f W' ■ 2^8, Samstag, 20. Zebruar 1937 187. Jahrgang Nr. 4 3 Erstes Blatt Das deutsche Volk gedenkt seiner gefallenen Helden ■oßieo VA. Wir klagen nicht an eurem Grabe, Wir neigen uns vor solchem Geist, Der deutschen Männer beste Habe, Die deutsche Art durch Tat beweist. Der Geist, der euch zum Kampfe führte. Euch noch im Sterben lächeln ließ .. Soll wie ein Stern vom Aether funkeln. Ein Glaubenszeichen in der Nacht, Wenn Wetterwolken uns umdunkeln Bis wir zum Sonnentag erwacht Boll Andacht denken wir der Toten Und ehren ihren Geist, der lebt! Der Geist, der ihnen einst geboten, Sei auch der Geist, der uns erhebt! Als wir im ersten Kriegsjahre die ersten Soldatengräber erblickten, wurde unser Gesang leiser, ob wir nun auf den gewölbten Straßen marschrer- ten ober in den Zügen saßen, die langsam dem stürmenden Heere neue Menschenkraft zusuhrtem Aber ihrer wurden immer mehr: die Helme mit den verregneten Ueberzügen, die Holzkreuze an den Waldrändern unter den blutroten Abendwolken Das waren Schlacht und Kämpfe, von denen Adolf Hitler in seinem „Kampf" schreibt: „Nach vier Jahren kehrten wir zurück. Selbst der Tritt war jetzt anders geworden. Siebzehnjährige Knaben sahen nun Mannern ähnlich. Die Freiwilligen des Regiments List hatten vielleicht nicht recht kämpfen gelernt, allein, zu sterben wußten sie wie alte Soldaten." * Ja, zu sterben wußten sie wie alte Soldaten! 28 Tage hindurch, so lange die Schlacht dauerte, färbte sich Flandern rot von ihrem Blute. Und sie hielten den Feind in Schach, zermürbten ihn mit ihren Opfern Tag und Nacht, stellten sich frontal in allen Kämpfen und ließen ihn nicht vorkommen. Sie bauten mit ihren Leibern die Mauer in die Lücke und führten die Front bis zum Meere. Sie schlossen den Wall um Deutschland. Die Schlacht starb am 17. November 1914 an der Erschöpfung aller Soldaten. Der Tod von $pern war müde geworden. Und niemals war das Opfer der Jugend umsonst! Wie viele es waren, wie hießen sie? Fragt nicht! Bei Roulers meißelten Kameraden in den Stein des Massengrabes: „Gelitten, gestritten für Deutschlands Ehr!, es kennt ihre Namen nur Gott der Herr!" So soll es sein. Denn alle waren sie des neuen Deutschlands Saat und alle sind sie unser! gegen, marschierten unbeirrt gegen die Läufe unserer Gewehre und fanden furchtlos scharenweise den Tod. Das ist die Frucht eines Jahrhunderts nationaler Disziplin. Die Kraft der preußischen Kriegsmaschinerie schweißt zusammen, damit sie sich für die nationale Existenz einsetzen, und ihr Vorgehen beweist, daß für sie „Deutschland, Deutschland über alles" kein leerer Schall ist." Das waren jene Regimenter, in denen der Kriegsfreiwillige Adolf Hitler die Feuertaufe erhielt. Männer, die fo handelten, wie es in der Geschichte des Regiments List schlicht rubriziert wird: „Beim Sturm auf den „Bayernwald" am 15. November 1914 wollte der Regimentskommandeur per- Kampfe in den rauchenden Festungen, dann nahmen wir die Toten in unsere Mitte und trugen sie feierlich in die ewige Ruhe. Und an den langen Abenden dachten wir an die fernen Mütter, die Mütter der Toten. Und wie ihr Schoß einst das junge Leben getragen, so wurde nun ihr Herz, ihr vom Schmerze geöffnetes Herz, das Grab der Helden. Und als sie im Herzen der Mütter begraben lagen da begannen sie höher zu leben. Ihre Leiber wurden zur Geisterbrücke, die unsere Todesgemeinschaft der Front mit der Le- bensgemeinschsat der Heimat zu einem einzigen Volke verband. Bis endlich, nach Jahren der Schmach, das Volk aufstand in alter Kraft und sich die Freiheit der Rüstung wieder holte. Da glühte die Brücke der Toten blutrot; denn nun war all das geopferte Blut verklärt und gerechtfertigt und ein neuer Friede gegründet: der Friede der Kraft in einem einigen Volke. Und einst, am Tage der letzten Freiheit, werden sie lauter Licht fein, strahlendes Licht, das über unserem Volke einherzieht wie die Sonne. Dann ist der Sinn des Schicksals erfüllt, das dunkle Opfer hat sich in lautere Liebe verwandelt und scheint nun ewig auf das ewige Leben des Volkes. Das Kameradengrab der deutschen Kriegsgräberstätte Bousbeque bei Lille; erbaut vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. s ■ I 2-5^0 ; 5 «P» J ® Cfi2 J •bM Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Lebendige drücke der Tölen Von Josef Magnus Wehner. sönlich in den Kampf eingreifen und begab sich im Hohlweg bis zum Rande des Waldes, wo er das Gelände überblicken konnte; aber kaum hatte ihn das wachsame Auge des Gegners entdeckt, als ein mörderisches Infanterie- und Mafchinengewehr- feuer einfetzte. Die beiden ihn begleitenden Gefechtsordonnanzen, Hitler und Bachmann, sprangen vor, stellten sich schützend vor ihn und drängten ihn mit den Worten zurück, er möge das Regiment davor bewahren, in so kurzer Zeit ein zweitesmal seinen Regimentskommandeur zu verlieren, in ein nahes Erdloch. Zum Dank drückte er beiden stumm die Hand. Leider sollte sich aber die Befürchtung der beiden Gefechtsordonnanzen nur allzubald erfüllen." 5<5.6'16 : I 0 : I I i ; er 2. - | z-KSZ- I i £9 o2? o c A« ÄXa€*a**a**M***a**AM InlPKPlIrr /I IIa^IHPI tÄK Mü 4 Beilagen RM l.95 WA W ■ ■ W ■ WU ■ ■ W H W WR Wk W M Q anzeigen von 70mm Breite Ohne Illustrierte . 1.80 EF VA ■ W IjgL-z ■ A L ; T J 5ORpf.,Platzvorschrist nach Zustellgebühr . . -.25 ■ WF W vorh Vereinbg.25°^ mehr. r? LF v «r-n.»».,.- infolge höherer GewoV Ä ee < M Stellen-, Vereins., gemein- -SZM General-Anzeiger für Oberheffen WWW Srantfud am^iatn 11688 vruck und Verlag: vrühl'sche Universttatsvuch- und Steindruckerei «.Lange tn Gießen. Schristlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 MengenabschlüsieStaffel8 3 = 3 1 • 2 8® i © 2 t « Ö 0 B s •*"**£ A n n 2 £ 5 = = n 5 5 Die Saal von Langemarck. Von Otto JRiebicfe. Jrn Herzen Kind, ein Mann in bitterer Not, So ging er, wie's das Vaterland gebot, Vorn schönsten Leben in den schönsten Tod. (Auf dem Grabe eines Langemarck-Kämpfers.) Als man am Tage nach Antwerpen die Siegesflaggen in Deutschland einholt, sind die Freiwilligen alarmiert. Deutschlands jüngste Armeekorps stehen im Abtransport — aus dem Boden gestampft. Studenten, Lehrer, Schüler, Kaufleute, Bauern, Städter, Handwerker stecken in neuen Uniformen und jubeln begeistert „Deutschland, Deutschland über alles". Sie fahren über den Rhein nach Belgien hinein; sie singen und jauchzen und können es nicht erwarten. Deutsche Jugend zieht aus, deutsche Jugend marschiert in die Schlacht — ver sacrum, heiliger Frühling. Und der Tod von Ypern reckt sich auf. Acht Wochen standen sie auf Kasernenhösen, marschierten sie auf Uebungsplätzen, zielten sie in Schieß- ständen. Acht Wochen lernten sie Pflicht, Gehorsam, Tornistertragen und Schießen. Acht Wochen lernten sie Soldatsein. Und dann schwuren sie den Eid wie klirrendes Gebet. Ihre Herzen waren voller Glut, und in ihren Adern brannte der Wille. Und die Kraft. Und die heilige Liebe zu Deutschland. Sie sind bereit. So meldete am 9. Oktober unter den Fahnen des Sieges von Antwerpen das Kriegsministerium dem Generalstabschef von Falkenhayn. Sie waren bereit zu kämpfen — und zu sterben. Sie traten den Opfergang an für Deutschland. Die Lücke klaffte. Das Westheer war in Gefahr. Soldaten fehlten. Und die Freiwilligen kamen, 16 Jahre alt oder 20 ober 30, 40, 50 — sie kamen tatbeseelt. „Als die Tage heiter glänzten, hat kein Gott uns offenbart, daß Ihr die geheim' Bekränzten und die Todgeweihten wart!" (Ina Seidel.) Mit dem XXII., XXIII., XXVI. und XXVII. Reservekorps rücken sie in die 4. Armee ein, und mit hellodernder Begeisterung füllen sie die Lücke, in die der Feind stoßen wollte — im Angriff. In den letzten Tagen des Oktober, da beginnt es. Franzosen und Engländer liegen in starken Stellungen, vor ihnen der Sumpf Flanderns. Hundert Kilometer weit brennt die Schlacht der Artillerien. Und plötzlich schwillt es heran, aus allen Erd falten und Sumpflöchern, aus allen Feldern und Wäldern, und die Luft ist erfüllt von jauchzenden Rufen und Todesschreien — die Jugend stürmt. Die Jugend stürmt ... Und der Tod von Ypern steht riesenhaft über den Heeren, er rührt die Schlägel der Batterien und die Trommelwirbel aller Gewehre, er reißt immer neue Regimenter in das Feld seiner Ernte. Er stößt den Himmel auf, daß der Regen in Strömen heruntergießt und alles Land überschwemmt, er zertritt die Flüsse, die Kanäle, die Bäche und alle Schleusen. Aber die Jugend stürmt, immer wieder und unaufhaltsam, und sie hat ein Lied auf den Lippen, jauchzendselig. Das steht hell über dieser Schlacht: Deutschland, Deutschland über alles! Bei Becelare ist es. Am ersten Kampftage, abends 8 Uhr. Da klingt das Lied dieser Schlacht zuerst auf. Die Jungen vom 1. Bataillon des Leipziger 245. Reserve-Regiments nehmen den Ort und liegen auf dem Kamm der Höhe feinbroärts. Hinter ihnen brennt Becelare, und sie sind wie Silhouetten auf diesem Kamm. Furchtbar mäht der Tod durch ihre Reihen. Unentrinnbar packt er sie im Schein des brennenden Dorfes. Sie kratzen sich in die Erde ein. Was ist das gegen Stahl und Eisen? Becelare brennt heller und heller, und der Feind sieht alles. Da springt vom 1. Bataillon der Oberstleutnant Haeser auf, fein mächtiger Bariton dröhnt das Deutschlandlied über das donnernde Feld, das Bataillon reißt sich hoch, die vom III. schließen sich stürmend an ... „Deutschland, Deutschland über alles" braust es in das rasende Feuer „..über ... alles ... in ... der Welt!" Sekundenlang ist nichts als dieses Singen über dem Feld, so starr ist der Feind. Die Schlacht bleibt stehen, aber der dreimal verfluchte Hohenkamm liegt nun hinter den Deutschen. _ Am andern Tag ist Oberstleutnant Haeser gefallen — aber das Lied wird nicht mehr still, es flammt auf nun über Langemarck, Bixfchoote, Dix- rnuiden, Het Sas, über das Blutfeld von Ypern und ganz Flandern . . Es wird das Sturmlied der Freiwilligen. „Als sie das Deutschlandlied fangen, wurden mir die Augen feucht. Ich habe fie bann sterben sehen lautlos, ohne Klage, in den Gesichtern noch die vaterländische Begeisterung." Sv schreibt ein preußischer General Das war die Jugend in der Schlacht von Flandern, die Jugend aus dem Ringen um Langemarck, das sechsmal in diesen Tagen im Angriff stand — und sechsmal standhielt und nicht genommen werden konnte bis zum nächsten April! t , ... lieber ihnen allen steht der deutsche Heeresbericht vom 11. November 1914 vormittags mit den klassischen Worten: „Westlich Langemarck brachen junge Regimenter unter Dem Gesang Deutschland, Deutschland über alles!" gegen die erste Lime der feindlichen Stellungen und nahmen fie." Das war die deutsche Jugend, über die auch der Engländer den Degen senkte, in seinem Tagesbericht vom 12. November: „Ungeachtet des Mangels an Offizieren, stellten sich diese Knaben unseren Kanonen ent- Gelöbnis der Lebenden. lieber einem der großen deutschen Gefallenenfriedhöfe stehen die Worte: „Steht Ihr noch an unferm Grabe Schmerzumflort und gramverhüllt, Euer Leid ist keine Labe Dem, der fein Geschick erfüllt. Nicht mit Weinen oder Klagen, Seufzend unter Schickfalswucht, Sondern mit der Kraft zu wagen Seid Ihr unsres Opfers Frucht. Willst du deine Toten ehren, Sei der Welt, der liebeleeren Liebesflamme, Gottes Licht!" Wenn wir morgen wieder unserer gefallenen Helden gedenken, dann wollen wir es auch recht tun. Sie wollen nicht bloß gepriesen und gefeiert oder gar nur beklagt und beweint werden. Sie haben mehr von uns zu verlangen! Denn sie haben unendlich viel für uns getan! Wir stehen tief in ihrer Schuld! Ohne sie wären wir entweder einer immer mehr entnervenden Uebertultur und seelischen Verflachung verfallen, ober wir wären einem neuen, bie Schmerzen unb Wunben bes Krieges betäubenben Genußleben erlegen ...Da haben unsere Gefallenen auch noch ben letzten unb schwersten Kampf gekämpft, ben Kampf gegen bas eigene Volk, bas bie Wunben und Opfer des Krieges nicht mehr in feiner Seele und in feiner Gesinnung trug. Unb auch in biefem Kampf sind sie Sieger geblieben. Doppelten Dank schulden wir ihnen heute! Aber die besten unseres Volkes sind nicht gefallen, damit die Lebenden tot feien, sondern damit bie Toten lebenbig werben. Wie Walter F l e x („Vom großen Abendmahl") sagt, hüten die toten, feldgrauen, deutschen Soldaten die Seelen der un- geborenen deutschen Kinder, baden sie in den reinen Tränen des Volkes, damit sie wieder stark werden unb rein bleiben sollen. Unb sie reben mit ihnen. Und daraus wird einst in der Kinder Erdenleben ein reiner und feiner Duft ausströmen auf das eigene Volk. So wie seingeschliffene Gläser den Duft des kostbaren Oeles noch jahrelang festhalten und ausströmen. Das alles verdanken wir heute den gefallenen Helden. Unb wir können ber Kriegsgefallenen nicht gedenken, ohne zugleich auch der Toten der nationalen Erhebung zu gedenken, die ihr junges Leben eingesetzt und hingegeben haben für bie Wiebergewin- nung der Ehre unseres Volkes. Auch sie gehören in die Reihe der feldgrauen Kämpfer. Denn ihnen verdankt unser Volk die Befreiung von allem undeut- fchen Wesen unb Treiben, bas burch lanbfrembe Elemente über uns gekommen war. Sie kämpften für bas heilige Vermächtnis ber Gefallenen ba braußen hier brinnen im eigenen Volk und haben es neu errungen. „Als der Führer rief, die Trommel klang Scharten um bas Banner sich bie Mannen, Und für manchen war's der letzte Gang, War ein bitter Sterben, doch ein ernstes Mahnen! Heute weiß ein ganzes Volk euch Dank!" ... Hinter ihrem Sterben glüht eine Kraft, deren Stunde gekommen ist. Sie mußten sterben, damit wir e i n Volk werden konnten im wahrhaften Staat, wo jeder Deutsche weiß, daß nur aus Opfer und Leiden, aus „Blut und Eisen" Großes unb Lebensechtes geboren werben kann. Das ist das große, geistige Gesetz alles wahren Lebens. Ohne Opfer kein wahres Vorwärts und Aufwärts. Wo keine Gräber sind, gibt es auch keine Auferstehung. Darum sind unsere Gefallenen das größte und herrlichste Opfer, das jetzt an uns wirksam geworden ist. Darum fordern fie jetzt aber auch ihr heiliges Recht: die alte Treue vom neuen Geschlecht. Darum fordert dieser Tag ernsten Gedenkens von uns allen, das wir ihnen die Treue wirklich halten. Daß alle Treuen im Lande ben festen Ring um bie Gefallenen schließen. Denn tot bliebe bas feierlichste Gebächtnis, wenn es nicht würbe zum ernsten Gelöbnis, es ihnen gleich zu tun in Opferbereitschaft unb Hingabe an bie großen Aufgaben, bie das Leben von uns fordert, uns zu Taten aufrufen und begeistern, die der Toten würdig find. Darum nicht bloß Totenklage und Totenleid, sondern Helbengebenken und Heide n d a n k! Das ist rechtes Gedenken am heutigen Tage. Nordfrankreichs und Flanderns. Und bald sahen wir die langen, hohen Banke der Gräber in den Abend steigen, deren Erde rot glühte, wenn das Licht in ihnen verblutete. Sie glichen Altären, diese erhabenen Hügel, in denen die Gebeine der Geopferten eingeschloffen waren Uns jungen Kriegern Dämmerte von jenen Hügeln bas Wort entgegen „Das Blut ist der Wem des Lebens". Wir ahnten, daß es keine siegende Ju- aenb, keine jauchzende Freude mehr geben könne, ohne daß der heilige Abendmahlswein des Volkes, das Blut seiner Heiden, in die Erde geopfert werde. Denn von ihrem Blut schlägt das Herz der Welt. Dann begruben wir selbst. Wir bargen sorgsam und oft unter Gefahr unsere Toten, trugen sie brüderlich in der Zeltbahn auf die großen Friedhöfe hinter der Front und senkten sie in die fhübraune Erde hinab. Keinen ließen wir ohne Grab. Und wenn wir weichen mußten nach monbelangem | r ~ 3 q 13 v- »5 * e T »’S «ft ZtzW ^3 2.0 2 ZW 32^" J ein: Uw 5-: tro ÖH: 7Ü0 -»D-. £ Son' 0/0® .. P'O’er),:: 1 ä5£6' • 3 nZ: Bollwerk des Friedens Dos Unterhaus des britischen Parlaments hat mit der großen Mehrheit, über die die Konservative Partei verfügt, dem Anleiheprojekt zugestimmt, mit dessen Hilfe die Regierung ihr riesenhaftes Auf' rüstungsprogramm in den nächsten fünf Jahren durchführen will, wobei der Schatzkanzler Neville Chamberlain es jedoch noch offen ließ, ob man mit den vorgesehenen 1,5 Milliarden Pfund (rund achtzehn Milliarden Mark), von denen 400 Millionen Pfund auf dem Anleihewege und der Rest durch Steuern aufgebracht werden sollen, auskommen werde. Die Regierung hat diese für Friedenszeiten beispiellose Belastung des britischen Steuerzahlers und Inanspruchnahme des Geldmarktes für Rüstungszwecke mit der Notwendigkeit begründet, das mit größter Beschleunigung, gleichsam mit einem Ruck wieder aufzuholen, was man seit Beendi- aung des Weltkrieges in der Erhaltung der britischen Verteidigungskraft und ihrer Anpassung an die Erfordernisse der modernen Kriegstechnik im Vertrauen auf die Möglichkeiten des Völkerbundes und eines kollektiven Sicherheitssystems versäumt hatte. Ministerpräsident Baldwin hat diese Gründe noch einmal klar herausgestellt als Antwort auf die Kritik der Labourleute und Oppositionsliberalen, die in der Durchführung dieses Riesenaufrllstungspro- gramms eine Abkehr der von Eden bisher vertretenen Grundsätze britischer Außenpolitik sehen wollen. Baldwin hat mit schonungsloser Offenheit an die trüben Erfahrungen erinnert, die England (bei der japanischen Besitzergreifung der Mandschurei sowohl wie im abessinischen Konflikt) mit einem Völkerbund gemacht hat, der weder alle für den Gang der Weltpolitik maßgebenden Großmächte umfaßt, noch in seiner Konstruktion dem Idealbild entspricht, das fick seine Väter von ihm gemacht hatten, bevor in Versailles Uebermut, Rachsucht, Habgier und Unverstand der Sieger die ideologischen Verfechter der Begründung eines „ewigen Friedens" brutal an die Wand gequetscht hatten. Baldwin kam den Einwänden der Opposition insofern entgegen, als er erklärte, daß die britische Regierung keineswegs daran denke, nun von ihrem alten Ideal eines kollektiven Sichereitssystems abzurücken, sie werde vielmehr auch weiterhin um das Zustandekommen eines solchen Systems bemüht bleiben. Aber um es in Augenblicken einer Gefahr ür den Frieden wirksam zu machen, müsse England tark sein, damit es seine Verpflichtungen als we- entlicher Teilhaber eines solchen Systems erfüllen könne. Das britische Aufrüstungsprogramm bezweckt nach den Worten Baldwins England so stark zu machen, daß keine Macht oder Mächtegruppe das Risiko eines Friedensbruchs auf sich nehmen könne, wenn das Britische Reich seine Machtmittel in die Waagschale des Friedens werfe. Baldwins Erinnerung an 1914 müßte allerdings auch nachdenklichen Engländern in diesem Zusammenhang unangebracht erschienen sein, denn in den kritischen Juli- und Augusttagen des Jahres 1914 hätte England es tat- sächlich in der Hand gehabt, durch rechtzeitige Klar- stellung einer Politik, wie sie nun Baldwin für künftige Fälle vorschwebt, den Frieden zu erhalten. Statt dessen aber hat damals Sir Edward Grey, während er in Berlin in wenig durchsichtigen Wendungen zu einem Druck auf Oesterreich im Sinne einer Mäßigung gegenüber Serbien riet, seinem französischen Verbündeten die Gewißheit gegeben, «m gegebenen Falle von England nicht im Stiche gelassen zu werden. Und erst diese Gewißheit gab in Paris und Petersburg den Kriegstreibern die Oberhand. . Wenn Englands Rüstung tatsächlich „das größte Bollwerk für den Frie- d e n" werden soll, wie der Schatzkanzler Neville Chamberlain erklärte, so setzt dies voraus, daß Englands Staatsmänner aus den Erfahrungen und Folgen der englischen Politik in der Julikrisis des Jahres 1914 gelernt haben, Englands Stärke in die richtige Waagschale zu werfen, statt ihren Verbündeten Mut zu machen, den Kriegspfad zu beschreiten. Der Wunsch, stark zu sein als Partner eines kollektiven Friedenssystems, ist natürlich nur eine Seite der britischen Aufrüstungspolitik. Die andere, in der Diskussion selbstverständlich bewußt in den Hintergrund gerückte Seite ist der sich aus den Erfahrungen der lebten Vergangenheit und aus der machtpolitischen Lage der Gegenwart ergebende Zwang, die Sicherheit des Reichs künftighin weniger in Bündnissen zu suchen, als in der eigenen Stärke. Wir denken nicht im entferntesten daran, uns an dem Ausmaß der britischen Aufrüstimgs- pläne irgendwelche Kritik zu erlauben. Der Führer und Reichskanzler hat erst in seiner letzten großen Rede am 30. Januar erklärt, daß jeder Staat über den Umfang dessen, was er zu seiner nationalen Sicherheit nötig zu haben glaube, s e l b st entscheiden müsse. Was England heute wie schon zu jeder Zeit vorder als sein selbstverständliches Recht für sich in Anspruch nimmt, muß auch für Deutsch- land gelten. Daran die englische Oeffentlichkeit gerade in diesem Augenblick zu erinnern, mag vielleicht nützlich sein. Nicht, als ob wir nun auf das englische Aufrüstungsprogramm mit irgendwelchem Wettrüsten reagieren wollten. Das Ausmaß unserer Rüstung richtet sich einzig und allein nach dem Bedarf unserer nationalen Sicherheit. Aber wenn man heute in England mit der Aufrüstung ein „Bollwerk des Friedens" schaffen will, so sei daran erinnert, daß dies gleiche Argument in England nicht als stichhaltig angesehen wurde, als es ein völlig entwaffnetes, sich seinen hochgerüsteten Nachbarn als verlockender Kriegsschauplatz geradezu präsentierendes Deutschland mit weit größerer Berechtigung ins Feld führte, um die Notwendigkeit zu begründen, seine nationale Sicherheit sowohl wie den Frieden in Mitteleuropa durch ein Aufholen seiner Rüstung auf die eigene Kraft zu stützen. In ähnlicher, wenn auch weit günstigerer Lage — denn nicht im entferntesten hat die Vernachlässigung der britischen Rüstung jemals den Grad der tatsächlichen Ent- waffnung Deutschland erreicht — sieht sich nun England veranlaßt, die Folgerungen daraus zu ziehen, daß einmal der insulare Charakter des Mutterlandes unter dem Einfluß der modernen Kriegstechnik immer mehr schwindet — daher der Wunsch nach einer starken Luftflotte —, zum andern das Umsichgreifen des Bolschewismus in West- europa den Wert der französischen Freundschaft erheblich zu mindern droht, und schließlich die Nichtverlängerung der Flottenverträge von Washington und London ein Wettrüsten der großen Seemächte des Pazifik einleitet. So sieht England innerhalb seiner Bündnispolitik und eines künftigen Systems der kollektiven Sicherheit feine Rückversicherung in einer Aufrüstung aller drei Wehrmachtsteile, in dem Aufbau einer leistungsfähigen Rüstungsindustrie und der Bereitstellung ungeheurer Waffen- und Munitionsreserven, ein Gesamtprogramm, das mit seinem Aufwand von 18 Milliarden Mark Opfer verlangt, die zu tragen selbst dem reichen britischen Volk nicht leicht fallen wird. Es ist ein seltsames Zusammentreffen, daß gleich- Deutschland verbietet die Teilnahme am spanischen Bürgerkrieg. Berlin, 20. Febr. (DJIB. Funkspruch.) Die Reichsregierung hat das folgende Gesetz beschlossen, das hiermit verkündet wird: § 1. Deutschen Staatsangehörigen ist die Einreise nach Spanien und den spanischen Besitzungen, einschließlich der Zone des spanischen Protektorats in Marokko, zur Teilnahme am Bürgerkrieg verboten. § 2. Der Reichsminister des Innern wird ermächtigt, die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um die Ausreise und Durchreise von Personen zu hindern, die sich zur Teilnahme am Bürgerkrieg nach dem im § 1 bezeichneten Gebieten begeben wollen. § 3. Es ist verboten, Personen zur Teilnahme am spanischen Bürgerkrieg anzuwerben, oder sie Werbern zuzuführen. § 4. Der den Vorschriften der §§ 1 und 3 dieses Gesetzes oder einem auf Grund des § 2 erlassenen Verbot zuwiderhandelt, wird mit Gefängnis bestraft. 8 5. Der Reichsminister 2)es Auswärtigen bestimmt den Zeitpunkt des Inkrafttretens und des Außerkrafttretens dieses Gesetzes. Berchtesgaden, den 18. Februar 1937. Der Führer und Reichskanzler: Adolf Hitler. Der Relchsminister des Auswärtigen: Freiherr von Reurath. Der Reichsminister des Innern: Frick. Auch Portugal erlaßt Freiwilligen-Verbot. Lissabon, 20. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die portugiesische Regierung veröffentlicht einen Erlaß, der die Anwerbung und Ausreise Freiwilliger portugiesischer Staatsangehörigkeit für die Teilnahme an den Kämpfen in Spanien verbietet. Staatsbürger, die nach Erlaß des Gesetzes das Land in der Absicht verlassen, an den Kämpfen teilzunehmen, verlieren ihre Staatszugehörigkeit. Portugiesen, die sich bereits bei einer der kämpfenden Parteien haben anwerben lassen, müssen innerhalb eines Monats nach Inkrafttreten des Verbots zurückkehren. Ausländern, die in Portugal ansässig sind und sich für eine der kämpfenden Parteien anwerben lassen, wird die Rückkehr nach Portugal für einen Zeitraum von fünf Jahren untersagt. Das gleiche gilt für Ausländer, die nur durch Portugal reisen, um zu einer der kämpfenden Parteien zu gelangen. Das Verbot tritt sofort in Kraft. ♦ Das portugiesische Außenministerium stellt fest, daß Portugal niemals von seiner ursprünglich eingenommenen Haltung, die eine internationale Ueberwachunq auf nationalem Gebiet nicht liebt, abgegangen (ei. Um jedoch eine Erfüllung des Nichteinmischungsabkommens zu ermöglichen, habe die portugiesische Regierung England gebeten, Beob = achter zu entsenden, die ihren Konsulaten zugeteilt werden, und die die Erfüllung der von Portugal übernommenen Verpflichtungen bezüglich der Rekrutierung Freiwilliger und deren Durchreise sowie bezüglich Waffentransporten nach Spanien feststellen sollen. Dei portugiesische Regierung würde, wenn sie zu der Ueberzeugung kommen müßte, daß Portugals Anwesenheit ein unüberwindliches Hindernis für die notwendige Einstimmigkeit bei den Be- schließungen des Londoner Ausschusses darstellte, nicht zögern, den Nichteinmischungsausschuß zu verlassen. Französische Bedenken gegen eineGowjetfloite im Miiielmeer. Paris, 20. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der „Matin" lehnt energisch die Forderung Sowjetrußlands ab, diesem Lande im Rahmen der internationalen Kontrolle die Ueberwachung des Küstenstreifens von Marokko zu übertragen. Frankreich müsse diese Forderung als unannehmbar zurückweisen, ebenso wie den von Moskau zum Aus- druck gebrachten Wunsch, der sowjetrussischen Flotte einige Stützpunkte zur Verfügung zu stellen. Diese Stützpunkte würden dann sehr bald zu k o m • munistischen Unruheherden werden. Das von Frankreich in Nordafrika verfolgte Werk mache es zur Pflicht, eine derartige Möglichkeit, deren Ver- wirklichung voller Gefahren sei, rundweg ab« zulehnen. „Arbeitsnachweis" Sie kommunistische Partei Englands »Freiwillige" für den London, 20. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der Sonderkorrespondent der „Daily Mail" an der Madrider Front schreibt, daß an der Madrider Front von den nationalen Truppen gefangengenommene englische Staatsbürger ihm gegenüber Aussätzen gemacht haben, aus denen das Netz der Jntrigien deutlich sichtbar wird, das die kommunistische Partei Englands über das ganze Land gesponnen hat. Jeder Faden dieses Netzes führe z u irgendeinem Industriezentrum, wo Menschen, die lange arbeitslos waren, leicht dazu verführt werden könnten, nach Spanien zu gehen unter dem Versprechen, bei Straßenbauarbeiten, in Plantagen ujw. beschäftigt zu werden. Das Hauptquartier dieser Anwerber sei zugleich das Hauptquartier der kommunistischen Partei. Jeder habe hier eine Wochenendkarte zur Fahrt nach Frankreich erhalten. Alle Gefangenen hätten Harry Pollitt, den General- s e f r e t ä r der kommunistischen Partei Englands, gesprochen. Viele erklärten, daß er ihnen persönlich die Fahrkarte und ein Pfund Sterling ausgehän- digt habe. Die Angeworbenen stammten aus verschiedenen Orten Englands, die Anwerbung aber hat sich immer in der tzleichen Weise abgespielt: Ein Agent näherte sich jungen Erwerbslosen, versprach ihnen Arbeit gegen gute Bezahlung als Werbezentrale. besorgt den spanischen Bolschewisten Kampf gegen Franko. und schickte sie dann nach Liverpool weiter, wo in einem Büro mit der Aufschrift „Arbeitsnach - weis" die Opfer dann gesammelt wurden. London wird von Agenten des bolschewistischen Spaniens geradezu durchgekämmt. In Gruppen zu 20 wurden die Opfer nach Frankreich geschickt, wo sie in Boulogne von französischen Bolschewisten nach Paris weiter verfrachtet wurden. Von hier geht es nach Perpignan und schließlich im Kraftwagen zur Front. Die meisten erfuhren ihr eigentliches Schicksal, als fie in Madrigueras Waffen in d i e Hand bekamen. Von dort find sie dann direkt an die Front geschickt worden, die meisten ohne jede Ausbildung, ohne zu wissen, wie man überhaupt mit einem Gewehr umgeht. Sie wurden dann in das Saklatvala-Batail- lon eingegliedert, dessen Namen in kommunistischen Kreisen bekannt genug ist; sein „Kommandeur" ist ein Engländer namens Wintrigham. Sehr bald waren die jungen Engländer dann auch mitten im Kampf. Das Bataillon verlor die Hälfte feines Bestandes durch Tod und Verwundung. Proteste gegen die Einreihung in die Truppe haben nicht gefruchtet, im Gegenteil, alle befangenen haben erklärt, daß diejenigen, die einen Protest gewagt hätten, kurzerhand erschossen wurden. zeitig mit der Rüstungsdebatte im britischen Unterhaus in Berlin die internationale Frontkämpferorganisation tagte. Ihr Besuch im Bertzhof auf dem Obersalzberg gab dem Führer und Reichskanzler erneut willkommene Gelegenheit, als Kamerad zu Kameraden Deutschlands aufrich- tttzen und unbeirrbaren Friedenswillen zu betonen. Die Männer, die uns einst im Schützengraben als Feinde gegenübergestanden haben, aber sich durch die von politischem Haß und Neid vergiftete Atmosphäre der Nachkriegszeit die ritterliche Hochachtung vor der Leistung des Gegners, die von jeher das Zeichen des echten Soldaten gewesen ist, bewahrt haben, werden die Worte des Führers verstanden haben, daß der Krieg zwar ein großes, aber auch ein grauenhaftes Erlebnis fei und ein neuer kriegerischer Konflikt katastrophale Folgen für alle Na- tionen haben müsse. Die Frontkämpfer, die den Krieg bis ins Letzte an sich selbst erfahren haben, denen niemand Tapferkeit und Vaterlandsliebe ad- sprechen kann, sind daher auch in erster Linie berufen, als Träger der Friedensidee unter den Völkern für Verständigung und Kameradschaft zu werben. Sie wissen, daß sie nicht besser das Vermächtnis ihrer gefallenen Kameraden erfüllen können, zu deren ehrendem, aber auch verpflichtendem Gedenken sich morgen das deutsche Volk in ernster Feierstunde zusammenfindet. Die Frontkämpfer wissen aber auch, daß die gegenseitige Achtung, die sie selber zusammengeführt har, auch die Grundlage für eine Verständigung bt'r Völker sein kann. Sie sind daher auch die gegebenen Vorkämpfer für eine Entgiftung der Welt, ohne die es nach einem sehr ernsten Mahnwort des Herzogs von Coburg keine Befriedung der Welt geben kann. So werden die Frontkämpfer ein ..Bollwerk des Friedens" in einem anderen und würdigeren Sinne als Neville Chamberlain es von dem waffenstarrenden England behauptet hat. Don diesem Bollwerk aus sollen sie die Herzen ihrer Nationen erobern und in ihnen der Stoßtrupp einer Front der anständigen Menschen sein gegen Argwohn und Mißgunst, Niedertracht und Der- leumbung, die heute wie vor zwanzig Jahren immer wieder versuchen, die alte Kluft zwischen den Völkern aufzureißen, um schließlich Europa in ein Meer von Blut und Tränen zu stürzen. So wie die ausländischen Frontkämpfer in ihre Heimat die Gewißheit mitgenommen haben, daß das nationalsozialistische Deutschland und sein Führer nichts anderes wollen, als geachtet und gleichberechtigt mitarbeiten im Kreise der Nationen, so ist es für uns Deutsche am morgigen Heldengedenktag ein tröstliches Gefühl zuversichtlicher Hoffnung, auch jenseits der Grenzen einen wachsenden Ring aufrechter Männer zu wissen, die bereit sind, mit aller Tatkraft den Kampf für einen ehrenhaften Frieden zu führen, für den einst im großen Kriege die Besten aller Nattonen ihr Leben dahingegeben haben. Fr. w. L. „Frankreich darf nicht taub bleiben." Ein französischer Frontkämpfer über seine Eindrücke in Deutschland. Paris, 20. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der Vorsitzende des Nattonal-Verbandes der französi- fchen Kriegsverletzten, C h a t e n e t, der mit der französischen Frontkämpfer-Abordnung in Berlin weilte, gab einem Vertreter des „Journal" seine Eindrücke wieder, die er aus Deutschland m i t g e b r a d) t hat. Chatenet betonte die Herzlichkeit des Empfanges und das äußerst höfliche Entgegenkommen der Bevölkerung insbesondere gegenüber der französischen Abordnung. Unter Hinweis auf die Reden der leitenden deutschen Männer, in denen immer wieder der Friedenswille Deutschlands zum Ausdruck gekommen sei, er- klärt der ehemalige Abgeordnete, Frankreich habe nicht das Recht, einem solchen Aufruf zur Annäherung taub gegenüberzustehen. Was die internationalen Frontkämpfer in Berlin getan hätten, fei weder für Frankreich noch für Europa, die Welt und den Frieden unnütze Arbeit gewesen. Botschafter von Ribbentrop stattete Lord Derby auf dessen Landsitz in Knowsley einen Privatbesuch ab und nahm an einem Essen teil, das ihm zu Ehren von Lord Derby im Manchester gegeben wurde. Nach sechs Monaten. Der deutsche Botschafter in London, von Ribbentrop, hat in der entscheidenden Sitzung des Nicht- einmischungsausschusses über die spanischen Angelegenheiten einer Zeitungente den Hals umgedreht. In sehr bewußter Taklik hatte die britische Presse hervorgehoben, die Einigung über den Kontrollplan sei Frankreich zu verdanken. Die französische Regierung habe durch ihr Entgegenkommen nicht nur, sondern durch die energischen Erklärungen des französischen Botschafter (Sorbin durchgefetzt, daß mit Ausnahme von Portugal die Großmächte sich darüber einigten, das Freiwilligenverbot am 20. Februar und den Kontrollplan am 6. März in Kraft treten zu lassen. Die Tendenz solcher Meldungen war klar. Frankreich sollte als Friedensfreund hin- gestellt, die Volksfrontminister in ihren tausend Nöten glorifiziert werden. Diese Fälschung der historischen Tatsachen wurde sofort von Ribbentrop angeprangert. Nicht die französische Regierung, nicht die ihr sekundierende englische habe das Verdienst, das Zureiseverbot durchgesetzt zu haben. Schon vor mehr als einem halben Jahr, am 17. 21 u g u ft 19 3 6, hatten die Deutschen und die Italiener den Vorschlag eingebracht, der jetzt endlich angenommen ist. Die deutsche Regierung hat sogar mit ihrem Memorandum vom 7. Januar 1937 den weitergehenden Vorschlag gemacht, alle nichtspanischen Freiwilligen aus Spanien zu entfernen. Das Hureifeverbot ist also ein deutscher und nicht ein französischer Vorschlag. Selten ist in der Diplomatie so schnell und wirkungsvoll einer böswillgen Legende das Lebenslicht ausgeblasen worden, wie es durch Ribbentrop geschah. Alle Welt weiß, daß die Sowjetunion und Frankreichs Volksfrontregierung direkt oder indirekt die Bolschewisten in Spanien unterstützten. Die Meldungen der französischen Rechtspresse über die Tätigkeit des Luftfahrtministers Pierre Cot, über die geradezu bolschewistischen Zustände an der fron» zösischen Pyrenäengrenze, über die Werbearbeit der Komintern nicht nur m Frankreich sind bis jetzt auch nicht im geringsten widerlegt worden, und der seinerzeit vom „Messagerv" veröffentlichte Bries, der einige Mitglieder des französischen Kabinetts bis zu Leon Blum herauf der aktiven Einmischung in die spanischen Verhältnisse bezichtigte, kann heute als echt gelten. Gerade weil Frankreichs rechte Hand nicht wußte, was die linke tat, weil Läon Blum den Nichteinmischungsausschuß angeregt hatte, in Wirklichkeit aber eine sofortige Kontrolle über Spanien verhinderte, ist die furchtbare Tatsache zu verzeichnen, daß Spanien seit August durch die Einmischung der Sowjets verwüstet und ausgeplündert wurde. Hunderttausende von Opfern, die auf bolschewistische Weise hingcschlachtet wurden, klagen die französische und die englische Regierung an, durch die um ein halbes Jahr verspätete Annahme des deutschen August-Vorschlags sie ins Grad gestoßen zu haben. Auch die englische Regierung. Man weiß, daß der englische Außenminister Eden aus gewissen Erwägungen des demokratischen Gleichgewichts in Europa heraus zwar von Nichteinmischungspolitik sprach, in Wirklichkeit aber gerade den Sieg der nationalen Sache in Spanien veichindern wollte. In diesem Falle ist Edens Taktik von einem verhängnisvollen Erfolg gefrönt worden, zumal die Londoner und die Pariser Politik fein abgestimmt vorging. Man braucht sich nur die Meldungen ins Gedächtnis zurückzurufen, Deutschland und Italien verlängerten den spanischen Krieg, sie hätten Truppen gelandet, und die Deutschen säßen bereits in Marokko, die Italiener auf den Kanarischen Inseln, um die ganze Perfidie dieser französisch-englischen Pressemeute zu ermessen. Es stimmt zwar nicht, daß der französische Botschafter Corbin, wie eine ausländische Zeitung berichtete, mit der Mobi- lisation einiger Divisionen für den Fall drohte, daß der Kontrollplan nicht sofort angenommen würde, aber die seitherige Schwenkung der Pariser Regierung in der Nichteinmischungsfrage ist eine Tatsache. Worauf ist die plötzlich verwandelte Energie zurückzuführen. Doch nur auf die militärisch miserable Lage der befreundeten spanischen Bolschewisten, auf die Einnahme von Malaga durch die nationalen Truppen, auf die anarchisch-bolschewistischen Zustände im roten Katalonien und die Abschnürung des roten Madrid! Man hat billig Lorbeeren zu sammeln, wenn man nach vielen Monaten des Nichtstuns plötzlich eine Neutralität strikter Observanz verkündigt--nur um den Sieg der nationalen Regierung des Generals Franco nicht voll in die Erscheinung treten zu lassen. Das war die Taktik, das ist das Ziel der Dolksfrontregierung in Frankreich. Wäre der deutsch-italienische Vorschlag schon im August angenommen worden und in die Akten eingesargt, bann wäre aller Voraussicht nach nicht nur die nationale Regierung Francos schon längst im Besitze des Sieges, sondern Spanien wäre nicht ausgebrannt worden. Soviel ist jedenfalls klar, daß die beiden Hauptinteressenten an der Einmischung die weitere Verschleppung einer wirksamen Kontrolle bis zum 6. März zu nutzen wissen werden. Und nach dem 6. März? Die Londoner Beschlüsse beziehen sich nicht nur auf Freiwilligen-Transporte, sondern auch auf die Anwerbung! Es wird sich auf dem Weg über die nationale spanische Regierung sehr bald Herausstellen, wie weit jene Interessenten die Schmugglerpfade über die Pyrenäen und die Zugangsmöglichkeiten nach Valencia und Barcelona von See her wirklich stillegen werden. Denn es erscheint als außerordentlich merkwürdig, daß Frankreich, bisher mit Sowjetrußland zusammen Saboteur jeder wirklichen Nichteinmischung, jetzt zwar mit solcher Plötzlichkeit auf die Londoner Beschlüsse gedrängt hat, aber gleichzeitig das volle Maß politischen Druckes gegenüber Portugal anwenden will, und zwar in so auffallend dringlicher, ja fast ultimativer Form (Drohung mit Wiedergewinnung der Handlungsfreiheit), daß für Paris die Verhinderung von Unterstützungen für die nationale Regierung über die portugiesische Grenze noch wichtiger zu fein scheint als die Abriegelung aller Zufuhren für die Bolschewisten. Und zweitens hat ja schon der Sowjetbotschafter M a i s k i in dem Londoner Ausschuß Vorbehalte angemeldet, wenn er behauptete, daß immer noch einige Punkte geklärt werden müßten, bevor man an eine wirkliche Kontrolle ginge. Wie während des ganzen bisherigen Sowjetkriegs in Spanien ergibt sich auch aus diesen beiden Momenten eine so enge lieber« einftimmung zwischen der Haltung Frankreichs und Sowjetrußlands, daß man sie als das Ergebnis dauernder Fühlungnahme ansehen muß. Es macht demgegenüber einen fatalen Eindruck, wenn man in Paris und in London den Franzosen das Verdienst an den Londoner Beschlüssen zuschieben will. Der 6. März als letzter Stichtag wird darüber entscheiden, ob die Weststaaten den Sowjetkrieg in Spanien wie bisher unterstützen bzw. dulden — zumal anscheinend niemand von ihnen an die Zurückziehung der „freiwilligen" Bolschewisten denkt. die Ibberufung des bisherigen Sowjetbot - MM OPEL OLYMPIA RM 2500 ab Werk OPEL KADETT RM 2100 ab Werk OPELP/4 Von RM 1450 an ab Werk dat OPEL OPEL »SUPER 6« Von RM 3850 an ab Werk OPEL ADMIRAL Von RM 6500 an ab Werk OPEL »6« < Von RM 3100 an ab Werk Weiterbericht des Relchswetterdiensles. Ausnabeort .Tranffuri Der Durchzug eines atlantischen Sturmwirbels brachte zunächst eine Ueberflutung mit subtropischer Warmluft und damit verbreitete und sehr ergiebige Regenfälle. Bereits in der Nacht zum Donnerstag setzte mit heftigen Böen der Zustrom milder Mee- resluft und dabei auch bei uns Abkühlung (im Gebirge teilweise auch Schneefall) ein. Voraussichtlich Brot oder Friede!". Moses Bosenberg aus Valencia zurückbeordert. Moskau, 19. Febr. (DNB.) Amtlich wird Mit den Neuerscheinungen : Kadett, Super 6 und Admiral hat das OPEL-Programm seine vorbildliche Ausgestaltung gefunden. Damit ist erreicht worden, daß auch der stark betonte, individuelle Wunsch eines jeden Käufers von OPEL erfüllt wird. Gleichgültig, ob dieser Wunsch gelenkt wird von Preisüberlegungen oder höchsten Ansprüchen, aus Repräsentaiions- oder anderen Gründen. Für 1937 gilt daher in gesteigertem Maße: Es gibt keinen Anspruch, den OPEL nicht erfüllt, es gibt keinen Grund, aus dem Sie auf die Vorzüge eines OPE L- Wagens zu verzichten brauchten.Der Hauptvorzug aller OPEL-Wagen ist gekennzeichnet durch den Begriff: M isfreuS* ing Al rd ' &er Unverbindliche Probefahrten, MotOFWagCtl - Verkaufsgesellschaft Dl, b. H. Frankfurter Strabe 52 - Telephon Nr. 2847 Unhaltbares Vorgehen lokaler Behörden in Oesterreich. W i e n, 19. Febr. (DNB.) In der Salzkammergut- stadt Gmunden beschloß eine Gruppe von Personen, dem Reichssender M ü n ä; e n e i n e W > n - terhilfsspende von 59 Schilling zu übermitteln und als Gegenleistung das Lied von E r n st Moritz Arndt „Was ist des Deutschen Vaterland" im Münchener Sender zu erbitten. Dieses Vorhaben kam den Behörden zur Kenntnis. Der Anreger des Planes wurde verhaftet und schließlich mit der Begründung, daß die Sammlung für die deutsche Winterhilfe einer Betätigung für die verbotene NSDAP, gleichkomme. zu 2 2 0 Schilling Geldstrafe verurteilt In diesem Zusammenhang muß darauf hingewiesen werden, daß die österreichische Rundfunkgesellschaft Ravag ebenfalls eine Winterhilfsaktion durchführt, bei der gegen Zahlung von mindestens fünf Schilling der Name des Spenders genannt und das von ihm gewünschte Stück gespielt wird. Dabei hört man immer wieder, daß dieses oder jenes Lied auf Wunsch einer im Deutschen Reich ansässigen Person zum Vortrag kommt. s ch a f t c r s bei den spanischen Bolschewisten, Moses Rosenberg, mitgeteilt. Die Mitteilung besagt, daß Rosenberg ..eine andere Tätigkeit" ausüben werde, ohne daß diese „andere Tätigkeit" bekanntgegeben wird. Ferner wird mitgeteilt, daß an die Stelle Rosenbergs Leo Iakobsohn-Galkis. der bisher ein Sowjetkonsulat in der Türkei innehatte, als Botschafter der Sowjetunion bei den Valencia-Bolschewisten treten solle. Die Abberufung Rosenbergs wird mit der Unzufriedenheit Moskaus mit der jüngsten Entwicklung des spanischen Bürgerkrieges erklärt. Die Zudensraae in Oesterreich. Wien, 19. Febr. (DNB.) Der ehemalige christlich-soziale Unterrichtsminister Dr. Z e r m a k ging in einer Versammlung des Christlichen Volksvereins auf die Beziehungen des Judentums zum Kommunismus ein und stellte fest, daß der Bolschewismus die Verwirklichung der Messiashoffnung des jüdischen Volkes dadurch sei, daß er alle Menschen gleichmachen wolle. Es sei Tatsache, daß nach dem Umsturz 90 v. H. der öfter- reichischen Jugend im Lager der Sozialdemokraten und Kommuni st en gestanden hätten. Damit aber hätten sie das Recht verwirkt, dem neuen Oesterreich Ratschläge zu erteilen oder sich gar zu dessen Führern aufzuschwin- aen. Oesterreich habe heute vor allem seine christliche Sendung in der Abwehr des vom Osten vor dringenden Bolschewismus zu erfüllen. Es müsse ein Trennungsstrich gezogen werden. Die Juden sollen ihre kulturellen Einrichtungen selbst betreuen und dafür auf den weiteren Einfluß in die Kulturangelegenheiten des bodenständigen Volkes verzichten. ■■ “es V * » ■4 nen zu eil eln deutsch, I '5 und J das Lebeikl 9 Ribbel ■ ®Rtuniö;l unterstützt»! »tspresseL! :rreGot, J ^bearbeit J sind bis jd sdm, und i\ te Bries,'. Kabinetts bis! 'nmischung e| ; kann U re>ch5 refe I t weil M "geregt hch ontrolle AI e Tatsache g I Wrch die W I uusgevlündk I ie auf bolsch.); n, klagen ii >ng an, duiL Annahme du ^wb gestoßk- tun weiß, d«i gewissen b j hgewichts r Üchungspoli« len Sieg du nbern wollt-, n einem v«> ii, zumal di! 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Hoherodskopf: Nebel, — 2 Grad, im Walde 25 bis 30 Zentimeter Gesamtschneehöhe, auf der Heide durchbrochen, Ski nur im Walde möglich bzw. gut. Rhön. Wasserkuppe: Leichter Schneefall, —2 Grad, 5 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 4 Zentimeter Neuschnee, verweht, Ski stellenweise gut. Schwarzwald. Fekdberg: Bewölkt, 0 Grad, 90 cm Gesamtschneehöhe, Pappschnee, Sport gut Alpen. Schneefernerhaus: Starker Schneefall, — 7 Grad, 610 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski gut und Rodeln mäßig.___ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Ve^lntwortlich für Politik und für dre Bilder: vi^Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thynot; für den übriaen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. 37: 11250. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Die Aot in Madrid. Zas Bott leidet Hunger.—Nur die Bonzen werden satt gemacht I London, 20. Febr. (DNB. Funkspruch.) Ein spricht des „Time s"-Korrespondenten in Madrid söildert die immer stärker werdenden Versor- gan g s s ch w i e r i g k e i t e n der von den Bol- söewisten terrorisierten Hauptstadt. Hungersnot for- bire besonders unter den alten Leuten viele Todesopfer. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung steige uti so mehr, als ganz offensichtlich die den bolsche- Wstrschen Machthabern ergebenen Kreise eine sehr iuiel bessere Verpflegung erhielten. Das ! Lolk, das in langen Schlangen vor den Lebensmittelgeschäften anstehe, um nach stundenlangem Warten doch nur wenig oder nichts zu | bekommen, blicke mit bitterem Gefühl auf die vor- Übergehenden gut gekleideten und mit großen Le- bmsmittelrattonen versehenen Bonzen, deren Aufgabe nur darin bestehe, eine sog. „religiöse" )ievolution durchzuführen. Selbst die Presse i jjbe heftig Kritik an dem „Lebensmittelamt" soweit ! > r das angesichts der Bolschewistendiktatur möglich j. Besonders bezeichnend für die (Stimmung in Madrid ist die Mitteilung, daß es kürzlich zu einer ; rauendernonstration gekommen sei, wobei man immer wieder den Ruf hören konnte: M Ö.H öffentl. Handelslehranstalt derlndustrie-u.HandelskammerGießen Gießen, Wernerwall 11 (am Oswaldsgarten). Fernruf 2480 Höhere Handelsschule: Abschlußprüfung entspricht der Prüfung für praktische Kaufleute und gilt als Prima- Reife für Wirtschafts-Ober schulen. Schulgeld RM. 19.— Zweijährige Handelsschnle: Abschluß mit der Mittleren Reife. 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Sämtliche übrii zeugen zur Die deutsche Rotorradindustrie hat sich ihren Platz in der Halle la redlich verdient. Hier gibt sich die fachmännische Jugend ein Stelldichein, ist doch alles vertreten, was man sich nur wünschen kann, vom Kraftfahrrad bis zur schweren Beiwagenmaschine. Bei allen Neuerungen steht erhöhte Fahrsicherheit, Bequemlichkeit und nicht zuletzt auch die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund. Die Zahl der Kleinstkraft- rüder mit nicht mehr als 100 ccm Zylinderinhalt hat sich vergrößert. Hierzu zählen das A r d i e - Windspiel, DKW.- Ponny 100, die alle Zweitakter sind. Der Zweitakt-Motor überwiegt auch wie bisher bei den übrigen steuerfreien Maschinen bis 200 ccm, ausgenommen Ardie, B M W., Herkules und N S U., jedoch nicht mit allen Modellen. DKW. stattete seine „SB“ mit elektri- a i b erschlossen!" Die Erkenntnisse des Führers in allen technischen, viitschaftlichen und praktischen Fragen des Kraft- serkehrs sind gründlich! Sie erstrecken sich auf die Konstruktion, auf die technische Entwicklungsge- jchichte des Kraftwagens wie auch auf Anregungen iuf der eigenen, gewaltigen Landstraßenerfahrung. Eü umfassen aber auch Wirtschastsfragen der Pro- tnjtion und des Kraftverkehrs, das Erkennen der Voraussetzungen wie der technischen Möglichkeiten bf Motorisierung — in einer ungewöhnlich lebenden Art der Darstellung wirtschaftlicher und soziier Zusammenhänge. Wer würde glauben, daß der Führer trotz aller Gorgen und Verantwortung immer noch Zeit fin- bd, sich um alle Einzelheiten ber Motorisierung zu flimmern? Ich bin überzeugt: von ben mehr als 8oC 000 Besuchern ber vorjährigen Ausstellung hat der kleinen Rundhalle III ein. Das Wandern mit dem eigenen Haus führt sich allmählich auch in Deutschland ein, eine Richtung, der die Industrie gerne ent^gegenkommt, wenn es chr auch sehr schwer fällt, billige Anhänger jetzt schon zu liefern. Denn der Autowanderer verlangt allerhand. Die Beweglichkeit des Wagens soll möglichst wenig !. Erwerbs :L flutgefc.' • chäits | Denken wir einmal zurück an die Gründungszeit Oer Bewegung. Das Geld für die ersten Wagen Wachte buchstäblich vom Munde abgespart werden, I- uüi es reichte nur für alte, unzulängliche Vehikel, F'bis allerdings geeignet waren, zunächst einmal „Er- f Mrungen" auf der Landstraße zu sammeln. Sofort $ nch der Wiederaufnahme des Kampfes wurde die f Motorisierung der Bewegung von neuem einge- I leitet. Daß der Führer von diesem Tag bis zur I Mochtergreifung 1,5 Millionen Kilometer 1 im Kraftwagen zurückgelegt hat, ist AULE» T ü II Al V F 1.7 LITER Opel zeigt u. a. (von oben nach unten): „Opel 6' „Super 6" und „Admiral". — (Werkfoto Opel.) ikekreuzstük voll! Persönlich‘ schaffen der c.» । jcksache neuzeitlichen A.ti '.umiBIgen Preist I ulstr. 1, Ruf 2!s\ rchnsü. AM I nter 0M 2 1 en M ■ 800 Hi Anteil haben. Diese Merkmale sind für immer verknüpft mit unserer Autoschau; sie verleihen ihr ein eigenes Gepräge und finden überall ihren sichtbaren Ausdruck, vom handlichen Werkzeug bis zum ausgeklügelten Zubehörteil, vom leichten Kraftfahrrad bis zum märchenhaften Luxuswagen, vom schnittigen Sportfahrzeug bis zum wuchtigen Ueberlandtransporter. Die neue Autoschau zeichnet aber noch etwas Besonderes aus, sie zeigt Bausteine für den Weg, den Deutschlands Kraftfahrindustrie im Vier- jahresplan bewegt. Ersetzung von ausländischen Rohstoffen, Wirtschaftlichkeit im Fahren, Ausnutzung der Reichsautobahnen find einige markante Punkte. Die Ehrenhalle kündet von den Großtaten deutscher Chemiker, Konstrukteure und Fahrer. Riesige Tafeln zeigen den Werdegang des deutschen Buma und des aus heimischen Bodenprodukten gewonnenen Benzins. Neben den Schnittmodellen unserer bewährten Serienfahrzeuge stehen die ruhmreichen Rekovdmaschinen unserer berühmtesten Werke. Parade der Personenwagen. Ein Schritt weiter führt zur Halle I und ihrer stolzen Parade der Personenwagen. Ein überwältigendes Bild bietet von der Rückwand ein Panorama der Mangfall-Brücke, die mit dem Begriff Reichsautobahn untrennbar verknüpft ist und von der Gegenseite vermitteln Zahlen den Erfolg der Motorisierung: Aus den 33 000 Volksgenossen, die 1932 in der Kraftfahrindustrie tätig waren, Der Führer und die Wtorilsierung Deutschlands. Die zur Eröffnung der Automobilausstellung erscheinende neue Zeitschrift „M 0 t 0 r - schau" enchält einen Aufsatz von I. Merlin, dem wir folgendes entnehmen: c i a ; England schickt den A u st i n ; Frankreich den Renauld; Oesterreich ben Steyr und mit dem amerikanischen Hudson steller auf. Ä ah,9keii; öl 2.31! Ä?! Anlasser aus. lieber Kardan-Kraftüber- trägung verfügt nur B M W., alle übrigen bleiben nach wie vor bei der Kette. Viertelliter-Maschinen gen Hallen stehen den N u tz f a h r- Dersügung. Eine Sonderstellung nimmt der Personenwag en- Anhänger in Dom Leichitrastrab bis zum Luxuswagen Ein Jtunögang durch die neun Riesenhailen. heimlichen Schnelligkeiten moderner Dieseltrieb-^ wagen auf der Eisenbahn, die gleich im ersten Jahr auf mehr als 250 000 Kilometer bewährte Zuverlässigkeit des dieselgetriebenen Zeppelinluftschiffes „Hindenburg" und der ebenfalls mit Dieselmotoren ausgerüsteten Lufthansa-Flugzeuge, die den Ruhm und den Namen Deutschlands über die Ozeane tragen. Nicht zum geringsten Teil waren ebenso wie früher die Automobilfabriken auch die Zellen für die Entwicklung der Flugmotoren. Wie sieht es nun für die Zukunft aus? An der Spitze steht die R 0 h st 0 f f r a g e. Soweit Rohstoffe vom Ausland nötig sind, muß einerseits eine weitere Exportsteigerung den Ausgleich schaffen, anderseits eine intensivere Umstellung auf neue, hochwertige Werkstoffe einsetzen, die im Jmland her- gestellt werden. Heber beiden steht der Vier- jahresplan, der uns namentlich in der Treib- stoff- und Gummiversorguna binnen kurzem unabhängig machen wird. Die gesamte Industrie — nicht zuletzt die Automobilwirtschaft — wird durch den Bau neuer Werke im Verfolg des Rohstoffplanes einen mächtigen Auftrieb bekommen. Die Schaffung eines billigen Kraftwagen s, mit dem bisher noch unerreichte Käuferschichten erschlossen werden sollen, hat bereits greifbare Gestalt angenommen, wenn auch die Ver-> wirklichung dieses — vielleicht größten — Planes noch einige Zeit dauert. Dieses Fahrzeug wird Hunderttausende neuer Käufer finden, die früher niemals daran denken konnten, sich einen Kraftwagen zu leisten, und schließlich wird der Volkswagen im Zuge des Vierjahresplanes als devifensparend zu werten sein, ein neuer und wertvoller Exportartikel, auf den der automobil- arme Teil Europas wartet. wurden 115 000, die Produktion stieg von 51845 auf 300172. Wer Neuheiten sucht, kommt auf feine Kosten. 15 Neukonstruktionen sind das Ergebnis emsiger Arbeit. Sie schließen eine Lücke, die gerade durch die Entstehung des Reichsautobahnnetzes fühlbar geworden ist. Es handelt sich meist um Fahrzeuge zwischen der Zwei- und Drei-Liter-Grenze, mit fast durchweg windschlüpfrigen Formen. Ihre Werkkameraden stellen Weiterentwicklungen der bekannten Modelle dar mit Verbesserungen an allen irgendwie möglichen Teilen. Einen erlesenen Ausschnitt der reichhaltigen Produktion bringt Mercedes-Benz. Gleich zu beginn lenkt ein schwarzer Spezial-Roadster mit einem 5,4-Liter-Acht-Zylinder-Kompressormotor als Glanzstück des Untertürkheimer Werkes den Blick auf sich. Er ist umgeben von Wagen in den verschiedensten Ausführungen und Stärken, die alle den weltbekannten Dreizackstern tragen. Alles überragt der 800/1000 PS Luftfchiff-Diesel-Motor des „Hindenbur g". Stattlich ist das Aufgebot der A u 10 u n i 0 n mit ihren DKW., Wanderer, Audi und Horch. Die DKW. find geräumiger geworden und haben wie Wanderer eine Bereicherung der Modelle erhalten. Die Audi- Front bleibt im wesentlichen unverändert, dagegen ist beim Horch die Doppelgelenkachse nun überall an die Stelle der Hinterrad-Starrachse getreten. Der neue 2,5-Liter -Adler ist eines der interessantesten neuen Modelle, bei dem die Ergebnisse der großen Dauerprüfungen „Wirtschaftliches Fahren" sichtlich Pate standen. Der Trumpf- roagen hat fein altes Gesicht behalten, Trumpf- Primus und Diplomat sind äußerlich einander angeglichen. Besondere Beachtung finden bei Opel die neuen Typen „Admiral" und „Kadett", von denen der letztere seit einigen Wochen schon im Straßenbild zu sehen ist. Ein „Olympia" mit durchsichtiger Karosserie gewährt Einblick in die Konstruktion. Ueberdies stellt Opel mit dem „P 4" auch weiterhin den b i l - ligsten deutschen Wagen her. BMW. wartet mit einem neuen, auf 80 PS gebrachten Sportwagen auf, der eine stromlinienförmige Karosserie aufweist. Hansa unternimmt in der 1,5-Liter-Kl. den Versuch, einen reichsautobahnfesten Stromlinienwagen herzustellen, der verblüffend schnell ist. Das Maybach- Programm führt die schweren 6- und 12-Zylinder (Zeppelin) weiter, die sich um einen 600-PS-Diesel-Motor für Schnelltriebwagen der Reichsbahn gruppieren. Ford verzichtet auf den „Rheinland" und baut nur noch den „Eifel" und „V 8". Hanomag hat seinem „Sturm" eine neue Kühlermaske gegeben und bringt ihn auch mit langem Fahrgestell heraus. Das Neckarsulmer Werk, das sein Hauptgewicht auf den Bau von Krafträdern legt, ist mit dem in deutscher Lizenz hergestellten N S U. I Fiat zur Stelle. S t 0 e w e r erfaßt mit vier Typen die Spanne zwischen 1,5 und 3,6 Liter. Das Ausland ist wieder stark vertreten. Aus Italien kommt der Alfa Romeo, Fiat, Lan- Gcit der Machtergreifung führt eine klare und umbrochene Linie des Aufstiegs durch vier Jahre dir deutschen Erneuerung. Der Erfolg jener Maßmimen, die der Führer in seiner entscheidenden Evstnungsrede zur Ausstellung 1933 ankündigte, ifl bekannt: von 48 000 Kraftwagen im Jahre 1932 Wellten die Zulassungen im Jahre 1936 auf 2)8 848 Stück. Die anderen Kraftfahrzeugarten blieben dahinter nicht zurück: insgesamt wurden iber 430 000 Kraftfahrzeuge in Deutschland im legten Jahre zuaelassen. Diese Zahlen betreffen aber nur den Jnlanosumsatz, und zwar ohne die an Teichsbehörden gelieferten Fahrzeuge. Nicht enthalten find darin die exportierten Fahrzeuge, deren Ausfuhrwert sich gegenüber 1935 um genau 50 vch. gehoben hat. Der Versuch, durch steuerliche Gntlaftung den Absatz zu steigern, wurde später och in anderen Ländern gemacht, jedoch nicht mit annähernd dem gleichen Erfolg, da die Voraus- hgung des allgemeinen Wirtschaftsauf- fhw ungs und der gesteigerten Kaufkraft weitaus nicht in dem Maße vorhanden war wie in Deutfch- üiti. (Das Volkseinkommen stieg bei uns von 46,5 Wiarden Mark im Jahre 1933 auf 61,5 Milliarden im Jahre 1936.) 5m Zuge der Entwicklung stieg auch die Zahl der Gefolgschaftsmitglieder in derAuto- nabilinbuftrie; die Teile-Jndustrie wurde vom Auf- pieg ebenfalls mit erfaßt, desgleichen die Vor- itiuftrien. Stahl und Eifen, Leichtmetall, Gummi, Gies und Stoffe — all dies wurde nun wieder in 9103cm Umfange benötigt und Hunderte von Fa- vlitsn bekamen wieder Aufträge; Zehntausende, ^.derttausende von braven deutschen Werkmän- nii hatten wieder Arbeit und Brot. Man stelle s>h einmal vor, daß eine große Automobilfabrik iril Hunderten von Lieferwerken in Verbindung sich, und man wird ermessen können, welche Kräfte Milde durch die Ankurbelung der Krastoerkehrs- schäft dem Volksganzen wieder dienstbar ge= niilht wurden. Wo viele zweifelten, hatte allein der 8Hfrer die Bedeutung der Kraftfahrzeugindustrie 0-» Schlüsselindustrie erkannt und demgemäß ge= fabelt! 1 as erstaunlichste Werk des Führers, Die Reichs- out ob ahnen, sind Schrittmacher für die weitere Motorisierung Deutschlands. Neben dem großen [Wanten der Arbeitsbeschaffung sind Wirtschaft- lh eit und Sicherheit die zwingenden Grundge- l rken der Straßen Adolf Hitlers. Durch technische Versuche wurde feftaeftellt, daß bei vernünftiger Fahrweife auf den Autobahnen sich Ersparnisse bis zu 20 v. H. im Verbrauch von Reifen und Kraftstoff und eine starke Zeitersparnis erzielen lassen. Was bedeutet demgegenüber die Benzinpreiserhöhung um einige Pfennige? Verschiedene Staaten haben gerade in letzter Zeit ohne jede Gegenleistung die Treibstoffpreise erhöht. Neue Aufgaben treten an die Industrie heran. Nicht nur die Produktionszahlen steigen, auch der technische Fortschritt — zuerst erzwungen durch bittersten Konkurrenzkampf — sucht neue Wege. Unsere Wagen werden schneller, zuverlässiger und wirtschaftlicher. Die Industrie, auf neue wirtschaftliche Grundlagen gestellt, erreicht nun Serien, die eine bisher unerreicht niedrige Preisgestaltung zulasten. Versicherungs- und Garagewefen bedürfen allerdings noch einer Regelung, wenn es zu einer Verbilligung der Kraftfahrzeughaltung und damit zu einem weiteren Aufschwung kommen soll. — Vieles ist aber anderseits bereits erreicht worden. Der Automobilhandel wurde geordnet und auf eine vernünftige Grundlage gebracht. Der unfruchtbare Konkurrenzkampf zwischen Straße und Schiene wurde mit sanftem Zwang zu logischem Ende gebracht: es erschien das Gesetz über den gewerblichen Güterfernverkehr, und die Deutsche Reichsbahn entschließt sich, künftig „zweispännig zu kutschieren" — und Schiene und Straße heißt die neue Parole! Der Fahrzeugdieselmotor tritt nach einem Jahrzehnt kostspieliger und mühsamer Entwicklungsarbeit einen unerhörten Siegeszug an; längst hat er sich den Schwerlastzug erobert, nun kommen Leichtlastwagen, sogar Personenwagen an die Reihe. An anderen Ende der Entwicklungsreihe erleben wir die un- Wieder eine Zubiläumsschau. Bewundernswerter Aufstieg. Vor einem Jahr konnte bei der Berliner Autoschau das Kraftfahrzeug als Goldjubilar gefeiert werden. Diesmal weift die Geschichte wieder auf ein Jubiläum hin: Dor genau 40 Jahren erstand die erste deutsche Auto sch au in der Reichshauptstadt als „Auto-Revue" des „Mitteleuropäischen Motorwagen-Vereins". Damals kamen drei Aussteller, Daimler, Benz und der Dessauer L u tz m a n n. Heute sind es rund 500 in neun Hallen mit 45 000 Qadratmeter Bodenfläche. Diese Zeitspanne ist getragen von einer bewundernswerten Entwicklung, an der deutscher Forschergeist, deutsche Tatkraft und Zuverlässigkeit, deuffche Handwerkskunst hervorragenden :g. gute Zinlai if 1. Hyvvlkl lleihengeick fest-A* Hera* nratnail’cLi Prof^', Pr=ä8.l l-'O ,e6»'a> reb'Or Ä eW J meß y haben nur vier Werke mit insgesamt fünf Modellen. Dagegen erfreuen sich die beiden nächsthöheren Klassen weiterhin der größten Beliebtheit. DKW. bleibt in jeder Stärke beim Zweitakter -Triumph und Fiat gehen mit je einem Typ hier bis zur 350- ccm-Klasse mit, dann aber schwenken auch sie wieder zum Viertaktmotor um. Im großen ganzen gibt es hier also keine grundlegenden konstruktiven Aenderungen. Das Altbewährte wurde beibehalten, aber irgendwie verbesfert. Unverkennbar ist das Bemühen, den Kunden vom Chromtank abzubringen, wie er besonders bei Standard und Triumph beliebt war. Bei den schweren Maschinen herrschen B M W., NSU.,Tornax,Vic- t 0 r i a und Zündapp vor StattlichesFeld dl rMsahrzeuae J:| Hum fünften Male wird nun der Führer fahoiiW | mi) dieses Jahr die Eröffnung der Automobil-Aus- Ns, SeiJ Sitzung vornehmen, die sich diesmal von den frühe- Karl Sei. 1 rin Ausstellungen dadurch unterscheidet, daß eine ssechsbehörde, nämlich das Propagandaministe- riiim, mit ihrer Durchführung beauftragt wurde, war eine gute Vorbedeutung, daß der erste j etcatsaft des Führers als Reichskanzler die Er- öifnung der Berliner Automobil-Ausstellung 1933 ®jr. Mit dieser Eröffnungsrede war das Startzei- 1 (fjen für die Motorisierung Deutschlands gegeben. | Wucher setzte damals hinter die Ziele uno Maß- >r j.cu . beute bekannt. — Der Kraftwagen wurde als Wiste gegen einen zahlenmäßig überlegenen Geg- m.. ner angewendet, der alle Machtmittel des Staates LTg-Wiirtt in Der Hand hatte. Hier waren neue Kräfte zu ---- mobilisieren und die Macht der Technik mußte die Stoßkraft der Bewegung stärken und vervielfachen. IrlllW Auf diesen Fahrten kreuz und quer durch Deutsch- IVIUvUUl lani) lernte der Führer nicht nur die Schönheit und ich keiner die Wagen gründlicher und genauer am jesehen als der Führer selbst. Daß er noch Zeit mb et, sich mit der in- und ausländischen Fach- liieratur zu beschäftigen, ist ebenso erstaunlich. Darüber hinaus gab der Führer eine Fülle von Anregungen und fand manchmal sogar Zeit, selbst Ausbauskizzen zu entwerfen. Auch die neue Zeit- schuft „Motorschau" ist auf Anregung des Führers MU ' entstanden. Schließlich war es des Führers alleini- : »er Entschluß, daß nunmehr den Pionieren des Zinsen geM' Auiomobils durch Neubau der Kraftfahrzeughalle Zchr. fe iin Deutschen Museum zu München die ver- 0901jlML: biente Würdigung und Ehrung zuteil wird. Wer kib* ' Sa*. tr.kvs- Mr nahmen, die der Führer aufzeigte, im stillen noch C'1 Fragezeichen; die Pläne waren aber wohldurch- bod)t und die darauffolgende Entwicklung hat dem SrbV’t ll8®rer gegeben. 4hch imj 1 /eige^ nkund- tiges Ti ? Z-Hau$. f erhalten, versenden sere aus- Mkschrift 'Chlands Parkasse Q^VereineJ Wohltat bebet Twße des Vaterlandes kennen, sondern es erschloß ederloseBiD fisich ihm auch die Seele des deutschen öfteml/fM: Menschen. Unendlich viel Liebe strömte ihm auf [er an, ohne diesen Fahrten entgegen — er lernte aber auch Sre S bie Sorgen, die Nöte, die Wünsche und die Hoff- nfiigen seines Volkes kennen. — In diesem tie- SicHeiMil !ertn Sinn sind die Worte des Führers zu ver- mBinMÄo ’teien, die er gelegentlich äußerte: „Ich liebe den D.3bi§8U"i’ Lccftwagen über alles, denn er hat mir Deutsch- ?I,8iebmitT.ß| Auskunft: u;jl Vertretung: Willi Appel,Gießen Kaiserallee 49 Fernsprecher 4067 1157 D Vierrad-Lieferwagen 500 ccm ’/< Tonner, 600 ccm 1 Tonner, 34 PS. 1 Tonner Dreirad-Lieferwagen mit 200, 300 und 500 ccm-Motor Klein-Lastwagen für jeden Zweck Md- te"- Berlin, I uni) fo jede Di I Kameradin lischen verkauft 0860 1BMW.-Cabriol.,1,5Lit.,6Zyl. 1 Adler-Sport-Wagen, 1 Liter 1 Opel-Limousine, 1,2 Liter Präsident Gianetti dankte Dr. Goebbels für den Einblick, den die italienischen Gäste in das um fassende Arbeitsgebiet von Dr. Goebbels und In, Ley hätten gewinnen können. Er schloß mit bei Worten: „In Italien spricht man italienisch, 'n Deutschland spricht man deutsch, aber wir habet heute und bei unserer Fahrt durch Deutschland ei' neut tiefinnerlich erkannt, daß Italien uni Deutschland eine gemeinsame Sprache sprechen!" ten aus H vornehmen. Berlin, 19. Febr. (DNB.) Freitag mittai empfing Reichsminister Dr. Goebbels im Pro pagandaministerium in Gegenwart von Reichskilek Dr. Ley den Präsidenten der italienischen Industriearbeiter Eia netti und seinen engeren Mli- arbeiterftab. In einer fast einstündigen Untw redung ergab sich ein überaus fruchtbarer Gedanken- i austausch. Präsident Gianetti von Or. Goebbels empfangen, „Deutschland und Italien sprechen eine gemeinsame Sprache." Starke Entlastung der Gemeinden in der öffentlichen Fürsorge. Ei. M-Mr.-Wret. Ober-Ohmen (Oberhessen) Telefon Mücke Nr. 65. Fahrschule W. Müller Gießen, Friedrichstraße 1 Ecke Wetzlarer Weg — Ruf 26*1 Moderner Schulwagen uod Schälmaschine 12060 Neuzeitliche Lehrmittel Vorführung von Lehrfilmen Kraftfahrzeug- Reparatur-Werkstatt FAHRZEUG PFLEGE Q Karl Faber § Gießen, Mühlstr.22, Ruf 3093 Linduer-Anhäoger Frilz Kencecke, Franklurl a.M. Schneidhainerstr. 17, Tel. 76746 2l/$-t-Anhftnger, her. 7,00- 20 sofort ab Lager zu verkauf. 1161d Berlin, 18. Febr. (DNB.) Bei der Machtübernahme der nationalsozialistischen Regierung im Jahre 1933 hatten die deutschen Gemeinden eine außerordentlich schwere Fürsorgelast zu tragen. Ein Heer von fast 4,8 Millionen Unterstützungsbedürftigen (mit ihren Angehörigen über 9 Millionen Personen) verlangte dauernde finanzielle Hilfe durch die Gemeinden und Gerneinoever- bände (Fürsorgeverbände). In den ersten 4 Jahren des planmäßigen Wiederaufbaus der deutschen Wirtschaft hat auch die Zahl der Krisenopser bei den Gemeinden sich ununterbrochen vermindert; von 3,1 Millionen Anfang 1933 ist die Zahl der von den Fürsorgeverbänden unterstützten Arbeitslosen bis Mitte 1936 bereits auf unter 700 000 gesunken und dürfte bis Anfang 1937 noch unter 500 000 zurückgegangen sein. Die vierteljährlichen Aufwendungen allein an laufenden Varunterstühungen für die Ar- beitslofen ermäßigten sich von 382 2Hit- limischen Fron croix. hat ' folgendes Dank 3m Augenblick, Billigung des aramtns oe es sich tre' ffierung und ihres tiefen D< besondere ; nerung an i M der De Jds über die 9 „”.Nt dm U sch für polnische fei sÄuS fe27 Ä*, Die m sSu fei Ausmaß gesunken. Vielmehr hat der Web bewerb unter den Herstellern im Durchschnitt nu zu Preissenkungen in den Zwischenstufen geführ. Durch eine Verordnung sind deshalb die Handels spannen im Geschäftsverkehr mit Kraftfahrzeug ersatzteilen und Zubehör begrenzt worden. durch wird eine Herabsetzung der Verbrav cherpreise und gleichzeitig eine Senkung der Kosten für den Unterhalt von Kraft, fahrzeugen erreicht. Soweit sich nämlich aut ,e der Begrenzung der Handelsspannen Erspar, nisse für die Hersteller ergeben, müsse, sie nach der neuen Verordnung ungekürzt bei, Verbraucher zugut kommen. Die Verort, nung tritt am 1. Mai in Kraft, damit die nottoev digen Vorbereitungen der Hersteller rechtzeitig troffen werden können. sprach in 3 NSG. 3n D die Säle bis ( leitet Sprengt Arbeitsfläche samkeit verso! pen der Arbi kannten sie fit und beiifäeir von her f?euh (dien, von her Wiebererftarfen M als er । liÄsMS gei änderte, zeigt Ä Freude sich in und seiner Gin jüdisch sür Kinde Stockholm Ministerrat ha David Katz, private Spent Kinderpsyc .,Nya Dagligt säuerlich, t pr Klndererzii ®er -^en schwi °ich nicht kenn werde ein F bleiben. „Aston! es 3uben Katz °em Sinn des Kimme. Es Dister jemals xr Lehrstuhl ei !le Tedankenwi em er wirken seien. , rlip.' « 8Lei I”; ein e Wen nunac i« * |Ä-‘ %-,s st- kranznseo Jonn b--wnt Zulassungssperre für Steuerberater gelockert. Leipzig, 19. Febr. (DNB.) Staatssekretär Reinhardt kündigte in einem Vortrag einen Erlaß an, wonach mit Wirkung ab 1. März 1937 die Z u l a ssu n g s s p e r r e für den Beruf des Steuerberaters gelockert wird. Unter den Helfern in Steuersachen — so führte er unter anderem aus — die seit dem 1. Juli 1936 zugelassen sind, befinden sich Männer, die nach ihrer Persönlichkeit und in ihrer Einstellung zum nationalsozialistischen Staat vorbildlich sind. Auf diese Personen ist der Erlaß abgestellt. Es han- delt sich darum, daß aus dem Kreis der Männer, die als Helfer in Steuersachen zugelassen sind, die besten als Steuerberater zugelassen werden. Wenn diese Maßnahme abgeschlossen sein wird, also voraussichtlich im Winter 1937/38, wird zu prüfen fein, inwieweit das Mindestalter von 30 Jahren herabgesetzt und damit auch dem Nachwuchs die Laufbahn als Steuerberater geöffnet werden kann. Das Mindestalter für die Helfer in Steuersachen ist das 25. Lebensjahr. Die Voraussetzungen für die Zulassung a l s Steuerberater sind die folgenden: Der Gesuchsteller muß mindestens 30 Jahre alt fein, fünf Jahre auf dem Gebiet des Steuerrechts praktisch tätig fein, feit sechs Monaten als Helfer in Steuersachen zugelassen sein, als solcher in seinen Leistungen besonders hervorragend sein und der zuständige Kreisleiter der NSDAP, muß die nationalsozialistische Zuverlässig- feit des Antragstellers bejahen. Er darf nicht Jude im Sinne des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums sein. Er hat sich an einer Reichsfinanzschule einer Prüfung zu unterziehen. Das Gesuch auf Zulassung ist beim Landesfinanzamt Zu stellen. Nur bei Personen, die feit vielen Jahren auf dem Gebiete des Steuerrechtes sich hervorragend bewährt haben, kann non einer Prüfung abgesehen werden. Die Entscheidung ist dem Reichsminister der Finanzen vorbehalten. Die Zulassung nur a l s Helfer in Steuersachen setzt eine Prüfung an einer Reichsfinanzschule nicht voraus. Es steht lediglich dem Finanzamt frei, den Gesuchsteller zu einer Besprechung kommen zu lassen, um dabei den Eindruck gu gewinnen, ob der Gefuchsteller sachkundig genug ist, um als Helfer in Steuerfachen zugelassen zu werden. Die Voraussetzungen für die Zulassung zum Beruf des Steuerberaters muffen so gestaltet bleiben, wie es das Ziel, den Stand der Steuerberater zu einem Elitestand werden zu lassen, bedingt. Die Anforderungen sind so groß, daß die besten gerade gut genug sind, um als Steuerberater zugelassen zu werden. Die Tätigkeit des Steuerberaters liegt nicht nur im privaten Interesse der Steuerpflichtigen, sondern im allgemeinen öffentlichen Interesse und damit im Interesse des Staates. Der Steuerberater im nationalsozialistischen Staat ist demgemäß nicht nur dem Steuerpflichtigen, sondern auch den Finanzbehörden und damit der Allgemeinheit verpflichtet. Begrenzung der Handelsspannen imVerkehrmitKrastfahrzeugersahteilen und Zubehör. Der Reichskommissar für die Preisbildung teilt mit: Die Verbraucherpreise für Kraftfahrzeugersatzteile und Zubehör sind trotz ftar- ker Umsatzsteigerung nicht in erwartetem Dr. Goebbels erkundigte sich nach der Deutfct- landreise der italienischen Gäste und nach den Debet gewonnenen Eindrücken. „Wir haben bii Seele Deutschlands gesehe n", erkläre Präsident Gianetti. Den Besuch auf der Drbensbuq Vogelsang und die Einrichtungen des Reichsberukr- wettkampfes hätten er und seine Landsleute als besonders überwältigend empfunden. Dr. Goebb.l; betonte, daß der einst katastrophal in Erscheinung getretene Mangel an einer politische Führer schicht durch die Maßnahmen Adnh Hitlers und seiner Mitarbeiter jetzt grundlegend beseitigt wurde. Nie wieder büre hier ein Vakuum entstehen. Bei ber Auslese fir den Führernachwuchs, bei ber gesamten systematischen Erziehungsarbeit bes neuen Deutschland spiele die stänbige Beobachtung bes fee» DruckschriftensX?m" °°°" in Qebundenen Ausga®* klar In der Schrift, übersichtlich anoeord-üL sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen w* Handel und Verkehr, Industrie und GewerUi Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen- Jede Lieferung schnell, gut und preiswert I Brühl’ache Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 1 ft ä n b i g e Beobachtung b e s f ee> . , Gesundheitszustandes bes Voil» kes eine entscheibende Rolle; denn nur er gewöhn« leiste den Sieg der Idee. Reichsminister Dr. Goebbels kennzeichnete dabei unter der Zustimmung seiner italienischen Gäste den Bolschewismu- als die Geißel d e r W e l t. „Wir fürchten ums nicht vor dem Bolschewismus. Die Voraussetzungen mit ihm — in welcher Gestalt er auch austreteui möge — fertig zu werden, hat der Führer in dm vier Jahren seit der Machtübernahme durch dm Nationalsozialismus geschaffen!" lionen im ersten Vierteljahr 1933 auf 91 Millionen im zweiten und auf 76 Millionen im dritten Vierteljahr 1936; im letzten viertel- jahr 1936 dürfte der Aufwand nicht viel mehr als 50 Million en Mark betragen haben. Wie außerordentlich stark aber die Belastum der Gemeinden durch ihren Beitrag zur Ar. beitslosenhilfe in den Jahren 1927 bis 193$ gewesen ist, ergibt sich aus einer Deröffentlichun, des Statistischen Reichsamtes. Hiernach haben d! Gemeinden für die Arbeitslosen in diesen Jahre, f a ft 6,2 Milliarden Mark ausgegeben um hiervon rund 4,3 Milliarden Mark aus eigene, Mitteln aufgebracht. An den Gesamtausgabe', für die Arbeitslosenhilfe (fast 19 Milliarden Marh in den Jahren 1927 bis 1935 haben demnach bi Gemeinden und Gemeindeverbände (Fürsorgeve:. bände) fast 23 v. H. (4,3 Milliarden Mark) al, Eigenlast übernommen. Rund eine viertel Million Menschen beschWgt die Krastsahrzengindnstrie. Am 11. Februar 1933 eröffnete der Führer die erste Automobilausstellung im nationalsozialistischen Deutschland mit einer programmatischen Rede, in der er seine Idee, d i e Idee der deutschen Motorisierung entwickelte. Damit wurden die Wiederaufrichtung der Kraftfahrzeug- und Motorenwirtschaft, der rasche Aufbau der deutschen Kraftfahrzeugbestände, die Schaffung eines dem modernen Kraftverkehr gemäßen Autostraßennetzes zu entscheidenden Aufgaben im Rahmen der Arbeitsschlacht. Die schnelle und gewaltige Belebung der Kraftfahrzeug- Märkte in den vergangenen vier Jahren ist ein überzeugendes Beispiel nationalsozialistischer Verbrauchslenkung und Verbrauchsentfaltung durch staatliche Jnitiattve unter gesamtwirtschaftlichen und staatspolitischen Gesichtspunkten. Ins Werk gesetzt wurde sie vornehmlich durch steuerliche Maßnahmen, die eine durchschlagende Propaganda und sorgfältige Pflege des Kraft- Verkehrswesens begleiteten, lieber die Erfolge dieser Arbeiten gibt das Institut für Konjunkturforschung im Auftrage des Reichsverkehrsministers in einer kleinen Sonderschrift zusammenfassend Rechenschaft. Das Institut stellt fest: 1. Der Jnlandsabsatz von Personenkraftwagen hat sich seit 1932 verfünffacht, der Lastkraftwagenabsatz sogar versiebenfacht. Ja selbst die Zulassungen von Krafträdern sind seit 1932 auf das Dreifache gestiegen, obgleich sich die Nachfrage stärker vom Kraftrad- zum Kleinwagenmarkt verlagert hat. 2. Die Motorisierung, d. h. die Ausrüstung unseres Landes mit Kraftfahrzeugen, hat in dieser Etappe des Aufbaues schon sehr erhebliche Fortschritte gemacht, obgleich ein großer Teil der neu eingestellten Automobile und Krafträder zunächst dem Ersatz überalterter, ausscheidender Fahrzeuge diente. Von Mitte 1932 bis Mitte 1936 stiegen beispielsweise die Personenkraftwagen von 561 000 auf 961 000, d. h. um mehr als 70 v. H. 1932 war in Deutschland auf je 100 Einwohner ein Kraftwagen im Verkehr, 1936 wurde schon je 54 Einwohner ein Kraftwagen gewählt. 3. Die Beschäftigung in der Kraftfahrzeugindustrie ist in vier Jahren von etwa 34 000 auf schätzungsweise 120 000 gestiegen. Zählt man die Arbeitenoen in den der Kraftfahrzeugindustrie unmittelbar vorgelagerten und nebengeordneten In- dustrieen hinzu, so ergibt sich, daß durch die Her- stellung von Kraftfahrzeugen, Kraftfahrzeugteilen und Zubehör 1936 V< Millionen Menschen Arbeit und Brot fanden. Diese Zahlen geben natürlich noch keine Vorstellung von der gesam- eingeschränkt, und doch soll alles irgendwie Nötige mitgeführt werden. So ein „Schneckenhaus" ent\ hält einen Wohn-Schlafraum und eine Küche mit Geschirr und darf doch kaum länger sein als der Wagen. Bei den Omnibussen ist mehr als bisher größter Wert auf Schnelligkeit, gute Sicht und Bequemlichkeit der Fahrgäste gelegt. Der Erhöhung der Reisegeschwindigkeit dienen nicht nur stärkere Motoren, sondern auch windschlüpferige Verkleidung. Rolldeck und weitgehende Verwendung von Obersichtscheiben stehen im Dienst des Kunden ebenso wie rückklappbare Sitze. Riesengroß ist das Feld der Lastkraftwagen, bei denen Daimler-Benz den ersten hat weitere Verbreitung gefunden. Die übrigen Mo- geländefähigen gebaut hat. Die Raupenantrieb delle legen Zeugnis ab, wie das Motorfahrzeug die schon feit geraumer Zeit erkämpften Vorteile weiter erfolgreich behauptet. Der Siegeszug des deutschen Rennwagens. Zum erstenmal werden bei der Eröffnung der Internationalen Automobil- und Motorradausstellung die berühmtesten Meisterfahrer Deutschlands in den festlichen Rahmen des Tages sichtbar herausgestellt. Damit erfährt der deutsche Rennsport erneut die Anerkennung, die er sich nach seinen grandiosen Erfolgen für Deutschland in den letzten drei Jahren verdient hat: In den letzten Januartagen des Jahres 1933 wurde auf Befehl des Führers mit dem Bau der neuen deut- schenRennnwagen begonnen, und nach knapp anderthalb Jahren ging zum erstenmal wieder ein deutscher Rennwagen als Sieger durch das Ziel. Bereits 1934 fielen vier der sechs vom Jnternatio- ten Auswirkung, die die Belebung der Kraftoer- kehrswirtfchaft auf dem Arbeitsmarkt hatte, sie zeigen aber wenigstens für ein Teilgebiet, wie steil der Anstteg war. 4. Die Automobilindustrie ist nunmehr erstmalig rentabel geworden. Der Bericht des Institutes für Konjunkturforschung erinnert daran, wie die Rationalisierung der deutschen Kraftfahrzeugproduktion nach dem Kriege: die Umstellung auf fließende Fertigung, Bandproduktion usw. Jahre hindurch ohne Erfolg blieb, weil der Absatz fehlte. Erst seit 1933 hat sich dies grundlegend gewandelt. Die Gesamterzeugung erreichte 1936 schon schätzungsweise 1,2 Milliarden Mark, wurde also gegenüber 1932 vervierfacht. Entsprechend ist auch der Wert der von der Kraftfahrzeugindustrie an die übrige Wirtschaft erteilten Aufträge gestiegen. Das Institut für Konjunkturforschung schätzt ihn für 1936 auf 600 Millionen Mark; 1932 war er auf nur 140 Millionen Mark zusammengeschmolzen. War die Ankurbelung der Motorisierung ein Beispiel nationalsozialistischer Verbrauchslenkung und Verbrauchsentfaltung, fo zeigt der Autobahn- bau und der Straßenbau der letzten vier Jahre vielleicht am augenfälligsten, wie der Nationalsozialismus in der staatlichen Lenkung der volkswirtschaftlichen Anlagen die Führung und Initiative ergriffen hat. Für den Autodahnbau wurden im Rechnungsjahr 1933/34 bis 1936/37 mehr als 1,5 Milliarden Mark verausgabt. Gleichzeitig wurden für das übrige Straßenwesen seit der Machtübernahme fast 7 Milliarden Mark verausgabt. Von den 7000 Kilometer geplanter Reichsautobahn waren Ende 1936 schon 1048 Kilometer dem Verkehr übergeben. Mitte 1936 waren unmittelbar an den Baustellen schon 130 000 Arbeiter beschäftigt. Die Aussichten der Kraftverkehrsentwicklung faßt das Institut für Konjunkturforschung wie folgt zusammen: Unter den gegebenen Umständen scheint es nicht unwahrscheinlich, daß der deutsche Markt 1 9 3 7 schon eine Viertelmillion Personenkraftwagen wird aufnehmen können und daß auch der schnelle Auftrieb des Lastkraft- wagenabsatzes seinen Fortgang nimmt. Dabei ist. nicht außer acht gelassen, daß die Motorisierung, wie das Schicksal der deutschen Wirtschaft überhaupt, heute auf das stärkste von der Beschaffung der Rohstoffe abhängt. Aber gerade die Treibstoff, und Gummierzeugung aus deutschen Rohstoffen ist einer der wichtigen Bestandteile des neuen Vierjahresplanes. nalen Automobilverband anerkannten Großen Preise an Deutschland, und zwar belegten die deutschen Rennwagen in den Großen Preisen von Deutschland, der Schweiz, Italien und Spanien sogar die beiden ersten Plätze 1935 wurde der Erfolg noch gesteigert durch die fünf Siege in den Großen Preisen von Frankreich, Belgien, der Schweiz, Italien und Spanien. Im Jahre 19 3 6 beendete Deutschland alle in diesem Jahre anerkannten Großen Preise siegreich, und zwar in Deutschland, der Schweiz und Italien. Außer bei diesen wertvollsten internationalen Prüfungen siegten die deutschen Rennwagen in den letzten drei Jahren auch in zahlreichen anderen international ausgeschriebenen Rennen, so bei den Preisen von Tripolis, Tunis, Monaco und der Tschechoslowakei, in Rennen um den Acerdo-Pokal, im Einzelrennen auf dem Nürburgring, im Großen Bergpreis von Deutschland auf dem Schauinsland usw. Das Rennjahr 1937 wurde erfolgreich eingeleitet durch den Sieg eines deutschen Rennwagens im Grosvenor-Preis bei Kapstadt, wo unter den denkbar ungünstigsten Umständen zwei Deutsche die beiden ersten Plätze belegen konnten. Diese Erfolge in den schwersten, mit zahllosen Kurven gespickten Rundstrecken- und Bergrennen werden noch unterstrichen durch die Tatsache, daß es den deutschen Werken gelang, wieder in den Besitz von zahlreichen Welt- und internationalen Klass enrekorden zu kommen. Auch die Krafträder erkämpften auf den bedeutendsten internationalen Rennen dieses Jahres große Siege und stellten die schnellste Maschine der ganzen Welt, die Zahllose absolute Geschwindigkeitsrekorde für Deutschland eroberte. Die deutschen Rennwagen legten Zeugnis von der Wiedererstarkung, dem konstruktiven und technischen Fortschritt des deutschen Kraftfahrwesens ab. toie waren es, die auch den ausländischen Markt wieder für Deutschland erschlossen. ZUNDAPP 1937 Generalvertreter: 1156D über 20 jährige Erfahrung Gießen, Kaiserallee 49 Ruf 4160 und 4067 1185 D Ein Programm der Qualität und Leistung mit den bekannt zuverlässigen Modellen - für jed.die richtige Maschine Willi Appel Gießen Kaiserallee 49, Tel. 4067 sichert Ihnen eine gewissenhafte und vollendete Ausbildung als Kraftfahrzeugführer für alle Klassen. Neuzeitliche Lehrmlttel-Kursusbeglnn jederzeit Fahrschule H. 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Freitag E dbelb von Reichj,!! olienischen L engeren 9 Endigen Urj itbarei @eban!.- agen reck »rwagen ccm-Mot«r erwäge« ccmlTo«*1 nner ,GW Bummel durchs Suaheli-Land Don unserem E. K.-Berichierstatier. feierliche fromme Stille der Wüste zusammen, aber gerade in diesem Augenblick höre ich hinter mir eine Stimme: ,Was wir hier sollen, ist mir keineswegs klar/ Die Höflichkeit verbietet, zu verraten, in welcher Sprache die Worte gesagt wurden. In diesem „Tiergarten" von Aden ist ein Museum, wo es ausgestopfte Seekühe, ein Säugetier der warmen Meere, zu sehen gibt, sowie eine Unzahl von in Aden gefangenen Schmetterlingen (wovon leben diese Tierchen hier eigentlich?), nebst Reliefs und Inschriften aus vorarabischer Zeit, die beweisen, daß Men schon zur Zeit des römischen Imperiums ein wichtiger Platz gewesen sein muß. Leider endet unser geschichtlicher Ausblick meist an den Grenzen eben dieses römischen Reiches, also in Aegypten und Syrien. Ein besonderes Kapitel sind die unmittelbar an diese Oase sich anschließenden 20 oder 30 Meter tiefen Zisternen von Aden, die erst längere Zeit nach der Eroberung der Stadt durch die Engländer wieder aufgefunden und so ausgebaut wurden, daß ihre Betonkessel nunmehr eine Million Gallonen, also ungefähr 4 Millionen Liter (bitte, Ziffer ton- 'JWberd Mufen di. s ,,Stw worben 1 9 der ju] 'e n f u n u > 1 -°°n Är ld) namljch \ lnen Erst,! ergeben, 3 ^kürzti, imit die noh? !r rechtzeitig ^ Dann ist auch schon das zur Oase gehörige (Em- geborenendorf erreicht, weitläufig in der Runde stehen die Lehmhäuser, rumpliges Gemäuer von zweifelhafter Dauerhaftigkeit, Färber breiten ihre Tücher zum Trocknen in die Sonne auf dem jetzt leeren Marktplatz, und ein unbestimmter, aber deutlicher Geruch ist in der Luft, der Geruch des Orients und merkwürdigerweise ist es unverkennbar derselbe, den man auch im fernen Westen, in Marokko und Tripolitanien findet. Auf dem Hauptplatz aber dieser repräsentativen Siedlung, gegenüber einer Bude, die wohl das Kaffee Kranzler dieser Gegend darstellt, tränkt man Kamele an einem Brunnen, und das photographierwütige Europa rückt mit gezückten Apparaten und in geschlossener Linie gegen diese Szene vor, ein Bild, fast ebenso belustigend wie das zähnefletschende Behagen der Lasttiere. An Bord des deutschen Schiffes indes tobt, schnattert und feilscht, während die Berge hinter Aden immer brauner und klarer werden, bis schließlich b% die Sm ■B-ÄHKE» das kombinier» Haaralärkungswasser Enirupal; ■ ^|TS I I A I stärkt auch denHaarwuch«,beseitigt I gibt den Haaren die ehemalige Farbe wieder, ä fce |KI I gaef I I 1 H Kopfschuppen und Haarausfall. ___________l Fehlfarben ausgeschlossen! ■■ ■ ■ EL 4.80 M. - to FacbgescMften. Prospekte kostenlos durch: Drogerie Winterhoff, Kreuzplatz 10. ie«V ach der nb nach den!: Bit haben !-■ ehen", erll: r der Orden-!.- les Reichsbei.- Landsleule.1 i. Sr. Qoebll in ffr^einrl polififdyl nahmen M !tzt grunbj wieder bür, er Auslese fe amten fofteir: en Deutsch!^, nng des send es des & nur er gemfr inister Dr. (?:! der Austine lfchewi-'.. Wir furcht«.^ Vorausjetzr er auch aujr er Führer in- nähme bN- dr. Goebbei-' Gäste in bä?; Goebbels und s x Wb "i5; an italienij^ aber wir p ch Deutfchlaiül Italien °! same der Mond sie in eine scharfzackige Theaterdekoration verwandelt, der Schacher des ganzen Orients. Aus Bastkörben und uralten Koffern sind die Waren gequollen und überschwemmen das Deck. Kimonos und Pyjamas ganz aus echter (Kunst-) Seide, Hemden und Shorts, das Stück zu 3 Scilling, also etwa 2 Mark, geradezu bezaubernd billig, Schund bis in die letzte Faser, aber immer noch so gut, daß man sie einmal schmutzig tragen kann, ohne daß sie auseinanderfallen, orientalischer Damenschmuck aus echt (Preßstoff-) Elfenbein, — Japan kurzum, Japan und nocheinmal Japan, das mit einem Powel die Welt überschwemmt. Man hört Arabisch, deutsche Brocken, deren Besitzer meist je- menitische Juden sind, das verwaschene Englisch der Goanesen und Inder, und selbst Kisuaheli, die Verkehrssprache Ostafrikas, kann man sprechen, so einen darnach gelüstet. Es sind meist junge, sehr schmalgliedrige stark vemegerte Araber,, aber auch Tamilen und überschlanke, große Somali und Am- haren aus Abessinien, die die Waren im Namen irgendeines indischen, aber ungenannt bleibenden Zwischenhändlers feilbieten. Und wenn der Schacher nicht weitergeht bis nach Mitternacht und das Warenhaus wieder auf demselben Wege, nämlich an Stricken, in die Boote zurückwandert, so liegt das an der restlosen Erschöpfung beider Parteien, sowohl der Käufer wie Der Verkäufer. Aus der andern Seite des Schiffes, wo die Leichter liegen und ein Dampfboot Trinkwasser und Del in das Schiff pumpt, singt ein Junge in einem leeren Boot sein arabisches Lied mit den undefinierbaren Intervallen und den Tönen aus der tiefen Kehle, drüben an Land aber gleiten mit blendenden Scheinwerfern Autos die Straße entlang, deren Insassen in der „Kühle" von nur etwas über 30 Grad Celsius sich von der täglichen Mühe, den Osten zu bewachen, zu erholen versuchen... im Weltkrieg. zeuge und 40 500 Flugmotoren wurden an die Heeresverwaltung abgeliefert. Am Ende des Krieges standen 5000 frontfähige Flugzeuge zur Verfügung. Während der vier Jahre wurden von deutschen Fliegern 27 000 Tonnen Bomben abgeworfen. Durch feindliche Einwirkung gingen insgesamt 3200 Flugzeuge verloren. Die Durchschnittsgeschwindig- feit eines Flugzeuges auf deutscher Seite betrug bei Kriegsbeginn 80 Kilometer. Sie wurde rasch auf 140 Kilometer gebracht. 1918 betrug sie 220 Kilometer. Das größte deutsche Flugzeug war 48 Meter breit, 21 Meter lang und mehr als 7 Meter hoch. Es hatte sechs Motoren zu je 300 PS. Sie- mens-Schuckert baute dieses Flugzeug 1918. Es kam nicht mehr zum Einsatz und mußte auf Befehl der Entente 1919 zerstört werden. Die ersten großen Luftschlachten spielten sich 1917 während der Flandernschlacht ab. Fast an jedem Tage fanden Luftschlachten zwischen 80 bis 100 Flugzeugen statt. Der stärkste feindliche Fliegereinsatz erfolgte am 12. September 1918 bei St. Mihiel. Der amerikanische Angriff wurde durch 550 französische und 610 amerikanische, insgesamt also 1160 Flugzeuge auf engem Raum, unterstützt. Auf deutsche Ortschaften erfolgten rund 2000 Luftangriffe. Hieran waren 440 Flugzeuge beteiligt Etwa 17 000 Bomben wurden abgeworfen. Den feindlichen Luftangriffen fielen 2600 Zivilpersonen zum Opfer. Auch der Luftschutz war auf deutscher Seite schon während des Krieges vorhanden^ Er war in erster Linie für Süddeuffchlcmd und das Rheinland geschaffen und unterstand dem „Kommandeur des Heimattuftfchutzes" in Frankfurt a. M. In großem Umfange wurden an der Westgrenze Flaks ausgestellt und die Dächer wichtiger Betriebs mit Maschinengewehren besetzt. Um die Gegenden der Rüstungsindustrie wurden Luftsperren mit Ballonen und Drachen bis zu 3000 Meter Höhe gelegt. Hinter dem Etappengebiet der Westfront befand sich eine 150 Kilometer breite Verdunkelungszone. Flug-, Melde- und Warndienste mit eigenen Fernsprechern und zahlreichen Horchposten überzogen die Grenzlande. Die vorbildliche Organi- von allen Seiten von steilen Bergen umschlossener Talkessel mit einer slachdächerigen Stadt darin: dem alten Aden, der arabischen Stadt. Vor der Einführung europäischer Waffen mag es uneinnehmbar gewesen fein. Hier liegen die großen, wenig besetzten Höfe für die Kamelkarawanen aus dem Innern Arabiens, hier die Kasernen der indischen Regimenter und, weiter rechts, die Gassen und Suhls (Ladenstraßen) der Juden und Araber, wo alles im Schatten weilt, die Ziegenherden ebenso wie die Menschen, — nur wir besichtigungswütigen Europäer toben durch den irren Sonnenschein. Auch ein zweites Europäerviertel befindet sich hier, von den andern getrennt durch einen breiten, leeren Streifen und die Polizeistation. Unvergeßlich aber ist, wie von allen Seiten auf die braune Stadt die braunen oben Steilhänge niederstarren und wie auf allen den Höhen irgendein Haus kauert oder ein Signalmast ragt, als Beweis, daß auch das kleinste Plätzchen dem Zwecke dienstbar gemacht wurde, um desfentwillen England hier ist. In dem entferntesten und am steilsten ansteigenden der Täler endet die Fahrt in einer entzückenden, kleinen Oase mannshoher Bäumchen und sonstigen Buschwerks, in deren blütenreichen Grün, das oas Entzücken der geblendeten Augen ist, kleine Wässerlein rauschen und braune (Eingeborene das rieselnde Naß mit den Händen in die vorbereiteten Rinnen lenken. Ueber den Ort schlägt schon die Die Luftfahrt Als letzte Errungenschaft auf dem Gebiete des Kampfflugzeugbaues wird das Kanonenflugzeug allseitig bestaunt. Wenn wir nicht irren, nehmen die Franzosen für sich in Anspruch, Schöp- fer dieser Waffe zu sein. Mindestens haben sie von ihren unzweifelhaft hochwertigen Kanonenflugzeu- gen soviel hergemacht, daß alle Welt glauben muß, sie allein hätten die Entwicklung einen guten Schritt vorwärts getrieben. Dem ist nicht so. Das Kanonenflugzeug ist deutschen Ursprungs. Es wurde in der zweiten Hälfte des Jahres 1918 von unserer Flugzeugindustrie als Eindecker gebaut, kam aber nicht mehr zu vollem Einsatz. Dieses Flugzeug führte ein Geschütz mit einem Kaliber von 2 Zenti- meter mit sich. An diesen Tatbestand erinnerte Otto Riebicke in seinem in neuer und erweiterter Fassung im Kyffhäuserverlag erschienenen Büchlein „Was brauchte der Weltkrieg?" Dieses kleine aber hochinteressante Werk gibt von mancherlei Dingen aus den Jahren des Krieges Kenntnis, die damals Militärisches Geheimnis waren, die aber heute getrost der Oeffentlichkeit unterbreitet werden können. Wir erfahren durch ihn, daß das Torpedoflugzeug auch deutschen Ursprungs ist und im Herbst 1916 mit Erfolg im Rigaischen Meerbusen eingesetzt wurde. Hier wurde ein russischer Zerstörer durch das Torpedo eines derartigen Flugzeugs versentt. Aus dem Bereich des Luftkrieges, des Kampfes an der Front wie des Angriffs auf die Gebiete hinter den Fronten und der Flugzeugabwehr, finden sich in Riebickes Buch zahlreiche bemerkenswerte Mitteilungen. Wir hören, daß das deutsche Heer bei Kriegsausbruch über zwölf und die Marine über ein lenkbares Luftschiff verfügten. Davon waren aber nur vier Schiffe von vornherein für militärische Zwecke gebaut worden. Während des Krieges waren insgesamt 109 Luftschiffe in Dienst. An Frontflugzeugen waren auf unserer Seite 1914 252 Stück vorhanden, die (Entente konnte insgesamt 1200 Flugzeuge einsetzen. Von 1914 bis 1918 arbeiteten in der deutschen Flugzeug- und Motorenindustrie 125 000 Arbeiter. 47 600 Flug- Dem Vollzugsausschuß der Kuomintang er- stattete Tschiangkaischek Bericht über den Auf - stand von Sianfu und erklärte, daß er d e n Forderungen der Rebellen, die unter Beteiligung der Kommunisten eine „Einheitsfront" anstrebten, niemals zugestimmt habe. Tschiangkaischek reichte sein Rücktrittstzesuch ein. Die Versammlung lehnte seinen Rücktritt ab und bekundete dem Marschall ihr unumschränktes Vertrauen. Kunst und Wissenschaft. Hilfswerk für deutsche Kunst. Das vom Präsidenten der Reichskulturkammer Minister Dr. Goebbels errichtete „Hilfswerk für deutsche bildende Kun st" wird seine erste Ausstellung vom 4. bis 29. März in Essen veranstalten. Professor Schweitzer, der Reichsbeauftragte für künstlerische Formgebung, wird die Ausstellung eröffnen. Schweitzer, der die künstlerische Leitung des von der NSV. organisierten Hilfswerks hat, trifft, unterstützt durch einen künstlerischen Beirat, die Auslese der eingelieferten Kunst- werke, und es ist seine Sorge, daß wirklich gute Kunst gezeigt wird. Es ist notwendig, daß die wirklich guten Künstler und besonders auch die begabten Kräfte der jungen Generation, die zu einer Herausstellung ihrer Werke aus eigenen Mitteln nicht in der Lage sind, sich zur Beteiligung am Hilfswerk melden. Der ersten Ausstellung werden weitere folgen, und die Absicht ist, ständig gleichzeitig in mehreren deutschen Gauen Ausstellungen des Hilfswerks von Stadt zu Stadt wandern zu lassen. Es sei darauf hingewiesen, daß alle deutschen Künstler und Künstlerinnen, die nicht durch feste Anstellung oder größere Aufträge auf absehoare Zeit wirtschaftlich sichergestellt sind, Anspruch auf die Betreuung des Hilfswerks haben. Sie müssen sich an ihren zuständigen Landesleiter der Reichskammer der bildenden Künste wenden und werden von diesem Anttagsformulare für die Einsendung von Kunstwerken erhalten. Es enfftehen keine Unkosten für Fracht oder für das Ausstellen. Auch der Erlös aus dem Verkauf flieht jedem Künstler ungeschmälert zu. Reichstagung der Reichsfachschaft Komponisten. fachen, rauhkehligen Disputen der Bootsführer, von ■ bannen. Die heiße Luft des Landes steigt uns wie Backofenglut in die Gesichter, während wir die Landetreppe hinauftaumeln und uns in dem Autobus verstauen, der nach wenigen Metern unter bedeutungsvollen Gesten des begleitenden Inders die Fahrt verlangsamt, um uns einen Blick zu verstatten auf das prunkende Juwel des Ortes: ein rundes, dichtes, mit unwahrscheinlichen Mengen Wasser und entsprechenden Kosten am Leben erhaltenes kleines Gehölz vor dem Hauptverkehrs- punkt der Stadt. Wenn man hört, daß ein Angestellter bei einem Inder monatlich 40 Rupien und drei Gallonen Wasser als Lohn erhält, begreift man, was das Wasser hier bedeutet, daß es Anfang und Ende aller Dinge ist. In einer erschütternden Vegetationslosigkeit gleiten dann die nächsten Bilder vorüber, die letzten Straßen der Stadt, die silbern glänzenden Tanks der Anglo Jranian Oil Co., während links am Strande Dhaus gebaut werden, die überraschend den Nilbarken der alten Aegypter gleichen, und ein paar Eingeborene in gespannt-lässiger Haltung irgendeinem Fang im flachen Wasser nachspüren. Ganz gut paßt in diese Umgebung der völlig vegetationslose mohammedanische Friedhof, denn an diesen ist man äußerste Vernachlässigung von je gewöhnt, während der ebenso öde und grünlose Platz für bie Europäer den Eindruck einer verzweifelten Hoffnungslosigkeit erweckt. Man sagt sich noch einmal, daß man schon sehr gut wissen muß, warum, um fein Leben an einem solchen Platz zu beschließen. Aber es bleibt anzuneymen, daß England das sehr gut weiß, wenn man erfährt, daß es allein an weißen Truppen dreieinhalbtausend Mann hier stationiert hat, die indischen Bataillone nicht zu rechnen. Und ungerechnet das, was sich in den Felsen Wer Aden verbergen mag an Zisternen und Geschützständen, gerade so wie in Gibraltar. Nur daß der Arm der Macht, der sich von hier nach Osten streckt, ein Diel- faches beträgt von der Strecke Gibraltar-Suezkanal. Denn von hier aus wurde, ehe man Singapore zur größten Festung des Ostens machte, über Tausende von Kilometer Indischen Ozeans hinweg der ganze Orient bis Chipa, Australien und bis m die ©übfee hinein hn Gefüge des englischen (Empires gehalten Aden ist, neben Gibraltar, eine vielleicht noch eindrucksvollere Lehre, wie man Weltreiche baut und schützt. Ein enges Tal, in dem die Straße emporfteigt, scheint das Ende dieser Welt zu bedeuten, zumal wir oben auf den Höhen, eine kleine chinesische ; Mauer sich lückenlos entlangziehen sehen, die Befe- i Tilgungen aus der arabischen Zeit. Aber ein (Eng- । paß, kaum breit genug für zwei Wagen, und uber- \ raschend eröffnet sich ein weiter sonnendurchgluhter, der 3. Sinfonie von s. hör. Es folgt bann Reichskriegs Ministers. Den Abschluß bilden das Lieb ,Äch hatt' einen Kameraden" und der gemeinsame Gesang der Nationalhymnen. Der Staatsakt wird auf alle deutschen Sender 4M d|,neflluie“nd5? frottieren. D. Derf.) fassen. 1928 waren sie nach sehr reichlichen Regen, zum Ueberlaufen voll, ^tzt sind sie leer bis auf einen kleinen schmutzigen Rest in der untersten Zisterne, der gleichwohl zu irgenb- welchen Zwecken (vielleicht gar zum Trinken?) sorg- lich ausgeschopst wird. Aber wo bekommt Aden, die eigentliche Stadt mit über 50 000 Einwohnern, eigentlich fein Wasser her? Diese Frage klärt sich auf einer Fahrt die lange flache Landzunge entlang, bie die Bucht von Aden einschließt, um in einem ebenso wilden Gebirgsstock zu enden wie der am östlichen Ende. An einer Stelle begleiten gewaltige graue und weiße Hügel die sehr gute Straße: das ist Meer salz, bas aus ben daneben gelegenen, auszementierten Becken gewonnen und nach Indien verkauft wird. Etwas skelettartig aussehende Windmühlen besorgen das Hineinpumpen des Meerwassers in die Becken. Neben der aus fünf riesigen Masten bestehenden Radiostation spielen die zugehörigen Ingenieure in weißen Helmen, trotz der glühenden Sonne, ihr gewohntes Cricket, und die Kaserne der (auf Kamelen) berittenen Maschinengewehrabteilung ist in einem schonen Dattelpalmen- hain untergebracht, der plötzlich auftaucht, woraus die Straße sich für eine kleine Weile in dem fruchtbar grünenden Gewirr von Gärten verliert. Denn hier gibt es, aus vielen hundert Meter tiefen künstlichen Brunnen geholt, gutes und reichliches Wasser, dessen Ueberschuß in einer Rohrleitung nach Aden geführt wird. Sieht man es sich genauer an, so ist Der erst so unwirtlich scheinende Platz Aden so übel nicht. — Ein jüdischer Emigrant als Professor ' für Kindererziehung in Schweden. । Stockholm, 19. Febr. (DNB.) Der schwedische \ Ministerrat hat den jüdischen (Emigranten Prof. David Katz, früher in Rostock, mit dem durch ■ private Spenden gestifteten Lehrstuhl für '■ Kinderpsychologie in Stockholm betraut. 1 „Nya Dagligt Allehanda" erklärt u. a., es sei b e - bäuerlich, daß Schweden den ersten Lehrstuhl für Kindererziehung einem Ausländer übertrage, der „ben schwedischen Charakter nicht kenne und auch nicht kennenlernen könne". Her Jude Katz werde ein Fremdling unter Fremden bleiben. „Aftonbladet" erklärt, daß die Kandidatur des Juden Katz weder mit dem Wunsche noch mit dem Sinn des Testaments des Stifters übereinstimme. Es fei vollkommen ausgeschlossen, daß der Stifter jemals davon hätte träumen können, daß der Lehrstuhl einem Manne anvertraut würde, dem die Gedankenwelt des Stifters und bas ßanb, in dem er wirken solle, von Grund aus fremd seien. Der Zwangsverkauf deutscher Güter in Posen. Nach der Verordnung des polnischen Ministerrats über die Aufstellung des Namensverzeichnisses der landwirtschaftlichen Grundstücke, die im laufenden Jahr dem Zwangsverkauf unterliegen, ergibt sich für die Woiwodschaft Pofen, daß 5 polnische Güter dem Verkauf unterliegen und 31 Güter von Angehörigen der deutschen Minder- hett. In der Woiwodschaft Pomerellen sind 17 polnische Güter für ben Zwangsverkaus ausersehen, während die Zahl der Güter aus deutschem Besitz 27 ausmacht. Das „Posener Tageblatt" schreibt dazu: „Diese Liste ist schlimmer ausgefallen, als wir Deutschen es uns je hätten träumen lassen. Aus ben bekannten zensurellen Gründen müssen wir es uns leider versagen, zu dieser Verordnung Stellung zu nehmen. Das Namensverzeichnis für die Provinz Posen und die Gegenüberstellung der zum Zwangsverkauf herangezogenen deutschen und polnischen Güter sprechen jedoch eine so deutliche Sprache, daß sich ein Kommentar erübrigt." Kleine politische Nachrichten. Frau Magda Goebbels, die Gattin des Reichsministers Dr. Goebbels, wurde am Freitagnachmittag von einem Töchterchen entbunden. * Das Strafgericht in Rybnik (Polnisch-Oberschlesien) verurteitte den Herausgeber der Katholischen Volkszeitung" Arthur Trunkhard, wegen Be- leibigung d es Reichskanzlers Adolf II. Aden - Ausguck nach Osten. (Nachdruck verboten, auch mit Quellenangabe.) Aden, Ende 1936. In Aden, dem Hafen am Ausgang des Roten Meeres nach dem Indischen Ozean, wird das Schiff buchstäblich geentert, gewaltsam erftiegen wie' in den alten Seeräuberzeiten. Aber nein, — zunächst sind, bei der Einfahrt von Aden in die weite, halbmondförmige Bucht, die Falken zu erwähnen (ich nenne sie Falken, obwohl es auch Bussarde ober sonstwas sein könnten, weil es am besten zu ihrer Art paßt.) Braun und ganz ruhig schweben sie heran, bis fast auf Armeslänge ans Schiff, hatten da fast unbewegt und die Spitzen ihrer Schwingen scheinen zu zittern von dem schwer darauf prallenden Licht, bis es sie wieder emporreißt in das milchige Blau eines ehern heißen Himmels. (Ein brauner GebirHsstock, am rechten Ende der flachen Bucht, gibt steil aufschießend und stark zerklüftet, den großen Hintergrund ab für ein ebenso braunes, weitläufig und -mit einer besonderen, wie gestorbenen Nüchternheit angelegtes Stadtwesen. Er scheint die paar Häuser, die alle kein Gesicht, nicht die geringste Architektur und nur Holzläden gegen bie erbarmungslose Sonne vorzuweisen haben, ins Meer hineindrängen zu wollen. So hineingestellt in eine völlige Vegetationslosigkeit, scheint es ein trauriger Platz zu sein, dieses Aden. Um hier leben zu wollen, muß man schon besonders gut wissen, warum man es tut. Der deutsche Dampfer, vor diesem großartig wil- übertragen. An der Feier werden teilnehmen: der Führer, Generalfeldmarschall v. Mackensen, die Reichsregierung, das Diplomatische Korps, Reichsleiter und hohe Offiziere der alten und neuen Armee sowie Vertreter der Soldatenbünde und der Kriegerhinterbliebenenverbände, außerdem 36 Fahnen der alten Armee und drei Fahnen der alten Kriegsmarine. Vor dem Zeughaus hat währenddessen die Fahnenkompanie mit den ruhmreichen Feldzeichen der alten Armee und je eine Kompanie des Heeres, der Luftwaffe und der Kriegsmarine Aufstellung genommen. Zwischen dem Denkmal Friedrich des Großen bis zur Schloßbrücke werden die Verbände aufmarschieren, an bevorzugter Stelle die Hinterbliebenenverbände und Soldatenbünde. Gegen 13 Uhr wird der Führer vor dem Zeughaus die Fronten abschreiten. Anschließend erfolgt die Kranzniederlegung am. Ehrenmal. Dann beginnt der Vorbeimarsch der Ehrenkompanien. Anschließend wird der Führer die Krieaerhinterbliebenen und Schwerkriegsbeschädigten begrüßen. An der Feier wird auch General Krauß von der österreichischen Armee teilnehmen. Die Frontkämpfer an den Führer. Berlin, 19. Febr. (DNB.) Der Führer der italienischen Frontkämpferabordnung, Carlo D e 1 • croix, hat an ben Führer und Reichskanzler folgendes Danktelegramm gesandt: „Adolf Hitler. Im Augenblick, in dem die Frontkämpfer nach Billigung des Statuts und nach Vereinbarung des Programms des Ständigen Internationalen Ausschusses sich trennen, erneuern sie Ihnen, der Regierung und dem deuffchen Volke den Ausdruck ihres tiefen Dankes. Jeder von uns wird eine besondere und unauslöschliche Erinnerung an die Stunden bewahren, bie wir i n Ihrem Hause verbracht haben, wo wir den Führer als Menschen k e n n e n l e r n t e n und so jede Distanz aufgehoben schien in jenem Kameradschaftsgeist, den d i e Soldaten auf die Volker auszudehnen sich vornehmen." den Hintergrund, macht an Bojen fest, nachdem er den vor Aden liegenden englischen Kreuzer freund- nachbarlich gegrüßt hat. Und dann wird das Schiff, wie gesaat, geentert. Aus Booten aller Art, die herbergescywommen kommen, klimmen an hochgeworfenen Stricken die Händler an Bord und der ganze Orient ergießt sich über die ahnungslose Menschheit an Bord. Wir andern unterdessen fahren, unter mannig-- Oer Gauleiter sprach in Magdeburg und Mühlhausen. NSO. In Mühlhausen und in Mcradeburg waren die Säle bis auf den letzten Platz gefüllt, als Gauleiter Sprenger seine Ausführungen über die weite Arbeitsschlacyt des Führers begann. Mit Aufmerksamkeit verfolgten die Zuhörer die einzelnen Etappen der Arbeitsankurbelung, mit Begeisterung bekannten sie sich zu der neuen Auffassung von Arbeit und deutschem Sozialismus, und als der Redner von der heutigen Erziehung des deuffchen Menschen, von der Schaffung der Wehrmacht, von dem Wiedererstarken Deutschlands zu einer Großmacht sprach, als er die geistige Führung des Nationalsozialismus gegen den Wettfeind Bolschewismus erläuterte, zeigte der rege Beifall, daß mit Stolz und Freude sich überall deutsche Menschen zum Führer und seiner Weltanschauung bekennen. einem Kammerkonzert eröffnet. Ferw Orchesterkonzert unter dem Titel „Neue unterhaltsame Musik" statt. Dann ist eine Kundgebung vorgesehen, auf der eine Reihe richtungweisender Ansprachen gehalten werden, endlich ein großes Fest- konzert im Schauspielhaus zu Remscheid. Die Tagung wird an der Remscheider Talsperre mit einem „Abend heiterer Kunst" beendet. sakion dieses Heimatlustschutzes hat viele Einfälle verhindert und vor allem die feindliche Bombenwirkung erheblich abgeschwächt. Die deutschen Flie- gerverluste betrugen 17 000 Offiziere und Mannschaften, die als Flieger ausgebildet waren. Bon deutschen Fliegern wurden 6811, von der deutschen Flak 1590, insgesamt 8401 feindliche Flugzeuge abgeschossen. 2500 deutsche Flugzeuge wurden von den Franzosen abgeschossen. Sbt. Aus aller Welt. Eine Vernsteinkruhe mit Steinen und Erzen für Reichsleiler Dr. Ley. 3m Namen von 600 000 deutschen Bergmännern werden der Leiter der Reichsbetriebsgemeinschaft „Bergbau", Padberg, und der Leiter der Wirt- schaftsgruppe Bergbau, Dr. B i s s e l m a n n , dem Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, eine wertvolle Bernstein- t r u h e überreichen. In der Truhe sind sämtliche für den Vierjahresplan wichtigen deutschen Steine und Erze wie Steinkohle, Braunkohle, Flußspat zur Aluminiumgewinnung, Zinnerze, Mansfelder Kupferschiefer, Roheisenstein aus dem Lahngebiet enthalten. Weiter enthält die Truhe eine mit Oel aus deutschen Bohrungen gefüllte Flasche. Die Bernsteintruhe mit den deutschen Erzen und Steinen, die in der Bernsteinmanufaktur in Königsberg gefertigt worden ist, wird von einigen Bergleuten in alter Bergmannstracht im Rahmen eines kurzen Festaktes Reichsleiter Dr. Ley überreicht werden. Reue Postwertzeichen. Die Deutsche Reichspost gibt anläßlich des vierjährigen Bestehens des Reichsluftschutzbundes Sonderwertzeichen zu 3, 6 und 12 Pfennig heraus. Die neuen Marken, die in beschränkter Auflage vom 3. März 1937 an den Postschaltern ausgegeben werden, zeigen ein nach dem bekannten Werbeaushang in Stahlstich hergestelltes Bild, dessen^ Entwurf von Prof. Ludwig Hohlwein, München, stammt. Die Freimarken ähneln in der Farbe den gleichwertigen gewöhnlichen Postwertzeichen und können auch zur Freimachung von Postsendungen nach dem Ausland benutzt werden. Das Wrack des Versuchsbootes „Welle" gehoben. Das Kommando der Kriegsmarine gibt bekannt: Das Wrack des Versuchsbootes „W eile" ist so weit gehoben, daß es betreten werden konnte. Bei der Durchsuchung der Räume sind die noch vermißten Besatzungsangehörigen nicht gefunden worden. Größere Schäden am Schiffskörper wurden nicht festgestellt. Die Ursache des Unterganges wird zur Zeit noch untersucht. Ein Wolf als Bauernschreck in Kärnten. Mit den modernsten Mitteln wird gegenwärtig in Kärnten auf einen Wolf Jagd gemacht, der sich schon seit dem Sommer zu einem wahren Bauernschreck entwickelt hat und großen Schaden anrichtet. Das Bundesheer hat alle Alm- und Jagdhütten des Dobratschgebietes in Südkärnten mit Fernsprechleitungen verbunden, um ein Massenaufgebot von Jägern und Treibern möglichst schnell an die entscheidenden Punkte beordern zu können. 400 000 ausgebildete Rettungsschwimmer in Deutschland. Die Jahresübersicht der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft in Berlin ergibt, daß in Deutschland fast 4 0 0 0 0 0 ausgebildete Lebensretter vorhanden sind, die sich zum Dienst verpflichtet haben. Darunter sind 15 354 Lehrscheininhaber. Das sind Männer und Frauen, die den Unterricht im Retten durchführen. Ein großes, unsichtbares Netz der Hilfe ist über die Flüsse und Ströme Deutschlands gezogen. Kein anderer Staat der Welt kann sich einer derartigen umfassenden Organisation rühmen. Schwere Explosion in Avignon. In Avignon erfolgte eine schwere Explosion in einem dreistöckigen Gebäude. Die Wucht der Explosion brachte das Gebäude und die benachbarten Häuser zum Einsturz. In einem Umkreis von etwa 500 Meter wurden sämtliche Fensterscheiben Heute mittag um 12.15 Uhr verschied nach Gottes unerforschlichem Ratschluß meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Tochter und Schwester Frau Hedwig Heymann geb. Schmidt im frühen Mer von 47 Jahren. Sie ist im festen Glauben an ihren Erlöser in die Ewigkeit gegangen Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöset 3n tiefer Trauer: Heinrich Heymann, Studienrat Gertrud Heymann Gerhard Heymann Frih Mehler, Pfarrverwalter Lina Schmidt, geb. Seipel Karl Schmidt, Dekan Gießen, Alzey und Lollar, den 19. Februar 1937 Die Beerdigung findet in Rodheim an der Bieber, vom Bahnhof aus, am Dienstag, dem 23. Februar, nachmittags 2 Uhr statt 1192 D Gestern abend 19 Uhr entschlief sanft nach langem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Friedrich Philipp Faatz im Alter von 66 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Klara Faatz, geb. Krug. Heuchelheim-Abendstern, Kassel, Wieseck, Erlau, den 20. Februar 1937. Die Trauerfeier findet Montag, den 22. Februar, um 15 Uhr, auf dem Neuen Friedhof zu Gießen statt _________________________________________________________________________________________0899 Holzversteigerung Dienstag, den 23. Februar 1937, vormittags 10 Uhr, in der Wirtschaft Schwöbel in Weiiershain aus dem Forstort Eibschenhain des Schutzforstes Rabenau: 3 rm Fichten-Nutzknüppel; Brennholz: Scheller rm: Buche 100, Kiefer 2, Fichte 30; Knüppel rm: Buche 300, Hainbuche 6, Kiefer 77, Fichte 36; Reisig rm: Buche 250, Fichte 3. .Das mit 00 geschlagene Holz wird nicht versteigert. Nähere Auskunft erteilt Revierförster K a l b e r l a h, Rüddingshausen. 1168D Londorf, den 16. Februar 1937. Forstaml Rabenau. Arennholzverkauf Forslamt Krofdorf. Am Freitag, dem 26. Februar, von 9.30 Uhr ab, in der Gastwirtschaft Woos zu Krofdorf: 1178D Schön. Geschäftshaus in Gladenbach in bester Lage, für jedes Geschäft geeignet, günstig zu verkaufen. Interessenten wollen Nachricht geben unter K. D. 675 (1145V) an den Gießener Anzeiger. Matratzen nur im Fachgeschäft Ä.Wehrheim Löberstraße Nr. 17 1139 a y) Sonnen-6- abzugeb.Bestell. erb.wirp.Postk od.an d.Bierver- lagMicheLWall- torstr.71,T.2479 Camp [Sägewerk Lollar B.NuhnA. 6.,Lollar Anerkannte MhrliM Industrie, P. Prisca, B. Ackersegen, RaddatzVoran zu verkaufen. Ludwig Bork Lützellinden, Haus Nr. 7. 0820 Hartbrennholz ä Wagen 5 Mk. Anmachholz,, ä Wagen 6 Mk., 1 Sack Anmachholz 1 Mk. frei Keller. 692D J. Wellhöfer, Telephon 2313, Marb. Str. 24. Transporte aller Art übernimmt Gg.Schwaninn., Neustadt 55, Ruf 3754. [0742 Revierförsterei Krofdorf, Distrikt 21b, c, d, 22c, e, 23a, b, Revierförsterei Waldhaus, Distrikt 54a und 39: Eichen: 325 rm Scheit und Knüppel. Buchen: 900 rm Scheit und Knüppel, 1800 rm Reis. Davon 1100 rm Reis unaufgearbeitet in Distrikt 39. Aenderungen Vorbehalten. Brennholzverkauf Forstamt Brandoberndorf. Freitag, den 26. Februar, 10 Uhr, in Brandobern, darf, Gasthaus „Deutsches haus", aus Gönsrod: Eiche: 67 rm Scheit, 37 rm Knüppel. Buche: 213 rm Scheit, 116 rm Knüppel. Blau gekreuztes Holz wird nicht verkauft. (1179V Der Preußische Forstmeister. Oie Holzversteigerungen in Watzenborn am 9. und 18. d. M. und in Leihgestern am 11. d. M. sind genehmigt. Ausgabe der Abfuhrscheine bei den zuständigen Kassestellen vom 22. d. W. ab für die Versteigerungen vom 9. und 11. d. M. und vom 1. Wärz ab für die Versteigerung vom 18. d. M. Ueberweisung und 1. Abfuhrtag für die Versteigerungen vom 9. und 11. II. am 23. II. und für diejenige am 18. II. am 2. III. Bei Barzahung innerhalb 3 Wochen vorn jeweiligen Ueberweisungs- tag an gerechnet 2 v. H. Skonto bei einem Mindestbetrag von 10 RM. an. Nach Ablauf dieser Frist ist Zahlung nur noch bei der Finanzkasse Gießen möglich. 120IV Gießen, den 20. II. 1937. Hessisches Forstamt Schiffenberg. Nicolaus. eingedrückt. Auch sind fast alle Auslagen der Geschäfte vernichtet. Bisher sind ein Köter, ein Schwerverletzter und vier Leichtverletzte geborgen worden. Im Anschluß an die Explosion entstanden Brände, die jedoch gelöscht werden konnten. Die goldene Handtasche der Prinzessin. Ein Diebstahl und seine Aufklärung. LPD. Frankfurt a. M., 18. Febr. In der Nacht zum Sonntag wurd^ bei einem Fest in einem bekannten Ausflugslokal in Frankfurt-Niederrad einer Teilnehmerin eine goldene Damen- Handtasche, die einen Wert von 3000 Mark hat, gestohlen. Die Geschädigte, die Prinzessin von Bourbon, nahm zunächst an, daß einer der Gäste aus Versehen die Tasche an sich genommen habe, denn kurz vorher hatten einige Herren das Lokal verlassen, um sich in die Stadt zu begeben. Auf telephonische Anfrage verneinten diese Gäste, daß ihnen ein solcher Irrtum unterlaufen sei. Alles Suchen nach der Tasche blieb vergeblich. Im Laufe des Mittwoch gelang es der Kriminalpolizei, den Täter ausfindig zu machen und die Tasche aus einem Versteck "wieder herbeizuschaffen. Als Täter kommt ein junger Mann der Gesellschaft in Frage, der erst nach stundenlangem Leugnen zu einem Geständnis zu bewegen war. Er wurde vorläufig fe st genommen. Ein Großbetrüger wird gesucht. LPD. Frankfurt a. M., 19. Febr. Seit langer Zeit ist der am 16. Januar 1897 in Aachen geborene Hermann Gebhardt in Frankfurt a. M., Hanau, Offenbach, Lorsch und in anderen Orten in Hessen aufgetreten, hat Bestellungen auf Nachschlagewerke ausgenommen und sich Anzay- l u n g e n geben lassen, ohne daß Lieferung erfolgte. Er verkaufte in der Hauptsache die vier Bände des Brockhaus-Lexikons als neueste Erscheinung auf dem Büchermarkt im Auftrag der Firma Goldberger in Frankfurt a. M., später unter „Deutsches Bucherhaus" und „Geßner & Co." geführt. Gebhardt hat sich Anzahlungen von einer bis zu zwan- zig Mark geben lassen und quittierte mit seinem richtigen Namen. Er benutzte Bestellscheine mit dem Firmenaufdruck „Max Jbscher-München", „Geßner & Co., Frankfurt a. M." und in letzter Zeit neutrale Bestellscheine ohne Firmenaufdruck. Gebhardt ist wiederholt mit den Gesetzen in Konflikt gekommen und ist nicht Mitglied der Reichsschrifttums- kammer, Fachschaft der Buchvertreter. Der Be- t r ü g e r ist 1,76 Meter groß, ist mittelstark, hat dunkles Haar, verlebtes Gesicht, trug grauen Mantel mit Gurt. Die Volksgenossen werden gebeten, ihre Wahrnehmunben über den Aufenthalt des Geb-' Hardt, der sich möglicherweise andere Namen zu- legt, der Kriminalpolizei Frankfurt a. M., Zimmer 466, mitzuteilen. Kleine Strafkammer Gießen. Der G. H. aus Rüddingshausen war vorn Amts- aericht Grünbera wegen Diebstahls zu einer G e - fängnisstrafe von zehn Tagen verurteilt worden. Er hatte am 17. Mai 1936 einer älteren Frau einen Geldbetrag von 2 Mark weggenommen. Gegen dieses Urteil hatte der Angeklagte Berufung eingelegt, er war aber in der gestrigen Berufungsoerhandlung nicht erschienen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde die Berufung kostenpflichtig verworfen. Der I. B. aus Nidda war vom Amtsgericht Nidda wegen Diebstahls von zwei Sack Wolle zu einer (9 e Ib ft r a f e von 40 Mark, Hilfsweise zehn Tage Gefängnis, verurteilt worden. Gegen dieses Urteil verfolgte er Berufung. Die Berufungsverhandlung fand in Abwesenheit des Angeklagten statt. Es ergab sich, daß der Angeklagte im Mai 1936 einem Händler in Trais-Horloff zwei Sack Wolle zum Kauf angeboten hatte. Die Wolle hatte der Angeklagte in Utphe gestohlen. Seiner Behauptung, er habe sie von einem Schäfer erworben, konnte das Gericht keinen Glauben schenken. Das Gericht verwarf die Berufung des Angeklagten. Gewinnauszug 5. Klasse 48. Preußisch-Süddeutsche (274. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 10. Ziehungstag 19. Februar 1937 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden gezogen 100837 109809 194396 209227 185798 210058 238896 299340 335877 372001 156374 188914 215126 262292 304650 350987 384975 196597 224992 275168 316394 362840 389724 192180 223376 273879 309765 351714 386086 177528 205599 226454 286162 324940 365493 398077 178481 208587 230020 291214 330281 370140 „^2 Gewinne zu 500 RM. 10681 13579 24110 24655 30064 33518 33799 38097 40244 43442 ^“s62,'?^352-6-’-'-6-822-1-^413 1-B^47 369144 383924 393756 112 Gewinne zu 500 RM. 220609 222083 266170 271237 293646 294453 299793 302298 303632 322387 331561 367124 2 Gewinne zu 5000 RM. 258648 4 Gewinne zu 3000 RM. 189248 325123 «n^.CL®en,innc j$u 2000 RM. 8531 25505 28959 53400 973?0 266469 276147 277868 334908 352988 48 Gewinne zu 1000 RM. 50168 ------ ------ 121818 128050 153888 165993 6099 7797 10463 13654 20472 33180 43390 56984 75186 83867 100891 20292 32195 39022 53069 72868 83256 99553 105641 119987 126801 137963 155056 172156 184761 194222 203092 210888 216312 231452 240954 253634 270781 284161 294048 304672 314377 322117 335248 353222 360371 365773 380274 395867 15749 21490 35166 44233 61457 76182 84522 103848 107727 124469 130528 144211 167031 178907 187228 198669 206897 214180 226980 234695 246726 263606 277621 286213 298656 307831 318011 325712 346232 357774 363839 369161 385210 18294 24036 35725 51045 69233 77269 89983 1 10526 19787 31484 38304 52683 71290 78642 97446 105253 110626 125269 134985 154912 171934 183339 193267 202156 208804 216294 231142 238660 249267 268415 283141 289029 303669 313574 320067 332568 351405 359883 364547 378742 388431 106611 121444 129282 138669 156287 176146 184986 194371 205956 211193 218315 233716 242788 255102 272349 284888 294627 304899 316214 325360 344267 355711 361149 367599 384687 17007 21844 35262 50870 65277 76939 85960 105240 107843 124976 131370 151170 171089 180404 190535 201600 207100 214434 230386 237277 248593 266663 278458 287297 299408 310931 318137 327822 348995 357952 363908 377025 388097 19136 30374 37533 52541 69553 78299 95459 101922 107032 122950 129668 142187 163389 176651 187020 198054 206805 212870 224349 234278 244903 256683 276519 285843 295415 305330 317125 325396 346108 357647 361652 368928 384791 420 Gewinne zu 300 RM. 11412 .......... In der heutigen NachmittagSziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 30000 RM. 114856 2 Gewinne zu 10000 RM. 378310 8 Gewinne zu 3000 RM. 17072 99850 319358 319931 16 Gewinne zu 2000 RM. 18146 22922 54925 87900 159936 279544 332139 341239 40 Gewinne zu 1000 RM. 1482 14426 14661 20144 21083 75927 91300 103109 119606 124093 137861 145070 240130 261698 269422 304793 319898 345242 350678 368977 70 Gewinne zu 500 RM 19432 27087 28687 37511 39280 55188 74384 91004 98481 102981 105164 110160 125314 152824 159523 159842 163606 173754 179773 188197 220405 252146 255321 255694 272119 304505 310223 326006 344574 359835 365669 370679 372937 376519 378173 330 Gewinne zu 300 RM. 1749 6410 7095 11694 14093 17948 19062 20675 21346 29064 37627 37848 40376 42085 43189 45351 47133 49395 55477 56590 57011 64359 64515 65720 66410 67007 67893 74623 79058 80219 81480 90008 95793 98756 99074 100028 103430 104447 119583 121596 128387 129334 131316 136510 137341 141239 145140 145301 152798 153939 153987 154119 155202 157820 161919 168750 169001 170481 183671 185996 187332 191141 192643 193190 194469 196927 200104 201552 204176 204408 206285 206375 207497 213873 214211 216732 220360 222948 223410 227167 227510 230899 233687 236808 236902 237159 240883 250893 254461 257976 259615 270664 271247 277766 281438 282579 283840 284683 292544 293317 295776 296397 299810 305944 309008 311567 312289 313723 314189 318696 323059 327199 327563 330464 333182 336256 340226 341857 343094 350450 350995 351089 353501 355427 365626 368191 368653 368791 369555 370028 375347 377338 377862 379126 382336 385249 392021 392050 10191 22615 44346 58639 73944 96398 105601 133651 146624 156009 182496 192945 203294 208041 223171 233895 251045 272381 290722 303477 314095 329192 342774 353559 369188 378473 395738 Im (Semiiuirube verblieben: 2 Gewinne zu je ItXXMXJO, 2 zu ie 8UOOOO, 2 zu je 75000, 4 zu ie 5000-, 4 zu je 3o000, 10 zu je 20. 00, 66 zu je 10000, 134 zu je 5oOO, 236 zu je 3000, 612 zu je 2000, 1896 zu je 1000, 3202 zu je 500, 12748 -u je 800 Mark. tfur die beste Drucksache .'eben der Zeitungsanzeige kann ihre Werbung wirksam unterstützen Geringwertige Drucksachen schaden mehr als sie nützen. Deshalb sparen S I e bei Herausgabe der besten Drucksache i sie Wir beraten Sie Wir entwerfen Wir drucken gut Ist die billigste I BrühVsche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiim Lieferungsvergebung. Die Lieferung des Bedarfs an Butter, Wilch, Fleisch-, Wurst- und Backwaren für das Rj. 1937 sowie des Bedarfs an sonstigen Berzehrungsgegen- ständen und an Reinigungsmitteln für die Zeit vom 1. 4.1937 bis 30.6.1937 (Verlängerung des Vertrags von Vierteljahr zu Vierteljahr bis zum 31. März 1938 ist bei im Wettbewerb festgestellter preiswerter Lieferung nicht ausgeschlossen) soll unter Zugrundelegung der Verdingungsordnung für Leistungen (VOL.) für die Universitätskliniken in Gießen ver- geben werden. Die Lieferungsbedingungen für Verzehrungsgegen- stände können an Werktagen von 10 bis 12 Uhr (außer Samstags) bei der Verwaltung der Kliniken der Ludwigs-Universität Gießen, Klinikstraße 32, 1. Stock, Zimmer 5/7, diejenigen für Reinigungsmittel Zimmer Nr. 10 eingesehen, die Bedarfsliften gegen Erstattung der Selbstkosten daselbst bezogen werden. 1055D Angebote und Warenproben sind getrennt, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, an die obige Verwaltung bis Samstag, den 6. Ütärz 1937, 10 Uhr, einzureichen. Angebote sind nur durch die post (Brief) einzureichen. In den Angeboten sind auch die Lieferungsbedingungen anzuerkennen: andernfalls kann das Angebot keine Berücksichtigung Zum gleichen Termin find die Angebote über das anfallende Gefpül einzureichen, auch hierfür können die Bedingungen in vorgenannter Zeit eingesehen werden. Die Eröffnung der Angebote findet gemäß den Bestimmungen der BOL. in nichtöffentlichem Termin statt. Wenn Bewerber bis zum 23. März 1937 nicht be- nachrichtigt worden sind, mußten die Angebote un- berücksichtigt bleiben. Gießen, den 14. Februar 1937. Verwaltung der Kliniken der Ludwigs-Universität Gießen. Vergebung der Kuhrieistungen Die im Rechnungsjahr 1937 (1. April 1937 bis. 31. März 1938) erforderlichen Fuhrleistungen des Gas- und Wasserwerks sowie des Volksbades und Biohumwerkes sollen auf Grund der RVD. öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf dem Technischen Büro des Gas- und Wasser- Werks (Gartenstraße 3 I, Zimmer Nr. 3) aus. Die Vordrucke sind dort erhältlich. 1129A Die Angebote sind verschlossen und postfrei, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum 27. Februar 1937, 12 Uhr an uns einzureichen. Die Oeffnung der Angebote erfolgt in Gegenwart der erschienenen Anbieter. Zuschlags- und Bindefrist: 4 Wochen. Gießen, den 18. Februar 1937. Städtische Betriebe Gießen. Brennholzversteigerung der Giadi Gießen Mittwoch, den 24. Februar 1937, 9% Uhr beginnend, aus den Abteilungen 80a und 81b des Stadtwaldes, Försterei Hochwart: 1172C 200,2 rm Buchen- und Eichenscheiter und -knüppel 2270 Wellen Buchenreiser 2. und 3. Klasse 46,7 rm Buchen- und Eichenstöcke 4,1 „ Buchen- und Fichtenabfallholz. Zusammenkunft: Kreuzung 10. Schneise—Mittel- schneise. Gießen, den 19. Februar 1937. Der Oberbürgermeister: Ritter. Holzversteigerungen der Fürstlichen Oberförsterei Sich. Montag, 22. Februar, werden im Hohler versteigert: rm Scheitholz Buche 80; Knüppel Buche 210, Eiche 20; Wellen Reisholz Buche 2100. Zusammenkunft: 10 Uhr am Petristein. — Gute Abfuhrlage nach Steinbach, Garbenteich und Lich. Danach wird, um 1 Uhr an der Straße Lich— Garbenteich Waldeingang beginnend, folgendes Nutzholz versteigert: fm Schnittholz Buche 10, Stammholz Eiche 2, Stück Derbstangen Fichte (1.—3. Kl.) 300, Reisstangen 100, Deichseln Eiche 10. Dienstag, 23. Februar, werden in den Distrikten Breuerberg, Konzebühl und Graudorn versteigert: rm Scheitholz Buche 68, Eiche 10, Hartlaub 5, Weichlaub 4; Knüppel Buche HO, Eiche 80, Hartlaub 6, Weichlaub6; KnüppelreiserEiche 44; Wellen Reisholz Buche 2000, Eiche 160, Weichholz HO; ferner fm Stammholz Esche (1.—2. Kl.) 3; Stück Derbstangen Fichte (1.—3. Kl.) 50, Deichseln Eiche 10. Zusammenkunft: 9.30 Uhr, Kreuzweg bei Lich; 10 Uhr, Konzebühl; 10.30 Uhr, Neuer Teich; 11 Uhr, Graudornbrücke. 9610 M'm LH» *5* A; hNennh Freiko M 7 Diese aussüh^'t öie Nf C ir SÄ SÄ Diele h-ben " Truppen °per, kor PS Sefun opfert und imi all dem Ungel tampserische d fjeeres nicht Auch in der von yeldenta e nischer und t° deshalb nicht o sie in eine trut heute, nachder Starke neu ers zuschweigen, v ob die Ereigm spiel gekennzei deutscher Treu Generation ö( schlechter zu i Von der Wohl den bayerische Tr Kaoallerie-Br Küste des Sl insel, wurdei überrascht. A fehl zur Mu richtet die B niung der 2 geigten, baß ßilgiplin bas lommanbeur c Mrschtätigkeit Lnnschasten 1 & Ausgabe n :ir zweitai üe erste Etapp ligkeiten dieses »ach Eingang I Kegen ein, de Sümpfe oern tonnte die Brü benutzt werden Opfer, so daß Echiss den Wei MM Episode a Dies ist die artillerie-Regin- ^ignis am De der Geschict tragen. , Sieben Tagi '"'Ich- Front kn Stäben «e Mntauban st, Dorn der Enal «"gebrochen if pnereß Feuer "Macht. 2 frl,t "erschi unb immer nal N 1.40 Uhl LM: den fr । Äfr Nach ?1 ^en im fr Kanonen, X5 der Tag d »'^nieraden! ÄÄt* ijinÄW tat ! Iltz'A h°r d" bk Wt'V”’1' cs", Hr.45 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesftn) §amstag.29.5ebruar (937 Der Heidengedenktag in Gießen Am morgigen Sonntag vereinigen sich auch in unserer Stadt alle Volksgenossen mit der Wehrmacht unseres Standortes zum feierlichen Gedenken an die im Kampfe für das deutsche Vaterland im Kriege und im Freiheitskampf der Bewegung gefallenen Brüder. Trauerbeflaggung. Entsprechend der Aufforderung des Reichsministers Dr. Goebbels an die Bevölkerung, am Sonntag, 21. Februar, Trauerbeflaggung zu setzen, werden auch in unserer Stadt morgen die Fahnen auf Halbmast wehen. Die militärische Gedenkfeier. Um 10 Uhr wird auf dem Trieb vor der Volkshalle die militärische Heldengedenkfeier der Wehrmacht unseres Standorts beginnen. Die Partei und ihre Gliederungen sowie die Kameradschaften der alten Soldaten werden sich an dieser Feier beteiligen. Die Formationen werden sich an verschiedenen Sammelplätzen in der Stadt ausstellen und von dort aus, geschlossen in ihren Einheiten, zum Trieb marschieren. In diesem Zusammenhang sei auf die verschiedenen Anzeigen hingewiesen, die in den letzten Tagen in unserem Blatte erschienen sind und den Angehörigen der Kameradschaften die Zeiten des Antretens bekannt gaben. Die Feier auf dem Trieb beginnt pünktlich um 10 Uhr. Alle Teilnehmer müssen bis 9.50 Uhr ihre Plätze eingenommen haben. Der Standortälteste, Generalleutnant Oßwald, wird in Begleitung Heroische Heimkehr. Zum Heldengedenkiage am 21. Februar 1937. bekleidungen ließen viel zu wünschen übrig. Ein Teil der Leute ritt in Leinenhosen. An den Beinen hatten sie Binden von Schaffell. Aber alle trugen wir den Stahlhelm und den praktischen Reitermantel. Die Wege waren hart, glatt und teilweise zerstört. Nachts lag man mit dem Gewehr neben sich, fertig, jede Minute aufzuspringen und für sein Leben zu kämpfen. Das war auch das einzig richtige, denn der Feind hatte ja keine Uniform und war unmöglich von den Bauern zu unterscheiden. Um während der Nächte wenigstens vor Ueberfall durch die Bevölkerung geschützt zu sein, wurden in den Nächten alle Männer in die Kirchen gesperrt. Heute macht man sich wohl schwerlich eine Vorstellung davon, wie es war, wenn man Nacht für Nacht nicht richtig schlafen konnte, an den Tagen sich schlagen und bei schlechtestem Wetter auf den übelsten Wegen marschieren mußte." Am Heiligen Abend 1918 aber war mit dem Einmarsch in Kiew das schlimmste überstanden. Der Weitertransport nach Ostpreußen konnte in Ruhe durchgeführt werden. Durch die AoWo-Sümpfe. Heber den Rückmarsch des Kavallerie- Schützen-Regiments 85, der mitten durch die Rokitno-Sümpfe führte, berichtet der Regiments-Kommandeur von Alten u. a.: Mein Adjutant, Oberleutnant Schacht, zeichnete eine große bunte Landkarte. Auf dieser wurde der versammelten Truppe der Weg gezeigt, den wir, unter Umgehung des gefährlichen Festungsdreiecks, durch das weite Gebiet der einsamen Rokitno-Sümpfe nehmen würden. Richtung Ostpreußen, Heimat, mit der Waffe in der Hand! Vorwärts und durch! Wie einst bei Brzezhiny. Mit Hurra wurde diese Landkarte zusammenqefaltet und täglich wieder heroorgeholt und den Mannschaften gezeigt, wo während des 42tägigen Marsches der tägliche Standort der Truppe war. — Hieraus schöpfte man Kraft, alle Widerstände zu überwinden. In mein Herz verschloß ich den Gedanken, wenn nur der Himmel uns in den Rokitno-Sümpfen Frost senden würde, wenigstens keine Dauerschneefälle, sonst geht es uns wie damals Napoleons großer Armee auf dem Rückmarsch von Moskau ... des Hoheitsträgers der Partei, des Vertreters des Staates und des höchsten inaktiven Soldaten die Front der Truppen, der Gliederungen der Partei und der alten Soldaten abschreiten. Danach wird Generalleutnant Oßwald die Gedenkansprache halten. Die Feier findet ihren Abschluß mit dem Vorbeimarsch der Truppen, der Formationen der Partei und der Kameradschaften der alten Soldaten vor dem Standortältesten. Der Vorbeimarsch wird vor der Volkshalle stattfinden. Kranzniederlegungen. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Kreisgruppe Gießen, ehrt anläßlich des morgigen Hekdengedenktages die Gefallenen des Weltkrieges durch Kranzniederlegungen. Für unsere gefallenen deutschen Brüder werden am 116er-Denkmal auf dem Landgraf-Philipp-Platz und auf dem Ehrenfriedhof des Neuen Friedhofes Kränze niedergelegt. Ferner wird mit einem Kranze der auf dem hiesigen Friedhof beigesetzten nichtdeutschen Krieger gedacht. (Eine kirchliche Heldengedenkfeier findet am morgigen Sonntag, 18 Uhr, in der Stadtkirche statt. Der Abend bietet Musik für Orgel, Solo- Gefährliche Regentage erweichten die sumpfigen Wege Frost hals wieder vorwärts. So ging es im häufigen Wechsel. Eine P e t l j u r a - T r u p p e von 40000 Mann war in Anmarsch gegen uns gemeldet. Wir streuten die Nachricht aus, mir seien die Vorhut eines Armeekorps; starke deutsche Truppen seien dicht hinter uns. Schließlich wurden die Schwierigkeiten des Mar- sches so groß, daß ich mich schweren Herzens ent- schließen mußte, meine Minenwerfer zu vernichten. Die Rohre wurde gesprengt und im Sumpfgelande versenkt. r Ende Januar 1919 endlich, bei starkem Frost, näherten wir uns der ehemaligen Stellungskriegszone. In etwa 60 Kilometer Breite nur Schutzen- grüben, Stacheldrähte und verfallene Unterstände, kein Haus, kein Dach weit und breit! Ein letztes Biwak in eisiger Januarnacht, auf Unterftand- aelände, auf dem mit Fleckfieber behaftete arme Panjefamilien ihren zerstörten Heimatsort suchten. Trotz aller Ansteckungsgefahr suchten wir in dieser grimmigen Winternacht stundenweise Erwärmung und Windschutz in den überfüllten, von Panjefamilien bewohnten Unterständen, um abwechselnd wieder, durch die erstickende Luft vertrieben, uns zwischen die frierenden, treuen Pferde zu stellen, die draußen in der Eiseskälte mit hängenden Köpfen zu schlafen suchten. In der Morgendämmerung des folgenden Wintertages wurde in gehobener Stimmung der letzte Gewaltmarsch durch die trostlose Zone der Stacheldrähte und der verfallenen Unterstände angetreten. So erreichten wir abends den jenseitigen Rand dieser Eiswüste, die rettende Gegend von Kowel, wo die Eisenbahn noch in deutscher Hand war. Es war geschafft durch den Willen, mit der Waffe nach Deutschland durchzubrechen, in Zusammenhalt, Disziplin und Kameradschaft. Dort stieß auch der Teil des Regiments wieder zu mir, den die bayerische 4. Kavallerie-Brigade auf ihrem Ritt mitgenommen hatte. Nach kurzen Tagen des Wartens wurde das Kavallerie-Schützen- Regiment bei hohem Schnee und bei — 20 Grab R in der deutschen Eisenbahn nach Allenstein in Ostpreußen transportiert. Mit den Waffen in der Hand unb mit noch gutem Pferdematerial rückte das Regiment in die Dragonerkaserne ein. ohne Rückhalt an vorgesetzten Dienststellen und fast ohne Unterstützung durch andere Truppen. Die Bayern haben sich hier auch noch nach dem Waffenstillstand soldatischen Ruhm erworben, die Offiziere und Mannschaften, die keinen Augenblick wankend wurden in ihrer Treue zu den Offizieren und in der Hochhaltung der Waffenehre. Von Poltawa nach Ostpreußen. Im Jahre 1709 verlor Karl XII. von Schweden trotz aller seiner Tapferkeit die Schlacht von Poltawa. Im großen Kriege waren bis hierher deutsche Truppenteile vorgedrungen, um die Ukraine zu sichern. Hier stand die 1. Kavallerie- division, Kürassiere, Dragoner und Ulanen, und von hier aus mußten diese Truppen den weiten Weg in die Heimat zurücklegen. An der Spitze des Kürassier-Regiments 3 stand Graf Hamilton, der als schwedischer Offizier einen Teil des Weltkrieges als Freiwilliger in den Reihen der deutschen Armee mitgemacht hatte. Er wurde noch im November in den Kampf mit ukrainischen Aufständischen hineingerissen, und es bedurfte der größten Anstrengungen, um dieser Aufständischen Herr zu werden. Die Verhältnisse, unter denen der Rückmarsch dieser Truppen sich vollzog, hat Major Gras Hamilton in einem Vortrage sehr anschaulich geschildert, den er in seiner schwedischen Heimat gehalten hat. „Unsere Ausrüstung war äußerst mangelhaft. Besonders die Reithosen und die Fuß- Deutsches Soldatentum war auch mit den trüben : Novembertagen 1918 noch nicht erloschen. So trübe auch das Bild war, das die damals sich auflösenden Armeen vielfach boten, so leuchten in diesem Bild um so heller die Beispiele von Mannesmut und Disziplin. Vielfach folgte auf das Heldentum des Krieges die heldenhafte Heimkehr, und davon lesen wir herrliche Berichte in den Darstellungen aus den Nachkriegskämpfen deutscher Truppen und Freikorps. Im Auftrage des Reichskriegsministeriums werden diese Darstellungen von der Forschungsanstalt für Kriegs- und Heeresgeschichte bearbeitet. Der erste Band schildert „Die Rückführung des Ostheeres" (Verlag E. S. Mittler & Sohn, Berlin). Diese Darstellungen haben, wie Generalfeldmarschall von Blomberg in dem Geleitwort ausführt, den Zweck, dem deutschen Volk und seiner Wehrmacht die Leistungen der Männer näherzubringen, die in schwerster Zeit, nach viereinhalb Jahren unerhörten Ringens, noch einmal zum Schwert griffen, um dem Vaterlande in seiner äußersten Not zu helfen. Der Chef des Generalstabes des Heeres, General der Artillerie Beck, sagt in dieser Darstellung einleitend: „Viele der besten deutschen Feldsoldaten sind trotz den hinter ihnen liegenden schweren Kriegsjahren im Felde geblieben oder wieder zu den Waffen geeilt, um das Reich gegen den von drinnen und draußen drohenden Bolschewismus zu schützen. Diele haben in den Reihen der heimkehrenden Truppen oder in den neuentstehenden Freikorps Gesundheit und Leben dem Vaterlande geopfert und immer von neuem gezeigt, daß unter all dem Ungeist der Revolution von 1918 der kämpferische Sinn und die Pflichttreue des alten Heeres nicht erstorben waren. Auch in der Nachkriegszeit ist eine Fülle von Heldentaten, Leistungen organisatorischer, technischer und taktischer Art vollbracht worden, die deshalb nicht verschwiegen zu werden brauchen, weil sie in eine trübe Zeit des Niedergangs gefallen sind. Heute, nachdem die deutsche Wehrmacht in alter Stärke neu erstanden ist, liegt kein Grund vor, totzuschweigen, was damals geschehen ist, gleichviel ob die Ereignisse jener Zeit als abschreckendes Beispiel gekennzeichnet werden sollen, oder als Muster deutscher Treue in oft verzweifelten Lagen auf die Generation des Weltkrieges und auf künftige Geschlechter zu wirken geeignet sind." Von der Krim bis nach Vayern. _ Wohl den ro e i t e ft en Rückmarsch haben bayerische Truppen, und zwar die bayrische vierte Kavallerie-Brigade, zurücklegen müssen. An der Küste des Schwarzen Meeres, auf der Krim-Halbinsel, wurden diese Truppen von der Revolution überrascht. Am 13. November 1918 erfolgte der Befehl zur Räumung der Krim. Am gleichen Tage berichtet die Brigade über die durchweg gute Stimmung der Mannschaften, die Verständnis dafür zeigten, daß Aufrechterhaltung von Ordnung und DWplin das Gebot der Stunde sei. Der Brigadekommandeur gab der Ansicht Ausdruck, daß die Marschtätigkeit an sich schon geeignet wäre, die Mannschaften von müßigen Grübeleien abzuhalten. Die Aufgabe war gewiß nicht klein, denn der Weg war zweitausend Kilometer lang. Schon die erste Etappe bis zum Dnjepr sollten die Schwierigkeiten dieses Unternehmens zeigen. Unmittelbar nach Eingang des Abmarschbefehls trat mehrtägiger Regen ein, der die Marschstraßen in grundlose Sümpfe verwandelte. Beim Dnjepr-Uebergang konnte die Brücke nur von einem Teil der Truppen benutzt werden, sie fiel später dem Eisgang zum Opfer, so daß die letzten Nachkommandos sich zu Schiff den Weg durch die Schollen bahnen mußten. Die bayerischen Truppen mußten, um zur Heimat zu gelangen, die Ukraine durchqueren, und es war für sie gewiß nicht angenehm, zu hören, daß in der Ukraine neue Wirren ausgebrochen waren. Jetzt durch den russischen Winter zu marschieren, das war weit mehr, als damals von den Truppen Napoleons verlangt worden war, denn die Marschstrecke war viel größer, außerdem war die Bekleidung für einen Marsch durch das winterliche Rußland unzureichend. Die Mäntel waren zu dünn, die Handschuhe nicht haltbar, die Wäsche unzulänglich. Die unbestimmte Hoffnung und der Wunsch, vielleicht doch irgendwo von der Bahn ausgenommen zu werden, waren daher erklärlich. Sie haben aber bei keinem Teil der Brigade zu ungebührlichem und unerfreulichem Drängen oder zur Erschütterung des Vertrauens geführt. Wiederholt kam es auch zu Kämpfen, die aber siegreich bestanden wurden. Versuche, durch Drohungen die Abgabe von Waffen und Pferden zu erzwingen, scheiterten stets an der festen Haltung der Offiziere und Mannschaften der Brigade, die sich auf keinerlei entehrende Bedingungen einließen. Bei den Kämpfen um Zas- law verlor das 1. Ulanenregiment vier Offiziere, sechsundneunzia Mann und oreiunddreißig Pferde. Der weitaus überlegene Gegner wagte nicht, die abziehenden Ulanen ernsthaft zu verfolgen. Tagsüber blieb die ganze Brigade eng beisammen, bei Einbruch der Dunkelheit wurden Quartiere bezogen, die mit Tagesanbruch wieder verlassen wurden. Das mitgenommene Geld reichte nicht, um die Verpflegung sicherzustellen. Der Brigadekommandeur mußte infolgedessen die Offiziere und Mannschaften um Abgabe ihrer Barmittel gegen Empfangsbescheinigung und Versprechen der Rückzahlung in der Heimat ersuchen. Das Ergebnis war, daß soviel Geld zusammenkam, daß bis zum Eintreffen in die Heimat keine Schwierigkeiten entstanden. Endlich, im Februar, traf die Brigade an der deutschen Grenze bei Prostken ein, um dann nach Bamberg und Ansbach abtransportiert zu werden. Insgesamt wurden auf diesem heldenhaften Marsch neunzehnhundert Kilometer in zweieinhalb Monaten zurückaelegt. Das ist eine Tagesdurch- ichmttsleistung von sechsunozwanzig Kilometer mitten durch ein aufständisches Land, Kamerad?" — „An den Steinbruch von Montauban! Meine Haubitzen stehen dort. Ist der Steinbruch in unserer Hand?" — „Am Rande liegen vorgeschobene Posten. Es wird ein schweres Stück Arbeit sein! Die Engländer haben Maschinengewehre auf den Weg eingestellt!" Erdtrichter neben Erdtrichter, in allen Größen. Dann wieder Erdhaufen, wo Geschosse einschlugen, die mit Verzögerung versehen waren. Zwei Pferde stürzen..., der Vorderreiter reißt sie hoch. Der Feind streut den Weg mit Schrappnells ab, — ein Maschinengewehr fängt an zu rattern. Jetzt geht eine Leuchtrakete hoch... Dann leuchtet ein Scheinwerfer auf... Sein Lichtkegel kommt näher ... Mit einem Schlage ist die Artilleriemulde hell erleuchtet! Unbeweglich bleiben die Wagemutigen stehen ... Zwei Minuten banger Sorge... Sie bleiben unentdeckt ...! Sie sind im Tal. Die Stellung sieht furchtbar aus. Ein Geschützstand ist verschüttet. Die Gegend ist völlig verändert. Da stehen die Geschütze! Jetzt kommt es darauf an. Der Oberleutnant steigt vom Pferde... „Na, nun los! — Aber kein Wort! —" Minuten, die eine Ewigkeit scheinen... Endlich ist die erste Haubitze aus dem Geschützstand heraus. „Einen Augenblick verschnaufen!..." Inzwischen ist das Geschütz marschfertig. Es setzt sich in Bewegung. Jetzt kommt der schwerste Teil des Wagestücks. Schritt für Schritt geht es denselben Weg zuruck, durch das Trichterfeld und durch das Schrappnell- feuer, das in einzelnen Gruppen vor der deutschen zweiten Linie liegt. Sie kommen durch das Drahthindernis der zweiten Linie. Infanterie drangt sich heran. , . „ . . Sie kommen durch Longueval und wollen-durch das Dorf. Da kommt es herangeheult! 10 ober 12 Meter vor ihnen fchlägt es ein: Mitten auf die Dorfstraße!... Die Pferde bäumen sich ... Schwefel- geftank... Rauch... Gott fei Dank, es ist nichts ^Batterie Teraaab!" — Sie biegen um die Ecke — die Mittelpferde stürzen. „Mein Bein ist zerquetscht!" schreit der Mittelreiter. „Absitzen!" — Die Mittelpferde bleiben liegen... der Mann wird mitgenommen! Sie arbeiten fieberhaft. Der otan- genreiter hat seine beiden Pferde in Ordnung. — , Vorderreiter, reiten Sie vor! Die Stangenpferde ziehen das Geschütz allein vorwärts!" Jetzt sind sie am Park von Longueval... jetzt an der Stelle, wo die andern Protzen warten. — . Noch dreimal geschieht das gleiche. Dreimal fahren wenige Männer hinaus in den Tod, um ihr Geschütz zu holen, die ganze Nacht. Erst gegen Morgen rückt das letzte Geschütz in das Waldlager hinter Ginchy ein. Einer der neun Braven, Unteroffizier Haß, ist tödlich verwundet Es ist em schweres Opfer. Aber die vier Haubitzen der 4. Bat- Zehn Männer und vier Kanonen. Episode aus der Sommeschlacht 1916. Dies ist die Geschichte der 4. Batterie des Feldartillerie-Regiments von Clausewitz. Sie wurde Ereignis am zweiten Tage der blutigen Wochen, die in der Geschichte den Namen der Sommeschlacht tragen. Sieben Tage lang hat feindliches Feuer die deutsche Front zerschlagen. Dann ist der Feind aus den Gräben gestiegen. Am Steinbruch nördlich von Montauban steht die Batterie, dort, wo weiter vorn der Engländer tief in die deutsche Stellung eingebrochen ist. Seine Flieger haben sie entdeckt, schweres Feuer des Gegners hat die Lage unhaltbar gemacht. Die Munition ist verschossen. Ein Geschütz ist verschüttet, die andern drei sind beschädigt, und immer näher kommt der Feind. Um 1.40 Uhr weiß der Oberleutnant, daß es nur eins gibt: den Weg nach rückwärts. Die Zähne knirschen ihm, als er Befehl gibt, die Stellung aufzugeben. Nach Stunden find sie wieder beisammen, weit hinten im Waldlager bei Ginchy. Eine Batterie ohne Kanonen, also eigentlich keine Batterie mehr. Als der Tag dem Ende zugeht, weiß der Batterieführer, was zu geschehen hat. „Wachtmeister, lassen Sie die Batterie antreten!" „Kameraden! Ich weiß, es geht euch wie mir Unsere Haubitzen... Wollen wir sie dem Feind lassen? ... Oder wollen wir sie uns holen ... heute nacht... freiwillig... ohne Befehl? Dem Vaterlande zuliebe! Ich frage: Wer kommt mit? Alle treten vor. „Ich danke euch, Kinder, aber ich kann nur neun Mann gebrauchen." — Der Oberleutnant nennt neun Namen. „Um 8 Uhr fahren wir los! Die Protzen stehen zum Abmarsch bereit. „Batterie — marsch!" — . Der Weg ist weit bis in die vordere ßime. Gut fünf Kilometer. Vor Ginchy erreicht der Batterieführer die vorausgefahrenen Protzen. Es ist eine wunderbare, sternenhelle Nacht. Longueval! Em Drittel des Weges. Ein Dorf, auf dem das feindliche Feuer liegt. Mit schweren Kalibern zerschlagt der Engländer dem Bundesgenossen die Hauser. Hinter dem Schloßpark macht der kleine Trupp Leute, hört zu! Ich führe den ersten Wagen selbst in die Feuerstellung. Die anderen Protzen warten bis zum Morgengrauen. Ist der erste Wagen dann nicht zurück, so macht ihr Kehrt und fahrt wieder ins Lager. Unteroffizier Schreyer, Sie begleiten mich. — Batterie — marfo)! Sie kommen an die deutsche zweite Linie. Sie ist stark von Infanterie besetzt. Ein Offizier tritt zu dem Batterieführer: „Wo wollen Sie hin, Herr terie des Feldartillerie-Regiments von Clausewitz sind sämtlich gerettet! Das tat die 4. Batterie fteiwillig, ohne Befehl, dem Vaterland zuliebe!... Der Mensch und das Tier. Don Dr France Man hat für den Menschen den Ausdruck geprägt, er sei „das Hirntier" und wollte damit betonen, daß er ein einseitig angepaßtes Geschöpf sei, Gehirn vor allem, als Geist vollendeter denn als Körper, der in vielen Beziehungen wenig leistungsfähig ist und darin sogar hinter vielen Tieren zurücksteht. Man hat mit dieser Prägung in einer gewissen Beziehung auch tatsächlich recht, denn einige Organe und Leistungen des Menschenleibes sind tatsächlich von einer ziemlich betrüblichen Unvollkommenheit. Im besonderen gilt das von dem menschlichen Auge, von dem ein berühmter Anatom in seinem Kolleg zu sagen pflegte, er würde einem Optiker, der ihm ein derartiges Sehinstrument verkaufen wollte, es wegen Pfuscherarbeit zurückgeben. Und dieser Scherz hat auch vollauf recht, denn in bezug auf Sehschärfe werden wir von den Raubvögeln, in bezug auf Brauchbarkeit des Nachts von den Katzen und Eulen, in Hinsicht der „Vergrößerung" kleiner Gegenstände von den fporenfreffenden Käfern um ein Erhebliches übertroffen. Wie kläglich ist doch unser Riechorgan, gemessen an dem eines Hundes oder gar einer Biene, die sich in dem hundertgerüchigen Wirrsal einer Wiese ohne weiteres zurecht findet. An Schnelligkeit und Leichtfüßigkeit übertrifft uns die Gazelle, an Kraft jede große Raubkatze, der Gorilla oder der Bär. Wir können weder so gut schwimmen wie der Frosch, das Fliegen ist uns persönlich überhaupt versagt, um hundert Eigenschaften stehen wir hinter der Tierwelt zurück und auch die Geistestätigkeit fft nicht gegenüber dem Tier als solchem, sondern erst innerhalb der Menschenreihe so spezialisiert und hochgesteigert worden. Denn verglichen mit den höchst entwickelten Menschenaffen sind die geistigen Leistungen der elend dahinlebenden Feuerländer oder der Zwerge im großen Kongo-Urwald oder der weder das Feuer, noch den Hausbau oder den Bootbau kennenden Uraustralier dem Tiere nicht in dem Maße überlegen wie der Kulturmensch jenen niedrigsten Menschenrassen. Man hat mit Recht auch bezüglich des Geistigen sagen können, zwischen den höchsten Tierarten und den niedrigsten Menschenformen ist ein kleinerer Unterschied als zwischen diesen und den edelsten Vertretern der Menschheit. Und dennoch ist der Mensch, den wir hier einmal von der Seite seiner Unzulänglichkeiten aus betrachtet haben, für immer und unüberbrückbar von der Welt der reinen Natur geschieden durch eine geradezu ihn der Gottheit würdig machende, nur ihm allein zukommende Fähigkeit, die merkwürdigerweise sowohl von der reinen Naturwissenschaft wie von der der Philosophie nicht genügend unserer Zeit ins Bewußtsein geprägt wird. Das ist die Fähigkeit des Menschen, alle Eigenschaften gleichzeitig zu entfalten und miteinander in einen Ausgleich zu bringen. Er fft gleichsam die zusammengelegte Natur. Er hat von allen Geschöpfen etwas, die gesamte Schöpfung hat zusammengewirkt, um ihn hervorzubringen, und es fft nicht bloß rein bildlich gesprochen, wenn man ihn die Krone der Schöpfting nennt. Er steht mit Recht an der Spitze des ganzen Systems, nicht nur als das zeitlich letzte Meisterwerk des Weltenwerdens, sondern auch als das Geschöpf, in dem sich alles niedergeschlagen hat, was in den großen Schritten der Vervollkommnung und der einseitigen Anpassung durch die Leiter des Lebens vom einfachen Wesen bis zu ihm aus dem Lebensstoffe herausgekommen fft. Der Mensch ist das erste wirklich harmonische Geschöpf auf Erden. Vielleicht erst ein erster, noch unglücklicher, wieder verworfener, darum unter- gehender Versuch der weltbauenden göttlichen Kraft. Jedenfalls aber eine Möglichkeit, harmonisch zu leben und darin Glück und Vollendung zu finden. Eine Möglichkeit, die allen übrigen Geschöpfen versagt war, was sie in den Bann eifern festgehaltener Unfreiheit und Instinkte schlug. Die erstaunliche Termite hat zweifelsohne eine Zivilisation, aber sie fft ein Sklave der in sie gelegten undurchbrechbaren Lebensregel, der stolze Raubvogel ist eine Marionette ein für allemal in ihn gelegter Gesetze, nur der Mensch kann alles sein, elend, tierisch, erbärmlich, häßlich, selbstmörderisch in seinem Gebaren und sinnig, genial, gut, vornehm, schön, veredelt und nach höchstem Adel, der Gottähnlichkeit selbst greifend, weil er innerhalb frei ist und dadurch auch fähig der Erhebung über sich selbst. Er kann den Teufel und den Gott in seiner Brust in einer Harmonie verschmelzen, seine Schwäche und seine Stärke zu einem Ausgleich bringen, als einziger und erster das Leben meistern, statt ihm untertan zu sein. Das prägt sich schon in dem Adel seiner Gestalt und seiner Gesichtszüge — man halte ein griechisches Götterbild neben den Gorilla —, das durchdringt sein ganzes Wesen und hat ihn noch immer, wenn er in Einseitigkeiten verrannt war, zurückgeführt zu dem Leitstern, der leuchtend über der Menschheit glänzt: zu der Harmonie als Weltanschauung und Lebensführung. Eilz u Dbot von I. S. Bach und G. F. handel, Sologesang für Baß und Chorlied ebenfalls von Bach sowie von Melchior Vulpius und Adolf Strube. Eintritt frei. Nunmehr hat die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. in verständnisvoller und dankenswerter Würdigung der Verkehrserfordernisse angeordnet, daß ab 22. Mai 1937, dem Beginne des neuen Fahrplans, wieder Lilzugverkehr auf der Strecke Gießen—Fulda eingerichtet wird. Zu diesem Zwecke bringt der neue Fahrplan eine Kombination zwischen den Strecken Frankfurt a.TN—Gießen und Gießen—Fulda dergestalt, daß ein Lilzugpaar von Frankfurt a. 2IL über Gießen—Alsfeld nach Fulda und umgekehrt gefahren wird. Wieder Cilzug-Verkehr auf der Strecke Gießen-Fulda ß en —Fulda gewirkt. Dieser beschleunigte Zugverkehr war Ende 1922 ein Opfer des damaligen Niedergangs auf allen Gebieten des deutschen Lebens geworden. Seitdem blieb dieser Mangel im Verkehrswesen unserer Provinz in der Querverbindung Gießen — Fulda — Mitteldeutschland bestehen, obwohl die dringende Notwendigkeit eines derartigen Schnellverkehrs immer wieder zutage trat. der und Freunde der Luthergemeinde sind herzlich zu diesem Singabend eingeladen, der um 17 Uhr in der Alten Friedhofskapelle stattfindet. (Siehe heutige Anzeige.) Sondervorstellung im Lichtspielhaus. Am morgigen Sonntagnachmittag wird im Lichtspielhaus eine Sondervorstellung des Fllmwerkes „Deutschland, mein Deutschland" stattfinden. In dem Filmwerk wird an die größten Ereignisse des Weltkriegs erinnert. Auf die Anzeige in unserem heutigen Blatte sei hingewiesen. Hausbesitzer-Verein Gießen. Der hausbesitzeroerein Gießen veranstaltet im „Prinz Carl" kommenden Mittwoch, 24. Februar, seine 30. Hauptversammlung. Auf die heutige Anzeige sei hingewiesen. Hitler-Jugend Bann 116 Gießen. Bett.: Heldengedenkfeier in Gießen. An der Gießener Heldengedenkfeier auf dem Trieb nehmen folgende Einheiten als Ehrenabordnung teil: ___ Marine-HI., Motor-HI., sowie Flreger-HJ. Die Einheiten stehen pünktlich 9.15 Uhr auf dem Ludwigsplatz. Tadelloser Dienstanzug ist Selbstverständlichkeit. Bett.: Wochenendschulung. Wie schon bekanntgegeben, finden am Sonntag die Wochenendschulungen für folgende Einheiten statt: Gießen: Ges. 1, 2, 3 4/116, Marme-HJ., Motor-HI., Flieger-HI. und Nachrichtenschar. Grohen-Buseck: Gef. 6, 7, 8, 9, 17/116 und SZ. Großen-Buseck. L i ch : Gef. 11, 12, 16/116, Bann-MZ. und SZ. Klein-Linden: Gef. 5, 13, 14, 15/116, SZ. Großen-Linden. Die Wochenendschulungen beginnen jeweils am Samstag, 20 Uhr. Ende Sonntag gegen 16 Uhr. Anläßlich der Wochenendschulungen finden folgende Besichtigungen statt: Gef. 2/116, Gießen-Nord, 9 Uhr, Studentenheim. Standort Großen-'Bufeck, 14.30 Uhr, vor dem HI.-Heim. Standort Lich, 13 Uhr, vor dem Rathaus. Standort Klein-Linden, 10 Uhr, im HI.-Heim. Befr.: „Berge in Flammen". Den Gießener Einheitsführern find Karten zu diesem Film für 30 Rpf. zugegangen. Alle Jgg. können diese dort in Empfang nehmen. Der Film läuft am 22., 23. und 24. Febr. im Lichtspielhaus zu Gießen. Es können alle Vorstellungen besucht werden. Nach Möglichkeit werden von uns die Mit- tagsoorstellungen besucht. Befr.: Bannführerschule. Der letzte Kurs der Bannführerschule findet am Sonntag, 21. Februar, erst 19 Uhr statt, damit alle Teilnehmer noch die Wochenendschulung beenden können. Ordnungsgemäße Lehrverträge ausstellen! Die Industrie- und Handelskammer Gießen teilt mit: Es ist immer noch festzustellen, daß Lehrlinge nicht im Besitze ordnungsmäßig abgeschlossener Lehrverträge sind, wie sie reichseinheitlich von der Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern in der Reichswirtschaftskammer, in Verbindung mit der Reichsgruppe Industrie, der DAF., HI. ufw., ausgestellt sind. Der Reichs- und Preußische Wirtschastsminister weist nochmals ausdrücklich darauf hin, daß die Eintragung der Lehrlinge in die Lehrlingsrolle für die kaufmännischen und Facharbeiter-Lehrlinge zwingende Voraussetzung für die Prüfung der Lehrlinge bei den Industrie- und Han- , delskammern ist. Jedem Lehrverhältnis mit kaufmännischen Lehrlingen sowie mit industriellen Fach- Akademische Gesangverein, verstärkt durch den Herrenchor des Theaters. Die Leitung hat Professor Dr. Temesvary. — Die Vorstellung findet außer Miete als 6. Konzert des Gießener Kon- zertvereins statt. Kartenverkauf am Sonntagoor- mittag von 11 bis 12.30 Uhr und an der Abendkasse ab 18 Uhr. Die Intendanz macht noch einmal darauf aufmerksam, daß die Aufführung um 19 Uhr beginnt, Ende 21 Uhr. Dienstag, 23. Februar, Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr „heiterer Tanzabend". Leitung: I. Zenner. Musikalische Leitung: Ernst Bräuer, hierauf: „Die schöne Galathee", Operette von Fr. v. Suppe. Musikalische Leitung: Ernst Bräuer. Spielleitung: Paul Wrede. Dienstag-Miete. 20. Vorstellung. Mittwoch, 24. Februar, Anfang 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr, „Kupferne Hochzeit", Komödie von Rindom. Spielleitung: Hans Geißler. Mittwoch-Miete. 20. Vorstellung. Freitag, 26. Februar, Anfang 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr, Erstaufführung „Die verkaufte Braut", Komische Oper von Smetana. Musikalische Leitung: Hans h. Hampel. Spielleitung: Paul Wrede. Freitag-Miete. 22. Vorstellung. Sonntag, 28. Februar, Anfang 19 Uhr, Ende 22.15 Uhr „Carmen", Oper von G. Bizet. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Der Intendant. Außer Miete. Londschaffsbund Volkstum und Heimat. Der Heimatabend des Ortsrings Gießen findet, wie zur Richtigstellung der Notiz vom vorigen Donnerstag betont fei, am heutigen Samstagabend (nicht erst am morgigen Sonntag) statt. Der Gesangverein „Heiterkeit" wird den Vortragsabend durch den Gesang von Liedern bereichern. Singabend für die Lufhergemeinde am heldengedenkfag. Am dritten Weihnachtsfeiertaa veranstaltete der Lutherkirchenchor zum ersten Male einen Gemeindesingabend, bei dem die Gemeinde im Wechsel mit dem Chor das alte Liedgut unserer Kirche, wie es in bescheidener Auswahl in dem Quempasheft zusammengetragen ist, neu kennen und schätzen lernte. Diesmal sollen es Passionslieder sein, die gemeinsam erarbeitet werden sollen. Ein sechsstimmiger Kanon soll wieder den Höhepunkt bilden. Daneben werden noch gesangliche und instrumentale Einzeldarbietungen zu ihrem Recht kommen. Die Glie- Jahrelang haben der frühere Verkehrsbund Ober- hesfen und die Derkehrsvereine von Gießen und Alsseld mit tatkräftiger Unterstützung der Behörden, sowie mit eifriger Förderung durch den früheren hessischen Verkehrsverband und den jetzigen Landes- oerkehrsverband Rhein-Main bis in die jüngste Zeit hinein für die Wiedereinführung des gsverkehrs auf der Strecke ©iß- Fulda gewirkt. Dieser beschleunigte Zug- Die Fahrt von Gießen nach Fulda wird derart geleitet, daß der Eilzug 371, der im jetzigen Plane in Frankfurt a. M. um 9.23 Uhr abfährt und um 10.26 Uhr in Gießen ankommt, in Gießen auf dem Oberhefsischen Bahnhof einfährt und von hier aus über Grünberg—Alsfeld—Lauterbach nach Fulda weitergeführt wird. Der Gegenzug aus Fulda über Lauterbach—Alsfeld wird voraussichtlich gegen 18 Uhr in Gießen eintreffen und von hier aus etwa um 18.15 Uhr nach Frankfurt a. M. weiterfahren. Wahrscheinlich werden die Haltepunkte des neuen Eilzugpaares wieder so bestimmt werden, wie sie bei dem Eilzugverkehr bis Ende 1922 bestanden, nämlich Grünberg, Mücke (AnsHluß nach Laubach), Burg- und Nieder-Gemünden (Anschluß nach Homberg), Alsfeld, Lauterbach, Bad-Salzschlirf, Fulda. Die Mebereinrichlung dieses Eilzugverkehrs bedeutet für unsere Verkehrsinteressen in Ober- Hessen, aber auch für die Querverbindung von Gießen nach Mitteldeutschland und zurück, wie auch für die Anschluhgebiete an Lahn und Dill und das Siegerland einen bedeutsamen Fortschritt. Diese Erweiterung des Reichsbahndienstes wird sicherlich allenthalben aufrichtig begrüßt werden. Die Wünsche der Oberhessen richten sich jetzt nur noch vor allem auf die Einrichtung eines ebenso zeitgemäßen Eilzugverkehrs auf der Strecke Gießen —Gelnhausen, der vielleicht im Anschlußverkehr von K a s s e l oder von Siegen her eingerichtet werden könnte. B. Aus der Provinzialhauptstadt. Heldengedenken. I $ Die für das Vaterland starben, ehren wir f am besten, wenn wir für das Vaterland !. leben. Peter Rosegger. i Als die Kunde vom Tode des deutschen Flieger- - Helden Jmmelmann in seiner Heimatstadt Dresden eintraf, ließ die Familie Jmmelmann durch die Zeitung mitteilen, daß sie keine Trauerkleidung an- ; legen würde. Diese Mitteilung ließ viele aufhor- ] chen und verwundern. So mag es auch manchen Angehörigen eines ; fremden Volkes vielleicht verwundern, wenn - am Heldengedenktage die Fahnen des Deutschen ; Reiches nicht auf halbmast stehen und keinen Trauerflor tragen. Aber wie der Familie Jmmelmann damals wohl niemand nachgesagt haben wird, daß sie keinen Schmerz über den Verlust des Sohnes und Bruders empfunden hätte, so wird auch kein fremder Volksangehöriger uns Deutschen am Heldengedenktage nachsagen, daß wir in unserem Herzen, in unserem Innern keine Trauer über den Verlust unserer im Kampf für Volk und Vaterland dahin- gegangenen Väter, Söhne und Brüder empfänden. Eins aber wird die Welt wiederum am helden- gedenktage sagen, wie sie es auch beim Tode Jm- melmanns sagte: welch eine Wandlung der äußeren Haltung zum Opfertod! Die Nachdenklichen werden ahnen, daß diese Handlung der äußeren Haltung nur die Folge einer Wandlung der inneren Haltung zum Opfertod ist. Wir begehen am Sonntag der Erinnerung („Re- miniscere^) keinen Volkstrauertag mehr, sondern einen Heldengedenktag! Wohl legen wir Kränze an den Totenmalen unserer Helden nieder, aber es sind keine Trauerkränze, sondern Sinnbilder unserer Treue. Wie denn auch die Totenmale. und Ehren- Haine unserer Helden keine Trauerstätten, sondern heilige Weihestätten sind, und wir selbst, die wir an diesen völkischen Weihestätten im Anblick der aufragenden Steine und Quadern und unter den hochflatternden Fahnen des Dritten Reiches uns zum Gedenken derer zusammenfinden, die als Helden im Kriege und in der Kampfzeit der Bewegung gefallen sind, keine Trauernden sind, sondern Bekenner! Denn das allein ist der Sinn des Heldengedenktages, daß wir ein Bekenntnis ablegen und schwören, im Geiste der toten Helden für unser ewiges Volk und unser ewiges Deutschland leben zu wollen. Um wieviel tiefer, um wieviel echter, um wieviel erhabener ist doch ein solches Bekenntnis zum Leben, als alles Klagen, Weinen und Schluchzen, als alle Zeichen äußerer Trauer! Wie auch der einzelne unter uns zum verborgenen Sinn des Todes stehen mag, niemand wird sich der deutschen Pflicht entziehen wollen, wenn es gilt, in die Bresche zu sprin- gen, die Lücke aufzufüllen, und einzustehen für den der dahinsank. Erst dieses Einstehen für das begonnene Werk der Gefallenen ist wahres helden- aebenken, denn wir ehren die, die für das Vaterland starben, am besten, wenn wir für das Vaterland leben. Das aber heißt: kämpfen für unfer deutsches Volk. Bornotizen. Tageskalendet für Samstag. Ortsgruppe Gießen-Süd der NSDAP., Zellen 3 und 5: 20.30 Uhr Gemeinschaftsabend im Studentenhaus, Vortrag von Pg. Heß über „Kolonien und Dierjahresplan." — Deutsche Arbeitsfront, Ortsgruppe Gießen-Ost: 20.30 Uhr Mitgliederversammlung im Schützenhaus; Ortsgruppe Gießen- Nord: 20.30 Uhr Mitgliederversammlung im Cafe Leib. — Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr heiterer Tanzabend und „Die schöne Galathee." — Gkoria- Palast, Seltersweg: „Das schöne Fräulein Schragg." — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ball im Metropol." — Oberhefsischer Kunftverein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr Ausstellung „Forscher als Künstler." — Landschaftsbund Volkstum und Heimat: 20.15 Uhr Lichtbildervortraa von Professor Mindner, Darmstadt, in der Aula des Gymnasiums über „Praktische Fragen der Denkmalvflege und des Heimatschutzes." — Bezjrks-Obstbauverband Gießen: 14 Uhr ordentliche Hauptversammlung im Katholischen Dereinshaus. — Artillerie-Verein, Gießen: 20.30 Uhr Hauptversammlung im hessischen Hof. Tageskalender für Sonntag. 10 Uhr Heldengedenkfeier des Standorts Gießen auf dem Trieb. — Gießener Konzertoerein: 19 bis 21 Uhr Festaufführung „Herakles", dramatisches Oratorium von Händel im Stadttheater. — Gloria- Palast, Seltersweg: „Das schöne Fräulein Schragg." — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, 14.15 Uhr „Deutschland, mein Deutschland", „Ball im Metropol". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 11 bis 13 Uhr Ausstellung „Forscher als Künstler." — Reichsfachgruppe Imker, Ortsgruppe Gießen: 14 Uhr Versammlung im Restaurant „hopfeld". — Deutscher Reichsound für Leibesübungen: Gau-Gerätemeisterschaften in der Turnhalle des Turnvereins von 1846. Musikalische Abendfeier: 18 Uhr in der Johanneskirche. — Liturgische Heldengedenkfeier: 18 Uhr in der Stadtkirche. Singabend für die Luthergemeinde: 17 Uhr in der Kapelle des Alten Friedhofs. Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: heute abend findet eine Wiederholung des „heiteren Tanzabends" und „Die schöne Galathee", Operette von Fr. v. Suppe, statt. Das Programm setzt sich aus Tänzen, meist heiteren Charakters, zusammen. Diese Vorstellung findet gleichzeitig als neunte Vorstellung für die NS.-Kulturgemeinde statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr. Am Sonntagabend, 21. Februar, gelangt zur Feier des Heldengedenktages Händels dramatisches Oratorium .Herakles" zur Aufführung. Das großartige Werk wurde im vergangenen Sommer während der Olympiade auf der neuen Dietrich-Eckart- Bühne in Berlin mit sehr großem Erfolg aufgeführt. Für die Partie des Herakles ist Prof. Albert Fischer aus Berlin gewonnen morden, die Dejanira singt Johanna Egli (Berlin). Irmgard Genzel- Roehling, Leipzig (Sopran) singt die Jole; Paulus Kuen den hyllos; Gustav Bley den Priester. — Ausführende: das verstärkte Städtische Orchester, der las Gießener Gtadttheater. Svend Rindom: „Kupferne Hochzeit." Rindom ist, wie wir dem Programmheft entnehmen, ein bei uns wenig bekannter, auch wohl noch junger dänischer Dramatiker. Sein Uebersetzer Per S ch w e n z e n hat sich bereits vor einiger Zeit mit dem Segelfliegerstück „Am Himmel Europas" bei uns vorgestellt; über die erfolgreiche Premiere feines neuen Lustspieles in Berlin haben wir erst kürzlich berichtet; außerdem kennen ihn unsere Leser aus gelegentlichen Beiträgen im Feuilleton. Rindoms Stück, das wir gestern sahen, nennt sich „Eine Komödie von der Liebe". Was die kupferne Hochzeit betrifft, so wird sie, was manche vielleicht nicht wissen, sieben Jahre nach der richtigen, der „grünen", gefeiert; erst viel später kommen die silberne, die goldene, die diamantene, die eiserne, die aber ziemlich selten ist. Mit den sieben Jahren hat es etwas auf sich: das siebente Jahr in der Ehe soll, einem verbreiteten Aberglauben zufolge, das sogenannte kritische Jahr in der Ehe sein. Da muß es sich zeigen ... * Es zeigt sich. Und zwar in einer Weise, baß einem manchmal Himmelangst wird. Wenn uns der Zettel nicht tröstlich versicherte, baß man sich in einer Komödie befinde, könnte man um den Ausgang biefer Familienfeier ernstlich besorgt werben. Zumal wenn man gelegentlich an Rindoms skandinavischen Landsmann Strindberg erinnert wird, der das Thema der Liebe und bas Verhältnis von Mann und Frau auf seine Weise zu behandeln und abzuwandeln pflegte. Wenn die junge Frau das Bild ihres Mannes vor Wut zerschneidet, baß es nur mit Mühe roieber geflickt werden kann, wenn sie die Worte „Ich hasse dich" in die Fensterscheibe ritzt und mit Holzscheiten nach ihm schmeißt, bann fühlt man bie „Totentanz"-Atmosphäre beklemmend aufsteigen. „Das Leben ist eine Rutschbahn"; diese Erkennt- nis stammt zwar von Wedekind, aber hier heißt es einmal so ähnlick, unb so geht es auch bei biesen „kupfernen" Eheleuten Per unb Mette zu. Im ersten Akt tollen unb albern sie umher wie zwei ausgelassene Kinder und küssen sich zur Freude aller Mitbewohner unb natürlich auch des Publikums immerzu ab. Aber bereits im zweiten Akt „hat's eingeschlagen". Mette macht Per in seinem An- waltsbürö eine schreckliche (völlig unbegründete) Eifersuchtsszene wegen einer Klientin, deren Scheidung er betreibt. Mette „haßt" Per, will sich scheiden lassen und nur mit Rücksicht auf bie als Gäste zur kupfernen Hochzeitsfeier erwarteten Jugend- freunde wird ein dürftiger „Burgfrieden" geschlossen. Kaum sind bie Gäste, auch zwei Ehepaare, ein- getroffen, unb kaum sind die ersten Jugenderinne- rungen ausgetauscht, da verfolgt Per seinerseits Mette mit ebenso grundloser Eifersucht. Es geht wirklich abwechselnd rauf unb runter wie in einer Schiffschaukel; die beiden haben sich offenbar „zu" lieb und fallen, bald himmelhoch jauchzend, bald zu Tode betrübt, von einem Extrem ins andere. Und erst im dritten Akt, wenn man bereits befürchtet, dieses Wiedersehensfest werde einer Leichenfeier ähnlicher sehen als einer (wenn auch kupfernen) Hochzeit — kommt der Umschwung, die Erkenntnis, die Heilung unb bie Versöhnung. ♦ Mit ben beiben anberen Paaren nämlich, den Iugenbfreunben auf Besuch, stimmt wirklich nicht alles, und Mette, schon hochzeitlich angetan, obwohl sie „tobunglücklich" ist, muß zu ihrer Ueberrcüchung gleich zwei Gestänbnisse entgegennehmen: ber eine Ehemann, Lehramts-Kandidat, hat sich ernstlich in eine Schülerin verliebt und „geht schweren Zeiten entgegen"; und bie anbere Ehefrau liebt eigentlich gar nicht ihren Mann, sondern einen fremden, bleibt aber, resigniert unb hält aus. (Da sinb ja auch noch bie Kinder.) Mette aber, bie solches nicht erwartet hatte, wen liebt bie? Ihren Per natürlich. Und alles andere ist Spuk und Einbildung. Unb ihr Kind, bas sie aus lauter falschverstandener Liebe in Pension getan haben, werden sie schleunigst heim- holen. Und das hochzeitsfest wird, wenigstens für Per unb Mette, ein schönes Fest ber Versöhnung, der Erinnerung unb ber Liebe. Diese Liebe gilt es in ber Ehe zu bewahren. ♦ Herr Geißler, ber bie Spielleitung hatte, schrieb eine kleine Einführung im Programmheft, in der er Rindoms Stück geziemend von Berg» mans Komödie „Seiner Gnaden Testament" absetzt, auf bie Unterschiebe zwischen ben beiben nordischen Lanbsleuten hinweist unb sich dementfpre» eßend für einen Kammerspielstil seinör Inszenierung entscheidet. Zugegeben, baß es nicht ganz einfach war, hier bie Uebergänge zu finden und bie Entwicklung vor einem Umschlagen ins schroff Unwiderrufliche zu bewahren. Doch kamen sowohl die Flitterwochen-Tollheiten im ersten wie die Wiedersehens-Verlegenheiten des zweiten Aktes hübsch heraus; am meisten echte Komödien-Stimmung hatte der dritte, ber von ernsthafter Besinnlichkeit in einen ungequälten Feierklang ausmündete. — * Frl. Krause und Herr Schorn als Mette unb Per, schwankend und stürmisch hin- und hergerissen vom Wellengang ihres jäh von Pol zu Pol umspringenden Gefühls, hatten es ebenfalls nicht ganz leicht, sich auf der schmalen Grenze des komödienhaft Glaubwürdigen zu behaupten und halfen sich mit temperamentvollem Schwung über gefährliche Klippen hinweg — am ungezwungensten ganz zu Anfang unb ganz zuletzt, wo bas wahre Empfinben unverstellt unb ungetrübt durchbricht. — Herr von Gschmeibler, hier viel versöhnlicher unb minber kantig als in „Seiner Gnaden Testament", stand den jungen Leuten als ein prächtiger Papa, mit Zartgefühl unb nicht ohne wohltuende Ironie, zur Seite. * Von ben Gästen nahmen Frl. Birfmann unb Herr Geißler burch ben einfachen unb menschlichen Ton ihrer stillen Bekenntnisse unb Geständnisse gefangen. Frl. Gerhardt und Herr Frick- doeffer entspannten burch humorvolle Ansprachen bie Gewitterstimmung bes zweiten Aktes aufs Erfreulichste. Mit hübsch und witzig ausgearbeiteten Chargen belebten Herr Nieren und Frau S ch u» bert-Jüngling als ehrwürdige Hausfaktota das Ensemble. Das Publikum schien sich vorwiegend an bie unbestritten heiteren Szenen zu halten unb bereitete bem Stück eine sehr freunbliche Aufnahme. Hans Thyriot. Der bucklige Geiger. Eine Sage von Wilhelm Schäfer. In Honnef mar ein buckliger Geiger mit solcher Kunst begabt, baß, wer ihn einmal hörte, nicht gern mehr nach einer andern Musik tanzen mochte, so sehnsüchttg quoll sein Ton. Sie riefen ihn weithin zu spielen, und wenns ihm nur ums Geld gewesen wäre, so hätte er ein schönes Leben haben können. Doch war er inwendig voll Gram und Sehnsucht, denn weil er selber noch ein Jüngling war, geschah es einmal, baß er mit seiner Geige dazwischen sprang und mittanzte: obwohl sein Ton nun erst recht wie eine Amsel zur Freude lockte, stob alles im Gelächter um seinen Buckel auseinander. So kam es, daß er wochenlang in seiner Kammer faß unb nirgendhin spielen ging, so baß bie Mutter, eine kranke Frau, viel Not mtt ihm unb ben jungen Leuten hatte, die feiner zum Tanz benötigten. Da ging er einmal tief hinein ins Land, weit über bas Gebirge und spielte in einem fremden Dorf; unb als sie alle lustig waren und die Augen der Tänzerinnen vom Klang seiner Geige brannten, da wagte er es noch einmal und hüpfte mitten unter sie. Die Mädchen aber kreischten auf und die Burschen klopften ihm den Buckel wie eine Trommel: drum holte er fein Messer vor, schnitt die Saiten mitten durch mit einem Schnitt und lief hinaus bis in bie sieben Berge, sich aufzuhängen. Doch als er in ber stillen Wald lüft an bie blasse Mutter dachte, unb baß sie feinen Sorger hätte, besann er sich unb schlich um Mitternacht nach Haus, bie Nachtigallenschlucht hinunter. Da trat ihm aus bem Walbrand ein feines Mädchen in ben Weg; bas war zu weiß und windig für die Nacht gekleidet und hatte eine Stimme, bie dünn wie Heimchenzirpen klang. Sie bat ihn innig, er möge hier am alten Cichenbaum zum Tanz aufspielen, damit sie auf dem Wiesenplan dahinter tanzen konnte; unb als ber Geiger ihr mürrisch feine Fiedel zeigte, darauf kein Steg und keine Saite mehr mar: nahm sie Mondstrahlen her unb stellte ihren Silberkamm darunter. Er hatte sich schon selber um seiner Bosheit willen gescholten, griff freudig in bie Saiten, und als sie hell unb silbern klangen, nahm er ben Bogen in bie Hand unb spielte, was ber Mond ihm sagte. Es war kein Walzer und kein Rheinländer, unb was bie Elfenkönigin mit ihren Gespielen danach tanzte, sah aus, wie wenn ein Rauch vom Wind im Kreis getrieben würbe. So spielte er bis in ben Morgen unb buchte nicht baran, selbst mitzutanzen, so wohl tat seinen Augen das Gewoge der silbernen Gewänder. Unb als bie erste Frühe kam, da wurden ihre Leiber blaß; doch sah er sie noch alle, wie sie in ftiller Ruhe kamen, ihm für fein Spiel zu danken. Unb während er bedachte, baß dies viel schöner als mit Gold zu lohnen fei, tat ihm bie Königin einen Schlag auf feinen Buckel, daß er ben Stab zerbrechen hörte. Sogleich verschwanden alle in der Helligkeit, unb nur ihr klingendes Gelächter blieb lange in der Luft. Da glailbte er sich hier wie sonst verhöhnt unb stieg mit bittrem Herzen in fein Tal zurück. Zu Hause ftanb feine Mutter vor ber Tür am Wasser unb wusch sich ben Schlaf aus ihren Augen, sie tat vor Freude einen Schrei; unb als er feine Geige fast in den Strom geworfen hätte, so weh tat ihm bas: da riß sie ihn am Arm zum Wasser hin, unb in ber grünen Morgenflut sah er sein Spiegelbild wie einen schlanken Lebensbaum. Ralfe wies eine, als Nfenprufei illlllllllllllllllllllll WSreui dm gefchäste, wie er beit herzlichen I Dann berich mann über t Gemeinschaft Gl forderte auf, s Kameradschaften von Kenntnis < chen an ben I fass, ffilr 25jäf)r laufe bes Mbenbi Id^er unb K s» ben Amte |ij Miberung. K, ibe einftimmi a Amt, dankt, Italien und 'che Arbeit. Z aus, daß fi Ä Kameradschal D Lerbnndenh I in bester DAm i lafhmg erteilt. ! ' Rechner für d ! Ä* l *ft Aotferunß H-Kp ÄÄ* |!#■"«-1. Sw 63976 M51 4 73534 fi!1» 6 145?7877.7W 88! 1807ns 167986 jeweils am 16 Uhr finden fol. ldentenheim. . vor bem thaus. ^-cheim. Karten zu Alle 4 ;■ Der Film ipielhaus zu besucht mer< 15 die Mit, 1 Ivnnta« ^'nheite^ eM, 17/116 unb ’ Tebru^ 'eßen. m. hrQouf Dem ler-hJ. VW l*1 Selbst, 1 % s. >SiG I e findet am [ i, damit alle « >ng beenden | träge Gießen teilt ch Lehrlinge offener Lehr- oon der Ar> )andelskam« in Serbin« Mss, H5 Preuß/fche licklich har- nge in die ! und sZach- intz für die ' und S)an- L 3 mit kauf- riellen Fach' arbeiter-Lehrlingen ist ein schriftlicher Lehrvertrag nach reichseinheitlichem Muster zum mindesten in doppelter Ausfertigung zugrunde zu legen. Neue Richtlinien für die Genehmigung von Hausschlachtungen. Durch Rundschreiben Nr. 72 der Hauptoereim- gung der deutschen Biehwirtschaft vom 21.11.36 ist eine Lockerung der Genehmigungspflicht für Haus- fchlachtungen verfügt worden in der Weise, daß für die Genehmigung nicht mehr der Nachweis von Hausschlachtungen in früheren Jahren notwendig ist. Diese Lockerung ist mit sofortiger Wirkung ausgehoben. Es gelten mithin hinsichtlich der Genehmigung von Hausschlachtungen wieder die früheren Grundsätze. Die Genehmigung ist zu erteilen, wenn der Antragsteller im Winter 1935/36 in demselben Umfange Hausschlachtungen durchgeführt hat, wie er sie jetzt bei der Kreisbauernschaft beantragt. Die Genehmigung soll weiterhin erteilt werden, wenn der Antragsteller in den vorhergehenden Jahren regelmäßig Hausschlachtungen vorgenommen, im Winter 1935/36 aber durch zwingende Umstände keine Schlachtschweine für den eigenen Bedarf geschlachtet hat. Kavallerie-Verein Gießen. Der Kavallerie-Verein Gießen vereinigte dieser Tage eine stattliche Anzahl von Kameraden zu seiner Jahreshauptversammlung im „Burghof". Kameradschaftsführer Hartmann gedachte zunächst der im vergangenen Jahre zur großen Armee abberufenen Kameraden Even, Pflicht, Reitz, Schmidt, Denhardt und Mühl. In ernstem Gedenken wurden auch die toten Kameraden des Weltkrieges und die im Kampf um Deutschlands Erneuerung geehrt. Anschließend wurde der Jah- bericht erstattet, dem zu entnehmen mar, daß der Verein zu Beginn des Geschäftsjahres 1936 = 129 Mitglieder zählte. Neun Kameraden schieden aus. Einige Mitglieder konnten neu ausgenommen werden, so daß die Mitgliederzahl jetzt 124 Kameraden beträgt. Der Verein hielt im Laufe des vergangenen Jahres zehn Monatsversammlungen, sieben Vorstandssitzungen und eine Jahreshauptversammlung ab. Es wurden Ausflüge nach Hohensolms, nach Wiefeck und nach Krofdorf unternorr.me? Die Vereinigung beteiligte sich an verschiedenen Feiern befreundeter Soldatenkameradschaften, so u. a. an einer Feier des Artillerie-Vereins, am Soldatentag, bei der Begrüßung des Jnf.-Rgts. 116 in der Bergkaserne und an einem Kameradschaftsabend der Soldatenkameradschaften im Caf6 Leib. Rechner Rohrbach erstattete den Kassenbericht, wobei er auch eine Vermögensübersicht gab. Die Kasse wies einen Ueberschuß aus. Kamerad Rupp als Kassenprüfer gab zur Kenntnis, daß die Kasse in bester Otdnung sei. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Der Kameradschaftsführer sagte dem Rechner für die tadellose Führung der Kassen- aeschäste, wie auch dem Schriftführer für seine Arbeit herzlichen Dank. Dann berichtete Kameradschaftsführer Hartmann über die Hauptversammlung der Arbeits- aemeinschaft Gießener Soldatenkameradschaften und forderte auf, sich an den Veranstaltungen anderer Kameradschaften zu beteiligen. Ferner wurde davon Kenntnis gegeben, daß das Waffenring-Abzeichen an den Mützen allgemein eingeführt werden fall. Für 25jährige Mitgliedschaft wurden im Verlaufe des Abends die Kameraden Wald schmidt, K e i tz e r und Kutschrad geehrt. In den Aemtern des Vorstandes gab es keine Veränderung. Kameradschaftsfübrer Hartmann wurde einstimmig wiedergewählt. Er übernahm sein Amt, dankte für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und seinen Mitarbeitern für die bisherige Arbeit. Zum Schluß sprach er die Erwartung aus, daß froher Rsitergeist auch in Zukunft die Kameradschaft erfüllen möge und außerdem enge Verbundenheit mit d n Kameraden der neu- Semesterschluß-Appell der Ludwigs-ilniverW. In der Neuen Aula der Ludwigs-Universität fand gestern mittag der Semesterschluß-Appell statt, zu dem sich die Angehörigen der Universität zahlreich versammelt hatten. Zum ersten Male wurde die kürzlich von Gauleiter Sprenger geweihte Fahne des NSD.-Studentenbundes zur Eröffnung des Appells feierlich in die Aula getragen. Dann begrüßte Studentenführer Frank die Erschienenen und führte weiter u. a. aus: Noch frisch sei die Erinnerung an die Fahnenweihe in Frankfurt. Eindrucksvolle Stunden habe jeder Teilnehmer dort erlebt, und ein Gefühl habe jeden durchpulst: ein einiges deutsches Studententum, das allezeit für Führer und Volk eintritt. Der Reichsstudentenführer Dr. Scheel habe den festen Willen, den neuen Weg zu zeigen, der ein geschlossenes, ehrenhaftes Studententum als Ziel habe. Dann gedachte der Studentenführer des kürzlich verstorbenen Geheimrats Sommer, der aus einem Leben, das noch voll war von Plänen und Arbeit, geschieden sei und der immer zur studierenden Jugend als treuer Freund und Förderer gestanden habe. Zum Gedenken an den Verstorbenen erhoben sich alle. In seinen weiteren Ausführungen dankte Pg. Frank seinen Mitarbeitern in der studentischen Verwaltung und den Fachschaftsleitern, ferner galt fein Dank den Dozenten, die in jeder Weise für die deutsche Hochschule arbeiten und an exponierter Stelle für den Nationalsozialismus eintraten. Am Schlüsse feiner Ausführungen gab der Studentenführer der Hoffnung Ausdruck, daß im nächsten Semester sich alle wieder in Gießen einfinden und dann weiter daran gearbeitet werde, ein geeintes nationalsozialistisches Studententum im großen einigen Deutschland zu schaffen. Als Leiter der Dozentenschaft und des NS.-Do- zentenbundes gab dann Professor Dr. Schultze einen kurzen Rechenschaftsbericht. Rückblickend müsse sich jeder Dozent fragen, ob er in allen Dingen als berufenes Vorbild gearbeitet und gute, echte Kameradschaft gehalten habe. Maßgebend seien vor allem die Leistung und die charakterliche Haltung. Alle positiven Kräfte müßten zusammenkommen, um gemeinsam die Aufbauarbeit zu verrichten. Man müsse sich umsehen, was der Nachbar der anderen Fakultät arbeite und aus einer gewissen Enge herauskommen. Nicht mehr einzelne Forscher sollten hervortreten, sondern eine Forschergemeinschaft müsse entstehen. Sehr schön sei dies hier schon bei der landwirtschaftlichen Fakultät eingeführt. Der Vierjahresplan habe auch der Wissenschaft eine große Aufgabe gestellt, jetzt gelte es, die Existenzberechtigung nachzuweifen. Das kommende Semester müsse auch die kleine Universität Gießen in der Front sehen, und wieder müsse unsere Universität zeigen, daß sie den Willen hat, für Deutschland zu arbeiten. Professor Dr. Hummel als Prorektor der Ludwigs-Universität gab dann den Jahresbericht. Zuerst wurde der verstorbenen Angehörigen der Universität gedacht, bann wurde über Ereignisse, Veränderungen, Neuernennungen und Ehrungen in den einzelnen Fakultäten berichtet. Arbeitsjubilare wurden geehrt und bann bie Berichte bes Studentenwerks unb bes Instituts für Leibesübungen bekanntgegeben. Am Enbe bes Rückblicks würbe noch allen Spenbern unb Förderern der Universität, der Bibliothek und der verschiedenen Institute Dank ausgesprochen. Oer Rektor Professor Or. Pfähler sprach das Schlußwort. Der umfangreiche Bericht, der soeben vorgetragen worden sei, habe auch einen ernsten Hintergrund. Ueberall sei mit Ernst gearbeitet worden. Sein freudiger Dank galt Dozenten unb Stubenten. Im fommenben Semester müsse bie Kameradschaft noch stärker gestaltet werben. Die Stubenten hätten nun eine neue Fahne bekommen, unb die heutige Generation Übernehme diese Fahne als ein Abbild der Fahne, hinter der das ganze deutsche Volk stehe. Der Gruß an den Führer, das Deutschlandlied und das Horst-Weffel-Lied und der Ausmarfch der Fahnenabordnung beschlossen den Semesterschluß- Appell. erstandenen Wehrmacht angestrebt werde. Der offizielle Teil der Versammlung wurde mit dem Gruß an den Führer beschlossen. Nachdem sich inzwischen auch die Angehörigen der Kameraden eingefunden hatten, blieb man noch geraume Zeit beim Gesang alter Soldatenlieder und schönen musikalischen Vorträgen beieinander. Artgemäß = zeitgemäß. Bis in unser Alltagsleben hinein reichen die Auswirkungen der nationalsozialistischen Grundsätze. Auch unser Heim soll Zeugnis ablegen von dem echten, geraden und gesunden Sinn seiner Bewohner. So verbannt die deutsche Hausfrau Schund und Kitsch aus ihren Räumen, und sog. Hausgreuel, die man vor vielen, vielen Jahren geschenkt erhielt und die mit ihrem unechten Material längst jeden Anspruch auf Schönheit eingebüßt haben, wandern nicht mehr auf den Boden, den eine neue Zeit entrümpelte, sondern in die Sammelkiste für Metallabfälle. Wie leicht ist es, die Wohnung durch lichte, farbige Tapeten freundlich zu gestalten uüd die Fen- fterbekleidung fo geschmackvoll und passend zu wählen, daß sie das einfallende Licht nicht hindert und weder durch Sonne, noch Luft ihre Farben- schönheit verliert. Dasselbe gilt für die Bezüge der Möbel, für Kiffen und Decken, kurz für alles bas, was eine Wohnung erst zum Heim gestaltet. Auch auf die Frauen kleidung erstreckt sich die Forderung: artgemäß-zeitgemäß. Eine einfache, zweckentsprechende Kleidung wird im Hause zu jeder Tageszeit dem Wesen der deutschen Frau gerecht. Dabei soll die gute, handwerkliche Verarbeitung und das Material aus inländischen Werkstoffen voll zur Geltung kommen. Die Handweberei, die in vielen Gegenden unseres Vaterlandes ganz verschwunden war, ist wieder belebt worden und weckt den Sinn für schöne volkstümliche Muster und Webarten in geschmackvoller Farbenzusammenstellung. Doch nicht nur die altbekannten Rohstoffe Seinen, Wolle, Seide und Baumwolle, auf deren Einfuhr aus dem Auslande wir zum Teil angewiesen sind, werden heute verarbeitet, sondern der schon seit 50 Jahren bekannte Kunstseidenfaden wird mit anderen Rohstoffen vermischt verwendet, vor allem aber hat die vor dem Kriege gemachte Erfindung der Zellwolle eine Umwälzung auf dem Textilmarkt herbeigeführt. Die deutsche Frauenkultur im Frauenwerk hat eine Kleider-Lehrschau zusammengestellt, die durch 50 Städte reifen wird. Auch zu uns nach Gießen wird diese Schau kommen, die den Frauen gute, art- und wesensgemäße Kleidung zeigen soll. Für alle Frauen wird diese Lehrschau eine Fülle von Anregungen bringen, die Lust an eigner Anfertigung wecken und wertvolle Hinweise für fachgemäßen Einkauf vermitteln. F. K. Volkswirtschaft - Hauswirtschaft. Wenn unsere Hausfrauen Rat brauchen über die Verwendungsmöglichkeiten zeitgemäßer Nahrungsmittel, dann wenden sie sich an die Vertrauens« frauen. Ebenso erfahren sie alles Wissenswerte über das hauswirtschaftliche Jahr und über die haus» wirtschaftliche Lehre. Die Sprechstunden der Abteilung sind jeden Mittwoch von 16 bis 18 Uhr in der Geschäftsstelle der Kreisfrauenschast, Frankfurter Straße 1. Gießener Wochenmorktpreife. * Gießen, 20. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter, 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 14, Klasse A 13, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10^, ungezeichnete 10, Wirsing, % kg 10 bis 15, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 30, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat, 50 g 10 bis 12, >4 kg 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 60 Pf., Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Kartoffeln, XA kg 5. Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,50 bis 3,70 Mk., Aepfel, % kg 15 bis 45 Pf., Birnen 15 bis 25, Hähne 90 Pf. bis 1 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 30 bis 60, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15 Pf. ** Hochwasser der Lahn und der Wie« s e ck. Der ununterbrochene Regen des gestrigen Tages und der vergangenen Nacht hat ein plötzliches Anfchwellen unserer heimischen Fluß- und Bachläufe zur Folge gehabt. Die Lahn trat stellenweise, wie schon öfters in der letzten Zeit, über ihre Ufer und überschwemmte wieder weite Wiesenflächen. Auch die Wiefeck ist weit über ihre Ufer getreten. ** Elternabend der Pestalozzifchule. In dem gestrigen Bericht über den Elternabend der Pestalozzifchule wurde der Name des Rektors der Schule irrtümlich falsch wiedergegeben. Der Rektor der Schule heißt Strauch (nicht Storch). Amtsgericht Gießen. Der 33 Jahre alte W. W., wohnhaft in Krumbach, war wegen Uebertretung der Reichsstraßen - Verkehrsordnung durch Strafbefehl des Amtsgerichts zu 15 RM. Geldstrafe, hilfsweise drei Tage Haft, verurteilt worden. In der Hauptverhandlung auf feinen Einspruch hin wurde festgestellt, daß der Angeklagte am 12. Oktober 1936, nach 13 Uhr, mit seinem Personenkraftwagen aus der Sonnenstraße kommend, in großem Bogen nach der linken Straßenseite herübergefahren ist, um dort zu parken. Er fuhr hierbei scheinbar aus Verärgerung, daß zwei dort stehende Personen ihm nicht sofort Platz machten, so nahe an diese heran, daß er bas Fahrrad des Zeugen 23. anfuhr und dieses hierdurch die Lust im vorderen Reifen verlor. Da der Angeklagte, was sich erst in der Hauptoerhandlung herausstellte, bereits einmal wegen eines Kraftfahrzeugdeliktes vorbestraft ist und sich nach der Tat den Zeugen gegenüber recht ungehörig aufgeführt hat, erhöhte das Gericht die Strafe auf 2 0 R M. Geldstrafe, hilfsweise vier Tage Haft und belegte den Angeklagten mit den Kosten des Verfahrens. Der Angeklagte I. L. aus Hochelheim fuhr am 13. August 1936 gegen fünf Uhr mit seinem Kraftdreirad durch die Frankfurter Straße in Richtung Hindenburgwall. Durch Nichteinhaltung der rechten Straßenseite verursachte er einen Zusammenstoß mit einem aus dem Horst-Wessel-Wall kommenden und in die Frankfurter Straße einbiegenben Lastzug. Durch Strafbefehl bes Amtsgerichts erhielt ber Angeklagte eine Gelbstrafe oon 25 RM. evtl, fünf Tage Haft, auferlegt. Er legte hiergegen Einspruch ein. In ber gestrigen Hauptverhandlung ergab sich bie Schuld des Angeklagten. Wegen Uebertretung ber Reichsstraßen-Verkehrsordnung verurteilte ihn das Gericht zur selben Strafe, wie im Strafbefehl ausgesprochen. Außerdem hat der Angeklagte noch bie Kosten des Verfahrens zu tragen. mit ihm niti zum Tain bj ein ins M i einem frw mren und N । seiner W [al und W kreischten o«! Zucket wie wj vor, schE imitt und Wl | t an die L (Sorget MI itternacht njJ | iter. Da M 5 MAche" • j windig.fat 1 t nme, ** ihn mch um W" A -W >n m es, JJ daß6r 'fi ** or fiÄj lUS VAt K inM o --- 1 A M Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Sucher! iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiniii Gewinnauszug 5. Klasse 48. Preußisch-Süddeutsche (274. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 9. ZiehungSkag 18. Februar 1937 Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 8n der heutigen Dormittagszlehung wurden gezogen 8 Gewinne zu 5000 RM. 71737 235902 265626 356,'!) Gewinne ,u 3000 RM. 61221 211268 217720 852673 24 Gewinne zu 2000 RM. 10559 50728 50768 61614 114455 119738 151291 182123 335387 379573 392657 395596 38 Gewinne zu 1000 RM. 19277 37355 53675 99058 113434 133013 142982 168756 182459 246442 246893 269995 310799 338136 360151 371389 380482 382715 386204 108 Gewinne zu 500 RM 4060 5551 8251 12734 35045 38951 41077 48250 49284 51068 52178 53979 57115 58624 61834 62716 65374 70276 73834 77710 88543 105375 121542 124675 124787 145778 157986 161151 172368 172840 175432 180755 211654 215313 216934 236024 240309 241160 249392 252646 255577 256793 257620 263729 274547 274992 276916 328186 334328 350550 369535 370680 386403 391823 11 17197 33603 41899 49634 66385 81433 92806 107263 123076 129176 138769 165571 164812 179303 187480 200171 207819 211851 218926 227600 233579 242981 250737 269574 283361 297597 306456 320484 331136 344569 364827 388751 14655 28504 38303 45616 61780 78489 86831 96510 17899 114506 126660 131632 140576 168631 172841 182436 191053 200827 208433 212261 220981 230713 237745 243310 260624 274508 290833 299951 312440 324542 331303 355102 367371 395036 126561 135925 141948 161531 172977 182889 191326 205576 209332 213088 221442 230819 239779 247227 264192 275847 296136 304009 313706 327669 337777 359919 382126 397639 3414 I 16367 33437 41543 48827 63338 81090 91719 99822 121473 128426 137942 161994 164804 176113 184384 198637 206348 210836 21426 35021 42717 62502 70703 82214 93648 111038 123933 129995 139726 158463 171999 180482 188498 200717 208230 212243 220168 227943 236261 243024 258254 270323 286022 299387 307228 323670 331197 353952 366900 393271 14591 25434 38084 45615 60096 74000 84657 95805 214449 226652 232154 242462 250284 268424 281916 297076 305271 820048 329662 342483 362314 386073 899637 581 1587 2183 422 Gewinne zu 300 RM. k ' 8836 13360 14124 23354 37499 44392 56606 73678 83656 945^5 2900 15330 30767 40434 47359 62210 80928 89991 98230 121272 126576 136403 143790 162318 173237 184082 198082 205949 210353 213359 225742 231619 241499 248605 266726 279496 296424 304324 314601 329255 341455 360839 385955 398600 Auf- und Ab“Hupfen des Wagens, das gibt es bei der Segment-Umschaltung der formschönen Klein-Torpedo nicht. Jede Erschütterung wird vermieden — und dadurch ständige Zeilen- gradheit. Trotzdem nur RM. 186 - und schon in Raten von RM. 8 30 zu haben Nur bei Niederhausen & Co. GIESSEN — Bahnhofstraße 49 952 A In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 20765 112653 192292 255791 323903 128559 200423 271120 328230 203193 301161 384219 8059 101730 175507 223492 332516 113552 179385 274889 350752 197287 310130 355271 18662 107603 180190 252770 304200 133774 202488 280257 376983 16362 103742 176759 248624 303696 398383 17976 210753 211496 219060 323103 331783 332388 358397 359321 377694 12 Gewinne zu --------- . — 347517 362262 66 Gewinne zu 1000 RM. 1223 39427 41538 65862 85097 85975 ------ ------ ------ 163739 2 Gewinne zu 5000 RM. 93750 6 Gewinne zu 3000 RM. 58960 264760 327682 12 Gewinne zu 2000 RM. 1103 1955 2180 309254 329M®e35M2,UW044 i,6302r"77847' '81383 97099 d-a--- --"” 119582 124959 129347 164632 130234 149113 171856 185614 199313 214376 235949 249235 262268 270416 287789 301939 312961 331468 340691 355902 360503 381406 395577 134219 151915 173303 187867 205519 216798 239592 252314 264716 273210 288446 304075 316099 331473 343726 356198 361642 381597 398813 79339 108515 117733 136979 158210 176291 188467 206640 217038 240649 254093 265527 274591 288557 304396 319966 334789 344090 357567 374074 382041 111762 124795 140834 169228 182042 190893 207505 228103 248325 257106 269623 283446 295145 308848 323631 339100 347200 358363 378978 386929 24648 34267 59374 90226 ! 111186 118431 139613 161621 177592 189949 207271 223985 242231 254277 268992 275239 289283 305031 322153 337269 345197 357781 374095 383159 114079 128965 147944 171725 182826 194412 212271 228579 248966 261774 269937 286634 296157 312274 330856 339817 349265 360494 380471 390969 6280 8326 11452 19916 I00 28634 31966 33751 . ß6663 302 Gewinne zu 300 RM. । ---- 27426 27519 281— ----- - 39345 41477 45905 48060 52791 62899 64116 66027 66906 74611 91043 92633 94502 101443 104507 ---- ------ 115190 116112 ihn Gewumraoe verblieben. 2 (Meiuinne zu ie luOOOOü, 2 zu \e 8u000u, 2 zu je 75000, 4 zu je 6' 000, 6 zu je 30000, 10 zu je 20' 00, 68 zu je 10000, 136 zu je 5000, 248 zu je 3000, 648 zu je 2000, 1984 zu je 1000, 8ö84 zu je 500, 18498 zu je 3uO Mark. Hier abschneiden! Toast 615 Tollwut Zoajt, engl., entbehrl. Fremdwort für Trinkspruch, Tischrede, s. d. Tobias, männl. Vorname hebr. Herkunft mit der Bedeutung „Gott ist gut". Tobsucht (Manie^ Raserei. Wahnsinn). Höchstgradiger Vewegungs- drang, verbunden mit Trübung des Bewußtseins. Es besteht ein unbezähmbarer Trieb zu gewalttätigen Handlungen die sich gegen den Kranken selbst, gegen andere Personen, aber auch gegen Sachen richten können. Hilfe nur durch Unterbringung in einer Anstalt. Vgl Geisteskrankheiten. Tod ist der Endzustand alles Lebens. das Aufhören sämtlicher Lebensäußerungen, der Atmung, des Herzschlages. Anzeichen des Todes sind Erkaltung^ Erlöschen der Augen, zunächst völlige Aufhebung der Muskelspannung, die dann einige Stunden später der Totenstarre, einer Kontraktion der Muskeln in der letzten Stellung. weicht. Die Totenstarre dauert einige Tage. An den abhängigen Teilen des Körpers erscheinen die sog Totenflecken, bläulichrote Verfärbung ber Haut infolge des Absinkens bes Blutes bem Gesetz ber Schwere folgend nach ben tiefstgelegenen Körperteilen. Vgl Scheintob. Stanbesamt. Todesanzeige, bie Bekanntgabe eines Steroefalles. Neben ber Versendung von gedruckter Mitteilung ist es üblich eine Todesanzeige in der Tageszeitung aufzugeben. Töpfer. Handwerker, der Ton- waren herstellt, aber auch Kachelöfen setzt und das Innere von Öfen aüsbesiert. Töten von Tieren, f. n. Schlachten. Tokaqer, Tokaier, bekannte Ungarnweine. Toilette, fran^, von toile, Leinwand. entbehr!. Fremdwort für Kleidung, Ankleiden, Ankleide, zimmer, Spiegeltisch. Ankleide, tisch, Waschraum. Abort. Toilettenessig, parfürmierte Mi. schung von Essig und Alkohol, bie als Zusatz zum Waschwasier ober zum Einreiben ber Haut nach bem Rasieren verwendet wird. Tollen von Spitzen, bas Einbrennen kleiner Volants an Spitzen, garnituren nach bem Waschen. Die Brennschere, bie man bazu benutzt, bart nur müßig heiß sein, man nennt sie auch Tollschere, sie ähnelt einer Lockenbrennschere. Tollkirsche, wie alle Nachtschat- tengewächse giftig! An Wald- ränbem zu finben; bie erst roten, später schwarzen Beeren sinb glänzenb unb sehr giftig! Wer. den oon Kindern im roten Zu- stände oft mit Kirschen verwechselt. Das Eist Atropin wird in ber Augenheilkunde unb als Schönheitsmittel gebraucht. Es bewirkt für einige Stunben ein hohes Glänzen ber Augen Daher auch der botanische Reime „Atropa bella Sonna" — „Schöne Frau" Tollwut (Hunbswut). eine In- fektionskrankheit, bie durch ben Biß tollwütiger Hunde ober Kat. zen auf ben Menschen übertragen werden kann. Inkubationszeit 2 Ein Topf kann lange hatten ... wenn er gut ist. Also aus starkem Stahlblech unb erstklassig emailliert. So ist es beim Topf wie beim Eimer, bei der Wanne wie bei ber Schüssel. Darum für Ihre Küche nur bas gute Qualitäts-Emaille- geschirr von 3- B. Häuser, Gießen, am Osroalbsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Oberheffen. Ein kleiner Held der Arbeit. (•) Harbach (Kreis Gießen), 19. Febr. Da unser Schäfer Adolf Wirth schon längere Zeit krank ist, benötigte er einen Vertreter, den er in seinem Sohne Ernst fand. Dieser Vertreter ist nun nicht etwa ein schulentlassener junger Bursche oder gar ein Erwachsener, sondern ein schmächtiges Kerlchen, das dem zweiten Schuljahr unserer einklassigen Volksschule angehört. Der kleine Bursche röhrt täglich nach Beendigung des Unterrichts mit seinen Schützlingen ins Freie. Dabei ist unsere Herde nicht etwa klein. Im Gegenteil! Zählt sie doch nicht weniger als 2 5 0 Stück. Als Gehilfe dient dem forschen Jungen ein kräftiger Hund, der beinahe größer ist als der „Herr". Damit der drollige Dreikäsehoch seine Herde gut überblicken kann, stellt er sich mit Vorliebe auf Erd- uhb Steinhaufen. Hier steht er dann gravitätisch, auf feifi Schäferschippchen gestützt, und schaut mit prüfendem Blick nach der grasenden Herde. Sein zufriedenes Gesicht verrät, daß er wunschlos glücklich ist. Der einzige Kummer dürfte darin bestehen, daß er noch sechs lange Jahre die Schule zu besuchen hat. Aber auch diese Zeitspanne wird verstreichen. Dann aber kann sich „S ch e f e r s ch Ern st" ganz und gar dem Beruf widmen, der ihm schon jetzt ans Herz gewachsen ist. Und er wird einmal aller Voraussicht nach ein sehr guter Hirte werden; denn er versteht sich eben schon auf alle Fraoen eines zünftigen Schäfers und gibt manchem „Alten" zu raten auf. Ja, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm! ^eichslustlchutzbund Ortsgruppe Busecker- und Lumdatal. * Rödgen, 20. Febr. Nachdem in den Orten des Lumdatales sämtliche Luftschutzhauswarte geschult sind, beginnt nun die Schulung der Hauswarte im Busecker Tal. An dem jetzt in Rödgen begonnen Kursus nehmen die LS.-Hauswarte von Rödgen und Trohe teil. Außerdem wurden zahlreiche Frauen und der BDM. zur Teilnahme aufgefordert. Der Kursus weist die stattliche Besucherzahl von 93 Volksgenossen auf. Ortsgruppenführer Dr. Haa s, Alten-Bufeck, eröffnete den Kursus und sprach zunächst über Sinn und Zweck des Luftschutzes und umriß in großen Zügen die Probleme des Luftschutzes und die Organisation der Abwehr. In den nächsten beiden Vorträgen wurden, unterstützt durch Experimente, die chemischen Kampfstoffe und die Brandbombe und deren Bekämpfung behandelt, lieber das erstere Thema sorach Stud.-Ref. M e u b, Gießen, über das zweite Dr. M i 11 e r m a i e r, Staufenberg. Die Teilnehmer folgten allen Vorträgen mit großem Interesse. * Allertshausen, 20. Febr. Der im Januar eröffnete Luftschutzkursus fand nun durch eine Hausübung seinen Abschluß. Ortsgruppenführer Dr. Haas wies zunächst auf den Sinn und Zweck derartiger Hebungen hin. An Hand einer Planaufgabe wurden noch einmal die wichtigsten Fragen des Luftschutzes erörtert. Für viele alte Frontsoldaten, die an der Schulung teilnahmen, entbehrte es nicht eines gewissen Reizes, nun auch in Farm einer Hausübung an einem „friedlichen^ Krieg in der engsten Heimat teilzunehmen. Im Laufe des Sommers soll an einem Sonntagvor- mittag im größeren Maßstab die Hebung wiederholt werden. Die hiesigen Einwohner sehen dieser Hebung mit großem Interesse entgegen. Landkreis Gießen. — S t e i n b a cf), 20. Febr. Am gestrigen Freitagabend fand im Rathaussaal eine sehr gut besuchte Versammlung statt, in der die Geflügelzuchtberaterin Frl. Lanz (Gießen) über Fragen der bäuerlichen Geflügelhaltung sprach. An Hand von Lichtbildern wurden zweckmäßige Hühnerhäuser, Futtergeräte und Mustereinrichtungen für bäuerliche Kükenaufzucht gezeigt. Die Rednerin verstand es, die Anwesenden für das wichtige Gebiet der Geflügelzucht zu interessieren. 5 Steinbach, 20. Febr. Am Freitagnachmittag wurde auf unserem kirchlichen Friedhöfe der Oberreallehrer i. R. Ludwig Gerhard, verstorben zu Bingen, zur letzten Ruhe gebracht. Der Verstorbene wurde 1860 zu Steinbach geboren und entstammte der hier seit 1600 nachweisbaren Familie Gerhard, der eine ganze Reihe von Kirchensenioren und Gerichtsschöffen des Steinbacher Gerichtes entsprossen sind. Es war ein Herzenswunsch des Verstorbenen, der zeit seines Lebens sich eng mit seiner Steinbacher Heimat verbunden fühlte, in der heimatlichen Erde zur letzten Ruhe gebettet zu werden. Die Kirchengemeinde hat diesen Wunsch erfüllt, und so konnte er vom Stammhause der Familie aus, in dem auch heute noch ein Gerhard, Heinrich Ludwig, der Neffe des Verstorbenen, ein Landwirt und stellvertretender Ortsgruppenleiter der NSDAP., wohnt, zum Gottesacker gebracht werden. Trotz des starken Regens erwies eine große Trauergemeinde dem Sohne der Heimat die letzte Ehre. Ludwig Gerhard war 17 Jahre in Treis a. d. Lda. als Lehrer, dort steht er heute noch in gutem Andenken, dann kam er 1897 als Reallehrer nach Bingen a. Rh. und trat dort 1925 nach Erreichung der Altersgrenze als Oberreallehrer in den Ruhestand. In der evangelischen Gemeinde Bingen war er ein treues Glied und viele Jahre Mitglied des Kirchenvorstandes und allezeit ein treuer Deutscher. Pfarrer Dill würdigte ihn als Schulmann und Christ. * Daubringen, 19. Febr Der hiesige Gesangverein „S ä n g e r l u st" brachte dieser Tagen dem Sangesbruder Karl Alb ach, der bei bestem Wohlbefinden seinen 8 0. Geburtstag feiern konnte, ein Ständchen. Vereinsführer Wilhelm O p p e r hob in seiner Ansprache hervor, wie sehr sich der Jubilar von jeher mit dem Gesangverein „Sängerlust" verbunden gefühlt habe, und überreichte ihm mit den besten Wünschen für die Zukunft ein Geschenk. Bewegt dankte Karl A l b a ch für die ihm erwiesene Ehre und gab der Hoffnung Ausdruck, daß der Verein auch fernerhin eine stete Aufwärtsentwicklung nehmen möge. Es gelangten dann einige Chöre zum Vortrag. Viele Volksgenossen hörten zu und dankten auch ihrerseits den Sängern mit lebhaftem Beifall. V Watzenborn-Steinberg, 18. Febr. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt ihre Hauptversammlung im Lokal des Kameraden Ludwig S ch m a n d t ab. Oberbrandmeister Karl Schmandt gab zunächst einen Rückblick auf das abgelaufene Geschäftsjahr, der Rechner Ernst Mandler erstattete den Kassenbericht. Die Rechnung und Geschäftsführung wurden in Ordnung befunden, so daß dem Führerrat Entlastung erteilt werden konnte. Bürgermeister Schäfer sprach dann kurz über das Feuerlöschwesen in unserer Gemeinde und äußerte dabei den Wunsch, es möchten in Zukunft noch viele junge Volksgenossen Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr werden. Im Anschluß an den geschäftlichen Teil verbrachte man noch einige Zeit in kameradschaftlicher Geselligkeit, wobei die Spielschar des Gesangvereins „Eintracht" ein Theaterstück aufführte und die Kapelle Robert Häuser durch schöne musikalische Darbietungen gute Unterhaltung bot. = Lang-Göns, 20. Febr. Am gestrigen Freitagabend sprach im evangelischen Gemeindehaus Pfarrer Bell aus Hermannstadt in Siebenbürgen über die „Siebenbürger Sachsen und ihre Kirche". Der Vortrag war stark besucht. Gemeindegesang und Begrüßüngsworte des Ortsgeistlichen leiteten den Abend ein. Pfarrer Bell sprach dann über die 800jährige Geschichte der Topfbraten 516 Tombak bis 8 Wochen. Beginn mit Rötung der Bißnarbe, Kopfschmerz, dann Krämpfe der Schlund-, Kehlkopf- und Atemmuskulatur, Erstickungsgefühl, Speichelfluß. Bei Verdacht auf Tollwut schnellstens einen Arzt aufsuchen, der Impfung mit dem Tollwutserum, das in einem Pasteurinstitut zu besorgen ist, oornimmt. Ohne Impfung ist Tollwut unbedingt tödlich. Örtliche Behandlung der Wunde ähnlich wie bei Schlangenbiß: Aussaugen, Abbinden des Gliedes. Jeder Hund und jede Katze, die einen Menschen gebißen haben, müßen sofort von einem Tierarzt auf Tollwut untersucht werden, denn die Ansteckung kann schon erfolgen, noch bevor bei den Tieren T. ausgebrochen ist. Tollwütige Hunde sind zuerst scheu und verkriechen sich, freßen dann unverdauliche Gegenstände wie Steine, Holzstücke usw., dann erst werden sie bißig und rasend bekommen die typischen Schlingkrämpfe und Speichelfluß. Tombak. Meßinglegierung von 80 v H. Kupfer und Zink. Tombola, Lotteriespiel bei gesellschaftlichen Veranstaltungen, bei dem man das gekaufte Los selbst zieht und die Gewinne aus den verschiedensten Gegenständen bestehen. Tomate. Paradies- oder Liebesapfel genannt Vorgezogene Pflanze im Mai fetzen. Will Sonne, Feuchtigkeit und gute Nahrung. Während Des Wachsens regelmäßig beschneiden und anbinden. Zur besseren Reife ab September die Blätter, die die Früchte bedecken, abschneiden. Früchte werden als geschmackgebender Zusatz zu Speisen genommen. roh gegeßen und konserviert. Grüne T. können, in Essig eingemacht, genoßen werden. T. zählt zu den Nachtschattengewächsen. Triebe und unreife Früchte enthalten wie das Kartoffelkraut das giftige Solanin. Ton, kieselsaure fette Tonerde, aus der je nach ihrer Zusammensetzung Porzellan. Steingut und Steinzeug gebrannt wird. Tonne, Gewichtsmaß, 1 Tonne —1000 Kilogramm = 20 Zentner. Tontauben, Tonstücke, die von besonderen Vorrichtungen zum Tontaubenschießen in die Luft geschleudert werden. Tonvasen s. Untersätze. Topas, Mineral, durchsichtiger Edelstein von gelbroter oder gelbgrüner Farbe der als Monatsstein dem November zugerechnet wird. Zu den Topasen gehören u. a. der Aquamarin, der brasilianische bläuliche Saphir, der Eoldtopas und der Rauchtopas. Topf, Küchengeschirr zum Kochen oder Aufbewahren von Speisen. Töpfe sind aus Metall wie Eisen, Küpser. Aluminium, emailliertem Metall gefertigt oder aus Ton gebrannt. Die Behandlung der Töpfe ist unter den einzelnen Geschirrarten angegeben. Topfbraten, mit Zwiebeln gedämpfte Schweineteile, rote Herz, Nieren, Zunge, Ohren, Rüßel und Schwartenstücke. Ins erste Spiilbad hinein - schnell wird die Wäsche Nar UltO fAftt I vNsssssf iian. MWWMI«/ t>^niingill||ni| w|pX S181 c/36 l!I!IIIIIIIIIIIIIIIIIIII!IIIIII!IIIIIIIIIIII!!IIII!IIIIII!!II!I!IIIIIIIII!II!IIIIIII!II!IIIIlI Hat bas Tier eine Seele? Dieses Thema behandelt unsere Neuerscheinung Tiere mit Gefühl und Verstand von Dr. Werner Fische! Leiter der Forschungsstelle für Tlerseelenkunüe im Westfälischen Zoologischen Garten zu Münster 140 Seilen mit 150 Abbildungen. Leinenband RM. 3.60 Aus dem Inhalt: Versuche mit der Seeanemone, der Schnecke uni> dem Einsiedlerkrebs — Lernoersuche mit Libellenlarven, Gelbrandkäfern und Tintenfischen - Tiere, die erkennen, was größer und was kleiner ist - das begrenzt« Gedächtnis einiger Vögel — Ziegen, Mäuse und Äffen beim Streben nach bevorzugtem Futter — der Fangtrichter des Ameisenlöwen, das Liebesspiel der Schnecken und da» Verhalten der Kreuzspinnen — das Abrichten von Regenwürmern, das Verhalten von Hunden bei doppelter Handlungsmöglichkett - Zähmung und Zahmheit-Grundregeln der Hundeabrichtung - neuere Versuche mit Affen - der Unterschied zwischen den niederen Affen und den Menschenaffen - der Unterschied zwischen Mensch und Tier Das einzige Buch, in dem die seelischen Äußerungen in der gesamten Tierwelt besprochen werden. (Ein wertvolles Hilfsmittel für den, der ernsthaft Tierkunde betreibt und eine Offenbarung für jeden Freund der Tierwelt. Zu beziehen durch jede Gießener Buchhandlung Hugo Dermühler Verlag, Verlin-Ltchterfelde uiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinii!inii «0 An der Die DEUTSCHE FRANKFURl XM MAIN gegründet 1829 Das Einrichtungshaus für alle und jeden! ____________________________________________800 V Hl im Winter Höfe - mehr 1 I des Jahres, iebenem Käse t »res Effen und ft einem bei i sfer im Munde von Bayern, ein fJlationak n sich für tiefes auf bie fiütte n :weben tennen i äjnuöefn, die f Äre. die Eier muri) noch di chn, Buchstabe •' fast das Q Siebenbürger Sachsen und zeigte das Auf und Ab der Entwicklung. An Hand von zahlreichen Lichtbildern gewann man einen Einblick in die schönen Landestrachten, in das Familienleben, die sauberen Dörfer und Städte (im Gegensatz zu den ärmlichen rumänischen und ungarischen Gemeinden). Zum Schlüsse dankte Pfarrer Wahl dem Vortragenden für feine vortrefflichen Schilderungen. <5 Bellersheim, 19. Febr. Im Saale von Angermüller hielt die hiesige Bezugs - und Ab- fatzgenossenschaft eine Versammlung ab, zu der sich alle Mitglieder eingefunden hatten. Auch aus dem Kreise des Vorstandes der Bäuerlichen Hauptgenossenschaft nahmen einige Herren teil. Im Mittelpunkt des Abends stand eine Ehrung des langjährigen Rechners Gustav Göbel, der auf eine 25jährige Tätigkeit im Dienste der Genossenschaft zurückblicken konnte. Dem Jubilar wurden einige schöne Geschenke überreicht. Kameradschaftliches Beisammensein beschloß den Abend. — Eine hochbetagte Einwohnerin unseres Dorfes, Frau Katharine Lepper, konnte dieser Tage ihren 8 4. Geburtstag feiern. Kreis Alsfeld. 00 Alsfeld, 18. Febr. Der hiesige Verkehrs- und Verschönerungsverein hielt unter dem Vorsitz von Rektor Rohrbach eine Sitzung ab, in welcher die Vorsitzenden der einzelnen Ausschüsse' über die in ihrem Geschäftsbereich im Vordergrund stehenden Aufgaben referierten. Der Vorsitzende behandelte die wichtigsten Vorgänge des Vereins im abgelaufenen Jahre und die bevorstehenden Aufgaben der Verkehrswerbung für die kommende Zeit, unter besonderer Berücksichtigung der Errichtung der Reichsautobahn. Aus den Berichten der Ausschüße war die Mitteilung von Interesse, daß voraussichtlich im kommenden neuen Eisenbahnfahrplan die Einlegung eines Eilzugpaares auf der Strecke Gießen — Fulda vorgesthen ist, womit ein seit Jahren gehegter Wunsch endlich in Erfüllung geht. Nach Beendigung des Reichsautobahnbaues wird das hiesige Straßennetz voraussichtlich eine durchgreifende Verbesserung bzw. Erneuerung erfahren. Besonders eingehend befaßte man sich mit der Angelegenheit der Erweiterung der Erlen- Anlagen in Verbindung mit der Erbauung der Reichsautobahn. Dio Ratsherren der Stadt hatten den Vorschlag des Verkehrs- und Verschönerungsvereins zu einer großzügigen Erweiterung der Anlagen unter Hinzunahme von etwa 20 Morgen Schon seit Jahrzehnten bemühen sich die maßgebenden Stellen in L i ch um Errichtung eines Schwimmbades. Ansätze dazu waren öfters vorhanden. Kurz nach der Jahrhundertwende wurde die ehemalige Lohmühle unterhalb der Stadt als Schwimmbad ausgebaut. Die Wetter bot Stellen für Nichtschwimmer und Schwimmer; Aus- und Ankleidezellen waren in dem alten Gebäude eingerichtet worden. Aber nur kurze Zeit konnte diese Badegelegenheit benutzt werden. Als die Abwässer der Stadt unterhalb des Schloßgartens in die Wetter geleitet wurden, war es mit dem Baden an dieser Stelle zu Ende. Schon vorher, in den neunziger Jahren, war der Versuch gemacht worden, die Wetter oberhalb der Stadt, in den sog. Gräbergärten, oder wie der Volksmund sagt, „En der Greäwe", als Badeplatz dienstbar zu machen. Es wurden Hallen und Räume geschaffen. Fast vier Jahrzehnte lang war ein Schwimmlehrer an der Arbeit, der den Kindern der Stadt Lich, den Frankfurter Waisenkindern und den Zöglingen der Präparandenanstalt das Schwimmen beibrachte. Aber auch dieser Badeplatz fand bei den Erwachsenen nicht rechten Anklang. Das Wasser ist nur an einer Stelle tief genug, und schließlich wurde die Anstalt „In der Greäwe" nur noch von Kindern besucht. Bademeister Jakob Keck übte noch im vorigen Sommer dort die Aufsicht Ca. 170 Milchkühe NüPhlÜQQO von3 bis 20 v.H. erhalten Sie bei wieder- IlUulllduuU holten Veröffentlichungen einer Anzeigei i [erid)l machte I );In mit ost Diel( I • Lansch der f] ihn sie in beschrc noch fast feucht $n. Aber eine Deutschland kar Ein i "5er Ware" ist u Sammelbegriff W4nefe MiutunV« 3*«": „Ad " Senn wrti Lich erhält ein Schwimmbad aus. Eine weitere kleinere Badeanstalt in der frü« Heren Hnterrnühle wurde auch nur schlecht besucht. Sie wurde später geschlossen. Jetzt hat die Stadtverwaltung beschlossen, etwas Bleibendes und Brauchbares zu schaffen. Am idyllisch gelegenen Albacher See soll in den kommenden Monaten ein Bad errichtet werden, das den Anforderungen der Neuzeit entsprechen und wegen seiner schonen Lage und des immer gleich hohen Wasserstandes sicher von groß und klein aufgesucht werden dürfte. Der Albacher See war schon von jeher der Platz, an dem sich viele Badelustige trotz öfterer Verbote in früheren Jahren einfanden. In den letzten Jahren erlaubte die fürstlich Lichsche Verwaltung als Eigentümerin dort das Baden. Der Turnverein Lich verlegte feine Schwimmabende dorthin, und Bänke und Räume waren errichtet worden, die aber inzwischen der Ungunft der Witterung wieder zum Opfer fielen. Zu dem geplanten Projekt haben die Sportbehörden ihre Genehmigung erteilt. Die Vorarbeiten wurden begonnen. Die fürstliche Verwaltung ließ in den letzten Tagen den Uferftreifen direkt am Seeufer, parallel zur Albacher Straße, auf etwa 60 Meter Länge abholzen. Das Holz zur Erbauung stellt die Stadt Lich. Bei einigermaßen günstiger Witterung hofft man das Bad bis zur Eröffnung der diesjährigen Badesaison noch fertigstellen zu können. und Ninder, hochtragend oder frischmelk., auf der 33. Milchviehversteigerung in 1146v padevbovn, Viehversteigerungshalle am Dienstag, dem 23. Febr. 1937, mittags 12 Uhr. Nähere Auskunft und Katalog (kostenlos) durch die DeMlWe Vrovlnzlal-Vlehverwerwngs-Genoßensltzafl e.G. m. b.H., Münster i. W., Windthorststraße 20, Ruf 26644/45. - Ständige Vermittl. von Vieh aller Art (Fett-u. Weidevieh, Ferkel, Lauf er,Pferde usw.) Gelände ablehnend begutachtet. Der Vereinsvorstand hat in einer eingehenden Denkschrift nochmals seinen gegenteiligen Standpunkt bargelegt, lieber das Projekt soll demnächst der Landschaftsgestalter der Reichsautobahn, Gartenarchitekt Hirsch (Wiesbaden), nochmals gehört werden. Hunöfunrproqramm. Sonntag, 21. Februar. 6 Hhr: Hafenkonzert 8.05: Gymnastik. 8.25: Funkbericht von der NSKK.-Nachtfahrt. 8.45: Orgelchoräle. 9: Evangelische Morgenfeier. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit. „Vermächtnis." Zum Heldengedenktag. Worte von Josef Magnus Wehner und Eberhard Wolfaang Möller. 10: Unfere Fahne um tausend Tote brennt! 10.30: Chorgesang. 11.15: Requiem für einen Gefallenen. 11.40: Hmschaltung. 11.45: Reichssendung: Konzert. Dazwischen: Staats- akt aus der Staatsoper Berlin mit der Gedenkrede des Reichskriegsministers von Blomberg. 14: Kinderfunk. 14.45. Hockey-Länderkampf der Frauen Deutschland — Holland. 15: Deutsche Scholle. 16: Nachmittagskonzert. 18: Denen, die im Kampfe fielen ... 19.40: „Fidelio." Oper in zwei Akten. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.15: Sportspiegel des Sonntags. 22.45: Hnterhaltungsmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Montag, 22. Februar. 6 Hhr: Wachet auf, ruft uns die Stimme; Mor- genspruch; Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik zur Früh- stückspause. 9.30: Nur Kassel: Nachrichten. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Schlotz- konzert. 14: Nachrichten. 14.10: Gemach, lieber Hörer, wir sind nicht schuld — Zuviel sind der Wünsche, drum übe Geduld! 15: Volk und Wirtschaft. 15.10: Kinderfunk. 15.45: Hnterhaltungskon- zert. 16.45: Das Mainschiff. Aus dem Schaffen südwestdeutscher Dichtung. 17: Lieder zur Dämmerstunde. 18: Hnterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters 19: Kammermusik. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 19.50: Leipziger Frühjahrsmesse 1937. Technische Messe — größer denn je. 20: Nachrichten. 20.10: Klänge der Heimat. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebe- zirk. Sportbericht. 22.20: Funkbericht von den Eis- Hockey-Weltmeisterschaften in London. HANDELSMARKE Unsere große Sonder- Abteilung für Deutsche WK-Möbel ist eine Sehenswürdigkeit für alle Freunde zeitgemäßer Wohngestaltung. WK-Möbel sind mustergültig in Form und Arbeit, seit über 20 Jahren bewährt. Verkaufsstelle: " sind beliebt g gibt, fkhfkn ags-Speisezett iqar für die ( oinmen morde Meisterschaften in ,aroni mit u1' upM das für die - M vor 60 Jahi iHten Nudeln bi | im Küchenzett' Italien kannte k Makkaroni Zw h Mtand 3n Samstag, 20. Zebruar 1937 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) ilr.45 viertes Blatt Kundgang durch eine Audelfabrik m. An der Teig-Mischmaschine. modernen Eierteigwarenfabrik: die Makkaroni-Presse. Das Kernstück einer Unter starkem Druck wird schen Makkaroniröhren ye- es Ein mächtiger Kollergang knetet die Teigmassen fabrik widmen Vattaroni tm Trockenschrane. Die Mättaront werden zum Trocknen verlegt Kleinhändler, der die Nudeln an die Bevölkerung weiterzugeben hat, alle Schwierigkeiten zu ersparen, die sich ergeben würden, wenn einmal ein nicht vollwertiges Erzeugnis bis in den Laden Vordringen könnte. horten werden Oie Nudeln hergestellt? Es ist dabei weder etwas zu vertuschen, noch ist ein Betriebsgeheimnis zu verraten! Der Rohstoffe sind nicht allzu viele! Eigentlich nur zwei: Hart- bzw. Weichweizengrieß und der Dotter aus vielen hundert Eiern! Die Eisubstanz beziehen die Nudelfabriken in flüssiger oder in pulverisierter Form mit einem frischen, angenehmen Geruch. Für die Herstellung des Teiges kommt ein wenig Wasser hinzu, das nur die Bindung des Materials zu bewerkstelligen hat und in stundenlangen Trockenprozessen wieder ausgezogen wird. Milch, die säuern würde, darf im Interesse der Haltbarkeit der Nudeln nicht verwandt werden. Der Hauptnahrungswert liegt im Weizengrieß und in der Eisubstanz. keit nfr ter* .eit, brt Etwas anders gestaltet sich der Berarbeltsgang für Schnitt- oder Gemüse-Nudeln, denn sie müssen, wie ja der Name sagt, geschnitten werden. Der Teig wird erst durch einige Walzengänge geschickt, bis das Teigband (etwa einen halben Meter breit) dünn genug ist und unter rotierenden Messern geschnitten werden kann. Fadennudeln werden, wie sich leicht vermuten läßt, aus Formen gepreßt, und zwar entstehen an dieser Spezialmaschine in einem Arbeitsgang viele hundert Fäden. Diese Fadennudeln werden auf maschinellem Wege in entsprechender Länge abgeschnitten und von der Maschine selbsttätig ausgehoben Die Frauen und Mädchen, welche 'an diesen Maschinen arbeiten, heben mit einer besonderen Vorrichtung die Nudeln ab und legen sie auf Trockensieben aus. Das Auslegen geschieht so, daß der Nudelfaden in seiner Gemeinschaft zu vielen gleich in jene schwungvolle 8-Form fällt, die ja jedermann kennt Das ist natürlich nur in dem Augenblick möglich, wenn die Nudeln in ihrem weichen und leicht feuchten Zustand die Maschine verlassen haben. Aus anderen Maschinen gehen die Eierteig-Suppeneinlagen hervor, die meist äusgestanzt, ausgeschnitten oder ausgepreßt werden. An dieser Stelle auf diese Techniken näher einzugehen, mag sich erübrigen. Festzuhalten bleibt als eine beachtenswerte Tatsache, daß nur an ganz wenigen Punkten des Verarbeitungsganges die menschliche Hand mit dem edlen Material, mit dem wertvollen Nahrungsmittel, in Berührung kommt. In völlig trockenem Zustande werden die Nudeln und Suppeneinlagen gewogen und in Tüten, Cellophan und, sofern es sich um größere Mengen handelt, in Stark-Wellpappe verpackt und verschickt. Teigwaren gehen aus Gießen in viele Städte des Rhein-Main-Gebietes, in das Siegerland, nach Kassel, Fulda usw. So wirkt auch diese Industrie, wie so manche andere unserer Stadt, weit hinaus in unser Vaterland Die Fadennudeln werden in der eleganten 8-Form abgelegt (Aufnahmen |7|: Neuner, Gießener Anzeiger.) Wisser im Munde zusammen. In südlichsten Gegen ber von Bayern, Württemberg und Baden ist M ein Nationalgericht. Zünftige Skiläufer nehme i sich für dieses Mahl die „Rohstoffe" im Ruck- Sehr erstaunt wird wohl jedermann sein, der zum erstenmal vor der Maschine steht, mit deren HilfeMakkaroni hergestellt werden: vor der Makkaroni-Presse! EinMammut an Gestalt, Gewicht und Leistung! 5,80Meter hochgebaut durch fast drei Stockwerke hindurch. Die Makkaronipresse wird hydraulisch betrieben sie arbeitet mit 350 Atmosphären Druck, verarbeitet in einer Stunde zweieinhalb „Teige" (ein „Teig" ist in der Sprache des Fachmanns die Menge von 100 Kilogramm) In langer Strähne verlassen die Makkaroni die Maschine, werden systematisch mit einem Handmesser auf übliche Länge zugeschnit- hc auf die Hütte mit. daneben kennen wir alle die Schnittnudeln oder ^wüsenudeln, die Fadennudeln als beliebte Sup- ^einlagc, die Eierhörnchen und schließlich neben nbercn auch noch die lustigen Suppeneinlagen, wie Kernchen, Buchstaben und Zahlen, über die manche Mer fast das Essen vergessen können. „Bo- ölt find. „Reinlichkeit zuerst", lautet hier das oberste Gesetz! Im Hauptarbeitssaal, in dem die Maschinen stehen, muß man schon laut reden, wenn man sich mit seinem Führer durch diese Welt der Technik verständigen will. in der frih hlecht besucht, gossen, etoos sen. Am N- in den tont' eben, das ben n und wegen gleich hohen ein ausgesucht ar schon von ibelustige trotz einfanben. In ftlich Lichsche 5 Baben. 2er M'mmabende ren errietet ’t her Witte' n geplanten Genehmigung innen. Die i Tagen ben zur Macher dhvizen. Dar sich. Bei eini- nan bas Bott abesaison noch Die langen Makkaroniröhren werden auf handelsübliche Länge geschnitten Der eigentliche Herstellungsgang in der Nudel- fabrik beginnt (nach der Anlieferung des Weizengrießes aus den Großmühlen des Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebietes) in der Teig-Mischmaschine, einer großen Tonne mit motorisch bewegtem Rührwerk. Von hier aus wird der Teig auf Rutschen unmittelbar .einem Koller- gang zugeführt, wo unter einem 120 Zentner schweren Rad der Teig zu einer innigen Verbindung gebracht wird. Für die Makkaronifabrikation wird der steife Teig in Scheiben gestanzt, die dann in eine Hülse gebracht werden und so in die Presse kommen. '■ ff _ »K, N W Scholle, ]r. ftS i Wien. ■». em SeiÄ ta95. 22.15. onzert. $ MN Wenn also zu Eintopfsonntagen oder auch an anderen Tagen der Woche die Nudeln m der Schüssel dampfen, dann kann sie der deutsche Volksgenosse mit bestem Appetit und mit vollem Vertrauen essen, denn hinter diesem Erzeugnis der Nahrungsmittel-Industrie itehi rnchi nur das achmanniiche Wissen und Können londern auch em starkes Ver- antwortungsbewußtsein der Volksgemeinschaft gegenüber, das gerade am diesem Gebiete von mehr als einer Schulter getragen wird. N. ten, zum Trocknen gestapelt (zwischen feste glatte Pappen) und mit Frych- lüft in besonderen Schränken getrocknet. Wenn man die Ueberraschung der Makkaronipresse einigermaßen überwunden hat, wird man sich mit besonderem Interesse dem organisatorischen Ablaut der Arbeit m -iner Nudelbeste Rohmaterial für Eierteigwaren! Heute vermag man allerdings auch aus Weichweizengrieß, Grieß von Weizen, wie er bei uns in Deutschland gedeiht, gute Teigwaren zu machen Die Hausfrau wird nur selten aus den Gedanken kommen, nachzufragen, wie die Nudeln hergestellt werden, die man in sauberen Packungen, neuer- bings auch pickfein in Cellophan gehüllt, im Laden kaufen kann. Im übrigen kann sie ja selbst Nudeln machen, von denen sie stets behaupten wird, daß sie „besser seien als die gekauften". Aber es muß eine Hausfrau unserer Zeit doch etwas interessieren, wie auf industrielle Art jenes Volksnahrungsmittel hergestellt wird, das in zweckmäßiger Verpackung schier unbegrenzt haltbar ist. Hier liegt nämlich der „Hase im Pfeffer", will heißen, die Bedeutung der industriell hergestellten Eierteigwaren für unsere Volksernährung! Um der Hausfrau (und den vielleicht auch interessierten männlichen Volksgenossen) in Bild und Wort zeigen zu können, wie es in einer Nudelfabrik hergeht, besuchten wir die einzige Gießener Eierteigwarenfabrik in der Neustadt. Aus dem, was dort zu sehen und zu hören war, sei zunächst der erste äußere Eindruck wiedergegeben. Erstens fallen sehr viele Maschinen auf. Zweitens sieht man eine stattliche Anzahl von jungen Mädchen in reinlichen weißen Ueberkleidern an den Maschinen stehen, hin und her huschen, Regale schieberi und wieder an die Maschinen gehen. Alle tragen das Haar unter schmucken weißen Mützen zusammengerafst. Der Arbeitsraum ist mit Kacheln und Fliesen aus- gelegt. Nirgends sieht man an den Maschinen einen Tropfen Oel blinken, obwohl sie natürlich auch ge- «M. JHn irt 31a*. Achten, ij. I 1:W 13: nJ -15: Schlei w°ch. lieb? !eI Ijnb J und W. "Mungsfon. em Schass L RmdW $.er Zeitfun! Wr Früh, großer denn Heimat. 22: em Senbebei von ben @5. Es bedarf kaum einer besonderen Betonunu, daß ein für die Volksernährung fo wichtiger Betrieb ständigen Kontrollen unterworfen ist. Eine verantwortungsbewußte Betriebsführung wird aber den Kontrollbehörden kaum Gelegenheit zu Beanstandungen geben. Betriebe der Eiertelgwaren-Industrie roeroen auch ihrerseits Wert darauf legen, dem Nudeln sind schon lange volkstümlich „Schinken- ttbefn" sind beliebt, und seitdem es einen Eintopf- jlintag gibt, fehlen die Nudeln auch nicht auf dem tzinntags-Speisezettel der zeitgemäßen Hausfrau, i, sogar für die Goulafch-Kanone ist das Gericht Vernommen worden, und wenn bei den Deutschen Timeisterschaften in Altenberg an 40 000 Zuschauer jjaffaroni mit Fleisch abgegeben wurde, dann spricht das für die Popularität der Nudeln. Noch vor 60 Jahren waren die fabrikmäßig her- gitellten Nudeln durchaus keine Selbstverftändlich- |ft im Küchenzettel der deutschen Hausfrau, ft Italien kannte man jene Nudeln in der Form bir Makkaroni zwar schon lange, aber nicht in Lutsch!and In Anlehnung an das italienische -ibgericht machte die deutsche Hausfrau Schnitt- niheln mit oft vieler Mühe selbst, Kaufleute nützten 6h Wunsch der Hausfrau nach Nudeln aus, fer- fkten sie in beschränkter Menge an und verkauften fit noch fast feucht und nach Gewicht mit großem Htzen Aber eine Nudelindustrie gab es vor 1870 ^Deutschland kaum. Fetzt im Winter werden — in Ermangelung von Gmüse — mehr Nudeln gegessen, als zu anderer |3< t des Jahres. Die Makkaroni mit Fleisch, mit fltiebenem Käse und geröstetem Weckmehl sind ein lereres Essen und, sofern man gerade hungrig ist, laist einem bei dem Gedanken daran schon das Bleiben noch einige Worte über den Trockenprozeß zu sagen. Die Trocknung der Eierteigwaren unterliegt Unterschieden und bestimmten Gesetzen. Makkaronis sind z B. sehr empfindlich und müssen langsam getrocknet werden. Sie werden mit Frischluft getrocknet, die motorisch durch die Makkaroniröhren getrieben wird Würde der Trockenvorgang, vielleicht durch Verwendung angewärmter Lust, beschleunigt, dann würden die Makkaroni brechen oder reißen. Weniger empfindlich sind Schnittnudeln und Suppeneinlagen. Sie können rascher und durch angewärmte Luft getrocknet werden. Immerhin nimmt auch biefe beschleunigte Form der Trocknung etwa ächt Stunden in Anspruch. Die für die Trocknung verwandte Luft wird dem Luftraum entnommen, sie wird jedoch, bevor sie an die Teigwaren gelangt, durch mehrere Filtersätze gedrückt und dabei gründlich gereinigt 8 der Teig durch die Form gepreßt, und das i alle Erzeugnisse der Nudelfabrik unteraebrachi mer- unmittelbare Ergebnis sind dann die charakteristi- den können Alles Material liegt dabei m einem leben Makkaroniröhren 'stetigen Luftstrom, der einmal das Material passiert. § (< jmelf./ aus w Ulf' gshalle iittags12M !nlos) durchs tz.WvsseW tboriMaßeZ von Mv alles ^Pferdeuum ItenSiebeiwi^ igen einer W efer Ware" ist in der Sprache des Fachmannes Sammelbegriff für einen Teil dieser Suppenlagen. „Bologneser Ware?" Auch dieser Ausdruck st die Deutung zu, daß Italien das Stammland lei Eierteigwaren ist. Fragt man den Fachmann: ®arum gerade Italien?", dann wird man als Ürtroort hören: „Italien befaß eine günstige Roh- k fbafis — Hartweizengrieß aus dem nördlichen mfa!" Denn Hartweizengrieß, kleberreich, ist das Das Trocknen geschieht in großen Schränken, die einen langen Gang bilden und viel Raum für sich .... . in Anspruch nehmen. Die Schränke selbst bergen Roh- eine Fülle von Siebkästen und Kassetten, in denen Die Hausfrau mirD nichi umhin können, zu fragen, „was zu den Nudeln alles genommen wird". Betriebswirtschaftlich gesprochen: Aus welchen Roh- „Tage der Landw-'rischast" in Frankfurt. Fwd. Frankfurt a. M., 18. Febr. Hier begann heute ein umfassender Vortragslehrgang der Landesbauernschast Hessen - Nassau, der bis zum 20. Februar dauert und mit einer Sitzung des Landesbauernrates abschließen wird. Der Lehrgang wurde von Hauptstabsleiter Dr. Mentzel von der Landesbauernschaft Hessen- Nassau eröffnet. Anschließend begrüßte Landesbauernführer Dr. Wagner die Vertreter derGauleitung und der Behörden und dankte allen denjenigen, die sich zur Mitarbeit in den „Tagen der Landwirtschaft" zur Verfügung gestellt haben. In seinen weiteren Ausführungen ging Dr. Wagner auf die Hauptprobleme der Landwirtschaft ein. U. a. behandelte er die Marktordnung, weiter wandte er sich der La ndar- beiterfrage zu und betonte, daß diese für ihn kein wirtschaftliches Moment, sondern eine Lebensfrage für das Volk fei. Der Landesbauernführer befaßte sich dann mit der E r z e u g u n g s st e i g e - r u n g auf den landwirtschaftlichen Gebieten und erhob hier die Forderung, daß nun auch der Verbraucher der Notwendigkeit Rechnung tragen müsie. Die Schwierigkeiten in der Fettversorgung müßten durch eine freiwillige Einschränkung behoben werden. Es werde dabei nicht zu viel verlangt, sondern nur, daß die Bevölkerung sich auf den Fettverbrauch einstellt, den p)ir im Jahre 1913 hatten, als wir nicht nur ein wohlhabendes, sondern trotz eines um 25 v. H. geringeren Fettverbrcmches, ein sehr gesundes Volk waren. Im Anschluß an die Rede Dr. Wagners sprach der Leiter der Rechtsabteilung der Landesbauernschast Hesien-Nassau Assessor Manke über das Thema „Bauern - undBodenrecht" Er zeigte die Entwicklungslinien auf, die früher zur Abwanderung landwirtschaftlichen Grundbesitzes in die Hand von Geldmännern und der Zerschlagung lebensfähiger landwirtschaftlicher Betriebe geführt haben. Durch das Reichserbhosgesetz und die Neufassung der Grundstücksoerkehrsbekanntmachung sind im nationalsozialistischen Staate der Bauer und der Boden wieder geschützt worden. Dr. Denker, Berlin sprach über den Einsatz der landwirtschaftlichen Maschinen im bäuerlichen Betrieb. Die Erzeugungsschlacht erfordere Mehrarbeit. Dazu fehlen aber in sehr vielen Betrieben Arbeitskräfte. Infolgedessen müssen Maschinen eingesetzt werden. Dabei darf die Maschine aber nicht einfach wahllos an die Stelle der fehlenden Menschen treten, sondern es muß ernstlich ein weiteres Abwandern der Menschen vom Lande verhindert werden. Wirtschaftlich gesehen droht bei einem vermehrten Maschineneinsatz die Gefahr einer viel zu hohen Belastung der Betriebe. Diese Gefahr ist um so größer, je kleiner der Betrieb ist. Eines der wirksamsten Mittel zur Verminderung der Maschinenkosten bietet die gemeinschaftliche " Benutzung. Außerdem sollten vielseitig verwendbare Geräte gekauft werden. In seinen weiteren Ausführungen ging der Vortragende näher auf eine Reihe landwirtschaftlicher Geräte ein. Professor Dr. SessouS, Gießen behandelte den „Anbau von Oel- und Faserpflanzen in Hessen". Ausgehend von der Tatsache, daß Deutschland ein rohstoffarmes Land geworden sei, entwickelte er die Notwendigkeit, die im deutschen Boden steckenden Produktionsreseroen zu mobilisieren und die inländische Erzeugung auf wichtigen Gebieten zu steigern. An Hand von statistischem Material stellte der Vortragende fest, daß die Anbaufähigkeit der in Frage stehenden Oel- und Faserpflanzen für unsere Gebiete durch ihre frühere starke Verbreitung bewiesen sei. Zwar seien nicht alle Pflanzenarten für alle Anbaulagen gleichermaßen geeignet, aber in fast jedem Betrieb dürfte sich wohl die eine oder andere davon gut einführen. Eine Erleichterung für die Wiedereinführung des Oel- und Gespinstpflanzenanbaues sei ohne Frage die sehr wichtige Begleiterscheinung, daß dadurch Fruchtfolge und Arbeitsoerteilung günstig beeinflußt würden. Flächenverluste, die Getreide urtb andere Feldfrüchte durch den Anbau der Oel- und Gespinstpflanzen erlitten, würden durch höhere und gesicherte Erträge als Wirkung einer gesunden Fruchtfolge ausgewogen. Bei richtiger Saatzeit würden Pflege- und Erntearbeiten in arbeitsruhigere Zeiten des Jahres fallen. Im Verlaufe seiner weiteren Ausführungen berichtete Prof. Sessous über aufschlußreiche Erfahrungen und Dersuchsergebnisie, die anhand von eingehenden Versuchen gewonnen wurden. Stabsleiter Dr. Fabian berichtete in seinem Vortrag „Die Gestaltung der Marktordnung" zunächst über die in den Jahren nach dem Umbruch durchgeführten organisatorischen Maßnahmen zur Steuerung des Marktes in der Ernährungswirtschaft. Er schilderte im einzelnen Aufbau und Arbeitsbereich der Marktverbände im Reichsnährstand und wies darauf hin, daß es durch deren Organisation erstmalig gelungen fet den Landwirt und Bauern als Erzeuger, den Händler in seiner Eigenschaft als Verteiler und den Be- und Verarbeiter zu gemeinsamer Arbeit zu vereinigen. Maßgebend für alles Tun sei immer das Ziel der Marktordnüng, wie es in den Begriffen „Erzeugerschutz — Derbraucherschutz — geordnete Warenbewegung" ausgesprochen ist. Die laufenden Arbeiten der Marktordnung seien jeweils stark durch die Marktlage bedingt. Man müsse vor allen Dingen in der Marktordnung auf eine gerechte Verteilung der Erzeugnisse den größten Wert legen. Vor allen Dingen habe die Marktordnung mitzuhelfen, daß die Preisstellung in der Ernährungswirtschaft keine Ausweitung nach oben erfahre. Hierzu helfe vor allen Dingen die Berufung eines Reichspreis-Kommissars, mit dem der Reichsnährstand auf diesem Gebiet in engster Zusammenarbeit steht, gleich wie mit den zuständigen Stellen der Partei. Landesiierzuchtdireklor Dr. Schneider sprach über die Bedeutung und Ausrichtung der landwirtschaftlichen Tierzucht und Tierhaltung. Er wies darauf hin, daß die jährliche Erzeugung dieses Betriebszweiges einen Wert von sechs Millionen Mark und damit einen wichtigen Posten der landwirtschaftlichen Gesamterzeugung darstellt. Aufgabe der Tierzucht und Tierhaltung ist die Sicherung der Volksernährung und die Verwertung der nicht direkt marktgängigen landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Tierzucht und Tierhaltung seien nur dann erfolgreich, wenn sie auf der wirtschaftseigenen Futtergrundlage aufgebaut seien. preuhen. Kreis Wetzlar. «^Rodheim a. d. Bieber, 19. Febr. Gestern abend bestätigte NSKK.-Gruppenführer Richard Prinz von Hessen den Sturm 21/M147. In Vertretung des zur Eröffungsfeierlichkeit der Reichsautoausstellung in Berlin kommandierten Obersturmführer Schlierbach meldete Obertruppführer Süß (Bieber) dem Gruppenführer, in dessen Begleitung sich u. a. der Führer der Motorstandarte 147, Oberstaffelführer Nagel (Gießen), und als Führer der Motorstaffel III/147 Sturmhauptführer Hartmann (Wetzlar) befanden, den Sturm im Unterrichtslokal (Saalbau Bender, Rodheim). Befehlsgemäß wurde dann im Unterricht durch die verschiedenen Referenten fortgefahren, in dessen Verlauf der Gruppenführer wiederholt eingriff. Eine Ansprache des Gruppenführers, in welcher er die Männer zu nie ermüdendem Pflichtbewußtsein und nie erlahmender Dienstfreudigkeit ermahnte, beendete die Dienstbesichtigung. Im An- chluß an diese begab sich der Gruppenführer nach Bieber, wo die Dienststelle des Sturmes in Augen- chein genommen und die Meldung des Sturm- Geldverwalters" gehört wurde. Die Besichtigung, die allen Kameraden des Sturmes zu einem erhebenden Erlebnis wurde, dürfte im Sinne der Ausführungen des Gruppenführers allen Männern erneut Antrieb zu restlosem Einsatz sein für die hohen Aufgaben des NSKK. und darüber hinaus für die Bewegung und unfern Führer Adolf Hitler, in besten Dienst zu stehen höchste Ehre jedes NSKK.-Mannes ist. EisenbahndirektionsprSsident i. K Neuleaux gestorben. LPD. Frankfurt a. M., 19. Febr. Im Alter von 85 Jahren ist der ehemalige Präsident bei Eisenbahndirektion Frankfurt, Franz Lorenz Reu. l e a u x, g e ft o r b e n. Der Verstorbene leitete von 1907 bis 1919, wo er in den Ruhestand trat, die ehemalige Preußische Eisenbahndirektion Frank, furt und widmete sich vornehmlich der Förderung des internationalen Verkehrs. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 21. Februar. Gießen. Stadlkirche. 9.30 Uhr: Pfarrverwalter Damerau; 11: Kinderkirche für die Matthäusaemeinde; Pfarrverwalter Damerau; 18: Pfr. Becker; Liturgische Heldengedenkfeier. — Zohanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukas- gemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 18: Pfr. Ausfeld; Musikalische Abendfeier; 20: Bibelbesprechstunde im Johannessaal; Pfr. Trapp. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrvikar Weckerling; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfarrvikar Weckerling; 17: Singabend für die Luthergemeinde. — Petruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pst. Trapp — Wiefeck. 10: Gottesdienst; 15: Bibelstunde. — Allen-Dufeck. 10: Gottesdienst; Kollekte; 13: Kin- dergottesdienst. — Rödgen. 13: Gottesdienst. — Annerod. 10: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; Kollekte. — Kirchberg. 10: Fest- Sottesdienst. — Daubringen. 13.30: Gottesdienst. — llainzlar. 20: Gottesdienst. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst; Kollekte. 11.15: Kindergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 13: Gottesdienst. — Garbenteich. 13: Gottesdienst. — Hausen. 10.15: Gottes- dienst; 11.15: Gedenkfeier auf dem Friedhof. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; Kirchenchor; Posaunenchor; Kollekte; 20: Abendgottesdienst. — Bettenhausen. 14: Hauptgottesdienst; Gesangverein; Kollekte. — Birklar. 9.30: Hauptgottesdienst; Kollekte. — Bluschenheim. 11: Gottesdienst. — Münzenberg. 11: Gefallenen-Gedächtnisgottesdienst; Kollekte; anschließend kirchliche Feier am Gefallenen-Denkmal; 20: Passionsgottesdienst; Kollekte. — Trais-Alünzenberg. 9: Gefallenen-Gedächtnisgottesdienst; Kollekte; anschließend kirchliche Feier am Gefallenen-Denkmal; 18.30: Passionsgottesdienst; Kollekte. — Hungen. 10: Gottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Ober- Gleen. 9.15: Kindergottesdienst; 10: Hauptgottesdienst; 19.30: Lichtbildfeierstunde zum Heldengedenktag. — Kirtorf. 11.15: Kindergottesdienst; 13: Hauptgottesdienst. — veitsberg. 9: Gottesdienst; Kollekte. — Mrberg. 10.30: Gottesdienst; Kollekte. — Beltershain. 12.30: Gottesdienst; Kollekte. — Harbach. 14: Gottesdienst; Kollekte. — Steinbach. 10: Gottesdienst unter Mitwirkung des Gesangvereins Einttacht Steinbach; Kollekte. — Albach. 12.30: Gottesdienst; Kollekte. Montag, den 22. Februar. Trais-Münzenberg. 20 Uhr: Frauen- und Mädchenabend. — Kirtorf. 20: Frauenabend. Dienstag, den 23. Februar. Kirtorf. 20 Uhr: Bläserchor. Mittwoch, den 24. Februar. Gießen. Stadtkirche. 20 Uhr: Abendandacht. — Zohanneskirche. 18: Passionsandacht; Pfr. Bechtolsheimer. — Münzenberg. 20: Frauen- und Mädcken- abend. — Daubringen. 20: Passionsandacht. — Klein- Linden. 20: Passionsandacht. — Kirtorf. 20: Bibelstunde. Donnerstag, den 25. Februar. Gießen. Johannessaal. 20 Uhr: Bibelstunde; Pfr. Ausfeld. — Kirchberg. 20: Passionsandacht. — Lollar. 20: Passionsandacht. — Ober-Gleen. 19.30: Bibel« stunde. Freitag, den 26. Februar. Gießen. Kapelle des Alten Friedhofs. 20: Paf, sionsandacht; Pfarrvikar Müller (Dotzheim). — pe- truskapelle (Wetzlarer Weg 59). 18: Pastionsandacht — Mainzlar. 20: Passionsandacht. Evangelische Stadtmission, Löberstrahe 14. Sonn, tag, 21. Februar. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 13.30: Sonntagsschule; 16: Soldatenbibelstunde; 20.15: Evang.-Dortrag. — Mittwoch, 24. Februar. 20.30: Bibelstunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirch. liche Gemeinschaft), Gutenbergsttaße 9. Sonntag, den 21. Februar. 20.30 Uhr: Evangelisationsstunde. - Mittwoch, den 24. Februar. 20.30: Bibelstunde. - Donnerstag, den 25. Februar. 20.30: Jugendbund stunde. ireuaposlolische Gemeinden, Händelstraße 1, Eder straße 13. Sonntag, den 21. Februar. 9.30 Uhr: Got. tesdienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, den 24. Fe> * bruar. 20.30: Gottesdienst. Vapliftengemeinde, Gartenstraße 13. Sonntag, de, 21. Februar. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 16: Predigt — Mittwoch, den 24. Februar. 20.15: Bibelstunde. Katholische Gemeinden. Samstag, den 20. Februar. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 21. Februar. 2. Fastensonntag. Beginn der österlichen Zeit. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunioi der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt 17.30: Christenlehre und Andacht — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. - Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mü 1 Predigt. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. - Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. K Dienstag, den 23. Februar. Gießen. 20 Uhr: Fastenandacht; 20.30: BibelstundL | Mittwoch, den 24. Februar. Hungen. 7.15 Uhr: Messe. Freitag, den 26. Februar. Gießen. 20 Uhr: Fastenandacht. OeffeuMcher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Tel» fon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Echalterdtech 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer f i bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: A e r z t e : Frl. Dr. Gürtler, Dr. Geyer. Zahnarzt: Dr. Kockerbeck. Apotheke: Pelikan-Apotheke. ♦ Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen.. Das Mädchen mit dem Gilberhaar. Roman von Anny von panhuys. 9. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Der Weg, den er plötzlich vor sich sah, zeigte ihm die Möglichkeit, vollständig mtt der Vergangenheit zu brechen. Niemand würde ihn dann noch Günter Grevenstein nennen, der wegen seines Mißgeschickes kläglichem Bedauern preisgegeben war, kein Frankfurter Bürger würde es wagen, in ihm den Mann au erkennen, der ihn um zwanzigtausend Mark beschwindelt hatte. Er lächelte ein wenig. Er hatte immer eine besondere Vorliebe für klingende Namen gehabt. Er hatte sich letzthin, seit er Frankfurt verlassen, öfter „von Frank" genannt. Er las noch einmal ganz langsam und aufmerksam die Annonce, die ihn auf eine Idee gebracht, die ihm glänzend schien. Da stand: „Graf, m Paris wohnend, fünfundsechzig Jahre alt, französischer Staatsangehöriger, mit glänzenden Beziehungen, wäre bereit, sinanzkrästtge Persönlichkeit zu adoptieren. Zuschriften unter ...." Er sprang aus dem Bett vor Unruhe, denn die Idee beherrschte ihn immer mehr. Sie wurde Überstark, und es drängte ihn, sofort auf die Annonce zu antworten. Er starrte nachdenklich auf die Hellen Wände des Zimmers und überlegte besorgt, vielleicht käme fein Brief gar nicht mehr zurecht. Die Zeitung war schon vor beinahe Wochenfrist in Wien erschienen. Unsinnl ttöstete er sich, sein Schreiben kam noch zurecht! Sicher! Aber er mußte gleich schreiben und den Brief auch sofort besorgen. Er legte sein Briefpapier zurecht, schraubte den Füllfederhalter auf und antwortete auf die Annonce: „Bin nicht gerade reich, aber finanzkräftig genug, um mich für eine Adoption, die mit dem Grafentitel verbunden fein müßte, erkenntlich zu zeigen. Reise in den nächsten Tagen nach Paris. Nachrichten erreichen mich ab 10. März im Hotel Meudon, Boulevard Haußmann." Das kleine Hotel war ihm früher einmal von einem Bekannten empfohlen worden. Er selbst, obwohl er schon mehrmals in Paris gewesen, wenn auch nicht als ausübender Künstler, hatte noch niemals dort gewohnt. Aber jetzt war es vielleicht der passende Aufenthalt für ihn, um abzuwarten, ob sich der alte, geldsuchende Aristokrat melden würde. Er zog sich wieder an, besorgte den Brief und wollte nun noch irgendwo ein Glas Bier trinken. Jetzt war es ja doch mit seinem Ruhebedürfnis vorbei. Er machte Pläne, viele Pläne, neue Pläne. In Paris würde er Steine fassen lassen, Steine verkaufen, der alte Graf würde zu bezahlen sein. Er lief einem Mädel nach, sie gefiel ihm und schien kokett. Dunkelblond war sie, und lächelte ein wenig, als er ihr dreist ins Gesicht schaute. Er sprach sie an. Sie lächelte betonter, erwiderte im schönsten Deutsch: „Oh, ich freue mich sehr, den berühmten Geiger Grevenstein zu sehen. Voriges Jahr habe ich Sie mit den Eltern in Berlin gehört, Herr Grevenstein, es war wunderschön." Sie gestand begeistert und offen: „Ich habe mir damals sogar Ihr Bild gekauft und Sie so sehr bedauert, als ich von Ihrem Unglück las." Er schüttelte abwehrend den Kopf. „Ich heiße Walter von Frank, mein Fräulein, eine Ähnlichkeit täuscht Sie. Aber wollen wir nicht in ein Caf6 gehen? Landsleute^die sich im Ausland treffen, dürften doch die Gelegenheit, sich in heimischer Sprache unterhalten zu können, nicht versäumen." Sie verzog den hübschen Mund, blieb stehen. „Schade, daß Sie nicht der berühmte Geiger sind, sehr schade. Die Aehnlichkeit ist geradezu fabelhaft. Aber ich gehe mit keinem fremden Herrn ins Cas6, auch muß ich nach Hause, meine Eltern wohnen jetzt hier." Sie ließ ihn einfach stehen, eilte schnellen Schrittes davon. Er war sehr ärgerlich. Immer handelte es sich um dasselbe, ohne feinen Ruhm war er nichts. Er dachte plump: Her mit dem Grafentitel! damit er endlich wieder etwas mehr war als eine gefallene Große, an die sich das Mitleid drängte. 6. Franziska Karsten betrat schon am nächsten Morgen das Büro der Radio-Radix, in dem sie bisher gearbeitet hatte. Alles war wie immer. Gleich nach ihr erschien Eva Zoll und umhalste die Freundin stürmisch. „Wie froh bin ich, daß du wieder ein» treten durstest! Unser Direktor ist doch ein riesig anständiger Mensch. Nun brauchst du doch wenigstens keine Möbel zu verkaufen und keine Angst vor der Zukunft zu haben." Mit sehr verkniftenem Gesicht zeigte sich Prokurist Wüst an der Tür. Franziska dachte verblüfft, es ist ja kaum acht Uhr. Wo kam denn der Machthabende heute schon her? Eva flüsterte: „Seine Uhr muß falsch gehen!" Er rief in gereiztem Ton: „Sie sollen sofort zum Herrn Direktor kommen, Fräulein Karsten." Im nächsten Augenblick flog die Tür zu. „Was, der Direx ist auch schon da?" staunte Eva iZoll. „Dann muß seine Uhr ebenfalls falsch gchen." Franziska schob die schwarze Halsrüsche an ihrem einfachen Trauerkleid zurecht und beeilte sich, der Aufforderung zu folgen. Berthold Radix saß an seinem Schreibtisch, und Franziska bemerkte sofort den gütigen Ausdruck seiner Augen, der ihr schon gestern an ihm ausgefallen, als er ihr auf dem Friedhof die Hand gedrückt. Er hatte sich erhoben und schob ihr einen Stuhl zurecht. „Nehmen Sie Platz, Fräulein Karsten, bitte." Sie tat es, erinnerte sich, daß er sie neulich hatte stehen lassen. Warum war ei jetzt viel höflicher zu ihr? Warum hatte er ihr überhaupt so schnell verziehen, daß sie ihn beleidigt hatte? Sie sah ihn ruhig an, sagte leise: ,Lch bin Ihnen sehr dankbar, Herr Direktor, für die Wiedereinstellung. Ich bin dadurch von einer großen Sorge frei geworden." Er nickte flüchtig: ,Zch freue mich, wenn Sie dadurch sorgloser geworden sind, aber ich möchte Ihnen vor allem mitteilen, daß ich Ihre Stellung verändern, ja sogar ein wenig verbessern möchte, da die Veränderung Ihrer Stellung mit einer Gehaltszulage verbunden ist. Ich habe neulich erkannt, daß Sie helle Augen für — nun, sagen wir mal, geschäftliche Mißstände haben, das hat mir nachttäglich gefallen. Fräulein Mausler war bisher meine Privatsekretärin, von heute an möchte ich Ihnen das Amt übertragen. Sie stenographieren ja schnell und auch fremdsprachig, was Fräulein Mausler nicht konnte." Er lächelte flüchtig. „Um aber auf die geschäftlichen Mißstände zu kommen, Herr Wüst tritt ab heute pünktlich um acht Uhr morgens an, und ich, wie Sie sehen, tue das ebenfalls. Ich hoffe, Sie werden das anerkennen." Franziska Karsten dachte erschreckt, wollte sie der Direktor verspotten, weil sie neulich zu dreist gewesen? Und feine Privatsekretärin sollte sie sein? Würde die Kollegin das so ruhig hinnehmen und nicht etwa dumme Bemerkungen darüber machen? Sie kannte sich nicht recht freuen. Ihr war bange zumute, statt froh. Er sprach schon weiter: „Fräulein Mausler arbeitet jetzt direkt unter Herrn Wüst, und eine kleine Gehaltserhöhung hat es ihr leicht gemacht, auf meine Stenogramme zu verzichten. Also, Fräulein Karsten, fangen wir gleich mit der Arbeit an. Da drüben liegen Block und Mei Ich möchte Ihnen mehrere sehr wichtige Briefe bittieren.“ Franziska fühlte sich noch immer sehr beengt Das war ein ganz anderer Ches, der ihr heute entgegentrat, als der, den sie bisher gekannt. Sie kam noch immer nicht davon los, hinter allem, was er sprach, berge sich Spott. Aber sie nahm mechanisch nn dem Tischchen Platz, an dem sonst Fräulein Mausler gesessen und g-'tnartct. Er schvb voraus: „Es handelt sich um einen französischen Brief, Sie sind ja in der Sprache firm." Franziska arbeitete schnell, auch anscheinend oollb kommen ruhig, und doch klopfte ihr Herz ftarH, nein, Überstark. Es war so eigen, daß sie jetzt bt® Manne gegenübersah, dem sie, wenn sie es richtii; bedachte, doch zu dreist begegnet war. Wie eil Druck lag das auf chr. Und wie einen Druck trug sie es noch tagelang mit sich herum. Jedoch allmählich wurde sie ruhiger, und ihre Arbeit, die sich täglich, wie sie fand, interessant-l gestaltete, machte ihr viel Freude. Aber auf ihre n Gesicht lag ständig ein leidvoller Zug. Der ftörit Berthold Radix. Er hätte das weiche, klare Gesicht gern forgte und vielleicht ein wenig heiter gesehen. Doch begtri er ihren Kummer. Ihre einzige Verwandte dxi gestorben, sie stand nun ganz allein auf der Writ. Er hatte wohl recht, Franziska trauerte tief ujh den Verlust der alten Dame, aber es war zu gleicher Zeit noch etwas anderes, was sie traurig stimmte. Sie dachte zu oft an den Fremden, in dessei Armen sie für wenig selige Minuten gelegen, dessen Lippen auf ihrem Mund geruht und ihr heiße ©* regung und Sehnsucht ins Herz gegossen. Eines Mittags ging sie vom Büro nach Hai und Eva Zoll trippelte mit ihren viel zu hobln Hacken nebenher, plauderte dabei über Dinge, bit Franziska interessant waren und ihr zugleich aN ein wenig wehtaten. „Weißt du, wer dein Domino auf dem Maskenball gewesen ist, Fränze? Mein Vetter, der Obs'' kellner im Einhorn, hat es mir verraten. Also brt Fremde ist abends um neun Uhr erst angefomnt-i' und hat nur eine Nacht hier gewohnt. Er heiz! Walter von Frank und ist aus Karlsruhe. Ein f^r feiner Herr fti es gewesen, faat mein Detter. M hat ihm morgens den Kaffee aufs Zimmer griuad Silberne Toilettengegenstände habe er gehabt, einij seidenen Pyjama und so was." Sie seufzte. „Es !> wirklich traurig, Fränze, daß er so rasch wievl weitergefahren ist, du schienst chm doch sehr ff* fallen zu haben." Franziska dachte auch, schade, daß er so ro wieder weitergesahren war, aber daß sie ihm sonders gefallen, fing sie an zu bezweifeln, forli hätte er doch wohl versucht, dem Schönen Plötzlichen, was für sie ein so wundervolles leben gewesen, eine Fortsetzung zu geben. er auch nur den Versuch zu einem Heimlichs Wiedersehen gemacht hätte. Sie malte sich aus, wie das wähl gewesen nM wenn er an Stelle ihres Chefs mit einem Mo auf dem Friedhof aufgetaucht und ihr die W* gedrückt hätte. Wie — das — wvhl — genw wäre? Sie lachte kurz auf. (Fortsetzung folgt!) VfB.' au Jwnity äj; Ä; Dn i *« ‘ j p «, *ie btn Die erffe ® Turnvereins tag in Mstt Vereins heuch obgleich W tonnte die Er mit 4:2 Toren wartet einen Malli« Am Sonnta Linden zu Go ter. Sie Hütte wenn sie Öj( ehrenvoll abfc Kleines Das weiter der morgige jpieüeitung e Nur wenige r beit sich dabei Rücksicht auf tonnten. Die Gaukle tag ausnutzei Wetzlar gebei verein Kassel Sie Bezirk werden sich DsB.° Tv.K Die Gieß Platzes uni) Lage (ein. S. befetfe HJlanr, Manteninlh chunehmen. l 'r Groß-Rechte in achtbares N des BsB jch, Loos; Kl fitinberger, fy der Lage sein, Groß-Rechte: Äegeszug in IN von der Sesohrlich gew morgigen Gegi ’N Tv. Atzk „ To. Wei Jur Münchl 6te werden sick fusammennehn löhrt Gießen n Miltei Mit dem Ab »in Rot! Federungen d Wen in den L M ^1- ? e ?on hne E°uf teilzun kBdbereitschc Men, mit we f letzten M .ran9ing. Die te i-ts ta 'n"n d°- 6 ""gesunden tzrr »urden ?' 1 jJS Deiil, dik^'Uls De 9Jl.ie Verwertung der Molken- und Spülmilch. Fwd. Im Verkündungsblatt des Reichsnährstan- des vom 18. Februar 1937 wird eine Anordnung Nr. 10 der Hauptoereinigung der deutschen Milchwirtschaft betr. Verwertung der Molken- und Spülmilch veröffentlicht. Die Anordnung ist vom 12. Februar 1937 datiert und tritt mit Wirkung vom 1. März 1937 in Kraft. In ihr wird angeordnet, daß jeder milchwirffchaftliche Betrieb die restlose Verwertung der Molken- und Spülmilch sicherzu- tellen hat. Die Verwertung soll in erster Linie durch Zurückgabe der Molken- und Spülmilch an die Milchlieferanten zu Fütterungszwecken erfolgen. Sofern zwingende wirtschaftliche Gründe dem entgegenstehen, hat der ^Betrieb, in Dem Molken- und Spülmilch anfällt, für die Sicherstellung einer zweckentsprechenden Verwertung in anderer geeigneter Form zu sorgen. Als solche kommen in Betracht: 1. Die Fällung von Molkeneiweih. Diese Verwertungsform kann nur bis auf weiteres, fo« ern der Milchwirtschaftsverband nichts gegenteiliges anordnet, erfolgen. 2. Eindickung der Molken zu Sirupdicke, gegebenenfalls Vermischung Der eingedickten Molken mit einem geeigneten Träger. 3. Trocknen Der Molken. Ueberführung Der Mol- fen durch völlige Trocknung in den festen Zustand. 4. Andere zweckentsprechende Verwertungsformen ür Molken können mit Zustimmung des Milchwirtschaftsverbandes zugelaffen werden. Rhein-Mainische Börse. Btiffagsbörfe freundlich. Frankfurt a. M., 19. Febr. Die Börse bewahrte trotz des nur kleinen Auftragseinganges ihre freundliche Tendenz und auf den meisten Marktgebieten stellten sich weitere kleine Erhöhungen ein, während Abschwächungen kaum oder in nur geringem Ausmaße Vorlagen. Der Aktienmarkt brachte vorwiegend Besserungen von 0,25 bis 0,75 o. H., die Umsätze bewegten sich aber in sehr engen Grenzen. Montanaktien eröffneten durchweg 0,50 bis 0,75 v. H. fester, Klöckner gewannen 0,90 v. H., bemerkenswert fest bei lebhaften Umsätzen blieben Laurahütte mit 17,13 (16,50). Die Farben-Aktte zog bei kleinern Umsatz 0,25 v. H. an auf 167,75, Deutsche Erdöl 145 (144,50), dagegen Scheideanstalt weiter ab- bröckelnd auf 262 (263). Von Elektropapieren fanden AEG. stärkeres Interesse mit 38,65 bis 38,90 (38,40), RWE. plus 0,40 v. H., Siemens 201,75 (201). Maschinenaktien lagen unregelmäßig, fest aber Muag mit 145,25 (144), andererseits Junghans 127,13 (128), Moenus 107,25 (107,50), ferner BMW. 140,50 (141,25), Daimler mit 129 (128,75) voll behauptet. Weiter erhöht waren auf Anleihe- ftockhoffnungen Reichsbank mit 188,25 (188). Im einzelnen eröffneten Deutsche Linoleum 0,50 v. H., Westdeutsche Kaufhof 0,25 v. H., Hapag und Zellstoff Aschaffenburg je 0,25 v. H. leichter, Nordd. Lloyd 0,25 v. H. und Bernberg 0,50 v. H. hoher, Feldmühle Papier und Zement Heidelberg unverändert. Am Rentenmarkt bestand vorwiegend Meine Nachfrage. Späte Schuldbuchforderungen 98,75 (98,50), Wiederaufbauzu'fchläge 77,25 (76,75), Kommunal-Umschuldung 91,95 bis 92, Zinsvergütungsscheine 95,70 Geld, Städte-Altbesitz 122 bis 123. Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen der Gemeinschaftsgruppe zogen je 0,25 v. H. an, die übrigen blieben unverändert. Im Verlaufe ruhte fast jedes Geschäft am Aktienmarkt, die Kurse veränderten sich kaum. Reichsbank weiter erhöht auf 189 nach 188,25, IG. Japan...... Jugoslawien Oslo...... Wien....... Lissabon.... Stockholm .. Schweiz.... Spanten.... Prag....... Budapest... Neuyork.... Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß- fürs Schlußk Mittagbörse Datum 18-2. 19.2. 18.2. 19-2. 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,25 101,25 101,25 101,25 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98,13 98,13 98,13 98,25 5%% Doung-Anleihe von 1930 .. 103 103 103,9 103,9 4%% Hessische Bolksstaat von 1929 99,5 99,5 99,5 99,5 4%% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 110,2 100,3 110,2 100,4 4%% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. 98,5 98,5 98,5 98,5 Reichsanleihe-Altbesttz.......... 120,9 120,95 120,9 120,9 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten.............. 133,5 133,5 _ — 126,25 127,13 126,5 127 Kokswerke und Chemische Fabrü 6 — 141,9 143,9 Lahmeyer................ .. 6 127 127,5 127,4 128,65 Matnkrast................. .. 4 94,25 — —— Mannesmann............. .. 3 118,75 118,65 118,75 118,65 Mansfelder Bergbau....... vk 155,5 155,75 155,5 156 Metallgesellschaft........... .. 5 152,75 152 152,25 152 Orenstein & Koppel........ .. 0 91,75 91,25 Rheinische Braunkohle...... . 12 222,75 222,25 222,75 223 Rheinische Elektro.......... .. 6 — 138 137 137,75 Rheinstahlwerke............ .. 6 152,5 152,5 152,5 152,5 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 132,25 132,9 132,4 132,9 Rütgerswerke ............. .. 6 140,75 141 141 141,75 Salzdetfurth Käst.......... ?y, 179 179 179 178,75 Schuckert & Eo............. .. 6 163,75 163,75 163,75 164,13 Schultheis Patzenhoser...... .. 4 96,5 96,5 Siemens & Hcüske......... .. 8 201 201,75 202 202,25 Süddeutsche Zucker......... . 10 199 200 200 200 Bereinigte Stahlwerke...... Westdeutsche Kaufhof....... »¥i .. 0 119,5 56 119,65 56 119,25 55,9 119,25 55,75 Westeregeln Alkali.......... .. b 135 Zellstoff Waldhof.......... .. 6 158,5 159,25 158,25 159 Otavi Minen.............. . 0,6 24 24,1 24,13 24,25 18-Februar 19. Februar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Brief Geld Brief Buenos Aires............. 0,748 0,752 0,747 0,751 Brüssel................... Rio de Janeiro ............ Polen.................... 4L04 471,14 47! 04 47J4 Kopenhagen............... 54,36 54,46 54,36 54,46 Danzig................... 47,04 47,14 47,04 47,14 London .................. Heisingfors................ 5'375 5,385 5,375 'm85 Paris.................... 135,99 136,27 136,Q4 Italien................... 13,09 13,11 13,09 18-Februar 19. Februar Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Notierung Geld | Bries 0 1142 A S r m z M L Ix / Jeder Gartenfreund und Bauer erhält auf Wunsch kostenlos meine neue, illustrierte Hauptpreisliste über Gemüse*, Blumen* und landwirtschaftliche Sämereien; Blumen-Knollen; Gartenbedarfsartikel aller Art Samenhaus Heinrich Hahn, Giehen Bahnhofstraße / Ecke Wolkengasse Telefon 3403 1169A Bis zum Büroschluß schofft die Mercedes „Expreß", die schnellschreiben de Büro- moschine, die Arbeit mir Leichtigkeit. Erhältlich bei Generalvertretung Franz vngi & Co., Bloßen Goethestr. 32 Seltersweg 44 Ruf 2464 Verlangen Sie Angebote! Tannen- Anmachholz gibt laufend ab ?i9?d Dampfsägewerk Abendstern Ludwig Kröck Telefon 3580 SFÜr beit Naturfreund ! VMMben Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier» und Pflanzenleben des hei» mailichen Waldes auf 128 Kupfertiefdruck» tafeln, mit lebendigem und aufschlußreichem Einführungstext von K.Gerhard u.G.W 'Iss. 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Februar, abends 6Uhr, mit Musik für Orgel u. Solo-Oboe von J. S. Bach und 6. F. Händel Sologesang f. Baß u. Chorlied Eintritt freil ii64D Luthergemeinde Sonntag Reniiniscere 17 Uhr Kapelle des Alten Friedhofs Singabend unter Leitung des Kirchenchors (Passionslieder) n«vv Gastwirtschaft „Zur Lahn“ Heute Abend Paprika-6ulasch-Essen Es ladet herzlich ein: ii7iD Heinrich Bönsel Unsichtbares mgl) Kunststopfen von Teppichen und Kleidern nur beim Fachmann Unverbindlicher Voranschlag Braubach & Fischer Selters weg t'3 Telefon 2627 Nur morgen Sonntag 215 Uhr nachm. Sonder-Vorstellung das gewaltige geschichtliche Fdmwerk »eil NiWM Frieden im Lande — Die große Kaiserparade 1912 — Handel nnd Schiffahrt blühen 1914 üriegsousbrndi Einbruch der Russen in Ihre Verlobung zeigen an Hildegard Hoos HansRübl Ederstraß e 21 Grabenstraße 11 Im Februar 1937 0883 Heinrich ZRupp Serta Rupp, geb. Reuter Vermählte Crednerstraße 22 Bleichstraße 11 20. Februar 1937 0845 Die glückliche Geburt einer gesunden Tochter zeigen in dankbarer Freude an Gustav Müller und Frau Glse geb. Schneider Gießen, Kaiserallee 22 1203 D L-BVolkstum undHeimat Gamstag, 20. Februar, um 20.15 Uhr, in der Aula des Gymnasiums anläßlich des Heldengedenktages Lichtbildervortrag von Professor Erich Mindner iDarmsiadt): Denkmalpflege und Heimatschutz gehen uns alle an! Oer Gesangverein „Heiterkeit" singt Kriegs- und Heimatlieder. Eintritt für Mitglieder des L.D. H. und des Goethebundes und ihre Ange» hörigen 10 Pfennig (Ausweis), für Nichtmitglleder 25 Pfennig. ii63v Hausbesitzer-Verein e.D. Metzen Am Mittwoch, dem 24. Februar 1937, um 20.15 Uhr, findet im Saale des Hotel Prinz Carl, Seltersweg, die 30. Hauptversammlung Tagesordnung: 1. Jahresbericht des Dereinsführers, 2. Rechnungsablage, 3. Revisionsbericht der Rechnungsprüfer, 4. Entlastung des Vereinsführers, 5. Neuwahl der Rechnungsprüfer, 6. Mitteilungen. Anschließend hieran Dorttag von Herrn Rechtsanwalt Dr. Wämser über „Streitfragen aus dem Mietrecht". n65D Der Dereinsführer. Die Brille nach Maß! Brillen Geller Am Bahnhof Gießen Gewissenhafte Anpassung durch erfahrene Fachoptiker! Lieferant aller Krankenkassen eossA das Ei des Columbus Fern-u. Nahsicht vereint in der Doppelfokus-Brille von Optiker Magnus N Kassenliefer?.nt,Selterswep3 j z' ges. gesch. Der gut kleidende regensichere All-Wetter-Mantel 32.50 RM. In 4 verschied. Farben, vorrätig in allen Größen, hergestellt aus ganz feinfädigem Mako- Popelin. 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