Nr. 219 Ersteg Blatt 187. Jahrgang Montag, 20. September 1937 Der Verkehr der Weltstadt geht weiter Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen öonTOmm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25"/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B bildung als auch der Erprobung moderner Kampfverfahren und Kampfmittel bilden aber die in diesen Tagen vom 13. bis 18. September in der Gegend von Alen^on stattfindenden großen Herbst- manöver der französischen Wehrmacht. An ihnen 'nehmen u. a. eine vollmotorisierte und eine teilmotorisierte Division, ferner zwei verstärkte Kavallerie-Brigaden sowie zahlreiche Heerestruppen und Einheiten der Luftwaffe teil. Auch diesen Manöver» liegt der Gedanke einer erfolgten Landung feindlicher Truppen an der Küste der Normandie zugrunde, die unter Einsatz aller verfügbaren Kräfte und von Verstärkungen an Kampfwagen, Artillerie und Fliegern zurückgeworfen werden sollen. Der Hinweis auf diese großen Manöver mag für die Feststellung genügen, daß überall der Schwerpunkt gelegt wird auf das Zusammenwirken der verschiedenen Waffengattungen und Wehrmachtteile, auf die Erprobung der neuen Waffen, auf die neuen Grundsätze der Führung und Taktik, sowie aus die sich daraus ergebenden Folgerungen für Organisation und Einsatz. Für die neuerstandene Wehrmacht des Dritten Reiches liegen die Verhältnisse ähnlich. Nachdem ihr Aufbau im wesentlichen abgeschlossen ist, genügt es nicht mehr, daß die einzelnen Wehrmachtteile, Heer, Kriegsmarine und ihre Wirkungsmöglichkeiten unter Beweis stellen kann. Aber auch für die Gesamtführung sind die Wehrmachtmanöver von Wichtigkeit, denn sie bieten zum erstenmal Gelegenheit, die einheitliche Führung der Wehrmacht und das operative Zusammenwirken der drei Wehrmachtteile in Fragen der Organisation und des Einsatzes für den Ernstfall zu erproben. Der Reichskriegsminister, Generalfeldmarschall von Blomberg, wird als Oberbefehlshaber der Wehrmacht die Wehrmachtmanöver selbst leiten. Ein eigener Stab steht ihm dabei zur Verfügung. Für jeden der drei Wehrmachtteile ist außerdem noch ein besonderer Leitungsstab tätig. Die Manöver aber werden sich in einem wesentlich größeren Rahmen und Raum abspielen als im vergangenen Jahr. Die Ausdehnung des Uebungsraumes ergibt sich nicht nur aus der Teilnahme mehrerer Divisionen des Heeres unter gleichzeitigem Einsatz motorisierter und Panzerverbände, sondern auch aus der Beteiligung der geben von der Einsatzbereitschaft, dem Geist und dem Können seiner Soldaten. DerMrer imMnövergelände. Bon der Bevölkerung Mecklenburgs jubelnd begrüßt. Berlin, 19. Sept. (DNV.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht traf am Sonntag im Manövergelände in Mecklenburg ein und begab sich sogleich zu den Truppen. Er suchte zunächst die blaue, sodann die rote Partei auf. Auf seiner Fahrt durch das Manöver- gelande wurde er in allen Städten und Dörfern von der Bevölkerung jubelnd begrüßt wie em Lauffeuer verbreitete sich in der Amge- gend von Neustrelitz, waren und Teterow die Kunde von der Anwesenheit des Führers. Die Straßen und Häuser der Orte, durch die öer Führer kam, waren festlich mit Girlan- den und Fahnen geschmückt. Aeberall bereiteten die Einheimischen und Tausende von Schlachtenbummlern dem Führer begeisterte Berlin unter der Tarnkappe. Die große Verdunkelungsübung der Neichshaupistadt krschetnl täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mtt 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt §ernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Giehen Postscheckkonto: Zronkfurt am Main 11686 beitsstätten haben sich unter das Kommando der Unsichtbarmachung gestellt und führen es mit sol- datischer Pünktlichkeit und Genauigkeit aus. Schon tagelang konnte man sorgliche Familienväter abends mit langen Rollen Verdunkelungspapier nach Hause kommen sehen. Zollstöcke wurden her- oorgeholt und Fensterflügel ausgemessen. Im Verein mit der Hausfrau wurden alle Möglichkeiten der „Verdunkelung des Familienlebens" überlegt und geprobt. Ob dieser Vorhang durchsichtig, jener vielleicht undicht sei, das mußte oft durch 'einen Lokaltermin von der Straße aus festgestellt werden. Sparsame Hausväter nahmen Zuflucht zu den Fensterläden und meinten, damit sei die Sache getan. Wie groß war ihr Erstaunen, als die Verdunkelungsprobe ergab, daß rings um das Haus ein Gefunkel von strahlenden Herzen dos erleuchtete Innere des Familienheims sinnig spiegelte. Also mußte selbst der Sparsame heran, um seine Läden „herzdicht" zu machen. seinen Fortgang nehmen. Natürlich müssen aber die Lichter der Fahrzeuge abgeblendet werden; selbst die kleinen, rot leuchtenden Seitenwinker der Kraftwagen und Straßenbahnen müssen notfalls in ihrer Leuchtkraft vermindert werden. Große Freude über dleses Ohne-Licht-fahren empfinden die Berliner Radfahrer und Radfahrerinnen, die in dieser Zeit nicht ängstlich darauf zu achten brauchen, ihre Laternen zur (sonst) polizeilich oorgeschriebenen Zeit an^uzunden. Ja, die Radler und Radlerinnen Berlins wurden darüber sogar in Helles Entzücken geraten, wenn dieses nicht gegen die Verdunkelungsoorschrif- ten verstoßen würde. Uebrigens: Helle Freude! Der Berliner Volkswitz hat sich dieser Verdunkelunqs- woche selbstverständlich auch schon angenommen. Man spricht bereits von den „D u n k e l m ä n - n e r n Berlins", an deren Spitze die — Schornsteinfeger zu stehen kommen. Man fragt sich, ob der Staatsanwalt in dieser Zeit in eine dunkle Ange- legenheit hmeinleuchten und Verhaftungen wegen — Verdunkelungsgefahr vornehmen darf? Und ?f?^DOr^ld)^e berliner tragen sich mit dem Ent- schluß, vom 20. bis 26. September, ausschließlich — dunkles Bier zu trinken. Auf die Frage eines er- staunten Auslanders aber, weshalb man denn eine |o lang andauernde Verdunkelungsaktion unternähme, erhielt er von einem besonders pfiffigen Berliner Pimpfen die Antwort: „Weil wir Berliner — Helle sind!" ♦ 3nMfßn: „So lang währt keine Nacht, daß end- ich nicht der Helle Morgen tagt!" Wenn der Sonn- tag des 26. Septembers in Berlin aufdämmern wird, hat auch die Gespensternacht Berlins ihr Ende gesunden Man wird sich gegenseitig beglückwün- chen, daß alles nur eine Uebung war, dazu be- stimmt, einem Ernstfall mit Ruhe und Sicherheit entgegensehen zu können. Und dieses Bewußtsein, oaß es letztlich um eine bitterernste Angelegenheit Berlin auch die mancherlei Unbequemlichkeiten ertragen lassen, die im Vergleich zu dem, Endlicher Luftangriff auf die Reichs- Hauptstadt bringen wurde, nicht ins Gewicht fallen können. Berlin wird dann die lichtundurchlässiqen Vorhänge wieder von den Fenstern abmontieren; öie Straßenbahnen und Autos werden wieder in lemojnter Eile und Hast dahinrasen; die Reklarne- christen werden wieder von den Dächern und Häuserfronten herableuchten und ganz Berlin wird sich auf die Beine machen, um die inzwischen auf- gebaute „Jahresschau für das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe" und die Nahrunqsmittelhand- werke auf dem Messegelände am Funkturm zu be- luchen, oder um durch das neue Riesenfernrohr in Treptoro die Sterne zu beobachten, falls nicht qe- rade der Himmel eine „Verdunkelungsübung" nor- nimmt ... ß Von unserer Berliner Schriftleitung. Berlin, 19. September. Berlin steht am Vorabend eines besonderen Ereignisses. Vom Montag, 20. September, mit Eintritt der Dunkelheit bis zum Sonntag, 26. September, mit Hellwerden wird unter voller Aufrechterhaltung des Verkehrs- und Wirtschaftslebens eine große Derdunkelungsübung durchgeführt werden. Diese zivile Luftschutzübung ist keineswegs die erste, die m Berlin angesetzt wird. Bereits im März 1936 fand eine ähnliche Verdunkelungsübung Wer die von den Staaten um Deutschland betriebene Aufrüstung in den vergangenen Jahren verfolgt hat, wird die Beobachtung gemacht haben, baß sie sich auf zweierlei erstreckte: Zunächst wurden E s s e k t i v st ä r k e n der einzelnen Wehrmachteile zahlenmäßig so weit wie irgendmöglich erhöht, er es durch Verlängerung der aktiven Dienstzeit, ei durch Herabsetzung des Einberufungsalters um Wehrdienst. Alsdann wurden die technischen Kampfmittel nach den neuesten Erfahrungen vervollkommnet und stark vermehrt. Gerade dieses Moment hat seit dem vergangenen Jahr in allen Ländern eine erhöhte Bedeutung erlangt. In zunehmendem Maße sind in fast allen Heeren größere Truppenoerbände motorisiert und mechanisiert, neue Waffen eingeführt, Truppeneinheiten einer Neuorganisation unterworfen, die Luftwaffe und die Kriegsmarine modernisiert und stark aus- gebaut worden. Diese Rüstungsbewegung hat ihren Ausdruck in einer besonderen Verdichtung der diesjährigen großen Manöver in allen Staaten gefunden. Einige Beispiele mögen das belegen. Die großen Wehrmachtsmanöver, die in Italien vom 12. bis 18. August im westlichen Teil von Sizilien ftattfanben und im engsten Zusammenwirken von Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe durchgeführt wurden, verfolgten neben der Uebungs- aufgabe des angriffsweisen Zurückwerfens eines an der Küste gelandeten Gegners insbesondere den Zweck: Erprobung neuer Panzerverbände und der zweigliedrigen Division, die nur aus Infanterie- Regimentern und drei Abteilungen Artillerie gleichen Kalibers bestand. Bei den großen Manövern, die in England im Juli und August von der Luftwaffe, Flotte sowie Teilen der aktiven und Territorialarmee durchgeführt wurden, sollten die im Zuge der Aufrüstung ausgegebenen neuen Kampfmittel und die neueingeführte Truppenorganisation erprobt werden Die den übenden Truppen gestellte Aufgabe bestand darin, eine feindliche Landung an der Südküste bzw. einen Luftangriff auf die Hauptstadt abzuwehren. An diesen Hebungen nahmen z. B. insgesamt mehr als 600 Flugzeuge und über 180 Scheinwerferformationen teil. Aehn- liche Uebungen fanden auch in Frankreich statt. An den bisher größten Luftmanöoern, die in der Zeit vom 18 bis 24. August von der italienischen Grenze in den Alpen bis nach Bordeaux durchgeführt wurden, nahmen drei Bomben- und zwei Jagd-Brigaden in Kriegsstärke sowie Teile der Marinefliegerstation Toulon in einer Gesamtstärke von ebenfalls rund 600 Flugzeugen teil. Da der Zweck dieser Luftmanöver die Abwehr eines östlich des Rhonetales überraschend angreifenden Gegners war, waren mit den Uebungen der Luftwaffe gleichzeitig größere Uebungen des zivilen Luftschutzes in Marseille, Toulon, Toulouse usw. verbunden. Erstmalig wurde dabei auch die nach sowjetrussischem Vorbild neugeschaffene Fallschirmtruppe eingesetzt. Den Höhepunkt sowohl hinsichtlich der Truppenaus- Luftwaffe, für sich allein Uebungen durchführen. Wie bei den fremden Wehrmächten ist es auch für die deutsche Wehrmacht geboten, in eng ft er Z u- fammenarbeit ihr Können zu erproben. Bei den Wehrmachtmanövern ist es von besonderer Bedeutung, daß unsere Luftwaffe erstmalig als selbständiger Wehrmachtteil eingesetzt wird und Die großen Herbstmanöver der Wehrmacht. Von Hauptmann (E.) von Ieska. Alljährlich, wenn der Bauer im Herbst seine Ernte in die Scheunen gebracht hat, wenn die Felder frei geworden sind, kommt die Zeit heran, in der die Wehrmacht ihre großen Manöver durchführen kann. So wird es auch in diesem Jahr sein. Wenn die Uebungen in den kleineren Verbänden bis zum Korps einschließlich beendet sind, wird die junge Wehrmacht des Dritten Reichs in den Tagen vom 20. bis 26. September ihre großen Herbst- Manöver abhalten. Nachdem im vergangenen 3abr erstmalig wieder nach mehr als zwanzig Jahren und nach Wiedergewinnung der Wehr- fteiheit zwei Armeekorps daran teilnehmen und an toteüe der bis dahin auf Grund des Versailler Diktats üblichen Attrappen die neuzeitlichen Waffen herangezogen werden konnten, werden die kommenden Herbstübungen erstmalig als "Wehrmachtmanöver" durchgeführt. Sie unterscheiden sich von den vorjährigen im wesentlichen also dadurch, daß an ihnen alle drei ^^°Z"?ile, d. h. Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe beteiligt sein werden. Diese Tatsache K -Hur vem erfreulicher Beweis für die großen Fortschritte des seit dem vergangenen Jahr tatkräftig geforderten Ausbaues und der Schlagfertigkeit der drei Wehrmgchtteile, sondern auch em Beweis für die inzwischen erzielten Fortschritte in der Angleichung unseres Rüstungsstandes an die Umwelt. Größere Sorgen hat schon der Autofahrer, der sein Fahrzeug unbedingt auch während der Dunkelheit braucht, also der Arzt beispielsweise oder der Reisende, den sein Weg von ober nach Berlin führt in diesen Tagen. In den Höfen und Werkstätten waren die Kraftwagen- und Motorradbesitzer damit beschäftigt, ihren Scheinwerfern die Tarnkappen zu verpassen. Wer sich irgend behelfen kann, läßt seinen Wagen natürlich während der Uebung im Stall, denn bei aller Vorsicht und Umsicht wird das Fahren im Finstern kein ausgesprochenes Vergnügen sein. Vorsichtige Gemüter haben längst beschlossen, in den sechs Tagen ein stilles Höhlenleben zu führen, obwohl ein solcher Rückfall in Urvätersitten von den Berlinern durchaus nicht erwartet, geschweige denn verlangt wird. Im Gegenteil, alle Lokale, Theater, Kinos usw. halten ihre Pforten für jedermann wie bisher geöffnet. Man muß nur erst zu ihnen hinfinden. Dazu werden gewiß die zugelassenen und stark ab= geschirmten Richtlampen und die überall von der Stadtverwaltung reichlich angebrachten Kalk- striche an Mauern und Bürgersteigen verhelfen. Auch die Reichsbahnverwaltung und die Verkehrsgesellschaften hatten alle Vorbereitungen getroffen, daß sich der Transport der Fahrgäste reibungslos abspielt Auf den Bahnsteigen der Stadtbahnhöfe läuft ein weißer Kalkstrei - fen an jeder Bahnsteigkante entlang, um zu verhindern, daß die Fahrgäste einen unfreiwilligen „Sprung ins Ungewisse" tun. Stark ab geblendete Blaulichtlampen sorgen für eben ausreichende Belichtung unter den Schutzdächern der Bahnsteige. Seine geliebte Abendzeitung ober erste Frühausgabe allerbings wird der Berliner auf der abendlichen Heimfahrt von Arbeit ober Vergnügen nicht ftubieren können, benn in ben Zügen und Omnibussen ist bie Beleuchtung auf ein äußerstes Minimum herabgesetzt. Berlin geht also einer bunflen Zukunft entgegen. Unb wer in biefer Luftschutzübungswoche Berlin einen Besuch abftattet, wirb bemgemäß nur eine — dunkle Vorstellung von ber Reichshauptstadt erhalten, ba sie ja bes Abenbs unb nachts ihr Licht sorgsam unter ben Scheffel stellen muß. Wenn Berlin übrigens in biefer Zeit in bes Wortes wahrer Bebeutung im Dunkeln tappen wirb, so tappt es im übertragenen Sinne bes Wortes bereits jetzt fchon im Dunkeln. Denn niemanb vermag voraus- zufagen, wie sich bas Leben ber Vier-Millionen- Stabt im Zustanb völliger ,93erblenbung‘ abfpielen wirb. Der Verkehr ber Straßenbahnen, Autobusse unb Kraftwagen geht, wenn auch wohl im Tempo ber „Hafer-Motore", uneingeschränkt wei- ' ter. Die Luftschutzübung mürbe ihren Zweck ver° i fehlen, mürben alle Räber stillstehen. Im Ernstfall ■ mußte bas Verkehrs- unb Wirtschaftsleben ja auch dieser Woche ereignen roirb, unb welche Vorgänge sich abspielen roerben, liegt naturgemäß völlig — im Dunkeln. Eins aber ist sicher: es mirb sich in dieser Zeit ber Luftschutzaktion an jebem Abend eine tiefe Gespensternacht über Berlin senken, von beren Spukhaftigkeit sich nur ber eine Vorstellung machen kann, ber bie erste Gespensternacht Berlins miterlebte, als auf einen Schlag 120 000 Straßenlaternen verlöschten unb bie Riesenlichterstabt gleichsam vom Erdboden verschluckt mürbe. * Der Berliner ist für alles zu haben, menn es nur Hand und Fuß hat, und diese Verdunkelungsübung, die ihm Gelegenheit gibt, zu beroeifen, was er unter Disziplin versteht, betrachtet jeder Berliner als seine eigenste Angelegenheit. Es ist jedem persönliche Ehrensache, daß es tadellos klappen mirb und kein Zweifel, es klappt. Viereinhalb Millionen Menschen in hunderttausenden von Haushaltungen, Geschäften, Gasthäusern, Fabriken, Ar- Jn ben 23erbunfelungsgebieten werden alle nun Gelegenheit haben, die Vorbereitungsmaßnahmen gegen Luftangriffe praktisch zu erproben. In vielen Großbetrieben ist der Einsatz der Luftschutzleute naturgemäß besonders gut vorbereitet. Unfer Bild Zeigt „Gasspürer" bei der Hntersuchung, mit welchem Kampfstoff sie es zu tun haben. (Presseamt der DAF. — Scherl-M.) statt, die nach den Worten des Reichsluftfahrtministers Göring einen außerordentlich guten, fast nicht erwarteten Erfolg hatte. Ganz Berlin war damals der Losung „Licht aus! Abblenden!" in bewundernswerter Disziplin gefolgt. Die Meldungen der Beobachtungsflieger ergaben einstimmig, daß die Viermillionenstadt Berlin nicht mehr auf- zu find en gewesen war. Die jetzt bevorstehende Dunkelheitsübung wird an die Bevölkerung Berlins noch weit größere Anforderungen stellen als im März 1936, handelt es sich doch für Berlin darum, f a st eine Woche lang während der Abend- unb Nachtstunden in völliger Dunkelheit ZU leben! Gleichzeitig muß bie Berliner Bevölkerung aber auch mit überrafchenben Fliegeralarmübungen rechnen, bie zeitweise eine Unterbrechung, ja einen völligen Stillstand bes .zivilen" Lebens Berlins bewirken werben, weil ich jeder der vier Millionen Einwohner der Reichs- hauptstadt, befindet er sich innerhalb oder außerhalb feiner Wohn- ober Arbeitsstätte, sofort unb ohne Hinwege in bie bereitstehenben Luftschutzoder Hilfsluftschutzkeller zu begeben hat. Mit einem Schlage wird der gesamte Verkehr ftillgelegt, Fahrzeuge müssen die Hauptstraßen unverzüglich verlassen und Nebenstraßen zum Parken aufsuchen, Pferdefuhrwerke werden sofort ausgespannt und verweilen mit ihrem Fahrer an der Bordschwelle. Es werden sogar Detonationen und Rauchentwicklung in Aussicht gestellt, allerdings mit der Versicherung, daß es sich hier wirklich nur um „Schall und Rauch" handelt. Was sich im übrigen während Kriegsmarine und Luftwafte. Die Kriegs- marine wird ihre Uebungen zur Unterstützung öer Kampfhandlungen des Heeres, die sich in der Hauptsache in Mecklenburg und Pommern abfpielen werden, in ber Ostsee durchführen. Die Luftwaffe wirb ihre Tätigkeit aber nicht nur LUrL „ Unterstützung von Heer unb Kriegsmarine beschranken, fonbern auch als selbständiger Wehrmachtteil Trägerin des Luftkrieges gegen die feind- 110)6 Luftwaffe und die feindlichen Industriegebiete sein. "Infolgedessen werden im Verlauf der Manöver auch Luftangriffe und Luftschutzmaßnahmen in Großstädten und Gegenden geübt werden, die weit außerhalb des eigentlichen Uebungsraumes der Heeresmanöver liegen. Der militärische Wert dieser ersten deutschen Wehrmachtmanöver liegt in zweierlei: Durch die enge Zusammenarbeit der drei Wehrmachtteile wird die Führung wertvolle Erfahrungen sammeln, die für die Weiterentwicklung der Wehrmacht von wesentlicher Bedeutung sind. Die Truppe wird durch die kriegsmäßigen Uebungen in unbekanntem Gelände und in allen Kampfarten den Erfolg ihrer militärischen Ausbildung überprüfen können und dabei ihrerseits Erfahrungen für die Vertiefung ihrer Arbeit im neuen Dienstjahr sammeln. Unserem , ................. Volk aber werden die Wehrmachtmanöoer ein Bild Kundgebungen. Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Druck und Verlag: Srühlsche UnwersiMsdruckerei «.Lange In Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 M ohin steuert Litauen? Bodenenteignungen im Memelgebiet treffen deutsches Volkstum. Kowno Hal die Wahl. Berlin, 18. Sept. (DNB.) Unter der Heber» schrrft „Kowno hat die Wahl" schreibt der „Völkische Beobachter u. a.: „Auf Grund eines hervorgezauberten Gesetzes „über Bodenenteignungen für Zwecke des Heeres, des Verkehrs, des Hafens und des Zolles" wurde im Memelgebiet ein 2 4 deutsche Grundstücke umfassender Komplex enteignet. Die ohne jede Fühlungnahme und Vorbereitung verkündete Maßnahme hat im Memeldeutschtum einen einzigen Empörungsschrei aus- gelöst. Der Tatbestand ermöglicht keinerlei Diskussion über irgendwelche objektive Notwendigkeit. Die juristische Seite der Angelegenheit existiert nicht. Weder nach der litauischen Verfassung noch nach dem Memelstatut. Die wirtschaftliche Seite — die Größe des für „Hafenzwecke" enteigneten Gebietes ist größer als die Stadt Memel selbst — läßt nur ein Achselzucken au. Bleibt die politische Seite. Zu ihr müssen schon jetzt ein paar Worte mit Deutlichkeit gesagt werden. Das deutsch-litauische Abkommen des Vorjahres hat eine Entspannung gebracht. Immer wieder wurde litauischerseits unterstrichen, daß Litauen eine völlig offene Politik zu treiben beabsichtige. Deutschland hat durchaus anerkannt, wenn man in Kowno neue Töne fand. Mehr noch, Litauen wird zugeben müssen, daß Deutschland auf gewisse befremdende Erscheinungen — wie die berüchtigte Vetopolitik des Memelgouverneurs — nicht gleich mit schwerem Geschütz antwortete. Es steht zu hoffen, daß Kowno die Souveränität der deutschen Position erkennt. Es würde sich täuschen, wenn es ausgerechnet im Jahre 1937 an irgendeine Gebundenheit der deutschen Politik glauben würde. Die Verantwortung jur irgendwelche Weiterungen aus dem Memeler Gewaltakten fallen notwendig allein auf Kowno, das damit selbst über die Zukunft entscheidet. Es möge sich demnach reif» lief) überlegen, daß die Memeler Gewaltakte einen Rückzug des deutschen Giros von den litauischen Eigenwechseln bedeuten können: Litauen zerstört durch sie den Glauben an die litauische Fähigkeit zur Realpolitik, mit der man so gern in Kowno kokettiert. Darüber hinaus verliert Litauen den Anspruch, von der internationalen Oeffentlichkeit in seinen Handlungen nach rechtlichen Maß- ft ä b e n gemessen zu werden. Es steht fest, daß Litauen heute uns gegenüber vor einem unausweichlichen Entweder-Oder steht. Entweder es übernimmt die Verantwortung für die Memeler Enteignungen. In diesem Falle entpuppt sich die gesamte Entspannungspolitik als Vorwand, hinter dem man auf kaltem Wege die Antastung des deutschen Volkstums durchführen wollte, die man offen nicht gewagt hätte — ein typisch östlicher Dreh, der Litauen in der Skala der als anftänbia geltenden Nationen um ganze Klassen zurückwirft. Oder aber — Litauen ist eben nicht der konsolidierte Staat, für den es sich ausgibt. In beiden Fällen muß der Wert Litauens als politisch ernst zu nehmender Partner auf der Rechnung gestrichen werden — mit Konsequenzen, die Litauen sich von denjenigen seiner politischen Freunde vorrechnen lassen kann, die begriffen haben, daß das Jahr 1937 nicht das Jahr 1933 ist. Um Italiens Teilnahme an -er Mittelmeerpatronüle. Das Gespräch mit Born in Gang gekommen. Rom, 19. Sept. (DNB.) Nach einer amtlichen Mitteilung haben die Geschäftsträger Englands und Frankreichs bet der Heb er gäbe der Zusatzbestimmungen zu dem „Arrangement von Nyon" gleichzeitig auch um Präzisierungen über die Tragweite der italienischen Note vom 14. d. M. ersucht, da sie Anlaß zu widersprechenden Auslegungen über die italienische Annahme oder Nichtannahme der Mitwirkung am Kontrollsystem im Mittelmeer gegeben habe. In einer zweiten Unterredung hat Graf Eia no präzisiert, daß die italienische Regierung mit der Aufwerfung der Frage der Gleichberechtigung festzustellen beabsichtigt hat, daß der italienischen Flotte zu einer Teilnahme an den Flottenmaßnahmen b i e gleiche Stellung vorbehalten werden muß wie den Flotten Englands und Frankreichs. Die Mitteilung hat in der Londoner Presse größte Beachtung gefunden. Die Blätter wollen feststellen können, daß das Eis gebrochen sei und jetzt die Aussichten für eine Teilnahme Italiens an der Patrouille im Mittelmeer günstiger seien. So heißt es in dem „Daily Telegraph", in römischen Kreisen herrsche jetzt Zuversicht, man hoffe, jetzt doch noch zu einer zufriedenstellenden Losung des Ueberwachungspro- blerns zu kommen, — „Daily Expreß" hebt insbesondere hervor, daß Frankreich und England Italien gegenüber jetzt doch den ersten Schritt gemacht hätten, daß man jetzt somit aus der Sackgasse herausgekommen sei. — „Daily Mail" begrüßt ebenfalls die Wendung. Die letzten Nachrichten aus Rom gäben zu der Hoffnung Anlaß, daß in Bälde wieder eine Zusammenarbeit zwischen Italien, England und Frankreich zustande komme. Sie werde von allen gewünscht mit Ausnahme von Moskau, dessen Machenschaften Italien von der Konferenz von Nyon ferngehalten hätten. Die Mitarbeit Italiens an der Mittelmeerpatrouille würde sehr die Bemühungen Chamberlains um eine Verbesserung der italienisch- englischen Beziehungen erleichtern. In England wünsche man nichts so sehr, wie ein schnelles Verschwinden der Mißverständnisse, die die althergebrachte Freundschaft zwischen Italien und England bedrohen. Paris sieht Anzeichen einer Entspannung. Paris, 20. Sept. (DNB. Funkspruch.) Nach der Unterredung, die der französische und der englische Geschäftsträger mit dem italienischen Außen- minifter Graf Ciano gehabt haben, will man in französischen Kreisen bereits Anzeichen für eine Entspannung mit Italien hinsichtlich der Mittelmeerpolittk erkennen können. So meint der römische Vertreter des „Journal", die italienische Note vom 14. September sei zwar verneinend ausgefallen, Italien gehe aber jetzt anscheinend auf eine bedingte Annahme über. Italien verlange eine Gleichstellung mit der französisches und der englischen Flotte, und zwar eine rechtliche Gleichstellung, nicht etwa, wie kürzlich verlautete, nur die Zuteilung eines gleich großen Ueberwa- chungsgebietes. Der Berichterstatter des „Matin" in Genf deutet an, daß Großbritannien mit Italien in diplomatischen Verhandlungen stehe, und diese keinesfalls in Frage stellen wolle. Deshalb habe Eden auch den Abgesandten der Internationalen, Sir Walter Citrine, sehr kühl empfangen, und sich nicht dazu hergegeben, eine Begegnung zwischen dem französischen Außenminister und den Gewerkschaftsleitern in die Wege zu leiten. Bolschewistische Flieger bombardieren britisches Kriegsschiff. Seltsame Aufnahme in London. London, 18. Sept. (DNB.) Die britische Admiralität teilt mit, daß der Zerstörer „Fear - l e ß", der an der nordspanischen Küste auf Patrouille ist, am Freitag gegen Mittag von einem Flugzeug mit sechs schweren Bomben beworfen worden sei. Alle sechs Bomben seien In der Nähe des Schiffes niedergegangen, ohne jedoch zu treffen. Das Flugzeug fei in Richtung Gijon zurückgeflogen, das sich noch in Händen der Bolschewisten befindet. „Preß Association" meldet, daß man in London glaubt, daß diese Bombardierung auf eine Verwechslung zurückzuführen sei. Es befänden sich nämlich ein ober zwei nationalspanische Schiffe in den Gewässern, in denen der Zwischenfall sich abgespielt habe. Jedenfalls neige man im Augenblick ni ch t zu der Annahme, daß es sich um einen g e - wollten Angriff auf ein britisches Schiff gehandelt habe. Der Zerstörer „Fearleß" habe auch nicht auf das Flugzeug gefeuert. * Es kennzeichnet die Lage, daß bolschewistische Flugzeuge, während noch die Besprechungen über eine Verhinderung der U-Boot-Piraterei im Mittelmeer im Gange sind, erneut einen Angriff auf das Kriegsschiff einer neutralen Macht sich erlauben. Und noch bezeichnender ist, daß die angegriffene Macht es für richtig hält, dieses Bombardement auf eine Verwechslung zurückzuführen und den Angreifern zu bescheinigen, daß sie den Angriff nicht gewollt haben. Die Verwirrung ist kaum noch zu überbieten, und es ist begreiflich, daß man in Italien anzunehmen geneigt ist, daß die von Frankreich und England angekündigte Aufhebung der Seekontrolle in den spanischen Gewässern der Anfang vom Ende der gesamten Nichteinmischungspolitik überhaupt sein werde. Krisis des Friedens. Delbos'Auffassung der weltftolitischenLage Genf, 18.Sept. (DNB.) Auf der Ratstagung des Völkerbundes sprach der französische Außenminister D e I b o 5 , man solle von eine Krise des Friedens und nicht von einer Krise des Völkerbundes sprechen. Der Krieg sei tatsächlich vorhanden und die Gefahr weiterer Ausbreitung bestehe, wenn sie durch die Zersplitterung und Untätigkeit der Kräfte, die sie beschwören konnten, begünstigt werde. Es genüge nicht, daß alle den Frieden wollen. Man müsse auch die Voraussetzungen wollen, die den Krieg unmöglich machen. Eine elementare Voraussetzung sei die, daß man sich vor der „Ansteckungsgefahr" des Krieges schützen müsse. Frankreich und England hätten daher angesichts des spanischen Dramas eine Politik der Nichtintervention vorgeschlagen, die außerdem eine Garantie der Unabhängigkeit dieser Nation sein sollte. Frankreich halte daran fest, daß diese Politik die beste sei, unter der Bedingung, daß sie nicht zu einer Farce werde. Delbos verlangte, daß jedes Land seine Staatsangehörigen, die an dem Bürger- friea teilnehmen, zurückziehe. Im Falle eines wachsenden Zustromes von Kampfteilnehmern und Waffen würde die Gefahr bedrohlich wachsen. Diese Gefahr sei eine Gleichgewichtsstörung zum Schaden der berechttgten Interessen und der Lebensnotwendigkeiten anderer Länder. Zu dieser Gefahr komme die Teilung Europas in zwei feindliche Lager durch Weltanschauungsleidenschaften. Das ständige Wettrüsten begünstige die Gefahr einer Teilung der Welt in Freie und Sklaven. Frankreich fasse daher eine Paktreform ins Auge. Inzwischen müßten aber dem Kriege Schranken entgegengesetzt werden. Mittel zur Annäherung zwischen den im Völkerbund vertretenen und den ihm fernbleibenden Völkern müßten gefunden werden. Nationale Erfolge an der Leon-Front. Leon, 20. Sept. (DNB.) Am Samstag spielten sich die Hauptkämpfe an der Nordsront im Gebiete des Gebirgspasses Pajares ab, der von den nationalen Streitkräften erstürmt worden ist. Die Nationalen kamen in die Nähe der nördlich des Passes an der Bergstraße Leon—Oviedo gelegenen Dorfes Pajares. Im Osten des Passes Pajares wurden Busbongo und Arbas del Puerto besetzt. Der zwischen Villamanin und dem Paß Pajares gelegene Teil der Haupt st raße Leon — Oviedo ist durch den Vormarsch der Nationalen im Osten und Westen vollständig eingekreist, so daß die dort noch befindlichen Bolschewisten sich ergeben müssen. Der Ort Pedrosa liegt jetzt in Reichweite der nationalen Batterien. Das Wetter hat sich weiter verschlechtert; der Nebel verhinderte am Sonntag jede Sicht. Die nationalen Truppen besetzten aber trotz dieser Hindernisse wichtige Stellungen, so die von Pajares nach Pusdone führende Straße in ihrer ganzen Ausdehnung. Im Osten der Straße Leon—Oviedo besetzten sie Pena de Aguila. 3m Mülleimer Europas. Noch immer ist es der französischen Polizei nicht gelungen, die Urheber der Spreng ft offan- schläge am Place d'Etoile aufzujpüren. Der leichte Sinn des Franzosen nimmt solches Versagen nicht allzu tragisch. Die ganze ergebnislose Suche nach den Attentätern ist für den größten Teil der Bevölkerung nur ein Anlaß, um sich zu erheitern und über die Bürokratie faule Witze zu machen. Man weiß nicht recht, ob man das französische Volk unter den jetzigen Umständen zu einer solchen Mentalität beglückwünschen sott. Jedenfalls gibt es viele kluge und ernstdenkende Franzosen, welche die Attentatsseuche keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. Denn es ist eine nicht wegzuleugnende Tatsache, daß von den unzähligen Bombenanschlägen, die in den letzten Monaten in Frankreich verübt wurden, nur d i e allerwenig st en aufgeklärt und g e - sühnt werden konnten. Diese Anschläge aber waren meistens politischer Natur, und dieser Umstand macht die ganze Frage außerordentlich bedeutungsvoll. Ein Pariser Rechtsblatt hat in diesem Zusammenhänge von Frankreich als dem Mülleimer Europas gesprochen, in dem sich die Abfälle der menschlichen Gesellschaft ein Stelldichein gäben. Diese Kennzeichnung scheint uns den Nagel auf den Kopf zu treffen. Das Versagen der staatlichen Behörden muß doch gerade die politischen Terroristen, denen Frankreich Zuflucht gewährt, dazu verführen, immer weitere und gefährlichere Gewaltakten zu unternehmen. Es ist doch mehr als ein schlechter Witz, wenn der Innenminister, um das Prestige seiner Polizei zu retten, plötzlich ver- kündet, daß man einer politischen Geheim gesell s ch a f t und ihren Waffenlagern auf die Spur gekommen sei. Mit dieser Gesellschaft, die mit den Sprengstoffanschlägen von Etoile nichts zu tun hat, sind offenbar die sogenannten „Kapuzenmänner" gemeint. Eine bedeutungslose Organisation von rechtsradikalen Elementen, deren Vorhandensein in der französischen Oeffentlichkeit übrigens bekannt ist. Das Ablenkungsmanöver des Ministers ist um so bemerkenswerter, als er damit der Volksfrontpresse und besonders den marxistischen Zeitungen das Stichwort liefert zu einer groß- angelegten Hetze gegen den ^internationalen Fasch i s m u s". Die roten Redakteure, um Sen- jationen nie verlegen, behaupten nämlich breift und gottesfürchtig, deutsche und italienische Agenten wollten auf dem Wege über die Kapuzenmänner durch Bombenanschläge die französische Sicherheit bedrohen. Dies Märchen ist zu dumm und zu abgegriffen, als daß es noch irgendeinen Eindruck machen könnte. Nur, daß die Hetzer sich dabei auf ein Regierungsmitglied berufen können, bleibt bedauerlich, aber nicht ganz unverständlich. Der Innenminister heißt Marx D o r m a y und ist Marxist. Ev. Säuberunssaktionen in den ,naiiynalen^Gowjeirepublkken Moskau, 19. Sept. (DNB.) Nach den bekannten Vorgängen in der Ukraine und in Weißrußland, in Usbekistan, der Baschkiren-Republik und der Republik der Wolgadeutschen, die zum Selbstmord von mehreren höchsten Beamten und zur Verhaftung zahlreicher Volkskommissare führte, wird die Säuberung in den sogenannten nationalen Sowjetrepubliken weiter fortgesetzt. Besonderes Aufsehen hat in Moskau das Vorgehen gegen die tadschikische Bundesrepublik in Zentralasien erregt, wo der Vorsitzende des Zentralvollzugsausschusses Rachimbajew, der neben Stalin zu den höchsten Exekutivbeamten der Sowjetunion gehört, seines Postens enthoben und verhaftet wurde. Außer ihm wurden zahlreiche andere Verhaftungen vorgenommen. Gegen alle Verhafteten wird die Anklage der bürgerlich-nationalistischen Betätigung erhoben. Ebenso wurde eine strenge Säuberung in der Kirgisen- republif durchgeführt, wo gleichfalls eine Anzahl höchster Funktionäre ihrer Aemter entsetzt wurde. Zu zahlreichen Verhaftungen kam «s weiter unter den herrschenden Funktionären in Karelien. Dort wird den Verhafteten vorgeworfen, sie hätten den finnischen nationalistischen Kreise n in die Hände gearbeitet. Angeblich stehe in Karelien der finnische Nationalismus deshalb so in Oer Teppich. Von Wilhelm Luetjens. In meinem Zimmer liegt ein bunter, handgewebter Teppich, mit dem meine Frau mich eines Tages überraschte. Sie hatte ihn au ihrem Webrahmen im Geheimen angefertigt, Tag für Tag ein neues Stück hinzufügend, bis die beabsichtigte Länge erreicht war. Als ich ihn unvermutet im Zimmer liegen sah und die vielen bunten Streifen mir entgegenleuchteten, war mein Erstaunen nicht gering, aber noch mehr überraschte mich das Erkennen, aus welchem Material die Arbeit entstanden war: Reste waren es von einst getragenen Kleidern und einmal gebrauchten, nun nicht mehr verwendbaren Stoffen, die zu Streifen zerschnitten, in wechselnden Reihen durch die Kettfaden hindurchgezogen, nun wieder vereint waren zu einem lebendigen und farbigen Gewebe. Die fleißige Weberin stand lächelnd dabei und weidete sich an meinem Erstaunen. Sie hatte gleichsam eine ganze Vergangenheit, die schon abgetan und dem Vergessen geweiht war, von neuem zu einem Ganzen und Gegenwärtigen verwoben. Jener graublaue Streifen, der mehrfach wiederkehrte, war er nicht bekannt? Trug^ ich nicht vor Jahren eine Wanderjacke von diefer Farbe, die mich auf einer großen Fahrt den Rhein entlang, durchs frühlingblühende Heidelberg, über die schwäbischen fchen Berge zum Bodensee und weiter über die noch winterlich weißen Alpen in die leuchtende Berglandschaft des Tessin begleitete? Ich hörte wieder den gewaltig stäubenden Wasserfall der So- vaglia im engen Felsbett neben mir in die grün überwucherte Schlucht hinunterdonnern. Ehe ich's gedacht hatte, war ich pudelnaß, überschüttet vom millionenfach zerteilten, in allen Regenbogenfarben glitzernden Staub der stürzenden Wassermassen. Auf einer Wiesenterrasse über dem Hang lag dann, eine Weile später, neben mir die Jacke ausgebrei« tet und trocknete in der warmen Sonne ... Weiter rollt die bunte Kette der (Erinnerungen, rollen die Räder der Bergbahn mit mir durch einen märchenhaften Abend am Rande der südlichen Alpenmauer entlang, an verdunkelten Ortschaften mit phantastisch aus der Taltiefe aufblitzenden Lichtern vorüber, der uralten, schweigsamen Bergfeste Bergamo entgegen. Und immer weiter begleitetest du mich, damals noch schon und neu, grauwollenes Gewebe meines Wanderkleides, jetzt in Streifen zerschnitten, zum Teppich für meine Füße verwandelt. Verona, die Stolze, durchrauscht von den grauen Wassern der Etsch, haben wir durchschritten, die erhabene Heiterkeit der Piazza bei Signori umgab uns, auf die der marmorne Dante ernst und gemessen herabsieht. Du warst dabei, als ich in der brennenden Sonne vor der gelblich leuchtenden Fassade von San Zeno meine Orangen mit den kleinen italienischen Mädchen teilte und in ihrer Sprache mit ihnen zu scherzen versuchte. — Ach, das ist nun alles lange her. Wir fuhren wieder nordwärts, wanderten durch die Stille der Olivengärten am Gardasee, tarnen durch Tirol, wo eben erst der Frühling eingeaogen war, überquerten abermals die Alpen und fanden uns mitten im deutschen Sommer. Und beim Kirschenpflücken, daheim, bekamst du die ersten bösen Flecke. Ja, so geht es nun einmal — Aber da leuchtet mir aus dem Gewirk des Teppichs ein Rot entgegen, kräftig und warm ist die Farbe der Streifen, wie einst, als sie noch zu einem Ganzen gehörten. Und dieses Ganze war der Herrgottsmantel aus dem Kostümbestand einer reisenden Spielschar. Er war weit und groß und trug auf der Rückseite eine mächtige goldene Sonne. In hundert Orten, in Deutschland und Böhmen, in Mähren und Oberösterreich, in der großen Stadt Wien und in der Steiermark; überall spielten wir das alt-ehrwürdige Bauernspiel von der Erschaffung der Welt, vom Sündenfall und der Austreibung aus dem Paradiese. Und immer, ob auf den Bühnen großer Theater, ob auf armseligen Bretterböden der Dorfwirtshäuser ober auf einem begrünten Platz vor ber Kirche, überall leuchtete bie golbene Sonne auf bem roten Mantel des Herrgotts, wenn er ben Abam durch die Welt feiner Schöpfung geleitend und die Eva ihm zuge- fellend, ben Kreis ber Bühne umschritt ... Immer roieber ging ein Schauern durch die gebannten Reihen ber Zuschauer hin, wenn er bei ber Vertreibung ber ersten Menschen aus dem Garten (Eben, zornig aufgerichtet, ben schon triumphierenden Teufel zu Boben bonnerte: „Pack dich weg, Satan, bu Höllen- hunb, weißt nicht, was für schändlich Wort bu hast lassen aus beinern Munb!" Und während bie Beiden vor bem gezückten Schwert bes Erzengels hinauswankten aus bem verlorenen Garten, wetterleuchtete inmitten ber weißen Enqelsgewänber bas bominierenbe Rot bes göttlichen Purpurmantels... Noch anbere (Erinnerungen an die Spielfahrt durch deutsche Lande birgt mein Teppich. Dieser lilafarbene Streifen dort: gehörte er nicht zum Kittel des Bäuerleins im „Totentanz", wie es, ben Spaten noch in der Hand, vom Tode gerufen, fein Sprüchlein sagte und nun den treuherzig zur Melodie eines alten Trinkliedes hinstampfenden Tanz mit dem Allbezwinger vollführte? — Oder war es das violette Gewand des Doktor Faust, dessen irdisches Suchen und Irren und endliche Erlösung wir mit derben und einfachen Strichen, wie sie dem alten Volksstück entsprechen, nachzuzeichnen uns bemühten? — Vergangene Mühen, verwehte Freuden und Erlebnisse bewegter Jugendtage, die manchmal noch leise nachklingen. — Da, eine lichtgrüne Fläche blickt mir aus dem Teppich entgegen. (Eine Frühlingswiese inmitten der bunten Beete und Rabatten. Sie ist nur einmal da, ob auch bie anbern Streifen mehrfach wieberkehren. Die grüne Wiese war einmal ein Kleib, ein leuch- tenbes Frühlingskleid... Aber mehr will ich nicht verraten. Dieses eine Geheimnis soll mein Teppich für sich behalten. — Doch hier, der blau und weiß durcheinanderhüpfende Streifen erzählt eine luftige Geschichte, bie eigentlich beinahe traurig ist. Sie fängt an wie ein Märchen: (Es war einmal eine hübsche, mit weißen unb blauen Rauten gezierte Tischdecke, eine Blaudruckarbeit von kräftiger Anmut. Im Kreis in der Mitte zeigte sie ein mutwillig springendes Dferd unb an ben Ecken vier ebensolche kleinere. Sie kam aus München, war lustig anzusehen und würbe auch besonbers pfleglich behanbelt. Aber — es war auch ein kleiner Junge, ber seine ersten Bilder und Buchstaben malte. Eines Tages war er damit beschäftigt, aus allerlei bunten Bilderbogen Tiere unb Bäume unb Blumen auszu- fchneiben, wie die Mutter es ihm gezeigt hatte. Als er damit fertig war, fiel fein Blick auf die Decke, die auf bem Gartentisch lag, und auf die Pferdchen, die darauf gedruckt waren. Ist es nicht verständlich, daß er, von Tatendrang erfüllt, sogleich begann, eins nach dem andern aus dem blauweißen Rauten- felbe herauszuschneiden, so säuberlich, wie er es konnte? Triumphierend trug er sie ber Mutter ins Haus: „Mama, Pferbchen, hühü!" Worauf bie Mutter, bas Geschehene begreifenb, glaubte in bie Erbe versinken zu müssen! — Hier nun, in meinem Teppich, fanb bas Märchen, bas so bedenklich ausging, ein letztes, versöhnliches Ende... Ja, ich brauche wirklich nicht zu seufzen: „Ach, wäre doch ein Zaubermantel mein!" Das Gewirk deiner Hände, liebe Weberin, ersetzt ihn mir vollkommen. Mit ihm reise ich beglückt durch die schonen Länder ber (Erinnerungen. Bauten aus Geesand. Jeber Besucher unserer Bäder an der Ost- und Nordsee hat Gelegenheit, die Kunstfertigkeit der „Sandplastiker" zu bewundern, die oft zu Wettbewerben Anlaß gibt, an denen bann bie ganze Gästeschar bes Babeortes eifrig teilnimmt. Das eigentliche Heimatland dieser „Sandkunst" ist aber Amerika, und dort ist sie auch zu ihrer größten (Entfaltung gebracht; in den großen Badeorten werden immer wieder „Ausstellungc " veranstaltet, bei denen man an ber Stranbpmmmabe bie oft hervorragenden Sandbildwerke l'"w'mdern kann. Am meisten ausgebildet ist diese Kunstübung in Atlantic City, wo sich während der Saison am Strande eine Ausstellung an die andere reiht, ’u der sich das Badepublikum drängt. Der Sanb'-auer findet in bem nassen Sand einen geeigneten Stoff zum Formen und Kneten; er verleiht dann der ausgeführten Form durch eine einfache Behandlung Dauer. (Eins der ersten Gesetze der Sandskulptur scheint zu sein, daß alles möglichst in Lebensgröße ausgeführt wird. Man erstrebt auch weitgehende Naturwahrheit. Menschen werden so gut bargefteüt wie Tiere; ba sieht man zum Beispiel einen sprungbereiten Löwen ober einen Tiger, ber am Boden kauert. Wenn bas Modell fertig ist, wird eine Losung von Zement, Sand und Wasser darüber ausgegoffen, durch die die Arbeit eine so harte Kruste bekommt, daß sie vom Regen nicht beschädigt wird und selbst Sturz- wellen darüber hinbrausen können, ohne daß sie vernichtet werden. Die Motive am Strande des amerikanischen Badeortes zeigen ein buntes Durcheinander; neben den Figuren sieht man auch be- rühmte Bauten in kleinen Modellen ausgeführt oder auch Schiffe unb Kraftwagen, H > 5 M -1 ' i Ql| ■ wj M. Deutschlands neuestes und bequemstes Reifeflugzeug Kunst und Wissenschaft. Dr. Goebbels und Freiherr von Neurath beglückwünschen Wilhelm Filchner. ... • ' iiiunci eine -xjuutnu oe- ißen möge, auf die Deutschland mit solchem Verbauen blicken dürfe, wie auf die heutige. kommission erklärt, daß oier ' japanifdje "lieger abgeschossen worden seien. Der Alarmzustand habe zwei Stunden gedauert. Bei wolkenlosem Himmel konnte der Luftkampf von der Stadt aus glänzend beobachtet werden. Reichsdeutsche sind, wie von chinesischen Stellen mitgeteilt wird, bei dem Bombardement nicht zu Schaden gekommen. Handwerker-Wettkamps^938 Auch ein Wettkampf der Betriebsgemeinschaften. , Berlin, 18. Sept. (DNB.) Vor der Presse IP™? der Leiter des deutschen Handwerks in der DAF Paul Walter über den Handwerkerwettkamps 1938. Der Meisterwettkamps 1937 hat ge= äe.lgt, daß der deutsche Handwerksmeister sich wieder seiner Mission bewußt geworden ist. Das gesamte Können des Handwerks auf die gewaltigen Probleme auszurichten, die unser Volk in Zukunft zu losen hat, ist seine vornehmliche Aufgabe. Daher wird der Handwerkerwettkampf 1938 nunmehr in drei Abteilungen durchgeführt, und zwar für Meister, Gesellen und Betriebsge- meinschaften. Wird bei dem M e i st e r das schöpferische Gestalten neben der selbstverständlichen Fertigkeit verlangt, so soll der Geselle nur fein ausgereiftes Können unter Beweis stellen. Wenn darüber hinaus nun auch die Betriebsgemeinschaften in den Wettkampf eingesetzt ment Nankings bei gleichzeitiger Verstärkung der Offensive in und bei Schanghai ein empfindliche Störung der chinesischen Operationen und die Vernichtung des chinesischen Widerstandes, den man in Nordchina — weitab von der Zentrale — nicht wirksam genug treffen zu können glaubt. Als Folge der neuen japanischen Maßnahmen erwartet man in Tokio die baldige Flucht der chinesischen Zentral- regterung aus Nanking und damit eine ernste Erschütterung der Moral der chinesischen Truppen. Oer chinesische Rückzug hinter den Hoangho. Tientsin, 19. Sept. (DNB.) Im Verlauf der letzten Operationen südlich Peipings haben die japanischen Truppen 50 000 Chinesen im Westen und Süden umklammert. Infolge neuer starker Regengüsse, die die Operationen beeinflussen, konnten sich die Chinesen nach Süden zurückziehen, indem sie ihre Rückzugsgeschwindigkeit erheblich erhöhten. Die japanischen Truppen folgen ihnen und treiben sie in Einzelgefechten vor sich her. Man ! nimmt an, daß der Rückzug der Chinesen b i s hinter den Gelben Fluß (Hoangho) unvermeidlich ist. Der Gelbe Fluß ist das Ziel der japanischen Operationen im Süden Peipings. Oie Autonomie der inneren Mongolei. Tokio, 18. Sept. (DNB.) In der von der japanischen Armee in Nordchina gemeldeten Einnahme Fengdschens an der Suiyuan« B a h n sieht man in Japan die Gewinnung eines ersten Stützpunktes nördlich der Großen Mauer auf dem Wege zur innermongolischen Provinz Suiyuan. Während die Provinz T s ch a ch a r schon lange unter japanischem Einfluß steht, gelang es bis jetzt Suiyuan, die politischen und militärischen Einfluß- versuche Japans zurückzuweisen. Durch die Einnahme Fengdschens bekommt nun jene Bewegung einen erneuten Aufschwung, die ein inner- mongolisches autonomes Reich unter japanischer Führung schaffen will, das unter dem Mongolensürsten Tewang gegründet werden soll. Reichsaußenminister Freiherr von Neurath drahtete: „Begrüße Sie und Ihren Begleiter Haack nach erfolgtem Eintreffen in Indien aufs herzlichste und sende aufrichtige Glückwünsche zur verdienten Verleihung des Nationalpreises durch den Führer." 13. Deutscher Physiker, und Walhematikertag in Dad Kreuznach. 3n Bad Kreuznach begann die Jahrestagung der Gesellschaft für angewandte Mathe- matif und Mechanik, der sich vom 19 bis 24. September der 13. Deutsche Physiker- unö Mathematikertag anschließt. Gleich- zeitlg halten die Deutsche Physikalische Gesellschaft ihre Eescha tsversammlung, die Deutsche Gesellschaft lur technische Physik ihre 18. Jahrestagung, die Rutsche Mathematiker-Vereinigung ihre Mitglieder- Versammlung und der Mathematische Reichsverband eine Jahresversammlung ab. Rund 600 Wissen- schaftler aus ganz Deutschland und aus dem Aus« land nehmen an den Tagungen teil. Die Vorträge finden bei der wissenschaftlichen Fachwelt wie bei der deutschen Industrie großes Interesse. Fast alle Lustkamps über Nanking. Japanischer Fliegerangriff aus den Sitz der chinesischen Zentralregierung. Kleine politische Nachrichten I Der Führer und Reichskanzler hat den I Reichsminister des Auswärtigen Freiherrn von Neurath zum Ehrengruppenfüh- rer der SS. ernannt. * I In Marseille wurde die 13. I n t e r n a t i o - Ina le Messe durch den französischen Handelsminister C h a p s a l eröffnet. Zum erstenmal ist dieses Jahr auch Deutschland vertreten, und zwar zeigen die Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck eine Schau deutschen Kunstgewerbes. ♦ Nach einer Pressemeldung hat der Gouverneur von Gibraltar Anweisung gegeben, innerhalb von drei Monaten alle Fabriken, Werften usw. an ber Westbucht nördlich der Festung zu räumen. ^Angeblich soll hierher der vorgesehene Seeflug» hafen kommen. ♦ In Argentinien beherrschen die Präsl- dentschaftswahlen das politische Leben. Man rechnet mit dem Wahlsieg des konservativen Koalitionskandidaten Ortiz gegenüber dem linksradikalen Expräsidenten A l v e a r. Das Ergebnis wird noch einige Wochen auf sich warten lassen, doch erwartet man von den noch ausstehenden Er- gänzungswahlen in neun Provinzen keine wesent- liche Aenderung. $lß A^motonge „Ju 90 , ein Ganzmetalltiefdecker mit einem Aktionsradius von etwa 1600 bis 2000 und einer Reisegeschwindigkeit von durchschnittlich 350 Stundenkilometer. Unsere -Bilöer aetgen einen Teil des gewaltiaen Flugzeuges, das mit einem Traktor auf das Effeld gezogen wird, ferner einen Ausschnitt aus dem 40 Personen Raum bietenden Fahrgastabteil, das bequemer eingerichtet wird als die Kabinen eines modernen O-Zua- roagens. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Japan kündigt neues Lufl- bombardement aus Nanking an. Um Abtransport der Ausländer ersucht. Schanghai, 20. Sept. (DNB.) Der Kommandant der 3. japanischen Flotte Hasegewa überreichte am Sonntag eine Note an d i e ausländi- I ch £ n Konsuln Schanghais zwecks Weitergabe an die Botschaften in Nanking. Es heißt darin, daß Japan, um die Feindseligkeiten in China schnell zu Ende zu bringen, sich gezwungen sehe, ab 12 Uhr des 21. September umfangreiche Luftangriffe auf Nanking durchzuführen. Die Botschaften werden ersucht, den Abtransport ihrer Beamten und Staatsangehörigen an sichere Plätze einzuleiten. Die ausländischen Kriegs- schiffe vor Nanking sollen 15 Kilometer yangtse- aufwärts vor Anker gehen. Die Ankündigung eines Luftbombardements wurde durch eine Erklärung des Sprechers der japanischen Botschaft unterstrichen, daß Japan ab 12 Uhr des 21. Septembers keine Verantwortung für die Sicher- des Zentraloollzugsausschusses, ( Staatsbeamte im Lande, „die Nationalisten überall unterstützt habe". Unter den höchsten Behörden der Ukraine ist es erneut zu zahlreichen Verhaftungen gekommen. Besonders scharf wirkt sich der bolschewistische Terror in den intellektuellen Kreisen aus. So wird versichert, daß sich ein großer Teil der Professoren, Aerzte und anderer Vertreter geistiaer Berufe in den GPU.-Kellern befindet. Unter dem Vorwurf, sich auf „nationalsozialistischer Grundlage" betätigt zu haben, und insbesondere mit dem ehemaligen Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare, L u b s ch e n k o , der bekanntlich Selbstmord begangen hat, in Verbindung gestanden zu haben werden gegen die Verhafteten alle Terrormittel angewendet, um sie zu Geständnissen zu zwingen Die Frau Lubschenkos wurde einer Reihe von „Verhören" unterworfen, die Einwirkungsmaßnahmen der GPU. zur Erpressung eines Geständnisses waren derart, daß Frau Lubschenko ihren Verletzungen im GPU.-Krankenhaus erlegen ift h eit der in Nanking lebenden Ausländer mehr übernehmen werde. Die deutsche Botschaft beschloß in lieber» einstimmung mit der deutschen Kolonie, zu versuchen, alle Nanking-Deutschen, die nicht beruflich oder anderweitig festgehalten würden, bis zu der genannten Zeit abzutransportieren. Die deutsche Kolonie zählt etwa 100 Angehörige. Gleichzeitig werde man versuchen, für die Zurückbleibenden Sicherungen zu schaffen. Die britische Botschaft hat noch keinen Beschluß gefaßt. Die Amerikaner sollen sich in Richtung auf Wuhu zurückziehen. Ein hoher chinesischer Beamter erklärte, daß Nanking auf den feindlichen Angriff g e r ü st e t sei. Tokio, 19. Sept. (DNB.) Das japanische Marinekommando berichtet über einen großen Luftkampf über Nanking. Japanische Marineflugzeuge griffen die chinesische Hauptstadt an und stießen hierbei auf 20 zur Verteidigung Nankings aufgestiegene chinesische Flugzeuge, die nach japanischen Behauptungen sämtlich abgeschossen sein sollen. Die japanischen Flugzeuge haben dann, wie vom japanischen Marinekommando weiter gemeldet wird, die militärischen Anlagen Nankings erfolgreich bombardiert. Die japanischen Flieger hatten nur geringe Beschädigungen ihrer Maschinen. Die chinesischen Flugplätze in der Umgebung Nankings sollen zerstört worden fein. Auch aus Nordchina melden die Japaner bedeutende Luftsiege gegen die Flugzeuge der Schansi-Armee, von denen sieben abgeschossen worden sein sollen. Auch hier hätte es auf feiten der Japaner keine Verluste gegeben. Wie die Japaner behaupten, könne nun d i e chinesische Luftflotte praktisch als vernichtet gelten. In chinesischen Kreisen wird bestätigt, daß es sich um den größten Luftangriff handelt, der bisher auf Nanking unternommen wurde. 4 6 japanische Flugzeuge seien an diesem Angriff beteiligt gewesen. 17 chinesische Jagdflugzeuge seien den japanischen Angreifern entgegengeflogen und hätten ie zwischen Chinkiang und Nanking zur Luft- ch lacht gestellt. Wie von chinesischer Seite weiter behauptet wird, hätten nur elf japanische Flieger Nanking erreicht und dort mehrere Bomben abgeworfen, ohne allzu gro- merben, so hat dies besondere Gründe. Es gibt im Handwerk eine Reihe von Berufen, bei denen eine Einzelleistung praktisch nicht in Erscheinung tritt. Viele handwerkliche Berufe kennen nur die G e - meinschaftsarbeit in der Praxis, wie z. B. die Dachdecker, die Bäcker, die Fleischer. Wenn hier auch gewiß Einzelleistungen möglich sind, so kann es doch nicht der Sinn eines Wettkampfes fein, Spitzenleistungen eines einzelnen da zu fordern, wo die tägliche Leistung fast ausschließlich eine Le i° stung der Gemeinschaft ist. Darüber hinaus aber steht der nationalsozialistische Gemeinschaftsgedanke überhaupt im Vordergrund. Daher werden alle jene Berufe in der Leistungsklasse „Betriebsgemeinschaften" starten, bei denen Gemeinschaftsarbeit nicht nur ausschließlich gefordert, sondern i . Im Meisterkampf 1937 lag das Schwergewicht Tokios Erwartungen. des Wettkampfes in der Reichsausscheidung. Haupt- T o k i o, 20. Sept. (DNB. Funkspruch.) (Ost- trager des Wettkampfes 1938 find die Gaue, asiendienft des DNB.) Die Ankündigung, daß Nan- Sämtliche Gausieger und Zweitbesten kommen mit fing am 21. September bombardiert würde, findet ihren Arbeiten m den Reichsentscheid, um sich dort in Tokio größte Beachtung. Man erblich darin vor um den Reichssiegertitel zu bewerben. Ein weiterer allem die Verlegung des Schwerge- Unterschied gegenüber dem Meisterwettkampf 1937 wichts der Kämpfe auf das Schang- liegt darin, daß vor einem Jahr etwa 38 Berufs- Hai- und Nanking - Gebiet, und ein gruppen aus dem Handwerk zugelassen waren. Zurücktreten der Bedeutung der Kampfhandlungen wahrend für 1938 schon 55 vorgesehen sind. in Nordchina. Man erwartet von dem Bombarde- Der Arzt Prophet der Lebensbejahung. Dr. Ley spricht zu 800 Medizin-Studenten auf Burg Vogelsang. Burg Vogelsang, 18. Sept. (DNB.) Dr Ley sprach vor den auf Burg Vogelsang versammelten 800 Medizin st udenten und -stu- dentinnen. Die akademische Jugend von einst habe als Führer des Volkes versagt, weil sie in ihrer Studienzeit über dem Nachschreiben von Kollegs die großen Fragen unseres Volkes vergessen hatte. Schuld daran fei bas bürgerliche 5.3! ehungssystem gewesen. Wissen allein befähige unter Umständen zu Leistungen auf begrenztem wissenschaftlichen Gebiet, niemals aber zur Menschenführung. Man könne kein Führertum schäften, wenn man die Dreieinheit von Geist, Seele und Leib mißachte. Das habe man aber getan, als man für den Geist die Wissenschaft, für die Seele die Kirche als zuständig er» habe^' UrT& fich um ben Leib kaum gekümmert Dr Ley schilderte dann, wie wichtig die spätere Aufgabe der Medizinstudierenden als Betreuer des Körpers sei Die Gesundheit des einzelnen Menschen sei nicht nur die Vorbedingung für die Kraft der Nation, sondern auch die Taten von heute batten gar keinen Sinn, wenn wir nicht gesund blieben. Da es im neuen Deutschland keine Privatpersonen, sondern nur Soldaten des Führers gebe, habe jeder die Pflicht, bei sich selbst anzufangen und dafür zu sorgen, daß er gesund bleibe. Eine wahre Erbsünde sei es aber, wenn sich jemand gegen die Gesundheit anderer vergehe. Das gelte sowohl für verantwortungslose Betriebsführer wie für solche Vertrauensärzte, die in Wahrheit Mißtrauensärzte seien, die nur die Interessen ihrer Versicherungen oder Krankenkassen wahrnehmen. Das Vertrauen des Volkes zum Arzt müsse wiederhergestellt werden. Das werde es auch, wenn der Arzt wirklich Gesundheitsführer sei. „Ich habe mir", so schloß Dr. Ley, „den Beruf des Arztes früher manchmal häßlich vorgestellt. Heute aber weiß ich, daß der Arzt Prophet der Lebensbejahung, der Freude, des Lichtes, und der Sonne sein kann und sein muß, wenn er feinen Beruf ausfüllen will." HZ.-Fahnen inLandsberg a.L. Abschluß des Adolf-Hitler-Marsches der HI. , _ , । Nach Dr. Filchners Eintreffen in Indien rich- tzen Schaden anzurichten. Die chinesische Luft- teten die Reichsminister Dr. Goebbels und Freiherr von Neurath herzliche Glückwünsche an den berühmten deutschen Forscher. Reichsminister Dr. Goebbels sandte über das deutsche Generalkonsulat in Kalkutta folgendes Telegramm: „Zu der großen Ehrung, die Sie durch die Verleihung des Deutschen Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft durch den Führer erfahren haben, spreche ich Ihnen meine aufrichtigsten und herzlichen Glückwünsche aus." Landsberg a. L., 19. Sept. (DNB.) Mit einer großen Feier, in deren Mittelpunkt eine Kundgebung und eine Rede des Reichsjugendführers i m Festungshof von Landsberg a. L. stand, fand am Sonntagnachmittag der Adolf-Hitler-Marfch der deutschen Jugend seinen Abschluß. Nach den vielen langen Märschen standen nun die 26 Marschblocks mit den 1800 Hitlerjungen und 480 Bann- ftrhnen Schulter an Schulter im Festungshof von Landsberg. Es regnete in Strömen wie an jenem läge, da die Jungen im Stadion in Nürnberg vor dem Führer marschierten und dieser vor ihnen von den Sturmtagen sprach, für die die deutsche Jugend fest werden müsse. An diese Worte knüpfte auch Baldur von Schirach an. Landsberg sei für uns fein düsterer Ort. Wo ein meineidiges System den Führer des kommenden Deutschland eingekerkert habe, habe dieser seinem Volk und der nationalsozialistischen Bewegung dasBuch ihrer Weltanschauung gegeben. Diese Stätte solle fortan das Symbol des jungen Deutschen werden, es solle keinen jungen Deutschen geben, der nicht einmal hier weilte und eine Stunde der Einkehr erlebte Von dieser Stadt aus werde eine ständig wachsende Kraft ausstrahlen in die deutsche Jugend, die Jahr für Jahr zum Abschluß ihres Bekenntnismarsches hierherkommen werde. Das fei die Sendung dieser Stadt in der deutschen Geschichte. Im nächsten Jahr werde es bereits ein Fest des Wieder- sehens sein, und die Jugend der kommenden Jahrzehnte werde mit Ehrfurcht auf die Fahnen blicken, die diese Mauern beherbergt haben. Am Schluß der Kundgebung besichtigten Baldur von Schirach mit zwölf Mitgliedern des Stoßtrupps „Adolf Hitler" die ehemalige Gefängniszelle des Führers, wo sie sich auch in das Ehrenbuch der Adolf-Hitler-Zelle eintrugen. Mit der Uebergabe des Führerbuches „Mein Kampf" an die 1800 Fahnenträger fand die Kundgebung ihren Abschluß. Der Abschluß des Adolf-Hitler-Marsches der deutschen Jugend fand am Sonntagabend in einer Kundgebung auf dem festlich erleuchteten Marktplatz seinen Ausklang. Aus der Mitte des von der Bevölkerung dicht umdrängten Marktes ragte ein grün umwundener Pylon, in dessen Opferschale die Flammen vom regenfeuchten Wind hin und hergepeitscht wurden. Ehrenformationen der Bewegung umsäumten den Platz. Die Kundgebung begann unter Fanfarenklängen mit dem Einzug der 1800 fackeltragenden Teilnehmer des Marsches und der 480 Bannfahnen. Ein junger Sprecher verkündete das Führerwort, daß die deutsche Jugend dereinst der Bauherr eines neuen völkischen Staates sein werde. Baldur v. Schi rach verwies auf das Beispiel der anwesenden Männer vom Stoßtrupp Hitler, die gekommen seien, um das Bekentnnis der Fahnenträger der deutschen Jugend zum Führer entgegenzunehmen, die den hohen Sinn des geschieht- ' liehen Opfers, da der Führer hinter Landsbergs Festungsmauern das Buch der Weltanschauung des । deutschen Volkes schrieb, ganz in sich aufgenommen habe. Heute stehe die gesamte Jugend unter dem Banner des Führers, und diese Stadt sei nun für alle Zukunft zu einer Stadt derIugend geworden, denn diese Jugend sei die i Verkörperung des Werkes, das der Führer ihr ge- i w Boibur Sch-rach schloß mit bem *■ Lüsten üÄ Lnsche. baß unser Volk immer el?e. §uBenb W 1200md dünner als ein Blatt Papier. Ein Besuch beim Soldschläger. - Tanzparletts aus Sold. Mein Besuch beim Goldschläger ist angekündlgt. In der Tasche habe ich einen kleinen Zettel mit der genauen Anschrift. Ein netter älterer Herr empfängt mich, es ist der Chef selbst, der, wie ich spater von ihm erfahre, seit 30 Jahren Blattgold schlägt und mich nun in seine erstaunliche Technik ein- weihen will Er gibt mir zunächst ein Stückchen Blattgold in die Hand — vorsichtig mit Papier —, doch schon im nächsten Augenblick ist es verschwunden. So sehr ich auch suche, es liegt weder auf dem Tisch, noch ist es auf den Boden gefallen. Der Goldschläger lacht. „Tscha", sagt er, „Blattgold ist 1200mal dünner als ein gewöhnliches Stück Papier, man kann hindurchsehen, es schimmert dann leicht purpur. Aber sobald man es mit den Fingern anfaßt, verschwindet es in den Poren. Trotzdem übersteht es Jahrhunderte, wenn es eine harte Unterlage bekommt und mit Eiweiß festgeklebt wird, wie Ihnen der Goldschnitt an alten Büchern zum Beispiel zeigt. In Neuyork ist der Dachgarten eines bekannten Hotels mit Gold belegt, 300 Quadratmeter goldener Boden. Hier „steht sich ein jeder gut". Allerdings liegt das Gold unter dickem Glas, denn sonst könnte man ja nicht darauf tanzen!" „Vielleicht ist das Glas auch zum Schutze gegen Diebstahl da", meine ich und erfahre, daß dies sicherlich nicht der Fall ist, denn die Goldunterlage sei so dünn, daß ein Dieb, der einen ganzen Abend lang mit emsigen Bemühen das Gold abkratzen würde, sich von dem Erlös der sauren Arbeit kaum einen Anzug kaufen könnte. Die unerhörte Dünne des Blattgoldes läßt vermuten, daß zu seiner Herstellung auch höchst moderne Maschinen Verwendung finden. Fehlaeschos- sen! Das Blattgold wird heute genau noch so her- aestellt wie vor drei Jahrtausenden bei den alten Aegyptern und Persern, die damit ihre Grabmäler und Tempel tapezierten. Der Goldschläger von heute steht wie sein antiker Kollege vor dem Steinbock und bedient sich derselben Arbeitsweise wie damals. Wir gehen nun in den eigentlichen Schlagraum. Auf einem Holzpfostengestell ruht ein Granitblock, daneben ein schwerer Eisenhammer. Und nun der Arbeitsvorgang selbst: ein kleiner 7 Zentimeter langer Goldbarren von 24 Karat ist das Ausgangsmaterial, das zunächst mit etwas Kupfer und Silber auf 22,5 Karat gebracht wird, weil es sonst zu weich ist. Dieses Gold wird zu einem langen Band ausgewalzt, das ungefähr ein Vierzigstel Millimeter dick ist. * Der Goldschläger nimmt vor meinen Augen solch ein Band und zerschneidet es in 4 Zentimeter breite Quadrate. Darauf legt er zwischen jedes dieser Quadrate ein zehn Zentimeter breites Quadrat von Papier, immer abwechselnd Papier und Gold. Das Ganze wird nun mit altem vergilbtem Pergament umfaltet, das ich zunächst für Papier halte. Der Goldschläger aber lächelt wieder und bedeutet mir, daß Papier die Schläge keine zwei Minuten ausholten würde. Das Pergament wird aus alten Archiven gekauft und stammt gewöhnlich aus dem 16. Jahrhundert. Nun beginnt das Schlagen. Weniger Kraft als Geschicklichkeit gehört dazu, das Gold zu schlagen, das überdies gegen Witterungseinflüsse sehr empfindlich ist. Trockenes Wetter macht das Metall spröde, bei feuchtem Wetter klebt es leicht an der Form an. Nach etwa einer halben Stunde sind die vier Zentimeter großen Quadrate auf zehn Zentimeter gewachsen, worauf sie abermals in kleine Quadrate geschnitten werden. Diesmal kommt zwischen je zwei Goldquadrate eines der feinen „Goldschlägerhäutchen", die aus den Blinddärmen von Ochsen gewonnen werden. 300 Ochsen müssen ihre Blinddärme hergeben, um die Häute für eine einzige Packung Blattgold zu liefern ... ♦ Von neuem wird das Gold mit einem etwas kleineren Hammer zwei Stunden lang geschlagen, und nun ist es so dünn, daß es nicht mehr mit der Hand, sondern mit Holzpinzetten angefaßt werden muß. Auch kann man es nun nicht mehr so ohne weiteres schneiden, weil kein Stahlmesser fein und gleichmäßig aenug zugeschliffen werden kann, um solch hohen Anforderungen zu genügen. Der Goldschläger verwendet statt dessen ein Messerchen aus Malakkaholz, das leichter zu schleifen ist als Stahl. Es handelt sich um dasselbe Material, aus dem die Bewohner des Malaiischen Archipels ihre tödlichen Pfeilwaffen verfertigen. Die Goldblätter haben jetzt eine Stärke von nur mehr einhalb- millionstel Zentimeter. Sie kommen nun zwischen Papier und gelangen so zum Versand. Verwandt wird das Blattgold — wie schon eingangs erwähnt — zu mancherlei Schmuck an kunstgewerblichen Gegenständen. Fast alle GolÄschrift an Büchern, Bleistiften, in Hüten, auf dem Briefpapier ist von gediegenem Gold, das als Blattgold in das Material gestanzt wurde. Goldbrokat besteht allerdings nicht aus Gold, sondern aus Bronzefäden, weil Goldfäden viel zu teuer herzustellen sind. Zum Schluß erklärt mir der Goldschläger noch, daß sein Betrieb äußerst sparsam arbeiten muß. Selbst der geringste Abfall werde mit Radiergummi aufradiert und schließlich wieder eingeschmolzen. Trotzdem falle noch viel auf den Fußboden. Auf mein zweifelndes Lächeln versichert er mir, daß kürzlich bei der Auflösung einer Goldschlägerei ein Chemiker den Fußboden gekauft hat, für wenig Geld natürlich. Nach Veraschung des Holzes und Einschmelzung der Asche gewann er noch Gold im Werte von 15 000 Mark aus den scheinbar wertlosen Brettern. Fritz 0. Peil. großen deutschen Firmen, die eigene Dersuchslabo- ratorien unterhalten, sind in Bad Kreuznach vertreten. Im Mittelpunkt der Tagung steht als Hauptthema die Anwendung der Physik im praktischen Betrieb. Das zweite Hauptthema behandelt die Kernphysik, die Frage der Atomzertrümmerung usw. Aus aller Well. Oer Brand der Wiener »Rotunde" noch unaufgeklärt. Wien, 18. Sept. (DNB.) Die Mauern der „R o t u n d e" sind nun vollständig in sich zusammengesunken. In dem wirren Durcheinander von Dalken, Mauerwerk und verborgenen Eisenkonstruktionen zeigt sich noch immer Glut, es wird wohl noch einige Tage dauern, bis diese ganze Masse völlig ausgebrannt ist. Die Erhebungen nach der Brandursache gehen weiter. Im Mittelpunkt des Interesses steht der Pfeiler 17, an dem das Feuer zuerst bemerkt würde. Es wurde festgestellt, daß die dort befindlichen Ausstellungsgegenstände einer bekannten Wiener Ofenfabrik bereits weggeschafft waren, und daß der Boden völlig fauber war. Die Gebäudeverwaltung der Rotunde erklärte, daß man an eine Fahrlässigkeit durch unvorsichtiges Hantieren mit einem Zigarettenrest oder dergleichen nur schwer denken könne. Die ganzen riesigen Hallen des Gebäudes waren von allen Papierabfällen und sonstigen leicht brennbaren Stoffen wie Verpackungsmaterial usw. vollständig gesäubert. So muß weiterhin in erster Linie an Brandstif - t u n g gedacht werden, zumal ja die drei vorausgegangenen, aber rechtzeitig entdeckten Brände ein wichtiges Indiz darstellen. Allerdings scheint die Polizei keinerlei Anhaltspunkte für die Täter zu haben. Die in der Nacht noch verhafteten Personen, die sich knapp vor Ausbruch des Feuers in der Nähe der Rotunde aufgehalten und verdächtig gemacht hatten, wurden wieder auf freien Fuß gefetzt. Vierköpfige Familie in den Flammen umgekommen. In der polnischen Ortschaft Nowa Kresowka bei Wilna brannte ein Wohnhaus nieder. In den Flammen kam eine vierköpfige Familie ums Leben. Nach 36 Stunden unversehrt geborgen. Drei Bergleute, die am Freitagvormittag auf der Zeche „König Ludwig IV/V" in Recklinghausen durch das Zubruchgehen eines Streben eingeschlossen und von der Außenwelt abgeschnitten wurden, konnten in der Nacht zum Sonntag nach über 36stündiger mühevoller und rastloser Arbeit der Rettungsmannschaften unversehrt geborgen werden. Nach der herzlichen Beglückwünschung durch ihre Retter konnten die drei Knappen noch in der Nacht nach Hause zu ihren Familien entlassen werden, nachdem die ärztliche Untersuchung ergeben hatte, daß sie keinerlei Schaden genommen hatten und vollkommen unverletzt und guter Dinge waren. Ein Glück war es, daß bei dem Zubruchgehen des Streben den Eingeschlvsienen ein Raum von etwa drei mal vier Meter geblieben war. Da alle drei ihre Grubenlampen bei sich trugen, hatten sie auch bis auf die letzte Stunde vor der Rettung Licht in ihrem unterirdischen Gefängnis. Flüssige Nahrung und Frischluft war ihnen in ausreichender Menge durch ein Rohr zugeführt worden. Blutige Meuterei in einem kalifornischen Zuchthaus. In Folsom (Kalifornien) kam es im Zuchthaus, in dem 2860 Gefangene untergebracht sind, zu einer blutigen Meuterei. Der Direktor empfing, wie es am Sonntag üblich ist, die Sträflinge in feinem Büro, um Beschwerden entgegenzunehmen. Don den 40 wartenden Zuchthäuslern zogen plötzlich sieben lebenslänglich Verurteilte lange Messer, stürzten sich auf den Direktor und die Wärter und forderten die Entwaffnung aller Wärter sowie die Auslieferung der Waffen. Nach der Weigerung des Direktors entspann sich ein blutiger Kampf, der sich im Gefängnishof fortsetzte, wo die Sträflinge die Tore zu stürmen versuchten. Auf den Befehl des Direktors, der sich in der Gewalt der Aufrührer befand, fein Leben nicht zu berücksichtigen, schossen die Wachen von den Gefängnismauern in die los- gelassene rasende Meute. Nach einem halbstündigen Gefecht konnten die Gefangenen wieder unter Kontrolle gebracht werden. Ein Wärter und zwei Zuchthäusler wurden getötet. Der Direktor erhielt lebensgefährliche Stichwunden in den Unterleib, während sieben Sträflinge schwer veletzt wurden. Englische Polizeitruppe in Südafrika von Eingeborenen überfallen. Aus Johannesburg wird gemeldet, daß eine Bande tobender Eingeborener in Vereeniging-Di- ftrift eine Polizeitruppe überfiel. Drei Polizeibeamte wurden dabei getötet und einer schwer verletzt. Nur unter Anwendung der Schußwaffe konnte die Truppe den Rückzug zum nächsten Polizeiquartier antreten. Im Verlaufe des Kampfes wurden mehrere Eingeborene verletzt; ihre Zahl ist jedoch nicht bekannt. Der britische Kriegsminister im Deutschen haus der Weltausstellung. Der britische Kriegsminister Hoare Belisha stattete in Begleitung seines Staatssekretärs, ferner des stellvertretenden Generaldirektors der Ausstellung, des stellvertretenden Protokollchefs des französischen Außenministeriums, des belgischen Gesandten in Budapest und dessen Gattin dem Deutschen 5) aus auf der Internationalen Ausstellung in Paris einen Besuch ab. Die Gäste besichtigten ausführlich Halle und Terrasse und äußersten sich sehr anerkennend über die deutsche Abteilung der Pariser Weltausstellung. Minister Hoare Belisha widmete seine besondere Aufmerksamkeit den ausgestellten neuen Werkstoffen sowie der Fernseh- Sprech- und Fernkino-Einrichtung der deutschen Reichspost, die er sich beide vorführen ließ. Ieitschnffen. — Im Zeichen der Katastrophe am Nanga Parbat steht das Septemberheft der Zeitschrift des D. und Oe. Alpenoereins „Der Bergsteiger". (Verlag Bruckmann, München.) Neben ausführlichen Berichten über den Verlauf der Kundfahrt enthält das Heft eine kurze Biographie der einzelnen Teilnehmer. Lebensfrohe Bilder von den ersten Wochen der Expedition und prächtige Ansichten des Himalajariesen Nanga Parbat nehmen einen Teil der Kunst- drucktafeln dieses Heftes ein. Darüber hinaus bringt das Heft eine Reihe weiterer Beiträge, von denen die Felsgeher eine Arbeit „Auf Welzenbachs Pfaden" und Berichte über Neufahrten in der Brenta besonders interessieren werden. Dem Heft ist ein Farbbild der „Guglia di Brenta" von A. Holzer beigegeben. Hochschulnachrichten. Professor Dr. Gustav von Bergmann, Ordinarius für innere Medizin an der Universität Berlin, wurde zum Ehrenmitglied der Gesellschaft der Aerzte in Gent ernannt. Prof. v. Bergmann, der früher in Marburg wirkte und seit elf Jahren als Ordinarius in Berlin lehrt, ist ein Sohn des berühmten Chirurgen Ernst von Bergmann. Dr. Gustav Jungbauer wurde zum Ordinarius für deutsche Altertums- und Volkskunde an der deutschen Universität in Prag ernannt. Jung- bauer habilitierte sich 1922 in Prag und wirkt seit 1933 als Direktor des Prager Seminars für deutsche Volkskunde. Professor Dr. Ernst Braun, Extraordinarius für Psychiatrie und Neurologie an der Universität Kiel, wurde zum Ordinarius für Psychiatrie und Neurologie an der Universität Rostock ernannt. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Großwetterlage hat zwar eine Umgestaltung erfahren, aber noch keineswegs eine durchgreifende Aenderung gebracht. Mit der Anfuhr subtropischer Warmluft aus Südosten hat sich der Schwerpunkt der Wirbeltätigkeit zur Ostsee verlagert, was für uns zunächst eine verstärkte Ueberflutung mit kälterer Meeresluft bedeutet, wobei sich die Niederschlagstätigkeit auf Schauer beschränken wird. Darüber hinaus sind ausgedehnte Niederschläge wahrscheinlich. Aussichten für Dienstag: Wechselnd bewölkt mit einzelnen Niederschlagsschauern, bei lebhaften Winden aus West bis Nord für die Jahreszeit zu kalt. Lufttemperaturen am 19. September: mittags 12,6 Grad Celsius, abends 11,5 Grad, am 20. September: morgens 9,5 Grad. Maximum 18,8 Grad, Minimum heute nacht 8,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. September: abends 14,2 Grad; am 20. September: morgens 11,8 Grad. — Niederschläge 5,3 mm. — Sonnenscheindauer 3,3 Stunden. Hauptschriftletter: Dr Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Deck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 37: 9090. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckeret R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf mehr Zur Zeit fft Preisliste Nr 3 nnm 1 Juni 1935 gültig. Frau Marie Weber, geb. Pfeil im 64. Lebensjahr. Gießen (Marktstraße 15). den 20. September 1937. 04644 * Samstag abend entschlief sanft meine liebe Frau, unsere gute Mutter. Schwiegermutter und Großmutter Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 21. September, nachmittags um 2% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Weber. Mahnung. Die Beiträge für den Wonat August 1937 derjenigen Arbeitgeber, die von der Kasse Rechnung erhielten, sowie der freiwilligen Mitglieder können noch bis zum 25. September 1937 ohne Kosten bezahlt werden. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung evtl. Zwangsbeitreibung. Für die Arbeitgeber, die die Beiträge selbst nach dem wirklichen Arbeitsverdienst berechnen, gilt die gesetzte Frist bis 25. des Monats nicht. 6105D Allgemeine Ortskrankenkasse für Stadt und Landkreis Gießen. (Sine Offenbarung für jeden Tierfreund! IMIßelWBtfllflOö Eine allgemeinverständliche Darstellung der Forschungsergebnisse über das Seelenleben der Tiere mit vrattiichen Periuchsanleitungen von Tr. Werner ?kifckel, Leiter der Forschungsstelle für Tier>eelen- unde am Westfälischen Zool. Garten au Münster 140 Seiten mit 100 Abbildungen, in Leinen geb RM 3.60. — Fn ieder Gießener Buchhandlung erhältlich. Hugo BermüBler Verlag, Berlin MlerWk !II!IIIIIIIIIIII!IIIIIIIII!!IIII!II!I!II!IIIII!III!I!IIIII!!!IIIII!IIIIIIIIlIII!!IIIMIII!l!l I Vermietungen | Geschäfts räume zu vermieten Diezstraßell bestehend aus Büro,Lagerkell.. mehreren Lagerräumen m. Verladerampe, Garage und großem Hör. i2ieD (|bt. Jnderfhal. Weingroßhandl. Gießen Seltersweg >5. Mietgesuche Angestelltersucht 2-Zimni.-Wohnung (3Personen)zum 1.oder15.Oktob. in Gießen. Schr. Angeb. u. 04643 an d. Gieß. Anz. MeineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tcmienden beachtet unb gelesen. Stellenangebote >gen müllen zur Ver- leidung von Verlusten Hf der Rückleite -Raven und Anschrift des Bewerber- tragen I nillllllllllillllllllllllli Keine Zeugnisse in Urschrift onvern nur Zeugnis» chfchrtften dem Be- verbungSlchreiben bei» egen, — Lichtbilder )e ab sofort Bauschreiner 04648 Tüchtiges für Haus u.Wirtschaft ver sofort od. 1.10. gesucht F. Engel, Buderus-Haus, Hirzenhain, Ooerh. [6067D Wegen Erkrank, des jetzigen, wird zu sofort oder 1. Oktober tüchtig., erfahrenes IWto das kinderlieb ist und kochen kann, mit guten Zeugnissen ges. emo Guter Lohn und beft.Behandlung Dr. Rottmann Hessenstraße 10. Gesundes, kräftig.,i.Kock)en und Hausarbeit erfahrenes Rädchen zum 1. Oktober gesucht. 04645 AmtögerrchtSrat Schudt Gartenltr. 14 I. Atündltch können Sie e§nur wenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen NSW« Mti uni Ito nach der Naturschutzverordnung vom 18. März 1936 (RGBl. I Seite 181) und den ergänzenden Besttmmungen, ausführlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o. ö. Prof, der Recht- und Reseren im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Die beiden Verfasser des vor kurzem er- schienenen Kommentars zum Reichsnatur, schuhgeseh haben hier auf Grund ihrer lang, jährigen Erfahrungen und ihres weitgehen, den Einblicks in dos Werden der neuen Na- lurschutzverordnung, die nun für das ganze Reich gilt, die Verordnung und alle dazu- gehörigen bisher erschienenen Ergänzungs. bestimmungen nach juristtschen, Verwaltung», technischen, wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten ausführlich erläutert und geben damit jedem eine gründliche Aufklärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur überhaupt, sei es beruflich oder als Liebhaber und Naturfreund, in Berührung steht. Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Tier- und Pflanzenfreunde, nicht nur lkrzieher, Richter und Rechtsanwälte müflen über die Fragen des Naturschutzes unterrichtet fein, sondern auch botanische Vereine, Naturalien» u. Herbarien-Handlungen und Lehrmittelgeschäste, Präpara- toren, Ausstopfer, Pflanzensammler, Schmuckreisig-Verkäufer, Kranz- bindereien und die mit der Überwachung der Märkte beauftragten Beamten, Feldhüter, Polizeistellen usw. - Bestellungen durch alle Buchhandlungen. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde SfiDfllinos- vslemln sucht Stelle für den 1. Nov. 1937 Fränl. Hüde Gräf, Heidelberg, Uferftr 70. «iotD Tüchtige 6113D WsgMll im Kochen bewandert z. 1. od. 15. Oktober ges. Klenker Damen- und Herren-Salon Seltersweg 16. | Verkäufe DKW.. Meisterklasse in beft. Zustand zu verkaufen. Zu erfragen in der Gefmästsst. d. Gieß. Anz. 04842 Großes 2 fettiges Stehpult (mit Schränken), kleinerer glatter Schreibtifch.zwei Schreibmafchin.- Tifche,2gr.Tische (Packtaf.),versch. Regale, billig ab- aug.b.Töpehnann, Hindenburgw. 5, Gartenh. 04 »47 Oie glückliche Geburt einer Tochter zeigen hocherfreut an: Or. Münch und Frau Hilde, geb. Pascoe 18. September 1937 z. 3. St.-Fosephs-Krankenhaus 6110D Einspaltige Kleinanzeigen werden zum er» mäßigten Grund» preis von 5 pf. für dteMllimeier» leüc veröffentlicht Verschiedenes Welcher Piivat- Kindertiarten (Näh Nahrungsberg )nimmt zwei Mädchen von 3 und 5 Hahr. auf? Schr.Angeb.unt. 6111Da.d.G.A. Die Motorradfahrer, d. gestern früh a. d. Str. n. Steinbach einen Lodenmantel an sich genomm. haben, werden gebeten, denselb. a. d. Fundbüro abzugeben. «4,4« vornehrm Geschmackvoll! Persönlich I Oleee drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache oietet Ihnen in zehi- relohen neuzeitlichen Ausführungen ecwle Papieren einiget die Brühl’sche Druckerei 1 Schulstr. 7. Buf 2251 LICHTSPIELHAUS Ab heute Montag Nur 3 Tage Adele Sandrock t Gedächtnis-Vorstellung ieTenölische Heirat« mit Renate Müller 6103 A I Adolf Wohlbrück I Hilde Hildebrandt, Georg Alexander I Beiprogramm • Fox-Ton-Woche. Tilgt 4,6,8.80 I ä ««b 54 der ," N. 115 bri"t h i d-n^ !ßS A '1* •* 41 Holzer >Wat ,«kidb ’M- kg. "Wf em Sohn egmann. !m. Drbina, kskunde an 'nnt. 3ung. ..w'ttt seit mr deutsche Ordinarius Universität Patrie und ■ ernannt Frankfurt mgestaitung -chgreisenüe ^tropischer chwerpunkt was für rg mit kill' die Nieder« wird. Dar« Kge wahr» iech^elnd be- :rn, bei leb« die Jahres- mittags 12,6 I. September: ld, Minimum ren in 10 an 2 Grad,- am Niederschläge lnden. 'im Wange, krnst LI um« r die Bilder: ins Dhyriot; . Anzeigen« Inhalt der 1. 31-. W. tälsdruckerei onalsdezugs« ^uflellgebühr, nzelverkaufs« Zf., mit der |I 1935 aflltlfl. * itoe 6H0D ir 3 Tage HyMavjs' fis@ ii^ä SS r-> o HD E E 3 « o -O E Q- o o rq c o ö?: «5 £(S) • O »tä 3© p sg\o 3 e p.— 2 qD'*c' ■© 8> CD^ 2 «.3 3 , - O,s 2 £ ZA 3 ‘6'-° |S ^-2 s£> -2-° O .2 3 3-0 SJ3 K Q 3 o- S> 3 p |xr» C ob 3 3 _ 3 ji. BZ «'S'L l='l S o «.'S £ 3 p 3 o 3 p sP O 3 3 3 «-D 3 3 3 3 3 «St 3 3 E 3- o. 3 A) P "8)^* « p 81 3 -ß P *> 5? *3 •— 3 E K ’jO 2.3 :2£ 31 3 3 K *~\3 .3 ° 3 o 3> L'b 8^ .2'S' "3Z^ H o E Zp 2 'S* 3 3 35 .. 3 3 .. 35 : 3 3Z ___ >35©-® - 3 '8\Ae^.« p E £3- 3 «- 3 — 3 8^3 « £,0 ~8 jQ u— liQ'O' 3.0 o 3 W LL 3 2 3 312 ^3*2 J5 O " 3 p 4) w 2-‘ — ■£> N E ® .8-2 3 3" 3 - Ü p >_> *» .3 O -' 3© 3 Ä4 -3 a- 2 ?- RZ e o Q <3 K) <3 S) E © 3 o p 35 3 ; -3 3 P 3 3 'S' 3 E 3 o 35 3 © .3 3 3 “3 35 3 3 e 3 L <9 E 3 O,Z^ 4J 'O 8 .-Z MO u 05 ^E 3 S o^_ —'S? Z.Z _ 3° o « "O 2 3*3 3 E - o 2-0 ^3 'S *8 Etio 3 - -Q c: 3 Ü 8 Q 'S 3 Vp- 3 SB 0 w 3 • - 3^ SL p 'S 2-Z 'S- . b W o 3 3 to 3 Q B^8 M-LZ ."3 IÄ2 o 3 ^E 'S" 3 "3 3 AA S E E 35- 3 . ©; O 3 3 S 3 _ 3?l. 'S L 3 .'S |S -o 3 3 D 3 2 3 W g 3 2 •'S' g 2 «2 -o - C. T3 o »-* X 8 • • — 2 «®* L«- 3 =3 5 v 0 •« o L> fc—1 ä *-* O _ .8 3 p 3««’ 8 3^3 3- =1 = s §-£■ C5**’- O tQ-'z 0 2: *2 3 1 KZA- "Ao 8 E 3 Oft -3 uQ ** „ A- 3 30 s; 33 2i 3 SO D Ü 4) *■ *■ * ■3 Et 3 C5 4) " "!• ü -0 3 .3 §>^o J- g 3 3 srs 3 2. S" 3 o 33 _ 3 3=0^ O L'Z 88 o 2 w *e .-3 3 3 £■2®- 3 -A- q o 3 d A Stto2 ^"3 3 Z-8 M§d3^'ß3^ 3 3 3.2 3 .§ 3 0 ~ 3«.^.3R^L vO^uO 3 3 3^3- EO^S^I "^Z-Lo 3B GZ-^3 4J o___ 3 Q o 3> *3 *3" 0 'y* r-> 1—1 cd 3^.3 E^O o _ .2 sS^<9s:2 Z K.2 - - — » -o E 3 3 . LA 25 s» *-» 3 'S3 2 2.2 3 3 3 3 tj « «Tr P 3 8 K — KoZ 8 §7 CL> - p >-- *C _A sp-.S“ O :3 3 SZ---G2« L-K8Z STS^E K Z sE> ost o 3ä «L> -A- V o P 3- CQ CJ 80® -o w o M —- 35 3 .sf« f§? ® E"5 . O •-3 2 3 3 3.8 D w «8 " o S? 3^e E 3 3 3.2 CD*- 3 . - 3 "a- 2 5 CQE E L- 3 * 0 -O P Ep -KA.8 'S 8-3 rL o E;5 iS 3 X> 3 u_ 3 o. 2 p 2 3 <5 3 -°8 5= 3 - o e Q = 8 ‘S’^S 8 2 ^8 2 P- 35 3 (9 § A . a5? o g> 3 P- 3 3 g 3 . 3 3 S-oSP o o P q. 2-- g 'S">£-2- lTLo <4> 2 o o P p "p7 ZZ.3Z.88 13 ^5| OZ 3 «. o © s = p - S2<1 E3ZZ8^S 35$ 3 2 — -..2-332.80 35. 3: 3 : *3 3 8 E 2 5 = 5 Ssg 3 8' o o '<&£ 3 «3-> :© ö. O. 3-^ 3^2 ZN 8 -8 Q** 35 3 p 3 8 o . s;N 3 . CQZ 3^8" S-Sj "S-E-E o 3 O •— <3 P 35^^ --» O - -P 7.N ß E-8 8 2^ = fE-'S3? P -— 3 ■g «3 E w s 8 o E Lg i 2 S ® 'S LZ . g p 2®^ 2.2. 338 O 3*2-2 p -— 2 2 ° 3 3,0 3 3= 3® = p 3, 3 2" E 3 ’S1 o 3 dE K B- -S2-S -- an-P 8 = 3 „ 3 E88p -- 3 3 3-E y 2.-» ^.2 O JD s|s 3 p 8 p 3d ZK <9 ■ 8.8 s E o 8 8 3 ®c3 x> 3> w *» 3 3 «f? s£> «3 M N CD « P P 3 rr 0» 'S o 2 3 3 M P N 3 p •33 P S a 3 <5 2 2 M -«> -o N -o 2 3 2 2 0 I 5 3 3/ 3 o CO D Z § 3 (5) P. ;3 2 - " o -»e D= *50 W. H <0 CD S 3 p 3 $8 -5’ G D CD S D g P 5" 3 3 3 S CD d 3 =T D D __ P 3 » S M3 3 3 » S*Ce *? Cd >£» Ij 3 5. S J2, 3 d p S85 o — f» n d D « g?Q g 5 D er S 2 ©-n 3^2§L P *” ri- 3 CP g <5* « n> 1D 5^13 'tS'H,' ' D - 2 «* -L- -=t G- G er « 2, o o' G Gl-G •er S’* Z G S D p 5 -7° ~3 ~ d 2.L, 2 Wa —• <$u 3 3"- 3'« G- o 3" d S S'S'x -• ä ä 53 d 5f 5^- 2-P , o"" 5' -^> <50 d =$ 3 h 3 3 r o G! 'S S -5b ;d- E< 'DO 3 o cpD " TT-ti D -■ --! C D D= <5o D^G! — o 3 e 3 o. 5"' 2 o er 2C E 3 o o —r. IJU—" ?E«S ©2“ cp§.d Ö 'S D --> " o tt'rt 3 ~ -5 5 D»K g • g TO o O q- (s) " er D d q* hiWW- <Ö»^’ ss- 3. 2. -•fi' 5*cr 2 d ' ^3 o p S P OM _■ ö E 3:"g'S' «2. 5 C: 2.«« 2 S" a- " 3_ o" Cr?2 5* r--Z 3 en «« 2 S-L g-2.5 3’ 2.g> S 6) A 3 ■q-g rt P D 3 *• Q, a—'S 2 ' C 2 *c G ■S3 2.” s 3 «’S ■2 5- C?= D _ ->- D — 215^ K^3 2ef 3 «-* - _ w w CD <->’—' v O 6) -2.S £r> VÄ» § c '.Z 3 - 3'L ; O CTi o a ' 2 P 3- 3- d 3 “5 § =" ö * O"» Wo 3 g, 3 2.^-0 1 3m Trais gelcs diesa ontm AM Trok der Scho Witt Ar Hein mit Kilo' Zeit 9 har Eir lich SEEZ6) — h ro cl ■—G o ssa'o epo d 2 3 cpto.2 3 ä 2 CP 5 G 2 3 S. O\2 D GQp D -SS 5 6) ■ P 2. D D 3‘M ;®2-e» .25® p 8 <5o 5-® &? d'cp B = G 5 3 (TS ä *50 CD M a« © ~ (s)-=p g<5> 3 3 a 3 G) ra c 2 © D 3 (5 aa 3 s s S'S' :. o 3 ■ s G ~r '-' d 2 3 5 p«&' a* s ?* s ödS- s® 5 äs'.« JS»"C¥?- //j ÖÄW©?3!ä D «'S'®’ Ä-C für O (Ö ■S' Z 2 WB ^SS1 5.2 3 ° O c G ° ° ra ~~ — •* 3 D 3 §3 q e* ®d a a 3 o Ö MP'S’ 3 * 5 « es M Z WL e S* 2 3 ? S'G' Sei chend schien stütze auf, tore wäre untei errei Stu1 ntz übe: strel 'M schar Scho der j dem Schc dem was sich löste Platz den wagi "S »5? D g W 6)3 a ä6)©^6)$2 ra _Nach Streich, S v 3r Meile, miet" ihren Felde, ■ leiden 'hre Ä und 1 besond erricht. E^ssssZT o cs3 5 "§S* 5 d B 3&- ^-3 5-5 6)ä 5 2 2 qen 0ä| Aus aus wies Volk Silb mit Da rem unfe: Mi einen Renn man und l Dank, imme mit d Franl Liedei & 2.^-5 Z r»*o PDF IcS-^ S?§5s .Ml enntni5 Ö3. $Sd 3’|- 4-aefel -6t t ;een5q I bra »bete ( M d ?-5 ein Nester Agentz Ader $ CS D y e>|a " - 6) -rZ 3 L ä- 3 -• 2 a3 ■f«n3 ter" ai 3L ss^Z ■2 e ^cs%• ■5 § ?Z. 2 5^-V»- q-^as H e CS3 5 3 P }3» ®o§ s ess 3 «cp 5 g § Ö3 3 sr §Z ro D o 3 g 5 --aö r Ke u Heater M*tn ‘Holen P au|i « i ?lnne, , es Dich denen bchor, "erkörpe Lcpu e^-o 3 5253 3ZZ§? « 2..q.5 - _ ®>3’2 p 3 ; 8§2,a’3 3 Z >-• D or ~t ** eo — —3 a E §L?3 2.3 2 -^3 « G G C: O D d" D 3 CD G G" 3 3 3 3 H 3 3 s 3 :-5 3 3 3 'ÖD 3 3 3 3 D 3 LU GaxK. Nr.Zly Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheften)Montag, ZV. September (957 ,/Huni> um Schotten" vor 50000 Zuschauern. Fleischmann auf NSLl. Schnellster des Tages. Ltm die Meisterschaft in den beiden Seitenwagenttaffen. Das Abschlutztraining am Samstag. Im Gegensatz zum Vortag war dem zweiten Training auf den) Schottenring wesentlich günstigeres Wetter beschieden. Wenn man trotzdem auch diesmal nicht an die Bestzeiten des Vorjahres herankam, so lag das an den starken Winden, die die Aufgaben der Fahrer naturgemäß sehr erschwerten. Trotzdem blieb man diesmal in allen Klassen über der 100-km-Grenze, ein Zeichen dafür, daß der Schottenring schon schnelle Rennen zuläßt, wenn die Witterungsvoraussetzungen nicht entgegenstehen. Am besten schnitt in der Halblitsrklasse wieder Heiner Fleischmann ab, der diesmal die Runde mit 8:20,3 mit einem Stundenmittel von 115,7 Kilometer zurücklegte und damit auch die schnellste Zeit des Tages fuhr. Willkommtrunk der Stadt Schotten. Rach altem Brauch versammelten sich im Rathaus die Rennfahrer und die Rennleitung, einer Einladung der Stadt folgend. Der Saal war festlich und farbenfroh geschmückt. In herzlichen, launigen Worten begrüßte Bürgermeister M e n a e l die Gäste namens der Stadt, streifte den mächtigen Aufschwung, den das Rennen „Rund um Schotten" aus kleinen Anfängen heraus genommen hat, und wies auf die Bedeutung des Motorsports für unser Volk und seine Wehrhaftigkeit hin. Aus den alten Silberpokalen der Stadt kredenzte er den Gästen mit den besten Wünschen perlenden Wein. Dr. Dambmann (Schotten) widmete den alten Fahrern, die z. T. seit einem Jahrzehnt stets wieder zu unserem Rennen kommen, wie Kahrmann (Fulda), Wey res (Aachen), Koh fink u. a., einen besonderen Willkommensgruß. Im Namen der Rennleitung übermittelte Obertruppführer Dienemann (Berlin) den Dank der Gäste an die Stadt, und Rennfahrer Weyres (Aachen) sprach herzliche Dankesworte für die alten Rennfahrer, die gerne immer wieder nach Schotten kommen, der Stadt, mit der sie alte, treue Freundschaft verbinde. Ein Frankfurter Gesangskünstler fang unterhaltsame Lieder, die die freudige Stimmung erhöhten. Zuschauer strömen heran... Der Tag des großen Rennens brach vielversprechend an. Klarblauer Himmel und strahlende Sonne schienen den Tag bestimmen zu wollen. Schon zu frühester Morgenstunde brachen viele der Zuschauer auf, die an diesem Tage bei der Schlacht der Motors dabei sein wollten. Als die Sonne aufging, waren schon Tausende mit ihren Kraftfahrzeugen unterwegs, um von weit her den Schottenring zu erreichen. Der Strom der Kraftfahrzeuge wurde von Stunde zu Stunde stärker. Gegen 7 Uhr morgens riß die Kette der Fahrzeuge kaum mehr ab, die über Lich und Laubach dem Städtchen Schotten zustrebte, oder über Grünberg und Ulrichstein die Poppenstruth (als einen der interessantesten Zuschauerplätze) zum Ziel hatte. Je mehr man sich Schotten näherte, desto dichter wurde der Strom der Fahrzeuge, und die Straßen waren erfüllt von dem Lärm der Motore. Die Rennstrecke „Rund um Schotten" war zu einem Mittelpunkt geworden, zu dem sternförmig aus allen Richtungen die Menschenmassen heranströmten. Dicht vor Schotten staute sich der Strom der Fahrzeuge, und erst allmählich lösten sich die schier endlosen Kolonnen an den Parkplätzen auf. Ueberall an den 16 Parkplätzen standen Hunderte von Motorrädern und Personenkraftwagen und bildeten auf ihre Art eine Heerschau. Zahlreiche Omnibusse brachten Tausende von Volksgenossen nach Schotten. Im Städtchen selbst war in den gestrigen Morgenstunden ein Leben wie in einem Bienenstock. Ueberall in den Seitenstraßen standen die Kraftfahrzeuge, in allen Höfen und in allen Toreingängen stanken die Motorräder der Sportbegeisterten, die zum Teil Hunderte von Kilometer weit her gekommen waren. Bald war die Rennstrecke von den Zehntausenden gesäumt, nachdem viele Zuschauer mit Sonderzügen der Bahn Nidda—Schotten, viele Fußgänger und auch viele Radfahrer angekommen waren. Besonders stark war der Abschnitt zwischen Schotten und Götzen besetzt. Dank der vorzüglichen Organisation und des aufopfernden Einsatzes der 1000 NSKK.- Männer der Motorstandarte 147 und der Kameraden der Arbeitsdienstlager Eichelsachsen und Babenhausen II vollzog sich der Zustrom der Zuschauer in bester Ordnung. Auch die Gendarmerie, die mit starkem Aufgebot erschien, setzte sich vorbildlich ein. Kaum daß ein hartes Wort zu fallen brauchte. Gespannt harrte man der Rennen. Flaggenhissung am Start- und Zielplatz. Ein ungemein buntes und reizvolles Bild bot sich am Start- und Zielplatz. Fahnen flatterten im Morgenwind und leuchteten in der Sonne. Die Werbebänder der Industrie brachten viel Farbe mit. Eine angeregte Menschenmenge säumte den Platz. Zahlreiche Ehrengäste hatten sich eingefunden. Die Uniform beherrschte den Platz. Gauleiter Sprenger, der Schirmherr des Rennens, nahm lebhaftesten Anteil und verfolgte die Rennen des Tages mit großer Aufmerksamkeit. Zahlreiche Vertreter der Partei und der Behörden waren erschienen, überall sah man die Angehörigen des Stabes der Gruppe Hessen und der Obergruppe West des NSKK., die sich mit großer Aufmerksamkeit den Gästen widmeten. Manches herzliche Wort wurde mit den Fahrern gewechselt, die den Kameraden von der ONS. ja alte Bekannte sind, die sich bei jedem Rennen immer wiedersehen. Den Auftakt der Veranstaltung bildete die großartige und außerordentlich disziplinierte Auffahrt des Lehrsturmes Frankfurt der Motorgruppe Hessen, der mit Solo- und Beiwagenmaschinen über die Strecke ging und starken Eindruck machte. Am Startplatz wieder angekommen, formierte sich die motorisierte Einheit zu einer Paradeaufstellung, und der Obergruppenführer Se y d e l und Gauleiter Sprenger schritten die Front ab. Anschließend trat man sofort zur feierlichen Flaggenhissung an. Unter den Klängen des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes wurden die Fahnen gehißt. Start. Schon zur Flaggenhissung standen die Ausweisfahrer der drei Klassen startbereit mit ihren Maschinen auf der Anfahrtbahn. Nachdem die Rennleitung angekommen war, die- die Strecke noch einmal überprüft hatte, fiel der erste Startschuß. Ein ohrenbetäubender Lärm erfüllte für Sekunden den Platz und in wenigen Sekunden waren die Ausweisfahrer der Klasse C (nicht über 500 ccm) den Blicken entschwunden. Das Rennen hatte begonnen! Drei Minuten später gingen Fahrer der Klasse B (nicht über 350 ccm) auf die Strecke und Berufscrziehung schon in der Schule. Oie Arbeit des Amtes für Berufserziehung in der DAI. im Gau. LPD. Frankfurt a. M., 18. Sept. Die Hauptarbeit des Amtes für Berufserziehung in der DAF. erstreckt sich auf die Wintermonate, in denen bis zu 900 Berufserziehungsmaßnahmen monatlich durchgeführt wurden. Die Berufserziehungsarbeit widmete sich zunächst den Jugendlichen, die noch nicht im Berufe sind, teils, weil sie keine Stelle finden konnten, teils, weil sie noch nicht wußten, welchen Beruf sie ergreifen sollten. In allen diesen Fällen wurde die Berufserziehung so geleitet, daß die Begabung für einen bestimmten Beruf ermittelt werden konnte. In den Werkstätten der DAF., wie sie schon in Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden, Limburg unö Offenbach eingerichtet sind, müssen die Jugendlichen einfache Arbeiten in Papier, Holz, Metall und Textilien unfertigen. Daraus läßt sich dann die Begabung ermitteln. Diese vorbereitende Arbeit, die lediglich dazu dient, die Berufseignung festzustellen, soll in die letzte Klasse der Volks-, Mittel- und höheren Schulen verlegt werden. Diese außerordentlich bedeutsame Erziehungsmaßnahme wurde zum erstenmal in unserem Gau angeregt und erstmalig in Gießen, Darmstadt und Pfungstadt im August eingeführt. Das Lehrpersonal hat vorher eine diesbezügliche Ausbildung erhalten. Diese Verlegung der vorbereitenden Arbeit in die letzte Schulklasse soll nunmehr im ganzen Gau Hessen-Nassau durchgeführt werden. Eine weitere Einrichtung des Amtes für Berufserziehung in der DAF. ist die Vorlehre, die unmittelbar für den Beruf vorbildet, und die vor allem für die Betriebe von Wichtigkeit ist, die keine Lehrwerkstätte haben. Die Vorlehre wird in einer Gemeinschaftslehrwerkstätte durchgeführt, wie sie jetzt in Frankfurt errichtet wurde. Hier wird praktisch das vermittelt, was im Betrieb 'nicht gelernt werden kann. Die große Anzahl der Berufserziehungsmaßnahmen für Erwachsene teilt sich in betriebsgebundene und in überbetriebliche Maßnahmen. Beide dienen der beruflichen Weiterbildung und Leistungssteigerung. Die überbetrieblichen Maßnahmen, die sich meist auf fachliche und spezielle Gebiete erstrecken, werden in Lehrgemeinschaften durchgeführt, wie sie schon jetzt in Frankfurt, Gießen, Hanau, Limburg, Mainz, Offenbach, Wetzlar, Wiesbaden, Worms und Darmstadt bestehen. Darüber hinaus wird hier auch eine Vorbereitung für Meisterprüfung oder die Werkmeisterprüfung gegeben. Zur Ergänzung der beruflichen Weiterbildung werden Betriebsbesichtigungen vorgenommen und wirtschaftspolitische Studienfahrten gemacht, die zum Teil sogar ins Ausland führen. Eine besondere Arbeit des Amtes für Berufserziehung ist die Beurteilung für die Eignung zur Verleihung des L e i ft u n^g s a b z e i ch e n s. Denn gerade die vorbildliche Lehrlingserziehung ist ausschlaggebende Voraussetzung für das Leistungsabzeichen, das jeweils nur auf ein Jahr verliehen wird. //HI» erobert das Theater." Werbeveranstaltung für den Theaterring der Hitler-Jugend. Im Stadttheater trat gestern abend — zum zweiten Male nach der Uraufführung von „Bardo- wiek" — die Gießener HI. vor die Öffentlichkeit, ihren Kulturwillen zu beweisen, zumal auf dem Felde, auf dem die junge deutsche Generation am leidenschaftlichsten, sichtbarsten und erfolgreichsten ihre Kräfte erprobt hat: im Umkreise des Theaters und Dramas. Die gestrige Veranstaltung war im besondern als eine Werbung für den in Gießen neu errichteten „Theaterring der Hitler-Jugend" gedacht, und wir hatten den Eindruck, daß der Abend diesen schönen Zweck vollauf erfüllt hat. * Nach dem Präludio von Corelli, von einem Streichorchester der HI. und des BDM. unter Leitung von Hartmut Eberle musizierfreudig gespielt, sahen wir Goethes „Vorspiel auf dem Theater" aus dem „Faust". Intendant Schultze- Griesheim hatte selbst die Spielleitung: er zeigte mit Versatzstücken und Lampengalerie das Theater von hinten und deutete so den improvisatorischen Stil an, der diesem klassischen und dennoch zeitlosen Prolog allen Theaterspiels gemäß ist; er gab auch selbst, voller Verständnis und Tatbereitschaft, den Theaterdirektor, recht im Goetheschen Sinne, vermittelnd zwischen der ernsteren Stimme des Dichters (Hans Geißler) und den ungebundenen Tönen der „lustigen Person", die Peter «Schorn im Gewände des Arlecchino beweglich verkörperte. * Nachdem Chor und Orchester das herzhafte Bekenntnis „Nichts kann uns rauben" (Bröger, Spitta) zu Gehör gebracht hatten, sprach Jungbannführer Taeßler zu den jungen Kameraden und Kameradinnen, die das Haus bis auf den letzten Platz besetzt hatten: der Nationalsozialismus habe alle Lebensgebiete erschlossen, die Jugend schreite mit und brauche auch über den täglichen Dienst hinaus andere Eindrücke. Nachdem der Führer uns von der Kunst des Verfalls befreit habe, sei hier in Gießen als einer der ersten Städte in Deutschland ein Theaterring der Hitlerjugend errichtet worden. Die Jugend brauche und suche die lebendige Verbindung mit dem Theater, seiner Kunst und seinen Dichtern, ^ungbannfuhrer T a e ß l e r schloß mit dem Appell an alle Besucher, die Theatermüdiqkeit der Jugend .zu überwinden, und mit dem Dank an den Jnten- Sache der Jugend im Theater mit Rat und Tat gefordert habe. ♦ Intendant Schultze-Griesheim hieß darauf die jungen Kameraden herzlich willkommen: er hoffe, daß das Bild des wohlgefüllten Hauses sich recht häufig wiederholen werde. Das Motto des Abends — „HI. erobert das Theater" — bedeute einen großen Anspruch; es sei als eine Eroberung im höheren und allgemeinen Sinne zu deuten, — die Liebe zum Theater solle hier geweckt werden fürs ganze Leben; der Jugend könne das.Erlebnis des Theaters, bunt, vielfältig und voller Zauberkraft, nicht vorenthalten werden. Hier sei es ähnlich wie mit der Hausmusik, und wenn man heute auch eine Spielschar der HI. auf die Bühne bringe, so sei der Sinn nicht der, daß lauter fertige Schauspieler aus ihr hervorgehen sollen, — aber lauter gute und begeisterte Theaterbesucher. In solchem Sinne habe auch das kürzlich abgehaltene Theaterlager auf dem Gleiberg den Teilnehmern das große Erlebnis der Kameradschaft und der Gemeinschaft beschert. Die Jugend solle im Theaterring nicht Weltanschauung von der Bühne gepredigt bekommen, sie solle hier Begeisterung, Erhebung und die edelsten Güter deutscher Dichtung finden. Darum stünden gerade Klassiker auf dem Spielplan — aber nichts, was über das Verständnis des jugendlichen Hörers hinausreiche: also „Tell", nicht „Penthesilea". Aber das Theater solle auch Freude sein, nicht strenge Pflicht, darum werden überwiegend heitere Werke gegeben, Lustspiele von echtem Wert. Die Anmeldungen haben bisher ein höchst erfreuliches Ergebnis gezeitigt, der BDM. allein habe 450 Plätze abgenommen. Der Intendant schloß unter großem Beifall mit den Worten: Wir sind bereit und hoffen auf die Bereitschaft der Jugend! — Das Andante aus der Symphonie mit dem Paukenschlag von Haydn beschloß den ersten Teil des Programms. Nach der Pause gab es eine Reihe von Harmonikastücken, von Mädels und Pimpfen flott, lustig und taktfest gespielt; es war eine rechte Freude, und man hätte gerne noch mehr gehört. Dann kam die Spielschar zum Wort mit der erbaulichen und ausgelassenen Geschichte vom Pastetenbäcker, einem Schwankspiel nach Lope de Vega. Unter der Spielleitung von Günter Winkel waren die jungen Darsteller mit einer Begeisterung und Hingabe bei der Sache, daß sofort ein lebendiger Kontakt mit den Zuschauern hergestellt war, die mit Hallo und Gelächter die erstaunlichen Ereignisse zwischen den Kulissen begleiteten. Den sehr heiteren Abschluß bildete das Scherzspiel Aepfel unlerm Hut" von Hans Sachs, das wir vor einiger Zeit bereits in einer Morgenfeier erlebten. Die Aufführung, ebenfalls von Herrn W i n- k e l betreut, traf genau den drastisch-komischen und äußerst anschaulichen Schnrankstil des hochberühmten Nürnberger Schusters, und die Darsteller — Emmy Güngerich , Ernst D i t t m a r, Gerhard Frickhoeffer, Gert Geiger und Hans Seitz — hatten augenscheinlich selbst an der so unzart verunglückten Huldigung des verliebten Ritters Ra- bautz nicht weniger Spaß als die jungen Laienspieler zuvor. Besonders Herr D i t t m a r, der hier zum erstenmal als Prologsprecher 'auftrat, und Herr Geiger als bombastischer Troubadour gewannen sogleich die Herzen. — * So war der erste Abend des Theaterrings der HI. ein schöner, runder Erfolg. Das Haus war gefüllt von einer jungen, aufnahmebereiten und beifallfreudigen Hörerschaft. Und die Gemeinsamkeit des Willens und des Zieles aller, die auf und vor der Bühne an diesem Abend teilhatten, ist gewiß das schönste Zeichen eines neuen Beginns und die beste Gewähr für ein Gelingen des Planes, der das Theater der Jugend in unserer Stadt verwirklichen soll. Hans Thyriot. Ein Erdteil wird photographiert. Die Vereinigten Staaten von Amerika lassen sich photographieren. Jeder Fußbreit von ihren 7V2 Millionen Quadratkilometer Boden wird in Luftaufnahmen festgehalten. Schon summen die Flugzeuge über dem Südwesten des Landes, über Kansas, Oklahoma, Texas und Colorado, die Kameras arbeiten, und wenn in einer Reihe von Jahren die ganze Arbeit beendet fein wird, so wird eine Landkarte existieren, die in über 2 500 000 Bildern jedes Dorf, jeden Baum, jeden Bach des Riesenlandes zeigt. Die gigantische Aufgabe, deren Kosten .auf 30 Millionen Dollar veranschlagt sind, wird von drei Regierungsbehörden durchgeführt, dem „Soil Conservation Service", dem „Forest Service" und dem „Agricultural Adjustment Administration". Während in der Luft die Photographen in einer durchschnittlichen Höhe von 4000 Meter ihre Aufnahmen machen, werden gleichzeitig in dem jeweils photographierten Abschnitt genaue Angaben über jede Bodenerhebung und Senkung, sogar über die Beschaffenheit des Bodens zusammengestellt, und dieje Angaben werden in die Karten eingetragen. Jedes Schnappen des Photoapparates bedeutet eine Aufnahme von etwa 3,5 Quadratkilometer Landes und kostet der Regierung ungefähr 6,35 Dollar. Bei der Bewältigung der Aufgabe kommen, wie eine Schilderung des Verfahrens in „Populär Science Monthly" zeigt, die neuesten Errungenschaften der Technik zur Anwendung. Die Kameras, mit denen die Aufnahmen gemacht werden, kosten zwischen 4000 und 13 000 Dollar. Sie ruhen auf stoß- sicheren Gummikissen und können in Zwischenräumen von 6 bis zu 75 Sekunden ihre Aufnahmen bann folgten auch die 250 ccm-Maschinen. In diesem Rennen erwies es sich, daß der Nachwuchs im Begriffe ist, sich gut heranzuarbeiten. Die Zeiten aller drei Klassen wurden unterboten. Allerdings gab es auch zahlreiche Ausfälle. Eine außerordentlich gute Zeit erreichte in der Halbliter-Klasse der Dürener Adams auf BMW., der bei einer Zeit von 44:24 Minuten einen Durchschnitt von 108 Stundenkilometer fuhr. In der 350er-Klasse siegte D ahmen auf NSU. in der Zeit von 47:41 Mitnuten und 101 Stundenkilometer. In der Klasse nicht über 250 ccm war Gimdel auf Rudge der Beste mit einer Zeit von 50:02,3 Minuten. Die Rennen führte für jede Klasse über fünf Runden, also über 80,4 Kilometer. Die Ausweisfahrer hatten das Glück, die Bahn vollkommen trocken vorzufinden, so daß sie ihre Maschinen völlig ausfahren konnten. Heiner Fleischmann unübertroffen. Während noch die Ausweisfahrer unterwegs waren, zogen die Lizenzfahrer (350 und 250 ccm) ihre Maschinen an den Start vor. In der Klasse nicht über 3 5 0 ccm startete Fleischmann auf NSU., der mit allem Recht, insbesondere auf Grund seiner vielen bisherigen Erfolge und auch auf Grund seiner im Training erzielten Geschwindigkeiten, als Favorit gelten durfte. Der Nürnberger übernahm sofort am Start die Führung und gab sie nicht mehr ab. Vielmehr baute er sie von Runde zu Runde aus und gewann die acht Runden eindeutig in der Zeit von 1:08:13,2 Stunden. Das bedeutete ein Stundenmittel von 113,2 Kilometer. In der 6. Runde fuhr Fleischmann mit 115,3 km/st neuen Rekord. Ausgezeichnet gefiel auch der Sindelfinger H a m e l e h l e, der Fleischmann anfänglich einigermaßen zusetzte. Zum Schluß allerdings fiel auch er etwas zurück. Leider gab es einige Unfälle, die aber glücklicherweise leichterer Natur waren. Laß- mann (Saarbrücken) stürzte und mußte in das Krankenhaus gebracht werden. Vasen (Hambach) stürzte ebenfalls und erlitt einen Schlüsselbeinbruch. Von 23 gestarteten Fahrern erreichten 17 das Ziel Heiner Fleischmann wurde auf seiner letzten Runde viel gefeiert. In der 250er-Klasse gab es eine kleine Enttäuschung. Der erwartete Zweikampf P e t r u s ch k e und Wünsche (beide DKW.) blieb aus, da Pe- truschke wegen eines Vergaserschadens bereits nach der ersten Runde ausschieo. Wünsche lag aussichtsreich im Rennen, als ihn in der 5. Runde ein Kerzensckaden zurückwarf. Berger (Zobten) und Böse (Gotha), „Außenseiter" gewissermaßen, gewannen das Rennen. Wünsche holte sich in hervorragender Fahrt den dritten Platz. Um die Meisterschaft im Seitenwagen. Das Rennen „Rund um Schotten" brachte als Höhepunkt die Rennen in den beiden Seitenwagenklassen, die für die Meisterschaft gewertet werden. In der großen Seitenwagenklasse gab es einen Kampf zwischen Zimmermann (DKW.) und Kahrmann (ebenfalls auf DKW.) Zimmermann hatte durch einen raschen Start einigen Vorteil, den er auch während des ganzen Rennens halten konnte. Kahrmann blieb zunächst dicht auf, geriet aber nach und nach doch etwas in Rückstand und lag in der dritten Runde 41 Sekunden zurück. Später holte er wieder etwas auf, es reichte aber nicht mehr zum Sieg. Trotzdem ging die Meisterschaft an Kahrmann, und zwar auf Grund seiner vorhergegangenen Erfolge bei anderen Rennen. Kahrmann sicherte sich mit diesem Rennen zum fünften Male die Deutsche Meisterschaft. In der Klasse der Seitenwagenmaschinen nicht über 600 ccm kam der Nürnberger Böhm mit einem Durchschnitt von 96,6 Stundenkilometern zum Sieg. Schumann- Stuttgart auf DKW. war ihm allerdings ein hartnäckiger Konkurrent. Leider aber stürzte er in der letzten Runde, konnte jedoch weiterfahren und wurde immer noch Zweiter. Der Timachen mit 1Im bis Vioo Sekunden Belichtung. Die Filme für die größten der Apparate sind Rollstreifen von etwa 22 Meter Länge. Jeder von ihnen kann 100 Bilder im Format 22,5:17,5 Zentimeter aufnehmen. Eine Dunkelkammer auf Rädern folgt dem Flugzeug. Sie ist mit fließendem Wasser, Elektrizität, Kühlvorrichtung, Entwicklungsbehältern, Trockengestellen, Rahmen für Kontaktkopien und einem Vergrößerungsapparat ausgestattet. Wo auch immer die Operationsbasis sein mag, dieses rollende Laboratorium erlaubt es, Filme, die am Tage entwickelt worden sind, während der Nacht zu kopieren. Fehler in der Flugrichtung ober bei der Aufnahme werden auf diese Weise sofort entdeckt, so daß die Aufnahmen wiederholt werden können, bevor das Lager weiter verlegt wird. Das Verblüffendste aber ist, daß die meisten und sogar die besten Aufnahmen bei Nacht gemacht werden. Eine genale Verbindung von photoelektrischen Zellen, selbsttätiger Kamera und Blitzlichtbomben ermöglicht dies. Der Phtograph braucht, wenn er sich über dem aufzunehmenden Fleck befindet, nur auf einen Knopf zu drücken. Dadurch wird die Blitzlichtbombe ausgelöst. Ein Fallschirm öffnet sich und durch sein Ziehen an der Bombe wird eine Lunte entzündet, die das intensive Licht verbreitet. Dadurch wird wiederum ein elektrischer Strom in Bewegung gesetzt, der den Verschluß der Kamera in dem Augenblick auslöst, in dem das Licht am hellsten ist. Inzwischen schwebt die Blitzlichtbombe unter ihrem Fallschirm sanft zur Erde nieder und ist bei der Aufnahme schon aus dem Gesichtskreis des Apparates verschwunden. Di, wie gesagt, der ganze Vorgang mit Ausnahme des Drückens auf einen einzigen Knopf, selbsttätig abrollt, kann der Pilot gleichzeitig die Aufnahmen machen. Die neueste Kamera für Luftaufnahmen, ein Riese mit zehn Linsen, kann 15 000 Quadratkilometer mit einer einzigen Belichtung aufnehmen. Seit Monaten ist eine dieser Mammutkameras damit beschäftigt, immer wieder dasselbe Bild zu photographieren: den berühmten neuen Boulder- Damm und den See, der hinter ihm aufgestaut wird. Jedesmal, wenn der Wasserstand des Sees wieder unm sechs Meter gestiegen ist, steigt ein Flugzeug auf und macht eine neue Aufnahme davon. Dies wird fortgesetzt, bis das Wasser über den Damm flutet. Der Sinn dieser Maßnahme. ein genaues Umrißbild des Seebeckens zi« Indem das Wasser steigt, verändert r m des Ufers, die Linien, wo das Waff^ , ,r.' des Beckens berührt, stellen die U “e.rI/.7f diesen bestimmten Wasserstand dar. °"lzuat nach Beendigung der ganzen 2tufgaFinen- aufeinander legt, gewinnt man e 45/2146. Umrißkarte des ganzen Beckens, be durch ein Schnappen der Kamera g Aus der Giadi Gießen (Rudge) = 101,2 km/st. Bis 250 ccm: 1. Gimbel (DKW.) (DKW.) 1 (Nachdruck verboten.) 20 Fortletzung e3* ern der Sja Gu berx rum am baf Ne Du ein mii am eir bii ®ei Ian Dor Xai && Ö3 dui den ßat mei mt! Gr rei: och furchtbar, Stefan. Das ist doch ißvater. Allerdings ein recht ge- - wir es ruhig so auf. Es könnte Ehrlicher Witz werden, wenn ich : Achenbach wäre! Blut von bei- ater. Und ich denke, deshalb । mich verlassen." mir helfen können, Herr von klang wie eine zitternde Glocke. Fortsetzung folgt. auf ihn. „Werden Sie Achenbach?" Ihre Stimme -2 be: be; be de Bi Pel Be die Doi tur En frei fau Dm vor, W fr S)w mö etr mu un Na Die tm DOI ric v pell fen: „Ich werde die Untersuchung gleich nach Tisch vornehmen, Fräulein Hildach. Wenn Sie etwa anderweitig in Anspruch genommen fein sollten, kann Fräulein Bergner mir ausnahmsweise mal zur Hand gehen." Seltsam tonlos erwiderte Annelore: „Es wird nicht nötig sein, Herr von Achenbach. Ich werde es schon einrichten können." Er schien noch etwas sagen zu wollen, unterließ es aber. Gleich nach Annelores Weggang verschwand auch Fräulein v. Birkhammer. Es war selbstverständlich, daß es jetzt zu einer Aussprache zwischen den Herren kommen würde, und da wollte sie sich nicht erst unter irgendeinem Dorwand fortschicken lassen. Der junge Herr — Gott, man hatte ihn auf den Armen getragen, hatte ihn aufgezogen, ihn erst zum Menschen gemacht —, ja, er konnte einen recht unangenehmen Sarkasmus entwickeln, wenn man einmal so tat, als begriffe man nicht! Und darauf brauchte man es ja nicht erst ankommen zu lassen. Stefan war aufgestanden. Die Hände in den Taschen, ging er ein paarmal im Zimmer auf und ab. Dann blieb er vor dem Großvater stehen. „Schlecht geschlafen, Großvater, nicht wahr? Ich auch. Aber die Sache ist nun klar. Ganz klar. Ich tue meine Pflicht als Arzt, und damit ist die Angelegenheit erledigt. Wir können uns überflüssige nrrörte,M^'^np über das Thema also schenken." ~ y Achenbach war nicht so leicht Der Glanz der Wintersonne füllte das hohe, helle Ordinationszimmer. Gläser, Schalen und Instrumente blitzten in ihrem Licht. Aufrecht, mit unbewegtem Gesicht, stand Stefan, als Gloria von der Pflegerin hereingeführt wurde. Ihr Schritt war unsicher, ein rosiger Hauch der Erregung färbte ihr Gesicht. Mit einem vollen Blick umfaßte Stefan ihre Erscheinung. Das war nun die Frau, die ihm höchstes Glück gegeben hatte, um ihn dann zu verraten! Sie war schön wie damals, nicht einmal die gut verheilte Narbe über der Stirn konnte ihrer Schönheit Abbruch tun. Sie war heute sogar schöner als damals, war reifer, fraulicher geworden. Kein Wunder, daß der Konsul diese Frau über alles liebte! Für einen Augenblick wuchs etwas Drängendes in Stefan auf und ließ seine Schläfe dumpf klopfen. Er wollte es gewaltsam unterdrücken. Das war die Erinnerung — und an abgetane Dinge erinnerte man sich nicht! Regungslos, wie eine Statue, stand auch Annelore. Ihre Augen brannten und schmerzten. Es war nicht nur die schlaflose Nacht... Sie wollte diese Frau nicht ansehen und tat es doch. Wie schön sie war! Wie imponierend und berückend schön! Und wie gefährlich schön mußte sie erst sein, wenn ihre lichtlosen Augen wieder Glanz hatten! Wenn diese Augen wieder sprechen und locken konnten...! Mußte ihr nicht jeder Mann verfallen? Mußte ihr nicht auch der Mann wieder verfallen, der schon einmal in ihrem Bann gestanden hatte...? Annelore fühlte eine Schwäche in den Knien. Sie suchte Stefans Gesicht mit einem hilflos-verstohlenen Blick. Aber er hatte sich schon zur Seite gewandt und deutete stumm nach dem verdunkelten Nebenraum. Die Pflegerin führte Gloria hinaus. Stefan folgte. Mühsam raffte sich nun auch Annelore zusammen. Die Pflegerin drückte Gloria vorsichtig auf einen Stuhl mit Armlehnen und verschwand wieder. Die drei waren allein. Zwei Frauen und ein Mann! mußte Stefan wider Willen denken. Er schalt sich selber. Ein Arzt hatte anderes zu denken. -Kein Wort war bis jetzt gefallen. War es die Stille des dunklen Raumes, die sich Annelore so schwer auf die Brust legte? wohnung ist vorhanden; eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Schwarz, Kreis Alsfeld. Dienstwohnung ist vorhanden. Bewerber müssen das 27. Lebensjahr vollendet und die sonstigen nach dem deutschen Beamtengesetz erforderlichen Voraussetzungen erfüllt seinen Vertretungen beschafften oder gesammelten Lebensmittel, Kleidungs- und Wäschestücke, die un- entgeltlich an Hilfsbedürftige verteilt werden sollen. Unter denselben Bedingungen werden die Gaben auch mit den Kraftposten und Landkraftposten als Stückgut oder Poststück unentgeltlich befördert. Tod durch Brandwunden. Die über 70 Jahre alte Landwirtswitwe Dorothea Pauly aus Niederbrechen (Kreis Ufingen), die am Freitag mit schweren Brandwunden in die Gießener Klinik eingeliefert wurde, ist hier am gestrigen Sonntagnachmittag an den Folgen der schweren Verbrennungen gestorben. Die alte Frau war, wie gemeldet, dem Feuer im Herd zu nahe gekommen, wobei ihre Kleider in Brand gerieten. Ehe Hilfe herbeikam, hatte die Bedauernswerte am ganzen Körper schwere Brandwunden davongetra- gen. Dornoiizen. Tageskalender für INonkag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Unternehmen Michael". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die englische Heirat". Reichspost und Winterhilfswerk. Lpd. Zur Unterstützung des Winterhilfswerks des deutschen Volkes wird die Deutsche Reichspost, wie in den vergangenen Jahren, bis Ende März 1938 Postgut im Gewicht dis zu 7 Kilogramm mit Gaben für die Winterhilfe an allen Postorten zulassen, auch wenn vom Absender nur ein Stück eingeliefert wird. Das Postgut muß vom Winterhilfswerk oder seinen Orts-, Kreis-, Gau- usw. Vertretungen ausgehen, oder an sie gerichtet sein. Auf den Sendungen und den Postgutkarten ist der Vermerk „Gaben für die Winterhilfe des deutschen Volkes" oder „Winterhilfe" anzubringen. Als Gaben für die Winterhilfe gelten die vom Winterhilfswerk oder tel des Deutschen Meisters in dieser Klasse wurde dem in Schleiz tödlich verunglückten DKW.-Fahrer Braun zuerkannt. Zwei Runden im Mercedes-Benz-Rennwagen. Ein besonderes Schauspiel wurde den Zuschauern vor dem letzten Rennen geboten. Der Frankfurter Nachwuchsfahrer der Mercedes-Benz-Werke, Brendel, führte den 50 000 Zuschauern in einer begeisternden Fahrt den Mercedes-Benz-Rennwagen vor, einen der „Silberpfeile", die den Namen des deutschen Werkes weit in aller Welt berühmt machten. Brendel fuhr zwei Runden und bereitete damit allen Zuschauern eine große Freude. Fleischmann siegte auch in der Halbliterklasse. Im letzten Rennen des Tages gab es noch einmal Gelegenheit, Fleischmanns überragende Fahr- kunst zu bewundern. In einer Fahrt von unübertrefflicher Gleichmäßigkeit zog er Runde um Runde und lag bald weit vor seinen Konkurrenten. Völlig unangefochten fuhr er das Rennen zu Ende. Dadurch entfiel zwar ein Kampfmoment, aber für die nötige Spannung sorgten der junge Mannheimer M e i e r auf Norton undBungerz (Spreewerder) auf Rudge. Beide Fahrer waren immer dicht hintereinander. Mit kaum mehr denn 10 bis 20 Meter Abstand lagen sie während aller acht Runden beieinander. Meier konnte sich den zweiten Platz hinter Fleischmann sichern. Leider litten die beiden Seitenwagenrennen und das Rennen der Halbliterklasse der Solomaschinen erheblich unter dem schlechten Wetter. Bald nach der Mittagsstunde waren schwere Regenwolken heraufgezogen, die denn auch prompt ihre Schleusen öffneten und den Fahrern und der Rennleitung großen Kummer bereiteten. Im strömenden Regen mußten diese drei Rennen gefahren werden. Auch der Silberpfeil legte seine Fahrt unter Regengüssen zurück und ließ einen Nebelschweif des auf sprühenden Wassers hinter sich. Aber ebenso, wie die Zuschauer, so ließen sich auch die Fahrer nicht beirren und die Rennen wurden programmäßig zu Ende geführt. fd) he te lioc A s s W c hei m 82. Siegerehrung. Unmittelbar an der Zieltribüne fand im Anschluß an die Rennen die Preisverteilung statt. Tausende von Zuschauern umstanden wie eine Mauer den Platz. Die Absperrmannschaften hatten noch einmal schwersten Dienst. Obergruppenführer S e y d e l nahm die Siegerehrung vor. Er erinnerte an die ruhmreiche Geschichte des Schottener Rennens, dankte allen denen, die dazu beigetragen haben, die Durchführung des Rennens sicherzustellen, dankte insbesondere dem Gauleiter für feine Förderung der Sache, ferner aber auch den Fahrern für ihren Einsatz und den Absperrmannschaften für ihre aufopfernde Arbeit. Im Anschluß daran wurden die Sieger der einzelnen Rennen bekanntgegeben und ihnen die gestifteten zahlreichen Ehrenpreise überreicht. Den Ehrenpreis des Korpsführers erhielt Heiner Fleischmann als Schnellster des Tages. Oie Ergebnisse. Ausweisfahrer. 5 Runden, 80,4 Kilometer. Bis 500 ccm: 1. Adams (BMW.) 44:24 — 108,7 km/st; 2. Kämmerer (BMW.) 45:24,3 = 106,3 km/st. Bis 350 ccm: 1. Dahmen (NSU.) 47:41 Oer Karpfen als Fest-Mittelpunkt Erstes Gießener Karpfenfest am Eichgärtenteich. Rund 25 Zentner Karpfen gefangen. Gießen hat am gestrigen Sonntag etwas Neues : erhalten: das Karpfen fest. Es wird sich zwar nach Lage der Dinge nicht alljährlich wiederholen können, aber doch in Abständen von einigen Jahren immer wieder in Erscheinung treten, wenn der Mittelpunkt des Festes, nämlich der Karpfen, durch seine zahlenmäßige Stärke dies ermöglicht. Das diesjährige erste Gießener Karpfenfest bedeutet einen verheißungsvollen Auftakt. Es ging sowohl bei dem ersten Abschnitt, dem Preisangeln am Sonntag vor acht Tagen, als auch bei dem Hauptfischzug am gestrigen Sonntag in Gegenwart einer großen Menge von Zuschauern vor sich und brachte hinsichtlich der Karpfen-Ausbeute im Gesamtgewicht von rund 2 5 Zentner ein Fischereiergebnis, das sich sehen lassen kann. Der Fremdenverkehrsverein Gießen hatte es sich angelegen sein lassen, das erstmalige Ausfischen des Eichgärtenteiches zu dem mit allerlei Unterhaltungen ausgestatteten ersten Karpfenfest zu gestalten. Die Probe auf das Exempel des Fischfanges bildete das Preisangeln am Sonntag vor acht Tagen, das von Mitgliedern der Gießener Angler-Sportvereine bei starker Anteilnahme einer großen Zuschauermenge durchgeführt wurde. Dabei konnte von den beteiligten Sportfischern eine Karpfenausbeute im Gesamtgewicht von 392% Pfund in die Sammelbehälter des Fischfanges abgeliefert werden. Nach diesem Auftakt waren die Erwartungen auf ein gutes Fangergebnis beim Hauptfang des Karpfenfestes am gestrigen Sonntag ziemlich hoch gespannt. Zur Einleitung kam zunächst am Samstagnachmittag und -abend frohgestimmte Unterhaltung zur Geltung. Der Fremdenverkehrsverein hatte dafür gesorgt, daß auf d.er Schlageter-Anlage beim Eichgärtenteich ein großes Festzelt mit guter Wirtschaft zur Aufnahme der Besucher bereitstand und der Musikzug der SA.-Standarte 116 mit feiner guten Musik den Gästen schöne Unterhaltung bereitete. Daß für die tanzlustige Jugend Gelegenheit zum „Scherbeln" gegeben war, versteht sich bei dem Volksfestcharakter der Veranstaltung von selbst. Der gestrige Sonntagvormittag brachte den Höhepunkt des Karpfenfestes: die Ausfischung des großen Teiches. Seit Tagen hatte man das Wasser ablaufen lassen, so daß gestern morgen nur noch an einigen Stellen der Teichfläche ganz flaches Wasser vorhanden war. Hier hatten sich die Fische naturgemäß zusammengezogen, weil ihnen an den übrigen Stellen des Teiches ihr Lebenselement, das Wasser, genommen war. Männer mit Gummistiefeln bis an den Leib und mit Netzen bewaffnet, andere mit großen Körben versehen, wateten in den seichten Wasserflächen hin und her, um die feisten Karpfen mit den Netzen zu haschen und mit Schwung in die Tragkörbe zu befördern. Von den Ufern aus waren den ganzen Vormittag über große Menschenmengen stark interessierte Zuschauer des in unserer Stadt bisher in diesem Aus- DO11 Den einer * Sie -as. 2lbtu fand bei1 rige> tung B, bart' unb Wx 5m. per bene <öpo ihre füf)i steh bete Änk D lei ' 6'21.' Alt tätigt Boi Few Fest nach Stumm lagen die Blicke von Großvater und Enkel einen Augenblick ineinander. „Auf dich kann ich mich verlassen, ja —", sagte Wolfgang v. Achenbach ernst. „Ich hoffe für uns alle, daß ich es auch in diesem Falle kann..." „Du kannst es, Großvater", entgegnete Stefan fest. Aufrecht verließ er das Zimmer. Der Wagen wartete bereits auf dem Schloßhof, um ihn nach der Universitätsklinik zu bringen. Während Stefan in den Mantel schlüpfte, sah er sich suchend um. Die Pflegerin kam eilig den Gang entlang. „Fräulein Hildach —?" forschte er kurz. Die Pflegerin wollte eben antworten, als Annelore aus einer der Türen trat. „Einen Augenblick, bitte, Fräulein Hildach", rief Stefan ihr zu. Mit ungewohnt schweren Schritten kam sie heran. Stefan nahm den Hut vom Haken. „Was ich noch sagen wollte, Fräulein Hildach: Ich wünsche, daß Sie sich so wenig wie möglich mit der Frau Konsul beschäftigen. Also nur, soweit es unbedingt notwendig ist, nicht wahr?" Annelore wußte nicht, ob sie sich darüber freuen durfte. Was bewog ihn dazu, sie von dieser Frau fernzuhalten? Aber es war ihr lieb. Schon der Gedanke, diese Frau betreuen zu sollen, war Qual genug. „Jawohl, Herr von Achenbach", gab sie mechanisch zur Antwort. Er nickte kurz und ging. In Glorias Zimmer saß man indessen auch beim Frühstück. Der Konsul goß ihr Kaffee ein und strich ihr ein paar Brötchen. Das geschah alles mit einer zarten Besorgtheit, die auf eine tiefe Zuneigung schließen ließ. Ihm selber schien der rechte Appetit zu fehlen. Er war sichtlich aufgeregt. Der heutige Tag sollte ja die Entscheidung bringen, ob Hilfe möglich war ober nicht. Nicht...? Es wäre nicht auszudenken gewesen! Auch Gloria war erregt. Aber in ihrer Erregung schwang zugleich eine tiefe Gereiztheit mit. Es hatte den Anschein, als ob die Aufmerksamkeiten des Gatten, vielleicht auch schon seine bloße Anwesenheit, ihr lästig wären. Der Konsul fand sich damit ab. Man mußte Rücksicht nehmen. Bleiern schlich der Vormittag dahin. Dann war es endlich so weit. ** F r e i e L e h r e r st e 11 e n. Erledigt sind: Eine und Beinverletzungen, oie fein Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der | die Klinik erforderlich machten. Volksschule in Grebenau, Kreis Alsfeld. Dienst- ------- (DKW.) 1:14:05,4 = 104,1 km/st. B i s 35 0 ccm: 1. Fleischmann (NSU.) 1:08:13,2 = 113,2 km/st; 2. Hamelehle-Sindelfingen (Norton) 1:09:29,1 = 11,1 km/st; 3. Wolff-Mettlach/Saar (Velocette) 1:09:46,4 = 110,5 km/st. Seitenwagen bis 600 ccm: 1. Böhm, Nürnberg (NSU.), 49:54,4 Min., 96,6 km/st; 2. Schumann (DKW.), 50:25,1 Min., 95,6 km/st; 3. Bock (Norton), 50:33,3 Min., 95,4 km/st. — B i s 10 0 0 c cifi: 1. Zimmermann (NSU.), 49:32,2 Min.: 97,4 km/st; 2. Kährmann (DKW.), 49:45,2 Min., 97 km/st; 3. Brinkmann (BMW.), 52:46 Min., 91,4 km/st. Soloklasse, bis 500 ccm: 1. Fleischmann (NSU.), 1:14:00,3 Stunden, 104,3 km/st; 2. Meier, Mannheim (Norton), 1:16:17,1 Stunden, 101,2 km/st; 3. Bungerz (Rudge), 1:16:21,3 Stunden, 101,1 km/st. 50:02,3 = 96,5 km/st. Lizenzfahrer. B i s 250 ccm. (8 Runden = 128,64 Kilometer): 1. Berger-Zobten ' 1:13:25,2 = 105,1 km/st; 2. Böse-Gotha . 1:13:34,1 = 104,9 km/st; 3. Wünsche-Langebrück Mechanisch schob sie den Apparat heran. Stefan ließ sich vor Gloria nieder, sorgfältig jede Berührung mit ihr vermeidend. Ader er mußte ihren Kopf vor dem Apparat zurechtrücken. Für einen Augenblick fühlte er ihre heißen, pochenden Schläfen, die xarte Weichheit ihres Gesichts in feinen Händen, das leise Spiel ihrer Haare auf seinen Fingerspitzen. Und wieder kam die Erinnerung. Wie lange war es her, daß er diesen Kopf, dies Gesicht in den Händen gehalten hatte? Aber es dauerte nur wenige Sekunden. Kühl und beherrscht glitten seine Hände wieder ab. Abgeblendetes Licht flammte in dem Apparat auf. Stefan begann mit der Untersuchung. Auch sie ging wortlos vor sich. Plötzlich schoß Gloria ein scharfer Lichtkegel in die Augen. „Tut es weh?" forschte Stefan sachlich. „Nein. Ich fühle nichts." „Schmerzt das Licht nicht?" „Licht...? Ich sehe nichts..." Stefan erhob sich. „Bitte, Fräulein Hildach." Seine Stimme klang ungewohnt rücksichtsvoll, beinahe weich. Wie kam das? So hatte er noch nie zu ihr gesprochen. Oder hatte sie sich getäuscht? Sie half Gloria aus dem Stuhl auf und führte sie in das Ordinationszimmer zurück. Es verursachte ihr Anstrengung. Ihr war, als berührte sie etwas Feindliches. Ging nicht eine stumme Feindseligkeit von dieser Frau aus? Nun begann die eigentliche Untersuchung, die ergeben sollte, ob eine Operation möglich war und Aussicht auf Heilung bestand. Sie dauerte lange. Endlos lange, schien es Annelore. Stefan war jetzt ganz Arzt, der feine Pflicht tat und mit dem gesammelten Interesse des Wissenschaftlers bei der Sache war. Menschliche Dinge waren jetzt ganz ausgeschaltet. Endlich richtete er sich wieder auf. Ein hörbarer Atemzug kam von feinen Lippen. Angstvoll richteten sich Glorias glanzlose Auge« maß noch nicht gesehenen Vorgangs. Bei dem sehr flachen Wasser war es fein Wunder, daß die Karpfen sich meist selbst präsentierten; denn mit ihren strammen Rücken sah man sie zum Teil außerhalb des Wassers, zum Teil ganz dicht unter dem Was- serspieael hin- und herziehen. Kein Wunder, daß die eifrigen Fischer es da verhältnismäßig leicht hatten, mit ihren Netzen zum Erfolg zu kommen. So konnten denn auch die Korbträger ununter- brachen erhebliche Fifchlasten an das Ufer bringen, wobei man Karpfen von einer Länge und Breite bestaunen konnte, die nicht alltäglich war. Fische von 4,5 oder 6 Pfund, zum Teil noch darüber, waren zahlreich bei dem Fang vorhanden. Daß diese strammen Karpfen-Burschen in den Körben heftig hin- und herschnellten, weil sie ihrem Lebenselement, dem Wasser, entrissen waren, versteht sich von selbst. So hatten denn auch die mit dem Verwiegen beschäftigten Männer es manchmal nicht leicht, die kräftigen „Brocken" so glatt in die Waagschale zu bekommen, wie es an sich wünschenswert gewesen wäre. Nach dem Verwiegen wurden die Fische zunächst in einem Bassin dem Wasser wiedergegeben, dann von dort herausgeholt und in mit Wasser gefüllte Transportgefäße verbracht. Von hier ging der Weg zu einer Gießener Fischhandlung, Die den Fang als Ganzes übernommen hat, um ihn in Gießen und in Frankfurt a. M. zum Verkauf zu bringen. Bis gegen Mittag hatten alle Männer des Fanges zu tun, um die Fischausbeute zu bergen. Daß es bei dieser Arbeit manchmal zu humorvollen Begebenheiten kam, liegt auf der Hand. Da machte ein Fänger mehr als notwendig und als ihm lieb war, mit dem Wasser Bekanntschaft; dort verstand es ein gewitzter Karpfen längere Zeit, durch allerlei geschickte Sprünge und Wendungen sich seinen Verfolgern zu entziehen; in anderen Fällen war der Tragkorb das Instrument, mit dem ein Karpfen glatt aus dem Wasser gehoben wurde; an anderer Stelle kamen die Fänger mit Netz und Korb nicht zu dem erhofften Fang, dagegen gelang es einem geschickten Korbträger, den strammen Karpfen- Burschen am Schwanz zu fassen und ihn unwiderstehlich in den Korb zu ziehen. All diesen Vorgängen folgten die vielen Zuschauer mit stärkstem Interesse; Männlein und Weiblein, jung und alt zogen am Ufer auf und ab, je nachdem die Männer mit den langen ©liebeln sich im Wasser hin- und herbewegten; vom Ufer aus wurden den Fängern Beobachtungen über die Standorte der Fische zuge- rufen, und groß war namentlich das Hallo, wenn es im Wasser zu einer kleinen Jagd hinter einem allzu wendigen Karpfen kam. Aber schließlich zogen die Karpfen doch den kürzeren; allesamt mußten sie bis auf einige kleine Exemplare ihrer Art den Weg in die Körbe und in die Transportfässer antreten. War der Verlauf des Vormittags von schönem Wetter begünstigt, so machte anhaltender Regenfall haben. ** Seinen 8 7. Geburtstag begeht am morgigen Dienstag, 21. September, der Bahn- schlosser i. R. Wilhelm Schumann, Katharinengasse 15, wohnhaft. Herr Schumann trat im August 1875 bei der Oberhessischen Bahn in Gießen als Schlosser ein und war bis zum 31. Dezember 1923 bei der Reichsbahn beschäftigt. ** Rückständige K r a n k e n k a s s e n - B e i - träge bezahlen. Die Allgemeine Ortskrankenkasse für Stadt- und Landkreis Gießen fordert zur Zahlung der rückständigen Krankenkassen-Beiträge für August bis zum 25. September auf. ** Zusammen st oß zwischen Auto und Motorradler. Am Samstagnachmittag ereignete sich in der oberen Kaiserallee, in der Gegend der Dolkshalle, ein Zusammenstoß zwischen einem Auto und einem Motorradler. Dabei erlitt der Motorradler eine Schulterprellung, Wunden im Gesicht und Beinverletzungen, die seine Ueberführung in Redensarten um den Sud). Die deutsche Sprache bereichert ihre Bildhaftig- । teil sehr oft durch Vergleiche, Beziehungen und Beobachtungen aus der Tierwelt. Auch der Fisch, den die Hausfrau in den verschiedensten Zubereitungsarten auf den Tisch bringt, wird vorn Volke oft zur Kenntlichmachung von menschlichen Eigenschaften herangezogen, die außerordentlich treffend sind und bald Lob, bald Tadel bedeuten. Von einem Menschen, von dem wir sagen, er sei „glatt wie ein Aal", haben wir keine sehr hohe Meinung, sondern wir deuten an, daß er schlau und schwer zu fangen ist, daß er sich auch aus für ihn unangenehmen Lagen zu winden weiß und daß er auch dann, wenn wir ihn schon feftgelegt zu haben meinen, noch entschlüpfen kann. Tischt uns jemand unwahrscheinliche Ausreden auf, Haden wir ihn im Verdacht unredlichen Geschäftsgebarens, so sprechen wir von „faulen Fischen". Aus dem Fischfang stammt die Redensart „im Trüben fischen", und man bezeichnet damit das Verhalten von Menschen, die in wenig vornehmer Weise ihren Vorteil suchen, ja eine Situation nach Möglichkeit absichtlich verwirren und unklar machen oder im Dunkeln lassen, um Nutzen daraus zu ziehen, wie eben der Fischer das Wasser aufrührt und es trübt, um die Fische zu überlisten und gute Beute zu machen. Ein Sprichwort sagt: „Fische fängt man mit Angeln, Leute mit Worten", eine Lebenserfahrung, die der Pommer in seiner Sprache mit: „He hett een in sin Nett kregen", ausdrückt. Von jemand, der alle Dinge richtig anpackt, sagt er anerkennend: ,He grep den Fisch bi’n Kopp an." Wenn wir sagen, er ist „nicht Fisch noch Fleisch", deuten wir an, daß der Bezeichnete keine klare entschiedene Haltung zeigt, daß er unbestimmt, weder warm noch kalt ist. Aber nicht nur zu abträglichen Vergleichen muß der Fisch herhalten. Im Gegenteil. Kann es doch eigentlich kein schöneres Lob für einen Menschen geben, als daß wir von ihm sagen: „Frisch, wie ein Fisch im Wasser" und damit ausdrücken, daß er so gesund und froh sich im Leben tummelt, wie der Fisch in seinem klaren Element. Wenn wir von einem schweigsamen Gast sagen, er sei „stumm wie ein Fisch", so ist diese Feststellung wohl als ein leiser Tadel aufzufassen. Aber es gab Zeiten, in denen der Fisch gerade um seiner Stummheit willen eine gewisse Verehrung genoß. So z. B. bei den alten Aegyptern, bei denen Schweigsamkeit als eine der größten Tugenden gewertet wurde. Auf das Wissen, daß junge Fische gebacken besser sind, als gesotten, geht wohl die Bezeichnung halbwüchsiger Mädchen als „Backfisch" zurück. Hat ein junges Mädchen auch noch Geld und Gut zu erwarten, so wird es zum „Goldfisch", nach dem gar viele angeln möchten. Einen „Hecht im Karpfenteich" nennt man eine Persönlichkeit, die in irgendeiner Gemeinschaft, sei sie geselliger, sei sie geschäftlicher Art, eine führende, maßgebende und dabei störende Herrschaft ausübt. Ja, diese Redensart hat es sogar einmal zu politisch-historischer Bedeutung gebracht. Kein Geringerer als Bismarck hat sie in einer seiner Reden gebraucht: „Die Hechte im europäischen Karpfenteich (Franzosen und Russen) hindern uns (Deutsche), Karpfen zu werden. Wir müs- fen dieser Bestimmung der Vorsehung aber auch entsprechen, indem wir uns so stark machen, daß die Hechte uns nicht mehr tun, als uns ermuntern." S-H. MWWWMW! Roman von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Arthur Moewig, Romanvertrieb, Berlin SW 68. 3 von Mittag ab bis weit in den Nachmittag hinein den Veranstaltern und den übrigen Interessenten einen ziemlichen Strich durch die Rechnung. Der Besuch des Festzeltes am Nachmittag wurde durch die Ungunst des Wetters erheblich beeinträchtigt, das Sitzen im Freien war nach der empfindlichen Abkühlung auch nicht geradezu begeisternd. Dennoch fand sich eine ziemlich große Festgemeinschaft ein, bei der die Sportangler mit ihren Familienangehörigen einen erheblichen Teil stellten. Zur Unterhaltung bot der Fremdenverkehrsoerein in dem Festzelt die gute Musik des Musikzuges der SA.-Stcm- darte 116, den Kindern wurde mit einem Umzug und mit allerlei kleinen Geschenken, sowie mit sonstiger Kurzweil der Aufenthalt angenehm gemacht. Im Verlaufe des Nachmittags sprach Burgermei- ster Prof. Dr. Hamm als Vorsitzender des Fremdenverkehrsoereins den am Preisangeln beteiligten Sportanglern den Dank des Verkehrsvereins für , ihre Mithilfe aus. Ferner wurden von dem Bezirksführer der Sportangler Herrn Röhr die nachstehend mitgeteilten Ergebnisse des Preisangelns bekanntgegeben. Als Preise wurden den Siegern Angelgeräte überreicht. Den Ausklang des Tages bildete am Abend allerlei Geselligkeit in dem Festzelt. Der Musikzug der SA.-Standarte erfreute wiederum durch seine guten Darbietungen. Tanzlustige hatten auf der ansehnlichen Tanzfläche Gelegenheit zu ausgiebiger Betätigung. Gegen 22 Uhr brannte der Pyrotechniker Bourgois am Ufer des Teiches ein schönes Feuerwerk ab, das allgemein Anklang fand. Im Festzelt herrschte dann noch lange, bis nach Mitternacht, flotter Betrieb. Die Sieger beim Preisangeln. H a u p t p r e i s : a) für das höchste Gesamtgewicht des einzelnen Anglers an gefangenen Karpfen: Williy Weil, Riegelpfad 72, vom Angelsportverein Gießen und Umgebung. Fang: 5 Karpfen zu 6, 7%, 7, 7% und 6 Pfund. Insgesamt 34 Pfund oder 17 Kilo. Hauptpreis: b) schwerstes Einzelgewicht für den einzelnen Angler: Theo O r n i n g , Aulweg 42, Angelsportverein Gießen, und August S ch o m b e r, Krofdorfer Straße 110, Verein „Sportangler 1935" Gießen, die je einen 8%pfündigen = 4% Kilo schweren Karpfen geangelt haben. Das Los entschied für Theo O r n i n g als Sieger. Hauptpreis: c) für den Anglerverein, der im Verhältnis zu der Zahl seiner beteiligten Mitglieder das höchste Fanggewicht erreichte: Angelsportverein Gießen und Umgebung: Mit 15 Mitgliedern bei einem Gesamtgewicht von 126% Pfund = 63% Kilo ein Gewicht pro Kopf des beteiligten Mitgliedes von 8,416 Pfund. Verein „Sportangler 1935 Gießen und Umgebung: Mit 22 Mitgliedern bei einem Gesamtgewicht von 185% Pfund = 92,63 Kilo pro Kopf des beteiligten Mitgliedes 8,414 Pfund. Trostpreise: 1. Willy Philippi, Verein „Sportangler 1935", Gesamtfang 21% Pfund <= 10,75 Kilo. 2. Karl Steller, Verein „Sportangler 1935", Gesamtfang 17 Pfund = 8,75 Kilo. 3. Ferdinand Steller, Verein „Sportangler 1935", Gesamtfang 14 Pfund = 7 Kilo. Gewicht des Gesamtfanges der einzelnen Vereine: Angelsportverein Gießen und Umgebung: 15 Mitglieder, 126% Pfund = 63,25 Kilo. Verein „Sportangler 1935" Gießen und Umgebung: 22 Mitglieder, 185% Pfund = 92,63 Kilo. Fischweid-Klub Gießen: 9 Mitglieder, 18 Pfund = 9 Kilo. Gesamtgewicht der von allen Vereinen gefangenen Karpfen: 329% Pfund = 164,38 Kilo. Oie Vorarbeiten zum diesjährigen Veichserntedankfest. 2. Oktober (Sonderzug von Franlurt über Butzbach —Gießen-Lollar. NSG. Die Vorarbeiten zum diesjährigen Reichs- . Erntedankfest auf dem Bückeberg haben bereits nach ! der ersten Sitzung der Organisationsleitung, die in Hameln unter dem Vorsitz des Ministerialrats Gutte^er stattfand, begonnen. Auf dem Bückeberggelände wurden seit Frühjahr große Planierungsarbeiten vorgenommen. Die Bodenbewegungen am oberen Platzteil wurden derart durchgeführt,, daß der Platz von außen nach innen in sanfter Neigung abfällt. 100 000 Kubikmeter Erde mußten zu diesem Zweck fortbewegt werden. Das riesige ; Oval wird durch den 500 Meter langen Führerweg durchquert und ist so gelegt, daß der Führer von den an den Seiten aufgestellten Trachten- und Landarbeitergruppen und allen übrigen Teilnehmern gesehen werden kann. Die 66 000 Quadratmeter große planierte Fläche ist erstmalig mit Grassamen bestellt, so daß sie in diesem Jahre bereits eine gute und haltbare Grasnarbe überzieht. Das Reichserntedankfest soll nach der persönlichen Entscheidung des Führers immer in der herrlichen freien Natur stattfinden. Der Plan, der dem Gesamtprojekt zugrunde liegt und dessen enbgültige Durchführung etwa noch zwei Jahre erfordert, sieht vor, daß die notwendigen Bauten an Tribünen für Presse, Rundfunk, Post, Wasserversorgung und sanitären Einrichtungen so aufgeführt werden, daß sie den Gesamtcharakter nicht stören. Um den Hunderttausenden den Anmarsch so bequem wie möglich zu machen, werden alle Straßen in besten Zustand versetzt. Der Weinbergweg im westlichen Hang z. B. wird mit Treppenpflaster belegt. Nach Durchführung der Hauptplanierungsarbeiten wird eine großzügige Abwässerungsanlage geschaffen, damit einströmendes Wasser keine Zerstörung mehr anrichten kann. Den vielfachen Wünschen der Teilnehmer aus den Vorjahren entsprechend wird in diesem Jahre aus jedem Gau neben den Sonderzügen ein Zug fahren, dessen Teilnehmer Gelegenheit haben, mehrere Tage vor und nach dem Fest an der Weser zu verbleiben. Auf die endgültigen Fahrtzeiten der Sonderzüge ab Frankfurt a. M. sei nochmals hingewiesen. Am Samstag, 2. Oktober, geht um 21.45 Uhr ein Sonderzug von Frankfurt a. M. über Offenbach, Hanau, Langenselbold, Gelnhausen, Wächtersbach, Schlüchtern, Flieden nach Grohnde, am Fuße des Bückeberges, wo er morgens 7.25 Uhr eintreffen wird. Sonntag 22 Uhr wird die Rückfahrt angetreten. Der Zug ist Montag früh 6.57 Uhr in Frankfurt a. M. Der zweite Sonderzug geht 22.08 Uhr in Frankfurt ab, fährt über Vilbel-Nord, Friedberg, Nauheim, Butzbach, Gießen, Lollar, Niederwalgern, Marburg, Cölbe, Bad Pyrmont nach Emmertal, das er morgens 5.36 Uhr erreicht. Um 19.05 Uhr tritt der Sonderzug die Rückreise an und trifft Montag früh 2.42 Uhr in Frankfurt ein. Außerdem gibt noch ein Zug Gelegenheit, mehrere Tage im Weserbergland zu verweilen. Dieser Sonderzug gestattet, Holzminden und seine Umgebung zwei Tage vor und zwei Tage nach dem Reichserntedanksest näher kennenzulernen. Das eigentliche Fahrterlebnis wird der Staatsakt auf dem Bückeberg fein. Dieser Zug geht am 1. Oktober um 22.10 Uhr in Frankfurt am Main ab und fährt über Offenbach, Hanau, Langenselbold, Gelnhausen, Wächtersbach, Schlüchtern, Flieden nach Holzminden. Am Dienstag, 5. Oktober, 16.39 Uhr, fährt er auf dem gleichen Wege nach Frankfurt a. M. zurück. Aus der engeren Heimat. Neues Aussichtsgerüst auf dem Wintersteingipfel. Das Aussichtsgerüst auf dem Felsen des Wintersteingipfels, das vor Jahren von dem Taunusklub errichtet worden war, ist baufällig geworden und mußte entfernt werden. Das Hessische Staatsbad hat unter tatkräftiger Beihilfe des Forftamtes Bad- Nauheim anstelle dieses alten Turmes von etwa vier Meter Höhe ein 8,10 Meter hohes, aus Eichenrundholz bestehendes Gerüst mit einer Plattform von 4,50 auf 4,50 Meter auf Betonunterlage errichten lassen. Unter der Plattform befindet sich eine gegen Regen gedeckte Untertretmöglichkeit. Der Rundblick von dem Winterstein ist durch dieses hohe Gerüst umfassender geworden. Bei klarem Wetter kann man Frankfurt a. M. mit seinem Funkturm von dem Winterstein aus sehen. Auch der westliche Taunus läßt sich jetzt erheblich besser überblicken. Landkreis Gießen A Großen-Linden, 19. Sept. Zum Tag des deutschen Volkstums veranstaUete gestern abend die hiesige Gruppe des Volkshundes für das Deutschtum im Ausland in Schaums Saalbau eine Volksdeutsche Kundgebung in Verbindung mit der Schule und den Parteigliederun- gcn. Nach Begrüßung durch den Leiter der VDA.- Gruppe, Lehrer Arnold, sprach Studienrat Seybold, Gießen, über die Lage des Auslandsdeutschtums. Besonders eingehend wandte er sich der Volksdeutschen Not unter den Grenzlanddeul- « schen zu, der der VDA. zu steuern.sucht. Anderseits betonte er auch die politische und wirtschaftliche Bedeutung der Ausländsdeutschen für uns im Reich. Bürgermeister Michel richtete einen warmen Appell zur tätigen Mithilfe an die Versammlung. Die Veranstaltung wurde umrahmt durch prächtige Darbietungen des Turnvereins, sowie durch Gedichtvorträge und mehrstimmige Schülerchöre unter Leitung von Lehrer Obermann. * Großen-Linden, 18. Sept. Bei einem schweren Sturz erlitt der 74 Jahre alte Invalide Heinrich Pirr I. von hier einen Unterschen- kelbruch, der seine Ueberführung in die Klinik nach Gießen erforderlich machte. A AIlendorf (Lahn), 18. Sept. Auf dem Bahnhof Dutenhofen, wo er beschäftigt ist, ! kam der Bahnarbeiter Ludwig Euler von hier beim Ueberfchreiten der Gleise so unglücklich zu Fall, daß er einen Beinbruch erlitt. D Watzenborn-Steinberg, 20. Sept, r Heute begeht Müllermeister Johann Philipp XU. ' in guter geistiger und körperlicher Frische seinen I 8 2. Geburtstag. I Eberstadt, 19. Sept. Dieser Tage hielt unsere Gemeinde ihre diesjährige O b st v e r st e i g e - rung ab. Es hatten sich dazu sehr viele Kaufliebhaber eingefunden. Sämtliches Obst wurde nur gegen Barzahlung versteigert. Infolge des geringen Behanges der Bäume waren die Preise im Durchschnitt sehr hoch. Es kosteten Aepfel, je nach Sorte, 8 bis 10 Mark, Birnen 6 bis 8 Mark. Der Ertrag an Zwetschen war unbedeutend. Trotzdem es wenig Obst gab, konnte die Gemeinde doch rund 200 Mark mehr einnehmen, als im Vorjahre. — Von den Mitgliedern der NS.-Frauenschaft wurde eine größere Menge Honig für das Winter- hilfswerk gekocht. Die Birnen waren von den Gemeindebäumen und wurden von den Schülern gesammelt und abgemacht. 50 Fahrräder für eifrige Iugendherbergs Werber. LPD. Frankfurt a. M., 19. Sept. Nach dem besonders erfolgreichen Reichsopfer- und Werbetag des Jahres 1937 nahm heute der Landesverband Rhein-Main im Reichsverband für deutsche Jugendherbergen Veranlassung, 50 Fahrräder an diejenigen Preisträger auszuteilen, die sich bei der Werbung und der Sammlung für den Reichsverband besonders ausgezeichnet haben. Der Landesverbandsleiter G e i ß- l e r vom Landesverband Rhein-Main hatte im Haus der Deutschen Jugend zu Frankfurt a. M. die 50 Preisträger aus allen Teilen des Gaues, von Biedenkopf bis zum Odenwald, von Rhein, Main und Lahn um sich versammelt und dankte ihnen in herzlichen Worten für ihre emsige Tätigkeit zu Gunsten des Iuaendherbergswerkes. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß in diesem Jahre das Ergebnis so ausgezeichnet gewesen sei, daß der Verband sein Bauprogramm in allen projektierten Formen durchführen könne Als Preisträger konnten 40 Angehörige des BDM., der HI. und des Jungvolks und außerdem zehn Schuljungens fest- gestellt werden, die aus der Hand des Landesver- bandsleiters die Räder in Empfang nahmen und damit gleich nach dem ihnen gespendeten Mittagessen die Heimfahrt unternahmen. Eine Vertreterin der Obergauführerin, ein Vertreter des Gebietsführers der HI. und ein Vertreter des NSLB. richteten ebenfalls Worte des Dankes an die Preisträger und forderten sie auf, auch im nächsten Jahre wieder so eifrig während der Opfer- und Werbewoche tätig zu sein, denn die heutige Anerkennung seitens des Landesverbandes müsse ihnen ein erneuter Ansporn sein. SJL-tfport NGKK.-Besuchsfahrt nach Zugos awien. Am Sonntagmorgen startete in Berchtesgaden unter Führung von Korpsführer Hühnlein eine 30 Wagen starke Kolonne des NSKK. zu einer 17tägigen Besuchsfahrt nach Jugoslawien und Bulgarien, die von Berchtesgaden nach Zagreb, Sofia und Cetinje führt. Vor dem Start wies Korpsführer Hühnlein darauf hin, daß die Wimpel des NSKK. wieder einmal in fremden Landen als Künder des neuen Deutschland und als friedliche Boten deutschen Wirkens und Wollens flattern werden. Die Fahrt- habe die Aufgabe, die Freundschaft der besuchten Länder mit Deutschland noch enger zu gestalten. Am Sonntagabend traf die NSKK.-Kolonne in dem slowenischen Kurort B l e d ein, wo sie vom Präsidenten des Slowenischen Autoklubs und dem deutschen Gesandten in Belgrad von Heeren empfangen wurde. Am Montag wird die Fahrt nach Zagreb fortgesetzt. Italienischer Sieg bei Mailand-München Die Radfernfahrt Mailand—München, an der je acht Amateure von Deutschland, Italien und Oesterreich beteiligt waren, erbrachte einen überlegenen Sieg der Italiener, die in der Länderwertung die Spitze vor Deutschland und Oesterreich behaupten konnten und damit den Ehrenpreis des Führers gewannen. In der Gesamtwertung kam der Italiener M e n a p a c e zum Endsieg, womit er in den Besitz des vom italienischen Regierungschef gestifteten Ehrenpreises gelangte. Die deutschen Fahrer hielten sich ganz gut, waren aber in den Bergen den Italienern unterlegen, die auf und davon zogen. Die Ueberlegenheit der Italiener war schon am zweiten Tage, als es ins Gebirge ging, klar, doch wurde sie auf der Schlußetappe von Innsbruck nach München über 150,7 Kilometer noch weit deutlicher. Durch einen guten Platz in der dritten Etappe behauptete sich der Chemnitzer Hackebeil als vesier Deutscher. Fußball der heimischen Mmischasten. Ergebnisse der Bez rksklasse Greßen. Bissenberg — Burg 4:2. Frohnhausen — Lollar 4:3. Sinn — Naunheim 4:2. Steinberg — Butzbach f. St. gern. Wetzlar — Steindorf 11:3. Der einleitende Sonntag der Bezirksklassenspiele stand im Zeichen der Platzmannschaften. Bissenberg mußte sich mächtig strecken, um Burg niederzuringen. Burg hatte in der ersten Hälfte mehr vom Spiel und lag lange Zeit mit 1:0 in Führung. Erst als Bingel und Keller die Platzbesitzer in Front gebracht hatten, tarnen die Bissenberger besser ins Spiel, so daß der Sieg als verdient zu bezeichnen ist. Lollar erwies sich Frohnhausen als gleichwertiger Gegner. Bei der Pause mit 1:1 stand es nach dem Wechsel lange Zeit unentschieden, und es hatte den Anschein, daß dies auch das Endresultat werden müsse. Mit etwas Glück schafften die Platzbefitzer dann kurz vor Schluß den Siegestreffer. Naunheim mußte in Sinn Federn lassen. Das Hauptverdienst an dem Sieg der Sinner trägt der Tormann Betz, der einfach nicht zu überwinden war und damit bewies, daß seine Ausstellung als Ersatzhüter für die Gaumannschaft am Sonntag in Stuttgart nicht von ungefähr kommt. Beim Spiel in Steinberg hatte man sich auf einen früheren Beginn geeinigt. Butzbach war jedoch zu vereinbarter Zeit nicht da und traf erst ein, nachdem der Schiedsrichter an- und abgepfiffen hatte. Praktisch ist damit das Spiel für Steinberg gewonnen, d h. wenn Butzbach die Verspätung des amtlichen Verkehrsmittels nicht nachweisen kann. Wetzlar überraschte mit einem Bombensieg den Neuling Steindorf nicht wenig. Trotz mehrfachem Ersatz war der vorjährige Meister stets die überlegen spielende Mannschaft. Spielvereimgung 1900 Gießen. 1900 — SA.-Kampfgemeinschafl 7:1. Das Spiel konnte nur zum Teil befriedigen. Beide Mannschaften kamen mit Ersatz und da der Platz durch den kurz vor Beginn niedergegangenen Regen stark aufgeweicht war, litt das Spiel auch noch unter diesem Einfluß. Don Beginn an gestalten die Blauweißen das Spielgeschehen überlegen. Vom Anstoß wandert der Ball in den Straftaum der Gäste. Den ungenügenden Abschlag des rechten Verteidigers erwischt Garth. legt zu Rinderknecht und dessen Schuß prallt vom Pfosten ab. Beim nächsten Angriff der Platzbesitzer ist es die Latte, die einen Erfolg verhindert. In der 8. Minute heißt es 1:0 für 1900. Schellhaas flankt richtig und vom Kopfe Löbfacks landet der Ball im Netz. Nach längerer Belagerung ist es wieder Löb- sack, der für die 2:0-Führung sorgt. Die Bemühungen der SA.-Kampfgemeinschaft, sich aus der Umklammerung zu befreien, scheitert an der Verteidigung Lehrmund-Lippert, die die Gegenangriffe schon an der Mitellinie abfangen. Das Eckenverhältnis wächst immer mehr. Durch Rinderknecht erhöhen die Blauweißen und noch vor der Pause stellt Kociok das Ergebnis auf 4:0. Nach dem Wechsel ist die SA. munterer. Eine Umstellung (der Mittelstürmer spielt jetzt Mittelläufer) hat sich günstig ausgewirkt. Seine weiten Schläge schaffen Luft in der Gefahrenzone. In der 55. Minute führt ein guter Angriff der Gäste durch den Rechtsaußen Faber zum verdienten Ehrentreffer. Wenig später ist es Kociok, der die alte Differenz wieder herstellt. Eine Vorlage von Löbsack spitzelt er aufs Tor. Der Torwächter kann zwar abwehren, aber gegen den Nachschuß ist nichts zu machen. Jetzt kommt die Kampfgemeinschaft für kurze Zeit auf. Bei einigem Verständnis im Sturm hätte hier leicht eine Verbesserung des Resultats erfolgen können. Bei einem erneuten Angriff von rechts kommen die Blauweißen durch Garth auf 6:1 und kurz vor Schluß ist es Lippert, der einen Elfmeter, den der Tormann an ihm verschuldete, erfolgreich abschließt. Bei der SA.-Kampfgemeinschaft machte sich das Fehlen von Heilmann ausschlaggebend bemerkbar. Am erfolgreichsten war noch die Hintermannschaft, die sich trotz der 7 Tore von der besten Seite zeigte. Die Läuferreihe konnte ihrer Aufgabe, den gegnerischen Sturm zu halten, nicht ganz gerecht werden und der Sturm scheiterte an der sicheren Arbeit von Lehrmund und Lippert. Die Blauweißen in der Ausstellung mit Weihrauch, Lehrmund, Lippert, Erhard, Kirchner, Theiß, Schellhaas, Garth, Löbsack, Kociok, Rinderknecht konnten nur zum Teil befriedigen. Manch guter Handlung standen mehrere böse Schnitzer gegenüber. Den Ersatz als Entschuldigung anzuführen, genügt nicht ganz. Sportverein 1920 Lollar. Frohnhausen I — Lollar I 4:3 (1:1). Bei dem gestrigen Spiel in Frohnhausen mußten die Lollarer die ersten Punkte lassen. Allerdings hätte es auch anders sein können: denn die Lollarer führten noch eine Viertelstunde vor Schluß Hier abschneiden! Gesichtsdampfbäder 163 Gespenster setzliche Vertreter führt die Prohesse des Vertretenen, schließt für ihn Rechtsgeschäfte ab. Der gesetzliche Vertreter braucht zum Abschluß von Erundstücksgeschäf- ten, zu Verfügungen über oas Vermögen des Vertretenen im ganzen ober über eine Erbschaft, zur Ausschlagung einer Erbschaft oder eines Vermächtnisses, zur Veräußerung oder zum Erwerb eines Erwerbsgeschäftes, zur Darlehnsaufnahme, Einge- huna einer Bürgschaft und verschiedenen anderen Rechtsgeschäften die Genehmigung des Vormundschaftsgerichts. Eesichtsdampfbäder erfrischen die Eesichtshaut und lasten Müdigkeitserscheinungen verschwinden. Män hält den Kopf unter einem Tuch, bis zehn Minuten, über dampfendem Kamillen- ober Lin- benblütentee, trocknet bas Gesicht leicht ab unb wäscht es mit eis- kaltem Wasser. Man kann auch ein heißes, feuchtes Tuch kurze Zeit aufs Gesicht legen unb bann ebenfalls kalt nachwaschen. Bei beiben Verfahren reibt man natfj< her bie Haut mit Creme ein. Eesichtsneuralgie, eine sehr schmerzhafte, anfallsweise auf« tretenbe Erkrankung des Gesichtsnervs (Trigeminus) mit seinen brei Asten. In schweren Fällen sehr heftige, dicht gebrängte Anfälle, oft mitlränenträufeln ver- bunben, burch Bewegungen beim Sprechen unb Kauen ausgelöst. Ursache nicht immer klar, manchmal bei Zahnleiben,Nasenleiben, Stirnhöhlenkatarrh. nachSchädel- bruch, bei Ohren-Erkrankungen, auch bei Infektionskrankheiten, ij. 23. Syphilis, möglich. Ärztliche Behandlung unbebmgt nötig, be- fonbers auch zur Feststellung bes etwaigen Erunbleibens. Bei kleinen Änfällen helfen zur ersten ßinberung vielleicht kühle Umschläge, Pyramibon usw. Die Behanblung ist sehr langwierig! Gesichtspflege ist bie kosmetische Behanblung bes Gesichtes burch Mastagen, Dampfbäder unb Pak- fungen zur besseren Durchblutung ber Haut, bie baburch ein frischeres Aussehen erhält. Diese Art ber Behanblung läßt man zweckmäßig in einem Schönheitsinstitut vornehmen. Trägt man Krem Puber unb Schminke auf, so muß bas Gesicht abenbs grünblich entfettet werben, was am besten mit einem Eesichtswaster geschieht. Gesichtsrose, Wunbrose, Rotlauf. Von Wunben ausgehenbe, sehr ansteckenbe Entzünbung ber Haut unb Schleimhäute. Zeichnet sich aus burch scharf begrenzte, flächenhafte Rötung ber Haut, wan- bert von einem Platz zum anderen, ist mit Fieber unb körper- lichem Unbehagen verbunden. Vollstänbige Heilung nach Abschilferung ber Oberhaut. Kommt häufig roieber. Die Krankheit ist ernst, muß auf jeben Fall burch benArit behanbelt werben. Siehe auch Wunbrose. Gespenster, Spukgestalten, bie nur im Volksglauben vorhanben sinb, mit bereu angeblichem Erscheinen man niemals Kinber erschrecken soll. Glas und Glas ist zweierlei. Gemeint ist jetzt das Jenaer Glas, das sich durch verschiedene Vorteile vom anderen Glas unterscheidet. Vor allem ist es feuerfest, so daß Sie es auf jeder Flamme, ob Kohle, Gas ober Elektrizität verwenden und sofort vom Feuer auf den Tisch bringen können. J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. öntemehmeiu Daium Kokswerke und Chemische Fabrik 7 Norddeutscher Lloyd Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 Retchrbank 6 Devijenmark» Berlin — $tanffurl a ZK. Berliner Handelsgesellschaft . 6% Commerz- und Privat-Bank ... 6 125 75 80,25 82,13 127,4 207,5 118 123 112,5 126 81,5 83,65 127,65 208 134 118 123 112,5 125,5 46 81,75 83,4 127,65 206,5 134,13 117,9 122,5 112,75 206,5 117,9 122,5 112,75 125,75 45,5 80,9 82,65 127,65 . 6 . 4 4'/r . 7 . 6 . 0 , 12 ,. 6 >. 6 Deutsche Diskonto. Dresdner Bank... . 6 . 7 . 6 . 7 . 4 . 9 10 4/1 . 0 . 4 . 6 0,6 Lahmeyer.......... Mainkrust........... Mannesmann....... Manöfclder Bergbau . Metallgeicllschaft..... Orenstein & Koppel .. Rheinische Braunkohle Rheinische Elektro Rheinstahlwerke...... 14 . 6 . 0 . 8 . 5 .. 7 .. 6 12 ey, . 4 ,. 5 . 10 6 .. 7 7 .. 6 .. 7 . 6 .. 0 S'/r 3/i .. 8 .. 6 .. 6 .. 4 4Yi butte zu 102,25 und Mühlheimer Berg zu 101,50 bis 101,75 einiges Geschäft. Bon zertif. Dollar- Bonds gingen 6proz. Preußen zwischen 59 bis 59,50 um. Goldpfandbriefe, Kommunal-Obligationen und Stadtanleihen lagen bei kleinen Umsätzen unverändert. Auch Staatspapiere wichen kaum ab. Nicht ganz einheitlich lagen, wie üblich, Liquidationspfandbriefe bei Schwankungen bis zu 20 Pfennig. Im weiteren Verlaufe war die Haltung etwas freundlicher, das Geschäft blieb aber ebenso wie die Unternehmungslust sehr gering. Lediglich das aufhörende Angebot gab den Ausschlag. Teilweise ergaben sich Erholungen um etwa 0,25 bis 0,50 v. H., insbesondere am Montanmarkt. Die später notierten Papiere zeigten nur wenig Veränderung., Hanfwerke Füssen nach Pause 126 (124,75). Von Bankaktien gaben Deutsche auf 122,50 und Commerzbank auf 117,90 (118) nach. Der Freiverkehr war geschäftslos. Man nannte etwa die gestrigen Kurse. Ufa allerdings 1 v. H. gedrückt mit 71. Der Geldmarkt war weiter entspannt. Tagesgeld 2,75 (3) o. H. Rdeinisch-Westsälische Elektro .. Nütgerswerke ............... Salzdetfurth Kalt............ Schuckerl L Co............... Schultheis Payenhofer........ Siemens & Halske........... Süddeutsche Zucker.......... Vereinigte Stahlwerke...... 4 Westdeutsche Kaufhof......... Westeregeln Alkali............ Zellstoff Walbhos............ Ltavi Minen...............< Accumulatoren-Fabrik.... Aschaffenburg Zellstoff.... Bemberg............... Bekula................. BuderuS Eilen........... Gement Heidelberg.'...... Cement Karlstadt ........ Conti Gummi........... Daimler Motoren........ Dessauer Gas ........... Deutsche Erdöl.......... Deutsche Gold- und Silber Deutsche Linoleum....... Elektrische Lieferungen.... Elektrische Licht und Kraft. I. G. Farben-Jndusttie ... Felten & Guilleaume..... Gessürel................ Th. Goldschmidt......... Gritzner Maschinen....... Harpener ............... Hoesch Eisen............. Philipp Holzmann....... Ilse Bergbau............ Ilse Genüsse............ Kali Aschersleben........ Klöcknerwerke ........... mit 3:2 Toren. Der Siegestreffer für Frohnhausen fiel erst drei Minuten vor dem Abpfiff des Spieles. Die Lollarer Mannschaft spielte anfangs mit etwas Lampenfieber, konnte sich nicht so recht zusammenfinden und mußte den Führungstreffer den Frohn- häusern überlassen. Als sich die Elf mit dem sehr schrägen Spielfeld abgefunden hatte, konnte sie bis zur Pause ausgleichen. In der zweiten Halbzeit kam mehr Tempo in das Spiel und die Lollarer konnten in verhältnismäßig kurzer Zeit zweimal einsenden. Die Gegner erzielten ein Tor. Wegen Hervortreten einer alten Verletzung des rechten Verteidigers mußten die Lollarer die Mannschaft umstellen, was sich ols sehr nachteilig erwies. Bei der 3:2-Führung für Lollar nahm das Spiel von feiten der Frohnhäuser härtere Formen an, denen der Schiedsrichter nicht genug entgegentrat. Durch Festhalten des linken Verteidigers konnten die Gastgeber ausgleichen. Ein Mißverständnis der Lollarer Verteidigung und des Torwarts brachte die Frohnhäuser zum Schluß noch zu ihrem Punktsieg. Der Sieg der „Oranier" wurde weniger durch Technik als durch ihr wuchtiges Spiel entschieden. Der Schiedsrichter konnte mit seinen Entscheidungen nicht immer gefallen. Leichtathletik-Länderkampf Deutschland - Schweden. Den Beschluß, gleichzeitig aber einen der Höhepunkte, die die deutsche Leichtathletik in diesem Jahr hatte, bildete der dritte Länderkampf mit Schweden. Zweimal haben uns die starken Skandinavier im heißen Ringen um die Vormachtstellung auf dem Kontinent geschlagen. Gewiß waren die Niederlagen nur knapp, aber es blieben doch Niederlagen, die schwer drückten. Auch, nach dem ersten Tage der dritten Begegnung führt Schweden mit vier Punkten, ein Vorsprung, der zu denken gibt. Entscheidend für diesen Vorsprung war das Versagen unserer Dreispringer, die sich neben den Stabhochspringern allein mit den beiden letzten Plätzen begnügen mußten. Schweden führt nach dem ersten Tage mit 54:50 Punkten. Die große Ungewißheit, die von Beginn an über dem Leichtathletik - Länderkampf Deutschland- Schweden lag, hatte sich von Samstag auf Sonntag noch gesteigert. Nach den ersten zehn Wettbewerben führten die Skandinavier mit 54:50 Punkten. Wird es der deutschen Mannschaft auch beim dritten Versuch nicht gelingen, die Träger des Schwedenkreuzes zu bezwingen? Das war die Frage, die am Sonntag fast 80 000 Menschen bei lachender Sonne und leichtem Wind in das prächtige Berliner Olympiastadion lockte. Nach dem Einmarsch beider Mannschaften begrüßte Ritter von Halt die Schweden. Olympiasieger Hans Wöllke überreichte dem Schweden Ljungberg einen Erinnerungswimpel. Der Sonntag brachte eine Reihe der prächtigsten Kämpfe, aber auch die Antwort auf die Frage: wer wird gewinnen. Der Sieg ging mit 107:101 Punkten an die Skandinavier. Alte pestalozzischule wieder Kreismeister im Fußschlagball. Dieser Tage fand auf dem Wiesecker Sportplatz das Endspiel um die Kreismeisterschaft im Fußschlagball (Unterstufe) zwischen Alter Pestalozzi- fchule und Volksschule Wieseck statt. Die Schüler der Alten Pestalozzischule konnten ihren Titel erfolgreich verteidigen. Die erste Halbzeit gewannen sie überlegen mit 68:9 Punkten. In der zweiten Halbzeit zeigten die Wiesecker, daß sie in den letzten Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v H.. Lombardzinsfuß 5 d. H. A.G. für Verkehrswegen .... 6y, Hamburg-Südam. Dckmpfschtfs. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Spielen manches gelernt hatten. Nach aufregenden Spielverlauf gewann die Alte Pestalozzischule mit 71:66 Punkten. Wieseck wurde mit dieser Leistung beste Mannschaft des Kreises Gießen-Land. Wirtschaft. Reichsausstellung für Nahrungs- und Genußmittel in Dortmund. Vom 24. September bis 3. Oktober wird in Dortmund die Fachgruppe Nahrungs- und Genußmittel der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel ihre Jahrestagung haben, in deren Mittelpunkt die Reichsausstellung für Nahrungs- und Genußmittel und eine Kundgebung in der Westfalenhalle am Sonntag, 26. September, stehen auf der Reichskommissar für Preisbildung, Gauleiter und Oberpräsident Wagner, der Stabsamtsführer des Stabsamtes des ML» Unermüdlich sind abertausend fiönOt MUM für das UJfiW. lötig. K wo erfüllt Du Deine Pflicht! Reichsbauernführers Dr. R e i f ch l e und der Leiter der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel und der Fachgruppe Nahrungs- und Genußmittel, Dr. H a y l e r, sprechen werden. Die Bedeutung der Ausstellung wird durch Ansprachen des Leiters der Reichshauptabteilung 3 des Reichsnährstandes, K ü p er, des Verwaltungsratsmitglieds des Instituts für deutsche Kultur- und Wirtschaftspropaganda, Elsner von G r o n o w , sowie des Dortmunder Oberbürgermeisters Dr. B a n i k e unterstrichen. An der Sitzung des Beirates der Fachgruppe wird auch Staatssekretär Backe vom Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft teilnehmen. Mein-Mainische Börse. Ruhig, abbröckelnd. Frankfurt a. M., 18. Sept. Mangels Aufträgen lag die Börse zum Wochenschluß sehr still. Die Stimmung war lustlos. Von der Kulisse erfolgten kleine Abgaben, auch die Kundschaft war vereinzelt mit Angebot im Markt. Infolgedessen neigten die Aktienkurse überwiegend meist unter 1 v. H. zur Schwäche. Soweit anderseits Besserungen eintraten, betrugen sie nur Bruchteile eines Prozentes. Am Montanmarkt lagen Mannesmann schwach mit 121 (123), auch Rheinstahl büßten 1 v. H. auf 154,25 ein, Verein. Stahl, Hoesch und Buderus bröckelten je 0,25 v. H. ab. Weiteres Angebot bestand wieder in IG.-Farben, die auf 162,75 bis 162,50 (163,25) zurückgingen, auch Scheideanstalt 1 v. H. und Metallgesellschaft 0,50 v. H. leichter. Maschinen- und Motorenwerte konnten sich vorwiegend behaupten, je 0,50 o. H. niedriger waren jedoch Demag mit 148,50 und Rheinmetall mit 151,50. Elektroaktien ließen bis 0,75 v. H. nach, von Einzelwerten ermäßigten sich Reichsbank auf 206,50 (207,50), Bemberg auf 149 (150,50). Auch nach den ersten Notierungen blieb es sehr ruhig, teilweise ergabssn sich weitere leichte Rückgänge. Etwas Interesse erhielt sich für Dresdner Bank, bei' mäßigem Umsatz lagen sie 0,25 v. H. höher mit 112,75. Am Rentenmarkt bewegte sich das Geschäft ebenfalls in engen Grenzen. Reichsaltbesitz bröckelten auf 127,75 (128) ab, Reichsbahn-VA. gewannen 0,25 v. H. auf 127,65. Kommunal-Umschuldung hielten sich bei unv. 94,60. Von unnotierten öprozenli- gen Jndustrie-Emmissionen hatten Gute-Hoffnungs- Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurs Schluß! Mittag- börse Darum 17.9 18 9 17 9. 18 9- 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,3 101,3 101,3 101,4 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 99,25 99,13 99,25 99,13 4/T% Deutsche Reichsschatzanwei- fungen von 1935 -...... — — — — 4/i% Deutsche Reichsschatzanwei' jungen von 1935, 11. ftolge ... 4/i% Deutsche ReichSichatzanwei' jungen von 1936, 111. Folge .. 99,25 99,25 99,25 99,25 99 99 99 99 6*4% Dvung Anleihe von 1930 .. 105,25 105,25 — 104,9 4/i% Hesiische Volksstaat von 1929 100,25 100,25 — 4/2% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 100,4 100,4 100,5 100,5 4/i% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. 99,7 99,7 99,65 99,65 Reichsanleihe-Altbesiy.......... 128 127,75 127,8 127,9 Lberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten.............. 137 137 — — 4/i% Hess. Landesbk. Darmstadl Goldpse. R. 12.............. 99,5 99,5 99,5 — 5/i% Hess. Landes-Hyp.-Banl Liqu. Goldpse............... 101,25 101,25 — — 4/i% Preus;. Landespfdbr.-Anst. Goldpse. R. 19.............. — 99,5 99,5 99,5 4/i% Preuß. Gold-Komm. R. 20 98,75 — 98,75 98,75 4/i% Darmstädter Komm.-Lan- desbankR. 6 ................ 98,5 98,5 — — Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 135 135 135 135,13 4/t% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 99,75 99,75 99,75 99,75 4/i% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obi. 2 3.................. 98,5 98,5 — — 5/i% Franks. Hyp. Liquidation Goldpse..................... 101,45 101,45 — — 6*/2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpse..................... 101,25 101,5 101,5 101,5 Steuergutschein-Verrechnungskurs 111,1 111,1 111,25 111,25 Frankfurt a. M. Berlin i Schluß- kurs Schluß?. Abend börse Schluß, kurs Schluß!. Mittag. börse 17.9. 18.9. 17-9. 18.9. 147 150,5 168 127,75 169 147 149 167,9 127,65 169 148,25 150,75 168,5 127,75 147 149,25 168,25 127,25 186,25 187,13 186,25 139,5 I 186,13 139,5 139,75 139,13 — — 121 120,75 152,25 152,25 152,4 152,5 264 263 — — 166,5 167 167,5 168,25 131,75 131,25 132,13 153,5 152,5 153 153 163,25 162,5 163,25 162,13 137 137 137,5 137 154 — 154 154,4 145 143,25 144,5 144 —— —— 53,5 174 173 174 173,5 123,5 123,9 123,5 124,25 153,5 153,5 153,5 153,4 170 170 172 172 — 139 140,5 139,5 117,25 117 117 115,5 134 133,25 133,25 133 — 161 160,75 127 127,5 127 127,75 95,75 95,75 — —— 123 121 122,25 121,13 — 150 149,5 152,5 152 152,25 152 —— — 115 114,5 230 230 230 230 127,75 130,13 128 155,25 154,25 155 154,9 130,65 131,75 131,25 149,75 149 149,5 148,75 160 — 160 — 172,5 172 173 172,5 — —— 94,75 94,75 — 211,5 213,25 212,5 202 200,5 202 201 117 117,13 117 117,13 58,4 58,5 58,5 58,5 —— 116 116,25 116 156 154 154,65 154 35 — — 34,25 17 September 18 September 17. September 18-September ■21 m ih die'J (Meir touerunc Br"-i Amtliche Gelt tolieruna Bnel Amtliche Gelt tvrieruuo Bnej Amuiche Gelt Dotierung Briei Buenos Aires............. 0,748 41,92 0,752 42,00 0,749 41,92 0,753 42,00 Japan.................... Jugoslawien.............. 0,720 5,694 62,07 48,95 0,722 5,706 62,19 49 05 0,720 5,694 62,14 48,95 0,722 5,706 62,26 49,05 Rio de Janeiro............ Polen.................... Kopenhagen............... Danzig............... ... Pnnbon .................. 0,159 47,00 55,14 47,00 0,161 47,10 55,26 47,10 0,160 47,00 55,21 47,00 0,162 47,10 55,33 47,10 Lissabon.................. Stockholm................ 11,215 63,68 11,235 63,80 11,23 63,75 11,25 63,87 12,35 5,46 8,437 137,23 13,09 12,38 12,365 12,395 Schweiz.................. 57,23 57,35 57,23 57,35 17,02 Helsingsors................ 5,47 8,453 5,47 5,48 Spanien.................. 16,98 17,02 16,98 Paris .................... 8,422 8,438 Prag..................... 8,681 8,699 8,686 8,704 Holland .................. 137,51 137,45 137,73 Budapest................. — — — — Italien................... 13,11 13,09 13,11 Neuvork................. 2,493 2,497 2,493 2,497 3ur Beschaffung von “ra"ke SisenundSW die neuesten Formulare Uniform-Reinigung 6108° Für gute Kleiderpflege bietet Ihnen Gewähr: Färberei CrOOIl chem. Reinigung Läden: Selters w. 21, Marburger Str. 40, Ruf 2369 lieh anerkannter Nährmittel i. Reformhaus Gießen Kreuzplatz 5 eiogv führt Heinrich Noll / Gießen Papierhandlung. «io«v Pelzwaren Pelz-Reparaturen sehr preiswert M. Liebler Kreuzplatz 2. Vermählungsanzeigen bei Brühl, Schulstr.7 Ein entscheid. Durchbnich durch alle bisherigen Kriegsfilme. Im Mittelpunkt einer menschlich dramat. Handlung aus derWeltkriegs-Märzoffensivel918steht das künstlerisch mitreißend gestaltete Erleben eines deutschen Generalstabsoffiziers. Ein Epos vom Opfertod eines Helden! Im Beiprogramm: Ein herrlicher Kulturfilm „Röntgenstrahlen“ 6102 A Ufa-Ton-Woche. — Spielz. tägl. 4,6,8.30, Sonnt 3,5.30,8.30 Sichern Sie sich Karten im Vorverkauf! GKwerbekrankheiteu Gesundheitstee Zeitung gelesen M — dabei gewesen * Ehegatten. wenn man vermeiden ein Stärkerwerden will. Getrenntleben der Vorübergehendes Eetrenntleben mit Einwilligung des anderen Ehegatten ist lederzeit möglich, z. V. die Frau reist für ein paar Wochen zu ihren Eltern. Dauerndes Eetrenntleben ist nur zu- Getränke soll man beim Essen nicht regelmäßig au sich nehmen. Zumal dann nicht, lästig, wenn einem Ehegatten das G. vom Gericht gestattet ist. Die Erlaubnis zum E. kann derjenige Ehegatte verlangen, der auf Scheidung zu klagen berechtigt ist (Trennung von Tisch und Bett). Ferner, wenn das Zusammenleben mit dem anderen Ehegatten nicht zumutbar ist, z. B. ein Ehegatte geht ohne zwingenden Grund ins Ausland. Die Gestattung des G. kann durch einstweilige Verfügung erwirkt werden (s. dort.) Der Mann hat der Frau während des G. angemestenen Unterhalt in Geld zu gewähren. Auch muß er ihr die zur Einrichtung eines angemestenen eigenen Haushalts notigen Gegenstände yerausgeben, soweit sie für den Mann nicht unentbehrlich sind. Die Kinder bleiben beim Vater, wenn durch das Vormundschaftsgericht oder Prozeßgericht nichts anderes bestimmt wird. Die getrennt lebenden Ehegatten dürfen keine neue Ehe eingehen und sind sich zur ehelichen Treue verpflichtet. Hat oas Gericht das G. gestattet, so kann jeder Ehegatte die Scheidung der Ehe verlangen. Ein Vertrag zwischen den Ehegatten wegen E. ist nichtig. Gewächs, soviel wie Geschwulst, siehe dies. Gewebe im med. Sinn die einzelnen Arten der Zellverbände, die den Körper aufbauen: Bindegewebe, Muskelgewebe, Knorpelgewebe, Knochengewebe usw. Gewerbekrankhciten sind Krankheiten, die im Zusammenhang mit einem bestimmten Beruf auftreten, z. B. Bleivergiftung bei Schriftsetzern, bei Malern, die Gesundheitstees gehören zu den natürlichen Heilstoffen, die eine vorzügliche, blutreinigende Wirkung haben können. Es ist jedoch nicht ratsam, Teegemische zu verwenden. deren Zusammensetzung man nicht kennt. Das Reichs- gesundhertsamt hat ein Merkblatt herausgegeben, das über die Verwendung geeigneter Tees Auskunft gibt. Das Merkblatt kann vom Reichsverlagsamt Berlin SW 40, Scharnhorststr. 4, bezogen werden. Gesundheitszeugnis. Eine sehr begrüßenswerte Einrichtung, daß sich Verlobte vor der Eheschließung untersuchen lasten und ihnen darüber ein E. ausgestellt wird. Ehoberatunasstellen aufsuchen, dort erhält man über alles Aufschluß. Das E. kann jeder Arzt ausstellen. Die Verweigerung des E. ist für den anderen Verlobten ein Grund für Entlobung. Nähe, sticke, stopfe mit der bestens bekannten pfaff-Nähmaschine ii-ii M A1FT ßie beu,fd,e mar,c Telephon 3369 11 ® 11 11 Seltersweg 30 Mhe elektrisch, es ist bequem — benutze die kleine sparsame Mhlampe I Lwanssvevfteigerrung Dienstag, Ll.Sevt., nachm.2Uhr, I sollen im Versteigerungs - Lokal Neuenweg 28, bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in ob. Lokal) zwangsweise gegen sofortigeBar- zahlung versteigert werden: Haus-, Laden- u. Büromöbel aller Art, 2 Radios, 1 Lautsprecher, 7 Oefen, 2 Herde, 2 Schreibma- schin., 1 Vervielfältigungsapparat, 1 Rechenmasch., 2 Nähmaschinen, Anzugsstoffe, 1 Schaufensterausstellungseinrichtung, 1 Bohner, ein Spiegel,! Klavier, 1 Elektromotor, 1 Schwein, 9 Hühner. giosD Sckavmann Gerichtsvollzieher in Gießen, Wiesenstraße 2, Telefon 3108. Ihre Geschäftsdrucksachen »teilen die Verbindung her zu Ihren Erzeugnissen. Man »teilt sloh die Beschaffenheit Ihrer Waren ao vor, wie man Briefbogen, Briefumschläge, Postkarten, Rechnungen,Beschäftskarten Ihree Hausee beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten eie Ihnen Brühl’sche Druckerei. Schulstr. 7. Ruf 2251 Bevor Sie anfangen mit dem Helzen, prüfen Sie das Zubehör. Durch rechtzeitige Ergänzung ersparen Sie sich viel Schmutz und Arbeit Brlketträger, Koksschütter, Vorsetzer, Aschenschaufeln, Brikettzangen, Feuerhaken sind haltbar und preiswert von WJ.B. Häuser Gießen, a. Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145-2146 5823 A Heute Montag Ein Ufa-Großfilm mit Heinr. George, Mathias Wieman, Willy Birgel, Hannes Stelzer nach dem gleichnamigen Schauspiel. Spielleitung: Karl Ritter und zum Bauen Abermann