das über langen Zeitraum herrschende Schlechtwetter verantwortlich war, verlagert sich unter Verflachung rasch nordwärts. Die an feiner Rückseite auf das Festland vorgestoßene Kaltluft, die sich auch bei uns durch klare Sicht und noch vereinzelt auftretende Schauer bemerkbar macht, hat zum Aufbau eines Hochdruckgebietes Anlaß gegeben, das vorübergehend stärkeren Einfluß auf unser Wetter nehmen wird, lieber England macht sich jedoch bereits das (Eingreifen eines neuen Atlantikwirbels bemerkbar. Aussichten für Mittwoch: Stellenweise Frühnebel, sonst zunächst meist heiter und trocken, nachts sehr frisch, späterhin wieder Uebergang zu unbeständigem Wetter. Aussichten für Donnerstag: Voraussichtlich wieder unbeständiges Wetter mit Neigung zu Negenfällen, mild. Lufttemperaturen am 20. September: mittags 15 Grad Celsius, abends 11,4 Grad; am 21. September: morgens 10,9 Grad. Maximum 15,2 Grad, Minimum heute nacht 10,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. September: abends 13,1 Grad; am 21. September: morgens 12 Grad. — Niederschläge 1,7 mm. — Sonnenscheindauer 0,5 Stunden. Hauptschrtftletter: Dr Friedrich Wilhelm Lange Stellvertteter des Hauptschriftleiters: Emst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 37: 9090. Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckeret R. Lange. K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezuas- preis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Hur Zeit ist Preisliste Nr 3 vom 1. Juni 1935 aültifl. Zum l.r foäteft. 15. Cftob., suche ich erfahrenes Fräulein oder Frau nicht unt. 35 I., zurFührunguns. klein. Haushalts' u.zurBetreuung mein.alüMutter. Schriftl. Angeb. mit Bild u.Zeug- niffenunt.6123D a.d Gieß-Anzeig. Unabhängige Frau oder Fräulein zur Bedienung meiner Kundsch. für sofort gesucht Antiauitäten, Althandel L. Schäfer, 04662 Sonnenstraße 5. Gewissenhaftes Wn zum Lernen als Helferin in Apotheke zu sof. ges. Ausführliche Zuschriften u. 04658 an den Gießener Anzeig, erbeten. Nachlässe von 3 bis 20 v. H. er* halten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeigei 6118 D Zuml.Nov.1937 5-6-Zimm.- Wohnung mit Bad, eventl. Heizung,gesucht. Schriftliche Angebote u.6120D an den Gießener Anzeiger erbet. Danksagung. Für die vielen Beweise der Liebe und innigen Teilnahme, sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen Heinrich Schmidt VIII. sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Namentlich danken wir noch Herrn Pfarrer Naumann für die tröstenden Worte, den Sängern, insbesondere der Sängervereinigung »Cäcilia« und dem Männergesangverein »Liedertafel« aus Marburg für die erhebenden Grabgesänge, der Gefolgschaft und dem Aufsichtsrat der Lieber Tonwerke, sowie den vielen Vereinen und gemeinnützigen Einrichtungen für die anerkennenden Nachrufe und all n denen, die unserem lieben Entschlafenen die letzte Ehre erwiesen haben. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen» Katharine Schmidt, geb. Biehl Lieh, den 19. September 1937. [Stellenangebote] Keine Zeugnisse In Urschrift lonbern nur Beugnti- obidiriften dem ®t» wrrdung-tchretdkn beilegen i — Lichtbilder unaBewerbungsunter- lagen müllen zur «er- meidung von Getimten D ■ A V '*.WÄ MM ..-MW • .-1.<-M , . 'S;'-,,; W • ■ ---* „Unternehmen Michael." Gloria-Palast. Die Keimzelle dieses Films ist ein Drama von Hans Fritz von Zwehl; der Verfasser hat sehr anziehend geschildert, wie sein 1932 entstandenes Stück, das ursprünglich „Führer" hieß und nach der Machtergreifung unter dem Titel „Frühjahrsschlacht" mit dem Schauspielpreise des Württem- bergischen Landestheaters in Stuttgart ausgezeichnet wurde, als der Autor schon alle Hoffnung auf- gegeben und das Werk fast vergessen hatte; wie es eine doppelte Uraufführung erlebte und ein großer Erfolg wurde; wie etwas später die Ufa wegen der Verfilmung anfragte, gegen die der Dramatiker sich anfangs heftig sträubte: er hat dann doch mitgearbeitet — das Drehbuch schrieben der Regisseur Karl Ritter, Mathias Wieman als Träger der Hauptrolle und Fred Hildenbrandt —, als er erkannte, wie aus dem Schauspiel etwas Neues wuchs, obwohl der Film Stil und Grundidee, auch wesentliche Teile des Bühnendialoges übernahm. * Die deutsche Frühjahrsoffensive im März 1918 oab den Stoff für das Schauspiel und damit auch für den Film. Ein Kriegsfilm also — aber grundsätzlich und wesentlich unterschieden von dem, was wir bisher unter diesem Gattungsbegriff zusammen- faßten. Die Kriegsfilme, die wir früher sahen, spielten in ihren entscheidenden Teilen an der Front; auch dieser hat eine Reihe von Szenen an den . Brennpunkt der Schlacht verlegt, in die eigentliche, sinnlich wahrnehmbare „Aktion" des modernen Krieges, aber diese Aktion wird hier nur als Folge und Auswirkung einer andern, geräuschloseren und minder sinnfälligen erlebt: vom Gehirn und Nervenzentrum der Schlacht, vom Generalstabsquartier aus. Das ist neu, das wurde — jedenfalls mit solcher Einläßlichkeit — bisher nicht gezeigt, das gibt dem „Unternehmen Michael" aber den entscheidenden Akzent. Das Erlebnis des Krieges an der Front, vom Kartentisch des Stabsquartiers aus gesehen: das ist das eigentliche Thema, von diesem Blickpunkt aus entwickeln sich die Probleme, die Konflikte, die Tragik und, in der Lösung, auch im tiefsten Sinne die Moral des Geschehens, das heute für uns ein Stück nationaler und Weltgeschichte umschließt. Der englische Roman „Ein General" von Forester, dessen deutsche Übersetzung vor einiger Zeit bei uns besprochen wurde, betrachtet die Dinge vom gleichen Standpunkt aus; aber abgesehen davon, daß der Standpunkt dieses ausgezeichneten und auf= ichlußreichen Buches sich auf die Gegenseite bezog, ist — trotz manchen Anklängen und Parallelen — das Kernproblem hier anders gestellt und gelöst. „Unternehmen Michael" heißt das Deckwort für die deutsche Offensive, die damals den Durchbruch an der Nahtstelle zwischen der englischen und französischen Front erzwingen und die endgültige Entscheidung herbeiführen sollte. Das Korps, das den Angriff trägt, hat in den ersten Tagen glänzende Erfolge: der Durchbruch gelingt, die Angriffsziele Mathias Wieman als Major zur Linden. (Aufn.: Ufa.) werden erreicht, die starre Front kommt ins Rollen, der Uebergang vom Stellungskrieg zum Bewegungskrieg ist gewonnen — da türmt sich ein unüberwindlich scheinendes Hindernis auf, eine festungsartig ausgebaute englische Stellung, ein „Strompfeiler", an dem die deutschen Angriffswellen sich brechen sollen. Diese Stellung, ein „Igel", droht dos ganze Unternehmen fragwürdig zu machen, und wenn schon die Nachricht, daß dem Angriff die nötigen schweren Batterien mangeln, im deutschen Stabe die ernstlichsten Bedenken zeitigt — schlimmer sind die Meldungen, daß der Engländer nicht nur frische Truppen in jenem Brennpunkt zusammenziehe, sondern auch Tanks, also offenbar seinerseits entschlossen sei, zum Gegenstoß anzusetzen und dem deutschen Angriff zuvorzukommen. * Die Entscheidung über Glück ober Untergang des Unternehmens steht auf des Messers Schneide. Zudem kommt die Meldung, daß der Führer des besten Sturmbataillons, das den entscheidenden Stoß zu führen hat, schwer verwundet sei. Da greift der IA ein, der Major zur Linden im Korpsstabe, der alle Pläne ausgearbeitet hat und recht eigentlich die Seele, der geistige Urheber des Unternehmens ist: er übernimmt, gegen die bessere Ueberzeugung des Kommandierenden Generals, die Führung des Sturmbataillons, er hält die Stellung, die immer wehr zum Schlüsselpunkt des gesamten Unternehmens wird, — auch dann noch, als die Engländer ihrerseits im Gegenangriff die Reste des Sturmbataillons ringsum eingeschlossen haben. Die deutsche Artillerie mit ihren ausgeleierten Rohren vermag den Ring nicht zu zerschlagen, ohne das Sturmbatalllon, als dessen innersten Kern, mit zu vernichten. Zur Linden erkennt die Lage und fordert (durch Brieftauben) rücksichtslos das Vernichtungsfeuer der eigenen Artillerie an. die den Ring sprengt, den englischen Tankangriff zerschlägt und dem deutschen Durchbruch die Bresche öffnet. Der IA mit den Resten des Sturmbataillons fällt im eigenen Feuer ... ♦ Erst an dem Opfer, das für den Sieg gebracht wird, vermag man die Große des Sieges zu ermessen. Das sollte hier gezeigt werden: daß neben der heroischen Größe, der männlichen Tat, dem namenlosen Opfer des einfachen Mannes an der Front nicht geringerer Heroismus das Handeln im Kriege weitab von der Feuerlinie bestimmte ... -Zch glaube", heißt es da einmal, „es ist leichter, geführt zu werden und zu gehorchen, als zu befehlen ..." Die Tragik des Befehlens, die Notwendigkeit äußerster Entscheidung, an der Glück oder Untergang, das Schicksal des ganzen Krieges und des ganzen Volkes hängen kann im Sekundenablauf, die unerhörte Verantwortung auf den Schultern eines Mannes, das ewige, untätige und nerven- zerreibende Warten auf eine Meldung, die Notwendigkeit, mit unzulänglichen Mitteln einen minutiös ausgearbeiteten Angriffsplan verwirklichen zu müssen, die Spannungen zwischen den einzelnen Kommandostellen, zwischen dem Stab und der Front vor allem, zu erkennen, zu überbrücken ... dies sind die Wesenselemente, auf denen die Filmhandlung sich aufbaut. * Der Spielleiter Karl Ritter hat mit einem sehr ausgeprägten Gleichgewichtsgefühl die Schauplätze abgegrenzt, atmosphärisch erfaßt und zueinander in Beziehung gesetzt: die konzentrierteste äußerste Aktion am Brennpunkt der Front in Angriff, Abwehr und Gegenstoß .. daneben die nicht minder vibrierende, innere Spannung im Stabsquartier, die sich von Minute zu Minute steigert, indessen die Kamera die Verbindung nach vorne herstellt, und der Konflikt sich immer auswegloser zuzuspitzen droht, bis die befreiende Opfertat des Mannes, der gewissermaßen gleichzeitig in beiden Kraftfeldern steht, die Losung erzwingt . . das ist mit großartiger Konzentration gesehen und dargestellt, zu schweigen von der technischen Bewältigung eines riesigen Materials. * Mathias W i e m a n ist der Major zur Linden, IA des Stabes im Angriffskorps: er vereinigt in der Gestalt die kühle, geistige Klarheit des Generalstäblers, dessen Angriffspläne mit der Präzision eines Uhrwerks ablaufen ..., und die glühende Bereitschaft, sich persönlich einzusetzen für seine Fdee, die Größe des Herzens, sich selbst zu opfern um der Sache, um des Sieges willen. Eine darstellerische Leistung von äußerster Geradlinigkeit, ohne den leisesten Bruch, ohne Schwankungen und Zugeständnisse. * Den Kommandierenden gibt Heinrich Georger mit der ganzen körperlichen Wucht und stiernackigen Gedrungenheit seiner Erscheinung, in der Maske übrigens an den verstorbenen General der Artillerie von Gallwitz erinnernd; George hat ein paar Ausbrüche von gefährlich wetterleuchtendem, vulkanischem Temperament, aber im ganzen überwiegen doch die gedämpfteren, ja leisen Töne. Der Mann, der vom Balkon des Stabsquartiers aus an die abrückende Sturmtruppe eine kernig anfeuernde Ansprache hält, wird in den Minuten und Sekunden letzter Entscheidung fast stumm, seine Worte fallen kurz, abgehackt, halblaut und heiser, und in dem zuckenden Gesicht spiegelt sich alles, was sich an innerem Kampf, an Qual und Sorge und Verantwortung hinter schroffer Kürze und geftraffter, militärischer Energie zu verbergen trachtet. * Die verschiedenen Temperamente und Charaktere der Stabsoffiziere sind fein und kontrastreich gegeneinander abgesetzt; vor allen andern Paul Otto, als Chef des Stabes, sehr ruhig, sehr bestimmt, geistig und menschlich gesammelt und überlegen; ferner in einer verhältnismäßig kleinen Szene Willy Birgel als Abgesandter des Armee-Ober- fommanöos; dann Karchow, Christian Ka y stier , Heinz Welze! und Karl John. — Der Kameramann Günter Anders hat eine vorzügliche Photographie geliefert. — (Ufa.) 3m Beiprogramm läuft neben her neuen Wochenschau (mit Bildern vom Reichsparteitage) ein Kulturfilm über Röntgenstrahlen, der zum Besten gehört, was wir bisher auf diesem Gebiet erlebt haben. Die bildhafte Darstellung der verschiedenen, vor allem natürlich medizinischen Anwendungsgebiete von Röntgens genialer Erfindung ist von mufter- gültiger Klarheit. Die (teilweise bewegten und sprechenden) Aufnahmen vom Innern des lebenden menschlichen Körpers wirken auf den Beschauer mit einer erregenden und zur Bewunderung zwingenden Eindringlichkeit. Hans Thynot. Am 3. Oktober auf dem Bückeberg Am zu litt» auf und ab. Hoffnungsfreudig sah er Stefan ent- Zeit 21 Sortierung. (Nachdruck verboten.) offen hält. Man will doch gern alles tun, um feine Pflichten zu erfüllen. Dazu ist man doch da. Und jetzt, da es nicht so viel zu tun gibt, wenn man ich da nun schon mal um etwas kümmert, was einen nicht unmittelbar angeht—" „Soll anerkannt werden. Aber wir wollen uns trotzdem an das halten, was ich gesagt habe, nicht wahr? Es gibt sonst nur unnötige Reibereien, und die dulde ich unter keinen Umständen. Uebrigens, das mit der Pflichterfüllung... Eine recht schöne Sache. Ich meine sogar, eine Selbstverständlichkeit. Aber sehen Sie mal, verehrter Herr — ich wollte schon vor einer reichlichen halben Stunde über Lohmanns Beschwerde mit Ihnen sprechen, mußte aber leider feststellen, daß der Herr Wolfersdorfs nirgends zu finden war. Das war genau zehn Minu- ten nach sieben. Es hieß, der Herr Inspektor schlafe noch. Wohl ein bißchen reichlich spät geworden gestern abend, wie?" Ein Rot der Verlegenheit lief über Wolfersdorfs übernächtiges Gesicht. „Bitte zu entschuldigen, Herr von Achenbach", sagte er mit peinlich wirkender Unterwürfigkeit. „Ich war gestern abend in der Stadt und traf ein paar alte Freunde. Die Sitzung hat sich ein biß. chen in die Länge gezogen. Wie das so kommt, wenn man sich lange nicht gesehen hat. Ist mir selber riesig unangenehm. Wird auch nicht wieder Vorkommen, Herr von Achenbach." Wolfgang o. Achenbach nickte kurz. Damit war Wolfersdorfs entlassen. Der Schloßherr fuhr sich nachdenklich mit der Hand über den Nasenrücken. Tatsächlich ein wenig angenehmer Mensch! Aber von der Persönlichkeit an sich ganz abgesehen — es war mehr als zweifelhaft, daß man den richtigen Mann in ihm ge- fanden hatte. Das Gesicht, mit dem Wolfersdorfs auf den Hof hinaustrat, stand ganz und gar nicht in Einkttmg mit der eben noch gezeigten Unterwürfigkeit. Eine abstoßende Mischung von Trotz, Geringschätzung und Leichtsinn drückte sich in seinem Mienenspiel und seiner Haltung aus. Er machte eine Bewegung mit der Hand, als schlüge er mit der Reitpeitsche gegen den Stiefelschaft. Dann begann er den Refrain des neuesten Schlagers vor sich hinzusummen, den er am vergangenen Abend in der Stadt gehört hatte. Als ec nach Verlauf einer reichlichen Stunde „Ich habe Hoffnung. Ich hoffe, daß Sie in zwei bis drei Wochen wieder sehen werden." Ein tiefer Seufzer der Erleichterung wehte mit ihrem Atem zu ihm hinüber. Stefan trat zur Seite und drückte auf den Knopf der Klingel. Die Pflegerin erschien wieder. „Führen Sie Frau Konsul wieder in ihr Zimmer! Und bitten Sie den Herrn Konsul in das Empfangszimmer." Schweigend und unbewegt sah er den beiden nach. Er schien ganz vergessen zu haben, daß er „gibt das Glück der Woche" außer Haus. Anderseits oll man aber auch bei einem Kauf zum Wochenbeginn nichts schuldig bleiben. Montag ist unbeliebt als Waschtag, aber wenn ein Handwerker montags einen neuen Auftrag bekommt, hat er die ganze durch die Untergausuhrenn 20.30 Uhr am Heim. 24. September: In Wieseck Standortappell durch die Sozialstellenleiterin. 26. September: Gruppenappell durch die Unter» gauführerin in Lollar, 10.30 Uhr. 26. September: JnGroßen-Duseck Gruppenappell durch die Untergauführerin, 8.30 Uhr. Stelle KS. Am 25. und 26. September findet auf der Dienststelle eine Schulung aller Gruppensportwarttnnen statt. Die beiden Tage sind unbedingt freizuhalten. Kulturstelle. Zn der Zeit vom 20. bis 26. September läuft im Gloria-Palast der neue Ufa-Film „Unternehmen Michael". Der Besuch wird allen Mädeleinheiten empfohlen. Die Führerinnen weisen nochmals in allen Dienstabenden darauf hin. Sozialslelle. Von einigen JM.-Gruppen fehlt immer noch die Meldung, wieviel J.-Mädel Oftern 1938 aus ber Schule entlassen werden. Meldung sofort einsenden. Werks-Konzert bei Schaffstaedt. gegen. „Ich hörte schon von meiner Frau, Herr von Achenbach — wir dürfen hoffen?" „Jawohl, Herr Konsul. Es ist gerade noch _ zu einem Eingriff. Ein paar Wochen noch, und es wäre zu spät gewesen. Verbürgen kann ich mich für den Erfolg natürlich nicht, dazu ist der Fall viel zu schwer. Aber ich hoffe zuversichtlich, daß es gelingt. Jedenfalls werde ich alles daransetzen, um Ihrer Frau Gemahlin das Augenlicht wiederzu- nicht allein war. Da hörte er Annelores klanglose Stimme: „Brauchen Sie mich noch, Herr von Achenbach?" Er wandte sich um. „Dante, nein." Jetzt erst siel ihm die Blässe auf ihrem Gesicht auf. Er betrachtete sie aufmerksam. „Ist Ihnen nicht wohl?" „Oh, doch. Ich habe nur ein bißchen Kopfschmerzen. Das geht wieder vorüber." Mit eigenartig gespanntem Gesicht sah er ihr nach. Zwei Frauen! dachte er wieder. Mit der einen war man fertig — und die andere...? Seine Lippen schoben sich zusammen. Mit gesenktem Kopf verließ er das Ordinationszimmer. Es genügte, zu wissen, daß man mit der einen fertig war! Und das wußte man jetzt: Gloria Rettner, Gloria Bruckner, Patientin Nummer soundso, hatte ihre Macht über Stefan o. Achenbach verloren. Er würde seine ganze Kunst aufbieten, um ihr zu helfen, aber es war nur der Arzt, der das tat. Und es würde der größte Triumph feines Lebens fein, einem Menschen geholfen zu haben, der einst den schmählichsten, jämmerlichsten Verrat an ihm begangen hatte? Der Konsul befand sich bereits im Empfangszimmer und lief dort mit kurzen Schritten aufgeregt Tomaten 12 bis 17, Zwiebeln 6 bis 7, Meerrettich 30 bis 80, Pilze 40 bis 60, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 ko- 40 Pf., 50 kg 3,45 bis 3,50 Mark, Aepfel, X- kg 10 bis 25 Pf., Falläpfel 5 bis 6, Birnen 5 bis 25, Pfirsiche 40, Preiselbeeren 35, Zwetschen 15 bis 16, Nüsse 35 bis 40, Suppenhühner 80 bis 90, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 9 bis 11, Salatgurken 5 bis 30, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 9 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. ** Versetzung bei der Gießener R e i ch s b a n k. Der seit Juni 1934 hier tätige Reichsbankrat Dr. Schulte ist mit Wirkung vom 29. September d. I. als Direktor an die Reichsbanknebenstelle Oldenburg versetzt. Der Weggang des allseits beliebten und verdienten Beamten wird in weiten Kreisen sehr bedauert. ** Silberne Hochzeit. Das Fest der Silbernen Hochzeit feiern heute, Dienstag, 21. September, der Schneidermeister Carl Schnell und wieder über den Hof kam, sah er den Wagen in der Nähe des Eingangs halten. Nach einem vor- ichtigen Blick über die obere Fensterreihe trat er heran. „Na, Friedrich, wen fahren wir denn heute? näselte er. Es dauerte eine Weile, bis er Antwort bekam. „Das Fräulein." Das hatte nicht gerade freundlich geklungen. Friedrich war nicht gut auf den „Neuen zu sprechen. Aber Wolfersdorfs schien das nicht zu bemerken. „Welches Fräulein?" wollte er wissen. „Aus der Klinik." „Ach, die kleine Bergner? Oder die schöne Anne« lore?" Ein halb spötttscher, halb geringschätziger Blick traf ihn. , „Schöne Annelore? Sagen Sie das bloß nicht so laut! Bei der haben Sie bestimmt kein Glück...!" Wolfersdorfs hatte einen giftigen Blick bereit, fing ihn aber rechtzeitig mit den herabfallenden Augenlidern ab. , „Glück?" tat er unschuldig. „Wieso Gluck? Wer spricht denn davon?" Friedrich verzichtete auf eine Antwort. Aber er lächelte ihm vielsagend ins Gesicht. Es war ein regelrechtes Grinsen. Wolfersdorffs Gesicht überzog sich mit einem dunklen Rot. So ein unverschämtes Grinsen! Schade, daß der Alte nicht zu seinem Machtbereich gehörte! Dem hätte er es sonst schon heimzahlen wollen! Er entschloß sich zu einem überlegenen, geringschätzigen Lächeln. „Kleiner Irrtum, was Sie da denken! Kommt .gar nicht in Frage. Ich wollte nur wissen, wohin Sie fahren. In die Stadt?" ,Lann sein." „Das würde ja gut passen. Da könnten Sie mid) mitnehmen. Ich muß nämlich auch in die Stadt. Wieder zuckte leiser Spott über das Gesicht des Alten. „Ist Ihnen heute wohl zu kalt auf dem Gaul?" „Mir nicht. Aber dem Gaul ist cs zu kalt." „Hat er gesagt, was?" „Hat er gesagt, jawohl." „Na, von mir aus! Da sprechen Sie nur mal mit dem Fräulein." (Fortsetzung folgt.) Oie Wochentage im Volkstum Don Werner Lenz. Ehefrau Maria, geb. Niedermeier, Bahnhofstraße 58 wohnhaft. . ** Neubauten. In jüngster Zeit wurden tm Auftrage der Stadtverwaltung zwei Bauvorhaben in Angriff genommen: die Schaffung von 46 Dolks- wohnungen am Leimenkauterweg und die Errichtung eines größeren Stallgebäudes für das Ernährungshilfswerk. Die Wohnungsbauten, die einstöckig werden (wie jene Häuser, die bereits am Seimen« kauterweg errichtet und bezogen wurden), sind jetzt in den Kellergeschossen fertiagestellt Nunmehr ist man dabei, die Mauern für das Erdgeschoß aufzurichten. Auf der umfangreichen Baustelle sind zahlreiche Volksgenossen beschäfttgt. Der Stallneubau für das Ernährungshilfswerk ist wett vorgeschritten. Die Mauern für das Stallgebäude find bereits er- richtet, und die Zimmerleute sind soeben dabei, die Balkenlage für das Dach aufzurichten. Gleichzeitig ist der Bau für die Futterküche und für die Wohnung des Schweinemeisters in Angriff genommen worden. Anmeldung zum WHW. NSG. Jeder Hilfsbedürfttge, der das WHW. 1937/38 in Anspruch nehmen will, muß einen Antrag auf Betreuung bei den Geschäftsstellen der NSV. stellen. Der Antragsteller hat die Angaben durch Vorlage von Ausweispapieren, polizeiliche Anmeldung, Stempelkarte, Familienbuch usw. zu belegen. Erwerbslose müssen durch Vorlage einer Meldekarte nachweisen, daß sie sich als Arbeit- suchende beim Arbeitsamt gemeldet haben. Dasselbe gilt für die arbeitsfähigen Familienangehörigen, wie schulentlassene Kinder. Die Vorlage der Meldekarte als Arbeitsuchender ist bei allen arbeitsfähigen Volksgenossen Bedingung für eine WHW.-Betreuung. Arbeitsunfähige (Rentner Invaliden, Kranke) haben beim Antrag auf WHW.- Unterstützung ihre Arbeitsunfähigkeit in geeigneter Weise nachzuweisen (Atteste), sofern diese nicht von vornherein feststeht. Für schulentlassene Kinder, die im Haushalt benötigt werden, ist diese Notwendigkeit ebenfalls nachzuweisen. In Arbeit stehende Volksgenossen, die beim WHW. Unterstützung beantragen, haben eine Lohnbescheinigung über die letzten 3 bis 6 Monate beizubringen. Auch alle anderen Angaben sind ausreichend anzuführen, wie die Höhe der Wohnungsmiete, ob durch Untermiete besondere Einnahmen vorhanden, ob Hauszinssteuerstundungen oder andere Vergünstigungen zutreffen. Anträge ohne die geforderten Belege werden nicht angenommen. (Siebener rvochenmarktprette ♦ Gießen , 21. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Matte, 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, kg 9 bis 12, Weißkraut 6, Rotkraut 9 bis 12, gelbe Rüben 9, Karotten 8 bis 12, rote Rüben 9 bis 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 18 bis 25, Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 20 bis 35, Feldsalat Vi.o 10 bis 11, Woche Arbeit, sagt man. Der Dienstag hingegen hat eine glückbringende Kraft. Er ist dem altgermanischen Gotte Ziu, dem Kriegsgotte, geweiht; die Schwaben und Badener sagen heute noch „Zistia" für Dienstag. Noch Kaiser Heinrich IV. begann feine Kämpfe stets an dem Tage, der dem Waffengotte geheiligt ist, und ein am Dienstag geschmiedetes Schwert galt für besonders wehrkräftig. Am Dienstag soll man in eine neue Wohnung einziehen, auch — was natürlich eine Wortmißdeutung in sich schließt — einen neuen „Dienst" antreten. Dienstag war auch der „Dings- tag", „Thingstag". Noch vor wenigen Jahrzehnten gab es in alemannischen Gegenden überlieferungstreue Männer, die eine Vorladung vor den Schiedsrichter nur dienstags befolgten und zu anderen Terminen nicht erschienen! Der Mittwoch, althochdeutsch „wuotanestag , altnordisch „odinsdagr", wurde durch die christliche Beargwöhnung aller heidnischen Ueberlieferung r* einem Unglückstage gestempelt. Man sagte, Mi wochskinder seien — Anwesende und Leser ausgenommen — dumm ober schwer erziehbar; auch heißt es, wenn eine Ehe mittwochs geschlossen würde, kehre die junge Frau bald zu den Eltern heim. Beginnt ein Monat mit einem Mittwoch, so soll es vier Wochen schlecht Wetter geben, meint man in Tirol. Auch soll man mittwochs weder Holz fällen noch Brot backen. Hingegen hält der Bauer mancherorts an dem unglückbringenden Begriffe des Wotantages — englisch „wecknesckay" — fest und NSG. Zum vierten Male sammelt sich das deutsche Landvolk auf dem Bückeberg, um vor dem Führer und der ganzen Nation erneut feinen Willen zum Einsatz für Volk und Vaterland zu bekunden. Diese Kundgebung bildet zugleich die feierliche Krönung des Erntedankfestes, an dem das ganze Volk sich vor aller Welt zur großen deutschen Schicksalsgemeinschaft bekennen will. Um möglichst vielen Volksgenossen aus Hessen- Nassau Gelegenheit zu geben, diese Kundgebung zu erleben, wird wiederholt auf die zum Bückeberg fahrenden Sonderzüge aufmerksam gemacht. Zwei von diesen Sonderzügen gehen am Samstag, 2. Oktober, abends in Frankfurt ab und kommen am 3. Oktober morgens in Grohnde, der nächsten Station beim Bückeberg an. Der eine Sonderzug nimmt Fahrtrichtung über Hanau, Fulda, der andere über Gießen. Die Rückfahrt ab Grohnde erfolgt am 3. Oktober abends, so daß die Züge am Montag, 4. Oktober, in Frankfurt ankommen. Die Fahrtunkosten betragen 7 Reichsmark. Außerdem fahren am 1. Oktober um 22.10 Uhr, fünftägige F e r i e n s o n d e r z ü g e nach Holzminden und Bückeberg und treffen am 5. Oktober, um 16 Uhr, wieder in Frankfurt a. M. ein. Besichtigungen von Bad Pyrmont und Umgebung, Rundfahrten in die Umgebung von Holzminden, in _ ren Dienstag veranstaltet die NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" in einer Montage- halle der Firma Schaffstaedt ein Werks-Konzert, das von dem Reichssender Frankfurt übertragen wird. Das Konzert findet in der Zeit von 12 bis 13 Uhr RegierungSra1i.7r.Schaible gestorben. LPD. Darmstadt, 20. Sept. Ueberraschend ist der vor wenigen Jahren in den Ruhestand getretene Regierungsrat Eduard S ch a i b l e in Darmstadt gestorben. Er war Vorsteher des Stenographischen Büros des früheren Hessischen Landtags und hatte sich als Vorkämpfer der Einheitsstenographie schon früh für die neue Sache eingesetzt. In früheren Jahren hat Schaible zahlreiche Lehrbücher in Gabelsberger Kurzschrift veröffentlicht. Gefängnis wegen Änierschlagung von Lohngeldern Wetzlar, 20. Sept. (Lpd.) Ende Juli b. I. mußte in einem hiesigen großen 3 n b u ft r i e • werk ein Angestellter, der bereits seit 21 Jahren bei der Firma tätig war und volles Vertrauen genoß, der Kriminalpolizei übergeben werden, wett er sich in gröblicher Weise gegen die Betriebsgemeinschaft vergangen hatte. Er hatte sich bei der Führung der Lohnbücher seit 1934 dauernd Fälschungen der Bücher und Unterschlagungen von Lohngeldern zuschulden kom- men lassen, die schließlich die Höhe von rund 9100 Mark erreichten. Wegen dieser Unredlichkeiten hatte sich der Mann jetzt vor dem Wetzlarer Schöffen- gericht zu verantworten, das ihn zu neun M o - naten Gefängnis verurteilte. Rundfunkprogramm Mittwoch, 22. September. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. Aus einem alten Notenbuch. 14: Nachrichten. 14.10: Don allem etwas! 15: Volk und Wirtschaft. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Unser singendes, klingendes Frank- i fiirt. 20: Nachrichten. 20.10: Unser singendes, flin- 1 gendes Frankfurt. 21.15: „Bismarck wird Minister", , Hörspiel. 21.45: Märsche. 22: Nachrichten (auch aus । dem Sendebezirk). 22.20: Kamerad, wo bist du? das Weserbergland sind vorgesehen und werden jedem Teilnehmer reiche Abwechslung bieten. Bei diesen Sonderzügen betragen die Gesamtkosten (mit Verpflegung) 20 Reichsmark. „ Anmeldungen sind in diesem Jahre an die örtlichen „K d F." -Stellen zu richten, bei denen auch nähere Auskunft erteilt wird. Llrlaubsaustausch des Reichsnährstandes. Zu dem diesjährigen Erntedankfest auf dem Bückeberg veranstaltet die Landesbauernschaft Hessen-Nassau einen U r l a u b s a u s t a u i ch für die Landwirtschaft. Es sind von der Landesbauernschaft Hannover zahlreicheFrei- quartiere mit freier Verpflegung zur Verfügung gestellt worden. Der Urlaub dauert eine Woche, und zwar vom 29. September bis zum 4. Oktober. Die Fahrt geht mit modernen Omnibussen. Die Gesamtfahrkosten, sowie alle Nebenkosten betragen für die Woche 22 RM. Hierin ift auch die freie Verpflegung und die Unterkunft enthalten. Alle Reichsnährstandsmitglieder können sich hieran beteiligen. Meldung muß bis spätestens zum 22. September an die Kreisbauernschaft Oberhessen - West in Friedberg erfolgen. geben." „Ich werde es Ihnen nie vergessen, Herr von Achenbach! Und wann denken Sie die Operation vorzunehmen?" „Am Donnerstag. Es sind noch einige Vorbereitungen notwendig." Gedankenvoll sah Stefan dem Konsul nach, als sie sich nach einiger Zeit draußen auf dem Flur wieder trennten. Ein sympathischer Mann, dem es zu gönnen war, wenn feine Frau wieder ein ganzer Mensch wurde. Aber auch ein bedauernswerter Mensch; denn wenn Gloria Bruckner wieder sehen konnte, würde sie eines Tages wieder ausfliegen wie der Vogel aus dem schützenden Nest. Oder war sie nur in diese Ehe geschlüpft, weil sie flügellahm geworden war? Gleichviel! Licht gibt Flügel. Und einmal — nicht heute oder morgen vielleicht — aber einmal würde doch der Tag kommen, der diesen Mann aus allen Himmeln stürzen würde. 7. „Lohmann ist vollständig in seinem Recht", wiederholte Wolfgang v. Achenbach. „Die Landwirtschaft und die Forstwirtschaft sind zwei selbständige, klar voneinander abgegrenzte Aufgabengebiete. Lohmann ist für die Forstwirtschaft verantwortlich und daher auch allein zuständig. Ich kann es ihm nicht verdenken, wenn er sich darüber beschwert, daß ihm da jemand hineinzureden versucht. Und ich wünsche das auch keinesfalls, Herr Wolfersdorfs. Halten Sie sich das bitte für die Zukunft vor Augen." Wolfersdorfs hielt die unsteten Augen gesenkt. „Gewiß, Herr von Achenbach. So war es ja auch gar nicht gemeint. Es mar doch nur so ein Vorschlag, ein Ratschlag. Ich dachte — ich meine — : es schadet nicht, wenn man die Augen ein bißchen „Am Sonntag bet' und sing'; am Werktag schass dein Ding!" Der Sonntag ist ein Glückstay; das „Sonntagskind" ist im Volksglauben und Märchen chlechthin ein Glückskind. Als Feier- und Ruhetag tritt der Sonntag hinter den anderen Tagen naturgemäß an volkstümlicher Bedeutuna zurück. Jedoch griff er im mittelalterlichen Zunftleben auch in das Alltagswirken ein: am Sonntag kündigte der wanderlustige Geselle seinem Meister den Dienst auf, und auch am fremden Orte galt es als sckicklich, an einem Sonntage den neuen Meister um Arbeit an- zusprechen. „Der Sonntag ist der langweiligste Tag in der Woche", sagte der Student. „Man kann nicht einmal ein Kolleg schwänzen!" Da ist der Montag lustiger, meint der Handwerksgeselle, der blauen Montag hält, weil „der Montag des Sonntags Bruder ist"! Sonst gilt der Montag als Unglückstag im Aberglauben, wie viele Tage, die auf einen Feiertag folgen. Montags wurde fein Kind zur Taufe gebracht, auch nicht mit dem Entwöhnen der Säulinge begonnen. Ein Lehrling trat feine Lehrstelle nicht montags an, wie auch fein Kind erstmals montags in die Schule geschickt wurde, daß auch heute noch der Schulbeginn nach den Ferien fast nie auf einen Montag fällt. Ein Dienstmädchen, das am Montag eintritt, soll, wie es in Mecklenburg heißt, viel Geschirr zerbrechen. Ein Trost dafür liegt in der niederdeutschen Meinung, „daß es nicht lange im Dienst bleibe". Nicht ratsam soll der Einzug des Montags in ein neues 5)0115 oder neue Wohnung fein, weil man dann nicht lange darin bleibe. Ja — selbst „das Montagswetter wird keine Woche alt", anderseits heißt es „Rauher Montag — glatte Woche", und wenn man am Montagmorgen niest, hat man Glück für die kommenden Tage. Wer etwas Montags verleiht, wählt ihn gern zum Saattag: auch die oldenbur» gischen Schisser betrachten den Mittwoch als Glücks« Der Donnerstag, „bonarestag", „thorsdagr", war entsprechend der Volkstümlichkeit Donars der „Sonntag" der Germanen. Deshalb vermied noch im letzten Jahrhundert der Landmann donnerstags grobe Arbeiten. Da Donar der Fruchtbarkeit spendende Gott war, galt sein Tag als günstig zur Eheschließung. Donnerstagsheirat galt als „Glücksheirat". Sodann war der Tag Donars, dem das Eisen heilig ist, der Tag des Pflügens, denn die Pflugschar ist eisern. Es hieß, dann verschone der Wettergott das Feld mit Hagelschauern. Der Freitag — Frija, der Eheschutzerm, ge- weiht — gilt als glückbringend für Ehekameraden und Liebesleute. Da er aber der Kreuzigungstag des Herrn ist, gilt der Freitag meist als unheilvoll. Der Schiffer sticht nicht gern in See, denn das Meer soll jeden Freitag ein Opfer fordern. Die Eisenbahn- statistik hat gezeigt, daß der Freitag den geringsten Fernverkehr aufweist! Da aber mit der Kreuzigung Christi auch die Erlösung der Menschheit ermöglicht wurde deuteten manche den Freitag dennoch als Glückstag- sie sagten, freitags könne man Schatze heben und empfehlen es, am Freitag Lottenelose zu kaufen. Modern wirkt der Aberglaube, sich freitags nicht photographieren zu lassen! Dann kommt ber Samstag, (fr gilt nicht für voll, zumal in Gegenden, wo die Form „Sonnabend^ gebräuchlich ist. Man soll nicht säen am Sonnabend, denn — wie der Name sagt — ist es fein „richtiger" Tag. Ueberhaupt soll man samstags feine größere Arbeit beginnen; auch vermeidet man am letzten Wochentage nach Sonnenuntergang bas Spinnen, weil das Gespinst Raub der Mause wurde, die es zernagen. Ebenso unterläßt man zu dieser Zeit im Erzgebirge das Klöppeln. Sehr verbreitet ist eine Auffassung, die in Niederdeutschland zu diesem Reime geführt hat: „Dor is feen Saterbag (Samstag) so dick, bat bet Sünn (Sonne) nich beit nen Blick! In Baben sagt man, wenn am Samstagabend bas fleinfte Kinb der Familie im Bett niese, so folge eine glückliche Woche; und die Dorfschmiede üben noch teilweise den Brauch, wenn sie samstags Feierabend machen, drei Hammerschläge auf den Amboß zu tun: damit schmieden sie den Teufel für die kommende Woche fest. llBWWfliW! Roman von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Arthur Moewig, Romanvertrieb, Berlin SW 68. statt. Jungvolk sammelt Kastanien. NSG. Das Deutsche Jungvolk stellt sich in den Dienst des Vierjahresplanes, indem es bei der Kastaniensammlung hilft. Der Jungbann 115, Darmstadt, beginnt bereits in dieser Woche mit der Sammlung. Um das Gelingen der Sammlung sicherzustellen, bittet das Deutsche Jungvolk um das Verständnis und das Entgegenkommen der Bevölkerung. , . £ .. Ein einziger Kastanienbaum bringt Ertrage zwischen 40 und 300 Kilogramm. Schon bei einem Ertrag von 25 Kilogramm kann mit einer Ernte von 25 000 Tonnen gerechnet werden. Aus diesen 25 000 Tonnen lassen sich 1 Million Kilogramm Del, 1,6 Millionen Kilogramm Saponine und 14,4 Millionen Kastanienschrot gewinnen. Das Oel findet als technisches Fett Verwendung, aus dem Schrot gewinnt man Stärke und die seifenähnlichen Körper der Saponine sind ein begehrter Rohstoff in der Seifen-, Schaumlösch- und anderen Industrie. Der hohe Wert der Kastanien erfordert deshalb ihre restlose Sammlung und Ablieferung. irtschast. Die voraussichtliche Flachsernte von Hessen-Nassau und Hessen. Fwd. Auch in diesem Jahre wurde mit Rücksicht auf die besondere Bedeutung des Flachsanbaues für die Fett, und Rohstoffversorgung eine Dorschätzung der Ernteergebnisse für Flachs durchgeführt. Es ergibt sich für das Deutsche Reich eine Anbaufläche von 56 430 Hektar, gegenüber 44 067 Hektar im Vorjahr. Man kann mit einer Ernte von 178132 Tonnen Rohstengelstachs (Strohflachs) und 38 407 Tonnen Leinsamen, also mit einer Mehrernte von 19,6 bzw. 18,5 v. H., rechnen. Für die Provinz Hessen-Nassau ergibt sich dabei eine Anbaufläche von 2440 Hektar und für Hessen von 581 Hektar. Für Helsen-Nassau wird der Strohflachsertrag auf insgesamt 8222 Wonnen oder 33,7 Doppelzentner je Hektar und der Samenertrag auf 1844 Tonnen oder 7,5 Doppelzentner je Hektar geschätzt. Für Hessen lauten die vorläufigen Ziffern auf 1837 Tonnen Strohflachsertrag oder 31,6 Doppelzentner je Hektar und auf 398 Tonnen Samenertrag, was 6,9 Doppelzentner je Hektar entspricht. Die Hektarerträge in He s s e n liegen beachtlich höher gegenüber sonstigen Gebieten, wo an sich recht unterschiedliche Hektarerträge errechnet wurden. Für das Gebiet der Landesbauern- schäft Hessen-Nassau, das sich bekanntlich mit dem Gaugebiet Hessen-Nassau deckt, wurde der recht erfreuliche Anstieg des Flachsanbaues für die Ernte 1937 mit 115 0 Hektar angegeben, nachdem im Jahre 1933 nur eine Flachsanbaufläche von 16 Hektar vorhanden war. Hier ist demnach außerordentlich viel aufgeholt worden, um eine in der Faserversorgung offenstehende Lücke zu schließen. Die Gebiete der Provinz Hessen-Nassau, die in das Gaugebiet Kurhessen fallen, verfügen ebenfalls über eine recht ausgedehnte und inzwischen vermehrte Anbaufläche für Flachs. Jns- Sesamt rechnet man mit einem guten Mittelertrag er Gssamternte. Rhein-Mamische Börse. rNillagsbörse Aktien meist schwächer. Frankfurt a. M., 20. Sept. Auch zu Beginn der neuen Woche lag die Börse überaus still. Es herrschte eine ausgesprochen lustlose Stimmung Am Aktienmarkt war die Haltung überwiegend etwas schwächer, da die vorliegenden Aufträge meist die Verkaufseite betrafen. Eine gewisse Verstimmung und Zurückhaltung löste das weiterhin nicht unerhebliche Angebot in der Farben-Aktie aus, der Kurs ermäßigte sich um volle 2 v. H. auf 160,50. Dm gleichen Ausmaß gedrückt waren auch Holz- mann mit 151,50 (153,50), ferner verloren Deutsche Erdöl 1,65 v. H. auf 150,75, während sich hn übrigen die Abschwächungen meist unter 1 v. H. bewegten. Von Montanwerten notierten Hoesch 123 (123,90), Verein. Stahl 116,50 (117,13), Buderus 127 (127,65), Mannesmann 120,75 (121). Elektrowerte zeigten Abweichungen bis zu 0,75 v. H. Weiter fest lagen Schiffahrtsaktien, Hapag 83 (81,50), Nordd. Lloyd 85 (83,65). Der Aktienmarkt war auch im Verlaufe sehr ruhig und unerhvlt. In Färben-Industrie kam weiteres Anaebot heraus, der Kurs senkte sich bis auf 160,13. Auch sonst bröckelten eine Reihe von Papieren infolge der Geschäftslosigkeit noch etwas ab. Von Schiffahrtsaktien zogen Nordd. Lloyd weiter an auf 85,40 nach 85. Die später notierten Werte lagen unregelmäßig und meist etwas niedriger, stärker rückläufig Felten mit 135.25 (137) und Eonti Gummi mit 186 (187,13), dagegen Rheinmetall 152 (151), Salzdetfurth Kali nach Pause 162 (160). Der Einheitsmarkt lag ruhig und nicht einheitlich. Im Freiverkehr nannte man: Wayß & Freytag 148 bis 150, Pokorny 140 bis 142, Katz & Klumpp 110 bis 111, Verein. Pinsel 72 bis 74, Dingler 88,50 bis 89,50, Ufa 70,75. Tagesgeld blieb ZU 2,75 v. H. unverändert. Abendbörfe still und behauptet. Die Abendbörse nahm zwar einen sehr stillen, aber doch behaupteten Verlauf. Angebot lag kaum mehr vor, anderseits blieb auch die Unternehmungslust gering, zumal da Kundschaftsaufträge nicht Vorlagen. Die Umsatztätiakeit beschränkte sich zumeist auf Spitzenbeträge. Die Aktienkurse wichen gegen den Mittagsschluß kaum mehr als 0,25 bis 0,50 ab und hielten sich nach beiden Richtungen die Waage. Don Metallwerten gewannen Metallgesellschaft 1 v. H. auf 152,50, Deutscher Eisenhanüel 0,50 v. H. auf 147,50, während Verein. Deutsche Metall nach Pause 1 v. H. nachaaben auf 174. Von Montanpapieren bröckelten Buderus auf 126 (126,50), Rheinstahl auf 153,25 (153,50) ab. Verein. Stahl unv. 116,50, Deutsche Erdöl 150,50 (150,75). JG.-Farben bei kleinem Geschäft unv. 164,50. Maschinenaktien uneinheitlich, MAN. 133,25 (133,75), Rheinmetall 151,40 (151,75), Demag unv. 147,75, Junghans 133,65 (133,50). Von Elektrowerten stiegen Gesfürel auf 154 (153,25), AEG. auf 127,50 (127,13). Am Rentenmarkt wurden Kornrnu- nal-Umschubdung mit 94,70 bis 94,75 beachtet, 4,5proz. Verein. Stahl gingen mit 97,40 (97,25) um, 4,5proz. Krupp notierten unv 98,50. Arankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 20. Sept. Für Weizen bleiben die Mühlen, soweit sie sich noch nicht für zwei Monate eindecken konnten, weiter aufnahmefähig. Die Roggenzufuhren find befriedigend. Don Weizenmehl werden die helleren Typen bevorzugt, so daß die Type 1050 schleppenden Absatz hat. Norddeutsches Roggenmehl wird schleppend verkauft, während hiesige Herkünfte ausgeglichenen Markt haben. In Braugerste stockt zur Zeit das Geschäft. Industrie- und Futtergerste fehlen. In Futterhafer bleiben die Zufuhren noch klein. Es werden meist die Zuschläge für Heereshafer oder Jndustriehafer verlangt. Auf dem Futtermittelmarkt ist die Lage unverändert. Die dritte Maiszuteilung beginnt jetzt. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 204, W 16 207, W 19 211, W 20 213, Roggen R 12 185, R 15 190, R 18 194, R 19 196 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 28,90, W16 29,00, W 19 29,00, W 20 29,35. Roggenmehl Type 1150 R12 22,45, R 15 22,80, R18 23,30, R19 23,50 plus 50 Pf. Fracht-Aus- gleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W 16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20. Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R 18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Soya- schrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber getr. 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu alte Ernte 5,50, neue Ernte 4,90 bis 5,10, Heu, drahtgepreßt, alte Ernte 5,90, neue Ernte 5,30 bis 5,50, Weizen- und Roggenstroh—. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 21. Sept. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 574 Kälber, 149 Hämmel, 81 Schafe, 2750 Schweine. Es kosteten: Kälber 30 bis 65 Mark, Hämmel 40 bis 52, Schafe 25 bis 43, Schweine 52 bis 56 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Schweinemarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 20. September. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 299 Ferkel zum Verkauf aufgetrieben. Der Handel war schleppend, es verblieb ein Ueberstand von etwa 120 Stück. Es wurden bezahlt für 6 bis 8 Wochen ale Tiere 14 bis 16 Mark, 8 bis 10 Wochen alte 16 bis 20 Mark. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt vejchlossenen Dividende an. 1 * Reichsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 v. H Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurS Schlußk. Abeno- bötie Schluß- fürs Schluß! Mittag hörte Schluß- kurs Schlußk. Abend börte Schlußkurs Schlußk. Mittag- hörte Datum 18 9 20 9 18 9 20 9 . Datum 189 20.9. 18.9. 20 9 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichöanl. von 1934 *y$% Deutsche Reichsschatzanwei- sungen von 1935 . .. ..... 4’/i% Deutsche Reichsschatzanwei- jungen von 1935, II. folge . 4%% Deutsche Reichsschatzanwei- iungen von 1936, Hl. folge .. 6VZ% Boung Anleihe von 1930 .. /2 Dessauer Gas ............... 4 Deutsche Erdöl ..............5 Deutsche Gold» und Silber .... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen........6 Elektrische Licht und Kraft.....7 3- G. Farben-Jndustrte.......7 Felten & Guilleaume......... 6 Tb. Goldschmidt............. 6 Gritzner Maschinen........... 0 Haroener................. 8y2 Hoesch Eisen............... 3 yt Philipp Holzmann........... 8 Ille Bergbau................ 6 Ilse Genüsse................6 Kali Aschersleben............ 4 Kldllnerwerte ............ 4% Kokswerte und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer .................. c Mainkraft............ 4 Mannesmann............. */2 Mansselder Bergbau......... 7 Metallgesellschaft............6 Crenftein & Koppel..........0 Rheinische Braunkohle....... 12 Rheinische Elektro...........6 Rheinstahlwerke..............6 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 Rntgerswerke .............. 7 Salzdetfurth Kali ..........6 Schuckert L Co............... 7 Schultheis Patzenhofer........4 Siemens & Halske .......... 9 Süddeutsche Zuller.......... 10 Bereinigte Stahlwerke...... Rotierune Hp'i | Bne Amtlutt- Autieruno ■’öe.. | Brief nmlHllN'Ronerun "e' | Brie Buenos 21tce»............. ©rüffel................... Rio ve Janeiro............ Polen.................... Kopenhagen..... ....... Danzig................... London .................. gelfingfor»................ Holland.................. Italien................... 0 4 0 4 5 4 12 8 13 1. ,749 1,92 ,160 7,00 5,21 7,00 365 5,47 422 ',45 ,09 0,753 42,00 0,162 47,10 55.33 47,10 12,395 5.48 8.438 137,73 13,11 0,749 41,94 0,160 47,00 55,19 47,00 12.36 5,47 8,442 137,44 13,09 0,753 42,02 0,162 47,10 55,31 47,10 12,39 5,48 8,458 137,72 13,11 Japan.................... Jugoslawien .............. Oslo ................... Wien..................... Lissabon.................. Stockholm .. ............. Schweiz.................. Spanien.................. Prag..................... Budapest................. NeuyoU.................. 0,720 5,694 62,14 48,95 11,23 63,75 57 23 16,98 8,686 2,493 0 722 5,706 62.26 49,05 11,25 63,87 57,35 17,02 8,704 2,497 0,720 | 5,694 62,12 48,95 ' 11,225 . 63,73 57,23 16,98 8.686 2,493 0,722 5,706 62,24 49,05 11,245 63,85 57,35 17,02 8,704 2,497 SJl.-'fpoit Oie Kämpfe der 2. Tschammerpokal-Schiußmnde. -Im Tschammer - Pokalwettbewerb wurden am Sonntag die „letzten Sechzehn" ermittelt, die nun am 31. Oktober in der nächsten Runde um einen Platz unter den „letzten 2!djt" kämpfen werden. Wie wichtig bei diesen Pokalspielen der Vorteil des eigenen Platzes ist, geht recht deutlich daraus hervor, daß von den 16 Spielen der zweiten Schlußrunde 13 mit Siegen der gastgebenden' Vereine endeten und nur dreimal endeten reisende Mannschaften in Front. Und zwei dieser drei reisenden und siegenden Mannschaften benötigten die verlängerte Spielzeit, um die entscheidenden Tore zu erzielen. Von den acht süddeutschen Mannschaften blieb die Hälfte auf der Strecke, nämlich SSV. Ulm, Karlsruher FD., VfR. Mannheim und VfV. Mühlburg. Die vier „Ueberlebenden" sind Wor- matia Worms, SV. Waldhof, VfB. Stuttgart und SpVg. Fürth, also je eine Mannschaft der vier süddeutschen Gaue Südwest, Baden, Württemberg und Bayern. Der Südwestmeister, Wormatia Worms, gewann gegen den 1. SSV. Ulm, der in der ersten Schlußrunde den 1. FC. Nürnberg besiegt hatte, mit 4:1 (3:0) viel leichter als erwartet. Viel schwerer hatte es Badens Meister, SV. Waldhof, gegen die übermäßig hart spielende Bezirksklassenelf Schwarz- Weiß Wuppertal, aber mit 3:0 (1:0) fiel der Sieg zahlenmäßig doch noch recht deutlich aus. — Der VfB. Stuttgart, Württembergs Meister, gewann gegen den Plcmitzer SC. nur dank der geschlosseneren Mannschaftsleistung mit 2:0 (1:0). Einen leichten und hohen Sieg — den höchsten Pokalsieg des Tages! — feierte die SpVg. Fürth gegen den sehr schwachen Breslauer FV06. Das 7:1 sagt genug! Ausgeschieden sind neben dem SSV. Ulm noch VfR. Mannheim, VfB. Mühlburg und Karlsruher FD., also drei badische Mannschaften. Der VfR. hatte das Pech, in Chemnitz die „Helmchen-Elf" in einer unwiderstehlicher Form anzutreffen. Helm- chen und Co. blieben mit 5:2 siegreich. Der VfB. Mühlburg zog in Duisburg gegen den FV. 08, dem letzten Vertreter der Bezirksklasse, mit 0:1 den Kürzeren und der Karlsruher FV. verlor zuhause gegen Fortuna Düsseldorf mit 0:2, obwohl die Gäste ohne Kobierski und Wigold zur Stelle waren. Für die große Pokal-Ueberraschung sorgte Borussia Dortmund, gelang ihr doch in Bremen ein 4:3=<5ieg in verlängerter Spielzeit über den Nieder- sachsenmeister. Sonst wäre noch Schalkes magerer Sieg (2:1) über Rot-Weiß Oberhausen zu nennen. Die übrigen Sieger heißen: Tvd. Eimsbüttel, Dresd- -ner SC. (der in der Verlängerung Tennis-Bor. Ber- lin schlug!), BC. Hartha, Berliner SV. 92, Holstein Kiel (5:3 über die vom Deck) verfolgte Hertha BSC. Berlin!) und Eintracht Braunschweig. ZugendfußbaU im DfB.-Neichsbahn. Der vergangene Sonntag brachte der Jugend keine Pflichtspiele. Die Gießener bestritten deshalb zwei Jugendspiele gegen die 1. und die 2. Jugend von Großen-Linden. Die 1. Jugend mußte nach langer Siegeskette eine Niederlage einstecken Sie verlor mit 4:5 Toren. Allerdings war die Mannschaft nicht komplett. Sechs Mann mußten ersetzt werden. Der Ersatz konnte nur teilweise gefallen. Die Großen-Lindener hatten ihre stärkste Vertretung zur Stelle. Die Gäste legten von Anfang an mächtig los, erzielten in der 5. Minute ihr erstes Tor, erhöhten bald auf 2:0, dann aber kamen die Gießener auf und zogen gleich. Sie konnten sogar auf 4:2 erhöhen, dann gingen aber die Gäste voll aus sich heraus und sicherten sich mit drei Toren den Sieg. Die 2. Jugend von VfB.-R. schlug die 2. Jugend- elf mit 15:2 Toren. Der Sieg fiel zu hoch aus. Die Gäste waren nicht so schlecht, wie es das Ergebnis besagt. Sie hatten allerdings das Pech, den Gegner in bester Form anzutreffen. Daubringen I — Staufenberg I 3:3. Am Sonntag trafen sich in Daubringen die ersten Fußballmannschaften von Staufenberg und Daubringen. Das Spiel stand bei Halbzeit 2:1 für Daubringen. Nach der Pause glichen die Gäste aus und übernahmen auch die Führung. Erst kurz vor Schluß konnten die Gastgeber ein Tor aufholen und damit den Gleichstand Herstellen. Lehrgangsarbeit im Handball. Der durch Gauschiedsrichterobmann Jakob (Kassel) aeleitete Lehrgang in Gießen hatte einen ausgezeichneten Besuch aufzuweisen. Es mögen sechzig Schiedsrichter und Anwärter gewesen sein, die zusammen gekommen waren, um sich kurz vor Beginn der neuen Spielzeit nochmals eingehend über das zu unterrichten, was für die reibungslose Durchführung einer Runde unbedingt beachtet werden muß. Nach Worten der Begrüßung durch Kreisfach- wart Luh begann der Lehrgangsleiter zunächst mit einer theoretischen Durchsprache der wichtigsten Regeln, die dann an Hand von Beispielen erläutert wurden. Das anschließend durchgeführte Uebungsspiel zweier Kursistenmannschaften gab dann den Schiedsrichtern Gelegenheit, alle Einzelheiten auch noch praktisch anzuwenden. Die Zusammenkunft hat auf alle Fälle ihren Zweck erfüllt. Der Kreis Gießen wird sich auf seine Schiedsrichter verlassen können. Die Freundschaftsspiele des Sonntags fielen ohne Ausnahme der schlechten Witterung zum Opfer. Leichiathl-tik-Erfolqe des TB. Heuchelheim. Zu einem großen Erfolg gestaltete sich die Teil- nähme der Heuchelheimer Leichtathleten bei den 10. Nationalen der Turn- und Sportgemeinde Weilburg. Obwohl K. Stahlhut verhindert war, kam die sieben Mann starke Mannschaft zu sieben ersten, zwei zweiten und einem dritten Sieg. Die Ergebnisse. Jugend. 100 Meter: 1. Erich Rinn 12 Sek. Weitsprung: 1. Erich Rinn 6,23 Meter. Speerwurf 1. Erich Rinn 45 Meter. In diesen drei Uebungen zeigte Erich Rinn feine große Ueberlegenheit. Hoch, sprung: 2. Erich Rinn 1,55 Meter. 4X100-Meter« Staffel: 1. Tv. Heuchelheim (Lang, W. Rinn, Siegel, E. Rinn) 49,1 Sek., 2. FSV. Frankfurt, 3. VfB.- R. Gießen. Die zum ersten Male startende Jugendstaffel zeigte sich von der besten Seite. Klasse 2. 200 Meter: 1. Jung, Diez; 2. Koch, 1900 Gießen; 3. L. Ulm, Tv. Heuchelheim, 24,8 Sek. — 1500 Meter: 1. Erwin Neide! 4,35 Min. E. Neide! lief nur auf Sieg. Klasse 1. 800 Meter: 1. Peters, 1900 Gießen, 2:06 Min.; 2. Erwin Neide!, To. Heuchelheim, 2:07 Min. 3000 Meter: 1. Franz Reidel 9:15 Min. Hier stand der Sieger schon von der ersten Runde an fest. 3X100-Meter-Staffel: 1. Tv. Heuchelheim (W. Rinn, F. Neide!, E. Neide!) 8:41 Min.; 2. FSV. Frank- furt. W. Rinn schaffte schon einen kleinen Vorsprung, den Franz und Erwin Neidel auf 150 Meter erweiterten. Am kommenden Sonntag findet die Leichtathletiksaison mit dem letzten Versuch um die Deutsche Dereinsmeisterschast Kl. C ihren Abschluß. Für den To. Heuchelheim gilt es, die Punktzahl zu erhöhen, um sich einen schönen Platz in der Spitzengruppe des Reiches zu erkämpfen. Hier abjchneiden! Gcschlechttzbeeinflussung 161 Geschwollene Füße lZ 8 3 ertung- i/\ oder der Kindes nur sogenannte Anstandsgeschenke (siehe dort) machen. Geschenke, die die Frau ohne Zustimmung des Mannes kauft, braucht dieser nicht zu bezahlen, außer es handelt sich um übliche Geschenke für Haus-Angestellte. Geschenke, die sich Verlobte gegenseitig gegeben haben, können zurückoerlangt werden, wenn die Verlobung aufgehoben wird (s. Entlobung). Wird eine Ehe geschieden, so kann der unschuldige Ehegatte binnen eines Jahres die während des Brautstandes und der Ehe gemachten Geschenke zurückoerlangen. Der Schenker kann Geschenke wegen groben Undanks des Beschenkten zurückoerlangen mit Ausnahme der Anstandsschenkungen oder wenn der Schenker verziehen hat (s. Schenkung). Geschlechlsbeeinflussung, ein lange gehegter Wunsch der Menschheit. Es sind vielfache Versuche angestellt worden, das Geschlecht zu beeinflussen, aber bis jetzt allerdings völlig erfolglos. Im allgemeinen werden durchschnittlich 100 Mädchen auf 106 Knaben geboren; da jedoch die Knabensterblichkeit im Säuglingsalter viel hoher ist, verschiebt sich das Verhältnis derart, daß im hei- ratsfähigen Alter wieder die Mädchen überwiegen. Geschlechlskrankhellen, ansteckende Krankheiten, die im allgemeinen durch den Geschlechtsverkehr erworben werden, aber von den Kranken auch auf andere Weise verbreitet werden können, so Gonorrhoe, weicher Schanker, Syphilis. (Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrank, heiten, gegründet Berlin 1902.) Geschmack, übler, kommt oft bei Magenstörungen vor, besonders wenn die Zunge sehr belegt ist. S. Mundpflege! Geschmeide, von Geschmiedetes abgeleitet, nennt man kostbare Schmuckstücke. Geschwollene Backe ist meist ein Anzeichen für eine Zahnerkrankung (Wurzelhautentzündung und -Eiterung), kommt aber auch bei Mumps (s. d.) vor. Arzt rufen! Geschwollene Füße, besonders nach größeren Anstrengungen, behandelt man mit Umschlägen mit essigsaurer Tonerde. Andere Ursachen der geschwollenen Füße WEISS SCHWARZ das neue selbsttätige WAS C H M ITTE L für alle Wäsche. Wäscht ohne Zusatz von Seife u.Seifenpu Iver.Garantiert ohneChlor Normalpaket 28 Pf. Doppelpaket 55 Pf. P. Jos.Möbs, Seifenfabriken, Gießen — Neicbsauiobahn Frankfurt-Darmstadt als Nekordstrecke Auto- und Motorrad-Rekordwoche im Oktober. Nach einer Mitteilung der Obersten Nationalen Sportbehörde (ONS.) wird in der Zeit vom 25 bis 30. Oktober 1937 unter Leitung der ONS. auf der Reichsautobahn zwischen Frankfurt a. M. und Darmstadt, die schon wiederholt der Schauplatz von motorsportlichen Rekordversuchen war, eine internationale Rekordwoche für Wagen und Motorräder durchgeführt. Um eine Verteilung der Rekordversuche auf längere Sicht zu vermeiden, hat die ONS. beschlossen, die Versuche auf den genannten Zeitraum zu beschränken. Sollte durch ungünstige Witterung oder sonstige Schwierigkeiten dieser Zeitraum nicht genügen, so wird auch noch die erste November-Woche zur Fortsetzung der Versuche Hinzuge- nommen. Der Zweck der Veranstaltung ist, die bestehenden internationalen und Welt-Bestleistungen anzugreifen und zu verbessern. Die ONS. behält sich vor, nur solche Fahrer und Fahrzeuge zu den Rekordversuchen zuzulassen, bei denen Aussicht auf erfolgreiche Rekordfahrten besteht. Die Teilnahme ist nur auf besondere Aufforderung durch die ONS. möglich. Wie wir hören, haben zu dieser Rekordwoche nicht nur die großen deutschen Firmen, sondern auch die bekanntesten Firmen der ausländischen Automobil- und Motorrad-Industrie ihre Beteiligung in Aussicht gestellt. Stuck nicht mehr bei Auto-Union. Eine jahrelange erfolgreiche Verbindung im internationalen Autosport ist in diesen Tagen gelöst worden. Hans Stuck, der deutsche Bergmeister, trennt sich von Auto-Union und wird bereits am kommenden Sonntag beim Masaryk-Rennen nicht mehr am Steuer des erfolgreichen deutschen Wagens sitzen. Die Auto-Union startet in Brünn nur drei Wagen, die sie Bern Rosemeyer, dem vielversprechenden Nachwuchsfahrer H. P. Müller und dem Italiener Achille V a r z i anoertraut. John Lobb gewinnt die „500 Meilen". Das 500-Meilenrennen auf der Autorennbahn von Brooklands bei London wurde von dem Engländer John Cobb auf einem Napier-Railton-Wagen ganz überlegen gewonnen. Cobb benötigte für die 500 Meilen eine Zeit von 2:26:24,40 Stunden, was einer mittleren Geschwindigkeit von 203 km/st entspricht. Die nächsten Plätze belegten Dobson auf Riley (2:29:24 Stunden) und Brackenbury auf Sunbeam (2:33:17 Stunden). Oer Preis der Neichshauptstadt im 70jährigen Hoppegarten. Die Rennbahn Hoppegarten feierte am Sonntag mit einem Rennen von Spitzenpferden dreier Länder um den Preis der Reichshauptstadt ihr 70jäh- riges Bestehen. Zu diesem größten Ereignis, das die berühmte deutsche Rennbahn bisher sah, waren viele bekannten Persönlichkeiten erschienen Das französische Pferd „Corrida" siegte in dem 2400- Meter-Rennen, danach kam „Sturmvogel" und als drittes die italienische Stute „Amerina" Zwei Weltrekorde der Polin Walasiwicz Bei den polnischen Leichtathletikmeisterschaften der Frauen in Drohobycz gelang es der Polin Stanis- lawa Walasiewicz, gleich zwei neue Weltrekorde aufzustellen. Die 100 Pards legte sie in der neuen Weltbestzeit von 10,8 Sekunden zurück, womit sie ihren eigenen Rekord von 10,9 Sekunden, aufgestellt am 21. August 1937 in Warschau, um eine Zehntelsekunde unterbot. Als erste Frau übersprang Walasiewicz im Weitsprung die 6-Meter-Grenze. Mit der neuen Rekordmarke von 6,25 Meter wurde die bisherige Weltbestleistung der Japanerin Hitomi mit 5.98 Meter gleich um 27 Zentimeter übertroffen Aus -er engeren Heimat. 94 Jahre alt. cxd Langsdorf, 21. Sept. Am morgigen Mittwoch, 22. September, vollendet die älteste Einwohnerin unseres Dorfes, Frau Elisabeth Wirth, geb. Roth, die Witwe des „Heil-Wagners" Philipp Wirth, ihr 9 4. Lebensjahr. Sie nimmt noch an Frau Wirth. — (Aufnahme: A. Heymann.) dem Geschehen des Tages Anteil und ist bei leidlicher Rüstigkeit. Sie erlebte fünf Kinder, fünf Enkel und vier Urenkel. Frau Wirth entstammt einer unserer ältesten Bauernfamilien, die seit vielen Jahrhunderten bei uns anaesiedelt ist. Unter den Vorfahren der Jubilarin finden sich zwar viele alte Leute, aber ein so hohes Alter hat keiner ihrer Ahnen erreicht, soweit sie m unserer Vergangenheit erkennbar sind. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 20. Sept. Zum Tag des deutschen Volkstums und dem Fest der deutschen Schule veranstaltete unsere Volksschule am Samstagabend im Garten der Wirtschaft „Zur Burg" eine volksdeutsche Kundgebung. Im Mittelpunkt des Abends stand ein feierliches Chorspiel „Das Reich" von Wilhelm Maria Mund, das die Schüler der drei oberen Klaffen eingeübt hatten. In Gedichten und mehrstimmigen Chören, zum Teil unter Mitwirkung eines Handharmonika- orchesters, warben die Kinder für den Volksdeutschen Gedanken. Die Mädchen der fünf letzten Schuljahre tanzten Reigen der Grenzlanddeutschen. Rektor Dr. Crößmann als Leiter der Schule sprach über die Lage der Ausländsdeutschen und den besonderen Schutz, den das Dritte Reich unseren Brüdern außerhalb der Grenzen gewährt. Die Feier hatte guten Besuch aufzuweisen und hat hoffentlich vielen Volksgenossen die Herzen für die Not unserer auslandsdeutschen Brüder geöffnet. Der Reinerlös des Abends mit einem schönen Betrag kommt der VDA.-Arbeit zugute. ! Großen-Linden, 20 Sept Daß man auch bei ungünstigem Wetter „in Freuden wandern" kann, bewies eine kleine, aber unverdrossene Schar unseres Zweigvereins „Hüttenberg" vom D H C. am letzten Sonntag. Die Tageswanderung, die in die Vorberge des Taunus führen sollte, begann bei schönstem Wetter. Die Bahn brachte die Teilnehmer nach Butzbach, von da ging es über Hausen auf den Hausberg. Hier wurde kurze Zeit gerastet. Zugleich setzte aber heftiger Reuen ein. Ganz durchnäßt, aber doch „mutwillig heiter", wurde sodann der Abstieg nach dem Jsseltal angetreten. Dort fand man für einige Stunden einen warmen Unterschlupf in einem Wochenendhaus. Der Weg führte am Nachmittag bis vor Münster, von da über Hochweisel zurück nach Butzbach. Trotz des Regens und der kühlen Witterung war es eine vergnügliche Wanderung. s. L a n g - G ö n s , 20. Sept. Die Ernte der Spätkartoffeln hat nun überall begonnen. In der Hauptsache handelt es sich in unserer Gemarkung um die gute Sveisekartoffel „Industrie". Daneben werden auch andere Sorten, wie „Priska", „Raddatz voran" „Erdgold", „Ackersegen" usw. gezogen. Der Ertrag der Kartoffelernte ist sehr zufriedenstellend. — Unser Obst- und Gartenbauverein beabsichtigt, eine lokale Ausstellung zu veranstalten. In der Hauptsache soll die Ausstellung die Sortenkenntnis vertiefen und wichtige Hinweise für Neupflanzungen geben. Der Verein geht dabei von dem Gedanken aus, daß solche Ernten, wie die von 1937, die nur eine Mittelernte genannt werden kann, den Obstliebhabern zeigen, welche Sorten eigentlich in einer bestimmten Gegend angepflanzt werden können. Rekordernten wie vor zehn Jahren sind sehr selten und können deshalb niemals Richtung weisend im Obstbau sein, weil in solchen guten Jahren eben alle Bäume Obst bringen. Die ausgestellten Früchte sollen am Schluß der Veranstaltung verlost werden. — Dem Wunsche vieler Mitglieder entsprechend, will der Obst- und Gartenbauoerein ein Süßmost g e r ä t anschaffen. Dieses Gerät wird gegen eine geringe Gebühr an die Mitglieder verliehen. Es ist somit die Möglichkeit gegeben, daß der gesunde Süßmost in vielen Haushaltungen seinen Einzug hält. Durch die Herstellung von Süßmost können auch kleinere Mengen von Kelteräpfeln und -Birnen, die für das Keltern zu Apfelwein nicht in Frage kommen, voll und ganz verwertet werden. wg. Großen-Buseck, 20 Sept. Bei der jüngsten Prämiierung der Ziegen in Gießen konnte der seit 1909 bestehende hiesige Ziegenzuchtverein außer vier Ehrenpreisen der Landesbauernschaft, auch eine größere Anzahl anderer Preise mit nach Hause nehmen. In Klasse 3 erhielt der einjährige Zuchtbock der Gemeinde den 1. Preis. In Klasse 4 erhielten bei starker Beteiligung die Züchter Christoph S ch e l d VI. den ersten Preis und Karl H e r z b e r g e r den 2. Preis ‘für ihre Ziegen Beiden wurde je em Ehrenpreis der Landesbauernschaft zuteil Die Ziegen von Heinrich Münch I und Wilhelm Wagner IX. wurden mit dem 1. Preis, die von Balthasar Pfeiffer I. mit einem 2. Preis und die von Karl Wilhelm Wagner mit einem 3 Preis ausgezeichnet. In Klasse 5 brachten die beiden Ziegen des Ludwig Scheld V. je einen 2. Preis In Klasse 6 stand die Ziege von Karl Wilhelm Wagner an erster Stelle und die von Christoph Scheld VI. an zweiter Stelle. Auch ihnen wurde der Ehrenpreis der Landesbauernschaft zuteil Weiterhin errangen noch die Ziegen des Wilhelm Pfeiffer einen 1. Preis. Karl Herzberger, Heinrich Münch I und Karl Wilhelm Wagner je einen 2. Preis, Wilhelm Pfeiffer und Heinrich Scheld VII. je einen 3. Preis Den Ziegenbock des Züchters Heinrich Wagenbach VI erwarb die Gemeinde Bönstadt für 240 Mark. wg Großen-Buseck, 21 Sept. Der Landwirt Heinrich W a a n e r XVI. und Ehefrau Lina. geb. Horn, Bahnhofstraße, feierten dieser Tage das Fest der silbernen Hochzeit. — Seit einiger Zeit machen sich in unserer Gemarkung F e l d d i e b e bemerkbar. So wurden verschiedenen Grundstücksbesitzern die Bohnen, Erbsen, Gemüse usw. gestohlen. Einem Einwohner, der in seinem Garten Wäsche zum Trocknen aufgehängt hatte, wurde diese zu nächtlicher Stunde entwendet. Der Feldpolizei ist es nun gelungen, zwei junge Männer auf frischer Tat beim Pflücken von Aepfeln zu erwischen und namhaft zu machen. Das Obst mußten sie aus der Bürgermeisterei ab» liefern. # Daubringen, 20. Sept. Der Kegelt! u b „Alle Neu n" veranstaltete bei Gastwirt Schäfer ein Preiskegeln Wertvolle Preise gelangten zur Verteilung. Die drei ersten Sieger waren Otto Walther, Karl Hahn und Ernst Schäfer. Zum 2. Oktober 1937! Beiträge zur Hindenburg-Spende nehmen alle Banken, Sparkassen und Postanstalten an! Der Ueberschuß der Veranstaltung wurde dem Gesangverein „Sängerlust", der vor einiger Zeit neu erstand, zugewiesen. # Mainz! ar, 20. Sept. Die hiesige Gemeinde, wie auch die Gemeinde Daubringen, sind mit Frau G Michel übereingekommen, sie für die beiden Gemeinden als Hebamme ausbilden zu lassen. Die Ausbildung wird anderthalb Jahre in Anspruch nehmen. c>o Langsdorf, 20. Sept Seit kurzem machen sich in unserem Wald wieder Wildschweine bemerkbar-, sie richten an Kartoffeläckern starken Schaden an. Ein Treiben, das auf sie angestellt wurde, blieb leider ohne Erfolg. w H u n g e n, 20. Sept. Die hiesige Gemeinde- Obstversteigerung erbrachte, je nach der Qualität der Aepfel, einen Durchschnittspreis von 5 bis 10 Mark je Zentner Aepfel. Kreis Friedberg. > Münzenberg, 19. Sept. Bei der G e - meinde-Obft-Versteigerung wurden recht gute Preise erzielt. Tafelobst kostete etwa 9 bis 11 Mark je Zentner am Baum. Das Wirtschaftsobst war fast ebenso teuer. Die Gemeinde Münzenberg hat dieses Jahr für ungefähr 6000 RM. Obst verkauft. Kreis Vehiar. <£ Wißmar, 20 Sept Dieser Tage versammelten sich Landwirte und Obstbauinteressenten bei Gastwirt Leib. Kreisobstbautechniker L e i b (Wetzlar) sprach eingehend über Schädlingsbekämpfung und über die zweckmäßige Neuan- Pflanzung. Er wies besonders darauf hin, daß zu Gemeinschaftsanpflanzungen Zuschüsse gewährt werden Ferner machte er darauf aufmerksam, daß in diesem Monat noch die Anlegung der Leimringe zu erfolgen habe, die allen Obstbaumbesitzern zur Pflicht gemacht sei Ortsbauernführer Wagner gab, nachdem eine rege Aussprache den Vortrag beschlossen hatte, noch die neuen Richtlinien über den Kartoffelabsatz und die Richtpreise bekannt. — Die Arbeiten an der neuerbauten Kleinkinderschule gehen ihrem Ende entgegen Das Haus wird bald seiner Bestimmung übergeben werden können. Gegenwärtig ist man mit dem Planieren des Hofes beschäftigt. T Waldgirmes, 20. Sept. Bei der Ge - meindeob st Versteigerung kamen die besseren Apfelsorten, Schöner von Boskop, Wintergoldparmäne, Winterzitronenapfel, 10 bis 12 Mark je Zentner, Wirtschaftsäpfel 5 bis 6 Mark, Kelterbirne 2 bis 3 Mark Winterbirne 3 bis 4 Mark Geschwür 162 Gesetzlicher Vertreter sind Venen - Entzündungen und Krampfadern-, auch bei Plattfuß können die Füße anschwellen, so besonders im Sommer. Arzt! Geschwür, mit Entzündung oder Eiterung verbundener Substanzverlust einer Gewebsoberfläche. Sehr schlechte Heilungsneigungl Häufig sind Geschwüre am Unterschenkel bei Frauen infolge von Krampfadern nach Schwangerschaften (Kindsfuß). Geschwüre der Mundschleimhaut durch schadhafte Zähne, syphilitische und tuberkulöse Geschwüre. Behänd- lung mit Salben usw Bei Syphilis und Tuberkulose muß das Grundleiden behandelt werden. Arzt! Geschwulst. 1. Schwellung, 2. Neubildung, meist ohne erkennbaren Anlaß eintretende selbständige Wucherung von Körpergeweben. Jede Geschwulst, auch wenn sie nicht schmerzhaft ist, ist sofort dem Arzt zu zeigen, nicht lange warten mit einer evtl. Operation, da auch die bösartigen Geschwülste heilbar sind, wenn sie frühzeitig radikal entfernt werden. Geselchtes, hauptsächlich in Süddeutschland übliche Bezeichnung für gepökelte (geselchte) Räucherwaren vom Schwein. Gesetzlicher Gütersland tritt mit der Eheschließung von selbst ein, wenn kein Ehevertrag abgeschlossen wird. Das Vermögen der Frau wird eingebrachtes Gut und unterliegt der Verwaltung und Nutznießung des Mannes (s aber Vorbehaltsgut). Der Mann kann aber die Frau ohne ihre Zustimmung nicht durch Rechtsgeschäfte verpflichten oder über eingebrachtes Gut verfügen Die Zustimmung kann durch das Vormund- schaftsgericht ersetzt werden. Einen das etngebrachte Gut betreffenden Prozeß kann der Mann im eigenen Namen führen. Die Frau darf über eingebrachtes Gut nur mit Zustimmung des Mannes verfügen (f. eingebrachtes Gut). Gesetzlicher Vertreter ist der durch Gesetz bestimmte Stellvertreter im Gegensatz zu dem auf Grund einer Vollmacht bestellten Vertreter. Personen, die nicht voll geschäftsfähig sind (s. Geschäftsfähigkeit), müssen einen gesetzlichen Vertreter haben. Für minderjährige Kinder ist es der Da- ter; die Mutter nur dann, wenn sie die volle elterliche Gewalt hat. Verwaiste und uneheliche Kinder sowie entmündigte Personen bekommen als gesetzlichen Vertreter einen Vormund Der Mann ist nicht gesetzlicher Vertreter der Frau, er braucht also eine Vollmacht, wenn er die Frau vertreten will. Der ge» Steifung gelesen ■ I dabei gewesen * Petersilie schneiden. Mit dem Messer dauert das sehr lange, ehe sie richtig klein ist. Anders ist es, wenn Sie einen Gemüseschneider haben. Ein paarmal darüber hinweggefahren, und schon ist die Arbeit getan Lassen Sie sich bei Häuser den Gemüseschneider zeigen 3- B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. Kindlich zeigen bei 6126A 9 Photo-Kino Kreuzplatz Seltene Natururkunden von den Halligen und vom Wattenmeer enthält die Neuerscheinung, die alle Naturfreunde und Dogelliebhaber mit Begeisterung lesen und schauen werden: Unter Säbelschnäblern und Seeschwalben Beobachtungen und Natururkunden aus der Dogelwelt der deutschen Nordseeküste Don (Eugen Schuhmacher Insgesamt 104 Seiten mit 92 Bildern nach wundervollen Naturaufnahmen. In Leinen gebunden Reichsmark 3.90 Der Verfasser, der als Ornithologe und Iler- Photograph bekannt ist, hat mehrere Wochen auf zwei einsamen deutschen Nordseeinseln an der Eidermündung zusammen mit den eigenartigsten Vögeln unserer Heimat gelebt und die herrlichsten Naturaufnahmen von den Säbelschnäblern, Seeschwalben, Rot- schenkeln. Austernfischern u. a. mitgebracht. Er erzählt Im Textteil unterhaltsam und spannend aus der Kraft eigenen Erlebens die sonderbarsten Begebenheiten, die er, im Zelt versteckt, aus nächster Nähe beobachten und im Bild festhalten konnte. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung ent- gegen. Verlangen Sie bitte das ausführliche bebilderte Werbeblatt Hugo Dermühler Verlag Verlin-Lichlerfelde Nicht möööglich! Alle Bilder falsch belichtet? Doch, lieber Photofreund, man muß schon ein ganz großer Könner mit tausendfacher Erfahrungsein, wenn man sich bei der Belichtungszeit allein auf sein Gefühl verläßt. Und ich kenne „Kanonen“ des deutschen Photosportes, die trotzdem mit einem zuverlässigen Belichtungsmesser arbeiten! Das erspart viel Enttäuschung und unnötige Geldausgaben! —■ Lassen Sie sich den Sixtus Ombrux, Elektro Bewi, Elektro Drem. Excelsior unver- Siadiiheaier Gießen von Walter Josten «119° Freitag, den 24. September 1937. 20-23 Uhr: Beginn der Winterspielzelt 1937/38 ERÖFFNUNGSFEIER Spielleitung: Hermann Schultze - Griesheim — Freitag-Miete : 1. Vorstellung — EINLADUNG! Auf vielseitigen Wunsch wird die persönliche Assistentin von FRAU ELISABETH FRUCHT zur kostenlosen Behandlung und Beratung in en*D neuzeitlicher Gesichtspflege einschließlich Entfernung von Sommersprossen, Pickeln, Mitessern und sonstiger Hautunreinheiten bei mir anwesend sein. Rechtzeitige Anmeldung erbeten für Donnerstag, 23.September - Freitag, 24.September 1937 Spezial-Damensalon Walter Wahl, Bahnhofstr. 63 Anschließend: „Maß für Maß" von Shakespeare — Uraulführung der neuen Uebersetzung Einspaltige Kleinanzeigen werden zvm ermäßigten Grund- preis von 5 Df. fürbieTNillimeter. leite veröffentlicht Baumpfähle Rosenstäbe Latten Dachpappe Karbolineum HappelS Co. Kl. Mühlgasse 4 u. 6 Ruf 3925 Wir zeigen Ihnen alle neuzertlichen’O’fen und Herde in großer Auswahl | BO RH MANN 5: Gieben / Neustadt 5 / Ruf 4165 8