1. e whden tellanter. Än •ann|if)ajt Hl 245 Erstes Blatt 187. Jahrgang Mittwoch, 20. Oktober 1957 Etlijetni täglich, anher Scintags und Feiertags Heiiagen: Die Illustrierte Adener Familienblätter ^einat im Bild Die Scholle Honatr-Sezugspretr: W 4 Beilagen RM. 1.95 Sy-e Illustrierte . 1.80 Mellgebühr „ -.25 Lutz bei Nichterscheinen einzelnen Nummern höherer Gewalt ernsprechanschlüste Lammelnummer 2251 rift für Drahtnach« n Anzeiger Sieben Postscheckkonto: sroiksurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Srühlsche Univerfitätsdruckerei «.Lange in Sietzen. Schristleitung und GeschSstrftelle: Schulstrahe 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf., für Te^t» anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/a mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen N Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Die Gudetendeutschen fordern ihr Recht sten Teile von it Regierung die Tatsache anerkennt und dar- ScharserprotestgegenpolizeiknüppelundZenslir .llrcdwSttrwMmLtoiiip OffZEiSTStSt Tti eittetn te 8eM*mtai Mr DarttkNuogni btt Sbsterbntftn lemene Mtnei BH EU il ii pre: sefreiheit" in e« iemokratischen Tschechoslowakei. Prag, 19 Ott. di h e l t damit be- -E ft. zeigt diese äulifjibe der „Z e i t", es isiid» tendeutschen Tag- lattler Hier sollte der ercdjt der Sudetendeut- leiin Bartei über die anÄMssen Vorgänge i n euplitz-Schönau -MsserElicht werden Der Öe Zensor hat je- kum mehr et- fr eben gelas - de weißen Stellen iei Leitung zeigen die DOn ber Zen- 11 ! t ft r i d) e n wur- ' **rl> das wagt man ^j«„Pr/ei» leiheit" zu nen- k^jneni - (Scherl-Bilder- öfoienM) kischen Urrechte der Sudetendeutschen hingewiesen und dafür Verständnis gefunden. Darauf erfolgte die tschechische Herausforderung. Wollte man damit erreichen, daß sich die Sudetendeutschen zur Wehr setzen? Wollte man dann nach beliebtem Muster behaupten, die Sudetendeutschen seien staatsgefährlich und deshalb zu unterdrücken? Man kennt die Methode, man weiß um die hinterlistigen Pläne der tschechischen Regierungsbeamten und Polizisten, die Weisungen ihrer Regierung nach Gutdünken und absolut deutschfeindlich auslegen. Die Sudetendeutschen haben sich nicht provozieren lassen. Aber sie erwarten vom Staatspräsidenten der Tschechoslowakei, daß er nunmehr dem Sudetendeutschtum das Recht verschafft, gegen die Polizeigewalten, die auch gegen ihn und seine Weisungen rebellierten. Der Brief Konrad Henleins hat, obwohl er von der tschechischen Zensur verboten wurde, ein gesamteuropäisches Interesse. Der Präsident antworte. Au eine gute Frage gehört eine gute Antwort. D. S. 3ie3e» Sudetßndßutfdißfi ‘tagblatb RMs-Tagunv demonstrativ abgebrochen BiNritBlrcram ae ttc KmittottUemn tettoi flnroortttttltht ®trt ntd> tnüttltufv 5«iie Heaen Terror und Hinterlist. 'e, D-r Führer der Sudetendeutschen Partei, Kon- i Aen. ndHenlein, hat einen Brief an den Prä- MTA. ipeir en der tschechoslowakischen Republik gerichtet. Äaf» Jiejir Brief ist, da er eine wahrheitsgemäße Dar- ®’"4 «ttnien «IM mit'1 ien i).it immer wieder betont, sie sei eine Demo- alrit In ihr herrsche Meinungsfreiheit. Die Kla- ?nn üLt eine Tschechisierungspolitik gegenüber den -uiMevdeutschen seien eine Fabel Man wolle alles in.n nm die Sudetendeutschen und die Tschechen zu erWien. Der Ministerpräsident Hodza und *1* iSuRenminifter Dr Krofta haben demgemäß Wirklichkeit? Regierungsvertreter und die tschechische Polizei brechen glatt die Zusagen ihrer Regierung und gehen gegen die Sudetendeutschen vor wie eine Horde Stalins. Nicht einmal d i e Forderung nach Selbstverwaltung darf in diesem demokratischen Tschechenstaat ausgesprochen werden, nicht einmal die unbestreitbare Tatsache darf gesagt werden, daß die Tschechoslowakei zusammengesetzt ist aus den verschiedenen Nationalitäten, also einen Nationalitätenstaat bildet. Wenn die Tschechen in anderen Staaten so behandelt würden, wenn z. B. Männer englischen oder französischen Blutes in anderen Staaten derartig drangsaliert würden wie die Sudetendeutschen, dann würde eine Entrüstungswelle über die Welt gehen. Diese Entrüstung nicht nur ist jetzt in Deutschland ausgelöst worden, das ganze deutsche Volk steht hinter den sudetendeutschen Forderungen. Gegenüber der tschechischen Lügenpropaganda hat Konrad Henlein vor allem in London auf die völ- Elub betrachtet dieses Vorgehen staatlicher Organe als eine schwere Mißachtung der tschechoslowakischen Verfassungsurkunde. Diese Mißachtung ist um so schwerer, wenn es sich bei den Betroffenen um Mitglieder der tschechoslowakischen Nationalversammlung handelt da diese sogar eine Sonderstellung durch die Bestimmungen der Verfassungsurkunde einnehmen Eine Mißachtung der Verfassungs- w tie Folgerungen zieht, daß die Tschechoslowakei Absetzung k n a t i o n a 1i1 ä t e n ft a a t ist. Keine Natio- beschästigi oiitct kann derartige moskowitische Gummiknüppel- r Äämpje,'^n gegen ihre Führer ruhig hinnehmen. Wenn es mn, Mi«Tc)litz nicht zu Explosionen der Sudetendeutschen Hein zuiMer die tschechische Polizei kam, dann ist das ziiiflld) der Besonnenheit ihrer Führer zuzuschrei- . über Prag mag sich merken, daß auch das |C(f, Mzi deutsche Volk hinter den gemißhandelten Su- >e «deutschen steht und fordert, daß seine Brüder ndayn üe-OT tzidetenlande die primitivsten Rechte ihres Da- llieseck Weins von Prag erhalten. Gibt Prag nicht endlich n Die ortiijQ Garantien der Tat — denn Garantien durch «gen, Mißhrfi haben nach allen Erfahrungen keinerlei Be- n sehr (ji-)eiiiitw. g — dann hat sich Prag selbst zuzuschreiben, Renn" dkooz bas deutsche Volk es als einen Staat betrachtet । ans hurm h handelt, in dem moskowittsche Zustande herr- die jNschSin. lenomM «Zeiade die tschechischen Rufer nach Demokratie, mpf mna-ch Autonomie, nach Selbstverwaltung durch ihre 13 „Jßt ^oitscruppe haben, als der Tschechenstaat gebildet ft K 'm sie in dem sie nicht einmal die Hälfte der Be- eMnn-tzl^lng ausmachen, diese Forderungen rücksichts- i M.SMgpK vkrneint und versucht, die anderen Nationali- ättn und voran die Sudetendeutschen zu ent- egler AG anonilisieren. d. h. ihnen die Wurzeln ihres Duz' mit 1534p,1 ihrer Kultur und ihrer wirtschaftlichen Gleich- slzel ckeViülh! qung abzuschneiden. Neben den wirtschaft- ') die Bchchiiir Mitteln, der Tschechisierungspolitik auf allen lekiitr n, ist eine einseitig gegen die Sudeten- -—n gerichtete Versammlungsüberwachung durch chtiikhi-che Polizeioffiziere und ferner eine Zensur nliefert worden, der die berechtigten Forderun- >tt? dr Sudetendeutschen zum Opfer fielen Was nt' ds für Verhältnisse, wenn in einer sogenann- nn Smofratie das sudetendeutsche Volk nicht ein- im schwarz auf Weiß lesen darf, was es fühlt r-i» was sein Führer Konrad Henlein fordert? In ?Ms $Tief Konrad Henleins an den Präsidenten erefc ist nichts enthalten, was nicht mit den hemirn der tschechischen Regierung übereinstimmte. .iitjer Meinung, eine brutale Unterdrückung des achten dieA-ch-s der 3'/r Millionen Sudetendeutschen, als Mtat iniarer befugter und gewählter Sprecher Konrad 4 erzirMHin legitimiert ist, die über die Grenzen der en kannM^oslowakei hinaus um so tiefere Erregung aus« schiene«),Ke« muß, als diese Sudetendeutschen, Blut von r^ed)tcn=M m Blut, sich loyal in den Tschechenstaat ein- t auf derchusen gewillt sind unter der Bedingung, daß die ürt sichert “ ~ ' * * ... _ . .. ________ . igemäß ben gerichtet, in dem er seine Entrüstung wegen A n n Diagramm aufgestellt das vor einem halben der Vorfälle in Teplitz-Schönau am Sonntag zum ahir mel Aufsehen erregte. Aber wie ist d i e * Ausdruck bringt. In dem Schreiben heißt es: Der emolratischen i(f)|t fl>nug tun letomg ihrer reimeit Wie ftiüing der skandalösen Vorfälle in Teplitz ent» äelt von der tschechischen Zensur verboten wor- ftern x MWeiter wurden verboten die Darstellungen der n->m m *n der tschechischen Knüppelpolizei mißhandelten E'lüelindeutschen Abgeordneten Frank und Kundt, laen ??® aus der in Teplitz gehaltenen Rede Konrad i1tl4in5 wurden gerade die wichtigsten Teile von erbin öa"wr tschechischen Zensur nicht zur Veröffentlichung YIN un-Lx^^eben Das ist eine Vergewaltigung der ö ff ent- urkunde von feiten staatlicher Organe ist um so schwerer, weil diese durch einen besonderen Eid zur Beachtung der Verfassungsurkunde und der Gesetze besonders verpflichtet sind Der Club fordert daher schärfste Maßregelung aller tschechoslowakischen Polizisten einschließlich jener, die allenfalls verhindern helfen wollen, die direkt Schuldigen herauszufinden. Der Club fordert öffentliche Bekanntgabe dieser Maßreae- lung, weil sich die Vorfälle größtenteils vor aller Oeffentlichkeit auf dem Marktplatz eines international bekannten Kurortes abgespielt haben. Der Club fordert weiter, daß von der Regierung alle notwendigen Vorkehrungen getroffen werden, daß ' 1 ein solches Verhalten von staatlichen Organen, auf das wir, ausgehend von Beweismateri'al, bereits feit längerer Zeit andauernd aufmerksam gemacht haben, weder gegenüber Mitgliedern der tschechoslowakischen Nationalversammlung noch auch gegenüber irgendwelchen Personen auf tschechoslowakischem Staatsgebiet, sei es öffentlich oder hinter verschlossenen Türen, wie-derholt. Der Club erhebt gleichzeitig schärfsten Protest gegen die Art der Berichterstattung des tschechoslowakischen Preßbüros sowie gegen das Verhalten der Zensurbe- hörde. Es geht nicht an daß das tschechoslowakische Preßbüro die Tatsachen absolut entstellt und, wesentliche Tatsachen verschweigend, Berichte ausgeben darf, deren presiegesetzliche Berichtigung dieser Berichte sowie Tatsachenschilderungen der betroffenen Parlamentarier ober von Augenzeugen der Zensur verfallen, und daß deswegen Zeitungen beschlagnahmt werden. Der Club protestiert auch auf das schärfste gegen die Verhinderung der Veröffentlichung des offenen Briefes des Vorsitzenden der Sudetendeutschen Partei, Konrad H e n l e in , an den Herrn Präsidenten der tschechoslowakischen Republik. Dieses Vorgehen der Zensurbehörde und des tschechoslowakischen Preßbüros schädigt ebenso das Prestige des Staates wie das Verhalten der schuldigen Staatsorgane in Teplitz-Schönau. Rudolf Heß fährt nach Rom. Auf Einladung Mussolinis Teilnahme am 15. Jahrestage des Marsches auf Rom Berlin, 19. Oft (DNB.) Der königlich Italienische Botschafter besuchte am Dienstag den Stellvertreter des Führers, um ihm im Auftrage des Duce dessen Bild mit persönlicher Widmung „Dem Kameraden Rudolf Hetz in herzlicher Verbundenheit- zu überreichen Bei dieser Gelegenheit überbrachte der Botschafter eine Einladung an d i e Partei, durch eine Abordnung an den großen Veranstaltungen, die am 28. und 29. d. M.» dem 15. Jahrestag des Marsches auf Rom und der Uebernahme der Macht durch die Faschistische Partei, statlfin- den, teilzunehmen. Der' Ducec ließ zum Ausdruck bringen, dah er es besonders begrützen würde, wenn Reichsmini st er Rudolf hetz persönlich der Einladung Folge leiste. Reichsminister Rudolf hetz wird sich zu dem vorgesehenen Zeitpunkt mit der Abordnung der RSDAp. zu den Feierlichkeiten nach Italien begeben. Der Abordnung gehören an: Der Stabschef der SA. Luhe, Reichsleiter Dr. Frank, sowie die Gauleiter Adolf Wagner (München), lerbooen (Essen), und stellvertretender Gauleiter G ö r l i h e r (Berlin), in deren Gaustädten der Duce wahrend seiner Deutschlandreise weilte. Besondere Ehrung des Reichsführers 66. DerDuceüberreichtHimmlerdenEhrendolch der faschistischen Miliz. Rom, 19. Okt. (DNB.) Mussolini hatte dem Reichsführer ff und Chef der Deutschen Polizei, Himmler, mit seiner Begleitung zu einer Ehrung in das Generalstabsgebäude der faschistischen Miliz emgeladen An dieser Ehrung nahmen viele führende Persönlichkeiten Italiens teil, weiter der deutsche Botschafter und ausländische Polizeiabordnungen. Aus den angrenzenden Straßen um das Generalstabsgebäude hatten d i e „M usketiere des Duce" und Abordnungen aller faschistischen Milizen Aufstellung genommen Beim Erscheinen des Duce gingen beim Gruß seiner Legionäre die Fahnen Italiens und Deutschlands an den Masten hoch Der Duce begab sich in Begleitung des Reichsführers ff in den Hof des Generalstabsgebäudes Die im Hose angetretenen Milizen stimmten dann die revolutionären Kampflieder der aschistischen Bewegung an, die der Duce zum Teil elbft mitfang. Die Feier schloß mit der von allen begeistert gesungenen Giooinezza. In der Ehrenhalle für die Toten der faschistischen Bewegung legte der Reichsführer ff einen Kranz nieder Der Duce überreichte ihm und dem Chef des Hauptamts der ff den Ehrendolch der faschistischen Miliz. Dann begab sich der Duce mit dem Reichsführer ff und dessen Begleitung vor das Generalstabsgebäude, wo er den Vorbeimarsch der faschistischen Legionäre abnahm. Am Vormittag hatte der Reichsführer ff, begleitet von den Herren der deutschen Abordnung, Kränze am Grabmal des Unbekannten Soldaten und am Ehrenmal für d i e gefallenen Faschist en niedergelegt. Der Feier wohnte eine große Menschenmenge bei, die die deutsche Abordnung herzlich begrüßte Am Nachmittag gab der Gouverneur von Rom den ausländischen Polizeiabordnungen einen großen Empfang, dem viele bekannte Persönlichkeiten des offiziellen Italiens beiwohnten. Auch die deutsche Abordnung war mit dem Reichsführer ff Hi-r,mler an der Spitze vollzählig erschienen. Finanzpolitische Maßnahmen zur Erschließung des Imperiums. Rom. 19.Dtt. « religiösen Oberhauptes der palästinensischen Mohammedaner, des Groß-Mufti von Jerusalem, nach dem französischen Mandatsgebiet Syrio gemeldet. Zwar hat es bei der Flucht eine klein Panne gegeben. Der Bootsführer verfehlte den Dn wo an der syrischen Küste ein Auto den Groh Muftt erwartete, um ihn still und heimlich einem unbekannten Ziel entgegenzutragen. Und so fiel du Mufti denn unter die freundliche Obhut der französischen Mandatspolizei. Aber nun beginnt die Leidensgeschichte der französisch-englischen Diplomatie, die mit Wehmut nachdenkt, wie biefi harte Nuß zu knacken ist. Was sollen die Franzosen machen? Die syrische Bevölkerung sympathisier!! aufs lebhafteste mit den benachbarten Palästinas schen Arabern. Die Franzosen haben vor lurjtt Zeit den Syrern staatliche Unabhängigkeit'vei' sprachen, wenn sie sich auch erhebliche Mitspra^ Rechte vorbehalten haben. Unter solchen Umsiw den ist die Auslieferung des geflohenen Groh- Mufti an die Palästina-Behörden eine mißlich« Wie England ein Mandatsland „befriedet" In Palästina in zwei Tagen 18 Häuser in die Luft gesprengt. London, 20. Okt. (DNB. Funkspruch.) & Zeitungen melden aus Jerusalem, daß in den letz' ten zwei Tagen insgesamt 18 Häuser i« arabischen Dörfern als S tr a f m a fj n af) von den britischen Behörden v ö l l i g z e rstör> worden seien. Gleichzeitig hat man den Bewohner« der betroffenen Dörfer mitgeteilt, daß im weiterer Zwischenfälle noch mehr Häuferock nichtet werden würden. Weiter heißt es, den Beduinenstämmen, von denen lich vor zwei Tagen' Angriffe auf einen briiifdp Polizeiposten in der Nähe von Hebron gangen fein solle, insgesamt 1600 Schafe, d. b fll ' praktisch der gesamte L e b e n s u n t e r h a von den Behörden genommen worden fino. £ beschlagnahmten Herden wurden von brih|$e Soldaten abgetrieben. Wieviel Amerikaner kämpfen für Valencia? Die Brigade „Abraham Lincoln". Washington, 20. Okt. (DNB.) Eine ocy, etwa einem Jahr zur materiellen und „moralischen" Uw terstützung des Bolschewistenausschusses von Da, lencia gegründete Neuyorker Organisa, tion, Freunde der Abraham-Lincoln-Brigade, gibt soeben ihre neueste Verlustliste bekannt in der die in den letzten Kämpfen in Spanien gefallenen Bo 1 schewiki, die die amerifa. nische Staatsbürgerschaft besitzen — na- mentlid) aufgezählt werden. Nach Behauptungen obiger Organisation soll die sogenannte Lincoln- Brigade „nur" 3000 Amerikaner umfassen. Obwohl diese Ziffer natürlich nicht nachprüfbar ist, steht fest daß außer der „Lincoln-Brigade" mindesten; noch zwei oder drei weitere Brigade« Amerikaner für Rotspanien kämpfen. Allerdings vermeiden Neuyorker Zeitungen neuerdings, insbesondere seit Beginn der Aussprache über bit Zurückziehung der Freiwilligen, jegliche Erwäh, nung einer Beteiligung amerikanischer ©taatsbürgr am Bürgerkrieg. Große nationale Erfolge in Asturien. Die geschlagenen Bolschewisten auf der Flucht nach Gijon. Salamanca, 20. Okt. (DNB. Funksprucp Der Frontberichterstatter des Hauptquartiers i Salamanca teilt mit, daß am Dienstag der ev folgreichste Tag während der ganzen Asturien - Offensive gewesen ist. Von dir Provinz Asturien sind bis jetzt 2178 Quadratkilometer besetzt worden. V i l l a v i c i o s a ist von bei Bolschewisten weniger zerstört worden als andre Orl» schäften, da der Gegner durch die Schnelligkeit bes nationalen Vormarsches überrascht wurde. Nur wenige Dörfer sind ausgebrannt. Die Nationalen sind vier Kilometer über Villaviciosa hinaus natz Westen vorgegangen und befinden sich 14 Kilometer Luftlinie und 23 Kilometer Landstraße dou Gijon entfernt. Die Nationalen besetzten ferneren- f i e ft o. In allen Dörfern wurden die siegreichem Truppen begeistert und mit erhobenem Arme vo-> der Bevölkerung empfangen. In Colunga un) in anderen befreiten Ortschaften wurden Freudenfeste veranstaltet und Volkstänze aufgefüfjrt, Die Zahl der Ueberläufer geht in die Hunderte. Viele berichten, daß ihre Führer sie zum Narren gehalten und ihnen vorgelogen hätten, (Tangas de Onis und Arriondas seien von den bolschewistischen Streitkräften wieder zurückerobert xdox-- t Sache. Es bleibt also nur Ausweisung übch ober die Franzosen müssen den Großmuftt i« Haft nehmen. Ausweisung bedeutet im Gegend zur Auslieferung, daß der Groß-Mufti nur 31® Verlassen des Landes aufgefordert wird, währe«) Auslieferung die Uebergabe des Groß-Mufti an di« englischen Mandats-Behörden in Palästina darstel- len würde, was aus geschilderten Gründen schwi«- rig ist. Wenn aber der Groß-Mufti ausgewiefe» !t;w, und ihm damit die Wahl seines Aufenthaltsorts! W, freigestellt wird, so bleibt zunächst nur als fluchtsland d i e Türkei, Italien ob ei den. Viele Miljzen legten ihre Waffen mit Hotz- rufen auf Spanien und General Franco nicbon. g Der geschlagene Feind flieht überall ohn«^ Disziplin und Ordnung nach Gijon zurück' , Am Gelben Fluß Jnnert und Gefallenenehrung. München, 19. Oft. (DNB.) Heute nachmittag traten bie politischen Leiter bes Hauptamtes für Beamte an, um burch einen Marsch burch bie Straßen bes 9. November unb burch eine Gefallenenehrung ihre Verbunbenheit mit ber Partei zu bekunben. Von ber Lubwigsbrücke aus nahm ber Zug feinen Weg zum Mahnmal unb bann zu ben Ehrentempeln am Königsplatz. Mit ber Front zu ben Ehrentempeln marschierten bie Beamten auf. An ben Ehrentempeln war eine Aborbnung bes Bunbes ber Wehrmachtsbeamten aufgestellt. Ferner war eine Aborbnung ber Reichs- unb Gaureferentinnen für bie weiblichen Beamten angetreten. Reichsbeamtenführer Neef schritt unter ben Klängen bes Präsentiermarsches mit seinem Stab bie Front ber Kolonnen ab. Dann begab er sich zu ben Ehrentempeln, legte je einen Kranz vor ben Sarkophagen ber Helden bes 9. November nieber unb sprach von ber symbolischen Bebeutung bes Opfers biefer 16 Kameraben. Reichskanzler selbst gegeben. Die Personalunion ist auch in Länbern und Pi tycn n. Funkspru: Soeben ist in Rom ber Bilbhauer Alceo sena gestorben,'“ber vor etwa neun Jahren im Mittelpunkt einer Weltsensation ftanb. Ein römischer 'HM ! e iincoii ?• Öbn». ’fen. U neuerbim he über ■ He Erwi staatsbün , y OSRAM nen Persönlichkeiten, unter ihnen an erster Stelle dem Generalkonsul Renzetti, die Klopstock- Erinnerungs-Medaille. Die einbrucksvolle Feier fand ihren Abschluß durch den Vortrag einiger Oden Klopstocks, denen Karl Bethge ein treff- licher Sprecher war, und durch Vorträge musikalischer Werke von Bach und Vivaldi. Die Jubiläums-Lotterie beginnt. Am 19. Oktober erfolgte in Berlin bas öffentliche Einschütten unb Mischen ber 400 000 Nummernröllchen ber 5 0. Preußisch - Sübbeutschen Klassenlotterie und der Gewinnröllchen für die Erste Klasse dieser Lotterie. Bei dieser Gelegenheit wurde die Jubiläums-Lotterie vom Präsidenten Baron D a z u r eröffnet. Bevor die amtlichen Kommissare das übliche Einschüttungsgeschäft Vornahmen, wurde das Röllchen der Losnummer 1 vom Präsidenten in das Nummernrad geworfen. Der große Ziehungssaal konnte diesmal die andrängenden Zuschauer kaum fassen. Eine große Zahl von Losnummern mußte auf Wunsch einzelner Spieler Stück für Stück vorgezeigt werden, bevor sie — von den besten Wünschen und Hoffnungen begleitet — in das Nummernrad eingeschüttet werden konnten. Die Ziehung der Ersten Klasse beginnt am 20. Oktober. Die Jubiläums- Lotterie wird den Winter über ausgespielt unb erreicht ihren Höhepunkt mit ber Ziehung bes großen Loses am 14. März 1938. das Gesetz in ben §§ 7 unb 8 betont, geht die Gehör s a m s p f l i ch t jeher anberen Gehorsamsbindung vor und kann ihn von der Amtverschwiegenheit „keinerlei andere persönliche Bindung" befreien. Schließlich legte Dr. Frick bar, baß auch ben Beamten gegenüber, bie Parteigenossen sind, die staatliche Pflicht zu Gehorjam unb Verschwiegenheit durchgreift. Gehorsam und Amtsverschwiegenheit seien für den Staat ein „Rührmichnichtan". Das werde erst recht klar, wenn man sich überlegt, daß die Geschlossenheit des Staatsapparates aud) wieder den Interessen der Partei dient und ihren Bestand mitsichert, während eine Durchbrechung dieser Grundsätze, besonders in kritischen Zeiten, für bie Partei selbst zur größten Gefahr werben könnte. Die Partei kann und darf erwarten, baß ber Staat ihre Interessen anerkennt unb burchsetzen hilft. Dazu kann namentlich eine Personalunion an Haupt unb ©Hebern bienen. Die Per- ' sonalunion in ber Spitze ist durch ben Führer und n.°v li d°s 5i $)< W A *;& Partei und Staat im Deutschen Beamtengefth. Ein Vortrag des Reichsinnenministers Dr. Frick auf dem Deutschen Beamtentag in München 'oauting j Hope/ \Schansl -L Yenglozoiscß phen einzuführen, da gerade die Aerzteschaft in Polen zu 40 v. H. verjudet ist; der Gesamtzahl von 11 459 Aerzten stehen 4542 jüdische Aerzte gegenüber. Im Lemberger Bezirk befinden sich jüdische Aerzte mit 70 v. H. sogar stark im Uebergewicht. Aus aller Wett. Fälscher oder Genie? TS Jas Kriegsbild, bas bie Nachrichten aus Fernen Osten vermitteln, zeigt noch im- htn w bie gleichen charakleristischen Züge: Stel- öen (W a r g 6 t r i e g bei Schanghai, weitgreifenbe, n9 tin v ninüberroinbenbe Vorstöße der japanischen Ar- CyglMen an ber Norbfront. Nach wie vor haben ’ Japaner bie Initiative, sie bestimmen ben Gang Urr Kriegshandlung. Das wurde besonders klar, als ii ter vorigen Woche die Chinesen ihrerseits versuch- , lm, durch eine großangelegte Offensive die verlore- itHhC ren Positionen bei Schanghai zurückzugewinnen. Versuch ist mißglückt, er kostete ben Chine- ■ m Ingenieure Opfer an Menschenleben und Kriegs- i„atrial. Das Ziel der japanischen Heeresleitung . iiefhEjfc also offenbar darin, die gut ausgebildeten m • ociMchen Kerntruppen bei Schanghai, die sonst ie xTt» .Micht in die bedrohten Nordprovinzen zur Hilfe liscken" .slle? würden, nicht nur an diese Front zu binden, o " Jtlmtern sie auch durch eine zweckvolle Zermür- rQ(1M.'>6lin staftiD allmählich zu entkräften. Infolge wid- monh " tj ae geopolitischer Umstände ist dieses Unternel)» :e ho/Sier zwar für die Japaner gleichfalls sehr kost- Vani ■’'9, aber es wird damit doch erreicht, baß bie imgrn ?qM Beite geschlagen hat. Beide Punkte, Paotau bt ein« Sfinan, bezeichnen zugleich bie äußerste linke kMteben!1P*li k»hte Flanke ber 600 Kilometer langen japa- lo den Front. Die rechte Flanke stößt an bie von loimlidi iBoivjtirußlanb beherrschte Aeußere Mongo- nd soft e iinke an bie pazifische Küste. Be^' Flügel ut der einstweilen noch in der Luft, und es Dürfte Mer nir)as ni|4)fte Ziel der japanischen Kriegführung sein, ififcfpenO'" ?tankendrohung zu beseitigen, bevor die mili- '^^ärislhi Ausfüllung ties1 ganzen Hoangho-Bogens n Vj. t^onpnimmen wird. Ob Tokio nach Erreichung bie- ^si^tegischen Zieles einen genügenb starken 5 L|äin?rr?^ Absitzt, um Nanking zu einer klaren anti» n /onWinistischen unb japansreunblichen Haltung zu ^^^br^lclsi.n, kann nur bie Zukunft lehren. Da Ja- Wm'r-anr nc<$ offizieller Angabe keine territorialen Ab- verfolgt, sonbern nur eine engere, vernünf- Jv unb freunbschaftlichere Zusammenarbeit r?enen.nitip*ina unter Ausschaltung fremder Einflüsse erne ^üüsh^kann der Gelbe Fluß vielleicht einmal das !*l Bpmbol des ostasiatischen Friedens werden. TroßE Heinrich Evers. in}!? nur Mine politische Nachrichten aäuftiü .^5 Leiter ber NS.-Stubentenkampfhilse hat im cxiHtia ^in!o«n«hmen mit bem Leiter ber Auslanborgani- ,-Lpn -atiibr : er NSDAP., ben Präsibenten bes beutsch- ^^^kadle:i Ischen Austauschbienstes, ^-Brigabeftihrer 018611 von Mass 0 w, zum Gauoerbandsleiter 1"!, ^[-lusflonji ber NS. -Stubentenkampfhilfe ,nU6rn meennt. a l re n 11 * er ^hii. D'ii Leiter bes Fremdenverkehrswesens in Jta- Generaldirektor Bonomi stattete bem irlKy °u iettoi I es beutschen Fremdenverkehrs Staatsmini- ter 2). Esser einen Besuch ab. Die Besprechun- . len fljii-ten eine erfteuliche Uebereinftimmung über p ne 15.c Wendigkeit eines stärkeren Ausbaues des - gMrtigen Reiseverkehrs. Eine Reihe prakttscher sffjkMassti men zur Erreichung dieses Zieles wurde ' lefcftfcfj: n. 18 * Ehl- Generalversammlung des polnischen zt. Üen'st»verbandes hat' beschlossen, für die des Verbandes den 2Irierparagra- München, 19. Okt. (DNB.) Im Mittelpunkt der Dienstagfitzung des Deutschen Beamtentages stand die Rede des Reichs- und Preußischen Ministers des Inneren, Reichsleiters Dr. Frick, über das Thema „Partei und Staat im deutschen Beamtengese tz". Wie am Eröffnungstage nahm eine große Anzahl von Ehrengästen mit den 2000 politischen Leitern des Hauptamtes für Beamte an der Tagung teil. Vor der Rede des Reichsinnenministers sprach der mit der Durchführung der staatspolitischen Lehrgänge des Hauptamtes für Beamte beauftragte Hauptstellenleiter Pg. Hannes Schneider über die Aufgaben, die sich für Partei und Beamtentum beim Kampfe um die Ueberroinbung überholter weltanschaulicher (Bebanfengänge ergeben. Die Partei unb ihre Einrichtungen seien sich bewußt, baß bie Durchsetzung ihrer Weltanschauung die Geduld eines Gärtners erfordere, da sie nicht Seelen beugen wolle, sondern gebeugte aufrichten. Atit Empörung wies der Redner den törichten Vorwurf zurück, daß der Nationalsozialismus gottlos sei. Gegen hie Schwächen der Gesellschaft müsse ein Bund der Kameradschaft aufgerichtet werden. Dieses Ziel erwachse insbesondere der Arbeit in einem Berufsstande, der früher oft genug zum Formalismus neigte und in dem manche Knechtsnaturen lebten. Schneider schloß mit der Feststellung, daß die Partei in ihrer Aust gäbe der weltanschaulichen Durchdringung unseres Volkes Arbeit für Jahrhunderte habe und daß den politischen Leitern des Hauptamtes für Beamte die Verpflichtung erwachse, für die Erreichung dieses Zieles innerhalb der Beamtenschaft zu wirken. Äeichsmmister Dr. Frick bezeichnete dann das Verhältnis von „Partei u n ö Staat" als das wichtigste, vielleicht das Problem des Dritten Reiches überhaupt. Der Weg, die Partei im Staat aufgehen zu lassen, war ungangbar in dem bis ins kleinste durchgebildeten Staats- und Derwaltungsapparat eines 68-Millio- nen-Volkes. Die Partei hat deshalb sich darauf beschränkt, mit Entschiedenheit und restlos die Führung des Staates an sich zu nehmen, die leitenden und politisch wichtigen Posten mit alten erprobten Kämpfern zu besetzen und den in sich geordneten unb bisziplinierten Staatsapparat zunächst bestehen unb Weiterarbeiten zu lassen. Neben der „Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" fei zielbewußt die Durchdringung des Beamtenkörpers mit Nationalsozialisten fortgesetzt worben. Zugleich mürbe bie Erziehung ber Beamten zu nationalsozialistischer Weltanschauung unb Staatsauffassung soweit irgenb möglich, geförbert. Auch ber Kampf gegen Freimaurer, pazifistisch und international abgestempelte Elemente würbe erfolgreich geführt. Ueberblickt man alles, was auf diesem Gebiet in vier Jahren geschaffen worben ist, unb man barf Dies mit Freude unb Stolz tun, so möchte es scheinen, daß Partei und Staat in der Tat eine Einheit bilden, daß es ein Problem „Partei und Staat" überhaupt nicht ncehr, jedenfalls für das Beamtentum nicht mehr geben könne. Wir haben doch schon seit Ende 1933 das Gesetz über bie Sicherung ber Einheit von Partei und Staat, und bas Gesetz erklärt bie Partei als „Trägerin bes beutschen Staatsgebantens unb mit bem Staat unlöslich ver- bunben". Dir haben bas Dort des Führers: „Richt ber Staat befiehlt uns, sondern wir befehlen dem Staat“. Damit ist Der Primat der Partei gegenüber dem Staat einwandfrei festgestellt. Und doch ist damit der Staat nicht überflüssig und ausgeschaltet worden. Dan spricht so oft von der „Staats- maschine“. Dieses Bild erscheint mir auch heute noch zuzutreffen, ja noch bester zu paffen als früher. Wir Rationalsozialisten müssen dafür sorgen, daß die Daschine immer richtig lauft, daß aus ihr, besonders in der Zeit des Vierjahresplanes, alles herausgeholt werden kann, was irgend möglich ist. Partei und Staat selber sind eine Einheit, am sichtbarsten verkörpert in unserem Führer Adolf Hitler, der der oberste Führer der patei, aber I- JLr Hy f äsR*’"’ Hofrfen Swte.cmcti*' Klein'Linden (Frankfurter Straße 19), den 18. Oktober 1937. 05192 0 05191 ■ Heute | Freitag | \Af FDRE DRUCKSACHEN W CK DC Brühl. Gießen tafetoocli rumorts Schr.Angeb.unt. Neuenweg 6 05180 a. ü.G.A.l Telephon 3187 5(6loBgafie 161. Stadttheater 19.30 22.00 Uhr Zum letzten Ulal Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 21. Oktober, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause aus statt schrank, wanne, masch., tisch. 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Der Firma, die im Bayrischen Wald ein großes Sägewerk besitzt, konnten dank der Zusammenarbeit der Preisüberwachungsstellen in Regensburg und Ansbach und dem energischen Zugriff der Nürnberger Polizei eine ganze Reihe von schweren Verstößen gegen bie Preis st oppverordnung nachgewiesen wer- Weg. Auflösung des Haushalts sof. zu verkauf.: 1 komvl. rüstern. Schlafzimmer, 1 Ledersessel, Plüschsessel, antiker Sessel, mahagoni Tisch, Ziertische,Stühle Schränke, Gasofen, Tisch, Bett, Waschtisch,Nacht- Sonnige 3-Zimmer-WohD. mit eingerichtet. Bad, Zentral- Heizung,Balkon, schöne Aussicht, Nähe Kasernen, zu vermieten. Schr.Angeb.unt. 6864Da.d.G.A. 6840 D Preise von RM. 0.60 - 3.00. mötLZier mit Meßendem Wasser, Heizung u. Badbenutzung sofort oder zum 1. November ge- sucht.Schriftliche 'Angebote unter 05171 a. d. Gieß. Anzeiger erbet. Kohlen Koks 6452 D Briketts Holz Torf Dungkalk H. Glatthaar & Sohn Frankfurt. Str. 19 Mühlstraße 18 Tel. 3144 3145. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren lieben Vater, Großvater, Urgroßvater, Bruder und Onkel Heinrich Jakob Fink Im 78. Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenem Friedrich Moineweg. Klein-Linden, den 19. Oktober 1937. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 22. Oktober, 14% Uhr, in Klein-Linden statt Fluten um, zwei wurden schwerverletzt geborgen. . w , Explosionsunglück in Toulouse. In einer Feuerwerkskörperfabrik in Toulouse wurden durch eine schwere Explosion em Gebäude, in dem ein Laboratorium.untergebracht war, sowie vier benachbarte Häuser vollkommen zerstört Ein Arbeiter wurde durch die Gewalt der Explosion fortqeschleudert und schrecklich verstümmelt; er war sofort tot. Eine Arbeiterin, Mutter von vier Kindern, mußte in bedenklichem Zustande in das Krankenhaus gebracht werden. Die Ursache der Explo- sion ist noch unbekannt. Der Schaden wird auf 250 000 Franken geschätzt. 20.00-23.00 Uhr 5. Freitag" Miete. Das klein« Hofkonzefi Operette von Verhoeven ' Impekoven " Nick. Preise von. RM. 0.60-3.W bett Fackler. Sein Heimatort konnte noch nicht festqestellt werden. Er hatte eine Fahrkarte von Jgelgrenze bei Trier nach Rheinsberg in der Mark. Mitreisende erzählen, daß der Junge im Sei- tengang des D-Zuges 27 Frankfurt Berlin auf einen verkleideten Heizkörper gestiegen und in einem unbeobachteten Augenblick durch das offene Fenster [Verschiedenes | An-undVerkauf von Lumven. Euen. Bavier Flaschen u. allc Metalle. Jede Bestellung wird abgeholt 020 im H. Schneider Schöne 6-Zimlner- Wohnung Parterre,m.Bad u. Gartenanieil per 1. Nov. 1937 evtl, auch früher Hofmannstr. 14 zu verm. 6741 d Plötzlich und unerwartet verschied an den Folgen eines Unfalles unser guter, treusorgender Vater, Großvater, Bruder und Onkel Jakob Wagner im 55. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Marie Wagner, geb. Müller und Kinder. flüchtet. Berstendes Schwungrad zerstört eine Maschinenhalle. Das Berliner Ziegelwerk von Gebr. Scheibe wurde von einem seltsamen Unglücksfall betroffen, durch den die Maschinenhalle und die Werksräume mit den technischen Einrichtungen zertrümmert wurden. Auf ungeklärte Weise löste sich die an der Innenwand der Maschinenhalle befestigte Antriebswelle und fiel auf die im Betrieb befindliche Dampfmaschine. Das große Schwungrad von 2,60 Meter Durchmesser wurde zertrümmert und die fortgeschleuderten zentnerschweren Metallstücke zerschlugen das Dach der Maschinenhalle und die starken Zwischenwände. Glücklicherweise konnten sich die Arbeiter ins Freie retten, so daß niemand zu Schaden kam. 18 Bauernhöfe in Oberilalien eingeäscherl. Durch einen Brand in Corla Maggiore bei Busto Arisizio in Oberitalien wurden 18 Bauernhäuser, 8 Ställe und ein Holzlager eingeäschert. Der Brand hatte sich mit Windeseile verbreitet, da er in den Ställen und Scheunen reiche Nahrung fand. Erst nach achtstündiger harter Arbeit gelang es den Feuerwehrleuten, der Flammen Herr zu werden. 42 Todesopfer der Kinderlähmung in Melbourne. Nach einer „Times"-Meldung aus Melbourne (Australien) beliefen sich die in Melbourne verzeichneten Fälle von Kinderlähmung auf 561; darunter befinden sich 59 Erwachsene. 42 Falle haben bisher einen töt) lief) en Ausgang gehabt, darunter bei fünf Erwachsenen. Vollstreckung eines Todesurteils. In Berlin wurde die 1885 geborene Maria Para- kenings hingerichtet, die vom Schwurgericht in Königsberg (Pr.) wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden war. Maria Parakenings hat ihren Ehemann August Parakenings in Schenkendorf vergiftet, da er ihren ehebrecherischen Beziehungen zu einem anderen Manne im Wege stand. Grohfeuer in einem Schweizer Allersheim. In dem im Zentrum der Stadt Freiburg (Schweiz) gelegenen Bürgerspital, in dem sich auch ein Altersheim befindet, brach ein Großfeuer aus, das einen großen Teil des Dachstockes und die Kapelle einäscherte. Zur Zeit des Brandausbruches befanden sich etwa 300 Kranke und alte Leute im Spital, die nun vorläufig im Kanton- Spital untergebracht wurden. Der Schaden wird auf 300 000 bis 400 000 Schweizer Franken geschätzt. In Bern konnte ein Mann verhaftet wer- achtet wurde. t Autoberaubungen einer jugendlichen Diebesbande. LPD. Frankfurt a. M., 18. Okt. Mitte September wurden vier Burschen im Aller von 17 Jahren nachts dabei überrascht, wie sie ein Auto ausraubten. Sie wurden damals festgenom- m e n. Im Laufe der Ermittlungen hat sich herausgestellt, daß die gleichen Täter noch mehrere A u t o- beraubungen und Diebstähle von Motorrädern, sowie Einbrüche in Wasserhäuschen und Mansarden begangen haben. Insgesamt konnten bisher zehn Personen fe st genommen werden. Tagung der Internationalen Gesellschaft für Väderfocschung. Nach der ersten wissenschaftlichen Sitzung der Internationalen Gesellschaft für Bäderforschung in Frankfurt fand die zweite Hauptsitzung in Wiesbaden statt. In Anerkennung ihrer Verdienste wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt: Prof. Dr. Dalenti (Mailand) und San.- Rat. Dr. Schober (Stuttgart). Die Sitzung beschäftigte sich mit der „Psychotherapien! Kur- und Badeorten". Das Hauptreferät hielt Pros. Veraguth (Zürich). Er ging davon aus, daß es die erste Aufgabe des Kurortes ist, die Behandlung so aufzunehmen, daß die Besserung oder Heilung des Leidens erreicht wird. Darüber hinaus aber steht jedem Arzt in der Psyche des Menschen ein Faktor zur Verfügung, der, richtig angewendet, wesentlich bei der Heilung eingesetzt werden kann. Cieberffunbe mit (Berfrube Pihmger unb Hans Pfihner. Im Münchener Rundfunk veranstaltete Gertrude Pitzinger gemeinsam mit Hans Pfitzner eine Liederstunde, die mit Begeisterung ausgenommen wurde. Die hervorragende Künstlerin veranstaltet am 13. November im Gießener Konzert- verein einen Liederabend. Frau Schumann zu ihrem Osipreuhenritt für das MHW. gestartet. Laut NSK. traf die Reiterin für das WHW, Frau Schumann, in Pyritz im Gau Pommern ihren wetten Ritt als Sammlerin für das Winterhilfswerk an. Bevölkerung, Stadtverwaltung und Partei hatten diesem Ereignis einen festlichen Rahmen gegeben Der Bürgermeister und der Kreisbeauftragte des WHW. verabschiedeten die Retterin und übergaben ihr die ersten Spenden. Frau Schumann hat bereits während des ver- aangenen Winterhilfswerkes als Sammlerin rund 4000 Kilometer auf dem Rücken ihres Pferdes zurückgelegt und dabei 163 000 Mark gesammelt. Wegen dieses einzigartigen Erfolges hat sich die Reiterin für diesen Winter einen Plan vorgenommen, der sie zunächst in 93 Tagen durch einen Teil Mahnung. Die Beiträge für den Monat September 1937 derjenigen Arbeitgeber, die von der Kaffe Rechnung erhielten, sowie der freiwilliaen Mitglieder, können noch bis zum 25. Oktober 1937 ohne Kosten bezahlt werden. Aach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung, evtl. Zwangsbeitreibung. Für die Arbeitgeber, die die Beiträge selbst nach dem wirklichen Arbeitsverdienst berechnen, gilt die gesetzte Frist bis 25. d. M. nicht. Allgemeine Ortskrankenkaffe für Stadt- und Landkreis Gießen, Gießen 6860 v Besonders Tonoton Versand n. Auswärts, billige IdpCltjll i/nnf Frankfurt Main, Muster frei Haus kvjll Allerheil.Str.87. Neuzeitliche 4-5-Z.Wohng. (Stadtmitte )mit Bad, Zentralheizung u.Zube- hör zu vermiet. Schr. Angeb. u. 6736D an den Gieß. Anzeiger. 2 große leere Zimmer gr. Veranda, mit oder ohne Küche, zu nerrir. Anzus. 9~ 11, 2~4. [05190 WUbelmftr.461. | Verkäufe MM abzugeben. 05181 Hamrmtraße 5. Kl eine Anzeige« 'M Kieken er Anzeiger meiden von Tauienven beachtet um> aeleien. den. 17jähriger gesteht einen Raubmord. In Dormettingen, Kreis Rottweil (Württ.), wurde die 67 Jahre alte Bäuerin Elisabeth Franziska Bernerin der Küche ihres Häuschens, das sie allein bewohnte, ermordet aufgefunden. Es handelt sich um Raubmord. Die Kriminalpolizei nahm den 17 Jahre alten Josef Bertsch aus Dormettingen sest, der nach anfänglichem Leugnen die Bluttat eingestand. Er ljabe die alte Frau ausgesucht um Geld für Zigaretten von ihr zu verlangen. Als sie sich weigerte und Anstalten machte, einen Nachbarn herbeizurufen, i)abe er sie gewürgt und ihr den Mund zugehalten, um sie am Schreien zu hindern. Schließlich habe er ihr mit einem Lattenstück, einem Stock und zwei Milchtöpfen, die in Trümmer gingen, so lange auf den Schädel geschlagen, bis die Greisin sich nicht mehr rührte. Er habe dann nach Geld gesucht, es in seiner Aufregung aber nicht gefunden. Raubmord an einem Chauffeur bei Zürich. Bei Zürich wurde am Zürichberg der Taxameter- Chauffeur August Schürmann von einem unbekannten Fahrgast durch drei Revolverschüsse getötet und beraubt. Ein Rechtsanwalt entdeckte das Auto mit dem leblosen Chauffeur am Führersitz und benachrichtigte die Polizei. Diese verfolgte mit Polizeihunden die Fährte des Mörders, konnte ihn aber bisher nicht verhaften. Außer dem Fahrerausweis und dem Papiergeld hat der Mörder eine ganze Anzahl von Lotterielosen geraubt. Sieben Tote bei einem firaffroagenunglücf in Finnland. Ein schweres K r a f t w a g e n u n g l ü ck ereignete sich bei Stalo, einem Marktflecken im Südwesten Finnlands. Dort stürzte ein vollbesetzter Wagen in einen Fluß. Sieben Personen kamen in d e n Pens. Beamter sucht sofort leeres Zimmer Schr.Angeb.unt. 05179 a. d.G.A. [Vermietungen | I-Zimmer- wohnung Bad, Balkon, Heizung, Alicen- straße 33 II fof. zu verm. eoseD Näh. A Becker, Kevlerftraße 9 Telefon 3804. Kabineitswechsel in Luxemburg. Luxemburg, 19. Okt. (DNB.) Großherzogin Charlotte empfing Staatsminister Bech, der ihr den Rücktritt her Regierung anlkot. Die Großherzogin beauftragte Bech mit der Neubildung des Kabinetts. Die Regierungsneubildung ist die Folge des Ausganges der Kammer- Teilwahlen und des Volksentscheides vom 6. Juni. Bereits damals hatte Bech der Großherzogin das Rücktrittsgesuch seiner Regie, runq unterbreitet, da das Wahlergebnis den Mehr, hettsparteien, Katholiken und Radikalliberalen ungünstig war. Die Großherzogin wünschte Verhandlungen über eine R e g i e r u ng s e r w e ite. r u n g , die Mitte Oktober zwischen Katholiken, Ra- dikalliberalen und Sozialdemokraten zu einer E i - nigung führten. Die von diesen drei Jßarteten gebildete neue Regierung wird sich auf 49 Abgeordnete von im ganzen 55 stützen können. Wetterbericht des Reichswetterbienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Nacht zum Mittwoch brachte bei fast ungehinderter Ausstrahlung starke Abkühlung, die vielenorts leichte Bodenfröste nach sich zog. Heute früh hat sich in Teilgebieten, besonders in Tallagen Nebelbildung eingestellt, die aber über Tag Der- schwinden wird, so daß die Tagestemperaturen all. gemein noch etwas höhere Werte annehmen werden, als am Dienstag. Der Abbau des östlichen Hochdruckgebietes begünstigt das Eindringen etwas feuchter Meeresluft, so daß die Neigung zu Nebel« bildung weiter zunimmt. ■ Aussichten für Donnerstag: DielfaH dunstig oder neblig, sonst wolkig bis aufheiternd, nachts recht frisch, tagsüber nur mäßig warm, Winde meist um Süd. Aussichten für Freitag: Vielfach neblig und wolkig, im allgemeinen aber trockenes Wetter. Lufttemperaturen am 19. Oktober: mittags 13,2 Grad Celsius, abends 4,9 Grad; am 20. Oktober: morgens 2 Grad. Maximum 13,7 Grad, Minimum heute nacht 0,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. Oktober: abends 7,9 Grad; am 20. Ob tober: morgens 5,8 Grad. — Sonnenscheindauer 6,4 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr W. Lange; für Feuilleton: Dr.Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen« leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 37: 9248. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkauss- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf-, mit Der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Seschästsschließungen. LPD. Darmstadt, 19. Okt. Das Wein- handelsgeschäft des Georg Adam Horn HL in Elsheim wurde auf die Dauer von drei Monaten geschloffen, weil Horn die zulässigen Preise für Portugieser-Trauben um 2 Mark je Zentner überschritten hat. Er hat in verschiedenen Fällen diesen Betrag als Fuhrlohn geboten und auch bezahlt. Die Zahlung solcher Fährlöhne ist jedoch nicht zulässig. Die Schließung des Betriebes und der Geschäftsräume der Firma „Be11en - Ker n", Mainz, Markt 5/9, wurde angeordnet. Der Inhaber wurde in eine Ordnungsfttafe in Höhe von 5000 Mark genommen, da in diesem Betrieb das Spinnstoffgesetz nicht bekannt war und nicht be- Angerichtet kochen spart das Umfüllen der Speisen und Arbeit beim Abwasch. Die Speisen kommen warm im Jenaer feuerfesten Glas auf den Tisch. Für Gemüse, Braten, Auflauf usw. gibt es die richtigen Formen in großer Auswahl bei B J. B. Häuser In der in Rotterdam gespielten siebenten Partie im Schachweltmeisterkampf Euwe — Aljechingab Euwe, der die weißen Steine führte, nach dem 34. Zuge auf. Der Stand ist mithin: Aljechin 4, Euwe 3 Punkte. Der Ehefrau Schwefelsäure ins Gesicht gegossen. Vor dem Zentralhotel auf Pfefferstadt in Danzig verübte der Jude David Reicher aus Gdingen, der polnischer Staatsangehöriger ist, eine gemeine Sonntag ein Junge aus Dem yenper oes Rachetat. Seine von ihm getrennt lebende Ehefrau furter D-Zuges. Er war sofort t o t. -Es handelt mar nach Danzig gezogen, um von hier aus die sich um einen allein reisenden Schuler namens Ro- Scheidung zu betreiben. Um sich an ihr zu rächen, ------ "*** lauerte der Jude seiner Ehefrau auf und goß ihr, als sie das Hotel verlassen wollte, eine Flasche Schwefelsäure ins Gesicht. Die schwer verletzte Frau, die rasende Schmerzen litt, wurde zu einem Arzt gebracht, der gefährliche Brandwunden an der rechten Gesichtshälfte feststellte. In der allgemeinen Verwirrung ist es dem Attentäter gelungen, zu entkommen. Wahrscheinlich ist er nach Gdingen ge- Nttindlich können Sieesnurweuigeo lagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige lagen Sie es allen Kaufgesuche I 1 Billard u.1 Klavier zu kaufen oder zu mieten gesucht. Die führende und größte Maß-Schneiderei am Platz fiir Zivi 1 and Uniformen Große Stofflager. — Militäreffekten. Vertragsschneiderei des Standortes Gießen. 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Im Cotta-Derlag erscheinen die Romane: Alfred Karrasch: „Herr Hans Kramer — zu Hause!" — Franz Farga: „Salieri und Mozart" — Walter Pegel: „Das Fräulein auf dem Regenbogen". — Ines Widmann: „Schicksal am See". — Alfons o Czibulka: „Der Kerzelmacher von Sankt Stefan" — Ferner die wissenschaftlichen Werke: Johannes h a > l e r: „Das Papsttum, Band II, 2: Die Vollendung. — Professor Dr. Wilhelm Schüß- l e r: Deutsche Einheit und gesamtdeutsche Geschichtsbetrachtung — Zum 100 Geburtstag von Cosima Wagner: Briefwechsel zwischen Cosima Wagner und Fürst Ernst zu Hohenlohe-Langenburg. Neuerscheinungen des Verlages Cngelhorn in Stuttgart. I. Engelhorns Rachf., Verlag, Stuttgart, kündigt folgende Herbstneuigkeiten an: Wachtmeister Peter: Ritt ins Morgenrot. Ein Reiterleben in den Freiheitskriegen, herausgegeben von Wilhelm Kohlhaas. Mit 8 Bildern von C. W. von Faber du Faur. — hayno Focken: Schlüpfer, der unverbesserliche Ur-Dackel. Mit 30 Zeichnungen von Fritz Koch-Gotha. — Stijn Streuvels: Weihnachtsgeschichten — Alemannenland. Jahrbuch der Stadt Freiburg. Mit 38 Bildern und zwei Tafeln Notenbeispielen — Carl haensel und Richard Strahl: Außenpolitisches ABC. — Neue Volksausgaben: Wolfgang Langewiesche: Das amerikanische Abenteuer. Deutscher Werkstudent in Amerika. — Ralph Waldo Trine: Was alle Welt sucht. Übersetzung aus dem Englischen von Max Christlieb. Neuerscheinungen des Verlages D. G. Korn in Breslau. Der Wich. Gottl. Korn Verlag, Breslau 1, kündigt folgende Herbstneuerscheinungen an: Wichelm D z i a l a s : „Die grünen Kronen." Roman. — Hans Nowak: „Zink wird Gold." Roman. — Ulrich Sander: „Das Land Loddien." Roman. — Klaus Iedzek: „Kurische Reise." — Die „Korn- Bücherei" wird um zwei neue Bändchen erweitert: Stefan Sturm: „Das verwandelte Herz"; Henning von K o ß : „Spiel mit dem König." — Rudolf h e u b n e r : „Sein und Geschehen.^ — Günther Grundmann: „Die Baumeisterfamilie Frantz." — „Die Geschichte des Landwehrkorps im Weltkriege 1914/18" von Generaloberst Wilhelm Heye, 2. Band. pariser Berkehrsgetümmel Laut, aber glatt. — Oer allmächtige weiße Stab — Erlaubt ist, was man kann Paris, im Oktober. wegen Kunst und Wissenschaft gemeinsam, denn nur scheinbar ist, unbestritten das Hauptstadt. Das haben sie mit dem Verkehr in aller Regellosigkeit, die ja war und ist der Pariser Verkehr Modernste an der französischen Dr. B u r e s c h. Sprechstunden der Redaktion 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach« mittag geschlossen. artigen Hinterplattform herum, immer noch kaust man die winzigen „carnets“ (Heftchen), die zwanzig bunte Abschnitte für je 25 Centimes (2'/< Pf.) enthalten, und von denen der Schaffner je nach Strecke beliebig viel abreißt und in einem Automaten auf seinem Bauch stempelt. Inzwischen ist die elektrische Straßenbahn völlig aus dem Stadtkern herausgenommen. Fernlastzüge verkehren anscheinend nur auf den Außen- Pariser Abenteuer. Wir, die wir sozusagen alte Pariser sind von früheren beschwingten Jahren her, stoßen zünftig den kurzen, Hellen Pfiff hervor: Sekunden spater knirscht es an der Bordschwelle und das Taxi steht da. Im Einsteigen rufen wir unser Hotel durch das Fenster, haben kaum Zeit, den Schlag hinter uns zuzuziehen, da sausen wir schon um die nächste Straßenecke. Und jetzt beginnt etwas, wofür es wohl kaum in einer Großstadl der Welt seinesgleichen gibt: Ohne Stocken, ohne halten, sogar ohne Winker, ohne Bremsenkreischen fliegen wir dahin. Nach weniger als drei Minuten ist unsere Uebernächtigkeit verschwunden, mit vergnügter Spannung verfolgen wir unseren Schlängelweg durch das Getümmel, begleiten die geschickten Fahrkünste unseres Fahrers mit hoppla und Bravo, streichen uns zwischendurch einmal die leicht gesträubten haare wieder glatt und staunen schließlich nur noch über eins: wie unverantwortlich leichtsinnig und zugleich geschickt hier der Verkehr gemeistert wird — denn er wird gemeistert und nicht „geregelt". Nur an ganz wenigen großen Verkehrsknotenpunkten findet man Verkehrslampen — aber werden sie beachtet? Jedenfalls fahren bei grünem Licht genau so viel Fahrzeuge in der Kreuz- und Querrichtung, wenn nicht der weiße Stab des Verkehrsschutzmanns Einhalt gebietet. Mit diesem Stab hat es seine Bewandtnis: er wird gehandhabt wie ein Marschallstab, dann wieder gerollt wie eine Keule beim Turnen, bann geschultert wie ein Bajonett ober zärtlich m den Arm gelegt nye ein Baby. Man hat als Frember durchaus den Eindruck, als sei bieser Stab nur bebingt ernst zu nehmen, wie überhaupt bas ganze Gefuchtel, bas bie zu ihm gehörige Hand mit ihm ausführt. Weit gefehlt! Dies ist — im Verein mit ber schrillen Trillerpfeife, bie ben höllischen Pariser Verkehrslärm siegreich übertönt — ber eigentliche König des Pariser Verkehrs. An diesem Stab hängen die Augen aller, vom Fußgänger und Autobusschaffner bis zum Taxilenker und Prioatfahrer, chm fügen sich alle mit einer verblüffenden Disziplin, denn alle wissen, je besser sie auf ihn achten, je rascher sie seine off unmerklichen Winke erfaßt haben, desso glatter fließt der Verkehr, desto schneller kommt auch der einzelne voran. Man hat sich oft Den Kopf zerbrochen, woran es liegen könnte, daß der rapide zunehmende Verkehr in Paris immer noch ohne eigentliche, d. h. straffe Verkehrsregelung vor sich geht. Das Geheimnis liegt in feiner Leichtflüssigkeit, die für jeden, ber sie kennt, etwas ungemein Faszinierendes hat Nirgends entsteht eine Stockung, weder auf künstliche noch auf zufällige Weise. Welch amüsante Verkehrsschule ist der Aufenthalt auf dem großen Triumphbogen, von dessen First man auf dem großen Stern der Avenuen die Autos wie emsige Ameisen umeinander kriechen sieht! Stundenlang kann man dort auf Posten stehen, nie geschieht ein Unfall, obwohl die Zahl der Fahrzeuge stündlich die Tausend erreicht. Es gibt in Paris keine Verkehrssünden außer einer einzigen: einen andern anzufahren. Vermeidet man dies, so ist nahezu alles erlaubt. So sah ich auf den Champs Elysees vor unserem Autobus etwa fünf Minuten lang ein Kleinauto langsam einhertrödeln. Der Autobus und bie Autos hinter ihm mußten Schritt fahren, warum? Neben bem winzigen Fiat rabelte einer, ber unaufschiebbare Dinge mit bem Fiatfahrer zu besprechen hatte. Mitten im tollsten Verkehr erledig- ten bie beiben ihr Gespräch, bann kurvte ber Rad- fahrer in eine Nebenstraße, ber Fiat-Zwerg gab Gas unb hinter ihm her ber Verkehr. Niemand schimpfte, niemanb hupfe, man wartete eine Minute, unb alles klappte roieber. Der einzige Verkehrsturm Don Paris ist ber berittene Schutzmann an ber Opera. Er schwebt wie ein Denkmal über bem ganzen, bas kann er auch nur, weil es keine zweistöckigen Autobusse gibt, immer noch wie vor zehn Jahren fahren bie behenben Miniaturautobusse mit ber korb- profeffor Fahrenkrog 70 Jahre all. In Berlin vollendet bet Maler unb Dichter Professor Ludwig Fahrenkrog sein 7 0 Lebensjahr. Ursprünglich Stubenmaler (Weißbinder), setzte er mit zähem Willen den Besuch der Königlichen Akademie der bildenden Künste zu Berlin durch. 1913 wurde ihm, nachdem er eine Zeitlang an der Kunstgewerbeschule in Barmen tätig war, der Titel Professor verliehen. Seit 1935 ist er Ehrenmeister der Hamburger Malergilde Von seinen vielen Gemälden und Zeichnungen sind u. a. zu nennen „Ecce homo" „Kreuzigung Christi", ..Meister Eckehardt". Sein dichterisches Schaffen umfaßt die Dramen „Baldur" „Nornegast", „Die Godentochter" „Wölund" und „Luzifer" Erna Sack in Kopenhagen begeistert gefeiert. Mit einem Konzert in Kopenhagen beendete die deutsche Kammersängerin Erna Sack ihre Skandi- navienfahrt. Der Beifall, mit dem die Sängerin schon bei ihrem Erscheinen empfangen wurde, steigerte sich mit jedem Lied, das sie vortrug. Für den Applaus, den insbesondere „Marias Wiegenlied" von Reger gefunden hatte, dankte sie mit einer Zugabe, nunmehr dänisch singend. Mit dem Vortrag des „Frühlingsstimmenw-alzers" von Strauß erreichte der zweite Teil des Programms, dessen Gestaltung Erna Sack alle Möglichkeiten der Entfaltung ihrer Stimme gab seinen Höhepunkt. Bei ihrem Aufenthalt in Kopenhagen war Frau Sack mit ihrem Gatten auch Gast des deutschen Gesandten bei einem Empfang. Heber Erna Sacks Stimme schrieb die dänische Presse, dcß sie die phänomenale boulevards, man sieht auch über Tag kaum Lieferwagen unb kaum Pferbewagen. Das Straßen- bilb wirb fast restlos beherrscht von Autos, unter benen bie Taxis sich durch Formschönhett und Far- benfreubigfeit auszeichnen. Es gibt Taxis in allen Regenbogenfarben, meist finb sie zweifarbig unb fast alle finb — wohl auf Kosten ber Weltausstellung — mobern. Höhe des viergestrichenen C mit seltener Schönheit in ber Mittel- unb ber Tiefenlage vereine. Die Herbst-Neuerscheinungen ber Deutschen Verlags-Anstalt. Aus bem Gebiet ber Schönen Literatur wirb bie Deutsche Verlags-An st alt, Stuttgart, Berlin, folgenbe Werke veröffentlichen: Hervey Allen: Oberst Franklin. Roman. Peter B a m m : Der i-Punkt. Peter Bamms neue Chronik. Mit Bilbern von Olaf Gulbransson. Henry Benrath (Albert H. Rausch): Die Kaiserin Galla Placibia. Roman, unb: Dank an Apollon. Gebichte. Elsa Berne- witz: Dorothea. Roman. Walbemar Bonseis: Marios Heimkehr. Roman, und: Mario unb bie Tiere. Jugenbausgabe. John Karlin: Gulla unb ich roanbern m Kamerun. Max Frisch: Antwort aus ber Stille. Eine Erzählung aus den Bergen. Kurf H e y n i ck e : Herz, wo liegst du im Quartier? Ein heiterer Roman. Gertrud H o e r I i n : Verena. Roman. Walter Kramer: Die heiligen Nächte. Erzählungen. Charles M o r g a>y : Das Bildnis. Roman. Wolfheinrich von der Mülde: Das Märchen vom Rasierzeug oder die Zauberlaterne. Ein phantastischer Roman. Joses Ponten: Novellen. Rudolf P r e s b e r : Der bunte Kreis. Die schönsten Erzählungen und Geschichten aus dem Lebenswerk eines Optimisten. Fritz Schumacher: Begleitmusik des Lebens Ausgewählte Gedichte. Ina Seidel: Gedichte. Gesamtausgabe Hermann Stegemann: Schicksalssymphonie. Ein Buch für Deutsche. Ernst Zahn: Ins dritte Glied. Roman. — Weiter in Vorbereitung: Johannes Mül- „Vom ll'weltpfad zur Reichsautobahn." Im Oberhessischen Museum wird gegenwärtig — mir berichteten bereits ausführlich darüber — eine Sonderausstellung gezeigt, in der eine Anzahl von Funden, die beim Bau an der Reichs- aufobahn, in systematischen Ausgrabungen gefunden wurden, zusammengetragen sind. Unsere Bilder zeigen (links) einige der großen Tontöpfe, in denen (Betreibe aufbewahrt mürben, unb (rechts) einen Blick in bie Ausstellungsräume. (Aufnahmen [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Es ist immer bas gleiche bei ber Ankunft auf bem Pariser Nordbahnhof: etwas verschlafen unb abgekämpft quellen bie Reisenben aus ben Nachtzügen durch die Sperre, und da stehen sie nun im ungewissen Morgendämmer der düsteren Bahrn hosshalle unb wissen zunächst einmal nichts rechtes mit sich anzufangen. So ergattern sie also erst einmal ein Taxi, eines jener ebenso volkstümlichen mie eleganten Pariser Beförderungsmittel, bas hier wegen ber überaus billigen Tarife nicht viel mehr tostet als zuhause eine Omnibusfahrt. Mit biefem Taxi beginnt im wahrsten Sinne bas MZM ,-LH Schon wieder Herbst. Von Hermann Hesse. Für eine Stunde bin ich dem Hause entronnen, Lern kühlen schattigen Zimmer, wo am Boden mein großer alter Reisekoffer liegt, schon mehr als halb vollgepackt mit Wäsche, Büchern, Schreibzeug, Malzeug, Briefschaften und all dem gewohnten Kram; denn es ist Herbst geworden, es beginnt in meinem kleinen Dorf und in meinem Sommerhause unwirtlich zu werden, und ich will wie jedes Jahr die Flucht vor dem Winter antreten — nicht südwärts zur wärmeren Sonne, sondern nordwärts zu den Städten und Häusern, wo man warme Oesen und warme Badezimmer findet, wo es zwar Nebel, Schnee und andre Nebel gibt, dafür aber auch befreundete Menschen, Aufführungen von Mozart unb Schubert unb begleichen geliebte Dinge. O wie schnell ist bas wieder gegangen mit bem Herbstwerben! Dieses Jahr war es wieder ein wunderbar schöner Spätsommer, er schien nie ein Enbe nehmen zu können, Taa um Tag wartete man, nach icheinbar sicheren Anzeichen, auf Regen, auf Winb, auf Nebel, aber Tag unb Tag stieg klar, golben unb warm aus dem Luganeser Seetal herauf, nur baß Die Sonne Tag für Tag um ein Unmerkliches später kam, sie kam nun nicht mehr über biefelben Berge herangestiegen wie bie Sommersonne, sondern ihr Aufgangspunkt war weit vorgeschoben, gegen Como hin — aber all bies bemerkte man nur. wenn man nachrechnete unb kontrollierte, bie Tage lelbft waren einer wie ber anbere, Sonnentage, bie Morgen kräftig leuchtenb, bie Mittage heiß und trennend, die Abende farbig verglühend Und jetzt st, nach einem ganz kurzen Wetterwechsel, der bloß (IDei Tage dauerte, dennoch auf einmal der Herbst - lerangeschlichen, und es kann nun am Mittag noch |d warm und am Abend noch so strahlend farbig Derben, es ist boch längst kein Sommer mehr, es ist Sterben unb Abschieb in ber Luft, unb bie Mächte finb kalt. Abschieb nehmenb — benn morgen will ich für Monate fortreifen— schlenberte ich burch ben Wald. Aon weitem sieht bieser Walb noch beinahe grün ms, in ber Nähe aber sieht man wohl, baß auch er eilt geworben unb nah am Sterben ist, bas Laub ter Kastanien knistert tocken unb wirb immer geller, bas seine spielenbe Laub ber Akazien blickt zwar an manchen feuchten, kühlen Waldstellen unb Schluchten noch tief und bläulich, aber überall schon lurchstreist unb burchglänzt von welken Zweigen, tu benen bie grdlgolbenen Blättchen einzeln schimmern, unb bei jebem Winbhauch herab zu tropfen beginnen. Hier beim Graben, wo bas welke Laub sich schon häuft, obwohl bie Wipfel alle noch voll scheinen, hier habe ich im vergangenen Frühling, in ber Zeit vor Ostern, bie ersten zweifarbigen Blüten bes Lungenkrauts gesunden, unb große Flächen voll Waldanemonen, wie roch es damals feucht und krautig hier, wie gärte es im Holz, wie tropfte und keimte es in den Moosen! Und jetzt ist alles knisternd trocken, tot und starr verbrannt, das welke holzige Gras und die welken dürren Brombeerranken, alles klirrt, wenn der Wind anhebt, dünn und spröde aneinander. Nur pfeifen überall in den Bäumen noch die Siebenschläfer; die werden im Winter schweigen. Ah, da rieche ich etwas, das Freude macht. Ein feuchter, dicklicher, etwas dumpfer, nahrhaft fetter Geruch zeigt mir Pilze an, Steinpilze. Sie wachsen hier nicht eben selten, doch findet man sie nicht leicht, denn auch der Tessiner ißt Steinpilze sehr gern (im Risotto schmecken sie wundervoll) und sucht sie mit Leidenschaft. Eben habe ich einen Mann getroffen, es war der Cavadini von Certenago, der schlich gespannt und lauernd wie ein Jäger, an mir vorbei durchs Gehölz, den Blick scharf am Boden, in der Hand eine lange dünne Gerte, mit welcher er an jeder Stelle, die ihm Pilze zu versprechen scheint, das dürre Laub beiseite fegt. Aber diesen hübschen Steinpilz hier mit dem kräftigen dicken Kops hat er also- nicht gefunden, der gehört mir, heute Abend wird er gegessen. Und morgen also reise ich davon, kleide micht nach Monaten wieder einmal städtisch, ziehe nach Monaten wieder einmal einen Kragen, eine Krawatte, eine Weste, einen Mantel an, und bringe dann in solcher Verkleidung den Winter unter den Menschen zu. in den Städten, in den Restaurants und Theatern, wo es keine Steinpilze gibt, wo im Frühling kein rot und blaues Lungenkraut blüht, im Herbst kein rostrotes Farnkraut rauscht. Nun in Gottes Namen! Ueberall blühen noch die kleinen, roten Stein- Nelken, feurig nicken sie aus dem welken Gras, hinter dem braunen Laub hervor, sie allein sind noch frisch und jung, sie singen das Lied vom Untergang nicht mit, sie lachen und brennen unb lassen ihre kleine rote Flagge wehen, erst vom ersten Frost lassen sie sich umbringen. Euch liebe ich, kleine fröhliche Brüber, ihr gefallet mir sehr. Eine von euch, kleine, rotbrennenbe Nelken, nehme ich mit mir, stecke sie an unb bringe sie mit bort hinüber in bie anbere Welt, in bie Stabte, in ben Winter, in die Zivilisation. Oer Griff ins All. Don Karl Lerbs. Ein junger Dichter, ber an einem Sommerabenb in einem Landhause aus feinen Arbeiten vorge- lefen und die beglückende Zustimmung einer guten Hörerschaft geerntet hatte, verließ bald darauf, von verständnisvollem Schweigen geleitet, das Zimmer, um in den Garten hinauszugehen: über im Mondlicht leuchtende Stufen und Wege, durch dunkles und mit betäubendem Duft gesättigtes Gebüsch bis an den Rand einer vom Glanz wie mit grünsilbernem Reif überfponnenen Wiese. Eine Weile stand er und atmete die reine feuchte Kühle, hörte die Stimmen ber Nacht unb sah bie vom Licht übertropfte Schwärze ber Bäume am Wiesenrand, ben mit gläsernem Geleucht gefüllten Raum unter ber flimmernden Kuppel des Himmels. In der hohen Freude dieser Stunde schien ihm das alles der rechte Rahmen und Schauplatz für feinen Triumph. Ich habe, dachte er, die ewigen Kräfte, die aus der Unendlichkeit dieser Nacht so sichtbar und hörbar auf mich einströmen, begriffen und ergriffen und durch die Magie des Wortes in lebendige Gestalt gebannt. Haben die Menschen, die mir zuhörten, die von mir geschaffene Gestalt nicht mit tieferer Erschütterung erlebt als alles, was sie Wirklichkeit nennen? Und ist es nicht auch auf seine geheimnisvolle Weise mächtiger und zu längerer Dauer bestimmt als diese Wirklichkeit, da es Form mit Wissen und Deutung verbindet, da in ihm sich Bild und Sinn zum Sinnbild einen? Ja, dachte er, zur Dauer bestimmt: In allen Stunden und Begebenheiten meines Lebens, auch in den scheinbar ganz ans Irdische gebundenen, muß ich einsam sein, mich über das Endliche und Vergängliche erheben, um dem Unvergänglichen die Kraft zu entreißen, die Unvergängliches schafft. Und ohne es selbst zu wißen, breitete er mit weiter Gebärde die Arme aus, als vermöchte er das All zu umfassen mit bezwingender Umklammerung Da kam es auf raschen Füßen über die Wiest heran, warf sich ungestüm in feine Arme, die sich unwillkürlich schlossen, stammelte und schluchzte mit fliegendem Atem abgerissene Worte, preßte sich an ihn und war hingegeben still: ein Mensch, ein Mädchen. Eine Weile stand er reglos und betrachtete ihr blasses, sanft beglänztes Gesicht, das mit geschlossenen Augen in leidenschaftlicher Erwartung zu ihm erhoben war. Er kannte es wohl; während des Lesens drinnen im Gartensaal Halle er es zuweilen mit dem Blick gestreift und den Ausdruck hingerissenen Lauschens wie die Er« schließung einer verwandten Welt empfunden, die sich austat, um zu empfangen, was er gab. Ein jchones Gesicht — aber in jener Stunde doch nur ein Gesicht unter den vielen, die ihm bezwungen und aufgeschlossen zugewandt waren. Und er wußte nun auch, welch seltsamer Zufall es fügte, daß er diese noch Unbekannte wie eine ersehnte Geliebte umfaßt hielt: Sie war ihm gefolgt; während er vor der Wiese verweilte, hatte sie drüben im Schatten der Bäume gestanden, ungesehen von ihm, aber nach ihrer Meinung entdeckt und herbeigerufen. Ja, herbeigerufen: denn als er die Arme ausbreitete, als wollte er das All umfassen, erlebte sie die Bekrönung dieser entrückten und feierlich erregten Stunde in dem Glauben, daß seine Gebärde sie zu ihm herüberzog und herbefahl. Diese Erkenntnis war ihm ein paar Herzschläge lang eine jähe und grausame Ernüchterung: als wäre er aus der brüderlichen Gemeinschaft mit dem Unendlichen niedergeschleudert ins Irdische und Endliche. Dann aber, da sie die Augen öffnete und er hineinsah wie in eine Spiegelung und Quelle ewigen Lichtes zugleich, war es wieder wie vorhin: Erschließung einer verwandten Welt, die sich auftat, um zu empfangen, was er gab. Nicht Grausamkeit — Gnade war es, die ihm, der das Unendliche umfassen wollte, die schönste Blüte des Endlichen, die Vollendung irdischer Gestalt zu eigen gab. Nicht Grausamkeit — Gnade und deutungsvolle Mahnung führten ihn aus dem Jrrflug in eisige Einsamkeit zurück in die lebendige Wärme irdischen Erlebens, aus dem sich wieder und immer wieder und ewig Wesen und Gestalt und Deutung erheben. Nun schien es ihm unermeßliches Glück' die vergänglich-unvergängliche Flamme zu entzünden, ohne zu fragen, wie lange sie brennen ober wie sie erlöschen würde: und er neigte sich vor dem, was droben war, nieder zu dem, was ihn hier zur festlichen Erfüllung rief. Zeitschriften. — In ihrem neuen Heft setzt die „Sirene", die illustrierte Zeitschrift des Reichsluftschutzbundes, ihren großen Tatsachenbericht „Verräter und Saboteure" mit einem Aufsatz über die Landesverrats-Gesetzgebung im neuen Deutschland fort. Das Heft bringt außerdem Bildberichte über die aufopfernde Arbeit von Rettungsmannschaften auf bem Schlachtfeld ber Arbeit, über ben Selbstschutz im Grenzkrets, über bie Luftschutzausbildung von Frauen. Das Recht im täglichen Leben. Neuerungen im pachinvtrecht. Don Or. Steffen, Sachbearbeiter im Reichsnährstand. Seit dem Weltkrieg gibt es ein Pachtnotrecht, d. h. Bestimmungen, nach denen Pachteinigungsämter in Landpachtverträge eingreifen können, um Notstände au beseitigen, die sich aus den besonderen Verhältnissen der Nachkriegszeit ergeben. Die Pachteiniaungsämter können vor allem Den Pachtpreis entsprechend den veränderten wirtschaftlichen Verhältnissen ändern und Pachtverträge verlängern für Pachtgrundstücke bis 10 Hektar regelmäßig für zwei Jahre, für Pachtgrundstücke von 10 bis 125 Hektar regelmäßig^ für ein Jahr. Die Pachtnotgesetzgebung (die Reichspachtschutzordnung und das Pächterkünoigungsschutzgesetz mit den entsprechenden Bestimmungen der Länder) war in ihrer Geltung zunächst befristet. In den letzten Jahren ist sie immer wieder kurzfristig verlängert worden. Am 30. September 1937 lief ihre Geltung ab. Nun hat der Führer und Reichskanzler durch ein neues Gesetz angeordnet, daß die Pachtnotgesetzgebung bis auf weiteres gelten soll, und er hat sie zugleich durch Bestimmungen von großer Tragweite ergänzt. Es bedeutet einen wesentlichen Fortschritt, daß die kurafristigen Verlängerungen aufhören und sich nun alle Beteiligten, Verpächter und Pächter, Darauf einrichten können, daß die Gesetze nicht am 30. September zu gelten aufhörten, sondern bis auf weiteres gelten sollen, bis auf weiteres: d. h. bis zum Erlaß eines Gesetzes, das die Verhältnisse der Landpacht von Grund auf und nach nationalsozialistischen Grundsätzen neuordnet. Ein Zurück zur Dertragsfreiheit, besser Vertragswillkür des Bürgerlichen Gesetzbuches mit seinen wenigen unzureichenden Bestimmungen über die Landpacht, gibt es jedenfalls nicht. Viele Bestimmungen des bisherigen Pachtnotrechts passen in die Gegenwart nicht mehr hinein. Es kommt vor allem heute nicht mehr darauf an, den einzelnen Pächter durch Verlängerung des Pachtverhältnisses um ein oder zwei Jahre — das ist für landwirtschaftliche Verhältnisse nicht mehr als eine Räumungsfrist — gegen die allzu große Härte einer Entsetzung vom Pachtgrundstück zu schützen. Der Ausgangspunkt ist heute anders. Es gilt, die gesamten Kräfte des Landvolks aur Sicherung der Dolksernährung, zur Ertragssteigerung einzusetzen. Das Landpachtwesen Hat bei diesem Einsatz eine große Bedeutung. Von 3 046 000 landwirtschaftlichen Betrieben über 0,5 Hektar mit 26,6 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche bewirtschaften 1450 000 Betriebe (etwa 48 v. H.) insgesamt 4,4 Millionen Hektar Pachtland (etwa 17 v. H.). Das neue Gesetz ermächtigt die Pachteimgungsämter, Pachtverträge ahne Rücksicht auf die Größe auf angemessene Zeit zu verlängern und Bestimmungen in Pachtverträgen, die der Ertragssteigerung entgegenstehen, aufzuheben oder abzuänoern, wenn dies zur Sicherung der Volksernährung erforderlich ist und der Kreisbauernführer zustimmt. Der Pächter, dessen Vertrag abläuft, bekommt nun nicht nur eine Rämungsfrist. Auf seinen Antrag kann vielmehr das Pachteinigungsamt auf angemessene Frist das Pachtverhältnis auch für Grundstücke über 125 Hektar verlängern, d. h. für die Zeit, die ein Pachtverhältnis dauern muß, um eine ordentliche Bewirt- fchaftung sicherzustellen. Das sind im allgemeinen neun Jahre bei Grundstücken und 18 Jahre bei Pachthöfen. Die Voraussetzung, daß die Verlängerung der Sicherung der Volksernährung dient, ist bei jedem ordentlich wirtschaftenden Pächter erfüllt. Jeder Bauer und Landwirt weiß: Vächterwechfel mindert den Ertrag. Vor Pachtende spart der alte Pächter mit allen Aufwendungen, die in der Hauptsache seinem Nachfolger zugute kommen, und der neue Pächter muß auch erst wieder seine Erfahrungen sammeln. Zu dieser Ertragsminderung darf es nicht kommen. Nur wenn der Eigentümer des Pachtgrundstücks für die Dauer selbst bewirtschaften will, dann muß der Pächter weichen, denn die Ertragsminderung durch den Abzug des Pächters wird auf die Dauer durch die Eigenbewirtschaftung ausgeglichen, bei der der Wechsel des Bewirtschafters nicht mehr so einschneidend wirkt. In vielen Verträgen ist nicht geregelt, wer die Kosten für Verbesserungen zu tragen hat. Oft sind diese einseitig dem Pächter auferlegt, oder der Verpächter hat die Vornahme von Verbesserungen von seiner Zustimmung abhängig gemacht, die er ohne Grund verweigern kann. Die Sicherung der Dolksernährung verlangt heute aber von jedem Hof, auch von jedem Pachthof und für Eigenland und Pachtland, Verbesserungen in großem oder kleinem Umfange. Für die Erfüllung dieser Pflicht steht neben dem Bewirtschafter, dem Pächter, auch der Eigentümer, der Verpächter, ein. Er darf die Vor- nahme von zweckmäßigen Verbesserungen nicht willkürlich hindern und muß sich auch in billiger Weise an den Kosten beteiligen, die ja sein Eigentum im Wert erhöhen. Der Pächter soll in das Pachtgrundstück nicht nur seine Arbeit „hineinstecken", sondern er muß auch für Handelsdünger, Saatgut usw. Mittel aufwenden, wenn er ordnungsmäßig wirtschaften will. Darum ist gerade auch die Höhe des Pachtpreises für die Bewirtschaftung des Pachtgrundstückes von entscheidender Bedeutung. Der Pachtpreis muß „gerecht" oder, wie es in den Anordnungen des Reichskommissars für die Preisbildung heißt, „volkswirtschaftlich gerechtfertigt" sein. Das Pachteinigungsamt muß ihn im Wege der Vertragsänderung herabsetzen, wenn es erforderlich ist. Den Anträgen muß der Kreisbauernführer zustimmen, wenn das Pachteinigungsamt ihnen stattgeben will. Pachtverträge, die neu geschlossen werden, werden im Genehmigungsverfahren nach der Grund- stuckoerkehrsbekanntmachung vom Landrat (bzw Oberbürgermeister, Bezirksamt usw) auf „Herz und Nieren geprüft". Für sie stehen in den vom Reichsnährstand herausgegebenen Einheitspachtvertragen Muster zur Verfügung, die gerade auch die Anforderungen des Vierjahresplanes beachten Mit dem neuen Gesetz ist jedenfalls sichergestellt, daß von nun an auch der letzte schon bestehende Pachtvertrag die Gewähr für ein* ordnungsmäßige Bewirtschaftung schafft. Wann ist hau? wirtschaft iche TäSigkeit gegen Unfall versichert? Die hauswirtschaftliche Tätigkeit (z. B. der Einkauf von Lebensmitteln, Zubereitung der Mahlzeit, Jn- standhalten und Reinigen der Bwhnräurne, Waschen von Leib- und Bettwäsche) unterliegt als solche nicht der reichsgesetzlichen Unfallversicherung. Daher sind Personen, die hauptsächlich in der Hauswirtschaft tätig sind (z. B. Hausangestellte) nicht gegen Unfall versichert. Anders ist es bei Personen, die hauptsächlich in einem versicherten Betriebe beschäftigt sind. Bei ihnen erstreckt sich die aus der versicherten Betriebstätigkeit entspringende Unfallversicherung unter bestimmten Voraussetzungen auch auf die hauswirtschaftliche Tätigkeit. Dabei bestehen wieder Unterschiede, je nachdem, ob es sich um einen als Beschäftigten Versicherten (Arbeiter, Gehilfen, Gesellen, Lehrling, Angestellten) oder um einen als Unternehmer Versicherten bzw. dessen Ehegatten handelt. Bei den Beschäftigten (Arbeiter, Angestellten usw.) erstreckt sich die Unfallversicherung Dann auf die hauswirtschaftliche Tätigkeit, wenn sie hauptsächlich eine versicherte Betriebstätigkeit verrichten und vom Unternehmer oder dessen Beauftragten zur haus- wirtschaftlichen Tätigkeit herangezogen werden. Die hauptsächliche Tätigkeit des Herangezogenen muß also in der Erledigung versicherter betrieblicher Verrichtungen bestehen. Die Heranziehung zur haus- wirtschaftlichen Tätigkeit muß kraft des bestehenden (versicherten) Arbeitsoerhältnisses erfolgen. Ein bloßer gewöhnlicher Gefälligkeitsdienst ist ebensowenig versichert, wie die Verrichtung einer hauswirtschaftlichen Tätigkeit auf Grund bestehender Familiengemeinschaft. Dagegen ist versichert ein Fabrikarbeiter, der von seinem Unternehmer zu einer haus- wirtschaftlichen Tätigkeit herangezogen wird. Von den als Unternehmer Versicherten bzw. deren Ehegatten kommen hier wegen des engen Zusammenhangs der Hauswirtschaft und Landwirtschaft nur die landwirtschaftlichen Unternehmer in Betracht. Für die landwirtschaftlichen Unternehmer kann die Satzung der Berufsgenossenschaft die Unfallversicherung auf die hauswirtschaftliche Tätigkeit erstrecken. Ein Landwirt steht bei der Verrichtung einer hauswirtschaftttchen Tätigkeit aber nur dann unter Versicherungsschutz, wenn er hauptsächlich in der Landwirtschaft beschäftigt ist, und wenn die haus- wirtschaftliche Tätigkeit mit der Landwirtschaft zusammenhängt, z. B. Holzspalten für land- und haus- wirtschaftliche Zwecke, Kartoffelholen zur Herrichtung des Viehfutters und der Mittagsmahlzeit. Sie Lmkommensteverermäßigungen. Von Dr. jur. ei rer. pol. St Wuih. Bei den Veranlagungen zur Einkommensteuer entsteht besonders häufig die Frage, inwieweit der Steuerpflichtige mit Rücksicht auf die Ausgaben in der Familie eine Ermäßigung der Einkommensteuer erlangen kann. Da das Steuerrecht die Familie entsprechend ihrer Bedeutung für die Volksgemeinschaft besonders begünstigt, sind in dieser Hinsicht zahlreiche Möglichkeiten einer Steuerermäßigung gegeben, über deren Voraussetzungen jedoch bei Den Steuerpflichtigen vielfach keine ausreichende Klarheit besteht. Bei erheblichen Ausgaben für die Kinder reichen die gesetzlichen Kinderermäßigungen häufig nicht aus, so daß eine besondere Ermäßigung auf. Grund der Ermäßigungsoorschrift (Einkommensteuergefetz § 33) beantragt werden muß. Fälle einer besonderen Steuerermäßigung sind hohe Ausbildungsund Unterhaltungskosten für die Kinder gegenüber der überwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen kn den gleichen Einkommen- und 23er« mögensverhältnissen, die eine besondere Ermäßigung auch neben den Kinderermäßigungen rechtfertigen können. In Betracht kommen ferner u. a. Krank- heitskosten, Ausgaben für die Unterstützung mittelloser Angehöriger u. dgl. Allgemeine Voraussetzung für die Anwendung der Ermäßigungsvorschrift ist, daß das Einkommen 20 000 Mark, bei Steuerpflichtigen mit Kinderermäßigung für mindestens drei Kinder 30 000 Mark nicht übersteigt. Es muß eine außergewöhnliche Belastung vorliegen, die nicht in allgemeinen, sondern in den besonderen Verhältnissen des einzelnen Steuerpflichtigen oder einer kleinen Minderheit begründet ist. Die besonderen Ausgaben müssen ferner insgesamt bestimmte Hundertsätze des Einkommens erreichen, nämlich bei einem Einkommen von 5000 Mark für Steuerpflichte ohne Kinder 10 v. H., bei solchen mit einem oder zwei Kindern 8 v. H., mit drei oder mehr Kindern 6 v. H. des Einkommens; bei Einkommen zwischen 5000 und 10 000 Mark sind die Sätze 12, 10 und 8 v. H., bei einem Einkommen zwischen 10 000 und 15 000 Mark 15, 12, 10 o. H. und bei höherem Einkommen 20, 15 und 12 v. H. des Einkommens. Eine Ermäßigung kann nach neuer Rechtsprechung auch bei höherer Sonderbelastung versagt werden, wenn der Steuerpflichtige über ein größeres, mehr oder minder leicht verwertbares Vermögen verfügt (RFH. vom 30. Juni 1937 VI A 411/37). Bei Ausbildungskosten für die Kinder muß es sich um besonders hohe, das übliche Maß überschreitende Ausgaben handeln oder der Steuerpflichtige durch große Kinderzahl besonders stark belastet sein. Bei höheren Einkünften des Steuerpflichtigen werden die üblichen Ausbildungskosten für Hochschulstudium usw. im allgemeinen nicht berücksichtigt (RFH. vom 28. Jan. 1937 RStBl. S. 351). Auch erhebliche Ausgaben für Krankheit, Todesfall oder Unglucksfall oder sonstige besondere Umstände können zu einer Steuerermäßigung unter den allgemeinen angegebenen Voraussetzungen führen. Sind Schulden für diese Zwecke aufgenommen, so wird die Belastung rm allgemeinen erst bei ihrer Tilgung berücksichtigt. Zuschüsse an verheiratete Kinder können nach den Veranlagungsrichtlinien ebenfalls eine außergewöhnliche Belastung bilden. Für die Gewährung einer Aussteuer wird im allgemeinen ein entsprechendes Sondervermögen (Versicherungssumme) oder sonstiges Vermögen vorhanden sein. Immerhin kann trotzdem eine außergewöhnliche Belastung vorliegen. Daß das Vorhandensein von Vermögen grundsätzlich die Gewährung der Vergünstigung nicht ausschließt, hat der Reichsfinanzhof in dem Urteil vom 30. Juni dieses Jahres bestätigt; die Vermögensbildung und die Vermögenserhaltung sollen durch einkommensteuerliche Maßnahmen nicht beeinträchtigt werden. Anderseits kann das Vermögen im einzelnen Falle auch dann in Betracht gezogen werden, wenn es so hoch und wenigstens zum Teil- so leicht verwertbar ist, daß die Sonderbelastung nicht „zu einer empfindlichen Beeinträchtigung der Permögenslage fuhrt", z. B. weil das Einkommen aus der Erwerbstätigkeit schon allein für eine angemessene Lebenshaltung hinreicht und darüber hinaus noch Zinsen aus erheblichem Kapitalvermögen die Lebenshaltung erleichtern. Unterhaltsleistungen an bedürftige Angehörige — insbesondere seitens von Ledigen — kommen in besonderem Maße als außergewöhnliche Belastungen steuerermäßigend in Betracht. Voraussetzung ist, daß sie notwendig und angemessen sind, ohne Rücksicht darauf, ob der Unterhalt auf Grund gesetzlicher Unterhaltspflicht (z. B. den Kindern über 25 Jahren) oder freiwillig gewährt wird. Eine rechtskräftige Entscheidung über die Höhe der Unterhaltsleistungen wird auch steuerlich anerkannt. Im übrigen muß jedoch der Unterhaltsempfänger zunächst sein eigenes Vermögen für den Unterhalt eingesetzt und verwertet haben, sofern es nicht nur geringfügig ist oder lediglich persönlichen Wert hat ober bei einer Veräußerung verschleudert werden müßte. Das erforderliche Maß der Unterstützung wird bei Aufnahme des Bedürftigen in den Haushalt des Steuerpflichtigen mit höchstens 80 Mark monatlich angenommen, wobei eigene Einkünfte des Unterhaltsempfängers anzurechnen find, nicht jedoch eine von ihm geleistete Haushaltshilfe; neben einer Rente von 30 Mark monatlich kann also etwa eine Belastung mit 50 Mark monatlich angenommen werden. Aus der Rechtsprechung. Die Auslegung des Volistreckungsmißbrauchsgesehes Eine wichtige Entscheidung des Landgerichts Hamburg vom 3. Juli 1937 (Seite 1392 und 1393 der „Deutschen Justiz") bezieht sich auf Die Auslegung des Vollftreckungsmißbrauchsgefetzes vom 13. Dezember 1934. Die Entscheidung geht dahin, daß im Jmmobiliarzwangsversteiaerungsoerfahren der Zuschlag an den Meistbietenden wegen der Weigerung desselben versagt werden kann, darüber Auskunft zu geben, mit welchem Damno die im Lauf des Zwangsversteigerungsverfahrens in den Besitz feiner Firma übergegangenen Hypotheken des Grundstücks erworben find. Der Schuldner hatte in dem fraglichen Einzelfall gegen die Erteilung des Zuschlags sofortige Beschwerde eingelegt mit der Begründung, daß das Vorgehen einer Firma I. und die Zuschlaaserteilung an deren Prokuristen Z. gegen das Pollstreckungsmißbrauchsgesetz verstoße. Die auf dem Grundstück lastenden Hypotheken seien von I. zu einem Spottpreis aufgekauft worden, teilweise unter Ausnutzung der Unerfahrenheit der bisherigen Inhaber. Der Meistbietende hat zu diesen Einwendungen jegliche Erklärung darüber, zu welchem Damno die Firma I., deren Prokurist er ist, die Hypotheken erworben hat, abgelehnt. Das Beschwerdegericht erblickte in dem Verhalten des Meistbietenden und in dem Vorgehen der Firma ein Perhalten gegen den Schuldner, das sich als eine dem gesunden Volksempsin- den gröblich widersprechende Härte darstellt. Seine Entlassung auch bei einer zweiten Wehrdienstebung Ein Angestellter hatte für feine erste Wehrdienstübung Urlaub erhalten. Sie endete am 21. Dezember 1936. Im Anschluß hieran nahm er sofort an der zweiten Uebung teil. Unstreitig hätte er diese andernfalls innerhalb eines Jahres absolvieren müssen; hierfür hätte er auch Anspruch auf weitere Be- urlaubung durch seinen Betriebsführer gehabt. Das Arbeitsgericht Berlin (5 Ca. 197/37) hat die Frage geprüft, ob dieser berechtigt war, dem Angestellten fristlos zu kündigen, weil er für die zweite Uebung nid)t mehr beurlaubt war. Diese Frage wurde ver- neint. Die Beurlaubung zu einer Hebung der Wehrmacht gibt dem Unternehmer nicht das Recht, das Arbeitsverhältnis zu kündigen. Wenn Der Betriebsführer mit der anschließenden Teilnahme an einer weiteren Uebung nicht einverstanden war, so war er verpflichtet, bei der zuständigen Wehrdienststelle die Zurückstellung zu beantragen. Er konnte aber nicht Den Kläger zur Rückkehr aus seinem Wehrverhältnis auffordern, da durch die unmittelbare Fortsetzung des Wehrverhältnisses der Kläger den Bestimmungen unterstand, welche Den Arbeitsbedin- gungen vorgingen." Grenzen der AussichtspfliOt der Eltern. Ein interessantes Urteil hinsichtlich der Grenzen der Aufsichtspflicht der Eltern fällte das Oberlandesgericht Köln. Ein Bauunternehmer hatte nach Beendigung von Wegebauarbeiten eine dabei benutzte Diesel-Lokomotive noch einige Zeit auf der Baustelle stehen lassen. Während dieser Zeit wurde aus der Lokomotive ein Schmierölapparat losge- schraubt und entwendet. Dies sollte ein 12jähriger Junge getan haben. Der Pater des Knaben wurde von dem Bauunternehmer bzw. dessen Erben auf Schadensersatz verklagt. Der Kläger stellte sich auf den Standpunkt, der Beklagte habe feiner Aufsichtspflicht gegenüber feinem Sohne nicht genügt. Diese Ansicht teilte das Oberlandesgericht Köln nicht. In Der Begründung des Urteils wurde u. a. ausgeführt, daß es allerdings kaum zweifelhaft fei, daß der Schmierölapparat von dem Sohne des Beklagten entwendet worden fei. Auch sei es ohne Belang, ob er den Apparat nach der Wegnahme in der Nähe versteckt, oder sonstwie beiseite gebracht habe, da eine widerrechtliche Schadenszufügung im Sinne Des BGB. § 832 auf alle Fälle schon durch das Abschrauben und Entfernen des Apparates von der Maschine gegeben fei, und zwar als widerrechtliche Beschädigung des Eigentums nach § 823 Absatz 1 Des PGP. Dies alles könne jeDoch Dahingestellt bleiben, denn der dem Beklagten obliegende Beweis, daß er seiner Aufsichtspflicht genügt habe, fei als geführt zu erachten. Das Maß der Aufsichtspflicht richte sich einmal nach Den Eigenschaf, ten Des Aufsichtsbefohlenen, zum anderen nach Den Verhältnissen Des Aufsichtspflichtigen. Der Sohn Des Beklagten könne nicht als verlogener oDer unerzogener Junge bezeichnet werden. Bestimmend für Das Maß Der zu übenden Aufsicht feien weiter die einfachen, ja Dürftigen Verhältnisse gewesen, in Denen Der Beklagte mit seiner Familie als kleiner Landwirt bei schwerer Arbeit ums tägliche Brot lebte. Es laste sich bei eigener angespannter Tätig- feit und häuslicher Inanspruchnahme der Ehefrau nicht vermeiden, daß der Vater die Kinder beim Viehhüten weitgehend sich selbst überlasse und daß er es bei Verwarnung und gelegentlicher Kontrolle bewenden lassen müsse. Der Beklagte habe es mit seinen Erziehungspflichten ernst genommen, und sein Verhalten in der Aufklärung der Sache habe für Verantwortungsbewußtsein und strenge Auffassung der Erziehungspflicht des Beklagten gefprü- chen. Nach alledem habe der Beklagte feiner Aufsichtspflicht genügt und fei gemäß § 832 Satz^ 2 BGB. für den eingetretenen Schaden nicht ersatzpflichtig. f , Als weiterer Gesichtpunkt, der dem Klageanspruch entgegenftanD, wurde in der UrteilsbegriünDung noch ausgeführt, daß bei der Entstehung des Schadens ein überwiegendes Verschulden Des Bauunternehmers insofern mitgewirkt habe, als er Die Lokomotive nach BeenDigung Der Arbeiten noch einen Monat lang unbewacht auf Dem Felde habe stehen lasten. Auch vertrauliche Aeußerung in der Familie kann Beleidigung sein. Das Reichsgericht hat in einer interessanten Grundsatzentscheidung zum § 185 (der Beleidigung mit Geldstrafe, Haft oder Gefängnis bedroht), fest- gestellt, daß eine strafbare Beleidigung auch in ganz vertraulichen Aeußerungen liegen kann, die im engsten Familienkreise fallen. Unter Beleidigung verstehe man den Angriff auf die Ehre eines anderen durch vorsätzliche, rechtswidrige Kundgebung Der Nicht- oDer Mißachtung. Eine Kundgebung fei nicht gewollt und eine Beleidigung liege Demgemäß Dann nicht vor, wenn Der Täter ein Selbstgespräch führt, Das nach feiner Ueberzeuguna kein anderer hären kann und soll, oder wenn er feine Gedanken einem Tagebuch anvertraut, das nicht zur Kenntnisnahme durch andere Personen bestimmt ist. Erlangt in einem solchen Falle eine andere Person durch Zufall oder Fahrlässigkeit des Täters Kenntnis vom Selbstgespräch ober Tagebuch, so war die Kundgebung des beleidigenden Inhalts an einen anderen nicht gewollt, und eine strafbare Beleidigung liegt daher nicht vor. Bei vertraulichen Mitteilungen im Freundeskreis (z. B. am Stammtisch oder beim Kaffeekränzchen) liege aber, so sagt bas Reichsgericht (Jur. Wochenschrift S. 2390; 5 D 760/36), selbst wenn Verschwiegenheit zugesichert wirb, eine gewollte Kundgebung an einen anderen vor, unb wenn sie ben Ausdruck der Nicht- ober Mißachtung gegenüber einem anderen enthält, sei der Tatbestand einer strafbaren Beleidigung erfüllt. Es sei rechtlich nicht möglich, von diesen Grundsätzen dann abzuweichen, wenn die entsprechende Kunbgebung im engsten Familienkreis, z. B. zwischen Eltern unb Kinbern ober zwischen Ehegatten mit Der Vereinbarung strengster Geheimhaltung erfolgt ist. Auch bie Erwägung, daß bann wohl die Mehrzahl der Volksgenossen sich irgendwann ein- mal in einem Augenblick der Verärgerung strafbar gemacht Hobe und daß man nichts verlangen solle, was saft unmöglich fei, könne nicht dazu führen, solche Handlungen straflos zu machen. Selbstzucht auch im Kreise der Familie fei geboten, besonders wenn man an Ehrenkränkungen durch politisch Abseitsstehende gegenüber den Führern von Partei und Staat denke. Feuerwehrübungen an Sonntagen. Mit Der Zulässigkeit von Feuerwehrübungen an Sonntagen hat sich das Preußische Oberverwal- tungsgericht in einem Urteil vom 8. Okt. 1936 (Juristische Wochenschrift, 66. Jahrgang, Heft 7, Seite 431) befaßt. Der Amtsvorsteher hatte gegen ein Mitglied der Pflichtfeuerwehr, als dieses der für einen Sonntag angefetzten Uebung ohne Entschuldigung fernblieb, ein Zwangsgeld von 3 RM. festgesetzt. Die nach vergeblicher Beschwerde erhobene Klage wies das Bezirksverwaltungsgericht ab, weil der Kläger verpflichtet gewesen sei, an der an- gesetzten Uebung der Pflichtfeuerwehr teilzunehmen; denn die Anberaumung dieses Dienstes auf ben Sonntag fei nicht ungesetzlich. Die Revision beim Oberverwaltungsgericht blieb erfolglos. Wie biefes aus führt, hat sich das Bezirks- Verwaltungsgericht mit Recht auf den Standpunkt gestellt, daß die Abhaltung der Feuerwehrübnug an einem Sonntag nicht ungesetzlich sei, denn die geltende, auf Grund des § 7 des Reichsgesetzes über die Feiertage vom 27. Februar 1934 erlassene Verordnung über den Schutz der Sonn- und Feiertage vom 16. März 1934 verbietet grundsätzlich an Sonntagen nur alle Arbeiten, welche öffentlich bemerkbar und geeignet sind, die äußere Ruhe des Tages zu beeinträchtigen, und verbietet außerdem nur während der ortsüblichen Zeil des Hauptgottesdienstes öffentliche Versammlungen, Aufzüge unb Umzüge, sowie sportliche unb turnerische Peranstaltungen, sofern hierdurch der Gottesdienst unmittelbar gestört wird. Feuerwehrübungen gehören aber, wie Das Oberverwaltungsgericht gegenüber gleichlautenden Vorschriften des früheren Rechts bereits anerkannt hat, zweifellos nicht zu den Arbeiten im Sinne des § 2 der oben genannten Verordnung, stellen auch keine öffentliche Versammlung, Aus- ober Umzüge bar, unb fallen ebenso wenig unter ben Begriff ber sportlichen und turnerischen Veranstaltungen, ba sie nicht sportliche und turnerische, sondern öffentliche, polizeiliche Zwecke verfolgen. Sie werden also überhaupt nicht von der erwähnten Verordnung erfaßt, jo daß für sie deren Verbote nicht in Frage kommen. Auch sonst sind derartige Verbote für Feuerwehrübungen nicht erlassen. Insbesondere ist durch § 10 Abs. 1 ber vom Reichs- unb Preußischen Minister bes Innern erlassenen Polizeiverordnung über die Pflichtfeuerwehren vom 1. November 1934 nur vorgeschrieben, daß jeder Pflichtfeuerwehrmann wöchentlich mindestens einmal zwei Stunden zu üben habe. Dieser Vorschrift ist aber nicht zu entnehmen, daß die Uebungen nur an Wochentagen stattfinden dürfen Es ergibt sich also, daß die Abhaltung von Feuerwehrübungen auch nach geltendem Rechte nicht verboten ist. Rezevt bei ErläNuno, Gnppe^efabr: Man rühre ie einen Eßlöffel Klosterfrau-Meliffen- aeiff und Lucker in einer Taffe aut um, gieße kochendes Waffer bimit und trinke dies möglichst beiß. Zwei Portionen dieses wohlschmeckenden Ge« sundheitsgrogs(Kinder die Hälfte) vor dem Schla- kenaeben einnehmen Daraus schlaff man gut und füblt ffcb am anderen Morgen meift merklcb ge* fceffert. Bur Wacfaur nehme man noch einige Tage die halbe Menge. Holen Sie deshalb fofort bei Ihrem Avotheker oder Drogiffen den echten Klosterfrau-Melissengeist. Flaschen ui RM. -.95, 1.75 und 2 95; niemals tose. (Dieses Rezept bitte ausschneidenl) Ur. 245 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzetger für Oberhessen) Mittwoch, 20. Oktober (937 Aus der Stadt Gießen. Wirtschastsäpfel und Kartoffeln verwerten! „Tafeläpfel wurden lebhaft verlangt, Wirtschaftsäpfel hatten nicht genügende Nachfrage." Diese und ähnliche Formulierungen kann man noch oft in den Berichten über die Verbrauchermärkte lesen. Warum wird Wirtschaftsobst weniger stark verlangt? Allein deswegen, weil die Hausfrauen sich sagen, daß die beste Ware auch immer die billigste sei? Gewiß, in vielen Fällen trifft das zu, aber beim Wirtschaftsobst wohl kaum, denn dies läßt sich genau so aut zu allen Küchenzwecken verwenden, wie das Tafelobst. Es besteht nur der Unterschied, daß das Wirtschaftsobst bedeutend billiger ist. Wir haben in diesem Jahr bei unserer reichen Aepfelernte so viel preiswertes Wirtschaftsobst, daß es unverantwortlich wäre, wenn wir das gute Tafelobst, das sich bis in den Frühling hinein lagern läßt, jetzt verkochen und das Wirtschaftsobst, das nicht so lange haltbar ist, wegen zu ae- ringer Nachfrage verderben lassen würden. Es gibt so viele Gerichte, für die Wirtschaftsäpfel vollkommen genügen! Denken wir an das Einkochen von Apfelmus, an das Trocknen von Aepfeln, an das Backen, an die Obstsäfte und Apfelgelees, an Obstsuppen usw. Zu diesen und vielen anderen Gerichten genügt vollkommen das Wirtschaftsobst, das in den Obstanbaugebieten in Süddeutschland, in Rheinhessen und Hannover in riesigen Mengen jetzt bereitsteht und das verderben müßte, wenn unsere Hausfrauen sich nicht auf seine Verwendung einstellen würden. Noch ein anderes Erzeugnis ist uns in diesem Jahre in reicher Fülle zugewachsen: die Kartoffel. Die Ernte in diesem neben dem Brot wichtigsten Nahrungsmittel ist diesmal größer als in den letzten Jahren, so daß die Voraussetzung für die Umstellung unserer Ernährung von Brot auf verstärkten Kartoffelverzehr erfüllt ist. Wir wissen, daß Kartoffeln eine Fülle von unentbehrlichen Nährstoffen enthalten. So haben 500 Gramm mit der Schale gekochte Kartoffeln nach Abzug von 25 Gramm Schalenabfall ohne Zusatz von Fett oder Milch ungefähr denselben Kalorienwert wie 370 Gramm mageres Rindfleisch ohne Knochen und Sehnen. Der Vielzahl der neuzeitlichen Kartoffelgerichte verdanken wir, daß uns diese wertvolle Nährstoffquelle auch dann nicht über wird, wenn wir mehrmals am Tage Kartoffelspeisen essen. Das warme Abendessen unter reichlicher Verwendung von Kartoffeln ist heute schon viel zu selbstverständlich, als daß man es noch als Forderung erheben müßte, um Brot zu sparen. Ueberall im Land kellern vorsorgliche Hausfrauen ihren Winterbedarf an Speisekartoffeln ein, um auch dann unabhängig zu sein, wenn anhaltende Fröste das Ausmieten der Kartoffeln beeinträchtigen sollten. So läßt uns ein früchteschwerer Herbst mit seinem reichen Erntesegen unsere Ernährung nach dem einrichten, was wir in großen Mengen im eigenen Lande erzeugen. Bo. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr „Im Rebeloch rumort's". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Karussell". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die gelbe Flagge". Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet zum letztenmal die Aufführung des Dolksstücks „Im Rebeloch rumort's" von Domhof statt. Spielleitung: Dr. Erich Schumacher. Die Vorstellung findet als 4. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Anfang 19.30, Ende 22.30 Uhr. 3 Monate Gefängnis und 20000 Mk. Geldstrafe wegen Steuerhinterziehung. Eine Ermahnung und ein guter Rat. Von dem Vorsteher des Finanzamtes Gießen wird uns geschrieben: Drei Monate Gefängnis und 20 000 Mark Geldstrafe wegen Steuerhinterziehung war die Strafe, die kürzlich in Gießen vom Gericht verhängt wurde, lieber die Verhandlung ist im Gießener Anzeiger bereits berichtet. Aber sie regte auch 3U weiterem Nachdenken an. Einmal zeigt die Strafe, d. h. insbesondere die Verhängung einer Freiheitsstrafe, daß mehr und mehr die Steuerhinterziehung streng bestraft wird. Es galt früher manchmal beinahe als Sport, sich auf dem Gebiet der Steuerhinterziehung zu betätigen und dem „Racker Staat" soviel wie möglich Geld abzujagen. In der liberalistischen Periode hat man vielfach auch in der Bestrafung diesem Gedanken Rechnung getragen. Der Nationalsozialismus sieht in der Steuerhinterziehung mit Recht einen schweren Verstoß gegen die Pflichten der Volksgemeinschaft; denn das, was der einzelne an Steuerleistung dem Staat entzieht, bürdet er seinen Volksgenossen wieder auf. Der einzelne steht nach nationalsozialistischer Auffassuna nicht mehr als Fremder dem Staat gegenüber, sondern er ist selbst Mitträger der Volksgemeinschaft und des Staates und mit verantwortlich. Aus dieser Auffassung ergab sich notwendig eine andere Einstellung zu der Strafe der Steuerhinterziehung. Wenn man in der Uebergangszeit noch der früheren Auffassung Rechnuna getragen hat — und auch der Verteidiger hat das für seinen Klienten in Anspruch genommen | —, so zeigt das Urteil, daß diese Auffassung heute nicht mehr gelten kann. Zum Schutze gegen Steuerhinterziehung sind in neuerer Zeit eine Reihe von Bestimmungen erlassen worden, die eine schärfere Kontrolle der Steuerpflichtigen ermöglichen, wie die Verordnung über Führung des Wareneingangsbuches, sog. Warenausgangsverordnung, verstärkte Buch- und Betriebsprüfung usw. Hierbei wird immer wieder festgestellt, daß viele noch nicht ihre Pflichten kennen, die sie der Volksgemeinschaft gegenüber durch richtige Steuererklärungen haben. Es werden also weitere Strafverfahren folgen müssen. Unter diesen Umständen erscheint es angebracht, darauf zu verweisen, daß nach den Bestimmungen des § 410 der Reichsabgabenordnung jeder in der Lage ist, die Folgen einer unrichtigen Steuererklärung, insbesondere des Verschweigens von Kapitalvermögen, dadurch abzuwenden, daß er freiwillig dem Finanzamt gegenüber feine unrichtigen Angaben richtig- stellt. Er bleibt dann vollständig straffrei, muß allerdings die hinterzogene Steuer nachzahlen. Es kann nur allen, die es angeht, dringend geraten werden, von dieser Bestimmung Gebrauch zu machen und rechtzeitig, bevor das Finanzamt selbst die erforderlichen Feststellungen getroffen hat, früher unrichtige Angaben richtigzu- st e l l e n und verschwiegenes Vermögen anzugeben. Werbung für die RGB. in Betrieben OAI. und RGB. hatten gemeinsamen Betriebsappett.- Erfreuliche Ergebnisse. In engster Zusammenarbeit zwischen den Dienststellen der D A F. und der NSV. führt die NSV. im Kreis Wetterau im Rahmen der zur Zeit laufenden Mitgliederwerbung auch eine verstärkte Betriebswerbung durch. Dank des Einsatzes aller beteiligten Stellen, nicht zuletzt der Betriebsführer und der Gefolgschaftsmänner selbst, hat die B e - triebsroerbung im Kreisgebiet schon beachtliche Erfolge gezeitigt. Besonders verdient die Einstellung der Butzbacher Betriebe hervorgehoben zu werden. Nachdem die Schuhfabrik Rumpf und die Firma Samesreuter schon vor Wochen lOOprozentig als Mitglieder für die NSV. gewonnen worden sind und bei der Firma A. I. Tröster nur noch wenige Gefolgschaftsmänner ausstehen, um hier dasselbe Ergebnis zu erzielen, versammelten sich am Montag auch die Gefolgschaftsangehörigen der Butzbacher Werke für Ei s e n v e r a r b e i- tu n g zu einem Betriebsappell, bei dem der Gauamtsleiter der NSV. und Gaubeauftragte des WHW. Pg. Haug (Darmstadt) zu der vollzählig versammelten Belegschaft über die Aufgaben der Nationalsozialistischen Dolkswohlfahrt und die Einstellung jedes einzelnen deutschen Menschen zu ihr sprach. Die riesige Halle war würdig geschmückt. Eine ganze Reihe von Lautsprechern sorgte dafür, daß jeder alles vernahm. Nach dem Einmarsch der Fahne der Betriebswerkschar meldete der Betriebsobmann Pg. Müller dem Betriebsführer Pg. F i s ch l e r den angetretenen Betrieb. Pg. Fisch - l e r ergriff das Wort und brachte zum Ausdruck, daß sowohl er, wie seine Betriebsgefolgschasts- männer dem Appell zum Eintritt in die NSV., die große Wohlfahrtsorganisation der Bewegung, gerne Folge geleistet hätten. Er überreichte als Beweis dafür dem Gauamtsleiter Pa. Haug die Aufnahmescheine zur NSV. von rund 660 Betriebsangehörigen, die bis dahin der NSV. noch nicht angehörten, so daß nunmehr auch die Butzbacher Werke für Eisenverarbeitung nahe- z u lOOprozentig der NSV. angehören. Pg. Haug dankte sowohl dem Betriebsführer als der Gefolgschaft für dieses einzigartige Bekenntnis zum Tatsozialismus und appellierte an die Männer der Faust und der Sttrn, es nicht dabei bewenden zu lassen, nun nur einen Mitgliedsschein ausgefüllt zu haben, um in der Kartei der NSV.-Mitglieder geführt zu werden, sondern aus dem inneren Verstehen heraus das großartige Aufbauwerk des Führers und seiner Bewegung als wahre Kämpfer zu unterstützen, damit das hohe Ziel, die Erreichung einer festgeschmiedeten und durch nichts mehr zu zerstörenden Volksgemeinschaft erreicht wird, dem ja auch die Arbeit der NSV. einzig und allein dient. Die vielseitige Arbeit der NSV., die den Frauen und Kindern sowie den Volksgenossen, ihrer Gesunderhaltung und Gesundheitsführung dient, schafft glückliche Menschen, die den Nationalsozialismus wirklich erlebt haben und sich durch nichts mehr in ihrem Fühlen und Denken beeinflussen lassen. Die begeisterten Ausführungen des Pg. Haug fanden lebhafte Zustimmung der Männer der blauen Arbeitstracht. Brausend klang zum Schluß des Appells das Sieg-Heil auf Führer, Volk und Vaterland durch die hohe Werkshalle. Die Werbearbeit der NSV. ist hiermit im Kreise Wetterau ein gutes Stück weitergekommen. Sie soll damit nicht beendet sein. In den nächsten Wochen werden die in Frage kommenden Stellen an alle Betriebe des Kreisgebietes herantreten, um auch sie zu veranlassen, dem Beispiel dieser Betriebe zu folgen. Wie sie üben... Berühmte Pianisten am Flügel. Einen Blick in die Werkstatt großer Kiinst- ler läßt uns eine Umfrage tun, die den neuen Jahrgang der „Deutschen Tonkünstler- Zeitung" einleitet. Wir freuen uns, mit Erlaubnis der Schriftleitung daraus einige besonders interessante Antworten zum Thema „Wie Künstler üben" bringen zu können. Professor Wilhelm Backhaus: Ich habe mein Lebtag nicht mehr als höchstens drei Stunden täglich geübt und auch das nur mit Unterbrechungen, da ich nach ein- bis eineinhalbstündigem Ueben unbedingt eine Pause von min-j bestens 15 bis 30 Minuten einschalten muß. Das Ueben geschah stets unter intensiver Hingabe des ganzen Menschen, eine gleichzeitige Lektüre eines Romans, wie man es von anderen Pianisten erzählt (allerdings ist mir der Beweis davon nie erbracht worden), ist bei mir ausgeschlossen. Infolgedessen finde ich es ebenso anstrengend wie das Konzertieren, und es ist mir schwer vorstellbar, wie man sechs und mehr Stunden täglich klavierspielend zubringen kann ... Da ich fast mein ganzes Leben auf Reisen zubringe, besser gesagt in einer unaufhörlichen Hetzjagd, so ist mein Ueben das Unregelmäßigste, was man sich vorstellen kann, manchmal müssen mir zehn Minuten hier und da genügen, sehr oft habe ich auch gar kein Klavier zur Verfügung, und alles ' Ueben unterbleibt. An Konzerttagen halte ich es am liebsten wie folgt: Eine Stunde Ueben (keinesfalls mehr, mit Vorliebe Bach oder Chopin-Etüden, bei Vermeidung des bevorstehenden Konzertpro- pramms, um am Abend mit geistiger Frische an dasselbe heranzutreten), eine Stunde spazierengehen und zwei Stunden Schlafen vor dem Konzert, aber dieses Jdealprogramm kommt oft nicht zur Ausführung. Professor Walter Gieseking: Es ist mir bekannt, daß über meine Art des Uebens und des Auswendiglernens schmeichelhafte, aber mehr ober weniger phantastische Geschichten erzählt werden — darum gebe ich gern authentische Auskunft, wie ich übe. Technische Hebungen mache ich nie. Ich halte diese überhaupt für fast gänzlich überflüssig. Wenn der Schüler Tonleiter, Arpeggien und ähnliche Grundelemente der Klaviertechnik einmal gelernt hat, kann er sie doch! Wozu also die Finger anstrengen und langweilen?. ... Jedes komplizierte und schwierige Werk lerne ich nicht am Instrument, sondern nur lesend! Ebenso repetiere ich länger nicht gespielte Werke, indem ich diese, mit dem Notenbuch in greifbarer Nähe, im Gedächtnis ablaufen lasse, wobei zur Erleichterung der Kontrolle die Finger, die jeweils zu spielen hätten, andeutungsweise bewegt werden können. Hierdurch werden die vom Kopf (von der musikalischen Vorstellung) ausgehenden Impulse sozusagen durchprobiert, um festzustellen, ob die Übertragung in die Finger einwandfrei funftioniert. Wenn diese Übertragung ohne Störung verläuft, ist kein lieben am Klavier mehr nötig. Dieses Lernen durch Lesen ist nicht nur die sicherste Art des Auswendiglernens, sondern auch eine praktische Verwendung der Zeit, die die Eisenbahnfahrten in Anspruch nehmen ' Ganz unpraktisch ist es meines Erachtens, kurz vor dem Auftreten zu üben. Ausruhen und Ausschlafen sind wichtiger und nützlicher als jede technische Hebung, und Unsicherheiten des Gedächtnisses werden ja viel sicherer und müheloser durch Lesen von Noten (auf die obenerwähnte Art und Weise) behoben, als durch noch so häufiges (und ermüdendes) Spielen der unsicheren Stellen. Professor Gori Wendling: Es gibt Künstler mit großem Können, die im methodischen Sinne nicht richtig üben, und zähe Systematiker, die es nicht zu künstlerischen Leistungen bringen. Zwischen diesen Grenzsällen liegen die vielfältigen Möglichkeiten, die bei der Betrachtung des Problems „Heben" in Frage kommen. Im allgemeinen muß meiner Ansicht nach zum Talent — auch zur großen Begabung — unermüdliche, konsequente Arbeit kommen, wenn die in Erscheinung tretende Leistung den vorhandenen Anlagen voll entsprechen soll. Das richtige Arbeiten ist eine Kunst, aber eine erlernbare; mancher kommt freilich erst spät dahinter. Die Frage nach meinem persönlichen Heben beantworte ich folgendermaßen: Wenn ich gut in Form bleiben will, brauche ich heute etwa eine bis eineinhalbe Stunde täglichen Hebens. Hngefähr eine halbe Stunde dieser Zeit gehört Hebungen, die den technischen Apparat in Bereitschaft bringen helfen ... Die Hauptzeit gehört den gerade neu einzustudierenden Werken. Diese werden zunächst im Zusammenhang durchgespielt, bis ein Hebetblick über das ganze Werk möglich ist. Der Erkenntnis des geistigen Gesichtes ordnet sich dann das Studium der 'technischen Schwierigkeiten unter, und solche schwierigen Stellen werden, immer im Hinblick auf die beabsichtigte geistig-musikalische Wirkung, technisch zerlegt, für sich geübt _ Maria Gibylla Merian. Kupferstecherin und Naturforscherin. Im Britischen Museum in London findet der Besucher unter unzähligen anderen Kostbarkeiten Kupferstiche und Zeichnungen, die erstaunlicherweise den Namen einer Frau tragen: Maria Sibylla Merian ... Hnd plötzlich verschwimmen die Gegenstände ringsum, eine Erinnerung taucht auf, ein Frauenporträt im Museum zu Basel: „Bildnis der Maria Sibylla Merian. Meister unbekannt". Bildnis und Werk verschmelzen zu einer Einheit und erzählen von einer Frau, die sich durch ihre einzigartige Begabung als erste deutsche Kupferstecherin und Naturforscherin einen Namen in aller Welt gemacht hat. Maria Sibylla Merian wurde 1647 als Tochter des berühmten Kupferstechers Matthäus Merian in Frankfurt am Main geboren. Sibyllas Mutter, eine hausbackene Frau, hat später versucht, der seltsamen Neigung der Tochter zu Schmetterlingen und Blumen, eine etwas phantastisch klingende Erklärung zu gebtn. Sie will kurz vor der Geburt Sibyllas beim Aufräumen eines Schrankes auf eine merk- würdige^Raritatensammlung von Schmetterlingen und getrockneten Blumen gestoßen sein, deren Anblick sie in ihrem Zustand besonders erregt habe. Wie dem auch sei, die kleine Sibylla zeigte jedenfalls eine tiefe Liebe zur Natur. Sie wußte auch schon in ihrer Jugend ebenso geschickt mit Stichel und Kupferplatte umzugehen wie die älteren Geschwister. Die Mutter jedoch wollte Sibylla zu einem guten „Hausweib" machen und hat dem ernsten Streben der Tochter stets nur Widerstand entgegengesetzt. Sibylla, die den feinsinnigen Vater schon im dritten Lebensjahr verloren hatte, mußte harte Kämpfe ausfechten. Erft mit Hilfe des Stiefvaters erhielt sie den sehnlichst erträumten Hnter- richt bei einem der bedeutendsten Blumenmaler jener Zeit, den sie in ihrer Kunst bald überflügelte. Aber sie malte nicht nur, sondern ebenso eifrig beobachtete sie schon damals das Leben der Schmetterlinge und Pflanzen. Mit 19 Jahren heiratete Sibylla den Maler Graff. Dem mütterlichen Widerstand endlich entronnen, stürzte sie sich nun in ein ernsthaftes Studium. Eine Frau des 17. Jahrhunderts lernte Latein, um Naturwissenschaft studieren zu können! Hnd selbst nach der Geburt der beiden Töchter, denen sie eine liebevolle Mutter war, blieb sie ihrer Leidenschaft, die Natur zu erforschen, treu. Jahrelang hat sie die Entwicklung eines Tieres oder einer Pflanze gründlich verfolgt. Die gesammelten Beobachtungen hat sie dann mit bezwingender Klar- Hitler-Jugend Bann 116 Gießen. Delr.: Arbeitsgemeinschaft der Hitler-Jugend. Am 20. Oktober beginnt die Arbeitsgemeinschaft der Führerschaft der Hitler-Jugend. Alle Unterbann- sichrer, Gefolgschaftsführer und Stabsmitglieder des Bannes 116 haben am 20. Oktober, pünktlich um 20.15 Uhr, an der ^-Standarte anzutreten. BOM. llntergau 116. Die Mädel-Führerinnenbesprechung ist von Dienstag auf Mittwoch, 20. 10., verlegt. Die Gruppenführerinnen gehen anschließend zur HJ.-Llrbeits- gerneinschaft in der ^-Standarte. Verpflegung ist mitzubringen. Die Untergauführerin. Voraussetzungen für die Iamilienwochenhilse. NSG. Nach dem Gesetz erhalten Wochenhilfe auch die Ehefrauen von Versicherten, die in den letzten zwei Jahren vor der Niederkunft mindestens zehn Monate hindurch, im letzten Jahre vor der Niederkunft aber mindestens sechs Monate auf Grund der Reichsversicherung gegen Krankheit versichert waren, wobei ein einheitlicher Zusammenhang der zehn bzw. sechs Monate nicht erforderlich ist. Es ist auch gleichgültig, ob der versicherte Ehemann bei einer Pflichtkrankenkasse ober bei einer Ersatzkasse versichert war, auch die Mitgliedschaft bei mehreren Kassen hintereinander genügt. Voraussetzung ist aber Pflichtmitgliedschaft für den Leistungsanspruch, nicht dagegen genügt für die Familienwochenhilfe freiwillige Versicherung. OAF.-Kaffeenachmittag der Arbeitsopfer. Die Deutsche Arbeitsfront bereitete gestern älteren Volksgenossen bzw. Arbeitsopfern einen unterhaltsamen Kaffeenachmittag im „Burghof". Die Abteilung für Arbeitsopfer in der DAF. hatte Kaffee und Kuchen in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt, so daß die Besucher sich sehr wohl fühlten. Der Soziasrefernt für die Arbeitsopfer Pg. Bienengräber begrüßte die Teilnehmer, überbrachte die Grüße des Kreisobmanns der DAF. Hermann Wagner und gab dann Mitteilungen von künftigen Veranstaltungen bekannt, die große Freude auslösten. So soll demnächst gemeinschaftlich von den Arbeitsopfern das Theater besucht werden. Auch für die Zukunft soll den Arbeitsopfern hin und wieder eine Möglichkeit zum Theaterbesuch gegeben werden. Vorgesehen ist ferner eine Weihnachtsfeier. Der Redner machte darauf aufmerksam, daß sich Männer und Frauen der Arbeitsopfer noch an dreiwöchigen Freizeiten in Erholungsheimen beteiligen könnten. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer, in das die Teilnehmer des Kaffee-Nachmittags freudig und dankbar einstimmten, schloß der Sozialreferent seine Ausführungen. Der weitere Verlauf der Veranstaltung war humorvoller Unterhaltung gewidmet. Der Frankfurter Humorist und Volkstypen-Komiker Balzer» Backes brachte mit allerlei Schnurren, sowie mit humoristischen Dichtungen in Wetterauer Mundart die Lacher auf seine Seite. Allzu rasch vergingen die Stunden, und dankbar verließen die alten Leutchen das Haus. heit und Sachlichkeit in einem Buch „Der Raupen wunderbare Verwandlung und sonderbare Blumennahrung" niedergelegt. Wenn auch ein großer Teil ihrer Beobachtungen durch die neueste Wissenschaft, überholt ist, so greifen doch selbst heute noch bife Gelehrten auf dieses Buch ebenso wie auf ihr zwei-v tes Werk zu Dergleichszwecken zurück. Dieses zweite „Surinam"-Buch war das Ergebnis einer For» schungsreise in das südamerikanische Sumpfgebiet, die sie noch als Fünfzigerin unternommen hatte. Der Wert beider Bücher wird noch durch die zahlreichen eigenen Zeichnungen und Kupferstiche wesentlich erhöht. Zwischen diesen bedeutsamen Lebenswerken liegt aber nicht nur die Entwicklung der Künstlerin Sibylla Merian, sondern auch viel menschliches Reifen und Erleben. Nach Jahren einer überaus glücklichen Ehe hatte sie sich von ihrem Manne getrennt und war mit ihren Kindern nach Holland übergesiedelt. Was trieb die tief religiöse Frau zu die« fern Schritt? Vielleicht hatten sich die Ehegatten infolge ihrer verschiedenen Lebensauffassungen aus- einanbergelebt, vielleicht aber war es auch der Einfluß eines Wanderpredigers, der die empfindsame Sibylla zum Eintritt in eine Sekte beroeat hatte. „ Die Anerkennung, die gerade das „Surinam"- Buch fand, und ihre eigene Freude am Gelingen ihrer Arbeit ließ den Plan zu einer zweiten Forschungsreise entstehen, die jedoch nie verwirklicht wurde, denn seit ihrer Rückkebr kränkelte sie. Das ungesunde Klima und die großen Strapazen einer zweijährigen Forschungsarbeit hatten ihre Kräfte aufgebraucht. Sibylla konnte nicht einmal mehr ihr Werk allein zu Ende führen, ihre Tochter hat den zweiten Band vollendet. Aber sie ließ es sich nicht nehmen, trotz schwerer Krankheit die Arbeiten zu überwachen. So gehörten selbst die letzten Lebensjahre dieses an Wirken und Schaffen reichen Frauenlebens der Erfüllung ihres Lebenszieles. 1717 starb, geachtet und weitgerühmt, Deutschlands erste Naturforscherin Maria Sibylla M'rian, als eine Frau, die nie in ihrem Leben ngch Ruhm gestrebt hat. Lisa Peck. Alte Goldmünze in einem Stör. In einer Bucht des Schwarzen Meeres in der Nähe von Burgas machte ein bulgarischer Fischer eine merkwürdige Entdeckung in dem Leib eines Störs, den er zur Gewinnung des Kaviars zerlegte. Er fand eine große arabische Goldmünze, dis viele hundert Jahre alt ist und aus der Zeit der türkischen Herrschaft zu stammen scheint. Wie diese Münze, die der Fischer den Behörden übergab, in den Fischkörper gekommen ist, bleibt ein Geheimnis, Die der Besseren Erfolg hatte der F. Sch. aus Gießen, der einen Strafbefehl über 20 RM. erhalten hatte, weil er am 22. Juli mit seinem Personenkraftwagen über den Landgraf-Philipp-Platz gefahren war und dort mehrmals laut hupte. Der Angeklagte wandte in der gestrigen Hauptverhandlung ein, daß in der fraglichen Zeit Kinder um das Denkmal herum spielten und auf dem einen Bürgersteig eine Gruppe Leute gestanden habe, die sich gerade anschickte, den Fahrdamm zu überqueren. Er sei daher nicht mir berechtigt, sondern sogar verpflichtet gewesen, Signal zu geben. Diese Einlassung konnte dem Angeklagten nicht widerlegt werden, so daß das Gericht zu einem freisprechenden Urteil kam. Große Strafkammer Gießen. Gestern hatte sich der S. T. wegen fahrlässiger Tötung vor der Großen Strafkammer zu verantworten. Der Angeklagte kam am 1. Juli 1937 mit seinem Personenkraftwagen von Frankfurt und wollte sich nach Gießen begeben. Kurz vor Friedberg überholte er zwei Radfahrer, die abgestiegen waren und, ihre Räder drückend, nebeneinander hergingen. Der Angeklagte bog zum Uoberholen zu spät nach der Straßenmitte ein, so daß er mit jer Stoßstange den links gehenden Radfahrer erfaßte und zu Boden schleuderte. Hierbei erlitt dieser einen Schä- besondere zu berücksichtigen sei, daß die im vor« liegenden FE fsstgestellte Alkoholkonzentration auch nach den Berechnungen Widmarks einen Grenzwert darstelle, so daß aus dieser Tatsache allein ein Rückschluß zu Ungunsten des Angeklag« ten nicht gezogen werden dürfe. Trotzdem hielt das Gericht den Nachweis der Schuld für erbracht und erkannte auf die im Strafbefehl festgesetzte Strafe von acht Tagen Haft und 1 0 R M. G e l d st r a f e. Amtsgericht Gießen. Keinen Erfolg mit seinem Einspruch hatte der H. B. aus Gießen, der durch einen Strafbefehl acht Tage Haft und 10 RM. Geldstrafe erhalten hatte, weil er, obwohl unter dem Einfluß von Alkohol stehend, einen Kraftwagen fuhr, den er auch nicht vorschriftsmäßig beleuchtet hatte. Der Angeklagte war im Juli nachts gegen 1 Uhr mit seinem Wagen von dem Ochsenfest in Wetzlar gekommen, wo er bei einem Gastwirt für die Dauer des Festes beschäftigt war. Er nahm bei der Heimfahrt einen ihm befreundeten Gastwirt aus Gießen mit, in dessen Lokal er zum Schluß noch zwei Glas Bier trank. Als er, um seinen Wagen in die Garage zu bringen, von der Neuen Baue in die Sonnenstraße einbog, schnitt er die Kurve und kam, da in dem Motor zu gleicher Zeit eine Störung eintrat, unmittelbar an dem gegenüberliegenden Bürgersteig zum Halten. Nach mehrmaligen Versuchen sprang der Motor wieder an, und der Angeklagte setzte seinen Weg durch die Sonnenstraße fort, wobei er allerdings, da feine Licht- maschine nicht gleich funktionierte, etwa 30 Meter ohne Beleuchtung fuhr. Dies veranlaßte einen Polizeibeamten zum Einschreiten. Bei dem Ange- klagten wurde sofort eine Blutprobe vorgenommen, wobei eine Alkoholkonzentration von 1,9 v. H. festgestellt wurde. Der chn untersuchende Arzt bekundete in der gestrigen Hauptverhandlung, daß der Angeklagte zwar Spuren von Alkoholeinwirkung gezeigt habe, jedoch nicht schlechthin als fahruntüchtig habe bezeichnet werden können. Die festgestellte Alkohol- konzentration^ entspricht etwa einer Menge von Zehn bis zwölf Glas Bier. Der Verteidiger wies in feinem Plädoyer darauf hin, daß der Angeklagte durch feinen Beruf gezwungen fei, öfter in Gastwirtschaften abzusteigen und aus diesem Grunde auch nach dem Genuß von zehn bis zwölf Glas Bier als durchaus fahrtüchtig anzusprechen sei. Im übrigen setzte er sich in längeren Ausführungen mit der sog. Widmarkschen Methode, die den Berechnungen zum Nachweis der Alkoholbeein- flußtheit zugrunde liegt, auseinander, und wies insbesondere darauf hin, daß diese Methode mit ihren sicherlich rein rechnerisch zutreffenden Ergebnissen dem individuellen Leistungsvermögen des Betroffenen zu wenig Rechnung trage, wobei ins- Von der Bein'ebsgemeinfchast zur Leistungsgemeinschast. Eröffnung der WinterschulungSarbeit der Vertrauensräte. DAF., Kreis Wetterau, eröffnete am Dienstag im Caf6 Leib die Dertrauensrats- Rundfunkprogramm Donnerstag, 21. Oktober. 6 Uhr: Morgenlied. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Ein froher Morgengruß aus der Westmark. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Für unsere Kinder. 16: Musik für jeden soll es sein, sie klingt vom Deutschen Eck am Rhein. 17.30: Lieder mit Klavierbegleitung. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Unterhaltungskonzert. 21: Deutsche romantische Oper. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Volks- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 1: Nachtmusik. RUHL Seilersweg Nr. 67 adio Telephon Nr. 3170 eparaturen l897D schulung für das Winterhalbjahr 1 9 3 7/38 mit einem Vortragsabend. Die Schulungsarbeit wird in elf Schulungsgrupven durchgeführt, von denen allein vier auf die Betriebe in der Stadt Gießen entfallen, während die anderen ©nippen sich auf Grünberg, Hungen, Großen- Busecr, Lollar, Friedberg, Butzbach und Bad-Nau- heirn verteilen. Der Kreisschulungswart der DAF., Bienengräber, eröffnete diesen ersten Abend. Jrn Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Vortrag von Gaubetriebsqemeinschostswatter Göbel, Frankfurt a. M., eine 20jährige Tätigkeit im Betriebe der Firma Rudolf Rödiger zurückblicken. Der Senior-Chef gedachte in herzlichen Worten der treuen Mitarbeit der beiden Arbeitskameraden in den langen Jahren und überreichte jedem Jubilar als äußeres Zeichen seiner Dankbarkeit und Anerkennung für die kameradschaftliche Zusammenarbeit ein Bild. Pg. Heyd überbrachte den Jubilaren die herzlichen Grüße und Glückwünsche der DAF. In seinen Ausführungen ging er auf den Zweck und die Ziele der DÄF. näher ein. Kreishandwerksmeister Pg. Stühler stellte dem Berufsnachwuchs die beiden Jubilars als leuchtendes Beispiel vor Augen. Gerade in diesem Verhältnis sei der Begriff und Dreiklang „Meister, Geselle und Lehrling" in kameradschaftlicher Verbundenheit und treuer Zusammenarbeit so schon zum Ausdruck gekommen, da es sonst nicht möglich gewesen wäre, so lange in einem Betrieb zusammenzustehen. Gleichzeitig überreichte er dem Vg. Karl Engel für seine 25jährige treue Mitarbeit im Betriebe der Firma Rudolf Rodiger im Auftrag der Hessischen Handwerkskammer eine Ehrenurkunde. Vg. Karl Engel dankte für die ihm und seinem Arbeitskameraden Heinrich Weber zuteil gewordenen Ehrungen und versprach, weiter- hin treu zur Firma zu stehen. Mit herzlichen Worten der Dankbarkeit schloß der Betriebsführer Rudolf Rodiger mit einem dreifachen „Sisg-Heil" auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler den offiziellen Teil. Nach einem kräftigen Wendessen blieben Meister, Gesellen und Lehrlinge mit den ebenfalls anwesenden Frauen und Familienangehörigen noch einige Stunden in gemütlicher Weise zusammen. ** Tödlich verunglückt. Dor einigen Tagen verunglückte der 54 Jahre alte Eisenbahnarbeiter Jakob Wagner aus Klein-Linden dadurch schwer, daß ihm beim Abladen von Telegraphenmasten ein unglücklich fallender Stamm mit dem einen Ende an den Leib traf. Der bedauernswerte Mann mußte mit schweren inneren Verletzungen der Chirurgischen Klinik zugeführt werden, wo er gestern verstorben ist. ** Unfälle. Eine 69jährige Witwe aus der Kaiserallee erlitt einen schweren Ellenbogenbruch. — Ein 50jähriger Mann aus der Goethestraße zog sich bei einem Motorradunfall Kopfverletzungen und einen Fingerbruch zu. Beide Verunglückte wurden in die Chirurgische Klinik gebracht. ** Eine Dierundachtzigjahriae. Am heutigen Mittwoch, 20. Ok ober, kann Frau Elisabeth Roth, geb. Noser, Ludwigstraße 27, in geistiger und körperlicher Frische ihren 84. Geburtstag be- gehen. Die hochbetagte Frau ist seit 60 Jahren Leserin des Gießener Anzeigers. Wir gratulieren! ** Sterbefälle in Gießen. Es verstorben in Gießen in der Zeit vom 1. bis 15. Oktober: Am 1. Oktober: Georg Weber, Oberseldschütz i. R., 86 Jahre, Kaiserallee 49; 2.: Margarete Monne- witz, geb. Lepper, o. B., 73 Jahre, Bahnhofstraße ^r. 31; 4.: Helmut Pahl, Fabrikarbeiter, 25 Jahre, Seltersweg 73, Gustav Zeller, o. B., 83 Jahre, Licher Straße 74; 5.: Anna Müller, geb. Zeuner, o B., 42 Jahre, Ludwigstraße 14; 6.: Lorenz Müller, landwirtschaftlicher Arbeiter, 73 Jahre, Licher Straße 74; 7.: Therese Ahrens, o. B., 82 Jahre, Ludwigsplatz 5, Ludwig Daniel Philipps, Zugführer i. R., 56 Jahre, Wartweg 31; 8.: Luise Lecke, geb. Zimmermann, o. B., 63 Jahre, Ludwigstraße 41, Walter Paul Ramdohr, Dbergefreiter, 24 Jahre, Bergkaserne; 13.: Wichelmine Schmidt, geb. Schmidt, o. B., 75 Jahre, Bahnhofstraße 29, Jvsef Stein, Metzger, 68 Jahre, Leimenkauterweg 13; 14.: Peter Iüngel, Arbeiter, 61 Jahre, Licher Straße 74; 15.: Heinrich Ludwig, Hilfsschutzmann i. R., 77 Jahre, Hammstraße 7. delbruch, an dessen Folgen er ein paar Tage später starb. Der Angeklagte wandte ein, der Verletzte habe in dem entscheidenden Augenblick dadurch, daß er sich plötzlich herumdrehte, unvermittelt einen Schritt nach links gemacht, so daß der Zusammenstoß sich nickt habe vermeiden lassen. Diese Ein« lassuna des Angeklagten wurde durch die Beweisaufnahme und ein ausführliches Sachverständigengutachten widerlegt. Allerdings traf die beiden Fahrer ein erhebliches Mitverschulden an dem Unfall, da sie in verkehrswidriger Weife nebeneinander hergingen und so die rechte Straßenseite ziemlich in Anspruch nahmen. Da der Angeklagte bisher noch unvorbestraft ist, sich auch gleich des Verletz- ten angenommen und sich selbst der Polizei gestellt hot, billigte das Gericht ihm in weitestem Maße mildernde Umstände zu und erkannte auf eine G e - fängnis strafe von 3 Monaten. Die nächste Anklage gegen den E. G. lautete auf Sittlichkeitsverbrechen. Der Angeklagte wurde be- schuldigt, mit einem jungen Manne aus Gießen in mehreren Fällen strafbaren Verkehr gehabt zu haben. In der Hauptverhandlung, die unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfand, konnten dem Angeklagten nur zwei Fälle nachgewiesen werden. Das Urteil lautete auf 5 Monate Gefängnis, von denen zwei Monate durch die Untersuchungshaft als verbüßt gelten. ** Straßensperrung. Wegen Vornahme von Anstreicherarbeiten an der Eisenbahnbrücke im Zuge der Ludwigstraße werden die Ludwigstraße zwischen Liebig- und Alicenstraße und der Riegelpfad zwischen Ebel- und Liebig- straße vom 20. bis 30. Oktober täglich von 8 bis 17 Uhr für jeglichen Fahrzeugverkehr gesperrt. Umleitung aus nördlicher Richtung über Alicenstraße, aus südlicher Richtung über Liebigstraße. Die auf- gestellten Sperr- und Umleitungsschilder sind zu beachten. ** 25jähriges Bestehen. Am Sonntag feiert der Ortsbund Gießen der Gehörlosen im Reichsoerband der Gehörlosen e. V. Deutschland im „Burghof" sein 25jähriges Bestehen. ** Eine Ausstellung antiker Uhren, wie sie in dieser Reichhaltigkeit dem Publikum bisher wohl noch nicht gezeigt worden ist, ist bis auf weiteres in dem Schaufenster des Uhren- und Goldwarenfachgeschäftes Karl Brück, Inhaber H. Hammermann, Gießen, Kreuzplatz 8, zu sehen. Jede Uhr, jedes Werk, Chatelaine usw. sind mit entsprechenden Erklärungen versehen, so daß sich der Laie ohne Mühe ein Bild von dem hohen Stand der Uhrmacherkunst vergangener Jahrhunderte machen kann. Man sieht dort u. a. Sonnenuhren mit Kompaß in Messing, wie sie von Seefahrern vor etlichen Jahrhunderten benutzt wurden, außerdem Uhrwerke aus den Jahren 1680, englische Arbeit, dann Werke verschiedener Art aus der Zeit von 1730, 1740, 1770, 1780, zum größten Teil von Londoner Uhrmachern hergestellt, eine Uhr italienischer Arbeit von 1680, deren Uebergehäuse mit Schildpatt überzogen und mit etwa 1500 Silbervögel geschmückt ist, Stücke holländischer, österreichischer und französischer Herkunft. Daß man auch in Deutschland Wert auf künstlerische Uhrmacherarbeit legte, zeigen drei Uhren aus der Zeit von 1780 bis 1810, bei denen besonders die prachtvoll verzierten Gehäuse auffallen. Das größte Interesse dürfte zweifellos die Kanzel-Sanduhr finden, die vor etwa 300 Jahren den Predigern auf der Kanzel die Zeit angab. Diese Uhr ist besonders wertvoll, da es nur noch wenige Stücke davon gibt. Wenn man bedenkt, daß alle diese Uhren, Chatelaines, Uhrschlüssel usw. mit der Hand gefertigt wurden — denn Maschinen gab es zu damaliger Zeit noch nicht — dann kann man erst recht erkennen, daß der Handwerker früherer Jahrhunderte im wahren Sinne des Wortes ein Künstler war. ** Kameradschaftsabend der Firma Rudolf Rodiger. Man berichtet uns: Am Samstag veranstaltete die Firma Rudolf Rödiger, Gießen, Walltorstraße, im „Frankfurter Hof" mit ihren sämtlichen Gefolgschaftsmitgliedern einen Kameradschaftsabend. Als Gäste waren für die DAF. Pg. H e y d und für das Handwerk Kreishandwerksmeister Pg. Stühler erschienen. Der Senior-Chef begrüßte seine Gefolgschaftsmitglieder herzlich und gab seiner Freude über das Erscheinen der Gäste Ausdruck. Dann ging Herr Rodi - g e r auf das Werden und die Entwicklung des Betriebes näher ein und leitete über zu dem Hauptzweck des Kameradschaftsabends. Galt es doch, zwei Jubilars seines Betriebes besonders herauszustellen und zu ehren. Der Volksgenosse Karl Engel aus Grohen-Buseck kann auf eine 25jährige und der Volksgenosse Heinrich Weber aus Gießen auf den Eid auf den Führer geleistet zu haben, sorckern durch die Tat zu beweisen, wie ernst diese freiwillige Uebernahme einer Verpflichtung aufgefaßt werde. Er kennzeichnete die Ausgabe, die dabei dem Dertrauensrat zufällt. Wie sich der Führer für das Volk einsetze, so habe sich der Vertrauensrat für die Kameraden einzusetzen. Die Dertrauensrate seien vom Gesetzgeber dem Betriebsführer zur Seite gestellt, weil vielfach der Betriebsführer die Verbindung mit den Gefolgschaftsmitgliedern nicht selbst aufrecht erhalten und sich nicht allen widmen könne. Als solche Mittelsmänner zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft hätten sie für bessere Arbeitsbedingungen zu sorgen, die sozialen Belange wahrzunchmen und den Gedanken der Gemeinschaft in den Betrieben zu verwirklichen. In besinnlicher Art sprach der Gaubetriebsge- meinsckaftswalter von diesem Aufwärtsstreben der Betrieosgefolgschaft. Darum sei es notwendig, daß die Betriebe sich höheren Aufgaben zuwenden, wie sie der Redner in dem Betriebsleid, das er als Sorge um die Beschäftigung für die Arbeiter, die Beseitigung schlechter Arbeitsplätze, den Ausgleich für niedrige Löhne und die Beseitigung schlechter Behandlung zur Wahrung des Betriebsfriedens kennzeichnete und in der Milderung des Lebensleides, das durch Krankheit in der ^Familie, dürftige Lebensverhältnisse, schlechte Wohnungen bedingt, in sehr verständnisvoller Weise zu schildern vermochte. Dieses Bemühen, dem Arbeitskameraden über den Betrieb hinaus zu helfen und ihm die Gewißheit zu verschaffen, daß auch dann noch einer da ist, der sich feiner annimmt, stellte der Redner als eine der vornehmsten und wichtigsten Aufgaben in den Vordergrund. Die anregenden Ausführungen fanden starken Beifall. die Richtlinien für die kommenden Aufgaben zur Vertiefung der Betriebsgemeinschaft mit dem Ziel einer Leistungsgemeinschaft gab. An den rein handwerklichen Begriffen des Lehrlings, Gesellen und Meisters machte er verständlich, wie jeder Volksgenosse nach den ersten Lehrjahren der nationalsozialistischen Revolution nun bestrebt sein müsse, als Geselle an die ihm aufgetragenen Arbeiten heranzugehen, damit er auch einmal Meister werden könne. Wie jeder Volksgenosse bestrebt sein müsse, so sagte der Redner u. a., sich in der Erkenntnis der nationalsozialistischen Weltanschauung endlich als Geselle zu betätigen, so müsse auch die Arbeit für die Betriebsgememschaft aus den Lehrjahren herauswachsen und sich den größeren Dingen zuwenden, die noch zu erledigen sind. In verständlicher Weise erläuterte er die der DAF. auf Wunsch des Führers übertragenen Aufgaben. Voraussetzung dafür müsse sein, nicht nur Blandine setzt sich durch Vornan von Hans-Joachim Zreiherrn von JReifcenftein Copyright by Carl Ouncker 3 Fortsetzung (Nachdruck verboten.) ,^)eute hab ich schon Zeit", sagte Frau Hertel, während sie Frau Molny massierte. „Das ist schlimm für mich", lachte Lucienne. „Da arbeiten Sie noch toller auf mich los als sonst. Aber weshalb haben Sie denn Zeit?" „Frau Professor Lambertz läßt sich nicht massieren. Die hab'n doch gestern den großen Polterabend mitgemacht." „Wer heiratet denn?" „Der eine Assistenzarzt des Herrn Professors. Ich weiß ja nicht, wie er heißt; soll aber ein sehr tüchtiger junger Mann sein." . -Lambertz kann doch nur Menschen brauchen, ine tüchtig sind und dabei solche Arbeitstiere wie er", sagte Lucienne. tfrau Hertel seufzte, denn sie dachte an Blondine. "Ich verstehe immer noch nicht, wie Sie Ihre Tochter xu Lambertz geben konnten. Er ist ein idealer Arzt —" „Aber gnä Frau meinen ein unanjenehmer Brötchengeber, was? Meine Tochter spricht sich ja nickt aus." v i j i Lucienne japste. "Bitte, Frau Hertel, lasten Sie Ihren Groll nicht an mir aus. • „Sjab ich zu feste gedrückt? Frau." Entschuldigung, gnä Harry kam heute schon halb angezogen herein Er war sehr aufgeregt. „Entschuldige", sagte er, „ich habe keine Zeit. Ich muß fort." 1 „Wohin denn so früh?" „Eine wichtige Sache." Damit verschwand er aus dem Zimmer, um allen weiteren Fragen zu entgehen. Die Jungfer, die gerade das ungleiche Frühstück für Lucienne und Frau Hertel hereingebracht hatte, sah ihrer Herrin mit einem merkwürdig ernsten Blick in die Augen. „Was ist denn, Ida?" „Um sieben Uhr hat Herr Lange telephoniert. Vielleicht ist es bester, der Herr Doktor geht nicht hin. — Ich meine wegen gnä Frau. Es steht nämlich schon alles in der Zeitung." „Was steht in der Zeitung?" ,,©nä Frau soll sich nicht aufregen. Vielleicht erklärt es der Herr ihr." Jetzt bemerkte Lucienne, daß Ida nur Briefe, aber keine Zeitungen auf ihrem silbernen Post- tablett hatte. „Rufen Sie doch mal meinen Mann." „Jawohl, gnä Frau, darf ich dann gehen?" „Bitte." Lange war zwar der beste Freund ihres Mannes, aber wenn irgend etwas über ihn in den Zeitungen stand, so konnte es, wie sie chn beurteilte, nur etwas Schlimmes sein. Vielleicht hatte Ida recht. Es würde ihr in der Oeffentkichkeit schaden. Harry kam herein. „Ist es nicht besser, du sprichst dich mit mir aus. Du weißt, ich muß auf meinen Ruf soviel Rücksicht nehmen wie auf mein Aussehen." „Was hat denn das mit dir zu tun?" unterbrach er brüsk. „— wenn wir beide nicht verhungern wollen", beendete sie ihren Satz. Er lenkte ein: „Weißt du denn Bescheid?" „Nein. Aber deshalb konntest du mir Bescheid sagen. Vielleicht ist es für uns beide besser, wenn du nicht unüberlegt daoonstürzest." „Meinst du?" fragte er kleinlaut. Er machte aber feine Miene, zu berichten. Frau Hertel war hinausgegangen, bevor Harry eintrat. Jetzt kam sie mit einer Zeitung wieder. „Regen Sie sich nicht auf, gnä Frau. Lesen Sie die Zeitung erst noch dem Baden. Aber, Herr Doktor, is es für gnä Frau nid) wirklich besser, Sie bleiben hier?" Harry Engemann zuckte die Achseln. „Geben Sie mal die Zeitung her, Frau Hertel. Also was ist hier los?" Wieder verschwand Harry Engemann in sein Zimmer, indem er nervös an seiner Krawatte her» umtnotete. Lucienne las in einem berüchtigten Skandalblatt: Gestern abend, um zehn Uhr, fand die Zofe der Frau Annie Lange ihre Herrin bewußtlos aus dem Boden ihres Zimmers liegend. Sie be- nachrichttgte sofort den Vater, den bekannten Großindustriellen Moller. Einzelheiten fehlen noch. Aber es heißt, daß die junge Frau sich nach einem häßlichen Streit mit ihrem Gatten, einem sehr bekannten Lebemann, das Leben genommen habe. Man spricht davon, daß er, nachdem er ihr gesamtes Vermögen durchgebracht hat, von ihr verlangte, einen Wechsel mit dem Namen ihres Vaters zu unterschreiben. Als sie sich weigerte, diese Fälschung vorzunehmen, soll er sie tätlich mißhandelt haben. Lucienne lief ein Schauer über den Rücken. Könnte er so etwas tun? Würde er dazu fähig sein? Lange ist sein Freund, sein guter Freund, grübelte sie. Kenne ich Harry Engemann überhaupt soweit, daß ick chn beurteilen kann? Frau Hertel war ausgestanden, um zu gehen. „Bleiben Sie doch noch! Ich weiß nicht, mir wird plötzlich so ängstlich zumute." Auch Frau Hertel bezwang einen Schauer, der sie angekommen war. Aber sie ließ sich nichts merken. „Das ist vom Hungern, gnäbje Frau. Von leeren Magen kriegt man Angstzustände. Sie tun mir aber auch zu leid." „Ich glaube nicht, daß es vom Hungern ist", sagte Frau Engemann. „Sicher, sicher. Wo immer alle Moden wechseln — wenn doch bloß schon mal'n kleenet bisfen Fett modern werden wollte! Ich wer gnä Frau beim Baden helfen. Damit Sie sich nicht anftrengen Aber vorher trinken Sie mal'n Schluck Kaffee, mir zuliebe!" Die Mädchen sollten nichts merken. Und Harry sollte nichts merken. Denn in bezug auf Luciennes Schlankheit, ihr Kapital, verstand er keinen Spaß. So wenig wie Herr Lang in bezug auf bas Geld seiner Frau Spaß verstand. Deshalb behalf sich Frau Hertel ohne eine Tasse für Lucienne. Sie mischte in dem silbernen Sahnenkännchen Kaffee und Zucker und setzte es Lucienne an den Mund. Die trank es gierig bis auf den letzten Tropfen. „Na, wer fagt's denn, eigner Herd is Goldes wert!" Frau Hertel nahm ihr den Sahnengießer von den Lippen. „So, nu man noch rasch ’ne Stulle. Sieht ja keiner." Man brauchte Lucienne bei ihrem chronischen Hunger nicht viel zuzureden. „Und jetz is es woll Zeit, daß wir haben. Sitzen Sie man ganz stille, ich seife Sie ab." Lucienne stand da in ihrer rosa Unterwäsche. Die weiße Haut vom Bade duftend, von der Massage sanft durchblutet. Ein schöner, atmender Körper auf wohlgestalteten Beinen, die in hellen Seidenstrümpfen steckten. Frau Hertel setzte sich, nachdem sie ihr die Strumpfe angestrapt hatte, und betrachtete sie mit ihrem unbefangenen Masseusenblick. Lucienne errötete. Sett vielen Jahren ihrer Ehe hatte sich niemand mehr für ihr Negligö interessiert. Frau Hertel sah dies Erröten. Sie klatschte sich auf die Schenkel. „Bitte zu grüßen, gnä Frau! Wie achtzehn!" „Wenn die Gardinen zugezogen sind", lachte Lucienne. Dann spann sie ihren vorigen Gedanken weiter. Ja, für sie, die die halbe Welt bewunderte, interessierte sich wirklich seit vielen Jahren niemand mehr. Oder vielleicht Harry Engemann, der beste Freund von Herrn Lange? Blandine Hertel stand vor den riesigen Wäsche- schränken in der Klinik. Sie ordnete die Stöße, die die Mädchen aus dem Plättzimmer brachten. Schwester Margarete, die die klinische Oberleitung hatte, kam herein. Sie wollte die Diätzettel mit ihr durchberaten. Sie nahm ihre Notizen vor: „Nurn- mer zehn bekommt Genesungshunger, möchte am hebften immerfort essen. Was schlagen Sie vor?" „Mästen wir noch flüssig geben?" "Herr Professor hat eben zweite Form erlaubt/ . roG5. 3U der Dame selbst hineingehen", sagte Blandine und machte sich eine Notiz. „Wenn He Hunger hat, wird es ihr Spaß machen, ihren Speisezettel mit mir zusammenzustellen. Es ist übrigens eine reizende, kleine Frau. Kommt sie wohl rasch aus die Beine?" (Forts, folgt.) Aus der engeren Heimat. Einführung des neuen Kreisleiters in Wehlar. NSG. In Wetzlar verabschiedet am heutigen Mittwoch, 20.30 Uhr, Gauleiter Sprenger den bis- lerlgen Kreisleiter Grillo und fuhrt den Partei- iLnossen Haus als neuen Krersletter tm Kreis Metzlar ein. 25 Jahre Seflügelzuchtverein Lang-SönS. Lang-Göns, 20. DEL Dor 25 Jahren, am 14 Oktober 1912, wurde nach einem aufklärenden Nortraa von Ludwig Gerhardt (Kirch-Göns) in nserem Dorfe ein „Geflügel-, Vogel- und Laninchenzuchtverein' gegründet. Dem neuen Verein traten zahlreiche Mitglieder bei. Er- ,,er Vorsitzender war Karl Langgöns. Ihm j»lgte im Jahre 1913 Wilhelm Merz, in den Jah- i*n 1922 bis 1924 war Konrad Karl Schäfer ^ereinsvorsitzender, darauf vom 9. Januar 1924 ab $lto May, der bis zum heutigen Tage dem Ver- Itn vorsteht. Der Verein trat schon im Jahre 1913 nut einer Ixkalen Schau vor die Oeffentlichkeit und setzte seine l»ge Ausstellungstätigkeit auch in den folgenden fahren fort. Unter Den Mitgliedern wurde bald । ne Zahl von Spezialzüchtern bekannt, die auch tuf größeren Ausstellungen ihre Tiere mit gutem (.rfofg zeigten. Nach dem Kriege ging dis Entwick- Ilöng des Vereins in ruhigen, aber sicheren Bah- i-n weiter. Der rührige Vorsitzende Otto May srgte dafür, daß die Züchter in ihrer Arbeit nicht elahmten. Auf den Ausstellungen des Kreises, des (aues und auf allen größeren Schauen waren Pang-Gänser Züchter vertreten. Besonders rege war t.e Beteiligung B. im Jahre 1934. Zur Martarger Junggeflügelschau sandte Lang-Göns neun f ummern Geflügel (sechs davon wurden mit Ehren- persen und „sehr gut" bewertet), auf der Allge- r einen Schau in Großen-Linden war Lang-Göns rit 22 Nummern vertreten (12 davon erhielten (hrenpreise und „sehr gut"), bei der Gaugeflügel- s!»au in Butzbach waren es sogar 40 Nummern (,l) Ehrenpreise und 23 „sehr gut"). Auf der Kreis- Geflügelschau in Watzenborn-Steinberg hatte der Liing-Gönser Verein die höchste Zahl, 56, ausge- si llt; dementsprechend konnte er auch 7 Ehren- s eife und 31 Prädikate „sehr gut" erringen. Auf Lr Nationalen Schau in Stuttgart war Lang-Göns Eit vier Tieren vertreten (ein Ehrenpreis und zwei shr gut"), und auf der Reichsschau in Leipzig tnren es sieben Nummern, die die Lang-Gönser Achter ausgestellt hatten (zwei Ehrenpreise und irr „sehr gut"). Daß neben der Züchtung von Ausstellungstieren te volkswirtschaftliche Seite der Geflügelhaltung richt vernachlässigt wurde, versteht sich von selbst. mehreren aufklärenden Vorträgen wurde auf die aioße Bedeutung der Geflügelzucht hingewiesen und ; Abschläge für die Hühnerhaltung wurden gegeben. 'An einem der letzten Sonntage besuchten einige ; j.-rrren vom Vorstand die Mitglieder des Vereins md nahmen eine Stall- und Tierschau d r, um aud) hier mit Rat und Tat allen Geflügel- I h.ltern zur Seite zu stehen. Wenn auch zur Zeit die Aufgaben des Dier- jc^resplans im Vordergrund stehen und versucht Werden muß, durch entsprechende Pflege und gute Witterung viele Eier und Schlachttiere auf den I D-arkt zu bringen, so wird doch auch nicht ver- gisssen, daß sich gerade in der Züchtung von schö- man Rassegeflügel die alte deutsche Tierliebe besonders, des „kleinen Mannes", deutlich zeigt. Und d.H diese Tierliebe auch weiterhin gepflegt und zn Dichterischen (Erfolgen angeregt wird, ist die Aus- gelbe unserer Geflügelzuchtvereine. Hierin mit gutem ^spiel voranzugehen war das Ziel, das sich der 2:>-rein während 25 Jahre gesteckt bat, und wir bzrfen mit gutem Gewissen sagen, daß sich die Er- si ge, die er errungen hat, sehen lassen können. Än der letzten Hauptversammlung des i?!:flügelzuchtoereins gab der Vorsitzende bekannt, bijß aus Anlaß des 25jährigen Bestehens des Der- eLs eine Jubiläums-Geflügelschau vom 1(. bis 12. Dezember in der hiesigen Turnhalle statt- srden soll. Die Vorarbeiten wurden im einzelnen i( prochen. Am Abend des ersten Tages soll eine chterversammlung stattfinden, in der ein Film, : bitr auf die Bedeutung der Geflügelwirtschaft bin- « ist, gezeigt wird. Außerdem sollen an diesem 3.-'ent) die alten verdienten Mitkämpfer, die dem rein 25 Jahre lang die Treue gehalten und sich vGerdem aktiv in der Geflügelzucht betätigt haben, tcti Gauvorsitzenden durch Divlome und silberne E: renn ab ein ausgezeichnet werden. Nach Erledi- cimg dieser vorbereitenden Arbeiten verlas Rechner 5t: d H den Kassenbericht, der von drei Mitaliedern isnrüft und für richtig befunden wurde. Weitere Sprechimgen handelten über die Bezugsscheine für jubnerfutter und verschiedene Dereinsfragen. Man io: ft, daß die Jubiläums-Geflügelschau «rch von feiten der benachbarten Geflügel-Zucht- le: eine zahlreich beschickt wird. Tod an der S^arkssromleitunq. LPD. Alsfeld, 19. Oft. Beim Jauchefahren auf sm Gutshof Schlabach bei Willingshausen kam der Olßpannfuhrer Karl Wiegand der elektri- d en Hochspannungsleitung versehentlich u nahe. Dabei wurde der Mann von dem Strom letroffen, so daß er auf der Stelle tot war. Landkreis Giesien DO Klein-Linden, 18. Oft. Die Ortsgruppe .^-in-Linden des Volksbundes für das St utschtum im Ausland hatte für Sonntag- cb: nb in den Saal des Gaschauses „Zur Burg" zu irir Volksdeutschen Kundgebung eingeladen. Die Sranftaltung, die gut besucht war, wurde mit ittulerchären und Gedichtvortrag eingeleitet. Orts» n ppenleiter Dr. Crößmann eröffnete fodann hi: Begrüßungsworten die Versammlung und stellte et Anwesenden Herrn Bruno Schuch ar d als 1 A.-Ortsleiter für Klein-Linden vor. Anschließend pmch Alfred R i g e r l (Graz^ über das Thema: Dritte Reich und das Auslandsdeutschtum". t ulrat Nebeling als Bezirksleiter des VDA. itrb in ebenso warmer Weise für die Sache des DA. und schloß mit dem Treugelöbnis zu Führer L Volk die eindrucksvolle Kundgebung. 00 Klein-Linden, 19. Oft Am Sonntag- timb hielt Pfarrer Gontrum (Watzenborn- Einberg) in unserer Kirche einen Vortraa über r Thema „Christentum und Heldentum . Der l'ksnd war zugleich die Eröffnungsfeier für die Hinter arbeit der Evangelischen Frauenhilfe. Die flÄesuchte Veranstaltung war von Gemeindegesang tirrahmt. $ Alten-Buseck, 18. Oft. Am Samstagabend fand tm Saale der Wirtschaft von Rühl eine Parteiversammlung der Zelle Alten-Buseck statt. Ortsgruppenleiter Bürgermeister Kahl begrüßte die Parteimitglieder und die Mitglieder der Unterorganisationen. Sodann sprach als Redner des Abends Pg. Heß (Gießen) in längeren Ausführungen. Seine Rede wurde mit großem Interesse ausgenommen. Ortsgruppenleiter Kahl sprach das Schlußwort und beendete den Abend in der üblichen Weise. wg. Großen-Bus eck, 18. Ott. Altbürgermeister Meyer feierte dieser läge in aller Frische seinen 8 7. Geburtstag. Der hochbetagte Mann stand fünfzig Jahre lang im öffentlichen Leben, und zwar in den Jahren von 1880 bis 1930. Don 1880 bis 1891 war er Mitglied des Gemeinderats, von 1891 bis 1900 Bürgermeister von Großen- Buseck. Während seiner Amtszeit wurde die Wasserleitung gebaut und manche andere fortschrittliche Maßnahme im Dorfe durchgeführt. Don 1892 bis 1898 hielt er auch die Postagentur, von 1900 bis 1923 die Untererhebestelle. Lange Zeit wirkte er als Direktor der Landwirtschaftlichen Genossenschaft. Weit über die Grenzen der Gemeinde hinaus er- freut sich der Altbürgermeister großen Ansehens. — Am vergangenen Samstag konnte der Installateur Karl Engel, Grünberger Straße, auf eine 25jährige treue Pflichterfüllung bei der Firma R Ö - b i g e r in Gießen zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurde der treue Mitarbeiter von der Firma und den Arbeitskameraden geehrt. Die Hessische Handwerkskammer übersandte ihm eine Ehrenurkunde. wg. Großen-Buseck, 19. Oft. Dieser Tage fand im festlich geschmückten Saale des Gastwirts Wilhelm Wagner eine Kundgebung der NSDAP, statt, die, gut besucht, von Bürgermeister R e b h o l z eröffnet wurde. Referent des Abends war der Gau- rebner Baum (Wiesbaben), ber in umfassender Weise die Arbeit des Führers zugunsten des deutschen Volkes, die Arbeitsbeschaffung, den Vierjahresplan, die Ernährungsschlacht. Fragen der Kolonien und des Aufbaues der deutschen Wehrmacht usw. umriß. Mit einem Aufruf, alles für Führer, Volk und Vaterland einzusetzen, schloß der Redner. Kameradschaftliches Beisammensein bet den Klängen der Musikkapelle beschloß den Abend. OO Beuern, 18. Oft. Dieser Tage fand hier eine Versammlung der NSDAP, statt. Zellenleiter Linden st ruth begrüßte die zahlreichen Teilnehmer. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag von Pg. Bullmann, der in längeren Ausführungen über grundlätzliche Fragen der Gegenwart sprach und insbesondere an das Pflichtgefühl jedes Einzelnen dem Volke gegenüber appellierte. Reicher Beifall dankte dem Redner. * Saubringen, 18. Oft. Dem Bericht über den Unterhaltungsabend des Gesangvereins ,.S ä n g e r l u st" ist berichtigend nachzutragen, daß die gesamte Einnahme des Abends (nicht lediglich der Reinertrag) dem Winterhilfswerk zufloß. H- Mainzlar, 18. Oft Die hiesige Krieger- fameradfchaft veranstaltete auf dem hiesigen Schießstand ein Preisschießen. Die vier ersten Sieger waren: H. Sauer, W. Kern,L. Horr- m a n n und L. F u ch s. # Allendorf (Lahn), 19. Oft. Die hiesigen Landwirte haben in diesem Jahre eine außerordentlich gute Hackfruchternte zu verzeichnen. Die Runkel- rü len ernte liefert ebenfalls einen guten (Ertrag. — Das Amt des Fleischbeschauers wurde mit Wirkung vom 1. Oktober an Hermann Binz übertragen. Kreis Friedberg - Butzbach, 19. Oft. Gestern abend hielt die Partei im großen Saale des „Hessischen Hofes" ihre Monatsversammluna ab, die gut besucht war Ortsgruppenleiter Dr. Mörschel sprach zunächst über einige geschäftliche Angelegenheiten. Nach den Mitteilungen, die Cie Aufnahme der Dar- teianroärter, Schulungstage der Kreisgrupve, Aufforderung der Parteimitglieder zum (Eintritt in die NS -Dolfswohlfahrt ufro. betrafen, wurden Mitgliedskarten und Mitgliedsbücher ausgehändigt. — Heute feierte Frau M. Friedrich von hier in großer Rüstigkeit ihren 8 0. G e b u r t s t a g. — Die erste Reichs st raßenfammlung am vergangenen Samstag und (Banntag ergab nach dem endgültigen Abschluß und Verkauf sämtlicher Heftchen den Betrag von rund 562 Mark. Q] Münzenbera, 19. Oft. Dieser Tage fand in ber Kirche zu Münzenberg ein Treffen ber Evangelischen Frauenhilfe bes Kirchen- freifps Büdingen-Hungen statt. Die Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Prebigt hielt Pfarrer Weinberger (DarmstadtV die festliche Liturgie leitete Pwrrer Lenz (Münzenberg). Anschließend an den Gaftesdienft fand eine Versammlung statt, in der Frau Studienrat Küppers (Hohensolms) einen Vortraa hielt. Kreis Alsfeld. <£ Alsfeld, 19. Oft. Die B e z i r k s g a r t e n- bauDerbänbe Alsfeld-Lauterbach veranstalteten vom 16. bis 18. Oktober in der Festhalle zu Alsfeld eine Obstausstellung, die am Samstag eröffnet wurde. Die Beschickung aus den Kreisen Alsfeld und Lauterbach war recht gut. In ber geräumigen Festhalte waren die verschiedenartigen Obstsorten in langen Reihen in geschmackvollen Packungen aufgebaut. Auch die Obstverwer- tung und die Vorratswirtschaft kamen in ber Ausstellung in weitgebendem Maße zur Geltung, ebenso die Geräte ber Bodenbearbeitung und der Baumpflege. Die Ausstellung war rege besucht. —Homberg, 18. Oft. Ein großer Bagger, im Gewicht von 78 Tonnen, der am Bahnhof Burgund Nicder-Gemünden ausgeladen werden sollte, aber infolge seiner Große nicht durch die engen Dorfstraßen zu befördern war, wurde bis zum Bahnhof Homberg geleitet. Dort lud man ihn aus und ließ ihn nach Nieder-Gemünden fahren zur Arbeitsstätte der Firma Ehr. Crutwig, die dort mit dem Bau der Reichsautobahn beschäftigt ist. Kreis Wetzlar. M Wißmar, 18. Oft. Die Arbeitsdienst- männer, die zur Einbringung der Hackfrucht- ernte in unserem Dorfe weilten, sind nun wieder in ihr Lager zurückgekehrt. In der Wirtschaft Reh fand ein Abschiedsabend statt, zu dem alle Familien, bei denen ein Arbeitsmann tätig war, erschienen. Bei Musif und Gesang verbrachte man einige unterhaltsame Stunden. < Rodheim a. d. Bieber, 18.0«. Dieser Tags besuchte der Rundfunk-Werbewagen unseren Ort. Mittags fand ein Platzfonzert und am Abend im Saale Bender ein Lichtbildervortrag statt. Den Abschluß des Abends bildete die Verlosung eines Empfangsgerätes, das ein junger Einwohner gewann. SJL-tfpoit Mehr Sportanlagen und Schwimmbäder in Hessen! In einer Besprechung mit den Bürgermeistern des Kreises Friedberg hielt Ministerialrat Löwer (Darmstadt) einen interessanten Vortrag über die notwendige Schaffung von sportlichen Uebungs- plätzen, wobei er die große Linie aufzeichnete, Die den bisher im Reich errichteten Sportanlagen zugrunde liegt und auf die man sich auch in Hessen einzurichten habe. Er betonte dabei die Erforderlichkeit eines Z u - sammenschlusses vieler kleiner Leibesübungen treibender Vereine zu größeren Sportgemeinschaften, die in ihrer Geschlossenheit erst zur Lösung völkisch wichtiger Fragen imstande seien. Dies sei die notwendige Voraussetzung für die spätere Betätigung in einer gemeinschaftlichen Sportanlage, für deren Schaffung sich die Gemeinden einsetzen sollten. Leibesübungen stellten nicht mehr wie früher eine Privatangelegenheit bar, sonbern seien Bestanbteil ber Erziehung unserer Jugenb. Auch an der Aufzeichnung des praktischen Weges ließ es der Redner nicht fehlen. Hätten die Gemeindeleiter sich zuerst über die genaue Planung der neuen Stätte geeinigt, so seien die Mittel bereitzustellen. Wo es hieran fehlen sollte und eigene Anstrengungen gemacht seien, werde ber hessische Staat seine Hilfe nicht versagen. Freilich sei es falsch, sich von vornherein auf die Unterstützung der ßanbesregierung zu verlassen. Andererseits sei diese für solche Fragen allein zuständig, und man dürfe sich von anderen Stellen keineswegs von der Erreichung des gesteckten Zieles abhalten lassen. Welche Möglichkeiten im Rahmen einer Selbsthilfe gegeben seien, stellte Ministerialrat Löwer an dem Beispiel einer Gemeinde fest, die durch freiwillige (Erbarbetf ber Einwohner aller Berufsgruppen selbst an bem Bau des Sportplatzes mitgeholfen und so 35 000 Mark gespart hätte. Rühmenswert sei ber Geist, der sich habet geäußert habe. Dies sei jeben- falls wertvoller als ein verschrobener Lokalpatrio- tismus unb bie Beharrung auf herkömmlicher Denkweise, Die nur in (Eigenbrötelei ausarte. Es sei Pflicht eines jeben Gemeinbeleiters, sich mit Nach- bruck für das neue Werk einzusetzen. Kettenschießen in ^o-'nsbach Dieser Tage fanb bas Kettenschießen bes Unter« (reifes Wetzlar-Norb in Launsbach statt. Die Beteiligung war sehr gut. Geschossen würben je drei Schuß liegend unb ftehenb freihänbig. Ketten-Sieger würbe auch bieses Jahr bie 1. Mannschaft von Krofdorf mit den Schützen Karl Leib, Wilhelm Fries und Abolf Leicht mit 162 Ringen vor Launsbach 1. Mannschaft, 157 Ringe, und Bieber 1. Mannschaft. 152 Ringe. Beste Schützen waren Rudolf Müller- Launsbach (60 Ringe) Wagner- Bieber unb Debus-Launsdach (je 57 Ringe). Sollte es Krofborf im nächsten Jahr gelingen, ben Sieger zu stellen, so geht die Schützenkette in dessen Besitz über. * Einen neuen britischen Rekord im 200- Pards-Brustschwimmen stellte E. Storey mit 2:43,4 Minuten auf. Die Zeit ist nur acht Zentelsekunden schlechter als Hanni Holzners Weltrekord. Wballkamps DeuWand-Aorwegen. Iievanche für Olympia? Der 8. August 1936 wird in der Geschichte des deutschen Fußballsports stets schmerzliche Erinnerungen wecken. An diesem Tage wurde unseren Fußballern, gerade als sie im Begriff waren, bie Hand nach olympischem Lorbeer auszustrecken, eine Niederlage zuteil, die in der ganzen Sportwelt Aufsehen erregte. Das kleine Norwegen, in ben letzten Jahren ein Fußball-Land großen Formats, schlug in der Zwischenrunde des Olympischen Turniers die hochfavorisierte deutsche Elf mit 2:0 und bereitete dem Traum von einem deutschen Fußball- Endsieg ein jähes Ende. Die große Enttäuschung, die uns unsere Fußballer in jenen herrlichen Olym- piatagcn bereiteten, war besonders peinlich, weil sie unter ben Augen bes Führers zustanbe kam, ber zum ersten Male einem Länberspiel beiwohnte unb eine deutsche Nieberlage erleben mußte. Um so mehr beseelt uns Deutsche ber Wunsch und bie Hoffnung, daß unsere Spieler, die am kommenden Sonntag die Ehre haben, die deutschen Farben im zehnten Länderkampf gegen Norwegen zu vertreten, mit einer eindrucksvollen Leistung die wahre Stärke des deutschen Fußballs bekunden. Unsere Mannschaft ist stark und die Begeisterung von hunderttausend Landsleuten, die die Ränge des Olympischen Stadions umsäumen werden, wird ihr Rückhalt und Unterstützung fein! Bor einem großen Kampf. So hat also dieser zehnte deutsch-norwegische Länderkampf seine besondere Bedeutung. Man erwartet ein gutes Spiel und ersehnt einen deutschen Sieg. Für ein gutes Spiel sollte bei der Qualität beider Mannschaften eigentlich von vornherein Sorge getragen sein. Seit 1930 gelang uns kein Sieg mehr gegen Norwegen, jedesmal trotzten uns die Nordländer ein Unentschieden ab, 1930 in Breslau 1:1, 1931 in Oslo 2:2, 1933 in Magdeburg wieder 2:2 und 1935 in Oslo abermals 1:1. Diesen unentschiedenen Spielen gingen vier deutsche Siege voraus. Die Mannschaften. Folgende 22 Spieler werden sich im Olympiastadion zum Kampf stellen: Deutschland: Jakob: Janes Münzenberg: Kupfer, Goldbrunner, Kitzinger; Lehner, Gellesch, Siffling, Szepan, Urban. Norwegen: Nordby: Johannesen, Holmsen; UUeberg, Eriksen, Holmberg: Frantzen, Kvammen, Martinsen, Jsaksen, Brustab. Als Schiebsrichter würbe ber Engländer Snape (Manchester) gewonnen. Der bevorstehende Berliner Kampf sieht die Norweger aufs Beste gerüstet. Sie kommen zwar ohne ihren großen Strategen Jorgen Juve, aber Juve hat Nachfolger gefunden. Deutschland stellt eine wesentlich stärkere Elf ins Feld als vor Jahresfrist im Poststadion, obwohl auch damals sechs unserer Stammspieler, nämlich Jakob, Münzenberg, ©olbbrunner, Lehner, Siffling und Urban, dabei waren. Es fehlten aber Janes, bie beiden Schweinfurter Läufer Kitzinger unb Kupfer unb schließlich Szepan, ber geistige Führer ber Mannschaft. Die Norweger werben es im Olympia- Stabion zu spüren bekommen, daß zwischen jener unb ber heutigen Elf boch ein großer Unterschied besteht. So sieht ganz Deutschland bem Auftreten unserer Elf vertrauensvoll entgegen. Der Kamps wirb ein schwerer sein, aber unser Sturm wird stark genug fein, mehr als einmal in die Abwehr ber Norweger eine Bresche zu schlagen unb bie zu einem Sieg notroenbigen Treffer herauszuholen. o o fiter abjd)neiöen! 4 111 Ente Entführung uneheliche Mutter hat gegen den Vater Des Kindes Anspruch auf Ersatz ber Entbindungskosten lHebamme. Arzt), auf Unter- yalt für bie ersten 6 Wochen nach der Entbindung (6-Wochenkosten) und der weiteren Aufwendungen. die infolge ber Schwangerschaft und der Entbindung notwendig werden, z. B. oesiere Kost. Wäsche usw Verlangt kann werden der gewöhnliche Betrag der zu ersetzenden Kosten ohne Rücksicht auf die wirklichen Aufwendungen. Die Mutter kann schon vor der Geburt verlangen, daß dem Vater durch einstweilige Verfügung aufgentben wird. Den Unterhalt bes Kindes für die ersten 3 Monate sowie die Ent- bindungs- und 6-Wochenkosten alsbald nach der Geburt an die Mutter oder den Vormund zu bemblen und den erforderlichen Geldbetrag angemessene Zeit vor der Eeburt zu binterfeaen Die Entbindunas- und 6-Wochen- kosten kann die Mutter auch verlangen. wenn das Kind tot geboren wird. Der Anfvruch verjährt in 4 Jahren. Die Verjährung beginnt mit dem Ablauf von 6 Wochen nach der Geburt des Kindes. (Ente, Wasiervogel, dessen Zucht nur zu emvfehlen ist. wo dem Tier Wasser zur Verfügung stebt. Enteneier sind ebenso nahrhaft wie Hühnereier. Die Ente wird wie eine Eans gebraten Alte Enten werden gekocht. Enten sind am schmackhaftesten von August bis Dezember. Enterbung. Die Enterbung kann teilweise und gänzlich sein. Eine teilweise Enterbung liegt vor, wenn der Erblasser in einer letzt- willigen Verfügung (Testament, Erbvertrag) einem Erbberechtigten weniger zukommen läßt, als ihm nach dem Gesetz zukommen würde, insbesondere, wenn ber Erbe auf den Pflichtteil gesetzt wird. Eine solche Enterbung kann man ohne weiteres verfügen. Eine völlige Enterbung gewisser Personen ist nur bei bestimmten Voraussetzungen möglich. (Siehe Pflichtteil. Erbanteil.) (Entfärben muß man gefärbte Stoffe bevor man sie neufärbt. Dies geschieht entweder durch Bleichen oder durch Behandlung der Stosse mit überall erhältlichen (Entfärbungsmitteln. Entfettung, f. Fettsucht. Hungerkuren Entführung einer minderjährigen Person mittels List, Drohung ober Gewalt wird mit Gefängnis und wenn die E. in Der Absicht geschieht. Die Person zum Betteln oDer zu gewinnsüchtigen oder unzüchtigen Zwecken oder Beschäftigungen zu gebrauchen, mit Zuchthaus bestraft. Wer eine Frauensperson wider ihren Willen entführt um sie zur Unzucht zu bringen, wird mit Zuchthaus und wenn die Ent- führung begangen wurde, um Die Entführte zu heiraten, mit Gefängnis bestraft. Die E. eines Mädchens unter 21 Jahren mit deren Einverständnis, aber gegen den Willen ihrer Eltern, des Vormunds oder Pflegers, wirb mit Gefängnis Zwei verschiedene (Eimer ... sollten wenigstens in jedem Haushalt vorhanden sein. Einen (Eimer für das Wischen des Fußbodens, ber am besten verzinkt ist, und einen zweiten aus Emaille für andere Zwecke. Dann aber mochte Häuser noch an den Fensterputz-Eimer erinnern. Alle gibt es sehr preiswert bei J. V. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. 95 Jahre Gesangverein „Germania" Krofdorf. y2% Doung Anleihe von 1930 .. 4y2% Hel'ische Volksstaat von 1929 4%% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... % Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... Steuergutschein-Verrechnungskur- A.G. für Verkehrswesen .... 6ft Hainburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 Reichsbank................. 12 Berliner Handelsgesellschaft . 6J4 Commerz- und Privat-Bank ... 6 Deutsche Diskonto............5 Dresdner Bank....... 4 101,65 99,5 99.4 99 105,25 100,4 99,65 128,6 99,5 101,25 98,5 99,75 98,75 101,75 101,9 111,15 128 83 84,25 128,65 201 120 124,5 114,75 101,65 99,5 99,5 99 105,25 100,4 99,65 128,6 99,5 101,25 98,5 135 99,75 98,75 101,75 102 111,15 127,5 83 84 128,75 200,5 119,5 124 114,75 Devise 101,65 99,5 99,5 99 104,9 100 100,5 99,65 128,65 99,5 98,75 99,75 102 111,3 128,75 46 82,75 84,4 128,75 201,25 135 120 124,5 114,75 nmarft 101,65 99,65 99,5 99 105 99,9 100,5 99,65 128,5 98,75 135 99,75 102 111,3 127,65 45,5 83 84,25 128,75 202,25 135 119,5 124 114,75 Berlin Accumulatoren-Fabrik.......14 Aschaffenburg Zellstoff........6 Bemberg...................0 Bekula.....................8 Buderus Eilen............... 5 Cement Heidelberg...........7 Cement Karlstadt............6 Conti Gummi.............. 12 Daimler Motoren..........6% Desiauer Gas...............4 Deutsche Erdöl.......... 5 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum....... 10 Elektrische Lieferungen........6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. G. Farbeu-Jndultrie ....... 7 Felten & Guilleaume.........6 Gesfürel....................7 Th. Goldschmidt.............6 Gritzner Majckitnen...........O Harvener.................gy2 Hoesch Eisen............... 3/2 Philipp Holzmann........... 8 Ilse Bergbau................6 Ilse Genüsse................6 Kali Aschersleben............ 4 Klöckncrwerke ............. 4y2 Koksmerke und Chemische Fabrik 7 Lahnieyer..................6 Mainkraft.............. 4 Mannesmann............. werbungsjchretben bet- «egen i — Lichtbilder unoBewerbungsunter- >rgen müssen tut Le» Meldung von Verlusten auf der Rückseite >Ra> men und Anschrift deS Bewerbers tragen l Braver Junge, welcker Lust bat, d.Schuhmacherhandwerk gründlich zu erlernen, als Lehrling gesucht. Schrift!. Angeb. u. 05188 andenGieß.Anz. Metin für Laden- und Hauspropagan- da gesucht. Schr. Angeb. mit Bild, das mied, zurückgehl, evtl. Zeugnisabschriften, u. 05189 and. Gieß. Anzeiger erbet. Tüchtiges kinderliebes 6866D Madel gesucht. 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