Nr. 206 Erstes Blaff 187. Jahrgang Montag, 20.Vezember 1937 Lrjchetni tägltd), auher Sonntags und Feiertags Belagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monarr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen NM 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach richten Anzeiger Kietzen Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen ui um unö Verlag: yrühlsche Univerfilatsdruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Umrahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Bormittags Grundpreise fürs mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Nps., für Textanzeigen von 70 m m Breite 50 Rpf.,Platzoorschrrft nach vorh. Dereinbg. 25°/o mehr. 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Das Gros der amerikanischen Flotte liegt im Pazifik und wird auch aller Voraussicht nach bis auf weiteres hier bleiben Zur selben Zeit, da die Spannungen in Ostasien immer stärker werden, verkündigt die amerikanische Admiralität in„ San Pedro (California), den Zeitpunkt der nach st en großen Flottenmanöver im Pazifik die im Februar und März des kommenden Jahres im Dreieck Kalifornien- Alaska-Hawaii stattfinden werden, und mit unverhülltem Stolz prahlt die Presse, daß die unter dem Oberbefehl von Admiral Arthur Hepburn stattfindenden Manöver die größte Flotten- k o n-z e n t r a t i o n darstelle,' die der Pazifik Berlin. 18.Dez. (DNB.) Eine der schönsten Traditionen im Dritten Reich ist die gemeinsame Aeier einer B o 1 k s w e i h n a ch l aller Deutschen. Seit Jahren bereitet die NSDAP. in engster Zusammenarbeit mit dem Winterhilfswerk allen denen einen Gabentisch, die mit irdischen Gütern nicht gerade reich gesegnet sind. Es war immer der Wunsch des Führers, daß ^luch die Aermsten unter uns an einem wahren Weihnachtsfest teilhaben. 3m ganzen Reich werden am kommenden Donnerstag von den Ortsgruppen Gemein- schaftsweihnachtsfeiern durchgeführt, bei denen Millionen Kinder und ihre Eltern Gäste der Partei und des W h W. Ernster Zustand General Ludendorffs. München, 20. Dez. (DNB. Funkspruch.) Heber das Befinden General Ludendorffs gaben die behandelnden Aerzte in den Morgenstunden des Montag folgenden Bericht aus: „Nachdem General Ludendorfs in den letzten Wochen bereits längere Zeit das Bett verlassen konnte, war seit gestern ein et- ueutes Nachlassen der Kräfte zu beobachten. Line heute nacht plötzlich auftretende bedrohliche Herzschwäche gestaltet den Zustand des Kranken sehr e r n ff.“ j e gesehen habe. 180 Kriegsschiffe und 550 Kampfflugzeuge werden am Flottenproblem XIX feilnehmen! Große Hoffnungen setzt die amerikanische Admiralität in die Luftstreitkräfte, was besonders aus der im letzten Monat stattgefundenen Reorganisation der pazifischen Flotte hervorgeht, bei der alle. Zerstörer der Erkundungsflotte den schweren Großkampfschisfen der Schlachtflotte zugeteilt wurden, während die Luftgeschwader in Zukunft die Stelle der Zerstörer einnehmen werden. Um den Bedürfnissen der schnell wachsenden Luftstreitkräfte gerecht zu werden, wird in allen Marinestationen fieberhaft an dem Ausbau und der Modernisierung der Flughäfen gearbeitet. So ist im Rahmen der gewaltigen Aufrüstung das Reeves Flugfeld in SanPedro mit einem Kostenaufwand von 1 200 000 Dollar vollendet worden, für den Marine-Flughafen Alameda (San Franzisko) sind vom, Kongreß 14 500 000 Dollar bewilligt worden, im Puget Sund, in Sitka (Alaska) auf Oahu (Hawaii), überall entstehen neue Flugstützpunkte. Im Jahre 1939 will Amerika 68 Kampfgeschwader am Pazifik haben und nach einer kürzlich in Los Angeles gemachten Aussage des Unterstaatssekretärs im Marineministerium, Charles Edison, soll im kommenden Jahre die amerikanische Marine insgesamt 500 Kriegsschiffe und 122000 Mann verfügbar haben Ohne Uebertreibung darf man wohl sagen, daß die amerikanischen ^Kriegsschiffe gute Qualität dar- stellen und das amerikanische Offizerskorps macht einen absolut erstklassigen Eindruck. Welchen Wert hat aber eine Flotte im Kriegsfall ohne Hilfs- iahrzeuge, um so mehr, wenn es sich um solch riesige Entfernungen handelt, wie im Gebiet des Stillen Ozean? Hier liegt eine der größten Sorgen der amerikanischen Admiralität. Es ist kein Geheimnis, daß sich die amerikanische Handelsflotte ganz besonders im Pazifik, in einem sehr fragwürdigen Z u st a n d befindet Nicht nur herrscht ein Mangel an modernen Schiffen, sondern das Personal ist absolut unzuverlässig, da es sich zum großen Teil aus Tunichtguten zusammensetzt, die auf dem Festland Schiffbruch erlitten haben. Streik und Gehorsamsverweigerung sind an her Tagesordnung und die Beschäftigung auf einem amerikanischen Dampfer ist die denkbar schlechteste Empfehlung für ein Fortkommen in den Staaten. Während die amerikanische Handelsflotte in den vergangenen Jahren ost wochenlang durch Streik lahmgelegt war, und Fracht und Verkehr auf fremde Schiffe übergingen, haben die Japaner auf der anderen Seite des Pazifik eine der schnellsten und modernsten Handelsflotten der Welt geschaffen. So 'chrieb der Marineberichterstatter der „Los Angeles ' Times", als der nagelneue Erpreß-Tanker „Yama- ;oto Maru" der Yamashita Linie nach zwölftägiger Iungfernreise von Yokohama in kalifornischen Gewässern eintraf: „Die Flagge der aufgehenden Sonne feuchtet heller denn je über dem Hafen von San Pedro (Los Angeles) und verdunkelt die langsam schwindende amerikanische transpazifische Handelsmarine!" — Mit großer Besorgnis blickt die amerikanische Admiralität auf das unerhörte Wachsen der japanischen Handelsflotte im ttanspazifischen Dienst Seit 1932 sind von den Japanern über 70 hochmoderne, meist mit Dieselmotoren ausgerüstete Erpreß-Frachtdampser in den Dienst Japan—Ame- tifa gestellt worden Sie bringen Rohseide aus Asien und fahren schwer beladen mit Petroleum zurück in die japanischen Kriegshäfen Viele dieser Dampfer laufen 19 bis 21 Knoten, während die beiden einzigen Transportschiffe der USA.Marine 14 bis 15 Knoten laufen „Diese Seidentanker bilden im Fall eines Krieges die i d e a l st e n Hilfs- find. 3m Mittelpunkt all dieser Veranstaltungen steht die Volksweihnachtsfeier im Saatbau Friedrichshain, bei der Reichsmini st er Dr. Goebbels übe*r alle deutschen S e n- der an die deutschen Kinder eine kurze Weihnachtsanspruche halten wird. Seit Wochen sind umfangreiche Vorbereitungen für die Volksweihnacht im Gange. 3n der Reichshauptstadt werden bis zum Donnerstag nicht weniger als 2 50 000 Weihnachtsbäume und 327 000 Geschenkpakete — letztere je nach der Kopfzahl der Familie in fünf verfchiedenen Größen — an die vom WhW. Betreuten verteilt werden. Allein in Berlin werden von den Ortsgruppen 5 0 0 Gemeinschaftsfeiern durchgeführt, bei denen 150 000 Kinder mit ihren Eltern ein fröhliches Fest feiern sollen. Zu der Volksweihnachtsfeier im Saatbau Friedrichshain, die um 18 Hhr beginnt, sind 1 000 Kinder aus den ärmeren Wohnbezirken Berlins mit ihren Eltern geladen. Während die Gäste in dem weihnachtlich geschmückten Saalbau mit Schokolade und Kuchen bewirtet werden, spielt der Musikzug der SA.-Wachsiandarte Feldherrnhalle volkstümliche Weihnachtslieder. Nach dem Eintreffen des Gauleiters Reichsminister Dr. Goebbels wird als gemeinsames Lied „O Tannenbaum“ gesungen. Sodann hält Dr. Goebbels die Weihnachtsanfprache an die deutschen Kinder. Nach dem Sieg-Heil auf den Führer und dem Gesang der nationalen Lieder folgt ein Weihnachtszwischenspiel. Mit der Bescherung, bei der Dr. Goebbels die für jedes Kind bestimmte Gabe persönlich überreichen wird, schließt diese eindrucksvolle Feier. Ein Ausschnitt aus der Volksweihnachtsfeier im Saalbau Friedrichshain, vor allem die Ansprache des Reichsministers Dr. Goebbels, wird von 19 bis 19.25 Hhr auf alle deutschen Sender sowie auf alle in der Reichshauptstadt und im ganzen Reich stattfindenden Parallelfeiern übertragen. Weihnachtsfeiern der Reichsautobahner Berlin, 18. Dez. (DNB.) In allen Gauen finden am 2 0. Dezember Weihnachtsfeiern der Reichsautobahner statt. In den von den Arbeitskameraden selbst stimmungsvoll geschmückten Gemeinschaftsräumen der kreuzer und Truppentransporter für die japanische Marine", warnt die „Los Angeles Times"" Und Amerika? — Zunächst gibt es überhaupt nur zwei Schiffahrtslinien im transpazifischen Verkehr, nämlich die Dollar-Linie und die Matson- Oceanic-Linie, und diese haben alles in allem nur sechs Schiffe, die neuesten Anforderungen entsprechen. Auf dem Atlantik liegen die Verhältnisse für Amerika nicht ganz so ungünstig, aber der Pazifik ist und bleibt für die Vereinigten Staaten nun einmal das „Meer der Entscheidungen"! So ist es daher kein Wunder, daß Präsident Roosevelt kürzlich in seiner Sonderbotschaft an den Kongreß den Sofortigen Ausbau der USA.» Handelsflotte verlangte Die Vereinigten Staaten haben eine der größten Kriegsflotten der West, aber in Zahl und Tonnage ihrer Handelsschiffe marschieren sie an sechster Stelle Fast neun Zehntel aller ihrer Schiffe werden in f ü n f I a h r e n g e b r a u ch s u n f ä h i g sein Da die vollkommene Unzulänglichkeit der Handelsmarine eine unerhörte Schwäche in der nationalen Verteidigung bedeutet, fordert die Admiralität den Bau von wenigstens 140 neuen schnellen Schiffen, die im Falle eines Konfliktes als Hilfsfahrzeuge für die Flotte verwendet werden können. Die baldige Aufrüstung der amerikanischen Handelsmarine ist um so dringender, als die Kriegsflotte sage und schreibe nur zwei Truppen- transportdampfer im Dienst hat. Es sind dies der vor 21 Jahren gebaute „Hender -- s o n", der 14 Knoten läuft, und der um einen Knoten schnellere und ebenso veraltete Chaumont" Die Unzulänglichkeit der Transportver- hältnisse machte sich besonders drohend bemerkbar, als man sich zu Beginn des chinesisch-japanischen Konfliktes gezwungen sah, die U 8.-Garnison Autobahnlager finden sich alle zusammen, die an dem Werk der Reichsautobahnen mitarbeiten. Der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Dr Todt, wird an den Weihnachtsfeiern im Reichsautobahnlager. Wendisch-Born teilnehmen Er wird sich in einer von den Reichssendern Köln Königsberg und Stuttgart sowie vom Deutschlandsender in der Zeit von 18.30 bis 19 Uhr übernommenen Ansprache an die Arbeitskameraden wenden, die mithalfen das Bauziel des Jahres 1937 mit der Vollendung des 2000. Kilometers zu erreichen Anschließend Horen die Autobahnarbeiter im Gemeinschaftsempfang die von allen deutschen Sendern von 19 bis 19.45 Uhr übertragene Rede des Führers auf dem Kameradschaftsabend der 2000 Reichsautobahnarbeiter im Theater des Volkes zu Berlin. Weihnachtsheimfahrten bei den Bauvorhaben der öffentlichen Hand. Berlin, 18. Dez. (DNB.) Um die Heimfahrten der auf den Baustellen der öffentlichen Hand beschäftigten Arbeiter zu Weihnachten unter allen Umständen sicherzustellen, hat der Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Brandenburg, Dr. D ä f ch n e r, als Sondertreuhänder über seinen kürzlich ergangenen Aufruf hinaus jetzt noch eine Tarifordnung erlassen, durch die für die Arbeiter der Anspruch auf die Weihnachtsheimfahrten endgültig geregelt wird. Durch die tarifliche Regelung ist nunmehr jeder Betriebsführer zur Gewährung der Weihnachtsheimfahrten verpflichtet. Hinsichtlich der Erstattung dadurch entstehender Mehrkosten durch den Bauherrn gelten die auch sonst Üblichen Bestimmungen. Nach Weihnachten wird überdies voraussichtlich eine weitere Ergänzung der Wochenendheimfahrtregelung herauskommen, nach der die Fristen zwischen den Wochenendheimsahrten für die von ihrem Wohnort am weitesten entfernten Gefolgschaftsmitglieder verkürzt werden sollen. Ein Ehrentag der Mutter des Reichskriegsministers. Eberswalde, 18. Dez. (DNB.) Der Mutter des Reichskriegsministers, Frau Emma von Blomberg, sind an ihrem 9 0. Geburtstage zahlreiche Glückwünsche zugegangen. Schon in der Frühe trafen Blumengrüße von Generaloberst Freiherrn von Fritsch und von Generaladmiral R a e d e r ein. Die Stadt Eberswalde und die Ortsgruppe der NSDAP, brachten ebenfalls ihre Glückwünsche zum Ausdruck. Am Vormittag marschierte das Musikkorps des Schützenregimentes 3 Eberswalde zu einem Geburtstagsständchen auf. Die Glückwünsche der Garnison Eberswalde übermittelte der Standortälteste Oberst Stumpff. Der Reichskriegsminister begab sich am Nachmittag nach Eberswalde, um den Ehrentag feiner Mutter mit ihr und seiner Schwester gemeinsam zu verleben. Auch der Führer stattete Frau von Blomberg einen Gratulationsbesuch ab. Der Führer im Kreise seiner Auiobahnarbeiier. KM Der Höhepunkt der Feier des 2000. Kilometers der Reichsautobahnen war eine Veranstaltung im Theater des Volkes zu Berlin, bei der der Führer lange Zeit im Kreise seiner Autobahnarbeiter weilte. — (Scherl-Bilderdienst-M.) in Schanghai zu verstärken. Obwohl die zweite Marinebrigade in San Diego in Kriegsbereitschaft lag, mußte sie zwei Wochen warten, bis der langsame „Chaumont" zur Stelle war. Dabei war es noch ein Glück, daß sich dieser zufällig in Honolulu befand, als der asiatische Konflikt ausbrach. Wenn der eine Truppentransportdampfer an der atlantischen Küste und der andere in asiatischen Gewässern gewesen wäre, hätte man über einen Monat mit dem Transport warten oder aber einen Passagierdampfer beschlagnahmen müssen. Was nützen aber kriegsbereite Marinetruppen, wenn sie nicht schnell befördert werden können? Eine andere Sorge für die Flotte der Vereinigten Staaten bildet der Mangel an geeigneten Trockendocks im Pazifik. Obwohl das Gros der Flotte fast das ganze Jahr hindurch an der südkalifornischen Küste liegt, befindet sich das einzige erstklassige Trockendock 1400 Meilen nördlich in Bremertön am Puget Sund Die Marine- Werft auf Mare Island in San Franzisko ist ebenso wie das neue schwimmende Trockendock ARD—I in San Diego nur für kleinere Schiffe geeignet. Ein neues Riesentrockendock (12 Millionen Dollar) wird demnächst für Pearl Harbur (Hawai) gebaut, aber das ist auch bekanntlich 2400 Meilen von den kalifornischen Flottenstationen entfernt. In einem Leitartikel in der „San Diego Union" beißt es daher mit Recht: „Eine Flotte ohne schnelle Hilfsfahrzeuge und moderne Trockendocks für Reparaturzwecke ist nicht leistungsfähig, es wird höchste Zeit, daß die Schwächen von den verantwortlichen Stellen erkannt und ausgebessert werden?" — Präsident Roosevelt ist ebenso wie fein Vorgänger Theodore Roosevelt ein großer Förderer der amerikanischen Flotte. Bei dem unerhörten Reichtum der Vereinigten Staaten und den Riesensummen, die für Aufrüstungszwecke zur Verfügung stehen, wird die pazifische Flotte Amerikas uni ihre Verteidigungsanlagen bald zu den mächtigsten der Welt zählen. Gcapini Gast des Relchsjugendführers Frontkämpfer und Jugend Schrittmacher der Berftändigung. Berlin, 18. Dez. (DNB ) Der Jugendführer des Deutschen Reiches gab zu Ehren des Präsidenten des Comite France-Allemagne, Georges S c a - p i n i in der Deutsch-Französischen Gesellschaft einen Empfang, dem Botschastep Francois Poncet und der Leiter der Presseabteilung des Quai d'Orsay, Gesandter Homert Gesandter Aschmann vom Auswärtigen Amt, Reichssportführer von Tschammer und Osten, Reichskriegsopferführer Oberlindober, der Präsident der Deutsch- Französischen Gesellschaft von Arnim, sowie Stabs- führer Lauterbacher beiwohnten. Der Reichsjugend- führer gab feinem festen Willen Ausdruck, die Zck- fammenarbeit zwischen der deutschen und der französischen Jugend zur Tat werden zu lassen. Er spreche im Namen der Millionen der deutschen Jugend, die alle eine ehrliche und aufrichtige Verständigung mit der jungen französischen Generation wünschten. Scapini dankte dem Reichsjugendführer dafür, daß er tausend Söhne von französischen Frontkämpfern nach Deutschland eingeladen habe und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es gerade durch die Jugend und die Frontkämpfer gelingen möge, das deutsche und das französische Volk einander näherzubringen. Deutsch-italienischer Wirtschastsaustausch. Neue Vereinbarungen zur weiteren Hebung des Warenverkehrs. Rom, 18. Dez. (DNB.) Der italienische Minister Les Auswärtigen, Graf Ciano, und Botschafter von H a s s e l l haben mehrere wirtschaftliche Vereinbarungen unterzeichnet, die von dem deutschen und dem italienischen Regierungsaus- fchuß für die Regelung der deutsch-italienischen Wirtschaftsbeziehungen unter Vorsitz von Ministerialdirektor Sarnow und Botschafter Giannini vorbereitet worden waren. „Giornale d'Jtalia" unterstreicht die Bedeutung der neuen Vereinbarungen. Deutschland nehme schon heute den er ft en Platz im italienischen Außenhandel ein. So belaufe sich die italienische Einfuhr aus Deutschland in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres auf 1 Milliarde, 386 Millionen Lire gegenüber 1 Milliarde, 584 Millionen Sire ".für das ganze Jahr 1936. Italiens Ausfuhr nach Deutschland betrage für die gleichen Zeitabschnitte 849 Millionen bzw. 1 Milliarde, 61 Millionen Lire. Italien decke vor allem den größten Teil seines Bedarfes an Kohlen, an Erzeugnissen der Schwerindustrie sowie der Maschinenindustrie in Deutschland, das-seinerseits Hauptabnehmer der italienisch en Reis- und Südfrüchte- Ausfuhr fei. Wichtiger aber noch als das Sich- Ergänzen dieser beiden gleichermaßen auf die wirtschaftliche Unabhängigkeil hinarbeitenden Staaten sei die Tatsache, daß zwischen Rom und Berlin heute der gemeinsame aufrichtige Wille bestehe, sich auch bei der Durchführung der Wirtschaftsschlacht und der Auswertung aller nationalen Hilfsquellen gegenseitig zu unterstützen. „Dieser Wille ist die Bestätigung der Festigkeit sowie des aktiven und solidarischen Geistes der Achse Berlin-Rom.- Delbos Besuch in Prag. Auch ein sudetendeutsches Gespräch mit dem französischen Außenminister. Prag, 20. Dez. (DRV.) In der französischen Gesandtschaft wurden die Vertreter der Presse von Außenminister Delbos empfangen. Delbos betonte, daß er ,chier die Gefühle unbedingter Brüderlichkeit, ja Hingebung" empfunden habe, verwahrte sich aber dageyen, daß man hieraus auf eine Hegemonie Frankreichs über die Tschechoslowakei schließe. Die gleiche ideelle Grundlage der beiden Staaten bedeute keineswegs, daß sie nicht einsähen, daß man auch mit Staaten anderer Regime für die Befriedung Europas Zusammenarbeiten müsse. Der tschechoslowakische Außenminister K r o f t a verwahrte sich gegen hier und da aufgetauchten Behauptungen, die tschechoslowakische Politik habe sich grundlegend geändert. Auch wenn die Tschechoslowakei einem zweiseitigen Pakt zustimmen würde, so wäre dies nur die Fortsetzung ihrer Politik von Locarno, auch damals habe ihre Vereinbarung mit dem Deutschen Reich keinen Gegensatz zur kollektiven Sicherheit gebildet, die damals wie heute angestrebt wurde. Uebrigens beständen keineswegs Paktverhandlungen mit dem Deutschen Reich. Man pflege nur Vorbesprechungen über gewisse konkrete Fragen. Bei einem von Außenminister Dr. Krofta veranstalteten Empfang wurden auch die Vertreter der Sudetendeutschen Partei, Abgeordneter K u n d t und Senator P f r o g n e r, dem französischen Außenminister Delbos vorgestellt. In einer Unterredung wurden u. a. auch die Harten des Staatsverteidigungsgesetzes erwähnt, die vor allem die Interessen der Grenzbevölkerung berühren. Minister Delbos bemerkte, er fei selbstverständlich weit davon entfernt, sich in die inneren Angelegenheiten der Tschechoslowakei einzumengen. Es sei aber natürlich, daß er als Minister eines verbündeten und befreundeten Staates wünsche, daß sich die Einheit des tschechoslowakischen Staates immer mehr stärke. Beide Vertreter der Sudetendeutschen.Partei erklärten, daß ihre Partei die Einheit des Staates nicht antasten wolle. — Delbos ist am Sonntag wieder in Paris eingetroffen. Deutsch-französische preffefragen. Berlin, 19. Dez. (DRB.) Der Pressechef des französischen Außenministeriums, Gesandter E o - mert, hat in Berlin mit Reichspressechef Dr. Dietrich und der Presseabteilung des Auswärtigen Amtes Fühlung genommen. Hierbei haben er» fpriefUidje Unterhaltungen über alle Fragen statt- gefunden, die im allgemeinen Rahmen die beiderseitige, > zuständigen Stellen interessieren. Aussprachen vieler Art sollen in der Folgezeit fortge - f e tz t werden, um Mißverständnisse soweit wie möglich zu vermeiden, die auf dem Gebiete der Presse und des Nachrichtenwesens sich einstellen und die für die Entwicklung guter Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern schädlich sind.Comert hat am Sonntagabend Berlin wieder verlassen. Benachteiligung deutscher Grundbesitzer durch die Handhabung de« polnischen Grenzzonengesehes. Warschau, 18. Dez. (DNB.) Die Handhabung des feit dem 1. Juli gültigen Grenzzonenae- setzes gegenüber den deutschen Grundbesitzern hat den Vertreter der deutschen Volksgruppe im polnischen Parlament, Senator Wiesner, veranlaßt, im Senat eine Eingabe an den Iustizminister vorzulegen. Das Grenzzonengesetz macht die Rechtsgültigkeit eines Kaufund Ueberlassungsvertrages ober Erbnachlasies abhängig von der Genehmigung der Wojewoden. In den polnischen Westgebieten stellen sich nun die Gerichte auf den Standpunkt, vaß auch solche lieber» lassungsverträge, die vor dem genehmigungspflichtigen Termin auf dem normalen Rechtswege abgeschlossen worden sind, rechtsungültig sind, wenn die Eintragung in das Grundbuch z. B. wegen Arbeitsüberlastung ober Zeitmangels ber Gerichte nicht bis zum 1. Juli erfolgen konnte. Diese Hanbhabung wirkte sich gegen Hunderte von Deutschen in den Grenzgebieten aus, die vor dem Inkrafttreten des Grenzzonengesetzes ihren Besitz verkaufen ober auf ihre Kinder übertragen lassen wollten. Die Genehmigung des Wojewoden wird ihnen — in Ostoberschlesien fast regelmäßig — verweigert, so baß bie Gefahr besteht, daß Hunderte von deutschen Besitzungen in andere Hände übergehen. Senator Wiesner bittet den JustiMinister. dafür zu sorgen, baß alle Uebereignungsverträge, welche orb» nungsmäßig vor dem 1. Juli abgewickelt worden sind, von den Gerichten unbeanstandet und ohne Genehmigungspflicht erledigt werden. Da« Ehrengeschenk Hannovers für Mussolini. Rom, 18. Dez. (DNB.) Mussolini hat den Oberbürgermeister von Hannover, Dr. H a l t e n h o f f, und Major Hamann (Celle) in Begleitung von Botschafter von H a s s e l l empfangen. Die Stadt Hannover, in ber Mussolini auf seiner Fahrt von Essen nach Berlin einen kurzen Aufenthalt nahm, hat zur Erinnerung dem Duce den prächtigen Fuchs „N e a n b e r" aus ber berühmten Kavallerieschule zum Geschenk gemacht. Außerdem ließ der Gauleiter von Hannover, Reichsminister Rust, dem italienischen Regierungschef ein Paar sil- b er n e Sporen überreichen. Der Duce, der ein leidenschaftlicher Reiter ist und immer ein besonderes Interesse für die Hannoversche Kavallerieschule bekundet hat, deren Offiziere vor drei Jahren beim Internationalen Reitturnier in Rom seinen Goldpokal endgültig gewannen, hat ber Delegation seiner lebhaften Freude über dies wertvolle Geschenk und die Erinnerungsgabe des Reichs Ministers Rust zum Ausdruck gebracht und die Herren eingeladen, ihm das Pferd in den Gärten ber Villa Torlvnia, seinem Wohnsitz, vortzufiihren. Als passionierter Reiter schwang sich ber Duce sofort in den Sattel und sprach den Herren nach seinem kurzen Ritt durch die Alleen des Parkes seine besondere Anerkennung für das vorzügliche Pferd aus. Als sodann Major H a • mann den Fuchswallach in den verschiedenen Gangarten vorritt, lobte ber Duce abermals das Pferd, bas dem Gestüt jener trabitionsreichen Kavallerieschule entstamme, die auf so viele große Erfolge zurückblicken könne. fen Wagen in Brand stecken sollten. Von polnischer Seite wird diese Darstellung des Vorfalles als lügenhafte Unterstellung scharf zurückaewie- s e n. Am 15. d. M. bemerkte der Kommandant der polnischen Grenzwache beim Uebertritt eines sowjetrussischen Zuges auf polnisches Gebiet' in einem Wagen Brandgeruch. Er rief einen sowjet- russischen Mechaniker herbei, ber bas Abteil öffnete unb ein Stück brennenber Putzwolle auslöschte. Die sowjetrussifchen Behörden wurden von dem Vorfall in Kenntnis gesetzt. Schon im Bahnhof Slavuta hatten Reisende des Zuges Brandgeruch bemerkt, was beweist, baß ber Branb auf sowjetrussischem Gebiet entstanden ist. Die Ursache des Zwischenfalles ist ber mangelnben Ueberwachung unb bem fehlerhaften Material bei den sow- jetrussischen Zügen zuzuschreiben. Die sowjetrussi- schen Eisenbahner versuchen, um Unannehmlichkeiten zu vermeiden, die Verantwortung hierfür auf bie polnischen Eisenbahner abzuwälzen. Kommunistische Ausschreitungen im Warschauer Iudenviertel. Warschau, 20. Dez. (DNB. Funkspruch.) In Warschau ist es zu kommunistischen Ausschreitungen gekommen, bie ein Tobesopfer forderten. Eine größere Gruppe von Kommunisten hatte sich in einer Straße bes Warschauer Jubenviertels zusammengerottet und griff zwei Polizeibeamte tätlich an, als biefe die Versammelten zum Aus» einandergehen veranlassen wollten. Die Kommunisten versuchten, die beiden Polizeibeamten zu entwaffnen unb ihnen die Uniform vom Körper zu reißen. In ber Notwehr machten die Beamte von ihrer Waffe Gebrauch. Ein Schuß traf einen jüdischen Kommunisten in den Bauch, die übrigen Kommunisten suchten das Weite. mit ben Deutschen. Bukarest, 19. Dez. (DNB.) Das Bukarester Tageblatt veröffentlichte zwei Verfügungen des rumänischen Unterrichtsministeriums, durch die die deutsche Unterrichtssprache in den staatlichen Volksschulen Beßarabiens, des Buchsnlandes, des Banats, der Dobrudscha und in Sach mar wieder eingeführt wird, wenn bie Schule mindestens dreißig deutsche Schüler ausweist; gleichzeitig werden an diesen Volksschulen deutscheLehrer eingestellt. Durch die zweite Verfügung werben die bisher vorgelegten Anträge zur Errichtung privater Volksschulen mit deutscher Unter, richtssprache genehmigt, unb zwar für 18 Schulen in Beßarabien unb zwei im Buchen- land. Das Blatt zählt weitere Maßnahmen auf, mit denen hie Regierung ihren Willen zu aufrichttger Zusammenarbeit mit ber deutschen Volksgruppe bewiesen hat: Oesfentlichkeitsrecht für die deutsche Lehrerbildungsanstalt in Sa. rata, Rückgabe des 1935 beschlagnahmten Vermögens der evangelischen Kirchengemeinden in Beßarabien, Entschädigung der evangelischen Kirchenaemeinde in Bistritz für die vor einigen Jahren erfolgte Wegnahme des Ge- bäubes der deutschen Mädchenschule; Erhöhung des Staatsbeitrages für die konfessionellen Lehrer in Siebenbürgen und im Banat, freier Gebrauch der oeutschen Ortsnamen in der Presse, Einleitung eines Verfahrens zur Entschädigung der deutschen Genos. s en schäften für die durch das Umschuldungs. gesetz erlittenen Verluste. Die Regieruna, so erklärt das Blatt, habe Wort gehalten; ihre Verfügungen könnten wirklich als ein Werk der allgemeinen Verständigung angesehen werden. Zusammenarbeit ber Zugend. Berlin, 18. Dez. (DNB.) Aus Anlaß des kürzlich erfolgten Besuches von Baldur von S ch i r a ch erklärte ber rumänische Außenminister Antonescu bem Hauptschriftleiter von „Wille unb Macht": Die Jugend hat immer eine besondere Rolle bei der Begründung ber Freunbschaft zwischen Länbern gespielt. Wenn wir in Betracht ziehen, daß bie Pertreter ber beutschen I u - g e n b nach Rumänien gekommen finb, um es kennenzulernen unb sogar an einigen Veranstaltungen teilzunehmen, unb baß andererseits so viele rumänische Studenten ihre geistige Bildung in der so mannigfaltigen und reichen Atmosphäre Deutschlands vervollkommnen, so kann man sehen, daß dieser Kulturaustausch die Be- Ziehungen zwischen unseren Völkern günstig beeinflußt. Die Beschäfttgung mit ber rumänischen Sprache unb Kultur, bie in Deutlchlanb in bebeutenbem Maße zunimmt, so- wie die immer größer werdende Anteilnahme des rumänischen Volkes am geistigen Leben Deutschlands bilden den besten Beweis für die geistige Berührung zwischen unseren Ländern. Andererseits bedingen auch die wirtschaftlichen Verhältnisse eine Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern, die um so aufrichtiger ist, als sie sich a u f gegenfettiger Achtung gründet. Auf diese Weife dienen Rumänien und Deutschland nicht nur ihren eigenen Belangen, sondern geben gleichzeitig einen aufrichtigen Beitrag zu einem wahren Aufbau, dem sich Europa in Frieden hingeben muß. Zur Leistung bereit. Der Landesbauernführer zur neuen Erzeugungsschlacht. N S G. Vor wenigen Tagen hat der Relchs- bauernführer uns allen bie Parole für das näch fte Jahr gegeben. Wir haben aus dem Munde des für bie Ernährungswirtschaft verantwortlichen Mannes gehört, baß unsere bisherigen Anstrengungen in ber Erzeugungsschlacht von schönstem Erfolg begleitet waren, baß aber dieser Erfolg gesichert unb gefteigert werben muß. Auch bas Landvolk in Hessen» Nassau hat Jahr für Jahr bewiesen, daß es die ernsten Forderungen der Zeit zu erfüllen versteht. Das Bewußtsein, aus eigener Kraft feine Erträge gesteigert zu haben, ist für jeden Bauern unb Landwirt ein Grund, auf seine Leistungen stolz zu sein, zumal er sie oft unter schweren Opfern errungen hat. Wir müssen uns darüber klar fein, daß der Gesamtaufbau Deutschlands, den wir alle miterleben, jede einzelne Arbeitskraft beansprucht und daß nur der feste Glauben an den Führer uns den unerschütterlichen Willen und die nie versiegende Kraft zur weiteren Leistung geben kann. Wir sind auf dem Wege, bie lanbwirtschaftliche Arbeit durch Menschenhilfe und Maschineneinsatz zu erleichtern, aber der innerste und stärkste Antrieb für unser zukünftiges Schaffen ist der treue Vorsatz, bas Vertrauen z u rechtfertigen, bas ganz Deutschland seinem Landvolk entgegen- bringt. Dr. Wagner, Landesbauernführer Hessen-Nassau. SOZahre pflege des Kolonialgedankens im deutschen Volk. Berlin, 18. Dez. (DNB.) Der Führer hat anläßlich der vor 50 Jahren erfolgten Gründung der Deutschen Kolonialgesellschaft an den Bundesführer des Reichskolonialbunbes, Reichsstatthalter General Ritter von Epp, folgendes Schreiben gerichtet: „Am 19. Dezember sind 50 Jahre seit der Gründung der Deutschen Kolonialaesellschaft verflossen. Die Deutsche Kolonialgesellschaft hat für die Wachhaltung unb Pflege des kolonialen Gedankens im deutschen Volke Vorbildliches geleistet. Daß dieser Gedanke in ben Jahren der Not und der Schmach nicht erloschen ist, ist ihr größtes Verdienst. Ich hoffe und wünsche, daß es den jungen, im Reichskolonialbund als bem Träger der alten Trabitton unter Ihrer festen Leitung zu» sammengeschlossenen Kräften gelingen möge, eine neue koloniale Front zu bauen, die an zähem Willen und selbstloser Einsatzbereitschaft es denen gleichtun wirb, die als erste die Fahne Deutschlands in Afrika und in der Südfee aufgepflanzt und der jungen Deutschen Kolomalgesellschaft Richtung und Ziel gegeben haben." parlamentarische Niederlage Roosevelts. Sozialpolitische Vorlage zurückgewiesen. Washington, 18. Dez. (DNB.) Die Regierung Roosevelt hat im Parlament eine schwere politische Niederlage erlitten. Das Repräsentantenhaus hat nach erregter Debatte mit 216 gegen 198 Stimmen beschlossen, die Vorlage über die Regelung von Löhnen unb Arbeitszeit zu weiterem Studium an einen Ausschuß zurückzusenben. Dies be« deutet, daß der Gesetzentwurf, ber außer ber Farmgesetzgebung ber Hauptanlaß war, weshalb Präsident Roosevelt ben Kongreß zu einer Sonbersitzung einberief unb ber einen wesentlichen Fortschritt bes Rooseveltschen neuen Kurses barstellen sollte, vorläufig ad acta gelegt wirb. Der gegenmärtiga Konjunkturrückgang veranlaßte bie Ab» georbneten zu größter Vorsicht. Außerdem haben sich bie Abgeordneten aus bem ©üben ber Vorlage ver- agt, weil sie eine Erhöhung ber Löhne für Neger befürchteten. Auch hat ber zwischen dem Ausschuß ber CJO.-Gewerkschaft unb Dem amerikanischen Ar- beiteroerbanb geführte Kampf (bie eine Gewerk- chaft hatte sich für unb die andere gegen die Vorlage ausgesprochen) zur Zersplitterung der Stimmabgabe bei den Demokraten beigetragen. Da die vom Senat unb Unterhaus angenommene Farm- hilf zur Regelung ber Ernteüberschüsse jetzt zur Ausarbeitung einer Kompromißfassung an einen aus Mitgliedern beiber Häuser zusammengesetzten Ausschuß verwiesen worden ist, wird die Sonderitzung am nächsten Mittwoch zu Ende gehen, ohne >aß eine einzige ber von Roosevelt vorgeschlagenen wichtigen Gesetzesvorlagen erledigt worden ist. China. Brand in Tsingtau. Neue Flutzsperre auf dem Jangtse. Schanghai, 19. Dez. (DNB.) Nach Berichten, bie auf bem Flaggschiff bes amerikanischen Ostasien- geschwabers Kreuzer „Augusta" eingegangen finb, soll in ber Stabt Tsingtau in Der Provinz Schantung ein riesiger Branb ausgebrochen sein, ber angeblich von chinesischen Truppenteilen angelegt würbe. Der amerikanische Kreuzer „M a r- blehead" ist nach Tsingtau ausgelaufen, um den bort lebenden Amerikanern und anderen Ausländern Hilfe zu leisten. Der englische Kreuzer „C a p e t o w n" hat die Fahrt nach Schanghai unterbrochen unb ist nach Hankau zurückgekehrt, ba bie Schiffahrt auf dem unteren Jangtse von den Japanern nicht relgegeben wurde. Die Chinesen haben eine neue Schiffssperre fertigaestellt, die sich unterhalb von Ktukiang befindet. Zur Herstellung der Sperre wurden Steine aus den nahegelegenen Bergen herangetragen. Hunderte von Flußfahrzeugen aller Größen, die infolge des japanischen Vormarches flußaufwärts gingen, trafen in Hankau ein, wo sie für ben Abtransport von Flüchtlingen eingesetzt werben sollen. • Die Sicherungsmaßnahmen, die von britische* Seite in Hongkong in Erwartung einer japat Nischen Aktion gegen Südchina getroffen werben, sollen vor allem dazu bienen, bas Einbringen Acht hohe Gowjetsnnktionäre erschossen. Todesurteile für Sowjetdiplomaten. Moskau, 20. Dez. (DNB. Funkspruch.) Nach sowjelamllicher Meldung verurleille das 2Hitifär- lridunal des Obersten Gerichtshofes der Sowjetunion „wegen Landesverrates, terroriftifcher Tätigkeit und systematischer Spionage“ am 16. Dezember acht hohe Funktionäre zum Tode. Darunter befindet sich der bekannte Sowjetdiplomak karachan, der als Botschafter Moskaus in China und der Türkei eine Rolle spielte. Außerdem muhten %ocf) zwei weitere Mitarbeiter Litwinow-Finketsteins daran glauben, darunter der ehemalige Leiter der Orient- Abteilung des Auhenkommiffariats. Von den übrigen Deliquenten verdient der Name des Georgiers Orachelafchwili besonderes Interesse. Er war früher Vorsitzender des Volkskommissariates für Kaukasien und bekleidete zuletzt ein Amt im Zentralkomitee der bolschewistt- schen Partei; ebenso war er in der Schriftleitung der „Prawda“ tätig. Vie üblich sind sämtliche verurteilte umgehend erschossen worden. polnisch-sowjettussifcher Grenzzwischenfall. Warschau, 19. Dez. (DNB.) An der polnisch- sowjetrussischen Grenze in der Nähe der auf der Strecke Kiew—Warschau gelegenen Grenzstation Zdolbunow hat sich ein neuer Grenzzwischenfall ereignet, ber ben sowjetrussischen Geschäftsträger in Warschau veranlaßte, dem polnischen Außenministerium eine „Protestnote" zu überreichen. In ihr wird behauptet, baß von polnischer Seite in einen Wagen der sowjetischen Eisenbahn brennende Lumpen geroo-rfen wurden, die die- Rumänien vor -en: ahlen. Die Verständigung Am 20. unb 21. Dezember finden in Rumänien Neuwahlen statt. Das alte Parlament ist am 1. April 1937 in bie Sommerferien gegangen. Am 15. Oktober, dem Zeitpunkt seines Wiederzusammen- tritts, wurde durch ein königliches Dekret ber Parlamentsbeginn auf ben 15. November vertagt. Aber ber mit der Reglerungsbilbung mieberbetraute T a- t a r e 5 c u löste bann, ohne ben Zusammentritt des Parlaments abzuwarten, bie beiben Häuser auf unb schrieb bie Wahlen für ben nach ber Verfassung kürzesten Termin aus. Im Laufe bes Sommers unb Herbstes ist insofern eine Umwandlung bes Parteiwesens in Rumänien erfolgt, als zum ersten Mal bie Liberalen (bie Partei, ber Tatarescu angehört), Kartelloerträge mit ber Rumänischen Front Dajba-Vojvobs, ben National- bemotraten Jorgas unb ber Deutschen Partei sowie den Ukrainern einging, wonach ber Rumänischen Front 35, Jorgas 8, ber Deutschen Partei in ben beiben Häusern zusammen 12 und der Ukrainischen Nationalpartei 2 Mandate zu- gesichert wurden. Es handelt sich also um einen Regierungsblock, der sich aus ben verschie- benften Elementen zusammensekt unb ber erst beweisen muß, ob er zusammenhält. Die Deutschen Rumäniens haben sich ben Regierungsparteien angeschlossen, nachbem sie Zusicherungen erhalten hatten, baß auf bem Giebiete des Schulwesens ihre Jorberungen erfüllt werben unb vor allen Dingen die Nationalisierung der rumänischen Wirtschaft nicht mehr auf Kosten der rumänischen Deutschen vor sich gehen würbe. Die Opposition wirb hauptsächlich burch bie Nationale Bauernpartei repräsentiert, bereu Jbeale fast moskvwi» tisch sind unb bie in ber Volksfront-Politik Frankreichs ihr Vorbilb erblickt. Wenn auch bei ben Gemelnbewahlen, bie allgemein als ein Barometer ber politischen Stimmung bes ßanbes angesehen würben, bie drei Gruppen ungefähr gleich stark waren, also bie Liberalen als Regierungspartei keine Stimmen gewannen, fon- bern die Rechtsfront unb bie Opposition, so ist doch nach bem rumänischen Wahlgesetz von 1926 eine Atomisierung der Parteien insofern unmöglich, als ber stärksten Partelengruppe bei der Mandats- Verteilung bie Herstellung einer absoluten Majorität im Parlament ermöglicht wirb. Wenn bie Regierungspartei mindestens 40 v. H. ber abgegebenen Stimmen erhält, bekommt sie ohne weiteres bie Hälfte ber Manbate. Außerdem wird die andere Hälfte der abgegebenen Stimmen auf- geteilt zwischen der Regierungspartei — ober in diesem Falle bem Regierungsblock, unb den Splitterparteien, so baß also bie Reglerungspar» tei minbeftens 70 v. H. aller Mandate erhält, selbst wenn sie nur 40 v. H. ber abgegebenen Stimmen erhielt. Wieviel Parteien es in Rumänien gibt, bürste selbst erfahrenen Politikern nicht genau bekannt fein. Bei ben letzten Wahlen waren es ungefähr 100. Diese Zersplitterung hat bas Wahlgesetz bekämpft, benn mit diesen Parteiengruppen und -grüppchen wäre die Bildung einer stabilen Regierung unmöglich geworden, zumal die Atomisierung der Parteien ständig zunahm. Die Opposition setzt sich aus sehr heterogenen Elementen zusammen. U. a. hat ber Faschist Codreanu ein wenn auch loses Wahlbündnis mit bem Demokraten Maniu abgeschlossen. Die Opposition setzt alles daran, um dem Regierungsblock bie Gewinnung von 40. v. H. aller Wählerstimmen unmöglich zu machen. von Flü chtlingen oder von bewaffneten Streitkräften aus der Kampfzone in das Gebiet der Kronkolonie zu verhindern. Jetzt schon strömen Hunderte von Chinesen aus der Provinz Kwantung auf Hongkong zu, um dort Zuflucht zu finden. Reuter meldet, baß das Gerücht, wonach sich 30 japanische Kriegsschi ff e vor Arn 0 y versammelt hätten, in britischen Kreisen Hongkongs nicht bestätigt worden sei. Siam rüstet auf. London, 18. Dez. (DNB.) Der Verteidigungsminister von Siam gab in Singapore Pressevertretern einen Ueberblick über die Verteidigungspläne der siamesischen Regierung. In Satahib, ungefähr 230 Kilometer von der Hauptstadt Bangkok entfernt, werde ein neuer Flotten st ützpunkt gebaut. In Lopburi entstehe eine Garnison- stabt, der Militärflughafen von Don Muang werde erheblich erweitert werden. Die Flotte ist kürzlich durch 25 neue Kriegsfahrzeuge verstärkt worden, die zum Teil britischen Ursprungs sind. Die Luftstreitkraft verfüge über 200 kampffähige Maschinen mit 2000 meist in Europa ausgebildeten Offizieren und Mannschaften. Enge Zusammenarbeit der Lustwaffen Englands und Frankreichs. Paris, 19. Dez. (DNB.) Der Londoner Berichterstatter des „Figaro" schreibt zn dem Aufenthalt des französischen Luftfahrtmimsters C o t in England, die Besprechungen mit seinem britischen Kollegen Lord Swinton müßten von besonderer Bedeutung gewesen sein, da die beiden Minister beschlossen hätten, daß sich demnächst eine Abordnung französischer F l i e g er o f f i z i e r e nach London begeben werde, um die von den Ministern besprochenen Fragen eingehender zu be- handeln. Lord Swinton habe Luftfahrtminister Cot die letzten Herstellungsziffern der brittschen Flugzeugwerke mitgeteilt, wonach England zur Zeit monatlich etwa 200 Militärflugzeuge herstelle. Vermutlich werbe England 1939 über 4500 Militärflugzeuge verfügen, also etwa 2000 mehr als seinerzeit vorgesehen. Die Generalstäbe der Luftwaffen beider ßänber würden tft eine enge Zusammenarbeit treten. Kleine politische Nachrichten. Der Chef derKanzlei des Führersder NSDAP., Reichsletter Philipp B o u h l e r, hatte die Mitarbeiter dieser Dienststelle und der parteiamtlichen Prüfungskommission zum Schutz des NS.° Schrifttumes zu einem Kameradschaftsabend in das Haus der Flieger geladen, um mit ihnen gemeinsam das Fest der deutschen Weihnacht zu begehen. Die Freude der Teilnehmer erreichte ihren Höhepunkt, als der Führer selb st unter ihnen erschien. ♦ Der Führer und Reichskanzler hat den persönlichen Adjutanten des Reichsministers K e r r l, SA.-Sturmbannführer Otto Ahrens, zum R e - gierungsrat ernannt. Der Führer und Reichskanzler hat dem Königlich Italienischen Außenminister Graf C i a n o und der Gräfin Ciano Glückwünsche zur Geburt ihresdrittenSohnes ausgesprochen. i * Zwischen einer deutschen und einer niederländischen Delegation haben Verhandlungen über Fragen des Arbeitseinsatzes von Arbeitern und Angestellten beider Länder zu einer Vereinbarung geführt, die den beiderseitigen Staatsangehörigen die Aufnahme von Arbeit im anderen Lande erleichtert. * In Berlin wurde ein neuer Verttag über die Regelung der Zahlungen im deutsch-niederländischen Warenverkehr unterzeichnet, der bis Ende 1938 gilt. Die freie Devisenspitze der Reichsbank ist auf 10 v. H. des deutschen Ausfuhrerlöses erhöht worden. Ferner können gewisse Kosten des Transitverkehrs, die bisher in Devisen gezahlt werden mußten, in Zukunft über Verrechnung geleistet werden. Die Geltungsdauer des bisherigen Vertrages über den Warenverkehr ist bis zum 31. März 1938 verlängert worden. Die beiden Regierungen sind darüber einig, die Verhandlungen über den neuen Warenverkehrsvertrag sobald wie möglich aufzunehmen. * In Verhandlungen über eine Neuregelung der deutsch-polnischen Filmbezrehun- g e n haben sich die beiden Regierungen unter Wahrung ihrer eigenen Grundsätze eine möglichst weitgehende Förderung dieser Beziehungen zugesagt. * Der Chef der polnischen Luftwaffe, General Rayski, der einen Besuch abgestattet hatte, hat Berlin verlassen. Es sind verschiedene Truppenteile der Luftwaffe, ein Jagdgeschwader, eine Aufklärungsgruppe und eine Flakabteilung besucht worden. Den Gästen war ferner Gelegenheit gegeben, in Gatow die Luftkriegsschule, die Luftkriegsakademie und die Lufttechnische Akademie und ein Werk der Luft- fahrttndustrie zu besichtigen. ♦ Das reichsdeutsche Heim in Bukarest wurde seiner Bestimmung übergeben. Stabsamts- leiter Ruberg beglückwünschte namens des Führers und des Gauleiters Bohle die Landesgruppe Rumänien und übergab ihr ein Bild des Stellvertreters des Führers mit eigenhändiger Widmung. ♦ Der Hauptausschuß des N i ch t e i n Mischungsausschusses behandelte eine Reihe von technischen Fragen, die mit dem Plan für die Zurückzieh ungderFreiwilligen aus Spanien Zusammenhängen. Der Ausschuß beschloß, am Mittwoch, 22. Dezember, wieder zusammenzutteten. Nach einer Havas-Meldung aus Haifa ist die irakische O e l l e i t u n g in der Nacht zum Samstag unterbrochen unoinBrand gesteckt worden. Die Drähte der parallellaufenden Telephonlei- tung wurden durchschnitten. Japanische Kunst- und Kullausstellung in Marburg. Im Iubiläumsbau der Universität Marburg wurde eine Sonderausstellung japani - scher Kunst- und Ku l t a e ge n stä n de eröffnet. Bei der Eröffnungsfeier würdigte Universitätskura- tor Geheimrat von Hülsen die engen Beziehungen der Universität zur Wissenschaft des Auslandes durch Professoren- und Studentenaustausch, die weit- bekannten Ferienkurse und wertvolle Zweckeinrichtungen. Die sehenswerte Ausstellung enthält Gegen- stände einer besonderen Form des Buddhismus, japanische Kunst, Shintoismus, chinesische Kultbilder usw. Oie Diphtherie, eine Volksseuche und ihre Bekämpfung Von Professor tDr.KPrigge, Frankfurt a.M. NSG. Ebenso wie die Witterung nicht in allen Zeiträumen die gleiche bleibt, zeigt auch der Gang der schweren Seuchen ein ständiges Auf und Ab. So hat die Cholera zum erstenmal zu Beginn des vorigen Jahrhunderts einen Zug über die ganze Welt angetreten und ist auch nach Europa gelangt, wo sie früher völlig unbekannt war. Auch eine der schwersten Kinderkrankheiten, die Bräune oder Diphtherie, tritt zu verschiedenen Zeiten mit ganz verschiedener Häufigkeit und Stärke auf. Nachdem es während längerer Zeit verhältnismäßig wenig Diphtherieerkrankungen gegeben hatte, war im letzten Jahrzehnt wieder eine bedrohliche Zunahme der Erkrankungszrffer festzustellen. Z. B. sind im Jahre 1936 nahezu 150 000 Menschen in Deutschland an Diphtherie erkrankt, davon 5800 tödlich, während im Jahre 1932 nur etwa 64 000 Erkrankungen mit rund 3000 Sterbefällen gezählt wurden. Wie man sieht, ist die Zahl der Todesfälle sehr viel welliger gestiegen als Die Zahl der Erkrankungen, während sich die letzteren nahezu verdreifacht haben, sind die ersteren nicht einmal aufs doppelte gestiegen. Dieser Unterschied ist als der erste Erfolg der energischen Maßnahmen zu betrachten, die zur Bekämpfung der Diphtherie in den letzten Jahren ergriffen worden sind, und deren weiteres Ziel die völlige Eindämmung dieser Seuche sein wird. Am häufigsten tritt die Diphtherie in Form einer schweren Mandelentzündung auf. Auf den Mandeln entwickelt sich ein glänzender, weißer Belag, der vielfach auf den Zungengrund und auf die hintere Rachenwand übergreift. Nicht selten wird auch die Nase ergriffen. In schweren Fällen besteht hohes Fieber, und es stellen sich Verwirrungszustände ein. Besonders gefährlich wird die Erkrankung, wenn sie den Kehlkopf befällt. Wegen der Erstickungsgefahr ist diese als Krupp bezeichnete Form der Bräune besonders gefürchtet. In vielen Fällen vermag nur ein rascher operativer Eingriff, der Kehlkopf- schnitt, die Erkrankten vor dem Tode zu retten. Die Diphtherie ist eine ansteckende Krankheit, die vorwiegend bei Kindern, seltener bei Erwachsenen auftritt. Sie wird verursacht durch den Diphtheriebazillus, ein kleines, leicht gekrümmtes Stäbchen, das sich bei geeigneter Färbung im Mikroskop leicht sichtbar machen läßt. Einem deutschen Militärarzt, Friedrich Löffler, war diese Entdeckung zu verdanken. Ihm ist es auch gelungen, den Diphtherie- barillus auf künstliche Nährböden zu übertragen unb fein Wachstum und feine Vermehrung auf ihnen im Laboratorium genau zu studieren. Im Verfolg dieser Untersuchungen ergab sich, daß der Diphtheriebazillus ein hochwirksames Gift, ein sogenanntes „Toxin", bildet und daß dieses Gift die eigentliche Ursache ist, die die Erkrankung beim Menschen hervorruft. Die Erkrankung beginnt nicht unmittelbar nach der Ansteckung, sondern es vergehen etwa zwei bis fünf Tage, bis sich die ersten Anzeichen der Diphtherie bemerkbar machen. Wenn man zu diesem Zeitpunkt mit einem Wattetupfer über die Gaumenmandeln der Kranken wegstreicht, so finden sich in dem anhaftenden Schleim metft schon zahlreiche Diphtheriebazillen. Menschen, die eine Diphtherie durchgemacht haben, bleiben in der größten Mehrzahl der Fälle für ihr weiteres Leben von einer zweiten Diphtherie-Erkrankung verschont. Sie sind, wie der Arzt sagt, gegen Die Diphtherie „immun". Diese I m m u n i - t ä t beruht auf dem Vorhandensein von Schutz- stoffen, sogenannten Antttoxinen, die der Körper beim Abheilen der Erkrankung bildet und die vor allem im Blute in größeren Mengen auftreten. Diese Antitoxine machen das Gift des Diphtheriebazillus, das Toxin, unwirksam. Einen der größten Fortschritte für die Bekämpfung Der Diphtherie brachte Emil von Behrings Entdeckung, daß Antitoxine nicht nur beim erkrankten Menschen auftreten, fonDern auch bei Tieren, vor allem bei Pferden, Denen man Das Gift Des Diphtheriebazillus einspritzt. Bei sachgemäßem Vorgehen vertragen die Pferde allmählich immer größere Giftmengen, und ohne daß es zu einer Erkrankung Der Tiere käme, bilden sich in ihrem Blut, besonders im Blutwasser oder Serum, große Mengen von Antitoxin, die durch Aderlaß gewonnen und $ur Bekämpfung der menschlichen Diphtherie benützt werden. Das Serum kann entweder so verwandt werden, daß man es den Kindern einspritzt, Die Der Gefahr einer Diphtherie-Ansteckung ausgesetzt sind, und sie hierdurch vor einem Ausbruch Der Erkrankung schützt. Meistens wird das Serum jedoch erst nach Beginn Der Erkrankung eingespritzt. Zwar lassen sich Die Giftmengen, die in die Körperzellen bereits eingeDrungen sind, nicht mehr unwirksam machen, Das Serum verhindert aber, daß weitere Giftmengen in Den Organismus eindringen. Und gerade hierauf kommt es an. Denn hierdurch wird vermieden, daß die Erkrankung fortschreitet und zu lebensbedrohenden Schädigungen führt: das Serum dient also bei richtiger Anwendung als Heilserum. Es versteht sich nach dem Gesagten von selbst, daß die erforderliche Wirkung nur Dann eintreten kann, wenn Das Serum frühzeitig angewandt wird, d. h. zu einem Zeitpunkt, zu Dem das Toxin Des Diphtheriebazillus noch keine lebensgefährliche Vergiftung erzeugt hat. Wird Die Serumdarreichung zu Diesem Zeitpunkt versäumt, so gelangt immer neues Gift in die lebenswichtigen Körperzellen. Ein tödlicher Ausgang der Erkrankung ist alsdann häufig nicht mehr zu vermeiden. Den hervorragenden Erfolgen, die das Dphtherie- Serum bei frühzeitiger Anwendung besitzt, stehen daher viel ungünstigere Ergebnisse in denjenigen Fällen gegenüber, in Denen Die Anwendung zu spät erfolgt. Die Kenntnis diese? Zusammenhänge dürfte Den Streit über die Wirksamkeit oder Unwirksamkeit des Diphtherie-Serums, Der in einzelnen Fällen noch geführt roirD, überflüssig machen. Freilich roirb es sich wohl nie erreichen lassen, daß alle Diphtheriefälle so rechtzeitig zur Behandlung gelangen, wie Dies nach Dem heutigen StanDe unseres Wissens erforderlich erscheint. Diese Tatsache und die eingangs erwähnte erhebliche Zunahme der Diphtherie-Erkrankungen haben daher die Aufmerksamkeit Der Aerzte in den letzten Jahren in besonderem Maße auf solche Verfahren yingelenkt, die schon beim gesunden Kinde einsetzen und nach Möglichkeit den Ausbruch der Erkrankung überhaupt zu verhindern suchen. Durch Oesterreich und Ungar«. Eine Fahrt zu Freunden und Brüdern. Von Or. Frih Zeffel. In früheren Jahren machten die Deutschen häufig ihre Reisen ins Ausland, weil sie das Fremdländische Dem eigenen Volkstum vorzogen. Sie erkannten nicht Die Schönheiten Der eigenen Heimat unD stellten Die SehenswürDigkeiten anDerer Länder gar zu leicht über die Reize- Des eigenen Vaterlandes. Es kam aber noch ein anderes Moment hinzu: Der Trieb in Die Ferne, Der auch anderen nordischen Völkern stets eigen gewesen ist, ganz im Gegensatz zu den Romanen, Die man weniger auf großen Reisen trifft, weil sie eine größere Bodenständigkeit, um nicht zu sagen, Trägheit, besitzen. Augenblicklich ist es infolge der Devisengesetzgebung nur noch wenigen oergönnt, bescheidene Mittel im Ausland zu verbringen. Der Drang in die Ferne ist Der gleiche geblieben. Aber sonst hat sich in der Auffassung manches geändert infolge der aeiftigen Einwirkung durch den nationalsozialistischen Staat. Unser deutsches Volkstum steht ganz und gar im Vordergrund. So mancher deutscher Reisende ist früher an seinem Volksgenossen, der im Ausland lebt, achtlos vorübergegangen, ja, hat oft nicht einmal von ihm gewußt. Gegenwärtig dagegen fühlt er sich zu ihm hingezogen, weil er Die Sprache des gleichen Blutes kennengelernt hat. Einstmals verleugnete mancher sein Deutschtum und trat unter Der Maske einer fremden Nation auf, heutzutage ist jeder stolz Darauf, Deutscher zu fein. Und wie groß ist die Freude der Volksdeutschen in der Ferne, wenn sie durch Augen- zeugen von den Leistungen des Dritten Reiches erfahren. So ist es weiterhin notwendig, daß dieser Trieb in die Weite dem deutschen Volk erhalten bleibt, vorausgesetzt, daß ein jeder, der die deutsche Grenze überschreitet, sich in taktvoller Weise als Vertreter des Reiches bekennt. Dann können für unsere Anschauung auch auf diese Weise durch vorbildliche Haltung Freunde gewonnen werden. Und nicht zuletzt bleibt Der Kontakt zwischen allen Deutschen auf Der Welt, Die sich einst infolge mangelhafter Betreuung vom Reich abgeschnitten fühlten, erhalten. Welch eine FreuDe ist es, Durch das deutsche Oesterreich und das befreundete Ungarn zu fahren. Beide Länder, ehemals in der habsburgischen Doppelmonarchie vereinigt, haben jahrhundertelang Die Macht im SüDosten gehalten unD sind ein Bollwerk gegen Die Türkenherrschast gewesen. Ueberschreitet man Die Grenze im Bayerischen, so ist fein Unterschied festzustellen. Die Menschen schauen Deutsch aus, sie bauen ihre Häuser und Kirchen in Der gleichen Weise, Die Sprache zeigt einen etwas anhers gefärbten Dialekt. Wir fahren Durch Die Deutschösterreichischen Alpen. Die letzten Ausläufer liegen balD hinter uns. Erneute Paßkontrolle. Wir sind in Ungarn. Von fern schon sehen wir den Plattensee in strahlendem Sonnenglanze liegen. 70 Kilometer lang und bis zu 14 Kilometer breit, ist er der größte See Mitteleuropas. Da dieser langgestreckte See eine zurückgebliebene Meeresmulde aus vulkanischer Zeit ist, besitzt er im allgemeinen nur eine Tiefe von drei bis vier Meter. Sein schwach salziges, grünlich schimmerndes Wasser hat Abflüsse zur Donau hin. Berühmte Weine wachsen auf den Hügelketten des Nordufers. Das Südufer, das vollkommen flach und teilweise versumpft ist, hat ein besonderes Interesse durch seine zahlreichen Wasservögel, die in Dem Röhricht nisten. Für jeden Biologen eine Fundgrube abwechslungsreicher Studien. Aber auch Derjenige, Der aus ruh en will von der Arbeit, wird angezogen durch die Reize dieses entzückenden Sees. Herrliche Badeplätze gibt es dort und einen wunderschönen Strand. Und diese Menschen, Denen schon immer ein bestrickender Charrn nachgesagt ist, behandeln uns wie Freunde der ungarischen Nation, man könnte fast sagen, wie Vertreter eines schicksalsverbundenen Volkes. Nur ungern nehmen wir von ihnen Abschied. Der Weg führt uns über die ehrwürdige Bischofs- stadt Stuhlweißenburg am Rande des ungarischen Mittelgebirges und Der niederungarischen Tiefebene. Es war schon eine römische Stellung. Zwei Jahrhunderte lang wurden Dort im Mittel- alter Die ungarischen Könige gefrönt. Dann kommen wir in eine Der schönsten Städte Europas: das ist Budapest. Majestättfch liegt diese Stadt zu beiden Seiten Der Donau. Sie ist schon seit langer Zeit Der Anziehungspunft für viele Deutschen gewesen. Tausende von unseren Volksgenossen leben Dort in geachteten Stellungen. Wir besuchen Die deutsche Schule, Das kostbarste Kulturgut, Das wir in zahlreichen Ländern der Welt zur Eichaltung des Deutschtums besitzen. Welche Freude ist es, daß auch dort im Rahmen des Möglichen der Geist unseres heutigen Staates eingezogen ist. Die Augen her deutschen Kinder sind wieder mit Stolz auf das Vaterland gerichtet, ohne damit her Regierung Des Gastlandes die nötige Achtung zu versagen. In deutschen Vereinen und sonstigen Organisationen wird deutsches Wesen ge- pflegt. Betrachten wir die Stadt! Ist es Da ein Wunder, daß her Deutsche sich hort wohl fühlt? Ursprünglich waren es zwei Städte: Pest am linken und Öfen am rechten Ufer. 1872 sinh beibe miteinander vereinigt. Budapest ist eine her glänzendsten Städte Europas. Auf dem westlichen gebirgigen Ufer sehen wir hie Königsburg in Ofen, währenh has östliche mit palastähnlichen Gebäuden geschmückt ist. Außerhalb der beiden Orte hat die Donau die ge« wattige Breite von über 1 000 Meter, in her Stadt dagegen verengert sie sich auf 300 Meter. Durch wundervolle Brücken sind beide Stadt- teile miteinander verbunden. - Budapest ist außer- ordentlich reich an allem, was eine moderne Großstadt auszeichnet. Während Pest von dem vielseitigen Treiben einer modernen Großstadt beherrscht wird, gewahren wir in Ofen hie Ruhe, hie von einer Hof- und Beamtenstadt ausgeht. Don den Bergen, die mit Reben bestanden sind, schauen luftige Villen herab. Hier wohnen besonders viele Deutsche. In den letzten Jahren hat sich die Bevölkerung vervierfacht. 1870 waren es nur 270 000 Einwohner, heute dagegen ist eine Million längst überschritten. Von den verschiede« nen Nationalitäten ist die deutsche am stärksten vertreten. Das magyarische Volkstum ist aber trotz her verschiedenartigen Zusammensetzung der Bevölkerung durchaus vorherrschend und tonangebend. Der Magyare besitzt ein ausgesprochenes Herren- bewußtsein, ist aber gutmütig und gastfrei. Sein leicht erregbares Temperament verbindet ihn mit südlichen Volkern. Wie wir schon häufig in der Geschichte erlebt haben, besitzt er eine glühende Vaterlandsliebe und ist vor allem stolz auf seine glänzende Hauptstadt. Ein Sprichwort besagt: „Pest ift Ungarn". In her Tat, hier liegt her Schwerpunkt hes nationalen Willens unb her Brennpunkt jeher geistigen Betätigung. Das erkennt man schon an her einen Tatsache, haß vier Fünftel her gesamten ungarischen Literatur in Vuhapest erscheint. Die Provinzzeitungen verblassen vollkommen neben Denen Der HauptstaDt. Es mag interessieren, Daß auf dem Gebiet des heutigen Alt-Ofen im ersten Jahrhundert n. Chr. eine keltische Siedlung gestanden hat. Ein Jahrhundert später war es ein römischer Ort innerhalb der Provinz Pannonien. Während der Völkerwanderung lösten sich Hunnen, Ostgoten, Langobarden und Slawen in der Herrschaft ab. Da die Donau für lange Zeit eine natürliche Grenze bildete, entstanden zu beiden Seiten verschiedene Siedlungen. Um 900 drangen von Osten die Ungarn in Das Land. Die Blüte beider Städte begann unter König Matthias Corvinus (1458 bis 1490). Während der Türkenzeit im 16. und 17. Jahrhundert wurden beide Städte stark verwüstet. Erst Besser abends - aber auch morgens Chlorodont unter Maria Theresia begannen sie wieder aufzublühen. Durch den Weltkrieg und die Revolution ist Die Entwicklung fast zum Stillstand gekommen. In Der Königsburg residiert heute her Reichsverweser. Wir wollen noch der Metropole des zusammen- geschmolzenen Nachbarstaates einen kurzen Besuch abstatten. Jeher, her auch nur einen Tag in Wien verbracht hat, her wird einen Hauch der geschichtlichen Größe und noch einen Rest hes alten Lebensstils verspürt haben. Man hört immer wieder: Wien ist nicht mehr das, was es war. Und trotzdem, die Steine sprechen zu uns als Zeugen einer vergangenen Pracht dieser Stadt, in der ein Mozart, Beethoven, Haydn, Strauß, Schubert und viele andere ihr Lebenswerk vollendet haben. Jeder Phantasiebegabte kann sich im Geist Das Bild vergangener Blüte wieder vor Augen führen. Seit der Jude tonangebend geworden ist, hat sich manches geändert. In dieser viertgröhten Stadt Europas wohnen nicht weniger als 15 000 Reichsdeutsche. Bei vielen Bewohnern empfindet man deutlich den Wunsch der Einkehr in Das Deutsche Reich. Die Deutschbe wußten fühlen sich glücklich, daß eine Annäherung zwischen Berlin u n d W i e n erfolgt ist. Die Gegensätze des 19. Jahrhunderts sind längst überbrückt. Die deutschen Volksgenossen diesseits und jenseits Der Grenze bekennen sich nach wie vor zum gesamweutschen Schicksal. Faßt man eine Auslalchsfahrt In diesem Sinne auf, so gewährt sie dem Reisenden selber nicht nur einen reichen inneren Gewinn, sondern bedeutet auch seelische Stärkung für jeden deutschen Volksgenossen im Ausland und bietet eine Brücke für die wahrhafte Verständigung der Völker. -- J Kunst und Wissenschaft. Gedenkfeier zum 100. Geburtstage Cosima Wagners. In einer Feierstunde wurde in der Ludwig- Siebert-Festhglle zu Bayreuth des 10 0. G e - burtstages Cosima Wagners gedacht. Zu dieser Feier waren u. a. Frau Winnifred Wagner, die Mutter des verstorbenen Gauleiters S ch e m m , Gauleiter W ä ch 11 e r, Der Präsident der Reichsmusikkammer Pros. Raabe, Landes- kulturwatter Kolbe sowie Vertreter her Wehrmacht unb her Behörden erschienen. Nach einer musikalischen Einleitung hielt Bürgermeister Keller eine Ansprache, in der er u. a. ausfuhrte: Zur Feier des 100. Geburtstages Cosima Wagners haben wir ihre von Künstlerhand geschaffene Büste in die Ehrenhalle großer Bayreuther ausgenommen und sie zwischen die Büsten Franz Liszts und Richayd Wagners gestellt. Dort werden wir ihr den Lorbeer des Ruhmes und her Dankbarkeit spenden. Wir wollen nie vergessen, daß aus Dem geistigen unD künstlerischen Schaffen des Bayreuther Meisters unD aus feinem Glauben an Das deutsche Volk auch der Schöpfer Des neuen, besseren Deutschlands einen großen Teil Des Glaubens und her Kraft geschöpft hat, die ihn au seinem gewaltigen Aufbauwerk befähigten. Sooann hielt Frau Daniela Thode - von Bülow, die Tochter Cosima Wagners, die Gedenkrehe, in Der sie von her Ehrfurcht Cosima Wagners vor ihrer Lebensaufgabe sprach, die in echter Hingabe an bas Werk Richard Wagners, in her' gewissenhaften Wiebergabe Des von ihm Gewollten beftanben habe. Wandergewerbe und Arbeitseinsatz. Berlin, 15. Dez. (DNB.) Die Durchführung hes Dierjahresplanes ist weitgehend von her Bereitstellung Der Arbeits kräs te abhängig. Dabei muß gegebenenfalls auch auf Kräfte zurückgegriffen werben, Die bisher für den Arbeitseinsatz nicht zur Verfügung standen. Eine neue Anordnung schafft die Möglichkeit, Die Genehmigung zur Betätigung im Wandergewerbe und Stabthausier- geroerbe solchen Personen z u versagen bzw. zu entziehen, deren Arbeitskraft aus staats- und wirtschaftspolitischen Gründen an anderer Stelle innerhalb der deutschen Volkswirtschaft z w e ck v o l -- ler ausgenutzt werden kann. Ein Wanber- gewerbeschein ober Stabthausierschein barf nur bann erteilt werden, wenn das zuständige A r - b e i t s a m t her Erteilung zugestimmt hat. Ebenso ist ein bereits erteilter Wanbergewerbeschein ober Stabthausierschein zu entziehen, wenn das Arbeitsamt dte? beantragt. — - ---- Aus aller Welt. Auf dem Heimweg von der Weihnachtsfeier verunglückt. Vier Rekruten des Aschaffenburger Infanterie- Regiments "wurden nachts auf dem Heimweg von einer Weihnachtsfeier von einem Auto angefahren und zu Boden geschleudert. Der schütze Wilhelm h e n tz war sofort t o t. Zwei seiner Kameraden trugen schwere Bein- und Rückenverletzungen davon. Der vierte hat eine Oberschenkeloerletzung erlitten, die leichterer Natur ist. Die Sanitätskolonne brachte die Verletzten ins Krankenhaus. Der Fahrer des Unglücksautos, der 17jährige Kurt Meßner, gibt an, daß er wegen eines entgegenkommenden Fahrzeugs habe abblenden müssen und infolgedessen die Gruppe auf der Straße nicht bemerkt habe. Flammentod eines schwäbischen Dichters. In dem Schwarzwald-Luftkurort Hellwangen ereignete sich ein B r a n d u n g l ü ck, bei dem der schwäbische Schriftsteller und Kunstmaler Heinrich Schäff-Zerweck einen schrecklichen Flammentod erlitten. In dem von dem Dichter allein bewohnten Hause brach nachts ein Brand aus, der zwar von den Nachbarn bald bemerkt wurde, aber fo rasch um sich griff, daß es dem kranken und vollkommen hilflosen 75jährigen Greise nicht mehr möglich war, sich zu retten. Mit Heinrich Schäff- Zerweck ist einer der eigenwilligsten schwäbischen Dichter dahingegangen. Drei Kinder verbrannt. Ein furchtbares Unglück ereignete sich in einer Siedlung bei Brandenburg an der Havel. Aus bisher noch nicht aufgeklärter Ursache entstand in der Wohnung eines Arbeiters ein Brand, der das Gebäude völlig einäscherte. Drei kleine Kinder des Besitzers, die allein zu Hause gelassen waren, fielen den Flammen zum Opfer, herbeieilende Nachbarn hatten sie nicht mehr retten können. Lin Kind läuft 40 Kilometer durch den Schneesturm. In Herschweiler-Pettersheim war ein Kind, wie berichtet, von Hause weggelaufen, weil es einen kleinen Geldbetrag verloren hatte und Strafe fürchtete. Das Kind war in einen hefttgen Schnee- sturm geraten und man befürchtete schon, daß es erfroren sei. Jetzt stellte sich das Kind in Jdar- Oberstein bei Verwandten ein. Es war die ganze Nacht hindurch etwa 40 Kilometer weit im heftigen Schneesturm gelaufen, bis es am nächsten Morgen bei seinen Verwandten erschien. Lin Kind von Wölfen zerrissen. In der Nähe des polnischen Dorfes Kiwance im Wilna-Gebiet wurde ein zehnjähriger Junge von einem Rudel Wölfe angefallen und zerrissen. Das Kind war an diesem Tage bis 19 Uhr mit einer Sttafarbeit in der vom Heimatdorf entlegenen Schule festgehalten worden. Auf dem Nachhausewege, der durch einen Wald führte, wurde es dann von dem traurigen Geschick ereilt. Zwischenlandung des Langslreckenfliegers Major herrle. Auf der letzten Etappe seines Rückfluges von Batavia mußte Major herrle, aus Wien kommend, infolge schlechten Wetters in Regensburg zwischen- landen. Während der Landungsmanöver geriet das Flugzeug in einen tiefen Graben und wurde beschädigt. Major herrle selbst blieb unverletzt. Nachdem herrle seinen Fernostflug über annähernd 30 000 Kilometer trotz aller klimatischen Schwierig- Mlfeflfeier der Siedlung Großen-Vuseck. wg. Großen-Buseck, 20. Dez. In den vergangenen Monaten wuchs am Westrande unseres Dorfes unter der Initiative der NS-Heimstätten- Siedlung eine Siedlung heran. Es handelt sich dabei um 13 Einfamilienhäuser. Die Häuser enthalten < Blick auf einen Teil der im Entstehen begriffenen NS.-Heimstätten-Siedlung Großen-Buseck. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) im Erdgeschoß zwei Zimmer und eine Wohnküche und im ausgebauten Dachgeschoß ebenfalls zwei Zimmer und ein Badezimmer. Unmittelbar an das Haus ist ein kleiner Stall angebaut. Zum Hause gehört außerdem ein Garten von 800 Quadratmeter Größe. Die Häuser wurden nicht in starren Reihen erstellt, sondern in freier Anordnung gebaut. Die bauausführende Firma ist die „Gewobag" (Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsbau-AG., Frankfurt a. M.). Die Bauleitung liegt th Händen des Architekten Nagel, Gießen. Zum Richtfest war der Bauplatz schön geschmückt. Don fast allen Häusern flatterten Hackenkreuzfahnen. Für die Kreisleitung der NSDAP, erschien Kreisleiter Backhaus (Gießen). Neben zahlreichen Volksgenossen nahmen vor allem die Bauarbeiter und die Siedler teil. Zunächst sprach im Auftrag der bauausführenden Firma „Gewobag" Herr Nieb- g a l l a, der die Siedlung als eine Tat wahrhaft sozialen Geistes bezeichnete. Die Siedlung, die hier erstand, solle ein Beitrag zur Vertiefung der Volksgemeinschaft sein, sie sei ein Werk des Friedens und ein Beweis des Friedenswillens unseres Führers. Zimmermeister Roth von Steinbach brachte einen schönen sinnvollen Richtspruch zum Vortrag Sodann sprach Kreisleiter Backhaus (Gießen) und stellte zunächst die Bedeutung des Werkes für Großen-Buseck heraus Dann schilderte er, wie mit der Schaffung von Siedlungen dem Wunsche zur Seßhaftigkeit, zur Bodenständigkeit des deutschen Menschen entgegengekommen werden und wie hier auch dem Arbeiter' die Möglichkeit gegeben werde, sich im eigenen Hause frei zu fühlen. In kurzen Zügen sprach Kreisleiter Backhaus davon, wie sich der Nationalsozialismus mehr als ein Sozialismus der Tat beweise, denn jeglicher Sozialismus der Systemzeit Mit dem Wunsche, daß den Siedlern in diesen neuen Häusern recht viel frohe Stunden vergönnt sein möchten, mit dem Wunsche auch, daß eine fröhliche Jugend in Haus und Garten heranwachsen möge, schloß er seine Ansprache In kurzen Worten sprach dann noch der Bürgermeister und Ortsgruppenleiter R e b h o l z von Großen-Buseck, der an die mancherlei Maßnahmen erinnerte, die in der jüngsten Zeit zum Wohle der Gemeinde Großen-Buseck durchgeführt wurden Er schloß seine Ansprache und damit die Feier des Richtfestes am Bauplatz mit dem dreifachen „Siegheil" auf den Führer. Im Anschluß daran begab man sich in den Saal Görlach zu kameradschaftlicher Unterhaltung. (eiten programmgemäß durchgeführt hatte, zwang ihn die Wetterlage, seinen Rückflug in Wien zu unterbrechen. In Regensburg wollte er noch einmal Auskunft über den Rest seiner Flugstrecke einholen. Daß ihn hier bei seiner Landung das Mißgeschick ereilte, ist als ausgesprochenes Pech zu bezeichnen und kann die großartige Leistung seines Fluges in keiner Weise schmälern. Sieben Todesopfer eines Fabrikbrandes in Chikago. Beim Brande einer Chikagoer Streichholzfabrik, der den gesamten Gebäudekomplex einäscherte, fanden sechs Arbeiterinnen und ein Arbeiter den Tod in den Flammen. Sieben weitere Arbeiter erlitten schwere Brandwunden und mußten in ein Krankenhaus gebracht werden. Feuersbrünste in der Türkei fordern 6 Todesopfer. In der türkischen Ortschaft Gueöl bei Samsun wurden 65 Häuser durch einen Brand zerstört. Eine Frau kam in den Flammen um. In einem Ort bei Balikesir brach in einem Hause Feuer aus, wobei fünf Personen den Tod fanden. Drei weitere Häuser wurden von dem Brand ergriffen und völlig vernichtet. Rundfunkprogramm Dienstag, 21. Dezember. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk: Der Marsch des Glaubens. Von Reinhard Albrecht. 10.30: Hausfrau, hör zu! 10.45: Sportfunk für die Jugend. 11.40: Deutsche Scholle: Der Weinküfer, ein Kamerad des Winzers! 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: O holde Frau Musika! 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: „Ihr Kinderlein kommet ..Mutter und Kind in der Vor: Weihnacht. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Wir „bummeln" in Berlin — und „drah'n" in Wien. Zwei musikalisch „berauschende" Stunden. 21: Märchenmusiken. 21.15: Der letzte Trau mder alten Eiche. Eine Funkfolge. 22: Nachrichten. 22.30: Sonnwendfeier in Danzig: Deutschland, dein Name soll in uns brennen! 23: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 1: Nachtmusik: Die Welt der Bühne. Ein Fuhrwerk vom Zug überfahren. Der Fuhrmann tödlich verletzt. > Bellerheim (Kreis Gießen), 19. Dez. Am gestrigen Samstag gegen Mittag wurde das mit zwei Pferden bespannte Fuhrwerk des 72 Jahre alten Erbhofbauers Hermann Hahn von hier an einem unbeschrankten Feldwegübergang der Strecke Friedberg—Hungen von einem Zuge erfaßt und überfahren. Dabei wurde der bedauernswerte alte Mann so schwer verletzt, daß er einige Stunden später verstarb Landkreis Gießen. h o l z h e i m, 19. Dez. Der 65 Jahre alte Landwirt Friedrich Heinrich Will von hier wurde beim Füttern seines Pferdes im Stalle von dem Tier, derart heftig gegen die Wand gedrückt, daß er mit schweren Brustquetschungen nach Gießen in die Klinik gebracht werden mußte. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Ueber Skandinavien hat sich ein kräftiges Hochdruckgebiet ausgebildet, an dessen Südseite kalte kontinentale Luftmassen nach Deutschland zuströmen. Damit ist für die nächsten Tage winterlich kaltes Wetter zu erwarten, stärkere Niederschläge werden zunächst nicht mehr auftreten. Aussichten für Dienstag: Wolkig bis heiter, nur noch vereinzelt leichter Schneefall, nachts Fröste, Tagestemperaturen um 0 Grad, Winde aus Nordost. Aussichten für Mittwoch: Weiterhin kaltes Wetter, heiter bis wolkig und überwiegend trocken. Lufttemperaturen am 19. Dezember: mittags 2,2 Grad Celsius, abends 0,2 Grad; am 20. Dezember: morgens — 2 Grad. Maximum 2,3 Grad, Minimum heute nacht —2,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe atn 19. Dezember: abends 0,7 Grad; am 20. Dezember: morgens 0,6 Grad. — Niederschläge 1,1 mm. — Sonnenscheindauer 0,3 Grad. Wintersport-Detterdienst. Vogelsberg: hoherodskopf: heiter, — 7 Grad, 35 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. — herchenhainer höhe: heiter, — 6 Grad, 38 cm Gesamtschneehöhe, 5 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Rhön, Wasserkuppe: heiter, —8 Grad, 53 cm Gesamtschneehöhe, 5 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. — Gersfeld: heiter, —10 Grad, 12 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilden Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriok' für den übrigen Teil: Emst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 37: 10 780. Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G-, sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. 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