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Cs ist einig in dem Willen, das Andenken der Toten durch vermehrte Tatkraft beim Aufbau der Luft- I I 'S * /,z ♦. In feierlichem Zuge wurden die 25 Särge von der „Hamburg" in die Hapag-Halle getragen, in der der Staatstrauerakt stattfand. — (Scherl-Bilderdienst-M.) fahrt zu ehren. Wenn deutsche Zeppeline ihren Weg über Meere und Länder ziehen, dann werden sie das erhabenste Denkmal auch für die Toten des „Hindenburg" sein. Im Cuxhaven, Deutschlands Vorposten am Meere, wehen die Flaggen auf Halbmast. Vom Steubenhööft grüßen die Flaggen des Dritten Reiches, die Reichskriegsflagge, die Fahnen der Zeppelin-Reederei und der der Hamburg-Amerika-Lmie weithinaus über das Meer zum Gedächtnis der Toten. Als Dampfer „Hamburg" vor den Landungsbrücken eintrifft, heben sich die Arme der vielen Tausende zum stillen Gruß für die Toten. Gerne Kompanie der Luftwaffe erweist die militärische Ehrenbezeugung. Unter den Klängen eines Chorals und bei gedämpftem Trommelklang macht die Hamburg fest. Hoch über den Anlegebrücken donnern Flugzeuge der deutschen Luftwaffe und bringen ihren töten Kameraden die letzten Grüße. Heber der hohen Bordwand des Dampfers „Hamburg erscheint Sarg auf Sarg, mit dem Hakenkreuzbanner und mit frischen Blumen bedeckt Besatzungsmitglieder vom Luftschiff „Graf Zeppelin" und die Mitglieder der Besatzung des „Hindenburg . die nicht an seiner letzten Fahrt teilgenommen haben, tragen mit Kameraden der Bodenmannschaft des Weltluftschiffhafens Rhein-Main, der Zeppelin- Reederei Friedrichshafen und des Luftschiffbaues Zeppelin die sterblichen Reste ihrer Kameraden und der übrigen Opfer zur Trauerhalle, wo die Toten in langen Reihen zwischen einem Meer von Blumen und Grün aufgebahrt werden. Am frühen Nachmittag trifft auf dem Flugplatz Cuxhaven das Flugzeug ein, das die sterblichen Reste Kapitän Lehmanns, des toten Zeppelm- führers und um die deutsche Luftschiffahrt so bach- verdienten Direktors der Deutschen Zeppelin-Reederei, von Plymouth aus nach Hamburg brachte. Kapitän von Schiller vom Luftschiffbau Zeppelin und Knud Eckener sowie Vertreter der Luftwaffe haben sich eingefunden, um ihren Kameraden in der Heimat zu empfangen. Die Trauerseier. Am Abend fand in der großen Hapag-Passagier- Halle eine S t a a t s t r a u e r f e i e r für die Opfer der Katastrophe von Lakehurst statt. In der großen Halle steht die lange Reihe der Särge, bedeckt mit dem Hakenkreuzbanner, umgeben von eine Fülle frischer Blumen. Aus Schwarz umkleideten Pylonen lodern Opterflammen und werfen ihren Schein gegen die Wände der Halle, auf das Schwarz der Trauer und das leuchtende Rot der Hakenkreuzfahnen, der Reichskriegsflagge und der Fahne der Zeppelin-Reederei. Das Sternenbanner der Vereinigten Staaten und die Flagge Schwedens legen Zeugnis ab für die Opfer, die auch diese beiden Länder durch das Hnglück von Lakehurst erlitten haben. In den vordersten Reihen haben die Angehörigen der Verunglückten Platz genommen. Vor dem Podium stehen Kameraden der Marineluftschiffertraditionskompanie Hamburg mit ihren Fahnen, zu beiden Seiten Besatzungsmitglieder des Luftschiffes „Graf Zeppelin", ein Teil der Besatzung der „Hindenburg", der nicht an der letzten Fahrt teilgenommen hat. Eine Abordnung des Luftschiffbaues Zeppelin mit Obermeister Schwarz, der im Luftschiff LZ IV die Katastrophe bei Echterdingen im Jahre 1909 miterlebt hat, ferner Arbeitskameraden der Bordmannschaft des Luftschiffhafens Rhein-Main. Eine Ehrenkompanie der Luftwaffe ist vor der langen Reihe der Särge aufgezogen. Als Vertreter des Führers und Reichskanzlers ist der Staatssekretär der Reichskanzlei Dr. Lammers gekommen, als Vertreter des Reichsministers der Luftfahrt der Staatssekretär im Reichsluftfahrtministerium, General der Flieger Milch. Unter den Trauergästen bemerkt den die Lücken geschlossen, die der Tod riß, und nette Männer setzten das Werk fort. Je größer die Widerstände waren, um so größer waren Wagemut und Wille zur Tat. — Rach jahrelanger, sorgfältigster Entwicklung glaubten wir, den Luftschiffverkehr meistern zu können, und das neue Deutschland stellte in großzügiger Weise die Grundlagen für einen Weltverkehr sicher. Viele Hunderte von Fahrten mit vielen Tausenden von Fluggästen zeugten für den Glauben an die Sicherheit des Luftschiffoerkehrs. Da traf uns Deutsche — und ich darf auf Grund der unzähligen Trauerbeweise dankerfüllt sagen: die ganze Welt — der furchtbare Schlag vom 7. Mai, der alle menschlichen Erfahrungen erschütterte. Noch weiß man nicht die Gründe, noch arbeitet eine deutsche Sachverständi- gen-Kommission gemeinsam mit den hilfsbereiten Fachleuten der Vereinigten Staaten von Nordamerika fieberhaft an der Aufklärung des Unglücks, und schon liegen so viele Vertrauensbeweise vor, daß man ein Gefühl tiefer Rührung nicht unterdrücken Lebenswichiige Mressen. Die Zusammenkunft so vieler Fürstlichkeiten und Staatsmänner zur Krönungsfeier in London Hal natürlich sowohl bei den vielerlei gesellschaftlichen Veranstaltungen, Empfängen, Bällen, Soupers im Buckinghampalast, in den Ministerien und in den ausländischen Botschaften wie im vertraulichen Zwiegespräch manche Gelegenheit zur Erörterung der politischen Lage im ganzen wie auch ihrer besonderen Probleme gegeben. Ob und was dabei an positiven Ergebnissen nach der einen oder anderen Richtung herausgekommen ist, läßt sich nicht agen, wenn auch der tschechoslowakische Ministerpräsident H o d z a , einer der rührigsten und plane- reichsten Politiker in den Kabinetten Europas, dessen nervöse Geschäftigkeit an die Diplomatenjahre seines jetzigen Staatschefs Eduard Benesch erinnert, selbstzufrieden festgestellt hat, daß in London „gute Arbeit" geleistet worden sei, selbstverständlich nach einer Meinung im Sinne jener Leute, die aus den Gegensätzen zwischen den europäischen Großmächten für sich Kapital zu schlagen suchen. Gerade die tschechoslowakische Politik fühlt sich durch die enge Verbindung Deutschlands mit den Mächten der römischen Protokolle einerseits und die Aussöhnung zwischen Italien und Jugoslawien anderseits in eine Klemme geraten, die durch die Erneuerung der polnisch-rumänischen Freundschaft noch empfindlicher geworden ist. Freilich will man es in Prag nicht wahr haben, daß die eigene Auslieferung an Sowjetrußland durch den Anschluß an den französisch- owjetrussischen Militärpakt der wesentlichste Beitrag zu dieser Entfremdung zwischen den Partnern der Kleinen Entente und der eigenen Isolierung im Donauraum gewesen ist. Um so heftiger war Hodzas Verlangen, in London Verständnis zu finden für die tschechischen Sorgen, und es ist kein Zweifel, daß die politische Atmosphäre für solches Liebeswerben nicht ungünstig war. Das Schlagwort von den zwei weltanschaulichen Lagern, in das Europa gespalten sei, beherrscht nach wie vor die Reden der englischen und französischen Staatsmänner, und es ist selbstverständlich, daß man in Paris und London die Schuld an dieser „beklagenswerten" Spaltung den autoritär regierten Staaten in die Schuhe zu schieben sucht und die Gemeinschaft der Demokratien als Hort des Friedens hinstellt, schon allein um besonders begriffsstutzigen Steuerzahlern im eigenen Lande die ungeheuren Lasten der Aufrüstung als notwendige Stärkung des Sicherheitsfaktors in der Welt schmackhaft zu machen und die einer Einmischung in europäische Konflikte abgeneigten britischen Dominien für die europäischen Sorgen des Mutterlandes zu interessieren. So sind natürlich Englands kontinentale Verpflichtungen auch Gegenstand der Beratungen a u f der britischen Reichskonferenz. Edens Referat über die weltpolitische Lage ist zwar nicht befanntgegeben worden, aber es verlautet, daß der britische Außenminister zu den Staatsmännern der Dominien unter Hinweis auf jenes Schlagwort von den weltanschaulichen Gegensätzen in Europa von der Möglichkeit einer „gewaltsamen Entladung" der explosiven Kräfte gesprochen hat, eine Intervention Englands aber nur für den Fall in Aussicht gestellt haben soll, daß ein lebenswichtiges Interesse Englands und damit auch des britischen Weltreichs auf dem Spiele stehe. Eine Beteiligung Englands an einem europäischen Kriege werde also immer eine Maßnahme der Selbsterhaltung sein, in die die Dominien automatisch einbezogen würden. Die Frage ist also biet ob England und die Dominien darüber einer Meinung sind, wo Englands „lebenswichtige Interessen" liegen. Wir wissen aus Jahrhunderten englischer Geschichte —und Baldwin, Eden, Chamberlain u. a. haben es auch für die Gegenwart immer wieder bestätigt, daß die Unversehrtheit Hollands, Belgiens und Nordfrankreichs für die Engländer ein solch lebenswichtiges Interesse bedeutet. Man darf annehmen, daß auch die Dominien dies anerkennen und deshalb den baldigen Abschluß eines neuen Westpaktes wünschen. Deutschland hat bereits mit dem deutsch-englischen Flottenabkommen und dem in ihm enthaltenen Verzicht auf jedes Wettrüsten zur See seine friedfertige Gesinnung unter Beweis gestellt. Es hat weiter als wesentlichster Kontrahent eines neuen Westpaktes ein Neutralitätsabkommen mit Holland und Belgien angeboten und sich durchaus geneigt gezeigt, auch den Westpakt unter Dach und Fach zu bringen. Nicht seine Schuld ist es, wenn die diplomatischen Besprechungen hierüber sich seit Jahresfrist in einen Stellungskampf verrannt haben, aus dem in einer Atmosphäre wachsenden Mißtrauens und mangelnden Verständnisses für eine zukunftsträchtige konstruktive Außenpolitik aufrichtiger europäischer Zusammenarbeit nur schwer ein Ausweg gefunden werden wird. Und doch muß auch weiter alles für eine baldige Verständigung getan werden, wenn nicht eine bedenkliche Verhärtung der Fronten, non denen man in Varis und London so geflissentlich spricht, den Brückenschlag unmöglich machen soll Im Abessinienkonflikt ist erneut deutlich geworden, daß England auch die ungehinderte Verbindung durch das Mittelmeer als fein „le- benswichtiges Interesse" betrachtet. Es leuchtet ein, daß die Dominien eine Beeinträchtigung dieser Verbindungslinie zwischen dem Mutterland und den Reichsteisen des Ostens und Südens ebenfalls als eine Bedrohung des Empire ansehen würden und bah zumindest die Südafrikanische Union die Begründung des italienischen Imperiums in Ostafrika gleich mißgünstig betrachtet wie das englische Mutterland. Englands Bemühungen um den Ausbau von Flottenstützpunkten im östlichen Mittelmeer dienen nicht nur der Sicherung der britischen Interessen in Vorderasien, sondern zusammen mit den neuen Befestigungsanlagen am Ausgang des Roten Meeres mit der Erklärung des bisherigen Protekto- *■ 1 / SW L.. MM- V. 11 ./J, ZK- : Bildtelegramm von der Ankunft des Dampfers „Hamburg", der die Opfer der Luftschiff- kataftrophe in die Heimat zurückführte. Eine Kompanie der Luf roaffe fuhrt die militärische Ehrenbezeugung aus. — (Scherl-Bilderdienst-M.) man weiter den Reichsverkehrsminister Dr. D o r firn ü Her, die Gauleiter Telschow, Roever und Sprenger, den österreichischen Gesandten Tauschitz und den schwedischen Gesandten Richert, sowie sämtliche Luftfahrt-, Heeres- und Ma- rineattachss der auswärtigen Mächte, weiter den Korpsführer des NS.-Fliegerkorps, (Generalmajor Christiansen, den Kommandierenden General des V. Armeekorps, General der Kavallerie K n och e n h a u e r, den Kommandeur im Luftgau 111, Generalmajor Mohr, den stellvertretenden kommandierenden Admiral der Mannestation der Nordsee, Konteradmiral Stobwasser, SS-Obergruppenführer Heißmeyer, NSKK.-Gruppensuhrer Jürgensen, den amerikanischen Generalkonsul (Earhart, ben Regierenben Bürgermeister Baer- 1 i n - Friedrichshafen und den Schwiegersohn des verstorbenen Grafen Zeppelin, G r a f Br an Den» stein-Zeppelin. Nach den Klangen des Cho- pinschen Trauermarsches legt Staatssekretär Dr. Lammers im Auftrage des Führers und Reichskanzlers einen großen, mit Lilien und Nelken geschmückten Lorbeerkranz an den Särgen nieder. Im Auftrage des Reichsluftrnmisters Generaloberst Göring spricht darauf Staatssekretär (General der Tlieaer M ich In tiefer Trauer empfängt heute das deutsche Volk die Opfer der Katastrophe von Lakehurst auf heimatlichem Boden. Schön und zugleich schwer war der Aufstieg der Luftschiffahrt, der nach jahrtaufende alten Träumen der Menschheit unserem Jahrhundert vorbehalten blieb. Wir alle kennen die Schwierigkeiten und Rückschläge des alten Grafen Zeppelin. Wir alle erinnern uns an Echterdingen und manch anderen Schickfalsfchlag, der unsere Luftschiffahrt traf. Aber immer wieder wur- kann. So haben die engeren Kameraden unserer Toten, die Mannschaft vom „Graf Zeppelin", ausnahmslos gebeten, bie Fahrten fortzusetzen, und so haben zahlreiche Fahrgäste aus der ganzen Welt den gleichen Wunsch geäußert. Schöner kann niemand das Vermächtnis unserer teueren Toten auffassen, durch Pflichterfüllung und Einsatzbereitschaft folgt dem Tode die Auferstehung. Aus dem gleichen Geiste heraus gab unser Neichsluft- fahrtminister Generaloberst Göring noch in der Unglücksnacht die Parole heraus, daß wir tatkräftig im Sinne der Toten und im Vermächtnis des Grafen Zeppelin weiterarbei- t e n werden, nachdem jedoch vorher alle Maßnahmen ergriffen feien, die eine Wiederholung eines solchen Unglücks nach menschlichem Ermessen ausschließen. Das Heldenlied vom Leben und Sterben dieser Männer der Luft und die tiefe Mittrauer des ganzen deutschen Volkes und des Auslandes wird den Hinterbliebenen ein Trost in ihrem großen Leid sein. An sie alle denken wir in dieser Stunde, in erster Linie auch der Führer, der Luftfahrtminister und die ganze Nation. In stolzer Trauer wollen wir gemeinsam an das Ewige, Unvergängliche denken, in dem wir unseren Gefallenen zurufen: Hiermit danken wir euch allen, die ihr euer Leben ließt in treuer Pflichterfüllung und Kameradschaft, Kapitän, Besatzung und Passagiere! Wir wollen unser Werk' fortsetzen so gut es in unseren Kräften steht! Euch aber wird bie deutsche Luftfahrt und das ganze deutsche Volk niemals vergessen! Staatssekretär Milch hat geendet. Die Ehrenkompanie der Luftwaffe präsentiert das Gewehr. Die Fahnen senken sich, und dasLiedvomguten Kameraden grüßt die Toten. Mit den Liedern i der Nation schließt die Trauerfeier. Staatssekretär Dr. L a m m e r s spricht den Hinterbliebenen in herz- 1 lidjen Worten das Beileid des Führers aus. rats Aden zur Kronkolor und dem Ausbau des Flottenstützpunktes Simonstown bei Kapstadt, gleichzeitig auch der Sicherung der Verbindungswege des Empire, an der neben Südafrika vor allem auch Indien und Australien im Falle eines Konflikts im Stillen Ozean hervorragend interessiert sind. Eine andere Frage ist es für die Dominions aber, ob es irgendwo sonst, besonders i n Mittel- und Osteuropa ein Problem gibt, das ihnen wichtig genug erscheint, im Konfliktsfalle ihre Haut zu Markte zu tragen, wenn England sich hier zum Eingreifen verpflichtet oder veranlaßt fühlen sollte. Daß hiermit in den Unterhaltungen der Reichskonferenz ein recht kitzeliger Punkt der Edenschen Außenpolitik berührt worden ist, scheint aus den etwas gedrückten Kommentaren der Londoner Presse heroorzugehen. Die Dominien-Minister haben anscheinend klare Auskunft über Englands kontinentale Verpflichtungen verlangt und werden Eden wohl kaum darüber in Zweifel gelassen haben, daß sie eigene Sorgen genug haben, um noch eine Belastung durch europäische Händel auf sich zu nehmen. Vielleicht haben auch die Dominien-Minister, wenn sie diese Händel aus der Nähe betrachten, statt durch die englische Brille, weniger von europäischen Vorstellungen beherrscht und in traditionellen Vorurteilen verrannt als ihre britischen Kollegen, doch auch etwas davon gespürt, baß die neue Ordnung der internationalen Beziehungen, die die so oft grundlos verdächtigten autoritär regierten Staaten der Achse Berlin-Rom anstreben, weit eher ein Element des Friedens sein könnte, als die Militärbündnisse und Generalstabsabmachungen alten Stils, in denen die westlichen Demokratien auf einer Linie mit dem russischen Bolschewismus ihre nationale Sicherheit suchen. Die Leiter der italienischen Außenpolitik Graf C i a n o und Bastianini haben erst in diesen Tagen wieder die Verständi- aungsmöglichkeiten betont, die bei selbstverständlicher Wahrung aller nationalen Lebensnotwendigkeiten tatsächlich vorhanden sind und von der anderen Seite nicht immer wieder arglistig bagatellisiert werden dürfen. Wir nannten schon einen Zweck dieser namentlich in England sehr beliebten Propaganda der einseitigen Betonung der vorhandenen Konfliktstoffe. Es ist der Wunsch, den Dominien die Notwendigkeit vor Augen zu führen, sich in verstärktem Maße an der Aufrüstung zu beteiligen, die England für die Aufrechterhaltung seiner Macht oder um mit Herrn Eden zu sprechen für die Erfüllung seiner Völkerbundsoerpflichtungen zur Wahrung des Friedens für erforderlich hält. Es ist wohl kaum ein Zweifel, daß das britische Kabinett mit diesem Appell bei den Dominien-Ministern auf Verständnis stoßen wird, denn wenn auch z. B. Kanada sich in der Anlehnung an die Vereinigten Staaten wohl- geborgen fühlen mag, so wissen doch die anderen, Australien, Neuseeland und Indien vor allem, daß ein gut Teil der englischen Ausrüstung auch ihrem Schutz zugute kommen wird, und sie haben durchweg auch schon ihre Bereitschaft gezeigt, das Ihre zur Verteidigung des Empire beizutragen. Es wird dies geschehen durch vermehrte Aufstellung eigener Seestreitkräfte und den Ausbau eigener Flottenstützpunkte. Wir nannten schon Simonstown an der Südspitze Südafrikas, ein anderer ist Port Darwin in Nordaustralien. Aber schon die Eröffnungssitzung der Empire-Konferenz hat gezeigt, daß die Dominions auch ihre eigene Auffassung von den Reichsproblemen haben und sich nicht damit begnügen möchten, fatalistisch alles auf den äußersten Fall des bewaffneten Konflikts abzustellen. Sie wollen rüsten, gleichzeitig aber auch verhandeln, um diesen äußersten Fall so weit wie nur möglich hinauszuschieben. Australien ist durch seinen Ministerpräsidenten Lyons mit dem Vorschlag hervor- qetreten, zwischen den Anrainern des Stillen Ozeans, neben dem Britischen Reich also hauptsächlich den Vereinigten Staaten, Japan, China, Holland und vielleicht auch Frankreich für Indo- China und Sowjetrußland für Sibirien, einen regionalen Nichtangriffspakt anzustreben, der vielleicht die Grundlage für eine weitergehende Verständigung über die vielerlei tiefgreifenden Probleme territorialer, wirtschaftlicher und wehrpolitischer Natur bilden könnte, die den Stillen Ozean ja für den Weltfrieden seit langem schon zu einem Gefahrenherd erster Ordnung machen. Hier liegt tatsächlich ein „lebenswichtiges Interesse" des Empire und es ist begreiflich, daß der Vorschlag des australischen Ministerpräsidenten in der britischen Presse lebhaft besprochen wird, zumal er zusammenfällt mit Anzeichen einer Besserung in dem so lange äußerst gespannten britisch-japanischen Verhältnis. Es ist viel beachtet roorben, daß der Bruder des Kaisers von Japan, Prinz C h i ch i b u , bei lieber« reichung des Chrysanthemenordens an König Georg VI. Öen Wunsch nach Herstellung freundschaftlicher Beziehungen der beiden einst so engver- bunbenen Nationen besonders betonte unb gleichzeitig strebt bas Kabinett H a y a s h i offensichtlich irgendeine Form japanisch-britifcher Zusammenarbeit in Dftafien, namentlich in China, an, weil es anscheinend zu der Ueberzeugung gekommen ist, daß eine Außenpolitik, wie sie gewisse radikale Kreise der Armee befürwortet haben, die neben China alle drei andern Großmächte des Pazifik, das Britische Reich, die Vereinigten Staaten und Sowjetrußland gleichzeitig zu Gegnern haben müßte, über die wehrpolitischen und wirtschaftlichfinanziellen Kräfte Japans hinausgehen würde. Australiens Vorschlag würde also in diesem Augenblick bei dem wichtigsten Partner eines pazifischen Nichtangriffspakts auf wohlwollende Beurteilung stoßen, wenn auch japanische Marinekreise im Gegensatz zur Armee erneut Japans Interesse an einer vorerst wohl nur wirtschaftlich und bevölkerungspolitischen Durchdringung der Südsee in den Vordergrund zu schieben geneigt sind, eine Entwicklung, die ja gerade Australien am meisten fürchtet. Andrerseits ist Australien, wenn es den hohen Lebensstandard seiner sich in den wenigen großen Städten der Süd- und Ostküste zusammen- brängenden Bevölkerung erhalten will, barauf angewiesen, bie Überschüsse seiner Probuktivn an Weizen, Fleisch und Walle, bie es in ben Ländern des Empire allein niemals unterzubringen vermag, in den übrigen Randstaaten des Stillen Ozeans abzusetzen. Es denkt dabei vor allem an Japan, das einen großen Bedarf an Wolle hat, aber auch Siedlungsland braucht für seine an warmes Klima gewöhnten Bauern, die in der Mandschurei und in Nordchina nicht gedeihen, sondern mit aller Macht nach Süden streben, wo ein ganzer Kontinent ohne Menschen vor ihrer Tür liegt. So sucht Australien, das bie Gefahr bieses bevölkerungspolitischen Drucks seit langem spürt, mit Hilfe bes in Lonbon vargeschlagenen Nichtangriffspakts eine Basis für wirtschaftliche Verständigung mit Japan, ohne dessen bevölkerungspolitische Wünsche berücksichtigen zu müssen, gegen die es auch weiter den Schutz der bewaffneten Macht des Empire in Anspruch nehmen möchte. Man sieht, es stehen auch einer Befriedung im pazifischen Raum Schwierigkeiten entgegen, Die, ba sie Lebensfragen der Nationen be- Die britische Reichskonferenz erörtert die weltpolitische Lage. Lonbon, 21. Mai. (DNB.) Die britische Reichskonferenz hielt am Freitagnachmittag eine zweiein- halbstünbige Sitzung ab. Nachbem in ben beiden Dorangegangenen Sitzungen Außenminister Eben ausführlich über bie außenpolitische Lage einaegan- gen war, sprachen die Vertreter Kanadas, Australiens, Neuseelands, Südafrikas und Indiens. Man beschloß, daß sie am Samstagvormittag aufs neue im Foreign Office zusammentreten. Dabei soll Eden wiederum zu gewissen Fragen Stellung nehmen, die von den Hauptvertretern angeschnitten wurden. Die Presse betont, daß alle aktuellen Fragen der internationalen Lage besprochen wurden. „Daily Telegraph" berichtet, daß Eden besonders ausführlich darüber gesprochen habe, weshalb Enalanb der Wahrung der politischen Unversehrtheit Belgiens und Hollands so große Bedeutung beimesse. Die „IHorning Post" schreibt, Eden habe die e n g l i s ch e n V e r p f l i ch t u n g e n in Euro p a sowie das Problem der englisch- italienifchen Beziehungen, insbesondere unter Berücksichtigung der abessinischen Frage, besprochen. Besonders hinsichtlich der englischen Stellungnahme im Falle von Konflikt en auf dem Kontinent bestunden Meinungsverschiedenheiten zwischen den Konferenzteilnehmern. „Daily Herald" meldet, daß sich ein Sonderausschuß insbesondere mit der Frage beschäftigt habe, ob Abessinien aus dem Völkerbunde ausgeschlossen werden solle. Die britische Regierung sei bemüht, daß alle Dominien eine einheitliche Stellungnahme vertreten sollten, wenn diese Frage zur Entscheidung komme. Bisher seien aber Neuseeland und Südafrika gegen einen Ausschluß Abessiniens aus dem Völkerbund. Der kanadische Ministerpräsident habe erklärt, daß Kanada jede außenpolitische Verpflichtung vermeiden wolle. Der a u st r a l i s ch e Vertreter habe eine Vereinheitlichung der Politik der britischen Staaten gefordert und General H e r tz o g (Südafrika) habe sich u.a. mit der deutschen K o - lonialforderung beschäftigt. Die weiteren Konferenzberatungen über außenpolitische Fragen würden sich hauptsächlich mit der Mi11elmeer - läge und etwaigen britischen Verpflichtungen in Mitteleuropa beschäftigen. Einige Dominien- Vertreter, besonders aber die Vertreter Kanadas, feien sehr beunruhigt über diese Frage. „Daily Mail" will wissen, daß die englische Regierung den Dominienvertretern erklärt habe, sie werde vor Fertig st eltung des englischen Aufrüstungsprogramms sich nicht an internationalen Konferenzen beteiligen oder in neue Pakte eintreten. Aus diesem Grunde sei wenig Hoffnung vorhanden, daß England gegenwärtig die Bestrebungen Roosevelts für Einberufung einer Weltwirtschafls- konferenz unterstützen werde. Die Sandelsvolltik des Empire. Die Dominien und der englisch- amerikanische Handelsvertrag. Landon, 22. Mai. (DNB. Funkspruch.) Auf der Reichskonferenz werden den Dorninien-Veriretern Pläne für einen englisch-amerikanischen Handelsvertrag Dorgetragen werden. Die Stellungnahme der Dominien wird von entscheidender Bedeutung sein, da die amerikanische Regierung u. a. die Herabsetzung der gegenwärtigen englischen Schutzzölle für landwirtschaftliche Erzeugnisse und damit eine Aenderung der in Ottawa eingeführten Vorzugsbehandlung für die Dominien fordert. Bevor die Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten eröffnet werden können, muß darum jedes Dominion um feine Meinung befragt werden. Die „Times" meldet, daß anscheinend alle Dominien eine kühne Initiative auf wirtschaftlichem Gebiet wünschten, um damit auch die politische Lage zu entspannen. Die Dominien begännen einzusehen, daß der englische Marktausdie Dauer für sie nicht genüge und daß sie sich also nach neuen Märkten außerhalb Englands umsehen müßten. Stärkere Kräfte als der Völkerbund. London, 22. Mai. (DNB. Funkspruch.) Außenminister Eden wird sich am Sonntag nach Genf begeben, um den Sitzungen des Völkerbundsrates und der Vollversammlung beizuwvhnen. Die „limes* weist auf Den großen Prestigeverlust hin, ben öer Völkerbunö in letzter Zeit erlitten habe. Es gebe nur wenige, bie heute noch behaupteten, baß öer Völkerbund bas „Monopol für friedliche Bemühungen" habe, ober baß jebe Anstrengung für ben ^rieben ben Völkerbunbsstempel tragen müsse. Die in letzter Zeit in ber europäischen Lage eingetretene Entspannung sei hauptsächlich barauf zurück- zuführen, baß größere Kräfte als der Völkerbund am Werke seien, um bie politische und wirtschaftliche Befriedung zu fördern. Das Blatt weist auf die diplomatischen Besprechungen hin, die anläßlich der Krönung in London stattfanden, sowie auf die Bemühungen, die internationalen Handelsschranken zu verringern und gleichzeitig eine Verbesserung der politischen Lage herbeizuführen. Auch die Entspannung im Gebiet des Stillen Ozeans und im Fernen Osten und die enge Zusammenarbeit unter den amerikanischen Staaten übten eine beruhigende Wirkung aus. Was bedeutet Bilbao für England? Die Verhinderung jeder Blockade Bilbaos durch England hat eine recht handfeste wehrwirtschaftliche Ursache. Bilbao ist die Pforte, durch bie ein großer Teil ber spanischen Erzausfuhr geht. Etwa sieben Zehntel bes Gesamtexports Spaniens stammt aus bem Bilbao-Revier. Von biefer Ausfuhr ist ein recht erheblicher Prozentsatz nach England gegangen, wie England überhaupt von jeher ein sehr guter Käufer spanischer Erze war. Es ist die Art der englischen Roheisengewinnung, die England veranlaßt, phosphorarme Erze im Ausland einzukaufen und die es auch genötigt hat, etwa drei Zehntel öer gesamten spanischen Erzföröerung aufzunehmen. Die Ereignisse in Spanien störten naturgemäß öie britische Erzversorgung aus öieser Richtung. Sa ist z. B. Spanisch-Marokko als Lieferant ausgefallen, weil bie Nationalregierung die hier geforderten Erze für eigene Zwecke brauchte. Politische Verstimmungen zwischen Salamanca und London haben sehr dazu beigetragen, das englische Erz- geschäft noch mehr zu beeinträchtigen. Die Roten in Bilbao dagegen lieferten weiter, wenn auch stockend und mit Unterbrechunaen. Immerhin kamen doch fortlaufend recht stattliche Mengen aus dem Bilbao- Revier in England an und seit dem Dezember des vorigen Jahres ist der Bilbao-Export nach England sogar stark in die Hohe gegangen. Da die britische Rüstungsindustrie nach Erzen schreit, die Eisen- und Stahlausfuhrländer aber für die Befriedigung des englischen Bedarfs wegen der vielen Ausfuhrverbote nur noch eine bescheidene Rolle spielen, wird verständlich, warum man nichts unversucht läßt, um eine Verstopfung der Bilbao-Quelle zu verhindern. London rechnet aber damit, daß die Franco-Regierung, sobald sie das Bilbao-Revier besetzt hat, auch diese Förderung für sich beschlagnahmt und sich um die englischen finanziellen Interessen am Bilbao-Bergbau wenig kümmert. Darum die Verhinderung jeder Blockade, darum auch die Entsendung von Lebensmitteln in großen Mengen, wobei es fraglich bleibt, ob nicht Darüber hinaus mancherlei geschieht oder geschehen ist, wodurch auch in anderer Weise die Widerstandskraft der Roten im Norden Spaniens gestärkt wurde. Es ist also die englische Aufrüstung, die hinter Der britischen Unterstützung der Bilbao-Bolschewisten steht, wobei sich einem die Frage auf« drängt, ob wir es hier noch mit einem Akt der Dieb gerühmten politischen Klugheit britischer Regierungen zu tun habens Wir können uns z. B. vorstellen, daß England wesentlich rascher an die spanischen Erze herangekommen wäre, wenn es von vornherein den General Franco mit aller Macht unterstützt hätte. Es tat das Gegenteil und entfernte sich damit von den spanischen Erzen, es steht heute sogar in dem nicht ganz angenehmen Geruch, durch feine Bilbao-Politik noch die spanischen Bolschewisten zu stützen und Moskaus Ziele indirekt zu fördern. Englische Jnitiatibe in der Fmimlligen-Frage? London, 22. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenblätter beharren dabei, daß die englische Regierung in mehreren englischen Hauptstädten Sondierungen zu öer Frage öer Zurückziehung öer auslänöischen Freiwilligen aus Spanien angestellt habe, obwohl von zuständiger Seite ein Derartiger Schritt in AbreDe gestellt würbe. „Daily Telegraph" meint, Daß man in Son- Don auch sich mit Der Möglichkeit befasse, eine vorübergehende Einste 11ung öer Feindselig» feiten in Spanien herbeizuführen. Die englischen Vorschläge sollen in Valencia keine befonöere Gegenliebe gefunöen haben, weil man zwar mit bem Ziel, aber nicht mit öer vorgeschlagenen Methode einverstanden ist. Dagegen rechnet das Blatt mit einer Unter st ützung eines etwaigen englischen Vorgehens durch Frankreich und Belgien. Auch der Vattkan begünstige Den englischen Vorschlag. Neue bolschewistische Verbrechen. Salamanca, 22. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der nationale Heeresbericht meldet von der Front von Bilbao: Das schlechteWetter behinderte bie Tätigkeit ber nationalen Truppen. An einigen Abschnitten würben bie Stellungen ber Nationalen verbessert. Eine große Anzahl Toter würbe auf bem Kampffelb gefunben unb viel Kriegsmaterial aufgelesen. Bei Munguia sah man hohe Rauchsäulen aufsteigen. Der Ort Munguia ist von ben Bolschewisten in Branb g e ft e cf t roorben, bie Flüchtlinge berichten über bie von ben Bolschewisten begangenen Verbrechen. In Fruniz mürben ber Pfarrer unb ein Mann, ber ihn versteckt hielt, ermorbet. rühren, im Grunde mel tiefgreifender sind, als die aus Presttgebedürfnis und Machtkitzel, Unverstand und Vorurteil einer vernünftigen europäischen Neuordnung entgegengestellten Hemmungen. Fr. W. L. Italiens U-Boot-F1otie. Die Engländer verfolgen mit großer Aufmerksamkeit die italienische Seerüstung. Im „Daily Telegraph" findet sich eine längere Abhandlunb über die italienifche U-Bootflotte. Italien war bei Ausbruch des Abessinienkonflikts im Begriff, zwei 35 OOO-Tonnen-Schlachtschiffe fertigen« stellen, die eine Antwort auf die französischen Schiffbauten darstellen sollten. Die Bauten wurden aber in dem Augenblick, als ber Waffengang in Abessinien unvermeiblich war, unterbrochen. Dafür erhielten bie Werften zahlreiche Aufträge, kleinere Schiffe herzustellen. Es waren in erster Linie schnelle Zerstörer unb Unterseeboote, bie gebaut wurden, also Fahrzeuge, mit beren Hilfe sich Italien im Mittelmeer sckon einigermaßen behaupten konnte, sofern es gleichzeitig seine Luftwaffe einsetzte. Inzwischen hat es neue Stützpunkte geschaffen und vor allem auch bie Insel P a n t e 11 e r i a, zwischen Sizilien und Tunis, befestigt, was bie Engländer mit sichtlichem Unbehagen zur Kenntnis genommen haben. Italien will nun zwanzig weitere Unterseeboote bauen. Im „Daily Telegraph" wirb eine Rechnung über bas U-Bootkräfteverhältnis ber größten Nationen aufgemacht, wie es sich nach Fer- tigstellung bieser Unterseeboote und unter Ausschluß ber überalterten Schiffe ergibt. Italien würbe mit hundert Schiffen an der Spitze stehen, Dann käme Frankreich mit 85, Japan mit 64, England mit 54 und die Vereinigten Staaten mit 51 Unterseebooten. Diese Aufstellung scheint aber die Neubauten Der anderen Staaten unberücksichtigt gelassen zu haben, denn die Franzosen, die bisher die stärkste U-Bootslotte ihr eigen nannten, haben eine ganze Reihe von Neubauten vorgesehen, unb Sowjetrußland, bas seine U-Bootflotte in letzter Zeit gewaltig verstärkt hat, wirb in ber Ausstellung gar nicht genannt. Oer italienische Besuch in Budapest. Ungarns wehrpolitische Gleichberechtigung. Bub a pest, 21. Mai. (DNB.) Der britte Tag bes Bubapester Aufenthalts des italienischen Herrscherpaares war mit Besichtigungen ausgefüllt. Der König begab sich auf einem Donau- Dampfer nach bem Römerbab Aquincum, um bie Ausgrabungen unb Sammlungen zu besichtigen. Anschließend stattete er in Begleitung bes Unterrichtsministers Homan bem ungarischen Nationalmuseum einen längeren Besuch ab, wobei ihm seltene altdalmatinische Silbermünzen zur Vervollkommnung seiner weltberühmten Sammlung als Geschenk überreicht würben. Die politischen Besprechungen Des italienischen Außenministers Graf Ciano mit Daranyi unb Kanya wurden fortgesetzt. Die Presse spricht bie Vermutung aus, daß die Frage der militärischen Gleichberechtigung Ungarns im Mittelpunkt öer Verhandlungen gestanden habe. Weiter wird angenommen, daß Die Möglichkeit einer Annäherung Ungarns an Jugoslawien behandelt worden fei. Einen breiten Raum nehmen Londoner Berichte ein, in denen auf ein wachsendes Interesse ber englischen Regierung für eine grundlegende Neuregelung im Donautal und eine wirtschaftliche Zusammenarbeit öer Donau- mächte hin gewiesen wirb. Stalin „säubert" die Wissenschaft Massenverhaftungen von Gelehrten. Moskau, 21. Mai. (DNB.) „Jswestija" veröffentlich einen „Rechenschaftsbericht" bes ständigen Sekretärs ber Moskauer Akademie ber Wissenschaften, Gorbunow, in bem bie Akademie als ein „Nest von Staatsfeinden, Hochverrätern unb Terroristen" hingestellt wirb, wobei bie Schuld an diesem Zustande in erster Linie auf den Einfluß B u - charins zurückgeführt wird. In der Meteorologischen Sektton sei eine ganze Organisation von „Kon- terreoolutionären" aufgedeckt worden und in der Verwaltung der Akademie wurden angeblich „Trotzkisten" enttarnt. Erwähnt werden weiter als Herde „staatsfeindlicher Umtriebe" die Institute für Geschichte, für Literatur, für Staatsrecht, die Sekttonen für Philologie, für Orientalistik, für Archäologie, für Ethnologie usw. Zahlreiche Gelehrte werden als „Staatsfeinde" gebranbmarft. Die auf biefe Weife „gesäuberte" Akademie hat bie „Austreibung" bes inzwischen schon abgeurteilten Bucharin aus ihren Reihen beschlossen. In fast allen aufgezählten wissenschaftlichen Instituten ist es zu zahlreichen Verhaftungen gekommen. Or. Dürr vor dem Untersuchungsausschuß in Lakehurst. N e u y o r k, 21. Mai. (DNB.) Der Untersuchungs« ausschuß bes amerikanischen Wirtschaftsministeriums in Lakehurst vernahm am Freitag als erstes Mitglieb ber beutschen Kommission ben Chefkonstrukteur ber Zeppelinwerke. Dr. Dürr erklärte es für unmöglich, baß Funken aus bem Auspuffrohr ber Motoren bas Luftschiff in Branb gesetzt haben könnten. Er schilderte weiter ben Verlauf von Experimenten, bie ber Fest- ftelluna bienen sollten, ob bie Funken in ben Auspuffrohren eine Gefahr barstellen. Er wies barauf hin, baß Benzin, Wasserstoffgas unb sogar Nitrozellulose, bie im Auspuffrohr untergebracht worden waren, sich bei keinem ber Experimente entzündet hätten. Nach ber Möglichkeit einer Selbstentzündung bes Wasserstoff- g a f e s befragt, erklärte Dr. Dürr, daß in ben Auspuffrohren ber Motoren bes LZ Hindenburg eine Temperatur von etwa 250 Grad herrsche, während Öer Selbstentzündungsgrad des Wasserstoffgases bei etwa 6 0 0 Grad liege. Schließlich beschrieb Dr. Dürr die K o n st r u k t i o n des Luftschiffes „Hindenburg", die jede Möglichkeit einer Ansammlung freien Wasser st offgases in ber Schiffshülle ausgeschlossen hätte. Die Gaszellenbecken seien burch nichtentzünbbare Chemikalien gesichert gewesen. Die gesamte Metallkon- struktton sei außerdem gegen von außen tommenbe Elektrizität durch Zusammenfügung aller Metallstücke geschützt gewesen. Oie Opfer von Lakehurst in der Heimat. Ankunft des Trauerzuges in Frankfurt a. M. Frankfurt, 22. Mai. (DNB. Funkspr.) In ben frühen Morgenstunben bes Samstag traf auf bem Frankfurter Hauptbahnhof ber Trauerzug mit ben Toten von Lakehurst ein. Die Fahnen wehen auf Halbmast, auf bem Vahnhofsplatz stehen bichtgedrängt bie Menschen, auf bem Bahnsteig haben sich bie Angehörigen eingefunden, als die acht Wagen des Zuges, bie bie Särge bergen, in bie Halle rollen. Mit einer Abordnung der Zeppelinreederei ist auch ber Musikzug ber SA.-Haltemannschaft bes Weltflughafens Rhein-Main angetreten, ber einen Choral fpielt. Dan einer Fülle van Blumen umgeben, mit ber Hakenkreuzfahne beb eckt, stehen bie Särge in ben Waggons. Ein Wagen mit fünf Toten aus Frankfurt a. M. bleibt zurück, wäh- renb bie übrigen Wagen weitergeleitet werben. Auf bem Eilgüterbahnhof findet bann bie Ueberführung ber Frankfurter Opfer auf bie Leichenwagen statt. Kränze über Kränze werben aus bem Wagaon gebracht, man sieht ben Kranz bes Führers und Blumenspenden ausländischer Staaten in reicher Pracht. Während die Musik das Lied vom guten Kameraden spielt, setzen sich die Leichenwagen in Begleitung einer Abordnung ber Zeppelinreeberei zu ihrer letzten Fahrt in Bewegung. Kutturpstichl deutscher Jugend Präsident Schlösser spricht in Weimar zur HI. Weimar, 21. Mai. (DNB.) Im Reichsführerlager ber HI. sprach im Rahmen einer Morgenfeier ber Präsident ber Reichstheaterkammer, Dr. Schlosser, über bie Begriffe Staat und Reich unter besonderer Berücksichtigung bes kulturellen unb geistigen Erlebens. Im gesamten geistigen Leben bes neuen Deutschlands erblicke er einen Abschnitt jener großen Front gemeinsamer Bewährung, die das Dritte Reich uns gebracht habe. Am eindringlichsten äußere sich das Deutschtum in der Kunst, die uns Grundwerte der deutschen Seele offenbare. Das Erlebnis Goethes fei für den Deutschen immer das gleiche geblieben, nämlich deutsche Gesinnung, Verklärung des Volkes und des Vaterlandes. Wir hätten es Goethe zu verdanken, daß wir das Wesen unseres Volkes mit einem Wort in dem Namen F a u st auszudrücken vermöchten. Dr. Schlösser nannte das Reich den seelischen ße*. bensraum aller Deutschen, dessen Wunder nicht aus- zuscböpfen sei, der ein ständiger Befehl zu einer Haltung des äußersten Adels sei, ein unoergäng- kicher Aufruf, Herz und Geist an die Volksgemeinschaft zu verschenken. Der Bestand des Reiches werde immer nur von der deutschen Jugend gesichert werden können. Es hätte unseres tausendjährigen Leides bedurft, ehe wir begriffen hätten, daß das Reich ohne den Staat eine Ohnmacht sei. Der Staat ohne das Reich fei nur eine äußere Macht, die die Seele nicht binde und daher stets gefährdet sei. Nur Reich und Staat gemeinsam könnten zu wahrer Größe verhelfen, deshalb müßten Wehrpflicht und Kulturpflicht gleich hoch eingeschätzt werden. „Stählen wir unseren Körper, daß wir gute Soldaten werden, und üben wir unseren Geist, daß wir den Staat tüchtig verwalten, vergessen wir aber nicht das Musische als den das Volk gestaltenden Faktor, so erzwingen wir jene Ewigkeit, die wir für das Dritte Reich wollen." Oie lieichssteuereinnahmen im April 1937 um 131 Millionen RM. über Vorjahrshöhe. Berlin, 21. Mai. (DNB.) Die Einnahmen des Reiches an Besitz- und Verkehrs steuern betrugen im April 1937 560,5 Millionen Mark gegen 455,3 Millionen Mark im gleichen Dorjahrsmonat, an Zöllen und Verbrauchs st euern 350,1 (324,3) Millionen Mark, insgesamt also 910,6 (779,6) Millionen Mark. Das Auskommen an Einkommen st euern im April 1937 übersteigt dasjenige vom gleichen Zeitpunkt des Vorjahres um 23,9 Millionen Mark. Die Körperschaftssteuer hat im April 1937 ein Mehr von 19,7 Millionen Mark gegenüber April 1936 gebracht. An Umsatzsteuern sind im April 1937 44,8 Millionen Mark mehr aufgekommen als im April 1936. Bei der B e f ö r d e r u n g s st e u e r ist im April 1937 ein Mehraufkommen von 5,5 Millionen Mark gegenüber dem April 1936 zu verzeichnen. Im ganzen sind im April 1937 an Besitz- und Verkehrssteuern 105,2 Millionen Mark mehr aufgekommen als im April 1936. Bei den Zöllen und Verbrauchssteuern betrug das Aufkommen im April 1937 gegenüber April 1936 bei den Zöllen 11,7 Millionen Mark mehr, bei der Tabak st euer 7,9, bei den Einnahmen aus dem Spiritusmonopol 12,9, bei der Mineral- elfte u er 4,6 und bei der Schlacht st euer 3,3 Millionen Mark mehr. Deutscher Mietertag in München. München, 21. Mai. (DNB.) In der Hauptstadt der Bewegung wurde am Freitag der 29. Deutsche Mieter tag mit einer Beiratssitzung des Bundes der deutschen Mieterver- eine, der alleinigen Spitzenoertretung der deutschen Mieterschaft, einqeleitet. In der Sitzung sprach Landgerichtsdirektor Roemer über die Preis- stopverordnung und über die Mietpreis- b Übung. Er äußerte sich über die Wirkung der Stopverordnung, die u. a. auch ein Verbot von Mieterhöhungen zum Inhalt habe. Soweit aus volkswirtschaftlichen Gründen oder zur Vermeidung besonderer Härten Ausnahmen notwendig seien, würden diesen Rechnung getragen. In einem zweiten Vortrag sprach Gauverbandsleiter Gramse über die Hausbesitzer- und Mieterschaft. Hausbesitzer sei kein Beruf, sondern eine Der- mögensanlage. Der Eigentümer verwalte diese Anlage und der Mieter gebe ihm durch Entrichtung der Miete die Möglichkeit zur Verwaltung und Instandsetzung des Eigentums. Der von den Spitzenverbänden der Mieter und Vermieter geschaffene deutsche Einheitsmietvertrag sei der beste Beweis für den Willen zur Gemeinschaftsarbeit zwischen Hausbesitzern und Mietervereinen. Skandalöse Zustande in einem Fuldaer Kloster. Völliges Versagen der Aufsichtspflicht der Ordensleitung. Koblenz, 21. Mai. (DNB.) Die Dritte Große Strafkammer des Landgerichts Koblenz verhandelte am Freitag gegen den ehemaligen Bruder Teo- dolus, (Karl Maibach) aus Oberhausen. Der Angeklagte ist Angehöriger der Ordensgenossenschaft der Barmherzigen Brüder von Montabaur. Er hat sich schwerste sittliche Verfehlungen auf homosexuellem Gebiet zuschulden kommen lassen. Der Angeklagte lernte im Kloster Krankenpflege und kam als Koch in das Kloster in Reichenhall. Diesen Posten mußte er aber bald wieder verlassen, weil damals schon von sittlichen Verfehlungen die Rede war. Von ihnen hatte der Ordensobere zwar dem Ordensoberen der Barmherzigen Brüder Mitteilung gemacht, jedoch begnügte sich die Ordensleitung mit einer „Versetzung" des Maibach nach Montabaur, wo er ausgerechnet der Abteilung der Schwachsinnigen als Krankenpfleger überwiesen wurde. Mit dieser Versetzung war ihm geradezu Gelegenheit gegeben worden, sein Treiben von neuem zu beginnen. Wegen der in Montabaur begangenen Unzuchthandlungen ist der Angeklagte bereits in Essen verurteilt worden. Damals hat sich die Montabaurer Ordensleitung mit einer e r - neuten Versetzung begnügt, und zwar nach Dorsten. Wie nicht anders zu erwarten war, setzte Maibach auch dort fein Treiben fort. Die „Strafe" für die neuen Verfehlungen ist wieder einmal lediglich eine „Versetzung" nach Fulda. Dreimal ist Maibach von der Ordensleitung wegen seines schändlichen Treibens versetzt worden, dreimal wurde ihm so Gelegenheit gegeben, in neuer Umwelt unschuldige Menschen zu verderben, obwohl die Ordensleitung, die über den Angeklagten unterrichtet war, sich über die außerordentlichen Gefahren dieses Derschleppungssystems im klaren fein mußte. In feinem Plädoyer wies der Staatsanwalt dar- auf hin, daß Bruder Theodolus bereits der fünfte Bruder der Anstalt in Fulda fei, der sich vor Gericht wegen unzüchtiger Handlungen zu verantworten habe. Weitere Prozesse wegen dieser Vergehen würden in einigen Wochen noch folgen. Wenn er, der Staatsanwalt, das „Herz-Iesu-Heim in Fulda" als eine Lasterhöhle übelster Sorte be- zeichnss, so gebe es wohl niemanden, der den Der- Handlungen in allen furchtbaren Einzelheiten gefolgt fei, der die Bezeichnung nicht für vollauf Windhosen, Haaelschlaa und Mhnstürnie Schwere tlnwetterverwüstrrngen in Der Kreis Sonneberg in Thüringen wurde Frei- tagnad) mittag von einer Windhose, verbunden mit Hagelschlag, heimgesucht. Anschließend ging ein wolkenbruchartlger Regen nieder. Riesige Wasser- massen ergossen sich über Felder und Straßen, Bäume und Telegraphenstangen mit sich reißend. Der Hagel schlug allein im Kreiskrankenhaus 60 Fensterscheiben ein. In Blechhammer wurde eine Linde entwurzelt. Eine 86jährige Frau wurde dabei so schwer verletzt, daß sie bald darauf im Krankenhaus ft a r b. Auf der Strecke Sonneberg—Steinach wurde ein aus einigen hundert Tannen bestehender Waldstreifen dem Erdboden gleichgemacht. Feuerwehren und Technische Nothilfe sind zur Hilfeleistung eingesetzt. Ein verheerendes Unwetter entlud sich über Kölleda. In kurzer Zeit boten Straßen, Gärten und Felder ein Bild der Verwüstung. Eine W i n h o s e, die mit einem Wolkenbruch verbunden war, vernichtete alles, was nicht fest auf steinernem Grunde ruhte. Der kurz vorher aufgebaute Zirkus Bellini wurde vollkommen zerstört. Bäume wurden über dem Erdboden weggeknickt, wobei Dächer eingedrückt und Lichtleitungen zerstört wurden. Das Wasser stand in den Straßen teilweise über einen Meter hoch. Der Reichsarbeitsdienst mußte $ur Hilfeleistung eingesetzt werden. Außerhalb der Stadtgrenzen wirkte sich das Unwetter gleichfalls katastrophal aus. Der Verkehr auf der Straße Kölleda—Weimar wurde vollkommen lahmgelegt. Was nicht vom Sturm zerstört wurde, vernichtete der Hagel, der alles zerschlug. Das Unwetter hat auch den Kreis Sangerhausen, das Mansfelder Land und die östlichen Randgebiete des Harzes schwer heimgesucht. Ueberall sind die Straßen verschlammt, die Keller unter Wasser gesetzt und zahlreiche Bäume umaerissen worden. In Sangerhausen wurden Schaufensterscheiben und selbst Fachwerkböden eingedrückt. In Artern an der Unstrut hat ein schwerer Hagelschlag Tausende von Fensterscheiben zertrümmert. Verhängnisvoll wirkten sich die Wolkenbrüche in der Gegend von Aschersleben aus. Ueberall an Straßen und Eisenbahnlinien flauten sich die von Mitteldeutschland und Oberbayern. den Bergen stürzenden Wasfermassen, die geknickte Bäume, Telegraphenstangen usw. mit sich führten. Viele Ortschaften waren stundenlang von der Außenwelt abgeschnitten. Der Eisenbahnverkehr war während mehrerer Stunden lahmgelegt. (Sin Oorf unrer Wafter Im Gebiet zwischen Güsten und Aschersleben scheint das Dorf Giersleben im Tal der Wipper am schlimmsten vom Unwetter betroffen worden zu fein. Die Wipper überschwemmte die Gegend, so daß sie einem großen See glich. Bis zur Brust im Wasser stehend retteten die Feuerwehr und die freiwilligen Hilfsmannschaften, was zu retten war. Militär, SA. und Arbeitsdienst beteiligten sich nach Kräften an den Hilfsmaßnahmen. Orkan Über Oberbayern Freitag früh wütete auf dem Chiemsee ein Föhnsturm von außergewöhnlicher Gewalt. Bei ausgesprochener Hitze wurde eine Windgeschwindigkeit bis zu 90 Stundenkilometer erreicht. Zahlreiche Ruder- und Segelboote wurden losgerissen und zerstört. Auf der Fraueninsel gingen die Fischkalter in Trümmer, wobei viele Zentner Fische verloren gingen. Der fahrplanmäßige Schiffsverkehr erlitt Verspätungen. Auf der Herreninsel kam es mehrfach zu Baumbrüchen. Auch über vielen anderen Gegenden Oberbayerns tobte ein Föhnsturm von unerhörter Wucht. Im Kocheltal schwoll er zu einem Orkanan, der großen Schaden anrichtete. In Schlehdorf wurden Häuser und Obstgärten stark mitgenommen. Kaum ein Haus hat noch ein ganzes Dach. Auch Benediktbeuren und Bichl wurden schwer mitgenommen. Aus Schongau am Lech wird gemeldet, daß zeitweise bei völliger Windstille feiner dünner Sand zu Boden riefelte, während die Temperatur ungewöhnlich hoch war und die Landschaft in fahler Beleuchtung dalag. Am Starnberger See hatte der Sturm arg gewütet. Kähne und Segelboote wurden zum Teil zersplittert. In den Wäldern von Seeshaupt wurden große Verwüstungen durch Windbruch festgestellt. berechtigt halte. Dieser Prozeß habe wieder bewiesen, daß die Ordensleitung solche skandalösen Zu stünde geduldet habe. Jede Aussicht habe gefehlt. Es sei zwar nichts Neues mehr, auf die Unfähigkeit der Ordensleitungen Hinweisen zu müssen. Aber trotzdem müsse man es immer wieder tun, weil die Taten der angeklagten Ordensbrüder durch diesen Umstand manchmal in einem etwas milderen Licht erscheinen könnten. Daß die Ordensleitung jeweils von den Verfehlungen gewußt habe, gehe aus der Beweisaufnahme, aus Aktenstücken usw. klar hervor. Das Urteil lautete auf Zuchthaus von drei Jahren bei Aberkennung der Ehrenrechte auf die gleiche Zeit. — In der Begründung wird darauf hingewiesen, daß die schwerste Schuld den Ange- geklagten deshalb treffe, weil er sich in Erzie- Hereigenschaften diese Verbrechen zuschulden kommen ließ. Mildernde Umstände könnten wegen der Gewissenlosigkeit und der Beharrlichkeit des Vorgehens des Bruders Theodolus nicht in Frage kommen. Das höchste deutsche Gut, die deutsche Jugend, müsse energisch geschützt werden. Nur der Umstand, daß der Angeklagte jung ins Kloster kam und auch bei Begehung der Taten noch jung war, daß schließlich jede Aufsicht gefehlt und der Angeklagte von sich aus aus dem Kloster ausgeschieden sei, um ein anständigeres Leben zu beginnen, habe das Gericht bewogen, die Mindeststrafe anzusetzen. 1,5 Milliarden Dollar für Unterstützung der Arbeitslosen in USA. N e u y o r k, 22. Mai. (DNB. Funkspruch.) Das Repräsentantenhaus nahm am Freitag die Not- standsvorlage des Präsidenten Roosevelt vor, die für die Unterstützung der Arbeitslosen IV2 Milliarden Dollar (ca. 3,75 Milliarden Mark) vorsieht. Trotz der hartnäckigen Versuche des konservativen Flügels, die vorgeschlagene Summe um 500 Millionen zu beschneiden, sah sich das Repräsentantenhaus veranlaßt, die Vorlage in der ursprünglichen Fassung anzunesimen. Kleine politische?iad>rtd>fcn Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg hat am Freitagvormittaa mit seiner Begleitung an Bord der „Grille" von Cowes (Insel Wright) aus die Rückfahrt nach Deutsch- land angetreten. Am 24. Mai, dem Vortage des argentinischen Na- tionalfeiertages, werden zwei argentinische Kriegsschiffe zu einem viertägigen Besuch in deutschen Häfen eintreffen. Die „Moren 0" mit dem Konteradmiral Leon Scasso an Bord wird Wilhelmshaven, die „Riva da via" Hamburg anlaufen. Es handelt sich um die beiden größten Einheiten der argentinischen Kriegsflotte mit einer Wasserverdrängung von je 27 720 Brutto-Register- tonnen. Der Chef des 4. japanischen Kreuzer- Geschwaders, Konteradmiral Kobayashi, der seine Flagge auf dem vom 24. bis 31. Mai 1937 in Kiel liegenden Schweren Kreuzer „A s h i- gara" gesetzt hat, roirt) in der Zeit vom 25. bis 29. Mai mit seinem Stab in Berlin weilen. Die japanische Abordnung wird im Hotel Kaiserhof Wohnung nehmen. * Der österreichische Staatssekretär des Auswärtigen Dr. Schmidt stattete dem schweizerischen Bundespräsidenten Motta in Bern einen Besuch ab. Die Unterredung war einem Meinungsaustausch über die gegenwärtige politische Lage in Europa gewidmet. Hervorgehoben wird die fast durchweg sich ergebende Uebereinstimmung der Auffassungen. Der türkische Ministerpräsident Ismet I n ö n ü ist, von London kommend, am Freitagabend in Paris eingetroffen. Gleichzeitig traf der finnische Außenminister Holstein, der auf Emladuna der französischen Regierung der französischen Hauptstadt einen Besuch abstattet. Der polnische Handelsminister Roman, dem das Großoffizierskreuz der Ehren- legion verliehen wurde, wurde vom Präsidenten der Republik empfangen. In Bulgarien ist die schon feit einiger Zeit erwartete Teilumbildung des Kabinetts Kjos- s e i w a n 0 f f vollzogen worden. An Stelle der zurücktretenden Minister für Handel, Landwirtschaft und Justiz sind ernannt worden: Der Rektor der Handelsakademie Buer off zum Handelsmi- nifter, der Vorsitzende der Landwirtfchaftsvereini- gung Bank 0 ff zum Landwirlschaftsminister und der Sofioter Rechtsanwalt Ogianoff zum Ju- stizminister. Ministerpräsident Kjosseiwanoff erklärte, da der Umbildung des Kabinetts keine politische Bedeutung zukomme, bleibe die Innen- und Außenpolitik völlig unverändert. ♦ An der Grenze von Waziristan (NorDwestt inbien) ist es wiederum zu einem größeren Gefecht gekommen. Der Stamm der Lascht ar griff eine britische Truppenabteilung in der Nähe von Jan- dula an. 9 britische Offiziere und 20 indische Soldaten fielen. Auch die Angreifer sollen schwere Verluste erlitten haben. Aus aller Meli. Sieben Todesopfer eines Vrandunglückes in der Steiermark. Ein entsetzliches Brandunglück, dem sieben Menschenleben zum Opfer fielen, ereignete sich in einem Bauerngehöft in Baierdorf in der Steiermark. Dort geriet das mit Stroh bedeckte Holzhaus des Pächters Mayerhöfer in Brand, Die acht Hausbewohner, die sich bereits schlagen gelegt hatten, als der Brand ausbrach, versuchten, das in Flammen stehende Haus eilends zu verlassen. Im Augenblick aber, als sie den Hof betraten, stürzte das brennende Strohdach herab und begrub sie unter den Flammen. Sieben Personen verbrannten. Nur der Pächter Mayerhöfer konnte noch lebend aus dem Flammenmeer geborgen werden. An seinem Aufkommen wird aber gezweifelt. Sieben Kinder in der Donau ertrunken. Die nordbulgarische Ortschaft Eigen an der Donau wurde von einem schweren Unglück betroffen. Bei der Hitze, die seit Tagen über Bulgarien lastet, war ein großer Teil der Dorfbevölkerung zum Baden an die Donau gegangen, die noch Hochwasser führt. Fünf Kinder im Alter von sieben bis zehn Jahren, die sich zu weit in den Fluß hinausgewagt hatten, wurden von einem Strudel erfaßt und kamen in den Fluten um. Zwei Tage vorher waren schon zwei Kinder aus Eigen fast an der gleichen Stelle ertrunken. Schwere Unwetterschäden in Tlorbifatien. Die andauernden Regengüsse der letzten Tage verursachten in den oberitalienischen Bergen verschiedentlich Erdrutsche und Ueberschwem- mungen. Der Fluß Toce überschwemmte bei Ossola die Felder und überflutete Die Simplon- straße. Zudem wurde die Straße durch niederstürzendes Gestein an verschiedenen Stellen unterbrochen. Die Eisenbahnlinie Zürich—Arosa wurde durch niedergehendes Geröll ebenfalls unterbrochen. Auch die Linie Arofa—Are Saint Didier ist unterbrochen. In der Gegend des Gardasees haben schwere Stürme große Verwüstungen angerichtet. Häuser wurden abgedeckt und Bäume entwurzelt. Die Etsch führt H 0 ch w a f f e r, Das in Verona in die am Flußufer stehenden Häuser eingedrungen ist. Das Unwetter hat, soweit bis jetzt bekannt ist, ein Menschenleben gefordert. Meuterei in einem französischen Gefängnis. In den letzten Tagen ist es im Gefängnis von Riom bei Clermont-Ferrand zu Zwischenfällen gekommen. Eine Anzahl Zuchthäusler, die eigentlich nach Guayana gebracht werden sollten, infolge der Schließung des Zuchthauses auf dieser Verbannten- Insel aber jetzt ihre Strafe in Riom absitzen müssen, traten in den Hunger st reik. Dann kam es zu einer offenen Meuterei. Die Verbrecher sangen die Internationale und zerstörten die ganze Einrichtung des Schlaffaals. Die SInftaitsleitung sah sich gezwungen, Polizei und Mobile Garde zu alarmieren, Die schließlich Den Aufruhr niederschlu- gen. Verhaftung jüdischer Schwindelbankiers in Holland und Frankreich. Die Amsterdamer Polizei verhaftete den Juden Fritz Heimann, dem der Boden in Deutschland zu heiß geworden war. Heimann verlegte sich in Holland auf Das einträgliche Geschäft Des Effektenschwindels und gründete zu diesem Zweck ein Schwindelunternehmen unter dem wohlklingenden Namen „Hollandsche Escompto Bank", das durch pompöse Prospekte zu Börsengeschäften aufforderte. Als Sicherheit mußten die Kunden Effekten hinterlegen; sie sollten Dann riesige Gewinne erhalten. Heimann selbst hielt sich dabei natürlich, entsprechend den Gepflogenheiten seiner Rasse, im Hintergrund. Er verkaufte Die ihm anvertrauten Effekten und war eines Tages verschwunden. Die „Hollandsche Escompto Bank" hatte damit ihren Zweck erfüllt und schloß ihre Tore. Hunderte von Leichtgläubigen in der holländischen Provinz, in Belgien und Frankreich, die den UeberreDungsEünften Der Agenten Heimanns Glauben geschenkt hatten, waren uni ihre Ersparnisse betrogen. Heimann suchte sich seine Opfer vornehmlich unter kleinen Sparern, die nichts von Geldgeschäften wußten. Die Polizei konnte anfänglich nur die durch Heimann vorgeschobenen Personen verhaften, bis ihr jetzt Heimann selbst, der sich bereits in Sicherheit wähnte, ins Netz ging. Der französischen Polizei gelang es, auch Den Komplicen Heimanns, Den Juden Rosenthal, zu verhaften. Tschechoflowakifcher Unteroffizier wegen Militär- Verrates hingerichtet. In P r a g erfolgte im Hof Des Militärgefängnisses die Hinrichtung des ehemaligen Rottenmeisters Josef Crejza durch Den Strang. Crejza war wegen Militär-Verrates zum Tode durch den Strang, Degradierung und zur Ausstoßung aus Der Armee verurteilt worde^ 3ugenöeert>er6er kommt ins Zuchthaus LPD. Darmstadt, 21. Mai. Vor Der Großen Strafkammer hatte sich Der 34jährige Ernst Drieß aus Darmstadt wegen Vergehens und Verbrechens gegen § 175 StGB, zu verantworten. In neun Fällen war er Der Verführung von Jungen angeklagt. Der Angeklagte hatte sich namentlich in Paddler- und Schwimmerkreisen bewegt und dort seine Opfer gesucht. Acht der Straftaten liegen vor Inkrafttreten des neuen Gesetzes, so daß Drieß Dafür Ruhl SeLersweg Nr. 67 adiO Telephon Nr. 3170 eparaturen ,897 D noch nach Den früheren Strafmaßstäben behanbelt werben mußte. Das Gericht war Der Ueberzeugung, Daß ein Mensch, Der in den Kreisen Der Jugend Derart verderblich wirkte und Dies nach einem wohl- durchdachtem System im vollen Bewußtsein seiner Gefährlichkeit tat, hart angefaßt werden müsse. Der medizinische Gutachter bezeichnete Drieß als Psychopathen, Der jeDod) für seine Taten voll verantwortlich sei. Das Gericht verurteilte Drieß zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren Drei Monaten Zuchthaus und Aberkennung Der bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf Jahre. Das Urteil ist rechtskräftig. Seltsamer Fischfang. Von einem FischerparaDies, in Dem es wenigstens zu Zeiten möglich ist, Fische mit Den Händen zu greifen, erzählt ein Mitarbeiter Der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau". Er war im Juli 1917 an einem Nebenfluß Der Donau, Dem Busen. NachDem eine glühenDe Hitze Den BoDen so aus» aeDörrt hatte, Daß er überall von Rissen Durchfurcht war, kam über Nacht ein Gewitter mit furchtbaren Wolkenbrüchen. Am nächsten Morgen, als Der Himmel roieDer sonnenklar war, hörte man vom fernen Gebirge her ein seltsames Brausen, Das immer mehr an schwoll, in in Dem völlig flachen Ge- länDe sah man auf weite Entfernung eine Flutwelle Daherkommen, Die wie eine Mauer vvrrückte. Unter DonnernDem Brausen erreichte sie Den Ort unD füllte Das vorher fast leere Flußbett bis zum oberen RanD mit einer unDurchsichtigen, trübgelben Wassermasse, Der Spiegel lag Drei Meter über Dem gewöhnlichen. In Diesem Wasser aber schwamm eine fast unübersehbare Zahl von Fischen, vor allem fette Karpfen bis zu 10 Pfund, denen allen von Dem im Wasser schwebenDen Lehm Das Atmen fast unmöglich gemacht wurde, so daß sie luftschnappend an die Oberfläche kamen. Den Bewohnern war dieses Schauspiel augenscheinlich nichts Neues; sie kamen sogleich mit mehrzinkigen Fischspeeren an vier bis sechs Meter langen Stangen an, die unter dem überstehenden Dach hingen und nur für solche Hochwasser Sinn hatten. Damit wurden die Fische vom Ufer aus harpuniert. Zugleich machten sich Frauen daran, Kleinfische, die sich in überschwemmten flachen Senken am Ufer sammelten, mit der Hand oder mit Körben herauszufischen. Natürlich beteiligten sich die Soldaten an dem Fischfang, und das ganze Bataillon konnte eine feste Karpfenmahlzeit halten. Einige gute Schwimmer wagten sich auch in Die Fluten, trotz der Gefahr, und griffen Die Fische mit Der HanD heraus. Wetterbericht Des Reicksrvetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Begünstigt Durch Die starke Ueberhitzung Des europäischen Festlandes erfolgte am Freitag ein Einbruch kühlerer Meeresluft. Die bei uns schon vor Der eigentlichen Front einsetzende lebhafte Luftbewegung milberte die Gegensätze, so Daß Die Auswirkung sich in mäßigen Grenzen hielt, während weiter nach Osten hin heftige Gewitterböen auftraten. Zu stärkerer NieDerschlagstätigkeit infolge Schauerwirkung kam es in Der vergangenen Nacht in den süddeutschen Gebieten. In einem Zwischenhoch hat sich bei uns schon wieder Besserung eingestellt, doch ist vorerst kein Durchaus beständiges Wetter zu erwarten. Der Witterungscharakter wird jedoch überwiegend freundlich sein. Aussichten für Sonntag: Im wesentlichen freundlich, Doch Auftreten einzelner, teilweise gewittriger NieDerschläge, tagsüber wieder warm, Winde um Süd. Aussichten für Montag: Im ganzen freundliches, aber nicht durchaus beständiges Wetter. Lufttemperaturen am 21. Mai: mittags 22,2 Grad Celsius, abends 15,7 Grad; am 22. Mai: morgens 13,8 Grad. Maximum 26 Grad, Minimum heute nacht 10,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. Mai: abends 21,7 Grad; am 22. Mai: morgens 16,5 Grad. — Sonnenscheindauer 10,4 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- chein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; ür den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für Den Inhalt Der Anzeigen: TheoDor Kümmel. D. A. IV. 37: 9657. Druck unD Verlag: Brühl'sche Unioerlitäts-Buch- unD SteinDruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. 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Hier lag im frühen Mittelalter das berühmte „Kloster der sieben Kirchen", eine Gründung des Einsiedlers St. Kevin. Zahlreiche junge Mönche aus Irlands England und dem Festland ließ der Ruf der Frömmigkeit und der Gelehrsamkeit hier zusammen- stromen, so daß bald eine berühmte Universität in dem abgeschiedenen Tal entstand, von deren Blüte die Ruinen der sieben Kirchen noch heute zeugen. Sie gehören zu den ältesten christlichen Denkmälern Europas. Der Friede des Tales wurde durch räuberische Einfälle der Wikinger und später der Anglo-Rormannen häufig gestört, bis vom 12. Jahrhundert ab die Klosterstadt langsam immer mehr verfiel. Mitten in dem lieblichen Hügelland von Wicklow, dem „Garten Irlands", liegt Kilmacurragh, einst einer der schönen englischen Herrensitze, heute als Hotel in deutscher Hand, ein durch die Schönheit seines Parkes berühmter und beliebter Ausflugsort. In dem geschützten milden Klima gedeihen subtropische Bäume und Pflanzen in überreicher Fülle und Pracht. Eine fröhliche Kaffeetafel und anschließender Tanz läßt den Abend viel zu schnell hereinbrechen. Im kleineren Kreise erproben wir währenddessen mit mehr oder weniger Geschick die schwere Kunst des G o l f s p i e l e s , das hier in Irland in hoher Blüte steht. Gibt es doch nicht weniger als 24 wundervoll gelegene und gepflegte Plätze mit schönen Klubhäusern rund um Dublin, von denen ich drei der schönsten zu sehen bekomme. Im altehrwürdigen Dublin-Castle lädt am Montag der Verteidigungsminister den Kommandanten und einige Offiziere zum Frühstück, während nachmittags die M i l i t ö r s ch u l e dort Die vom Reichsausschuß für Volksgesundheits- dienst beim Reichs- und preußischen Ministerium des Innern aus Anlaß des demnächst in Frankfurt am Main stattfindenden Reichstreffens des Bundes der Kinderreichen veranstaltete Ausstellung „D i e^ F a m i l i e" wurde mit einer Feier eröffnet. Stadtrat Dr. Müller begrüßte in Vertretung des Oberbürgermeisters die Ehrengäste. Die Reichsabteilungsleiterin des Reichsmütterdienstes im Deutschen Frauenwerk, Erna Röpke, überbrachte die Grüße der Reichsfrauenführerin Frau Scholtz- Klink. Der Reichsmütterdienst habe in ganz besonderem Maße d a s in die Tat umgesetzt, was der Leitgedanke dieser Ausstellung sei: „Die Förderung der gesunden, deutschen, kinderreichen Familie". Daß Deutschland wieder Kinderland wurde, sei ein Zeichen dafür, daß seine Menschen wieder gesund geworden sind an Leib und Seele. — Der Leiter des Reichsbundes der Kinderreichen, S t Ü w e, erinnerte daran, was die Familie noch vor wenigen Jahren unserem Volk bedeutet habe; mit Staunen stehe man draußen trotz allen Hasses einer neuen Zunahme des deutschen Nachwuchses wie einem Rätsel gegenüber und müsse erkennen, daß unser Lebenswille wieder auf dem Plane sei. Der Führer habe der deutschen Familie wieder den ihr gebührenden Platz im Volke geschaffen. Dann eröffnete Ministerialdirektor Dr. (Bütt als Leiter des Reichsausschusses für Dolksgesund- heitsdienst die Ausstellung. Wenn in Frankfurt demnächst der „Tag des deutschen Handwerks" und eine Kundgebung des Reichsbundes der Kinderreichen stattsänden, so sei die Ausstellung „Die Familie" der rechte Auftakt für diese Tagungen. Seien doch gerade die Handwerkerfamilien von jeher bevölkerungspolitisch ein besonders wichtiger Bestandteil unseres Volkes, auch zu allen Zeiten Träger wertvoller Erbeigenschaften gewesen. Der nattonalsozialistische Staat habe sich zur Familie bekannt und dies in zahlreichen Gesetzen und Verordnungen zum Ausdruck gebracht. Unter ..Familie" fei immer die „kinderreiche Familie" zu verstehen, denn sie fei die natürliche Form und im wahren Sinne des Wortes die Ur- und Keimzelle des Staates. In Zukunft müsse die Familie wieder in den Mittelpunkt unserer Staats-. Finanz- und Wirtschaftspolitik gestellt werden. Rur wenn die Familie wieder die unentbehrliche Erziehungsstätte unserer Kinder werde, nur wenn wir zurückkehren zu Rassebewußtsein und Fami- lienstolz, nur wenn wir uns wieder mit Heimat und Boden, mit Volk und Vaterland verbunden fühlten, werde es möglich fein, die Seele unserer Kinder für die Gedanken der Erb- und Rassenpflege wie der Familienpflege zu gewinnen. und Aufstieg. Nicht minder symbolischen Ausdruck für die Größe und Bedeutung des Reichsnährstandes vermittelt der Ehrenhof, an den sich die große Prachtstraße von 45 Meter Breite und fast 1000 Meter Länge anschließt. Zu beiden Seiten der Prachtstraße, an der in gleichfalls bewußt großzügiger Gestaltung die Häuser der Landtechnik, der Düngung, der Pflanzenzucht, der vielgestaltigen Sonderschau „Deutsches Bauerntum", „Bayerische Bauern gestalten deutsches Volksschicksal", „Landarbeiter", „Kampf dem Verderb", „Marktordnung" und die Weinkosthalle liegen, werden in Kürze die Fahnen der Bewegung wehen. Westlich der Ehrenhalle befindet sich die große Lehrschau „Der Bauernhof in der E r z e u g u n g s s ch l a ch t". Die Gebäude dieses Erbhofs wurden in Steinbauweise ausgeführt: sie sollen ein Jahr lang für Schulungszwecke innerhalb der Landesbauernschaft Bayern stehen bleiben. Schon jetzt prangt üppiges Grün auf der Freilandschau, die mit besonderer Sorgfalt aufgebaut wurde. Man hat diese Form der Ausstellung gewählt, um dem Besucher die Pflanzen echt und lebenswahr zu zeigen und ihm einen lebendigen Eindruck zu vermitteln. Dort sind alle vom Reichsnährstand zur Anerkennung und damit zum Vertrieb als Saatgut zugelassenen Sorten von Roggen, Weizen, Gerste, Hafer, Kartoffeln, Flachs, Hanf, Lupinen, Mais, Feldhülsenfrüchten, Raps, Rübsen, Soja, Klee und Gräsern sowie Gemüse zu finden, die nach Fruchtarten geordnet in kleinen Parzellen nebeneinander ausgepflanzt wurden. Hier wie dort haben wir es mit einer Lehrschau zu tun, die in ihrer Art einzigartig und einmalig ist. Auf dem Gelände sind die Industrien mit den Maschinen und Werkzeugen für die Landwirtschaft l.ereils vollzählig zur Stelle. Eine besonders glückliche Idee war es, die Bavaria mit ihren Grünanlagen in die Ausstellung einzubeziehen: sie gibt einen wundervollen Rahmen ab und wirkt wie eine Ein gerechter Lastenausgleich für kinderreiche Familien in unserer Lohn-, Steuer- und Ge- haltspolittk müsse den Eltern wieder die Möglichkeit geben, zahlreiche Kinder zu haben und zu erziehen, nur dann werde die Zukunft unseres Volkes gesichert sein. Sin Rundgang. An der Ausstellung haben mitgewirkt: das Deutsche Frauenwerk, NSG. „Kraft durch Freude", NS.-Kulturgemeinde, NS.-Volkswohlfahrt, Reichsbund der Kinderreichen, Reichsfachschaft deutscher Hebammen, Reichsgesundheitsamt, Reichsluftschutzbund, Reichsnährstand und das Städtische Gesundheitsamt Frankfurt. Die Ausstellung ist als reine Kultur sch au aufgezogen und bemüht sich, durch knappe aber lebensnahe Gestaltung des Anschauungsstoffes an die Dinge heranzugehen, die dem Wohl und Schutz der gesunden Vollfamilie dienen. „Die Zukunft des deutschen Volkes kann als gesichert angesehen werden, wenn das deutsche Volk für alle Zeiten über eine ausreichende Zahl erb- gesunder, kinderreicher Familien verfügt." Dieser Leitgedanke zieht durch die ganze Ausstellung. Zahlreiche Bilder und Tafeln veranschaulichen dem Besucher die Bevölkerungsbewegung: sie zeigen, wie in den letzten Jahrzehnten die Zahl der Geburten in Deutschland immer mehr herabgesunken ist und wie der Wille zum Kind erst langsam wieder durch nattonalsozialistische Aufbauarbeit ge sand auf der Reede von Spithead unter Beteiligung von 16 ausländischen Seemächten die britische Kränungs^Flottenschau statt, an der über W) S*Hfseinbetten^teiInlabmen. Die königliche Familie suhr an Bord der Konigsjachl „Victoria and Albert" die lange Reihe der Schisse die über die Toppen geflaggt, hatten, °b-Hier lieht man links das Panzerjchijj .Admiral Gras Ex-«" während der FloUenschau, rechts Konrg Georg bet der Begrüßung von Seeosftzteren an Bord der königlichen Jacht. rpreußen- £ Ht die ein $ hie sich bald ÄS -lindes 1 Ul», 7, 13 M-E * “SfiS WZ»* in «'"V#* Mm ZdR. Noch ist die 4. Reichsnährstands-Ausstellung in München nicht völlig fertiggestellt und doch bietet sie schon ein imposantes Bild deutscher Kunst- schöpfung. Wir haben dem Gestalter der 4. Reichsnährstandsschau, Architekt Hermann Wille (Berlin) auf der Theresienwiese einen kurzen Besuch abgestattet. Was wir während der Führung sahen und erfuhren, hat uns mit Staunen und Begeisterung erfüllt. Zu beiden Seiten der großen Pracht- straßen auf dem 37 Hektar umfassenden Ausstel- lungsgelänbe erheben sich gewaltige Holzbauten von riesigen Ausmaßen, die schon rein äußerlich in klarer Aufteilung und Gliederung Bedeutung und Aufgaben des deutschen Landvolks zum Ausdruck bringen. Schlicht und geradlinig streben die Hallen aus edlem deutschen Naturholz in die Höhe; leuchtend heben sie sich ab von den sattgrünen Neuanlagen auf der Theresienwiese, die in wenigen Wochen einer Ausstellungsstadt gleichen wird, wie sie die Welt in dieser Art noch nicht sah. Der neue Baustil erstand aus der klaren Erkenntnis, daß im Einfachsten immer der kürzeste und beste Weg gefunden wird. Nicht der Techniker und Handwerker allein sollen dabei zu Wort kommen, sondern auch der künstlerisch gestaltende Architekt. Willes Grundsatz ist es, durch Werkstoff und Technik, vereint mit schöner und schlichter Formen- gebung, unter Vermeidung alles Ueberflüssigen größte Wirkung zu erzielen. Hier ergab sich das Holz als Baustoff schon aus der Notwendig- feit, in allerkürzester Zeit brauchbare Ausstellungsräume für eine kurze Dauer zu schaffen, die allen Winden und Wettern sowie einem Riesenandrang trotzen. Gerade in Bayern hat man auf Ausstellungen immer wieder versucht, alles auf „oberbayerisch" zu gestalten. Hier handelt es sich aber nicht um eine oberbayerische ober bayerische Landesausstellung, sondern um eine Reichsnährstandsschau, die getreu ihrem inneren Wesen auch nach außen den Totalitätsgedanken aufzuzeigen hat, ohne sich dabei in ländlich verschiedene Besonderheiten zu verlieren. Nach München kommen die Bauern des ganzen Reiches. Nirgends sehen wir bei den Bauten gequälte oder gar gesuchte Formen, sondern eindringlich klaren Stil von reiner und natürlicher Zimmermannstechnik, mag es sich um die Ehrenhalle, um den Vorführring, um den Turnierplatz ober um eines der Häuser ber Lanbtechnik, der Lehrschau „Gesunbes Landvolk", ber Tierschau ober auch um bas Haus ber Pflanzenzucht unb der Landmaschinenschau handeln. , Am meisten fesselt uns die Ehrenhalle im Ausmaß von 45 mal 35 Meter und einer Hohe von 8,5 Meter, ihre Wände erstrahlen in geschaltem Kiefernholz, auf dem die reichhaltige Struktur leuchtend hervorttitt. Die Größe der Ehrenhalle, tn der die feierliche Eröffnung stattfindet, wird durch die Vermeidung von unnötigem Schmuck noch gesteigert. Dafür kommt die wundervolle Maserung des Kie- fernsperrbalzes als Erzeugnis des deutschen Waldes 85 Kadetten bewirtet und ihnen anschließend die Sehenswürdigkeiten Dublins und ihr draußen gelegenes Schulgelände zeigt. Ein Herrenabend in der Offiziers- und Oberfeldwebelmesse bringt angeregten Meinungsaustausch mit etwa 50 Herren der deutschen Kolonie, von dem sie in fröhlichster Stimmung um Mitternacht „viel zu früh" in die munter tanzenden Boote verfrachtet werden unter dem Motto „Eine Seefahrt, die ist lustig!" Zwischen all diesen Veranstaltungen bietet sich dem einzelnen Gelegenheit, mit den neu erworbenen deutschen und irischen Freunden die Sehenswürdigkeiten der Halbmillionenstadt Dublin kennenzulernen. Zahlreiche Brücken überqueren den Lif- sey-Fluß. Außer der berühmten alten Universität, den ehrwürdigen Kathedralen und dem Schloß bietet die alte Stadt wenig Sehenswertes, bis auf den wundewollen, großzügig angelegten Phönix- park, wo viel zahmes Getier ein paradiesisches Leben führt, wo man reiten und herrliche Spaziergänge machen kann. Apropos reiten! Beinah hätte ich den berühmten irischen Hunter, eine ausgezeichnete Züchtung aus englisch-arabischem Blut und irischem Landpferd, vergessen, dessen Qualitäten man erst zu schätzen weiß, wenn man auf dem grobknochigen Gaul mit der starken Vorhand und dem eigenartig klobigen Schädel auf meist schlankem Hals im Sattel sitzt oder gar das Glück hat, an einer Fuchs- ober Parforcejagd hinter der Meute teilzunehmen. Unvergeßlich bas bunte Bild des point-ä-point-race, die roten Fräcke ber Herren unb ber leuchtenbe Reitbreß ber Damen auf bem dunkelgrünen Hintergrund, deren reiterliche Leistungen uns alle Hochachtung abnötigen. Das ist ein Stück Irland, wie es wirklich ist. Qt- Haupt. e,n üppigen, ^gen lief. [. betrieben, birge weift ■ oe^Sfyan- Kanäle, die vee nerbun. decken fast ge des jch. 'bestand auf en. 3n dein : Regierung i verpflichtet n wir einen n gastlichem ten, und der einem Aus- chönheit der me Ennne- not brachten nähere per« Persönlich, iiglieder der des gro- das gan.j ion deutschen t worden ist. ne Autotour mhergebrach: afljerden auf d sanfte hii- an die Hol- ifere schönen ein von der er T a g e; - und Privat- nitten hinein nfel. An der ntlang, dem ! es zunächst essen schöne Jen ,.3rw 3n Janfrr Wt em großen >t versor< irge hinein. unb vorbildlicher beutscher Simmcrmannsarbelt um so besser zur Geltung. Es ist kein Fall bekannt, bei dem für eine Ausstellung dieser Art so billiger und ausschließlich einheimischer Baustoff bisher in Deutschlcmd verwendet wurde. In der inneren Aufteilung wurde darauf Rücksicht genommen, daß täglich mehr als hunderttausend Besucher durch die Halle wandern. Dom Mittelfeld der Ehrenhalle grüßt das Hoheitszeicken mit den Symbolen des Reichsnährstandes; rechts und links davon leuchten die Odalsrunen. An den Wänden künden Aussprüche des Führers, des Ministerpräsidenten Göring, des Reichsführers SS. Himmler und des Reichsbauernführers Darre vom deutschen Bauerntum im Dritten Reich, von Blut und Boden, von Rasse und Gesittung, vom Dierjahresplan und von Leistung weckt wurde. Die Abteilung Sippenkunde unb , Sippenpflege unterrichtet über die Anlegung von Sippentafeln und Familienchroniken. Hier ist eine Reihe von Sippentafeln aufgestellt, barunter die von Luther, Liszt, Richard Wagner, Chamberlain, Goethe u. a. Die nächste Ausstellungsgruppe ist der Erb- und Rassenpflege gewidmet. Hier sehen wir die einschlägigen Gesetze gemein- verständlich dargestellt. Ein besonderer Raum ist den Aufgaben und Zielen des Reichsbundes der Kinderreichen gewidmet, lieber eine Buchaus st ellung mit bem einschlägigen Schrifttum kommen wir zu einer Abteilung die bem Siedlungsgebanken gewidmet ist. Mehrere Abteilungen enthalten Muster für Kinderzimmer, raumsparendes Spielzeug, praktische i I. - ■ manischer Vor- und Frühzeit den Teilnehmern tiefe Einblicke in das Volks- und Geistesleben unserer germanischen Vorfahren. Prof. Wuest von der Universität Münster hielt einen Vortrag über den „arischen Sonnenhelden", wobei er sich mit jenen Wissenschaftlern auseinandersetzte, die dem Germanen- und Jndogermanentum eine ethisch hohe Gottesvorstellung absprechen. Der Hauptschriftleiter der Zeitschrift „Germanien", Dr. Platz mann (Berlin), wies eine Reihe von Spuren dieses arischen Sonnenhelden in den deutschen Sagen und Märchen und in der übrigen indo-germanischen Sagen- und Märchenwelt nach. Otto Sigfrid Reuter, der Verfasser der „Germanischen Himmelskunde" sprach über „Germanische Astronomie", und Prof. Teudt beschäftigte sich mit der Tacitus-Darstellung des Ger- manicus-Krieges 14—16 n. Ehr. und behandelte insbesondere den angeblichen Germanicus-Sieg im Jahre 16, der eine ebenso vollkommene Niederlage wie die des Varus im Jahre 9 n. Ehr. gewesen sei. Die Goelhe-lNedaille für den Chirurgen Geheimrat Erich Lexer. Der Führer und Reichskanzler hat auf Vorschlag des Reichsministers Dr. Frick dem Geh. Medizinalrat Dr. Erich Lexer in München-Schwabing aus Anlaß seines 70. Geburtstages am 22. Mai 1937 mit Urkunde vom gleichen Tage die Goethe- Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. * Geh. Medizinalrat Professor Dr. Erich Lexer, der em. Ordinarius für Chirurgie an der Universität München, habilitierte sich 1898 in Berlin, wurde dort 1902 Extraordinarius und lehrte später in Königsberg, Jena und Freiburg. 1928 wurde er Nachfolger von Sauerbruch in München; seit 1936 ist er von den amtlichen Verpflichtungen entbunden, hat aber nochmals einen Lehrauftrag erhalten. Geh. Rat Lexer ist Ehrenmitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften; sein bedeutendstes Werk ist die „Allgemeine Chirurgie", die bereits 20 Auflagen erreichte. 14. Deutsche Tagung für Krüppelfürsorge in Frankfurt. In Frankfurt wurde die 14. Deutsche Tagung für Krüppelfürsorge mit sachlichen Beratungen fortgeführt. Professor Dr. Hohmann, Direktor der orthopädischen Klinik in Frankfurt, begrüßte besonders den Vertreter des Reichsministers des Inneren, Ministerialrat Eber, und den Vertreter des Reichsärzteführers. Professor Hohmann ging dann auf die Entwicklung der Fürsorge für den Körperbehinderten ein und schilderte die Ent- stehunb der Orthopädischen Universitätsklinik in Frankfurt, die als ein Musterbetrieb auf diesem Gebiete anzusehen sei. Als Geburtsjahr der neuen deutschen Krüppelfürsorge bezeichnete er das Jahr 1906, als die erste amtliche deutsche Krüppelzählung vorgenommen wurde, deren erschreckende Zahlen das Gewissen nicht mehr schlafen ließen, bis dann im Jahre 1920 das Krüppelgesetz geschaffen wurde. Die Aufgabe sei, den Körperbehinderten wieder zu einem vollwertigen Mitglied der Volksgemeinschaft zu machen, dieser Aufgabe solle auch der diesjährige Kongreß in erster Linie dienen. Dann eröffnete Professor von Verschuer (Frankfurt) die Reihe der fachwissenschaftlichen Vorträge mit dem Thema: „Was muß der Anstaltsleiter und die Fürsorgerin von den Erbkrankheiten wissen?" Erbdiagnose, Erb- belastung, Erbkrankheit und Erbgesundheit sind die Grundbegriffe, die bei der Beurteilung des Krankheitsgrades und bei der Behandlung auch der Körperbehinderten eine ausschlaggebende Rolle spielen. Zu dem Thema Arbeitsvermittlung, Berufsausbildung und Berufsbewährung der Körperbehinderten sprachen u. a. Pastor D. Vietor (Volmarstein), Oberlehrer Herold. (Leipzig), Professor Brandes (Dortmund) und Dr. B u s o l d , Referent des Frankfurter Arbeitsamtes. Großer Erfolg der .,Ring"-Aufführungen unter Furtwängler in London. Im Rahmen des Krönungsprogramms der Londoner Covent-Garden-Oper wurde die Aufführung des Ring-Zyklus mit der „Götterdämmerung" beendet. Die englische Presse äußert sich begeistert über die musikalische Leistung Furtwänglers und die Darbietungen der deutschen Sänger. „Daily Telegraph" schreibt, der große Beifall des Publikums habe gezeigt, daß Furtwängler von den Wagneroerehrern der englischen Hauptstadt von ganzem Herzen anerkannt werde. Furtwängler habe die Aufführung des Rings mit tiefstem Verständnis und mit großzügiger Gestaltungskraft geleitet. Die deutschen Sänger, unter ihnen Max L o - r e n z, Herbert Janssen, Ludwig Weber, Wilhelm Engelberger, Maria Fuchs, Frida Leider und Margarete Klose, werde man noch lange im Gedächtnis behalten. Wechsel in der Leitung der Deutschen Akademie. An Stelle des nach Ablauf seiner dreijährigen Amtsperiode auf eigenen Wunsch ausscheidenden Präsidenten Professor Dr. Karl Haushofer wählte der Senat der Deutschen Akademie den Rektor der Universität München, Professor Dr. Leopold K o e l b l zum Präsidenten der Deutschen Akademie. Zum stellvertretenden Präsidenten und Leiter der wissenschaftlichen Abteilung wurde für den zurückgetretenen bisherigen Leiter Professor Dr. Otto von Zwiedineck-Südenhorst Professor Friedrich von der Leyen gewählt. In dankbarer Anerkennung der hohen Verdienste um die Deutsche Akademie wurde Professor Haushofer das große Ehrenzeichen verliehen. Zu Senatoreck wurden gewählt Professor Dr. Hermann Aubin. Breslau, Dr. h. c. Rudolf B i n d i n g - Starnberg, Professor Dr. Paul W e n tz ck e - Frankfurt a. TL und Professor Dr. Otto von Zwiedineck-Sü- d e n h o r st. Zeitschriften. — Mit Westtirol, Voralberg und der Ostschweiz befaßt sich das Mai-Heft des „Bergsteigers" (Verlag F. Bruckmann, München), das mit einer Fülle von wundervollen Bildern — Farbtafeln, Lichtbildern, alter und neuer Graphik — ausgestattet ist. Neben fesselnden Schilderungen von klassischen und modernen Eis- und Felsfahrten finden wir auch wertvolle volkskundliche Beiträge wie z. B. die bebilderte Abhandlung über Land und Leute im Montafon und über das Alphorn, außerdem kommen auch Meister der Erzählung zu Worte. Der Nachrichtenteil des Heftes, das unter dem Motto „Die Ferientage nahen" steht, ist ein Faden durch das Labyrinth der heutigen Reisevorschriften und beschäftigt sich außerdem mit bergsteigerischen Belangen. tzochschulnackrichten. Der Reichs- und preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat den Professor Dr. med. Wilhelm Pfannen st iel beauftragt, in der Medizinischen Fakultät der Universität Marburg die Luftfahrtmedizin in Vorlesungen und — soweit nötig — in Hebungen zu vertreten. — Dem ordentlichen Professor Dr. Erich Schwinge hat der Minister ein planmäßiges Ordinariat in der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Marburg verliehen. Kampf dem Verderb einen KÜHLSCHRANK Keine verdorbenen Speisen mehr Gießen, Aquarium Hückeswagen Rheinland) 02595 Marie Heyne Bernhard Oahl Für die vielen Wünsche zu unserer Verlobung herzlichsten Dank SUkecn Sw SÜk im Stets frische Lebensmittel und kühle Getränke Geringer Gasverbrauch (etwa a/3 Pf. stündlich) Bequeme Anschaffung durch 8.- und 12.- Mk. Monatsraten bei 1/10 Anzahlung Unverbindliche Beratung bei den Mitgliedern der Gas-Gemeinschaft ______________________________________________________3598 A Besuchen Sie das Rett- und Fahrturnier auf dem Waldsportplah des VfB.-ReichSbahn Samstag, den 22. Mai 1937, 14 Uhr: M (5ic6ctt Geländeritt — Eintritt: 20 Rvf. Sonntag, den 23. Mai 1937, von 13 bis 19 Uhr: Dressur- und Eignungsprüfungen — Jagdspringen Schau-Nummern der Wehrmacht ab 13 Uhr: Konzert Eintritt: 1.Platz (Sitzplatz>1 RM., 2.Platz (Stehplatz)50Rpt.. für Wehrmackitsangehörige (Unteroffiziere und Mannschaften), Studenten und Schüler: 1. Platz 70 Npf. •?. Platz 40 Rvf.,- für Kinder bis zu 14 Jahren 20 Rvf 20 Uhr im „Göf6 Leib", Walltorstraße: Siegerehrung, Preisverteilung, Konzert und Tanr Eintritt' 40 Rvf ,63!Sd Geistliche Abendmusik in der Johanneskirche am Sonntag, dem 23.Mai, um20Uhr ausgeführt von Wiesbadener Künstlern (Alt, Violincello, Orgel) Eintritt frei! 3581D 116er-Treffen 193? Wir benötigen anläßlich des 11 Ger- Treffens für die Uebernachtung vom 29. zum 30. Mai 1937 noch eine größ. Anzahl Privatquartiere gegen Bezahlung. Angebote m. Preisangabe an das Quartieramt des 11 Ger-Treffens im Hotel Kobel, Liebigstr. 9, Tel. 3481, erbeten. 3592D bei Linker&Solin Gießen Ludwigstraße 16 2053 D Metzgerei mit 02587 Wi rtschaft zu verpachten Gießen, Marburger Straße Nr.23 Sonnen-Gardinen uoer-Neffen 1937 2Y. und 3CL LNai 193Z Samstag, 29. Mai, 18.30 Uhr: Gefallenenehrung am 116er-Denkmal. 20.00 Uhr in der Volkshalle Gvotzev j^amevadschafis-Älbend OA AA .ruit Aufführungen aller Art und Großer Zapfenstreich. 20.00 Uhr im Schutzenhaus Konzert und Tanz. Sonntag, 30. Mai. 8Z0 Uhr, Eintreffen der Sonderzüge, Begrüßung und Marsch AA mit Musik zur Volkshalle. 10.00 Uhr ^-olkshalle und Schützenhaus Wiedersehensfeier mit Konzert. - Kasernenbesichtigung. 12.00—13^30 Uhr Verpflegung aus den Feldküchen in der Volkshalle und im Schutzenhaus. 14.00 Uhr große Wehrsvortveranstaltung auf dem Trieb 'Inf.-Regt 116 . und ITT. Abt. Art.-Regt. 9). Umchließend m der Volkshalle und im Schützenhaus Konzert und Tanz. w>rd aebetc», durch reue Beteiligung bei allen «eranstal- tungen, ihre Verbundenheit mit den alten u inngen Ilkern zum Ausdruck zu bringen. Eintrittspreise : Festabzeichen DU. 1,00, dazu für weibliche Angehörige bis zu zwei ,e?5onm-~ Hamstag abend Volkshalle 1 Mk. - Samstag abend Ps- Sonntag Volkshalle 50 Pf. - Sonntag Schützenhaus Wehrsvortveranstaltung Stebvlgy 50 Pf.. Sitzplatz 80 Pf - Kinder halbe Preise Tas Festabzeichen und dieSchleise berechtigen zum freien Eintritt zu allen Veranstaltungen. Inr ^ihvlatz bei den Wehrwortoorführungen haben die Inhaber von Feit- abzerchen und Schleife 30 Pf. Aufgeld zu zahlen. - Die Teilnahme an der Verpflegung ist mit Familien erwünscht. Löffel mitbrmgen. Preis des Mittagessens pro Person 50 Pf. Festabzeichen und Essenkarten im Vorverkauf bei: Zigarrenhaus Möser, Seltersweg: Zigarrenhaus Scharmann, Lindenplatz,- Zigarrenhaus Richter, Frankfurter Straße,- Schomber, Riegelpfad; Weinstube Seibel, Ludwigsvlatz. 86mD Hartbrennholz ä Wagen 5 Mk. Anmachholz,, ä Wagen 6 Mk., 1 Sack 'Anmachholz 1 Mk frei Keller. 692d J. WeUhöfer. Telephon 2313, Marb Str. 24. Bitte ausscbneiden Bet kleiner Anzahlung erhalten Sie ab Fabrik: Schlafz.,Wohnz. Sv eifez., Küchen u. Polstermöbel all.Art.BeilOO Jt Kaufsumme 3 Monatsrate. Be- darfdeckungssch. roerb.angen.3565v H. Dttz. Blainz/Bh. Grebenstraße 14 Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Verm&hlungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr. 7 3614 Ä billig bei Ludwig Haas V Gießen Plockstr.7 Gießen Wieseck Sonntag, den 23. Mai 3658D TANZ „Zum kühlen Grund“ Inhaber Adolf Schepers Klein-Linden Gasthaus zur deutschen Eiche Sonntag, den 23. 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Diele Besucher werden zu dieser Veranstaltung in unserer Sladt erscheinen und einem ansehnlichen Kreis von Geschäftsleuten Einnahmemöglichkeiten bieten. Diese Veranstaltung, so groß sie an sich auch ist, stellt aber nur einen kleinen Ausschnitt aus der umfangreichen Werbetätigkeit unseres Fremdenverkehrsvereins dar Diese Werbearbeit erfaßt alljährlich einen Personenkreis, der weit hinaus reicht in das Reich und in das benachbarte Ausland. Tausende von Werbeprospekten werden alljährlich versandt, in denen die Schönheiten unserer Stadt und ihrer Umgebung, sowie die Preiswürdigkeit eines Besuches in unserer engeren Heimat dargelegt werden. Die gleiche Aufklärung erfolgt vom Derkehrsverein durch Zeitungsanzeigen und gelegentliche Werbenotizen in der Presse. Die Reisebüros werden fortlaufend mit Werbe- und Aufklärungsmaterial über unsere Stadt versorgt, daneben erhalten sie ständig Informationen, die sie zur Weitergabe an die reiselustigen Interessenten benutzen. Die vielseitige und umfangreiche Werbung hat auch einen sehr großen Schriftverkehr zur Folge, der aus Anfragen von Besuchsinteressenten und direkter Werbung des Vereins als Antwort auf diese Zuschriften besteht. Das Ergebnis dieser Maßnahmen ist in dem guten Stand der Fremdenverkehrsziffer in unserer Stadt mit enthalten, natürlich auch in den Einnahmen der Geschäftskreise, mögen sie nun unmittelbar oder mittelbar an den Auswirkungen des Fremdenbesuchs beteiligt fein. Diese Werbearbeit gehört zu den unerläßlichen Aufgaben jeder Stadt und ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Belebung der heimischen Wirtschaft. Der Fremdenverkehrsverein Gießen hat es schon seit Jahren als seine Hauptaufgabe angesehen, alle Kräfte für diese Werbearbeit einzusetzen. Leider muß er aber auch heute noch die Tatsache verzeichnen, daß in den Kreisen der Nutznießer dieser Verkehrswerbung wenig praktische Anerkennung dieses Wirkens vorhanden ist. Erst vor wenigen Tagen wieder hörte man in der Ausschußsitzunq des Frem- denoerkehrsvereins das alte Klagelied, daß die Zahl der Mitglieder aus dem Kreise der Geschäftswelt sich von Jahr zu Jahr verringert hat. Eine großzügige Werbemaßnahme der Dereinsleitung brachte zwar den Erfolg, daß eine ganze Reihe von Geschäftsinhabern Mitglied des Verkehrsvereins geworden ist. Wenn man aber die jetzige Mitglie- derzahl des Vereins in Vergleich stellt zu der Zahl unserer Gießener Geschäftsinhaber, so muß man die bedauerliche Tatsache erkennen, daß zwischen diesen beiden Zahlen ein außerordentlich starkes Mißverhältnis zu Ungunsten des Verkehrsvereins besteht. Diese Feststellung ist zwar auch nicht neu, denn schon seit 15 Jahren, seit der Wiederbelebung des Verkehrsvereins im Winter 1922, besteht die Klage, daß allzu wenig Geschäftsleute als nächste Nubnießer der Verkehrswerbunq dem Verein angehören, sich also der Verpflichtung entziehen, durch ihren Mitgliedsbeitrag zu den Kosten der Verkehrswerbung beizusteuern. Es hat zwar inzwischen eine kurze Zeit gegeben, in der die Zahl der Vereinsmit- Vincent van Gogh. Betrachtung eines Buches. Am 30. Mai 1853 wurde Vincent van Gogh in Groot-Zundert in Holland als Sohn eines Pfarrers geboren. Am 29. Juli 1890 setzte er in Auvers- sur-Oije in Frankreich, erst 37 Jahre alt, seinem leidenschaftlichen und qualvollen Dasein selbst ein Ende. Damals ahnten nur wenige aus seinem vertrauten Kreise, welch ein Leben hier ausgelöscht war, und welch einen unerhörten Einfluß d-as Werk dieses Menschen auf ganze Generationen von Malern, auch in Deutschland, auszuüben bestimmt war. Heute wissen wir, daß der Name van Goghs in der modernen Malerei geradezu ein Programm bedeutet, daß er eine neue Weise künstlerischen Sehens, Empfindens und Ausdrucks umschreibt und eine neue Epoche zeitgenössischer Kunstgeschichte heraufzuführen oder doch einzuleiten bestimmt war. Wenn man das im Phaidon-Verlag in Wien erschienene Werk*), das seinen Namen trägt, nicht nur flüchtig betrachtend durchblättert, sondern eingehend studiert, wird man einen Begriff davon bekommen, was es mit van Goghs Malerei, ihrer Ausstrahlung und Weiterwirkung bis in die nächste Gegenwart hinein auf sich hat. Das Werk gliedert sich in drei Teile; den mittleren und weitaus größten nehmen die Abbildungen ein, 122 — teilweise farbige — Reproduktionen nach Gemälden und Zeichnungen. Diese Folge der großen Tafeln wird eingeleitet durch einen auf knappem Raum das Wesentliche aussagenden Essay ,Leben und Werk des Vincent van Gogh" von Wilhelm Uhde; er enthält nicht nur eine Darstellung des äußeren Lebensganges und der wichtigsten Stationen der künstlerischen Entwicklung van Goghs, sondern bringt auch die Wurzeln und Wesenselemente seines Daseins auf eine überzeugende Formel. Uhde begreift seinen Geaenstand — das erscheint uns wichtig für jegliche Betrachtung und Würdigung dieses Malers — in erster Linie nicht als ein kunstgeschichtliches, sondern als „ein eminent menschliches" Thema. „Er war ein Maler mit sozialen Ideen. Seine Geschichte ist nicht die eines Auges, einer Palette, eines Pinsels, sondern die eines einsamen Herzens, das in den Mauern eines dunklen Gefängnisses schlug, sich sehnte und litt, und nicht wußte, warum. Bis es eines Tages die Sonne sah und in ihr den Sinn seines Lebens erkannte. Es flog ihr entgegen und verbrannte in ihren Gluten. ." Indem die Einführung die dunkle, schwere, innerlich und äußerlich vielfach belastete Herkunft, Jugend und Reifezeit van Goghs beschreibt, legt sie zugleich die sozialen und religiösen Grundlagen eines höchst ungewöhnlichen und gewissermaßen beispiellosen Künstler- *) Vincent van Gogh: Gemälde und Zeichnungen. Zweite, veränderte und vermehrte Auflage. 122 Werke, wiedergegeben in Farben und Kupfertiefdruck. Seinen 6 Mark. Im Phaidon-Verlag, Wien. — (124) — glieber aus der Geschäftswelt erheblich besser geworden war, aber gar bald wurde die rückläufige Bewegung wieder vorherrschend, und auch die Entwicklung der letzten vier Jahre mit ihrer starken wirtschaftlichen Wiederbelebung auf allen Gebieten hat viele Geschäftleute nicht veranlaßt, durch die Mitgliedschaft im Derkehrsverein zur gedeihlichen Lösung der für die Allgemeinheit wichtigen Der- kehrswerbeaufgaben beizutragen Es ist eine grundsätzliche, für alle Volksgenossen beherzigenswerte Forderung, nach der Richtschnur zu handeln: Gemeinnutz vor Eigennutz: Die vorherrschende Anwendung dieses Grundsatzes seit der Machtübernahme Adolf Hitlers hat in sehr großem Maße zur Wiederaufrichtung unseres Volkes und seiner Wirtschaft, zur besseren Gestaltung der Lebenslage von Millionen von Volksgenossen beigetragen. Dieser Grundsatz stellt ein so hohes und vornehmes Sittengesetz dar, daß er für alle deutschen Menschen das Gesetz des täglichen Lebens schlechthin sein sollte. Mit diesem vortrefflichen Lebensgrundsatz ist es aber nicht zu vereinbaren, wenn man Vorteile für sich in Anspruch nimmt, die durch die Opfer anderer Volksgenossen errungen werden, während man sich selbst auch von einer bescheidenen Beisteuer zu diesen Opfern in Gestalt des Vereinsbeitrages von sechs Mark im Jahr, also nur 50 Pfennig im Monat, drückt. Dieser bedauerliche Tatbestand liegt bei allen Geschäftsleuten vor, die direkt und indirekt die Früchte der Verkehrswerbung mit genießen, aber den Derkehrsverein nicht kennen wollen. In manchen Fällen hat man ganz offen die Erwerbung der Mitgliedschaft beim Derkehrsverein abgelehnt. Dabei kann nicht bestritten werden, daß ein Jahresbeitrag von sechs Mark auch in dem Unkostensatz eines kleinen Geschäfts nicht ins Gewicht fällt. Die großen Aufgaben' der Verkehrswerbung zur weiteren Aufwärtsentwicklung unserer Stadt machen es dringend erforderlich, die Gleichgültigkeit weiter Kreise der Geschäftswelt gegenüber dem Verkehrs- verein zum Wohle der Allgemeinheit zu überwinden. In der jüngsten Ausschußsitzung des Derkehrsver- eins hat man sich mit einer Reihe von Möglichkeiten nach dieser Richtung hin beschäftigt. In den Vordergrund stellte man dabei den dringenden Wunsch, alle Geschäftsleute möchten freiwillig Mitglied des Verkehrsvereins werden. In nächster Zeit soll eine Werbeversammlung allen Geschäftsleuten die Möglichkeit bieten, sich noch einmal gründlich über alle Zweige der Verkebrswerbung zu unterrichten und den freiwilligen Beitritt zum Verkehrsverein anzumelden. Es besteht aber in den Kreisen der Vereinsleitung auch der ernste Wille, weitere Schritte zur gerechten Verteilung der Lasten der Verkehrswerbung zu unternehmen, wenn auf dem Wege des freiwilligen Beitritts der am Verkehrswesen beteiligten Geschäftskreise nicht zum erstrebten Ziele zu kommen ist. Man denkt dabei u. a. an das Beispiel von Bad-Nauheim, wo mit Genehmigung der Aufsichtsbehörde eine Ortssatzung erlassen wurde, durch die jeder ortsansässige, im weitesten Sinne an der Verkehrswerbunq beteiligte Geschäftsmann verpflichtet ist, eine Verkehrsabgabe zur Bestreitung der Verkehrswerbungskosten zu entrichten. Aehnliche ortsstatutarische Bestimmungen sind in einigen anderen Stödten eingeführt worden, weil eben auf diesem Wege die gerechte Forderung verwirklicht werden kann: Wer Erfolge einheimsen will, muß die Voraussetzung dazu schaffen helfen! Man verrät kein Geheimnis und stellt auch nicht eine Prophezeiung auf, wenn man voraussagt, daß eine ortsstatutarisch bestimmte Werbeabgabe sicherlich höher sein dürfte, als ein Dereinsbeitrag von jährlich 6 Mark. Dennoch hat man im Ausschuß daseins frei. „Sein Leben", heißt es weiter, „ist die Geschichte dieses großen, leidenschaftlichen Herzens, das von zwei Dingen völlig ausgefüllt war: von Liebe und Trauer. Liebe, nicht als Gernhaben und Bevorzugen, als Sympathie oder ästhetische Zuneigung, sondern in ihrer schwersten Form, der Caritas, einer tiefen religiösen Beziehung zu Menschen und Dingen. Hier ist die Wurzel seines Lebens und seiner Kunst..." Don hier aus gewinnt die Einführung Uhdes und jeder Betrachter von Bildern oan Goghs erst recht eigentlich den Zugang zum zweiten, zum nachgeorüneteN Thema, dem kunstgeschichtlichen und vorwiegend malerischen, der Geschichte „eines Auges, einer Palette, eines Pinsels" ... Uhde zeichnet ihre Umrisse mit sehr sicherer, empfindlicher und gerecht abwägender Hand; er schätzt oan Gogh so hoch ein, wie er es verdient und fordern muß; daß er ihn nicht überwertet und seine Grenzen sieht, erweist sich an dem ausgezeichneten, mit Genuß zu lesenden Abschnitt über die Farbwerte und an der Gegenüberstellung von van Gogh und Delacroix: eine solche bei aller Liebe, ja Leidenschaft für den Künstler und das Werk stets auf ein rechtes Maß sich besinnende Würdigung scheint uns besonders sympathisch. Diese Teile der Einführung und das Werk selbst, soweit es auf den folgenden Tafeln enthalten ist, erfahren eine unvergleichliche und unübertreffliche Ergänzung, Spiegelung und Aufhellung vom Persönlichen her durch die am Schluß zusammenye- faßten, brieflichen Aeußerungen van Goghs zu einzelnen Werken: diese Briefe, größtenteils an seinen jüngeren Bruder Theo (der ihm ein halbes Jahr später in den Tod folgte und neben ihm begraben liegt), an den Freund Emile Bernard und an den Maler Gauguin gerichtet, find der wahrhaft authen- tische, der ursprünglichste und lebendigste Kommentar zu oan Goghs Bildern, Begleittexte, die überwiegend fast gleichzeitig mit den beschriebenen Werken entstanden sind und infolgedessen Absichten, Stimmungen und persönliche Bewertung ganz unmittelbar bezeichnen. Es fallen von diesen Briefstellen her nicht nur bezeichnende Lichter auf oan Gogh als menschliche Persönlichkeit, sondern man erlebt hier immer wieder Zwei sehr wesentliche Elemente seiner Malerei: man begreift, wie außer- ordentliich problematisch van Gogh selbst alle seine Bilder betrachtete, was ihn reizte und beschäftigte, wie er die Natur und jedes seiner Modelle sah, worauf es ihm in der künstlerischen Wirkung ankam. Und man erlebt ferner, wie dieser Maler von der Farbe besessen war, wie er im Farbenrausch schwelgte, wie koloristische Motive und Probleme ihn immer wieder, alle übrigen Gesichtspunkte in den Hintergrund weisend, beschäftigten, bedrängten und erregten. Wenn in der Einführung die Geschichte der Palette nur angedeutet wurde: an den Briefauszügen wird uns klar, wie sehr, wie ausschließlich fast die Entwicklung der Farbe, zur Farbe hin die Malerei oan Goghs bestimmt und charakterisiert. Von hier aus nun, von den die Folge der Reproduktionen umrahmenden Texten her, wird man die rechte Vorbereitung und Einstellung zur des Derkehrsvereins den Gedanken ins Auge gefaßt, bei einer eventuell zu schaffenden Ortssatzung diejenigen Geschäftsinhaber von der Werbeabgabe zu befreien, die durch die Mitgliedschaft im Verkehrsverein bereits ihre Beisteuer zu den Kosten der Derkehrswerdung leisten und damit ihren Gemeinsinn praktisch unter Beweis stellen. Niemand wird gegen eine derartige Ortssatzung etwas einwenden können, denn sie würde nichts anderes bedeuten als die Durchsetzung des Grundsatzes der Gerechtigkeit. Eine derartige gerechte Maßnahme stünde auch im Einklang mit dem Geist und dem Willen unserer nationalsozialistischen Staatsund Volksführung, sie wird also stets volkstümlich im besten Sinne des Wortes sein. Man gibt sich bei der Leitung des Verkehrsvereins der Hoffnung hin, daß die geplante große Werbeversammlung den Erfolg haben wird, den Erlaß einer Ortssatzung überflüssig zu machen. Die Grundrichtung und der einzige Zweck aller erwogenen Schritte bestehen nur darin, auch auf dem Gebiete der Verkehrswerbung im Dienste der Allgemeinheit dem Grundsatz der gerechten 2a- stenverteilung Geltung zu verschaffen und mit dem Unwesen einer Nutznießung der Früchte aus anderer Menschen Opfer Schluß zu machen, kurzum das vornehme Sittengesetz anzuwenden: Gemeinnutz vor Eigennutz! B. Verbesserungen der Gießener Sonniagskarien. Von der Sektion Gießen-Oberhessen des Deutschen und Oesterreichischen Alpenoereins wird uns geschrieben: Wir Gießener sind diesmal lieb Kind bei der Reichsbahn gewesen. Die hiesige Sektion des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins hatte nach Rücksprache mit den Gießener Wandervereinen eine Anzahl Anregungen an die Reichsbahndirektion Frankfurt gerichtet, die bei dem Vorstand des Gießener Reichsbahnoerkehrsamtes, Oberbahnrat Ni e r- mann, weitgehende Unterstützung fanden. So bringt uns der neue Sommerfahrplan nicht nur Die neuen Verbindungen. reichen Segen an neuen Zügen, sondern auch an neuen Sonntagskarten. Leitgedanke war, die Verwendbarkeit dieser neuen Karten so vielseitig wie möglich zu gestalten. Diese Karten gelten deshalb sämtlich nach mehreren Bahnhöfen, so daß die Möglichkeit besteht, zur Rückfahrt eine andere Strecke als zur Hinfahrt zu benutzen. Am reichhaltigsten ist eine Sonntagskarte, die von Gießen nach Herborn, Ulm (Kreis Wetzlar), Weilburg, Brandoberndorf und Friedberg gilt. Sie bietet Möglichkeiten zu Wanderungen durch den Westerwald von Herborn über Driedorf, oder Hirsch- bera-Beilstein nach Ulm, oder von Ulm über den Rasenberg und den Knoten nach Weilburg. Von Weilburg aus kann man mit dieser Karte über Weilmünster nach Brandoberndorf, von dort aus noch über Bodenrod—Forsthaus Hubertus nach Bad- Nauheim wandern. Den Gießen näher gelegenen Teil des nördlichen Taunus erschließt eine Karte nach Braunfels und Braunfels-Oberndorf, die jetzt auch nach Ostheim bei Butzbach gilt. Sie ermöglicht Wanderungen zwischen diesen Orten über Schwalbach — Oberwetz — Cleeberg. Eine dritte Sonntagssammelkarte mit den Ziel- babnhöfen Kirchhain — Wetter — Caldern — Eisemroth erschließt das hessische Hinterland und den Kreis Marburg. Sehr zu empfehlen find hier die Wanderungen von Caldern über den Rimberg und Holzhaufen— Bottenhorn nach Eisemroth, oder von Caldern über die Felsgruppe Eckelskirche nach Wetter, sowie von Wetter über Mellnau — Schwarzenborn — Rauschenberg nach Kirchhain. In dieselbe Gegend führt auch die neue Sonntagskarte nach Wommelshausen und Cölbe, die übrigens auch nach Laubach gültig ist. Für die Wanderung von Cölbe über Dagobertshaufen—Weitershausen auf den Hünstein und herunter nach Wommelshausen ist sie wie geschaffen. Den zahlreichen anderthalbtägigen Wanderungen durch den hohen Vogelsberg dienen die beiden Sonntagskarten nach Schotten, Gedern, Alsfeld, sowie nach Lauterbach-Nord, Hartmannshain. Eine schöne Wanderung durch die nähere Heimat bietet die Sonntagskarte nach Lang-Göns, ©roßen- Buseck mit einem Fußmarsch über ©rürringen, Men- gelshäuser Teiche, Steinbach. Die hohe Rhön wird durch die Sonntagskarte Gersfeld, Milseburg erschlossen (Lohnende Ziele: Wasserkuppe, Dammersfeld, Kreuzberg, Eierhauck, Milseburg, Schloß Bieberstein). Auch die Wassersportler wurden nicht vergessen. Sie können jetzt eine Sonntagskarte zum Edersee nach Herzhausen lösen. Da die Karte aber auch nach Schlierbach (Kreis Fritzlar) gilt, ermöglicht sie eine wunderbare eineinhalb- bis zweitägige Wanderung quer durch den Kellerwald. Wer den hohen Westerwald besuchen will, findet in der Sonntagskarte nach Siegen, Neunkirchen (Kreis Siegen), Fehl-Ritzhausen, Elz (Kreis Limburg) eine brauchbare Karte. Sie erschließt die Krop- pacher Schweiz mit Kloster Marienstatt und Hachenburg, sowie die durch ihre schönen Fernsichten ausgezeichneten Berge Stegskopf und Salzburger Kopf. Auch eine Wanderung in den südlichen Westerwald, etwa von Fehl-Ritzhausen über Westerburg und an den Eisschächten der Dornburg vorbei nach Hadamar und Elz ist mit dieser Sonntagskarte möglich. Betrachtung und Erkenntnis der Gemälde und Zeichnungen gewinnen, zur Würdigung eines riesigen Werkes, dessen Entstehung sich im wesentlichen auf das letzte Jahrzehnt von van Goghs allzu früh geendetem Leben zusammendrängt, — eines Werkes, das sich keineswegs auf den ersten flüchtigen Blick erschließt, das vielmehr ein hohes Maß von Sammlung und Muße, von Verständnis und Einfühlung erfordert. Man muß sich klar machen, daß mit van Gogh eine ganz neue, überaus eigenwillige und manchmal kühne Art, Menschen und Dinge zu sehen und wiederzugeben, in die Malerei einzudringen und sich durchzusetzen beginnt; mit einer unbestechlichen und oft rücksichtslosen Härte und Hartnäckigkeit hat dieser Maler daran gearbeitet und in immer wiederholten Versuchen sich bemüht, das Bild der Welt, wie es sich in feinem Auge spiegelte, festzuhalten und ihm die einzig mögliche, allein gültige Form zu verleihen. Mit Staunen finden wir in den Briefen die fast wörtliche Wiederholung der berühmten Zolaschen Formel: „... man sieht die Natur durch sein eigenes Temperament hindurch ..." Dies mag man bedenken, wenn man etwa das Selbstbildnis von 1887 betrachtet, das die Folge eröffnet, und das auf eine bisher ungewohnte Weife Fläche und Umriß des Kopfes und Gesichtes auflockert und das Ganze des Bildes in eine Unzahl winziger Farbflecken und Keile auflöst: das wirkt aus nächster Nähe bestürzend; aus angemessener Entfernung gesehen, schließen sich aber diese Bild-Atome zur überraschenden Einheit, Festigkeit und Lebendigkeit eines Ganzen zusammen. An kaum einem anderen Bilde lassen sich die Worte „durch sein eigenes Temperament hindurch" so un- mittelbar-beispielhaft vergegenwärtigen. In einem weiteren Brief beschreibt er das bekannte Bild seines Schlafzimmers in Arles: „... Die Wände sind von einem hellen Violett, der Boden hat rote Fliesen, die Holzbetten find gelb wie frische Butter, der Vorhang, die Decke und die Kopfkissen sind zitronengelb und grün und ganz hell. Die Bettüberzüge scharlachrot und das Fenster grün. Der Waschtisch ist orangefarben, die Waschkanne blau. Die Türen lila, und das ist alles ..." Dies mutet auf den ersten Blick barbarisch an, aber die Beschreibung gibt nicht nur dem Betrachter (der schwarzweißen Wiedergabe) erst den richtigen Begriff oder wenigstens eine Ahnung von dem Bilde — denn selbst die beste Wiedergabe, zumal wenn sie nicht farbig ist, kann ja nur Annäherungswerte vermitteln —, sondern auch einen Begriff von der Kühnheit und Rücksichtslosigkeit dieser Malerei des Farbenrausches und der Wirklichkeitsbesessenheit. Verhältnismäßig groß ist übrigens erfreulicherweise die Zahl der farbigen Wiedergaben, was gerade bei van Gogh doppelt ins Gewicht fällt; in den nicht farbigen wiederum wird die Technik der Pinsel- und Spachtelführung, der Farbgebung und des Auftrages stellenweise besonders anschaulich gemacht. Die 122 Blätter des Werkes entfalten ein malerisches Panorama von großartigem figürlichen und landschaftlichen Reichtum. Man spürt bei der Betrachtung etwas von der Besessenheit und der Arbeitswut, mit der oan Gogh in den letzten Jahren seines Lebens gemalt und sich in seinen Bildern die Welt erschlossen hat. Neben den charakteristisch zahlreichen und völlig schonungslosen Selbstbildnissen ... welch eine Fülle von Gestalten, von Köpfen und Gesichtern: der Sämann, der Schnitter, der Weber, holländische Bäuerin, Artisttn im Restaurant, die Arlesierin, der Schauspieler, der Pflüger, die Erd- äpfelesser und die Trinker (nach Daumier), der Holzhauer, der Mäher, der Mann mit der Nelke... und so fort. Man liest hier nur jeweils die Bezeichnung eines Typus, einer Menschengattung, eines Berufes, ohne Namen, ohne irgendein Kennzeichen oder Merkmal von Individualität, und bei den meisten empfindet man, daß dies der gültige Ausdruck fei, der unbekannte einzelne als Repräsentant für viele, wenn nicht alle seinesgleichen; in der Tat: der Holzhauer, der Schauspieler... gerade dieses Bild übrigens scheint uns das Wesen des Komödiantentums auf eine unübertrefflich- geniale Weife in einem einzigen Modell zu spiegeln. Daneben treten die persönlicheren Porträts, wie das des Farbenhändlers Tanguy, des Briefträgers Roulin, des Oberaufsehers des Irrenhauses von Saint-Remy, des Dr. Rey oder des Dr Gachet, eines der berühmtesten Bilder van Goghs, dessen Original in Frankfurt im Städel hängt. Größere Fülle und Mannigfaltigkeit noch in den „unpersönlichen" Schilderungen der Natur, in den Landschaften und Freilichtszenerien. In den Briefen find dazu eine Reihe von Motiven notiert: „.. . Schiffe, vom Kni herunter gesehen. Die beiden Schiffe sind rosa und veilchenfarben. Das Wasser ist ganz grün. Kein Himmel. Eine Trikolore am Mastbaum ..„Stelle dir jetzt eine ungeheure blaugrüne Fichte vor, die ihre Aeste waagrecht über einen ganz grünen Rasen ausstreckt, und Sand, der von Licht und Schatten aefleckt ist. Diese ganz einfache Gartenecke leuchtet hinten, mit den Geranium- beeten, die auf dem Grund orange leuchten, unter den schwarzen Aesten. Die Gestalten zweier Verliebter befinden sich im Schatten des großen Baumes..." „Eine Reihe grüner Zypressen gegen einen rosa Himmel mit einem hellzitronenfarbenen Halbmond ..." Solche Stellen muß man in sich aufgenommen haben, ehe man darangeht, sich in die landschaftlichen Blätter zu vertiefen, wie etwa die Ebene La (trau, die berühmte Zugbrücke (aus dem Wallraf-Richartz-Museum in Köln)', die Gärten und Parks von Arles, das blühende Obstbäumchen, die Rhonebarken, die Raben über Kornfeldern, das auffteigende Gewitter, das Restaurant „Sirene" in Joinville (auch dies, eine Landschaft!) oder der berühmte Garten Daubignys im Berliner Kronprinzenpalais, aus der allerletzten Zeit, Juli 1890. Von diefem Bilde schrieb van Gogh an feinen Bruder: „Das ist eine meiner stärksten Arbeiten " — Die hier besprochene Auswahl aus dem Gesamt- werk darf mustergültig genannt werden. Die Wieder» gäbe der Bilder ist ausgezeichnet, die übrige Ausstattung des großen Bandes von vornehmer Gediegenheit. In Anbetracht dessen ist der Dreis erstaunlich gering. Hans Tnyriot. Aus der Stadt Gießen. Serien als Geschenk. Von Hans Hartmann. Mit den schönen Maitagen steigt die Sehnsucht der Menschen nach Entspannung und Naturoerbun- denheit. Nur hinaus, der staubigen Atmosphäre und dem Einerlei der Stadt und den ewig gleichen Sonntagsspaziergängen entrinnen! Einmal aufatmen, baden in Lust, Licht, Sonne und Wasser, den alten Menschen ablegen und ein neuer Mensch werden! Jeder rüstet, studiert Kursbücher, plant Umwege, um recht viel Schönes mitzuerleben. Wir haben alle ein besseres Gewissen bei solchen Plänen, seitdem wir wissen, daß es der dankenswerten Tatkraft von „Kraft durch Freude" gelungen ist, allen Menschen ihre Erholung zu sichern. Die Worte, daß jeder Deutsche auch ein Recht auf die See und auf die Berge hat, werden nicht leere Worte bleiben, und das, was früher nur Zehnlausende erleben dursten, soll immer mehr zum Recht der Millionen werden. Aber eine Gefahr besteht dabei: wir nehmen das Recht auf Ferien als etwas Selbstverständliches hin. Und das gerade ist es doch nicht! Denn viele haben nicht das Glück einer solchen Entspannung. Wer denn?, so fragt mancher. Nun, da darf der Verfasser dieser Betrachtungen aus seinen Erfahrungen sprechen. Seit Jahren begegnet er Menschen, die ihm sagen: Dieses Jahr kommt ein Urlaub überhaupt nicht in Frage! Zwar würde er uns rechtlich zuftehen, und keiner könnte uns gram fein, wenn wir einfach abreisten! Aber es geht nicht! Da hat einer eine Betriebsabteilung neu übernommen; es muß allerhand umgeordnet werden, die „Maschine" muß „anlaufen" ... jetzt weggehen? Nein! Frau und Kinder wohl — die sollen ihren Ferienaufenthalt haben. Sie wollen nicht und bitten, daß der Vater mitgeht; er muß doch auch seine Kräfte schonen, sich seiner Familie und seinem Betrieb erhalten. Aber er muß fest bleiben. Nächstes Jahr vielleicht! Schon mancher hat beichten müssen, daß er seit zwei, drei Jahren keinen Urlaub hatte. Da ist irgendwo, in einer Behörde ober einem Krankenhaus ober sonstwo, ein Teil des Personals erkrankt. Ein anderer, dessen Urlaub bereits völlig geordnet war, muß einspringen. Die bezahlte Fahrkarte ans Meer oder ins Gebirge muß zurückgegeben werden. Es geht nicht, jetzt davonzulaufen. Und zu der Entsagung muß noch die Enttäuschung hinuntergeschluckt werden. Es ist eben doch nicht wahr, daß die Vorfreude die schönste Freude ist. Sich lange vorher freuen und dann plötzlich ent- fagen müssen, das erfordert Willenskraft und seelisches Standhalten. Und wenn die Erkrankten wieder gesund sind, dann müssen sie natürlich zuerst in die Ferien. Ob dann noch Zeit bleibt, selbst zu fahren? Jeder wird in seinem Kreise Menschen kennen, die ein derartiges Opfer bringen müssen. Und wird sich das Mitleid mit ihnen — das sicher bei allen anständig Empfindenden sehr aufrichtig ist — nicht verwandeln in ein Gefühl erhöhter Dankbarkeit, daß es uns gegönnt ist, auszuspannen? Werden wir nicht von nun an mit ganz anderem Gefühl an die Ferien Herangehen und sie als ein Geschenk entgegennehmen? Es ist gut, wenn wir uns sagen: ein Recht auf die Ferien gibt es nicht. Jedes Glück ist ein Geschenk, mag es die Reise Neuvermählter in den Frühling, mag es die Erfüllung eines Jugendtraumes fein. Und so wollen wir auch die Tage der Ferien, jeden von ihnen, genießen und hinnehmen als ein Geschenk, das sich in neue Kraft umsetzt! Dornotizen. Tageskalender für Samstag. NSLB., Kreis Wetterau; Abt. Mädchenerttehung, Hauswirtschaft unb Handarbeit: 15 Uhr Arbeitstagung in der Mädchenberufsschule. — NSG. „Kraft durch Freude" (Kurzschriftvereinigung der Deutschen Arbeitsfront): 20 Uhr Wochenend mit Tanz auf der Karlsruhe. — Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr „Der Etappenhase" (Vorstellung der NS.-Kulturgemeinde). — Gloria-Palast, Seltersweg: „So weit geht die Liebe nicht". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Man spricht über Jacqueline". — Gießener Hach- schulgesellschast: 17.30 Festsitzung im großen Hör- saal der Universität; Vortrag von Prof. Dr. Werkmeister, Nebraska, über „Die Prinzipien, die der Rooseveltschen Politik zugrunde liegen". — Rett- unb Fahrturnier auf bem Walbfportplatz des VsB.-R.: 14 Uhr Geländeritt. — Heimatvereinigung „Staufenberg": 20 Uhr Mitgliederversammlung aus Burg Staufenberg. Tageskalender für Sonnlag. NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude": 16 Uhr Militärkonzert der Regimentsmusik des JR. 116 auf Burg Staufenberg. — Reit- und Fahrturnier: 13 bis 19 Uhr Dressur- und Eignungsprüfungen, Jagdspringen aüf dem Waldsportplatz des VfB.-R.; 20 Uhr Siegerehrung im Cafe Leib. — Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr 16. Morgenfeier, „Der Bürgergeneral"; 20 bis 22.30 Uhr „Die Kleiber meiner Frau". — Gloria-Palast, Seltersweg: „So weit geht die Liebe nicht". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Man spricht über Jacqueline". — Gemeinnütziger Eisenbahner-Heimstätten-Verein: 20.15 Uhr ordentliche Generalversammlung im Hotel Hop- felb. — Geistliche Abenbmusik: 20 Uhr in ber Jo- hanneskirche. Schluß der winlerspielzeit im Sladlthealer. Aus bem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am Sonntag, 23. Mai, findet die letzte Morgenfeier statt. Intendant Schultze-Griesheim hält eine Abschluß-Ansprache, in ber er einen Rückblick über den Aufbau des Stadttheaters in den letzten zwei Jahren unb bie Pläne für bie Spielzeit 1937/38 bekanntgeben wirb. Hierauf geht bas Lustspiel „Der Bürgergeneral" von Goethe in Szene. Spielleitung der Intendant. Es wirken mit: Maria Gerhardt, die sich in dieser Aufführung vom Gießener Publikum verabschiedet; Gert Geiger, Victor von Gschmeidler, Heinz Rosenthal, Karl Volck und Fritz Walter, der sich auch in dieser Aufführung verabschiedet. Bühnenbild Karl Löffler. Die Kostüme sind angefertigt nach Entwürfen von Sophie Buchner, ausgeführt von Willi Endrich. Die Morgenfeier be- ainnt pünktlich um 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr. — Arn Abend findet eine Wiederholung des großen Erfolges „Die Kleider meiner Frau", Lustspiel von Frank, statt. Spielleitung ber Intendant. Diese letzte Sonntags-Vorstellung beginnt um 20 Uhr unb enbet 22.30 Uhr. — Außer Miete. Arn Dienstag, 25. Mai, findet eine Abschiedsvorstellung für Inge Birkrnann statt. Es geht zum letztenmal das Lustspiel „Die Kleider meiner Frau" von Frank in Szene. Spielleitung der Intendant. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. — Schluß der Winterspielzeit 1936/37. ____ 3um Schuh des Waldes. Der Reichsstatthatter in Hessen — Landesregierung — hat eine Polizeiverordnung zum Schutz des Waldes erlassen, die sofort in Kraft getreten ist. In ber Verordnung wirb folgendes bestimmt: Im Walde oder in gefährlicher Nähe von Wäldern dürfen Zelte oder sonstige Lagerstätten nur mit besonderer schriftlicher Erlaubnis der Forstpoli- z-ibchärde und nur innerhalb ber im Erlaubnisschein freigegebenen Flächen errichtet werden. In der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober darf im Walde ober in gefährlicher Nähe von Wäldern nicht geraucht werden. Dieses Verbot erstreckt sich auch auf bie öffentlichen Wege und die zur Errichtung von Zelten und sonsttgen Lagerstätten frei- gegebenen Flächen. Ausnahmen von diesem Verbot können durch bie Forstpolizeibehörde bewilligt werden. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Verbote werden, soweit nicht nach anderen Bestimmungen eine höhere Strafe verwirkt ist, mit Geldstrafe bis zu 150 Mark, bie im Uneinbringlichkeitsfalle in Haft umgewandelt wird, bestraft. NS.-Lehrerbund, Gießen. Fachschaft 2. Dienstag, 25. Mai, 16^ Uhr, im Singsaal des Realgymnasiums Kreisversammlung der Fachschaft „Höhere Schule". Es spricht Gaufachschaftsleiter Oberstudiendirektor Dr. R a tz über das Thema: „Die höhere Schule des Dritten Reichs im Aufbau". Gäste willkommen. Der Kreisfachschaftsleiter. Die öcutfdie Rrbeitofront WI- n.5.=6emeinf(hafi „Graft durch freubc" .. . Sonberzug zum „Tag des Deutschen Handwerks" in Frankfurt a. IN. Am Sonntag, 30. Mai, fahren wir einen Sonderzug nach Frankfurt a. M. zum „Tag des Deutschen Handwerks". Die Teilnehmer haben Gelegenheit, an folgenden Veranstaltungen teilzunehmen: Freisprechungsfeier in der Festhalle, Festzug des Deutschen Handwerks und an der Großkundgebung, bei der Ministerpräsident Generaloberst Göring und ber Leiter ber Deutschen Arbeitsfront Dr. L e y sprechen. Die Fahrt kostet ab Gießen 1,55 RM. Für Anschlußstrecken gibt bie Reichsbahn 75 °/o Ermäßigung. Abfahrt in Gießen gegen 8 Uhr. Kartenbestellungen werben ab sofort entgegengenommen. (3608D Unzulässige Wohnungskündigungen. Fwd. Der Reichskommissar für bie Preisbildung weist aus gegebenem Anlaß darauf hin, daß Kündigungen zum Zwecke von unzulässigen Mietssteigerungen einen Verstoß gegen die Preisstopverord- nung und strafbar, außerdem aber auch bürgerrechtlich unwirksam sind. Dasselbe gilt, wenn die Absicht der Mietserhöhung bei einer Kündigung verschleiert wird, indem keine Gründe angegeben oder unzutreffende Gründe vorgeschoben werden. Zuschläge für die Gestattung der Untervermietung dürfen nur erhoben werden, soweit sie vor dem 17. Oktober 1936 erhoben worden sind. Auch die Erhöhung schon früher vereinbarter Unteroermie- tungszuschläge ist unzulässig. Falls nunmehr Vermieter die Zustimmung zur Untervermietung ohne Vorliegen ausreichender sachlicher Gründe versagen oder widerrufen, werden dagegen die erforderlichen Maßnahmen getroffen werden. Handwerkertagungen im Kreise Gießen Die Kreishandwerkerschaft führt in diesen Tagen bie Jahreshauptversammlungen der einzelnen Innungen durch. Neben den organisatorischen Fragen werben in diesen Versammlungen in erster Linie bie Fragen besprochen, bie den einzelnen Innungen unb ben Hanbwerksbetrieben innerhalb bes Vierjahresplanes zufallen. Gerade für diese Dinge besteht innerhalb der einzelnen Handwerksberufe reges Interesse. Die Kreishandwerkerschaft Gießen unb bie ihr angeschlosfenen Handwerker-Innungen haben als Spende für bie Opfer der Luftschiffkatastrophe „Hindenburg" als erste Rate den Betrag von 300 Mark zur Verfügung gestellt. Weitere Beträge werden folgen. In ber Jahreshauptversammlung der Maler- Innung wurde von den Mitgliedern ein weiterer Betrag von rund 60 Mark gezeichnet. Um die Verbindung zwischen Berufsschule und Handwerk inniger zu gestalten und eine bessere Zusammenarbeit im Interesse der Ausbildung des Berufsnachwuchses zu erreichen, sind sämtliche Berufsschullehrer (Gewerbelehrer) in der letzten Ober- meistersitzunq in die Handwerker-Innungen als ordentliche Mitglieder ausgenommen worden. Die Aufnahme in die einzelnen Berufsgruppen erfolgt jeweils in ben Hauptversammlungen. Mgliederavpell der Ortsgruppe Gießen-Bitte. Am gestrigen Freitagabend hielt die Ortsgruppe Gießen-Mitte im Cafö Leib einen sehr gut besuchten Mitgliederappell ab. Der Leiter bes Abends, Dr. Kopp, richtete an bie Besucher eine kurze Ansprache, in ber er die Parteigenossen insbesondere auf ihre Pflichten als politische Aktivisten des Volkes hinwies unb sie ermahnte, allezeit auf bie weitere Vertiefung der Geschlossenheit unseres Volkes in ber Gefolgschaft des Führers hinzuwirken. Kreisamtsleiter Heß sprach sodann über eine Reihe von Fragen des Vierjahresplans. Er schilderte zunächst die Raumnot unseres Volkes, die ebenso alt wie unser Volk selbst sei. In anschaulicher Weise schilderte der Vortragende die Entwicklung dieser Lebensfrage unseres Volkes, die beeinflußt wurde durch das Bestreben unserer Nachbarvölker, die Deutschen vom Weltmarkt auszuschatten. Der Weltkrieg brachte bann eine gewaltsame Auslösung bieser Bestrebungen, und an den Erfahrungen der Nachkriegszeit ließ er verständlich werden, wie die Absicht dieser Nachbarvölker, die deutsche Wirtschaft zu vernichten und die deutsche Arbeitskraft zu schwächen, in die Tat umgesetzt wurde. Nach dem Kriege hat es dann nicht an Versuchen gefehlt, diese Raumnot zu Überwinden. Alle Versuche mußten aber scheitern, weil sie nicht von dem Volke als lebendiger Einheit und organischem Ganzen ausgingen. Erst durch die Anerkennung dieses Lebensrechtes des Volkes konnte mit der Aufbauarbeit begonnen werden. Wie diese Bemühungen von Erfolg gekrönt waren, das ließ ber Redner an vielen Beispielen vor Augen treten. In seinen weiteren Ausführungen schilderte ber Redner bie Bestrebungen bes Führers, die Grundstoffe zu schaffen, die wir aus eigenem Boden nicht bergen können. Zum Ausgleich von Raumnot und Lebensanspruch war bie Durchführung bes Vierjahresplanes nötig. Die Aktion „Kampf bem Verderb" war zunächst erforderlich, damit all bas, was wir im Lande an Rohstoffen unb Lebensrnitteln besitzen, aufgespart und so eingeteilt wird, daß es auf lange Zeit verwendbar bleibt. Als weitere Voraussetzung für bie Erfüllung bes Dierjahresplanes gab ber Vortragende bann eine Ueberficht über bie Bemühungen, durch rationelle Einteilung, sparsame Wiederverwendung von Rohstoffen und ben Aufschluß neuer Erzvorkommen, bie früher nicht abbaufähig waren, Deutschland frei zu machen von ber Auslandseinfuhr. Dazu trug bie Erzeugungsschlacht ber Landwirtschaft bei, bie sich erfolgreich auswirkte. Zum Schluß ging ber Rebner auf bie Lebensbe- bingungen unb auf bie wirtschaftliche Lage unseres Volkes ein unb erläuterte eingehenb, wie nur durch neue Warenerzeugung und eine vernünftige Preispolitik ber Wohlstand bes Volkes gehoben werben kann, selbst wenn ber einzelne noch Opfer zu bringen hat. Mit dem Anwachsen bes Wohlstandes bes Volkes hebt sich naturgemäß ber Wohlstand bes einzelnen Volksgenossen, und nur durch das gemeinsame Opfer für das Volk wird es auch uns wieder möglich werden, ein freies und starkes Deutschland zu schaffen, wie es der Führer anstrebt. Ihm zu dienen und mitzuhelfen, muß die ernsteste Pflicht jedes Volksgenossen sein! Mit einem Ausspruch Dr. Leys, der ein Glaubensbekenntnis zum deutschen Volke und die Betonung ber Verbundenheit von Führer unb Volk darstellte, ließ Dr. Kopp bie Versammlung aus- flingen, die in üblicher Weise beschlossen wurde. Ehrenpreise für das Reit- und Kahrturnier. Für bas große Gießener Reit- unb Fahrturnier ist eine Anzahl wertvoller Ehrenpreise zur Verfügung gestellt worben. So hat Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger ein großes Bilb für bas Jagdspringen Klasse M gestiftet. Weitere Ehrenpreise übergaben: Generalleutnant unb Divisionskomman- beur Oßwalb für ben Gelänberitt A (Gruppe 1); ber Reichsnährstand für bie Eignungsprüfung unb für bie Gefpannprüfung; bie Stadt Gießen für das Jagdspringen Klasse L; der Reit- und F a h r k l u b Gießen für die Dressurprüfung Klasse M; der Fremdenverkehrsverein Gießen für den Gelänberitt Klasse L; bie Bankenoereinigung Gießen für bie Dressurprüfung Klasse A; ber „Gießener Anzeiger" für bas Jagdspringen Klasse A; bie „Oberhessi - s ch e Tageszeitung" für bas Jagbspringen Klasse A; bie Firma Jhring-Melchior, Lich, für bas Glücksspringen ber Klasse A. * Geistliche Abendmusik in der Lohanneskirche. Man schreibt uns: Es kommen Werke von Dietrich Buxtehude, Joh. Seb. Bach unb Max Reger zum Vortrag. Daß ber Orgelchoral: „Komm, heili- ger Geist, Herre Gott" unb bie Solokantate Jubilate Domino" für Alt, Cello unb Orgel von Dietrich Buxtehube, oorgetragen werben, hat baburch feine befonbere Bedeutung, baß bas Jahre 1937 im Zeichen bes 300. Geburtstages bes berühmten norbifchen Orgelmeisters (1637 bis 1707) steht, zu bem im Oktober 1705 ein Joh. Seb. Bach pilgerte aus bem Verlangen heraus, neue unb bebeutfame Kunstelemente in sich aufzunehmen unb aus bem Können bes Meisters Nutzen zu ziehen für seine eigene künstlerische Entwicklung, lieber bie Ausbil- bung Buxtehudes ist nichts näheres bekannt; sicher ist, baß sie sich in ber Richtung ber Sweelinckschen Schule bewegte. Don feinen zahlreichen Werken, bie er bei seinen berühmten „Abendmusiken" in ber Lübecker Marienkirche zu Gehör brachte, finb nur wenige erhalten; doch zeigen diese eine solche Vollendung unb überlegene Gestaltung, daß ihr Stu» bi um für bie Kenntnis jener Zeit gerabezu unerläß. lich ist. Präludium und Fuge in G-dur, Allemande, Sa- rabande unb Gigue aus ber Cello-Suite in G-dur und brei geistliche Lieber aus Schemellis Gesangbuch sollen aus ben Werken von Joh. Seb. Bach bargeboten werben. Schließen wirb ber Abend mit vier Kompositionen. Max Regers Orgelchoral: „Allein Gott in der Höh sei Ehr"; Arie für Cello und Orgel; drei geistliche Lieder; Toccata und Fuge in d. Ausführende sind Karla Fritz (Alt), Hanns Brendel (Orgel), Gerhard W e ck e r l i n g (Vio- lincello) — sämtlich aus Wiesbaden. Die geistliche Abendmusik findet bei freiem Eintritt statt. Gießener IDodjenmarttpreife. * Gießen, 22. Mai. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkerelbutter, Vi kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A W,, Klasse B 10, Klasse C 9%, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 10 bis 11, Wirsing, % kg 15 bis 20, Weißkraut 12 bis 15, gelbe Rüben, alte 25 bis 30, neue, das Bündel 20 bis 60, rote wenn ihn beim Nachhausekommen seine Familie schon am Tisch erwartet! Und besonders, wenn Waschtag ist! Er schätzt es sehr, daß seine Frau so gut versteht, sich die Arbeit mit den bewährten Schwarz-Weiß-Waschmitteln zu erleichtern. Ein Paket „Schwarz-Weiß"- Bleichmit für 15 Pf. z. B. gibt vergilbter odergrauerWäscheohneMü- he blütenweißes Aussehen I Wie der Fremdenverkehrsoerein Gießen uns mitteilt, werden den beim Reit- und Fahrturnier i n Uniform erscheinenden Angehörigen ber SA. die- selben Preisermäßigungen gewährt, wie sie den Wehrmachtsangehörigen eingeräumt worben sind. Kührertagung der alten Soldaten. Die Arbeitsgemeinschaft Gießener Soldatenkameradschaften hatte dieser Tage eine Führerbesprechung im „Frankfurter Hof". Nach Erörterung einiger organisatorischer Fragen gab der Kameradschaftsführer der ehemaligen 116er, Kamerad Bill, einen kurzen Uebetblicf über die Planung des großen übertreffens am 29. und 30. Mai. Es wird nach all den getroffenen Vorbereitungen, vor allem auch durch die starke Beteiligung der Wehrmacht, ein eindrucksvolles Bild geben von stolzer Vergangenheit und hoffnungsvoller, wehrhafter völkischer Gegenwart, an der die jungen und alten Soldaten sowie die ganze Bevölkerung teilnehmen werden. Die Arbeitsgemeinschaft Gießener Soldatenkameradschaften wird gerne der Einladung folgen und mit Fahnen und Standarten am Samstagabend an der Gedenkfeier am Denkmal und der Eröffnungsfeier in der Volks- Halle teilnehmen. Näheres wird noch bekanntgegeben. Kamerad Trümpert gab noch bekannt, daß der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, dem alle Kameradschaften angehören, Fahrten nach den Kampfgebieten veranstaltet und daß Verwattungs- inspektor Häuser von der Stadtverwaltung darüber gerne Auskunft gibt. Wie in den früheren Jahren, so wird auch in diesem Sommer von der AGSK. ein Soldatentag für alle Soldatenfamilien veranstaltet. Der Zugverkehr zum llöepSZreffen. Wie uns vom Empfangsausschuß des 116er-Tref- fens am 29. und 30. Mai in Gießen berichtet wird, sind die Zeiten der ankommenden Züge jetzt feftge» legt Der Sonderzug ab Frankfurt nach Gießen fährt Sonntag, 30. Mai, in Frankfurt um 6.42 Uhr ab und trifft in Gießen um 8.57 Uhr ein. Abends ab Gießen um 20.30 Uhr, an Frankfurt 22.53 Uhr. Anschluß nach allen Richtungen. Der Sonderzug ab Lauterbach nach Gießen fährt Sonntag in Lauterbach ab 6.20 Uhr, an Gießen 8.30 Uhr. Abends ab Gießen 19.35 Uyr, an Lauterbach 21.52 Uhr. Anschluß nach allen Richtungen. Diese beiden Züge haben 6Oprozenttge Fahrpreisermäßigung, auch bei Anmeldung auf der Sonder- zugstrecke refp. dem nächsten Bahnhof für die Nebenstrecken. Für die Sttecke Gelnhause n—G ießen ist Sonntagskarte zu nehmen. Sonntagsrückfahrkarten find von der Reichsbahndirektton Frankfurt genehmigt worden für Mainz, Darmstadt und Worms. Außerdem läßt die Bahn am 30. Mai den Zug 19.58 Uhr ab Gießen bis Nidda bis Gelnhausen durchlaufen. Während des (Eintreffens der verschiedenen Züge veranstaltet die 116er-Regimentskapelle auf dem Bahnhofsplatze ein Konzert mit alter und neuer Marschmusik. Der Abmarsch der eingetroffenen Kameraden erfolgt ab Bahnhof mit Spielmannszuq und Musik der Regimentskapelle und einem Ehrenzug um 9.30 Uhr ab Bahnhof durch die Stadt zum Trieb. Die Stimmung für das Fest ist überall voll Begeisterung, so daß wir wohl mit vielen tausenden Kameraden rechnen können. Petrus hat uns auch schon gutes Wetter heruntergefunkt. Jeder 116er freut sich, daß er nach den Jahren bes Niederbruchs wieder Verbinduna aufn^bmen kann mit unserem neuen, schönen aktiven Regiment 116, das unser Führer durch seine Tat uns geschaffen hat. Rüben, Vi kg 10 bis 12, Spinat 12 bis 15, Bohnen, grün, 35 bis 45, Spargel, 1. Sorte 41 bis 48, 2. Sorte 36 bis 42, 3. Sorte 27 bis 32, 4. Sorte 19 bis 22, Unterkohlrabi 8 bis 12, Erbsen 30 bis 35, Tomaten 50 bis 90, Zwiebeln 14 bis 15, Meerrettich 60 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln, alte, kg 5 Pf., 5 kg 46 Pf., 50 kg 3,80 bis 3,95 Mark, neue, V» kg 18 bis 20 Pf., Aepfel 40 bis 70, Zwetschenhonig 45 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 50 bis 70, Salat 10 bis 15, Salatgurken 50 bis 70, Oberkohlrabi 15 bis 20, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 10 bis 15, Radieschen, das Bündel 5 bis 10 Pf. * * * Eine 70jährige. Am Montag, 24. Mai, kann Frau Maria Lang Wwe., geborene Otto, Glaubrechtstraße 9II, in geistiger und körperlicher Frische ihren 70. Geburtstag feiern. * * Maienblasen. Von dem Turme der Johanneskirche wird am heutigen Samstag, 19 Uhr, folgendes bargeboten: 1. Choral: „O Gott, du frommer Gott", Meiningen 1693. 2. Abschied vom Walde (O Täler weit, o Höhen). 3. Volksweise: „Von des Rheines Strand". Das nächste Maienblasen findet am kommenden Mittwoch auf dem Turme der Stadtkirche statt. * * Diehmärkte in Gießen. Am kommenden Dienstag findet hier Rindvieh» (Nutzvieh-) Markt statt. Am Mittwoch folgt Schweinemarkt. NSG. Alle ehern. 117er nach Mainz! Der Regimentsappell ehern. 117er am 5. und 6. Juni in Mainz beginnt am Samstag mit einem Begrüßungsabend in der Stadthalle. Der Sonntagvormittag bringt einen Regimentsappell im Hofe der Alice-Kaferne. Die alten Regimentsfahnen werden anwesend sein. Die Heldengedenkfeier im 117er« Ehrenhof hält Gedenken an manchen guten und treuen Kameraden. Dann kommt das große Erleben bei dem Vorbeimarsch an den alten Regimentsfahnen. Am Nachmittag ist großes Kameradschaftstreffen mit Militärkonzert, abends in der Stadthalle rheinischer Abend mit Tanz. Als Abschluß bringt der Montag eine fröhliche Rh ein fahrt. Anmeldungen nimmt Kamerad Wilhelm Weber Mainz, Gutenbergplatz 2, entgegen. Kleine Strafkammer Gießen. Der Jude Theodor Wallach aus Fulda war in erster Instanz vorn Amtsgericht Herbstein wegen fahrlässiger Eisenbahntransportgefährdung zu einer Gefängnis st rafe von einem Monat verurteilt worden. Er war am 9. November 1936 gegen 19 Uhr mit feinem Personenkraftwagen (Limousine) auf der Fahrt von Grebenhain nach Crainfeld. Er folgte auf einem ihm unbekannten Wege einem vor ihm herfahrenden Motorradfahrer. Durch Unaufmerksamkeit bemerkte er weder ein Warnschild der Eisenbahn, das ihn auf einen unbewachten Bahnübergang der Eisenbahnlinie Vilbel—Lauterbach hinwies, noch das Läutewerk einer herannahenden Lokomotive. Es kam daher zu einem Zusammenstoß, wobei die Lokomottve den Kraftwagen des Angeklagten zertrümmerte, er selber mit geringen Verletzungen davonkam. An der Lokomotive wurde lediglich eine Lampe abgerissen. Gegen dieses Urtel hatte der Angeklagte Berufung eingelegt mit dem Ziel der Umwandlung der Freiheitsstrafe in eine Geldstrafe. Das Berufungsgericht kam zu denselben tatsächlichen Feststellungen wie der Richter erster Instanz. Bei genügender Aufmerksamkeit hätte der Unfall vermieden werden können. Die Schuld an dem Zusammenstoß trifft daher den Angeklagten, zumal der Lokomotivführer das Läutewerk rechtzeitig in Tätigkeit gesetzt hatte. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hob die Kammer das Urteil erster Instanz auf und verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe v o n 45 0 Mark. Reizender Fröhjahrsaolenlhall im schönen Spefiart-Kurori Heigenbrücken Hotel „Hochspessart“ herrliche Südlage, Zentralbeiz., fliest. Wasser, bekannte butter- Hiebe. Bestellen Sie sofort Sie sind entzückt u. kommen wieder. PeL Jakob Röcking. Tel. 35. Nervös - Erschöpfte Spezialkuranstalt Hofheim 3 (Taunus) bei Frankfurt am Main. Telefon 214 MHßlge Preise. S.-R. Dr. M. 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In der Woche nach Pfingsten werden im Bereich des Obergaues Hessen-Nassau die Psingstireffen der Jungmädel durchgeführt. Im fröhlichen Wettstreit messen sich die Gruppen miteinander, um im Erlebnis der Kameradschaft und Landschaft neuen Auftrieb für ihre weitere Arbeit zu erhalten. Wir fahren in den hellen Morgen hinein. Auf den Straßen wimmelt es von Fahrzeugen aller Art und Wandergruppen. Obstbäume blühen am Wege und gelber Ginster, lieber Aeckern und Wiesen schwingt Lerchentrillern, und voll Licht steht der Buchenwald. Dort auf einer Lichtung entdecken wir einen weißen Kranz um hohe, schmale Wimpel. Die Gie- ßener Jungmädel haben eben ihre Morgenfeier beendet. Die Obergaufungmädelführerin spricht zu ihnen von der ordentlichen und sauberen Haltung, die jedes Jungmädel auch in den kleinsten Dingen, in seinem ganzen Denken und Tun verpflichten. Ein Beispiel tadelloser Disziplin geben Frankfurter Gruppen, die sich draußen auf Sportplätzen oder Waldwiesen zum sportlichen Wettkampf gesammelt haben. In manchem blassem Gesicht, aus manch ärmlicher Kluft lesen wir die Schwierigkeiten seines Zuhause, die es dem Mädel nicht leicht machen, neben der sorglosen Kameradin zu bestehen, aber gerade dann wissen wir, daß in diesen Jungmädeln heute eine große Freude und Treue wachgerufen Ein anderes Bild an der Bergstraße. Auf dem großen Rasenplatz zu Füßen der Odenwaldberge mit ihren Ruinen und dem weiten Blick in die dunstige, hügelige Ferne flattern bunte Bänder vom Maibaum, um den die Mädel sich gesammelt haben. Die Ziehharmonika führt einen lustigen Tanz an, an dem sich alle bis zum kleinsten Neuling beteilt» I gen. Unerschöpflich sind die fröhlichen Tanz- und Wanderlieder, bis die ganze Gesellschaft etwas müde ist, und die einzelnen Gruppen ihre Künste zeigen; Lagerzirkus, Kasperle- und Stegreifspiel locken immer mehr Zuschauer an und machen die Mädel selbst stolz und froh. So wie hier ist es im Rheinisches Frühlingsland Von 3. Sitting-Wiesner. Es blüht, es blüht am Rhein! Mehr noch als in dem weich schwingenden Gehügel des RHeintz a u e s , wo alles auf Anmut gestimmt ist, begeistert dies überschwengliche Blühen und Prangen hier, in der „heroischen" Landschaft des Mittelrheins voller Felsschroffen, grauen Ruinengemäuers, verwitterter Städtchen. Alles scheint verzaubert im silbernen Frühlingslicht, in hauchzarten Nebeln, die das ewige Wallen und Wogen des machtvollen Stromlaufes überschweben. Klänge und Farben ind erwacht, die winterlang schliefen. Von ungezählten Kirchen, Klöstern, Kapellen läutet Frühlingsfreude übers rheinische Land. Kahles Gestein chimmert im flutenden Glanz. Das dunkle Rebengitter der hoch ansteigenden Wingerte wird zu grünen Gewinden über den warm besonnten, duftenden Schollen, und wie farbige Inseln des lieber- Ks, wolkig weiß, rosig getönt, breiten sich längs seines die Obstkulturen, Kirschen und Pfirsiche. Da sind Osterspay, Ober- und Niederspay, Kestert, Eamp und andere Obstplätze, da ist Salzig, dessen Kirschen bis England gehen und m und der Lindauer Kapelle vorbei. Gesamtwanderzeit 4% Stunden. Bieber — Bubenrod — Dicke Eiche — Naunheim — wehlar. Vom Bahnhof Bieber führen uns rote Kreuze, zumeist durch schönen Hochwald nach dem hochgelegenen Hofgut Bubenrod, der leider seit kurzem seine gastlichen Pforten wieder geschlossen hat. Hier stoßen wir auf die vom Dünsberg kommenden gelben Striche, die uns nunmehr auf der ganzen Wanderstrecke begleiten. Wir überschreiten hinter dem An- wesen den Schwarzbach und gelangen nach einer Weile zur Dicken Eiche, einem altehrwürdigen Naturschutzdenkmal. Der Platz um den mächtigen Baum ist mit zahlreichen Ruhebänken versehen. Wir wenden uns von hier rechts durch den Wald und gehen dann abwechselnd über Wiesen und durch Wald, unterwegs prächtige Ausblicke in das Lahntal, auf Garbenheim, Stoppelberg, Wetzlar und den Taunus genießend. Nach geraumer Zeit erreichen wir an der Dorflinde auf einem Hügel Naunheim und auf der Straße l weiter über Niedergirmes den Bahnhof Wetzlar. Wanderzeit 3% Stunden. Diese Wanderung führt nur in ihrem ersten Teil durch Wald, ist daher vorwiegend für kühlere Tage geeignet. Von Marburg, wohin wir Sonntagskarte benutzen, folgen wir bis zum Lichte Küppel, wo sich uns, wie auch schon unterwegs, prächtige Ausblicke erschließen, blauen Kreuzen. Hier treffen wir gelbe Kreuze, denen wir nunmehr nachgehen. Einem stillen Waldtälchen aufwärts folgend, kommen wir über die Schröcker Gleiche (schöne Aussicht ins Hinterland) durch das Dörfchen Moischt nach Wittelsberg. In der Nähe des Dorfes liegt der Kirchberg mit der Kirche und einem alten runden Wartturm, von dem sich eine reizvolle Fernsicht bietet. Ohne Zeichen wandern wir nun weiter über Holzhausen mit Schloß Neu-Potsdam inmitten herrlicher Parkanlagen und Roßdorf, später an der Eenigenburg vorbei nach dem hochgelegenen Amöneburg. Die Rundsicht von der Ruine des ehemaligen Klosters ist hervorragend schön und frei bis zu den Bergen der Rhön, des ~ lsbergs, Taunus, Westerwalds und Sauerlands. dem Wege zum Endziel Kirchhain kommen wir an zwei historischen Stätten, dem Friedensstein Und dann packt Wanderlust die Alfen und die Jungen. Noch ist die Luft klar wie Kristall, es wandert sich wonnig im ersten zarten Laubschatten Wir haben längst die blumenbunte Parklandschaft von Bad Salzig abgegraft, das weife Waldmeer um das benachbarte alte Römerstädfchen Bo^mD mit seinen vielen blühenden Gärten, seinen Aussichtshöhen. m , Wir sind in die Felsenge des Bornhofener Tales gestiegen, das die jenseitige Bergwand zer- reifet. Unten am Rhein das uralte Kapuziner,läster Barnhafen, van Obstbäumen umbluht. Droben aber hacken schwarz und duster die feindlichen Bruder, die Ruinen „Liebenstein" und „Sterrenberg , Schlucht und „Streitmauer" trennen die Burgen. Unmittelbar über dieser vielbesuchten Statte der Romantik, die heut durch anmutige ©artenanlagen verschönt und nicht minder mit einem blichen Rheinblick geschmückt ist, streichen dann nach beiden Seiten die R h e i n h ö h e n w e g e Jeder Rhem- fahrer sollte sie kennen, denn nur auf wefen Pfaden erfaßt man völlig den Hauber rheinischer Natur Wir nehmen das Fruhschfif der großen „Koln- Düsseldorfer" rheinauf nach St. Goarshausen, über dessen schieferblanker Häuserzeile Bur g K a tz auf schroffem Felsen thront. Aber anderes lockt uns beut, ein Burgenkleinod abseits vom Wege: Reichenberg über dem Hafenbachtal. Stimmungsvoller Auftakt ist das wunderschöne Schweizertal, zwischen dessen Schluchtwänden Kaskaden schäumen, alte Mühlen klappern, lieber bie aussichtsreiche Fe höhe" dann zum stolzen Felsenschloß, architektonisch wohl eins der bemerkenswertesten im Rheinland. Graf Wilhelm von Katzenelnbogen erbaute es 1284 in orientalischem Stil, der auch den Jnnenräumen die besondere Note gibt. Kreuzgewölbe bilden die Dächer; durchbrochene Decken lassen den Säulenschmuck oberer Räume erkennen. Zwei prächtige Granitsäulen am malerischen Schloßhof sollen aus Weißbindermeister Karl Konrad Boller zu Lang-Göns, Verbandsdirigent des Verbandes oberhessischer Posaunenchöre und Dirigent des Lang-Gönser Posaunenchores, feierte an Pfingsten ein doppeltes Jubiläum. Er war unter den goldenen Konfirmanden und beging gleichzeitig den Tag, da er vor 50 Jahren seine Tätigkeit in der Posaunenchorsache begann. Sein Vater, der als Schäfer dem Sohn in stillen Abendstunden auf der Deichsel der Schäferhütte das Blasen beigebracht hafte, schickte ihn gleich nach seiner Konfirmation in den Posau- nenchor Klein-Linden, den ältesten in Hessen. Von dort aus wurde dann vor 48 Jahren der Lang- Gönser Posaunenchor gegründet. Dem Jubilar wurde bei Gelegenheit der Feier der goldenen Konfirmation am zweiten Pfingstfeierfage ein neues Kuhlo-Flügelhorn mit Widmung von der Kirchen- gemeinbe geschenkt. Möge er noch lange den Stab führen und seiner von ihm besonders geliebten Bachschen Kirchenmusik dienen. wird die Hochstraße ein einziger Panoramaweg, ein unvergeßlicher Höhenbummel, bis der Weg sich nach Braubach senkt und eins der fraulichsten Stadtbilder — Braubach mit seiner hochgefürmfen Marks- dura — vor uns liegt. Wir schlendern durch die engen Gassen des kleinen, mehr als tausendjährigen Sfadtwesens, das noch Wehrgänge und Reste feines Mauerwalles hat. Glanzstück aber ist seine Burg, bie einzige un- zersförf gebliebene Ritterburg am Rhein. Ihr Geburtsjahr ist nicht mehr fesfzustellen, jeboch gehörte „Butzbach" 1200 den Herren von Eppstein, 1437 wurde dem hl. Markus bie Vurgkapelle geweiht; nach ihr hieß sie Markus- (Marks-) Burg. Kapelle, Rittersaal, Kemenaten, Burgsrieb — alles einfach, wie bie alte Zeit baute — geben ein mittelalterliches Bild, das der „Verein zur Erhaltung deutscher Burgen" bewahrt hat. Am Schluß eines wundervollen Wandertages laßt sich gut dort oben fitzen, vor der alten Schänke, wo der Blick in glanzverklärte Weite geht, läßt sich's träumen von alter und neuer Zeit. Drunten strömt der Rhein, schlingt einen mächtigen Bogen um die „Bopparder Hamm", deren Wein uns im Glase blinkt. Und wie bunte Bänder ziehen zu beiden Seifen Anlagen, Gärten, Obsthaine mit: Es blüht am Rhein!' Daseins zu freuen. Mit frommem, kindlichen Herzen müssen wir den Frühling in uns aufnehmen und alles andere vergessen, bann wird er uns zum Erlebnis. Auch lächeln sollst bu roieber. Du hast ben Wald erreicht, stehst aufatmenb still und schaust die schwellende Pracht. Da — ein Ruf: Der Kuckuck! Lächelst du dann nicht? Ja, dieser Schalk im Walde zaubert ein Lächeln in dein Gesicht. Helle, sonnige Kindertage steigen vor deinem Geiste auf, Tage, an denen du mit Deinen Kameraden am Bache die Weiden schnittest und die ersten Pfeifen klopftest. Damals rief auch der Kuckuck, und die Buben neckten ihn mit luftigen Reimen. Alle, die vergrämt durch die Welt gehen, sollten aufhorchen und der Stimme des Kuckucks lauschen, an sonnenhellen Tagen hinaus in den Wald man- dern. So kann eine Wanderung in die frische Frühlings- natur Wunder tun. Die Wanderlust steckt uns ja allen im Blut, und mir sagen: Wandern ist Leben! Darum hinaus in die Weite! Blumenduft und Vo- gellieb locken. Willst du da im Zimmer hocken? Hhn. Die Kosten des Verfahrens mürben dem Angeklagten ; auferlegt. , Das unverschämte freche Verhalten des Juden, der > beim Betreten des Gerichfsfaals vor der Urteilsverkündung das Gericht mit dem deutschen Gruß grüßte, zog ihm eine scharfe Rüge des Vorsitzenden Amtsgericht Gießen. Der Fr. T. aus Lich hatte mengen fahrlässiger , Körperverletzung in Tateinheit mit einer Übertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung einen Strafbefehl über zwei Monate Gefängnis erhalten, weil er am 23. Dezember 1936 mit feinem Lieferwagen (Lastkraftwagen) auf der Straße von Nieder- Befiingen nach Ober-Bessingen durch verkehrswidriges Verhalfen bie Körperverletzung eines Motorradfahrers verursacht Haffe. Beim Ueberholen eines vor ihm fahrenden Pferdefuhrwerks sah er ein ihm entgegenkommendes Motorrad zu spät, so daß ein Unfall unvermeidlich war. Der Motorradfahrer kam zu Fall und verletzte sich schwer. Weiterhin wurde das eine Pferd des Fuhrwerks angefahren und so verletzt, daß es nofgeschlachtet werden mußte. Da der Angeklagte nicht vorbestraft ist und schon lange Jahre als Fahrer sich bewährt hat, zum anderen der Unfall des Motorradfahrers heute keine Folgen mehr zeitigt, verurteilte das Gericht den Angeklagten wegen fahrlässiger Körperverletzung in Tateinheit mit einer Uebertrefung der RSfrVO. zu einer Geldstrafe von 60 Mar k. Im Un- einbringlichkeifsfalle sind je 5 Mark mit einem Tag Gefängnis zu verbüßen. Außerdem hat der Angeklagte die Kosten des Verfahrens zu tragen. Landkreis Gießen. ♦ Heuchelheim, 20. Mai. Hier wurde am zweiten Pfingsttag zum erstenmal die g 0 l d e n e Konfirmation gefeiert. Von den 39 am zweiten Pfingsttag 1887 Konfirmierten leben noch dreizehn Männer und neun Frauen. Außer drei auswärts Wohnenden waren alle Jubilare zur tveter vereinigt. Sie gingen geschloffen zum Gottesdienst, in dem der Pfarrer über das Bibelwort „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn" predigte, und in welchem der Kirchenchor zu Ehren der Zumlare zwei Lieder sang, und nahmen am heiligen Abendmahl teil. Der Nachmittag und Abend vereinigte die Jubelkonfirmanden mit ihren Gatten bzw. Gattinnen zu froher Nachfeier in einem unserer Sale bet froher Unterhaltung. ~ . T Kloster Arnsburg bei Lich, 21. uRai. Trotz der regnerischen Vormittagsstunden fanden sich am Psingstbiensttagnachmittag im Kloster Arnsburg nahezu 1500 Personen zusammen, um das Iähre s f e st ber evangelischen Erziehungs- a n ft a 11 für Mäbchen festlich zu begehen. Unter ben schattenspendenden alten Buchen des ,'Psafi fenfteins" begann um 14 Uhr ber Festgvttesdienst. Weit in den Waldesdom hinaus erklangen die gemeinsam gesungenen Choräle der großen Festge- meinbe, begleitet von ben Sttmmen ber Pa saunen. Die Festansprachen hielten Pfarrer Roh r ich t (Nieber-Ramstabt) und Kirchenrat Dr Ziegler (Kork in Baben). Die Mäbchen bes Rettungshauses hatten mit ihrer Schwester zwei mehrstimmige Lie- ber für bie Feier eingeübt, bie gut gefielen. Nach ber Kaffeepause fand im Klosterhof. vor der Kirche, bie Nachfeier statt. Wieder wandte sich Kirchenrat Dr. Ziegler an bie Versammelten, um sie mit Gottes Wort zu erbauen. Pfarrer L e n z (Darmstabt), einstmals Stiftsbechant von Lich, erzählte aus ber Geschichte bes Arnsburger Rettungshauses im verflossenen Jahre und ermahnte, nicht stille zu stehen in der Arbeit der Inneren Mission Gegen Abend kehrten die Teilnehmer in die Dörfer und Städte ber Umgebung zurück. Großer Eierdiebstahl. LPD. F r a n k f u r t a. M., 21. Mai. Zum Schaden einer Frankfurter Lebensmittelgroßhanblung wurden seit einigen Monaten von einem Angestellten und vier Kraftfahrern der geschädigten Firma, welche die Eier von der Zentrale an die Filialen zu liefern hatten, jeweils 2 00 bis 300, zum Teil auch mehr Eier gestohlen, die der Vater und ein Bruder des Angestellten im Hausierhandel verkauften. Vom Glück des Wanderns. Nichts gibt es auf der Welt, das uns mehr erleichtert, bas uns mehr Freube schafft, als eine Wanderung ober ein Aufenthalt in neuer Umgebung. Oder willst bu warten, bis bir ber Arzt verordnet, baß bu endlich einmal ausspannst? Wie oft ist es bann zu spät! Denk boch einmal zurück, als bu vor Jahren m die Berge fuhrst! Wie unendlich fern lag deine All- tagsroelt hinter dir, schon am Abend des ersten Tages! Die vielen Reiseeindrücke, die vielen Men- chen, mit denen du zusammenkamst, all dies schuf eine starke Wand, die sich schützend vor dich stellte. Und erst in den nächsten Tagen! Meintest du nicht, du seiest schon wochenlang dort in den Bergen? Ja, das gab eine Entspannung, eine Erholung, wie bu es nie für möglich gehalten hättest. Ein ganz neues Lebens- unb Glücksgefühl erfüllte bein Herz. Jeder Tag echöhte dieses Gefühl, und noch heute denkst bu nur mit frohen Augen an biefe Zeit zurück. Es gibt Augenblicke im Leben, ba möchte man an allem verzweifeln. Nichts, nichts macht bir mehr Freude. So kann bas nicht weitergehen, benfft bu. Aber siehe! Es geht boch weiter. Tag für Tag steigt bie Sonne höher. Der Winter ist vergangen, unb ber Frühling ist — wenn auch langsam — gekommen. Unb so folgt auch auf bas größte Leid ganz langsam wieder Lebenslust, Freude am Dasein. Diele Menschen wissen es immer noch nicht, daß uns die Natur das innere Gleichgewicht wieder geben kann. Den größten Schmerz, das bitterste Leid, wir werden davon geheilt draußen im Frühlingswald. Amsellied, Bienensummen und gaukelnde Schmetterlinge zeigen uns den Weg zur Ruhe. Wir sehen auf einmal alles mit anderen Augen. Unser Herz atmet auf und wird heiter. Ist die Not noch so groß, der Frühling hilft immer wieder, und leise kommt die Hoffnung auf bessere Zetten. Du schaust schon bei einem Gang durch die Fluren auf, wenn die Lerchen trillernd in die Luft steigen. Hörst du dann nicht auch Stimmen in deinem Innern? Lassen sich die kleinen Sänger von den kalten nassen Tagen der letzten Wochen irremachen? Nein! Unermüdlich erheben sie sich wieder in die blaue Himmelsluft, um zu jubilieren und sich ihres Rheintal und im Taunus, im Westerwald wie am Main. Feier und Tanz, Lied und Sport füllen den Tag und entscheiden die Bewertung jeder Gruppe, denn wer den besten Tanz, den ordentlichsten Sport, das feinste Lied und die straffite Disziplin aufweisen kann, der erhält eine besondere Auszeichnung, die meistens in einer Freifahrt für die ganze Gruppe besteht. Wenn dann am Sonntag die letzten Fahnen ein- gezogen unb bas letzte Marschlied verklungen sind, Dann bedeutet dies für unsere Jungmädel nicht bas Ende eines schönen Erlebnisses, sondern Ansporn zu noch größerem Einsatz, noch besserem Gelingen im nächsten Jahr. Oie $rau gestattet den Urlaub der Familie. Auch diese Aufgabe fällt der Frau zu, den Urlaub ihrer Familie so zu gestalten, daß er zu richtiger Freude und Erholung wird. Aber, abgearbeitet ist ja nicht nur der Vater ihrer Kinder, sondern auch sie, die Hausfrau und Mutter, unb wer sollte von ihr, bie treu für bie ihren sorgt, verlangen, baß sie nun auch bie Last bes Reiseleiters tragen soll. Hat sie nicht schon genug Vorbereitungen für ben sehnsuchtsvoll erwarteten Urlaub zu treffen? Hier steht ihr ein hilfsbereiter unb zuverlässiger Reisemarschall zur Verfügung: Das Reisebüro hat eine große Auswahl von Vor- schlügen für jebe Familie bereit: Gesellschaftsrei» fen an bie See unb ins Gebirge, mit bem Reise- omnibus unb in ber Bahn „Vereint reisen — oetrennt erholen" ist bie Devise, mit ber bas Reisebüro zur Teilnahme an seinen Gesellschaftsreisen aufforbert. Keine Sorgen mehr, wo wir schlafen unb essen unb trinken werben. Schon bas ist bie schönste Vorfreube, wenn bie Mutter bie vielen bunten Prospekte, bie sie im Reisebüro besorgen kann, nach bem Abenbbrot auf bem großen Tisch ausbreitet, unb in Gebauten sind schon alle weit fort in sonnigen Ferientagen, im schönen Deutschlanb. der Kaiserpfalz Karls des Großen zu Ingelheim in diese Bergeinsamkeit gerettet worden sein. Mancherlei Interessantes an kostbarem Hausrat, Rüstungen, Waffen zeigt das Durghaus. Das eindrucksvolle Bild der Feste hoch über stiller, grüner Talwelt folgt uns noch eine Weile, wenn mir nun zum Rheinhöhenweg aufsteigen. In mehrstündiger Wanderung bringt er uns nach Bad Braubach, in den Bereich ber Marksburg, des anderen Burgenwunders dieser Rheinseite. Es ist ohne Zweifel eine ber herrlichsten Höhenwanderungen bes Rheinlanbes, mit köstlicher Mannigfaltigkeit ber Eindrücke. Wir streifen hochgelegene Dörfer, Lierscheib, Nochern, Prath, Lykershausen mit immer wechselnden Blicken auf den spiegelnden Strom und seine bewegte Umwelt. Stundenweite Hochwälder breiten sich um uns, Sonne durchgoldet helles Buchenlaub; Vögel jubeln ihr Frühlingsglück in diese heitere Welt; Primeln und Anemonen überklettern den braunen Blätterboden. Aus Wald und Schlucht wieder hinauf zu besonderer Pracht der Höhe: zum Fünftälerblick hoch über waldgefüllten Gründen, zur unvergleichlichen Wilhelmshöhe am Hang des Dreispitz, von deren Felskanzel der Blick senkrecht 200 Meter tief zum Rhein, zur mächtigen Fleckerts- wand, zu den Höhen des Hunsrück geht. Von hier Gießener Geschäfte von Ruf und Klang werben um Ihr Vertrauen größten Leistung verpflichten zur z U| - • > w| Dienst am Kunden isi unsere Tradition OPEL-Fahren ist Ihr Fortschritt Wagenpflege unsere Leistung Motorwagen-Verkaufsgesellschaft mb.H. Gießen Fernsprecher 2847/8 Frankfurter Straße 52/56 BORRMANNg/™ Ihr Fachgeschäft für Eisenwaren Herde u. Ofen Haus- und Küchengeräte \ A U 5 g|jH| r Die seit Jahrzehnten bekannte Germania-Drogerie Carl Seibel mit besonders leistungsfähiger Photo-Abteilung Der Weg zur Leistung führt zu mirl Mode, Form und Preis sind ausschlaggebend Fernruf 3359 SCHNEIDER Neustadt 10 /M, > M kN Das leistungsfähige Fachgeschäft f. Herren- u. 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Fortsetzung. an der t in der Der» ihm wie Ge- mg tstr.10 iimpie »uheiten Zucht allein ausschlaggebend ist — die Ziegenzucht im Kreise Gießen alle übrigen oberhessischen Kreise. Haupt- Habe!" meinte Fogg bestürzt. „Wäre es nicht besser, wenn du ihm den Willen tätest?" „Nein", entgegnete sie störrisch und versuchte, unbekümmert auszusehen. „Ich habe schon viel zu oft im Leben ja gesagt; das war mein Unglück. Ich bin so froh, daß ich dich getroffen habe, Fogg. Du darfst kein so verzweifeltes Gesicht machen, mein Lieber. Der Regen hat jetzt aufgehört. Willst du mir einen Gefällen tun?" „Gerne." , Was für die ganze Viehhaltung gilt, trifft auch auf die Ziegenzucht zu. Nur Leistungstiere, nur Ziegen, die gute Futterverwerter sind und in ihrer Milchgabe den Anforderungen, die man läuft und von dem Fachmann mit dem Wort „Kroppzeug" erledigt wird Im Gebiet der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, zu dem unsere oberhessische Heimat gehört, ist als einzige anerkannte Zuchtrasse die Weiße Deutsche Edelziege (früher Saanen-Zieae genannt) zugelassen. Die Halter dieser Ziegenzuchtauslese sind in den Ziegenzuchtvereinen oraanisiert, um dadurch ihre züchterische Arbeit wirksamer gewährleisten und gestalten zu können. Die Zuchtböcke befinden sich, entsprechend den Bestimmungen des Tierzuchtgesetzes, im Eigentum der Gemeinden. strebenden Züchter ist es nicht damit getan, daß er die Ziege in einen x-beliebigen Stall, oder in irgendein Stalloch hineinbringt, sondern hier schon erwachsen ihm aus der ernsten züchterischen Verpflichtung besondere Aufgaben, von deren sorgsamer Erfüllung der Erfolg der Zucht zu einem großen Teile abhängt. Hinzu kommt die sorgsame Wartung des Tieres mit den vielerlei Erfordernissen, von denen nichts außer acht gelassen bleiben darf, wenn der Gesamterfolg der züchterischen Arbeit gesichert sein soll. rtiaf iersweg52 Der erste Preisträger: ein prächtiger Ziegenbock von der jüngsten Prämiierung in Gießen. (Aufnahmen [5]: Neuner, Gießener Anzeiger.) vernünftigerweise an sie sollen gehalten werden! Wenn heute eine Ziege durchschnittlich 559 Liter Milch gibt, viele Ziegen aber 1200 und mehr Liter leisten, dann muß es möglich sein, die Durchschnittsleistung aller Ziegen in wenigen Jahren um mindestens 100 Liter zu heben. Das ist auch ein Ziel der Erzeugungsschlacht. Es zu erreichen ist in erster Linie Sorge und Pflicht der Ziegenhalter und derjenigen, die es sein könnten und müßten. Das Reich hilft dazu den Ziegenhaltern. Durch reichliche Geldmittel erleichtert es den Ziegenhaltern die Anschaffung gesunder und leistungsfähiger Jungtiere, es gibt erhebliche Beihilfen beim Ziegenzucht mit höchstem Leistungsziel Oie Züchter im Kreise Gießen in vorderster Krönt. Reichsbeihilfen zum Ankauf leistungsfähiger Ziegenlämmer. bereits erwähnten Gefreiten Fenzl — 1 Meter 80, gutes Knochengerüst, dinarischer Typ, im Zivilberuf Taglöhner, Wilderer und gefürchteter Raufer —, ferner aus dem fast ebenso langen, aber mehr bedächtigen Landwirt Gsodmair, dem kleinen, melancholischen Schuster Ameiser — unehelichem Sohn einer Dienstmagd — und schließlich aus dem pausbäckigen Gastwirtssohn Kern, der ein Schwerenöter und Schürzenjäger war und immer etliche Photographien von Mädchen mit sich Herumtrug. Unter ihnen war der Reiter und jetzige Schütze (dsodmair insofern von besonderem Interesse, weil er allwöchentlich ein fettiges, braunes Heimatpaket erhielt, dessen immer gleichen Inhalt er gutmütig mit seinen Kameraden teilte, nämlich ein Paar Socken, einen Riesenlaib Brot, eine Schweinsblase voll Schnupftabak und ein gewaltiges Stück Geräuchertes. „Die vier letzten Dinge", taufte Fogg dieses Paket. Mit dem Mann Fogg, aus Schellenberg gebürtig wie die anderen, stand es fo: Er mar der Jüngste von allen. Er hatte sich als Gymnasiast und Kriegsfreiwilliger trotz seiner Minderjährigkeit mit allerhand Schlichen und Winkelzügen glücklich bis an die Front durchgebohrt, war dort außer der Reihe zum Unteroffizier befördert worden und war bei seinen Leuten ohne Einschränkung anerkannt und beliebt. Er besaß trotz seiner Jugend Fäuste, die den Schmiedehämmern in seines Vaters Werkstatt glichen, hatte ein Gebiß, das jeder Zahnputzmittelfirma als Reklame hätte dienen können, und mar im übrigen groß und stark und von Gesundheit strotzend mie ein untadeliger Lärchenbaum in der Schellenberger Gemarkung, sauber im Kern, Ring über Ring, und kerzengerade. Da lagen sie nun seit etlichen Tagen in dieser völlig neuen, unerfreulichen Gegend, in einem mangelhaften Graben, an dem man fortmährend herumsticken mußte, damit er nicht gänzlich zusammenfiele, in einem rnichtigen Graben, mie ihnen der Rittmeister immer rnieder einhämmerte, in einer Art Schlüsselstellung, auf der kleinen Höhe 412 laut Kartenbezeichnung. Es mar feucht und moorig, und mer Neigung zu Rheumatismus hatte, mochte sich vorsehen. Sie hungerten und schimpften über die Post und die Bagage; denn Gsodmairs Liebesgabenpaket mar diesmal nicht eingetroffen, und die Verpflegung funktionierte nicht, mie sie sollte, Fortsetzung folgt. „Donka beliebt zu übertreiben", erwiderte er verlegen. „Und mie geht es dir, wenn man fragen darf? Noch immer so tapfer?" „Ich? Nein, gar nicht. Sieh mal, ich bin eine alte Frau gegen dich; mit mir ist nichts mehr los , sagte sie müde und ließ die Schultern sinken. „Ich finge zuchtlose Lieder in einem Bumslokal, und wenn mir einer von diesen Kerls sein Glas hinhält, muß ich ihm Bescheid tun. Wenn du das tapfer nennen willst? Ich habe fein Glück im Leben gehabt, das ist es. Reden wir lieber von dir." „Du bist damals spurlos verschwunden. Wir haben dich wie eine Stecknadel gesucht. Auch auf der Kommandantur in Pinsk haben sie Nachforschungen angestellt. Nichts. Keine Donka weit und breit. Wo hast du eigentlich gesteckt--? Fogg wurde durch den dicken Wirt unterbrochen der sich vom Büfett heranschob. Dieser fand es nicht der Mühe wert, zu grüßen, und sagte, an seiner ausgefransten, feuchten Zigarre vorbei, au Donka: „Heh, Donka, dauert diese Idylle noch lange: Die Gäste wollen Musik." „ „Ich habe einen alten Bekannten getroffen, Bas entschuldigte sich Donka. „Wir haben uns viele Jahre nicht mehr gesehen." Der Wirt schielte tückisch auf Foggs noch halb- volles Glas und stieß das Kinn vor. „Sehr rührend, aber es tut mir leid. Wiedersehen feiern mußt du, wenn ich die Budike zumache." „Ich kann heute nicht mehr fingen, Bas. Ich bin nicht in Stimmung!" „Stimmung, Stimmung! Das sind Launen. Aber das sage ich dir: Wenn die Dame mich jetzt aufsitzen läßt, braucht sie morgen und übermorgen auch nicht mehr zu kommen. Du fliegst raus! Klar nid)’" Er warf ihr einen bösen Blick zu und watschelte davon. , „ , „Das ist ja ein äußerst unangenehmer Patron. Verzech, daß ich dich in Schwierigkeiten gebracht orte der Ziegenzucht im Kreise Gießen sind Watzenborn-Steinberg, Großen-Buseck und Hattenrod. Aus der Ziegenzucht im Kreise Gießen sind schon lange alljährlich ganz hervorragende Tiere hervorgegangen, die auf den Landwirtschafts-Ausstellungen der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft der früheren Jahre sowohl, wie auch in den letzten Jahren auf den großen Schauen des Reichsnährstandes immer wieder den Hochstand der Ziegenzucht im Kreise Gießen erfolgreich unter Beweis stellten und den Haltern der Tiere wertvolle Auszeichnungen als ideelle Belohnung ihres verdienstvollen züchterischen Strebens einbrachten. Auch für die diesjährige Reichsnährstands-Ausstellung in München hat die Ziegenzucht im Kreise Gießen wieder acht Tiere als züchterische Spitzenleistungen zur Verfügung stellen können. Sämtliche angetörten Ziegen der Herdbuchzucht stehen fortlaufend unter Leistungskontrolle, d h. der Fettgehalt ihrer Milch, der bestimmend ist als Gradmesser der Zucht, aber auch die allgemeine Körperbeschaffenheit und die Pflege der Tiere unterliegen der ständigen Prüfung von berufener fachmännischer Seite, wobei über das einzelne Tier sorgfältige Kontrollaufzeichnungen gemacht werden, um jederzeit die züchterische Qualität des Tieres nachweisen zu können. Zur weiteren Leistungssteigerung ist in Aussicht genommen, in Zukunft nur noch solche Zuchtböcke zur Aufzucht zuzulassen, deren Muttertiere bestimmte Mindestleistungen an Fettgehalt der Milch ausweisen. Zur Erreichung der hohen Zuchtziele hat natürlich der Züchter große Ausgaben zu erfüllen. Vor allem darf er die Ziegenzucht nicht als eine alltägliche, gleichgültige Beschäftigung auffassen, sondern er muß sie als eine bedeutsame züchterische Verpflichtung gegenüber der deutschen Gesamtwirtschaft ansehen und deshalb auch viel Idealismus für die Zuchtarbeit an den Tag legen. Für den ernst In der Ziegenzucht in Oberhefsen steht, rein zahlenmäßig gesehen, der Kreis Friedberg c Spitze der Herdbuchtiere. Dagegen überragt Qualität — die für die Güte der Zuchi Zuchtzielen des Reichsverbandes deutscher Kleintierzüchter entsprechen. Darum wird zuerst daraus gesehen, daß die verbilligten Ziegenlämmer die Jung- oiehnummer des Ziegenherdbuches tragen. Das gilt grundsätzlich; da aber heute die Zahl solcher Lämmer noch nicht die Nachfrage zu decken vermag, werden die Beihilfen zunächst auch für Hilfsherdbuchziegen gegeben oder sogar für Lämmer, die aus einer Ziege, die den anerkannten Zuchtzielen entspricht, von einem angetörten Bock stammen. Durch diese Lockerung der Grundsätze ist eine weit- aehende Ausdehnung der Beschaffung leistungsfähiger Jungtiere ermöglicht worden. Welchen Nutzen diese Auffrischung der Ziegenbestände — von der Mehrung der Ziegenzahl ganz zu schweigen! — bringen kann, dafür ein Beispiel: in der Landesbauernschaft Kurhessen wurden am Die „Kuh des kleinen Mannes" — die Ziege — ist für die Wirtschaftsführung und Lebenshaltung vieler Familien ein bedeutsamer Faktor. Diese vierbeinige Hausgefährtin ist bescheiben, dankbar und nützlich; drei gute Eigenschaften, die sie besonders schätzenswert machen. Sie ist bescheiden in ihren Ansprüchen hinsichtlich der Nahrung, dankbar für gute Wartung und Pflege, nützlich durch gute Leistungen an fettreicher Milch, sofern der Züchter und Halter die von ihm zu schaffenden Voraussetzungen bietet. Als wertvolles Haustier des „kleinen Mannas", insbesondere des Kleinsiedlers oder des Kleinlandwirtes, der zur Bestreitung seiner Existenz auch noch eine Arbeitsstätte in der Stadt braucht, schafft die Ziege der Familie sowohl durch die tägliche Milch als auch durch die Lämmeraufzucht und schließlich durch die Fleischverwertung manche wirtschaftliche Erleichterung im Daseinskampf. Daher spricht man denn auch im Volksmund von der Ziege als der „Kuh des kleinen Mannes". „Was? Das sollen Schützengräben sein? Das sind bei mir Drecklöcher!" brummte der Gefreite Fenzl und stapfte durch den saugenden Schlamm hin zum Unteroffizier Josef Fogg. „Schimpf dich nur fest aus, Fenzl, dann wirds gleich leichter", lachte sein Vorgesetzter, der Grabenführer Fogg. Wo soll ich denn die Kiste hintun? Teifl, Teifl, ist das Zeug schwer! Man glaubt gar nicht, was Handgranaten für ein Gewicht haben." „Stelle sie auf den Grabenrost und nimm eine Zeltbahn zum Zudecken!" Der Gefreite ließ seine Last von der Schulter gleiten, stopfte seine Holzpfeife aus dem ledernen Beutel und vermutete: „Könnt sein, daß die Russen kommen. Weil sie uns die Blechhaferln da vorschicken. Was meinst, Josef?" „Weiß nicht. Kann sein, kann auch nicht sein", antwortete Fogg zerstreut und suchte mit seinem Feldstecher unentwegt das Vorgelände ab. Er stand auf festen gegrätschten Beinen am vordersten Punkt des Grabens, und sein draufgängerisches, wettergegerbtes Gesicht war eckig vor Anspannung. Mit dem Graben hatte Fenzl recht. Flach, verschlammt und zerbröckelnd, war er das hellichte Kreuz und Fegfeuer für seine Besatzung. Wenn man ihn bloß krumm anschaute, brach ein Trumm ab. „Tu dein Spekuliereisen weg, Josef! Siehst ja doch nix bei dem Hundsnebel, dem damischen. Aber ein Gutes hat er doch: Rauchen kannst wie ein Schlot!" knurrte Fenzl und drehte die paar Haare seines weißblonden Schnurrbartes zu schneidigen Spitzen. Dann drückte er mit dem Daumen die Asche zusammen. Mit der Gruppe Fogg war es in jenen Märztagen i^es Jahres sechzehn so bestellt: Die bayerische Kavalleriedivision, die hinter der Komaika lag, in der Nähe des Narotschsees, hatte einige Schwadronen an einen anderen, weiter südlich postierten Truppenteil abgeben müssen, um eine zwischen Pina und Pripet klaffende Lücke zu schließen, zwei Flüssen, die grau und eilig die Rokitnosümpfe durchströmen. So kam es, daß Fogg mit seinen Leuten in die Gegend von Pinsk verschlagen wurde, die sich durch einen Ueberfluß an Nebel und unerwünschtem Grundwasser auszeichnet. Die in einem Gefecht zusammengeschmolzene Gruppe Fogg bestand damals nur noch aus dem „Ich möchte ein bißchen mit dir spazierengehen." „Aber natürlich Wohin du willst." „Dann ziehe ich mich jetzt um. Keine Angst, es dauert nicht lange. Nicht wahr, du wartest? Auf Wiedersehen, mein Lieber", sagte sie rasch und verschwand hinter einer Tür. Fogg rief den mürrischen Kellner und bezahlte. Dann suchte er in seinem Mantel nach der Zigarettenschachtel, um das Etui aufzufüllen. Wenn Fogg stand, sah man erst, wie groß und kräftig er war. Sein dunkles Haar war nach rückwärts gekämmt, aber eine eigenwillige Strähne strebte immer zur Seite. Er hatte eine gesunde Gesichtshaut, rot und braun. Seine Nase war leicht gebogen, und feine Augen besaßen eine verrückte Bläue Nun saß er wartend da, die breiten Hände ums Knie geschlungen, rauchte zuviel und visierte über das rot glühende Pünktchen seiner Zigarette hinweg nach einer Flasche Nordhäuser Korn, die auf dem Schanktisch stand. Er hing seinen Gedanken nach. Da ging man, vom Regen gescheucht, in das nächstbeste Lokal und traf — Donka! Man hat einen Menschen achtzehn, neunzehn Jahre nicht mehr gesehen und plötzlich wirst ihn der Zufall über den Weg ... Arme, kleine Donka, armer, kleiner Kosak . sie hat es nicht weit gebracht im Leben. . muß luftig sein, muß sich freche Blicke und Reden gefallen lassen, auch wenn ihr nicht nach Heiterkeit zumute ist ... und mit der Lunae steht es auch nicht, wie es soll. Und jetzt hat dieses Schwein von einem Wirt sie auch noch entlassen. Foggs Gedanken schweifen viele, viele Jahre zurück zu jenem Erlebnis an der Ostfront, das chn mit Donka — bindet. Längst vergessene Bilder tauchen vor auf und reihen sich klar und eilig aneinander zu einem Film, angesichts dessen Umwelt und genwart versinken ... 6 Kauf von jungen weiblichen Ziegen. Voraussetzung ist natürlich, daß der Halter über einen ordentlichen Stall verfügt, eine ausreichende Futtergrundlage vorhanden ist und auch sonst die Gewähr für einwandfreie Haltung und Pflege der Tiere gegeben ist. Das schönste Tier mit den besten Erbanlagen und der größten Leistungsfähigkeit muß versagen, wenn es in einen dunklen, feuchten Verschlag gesperrt und vernachlässigt wird und dazu noch Hunger leiden muß. Die Kaufbeihilfen, die das Reich gewährt, staffeln sich nach dem Alter der Tiere. Sv erhält der Käufer eines Ziegenlammes im Alter von 4 Wochen für ein Jungtier, das zumindest 15 Mark kostet, einen Zuschuß von 5 Mark, für ein 8 Wochen altes Ziegenlamm im Preise von wenigstens 30 Mark beträgt der Zuschuß gar 15 Mark. Das sind fühlbare Hilfen! Selbstverständlich kann das Reich, das mit dieser Hilfeleistung eine durchgehende Verbesserung der Ziegenhaltung bezweckt, seine Gelder nicht zur Vermehrung der leistungsschwachen Bastard- rassen hergeben. Die jungen Tiere müssen den Vornan von Walther Kloepffer Copyright 1936 by August Scherl G. m. b. H.. Berlin. 3. Dezember 1936 rund 103 000 Ziegen gezählt, der durchschnittliche Milchertrag betrug 600 Kilogramm jährlich pro Ziege. Unter dieser Ziegenzahl befanden sich aber auch 1222 Herdbuchziegen unter Leistungskontrolle. Sie gaben durchschnittlich im Jahre 840 Kilogramm Milch pro Ziege. Damit haben diese 1222 Ziegen im Jahre 0,25 Millionen Mark mehr aufgebracht, als* die gleiche Zahl der Durchfchnitts- ziegen in Kurhessen. Dieser Mehrgewinn aber ist ein Gewinn für die Wirtschaft des Ziegenhalters und für die Nahrungsfreiheit Deutschlands. Die Anträge auf Reichszuschüsse für den Ziegenlämmerkauf sind an die Landesbauernschaft zu stellen. Ueberall im Reiche stehen die Untergliederungen des Reichsverbandes deutscher Kleintierzüchter und insbesondere der Reichsfachgruppe Ziegenzüchter mit Rät und Tat hereit. Nun ist es Sache der Ziegenhalter und aller derjenigen, die Ziegen halten können, baldigst von dieser günstigen Gelegenheit Gebrauch zu machen und durch ihre Zuchtarbeit beizutragen zur Erringung und Sicherung der Nahrungsfreiheit unseres Volkes. Es gibt Gegenden in Deutschland, in denen die Ziegenzucht sowohl zahlenmäßig als auch qualitativ einen außerordentlich hohen Stand aufweist. Dabei handelt es sich meist um Landstriche, in denen die Kleinlandwirtschaft, die Jndustriearbeiterfamilien mit geringem Grundbesitz, oder das Kleinsiedlertum besonders stark im Vordergründe stehen. In unserer engeren oberhessischen Heimat kommt der Ziegenzucht ebenfalls eine ansehnliche Stellung zu, wenn man ihren Stand auch nicht in Parallele setzen kann mit manchen anderen, auf diesem Gebiete züchterisch weit höher entwickelten Gegenden. In den sechs Kreisen Qberhessens zählte man im Jahre 1935 bei 1653 Mitgliedern von Ziegenzuchtvereinen insgesamt 2543 Ziegen und 249 Zuchtböcke. Diese Zahlen stellen aber nicht etwa die Gesamtheit aller Ziegen und Böcke in den oberhessischen Kreisen dar, sondern sie verkünden nur das Ausmaß der als Auslese dieser Tiergattung an gekörten Tiere, also die organisatorisch erfaßte Qualität der Ziegenzucht. Für die Bedeutung einer Zucht kann nur die züchterische Auslese, also die unter strengen fachlichen Gesichtspunkten sorgsam bestimmte Qualität maßgebend fein, nicht etwa das, was eben als Exemplare einer Tiergattung herum- ö.J.4pori Wirtschaft mehr geschlagen werden konnte. Berlin Frankfurt a. M. Was der Handball-Sonntag bringt? 6. 13. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. eine den Buenos Aires . Brüssel....... Rio de Janeiro Polen........ Kopenhagen... Danzig....... London ...... HelsingforS.... Paris........ Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. $)., Lombardzinsfuß 5 v. H. Deutsch-italienische Zusammenarbeit. Eine Vereinbarung zwischen Korpsführer Hühnlein und Furmanik. Korpsführer Hühnlein benutzte seinen Aufenthalt in Tripolis und Rom, um mit dem Präsidenten der Obersten Italienischen Sportkommission, Ingenieur Furmanik, Abmachungen über eine engere deutschitalienische Zusammenarbeit auf dem Gebiete des Kraftfahrsportes zu treffen. Diese Abmachungen fanden in folgender Vereinbarung ihren Niederschlag: „Rund um die Anlagen." baren Ausdruck finden. Diese Veranstaltung wird erstmalig als Fahrt „Berlin—Rom" im Fahre 1938 durchgeführt. Ihre Organisation obliegt Deutschland. Im Jahre 1939 folgt die Fahrt „Rom—Berlin", deren Organisation in Händen Italiens liegt. Die Durchführung dieser Veranstaltungen erfolgt in enger Zesammenarbeit mit dem Oesterreichischen Automobil-Club. Oer deutsche Außenhandel im April. Fwd. Im deutschen Außenhandel hat sich im April die Aufwärtsbewegung von Ein- und Ausfuhr fortgesetzt. Die Einfuhr beläuft sich auf 476,7 Millionen Mark, die Ausfuhr auf 491,8 Millionen Mark. Danach ergibt sich ein Ausfuhrüberschuß von 15,1 Millionen Mark. ' Die Steigerung der Einfuhr beläuft sich aus 68,2 Millionen Mark oder 16,7 v. h., sie ist nicht durch jahreszeitliche Einflüsse verursacht. Nur zu einem geringen Teil ist sie auf die Preissteigerung zurückzuführen; das 'Einfuhroolmnen liegt um 13,1 v. h. über dem Märzstand. Die Steigerung der Einfuhr entfällt zu etwa einem Drittel auf Waren der Ernährungswirtschaft, zu ungefähr zwei Dritteln auf Waren der gewerblichen Wirtschaft. Von den Waren der Ernährungswirtschaft — deren Einfuhr um 26,8 Millionen Mark oder 17,3 v. h. zugenommen hat — sind vor allem Nahrungsmittel pflanzlichen Ursprungs gestiegen. Nur leicht erhöht hat sich die Einfuhr von Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs und von Genußmiteln, während die Einfuhr lebender Tiere weiter zurückgegangen ist. Die Einfuhr von Waren der gewerblichen Wirtschaft hat gegenüber dem Vormonat um 41,2 Millionen Mark oder 16,5 v. 5). zugenommen. Der größte Teil der Steigerung entfällt auf Rohstoffe; auch die Einfuhr von Halbwaren hat erheblich zugenommen. Gering ist dagegen die Zunahme der Einfuhr von Ferttg- waren. Die Ausfuhr steigerung — um 29,7 Millionen Mark oder 6,4 v. H. — ist zwar geringer als im Vormonat; doch ist in Betracht zu ziehen, daß um diese Zeit in fast allen Nachkriegsjahren ein saisonmäßiger Rückschlag zu verzeichnen war. Die Ausfuhr liegt um 126,4 Millionen Mark oder 35 v. H. über der vom April 1936. Gegenüber dem Vormonat sind die Preise nicht gesttegen, das Ausfuhr- volumen nahm um 6,4 v. H. zu. Die Steigerung entfällt überwiegend auf Fertigwaren und unter diesen vor allem auf Enderzeugnifie. Auch Rohstoffe und Halbwaren zeigen etwas höhere Zahlen als im Vormonat. Der Ausfuhrüberschuß der Handelsbilanz (15,1 Millionen Mark) hat sich gegenüber den Vormonaten infolge der beträchtlichen Zunahme der Einfuhr verringert. Immerhin ist er noch erheblich größer als im gleichen Monat des Vorjahres (4- 4,5 Millionen Mark). In den ersten vier Monaten 1937 beläuft sich der Ausfuhrüberschuß auf 206,5 Millionen Mark gegen 85,9 Millionen Mark in der gleichen Zeit des Vorjahres. Rhein-Mainische Börse. IHiffagsbörfe freundlich. Frankfurt a. M., 21. Mai. Bei freundlicher Tendenz zeigte die Börse an den Aktienmärkten auch heute keine Belebung, da sich der Auftragseingang in beschejdenen Grenzen hielt. Anfangs lagen auf Teilgebieten kleine Verkäufe vor, während nach den ersten Notterungen mäßige Befestigungen eintraten. Die durchschnittlichen Veränderungen am Aktienmarkt lagen bei 0,25 bis 0,75 v. H., wobei Besserungen überwogen. Am Montanmarkt waren Hoesch auf einiges Angebot hin auf 122,25 (123,50) gedrückt, dann auf 123 erholt, ebenso Verein. Stahlwerke 121,75 nach 120,65 (121); Klöckner 1. Deutschland und Italien sind heute die alleinigen Träger des großen Automobil-Rennsports. Sie verpflichten sich daher, in allen grundsätzlichen Fra- i gen auf diesem Gebiete zu engster Zusammenarbeit. I ^oUanb 2. Beide Länder bringen ihre Sportprogramme Italien. Tv. Lützellinden komb. — Io. Allendorf (Lahn). Die Gäste aus Allendorf haben wieder einmal eine Mannschaft zusammengestellt, die erstmals ihre Kunst versuchen soll. Die Aussichten sind bei den ungleich verteilten Kräften ziemlich gering. Eine knappe Niederlage sollte bereits ein Erfolg sein. 7Nlv. Gießen 2. 3gb. — Tv. Krofdorf 1. 3gb. Die Spielstärke Krofdorfs ist zu wenig bekannt, als daß man schon eine Voraussage treffen könnte. Oie Vorschlußrunde zur Deutschen Handball-Meisterschaft. bereits vor Aufstellung des internationalen Automobilsport-Kalenders in Einklang, um dadurch eine möglichst starke gegenseitige Beteiligung an den Rennen sicherzustellen. 3. Die deutsch - italienische Zusammenarbeit im Kraftfahrsport soll in einer jährlich stattfindenden „Ohne-Halt-Geschwindigkeitsfahrt" für Touren- und Sportwagen zwischen Berlin und Rom ihren sicht- Käpipfe zwischen VfB.-R. und der Spielvgg. 1900 einerseits und den drei Turnvereinen (Mtv., Tv. 46 und Tv. Heuchelheim) andererseits erwarten. Das stärkste Feld weist die Sonderklasse für Formationen auf (10 Läufer über die Rundstrecke). Neben dem Vorjahressieger, Reichsarbeitsdienst 5/222, sind drei Mannschaften der Wehrmacht (1. Bataillon, 2. Bataillon und Luftgaukommando) und vier SA.-Mannschaften (Standarte 116, Sturmbann 1/116, Sturmbann 11/116 A» und 6-Mann° schäft) im Rennen. Da über die Stärkeverhältnisse keinerlei Anhaltspunkte bestehen, ist eine Voraussage nicht möglich. Darauf treten die nicht Rasensport treibenden Vereine an, und zwar 1. Kraft- und Sportklub, Ruderklub „Hassia", Paddlergilde und Ski-Klub. Auch hier muß der Ausgang als vollstäMg offen bezeichnet werden. Zum Schluß geht die Hauptklasse in den Kampf, die natürlich das größte Interesse auf sich vereinigt. Wanderpreis-Verteidiger ist Spielvgg. 1900. Da die Mannschaft gegenüber dem Vorjahr in stark veränderter Aufstellung antritt, wird man ihr diesmal nicht ohne weiteres Siegesaussichten einräumen dürfen. Denn die Universität und VfB.-R. verfügen auch über hervorragende Kräfte. Und schließlich werden Mtv., Tv. 46 und Tv. Heuchelheim noch ein Wort mitteden wollen. Am kommenden Sonntag werden zwei Jugend- Mannschaften der Spielveremigung 1900 den Rasen in Großen-Linden betreten. Die 1. Jugend der Blauweißen tritt gegen die gleiche' von Großen-Linden zu einem Gesellschaftsspiel an. Wenn auch die 1. Jugend von 1900 an den Pfingstfeiertagen zwei schöne Siege erringen konnte, so kann man ihr am Sonntag doch noch keine Siegesaussichten geben, denn Großen-Linden stellt eine Jugendmannschaft ins Feld, die auf eigenem Platze kaum zu schlagen ist. Sollte sie dennoch den Sieg erringen, so wäre es große Ueberraschung, da Großen-Linden seit Gruppenspielen auf eigenem Gelände nicht Aeichsiugend-Misterschafien. Zum ersten Male findet in diesem Jahr eine umfassende sportliche Heerschau der gesamten deutschen Jugend statt. Für die Durchführung des erstmals ausgeschriebenen Mannschaftsmehrkampfes, der anläßlich des Reichsparteitages entschieden wird, der Jugendmeisterschaften und der Ausscheidungen für die Nationalsozialistischen Kampfspiele, hat das Amt für Leibesübungen in der Reichsjugendführung die Richtlinen erlassen. Der sportliche Leistungswettbewerb wird aufgebaut auf den F ähnlein- und Gefolgschaftswettkämpfen, die innerhalb des Reichssportwettkampfes der HI. durchgeführt werden und an denen jeder Pimpf und jeder Hitler- junge teilzunehmen hat. Die nächste Stufe sind die Bann - und Jungbann-Wettkämpfe, die in der Zeit vom 6. Juni bis 4. Juli ausgetragen werden. Sie bestehen aus den Mannschaftsmehrkämpfen der Fähnlein und Gefolgschaften und den Einzelwettkämpfen in der Leichtathletik und im Schwimmen. Für die an den Tagen vom 5. JlP bis 22. August angesetzten Gebietskämpfe sind an den MannsHaftsmehrkämpfen die besten Gefolgschafts- und Fähnleins-Mannschaften der einzelnen Banne und Jungbanne teilnahmeberechtigt. Für die Einzelwettkämpfe sind die Mindestleistungen entsprechend gesteigert. Gekrönt wird die Bestenauslese unter der deutschen Sportjugend durch die Endkämpfe in Nürnberg. Die aus den Gebietskämpfen hervorgegangenen besten Gefolgs- und Fähnleins-Mannschaften treten zu den Mehrkämpfen an. Entschieden werden weiterhin der Führer-Zehnkampf und die Einzel-Jugendmeister- schaften in der Leichtathletik und im Schwimmen, im Wasserballspiel und im Turmspringen. Spielvereinigung 1900 Gießen. Zum letzten Verbandsspiel der diesjährigen Serie hätten die Blauweihen morgen beim Sportverein Wetzlar anzutreten. Dadurch aber, daß Sack, Lippert, Heilmann, Mank, Pankok und Bergmann nicht zur Verfügung stehen, die Entnahme von Ersatz aus der Reservemannschaft durch die von dem Kreisfachwart über die Mannschaft verhängte Sperre nicht möglich ist, blieb der Vereinsleitung der Spielvereinigung 1900 nichts anderes übrig, als auf die Austragung des Spieles zu verzichten, nachdem mit Wetzlar eine Einigung auf Verlegung nicht zu erreichen war. 1900 1. 3ugenb — Grohen-Linven 1. 3ugenb. 1900 2. 3ugenö — Großen-Linden 2. 3ugend. Die zweite Jugend der Blauweißen will in Großen-Linden ihre Kräfte mit der dortigen zweiten Jugendmannschaft messen. Den Jungens der Spielvereinigung 1900 kann man kaum eine Siegesaussicht geben. VfB.-ReichSbahn Zugendabteilung. Garbenleich I — VfB.-R. II. Lollar I — VfB.-R. I. Lollar II — VfB.-R. III. Leihgestern II — VfB.-R. IV. Die erste Jugendmannschaft tritt morgen in Lollar zum Ausscheidungsspiel an. Die letzten Spiele haben gezeigt, daß die Mannschaft sich nicht in der besten Form befindet; sie wird daher in Lollar alles daransetzen müssen, wenn der Anschluß an die Spitzengruppen nicht verlorengehen soll. Die 2. Jugend hat ein Freundschaftspiel gegen Garbenteich abgeschlossen, hier dürfte voraussichtlich ein knapper Sieg für die Grünweißen herausspringen. Die 3. Jugend muß ebenfalls zum Pflichtspiel in Lollar antreten, die Aussichten sind nicht die besten. Die 4. Jugend, die in Leihgestern weilt, wird schwer zu kämpfen haben, wenn es zu einem Siege reichen soll. „M.Teuionia" Watzenborn-Steinberg Wahenborn-Sleinberg I — Heuchelheim I. Zum 5. Aufstiegsspiel empfangen am kommenden Sonntag die Teutonen die 1. Mannschaft vom Sportverein Heuchelheim. Das Vorspiel in Heuchelheim wurde mit 2:1 Toren von den Teutonen gewonnen. Deshalb nehmen es auch diesmal die Gastgeber nicht auf die leichte Schulter und werden sich anstrengen, ihre Niederlage vom Vorsonntag in Niedergirmes wieder wettzumachen. Entsprechend den Leistungen beider Mannschaften, nach den letzten Spielen zu urteilen, müßte ein Sieg der Teutonen sicher sein. Spielabt. des Tv.1889 Klein-Linden. Klein-Linden I — Atten-Buseck I. Klein-Linden 3ugend — Heuchelheim 3ugend. Zum fälligen Rückspiel stehen sich Klein-Linden und Alten-Buseck in Klein-Linden gegenüber. Die Gäste, als eine eifrige Mannschaft bekannt, werden alles daransetzen, in Klein-Linden günstig abzuschneiden. Die Einheimischen sollten jedoch in der Lage sein, wenn sie mit den in den letzten Spielen gezeigten Leistungen aufwarten, das bessere Ende für sich zu behalten. Im Spiel der einheimischen Jugend gegen die Jugend Heuchelheims werden sich zwei gleichwertige Mannschaften gegenüberstehen, bei dem der Sieger erst mit dem Schlußpfiff feststehen wird. Fußballabteilung des Turnvereins Wieseck. Am kommenden Sonntag hat die 1. Mannschaft der Fußball-Abtlg. des Turnvereins Wieseck die 1. Fußballmannschaft von Rodheim zu Gast. Rodheim spielte in der Verbandsrunde eine Klasse höher und war Anwärter auf die Meisterschaft. Bei den beiden letzten Spielen wurde Rodheim jedoch ausgeschaltet. Es ist schwer vorauszusagen, welcher Mannschaft der Sieg zufallen wird. Wie die Paarungen auch heißen mögen, die Spannung reißt bei den Spielen der Jugend um den Kreisbesten nicht ab. Das um so mehr nicht, als man heute noch nicht einmal sagen kann, wer Tabellenführer ist und welche Mannschaft die meisten Chancen hat. Es wäre verfehlt, nach Lage der Sache heute schon einem der Gegner Aussichten einzuräumen, die die Wirklichkeit dann umwerfen würde. Es werden diesmal aufeinandertreffen: Tv. Lützellinden 3gd. — Rllv. (Biegen 3gd. Tv. Londorf 3gd. — Tv. Lang-Göns 3gd. Die größte Ueberraschung bereitet ihren Anhängern ohne Zweifel die Mannschaft des Mtv., die bisher nur im ersten Spiel wirklich überzeugen konnte. Alle übrigen Treffen bewiesen, daß die Vorschußlorbeeren nicht am Platze waren und daß es einstweilen noch nicht feststeht, wie sich die Tabelle noch gestalten wird. Der Ausgang des morgigen Spieles ist ebenso ungewiß, weil Lützellinden erst am letzten Sonntag seine ausgezeichnete Form mehr als deutlich unter Beweis stellen konnte. Offen sollte das Treffen in Londorf fein, das zwei gleichwertige Mannschaften zusammenführt. Zwar ging das Vorspiel knapp verloren, doch sollte es den Platzbesitzern gelingen, diesmal den Ausgleich zu schaffen. Freundschaftsspiele. Tv. Dutenhofen I — Tuspo. Niedergirmes I. Dutenhofen 3gd — Tuspo. Niedergirmes 3gd. Diesmal muß Dutenhofen wieder mit reichlichem Ersatz antreten, so daß die Aussichten, günstig abzuschneiden, sehr gering sind. Es gilt auch hier, alles daranzusetzen, damit die unausbleibliche Niederlage einigermaßen erträglich wird. — Die beiden Jugendmannschaften dürften gleichwertig sein. Nachdem nun alle Meldungen eingegangen und die notwendigen Vorbereitungen getroffen sind, kann morgen vormittag zum „Gießener Groß- ftaffellauf „R und um d i e Anlagen" gestartet werden. Wie schon berichtet, hat er in diesem Jahre eine bessere Besetzung denn je gefunden. Wenn, was wohl ohne weiteres vorausgesetzt werden kann, fair gekämpft wird und auch die Zuschauer auf eine glatte Abwicklung bedacht sind, werden wir uns in Gießen wohl kaum etwas Besseres und Schöneres zur Werbung für die Leibesübungen denken können. Während der Wettkämpfe wird eTffr SA.-Kapelle vor dem Stadttheater konzertieren. Dort nehmen auch nach Durchführung der Läufe die Mannschaften zur Siegerehrung, die der Ortsgruppenführer im DRfL., Dr. König, vornehmen wird, Aufstellung. Nun zu den bevorstehenden Kämpfen. Begonnen wird mit der Frauenklasse. Zehn Läuferinnen haben je 100 Meter zu bewältigen. Die teilnehmenden Mannschaften, nämlich Universität, Männerturnverein, VfB.-R. und Spvgg. 1900 müssen als gleichwertig angesehen werden, so daß nicht vorauszusehen ist, wer das bessere Ende für sich behalten wird. Dann folgt der Start der Jugendklasse (15 Läufer über die Rundstrecke). Hier dürste sich das Feld schon mehr auseinanderziehen. Man kann wohl Japan...... Jugoslawien Oslo...... Wien....... Lissabon.... Stockholm ., Schweiz Spanien.... Prag....... Budapest... Neuyork.... lagen 0,50 v. H. niedriger, während Rheinstahl 0,65 v. H. und Buderus 1 o. H. anzogen. Mannesmann uno. 129. Von Chemiewerten wurden zunächst nur IG. Farben mit 164,50 (164,25) notiert. Elektro- aktien blieben behauptet, etwas höher AEG. mit 42,50 (42,13). Zeitweise lebhaft waren Schiffahrtsaktien, Hapag 18 (17,50), Nordd. Lloyd 18 bis 18,25 (18). Von Motorenwerten setzten BMW. und Daimler je 0,25 v. H. höher ein, leicht erhöht waren ferner Westdeutsche Kaufhof mit 62,75 (62,50) und Reichs- bank mit 210,50 (210). AG. für Verkehr excl. 5.4 v. H. Dividende 0,65 v. H. niedriger mit 126 (132), außerdem gingen Aschaffenburger Zellstoff auf 144,75 (145,50) zurück. Am Rentenmarkt blieben Kommunal-Um- schuldung mit 94,05 voll behauptet, ebenso Städte- Altbesitz mit 129,75 bis 130. Reichsaltbesitz notierten 125,80 (125,90). Erhöhte Nachfrage fanden wieder sämtliche Neubesitzanleihen, so Thüringer, Hambur- ger und Dekosama. Dekosama Altbesitz 133 (132,50). Im Verlaufe war das Geschäft am Aktienmarkt bei meist unveränderten Kursen ruhig. Geringfügige Erhöhungen hatten u. a. Reichsbank, Westdeutsche Kaufhof und Mannesmann, Aschaffenburger Zellstoff wieder 145,50 nach 144,75. Die später notierten Werte lagen uneinheitlich, dis 0,50 v. H. niedriger lagen Maschinenaktien, ferner gaben Rheinbraun auf 230,25 (231,75), Kali Westeregeln auf 117,75 (119) und Bemberg auf 119 (119,75) nach, höher Kali Salzdetfurth mit 158 (157), Deutsche Linoleum mit 179 (178). Von Schiffahrtsaktien blieben Hapag lebhafter mit etwa 18,25 bis 18,50 nach 18. Arn Einheitsmarkt waren Siemens Reiniger gesucht mit etwa 145 (l. K. 137,50), Hartmann & Braun ca. 130 (l. K. 120), Konserven Braun 106 (101,50), dagegen Seilindustrie Wolff 121 (122,90). Von Renten gingen Kommunal-Umschuldung mit 94,10 um. Der Pfandbriefmarkt lag unverändert, Stadtanleihen wichen nach beiden Seiten um 0,13 bis 0,25 v. H. ab. Reichspostschätze v. 34 I 100,65 (100,50). Im Freiverkehr nannte man Adlerwerke mit 113,75 bis 115,75, Wayß & Freytag mit 149,50 bis 151,50, Rastatter Waggon mit 33 (34) und Ufa 74,75. — Tagesgeld weiter ermäßigt auf 2,50 (2,75) v.H. Abendbörse guf behauptet. Die Abendbörse nahm bei überwiegend behaupteten Kursen einen ruhigen Verlauf und war ohne besondere Vorgänge. Es zeigte sich jedoch eher etwas Kaufinteresse. Montanaktten bröckelten z. T. noch leicht ab, Mannesmann 128,65, Buderus 127,25, Verein. Stahl 120,50, dagegen stiegen von Maschinenaktien Moenus auf 121,50 (120,25), aber Junghans 134,50 (135,50, in Berlin 134,25). Etwas höher lagen ferner IG. Farben mit 165,40, Licht & Kraft mit 152 und Deutsche Erdöl mit 153,50, Scheideanstalt gingen um 1 v. H. auf 264 zurück. Gesfürel stiegen noch 0,50 über Berlin auf 155,25 (154) und Schiffahrtswerte zogen bei einigen Umsätzen weiter etwas an, Hapag 18,50, Nordd. Lloyd 18,50. Am Einheitsmarkt waren Konserven Braun weiter gesucht, Taxe 108 bis 110 (heute mittag 106 rat.), Aschaffenburger Buntpapier 79,50 (79) Am Rentenmarkt war Das Geschäft unbedeutend. Korn- munal-UmschuDung verblieben bei 94,10 und 4,50 v. H. Krupp bei 99. Juni: in Hamburg: Oberalster — MTSA. Leipzig; in Barmen: Tura Barmen — SV. Waldhof. Juni: in Leipzia: MTSA. Leipzig — Oberalster; in Mannheim: SV. Waldhof — Tura Barmen. - Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurS Schlußk. Abend- börse Schluß- kurs Schlußk. Mittag- börse Datum 20 5 21.5 20 5 21 5 5% Deutsche Reichsanleihe P. 1927 101,65 101,75 101,75 101,75 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 99 99 99 99 5y,% Doung-Anlethe von 1930 .. 104,75 104,9 105,13 105 4%% Hessische Bolksstaat von 1929 99,75 99,75 99,75 99,75 4%% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 100,5 100,65 100,75 100,75 0,755 41,99 0,160 47.04 54,98 47,04 12.315 5,445 11,115 136,99 13,09 0,759 42,07 0,162 47,14 55,10 47,14 12,345 5,455 11,135 137,27 13,11 0,755 42,03 0,160 47,04 54,98 47.04 12.315 5,445 11,12 136,99 13,09 0,759 42,11 0,162 47,14 55,10 47,14 12,345 5,455 11,14 137,27 13,11 Kircklicke Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 23. Mai. Gießen. Sladtkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker; Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markusgemeinde; 9.30: Pfarroerwalter Damerau; 11: Kinderkirche für die Matthäutzgemeinde; Pfarroerwalter Damerau.— Zohanneskirche. 8: Pfr. Ausfeld; feierliche Eröffnung des Konfirmandenunterrichts für die Johannes- und Militäraemeinde; zugleich Christenlehre für die Neu- fonfirmierten der Johannes- und Militärgemeinde; 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 20: Pibelbefprechftunde im Johannesfaal; Pfr. Ausfeld. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrvikar Weckerling; Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfarrvikar Weckerling. — petruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Studienrat Dr. Unverzagt. — Saal der freuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannes- und Militärgem^inde; Pfr. Ausfeld. — Wieseck. 9.30: Gottesdienst; 10.45: Christenlehre. — Alten-Vuseck. 10: Gottesdienst; 13: Christenlehre. — Albach. 9: Gottesdienst. — Steinbach. 10: Gottesdienst; Christenlehre. — Annerod. 12.30: Gottesdienst. — Rödgen. 10: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kindergottesdienst (1. Abt.); 13: Kindergottesdienst (2. Abt.). — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Lollar. 9: Kindergottesdienst; 13.30: Gottesdienst. — Mainzlar. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst; Christenlehre für die weibliche Jugend; 10.15: Kindergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 10.30: Gottesdienst; Christenlehre für die Mädchen. — Garbenteich. 13: Gottesdienst.— Hausen. 10: Gottesdienst; Christenlehre. — Lich. 9.30: Gottesdienst; 13: Kmdergottesdienst. — Rieder-V essingen. 9.30: Gottesdienst. — Langsdorf. 10: Christenlehre; 11: Hauptgottesdienst. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst. — Münzenberg. 10.30: Gottesdienst; 13: Christenlehre. — Trais-Münzenberg. 8.30: Got» tesdienst; Christenlehre. — Hungen. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre. — Wirberg. 10: Gottesdienst; Christenlehre. — Veitsberg. 13: Gottesdienst; Ehrt- stenlehre. Evangelische Stadtmifsion, Löberstraße 14. Sonntag, den 23. Mai. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 9.45: Sonntagsschule; 16: Soldatenbibelstunde. — Mittwoch, den 26. Mai. 20.30: Bibelstunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft), Gutenberastraße 9. Sonntag, den 23. Mai. 8.30 Uhr: Evangelisationsstunde. — Mittwoch, den 26. Mai. 8.30: Bibelstunde. — Donnerstag, den 27. Mai. 8.30: Jugendbunostunde. Reuaposlolische Gemeinden, Händelstraße 1, Eder- straße 13. Sonntag, den 23. Mai. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, den 26. Mai. 20.30: Gottesdienst. Katholische Gemeinden. Samstag, den 22. Mai. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 23. Mai. Dreifaltigkeitsfest. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Amt und Predigt; 11.15: M-ff-undPr-digt: 14.30: Christenlehre undLiebe sei eure T-pf^eit und eure Ehre.-E-spricht 1 8.30: 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Echließfachabholer bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: Arzt: Dr. Malech. Zahnarzt: Dr. Schott. Apotheke: Engel-Apotheke. Rundfunkprogramm Sonntag, 23. Mai. Montag, den 24. Mai. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. veffentticher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur In dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschrankter Schalterdienst 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10 Gymnastik. Deutsche Scholle. 8.45: Morgenmufik. 9: Christliche Morgenfeier. 9.45: Durch Tat zur Freiheit. Aus Joh. Gottlieb Fichtes Schriften. 10: „In eurer Andacht. — Echzell. 10.45: Amt und Predigt. — Grünberg. 9.45: Amt und Predigt. — Hungen. 9.30: Amt und Predigt; Christenlehre. — Lich. 7.30: Amt und Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Nidda. 8.15: Amt und Predigt. Obergebietsführer Karl Cerff. 10.30: Chorgesang. 11.15: Ich hab's gewagt. Eine Funkfolge um Ulrich von Hutten. 12: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinder. 14.45: Deutsche Scholle. 15.30: Alle kleinen Sorgen sind nun ausgemacht...! 16: Musik zur Unterhaltung. Als Einlage: Fußballspiel Frankfurt gegen Mailand. 18: Maienzauber. 19.30: Handball- Länderkampf Deutschland — Oesterreich. 19.40: Sportspiegel des Sonntags. 20: Ein deutsches Reguiem von Johannes Brahms. 22: Nachrichten Montag, 24. Mai. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik zur Frühstückspause. 10: Schulfunk. 11.15: Hausfrau, hör zu! 11.45: Deutsche Scholle. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Schloßkongert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch... 15.15: Für unsere Kinder. 15.30: Volk und Wirtschaft. 15.45: Neuzeitliche Lieder. 16.15: Heiteres von Heinz Steguweit. 16.30: Unterhaltungskonzert. 17.45: Bauern roden im Westerwald. 18: Unterhaltungskonzert. 18.45: Deutsche Reiter im Aus- land. Zum Abschluß des Rett- und Fahrturniers in London. 19: Konzert. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Don allerlei Käuzen. 21: „Die bestandene Unsterblichkeit" oder Nestroy im Examen. 22: Nachrichten Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr Samstagnachmittag geschlossen cand. med. Hermann Lotz aus Aßlar, aktiv W. S. 33/34 Gießen, den 20. Mai 1937. 3601 D Lollar, den 21. Mai 1937 Die Beerdigung findet Montag, den 24. Mai, nachmittags 3 Uhr statt 3604 D Altersvereinigung 1880-1930 ^Lassen Sie si chdiese z ei ge n^ei _ Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Deufiing und Kind Familie Heinrich Kraft und alle Angehörigen Nach Gottes unerforschlichen Ratschluß entschlief heute um 21.15 Uhr, nach einem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe Frau, meine gute Mutter, unsere liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, das Ableben unseres lieben Bundesbruders bekanntzugeben, der das Opfer eines Segelbootunglückes in der Ostsee wurde. Wissenschaft!. Werke Sondergebiet der ßrühl’schen Druckerei BORRMANN o. Gieß en, Neustadt 5, Ruf 4165 Die Altherrnschaft der ehemaligen Burschen Germania Gießen I.A.: E.Oelkrug. Geschäfts-und Wohnhaus m.Laden(3Schamenster), 3Etag., Einh.-WertRM.15000,fruh.Preis RM.31000,umständeh.z.d.außer- gewöbnl. billig. Preis v. RM.9500 l Bargeld )b. ein. Anz.v. RM.3500 sof.z.verk.Schr.A.u.02598a.d.G.A. Wir betrauern tief den Heimgang unseres lieben Alterskameraden Ludwig Pieh. Beisetzung am Montag, 24. Mai, nachm. 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof. Um allseitige Beteiligung bittet Der Vorstand. 3600 D Frau Anna Deußing, geb. Kraft im frühen Alter von 33 Jahren P Einspaltige | werden zum ermäßigten . Grundpreis von 5 Pf. für die Kleinanzeigen Millimeterzelle Veröffentlichti Adler ..Primus ‘ 30 PS, steuerfrei, in gutem Zustand, RM. 800.-, sofort abzugeben asboD Maschinenfabrik vorm. Pb.Mfl$lärtll4Co.6.ni.b.H. Frankfurt a. M.-Fechenbeim ---denn ich wurde bei Dhrmacbenneister Ang. Trebbe Giefeen MartlslraBe 22 wie schon so viele meiner Kollegen wieder ganz gesund.278^ Postkarten bei Brühl, Gießen 3602V ie#t Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die uns bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen erwiesen wurden, danken wir herzlichst. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Schwalb I. Rödgen, Großen-Buseck, den 22. Mai 1937. Lebewohl gegen Hühneraugen u. Hornhaut. Blechd.(8Pflast.)6SPf„ in Apoth.u.Drog. Sicher zu haben: Med.iDrog. Hans Hindenbnrg H.Elges, Selters weg 68a; Löwen-Drog. W. Küblnger Nach!.. Seite- sw. 69: 6er- manla-Drog. v. Seibel, Frankf. Str. 39 Mein Büro und Lagerplatz befindet sich ab Montag, den 24. Mai 1937 Gießen, Weserstraße 17 WH LH IE ILM KEIL Baustoffe und Kiesbaggerei / Tel. 4236 3616 D I Sie macht sich Gedanken, rweil Spuren überstandener Krankheit und Überanstrengung sich jetzt im Antlitz zeigen! Ein lebensfroher, blühender Mensch weiß nach der berühmten, blutbildend-, aufbauenden Doppelherz- Kur, weshalb viele Tausende jon ihr so begeistert sindjj DOPPELHERZ Fabrikniederlag.: C. Seibel, Frankfurter Straße, O.WinterhoH, Kreuzplatz 9/10. Herrn. Elges, Seltersweg 66. Grünberg: Karl Schott u. sämtliche Filialen. Laabach: Solms-Laubacher Drog.Karl Klein. XAf EÖDE DRUCKSACHEN WCrCDC Brühl. 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Bei der Zubereitung muß Pferdefleisch stärker gewürzt werden. Pferoewurst muß als solche gekennzeichnet sein. Pferdefuß, hufartige Mißbildung des Fußes, nach mittelalterlichen Vorstellungen ein Merkmal des Teufels. Pferdehaar, soviel wie Roßhaar, die Mähnen- und Schweifhaare des Pferdes. Pferdemist, „hitziger" Dünger, deshalb günstig als Erwärmungsmittel bei Frühbeeten, eignet sich auch für schwere Vo- densorten. Pfifferling, auch Eierschwamm und Eierpilz genannt, weil die Außenfarbe dottergelb ist, trägt im Innern weißes Pilzfleisch. Rach der Reinigung: in Butter und geschnittener Zwiebel dämpfen, dann Mehl beigeben und mit Fleischbrühe auffüllen. Als Würze Petersilie und als Ee- schmacksverbesserung Weißwein oder Essig beigeben. Pfingsten, vom griech. Pentekoste d. h. der 50. Tag, das fünfzig Tage nach Ostern gefeierte kirchliche Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes. Pfingstrose (Päonia), auch Bauernrose, uralte Staude, in der deutschen und besonders in der chines. Dichtung besungen, die viel in Landgärten zu finden ist, von zäher und starker Natur. Es gibt frühe, mittelfrühe und späte Sorten, die alle, im Garten angepflanzt, eine lange Blütezeit sichern. Pflanzung erfolgt im Herbst, dann auch umpflanzen. Nicht tiefer als 5 cm in den Boden setzen, da sonst keine rechte Blüte eintritt. Möglichst ungestört entwickeln lasten, dadurch reichste Blütenfülle. Im 2. oder 3. Jahr nach der Pflanzung beginnt erst der große Flor. Schatten und Eehölzwurzelwerk hemmen das Blühen. Pfirsich, nur in warmen Gegenden angepflanzt, im sog. „Weinklima". Kalte, naste Böden bewirken Eummifluß (s. d.). Als Hochstamm, Busch und als Spalier an Südwänden zu ziehen. Auf steinlösende Sorten achten. Kalkdüngung. Blätter werden häufig von Kräuselkrankheit befallen. (s. d.). Früchte zum Rohesten oder als Kompott sterilisieren. Pflanzenschutz oder Naturschutz will das Aussterben gewister, oft sehr seltener Pflanzen verhindern. Auch ohne polizeiliche Androhung von Strafe sollte jeder sich hüten, staatlich umsorgte Pflanzen zu beschädigen oder gar zu vernichten. Geschützt sind u. a. Akelei, Almenrausch. Bär- „Bleichmit Paket 15 Pfennig : Hersteller: Bleich- und Spülmittel für weiße Wäsche. Kein Reiben — keine Mühe und doch blendend weiße Wäsche P. Jos. Möbs, Seifenfabriken, Gießen Hier abschneiden! Die ländlichen Genossenschaften in der Erzeugungsschlacht. Derbandstag LPD. Frankfurt a. M., 21. Mai. Heute wurde hier der ordentliche Derbandstag des Ländlichen Genossenschaftsverbandes Rhein-Main-Neckar durchgeführt. Die Tagung wurde vom Verbandsleiter, Bürgermeister Weyrauch, eröffnet. Er betonte, daß die nach gemeinnützigen Grundsätzen arbeitenden Genossenschaften in der nationalsozialistischen Wirtschaft unentbehrlich seien. Ihre Aufgaben bei der Mitarbeit an der Ernährungssicherung unseres Volkes feien heute größer, als je zuvor. Die Leistung der Genossenschaft für olle ihre Mitglieder im Rahmen der gesamten Wirtschaft sei der Gradmesser für ihre Daseinsberechtigung. Das Ziel der Genossenschaft sei, dem Bauer zu helfen, ihn vor Neuverschuldung zu bewahren und so die frühere Zinsknechtschaft zu brechen. Reichsoerbandsführer Dr. Strub, Berlin, wies u. a. darauf hin, daß die landwirtschaftlichen Genossenschaften auf der ganzen Linie in der Erzeugungsschlacht eingesetzt feien. Auf fast allen Gebie- in Frankfurt. ten der Warenwirtschaft seien die Genossenschaften mit an führender Stelle beteiligt, und sie würden auch in geeigneter Weise in den Vierjahresplan eingeschaltet. Direktor Günther, Berlin, (Deutsche Zentralgenossenschaftskasse), führte u. a. aus, daß in den vier Jahren der nationalsozialistischen Regierung die Gesamtforderung der Deutschlandkasse an die ländlichen Zentralkassen von rund 600 Millionen Mark auf rund 128 Millionen Mark zurückgegangen sei, nachdem sie im Jahre 1925 rund 900 Millionen Mark betragen hatte. Der Redner betonte in seinen weiteren Ausführungen besonders, daß die Genossenschaften in jeder Beziehung sich ihres Charakters als Organisation der Selbsthilfe bewußt sein müssen. Nicht die genossenschaftliche Form eines Unternehmens als solches sei entscheidend, sondern der Geist und der Wille, also die Weltanschauung und nationalsozialistische Gesinnung, die in dieser Form wirksam wird, um den wirtschaftlich Schwachen zu helfen und den Führer in seinem großen Aufbauwerk zu unterstützen. Den Jahresbericht erstattete Verbandsgeschäftsführer Fendt. Die Zahl der dem Ländlichen Genossenschaftsverband Rhein-Main-Neckar angeschlossenen Genossenschaften ist im Jahre 1936 um 24 gestiegen. Dem Verband sind 1204 Kreditgenossenschaften angeschlossen. Die Einlagen beliefen sich Ende 1936 auf 125,1 gegen 120,2 Millionen Mark Ende 1935. Die Zahl der Bezugs- und Absatzgenossenschaften hat sich auf 534 erhöht. Der Gesamtwert der Warenumsätze im Verbandsgebiet ist von rund 46 Millionen Mark auf etwa 53 Millionen Mark in 1936 gestiegen. Die Milchanlieferung bei den Molkerei- und Milchabsatzgenossenschaften erhöhte sich aus 432 (375) Mill. Kilogramm. Die tägliche Buttererzeugung der Molkereigenossenschaften stieg von 263 Zentner je Tag im Jahre 1935 auf 371 Zentner in 1936. Der Umsatz in Schlachtvieh bei den Viehverwertungsgenossenschaften ist um etwa 600 000 Mark, der Umsatz an Nutzvieh um etwa 700 000 Mark gestiegen. Die Zahl der Winzer-Genossenschaften hat sich um 19 erhöht. Der Absatz der Obst- und Gemüseverwertungsgenossenschaften, der im Jahre 1932 nur 2,1 Millionen Mark betrug, ist bis 1936 auf 11,6 Millionen Mark gestiegen. Auch die übrigen Genossenschaftsgruppen haben zufriedenstellend gearbeitet. Landesbauernführer Dr. Wagner wies auf die beiden Aufgaben hin, die der Führer auf dem „Parteitag der Ehre" für den zweiten Dierjahres- plan stellte: die Unabhängigkeit Deutschlands vom Ausland in ollen jenen Stoffen, die durch deutsche Tatkraft selbst geschaffen werden können und die Sicherstellung der Ernährung aus deutschem Bo- den, soweit dies nur irgend möglich ist. Hierbei müßten die Kräfte der Selbsthilfe eingesetzt werden: die Genossenschaften sein hier mit berufen. Jeder Pfennig aus der Arbeit der Bauern und Landarbeiter müsse dieser wieder zugeführt werden. Die Mittel des allgemeinen Kreditmarktes, und hierzu gehörten auch die Genossenschaften, seien für die Hebung der Landarbeit einzusetzen. Im Vordergrund 'stehe die Ertragssteigerung, selbst wenn vorübergehend einzelne Härten nicht zu vermeiden seien'. Aber auch andere Gebiete genossenschaftlicher Arbeit, so erklärte der Landesbauernführer, feien nicht minder wichtig. Ueberall würden die Genossenschaften ein dankbares Arbeitsgebiet finden. Sie gehörten zu den stärksten Stützen der Erzeugungsschlacht und der Marktordnung. Der Landesbauernführer dankte den Genossenschaften der Landesbauernschaft Hessen-Nassau für ihr Schaffen im vergangenen Jahr. Die genossenschaftliche Arbeit habe sich als außerordentlich stark erwiesen. Die Darstellung ihrer Leistung sei der beste Beweis, daß die Genossenschaften richtig, gut und zweckmäßig gearbeitet haben. Leinen-Kostüme weiß u. farbig, neue, schicke Macharten 29.75 19.75 15.75 Flottes Kostüm aus shetlandartigem Stoff.......24.50 Reise - Kostüme in der beliebten, gutsitzenden Schneiderform ausgut.Herren- stoffen . 64 — 48.— 38— 34.— 28.— Geschmackvolle Kostüme in mod. 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Gerades Einsetzen der Wurzeln und festes Beiorücken der Erde mit dem Setzholz sowie das Angießen sind unerläßlich. Pflaster dient als Heftpflaster zur Befestigung von Verbänden an der Haut, kann aber auch selbständiges Medikament für Hautkrankheiten, Rheumatismus und dergl. sein. Salizylpflaster ist ein beliebtes Mittel gegen Hühneraugen. S. auch Zugpflaster. Manche Haut kann das Pflaster nicht vertragen und entzündet sich. Entfernungen des Pflasters am besten mit Benzin. Pflasterränder nach Verbänden mit Leukoplast lassen sich leicht mit Benzin abreiben. Pflaume, fälschlich oft Zwetschge genannt (s. diese), ist im Vergleich zu letzterer größer, früher reif und mit wolligen Blättern und Trieben versehen, während Zwetschgenbaum-Blätter und -Triebe keine Behaarung zeigen. Pfl.-Baum hat keine Krone, deshalb kann er gut in kleineren Hausgärten gezogen werden. Erträgnisse durchweg gut. Früchte saftig, aromatisch, wohlschmek- kend: Frischgenuß und Konservieren. Pflegekinder sind Kinder unter 14 Jahren, die sich dauernd oder für einen Teil des Tages, jedoch regelmäßig, in fremder Pflege befinden, wenn nicht die Pflege von vornherein unentgeltlich und vorübergehend sein soll (z. B. bei Ferienkindern). Zur Annahme eines Pfleaekindes ist die vorherige Erlaubnis des Jugendamtes erforderlich. Zieht jemand mit einem Pflegekind in den Bezirk eines anderen Jugendamtes, dann muß unverzüglich die Erlaubnis zur Fortsetzung der Pflege beim neuen Jugendamt nachgeholt werden. Die Erlaubnis kann jederzeit widerrufen werden, wenn das Wohl des Kindes es erfordert. Vorstehende Bestimmungen finden auch Anwendung auf solche Personen, die eheliche Kinder ihrer Verwandten in Pflege nehmen, wenn die Pflege gewerbsmäßig oder gewohnheitsmäßig betrieben wird. Das Jugendamt hat die Aufsicht über die Pflegekinder und kann zum Wohl der Kinder entsprechende Anordnungen erlösten. Wer ohne die vor- Veim Pflanzen im Gurken leistet der Wolf-Pflanzer gute Dienste. Er hat einen Pistolengriff, der angenehm in der Hand liegt und nicht so schnell zur Ermüdung führt. Sehen Sie sich diesen Wolf-Pflanzer und auch die anderen modernen Gartengeräte mal an bei J. V. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. Vet Magenbeschweröen/ nervösen Störungen usw. ' 7 T?X; W /"< glänzenö bewährt! Frau Elfriede Schulten. Remscheid. Fichtenstr. 12, berichtet am 4. 9. 1934 wie folgt: „3n vielen Fällen, sei es bei Magenbeschwerden, nervösen Störungen, Vergiftungs- erscheinungen, Darmkatarrhen usw., hat sich Klostersrau-Melistengeist, % Au ’/» Master eingenommen, in den 17 Jahren meiner Che gut bewährt. Dei Kopsweh oder Migräne Einreibungen der schmerzenden Stellen mit absolutem Melistengeist brachten schon nach ganz kurzer Zeit Linderung. Selbst Magenbeschwerden lasten sich nach regelmäßigem Cinnehmen (1 Eßlöffel Klosterfrau-Melistengeist, 2 Eßlöffel Master), morgens nüchtern genommen, lindern und oft gänzlich beseitigen. So könnte ich noch viele Fälle hier aufzählen, in welchen Klostersrau-Melistengeist zum Helfer wurde. Ich möchte deshalb nochmals betonen, daß Klostersrau- Melistengeist mir und meiner Familie im Laufe der Jahre unentbehrlich aeworden ist und das Recht hat. als der gute Geist des Hauses zu gelten, der In keiner Hausapotheke fehlen dürfte." Mer deshalb zur Vesterung seiner Gesundheit Klostersrau-Melistengeist mit seiner vielseitigen Anwendungsmöglichkeit gebraucht, wird zufrieden sein. Nehmen Sie aber bitte nur den echten Klostersrau-Melistengeist in der blauen Packung mit den drei Nonnen bei Ihrem Apotheker oder Drogisten. Kleine Flasche 95 Pfg ,mittlere Flasche Mk. 1,75, g große Flasche Mk. 2,95 Genaue Gebrauchsanweisung in jeder Packung.< Gewlnnauszug 2. Klasse 49. Preußisch-Süddeutsche (275. Preuß.) Klassen-Lotterle Ohne Gewähr_______________ Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einet auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 1. Ziehungstag 21. Mai 1937 Ön der heutigen Vormittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 5000 RM. 7395 2 Gewinne zu 3000 RM. 101931 10 Gewinne zu 1000 RM. 239081 337658 397301 22 Gewinne zu 800 RM. 34604 89288 92347 107537 144005 241912 53230 221015 272398 71114 310368 379162 384411 3891 4065 8737 25159 311093 313076 310965 397108 315927 345172 345670 379991 109528 281071 287048 299430 307220 56 Gewinne zu 500 RM ---- —- _ 29890 38216 65945 77985 78241 99731 158313 187539 222433 243503 262531 146384 In der heutigen Nachmittag-Ziehung wurden gezogen 398 23468 44001 51595 323836 329275 307791 272541 339703 196632 319338 375315 114664 154005 182554 199957 241888 262205 289663 316751 331192 352317 382441 125147 196106 287874 372325 115250 154679 185068 203817 243896 275598 297132 319341 338395 355566 398443 172023 195498 226012 258743 286648 308974 330753 345656 370850 22316 156047 277341 359115 182403 195619 233734 261698 287528 312346 330869 348984 371625 116562 160147 188449 209069 244587 277531 297201 324911 343145 358578 399568 44753 178170 277553 360747 14533 153696 275499 343982 246174 389866 40456 24231 273179 330687 168117 188634 214044 249996 284237 307601 330549 343292 366909 20746 45340 78696 26 Gewinne zu 800 RM. 85824 90306 160632 342624 350509 378800 46 Gewinne zu 500 RM. ---- 130572 151129 2 Gewinne zu 50000 RM. 2 Gewinne zu 10000 RM. 2 Gewinne zu 3000 RM. 8 Gewinne zu 2000 RM. 385901 •H?. 76130_77438—77578 79780 8S376 106547 1 2 I I DdDJy l ’VWW . 162 Gewinne zu 300 RM 1011 3279 8432 12221 26300 39167 40517 64922 68618 61318 64420 14 Gewinne zu 1000 RM. 87915 163292 226463 307839 168 Gewinne zu 300 RM 6882 15155 16460 18448 22112 25741 30543 34486 40255 43518 46966 54020 60231 61712 69037 86462 87072 89714 90324 90355 95072 96685 99411 108407 109492 109609 114427 117509 118562 122963 122980 133161 157250 160366 170543 172651 179384 182667 202143 203065 204231 206526 208265 215711 217440 223960 242267 242730 243940 244418 246603 249640 251789 259766 278809 281084 287360 287601 288231 293385 295918 301778 302585 305235 308768 311170 313493 314538 346017 348632 361765 353380 356372 362374 371827 373065 378175 379381 383093 386015 387001 392832 395672 399140 WERBE DRUCKSACHEN BrühPsche Druckerei Ca. 110 uru) ZRinötc auf btit 36.Milchvieh-Versteigerung in Paderborn Viehversteigerunsshalle. Dienstag, den 25. Mai 1937, 12 Uhr und auf der 1. Milchvieh-Versteigerung in Borken (Westf.) Freitag, den 28. Mai 1937, 12 Uhr Obligatorische Untersuchung auf Bazillus Bang Nähere Auskunft und Katalog (kosten los) i weMilche prollinzml-Meijverwertungsgeno|len|kha|t e.G.m.b.H., Münster!.W., Windthorststr. 20, Ruf 26644-45 Ständige Vermittlung von Vieh aller Art: (Fett- und Weidevieh / Ferkel / Läufer / Pferde usw.) Bekanntmachung. Die nächsten Viehmärkle in Gießen finden statt: Dienstag, den 25.2Rai 1937: Rindvieh- (Ruhvieh-) Markt. Auftriebszeit von 7.30 Uhr bis 8.30 Uhr vormittags. Sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Für Zuchttiere ist das erforderliche Zeugnis über die Blutuntersuchung (Banginfektion) mitzuführen. 3576C TNittwoch, den 26. Mai 1937: Schweinemarkt in der Viehversteigerungshalle. Auftriebszeit von 8 bis 9 Uhr vormittags. Gießen, den 22. Mai 1937. Der Oberbürgermeister: Ritter. Humen-" AirniMolz abzuaeb.Bestell, erb wir v. 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