ItrJZ Erster Blatt 187- Jahrgang Donnerstag, A.Zanuar 1957 ErjchetM täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert» Gießener Famillenblätter Heimat im Bild • Die Scholl« Monatr-Vezugspretr: Mit 4 'Beilagen RM.1.ÜS Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. , -L5 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt ßernfprechanschlüffe anter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe« Postscheckkonto: graittfnrt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruS und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Such- und Stetnhruderei R. Lange in Sietzen. Sdjriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Annahme oon Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Srvndpretse für \ mm höhe für Anzeigen oon 22 mm Breite 7 Rps.. für Text- anzeigen von70mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrist nach vorh. Dereinbg.25°/„ mehr. 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Es handelt sich hierbei nicht nur um eine immer wirksamere Festsetzung auf eigenen und fremden Inseln, die als Schrittsteine über die Wasserwüste nach Australien und Neuseeland führen, sondern auch um Ausnutzung der dem Festlande vorgelagerten Inseln als Ansatzstellen für die Bearbeitung der gegenüberliegenden Küstenstriche. Schon seit Jahrzehnten läßt sich auf den zahlreichen Inseln der Südsee beobachten, wie die einheimische braune Bevölkerung unter der Berührung mit gelben Einwanderern zusehends zusammenschmilzt. Zuerst waren es Chinesen, die sie in ihrem idyllischen Dasein störten. Das geschäftige Treiben der Eindringlinge verdarb ihnen den Lebensmut, soweit sie unter ihrem Wettbewerb überhaupt bestehen konnten. Wenn sie den Fremden nach von ihnen noch nicht berührten Inseln auszuweichen suchten, so konnten sie doch nur für kurze Zeit Atem schöpfen. Die Fremden aus dem Norden hatten auch dort bald Fuß gefaßt. Schwierig aber wurde die Lage erst, als auch japanische Einwanderer immer häufiger auftauchten. Der harmloseste Kanake spürte bald, daß diese neuen Konkurrenten nicht vereinzelt eine unheimliche Be- triebssamkeit entfalteten, sondern unter einheitlicher Lenkung irgendeiner unsichtbaren kapitalkräftigen Führung ständen. Selbst chinesische Einwanderer räumten in immer größerer Zahl das Feld. Mit der Zeit nahm die Planmäßigkeit der japanischen Ausbreitung feste geschäftliche Formen an. In den Gewässern Malakkas und Indonesiens betrieben früher Malayen und Chinesen die Fischerei in kleinen Gruppen. Sie mußten einem japanischen Großunternehmen weichen. Dieses läßt Segelschiffe Tag und Nacht auf dem Meere treiben, zwischen denen Schleppnetze ausgespannt sind, die alle paar Stunden oon ihren Fängen befreit werden. Schnelle Motorboote verbinden diese schwimmenden Fischereien mit den großen Hafenplätzen wie Singapur und versorgen die Märkte fortwährend mit frischen Fischen zu wohlfeilen Preisen. Auf Formosa hat eine große japanische Koloni- sationsgcsellschaft ihren Sitz, die im Oktober gegründet wurde. Sie betreibt nicht nur den Fischfang im großen Stil, sondern trifft auch Anstalten, die benachbarte chinesische Provinz F u k i e n für eine japanische Masseneinwanderung aufzuschließen. Schon gibt es dort eine größere Anzahl japanischer Pioniere, die mit wachsendem« Erfolge nach wissenschaftlichen Methoden Melonen und Bananen in großen Anlagen ziehen. Kein einheimischer Wettbewerb kann sich gegen sie behaupten. Die neue Gesellschaft will auf Formosa wie in Fukien alle Zweige der Landwirtschaft und Viehzucht mit den modernsten wissenschaftlichen und technischen Mitteln pflegen und im Laufe von fünf Jahren 100 000 Japaner in Fukien ansässig machen. Kein Schiff darf auf einer Ueberfahrt mehr als 50 ausgesuchte chinesische Arbeiter nach Formosa bringen. Jeder einzelne Kuli wird von den japanischen Einwanderungsbeamten untersucht; nur gesunde, kräftige Gestalten mit geschulten Arbeitshänden werden zugelassen. Inzwischen wurde nach dem Muster der Formosa- Gesellschaft unter Leitung des Grafen Hiüeo K o - d a m a , eines ehemaligen Ministers für Ueberfee- angelegenheiten, eine noch größere Organisation aufgezogen, die „S ü d s e e - E n t w i ck l u n g s g e - sellschaft", die am 1. Januar 1937 ihre Tätigkeit aufnehmen soll. Das Grundkapital beträgt 20 Millionen Yen, woran die Regierung mit über zehn Millionen beteiligt ist. Der Rest wird in öffentlicher Ausschreibung angeboten. Nach dem Prospekt umfaßt der Aufgabenkreis der Gesellschaft: 1. Landwirtschaftliche, Fischerei-, Bergbau- und Schiffahrtsunternehmungen, die für die überseeische Ausbreitung Japans notwendig sind. 2. Auswanderungsunternehmungen für die überseeische Ausbreitung. 3. Erwerbung oon Land (einschließlich Pachtung) für überseeische Unternehmungen. 4- Derwaltungsorganisation auf Konzessionsge- bieten. 5. Beschaffung der für die überseeische industrielle Entwicklung notwendigen Ausrüstung. 6. Beschaffung von Kapitalien für denselben Zweck. 7. Alle damit zusammenhängenden Nebengeschäfte. Zu den Ländern, auf die die Japaner für ihre „überseeische Ausbreitung" vorzüglich ihr Augenmerk gerichtet haben, gehört Siam. Dort hat die friedliche japanische Durchdringung bereits einen großen Umfang angenommen. Die Zeitung „Tschugai Schogyo" meldete kürzlich: „Der neuerliche vollständige Fehlschlag der Verhandlungen zwischen der japanischen Zuckerindustrie-Gesellschaft und der siamesischen Regierung über die vorgeschlagene Gründung einer Zucker-Raffinerie in Bangkok unter gemeinsamer Beteiligung Japans und Siams soll hauptsächlich durch Siams ungerechtfertige Furcht zurückzuführen sein, daß Japan auf Grundlage seiner wirtschaftlichen Ausbreitung in diesem Lande eine militärische Eroberung plane." Offenbar haben in diesem wie in andern Fällen britische Vorstellungen bei der siamesischen Regierung ihre Wirkung getan. Das ändert nichts daran, daß sich Siam schon sehr eng in das Netzwerk des japanischen Imperialismus verstricken ließ. Das deutsch-japanische Abkommen gegen den Kommunismus. Ein Faktor -er japanischen Friedenspolitik in Ostasien. Tokio, 21. Jan. (DNB. Funkspruch.) Das japanische Parlament trat am Donnerstag zu seiner- 70. Tagung im großen neuen Prachtbau des Reichstages zusammen. Der holzgetäfelte Sitzungssaal des Oberhauses füllte sich sehr schnell. Unter ehrfurchtsvoller Verbeugung vor dem leeren Thronsessel des Kaisers nahmen die Oberhausmitglieder Platz. Prinz K o n o e, der Präsident des Oberhauses, eröffnete die Sitzung und erteilte dem Ministerpräsidenten ftirota das Wort zum Rechenschaftsbericht. Nach der Rede Hirotas begab sich Außenminister A r i t a zum Rednerpult. Ihm folgte später der Finanz- mlnister Baba. Nach kurzer Pause begab sich die Regierung in das Unterhaus, um auch dort über ihre Tätigkeit Bericht zu erstatten. Ministerpräsident Sirota. legte die Grundlinien seiner Regierungsführung dar. Die innen- und außenpolitische Lage erfordere eine Erneuerungspolitik im Rahmen der japanischen Verfassung, wobei das Kaiserhausder Mittelpunkt des japanischen Volkes bleiben müsse. Die Erneuerungspolitik strebe die Fortsetzung der japanischen Friedenspolitik gegenüber allen Ländern art, darüber hinaus aber verst ä r k t e n Kampf gegen die kommuni- st i s ch e Gefahr. Deswegen sei auch das deutsch-japanische Abkommen notwen- d i g gewesen. Innenpolitisch sei die Arbeit der Regierung in erster Linie auf die Stärkung der Landesverteidigung gerichtet unter möglichst weitgehender Berücksichtigung aller Bestre- strebungen, die eine Verbesserung der Lebenshaltung des japanischen Volkes zum Ziele habe. Eine Verwaltungsreform, die sich auch auf die Arbeit des Parlaments erstrecken werde, sei in Vorbereitung. * Außenminister Arita ging oon der Tatsache aus, daß die schwierige internationale Lage ein unbeirrtes Festhalten Japans an seiner Politik als Ordnungsfaktor in Ostasien zum Wohle des Weltfriedens verlange. Einen besonderen Raum nahm in der Rede Aritas die kommunistische Gefahr und das deutsch-japanische Abkommen ein. Der Außenminister betonte, unter Zurückweisung aller falschen Auslegungen die Notwendigkeit des Abkommens als Gegenmaßnahme gegen die Wühlarbeit der Komintern und fotbert nochmals die anderen Mächte zum Anschluß an dieses Abkommen auf. Auf die BeziehungenJapans zu China übergehend, schilderte Arita den Verlauf der Verhandlungen und sprach sein Bedauern darüber aus, daß nennenswerte Ergebnisse in Richtung auf eine Beilegung aller Streitfragen und die Herstellung freundschaftlicher Zusammenarbeit bisher ausgeblieben seien. Die letzten Ereignisse in Sianfu machten eine erhöhte Aufmerksamkeit Japans notwendig. Trotz allem sei jedoch die Hoffnung auf eine baldige Lösung der japanisch-chinesischen Schwierigkeiten berechtigt. Der Außenminister unterstrich die dauernden Bemühungen Japans zur Verbesserung seiner Beziehungen mit Sowjetrußland. Als Voraussetzung hierfür verlange Japan von sowjetrufsischer Seite die Einschränkung der ungeheuren Rüstungen in den Ostgebieten der Sowjetunion und die Aufgabe des ständigen Mißtrauens der Sowjetregierung gegenüber Japans Absichten. Hinsichtlich Englunds begnügte sich Arita mit der Feststellung, daß Japan die traditionelle Freundschaft mit diesem Lande aufrecht zu erhalten wünsche. Die Beziehung xu den Vereinigten Stauten hätten sich gebessert. Weiter stellte Arita die erfreulichen Beziehungen zu Italien und Anzeichen für eine Beseitigung der Reibungen mit Niederländisch-Jndien fest. Für den japanischen Außenhandel glaubte der Minister trotz des Weiterbestehens zahlreicher Absperrmaßnahmen anderer Länder eine Fortsetz ungderAufwärtsentwicklung der letzten Jahre voraussagen zu können. Dieser Optimismus sei berechtigt, besonders wenn die anderen Völker den japanischen Forderungen nach Wieder her st ellung der Handelsfreiheit und Eröffnung von kolonialen Rohstoffquellen entsprechen würden. Arttu appellierte an die Einigkeit des japanischen Volkes zur Ueberwindung der Schwierigkeiten, die sich der Durchsetzung der japanischen Weltpolttik entgegenstellen. Im Uebrigen gehört es im Zeitalter der Luftfahrt zu den selbstverständlichen Pflichten der Vorsorge für die Verteidigung seiner Hauptinseln, daß Japan beizeiten zu Wasser'wie zu Lande in möglichst weitem Umkreise über strategische Stützpunkte verfügt. Die rund 1400 Inseln oder Inselchen Mikronesiens, über die es als Mandatsmacht verfügt, können ihm im Kriegsfälle für U-Boote und Flugzeuge unschätzbare Dienste leisten. Seit Anfang die- fes Jahres läuft ein Zwölf-Juhres-Plan, der den westlichen Pazifik mit einem ganzen Netzwerk von Flugzeuglinien überziehen soll. Schon gibt es einen regelmäßigen Luftdienst nicht nur von Tokio nach Furmosa, sondern auch nach den Palauinseln, der nach Australien weitergeführt werden soll. Strecken zwischen dem frostigen Kamtschatka und den Südsee- inseln, Singapur, Borneo, Java und Australien dürften in absehbarer Zeit von japanischen Fliegern regelmäßig beflogen werden und so die japanische Ausbreitung fördern. Australiens Landesverteidigung. Australien ist der in die Südsee vorgeschobene bri- ttsche Besitz, der sich völlig vereinsamt vorkommt und von dem man weiß, daß er nicht mächtig genug ist, einen Gegner, von wo er auch kommen mag, vernichtend zurückzuschlugen. Die Küsten Australiens sind viel zu lang, das Land ist viel zu dünn besiedelt, so daß also für den Angreifer geradezu ideale Bedingungen für das Gelngen seines Angriffs gegeben sind. Die Versicherungen Englands, im Ernstfall sofort zu Hilfe zu eilen, sind für die Australier nur ein schwacher Trost. Darum geht man jetzt mehr und mehr dazu über, sich militärisch auf eigene Füße zu stellen. Die Ausgaben für die Aufrüstung 1936/37 sind stark in die Höhe geschraubt worden. Sie machen das Dreifache der Aufwendungen von 1932/33 aus. Wenn auch diese Ausgaben als Beitrag zur Reichsverteidigung angesehen werden, so sind sie tatsächlich doch Ausgaben, die in allererster Linie Austra- l i e n s e l b st wieder zugute kommen. Heer und Marine sollen an Umfang gewinnen. Die Armee wird auf Grund des neuen Rüstungsprogramms mit hochmodernen Waffen versehen, außerdem wird das stehende Heer auf 23 000, die Miliz auf 35 000 Mann erhöht Für das weite Australien ist dieses Heer nicht allzu stark. Ist es jedoch beweglich und schlagkräftig, dann kann es den Gegner Hinhalten, bis nach einigen Wochen Hilfe eingetroffen ist. Die Flotte soll ebenfalls durch Neubauten verstärkt werden. Das gleiche gilt auch für die Luftwaffe. Um das Land rüstungsmäßig unabhängig zu machen, ist geplant, die vorhandenen Rüstungsbetriebe auszubauen und neue Anlagen aufzuführen. Namentlich eine eigene Flugzeugindustrie soll geschaffen werden. Roosevelts zweite Amtsperiode. Der Eid auf die Verfassung. Washington, 20. Jan. (DNB.) Zu Beginn seiner zweiten Amtsperiode als Präsident der Vereinigten Staaten hielt Roosevelt heute seine Antrittsrede. Wie bei Beginn seiner ersten Präsidentschaft, wohnte Roosevelt auch am Mittwoch früh mit seiner Familie und seinem Gefolge dem Gottesdienst in der Kirche bei. Sodann begab er sich, begleitet von einer Abordnung der beiden Häuser des Bundesparlaments und von Ehrenkompanien der Polizei, des Heeres und der Marine zum Kapitol. Hier legten Roosevelt und Vizepräsident Garner in Gegenwart aller Abgeordneten, des Kabinetts und der diplomatischen Missionen vor einer Menschenmenge, die nach Zehntausenden zählte, trotz kalten und regnerischen Wetters auf dem Capitol- Platz den Eid auf Sie Verfassung ab. Anschließend hielt Roosevelt seine Antrittsrede, die lediglich in großen Zügen seine Pläne für seine zweite Amtsperiode barlegte. Amerika erkenne die Notwendigkeit, durch eine st a r k e Regierung die Probleme der immer komplizierter werdenden Zivilisation zu lösen. Eine Regierung der neuen Zeit müsse die epidemischen Krankheiten der Wirtschaft ebenso heilen, wie man früher die Seuchen der Menschheit erfolgreich bekämpft habe. Vor genau 150 Jahren habe sich das amerikanische Vo.'k für diese Zwecke eine Bundesregierung geschaffen. Je komplizierter das menschliche Leben werde, desto mehr Macht müsse die Regierung bekommen, um die Beziehungen der Menschen untereinander zu regeln, mehr Macht, um das Böse zu vernichten, mehr Macht, um das Gute durchzusetzen. In den letzten vier Jahren habe er die Herrschaft des Volkes gestärkt und die Macht der privaten Autokratien gebrochen. Aber das alles genüge nicht. Er wolle ein besseres Amerika aufbauen. „Ich sehe eine große Nation, die mit Naturschätzen auf einem weiten Raum reich gesegnet ist. Ich sehe ein Volk, das mit den anderen Völkern im Frieden leben will. Aber ich sehe gleich- zeittg viele Millionen Amerikaner, die nicht ein* mal bas Notwendigste zum Leben haben. Ich sehe Millionen ohne Kaufkraft für die Erzeugnisse der Farm und der Fabrik, die wiederum dadurch anderen keine Gelegenheit zur Arbeit geben können. Ich sehe ein Drittel der Bevölkerung unserer Nation in schlechten Wohnungen, schlecht gekleidet und schlecht genährt. Wir wollen uns um jeden amerikanischen Bürger kümmern und werden niemals irgendeine Gruppe, die loyal die Gesetze achtet, als überflüssig ansehen. Unsere Aufgabe ist schwer und unsere Methoden sind langsam und erfordern Geduld. Aber das Verständnis für die aufgeführten Notwendigkeiten wird erwachen. Dann kann die politische Führung an die Verwirklichung ihrer Ziele und Ideale Herangehen." Finanz- und Wirischastspolilik der Gemeinden. Minister Or.Frick bei der Amtseinführung des neuen Kölner Oberbürgermeisters Köln, 20. Jan. (DNB.) Der neue Oberbürgermeister der Stadt Köln, Dr. K. G. Schmidt, wurde durch den Reichs- und preußischen Minister des Innern, Dr. Frick, in sein Amt eingeführt. Gauleiter Staatsrat G r o h e stellte der verhängnisvollen Mißwirtschaft £er früheren Stadtverwaltung die gewaltige Aufbauarbeit der nationalsozia- listischen Verwaltung der Hansestadt gegenüber und verband damit seinen aufrichtigen Dank für die unermüdliche Tätigkeit des bisherigen Oberbürgermeisters Dr. Riefen und des jetzt ausscheidenden Ersten Bürgermeisters R. S ch o l l e r , der sich wieder ausschließlich der Parteiarbeit widmen werde. Reichsminister Dr. Frick wies darauf hin, was ein Wechsel in der Leitung einer Großstadt bedeute, nachdem die Deutsche Gemeindeordnung den Bürgermeister unter Beseitigung der verderblichen parlamentarischen Fesseln und Hemmungen zum alleinverantwortlichen Führer des Gemeinwesens gemacht habe. Wenn man die in den letzten Jahren geleistete Aufbauarbeit richtig bewerten und würdigen wolle, dann müsse man sich immer dessen erinnern, welches kommunale Erbe der Nationalsozialismus nach dem Umbruch übernehmen mußte. Wenn heute die Finanzlage der Stadt Köln gefestigt fei, dann verdanken wir dies nicht allein den großzügigen wirtschaftlichen Maßnahmen der Reichsregierung, auch nicht nur den gesetzlichen Regelungen auf kommunalem Gebiet, sondern auch der örtlichen Führung. Vorsichtige und zurückhaltende Wirtschaftspolitik und sparsame Finanzführung müssen auch weiterhin oberster Grundsatz bleiben. Ohne Entlastung des Haushaltes durch fortlaufend verstärkte Schuldentilgung wird die Stadt die Grundlage für eine eigene schöpferische Kommunalpolitik, so hart dies auch klingen mag, nicht wiedererlangen. Gerade die Beschränktheit der Wittel erfordert ihren planmäßigen Einsatz da, wo sie den größten Erfolg versprechen. Die nunmehr völlige lleberlassung der Realsteuern an die Gemeinden gestaltet die Verbindung zwischen der örtlichen Wirtschaft und der Kommune besonders eng und hat die Verpflichtung zu verantwortungsbewußter Führung der Finanzpolitik noch gesteigert. Entwicklung und Zusammenfassung aller eigenen Kräfte und deren planvoller Einsatz — auch das kommunale Leben heißt Kampf — das ist die Aufgabe städtischer Führung! Initiative und Aktivität dürfen in einer Stadt niemals fehlen; nur der aber ist ein wahrer Führer, der diese Initiative mit sparsamem Einsatz seiner Mittel zu entfalten weiß. Ohne enge Fühlung zwischen Bürgermeister und Gemeinderäten seien eine kommunale Selbstverwaltung im Sinne der Deutschen Gemeindeordnung und eine Führung der Kommune in wahrhaft nationalsozialistischem Geist, d. h. eine Führung ganz abgestellt auf das allgemeine Wohl, auf die Dauer unmöglich. Oberbürgermeister Dr. Schmidt versicherte, er wolle mit der gleichen Initiative, Einsatzbereitschaft und Aktivität an seine neue Arbeit Herangehen, wie er es in seiner bisherigen Tätigkeit gewohnt gewesen sei. In engster Fühlung mit dem Gauleiter werde er alles tun, um der Stadt ihre Bedeutung als Brücke zu den Kulturen der Nachbarländer zu erhalten und damit einen Baustein für die so notwendige Befriedung des westlichen Europas beizutragen. Politik und Wirtschaft. Josef Wagner zum Bierjahresplan. B e r [ i n, 20. Jan. (DNB.) Vor dem Wirtschafts- rat der Deutschen Akademie sprach Gauleiter Josef Wagner über die Aufgaben der deutschen Wirtschaft im zweiten Dierjahresplan. Das oberste Gesetz nationalsozialistischer Weltanschauung stellt das Volk in den Mittelpunkt aller Entschlüsse. Die Wirtschaft ist die große Funktion des eigentlichen Arbeitens, Denkens und Schaffens, abgestellt auf den Sinn, dem Ganzen sowie dem Einzelnen die materiellen Grundlagen zu sichern, auf denen das Leben sich abspielt. Die Anschauungen und Ideen, wie sie das Denken und Leben a n • derer Völker bestimmen, bleiben für unsere wirtschaftlichen Wechselbeziehungen völlig außer Betracht. Nur wenn die Nationen bereit sind, einander unter den gleichen Voraussetzungen von Ehre, Freiheit und Lebensrecht näherzutreten, kann ein wirklicher Friede werden. Das Gleiche gilt für die Herstellung gesunder Handels- und Wirtschaftsbeziehungen, die allein ZU einer allgemeinen Lösung der wirtschaftlichen Verkrampfung auf dem Weltmarkt zu führen vermögen. Würde sich die deutsche Wirtschaft allein auf die UMW li Ri I MU i ,<> d /' Xjr'sf. \- " v^2r W> ■ * / ^KMMWK Xin"‘r 6 «„'M Jfei > XQc ^n°, Q in AQn WLSt Lki ^icht i Muijl” Qi Löd.x>d ®i«te l’i» B!„?.'rh W|Ä '« «s k" <’ N leie; der So1 Hi^1 gfüffl ©in D«« * Wtia« ein «L 0 MÄ ° -tz- -h qen W T «!< allein nin rekte" Vedeutnnü. find W* «i H. S°tz«2 I« ®' ‘ "ftü auchLü" direkten v man * W& vu= I ' L»«« 7 r°- »ch naÜW® ” (liiert. Md letzten drei einnahmen 7 Miard men der *x eigenen t liarden 1a Gemeinde den » deutlich di auf die Wirtschafti neue finai Die Re weiteren i Gemeinde 1938 ftärt also ihre Grund während em mehl men hab gen zukoi grün in 1 jetzt die b Länder u ren 1932 der Läut zuriickgeg Steuern hatten. Es ist die Folz deren Aufgaben an bie ( bisher do bin übers biete im gc soll, werder als nötig i hing bishe Gieichze zu Wort.' machte de auf aufmk Fülle v ten, die ir schon erh Personal Einzelhan Kinderbet sung der Angehöric die Steril des Sporh des (Sefuni , Nu !oi wn au Städte ( »Mer stech dustriestädte. ren der gnf oige der Ai H Nentnei oen geraten fischen der S““ Hanno, "der der ß Misburg. T) .^fester a, Lerung und .Wau grü L" »efier M ©erben ®'Ä L« fletrofje: Wergang des Dersuchsbootes „Welle" Verkehrserziehungsdienst des RGKK Deutsch-italienische Ausbeutung der Bodenschätze Aethiopiens Rom, Bergbaugesellschaft für Italienisch- echten und arbeit in d die britischen Fachleute immer wieder sorgen- rend Ausschöpfung Professor vonzurMühlen, Berlin. (Scherl-M.) der Völker nicht erreichen. abgegrenzt, wie z. B. die deutsch-italienische Gesellschaft im Gebiet von Wollega Magnet- eisen suche, dagegen die Ausbeute von Edelmetallen, wie Gold und Platin, einer anderen Gesellschaft überlassen werde. Berlin, 20. Jan. (DNB.) Der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei gibt seine Vereinbarungen mit dem Korpsführer des NSKK. über den Einsatz des NSKK.-Verkehrserziehungsdienftes Reichsstudentenführung selbst sei nach diesem Prinzip aufgebaut worden. Im studentischen Leben selbst würde die vom vierten Semester an eingeführte Fachschaftsarbeit immer größere Bedeutung gewinnen. Durch die V o r st u d i e n f ö r d e r u n g solle es außergewöhnlich begabten jungen Volksgenossen ermöglicht werden, sich auch außerhalb der höheren Lehranstalten die Möglichkeit zum Stu- durch die Kommunisten wird von dem nationalen Heeresbericht ausdrücklich als fälsch bezeichnet. Der bolschewistische Gegenangriff sei zwar heftig gewesen, und die Bolschewisten hätten auch eine nationale bekannt. Dieser ist aus besonders geschulten Führern und Männern des RSKK. für das gesamte Reich geschaffen. Seine Aufgabe ist die Belehrung und Erziehung der Verkehrsteilnehmer bei verkehrswidrigem Verhalten im Einzelfall auf der Straße. Die Belehrung erfolgt mündlich. Die Männer des RSKK.-Verkehrserziehungs- dienstes find mit sogenannten „Verkehrserziehungsblocks" versehen, die Merkblätter mit zwölf wich- O sl a f r i k a veranlaßt „Giornale d'Jialia" auf die Bedeutung sowie aus die Zukunftsmöglichkeiten der deutschen Mitarbeit an der wirtschaftlichen Erschließung Äthiopiens hinzuweisen. Das Blatt bemerkt, daß die neugegründele „Societä Anonima Mineraria Africa Orientale Italiana“ mit äih in Mailand und einem Grundkapital von 50 Millionen Lire, das durch bereits sichergestellte Beträge bis auf 200 Millionen erhöht werden kann, die planmäßige Ausbeutung der Bodenschätze in Aethiopien bezweckt. Das Lharakteristikum der neuen Gesellschaft ist die freundschaftliche und wertvolle Mitarbeit der deutschen Finanz und Technik, wobei die Mehrheit des Kapitals in italienischen Händen verbleibt. Dies sei eine neue Form der internationalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit, mit der Italien vollkommen einverstanden sein könne, denn Italien behalte die Mehrheit unter der Bedingung eines Vorzugsrechtes der deutschen Industrie auf 2 5 v. h. der wirtschaftlichen Ausbeute. Italien, das nach der Eroberung des Imperiums berechtigte ausländische Interessen zu berücksichtigen befett ist, müsse als alleiniger Herr über Aethiopien verlangen, daß das Ausland sich an Rom wendet und damit dessen Souveränität an er-, kennt. Deutschland habe nicht gezögert, seine Interessen in Aethiopien bei Italien anzumelden und habe dadurch eine freundschaftliche Zusammenarbeit mit Italien in Aethiopien erreicht. Die neue italienisch-deutsche Gesellschaft habe den Zweck, die Gebiete von W olleg a sowie West- und 0 ff - harrar nach Kohle-, Eisen-, Küpser- und Bleivorkommen zu erforschen. Mit der Forschung werde demnächst unter Führung des bekannten deutschen Geologen Prof. Leo von der Mühlen (Berlin) begonnen. Um eine nutzlose dium auf der Hochschule zu erarbeiten. Die ersten an zwei deutschen Hochschulen gesammelten Erfahrungen seien günstig. Dr. Scheel behandelte auch die Verbundenheit des Altakademikers nut seiner früheren Hochschule. Er kündigte an, daß das studentische Leben an den Hochschulen im Dritten Reich seinen jährlichen Höhepunkt im deutschen Studententag finden werde. Stellung erreicht, sie seien aber mitsolcherEnt» worden, daß 0 Leichen auf Prag auf der Diagonale Paris-Moskau. Die Korridor-Forderung. Dies ist die vorschriftsmäßige Ausrüstung der NSKK.-Männer. — (Scherl-Bilderdienst°M.) Nationale Erfolge an der Malaga-Front Salamanca, 21.Jan. (DNB. Funkspruch.) Der Heeresbericht des Obersten Befehlshabers in Salamanca meldet weitere Erfolge der nationalen Truppen an der Malaga-Front. Im Abschnitt Marbella konnten die nationalen Truppen nach heftigen Feuergefechten ihre Front aufrichten und die Bolschewisten aus einigen Stellungen vertreiben. In den Bergen kam es zu Zusammenstößen mit einigen dorthin geflüchteten bolschewistiscken Horden, die von den nationalen Truppen zersprengt wurden. Die Bolschewisten hatten mehrere Tote. Die von den bolschewistischen Sendern verbreitete Nachricht von der Einnahme des Cerro de Los Angeles lehrungen des NSKK.-Derkehrserziehunysdienstes unzulänglich erweisen oder sich diesen widersetzen, zeigen, daß sie nicht gewillt sind, sich in die notwendige Gemeinschaft aller Verkehrsteilnehmer auf der Straße einzufügen. In diesen Fällen ist ein verschärftes polizeiliches Einschreite n in der Regel geboten. Der Verkehrserziehungsdienst des NSKK. ist ehrenamtlich tätig. Die Tätigkeit auf der Straße vollzieht sich in Zusammenarbeit mit der Verkehrspolizei. Für den Einsatz im Reich sind drei Abschnitte vorgesehen, Abschnitt I für Städte über 80 000 Einwohner, Abschnitt II für kreisfreie Städte und Abschnitt III für kreisangehörige Städte und das Landgebiet. Der Einsatz des Abschnittes I ist für den 2 3. Januar 1 9 3 7 vorgesehen. Der Reichsführer SS. macht allen Polizeibehörden kameradschaftliche Zusammenarbeit mit dem Verkehrserziehungsdienst zur Pflicht. Der Verkehrserziehungsdienst dient der Unterstützung der Polizei. Er kann und soll nicht ein Ersatz der verkehrspolizeilichen Tättgkeit sein oder mit dieser in Wettbewerb treten. Der Verkehrserziehungsdienst ist eine von NSKK.- Männern freiwillig außerhalb der Berufsarbeit geleistete Tättgkeit, die darauf gerichtet ist, die erschreckend hohe Zahl der V e r k e h r s u n f ä l l e herabzumindern. Der abschnittsweise Einsatz erfolgt zunächst in einer Stärke von insgesamt 6100 Mann. Praktisch wird dieser Einsatz so in Erscheinung treten, daß die für ihr Amt besonders geschulten Angehörigen des Korps zu zweit jeden Verkehrsteilnehmer, der gegen die Vorschriften verstößt — auch Fußgänger, Radfahrer usw. — anhalten und ihm sachlich, ohne Schulmeisterei klar weltwirtschaftlichen Beziehungen verlassen, so wäre cs den ideellen Gegnern unter Umständen möglich gewesen. Über den Weg finanz- und wirtschaftspolitischer Maßnahmen Schwerigkeiten zu schaffen, und Deutschland in eine ungünstige Lage zu bringen. Diese Feststellungen zeigen, wie sehr die Wirtschaft geeignet ist, selbst unter politisch friedlichen Voraussetzungen zu einer Waffe zur Abwehr von Drosselungsmaßnahmen zu werden, die man gegen ein von der Weltwirtschaft abhängiges hochindustrielles Volk anzuwenden in der Lage wäre. Deutschland will sich nicht von der Welt zurückziehen. Es verschafft sich lediglich die Voraussetzungen wirtschaftlicher Natur, die ihm in jedem Fall seine Entschlußfreiheit garantieren. Die Welt, die den Frieden wirklich will, muß an einem festgefügten Deutschland Interesse haben, weil ein solches Deutschland ein ausschlaggebender Faktor für den friedlichen und glücklichen Ausgleich in Europa ist. Studentische Führung. Berlin, 20. Jan. (DNB.) Dor Berliner Journalisten gab der Reichsstudentenführer Reichsamtsleiter Dr. Scheel einen Ueberblick über die Gegenwartsprobleme des studentischen Lebens in Deutschland. Das L e i st u n g s p r i n z i p — so erklärte Dr. Scheel u. a. — stehe im Mittelpunkt aller studentischen Arbeit. Marschierer und Könner seien keine Gegensätze. Ein neuer studentischer Lebensstil solle trotz des Verzichtes auf überlebte Formen doch dem jungen Studenten innere Haltung und Lebensfreude vermitteln. Die untadelige Leistung als Student mit allen ritterlichen Eigenschaften in Gesinnung und Haltung zu verbinden, das seien die Forderungen, die an den jungen Deutschen an der Hochschule gestellt würden. Für den Studentensührer sei neben Charakter und nationalsozialistischer Leistung auch eine wissenschaftliche Bewährung erforderlich, um eine Mitwirkung des Studententums an den Gesamtaufgaben der Hochschule sicherzustellen. Die Die Gründung einer italienisch-deutschen Bergbaugesellschaft zur Erfchließung der abessinischen Bodenschätze ist nicht nur ein Ausdruck der engen und verständnisvollen Beziehungen zwischen Berlin und Rom, sondern auch ein hervorragendes Beispiel für fruchtbare internationale Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiet. Es ist gerade in der letzten Zeit von Berufenen und Unberufenen sehr viel über Kolonien und Rohstoff- märkte gesprochen worden. Diese Diskussion, die durch die berechtigten deutschen Forderungen nach kolonialer Mitarbeit und durch die Schwierigkeiten der Rohstoffbeschaffung für unsere Industrie zum Teil ausgelöst wurde, bewegte sich jedoch in den Ländern mit reichem überseeischem Besitz in bloß theoretischen Bahnen. Die Politiker Englands und Frankreichs beispielsweise, die als Mandatare den größten Teil des ehemaligen deutschen Kolonialbesitzes innehaben, redeten zwar viel von einer Erleichterung der deutschen Wirtschaftslage, aber ihre Großmut fand dort ein Ende, wo es sich um die praktifcbe und effektive Beteiligung Deutschlands an der Ausschöpfung der Weltrvhstosfrnärkte handelt. Kriegsschuldlüae und Versailler Zwangsordnung sitzen in diesen Köpfen noch immer viel zu fest, als daß sie je zu einer positiven Anerkennung des deutschen Rechtsstandpunktes in der Kolonialfrage hätten gelangen können. So sind auch die ellenlangen Reden und Leitartikel, die in Paris oder London über den Wiederaufbau der Weltwirtschaft verfaßt wurden, nichts anderes als ein Geschwätz geblieben. Ohne gleiches Recht und gleiche Chance für alle Nationalwirtschaften läßt sich eben eine allgemeine Hebung des Lebensstandards Im Gegensatz nun zu dieser negativen Kolonialpolitik der übersättigten Weststaaten bedeutet die leutsch-italienische Vereinbarung den Anfang einer ‘ erfolgversprechenden Zusammen- ) e r Kolonialwirtschaft. Wäh- voll darauf Hinweisen, daß das gesamte britische Kolonialreich außerordentlich dünn bevölkert und teilweise stark vernachlässigt sei, daß man viele Millionen Pfund Sterling jährlich als Belohnung aussetzen müsse, um überhaupt die Engländer aus dem Mutterland zur Auswanderung in die über- ..... seeischen Besitzungen zu bewegen, während also die schiedenheit zurückgewiesen i alten Kolonialmächte unfähig sind zur Verwaltung sie 76 Tote auf dem Hügel selbst und 150 Leichen ..., und Ausnutzung ihrer Reichtümer, mühen sich die dem nach dem Henares-Fluß zu liegenden Hängen „Habenichtse" mit allen verfügbaren Kräften ab, > zurückließen. Berlin, 20. Jan. (DNB.) Das Versuchsboot „W eile" der Kriegsmarine, das bei der Bergung des bei Fehmarn gestrandeten Segelschoners der SA. Nord mark „Duhnen" und des gleichfalls gestrandeten Bergungsdampfers „Fair Play 10" und ihrer Besetzungen eingesetzt war, ist in der Nacht vom 18. zum 19. Januar in schwerem Schneesturm westlich von Fehmarn gesunken. Mit dem Verlust der 25- köpfigen Besatzung ist mit hoher Wahrscheinlichkeit zu rechnen. Die Besatzung des gestrandeten Bergungsdampfers „Fair Play 10" ist durch das Minensuchboot „M126" geborgen. Die Besatzung der „Duhnen" ist außer Gefahr. Die Namen der Besatzungsangehörigen des Versuchsbootes „Welle" sind: Leutnant z See (E) Boehning, Obersteuermann Rudolf Kirschenbauer, Oberbootsmannsmaat Gerhard Krill, Obermaschinistenmaat Willi Brunswik, Obermaschinistenmaat Hans Schulz, Steuermannsmaat Ewald Kuck, Maschinistenmaat Franz Buck, Matrosenstabsgefreiter Rudolf Boettger, Obermatrosengefreiter Erich Kraft, Stabsmatrose Willi Neumann, Stabsmatrose Walter G a y k, Stabsmatrose Walter R o m b a , Obersignalgefreiter Erich Fuehrer, Fllnkstabsgast Herbert Drescher, Stabszimmer- mannsgast Helmut Ibsen, Stabssanitätsgast Helmut E p p e r l e i n, Stabsheizer Gustav Reinecke, Stabsheizer Karl Backhaus, Oberheizer Willi tigen Verkehrsregeln enthalten. Der Dienst be- chränkt sich in erster Linie auf das vorschriftsmäßige Verhalten an Straßenkreuzunben und Einmündungen (Vorfahrt) und auf das richtige Ueber- holen. Den im Verkehrserziehungsdienst eingesetzten Führern und Männern des NSKK. stehen keine polizeilichen Befugnisse zu. Sie ind jedoch berechtigt, jeden Verkehrsteilnehmer a n - zuhalten, der sich vorschriftswihrig verhält. Sie ind mit Brustschildern und Anhaltestäben ausgerüstet. Die Brustschilder tragen fortlaufende Nummern, so daß die Namen der Träger jederzeit ermittelt werden können. Verkehrsteilnehmer, die sich den Be- um aus ihren Ländern in Europa und Afrika allf nur möglichen Rohstoffe herauszuholen. Ueber die Bodenschätze Abessiniens liefen vor der italienischen Eroberung viele wider, spruchsoolle Nachrichten um. Die ersten Forschungs- erpeditionen, welche die römische Regierung naeg Dftofriia geschickt hat, dürsten jedoch das Vor. handensein von bestimmten Lagerstatten bestätigt haben. In welchem Umfange diese Vorkommen aus- aebeutet werden können, das soll u. a. nun mc Tätigkeit der neugegründeten deutsch-itattemschen Bergbaugesellschaft erweisen. Es handelt sich dabei । sowohl um eine finanzielle wie um eine technische W ü», SM?, 88Ä, ?.V4KäTSS? SSEä» »i.'fi 8”‘" 8"" fö 's! ■■ "JiX.'.. t?«“ jä i?i s? swiw d a m p s e r Das Boot mar seit dem 15. Januar Schließung des neuen Kalomalrcrches gezeigt haben abe7ds bei den genannten Bergungsarbeiten an der Erst Dor einigen Monaten wurden °°n Aal en Nordküste Fehmarns eingesetzt. Beim Aufkommen «chatzjcheme ausgegeben, Sie m erster Lim- für oon sehr schwerem Wetter am 18. abend- hatte es ausländische Zeichner und für D« «toa jetaJHil- Befehl erhalten, nötigenfalls unter Landschutz zu lronen im Auslande lebenden Italiener bestimmt gehen, der bei dem herrschenden Ost-Süd-Ost-Sturm waren. westlich von Fehmarn zu sinden war. Ueber die ^ie größere Schwierigkeit liegt in Italien in der Einzelheiten des Unterganges fehlt jede Gewißheit, technischen Frage. Da Italien früher über nen- da das Boot infolge einer Störung der Funk- nenswerte Bodenschätze nicht verfügte, besteht dort anlage seit dem 18. abends keine Meldung mehr n0$ h^te ein großer Mangel an Bergbau-Jnge- geben konnte. Nach Absuchen des Seegebietes oom nieuren und mineralogisch vorgebildeten Kräften, 19. Januar ab wurde das W r a ck des gesunkenen öic in Abessinien aber sehr nötig sind. Die wenigen Bootes westlich von Fehmarn festgestellt. Die Ber- Bergbauspezialiften, die Italien besaß, hatten ihre gung der Gebliebenen ist im Gange. Ausbildung meist auf den Schulen Deutschlands, In einem Nachruf des Oberbefehlshabers der Frankreichs und Belgiens genossen. So bedeutet Kriegsmarine Generaladmiral Dr. h, c. R a e d e r b>ie deutsche Beteiligung auf technischem Gebiet eine heißt es: Wieder hat die Kriegsmarine einen schwe- wertvolle Hilfe für die Erschließung Aethiopiens ren Verlust erlitten. Die Kriegsmarine gedenkt durch die Italiener. Der mit der Führung der For- i n achtungsvoller Trauer der gebliebenen f(f)ung5arbeit beauftragte Professor Dr. Leo von 25 Kameraden, die bei entsagungsvollem Einsatz für rar Mühlen ist eine Autorität auf dem Ge- Schiffsbrüchige vom Seemannstod ereilt wurden. der Lagerstättenkunde. Er wurde 1888 in Dor- I Ihre Namen werden in der Geschichte der Kriegs- pat geboren und beteiligte sich 1918 und 1919 am I marine einen ehrenvollen Platz erhalten. Feldzug im Baltikum. In den Nachkriegsjahren wirkte er als Privatdozent an der Technischen Hoch- schule zu Berlin und an der Preußischen Geologi- scheu Landesanstalt. 1933 übernahm er eine Professur an der Technischen Hochschule Berlin. 1934 eine solche in Aachen und kam im vorigen Jahre .wieder nach Berlin zurück. Er hat viele bedeutende machen, welchen Fehler er begangen hat. Die Zeit Arbeiten auf feinem wissenschaftlichen Fachgebiet des Einsatzes wird sich nach den örtlichen Verkehrs- veröffentlicht. Im übrigen kennt er Abessinien be- verhältnissen richten; in Betracht kommen vor allem L^its aus eigener Anschauung durch zwei Expeditio- der Samstag und der Sonntag. Wenn auch, formal- nen, die er zur Ermittlung von Goldvorkommen rechtlich gesehen, die NSKK.-Männer keine Polizei- dorthin unternahm. Eine erfolgreiche Arbeit der befugnisse haben, so darf doch von jedem erroartet neuen Bergbaugesellschaft erscheint damit gesichert. ÄU stndlumALÄVnd'^r Ä C-w°re aber fatsch, wenn man füh übertriebe, rung ausdrücklich ermächtigt. Es ist auch nicht vor- nen Hoffnungen auf eine sofortige Forderung gro stellbar, daß jemand auf ihren wohlmeinenden ka- ^ohstoffmengen ^^eben wu^e. Bevor eine meradschaftlichen Rat verzichten zu können glaubt, pratt.sche 2Iu5beute m. 9^er nmnn^ Widersetzlichkeit wird deshalb zu fühlbaren Ein- ist, müßen zunächst einmal langwierige und g griffen der Polizei führen. Die mündliche Unter- naue Untersuchungen vorgenommen werden, richtunq des Verkehrssünders wird ergänzt durch Es müssen dann vor allem auch die Verkehrs- ein Verkehrserziehungsblatt, das zwölf w e g e ferttggestellt werden, nen spater der durch bunte Bilder wirksam illustrierte Hauptregeln Transport von Kohle, Elsen^Kupfer und Blei e - enthält, die den Angehaltenen hoffentlich veranlassen folgen kann. Das schönste Metallvorkommen nutzt werden, sich zu Hause in aller Ruhe genauer mit nichts wenn die ^bsatzorganisatlon nicht klappt don Knrfrhriffert m befallen Sowohl die Provinz Wollega, die ganz im Westen d Ihnen vorangestellt ist der Leitsatz: „Auf den Aethiopiens liegt, als auch West- und Ost-Harrar deutschen Straßen herrscht nicht das Recht des haben bisher keine nennenswerten Verkehrsoerbm. Stärkeren, sondern Derkehrsgerneinschaft! düngen rntt der Küste nufzuwelsen. Wunder darf Nimm auf andere Verkehrsteilnehmer die Rücksicht, man also nicht erwarten. Der Deutsch-ltallenlschen die du für dick selbst erwartest" Gesellschaft wie auch den ubngen italienischen In- b Nach Abschluß des Aufbaues des Verkehrserzie- dustrieuntermehmungen, die sich Mit der Feststellung bnnasdienstes ist eine motorisierte H i l f s - und dem Abbau der afrikanischen Rohstoffquellen p o N z - i in Aussicht genommen, die außerhalb der b-fchäftigen, steht also eme harte Pwmerarbeü be. Städte zur Unterstützung der motorisierten Sen- vor. Aber es ist erfreulich, daß es gerade em Staat darmerie bei verstärktem Verkehr eingesetzt werden m>t b-scherdenem Kolonialbesitz gewesen ist, der soll. NSKK. arbeitet nicht erst seit heut- an der Deutschland zueiner kolomalen Gemelnschaftsarb t Verkehrserziehung. In seinen 25 Motorsportzchulen °>ng-°den hat. Die Achs- »erlm-Rom b, M; werden seit Iah? und Tag jährlich 50 000 junge politisch bereits als h--D°rr°g°nd-rFri-denssakt°r Männer in der Führung von Krastsahrzeugen, im bewahrte^ ist damit auch in. rot rif ä)ia f t liA) et handwerklichen Können und in technischen Dingen Hinsicht zu einer unumstößlichen Tatsache ge gründlich ausgebildet. Diese Ausbildung ist die Dor- worden. aussetzung gewesen für seinen Einsatz im Verkehrserziehungsdienst. Erst diese gründliche Arbeit an sich selbst hat dem NSKK. das Recht gegeben, den Straßenbenutzern ein Freund und Helfer und wohlmeinender Berater zu sein und diejenigen Vollmachten auszuüben, die ihm der Staat dafür erteilt hat. Vergesse niemand, daß die NSKK.-Männer für die große Aufgabe einer Erhöhung der Verkehrs-1 Rom, 21. Jan. (DNB.) „Lavoro Fafcista" er- sicherheit ihre freie Z ei t opfern und daß ^g^^aß die Ts ch e ch o s l o w a k e i der unbedingt sie ohne jedes Entgelt in Wind und Wetter für die- zuverlässige, wohl gerüstete und begeisterte 23er« ses hohe Ziel arbeiten werden, getreu der Parole bündete der Diagonale Paris —Mos- des Korps „Treu, opferwillig und einsatzbereit!" |fau für Mittel- und Osteuropa sei. Bekanntlich sei Prag nicht revifionisttsch eingestellt. Um so mehr erscheine es erstaunlich, daß die Tschechoslowakei auf einmal das Bedürfnis empfinde, direkt an Sow jetrußland zu grenzen. Der Anspruch auf einen neuen osteuropäischen Korridor, der die Tschechoslowakei mit der Sowjetunion verbinden solle, erfolge soeben in einer Broschüre des Abgeordneten Seba, die mit einer Einleitung des Außenministers K r o f t a versehen sei. Die Pläne des tschechoslowakischen und sowjetrussischen Generalstabes seien für niemand ein Geheimnis. Ebensowenig könne jemand so tun, als ob er nicht wisse, gegen wen sie sich richteten. Wer stifte also auch im Osten Unruhe? Moskau und Prag, nicht aber Berlin. Zur Schaffuna des erwähnten Korridors, der auf Ko st en Polens und Rumäniens die direkte Verbindung zwischen den Sowjets und der Tschechoslowakei Herstellen solle, habe die Komintern das Terrain in Rumänien oorbereitet, wo sie unter Mithilfe ihres Freundes Titulescu in allen Kreisen dienstbare Genossen gefunden habe. Auch hier sei die b o l s ch e w i ft i s ch e Regie und nicht :etroa eine deutsche Regie am Werke gewesen. 20. Jan. (DNB.) Die Gründung einer I Konkurrenz auszuschatten, habe man sowohl den ..«suiuAdfi r- ifrtiifnHA. Tätigkeitsbereich als auch die Ausbeutung genau Aufgaben und Ausgaben. Ein Kapitel aktuelle Steuerpolitik. Das Rechnungsjahr der Behörden reicht in der Regel vom 1. April bis Ende März. Trotzdem wird der Finanzminister schon jetzt sagen können, daß er auf ein gutes Jahr zurückblickt, denn die erfreuliche Gestaltung der Einnahmen des Reiches wird sich auch in den nächsten drei Monaten nicht verschlechtern, wahrscheilich sogar noch verstärken. Das Rechnungsjahr 1932/33 hatte den Tiefpunkt gebracht. Das erste Jahr der Regierung Adolf Hitlers brachte eine Verbesserung der öffentlichen Einnahmen um fast 4 v.H., im folgenden Jahre eine solche von 12 v. H. Im Rechnungsjahr 1935/36 stiegen die Einnahmen gegen 1934/35 noch einmal um 12 v. H. Dabei hat sich eine wesentliche Umstellung der Einnahmen ergeben. Die Aufkommen der direkten Steuern, vor allem der Einkommen- und der Körperschaftssteuern, stieg allein um eine Milliarde Mark, so daß die i n d i- rekten Steuern und die Zölle in ihrer Bedeutung etwas zurückgetreten sind. Allerdings sind die direkten Steuern den Wirkungen der Krisen stärker ausgesetzt. Im allgemeinen gilt aber der Satz weiter, daß die direkte Besteuerung den sozialen Grundsätzen besser gerecht wird als die Belastung des Verbrauchs. Bekanntlich sind durch den Reichsfinanzausgleich auch Länder und Gemeinden Teilhaber der direkten Steuern wie auch der Umsatzsteuer, die man daher als „U e b e r w e i s u n g s st e u e r n" bezeichnet. Durch eine Aenderung der Bestimmungen, das sog. Plafonds-Gesetz, ist die Ueberweisung an die Gemeinden und Ländern bis zu einer bestimmten Höhe beschränkt worden. Damit hat sich das Reich den Hauptanteil an den gesteigerten Einnahmen auch aus den Heberweisungssteuern gesichert. Rach einer Statistik hat das Reich in den letzten drei Jahren eine Steigerung seiner Jahreseinnahmen aus Steuern und Zöllen von 5 auf 7 Milliarden RM. erreicht, während die Einnahmen der Länder aus den Ueberweisungs- und den eigenen Steuern von 2,9 Milliarden auf 1,9 Milliarden RM. zurückgingen und die Einnahmen der Gemeinden von 3,47 Milliarden auf 3,94 Milliarden RM. gestiegen fink Diese Zahlen beweisen deutlich die' Verlagerung der öffentlichen Finanzen auf die Seite des Reiches, das durch seine aktive Wirtschaftspolitik den entscheidenden Anstoß für die neue finanzielle Entwicklung gegeben hat. Die Reform der Real steuern hat einen weiteren Fortschritt auf diesem Wege gebracht. Die Gemeinden werden im Laufe der Jahre 1937 und 1938 stärker auf die Realsteuern angewiesen werden, also ihren Bedarf noch mehr als bisher aus Grund - und Gewerbe st euer decken müssen, während die Länder überhaupt keine eigenen Steuern mehr erheben. Sie werden mit dem auszukommen haben, was ihnen das Reich an Ueberweisun- gen zukommen läßt. Wie Regierungsrat Dr. Dahlgrün in der „Steuerwarte" bemerkt, war auch schon jetzt die beginnende Erstarrung der Steuerpolitik der Länder unverkennbar. Tatsächlich sind in den Jahren 1932 bis 1935 die eigenen Steuereinnahmen der Länder schon um 260 Millionen Reichsmark zurückgegangen, während die Gemeinden aus ihren Steuern ein Mehr von 220 Millionen aufzuweisen hatten. Es ist wiederholt darauf hingewiesen worden, daß die Folgen diese Verschiebungen auch zu einer a n - deren Verteilung der Lasten bzw. der Aufgaben werden führen müssen. Es ist dabei meist an die Schullasten gedacht, die stärker als bisher von den Ländern aufdie Gemein- d e n übergehen sollen. Da aber auch auf diesem Gebiete im ganzen Reich einheitlich verfahren werden soll, werden sich noch manche Uebergangsregelungen als nötig erweisen, da z. B. in Bayern die Verteilung bisher ganz anders war als in Preußen. Gleichzeitig aber melden sich die Gemeinden zu Wort. Bei der Vorlegung des Berliner Haushalts machte der Kämmerer, Professor H e t t l a g e, darauf aufmeksam, daß die Gemeinden schon jetzt eine Fülle von neuen Aufgaben zu tragen hätten, die man leicht zu übersehen geneigt ist, die aber schon erhebliche Kosten verursachen. Er erwähnte Personalmehrausgaben bei der Durchführung des Einzelhandelsschutzes, der Ehestandsdarlehen und Kinderbeihilfen, des Reichsbürgergesetzes, der Erfassung der Wehrpflichtigen und der Betreuung ihrer Angehörigen, die Aufwendungen für Luftschutzzwecke, die Sterilisationsgesetzgebung, die Neuorganisation des Sportwesens und vor allem die Vereinheitlichung des Gesundheitswesens. Dazu kommt noch ein anderes. Die Verhältnisse liegen auch innerhalb der deutschen Städte ganz verschieden. Es gab schon immer steuerkräftige Gemeinwesen und arme Industriestädte. Dieser Zustand hat sich in den Jahren der Inflation noch verschlechtert, in denen infolge der Vernichtung des Sparkapitals gerade die sog. Rentnerstädte unter die notleidenden Gemeinden geraten sind. Aber auch heute klaffen Lücken zwischen der Finanzkraft wohlhabender Städte wie etwa Hannover, Köln und Frankfurt a. M. gegenüber der Lage von Gelsenkirchen, Gleiwitz oder Duisburg. Die Städte mit gemischter Wirtschaft sind krisenfester als solche Gemeinwesen, die ihre Bevölkerung und ihre Steuerkraft überwiegend auf den Bergbau gründen müssen, der von der wirtschaftlichen Besserung noch verhältnismäßig wenig erfaßt werden konnte. Deshalb wird auch von einem Ausgleich zwischen den Gemeinden s e l b st gesprochen, der in Preußen übrigens immer vorhanden war, wenn vielleicht auch seine Unterlagen einer Prüfung bedürfen. In dieser Richtung hot sich vor kurzem eine Tagung rheinischwestfälischer Städtevertreter ausgesprochen. Schon jetzt sind Sonderfonds bei den Regierungen vorhanden, die solchen Städten zugute kommen, die durch Wohlfahrts, und Schullasten finanziell besonders getrosten sind. EsseiertkeindeutschesSchiffmehr Noch vor drei Jahren bot der Hamburger Hafen ein für jeden Seemann mehr als trauriges Bild. Ein großer Prozentsatz der deutschen Schiffe lag feiernd, auf die Verschrottung wartend, an den Kais. Ein ganzer Wald von toten Schornsteinen lag in den Hamburger Außenhäfen zusammengeballt. 2etzt erreicht uns die Nachricht, daß insgesamt von der deutschen Handelsflotte nur noch 42000 Tonnen aufgelegt sind. Es handelt sich dabei um die jeden Winter unbeschäftigten Spezial- Bäderdämpfer, die zum Teil ja auch im Winter überholt werden müssen. Nichts kann den völligen Umschwung auch für die deutsche Schifffahrt seit der Machtübernahme besser charakterisieren als diese Tatsache der restlosen Inanspruchnahme der deutschen Handelsflotte. Trotzdem feiern in der Welt immer noch 1,8 Millionen Tonnen, darunter 11 Prozent der griechischen, 10 Prozent der französischen und 9 Das Echo der Llnterhaus-Rede Edens. Konservative Kritik an den einseitigen Darstellungen des Außenministers. Die Aussprache im Unterhaus. Konservative Abgeordnete über ihre Erfahrungen in Spanien. London, 20. Jan. (DNB.) In der Ansprache über die bereits gestern im G. A. veröffentlichte E d e n r ed e ergriff zunächst der Führer der Labour-Party, Major A t t l e e, das Wort. Er begrüßte den Teil der Edenrede, der den Wunsch nach Zusammenarbeit aller Nationen aussprach. Eden habe Deutschland aufgefordert, sich den anderen Staaten der Welt anzuschließen, habe aber von Bedingungen gesprochen. Welcher Art seien diese Bedingungen? Der konservative Abgeordnete Croßley, der kürzlich Madrid besuchte, wandte sich gegen die Behauptung, daß in Madrid eine Art demokratische „Regierung" bestehe. In diesen Kreisen sei zweifellos der Sowjetbotschafter, der mächtig st e Mann. Croßley wies dann besonders auf die Grausamkeiten und Brutalitäten der Bolschewi- ten hin. Als Beispiel führte er an, daß von 136 Geistlichen in Toledo nur noch sechs lebten. Mit besonderem Nachdruck wandte er sich gegen die Behauptung der Teilnahme deutscher Truppen im Kampf auf Seiten Francos. An der Madrider Front hätten, als er in Madrid gewesen ei, keine Deutschen gekämpft. Auf Seiten der Bolschewisten käme fast die ganze Munition aus Frankreich. Dazu kämen sowjetrussische Tanks und Flugzeuge. Auf bolschewistischer Seite kämpften Leute aus beinahe jedem Lande der Welt, darunter eine große Anzahl von Sowjetrussen, die ständig wachse. Der konservative Abgeordnete Mitchell, der das nationale Spanien bereist hat, erklärt, daß das Volk hinter Franco zu stehen scheine, und daß im nationalen Spanien Gesetz und Ordnung herrschten. Ein weiterer konservativer Abgeordneter, Sir Henry Page-Croft, lehnte es ab, daß man Deutschland und Italien der Einmischung bezichtige. Wenn erst einmal die Geschichte dieses Bürgerkrieges geschrieben worden sei, erklärte er, werde man sehen, daß etwa 1 10 0 0 Franzo - s e n auf Seiten der Bolschewisten gekämpft hätten, ehe überhaupt von irgendeiner deutschen oder italienische Beteiligung hätte gesprochen werden können. Unterstaatssekretär Granborne erklärte, Att- lee habe betont, daß nur eine verfassungsmäßige Regierung in Spanien gebe. Aber Blum habe bei Einbringung des Gesetzes über das Freiwilligenverbot gezeigt, daß er die beiden Parteien in Spanien im Gesetz gleichmäßig behandele. Blum habe gelernt, echte Tatsachen zu werten. Att- lee hätte das aber nicht gelernt. Spanien müsse sein Schicksal allein bestimmen. Die britische Regierung versuche das sicherzustellen. Granborne fragte den Führer der Opposition, ob er die Folgen auf sich nehmen wolle, wenn eine andere Politik zum Kriege sichre. Attlee erklärte, daß er seinerseits die Regierung fragen müsse, ob sie das Risiko eines Krieges auf sich nehmen wollte. Nach einem hitzigen Wortgefecht vertagte sich das Haus. Die schulmeisterliche Rede des englischen Außenministers fand in der Aussprache durch konservative Abgeordnete die kritische Antwort, daß im spanischen Krieg nicht Deutschland oder Italien aktiv beteiligt seien, dagegen hätten zehntausende Franzosen und russische Bolschewisten von vornherein mit den Waffen die Interessen des Umsturzes in Spanien gewahrt. Davon hatte Eden überhaupt nicht gesprochen. Er hütete sich, Moskau oder Paris auch nur irgendwie zu verletzen, er ergoß seine Rhetorik über alles Mögliches er stellte Leitsätze auf wie „Die Regierungsform in Spanien muß eine Angelegenheit des spanischen Volkes und von niemand anders sein", aber sagte nicht, daß gerade die Mächte, die wie Sowjetrußland und Frankreich mit England in bestem Einvernehmen zu stehen scheinen, diese Selbstbestimmung des spanischen Volkes verhindern. Die konservativen Redner hatten diesen schwachen Punkt der Rede sofort herausgefunden. Aber Eden hat diese Opposition nicht entkräftet und zum Schluß der Erörterung hat Lord Cranborne es sich ebenfalls versagt, auf diesen springenden Punkt einzugehen. Schon Bismarck hat sich dagegen gewandt, daß britische Minister von der Sucht getrieben, die englische Politik als die allein richtige hinzustellen, sich in „tantenhaftem Moralisieren" ergingen. Und dieses Bevormunden anderer Regierungen, vornehmlich der deustchen, hat Herr Eden zur Meisterschaft ausgebildet. Das mag mit Edens Vorliebe für die unglückliche Institution des stets fehlrechnenden Völkerbundes Zusammenhängen. Aber es bleibt unverständlich, wie Eden dazu kommt, der deutschen Regierung gewissermaßen eine englische Linie vorschreiben zu wollen, damit Deutschland, wie Eden sich ausdrückt, sich wieder der Achtung anderer Staaten erfreuen könne. Es ist selbstverständlich, daß jedes Land sich die Regierungsform wählt, die seinem eigensten Wesen entspricht. Wir sind die Letzten, die der englischen Politik vorwerfen, nur nach englischen Interessen geleitet zu werden. Wenn aber Eden von seinem demokratischen Standpunkt aus es als unangenehm empfindet, daß Deutschland die „Rasse und den Nationalismus zu einer Weltanschauung erhoben hat", dann muß man doch fragen, wie Eden sich den Wiederaufstieg Deutschlands, den es eben der Hinwendung zum Glauben an die Tüchtigkeit seiner Rasse und an die Kraft seines geeinten Nationalgefühls verdankt, ohne diese Kräfte und ohne diesen Glauben denken könnte. Gerade die Briten sind dafür bekannt, daß sie an die Tüchtigkeit ihrer eigenen Rasse und an die Kraft des britischen und des Empire-Gedankens glauben. Nur dadurch haben sie ihre Stellung in der Welt begründet und behauptet. Wenn Deutschland das, was es den Engländern zubilligt, nun an sich selbst erprobt, dann ist das doch gewiß nicht ein mangelnder Wille zur politischen Zusammenarbeit der Nationen, sondern das Gegenteil. Den Reden Edens stehen sichtbare Leistungen Deutschlands für eine friedliche Zusammenarbeit der Völker gegenüber. Unsere erfolgreiche Friedenspolitik mit Litauen, Polen, Oesterreich und Italien beweist allein schon den Vorteil der direkten Verständigungsmethode gegenüber der kollektivistischen Ideologie Edens. rt. Der britische Außenminister Eden, der auf der Durchreise nach Genf in Paris eingetrofsen war, nahm das Abendessen in der Wohnung des Ministerpräsidenten Blum ein. Der englische Botschafter, Sir George Clerk, war ebenfalls Gast des fron» zösischeu Ministerpräsidenten. Abends trat Eden die Weiterreise an. Die Meinung der presse. London, 20. Jan. (DNB.) Aus der Rede Edens im Unterhaus wird von der Londoner Presse sein Appell an Deutschland hervorgehoben. Edens Erklärungen, die an Deutschland gerichtet sind, nennt die „Time s" eine Politik nicht nur der britischen Regierung, sondern des ganzen britischen Volkes. Der „Daily Telegraph" schreibt, gestern abend sei an Deutschland eine Aufforderung ergangen, seine Vorschläge zu machen mit der Zusicherung, daß im Falle einer deutschen Bereitschaft auf englischer Seite der Wunsch vorhanden sei, Deutschland wieder ganz in die Gemeinschaft der NaUonen zurückzubringen. Der „Daily H e r a l d" sagt, daß Eden zum hundertsten Mal klar gemacht habe, daß England die wirtschaftliche Isolierung am allerwenigsten wünsche. England fei völlig bereit, schon morgen die Zusammenarbeit mit Deutschland aufzunehmen. Es müsse aber eine generelle Zusammenarbeit sein. Das Problem sie ein europäisches, also müsse die Lösung auch eine europäische sein. Die „Daily Mail" behandelt den Appell Edens an Deutschland, den Grundsatz „nationaler Ausschließlichkeit" über Bord zu werfen, und als Partner an einer europäischen Gesamtregelung teilzunehmen. Sie schreibt dazu, daß dieses Ideal allgemein willkommen geheißen werden würde, daß man sich aber doch fragen müsse, warum ü i e Ermahnung besonders an Deutschland gerichtet worden sei. Die immer wachsende Drohung des Bolschewis- mus habe ihre Schatten über Eurova geworfen und stehe jeder Befriedung im Wege. An Moskaus Adresse sollten Vorwürfe, wie die „der Verschärfung internationaler Judenhetze" oder Forderungen nach „Aufgabe jeder Form der Einmischung in die Angelegenheiten anderer" gerichtet werden. Die „Daily Mail" begrüßt die Förderung der englischen Rüstung, die Eden vertreten habe. Seine Erklärung sei aber dadurch wieder zunichte gemacht worden, daß er sich für eine Stärkung der Autorität des Völkerbundes ausgesprochen habe. Der „Palast der Torheit in Genf" habe seine verderbliche Fähigkeit gezeigt, nicht Frieden zu schaffen, sondern Pakte, Kriege und eine Fülle kleinerer Unruhen. Das Liebäugeln mit Genf und das Lehrenerteilen an große und schwer bewaffnete Mächte könnten zu nichts führen, höchstens zu einer Katastrophe. — Welches Recht, so fragt „Eoening News", habe England, das bisher noch nicht in Reichweite der bolschewistischen Macht liege, einem Lande wie Deutschland, das nur mit knapper Not dem Bolschewismus entgangen sei, Vorlesungen zu halten. Wenn Eden glaube, daß die Welt mit Worten wohlhabender und ftiedlicher gemacht werden könne, bann müßten diese Worte an die Moskauer Adresse gerichtet werden. Prozent der englischen Flotte. Der Erfolg der deutschen Handelsschiffahrt sticht um so mehr ab, als zur Zeit die deutschen Werften die Höch st e B e s ch astig u n g s z i f f e r der Nachkriegszeit aufweisen und gerade im vergangenen Jahr auf den großen Linien nach Ostasien, Mittelamerika und Afrika eine Reihe modernster großer Schiffe neu in den Verkehr gestellt worden sind. Das Leiffungsabzrichen des DL. ch - - Diejenigen Mitglieder des Deutschen Jungvolks, die die vorgeschriebenen sportlichen Hebungen erfüllen, erhalten dieses Leistungsabzeichen. — (Scherl-M.) Mitführen der Jahnen und Standarten des Heeres. Das Oberkommando des Heeres hat befohlen: Die Fahnen und Standarten find grundsätzlich nur beide sonders feierlichen Anlässen zu zeigen. Fahnen und Standarten werden enthüllt von der Truppe mitgeführt: a) b e i Ehrenparaden (z. B. Geburtstag des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht), an denen mindestens ein Bataillon (Abteilung) oder drei Schwadronen mit Waffen teilnehmen; b) bei Gestellung von Ehrenkompanien (Ehren- schwadronen) für den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht; c) bei Gestellung von Sa- lutbatterien für den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht, wenn sie an dem Vorbeimarsch teilnehmen: d) bei der Rekruten- vereidigung; e) bei feierlichen Veran- staltungen (z. B. nationalen Feiertagen, bei besonderen Appellen, Einweihungen usw.); f) bei Trauerparaden. — Fahnen und Standarten werden nicht mitgeführt: a) bei Hebungen (z. B. Felddienstübungen): b) bei Herbst- Übungen und Wehrmachtmanövern. Findet im Zusammenhang mit Hebungen eine Feldparade statt, so nehmen an dieser die Fahnen und Standarten teil. Kleine politische Nachrichten. Reichsminister Dr. Goebbels empfing heute eine Abordnung alter Parteigenossen ausHattingenander Ruhr, die ihm die Grüße seiner Kameraden aus der Kampfzeit überbrachten und ihm das Modell eines Treibsatzes einer Schnellzuglokomotive, ein Bilderalbum aus den Werken der Ruhrstahl AG. sowie ein Gemälde des Goebbelsberges überreichten, auf dem Dr. Goebbels im Kampfjahr 1925 bei einer Sommersonnenwende der Ortsgruppe Hattingen der NSDAP, die Feuerrede hielt. Reichsminister Dr. Frick unternahm eine Besichtigungsfahrt durch das Aachener Grenzland. Die Grenzfahrt führte durchs Wurmkohlengebiet von Alsdorf nach Herzogenrath an der holländischen Grenze und dann durch den Aachener Wald und die Eifel an der neuen belgischen Grenze entlang. Auf der Fahrt unterrichtete Regierungspräsident Vogelsang den Minister über die grenz- politischen Verhältnisse und die wirtschaftliche Struktur des Aachener Gebietes. Der Jugendführer des Deutschen Reiches hat zum Inspekteur der „ALolf-Hitler-Schu- l e n" den Oberbannführer im Stabe der Reichsjugendführung Kurt Petter ernannt. Aus aller Welt. 20 Grad Kälte in Schlesien. In der Nacht zum Donnerstag traten in Schlesien strenge Fröste auf. In Oberschlesien sanken die Temperaturen bis —20 Grad ab, in Nieder- und Mittelschlesien wurden 18 Grad Kälte erreicht. Im Gebirge sanken die Temperaturen stellenweise mehr als 20 Grad unter den Gefrierpunkt. Amerikanischer Polizist von einem Gangster erschossen. Ein tolles Gang st er st ück, das mit der E r - m o r b u n g eines Polizeibeamten endete, f)at sich in Monroe (Michigan) ereignet. Zwei Polizeibeamte, die eine Streife unternahmen, hielten einen Kraftwagen an, weil sie in den beiden Insassen die Entführer eines Geschäftsreisenden vermuteten. Einer der Beamten stieg in den Privatwagen über, während der andere einen der Verdächtigen zu sich in den Dienstwagen nahm, um zum Polizeirevier zu fahren. Auf dem Wege zum Revier zog der Verbrecher plötzlich feinen Revolver und zwang den Beamten, mit dem Dienstwagen einen anberen Weg einzuschlagen. Mit der Pistole trieb er den Polizisten zu großer Geschwindigkeit an. Der Kamerad des Beamten nahm mit dem Privatwagen, den einen Verbrecher neben sich, sofort die Verfolgung, auf, konnte aber den Dienstwagen nicht mehr erreichen. — Am Abend fand man den Polizeibeamten außerhalb der Stadtgrenze mit den Polizeihandschellen an einen Briefkasten angeschlossen erschossen auf. Rekordflug des amerikanischen Fliegers Hughes. Der amerikanische Flieger Howard Hughes hat bei einer Heberquerung des amerikanischen Kontinents einen neuen Rekord aufgestellt. Er ist in Los Angeles aufgestiegen und nach 7 Stunden 29 Minuten 27 Sekunden in Newark (New Jersey) gelandet. Er hat damit seinen eigenen Rekord von 9’/2 Stunden, den er 1936 aufstellte, gebrochen. Hughes legte auf der 2490 Meilen (4007 Kilometer) langen Strecke den Flug in einer Höhe von 14000 Fuß (4200 Meter) zurück. Seine Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 332 Meilen (534 Kilometer), seine Höchstgeschwindigkeit 370 Meilen in der SturGe (594 Kilometer). Schweres Fährunglück in China. In den Stromschnellen des West-Flusses, südlich von Kanton, ist ein Fährdampfer im Nebel aufgelaufen und gesunken. Von den 400 Fahrgästen des Dampfers sind 200 ertrunken oder werden vermißt. Von Kanton aus sind Rettungsfahrzeuge mit ärztlicher Hilfe abgegangen. ZBeinprobe in Bacharach. Dieser Tage fand in Bacharach am Rhein eine umfangreiche Weinprobe statt, zu der Weine der Jahrgänge 1934, 1935 und 1936 aufgestellt waren. Besonders zeichneten sich die Weine der Jahrgänge 1934 und 1935 durch Güte und Reife aus. Aber auch der 1936er hat sich ausgebaut. Weinbaudirektor Carstensen sprach über den Sinn dieser Weinprobe. Bürgermeister Berger betonte die Volksverbundenheit, die eine solche Weinprobe zum Ausdruck bringe, zu der Winzer, Weinhändler, Wirte und führende Persönlichkeiten der Orts- bauernschaft erschienen waren. Drei Menschen in brennendem Kraftwagen umgekommen. Ein schwerer Kraftwagenzusammen« stoß ereignete sich in der Nähe von Bordeaux. Zwei Lastwagen stießen in voller Fahrt zusammen. Im Nu standen beide Fahrzeuge in Flammen. Während es gelang, die beiden Insassen des einen Wagens mit lebensgefährlichen Verletzungen zu bergen, verbrannten die drei Insassen des anderen Wagens bei lebendigem Leibe. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 36: 11 250. Druck und Verlag: Brühl'fche Hniversitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., fämllich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Psi mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Psi, mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig Neues für den Büchertisch Kirche und Schule — Ludwig Thoma: „Meine Bauern. Sämtliche Bauerngeschichten. In Leinen gebunden 4 Mark. — (9) — Verlag Albert Langen / Georg Müller, München. Wer von jener Dichtung spricht, die ihre Kräfte aus Landschaft und Bauerntum schöpft, der wird eines Mannes gedenken muffen, dessen Werk, obzwar er nicht mehr unter den Lebenden weilt, heute noch ebenso lebendig ist wie einst. Wollte man den Wurzeln seines dichterischen Schaffens nachspüren, so fände man gar bald, datz sie ihren tiefsten Grund haben im Bauerntum, dem Thoma enstammte, und dem er zeitlebens bis zu seinem allzu frühen Tode die Treue bewahrt hat. Er war ein echter und treuer Sohn seiner altbayerischen Heimat und wurde nicht müde, immer wie» der von ihren Menschen zu erzählen. Ueberaus zahlreich sind die Geschichten, die er, von seinem ersten Buche Aaricola" an, in seinem Leben geschrieben hat, und die jetzt zum ersten Male in einem Bande vereinigt unter dem treffenden Titel '.Meine Bauern" erschienen sind. Denn er erzählt tatsächlich von seinen" Bauern, die er achten und lieben gelernt hat als einer, der sich ihnen zuinnerst verbunden weiß. Ob er sie nun bei der Arbeit beobachtet, im Umkreis ihrer bäuerlichen Gesetze und Pflichten, draußen auf dem Acker oder daheim auf dem Hof und in der Scheuer, oder ob er ihnen auf den Hochzeiten, Kindstaufen oder auf der Kirchweih begegnet, immer zeigt er sie als das, was sie sind: einfache, chlichte, natürliche Menschen, die das Herz aus dem rechten Fleck haben und reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Aus jeder dieser Geschichten leuchtet sein prächtiger, gemütvoller Humor, der eine ferner schönsten menschlichen Eigenschaften war und zugleich seine süddeutsche Wesensart unverkennbar — Hessen-Nassauisches D olk sw orte r b u ch ... ausgewählt und bearbeitet von Luise Berthold. Zweiter Band. Lief. 9. Marburg, El- wert 1936. — (540) — Noch im alten Jahr ist die neunte Lieferung des auch für unser Oberhessen zuständigen Mundartwörterbuchs erschienen Das stetig vorschreitet. Das neue Stuck fuhrt von Ohr bis P f a h l g r a b e n, umfaßt also die wichtigen Stichworte Ohr (mit seinen Zahlreichen Zusammensetzungen): Ostern, Osterei, Osterhase usw Pack, Palm, Pech, Pfaffe u. a. Das Pferner als der Hauptfremüwörteranlaut zahlreiche noch in der Mundart lebende fremde Bestandteile unseres Wortschatzes. An Karten werden diesmal die Verbreitung von Pate gegen Petter, Patin gegen Gote, Töte, Götel und von Peitsche gegen Geißel für das gesamte Gebiet gegeben; außerdem für die Kreise Marburg, Kirchhain und Frankenberg die Bezeichnung des Brautwagens. Schon die genann- ttn Stichworte Ostern mit Zusammenl etz— Brautwagen (Packwagens Pate und Pattn lassen ahnen, wieviel Volkskundliches auch in dieser Lieferung wieder Platz finden konnte; ich verweise ferner auf die Artikel Peter und Peterstag „Wers nicht glaubt, der pappts" soll aus Pberh^sen nicht bezeugt sein; vielleicht veranlaßt diese Mitteilung den einen oder anderen zu einer Meldung nach Marburg (Lahn), Hessen-Nassamsc^es ^Wörterbuch. - Heinrich Zillich: „Der baltische Graf". Erzählung. Mit zehn Federzeichnungen von Fritz Kimm. „Kleine Bücherei des Verlages Langen-Müller, München. — (14) — In dieser Erzählung schildert der siebenbürglsche Dichter eindringlich das seltsame Schicksal eines Mannes, dessen Frau und mit ihr zugleich sein neugeborenes Kind von Tataren geraubt wurde. Als er viele Jahre später bei der Belagerung Kronstadts rm Amse eines Siebenbürger Sachsen dessen einziges Kirch heb’ gewinnt, läßt er sich, nun doppelt unglücklich darüber daß er um sein Vaterglück betrogen wurde, zu einer Verzweiflungstat hinreißen und entfuhrt, eurem rätselhaften Zwange folgend, das Kind das ihm ans Herz gewachsen ist. Nach abenteuerlicher Irrfahrt findet es wieder den Weg w die Arme der Mutter zurück, während er, der Schuld auf sich lud sein verfehltes Leben nut dem Tode sühnt. — R u d o l f v o n Eichth al: Die Teufe l s- f u g e. Altösterreichische Liebesgeschichten Buch- chmuck und Cinbandentwurf von Karl Alexander Wilke 362 Seiten. Ganzleinenband 5,50 Mark. Lei)3 kam-Derlag, Graz, Wien Leipzig. - (351)^- Rudolf von Eichthal gibt in diesem Buche einen Zyklus historischer Liebesgeschichten. Ernst und duster beginnt der Band mit der Novelle „Die schwachen Reiter", die in Oesterreichs Schicksalsiahr 1645 vor Wien spielt. Die Gestalt eines römisch-deutschen Kaisers, der im 18. Jahrhundert an Stelle von Knegs- ruhm die Lorbeeren des Komponisten und Opern- diriaenten suchte, bildet den historischen Hintergrund der ergreifenden Liebesgeschichte von der „Schonen Test". Den Höhepunkt des Bandes bildet wohl die Hoffmannsche Novelle „Die Teufelsfuge , die dem Gesangverein „Eintracht", erwiesen dem Heimgegan. aenen die letzte Ehre. Am Grabe sprach der Pfarrer vom treuen Dienst des Entschlafenen den er über- all wo er stand, geleistet hatte. Nach der Ehren, alve und dem Gesang des Vereins legte der Dor itzende des Kirchenvorstandes Pfarrer Doll für liefen und die Kirchengemeinde Steinbach emen Kranz nieder und gedachte der Treue, mit der der Verstorbene mehr als 16 Jahre im Klrchenvor stände mitaearbeitet habe. Die Alterskameraden ehrten den Toten ebenfalls mit einem Kranz. Darauf würdigte der Vereinsleiter des Gesangvereins "Emttacht Friedrich Walb die Verdienste seines Ehrenmit- gliedes, langjährigen Vorsitzenden und Attgrunders und legte als Dankeszeichen ebenfalls einen Kranz nieder. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Während Nord- und Osteuropa vollkommen mit arktischen Kaltluftmassen erfüllt sind, die sich m starkem Maße in Ost-, Mittel- und Norddeut ch- land bemerkbar machen, ist im Westen der Einfluß der über Frankreich einströmenden Meeresluft noch immer nicht ganz verschwunden. Wohl hat sich auch bei uns merkliche Abkühlung eingestellt, doch ist em vollständiges Durchgreifen der Kaltluft vorerst noch unwahrscheinlich. Der Witterungscharakter bleibt leicht unbeständig. Die zu erwartenden Niederschlage werden im Gebirge als Schnee fallen. Aussichten für Freitag: Wolkig bis auf- heiternd und nur vereinzelt leichter Niederschlag (im Gebirge Schnee), nachts Frost, veränderliche Winde. Aussichten für Samstag: Fortdauer der leicht unbeständigen Witterung mit nächtlichen Frösten. Lufttemperaturen am 20. Januar: mittags 4,2 Grad Celsius, abends 1,3 Grad; am 21. Januar: morgens —0,7 Grad. Maximum 4,3 Grad, Minimum heute nacht —1,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. Januar: abends 0,3 Grad; am 21. Januar: morgens 0,1 Grad. — Niederschlage 2,2 mm. Wintersport-Wetterbericht. DG-ß udwig Thoma: „Ka sp ar Lo ri n s er. Mit einer bisher unveröffentlichten Portratzeich- nung von Olaf Gulbransson. „Kleine Bücherei des Verlages Langen-Müller in München. — (13) — Mit diesem kleinen Büchlein wird den Freunden des Dichters der Anfang seines vielleicht schönsten Werkes beschert, das er nicht zu Ende führen konnte, weil der Tod ihm die Feder vorzeitig aus der Hand nahm Es sollte ein autobiographischer Roman werden gleich Gottfried Kellers „Grünem Heinrich , der ,nicht bloß Selbsterlebtes, aber doch nur Selbst- gedachtes" enthalten würde. „Seit vielen Jahren — schrieb er einmal während seiner Arbeit an diesem Buche — „singt und klingt mir das im Herzen, aber es war gut zu warten. Einen guten Namen habe ich für den Helden, der doch ein Teil von mir fein soll. Er heißt Kaspar Lorinser. Klingt das nicht altbayerisch und gut deutsch? Und gut deutsch soll das Buch werden, das verspreche ich nur. Aber auch altbayrisch." Und beides sind in der Tat auch diese vier vollendeten Kapitel geworden, in denen er uns ein kostbares Stück Kindheit und Jugend geschildert hat Behaglich, von stillem Humor ubersonnt, meisterhaft knapp und schlicht erzählt, ersteht em Bild aus dem bayerischen Bauernleben, so in sich vollkommen, wie es selbst Thoma schöner und mmger kaum je zuvor gelungen ist.__________ Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, — 3 Grad, 28 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 4 Zentimeter Neu- schnee, Pulverschnee, Ski und Rodeln sehr gut. Herchenhainer Höhe: Bewölkt, —5 Grad, 22 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 6 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodeln sehr gut. Rhön, Wasserkuppe: Nebel, —3 Grad, 45 Zen- timeter Gesamtschneehöhe, 15 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodeln sehr gut. Sauerland, Winterberg: Bedeckt, —3 Grad, 40 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 8 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodeln gut. Schwarzwald, Feldberg: Bewölkt, — 5 Grad, 70 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodeln sehr gut. Alpen, Schneefernerhaus: Heiter, —7 Grad, 350 cm Gesamtschneehöhe, 25 cm Neuschnee, Pul- verschriee, Sportmöglichkeiten gut. Buch Grundstimmung und Tttel gegeben h^. Dre Erzählungen sind nicht ungeschickt und vielfach ausgesprochen spannend geschrieben, rm Thema allerdings gelegentlich, z. B. im „Roten Sarafran , so gewagt, daß sie von einer gewissen Art von Kolpor- tageliteratur nicht mehr zu unterscheiden slud. Die äußere Ausstattung des Buches macht dagegen einen sehr gediegenen Eindruck. — Kurt Eggers: Taufend Jahre Kakel- dütt. Ein luftiger Roman. Mit Zeichnungen von Kurt Gundermann. Leinen 4,50 RM. Schwarz. Häupter-Derlag, Leipzig. — (359.) — Em lebenstrotzender lustiger Roman um das überall und nirgends gelegene Kakeldütt, dessen biedere Burger zum Ruhm und Wohl ihrer Stadt eme durch eme historischen Grundlagen entschuldbare Tausendiahr- feier veranstalten. Dieser Bluff steigt wie eme prächtig schillernde Seifenblase tn die Hohe, bläht sich unter den absonderlichsten Ereignissen zu verblüffender Größe und platzt schließlich unter dem Gelachter der Zuschauer und Leser Der glanzende Schein vergeht, das unscheinbare Echte besteht. Mit gutmütigem Spott und erfrischender Frechheit hat Kurt Eggers seine übermütige Geschichte geschrieben, die Kakeldütt zu einem Begriff für manches Allzumenschliche machen soll. K Steinbach, 18. Jan. Am gestrigen Sonntag fand hier und in Albach eine o r d e n t l l ch e K i r - chenvisitation durch den Dekan des Dekanates Gießen, Dekan Sattler (Wieseck), statt. Zunächst wurde Jugendgottesdienst gehalten, an dem die Schuljugend und die konfirmierte katechismuslehr- pflichtiqe Jugend teilnahm. Die Unterredung nut der Jugend knüpfte Pfarrer D ö l l an das Evange- lium des Sonntags von der Hochzeit zu Stana an, der Visitator führte die Unterredung fort. Auch gab die Jugend Proben des Chorgesangs, der besonders gepflegt wird. Bei dem anschließenden Hauptgottesdienst hielt der Ortspfarrer die Liturgie, der evangelische Frauenchor sang „Selig find, die Gottes Wort hören und bewahren". Seiner Predigt hatte der Pfarrer das Evangelium des Sonntages zugrunde gelegt, „Jesus, der beste Gast unseres Hauses", war das Thema. Nach der Predigt fang her Chor „Der Herr ist mein Hirte". Hierauf richtete der Visitator seine Ansprache an die Gemeinde m der er eindringlich zur Treue zu der Kirche auffor- derte. Der Frauenchor wurde durch besonders ausgesprochenen Dank geehrt. Im Anschluß an den Gottesdienst fand noch eine Besprechung mit dem Chordiriqent, Musikmeister Schleuse, und dem Organisten, L. Mack II., statt. Die Sitzung des Kirchenvorstandes zeitigte als Ergebnis, daß dieser sich für die Erhaltung der kirchlichen Sitte em- setzen wird. In Albach, wo die Gottesdienste nachmittags stattfanden, nahm die Visitation einen ähnlichen Verlauf. — Nach den Albacher Gottesdiensten fand in Steinbach noch die Beerdigung des Dttt- qliedes des Kirchenvorstandes Jakob R e u \ ch - ljng statt. Eine auch für Steinbacher Verhältnisse ungewöhnlich große Trauergemeinde, voran die Kapelle Schleuse und die Kriegerkameradschaft und der Statt Karten Die Verlobung meinerTochterHeria mit Herrn Oipl.-Ing. Hans Schön gebe ich bekannt. Stau Elise Mchier, geb. Geyer. Meine Verlobung mit Fräulein Herta dichter, Tochter des ver- storbenen Arztes Herrn Or. med. Karl Richter und seiner Frau Gemahlin Elise, geb. Geyer, gebe ich bekannt. Hans Schön, Dipl.-Ing. Gießen, im Januar 1931 Kaiserallee 15 0 Moltkestraße 22 Koblenz, Hohenzollernstraße 22 II Darmstadt, Heinrichstraße 160 0328 Inw jGLORIA-PALAST 0317 0323 | Mietgesuche | - Ehev. 383 D | FAe>59> zu entnehmen. 371* Jede Hausfrau sagt einmal: Wegen des großen Zuspruchs, den dieser Film überall aufzuweisen hat, bittet man, möglichst Karten im Vorverkauf an der Theaterkasse das i. d. Lebensmittelbranche erfahren ist, zum 1. Febr. gesucht. Näheres in der Geschäftsstelle d. Eine der vielen Zuschriften aus dem Publikum: „Es ist mir ein inneres Bedürfnis, Ihnen zu schreiben, daß ich Ihren Film „Kreuzweg einer Liebe“ gesehen habe. Es ist sehr erfreulich, daß nach langer Zeit wieder ein Film gebracht wird, der ein so wichtiges und heikles Thema behandelt Es wäre nur zu wünschen, daß recht viele Frauen und junge Mädchen, aber auch Männer, sich diesen Film ansehen''. Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen unseren innigsten Dank Maria Kröck, geb. Reuschling und Angehörige Heuchelheim, den 20. Januar 1937 Gießen, Beuern, Grünberg, den 20. Januar 1937. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 23 Januar, nachmittags i/23 Uhr, in Beuern statt. FrilJöhLZimmer mitSchlafkab.u. evtl. Küchenben. an ruh. Mieter (2 Pers.) zu vermieten. 0332 Frankf.Str.31Il zwisch.2u.5Uhr. ■■■Warzen alle läMg.Haare, Leberflecken Pickel, Sommer- ivrofi. usw. entf. u. Gar. k. immer Frau B. Gulden lnh.8.193BFr.W.Henkel Svrechu. Freitag Bießen, Alicen- Straße 40 p. 9—7 Uhr durchgehend. Kreuzweg einerLiebe Ein unerhörter Film, der eines der ernstesten Probleme su lebensvoller Darstellung bringt. ' r i MM WINTEKHILFSWERK1936/37 W ..... Sohn sucht 2-Zm.-WDg. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe, unvergeß- liehe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Luise Schmidt Witwe geb. Schäfer im fast vollendeten 79. Lebensjahre in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Erich Schmidt, Studienrat Nur Freitag, den 22.. und Samstag, den 23. Januar, abends 11 Uhr 2 gr. Nacht-Vorstellungen Der mit größtem InteresseüberaU aufgenommene, durch seine Lebensnähe erschütternde Großfilm: Für den Naturfreund ! iDfliöweuen Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waides in Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 188 Kupfertiefdruck- tafeln, mit lebendigem und ouffchluhretchem Linführungstext von LGerhard u.G.Wolff. Preis RM. 4,80. .Ls lebt und webt in dem Buche, und wer es versteht, mit emp- fSnglichen Sinnen die bildgeword. Natur- fchönhetten in sich aufzunehmen, dem fingen u. klingen die Tafeln taufend (Erinnerungen wach an einstmals leibhaft Erschautes.' Reclam» Universum Verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten werbedlStter Zu beziehe« durch fede Buchhandlung: Hugo Dermühler Verlag Gestern abend entschlief sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein guter Vater und Schwiegervater, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Otto Lindenstruth, Lehrer 3-oö.4-3im.' WWW freie Lage, eingerichtetes Bad, Zentralheizung, im Südviertel z. 18.März gesucht. Schriftliche Angebote unt.395D an d. Gieß. Anz. Berufstät. Herr sucht z.l.Feb.37 mööi.3immer ev.sep.Eingang, in nur zentraler Lage.Schr.Ang. mit Preis unter 391D a.d.Gietz. Anzeiger erbet. AachläffevonZbi- 20 v. 6. erhalten 6U bet wiederholten Aufnahmen einer Anzeige Gießen (Asterweg 39), den 20. Januar 1937. Die Beerdigung fand in aller Stille statt - Beileidsbesuche und Kranzspenden dankend verbeten. im 64. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Otto Lind en struth, Vet-Prakt in Gießen. Schr. 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Der saß vergnügt schmunzelnd mit einem alten Freunde, der zufällig an demselben Tage wie Thoma und in demselben Jahre geboren war, auf seiner Jagdhütte in den Tegernseer Bergen bei einem improvisierten Mahle, und freute sich von Herzen seines gelungenen Streiches. Ich war Mitwisser, hatte mich aber feierlich verpflichten müssen, nichts zu verraten. „Mir wär's genua, so dumme Feierei!" hatte Thoma gemeint. „Was is dees schon, so a fünfzigster Geburtstag? Wichtigkeit ... Ja, wenn's der sechzigste wär', das ist ein Lebensabschnitt. Und da muß man nochmal besser werden und kräftig anrucken in die Siebzig hinein ... Dafür hab' i mir noch verschiedenes aufgespart zum Arbeiten/' Das Schicksal hatte es anders bestimmt. Ludwig Thoma wurde schon im 55. Lebensjahre abberufen. Die Zeit der letzten Reife war ihm nicht be- schieden und seine Verehrer, die noch so manches Werk von ihm erhofft hatten, trauerten dem Dichter nach, aber auch dem Menschen. Das war das Erhebende an der Persönlichkeit Thomas: er war ein deutscher Mann, Ernte fehl' ich nie. Mähen kann ich, was, Girgl?" Der Stallschweizer bestätigte lachend: „Joh, mit der Sensen, da stellt der Herr Dokta sein' Mann! Dem Herrn Kunstmaler Gulbransson, dem hat er's gezeigt, der Herr Dokta, da hat der andere gar net mitkommen können mit dem Mähen. Da war der Herr Dokta weit voraus." Ludwig Thomas Dichtunaen bewegten sich zum großen Teil in bäuerlicher Umwelt und in bäuerlicher Art. Sein Drama „M a g d a l e n a", dessen erster Akt fast unerreicht dasteht in der deutschen Literatur, behandelt die Tragödie eines Bauernmädels, das in der Stadt verdorben worden ist und nicht wieder Wurzeln fassen kann auf dem Ludwig Thoma, nach einer Zeichnung von Olaf Gulbransson. der mit seinem Denken u Handeln in deutschen Räumen, in seiner altbayerischen Heimat verwurzelt war. In meinem Buch: Ludwig Thoma und die Münchner Stadt" bin ich auch nach dieser Richtung der Entwicklung seiner Wesensart nachgegangen: das Höchste war ihm das deutsche Vaterland. Obwohl er sich seiner Sendung als Dichter, als geistiger Arbeiter bewußt war, liebte er heiß das Bauerntum und das Leben auf dem Lande. Er wäre selbst gern Bauer gewesen. Und als er mir sein schönes Anwesen auf der Tuften bei Rottach am Tegernsee zeigte, führte er mich zuerst in den Stall, der oberhalb des Hauses am Berge liegt. Vier Kühe von bester Simmentaler Rasse und das Kälbchen „Lisl" standen hier und wurden von dem tüchtigen Schweizer Girgl betreut. Hühner gackerten herum, und Bienen schwirrten um ihre Körbe. „Sixt d', mein erster Gang in der Früh' is hier herauf. Schau dir die Küh' an, gibt's eppa was Schöneres? Am liebsten töt i alle Stallarbeit selber, aber leider wartet immer a Schreiberei auf mich. Oder die Redaktion vom ,Simpsi in München." Als wir heraustraten, wies er mir mit einer Handbewegung fein Besitztum: „Da, über dreißig Tagwerk Wiesen gehören zum Anwesen und in der ländlichen Heimatboden. Thomas erstes Buch „Aaricola" war richtunggebend, und fein erster großer Roman „A n ö r e a s V ö ft" ist ein Abbild des Kampfes eines Bauern gegen überhebliches Pfaffentum. Thoma war feiner Zeit weit voraus in feinem Ringen gegen Zentrum und politische Geistlichkeit. Seine Satire „Briefwechsel eines bayrischen Landtagsabgeordneten" baut in prachtvollem Humor den schwarzen Bayrischen Landtag vor dem Weltkrieg auf und gibt stilgerecht und scharf Umrissen in Typen und Charakteren Bilder aus der damaligen Zeit. Wie weit und hoch sich der Bogen dichterischer Gestaltungskraft spannte bei Ludwig Thoma, zeigt seine Weihnachtslegende „Heilige Nacht, die in Innigkeit und Zartheit einfaches Menschentum und tieftte Religiosität aufweist. Auch im Verkehr suchte Thoma gern bäuerliches Leben. Ein echter Bauern-Stammtisch mit seinem scharfgewürzten lustigen Hin und Her gab ihm mehr als der gesellschaftliche Verkehr in der Stadt. Der Handarbeiter galt ihm nicht weniger als der geistig Schaffende, die bestellte Flur war ihm heiliges Land. Es schnitt Thoma ins Herz, wenn wieder Nachricht kam vom Heldentod eines frischen Bauernburschen vom Tegernsee oder aus der Dachauer Gegend, wo er eine Niederjagd gepachtet hatte. Ergreifend konnte er erzählen, wie ihm, als freiwilligem Krankenpfleger, auf dem östlichen oder westlichen Kriegsschauplatz ein verwundeter Feldgrauer den Kopf vertrauensvoll an die Brust gelegt hatte. Im Weltkrieg zeigt sich Ludwig Thomas echte deutsche Vaterlandsliebe. Er gab, was er konnte, für die Allgemeinheit und schickte ungezählte Feldpostpakete hinaus an die Front. Was immer er entbehren konnte, an Milch und Butter, kam notleidenden Angehörigen von Kriegsteilnehmern, zugute. Niemals hat er es recht überwunden, daß er wegen seines Alters und wegen seiner wichtigen Sendung als vaterlandstreuer Schriftsteller in der Heimat als Landsturmmann nicht eingereiht wurde. Die Ruhr, die er sich an der Ostfront in den Rokitnosümpfen geholt hatte, trug wohl viel bei zu seinem frühen Tode, und der Zusammenbruch an der Westfront, 1918, hat ihm seelisch den Rest gegeben. Trotzdem hatte er noch Kraft genug in seinen letzten Lebensjahren sich gegen Rassefremde und Marxisten aufzulehnen und scharfe Artikel zu schreiben — gegen den „Dolchstoß im Rücken". Viel wäre noch zu erzählen von Ludwig Thoma als Jäger. Er stammte von bayerischen Forstleuten, bis hinauf zu Urgroßvätern und Ururgroßvätern und war ein Weidmann von Klasse, der nie in Schießgier den Finger am Abzug krumm machte. Lieber setzte er die Büchse wieder ab, als daß er durch einen schlechten Schuß ein Tier krank schoß. Als Heger war er vorbildlich und liebte das Wild. Schön war es, wie er der Jugend mit dem Herzen nahestand. Wie er mitging und sich hellauf freute, wenn im Kreise der Jungen seine Lieder gesungen und seine scharfen Verse gegen Spießertum und unechtes heuchlerisches Wesen, gegen Kitsch in der Kunst und Kriecherei im Leben zitiert wurden. Es war Ludwig Thoma nicht vergönnt, das neue Reich zu erleben, aber in dem festen Glauben an ein Wiederaufblühen des deutschen Vaterlandes ist er hinübergegangen. In seinen Werken, die ins Dritte Reich eingezogen sind, lebt er für die große Gemeinde seiner Leser und vor allem für die Jugend weiter. Ein deutscher Dichter von hoher Wertung und ein echt deutscher Mensch. Aus den preußischen Nachbargebieten. Bahnhöfe Ffni.-Sportfeld und Lusthafen Bhein-Main. LpD. Frankfurt a. M., 20. Jan. Am 1. Februar 1937 werden, wie die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. mitteilt, die Bahnhofsnamen Frankfurt a. M. - Goldstein und Mitteldick geändert. Der Bahnhof Goldstein erhält den Na- men Frankfurt a. M.-Sportfeld, der Bahnhof Mit- tcldick den Namen Lufthafen Rhein-Main. Garagen- und Werkstättenvesitzer Achtung! Fahrerflucht. Lpd. Frankfurt a. M., 20. Jan. In der Nacht auf Montag wurde von einer aus Richtung Kassel kommenden Opel Olympia-Limousine bei Obervellmar ein Mann angefahren und schwer verletzt. Ohne sich um den Verletzten zu kümmern, fuhr der Autolenker davon. An der Unfallstelle wurden eine Haubenzieherstange und Glasstücke der Windschutzscheibe aufgefunden. Vermutlich wurde der Kraftwagen auf der rechten vorderen Seite beschädigt, außerdem dürfte er Blutspritzer erhalten haben. Personen, die irgendwelche Angaben über dieses Auto machen können, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden. fireis Wetzlar (D Krofdorf-Gleiberg, 20. Jan. Da unsere Gemeinde keine Schafherde besitzt, aber von der volkswirtschaftlichen Bedeutung der Schafzucht überzeugt ist, gestattet sie seit Jahren einer fremden Herde die winterliche G a st w e i d e in der Gemarkung. In diesem Winter befinden sich etwa 300 Tiere hier. Ihr Besitzer bezahlt eine Pachtsumme an die Gemeinde, der Erlös aus dem regelmäßigen Verkauf des nächtlichen Pferchs fällt ihr ebenfalls zur Hälfte zu, während die andere Hälfte die Wiefen-Be- und Entwässerungsgenossenschaft erhält. Wie hoch man den Wert des Schafdüngers schätzt, beweist die starke Nachfrage bei den etwa alle vierzehn Tagen stattfindenden Versteigerungen des Pferches. Für zwei bis drei Nächte Pferchhaltung werden durchschnittlich zwei Mark bezahlt. Während der Zeit der Nutznießung hat der Grundstückseigentümer den Schäfer zu verpflegen. ch Wißmar, 18. Jan. Bei der vom 8. bis 10. Januar in Leipzig abgehaltenen Geflügelausstellung konnte der hiesige Geflügelzüchter Ludwig Zecher mit seinen fünf Rhodeländer- Hennen drei Ehrenpreise und drei Zuschlagspreise erzielen. Eine der Hennen wurde mit dem Reichs- 1 sachschafts-Ehrenpreis (und Zuschlag) ausgezeichnet und konnte damit als die beste Henne ihrer Rasse bezeichnet werden. Auf vielen anderen Schauen, die der hiesige Züchter beschickt hatte, konnte er ebenfalls Ehren-, Zuschlags- und Klassenpreise erringen. — Bei der ersten Holzversteigerung in diesem Winter wurden folgende Preise (je Raummeter) erzielt: Buchenscheiter 10 bis 12 Mark. Buchenknüppel 7 bis 8 Mark, Buchenreiser 1,20 bis 1,50 Mk., Eichenscheiter 5 bis 6 Mk., Eichenknüppel 3,50 bis 4.— Mk., Eichenreiser 0,50 Mark. + Kinzenbach, 19. Jan. In unserem Orte fand gestern abend die erste Verdunkelungsübung statt. Die Uebung nahm einen sehr befriedigenden Verlauf, denn kurz nach dem Signal war bereits das ganze Dorf verdunkelt, obwohl in den Häusern das Leben seinen gewohnten Gang weiter ging. Die Kontrollorgane hatten keinen Anlaß zu Beanstandungen. — Der Männergesangverein „Fortun a" hielt in seinem Vereinslokal seine Jahreshauptversammlung ab, die mit einem Gedenken an die Toten des vergangenen Jahres eingeleitet wurde. Der Jahresbericht ließ erkennen, daß das vergangene Jahr dem Verein schöne Erfolge brachte. Der Kassenwart konnte über ein gutes finanzielles Ergebnis berichten. Der Vereinsführer dankte allen Mitarbeitern. Anschließend gab der Schriftführer einen Bericht über den Kreissängertag in Wetzlar. Ferner wurde beschlossen, zwei Mitglieder nach Breslau zum Bundessängerfest zu entsenden. <> Frankenbach, 19. Jan. Bei der hier von Jagdpächter Vollmann aus Iserlohn abgehaltenen Treibjagd wurden 20 Hasen, ein Reh und ein Fuchs, zur Strecke gebracht. <> Dutenhofen, 20. Jan. Unsere Gemeinde plant den Bau eines neuen Spritzenhauses, da die bisherigen Einrichtungen den neuzeitlichen Verhältnissen nicht mehr entsprachen. Das neue Gebäude soll auf dem Kirmesplatz errichtet werden, während die Viehwaage auf den Platz zu stehen kommen soll, der bisher vom Spritzenhaus eingenommen wurde. Ferner ist vorgesehen, die Hauptstraße im Oberdorf zu kanalisieren. Zur Vorbereitung weilte dieser Tage eine Kommission des Kreisbauamtes Wetzlar an Ort und (Stelle. Der Unterschied ist zu grob! wenn sie jetzt im Winter aus der geheizten Wohnung ins Freie gehen, kann Ihre Haut und spröde werden. Darum vor- beugen! Mit der euzerithaltigen Nivea-Creme einreiben! Das er- \ hält Ihre Haut weich u.schmiegsam.^^^ - er „Weiße Sklaven." Gloria-Palast. Der Untertitel lautet „Panzerkreuzer Sebastopol" und ist charakteristischer, weil er mitten ins Zentrum der Begebenheiten hineinführt. Nach einem Tatsachenbericht von Charlie Roellingho ff schrieben Carl Anton, Arthur Pohl und Felix von Eckardt das Drehbuch. Hier wird mit eines schonungslosen Realistik eine der grausigsten Episoden aus der russischen Revolution während des Krieges geschildert: die blutige Meuterei auf dem zaristischen Panzerkreuzer „Sebastopol" und deren furchtbare Folgen. Das Schiff kehrt nach langem und anstrengendem Hochseedienst nach Sebastopol heim. Die Offiziere werden vom Gouverneur empfangen und revanchieren sich mit der Einladung zu einem abendlichen Bordfest. Schon kurz zuvor sind beunruhigende Nachrichten von roten Revolten in der Armee und der Flotte bekannt geworden. Aber man nimmt sie nicht ernst, tut sie ab als „das liebliche". Die Folgen sind schrecklich: niemand ahnt, wie nahe die Gefahr des roten Aufruhrs schon lauert; niemand kann wissen, daß beispielsweise der Kammerdiener im Gouverneurspalast ein verkappter Revolutionär ist, der nur 'darauf lauert, bas Zeichen zum Los- bruch zu geben, zur Aufrichtung eines fürchterlichen Schreckensregiments. Die geheime Parole der Roten, „Gäste sind da", geht unheildrohend, geflüstert von Mund zu Mund. Und während Gäste und Gastgeber am Abend an Bord des Panzerkreuzers (noch bevor die Verlobung der Tochter des Gouverneurs mit einem jungen Oberleutnant bekanntgegeben wird, das Fest zu frönen) des obersten Kriegsherrn gedenken — zerreißt ein heulender Sirenenton die Klänge der Zarenhymne: das Signal der Roten, die mit Maschinengewehren die wehrlosen Offiziere und die Frauen zusammenschießen, dann die Geschütze des Kreuzers auf die Stadt richten und sich ihrer alsbald bemächtigen. In der Stadt herrscht nun der rote Kammerdiener als neuer „Gouverneur", die entfesselte Meute der Bolschewisten feiert schauerliche Siegesorgien und übt einen Terror, dessen häufigste und unwiderlegbarste Dokumente eine trostlose Kette von Todesurteilen bilden, von „Liquidationen", wie sie es nennen, durch den roten Henker, der eine der schrecklichsten Gestalten in diesem Film ist. Dom Panzerkreuzer und von den Weißen sind nur wenige dem Blutbade entronnen: der Oberleutnant, Der Gouverneur und seine Tochter, ein Arzt, der Bursche des Leutnants, der treu geblieben ist. Aber auch sie sind in jeder Stunde von Entdeckung und Verhaftung, von Tod und Schändung bedroht. In der Schenke „Zur Freiheit", deren Wirtin Sinaida in all dem Schrecken und Chaos Herz und Kopf nicht verloren hat, finden sie eine ungewisse Zuflucht. Der Gouverneur ist der einzige, der lange Zeit nichts von seiner wahren Lage ahnt: er hat in jener Schreckensnacht an Bord das Gedächtnis verloren und glaubt in seiner Krankenhaft, von der Tochter mit übermenschlicher Seelenkraft gepflegt und barmherzig belogen, sein früheres Leben weiterzuleben. Die Zustände in der Stadt werden mit dem Erscheinen eines wahrhaft abstoßenden Kommissars immer unerträglicher, sie drängen nach einer gewaltsamen Entladung. Es gelingt schließlich, eine Verbindung mit der noch „weißen" Außenwelt aufzunehmen. Die Kameraden setzen zum Gegenstoß an, es gelingt ihnen auch, das Schiff, das die Roten nicht in Gang bekommen, wieder in ihre Gewalt zu bringen. In der Stadt aber haben die roten Machthaber inzwischen den Aufenthalt des Gouverneurs und seiner Tochter aufgespürt, und der ehemalige Kammerdiener zögert nicht, seine „Belohnung" für die „Rettung" der früheren Herrin zu fordern. Auch die Anwesenheit ihres Verlobten, des jungen Seeoffiziers, wird verraten; der Gouverneur erwacht am „Revvlutivnsfest" aus einem verdämmernden Traum zu blutig naher Wirklichkeit; Sinaida aus der Schenke opfert sich, während Die Gouverneurstochter mit ihrem Verlobten das Schiff und die Freiheit gewinnen. Ein neues Leben beginnt in einer fremden Welt, die alte Heimat ist tot und begraben, ertrunken in Blut und Tränen, und hinter ihnen erhebt sich wie ein flammendes Fanal die Stadt Sebastopol, ein Feuerzeichen, das nicht nur das alte Rußland, sondern die ganze Kulturwelt mit Schrecken und Vernichtung bedroht. Niemand kann diese Zeichen übersehen und überhören; niemand wird sich den aufwühlenden Eindrücken des Films entziehen können. Die Regie von Carl A n t o n erfaßt die Vorgänge mit einer unheimlichen, erregenden und erschütternden Wirklichkeitsnähe. Der Bildstreifen mutet nicht wie eine Filmhandlung an, sondern wie ein Dokument, wie eine erbarmungslose Reportage aus dem bolschewistischen Schreckens- reqiment. ' Aus dem riesigen Personal heben sich eine Reihe besonders eindringlicher Gestalten und Gesichter, eine Anzahl ungemein starker schauspielerischer Leistungen heraus. Von allen zuerst muß man wohl Agnes Straub nennen, die wir eben erst in einer winzigen Episode im „Fridericus" sahen, und die hier mit einer wundervollen menschlichen Fülle und Klarheit die Schenkenwirtin Sinaida verkörpert. Theodor Loos ist der Gouverneur, eine verlorene, entwurzelte, vegetierende Existenz, erschütternd blasses Abbild einstiger Macht und untergegangener Zarenherrlichkeit. Camilla Horn als die Gouverneurstochter Manja, geschüttelt von Entsetzen, immer wieder auf- gerichtet, gesammelt und handelnd aus der Kraft eines in Leid und Verzweiflung gehärteten Herzens. Eine wahrhaft unheimliche Erscheinung: der Diener Boris, den Werner Hinz (früher am Hessischen Landestheater) als den kalt berechnenden, dennoch von Haß und Gier zerfressenen, intellektuellen Rädelsführer der roten Revolte charakterisiert. Von den vielen andern: Karl John, Fritz Kämpers, Werner P l e d a t h , Hans S t i e b n e r , Karl Meixner, Albert F l o r a t h und Willi Schur. An der Kamera: Herbert Körner. — (Tobis Europa.) Im Beiprogramm: die neue Wochenschau; auf der Bühne das akrobatische Tanzpaar Tamarina und R a m o f. Hans Thyriot. Artisten. Der Artist ist ein Mensch für sich auch in der Welt der Bühne, des Bühnenlebens, des' Spiels, des Scheins. Es gibt bei ihm, wie einer seiner besten Kenner, Eduard D u i s b e r g, der künstlerische Leiter der Berliner „Scala", in einem reich illustrierten Aufsatz des Februarheftes von Velhagen 8- Klasings Monatsheften erzählt, „keinen Klatsch, keine Intrige, keinen Neid, wie es sonst im Theaterleben doch sehr häufig der Fall ist. Der Artist kennt nur Arbeit, und nie verläßt ihn das Gefühl für Unterordnung für die umfassenden Gesichtspunkte und Absichten des Direktors. Der Artist wird nie murren. Ich habe nie erlebt, daß ein Artist seinen Vertrag brach. Der Artist ist ein unerhört disziplinierter und fast immer ein außerordentlich entgegenkommender und treuer Mensch. Fragt man mich, woher dieses ausgeprägte Gefühl für Beständigkeit, Ruhe und Hingabe bei ihm kommt, so glaube ich, daß sie schon in seiner frühesten Ausbildung beschlossen liegt. Der Artist muß sich alles, aber auch alles erarbeiten, er kann sich seinen Namen nicht schaffen durch einen bestimmten Scharm, den er ausstrahlt und der jeden Augenblick wieder verfliegen kann. Artist sein heißt: viele, viele Jahre und täglich immer wieder viele Stunden arbeiten für — drei bis fünf Minuten Auftritt am Abend. Diese Tatsache gibt dem Artisten seine unerhörte Sicherheit und Ruhe, dieses Aufgehen in der selbstverständlichen Disziplin bewirkt, daß er immer unabhängig in seiner Stimmung ist. Das gleiche Verhältnis beherrscht ihr Verhalten untereinander. Artisten sind Vorbilder für echte Kameradschaft. Sie kommen gar nicht in die Verlegenheit, von Neid erfaßt zu werden, denn ihre Nummer wird ja von der des andern überhaupt nicht gestört. Dafür sorgt das Variete von ganz allein mit seiner unerschöpflichen Vielseitigkeit." Sochschulnachrichten. Geh. Hofrat Professor Dr. jur. Dr. phil. h. c. Dr. jur. h. c. Richard Schmidt, em. Ordinarius für Staatsrecht, Straf- und Zivilprozeßrecht, Rechtsund Staatslehre an der Universität Leipzig, beging seinen 7 5. Geburtstag. Geheimrat Schmidt, der 1920/21 das Rektoramt der Sächsischen Landesuniversität bekleidete, ist 1862 zu Leipzig geboren. An der Leipziger Universität absolvierte er seine rechtswissenschaftlichen Studien, promovierte dort 1884 und habilitierte sich drei Jahre später ebenda. Hier erhielt er auch die Ernennung zum Extraordinarius. 1891 siedelte er als Ordinarius nach Freiburg i. B. über, wo er auch später das Rektoramt bekleidete und die Universität in der Badischen Ersten Kammer vertrat. Seit 1913 wirkt Schmidt in Leipzig. Hier ist er auch Direktor des Institutes für Politik, ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht. — Richard Schmidt, einer der hervorragendsten deutschen Staats- und Strafrechtler, hat eine lange Reibe von ausgezeichneten Arbeiten aus seinen verschiedenen Fachgebieten veröffentlicht, u. a. „Aufgaben der Strafrechtspflege", „Lehrbuch des deutschen Zioilprozeßrechts", „Allgemeine Staatslehre", „Strafrechtsreform", „Grundlinien des deutschen Staatswesens", „Einführung in die Rechtwissenschaft" und „Grundriß des deutschen Strafrechts". Professor Dr. Bruno Bauch, Ordinarius für Philosophie an der Universität Jena, beging am 19. Januar seinen 6 0. Geburtstag. Bruno Bauch habilitierte sich 1903 in Halle. Dort erhielt er 1910 seine Ernennung zum Professor und ein Jahr später seine Berufung als Ordinarius nach Jena Hier war er 1922'23 Rektor der Universität. Professor Bauch ist Mitherausgeber der „Blätter für deutsche Philosophie" seit 1917, Vorsitzender der Deutschen philosophischen Gesellschaft und Mitglied der Akademie der gemeinnützigen Wissenschaften in Erfurt. Er hat auf seinem Spezialarbeitsgebiet Erkenntnistheorie, Ethik und Geschichte der Philosophie eine große Anzahl von Schriften veröffentlicht, von denen wir „Das Naturgesetz" und „Grundzüge der Ethik" hervorheben. 9Jt.-$port Dor der Wintersportwoche in Garmisch-Partenkirchen. Lin Seleikwort des Reichssportführers. Der amtliche Führer für die Internationale Win- LersstEvoche Garmisch-Partenkirchen enthält folgendes Geleitwort des Reichssportführers von Tschammer und Osten: „Es war ein mir besonders am Herzen liegender Wunsch, eine größere wintersportliche Standard- Veranstaltung zu schaffen, die, auf olympischem Boden in Garmisch-Partenkirchen durchgeführt, zu einem jährlich wiederkehrenden und von der ganzen Sportwelt beachteten Ereignis werden soll. Die Kampfstätten der IV. Olympischen Winterspiele werden als Schauplatz der Internationalen Wintersportwoche 1937 mit neuem Ruhm bedeckt werden. Wieder wird der Geist der Kameradschaft und der Wille zum letzten Einsatz und höchster Leistung triumphieren." Letzte Vorbereitungen. Die Vorbereitungen für die Internationale Wintersportwoche gehen weiter. Nachdem es den ganzen Dienstag geschneit hatte, ist der Arbeitsdienst in Stärke von 80 Mann auf der Olympia-Abfahrtsstrecke eingesetzt worden, um die Strecke genau wie bei den Olympischen Winterspielen in ihren vorbildlichen Zustand zu versetzen. Es sind auch hier einige Veränderungen vorgenommen worden; denn an verschiedenen Stellen wurde die Strecke verbreitert, ebenso die Gefällbrücke nach dem Steilhang am unteren Teil der Strecke. Die Mannschaft des HDW. ist am Dienstagabend schon eingetroffen und bereits beim Training. Im Laufe des Mittwoch werden auch die österreichischen Abfahrtsläufer in Garmisch erwartet. Die übrigen ausländischen Teilnehmer werden am Freitag im großen Sitzungssaal des Rathauses durch Oberbürgermeister Schenk und den Reichssportführer feierlich empfangen werden. Die Preisoerteilung für die Abkahrts- und Torlauf-Wettbewerbe wird bereits am^ Sonntagnachmittag um 17 Uhr auf dem Platz vor der großen Festhalle durch den Reichssportführer vorgenommen werden. Hauptversammlung des Turnvereins Leihgestern. Am Samstag hielt der Turnverein „Frischauf" Leihgestern seine Jahreshauptversammlung ab. Vereinsführer Will erstattete den Bericht über das verflossene Vereinsjahr, dem zu entnehmen war, daß der Verein in turnerischer und wirtschaftlicher Hinsicht auf ein arbeits- und segensreiches Jahr zurückblicken kann. Der Turnbericht zeigte, daß das Geräteturnen im Verein eine gute Pflegestätte hat. Kassenwart Jung gab den Kassenbericht, der einen guten Stand auswies. Rechnungsprüfer H. S ch ä - } e r bestätigte, daß die Kasse in bester Ordnung sei. Zur Wahl des Vereinsfuhrers sprach der stellvertretende Vereinsführer L. Langsdorf herzliche Worte über die Tätigkeit des seitherigen ersten Vereinsführers, der schon über ein Jahrzehnt dieses Amt bekleidet und auch einstimmig wiedergewählt wurde. Zu Mitarbeitern im Vereinsführerstab wurden die seitherigen Mitglieder wieder bestimmt. Nur Oberturnwart W. Schmidt legte sein Amt nieder, nachdem er es über ein Jahrzehnt inne hatte. Dereinsführer Will dankte ihm für feine geleistete Arbeit auf dem Gebiete der Jugendertüch- tiguna und gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch Schmidt weiterhin seine Kenntnisse und Erfahrungen dem Verein zur Derfüaung stellt, indem er ihn zum Mitarbeiter im Vereinsführerstab bestimmte. Zum Oberturnwart wurde der seitherige erste Turnwart R. Rohrbach bestimmt. Dereinsführer Will dankte allen Turnern, Turnerinnen und Mitarbeitern für ihre geleistete Arbeit und ermahnte sie, auch weiterhin in vertrauensvoller Gemeinschaftsarbeit zusammenzustehen für unser edles deutsches Geräteturnen. Kurze Sportnotizen. Christi Cranz, die deutsche Olympiasiegerin in der Kombination Abfahrt-Torlauf, gewann am Samstag bei den internationalen Frauenwettkämpfen in Grindelwald den Abfahrtslauf in der Rekordzeit von 4:40 vor der 21 Sekunden mehr benötigenden Schweizerin Erna Steuri. Die deutsche Studenten-Mannschaft für die Akademischen Winterspiele in Zell am See wird nur aus Skiläufern bestehen. Gemeldet wurden bei den Frauen Christel Cranz, Hüttenheim, Speidler und Zennek und bei den Männern Mächler, May, Dehmel, Schepe, Müller, Höttl, Kraisy, Bayrer, Grünewald, Dr. Büchl, Stützt, Söhmisch, List, Dr. Stark, Geri Lantschner und Dr. Beutter. Die Deutschen Bob-Meisterschaften werden, nachdem sich jetzt klares Frostwetter eingestellt hat, am Wochenende in Oberhof in Thüringen abgewickelt. Vierzehn deutsche Skiläufer und zwar acht Männer und sechs Frauen, wurden zu den in diesem Jahre als Weltmeisterschast ausgeschriebenen ?I8-Rennen in Chamonix gemeldet. Neben den Abfahrts- und Torlaufspezialisten werden auch einige Teilnehmer am Spezialspringen reisen. Anerkannt vom Reichssachamt Schwimmen als neue deutsche Höchstleistungen wurden die Zeiten von SV. Gladbeck in der Lagenstaffel (100, 200, 100 Meter) mit 4:48,5 und in der 3X100-Meter- Lagenstaffel mit 3:30,4 Minuten. Ein Weltturnier im Hallenhandball wird 1938 in Berlin veranstaltet. Die besten Vereinsmannschaften der 16 deutschen Gaue werden zu Beginn des Jahres 1938 nach Dortmund eingeladen. Vorher werden die Mannschaften in gau- offenen Turnieren ermittelt, so daß Deutschland in der Lage ist, das geplante Weltturnier mit seinen wirklich besten Mannschaften besetzen zu können. Bernd Rosemeyer wurde zusammen mit dem bekannten Sportwagenfahrer Paul von Guilleaume und dem Motorradfahrer Hans R i ch n o w für das Jahr 1937 vom Führer des deutschen Kraftfahrsportes in den Beirat der ONS. berufen. Karl Lorenz, der zusammen mit Jhbe bei den Olympischen Spielen in Berlin das Zweisitzerfahren gewann, ist zum Berufssport übergetreten und will sich hinter dem Berliner Schrittmacher Bajorat als Dauerfahrer versuchen. Der Chemnitzer hat bereits fünf Verträge erhalten. Stella W a l a s i e w i c z, die in Amerika lebende erfolgreiche polnische Kurzstreckenläuferin und Zweite von den Olympischen Spielen in Berlin, ist aus Not zum Berufssport übergetreten und hat sich dem „Sportzirkus" angeschlossen, dem Jesse Owens, Eddie Tolan und Mildre Didrickson bereits angehören. Wirtschaft. v. H ein. Einiges Geschäft hatten wieder Schiffahrtswerte, Hapag 16,75 bis 17 (16,90), Nordd. Lloyd uiw. 17. Don Zellstoffaktien blieben Aschaf- enburger und Feldmühle Papier behauptet, dagegen gingen Waldhof auf 155,75 (157,50) zurück. Etwas chwächer lagen auch Metallgesellschaft mit 153,50 (155). Im einzelnen notierten Reichsbank mit 188,75 (187,50), Bemberg mit 109,50 bis 110 (HO), Holzmann mit 140 (139,50) und Westdeutsche Kaufhof uno. 56,75. Im Freiverkehr wurden Burbach-Kaü mit 70 (68) gehandelt. Von den variablen Renten setzten Altbesitz mit 118,25 (118,40), Reichsbahn-VA. mit 125,65 (125,25), Städte-Altbesitz mit 117,25 (117) und Kommunal- Umschulüung mit 90,85, dann 90,80 ein. Das Geschäft blieb auch im Verlaufe klein, die Haltung war aber am Aktien- und am Rente n m a r k t weiter freundlich. Von Aktien erhöhten ich Farben auf 168 nach 167,50, Siemens auf 199 nach 197,90, Mannesmann auf 119 nach 118,75 und Hoesch auf 118,75 nach 118,13. Im übrigen wurden kaum zweite Notierungen festgestellt. Am Rentenmarkt erhöhten sich Städte-Alt- besitz auf 117,65 nach 117,75, Kommunal-Umschul- dung schwankten zwischen 90,75 bis 90,85, Altbesitz uno. 118,25. Gold Pfandbriefe kamen unverändert, Liguidationspfandbriefe überwiegend 0,13 bis 0,25 v. H. höher und Stadtanleihen meist behauptet zur Notiz. Von Kommunal-Obligationen Rheinische Hyp. 95,25 (95). Auslandrenten waren wenig verändert. Im Fr ei verkehr bewegten sich Adlerwerke Kleyer zwischen 100,25 bis 102,25, Wayß & Frey- tag etwas schwächer mit 128,50 bis 130,50, etwas ester Ufa-Aktien mit 64,25 (63,50). Tagesgeld unv. 2,50 v. H. Abendbörse behauptet. Infolge des geringen Auftragseinganges bewegte ich das Geschäft an der Abendbörse in engen Grenzen, wobei die Aktienkurse nur Geringfügige Veränderungen gegenüber dem Mittagsschlußstand erfuhren. Die Haltung blieb im allgemeinen gut behauptet. Etwas höher tagen Muag mit 140,75 (140), Rheinstahl mit 150 (149,50), ferner hatten Schiffahrtswerte bei weiter leicht anziehenden Kursen einigen Umsatz, Hapag 17,40 (17,25), Nordd. Lloyd 17,25 (17,30). IG. Farben lagen mit 167,50 und Scheideanstalt mit 265 unverändert. Am Einheitsmarkt zogen Konserven Braun auf 85,40 (84,50) an. Der Rentenmarkt lag sehr ruhig. Etwas Nachfrage erhielt sich nach Städte-Altbesitz- anleihen zu 117,50 Düsseldorfer waren mit 118 gesucht. Kommunal-Umschuldung lagen mit 90,80 unverändert. U. a. notierten: 6 v. H. Krupp 102, 6 v. H. IG. Farben 133,40, Reichsbahn-Vorzugsaktien 125,50, Oesterr. Papier-Rente 0,80, Commerzbank 110,75, Buderus 120, Mannesmann 119,13, Rheinstahl 150, Verein. Stahl 118,75, BMW. 141, Bemberg 110,25, Conti Gummi 171, Daimler E 124,40. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 20. Jan. Das Angebot an Brotgetreide aus Hessen-Nassau blieb klein. Futtergerste und Hafer, sowie Jndustriegerste waren ebenfalls kaum angeboten. Futtermittel blieben allgemein gesucht, ganz besonders hochwertige, wie Kleie, Oel- kuchen und Schnitzel. Das Weizenmehlgeschäft war in den neuen Typen weiter lebhaft, Roggenmehl liegt ruhiger. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 211, W16 214, W 19 218, W 20 220, Roggen R 12 174, R 15 177, R18 181, R19 183 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futter- gerfte —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,05, W16 29,15, W19 29,15, W 20 29,50, Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60, Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlen- festpreffs ab Mühlenstatton. Soyaschrot —, kuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 14,00 Höchst* preis ab Erzeugerstation, Trockenschmtzel -, Heu 5,00 bis 5,50, do. drahtgepreßt 5,40 bis 5,90 We - zen- -und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 2,40. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt m M., 21. Jan. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 100 Rinder (11 Ochsen, 2 Bullen, 66 Kühe, 21 Färsen), 858 Kälber, 163 Schafe, 578 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 39 dis 45 Mk„ Kühe 20 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 40 bis 44; Kalber: Doppelender bester Mast 27 bis 65 beste Mast- und Saugkälber 36 bis 48; Schafe 24 bis 38; Schweine 48,5 bis 52,5 Mk. Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt, Kälber, Härnmel und Schafe langsam. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) h.h. in 2t Sie haben Anspruch auf Erteilung einer Quittung, aus der sich Betrag, Zeit und Grund Ihrer Leistung eindeutig ergeben. Erforderlichenfalls können Sie Ihren Anspruch auf dem Klageweg geltend machen. Soweit Sie Raten des von Ihnen zu leistenden Betrages noch nicht bezahlt haben, können Sie, falls Ihnen die Erteilung von Quittungen über diese Raten verweigert wird, Ihre Zahlungen zurückbehalten. L. und G. in G. Sie können Ihren gesamten Schaden von der Pfarrei ersetzt verlangen, da diese bei der Enteignung auch für den Ihnen entstandenen Schaden von der Gemeinde entschädigt worden ist. Erforderlichenfalls müssen Sie Klage erheben. Rundfunkprogramm Freitag, 22. Januar. 6 Uhr: Choral. — Morgenspruch. — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Heitere Musik am Morgen. 9.45: Nachrichten und Sportschau. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Landfunk. 11.45: So- ziatdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten; anschließend Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund (XXXIV). Meister der guten Laune. 15: Volk und Wirtschaft. Der Metzger kaust nicht mehr beim Bauern. 15.15: Poppele von Hohen- krähen. Hörfolge. 16: Klänge aus den Bergen. 17.30: „Upland"-Winter. Ein Januartag in den hessisch- waldeckschen Sauerlandbergen. 18: Musik aus Dresden. 19: „Wo ein Licht winkt, tritt man gerne ein." Eine Winterabendstunde mit Geschichten und Musik. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Großes Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Samstag, 23. Januar. 6 Uhr: Morgenspruch. — Gymnastik. 6.30 Früh- konzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: HJ.-Sport. Pferdewagen, Letter und Zimmermannsbalken. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.40: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten; anschließend Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: In fideler Gesellschaft! Allerlei Neuigkeiten. 15.15: Wir bemerken dazu ...! ßanöbienft. 15.30: „Sammeln wir Alteisen?" Ein Pimpfenhörspiel. 16: Froher Funk für alt und jung. 18: Horrido? Ein Mlitärkonzert aus der alten Jägerstadt Marburg a. d. Lahn. 19.30: Der Zeit- fünf bringt die Wochenschau. 19.45: Internationale Wintersportwoche m Garmisch-Partenkirchen. Funkbericht vom Abfahrtslauf für Männer und Frauen. 20: Nachrichten. 20.10: Wunschkonzert zugunsten des WHW. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Oer deutsche Außenhandel im Dezember und im Jahre -1936. DHD. Die Einfuhr war im Dezember mit 367 Mill. RM. um 11 Mill. RM., d. h. rund 3v.H„ höher als im Vormonat (356 Mill. RM., berichtigt). Mengenmäßig betrachtet war die Zunahme etwas geringer, da die Wertentwicklung durch eine Erhöhung des Einfuhrdurchschnittswerts bei Nahrungsmitteln und Rohstoffen beeinflußt worden ist. Gestiegen ist hier vor allem die Einfuhr von Rohstoffen und Halbwaren. Daneben hat aber auch die Fertigwareneinfuhr leicht zugenommen. In der Gruppe Ernährungswirtschaft war die Einfuhr im Dezember kaum verändert. An der Steigerung der Einfuhr waren vorwiegend europäische Länder beteiligt. Die Ausfuhr betrug im Dezember 457 Mill. RM. Gegenüber dem Vormonat (422 Mill. RM.) hat sie damit um 35 Mill. RM., d. h. mehr als 8 d. H. zugenommen. Gestiegen ist in erster Linie die Ausfuhr von Fertigwaren, jedoch hat auch der Absatz von Rohstoffen und Halbwaren, sowie von Erzeugnissen der Ernährungswirtschaft gegenüber dem November zugenommen. Die Steigerung der Ausfuhr, die im wesentlichen auf einer Zunahme der Ausfuhrmengen beruht, ist zum Teil als eine jahreszeitliche Erscheinung zu betrachten. Länderweise hat die Ausfuhr im Dezember sowohl nach Europa als auch nach Außereuropa zugenommen. Die Handelsbilanz schließt im Dezember 1936 mit einem Ausfuhrüberschuß von 90 Mill. RM. gegenüber 66 Mill. RM. (berichtigt) im Vormonat ab. Im Dezember 1935 war die Handelsbilanz mit 43 Mill. NM. aktiv. Im Jahr 1 9 3 6 betrug die Einfuhr 4218 Mill. RM., die Ausfuhr 4768 Mill. RM. Ge- gegenüber dem Vorjahr ist die Einfuhr um rund 60 Mill. RM., d. h. 1,4 o. H. gestiegen. Diese Zunahme ist jedoch ausschließlich durch eine Erhöhung des Einfuhrdurchschnittswerts bedingt. Das Einsuhrvolumen hat den Vorjahrsumfang nicht ganz erreicht. Während die Einfuhr im Bereich der Ernährungswirtschaft im ganzen, und zwar mengen- und wertmäßig zugenommen hat, blieb sie in der Hauptgruppe Gewerbliche Wirtschaft unter dem Vorjahrsstand. Die Ausfuhr ist gegenüber 1935 um fast 500 Mill. RM., d. h. annähernd 12 v. H. gestiegen. Da die Ausfuhrpreise im Jahresdurchschnitt 1936 noch niedriger waren als 1935, war die Erhöhung des Ausfuhrvolumens noch etwas stärker. An der Steigerung der Ausfuhr waren ausschließlich Halb- und Fertigwaren beteiligt, und zwar betrug die Erhöhung bei letzteren wertmäßig fast 15 v. H., der Menge nach sogar rund 17 v. H. Im Bereich der Ernährungswirtschaft sowie bei Rohstoffen blieb die Ausfuhr unter Vorjahrsstand. Die starke Steigerung der Ausfuhr steht im Gegensatz zur Entwicklung der Einfuhr. Die erhöhte Ausfuhr konnte also noch nicht für eine Besserung der Versorgung der deutschen Wirffchaft mit ausländischen Waren nutzbar gemacht werden, sie führte vielmehr lediglich zu einer Erhöhung der Aktivität des deutschen Außenhandels, und zwar von 111 Mill. RM. im Jahre 1935 auf 550 Mill. RM. im Jahre 1936. Dieser große Aktivsaldo ist zu einem erheblichen Teil durch die bestehenden Zahlungsverpflichtungen, z. B. durch die Liquidation des deutsch-französischen Verrechnungsabkommens, erzwungen worden. Er ermöglichte damit, die auf verschiedenen Verrechnungskonten aus früheren Warenbezügen entstandenen Debetsalden zu verringern und diente außerdem zur Abdeckung laufender Verpflichtungen aus dem Kapital- und Reiseverkehr. Gchlveinemartt in Gießen. Auf dem gestrigen Schweinemarkt in Gießen standen 151 Ferkel und zwei Läuferschweine zum Verkauf. Es kosteten Ferkel von 5 bis 6 Wochen alt 14 bis 17 Mark, 6 bis 8 Wochen alt 17 bis 21 Mark, 8 bis 10 Wochen alt 21 bis 24 Mark, 10 bis 12 Wochen alt 24 bis 28 Mark, Läuferschweine 42 bis 44 Mark pro Stück. Marktverlauf: mittelmäßig. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 52: Verordnung zur Durchführung und Ergänzung des Gesetzes zum Schutze des Wappens der Schweizerischen Eidgenossenschaft. — 53: Unzulässige Werbung auf Postwertzeichen. — 54: Neuregelung des französischen Umsatzsteuerrechts. Fwd. Konkurse und Vergleichsverfahren im Dezember. Im Dezember 1936 wurde im „Reichsanzeiger" die Eröffnung von 235 Konkursen und 46 gerichtlichen Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Im süddeutschen Wirtschaftsgebiet, davon in" Württemberg, Bayern, ohne die Pfalz und Baden, stieg die Zahl der eröffneten Konkurse auf 43 (23), die der Vergleichsverfahren auf 8 (6). In Hessen und Rheinpfalz wurden 15 Konkurse gegen 17 im Vormonat und im Saarland 6 (1) Konkurse angemeldet. Vergleichsverfahren wurde eines im W'irtfchaftsgebiet Saarland sowie im Wirtschaftsgebiet Hessen-Rheinpfalz bekanntgegeben. Rhein-Mainische Börse. INitlagsbörfe freundlicher. F r a n k s u rt a. M., 20. Jan. Die heutige Börse unterschied sich von denen der Vortage nur dadurch, daß die Grundtendenz am Aktienmarkt etwas freundlicher war, obwohl die Kursentwicklung auch weiterhin kein einheitliches Aussehen hatte. Dagegen ist die Geschäftstätigkeit noch nicht lebhafter geworden, weil nennenswerte Kundschaftsaufträge nach wie vor fehlen und der berufsmäßige Handel feinen Anreiz zu Eigengeschäften findet. Von wirtschaftlichen Meldungen gab der höhere Ausfuhrüberschuß im Dezember etwas Anregung. Größeres Interesse hält sich weiterhin am Rentenmarkt in erster Linie für die Werte, die noch nicht an der Börse zu gelassen sind, ferner für Goldpfandbriefe und Stadtanleihen. Am Aktienmarkt bewegten sich die Veränderungen innerhalb eines Prozentes. Montan- werte lagen durchweg voll behauptet, im Verlaufe geringfügig fester. Von Elektroaktien waren Siemens um 1,65 v. H. auf 197,90 erholt, Geffürel 147 (146), Licht und Kraft 153,50 (153), dagegen ELG. 136,50 (137,25) und Lechwerke 119 (119,50). Maschinen- und Motorenaktien setzten 0,50 bis 0,75 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börfe. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schluß» kurs Schluß!. Mittagbörse Damm 19.1 20.L 19.1. 20.1. 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,2 101,25 101,2 101,25 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98,65 98,5 98,5 98,5 5Vi% Young-Anleihe von 1930 .. 102,75 102,75 102,75 — 4%% Hessische Volksstaat von 1929 99,25 99,25 — 99,25 4%% Deutsche Reichspostschatz von 1934 1...................... 100 100 100 100,13 4/a% Deutsche Rcichsbahnschatz 98,5 98,5 98,5 98,25 von 1936 I.................. Reichsanleihe-Mtbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit i 18,4 130,75 118,2: 130,75 118,4 118,2 Auslos.-Rechten.............. —— —— 4/2% Hess. Landesbk. Darmstadt Goldpse. R. 12.............. 5Vi% Hess. Landes-Hyp.-Bank 97,5 97,5 97,5 97,5 101 101 Liqu. Goldpse............... ■■■ 47i% Preuß. Landespfdbr.-Anst. 97,5 97,5 Goldpse. R. 19.............. —— — 47i% Preuß. Gold-Komm. R. 20 47i% Darmstädter Komm.-Lan- 95 95 95 95 desbank R. 6................ 94 94,25 — Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I............. 123,65 124,25 124 124,75 97,5 47i% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 471% Franks. Hyp. Gold-Komm. 97,5 97,5 97,5 Obl. 2 3.................... 95 95 «■* 57t% Franks. Hyp. Liquidation Goldpse..................... 101,5 101,5 — — 57i% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpse..................... 102 101,9 110,2 101,65 110,3 101,65 110,3 Steuergütschein-Verrechnungskurs 110,2 5% Goldmexikaner von 1899 .... — — 9,75 9,25 4% Oesterreichische Goldrente.... — — 15 15 4,2% Oesterreichische Silberrente. —— 1,325 1,45 1,4 47i Ungarn Staats von 1913 .... —— 5,4 5,4 5,45 4% Ungarische Goldrente....... 6,2 6,2 6,3 6,35 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 5 5,13 5,13 5% Rumänen von 1903......... —— 6,45 6,55 6,55 47i% Rumänen Gold von 1913.. 9,65 9,65 9,65 4% Einheils-Rumänen......... 5,475 5,4 5,4 5,4 4% Türken Bagdad I........... 4% Türken Bagdad II.......... _ _ _ _ 2%% I. Anatolier.............. 20,75 125 20,25 126,25 20,5 125 20,25 A G. für Verkehrswesen......6 126,25 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — 41,25 41,65 17,25 Hamburg-Amerika Paket......C 16,9 17,4 16,9 Norddeutscher Lloyd..........0 17 17,25 16,9 17,13 Deutsche Reichsbahn Dorz.-Akt. 7 125,25 125,5 125,4 125,5 Reichsbanl................. 12 187,5 188,75 188,75 188,75 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 — — 126,13 126,4 Commerz- und Prioat-Bank ... 4 110,75 110,75 110,5 110,75 Deutsche Diskonto............4 114 114 114 114 Dresdner Bank..............4 107,75 107,75 107,75 107,75 Frankfurt a. M. Berlin Schluß» kurs Schluß!. Abend- bbrse Schlußkurs SchlußL Mittagbörse Datum 19.1. 20.1- 19.1. 20 1. Accumulatoren-Fabrik.......12 äKU-Kunstseide.............O Aschaffenburg Zellstoff........3 Bemberg........... O Bekula.................. 8 Buderus Eisen....... 4 Cement Heidelberg...... 7 Gement Karlstadt............6 Chade A.-E..................9 Conti Gummi..............11 Daimler Motoren............ö Dessauer Gas...............4 Deutsche Erdöl..............5 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen........6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. G. Farben-Jndustrie.......7 Felten & Guilleaume.........6 GesfMel....................6 Th. Goldschmidt.............5 Grihner Maschinen........... O Harpener.................2 7i Hoesch Eisen............... 37i Philipp Holzmann........... 6 52,75 110 165,25 119 160 227 172 124,5 147,25 264 168,5 137,25 153 167 139,75 146 128,25 35,25 150,5 118,25 139,5 148 133,5 127 124 93,5 118,65 155 223 149,75 128,75 138,5 160 196,25 203,5 118,5 56,75 133 157,5 25,5 202 52,75 137 110,25 165,25 120 160,5 227 171 124,4 148 265 170 136,5 153,5 167,5 140 147 128,5 36 150,5 119 140 149 132,5 127 125,25 93,5 119,13, 153,5 223,5 150 129 139,75 176 161,5 199 203 118,75 57 132,75 156 25,65 52,75 136,5 110 166 118,75 227 172 124,9 113,65 147,5 169,5 136,13 153,25 166,9 140,5 146 128,25 35,5 150 118,25 139 148,5 133,5 127 143,75 123,75 118,5 155 90,25 222,5 134,25 149,75 128,9 138,25 176 160,75 97,75 198,5 204 118,25 56,75 133 157,75 25,5 203 52,75 136,5 110,75 166,4 120,5 227 125 114,75 148,25 170 136,65 153,5 167,5 139,75 147 129 36 150,25 118,5 140 149,5 133,5 127 144,13 126,25 119 153,5 91,25 222,5 149,5 129 140 175,75 161,75 97,9 198 204 118,9 56,9 133 158 25,5 Kalt Aschersleben............5 Klöckn erwecke............. 4’/2 Kokswerke und Chemische Fabrik 6 Lahmeyer..................6 Mainkraft...................4 Mannesmann............... 3 Mansfelder Bergbau.......67i Metallgesellschast.............6 Orenstein & Koppel..........O Rheinische Braunkohle.......12 Rheinische Elektro............6 Rhetnstahlwerke..............6 Rüeinisch-Westfälische Elektro .. 6 Rütgerswerke............... 6 Salzdetfurth Kall..........7% Schuckert L Co............... 6 Schultheis Patzenhofer........4 Siemens & Halske........... 8 Süddeutsche Zucker.......... 10 Vereinigte Stahlwerke......3% Westdeutsche Kaufhof.........O Westeregeln Alkali............5 Zellstoff Waldhof............ 6 Otavi Minen...............0,6 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 19- Januar 20. Januar 19. Januar 20- Januar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Brief Geld Brief Geld Brief Geld Brief Buenos Aires............. 0,755 0,759 0,755 0,759 Japan................. 0,711 0,713 0,711 0,713 Brüssel................... 41,94 42,02 41,93 42,01 Jugoslawien.............. LSlo................... 5,654 5,666 5,654 5,666 Rio de Janeiro............ 0,151 0,153 0,151 0,153 61,39 61,51 61,34 61,46 Sofia.................... 3,047 3,053 3,047 3,053 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 Kopenhagen............... 54,54 54,64 .54,50 54,60 Lissabon............... 11,10 11,12 11,09 11,11 Danzig................... 47,04 47,14 47,04 47,14 Stockholm............... 62,98 63,10 62,93 63,05 London................... 12,215 12,245 12,205 12,235 Schweiz.................. 57,11 57,23 57,08 57,20 HelstngforS................ 5,395 5,405 5,385 5,395 Spanien.................. 17,73 17,77 17,73 17,77 Paris.................... 11,62 11,64 136,49 11,61 11,63 Prag..................... 8,656 8,674 8,656 8,674 Holland .................. 136,21 136,13 136,41 Budapest................. — — — — Italien................... 13,09 13,11 13,09 13,11 Neuyork.................. 2,488 2,492 2488 2,492 Nr.I7 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 2t. Zanuar 1937 Aus der Provinzialhauptstadt Extravaganzen des Winters. Es sind seit langem nicht so viele Maikäfer und Schmetterlinge im Januar ans Licht der Welt gekommen wie in diesem Winter, der so gar keine Entschlußkraft zeigt, mit harter Faust auf den Tisch zu schlagen. Und daher kümmern sich Pflanzen und Piere den Teufel um den Kalender und begeben sich schon auf Frühlingsspaziergänge. Es will doch allerhand heißen, wenn in der Eifel, einem der rauhesten und unwirtlichsten Gebirge Deutschlands, die üblichen Frühlingsblumen in Mengen zu sprießen beginnen und in ganzen Sträußen den Schriftleitungen als „Besprechungsexemplare" auf den Tisch gelegt werden, und es ist nicht minder vielsagend, daß die „Ritter des Frühlings", die Maikäfer, in langen Kolonnen über die feuchten Aecker marschieren und gleichfalls, fein säuberlich in Streichholzschachteln und Zigarrenkisten untergebracht, die Lokalredaktionen (auch bei uns) aufsuchen. Im Westen unseres Vaterlandes hat der Wettergott letzthin sogar Sonntage geschenkt, an denen die Spaziergänger den Mantel auszogen und „so" durch die Straßen und Felder gingen, während die Frauen mit Todesverachtung und schweißtriefend (diesmal sei der unschöne Ausdruck gestattet) bei 12 Grad über Null ihre Pelzmäntel zur Schau trugen. Aber was wir hier erzählen, hat nicht überall in unferm Vaterlande Geltung, sondern gilt nur für „Westelbien", während Spree-Athen und sein gesamtes östliches Hinterland „ganz groß" in Winter machen. Der Winter hat nämlich zur Zeit seine Zuständigkeiten originell aufgeteilt: den Westen hat er dem Frühling überlassen, im Osten streut er Eis und Schnee und malt prachtvolle Eisblumen an die Fenster. Während die Jungens am Rhein schon Schmetterlinge fangen und die bewußten Maikäfer zu den Redaktionen tragen, wetzen sie im Osten ihre Schlittschuhe und sausen in kühnen Bogen über Flüsse und Teiche, die sich mit dickem Eis überzogen haben. An der ostpreußischen Küste beginnen sich die ersten „Eisberge" zu bilden, die bis jetzt zwar kaum mannsgroß sind, aber, vom frischen Ost getrieben, höchst majestätisch ins Meer segeln. An den westfriesischen Inseln aber grünt und blüht es und warme Winde und fruchtbare Regen fluten über das Land. Wir wollen dem Leser nicht die Gründe dieses seltsamen Geschehens am Januarhimmel vorenthalten, wo doch das Wetter längst nicht mehr ein nur notwendiges Uebel, sondern in vielfacher Hinsicht ein höchst wirtschaftlicher Faktor ist, mit dem man zu rechnen hat. Warum muß in der ganzen ostdeutschen Reichshälfte das Baugewerbe feiern, weil die Temperatur unter vier Grad Kälte gesunken ist, während auf der anderen Seite der Elbe die Arbeitskameraden mit Hochdruck am Werk fein können? Warum gaukeln sich im Westen Schmetterlinge m der Sonne, während im Osten der kalte Wind alles tötet und erstarren läßt? Deutschland sitzt klimatisch gewissermaßen zwischen zwei Stühlen. Im Westen neigt es zur ozeanischen, daher im Winter milden Richtung, im Osten greift der kalte Osteuropawinter ein. In jedem Winter wird man beobachten können, wie sich über den weiten Landgebieten Rußlands und Sibiriens die Kaltluftmassen wie in einem riesigen Reservoir aufspeichern, um eines Tages überzulaufen und nach den Seiten hin zu oerfluten. Dieser „Ausbruch" der Kälte ist erfreulicherweise in diesem Winter nicht nur verhältnismäßig spät, sondern auch ohne sonderliche Energie erfolgt, so daß die Kraft nicht dazu ausreichte ganz Deutschland zu erfassen, lieber Westdeutschland blieb der mächtige Gegenspieler der osteuropäischen Winterkälte, der Atlantische Ozean, mit seiner Warmluft in Aktion. Beide Fronten trafen über Westdeutschland zusammen. Es gab im Westen anhaltende Dauerregen, die zu Hochwasser führten, und in den Kampfpausen heiterte es in der siegreichen ozeanischen Luft auf, so daß die wundervollen Vorfrühlingstage sich einstellten. Elternabende der HI. An die Bevölkerung des Kreises Giehen. Die Bannführung des Bannes 116 lädt alle Volksgenossen, besonders aber die Eltern der Hitler-Jugend, des Jungvolks, des BDM. und der Jungmädel zu ihren anläßlich der Heimbeschaffungsaktion der Hitler-Jugend stattfindenden Elternabenden herzlichst ein. Sie erwartet von allen Volksgenossen recht zahlreiche Beteiligung für diese sehr wichtigen, am 2 2. Januar stattfindenden Veranstaltungen. Volksgemeinschastsabende finden statt: Gef. 1 u. 4 in Gießen. Gef. 9 in Grünberg. Elternabende sind in folgenden Orten: Gef. 2 u. 3 in Gießen. Gef. 5 in Heuchelheim. Gef. 6 Gef. 7 Gef. 8 Gef. 9 Ges. 10 Gef. 11 Gef 12 Gef. 13 Gef. 14 Gef. 15 Gef. 16 Soweit Ort in Beuern. in Treis. in Geilshausen und Rüddingshausen. in Queckborn. in Odenhausen und Daubringen. in Hungen. in Utphe. in Holzheim. in1 Lang-Göns. in Großen-Linden. in Lich. und Stunde der örtlichen Veranstaltungen noch nicht bekannt sein sollte, kann jeder Angehörige der Hitler-Jugend Auskunft geben. Ein Bescherfest für 150 Gießener Kinder Wiederum vorbildliche Opferfreudigkeit der Gießener Studenten. * f ... • t Das Studentenheim hatte am gestrigen Mittwochnachmittag wieder einmal Hochbetrieb. 150 Kinder aus den Gießener Ortsgruppen waren Gäste in dem großen Haus. Als sich die Tür zum großen Vortragssaal öffnete, in dem Studentinnen und Studenten ihren kleinen Gästen, die mit ihren Angehörigen gekommen waren, mit bunten Bändern und Tannengrün lange Reihen von Kaffeetischen schön geschmückt hatten, war die Freude groß. Bei dem gemeinsam gesungenen Lied von den „blauen Dragonern" taute die kleine Gesellschaft auf. Zwischen den Kleinen sitzend, bemühten sich die Studenten und Stuben- Verteilung der G tinnen um ihren frohgestimmten Besuch, der sich den dargebotenen Kakao und die Kuchenstücke munden ließ. So saßen sie im munteren Geplauder und mit blanken Augen, die Kleinsten solcher Volksgenossen, für die noch keine Arbeitsmöglichkeit geschaffen werden konnte. Die Fürsorge der Studentenschaft, die sie mit dieser erlebnisreichen Stunde beschenkte, wird ihnen das Gefühl der Geborgenheit im Schoße der Volksgemeinschaft gegeben haben. Davon sprach auch der Studentenschaftsführer Frank. Wenn der Student auch selbst nicht mehr viel Geld habe, so wolle er doch an seinem Teil dem Wunsche des Führers nachkommen, daß kein Volksgenosse hungern und frieren soll, und er wolle damit beweisen, daß jeder Volksgenosse ohne Unterschied ein Opfer bringen muß. Daher wünschte er den Kleinen und ihren Angehörigen, daß diese frohe Stunde sie als eine kleine Erinnerung begleiten und dem Gedanken der Volksgemeinschaft eine Förderung sein möge. Nachdem ein Student noch ein Märchen vorgelesen schenkpakete. — (Aufnahme: Pfaff, Gießen.) und der fünfjährige Helmut Krug durch ein Sprüchlein und ein Liedchen gleichsam den Dank der Beschenkten abgestattet hatte, übermittelte Pg. Iöckel im Auftrage des Kreisamtswalters der NSV. der Studentenschaft Dank und Anerkennung für diese neue Tat der Volksverbundenheit. Er sagte den Studenten, daß ihre Tatbereitschaft und ihr Vorbild nicht nur von der Dienststelle, sondern auch vom Volke in hohem Maße geschätzt werde. Denen aber, die noch nicht berücksichtigt werden konnten, sicherte er Berücksichtigung im Laufe des Jahres zu. Dann kam der große Augenblick, da Studenten- fchaftsführer Frank und die Leiterin der Arbeitsgemeinschaft der NS.-Studentinnen, Fräulein Olga Bräuninger, jedem Kinde ein Geschenkpaket überreichten, das zeitgemäße und praktische Bekleidungsstücke enthielt. Mit großer Begeisterung sang die frohe Gemeinde bann dos Schlußlied und stimmte beglückt in den Sieg-Heil - Ruf auf den Führer ein. Es wäre aber falsch, den Winter als besiegt an zusehen. Die gewaltige Wettermaschine hat ihre festgefügten Gesetze. Dazu gehört auch, daß gerade diese erfreulich warmen Januarwochen, wie sie die westliche Reichshälfte hatte, sich unangenehm rächen. Ein Dezember- oder Januarfrühling ist der größte Feind des wahren Frühlings. We^ einigermaßen in den physikalischen Regeln der Natur bewandert ist, weiß, daß die alten Volksregeln von „Grüne Weihnachten, weiße Ostern" nur zu gut begründet sind. So wollen wir die leichtsinnigen Frühlingsboten aus den Bergen der Eifel und die Maikäfer von den Feldern und Aeckern nur als tollkühne Hasardeure betrachten, deren Mut man ehrt, die aber nicht als Herolde des Frühlings zu gelten haben. Dazu ist es noch viel zu früh. Wir möchten sogar wünschen, daß der Frühling recht bald von den Bergen herabsteigt und dem Schnee im ganzen Land freie Bahn gibt. Zu einem deutschen Winter gehören nun einmal klirrender Frost und glitzerndes Weiß, entsprechend der kernigen Natur unserer Landschaft. W. L. Dornoiizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Weiße Sklaven".— Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Es geht um mein Leben". — Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde: 20.15 Uhr Lichtbilderoortrag von Dr. Ficke ler (München) in der Neuen Aula: „Kreuz und quer durch Kleinasien". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr Ausstellung der Delgemälbe, Aquarelle und Zeichnungen von Professor Otto Dill. Sonntage fahren wir mit Ski-Sportlehrer in den Vogelsberg oder Taunus. X Die deutsche Rrbeitefront wT Ü 9.=bemeinf(haft „firaft durch freuöe Nachdem nun auch in unseren heimischen Gebirgen reichlich Schnee niedergegangen ist und bi« Wetterwarten gute unb beste Wintersportmöglichkeiten melben, bringt bie NSG. „Kraft burch Freube", Kreis Gießen, folgenbe Neueinrichtungr Jeben Sonntag fährt von ber Kreisbienststelle, Schanzenstraße 18, morgens 7 Uhr, ein Omnibus bie Wintersportler nach bem Vogelsberg ober Taunus. In biefem Omnibus fährt, gleichzeitig vom Sportamt ber NSG. „Kraft burch Freube", ein geprüfter Skisportlehrer mit, ber im Uebungsge- iänbe ben neuen Skisportlern ben ganzen Tag über ben nötigen Unterricht erteilt. Aber nicht nur bie Anfänger sollen in biefem Omnibus mitfahren, son- bern auch bie fortgeschrittenen Skifahrer sollen von bieser Einrichtung regen Gebrauch machen, benn cs steht ihnen bie Möglichkeit zu größeren unb kleineren Skiwanberungen in bie schönsten Teile von Vogelsberg ober Taunus zur Verfügung. Die Fahrtkosten belaufen sich nach Breungeshain (Vogelsberg) auf 3,45 Mark, Herchenhain (Vogelsberg) auf 3,45 Mark, Oberreifenberg (Taunus) auf 2,55 Mark, Finfterntal (Taunus) auf 2,40 Mark ab Gießen unb zurück. Das Ziel ber jeweiligen Fahrten wird burch bie Tagespresse befanntgegeben. Diejenigen, bie an einem Ski-Kursus teilnehmen wollen, haben als Mitglieber ber DAF. hierzu noch 60 Pf., Nichtmitglieber 80 Pf. für ben ganztägigen Skiunterricht zu zahlen unb müssen im Besitz einer Jahressportkarte sein, bie auf bem Kreissportamt, Schanzenstraße 18, erhältlich ist. Anmelbungen werben auf ber Kreisbienststelle entgegengenommen. „kdF."-Ski-Sonnlagsfahrt nach Oberreifenberg i. T. Arn Sonntag, 24. b. M., startet bie NSG. „Kraft burch Freube" ihre erste Ski-Tagesfahrt nach Ober- reifenberg im Taunus. Die Fahrt kostet, ohne Ski- Unterricht, 2,55 Mark Gießen—Oberreifenberg— Gießen. Die Abfahrt erfolgt morgens 7.30 Uhr vorn DAF.-Haus, Schanzenstraße 18. Die Karten zu bieser Fahrt müssen vorher auf ber Kreisbienststelle, Gießen, Schanzenstraße 18, gelöst werden. Amt: Reisen, Wandern und Urlaub. Zum Mainzer Rosenmontags zug, am 8. Februar, fahren wir einen Omnibus. Preis pro Person 4.10 Mark. Karten können auf der Dienststelle bestellt werden. 'DaJWLeü'i . Heute Abend auf dem Mummenschanz wollen wir aber mal ganz ausgelassen sein. Schaumwein wird uns gleich „auf Touren" bringen! SCHAUMWEIN ßcingt Frohsinn! Die heiligen Hirsche. Don Sofie von Uhde. Mondlicht lag über den Wäldern von Nara. Diese tausendjährigen Kryptomerienwälder bergen Japans älteste Buddhatempel. Ein See liegt an ihrem Rande, in dessen tiefem, dunklem Wasser sich zwei sehr verschiedene Gebäude spiegeln: eine alte, alte turmhohe Pagode an ber einen, ein Hotel an der anderen Seite. Diesem Hotel und seinem internationalen Abendleben war ich entwichen, um ben östlichen Geist Japans wieder zu finden, ber trotz Geishas und bunter Kimonos in diesem Haus, so reizend es auch ist, doch nicht mehr zu spüren ist. Drei Schritte o'or bie Haustüre — und Nippons silberne Nacht hatte mich aufgesogen: bie taufe nb- jährigen Tempelwälder öffneten sich still. Noch zögerte ich an ihrem Rande, um einen letzten Blick auf bie beglänzte Schale bes Sees zu werfen, ba ließ eine Berührung mich aufschrecken und umschauend sah ich voll ungläubigen Staunen ein Rubel spielzeughaft kleiner, hell gefleckter Hirsche unb Rehe neben mir stehen, die ihre witternden Geäse in meine Hand und in die Falten meines Kleibes steckten und mich aus nachtdunklen Augen ruhevoll ansahen. Das Mondlicht verwob sie zu einer märchenhaften unb unirdischen Herde. Ich berührte sie scheu, beinahe überzeugt davon, sie mürben sich in Nichts auflösen, aber ihre zierlichen Körperchen atmeten warm unter meiner Hand. Ich schritt in ben Walb hinein, sie folgten mir; immer neue kamen dazu, aus bem Dunkel ber Kryptomerien wie zarte Fabelgestalten in ben Dämmerglanz der mondhellen Lichtungen tretend. Ihr hauchleises Trippeln war ber einzige Laut in ben schweigenben Wäldern; wie verzaubert wanderte ich mit ihnen weiter und weiter, bis ich zu den Tempeln kam. Reich und sehr frembartig tauchte bie vergoldete Holzschnitzerei ihrer Dächer unb ber rote Lack ihrer Gitter aus monblichtverwobenen Kryptomerien- schatten. Die Türen standen offen unb aus bem dämmerigen Innern blickten Götter, gleißte Gold. Priester in gelben Gewändern knieten vor den Buddhas, opferten und beteten ober huschten wie gelbe Flammen durchs Mondlicht in bie keusche Stille ber Priesterwohnungen zurück, bie verstreut zwischen ben Tempeln lagen. Unvergeßliche Nachtstunden, die voll eines unbegreiflichen unb dennoch mahnenden und brängenben Sinnes waren, wanderte ich durch das Heiligtum; Buddhas lächelten auf mich herab mit jenem rätselvollen Lächeln, das nur der östliche Mensch versteht, auf goldenen Lotosblumen r»uhte das Ewige, Duft stieg kräuselnd auf aus zarten Schalen. Trippelnd folgte mir die geweihte Herde. Die Priester zeigten kein Erstaunen, eine fremde Frau zu solcher Stunde hier zu sehen; sie waren entrückt wie die „Kleinode im Lotos", die golden aus den Hintergründen schimmerten. Sie scheuchten auch bas kleine Wild nicht aus ben Heiligtümern, und die sanften Götter schienen bieser warmen, unschulbsvollen Tierheit gütiger zu lächeln, als bem Menschenbegehren. Europa war unenblich fern! Als ber Morgen graute, ließ ich Tempel unb Götter unb bie bunfle Tiefe ber Wälber unter mir und stieg auf ben Gipfel bes Mikasayama, wie Franz von Assisi von ben Tieren bes Walbes gefolgt! Die kleinen Hirsche hoben witternd bie Köpfe in bie Morgenluft unb tranken ben jungen Tag. In einem fremben unb unirbisch zarten Frühlicht lagen unter mir die Wipfel und bas schlafende Land. Ein niederer, grotesk verwachsener Nabelbaum stand blaugrün im ersten Morgenschein vor einem Himmel von ^astellhaft feinem Graublau; und nur ber Horizont war rosig wie eine eben erschlossene Blüte. Liselottes Aerger mit den Aerzlen Pariser Anstände um die Wende des 17. Jahrhunderts. Liselotte von ber Pfalz, bie als Neunzehnjährige die beutsche Heimat verlassen hatte, um, ohne Neigung, nur aus Pflichtgefühl Gemahlin Louis Philipps von Orleans, bes Brubers Lubwigs XIV., zu werben unb ihr ganzes Leben als Frau von erstem Rang an besten Hofe verbrachte, gewann bie tiefsten Einblicke in die Verhältnisse Frankreichs unb ihre sittlichen Hintergründe, unb sie legte diese Einbrücke in zahlreichen Briefen nieber, die neben erheiterten Erlebnissen unb kleinen Klatschereien viele geschichtlich bebeutsame unb aufschlußreiche Schilderungen enthalten. Aus biesen Briefen bringt Dr. Hermann Müller in ber Deutschen M e - bizinischen Wochenschrift eine Reihe von Auszügen, bie sich mit ben gesundheitlichen Zustän- ben bes Laubes befassen, wobei sie in ihrer frischen, ungeschminkten Schreibart eine sehr lebhafte Kritik an ben bamaligen französischen Aerzten übt. Schon sehr bald äußerte sie lebhafte Zweifel an allem, was die französischen Aerzte taten. Schon vor ber Geburt ihres ersten Kindes hegt sie Befürchtungen wegen ber Behanblung ber Kinber in gefunben unb kranken Tagen. Es kommt ihr „so spanisch vir, man man nicht mehr laufen unbt springen barf, auch gar nicht einmal in ber kutschen fahren, son- bern als in einer chaise muß getragen werben. Unb wann es balbt gethan wäre, so wäre es noch ein Sach, aber baß es so 9 monat fort währen muß, bas ist ein trübfeeliger zustanbt ... Wan aber biß Ey einmahl außgebrühtet wirb, fo wolt ich, baß ichs euch auf ber poft nach Osnabrück schicken fönte, benn Ihr versteht euch beßer auf biß hanbtwerk, als alles was hir im gantzen lanbt ist ... hir ist kein Kink sicher, benn bie Dockter hir haben ber Königin schon 5 in bie ander weit gehalsten, bas letzte ist vor brei Wochen gestorben, unb brei von Monsieur (Louis Philipp), wie er selber sagt, seinbt auch so fort geschickt worben." Liselottes Sorge wegen ber Kinder war berechtigt; ihr erster Sohn stirbt früh, benn „bas verstehen sie gar nicht hir im lanbt unbt wollen sich auch nichts sagen laßen unbt schicken also ein hausten kinber in bie anbere weit, baß es nicht zu sagen ist, ich weiß nicht, ob sie es thun, weilen es so wunberlich in bießer weit zugeht, baß sie ben armen finbern ber mühe wollen entbehren, ber weit Elenbt zu betrachten. Aber ich glaube, baß es vielmehr aus Dumm- unb nach- läffigfeit geschicht, wie ich ein gar zu starckes exern- pel habe." Immer wieber wirb in biesen Briefen Liselottes über Unfälle unb Krankheiten unb über Behanb- iung berichtet. So schilbert sie auch ben Tob ihres Mannes „... ber schlag hott Monsieur gestern abenbt gerührt umb 10 abenbts . . Man hat Jhro Liebden brey mal zur aber gelaßen, 11 oncen eme- tique geben, Waßer von Chasfhausen, gouttes b'Ang- leterre 2 bouteillen voll, aber nichts hatt gehalsten; gegen 6 morgenbts hatt es sich gantz zum enbt gebrehet. Umb 12 verschiebt Monsieur ... Monsieur hat ben tobt wohlgefühlt. 12 stunden lang hat man ihn unnötig martyrisirt mit emetiques, aberiaßen, schröpfen unb hunberterlei fachen, allerhand clistie- ren (1701)." Merkwürbig ist auch, was man über bie allgemeine Hygiene ber Lebensführung erfährt. „Die große mobe zu St. Eloub ist aberlaßen; gestern wars an frau von Ratsamshausen unbt an mir, heutte ist es an Harling unbt Wenbt; also viel teutsch blut vergoßen worden in St. Cioub. Man hat mir bas schönste blubt von ber roelbt gelaßen, wie hünerblubt .. " „... es ist viel bie mobe hier, sich über die lüft zu beklagen; bie prinzeß be Conti mag gar nicht mehr gehen, geht nie spazieren, Ma- bame b'Orleans auch nicht, unbt brauchen allezeit purgieren, aberlaßen, fauerbrunnen, bab unb, was noch am rarsten ist, sie rufen alle über meine ge- sunbheit. Ich sag ihnen alle tag, baß, wenn ich wie sie leben sollte, mürb ich nicht allein kranker werben wie sie, sonbern auch, baß ich gesunb bin, weil ich nichts brauch unb oft an bie lüft gehe und mich bewege." „Das ist ber französischen rociber narretei, allezeit in bunkeln örtern stecken zu wollen. Madame be Maintenon macht man rechte Nischen, wo sie hingeht, um sich gleich hineinzulegen; es ist wie ein klein lotterbett, worum man mit brettern, so wohl zu schließen, wie ein Häuschen Herummacht, wie ein paoillon. Ich ersticke, wenn ich barin sitzen ober liegen sollte. Sie feinb ber lüft nicht mehr gewöhnt. — Ich habe auch bie Pariser lieb, es seinbt gutte teufte. Es ist mir selber leybt, baß ihre lufft unb wohnung mir so zuwider sein." In diesem Zusammenhang wirb auch scharfe Kritik gegen die Mode, besonders die Uebertriebenheit in Kleidung unb äußerer Erscheinung bei Hofe geübt. Die hohen Haaraufbauten, Schminke, Puder unb Reifrock, Tabakschnupfen unb alles unnatürliche Auftreten bleiben Liselotte fremb, die auch ben Tabak energisch ablehnt. Sie klagt, baß es keine Schönheiten mehr gäbe; die Damen „mit ihrem ohrenweißen unb Haar an ben schläfen stark zu ziehen sehen si alle aus, wie bie weißen kanincher, bie man bei den obren hält, baß sie einem nicht entwischen, und machen sich in meinem Sinn recht häßlich damit ..." „Ich weiß viel Damen hir, so auch dem beaume (Balsam) blanc auffs gesicht schmieren, wen er mit esprit de vin zugerichtet wirbt. Monsieur selig haft wirs einmal auff daß gesicht schnüren wollen, ich hab es aber nie leyben wollen, will lieber sein mit meinen runtzellen, alß weiße sachen auff mein gesicht schnüren, benn ich haße allen schmuck, fan kein Rot vor mich selber leyben ... Es ist nur zu wahr, baß sich bie weiber blaue abern haben mahlen laßen, umb glauben zu machen, baß sie so zarte häute haben, baß man bie abern sieht. Es ist auch wahr, daß jetzt weniger leutte schon sein, alß vor bießen waren; ich glaube, sie veralten sich mitt ihrem schmink." Die Engländer trinken mehr Bier. Im Jahre 1936 hat England mehr Bier getrunken als währenb der letzten fünf Jahre. Sowohl ber Verbrauch bes in Englanb selbst gebrauten als auch bes eingeführten Bieres war bedeutend großer als im Jahre 1935, ber größte feit 1931. Im September 1931 erhöhte Lorb Snowben bie Bierfteuer, und ber Erfolg war eine sofortige starke Herabrninberung bes Konsums. Der Rückgang hielt bis 1933 an, als Neville Chamberlain bie Zusatz- fteuer wieber aufhob, unb von biefem Augenblick an hob ber Verbrauch sich wieber, obwohl ber Jahresdurchschnitt von 1931 noch nicht wieber erreicht ist. Im Jahre 1931 würben in England 41 500 000 Fässer Bier getrunken, gegen nur 30 400 000 im Jahre 1933. Dagegen erreichte ber Verbrauch bes Jahres 1936 wieber bie Zahl von 37 400 000 Fässern. 2. 3. 4. tn in Butter nur auf Kundenliste. DNB. Es besteht Anlaß, darauf hinzuweisen, daß von jetzt ab Butter nur noch auf Kundenliste ab« zuzeben ist. Das einzelne Geschäft teilt von sich aus die ihm zur Verfügung stehende Butter den eingetragenen Kunden entsprechend der Kopfzahl zu. Der Verbraucher ist nicht an ein bestimmtes Geschäft gebunden. Er kann sich nach seinem Beliebeneintragenlassen, im Einzelhandelsgeschäft, bei der Gemeinde oder anderer Stellen ist hierzu nicht erforderlich. Geflügelzuchtverein Gießen. Man berichtet uns: Bei überfülltem Saale hielt der Geflügelzuchtoerein Gießen seine Januaroersammlung bei Mitglied Henkel ab. Mit Genugtuung konnte der Vorsitzende die Feststellung machen, daß nicht nur der Mitgliedsbestand von Monat zu Monat steigt, sondern daß bei den Mitgliedern das Interesse vorhanden ist, sich in den Vereinsabenden weiter zu schulen. Nur durch planmäßige Schulung und regen Erfahrungsaustausch ist das dem Geflügelzüchter gesteckte hohe Ziel bald und restlos zu erreichen. Die diesmonatliche Schulungsaufgabe lautete: „Fütterung und Pflege der Hühner im Winter" und „Zusammenstellung der Zuchtstämme". Hierzu gab Herr D e e g aus dem reichen Schah seiner Erfahrungen interessante Anregungen und empfahl eine Impfung der Zuchttiere. Die Landesfachgruppenschau 1937, die in Gießen stattfinden wird, verpflichtet den einzelnen Züchter, nicht nur sein Bestes zum Gelingen dieser großen Veranstaltung in den Dienst der Sache zu stellen, Die Entwicklung der Sportämter der NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" und die -ihnen im Rahmen der Deutschen Arbeitsfront zugewiesenen Aufgaben machen eine Neuordnung des Verhältnisses des „K.d.F."°Sportes zum Deutschen Reichsbund für Leibesübungen notwendig. Ermächtigt durch den Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Reichsorganifations- leiter Dr. Ley, bestimmt der Reichssportführer als Leiter des Sportamtes der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude": 1. Im Aufgabenbereich der Deutschen Arbeitsfront ist den Leibesübungen eine besonders große Bedeutung beizumessen. Sie sind daher innerhalb wie außerhalb des Betriebes zu fördern und zu pflegen. der Üblichen Weise geschlossen. Oie Betätigung des Winkers beim Ueberholen. Ein Erlaß des Korpsführers Hühnlein. Die Durchführungsbestimmungen. Die sportliche Betätigung innerhalb der Betriebsgemeinschaften ist freiwillig. Gefolgschaftsmitglieder, die bereits in anderen Organisationen Leibesübungen treiben, dürfen weder offen noch versteckt gezwungen werden, ihre Sportbetätigung in diesen Organisationen einzustellen. Aufgabe des Betriebssportes ist nicht die Umleitung der bereits sporttreibenden Volksgenossen, sondern die Erfassung bisher den Leibes- Übungen noch fernstehender Volksgenossen. Wenn die Gefolgschaft eines Betriebes sportlich soweit gefördert ist, daß sie sich an Wettkämpfen Die zukünftigen Aufgaben des Sportamtes der RSS. »Kraft durch Freude" Prof. Edwin Fischer der geniale Meister am Klavier 378D Sonntag, 24. Januar, 17 Uhr, in d.ünlversitätsanla sondern auch bestrebt zu sein, allerbestes Der- material auf der Heimatschau zu zeigen. Freudigen Widerhall hat die Uebertraguna der Landessach- gruppenschau bei den oberhessischen Züchtern aus- gelost. Es ist zu wünschen, daß eine solche Schau den Hühnerhaltern unserer engeren Heimat die immer noch Bastarde aller Semester durchfutterm einmal Gelegenheit gibt, sich von dem hohen Wert der Rassengeflügelzucht zu überzeugen. Die Reuhs- sachqruppe hat Mittel in Form von Beihilfen zur Verfügung gestellt, die jüngeren und strebsamen Züchtern, die Gewähr für eine weitere gründliche Züchterarbeit bieten, gewährt werden können. Die Mitglieder Philippi, und Klos wurden mit t>er Aufgabe betraut, in Frage kommende Mitglieder auf ihre Würdigkeit hin zu prüfen. Als neue Mitglieder wurden ausgenommen Petri (Gießen) und Frey ?€r Lipsiaschau in Leipzig, die uiit 10 000 Di^en beschickt war, konnten die beiden Mitglieder Bauer (Gießen) und Hofmann (Lollar) mit ihren Rhodeländern 3 Ehren- und 7 Zuschlagspreise erringen. Gießener wochenmarktpreife. * G i e ß e n, 21. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, Vikg 1,57 JJlt, f. Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 13, Äfaffe B 12, Klasse C 1154, ungezeichnete 10, chinesische 10, Wirsing, % kg 10 bis 15, Weißkraut 6 bis 10, Rotkraut 8 bis 12, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 25 bis 30, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 60, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kartoffeln, kg 5 Pf., 5 kg 40, 50 kg: 3 35 bif 3,55 Mk., Aepfel, % kg 15 bis 20 Pf., Tafelapfel 25 bis 30, Birnen 10 bis 25, Nüsse 40 bis 55, Dorrobst 10 bis 25 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, bas Stuck 50 bis 60, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 3 bis 20, Enbimen 5 bis 25, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15 Pf. Erfolgreiche heimischeKaninchenzüchier Die Landesfachgruppe Hessen-Nassau für Kaninchenzucht veranstaltete vom 13. bis 17. Januar in der Festhalle zu Frankfurt a. M. eine Landesschau, bei der etwa 1500 Kaninchen, außerdem Pelzsachen aus Kaninchenfellen hergestellt, gezeigt wurden. Die Kreisfachgruppe Gießen hatte die Aus- ftellung mit 69 Nummern beschickt und konnte eine Anzahl Ehrenpreise, insgesamt 56 Preise dafür erringen. Auszug aus der Prämiierungsliste: Belgische Riesen: Gg. Schellhaas, Gießen, E u. 3. Pr.; L. Vogel, Mainzlar, E, 1. u. 2. Pr. — Weiße Riesen: Emil Kern, Gießen, E, 2 mal 3. Pr. — Deutsche Groß-Silber: Wilh. Schultheis, Lollar, E-Preis. — Groß-Chinchilla: L. Kreiling, Gießen, 3. Preis. — Wiener, weiß: Karl Stumpf, Leihgestern, 2 mal 3. Pr.; Otto Krick, Leihgestern 1. u. 3. Pr.; H. Junker, Leihgestern, 3. Pr.; W. Schultheis, Lollar, 2. Pr. — Japaner: Karl ©immer, Gießen, 3. Pr. — Klein-Chinchilla: H. Müller, Leihgestern, 1. Pr. — Marburger Feh: Willy Zehrt, Großen- Linden, 3 mal E, 1. und Zuschlagspreis: Heinr. Schneider, Steinbach, 2. Pr.; Luxkaninchen: Otto Steih, Gießen, 1. u. 2. Pr.; H. Schneider, Steinbach, 3. Pr. — Silberkaninchen, schwarz: Philipp Zimmermann, Großen-Linden, E-Pr.; Karl Berg- höfer, Gießen, 1. u. 3. Pr.; Gustav Schultheis, Stangenrod 3. Pr. — Silber, gelb: K. Schneider, Steinbach, E-Pr.; Philipp Zimmermann, Großen- Linden, 3. Pr. — Silber, braun: Philipp Zimmermann, Großen-Linden, E-Pr. — Englische Schecken: L. Kreiling, Gießen, E-Pr. — Schwarz- und Blau- loh: Otto Schäfer. Großen-Linden, 1., 2. u. 3. Pr.; O. Rau, Großen-Linden 2. u. 3. Pr.; W. Sommer- lad, Großen-Linden, 2. u. 2 mal 3. Pr.; H. Muller, Leihgestern, 2. u. 3., H. Sommer, Steinbach, 3.; H. Kehler, Steinbach, 2 mal 3. Pr.; K. Jung, Holzheim, 3 Pr. — Hermelinkaninchen: Willy Zahrt, Großen-Linden, E-Pr.; Karl Erbes Ik, Stangenrod 3 mal E-Pr. — Angorakaninchen: Wilh. War- dega, Leihgestern, E, 1. u. 3. u. Zuschlagspreis. — Auf Fuchspelz aus Kaninchenfellen: Erich Moos, : Lollar, 3. Preis. _________________________ DNB. Der Korpsführer des NSKK. stellt Uebereinstimmung mit den zuständigen Reichszentralbehörden fest, daß die kürzlich durch die Presse gegebene Mitteilung, der Kraftfahrer müsse beim Ueberholen, insbesondere auf den Reichsautobahnen, den linken Winter betätigen, weder mit den gesetzlichen Vorschriften in Einklang steht, noch den Erfordernissen der Verkehrssicherheit gerecht wird. Nach den Bestimmungen der Reichsstraßenverkehrsordnung hat jeder Verkehrsteilnehmer die Absicht der Richtungsänderung anzuzeigen. Eine Richtungsänderung liegt aber nicht vor, wenn ein Fahrzeug unter Beibehaltung seiner Fahrtrichtung lediglich auf der Fahrbahn mehr nach der Mitte hinüber fährt. Wenn Omnibusse und Lastkraftwagen beim Anfahren vom Straßenrand nach der Mitte hin ihren Pendelwinker betätigen, so hat das mit der Frage der grundsätzlichen Betätigung des Winkers beim Anfahren und beim Ueberholen nichts zu tun. Das Zeigen des Winkers zu anderen Zwecken als zur Kenntlichmachuna einer tatsächlichen Richtungsänderung, begegnet schwerwiegenden rechtlichen und tatsächlichen Bedenken. Nach einer kurzen Pause hielt Lehrer Schlau- d r a f f (Leihgestern) einen Vortrag über den neuen Lehrplan „Die deutsche Iungvolkschule", bearbeitet vom NSLB. Westfalen-Süd. Die einzelnen Punkte (Kernunterricht, Kursunterricht für die verschiedenen Schuljahre usw.) wurden erwähnt. Daran anschließend fand eine rege Aussprache statt. Zum Schluß sprach der Vorsitzende noch warme Worte des Gedenkens für den verstorbenen Lehrer Adam S e l z e r (Garbenteich), der allen ein lieber Kamerad gewesen sei. Die Versammlung wurde Träger der gesamten körperlichen Erziehung und spärlichen Einrichtungen innerhalb der Deutschen Arbeitsfront bzw. NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" und der ihr angeschlossenen Verbände ist das Sportamt der NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude". Das Sportamt der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude hat folgende Aufgaben: a) Pflege der Leibesübungen in der Betriebsgemeinschaft von den einfachsten Grundformen bis Wettkampf. Wettkämpfe werden ausschließlich im Rahmen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen und nach dessen Bestimmungen durchgeführt; b) Durchführung von jedermann zugänglichen „offenen" und „geschlossenen" Kursen bzw. Lehrgängen für die allgemeine körperliche Schulung wie auch für alle einzelnen Sportarten; c) Durchführung von Sportkursen für Formationen und andere Organisationen auf Grund der bestehenden Abkommen. Ueber die körperliche Ertüchtigung der Landbevölkerung erfolgen demnächst besondere Anweisungen. Zur Vermeidung von Ueber- schneidungen wird durch den Reichssportführer schon jetzt eine Arbeitsgemeinschaft der in Frage kommenden Stellen geschaffen. gez. von Tschammer. der Verkaufsstelle eines Großunternehmers, im Milchgeschäft, beim Butter-Dersandgeschäst, auf dem Wochenmarkt usw., aber auf einen Haushaltsnachweis jeweils nur an einer Stelle. Wer sich aus besonderen Gründen,,z. B. bei teilweisem Butterbezug durch Postversand 'oder bisherigem Bezug in verschiedenen Geschäften, in zwei Kundenlisten einzutragen wünscht, muß sich gegen Rückgabe des Haushaltsnachweises, auf dem die Löschung bei der bisherigen Bezugsquelle vermerkt ist, zwei Teilhaushaltsnachweise ausstellen lassen, z. B. für eine sechsköpfige Familie je einen für drei Köpfe, oder einen für zwei und einen für vier Köpfe. Es ist jedem zu empfehlen, sich dort eintragen zu lassen, wo er schon früher die Butter gekauft hat. Der Verbraucher kann sich bei der eingetragenen Stelle auch wieder austragen und bei einem anderen Geschäft eintragen lassen. Es ist dazu lediglich Löschung in der Kundenliste der bisherigen Bezugsquelle und Löschungsvermerk auf dem Haushaltsnachweis erforderlich. Das neugewählte Geschäft kann daraufhin Eintragung in feiner Kundenliste vornehmen und die Eintragung auch im Haushaltsnachweis vermerken. Eine Mitwirkung beteiligen kann, so sind die interessierten Mitglieder zu einer Wettkampfgemeinschaft zusam- menzufassen. Der Betriebswalter ernennt im Einvernehmen mit dem Betriebsführer den Leiter der Wettkampfgemeinschaft. Wettkampfgemeinschaften können, um ihre Lebensfähigkeit zu gewährleisten, nur herangebildet werden in Betrieben mit mindestens 200 Gefolgschaftsmitgliedern. Ueber Ausnahmen entscheiden der Gauobmann der Deutschen Arbeitsfront und der Gauführer des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen. Zur Verhinderung schädlicher Zersplitterung des deutschen Wett- kampswesens werden Wettkämpfe nur im Rahmen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen aus- getragen. Die Wettkampfgemeinschaften der Betriebe anerkennen daher eine vom Reichssportführer zu erlassende einheitliche Satzung und unterstellen sich damit für die Durchführung der Wettkämpfe der Disziplinargewalt des VeichSsporiführers. Die Durchführung von sogenannten „wilden" Spielreihen und Wettkämpfen ist ausdrücklich untersagt. Die Walter der Deutschen Arbeitsfront werden ersucht, die Durchführung zu verhindern. Um die Ausübung wirtschaftlichen Drucks auf Gefolgschaftsmitglieder mit Sicherheit auszuschalten, wird zunächst für eine Uebergangszeit von zwei Jahren das Wechseln von wettkampftüchttgen Volksgenossen anderer Organisationen in die Wettkampf- aemeinschaften der Betriebe ausnahmslos verboten. Es kann nicht Sinn der offenen und geschlossenen „KdF."-Sportkurse sein, die bereits Leibesübungen treibenden Volksgenossen aus ihren Organisationen herauszuziehen. Innerhalb der „offenen" Kurse ist deswegen im Zusammenwirken des zuständiaen Amtsttägers von „KdF." und des Beauftragten des Reichssportführers alle halben Jahre der ernsthafte Versuch zu machen, die an den offenen Kursen teilnehmenden Volksgenossen für den Beitritt zu einer Leibeserziehungsgemeinschaft (Gliederungen der Partei, Deutscher Reichsbund für Leibesübungen) zu gewinnen. Ein Zwang darf nicht ausgeübt werden. Gpartamt „Kraft durch Freude". Heute folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik und Spiele (nur für Frauen): Lyzeum, Dammstraße 26, 18.30 bis 19.30, 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr. Reiten (für Männer und Frauen gemeinsam): Umversitäts-Reitinstitut, Brandplatz, 21 bis 22 Uhr. S ki - T a g e s f a h r t am Sonntag, 24. Januar 1937, nach Oberreifenberg im Taunus. Fahrpreis, ohne Ski-Unterricht, Gießen — Oberreifenberg — Gießen 2,55 Mark. Die Karten zu dieser Fahrt müssen vorher auf der Kreisdienststelle, Gießen, Schanzenstraße 18, gelöst werden. Abfahrt: 7.30 Uhr DAF.-Haus, Schanzenstraße 18. Von der Universität. Don der Pressestelle der Universität Gießen wird UNS mitgeteilt: Professor Dr. Vietor, Ordinarius für germanische Philologie an der Universität Gießen, hat cme Berufung als ordentlicher Professor für deutsche Literatur an die Harvard-Universität in Cambridge, Mass. (U S A.) erhalten und hat die Absicht, dieser Berufung zum Herbst 1937 Folge zu leisten. Oeffentliches Fischessen im Studentenhaus. Die Gießener Studentenschaft wird am 3. Februar in sämtlichen Räumen des Studentenhauses ein großes Fischessen veranstalten, zu dem weite Kreise der Bevölkerung eingeladen werden sollen, um den Fischverbrauch im Volke zu steigern. Zu dieser Veranstaltung wird auch ein Vertreter des Gaues erscheinen. Der Frankfurter Rundfunk wird eine Reportage davon bringen, die durch den Sender verbreitet, eine Aufforderung an das ganze Volk fein soll, diese praktische Mitarbeit am Dierjahresplan in die Tat umzusetzen. An dieses Essen wird sich ein Rundgang durch das Studentenhaus anschließen. ASL8., Kreis Gießen. Die Arbeitsgemeinschaft „Volksschule" des Bezirksvereins Gießen-Land im NSLB. hielt gestern im „Burghof" ihre erste Sitzung im neuen Jahre ab. Der Vorsitzende, Dr. Reidt (Heuchelheim), sprach warme Begrüßungsworte und verflocht damit den Wunsch, daß auch im neuen Jahre weitere rege Arbeit geleistet würde. Darauf gab er einen kurzen Ueberblick über die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft „Volksschule" in den letzten vier Jahren (Rassegedanken, Vererbungslehre, Erziehungslehre, Bauerntum usw.) und erklärte, daß in den kommenden Monaten nun mehr die methodische Seite der ganzen Erziehungsfrage aufgerollt werden solle. An eine Rede Alfred Rosenbergs anknüpfend, gab Dr. Reidt dann noch weitere Richtlinien. Das frembe Gesichl. Vornan von Caren. 22 Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) „Ja, lach mich nur aus", sagte sie beschämt, „aber — ich weih nicht, ob du das verstehst, Frank — es war mir um deinetwillen schrecklich, daß ich so gar keinen Eindruck mehr auf Monno machte. Bist du denn so häßlich geworden? fragte ich mich. Es wäre mir beinah lieber gewesen, ich hätte mich gegen ihn wehren müssen, als daß er mich so unverschämt sachlich betrachtete, mit den Händen in den Taschen, wie ein Auktionsstück. — ,Du scheinst dich ja nicht gerade verbessert zu haben', sagte er. — Es bereitete ihm natürlich eine höllische Genugtuung, mich in dieser ärmlichen Wohnung zu sehen und in meinem verwaschenen Hauskleidchen — das blaue, weißt du nach, mit dem Bubikragen, das an der Seite schon ganz ausgeplatzt war vom Herum- bücken und ..." Evelyn sah im Geist wieder deutlich das mitleidig-zynische Läckeln, mit dem Manna diesen kleinen Riß betrachtet hatte, und nach jetzt in der Erinnerung überkam sie wieder dasselbe Gefühl van Scham und Zorn und Verzweiflung wie damals. Sie hätte ihm ins Gesicht schlagen mögen, diesem Schurken, der sich da breitspurig und voll stummem Hohn an ihrer Bedrängnis weidete. Aber sie hatte nicht die Kraft zur Gegenwehr. Ihre an sich schon überreizten Nerven ließen sie im Stich. Die Tränen stürzten ihr plötzlich aus den Augen, Tränen ohnmächtiger Angst, die Monno vermutlich anders gedeutet hatte. Denn seine zynische Frechheit schlug auf einmal in eine Art von jovialer Vertraulichkeit um. Mit einem Anflug von Gutmütigkeit sagte er: „Na, immerhin kannst du von Glück sagen, daß sie dich damals in Rio nicht mit mir erwischt haben. Sonst säßest du heute vermutlich in einem noch finstereren Loch als der Wohnung da. War sehr schlau von dir, mir auszukneifen, hast ’ne gute Nase gehabt, Kleine ..." Seine breiten Nüstern blähten sich triumphierend, und ein spitzes Funkeln trat in seinen Blick. „Wenn ick gemein fein wollte, könnte ich mich ja dafür an dir rächen. Die französische Polizei interessiert sich, soviel ich weiß, immer noch für dich. Eine hübsche Ansichtskarte mit deiner neuen Adresse würde ihr gewiß viel Freude machen ... Na, nur keine Angst — ich bin nicht so!" Er machte eine großmütig-beruhigende Gebärde. „Im Gegenteil — ich möchte dir sogar dazu verhelfen, daß du aus diesen armseligen Verhältnissen herauskommst. Du tust mir leid. Du mit deinem Gesicht, mit deiner Erscheinung — du gehörst in einen ganz anderen Rahmen. Wäre schade iim dich, wenn du dich dein Lebtag so abrackern müßtest ..." Er ließ eine Atempause eintreten, ehe er mit Gönnermiene fortfuhr: „Mir ist da eben eine glänzende Idee gekommen. Dein Mann ist doch Chirurg, nicht wahr? Ein sehr aeschickter Chirurg sogar, wie ich höre. Um so besser. Du mußt mich mit ihm bekanntmachen. Ich werde ihm Vorschlägen, seinen Hungerposten am Krankenhaus auszugeben und für uns zu arbeiten. Für mich und meine Gesellschaft, meine ich. In unserem Beruf, verstehst du, gibt es öfters so kleine Betriebsunfälle, bei denen wir einen tüchtigen und verschwiegenen Chirurgen brauchen könnten — so eine Art Vertrauensarzt, verstehst du? Möglich so- aar, daß ich ihn gleich als erster konsultiere. Ich hätte da nämlich so ein paar kleine Reparaturen, mit denen man sich nicht gern an einen ^beliebigen wendet. Man kann nie wissen, an wen man dabei gerät. Aber der Mann einer guten Freundin — das wäre natürlich etwas anderes. Da bliebe es sozusagen in der Familie. Auf das Honorar kommt es mir dabei nicht an, Geld spielt für uns keine Rolle. Wenn dein Mann kein Dummkopf ist, sagt er ja." Sie hatte im ersten Augenblick nicht einmal recht begriffen, was er von Frank wollte. Aber bann, als es ihr allmählich klar wurde, war eine wilde Empörung in ihr aufgeflammt, daß dieser Verbrecher, dieser entkommene Bagnosträfling, es wagte, von dem Mann, den sie liebte, schon wie von seinesgleichen zu sprechen. „Nie, niemals wird er ja sagen — dafür leg' ich die Hand ins Feuer ...", hatte sie glühend gerufen. „Frank ist ein Ehrenmann, nie wird er sich mit Menschen wie Sie und Ihresgleichen auf einen Handel einlassen, und wenn Sie ihm eine Million dafür bietenr Sie hatte einen Augenblick gefürchtet, Monno werde wütend auffahrcn, aber er hatte ganz gelassen gesagt, mit einem boshaft-verkniffenen Grinsen: „Eine Million wäre selbst für unsere Verhältnisse ein bißchen viel auf einmal. Aber er wird es auch billiger tun, sagen wir — na, für rund zwanzig Mille. Was meinst du?" „Niemals." „Wetten, daß er es tut? Ich werde es dir beweisen!" Sie hatten noch eine Weile hin- und hergestrit- ten, er zynisch-überlegen, sie in zitternder Erregung. Dann war er gegangen, so plötzlich, wie er gekommen war, ohne sich über seine weiteren Pläne ausgesprochen zu haben. Kein Wort davon, daß er die Absicht hatte, sich auf eigene Faust an Alland zu wenden. „Ich dachte, als du mir damals die Photos zeigtest, wirklich einen Augenblick, er hätte dich herum- getriegt. Darum bin ich vor Schrecken ohnmächtig geworden. Aber als ich dann aus deinem ganzen Reden merkte, daß du nicht einmal wußtest, mit wem du es zu tun gehabt hattest, da — ich weiß nicht, Frank, ob ich darüber froh gewesen bin, oder ob ich mir nicht doch lieber gewünscht hätte, du wüßtest alles und es wäre mit deinem Einverständnis geschehen. Es war so eine Folter für mich, stillschweigend zusehen zu müssen, wie du dich über dieses Geld freutest, dir nicht sagen zu dürfen, daß .. „Ach, Kind, warum hast du es mir nicht gesagt!" „Nein, Frank! Dich aus deinem Frieden, deiner Ahnungslosigkeit herausreißen, dir ins Gesicht sagen: Dieses Geld, diese zwanzigtausend Mark, mit denen du dir deine Existenz gegründet hast, verdankst du ...! Nein, Frank, dir das zu sagen, hatte ich nicht den Mut. Du mit deiner geraden, redlichen Natur, du wärst ja zusammengebrachen, die ganze Basis deines Lebens wäre ins Wanken geraten." „Es wäre trotzdem besser gewesen." „Mag sein." Evelyn senkte den Kopf, die Stimme versagte ihr. „Liebling!" Dr. Alland sprang aus und setzte sich ganz nah zu ihr auf die Armlehne ihres Sessels. Er preßte sie an sich mit aller Inbrunst seines Herzens. „Du hast mir soviel Glück gebracht, wie einem Menschen nur irgend beschieden sein kann, mein süßes Herz," sagte er weich. „Mag jetzt kommen, was will, diese sechs Jahre sind damit nicht über- Sahli." Hingegeben versank sein Gesicht in ihrem weichen Haar. Eine Weile blieb es still im Zimmer. Dann schreckte ein Geräusch im Hause ihn aus seiner zärtlichen Versunkenheit auf. „Wir müssen jetzt vor allem ganz ruhig Überlegen, was zu tun ist", setzte er nach einer kurzen Wanderung durchs Zimmer das Gespräch fort. „Dieser Monno — oder Gallatin, oder wie er heißt — hat sich in den fünf Jahren nie mehr bei dir blicken lassen? Und auch sonst hast du nichts von ihm gehört?" Evelyn schüttelte den Kopf. Nein, bis vor kurzem. Bis ihr eines Tages dieser Bertrand im ©arten aufgelauert und ihr mit feinem verwaschenen Lächeln „Grüße von Jean Monno" bestellt hatte. Damit hatte es begonnen: die geheimen Zusammenkünfte tn Parkanlagen und kleinen Vor- stadtcafss, wo Bertrand sie in Monnos Auftrag für seine finsteren Zwecke gefügig zu machen suchte. „Was für Zwecke? Was wollte er von dir?" „Sie wollten mich ,ins Geschäft nehmen', wie Bertrand sich ausdrückte, das heißt in ihr Rauschgiftgeschäft. Oder vielmehr, dich wollten sie dafür gewinnen, und ich sollte dabei die Vermittlerin spielen, dich beeinflussen, dir Szenen machen, bis du nachgibst. Ein unbescholtener, angesehener Mann und obendrein noch Arzt, ein .angehender Herr Professor', das, meinte Bertrand, sei es gerade, was sie brauchten. ,Ein geradezu idealer Stützpunkt', sagte er, ,wie man ihn sich nicht schöner wünschen könnte'. Darum sei Monno auch so scharf auf dich. Sie wollten mit deiner Hilke hier ein kleines Depot anlegen. Kein Mensch würde darauf kommen, daß du das Morphium nicht für medizinische Zwecke brauchst. Außerdem wollte Bertrand, daß ich ihm Rezeptformulare von dir verschaffte — ,für den Hausgebrauch', feixte er. Er machte gar kein Hehl daraus, daß er sich mit den gefälschten Rezepten Morphium und Kokain verschaffen will, natürlich um es bann weiterzuverschieben. Im Schleichhandel seien diese Gifte zehnmal so teuer wie in der Apotheke." 2)ft Alland wanderte ruhelos im Zimmer auf unb ab. „Und du?" fragte er leise. (Fortsetzung folgt!) /"aus, ;ensN ,rui*Ii*e mit Dlit. f?lI"P™en ä»l der ’S«1 be. -0 a u e r 7> ,pre>je er- Wochen. 55, Dörr« ,Suppen. 50 bis 60) ' Endivien 30, Rettich ^ujen, \SI $lt, L IM 'Nie B ji'läje io, 6 bis io ’ 10, rote EWmh " big 30, J 8 big io -0 bis 30, i 3,35 bi- nzüchter für Kanin. Januar in ^ndesjchau, Pelzsachen mrben. Die die Aus» konnte eint e dafür er. iste: ießen, E u. 2. Pr. - ! mal 3. Pr. heis, Lollar, ng, Gießen, umpf, Leih- leftern 1. u. . Schultheis, ier, Gießen, Leihgestern, )rt, Großen- •reis; heinr. inchen: Otto Mer, Stein- >rz: Philipp Karl Berg- Schultheis, . Schneider, in, @ro^n> vp Rimmer« k fetten*, und Wi* u. 3. Pr.: >, Sommer« 5). Muller, idach, 3.; f). Jung, Holz« Lilly Zahrt, L, Stanqen- Wilh. War« lagspreis. - Erich Moos, eher rier 37sD riltätsauli t nicht über« hrem weichen immer. Dann i aus semer ruhig über' einer kurzen besprach Ä r wie er W mehr bei dir )u nichts von bis vor kur- r ri> im G°l- verwaschenen b-st-v E V» * m«$«' I* von dir? a°- 5 Ser5 sagte woll' Ä*C bl dara^' »•e v«* Oberheffen. Seimaivereinigung Staufenberg. * Staufenberg, 20. Jan. Leider muß der vor längerer Zeit angekündigte Heimatabend der Heimatoereinigung Staufenberg, an dem fast alle Vereine der Gemeinde teilzunehmen versprochen hatten, bis auf weiteres verschoben lv«rrdsn. Der Grund ist der, daß zur Zeit kein Burgwirt vorhanden ist und die großen Räumlichkeiten der Burg deshalb ungeheizt sind. Der hiesige Turnverein, der in früherer Zeit an Werktagen abends in dem großen Saale übte, konnte aus diesem Grunde bis jetzt dort leider keine Uebungs- stunde abhalten. Hoffentlich wird der Mangel bald behoben und ein leistungsfähiger, solider Gastwirt «gesunden. Die Offenyaltung der Burg bedeutet sowohl für unseren Ausflugsort, als auch für die Heimatoereinigung Staufenberg eine Lebensfrage. Gute Wildipende für das WHW. * Schotten, 20. Ian. DieJägerdesKrei« lses Schotten haben, nach einer Mitteilung der hiesigen Kreisführung des WHW., in den Monaten November und Dezember 1936 als W i l d s p e n d e ?ür das Winterhilfswerk 38 Rehe und 69 Hafen im Gesamtgewicht von 715 Kilogramm ab» geliefert. Diese Wildspende wurde der Gausührung Frankfurt des WHW. übermittelt. Bauernführer in der Ilachsrösterei. O Stockheim, 20. Jan. Die Kreis- und Bezirksbauernführer der Landesbauern- ,chaft Hessen - Nassau besichtigten dieser Tage >i e Flachsrösterei in Stockheim. Auch >er Landesbauernführer nahm an der Besichtigung teil. Der Aufsichtsratsoorsitzende der Bäuerlichen Hauptgenossenschaft wies in einer Ansprache auf »ie volkswirtschaftliche Bedeutung der Röstanstalt Din. Direktor Straßburger gab anschließend innen Ueberblick über die Arbeit der Flachsröste. 2andesbauernführer Dr. Wagner gab seiner Freude über die schöne und vorbildlich arbeitende Flachsröste Ausdruck. Geschäftsführer Brauer von der Flachsröstanstalt hielt dann einen Vortrag über die technische Bearbeitung des Flachses, an- «chließend wurden die Betriebsanlagen besichtigt. Dr. Brauer von der Landesbauernschaft sprach im weiteren Verlauf der Zusammenkunft noch über »ie Flachswerbung 1937. Nach einer regen Ansprache über das Gesamtproblem des Flachsanbaues und der Flachsbearbeitung wurde die Tagung mit Dem Gruß an den Führer beschlossen. Geburtenrekord in Alsfeld. * Alsfeld, 20. Jan. Unsere Stadt hatte im Jahre 1936 einen einzigartigen Rekord zu verzeichnen. Sie erreichte nämlich in diesem Jahre nie höch ste Geburtenzahl, die seit der Ein- -ichtung der Standesämter im Jahre 1875 überhaupt emals in userer Stadt zu verzeichnen war. Es wurden nämlich im Jahre 1936 hier 168 Kinder geboren, flegen 129 im Jahre 1935. Landkreis Gießen. — Heuchelheim, 19. Jan. Der Gesangverein „Liederkranz" feierte am Samstagabend in der Turnhalle sein Winterfest. Der L>aal war bis zum letzten Platz besetzt. Nach einem 2röffnungsmarsch der Kapelle E i n b r o d t (Gieren), die den musikalischen Teil des Abends betritt, begrüßte der Vorsitzende Fritz Bepler die üeihtelfmer. Er appellierte besonders an die Jugend, Öie den Gesangvereinen beitreten soll, damit der Männergesang und das deutsche Lied auch weiter- fhin erhalten bleiben. Die Dortragsfolge war sehr reichhaltig. Neben Liedern des Männerchores unter Leitung von Chorleiter Wigand Gernhardt (Bad-Nauheim) wurden auch zwei Theaterstücke gespielt. Auch das Volkslied kam zur Geltung, indem man aus dem Heuchelheimer Liederbuch gemeinsam Lieder sang. — Staufenberg, 19. Jan. Gestern vormittag fand an der hiesigen Schule die feierliche H i s - sung der HI.-Fahne statt. In Vertretung des Bannführers sprach Stammführer S ch m u l - bad)-- Lollar zur angetretenen Jugend. — Die hiesige Burg ist an Gastwirt Ko ob in Lollar verpachtet worden. — Dieser Tage wurde die Getreidespende der Bauern und Landwirte zur Ausmahlung abgeliefert. V Saubringen, 18. Jan. Die hiesige NS.- F r a u e n s cha f t veranstaltete in der neuen Schule einen Vortragsabend. Frl. Schlapp hielt einen anschaulichen Vortrag über die Eindrücke während einer Fahrt mit „Kraft durch Freude" nach Borkum und Helgoland. 00 Beuern, 20. Jan. Im Saal von Somme r l a d fand in diesen Tagen die erste Holz- oerfteigerung der Rabenauschen Forstverwal- tung statt. Es waren viele Interessenten erschienen. Je Raummeter wurden bezahlt: Buchenscheite 8,50 RM., Buchenknüppel 7,50 RM., Eicyenscheite 5.— RM., Eichenknüppel 4.— RM., Fichtenknüppel 3.— RM., Buchenreifer 80 Pfennig. Die Preise liegen höher als im vorigen Jahre. * Reiskirchen, 18.Jan. Die hiesige Kriegerkameradschaft veranstaltete am Samstag im Saale von Gundrum eine Mitgliederversammlung, verbunden mit einem Familienabend. Nach der Begrüßungsansprache des Kameradschaftsführers wurde der Tätigkeitsbericht erstattet und der Rechnungsbericht gegeben. Kreisfchießwart, Kamerad Klein, Gießen, würdigte in längeren Ausführungen die Leistungen der hiesigen Schützengruppe und ermahnte die Kameraden, im neuen Jahre mit noch besseren Leistungen aufzuwarten. Kreispropagandaobmann, Kamerad K ö h r e s, Gießen, hielt anschließend einen grundlegenden Vortrag über Wesen und Bedeutung der Propaganda des Kyffhäuserbundes. Neben dem Soldatenbund der jungen Soldaten wird der Kyffhäuserverband, der alle alten Soldaten erfaßt, mit seinen weit ausgebauten sozialen Einrichtungen weiter bestehen und alles daransetzen, um die ihm vom Führer gestellten Aufgaben zu erfüllen. Nach Erledigung der dienstlichen Angelegenheiten kam die ungezwungene Kameradschaft zu ihrem Recht. Bei froher Unterhaltung und freier Bewirtung verlief der Abend in bester Stimmung. ,> Saasen, 17. Jan. Am Samstag hielt der Gesangverein „Eintracht" unter dem Vorsitz des Vereinsführers Hermann Wagner im Saale „Zum goldenen Löwen" seine Jahreshauptversammlung ab. In seiner Ansprache gedachte der Dereinsoorsitzende in üblicher Weise des im abgelaufenen Jahre verstorbenen Mitgliedes Wilhelm Seipp. Die Kasse wurde durch die beiden Kassenprüfer Karl Pfeiffer und Ludwig Kutscher in Ordnung befunden, so daß dem Rechner H o r st Entlastung erteilt werden konnte. Vereinsvorsitzender und Vorstand wurden einstimmig wiedergewählt. Im abgelaufenen Jahr konnte der Verein unter der bewährten Leitung seines Dirigenten Volk (Großen-Buseck) achtbare Erfolge buchen. Der Verein nahm am Wertungssingen in Lauter teil und kehrte erfolgreich zurück. Für dieses Jahr wird ein Ausflug an Den Rhein geplant. In feiner Schlußansprache forderte der Dereinsoorsitzende die Mitglieder auf, auch weiterhin treu zum deutschen Lied und Vaterland zu stehen. Die Versammlung wurde dann in üblicher Weise geschlossen. Gemütliches Beisammensein hielt die Teilnehmer noch etliche Stunden beisammen. — Am Freitag lief hier, von der Konserven Junge Schnittbohnen... .lk N.-Dose 50 Vi N.-Dose 55 Spinat 500 g 35 Gelbe Erbsen mit Schale Gelbe Erbsen, ganz, ohne Schale, 500 g 40 500 g 30 Grüne Erbsen mit Schale SQÄFÜLIM ! ViN.-Dose 60 ViN.-Dose 65 Vi N.-Dose 38 Linsen, große..... Linsen, gutkochend Weiße Bohnen. Gemüse-Erbsen.... Junge Erbsen....... Karotten in Würfeln ..........500 g 38 ........ 500 g 34 500 g 32, 26, 18 Grüne Erbsen, ganz, ohne Schale .500 g 34 ♦ 379 A Gemischtes Gemüse Konsum-Misch. 7Q 11 jN/UOSü ■ “ Haushalt-Mischung aus Trockenerbsen u. Karotten, Vi N.-Dose 38 Brechspargel, dünn,m.Köpf.,l/iN.-D.i A 0 Stangenspargel, dünn,1/, N.-Dose 1.25 Pflaumen, süß mit Stein......ViN.-Do-e 62 Mirabellen...............N.-Dose 1.20 Birnen, weiß, lL> Frucht......Vi N.-Dose 1.20 Heidelbeeren.............ViN.-Dose 98 Hülsenfrüchte findet richtige Förderung und Kräftigung und wird von quälenden Beschwerden, wie Sodbrennen, Druck, Schmerzen. Krampf bewahrt durch Leupin-Kr&uter-MagenMtls- Etwas wirklich Gutes! RM 1,25 und -,75 Drogerie Winterhoff, Kreuzplatz 10; Drog. Bornemann, Bahnhofstr. 17; Löwen-Drogerie W. Kilblnger Nchf. Seltersweu 69a; Germania-Drogerie C Seibel. Frankf, Str. 39. 5,42^ Verkäufe Leichtes 0329 Oldenburger Arbeitspferd preiswert zu verkaufen. Zu erfragen in d. Geschäftsstelle des Gießen. Anzeig. Rentables toeniim im Südviertel günstig zu verkaufen. 0325 H. J. Baehr Franks. Str. 43 Immobilien. Schwerer, fahrbereiter 385Ü KraHwagn sehr geeignet z. Umbau, sofort zu verkaufen bei Reils & Kraft Marb. Straße. 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NS.-Gemeinschaft .Kraft durch Freude" veranstaltet, der schöne Ufa-Tonfilm „Der Klosterjäger". Die Veranstaltung war gut besucht. Z Ettingshausen, 18. Jan. Die hiesige Kriegerkameradschaft hielt bei Kamerad Paulus Walter ihre Hauptversammlung ab. Kameradschaftsführer Förster Keil gedachte zunächst der im Jahre 1936 verstorbenen Kameraden. Kamerad Philipp S e r t h erstattete den Kassenbericht, der mit einem kleinen Ueberschuß abschloß, geprüft und in Ordnung befunden worden war. Für den verstorbenen Kameraden Ludwig Pfeiffer II. wurde Heinrich Stein I. als Fahnenträger bestimmt. Als dessen Stellvertreter wurde Wilhelm Bopp eingesetzt. An Stelle des nach Steinbach versetzten Lehrers Simon wurde Paulus Walter als Beiratsmitglied bestimmt. Nach Abschluß des geschäftlichen Teils blieo man bei vaterländischen Liedern noch geraume Zeit beisammen. + Ettingshausen, 20. Jan. Die Ortsgruppe hielt im Saale von Paulus Walter einen gut besuchten Dorfgemeinschafts-Abend ab, der zum großen Teil von Darbietungen der Hitler- Jugend und des BDM. ausgefüllt wurde. Zur Aufführung gelangten drei humorvolle Theaterstücke, die herzliches Lachen auslösten. Kameradschaftliches Beisammensein beschloß den Abend. nsf. Beltershain, 20. Januar. Der Lehrgang für Säuglingspflege, den der Reichsmütterdienst im Deutschen Frauenwerk hier veranstaltete, fand in einem frohen Kameradschaftsabend seinen Abschluß. Schwester Jula Kliffmüller faßte noch einmal die Grundgedanken der Mütterschulung zusammen und verteilte an die 21 Teilnehmerinnen die Bescheinigungen für regelmäßigen Besuch. Nach dem ersten Teil vereinten lustige Darbietungen bei Kaffee und Kuchen die Anwesenden. Alle Gäste waren erstaunt über ble Lieder und die kleinen Stücke, die Schwester Jula in der kukzen Zeit mit den Teilnehmerinnen am Lehrgang eingeübt hatte. nsf. Stockhausen, 20. Jan. Neber geschmackvolle Kleidung und Heimgestaltung sprach hier Frau S ch l i e p h a k e in unserer Frauen- schäft. An Proben und Mustern von guten und minderwertigen Stoffen zeigte sie den Unterschied zwischen haltbaren, waschechten Stoffen und unechtem billigem Schund. Bei der Heimgestaltung muß auf dem Lande besonders alles Modische, Ueberflüssige und Unzweckmäßige, das sich in die alten ererbten Möbel und Geräte nicht einordnet, vermieden werden. Der Sinn und die Freude an gutem Material und wertvoller Verarbeitzmg muß geweckt und gefördert werden. Die Frauen folgten mit großer Aufmerksamkeit. 00 Allertshausen, 18. Jan. Der hiesige Kriegerverein hielt seine Jahresschlußversammlung im Vereinslokal ab, zu der fast alle Kameraden erschienen waren. Nach einer einleitenden Ansprache des Kameradschaftsführer I. H. Na ch- tigall erstattete Rechner Lich den Kassenbericht, der von den Kassenprüfern in Ordnung befunden war und genehmigt wurde. Der Schriftführer erstattete den Jahresbericht. Im Verlaus der Versammlung wurde aller gefallenen Kameraden und des verstorbenen Kameraden Wilhelm Wagner gedacht. Sodann wurde der Beschluß gefaßt, eine Kyffhäuserfahne anzuschasfen, für die eine sofort Geflügelschau in Lollar. 8 Lollar, 20. Jan. Eine schöne, in Organisation und Leistung vorzüglich gelungene Geflügelschau veranstaltete der hiesige Geflügelzuchtverein am vergangenen Wochenende im Saale „Zur Germania". Das Interesse, das diese Schau bei den Züchtern, wie auch beim PubMum fand, war sehr erfreulich. 217 Ausstellungsnummern standen den Bewertungsrichtern Jäger (Ober- Hörgern) und ©übler (Burg-Gemünden), sowie einer starken Besucherzahl in vorbildlicher Anordnung zur Bewertung und Schau zu Verfügung. Auf den ersten Blick fiel auf, daß die Veranstalter und die Aussteller keine Mühe gescheut hatten, um mit ihren Leistungen vor der Kritik bestehen zu können. Den beiden mit bester Sachkenntnis ausgestatteten Wertungsrichtern war damit keine leichte, wohl aber eine dankbare Aufgabe gestellt. Das Ergebnis der Bewertung. Hühner. Schwarze Wyandotten: Ludwig Künkel XIII., Lollar, 3 EPr., 2 sg 1, 2 sg2, 1 sg3, 1 sg und 7 g. — Dunkle Wyandotten: Friedrich Riehm, Lollar, 1 sg 1 Z., 1 sg 1. — Wyandotten blaugold: Justus Frank, Lollar, 1 sg 1Z., 2 g. — Wyandotten sil- ber: Georg Hettche, Lollar 1 EPr., 2 sg 1, 2 g. — Plymouth-Rocks, gestreift: Albert Fuchs, Lollar, 1 sg 1. — Barnevelder: Richard Schulze, Lollar, 1 EPr., 1 fg 1, 3 g; Ludwig Geißler V., Lollar, 2 g. — Welsumer: Karl Müller, Lollar, 1 EPr., 2 sgl, 1 g. — Rheinländer, schwarz: Karl Schmitt 1 sg 2, 1 g; Albert Fuchs, Lollar, 1 EPr., 2 sg 1 Z., 4 g; Ludwig Spuck, Lollar, 1 fg 1, 1 sg 3, 3 g.— Hamburger, schwarz: Karl* Frank, Lollar, erhielt den Ehrenpreis der Reichsfachschaft, 1 EPr., 2 fg 1, 1 sg 2, 1 fg 3, 1 sg und 1 g. — Italiener, schwarz: Heinrich Riehm, Lollar, erhielt den Ehrenpreis der Reichsfachschaft, 2 sgl Z., 2 fg 1, 2 fg 2, 1 fg3. — Italiener, rebhuhnfarbig: Walter Seipp, Lollar, 1 sg 1 Z. und 4 g. — Ostfriesische Silbermöven: Wilhelm Römer, Lollar, 1 EPr., 1 fg 1 Z., 2 sg 1, 1 sg 2, 1 sg 3 und 4 g. — Andalusier, blau: Heinrich Schneider, Wiesen, 1 sg 1Z., 1 sg 1, 2 g. Zwerghühner. Wyandotten, schwarz: Ludwig Künkel XIII., Lollar, 1 sg 1Z., 2 sgl, 1 g. — Wyandotten, weiß: Wilhelm Schmulbach, Lollar, erhielt den Ehrenpreis der Landessachschaft, 1 fg 1, 1 g. — Wyandotten, gestreift: Heinrich Geiß, Lollar, 1 EPr., 2 fg 1Z.; Georg von der Au, Lollar, 1 fg 1, 1 fg 3, 3 g; Karl Frank, Lollar, 2 g; Friedrich Riehm, Lollar, 1 fg 2, 1 g; Heinrich Müller, Ruttershausen, 1 sg 1, 1 fg 2, 1 g. — Rhodeländer: Wilhelm Becker, Lollar, 1 fg 1 Z., 1 fgl, 1 g; Ernst Geißler 1 fg 2. — Sebrigyt-Bantam: Ludwig Spuck, Lollar, 1 EPr., 1 sglZ, 3 sgl, 2 g; Erich Moos, Lollar, 1 sg 1. Tauben: Hessische Kröpfer: Wilhelm Becker, Lollar, 1 EPr., 1 fgl, 1 g; Justus Frank, Lollar, 4 g. — Elsterkröpfer: Wilhelm Becker, Lollar, 1 EPr., 2 sg 1, 2 g. — Brünner Kröpfer: Erich Moos 1 fg 1. — Steinheimer Bagdetten: Georg von der Au, Lollar, 1 sg 1Z, 1 fgl, 3 fg2, 1 sg 4 und 4 g; Karl Schmitt, Lollar, 1 EPr., 2 fg 1. — Schönheitsbrieftauben: August Geiß, Lollar, 1 EPr., 1 sg 1 Z, 3 sgl, 2 fg2, 2 g; Karl Zimmermann, Lollar, 1 EPr. und 2 g. — Reise-Brieftauben: Ludwig Frank VII., Lollar, 1 EPr., 1 sg 1 Z., 2 fg 1, 1 fg 2, 1 fg 3, 1 fg und 3 g; Willy Barschel, Lollar, 1 sg 1, 1 fj; Ludwig Heibertshausen, Staufenberg, 2 g. — Nürnberger Lerchen: Heinrich Geiß, Lollar, 1 EPr., 2 fg 1, 2 fg. 2, 1 fg 3, 4 g. — Lockentauben: Rudolf Scherb, Lollar, 1 fg 1, 1 fg 2. — Lahore-Tauben: Georg von der Au, Lollar, 1 EPr., 1 fgl, 1 fg2, 2 g. — Thüringer Flügeltauben: Ernst Schwarz, Lollar, 1 fg 1, 1 fg 2, 1 g; Karl Zimmermann, Lollar, 2 EPr., 1 fg 1, 1 sg 2, 1 fg 3, 3 g. — Trommel-Tauben: Heinrich Müller, Ruttershausen 1 g. — Lux-Tauben: Ernst Geißler, Lollar, 1 g. Die vom Geflügelzuchtverein Lollar ausgesetzten Preise für beste Lei st ungen fielen an Ludwig Klinkel XIII., an Georg von der Au und an Heinrich Geiß. Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher Hier abschneiden! Wasterundurchlässigmache« 567 Wechsel Bauchhöhle oder in dem Gewebe. Die Wassersucht hat immer eine ernste Ursache, die dringend ärzt- licher Behandlung bedarf. Wasseransammlungen in den Geweben kommt bei Nieren- und Herzkrankheiten vor, Wasser in der Bauchhöhle bei bösartigen Geschwülsten und bei schweren Herzerkrankungen. Wasser im Brust- raum hat gewöhnlich seine Ursache in einer Rivvenfellentzün- dung. Derartige Wasseransammlungen stellen eine sehr schwere Belastuna des Körpers dar und lassen den Kranken sehr herunterkommen. Wasserundurchlässigmachen von Stoffen, s. u. Imprägnieren. Wasserzeichen, Kennzeichen von Papiersorten, auch von Papiergeld, das nur sichtbar wird, wenn man das Papier gegen Licht hält. Watscheln, eine eigenartige Gang- ftörung, die bei doppelter Hüftgelenksluxation (s. Verrenkung) ryvisch ist. Kommt aber auch vor bei Lähmung der für den Gang wichtigen Gesäßmuskulatur. Watt, Einheit für elektrische Stromleistung, die um so größer ist, um so höher die Spannung, Volt, und die Stromstärke, Ampere, sind. Watt W wird gewöhnlich in Kilowatt ausgedrückt. 1 kW = 1000 W. Eine Kilowattstunde ist die Leistung eines Kilowatts während einer Stunde Dauer. Watte, lockere Baumwolle, die als Verbandstoff verwendet wird. Watte muß keimfrei gehalten werden. Man entnimmt dem Paket nicht mehr Watte als man gerade benötigt. Wattereste darf man nicht herumliegen lasten. Bei Wundverbänden kommt unmittelbar auf die Wunde 93er» bandgaze, bann erst Watte. W. C., engL Abkürzung von Water closet, Wasserklosett. Deutsche Bezeichnungen Waschraum, Spül, sitz. Weben, Anfertigung von Geweben auf einem Webstuhl aus Fäden und Garnen. Die längslau- fenden Fäden nennt man Kette, die guerlaufenden Schuß oder Einschlag. Die Vielartigkeit der gewebten Stoffe wird durch die verwendeten Fäden, aber auch durch die verschiedene Kreuzung von Kette und Einschlag erzeugt. Die fertigen Stoffe sind, wenn sie nicht als „handgewebt" bezeichnet sind. Maschinenarbeit. Webstich, ein Handarbeitsstich, bei dem die Stiche dicht nebeneinander gelegt werden und die Arbeit wie gewebt aussieht. Webstuhl, Vorrichtung zum Weben von Stoffen Neuerdings gibt es wieder preiswerte Handwebstühle. auf denen man zum Hausgebrauch kunstgewerbliche Handarbeiten ausführen kann. Die Bedienung des Handwebstuhles ist nicht schwer. Wechsel. Einen W. (Akzept) zu unterschreiben ist besonders, für einen Nichtkaufmann sehr gefährlich. Der W. muß pünktlich ein» gelöst werden, sonst entstehen erhebliche Unkosten. Gegen eine Wechselforderung kann man im Prozeß nur in sehr beschränktem Maße Einwendungen erheben, besonders wenn der W. roeiter- Daschen wird leichter durch eine Waschmaschine. Sie erspart Ihnen Arbeit und Mühe, außerdem aber wird die DZäsche sehr geschont. Es gibt keine Aufregung und keine Anstrengung mehr am Waschtag. Mit Handbetrieb, Wasser- oder Elektromotor geigt Ihnen eine reiche Auswahl 3. 2. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. durchgeführte Sammlung einen erfreulich großen Betrag erbrachte. Die Fahne soll beim Kreisverband bestellt werden. Die Versammlung wurde mit dem Sieg-Heil auf den Führer geschlossen. ! Großen-Linden, 17. Ian. Der Z i g- verein „Hüttenberg" des VHC. unternahm heute seine erste Wanderung im neuen Jahre. Zahlreiche Wanderfreunde hatten sich eingefunden. Bei schönstem Sonnenschein pilgerte man von Großen-Linden über Lützellinden nach Groß-Rech- tenbach, wo eine Kaffeepause die Mitglieder mit den Nachzüglern aus Lang-Göns vereinigte. Hierbei überreichte der Ehrenvorsitzende des Zweiaver- eins, Karl D e r n (Lang-Göns), die silberne Ehrennadel an Mitglied Conrad (Lang-Göns), die goldene an Frau G ü m b e l (Großen-Linden) und an die Herren Kraut und Blaß (Gießen). Besonders lobend erwähnt wurde noch einmal Frau Blaß, die sich nun schon 102 Punkte erwandert hat. Ihr wurde ein kleines Geschenk überreicht. Bei froher Unterhaltung und munterem Gesang führte dann der Heimweg über Hörnsheim wieder nach Großen-Linden bzw. nach Lang-Göns. Die erste Wanderung war ein verheißungsvoller Anfang. Man hofft, daß auch die übrigen Unternehmungen des rührigen Zweigvereins einen vollen Erfolg verbürgen. s. Lang-Göns, 17. Ian. Am gestrigen Samstag veranstaltete der Gesangverein „Froh sinn" ein wohlgelungenes Konzert in der Turnhalle. Der Besuch war äußerst gut, auch von auswärts waren zahlreiche Sangesfreunde erschienen. Die Kapelle Häuser (Watzenborn-Steinberg) eröffnete das Konzert mit einem flotten Marsch und brachte im Verlauf des Abends noch weitere Musikstücke zu Gehör. Die Auswahl der Chöre des Gesangvereins, unter Leitung feines bewährten Dirigenten Heinrich Blaß (Gießen), war sehr glücklich: fast alle Lieder waren im volkstümlichen Ton gehalten. Außerdem machte der Chorleiter vor jeder Darbietung aus den Inhalt, auf die verschiedenen Schönheiten und gesanglichen Schwierigkeiten aufmerksam. Dadurch wurde die sehr aufmerksame Zuhörerschaft vorbereitet und folgte den Chören mit größtem Interesse. Hervorzuheben wären besonders die Chöre „Ständchen" (Haydn), „Nun ade" (Grim), „Abschied des Handwerksgesellen" (Silcher). Die Zuhörer geizten nicht mit reichem Beifall. Zwischen den einzelnen Musikstücken und Chören spielte das hiesige Zttherquartett, das sich aus Mitgliedern des Gesangvereins zusammensetzt; auch ihm wurde lebhafter Beifall zuteil. — Zum Schluß begrüßte der Vorsitzende des „Frohsinn", Beigeordneter Karl Faber, die auswärtigen Gäste und dankte für den guten Besuch. Besonders dankte er den Sängern und der Kapelle Häuser für ihre Leistungen. Seine Worte klangen mit einem „Sieg- Heil!" auf den Führer aus. Daran anschließend sprach der Führer der Sängervereinigungen des Kreises Gießen, Herr Müller (Gießen). Er sei erfreut, feststellen zu können, daß das Konzert ihn sehr angenehm überrascht habe und daß alle Darbietungen auf der Höhe standen. Weiter legte er den Besuchern ans Herz, dafür zu werben, daß die Gesangvereine immer mehr Mitglieder erhielten. Für ein großes Dorf wie Lang-Göns müßten die zwei Gesangvereine statt mit 50 Sängern mindestens mit je 80 auftreten. Sein besonderer Gruß galt den alten Sängern, die die Grundlage zu den heutigen Gesangvereinen gelegt hätten. Ihnen zu Ehren wurde der Sängergruß („Grüß Gott!") von allen Sangesfreunden gesungen. Ehrenvorsitzender Konrad Wilhelm sprach zum Schluß über die Bedeutung der Pflege des deutschen Liedes und gab einen kurzen Rückblick auf das abgelaufene Jahr und einen Vorblick auf das neue. Allendorf (L a h n), 20. Jan. Zu welch segensreicher Einrichtung sich die hiesige Schul- s p a r k a s s e entwickelt hat, zeigt das jetzt vorliegende Ergebnis. Im September 1935 auf Betreiben der hiesigen Spar- und Darlehenskasse ins Leben gerufen, konnte die Zahl der Spareinlagen der Schulkinder bis zum 31. Dezember vorigen Der Votschewistendampfer „Mre Eaniabrio" auf der Flucht vou USA. LL"WU ' 7 75^ 7^5 »Är. wS : ' >; ■ z >iv . v ................ l ■ „X- > ; vt/X «WA . In überstürzter Eile war es dem spanischen Bolschewistendampfer „M are Cantabrio" in letzter Minute gelungen, aus USA. zu flüchten, bevor das Gesetz über das Verbot der Waffenausfuhr nach Spanien Rechtskraft erhielt. Hier sieht man eines der amerikanischen Küstenwachboote, das den Dampfer noch in der Hoheitszone anhielt, um ihn wegen einer Pfändung zu beschlagnahmen. Aus formalen Gründen wurde der Dampfer jedoch wieder freigelassen. Aus Deck sieht man die großen Kisten, die für rund 5 Millionen Mark Flugzeuge und Kriegsmaterial enthalten. — (Associated-Preß-M.) Jahres die stattliche Summe von über 2500 Mark erreichen. Wenn man bedenkt, wie kurz die Zeit ist, seil der Schuljugend diese Gelegenheit geboten ist, so kann man über den Sparsinn nur erfreut sein. Interessant ist in diesem Zusammenhang noch, daß die Kinder am Tage des Schulbeginns im neuen Jahre 174,20 Mark aufgebracht und eingelegt haben. — Der Gesangverein „Einheit" hielt in der Gastwirtschaft Hörr seine Generalversammlung ab. Dem Rechenschaftsbericht war u. a. zu entnehmen, daß man mit dem Ergebnis des verflossenen Jahres zufrieden sein könne, wenn hie und da auch über schlechten Singstundenbesuch Klage geführt werden müsse. Der Rechnungsbericht, der mit einem kleinen Ueberschuß abschloß, gab zu Beanstandungen keinen Anlaß, so daß Entlastung erteilt werden konnte. Die diesjährige Winterveranstaltung wurde für den 7. Febr. festgelegt. "Y~ Watzenborn-Steinberg, 17. Jan. In diesen Tagen konnte der wieder neu ins Leben gerufene Gesangverein „Harmonie" seine bei seiner Auflösung nach Darmstadt gebrachte Fahne zurückholen. Vereinsführer L. Schäfer und Rechner Ernst Jung nahmen die Vereinsfahne in Darmstadt in Empfang und wurden abends vom Verein an der Station Schiffenberg mit dem Sängerspruch begrüßt. Im Vereinslokal „Zur Ludwigshöhe" weihte Kreisführer Müller vom Sängerkreis Gießen die Fahne und heftete einen Hakenkreuzwimpel an das alte Symbol. Anschließend hielt Ortsgruppenleiter W. Philipp eine Ansprache an die Sängerschar. y Watzenborn-Steinberg, 20. Jan. Die hiesige Kriegerkameradschaft hielt bei Mitglied Georg Philipp II. ihre Jahreshauptversammlung ab. Kameradschaftsführer A n - g ermann begrüßte die Teilnehmer und gedachte der sechs im Jahre 1936 verstorbenen Kameraden. Kreispropagandaobmann K ö h r e s hielt dann einen Vortrag, in dem er den Zweck und die Bedeutung des Kyffhäuserbundes vor Augen führte. (xd ® b e r ft a b t, 17. Jan. Gestern abend gastierte der T o n f i I m ro a g e n der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude in unserem Dorfe. Im vollbesetzten Saale von Wedemann wurde neben einem guten Beiprogramm der Film „Der Klosterjäger", von L. Ganghofer, gezeigt. Die ganze Veranstaltung war ein voller Erfolg und befriedigte alle Zuschauer. △ Rodheim a. b. Horloff, 18. Jan., Der hiesige Gesangverein „Sängerkranz" hielt bei Gastwirt Roth seine Generalversammlung ab, in ber Vereinsführer Hugo Kröll zunächst einen Rückblick auf bas vergangene Jahr gab. Rechner Momberger erstattete ben Kassenbericht. Im weiteren Verlauf bes Abenbs würben noch einige Ehrungen für guten Singstundenbefuch vorgenommen, ferner würbe beschlossen, in biefem Jahre einen Ausflug nach dem Glauberg zu machen. Z Ober-Bessingen, 18. Jan. Am Sonntag .veranstaltete die Hitlerjugend einen Gemein- 'schaftsabend, zu dem auch die Eltern eingeladen waren. Der Abend war gut besucht und brachte die Aufführung einiger unterhaltsamer Stücke, u. a. auch zwei Spiele von Hans Sachs. Der Musikzug 16/116 der SA. in Lich umrahmte die Veranstaltung mit guter Musik. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 17. Jan. Gestern abend fand im großen Saal des „Hessischen Hofes" das Aus- zei'chnungsfest des Zweigoereins vom VHC. statt, das einen guten Besuch aufweisen konnte. Nach einleitenden Musikstücken, verschiedenen Soli, Liedern der Gesangsabteilung und einer Kindervorführung fand die Wandererehrung von 38 Mitgliedern statt. Alsdann überreichte mit einer Ansprache der Vereinsführer M a t h ä u s an die Mitglieder Aderholt, Ludwig Matern, Dr. Mörler, Heinrich Steinhäuser und Adolf Neid Hardt für 25jährige Mitgliedschaft beim VHC. die Ehrennadel. Weiterhin schilderte der Vereinswanderwart Wilhelm S e i p p-e l in längerer Rede die Tätigkeit des Vereinsführer, der seit 1925 den Zweigverein leitet, und überreichte ihm die vom Gesamtvorstand des VHC. verliehene Son- derauszeichnunq. Für tatkräftige Werbetätigkeit konnte W. S e i p p e l noch dem rührigen Vereinsbruder Konrad Schwab die vom Gefamtvorstand verliehene goldene Ehrennadel überreichen. tt- Bu tz ba ch, 20. Jan. Jagdpächter Rumpfhat in einem Waldbezirk feines Jagdgebietes sechs Damhirsche (drei männliche und 3 weibliche Tiere) ausgesetzt, die als Belebung des Waldes dienen. Sie befinden sich vorläufig in einer mit Draht umgebenen größeren Einzäunung. Täglich finden sich zahlreiche Neugierige ein, um die Tiere zu sehen. Kreis Schotten. □ Lau buch, 20. Jan. Für Montagabend war erstmalig in unserem Städtchen eine V e r d u n k e - lungsübung angeordnet worden. Mit Eintritt der Dämmerung begann zunächst eine einstündige einfache Beleuchtung und nach einem weiteren Alarmsignal die völlige Verdunkelung. Die aus Amtsttägern des Reichsluftschutzbundes bestehenden Kontrollgruppen konnten feststellen, daß das Ergebnis der Verdunkelung im allgemeinen ein gutes war. — Arn Sonntagabend veranstaltete der Turnverein im „Solrnser Hof" einen gutbesuchten Werbeabend. Nach der Begrüßungsansprache des Vereinsführers Karl D o n - E i f f II. zeigten die Turner Pferd- und Barrenübungen, während die Turnerinnen Reigen und Freiübungen sowie sonsttges fröhliches Turnen mit und ohne Gerät zur Darbietung brachten. Das exakt ausgeführte Programm wurde beifällig ausgenommen. Anschließend wurden an die letztjährigen Sieger die Diplome verteilt. Tanz beschloß die schön verlaufene Veranstaltung. — In unserer Stadtkirche sprach am Sonntagabend für den hessischen Landesverein für Innere Mission Pfarrer Wahl (Strafanstalts-» Pfarrer in Butzbach) über das Thema „Gefangenennot und Gefangenenhilfe". Im Rahmen des inter- effanten Vortrags wurden auch Bilder gezeigt, die einen Einblick in die Einrichtungen und Zweckbestimmungen der verschiedenen hessischen Sttafan- stalten gaben. Kreis Alsfeld. D Alsfeld, 18. Jan. Im Ortsverband der hiesigen NS.-Kulturgemeinde sprach im kleinen Saal des „Deutschen Hauses" Geh. Rat Professor Dr. Sommer (Gießen) über „Island alsHeimatderEdd a". Der Redner gab einen interessanten geschichtlichen Rückblick über die große kulturgeschichtliche Bedeutung der Insel, deren Besiedlung in der römischen und frühchristlichen Zeit in zwei großen Kulturströmen von Irland, Nordengland und von Norwegen aus erfolgte. Geh. Rat Sommer wies auf Grund eingehender wissenschaftlicher Studien nach, daß das sagenumwobene Island als die Heimat der nordischen Edda anzusehen ist. Eine mehrwöchige Reise, die der Gießener Gelehrte im vergangenen Sommer nach Island unternahm, bestätigte ihm die Richtigkeit seiner Auffassung. Interessant war auch die Feststellung, daß nach den eingehenden Untersuchungen des Vor- ttagenden das von Ptolemäus behandelte Land Thule mit Island identisch ist. Eine große Anzahl ausgezeichneter Lichtbilder, die während der Reise ausgenommen worden waren, gaben einen sehr anschaulichen Ueberblicf über dieses Wunderland der Eisvulkane, der Gletscher und der heißen Quellen. Der Redner behandelte in fesselnder Weise auch die Rassenzugehörigkeit der eigenartigen isländischen Bevölkerung, die nordisch ist mit einem leichten romanischen Einschlag. Die zahlreichen Zuhörer, die dem tiefgründigen und allgemein verständlichen Vortrag mit großer Aufmerksamkeit folgten, dankten Geh. Rat Sommer am Schluffe mit sehr herzlichem Beifall. Den von seinen früheren Vorträgen in Alsfeld bereits wohlbekannten Vortragsredner begrüßte Bürgermeister Dr. Völfing als Ortsverbandsobmann der NS.-Kulturgemeinde Alsfeld zu Beginn der Veranstaltung mit herzlichen Worten. Wechselwirlschafl 568 Wechselfieber gegeben (indossiert) ist. Neben dem Wechselbezogenen haftet auch der Aussteller und jeder, der den Wechsel weitergibt (Indossant). Hat man einen Wechsel in Zahlung genommen, so achte man genau auf den Verfalltag (pünktliche Vorlage zur Zahlung evtl. Protestierung, wenn der Schuldner nicht zahlt!). Wenn man sich nicht auskennt, soll man einen Rechtsanwalt oder Bankfachmann zu Rate ziehen. Wechselfieber, siehe Malaria. Wechseljahre, Klimakterium, ist die Zeit im Leben der Frau, in der die normale Geschlechtsfunktion aufhört. Gewöhnlich beginnen die Wechseljahre in der zweiten Hälfte der vierziger Jahre, sie können allerdings auch früher oder später einsetzen. Die Nebenerscheinungen sind oft sehr unangenehm: Wallungen, Schwindelgefühl, fliegende Hitze, nervöse Störungen, manchmal sogar gesteigert zu richtigen Psychosen, besonders häufig verbunden mit Depressionen. Im allgemeinen sind die Wechselbeschwerden nicht so schlimm, wie immer geglaubt wird. Treten nach den Wechseljahren noch einmal Blutungen auf, so sollten die Frauen es unter keinen Umständen versäumen, sofort zum Arzt zu gehen. Wenn die Wechseljahre Mitte der fünfziger Jahre noch nicht gekommen sind und wenn noch dazu die Blu- WzOvu, Lungen immer sehr stark sind, so lasse man sich ebenfalls vom Arzt untersuchet Wechselstrom, im Gegensatz zum elektrischen Gleichstrom, der immer in einer Richtung fließt, Strom, der ständig die Richtung wechselt. Zwei Stromstöße verschiedener Richtung werden als eine Periode bezeichnet. Erfolgen in einer Sekunde 50 Perioden, so bezeichnet man dies als eine Frequenz von 50 Perioden in der Sekunde ober 50 Hertz. Wechselwirlschaft im Gemüsegarten notwendig. Alle Pflanzen, die gleiche Nahrungsansprüche stellen, zusammensetzen: 1. Stark zehrende Gemüse (Blattgemüse) werden in frisch gedüngten Boden gepflanzt; 2. Wurzelgemüse bekommen alt-vorjährig gedüngten Boden; 3. Hülsenfrüchte, die wenig Stickstoff gebrauchen, da sie als Schmetterlingsblütler den Stickstoff der Luft entnehmen, gehören zusammen (s. Leguminosen); 4. Ausdauernde Gemüse. — Jedes Jahr werden die Felder mit Ausnahme derer, die ausdauernde Pflanzen tragen, miteinander gewechselt, und zwar so. Rostfreie und verchromte Bestecke erleichtern der Hausfrau die Arbeit Lassen Sie Ihre alten Bestecke verchromen im Fachgeschäft IRIEHMIKG Ruf 3369, Seltersweg 30 D. D. A. C. LICHTSPIELHAUS 396 D Kostüm-Ball Heute Donnerstag fast ausverkauft A SEEFISCHE W | j Marktstr. 23 394a Telefon 2417 Kläre Schlichting. Programm-Beginn pünktlich 8.30 Uhr Vornehm l Geschmackvoll i Persönlich I Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien- Drucksache mietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aus- ü rungsarten und Papieren zu mäßigen Preisen ärühl’sche Druckerei. Schulstr. 7. 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Die ■ Rolle der verhafteten Frau spielt Kitty Jantzen, eine neue Entdeckung Richard Eichbergs. Mit diesem Film hat Richard Eichberg wieder einen Kriminalfilm besonderer Art geschaffen, wie sie seit dem „Greifer“ Iund dem „Draufgänger“ seine besondere Domäne sind. Beiprogramm: „Unbekannte Vogelwelt** — Fox-Ton-Woche Täglich 4.00, 6.00 u. 8.30, Sonntags 3.00, 5.30 u. 8.30 Uhr 381 A Ä* ***» 6D««* yt, 31» sgiss S-fN Krr! Idiulinerto»15 " »ertnebewn 8“ Ne°ch°» Ä iS)r. Schacht (Sch tjefonnen mar, trat Hotel Georg V. zu folgende Einzelheit: der Amerikaner On r^rbeu L W in vtmn( ■J öffnungs- und Be ! gehalten. Es erhol 1'egung in die ani J Französisch untcht 1 freier Italiens ur Hauptvertreter Fr> Schacht und übersi , reif sinngetreu voi 1 Eine bloße Anekdl i Schnelligkeit, mit saht, da; Gesetz | seine Fähigkeiten ~ Vorher und n. 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