^'"bikg fen. S SIS* Ä^L n ^t 3:2 fcuöe*. -fG'lchui- ®®- ».15 sPieIt '26- »uS 'rh5tt'ä- 8ür 6,5 21 U ^affe. ^kankfurt. die Lehr- leinen Stänii ^germanischen roßen Kultur- W'ke uns eck 1 wir, daß in wmat Urfih 30n. vornherein genichasten des ' besaß, die s,e si Bereich der |t nun nicht so, Herzogen, als 'e beweist, daß l'ch, neben der Sehnsucht in die Mannschaft der uf Grund von sen, wie nach Menschenschlag aber des fernen 'n schicht Kultur 'hlten dann in uns zurück. KM für die tionalfojialifti> unfern Dor- ffnng „Soff ng eine 2tus> e bis in das ick gehen. Ine ähren \n die raoart hinein, zeigen, welche Bestand unsr- mben und noch °°M " w Dresden g" ° b°iiL Taue ^..wertvolle ■ ^vmerhallen fgestellt. riim rilM nd enpl 2sä* KZ cs. 78 ein ien,J.R iffe in sihwarz >en 2.86 2.76 l cm breit »arz, weiß 3 breit, be- sdiw. u < Färb. 2.S6 Stoffe sehr groß® Gewebe m >4 =k«e“; e auch 1D 3.60 7.S6 'S ’ « Mittwoch, 187. Jahrgang Der neue Kampf um Ralaga (ArohiAona ANTECZUERA^ aifyama o ColmtHar* RONDA "lickt, wo p leiche Feinde sitzen vor allem in Moskau. Aber : ieses Moskau ist auf das engste verbündet mit (inem Frankreich, dessen Staatsmänner sich auch freute 'noch immer nicht von Gedankengängen der Versailler Art freimachen können oder wollen. Ge- lloiK dieses Frankreich und auch sein bewährter freund jenseits des Kanals ist durch die lange Periode einer 13jährigen Erfüllungspolitik politisch inaßlos verwöhnt worden. Aber während die inglilche Politik seit 1933 manches Zeichen dafür gab, daß sie den Wandel der Zeiten in Europa zwar ungern, aber doch wenigstens zu er- lennen begonnen hat, fehlen bisher ernsthafte Anzeichen dieser Art in Frankreich. Bis zum heutigen Lage hat Paris weder dem deutsch-polnischen Ablammen noch dem deutsch-englischen Flottenvertrag roch dem deutsch-österreichischen Abkommen etwas Salamanca, 20. Ian. (DNB. Funkspruch.) Der neue Sender „Radio National" wurde am Dienstagabend in Anwesenheit des Chefs der spanischen Nationalregierung General Franco feierlich eröffnet. Mit dieser Rundfunkstation, deren Sendebereich erheblich größer ist, als der Bereich der bisher in Spanien arbeitenden Sender, schließt sich das nationale Spanien dem Rund der europäischen Großsender an und eröffnet eine großzügige Kulturarbeit, die vor allem dem geistigen Kampf gegen den Bolschewismus dienen wird. Die neue Sendestation ist 170 Kilometer von Madrid entfernt. Bei der Eröffnungsfeier legte General Franco das Staatsprogramm des neuen wiedergeborenen Spaniens der nationalen Würde und der sozialen Gerechtigkeit dar. Im Spanien von gestern seien die Arbeiter in schändlicher Weise von ihren eigenen Führern ausgebeutet worden. Kinder seien ohne Schulen und Kranke ohne Gott und Vaterland gewesen. Das neue Spanien sehe seine heilige Pflicht in der Fürsorge für die Arbeiterschaflund den Mittet st and, im Schuh des nationalen Friedens, des Gewissens und der Glaubensfreiheit, in der Wahrung derUnab - hängigkeit des Vaterlandes und im Kampf für ein neues freies großes Spanien, das feine Herren und keine Knechte, weder Arme noch Unterdrückte, sondern nur eine große Volksfamilie kenne. Die Grundlage des neuen Reiches sei soziale Gerechtigkeit. Das neue Spanien werde frei sein von jeglichen Rechten , jüdischer Tyrannei, eine Ration ohne marxistische Zersetzung, ein Staat, der die unglückseligen Theorien des Liberalismus und der Demokratie ein für alle Male begrabe. Der soziale Aufbau und die Besserung der wirtschaftlichen Lebensbedingungen des spanischen Volkes würden schnellstens durchgeführt werden, damit bei niemanden mehr die Notwendigkeit bestehe, innere Widerstände zu überwinden, um sein Vaterland zu lieben, Die Führung des neuen Spaniens begnüge sich nicht damit, die unbemittelten Volksschichten zu trösten und die geschichtlich bedingte Armut des spanischen Mittelstandes nur vorübergehend zu beseitigen, sondern sie erstrebe d i e r e st- l o s e Gesundung für alle Zeiten. Spanien sei groß und reich genug zur Erreichung dieses Zieles. Die Männer, die das Schicksal des neuen Spaniens bestimmen, hätten die schwielige Hand des Arbeiters herzlicher gedrückt als andere. Sie kennten daher das spanische Volk besser als diejenigen, die sich dem Arbeiter genähert hätten, um ihn zu betrügen. Die Männer des nationalen Spaniens sehen dem wütenden haß des Kommunismus gegen alles, was Religion heißt, den Glauben des christlichen Spaniens mit seinen Jahrhunderte alten Einrichtungen entgegen. Familie und Arbeitsplatz seien die starken Lebenskräfte der neuen spanischen Gesellschaftsordnung, die zusammen mit den Korporationen, mit den Stabt-, Provinz- und Landesverwaltungen die Räder bildeten, auf denen sich der neue Staat mit Hilfe der Opferbereitschaft jedes einzelnen vorwärts bewege. General Franco wandte sich dann in einem großmütigen Appell an die betrogenen und irregeleiteten Spanier, die noch auf Seiten der bolschewistischen Horden stehen. Er rief ihnen zu, daß sie nichts zu befürchten hätten, wenn sie sich im guten Glauben den nationalen Truppen ergeben wurden. Er warnte weiterhin vor den Verleumdungen der kommunistischen Propaganda, man möge niemals vergessen, daß diese ruchlose bolschewistische Propaganda mit dem Gold der Banken und dem Erlös der Kun st schätze Spaniens finanziert werde, die das spanische Volk in den vielen Jahrhunderten seiner Geschichte gesammelt habe. General Franco schloß seine Ansprache mit einem Dank an alle Völker, die den heiligen Kamps des nationalen Spaniens gegen den Kommunismus zu würdigen verstehen. der roten Militärzone beitrugen. Die bolschewisti« schen Häuptlinge, die seit Beginn des Krieges in Malaga sitzen und denen deshalb der ungewohnt« Kriegslärm schaurig in den Ohren klingt, haben schnell ihre Koffer gepackt und sind nach Valencia gereist, um sich dort „Ratschläge" zu holen. Währenddessen schickt der bolschewistische Sender in Malaga seine kläglichen Hilferufe in den Aether hinaus, und schon sind bewährte Sowjetoffiziere und Sowjetagenten unterwegs, um die wankenden Milizen zum letzten Widerstand gegen die andrängenden Truppen Francos anzufeuern. Ob es den sowjetrussischen Hetzern und ihren roten Banden jedoch gelingt, den vor den Toren stehenden Feind zu- rückzuschlagen, erscheint uns recht zweifelhaft. Der Fall von Malaga würde die Sache der spanischen Nationalregierung einen nicht unbeträchtlichen Gewinn bedeuten. Als Warenumschlagsplatz und Tor nach Jnnerspanien ist Malaga mit seinen 200 000 Einwohnern nicht unbedeutend. Blei, Rosinen, Wein, Olivenöl und Mandeln nehmen von hier aus ihren Weg über das Meer. Malaga verfügt auch über eine eigene Industrie, die in den letzten Jahren einen großen Aufschwung genommen hat. Sie umfaßt mehrere Eisengießereien und Maschinenfabriken, Baumwollspinnereien und andere Werkstätten. Die Stadt, im Altertum Malaca genannt, hat in der Geschichte allerdings keine sehr große Rolle gespielt. Sie wurde von den Phöniziern gegründet und ging dann nacheinander in den Besitz der Karthager, der Römer, Goten und Araber über. In den ersten drei Jahrhunderten der Maurenherrschaft in Spanien war Malaga dem Kalifen von Cordoba unterworfen, kam dann in die Hände verschiedener kleiner Fürsten, bis es im Anfang des 14. Jahrhunderts mit dem Königreich Granada vereinigt wurde. 1487 wurde es nach einer hartnäckigen Belagerung den Mauren durch Ferdinand und Isabella abgenommen. Die spätere Geschichte der Stadt ist ziemlich belanglos. In den Parteikämpfen zwischen Carlisten und Christinos wurden hier im Jahre 1831 etwa 50 Anhänger der Liberalen Partei erschossen, — ein Ereignis, das sich freilich mit den Massenabschlachtungen der Bolschewisten von heute nicht vergleichen kann. Wir wünschen der Bevölkerung dieser altehrwürdigen Stadt, daß auch für sie bald die Befreiungsstunde schlagen möge. aufnehmen können, werden dort noch in diesem Jahre fertiggestellt. Für die Anlage des Marine- Hafens und seinen Ausbau einschließlich der Befestigungen — bis 1939 soll alles fertig sein — werden 10 Millionen Pfund aufgewendet. Singa- pore wird damit zur größten Seefestung Großbritanniens im Stillen Ozean. Es wird für möglich gehalten, daß später fünf Schlachtschffe der „Elizabeth"-Klasse mit einer entsprechenden Anzahl von Kreuzern, Flugzeugträgern, Zerstörern und U- Booten im Pazifischen Ozean stationiert werden. Ob die schon jetzt bestehenden Geschwader in China, Australien und Neuseeland zu einer neuen pazifischen Flotte zusammengefaßt werden ober sende von Freiwilligen, die über bie französische Grenze nach Spanien kommen. In London wird darauf hingewiesen, daß der Einwand in jedem künftigen Kontrollplan berücksichtigt werden könne, da die französische Regierung sich bereiterklärt habe, die Grenze für Freiwillige zu schließen, falls unter den interessierten Mächten Einigung über ein Freiwilligenverbot erzielt werden könne. Man hoffe, daß in Kürze e i n neuer Kontrollplan entworfen werde, der sowohl die Frage der Freiwilligen als auch die des Kriegsmaterials umfasse. auch nur annähernd Gleichwertiges entgegenzustellen. „ , . m f, Gerade jetzt ist der aufsehenerregende Vorstoß des früheren französischen Ministerpräsidenten F land in gegen die Katastrophenpolitik der Regierung Blum erfolgt, von der er eine nicht wieder gutzumachende weitere Minderung des französischen Ansehens in der Welt befürchtet. Flandin ist dabei nur der Wortführer für Millionen von Franzosen, die die moskowitischen Experimente der Regierung Blum gründlich satt haben. Niemand wird eine Erkenntnis des Wandels der Zeiten in Europa von Moskau erwarten. Das hochintelligente französische Volk freilich sollte allmählich seiner eigenen Erkenntnis auch in den Kreisen der Männer endlich zum Durchbruch verhelfen, die sich im Augenblick an der Gestaltung der Geschicke Frankreichs versuchen. R- Gingapore größte britische Eeefestung im Pazifik. London, 19. Jan. (DNB.) Im Rahmen der Aufrüstungsmaßnahmen werden auch die Vorposten des britischen Weltreiches entsprechend bedacht. Singapore wird in Zukunft der Hauptstützpunkt der britischen Flotte im Stillen Ozean. Zwei Docks, die Schiffe bis zu 50 000 Tonnen Malaga war früher in Deutschland eigentlich nur bekannt durch die Weine, die seinen Namen trugen. Erst der spanische Befreiungskrieg hat dieser Großstadt eine gewisse politische Bedeutung und Berühmtheit verliehen. Zum ersten Mal war von Malaga die Rede im Spätsommer des vorigen Jahres, als die nationale Südarmee von Sevilla aus vordrang, um den wichtigen Hafenplatz aus den Händen der roten Machthaber zu befreien. Mit großem Elan wurde damals Ronda erobert, eine Stadt, die ungefähr 100 Kilometer von Sevilla und 50 Kilometer von Malaga entfernt, den Ausgangspunkt für den weiteren Vormarsch an die Küste bilden sollte. Aber dann kam der Angriff allmählich ins Stocken. Es ist schwer zu entscheiden, warum damals im September die so erfolgreich begonnene Aktion wieder eingestellt wurde. Möglich, daß Franco Truppenverschiebungen nach anderen Kriegsschauplätzen vornehmen mußte, möglich auch, daß die ungeheuren Schwierigkeiten, welche das wildzerklüftete Bergland zwischen Ronda und Malaga dem weiteren Vordringen der nationalen Truppen entgegensetzte, zu einer Aufgabe des ursprünglichen Planes zwangen. Jedenfalls ist nun nach einer vierteljährigen Pause das alte Kriegsziel von neuem in Angriff genommen worden. Jedoch erfolgen die Operationen, offenbar auf Grund der im Sommer gemachten Erfahrungen, nicht mehr in einer einzigen Richtung, sondern suchen die Stadt durch einen konzentrischen Vorstoß von verschiedenen Seiten zu erreichen. Dabei spielt im Gegensatz zur Sommeroffensive die Küsten- Huie eine besondere Rolle. Zunächst wurde das Hafenstädtchen E st e p o n a und wenige Tage später der Ort Marbella eingenommen, der gleichfalls am Mittelländischen Meer gelegen ist. Obgleich auch hier an der Küste das Land einen sehr gebirgigen Charakter besitzt und deshalb dem Verteidiger vorzügliche Abwehrstellungen bietet, hat das Gros der nationalen Armee den Vormarsch ohne wesentliche Behinderungen fortsetzen können. Die Hauptmacht steht jetzt, nach der Besetzung einiger kleinerer Ortschaften, schon wenige Kilometer vor Malaga. Eine starke Unterstützung erfuhr das Landheer durch die Kriegsschiffe der nationalen Flotte, die Malaga fast täglich unter das Feuer ihrer Geschütze nahmen und so zur Verwirrung Postscheckkonto: Stantfurt am Main 11686 vnick UN» Verlag: vrühl'sche Universttälrvuch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schristleitung und Seschästrftelle: Schulftrahe 1 Der Kontrollplan. Die Stellung der kriegführenden Parteien. London, 19. Jan. (DNB.) In London sind die Antworten der spanischen Nationalregierung und der spanischen Bolschewisten auf den vom Londoner Nichteinmischungsausschuß ausgearbeiteten Kontra l l p l a n eingegangen. Die Bolschewisten bemängeln die Vorschläge zur Ueberwachung der Häfen und verlangen eine Ausdehnung der Kontrolle auf Freiwillige. Die Nationalregierung lenkt die Aufmerksamkeit des Ausschusses auf die Tau- !»eut sch-italienischen Block", wobei er wnzusügte: „Daran wird sich nichts ändern!" Und weitens hatte kurz vorher Ministerpräsident Gö- ri n g in feiner Ansprache vor der deutschen Kolonie m Rom betont: „Es ist ganz selbstverständlich, daß, wenn Notzeiten anbrechen, man sorgsam um sich " \ Freund und wo Feind ist", und er hatte weiter gesagt, „daß hier zwei Völker sind, die sich jieibe -zu gleichen Idealen bekennen und darum auch He gleichen Feinde haben". Des Nationalsozialismus und des Faschismus CoIh. Jb iMarbtlla. General Franco verkündet das Staatsprogramm -es nationalen Spaniens. Feierliche Eröffnung -es neuen spanischen Senders „Radio Nacional". Ur. 16 Erstes vlatt Lrjchelm tagltd), autzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familien blätter Heimat im Bild Die Scholl« !Honat$«Be$ng$pret$: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Z. T 20. Januar 1957 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/.Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50Rpf..Platzvorschrist nach vorh. 93ereinbg.25°/n mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Am Wendekreis der Zeiten. In Italien ist während des Besuches des Mi- l isterpräfidenten Göring ein Wort aus dem Munde Nussolinis gefallen, das uns den gründlichen Wan- M der Zeiten wieder einmal deutlich vor Augen jihrt. Der Duce hat in der Unterredung, die er |tem Sonderberichterstatter des „Völkischen Be- ibachter" gewährte, mit Bezug auf das kürzlich abgeschlossene italienisch-englische Abkommen u. a. bemerft: „Man wollte dieses Abkommen stören — Ins stimmt. Ich habe es nicht geduldet!" >em Beobachter der europäischen Entwicklung wird üirch dieses Wort sofort die Erinnerung an einen lnnz ähnlichen Ausdruck wachgerufen, Der freilich unter gänzlich anderen Voraussetzungen und von I a n 3 anderer Seite formuliert wurde. Im März 1931 hatten zwischen Berlin und Lien Verhandlungen über die bekannte Frage der Zollunion stattgesunden, die der damalige isterreichische Bundeskanzler Dr. Schober in Vereidigung gegen sofortige französische Angriffe auf ten famosen Paneuropa-Plan Briands zurückfüh- len zu dürfen glaubte. Nachdem der französische Außenminister dann noch am 28. März im Senat irflärt hatte, Frankreich werde eine solche Zoll- mion „verhindern", und nachdem sogar die für les damalige Frühjahr geplante Englandreife Brü- i inas .und seines Außenministers Dr. Curtius auf lürekken französischen Druck hatte verschoben wer- l»en müssen, fiel am 15. Mai 1931 im Genfer Luropa-Ausschuß Briands berüchtigtes Wort in bezug auf den Plan der deutsch-österreichischen Zoll- . nion: „Je ne le perments pas! — i ch erlaube i s nicht!" Der Plan wurde denn auch tatsächlich cm 3. September 1931 in Genf durch eine gemein- nme Erklärung des Reichsaußenministers Dr. Curaus und der österreichischen Bundeskanzlers Dr. Schober aufgegeben, worauf zwei Tage spä- !=r der Haagc-r Schiedsgerichtshof jene traurig berühmt gewordene Entscheidung mit 8:7 Stimmen üllte, wonach der Plan der Zollunion unvereinbar nit dem Genfer Protokoll vom 4. Oktober 1922 fti. Die Minderheit im Haag, die durch eine Mehrheit :ion nur einer Stimme überstimmt wurde, bestand ; us den Vertretern Japans, Amerikas, Deutschlands, Belgiens, Englands, Hollands und Chinas; die Zu- 'rimmensetzung dieser damals im Haag für Deutschland und Oesterreich optierenden Minderheit sest- wstellen, ist -auch heute wieder nicht ohne politischen , liieiz. Diese kurze Rekonstruktion jener Vorgänge vor 'mapp sechs Jahren zeigt den grundlegenden Wandel der Zeiten auf, wenn man ihr gegenüberstellt einmal die innen- und außenpolitische Lntwicklung Deutschlands von 1933 bis heute und eerner das gerade jetzt gefallene Wort Mussolinis, r habe jene bekannten Storungsmanooer (aus ubfofut eindeutiger Quelle) „nicht geduldet". Dieser Zeitenwandel umfaßt eine Periode vom Höhepunkt frier schlechthin schrankenlosen Herrschaft eines Frank- eich vom Versailler Stil und der vollkommenen Machtlosigkeit Deutschlands einerseits bis zur Zer- plifterung der französischen Vormachtstellung unter km von Frankreich selbst verschuldeten bolschewi- Aischen Einfluß und bis zur völligen Wiederherstellung der deutschen Gleichberechtigung und Souve- änität andererseits. Wir Deutschen stehen in diesen Tagen mitten in ( frier Vorbereitung für den 30. Januar 1937, der die rften vier Jahre nationalsozialistischer Aufbau- Politik äußerlich abgrenzt. Wir haben aus diesem großen Anlaß mehr Grund als irgendein anderes 3olf, uns jenes Zeitenwandels in erster, aber auch rhebender Weise bewußt zu sein. Wie der italienische Regierungschef jetzt aus einem akuten Anlaß jenes kraftvolle Wort begründeten staatsmännischen unb nationalen Selbstbewußtseins sprach, so haben wir Deutschen aus dem Munde unseres Führers wehr als einmal die nachdrücklichsten Versicherungen gehört, daß das neue Deutschland sich niemals Anter irgendwelche DiktatforÄerungen alten Stils zeugen werde: „Nichts wird uns jemals nieder- wingen!" Und fast gleichzeitig mit dem Wort Mussolinis gegenüber dem deutschen Pressevertreter wurden noch zwei andere Worte gesprochen, die wcht weniger bedeutungsvoll für den Wandel der Zeiten sind. Denn erstens verstärkte Mussolini den Ausdruck von der „Achse Berlin — R o m" weifellos mit voller Absicht gerade im jetzigen Zeitpunkt durch das noch viel gewichtigere, inhaltsreichere Wort von dem „unantastbaren Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen °Vel e2-^M a Laa a. Uorro* MALAGA selbständig bleiben, dürfte vielleicht auf der Weltreichskonferenz im Mai d. I. erörtert werden. Deutsche Minderheiten-Politik. Es ist noch gar nicht so lange her — und kommt auch jetzt noch zuweilen vor —, daß eine gewisse polnische Presse über die Behandlung der in Deutschland, vor allem in Oberschlesien lebenden Polen Behauptungen aufstellte, die mit der Wahrheit nichts zu tun hatten. Stets wurde darauf hingewiesen, daß der kulturellen Arbeit von feiten der deutschen Behörden große Hindernisse in den Weg gelegt werden, und besonders oft kehrte die Behauptung wieder, daß die Schulverhältnisse völlig unzureichend seien. Wir wissen, daß diese Darstellungen nicht im geringsten der Wahrheit entsprechen, denn mit peinlicher und genauester Gewissenhaftigkeit ist Deutschland bemüht, in der Frage der Minderheitenpolitik nicht vom geraden Wege obzuweichen. Daß Deutschland es hierbei wirklich an nichts fehlen läßt, dafür haben wir soeben ein aufschlußreiches Zeugnis und eine anerkennende Bestätigung, wie man sie sich nachhaltiger kaum denken kann, von polnischer Seite selbst bekommen. In einer ganzen Reihe polnischer Zeitungen hat der Sekretär des Oberschlesischen Polen-Bundes in Deutschland, Stefan M u r e k, Artikel veröffentlicht, in denen klipp und klar auseinandergesetzt wird, daß die Polen sich wirklich über nichts zu beklagen brauchen und daß alle Behauptungen von kultureller Unterdrückung usw. in das Reich der Fabel verwiesen werden müssen. Das Polentum hat, so legt der Verfasser dar, auf kulturellem und geistigem Gebiet keinerlei Beeinträchtigung erfahren. Die Jugendorganisationen, Theaterverbände und Gesangvereine befinden sich in aufsteigender Entwicklung, in den Turn- und Sportvereinen herrscht ein reges Leben, neue Schulbauten find in den letzten Jahren in Oberschlesien entstanden. — Wir begrüßen es, daß damit allen Verdächtigungen, mag ihnen nun Absicht oder bloße Gedankenlosigkeit zugrunde liegen, ein für allemal die Spitze abgebrochen ist. Das neue Deutschland hat mehr als einmal mit allem Nachdruck erklärt, daß es nicht gewillt ist, in der Frage der Minderheitenpolitik Angehörigen anderer Nationen irgendwelche Einschränkungen aufzuerlegen, weil es fest entschlossen ist, mit den Völkern, die hinter diesen Minderheiten stehen, in Frieden und Eintracht zu leben. Im Sinne dieser Verständigungspolitik zwischen Deutschland und Polen können wir es nur begrüßen, wenn durch die Darstellungen Mureks allen weiteren Entstellungen der Nährboden entzogen worden ist. Wenn Deutschland seinen Verpflichtungen in so gewissenhafter Form nachkommt, dann können wir aber auch erwarten, daß die Gegenseite den gleichen Maß st ab bei sich anlegt. Leider ist das aber nicht immer der Fall. Wir möchten daher nicht verfehlen, mit allem Nachdruck darauf hinzuweisen, daß Minderheitenpolitik nur dann wirklich als erfolgreich und die Verständigung fördernd angesprochen werden kann, wenn sie von beiden Seiten gleichmäßig betrieben wird. Daß Deutschland es an nichts hat fehlen lassen, zeigt das obige polnische Eingeständnis. Prager Täuschungsmanöver. Die bolschewistische Flugzeugbasis in der Tschechoslowakei. Budapest, 19. Jan. (DNB.) Der Generalstabsoberst i. R. Nyiry, der bereits mehrfach mit eingehenden Studien über den Einfluß Sowjetrußlands in der Tschechoslowakei hervorgetreten ist, führt fetzt in dem katholischen ..Nemzety Ujsag" den Nachweis, daß der kürzlich von der teschechoslowa- kischen Regierung England gemachte Vorschlag, einen Untersuchungsausschuß in die Tschechoslowakei zur Feststellung der angeblich nicht vorhandenen s o w j e t r u s s rs ch e n Flugstützpunkte zu entsenden, nicht anderes sei als ein naiver Bluff zur Irreführung der öffentlichen Meinung. Nyiry sagt, die Tschechoslowakei würde zweifellos vor Eintreffen des Ausschusses aus der Umgebung der wichtigsten Stützpunkte, also M u n- kacs und Ungvar unter irgendeinem Vorwand die Einwohner entfernen. In der Nacht würden dann heimlich aus den Flughäfen die sowjetrussischen Flugzeuge und die tschechoslowakischen Bombenflugzeuge mit der dazugehörigen Ausrüstung und den Waffen fortgeschafft werden. Als Ersatz würden dann harmlose Verkehrsflugzeuge mit Betriebsmaterial in den Flughäfen untergebracht werden. Der englische Untersuchungsausschuß würde darauf feststellen, daß keinerlei Stützpunkte für sowjetrussische Flugzeuge in der Tschechoslowakei vorhanden seien. Ungarn müsse die Welt rechtzeitig auf diesen naiven Trick aufmerksam machen. Das ewig drohende Damoklesschwert werde nicht beseitigt. Sowjetrußland habe sich mit seiner Luftwaffe trotz allem in den früheren ungarischen Gebieten der Tschechoslowakei eingenistet, um von dieser vorgeschobenen Stellung aus die europäische Kultur hinwegzufegen. Durchaus zuverlässige Augenzeugen hätten besonders in den Ortschaften Munkacs und Ungvar auf den in Bau befindlichen tschechoslowakischen Flugplätzen uniformierte sowjetrussische Offiziere gesehen. Diese Offiziere hätten in öffentlichen Lokalen ungestört die Internationale gesungen. Geld habe bei ihnen keine Rolle gespielt. In der ungarisch-tschechoslowakischen Grenzstadt Ko morn habe man im Laufe des Sommers mehrfach sowjetrussische Bombenflugzeuge beobachtet, als sie die tschechoslowakische Grenze entlangflogen und aller Wahrscheinlichkeit nach tschechoslowakischen Artillerieoffizieren von Komorn bei Schießübungen behilflich waren. Mit dem 8. April 1935 habe die Einnistung sowjetrussischer Luftstreitkräfte in der Tschechoslowakei begonnen. Oie neue Parade-Uniform der Polizei. Berlin, 19. Jan. (DNB.) Durch Runderlaß des Reichsführers SS. und Chefs der deutschen Polizei wird die erstmalig auf dem Reichsparteitag 1936 in Nürnberg gezeigte neue Paradeuniform der Polizei zum Tragen bei feierlichen Anlässen allgemein eingeführt. Danach tragen alle Polizeiofsiziere Feldbinden aus Aluminiumgespinst und das bereits eingeführte Feldbindenschloß, für Generale und Offiziere der Wasserschutzpolizei vergoldet, für die übrigen Polizeioffiziere aus Aluminium. Außerdem wird ein Bandelier und eine schwarz lackierte Kartusche mit Hoheitsabzeichen getragen. Bei Generalen besteht das Bandelier aus goldgelbem Metallgespinst, bei den übrigen Polizei- ofsizieren aus Aluminiumgespinst. Zur Feldbinde und zum Bandelier tragen die Polizeioffiziere am Tschako einen weißen Haar dusch. issenschast und Vierjahresplan. Berlin, 18. Jan. (DNB.) Zu ihren großen Aufgaben am Vierjahresplan bekannte sich die deutsche Wissenschaft auf einer eindrucksvollen Kundgebung, die der NS.-Dozenten b und und der NS. -Lehrerbund in die Berliner Universität einberufen hatte. Professor Dr. Thießen vom Kaiser-Wilhelm-Jnstitut für physikalische und Elektrochemie erklärte dabei u. a. über Fragen der deutschen Rohstoffwirtschaft: Die Güter der Erde sind ungleichmäßig verteilt. Das wurde fühlbar durch die Störung der Weltwirtschaft, die die Bande zerriß, die durch die Erzeugung und Veredelung der Rohstoffe zwischen den Völkern geknüpft worden waren. Da dieser Zustand sich nicht so bald beheben läßt, ist es verständlich, daß Völker, denen bei hoher Kultur Rohstoffe in reichlichen Mengen versagt sind, sich bemühen, diesem Mangel aus eigener Kraft abzuhelfen. Deutschland hat dieser Notwendigkeit frühzeitig Rechnung getragen und darüber hinaus einen Antrieb f ü r tiefere und bessere Naturerkenntnis gewonnen. Denn dadurch können jenen Rohstoffen, die bestimmten Zwecken zunächst nicht zu genügen schienen, wertvolle neue Eigenschaften zugeteilt werden. Wir verfügen über Kohle, Kalk, Gips, Aluminium, Magnesium, Luft und Wasser, ferner über Zinnerze, magere Eisenerze und verstreute Vorkommen von Kupfer, Blei und dergleichen. Dieser schmalen Grundlage hat die deutsche Wissenschaft eine erstaunliche Fülle von hochwertigen Stoffen abgerungen, wie Leichtmetall-Legierunaen, rostfreie stähle, Trieb- ftoffe, synthetischen Kautschuk, Zellwolle und zahlreiche organische Kunststoffe. Diese sind keine Ersatzstoffe mehr, sondern sind heute schon unentbehrliche Werkstoffe mit verbesserten Eigenschaften. Die aussichtsreiche Entwicklung beruht auf der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis und der verständnisvollen Förderung durch Staat und Wirtschaft. Professor Dr. Bacher vom Reichswissenschaftsministerium erklärte u. a.: Wenn der Wissenschaftler das Volksganze begreift und bereit ist, fein Denken und Handeln, Fragen und Forschen als „politischer Soldat" in den Dienst der Gesamtheit zu stellen, dann ist die Hochschule als Mittel zur Durchführung des Bierjahresplanes wertvoll. Dieser ist nicht das Ende, sondern der Anfang eines neuen Entwicklungszeitraumes. Daher muß auch die „freie Forschung" mitwirken, immer wieder neue Erkenntnisse bereitzustellen, denn auf der Wissenschaft von heute fußt die Technik von morgen. Professor Bacher sprach dann über die Maßnahmen, die zur Planung und Verstärkung der Forschungsarbeiten erforderlich sind, und forderte die Hochschullehrer auf, dem Rufe der politischen Führung Folge zu leisten und dadurch der Wissenschaft den Platz zurückzuerobern, der ihr im Rahmen des Volkes zukommt. Gleichzeitig betonte er, daß der Wissenschaft auch die nun einmal notwendigen F o r s ch u n g s mi tte l zur Verfügung gestellt werden müßten. Irisch-britischer Wirtschastsfriede? London, 19. Jan. (DNB.) Im Parlament gab der Dominion-Minister Malcolm Macdonald eine Erklärung über die Beziehungen zwischen dem Freistaat Irland und der englischen Regierung ab. Beide Länder sind übereingefommen, das Anfang vorigen Jahres abgeschlossene Wirtschaftsabkommen vorbehaltlich einiger kleiner Aenderun- gen um ein Jahr zu verlängern. Die am vergangenen Donnerstag mit Ministerpräsident de Valera geführten Besprechungen seien informeller Natur gewesen Die britische Regierung sei übrigens bereit, jede Gelegenheit zu ergreifen, um zu einer befriedigenden Regelung der schwebenden Fragen zu gelangen. Auf eine Frage, ob die Unabhängigkeit Nordirlands erhalten bleiben würde, erklärte der Dominion-Minister, daß selbstverständlich jede Aenderung in den Beziehungen zwischen den beiden Regierungen Irlands der Zustimmung dieser Regierungen bedürften. Die Briten haben im Kampf gegen Irland wirtschaftspolitisch die Erfolge nicht erzielt, die sie bei Ausbruch des Kampfes erwarteten. Damals war Irland zum größten Teil von England abhängig. Irland lieferte nach der Mutterinsel Vieh und Fleisch, Käse, Butter und andere Milchprodukte. England war sein bester Kunde. Dafür bezog Irland von England hauptsächlich Kohle. Aber bereits unmittelbar nach seiner Machtübernahme im Jahre 1932 stellte de Valera ein Wirtschaftsprogramm auf, das von der Tatsache ausging, daß im Irischen Freistaat genügend Rohstoffe, Nahrungsmittel und Arbeitsmöglichkeiten vorhanden feien. Trotzdem war der Lebensstandard der irischen Bevölkerung gesunken. Die Erzeugung veredelter Agrarprodukte wie Schlachtvieh, Butter, Eier und Speck ging, wie gesagt, hauptsächlich nach England, dafür tauschte Irland aber fast sämtliche industriellen Produkte aus England ein, weil Irland selbst fast ohne jede Industrie war. De Valeras Wirtschaftsprogramm war auf Autarkie gerichtet. Durch eine großzügige staatliche Planwirtschaft wurde die Entwicklung des Ackerbaues gegenüber der in Irland althergebrachten Weidewirtschaft gefördert, vor allem zur Unterstützung der Kleinbauern für Geflügel und Eier. Ferner wurde der Rindviehbestand, der sich infolge des Handelskriegs mit England und der von England durchgeführten Einfuhrkontingentierung stark vermehrt hatte, verringert. Jährlich wurden etwa 250 000 Stück Vieh abgeschlachtet, wovon ein Teil für eine Fleischkonservenfabrik bestimmt war, ein anderer Teil zur kostenlosen Lieferung von Fleisch und Fleischprodukten für die irischen Ar- beislosen. Der Getreideanbau wurde verstärkt, in Thurles, Malkow und Tuam wurden neue Zuckerrübenfabriken errichtet. Der Tabakanbau wurde gefördert und schließlich erlangte die Torfverwertungsindustrie eine größere Ausdehnung. Im Kampfe gegen England ist durch diese Maßnahmen die irische Landwirtschaft über alle Schwierigkeiten hinweggekommen, die Waffe der englischen Einfuhrkontingentierung gegenüber Irland richtete, je länger gebraucht, um so weniger Schaden an. Gleichzeitig wurde der Ausbau einer eige- nen irischen Industrie gefördert. Auf Grund einer vom Parlament angenommenen Akte legte die Regierung De Valeras Schutzzölle auf Jndu- strieprodukte hauptsächlich englischer Herkunft. Eine Unmenge von industriellen Betrieben wurde neu gegründet, die Mühlenindustrie wurde wieder aufgebaut, die durch die Konkurrenz Großbritanniens zum Erliegen gekommen war, und in den letzten Jahren war der Freistaat in der Lage, seinen Mehlbedarf auf eigenen Mühlen zu vermahlen. Gleichzeitig wurden die reichen Wasserkräfte für die Anlage von Elektrizitätswerken ausgenutzt. Die Deutschen sind hier führend gewesen, wie überhaupt Deutschland und Irland im guten Wirtschaftsaustausch stehen, so daß jetzt Deutschland durchweg die zweite Stelle in der irischen Handelsbilanz unmittelbar hinter England einnimmt. Erst zu Beginn des vorigen Jahres wurde ein Wirtschaftsabkommen mit England getroffen, das aber an der Kampfstellung, die die beiden Staaten einnahmen, nichts wesentlich änderte. Vor dem Ausbruch des Wirtschaftskrieges war z. B. die englische Kohlenausfuhr nach Irland mehr als doppelt fo hoch als selbst nach dem Handelsabkommen des Vorjahres. Der Handelskrieg betraf alle industriellen Produkte Englands. Die englische Zementindustrie z. B. setzte vor dem Handelskrieg durchschnittlich jährlich 24 000 Tonnen nach Irland "ab, die Ziffer sank in den letzten Jahren unter 5000! England hatte gegenüber Irland das alte aus der Geschichte bekannte Spiel verfolgt, die Iren zu willenlosen Sklaven der britischen Interessen zu machen. Aus einem politischen Streit war hauptsächlich durch die Bestrebungen der englischen Landwirtschaft, die irische Konkurrenz fern zu halten, dieser Handelskrieg entstanden. Man kennt aus der Geschichte die selbstische Art, in der England gerade Irland gegenüber handelte, so durch Verbot des Verspinnens der irischen Wolle, durch Ausschließungszölle gegenüber irischen Halboder ganz veredelten Milchprodukten. Irland sollte nur, und zwar nach einem von England bestimmten Maße, Rohstoffe nach England liefern. Im wesentlichen ist England gegenüber Irland dieser Tendenz freu geblieben. Aber der britische Wirtschaftskrieg ist durch De Valeras Kampf um die wirtschaftliche Unabhängigkeit seines Landes iehl- gefchlagen, und jetzt möchte England von einem Kampf abftehen, den es selbst entfesselte. rt. Hat Amerika wieder Hoffnung? Von Dr. Friedrich Sohn. ix. Vodenzerflörung durch Wasser! Auf der tagelangen Fahrt, die uns aus dem Inneren des Kontinents wieder zur amerikanischen Ostküste führt, haben wir häufig Gelegenheit, d i e zerstörende Wirkung des Wassers am Boden kennenzulernen. Vielfach hat man in Anpassung an die Konturen der zumeist leicht gewellten Landschaft in bestimmten Abständen Erdaufwürfe, sogenannte Terrassen, geschaffen, um dadurch die Wegspülung des Bodens zu verhindern. Trotz dieser schützenden Maßnahmen, von denen bisher nur ein Teil des bedrohten Landes erfaßt wird, kann man beobachten, wie sich auf den Feldern Rinnen bilden, die — wenn nichts getan wird — sich in kürzester Zeit zu mächtigen Einschnitten vergrößern und eine weitere landwirtschaftliche Nutzung unmöglich machen. Es handelt sich hier um die schärfste Form der Bodenzerstörung durch das Wasser, die der Amerikaner als „Rinnenerosion" (gully erosion) bezeichnet. Gleichfalls verheerende Wirkungen — wenn auch nicht in so auffallender Weise — richtet die schwächere Form der „Flächenerosion" (sheet erosion) an, die dem Farmer die fruchtbare obere Bodenschicht weg- stiehlt, ohne daß er es vielleicht merkt. Wenn wir uns hier so eingehend mit der Bodenzerstörung befassen, so wollen wir das nicht tun, ohne kurz auf die klimatischen Verhältnisse dieses Landes einzugehen. Wie in jeder Beziehung, so ist Amerika auch im Klima ein Land der Gegensätze. Wir fahren Ende Oktober — in der angenehmsten Reisezeit, im „Indian Summer" — durch den Mittelwesten, und es ist so heiß, daß wir uns den Rock ausziehen müssen. An der Nordseite der Landstraßen Iowas stellt man aber schon Schutzwände auf, die Schneeverwehungen auf der Landstraße verhindern sollen. Man sagt uns, daß bereits Ende Oktober, bestimmt aber im November d i e ersten Schnee stürme zu erwarten seien. In der Gegend von Chikago wird es im Sommer so heiß, daß es der Nordeuropäer kaum aushält, im Winter aber wird es ebenso unangenehm kalt. In den letzten Jahren sind in Nordamerika Ueberschwemmungen und Dürreperioden eingetreten, die in ihrem Ausmaß und ihrer räumlichen Ausdehnung bei uns nicht ihresgleichen finden. Die Regenfälle haben dort anderen Charakter, sie sind so heftig, daß — wenn nicht Schutzmaßnahmen ergriffen werden — in unebenem Gelände die größten Schäden angerichtet werden. Ich entsinne mich eines Erlebnisses, das ich vor einigen Jahren im Gebirge hatte. Mit zwei Kame- rabe befand ich mich auf großer Fahrt, wir hatten spät abends in Ermangelung anderer Möglichkeiten — das Gelände war sehr zerklüftet — in einem trockenen Wasserlauf geparkt und schliefen in dem besonders als Lagerstätte hergerichteten Wagen, als plötzlich ein heftiges Gewitter hereinbrach. Wir hatten, aus unseren Träumen unsanft geweckt, gerade noch Zeit, aus der trockenen Wasserrinne herauszukommen, die sich in kürzester Frist in einen reißenden Wildbach verwandelte. Die Bodenzerstörung durch das Wasser ist besonders stark im Süden, wo auch während der Wintermonate der ungefrorene Boden den heftigen Regengüssen ausgesetzt ist. Neben den Terrassen, die wir als Mittel zur Bekämpfung der Bodenzerstö- rung bereits kennenlernten, hat die Art der Bodennutzung einen gewaltigen Einfluß auf die zerstörenden Wirkungen. Auf einer Versuchsstation im Staate Missouri hat man z. B. festgestellt, daß auf einem Versuchsfeld, auf dem Mais ohne Unterbrechung angebaut wurde, in einem bestimmten Zeitraum ein Bodenoer lüft von 74,09 Tonnen je Acre eintrat, während unter ähnlichen Bedingungen bei einer Fruchtfolge von Klee, Mais und Weizen der Bodenverlust nur 7,19 Tonnen betrug. Im ersten Fall flössen 24,59 v. H. der Niederschlagsmengen ab, ohne an Ort und Stelle das Wachstum zu fördern, während im zweiten Fall der Wafferverlust nur 11,57 v. H. betrug. Zur Be. fämpfung der Bodenzerstörung bemüht sich die amerikanische Regierung neuerdings, die Landwirtschaft vielseitiger zu gestalten und von der Monokultur zu gemischtwirtschaftlichen Be. tr iebsformen zu kommen. Es ist aber schwer, die Farmer, die nur auf den Erfolg des Augen, blicks eingestellt find und denen ein Denken in Ge. nerationen völlig fremd ist, zu einer pflegfamen Behandlung des Bodens zu erziehen. Im Südosten der Union erlebt man es z. B. immer wieder, daß die Baumwollkultur, welche die Erosion begünstigt, bei hohen Baumwollpreifen alle anderen Nutzungs- arten fast völlig zurückdrängt. Um fo stolzer können wir darauf fein, daß es die Angehörigen einer schon im 18. Jahrhundert ausgewanderten deutschen Volksgruppe, die Pennsylvania D u t ch, schon vor Jahrzehnten verstanden haben, wie in einem der letzten Jahrbücher des Amerikanischen Landwirtschaftsministeriums bestätigt wird, auch ohne staatliche Unterstützung dieser Gefahr zu begegnen. Es handelt sich hier um Menschen, die stärker als die deutschen Auswanderer des 19. Jahrhunderts an ihren alten Gebräuchen festhielten und in der Zeit der großen Westwanderung ungewöhn- lief) seßhaft blieben. Auch in Nordamerika können wir beobachten, wie sich bäuerliche Einstellung als Bollwerk gegen eine große nationale Gefahr, die Bodenzerstörung, bewährt. lieber das Ausmaß und Tempo der Bodenzer- ftörung auf dem nordamerikanischen Kontinent sind in den letzten Jahren Untersuchungen angestellt worden. Die Ergebnisse sind so eindrucksvoll, daß ich sie dem Leser nicht vorenthalten möchte. Etwa 14 Mill. Hektar Land — das ist die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche Deutschlands — mürben durch Rinnenbildung völlig zerstört. Das ganz, lief) unbrauchbar gewordene Land bedeckt eine Fläche, auf der 280 000 Betriebe mit je 65 Hektar Land bestehen könnten. Auf weitere 50 Mill. Hektar ist die fruchtbare obere Bodenschicht ganz oder fast ganz weggewaschen worden. Es wird größter Anstrengungen bedürfen, um eine weitere Bodenzerstörung zu verhindern. Eine Regierungskommission hat auf Grund eingehender Untersuchungen vor etwa 2 Jahren den Vorschlag gemacht, das Land von etwa 450 000 landwirtschaftlichen Betrieben allmählich a u f z u k a u f e n , die Farmer unter günstigeren Bedingungen wieder anzusiedeln ober anderen Berufszweigen zuzuführen. Man will unter Aufwendung großer staatlicher Mittel eine Landnutzung erreichen, die weitere Zerstörungen am Boden mit der Zeit unmöglich macht. Mit den Arbeiten hat man bereits begonnen. Neben die Bodenzerstörung durch klimatische Einwirkungen tritt noch die Bodenverschlechterung, die durch eine ungenügende Düngung verursacht wird. Nach amtlichen Schätzungen beträgt der Nettoverlust in der Näbrstoffbilanz der amerifa- nischen Landwirtschaft jährlich 3,8 Mill. Tonnen Reinstickstoff, 1 Mill. Tonnen Reinphosphor und 28 Mill. Tonnen Reinkali. In USA. geht im Jahr neunmal soviel Stickstoff, zweimal soviel Phosphorsäure und vierunddreißigmal soviel Kali verloren, wie in Deutschland dem Boden durch die künstliche Düngung zugeführt wird. Wir haben hier ein Problem angeschnitten, das vielleicht einmal d i e Schicksalsfrage Nord- a m e r i f a 5 sein wird. Noch für lange Zeit wer- den allerdings Uebererzeugung und für den Farmer unerträgliche Preise das drohende Gespenst der amerikanischen Landwirtschaft fein. Es stehen ja noch gewaltige Erzeugungsreserven zur Verfügung, die man in Anspruch nehmen kann, wenn weiteres Kulturland unbrauchbar wird. Allein 36 Mill. Hektar — d. h. wesentlich mehr als die landwirtschaftliche Nutzfläche in Deutschland — können durch Drainage mit verbältnismäßig geringen Kosten für die Erzeugung erschlossen werden. Trotzdem ist aber auf lange Sicht gesehen die Zerstörung des Bodens das größte und schwierigste Agrarproblem Nordamerikas. Die Geschichte lehrt uns an vielen Beispielen, daß der Mensch durch eine falsche Behandlung des Bodens in verhältnismäßig kurzer Zeit die aufbauende Arbeit der Natur von Jahrmillionen zerstören kann, daß aber anderseits auch mit den größten menschlichen Anstrengungen ein Wiederaufbau des einmal Zerstörten nicht möglich ist. Meine voliiiscke Nachrichten. In unterrichteten italienischen Kreisen verlautet, daß mit einer Anwesenheit italienischer Vertreter auf der nächsten Sitzung des Völkerbundsrates in Genf nicht zu rechnen ist. * Ministerpräsident Göring empfing in Capri den Besuch des italienischen Kronprinzen. Das gemeinsame Frühstück in einem Restaurant an der Marina Grande wurde durch Volkstänze und Volkslieder verschönt. Anschließend besichtigten der Kron- prinz und der Ministerpräsident verschiedene Aussichtspunkte der Insel. Ueberall wurden sie von der Bevölkerung herzlich begrüßt. Im Rahmen des nationalpolitischen Lehrganges der Wehrmacht hielt Reichsminister Dr. Frick im Reichskriegsministerium einen Vortrag über „Gestalt und Aufbau des Dritten Reiches". * Der bulgarische Geschäftsträger in Berlin überreichte dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels als Geschenk des Königs der Bulgaren ein Gemälde eines namhaften bulgarischen Künstlers mit einem herzlich gehaltenen Handschreiben. * Der bisherige Kommandant von Berlin, Generalleutnant Schaumburg, ist mit Wirkung vom 1. Februar d. I. zum Landwehrkommandeur Groß-Hamburg ernannt worden. An seine Stelle tritt der bisherige Kommandeur des Infanterie-Regiments 67 Generalmajor Seifert als Kommandant von Berlin. Kunst und Wistenschast. Goefhe-TNedaille für den Komponisten Professor Reifer. Reichsminister Dr. Goebbels überreichte dem Komponisten Professor Joseph Reiter die Goethe - Meoaille, die der Führer und Reichskanzler dem um die deutsche Musik verdienten Künstler und Träger des Goldenen Ehrenzeichens der NSDAP, verliehen hat. Dr. Goebbels sprach Professor Reiter, der am 19. Januar seinen 75. Geburtstag feierte, die Glückwünsche der Reichsregierung aus und übergab ihm ein Handschreiben des Führers folgenden Inhalts: „Sehr geehrter Herr Professor! Zu Ihrem 75. Geburtstag spreche ich Ihnen herzliche Glückwünsche aus. In Anerkennung Ihrer großen Verdienste um die deutsche Musik und Tondichtung verleihe ich Ihnen die von dem Herrn Reichspräsidenten von 1,e K S’ritJ9',?* -r-tzr: ’■ die J $ bj( *•» l(Ä. /‘oiit ”9 b,5 IS, . Renten • '"-t «ÜA ÄR t .l” ItoÄ -;:S? d"I«r @”V.S ,r des 19 <4 ?" 'n tffhi.,,'3* unqen n„ J1® ?^°chte. Ekv L?»r L-s -Ni.i .^nz ober fQ oirt größter jJ 3eitcre Dodenzer. eS°m* Ierlud)ungen nor iS* broQ5 5q"> 7'tzn Betrieben c »armer untrr onjufiebdn ob« v?tQn will unter 7^. eine ßanb: ■Morunqen am wacht. Mit den wen. Weben die Einwirkungen ''wlerung, di, u n 9 u n g verm. ungen beträgt ber der ameriki W Mill. lonntP ^emphosphor uni SA. geht im Ich ioviel Phogph-r, >el Kali verlom, iurd) die künstliche angeschnitten, bas slrage Nord- r lange Zeit wer- id für den Farm fibf Gespenst der n. Es stehen ja ngsreserven id) nehmen tann, bar tnirb. Win t) mehr als bv j^thlanb — töm smMq gerinnen en werben. Trch Hetzen bie Zersio- unb schwierige ie Geschichte lehrt ber Mensch durch iens in verhältnir- t Arbeit der Wählt i, baß aber ander- blichen Anstrengung ,al Zerstörten nicht aäin'chten. Kreise« °erI-M italienüch" Sifjiing des Hol' cht zu rechne« i|t mpfing in «Prinzen S® Reftauronf «" ™ -!°nz- und» ttiaien '« s"n oc*W aus; litten ft °°" 611 ä“ä nches". ■ r ;n Berlin über- a 5 ci® (Semäft ren ei» . . jn ünstlers mit ein n. "'°,,°^Wicku»! ^*'°7«°^n- worden- » 3n|fln- 1,5 senschaü- ^.h., AM- )fdfor hAHi^oh1' berr^moeth^' terhlÄfan3l6h ■ und Q( r unö hens der ’sIS**-' „ 75 S-" iZuNLüF “J Sudenburg gestiftete Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft. Mit besten Wünschen für Ihr weiteres Schassen und Wohlergehen bin ich mit deutschem Gruß Ihr (gez.) Adolf Hitle r." Joseph Reiter, am 19. Januar 1862 in Braunau am Inn geboren, wirkte von 1908 bis 1911 als Direktor des Mozarteums in Salzburg und lebte später in Wien. Er schrieb die Opern „Der Bundschuh", „Der Totentanz" und „Der Teil", ferner Chorwerke, Balladen und Männerchöre. Oberspielleiler Peter Fassott in Krefeld. Nach dem Ausscheiden von Intendant Dr. Prasch wurde der Oberspielleiter des Schauspiels, Peter Fas sott, mit der einstweiligen Leitung des Krefelder Stadttheaters beauftragt. Das Stadttheater und sein künstlerischer Ruf gewannen, wie dem Bericht eines dortigen Blattes zu entnehmen ist, durch Fassotts Führung, was den Spielplan wie die Jnszemerü-ngen angeht, bedeutend. Fassokk, der vom Schauspiel kommt und gerade hier große Erfolge ernten konnte, hat nun gebeten, ihn wieder mit seiner ihm eigenen Aufgabe, der Leitung des Schauspiels, zu betreuen und ihm die Verwaltungs- arbeit, die mit dem Posten eines Intendanten verbunden ist, abzunehmen. Die Krefelder Stadtverwaltung hat diesem Wunsche stattgegeben und die Stelle eines Intendanten des Krefelder Stadttheaters ausgeschrieben. Ein neues Schauspiel von h. A. Weber. Die Intendanz des Stadttheaters Gießen hat das neue Schauspiel „Die ewige 58 r ü cf e" von 5). 21. Weber zur Uraufführung erworben. Das Schauspiel wird vom Gießener Stadttheater gelegentlich der Gau-Theaterwoche am 18. März in Darmstadt zum erstenmal aufgeführt werden. Das Gießener Stadttheater brachte seinerzeit Webers Volksstück „Holzappel" zur Uraufführung. Volle Llebereinstimmung Berlin—Rom. Göring über seine römischen Besprechungen. Laprl, 20. Jan. (DRV. Funkspruch.) Vor Pressevertretern gab Ministerpräsident Generaloberst Göring seiner Freude darüber Ausdruck, feststellen zu können, daß in allen feinen Besprechungen mit dem Duce und dem Grafen Liano eine volle llebereinstimmung in den schwebenden Fragen erzielt worden sei, und daß die Achse Rom — Berlin ein festes Gefüge im Friedensaufbau fein werde. Italien und Deutschland würden auch künftig durch engste Fühlungnahme und ständige gemeinsame Prüfung aller Fragen ihre llebereinstimmung zwischen ihren beiden Regierungen dokumentieren. Beide Regierungen hätten den festen Willen, die internationale Lage zu entwirren u. damit dazu beizutragen, den Frieden in Europa, der immer wieder aufs neue vom Bolschewismus bedroht wird, zu festigen. Sie würden damit den Beweis erbringen, daß die Zusammenarbeit zwischen den Staaten der Autorität und der Ordnung der sicher sie Garant für den Frieden ist. Die Haltung beider Staaten in der Spanien- Frage unter Berücksichtigung des vitalen Interesses gegen die Festsetzung des Bolschewismus in Spanien bleibe gleichmäßig dieselbe. Englands Politik in der spanischen Frage. Eden spricht im britischen Unterhaus. London, 20. Jan. (DNB. Funkspruch.) Außenminister Eden erklärte im Unterhaus u. a.: Das Jahr 1937 werde ein Jahr akuter schwieriger internationaler Probleme, aber auch ein Jahr der internationalen Möglichkeiten sein. Aus beiden ergebe sich die Schwere der Verantwortung, deren sich alle bewußt sein müßten. Das Parlainent müsse die Funktion eines Staatsrates ausüben, in dem alle Mitglieder nicht im Geheimen, wie in einigen Ländern, sondern vor aller Welt ihr Aeußerstes zu einer guten Führung der britischen Außenpolitik tun müßten. Spanien überschatte zur Zeit alle anderen Ereignisse. Obwohl der Konflikt mit unverminderter Heftigkeit andauere, sei die Gefahr, daß Europa in einen Krieg verwickelt werde, endgültig vermindert, wenn auch noch nicht völlig beseitigt. Niemand dürfe glauben, daß als Ergebnis des spanischen Krieges irgendeine ausländische Wacht Spanien auch nur für eine Generation beherrschen werde. England würde sich einer solchen Entwicklung entschieden widersetzen und auch 24 Willionen Spanier würden Widerstand leisten. Fast das einzige, was Spanien einigen könne, wurde ein gemeinsamer haß gegen den Ausländer sein. Das britische Interesse bestehe nicht darin, daß Spanien eine besondere Regierungsform der Linken oder Rechten haben müsse. Das würde eine Beteiligung Englands an dem „Krieg der Ideologien" bedeuten, den es selbst verurteilt habe. Die Regierungsform in Spanien müsse eine Angelegenheit d e s spanischen Volkes und von niemand anders fein. Aus diesem Grunde werde England auch weiterhin gegen die von außen kommende Einmischung in die inneren Angelegenheiten Spaniens auftreten. Diese Politik bleibe die richtige für Europa, wenn auch die Verstöße gegen das Nichteinmischungsabkommen viel Bitterkeit verursacht hätten. Das französische Parlament habe in der Frei- willigen-Frage ein Gesetz erlassen, wenn alle Regierungen in gleicher Weise verführen, würde es besser sein als heute. Es sei ihm mitgeteilt worden, daß die Antworten Deutschlands und Italiens in den nächsten Tagen eingehen würden. Alsdann befaßte sich der Außenminister mit dem englischen Gesetz über die Anwerbung für das Ausland. Flugzeugführern seien 40 Pfund Wochenlohn und eine Prämie von 500 Pfund für jedes abgeschossene feindliche Flugzeug angeboten worden. In Marseille habe sich ein arbeitsloser Bergmann im Zustande der Trunkenheit überreden lassen, nach Spanien zu gehen. Es sei ihm aber gelungen, noch vor der Ankunft des Schiffes zurückzukehren. Es handele sich also nicht nur um b e - geisterte Freiwillige, sondern auch um den Versuch einer regelrecht en A n - Werbung. In dieser Hinsicht sei das gesetzliche Verbot eindeutig. Marokko. Ein anderes ernstes politisches Thema sei Marokko. Am 8. Januar habe ihm der französische Botschafter mitgeteilt, daß seine Regierung Nachrichten über die bevorstehende Ankunft eines starken Kontingents deutscher Freiwillig e r in der spanischen Zone von Marokko erhalten habe. Der Botschafter habe ihm erklärt, daß Vorbereitungen zu ihrem Empfang, wie Bereitstellung von Kasernen und Lebensrnitteln getroffen worden seien, und daß deutsche Ingenieure an den Befestigungsanlagen bei Ceuta tätig seien. Die britische Regierung habe ihren Generalkonsul in Tanger aufgefordert, über jede Tätigkeit von „Richtspaniern" in der spanischen Zone ausführlich zu berichten. Die eingegangenen Antworten feien im allgemeinen beruhigenden Eharakters. Am 11. Januar habe der deutsche Reichskanzler dem französischen Botschafter in Berlin die positive Versicherung gegeben, daß sich in der spanischen Zone keine deutschen Streitkräfte befänden und daß er auch nicht d i e Absicht habe, deutsche Streitkräfte zu entsenden oder irgendeinen Teil der Zone zu besehen. Eine ähnliche Versicherung habe der britische Botschafter in Berlin vom deutschen Außenminister erhalten. Der spanische Oberkommissar in Tetuan habe die britischen Militärbehörden in Gibraltar zum B e - such der spanischen Zone eingeladen. Die erhaltenen Berichte seien beruhigend, die Regierung werde auch weiterhin sorgfältig die Lage überwachen, denn sie sei an der Erhaltung der spanischen Zone sehr interessiert. Die englisch - italienische Mittelmeer-Erklärung sei für die Befriedung im Mittelmeer von Nutzen. Der französische Außenminister habe die Erklärung warm begrüßt, und Länder, mit denen England besonders freundschaftliche Beziehungen unterhalte, — die Türkei, Jugoslawien, Griechenland, Aegypten — hätten ihr Einverständnis mit dem, was geschehen sei, zum Ausdruck gebracht. Fragen an Deutschland. Die Aufrüstung sei ein unerläßliches Mittel zur Herbeiführung einer europäischen Regelung und Stärkung der Autorität des Völkerbundes. Aber um ein gesundes und gedeihliches Europa in einer Welt des Friedens zu schaffen, müsse die Welt ihre Rüstungsausgaben vermindern, die bereits die Lebenshaltung beeinträchtigten. Sie müsse ferner die Möglichkeiten der wirtschaftlichen Zusammenarbeit verstehen lernen, so daß die Lebenshaltung verbessert werden könne. England teile nicht die Auffassung, daß Europa vor die Wahl gestellt sei zwischen Diktaturen der Rechten und der Linken. Es nehme nicht die These an, daß die Demokratien der Nährboden für den Kommunismus feien. Die Zukunft Deutschlands und die Rolle, die es in Europa spielen werde, beschäftigten heute ganz Europa in erster Linie. Line große Ration von 65 Willionen Wenschen hätte Rasse und Rationatfozialismus zu einer Weltanschauung erhoben. Eden glaubte dann im Ramen der ganzen Welt fragen zu müssen, „wohin diese Doktrin Deutschland, wohin sie alle anderen führen würde." Er sah von seinem schon bekannten Standpunkt aus zwei Wög- l i ch k e i t e n für die weitere Entwicklung Deutschlands. Wolle Deutschland die Stellung einer Großmacht im Wittelpunkt Europas wieder gewinnen, die sich der Achtung anderer Staaten groß und klein erfreue, und die die mannigfachen Gaben ihres Volkes dazu benutzt, um das Vertrauen einer Umwelt wieder herzustel- len, die zu normalen Bedingungen wieder zurückzukehren wünsche? Oder wolle Deutschland Verschärfung der internationalen Gegenfähe und eine Politik einer wirtschaftlichen Isolierung? Europa stelle sich heule ernstlich diese Fragen, denn es könne sich nicht immer weiter treiben lassen in eine ungewisse Zukunft. Deutschland habe es in seiner Wacht, nicht nur sein Schicksal, sondern auch das Europas zu entscheiden. Wenn es volle und gleiche Zusammenarbeit mit anderen Ländern wähle, werde es in England niemanden geben, der nicht aus vollem Herzen helfen werde, Wihverftändniffe zu beseitigen und den Weg zum Frieden und zum Wohlstand zu ebnen. Wan könne die Welt nicht mit Pakten und Verträgen heilen, man könne sie auch nicht mit „politischen Weltanschauungen" heilen, man könne sie schließlich nicht heilen mit Reden, so sehr solche Reden auch den Frieden atmen. Es müsse ein un- mihverständlicher Wille zur Zusammenarbeit vorhanden sein. (Dieser Wille hat auf deutscher Seite nie gefehlt!) Dieser Wille müsse sich kundkun durch den Verzicht auf eine Doktrin der nationalen Ausschließlichkeit und durch die Annahme jedes europäischen Staates als „potentiellen Partner" bei einer Gene r a l r e g e l u n g, eine Verminderung der Rüstungen auf einen Stand, der für die Bedürfnisse der Verteidigung ausreiche, und schließlich durch die Annahme einer internationalen Regelung von Streitigkeiten, so daß der Völkerbund sich zum Segen aller auswirken könne. Diese Dinge mühten klar zum Ausdruck gebracht werden. England selbst habe keinen größeren Wunsch als eine unbeeinträchtigte Zusammenarbeit mit den anderen Staaten. Es werde in vollem Maße auf derartige Wünsche eingehen, wo immer auch sie sich äußerten. Fliegen bei jeder' iiterungslage. Das plötzlich zwischen dem Atlantischen Ozean und dem Mittelmeer aufgetretene Schlechtwetter hat die Schiffahrt und den an die Erde gebundenen Verkehr auf das Schwerste beeinträchtigt. Der Flugverkehr wickelt sich dagegen nach wie vor in gleichem Umfange ab. Die Deutsche Lufthansa, gestützt auf die ausgezeichneten Feststellungen des Reichswetterdienstes, läßt nach wie vor ihre Maschinen fahrplanmäßig starten, die auch genau zur vorgeschriebenen Zeit ihren Bestimmungsort erreichen. Gelegentlich einer Presseführung war es möglich, einen Einblick in die vielgestaltige und komplizierte Arbeit des Reichswetterdienstes zu gewinnen, der täglich die Wettervoraussagungen herausgibt. In ganz großen Zügen setzt sich die Arbeit des Reichswetterdienstes aus zweierlei zusammen: Aus der Feststellung des Tatbestandes und aus der Voraussage. Es würde zu weit führen, wollte man den Arbeitsvorgang des Wetterdienstes in allen Einzelheiten schildern. 17 große Wetterwarten in Deutschland, verbunden mit vielen Tausend Beobachtungsstellen sorgen dafür, daß der Reichswetterdienst fortlaufend mit dem erforderlichen Material versorgt wird, so daß er Voraussagen bis zu 48 Stunden machen kann. Es ist nun allerdings nicht so, daß die Voraussagungen Anspruch aus hundertprozentige Genauigkeit erheben dürfen. Aber die sorgfältige Arbeit des Dienstes hat erreicht, daß die Voraussagen b i s z u 8 5 v. H. 3 u treff en. Die restlichen 15 v. H., also die sogenannten Versager, haben ihre Ursachen in bestimmten atmosphärischen Bedingungen. So hat z. B. das aus dem Osten hereingebrochene Unwetter ein schnelleres Tempo angeschlagen als auf Grund der Beobachtungen zu erwarten war. E6 hat dann plötzlich hart westlich von Berlin Halt gemacht. Das sind Erscheinungen, die sich nicht immer haargenau voraussagen lassen. Ebenso läßt sich die Heftigkeit von Unwettern nicht immer in vollem Umfange vorher bestimmen. Der deutsche Wetterdienst ist aber nicht nur eine Angelegenheit für den Seemann und für den Zeitungsleser, der sich über die am nächsten Tage zu erwartenden Witterungsverhältnisse informieren will, er ist eine Angelegenheit für alle deutschen Wirtschaftszweige, z.B. für den gesamten Verkehr einschl. Luftfahrt, für die Landwirtschaft, für das Speditionswesen,, für die Gartenbauberufe und für viele andere Zweige unseres wirtschaftlichen Lebens. Ununterbrochen werden alle diese Kreise beraten. Besonders interessant ist der F l u g l u f t d i e n st. Das Flugzeug hilft mit, die Witterungsverhältnisse zu beobachten. Aus neun Flugplätzen steigen täglich zu gleicher Zeit morgens und abends Wetterflugzeuge auf, die die atmosphärischen Verhältnisse im Querschnitt bis zu einer Höhe von 5000 Meter feststellen. Demnächst sollen Flüge bis zu 10 000 Meter folgen. Die Feststellungen des Reichswetterdienstes und des Höhenflugdienstes, wie er durch diese Flugzeuge ausgeführt wird, sind dann wieder maßgebend für die Beratung der Piloten aller Fluazeuge. Kein Flugzeug darf einen deutschen Flughafen verlassen, ohne daß vorher dem Piloten die Wetterberatung bescheinigt wird. Unter diesen Umständen ist es möglich, unter allen Witterungsverhältnissen einen Luftverkehrsdienst durchzuführen, weil die Piloten aufs beste informiert sind. Sbt. Winterstürme über Land und Meer. Schneestürme über Nord- und Ostsee. In der Nacht zum Dienstag haben auch in Hamburg und Umgebung die ersten stärkeren Schneefälle dieses Winters eingesetzt. Der scharfe Südostwind hat Straßen und Plätze an vielen Stellen blank gefegt, während an anderen Stellen Schneeverwehungen bis zu einem halben Meter entstanden sind. Dadurch sind auf den Landstraßen und Bahnstrecken starke Verkehrsstörungen heroorgerufen worden. Heber der mittleren und westlichen Ostsee wütet orkanartiger Südost-Sturm. Auch über dem östlichen Teil der Nordsee rast der Südost in Stärke 11 bis 12, der starke Schneemassen vor sich hertreibt. Der norwegische Dampfer „Trym" hat in der Nordsee 808-Rufe ausgesandt. Der deutsche Dampfer „Schleswig" hat auf der Unterelbe Maschinenschaden erlitten. Er wurde von einem Schlepper nach Hamburg gebracht. In Saßnitz (Rügen) hielt der Südoststurm, der am Montag über Rügen in Stärke 11 dahinfuhr, am Dienstag unvermindert an. Die Schiffe im Hafen sind vereist. Der Fährschiffsverkehr von Trelleborg nach Saßnitz gestaltete sich sehr schwierig Die S ch n e e st ü r m e , die seit Tagen große Teile Dänemarks heimsuchen, haben zur völligen Lahmlegung des Verkehrs auf Jütland und Fünen geführt. Auf zehn Linien der Staatsbahnen und auf 17 Linien der Privatbahnen ist der Betrieb eingestellt. Schneepflüge und Hilfsmannschaften waren bisher nicht imstande, die durch meterhohe Schneeverwehungen und vielfach auch durch umgestürzte Bäume gesperrten Strecken wieder frei zu machen. Eine ganze Anzahl von Zügen ist steckengeblieben. Berlin im Winterkleid. Die klaren Frosttage wurden am Dienstag in der Reichshauptstadt von einem eisigen Schneetreiben abgelöst, das die Reichshauptstadt mit einigen Zentimetern Pulverschnee zugedeckt hat. In den Außenbezirken führten die Schneeverwehungen z. T. sogar zu Verkehrsstörungen. Die Straßenreinigung der Stadt Berlin setzte sofort die ganze Belegschaft in Bereitschaft. 64 Schneepflüge arbeiten, um vor allem die Hauptverkehrsstraßen zu säubern. Der erste diesjährige Schnee kostet die Reichshauptstadt rd. 10 000 Mark. Der überraschend starke Schneefall hat auch im Eisenbahnverkehr zu einigen teils empfindlichen Verspätungen geführt. Trotz des Schneefalls hält die Kältewelle noch weiter an. Um 8 Uhr wurden in Berlin minus 10 Grad gemessen. Im Osten Deutschlands verzeichnet man z. B. in Breslau und Königsberg minus 13 Grad, Gleiwitz meldet sogar 15 Grad Kälte. Dagegen hat im Westen des Reiches der Winter noch nicht feinen Einzug gehalten. Aachen hat 5 Grad Wärme. Die Temperaturunterschiede im Reich betragen also etwa 20 Grad. Aus aller Well. Der „Emden"-Vesuch in Tokio. Die Besatzung des Kreuzers „Emden" marschierte mit klingendem Spiel durch das reich beflaggte Geschäftsviertel Tokios, wo sie von den Angehörigen der deutschen Kolonie und Tausenden von Japanern stürmisch begrüßt wurde. Vor dem japanischen Kriegsheiligtum, dem „P afu ku n i - S ch r e i n", legte der Kommandant Kapitän zur See Lohmann, von Priestern des Tempels empfangen, einen Kranz nieder. Der Abmarsch erfolgte durch ein Spalier van 600 japanischen Schülern ber deutsch-japanischen Mittelschule, die die „blauen Jungs" mit den deutschen Nationalliedern und durch Schwenken von Hakenkreuzfahnen begrüßten. Im Hibiya-Festsaal fand ein Militärkonzert statt, bei dem abwechselnd die „Emden"-Bordkapelle und eine Kapelle der japanischen Marine deutsche Märsche spielten. Nach Begrüßungsworten des Bürgermeisters und der Dankansprache des Kommandanten schallten aus der Menge immer wieder begeisterte „Heil-Hitler"-Rufe. Ausgedehnte Ueberschwemmungen in Amerika. Das Hochwasser des Mississippi und des Ohio sowie ihrer Nebenflüsse überflutete große Gebiete in den Staaten Illinois, Missouri, Tennessee, Arkansas, Indiana, Pennsylvania und West-Virginia. Viele tausend Personen haben ihre Dörfer und Farmen verlassen und befinden sich auf der Flucht vor den Wassermassen. Zahlreiche Fabriken in den überschwemmten Gebieten sind geschlossen und zahlreiche Bergwerke stillgelegt. Bisher sind sieben Menschen in den Fluten umgekommen. Schwere Slreikunruhen in Detroit. Etwa 2000 Streikende versuchten in Detroit (USA.) Arbeitswillige der Briggs-Karosseriewerke am Betreten der Fabrik zu hindern. Von Lautsprecherwagen wurden die Streikenden zudem zu Gewalttätigkeiten aufgefordert, während Hetzer, tue sich unter die Menge gemischt hatten, zum Sturm auf die Fabrik drängten. Die Polizei trieb schließlich die Menge mit Tränengasbom- b e n auseinander. Der Aufruf der Automobilarbeitergewerkschaft zum Streik wurde von der 1800 Mann starken Belegschaft nur zum allerkleinsten Teil befolgt. Trotzdem mußten die Briggs-Werke infolge des wüsten Streikterrors geschloffen werden. Der Raubmörder Stollenwerk zum Tode verurteilt. Der Vorsitzende des Berliner Schwurgerichts verkündete das Urteil in dem Mordprozeß gegen den 22jährigen Hans Stollenwerk und die 32 Jahre alte Meta Schröter. Stollenwerk wurde wegen Raubmordes, begangen in der Nacht zum 26. Dezember o. I. an dem Kraftdroschkenführer Erich H e g e h o l z zum Tode verurteilt. Die Schröter erhielt wegen Beihilfe sechs Jahre Zuchthaus und zehn Jahre Ehrverlust. Devifenfchmuggel zwischen Gdingen und Danzig. In Gdingen wurde ein großer Devisen- schmuggel aufgedeckt, bei dem die jüdische Mitwirkung nicht fehlte. Bei der Ausfuhr von Gdin- nach Danzig fand man in den ausgehöhlten Füßen eines Möbelstückes 5000 Schweizer Franken. In der Wohnung eines jüdischen Händlers in Gdingen wurden ausländische Devisen im Werte von mehr als 200 000 Zloty gefunden, die bereits in verschiedenen Verstecken zum Transport über die Grenze untergebracht waren. In der Angelegenheit sind bisher zehn Personen verhaftet worden. Es handelt sich um Mitglieder einer Schmugglerbande, die mit den schwarzen Börsen in verschiedenen Teilen Polens in Verbindung gestanden hat. holländisches Privatflugzeug in Frankreich abgestürzl. Bei Pontorme, in der Nähe von Senlis, ist ein holländisches Privatflugzeug a b g e ft ü r g t. Die vier Insassen kamen ums Leben. Alle vier Insassen waren Holländer, die von Paris nach dem Haag zurückkehren wollten. Nach Bekundungen eines Bauern, der auf dem Felde arbeitete, ist die Ursache des Unglücks das Abbrechen eines Flügels. Tatsächlich wurden auch Bruchstücke des Flugzeuges in 800 m Entfernung von der Absturzstelle gefunden. Vier Todesopfer einer keffelexplofion. Ein folgenschweres Explosionsunglück, das bisher vier Todesopfer und zahlreiche Verletzte gefordert hat, ereignete sich in der oberösterreichifchn Stadt Wels. In einer Großmolkerei war ein Eisgenerator ausgebessert und zur Erprobung unter Ueberbrud gesetzt worden. Plötzlich barst der Dampfkessel der Anlage unter furchtbarem Knall. Zwei Monteure waren auf der Stelle tot, zwei Arbeiter starben nach der Einlieferung ins Spital, während zwei Schwerverletzte mit dem Tode ringen. Außer diesen Opfern sind noch zahlreiche Leichtverletzte zu beklagen. Der größte Teil des Gebäudes wurde zerstört. Büchertisch. — Die Dach- undHohlstein-Jndustrie. (Die Falzziegelwerke Carl Ludowici, KG. a. 21., Jockgrim). Band 36 der Schriftenreihe „Musterbetriebe deutscher Wirtschaft". 103 S. und 33 Tafeln. Halbl. 2,30 RM. Verlag I. I. Arnd (Uebersee-Post), Leipzig CI. — (396) — Die Schrift ist geeignet, dem Leser durch die Schilderung der Arbeitsmethoden eines ihrer Spitzenbetriebe ein anschauliches neues Bild zu bieten von den wenig bekannten Leistungen dieser riesigen Industrie. Auch diese Industrie arbeitet mit wissenschaftlicher Genauigkeit und bis ins kleinste durchdachten Herstellungsmethoden, denn diese modernen Großbetriebe der Dachziegelindustrie verfrachten heute ihre Erzeugnisse über ganz Deutschland. Das Buch ist lehrreich nicht nur für jeden Architekten und jeden, der sonst berufsmäßig mit dem Bauen zu tun hat, es bringt auch jedem Nichtfachmann und jedem Baulustigen Neues und Wissenswertes. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantworllich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 36: 11 250. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G-, sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vorn 1. Juni 1935 gültig. Gasbadeofen und neue Wanne prelsw. zu verk. oi6i Liebigstr. 86 I. i ■X Oeffentliche Handelslehranstalt Gießen der Industrie- und Handelskammer Gießen Wernerwall dlr.11 (am Oswaldsgarten) Fernruf Nr. 2480 Die Aufnahmeprüfungen für die Abteilung Handelsschule finden statt am Mittwoch, dem 20. Jan. 1937, 2 Uhr und am Montag, dem 22. März 1937,8 Uhr Das letzte Schulzeugnis ist vorzulegen. Schreibgerät ist mitzubringen. DerDirektor. 168 D In pass. Fassung wbken Augengläser immer schön! Gehen Sie zu Optiker Magnus Seltersweg 33 Kassenlieferant Vereinigung ehern. Angehöriger des Realgymnasiums Gießen Samstag, 23. Januar 1937, 20 Uhr Familien-Abend Resta u ra nt Hi n d e n b u rg Die Mitglieder mit ihren Angehörigen werden eingeladen 19.00-22.15 Prinzessin Nofretete Preise von 1.20-4.00 RM. Me-EimichliiWN ... . «n.tx. .. Gasherde, Wasch- u. Sviiltische Gießen, 20. Gießen, den 20. Januar 1937. 0315 367 D Ein 95 A UfCDQC DRUCKSACHEN W tKDC Brühl, Gießen [Stellengesuche| | Kaufgesuche] Suche für ein zu- _ ' 2-3Morgen Gerichtsvollzieher in Gießen, Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Zrmgard Cöber Herbert Silber A. Kolb Z.Thörner Aachf. Pudwiastrafte 40 ^ninA Ruf-^355 Klavieru nterricht Natalie Hoos, staatl. geprüft Danziger Straße 5. Telefon 3839 Nähen Schulgeld RM. 17.-, keine Nebengebühren. i- u.halbjährige Handels- >. Januar 1937 (Restaurant Stadt Mainz, Kreuzplatz 5) 375 d Wiesen z. pachten od. zu kaufen gesucht. Schr. Ang. mit Angaben. Preis, Gröhe u. 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Januar 1937 in sämtlichen Räumen des „Gesellschafts-Vereins“ statt Wintersport-Wetterbericht. Vogelsberg. Hoherodskopf: Starker Schnee- fall —2 Grad Celsius, 28 cm Neuschnee, Pulver- chnee. Ski und Rodeln sehr gut- — Herchenhalner Höhe: Heiter, —3 Grad, 17 cm Gesamtschneehohe, Pulverschnee. Ski und Rodeln gut. Taunus. Kleiner Feldberg: Heiter sehr starker Schneefall, —2 Grad Celsius, 19 cm Gesamtschnee, höhe, 16 cm Neuschnee, Pulverschnee. Ski und Ro- dein sehr gut. Rhön. Wasserkuppe: Nebel, —3 Grad Celsius, 30 cm Gesamtschneehöhe, 16 cm Neuschnee, Pulver- schriee. Ski und Rodeln gut. Mahnung. Die Beiträge für den Monat Dezember 1936 können noch bis zum 25. Januar 1937 ohne Kosten bezahlt werden. 368D Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung evtl. Zwanasbeitreibung. Die Einzahlung kann tag- lich an unsere Kasse oder auf das Postscheckkonto Nr. 10833 Frankfurt a. M. erfolgen. Allgemeine Ortskrankenkasse für den kreis Gießen. Moos, Rechner. .Wachhund 6Uin^auf zuErwahrung bis Mit «2)1.10 000 sucht gewissenhafter Kaufmann Beteiligung an kleinerem Industrie-Unternehmen oder Großhandel. Schriftliche Angebote unter 0200 an den Gre- Heuer Anzeiger.____ Schüler finden sofort gute Aufnahme mit voller Pennon in gutem Hause Nähe d. Schulen. Wo, sagt die Geschäftsstelle des Gieh. Anz. (aecD PnllftP den Optiker lieiier am Lahnhok Ihr Kassenlieferant ,um Pinsel, der Tusche und dem Tuschnnpfchen, der chn^d- und Armstütze der Chine en und Sapanet. Auch die Kleidung ist nicht vergessen wie das Len- i dentuch des sonst völlig nackten Schreibers von Bali aus dem er sein Messer holt, nut dem er die Schrift in Palmstreifen einritzt. Wir sehen die ersten Runen unserer germanischen Ahnen wie auch die Kerbhölzer aus Hiddensee mit denen noch heute rme vor Jahrtausenden die' Fischer Soll und Haben ausgleichen. Ein breiter Raum ist endlich der Entwicklung der deutschen Schrift selbst gewidmet wie sich l.e nach dem Zeitgeschmack aus der Karolinger Schrift des o Jahrhunderts die Gotische des 13., dann die Schwabacher des 16. und endlich die Fraktur entwickelt. Entscheidend für die Entwicklung wird hier einer der Schreibmeister, Johann N e u d o r f f e r, der Aeltere, der sich mit dem Formschneider und Schriftsetzer Hieronymus Andrea verbindet, in d-s en Druckerei dann 1525 die sogenannt- Durer« Fraktur ans Licht tritt. Auch die erste wirk ich brauchbare Schreibfeder aus Metall geht aus chn zurück, wenn er in einem Werk 1544 schreibt: „Die Dina aber darauß man federn macht, un damit man schreibt, sind Eysere und Kupfere Ror auch Kupfere und Mestine blechlem" Gegen Ende de- 18. Jahrhunderts st-Itt- dann, wenn auch zunächst nur in einzelnen Exemplaren und für lAo.k^phstche Zwecke, Alois Senefelder der Er Inder des Steindrucks, die erste wirkliche S °hls-d-r her Seneselder verwendete schmale Uhrfedern, die er ■ mit dem Daumennagel in einer Metallrille bog, mit ; einer Schere spaltete und durch eine primitive t Feuerbehandlung härtete. In diesem reichhaltigen Museum er^ließt sich eine Welt für sich von unmeßbarer Weite. Hier sprechen zu uns Jahrtausende und alle Kulturen Jftren förucfi Hindenbury- Von der Vogelpose zur Stahlfeder Sprache und Schrift im Wandel der Jahrtausende. Don Dieter von der Gchulenburg. drang, siegender Forschergeist ewiger weniger Ge- lehrten zu entziffern, zu enträtseln vermögen. Es gelang ihnen erst nach unendlichen Muhen, m an- - gestrengtester Arbeit eines ganzen Lebens allmah- lich das Dunkel, namentlich im Fruhücht der Menschheitsgeschichte aufzuhellen. Eine treue Helferin wurde ihnen dabei eine verhaltmsmaßig noch sehr junge Wissenschaft: die Archäologie. Sie mußte erst die Bahn freimachen durch planmäßige Grabungen und dem Hünengrab des Nordens wie dem altehrwürdigen Boden des Orients, den frühesten Stätten menschlicher Kultur Mesop°t— wie Uruk, Lagos, Kis, Teil, Halaf, Shamal oder Aegntens und Griechenlands, gerade etwa w der Argalis in Mykene, Nauplia, Tiryns, ln Olympia auf der Insel Aegina oder in Pergamon die Schatze ^So^steht der Besucher in ehrfürchtiger Bewunderung vor den Ergebnissen menschlichen Forschergeistes wie vor diesen Zeugen frühester menschlicher Verständigung. Da liegt so ein Tontäfelchen altsumerischer Keilschrift, der Faza- schrift, assyrisch-babylomsche, meist .wirtschaftliche Texte Aramaeisch, Demotisch, die einstige Volkssprache Eegyptens, und das spätere Koptisch der ersten christlichen Einwanderer neben den Hieroglyphen, für die uns nach einem Funde jm ü r Saint Julien zu Rosette im ägyptischen Feldzuge Napoleons 1797 ein junger französischer Gelehrter Francois Champollion nach zehnjähriger Arbeit den Schlüssel in Form einer Art von Gram- : matik qab. Wir sehen das Griechisch Homers und ; Herodots und das Latein Virgils und des Ta« us ■ zur Zeit der Blüte Roms, als dem Kaiser Augustus : der Erdkreis zu Füßen lag Wir sehen dte Charaktere der alten Azteken, Inkas und Mayas Msttel- und Südamerikas und in weiteren Schranken die ganzen Typen des fernöstlichen Kulturkreises: Chinesisch, Japanisch, Korsanisch, Hindustanisch, Burmesisch und Malayisch. Jedes Schreibzubehor ist vorhanden Der Federkiel, die Vogelpose aus den Schwungfedern von Schwänen, Auerhähnen, Trappen des schwarzen Wildraben, der Gans und der Pute, die je nach ihrer Härte, die die verschiedenen Schriften verlangten, Verwendung gefunden haben, ferne1: der Staudenhalm, der Bambussplitter der fruhge- schichtlichen Völker, die flachgeschnittene Feder aus Zuckerrohr bei den Persern und Arabern, der Griffel, der Stylos aus Metall und Elfenbein mit allen 1 Aller Herren Länder sind vertreten, alle Reiche und Staaten der Welt, alle Breiten und Zonen des Erdballs, alle Striche und Gegenden der Windrose Idiome, die wir nie gehört und voraussichtlich niemals vernehmen werden, Zungen, die langst verklungen, Laute, die vor Jahrtausenden emma aus dem Menschenmund kamen, Sprachen die seit Aeonen schon tot, oder wenn ste noch leben, ihre Daseinskraft dadurch bewiesen, daß sie sich immer wieder wandelten, dem Zeitgeist entsprechend anpaßten in Wort, Schrift und Diktion, Texte endlich, Schriftzeichen, Silben-, Wort- und Buchstabenbe- ariffe oder die Kombination von allen dreien auf der Welt. Deutsche Studentenschast wieder in der internationalen Studentenvereinigung München, 19. Jan. (DNB.) Während der vam 4. bis 11. Januar in Wien abgehaltenen 22. Rats- verfammlung der „Confe deration 1 n ter- nationale des etudiants (Cie) wurde der zwischen der Deutschen Studentenschaft und jener internationalen studentischen Orgamsation bestandene Konflikt bei gelegt. Die Deutfche Studentenschaft hatte seit dem Kongreß tn Brussel 1930 wegen der damals vorhandenen feindseligen Haltung gegenüber Deutschland feinerlei oW&e Beziehung zur „Cie" unterhalten und blieb lediglich an den von ihr veranstalteten sportlichen Wettkämpfen beteiligt. In Wien wurde nun der Deutschen Studentenschaft die verlangte Genugtuung gegeden, indem der Rat die Vorfälle Sonntag,den 24.Januar4937 IT A'jKl TI ab abends 7 Uhr: ™ 'I* 0303 Verkauf aus freier Hand: Ein Eisschrank. LNdll U Hebei faui sich die fie doch ein Z Origen wieder 9£9en die K oöer men in der Zu ln ^en Kliimpl w die man d 101 Ipüren, do ist in ?0N sich an 'M verbleit °?bronnten! Asches heißes1 Nodjen nöti Serben einig, 7 verlöre y*|sgut i 2"*ri ."Nes !i« «etljüh An lei; Den v (Partien 6.1? e,gen u™ «un El™’ «o nian < fc'jS Aussichten für Freitag: Voraussichtlich wieder unbeständiges Wetter mit Niederschlagen iim allgemeinen Schnee), kalt. Lufttemperaturen am 19. Januar: Mittags 4,3 Grad Celsius, abends 1,2 Grad; um 20. Januar, morgens 0,2 Grad. Maximum 5 Grad, Minimum M nacht -1,3 Grad. - Erdtemperaturen m 10 cm Tiefe am 19. Januar: abends 0,1 Grad am 20. Januar: morgens 0 Grad. — Niederschlage 7,6 mm. chronische Verschleimung, Luftröhrenknlarrh, hartnäckiger Husten mit 2Iuörourf, Asthma wurden mit Or. Boether-Tabletten auch m alten Fällen erfolgreich bekämpft. Bewahrtes unschädliches, kräuterhaltigeg Spezialmittel. Enthält l erprobte Wirkstoffe. 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Und wie der Wmd den Blütensamen weitertragt, und dieser dann aus । gutem Boden neues Wachsen und Werden hervorruft, so wird jegliche Schrift zum Mittler von Gedankengut, Hüter und Bewahrer immer seither und zu allen Zeiten Menschen gedacht, erlebt, erfahren und gelitten haben. Niemand aber hat vielleicht den Sinn aller Schrift so zutiefst erfaßt wie der im vorigen Jahre verstorbene Rudolf Blanckertz, der Schöpfer und Gründer des nach ihm benannten Museums in der Georgenkirchstraße nahe dem Alexanderplatz in Berlin. Mit unendlicher Liebe und Hingabe hat dieser geniale Mann alles in fünf Jahrzehnten gesammelt und zusammengetragen, was irgendwie mit der Schrift in Beziehung steht oder m Verbindung gebracht werden kann. Er stellte zugleich unter Beweis, von welchem Blldungswert und von welcher Bedeutung für die volkswirtschaftliche Aufklärung eine Sammlung sein kann, wenn sie nicht nur für den Hausbedarf oder im eigenen Interesse gedacht ist, sondern wie hier in großzügiger Weise der breiten Oeffentlichkeit, jedem, der sich für die Dmge interessiert, unentgeltlich zur eingehenden Bchch- tigung sreistreht, mit der bewußt gewollten Absicht, Wissen im An sch a u u n g s unt e rr ich t zu vermitteln. Eine Fülle an gesammelten Stucken pst sogar von unschätzbarem Wert an Kostbarkeit oder an Einmaligkeit, die hier in drei, nicht einmal besonders großen Räumen zusammengetragen wurden und in Vitrinen dicht nebenemanderliegen oder in Schaukästen, einer neben dem anderen ausgebrei- Freundlich mööi. Zimmer möglichst i. Zentrum, von berufstätig. Dame per sof. gesucht. Schr.Ang. unter 0306 an d. G.A. Stellenangebote! Gebrauchtes,gut erhaltenes Mervrelk zu kauf, gesucht. Preisangeb.unt. 0301 an d. 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Aber r unserer Arbeit! schloh meine? schämte- Muß ich nc schöne, zärtli kaum! Aber t Frau und ich sie ihren Mei! den bereits der hausr Aber es n deutsche hau- Mädchen vom Lande für Haushaltung zur Aushilfe sof. ges. Schriftl. Ang. u. 374D an d.G.A. IttÖlt.ÖßUS'UOÖ 5immermäöi6en gegen hoh.Lohn zunr 1. Februar gesucht. 0318 Seltersweg 40. Mündlich können Sieesnurveuigea sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen >n beim Bücken, Strecken. tmohnUtlQ 3 elektr. Kühlschränke, 1 Näh- u. Ohne Feder, Gummi oder| WUlJIluiiy elektr.Schleifmaschine,IStaub- . sauger, 2 Waren- und 2 Bücherschränke, 2 Sofas, 3 Schreibtische, ; 6 Sessel, 3 Schreibmaschinen, : 1 Iagdbild, 1 Ladenkafte, 1 Kas- , senschrank, 3 Personenwagen, 10 Autoreifen, versch. Kannen 1 Autoöl usw., 1 Hobelbank, 3 Bufetts, 1 Vitrine, 1 Kredenz, 1 Kommode, 1 Rauch- u. 1 Aus- rjehtisch, 1 Aktenrollschrant, 1 kompl. 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Sechs Jahre hatten wir in der allerglücklichste^ Ehe gelebt, ohne daß sich am Hirn- itiel unserer Liebe je em Wölkchen gezeigt hatte, bis > mir eben doch allmählich verdächtig erschien, daß ich meine Frau in jeder Woche an einem be- ummten Nachmittag aus unserer Wohnung ent- .rnte, um erst gegen Abend wieder zurückzukehren. Man glaube nicht, daß ich meiner Frau nicht gebaut hätte, auszugehen oder Besuche zu machen. Iber warum geschah es so heimlich? Mußte da nicht lgend etwas Verbotenes dahinter stecken? Niemand kann es mir daher Übelnehmen, daß h von Woche zu Woche verdrießlicher wurde, wenn er bewußte Nachmittag vor der Tür stand, und □fe ich dann an einem dieser Nachmittage meiner rrau erklärte, daß ich sie auf ihrem „Spaziergang" egleiten wolle! Was nach diesen Worten geschah, kann jeder Ehemann erraten. Meine Frau begann zu meinen: „Nun hast du mich also wirklich mit deiner Eifersucht um meine Ueberraschung gebracht!" „Um deine Ueberraschung?" fragte ich etwas rat- ilis. „Was für eine Ueberraschung denn?" „Daß ich Meisterin würde!" „Meisterin???" „Jawohl! Meisterin der Hauswirtschaft. Ich hatte iS mir so schön ausgedacht, dich eines Tages mit lern Meisterbrief zu überraschen!" Und dann erzählte meine Frau mir alles, was e mit ihren „Spaziergängen" auf sich hatte. Sie rahme, so berichtete meine Frau, schon seit einem halben Jahre an einem Lehrgang teil, den das deutsche Frauenwerk veranstaltete, um Meisterinnen der Hauswirtschaft auszubilden. Nicht j’öe Frau könne an diesen Lehrgängen teilnehmen. Sie müsse mindestens 24 Jahre alt sein und auch chon mindestens seit fünf Jahren einen Hausstand elbständig geleitet haben. Zwei Jahre dauere die- ier Lehrgang, zu dem sich die Teilnehmerinnen jede ILoche an einem festgesetzten Nachmittag träfen, im Wirtschaften und Haushaltführen zu lernen. Lid), viel gäbe es da zu lernen! Buchführung, Ernährungslehre, Kindererziehung! Und auch natür- ich Kochen, Nähen, Waschen, kurz alles, was eine nichtige Hausfrau wissen, können und „meistern" müsse, um ihren Hausstand so vorteilhaft zu füh- : en, wie irgendmöglich. Denn auch das gehöre zum Lierjahresplan, weil es auch für die Hausfrau gälte, in ihrer Weise zu einer gesunden Volkswirtschaft beizutragen. Auch dienten diese Lehrgänge dazu, daß die künftigen Meisterinnen ihrer- eits dann wieder Hauswirtschaftslehrlinge ausbilden könnten. Mit offenem Munde hatte ich zugehört. Das war a wahrhaftig eine ganz vortreffliche Einrichtung bes Deutschen Frauenwerkes! Und noch vortrefflicher erschien es mir, daß meine kleine tapfere Frau, obwohl sie doch schon „Meisterin" im Haushaltführen war, sich dennoch entschlossen hatte, noch einmal „zur Schule" zu gehen! „Man kann eben auch als Hausfrau nicht genug lernen! Aber was versteh^ihr Männer schon von runferer Arbeit!" Mit diesen stark betonten Worten fschloß meine Frau ihren Bericht, der mich tief be- /schämte Muß ich noch erzählen, daß es eine wunderschöne, zärtliche Versöhnungsfeier gab? Wohl kaum! Aber das will ich noch erzählen, daß meine Frau und ich nun zusammen darum bangen, ob sie ihren Meisterbrief auch bekommen wird, um sich den bereits vorhandenen 700 Meisterinnen der Hauswirtschaft zugesellen zu können. Aber es wird schon werden! Was eine rechte deutsche Hausfrau ist, die steht schon ihren „Mann"! B. D. Werte, die im Kochtopf bleiben. Von Hilde Kries. V. A. Ueber leergegessene Schüsseln und Teller freut sich die Hausfrau im allgemeinen sehr, sind sie doch ein Zeichen dafür, wie gut es den Angehörigen wieder einmal geschmeckt hat. Wenn dagegen die Kinder in den Speisen herumstochern, oder gar „hochbeinig" kauen, muß etwas nicht stimmen in der Zubereitung. Vielleicht liegt der Grund in den Klümpchen, die sich in der Soße tummeln und die man durchzuführen vergaß? Oder der Kohl läßt spüren, daß wahrscheinlich ein kleines Unglück geschehen ist insofern, als seine unterste Schicht im Kochtopf sich angesetzt und einen wenig angenehmen Geruch verbreitet hat. Ja, das Umschütten ohne den angebrannten Teil genügt dann nicht, denn auch frisches heißes Wasser ist aufzufüllen, das nach dem Aufkochen nötigenfalls wieder abgegossen und erneuert werden muß. Mag der Schaden mit dieser Methode einigermaßen behoben sein, so sind doch die verloren gegangenen Nährwerte und der Verlust an der Menge nicht zu übersehen. Dürfen wir es uns leisten, so sorglos mit unserem Nahrungsgut umzugehen? Die Antwort kann nur in einer einstimmigen Ablehnung bestehen und in dem Vorsatz, mehr Aufmerksamkeit walten zu lassen, die Flamme rechtzeitig klein zu drehen, den Topf auf schwaches Feuer zu stellen, und schließlich gibt es ja Asbestplatten, die dafür geschaffen sind, Schaden zu verhüten. Das Gleiche gilt für die Soßen, denen man, wenn man leider nicht aufgepaßt hat, im Fall des Anbrennens eine glühende Holzkohle oder eine rohe Kartoffel zusetzt. Und die Mehlklümpchen sind ganz und gar zu vermeiden, wenn erstens dem zerlassenen Fett nicht mehr Mehl zugefügt wird, als es aufnehmen kann, und wenn zweitens die kalte Flüssigkeit teelöffelweise unter tüchtigem Rühren oder Schlagen daran gegossen wird. Auf diese Weise spart man nicht nur Arbeit, sondern wieder Werte, denn das, was beim Durchrühren zurückbleibt, wandert doch meist unausgenutzt in den Abfall, der zwar nun den Schweinen zugutekommt, aber besser seinem eigentlichen Zweck zugeführt werden sollte. Hat man versehentlich nicht gleich genug Flüssigkeit an das Gemüse oder Fleisch gegeben, tut man gut, nur von der Seite nachzugießen, denn sonst läuft man Gefahr, daß das Gericht sich nicht „er- weichen" läßt, mit andern Worten, daß die Hülsen- früchte, Rüben usw. hart bleiben. Auch bei zu dunkel gewordenem Kuchen braucht nicht immer die Schuld auf den Backofen geschoben zu werden, meist läßt sich die Hitze gut regulieren. Gießener Anzeiger lGeneral-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 20. Januar ^957 Aus dem Reiche der Krau. Kleiderpstege. Der deutschen Hausfrau ist „Kampf dem Verderb" zur ernsten Pflicht gemacht. Sie würde jedoch diese Mahnung nicht richtig verstehen, wenn sie sich dabei auf die sparsame und zweckmäßige Verwendung der Lebensrnittel und auf die Verwertung von Abfällen aller Art beschränken würde. Auch die Kleider pflege muß einbezogen sein, nicht nur aus Gründen des guten Aussehens und der Schonung des eigenen Geldbeutels, sondern weil Textilien ein wertvoller Rohstoff sind, der pflegliche Behandlung beanspruchen darf. Erstes Gebot: nach jedem Ausgang die Straßenkleidung ablegen und ein H a uskleid anziehen. Die ausgezogenen Sachen dürfen aber nicht gleich in den Schrank wandern. Das wäre ein unangebrachter Ordnungssinn. Leicht ausgeschüttelt und links gewendet, werden sie über Bügel gestreift und zum Lüften aufgehängt. So wird den Ausgehklei- dern so mancher Fleck erspart, der sonst, trägt man sie bei häuslichen Hantierungen, fast unvermeidlich ist. Die Bügel sollten stets b e h ä k e l t. oder bezogen sein, dadurch wird der Stoff geschont und die Kleider, die man sorgfältig in guter Form darüber hängt, gleiten nicht ab. Stricksachen und Trikotgewebe darf man nicht in der Weise wie andere Kleider über Bügel hängen, da sie sich sonst durch ihr eigenes Gewicht in die Länge ziehen und ihren Sitz vollkommen verlieren können. Für solche Kleider gibt es Bügel, deren beide Enden durch eine Querleiste verbunden sind. Ueber sie hängt man das zusammengelegte Strickkleid in der Weise, daß die Mitte auf der Querleiste liegt. — Für alle Kleidung ganz verpönt ist das Aufhängen an Aufhängern. Man mache es sich zur Gewohnheit, kleine Schäden: lockere Druckknöpfe, eine ausgerissene Oese u. dergl. auszubessern, ehe man das gelüftete Kleid im Schrank unterbringt. Hellen Kleidern und empfindlichen Stoffen zieht man eine aus Nessel oder alten Wäschestücken hergestellte Schutzhülle über. Faltenröcke behalten viel länger ihr gutes manchmal genügt schon die Benutzung eines Thermometers. Oder wenn trotzdem nicht die goldgelbe Farbe erzielt wird, zieht man einen Sachkundigen ZU Rate. Die Umstände, die sich vielleicht daraus ergeben, werden am nächsten Backtag doppelt belohnt. Dann ärgert einen keine zu schwarz geratene Stelle mehr, die mit dem Reibeisen abgeraspelt werden muß und die also auch einen Verlust darstellt. Bei dem Bemühen, unser hauswirtschaftliches Sparkonto zu erhöhen, wollen wir auch an die Speisen denken, die sich aus dem Topf nur schwer lösen. Haben wir es nicht schon alle beim Abwaschen erlebt, daß hier noch etwas hing und dort sogar ein Eßlöffel voll Soße oder Pudding hätte abgekratzt werden können, wenn wir es nicht beim Anrichten so schrecklich eilig gehabt hätten? Ein Eßlöffel kommt zum andern, heute dies, morgen das, für den Monat oder das Jahr läßt sich aus solchen Unachtsamkeiten eine hübsche Summe errechnen, Beträge, die wir glaubten, nie für zweckmäßige Anschaffungen, für Sammlungen usw. erübrigen zu können. Sie versanken im Ausguß oder im Mülleimer. PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS . r/L Ur Blusen für den Wintersport bringt unser heutiger Modevorschlag. Aus hellgelbem, waschbarem Wollflanell in Pulloverform ist Modell 1 geschnitten, das für die Reise zum braunen Sportkostüm gedacht ist. Sein langer Aermel mit Umschlag ist in Raglanform eingesetzt. Der schmale Rollkragen aus gelbem und braunem Flanell endet vorne in zwei geschlungenen Enden. Aus hellgelb und dunkelblau gestreif- tem Flanell ist Modell 2 mit dem kurzen, in der Schulter etwas gezogenen Aermel. Für das Vorderteil mit dem Gürtel ist der Stoff quer genommen. Die beiden Brusttaschen sind eingeschnit- ten. Die Perlmutterknöpfe sind dunkelblau. Modell 3 ist aus hellrotem Flanell, hat schmale Schulterteile wie eine Hemdbluse, dreieckige, aufgesetzte Taschen und wird durch kleine rote Kugelknöpfe geschlossen. Modell 4 mit den halben, in Biesen abgenähten Raglanärmeln ist aus hellblauem Woll- flanell. Die Bluse hat zwei aufgesetzte Taschen und zum Schließen kleine weiße Perlmutterknöpfe. H. Aussehen, wenn man die Falten — besonders wenn das Kleid regenfeucht geworden ist — am Saum mit Stecknadeln feststeckt. Entdeckt man an seiner Kleidung einen trotz aller Vorsicht eingeschlichenen Fleck unbekannter Herkunft, versuche man nicht mit irgendwelchen Mitteln dem Schaden zu Leibe zu rücken, sondern übergebe das betreffende Stück zur Teilreinigung, d. h. zum Entflecken einer bewährten chemischen Waschanstalt. Die kleine Ausgabe lohnt sich. Schweren Wintermänteln ist es bekömmlich, wenn man ihnen von Zell zu Zeit mit dem Staubsauger den Staub entlockt, der sich gern in dichten Geweben festsetzt. Bei dünnen Stoffen genügt ein kräftiges Ausschlagen, Ausschütteln und Bürsten. Auch die Hüte verlangen eine sorgsame Behandlung, wenn sie Form und Aussehen behalten sollen. Die jetzt wieder viel getragenen breitrandigen Kopfbedeckungen verlangen unbedingt ihren Ruheplatz auf einem Ständer. Häufiges Abbürsten mit einer eigens für sie bestimmten weichen Bürste tut allen Hüten gut. Naß gewordene Hüte reibe man sanft mit einem weichen Tuch, möglichst in der Farbe des Hutes ab. Dann setzt man sie auf einen Ständer und gebe Kopf und Rand durch leichten Druck ihre ursprüngliche Form. Sehr vernachlässigt werden ost die Schuhe. Wie das Kleid soll man nach dem Ausgang auch die dabei getragenen Schuhe ausziehen und gegen Hausschuhe vertauschen. Die Schuhe spanne man auf einen Leisten — es gibt jetzt sehr zweckmäßige Spanner, die die Luft nicht absperren — und reibe den Staub ab. Nach dem Lüften reibe man sie mit der entsprechenden Schuhcreme leicht ein und lasse sie so stehen, um sie erst vor dem neuen Gebrauch zu polieren, am besten mit einem Samtlappen. Naß gewordene Schuhe stopfe man mit Papier aus und lasse sie — nötigenfalls unter (Erneuerung des Papiers — trocknen; aber niemals in der Nähe des Ofens! Das Papier saugt alle Nässe aus dem Leder und ein so behandelter Schuh wird weder hart noch verliert er seine Form. S. H. Der Reichsmütterdienst. Die erfolgreiche Arbeit des Reichsmütter- di en st es hat ihre Anerkennung in der Anordnung des Reichsführers SS. Himmler, des Stabschefs der SA. Lutze und des Reichsbauern- führers R. Walther Darre gefunden, nach der alle SS.- und SA.-Bräute und die Frauen der Neusiedler sich in den Kursen des Reichsmütterdienstes für ihre Aufgaben in Familie und Volk Dorbereiten müssen. Diesem Beispiel sind mit der gleichen Forderung bereits auch verschiedene Wehrkreiskommandos gefolat. Der Reichsmütterdjenst, der im Mai 1934 anläßlich des Muttertages gegründet wurde, hat also für das kommende Jahr ein reiches verantwortungsvolles Arbeitsfeld in Stadt und Land. Ist diese verhältnismäßig junge Organisation in der Lage, den gestellten Anforderungen zu genügen? Wir wissen, daß in den ersten zwei Jahren ihres Bestehens bereits 637 074 Frauen durch den Reichsmütterdienst geschult wurden. Nachdem die Jahre 1934 und 1935 in der Hauptsache dem Aufbau der Organisation dienten, galt das vergangene Jahr der Vertiefung der Arbeit. Wir haben dies auch besonders auf dem Lande feststellen können. Gerade in die abgelegenen Gebiete, wo Arzt und Schwester nur schwer zu erreichen sind, reichte die Organisation des Reichsmütterdienstes zuerst nicht hinein. Heute ist die Einsetzung festbesoldeter, fachlich geschulter Kreissachbearbeiterinnen für den Reichsmütterdienst für jeden Kreis gesichert. Die Schulung liegt in den besten Händen. Ausgebildete Volkspflegerinnen, Jugendleiterinnen, Gewerbelehrerinnen und für das Land hauptsächlich Lehrerinnen der landwirtschaftlichen Haushaltungskunde werden im kommenden Jahre kurzen Nach- fchulungskurfen unterworfen. Diese Schulung erfolgt in der Reichsmütterschule in Berlin- Wedding. Im kommenden Jahr wird gerade für Lehrerinnen, die im Nebendienst ehrenamtlich im Reichsmütterdienst arbeiten, in engster Zusammenarbeit mit dem NSLB. in Bayreuth eine neue Reichsmütterschule eröffnet werden. Zur Unterstützung der Sachbearbeiterinnen im Reichsmütterdienst dienen die zwei weiteren Reichsmütterschulen in der Rhön und im Moor des Gaues Weser-Ems. Der Reichsmütterdienst ist heute durchorganisiert, ist in seinem Aufbau gesund und für die gestellten Forderungen einsatzbereit. Die Kurse, die nach den sachlichen Notwendigkeiten ausgerichtet sind, werden sich in Gebieten mit hoher Säuglingssterblichkeit vor allem auf gesundheitspflegerische Fragen einstellen müssen. Koch- und Nählehrgänge sind wichtig, wo Frauen mit kleinem Einkommen eine große Familie ernähren und kleiden sollen, und dabei innerhalb ihres Arbeitsgebietes gleichzeitig über die Fragen des Haushaltes hinaus die Ziele des Dolkshaushaltes mit verfolgen. In den gefährdeten und Grenzgebieten sind Lehrgänge in Erziehungsfragen, Heimgestaltung und Volksbrauchtum am dringendsten. Man sieht hieraus, wie umfassend und 'wohlüberlegt die Arbeit durchgeführt wird. Wir können voller Stolz feststellen, daß es nirgends auf der Welt eine solche Arbeits- und Lebensgemeinschaft gibt, wie wir sie im Reichs- mütterdienst des deutschen Volkes finden. H. C. Winterliche Krankenstube. Wenn alles im Hause gesund ist, läuft die Wirtschaft in geregelten Bahnen. Sowie aber eins der Familienglieder erkrankt, lockert sich das ganze Gefüge der Wirtschaftsordnung. Dann gilt die Hauptsorge der Pflege; inan muß aufpaffen, ob der Patient etwas wünscht oder ob er in Ruhe gelassen sein will. Oft ist es nicht ganz leicht, im Krankenzimmer die Ruhe zu schaffen, die der Kranke haben soll. Das Zimmer ist durch Aufwischen mit Essigwasser und durch Aufhängen von öfter erneuerten Essigtüchern kühl und frisch zu halten. Es soll auch im Winter nur mäßig warm sein. Wenn irgendmöglich, bleibt immer ein Fenster geöffnet, jedoch darf keine Zugluft entstehen. Niemals darf man den Kranken merken lassen, daß man in Sorge um ihn ist, niemals Ungeduld zeigen. Meist erleichtert es die Pflege, wenn das Bett so gerückt wird, daß man von beiden Seiten Zugang hat. Dann kann man auch — was oft sehr erwünscht ist, eine bequeme Vorrichtung zum Lesen treffen. Ein Bettisch ist meist zu kostspielig. Man hilft sich, indem man ein Bügelbrett auf zwei Stühle legt, an die man es mit dem Bezug festbindet. Ein leichtes Gestell in der Art eines Notenständers kann darauf gestellt werden, wenn der Kranke lesen will. Die Stühle werden mit Büchern beschwert. Einfühlung ist der bessere Teil der Krankenpflege. Ein Lichtstrahl, ein immer wiederkehrendes Geräusch können furchtbar stören, aber auch ein Fleckchen auf dem Bezug oder ein Durstgefühl, der Wunsch etwas höher zu liegen — und die Erleichterung ist groß, wenn wie von selbst das Behagen wiederhergestellt wird. Blumen erfreuen das Auge, aber alle stark duftenden müssen aus dem Krankenzimmer verbannt werden. Den Verordnungen des Arztes ist unbedingt Folge zu leisten, die guten Vorschläge der Verwandten jedoch mit Vorsicht zu genießen. Leib- und Bettwäsche müssen oft gewechselt werden. Beim Wechseln ist die Wäsche anzuwärmen, was am einfachsten mittels einer Wärmflasche geschieht. Das Laken muß straff angezogen sein, auch das Hemd darf keine galten bilden, damit das Wundliegen des Kranken vermieden wird. Die tägliche Morgenwäsche wird nicht auf Gesicht, Hals, Hände und die Mundreinigung beschränkt. Wenn es der Arzt nicht anders verordnet, wird der Kranke wenigstens zweimal wöchentlich mit lauwarmem Wasser (auf eine kleine Schüssel drei Eßlöffel voll Franzbranntwein) sehr rasch abgerieben und trocken frottiert, wobei alle Teile, die nicht gerade an der Reihe sind, gut zugedeckt bleiben! Zum Zähneputzen und Gurgeln ist lauwarmes Wasser mit einigen Tropfen Myrrhentinktur das beste. Die meisten Frauen und Mütter wissen mit dem Thermometer umzugehen. Bei Erwachsenen legt man es in die sorgfältig abgetrocknete Achselhöhle, der Kranke preßt seinen Arm fest an die Brust, damit es ganz fest etwa sieben Minuten liegen« bleibt. Bei Kindern mißt man die Temperatur auch in der Mundhöhle, und wenn sie erhöht ist, muß nach dem Arzt geschickt werden. H. J. Wirtschaft Kirche und Schule Landkreis Gietzen. Berlin ftrontfurt a. M. Datum Oesterreich und in 6,2 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 13-Januar 18. Januar 9,85 15,5 20,75 126,4 41,25 16,9 16,65 125,4 188,75 126,5 111 114 108 20,5 125 41,25 16,9 16,9 125,4 188,75 126,13 110,5 114 107,75 5 || 12 6 . 6 6 . 6 5,666 61,51 49,05 11,12 63,10 57,23 17,77 8,674 2,492 126,5 16,65 16,9 125,9 188,75 127 1-10,75 114 108 20,75 125 16,9 17 125,25 187,5 110,75 114 107,75 205,5 52,75 137,25 109,5 165 120,25 161,5 227 172 125,25 148,13 263 166,5 137,75 153,5 167,5 140,5 146 128,5 32,5 150 118 140,5 148 133,5 126,65 124 94 119,25 156 156 223,5 149,75 129,25 139 176 160 — 197,75 203,25 i 118,65 > 57 » 133,5 5 157 > 25,13 6 . 1 .. 8 . 10 3'/r .. 0 .. 6 .. 6 . 0,6 . 6 . 4 . 8 ey2 Buenos Aires . Brüssel....... Rio de Janeiro Sofia Kopenhagen... Danzig....... London Helstngfors.... Baris........ Holland Italien Japan Jugoslawien £slo....... Wien Lissabon ... Stockholm . Schweiz... Spanien... Prag...... Budapest.. Neuyork... Lahmeyer.......... Mainkraft........... Mannesmann....... Mansfelder Bergbau . Metallgesellschaft..... Orenstein & Koppel .. Rheinische Braunkohle Rheinische Elektro 9,75 15 1,45 5,4 6,3 5,13 6,55 9,65 5,4 c>o Eberstadt, 18. Jan. Die hiesige evangelisch-kirchliche Frauen Hilfe feierte rm geschmückten Saale von Karl V ö l s i n g ihr 21. Jahresfest. Pfarrer Ködding begrüßte die Mitglieder, insbesondere auch die Kreisverbandsvor- sitzende Frau Kreuder, Gießen, sowie die Frauenhilfe von Münzenberg. Nach einem gernem- samen Lied gab Pfarrer Ködding einen Rilckblick auf die Vereinsgeschichte, erinnerte an die Gründung während des Weltkrieges und sprach dann über den Zweck und die Ziele der evangelisch-kirchlichen Frauenhilfe. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Frauen auch in Zukunft den edlen sozialen Rütgerswerke........ Salzdetfurth Kali Schuckert & Go........ Schultheis Patzenhofer. Siemens & Halske .... Süddeutsche Zucker... Vereinigte Stahlwerke Westdeutsche Kaufhof. Westeregeln Alkali.... Zellstoff Waldhof .... Otavi SDMnen........ Rheinstahlwerke........... Rbeinifch-Westfälische Elektro .. Rundfunkprogramm. Donnerstag, 21. Januar. 6 Uhr: Morgenspruch. — Gymnastik. 6.30: Früh» konzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 9.30: N^r Koblenz- Trier: Nachrichten. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Musik für Alle! Klassische Tänze aus aller Welt. 13: Nachrichten. Anschließend Nachrichten aus dem Sendebezirk, Wetter- und Schneebericht. 13.15: Musik für Alle! Klassische Tänze aus aller Welt! 14: Nachrichten. 14.10: Schöne Melodien. 15: Volk unö Wirtschaft. Welche Schäden trägt die Versicherung? 15.15: Kinderfunk. 16: Komponisten aus dem Gau Westmark stellen sich vor (II). Karl Werding. 16.30: Unterhaltungskonzert. 17.30: Deutscher Gesundheit^ garten. Eine Hörfolge. 18: Blasmusik. 19: Volksmusik. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Umschaltpause. 20.15: Querschnitt durch den Reichsparteitag der Ehre 1936 (II). 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. Sportbericht. — Nachrichten der DAF. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Rhein-Mainische Börse. Mttagsbörse still. Frankfurt a. M., 19. Jan. Der nach roie oor ; sehr schwache Auftragseingang aus dem Publikum ließ die Börse auch heute mit nur sehr kleinen Umsätzen beginnen, da auch der berufsmäßige Handel in seiner abwartenden Haltung verblieb. An den Rentenmärkten besteht dagegen weiterhin etwas Nachfrage, wenngleich diese nicht mehr so lebhaft wie in den letzten Tagen war. Größeres Geschäft verblieb in den 5prozentigen Neu-Emissionen der Industrie-Schuldverschreibungen, doch wickelt sich der Umsatz überwiegend im Telephonverkehr ab. Am Aktienmarkt hielten sich die Abweichungen wieder in engen Grenzen, sie bewegten sich bei den führenden Werten zwischen 0,25 bis 0,75 v>. H. Nach den ersten Notierungen, die meist abbrockelten, ergaben sich hier und da kleine Erhöhungen. Am Montanmarkt notierten Verein. Stahl mit 118 bw 118,25 (118,65), Mannesmann mit 118,25 bis Ho,du (119,25), Hoesch und Buderus bröckelten je O,dO v. H. ab, Klöckner lagen 0,25 v. H. hoher. JG.-Far- ben eröffneten mit 167 (167,50) und Deutsche Erdöl mit 147,50 (148,13). Von Elektroaktien gmgen Siemens weiter zurück auf 196,25 (197,75), Gesfurel verloren 0,25 v. H., AEG. lagen mit 38,75 unverändert. Einiges Geschäft hatten Schiffahrtsaktieir, Hapag 16,65 bis 16,90 (16,65), Nordd. Lloyd unverändert 16,90. Im einzelnen setzten Reichsbank, Bank für Brauindustrie je 0,50 o. H., Westdeutsche Kaufhof 0,25 v. H., AG. für Verkehr 1 v. H. niedriger ein BMW., Südd. Zucker und Rheinmetall gewonnen bis 0,50 v. H., Muag lagen mit 139,50 unverändert. ,L __ . ...A Von Renten lagen Altbesitz mit 118,25, spate Schuldbuchforderungen mit 98,50, Wiederaufbauzuschläge mit 74,65 und Zinsvergütungsscheine mit 95 unverändert, Kommunal-Umschuldung bei lebhafteren Umsätzen mit 90.90 mäßig höher, dagegen gin- 9,85 15,75 1,45 5,25 6,3 5,15 6,55 9,65 5,5 6,25 5,05 6,5 9,65 I 5,65 Die Hausfrau, die ein Mädchen 3um Anlernen in ihre Familiengemeinschafl aufnimmt, leistet Dienst am Volke, denn die Hauswirtschaft ist eins der wichtigsten Gebiete im neuen vier- jahresplan. Das junge Anlernmädchen muß erkennen, daß jedes weibliche Wesen die Verpflichtung hat, sich über die Volks- und Hauswirtschaft zu belehren, um so mehr, da hauswirtschaftliches Können und Wissen die Grundlage für jeden fraulichen Beruf bildet. Der Nutzen, den die Hausfrau bei sachgemäßer Anleitung bald von ihrem Schützlmg haben wird, ist leicht zu merken. Die Mitarbeit eines frischen lungen Menschen gibt auch der Hausfrau neue Schaffensfreude, manche Ergänzung und Verbesserung wird sich von selbst ergeben, und die ,unge Hilfe wird für die Hausfrau bald eine Entlastung bedeuten. Die näheren Bedingungen über das Hauswirt- fchaftliche Jahr erfahren die Hausfrauen bei der Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft rm Deut- schen Frauenwerk, oder beim Arbeitsamt. Mögen recht viele Hausfrauen sich der Verpflich- tung unserer Jugend gegenüber bewußt werden und ihr Heim öffnen einer dankbaren Aufgabe, dre um schätzbare Werte schafft für die Familie und damit für das deutsche Volk. K. Zielen treu bleiben möchten, und ermunterte die noch fernstehenden jungen Frauen, sich der Arbeit anzuschließen. Der Kassenbericht wies einen kleinen Ueberschuß aus. Nach einigen gemeinsamen Liedern hielt die Kreisoerbandsoorsitzende eine kurze Ansprache. Pfarrvikar E r n st von Münzenberg dankte den Gastgebern und lud seinerseits zum Stiftungsfest nach Münzenberg ein. Kreis Alsfeld. *!* Ob er-Ohm enM 17. Jan. Im Laufe des verflossenen Jahres wurden im Kirchspiel Ober-Ohmen 26 Kinder getauft. Davon entfielen auf Ober-Ohmen 10, auf Ruppertenrod 9 und auf Unter-Seibertenrod 7 Kinder. In 1935 nraren es 29 Kinder, wovon auf Ober-Ohmen 9, auf Ruppertenrod 9 und auf Unter-Seibertenrod 11 entfielen. Es wurden im Kirchspiel im verflossenen Jahre 6 Ehen geschlossen. In Ober-Ohmen waren es 4, in den beiden anderen Dörfern je eine. Im Jahre 1935 betrug die Zahl der Eheschließungen 21, m Ober-Ohmen 14, in Ruppertenrod 5 und in Unter- Seibertenrod 2. Durch den Tod abberufen wurden in 1936 16 Gemeindeglieder. Es starben in Ober- Ohmen 7, in Ruppertenrod 8 und in Unter-Seibertenrod 1 Einwohner. Im Jahre 1935 verstarben 22 Personen, wovon auf Ober-Ohmen 8, auf Ruppertenrod H und auf Unter-Seibertenrod 3 entfielen. llmsatzsteuer für den Verkauf auö Warenautomaten in Gaststätten. Bei der Versteuerung der Einnahmen aus dem Automatenverkauf in Gaststätten waren Zweifel entstanden, welche Lieferungen hier die Steuervergünstigung für Großhandelsumsatze in Anspruch nehmen können. Die Frage ist letzt durch einen Bescheid des Reichsfinanzministers geklart worden. Danach wird nach den Musterbedingungen für die Aufstellung von Zigarettenautomaten in SchonV betrieben ein Kommissionsverhaltms zwischen Gastwirt und Automatenaufsteller angenommen. Demnach versteuert ab 1. Januar 1937 ber Automatenaufsteller, der den Automaten füllt, dieienigen Entgelte die er aus den Automatenverkaufen erhalt. Die 'Lieferung des Automatenaufstellers an den Gastwirt gilt als Lieferung im Großhandel (Steuer- ^Der Gastwirt dagegen versteuert den Gesamterlös aus dem Automatenverkauf mit dem Normalsatz der Umsatzsteuer von 2 v. H., da seine Lieferungen als Einzelhandelslieferungen gelten müssen. Mndermarkt in Gießen. Aus dem gestrigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 443 Stück Großvieh, 70 Fresser: und 109 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 430 bis 540 Mark, 2. Qualität 270 bis 360, 3. Qualität 180 bis 250; Rinder bis ^jährig 90 bis 140 /^- bis 2jährig 130 bis 200, tragend 250 bis 440; Kalber bis 2 Wochen 18 bis 25, bis 4 Wochen 30 bi5 4a, bis 6 Wochen 50 bis 55 Mark. Marktverlauf: Mittelmäßig. Nächster Markt: 2. Februar. 9,65 5,475 Kalbsfelle: Ohne Kopf bis 4,5 Kilogramm rot 132 (124 bis 132), 4,6 bis 7,5 Kilogramm schwarz 86 bis 98 (unverändert), Fresser ohne Kopf 60 (unverändert), Kalbsfelle Schuß-, Bauern- und Abdeckerfelle 60 bis 70 (unverändert). O ch e n - häute Klasse I 15 bis 24 5 Kilogramm 80 bis 82 (75 bis 82), 25 bis 29,5 Kilogramm 88 bis 97 unverändert), 30 bis 39,5 Kilogramm 95 bis 102 (unverändert), 40 bis 49,5 Kilogramm 94 bis 100, (88 bis 100), 50 Kilogramm ausw. 84 bis 90 (80 bis 90). Rinderhäute: Klasse I 15 bis 24,5 Kilogramm 84 bis 100 (90 bis 100), 25 bis 29,5 ogramm 95 bis 107 (unverändert), 30 bis 39,5 Kilogramm J \ , x ac\ x.; 4G K ö tf rvnrnmm Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse, Die Hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlaffenen Dividende an, Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzlnsfuß 5 v. H. Accurnulatoren-Fabrik 12 AKU=ftunftfeibe.............0 Aschaffenburg Zellstoff 3 Bemberg........... 0 Bekula 8 Buderus Eisen 4 Cement Heidelberg 7 Gement Karlstadt 6 Chade A.-C.................. 9 Conti Gummi H Daimler Motoren 5 Dessauer Gas...............4 Deutsche Erdöl 5 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Ostern ist nicht mehr fern. Zu diesem Zeitabschnitt verläßt wieder eine große Anzahl merzehniahriger Mädchen die Schule, Damit sind die Eltern vor die Frage gestellt, was aus den Mädchen einmal werden soll, Die Entwicklung des weiblichen Wesens findet den Weg zum eigenen Haushalt als des 'ckMabrtsaktten Hapag unverändert I natürlichsten Berufes, ^er wenn auch öte^™J,a9. Ä 17 (16,90).' Don Montanwerken dazu angeboren fint),fo ^alltdochkeine Meister^ 9 A — . i,< —11 -ho RQ | D0,m Hlmmel, und auch der schone Berus der Haus- <_ l___s. noritrmnon Ph. Sch. in A. Die Vollendung des 65. Lebensjahres begründet — wenn die übrigen Voraussetzungen vorliegen — den Anspruch auf Rente. Es ist hierbei vollkommen unerheblich, was btt Rentenbezieher dann noch leisten und wieviel et noch verdienen kann. Eine Anrechnung etwaigen Verdienstes auf die Rente oder umgekehrt sind« nicht statt. Rente und Lohn, letzterer ganz gleit in welcher Höhe, werden nebeneinander gezahlt. Männerstation 3, Universitätsklinik. 1. Es besteht eine deutsche Straßenpolizei. Mit der Wahrnehmung ber straßenpolizeilichen Aufgaben ist das Feldjäger- korps beauftragt, welches in die Polizei eingegui« dert ist. 2. Die Autobahn Frankfurt a. M. — Heidelberg hat nur ganz geringfügige Biegungen, die wegen der Ueberhöhung der Fahrbahnen mit 0to* ßer Geschwindigkeit durchfahren werden können » Sie können Ihre Haftung durch Vertrag ausfW ßen, soweit nicht grobe Fahrlässigkeit nachgewiefr" wird. Obwohl die Abendbörse nur geringen Ordereingang hatte und auch sonst jeder Anregung entbehrte, blieb die Haltung sowohl am Aktien - wie am R e n t e n m a r 11 gut behauptet. Die Veränderungen gegen den Berliner Schluß betrugen nur Bruchteile eines Prozentes es überwogen Er- höhunaen von 0,25 bis 0,50 v. H. Einiges Geschäft hatten wieder *------- 16,90, Nordd. Lloyd x. sä”..'?'«.“ «s 881F ='=*** •**“ starben lagen mit 167 (166,90) voll befyauptet, sein. v®* Larven lagen / cr—tL™ 16R 50 I Vor ayen Dingen muß verlangt werden: die Arbeit in der Wirtschaft richtig einzuteilen, das Haushaltungsgeld sparsam und sachgemäß zu verwenden und die Lebensmittel so einzulellen, daß die Familie gesundheitlich ausreichend und abwechselungsreich ernährt wird. Schluß!. Mittag- börfe 19 1 60 bis 68 (58 bis 65). Bullenhäute Klafft n Gewichte 47 bis 60 (unverändert), Schuß- Bauern- und Abdeckerhäute alle Gewichte 40 bis 61 unverändert). Roßhäute pro Stuck 10,60 (unver ändert). Die Industrie, und Handelskammer Gießen aik>t Auskunft: 41: Güterversicherung des Reichs- krajtwagen-Betriebsverbandes (betr. Berflcherungs. ix» 46- Aostbeförderung nach dem nationalen Spanien. — 47- Die neuen Bestimmungen über den Waren- und Dienstleistungsverkehr mit tat Mederlanden. - 48: Ausstellung von Bescheim- gungen über Ausnahmen von den Bestimmungen des deutsch-französischen Verrechnungsverkehrs, - 49- Inländische und ausländische gewerbliche Aus iteilunaen und Messen. — 50: Bekanntmachung der KÄl” für W°lle und andere Der. haare. Dom 11. Januar 1937. — 51. Bekanntma chung über eine Aenderung der Transferbestim Schluß!. Wend- börse 19 1 geliefert werden. $ Steinbach, 17. Jan. Aus der S t a t i ft i f des evangelischen Pfarramtes Steinbach für 1 936 wird berichtet: Es wurden getauft 23 Kinder, außerdem wurden von evangelischen Eltern in Gießen respektive Lich 3 Kmder geboren und getauft. Die Zahl der Trauungen betrug 11, außerdem wurde ein Paar außerhalb in der Heimat der Ehefrau getraut. Evangelisch-kirchlich wurden auf dem kirchlichen Friedhof beerdigt 7 Personen, davon waren 3 Personen in Gießen gestorben. An Gaben gingen pro Kopf der Bevölkerung je 47 Pfennig ein. Der Abendmahlsbesuch hielt sich mit 104 v. H. der Evangelischen ungefähr auf der Höhe des Vorjahres, wahrend der Kirchenbesuch im Durchschnitt gegen das Vorjahr eine Abnahme erfahren hat. — Aus der Kir- chengemeinde Alb ach: 10 Kinder wurden getauft, Trauungen fanden keine statt, ein Paar wurde in der Heimatkirche des Bräutigams getraut und wohnt in Alb ach ; es starben in Alb ach 3 Gemeind eglied er und je 1 in Gießen und Lich, so daß 5 Beerdigungen ftattfanben. Konfirmiert wurden 6 Kinder. Der Abendmahlsbesuch hielt sich nut 139 v. H. der Evangelischen auf der Höhe des Vorjahres, während der Kirchenbesuch zuruckgegangen ist. Pro Kopf der evangelischen Bevölkerung wurden in Alb ach 50 Pfennig gegeben. — Am nächsten Sonntag findet in Steinbach und Albach eine ordentliche Kirchenvisitation durch den Dekan des Dekanates Gießen, Dekan Sattler (Wiejeck), statt; in Steinbach singt anläßlich der Visitation der Kirchenchor im Gottesdienst. Schluß- furs 18-1 Schlußkurs 18.1 5% Goldmexikaner von 1899 .... 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,2% Oesterreichische Stlberrente. 4Z4 Ungarn Staats von 1913 .... 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 5% Rumänen von 1903......... 4*4% Rumänen Gold von 1913.. 4% Vnheits-Rumänen......... 4% Türken Bagdad I........... 4% Türken Bagdad II.......... 2 %% l. Anatolier.............. A.G. für Verkehrswesen 6 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket,......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 Retchsbairl 12 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Diskonto............4 Dresdner Bank.............. 4 OU). ?Ylauen luycn -x Heben dagegen erreichten Deutsche Linoleum mit 168,50 nickt den hohen Berliner Kurs von 169,50, auch Schuckert gaben 0,75 v. H. nach auf 160. Bon Versicherungsaktien kamen Allianz Verein nach eintägiger Pause mit 244,50 (248) zur Notiz, Commerzbank zogen 0,25 o. H. auf 110,75. Vov Nenten mürben Altbesitz mit unverändert 118,40 und Kom- munal-Umschuldung mit 90,80 umgesetzt; Städte- Das alles lernt ein Mädchen am besten in emem Altbesitz lagen mit etwa 116,50 bis 117 (117) nic^t I fremben, gutgeleiteten Haushalt, in steter Zusarn- qanz gehalten. Von Auslandsrenten Anatolier I menarbeit mit der Hausfrau, die in i^rem ^onnc" gan3rTge9aner/nn CAX I uni) in ihrer Leistung Beispiel und Vorbi v fein muß. Wie gut ist es für das noch im Wachsen begriffene Mädel, wenn es erst ein Jahr im Hau^ halt seine Kräfte üben, wenn der junge Körper sich beim Putzen und Waschen, bei leichter Gartenarbeit oder beim Betreuen der Kinder ausarbeiten kann und sich bei guter Kost vorteilhaft entwickelt. Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen 6 Elektrische Licht und Kraft 7 I. G. Färben-Industrie.....4. 7 Felten & Guilleaume.........6 Gesfürel 6 Th. Goldschmidt 5 Gritzner Maschinen 0 Harpener................. 2’/2 Hoesch Eisen 3*/2 Philipp Holzmann 6 Ilse Bergbau................ 6 Ilse Genüsse 6 Kalt Aschersleben 5 Klöcknerwerke............. 4% Kokswerke und Chemische Fabrik 6 UIU Ia.2not5ierte0m°aitbefi6 118,40, RÄchstmhn-VA. 125,25, 6 v.H. IG. Farben 133 Anatolier l und ! 20 75, do. III 20,50, Commerzbank 110,75, Allianz Verein 244,50, Buderus 119, Genuß 148, hoesch 118,25, Mannesmann 118,65, Nheinstahl 149,75, Verein. Stahl 118,50, B-mbera^llü, Dann- [er 124,50, Deutsche Erdöl 147,2ch Sch«deansta,t 264, Deutsche Linoleum 168,50, Licht & Kraft 153, IG Farben 167, Gesfürel H°lzmann 139 50, Jun-Hans 119, Muag 139,50, Metallgefellschaft L 155, TOoenus 102,90, Schuckert 160, Sudd. Zucker 203,50, AG. für Verkehr 125 .Hapag 16,90, 9lortt>. QrOnh 17 Allgemeine Lokal & Kraft 149,50. . U 9 , )( Lich, 17. Jan. In den letzten drei Tagen kam Frankfurter Haute-Berstergerung. in unserer Gemeinde der G u st a v - A d o l f - V e r- ^md Frankfurt a. M., 19. Jan. Die Frank- ein zu Wort. Am Freitagabend sprach im voll- iurter^Versteigerung von Häuten und Fellen hatte besetzten Gemeindesaal Pfarrer Brand^aus^^Kmt- Sn Das aefamte Angebot von telfeld in Oesterreich (Steiermark) über das Thema. Ulcht GviihciTplIen 925 Liam- Wie untere evangelische Kirche in Oesterreich iSnSSs SS '»■« Ä’ÄTWTSSÄ ' & Lammfelle Schuß 48 (—). seiner und anderen Gemeinden vom Kampf und Lammfelle 60 ( ), Wachstum des Evangeliums berichten. Im Jahre 1892 zählte die Stadt Knittelfeld z.B. nur sieben Evangelische, heute wohnen in ihren Mauern 1700 und im ganzen Pfarrsprengel 2600 Evangelische. Am 18. Oktober vorigen Jahres konnte die Gemeinde vor allen Dingen durch die Hilft des Gustav- Adolf-Vereins ihre neue „Bekennerkirche" emmeü)en. - Der Posaunenchor hatte sich in dankenswerter Weste in den Dienst des Abends gestellt und begleitete die Lieder der Gemeinde. Begrüßungs- und Schlußwort sprach der Ortsgeistliche. — Am Samstagnachmittag führte Pfarrer B r a n d die Konfirmanden in die Geschichte der evangelischen Kirche in Oesterreich und in die weltweite Arbeit des Gustao- Adolf-Vereins ein. Am Sonntag hielt er Gottesdienst und Kindergottesdienst und verstand es, die Herzen der zahlreich erschienenen Erwachsenen und Kinder für diese notwendige Arbeit unserer evangelischen Kirche zu erwärme- Eine Kollekte von 47,80 Mark konnte an den Gustav Adolf-Verein ab- qen Städte-Altbesitz auf 117 (117,25) und Reichs- bahn-VA. auf 125,25 (125,90) zurück Im Verlaufe blieb das Geschäft an den A kt i.e n - Märkten denkbar klein, auch die Kursverande- rungen waren gering. Etwas höher lagen ALG. mit 39,13 nach 38,75, Gesfürel mit 146 nach 145,7o, -oefch mit 118,25 nach 117,65 V-r-m. Stahl mck 118,50 nach 118,25, dagegen Reichsbank 187,30 nacy 188,25. Von später notierten Werten gewannen |^> vlv iu. J““"“änöert)' 40 bis 49,5 Kilogramm Dercksche Linoleum 1,25 v. H F°-nm°chEk Jet. r 89 b.s los (un°tt°nS-rt, « . Klaffe I 1 °. H„ andererseits liehen Cement Heidelberg auf 00 b.-^102 ^is 94 (unaerandertf, 160 (161,50) nach. , Nmsckuldnna 25 bis 295 Kilogramm 80 bis 96 (unverändert), Don variablen R e n t e n Kommunal-Umsch g • , Kilogramm 86 bis 102 (unverändert), 90,90, späte Schuldbuchforderungen 98,25 nach 98,50. 30 bis 39 5 Mr Q2 bi5 100 (94 bis 100). Von Reichsanleihen 1934er 98,65 (98,40), ftrn r 0 v, ' , e9Klasse I 15 bis 24,5 Kilogramm Defosma I 123,65 (123,40). Goldpfandbrieft weiter ®ialle nlj a u t e »law ^9,5 Kilogramm 81 gefragt und teilweise 0,25 v. H. hoher, Su . 83) bis 39,5 Kilogramm 72 bis 99,50 (99). Liquldatlonspfandbrlefe gönnen 0,25 Ms 83 (/4 vl so-, Kilogramm 62 bis bis 0,50 v. H. Lebhafte Nachfrage fanden Stadt- 80 (unverand ^40 b aufn)^rt5 60 bis 67 anleihen bei Erhöhungen von 0,50 bis (nrnnPränbarB i n b e r b ä u t e Klaffe II 15 bis I Das hauswirtschastlicheZahr Frantturt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Wendbörse Schlußkurs Schluß! Mittag- börse Damm 18-1 19 1 18-1 19-1 6% Deutsche Reichsauleihe v. 1927 101,25 101,2 98,65 102,75 99,25 101,25 98,4 102,9 101,2 4% Deutsche Reichsaul. von 1934 6Yi% DoungMnleihe von 1930 .. 98,4 103 102,75 4yt% Hesitsche Volksstaat von 1929 4Vi% Deutsche Reichspostschatz von 100 100 100 100 4Yt% Deutsche Retchsbahnschatz 98 5 98,5 98,5 98,5 von 1936 I.................. Reichsanleihe-Altbesitz.......... 118,25 118,4 118,2 118,4 Lberhesien Provinz-Anlethe mit Auslos.-Rechten.............. 130,75 130,75 — — 4’/2% Hess. Landesbk. Darmstadt Goldpse. R. 12.............. 97,25 97,5 97,25 97,5 5’/,% Hess. Landes-Hyp.-Banr Liqu. Goldpse............... 101 101 — — 471% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpse. R. 19.............. 4yz% Preuß. Gold-Komm. R. 20 — 95 95 97,5 95 4%% Darmstädter Komm.-Lan- desbankR. 6 ................ 94 94 — — Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe 123,4 97,5 123,65 97,5 123,9 97,25 124 97,5 Auslos.-Rechte I.............. 4*/2% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 *y2% Franks. Hyp. Gold-Komm £61. 2 3.................... 95 95 — — by2% Franks. Hyp. Liquidation Goldpse..................... 101,4 101,5 — — by2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpse.................... 101.65 102 101,65 101,65 Steuergutichein-Derrechnungskur- I 110,2 110,2 110,3 110,3 — 203,75 — 52,75 52,75 52,75 136,25 136,5 110 110 110 165,25 165,25 166 119 120,5 118,75 160 — — — _ — 227 227 227 172 172 172 124,5 125,25 124,9 113 113,65 147,25 148,13 147,5 264 — — 168,5 166,75 169,5 137,25 136 5 136.13 153 153,9 153,25 167 167,13 166,9 139,75 140,65 140,5 146 146,75 146 128,25 128 128,25 35,25 34 35,5 150,5 150 150 118,25 118 118,25 139,5 140,75 139 ■ ■ — ■1 - 148 148,5 148,5 133,5 133,75 133,5 127 127 127 — 144,25 143,75 124 124,75 123,75 93,5 — — 118,65 119,13 118,5 — 156,25 — 155 155,75 155 90,5 90,25 223 223,5 222,5 135,9 134,25 149,75 149,75 149,75 128,75 129 128,9 138,5 139.13 138,25 176 176 160 160,25 160,75 — 97,65 97,75 196,25 198,5 198,5 203,5 — 204 118,5 118,5 118,25 56,75 56,9 56,75 133 133,75 133 157,5 157 157,75 25,5 25 25,5 18- Januar 19. Januar Amtliche Notierung Geld । Brief Amtliche Notierung Gelv l Brief Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Brief (Selo Brrcf 0,755 0,759 0,755 0,759 91,96 42,04 41,94 42,02 0,151 0,153 0,151 0,153 3,047 3,053 3,047 3,053 54,54 54,64 54,54 54,64 47,04 47,14 47,04 47,14 12,215 12,245 12,215 12,245 5,395 5,405 5,395 5,405 11,62 11,64 11,62 11,64 136,20 136,48 136,21 136,49 13,09 13,11 13,09 13,11 0,711 0,713 0,711 5,654 5,666 5,654 61,39 61,51 61,39 48,95 49,05 48,95 11,10 11,12 11,10 62,98 63,10 62,98 57,10 57,22 57,11 17,73 17,77 17,73 8,656 8,674 8,656 — — —— 2,488 2,492 2,488 'und SA ein lv rtt her, a«5.; !an-9l Itnien * W: sannnensassen ist es zu v" »>- «'S» teilen, die o tung »es Stünltl« enlgegenflc wunden we Was Du Maler, B' Presse M konnten, i|l Mn liegt Festbesucher Stimmung Die schlecht! der Garderc Uebrigensl Wort sür Sagen wir obläge ur kostenlos, weiter nich benkosten Auch für © ist Sorge und guten den Mal gesorgt, de ein guter darf sich 1 lassen, ohi bezahlen, einem am Rechnung. jei ein 5?i empfohlen, ffeftbefufyr ganz zu em Frauen inm kommt im la lustigen Kosti soll an diese, ben. Die Fi ohne Gesicht Schöpfung gi „Buam" mit für ein Kostü Ein Wort Vor fünf Xagi Nachfrage nac absehbarer Z gerechnet mei «forborlid), s Tine Aoror Hauptstadt au( Wnfitfi^er' U beneiden wöben im & |IflS SAMIN $lv M11 bi S*r di, schein des P hon hat der D^5i* । ^er dies 6 i'-l 1 ®iiil6 7 Höhe ert S* Dal V°" d. A dankte fest ^M?>ner tälQlen i SÄT der 8 bi( S'iblij9' ).6O 'Unöeb 1 44- ffJ* , ^tiQnb _ ' * b=n Wit k. aS: 81u7 '>9 Her Ii(t- ;«eonntw '“"Meibeftim, “ interne« wmk. leistet ^'Ich-ft ifl 'Wien Bier- tneJ’H Ws i, Vd) über die "-umso mehr, "d Äffen die Mbet. Der itmäßer Anlei- glichen, jungen ^ue Cchasfens- Desserung wird W Hilfe wird stung bedeuten, das Hauswirt, 'trauen bei der Haft im Deut, mitsamt. ch der Derpflich. wßt werden und Ausgabe, die un> milie und dami F.K. > ermunterte die i, sich der Arbeit i'es einen kleinen infamen Liedern eine kurze An- inzenber.q dankte zum Stiftung Äm Laufe de- i Kirchspiel fuft. Davon ent .ppertenrob 9 uni . In 1935 waren hmen 9, auf Ru» rtenrod 11 entsie- verflossenen 3at)If men waren es 4 « eine. 3m 3ahre hließungen 21, m- ) 5 und in Unter« abberufen würben starben in Liber« ind in Unter-La- ■e 1935 verstarben jmen 8, auf ibertenrob 3 enp amm. iuar. naftit 6.30: Früh Sen. 8.10: GM täjS» *?KS uM, 1g: * Äl-nTagessp^ gt de" *ni5: Du«; 'S« feSÄ” nyt*' , tedakii»"- 8£,bln»'i6'ti,h!' j.) er Lebe"" unS.,^2' Dora^ ie “bÄf 'V Ltz»,S n ist S M )ie K-Ax HH6 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 20. Januar 1937 Ein Fest ohne Steifheit und Nepp. % v E .D - Noch zehn Tage trennen uns von dem großen Fest der Künstler und der Presse in Gießen. Viele Hände und Köpfe sind schon seit Wochen an der Arbeit und noch viele Stunden und Nächte werden geopfert werden müssen, bis der Festausschuß erlöst sagen kann: das Fest steht! Die Entwürfe zu den Saaldekorationen sind fertig, die Maler sind eifrig an der Arbeit. Es wird gehämmert und genagelt, gepinselt und geschimpft, geprobt und verbessert, ein wirres Durcheinander, aus dem sich schon langsam in den Hauptlinien etwas erkennen läßt: der künstlerische Rahmen des größten Karnevalfestes 1937 in Gie.ßen. Nur dem Zusammenwirken und Zusammenfassen aller Kräfte ist es zu verdanken, daß die großen Schwierigkeiten, die der Durchführung des Festes der Künstler und der Presse entgegenstanden, überwunden werden konnten. Was Bühnenkünstler, Maler, Bildhauer und Presse dazu beitragen konnten, ist geschehen. Nun liegt es an den Festbesuchern, die richtige Stimmung mitzubringen. Die schlechte Laune ist an der Garderobe abzugeben. Uebrigens Garderobe? Ein Wort für zwei Begriffe. Sagen wir lieber Kleiderablage und Kleiderfrage. Die Kleiderablage ist kostenlos. Wer seinen Eintritt bezahlt hat, wird weiter nicht in Anspruch genommen, denn alle Nebenkosten sind in dem Eintrittspreis inbegriffen. Auch für Speise und Trank zu volkstümlichen Preisen ist Sorge getragen. Preiswerte Weine in billigen und guten Qualitäten entsprechen in unserem Gau den Verhältnissen. Auch dafür hat der Festausschuß gesorgt, denn zur guten, beschwingten Laune gehört ein guter Tropfen. Wer noch das seine tun will, darf sich den perlenden, schäumenden Sekt reichen lassen, ohne dafür einen Zuschlag als Luxussteuer bezahlen zu müssen. Und wer Lust verspürt zu einem anderen edlen Stoff, der kommt auf seine Rechnung. Wer sich aber Kleidersorgen macht, dem fei ein Rundgang bei den einschlägigen Firmen empfohlen, die sich bemühen, den Wünschen der Festbesucher auch nach dieser Richtung hin voll und ganz zu entsprechen. Gute Einfälle haben unsere Frauen immer. Wer nicht den Reifrock liebt, der kommt im langen Abendkleid oder in einem netten, lustigen Kostüm. Alles ist erlaubt. Das Dirndlkleid soll an diesem Abend aber möglichst zuhause bleiben. Die Festbesucher erscheinen selbstverständlich ohne Gesichtsmasken (Visiere). Für die Herren der Schöpfung gilt das Gleiche. Auch hier bleiben die „Buam" mit der Lederbux zuhause und ziehen dafür ein Kostüm an oder Abendanzug. Ein Wort noch zum Vorverkauf der Festkarten. Vor stttrf Tagen wurde der Vorverkauf eröffnet. Die Nachfrage nach Karten hat sich so gesteigert, daß in absehbarer Zeit mit einem ausverkauften Abend gerechnet werden muß. Aus diesem Grunde ist es erforderlich, daß alle telephonisch bestellten Karten umgehend abgeholt werden. Karten sind noch erhältlich bei der „Oberhessischen Tageszeitung , beim „Gießener Anzeiger" und bei der Theaterkasse (hier auch die Vorzugskarten für Platzmieter). Mitglieder der Presseorganisationen und des Verbandes der bildenden Künstler Oberhessens erhalten ihre Vorzugskarten bei dem Bezirksobmann der Schriftleiter Oberhessens, Dr. Kaul (Oberhessische Tageszeitung), gegen Ausweis zwischen 11 und 12 Uhr bis einschließlich Samstag, 24. Januar. — Der Entwurf des Plakats stammt von dem hiesigen Zeichner Kröll, die photographische Wiedergabe von Winterhoff. Eignungsprüfungen für Schauspieler. Der Landesleiter der Reichstheaterkammer für Hessen-Nassau gibt bekannt: Laut Anordnung Nr. 38 des Präsidenten der Reichstheaterkammer finden in der ersten Februarhälfte in den Diensträumen des Landesleiters Eignungsprüfungen für Schauspieler, Sänger und Tänzer(innen) statt. Diese Eignungsprüfungen haben einerseits den Zweck, ungeeignete und unbegabte Elemente von der Bühnenlaufbahn fernzuhalten, anderseits hoffnungsvolle Talente richtig zu beraten und zu fördern. Das nach erfolgter Prüfung auszustellende Zeugnis ist später, nach abgeschlossener Ausbildung, der Meldung zum „Leistungsnachweis" beizufügen. Anmeldungen zur Eignungsprüfung sind zu richten an den Landesleiter der Reichstheaterkammer für Hessen-Nassau, Frankfurt a. M., Marienstr. 17, wobei miteinzusenden sind: Geburtsurkunde, ärztliches Gesundheitszeugnis, selbstgeschriebener Lebenslauf, bei Minderjährigen schriftliche Einwilligung der Eltern bzw. des Vormunds, Postkartenoder Paßbild und eine Prüfungsgebühr von 5 Mk. Wer schon vor Veröffentlichung der Anordnung Nr. 38 der Reichstheaterkammer, also vor dem 1. Januar 1935 sein Studium begonnen hat, kann unter den gleichen Bedingungen eine ,Sonderprüfung" ablegen. Die genauen Termine werden den Prüflingen' rechtzeitig mitgeteilt. Anmeldeschluß: 1. Februar 1937. Empfindliche Strafen wegen Schwarzarbeit und falscher Arbeitsbescheinigung. NSG. Immer wieder kommt es vor, daß Arbeitslose Unterstützung beziehen und nebenbei Schwarzarbeiten verrlchten und sich dadurch unrechtmäßig in den Genuß von Arbeitslosenunterstützung setzen, weil sie dem Arbeitsamt die aus der Schwarzarbeit erzielten Verdienste nicht angeben, ober weil der Arbeitslose auf Grund falscher Arbeitsbescheinigungen, die er sich von dritter Seite ausstellen läßt, sich unrechtmäßig in den Genuß der Unterstützung setzt. So sind von den Schöffengerichten Mainz und Gießen kürzlich Arbeitslose zu je sechs Monaten Gefängnis wegen Schwarzarbeit bzw. Bezug von Arbeitslosenunterstützung auf Grund falscher Arbeitsbescheinigungen verurteilt worden. Es wird bei dieser Gelegenheit darauf hingewiesen, daß Fälle dieser Art von den Arbeitsämtern unnachsichtig verfolgt und von den Gerichten empfindlich bestraft werden. Aus der Provinzialhauptstadt. Maskenbälle. Es soll tatsächlich Leute geben, die den Maskenbällen, von denen wir in diesen Wochen des Faschings rings umgeben sind, feindlich gegenüberstehen. Maskenbälle, so sagen jene Griesgrame, haben keinen Sinn. Welche Ahnungslosigkeit spricht aus diesen Worten! Maskenbälle hätten keinen Sinn? Nun, sie haben den Sinn, daß auf ihnen der Unsinn herrsche! Das klingt wie ein leeres Wortspiel. Aber es klingt nur so. Denn ein Volk, wie das deutsche, das die Losung „Fanget an!" begriffen hat und in die Tat umsetzte, das sich also von morgens bis abends, durch Wochen und Monate hindurch der Arbeit verschworen und sich dem Sinn des Lebens bedingungslos unterworfen hat, hat auch ein Recht, zur Zeit des Faschings eine Atempause zu machen, um sich in vollen Zügen dem Un-Sinn hinzugeben. Natürlich ist es ein Unsinn, daß man auf den Maskenbällen „Du" zueinander sagt, wo man gar nicht weiß, wer sich eigentlich hinter der Maske verbirgt. Dennoch liegt in diesem Du etwas von der Zusammengehörigkeit aller, die ein Volk ausmacht. Was aber die Maske anbelangt, hinter der sich jenes unbekannte Du verbirgt, so ist dazu zu sagen, daß wir auch fern aller Maskenbälle täglich vor — Masken stehen, hinter denen sich etwas versteckt, dessen wahres Gesicht wir selten zu sehen bekommen. Wie gut und erfreulich, wenn auch unsinnig, einmal genau zu wissen: Du stehst vor einer Maske, die Maske sein will. lieber allen Maskenbällen schwebt das Goethe- Wort: „Es geht doch nicht närrischer 311. ah wo Menschen beisammen sind". Auch dieser Wille, närrisch sein zu wollen, verbunden mit dem Bewußtsein, närrisch sein zu dürfen, ist ein Gewinn, den der Fasching beschert. In uns allen lebt nun einmal die Sehnsucht nach dem Uebersinnlichen, die auch unsere Ahnen irgendwie empfunden haben müssen, als sie sich mit Masken und seltsamen Bekleidungen behängten, als sie Gestalten non Tieren und Spukgeistern nachahmten, um dem grauen Alltag wenigstens für ^urze Zeit zu entrinnen und allem Sinn ein Schnippchen zu schlagen. Maskenscherz und Mummenschanz sind Ueber- üeferung und Erbe ^gleich jener fröhlichen Haltung und Bejahung des Lebens, die der Berliner Volksdichter Julius Stinde einmal in die Worte faßte: „Was tut. man mit der'Freude? Wenn sie nicht ins Freie kommt, kommen Motten hinein!" Auch der „Schuß Sekt", der nach Bismarcks Ausspruch nun einmal (leider!) dem Deutschen fehlt, stellt sich auf dem Maskenball ein. Vielleicht manchmal etwas zu künstlich. Aber was fchadet's? Diese Art Betrachtungen aber sind den Griesgramen zuwider. Was sollen wir gegen sie unternehmen? Nichts! Lassen wir sie in der Ecke stehen und stürzen wir uns in das Gewimmel der Masken mit dem Bekenntnis zur Lebensfreude auf den bunt geschminkten Lippen! bd. Bornotizen. Tageskatender für Mittwoch. NSLB. Gießen-Land: 15.30 Tagung der Fachschaft „Volksschule" im „Burghof". — NSLB., Kreis Gießen, Fachschaft „Körperliche Erziehung", Arbeitsgemeinschaft für Mädchenturnen: 16 Uhr in der Neuen Pestalozzischule. — Stadttheater: 19 bis 22.15 Uhr „Prinzessin Nofretete". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Weiße Sklaven" („Panzerkreuzer Se- bastopol"). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Susanne im Bade". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr Ausstellung der Oelgemälde, Aquarelle und Zeichnungen von Professor Otto Dill. — Bekenntnisgemeinde Gießen: 20.15 Uhr Vortrag von Pfarrer Lic. Schinner, Frankfurt a. M., über „Die Kirche im Urteil ihres Herrn". Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet eine Wiederholung der großen Erfolgs- und Ausstattungsoperette „Prinzessin No- retete" von Nico Dostal statt. Die musikalische Leitung führt der Kapellmeister Hans H Hampel. Spielleitung: Paul W r e d e. Die Partie der „Prin- zessin Nofretete" singt Ilse Laskus. Einstudierung der Tänze und choreographische Leitung: Irmgard Zenner. Die Vorstellung findet als 16. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Die Intendanz des Stadttheaters macht noch einmal darauf aufmerksam, daß die Vorstellung um 19 Uhr beginnt. Ende 22.15 Uhr. Bereinigung ehemaliger Angehöriger des Realgymnasiums Gießen. Wie aus der heutigen Anzeige hervorgeht, hält die Ortsgruppe Gießen der Vereinigung am Samstag, 23. Januar, 20 Uhr, im Restaurant Hindenburg einen Familienabend ab, zu dem alle Mitglieder mit ihren Angehörigen eingeladen werden. Nach kurzer geschäftlicher Sitzung, bei der auch eine Aussprache über die Beteiligung der Vereinigung an der Jahrhundertfeier des Gießener Realgymnasiums im Sommer ftattfinben wird, wird Herr Stabsjägermeister Studienrat H ö l z e I einen Licht- bildervortrag halten über: „Von Wisent und E'ch, Wildpferd und Falken." Sodann folgen eine Reihe von Darbietungen und Tanz. (Siehe heutige Anzeige.) Hoherodskopf im Pulverschnee Die Wünsche der Skiläufer scheinen nun in Erfüllung zu gehen. Gegenwärtig schneit es in Gießen und auch im hohen Vogelsberg, der in der letzten Zeit sehr stiefmütterlich mit der weißen Pracht bedacht war. In der vergangenen Nacht fielen 18 bis 20 Zentimeter Pulverschnee, und es schneit auch heute morgen noch. Es ist zu erwarten, daß die Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstn6 Verständigung. Von Gerhard Uhde. Eine Vorortsbahn fährt neben einem aus der Hauptstadt auslaufenden v-Zuge. Die Fahrgäste beäugen sich, herüber und hinüber, die in der Vorortsbahn beneiden jene, die im „großen Bruder" sitzen. Drüben im Speisewagen haben sie zum Mittagessen Platz genommen, mein sieht die Kellner servieren. 9liV durch zwei Armlängen Abstand und durch zwei Fensterscheiben sind die von ihnen getrennt, deren Leben der kleinen Entfernung verpflichtet ist. Da überholt die Vorortsbahn ihren großen Bruder, und über die Gesichter ihrer Fahrgäste huscht ein Lächeln des Sieges. Freilich, an der nächsten Station hat der O-Zug den kleinen Vorsprung eingeholt und brausend fährt er an der haltenden Vorortsbahn vorüber. Nun, es ist ja auch em O-Zug. Aber dies Spiel wiederholt sich. Der O-Zug hatte kurz darauf halten müssen, weil ihm die Durchfahrt durch die nächste Station nicht freigegeben war, und zog erst wieder gemächlich an, als die Vorortsbahn seine Höhe erreichte. Gesichter, die sich vorhin kennengelernt hatten, sahen sich wieder, und in der Freude an dem Spiele, das mit ihnen gespielt wurde, entspannte auch im O-Zuge der eine und andere seine Mienen. Da dünkte es einen Fahrgast, der an einem Fenster der Vorortsbahn lehnte, als erblickten seine Augen ein Gesicht, das sich ihm vor langer Zell in irgendeiner besonderen Lage eingeprägt hatte. Die Schläfen waren zwar ergraut, aber der Schädel hatte die auffallend schöne langgestreckte Form, und die Nase, der 9Jlunb, der Schnitt der Augen.. Wann und wo war ihm dieser Mensch begegnet? Währe nd diese Frage unbeantwortet schweben blieb, zog ihn die Wettfahrt der beiden ungleichen Brüder wieder in ihren Bann. Ja, er ließ wie ein Kind mit sich Gedanken spielen, ob er wohl eher auf feiner Zielstation aussteigen würde, als der O-Zug sie passierte. Aus dieser Ereiferung am Kampfe aber kam ihm plötzlich die Antwort auf seine Frage. Dieser Mensch, der dort am Fenster des O-Zuges saß, war der englische Hauptmann, dem er an der Westfront im Zweikampfe gegenübergestanden hatte. Er, der Gefreite des Sturmtrupps, hatte dem englischen Hauptmann die Pistole aus der Hand geschlagen und ihn gefangen genommen. In dem kurzen Augenblick, als sich Tod und Leben von Angesicht zu Angesicht maßen, hatten sich dem Deutschen das Bild seines Gegners wie ein Flammensiegel ins Blut geprägt und begleitete ihn seitdem. Es brauchte nur durch einen leisen Ton gerufen zu werden, um über Raum und Zeit hinweg in ihm wach zu fein. Und nun eine Begegnung in der Wirklichkeit! Das Blut schoß ihm in den Kopf, und währeno er sich mit Zweifeln an der Richtigkeit seiner Wahrnehmung beruhigen wollte, beugte er sich aus dem Fenster. Aber die Mißgunst eines entgegenwirkenden Zufalls ließ den O-Zug abermals Zurückbleiben, wieder stand fein Fahrtfignal auf Halt. Die Vorortbahn rollte weiter, und der ehemalige Gefreite setzte sich zurück, einen Augenblick einer fast wehmütigen Erkenntnis preisgegeben, daß das Leben die Unmöglichkeit lehre, sich von einer Feindschaft zu lösen. Hier in diesem kleinen Beispiele stand der Beweis dafür. Hätte er seinem ehemaligen Gegner nicht auf dem Bahnhofe der Hauptstadt begegnen und ihm die Hand drücken können? Nein, hier in zwei verschiedenen Zügen fahren sie aneinander vorbei. Aber das Seltsame dieses Wiedersehens hielt ihn weiter gefangen und trieb ihn schließlich zur Mitteilung an seine Fahrtgenossen, und als er bemerken mußte, wie sie sich an seinem Erlebnis entzündeten und ihn auf ihren Wünschen trugen, day eine Begrüßung der beiden dennoch gelingen möge, fieberte er und beugte sich abermals zum Fenster hinaus. Und wirklich kam der O-Zug wieder m aufholender Fahrt. Alle Fenster des Vorortsbahnwagens waren geöffnet und belagert. Jeder, der davon gehört hatte, wollte Zeuge fein ober durch Beobachtung ober Zuruf helfen. Wenn man hinübertelephonieren unv einen „Captain Weller" an ben Apparat rufen ober sonst eine Verstänbigung herbeiführen könnte. Inzwischen waren bie Lokomotive unb ber Packwagen vorüber. Im fünften Wagen sollte er sitzen, in einem Abteile zweiter Klasse. Alle Herzen schlugen mit bem des ehemaligen Gefreiten, unb jetzt Üls jener Wagen herankam und der Deutsche den Engländer erkannte, rief es in vielstimmigem Chor. Captain Weller, Captain Weller!" — Sei es, day er sich wie andere Reisende seines Zuges an dem erneuten Spiele des Ueberhvlens ergötzte, sei es, daß er etwas von dem seelischen Anstürme, der seiner Person-galt, empfunden hatte, er hatte schon vorher aufgemerkt und in dem Augenblick, als er die lebhafte Bewegung drüben wahrnahm, sich angeblickt sah unb wie im Traume seinen Namen hörte, riß er bas Fenster auf, unb wahrend er betroffen war unb ihm über bas Geräusch ber rollenden Räder Worte zuflogen, die seine Kriegserinnerung wie Blitze erleuchteten, erkannte er noch eben unter Öen vielen Gesichtern das eine, bas ihm Schicksal geworben war, rief etwas zurück unb em- schwanb mit bem Zuge um bie Kurve. In bem Wagen ber Vorortbahn war trotzbem große Begeisterung. Jetzt hatte man genügend beobachtet und konnte sicher einen Weg finden, um die beiden zusammenzuführen. Alle legten zusammen für ein Bahntelegramm an Captain Weller, der sich in dem O-Zuge befand. Dann würde er antworten können, und die Möglichkeit zu einem Wiedersehen war gegeben. Aber das Staunen war groß. Als die Vorortbahn in der Station einlief, stand der O-Zug da. Der Engländer hatte ihn auf feine Kosten zum Halten bringen lassen, um auszusteigen und seinem ehemaligen Feinde die Hand drücken zu können. Amelia Helmholz als Micaela. In der zweiten „C a r m e n"-Aufführung des Stadttheaters — Spielleitung: Intendant Schultze- Griesheim; musikalische Leitung: Paul Walter — sang gestern abend Amelia Helm- Hol z von der Broadcasting Companie, Neu- york, die Partie der Micaela als Gast. Wir lernten in der Sängerin, die sich gegenwärtig auf einer Gastspiel-Reise durch Deutschland befindet, eine schlanke und bühnengerechte Erscheinung kennen, die ihre Aufgabe darstellerisch und gesanglich fließend beherrscht und sich mühelos und zwanglos in das ihr fremde Ensemble einfügte. Sie betonte in der darstellerischen Behandlung der auf ausgesprochene Gegenwirkung zur Titelrolle angelegten Partie die mädchenhafte, fast gretchenhafte, zarte und verhaltene Keuschheit, die sorgende und cnt- sagungsbereite Liebe zu Don Josö. Amelia Helm- Holz verfügt über einen gut und locker angesetzten, modulationsfähigen und gepflegten Sopran, der sich vornehmlich in der Mittellage blühend entfaltet und sowohl auf der lyrisch-melodiösen Linie des Duetts im ersten Akt (mit Jose) wie in der dramatischer akzentuierten großen Monolog - Arie in der Schmuggler-Schlucht eindrucksvoll zur Geltung kam. Uebrigens hatte das Gesamtbild der liebevoll durchgearbeiteten Aufführung in der Wiederholung erfreulicherweise nichts von der Geschlossenheit, dem Schwung und dem musikalischen Glanz der Premiere verloren, wie das gerade bei zweiten Aufführungen nicht selten zu beobachten ist. — Das Haus war wiederum sehr stark besetzt und feierte zum Schluß den Neuyorker Gast mit den übrigen Hauptdarstellern nach Gebühr. Hans Thyriot. Die Aussprache. Der bayerische Dichter Ludwig Thoma, dessen siebzigster Geburtstag auf den 21. Januar fällt, kam, wie der Schauspieler Leo Slezak erzählt, eines Abends an dessen Hause vorbei und lud ihn ein, er möge doch nebenan in die Wirtschaft kommen, sie wollten sich bei einem Glase Bier ein wenig aussprechen. Die Aussprache sah folgendermaßen aus: „Um acht Uhr kam ich hin", erzählt Slezak. „Grüß dich Gott, Leo — Prosit!" Sein Bruder Peter, Emil Ganghofer, der Bruder Ludwig Ganghofers, und ein Bauer spielten Tarock. Thoma' sah zu. Nach ungefähr einer Viertelstunde, in der er noch keinen Ton gesprochen hatte, sagt er: „Peter, Herrgottsakra, Schellen spiel aus!" — Pause. Nach weiteren zwanzig Minuten: „Prost Leo — sollst leben!" Halbe Stunde Pause. — „Also, Leo, Prost!" Um halb zehn sagten wir uns adieu.. Das nannte Ludwig Thoma „sich aussprechen"! Vom Atter unserer Braunkohlen. Der erste Fall einer genaueren Zeitbestimmung der Bildung unserer Braunkohlen ist durch die Feststellungen von Professor W e i g e 11 in Halle an der Saale gegeben. Danach finden sich, wie in der Monatsschrift „Der Naturforscher" berichtet wird, in der Geiseltalkohle jahreszeitlich gebänderte Schichten, die einem Klima mit großer und kleiner Regenzeit entsprechen. Der Wechsel: dicke dunkle Lage — helle Lage — dünne dunkle Lage — helle Lage bezeichnet dabei ein Jahr. (Eine fünf Meter mächtige schwarze Bank hat sich in fünfhundert Jahren gebildet; sie geht seitlich in ein helles Band von nur zehn bis zwanzig Zentimetern über oder in eine Sandlage. Wenn eine einzelne Bank 500 Jahre zu ihrer Bildung brauchte, so ergeben sich als Mindestzahlen für die Bildungsdauer des Oberflözes 40 000 Jahre, der Mittelkohle 20 000 Jahre, der Unterkohle 40 000 Jahre, insgesamt also 100 000 Jahre. 6od)fd)ulnod)rid)fen. Professor Dr. Udo Wegner, Ordinarius für Mathematik an der Technischen Hochschule Darm« ftabt, ist in gleicher Diensteigenschaft an die Universität Heidelberg berufen worden; er vertritt den Heidelberger Mathematischen Lehrstuhl bereits in diesem Wintersemester. plant. Wirkung der Bürgermeister im Naturschutz an E« ift-TFormen der Landschaft in sich schließ- und -In- ren zu helfen. Da kam natürlich dieser reiche Patient wie vom Himmel gesandt. Und dieser Amerikaner schien rein einen Narren an ihm gefressen zu haben, weil er so darauf erpicht war, sich gerade von ihm ope° teilen die Luftkreisärzte bei den Luftkreiskommandos (IV: Münster) und die' Militärärztliche Akademie, Berlin, Scharnhorststraße. Da ferner ein erhöhter Bedarf an Marine-Sanitätsoffizieren vorliegt, ist die Einstellung von jüngeren approbierten Aerzten und Medizinalpraktikanten zum 1. April 1937 und zum 1. Oktober 1937 ge- sen, Abfahrt ... ------o—, —. Gelnhausen um 1.49, der seither m den Nachten nach Sonntagen gefahren wurde, verkehrt nicht „Gr lachte mich aus. Gr zählte mir an den Fine gern her, wie viele unlautere Handlungen du schon um meinetwillen begangen hättest — von unserer Trauung angefangen bis. „Unserer Trauung — wieso?" deren zu lassen, von ihm, einem jungen, unbekannten Operateurgehilfen! Original-amerikanischer Spleen, hatte er damals gedacht — nichts weiter. Bei Gott, nichts weiter! Nicht einmal das hatte ihn stutzig gemacht, daß der Mann sozusagen unter vier Augen operiert sein wollte und ihm strengstens verbot, sich dazu einen Assistenten zu nehmen. Eme schwierige und riskante Sache bei einer so langwierigen Operation und natürlich auch nicht ganz korrekt. Aber was sollte man tun? Die große Ehance schwimmen lassen? Diesen unerhörten, märchenhaften Glücksfall, der es ihm endlich ermöglichte, sich selbständig zu machen?! Nein — tausendmal nein! Evelyn — das Kind — die Möglichkeit, sich eine eigene Existenz aufzubauen, das war schon eine kleine Inkorrektheit wert ... „Also wußtest du aar nicht, daß er bei mir war?" fragte Alland aus seinen Gedanken heraus. „Darum warst du so erschrocken, als ich dir später nach der Operation die Photos zeigte, ja? Und dann hattest du erst recht nicht den Mut, mich aufzuklären?" Evelyn machte eine zustimmende Kopfbewegung. „Ich dachte damals, es seien nur die Aufnahmen, die dich so erschreckten. Der kleine Ohnmachtsanfall beunruhigte mich gar nicht sonderlich. Aber sag mir, Evelyn — wie hat Monno dich überhaupt finden können? Wir hatten doch alles getan, um deine Spur zu verwischen." „Ja, aber wenn man Pech hat, nützt einem alles nichts. Und es war eben mein Pech, daß der Zimmerkellner des kleinen Hotels, wo wir in London die paar Tage gewohnt haben, mich von Paris her von Ansehen kannte. Er war früher Barmann in einem Lokal gewesen, in dem Ostrowski viel verkehrte, und in das er mich manchmal nach dem Theater noch auf eine halbe Stunde mitnahm. D^ her kannte mich der Mensch. Er wußte natürlich auch von dem Skandal mit Ostrowski, der damals ja durch alle Zeitungen ging, und auch, daß ich von der Polizei gesucht werde. Es war noch an- ' ständig genug von ihm, daß er mich nicht sofort : angezeigt ober wenigstens einen kleinen Erpressungs- oersuch gemacht hat. Aber er dachte vielleicht, daß i er aus dieser Entdeckung einmal nach mehr yeraus- i schlagen würde. Und wahrscheinlich ist ihm das : auch gealückt. Er wird sie sich teuer genug von - Monno haben abkaufen lassen." Deutschland. Vortragsabend des Go^lhebundes und kaufmännischen Vereins. In der Neuen Aula der Universität wurde gestern Abend veranstaltet von Rektor, Dozenten- und Studentenschaft ein Vortragsabend abgehalten. Prof. Or. Hummel begrüßte die Besucher und wies darauf hin, daß auch dieser Abend dazu beitragen solle, das Verständnis für den Dolkstumskampf an den deut,chen Grenzen zu fördern. Sodann sprach Ernst Schröder aus Flensburg Bei der Luftwaffe besteht noch Bedarf Sanitätsoffizieren. Es ist daher beabsichtigt zum 1. April 1937 und 1. Oktober 1937 eine Anzahl von jüngeren approbierten Aerzten, Medizinalpraktikanten und Medizinstudierenden einzustellen. Dor- Oer Tiationalitätenkamps an der deutsch-dänischen Grenze Vortragsabend in der Llniversität. wehrt worden. Alle standen für Deutschland und seien zu einer vollkommenen Dolksgememschaft zusammengewachsen. Mit der Festsetzung der neuen Grenze sei Schles- wig-Holstein zum ersten Male in seiner Geschichte einer Teilung unterworfen worden. Die beabstch- tiqte Aufsaugung der Deutschen durch die Danen sei im abgetrennten Nordschleswig bis heute nicht gelungen. Vielmehr wurde von den Deutschen der Revisionsanspruch stets offengehalten, darüber hinaus ei durch die Deutschen eine Fülle von Schulen geschaffen worden, die die dänische Regierung in liberaler Weise anerkannte. In der Inflationszeit sei der Dolkstumskampf besonders schwer gewesen. Der bodenständige Deutsche konnte aber doch nicht Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. beabsichtigt, für die Strecke Frankfurt a. M.—Gießen— Dillenburg—Betzdorf—Köln als Eilzug einen Triebwagen (also einen Motortriebwagen mit schweren Dieselmotoren) einzusetzen. Der Verkehr mit diesem Triebwagen wird voraussichtlich am 21. Mai ausgenommen werden. Fahrplanverbeffemng auf der Strecke Gießen—Gelnhausen. Zur Verbesserung des Fahrplans auf der Strecke Gießen—Gelnhausen an Sonn- und Feiertagen treten ab Sonntag, 24. Januar, nachstehende Änderungen ein: . Der Personenzug Nr. 516 Gießen—Nidda, Abfahrt in Gießen 23.10 Uhr, Ankunft in Nidda um 23.58 Uhr, wird an Sonn- und Feiertagen bis Gelnhausen durchgeführt, und zwar Nidda ab 23.59, Ranstadt an 0.05 ab 0.06, Stockheim an 0.12 ab 0.13, Bleichenbach an 0.17 ab 0.18, Buches- Düdelsheim an 0.21 ab 0.22, Büdingen an 0.25 ab 0.26, Mittel-Gründau an 0.35 ab 0.36, Lieblos an 0.40 ab 0.41, Gelnhausen an 0.46 Uhr. Ferner wird der Personenzug Nr. 523 (der seither am Werktag nach Sonn- und Feiertagen von Gelnhausen bis Büdingen, Abfahrt in Gelnhausen um 1.00 Uhr, Ankunft in Büdingen um 1.19 Uhr, verkehrte), künftig in den Nächten nach Sonn- und Feiertagen bis N i d d a durchgeführt, und zwar Büdingen ab 1.21 Uhr, Büches-Düdelsheim an 1.25 ab 1.26, Bleichenbach an 1.29 ab 1.30, Stockheim an 1.34 ab 1.35, Ranstadt an 1.40 ab 1.41, Nidda deren. Sanitätsoffizierlaufbahn in der Lustwaffe und Marine. solche Fülle der Werte aus Jahrhunderten der Ge- chichte in sich vereinige, wie sie aus dem Geiste deutscher Menschen in Deutschland zu allen Zetten geboren wurden. Im Norden, so fuhr der Redner fort, sei es immer wieder die Natur, von der die großen Eindrücke ihren Ausgangspunkt nchmen, bei uns in Deutschland sei das aber anders, denn überall im deutschen Vaterland begegnete der Reifende neben den Naturschönheiten auch immer den großen Werken germanischen Formwillens. Immer wieder auch sei das Wesen des deutsck)en Menschen in seinen Werken zu erkennen. Um dies in vollem Ausmaß würdigen zu können, müsse man auch andere Völker kennen, um dann die Unterschiede an 1.48 Uhr. , f , Der Personenzug Nr. 524 Büdingen—Gelnhau- ’ n, Abfahrt in Büdingen um 1.30, Ankunft in Wieder einmal wurde Montag abend den Mitgliedern des Goethebundes tznd Kaufmännischen Vereins Gelegenheit gegeben, einen Lichtbildervor- trag zu hören, der ihnen. eine Fülle der Schönheiten bot. Professor Walther, Austauschprofessor in Schweden, ein würdiger alter Herr in schneeweißem Bart, sprach über Deutschland, über das deutsche Land, den deutschen Menschen und das deutsche Wesen. Er schickte seinem Vortrag zunächst die Fragestellung voraus, wie es wohl möglich sei, daß ein Redner gerade aus Schweden kommen müsse, um einen Vortrag über Deutschland zu halten. Der Redner beantwortete die Frage so, indem er sagte, daß das Erlebnis des deutschen Vaterlandes im Ausländsdeutschen meist ein weitaus stärkeres sei, als in jenem, der immer die Schönheit der Heimat vor Augen habe. So sei auch ihm das deutsche Vaterland immer wieder ein großes und immer wieder auch ein neues Erlebnis. Das sei besonders darauf zurückzuführen, daß Deutschland ein Land sei, das wie kaum ein anderes alle Skiläufer am Sonntag guten Schnee antreffen werden, wenn die Witterung nicht abermals um» schlägt. Die Temperatur liegt bei 2 Grad unter Null. Die Sportmöglichkeiten find gut. Zugverspätungen durch Schneeverwehungen. 3m Lause des gestrigen Tages tiefen verschiedene Fernzüge, die von Hamburg tarnen, mit erheblichen Verspätungen im Gießener Bahnhof em. Die Verspätungen waren daraus zuruckzufuhren, daß auf der Strecke zwischen Hamburg und Hannover, insbesondere in der Lüneburger Heide, starke Schneefälle eingetreten waren, die auch zu umfangreichen Verwehungen führten. Streckenweise lagen aus den Schienen Schneemengen bis zu einem Meter Hohe, die erst beseitigt werden mußten, bis die Zuge ihre Fahrt fortsetzen konnten. Die Hauptzuge kamen mit Verspätungen bis zu 90 Minuten im Gießener Bahnhof an. Um den Verkehrsablaus nicht allzu sehr durch diese Verspätungen zu beeinträchtigen, waren von Hannover aus Vorzüge gefahren worden, die den Anschluhverkchr sichern konnten. Triebwagenverkehr Frankfurt-Gießen -Köln. $ *S BVt riebsgemeinschaftsabend. Man berichtet uns: Am Freitagabend veranstaltete cne Firma Franz Vogt & Co., Gießen im „Burghof ihren ersten diesjährigen Betrlebsgemelnschafts- abend. Durch die Anwesenheit des Kreiswalters der DAF-, Pg. Wagner, erhielt der Abend em besonderes Gepräge. Pg. Wagner blieb bis zum Schluß dabei und nahm an dem „echt fameraD* schaftlichen Fröhlichsein" in gleicher Weise wie die Betriebsangehörigen teil Der B e dl ebs sichrer, Herr 23 o at führte einleitend aus, daß die Erfolge des letzten Jahres auf eine gemeinschaftliche Leistung zurückzuführen seien. Diese Gemeinschaftsarbeit fei heute auch in der Gesamtwirtschaft ein Garant für den Erfolg. Die Rede schloß mit dem Sieg-Heil auf den Führer. Pg. Wagner sagte dann, datz wir die Ziele des Dierjahresplanes sicher erreichen werden, wenn jeder einzelne an seinem Posten mit der richtigen Ginstellung seine Pflicht erfüllt. Für das geistige und leibliche Wohl war bestens ge- sorgt. Darbietungen von Gefolgschaftsnrttgliedern, die gemeinsamen Lieder und die flotte Musik der Kapelle Ginbrob sorgten dafür, daß jeder einzelne der 60 Gefolgschaftsmitglieder sich schnell wie m einer großen Familie fühlte. Pg. W a g n e r sagte im Schlußwort, er freue sich, diesem schonen Abend teilgenommen zu haben, und er scheide mit dem Gefühl, daß diese Betdebsgemeinschaft eme wirkliche Gemeinschaft fei, denn sie habe einen wirklichen Betriebsführer. Große (Strafkammer Gießen. „Von Monno? Ich denke, Monno fuhr damals direkt nach Brasilien/" „Gr wurde bei der Landung in Rio sofort verhaftet. Davon hatte ich allerdings keine Ahnung. Gnttveder es hat nichts darüber in den Zeitungen gestanden, oder ich yabe es übersetzen. Ich dachte die ganze Zeit, er fei irgendwo in Südamerika untergetaucht und ich würde ihm nie im Leben wieder begegnen. Ja, das dachte ich. Erst von ihm selbst erfuhr ich dann, daß er inzwischen zu fünf Jahren Deportation verurteilt worden war, wegen einer früheren Sache, die nicht mit Ostrowski zusammenhing. Aber kaum war er in Guyana, brach er wieder aus und flüchtete zunächst nach Gngland, wo er dann auch seinen alten Bekannten, den Barmixer, wieder traf. Mehr als zweihundert Sttäf- linge, sagte Monno, entkämen alljährlich aus Guyana'. Das sei eine Kleinigkeit, sagte er, für einen, Der sich dort ein bißchen auskennt. Für Monno, glaube ich, ist alles eine Kleinigkeit, er hat überall feine Helfershelfer. Auch meinen Aufenthaltsort ausfindig zu machen, scheint ihm nicht schwergefallen zu sein, nachdem ihn der Mann aus dem Hotel am Piccadilly auf meine Spur gesetzt hatte." „Natürlich nicht, aber...", Frank Alland senkte die Stimme und drückte mit seinem Sessel noch enger an Gvelyn heran. „Warum kam er eigentlich? In Der Absicht, dich ein zweites Mal zu entführen?" Gvelyn zog nervös die Brauen zusammen. „Vermutlich ja", gab sie etwas zögernd zu. „Ursprünglich wenigstens mag das seine Absicht gewesen sein. Aber ich merkte ihm sofort an, daß er enttäuscht war, daß ich ihm nicht mehr so gut gefiel wie früher. So etwas merkt man doch als Frau. Monno liebt nur elegante Frauen, und als er mich Jo wiederfah, so als Aschenbrödel, weißt du, und in meinem Zustand ...da war er auf einmal ab gekühlt. Einesteils war ich ja froh darüber, weil ich ja dann um fo eher hoffen durste, ihn loszuwerden, wenn er sich nichts mehr aus mir machte. Aber ich muß dir gestehen, Frank", ein kindliches Erröten huschte über das Gesicht der jungen Frau, „ein klein wenig geärgert hat es mich doch." Alland mußte über ihre naive Offenherzigkeit unwillkürlich lachen, und dieses Lachen lockerte für Sekunden die angstvolle Spannung, mit der er Evelyns Erzählung folgte. (Fortsetzung folgt!) entwurzelt werden. Mit der Schaffung des Dritten Reiches habe der Volkstumskampf oerftärtt eingesetzt, aber alle deutschen Menschen seien fest auf ihren. Posten gebtte- den, wenngleich die marxistische dänische Presse dem deutschen Teil der Bevölkerung alle Schandtaten habe unterschieben wollen. Erst in jüngster Zelt habe man auch in Dänemark gemerkt, daß man auf ein falsches Pferd gefetzt habe, denn im Grunde gehe es ja nicht um große Gegensätze innerhalb der Bevölkerung, die von Natur und Rasse aus ziemlich gleichgeartet sei, so daß es also Sieger und „Besiegte" nicht zu geben brauchte. Vielmehr gehe es um eine Fortentwicklung der Rechte der Minderheiten auf beiden Seiten, die geschehen könne unter der Voraussetzung eines besseren Verhältnisses zwischen Deutschland und Dänemark. Nachdem der Redner in längeren Ausführungen die Geschichte Schleswig-Holsteins über einen großen Zeitraum Umrissen und damit das Verständnis für die gegenwärtige Situation gefördert halte, sprach er davon, wie der Nordschleswiger mit der ihm eigenen Ruhe und Zielsicherheit seine Sache m die Hand nehme, um in ehrlicher Weise den Gegenspieler zu überzeugen und damit für einen schöneren Morgen zu arbeiten. Lebhafter Beifall dankte dem Redner. Studeuteuschastsführer Frank gab dem Versprechen Ausdruck, daß die Studentenschaft unserer Gießener Universität durch ihre Grenzlandbesuche sich auch den Deutschen in Nordschleswig verbunden fühle und dementsprechend handeln werde. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer fand der Abend seinen Abschluß. wägen zu können. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner sehr eingehend mit dem nordischen und skandinavischen Menschen. Er betonte, daß man „nordisch" und „skandinavisch" nicht miteinynder verwechseln dürfte, denn hier bestünden große und grundsätzliche Unterschiede. Der nordische Mensch sei der deutsche Mensch. Wenn der deutsche Mensch wäre wie der Skandinavier Mensch, dann wäre Deutschland nie das geworden, was es ist. Der Skandinavier sei egozentrisch geartet und damit gerade in seiner Art grundverschieden vom Menschen deutschen Blutes. Der Deutsche s u che mit den Augen den anderen Volksgenossen, der Skandinavier lehne den anderen mit feinen Augen eindeutig ab. Im Norden gebe es deshalb auch nie das, was man eine Volksgemeinschaft nenne. Jeder erscheine dort als eine Säule für sich. Im weiteren Verlauf des Vortragsabends zeigte der Redner in einer Fülle von Lichtbildern, die er über das Thema „Der Nationalitäten- kampf an der deutsch-dänischen Grenze . Der Redner führte u. a. aus: Seit den Jahren 1864 gäbe es zwar keine schleswig-holsteinüche Frage mehr, wohl aber, seit 1920, eine nordschles- wigsche Frage, bei der es sich durchaus nicht um ein unbedeutendes Geplänkel handle. Es gehe um den nördlichen Zipfel Schleswigs. In ihrer Bedeutung reiche die nordschleswigsche Frage durchaus an die gesamtdeutsche Grenzfrage heran. Zu erinnern sei in erster Linie daran, daß Dänemark am Kriege unbeteiligt gewesen sei, aber, dank Versailles, doch Land gewonnen habe. Bei den Verhandlungen in Versailles seien die Deutschen auch in der schles- wigschen Frage überhaupt nicht gehört worden. Eine „freie" Volksabstimmung, die im Jahre 1920 durchgeführt wurde, sei so fragwürdig und willkürlich gewesen. Die Abstimmung sei von den Dänen mit großen Versprechungen vorbereitet worden Ziel sei gewesen, es soweit zu bringen, das deutsche Element im abzutretenden Teil völlig auszusaugen. In der ersten (der nördlichsten) Zone sei am 10. Februar 1920 unter den Bajonetten interalliierter Truppen abgestimmt worden wobei die einfache Mehrheit entschied. Die Entscheidung fiel für Dänemark, aber trotz allem Druck entschieden sich 25 000 Deutsche für das Reich, das um die Zett von heftigften Revolutionswirren erschüttert gerne« sen sei. -Der Abstimmungskampf in der zweiten Zone habe von den Schleswigern, ohne Hilfe aus dem Reich, ganz aus eigener Kraft geführt werden müssen. Der Kampf ging um die Zone um Flensburg, und sei ein Kampf der Satten gegen die Hungrigen gewesen. In der Abstimmung am 14 März sei dne Entscheidung für Deutschland gefallen. Die zweite Zone erschien gerettet, aber doch sei der Versuch gemacht worden, diese in ähnlicher Form zu internationalisieren, wie es mit Danzig geschehen sei. Aber auch dieser Schlag sei abge- Die Kreisabteilung Gießen in der Landesdienststelle Hessen-Hessen-Nassau des Deutschen Gemeinoe- taqes hält am Donnerstag, 28. Januar, 9.30 Uhr, in der Gaststätte „Zum kühlen Grund" in Gießen eine Bürgermeisterversammlung ab. Die Tagung bringt eine Reihe von Vorträgen. Zunächst wird em Vertreter des Arbeitsamtes Gießen über Die Beschaffung landwirtschaftlicher Arbeitskräfte, ferner auch über die Arbeitsmarktlage sprechen. Kreiswal- ter der DAF. Wagner (Gießen) spricht über die Aufgaben der Deutschen Arbeitsfront, insbefolchere über die Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern. Studienrat Hölzel (Gießen) wird über die Mitwirkung der Bürgermeister im Naturschutz refe- „Ja — er wußte natürlich auch, daß ich mich unter einem falschen Namen habe trauen lassen, I und er ließ es sich nicht ausreden, daß es mit ' deinem Einverständnis geschehen ist. — ,Weißt du, was das ist. Kleine?« sagte er grinsend. ,Eine ganz gemeine Urkundenfälschung. Darauf steht Gefängnis/ — Ach, Liebster, ich konnte in der Zeit feine Nacht mehr schlafen vor Angst, daß er seine Drohung wahr machen würde. Um mich war es mir viel weniger als um dich. Denn du warst ja ganz unschuldig, trotz allem. Was du auch im Sinne der Gesetze Unlauteres begangen haben magst — du hast es doch nur aus Liebe getan, in der reinsten und edelsten Absicht, nicht? Nur um mich vor Verfolgung zu schützen. Und nun solltest du so bitter dafür büßen müssen!" Sie suchte vergebens nach ihrem Taschentuch, um sich die aufs neue heroorguellenden Tränen abzuwischen. Alland reichte ihr rasch das seine. Gerührt verweilte sein Blick auf ihrem abgemagerten kleinen Gesicht, das alle Spuren eines tiefen Kummers trug. Armes Kind! Was mochte sie durchgemacht haben in diesen letztes Wochen, und nicht nur jetzt, auch damals schon vor — ja vor fast genau fünf Jahren — ohne daß er überhaupt davon etwas gemerkt hatte! Oder doch — hatte er nicht etwas gemerkt? Er erinnerte sich jetzt deutlich, wie sonderbar schreckhaft sie in jener Zeit gewesen war und wegen jeder Geringfügigkeit zum Weinen geneigt. Man brauchte sie nur anzusehen, schon kamen ihr die Tranen. Aber er hatte es einfach ihrem Zustand zugeschrleben, sie war ja damals gerade mit Karin in der Hoss- . nung. In zwei Monaten etwa sollte das Kind kommen. Und wie tapfer sie in dieser Zeit gewesen i mar! Sie hatte es wahrhaftig nicht leicht gehabt in diesem Winkelwerk von möblierter Wohnung mit ■ der finstern Küche, in der man den ganzen Tag > Licht brennen mußte. Gr konnte ihr mit seinem biß- ) chen Assistentengehalt ja nicht einmal eine Bedienung halten, er mußte zuschauen, wie sie sich plagte und sogar heimlich die Wäsche wusch, um ihm spaDer 25jährige Otto Boche aus Friedberg war Kassierer einer Organisation in Friedberg und hat als solcher im Monat November 1936 einkassierte Beiträge in Höhe von 344 Mark unterschlagen und in Frankfurt a. M. in zweifelhafter Gesellschaft durchgebracht. Die Sttafkammer verurteilte den Angeklagten, der die Tat eingestand und als Motiv angab, „er habe sich einmal einen guten Tag machen wollen", zu sechs Monaten Gefängnis abzüglich sechs Wochen Untersuchungshaft, wobei straferschwerend berücksichtigt wurde, daß es sich bei den unterschlagenen Geldern um unter großen Opfern gezahlte Beiträge handelte. . Das Schöffengericht in Gießen hatte den 55iahri- qen Grnft Reifschneider aus Wolferborn, der bereits 33mal vorbestraft ist, durch Urteil vom 25 September 1936 wegen Verleumdung, sowie versuchter Nötigung zu zehn Monaten Gefängnis und durch Urteil von 2. Oktober 1936 wegen Betrugs im Rückfall zu d r e i Jahren Zuchthaus und 50 Mark Geldstrafe verurteilt. Außerdem hatte es gegen den Angeklagten auf Sicherungsverwahrung erkannt. Der Angeklagte, der schon viele Jahre hinter Ge- fängnis- und Zuchthausmauern zugebracht hat, hatte qeqen diese Urteile Revision eingelegt. Im ersten Falle hatte der Angeklagte einen Pfarrer wider besseres Wissen beleidigt, obwohl er wegen der glei- chen unwahren Beleidigung schon einmal verurteilt worden war. Im zweiten Falle war der An- Das fremde Gesicht.; Roman von Caren. 21. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Gr verließ seinen Platz unb ging zur Tür, um nachzuschauen, ob nicht etwa eines der Dienstmädchen draußen horchte. Aber es war weit und breit niemand zu sehen. Im Korridor brannte noch das Licht, das Gvelyn beim Heimkommen vergessen hatte auszudrehen. Und von droben aus dem Kinderzimmer hörte man Karins kleine Vogelstimme, die mit der Schwester ein Liedchen übte. Alland schloß leise die Tür und machte eine beruhigende Handbewegung. „Niemand! Aber komm doch lieber hierher zum Kamin, da hört man uns weniger." Gr rückte die beiden tiefen Gobelinsessel ganz nah zusammen und ließ die japanische Stehlampe aufflammen. „So ist es besser, nicht? Dieses Halbdunkel geht einem auf die Nerven... Also eins nach bern andern, damit alles ganz klar wird. Zuerst: hat dieser Monno oder Gallatin, wie er sich nannte, hat er damals in München mit dir gesprochen, bevor er zu mir kam...? Ja? Du wußtest also, was er von mir wollte?" Gvelyn senkte schuldbewußt den Kopf. „Ja, Frank... Das heißt, er wollte zuerst, daß ich dich dazu überrede. Gr drohte mir, mich sofort der Polizei zu überliefern, wenn ich es nicht tue. Gs war ja noch kein Jahr vergangen seit der Geschichte mit Ostrowski, die Pariser Polizei suchte mich immer noch. Es hätte bloß einer anonymen Anzeige bedurft, und ich wäre sofort gefaßt worden. Ach, Frank, ich bin damals beinah gestorben vor Angst. Aber ich blieb trotzdem standhaft. Ich sagte ihm, daß ich lieber ins Wasser gehen würde als dich überreden, eine unlautere Handlung zu begehen." „Und er?". durchweg selbst ausgenommen und auch selbst koloriert hatte, viele der Schönheiten, an denen unser deutsches Vaterland so reich ist. 2n.ben Bildern lernte man die deutsche Landschaft, Städte und Dor fer und den deutschen Menschen kenneni und zwar in allen Spielformen, die unser Vaterland in Jtd) schließt. Der Redner führte im Leiste seine Zuhörer vom Kurischen Haff aus über die Düsten, die Ostsee entlang, zeigte ihnen die Städte der Hansa und ihre baulichen Großartigkeiten. Er führte durch Berlin, durch Dresden und Leipzig, nach Thurmgery an ben Rhein, nach Köln, nach Heibelberg, m den Park vo Schwetzingen, in bis mittelalterlichen Stabte-Kle n- obien Nürnberg, Rothenburg ob der Tauber, Din- kelsbühl unb Nörblingen, schließlich aber noch nach München, in bas Alpenvorlanb, ln die Alpen, an den Bodensee unb zum Schluß auf den Hohentwiel. In ber sorgfältigen Auswahl der Lichtbilder ve- mittelte ber Rebner einen Ueberblicf "der unser schönes beutsches Vaterlanb und ließ es sicherlich manchem der Zuhörer bewußt werden, welche Schatze die Heimat ihm zu bieten hat. Anhaltender Beifall dankte dem Vortragenden. * ** Ein Achtzigjähriger. Am 21.Januar begeht Herr Heinrich Lotz, Asterweg 22, in körperlicher und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag. ** Die Allg. Ortskrankenkasse für den Kreis Gießen gibt im heutigen Anzeigen- teil bekannt, daß die Beiträge für Dezember 1936 noch bis zum 25. Januar ohne Kosten bezahlt werden können. Auf die Bekanntmachung sei besonders mehr. Bürgermeistertagung des Kreises Gießen. *?• Januar ''"körper, burtstaq. .Qjje .für JWn. fmber 1936 ezahlt wer- 1 besonders !^S x?Jut)orer b,e OitJ, 'M» ir 5 $»'in 1 "n ben i$Q,t Don $£ >!'d°- °L b,L"nfer ^.sicherlich blr Wa *«». Man siEete die "-ourghof- ^einschastg, Mswalters *ioenb ein b bis zum Ü komerad- eife wie die fuhrer, Herr Erfolge des che Leistung istsarbeit fn Tarant für n Sieg-Heil ' dann, daß >er erreichen Posten mit erMt. Für bestens ge. lsmitgliedern, le Musik der eder einzeln« hnell wie in igner sagte esem schönen ■T scheide mit einfchaft eine habe einen Gießen, iriedberg mar iberg und hat 36 eintassielte erschlagen und er Gesellschaft -erurteille den mb als ÜHotio ’ten Iflfl ma- Sefäng- suchun^ast, irbe, daß er m unter gro- r den Sbjähli- iOljerborn, der ) Urteil vom tmbung. sowie naten Ge- Oktober 1936 cei Jahren rase verurteilt ngeklagten aus hre hinter Ge« rächt hat, hatte gt. Im ersten Pfarrer wider oegen der glei' einmal verur- jDa^eHfo' "führUmls Ä’* " tio Wert °er< 'eine Ahmng. Sen Z-itE en. M d°Z . . Südamerika nie im Leben Erst von 'M 'ischen ZU M »n war, wegen t Ostrowski Zw Guyana, brach SZ EÄ’i" » xT atte.' J'Ä AKS ls FlUU'^ch jo als er u[lö in eißt,J“L( < ui A * 'u^^uwer^ ihn 1°^ Äb-c 'N 1 , fcnrtl. . i.d geklagte als Stellenvermittler aufgetreten und ließ sich Honorare auszahlen, obwohl er überhaupt keine Vermittlung durchgeführt hatte. Die Beweisaufnahme ergab einwandfrei die Schuld des Angeklagten. Das Gericht erkannte gegen ihn auf eine Zuchthaus ft rafe von zwei Jahren und 50 Mark Geld st rafe. Vier Monate der Untersuchungshaft wurden angerechnet. Da es sich um einen gefährlichen Gewohnheitsverbrecher handelt, vor dem die Volksgemeinschaft geschützt werden muß, erkannte das Gericht außerdem auf Sicherungsverwahrung und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren. Amtsgericht Gießen. Der F. W. E. von Gießen erhielt durch Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen eine Geldstrafe von 20 Mark, eventuell vier Tage Haft, wegen lieber- tretung der Reichsstraßenverkehrsordnung, weil er am 26. Mai vorigen Jahres mit feinem Kraftwagen durch den Hitlerwall fuhr und beim Einbiegen in die Marburger Straße keinen engen, sondern weiten Bogen fuhr, so daß ein Motorradfahrer zu Fall kam. In der Hauptverhandlung, auf den Einspruch des Angeklagten hin, wurde er überführt. Das Gericht erkannte gegen ihn auf die gleiche Strafe, wie im Strafbefehl ausgesprochen. Außerdem belastete es den Angeklagten mit den Kosten des Verfahrens. Oberhessen. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 20. Jan. Unser Mitbürger Stephan Kreiling feiert in körperlicher und geistiger Frische seinen 8 0. Geburtstag. * Wieseck, 19. Jan. Das abgelaufene Jahr war für die hiesige Ortsgruppe der Deutschen Stenographenschaft ereignis- und erfolgreich. Ein Markstein in der Geschichte bedeutet der im Frühjahr in unserem Ort mit großem Erfolg durchgeführte Kreisgebietstag und das damit verbundene Leistungsschreiben. Sowohl bei diesem Wettstreit, als auch bei dem darauffolgenden Gau- aebietstag in Gießen konnten die Wiesecker Kurzschriftler in großer Zahl überaus hervorragende Leistungen erzielen. All diese Erfolge legen jedem einzelnen Kurzschriftler die Verpflichtung auf, auch weiterhin alle Kräfte zu erhöhten Leistungen anzu- sporneni Auch im neuen Jahre wird die Deutsche Stenographenschaft, Ortsgruppe Wieseck, als Betreuerin der Kurzschrift in Wieseck wieder eine enge Arbeitsgemeinschaft von Menschen gleichen Strebens bilden und sie für das berufliche Leben ertüchtigen. In den nächsten Tagen werden bereits die durch die Weihnachtspause unterbrochenen Lehrgänge in vollem Umfange wieder aufgenommen. Außer den bisherigen Kursen ist weiterhin die Eröffnung eines Redeschriftlehrganges (für höhere Silbenschreiber) vorgesehen. 8 Alten-Buseck, 19. Jan. Gestern abend fand im Saale von Rühl eine P a r t e i v e r - sammlung statt, zu der auch die Mitglieder der Gliederungen eingeladen waren. Ortsgruppenleiter Bürgermeister Kahl leitete die gutbesuchte Versammlung. Ortsgruppenleiter Holländer (Gießen) sprach in überzeugenden Worten an Hand von praktischen Beispielen über nationalsozialistische Fragen. In seinen Ausführungen hob er besonders hervor, daß es Pflicht jedes Volksgenossen sei, den Anordnungen der Führer Folge zu leisten, da doch alle Maßnahmen nur dem Wohle des Ganzen dienen. Reicher Beifall dankte dem Redner. Bürgermeister Kahl schloß dann die Versammlung in üblicher Weise. = Steinbach, 17. Jan. Frau Witwe Elrsa- betha Sommer, geb. Arnold, die am 1.November vergangenen Jahres in großer körperlicher und geistiger Rüstigkeit ihren 8 0. Geburtstag feiern konnte, erlitt am Mittwoch während der Ver- dunkelungszeit einen folgenschweren Unfall. Als Seid einig und vergeßt uns nicht... Vortragsabend in der Frauengruppe Gießen des VOA. Die Frauengruppe Gießen des VDA. hotte den Mitarbeiter der DAV.-Bundesleitung, Parteigenossen Petzold, für den gestrigen Dienstag abend zu einem Vortrag in der Aula des Gymnasiums gewonnen. Mädels der Jungortsgruppe gaben dem Abend durch musikalische, gesangliche und deklamatorische Darbietungen eine sinnige Einleitung. Der Bezirksleiter des VDA., Schulrat Aebelinq, der besonders die dankenswerte Beteiligung der NS.-Frauenschaft hervorhob, verwies einleitend auf die Größe und Wichtigkeit der VDA.-Arbeit. Gerade in diesen Tagen, da die 30 Millionen Deutschen außerhalb der Reichsgrenzen allen Anfeindungen der Feinde des Nationalsozialismus ausgesetzt sind und einen Kampf bestehen müssen, von dem wir hier wohlgeborgen uns keine Vorstellung machen können, ist es Pflicht, mitzuhelfen und mitzuarbeiten. Hierauf führte der Bezirksleiter N e b e l i n g die neue Leiterin der Frauenortsgruppe, Parteigenossin E n g a u in ihr Amt ein und rief alle Frauen zu emsiger Unterstützung ihrer neuen Leiterin auf dem schweren, aber segensreichen Arbeitsgebiet der Frau auf. Pgn. Engau dankte dem Bezirksleiter und bat mit einem Ausspruch Adolf Rosenbergs über die tieferen Gründe der sich Bahn brechenden Erkenntnis von dem Volkstumskampf um das Vertrauen der Frauen. Bundesredner pg. pehold begann feine Ausführungen mit einem Ausspruch über den Friedenswillen des deutschen Volkes und mit der Erinnerung an die Worte des Franzosen Clern e n c e a u von den 20 Millionen Deutschen, die zuviel auf der Welt seien. Er kennzeichnete die Wühlarbeit der überstaatlichen Mächte gegen das deutsche Volk, die sich jetzt, da diese Mächte sich nicht gegen das Dritte Reich heranwagen, in erster Linie gegen die in aller Welt lebenden deutschen Volksgruppen richtet. In diesem Kampfe, bei dem der Staat den Außendeutschen nicht helfen kann, bildet der VDA. den Stoßtrupp, der, gestützt auf das Verständnis des ganzen innerdeutschen Volkes und in die Lage des Helfers versetzt, durch dessen Opferbereitschaft, den Draußenstehenden beisteht. Wie brutal dieser Kampf gegen das Volkstum und die Seele des deutschen Menschen geführt wird, machte der Vortragende an den erschütternden Tatsachenberichten über den Dernichtungswillen der bolschewistischen Machthaber verständlich. Zunächst schilderte er die große Bedeutung der zwei Millionen Deutschen in Rußland als Kulturträger und Kolonisatoren, die sämtliche Städte des Ostens gegründet haben und einst die tragende Kulturschicht der ostischen Völker waren, um dann an den grauenhaften Tatsachenberichten über die Ausrottung und Vernichtung von hunderttausenden Deutschen den systematischen Willen und die uns unverständlichen tierischen Grausamkeiten aufzuzeigen. An der Verschickung von tausenden deutscher Kinder kennzeichnete er die abscheuliche Taktik dieser unmenschlichen Verbrechen, die systematisch das deutsche Volkstum ins Herz treffen wollen. An den aufeinanderfolgenden Ereignissen in Kärnten, Schleswig, Ost- und Westpreußen, Oberschlesien, Memelgebiet, Litauen, dem Saargebiet, Danzig, der Ermordung Gustloffs und jetzt in Spanien und in der Tschechoslowakei trete diese planvolle und bewußte Absicht, Deutschland zu provozieren und es aus feiner Ruhe aufzuschrecken, deutlich hervor. Dann wies der Vortragende auf die Opferbereitschaft und den Heldenmut der deutschen Eltern jenseits der Grenzen, insbesondere der Sudetendeutschen, als erschütternde und aufrüttelnde Mahnung für uns alle hin. In ihrem felsenfesten Willen, lieber Hunger und Entbehrung und jahrelange Arbeitslosigkeit auf sich zu nehmen, ehe sie ihre Kinder in die fremden Schulen schicken, offenbaren sie uns bte Erkenntnis, daß der Kampf um das Deutschtum ein Kampf um die deutsche Seele und darum eine Herzensangelegenheit des ganzen deutschen Volkes fein muß. Solange ein Deutscher irgendwo in der Welt noch nicht ein einigermaßen menschliches Leben führen kann, darf es keinen Volksgenossen geben, der sich dem Opfer entzieht und der nicht treu und zuversichtlich hinter dem Führer steht. „Seid einig und vergeßt uns nicht..das ist die ernste Mahnung aller Volksdeutschen an uns im Reiche, und für sie heißt es einzustehen, damit unsere Brüder jenseits der Grenzen nicht ewig heimatlos bleiben. Den Dankesworten für den mit starkem Beifall aufgenommenen Ausführungen fügte Bezirksleiter Nebeling die zuversichtliche Hoffnung an, daß stärker als aller Haß die Liebe sein muß, die wir den Volksgenossen jenseits der Staatsgrenzen, unserem Reiche und unserem Führer darbringen wollen. sie auf den Hof mußte, fiel sie auf der Treppe und zog sich dabei einen Oberschenkelbruch zu. Am Freitag mußte die bedauernswerte alte Frau ins Evangelische Schwesternhaus Gießen verbracht werden. Der Verunglückten, die ihrem Sohne und seiner Familie noch wertvolle Dienste leistete, wünschen alle eine gute Heilung. + Mainzlar, 18. Jan. Der hiesige Radfahrerverein „Vorwärts" veranstaltete bei Gastwirt Müller einen Familienabend, der die Mitglieder in schöner Gemeinsamkeit beim Gesang von Volksliedern einige Stunden vereinigte. Vor Beginn der Veranstaltung waren die Kranken und Invaliden des Vereins besucht und beschenkt worden. = Staufenberg, 18. Jan. Die hiesige Kriegerkameradschaft hielt im Saale des Gastwirts Zecher eine gesellige Winterveran- staltunq ab. Kameradschaftsführer Heinrich Fey hieß die Gäste willkommen und wies darauf hin, daß der Abend ganz im Zeichen der Volksgemeinschaft stehen solle. In ehrender Weise gedachte man der gefallenen Kameraden des Weltkrieges. Gemeinschaftlich wurde sodann das Deutschlandlied gesungen. Im weiteren Verlaufe des Abends wechselten musikalische Darbietungen der Kapelle Zecher und Gesang miteinander ab. Drei unterhaltsame Theaterstücke fanden großen Anklang. Der Abend nahm einen schönen, kameradschaftlichen Verlauf. 00 Beuern, 18. Jan. Der Gesangverein „Polyhymnia-Liederkranz" hielt im Der- einslokal „Germania" seine Generalversammlung ab, die Vereinsführer Dort mit schlichtem Gedenken der drei im Jahr 1936 verstorbenen Kameraden Wilhelm Otto, Philipp Lindenstruth und Heinrich Stein eröffnete. Der Vereinsführer erstattete sodann den Jahresbericht, aus dem zu ersehen war, daß der Verein unter der Stabführung von Heinrich S ch o m b e r sein Teil zur Pflege des deutschen Männergesangs beigetragen hat und gute Erfolge erzielen konnte. Rechner Sommeriad erstattete den Kassenbericht, der geprüft und in Ordnung befunden wurde. Der Vorstand bleibt in seiner bisherigen Besetzung im Amt. Zum Schluß forderte Vereinsführer Dort alle Kameraden auf, auch weiterhin treu zur Sache des deutschen Liedes zu stehen. nsf. Grünberg, 20. Jan. In der Frauen- schäft sprach die Kreisfrauenschaftsleiterin Frau W r e d e über die Aufgaben der Frau im Deutschen Frauenwerk. Jede Gruppe dieses großen Aufbauwerkes hat ihre besonderen Aufgaben, und so wird jede Frau dort ein Betätigungsfeld finden, das ihr zusagt. Je mehr sich an der Arbeit beteiligen, um so eher ist eine Entlastung für die einzelnen möglich. Der freiwillig von ihrem Amt zurückgetretenen Leiterin, Frau Heutzenröder, sprach Frau W r e d e ihren Dank für die geleistete Arbeit aus. nsf. Weickartshain, 20. Jan. Die Frauenschaft und die Ortsbäuerinnen besuchten hier einen Vortrag der Abt. Volkswirtschaft-Hauswirtschaft im Deutschen Frauenwerk. Die Gewerbelehrerin Fräulein Bechtolsheim er sprach über den neuen Vierjahresplan und die Aufgaben der Hausfrau dabei. In praktischen Beispielen wurde die Verwendung von Nahrungsmitteln, die reichlich vorhanden sind, gezeigt. Vorschläge für das Eintopfgericht fanden großen Beifall. Kochvorschriften und Kostproben veranschaulichten den abwechslungsreichen Speisezettel. ch Lauter, 20. Jan. Am morgigen Donnerstag feiert Heinrich Schmidt IV. und feine Ehefrau Luise, geb. Trailer, das Fest der Silbernen Hochzeit. Kreis Friedberg. > Münzenberg, 19. Jan. Dieser Tage wurde aus unserer Gemeinde die Getreidespende für das Winterhilfswerk abgeliefert. Das Ergebnis betrug 24 Zentner Roggen. — Die Hospi- talkasse Münzenberg spendete zugunsten der Winterhilfe 100 Mark. Das ErnahrulMhWwerk im GauHefsen-Aaffauhatbeavnnen. LPD. Darmstadt, 19.Jan. Im Rahmen der Aktion „Kampf dem Verderb" steht das Ernährungshilfswerk (EHW.) in vorderster Linie. Im Gau Hessen-Nassau ist Darmstadt bestimmt worden, mit dem EHW. zu beginnen. Die dabei gesammelten Erfahrungen will man dann für die anderen Städte des Gaues verwerten. Den Anfang machte am Montag die Darmstädter Ortsgruppe Schloßgarten mit den ersten Fahrten der Sammelwagen für die Küchenabfälle zur zusätzlichen Mästung von Schweinen. Zunächst werden alle zwei Tage die NSV.-Helfer und die Pflichtarbeiter des Wohlfahrtsamtes sich in den Dienst der guten Sache stellen. In einem bisher stilliegenden Betrieb werden die gesamten Abfälle sortiert. Die Knochen wandern in die Knochenmühlen, von wo sie als Beifutter für die Viehhaltung ihre weitere Verwendung finden, die übrigen verwertbaren Abfälle kommen zum städtischen Gut Gc- haborner Hof, wo sie zur Fütterung der Schweine verwendet werden. Die Kartoffel- oder Gemüseabfälle werden natürlich sachgemäß aufbereitet, um für Zucht- und Nutzschweine den bestmöglichen Effekt zu erzielen. Mit der Ausdehnung Der Erfassungsaktion wird später das EHW. in eigenen Mästereien oder in sog. Patenschaftsbetrieben Schweine mästen, für die das EHW. Tiere und Futter liefert. Die Bedeutung der Aktion wird ersichtlich, wenn man bedenkt, daß auf diese Weise 1 bis 2 Millionen Schweine mehr jährlich der Volksernährung zugeführt werden können. Schafherde vom Zug überfahren. 42 Tiere gelötet. LPD. Offenbach, 19. Jan. Eine in der Umgebung von Weiskirchen im Kreis Offenbach weidende Schafherde war am Sonntagfrüh aus ihrem Pferch ausgebrochen. In der Dunkelheit irrten die Schafe umher und gelangten schließlich auf einen Bahnübergang der Strecke Dieburg—Offenbach. Der Personenzug Reinheim— Offenbach fuhr in die Herde hinein und tötete mehrere Mutterschafe. Zahlreiche andere Tiere wurden schwer verletzt und mußten notgeschlachtet werden. Zusammen wurden 42 Schafe getötet. Dem Schäfer entstand ein Schaden von weit über 3000 Mark. Adreßbuch der Stadt und des Kreises Gießen 1937 Die Hauslisten werden jetzt bei den Hausbesitzern abgegeben. Zur Erlangung einer einwandfreien Einwohnerausnahme ist es erforderlich, datz jeder selbständige Hausbewohner seinen Eintrag eigenhändig vornimmt. Nach einigen Tagen werden die Listen wieder eingesordert. — Es wird dringend darum gebeten, die Aufnahmearbeit durch sorgfältige Einträge und pünktliche Bereitstellung der Listen freundlichst zu unterstützen. Nur so kann die dem Vorteil der Allgemeinheit dienende Genauigkeit des wichtigen Nachschlagewerkes erzielt werden. Der Geschäftswelt zur Benachrichtigung, dah neben der Hausliste eine Firmenliste abgegeben wird, die den geschäftlichen Notwendigkeiten für die neue Adretzbuchausgabe eingehend Rechnung trägt. Der eigene Vorteil aller Geschäftsleute ist es, datz fie diese Sonderliste sofort und vollständig ausfüllen; fie wird gleichfalls nach einigen Tagen wieder abgeholt werden. Vereins- und Kassen - Vorstände sowie andere am Vereinswesen Beteiligte wahren die Belange ihrer Vereine durch entsprechende Einträge in die dasür vorgesehene Abteilung der Hausliste. 2270 Oberhefsischer Adreßbuchverlag Schulstratze7 Bietzen Fernsprecher 2251 Hier abschneiden! ..............il.............. o Wein Wege im Garten 569 Xdtoiheimep DAS FÜHRENDE FACHGESC HÄFTlN GL AS-U NOP OR7E L LAN WA RE N daß Feld I Feld II wird. Feld II III und Feld III wieder I. Richtig ausgefürjrte W. ergibt ausgieoige Nützung des Erdreiches und verhindert das Auftreten von pflanzlichen Krankheiten und Unkraut. Wege im Garten sollen zweckentsprechend sein. Deshalb keine krummen Wege mehr anlegen oder Ringwege, die ohne jede Verbindung zu andern Wegen stehen. Hauptwege müssen auch bei nassem Wetter gangbar fein, deshalb leichte Wegwölbung oder Aschenbelag. Wege bei der Säuberung nicht unnötig durch Aushacken verletzen (s. Jäten). Plattenwege oft angebracht. Einfassung der Wegränder durch niedrige Blütenstauden im Ziergarten, durch viele Küchenkräuter im Nutzgarten; verhindert auch das Herabgleiten von lockerem Erdreich auf die Wege. Veränderung der Wege durch Flaschen oder „Zier"scherben geschmacklos. Weibersommer, Altweibersommer: Feines Gewebe kleiner Feldspinnen, das gewöhnlich im Herbst in der Luft umherfliegt. Die vom Wind getragenen Fäden fördern die Verbreitung der mitgeführten kleinen Spinnen. Da diese Tiere nur bei gutem Wetter spinnen, tritt die Erscheinung besonders stark an schönen Herbsttagen auf. Weichselzopf, Bezeichnung für durch Unreinlichkeit, Ungeziefer oder Kopfausschlag verklebte Haare. Das einzige Mittel ist Abschneiden der Haare, sodann Bekämpfung der Ursache. Weide, als Hange- ober Trauerweide, die Eoldweide auch als Einzelbaum, gern in der Nähe von Wasserbecken im Garten gezogen. Gedeihen besonders in feuchtem Boden gut. Weidenzweige Dienen als ausgezeichnetes elastisches Bindemittel für Obstbäume, Himbeer-Gesträuch usw. Müssen zu diesem Zwecke frisch geschnitten sein und im Wasser liegen. Zweige Der Kopfweide zum Korbflechten ge, braucht. Weihnachtsgeschenk. Die Angestellten haben einen Anspruch auf ein W. nur, wenn es vereinbart ober allgemein üblich ist. S. auch Anstanbsschenkungen. Weihnachtsstern (Poinsettia). Topfblume, zur Weihnachtsze» gern gekauft. Wirkt burch leuck- tenb rote Blattsterne, bie als sog. Brakteen bie unscheinbaren Blüten vergrößern unb so als Anlockmittel für Insekten bienen. Wein, alkoholisch vergorener Saft ber Weintrauben. Der aus» geklärte Traubensaft heißt Most, gärenber Most, Feberweißer. Rotweine gären mit den Schalen. die den Farbstoff enthalten. Der Wein gärt in Fäßern bis er klar ist und wirb dann auf Flaschen gefüllt Die einzelnen Weinsorten sind besonders aufgeführt. Flaschenweine müssen rn trockenen dunklen Kellern mit möglichst gleichbleibenber Temperatur waagerecht liegen Nicht feber Wein wirb durch langes Lagern bester. Auch Ebelweme können an Geschmack verlieren. Bei Festesten wirb zur Suppe öJ.Jpor/ am Gießener Skiläufer Am 1. Kreisklasse. 12:2 Kloster Kreuzberg in der bayerischen Rhön. Rast vor Gersfeld. — (Aufnahmen [2]: Althaus). 0 2 4 4 5 6 6 9 10 11 10 11 9 9 6 5 4 4 3 0 12:8 12:10 Durch Vuseck setzen. 1 1 0 0 Pkte. 21:3 13:7 Gew. 10 6 Spiele 12 10 Verl. 1 3 Fußballabteilung des Turnvereins Wieseck. Aussehen: 1900 Gießen Tv. Lützellinden Tuspo Niedergirmes Tv. Heuchelheim Tv. Münchholzhausen Mtv. Gießen Tuspo Marburg Tv. Hochelheim wird dann und wann unterbrochen von dem lauten Krachen der unter der schweren Last des Rauhreifes niederftürzenden Bäume. Manchmal zerreißt der Wind die Nebelwand, und im Sonnenschein erkennt man die fernen Höhen der Wasserkuppe, der Milseburg und die des Thüringerwaldes. Nach einer langen Abfahrt über die Schwedenschanze gelangte man an den Reesberg, und nun ging es in steiler Abfahrt, die mit Recht als alpin bezeichnet wird, hinunter nach Kippelbach. In der niedrigen Stube eines Rhönbauern verbrachte man die Mittagszeit, um dann dem Abfahrtslauf, der über eine sehr schnelle und schwierige Strecke führte, mitzuzusehen. Als die Gießener die Heimfahrt antraten, jagte der Wind die letzten Nebelfetzen über die weißen Rhönberge, und im eigentümlichen Lichte der sinkenden Sonne nahm man Abschied von diesem schönen Fleckchen Erde. In dem Gasthaus zur Sonne in Gersfeld sangen die Burschen das Rhönlied, dessen Kehrreim noch lange in den Ohren nachklang: Und kennst du die herrliche Rhön noch nicht, Gehorche dem Freunde, der zu dir spricht: Zieh' an die Wanderschuh' und schnall den Rucksack auf, Werf' alle Sorgen ab, marschier'zur Rhön hinauf. im Bilde und konnten die ersten 10 Minuten überlegen spielen. In dieser Zeit schossen sie auch ihr Tor. Langsam machten sich die Grünweißen frei und erzielten bei ständiger Feldüberlegenheit bis zur Halbzeit den Ausgleich. In der zweiten Spiel- Hälfte ergab sich dasselbe Bild. Die DfBer erhöhten auf 3:1 Tore. Im Endspurt konnten die 1900er kurz hintereinander drei Ecken erzielen, die jedoch zu keinen Erfolgen führten. Gau-Meisterschaften der Amateurboxer. Zwischen- bzw. Endrunden-Voxkämpfe auch in Gießen. Die Auslosung zu den Ausscheidungskämpfen für die Gaumeisterschaften des Bezirks M a i n - H e s - außerordentlich nachließ, war der Sieg sicher. T v. Dorlar — V f B.- R. Gießen. Die Gießener traten ohne Grund nicht an, so daß es der Kreisspielleitung nicht erspart bleibt, einzuschreiten. 2. Kreisklasse. Tv. Hausen — Tv. Nauborn 14:2 (5:1). Hausen hat den bereits erwähnten kampflosen Punktgewinn nun auch nochmals in der richtigen Weise unterstrichen. Das angesetzte Spiel galt nur als Freundschaftsspiel, dessen Ausgang aber bezeichnend ist für die Spielstärke der Platzbesitzer. Jugendklasse. Tv. Nauborn — Tv. Wetzlar 2:16 (1:9); Tv. Niedergirmes — Tv. Burgsolms 5:0 (5:0). Fußballabteilung des Turnvereins Alien-Buseck. Heuchelheim I — Allen-Vuseck I 0:2 (0:0). Am Sonntag weilte Alten-Buseck zum fälligen Verbandsspiel in Heuchelheim und konnte einen schönen Sieg erringen. Das Spiel wurde in schar- 9:11 9:13 6:12 0:18 Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Großen Buseck I — Tv. 1846 Gießen I 15:0. Seit langer Zeit sah man wieder einmal ein Heimspiel der 1. Elf von Großen-Buseck. Die Erste des Tv. 1846 Gießen war Gegner im fälligen Verbandsspiel. Das Spiel selbst litt sehr unter den ungünstigen Platzverhältnissen, mit denen sich vor allem die Gäste nicht abfinden konnten. Die spielerische Überlegenheit der Einheimischen war dazu so groß, daß die Gäste kaum zur Geltung kamen. Es verdient hier festgehalten zu werden, daß sie die hohe Niederlage in sportlicher Weise Hinnahmen. Jeder Spieler tat sein Bestes, insbesondere der Tormann; die Niederlage war aber nicht zu verhindern Die Einheimischen zeigten eine geschlossene Leistung. Das Spiel gegen die Gäste aus Gießen war bereits bei Halbzeit durch eine 8:0-Führung sichergestellt. OHL. Fachamt 2, Fußball. Jugendgruppe Gießen. Watzenborn-Steinberg 1. Jugend — Spielvereinigung 1900 1. Jugend (Laux, Leihgestern); Leihgestern — Klein-Linden (Einhäuser, Gießen); Steinbach 1. Jgd. — VfB.-Reichsbahn 2. Jgd. (Offenbacher, Gießen); Lich 1. Jgd. — Spielvereinigung 1900 2. Jgd. (Holzapfel, Lich); Großen-Linden 2. Jgd. —"Allendorf 1. Jgd. (Kreiling, Gießen); Wißmar 1. Jgd. — Launsbach 1. Jgd. (Eckhard, Staufenberg); Rodheim — Heuchelheim (Scharf, Wißmar); Ettingshausen — Lollar (Erb, Flensungen); Wieseck — Lollar 2. Jgd. (Enders, Gießen); Heuchelheim 2. Jugend — Spielvgg. 1900 3. Jugend (Happel, Steinberg); VfB.-Reichsbahn 4. Jgd. gegen Staufenberg (Körber, Alten-Buseck); . Nieder- Ohmen — Londorf (Röhm, Grünberg). Die erstgenannten Vereine sind Platzvereine und haben den Schiedsrichter sowohl den Gegner rechtzeitig über den Spielbeginn zu benachrichtigen. Hermann Kirchner, Jugendgruppenleiter. VfB/R.l. Jgd.-1900 1. Igd. 3:1. Beiden Mannschaften lieferten sich trotz der schlechten Bodenverhältnisse einen spannenden Kampf, den die VfBer verdient gewannen. Besonders die Läuferreihe der Platzbesitzer spielte in bester Form und gab dem 1900er Sturm wenig Gelegenheit sich zu entwickeln. Die Leute vom Trieb waren sofort Tv. Hörnsheim — Tv. Katzenfurt (8:2). Man hatte eigentlich von Katzenfurt mehr erwartet. Die Mannschaft leistete den ungestümen Angriffen der Platzbesitzer, die einmal mehr ihr großes Können unter Beweis stellte, zwar erbitterten Widerstand. Die Spielweise war aber noch nicht reif genug. Tv. Holzheim — Tv. Dutenhofen 3:3 (0:1). Dutenhofen war, wie sich im Laufe des Treffens herausstellte, in Holzheim unterschätzt worden. Denn erst gegen Schluß des Spiels, als man sich einigermaßen „erholt" hatte, kam Holzheim auf, und konnte, nachdem Dutenhofen lange Zeit geführt hatte, mit viel Glück den Gleichstand erzwingen. Tv. Grüningen — Tv. Herborn 3:1 (0:0). Grüningen kann, wenn die Mannschaft will, schon etwas. Das mußte Herborn am letzten Sonntag feststellen. Nach torloser erster Halbzeit fing Grüningen an zu spielen, und bis sich die Gäste versahen, stand der Sieg bereits fest. Tv. Groß-Rechtenbach — Tv. Garbenheim 8:4 (4:2). Als eine große Überraschung muß die einwandfreie Niederlage gewertet werden, die sich Garbenheim in Groß-Rechtenbach gefallen lassen mußte. Es muß zwar erwähnt werden, daß die Platzbesitzer erstmalig wieder ihre komplette Mannschaft zur Stelle hatten und schon aus dem Grunde im Vorteil waren. Als dann auch noch Garbenheim Unentsch. 1 1 Spielausfälle im Handball. Die schlechten Witterungsverhältnisse der letzten Lage konnten natürlich auch nicht ohne Einfluß auf die Spielfelder bleiben. So war es notwendig, daß eine ganze Reihe von angesetzten Treffen vor allem in der Gau- und Bezirksklasse bereits vorher abgesagt oder aber noch in letzter Minute durch die Schiris verhindert werden mußten. Während auf Grund dessen in der Gauklasse nur zwei Spiele stattsanden, wies die heimische Staffel der Bezirksklasse nur die Begegnung Spvg. 1900 Gießen — Mtv. Gießen 14:3 (7:1) auf. Die Tabelle der Staffel 5 hat nunmehr folgendes fern Tempo geführt. Alten-Buseck drückte 25 Minuten lang, merklich, konnte aber bis auf einige Ecken nichts erreichen. Der Kampf wurde dann ausgeglichener, die erste Halbzeit verlief aber torlos. Nach der Pause sah man manchen schönen Kombinationszug auf beiden Seiten und dabei waren dre Gäste zum ersten Male erfolgreich. Dann legten die Heuchelheimer los, griffen stürmisch an, konnten aber die gegnerische Abwehr nicht überwinden. Dann vermochten die Gäste durch einen gut verwandelten Strafstoß das zweite Tor zu erzielen, diesen wertvollen Sieg konnte sich Alten- mit 10:4 Punkten an die Spitze der Tabelle BerAtraße. Im Gau Nordhessen findet die Vorrunde am 14. Februar in Hanau statt. Die Zwischen-und Endrundenkämpfe werden ami 27.unb 28. gebruar in Marburg, Gießen und Kassel durchgefuhrt. Sportamt „Kraft durch Freude". Heute folgender Kursus: Allgemeine Körpersch ule . Lyzeum, Dammstraße 26. Nur für PL. der NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Nord, 20.15 bis 21.45 Uhr. in der weißen Rhön. Zum Leidwesen der einheimischen Skiläufer mußte der am vergangenen Sonntag vorgesehene Kreisskiwettkampf im Vogelsberg wegen Schneemangel um acht Tage verschoben werden. Die in unserer Gegend niedergegangenen Regenfälle haben auch dem Sauerland die Schneedecke genommen. Am Samstagnachmittag erreichte den Skiklub Gießen aus der Rhön die Nachricht, daß dort die Niederschläge Neuschnee gebracht hatten und die für die Rhön festgesetzten Kreisrennen durchgeführt wurden. Ein kleiner Trupp „unentwegter" Skiklubmitglieder unternahm hierauf eine Fahrt zur Rhön. Ueber Ulrichstein, Lauterbach, Fulda gelangte man nach Gersfeld und von dort nach dem Rhöndorfe Kippelbach, das am Fuße der Schwedenschanze, des Rees- und Mittelberges liegt. Hinter Gersfeld wurde die Schneedecke immer höher, und bei Kippelbach fand man ausgezeichneten Pulverschnee vor. Dichter Nebel ließ kaum die Umrisse der nächsten Umgebung erkennen, als gegen 10 Uhr die Wettläufer auf die 18-Kilometer-Strecke entlassen wurden. Auf den Höhen hatte der Wind starken Wechselschnee (Harsch und Pulver) heroorgerufen, so daß an das Können der Läufer große Anforderungen gestellt wurden. Der für den Wintersportverein Gersfeld und für die SA. startende frühere mitteldeutsche Skimeister E. Schleicher bot eine ausgezeichnete Leistung und durchlief die sehr schwierige Strecke in Bestzeit. Die Gießener Skiläufer unternahmen eine Wanderung durch das „Kippelbacher Loch" zum Mittelberg. Der dichte Nebel hatte eine sehr starke Rauhreifbildung heroorgerufen. Eine solche Nebelwanderung über den Gebirgskamm hat einen eigentümlichen Reiz. Das leise Singen der gleitenden Bretter ____ vergangenen Sonntag weilte die 1. Mannschaft des Tv.' Wieseck zum fälligen Verbandsrückspiel in Launsbach. Trotz unvollständigem Antreten gelang es der Mannschaft doch, einen 0:2-Sieg zu erringen und bleibt damit immer noch mit Londorf in der Tabelle an dem zweiten Platz. Die Jugend-Mannschaft kam einer Einladung des SpV. Allendorf (Lahn) nach und errang hier nach einem schönen Spiel einen verdienten 0:5-Sieg. fen brachte folgendes Ergebnis: 16 Kampfe am 29. Januar in Offenbach, Zwischenrunde am 13. Februar in Wiesbaden mit 13 Kämpfen und 20. Februar acht Endkämpfe in Eberstadt an Der oder den Vorspeisen Süßwein gereicht, zum Fisch leichter Moselwein. zum Braten Rheinwein oder Rotwein, besonders Rotweine zu Wild, zum Nachtisch Schaumwein. Wein beziehe man nur von vertrauenswürdigen Firmen. Weinbergschnecke, bis 5 cm hohe wohlschmeckende Schneckenart. die als Leckerbissen in Schneckengärten gezüchtet werden. Weinbrand, aus Wein gebrannter Branntwein. Deutsche Erzeugnisse tränen die Bezeichnung Weinbrand, französische Kognak. Weinbrand wird außer als Genußmittel beim Einmachen verwendet. Weinen, Absonderung von Tränen. kann sowohl durch Schmerz wie durch Freude verursacht werden.Kinder weinensehr leicht, was nicht immer ernst genommen zu werden braucht. Die Ursache oes Weinens muß jedoch stets festgestellt werden, damit Kinder sich nicht ungerecht behandelt oder nichtachtet fühlen können. Andererseits ist zu verhüten, daß Kinder sich bei Tränen bedienen, um etwas durchzusetzen. Weinesiig. aus Wein durch Umwandlung in Alkohol und Essigsäure gewonnener Esiig. Weinflaschen werden beim Bezug von Wein besonders in Rechnung gestellt und der Betrag bei Rückgabe zurückvergütet. Moselweinflaschen haben grünes, Rheinweinflaschen rötliches Glas. Weinflecke entfernt man bei Weißwein mit warmem Seifenwasser, bei Rotwein durch Salz und Zitronensaft, nachher durch Auswaschen mit Seife. Weingeist, aus Wein gewonnener reiner Alkohol. Spiritus. Weingläser sind in der Regel aus weißem Kristall und geschliffen. Zu Rheinweinen kann man auch bunte Kristallgläser, sog. Römer, geben. Schaumweine reicht man in flachen Schalen oder in Gläsern, die sich nach oben verbreitern, sogenannten Kelchen. Weinsäure, Weinsteinsäure, aus Wein oder sauren Früchten gewonnene farblose Kristalle, die beim Einmachen und zu Brausepulvern verwendet werden. Weintrauben, die Früchte des Weinstocks werden nicht allein als wohlschmeckendes Tafelobst geschätzt, die feinsten Trauben sind Muskatellergutedeltrauben^ sondern auch als Heilmittel bet Krankheiten, siehe unter Traubenkur. Man kann die gut ab- gewaschenen Beeren so essen, wie sie sind, oder ihren Saft aus» pressen und trinken. Werden Trauben auf den Tisch gebracht, so reicht man gleichzeitig jedem eine Wasserschale zum Abspülen der Finger. Schalen und Kerne mitzuesien ist nicht gesundheitsschädlich. Weißbier, erfrischendes obergäriges Weizenbier mit wenig Alkoholgehalt, das beim Eingießen stark schäumt und in Süddeutschland mit einer Scheibe Zitrone im Glas getrunken wird. Die „Berliner Weiße" erhält als Zusatz einen Korn „mit Weißbier 570 Weinbergschnecke Wann haben Sie große Wäsche? Dann denken Sie daran, daß Ihnen schon beim Einweichen der Wäsche der Wäschestampfer Arbeit abnehmen kann. Ebenso auch beim Wäschespülen. Auch Waschwannen, Wäschetöpfe, -klammern, -leinen usw. gibt es in guter Qualität und wie immer preiswert bei J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. GLORIn IUR0M Auf der Tomoyino lind Ramnf vom Casino de Paris, das akrobatische Bühne: I <1111 dI IIId UHU MUlliUI Tanzpaar der Welt-Sonderklasse Im Beiprogramm: Ostpreußen und Ufa-Ton-Woche. Tägl. 4,6,8.30, Sonnt. 3,5.30,8.30 Med« Freude an de« Natur durch Bevmühlev-Vüchev die große Premiere Heute Mittwoch “PANZERKREUZER SEBAHOPOL I Ein Spitzenfilm der Tobis-Europa mit Camilla Horn, Theodor Loos, Agnes Straub, Fritz Kämpers. In gewaltigen, erschütternden Bildern rollt das Schicksal dreier Menschen ab, die zwischen gestern und morgen alles verlieren, was ihnen das Leben wertvoll machte, und die dennoch in diesem Wirbel der Revolution Kerenskis über sich hinauswachsen zu wahrhaft heroischer Größe. Das tragische Erleben I der verwöhnten Gouverneurstochter in den Schreckenstagen von Sebastopol, ihr stiller Heldenmut, ihre große Opferbereitschaft und der Kampf um ihre Liebe wird zu jedem Herzen sprechen. 370a POLRST Giessen I