Ur. ?71 Erstes Blatt 187. Jahrgang Samstag, 20. November 1037 Lrlchetni iagltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte ©tenener Familienblätter Heimat tm Bild Die Scholle Monarr-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siehe« Postscheckkonto: ä Zronffuri am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Unioersilätsdruckerei 8. Lange in Stehen. Schristleitung und Seschäftrftelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrist nach vorh. Vereinbg. 25°/0 mehr. 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Für jeden ungarischen Ministerpräsidenten und ebenso für jeden ungarischen Außenminister ist es ja stets eine Selbstverständlichkeit gewesen, in erster Linie der befreundeten deutschen Regierung einen Besuch abzustatten. Die beiden ungarischen Minister dürfen daher" eines warmen Empfanges und einer herzlichen Aufnahme gewiß sein, sieht man doch in ihnen die Vertreter eines Volkes, das im Laufe der Geschichte immer wieder in derselben Front wie das deutsche Volk gestanden hat und das sich gegen dieselben Kräfte und Mächte zur Wehr zu setzen hatte, gegen die auch das deutsche Volk kämpfen mußte. Gerade in diesen Wochen war es ein Jahr her, daß Ministerpräsident D a r a n y i sein schweres Amt übernahm. Er folgte dem zu früh verstorbenen, tatkräftigen Ministerpräsidenten Gömbös nm Amte nach. Er war ja der" ungarischen Oeffentlichkeit kein Unbekannter. Hatte er doch schon leit langem das Ackerbauministerium verwaltet, em Amt, das ihm besonders am Herzen lag und in des- ßen Verwaltung er seit jeher eine besondere Berufung erblickte. Ist doch dieses Amt in der Familie Daranyi sozusagen erblich. Denn schon der Water des heutigen Ministerpräsidenten Daranyi «nar Ackerbauminister gewesen. In seine Amtszeit fallen sogar viele bedeutsame Maßnahmen für die I Förderung der Landwirtschaft Ungarns. Man muß diese Dinge wissen, um die Mentalität des heutigen mgarischen Ministerpräsidenten Daranyi zu ver- 1 "tehen. Aus dieser Entwicklung heraus ist Ministerpräsident Daranyi ein Staatsmann geworden, der stark. . it der Ueberlieferung einer großen Vergangenheit wurzelt und bestrebt ist, diese große Vergangen- ,eit soweit als möglich auf die Gegenwart zu übertragen. So kommt es, daß die gemäßigten Mittel- Gruppen, die ja ebenfalls ihre politische Aktivität riehr aus dem Bewußtsein einer großen Vergangen- Beit entwickeln, die Betrauung Daranyis mit dem Ilmte des Ministerpräsidenten mit besonderer Genugtuung begrüßten. So schrieb damals beim Amtsuntritt des Ministerpräsidenten Daranyi der offiziöse „Pester Lloyd", nun könne man erwarten, daß wieder mit liberaleren Methoden in Ungarn regiert nnb daß das Gerede von der Möglichkeit einer Diktatur verstummen werde. Tatsache ist denn auch, daß sich im Laufe des irften Jahres der Regierung Daranyi die Gegen- lntze zwischen Regierung und Linksopposition ein oenig verringerten. Statt dessen haben sich nun ciber freilich neue Gegensätze zu der inzwischen her- «ngereiften Rechtsopposition herausgebildet. Von ler Entwicklung der nächsten Zeit wird es abhän- cen, in welchem Maße diese Spannungen die Po- ! 1 Hf der Regierung Daranyis werden beeinflussen Irinnen. Bemerkenswert ist immerhin, daß in aller- jüngster Zeit die Regierung Daranyi das Bestreben cm den Tag legte, beiden Oppositionsgruvpen so- Beeit als möglich den Anlaß zu schärferer Kritik an her Regierung und ihren Taten zu nehmen. So behüteten die letzten Maßnahmen gegen die ostjü- kische Einwanderung Ungarns zweifellos eine Entlüftung der Regierung nach rechts hin, während das tzqenroärtig zur Beratung stehende Staatsschutz- ossetz auch die Linksopposition befriedigen kann. So irroeift sich Ministerpräsident Daranyi immer wie- b»r als der Mann des Ausgleichs, als ein ruhig und kühl abwägender Staatsmann, dessen Zielsetzungen in dem Wunsche gipfeln, das Land Dor Erschütterungen jeglicher Art zu bewahren. Auch der dem Ministerpräsidenten zur Seite sishende Außenminister Kanya ist auf das gleiche Ziel gerichtet. Und auch für ihn gilt, was die Ent- aicklungsgründe anlangt, aus denen feine Außen- pulitif erwächst, dasselbe wie für den Ministerpräsidenten. Auch Kanya ist der Exponent einer gro- B n Ueberlieferung. Schon feit mehr als vier Jahr- zlhnten steht Außenminister Kanya im diplomati- scyen Dienst. In der Schule des k. und k. Außenministeriums in Wien aufgewachsen, beherrscht er d»e Apparatur und die Technik des außenpolitischen Betriebes wie nur wenige. Und schon seit jeher galt diis Urteil des heutigen ungarischen Außenministers b: sonders viel bei den Männern, die einst noch die gwße Doppelmonarchie regierten. War doch Kanya der Leiter des sogenannten L terarischen Büros am Ballhausplatz, d. h der freffeabteil.ung, die damals, wie es sich MS den außenpolitischen Verhältnissen ergab, einen trsit größeren Aufgabenkreis hatte, als etwa die Ereffeabteilung im heutigen Außenministerium in Budapest oder in Wien. Ein glänzender Diplomat di ch in den äußeren Formen darf Außenminister 'lunya vor allem als ein Meister in der Kunst des ^rmulierens angesehen werden, jener >Kunst, die ja qtarabe in diesem Amte von besonderer Bedeutung fi Aus dieser hier angedeuteten beruflichen Cnt- Drflung des heutigen ungarischen Außenministers ’rjibt sich ebenfalls eine starke Gebundenheit an ii e große und glanzvolle Ueberlieferung. Der Besuch der beiden ungarischen Staatsmän- Der japanische Vormarsch aus Nanking Tokio, 20. Nov. (DNB. Funkspruch. Ostasien- dienst des DNB.) Extrablätter melden, daß die japanischen Truppen in Sutschau bereits Fuß gefaßt Haden und daß auf der Linie T f ch a n g - fhu — Sutfchau — Wukiang ebenfalls große Fortschritte erzielt worden sind. Teile der nördlichen von Schanghai gelandeten Einheiten haben das im Norden von Tfchangfhu gelegene F u f ch a n erreicht und rücken längs der Küste auf K i a n g y i n vor. Kiangyin beherrscht als gröhles Fort im Vorgelände der Festung Nanking nicht nur den Jangtse, sondern stellt gleichzeitig auch die Schlüsselstellung der befestigten Linie Kiangyin—Wusch dar. Die Räumung Nankings in vollem Gange. Die Geschäftsstraßen verödet und menschenleer. Nanking, 19. Nov. (DNB.) Da zur Zeit in Nanking starke Regenfälle niedergehen und die Sicht verringern, konnte die Räumung der Stadt ohne Störungen durch japanische Luftangriffe vor sich -gehen. Nachdem in den letzten drei Tagen der Hauptteil der chinesischen Bevölkerung, der von amtlicher Seite auf annähernd 200 000 Personen geschätzt wird, die Stadt verlassen hat, flaute der Flüchtlingsstrom etwas ab. Die sonst dicht bevölkerte Südstaot Nankings macht jetzt einen verödeten Eindruck. Die meisten Geschäfte sind geschlossen, die Schaufensterscheiben mit dicken Bretterverschlägen vernagelt. Sämtliche chinesischen Zeitungen Haden ihr Erscheinen- eingestellt ober ihren Betrieb stark eingeschränkt; die einzige englischsprachige Chinazeitung erscheint nicht mehr. Somit stellt der Rundfunk den Hauptübermittler von Nachrichten dar. De*. Postverkehr mit Schanghai wird durch Pangtse-Dampser aufrechterhalten, bauert aber fast eine Woche. Die Mehrzahl der chinesischen Bankfilialen hat geschlossen. Lediglich die Transportunternehmungen und die Rikscha-Kulis können bei den rapid ansteigenden Preisen ein blühendes Geschäft melden. Alle M i n i ft e r i e n sowie Behörden haben ihre Dienstzimmer bis auf einen kleinen Stab von etwa zehn Beamten geräumt, das Gros der Beamtenschaft befindet sich bereits auf dem Wege nach den Häfen des mittleren Jangtse. Am Freitag wurde das Stadtbild hauptsächlich durch starke Truppenbewegungen beherrscht. Truppenkontingente, die anscheinend von der Nordfront herbeigeholt worden waren, passierten bei ihrem Marsch an die Sutsch au front die Stadt oder wurden zur weiteren Verstärkung der Garnison-in Nanking festgehalten. Die letzten Meldungen von der Sutschaufront berichten von erneuten Durchbruchsoersuchen der Japaner. Von deutscher ©eite faitben weitere Einschiffungen auf einem zur Verfügung stehenden Dampfer statt. Auch die anderen ausländischen Kolonien sind in Richtung Han kau abgereift. Zwei Kanonenboote der USA.Marine befinden sich auf der Fahrt nach Nanking. * „Kampf bis zum äußersten", lautet zwar die Parole, die T s ch i a n g k a i s ch e k, der von Negierungsgeschäften nunmehr entlastete chinesische Gene- ner in Berlin fällt nun gerade in eine Zeit besonderer außenpolitischer Aktivität im Donauraum. Nachdem durch die Festigung und Untermauerung der Achse Berlin — Rom der zwischenstaatlichen Entwicklung in Europa neue Impulse gegeben wurden, ist allenthalben im Donauraum eine von Woche zu Woche wachsende diplomatische Aktivität zu beobachten. Versuchen doch allerlei Kräfte verschiedenster Herkunft, jeden weiteren Ausbau der Politik der Achse Berlin—Rom aufzuhalten, wenn nicht gar unmöglich zu machen. Das Probierfeld für diese Bestrebungen ist nun neben Oesterreich in letzter Zeit in besonderem Maße Ungarn geworden. Gerade angesichts dieser Tatsache darf der Besuch der beiden ungarischen Staatsmänner m Berlin allein schon als solcher als politische Willenskundgebung angesehen werden. Und gerade die Tatsache, daß als Vertreter Ungarn zwei Staatsmänner nach Berlin kommen, die ihre politischen Zielsetzungen aus den Gegebenheiten einer großen Veraangen- heit entwickeln, darf als eine Gewähr dafür betrachtet werden, daß dieser Besuch und seine Auswirkungen der überlieferten deutsch-ungarischen Freundschaft entsprechen. Frankreichs außenpolitische Linie. Vertrauensvotum für das Kabinett (Lstautemps. Paris, 19. Nov. (DNB.) In der Kammer erklärte Außenminister D e 1 b o s , daß die Außenpolitik der Regierung sich, in die Worte „Verteidigung des Friedens" zusammenfassen lasse. Der Friede lasse sich nicht durch Verzichtleistungen erkaufen. Die Regierung habe die Rüstung«- a n ft r e n-g u n g e n fortgesetzt, die so lange nötig fein würden, bis die Kontrolle und die Beschränkung der Rüstungen eingeführt sei. Die Regierung habe trotzdem keinerlei Möglichkeit der Versöhnung ralismus soeben ausgegeben hat. Aber es ist zum mindesten eine Frage, ob den Chinesen nach den schweren Niederlagen der letzten 14 Tage überhaupt noch bie Mittel bleiben, um einen Verzweifi lungskampf zu führen. Denn es ist nicht nur der Verlust der fünf nordchinesischen Provinzen und der größten Handelsmetropole Ostasiens, Schanghais, zu verzeichnen, durch welch letzteren die Nanking-Regierung ja unter anderem auch von der Zentralbank abgeschnitten ist. Und es kommt auch nicht nur der aller Voraussicht nach unaufhaltsame Fall der Hauptstadt Nanking hinzu, deren Eroberung durch die Japaner einen mehr prestigemäßigen Erfolg darstellen wird. Vielmehr sind entscheidend die beiden Tatsachen, daß der größte Teil der chinesischen Luftwaffe nicht mehr aktionsfähig ist, sowie daß die Verluste der Chinesen an kampffähigen Mannschaften sehr groß sind und die Fortführung des Krieges für Nanking je länger je mehr ein finanziel - les Problem darftellt. Die finanziellen Reserven der chinesischen Regierung sind nach dem Verlust der Schanghaier Zentralbank so stark zusammengeschmolzen, daß man sich in Regierungskreisen ernste Sorge macht. Ferner zeigen sich immer stärkere Mängel in der Munitionsversorgung. Das „Kaiser iche HauAtquartz er" Japan hat seine militärischen, finanziellen, wirtschaftlichen und verwaltungsmäßigen Interessen jetzt in einer neuen Institution vereinigt, dem „Kaiserlichen Hauptquartier", um allen Anforderungen des Konfliktes mit China gewachsen zu sein. Das „Kaiserliche Hauptquartier" stellt also eine A r t Kriegskabinett dar, das sich bis zu einem gewissen Grade gegen das ständige Ministerium absetzt. Ursprünglich war nur daran gedacht worden, das Kriegs- und Marine-Ministerium zusammen mit dem Ministerpräsidenten in dem „Kaiserlichen Hauptquartier" vertreten zu lassen. Dem Ministerpräsidenten, Fürsten Ko n o y e, gelang aber eine gewisse Ausweitung. Es wurden in das „Kaiserliche Hauptquartier" auch drei hervorragende Parlamentarier, zwei Finanz und Wirtschafts-Kenner und schließlich der Präsident der Südmandschurischen Eisenbahnen M a t (u o f a berufen. Damit hat es seine doppelte Bedeutung: einmal ist Mat- fuofa aus dem gehobenen diplomatischen Dienst her- oorgegangen und als Leiter der Südmandschurischen Eisenbahnen mit Wirtschaftsfragen eng vertraut; und zum Zweiten ist die Südmandschurische Eisenbahn nicht nur Eisenbahn, sondern mit vielen a n - deren Industrie-, Verkehrs- und Handelsunternehmen in der Mandschurei aufs engste verknüpft. Sind die erwähnten Staatsmänner und Wirtschaftskenner die Vertreter des „Zivils", so sind auf der anderen Seite das Kriegs- und Marine- Ministerium durch hervorragende Persönlichkeiten vertreten. Insbesondere der frühere Kriegsminister Araki ist nicht nur ein hervorragender Offizier, sondern eine ausgesprochen politische Persönlichkeit. Er trat besonders bei der Besetzung der Mandschurei durch die Japaner hervor und ist der Repräsentant des „Kodo", des Kaiserlichen Weges oder, wie wir sagen würden, der Kaiserlichen Autorität. Weltpolitisch ist bedeutsam, daß die Bildung des „Kaiserlichen Hauptquartiers" als eine Antwort auf die Brüsseler Ostasien-Konfe- renz aufzufassen ist, die zwar eine auf beiden Beinen hinkende, aber doch deutlich japanfeindliche Entschließung gefaßt hat. B. R. und Verständigung vernachlässigt. Es treffe zu, daß bie kollektive Sicherheit zurückgegangen sei, aber bie Regierung beabsichtige, den Artikel 16 ber Dölkerbundssatzungen zu stärken. Wenn England unb Frankreich nicht immer völlig ibentisch vorgingen, so sei doch bas freie Einvernehmen zwischen Englanb und Frankreich tief. Frankreich müsse sich an bie vorhandenen Friedensgarantien halten. Das sei der Grund für bie Reise des Außenministers nach Warschau, Bukarest und Prag. Er sei glücklich, daß diese Reise ihm die Gelegenheit bieten werde, die Übereinstimmung ber Auffassungen Frankreichs unb ber kleinen Mächte hinsichtlich bes Friedens zu prüfen. Der ehemalige Ministerpräsident Fl and in bemängelte, daß man die für das Land lebenswichtigen Fragen nicht angeschnitten habe. Schon im Dezember 1936 habe er den Außenminister aufgefordert, bie internationalen Verpflichtungen Frankreichs noch einmal zu überprü» f e n. Flanbin fragte ben Außenminister, ob er keine Verschiedenheit ber Bestrebungen zwischen Paris unb Lonbon insbesondere hinsichtlich ber Spanienkrise befürchte. Die französisch-englische Zusammenarbeit müsse bie Grunblage ber diplomatischen Verhandlungen Frankreichs bleiben. — Ministerpräsident Chautemps betonte seine Solidarität mit Leon Blum. Es sei zur Zeit völlig unmöglich, eine andere Regierungsmehrheit zu bilden. Eine Kampf-Politik, wie sie von einzelnen Rednern gefordert worden sei, lehne er ebenso entschieden ab wie die kostspielige Reformpolitik, bie die Kommunisten wünschten. Chautemps teilte mit, daß die Regelung ber Beziehungen zwischen Kapital unb Arbeit unb bie Unterrichtsreform in Vorbereitung seien. Im übrigen halte sich die Regierung ausschließlich an das Programm ber Volksfront. Die Regierung werbe mit Nachdruck gegen diejenigen vorgehen, die die Gastfreundschaft Frankreichs mißbrauchten. — Bei ber Abstimmung erzielte bie Regierung 399 gegen 16 0 Stimmen. Die Volksfrontparteien einschließlich ber Kommunisten haben für die Regierung gestimmt. Schrittmacher des Friedens. Es hat fast ben Anschein, als ob in Englanb das Gefühl dafür die Oberhand gewinne, daß das deutsch-englische Verhältnis einer Klärung bedürfe, bevor man an eine umfassende und tiefgreifende Neuordnung der europäischen Dinge Herangehen könne, ja daß eine deutsch-englische Verständigung das Kernstück eines jeden Versuchs sein müsse, zu solch einer neuen Organisierung des europäischen Friedens vorzustoßen, die nichts mehr gemein haben kann mit ber seit Versailles beliebt gewordenen Einteilung ber Nationen in „Gerechte" unb „Ungerechte" ober mit einem burch abgegriffene Phrasen der Genfer Völkerbundsideologie verbrämten „Sicherheitssystem", das unter völliger Mißachtung der natürlichen Interessen der Völker die Nationen in einer Gemeinschaft zusammenzukoppeln sucht, die den Keim gefährlicher Konflikte schon in sich trägt, weil sie mit Hilfe eines Netzes von Beistandspakten einen Zustand verewigen will, dessen Unfruchtbarkeit längst erwiesen ist, und jede gesunde Fortentwicklung unterbinden soll, bie allein Europa aus einer lähmenben Starre zu losen vermag. Frankreich hat sich nach dem Fehlschlagen seiner Hoffnungen auf eine Fortsetzung des Kriegsblind- nissts mit den beiden angelsächsischen Weltmächten alle Mühe gegeben, das niedergerungene Deutschland rings zu umstellen, es hat nach ber Episode von Locarno sich nicht gescheut, dem dort praktisch gewordenen Gedanken einer auf gemeinsamer Frie- Ein Querschnitt durch alle Gebiete der Kultur ist die Saukulturausstellung in x der Frankfurter Festhalle. bensbürgschaft begrünbeten Arbeits- unb Interessengemeinschaft ber vier europäischen Großmächte durch seinen Militärpakt mit der Sowjetunion ben löblichen Schlag zu versetzen, unb es hat nach Erlöschen bes Locarno-Abkommens alle Anstrengungen gemacht, die Beziehungen zu England zu einem regelrechten Bündnis auszubauen, das, als „Rest-Locarno" getarnt, durch gemeinsame Generalstabsabmachungen England Schritt für Schritt wieder dorthin führen sollte, von wo es einst in den verhängnisvollen Julitagen 1914 „mit seiner Ehre verpfändet" ben Absprung in den Weltkrieg vollzogen hat. Frankreich hat auch nicht gezögert, die Abkühlung des einstmals traditionell freundschaftlichen Verhältnisses zwischen Englanb und Italien während des von ihm selbst durch die im Dreikönigspakt von 1935 Italien gewährte freie Hand in Ostafrika aus- gelösten Abessinienkonflikts geschickt auszunützen, um ben Gebauten ber Erneuerung ber französisch-englischen Entente corbiale auch in Englanb populär zu machen, unb es hat schließlich während des spanischen Bürgerkriegs nichts unversucht gelassen, aus einer durch laute Propaganda ber Presse konstruierten „Front der drei großen Demokratien" noch jetzt das Bündnis mit den angelsächsischen Weltmächten zu gewinnen, um bas man in Versailles so heiß, aber freilich vergebens gerungen hatte. Unb wie wenig Frankreich auch heute geneigt ist, unter Verzicht auf ben „Kollektivismus", das Allheilmittel aller französischen Sicherheits- / fanatiker, fruchtbareren politischen Gedanken sein Ohr zu öffnen, zeigt einmal ein Blick in bie Pariser Presse, die alle Minen springen läßt, um durch plumpe Verdächtigungen schon ben Versuch einer deutsch-englischen Aussprache zu stören, zum andern bie Ankünbigung einer Osteuropareise bes französischen Außenministers Delbos, ber die recht locker gewordenen Beziehungen zu den alten Verbündeten Frankreichs wieder fester knüpfen soll unb damit erneut beweist, daß die französische Außenpolitik bie ausgefährenen Geleise nicht oerlaffen- will. In Englanb hat man sich lange ber Erkenntnis verschlossen, baß man an einer Verständigung mit Deutschland nicht vorbeikommt, wenn ber europäische Friebe kein Zuchthausfriebe sein, sondern auf Fundamenten ruhen soll, die aus ben natur» gegebenen Interessen der Völker erwachsen sind. Länger als ein Jahrzehnt hindurch fand England es bequem, die Aufsicht ' über ben europäischen Frieben dem französischen Gendarm anzuvertrauen. Man fühlte sich auch nach der gewaltigen und für England immerhin ungewohnten Anstrengung des Weltkrieges, dessen Rüstung sich England ja schleunigst entledigt hatte, nicht kräftig genug, ein energisches Wort zu wagen oder gar Proteste gegen französische Anmaßungen, wie "ben Ruhreinbruch Poincares, burch entsprechendes Waffenklirren geziemenden Nachdruck zu verleihen. Das Britische Reich hatte nach, dem Weltkrieg Sorgen an allen Ecken und Enden der Welt: die wirtschaftliche Depression daheim, bas Verhältnis zu ben durch ihre Mitwirkung im Kriege selbstbewußt gewordenen Dominions, die Unabhängigkeitsbewegung in Irland, der Verfassungskonflikt" in Indien,' im Nahen Orient bie erwachende arabische Welt, in Oft« afien das politisch und wirtschaftlich sich mächtig vorarbeitende Japan, überall stiegen die Schwierigkeiten turmhoch an, ein nicht geringer Grund für Englands absolutes Ruhebedürsnis in Europa und eine Erklärung dafür, warum Englands Neigung, wichtigen Entscheidungen auszuweichen, oft den Eindruck einer Politik der Entfchlußlofiqkeit, des Hin- unb Herpenbelns und unerwarteter Kursänderungen verstärkte. Erst ber Abessinienkonflikt hat Englanb wieber sehr nachdrücklich an seine europäischen Interessen erinnert. Aber er hat nicht vermocht, daß England von seiner traditionellen politischen Linie der Aushilfen von Fall zu Fall abwich, solange es sich nicht stark genug fühlte, eine Politik bes harten Entweder — Oder bis zur letzten Folgerung durchzustehen. Die Inangriffnahme des riesenhaften Aufrüstungsprogramms ergab sich aus der Erkenntnis dieser eigenen Schwäche und dem Bankrott des Genfer Sanktionssystems vor der Entschlossenheit und Willenskraft eines jungen zum Licht strebenden Volkes. Es möchte auf der Hand lieaen zu glauben, daß ein sich auf seine eigene Macht besinnendes England aus dem offenbaren Fiasko seiner Völkerbundspolitik auch durch einen Wechsel seines außenpolitischen Systems die Folgerungen zöge. Dem stand aber einmal die in der öffentlichen Meinung Englands ^durch den überwiegenden Teil der Presse geförderte und auf gänzlicher Unkenntnis der tatsächlichen Dinge beruhende ideologische Abneigung gegen alles das entgegen, was man dort ebenso wie in Amerika und Frankreich unter dem bequemen Schlagwort „Faschismus" zusammenzufassen pflegt, durch den man trotz aller Aufklärungsversuche und Richtigstellungen die großen westlichen Demokratien in ihren heiligsten Gütern bedroht olaubte. Und zum andern blieb der Wunsch vorherrschend, mit Rücksicht auf fernöstliche Reichsinteressen der Gretchenfrage der europäischen Politik: „Wie hast du's mit dem Bolschewismus?" so lange wie möglich auszuweichen, mochte auch der französisch-sowjetrussische Militärpakt in London als peinlich und störend empfunden werden Fast scheint es so, als ob die unverblümte Einmischung Moskaus im spanischen Bürgerkrieg, die diesen erst zu der schweren Belastungsprobe für den europäischen Frieden machte, und das arrogante Auftreten des sowjetrussischen Botschafters in London, den englischen Staatsmännern die Schattenseite ihrer Politik des „Als ob" vor Augen geführt hätten. Jedenfalls hat diese Erkenntnis trotz der Der- tufchungsmanöoer eines großen Teils der englischen Presse und der in der gleichen Richtung wirkenden französischen Beeinflussungen den schon kurz nach seinem Amtsantritt zutage getretenen Bemühungen des Premierministers Neville Chamberlain nur einen Ausgleich mit Italien neuen Antrieb gegeben. Man ist hierbei nicht so schnell wie man vielleicht gedacht hatte, zum Ziel gekommen und mußte sich erst dazu durchringen, aus der Anerkennung der Achse Berlin—Rom als politische Tatsache die praktische Folgerung zu ziehen. Das bedeutete die Notwendigkeit auch einer Klärung der Beziehungen zu Deutschland, die trotz der radikalen Ausräumung des gefährlichsten Konfliktsstoffes der Vergangenheit durch das deutschbritische Flottenabkommen doch immer wieder recht bedenklicher, durch gereizte Auseinandersetzungen in Presse und Parlament meist gefühlsmäßig bedingter, durch die zwischen beiden Ländern noch als ungelöstes Problem stehende Kolonialfrage aber auch materiell begründeter Belastungen ausgesetzt waren. Daß trotz einer durch maßlose Verdächtigungen einer gewissen Sorte englischer Zeitungen immer wieder leicht gereizten Atmosphäre und trotz des von den gleichen Leuten betriebenen Störungs- fcuers in diesen Tagen ein so hervorragendes Mitglied des britischen Kabinetts wie der Lordpräsident des Geheimen Staatsrats Lord Halifax, den als passionierten Weidmann die Internationale Jagdausstellung nach Berlin geführt hat, Besprechungen mit dem Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath hatte und auch gemeinsam mit diesem vom Führer und Reichskanzler auf dem Obersalzberg empfangen worden ist, darf als Beweis beiderseitigen guten Willens gelten, in vertrauensvoller Aussprache die Auffassung des andern vom Verhältnis zueinander und von der politischen Lage im allgemeinen kennen zu lernen mit dem Wünsch, nach Möglichkeiten zu suchen, wie die Voraussetzungen für.eine Verständigung zu schaffen wären, die über einen nackten modus vivendi hinausgeht und der Tatsache Rechnung trägt, daß hier zwei große Nationen mit der Gestaltung ihrer gegenseitigen Be-; Ziehungen auch das Schicksal Europas in Händen halten. Lord Halifax, ein britischer Landedelmann besten Schlages, dessen durch die tiefe Religiosität eines in der hochkirchlichen Bewegung führenden Vaterhauses gefestigte Persönlichkeit es verstanden hat, in einer langen verdienstreichen Laufbahn als Offizier, Parlamentarier, mehrfacher Minister und schließlich am bedeutsamsten und erfolgreichsten als Vizekönig von Indien mit dem Mut zur Unvoreingenommenheit ein großes diplomatisches Geschick zu verbinden, ist gewiß ein Mann, der die von ihm übernommene Aufgabe, Schrittmacher des Friedens zu fein, mit Ernst und aufrichtigem Willen angepackt hat und seinen Kabinettskollegen in London ein zutreffendes Bild seiner Eindrücke in Deutschland vermitteln wird, das, wie wir hoffen möchten, vielleicht geeignet'fein kann, manche Mißverständnisse zu befeitigen, die die deutsch-britischen Beziehungen bislang allzu häufig belastet haben. Es ist ein erfreuliches Zeichen dieses Verständi- gungswillens, daß im Augenblick des Berliner Besuches des Lördpräsidenten das britische Oberhaus über das Verhältnis zu Deutschland eine Debatte veranstaltete, die sich auf einem dem Ansehen des Hauses entsprechenden hohen Niveau bewegte. Grade nach den unerquicklichen Pressemanövern, die dem Besuch des Lord Halifax vorausgegangen waren, verdient diese Oberhausdebatte besondere Beachtung, klang doch aus ihr allgemein der aufrichtige Wille zur Verständigung und das Bedauern, daß es nicht früher zu einer Aussprache mit Deutschland gekommen sei. Lord Allen of Hurtwood, der auch das nationalsozialistische Deutschland vom eigenen Augenschein her kennt, meinte, daß manche Schwierigkeiten sich beseitigen ließen, wenn man zum ersten Mal feit Versailles Deutschland als einem gleichberechtigten Staat gegenübertrete. Die Kolonialfrage dürfe nicht zu einer eiternden Beule im Körper der europäischen Politik werden, wie einst die Reparationen. Auch der konservative Lord R u f h c l i f f e erklärte, man dürfe Deutschlands Klagen nicht ignorieren, wenn man nicht die Befriedung Europas bis in die Unendlichkeit vertagen wolle. Und Lord Glasgow warnte die britische Regierung davor, sich durch die Verpflichtungen, die Frankreich in Osteuropa übernommen habe, in einen Krieg verwickeln zu lassen, wenn Frankreich sich weigere, die ausgestreckte Hand des Führers zu ergreifen, sei doch nicht einzusehen, was England hindere, es zu tun. Er und die meisten andern Lords forderten eine vertrauensvolle und entgegenkommende Erörterung der Kolonialfrage' mit Deutschland, nach den sturen Beschlüssen des letzten konservativen Parteitages und den vielen verständnislosen oder mindestens ausweichenden Erklärungen der Regierung wie der konservativen Abgeordneten im Oberhaus gewiß ein beachtliches Zeichen des Willens zu überlegener Sachlichkeit auch in einer Frage, über die in der englischen Oeffentlich- feit so große Meinungsverschiedenheiten herrschen. Hoffen wir also, daß sich auch von hier aus ein Weg bahnt zu jenem freundschaftlichen Verhältnis, das die beiden großen Völker von Herzen wünschen. Dr. Fr. W. Lange, Maßnahmen znrHebnng desSchweinebestandes. Preiserhöhung für Schlachtschweine und Schweinemaswerträge. Die Ileischpreise im Kleinhandel bleiben unberührt. Berlin, 19. Noo. (DNB.) Nach Mitteilung des Statist. Reichsamtes beträgt nach der Schweine- zählung vom 3. September 1937 der Gesamt- sch w e i n e b e st a n d 25,51 Millionen Stück. Er liegt um 500 000 Stück = 1,9 v. H. unter dem Stand vom September 1936. Die Bestände an Schlachtschweinen und Läufern reichen noch aus, um den Fleischbedarf in den nächsten Monaten zu decken: die Nachzucht dagegen ist weiter ab gesunken. Es müssen daher im Laufe des nächsten Jahres Verknappungserscheinungen bei der Versorgung mit Schweinefleisch befürchtet werden. Zu einer Einschränkung der Nachzucht liegt bei der gegenwärtigen Lage der Futterversorgung kein Anlaß vor. Der Bestand an trächtigen Sauen muß vielmehr unverzüglich erhöht werden. Eine Aenderung der Preise für Schlachlfchroeine wird am 3. Januar 1938 in Kraft treten. Danach werden die Preise für Fettschroeine wieder auf den Stand vom Dezember 1936 gebracht. Während die Futterlage 1936 eine Senkung der Preise für Fettschweine und eine gewisse Einschränkung der Schweinehaltung notwendig machte, ist nun eine Aenderung der bereits seit längerer Zeit rückläufigen Entwicklungstendenz im Schweinebestand geboten. Zugleich soll der Bestand an Fettschweinen der veränderten, günstigeren Futterlage angepaßt werden, wobei es selbstverständlich beim Verfütterungsverbot für Roggen verbleibt. Es sind deshalb die Prekfe für Schweine im Gewicht über 150 Kilogramm um drei Reichsmark je 50 Kilogramm, für Schweine im Gewicht von 135 bis 150 Kilogramm um zwei Reichsmark und für Schweine im Gewicht von 120 bis 135 Kilogramm um eine Reichsmark je 50 Kilogramm Lebendgewicht erhöht worden. Zu den neuen Preisen treten in den verschiedenen Jahreszeiten Zu- und Abschläge, die-den unterschiedlichen Erzeugungsbedingungen während des Jahres Rechnung tragen. Durch die Neuregelung der Schweinepreife werden die geltenden kteinhandelshöchst- preife für Schweinefleisch nicht berührt, weit die neuen Erzeugerpreise dem Preisstand vor der Einführung der geltenden kleinhandelshöchstpreise entsprechen. Die unverändert bleibenden Preise für leichtere Schweine liegen sogar unter den damaligen Erzeugerpreisen. Die jahreszeitlichen Zu- und Abschläge lassen sodann den Jahresdurchschnittspreis im wesentlichen unverändert. Zudem hat sich die Lage der Fleischer besonders durch die günstigen Absatzverhältnisse für Schlacht-Nebenprodukte gebessert. Zur Erleichterung der Versorgung mit Schweinefleisch werden in verstärktem Umfange Schweinelieferungsverträge für das Jahr 1938 abgeschlossen. Die Reichsstelle für Tiere und tierische Erzeugnisse hat bereits mit dem Abschluß entsprechender Verträge durch Viehhändler und Viehver- wertungsgenossenschaften, mit Bauern und Landwirten über Lieferung von etwa einer Million Schweine in den Monaten August bis November 1938 begonnen. Den Mästern werden je abzulieferndes Schwein zu Beginn des Jahres 1938 100 Kilogramm Zuckerschnitzel und vom Februar bis Ende März 1938 250 Kilogramm Mais geliefert. Der Preis für den frachtfrei Empfangsstation gelieferten Mais ist je 50 Kilogramm um eine Reichsmark niedriger als der Roggenerzeugerpreis. Die Mitarbeit der Verbraucher, Der Reichsbauernfiihrer fordert Einstellung auf unsere Ernährungslage. Sonthofen, 19. Nov. (DNB.) Reichsleiter Darre sprach in feinem Vortrag auf der Parteitagung in Sonthofen über die frühere falsche Agrarpolitik, die trotz günstiger Gegebenheiten versagt habe und' im Kriege zu den schwersten Schädigungen der Volkskraft führte. Alle auftreteyden Spannungen können überwunden werden, wenn das Volk die Voraussetzungen unserer Ernährungspolitik verstehen lernt und aus Vertrauen und Verständnis heraus zur tatkräftigen Mitarbeit bereit ist. Allein durch Vermehrung der Erträge könne wettgemacht werden, was an Boden fehlt. Obwohl die Voraussetzungen nicht günstig gewesen seien, sei es abermals gelungen, die Getreideversorgung sicherzustellen. Durch Verbot der Verfütterung sei eine Erhöhung allein der Roggenbelieferung um 400 000 Tonnen erreicht worden. Und wenn man eine Kartoffel- rekordernte erzielt hätte, die das überaus günstige Ergebnis des Vorjahres um 6 Millionen Tonnen übertrifft, dann fei auch dieses Ergebnis nur durch gemeinsame harte Anstrengung erreicht worden. Es beweise, daß der Bauer mit Verständnis der Parole der Mehrerzeugung gefolgt sei, verlange aber auch in gleichem Maße, daß der Verbraucher diese Kartoffelmehrerzeugung m i t einem Mehrverbrauch beantworte. Gerade für die Frauen läge hier eine verpflichtende Aufgabe. Auch der Kampf gegen den Verderb müsse mit noch mehr Verständnis und größerer Entschiedenheit geführt werden, um die Bröt- versorgung sichern zu helfen. Bei der Fleischvevsor- gung bestünden 66 v. H. des Verbrauches heute allein in Schweinefleisch. Diese Tatsache erhelle nachdrücklich die entscheidende Bedeutung der Verbrauchslenkung, der allein es zu danken sei, daß bis heute alle Komplikationen überwunden werden konnten. einer ehernen Geschlossenheit. Der Soldat leiste auf sie den Eid, bekenne sich damit zum Führer und verpflichte sich zum Gehorsam gegenüber dem vom Führer eingesetzten Vorgesetzten. Ein Bruch des Eides gelte heute in Deutschland als das größte Verbrechen am deutschen Volk. Die Grundtugenden der Soldaten seien Treue, Tapferkeit, Gehorsam und Kameradschaft, Tugenden, in denen eine gewaltige, unüberwindliche Kraft liege. Voll Dankbarkeit und Stolz werde die Luftwaffe auch die neuen Feldzeichen entfalten und immerbar bereitstehen, wenn der Führer zum Schutz der deutschen Nation aufruft. Im Anschluß an die Fahnenübergabe fand eine Ehrung des Kommandierenden Generals und Befehlshabers im Luftkreis 5, Generalleutnant Sperrte, statt. Vor den versammelten Offizieren, Fahnenabordnungen und Truppenteilen gab Generaloberst Göring bekannt, daß. der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht Generalleut! nant Sperrte in Anerkennung besonderer Verdienste zum General der Flieger befördert habe. Ms Zeichen seines Dankes überreichte ihm der Oberbefehlshaber der Luftwaffe das Flieger- abzeichen in Gold mit Brillanten. Man sieht auf dem Bild den Generalobersten Göring bei der Fahnenübergabe. (Scherl-Bilderdienst-M.) öte Ausbildung der GA -Nachwuchsschüler. Sonthofen, 18. Nov. (DNB.) In Vertretung des krankheitshalber verhinderten Stabschefs Lutze sprach SA.-Obergruppenführer Hertzog über die gebietliche Angleichung der SA. an die Organisation der politischen Leitung sowie über den Entwicklungsgang der neuen Nachwuchsführer der SA. Die SA. werde auch in der Zukunft nicht den Grundsatz der Freiwilligkeit durchbrechen. Die SA. als Kräfte- reserooir der NSDAP, sehe eine wesentliche Auf- deutscher Hausfrauen ermöglichte eine zweite Preissenkung in V/i Jahren. Jetzt: Fewa Großpaket 62 Pfg. Fewa Normalpaket 32 Pfg. Fewa wäscht neutral Lord Halifax beim Mrer. ■ U n Vbersalzberg, 20. Nov. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing gestern auf dem Obersalzberg im Beisein des Reichs- ministers des Auswärtigen den Lord- präfibenten des englischen Ltaalsrales Viscount Halifax zu einer längeren Aussprache über die Deutschland und Großbritannien interessierenden Probleme der internationalen Politik. Nach feinem Besuch auf dem Oberfalzberg begab sich Lord Halifax im Sonderzug mit dem Reichsaußenminister nach München, hier besichtigte Lord Halifax Me Bauten ber Partei, nämlich bas Braune Haus, ben Führerbau unb bas Berroallungsge- bäube auf bem königlichen Platz, nadjbem er vorher kurz an ben Ehrentempeln verweilt hatte. Um 22.20 Uhr verlieh Corb Halifax mit bem fahrplanmäßigen Zug München roieber unb traf heute früh in Begleitung bes Reichsministers bes Aeußeren roieber in Berlin ein. Unser Bilb zeigt ben Führer im Gespräch mit Lorb Halifax auf bem „Berghof“. (Presse-Illustrationen Hoffmann-M.) Nie Freiheit des religiösen Bekenntnisses. Sonthofen, 19. Noo. (DNB.) Auf Burg Sonthofen sprach, wie NSK. meldet, SA.-Oder- gruppenführer Reichsminister Kcrrl zur Kirchen- srage. Nach Entwicklung der philosophischen Grundlage von Weltanschauung und Religion ging der Redner unter Behandlung der in diesem Zusammenhang wichtigen Judenfrage auf die Probleme des Tages ein. Er schilderte hierbei die Kirche vergangener Zeiten, wie sie die Bekenntnisse lediglich dazu benutzte, sie politischen Zwecken dienstbar zu machen. Unter Hinweis auf das Parteiprogramm stellte Reichsminister Kerrl bei lebhafter Zustimmung aller anwesenden Kreis- und Gauamtsleiter ausdrücklich die in jeder Beziehung notwendige und gewahrte Freiheit für alle religiösen Bekenntnisse in Deutschland fest. Man werde es aber ebenso entschieden von den verantwortlichen Stellen mit allen Mitteln zu unterbinden wissen, daß sich auch noch künftig die Kirche in Dinge einmischt, die sie nichts angehen. Feierliche Fahnenübergabe bei der Lustwaffe. Berlin, 19. Nov. (DNB.) Der Oberbefehls« Haber der Luftwaffe, Generaloberst Göring, übergab im Fliegerhorst Gatow 50 Fahnen für verschiedene Truppenteile der Flieger-, Flak- und Nachrichtenabteilungen von sechs Lüftkreisen. Die Luftwaffe, die jüngste deutsche Waffengattung, so führte Generaloberst Göring aus, habe an dem i ■ ! Im Interesse einer engen Zusammenarbeit und einheitlichen Ausrichtung auf dem Gebiet der Erwachsenen-Bildung sind Reichsminister Rust. Reichsorganisationsleiter Dr. L e y und der Vorsitzende des Deutschen Gemeindetages Reichsleiter Oberbürgermeister Fiehler, übereingekommen, eine ständige Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenen-Bildung zu gründen. Dieser Arbeitsgemeinschaft gehören an: je ein Vertreter des Reichserziehungsministeriums und des Deutschen Gemeindetages sowie der Leiter des Amtes „Deutsches Volksbildungswerk in der 916.= Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Die Arbeitsgemeinschaft wird Vertreter anderer Stellen hinzuziehen. Es wird zunächst ihre Aufgabe sein, die Richtlinien für die Zusammenarbeit der beteiligten Dienststellen auszuarbeiten. Das RS.-Relchssymphonieorchesler in Frankfurt. Das NS.-Reichss ymphonieorchester, das während der Gaukulturwoche in einer Reihe von Städten des Gaues mit großem Erfolg Sinfonie-Konzerte veranstaltet hatte, gab in der Gauhauptstadt unter Erich Kloß ein Konzert im Frankfurter Saalbau, das Werke von Beethoven, Mozart und Reger brachte. Brausender Beifall bewies, welch großes Interesse die Werke der großen deutschen Musikmeister im Gau Hessen-Nassau finden. 100 000-Mark'Gewinn fällt nach Hessen. In der Vormittagsziehung am Freitag wurden bei der Preußisch-Süddeutschen Staatslotterie zwei Gewinne von je 100 000 Mark gezogen. Die beiden Gewinne fielen auf die Losnummer 3 4 7 2 6 0. Das Los wird in der ersten Abteilung in Achteln in einer hessischen Lotterieeinnahme, in der zweiten Abteilung auch in Achteln in einer Berliner Einnahme gespielt. Varbarafeier der Artillerie am 3. Dezember. Arn 3. Dezember, um 20 Uhr, begehen in Berlin die beiden Waffenringe der Artillerie, der Waffenring, der ehemaligen deutschen Feldartillerie und der Waffenring der deutschen schweren Artillerie, das Traditionssest ihrer Waffen, die Varbarafeier. Im Zeichen der wiedergewonnen Wehrhoheit wird dieses Fest besonders feierlich gestaltet werden. Alle ehemaligen und jetzigen Artilleristen des deutschen Heeres und ihre Angehörigen sind herzlich willkommen. Eintrittskarten sind im Vorverkauf bei den beiden Waffenringen Berlin W 35 Bülowstraße 20. erhältlich. Berufsverbrecher Karlipp unschädlich gemacht. Wie berichtet, brach dieser Tage der Berufsverbrecher Bernhard Karlipp aus dem Amtsgerichtsgefängnis Mülheim aus, nachdem er vorher einen Gefängnisbeamten ermordet hatte. Karlipp wurde nun in der Nähe des Essener Hauptbahnhofes bei der Verfolgung von Beamten der Oberhausen-Mülheimer Mordkommission durch einen Kopfschuß unschädlich gemacht. Er wurde einem Krankenhause zugefuhrl, wo er scharf bewacht wird Als Karlipp von den Beamten der Mordkommission umstellt und aufgefordert wurde, sich zu ergeben, griff er in die Tasche um die Waffe zu ziehen. Daraufhin machten die Beamten sofort von der Schußwaffe Gebrauch. Bei ihm wurden die dem Gefängnisbeamten geraubte geladene Selbstladepistole mit gefülltem Magazin und die Gefängnisschlüssel gefunden. Mit Karlipp ist ein Berufsverbrecher unschädlich gemacht worden, der der Kriminalpolizei Westdeutschlands viel zu schaffen machte. Rundfunks ührung und Fernseheniwicklung Präsident Kriegler auf der Landeötagung der Reichsrundfunttammer. NSG. Im Verlaufe der Goukulturwoche fand eine Tagung der Haupt st ellenleiter Rundfunk der NSDAP, statt. Gaupropagandaleiter S t ö h r sprach über den Einsatz der nationalsozialistischen Propagandamittel. Neben den bewährten Mitteln der Kampfzeit würden die neuesten technischen Errungenschaften wie Funk und Film eingesetzt werden, wie der Nationalsozialismus überhaupt alles heranziehe, roo5 Menschen beeinflussen könne. Der Intendant des Reichssenders Frankfurt, Hans Otto Fricke, stellte die Forderung auf, daß der Rundfunk die Sprache des Volkes sprechen, und in jedem Augenblick als schärfstes Instrument des Führers, das bis m die letzten Häuser bringt, gerüstet sein müsse. Es gelte, nicht nur Politik, sondern auch Unterhaltung zu senden, weil es Hauptaufgabe des Rundfunks fei, Freude zu spenden. Eine sorgfältige Vorarbeit mache eine großartige Qualitätssteigerung in diesem Winter möglich. Für die Steigerung stünden 60 v. H. mehr Mittel zur Verfügung. Intendant Fricke kündigte an, daß der Reichssender im kommenden Winter mit allerersten Kräften in die Städte hinausgehen werde, um dort beste Kultur zu vermitteln. Die Verdoppelung der deutschen Rundfunk- hörerzahlen seit 1933 gebe der Entwicklung des Rundfunks recht. Diese Steigerung halte bis in die letzten Monate an, da sich die Zahl im September um 160 000 und im Oktober um 180 000 vermehrt habe. Präsident der Reichsrundfunkkammer, Reichsamtsleiter Kriegler, führte aus, die Rundfunkwirtschaft habe heute nur eine Sorge, sie könne mehr verkaufen, als sie liefern könne. Der Volksempfänger sei nach wie vor ein Verkaufsschlager allerersten Ranges. „Die Verbilligungsmaßnahmen der letzten Monate waren volkswirtschaftlich notwendig und rundfunkpolitisch unerläßlich Nun aber muß die Oeffent- lichkett darüber aufgeklärt werden, daß das augenblickliche Preisniveau der Rundfunkgeräte g e h a l - t e n wird, und daß die Preise in der nächsten Zeit nicht weiter absinken. Vorläufig ist mit neuen Überraschungen auf dem Rundfunkmarkt nicht zu rechnen. Jeder Volksgenosse kann seine Weihnachtseinkäuse an Rundfunkgeräten tätigen, ohne fürchten zu müssen, daß er einen Preis zahlt, der in w-nützen Wochen längst wieder nach unten überholt ist. Präsident Kriegler rückte dann von jener Meldung ab, daß schon im nächsten Jahre der Fernseh - Volksempfänger auf den Markt käme. Durch die Tatsache, daß im nächsten Jahre drei Fernsehsender im Betrieb seien, t)abe die Industrie die Möglichkeit einer Produktionsplanung von Fernsehgeräten auf breiter Grundlage. Mit der Produktion der Fernsehempfänger befände sich ein neues technisches Gerät erst i m A n f a ng s st ad i u m feiner Entwicklung und da- mit auch im Anfang zu einer etwaigen späteren Massenproduktion. Im übrigen hänge die Preisgestaltung der Fernsehgeräte von ihrem Absatz- oolumen ab, das so lange noch beschränkt sei, als der Fernsehrundfunk nur den vierten Teil der Bevölkerung Deutschlands erfasse. Erst wenn das ganze deutsche Volk am Fernsehrundfunk teilnehmen könne, werde man auch die Möglichkeit eines Fernseh - Volksempfängers in Erwägung ziehen können Eine wichtige Voraussetzung dafür sei zunächst der weitere Ausbau der Sendeseite. Der Film als Kulturträger. Arbeitstagung der Kreisfilmstellenleiter. NSG. In der Festhalle in Frankfurt versammelten sich die K r e i s f i l m st e l l e n l e i t e r der NSDAP, des Gaues Hessen-Nassau zu einer Arbeitstagung. Der Organisationsleiter der Reichspropagandaleitung, Amtsleitung Film, Herbert Bärwald, erklärte, Kultur sei eine Angelegenheit des ganzen Volkes. Deshalb fei es Pflicht des Nationalsozialismus, die Kultur ins Volk zu tragen, das für alles Gute und Edle, Große und Erhabene aufnahmebereit ist, damit sie im Volk Wurzeln schlägt Und bodenständig wird Nach der' Machtübernahme habe sich Dr. Goebbels besonders des Filmes angenommen. Ziel aller Arbeit fei gewesen, die Filmkultur ins Land zu bringen. Es feien die Gaufilm st ellen geschaffene worden, durch die über das Gebiet des Gaues ein Netz von Veranstaltungen gezogen worden wäre. Dadurch fei es möglich, in jedem kinolosen Ort auf dem Lande Filmveranstaltungen, die sehr beliebt wären, durchzuführen. In Zukunft foll durch die Gaufilmstelle noch mehr Neuland für den Film erschlossen werden. Wichtig sei dabei, daß der Fllm unserem Empfinden entspreche. Wenn hier verschiedentlich noch Mängel vorhanden seien, liege das daran, daß man bei der Größe der Filmindustrie nicht mit einem Schlage alles vollkommen umgeftalten könne. Der Aufbau könne nur Schritt für Schritt vorwärts gehen. Der Organisationsleiter forderte die Kreisfilmstellenleiter auf, weiter wie bisher zu arbeiten für die Ziele des Führers. Von den führenden Männern der Partei werde alles getan, um dem Film ein neues Gesicht zu geben, in dem sich deutsches Wesen und deutsches Empfinden widerspiegelt. Volksmusik zur Äaukulkurwoche. Um im Rahmen der Gaukulturwoche auch der Volksmusik den ihr gebührenden Platz zu geben, hatte die Reichsmusikkammer zusammen mit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" ein festliches Volksmusikkonzert im Tiergarten in Frankfurt veranstaltet. Den ersten Teil des volkstümlichen Programms bestritt das Werkorchester der IG. Farbenindustrie unter Toni Doebert. Im zweiten Teil kamen Volksmusikinftrumente zu Wort. Daß in den Volksmusikveremen heute schon Erstaunliches geleistet wird, zeigte der Zither- und Mandolmenverein Groß-Franksurt und der Bockenheimer Zitherkranz unter K. D o g l. Den restlichen Teil des Programms bestritten Handharmonika- gruppen aus Frankfurt und Groß-Gerau (Hand- harmonika-Schule). Die Bläsergruppe des Frankfurter NSV.-Orchesters spielte Hessentänze für Blasmusik in der Bearbeitung von A. R o d e m i ch. Meine politische Nachrichten. Reichsminister Dr. Goebbels empfing sechs spanische Jugendführerinnen, die vom Staatschef mit der Organisation der Mädelarbeit in Nationalspanien beauftragt worden sind und feit Anfang September d. I. zum Studium der nationalsozialistischen Jugendarbeit in Deutschland weilen. PrinzBernhardderNiederlande,der Gemahl der niederländischen Kronprinzessin Juliana, weilt zum Besuch der Internationalen Jagdausstellung in Berlin. Er besichtigte die Jagdschau in Begleitung des niederländischen Gesandten in Berlin Dr Ritter van Rappard, des niederländischen Hofjägermeisters Brantsma und des Legationsrats B o l tz e vom Auswärtigen Amt. Diö Führung hatten Oberjägermeister £) ft ermann und Jägermeister Löbenberg übernommen * Der KönigderBelgier hat, von feiner Reise nach London zurückgekehrt, den Staatsminister Paul Emile I a n s o n mit der Bildung der Regierung beauftragt. Janson setzte sich mit den Persönlichkeiten in Verbindung^ die er als Vertreter der neuen Regierung Vorschlägen wird. ®effer6erid)f des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die rasche Ostwärtsverlagerung des bisher über England gelegenen Wirbels hat jetzt die lieber- flutung von ganz Deutschland mit warmer Meeresluft ausgelöst. Da aber über England zu uns bereits wieder kühlere Meeresmafsen oorstoßen, ist noch fein beständiges Wetter zu erwarten. Aussichten für Sonntag: Wechselnd bewölkt, einzelne Schauer, die im Mittelgebirge vor- aussichtlich bereits wieder als Schnee fallen, Tages- temperaturen zwischen 5 und 10 Grad, im Gebirge wieder Frost, Winde um West. Aussichten für Montag: Weiterhin unbeständiges Wetter. Lufttemperaturen am 19 November: mittags 6,8 Grad Celsius, abends 5,2 Grad; am 20. November: morgens 3,7 Grad. Maximum 8,5 Grad, Minimum heute nacht 2,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. November: abends 4,3 Grad; am 20. November: morgens 2,9 Grad Celsius. — Niederschläge 2,9 mm. Haupnchrtstletter: Dr Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Haupifchriftleiiers: Ernst Blum- schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr W Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot: für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein Anzeigen- leiter Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA X 37: 10 031 Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei R Lange, K -G. sämtlich in Gießen Monatsbezugs- preis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzelverkaufs- preis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr 4 vorn 1 September 19.37 gültig So behaglich die warme Stube für den Raucher ist, so gefährlich ist sie für seine Zigarette. Denn die trockene Heizwärme entzieht dem Orienttabak die Feuchtigkeit und lässt eine sonst milde Mischung auf einmal scharf und beissend schmecken. 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Egener Bericht des Gießener Anzeigers. iem i.An 2411. 3en und Chine werbe itie und w.30 7649Ö pÖ war das feierliche Grabgeleit für den ver- tcrbeien Großherzog E r n ft Ludwig von Hefen uiö bei Rhein in Darmstadt in lebhafter Er- n-^enng, fast ließe sich sagen, daß die Kränze und BMim n, die ihm zu Ehren gegeben wurden, noch inn int) und die Blumen noch duften — da müs- cr p schon neue Särge zu dem seimgen ae- 'I/n, da müssen sich schon neue Berge von Blu- rtat nd Kränzen im und um das Mausoleum des .'n 5rauergefolge herschritt. Diele Frauen und tü)ä n vermochten sich der Tränen kaum zu er- ellrj:, die Männer standen mit tiefernsten Geht? ri nicht weniger bewegt an der Straße. Am ace 7es Begräbnisses des Großherzogs, seines a«t- sah Prinz Ludwig den älteren Bruder 2 bim fid), wußte die Mutter am Mausoleum, als ' Mich die Straßen der Stadt schritt; nun hatte D n r-rßhczoglichen Hauses häufen Unvorstellbar un° UDen 2i?.r menschlichen Phantasie mögen die Augen- os?lt (itie Des entsetzlichen Unfalles fein, dem die Mit- lrlde des großherzoglichen Hauses zum Opfer -uUlt ebm, unvorstellbar und kaum nachzufühlen' aber uiq ivs Leid, das den Prinzen Ludwig traf, Öen1 e^eioärtig letzten männlichen Hinterbliebenen ’iiiet Familie, der gestern unmittelbar hinter den )äcgci schritt, als die Toten in feierlichem Konuk nm Fürstenbau am Bahnhofe zu Darmstadt im Zbsenhöhe gebracht wurden. Dieser Weg mag )NV dcht leicht gewesen fein. Aber männlich trug rriPrnz sein schweres Schicksal, als er allein vor f ZLhntausende erwiesen der großherzoglichen Familie mit dem deutschen Gruß die letzte Ehre. [eh den schmerzlichen Weg zu gehen. Den rungen p* )uri »n jrd)i der Stadt säumten, die der Trauerzug Der Traumua Schvi' ist es, mit den uns Menschen gegebenen M M fy s Leben hinter sich, ein Leben der Erfül- ngeinnib der Vollendung. Als er zu Grabe getra- n liuööe, schien Helle Oktobersonne. Nun. da .OtH^ri ^Herzogin, bewiesen. Abordnungen der in irlöffel, chrolle, ackform rauchen ert bei lrafiM'erkehr ruhte. Nur der verhaltene Schritt r ehr arschierenden Formationen unterbrach die Sie? htzeitig Vit alles mi mackvo III nlichf rei weeent- igenscMHN aegenen milien- jcksachf. adt i n r - ii buhjc, |u;ien yeue uiiuutijuiuie. viun. uu iftl. ÄAüheqil Menschenleben ihre letzte Fahrt antraten. cdir.7os-,jernL>hst die Natur zu trauern. Tief hingen die ’n rSue9e über der Stadt, schwere Nebel lagen -igere^br i|j.i ganzen Lande, leichter Sprühregen ging unbewegt hingen die Fahnen halbmast, der -täJteWe 'VRsrschütterliche Verbundenheit mit ihrer - und Gönnerin, der verstorbenen ehemali- usei Isgarten -2146 •/303A 30-21;. fr? ^^■Jtiüe/. 3 i Trauerzug fanden sich alle Kreise unserer , lolksAmeinschaft. Die Politischen Leiter waren in IiniagB^feir „zahl erschienen, Militärs aller Ränge, ^^^>r xxiir wie auch der neuen Wehrmacht, die Glie- 'uniam der Partei (SA., Flieger - SA., SS., '^lorZen- SKT NSFK. usw.), zahlreiche andere Organisa- „nstaltWfDneM ^Reichsluftschutzbund, Reichskolonialbund, HoiPJ eichrWigerbund, Sanitätskolonnen, Feuerwehren) MWü^ teil g: sich, einen großen Teil des Trauergefol- >MM;s jnlttm auch die im Deutschen Roten Kreuz und n "auenverein vereinigten Frauen und Mäd- * 'er Tracht der Schwestern, die mit ihrer MW"eilriäh_ aus vielen Ortsgruppen des Landes eiet Herr n, iie em W6traiijtr eil L »Kn pomp «uszudrücken, welchen Ernst und welche raiun üe Straßen der ehemaligen Landeshaupt- r|JIIten. Der verstorbene Großherzog hatte ußerNi „.bork phöneß- .2.50- r20»1* l läe gestern in Darmstadt zu Grabe getragen in, galt das ehrende Gede/iken und jene Ehr- l;:e uns Menschen dem Tode gegenüber ge= 1Ch®Or"c"j2beii| i — dem Prinzen Ludwig aber galt alles ü!iniischliche Mitgefühl der vielen Dolksgenos- in dichter, undurchdringlicher Mauer die hnen M" , meutert* -Dte : jflßre Fräulein | inte zwecks Darmstadt liegenden Regimenter der neuen Wehrmacht (Kavallerie-Regiment 6 und Infanterie-Regiment 115) waren zum Trauergefdlge kommandiert, das Artillerie-Regiment 33 hatte den ehrenvollen Dienst der Ueberführung der Särge nach der Rosenhöhe zu leisten Die Musik für die Trauerfeierlichkeit stellte das Jns.-Rgt. 115. Vor dem Fiirffenhau. Feierliche Stille lag über dem Bahnhofsvorplatz, als vor dem Fürstenbau die Särge von Kameraden der Flieger-SA. aus dem Hause gebracht und auf die Wagen gehoben wurden. Offiziere brachten zunächst auf Kissen die Ehrenzeichen des Erbgroß- herzogs, dann folgte dessen Sarg, der mit der Hausflagge bedeckt war Auf dem Sarg lagen auch der Stahlhelm und der Degen des Verstorbenen. Dann folgte der Sarg der ehemaligen Großherzogin, ebenfalls bedeckt mit der Hausflaage. Der Sarg, der die sterbliche Hülle der Erbgroßherzogin barg, war je zur Hälfte mit der großherzoglichen Hausflagge und mit der griechischen Flagge (weißes Kreuz im blauen Feld) bedeckt. Schließlich wurden die beiden Särge der Knaben gebracht, die weiß bedeckt und am Kopfende mit dem Flaggentuch des Großherzoglichen Hauses geschmückt waren. Je vier Rappen zogen die Leichenwagen der Großherzogin Eleonore und des erbgroßherzoglichen Paares, prächtige Apfelschimmel die Wagen der beiden jungen Prinzen. Niemand in der großen Zahl der Trauergäste h xM Vor dem Fürstenbau. Offiziere mit den Orden und Ehrenzeichen des Erbgroßherzogs und der Großherzogin Eleonore. (Aufn. [4]: Neuner, Gieß. Anz.) vermochte sich eines tiefen, schmerzlichen Eindrucks zu erwehren, als die Särge auf die schwarz verhängten Wagen gebracht und mit Blllmen und Kränzen umgeben wurden. Allgemein und tief war aber die Bewegung, als der Hinterbliebene Prinz Ludwig an die Spitze des Trauergefolges und hinter die Wagen trat und sich nun der Trauerzug unter den Klängen des Chorals „Jesus meine Zuversicht" in Bewegung setzte Mehrere Male auf dem Wege durch die Stadt erklang diese Melodie, wie ein Leitmotiv, das auch den verstorbenen Großherzog auf feiner letzten Fahrt begleitet hatte. Der Weg du A d-e Stadt. An die Spitze des Trauerzuges setzte sich das Musikkorps des Infanterie-Regiments 115, dem der Ehrensturm des NSKK.. Sturm 1/77, mit Fahne und Kränzen folgte. Hinter ihm schritten Offiziere mit den Ordensauszeichnungen und die drei Pfarrer, Dekan Müller, (Darmstadt), Pfarrer Wintermann und Pfarrer Monn ar d (Egelsbach). Hinter dem Prinzen Ludwig folgten die nächsten männlichen Verwandten des großherzoglichen Hauses, Staatsrat.Reiner, als Vertreter des Gauleiters und Reichsstatthalters, der Standort- älteste General Müller, Kreisleiter Dr Schilling Oberbürgermeister Dr Wamboldt die Kömmandeure der drei Darmstädter Regimenter, Oberst Berlin Oberst V o e l ck e r s und Oberstleutnant v. L e n s kmit weiteren Angehörigen der Offizierskorps, Ehren'abordnungen der Partei und ihrer Gliederungen, die Geistlichkeit Mitglieder des Roten Kreuzes und des Alicefrauenverems mit mehreren hundert Schwestern Beamte, Angestellte und Freunde des großherzoglichen Hauses Unteroffiziere und Mannschaften der Traditionsregimenter und die Kriegerkameradschaften mit ihren Fahnen, auch drei Offiziere der belgischen Flugverkehrsgesellschaft erwiesen den Opfern von Ostende die letzte Ehre. Als sich der Zug in Bewegung setzte, Huben von allen Türmen der Stadt die Glocken zu läuten an. Tiefe Bewegung ergriff überall die unübersehbaren Menschenmengen an dem langen Weg zur Rosenhöhe, als ihnen jeweils die fünf Wagen, die fünf Särge sichtbar wurden. Mit zum deutschen Gruß erhobener Hand erwies jedermann den Verstorbenen ksie letzte Ehre. Vor dem Mausoleum. Der Abend brach schon herein, als der Trauerkondukt das Löwenportal passierte und die Weisen der Trauerkapelle im Parke erklangen. Von den Bäumen flatterten die letzten Blätter. Aus den Hallen des Mausoleums schimmerte das Licht vieler Kerzen. Ueber dem großen Blumenkreuz vor dem Mausoleum lag das letzte Licht des Tages. Unmittelbar nach der Ankunft des Zuges wurden die Särge in das Mausoleum gebracht. Die Toten fanden neben dem Sarge des vorausgegangenen Großherzogs ihre Aufbahrung. Großherzog und Großherzogin, Erbgroßherzog und Erbgroßherzogin lagen als Vater, Mutter, Sohn und Schwiegertochter zur letzten Ruhe.nebeneinander. In der Vorhalle wurden die beiden Knaben aufgebahrt. Vor dem Mausoleum häuften sich die Kränze. Unter ihrer Fülle wurde die Form des großen Blumenkreuzes aufgelöst. Unter den vielen Kranzspenden fielen vor allem die Kränze der Königin von Belgien und der anderen Mitglieder des belgischen Königshauses auf, ferner jene der belgischen Luftfahrtgesellschaft Sabena, die für jedes der verunglückten Mitglieder des großherzoglichen Hauses einen Kranz entsandt hatte. Ferner sah man viele herrliche Kränze von Stadtgemeinden des hessischen Landes, die Kränze zahlreicher Organisationen, vieler Persönlichkeiten der Partei und des Staates und anderer Volksgenossen, die sich dem Trauer- Hause besonders verbunden - fühlen.' Nachdem Prinz Ludwig und feine junge, ihm vor Tagen angetraute Gemahlin zu einigen Minuten stillen Gedenkens das Mausoleum betreten hatten, fand eine kurze liturgische Feier statt, in der der Hausgeistliche Pfarrer Monnard (Egelsbach), sowie Pfarrer Wintermann und , Dekan Müller (Darmstadt) Worte des geistlichen Trostes spendeten. Dann erwiesen die vielen Teilnehmer der Feier den Dahingeschiedenen die letzte Ehre. Unter ihnen sah man die beiden Schwestern des verstorbenen Großherzogs Lady Milford Haven, geb. Prinzessin Älice von Hessen, und Prinzessin Heinrich von Preußen, die beiden Schwestern der Großherzogin Für st in Dohna und Baronin von Ledebour, die beiden Brüder der Prinzessin Ludwig von Hessen, sowie Lord Louis Mountbatten, die Eltern der Erbgroßherzogin Prinz und Prinzessin Alexander von Griechenland mit Prinz Philipp von Griechenland, Markgraf und Markgräfin von Baden, Erbprinz und Erdprinzessin Hohenlohe, Prinz August Wilhelm von Preußen mit Prinz Louis Ferdinand Prinz und Prinzessin Waldemar von Preußen, Prinz und Prinzessin G u st a v von Hessen, Prinz Wolfgang von Hessen, "Prinz Philipp von Hessen, Erbprinz und Erbprinzessin von S o l m s - L i ch. In langem Zuge betraten sie bas Mausoleum, um Abschied zu nehmen. Die Nacht war völlig hereingebrochen, als die letzten Trauergäste das Mausoleum verließen und sich, noch ganz im Banne der ernsten Feier, nach der-Stadt zurückwandten. N. Weisheit des Todes. Gibt es so etwas überhaupt — Weisheit des Todes? Man redet wohl von Lebensweisheit Le- benskunst und Lebenskünstlern, aber von einer Kunst des Sterbens, einer Todesweisheit redet man gewöhnlich doch nicht. Es gibt ja nichts Gewisseres und Selbstverständlicheres auf der Welt als den Tod, was ist da noch zu lernen? Wozu sich da noch Gedanken darüber machen, wenn doch alles kommt „wie es kommen mufjr Da klingt heute am Tag der Toten ein altes Weisheitswort an unser Ohr und Herz: „Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden" Dies ernste Wort sieht alle Weisheit darin, den Tod recht zu bedenken nicht bloß das Leben Und ist es nicht in der Tat so, daß die meisten Menschen dahinleben, als wüßten sie gar nicht, daß sie einmal sterben müssen! Und erst ein solcher Tag, wie der heutige, läßt sie einmal aufhorchen und nachdenklich werden. Ja, lehre und bedenken ... Arnold B ö ck l i n hat auch einmal fein Selbstbildnis gemalt. In der Blüte des besten Mannesalters steht er da, Pinsel und Palette in der Hand, vor einem Bilde, selbst ein Bild freudigen Schaffens. Aber fein Ohr lauscht aufhorchend den geheimnisvollen Klängen, die hinter ihm ertönen: über feine Schulter blickt der Tod und spielt ihm auf feiner Geige das letzte Lied, das Lied des Todes. Das ist die beste Illustration zu dem ernsten Wort „auf daß wir klug werden", das ist die echte Weisheit des Todes. Freilich, wie wenige kennen sie und lernen fiel Wie vielen ist und bleibt der Tod das furchtbare Schreckensgespenst, der grausige Feind des Lebens, aber nie der Freund, der Gottesbote, der auch seinen Dienst an uns hat. So verstehen wir jene Klage des Todes über das ewige Mißverständnis der Menschheit: „So bin ich rastlos Tag und Nacht und steh als Zöllner ungerührt Das Leben fordernd auf der Brücke, die in das Ungewisse führt. Gefürchtet und gehaßt vom Glücke, ersehnt vom Leid, das nicht mehr hofft — Beschworen und gerufen oft als letzter Retter in der Not — Willkommen nie: ich bin der Tod! Willkommen nie... das liegt doch daran, weil wir noch nie die rechte Weisheit des Todes gelernt und erkannt haben. In einem tiefsinnigen Märchen wird erzählt, wie die Menschen eines Tag^'s zu Gott kommen und ihn bitten: Nimm uns den Tod weg, unfern furchtbarsten Feind, und wir wollen dir ewig dankbar fein! Gott erfüllt ihnen die Bitte, groß ist der Jubel der Menschen. Aber schon nach kurzer Zeit ändert sich das Bild. Die Alten, die nicht sterben können, reden überall drein und weh- ren allem Neuen, und die Jungen verlieren allmählich den Mut und die Lust. Die Tüchtigen hatten zuerst geglaubt, sie würden jetzt wunder wieviel leisten, aber allmählich läßt es auch bei ihnen nach, denn es ist ja Zeit übergenug vorhanden, die Leichtsinnigen leben noch schlimmer in den Tag hinein, denn die drohende Mahnung des Todes fehlt, die Mühseligen aber ringen nur um so aussichtsloser um Erlösung, weil die Aussicht au) eine letzte Stunde ihnen genommen ist. Ja, selbst die Liebe unter den Menschen nimmt immer mehr ab, weil ja kein Verlust zu fürchten ist Und während die Menschen zuerst geglaubt hatten, daß nun eitel Lebensfreude einziehen würde, erleben sie jetzt, wie eine unsagbare Freudlosigkeit über allem auf der Erde liegt. Schließlich findet einer ein altes, vergessenes Wort, das einst einer aus früherer Zeit gesprochen: „Damals, als die blühende Erde entstand, empfahl der Allmächtige deiner Obhut, o Tod, feine gesegnete Welt!" Da begreifen sie, was sie getan haben mit ihrem törichten Wunsch und Bitten Gott: „Gib uns unseren Freund, den Tod, wieder!" So müssen wir den Tod auch, ansehen lernen und aus dem Leben die Weisheit des Todes lernen, bis wir den Tod schon in unserem Leben als unseren Wohltäter erkannt haben. Wer das leise Lied des Todes schon im Leben vernommen hat, dem gibt es vieles Gute ein, dem geht der Sinn jenes Wortes auf: „Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst gelebt zu haben!" Der Tod scheidet unerbittlich das Echte vom Unechten. Rückert sagt: „Der Tod deckt auf die Hül- len, zu die Blößen." Vor dem Tode fällt der Her- melinpelz ebenso ab wie das Bettlergewand, die Maske der Seele ebenso wie jede unechte Farbe des Anttitzes und des Geistes. Aber wo ein Fehler an den Lebenden ist, da deckt der Tod ihn zu und er zählt nicht mehr. So werden wir angesichts des Todes größer, wachsen an Einsicht und vermögen das Leben eines Menschen zu einem Bilde abzurunden, wie es uns zu Lebzeiten nie gelang. Aber warum warten wir bis zum Tode? Diese' Frage stellt uns der Totensonntag. Goethe sagt: „Was räucherst du nun deinen Toten? Hälfst du's ihm so im Leben geboten." Jeder fühlt angesichts dieser Frage, wie viel er feinen Toten abzubitten hat. Sie verlangen diese Abbitte nicht, aber wir leisten sie gerne; sie verwandelt sich für uns in die Mahnung, sie da in die Tat umzusetzen, wo es noch nicht zu spät ist: bei den Lebenden. Ihnen gilt unser Wille und unser Werk, wenn wir von den Gräbern heimgekehrt sind und dem Lebei> wieder ins Auge blicken dürfen. Arbeitstagung der Gemeinschaft „Das Ahnenerbe". Berlin, 19. Nov. (DNB.) Unter dem Vorsitz ihres Präsidenten, ---Sturmbannführer Professor Dr. Walther Wüst (München), fand die erste wissenschaftliche Arbeitssitzung der Forschungsgemeinschaft „Das Ahnenerbe" statt. ---Hauptsturmführer Professor Dr. Hermann Wirth, der Leiter der Abteilung für Schrift- und Sinnbildkunde, konnte an Hand der von ihm hergestellten zahlreichen Abgüsse nordischer Felsbilder die Grundelemente indo- arischen Glaubens barlegen, bildliche Darstellungen, die durch den Indogermanisten Professor Wüst, der die Lehr- und Forschungsstätte für Wortkunde leitet, auf Grund der ältesten indoarischen Texte als urarisches Ueberlieferungsgut bestätigt wurden. Dieselben Grundelemente finden wir in deutschen Sagen und Märchen wieder, wie auch aus dieser Gesamtschau ganz neue Erkenntnisse für die Erforschung und Deutung unserer Hausmarken und Sippenzeichen hervorgehsn, deren immer noch sehr reicher Bestand vom „Ahnenerbe" unter Leitung des Abteilungsleiters Konrad A. R u p p e l gesammelt und ausgewertet wird. »h m m rin einet im ? ifitiH B des End> als die ' -anei' ,i'am Viva i r ITC 519/ Wen 3tüei d r Mk ilieht 'n er KRo' Mei Ben, Stof ffrbE W v ? ftoebei Md) •* >W Mbl' lilirv Mo! ter, b-nö cherorts die Friedhöfe benannt. Auch im Kleinen aber dürfen wir aus der Art, wie die Friedhöfe und die Gräber gepflegt und gestaltet find, mancherlei Schlüffe auf die Menschen ziehen, die ihre Bewahrer und Betreuer sind. Wie vieles sagt die Pflege einer Grabstätte über die aus, die hier ihrer Taten gedenken! Sa ist eine große und tiefe Verbundenheit zwi- schen den Lebenden und den Taten. Der Unsterb- lichkeitsqlaube, der der Menschheit tief eingeboren ist, erhalt in der Farm, in der die Menschen ihre Taten ehren, einen gültigen Ausdruck. Wa immer aber die Erinnerung an die Taten sich verwischt, sei es nun, daß ein Volt seine großen Toten aus Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Santiago de Chile, Ende Oktober 1937. Mit der gleichen Häufigkeit der deutschen Namen Müller und Schulze trifft man in den Adreßbüchern Spaniens und der Länder spanischer Zunge auf den Namen Flores. Auch in Chile wie an der ganzen Westküste Südamerikas ist das so. Aber kaum einer der vielen Flores hier wird sich darüber Rechenschaft gblegen, daß seine Herkunft unmittelbar auf die ersten deutschen Einwanderer zurückgeführt werden könnte, daß seine deutsche Abstammung nicht ganz unmöglich erscheint. Denn hinter dem ersten Senor Flores, deyi wir in der Geschichte Chiles begegnen, verbirgt sich, ein guter Deutscher namens Bartolornäus Blumen, der, wie es einst üblich war und auch heute immer wieder vorkommt, seinen Namen übersetzte und der Landessprache anpaßte. So kam es, daß aus dem Herrn Blumen ein gewisser Senor Flores wurde. Landsknecht Blumen kommt nach Amerika und wird ein reicher Mann. Die Geschichte Deutschlands und Spaniens jener Jahrzehnte, als durch Kolumbus ein neuer Erdteil entdeckt war und nun erobert und erschlossen werden sollte, ist ja eng mit der Person Karls V. verknüpft. Und unter den spanischen Truppen, die zu kühner Entdeckerfahrt und gewagtem Grobe« rungsfeldzug über das große Meer zogen, befanden sich auch zahlreiche Deutsche. Wie nirgends in der Welt Deutsche fehlten oder fehlen, wo es gilt, Neu- land zu erschließen, so waren sie auch hier vertreten, blauäugige blondhaarige Deutsche. Einer dieser Landsknechte, die, in spanischen Diensten stehend, mit den ersten Eroberern nach Südamerika kamen, waren Bartolornäus Blumen. In Nürnberg auf die Welt gekommen, zog es ihn bald in die weite Welt hinaus: war Soldat in kaiserlichen Diensten geworden. Als einer der Tapfersten stieg er zum Geschützmeister auf und kam in diesem Rang mit den kaiserlichen Truppen in die Neue Welt. Das war damals so Kriegsbrauch, die Beute wurde auch unter die Soldaten verteilt. Und Blumen, der mithalf, Peru zu erobern, wurde wie viele feiner Mitkämpfer wohlhabend und reich durch die Wohlhabenheit und den Reichtum jener, die unterworfen wurden. Aber Blumen war nicht nur Soldat, als Handwerk und Gewerbe nicht abhanden-gekommc.. Er häufte so nicht nur Reichtum, sondern oermt. tete ihn auch, so daß er sich schnell mehrte. Blunm galt bald als einer der wohlhabendsten MännerKi Westküste. Ein Deutscher gibt das Geld zur Eroberung Ehiles. tat •xir friedhöfe scheinen mir die schönste Form deutscher Totenehrung. Anders draußen auf den Dörfern, wo der Fned- hof meist noch ein wirklicher Friedhof ist, wo er um die Kirche, die Mitte der dörflichen Lebensgemeinschaft, gebreitet liegt. Hier sind die Toten den Lebenden noch näher. Der dörfliche Mensch hat ein engeres Verhältnis zu seinen Toten. Wenn er am Sonntag aus seiner Kirche kommt, tritt er an das Grab heran derer, die ihm nahe oder verwandt waren. Und andere Gräber sieht unser Auge: die unzähligen Kriegergräber, die weit über die Schlachtfelder des Weltkriegs verstreut liegen. Ergreifend sind die Zehntausende gleicher Kreuze auf den Heldenfriedhöfen in Flandern und an der Somme, ergreifend ein Monument wie das Beinhaus bei Verdun. Was für die Franzosen dieses Monument bedeutet, das bedeutet für uns Deutsche das Tannenberg-Ehrenmal, in dem einst unbekannte deutsche und russische Soldaten beigesetzt worden sind, und das nun, seitdem der Feldmarschall des Großen Krieges seinen ewigen Schlaf darin schläft, zum Ehrenmal der Nation wurde. Ein ganzes Volk ehrt seine Toten, vor allem die namenlos Toten seiner Kriege, die durch ihren Opfertod die Gründex und Erhalter der Volksgemeinschaft wurden. Es ehrt seine Führer und seine Könige, und der Ort, da sie begraben liegen, ist heiliger Boden der Nation. Aber wie das ganze Volk seine Toten ehrt und sich zu ihnen bekennt, so auch die Familie. Was wäre eine Familie, ohne die lebendige Erinnerung üri tu-' M W :jiiai me' Whi ;ur/l W :ig' Ein Nürnberger Landsknecht Hilst Südamerika erobern. Oie Geschichte eines tapferen Soldaten und seines romantischen Lebensweg«! Don unserem ständigen W.Sz.-Äerichterstaster. Lage nicht recht geheuer. Ein englischer Brigade der mit seinen Truppen bei Tel-A^io liegt, erklär^ mir: „Es liegt etwas in de r Luft aber was kommen wird, wissen wir selber nod nicht — und darum müssen wir Vorsichtsmaßnch men treffen." In diesem Ausspruch fand ich Qld eine Erklärung, warum fast jedes Schiff, das Doi Europa kommt und in Haifa anlegt, von Cyp^> Maultiere und Esel nach Palästina bringt. Es fir> Tragtiere für die britischen Besatzungstruppen, befil für Kampfhandlungen in Palästina sind sie ein. der wichtigsten Waffen. Die Besatzungsarmee wuy. ebenfalls erheblich verstärkt, und reger denn / patrouillieren Teile der englischen ©eeftreitfrii/ im östlichen Teil des Mittelmeeres. Denn (Engla^ weiß genau, daß durch den unglücklichen Teilung:, plan Palästinas eine Lage geschaffen wurde, ti jederzeit wieder zum offenen Kampf zwischen Ju^ und Arabern führen kann. Die Araber ^werd^ unter keinen Umständen einer Teilung jh^ Mutterlandes zustimmen, das nicht nur ihnen h.. lig ist, sondern der ganzen mohammedanischen K Wenn England eine Zwangslösung treffen fällte. - wird diese auf offenen Widerspruch stoßen, j. Araber verlangen uneingeschränkte S ot, ü eränität über ihr Land, in Erwartung. Erfüllung eines ihnen feierlich gegebenen Vech-, chens. Reise im Nahen Orient Von unserem $. A Sch -Korrespondenten. Einwanderung in Südchile benannt ist, gatt einer der tüchtigsten Generäle Pizarros, fi weder Pizarro noch der Kaiser waren bereit, k- notwendige Geld für die Ausrüstung des jjec; und den Feldzug nach Chile zur Verfügung , stellen. Da sprang Blumen, der inzwischen Sei? Flores geworden war, ein. Er finanzierte mit nem Geld das gewaltige Unternehmen, das Niederwerfung der Indianer Chiles führte. Und r selbst griff wieder zu den Waffen, um mitzuzich.? nicht mehr als Kanonier, sondern als Feldherr, ta den Eroberungszug mit großem Gefolge na machte. Nach der Eroberung Chiles wurde 1541 fr heutige Hauptstadt Santiago gegründet. Blumen ihr Mitbegründer! Wenn man heute durch das moderne Sa/' ti a go d e Chile wandert, den geraden Straf/ folgt, wenn man das amerikanisierte Leben arji an die Ahnen, die in den Gräbern wohnen? Wir alle gedenken in den stillen oder in den großen und entscheidenden Stunden des Lebens unserer Toten. Wird, was wir tun, vor ihnen bestehen, fragen wir uns oft. Die Toten find für uns in ein Reich »gültigen gerückt, sie sind für uns Gott näher Lebenden. Gottesacker werden darum man- Aai Mi. Mit ter Mst! hä Lobe aus dem lebendigen Gedächtnis verliert und die Gräber feiner Helden vergißt, ober daß die einzelnen Gräber der Familie vergessen werden, da kündet ein solches Verhalten einen Versal! der Lebensordnung an. In einem gewissen Sinn sind so die Gräber die sichtbar-unsichtbare Mitte der Gemeinschaft. Je näher die Menschen der altheiligen Ordnung des Lebens stehen, um so reiner hat sich bei ihnen auch die Totenehrung erhalten. Wie die Totenehrung und die Ehrfurcht vor dem Tode eine be«. sondere Verpflichtung des Adels war, so adelt es jeden Menschen, wenn er seiner Toten würdig und lebendig gedenkt. So ist die Ehrfurcht vor dem Tode und die Feier der Toten, die Pflege ihres Gedächtnisses zuletzt auch Ehrfurcht vor dem ewigen Leben, das von Geschlecht zu Geschlecht weitergeht, das sich in keinem einzelnen vollendet, wohl aber in jedem neu verwandelt. Die Gräber sind wohl die Wohnstätten der Toten, sie sind aber auch als Ort der Sammlung, der Andacht und der Erhebung eine Quelle ewiger Kraft. Wie die Lebenden ohne die Toten nicht fein können, so wollen auch die Toten die Lebenden nicht entbehren. Und es bleibt immer wieder ergreifend, die Menschen zu den Fried- hösen und an die Gräber ihrer Toten treten zu sehen. Oie ersten Kindheitserinnerungen. Wenn man fragt, wie weit jemand sich in seine Kindheit zurückerinnern könne, so werden die meisten erwidern, daß sie sich an ein bestimmtes Ereignis, das sie im dritten ober vierten Jahre erlebt hätten, wenn auch bunte! erinnern könnten. Psychologen, die sich mit der Frage beschäftigen, haben daran gezweifelt, daß so frühe Erinnerungen möglich seien und das vierte oder füfifte Lebensjahr als die früheste Zeit bezeichnet, in die das Gedächtnis zurückreiche. Genauere Untersuchungen haben aber doch gezeigt, daß bei geistig gut veranlagten Menschen schon im zweiten, sogar schon im ersten Lebensjahr Gedächtnisleistungen vorliegen, so daß bei ihnen sehr wohl genaue Erinnerungsbilder in die spätere Lebenszeit aufbewahrt werden können. Man hat Umfragen veranstaltet, bei denen Erwachsene sich an Dinge erinnerten, die in ihrem zweiten Lebensjahr geschehen sind. Und auch in der Literatur liegen Berichte vor, in denen Tatsachen erzählt werden, die, wie festgestellt werden konnte, während des zweiten Lebensjahres des Erzählers, in einigen Fällen sogar im ersten eingetreten sind. So findet sich bei Ganghofer folgende Schilderung des ersten Erlebnisses, das ihm im Gedächtnis geblieben ist: „Ein entsetzlicher „kommenden jüdischen Staat" sprechen. Sie schmieden Pläne, was sie dort zu tun gedenken, politisieren erregt. Andere wieder laufen mit hebräischen Grammatiken und Lehrbüchern unter dem Arm herum und lernen eifrig, um nicht zu sehr „Fremdling im eigenen Land" zu sein. Sie gestikulieren und spekulieren auf Möglichkeiten im Gelobten Land. In Haifa, dem Einwanderungshafen Palästinas, verwandelte sich bald die Freude der jüdischen Einwanderer in sichtliche Überraschung und Enttäuschung. Sie erwarteten wohl, sie würden in der neuen Heimat mit offenen Armen liebevoll empfangen. Empfangen ja — aber nicht mit der Freude von Freunden, sondern mit viel Mißtrauen von der Einwanderungsbehörde. Von Land darf niemand an Bord, es ist wie eine Quarantäne. Um so mehr Beamte der Einwanderungsbehörde bevölkern nun das Schiff. Mehr als ein Dutzend englischer Einwanderungsbeamte tontroUieren Pässe und Papiere der Fahrgäste, die an Land wollen. Wenn auch nur das geringste nicht stimmen sollte, wird die Landung verweigert. Außerordentlich gewissenhaft und scharf gehen die Einwanderungsbehörden bei ihrer Kontrolle vor. Selbst das Gepäck darf von den Auswanderern nicht von Bord befördert werden, sondern es wird erst von der Einwanderungsbehörde übernommen, um Schmuggel in jeglicher Form, den man hier schon in so reichlichem Maße fenneng^lernt hat, zu unterbinden. v..r. Aber auch wir, die wir nicht in Palästina bleiben wollen, müssen unsere Pässe abliefern. Der Polizeichef der Hafenbehörde tauscht uns unsere Pässe gegen eine Landungskarte aus. Auf meine Frage: „Warum so streng?" — erklärt er: „Vorsichtsmaßnahmen gegen unerlaubte Einwanderung — diese hat zu gewissen Zeiten Uusmaße angenommen, die kaum zu schildern sind — wenn man eine Volkszählung veranstalten würbe und die Zahl der in Palästina lebenden Juden vergleichen würde mit der Zahl der erteilten Visa, so würde ein überraschendes Ergebnis zutage treten, es wurde ein Menschenschmuggel nach Palästina getrieben, der sich zu einem organisierten Geschäftszweig entwickelt hatte." Wir gingen nun mit unserem Erlaubnisschein an Land, mußten jedoch noch an mehreren Kontrollstellen vorbei, ehe wir in der eigentlichen Stadt waren. Wir hatten geglaubt, in eine orientalische Stadt zu kommen, wie man sie hier in dieser Gegend wohl hätte erwarten können. Aber wir waren doch überrascht. Man stand plötzlich a u f einem riesigen Bauplatz, wo Veraltetes abgerissen und Neues errichtet wird. Es wird mit fieberhafter Eile gebaut, so eilig, als wenn man eine Weltausstellung zur baldigen Eröffnung fertig haben wolle. Es fehlt aber die große, einheitliche Linie. Neben Geschäftshäusern schießen Kinos, Theater, Kaffeehäuser, die gleichzeitig Börsen sind, wie Pilze aus der Erde. Ladengeschäfte mit modernsten Einrichtungen, Wechselstube neben Wechselstube, die Straßen' sind asphaltiert und auf ihnen flitzen Luxusautos dahin. Aber alles das paßt nicht in die Landschaft, es macht einen gekünstelten Eindruck. Das alles ist nur Fassade und soll den in Europa verlorenen Glanz vortäuschen. Beachtlich ist aber, daß viele Juden, die nach Palästtna ausgewandert sind, sich dort nun selbst nicht wohlfühlen. Viele gehen mit hängenden Gesichtern umher, es gibt viele gescheiterte Existenzen, denn hier ist der Daseinskampf schwer. Um in Palästina leben zu können, müssen sich diese ausgewanderten Herrschaften schon verflucht anstrengen; vor allem, sie müssen untereinander und voneinander leben. In Palästina gibt es keine fertigen Nester, in die man sich mit Geschick hineinlavieren kann, lieber all dem Gehaste und Getriebe, über dem scheinbaren Luxus und Wohlergehen liegt eine' gewisse Unruhe und Nachdruck verboten! Das Palästina-Problem, die panarabische Bewe- gung und die Neuordnung im Irak rücken den Nahen Osten als Brücke zwischen Europa und Ostasien erneut in das politische Änteresse. Unser F. A. Sch. - Korrespondent, der unseren Lesern bereits durch seine Kriegsberichterstattung aus Abessinien bekannt ist, wird in einer Reihe von Briefen seine Eindrücke schildern von der Reise, die er soeben nach seinem neuen Arbeitsgebiet in Bagdad, der Hauptstadt des Irak, angetreten hat. I. Das gelobte Land. Jerusalem, November 1937._ Wir schifften uns dieses Mal inTriest ein, denn wir wollten mit einer italienischen Schiffslinie fahren, die während des abessinisch-italienischen Krieges auch Truppentransporte nach Ostafrika durchführte. Man kann ja nie wissen. Vielleicht trifft man zufällig an Bord einen italienischen Afrikakämpfer und hört Sonstiges über Abessinien, rote es dort jetzt aussieht und wie sich das Land unter italienischer Herrschaft entwickelt. Wenn man den Eroberungsfeldzug der Italiener miterlebt hat, dann ist man neugierig, wie die Dinge nun weiter gelaufen sind. _,.rr Schon am Abend vor der Abfahrt des Schiffes trafen wir in Triest ein. Am nächsten Tage gingen wir recht früh an Bord, um das Leben und Treiben bei der Einschiffung zu beobachten, das immer einen eigenen Reiz hat. Wir standen über die Reeling gelehnt und blickten in das Gewimmel der sich einschiffenden und abschiednehmenden Menschen. Koffer auf Koffer verschlingt das Schiff — große und kleine Luxuskoffer — schäbige Gepäckstücke — Pappschachteln mit dicken Bändern um« schnürt — und auch Truhen wie aus Urgroßvaters Zeiten wandern an unseren Augen vorbei. Es ist ein wunderbares Spiel, sich auszudenken, welches Gepäckstück zu welchem Fahrgast gehört. Dabei kommt man zu den seltsamsten Schlüssen und Ueberraschungen. Wir halten Ausschau nach einigen italienischen Fahrgästen, die uns als journalistische „Jagdbeute" wert erscheinen. Der eine oder der andere hat vielleicht doch in Afrika gekämpft. Je länger wir warten und je näher die Abfahrtszeit des Schiffes herankommt, um so mehr werden wir enttäuscht. Nicht ein einziger Italiener, geschweige denn Ostafrika- Kämpfer kam an Bord — sondern nur Juden: Juden, die ihr Glück in ihrem neuen, „eigenen" Staat versuchen wollen — und jüdische Pilger, die nach Jerusalem ziehen, um vielleicht „Buße zu tun". Wir glaubten, auf einem italienischen Schiff nach Palästina zu reifen, um dort eine Zwischenlandung zu machen — aber als wir uns umsahen, waren wir bereits in Palästina, und obendrein hatte unser Schiff auch noch den bezeichnenden Namen „Jerusalem". Die Schiffslinien, die den Dienst nach Palästina machen, verstehen es, aus der jüdischen Abwanderung nach Jerusalem ein Geschäft zu machen. Alles ist für sie eingerichtet: an Bord gibt es einen Gebetstempel, eine rituelle Schlachterei, und selbst das Bedienungspersonal und ein Teil der Schiffsbesatzung sind Juden. Bei vielen prangt der Davids-Stern da am Rvckaufschlag, wo unftre Seeleute stolz ihre ehrwürdigen Seefahrtsabzeichen tragen. Gegen Abend füllt sich der Speisesaal zum ersten gemeinsamen Essen. Glücklicherweise treffen wir doch noch einige Goys: Engländer, die Gattin eines Brigadegenerals, der in Palästina stationiert ist, und einen Pfarrer der anglikanischen Kirche, so bilden wir eine kleine Tafelrunde, eine arische Insel im jüdischen Meer! Am „Schabbes" erscheinen die Juden im Kaftan und mit gestickten Käppchen auf dem Kopfe im Speisesaal und mürmeln Gebete. Brennende Kerzen auf den Tischen. Wir müssen uns in dieses Schicksal Ergeben, denn wir reisen ja eben auf einem Schiff einer Palästina-Linie. Wenn man hin und wieder Gesprächsbrocken der jüdischen Auswanderer auffängt, Dann hört man sie eben nur über den Pedro de Valdivia, heute hoch geehrt ä ||l i Freiheitsheld, war in jener Zeit dabei, ein h-i Innin auszurüsten, um Chile zu erobern. Valdivia, nci -- dem jene Stadt im Zentrum der späteren.deutsch», siiic Hochschulnachrichten. Lic. Dr. Carl Schneider, a°- der Ev.-Theol. Fakultät der Universität K c-t berg, üst zum Ordinarius daselbst erna den. ........ >i > Toiengedenken. Von Otto Heuscheie. Immer wieder bleibt es für den nachdenklichen Menschen ein ergreifendes Erlebnis, zu sehen, wie die Menschheit durch die Jahrhunderte und Jabr- tausende die (Erinnerung an ihre Toten bewahrt hat. Wo immer der Mensch zum Menschen wird, wo er auch nur die Anfänge der Kultur errungen hat, bewahrt er die (Erinnerung an die Toten. Wo die Nomadenstämme seßhaft werden, errichten sie ihren Toten Ruhestätten und (Erinnerungsmale. Es ist, als können die Lebenden ohne die Toten nicht sein. Wir glauben, daß mit dem Augenblick, da ein Mensch stirbt, sein Bestes, seine Seele aus ihm flieht. Was uns bleibt, ist der tote Leib, der bald verfallen wird. Der Stätte, wo er ruht, widmen fast alle Völker Andacht und Ehrfurcht. Es gab Völker, die ihre Toten verbrannten und die Asche entweder bewahrten ober in alle Winde verstreuten. Eine solche Handlungsweise ist nicht zufällig, sondern folgt immer aus einer bestimmten Welt- und Lebensanschauung. Diese Völker und Zeiten achteten die (Erinnerung gering, sie liebten es nicht, an den Tod oder die Vergänglichkeit alles Lebens erinnert zu werden. Sie bejahten das Leben und kannten nur eine Unsterblichkeit, die des geschaffenen Werkes ober der fortzeugenden Tat. Anbere Völker haben ihren Toten eine Wohnstatt geschaffen, ein Mal ber (Erinnerung errichtet. Das Äuge, das durch bie Jahrhunberte zurückschweift, sieht in Aegypten bie Pyramiben, an benen Tausenbe unb Zehntausend währenb vieler Jahre bauten, bamit ein toter König barin ruhe. Wir kennen bie Aschenurnen unb Grabstätten der griechischen unb römischen Zei, aus denen Anbacht unb Ehrfurcht für bie Toten spricht. Wir stehen vor ben Hünengräbern ber germanischen Frühzeit, in denen bie Helben bestattet finb. Unser Auge schweift über bie unzähligen Friedhöfe des christlichen Abendlandes. Ueberall, wo menschliche Siedlungen sind, ward auch den Toten ein Raum bereitet Mitten in den großen Städten stehen wir plötzlich vor den Mauern der alten Friedhöfe, vor den Kreuzen und Erinnerungsmalen. Der laute Lärm der neuen Zeit tönt heute über sie hin, die einst vor den Toren der Städte gelegen waren. Wie schön ist es aber, zu sehen, daß manche Großstädte jetzt dazu übergehen, vor ihren Toren den To'ten eine wirkliche Stätte des Friedens und der Ruhe zu bereifen, indem sie sie zwischen alten Bäumen begraben. Diese Waldfehl fete ll’ier gebeutet, sondern auch noch betrogen. Durch ben Teilungsoorschlag ist eine Atmosphäre entstanden, bie ftänbig zu explosiven Ausbrüchen führt, ähnlich wie im vergangenen Jahr, als Araber unb Juben sich heftig mit ber Waffe in ber Hand bekämpften. Kampfstellung hohen aber nicht nur Juden und Araber bezogen, sondern auch die Engländer, die seit dey Kämpfen des letzten Jahres vorsichtiger geworden find. Bisher war das Verhältnis zwischen den beiden Parteien einigermaßen erträglich gewesen, es hatte fast ben Anschein, als wenn Juben unb Araber in Palästina recht unb schlecht zusammen leben könnten. Solange die Juben eine Minberheit waren, wäre bas ja vielleicht möglich gewesen. Aber je mehr bie (Einroanberung der Juden zunahm, je mehr sich die Juden durch Grunderwerb Einfluß sicherten, je raffinierterJie durch Spekulation bie besten Gebietsteile Palästinas an sich rissen, um so mehr steigerte sich ber Gegensatz zwischen Juden und Arabern, die eine Judenherrschaft in Palästina immer energischer ablehnen. Der panarabische Gedanke hat sich in den letzten Jahren weit genug vertieft, so daß die Araber sich heute stark genug fühlen, selbst den Kampf mit dem Judentum aufzunehmen. Der Ausbruch eines solchen allgemeinen Kampfes kann unerwartete Folgen nach sich ziehen. Den Engländern ist daher bie augenblickliche Spektakel mit Geklirr unb Gerassel, grelles Ltz- bann finstere Nacht, in ber ich schreien mußte r Angst. Als ich meiner Mutter einmal sagte, bie^e (Erinnerung in mir wäre, mußte sie sich besinnen, bevor sie das Rätsel lösen konnte, v hatte mich, ein l^-jähriges Bübchen, an ein ’ Winterabend auf den Boden der Wohnstube M und war in die Küche gegangen; da hörte sie M" und fand eine finstere Stube, in der ich schrKA ‘ machte Licht, und da saß ich zeternd auf betrug 1 während bie Stehlampe in Scherben auf bein r'' ben lag." , . Der Dichter Fouqu 6 erinnert sich aus zweiten Lebensjahr, wie ein Onkel von ihm in - Krieg ritt. Die taubblinbe Helen Ke11er, die /' ttietfj 20. Monat nach ihrer Geburt burch eine Erkrankung Augenlicht unb Gehör verlor, eriF ■ sich noch an vieles aus ber Zeit vor diesem baren Ereignis. An einer Auktion, bei der / Hinterlassenschaft seines Großvaters perfteifi/ wurde und die in seinem zweiten Lebensjahr V1-, fand, erinnerte sich Schulrat Eicheberg miteir/ merkwürdigen Deutlichkeit: „Da sehe ich noch . . mir die lange Tafel im Sterbehause, hinter * ■ selben steht der dicke Auktionator mit feinem10- Vollmondgesicht, ih seiner Hand eine kleine 2lr.fr roaage mit grünen Schnüren, viele Leute 001*1 Tisch, darunter auch mein guter Vater. , sitze als kleiner, höchstens r/3 Jahre alter auf den Armen einer hilfreichen Tante." .J Während die (Erinnerungen aus dem 3% Lebensjahr öfter geschildert werden, finden / solche aus dem ersten naturgemäß sehr selten. genau sind bie Angaben, die der Dichter/-/ Spitteier über seine frühesten (ErlebmIK zweiten und im ersten Lebensjahr machte. (/ tonte dabei ausdrücklich, daß feine Zeitbestnnw'^ gen sorgfältig nachgeprüft und richtig waren- wies dabei darauf bin, daß er ein ungern^ ■ früh entwickeltes Kind war, das am Ende des e Lebensjahres schon gehen und sprechen konnte so verlegte er eine Szene, in der er eine um tung zwischen Menschen beobachtete, vor feines ersten Jahres. Auch von dem P"ilo!^-. Giordano Bruno wird berichtet, daß er von Erinnerung erzählte, die in sein erstes Lern । zurückging. ODOLzahnpasta j in bewährter Qualität erheblich billiger: Tube statt 80 Pf jetzt 70 Pf % Tube statt 50 Pf jetzt 40 PI Unsicherheit. . v Diese Unsicherheit und Unruhe hat sich seit dem Bekanntwerden des T e i 1 u n g s p 1 a n e s der --------n .,. . englischen Mandatskommission noch erheblich ge- Sohn Nürnbergs und ber Zeit unb dem Geist eines steigert Die Araber fühlen sich nicht nur aus- Hans Sachs, war ihm auch ber Sinn für Handel, ft? '.D°n t ,kd fj- *5atNt S-« S W MN Ö n .Jüurbt Irabefj jur,4 relfen |oj stoßen lnkte < tr®artun( ’encn benswk ^Meton andern d? nehrte. K ten Mann W ät tiger zt?0 zt40l S Gelles. moderne: geraden ö ■le Leben i hoch gech labei, ein Daldivi«, Steren. Ito 1/ ift, arros, en berex' bts ! Dnsügr zwischen i änderte r chmen, de s sührte." um mit«, als IM n w s wu^- inbet £■ el, grelle teieu nw nmal M ifete ft P >sen koB ichen, Q" Wohnsm da HSrte k der >ch W :nb aus d-l -ben aus» rt sich J el von W Kellen >urch $ine or verlor, vor dieser tion, be> oaters J i Lebens!- Hebers seh? 1 bauie, /mit W einekle- ieleL^ Tante- aus Wa erbe«. 5 ■6>< der '((u sprech- t w flf -lile ä* K "t -iM IM .selbst 'N >'.'' M •■ ■■ txawy wteax >WystRWAL. Ffa&qarsHis# - - jClW vtirä<;4 iw t&itje ■ .N'-itre-Os-Tti' MSkbt MO- SWM \ ß ot s M r<-er mmer weiter vorwärts kam und sich zum füh- rcnien Mann der Stadt entwickelte. Er wurde ichleßlich, allseitig geehrt und geachtet, Bürger- nei’ter von Santiago. Oie Zndianerprinzessin. las Geschlecht, das Blumen begründet, trägt von Serinn an Mischblut in den Adern. Denn Flores jeiictet die wegen ihrer Schönheit berühmte In- )imierprinzessin Elvira de Talagante. Blu- ne selbst starb achtzigjährig, aber die Geschichte £1) es spricht noch lange Zeit hindurch von der En; ferfeit und dem Wohltun seiner Nachkommen, kn'sl und Urenkel Immer wieder stellen sie ihren Achtum dem Vaterlande zur Verfügung. Das be- lahitefte Geschlecht jener Zeit trägt gleichfalls leu'che Züge. Peter Lisperger, Edelmann und sZMziersohn, ein Kind des Bürgermeisters von «^Eberhard Dennert, Hindurch zum Nht. Erinnerungen aus einem Leben der Arbeit litt des Kampfes. Mit Bildern. Seinen 5 RM. Ver- igJ. F. Steinkopf, Stuttgart. — 357 — Das neue Bennerts schildert nicht nur eine Familien- «escich'te, sondern bietet einen wertvollen Einblick n die geistigen weltanschaulichen Kämpfe des ;9.Zahrhunderts und um die Jahrhundertwende. :)einert war der Vorkämpfer gegen jene marxistische: populären Schriftsteller, die von einer ver- iieirtlich naturwissenschaftlichen Grundlage aus den Ifanpf gegen das Christentum führten. Die außer- rrbmflid) fruchtbare schriftstellerische Arbeit Den- rejs hat hier eine Zusammenfassung und Krönurtg $:?friben. Der Angelpunkt seines Lebens war „Ar- !l?il unb Kampf" unb fein Ringen „eine Bergivan- ilmng mit all ihren Beschwerben unb Wonnen". Erwin Wi11stock. Miesken unb SR s k e n. Erzählung. (Die kleine Bücherei, Nr. 813 Geb. 80 Pf. Albert Langen/Georg Müller, SDt .chen 1937. — (333) — Wie ein schlichtes Volks- Ife klingt biefe ergreifenbe Geschichte von Miesken ipi i Riesten, den beiden schönen Zwillingsschwe- s >, die auf einem einsamen Berghof in der Wild- B'is der Wälder aufwachsen, bis der Krieg den t fiöen ihrer Gemeinschaft zerstört. Die ihnen bisher Efribe Welt bricht bedrohlich herein, als eines Tages cm versprengter Soldat bei ihnen Einlaß begehrt LlkP in ihrem Kreis eine neue Heimat findet. Seine Süci?, die nur einer von beiden gelten kann, ent- gmet die ehedem unzertrennlichen Geschwister, und Klisift in Riesken der Entschluß, der Schwester gliche das eigene Glück zu opfern. - Wilhelm Pleyer: I m Gasthaus yfi i r deutschen (Einigtet t". Geschichten aus ^filmen. (Die kleine Bücherei, Nr. 82.) Albert lloniien/Oeorg Müller, München 1937. — (334) — diesen „Geschichten aus Böhmen" führt uns 2BiMm Pleyer, der Dichter des „Puchner" und MI»t .Brüder Tommahans", hinein in das Leben fjlinir Landsleute, die im harten Grenzkamps ihr Mstum bewahren. Es sind ihrer Art nach echte Mlcidergeschichten, wie sie an langen Winter- ttfeen in ben „Hutzerstuben" bie Runbe machen, äfü)cE)iungen aus bem bäuerlichen Alltag, bie bem Slobi ber Heimat gelten. Ernste unb heitere Silber oiili bem subetenbeutschen Volksleben, bas niemanb fi'l) l-jsch unb natürlich, mit so herzhafter, bem Msmunb abgelauschter Sprache zu schilbern ver- sijeh! wie Pleyer. - Emanuel Stickelberger: Der Rei» Iller auf bem fahlen Pserb Ein Buch vom ^Ro'igolen Dschinggis-Khan unb seinem abenblänbi- 'ftjei Gegenspieler. 445 Seiten. Leinen 6,80 Mark. Sktng I. F Steinkopf, Stuttgart — (359) — Der W'r dieses Werkes wirb fast jedem neu fein. Eine Sirbit von mehreren Jahren war es, ihn so zu er= flbrfti-en, so anschaulich unb glaubhaft barzustellen. M ibt wohl kaum etwas Abenteuerlicheres als bas Sllebin dieses Mongolen, ber als junger Temubschin md) ein einziges Pferd besitzt unb boch in wenigen Etahnebnten bas größte Reich erjagt, bas bie Welt- oM chte kennt Weber hält ihn bie große Mauer r:on Der Eroberung Chinas, noch das himmelhohe CHrge vom Einfall in Nordindien, noch die §!r°ystüchtigkeit der Mohammedaner von der Zer- ff! -rig Bucharas und Samarkands ab lieber die 23lna fetzen seine Reiterhorden und bringen wei- 12 nem Abenblande zu. Sie sinb eine lebenvernich- t:b kulturzerstörende Macht der Finsternis In ?i Art Dovpelroman zeigt der Dichter in ab- C3tfl elnben Bildern auch das gleichzeitige Geschehen Lblst Abendland. - Jarl Hemmer: Onni Kokko. Eine Er- z itll ng aus dem finnischen Freiheitskampf. Berechtig? Uebersetzung aus dem Schwedischen von Gün- t^e Thaer. Mit 50 Zeichnungen von Robert Goep- mnq r. 147 Seiten. Seinen 3,30 Mark. Verlag Sitte-1 Sangen I Georg Müller, München — (405) — ? e neue Erzählung Jarl Hemmers spielt in ber W ber finnischen Freiheitskämpfe. Inmitten ber ai>m euerlichen Ereignisse steht Onni Kokko, ber flfein Arbeitersunge, besten Vater einem heim- tilidilfben Anschlag der umherziehenben russischen 7615 V sen. ang aller- bie Raupen unb ber Armierung ben Panzer. Der ermöglichte bas Im Weltkrieg spielte bie Ausnutzung ber m o - torischen Kr a ft eine bebeutfame, oft gerabezu entscheibenbe Rolle, benn ohne sie wäre die Fortbewegung, Verpflegung, Munitionierung der Truppen nicht möglich gerne» burch Schutz burch Schutz bings Dienten bie Kraftfahrzeuge ben Kriegszwecken nur mittelbar. Der Einsatz von Kraftwagen zum Kampf erfolgte erst im Jahre 1916. Diese neue Waffe, ber Tank, vereinigte in sich Feuerkraft burch seine Bewaffnung, Beweglichkeit burch ben Motor, Gelänbegängigkeit beren in Branb, unb bie Infanterie wirft ben Gegner, so oft er in ben Ort einbringt, roieber hinaus. Auf allen Seiten eingekesselt, tritt bie brave Besatzung bei Nacht unter Mitnahme ber Geschütze unb Verwunbeten ben Rückzug an. In Marcoing sind bie Tanks bereits gegen Mittag eingebrungen. Auch Nvyelles unb Masnieres haben britische Schwabrvnen, ber Infanterie vvrausreitenb, genommen. Die Deutschen sinb im Weichen begriffen, man will ihnen rücksichtslos folgen. Aber jetzt treten bem Angreifer unsere Infanterie- re s e r v e n entgegen, bpren Maschinengewehre ein weiteres Vorbringen verhinbern. Dor be# Toren Camdrais bricht ber feinbliche Angriff zusammen. Die Englänber sinb nicht mehr in ber Sage, neue, opfervolle Offensivstöße mit ben ermatteten, burch- einanber gekommenen Kräften gegen unsere Positionen zu unternehmen. Im ganzen bleiben 110 Kampfwagen zerschossen auf ber Walstatt liegen. Das schnelle Gelingen bes Einbruches ist vorzugsweise bem Panzereinsatz zuzuschreiben. Dessenungeachtet verharrte ber Verteidiger bis zum letzten Moment unb brachte ben Angriff sogar noch zum Stehen. Die Maschine konnte ben Sieg anbah- nen, aber nicht vollenben. Alle Anstrengungen bes Feinbes scheiterten an bem Helbenmut bes beutfchen Frontsolbaten, bessert stahlharter Wille bie gegnerische Angriffswut gebrochen hat. In ben nächsten Tagen rollen aus allen Richtungen unsere Verstärkungen heran. Der Gegenstoß in bie feinbliche Flanke bringt bas verlorene Gelände wieder in deutsche Hand. Cambrai ist die größte Panzerschlacht der Weltgeschichte. Es ist der furchtbare Zusammenstoß einer erdrückenden Stahlmasse mit einer gelockerten, weit auseinandergezogenen Verteidigungslinie. Damals konnten die Kampfwagen lediglich zu Frontalangriffen verwendet werden, Die Maschinen besaßen nur die Geschwindigkeit eines Fußgängers. Sie konnten das Gelände besetzen, aber nicht behaupten. Die Infanterie mußte dabei gehörig mitwirken, aber um ihre Mitwirkung erst zu ermöglichen, mußte ihr der Tank durch die feindliche Feuerzone forthelfen. Die Erfahrungslehre von Cambrai läßt sich nicht mehr auf die jetzigen Formen anroenben. Eine solche Uebertragung aus ben Beispielen ber Kriegsgeschichte auf Zukunftsverhältnisse muß stets einseitig bleiben. Gestützt auf bie technischen Fortschritte unserer Zeit erreichte ber Kampfwagen eine immer größere Vollkommenheit. Er kann heute s e l b st ä n b j g kämpfen. Seine Reichweite ist beträchtlich gewachsen. Aus ber Gelegenheitswaffe mit begrenzter Aufgabe ist eine operative Entscheibungs- waffe geworben. Feuern währenb der Fahrt trotz feinb- licher Gegenwirkung. Der Artilleriedeschießung je- boch waren unb sind die Wagen nicht gewachsen, weil um der Beweglichkeit willen die Panze- ---------------- rung nicht zu schwer sein darf. Der Kampfwagen ist die Waffe des ungestümen Angriffs, unb zwar in solchem Grabe unb mit solcher Einseitigkeit, baß selbst seine Derteibigung im Gegenangriff besteht Das vereinzelte Auftreten 1916 war allerbings noch von keiner taktischen Be- beutung. Erst in ber Cambrai - Schlacht 1917 warf bie Entente bie Panzergeschwaber m sorgsam burchbachtem Verfahren ins Gefecht. Ihnen vermochten bie beutfchen Armeen nichts Ebenbürtiges entgegenzufetzen. Aber ben Franzosen unb Englänbern würbe bie mechanisierte Waffe ein unentbehrliches Kampfmittel, bas man ber Infanterie zur Verfügung stellte, um ihr bas Vorbringen zu erleichtern ober überhaupt erst zu ermöglichen. Bei Cambrai gestattete ber feste, wellige Boben bie Verwenbung ber Tanks nach bem augenblicklichen Bebars. Der Walb von Havrincourt biente als Vorhang, hinter bem bie gegnerischen Taten vorbereitet würben, unb hinter ben zu schauen unser Bestreben blieb. Zwischen ben Straßen von Cambrai nach Bapaume unb gerönne würben bie Angriffsmassen — acht Infanterie-, brei Kavallerie-Divisionen, 324 Tanks, 1000 Kampfflugzeuge — zusammengezogen. Am 20. November 1917 greift ber Feind unter bem Schutz bes unsichtigen Nebelwetters mit seinen Tanks an. Die bahinrvllenben Reihen walzen bie Drahthindernisse nieder, überschreiten die Gräben, bringen die Maschinengewehrnester zum Schweigen. Den wuchtigen Raupen folgt die Infanterie. Zahlreiche Geschwader von Kampffliegern durch- tnattern die Suft. Die deutsche Artillerie schießt, was die Rohre hergeben. Wehrlos aber steht unsere Infanterie den Eisenpanzern gegenüber. Sie. besitzt so gut wie keine Abwehrwafsen. Es ist bie härteste Nervenprobe für bie an Kopfzahl so schwachen beut» schen Bataillone. Doch ber Tankschrecken wirb balb überrounben Die nachfolgenben englischen Schützen finben unsere gelbgrauen schon roieber gefaßt unb auf bem Posten. Es kommt zu erbitterten Nahkämpfen. Das vor- unb rürfroärtsroogenbe Gefecht gestaltet sich zu einem wirklichen Heroismus, boch schließlich werben bie einzelnen Kampfgruppen umzingelt unb erliegen ber Uedermacht. Manch tapfe» rer Solbat, ber bis zum letzten Augenblick ben an- ftürmenben Gegner burch fein Feuer bekämpft hat, gerät in Gefangenschaft. Unaufhaltsam schreitet ber Angreifer vorwärts unb nimmt nach heftigem Kampf unsere Hauptstellung in Besitz. Nur bei Flesguieres erleibet ber Gegner einen beträchtlichen Aufenthalt. Dort finbet er härtesten Wiberstanb. Vorbilblich ist bort bas wechselvolle unb kraftvolle Zusammenwirken ber Verteibiger. Die beuifche Artillerie schießt einen Tank nach bem an- Die Panzerschlacht bei Cambrai Der 20 November - vor zwanzig Jahren. Von Rittmeister a. D. $ Kronberger. bei ben humorvollen Erzählungen von bem „Klöh- nen" in ben Schifferkneipen unb von ber köstlichen Art, wie Bulk seinem Kneipkumpan, bem Steuermann auf bem großen Dampfer es schließlich beibringt, baß er ja am Enbe auch noch sein künftiger Schwiegervater ist. Ostpreußische Gemütlichkeit unb bas herrliche, kraftvolle Menschentum bieser beut- schen Grenzmark kann ber bem beutschen Osten noch Unbekannte hier gleichfalls fein geschilbert erkennen. Ernst Blumschein. — Der Berg ber Rebell e>n. Roman von Kurt Eggers. (Schwarzhäupter-Verlag, Seipzig. Gebb. 4.— RM.) — 294. — Hier spricht ber Front- folbat, ber aufopferungsbereite Kämpfer bes Weltkrieges, ber unerbittliche Feinb unb Aktivist gegen die verberbliche Herrschaft bes Marxismus unb Kvmmurtismus im De'ttschlanb ber Systemzeit, ber Freikvrpskämpfer unb selbstlose Hüter ber beutfchen Erbe, kurzum ber kämpferische beutsche Mensch, ber glühenbe Nationalist unb vorbehaltlose Sozialist. Es ist ein Helbenbuch, geschrieben als Bekenntnis ebelsten beutfchen SolbatentUms, aber auch als ernste Mahnung an die heranwachfenbe Generation. Die Zeit ber beutfchen Schmach vor etwa 15 bis 18 Jahren wirb hier roieber lebenbig, sie wirb aber erguirfenb überstrahlt von bem Helbenfum beutscher Kämpfer unb opferbereiter Solbaten unb von ben großen Taten, bie in bem Sturm auf ben Annaberg in Oberschlesien symbolhaft aus ber Nachkriegszeit für immer einbringlid) zu uns sprechen. Als Mitkämpfer jener Zeit gestaltet Kurt Eggers fein Erleben zu einem parfenben Roman, in bem nur bas von ihm genannte Freikorps, besten Führer unb feine Freunbe bichterifche Erfinbung sinb, alles übrige aber, bas Wollen unb bie Taten deutscher Männer auf geschichtlicher Wahrheit beruhen. Mit größter Spannung unb mit tiefer Bewegung lieft man bieses vortreffliche Buch. Den alten unb ben jungen Solbaten, der deutschen Jugend, überhaupt allen kämpferischen deutschen Menschen sei es^bestens empfohlen. Ernst Blumschein. cMe Schäden dindxiv rtMtuv, aber nicht jedes Feuer läßt sich schon im Keime ersticken. Oft sind kleine Brände die Ursache großer Feuerschäden. Wie angenehm ist es dann, wenn wir wissen, daß unsere Feuerversicherung hier einspringt. In schweren Fällen ist die Versicherung die Rettung aus großem Unglück. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 21. November. (Totensonntag.) Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Schmidt; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; 17: Pfr. Becker. — Zohanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 10-45: Militäraottesdienft; Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde im Fohannesfaal; Pfr. Bechtolsheimer; 17: Musikalische Abendseier; Pfr. Ausfeld; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Psr. Bechtolsheimer. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Gottesdienst; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; 20: Abendfeier. — Petruskapelle, Wetzlarer Weg 59. 9.30: Pfr. Trapp; 11: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; 17: Kandidat Jost. — Kapelle des Neuen Friedhofs. 14.30: Pfr. Bechtolsheimer. — Saal der Neuen Krippe. 11.30: Kinderkirche für die Johannes- und Militärgemeinde; Pfr. Ausfeld. — Wiefeck. 9.45: Gottesdienst; Chorschule; 11: Kinderkirche; 15: Bibelstunde. — Albach. 12.30: Gottesdienst; Kollekte. — Steinbach. 9.30: Gottesdienst unter Mitwirkung des Gesangvereins; Kollekte. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst unter Mitwirkung des Kirchenchors; Kollekte; 11: Kindergottesdienst (1. Abt.), 13: Kindergottesdienst (2. Abt.). — Kirchberg. 10: Gottesdienst, anschließend hl. Abendmahl für die Jungen von Daubringen. — Klein- Linden. 10: Gottesdienst; Kirchenchor; 11.15: Kinder- oottesdienst; 14: Friedhofsfeier; Posaunenchor. — Watzenborn-Steinberg. 13.30: Gottesdienst; Kirchenchor. — Garbenteich. 11: Gottesdienst unter Mitwir-1 kung des Gesangvereins Frohsinn. — Hausen. 12.30: Gottesdienst unter Mitwirkung des Frauenchors. — Lich. 10: Stiftsdechant Kahn; Chorschule; Kirchenchor; Kollekte; 14: Stistspfarrer Naumann ; Kollekte; 15.30: Feierstunde auf dem Friedhof Stiftspfarrer Naumann; Posaunenchor. — Nieder-Bessingen. 10: Stiftspfarrer Naumann; Kollekte. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; Kirchenchor; Kollekte; 20: Abendgottesdienst; Bläserchor. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst; Kollekte. — Birklar. 9: Gottesdienst. — wuschenheim. 11: Gottesdienst. — Hungen. 10: Gottesdienst, anschließend Feier am Neuen Kriegerdenkmal; 15: Gottesdienst auf dem Friedhof. — wirberg. 10: Gottesdienst; Kollekte. — Beltershain. 12.30: Gottesdienst; Kollekte. — Harbach. 13: Gottesdienst; Kollekte. — Beitsberg. 10: Gottesdienst; Kollekte. Mittwoch, den 24. November. Gießen. Stadtkirche. 20 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, den 25. November. Gießen. Johannessaal. 20 Uhr: Bibelstunde; Psr. Ausfeld. Evangelische Stadtmission, Löberstraße 14. Sonntag, 21. November. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 15 und 20.15: Vorträge von Prediger Godemann. — Mittwoch, 24. November: 20.30: Bibelstunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, den 21. November. 8.30 Uhr: Totengedenkfeier. — Mittwoch, 24. November. 8.30: Bibelstunde. — Donnerstag, 25. November. 8.30: Jugendbundstunde. TEPPICHE n-MAUS Teppich- und Gardinenhaus FRANKFURT AM MAIN Wollen Sie wirklich schöne Teppiche sehen, wollen Sie die große Auswahl in allen Freisten haben, dann kom- sn Sie ins „Tega-Haus". -rient-Teppiche, hochwertige deutsche Qualitätserzeugnisse, Plüsch, Tournay, Velour und Bouclö-Teppiche sind in größter Auswahl im . . . Pelltermhel Suchen Sie einen Sessel, eine Chaiselongue oder eine geschmackvolle Couch? 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Kommunion der Schuljugend); 8: Spendung der hl. Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 10.15: Militärgottesdienst; 11.15: hl. Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und sakramentalische Andacht. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Dortrag und Andacht. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schollen. 10.30: Hochamt mit Predigt. Dienstag, den 23. November. Gießen. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Mittwoch, den 24. November. Hungen. 7.15 Uhr: hl. Messe. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) F. w. Falls bei der Besprechung nach Ablauf der Pachtzeit mit dem Vertreter der Grundstücke über eine Erhöhung des Pachtzinses nicht gesprochen wurde, ist eine solche unzulässig, hätte der Verpächter die Weiterverpachtung von der Zubilligung eines erhöhten Pachtpreises abhängig gemacht, so hätte die Preiserhöhung, ehe diese für Sie verbindlich wäre, von den zuständigen Organen genehmigt werden müssen. Nach der geschilderten Sachlage sind Sie zur Zahlung eines höheren als seinerzeit vereinbarten Pachtzinses nicht verpflichtet. veffentlicher Sonnlagsdiensi. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45. Notruf leie» fon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stad t?o st amt: Für Schließfachabholer ? bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen Arzt: Dr. Geyer. Zahnarzt: Dr. Schneider. Apotheke: Hirsch-Apotheke. Aulohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen. 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Novejnber 1937, Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. 7667 D Frau Marie Rein Gießen (Schiffenberger Weg 35), den 19. November 1937. leidsbesuchen bitten wir abzusehen. 7627 D Uroßcn-Buseck, den 20. November 1937. 'K09 ! Die Trauerfeier findet Montag, den 22. November, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Von Bei- Heute mittag 1 % Uhr entschlief nach kurzem schweren Leiden meine herzensgute Frau, unsere liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 23. November, nachmittags 2.45 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere treusorgende Mutter, Schwester und Tante Frau Ottilie Eichmann, geb. Neumann im Alter von 65 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Minna Eichmann Wilhelm Eichmann. WWeven Die Lebensgemein, jchaft des deutschen Waldes in Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdruck, tafeln, mit lebendigem und aufschlußreichem Einführungstext von K.Gerhard u.E.Wolff. Preis RM. 4,80. „(Es lebt und webt in dem Buche, und wer es versteht, mit emp. fänglichen Sinnen t ie bildgeword. Naturschönheiten in sick aufzunehmen, dem singen u. klingen die Tafeln tausend Erinnerungen wach an einstmals leibhaft Erschautes." Reclams Universum Verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten Werbeblätter Zu beziehen durch jede Buchhandlung: Hugo Bermühler Verlag Berlin. Lichterfelde im Alter von 37 Jahren. In tiefer Trauer: August Rein Chr. Spies und Frau Karl Spies und Frau Ewald Bäulke und Frau. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Stein 111., Sattlermeister DANKSAGUNG Bewegten Herzens sagen wir allen denen, die beim Heim gang unserer heben Entschlafenen die letzte Ehre er wiesen haben, unseren aufrichtigen Dank. Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei Nur 90 oder 150 Eier und mehr pro Huhn? Verbessert die Hühnerhaltg. Aufklarender Katalog frei! Lsflllgolhoil. Nergentheim 109 Die EbrisleepeiDsM (Bewegung f. religiöse Erneuerung) Marburger Straße 15, Hofgebäude: Sonntag, 21. November, 20.15 Uhr Religiös-musikalische Abendfeier „Zum Gedenken der Toten“ mit kultischer Ansprache von Dr. Albrecht Meyer. 7866D Lichtspielhaus I Gloria-Palast Spielplan für morgen Totensonntag f 3.00 und 5.30 Uhr 3.00, 5.30, 8.30 Uhr Heinrich George | NMSW 8.30 Uhr I Gustl Huber, Gustl Wolf Anton Edthofer 7664a Hans Moser Die umlWlWe B Stil öe Der Ufa-Groß film MM mit Mathias "Wieman Li da Baarova Der große deutsche Fi.merfolg auf der Paris. Weltausstellung Bekanntmachung. Betrifft: Verpachtung eines CHriftbaumverkaufs- platzes. Zum Verkauf von Ehristbäumen soll ein Platz von etwa 100 qm im Hofe des städtischen Verwaltungsgebäudes Gartenstraße 2 für die Zeit vom 6. bis 24. Dezember 1937 verpachtet werden. 7621C Schriftliche Angebote find spätestens bis zum 27. November 1937, mittags 12 Uhr, im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer 28, einzureichen. Gießen, den 19. November 1937. Der Oberbürgermeister. I. V.: gez. Dr. Hamm, Bürgermeister. Mahnung. Die Beiträge für den Monat Oktober 1937 derjenigen Arbeitgeber, die von der Kaffe Rechnung erhielten, sowie der freiwilligen Mitglieder können noch bis zum 25. November 1937 ohne Kosten bezahlt werden. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung evtl. Zwangsbeitreibung. 7611D Für die Arbeitgeber, die die Beiträge selbst nach dem wirklichen Arbeitsverdienst berechnen, gilt die gesetzte Frist bis 25. des Monats nicht. Allgemeine Ortskrankenkasse für Stadt- und Landkreis Gießen in Gießen. ßeN-öonlloinon WKM^ Sammlßvinncn LweSpoiwo ' -i . '.?»*• füc Das MutiwtiilstiMH Bekanntmachung. 7600C weiteres nicht statt. Gießen, den 20. November 1937. Die Schweinemärkte finden wegen der Gefahr der Uebertragung der Maul- und Klauenseuche bis auf Der Oberbürgermeister. I. V.: Nicolaus, Beigeordneter. e.G.m.b.H., Münsteri.W„ Windthorststr. 20, Ruf 26644-45 Ständige Vermittlung von Vieh aller Art: (Fett- und Weidevieh z Ferkel z Läufer z Pferde u$v BORRMANN* Gießen Neustadt 5 Ruf 4165 wesWilche PrDllinzwl-viehDerwertungsgenllslenlchast Ca. 200 □HildikuluJ unb Nrn.dLv auf der 42. Milchviehvarsteigerung in Paderborn Viehversteigerungshalle Donnerstag, 25. Novbr. 1937, 12 Uhr. Nähere Auskunft und Katalog (kostenlos): ttr. 271 Drittes Statt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 20. November 1937 Aus Der Stadl Gießen. Gedanken zur Pfundsammlung. „Ein Pfund Milchreis, bitte," sagt das kleine Mädchen neben mir im Laden. Es ist morgen „Reistag", wie der Berliner Volksmund die Pfund-- sammlung so schön nennt. Dom Hausfrauenstandpunkt ist Reis eine gute Sache. In alle Mahlzeiten fügt er sich ein, ist praktisch, billig, hält sich, macht wenig Arbeit und schmeckt gut. Auch die 30 oder 40 Pfennige spüren der, der's gibt und der, der's erhält. Darum liefern ganze Häuser Reis. Zur Abwechslung sind es auch einmal Erbsen oder Graupen. Mit dem Quittungszettel in der Tischschublade ist die Sache dann erledigt. Fertig? Wirklich? Stellt Euch einmal vor, ihr seid dlcjenigen, die oll die Reisspenden essen sollen! Wer über 30 Jahre in dieser Arbeit gestanden hat, wie ich, hat manches dabei erlebt. Sehr viele von denen, die noch im vorigen Jahre an der Pfundspende teilnahmen, essen heute ihr sicheres Brot. Also kommt aus den Einzelnen mehr Reis, als damals, denn jeder liefert getreulich weiter. Es gibt aber doch auch anderes, als gerade Reis. Wenn wir aus dem Reis, den die andern geben, 'eine volle Mahlzeit machen würden? Da haben z. SK Die Leute im Erdgeschoß einen Garten. Sie liefern «einen großen, festen, selbstgeernteten Kohlkopf, oder «auch zwei, der erste Stock stiftet einen Gutschein auf «ein Pfund Ochsenfleisch und alles wird mit dem Reis an eine Tüte getan. Für die Verteilungsstelle ist es einfach, wenn wir außen auf diese zusammen- geseßten Päckchen den Inhalt aufschreiben und bemerken, daß das Päckchen ungeteilt in eine Hand lommen soll. Austeilen ist oft schwerer, als Ein- iammeln Oder wir stecken heimlich in die Tüte der Nachbarin ein Papierchen mit 26 Pfennigen für die Milch und binden ein halbes Pfund Zucker drauf — und der Milchreis ist fertig. Eine Tüte mit Backobst, mit frischem Obst, eine Flasche Süßmost oder -in Fläschchen Himbeersaft dazu erfreuen sicher «und and gute Zutaten, ebenso sind Konservenbüchsen mit Gemüse am Platz. Eine Frau brachte einmal eine Tüte selbstgesammelte, getrocknete Pilze, die mit Jubel begrüßt wurden. Wenn dpzu noch eine Büchse Milch kommt, -sst die Pilztunke bald fertig. In die Mehltüte stecken t)ir neben ein Stückchen Butter, das sich vielleicht 2 uch im Haushalt einsparen läßt, das Backpulver, Sewürze, Rosinen und etwas Zucker und 25 Pfen- ■ ige für zwei Eier. Auf die Tüte wird geschrieben: Ein Sonntagskuchen". Einer allein bräuchts nicht m geben, wenn es ihm zu schwer wird, dann hilft !'ie Flurnachbarin mit. Auch ein Päckchen Kakao ist iiin seltenes Blümchen auf dem Lebensweg für ianches Kind. Wer's besser kann, liefert eine Tüte Laffee. Denk nur einmal, wie gern du selber wel- wn trinkst! Außerdem gibts auch Fisch- und Fleisch- Qnserven. Es soll doch einmal was andres fein. Wir wollen mit der Pfundspende neben wirt- thaftlicher Erleichterung auch Freude ins Haus Gingen und jeder soll merken: wir geben es gern! .^arum putzen wir auch alles nett aus in ein auf- !2hobenes buntes Papier mit einem hübschen Bünd- cien um die graue Tüte, einem grünen Zweiglein n die Saftflasche, wie es unsere Phantasie eingibt, las läßt auch bei der bescheidensten Gabe den (impfängqr fühlen: Wir stehen einer für den andern und wollen f-lfen, nicht nur nach Kräften mit unferm Geldbeutel, sondern auch mit dem Herzen. Frida Aisch. Vornoiizen Tageskalender für Samstag. Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr „Moral". — Glo- nu-Palast, Seltersweg: „Patrioten". — Lichtspiel- lius: „Die unentschuldigte Stunde". — Evangelische (itadtmission, Löberstraße 14: 15 und 20.30 Uhr horträge. — Reichsbund der Kinderreichen, Kreis- wschnitt Gießen: 20.30 Uhr Cafe Leib Großkund- ( bung; Redner: Dr. Paulmann, Kassel. — Ober- IorischMe im Straßenbau in Oberhessen. „Das Baujahr 193J der Straßenbauverwaltung für die ehemalige Provinz Oberhessen hat wiederum sehr erfreuliche Fortschritte im Ausbau und bei der Unterhaltung der Straßenzüge gebracht Bei diesen Arbeiten ist auch dem Wirtschaftsleben in unserer engeren Heimat ein bedeutsamer Ansporn gegeben worden, der sich in dem Arbeitseinsatz in zahlreichen Betrieben der Steinindustrie und an den Arbeitsstätten bei d§n verschiedenen Baustellen gut auswirkte. Insgesamt konnte die Straßenbauver- waltung der einstigen Provinz Oberhessen die ansehnliche Summe von drei Millionen Mark durch ihren Haushalt für 1937 für die verschiedensten Bauarbeiten dem Wirtschaftsleben zuführen. Don dieser Summe entfallen auf die Reichsstraßen rund 1330 000 Mark, auf die Landstraßen erster Ordnung rund 1 Million Mark und auf die Landstraßen zweiter Ordnung rund 700 000 Mark. An Ausbau-, Umbau- und Erneuerungsarbeiten wurden im einzelnen folgende Leistungen vollbracht: Reichsstraßen: Zwischen Laubach und Schotten 1,4 Kilometer Kleinpflaster: zwischen Schotten und Gedern 1,8 Kilometer Kleinpflaster; zwischen Laubach und Freienseen 3,9 Kilometer Asphaltbeton, zwischen Schotten und Gedern 9,8 Kilometer Asphaltbeton^ zwischen Laubach und Freienseen 2 Kilometer Kur- oenumbau; zwischen Schotten und Gedern 800 Meter Kurvenumbau. In der Ortsdurchfahrt Rieder- Florstadt wurde ein Brückenneubau durchgeführt. In der Nähe von Alsfeld wurden 600 Meter Stra- ßenverlegung mit Kleinpflasterherstellung geleistet. Landstraßen erster Ordnung: Zwischen Gießen und Steinbach 6,3 Kilometer Verbreiterung in Kleinpflaster; in der Nähe von Echzell 2,5 Kilometer Kleinpflaster; zwischen Büdingen und Rinderbügen 3 Kilometer Kleinpflaster; zwischen Grünberg und Röthges 1,8 Kilometer Oberflächen-Ueberzug. Landstraßen zweiter Ordnung: Kreis Alsfeld: Straßenverlegung in Gemarkung Windhausen; Straßenregulierung zwischen Eudorf—Berfa; Böschungsregulierungen, Durchlaßherstellung zwischen Gontershausen und Haarhausen. Kreis Büdingen: Kurvenregulierung bei Pferdsbach. Fahrbahnverbefferung in Ortsdurchfahrt Heuchelheim Kreis Friedberg: Kurvenumbau zwischen Schwalheim—Dorheim. Kurvenumbau in Ortsdurchfahrt Harheim. Kreis Gießen: Herstellung einer Oberflächen- fchutzfchicht in Großen-Linden = 200 Meter. Herstellung einer Oberflächenschutzschicht zwischen Lich— Garbenteich-500 Meter. Herstellung einer Oberflächenschutzschicht zwischen Langsdorf—Bettenhausen - 2500 Meter. Verbreiterung von zwei Brücken zwischen Lich und Albach. Verbreiterung von einer Brücke in Arnsburg. Kreis Lauterbach: Herstellung eines Oberflächenüberzuges in Lauterbach. Kurvenumbau zwischen Fleschenbach—Freiensteinau. Kurvenumbau und Verbreiterung in Ortsdurchfahrt Crainfeld. Herstellung von Pflaster in Herbstein. Kreis Schotten: Herstellung einer Asphalt- betondecke zwischen Schotten—Rudingshain - 2,727 Kilometer (Rennstrecke). Straßenverbreiterung Unter-Seibertenrod—Stumpertenrod. hessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brandplatz. Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 12 bis 12.45 Uhr, 5. Morgenveranstaltung, Gedenkfeier der Wehrmacht am Totensonntag; 19 bis 21.15 Uhr: „Uta von Naumburg". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Patrioten". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die unentschuldigte Stunde". — Evang. Stadtmission (Loeberstraße 14): 15 und 20.30 Uhr Vorträge. — Verein ehemal. 116er Gießen: 13.10 Uhr 21 ntreten Kameradschaftsheim zur Weihe des Gedenksteines. — Arbeitsgemeinschaft Gießener Soldatenkameradschaften: 13.30 Uhr Antreten am Liedigdenkmal zur Weihe des Krieger- Ehrenmals auf dem Neuen Friedhof — Offiziers- verein Gießen 1914: 14.30 Uhr Teilnahme an der Weihe des Ehrenmals. — Artilleristen-Kamerad- schaft 1895 Gießen: 13.10 Uhr Antreten „Hessischer Hof" zur Teilnahme an der Denkmalsweihe. — Oberhessischer Kunstverein: 11 bis 13 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brandplatz. Skadlthealer Gießen Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend zum letztenmal die Aufführung der Komödie „Moral" von Ludwig Thoma. Spielleitung Hans Geißler. Bühnenbild Karl Löffler, Diese Vorstellung findet gleichzeitig für die KdF.-Miete Gruppe I (4. Vorstellung) statt. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen, auch Samstag nachmittag, von 17 bis 18 Uhr. Beginn 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr. Am Sonntag, 21. November, findet die 5. Morgenveranstaltung der Spielzeit „Gedenkfeier der Wehrmacht am Totensonntag" unter der Leitung des Standortältesten Gießens statt. Die Gedenkfeier bringt die „Egmont"-Ouvertüre, Chöre, Märsche, Vorlesung aus Kriegsbüchern. Es wirken mit: das Musikkorps des JR. 116 unter Leitung von Musikmeister Wohlfahrt, Offiziere und Mannschaften der Garnison Gießen. Platzmieter auf allen Plätzen 25 Pfennig. Hitler-Jugend und BDM. erhalten aus den Ausweis des Theaterrings Karten zu 25 Pf Wir machen darauf aufmerksam daß die Morgenveranstaltung um 12 Uhr beginnt, Ende 12.45 Uhr. — Am Abend Wiederholung „Uta von Naumburg", Schauspiel von Felix Dhünen. Spielleitung Dr. Erich Schumacher. Die Vorstellung beginnt um 19 Uhr, Ende 21.15 Uhr und findet außer Miete statt. Montag, 22. November, Anfang 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr, Theaterring der Hitler-Jugend, 3. Vorstellung, „Der Wildschütz", Komische Oper von Lortzing. Kein freier Kartenverkauf. 3X5(5. „Kraft durch Freude". , Theatervorstellung. Samstag, den 20.11.1937, im Stadttheater Gießen „TNoral", 'Lustspiel von Ludwig Thoma. Karten zu 90 Pf. und 1,— Mark sind auf der Kreisdienststelle erhältlich. 7613D Volksbildungsstätte. handharmonikakurs. Es können sich noch Teilnehmer für chromatische und diatonische Instrumente anmelden. Beginn für diatonische Handharmonika Mittwoch, den 24.11. 1937, 20 Uhr, Goetheschule. Zeichenkucs. Der erste Kurs beginnt in zirka 10 Tagen. Es können sich noch einige Teilnehmer für diesen Kurs anmelden. Kosten: 10 Doppelstunden 5— Mark. Sportamt 3X5(5. „Kraft durch Freude". Am Sonnabend, dem 27. November, 20.30 bis 21.30 Uhr, beginnt im Universitäts-Reitinstitut, Brandplatz, unser Ski-Trockenkursus für Männer und Frauen. DAF.-Gebühr für 5 Unterrichtsstunden 3— Mark, Normalgebühr 4,— Mark. In der Kur- susgebühr ist die Benutzung der Schneeschuhe einbegriffen. Anmeldungen werden auf dem Sportamt der NSG. „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18, entgegengenommen. 7617D Großvater Schwalb-Mainzlar 90 Jahre alt. ■ ‘-SV; X'>. - W;:t X . */*»,■ * Mainzlar, 20. Nov. Am morgigen Sonntag kann der älteste Einwohner unseres Ortes, Landwirt Ludwig Schwalb (genannt „Herms Dpa") in seltener geistiger und körperlicher Frische seinen 9 0. Geburtstag feiern. Der hochbetagte Mann, der sich im Hause noch sehr nützlich zu machen versteht und unermüdlich bei kleinen Arbeiten in Haus und Garten hilft, erfreut sich im ganzen Dorfe großen Ansehens. Zur Feier seines Geburtstages werden ein Sohn, vier Töchter, sieben Enkelkinder und sieben Urenkelkinder seiner gedenken. Der Jubilar weiß noch sehr anschaulich und interessant zu erzählen, insbesondere aus jener Zeit, da er als Fuhrmann mit eigenem Gespann in Oberhessen, im hessischen Hinterland, an den Rhein und an den Main fuhr und bis in die 80er Jahre hinein damit sein Brot verdiente. Er erzählt gerne davon, wie er die heuwagenhoch beladenen Holzkohlenfuhren (die andere ''Fuhrleute nur ungern übernahmen) aus den Wäldern von den Köhlern in die Hüttenwerke von Sieg und Dill brachte, wie er 1866 einmal mit einer Getreidefuhre nach Siegen unterwegs war, weil dort das Brot wegen Sperrung des Güterverkehrs knapp geworden war und wie er auf dieser Fahrt von den Preußen mit dem Bajonett hart angegangen worden war, bis er sich mit einem Schein des Kreisamtes ausweisen konnte. Er erlebte die Nacht mit, in der im Kriege 1866 die Bayern Frankfurt, räumten und am andern Morgen die Preußen Einzug hielten. Noch manches, andere hat er in feiner Erinnerung gut bewahrt und erzählt gerne davon. NG -Lehrerbund Kreis Gießen. Mittwoch, 24. November, 17.30 Uhr, im Sing- faal des Realgymnasiums Kreisversammlung der Fachschaft II (Höhere Schule). Vortrag des Herrn Rektors Siegfried: „Der Wehrgedanke in der Schule". Gäste willkommen! „Patrioten." Gloria-Palast. Frühjahr 1918. Der deutsche Fliegerleutnant Peter Romann wird bei einem nächtlichen Angriff mit V nem Bombenflugzeug von französischen Flakdat- Icien abgeschossen, wird verwundet, kommt aber rrit dem Leben davon, rafft sich auf, flieht, wirft b'S Uniform weg, als er eine Vogelscheuche findet, irit deren Fetzen er sich bekleidet, entgeht einer Greife von Feldgendarmen und bleibt endlich, nach D»Ien Stunden, völlig erschöpft auf der Landstraße iiyen. Da kommt eine französische Fronttheatertruppe m t zwei Autos dahergefahren; unter den Schnupf elern befindet sich ein junges Fräulein namens tn&refe, die sieht den jungen Menschen und glaubt oum ersten Augenblick an, den habe — so sind ihre dienen Worte hernach — der liebe Gott für sie 1 Bitten auf die Straße gelegt. Therese besiegt alle Aiiderstände sie setzt durch, «daß Peter mitgenom- mi-n wird, sie pflegt ihn, sie sorgt für ihn, fie'bringt hi dahin, daß er (auf ein Weilchen) seine Flucht- libanfen vergißt, sie verschafft ihm einen falschen Z ß, sie rettet ihn vor der Gendarmerie und dem mißtrauischen Ortskommandanten, sie bringt ihn so- lot in das kleine Ensemble, das da in einem toppenneft hinter der französischen Front vor den ilus Theater spielt. Aber während der Vorstellig, gerade in Peters lächerlich armseligen Zwi- t°natt=2Iuftritt mit der Mundharmonika, dröh- Kfi plötzlich schwere Einschläge, bellen die französi- jäsen Flaks: Fliegeralarm! Die Deutschen sind wie- da und greifen an: Peters Kameraden. Der flickt mit den andern im Keller, und während Eierefe in Angst und Sorge und Liebe sich an ) schmiegt, denkt er in dem Heulen und Krachen e schweren Bomben immer nur das eine: Flucht r jeden Preis, heim — an die Front, zum Ge- twader zurück. Es gelingt ihm an ein paar s itsche Gefangene heranzukommen, die in dem Ort reifen, und mit ihnen die Flucht zu verabreden, über der Tenor der Truppe, dem der Fremde längst rldächtig war, findet ein deutsches Geldstück von 3dter und wittert sofort Spionage Therese, jäh er- h'eckt 'unb verstört, greift noch einmal ein und llLhrt von Petör die ganze Wahrheit: daß er fein Spion ist. aber ein deutscher Offizier auf der Flucht iiiöie Front zurück. Nun sind atie Masken gefallen, lai’i nun tut sich der Konflikt auf zwischen der Liebe zu (rem Menschen und der Liebe zum Vaterlande — p: en wie drüben —, der Konflikt, vor dem es kein tisroeidjen gibt und keine Kompromißlösung im ßi ne eines konventionellen happy end Therese ti3 „ihren" Gefangenen melden, dessen verzweifelte Flucht abermals mißlingt. In einer großen, hochdrämatischen Szene vor dem französischen Kriegsgericht geht es auf Tod und Leben, da die Anklage gegen Peter auf Spionage lautet. Aber Therese setzt sich mit aller Kraft und Leidenschaft ihres großen und reinen Gefühls für Peter ein, und das Kriegsgericht ist menschenkennerisch und ritterlich genug, zu spüren, was hier Wahrheit und was Verleumdung ist: man glaubt dem Angeklagten auf sein Wort als Offizier und spricht ihn von'der Anklage der Spionage frei; er wird in ein Gefangenlager gebracht. Und einmal wird der Krieg zu Ende sein. — Es kann sich hier kaum um die Ueberlegung handeln, ob das alles im Frühjahr 1918 wirklich so geschehen ist; im Frühjahr 18 hat es sich um andere, größere Entscheidungen gehandelt, nicht um das Schicksal zweier Menschen allein. Aehnliche Fälle hat es gewiß im Kriege gegeben, und wesentlich scheint uns, daß in diesem Film, den PH. L. M a y r i n g und Felix Lützkendorf nach einer Idee von Karl Ritter geschrieben haben, zwei lebendige und starke Gefühlsströme sichtbar gemacht, gegeneinandergestellt und in ihrer entscheidenden Ueberschneidung auf eine saubere und anständige Weise von einander geschieden werden. Das hat der Spielleiter Karl Ritter ausgezeichnet herausgearbeitet; er hat der Fabel eine mitnehmende innere wie äußere Spannung gegeben und ein feines Gefühl bewiesen für Stimmungen und Schauplätze Der Fliegerangriff, Absturz und Flucht, die eigentümliche Schmieren-Atmosphäre des Fronttheaters, das Etappenmilieu, das Kriegsgericht — das ist alles van einer umittelbar zu empfindenden Richtigkeit und Wirklichkeit. — Dem Stil und Niveau der Inszenierung entspricht, die Darstellung in diesem Film genau. Mathias Wieman gibt den Leutnant Thomann in einer Form, die bestechend an seinen Generalstäbler im „Unternehmen Michael" erinnert: knapp, männlich, anständig in jeder Regung; sehr überzeugend dabei das immer Sprungbereite und Gehetzte im Wesen dieses Mannes, auch die große Willensanspannung, die all seine Gedanken und fein Handeln bestimmt. Wunderbar einfach und überzeugend gibt die B a a r o v a das Mädchen Therese; sie ist mit jeder Rolle die der deutsche Film ihr gab, natürlicher, gelöster und menschlicher geworden; die zärtlich-mütterliche Haltung dieser jungen Liebenden, ihre Hingabe und Tapferkeit beherrschen die stärksten Szenen dieses Films. In der Theatertruppe heben sich zwei glänzend gesehene Figuren heraus: die Körber als die freche, kokette, mit instinkthafter Witterung begabte Suzanne, und Dahlke, der Tenor Charles ein feiller Drückeberger, komödiantisch, intrigant und bösartig. — (Ufa.) Das Beiprogramm bringt neben der neuen Wochenschau einen guten Kulturfilm, einen Vorspann zu „Fanny Elßler" (Lilian Harvey) und, auf der Bühne, die zwei Elans mit einer schmissigen equi- libristischen Nummer. Hans Thyriot Gießener Giadttheaier. Noman Niewiarowicz: ,Lch liebe dich." Dies ist das Stück eines polnischen Autors, der zugleich, wie wir Horen, Schauspieler und Regisseur am Lemberger Stadttheater ist. Die Uebertragung von I. Horst ist bereits an zahlreichen deutschen Theatern gegeben worden. Die drei Akte ereignen sich in einer modernen europäischen Großstadt. Das Besondere an den drei Akten ist, daß nicht mehr als zwei Personen mitspielen. Ein solches Minimum an darstellerischem Aufwand hat es zwar schon früher gegeben, sogar auch in ernsthafteren Zusammenhängen, aber es gibt dem Stück immerhin seine eigene Note und seinen Reiz. Was außerdem noch mitspielt, ist unwichtig, nur telephonisch erreichbar oder glatt erlogen. * Gin junger Amerikaner verliebt sich in eine junge Dame. Da er feine normale Gelegenheit findet, ihr seine Liebe zu erklären, wendet er eine für unsere Verhältnisse ungewöhnliche Methode an: er tut ihr auf einem Wohltätigkeitsfest ein Schlafpulver ins Glas und entführt fie, die feinen Widerstand leisten tann, in ein einsames, aber komfortables Weekend- Haus, wo sie wieder zu sich kommt und erfährt, daß sie hier gefangen bleiben werde, bis sie sich entschließen könne, seine Liebe zu erwidern. Eine weniger romantische als gewalttätige Liebeserklärung. Natürlich ist es klar, daß noch vor dem dritten Vorhang das entscheidende Wort gefallen sein muß, sonst wäre es kein Lustspiel. Der Zuschauer ist also, aus Erfahrung, weniger auf das Ergebnis dieses „Matchs" an sich gespannt als darauf, wie der Autor über die drei Akte hinüberkommt. Er kommt und er macht es mit leidlichem Anstand. Er denkt sich allerlei aus, z. B. läßt er das arme Wesen hungrig dem Frühstück des jungen Herrn zuschauen, von dem sie natürlich nichts nehmen will. Er ist ein Schuft, das steht fest, aber innerhalb von drei Akten muß sie den Schuft lieben, das steht auch fest. Also müssen sie behutsam, Schritt für Schritt, einander genähert werden Der wichtigste Schritt ist ein Trick des jungen Herrn Percy, auf den die kleine Eva glatt hereinfällt: er wird „krank", muß von ihr gepflegt werden und diktiert ihr sogar sein Testament. Die Amerikaner sind zu allem fähig. * Als sie aber den Betrug entdeckt hat, geht sie zum Gegenangriff über, häut ihn ihrerseits übers Ohr und zahlt mit gleicher Münze: mir ein Schlafpulver — dir ein Schlafpulver. Ein drolliges Liebespaar. Als Percy am Morgen unter den Radioklängen der amerikanischen Nationalhymne erwacht, ist bereits der dritte Akt angebrochen und Eva verschwunden. Keine Angst, gleich ist sie wieder da, und jetzt hat sie Oberwasser, macht mit ihm ungefähr das gleiche wie er mit ihr: erster Akt mit vertauschten Rollen, großer Krach, große lieber« raschung, große Liebe, Verlobung, diesmal endgültig, ohne Schlafpulver, dafür mit Dvppelkabine nach USA. — Herr Löffler hatte für alle drei Akte einen eleganten, geschmackvoll und zweckmäßig eingerichteten Weekendraum geschaffen. Herr K ü'h n e führte Regie; er wandelte das Leitmotiv „I love you" durch alle möglichen Spielarten einer schwerelosen Unterhaltung ab und konnte sogar für ein paar Augenblicke einen leisen Äammerspielton anklingen lassen. * Als Eva stellte sich die neuverpflichtete Sentimentale Helga Retschy vor, sehr frisch, sehr jugendlich, sehr beweglich Angegeben an das Abenteuer. Rein theatralisch konnte sie sich kaum eine ergiebigere Rolle wünschen: sie umfaßt von damenhafter Entrüstung und mädchenhafter Sprödigkeit bis zur unverstellten Liebeserklärung ein großes Register. Ein hübscher Anfang. — Für'Herrn Lindt war der Percy wie gemacht: Liebhaber in allen Gestalten, wenn auch mit dem unerschütterlichen Yankee-Englisch, das auf allen Bühnen und in allen Filmateliers zur Umgangssprache gehört. Er machte es reizend und wußte viele Tonarten für die eine Grundmelodie der drei Akte- ich Hebe dich. Für sehr freundlichen Beifall konnte sich mit bei- ben Darstellern auch der Spielleiter bedanken. Hans Thyriot. 6ochfd)u1nad>rtcbfen Professor Dr. Gustav Neckel, Ordinarius für germanische, insbesondere nordische Philologie an der Universität Göttingen, ist in gleicher Di«>nst- eig"nschaft an die Universität Berlin berufen worden. Aus -en Gießener Gerichtssälen. Oie Haustafel der NSDAP. Als der Reichsorganisationsleiter Dr. Ley im April des vergangenen Jahres die Neuorganisation der Partei in Zellen und Blocks anordnete, verfügte er gleichzeitig, daß in jedem deutschen Hause zur Unterstützung der Zellen- und Blockleiter eine für das ganze Reich einheitliche Haustafel anzubringen sei. Die Haustafel hat die Aufgabe, Mittler zwischen allen im Hause wohnenden Volksgenossen und den örtlichen Dienststellen der Partei und ihrer Gliederungen zu sein. Auf der Tafel sind die Anschriften und Dienststunden der zuständigen Ortsgruppe der Partei, der DAF., und NSV. sowie die Namen und Sprechzeiten des für das Haus verantwortlichen Blockleiters der Partei und der Blockwalter der DAF. und NSV. verzeichnet. Der untere Teil der Tafel ist für wichtige Mitteilungen der Partei und ihrer Gliederungen bestimmt und bietet so die Möglichkeit, allen Volksgenossen auf schnellstem Wege alles Wissenswerte aus der Bewegung bekanntzugeben. Der obere Teil der Tafel zeigt-das Hoheitszeichen der Partei und weist mit der Inschrift: „Volksgenossen, braucht Ihr Rat und Hilfe, so wendet Euch an die NSDAP.!" auf die oolks- betreuende Arbeit der Bewegung hin. Von den Hausbesitzern dürfte die Schaffung der Tafeln besonders begrüßt werden, da mit ihrer Anbringung das wilde Ankleben von Zetteln und Plakaten endgültig sein Ende gefunden haben wird. Die Tafeln sind 65X80 Zentimeter groß und aus besonderem Material sehr fest und dauerhaft gearbeitet. Für die Anbringung im Freien ist eine emaillierte Tafel geschaffen worden. Die Beschaffung der Tafeln ist über den zuständigen Blockleit^r der NSDAP, möglich. Mit der Anschaffung der Haustafel der NSDAP, wird die Bereitschaft der Hausbesitzer bewiesen, die Bewegung in ihrer volksbetreuenden Arbeit zu unterstützen, und die Tatsache bekundet, daß das jeweilige Haus unter der Betreuung der NSDAP, steht. WHW., Ortsführung Gießen-Nord. Am Montag, 22., und Dienstag, 23. November, wird im Bereiche der Ortsgruppe Gießen-Nord für den Monat November die Pfundsammlung durch- aeführt. Es wird darauf hingewiesen, daß für die Dauer des Winterhalbjahres nicht nur bei den Mitgliedern des Lebensmittelopferringes, sondern auch bei allen anderen Volksgenossen die Pfund- fpende erhoben wird. Als Spenden sind vorwiegend erwünscht: Mehl, Hülsenfrüchte, Graupen, Nudeln, Makkaroni, Zucker, Grieß, Wurstwaren und Konserven. Selbstverständlich werden auch alle änderen Pfundspenden entgegengenommen. WHW. Ortsgruppe Gießen-Güd. Am Montag, 22. Nov., Dienstag, 23. Nov., und Mittwoch, 24. Nov., findet im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd die Pfundsammlung durch die NS.-Frauenschaft statt. Es wird während der Dauer des WHW. 1937/38 nicht nur bei den Mitgliedern des Lebensmittel-Opferringes, sondern bei allen Volksgenossen die Pfundsammlung durchgeführt. Als Spenden sind vorwiegend Mehl, Hülfenfrüchte, Graupen, Nudeln, Zucker, Grieß, Wurstwaren Konserven erwünscht. Selbstverständlich werden auch alle anderen Pfundspenden entgegengenommen. Die Einwohnerschaft wird gebeten, die Spenden bereitzuhalten. BOM.-Üntergau 116. Betr. Leistungsabzeichen. Sonntag, 21. November, treffen sich die Mädel, die das Zielwandern mitmachen wollen, pünktlich um 11 Uhr am Ludwigsplatz. Dienstags von 18.30 bis 19.30 Uhr wird im Volksbad für das Leistungsabzeichen geschwommen. Die Untergausportwartin. LM.-Untergau 116, Gießen. Achtung, Jungmädel! Wir sammeln am Samstag, 20. November, in allen Standorten des JM.-Untergaues Kinderwäsche für das Winterhilfswerk. Diese Aktion ist reichseinheitlich festgesetzt und nur von den Jungmädeln durchzuführen. Die JM.-Gruppenführerin- nen sind für die Sammlung verantwortlich. Sie beginnen überall am Samstag um 14 Uhr. In einer feierlichen Form werden die Sachen den Ortsamtswaltern der NSV. übergeben Die IM.-Untergauführerin kommt zur Kontrolle in die Standorte. Die Gruppenführerinnen machen bis zum 24. November einen genauen Bericht mit der Anzahl der gesammelten Gegenstände an den IM.-Untergau. Die Jungmädel von Gießen treten am 20. November um 14.45 Uhr am Brandplatz mit Wagen und Körben an. Besprechung der JM-Gruppenführerinnen. Am Montag, 22. November, kommen alle JM.- Gruppenführerinnen um 19 Uhr zu einer Besprechung auf die Dienststelle des Untergaues. Anschließend Theaterbesuch. Von der Universität. Von der Pressestelle der Ludwigs-Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der Führer und Reichskanzler hat den Dozenten Lic. Erich Vogelsang zum ordentlichen Professor für Kirchengeschichte in der Theologischen Fakultät der Universität Gießen und zum Direktor des Kirchengeschichtlichen Seminars ernannt. „Ein Abend in Grinzing." Man berichtet uns: Am Samstag'hatte die Sektion Gießen-Oberhessen des Deutsch-Oesterreichischen Alpenvereins ihre Mitglieder und Freunde, wie alljährlich, zu einem Fest eingeladen. Der Saal, schön geschmückt, die Getränke (echter Tiroler), die Kleidung, die Stimmung und die Musik, alles hatte den Charakter eines rechten Alpenfestes. Die Einleitung dieses frohen Abends bildete ein kleines Gesangs- und Tanzstück, das in Form einer Operette einen „Abend in Grinzing" mit lustigen Liebesverwicklungen darstellte. Schöpfer und Hauptdarsteller dieses frohsinnigen Spieles war Herr Karl Kleine Strafkammer Gießen. Gestern wurde die Berufung des K. Hassel aus Frankfurt a. M., zur Zeit in Strafhaft in Preungesheim, gegen ein Urteil des Amtsgerichts Vilbel, welches wegen fortgesetzten Betruges auf 1 Jahr 6 Monate Gefängnis lautete, vor der Kleinen Strafkammer verhandelt. Der Angeklagte, der schon erheblich, u. a. auch mehrfach wegen widernatürlicher Unzucht vorbestraft ist, hatte Anfang d. I. wegen eines Magenleidens im Krankenhaus zu Vilbel Aufnahme gefunden. Dort verstand er es in kurzer Zeit, sich durch allerlei großsprecherische Redensarten das Vertrauen der anderen Patienten zu gewinnen. Er gab sich u. a. als Träger des Goldenen Parteiabzeichens und Inhaber des Blutordens aus. Als eines Tages die Rede auf Motorräder kam, behauptete er eineyi kauflustigen Stubennachbar gegenüber, er sei Eigentümer einer BMW.-Maschine, Modell 33 und wolle diese verkaufen. Der andere ging auf den Leim. Ein fester Preis wurde nickst vereinbart. Es vergingen kaum ein paar Tage, als der Angeklagte den Käufer schon um 20.— RM. anging, die an- «auf das Motorrad verrechnet werden sollten. ngeklagte erhielt diesen Betrag auch. Kurze Zeit später wurde er entlassen und begab sich nach Frankfurt. Dort erschien er wiederum nach kurzer Zeit bei dem Bruder des Käufers und bat diesen um 5.— RM., da er nichts zu essen habe. Auch diese sollten auf den Kaufpreis angerechnet werden. Nachdem auch dieses Geld alle war, pumpte er den Bruder wieder um 2.— RM. an mit dem Bemerken, die Maschine stehe fahrbereit in Frankfurt und er benötige diese Summe nur zum Tanken von Brennstoff. Die Maschine ist natürlich nie vorge- ührt worden. Dies hinderte den Angeklagten jedoch nicht, nochmals um weitere 30.— RM. bei dem Käufer vorstellig zu werden, der nun mittlerweile auch aus dem Krankenhaus entlassen war. Da ihm lies nicht gelang, verschwand er auf Nimmerwiedersehen. Der Geschädigte ging daraufhin der Sache nach und erstattete Strafanzeige. Es wurde fest- gestellt, daß das Motorrad überhaupt nicht existierte. In der gestrigen Hauptoerhandlung versuchte der Angeklagte zur Begründung seiner Berufung dem Gericht einen langen Roman aufzutischen. Er erklärte u. a., er habe tatsächlich im Jahre 1934 in Kassel von einem ihm kaum dem Namen nach bekannten Manne aus Hannover eine BMW.-Maschine gekauft und 400.— RM. darauf bezahlt. Er mußte jedoch zugeben, daß er mehrere Jahre lang nichts von der Maschine gehört habe, und auch zu der fraglichen Zeit kein anderes Motorrad an der Hand hatte. Er habe aber angenommen, er könne diese Maschine noch bekommen und habe sie dem Geschädigten in gutem Glauben angeboten. Den ersten Betrag habe er von dem Zeugen nicht als Anzahlung für die Maschine verlangt, sondern um einem guten Freund einen Strafbefehl zu bezahlen. Dies sei dem Geschädigten genau bekannt gewesen. Weiterhin habe er in Frankfurt eine Maschine an der Hand gehabt, die sich jedoch als fahruntüchtig herausgestellt habe. Den zweiten Pumpversuch habe er nur deshalb unternommen, um mit dem Geld nach Kassel zu fahren und sich nach dem Verbleib der Maschine zu erkundigen. Abgesehen davon, daß ihm das Gericht seine Einlassung nicht im geringsten glaubte, war auf Grund der eigenen Angaben des Angeklagten der Tatbestand des Betruges schon gegeben, weil er zugestandenermaßen damals nicht über eine Maschine verfügte. Im übrigen sagten die Zeugen übereinstimmend unter Eid aus, daß sie ihm das Geld nur mit Rücksicht auf das demnächst zu erwartende Luft, dessen klare Tenorstimme in drei verschiedenen Rollen den großen Festsaal des Gesellschafts- Hauses füllte. Herr Luft wurde gut und humorvoll ergänzt durch den lustigen „Bumbke" (Herrn Steuerwald), und auch die jungen Damen des Vereis konnten durch ihre rhythmisch-kostümschönen Tänze wesentlich zum Gelingen des Abend beitragen. Eine besondere Attraktion stellte das „Abseilen" einiger waagehalsiger Mitglieder dar. Anfang und Ende bildete das schöne Grinzing-Lied, zum Schluß stoch einmal in harmonischem Duo von Frl. Wohlfahrt und Herrn Luft vorgetragen. Danach löste ein wiegender Tanz den anderen ab. Der echte Tiroler brachte immer mehr Stimmung unter die „Dirndl und Buan". Die frohen Anhänger des Hochtouristen-Sportes blieben bis in die Morgenstunden in -freudiger Stimmung beisammen. Giehener Dochenmarktpreife. * Gießen, 20. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, Vi kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse B 11, ausländische, Klasse A 11X, Wirsing, >•> kg 8 bis 12 P ., 50 kg 7 bis 8 Mark, Weißkraut, X kg 5 bis 6 P., 50 kg 4 bis 5 Mark, Rotkraut, 54 kg 7 bis 12 Pf., 50 kg 7 bis 9 Mark, gelbe Rüben, Vi kg 8 bis 9 P ., Karotten 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 18, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat, 1/io 10, Tomaten, % kg 15 bis 20, Zwiebeln 8 bis 9, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 1. Sorte 3,45 Mark, 2. Sorte 3,25, 3. Sorte 3 Mark, Aepfel, Vi kg 10 bis 18 Pf., 50 kg 10. bis 18 Mark, Birnen, kg 8 bis 15 Pf., Nüsse 40 bis 50 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1,05 Mark, Enten 1 bis 1,10 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 50, Endivien 8 bis 12, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15 Pf. ♦ ♦* B i s auf weiteres keine Schweinemärkte. Der Oberbürgermeister gibt bekannt, daß 'roegen der Gefahr der Übertragung der Maul- und Klauenseuche bis auf weiteres keine Schweinemärkte in Gießen stattfinden werden. ** Perpachtung eines Chriftbaum- Verkaufsplatzes. Die Stadtverwaltung Gießen schreibt die Verpachtung des Christbaum-Ver- Motorrad gegeben hätten. Infolgedessen kam das Gericht zu der Ueberzeugung, daß der Angeklagte nicht eine Milderung der Strafe verdiente, sondern im Gegenteil mit der ganzen Schärfe des Gesetzes angepackt werden müsse, und es verwarf die Berufung auf Kasten des Angeklagten. Ebenfalls ohne Erfolg blieb die Berufung des H. M. aus Bad-Homburg, der vom Amtsgericht Friedberg wegen fahrlässiger Körperverletzung zu. einer Geldstrafe von 40.— RM. verurteilt worden war. Die Berufung beschränkte sich allerdings hier van vornherein auf das Strafmaß. Der Angeklagte war im Januar d. I. mit einem Lastzug von Friedberg nach Hungen unterwegs. Beim Passieren der Ortsstraße von Berstadt beachtete er ein dort angebrachtes Varfahrtszeichen nicht und prallte dadurch mit einem entgegenkommenden, vorfahrtsberechtigten Personenwagen zusammen. Die Folge war, daß der Personenwagen einige Meter fortgeschleift wurde und sein Lenker Schulter- und Rückenverletzungen davontrug. In der gestrigen Hauptver- höndlung stellte sich heraus, daß der Angeklagte, trotzdem er Berufsfahrer ist, nicht die einfachsten Verkehrszeichen beherrscht, eine Tatsache, die der Vorsitzende mit Recht als im höchsten Maße erschütternd bezeichnete. Mit Rücksicht darauf kam natürlich eine Ermäßigung der Geldstrafe nicht in Betracht. Die Berufung wurde daher zurückgewiesen. Amtsgericht Gießen. Der A. R. aus Ostheim war durch amtsgerichtlichen Strafbefehl in eine Geldstrafe von 60 RM. genommen worden. Auf feinen Einspruch kam die Sache zur Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht. Der Angeklagte war im Juni d. I. durch den Viadukt am Oswaldsgarten, von Heuchelheim herkom- mend, gefahren. Er wollte darauf nach links in die Kirchstraße einbiegen. Infolge feiner großen Geschwindigkeit war er nicht mehr Herr über seinen Wagen und prallte mit einem ihm entgegenkommenden, vorschriftsmäßig fahrenden Personenkraftwagen zusammen, wobei zum Glück nur L>ach- chaden entstand. Der Angeklagte gab zu feiner Ent- chuldigung an, es fei ihm ein Infekt ins Auge gelogen, so daß er für einen Augenblick die Herr- chaft über den Wagen verloren habe. Das Gericht glaubte jedoch dem Angeklagten diese Einlassung nickst, und zwar mit Rücksicht darauf, daß er dies in der Hauptverhandlung zum erstenmal behauptete, während er unmittelbar nach dem Zusammenstoß dem anderen Kraftfahrer gegenüber feine Schuld zugegeben und diesen auch veranlaßt hatte, den Wagen auf feine Kosten nach der Opelvertre- tung zur Reparatur zu bringen. Das Gericht erhöhte infolge seines Leugnens die Strafe von 60 auf 70 Reichsmark. * Gestern hatte sich die E. R. aus Gießen wegen Körperverletzung vor dem Amtsgericht zu verantworten. Die Angeklagte hatte am 22. Mai d. I. in ihrem Garten etwas zu tun. Sie mußte dabei einen Gartenweg passieren, welcher aber durch die Verletzte, die sich mit einer anderen Hausbewohnerin unterhielt, versperrt war. Trotzdem drängte sich die Angeklagte an den beiden vorbei und versetzte, um besser durchzukommen, der Zeugin, die noch dazu hochschwanger war, einen Stoß, so daß diese gegen den Baum flog. In der gestrigen Hauptverhandlung behauptete die Angeklagte, sie habe bei dem Vorbeigehen die Verletzte nur ganz wenig berührt. Die Beweisaufnahme ergab jedoch, daß der Stoß recht erheblich war. Das Urteil lautete unter Zubilligung mildernder Umstände auf 15 RM. Geldstrafe. kaufsplatzes am Städtischen Verwaltungsgebäude an der Gartenstraße aus. ** Arbeitsjubiläen bei Poppe & C o. Am heutigen Samstag können die Arbeitskameraden Ludwig Jammer aus Garbenteich und Heinrich Nebeling aus Burkhardsfelden auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma Poppe & Co. zurückblicken. Beide Kameraden haben sich das Vertrauen der Firma und der Gefolgschaft erworben. Bei dem heute stattgefundenen Betriebsappell wurden ihnen von der Firma, sowie von der Gefolgschaft Ehrengaben überreicht. * * 82 Jahre alt. Am morgigen Sonntag, 21. November, wird der frühere Friedhofsarbeiter Johannes M a g e l, Lindenplatz ' wohnhaft, in guter Rüstigkeit 82 Jahre alt. Der altt Herr war 40 Jahre lang bei der Stadt Gießen beschäftigt davon 20 Jahre als Friedhofsarbeiter. Wir gratulieren! * * Die Allgemeine Ortskrankenkasse für Stadt- und Landkreis Gießen macht darauf aufmerksam, daß die Beiträge für Oktober bis zum 25. November noch ohne Kosten bezahlt werden können. * * Frische Gartenhimbeeren im November übermittelte uns heute Frau Som - merlad aus ihrem Garten in der Marburger Straße von einem Himbeerbufch, der in diesen Tagen noch zum zweiten Male in diesem Jahre reife Früchte trug. * * Novemberwanderung des V H C. Gießen. Man berichtet uns: 70 VHC.er sammelten sich am vorigen Sonntag am Bahnhof zur gemeinsamen Wanderung. In Garbenteich verließen wir den Zug und wanderten zunächst auf her Landstraße bis zur Ueberbrütfung der Autobahn, wo Halt gemacht und der rege Autoverkehr beobachtet wurde. Das nächste Ziel waren die Mengelshäuser Deiche mit dem Fürstenbrunnen, idyllisch in den Wald gebettet, auch in der trübsten Jahreszeit ein lohnendes Wanderziel. Die mit der Gegend besonders vertrauten Führer schlugen nun den Weg zum Pfahlgraben ein und führten die Wanderer auf diesem nach Kloster Arnsburg, wo die erste Rast gehatten wurde. Bei strahlendem Sonnenschein durchwanderten wir am Nachmittag das schöne Gottesackertal. In Lich war die Schlußrast. Im frohen Zusannnenfein mit den Mitgliedern des VHC. Lich schwanden die Stunden schnell dahin, und bald wurde zum Aufbruch für die Heimfahrt gemahnt. Aus der engeren Heimat. Bayerischer Volkstumsabend in Leihgestern. * Leihgestern, 16. Nov. Ein bayerischer Volkstumsaoend, der am vergangenen Samslug- abeni) als KdF.-Veranstaltung im „Löwen" stail- fand, war ein voller Erfolg. Während die Trachtenkapelle der bayerischen Landsmannschaft Franksurt- Nied und die Plattlerabteilung der bayeri|chen Landsmannschaft Offenbach ihrem Fachamtsleiter ein Ständchen brachten und in ihren Bayerntrachten mit der Gamsseder an den Hüten mit Musik durch unsere Ortsstraßen zum „Löwen" marschierten, hatte sich der große Saal bereits gefüllt. Der Fachamtsleiter der Landsmannschaften im Gau Hessen-Nassau, Pg. Gg. Heß, eröffnete den Abend und begrüßte bejonbers den Vertreter des ©014= wartes der NSG. „Kraft durch Freude", Pg. Sommer aus' Frankfurt, und den Kreiswalter der NSG. „Kraft durch Freude" des Kreises Wetterau, Pg. Wenzel, sowie alle übrigen Volksgenossen. Mit stürmischem Beifall wurden die Dar- bietenben begrüßt. Der Leiter der bayerischen Landsmannschaft Offenbach brachte zum Ausdruck, daß sie gerne der Einladung ihres Gaufachamts- letters nach Leihgestern gefolgt seien, um auch den Oberhessen einmal ein Stuck echtes bayerisches Volkstum zu zeigen. Darauf eröffnete die Kapelle das Programm mit dem schnedig gespielten bayerischen Avanciermarsch. Nachdem noch der Vertreter des Gauwartes, Pg. Sommer, über die Eingliederung der Landsmannschaften .in die NSG. „Kraft durch Freude" und ihre kulturellen Aufgaben gesprochen, das Sieg- Heil auf den Führer ausgebracht hatte und die deutschen Nationallieder verklungen waren, fand das Programm in reichhaltiger Abwechslung feinen Fortgang. Ob es die unermüdliche Kapelle war, die mit ihrem Können aufwartete und mit ihrem schneidigen Rhythmus die Volksgenossen im Saale immer wieder zum Schunkeln anregte, ob es die „Buam" und „Dirndl" mit ihren Schuhplattlern, oder die beiden Seppll mit ihren Handharmonikas waren, die auf ihren Instrumenten über ausgezeichnetes Können verfügten, immer wieder brausten Beifallsstürme aus dem Saal zur Bühne herauf, die ihren Höhepunkt fanden, als der Vvrplattler der bayerischen Landsmannschaften im Gau Hessen-Nassau, • Fritz Richinger und Frau mit ihren Solotänzen aufwarteten und dann noch ihre beiden Sprößlinge ihre neuesten, vom Vater eingeübten Plattler tanzen ließen. Ein von der Plattlerabteilung gut und sicher gespieltes bayerisches Volksstück „Da kannst nichts machen, als lachen", hat feine Wirkung ebenfalls nicht verfehlt. Nachdem in der Pause auf Wunsch der Plattlerabteilung Offenbach die Sänger vom Gesangverein „Liederkranz", den die Offenbacher auf feiner diesjährigen Sängerfahrt gehört hatten, drei mit Beifall aufgenommene Lieder gesungen hatte, begann der zweite Teil des Programms. Jetzt gab es kein Vorhangziehen mehr, die Verbindung zwischen Saal und Bühne war hergestellt. Der im Saale hergerichtete Stehbierstand für bayerisches Bier wurde eröffnet, schmucke Dirndl boten den Volksgenossen ihren „Enzian" und ihre „Salzbrezeln" an, selbst der Mann mit den „Radis" fehlte nicht. Tanzeiv- lagen der Plattlerabteilung, Liederpotpourris von der Kapelle gespielt, wo bei den „luftigen Holzhacker- Buam" und ,,a' Hofbräuhaus" fröhlich mitgefun» gen und geschaukelt wurde, hielten die Leihgestemer bis in die späten Nachtstunden zusammen. Die Reihen lichteten sich erst, als die Musik gegen 2 Uhr das „Muß i denn" anstimmte. Mit dem Rufe „Kommt bald wieder", verabschiedeten sich die dankbaren Leihgestemer von den fleißigen Landsmannschaften. Sie hatten ein Stück ihrer Heimat — echtes bayerisches Volkstum — gezeigt. Landkreis Giefzen. 00 Klein-Linden, 18. Nov. In einer Mitgliederversammlung des Geflügelzuchtver- eins wurde st. a. beschlossen, am 8. und 9. Januar 1938 eine örtliche Werbegeflügelschau abzuhalten. — Infolge Unterstützung durch die Gemeinde und Bereitstellung von Dritteln aus eingegangenen Lese- gelbem konnte die hiesige Volks- und Schü- lerbücherei. eine Anzahl neuer Bücher anschaffen. Die Zahl der Bände ist damit auf 558 gestiegen. #21 Ikendorf (L a h n), 16. Nov. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr veranstaltete einen kameradschaftlichen Abend. Feuerwehrhauptmann Karl Schupp hieß die zahlreichen Gäste willkommen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Aufführung zweier Theaterstücke, die großen Beifall fanden. Eine gute Musikkapelle unterhielt mit ausgezeichneten Darbietungen. V Watzenborn - Steinberg, 18. Nov. Der hiesige Gesangverein „Jugendfreund" feiert im nächsten Jahr fein 5 0 jäh» r i g e 5 Bestehen. Die Jubiläumsfeier soll am 5. und 6. Juni (Pfingstfeiertage) stattfinden. Das Fest wird mit einem Kommers in der Volkshalle eröffnet, bei dem die Kapelle Schleuse mitwirken wird. Außerdem soll zur Jubiläumsfeier ein großes Chorwerk für Chor und Orchester einftu« diert werden. Die vier Gesangvereine des Ortes haben ihre Mitwirkung zugesagt. # Mainzlar, 16. Nov. Die Gau filmst eile der NSDAP, veranstaltete im Parteilokal Müller zwei Filmvorführungen, die insbesondere für die Betriebsgemeinschaften der Didier- Werke und der Firma Rinn & Cloos (Daubringen und Staufenberg) gedacht waren. Beide Vorstellungen waren gut besucht. Zur Auffühmng gelangte der Film „Der Vogelhändler". gfs. Harbach, 18. Nov. Am Pflichtabend der Frauenschaft sprach hier Frau Wrede aus Gießen über das große Aufbauwerk des Führers, das auch das gesamte Frauenschaffen umfaßt im Deutschen Frauenwerk. Sie erklärte die Ausgaben der einzelnen Arbeitsgruppen und forderte die Frauen auf, mitzuhelfen, jede an ihrem Platz. Sie betonte, daß alle diese Arbeit auf rein fraulichem Gebiet nur von Frauen geschafft werden muß, und daß die Ueherlastung der einen ober anberen nur behoben werben kann, wenn alle sich einreihen und LMJJU 1 MW 31 r.Q !, Das Radiowunder - und dorh nur RM. 196. Schwundausgleich (voll wirksam), automatische Trennschärferegelung, Leucht-Amplimeter, Stumm-Abstimmung . . . und keine Rückkopplung mehr zu bedienen, also wirkliche Einknopfabstimmung. Der Empfang: reichhaltig und sicher. Der Klang: groß und echt (mit Baßanhebung) • Wechselstrom: 166.50 + 29.50 - RM. 196.— m. R. • Allstrom: 184.— 4- 29.— — RM. 213.— m. R. (ohne Gleichrichter-R.) KÖRTiriG- » nevum 38 <■ E R G . M . B . H . K • DIETZ & R Wirtschaft. gut besucht. kreis Alsfeld. 135 Kreis Wehlar. Orte nur tnenii 0,722 5,694 62,22 48,95 11,25 63,83 57,27 15,23 8,701 2,476 0,724 5,706 62,34 49,05 11,27 63,95 57,39 15,27 8,719 2,480 0,721 5,694 62,22 48,95 11,25 63,83 57,25 15,23 8,696 2,474 0,723 5 706 62,34 49,05 11,27 63,95 57,37 15,27 8,714 2,478 Buenos Aires . Brüssel....... Rio de Janeiro Solen........ Kopenhagen... Danzig....... London ...... HelsingforS.... Paris........ Holland...... Italien....... aufgesetzt auf 140, 4,5proz. Krupps unv. 99,50, von Stadtanleihen Pirmasens nach Pause 98,50 (98,75). Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M-, 19. Nou. Auftrieb: Großvieh 1796 (gegen 1657 am letzten Markt vom ll.Nov.), darunter 314 (316) Ochsen, 210 (191) Bullen, 954 (818) Kühe, 318 (332) Färsen. Kälber 403 (505), Härnrnel und Schafe 63 (132), Schweine 203 (187). Notiert wurden je 50r Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 42 bis 45 (44 bis 45), b) 40 Hs 41 (40 bis 41), c) 36 (36), d) 29 (—); Bullen a) 42 bis 43 (41 bis 43), b) 39 (38 bis 39, c) 34 (34); Kühe a) 40 bis 43 (42 bis 43), b) 36 bis 39 (35 bis 39), c) 26 bis 33 (28 bis 33), d) 15 bis 25 (17 bis 25); Färsen a) 42 bis 44 (41 bis 44), b) 39 bis 40 (36 bis 40), c) 33 bis 35 (29 bis 35), d) 25 (—). Kälber a) 62 bis 65 (63 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 47 bis 50 (45 bis 50), d) 32 bis 40 (35- bis 40). Härnrnel b2) 43 bis 48 (44 bis 50), c) 38 bis 42 (—); Schafe a) 33 bis 41 (32 bis 45), b) 25 bis 30 (—), c) 16 bis 17 (—). Schweine a) 54 (54), bl) 54 (54), b2) 54 (54), c) 53 (53), d) — (50), Sauen gl) 54 (—). Marktverkauf: Großvieh, Kälber und Schweine zugeteilt. Härnrnel und Schafe ' Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe Der zuletzt vefchlosjenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 o H. Groß-Felda, 18. Nov. In den hiesigen Staatswaldungen wurde jetzt mit der Holzhauerarbeit begonnen. Es wird erheblich mehr Holz gefällt, als in den früheren Jahren. Eine Anzahl Volksgenossen wird damit auf längere Zeit Beschäftigung finden — In unserer Gemeinde wurden für das Winterhilfswerk Zentner Kartoffeln abgeliefert. <> Wißmar, 16. Nov. In unserem ____ wurde dieser Tage eine Unterbann-Führerschulung der H I. durchgeführt. Die Hitler- Jugend verband damit die Veranstaltung eines Dorfgemeinschaftsabends, zu dem alle sich bereit erklären, in Opferbereitschaft und Pflichterfüllung mitzuhelfen. Die Frauen folgten den Ausführungen mit lebhafter Dankbarkeit. Der Abend war sehr gut besucht. gfs. Inyeiden, 18. Nov. Der Reichsmütterdienst im Deutschen Frauenwerk beendete hier einen Kursus im Nähen und Flicken mit einem fröhlichen Dorfgemeinschaf t s a b e n d. Außer den Teilnehmerinnen waren die Frauenschaft, das Frauenwerk und zahlreiche Gäste^anweseyd. Fräulein Haas aus Friedberg, die den Lehrgang leitefe, dankte den Teilnehmerinnen für das ihr geschenkte Entgegenkommen, wodurch eine erfolgreiche Zusammenarbeit gewährleistet war. Eine Menge kleiner Aufführungen unterhielt die Anwesenden, so daß der Abend allen in bester Einnerung bleiben wird. gfs. Bellersheim, 18. Nov. Handarbeit und Heimgestaltung, das war das Thema, über das Frau Schliephake aus Gießen am Pflichtabend der Frauenschaft hier sprach. Die Vortragende verstand es, durch praktische Beispiele aller Art das Interesse der Frauen zu wecken, und lebhafter Beifall zeigte am Schluß, wie sehr solche Abende auf dem Lande willkommen sind. Der Abend war Einwohner eingeladen waren. Der Abend brachte ein reichhaltiges Programm. — Jetzt wurden die von den Landwirten für das Winterhilfs- iü e r f gestifteten Kartoffeln auf dem hiesigen Bahnhof verladen. Von Wißmar wurden 140, von Krofdorf 100, von Salzböden 85, von Launsbach L0 und von Odenhausen über 70 Zentner Kartoffel angeliefert. Die Gemeinden Launsbach und «Salzböden lieferten außerdem noch 750 Pfund Kraut. nur wenig Äenderung auf. Von Provinzanleihen gingen Oberhessen auf 139 (139,50) zurück. Im Freiverkehr erhöhten sich Wiederaufbauzuschläge auf Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 19. Nov. Die Zurückhaltung der Kundschaft gegenüber dem Aktienkauf ließ auch die heutige Börse in sehr ruhiger Haltung verkehren. Das wenige Geschäft lag fast ausschließlich bei der Kulisse, die kleine Eigengeschäfte nach beiden Seiten oornahm. Obwohl die Kurse am Aktienmarkt nicht einheitlich und angesichts des kleinen Geschäfts vorwiegend etwas niedriger lagen, war die Grundtendenz weiterhin recht widerstandsfähig. Größere Abweichungen als durchschnittlich 0,25 bis 0,75 v. H. kamen auf das Konto der Marktenge. Schwächer verkehrten jedoch Kaliaktien bei Rück- B bis 2 o. H. Gedrückt waren außerdem enburger Zellstoff mit 141 (143,50), ferner ermäßigten sich Allg. Lokal & Kraft auf 148,50 (150) und Reichsbank auf 210,50 (211,50). Montanaktien lagen unter kleinen Schwankungen vorwiegend behauptet. Hoesch exkl. 4,5 v. H. Netto- Dividende 119,75 (124,50), Verein. Stahl 114,50 bis 114,90 (114,65), Mannesmann 117,75 bis 118,13 bis 118 (118), Deutsche Erdöl 144,50 (145). JG.- Farben lagen still und 0,50 y. H. niedriger mit 158,50. Am Elektromarkt gingen die Abweichungen nicht über 0,25 bis 0,50 v. H. hinaus, nur Siemens nannte man 2 v. H. niedriger mit 206. Im einzelnen notierten anfangs Westdeutsche Kaufhof mit 58 (58,50), AG. für Verkehr mit 132 bis 131,50 (131,50), Daimler Motoren mit 137,50 (137,75) und Holzmann mit 154 (153,50). Der Rentenmarkt war weiterhin freundlich und die Kurse nahezu unverändert, Altbesitzanleihe etwa 131, Kommunal-Umschuldung 94,90, Städte- Altbesitzanleihen 133,50 bis 134. Für Pfandbriefe hielt die Nachfrage unvermindert an. Bei Gold- Pfandbriefen wurden Franks. Hyp. mit unverändert 99,75 zu 20 v. H., Rheinische mit unverändert 100 zu 50 v. H. repartiert. Liquidationspfandbriefe, Kommunal-Obligationen und.Stadtanleihen kamen unverändert zur Notiz. Auch Staatspapiere wiesen 81,90 bis 82 (81,75). Abendbörse behauptet. Die Abendbörse nahm auf allen Gebieten einen ruhigen Verlauf, da der Auftragseingang aus dem Publikum weiterhin schwach war. Jedoch war die Haltung gegenüber Der herrschenden Unlust nach wie vor widerstandsfähig und die Kurse überwiegend behauptet. Vereinzelt zeigte sich aus Der Börse heraus etwas Interesse. Mit Aufmerksamkeit verfolgt man Die laufenden deutsch-englischen Unterhaltungen. Montanaktien notierten völlig unverändert, Buderus 122,50, Harpener 174, Ilse Genuß 137, Rheinstahl 147,50, Verein. Stahl 114,50 bis 114,65, nur Deutsche Erdöl 0,40 v. H. abbröckelnd auf 144,50. JG.-Farben lagen mit 157,75 (158) nicht ganz gehalten, Scheideanstalt unv. 258, Bem- berg 0,25 v. H. freundlicher mit 142,50. Dost Maschinenwerten erholten sich Rheinmetall um 0,75 v. H. auf 145,75, Demag lagen 0,50 v. H. höher mit 147. Sonst notierten u. a.: Gesfürel unv. 147,75, Licht & Kraft unv. 151,50, Schuckert unv. 169,50, Holzmann unv. 153,50, Conti Gummi unv. 190, Elektr. Lieferungen 0,25 v. H. höher mit 129,75, Südd. Zucker plus 0,50 v. H. mit 205,50. Am Rentenmarkt wurden Oberhessen Provinz 1 o. H. her- Zwei Güterzüge zusammengestoßen. Zwei Tote und sechs Verfehle. Lpd. Ma i n 3, ‘ 19. Nov. Die Pressestelle der Reichsbahndirektion Mainz teilt mit: „Arn 19. November gegen 9 Uhr stießen im Bahnhof Mommenheim (Rheinhessen) der Strecke Odenheim— Undenheim die Güterzüge 8844 und 8843 z u - Üximmen. Der Zug 8844 hat infolge des dichten Nebels eine Haltetafel überfahren und ist V/rdurch auf den noch im Bahnhof Mommenheim rangierenden Güterzug 8843 gestoßen. Der Gepäckwagen des Zuges 8844 wurde durch den Zusammenprall in die Höhe gehoben und geriet Äurch den Heizofen des Wagens in Brand, der leDorf) bald gelöscht werden konnte. Der sich in dem Gepäckwagen befindliche Zugführer Müller aus Badenheim und der Zugschaffner Klesy aus Gau-Algesheim, beide bedienstet im Hauptbahnhof Mainz, wurden getötet. Sechs weitere Bedienstete erlitten Verletzungen und mußten in das Krankenhaus eingeliefert werden. Lebensgefahr begeht für die Verunglückten nicht." Japan...... Jugoslawien Oslo....... Wien....... Lissabon.... Stockholm .. Schweiz.... Spanien.... Prag....... Budapest... Neuyork.... Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurs Schluß! Mittag- börse Schluß» kurö Schluß?. Abend börse Schluß- kurs Schluß!. Mittag. börse Datum 18.11. 19.11 18-11. 19 11 Dalum 18.11- 19-11- 18-11. 19.11. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1931 *y2% Deutsche Neichsschahanwei- sungen von 1935 . ......... 101,65 99,6 99 105,13 100,25 100,65 99,65 131 139,5 9^,5 101,5 98,9 134,25 99,75 99 101,6 111,25 131,5 80 129,25 211,5 118,5 123 114,13 101,65 99,6 99 105,13 100,65 99,65 131 140 99,5 101,5 99 98,9 134,35 99,75 99 101,65 111,3 131,5 80 81,25 129,25 210,5 118,5 122,75 114,13 Devise 101,65 99,5 99,6 99 104,9 100.13 100,75 99,65 131,13 99,75 99 134,6 100 131,25 127 79 81 129,4 211,5 134,25 118,5 123 114,13 nmartt 101,65 99,65 99,6 99 104,9 100,25 100,75 99,65 131,25 140,5 99,75 99 134,65 100 131,5 128,5 79,75 81 129,5 211 134,25 118,5 122,75 114,13 Berlin Accumulatoren-Fabrik....... 14 Aschaffenburg Zellstoff........6 Bemberg...................O Bekula................. 8 143,5 142,5 168,5 122,25 166,5 190 137,75 145 258 163,25 130 152 158,5 132,25 148 140 174 124,5 153,5 137 120,4 121,75 95,5 118 159,5 147 232 147,13 129 151 170 205 114,65 58,5 120 149,5 31,5 141 142,5 168 122,5 166,25 190 137,5 144,5 258 162,5 129,75 151,5 157,75 132 147,75 140 174 120 153,5 137 117,5 122 95,75 118,13 147 147,5 128,5 150,25 165 169J) 205,5 114,65 58 118 148,9 31 231 143 142,75 167,75 122,5 190 137,5 118,75 145 163 130,25 151,75 158,25 132,75 147,75 174 124,5 153,25 160 • 137 120,75 121,25 157,75 127 118 159,75 109 232,75 147,4 128,75 151 166,5 170,25 95,75 208 205.4 114,5 58 120,5 147,5 230 141,5 142,65 167,75 123,13 190 137 119 144,9 162 130 151,25 158 131,75 147,75 48,75 174 120,4 153,75 160 137 117 121,75 156,5 125,9 117,9 160 145 108 232,4 127,5 147,75 129 150,5 165 169,5 95,5 205,5 206 114,5 58 117 148,5 31 "Deutsche Reichsschatzanwei- sungen von 1935, II. ftolge ... 4%% Deutsche Retchsichatzanwei- jungen von 1936, III. Folge .. 6y2% Doung Anleihe von 1930 .. 4*4% Hessische Volksstaat von 1929 4*4% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... BuderuS Elsen............... 5 Gement Heidelberg........... 7 Cement Karlstadt............6 Conti Gummi.............. 12 Daimler Motoren.......... 6'/, Dessauer GaS ............... 4 Deutsche Erdöl..............5 Deutsche Gold- und Silber.... 9 Deutsche Linoleum..........io Elektrische Lieferungen........6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. G. Farben-Industrie.......7 Felten & Guilleaume.........6 Gesfürel.................... 7 Th. Goldschmidt.............6 Gritzner Maschinen........... 0 Harpener.................8% Hoesch Elsen...............8*/2 Philipp Holzmann........... 8 Ilse Bergbau................6 Ilse Genüsse...............6 Kall Aschersleben............4 Klöcknerwerke ............. 4% Kokswerke und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer.................. 6 Mainkraft............ 4 Mannesmann.............4 /t Mausfelder Bergbau......... 7 Metallgesellschaft.............6 Orenstein & RoWel..........O Rheinische Braunkohle....... 12 Rheinische Elektro............6 Rheinstahlwerke..............6 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 RütgerSwerke............. 7 Salzdetfurth Kalt............6 Schuckert L Co...............7 Schultheis Patzenhofer........4 Siemens & Halske...........0 Süddeutsche Zucker.......... 10 Bereinigte Stahlwerke......ix/i Westdeutsche Kaufhof......... O Westeregeln Alkali.......... 4 Zellstoff Waldhof............6 Otavi Minen...............0,6 — Frankfurt a Bl. | rsr^^ W = >, < 4 4 ß *a«*MW - S - L WW8M f f - W^X.; >1 Dies ist das Fachgeschäft für Sie MAGNUS Der Optiker IhresVertrauens Seltersweg 33 • Fernsprecher 3608 Lieferant aller Krankenkassen Gehen Sie nicht vorüber, ohne sich meine sorgfältige Auswahl anzusehen in Bestecken, Stahlwaren und Waffen Seltersweg 30, Fernsprecher 3369 REINIG das fast 100 Jahre bestehende Fachgeschäft Eigene Reparaturwerkstätte größten Leistung verpflichten zur Gießener Geschäfte von Ruf und Klang werben um Ihr Vertrauen Drogerie Winterhoff Kreuzplatz Qualität und Preis sind ausschlaggebend! Tragen Sie den guten Nord-West-Schuh , Also beim Schuhkauf zum Schuhhaus Waldschmidt Blockstraße 2, Ecke Seltersweg Fernruf 2435 Der Salon für den Herrn Der Salon für die Dame Die Parfümerie für jeden Geschmack Richard Koch Seltersweg 63. Herren- u. 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MOESER Tabakwaren-Klein- und Großhandel Seltersweg 38 und Filialen Das Fachgeschäft für Reiseartikel und feine Lederwaren Kinderwagen • Sportartikel Eigene Werkstätte für Sattlerei und Polsterei BERTHOLD KÜHNE Gegründet 1798 f(0nzVogf$Co Bürobedarfshaus lir. 2H viertes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffenj Samstag, 0 November I05Z •-< I UU MH * * K ( > ♦ HH 1 w >4 - x. Friedhof — Krafiquell der Seele Feierstatt der Seele darstellt. Novemberstimmung. — (Aufnahme: E. Hase, Frankfurt a. M.) sie wird Linderung erfahren durch die pietätvolle Erinnerung an Gutes und Schönes, das von dem Leben jener Lieben ausging für das eigene Werden und Gedeihen. Und ganz besonders die dankbare Erinnerung an Vater und Mutter wird zu einem neuen Kraftquell der Seele werden, der weit hinaus wirken wird im Leben und Kämpfen des Trägers dieses kostbaren Elternerbes. Lebensbeispiel würdig sein mag als Ansporn für die Kommenden. Und welche erhabene Sprache zu unserer Seele reden erst die schlichten, kleinen Gedenktafeln auf den letzten Ruhestätten der Gefallenen, die im Weltkrieg oder im Kampf um unser erneuertes.Deutschland, um das Dritte Reich ihr blühendes Leben Hingaben für die Gemeinschaft unseres Volkes! Mit Recht sieht unser Volk diese Stätten als heilige Wallfahrtsorte aller deutschen Menschen an. Aus diesen Gräbern steigen Erinnerungen in uns Lebenden aus, die teuer sind, die wir immer aufs neue als ernste Verpflichtung für unser Wirken und Handeln empfinden müssen. In diesen Toten begegnen gerade die Aelteren jenen guten Kameraden,' mit denen sie einst treu zusammenstanden im Einsatz für unser Volk und unser Reich, mit denen sie Schulter an Schulter schwere, aber große Zeiten kämpfend und opfernd erlebten. Beim Verweilen an diesen Gräbern werden längst versunkene Jahre mit all ihrem Auf und Ab wieder lebendig, klingen Akkorde in den Herzen an, die jeden einstigen Kampfgefährten bis ans Ende seiner Tage erfüllen werden und in denen der gute Kamerad, der bereits im ewigen Schlafe ruht, immer fortlebt. Die eindringlichste Sprache zum Herzen aber geht von der Gruft aus, in der man den Vater oder die Mutter, die Frau oder den Mann, ein eigenes Kind, Bruder oder Schwester, den besten. Freund oder einen selbstlosen Helfer in mancher Bedrängnis, des Lebens ruhen weiß. Da wird vielleicht manche Wunde des Herzens erneut aufbrechen, aber gA wjp? -t Wer den Friedhof s o sieht und s o auf sich wirken läßt, der wird immer gerne seine Schritte dorthin lenken. Er wird dort eine der schönsten Stätten finden, die seinen Lebensweg durch Sturm und Not licht und freundlich machen. Freund Hein wird zwar auch gelegentlich im Kreise der Gedanken auftauchen, aber er wird nicht den Schrecken der Seele und des empfindsamen Gemüts durstellen, sondern er wird angesehen werden als ein selbstverständlicher Teil des Daseins, mit dem man sich in aller Ruhe und mit getrostem Herzen bekannt macht, der aber die seelische Erbauung eines Ganges zu den Gräbern nicht zu mindern vermag. Der Friedhof ist aber beim rechten Schauen und innerlichen Erfassen nicht nur eine seelische Stärkung, sondern er bildet auch, wenn er gärtnerisch gut angelegt ist und sorgsam gepflegt wird, eine Freude für das Auge. Unsere Gießener Friedhöfe können nach dieser Richtung hin den Besuchern schöne Erholungsstunden bereiten. Erfreulich ist es weiterhin, daß neuerdings auch in den kleinen. Orten viel mehr Liebe und Sorgfalt als früher auf die gartenkünstlerische Gestaltung der Ruhestätten verwandt wird, weil man auch dort erkannt hat, daß ein schön ge- 4|en Menschen leben in ihren Werken fort. Aus ! hvn Werken können wir Lebenden nicht etwa nur i en Erfolg jenes Schaffens, sondern auch Größe i es Geistes. Erhabenheit der Gesinnung und viel ! ßoime mitfühlender Herzen erkennen. Diese Er- I eiritnis soll uns allen nacheifernswerte Beispiele , irimferen Lebensweg erschließen Und diese Auf- i\i der Namen auf jenen Gedenksteinen, die an .Jfitr Herz, an unsere geistige Haltung, wie auch an 1 |ji“e Gesinnung gerichtet sind, wollen wir uns fite vor Augen halten, damit dereinst auch unser Ein Spaziergang über den Friedhof ist manchen Menschen mindestens eine langweilige, oft sogar inangenehme, ja auch unheimliche Angelegenheit. 1 enn es gar nicht anders geht und keinerlei pas- snde Ausrede an der Hand ist, gehen sie allen- Ms zu einer Trauerfeier dorthin. Um dann nach- M desto hartnäckiger diese Stätte zu meiden, die dich bei rechter Einstellung jedem viel zu geben I HU. Meist sind es junge Menschen, die in großem | 5Dgen um diesen Platz der Ruhe und des Friedens hAumgehcn: sie meinen vielleicht, mit Freund Hein | r ch menschlichem Ermessen noch lange nicht auf Du rt) Du zu stehen, also auch keinen Anlaß zu haben, i fg dort aufzuhalten, wo der Gedanke an ihn* im- : n-r etwas starker im Vordergründe steht als sonst ir Leben. Aber auch manche ältere Leute scheuen ; dii Weg dorthin und sagen, wenn man sie bei ge- 1 gbener Gelegenheit nach dem Grunde fragt, sie kirnen immer noch früh genug zu dieser Stätte; 1 al® warum schon vorher mehr als- unbedingt not- Mndig dort weilen? Beide Teile sehen eben den ' Fnedhof nur von einer Seite her an, sie bewerte ihn ganz unzutreffend nur unter dem Gesichts- jranft der Endstation des menschlichen Lebens. Ihnen temmt nicht der Gedanke, daß dieses irdische Reich i)( Toten auch den Lebenden vieles geben und bedeuten kann, daß sie sich dort in der Stille diese Gottesackers neue seelische Kraft für den Lebe stampf holen können, daß er Entspannung ge- Mlhrt für mancherlei Fesseln und Hemmungen, mit fccien man sonst nur schwerer fertig zu werden ver- trug. Jene Menschen mögen einmal unter diesem (Siianfen über den Friedhof gehen, sie werden dein empfitiben, daß sie allerlei an innerer Be- retherung von dort mitnehmen in.ihren Alltag. * November- und Totenfeststimmung über den Gräben ist zwar anders für die Regungen des Ge- liiics als Heller Sonnenschein, herrliches Grün der Pi »ne, leuchtende Farbenpracht üppig blühender A men, .vielstimmiger Gesang der Vögel. Und doch istider Friedhof auch jetzt schön und eine stärkende nr ft für den seelisch aufgeschlossenen Menschen. >ic stumme und doch so beredte Sprache der Pmbsteine übt ihre Wirkung auf die besinnlich ge- ilirimten Besucher aus. Sie lesen auf den Denk- itiiiern die Namen von Männern und Frauen, die »«leicht auch auf ihrem eigenen Lebensweg mit- zschritten sind, oder sie. werden durch sie an Taten ur. Leistungen erinnert, die das Wirken jener Mensch a nützlich, ja weit über das Grab hinaus zum 6>'en für unsere Volksgemeinschaft werden ließen. Tiart denke an manche Männer der Wissen- schft, deren Namen wir auf unseren Gießener Fr^dhöfen an den Grabsteinen lesen. Oder man leim seine Gedanken zurück auf das Wirken von nnern, die einst in unserer heimischen Wirtschaft iw führenden Posten standen und aus deren Ar- pei vielen Menschen Brot und Existenz erwuchs, i KU.'i wird dort auch oft an Menschen erinnert, die | ii Ihrem Leben gute Werke der Nächstenliebe voll- i lichten, die ihren Gemeinschaftsgeist durch Stif- : Inn en zum Besten hilfsbedürftiger Menschen be- I jn eten, manchem strebsamem jungen Talent den ' Se zum Erfolg und damit zum nützlichen Wir- :|en für unsere Volksgemeinschaft ebneten. Acherlich werden die meisten Friedhofsbesucher : nfircr Zeit, die an den Ruhestätten jener Männer 1 ul Frauen stehen, keine persönliche Bekanntschaft i ite ihnen gehabt haben. Oft künden diese Gedenk- | aiiin ja auch die Namen von Männern und ! innen aus Jahrzehnten, die schon längst in den i H«ß der Ewigkeit versunken sind Und dennoch I ot n jene Erinnerungen heute noch und sicherlich • iu|roiele weitere Jahre ihren großen Inhalt. Denn stalteter und gut gepflegter Friedhof eine erbauliche B. fflanbine seht sich durch Vornan von Lnn6-Joachim Freiherrn von Reihenstein Copyright by Carl Ouncker LBsiortsetzung. (Nachdruck verboten.) f d cktor Schrader stand an Lucienne Molnys Bett. ' '...lchre Absicht, mich zu trösten, in Ehren, lieber üAtor. Aber wollen Sie mir einen großen Ge- fallen tun?" Lieben, der in meiner Macht steht, gnädige fcocienne blickte ihn ungläubig an. „Sie machen Stonmente, Doktor? Ernsthaft, wollen Sie mir tfirläd) etwas Gutes tun?" .Der Patientin und Frau Lucienne Molny", f cti Doktor Schrader herzlich. Mo, dann sagen Sie mir, ob mein Gesicht wie- I e: m Ordnung kommt!" % Viktor Schrader gab sich Mühe, nicht verlegen z ^scheinen. „Das läßt sich doch jetzt noch nicht £ (hieben", sagte er. LSiitte, machen Sie keine Ausflüchte, Doktor. Ich r iU mit Ihnen ganz vertraulich sprechen. Sie sind nifjl der Mann, der Geheimnisse preisgibt. Sehen (Bi, ich bin nicht mehr jung. Ich liege hier und 3i tiirnrtere mir den Kopf, wie ich einen Kontrakt hemme, der meinem bisherigen entspricht. Der n tzr ermöglicht zu leben, wie ich es gewöhnt bin. ich weiß, daß mein Gesicht nicht mehr zu r ite: ist, dann mache ich mir deshalb keine Sorgen. 2kt löse ich meinen großen Apparat geschickt auf. I|- kostet inzwischen sonst meine letzten Pfennige, mich denkt kein anderer. Wenn ich die Sorgen n«;ai des Kontrakts nicht mehr habe, dann kann iitjnir hier, wo ich Zeit zum Nachdenken finde, liier gleich Sorgen um eine neue Existenz machen." itleiöig sah Doktor Schrader auf sie herab. Die 3vicöbie der schönen, alternden Frau rührte an Herz. .U|fo?" Lucienne strahlte ihn mit einem warmen LWsiln an. • Zy werde mit Professor Lambertz sprechen und LHe.i bann Bescheid geben. Ist das recht?" Sie sah enttäuscht aus. „Ehrlich, Doktor, wollen Sie den Chef um Erlaubnis fragen ober sich hinter ihm verschanzen?" „Ganz ehrlich: ich will alle Möglichkeiten noch einmal mit ihm erwägen, Heilungsmöglichkeiten und — andere. Und ich will und werde Ihnen die Wahrheit sagen, sobald ich sie genau weiß." — Und er sagte sie ihr. Am nächsten Tage kam er. So lange Zeit hatte er zum Ueberlegen gebraucht. Er hatte auch versucht, Professor Lambertz mit der Patientin sprechen zu lassen. Der aber hatte gemeint, das könne Schrader mit seinem liebenswürdigen Lächeln viel besser. Und überhaupt habe Schrader die Stimme, die der Arzt brauchte. Sein männlicher Bariton beruhig? nachweislich den unruhigsten Patienten. Da war nichts ^u wollen. Und so blieb es auf ihm sitzen. Er mußte Lucienne Molny sagen, daß ihr Gesicht nie wieder in Ordnung kommen würde. Es müßte entstellende Narben behalten, und der Nase würde keine Schönheitsoperation mehr helfen. Aber wie sollte er ihr das sagen? Er erkundigte sich, wer die Patientin besuche, wer dasein könne, um sie zu trösten. Und man sagte ihm, Verwandte habe sie anscheinend nicht. Am häufigsten besuche sie Fräulein Hertel. * Am Nachmittag saß Blandine Doktor Schrader an seinem Schreibtisch gegenüber. Kurz und sachlich setzte er ihr auseinander, um was es sich handele: wenn er Frau Molny jetzt darüber aufkläre, daß sie für immer ein entstelltes Gesicht behalten werde, wenn er der verwöhnten Frau und Künstlerin das antun müsse, dann solle jemand dasein, der sie gern hatte, sie verstand und trösten könne. „Frauen verstehen so etwas besser", meinte er. „Ich werde mir alle Mühe geben", sagte Blandine, und ihr zartes Gesicht rötete sich vor Eifer. „Ueberlegen Sie nun selbst, wie Sie es am besten machen wollen. Sie werden es schon wissen." Er erhob sich und wollte zur Tür gehen. Plötzlich trat er auf sie zu. Er blickte ihr warm in die Augen und reichte ihr die Hand: „Ich danke Ihnen, daß Sie mir helfen wollen." Ein warmes Glücksgefühl durchströmte Blandine. Das war wie einst: sie durste ihm helfen, bei feinem schweren Ringen um Leben und Glück seiner Patienten. Es war wie in ihrer schönsten gemeinsamen Zeit. Er stand vor ihr, groß, kraftvoll, männlich, und doch appellierte er an ihre Kraft. Wieder rief er alle Fähigkeiten und alles Streben wach, die in ihr schlummerten. „Also, wir haben uns verstanden!" Ihre Augen strahlten in die seinen. Sie nickte zustimmend. „Ich kann Mich ganz auf Sie verlassen?" „Wie immer", sagte Blandine. Ein seines Lächeln ging um seinen Mund. Er sah sie einen Augenblick warm an. Es war, als schätze er sie ab. Dann zog ein Schatten über sein offenes Gesicht: er dachte daran, wie sie mit Harry Engemann an ihm vorbeigefahren war. — Wahrscheinlich sah sie es letzt, nachdem das Unglück geschehen war, als ihre Pflicht als halbwegs anständiger Mensch an, die Frau, die sie betrogen hatte, zu trösten. „Sie sind eigentlich doch ein netter Kerl!" sagte er kopfschüttelnd. „Schade!" Dann ließ er ihre Hand los und ging. Als er eben die Tür wieder schließen wollte, drehte er sich noch einmal um: „Es wird wohl noch eine Zeitlang dauern, bis ich Sie rufen lasse. Dort liegen Zeitschriften und Bücher. Und" — er zog fein Zigarettenetui aus der Tasche — „rauchen Sie inzwischen?" Er jegte die geöffnete Zigarettenbox vor sie auf den Schreibtisch und ging. Blandine trat ans offene Fenster und träumte vor sich hin. Sie war glücklich. Restlos glücklich. Endlich hatte das Leben sie wieder zusammengeführt. Es durfte sie nicht wieder trennen Sie mußte dies Glück zu halten versuchen. Sie hatte niemals aufgehört, an ihn zu denken. Sie wußte heute, sie hatte niemals aufgehört, ihn zu lieben. Wenn er jetzt zu ihr sprechen würde wie damals, sie würde nicht mehr die Kraft haben, ihm etwas zu versagen. Sie trat an seinen Schreibtisch Zärtlich strichen ihre Hände über das Zigarettenetui. Sie drückte es an die Wange. Dann betrachtete sie es. Glattes Silber, ein Pferdekopf in der oberen Ecks. War er eigentlich Reiter? Das brauchte man zwar nicht zu sein, um ein Reiteremblem zu tragen. Aber das sah ihm nun wieder nicht ähnlich. So etwas mochte Greta Schade: mit Klubabzeichen und anderer Kantatenabend in der Lohanneskirche Wie die Choralbearbeitungen so ist das musi« kalische Gewand der Kantaten nur aus dem Text zu verstehen. Hier wurzeln die Bachschen Themen. Das kurze Orchestervorspiel der Kreuzstabkantate bringt gleich das aufsteigende Schmerzmotiv, mit dem dann auch der Solist beginnt. Es kehrt im Verlauf der Arie immer wieder, besonders in den Bässen. Man achte auch auf die Stelle: „da leg ich den Kummer auf einmal ins Grab", wo aus der Achtelbewegung Triolen werden und die Stimme herunter „ins Grab" finkt. Dieselbe Stelle kommt kurz vor dem Schlußchoral noch einmal In dem Rezitativ: „Mein Wandel auf der Welt ist einer Schiffahrt gleich", achte man auf die Wellenbewegung in den Celli, die sofort aufhört, wenn der Solist singt: „tret, tret ich aus dem Schiff". Die letzte Arie will mit ihren bewegten Figuren die Todesfreudigkeit ausdrücken. In der Kantate „Meinen Jefum laß ich nicht" verwendet Bach im Einleitungschor den Choral als Cantus firmus im Sopran, während die anderen Stimmen selbständig musizieren. Die Freude an Jesu deuten die schnellen Läufe der Instrumente an. Man beachte daraufhin die charakteristische Stelle: „Er ist meines Lebens Licht" Den „Todesschlag" in der Tenorarie: „Und wenn der harte Todesschlag" deutet Bach durch immer wiederkehrende Akkordschläge des Orchesters an. Dieses Thema geht durch das ganze Stück. In dem nachfolgenden Rezitativ finden sich, einzelne Worte illustriert, z B.: „Lauf", durch einen aufsteigenden Lauf der Tonleiter. Das Duett: „Entziehe dich eilends" ist für Bachs Darstellungskunst besonders charakteristisch. Die beiden Singstimmen folgen sich kanonisch in eilenden Figuren bis zu der Stelle: „So wird es in Jesum zufrieden gestellt". Der am Schluß stehende Chorchoral steht nun, im Gegensatz zum ersten Chor, im geraden Takt. die Kantate: „Ich armer Mensch" beginnt mit einer Tenorarie, in der das Niederdrückende der Sünde treffend geschildert ist. Singstimme und Orchester sind dabei gleichermaßen beteiligt. Jn der Arie: „Erbarm dich" fällt die bewegliche Bitte der Soloflöte, die die ebenso beweglich gehaltene Solostimme umspielt, auf. Von hoher Schönheit ist das Rezitativ: „Erbarm dich Jesu". Gehaltene Akkorde der Streicher begleiten die ruhig dahinschreitende Singstimme. Der Schlußchoral: „Bin ich gleich von dir gewichen" gibt gerade durch seine einfache und schlichte Haltung der Stimmung des Textes treffenden Ausdruck. Heinrich Blaß. Festlicher Abend des Tieichsmüllerdienstes. Der Krankenpflegelehrgang, den der Reichsmütterdienst in Gießen durchführte, beendete seine Abende mit einigen fröhlichen Stunden im U. C. Die Kreissachbearbeiterin, Schwester Elisabeth Müller, die den Kursus leitete, begrüßte die Schülerinnen und die Teilnehmerinnen früherer Kurse, die zahlreich erschienen waren. Gemeinsamer Gesang und Akkordeonmusik, von zwei kleinen Mädchen exakt ausgeführt, leitete über zu einem Vortrag von Fräulein Dr. B o e ck e r s über Kindererziehung. Die Rednerin wußte dieses an sich ernste Thema der fröhlichen Stunde anzupaffen, indem sie drollige Aussprüche aus Kindermund, kleine Erlebnisse und Geschichten zur Freude der Anwesenden erzählte. Nach der Kafseepause unterhielten Musik und Mundartgedichte die Gäste, und ein lustiges Kasperlspiel erntete großen Beifall. Zu später Stunde trennte man sich mit dem Versprechen, bald wieder einen so kameradschaftlichen Abend zu verleben. F. K. gegen z- Katarrhe «t Husten Heiserkeit Hauptniederlage: Jean Weisel. Gießen, Sonnenstraße ß. Tölen hon 3ks8 ..o,d Leute Wappenringen. Hatte sie übrigens bei ihr nicht auch etwas Aehnliches gesehen? Ganz in Gedanken öffnete sie das Etui und sann dabei weiter: richtig, solch ein silbernes Etui hatte auf Gretas Teetisch gelegen. Und es war eine Widmung eingraoiert gewesen: Seiner Greta ihr Dolfi. Hier war übrigens auch etwas eingraviert. Sie nahm die letzte Zigarette heraus, die auf der rechten Seite steckte, und las: Ihrem Günter feine Greta. Berlin, den 12. 1. 34. Blandine warf noch einen vergewissernden Blick auf den unendlich dumm aussehenden Pferdekopf aus Emaille. Ja, richtig, das war ihr damals bei Greta schon aufgefallen. Dumm und geschmacklos. Beschämt schlug sie die Hände vors Gesicht. Ein tiefer Schmerz fiel sie rein körperlich an. Und die heißen Tränen schossen ihr aus den Augen. * Blandine kam noch manchmal zu Lucienne in die Klinik. Aber sie wußte es so einzurichten, daß sie Schrader niemals traf. Sie durfte ohne Anmeldung Frau Molnys Zimmer betreten. Eines Nachmittags hatte sie .bereits die äußere schalldämpfende Stubentür geöffnet, um bei Frau Mollny einzutreten. Da hörte sie im Zimmer Schrader sprechen. Er schien sich gerade von der Patientin zu verabschieden In jähem Erschrecken faßte Blandine nach ihrem Herzen. Dann lehnte sie die Tür leise wieder an uifb floh den Gang hinunter. Sie stellte sich hinter einen großen weißen Schrank und verbarg sich so lange, bis Schrader aus dem Zimmer kam und bei einem andern Patienten wieder eingetreten war. Als es Frau Molny besser ging, beratschlagte sie oft mit Blandine und auch mit der praktischen Frau Hertel, wie man den teuren Haushalt verkleinern und verbilligen könne. Sie führte wieder einmal eines dieser Gespräche mit Frau Hertel, die an ihrem Krankenbett saß. „Lüdtke ist ein guter Chauffeur", sagte Frau Molny zögernd. „Bei ihm wäre das Unglück wahrscheinlich nicht passiert." „Ich werde, wohin ich komme, ein gutes Wort für ihn einlegen. Dann sind Sie ihn mit dem hohen Gehalt bald los." Lucienne sah sie dankbar an. Fortsitzung folgt Jugend und Hochschule. satz endgültig auf die verschiedenen Gaue neu verteilt. Dem Gau Hessen-Nassau wurde für den Landdienst Oberschlesien, für den Fabrikdienst die Bayrische Ostmark zugewiesen. Anfang Januar 1937 fand das vierte Gaueinsatzlager in Oberursel statt, in dem die Gruppenreferenten in Anwesenheit der Gaureferenten von Schlesien und der Bayrischen Ostmark für die neuen Aufgabengebiete geschult wurden. In wenigen Wochen leisteten die Einsatzreferenten und -referentinnen unseres Gaues vorbildliche Arbeit. Bereits Mitte Februar 1937 konnte der Gau Hessen-Nassau der Neichsstudeikten- führung melden, daß er trotz der kurzen Vorberei- tungszeit mit dreihundert Studenten und Studentinnen' am studentischen Einsatz teilnimmt. In den Sommerferien nahm der Gau Hessen- Nassau mit tausend Mann an der Erntehilfe teil. A!S Ausiauschschüler ms Dollarland Erlebnisse eines Teilnehmers am Das Glück, als Siebzehnjähriger nach Amerika fahren zu können, ist kaum faßbar! Eine Fahrt über den Atlantischen Ozean antreten, Neuyork sehen, sechs Wochen in der Stadt Cleveland am Erie-See als Gast einer amerikanischen Familie verbringen, die Bundeshauptstadt Washington besuchen, und mit dem in Cleveland gewonnenen „Austauschkameraden" wieder über den Ozean zurückkehren — klingt das nicht alles wie ein holder Traum? Und ist doch Wirklichkeit geworden! Denn, wie langsam auch die Wochen bis zur Abreise hinschlichen, endlich kam dennoch der ersehnte Nachmittag, an dem wir mit zwei Koffern in der Hand in Berlin auf dem Bahnhof «standen, um mit dem fahrplanmäßigen O-Zuge nach Hamburg unsere Reise in die neue Welt anzutreten. * Helle Sonne liegt auf dem Atlantischen Ozean. Ruhig fährt'unsere „Neuyork" ihres Weges. Kaum ist eine leise Dünung zu spüren. Dennoch hat die Seekrankheit schon einige unter uns gepackt! Vielleicht hätten sie doch mehr tanzen oder mehr Skat spielen sollen! Wir andern, die wir ob unserer „Seefestigkeit" gar stolz sind (es sollte bald anders kommen!), genießen die Ruhe, die uns nach den vielen, auf uns einftürmenden Ereignisfen endlich zur Besinnung kommen läßt. Aber'womit beginnen, um das Leben an Bord zu schildern? Zudem hat es schon viele Beschreibungen gegeben, wie es auf einem „schwimmenden Hotel" zugeht. Für uns allerdings, die wir sechzehn, siebzehn Jahre alt sind, ist alles neu, ist alles Erlebnis, nie gekannt. Fast jede Stunde am Tag bringt ein neues Stück Welt. An Unterhaltung und Abwechselung gebricht's jedenfalls nicht. Jeden Nachmittag ist Tee-Konzert. Des Abends aber ist stets etwas anderes im Gange. Bald ist es ein Winzerfest, bald ein Bockbierfest, dann wieder ein „Weißer-Röß'l-Abend". An diesem Tage hatte sich allerdings der Speisesaal schon sehr sichtbar geleert. In der bunten Reihe unserer lustigen Kameradschaft klaffen große Lücken. Wenige nur sitzen noch an einsamen Tischen. Bis der Sturm ein Einsehen hat, wohl weil ein Kostümfest, an dem wir Austauschschüler teilnahmen, winkte. Tagsüber machen wir das ganze Schiff unsicher. Nichts ist uns heilig! Aber wir werden auch sachkundig geführt. Wir dürfen auf die Kommandobrücke, und Hinunter in die Maschinenräume. Auch werden wir über die Gefahren aufgeklärt. Wir proben die Rettungwesten an. Wie es sich nicht anders versteht, ist auch ein Tonfilmkino an Bord. Wir sehen den preisgekrönten Janningsfilm „Der Herrscher", aber auch amerikanische Filme, die zum Glück deutsche Untertitel tragen. Nachdem die ersten Tage der Seereise vorüber waren, trafen wir hundert Schüler und Schülerinnen uns auch jeden Morgen zu einer Art Unterrichts- oder Besprechungsstunde. In ihr erhalten wir sachgemäße Belehrungen. Unsere Austauschreise steht unter der Leitung von Studienrat Dr. Hensel; ferner begleiten uns Herr Studienrat Dr. E g n e r und Herr Ziegast, der als Turnlehrer Earl-Schurz-Schüleraustausch. unseren Frühsport leitet. Die Schülerinnen stehen außerdem unter der Obhut von Fräulein Dr. phil. F r a u e n d i e n st. Sehr viel Neues und Wissenswertes erfahren wir. Amerikanische Sillen und Gebräuche sind zu merken. Auch lernen wir die amerikanische Nationalhymne auswendig und singen sie gemeinsam. Ueber- haupt wird das Singen sehr gepflegt. Stadtschulrat Dr. M e i n s h a u s e n, ein bewährter Kämpfer bei der Eroberung des roten Berlins, hat eigens ein Liederbuch für diese Austauschfahrt zusammenge- stellt, das sich der größten Benutzung erfreut. Wie es sich für deutsche Jungen und Mädel gehört, haben mir auch sofort „dicke" Freundschaft mit der Besatzung geschlossen. Wir besuchen sie in iihren Unterkunftsräumen auf der Back, das ist ganz vorn im Schiff. Besonders mit „Toni" und „Ede" und dem weißhaarigen 60jährigen Matrosen „Onny" haben wir uns befreundet. „Tom" spielt herrlich auf seiner Klampfe und kennt kein Abreißen beim Abspinnen seines Seemannsgarns! Wir Jungen duzen uns mit den Matrosen, während die Mädel und Matrosen einander siezen. Selbstverständlich duzen wir Schüler und Schülerinnen uns untereinander; die allermeisten unter uns gehören ja auch der Hitler-Jugend an. Da wir nach Westen fahren, müssen wir wegen des Zeitunterschiedes in jeder Nacht unsere Uhren eine Stunde zurückstellen. Wir sind damit einverstanden, denn das bedeutet jede Nacht eine Stunde Schlaf mehr. Daß wir uns langsam nähern, ja schon die Hälfte des Weges hinter uns haben, ersehen wir aus den Speisekarten, auf denen jetzt auf der Innenseite links die englische Bezeichnung der Speisen und rechts die deutschen stehen, während es vordem umgekehrt war. Eine vorzüglich ausgestattete Leihbücherei steht uns (unentgeltlich) zur Verfügung, wenn wir uns nicht an den vielen Bordspielen, am Tischtennis oder gar an dem Boxen auf dem Sportdeck beteiligen. Die Tage fliegen „pfeilgeschwind". Der vorletzte Tag an Bord rückt näher und ist erfüllt von Unruhe und Vorbereitungen für die Ankunft in Neuyork. Koffer werden gepackt. Sehr viele Karten sind auszufüllen für Zoll und Quarantäne. Wir müssen die Ziffern 1 und 7 in genau vorgeschriebener Form auf die Karten malen; warum bleibt uns rätselhaft. Aber warum sollen wir es nicht tun? Auch müssen alle Worte in lateinischer „Druckschrift" geschrieben werden. Das vertreibt, auch die Ungeduld und Erwartung sehr gut. Je mehr wir uns Neuyork nähern, desto stärker kommt uns zum Bewußtsein, wie dankbar wir der Stadt Berlin, unserm Stadtschulrat Dr. Meins- hausen, unserer „Obermutti", Frau Schulrätin Kausler, und allen hüben und drüben sein müssen, die es .ermöglichten, daß wir diese herrliche Reise antreten konnten. Auch der Hapag gedenken wir dankbar, besonders der Herren Dr. Martens in Berlin und von Bergmann, der uns an Bord betreut. Am letzten Abend gibt es ein fast schlemmerhaf- tes,. üppiges Jubiläumsmahl zum Abschied. Am letzten Tage unserer Fahrt wird es schon sehr früh auf dem Dampfer lebendig. Alles drängt an die Stu-entlschcr Einsatz im Gau Heffen-Aassau. Rückblick auf die Arbeit zweier Jahre. NSG. In den letzten Sommerferien beteiligten sich die Stamm-Mannschaften und Kameradschaften des NSDStB. erstmals geschlossen am Land- d i e n st. Wir wollen die Entwicklung aufzeigen, die der studentlsche Einsatz seit seinem Bestehen in unserem Gau genommen hat. 1935 gingen Studenten der Hochschulen für Lehrerbildung in Darmstadt und Weilburg in die Grenzgebiete Pommern und Kurmark, um dort den Bauern bei der Einbringung der Ernte zu helfen. Die zurückkehrenden Land- dienstler hallen die Not des deutschen Ostens kennengelernt, sahen als Lehrer die große Aufgabe, die ihnen die Grenze stellt. Es bildeten sich Arbeitsgemeinschaften, in denen die wichtigsten Ostprobleme behandelt wurden. Im Sommer 1935 führte die NSDStB.-Gruppe Geisenheim mit zehn Kameraden in den dortigen Kaolinwerken erstmals Fabrikdienst durch. Es war dies der erste Fabrikeinsatz im Reich, nur in wenigen Großstädten hatten vorher vereinzelt Studentinnen in Verbindung mit dem Frauenamt der DAF. erholungsbedürftigen Arbeiterinnen durch ihre Tätigkeit zu zusätzlichem Urlaub verholfen. Ende November 1935 wurde von der Reichsstudentenbundsführung eine Hauptstelle für studentischen Einsatz geschaffen. Landdienst, Fabrikdienst, NSV.-Dienst, Äutobahndienst, Wissenschaftsdienst, Kirchenbücherverzettelung usw. wurden in dieser Dienststelle zusammengefaßt. Auf einer Arbeitstagung der für alle deutschen Gaue berufenen Gaueinsatzreferenten in der Führerfchule der Landesbauernschaft Schlesien wurde das Arbeitsprogramm für das Frühjahr 1936 ausgestellt. In der, Bayerischen Ostmark, dem wirtschaftlich größten Notstandsgebiet, sollte der erste große Fabrikeinsatz stattfin- den. Für alle Gruppen wurden jetzt örtliche Einsatzreferenten berufen, deren Aufgabe es war, Mannschaften für den geplanten Einsatz bereit zu stellen. Nur spärlich liefen die Meldungen zunächst bei den Gaustudentenbundsführungen ein. Schließlich konnte die Reichsstudentenbunbsführung hundert Studenten zum Fabrikdienst in die Bayerische Ostmark einberufen. Im Autobahnlager Schödelshöhe bei Hof trafen sich diese hundert Fabrikdienstler (der Gau Hessen-Nassau stellte hiervon allein sechzig) zu einem vierzehntägigen Einsatz. Mancherlei Schwierigkeiten brachte das erste Lager mit sich. Aber der Anfang war gemacht, die Idee des Fabrikdienstes hatte sich durchgesetzt. In den darauffolgenden Sommerferien verhalfen nahezu tausend Studenten deutschen Arbeitern und Arbeiterinnen zu einem zusätzlichen Urlaub. Hessen-Nassau war diesmal mit hundertfünfzig Mann am Fabrikdienst Bayerische Ostmark beteiligt. Die Landdienstgruppen unseres Gaues hatten im März 1936 die gesamte Ostgrenze beschickt. In Ostpreußen war die Universität Frankfurt tätig, in Pommern die Hochschule für Lehrerbildung Weilburg, in Kurmark-Grenzmark die Hochschule für Lehrerbildung Darmstadt. Oberschlesien wurde von der Universität Gießen bearbeitet. Im Sommer 1936 standen hundertzwanzig Studenten unseres Gaues an der deutschen Ostgrenze im Landdienst. Gleichzeitig hatte' die Gaustudentenbundsführung Hessen-Nassau in Verbindung mit der Landesbauernschaft einen eigenen Dorfdienst eingerichtet, an dem fünfzig Studenten und Studentinnen teilnahmen. Dieser Dorfdienst war ein großer Erfolg; er bildete den Ausgangspunkt für viele Reichsberufswett- fampfarbeiten. Sämtliche Ortsbauernführer forderten für die Ernte 1937 wieder Studenten von uns an. Auf einer Arbeitstagung der Gaureferenten wurde durch die Reichsftudentenführung der Ein- W ffenfchast aus neuem Geiste. Zum 50. Geburtstage des Philosophen Alfred Baeumler. Zu den Männern, die mit Leidenschaft um die Neugestaltung der Wissenschaft aus nationalsozialistischem Geiste kämpfen, gehört Alfred Baeum- l e r. Schon in feinen Vorträgen und Aufsätzen vor der Zeit des nationalsozialistischen Umbruches hat Baeumler nachgewiesen, daß viele bisher gültige Begriffe der Wissenschaft überholt und einem neuen Denken Platz machen müßten, daß dieses Denken aber nicht von theoretisch hergeleiteten Meinungen befruchtet werden könne, sondern seine Kräfte wieder in den Wirklichkeiten des Lebens suchen müsse. Eine Wissenschaft, die nicht auf den Menschen bezogen sei, betrüge sich selbst. In einer seiner ersten Vorlesungen, die Baeumler in Dresden hielt, sagte er: „Nicht der Verstand erkennt, dör ganze Mensch erkennt". In diesem Satz liegt der Wesensgrund der gesamten Philosophie Baeumlers verankert und darüber hinaus auch die Zielrichtung seiner wissenschaftlichen Tätigkeit. Er ging folgerichtig den Weg vom Philosophen zum Erzieher und stellte sich somit an die vorderste Front eines entscheidenden Abschnittes im Kampf um die geistige Erneuerung unserer Zeit. So ist er zum wahren Lehrer der nationalsozialistischen studentischen Jugend geworden, die seine Sprache verstand und seine geistige Haltung bejahte, eine Haltung, die den Kampf gegen die liberale Entgegensetzung von Wissenschaft und Politik aufnahm. Baeumler hat seine Hauptaufgabe darin gesehen, den Inhalt und die Voraussetzungen der neuen Probleme mit aller Prägnanz und Schärfe darzustellen und keiner noch so schwierigen Ausgabe auszuweichen oder ihre Lösung oberflächlich und leichtfertig abzutun. So begnügte er sich auch nicht mit den Begriffen Ganzheit, Volk, organisches Denken, sondern erweiterte die Lehre ooYn Volk, vertieft durch seine Studien über Nietzsches Werk, zu einer Lehre vom Staat. „Staat und Erziehung gehören zusammen." „Die Staaten sind die größten Erziehungseinrichtungen der Völker." Diese Auffassungen hat Baeumler in Vorlesungen, Aufsätzen und Reden unterbaut und immer wieder durch neue Gesichtspunkte als die eigentlichen Faktoren einer politischen Erziehung im nationalsozialistischen Deutschland gezeigt. Darum ist es auch nicht zu verwundern, wenn wir bei einem Rückblick auf fein Wirken nicht mit der Aufzählung umfangreicher tiefgründiger Werke und systematischer Denkgebäude aufwarten können. Er lebt mitten im politischen Kampf und stellt sich den täglich neu auftauchenden Fragen als Denker und Interpret, als ein Mann mit einem zielstrebigen Willen. Er umgibt sich nicht mit jener oft sonderbar anmutenden Atmosphäre akademischer Ueberlegenheit, er kennt keine beschauliche Betrachtungsweise, losgelöst von den Ereignissen des Tages, sondern er stellt sich mit seinem Denken und Lehren mitten in die Ereignisse hinein und versucht aus der Einheit echten Philosophierens und eines Geschichtsbewußtseins an den Problemen gestaltend teilzunehmen. Eine seiner größten Leistungen ist die Deutung Nietzsches. Er zeichnet die Einheit und Festigkeit des Nietzscheschen Gedankengebäudes und hebt das Starke, Heroische und Willensmäßige in den Werken Nietzsches hervor. Mit seinem Nietzschebild wurde der bürgerlichen und internationalen Geisteshaltung der Krieg erklärt. Dieser Nietzsche wies in die Zukunft des neuen Staates. In feinen Werken „Männerbund und Wissenschaft", „Politik und Erziehung" und in dem soeben erschienenen Buch „Studien zur deutschen Geistesgeschichte" sind jene großen wissenschaftlichen Beiträge Baeumlers gesammelt, die Marksteine für die Neuwertung deutschen Forschergeistes und für eine neue politische Erziehung darstellen. Baeumler versucht, von den Grundlagen der nationalsozialistischen Weltanschauung her die wissenschaftliche Fragestellung zu erneuern. Diele große und vielleicht unantastbare Anschauungen sind damit angegriffen und müssen überwunden werden. Was uns aber besonders an seinem Werke freut, ist die Fülle von neuen Ausblicken, die er uns schenkt und die uns in die Lage versetzen, immer tiefer in die geistigen Auseinandersetzungen einzudringen. Schon deswegen kann man das Werk Alfred Baeumlers als einen besonderen Beitrag für die Entwicklung der kommenden deutschen Wissenschaft bezeichnen. lieber fein wissenschaftliches Arbeiten hinaus hat Baeumler besonders regen Anteil an der praktischen Erziehungsarbeit in der Schule genommen. Die von ihm geleitete „Internationale Zeitschrift für Erziehung" genießt die Anerkennung maßgeblicher Wissenschaftler vieler Länder und dient zum Austausch der Erfahrungen aller auf dem Gebiete der Pädagogik und Erziehungswissenschaft tätigen Gelehrten. In der Zeitschrift „Weltanschauung und Schule", welche die Förderung des Reichserziehungsministers Rust genießt, entwickelt Baeumler die Erziehungsforderungen des Nationalsozialismus und kämpft um die reine deutsche Volksschule. Die nationalsozialistische Revolution hat die deutsche Schule vor der dogmatischen Erstarrung bewahrt. An die Stelle des Prinzips der formalen Bildung als Grundprinzip der Erziehung ist der Primat der unmittelbaren Erziehung „von Angesicht zu Angesicht" getreten. So wurde das System der indirekten Erziehung durch Unterricht, durch das System der direkten Erfassung durch Persönlichkeiten verdrängt. Der eigentliche Schultypus ist daher die große deutsche Gemeinschaftsschule, die „Volksschule" im wahrsten Sinne des Wortes. Diese praktischen Forderungen sind die Ergebnisse einer kühnen, entschlossenen und zielstrebigen Denkweise, die charakteristisch für die Arbeiten Baeumlers finb. Diese Geisteshaltung verband ihn auch frühzeitig mit Reichsleiter Alfred Rosenberg, der ihn als Beauftragter des Führers für die gesamte geistige und weltanschauliche Erziehung der NSDAP, mit der Leitung der Hauptstelle Wissenschaft in seiner Dienststelle betraute. Als solcher unterstützt er die Arbeiten Alfred Rosenbergs im Kampf um die weltanschauliche Ausrichtung der politischen Erziehung und hat somit bedeutenden Anteil an der geistigen Entwicklung unserer Zeit. Karlheinz Rüdiger. Verusswahl und Sludenlentum in Japan. Von unserem T.^.-Sonderberichterstatter Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Tokio, im Herbst 1937, Vor 30 oder 40 Jahren gab es für die japanischen Eltern kaum ein Berufsproblem, wenn sie an die Zukunft ihrer Kinder dachten. Das Mädchen heiratete, der Junge erlernte den Beruf des Vaters oder blieb in der Gesellschastsschicht, in die man hineingeboren worden war. Die einen gehörten zum Adel, der für die Diplomatie und die höhere Mi- litärlaufbahn die jungen Leute stellte. Aus der Gruppe der Schwert-Adligen kamen die geringeren Offiziere und die kleinen Beamten. Und so ging es weiter, immer mehr abwärts bis zum Kuli und Lumpensammler. Heute aber ist durch die Abwanderung der Bauern vom Land in die Stadt, durch den Bau der Fabriken in den Städten, durch die Schaffung ganz neuer Schichten in der Bevölkerung, die Frage nach der Berufswahl für die Eltern vordringlich geworden, wenn sie daran denken, daß sie eines Tages ihre Kinder allein, in der Großstadt zurücklassen. Der Werdegang des Kindes braucht allerdings erst in dem Augenblick ernsthaft ins Auge gefaßt zu werden, wenn der Knabe ober bas Mädchen mit 13 Jahren die 6jährige Grundschule hinter sich hat. Die 25 700 Grundschulen, die es in Japan gibt, liefern die nötige Vorbildung, um entweder mit 13 Jahren für die einfachsten Berufsschichten ausreichend vorgebildete Knaben und Mädchen in die japanische Welt tu entlassen ober für bie bann anschließenben Mittelschulen die Grundschule zu bie- Reeling. Jeder will zuerst die Freiheitsstatue, jeder zuerst die Wolkenkratzer von Manhattan sehen. Das Wetter ist uns überaus gewogen! Hell und strahlend steht bie Sonne am Himmel. Um zehn Uhr legt bas Arztboot ber Qrarantäneftation an unserem Schiff an. Alle Passagiere, nachdem sie tags- zuvor „durchgezählt" worden waren, müssen an dem Arzt vorbeispazieren und dabei ihre ausgefüll- ten „inspections-cards" abgeben. Zum Glück ist alles in'bester Ordnung, so daß wir auf den Hafen von Neuyork zusteuern können. Ueberwältigend ber Anblick der var uns liegen, den Riesenstadt mit ihren in den Himmel stoßenden Wolkenkratzern! Ein Gewirr von Schiffen und Pinassen, von Ladekähnen, flinken Schnellbooten umgibt uns. Breite, mächtige Schlepper nehmen un- ser Schiff in Empfang, „schieben" es in das schmale Dock, Taue fliegen an Land, Trossen werden aus- geworfen, Kommandos schwirren durch bie Luft, mir liegen am Pier fest, bie Lanbungsdrücke wirb ausgelegt — und um 14 Uhr amerikanischer Zeit be- treten wir zum ersten Male den Boden der neuen Welt, setzen wir unfern Fuß auf das Pflaster ber größten Stadt ber Welt, sind wir am ersten Ziel unserer heißen Wünsche — in Neuyork! Edgar Bubendey. überflüssiger Radiergummi. Von Herbert Buhl. Wir haben zuerst darüber gelacht. Oder war das etwa nicht lächerlich? Kommt da der junge Zeichenlehrer in bie Klasse, bie vor den sattsam bekannten ausgestopften Vögeln, Krügen und Tonvasen sitzt und sich mit dem „Adkonterfeien" abmüht und ordnet kategorisch an: „Die Radiergummi sind wegzu- schließen!" Wie? Das wichtigste Utensil, mit dem man so wunderschön die Fehler beseitigen konnte? Die Sekundaner sahen sich bedeutsam an. Ihre Ansicht war aus den Blicken klar und eindeutig abzulesen: verrückt! Fortan war die Stunde der „freien Künste" ein Dornenpfad. Es hagelte die schlechtesten Zensuren, und eine begabte Klasse schien plötzlich ohne jedes Talent. Was sagte der unternehmungslustige Erzieher: „Sie werden sich bei mir daran gewöhnen müssen, von vornherein richtig zu sehen und nur Richtiges zu zeichnen!" — Gelächter! — Aber: nach sechs Wochen wurden die Zensuren besser! Ein Wunder schien geschehen! Ein Wunder? Oder trat nur die Frucht einer richtigen Erziehung ans Tageslicht? Man begriff sich selbst nicht mehr: Der 1 Radiergummi, ohne den man früher nicht ausge- kommen war, lag längst wieder offen auf dem Arbeitsplatz — unbenutzt! Niemand von diesen Schülern hat je später einen Radiergummi benutzt, niemand sich — mit dem Radiermesser befreundet. Die jungen Menschen waren wesentlich geworden. I Was ist denn der Radiergummi, wenn man es recht betrachtet? Ist er etwa nicht eine Eselbrücke? Fehler werden schnell und geräuschlos beseitigt, verbessert und eine Endleistung vorgetäuscht, die in Wahrheit gar nicht vorhanden ist. Auge und Jjanb haben lässig arbeiten dürfen. Es war ihnen ja immer noch die Möglichkeit gegeben, sich zu korrigieren. । Und diese Möglichkeit hatte zweierlei Folgen: eine Trägheit des Denkens und eine Feigheit des Herzens. Träge wurde der junge Mensch. Was er schaffte, ward schlaksig, ohne Haltung, ohne Charakter. Man konnte es ja jederzeit verbessern, man konnte ja begangene Fehler stets verheimlichen, verdecken, ohne daß jemand etwas davon merkte. Das alles hörte nun plötzlich auf. Man mußte AlsMiisik,o"Challier Gegr 18 57* G i 655611 * NeuenweglO] ten. Es gibt 554 Mittelschulen für Knaben und 915 höhere Schulen für Mädchen in Japan. Hinzu kommen bann noch 1040 Berufsschulen. Wenn ein Junge fünf Jahre lang die Mittelschule besucht hot, kann er in die Kotogäkko, die Hochschule eintreten, die ihn unmittelbar für die Universität vorbereitet. Es gibt 32 solcher Hochschulen in Japan, die drei Jahre lang besucht werden müssen. Dann endlich kann sich der Student nach einer Ausbildung von also 13 Jahren für eine ber 45 japanischen Universitäten entscheiben. Von diesen 45 Unversitäten sind 19 staatlich. Im letzten Jahre betrug bie Zahl ber Stubenten über 70 000. Der Bericht bes nächsten Jahres wird hier einen starken Rückgang aufzuweisen haben, weil viele Stubenten teils freiwillig, teils aus Grund ber Mobilisierungsverfügung in ben Militärbienst ein- treten mußten. Das wirb sich besvnbers im Univer- fitätsmertel Hongo in Tokio bemerkbar machen. Tokio hat nicht weniger als 22 Universitäten unb in normalen Zeiten 45 000 Studenten und ftit 3500 Hochschullehrer und Dozenten zur Verfügung. Es gibt nun an ben japanischen Universitäten zwei Abteilungen: man kann brei bis vier Jahre ftu= bieren unb hat bann Anspruch auf ben Titel küshi, was soviel wie „Gelehrter Herr" heißt. M bieser Vorbilbung ist man bann in ber Lage, in den höheren Universitätskreis einzutreten. Man muß bann nochmals ein bis brei Jahre ftubieren, um zur Promotion zugelassen zu werben. Das Leben bes Stubenten in Japan ist außck orbentlid) nüchtern. Ei^ trägt eine schwarze Um* form unb ist beshald vH ne weiteres zu erkennen. Nur ausnahmsweise kann er es wagen, einmal m ein Tanzlokal zu gehen. Macht er aber irgend' welchen Lärm ober erregt er Aufsehen, bann kann es sehr leicht geschehen, baß er auf Veranlassung ber Polizei von ber Universität verwiesen wird. Seit einiaen Jahren kennt man auch ben Wem stubenten. Man hat für ihn eine eigene Universität, bie Nonon-Universität eingerichtet. Hier werden abenbs Vorlesungen gehalten, bie um 5 ober 6 Uh, beginnen unb bis 10 Uhr bauern. Die WerkstudeN' teri Haden freilich keine Zeit, sich an ben großen sportlichen Wettkämpfen usw. zu beteiligen, bie am ben normalen Universitäten eine große- Rolle fpj len, vor allem seit ber Zeit, seit japanische Span' ler im Auslanb große Triumphe bavongetragen Haden. . ... Wer bie Universität hinter sich hat, kann in 0 staatliche Verwaltung eintreten, kann einen tnim ren und bei Bewährung einen höheren ein poften erringen. Ader er findet auch feinen Weg die Industrie und in den Handel, wo man w und mehr bie akademische Vorbildung für bie tenben Stellungen forbert. Eine Offenbarung für jeden Tierfreund! Tiere mit Gefühl und verstand Eine allgememvernändiicke Darstellung öei F orschungsergebnisse üb. das Seelenleben der Tiere mit vrattncken Beriuchsanleitungen vonDr. Werner Fischet Leiter der iyorschungsstelle für Tierseelenkunde am Westfälischen Zoologischen Garten zu Münster - 140 Seiten mit 100 Abbildungen, in Leinen gebunden 'JtiOL 3.60. In tebei Gießener Buckband'ung erbältlich Hugo Nevmühlev Oevlag ♦ Nevtt«-Llchtevfelde sehen, well.es nicht anders ging. Man mußte sich das Abzubildende innerlich erarbeiten und zu eigen machen. Die Augen wurden empfindlicher, sie sahen mehr, sie erfaßten die Grundlinien der Gestaltung späterhin mit dem ersten Eindruck. Und sie sahen im Leben mehr als andere, sie prägten sich das Bild des Landes intensiver ein. Sie tranken das Land und das Volk, sie gaben wahrhaftes Leben wieder und halfen es bewahren. Und dann: wer seinen Fehler bekennt, muß Mut haben. Einen Mut, der Charakter voraussetzt. Der Charakter wird schwach, verzogen und bequem, lernt man es nie, sich gu seinen Fehlern zu bekennen. Fehler werden stets begangen werden, solange es Menschen gibt. Dies nicht anerkennen, sie nicht erkennen und bekennen wollen, ist eine Feigheit. Bei den kleinsten, unscheinbarsten Dingen fängt es an, bei großen und wichtigen Dingen hört es auf. Ein verbogener und verlogener Charakter hat sich noch stets gerächt: an den anderen und an dem, der ihn sein eigen nannte. Wir radierten nicht mehr, wir machten es richtig, und wenn man sich in anderen Stunden verrechnete, radierte man nicht, sondern strich und schrieb neu. Auch so kann ein Heft sauber aussehen, äußer- lich und innerlich. Besser hundert Striche als eine Rasur. Das war die Lehre eines kleinen jungen Zeichenlehrers. Und ob er auch nicht mehr unter den Lebenden weilt — irgendwo im Westen deckt ihn der Rasen fremder Erde —, seine Lehre lebt fort. Auf keinem der vielen Schreibtische derer, die durch seine Schule gingen, ist ein Radiergummi oder ein Federmesser zu sehen. Sie brauchen ihn nicht, sie stehen über seiner kleinen Hilfe, jenseits von Furcht und Schwäche. SJL-fport Leichtathletik-Europameisterschaften 1938. 12 Nationen haben bereits zugesagt Der französische Leichtachletikoerband hat an 27 Länder eine Umfrage bezüglich ihrer Teilnahme an den Leichtathletik-Europameisterschaften 1938 in Paris gerichtet. Darauf haben schon jetzt folgende elf Nationen bejahend geantwortet: Deutschland, Oesterreick, Belgien, Estland, Finnland, England, Italien, Lettland, Polen, Schweiz und Jugoslawien. Zusammen mit dem Veranstalter, Frankreich, stehen also schon jetzt zwölf Nationen als Teilnehmer dieser Titelkämpfe, die vom 3. bis 5. September an der Seine durchgeführt werden, fest. Der Dorbereitungsausschuß gibt bekannt, daß folgende Wettbewerbe zum Austraa kommen: 100, 200, 400, 800, 1500, 5000, 10 000 Meter, HO Meter Hürden, 400 Meter Hürden, 3000 Meter Hindernis, Hochfprung, Weitsprung, Stabhochsprung, Dreisprung, Kugelstoßen, Diskuswerfen. Speerwerfen, Hammerwerfen, 4><100-Meter- und 4X400- Meter-Staffel, x Marathonlauf, 50-Kilometer-Gehen und Zehnkampf. Die endgültige Programmeinteilung soll auf einer Sitzung am 15. und 16. Januar in Paris oorgenommen werden. Ben Foord boxt nur gegen Max Schmeling. Den Veranstaltern des Hamburger Schmeling- Kampftages ist es nach langen Verhandlungen in London gelungen, den Südafrikaner Ben Foord von feinen englischen Verträgen zu befreien, wonach er noch in diesem Jahre gegen den Neuseeländer Maurice Strickland antreten sollte. Ben Foord wird also bis zum 30. Januar keinen Gegner mehr annehmen. Bereits jetzt befindet er sich im Training für den schwersten Kampf seiner boxerischen Laufbahn. Wie Walter Neusel, soll er sich ebenfalls am 10. Dezember in der Hamburger Hanseatenhalle anläßlich des Amateurbox-Länderkampfes Deutschland — Irland den Boxsportfreunden der Hansestadt im Ring vorstellen. Vorentscheidung in der Vezirksklaffe Gießen. Wetzlar — 1900 Lollar — Steindorf Burg — Steinberg Sinn — Bissenberg Butzbach — Nauheim. Das Hauptinteresse beansprucht das Zusammentreffen der beiden bis jetzt ungeschlagenen Tabellenersten, wobei Wetzlar infolge des Platzvorteils die besseren Aussichten hat. Nach der guten Leistung gegen den Tabellenführer sollte es dem Sportverein Lollar diesmal möglich sein, gegen den Tabellenletzten Steindorf zum ersten Sieg zu kommen. Steinberg steht in Burg zwar vor einer schweren Aufgabe, nachdem die Mannschaft aber den Kontakt wieder gefunden hat, ist es nicht ausgeschlossen, daß ein Erfolg zustande kommt. Bissenberg hat auf Grund der Vorkommnisse beim Spiel gegen Wetzlar Platzsperre erhalten. Es muß deshalb das Spiel auf des Gegners Platz austragen. Naunheim erhielt dieselbe Strafe wegen unsportlichem Verhalten seiner Zuschauer. Butzbach hat dadurch den Vorteil, den Gegner zu empfangen, anstatt ihn aufsuchen zu müssen. Wetzlar — 1900. Kampf der Ungeschlagenen! Zu dieser Bezeichnung hat sich das Zusammentreffen des Sportoer- eins Wetzlar mit der Spieloereinigung 1900 nunmehr entwickelt, nachdem beide Mannschaften in der diesjährigen Verbandsrunde bis jetzt ohne Niederlage geblieben sind. Ein Ereignis, wie es schon lange nicht mehr zu verzeichnen war! Lebhafte Debatten über den Ausgang find an der Tagesordnung, wobei die Vergleiche über die Resultate, die die beiden Mannschaften mit den anderen Vereinen der Vezirksklaffe bisher erzielt haben, als Grundlage nicht fehlen. Besonders die Mannschaften werden am lebhaftesten erörtert. Wetzlar meldet: Gunya; Krickau, Zielberg: Hahn, Diddlapp, Blech I; Zambedri, Zehner, Thimm, Reuter, Blech II. 190 0 macht namhaft: Rahn: Pankok (2/116), Lippert (2/116);. Mank, Sack (A.-R. 9), Lehrmund; Schellhaas, Bergmann (A.-R. 9), Zeiler, Lobsack, Heuser. Wie man sieht, die zur Zeit bestmöglichsten Vertretungen auf jeder Seite, deren Vorzüge und Stärke verschieden gelagert sind. Die stabile Hintermannschaft der Wetzlarer steht hinter der der Gießener wohl etwas zurück, während der Sturm der Platzbesitzer in bezug auf Geschlossenheit der Fünferreihe der Blauweißen einiges voraus hat. Zusammenfassend beurteilt ist das Können an und für sich gleichbleibend verteilt. Ob sich nun das mehr aufs kämpferische abgestellte Handeln der Wetzlarer oder das auf spielerische Zusammenarbeit aufgebaute Spiel der Gießener durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Lollar I — Sfeinborf I. Mit Steindorf empfängt die erste Mannschaft des Sportvereins Lollar den zweiten Neuling in der diesjährigen Bezirksklasse. Die Gäste, denen bis jetzt ebenfalls noch kein Sieg gelang, verloren ihre Spiele, außer gegen Wetzlar, immer knapp. Es wäre verkehrt, wenn man von feiten der Lollarer die Steindorfer, die in ihrer Spielweife hier noch nicht bekannt sind, unterschätzen wollte. Die Lollarer haben keine Veranlassung, das Spiel auf die leichte Schulter zu nehmen; zumal es um die Punkte noch sehr dürftig bestellt ist. Leider müssen die Platzbesitzer auf ihren bewährten rechten Verteidiger verzichten, der infolae einer Knieverletzung aussetzen muß. Die in Der Aufstellung: Geißler, Ad. Klinkel, Naumann, Klein, Ziegler, Sommer, Kreiling, Löhr, Gabriel, Gerlach, Schilling antretende Platzelf wird sich die Gelegenheit diesmal nicht ent- aehen lassen, um auf heimischem Gelände das Spiel für sich zu entscheiden. Auf Grund der Leistungen, die die Mannschaft in den beiden letzten Spielen zeigte, könnte man Hoffnung zu dieser Annahme haben. Bei den Gästen, die bestrebt sein werden, vom Tabellenende wegzukommen, sind vor allem ihre Verteidigungsmethoden zu berücksichtigen. 1900 1. Jugend — VfB. Krofdorf 1. Jugend. Die 1. Jugend der Spielvereinigung 1900 bestreitet am Sonntag auf eigenem Platze ihr fälliges Verbandsspiel gegen die gleiche von Krofdorf. In Krofdorf konnten die Blau-Weißen ein Unentschieden erzielen, ob es allerdings am Sonntag zu einem Siege reichen wird, bleibt abzuwarten. Die Handball-Vegegmngen des Sonntags. Man kann wohl sagen, daß man diesmal vor allem in der Bezirksklasse einen Schritt weiterkommen werde, wenn nicht wieder die bereits" zur Selbstverständlichkeit gewordenen Überraschungen eintreten sollten. Die übrigen Klassen sind noch recht undurchsichtig. Vezirksklaffe. VfL. 1860 Marburg — Mtv. Gießen Wetzlar-Niedergirmes — Lützellinden Münchholzhausen — Heuchelheim. Es ist außerordentlich schwer, in Marburg zu Punkten zu kommen. Das wissen auch die Gießener. Wenn sie deshalb wohlaerüstet und mit dem besten Vorsatz nach Marburg fahren, so ist das nicht weiter verwunderlich. Vielleicht gelingt es, den Bann zu brechen. — Auch Niedergirmes ist eine Mannschaft, die zu Hause über sich selbst hinaus wächst. Wenn auch Lützellinden bisher dort noch nicht verloren hat, so ist das kein Grund, die Sache auf die leichte Schulter zu nehmen. — Heuchelheim kann gewinnen. Münchholzhausen ist in seinen Leistungen in der letzten Zeit zurückgegangen. 1. fireisftaffe. Tv. Holzheim — Tv. Grüningen „MSV. Gießen — Hausen Tuspo. Groß-Rechtenbach — Tv. Dutenhofen Tv. Katzenfurt — Tv. Dornholzhausen. Das Vorspiel der beiden Lokalrivalen endete Unentschieden. Diesmal wird es wahrscheinlich etwas anders ausgehen. Denn wir können uns nicht denken, daß sich Holzheim auf eigenem Platz abermals einen oder gar beide Punkte abnehmen lassen wird. — Hausen hat bei dem ersten Zusammentreffen der beiden Mannschaften hoch verloren. Das Resultat ist zu berichtigen! Ob es gelingt, steht dahin. — Einen ausgeglichepenn Kampf sollte es in Groß- Rechtenbach geben. — Dagegen wird Katzenfurt keine Mühe haben, gegen Dornholzhausen zu gewinnen. 2. Kreisklasse. Tv. Wetzlar — SA. I/J. 33 Tv. Ehringshausen — Tv. Nauborn Mtv. Gießen — Tv. 1846 Gießen SA.-Standarte 116 — Tv. Wißmar SA. 1/116 — Tv. Ruttershausen. Wetzlar wird wohl zu Hause gegen die SA - Mannschaft gewinnen können. — In Ehringshausen sollte es zu einem Sieg der Gäste kommen. — Der Tv. 1846 hat zwar das Vorspiel sicher für sich entscheiden können. Ob das auch diesmal gelingt, steht dahin, weil die Mannschaft mit Ersatz antreten muß. — Die Standartenmannschaft sollte einen schweren Stand haben. Denn Wißmar hat sich als ein Gegner erwiesen, der zu kämpfen versteht. — Auch Ruttershausen hat in Londorf gegen die Mannschaft 1/116 noch nicht verloren, obwohl die SA.-Männer auf eigenem Platz schwer zu schlagen sind. Tisch-Tennis der Gp.-Vg. 1900. Arn morgigen Sonntag empfängt die Tisch-Tennis- Abteilung der Spvg. 1900 Gießen die Tisch-Tennis- Abteilung des Sportvereins 06 Bad-Nauheim zum fälligen Pflichtfpiel um die Gaumeisterschaft. Nachdem 1900 am vergangenen Samstag gegen Lich hoch mit 9:0 gewonnen hat, konnte Bad-Nauheim am Buß- und Bettag ebenfalls Uhr Pflichtspiel gegen Lich gewinnen. Die Begegnung am Sonntag ist also eine Vorentscheidung. 1900 spielt mit Beil, Reichel, Jung, Oelemann, Schmitidiehl und Günther. Es sollte dem vorjährigen Gaumeister gelingen, das Turnier für sich zu entscheiden. Nundsunkprogramm Sonntag, 21. November. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Deutsche Scholle. 8.45: Orgelmusik. 9: Christliche Morgenfeier. 9.45: Die Totalität unserer Weltanschauung und der Glaube. 10: Fleiß und Kraft, Arbeit und Willen gehören zusammen. Es spricht Obergebiets- RUHL Seilersweg Nr. 67 adlO Telephon Nr. 3170 eparaturen ,897D sichrer Arthur Axmann. 10.30: Ein Jahr. Lieder eines bunten Vogels zur Gitarre. 11.15: Unter dem Weidenbaum. Funkfolge nach einem Märchen. 12: Mittagskonzert. 14: Für unsere Kinder: „Kasperle und der Zaubertrank". 14.30: Kammermusik. 15.05: Fußball-Länderkampf Deutschland gegen Schweden, 2. Halbzeit. 16: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10: Musketier Braun. Eine Erzählung. 18: Lied der Einsamen. Eine Funkfolge. 19: Nachrichten. 19.10: Ein deutsches Requiem von Johannes Brahms. 19.40: Sportspiegel des Sonntags. 20: „Das Nachtlager von GraNada". Romantische Oper. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 22.15: Sportbericht. 22.30: Nachtmusik. 24 bis 1: Nachtkonzert. Hlonlag, 22. November. $ 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Deutsche Scholle. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Klingende Palette. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Für unsere Kinder. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.15: Stuttgart spielt auf. 21.15: Konzert. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk- 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 1: Nachtmusik. <Ä> halber Mensch! Marktstrabe 4-8 HAUS Dachdeckerarbeiten Dach- reparaturen aller Art werden prompt u. schnell ausgeführt. 0552s Heinrich Meier Dachdeckergesch. Alicenstratze 35 Anruf durch 3910 Pohl’* & Ovator; ferner: Gellflüel- Körnerfntter Legemehl Garneelen Muschelkalk empfiehlt 1616a Mas Mtfato Bahnhofstraße Telephon 3403 Hier abschneiden! I Blutstillung. Bei äußerer Blutung: Hier vorläufige und endgültige Blutstillung; bei äuß.: Wenn das Blut pulsierend spritzt (Schlagaderverletzung), Glied mit Bohnern Sie Ihren Fußboden? Diese Arbeit läßt sich wesentlich erleichtern. Für das Aufträgen von Bohnerwachs können Sie" den Zerstäuber oder die Verteiler-Bürste verwenden. Dabei brauchen Sie sich überhaupt nicht bücken. Beides — und auch den guten Bohnerbesen bekommen Sie bei Häuser. J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. Ohne Zeitung ein Blutdrüsen Nebenerscheinung anderer Erkrankungen (Nierenerkrankung, Arterienverkalkung, Basedow usw.). Die Höhe des Blutdrucks kann nur der Arzt beurteilen. Blutdrüsen. Eine Reihe von drüsenähnlichen Organen, die keinen Ausführungsgang haben und die abgesonderten Stoffe nur in das Blut ab geb en: Schilddrüse, Nebenniere, ypophyse usw. (s. innere Sekretion!) Blutegel, Ringelwurm, der an einem Ende seines Körners einen Saugnapf trägt, würbe früher zum Aderlaß verwendet. Auch heute manchmal noch angesetzt. Blutentziehung. Entnahme von Blut. Technik: Aderlaß, Blutegel. Schröpfköpfe. S. dort. Blutflecke lasten sich bei Verwendung eines Waschmittels aus Stossen meist leicht entfernen. Vorher mit kaltem Master bas Blut etwas herauswaschen. Blutgruppen. Man unterscheidet 4 Blutgruppen. Jeder Mensch gehört einer der 4 B. an. Da sich die Blutgruppen von den Eltern auf die Kinder direkt vererben, kann die Untersuchung der V. in Vaterschaftsprozesten angewandt werden, aber nur zur Ausschließung der Vaterschaft eines bestimmten Mannes, nämlich dann, wenn das Kind einer anderen Blutgruppe angehört als die Mutter und der angebliche Vater. Niemals kann aber aus der Gleichheit der Blutgruppen der Schluß auf Vaterschaft gezogen werden. Blutlaus, auch Wollaus genannt. ein Gartenschädling, der Sorgen W" toller? Die braucht tone Dani * unter unserer Aus Dame das und Weiten versuch wäre d e Passende.- ^rden Starnmkundi^ Sache wert Besuch, dank u nach Ihrem ersten swerten Auswahl v„rbildUchs=hon=h.ehendeBel5p.ele. , Beachten 4 1 hne Pelz, sportlich und schön jugendlicher Mante^ 34.00 und hob« , . Verarbeitung \ Fescher Mantel ^.00 4I.oo und höher 69 Blutstillung vornehmlich an Apfelbäumen und Kakteen vorkommt. Erkenntlich an dem weißen Wollflaum, der auf dem Rücken des Tieres sitzt und sich schon bei schwacher Berührung mit dem Finger oder einem Stäbchen blutig färbt Bekämpfung: siehe Blattlaus. Vlutreinigung. Abführen schädlicher Schlacken aus dem Tlut durch Anregung des Stoffwechsels (Darm- und Nierentätig- reit). Am zweckmäßigsten durch Körperbewegung, Sport, Luft, Gemüse, Obst. Blutreinigungsmittel find meist Abführmittel und reinigen vor allem ben Darm. Mm fefyt: für den Winter vorzüglich bewährt auch zum Hand cremigen. morgen Sonntag zeige ich in meinen Schaufenstern und beftc deutsche Markmleppichc Ditte um Besichtigung! taaitilii) 7646 A ATA ATA putzt und «heuert alles! Streufla$die(fein)J8- Ity Paket (grob) TT /LH Drücken, Läufer, Vorlagen Lisch- und Diwandecken, Reisedecken DekorationS-Stosfe, Stores Stoffspezialhaus Gießen, Plockstraße 14-16 „__ 7640 A _ echte OrienbCeppithe ficinrxch. fiochftätter Kretonne, Renforce, Mako, Streifsatin, Linon, Damast, Haustuch, Halbleinen, Finette, Panama, Bettuchbiber, Roh nessel, ungebleichter Baumwollköper, Ruloköper, Landhausgardinen, Spannstoff, weißer und farbiger Voile, bedruckter Bardinen-Voile, Stores am Stück, Schwedenstreifen, Kettdruck, Militärflanell, Sportflanell, Schlafanzugflanell, Hemdenflanell, Rockvelour, gerauhter und ungerauhter Kleiderköper, Kleidersiamosen (gerauht und ungerauht), Schürzensiamosen, Schürzen- beiderwand indanthrenfarbiger Schürzenstoff, Bettkattun, Bettflanell, Bettzeug, Bettinlett, Damastbezüge, Hohlsaumbettücher, Bettkolter, Ueber- schlaglaken, Kopfkissen, Paradegarnituren, Seidentrikot, angerauhter Unterrocktrikot, Oberhemden-Popeline, Sporthemdenstoff, Wäschebatist (einfarbig und bedruckt), Handtuchstoff, Frottierhandtücher, Wischtücher,Tischdecken, Servietten und Kaffeedecken Wir verkaufen gute Qualitäts-Waren zu unseren bekannt niedrigen Preisen Unsere Abteilung Baumwollwaren ist für die kommende Wintersaison gerüstet Blutstnrz 60 Dodenbedcckung Handtuch oder Binde fest abschnüren (aber nicht länger als eine Stunde) bis das Spritzen aufhört, dann zum Arzt, der das Blut endgültig stillt. Bei gleichmäßiger Blutung festen Verband und Glied hochlagern. Die innere Blutung Merkt man am plötzlichen Verfall des Patienten, Ohnmacht, schwachem Puls. Den Verletzten waagerecht lagern, Ruhe, warm halten, Arzt rufen. Blutsturz. Starke plötzliche Blutung, bes. aus der Lunge. Den ?Zatienten waagerecht lagern, alte Umschläge auf die Brust und Leib. Werden mit Husten plötzlich größere Vlutmengen entleert deutet dies auf Lungentuberkulose oder Lungenkrebs. Bluttransfusion ist die Übertragung von Blut vom „Spender" auf den „Empfänger". Blutgruppe mutz gleich sein. Bluttransfusion wird ausgeführt bei schweren Allgemeinerlrankungen und nach schweren Blutverlusten. Blutvergiftung (Sepsis) ist eine Infektion. Bakterien und Gifte dringen in die Vlutbahn ein, werden mit dem Vlutstrom verschleppt und rufen eine Allgemeinerkrankung (Allgemeininfek- tion) hervor. Schweres Krankheitsbild. Fieber, Schüttelfrost. Sofortige ärztliche Behandlung kann selbst hoffnungslos erscheinende Fälle noch retten. Blutverlust, plötzlicher, selbst sehr grotzer Mengen Blut, erzeugt wohl Schwäche und Ohnmacht, wird aber bei sofortiger Hilfe relativ leicht und vor allem ohne dauernden Schaden überwunden. Von Frauen noch besser als von Männern. Langdauernder Blutverlust auch kleinerer Mengen Blut (aus Magengeschwür usw.) führt schlietzlich zu allgemeiner Schädigung. Vgl. Anämie. Bob, Bobsleigh, englische Bezeichnung für einen Sportschlitten für zwei oder vier Fahrer, der durch ein Steuerrad gelenkt wird. Bock, das männl. Tier bei Ziegen, Schafen. Kaninchen. Rot- und Damwild. — Vock nennt man ferner ein Turngerät, dessen auf vier verstellbaren Fützen ruhender rundlicher Teil mit Leder bezogen ist. Bockbier, besonders gehaltreiches, sützes Vier, das von den meisten Brauereien im Frühjahr ausgestotzen wird. Bocksbeutel, bauchige, flachgedrückte Elasflasche. die für Frankenweine benutzt wird. Bodenbearbeitung im Garten wird das ganze Jahr ausgeführt: tiefes Umgraben im Herbst vornehmen, damit Frost ins Erdreich eindringen kann, datz schwere Böden leicht und Schädlinge getötet werden. Flaches Umgraben im Frühjahr vor der Saat. Durch Hacken wird die verkrustete und vom Regen festgeschlagene Erde gelockert,' damit Atemluft an die Wurzeln gelangen kann. Hacken sorgt, datz Erdfeuchtigkeit im Boden bleibt. Durch Rechen werden arotze Erdschollen zerkleinert, das Land geebnet. Rechen vor der Aussaat ausführen. Bodenbedeckung ist geeignet bei Pflanzen, die Feuchtigkeit und Eine gute Taffe Kaffee Seltersweg 14,2Ruf 3266 “«2 Cafe Huber,Gießen Bestellungen, auch nach auswärts, werden bestens und pünklUch ausqeführt Die Schrelbfoulheit Ist eine weitverbreitete Krankheit, die man am besten mit einer Mercedes Selekta Kleinschreibmaschine kuriert. Denn viele meiden den Umgang mit Bleistift und Feder nur darum, weil sie Ihre eigene Handschrift nicht schön genug finden. Also „nehmen Sie Mercedes Selekta"! Erhältlich bei i Franz Vogt & Co. GieUen 6924 a Seltersweg 44 Ruf 2464 7601 A Den guten UM Strumpf von ,Dittmar k GIESSEN A Kl Z-V r&eA' 7^4*144/ Unsere fjeimsparbüchsen und vanksparbücher unter dem Weihnaclstsdaum im weihnachtlichen läewande DRESDNER BANK VerdunkelungskapDen Male Gießen, Zoiiannesstraße 1 7607 D für Autos fertigt an Auto-Sattlerei Grölz Gießen, Neustadt 45,. ?650D KletneAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und geleiea Mater.- NSG GaD-KDllor-AnsstelloDg in Frankfurt a. 1 (FesWe) geöffnet von 11-22 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt RM. 1.-, für Uniformierte RM. -.80. Eine Verbilligung ist geschaffen durch die Ausgabe der Zehnerblocks zum Preise von RM. 8.- Gewkonauszug 2. Klaffe 50. Preußisch-Süddeutsche (276. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr _______ Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beide» Abteilungen I und II 1. Ziehungstag 19. November 1937 Sn der heutigen Dormlttagszlehung wurden gezogen 744 8304 30437 80209 21392 18198 158 Gewinne zu 300 RM. 14866 136733 139806 135349 159145 202328 221057 250982 268963 304780 319897 339131 376151 313752 55079 140105 182179 309776 394726 321822 60137 142190 199700 324363 111320 142617 180855 206112 233259 261953 285842 311846 334121 349703 392690 129706 146270 193801 214656 250789 262838 292253 314847 336905 371571 249661 48296 139205 179474 306488 390133 168420 205424 229475 261849 281793 311843 330607 349540 383623 114274 143073 189468 209798 239220 262675 291745 313061 336290 366714 398557 160123 202813 225707 258610 278440 308124 323224 345872 378510 364471 376083 109929 277817 374777 27271 33478 43123 43459 46246 47976 52985 67080 68333 72091 80131 85478 91906 106289 2 Gewinne zu 5000 RM. 4 Gewinne zu 2000 RM. 8 Gewinne zu 1000 RM. 2 Gewinne zu 100000 RM 347260 2 Gewinne zu 50000 RM. 239703 2 Gewinne zu 10000 RM. 346859 - - • mw. 30956 381496 _ 20 Gewinne zu 800 RM. 81953 124771 142581 52 Gewinne zu 500 RM. 61338 81330 114867 144239 168413 175997 212384 218964 246042 329183 341702 376353 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 2 Eewinue zu 25000 RM. 171846 2 Gewinne zu 10000 RM. 212081 2 Gewinne zu 5000 RM. 10047 4 Gewinne zu 3000 RM. 35529 6 Gewinne zu 2000 RM. 29425 12 Gewinne zu 1000 RM. 17707 241648 251460 341723 14 Gewinne zu 800 RM. 1376 148176 221894 239826 270481 40 Gewinne zu 500 RM. 57893 153499 156897 158709 162939 270488 293030 293924 306284 322433 327531 360323 382522 100920 89948 37121 71704 81025 165292 313558 396738 310589 104731 119459 131081 226995 314166 202 Gewinne zu 300 RM 267 3770 11827 16858 18221 18256 18377 24113 24145 24169 26850 28266 29538 36469 37468 38256 39926 41353 45112 68255 64223 66435 74799 74950 78824 80107 89001 92489 93308 103261 105091 105599 106100 106580 142536 150678 165387 165603 183366 185530 205171 208608 234070 239241 271263 275907 298063 299880 322359 330616 338725 338957 356747 358582 389854 392599 114110 118650 151969 157695 171969 174891 190943 193632 212347 219751 247290 252802 282352 285947 309295 309908 330575 333903 340296 340316 365279 373709 396111 120259 132330 159376 164718 177703 182376 197217 200298 228268 233470 265177 266628 287549 290870 312465 318747 334413 335353 345313 346341 381469 388545 Lichibildervorirag Frau Lettinger-Vogel, Berlin (Aiitglied der NSRDW.), spricht am Dienstag, 23. Nov., nachm. 4 Uhr il abends 8 Uhr im Caf6 Leib über das Thema „Wenn einer eine Reise int..." und anschließend über „Reue deutsche Kosmetik" Aus dem Inhalt: Deutsche Städte — Stätten deutscher Arbeit. Ein Besuch d.Reichshauptstadt. Hamburg — Helgoland. Das schöne Dresden. Der Rhein. Heidelberg — Karlsruhe. Berge u. Seen. Unsere Häuslichkeit —unsere Welt. Aus dem Reich der Frau. Neuheiten auf dem Gebiete der Kosmetik. Gepflegtes Heim — gepflegte Frau. Alle Hausfrauen sind freundlich eingeladen. 100 farbige Lichtbilder. Verteilung von Werbeproben u. Kochbüchern. Eintritt irei! 7648 D Merken Sie vor! Samstag, den 4. Dezember 1937, 20.15 Uhr, in der »Volkshalle« 7623 p Eintritt einschl. Tanz RM. 0.50 MM AW «NM Eme allgemeinverständliche Darstellung öei Forschungsergebnisse über das Seelenleben der ^iere mit praktischen Veriuchsanleltungen von Tr Werner Fischet, Leiter der Forichungsstelle für Tier'eelen- künde am Westfälischen öool Garten w Münster. 140 Seiten mit 100 Abbildungen, in Leinen geb. RM 3.60. — In ieder Gießener Buchhandlung erhältlich Ouflo Betmfimer Betlaq. Berlin EiUtteUeWe Klar und stetig strömt dieser Brunnen o Klar und stetig gibt Deine Zeitung Dir Kunde vom Leben der Nation und der Welt Die Ausstellung der Presse zeigt das Mesen der Zeitung Uortrage erläutern das Werden der Zeitung Besucht die Presseschau auf der Gau- Kulturausstellung in der Festhalle zu Frankfurt a.M. vom 13.bis 21.Nov. 1937