llr.141 Erstes Blatt 187. Jahrgang Montag, 2 t. Zum 1957 (Er|d)eini tftgM<^, außo Sonntag» and Feiertag» Betlagen: Vie □nuitricrt« Gienen« Familienblätt« Heimat im Bild Die Scholl, Olonats-Bcjugsprets: Vit 4 Beilagen RM. 1.96 Ohne Illustriert» , 1.80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Stonfhirt am Main 11686 Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen 0ru6 und Verlag: Srühl'sche Universttäts-Vuch- und Steindruckerei «.Lange in Sietzen. Schristleitung nnd Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für Oie Mittagsnummer bis8'/.Uhrbes Vormittags Grunoprelfe für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen non70mm Breite 50Rpf..Platzvorschrift nach vorh Dereinbg.25°/» mehr. Ermästtgle Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf .Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Rücktritt des Kabinetts Blum. Paris, 21. Juni (ORB Funkspruch). Ministerpräsident Blum teilte um 2 35 ttbr der presse den Rücktriiisbeschluß feiner Regierung mit. Er erklärte, der Senat habe die notwendigen Vollmachten zur Behebung der finanziellen Schwierigkeiten verweigert, deshalb fei die Regierung einmütig der Ansicht, daß sie zum Rücktritt gezwungen fei, obwohl sie der Mehrheit der Kammer sicher fei. Paris, 21. Juni. (DNB. Funkspruch.) Ministerpräsident Blum hat mit den Mitgliedern seiner Regierung gegen 3 Uhr im Elysee-Palast dem Präsidenten der Republik den Rücktrittsbeschluß überreicht. Sofort, nachdem die ehemalige Regierung das Elysee verlassen hatte, nahm Präsident Lebrun seine Bemühungen um die Bildung einer neuen Regierung auf. Er hat Camille Chautemps, der als Staatsminister ohne Portefeuille dem Kabinett Blum angehörte, zurückbehalten und mit ihm seine Besprechungen eröffnet. Staatspräsident Lebrun verhandelte ferner mit Senatspräsidenten Jeanneney. Jean- neney verließ um 3.35 Uhr das Elysee, während Chautemps weiter bei dem Präsidenten der Republik zurückblieb. Um 3.40 Uhr erschien dann Kammerpräsident H e r r i o t. Vlum begründet den Rücktritt. Paris, 21. Juni. (DNB. Funkspruch.) Nachdem Leon Blum den Rücktrittsbeschluß seiner Regierung der Presse mitgeteilt hatte, erließ er folgende abschließende Erklärung: „Nach langer Beratung hat die Regierung beschlossen, dem Präsidenten der Republik den Rücktritt einzureichen. Die Prüfung des Abstimmungsergebnisses über das Gegenprojekt Perrier ließ keine Hofnung mehr, vom Senat die Annahme des vom Linksausschuß der Kammer ausgearbeiteten Vorschlages, der in den Augen der Regierung das Aeußerste an Vermittlungsbemühungen darstellte, zu erreichen. Der von uns zum Handeln als unerläßlich erachteten Mittel beraubt, ziehen wir unszurück. Bevor wir uns trennen, haben wir doppelte Pflichten zu erfüllen: Wir drücken unsere tief ft e Dankbarkeit der Mehrheit der Kammer und unseren Freunden im Senat aus, die seit einem Jahr unsere Bemühungen mit so viel Beständigkeit und Ergebenheit unterstützt haben. Sodann richten wir an alle diejenigen im ganzen Lande, die sich in der Volksfront zusammengeschlossen haben, den dringenden Appell, daß sie das Höchstmaß ihrer Ruhe und Kaltblütigkeit bewahren. Die Uebertragung der Macht muß sich unbedingt ruhig und friedlich, gemäß der republikanischen Legalität vollziehen. Das Interesse des Landes erfordert es. Wir bitten alle unsere Freunde in ganz Frankreich, uns zu hören und für uns diesen neuen Vertrauensbeweis abzugeben. Der Konflikt mit dem Senat. Keine ausreichenden Vollmachten für das Kabinett Blum. Paris, 19. Juni. (DNB.) Im Senat legte der Berichterstatter den Standpunkt des Finanzausschusses des Senats dar, der die Vorlage der Regierung als zu umfassend und ungenau bezeichnete. Ministerpräsident Blum erklärte, der Vorschlag des Finanzausschusses des Senates sei für die Regierung unannehmbar. Aus einem Dollmachtengesetz sei ein Gesetz der V o r - sicht und des Mißtrauens geworden. Die finanzielle Unordnung, bie seit Jahren immer schlimmer werde, könne nicht weiter andauern. Ohne Rückkehr des abgewanderten Kapitals sei em Ausgleich des Haushaltes unmöglich, wenn auch die Rückkehr des Kapitals nicht die einzige erforderliche Maßnahme sei. Ministerpräsident Blum kam zu dem Schluß, die Regierung habe nur die Wahl zwischen zwei Dingen: Entweder zurück- zutreten und einem Kabinett Platz zu machen, das vielleicht das notwendige Vertrauen erhalten würde, oder unter der Bedingung bleiben, daß ihr ein energisches und sofortiges Haiv öeIn ermöglicht würde. Eine andere Wahl gebe es nicht. Die Regierung habe geglaubt, daß ihr Rücktritt im Lande nicht verstanden würde, sie lei daher geblieben und bitte den Senat, ihr die erforderlichen Vollmachten zu gewahren Der Senat lehnte die von der Kammer verabschiedete Vorlage indessen mit 188 gegen 72 Stimmen ab. Die Kammer stimmte gegen Mitternacht dem Regierunqsentwurf zum Ermächtigungsgesetz trotz Widerspruchs des Senats zum z w e i t e n M a l e Au mit 346 gegen 247 Stimmen. Es wurde dann Zwischen den Finanzausschüssen der Kammer und des Senats über einen Vergleichsvorschlag verhandelt. Im Senat erklärte der Finanzminister sedoch am Sonntagabend, daß die Regierung auch den neuen Wortlaut nicht annehmen könne. Er erklärte: „Ich kann weder ein Mißtrauen hmn-hm-n, noch ein beschränktes Vertrauen. Sie können nicht erwarten, daß ich auf die Ideen verzichte, für die ich gekämpft habe. Die Regierung hat daraus beschlossen z u r ü ck z u t r e t e n, Ooriot rüst zur »Antikommunistischen Front- auf. Paris, 21.Juni. (DNB.) Die Pressestelle der Dolkspartei Doriots teilt mit, daß Dortot sich nunmehr ganz der Sammlung der anti- kommunistischen Kräfte im Lande widmen wolle. Um dieser Aufgabe seine ganze Zeit zur Verfügung zu stellen, habe er dem Kammerpräsidenten seinen Rücktritt als Abgeordneter mitgeiteilt. An alle Ortsgruppen der französischen Volkspartei hat Doriot ein Telegramm gerichtet, in dem es u. a. heißt: Die Lage in Paris ist sehr ernst wegen der Kabinettskrise. Es muß alles getan werden, um gegen den Bolschewismus, der zum entscheidenden Kampf aufruft, einen Damm zu errichten. Ich hatte recht, zur Front der Freiheit gegenüber dieser Gefahr aufzurufen. Mehr denn je ist die Einigung aller antikommunistischen Franzosen erforderlich. Paris. 21. Juni. (DRV. Funkspruch.) Der Präsident der Republik empfing am Montag kurz nach 7.30 Uhr Camille Chautemps und hat ihn mit der Regierungsneubildung beauftragt. Chautemps hat den Auftrag grundsätzlich angenommen und wird in kürze dem Staatspräsidenten seine endgültige Antwort geben. * Camille Chautemps wurde 1885 geboren. Er kam aus der Advokatenlausbahn in das Parlament im Jahre 1910. In der Kammer unterstützte er zunächst die Politik Poincares, wandte sich aber später von diesem ab. Er war nach dem Kriege mehrmals Minister des Innern. 1930 übernahm er an Stelle von Daladier den Vorsitz der Radikal s o z i a l e n Fraktion. Als er im Februar 1930 selbst zur Regierungsbildung schritt, wurde er bei seiner Vorstellung vor der Kammer sogleich wieder g e st ü r z t. Im November 1933 bildete er dann wieder ein Kabinett, das jedoch im Zusammenhang mit der allgemeinen Stimmung nach dem Bayonner Finanzskandal nach zwei Monaten zurücktreten mußte. Im letzten Kabinett Blum war Chautemps Staatsminister ohne Geschäftsbereich. Das Scho her presse. Pgris, 21. Juni. (DNB. Funkspruch.) Ein Teil der rechtsbürgerlichen Blätter verzeichnet mit Genugtuung die Nachricht von dem Rücktritt des Kabinetts Blum. „Echo de Paris" weist darauf hm, daß es nur unter derartigen politischen Umständen, wie sie augenblicklich in Frankreich herrschten, möglich gewesen sei, daß eine Regierung ihren Rücktritt solange hinauszögern konnte, nachdem sie vom Senat in einer so klaren Weise abgefertigt worden sei. Die rechtsstehende „E p o - q u e" glaubt, die Regierungskrise müsse so schnell wie nur möglich im Hinblick auf die finanzielle Lage des Landes und die zur Zeit wieder gefährdete französische Währung gelöst werden. Leon Blum habe Chautemps bereits seine Unter- stützung und sogar die ministerielle Mitarbeit der Sozialdemokratie zugesagt. Das nationalistische „OrdrL" erklärt, die ergebnislosen Verhandlungen der letzten drei Tage würden nicht zur Hebung des Prestige Blums beitragen. Eine neue Spekulation gegen die französische Wäh- Conbon, 21. Juni. (DRV. Funkspruch.) Die deutsche Ranga - Parbat - Expedition ist, wie Reuter aus Simla berichtet, nach Mitteilungen der britischen Agenten in Gulbat von einem schweren Unglück betroffen worden. Der britische Agent teilt mit, daß die Expedition in eine große Lawine geraten sei, und daß sieben Mitglieder der Expedition und neun eingeborene Träger getötet worden seien. Rur der Leiter der Expedition, Dr. Wien, und ein weiteres Mitglied, das nicht namentlich genannt wird, seien mit dem Leben davongekommen. Der britische Agent habe sich sofort mit einer Trägerkolonne an Ort und Stelle des Unglücks begeben, weitere Einzelheiten fehlen. Bisher liegt noch keine Meldung des Leiters der Expedition oder von einem anderen Teilnehmer vor. Gewisse Einzelheiten obiger Meldung sind unwahrscheinlich, so daß mit einer Möglichkeit von Verwechselungen mit früheren Vorkommnissen gerechnet werden kann. Die verantwortlichen deutschen Oie Kommunisten propagieren neue Dolksfront-Kegierung. Paris, 21. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der Generalsekretär der kommunistischen Kammergruppe, Duclos, erklärte beim Verlassen des Ministerpräsidiums, daß nach seiner Ansicht jetzt nur eine neue Volksfront-Regierung in Frage komme. Die Kommunisten haben schon vor einigen Tagen beschlossen, sich gegebenenfalls an einer neuen Volksfront-Regierung zu beteiligen. run g habe bereits eingesetzt. Nur eine starke Regierung und ein geeintes Volk könnten diese Widerstände brechen. „Petit Parisien" erklärt, die beiden technischen Sachverständigen im Währungsausgleichsausschuß R i st und Baudoin sollen geäußert haben, daß die Position des Franken äußer st schwierig sei, und daß zur Rettung des Franken auf eine Rentenkonversion und eine neue Abwertung zurückgegriffen werden müsse. Die bisherige Regierung glaubte von derartigen Schritten absehen zu können. Sie habe eine Besserung der Lage durch Rückkehr des ausgewanderten Kapitals zu erreichen gehofft. Diese Maßnahme sei jedoch von den beiden Sachverständigen, die immer eine ausgedehnte Sparpoli - t i k befürwortet haben, für „illusorisch" gehalten worden. Präsident Lebrun müsse die Krise schnell und gut lösen; schnell, weil man den Franken nicht zum Opfer der internationalen Spekulation werden lassen dürfe. Der neue Ministerpräsident müsse aus den Reihen der R a d i k a l s o z i a l e n, nicht aus dem sozialdemokratischen Lager kommen. Der rechtsgerichtete „Ami du Peuple" stellt fest, daß das „Experiment Blum" in der Erinnerung der Zeitgenossen und in der Geschichte des französischen Volkes eines der schlechtesten Andenken zurücklassen werde, die Frankreich überhaupt habe. „Figaro" schreibt, der ewige Parteihader müsse jetzt, endlich einmal bei Seite geschoben werden. Die augenblickliche schwierige Lage Frankreichs erfordere völlig neue Methoden. Frankreich brauche nicht noch eine regierungsparlamentarische Kombination, sondern eine fähige Regierung, die Frankreich aus der augenblicklichen Sackgasse zu führen wisse. Das Blatt Leon Blums, der marxistische „P o - p u I a i r e" und die übrige Pariser Linkspresse sind entrüstet über den Senat. In der Geschichte der dritten französischen Republik, so schreibt „Popu- laire", sei es nicht das erste Mal, daß sich der Senat gegen den Willen der Kammer auflehne, die doch „der einzige direkte und verfassungsmäßige getreue Ausdruck des allgemeinen Wahlrechtes" sei. Das radikalsoziale „O e u v r e" vertritt die Ansicht, daß die von der Negierung geforderten Vollmachten doch einer anderen Regierung gegeben werden müßten, vorausgesetzt, daß nicht eines Tages jemand komme, der sich diese Vollmachten einfach nehme. Stellen sind bemüht, den Sachverhalt zu klären, und stehen in dauernder Verbindung mit Indien. Die deutsche Nanaa-Parbat-Expedition, die am 11. April d. I. von München aus die Ausreise nach Indien angetreten hat, bestand aus neun Teilnehmern, die zum größten Teil bereits an früheren deutschen Expeditionen ins Himalaja-Gebiet teilgenommen hatten. Es handelt sich um die Herrn Dr. Karl Wien, Peter M ü 11 r i 11 e r, Adolf (Zöllner, Dr. Günther Hepp, Dr. Hans Hartmann, Martin Treffer, Bert Frankhäuser, Professor C. Troll und Dr. Ullrich Lust. Amerikanisches Schlachtschiffgeschwader kommt zur Kieler Woche. Das unter Führung des Konteradmirals Brown stehende 2. amerikanische Uebungsgeschwader mit den Linienschiffen „Arkansas", „Neuyork" und „Wyoming" traf zum Besuch der Kieler Woche im Reichskriegshafen Kiel ein. Die drei Schlachtschiffe, die eine Besatzung von insgesamt fast 4000 Mann haben, darunter über tausend Kadetten, machten an den großen Bojen der Kriegsmarine mitten im Kieler Hafen fest. Eine ungeheuerliche Provokation Der bolschewistische Ubootüberfall aus die „Leipzig". Berlin, 19. Juni. (DNB.) Am 15. Juni wurde in bestimmten ausländischen Kreisen das Gerücht verbreitet, die „L e i z i g" sei torpediert worden und gesunken. Tatsächlich meldete der Kommandant der „Leipzig", daß das Schiff nördlich von Oran am 15. Juni, morgens um 9.25 Uhr, 9.26 Uhr und 9.58 Uhr von je einem Torpedo beschossen wurde. Der Lauf der Torpedos wurde durch Horchgeräte verfolgt. Da aber die „Leipzi g", wie schon bekannt, nicht getroffen wurde, schien vor weiteren Schritten zweckmäßig, erst den Gerüchten nachzugehen, die eine Torpedierung bereits festste l- l e n, obwohl von deutscher Seite über den Vorfall nach außen hin zunächst geschwiegen worden war. Die Feststellung, die sich aus der Uebereinstimmung dieser Gerüchte mit der Meldung des Kommandanten ergab, wurde weiterhin erhärtet durch einen neuen Vorfall am 18.Juni. An diesem Tage, um 15.37 Uhr, wurde nämlich vom Kreuzer „Leipzig" zum vierten Male ein O-Bootsangriff einwandfrei f e st - ge stellt. Von mehreren sicheren Beobachtern wurde der Schwall des Ausstoßes deutlich gesehen. Einer der Torpedos wurde vom Kreuzer selbst klar vor seinem Bug vorbeiziehend durch Horchgeräte sicher beobachtet. Auch dieser vierte Angriff ging also am Schiff vorbei. Es wird Sache der vier Mächte sein, im Sinne der getroffenen Abmachungen nunmehr die den Umständen entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen. Die deutsche Reichsregierung ist jedenfalls nicht gewillt, den Schießversuchen spanisch- bolschewistischer Unterseeboots-Piraten so lange zuzusehen, bis am Ende vielleicht doch noch em Treffer erzielt werden würde. Botschafter vonRibben- trop hat Samstag vormittag in London die Vertreter der drei anderen an der Seekontrolle beteiligten Mächte von dem Vorgefallenen dringlich v e r ft ä nzb i g t. Der Führer ist um 12 Uhr im Flugzeug von Godesberg am Rhein nach Ber - lin zurückgekehrt. Heute erneut Zotschasier- besvrechlM in Loudon. Nach Befragung der vier Kontrollmächte. London, 19. Juni. (DNB.) Auf Grund des Abkommens vom 12. Juni traten am Samstag« nachmittag der deutsche, der italienische und der französische Botschafter mit dem englischen Außenmini st er zusammen, um die Lage zu beraten, die durch die Torpe- dierungsversuche auf die „Leipzig" entstanden ist. Nach Abschluß der Sitzung wurde folgende Mitteilung ausgegeben: Heute nachmittag fand im Außenamt eine Zusammenkunft des französischen, des deutschen und des italienischen Botschafters mit dem englischen Außenminister statt, bei der der deutsche Botschafter eine Darlegung des Berichtes gab, den die deutsche Regierung über die Zwischenfälle in bezug auf den deutschen Kreuzer „L e i v- z i g" erhalten hat. Die Vertreter der vier Mächte verpflichteten sich, ihre Regierungen sofort zu befragen, und kamen überein, nicht spater als Montag in Uebereinstimmung mit den Bestimmungen des am 12. Juni d. I. erzielten Abkommens wieder zusammenzutreten. * Das neue Uebereintommen der vier Kontrollmächte wird früher, als die meiften geglaubt haben werden, auf die Probe gestellt. Es steht einwandfrei fest, daß bolschewistische U-Boote auf den deutschen Kreuzer „Leipzig" wiederholt Torvedos abgeschossen haben. Daß das mit voller Absicht geschahen ift, geht unzweifelhaft daraus herpor, daß bolschewistische Sender mit größter Eile schon vor einigen Tagen die Meldung verbreitet haben, der Kreier „Leipzig" sei torpediert worden. Der Zweck ift allerdings nicht erreicht worden. Allein die Tatsache, daß rote Sender die angebliche Torvedierung i erkundeten. läßt ohne weiteres den Schluß zu. daß ein bolschewistisches U-Boot nach dem Abschuß der Torpedos sofort zurückkehrte, um in. Valencia die Meldung zu erstatten, daß der Befehl einer Torpedierung deutscher Kriegsschiffe ausgefübrt worden sei. Die Valencia-Bolschewisten können sich nicht mehr darauf hinausreden, das fei ein Zufall gewesen oder der Kreuzer „Leivug" habe auf das harmlose rote U-Boot zuerst geschossen. Es bleibt der ungeheuerliche Tatbestand, daß die Valencia-Bolsche- willen U-Boote zu dem Zweck ausgefanbt haben, einen Zwischenfall hervorzurufen, der Europa in Brand setzen sollte. Jetzt ist es an der Zeit, daß die soeben in London zwischen den vier Kontrollmächten getroffenen Abmachungen ihre Brauchbarkeit beweisen. Der Nicht- einmischunasausschuß hat Maßnahmen zu ergreifen, die jede weitere Möglichkeit der Forftebung solcher planmäßigen Anschläge auf den Frieden Euronas ausschließen. Den Valencia-Bolschewisten und ihren Moskauer Hintermännern muß eindeutig klar gemacht werden, daß sie ihr verbrecherisches Spiel endgültig verloren haben und sie nicht mehr wie bislang mit der Uneinigkeit der europäischen Mächte rechnen können. Wie notwendig es ist. ein deutliches Exempel zu ftatuiren, geht aus der Ankündigung von roten Sendern hervor, die schon vor einigen Tagen meldeten, es sei in Valencia eine Flottille von bolschewistischen U-Bootjägern gebildet worden mit dem Auftrag, auf deutsche und italienische llboote Jagd zu machen. Das ist organisierte Seeräuberei, gegen die alle Kulturnationen Front machen müssen. Nur wenn die vier Lhaniemps Hai die üeubilbimg der Regierung übernommen. Die deutsche Aanga -Parbat-Expediü'on einer Lawine zum Opfer gefallen? Oie Befreiung Bilbaos n über ein- der inneren lierjafyresplan Sie Aibelungen-AuiMnW baskischen Märtyrerstadt gestaltet sich für jeden zu einem unvergeßlichen Erlebnis. Man empfindet tiefes Mitgefühl für die Bevölkerung und Ekel und Abscheu über die im Laufe einer elfmonatigen bolschewistischen Diktatur begangenen Morde und Verbrechen. Tausende von Einwohnern, die von den fliehenden Horden mehrere Kilometer mitgeschleppt worden waren, kehrten am Sonntagvormittag mit ihrem letzten Hab und Gut in die Stadt zurück. Die ersten La st wagenzüge mit Brot, das schon zum unbekannten Begriff geworden war, trafen wenige Stunden nach der Einnahme Bilbaos ein. Zwei 1500-Tonnen-Schiffe sind mit Lebensmitteln ausgelaufen, um die größte Not zu lindern. Auf dem Plaza de Arenal fand am Sonntagvormittag ein Feldgottesdienst statt, an dem außer den siegreichen Truppen die befreite Bevölkerung teilnahm. Seit mehreren lagen gibt es kein Wasser und kein Licht in der Stadt. Die Behauptungen der Bolschewisten, die Wasserleitungen seien durch Fliegerbomben zerstört worden, stimmen nicht. Einwohner und Ueberläufer bestätigen, daß bolschewistische Spreng- kommandos die Rohre an mehreren Stellen zerstört haben. Die Stadt zeigt bis auf jene von den Bolschewisten durchgeführten Vrand- LPD. Worms, 20. Juni. Die Reichsthea - terfestwoche 19 3 7, mit dem Bekenntnis zu Richard Wagner in Köln eröffnet, fand am Sonntagnachmittag in Anwesenheit des Schirmherrn der deutschen Kunst, Reichsminister Dr. Goebbels, in Worms ihren würdigen Abschluß. Die Bevölkerung eines großen Teils des Gaues Hessen-Nassau nahm den langersehnten Besuch des Ministers zum Anlaß, um in jubelnden Begrüßungskundgebungen ihre Freude und ihren Dank zum Ausdruck zu bringen. Bon Darmstadt an umsäumten Zehntausende die Straßen und drängten sich auf den Brücken, die die Reichsautobahn Überspannen. Oft mußte Dr. Goebbels seinen Wagen halten lassen, Blumensträuße entgegennehmen und den Volksgenossen die Hand schütteln. Besonders eindrucksvoll war die Begrüßung im neuerrichteten Erbhöfedorf Ried- r o d e an der alten Nibelungenstraße. Die Neubauern und Siedler umdrängten den Wagen des Ministers und schüttelten Dr. Goebbels immer wieder die Hand. Ebenso freudig wurde er von den Arbeitsmaiden des dortigen Arbeitslagers, die den Siedlern bei ihrer schweren Arbeit zur Seite stehen, begrüßt. Auf den zweiten Vierjahresplan übergehend legte der Minister dar, daß es keineswegs die Absicht der nationalsozialistischen Staatsführung sei, sich dadurch vom Auslande abzuschließen. Es bleibe Deutschland nichts anderes übrig, als zu diesem Mittel der Selbsthilfe zu greifen. „Wir wollen mit dem Vierjahresplan unsere nationale Souveränität zurückgewinnen, weil wir sie vorerst anders nicht zurückgewinnen können." Um dieses hohen Zieles willen bedürfe es der gebauten Kraft und der Einigkeit der ganzen Ration, und das sei auch der eigentliche Grund für die Auseinandersetzungen in kirchenpolitischen Fragen. Es müsse hier davon ausgegangen werden, daß das deutsche Volk, das allein über sein Schicksal zu bestimmen habe, den Führer mit der Gestaltung seines nationalen Lebens beauftragt habe. Das schließe Vertrauen von unten nach oben und Autorität von oben nach unten in sich. Was zur Sicherung der irdischen Belange des deutschen Volkes notwendig sei, könne nur von dem beurteilt werden, der diesen Auftrag besitze. Die Kirche solle lieber nicht über die Moral des Staates urteilen und nicht mit Steinen werfen, da sie im Glashaus sitze, sondern zuerst lieber in ihren eigenen Reihen nach dem Rechten sehen, wenn sie sich auf ihren Auftrag berufe. „Wir meinen", jo erklärte Dr. Goebbels unter langanhaltendem An das Schicksal der Helden des Nibelungenliedes anknüpfend, deren Zwietracht trotz aller Tugenden ........ herbeiführte und allein fein Werk für alle Zeiten unsterblich. Wie klein erscheinen dagegen die kümmerlichen Einwände, die böswillige Gegner gegen unseren Staat und unsere Bewegung erheben zu können glauben! Was bedeuten diese Einwände hergelaufener Schwäher, die keine Ahnung von den Schwierigkeiten und Sorgen haben, die uns belasten, und die nur in seiger Anonymität an uns ihx kritisches Mütchen kühlen wollen. Sie werfen uns besonders gerne vor, daß wir f o riskante Entschlüsse wagen. Das tun wir allerdings! Wenn sich eine Ration aus einer unfruchtbaren Verstrickung und aus so starker internationaler Fesselung, wie sie uns die Jahre von 1918 bis 1933 gebracht haben, nach und nach befreien will, so muh sie in den entscheidenden Stunden auch den Mut zu einem entscheidenden Entschluh aufbringen, und diesen Mut", so erklärte Dr. Goebbels unter stürmischem Beifall der Massen, „hat der Führer gehabt. Wir haben etwas riskiert, aber wir haben auch etwas gewonnen, wenn auch nur in heißem Kampf und unter oft schweren Opfern." GlanzvollerAbschlußderReichsiheaierfeflwocheM37 Oie Wormser Ausführung von Hebbels „Nibelungen" in Anwesenheit von Or. Goebbels. konnte sie nicht umhin, „diesen Bitten zu entspreche n". Der Rat der Volkskommissare »)at die Ausgabe der Rüstungsanleihe beschlossen. Man wählte den Weg „über das Volk", indem man den Organisationen befahl, die Initiative zu ergreifen. Das Ziel der Anleihe fügt sich eindeutig in den großen Plan der Aktivierung des Weltbolschewismus ein, der noch kürzlich durch die wiederholten Aufrufe D i m i t r o f f s zu einer umfassenden Unter st ützung der Valencia- Bolschewisten mit allen Mitteln deutlich zeigte, daß er keine Gelegenheit zur Entstehung eines Weltbrandes unbenutzt lassen will. Der nationale Heeresbericht. Salamanca, 20. Juni. (DRV.) Der nationale Heeresbericht lautet: Front von Bis- c a 9 a : Unsere Truppen haben ihren siegreichen Vormarsch fortgesetzt. Sie eroberten das Fort Altamira westlich von Bilbao und die Stellungen von Castillo westlich von Santo Domingo, Ugarte, Lavadero, El Voquete und die Berggipfel Malmarin. Die Umzingelung Bilbaos war dadurch erreicht. Gekrönt wurden die Kampfhandlungen der letzten Tage durch die Einnahme von Bilbao, die heute Rachmittag erfolgte. Mit großer Feierlichkeit wurde am Regierungsgebäude d i e nationale Flagge gehißt. Die Zivilgarde und mehrere in der Stabt verbliebene bolschewistische Abteilungen ergaben s i ch den Rationalen. Die Stadt ist ruhig. Die Bewohner, erfreut dem Joch Aguirres und seiner Horden entronnen zu sein, begrüßten mit Jubel die Befreier. Ferner wurden einige Höhenzüge südlich ftiftungen keinerlei Spuren von Bombardements. Die ruchloseste Tat, die die zurückflutenden Bolschewisten begangen haben, war die mit ungeheuren Dynamitmengen hervorgerufene Sprengung eines Bahn- t u n n e 15 in der Stabt 3n biesen Tunnel hatten sich Frauen, Greise u n b Kin - bet geflüchtet, um sich bem kommunistischen Räumungsbefehl zu entziehen. Es sollen runb 2000 Menschen getötet worden sein! Abgesehen von biefer mörberischen Tat hatten bie Verbrecher in Bilbao b i e Markthalle unterminiert unb wollten sie kurz vor bem Einzug bet Rationalen mit ben in ben borkigen Kellern sich aufhaltenben h u n - berfen von Frauen unb Kinbern in bie Luft sprengen. Das schnelle Vorbringen ber nationalen Truppen konnte bie Ausführung wenigstens biefer Freveltat verhinbern. Die silbernen und goldenen Kelche wurden aus allen Gotteshäusern gestohlen. In einem Kloster sind 16 Menschen, in einem anderen sind bis auf neun Nonnen, die von nationalen Polizeibeamten gerettet worden, alle Insassen gemeuchelt worden. Die Nonnen wurden vor ihrer Ermordung noch das Opfer nicht zu schildernder Orgien. Die Zahl der während der Bolschewistenherrschaft in Bilbao ermordeten Personen geht in die Tausende. Darunter befinden sich 500, die in Gefängnissen und auf Gefängnisschiffen untergebracht waren. In den Banken von Bilbao ist buchstäblich kein Centimo zurückgeblieben. Die Bank von Spanien hat einen Tag vor dem Einmarsch der nationalen Truppen noch einen Kassenbestand von über einer Million Peseten gehabt. Alle Banksases sind aufgebrochen. Juwelen und Wertpapiere sind gestohlen worden. Der Gesamtwert des aus Bank- jafes und Privathäusern entwendeten Schmuckes beträgt mehr als hundert Millionen. Die Inhaber der Sases wurden aufgefordert, in die Bank zu kommen. Dort überredete man sie mit entsprechenden Drohungen, ihr Vermögen „in Sicherheit bringen" zu lassen. Die „Sicherheit" bestand in der Verladung der Wertsachen auf ein Schiff, das mit unbekannter Richtung — man nimmt an, nach Frankreich — Bilbao bei Nacht und Nebel verließ. Der Präsident des sogenannten „Volksgerichtshofes", Efpinofa, auf dessen Konto die meisten Mordurteile gegen nationale Einwohner kommen, ist unter Mitnahme von neun Millionen Peseten zu summen mit seiner Geliebten nach Frankreich geflüchtet. Das E a 111 o n - f) o t e l, wo bis in bie frühen IHorgenffunben bes Samstags ber bolschewistische Despot Aguirre mit seinen Spießgesellen gehaust hat, ist zu einer Festung ausgebaut unb mit vielfachen Sandsackvon Aracabbo unb bie Ortschaft Aracunbiagoa genommen. Wie die Bolschewisten in Biwoo hausten. Ein erster Augenzeugenbericht. Bilbao, 21. Juni. (DNB.) Ein Besuch in so daß viele Volksgenossen die [Übertragung ber Rede im Freien anyören mußten. (Bauleiter Sprenger dankte dem Minister unter starkem Beifall der Gerammelten, daß er endlich nach Worms gekommen ei. Hier sei altes Grenzgebiet. Hier sei seit der Zeit der Nibelungen jeder fußbreit Boden mit dem Blut derer getränkt, die für ihr Deutschtum kämpften. Der Gauleiter erinnerte bann an die Leiden und Bedrückungen, die die Bevölkerung nach dem Weltkrieg habe erleiden müssen. Der Kampf um Worms ei besonders hart gewesen, aber so scharf die Geiler aufeinanderprallten, so treu stehe heute die Bevölkerung der Stadt Worms und die Bevölkerung Rheinhessens zu unserm Führer und zum deutschen Vaterland. Dr. Goebbels spricht. auflagen verbarrikadiert worben. 3m untersten Stockwerk sinb Stahlkammern hergerichtet, in benen Signiere mit seinem Gesindel aus Furcht vor Attentaten unb Fliegern nächtigte. Wäh- renb bie Bevölkerung barble, oergeubete ber Bolschewistenhäuptling Aguirre ungeheure Gelb- fumtnen für luxuriöse Wohnungseinrichtungen unb üppige Banketts. Für ein Badezimmer z. B. wurden nicht weniger als 50 000 Peseten verschleudert! In einem Zimmer fand man noch die Reste der von Aguirre unb seinen Kumpanen veranstalteten Saufgelage: über 100 leere Likör- und Cognacflaschen. In der Nacht zum Samstag veranstaltete Aguirre ein „Ad- sch i e d s f e st", das bis zum Morgengrauen dauerte und bei dem sich Derbrechergesindel und Dirnen entsetzlich betranken. Die bolschewistischen Milizen ahmten das Beispiel ihres „Präsidenten" nach und betranken sich zur gleichen Zeit in ihren Spelunken, um in diesem Zustand dann am Morgen d i e Flucht nach Santander anzutreten. Neben dem Carlton-Hotel liegt die Villa des sow- j e t r u s s i s ch e n B o t s ch a f t e r s, der mit Aguirre an Genußsucht wetteiferte. Allein für Teppiche legte er 150 000 Peseten an. Zwei sowjetrusfische Generale aingen in der Wohnung mit dem gleichen Recht wie Aguirre ein und aus. Großer Em ruck in Loudou. ßonbon , 21. Juni. (DNB.) Funkspruch.) Die Eroberung Bilbaos wird in der Presse als ein möglicherweise entscheidender Erfolg für General Franco bezeichnet. Die Berichte heben besonders hervor, daß die nationalen Truppen von der Bevölkerung mit großen Freudenkundge- bungen empfangen worden sind und daß General Franco alles getan habe, um die Zerstörung der Stadt zu verhindern, um die Zivilbevölkerung zu schonen. Die konservative „Morning Post" sagt, da die Regierung Franco eine Regierung d e s Wohlwollens und der Ordnung sei, in traftenf Gegensatz zu der wild wütenden Anarchie der bolschewistischen Miliz, könne man dem baskischen Volk zu dem Wechsel nur Glück wünschen. Wenn England irgend ein Interesse an der spanischen Sache habe, dann könne es nur das der Wiederherstellung der Ordnung und Zivilisation durch die nationalspanischen Streitkräfte fein. Der Humanität werde am besten durch den Sieg Francos gedient. „Daily Mail" nennt die Eroberung Bilbaos den größten Sieg in den spanischen Auseinandersetzungen. Der Feld- zugsplan zeige meisterhafte Strategie. Der Fall der baskischen Hauptstadt beweise, daß Franco ein großer General fei. Die helle Begeisterung, die den nationalspanischen Streitkräften bei ihrem Einzug in Bilbao entgegengeschlagen sei, sei eine neue Antwort auf die sinnlose Behauptung der Bolschewisten, daß sie die Vertreter des spanischen Volkes seien. General Franco arbeite entschlossen an der Befreiung und Festigung Spaniens. Eine Gefahr für die Sicherheit Europas werde beseitigt sein, wenn die Bolschewisten endgültig aus allen Teilen Spaniens vertrieben seien. Die englische Regierung solle unverzüglich die freundschaftlichen Beziehungen mit dem neuen Spanien herstellen. Telegrammwechsel zwischen dem Führer und General Franco. Berlin, 20. 3unl (DRV.) Aus Anlaß bes siegreichen Einzugs ber nationalen spanischen Truppen in Bilbao hal ein Telegrammwechsel zwischen General Franco unb bem Führer unb Reichskanzler slail- gefunben. Nachdem an den beiden vorangegangenen Abenden das zeitgenössische Theaterstück im besten Sinne in den Städten des Westens zur Aufführung gekommen war, fand die Reichstheaterfestwoche 1937 ihre Krönung mit der großen oeutschen Sinnbild-Dichtung, Hebbels „Nibelungen", in dem Festspielhaus der alten Nibelungenstadt. Hat Bayreuth durch die Begründung Wagners die Tradition- ber „Ring"-Aufführungen für sich, so kann für die dramatische Prägung des größten deutschen Sagen- stoffs keine Stadt geeigneter sein als Worms. Hier am Schauplatz der Sage wirken die Wurzelkräfte der Dichtung mit. Das waren auch die Grundgedanken, die den Plan Wirklichkeit werden ließen, durch eine geschlossene Aufführung von Hebbels gewaltigem Werk „Die Nibelungen" die kulturelle Bedeutung von Worms herauszustellen. So erstand im Wormser Festspielhaus in Gegenwart von Reichsminister Dr. Goebbels, Gauleiter Sprenger, zahlreicher Persönlichkeiten aus Partei, Staat und Wehrmacht sowie eines Großneffen Friedrich Hebbels eine geschlossene Aufführung der Hebbelschen Nibelungen-Tragödie. Die Gesamtleitung der Aufführung hatte der Generalintendant des Hessischen Landestheaters Darmstadt Franz Evert h. Richard Weicherts Regieleistung hatte das Werk auf eine ganz am Ende doch ihren Untergang herbeifüh auf die Geschichte als große Lehrmeister, Haupt hinweisend, legte Dr. Goebbels dar, daß es die erste Aufgabe der nationalsozialistischen Staats- ührung gewesen ist und immer bleiben wird, fanatisch über ber inneren Einheit zu wachen. Wir werden verhindern, daß diese Zwietracht jemals wieder unser Volk um den Preis seiner Arbeit und seiner Leistungen bringt. „Der National- ozialismus", so erklärte er unter stürmischer Zu- timmung, „hat zum ersten Mal die Möglichkeit einer Auswirkung des alten deutschen Erbübels, der Uneinigkeit, ausgeschaltet, und es kann nicht mehr Vorkommen, wie so oft in unserer Geschichte, daß uns unsere innere Zerrissenheit dazu zwingt, die beinahe schon erkämpfte Anwartschaft auf Weltgeltung fallen zu lassen. Zum ersten Mal in der Geschichte können wir von einem einigen beut» chen Volk sprechen, das ist auch die Ursache all der großen innen- und außenpolitischen Erfolge. Wenn der Führer mit feiner Bewegung nichts anderes als das vollbracht hätte, so wäre damit schon Den Höhepunkt dieser Triumphfahrt aber bildete das Eintreffen in der alten Nibelungen- und Kai- serstadt Worms. Auf der Rheinbrücke war die gesamte Hitlerjugend aufmarschiert. Mit Fanfaren und nicht endenwottenden Heilrufen hieß sie Dr. Goebbels in den Mauern der Stadt willkommen. Nur schrittweise konnte sich der Wagen des Ministers in den engen Straßen und Gassen der Stadt den Weg bahnen. Von Haus zu Haus gespannte Spruchbänder und reicher Flaggey- und Girlandenschmuck dokumentierten schon rein äußerlich die Begeisterung, mit der die Stadt Dr. Goebbels empfing. Ganz Worms war an die Anfahrtstraßen geeilt. Der festliche Empfang zeigte vor allem auch, welch tiefen inneren Anteil bie breite Masse unseres deutschen Volkes an den kulturellen Ereignissen wie überhaupt an dem Aufschwung des künstlerischen Lebens Deutschlands heute wieder nimmt. Das erscheint um so wunderbarer, wenn man bedenkt, daß noch vor wenigen Jahren die Kunst fast ausschließlich eine Angelegenheit ber oberen Zehntausend war. Die nationalsozialistische Kulturführung hat sie nun wieder zur Sache des ganzen Vol- k e s gemacht. Der Empfang des Ministers in Worms lieferte dafür einen schlüssigen Beweis. übrigen. Die Aufführung, die die Nibelungen-Festwoche in Worms einleitete, hinterließ ben stärksten Eindruck und fand die stürmische Anerkennung des Hauses. Emy ang im Mitzaus. Jrn Anschluß an die Aufführung fand im Rathaus ein Empfang statt, bei dem der Oberbürgermeister Bartolomäus noch einmal auf ben starken Eindruck einging, unter dem noch alle Anwesenden standen, den der heutige Tag mit der Aufführung des gewaltigen Nibelungendramas vermittelt hat. Er dankte insbesondere dem Gauleiter dafür, das gerade Worms dazu ausersehen wurde, die Neichstheaterfestwoche in diesem Jahre zu beschließen. Wie ein roter Faden, so sagte er, zieht sich bie Treue durch das Nibelungendrama. Wie wenig Städte im Reich hat Worms durch die Jahrhunderte hindurch die Treue zum Reich gehalten und bewiesen. Die alte Nibelungennot ist nun vorbei. Deutschland i st einig und steht in Treue zum Führer. Das hat uns dieser Tag in einer grandiosen Form gezeigt. Was damals Deutschland fehlte, das haben wir heute. Zur Erinnerung an den heutigen Tag überreichte der Oberbürgermeister dem Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger eine Prachtausgabe des Nibelungenliedes im Urtext. Dr. GoedbeiS spricht in Worms Wir haben etwas riskiert, aber wir haben auch etwas gewannen! Worms, 19. Juni. (LPD.) Am Samstagabend hatte bie Kreisleitung Worms ber NSDAP, zu einer Kundgebung aufgerufen, in der Reichsminister Dr. Goebbels vor etwa 18 000 Volksgenossen sprach. Der Minister, der um 18 Uhr aus dem Flughafen Rhein-Main eintraf, fuhr über die Reichsautobahn nach Darmstadt und von dort später über die alte Nibelungenstraße an dem neuen Erbhöfedorf Riedrode vorbei nach Worms. Alle Dörfer, durch die der Minister kam, hatten reich geflaggt. Gegen 20 Uhr traf Dr. Goebbels, von Gauleiter Sprenger begleitet, auf der Rheinbrückc ein. Unter dem Jubel Tausender von Volksgenossen fuhr der Minister durch ein Spalier der HI. und des BDM. An dem zu einer Ehrenpforte umgewandelten Eingangstor des Was- fer-Gas-Schweißwerks, wo die Riesenkundgebung stattfand, waren die Ehrenformationen aufmarschiert. Nachdem der Minister bie Front abgeschritten hatte, betrat er unter sich immer wiederholendem Jubel der Tausende die mit riesigen Fahnen und Tannengrün geschmückte Halle. Der Raum war schon lange vor Beginn der Kundgebung üb erfüllt, kläre und ganz einheitliche Linie gebracht. Er hatte die Szenenfolge zu einem einheitlichen Ganzen verwoben und so einen Eindruck von unerhörter Stärke erreicht. Alle Akzente waren richtig verteilt. Der Bühnenrahmen Max Fritzsches war von monumentaler Wucht. Er schuf weite Räume, die nie einengten, sondern das Spiel zu innerer Größe trugen und wachsen ließen. Die Bühnenmusik Bruno Hartls füllte unauffällig die Uebergänge. Das Ensemble des Hessischen Landestheaters war durch eine Reihe erster Berliner Kräfte ergänzt. Alle Kräfte waren bis zur Grenze ihrer Möglichkeiten angespannt. Agnes Straub fand als Kriemhild die Synthese von Strenge und Gelöstheit, von ruhiger Ueberlegen- heit und aufwühlender Raserei. Sie spannte den Bogen seelischer Erschütterung bis zum Letzten, eine überragende Leistung. Maria Koppenhöfer zeichnete die Brunhild mit stählerner Härte von tiefster Grausamkeit in ihrem Rachedurst. Jochen P o e l z i g war ein Siegfried von strahlender Siebbastigkeit und glaubhafter Stärke. Sprachgewaltig der düstere Hagen Tronje Karl Zistigs. Mit fesselnden Leistungen fügten sich harmonisch dem Ganzen ein Franz Rücker (Volker), Max N e - metz (König Etzel), Walter Jung (Dietrich von Bern), Hildegard Wahry (Gutrun) und alle die Wer, so fragte der Minister, will uns die Tat- fache, daß wir eben in diesem Kampfe Sorgen und Mühen hatten, zum Vorwurf machen? Wer will uns vorwerfen, daß unsere Schultern sich manchmal beugen wollten unter der Last der Verantwortung, die wir tragen mußten. Wir haben ja immer nur das Wohl unseres Volkes vor Augen gehabt, und die Maßnahmen, die wir ergriffen, mußten beispiellos sein, weil auch das furchtbare Erbe, das wir vorfanden, ohne Beispiel war. In grenzenlosem Vertrauen zum Führer hat das Volk bei dem großen Aufbauwerk an unserer Seite gestanden, und es hat wohl auch gefühlt, daß, wenn wir versagten, niemand mehr dagewesen wäre, der das Reich vor dem anftürmenben Bolschewismus hätte retten können. Heute, so stellte Dr. Goebbels unter ber begeisterten Zustimmung ber Versammlung fest, können wir beglückt sagen, das Schicksal hat uns gesegnet! Wir haben uns selbst geholfen! Es ist uns gelungen, auf dem Wege zur inneren unb äußeren Befreiung im ersten Dierjahresplan Zug um Zug bie gesteckten Ziele zu erreichen, unb vor allem auch bas große Problem des Sozialismus Stück für Stück in Angriff zu nehmen. Wir waren uns dabei von vornherein darüber klar, daß eine mechanische Erhöhung ber Löhne unb damit der Preise völlig ungeeignet war, bie breiten Massen unseres Volkes an den Gütern gerecht und wirksam zu beteiligen. Wir steigerten ftatt- dessen Die Produktion und beteiligten daran das Volk in seiner Gesamtheit. Darüber hinaus sind die schwersten Schäden unseres sozialen Lebens, die im Augenblick noch nicht auf diese organische Weise beseitigt werden konnten, durch große soziale Hilfswerke, vor allem durch die NS.-Dolkswohlfahrt, durch das Winterhilfswerk, durch die große Organisation „Kraft durch Freude" unb andere soziale Institutionen des nationalsozialistischen Reiches im Rahmen des überhaupt nur Möglichen wesentlich gemildert worden. Kontrollmächte jetzt zeigen, daß ihre Londoner Abmachungen nicht lediglich auf dem Papier stehen, sondern daß sie gewillt sind, ihre Autorität mit aller Energie zur Geltung zu bringen, können sie dem bolschewistischen Gesindel von Valencia den Mut zu weiteren verbrecherischen Anschlägen auf den Frieden Europas nehmen. Bei papiernen Protesten kann es diesmal nicht fein Bewenden haben. L. Moskaus Hüßungeaüleihe t>e uiio^en Moskau, 20. Juni. (DNB.) Nachdem die Sowjetregierung sich mehrere Tage lang von verschiedenen Partei- und sonstigen Organisationen „bitten" ließ, eine neue Rüstungsanleihe aufzulegen, Leisatk, „mir haben auch einen Auftrag, nämlich den, für die irdische Lage unseres Volkes zu sorgen. Wenn man die Richtigkeit eines Auftrages nicht an Worten, sondern an Taten ablesen kann, so können wir der Kirche gegenüber wohl bestehen! (Stürmischer Beifall.) Es kann in einem Staat nicht zweierlei Gesetze geben, das Gesetz hat auch für die Kirche Geltung. Die schlimmen Folgen innerer Uneinigkeit und Zwietracht zwingen uns nun einmal, alles zu fördern, was die innere Einigkeit irgendwie festigen kann. Das hat aber mit der gerichtlichen Bestrafung krimineller Elemente in den Klöstern nichts zu tun. Es ist uns selbst schmerzlich, daß diese Auseinandersetzungen erfolgen müssen, sie werden aber nicht vom Staat, sondern vom S t a a t s a n w a l t betrieben. Verbrechen müssen geahndet werden." Zu Fragen der Außenpolitik übergehend, verwies der Minister auf die wahrhaft welthistorische Aufgabe, die der Führer mit der Niederringung des Bolschewismus in Deutschland gelöst habe. In Moskau sitze der W e l t f e i n d , der bie Ehre, die Sicherheit und den Bestand aller Kulturstaaten auf die infamste und gewissenloseste Weise bedrohe. Nichts beweise die Richtigkeit und Notwendigkeit des Kampfes gegen den Bolschewismus besser, als die dauernden Versuche, den antibolschewistischen Ordnungsblock, der Deutschland, Italien und Japan umfasse, zu sprengen. „2Uit großer Besorgnis nehmen wir wahr, daß der Konflikt in Spanien immer und immer wieder neuen Zündstoff hervorbringt. Daß das nationalsozialistische Deutschland sich verbrecherische Provokationen, wie sie mit dem Bombenattentat auf die ..Deutschland" festzustellen waren, nicht gefallen läßt, hat die Welt bereits erfahren. Wenn jetzt schon wieder der Kreuzer ..Leipzig" bedroht worden ist und mir nun an den Mchteinmischungsausschuh appellieren. so tun wir das in der sicheren Erwartung. daß alle betroffenen Nationen sich hinter Deutschland stellen werden, wenn es sich in entsprechender Weise gegen derart ungeheuerliche Provokationen auflehnt." Abschließend wies Dr. Goebbels gerade auch im Hinblick auf die Unruhe in der Welt noch einmal auf die zwingende Notwendigkeit hin, daß fick unser Volk in Eingkeit hinter den Führer stelle und sich in keiner Situation durch Zwietracht und Hader um die Früchte seiner bisherigen Erfolge bringen lasse. „Eifersüchtig wird unsere Bewegung, die mit soviel Opfern und soviel Blut diese innere Einigkeit erkämpft hat, auch von sich aus darüber wachen. Wir wollen nicht ein Volk von Träumern und Phantasten, von Dichtern und Denkern sein, sondern ein Weltvolk werden. Wir wollen das deutsche Leben mit dem Rhythmus einer stählernen, modernen Romantik erfüllen, die nicht zurückblickt, sondern vorwärts schaut. Der Führer hat unserem Volke eine Fahne, einen Glauben und eine Ueberzeugung gegeben. So kann es nicht wundernehmen, daß das deutsche Volk voll Glauben ihm, der wie kein anderer das Recht hat, im Namen der Nation zu sprechen, vertraut. Mit ihm haben wir den Weg zur Macht angetreten, in seinem Namen vollzieht sich das große Aufbauwerk. Der Allmächtige wird an unserer Seite stehen, wenn wir auch weiterhin mutig und unbeirrt den großen Problemen des nationalen Lebens entgegentreten. So wollen wir uns heute und immerdar zum ewigen Deutschland bekennen und unsere Kraft verzehren im Dienste an unserem Volke." Die Massen dankten dem Minister für seine zu Herzen gehende Ausführungen mit stürmischen Beifallskundgebungen. Kreisleiter Schwebet schloß hierauf die Kundgebung mit dem Sieg-Heil auf den Führer, worauf die Versammlung die nationalen Lieder sang. Der Minister fuhr dann durch ein Fackelspalier der HI., des BDM, und des Reichsarbeitsdienstes über die Rheinbrücke nach D a r m - ft a d t zurück. Die Reichstagung der Nordischen Gesellschaft in Lübeck. Reichsleiter Alfred Rosenberg über politische Fragen der Gegenwart. Lübeck. 19 Juni. (DNB.) Die vierte Reichstagung der Nordischen Gesellschaft, die durch starke Anteilnahme aus dem ganzen Reich und aus dem Auslande zu einem bedeutenden Ereignis im Ostseeraum geworden ist, nahm amSams- tag ihren Anfang. Zur Eröffnungssitzung auf dem Burgfeld hatten sich die Vertreter des Reiches und der Länder, der Reichsleitung der Partei, die Mitglieder des lübijchen Senats, sowie zahlreiche führende Persönlichkeiten aus Staat, Partei und Wehrmacht eingefunden; ferner waren Vertreter der Gesandtschaften und viele hervorragende Männer der nordländischen Staaten erschienen. Unter den Ehrengästen bemerkte man Reichsleiter Alfred Rosenberg, Stabschef Lu tz e und den Leiter des Rasfen- politischen Amtes der NSDAP. Dr. Groß. Die Reichstagung erreichte mit der großen „N o r- dischen Kundgebu n g" auf dem Lübecker Marktplatz ihren Höhepunkt. Der Vorsitzende der Gesellschaft, Gauleiter Oberpräsident Lohse, hob in seiner Begrüßungsansprache hervor, daß man in der wachsenden Beteiligung des Auslandes an den Reichstagungen der Nordischen Gesellschaft den schönsten Lohn für die Arbeit der Gesellschaft erblicke. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die diesjährige Reichstagung, die im Zeichen der großen Verkehrsfragen des Ostseeraumes stehe, ihre fruchtbare und die Völker in diesem Raum verbindende Auswirkung finden möge. Hierauf sprach SeWeiter Alfred Rosenberg über politische Fragen der Gegenwart. Er fiihrtt dabei u. a. folgendes aus: Aeußeres Schicksal und Dolkswille ringen also in den verschiedensten Formen überall auf der Welt, und man darf wohl sagen, daß diese Weltfragen tief ins Innerste des Lebens der Angehörigen aller Völker hinernreichen. Das Zeitalter, da für Konfessionen Kriege geführt wurden, ist dahingesunken, das Zeitalter politischer Hausmächte ist nicht mehr bestimmerü) für die Geschicke der Welt, das Zeitalter der Völker und Rassen aber ist heraufgestiegen. Ueberall findet eine Ueberprüfung der Vergangenheit statt, wie weit sie noch imstande ist, Formen für das Dasein und die kulturelle Schöpfertatigkeit der einzelnen Nationen abzugeben. Dabei wird sich vermutlich einmal Herausstellen, daß Staatsanschau- ungen, die in der Vergangenheit verständlich und berechtigt waren, heute in schwerste Krisen geraten sind und daß es einer ganzen Menschengrohe be- oarf, um abzustteisen und auch innerlich zu überwinden, was den Forderungen unserer Epoche mcht mehr entspricht. . . . Ich glaube, wenn wir begreifen, daß das Scy^a- sal der Völker v e r s ch i e d e n ist, daß bei manchen nah Verwandten auch die ^emperamenke s ch anders äußern, daß manche Worte und Begriffe ganz verschiedenen Inhalt bezeichnen, dann werden wir die Voraussetzungen dafür besitzen, nicht nur die eigenen Lebensrechte zu vertreten, sondern auch Art und Zustand anderer Völker richtig zu begreifen, d. h. immer v e r st and ni so oller und gerechter zu denken. Das ist aber die Bedingung, um jene oft künstlich erzeugte Atmosphäre des Hasses zu überwinden, der leiderheutenoch vielfach die Welt beherrscht. Wir sind der Ueberzeugung, daß wenn nach und nach immer mehr sich Gutwillige zusammenfinden, auch die wirklich aus Lebensinteressen herrührenden Spannungen in verständnisvoller Art behandelt werden können, weil dann jene geradezu als ^01091$ Hetze und Hahstimmung ausgelofcht wird als Vor aussetzuna für eine sachliche Behandlung der Pr - bleme uno ein persönliches Nahertreten von Mensch zu Mensch, von Volk zu Volk. . 8 Wenn wir hier zum viertenmal di« Reichstagung der Nordischen Gesellschaft beaehen, so aus dem besten Willen heraus, einen Lebensraum zu er- fassen dessen Völker schicksalsmahig aus einander a n g e w i e s e n . sind, und wir denken zu groß von uns, als daß wir nicht über manche Mißverständnisse und Spannungen hinweg große Werke und große Menschen als mit un 5 Der w a n b t empfinben würben. Wir sehen bas Schicksal Euro pas als ein Ganzes an, rote es stets ein Ganzes gewesen ist. Wir hoffen aber, wenn die verschiebenen unmittelbar zusammenhangenoen Schicksalsräume des europäischen Kontinent eine menschlich-kulturelle und soziale BefriedungI finden können, dies die Voraussetzung ist für die Befriedung unseres gesamten ehrwürdigen Europas. Die deutsch-nordländischen Verkehrsbesprechungen nahmen unter großer Anteilnahme deutscher und ausländischer Fachleute ihren Anfang. Professor Dr. Schulz-Kiesow (Hamburg) sprach über „Die deutsch - nordländischen Schiffahrtsbeziehungen." Deutschland stelle im Ostseegeschäft eines Der führenden Länder bar. Die Ostseevölker spielten im Welt- außenhcmbel eine große Rolle. Seit ber Machtübernahme sei im seewärtigen Güterverkehr ber beut- schen Seehäfen ein gewaltiger Aufschwung zu verzeichnen. Im Vehn-Haus fanb bie Eröffnung ber Ausstellung „Neues norblänbisches u n b nieberlänbisches Schrifttum" statt, bie von ber Reichsstelle zur Förberung bes deutschen Schrifttums zusammengestellt worden ist. Einen festlichen Abschluß fand der zweite Tag der Reichstagung mit der erfolgreichen Aufführung der Komödie „Der politische Kannengießer" von Ludwig Holberg. Der Lübecker Marktplatz bot dem heiteren Spiel einen wirkungsvollen Hintergrund. Abi Gchachleiier gestorben. München, 20. Juni. (DNB.) In seinem Hause „Gottdank" in Feilnbach bei Bad Aibling ist Abt Albanus Schachletner im Alter von 76/4 Jahren gestorben. Abt Schachleiter war einer der ersten katholischen Geistlichen, die sich mutig, offen und männlich zu Adolf Hitler und zur nationalsozialistischen Bewegung bekannten. Einer Mainzer Kaufmannsfamilie entstammend, erhielt er 1886 yÄ Vt; f i'j * in der Benediktinerabtei Seckau in Steiermark die Priesterweihe. Von August des folgenden Jahres an wirkte er in Beuron als unermüdlicher Seelsorger und nahm sich auch der künstlerischen Ausgestaltung des Klosters und der Kirchenmusik an. 28 Jahre seines Wirkens verbrachte er bann in dem Kloster Emaus in der jetzigen Dschecho- flowakei. Er erhob — zuletzt als Abt — dieses Benebiktinerstift zu einer leuchtenben Stätte ber Kunst unb der Geisteskultur. Wegen seiner deutschen Gesinnung mußte er 1918 unter dem Druck der Tschechen seine lieb gewordene Wirkungsstätte verlassen. Abt Schachleiter wirkte ban in verschiebenen bayerischen Benebiktinerklöstern als Abt unb später in M Ü n ch e n in der Hofkirche, wo er die berühmt gewordene Schola Gregoriana gründete In seiner glühenden Vaterlandsliebe bekannte er sich im Jahre 1926 zu Adolf Hitler, zu dessen treuesten Vorkämpfern er bald gehörte. Seine aufrechte mutige Haltung brachte ihm durch hohe kirchliche Würdenträger schwere Drangsale, 1933 entzog ihm der Papst die kirchliche Weihe- gemalt. Abt Schachleitner ließ sich durch keine Heimsuchung in seiner Treue zu Adolf Hitler und zum deutschen Volk erschüttern, der Führer hat ihm, auch beim persönlichen Besuch in Feilnbach, für sein Bekenntnis gedankt. Unvergessen sind in München die Predigten Schachleiters mit seinem rückhaltlosen Bekenntnis zum deutschen Vaterland, besonders seine denkwürdige Predigt zum Gedächtnis Albert Leo Schlageters. Das nationalsozialistische Deutschland MHH AS Ä ii W MIT SPÄTLESE BEZEICHNEN W|R DIEJENIGEN TABAKBLÄTTER OIE ZÜLEIZT'ÄM SPÄTESTEN GEERNTET WERDEN. DIESE "WERTVOLLSTEN BLÄTTER DER GANZEN TABAKPFLANZE : ERHALTEN ALSO AM LÄNGSTEN OIE REDENDEN STRAHLEN DER .SONNE DES ORIENTS...; : DÄNER; OER GESCHMACKS-Upö^AROMARE'CHTUM OER C4GARETTE: SPAtLE SE °/m ff ’® '<8 D' WMMM $8 N M r. & M Uebersicht die gerate ist bemer zerstörun, ten ober tobe in i tompoiitic jübiidjen ( ebenfalls zi kriegszeit i Derjdjiebenf mit 5 M< ■ •■• 'ie an einer Rangstelle stehen, bei Der sie bei einer evtl Zwangsversteigerung des Grundstücks noch voll zum Zuge kommen würden. Im Entichuldungsver- fahren ist die Mündelsicherheitsgrenze zwei Drittel des Detriebs- wertes des Grundstücks. Siehe ^-^tchnldung Gute Messer — schneiden besser! Eine Freude ist es, wenn die Messer, die Sie täglich brauchen, immer gut schneiden. Unb diese Gemüse-, Brot-, Wurst- und Tischmesser können Sie auch haben. Häuser hat solche Messer —aus gutem Stahl, nichtrostend und dabei sogar billig. 3- B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. Kohlen von Fischer Gießen, Alicenstraße 42—44, Telefon 3172 und 3176 42.75 bis 43 (42,45), während RWE. 0,65 v. H. verloren auf 133,25. Etwas niedriger lagen ferner Conti Gummi mit 194,25 (196), Westdeutsche Kaufhof mit 59,25 (60) und Reichsbank mit 215,75 (216). Der Rentenmarkt war weiter still. Altbesitzanleihe leicht gefragt und auf 126,45 (126,25) erhöht, Kommunal-Umschuldung unv. 94,05. Deko- sama Neubesitz waren weiter in kleinen Beträgen angeboten 61 (62,50) Hamburger Neubesitz 30,50 (31). Im Verlaufe blieb die Umsatztätigkeit klein, auch bit Kursveränderungen waren unbedeutend. Daimler Motoren etwas erholt auf 138,90 nach 138,25, IG.-Farben weitere 0,13 v. H. höher mit 167,40. Kaliwerte kamen bis zu 4 v. 5). höher zur Notiz, Salzdetfurth 165 (161), Aschersleben 122 (118,13), Westeregeln 123 bis 124 (120), im übrigen zeigten die erst später notierten Werte nur geringe Abweichungen. Am Rentenmarkt lagen Gold- und Liquidationspfandbriefe unverändert, ebenso Kommunal- Dbligationen und Stadtanleihen. Von Industrie- Obligationen erhöhten sich 5 v. H. Eisenbahn Bank auf 92,50 (92), baaegen bröckelten 4,5proz. Krupp auf 99 (99,25). ab. * Im Freiverkehr lagen Neue Wayß & Frey- taq fest und lebhafter mit 153,50 bis 156 (153 bis 155), Adlerwerke unv. 115,25, Pokorny blieben mit unv. 146 gesucht. Tagesgeld unv. 2,'50 v. H. Lröffllllngs-Vahirradreimell Gießen 1037. Ausgezeichneter Sport.-Siegreiche Fahrer der Nationalmannschaft. Lor 3000 Zuschauern aus dem Waldsportplatz. Der Gießener Nadfahrerverein von 1885 hatte es wieder einmal übernommen, ein Bahnradrennen zu veranstalten. Der Verein setzt damit eine schone Gepflogenheit fort. Die Bahnradrennen sind schon zu einem festen Bestandteil des Gießener Sportpro-, gramms überhaupt geworden. Welcher Beliebtheit jie sich erfreuen, ging äußerlich schön daraus hervor, daß etwa 3000 Zuschauer die Aschenbahn des Waldsportplatzes umlagerten. Das Wetter war dem Radrennen außerordentlich günstig: nicht zu kalt, nicht zu warm! Reibungslos wurde in der Zeit von drei Stunden das Programm abgewickelt. Ausgezeichnet funktionierte die Verständigung des Publikums durch die Lautsprecheranlage. Die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz stand für Hilfeleistungen zur Verfügung. Glücklicherweise brauchte sie nicht einzugreifen. Es ereignete sich keinerlei Unfall. Die sportliche Leitung lag wieder in den bewährten Händen von August Deibel. Ihm stand der bewährte Stab von Zielreichtern, Startern, Zeitnehmern und Fahrtbeobachtern zur Seite. — Unter den zahlreichen Zuschauern sah man auch Bürgermeister Prof. Dr. Hamm, der damit erneut fein Interesse für das sportliche Leben in unserer Stadt bewies. Auf die Minute pünktlich wurden die Rennen gestartet. Während einer Pause hatte man Gelegenheit durch Lautsprecherübertragung einen dramatischen Ausschnitt aus dem Endkampf um die Fußballmeisterschaft zu hören, gerade den entscheidenden Teil des Spieles. Der Verein hatte, das bewies der Verlauf der Rennen, ausgezeichnete Fahrer verpflichetet. Die Liste der Startenden wies folgende Namen auf: Geyer, Fries, Bär, Linnemann (sämtlich Frankfurt am Main); Gelpke, Neuwied; Horn, Prinz, Frei, Weiler, Kopp, Breuer und Schorn (sämtlich Köln); Buchhaister, Ferschke, Heidenreich, Lein (sämtlich Kassel); Rothbür und Heger von Mannheim und die Gießener Neumann (1885) und Preis („Germania"). Schorn und Bär trugen das Trikot der Nationalmannschaft. Die Nennen. Flieger - Hauptfahren: Es gab vier hochinteressante Vorläufe. Die beiden Gießener konnten sich für den ersten bzw. für den zweiten Zwischenlauf qualifizieren, wenn sich auch Neumann dem besseren Frei und Preis dem hervorragenden Geyer beugen mußte. Den dritten Vorlauf gewann Bär nach hartem Kampf mit Breuer, und den vierten Vorl-auf brachte erwartungsgemäß Schorn an sich. Im ersten Zwischenlauf lieferten sich Bär und Breuer einen unerhört harten Kampf, in den einzugreifen der Gießener Preis keine Chance hatte. Güt schnitt Neumann (Gießen) im zweiten Zwischenlauf ab, indem er den zweiten Sieger stellte. Gegen Schorn konnte aber auch er nicht aufkommen. Im Entscheidungskampf schälten sich dann die Besten heraus: Schorn, Bär, Breuer, Neumann, so war die Reihenfolge, in der die Fahrer das Ziel F WU Die Sieger aus dem 50 - Kilometer - Mannschaftsrennen. Von links nach rechts: Linnemann (Frankfurt), Neumann (Gießen), Schorn (Köln) und Bär (Frankfurt), die mit Rundengewinn das Rennen für sich entscheiden konnten. (Aufnahme: Neuner, Gieß. Anz.) MLnzverbrechen 320 Mundraub Münzverbrechen, s. Falschgeld. Muss, gefütterter Handwarmer aus Pelz, Samt ober Seide, auch mit eingearbeiteter Handtasche. Die FüÜung, die zweckmäßig aus Daunen besteht, muß durch Ausschütteln locker gehalten werden. Muffs verwahrt man im Sommer am besten in einer mottendichten Blechbüchse. Mull, feines weiches Musselingewebe, bas nicht gestärkt wirb Mull reinigt man mit lauwarmem Wasser. Multiplizieren, lat., bie Berechnungsart. bei ber eine Zahl mit der anderen „mal“ genommen wirb. Das Ergebnis heißt Produkt. deutsch Endsumme Mumps ist eine ansteckende Erkrankung, wird auch Ziegenpeter genannt. Mit leichtem Fieber kommt es zu einer Schwellung ber Ohrspeichelbrüse, Schmerzen beim Oessnen des Munbes. Wichtig ist zu wissen, daß zwischen ber Ohrspeichelbrüse unb der männlichen Keimdrüse Beziehungen bestehen, daher kommt als Nachkrankheit der Mumps eine sehr schmerzhafte Hodenentzündung vor. Behandlung des Mumps: Laue Umschläge, die stündlich wechseln, oder (Einreibung der geschwollenen Stelle mit warmem Oel unb einem Watteverbanb Viel gurgeln mit Kamillentee ober Salbeitee Bettruhe. Arzt! Munbatmung kommt vor bei Verschluß des Nasenatemweges infolge von Polypen, Rachenmandel- oder Schleimhautschwellung ber Nase auch bei großer körperlicher Anstrengung. Kin- ber, die ständig mit offenem Mund atmen, sind einem Arzte vorzustellen, weil dann meist Wucherungen bestehen, bie entfernt werben müssen Mundgeruch, übler, meist infolge schlechter Zahnpflege, aber auch bei Magenverstimmungen, nach längerem Hungern, bei Entziin- bungen der Mundschleimhaut und besonders bei chronischen Entzündungen ber Manbeln. Erunbübel beseitigen lassen. Etwas verbecken kann man den üblen Mundgeruch durch Pfefferminzbonbons, die man im Mund zergehen läßt, oder durch häufiges Mundspülen mit käuflichen Mundwassern. Mundpflege, ein unerläßlicher Teil ber täglichen Körperpflege. Man reinige bie Zähne mit einer guten Borstenbürste und einem guten Zahnpflegemittel täglich früh und abends Daraus achten, daß alle Speisereste aus den Zahnzwischenräumen entfernt werden, da sonst leicht die Zähne foul werden Gurgeln mit gutem Mundwasser. Ein sehr gutes Mundwasser ist folgende Mischung; % Gramm Vanillin wird in 25 Gramm Alkohol gelost und davon 15 bis 20 Tropfen auf etwa zwei Eßlöffel voll Wasser genommen Mit dieser Mischung kann man auch den Zungengrund abbürsten Mundraub. Wer Nahrungs- oder Eenußmittel (z. B. Obst) ober anbere Gegenstände bes haus- wirtschaftl. Verbrauchs (Holz) in geringer Menge unb unbebeu- tenbem Mert zum Zwecke Des passierten. Der Sieger bewies wieder einmal seine überragende Fahrtechnik. Das Punktefahren war das schnellste Rennen des Tages. Jede zweite Runde bedeutete Wer- tungs-, allo Spurtrunde. Hier lag anfänglich Preis (Gießen) in Front. Er überschätzte aber seine Kräfte und fiel nach der sechsten Wertung etwas ab. Alle anfeuernden Rufe „Heini! Heini!" konnten ihm nicht helfen. Immerhin reichte es noch zum dritten Sieg. Für die letzten vier Wertungen schob sich Linnemann klar in den Vordergrund. Er erzielte 21 Punkte, Rothbür stellte den zweiten Sieger mit 20 Punkten und Preis den dritten Sieger mit 18 Punkten. Kameradschaftlich teilten sich die Fahrer zum Schluß und für die Ehrenrunde in den Blumenstrauß mit der Siegerschleife. Das Jugendpunktefahren ließ bald erkennen, daß der Nachwuchs des Gießener Radports im wahrsten Sinne des Wortes „nicht von chlechten Eltern" ist. Sie fühlten sich alle, die sieben Fahrer, auf der Bahn recht sicher. Um den ersten Platz in den Einzelwertungen gab es zwar keinen Kampf, denn Stange („Germania" Gießen) war dem Feld stets weit voraus. Um die Plätze wurde aber um so heftiger gekämpft. Stange leistete sich den Scherz und überrundete bald nach Beginn das ganze Feld und machte dadurch den Schiedsrichtern das Amt kompliziert. Der junge talentierte Fahrer verfügte selbst am Schluß des Rennens sichtlich noch über erhebliche Kraftreserven. In der Reihenfolge: Stange, Haßler, Schmidt und Eberhardt (sämtlich „Germania" Gießen), kamen die Jugendfahrer ins Ziel. Schorns phantastische Leistung im Mannschäftsfahren. Den Höhepunkt des Nachmittags bildete das 50-km-Mannschaftsfahren, das über 125 Runden führte. Wertungen gab es jeweils nach 15 Runden. Der Gießener Neumann fuhr mit Schorn, Preis mit Breuer. Die übrigen Paarungen lauteten: Geyer-Fries, Bär-Linnemann, Gelpke-Horn, Buch- haister-Ferschke, Heiderich-Lein, Rothbur-Heger, Prinz-Frei und Weiler-Kopp. Die Fahrer gingen zuerst in verhaltenem Tempo los. Kurze Zeit blieb das Rudel beisammen. Dann gab es einige Ausreißversuche und das brachte das Feld ins Tempo. Zwischen der 20 und der 30. Runde wurde ein ungemein scharfes Tempo vorgelegt, da Schorn und Neumann den Versuch zu einem Rundengewmn machten und diesen auch tatsächlich in blendender Fahrtechnik erzielten. Dann schlossen sie dem Feld auf. Bär-Linnemann gewannen ebenfalls eine Runde. Dabei blieb es dann. Das Feld mußte resignieren. Der weitere Rennverlauf wurde nach rote nör von Schorn und Neumann bestimmt. Neumann fuhr immer auf den guten Platz im Rudel und Schorn zeigte in den Spurts eine wahrhaft phantastische Leistung. Immer wieder schoß er auf der Gegengeraden aus dem Feld hervor und lag reflel3 mäßig' in der Zielkurve vorne. So war es in sieben von ächt Wertungsspurten. Außerdem wurden auch Prämien ausgefahren, deren größte Anzahl ebenfalls an Schorn fielen. Seine Leistungen versetzten das Publikum in aufrichtige Begeisterung und waren um so hoher zu werten, als ihm seine Gegner den Sieg wahrhaftig jedesmal sehr sauer machten. Ueberraschend zäh erwiesen sich hier auch Neumann und Preis. Breuer allein gelang es als Einzigen, im letzten Wertungsspurt Schorn um Radlänge abzuhängen. __ So beschlossen Schorn und Neumann mit 33 Punkten und Rundengewinn als Sieger das Rennen. Als zweite Siegermannschaft folgte Bär- Llnnemann mit 14 Punkten und ebenfalls mit Rundengewinn (der über Punktwertung steht), als drittes Paar passierten Preis-Breuer das Ziel mit 22 Punkten und den vierten Sieger stellten die Frankfurter Geyer-Fries mit 9 Punkten Die gesamte Veranstaltung wurde für den Radfahrerverein von 1885 wieder zu einem großen Erfolg. Schalke 04 Deutscher Fußballmeister. Der Endkampf um die deutsche Fußball-Meisterschaft 1936/37 gehört der Vergangenheit an, der Entscheidungskampf der beiden alten Rivalen Schalke und 1. FC. Nürnberg ist vorbei. Die tapferen Westfalen haben in einem dramatischen Kampf den Titelverteidiger vor 100 000 Zuschauern im Berliner Olympia-Stadion verdient mit 2:0 (1:0) geschlagen und damit zum drittenmal die „Viktoria" errungen. Vor drei Jahren holte sich Schalke ebenfalls in Berlin gegen den 1. FC. Nürnberg mit 2:1 seine erste deutsche Meisterschaft, die die Knappen ein Jahr später in Köln gegen VfB. Stuttgart mit 6:4 erfolgreich verteidigten. Nach dem wochenlangen schönen und heißen Wetter ging ausgerechnet der Tag des deutschen Endspiels im Regen unter. In den Mittagsstunden öffneten die Wolken ihre Schleusen und ein mehrstündiger Regen prasselte nieder, so daß aus diesem Grunde auch der Einmarsch der italienischen Füh- reranroärter mit der Hitler-Jugend ausfallen mußte. Die Fußballfreunde aber ließen sich nicht abhalten, dem Endspiel beizuwohnen. Schon frühzeitig setzte der Anmarsch zum Reichssportfeld ein, das in dem diesigen Grau nicht den sonst gewohnten Anblick bot. Die Mannschaften traten in der vorgesehenen Aufstellung an, also mit Schalke: Klodt; Bornemann, Schroeißfurth; Gellesch, Tibulski, Berg; Kalwitzki, Szepan, Fört- gen, Kuzorra, Urban. 1. FC. Nürnberg: Köhl; Munkert, Billmann; Uebelein I., Carolin, Oehm; Gußner, Eiberger, Friedel, Schmidt, Uebelein II. Schiedsrichter: Alfred Birlem (Berlin). Schalke 04 hat durchaus verdient gewonnen, die Mannschaft zeigte die weitaus gleichmäßigere und bessere Leistung und hatte keinen schwachen Punkt aufzuroeisen. Ueberraschend gut diesmal sogar die gesamte Abwehr, die Nürnbergs kurzmaschiges Angriffsspiel immer wieder zerstörte und einfach nicht zu überwinden war. Die überragenden Kräfte waren jedoch Friß Szepan, der schon gegen Ende der ersten Halbzeit und auch nach dem Wechsel an Stelle des verletzten und nach Rechtsaußen gehenden Tibulski Mittelläufer spielte, und Ernst Kuzorra. Ueber derartige Spielerpersönlichkeiten verfügte der Club nicht, zumal sein Spielführer Seppi Schmitt wegen eines groben sportlichen Vergehens an Kalwitzki in der 15. Minute nach der Pause des Platzes verwiesen wurde. Am besten war der Club noch in der Abwehr, doch erreichte der Titelverteidiger bei weitem nicht seine beste Leistung. Schalke hatte durchweg mehr vom Kampf und gewann verdient. In der 23. Minute fiel der Führungstreffer. Kuzorra setzte Pörtgen mit einer Steilvorlage ein, der Mittelstürmer zog noch zwei gegnerische Spieler auf sich, gab weiter an Urban, der blitzschnell einschoß. Köhl konnte den Ball nur berühren, aber nicht mehr aufhalten. Das entscheidende zweite Tor fiel in der 34. Minute der zweiten Halbzeit durch den jetzt Halbrechts spielenden Kalwitzki, der zwei Gegner überspielte, dann noch Köhl aus dem Tor lockte und ins teere Tor halbhoch einsandte. Reichssportführer von Tschammer und Osten überreichte der siegreichen Mannschaft den Siegerkranz und beglückwünschte jeden Spieler Schalkes. Ergebnisse der Aufstiegspiele zur Bezirksklasse. Watzenborn-Steinberg — Niedergirmes 4:1. Unentsch. Verl. Teutonen und An dem Aufstieg der 1 2 0 1 0 folgt aus: Verein Steindorf W.-Steinberg Niedergirmes Jahn Offenbach Heuchelheim 1 1 3 5 6 der Pkte. 11:3 10:4 8:6 ' 3:11 2:12 Stein- Spiele 7 7 7 7 7 Offenbach — Steindorf 1:3. Die Teutonen von Watzenborn wußten, worum es ging und darum fetzten sie alles Können ein und gewannen das Spiel verdient mit 4:1. Wider Erwarten verloren die Offenbacher mit 1:3 gegen Steindorf. Dies ist aber nur dadurch zu erklären, daß ihr Mittelstürmer Hans Büch den Verein bei diesem Spiel im Stich ließ. Die Hoffnungen der Niedergirmeser, doch noch den Anschluß zu finden, sind jetzt endgültig als gescheitert anzusehen. Nach diesen Ergebnissen sieht die Tabelle wie Gew. 5 4 4 1 1 dorfer ist nicht mehr zu rütteln, ganz gleich, wie die nächsten Spiele ausgehen werden. Ungeschlagener Fußbatt-Aaumeister verliert gegen ÄtB. Der VfB-Reichsbahn Gießen hatte sich für vergangenen Samstag einen großen Gegner verpflichtet und zwar den Spieloerein Kassel. Früher hat der VfB. schon manche Spiele mit diesem Gegner ausgetragen. Der Abschluß war leider etwas spät zu Stande gekommen. Wenn sich auch für einen Samstag zirka 700 Zuschauer eingefunden hatten, so hätte die Zuschauerzahl doch hoher sein können, zumal hier ein wirklich gutes Spiel gezeigt wurde. Dem korrekt und sicher leitenden Schiedsrichter Gutmann- Wetzlar stellten sich die Mannschaften in der Ausstellung: Kassel: Oklenburg; Pape, Heukeroth II; Schwarzwälder, Heukeroth I, Herwig; Kannstein, Müller, Annacker, Beyer, Podgorski. Gießen: Gottschalk (2. Halbzeit Ruppel); Möhl, Krämer; Krämer, Thron, Berlenbach; Szpo- nick, Goldglück, Bach, Radtke, Wilhelm Wenn man geglaubt hatte, VfB.-Reichsbahn Gießen würde um eine ehrenvolle Niederlage zu kämpfen haben, so zeigte der Spielverlauf daß VfB. in biefer Aufstellung auch einen Gegner der Gauliga zu schlagen versteht. Bach vom VfB. zeigte sich als talentierter Mittelstürmer. Er war immer Herr der Lage und setzte die Halben und auch die Außenstürmer gut ein. In der 7. Minute fiel das erste Tor für die Gießener, durch Vorlage von Bach an Szponick, der einschoß. Trotz mehrfacher Behinderung durch Kasseler Spieler setzte sich Bach durch und erzielte den zweiten Treffer für den VfB Der Halbrechte Radtke hatte Pech mit feinen Schüssen und verfehlte stets das Tor. Die Torchancen auf der VfB.-Seite waren größer, als die auf der Gegenseite. Die Läuferreihe zeigte nicht nur große Aufbauarbeit, sondern verstand es, in gegebenen Augenblicken den Gegner abzustoppen. Die Verteidigung der Grünweißen war ballsicher und gab dem Gegner roenia Gelegenheit, ihre Torschüsse anzubringen. Als Schlußmann stand in der ersten Halbzeit Gottschalk, welcher eine sehr große Leistung vollbrachte. In der zweiten Halbzeit spielte Ruppel im Tor, er paßte sich dem Tormann der ersten Halbzeit gut an. Bei Kassel war der Tormann gut und konnte die beiden Tore nicht verhindern, die Verteidigung vereitelte viele schöne Angriffe der Gießener. Die Läuferreihe der Kaffelaner zeigte sich auch von der besten Seite und bediente den Sturm ausgezeichnet. Ausgezeichnet spielten der linke Läufer und der Mittelläufer. Der Sturm der Kaffelaner brachte gefährliche Momente in das Spiel, aber das Flügelspiel ließ zu wünschen übrig. Das Spiel wurde beiderseits fair durchgeführt. Die Zuschauer verließen sichtlich befriedigt den Platz. Sportverein 1920 Lollar. Lollar II kombiniert — Wieseck I 2:2 (1:1). Wiesecks erste Mannschaft trat gestern zu einem Freundschaftsspiel gegen Lollar an. Das Spiel kam erst in letzter Minute zustande. Die zweite Mannschaft trat mit vier Jugendspielern an und lieferte Wieseck ein gleichwertiges Spiel. Wieseck fand sich rascher und war am Anfang leicht überlegen. Ein Elfmeterball, den Lollar zugesprochen bekam, wurde verschossen. Im Gegenangriff erzielte Wieseck seinen ersten Treffer. Kurze Zeit später glich Lollar aus. Mit 1:1 ging es in die Pause. In der zweiten Halbzeit spielte Lollar überlegen, doch waren es wieder die Gäste, die den Führungstreffer erzielten. Lollars Mannschaft ließ jedoch nicht locker und erzwang kurz vor Schluß des Spieles den Ausgleich. Der Schiedsrichter war dem Spiel ein gerechter Leiter. Deutschlandflug 1937 gestartet. Reges Leben und Treiben herrschte am Sonntag schon in aller Frühe auf den 15 Ausgangsflugplätzen des vom NSFK. veranstalteten Deutschlandfluges, der gegenüber früher erschwerte Bedingungen aufweist. Nicht mehr der Einzelne steht im Vordergrund, sondern die Dreiermannschoft, die Kette unter ihrem Verbandsführer. Zunächst wurde vom Startplatz noch Startverzögerung wegen des Wetters gemeldet, bald liefen aber bei der nun für acht Tage in Rangsdorf tätigen Deutfchlandflugleitung die Meldungen vom Start aller 62 Dreieroerbände ein. Auch die fünf von Rangsdorf gemeldeten Berliner Verbände, an ihrer Spitze Korpsführer des NSFK., Generalmajor Christiansen, hotten sich um 7.30 Uhr in die Luft erhoben und strebten ihren Tageszielen zu. Schon nach kurzer Zeit wurde bekannt, daß im ganzen Reich sich die Wetterlage erheblich verschlechtert hatte, so daß wegen Regen und Nebel eine Anzahl von Flugplätzen gesperrt werden mußte. In Königsberg, Bremen, Bielefeld, Halle, Leipzig und Breslau war das Wetter besonders schlecht. <5> b* tO N C «o r- 3 O E E 3 tt öl g 3 O E o 15 b e E 8 en e 3> o» « es "ct a 3 o ct E E E E *E E E* es es E ’E a ■e E XD — E 4» a .2. e E -e K E :3 A ,-e 8 8 U— o Q xD . 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