m. 2^ Erster Blati 187. Jahrgang Dienstag, 19. Oktober 1937 krlchetnl täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Lietzener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte e 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Krantfurt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: SrLhlsche Untoerfilätsdruckerei «.Lange la Sieben. Schriftleitung und Seschöftrftellr: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für \ mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh. Dereinbg.25"/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Innerpoliiische Leidenschaften in Polen. Von unserem Dr. K.-Äerichierstaiier. (Nachdruck verboten.) Warschau, Oktober 1937. Man kann Menschen, die sich nur mißverstanden haben, zusammenbringen, man kann Gruppen politischer Art, die allzusehr ihren Vorteil in den Vordergrund schieben, auf der Grundlage beiderseitiger Opferungen von Privatinteressen einigen, besonders dann, wenn man ihnen eine gemeinsame Gefahr vor Augen führt, aber man kann nicht zwei Weltanschauungen in einem gemeinsamen Lager miteinander versöhnen. Will das Oberst Koc, der Führer des Lagers der „Nationalen Einigung" oder will er es nicht? Das ist die große innerpo'li- tische Frage, die heute über Polen hängt wie ein Gewitter in den Wolken. Oberst Koc ist kein Theoretiker, deshalb glaubt er nicht an die ausschlaggebende Bedeutung von Parteiprogrammen, aber er ist ein Patriot und deshalb hat für ihn die Vaterlandsliebe die entscheidende Schlagkraft eines Glaubensbekenntnisses. Die weiche Hand des Außenministers Beck hat dafür gesorgt, daß der „graue Mann" in Polen keine gegenwärtigen Gefahren von außen her sieht, daß das Gefühl einer größeren Sicherheit über ihn gekommen ist, deshalb hat sich die politische Leidenschaft innerpolitischen Dingen zu gewandt. Aus dem brodelnden Kessel stets neuaufsteigender Gerüchte über Neuwahlen und Regierungsumbildungen steigen die vielfachen Wünsche ' machtpolitischen Einflusses und so entstehen die Konventikel, die heute zum Teil unbeschwert durch frühere parteipolitische Bindungen, aus der Erde schießen, wie der Pilz nach einem warmen Regen. Da ist der Demokratische Klub entstanden. Das heißt, man hat angezeigt, daß er da sei, aber eigentlich hat er noch keinen rechten Vater, denn so weit geht die Bekenntnisfreudigkeit seiner Urheber denn doch nicht, daß sie in aller Oeffentlich- keit sich entschließen könnten, die Präsidentschaft der Organisation zu übernehmen. Weder der frühere Ministerpräsident Bartel, noch der ehemalige Kultusminister Iendrzejewicz, noch der ostoberschlesische Wojewode G r a z y n s k i, deren Sympathien für diesen Konventikel offenbar sind, wollen sich offiziell dazu bekennen. Es riecht nach Volksfront, das spüren die Politiker, das spürt aber nicht der Kinderarzt M i ch a l o w i c z , den sie an die Spitze bugsiert haben. Hinter dem Schwall seiner Phrasen über • Freiheit und Demokratie soll sich ein Rückmarsch ins Parteienwesen vollziehen. In seiner ganzen Anlage kann dieser neue Block nur reüssieren, wenn es ihm gelingt. die marxistische Opposition und die bäuerliche Dolksparkei heranzuziehen, aber dafür spricht sehr wenig. Die polnischen Sozialisten glauben die älteren und bewährteren Rezepte für Demokratie zu besitzen und erblicken in der Neugründung geradezu eine Bestätigung der Richtigkeit ihrer bisherigen Politik, und mit den Bauern, die sich in dem | -parlamentarschen Routinier Rataj einen neuen Führer gewählt haben, verhandelt die — Kirche. Der politische Katholizismus sucht neue Wege. Das ist vielleicht in diesem Wirrwarr die auffallendste Erscheinung. Unter den Fittichen des Klerus wächst noch eine Front heran, die ebenfalls als ein Geaengewicht gegen das Lager der Nationalen (Einigung gedacht war und die eine Art polnisches Zentrum darstellen dürfte. Ihr Programm ist zwar gegen die kommunistische Propagan- d a, aber gleichzeitig wendet es sich gegen die Rassenidee, so daß die Juden Polens in ihr wohl einen künftigen Beschützer werden erblicken dürfen. Dieses Zentrum wird aus einer Zusammenlegung der Christlichen Demokraten und der Nationalen Arbeiterpartei hervorgehen. Wie es heißen soll, weiß man noch nicht, es ist ja wohl auch nicht sehr wichtig. Oberst Koc, der den Wert ihrer nationalen Prägung in Vergangenheit und Gegenwart wohl zu schätzen weiß, hatte sich auch um die Kirche bemüht, aber da konnte es scheinen, als wolle der polnische Klerus seine politischen Bindungen an die nationale Opposition, die auf eine jahrzehntelange Tradition zurückblicken, nicht aufgeben, was den Wunsch des „Lagers der Nationalen Einigung" bestärkt haben mag, die Brücke der Verständigung nach dieser Seite hin zu schlagen. Die Gegenliebe blieb aus. Im Lager Kocs selbst gibt es auch keine eigentliche Richtung, selbst wenn man von den demokratischen Separatisten »bsieht. Der Stabschef Kowalewicz will nicht Ansehen, warum man nicht mit der Regierungs- ront die ganze linke und rechte Opposition in den- ielben Topf werfen könne, niemand wird sich mehr xvundern, wenn er sich eines Tages von seinem Führer trennt. Jetzt wird über eine Aenderung derWahl- o r b n u n g viel gesprochen und geschrieben. Oberst S l a w e k, der in dem Streben, den Parlamenta- lismus mit Stumpf und Stiel auszurotten, vor Itet Jahren eine Wahlordnung geschaffen hatte, die eigentlich nur die Umschreibung der Ernennung der Abgeordneten durch die provinziellen Regierungsstellen bedeutete, hatte sich damit sein politisches Grab gegraben. Zufrieden war niemand mit der ton ihm gefundenen Lösung. Die Opposition natür- lch nicht, denn sie konnte in den Sejm nur einige wenige Konzessionsmänner entsenden und verlor ten Tummelplatz ihrer Kritik an der Regierung, ober auch im Regierungslager bekam man es schließlich mit der Angst vor der eigenen Courage tnb man konnte die Meiklung vertreten hören, daß 15e Ausrottung eines Uebels'auch übertrieben wer- ten könne. Man hätte den Parlamentarismus we- wgstens noch ein bißchen leben lassen sollen. In Die Araber Palästinas fordern die völlige llnabhangigkeil. Der Großmufii von Jerusalem warnt England vor einem Bruch mit dem Islam. Paris, 18. Oft. (DNB.) „Paris Soir" bringt eine Unterredung mit dem Großmufti von Jerusalem vor seiner Abreise nach Beirut in der Omar- Moschee. Der Mufti erklärte, das arabische Volk werde niemals die von England geplante Aufteilung Palästinas zulassen, die den Verlust der reichsten Landstriche Arabiens bedeuten würde. Die Araber seien seit 1300 Jahren d i e einzigen Herren Palästinas und wollten es auch bleiben; keine Vergleichslösung werde sie zufriedenstellen. Nur die völlige Unabhängigkeit komme in Frage, die es den Arabern ermöglichen würde, dem Eindringen der Zionisten ein Ende zu bereiten. Die Versprechen, die England den Juden gemacht habe, gingen die Araber nichts an. England habe den Juden nicht etwas versprechen können, was ihm gar nicht gehöre: nämlich das arabische Palästina. Ihre Politik in Palästina sei im Begriff, ihnen die Sympathien nicht nur der Araber Palästinas, sondern aller Länder arabischer Rasse und der gesamten muselmanischen Welt zu entfremden. Auf der vor kurzem abgehaltenen Konferenz von Bludan seien alle arabischen Länder, Aegypten, Irak, Syrien und Arabien vertreten gewesen und hätten ihren völligen Zusammenhalt mit der Sache der Araber in Palästina betont und ihnen Unterstützung versprochen. Werde England es wirklich wagen, sich wegen der Zionisten mit der arabischen Welt und mit dem ganzen Islam auf den Tod zu verfeinden? Wenn die Engländer das täten, würden sie es sicher bedauern, denn England sei in der Welt nicht allein. Paris vor einer heilen Entscheidung. Soll der Grotzmufti aus Syrien ausgewiesen werden? P a r i 5 , 19. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die Flucht des Grvßmuftis von Jerusalem nach Syrien hat Anlaß zu einem lebhaften Meinungsaustausch zwischen Paris, London und Beirut gegeben. „Journal" meint, der Großmufti sei ohne ordnungsgemäße Papiere nach Syrien gekommen. Es ermangele daher nicht an Gründen, feine Abschiebung zu ermöglichen. Wenn England die Auslieferung des Flüchtlings verlangte, könne Frankreich sie schwerlich abschlagen. Der Fall sei aber um so peinlicher, als man den Mufti nicht zu einem Märtyrer st e m p e l n dürfte. Das würde den ärgsten Fehler aller derer darstellen, die von der arabischen Bewegung bedroht seien. Frankreich fei an diesem Problem jedenfalls ebenso interessiert wie England. Im „Oeuvre" heißt es, mit gesetzlichen Gründen könne die französische Regierung den Großmufti zwar ausweisen, es sei für Frankreich in der Tat heikel, den Großmufti wegen der panarabischen Aktivität im Libanon, Syrien oder in Damaskus zu beherbergen. Wenn er aber ausgewiesen werde, könne er kaum wo anders hin als nach Italien gehen. Man brauche die sich daraus ergebenden Folgen nicht zu unterstreichen. Auf alle Fälle sei es sicher, daß die umstrittene Teilung Palästinas nicht so bald verwirklicht werde und daß die englischen Streitkräfte noch auf Jahre in Palä- ft i n a bleiben mühten. Wachsende Spannung. Jerusalem, 18. Okt. (DNB.) Die gespannte Lage in Palästina hält weiter an und scheint sich in einigen Landesteilen — wie neue Zwischenfälle beweisen — zu verschärfen. So griffen in einem Dorf bei Hebron in Südpalästina Araber eine dortige Polizei st ation an und zogen sich erst nach einem heftigen Kugelwechsel zurück. In zwei Dörfern bei Lydda wurden von englischen Truppen fünf Häuser, deren Besitzer beschuldigt werden, an dem Attentat a u f den Eisenbahnzug bei Raselain beteiligt gewesen zu sein, durch Dynamit in die Luft gesprengt. Die arabische Nachrichtenagentur in Jerusalem berichtet aus dem Safed-Bezirk in Nordpalästina Schießereien zwischen der Polizei und Aufständischen, wobei angeblich ein jüdischer Hilfspolizist verwundet wurde. In Jerusalem hält die allgemeine Unsicherheit weiter an. Die Wahabiten marschieren. Der englische Plan einer Dreiteilung P a - lästinas droht jetzt, die örtlichen Grenzen des palästinensischen Konfliktes zu sprengen, und zu einer ausgesprochenen Staatsangelegenheit des vorvorderen Orientes zu werden. Der Führer Saud- Arabiens, Ibn Saud, der zugleich das religiöse Haupt der Wahabiten ist, hat nach Berichten italienischer Zeitungen 20 Kompanien im Marsch gegen die transjordanischen Grenzen gesetzt. Ein dieser Truppe zur Aufklärung entgegengesandtes englisches Militärflugzeug ist abgeschossen worden. Die Engländer haben mit der Entsendung motorisierter Abteilungen und einer Flugzeugstaffel geantwortet. Wenn hier von transjordanischen Grenzen und nicht von palästinensischen Grenzen gesprochen wird, so hat es damit folgende Bewandtnis: Palästina ist ein schmaler Küstenstreifen am Mittelmeer; jenseits des Jordan wurde ein arabisches Fürstentum Transjordanien geschaffen, dessen Regent Emir Abdullah, einer der Söhne des schärfsten früheren Widersachers von Ibn Saud, des früheren Königs Hussein von Hedschas ist. Dieser Emir von Transjordanien wurde für den britischen Teilungsplan Palästinas dadurch gewonnen, daß ihm die Herrscherwürde über den arabischen Teil Palästinas in Aussicht gestellt wurde. Damit wäre ihm auch ein unmittelbarer Zugang zum Mittelländischen Meere eröffnet worden. Als Gegenleistung verlangten die Engländer die Abtretung von Akaba, einem Hafen von höchster strategischer Bedeutung, Akaba liegt an dem Meerbusen zwischen der Halbinsel Sinai und Arabien und riegelt die strategische Position der Engländer im Dreieck Alexandrien—Suez—Akaba nach Osten zur See und zu Lande ab. Tatsächlich ist Akaba während des abessinischen Konfliktes — ebenso wie eine dem gleichnamigen Meerbusen vorgelagerte Insel — bereits von den Engländern befestigt worden. Auf Akaba hat aber auch immer Ibn Saud Ansprüche erhoben. Der unglückliche englische Teilungsplan gibt nun Ibn Saud eine erwünschte Gelegenheit, sich als Vorkämpfer aller Araber aufzuwerfen. Ibn Saud hat eine sehr wechselvolle Politik hinter sich, die bald englandfreundlich und bald englandfeindlich orientiert gewesen ist. Tatsächlich gelang es ihm aber, die ganze große Halbinsel Arabien bis auf kleine Restbestände wie eben Transjordanien unter seiner Herrschaft zu einigen. Dieser militärische Erfolg geht parallel der religiösen Bewegung der Wahabiten, die man die Puritaner des Islam genannt hat, weil sie zu seinen ursprünglichen, vom Staube der Jahrhunderte Diel« fast überdeckten religiösen Auffassungen zurückkehren. Englische Aktivität in Aegypten. Kairo, 18. Oft. (DNB.) Don unterrichteter Stelle hört man, daß unter englischer Jntiative Vorbereitungen getroffen werden, um die Befestigungsanlagen in d e r libyschen W ü st e, besonders diejenigen von Mersah Na- truch, zu modernisieren und mit Material und Truppen aufzufüllen. Nach dem Beispiel Alexandriens und PortSäids gehen langsam fast sämtliche Z i vi l f l u g h ä f e n Aegyptens an die englischen Militärbehörden über. In der nächsten Parlamentssitzung wird ein neuer Gesetzentwurf über Truppenaushebungen vorgelegt, der insbesondere die Beschaffung technischer Kräfte für die fortschreitende Mechanisierung der ägyptischen Armee sichern soll. Im Zusammenhang damit interessiert, daß unmittelbar am Suezkanal bei Jsmailiah ein neuer Binnenhafen geschaffen wird und daß die Straßen- bauten i m Nildelta fordert und die im Rotmeerdistrikt bereits begonnen werden, obwohl der anglo-ägyptische Vertrag den Baubeginn erst nach acht Jahren vorsieht. dieser seelischen Verfassung, die hierzulande durchaus kein Einzelfall ist, liegt vielleicht der tiefe Kern der inneren Krise, von der Polen heute geschüttelt wird. Die Forderung nach Aenderung der Wahlordnung war indessen sehr populär geworden, so sehr, daß das „Lager der Nationalen Einigung" sich entschließen mußte, aus der Not eine Tugend zu machen. Eines Tages hörte man also, daß die Wahlreform sicher bevorstände. Aber wie diese Reform aussehen würde, darüber verlautete von autorisierter Stelle nichts mehr. Die Linke verlangt natürlich Wahlen weitestgehender demokratischer Art, einige Regierungspolitiker wollten noch retten, was zu retten war, und schlugen einen Modus vor, der zur Hälfte auf Demokratie, zur Hälfte auf autoritärer Ernennung der Abgeordneten beruhte. Und jetzt geschah das Verwunderlichste: die nationale Opposition, vorher fast der ärgste Rufer im Streit, wollte von Wahlreform garnichts mehr wissen, sie witterte eine Niederlage gegen Volksfront und Juden und gegen die Regierung selbst und wollte keine „Lotterie", sondern vorher eine grundlegende Aenderung des ganzen S y - ft e m 5 , womit denn die Entwicklung glücklich wieder an den Anfang zurückgekehrt wäre. Wenn nicht alles täuscht, wird die ganze Diskussion sich totlaufen, wie schon manches andere Problem. Denn nach der Verfassung ist dieses Parlament dazu bestimmt, noch zwei Jahre zu leben. Es bestehen keinerlei Anzeichen dafür, daß der Staatspräsident als entscheidende Instanz sich entschließen wird, es vorzeitig aufzulösen und in die Verwirrung yoch den Erisapfel von Neuwahlen hineinzuschieudern. Auch seine Amtszeit dauert noch bis zum Jahre 1940. Vielleicht, daß die Lage dann zu einer Entscheidung heranreift. Japan und die Neunmächiekonferenz. Tokio verlangt Eingehen auf die kommunistische Gefahr in China. Tokio, 19. Okt. (DNB. Funkspruch.) Dftafien» dienst des DNB. In politischen Kreisen befand)! man die Neunmächte- Konferenz in Brüssel. Die Teilnahme Japans sei nur bei grundsätzlicher Betrachtung des japanisch-chinesischen Konfliktes möglich. Das würde vor allem eine K l a r- stellung der kommunistischen Gefahr in China als einer der wesentlichen Ursachen des gegenwärtigen Konfliktes bedeuten. Falls etwa in bisherigem Genfer Geist verfahren würde, müßte Japan seine Stellung zum Neunmächtepakt überprüfen. Die japanische „Soziale M a s s e n p a r t e i" wendet sich in einem Manifest gegen d i e Boykottdrohungen der britischen und amerikanischen Gewerkschaften. Die „Soziale Massenpartei" bezeichnet den japanisch-chinesischen Konflikt als Japans heiligen Krieg gegen den Kommunismus. Sie erklär^ gegen alle Doy- kottversuche des Auslandes anzugehen. Oer Herzog von Windsor im Gau Sachsen. Dresden, 18. Okt. (DNB.) Seit Montaanach- mittag hält sich das Herzogspaar von Windsor in Dresden auf. Reichsleiter Dr. Ley hat mit dem Herzog die Chemische Fabrik von Heyden besucht. Am Montagvormittag hatte der Herzog mit Reichsstatthalter Mutschmann und Wirtschaftsminister Lenk an einer Vertrauensratssitzung in der Leipziger Wollkämmerei teilgenommen. Die sozialen Einrichtungen des als nationalsozialistischer Musterbetrieb ausgezeichneten Unternehmens haben dem Herzog wertvolle Aufschlüsse über den Begriff der Selbstverant- mortung vermittelt. 40000iialienischeKreiwillige inSpanien Jtom macht unsinnigen Gerüchten ein Ende. Rom, 18. Oft. (DNB.) Wie „Jnformozione ^Diplomatien" zu den in der ausländischen Presse über die Zahl der italienischen Freiwilligen umlaufenden Gerüchten erklärt, befinden sich alles in allem ungefähr 40 000 italienische Freiwillige in Spanien. Man nehme immer noch, so führt die Korrespondenz aus, völlig Phantastische Zahlen an, um eine „Kriegspsychose^ zu schaffen. Bedenklich, ja nachgerade skandalös sei es, daß ein ehemaliger Chef der englischen Regierung wie Lloyd George, dem wenigstens sein Alter Gewissenhaftigkeit und Vorsicht hätte ratsam erscheinen lassen müssen, völlig frei erfundene Zahlen in die Welt setzte. Gegenüber derartigen schamlosen Manöpern halte man es für angebracht, hie Wahrheit bekannt zu- geben. Die Valencia unterstehenden Freiwilligen seien weit zahlreicher. Es sei deshalb Zeit, daß die gefährliche Hysterie, die manche Kreise befallen habe, einer ruhigeren Prüfung der Lage Platz mache. „Gazetta bei Popolo" sagt, die genannte Ziffer könne als eine Basis für die kommenden (Erörterungen angesehen werden. Italien habe die Karten offen ausgebreitet. Es habe bereits erklärt, daß es bereit fei, mit einer Zurückziehung von Freiwilligen zu beginnen. Die B"kanntgabe der genauen Anzahl der in Spanien befindlichen Italiener fei ein neuer Beitrag zur Klärung und Lösung des Problems, das in der Gesamtheit der spanischen Frage als das wichtigste angesehen sei. Es sei eine Kundgebung der Loyalität, des Stolzes und des guten Willens, den man auf der anderen Seite mit ein wenig Verständnis entgegenkommen müsse. Vor der neuen Ausschuß-Sitzim. London, 19. Okt. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telearaph" und „Moming Post" erklären, der ita- lienische Botschafter habe vorgeschlagen, entgegen der französischen Anregung eine gleiche Anzahl von Freiwilligen auf beiden Seiten in Spanien zurückzuziehen. Die in Rom veröffentlichte Erklärung verfolge offensichtlich den Zweck, dieser Forderung das nötige Gewicht zu verleihen. „Daily Expreß" schreibt, der Ausschuß werde sich heute vor allem mit der schwierigen Frage zu befassen haben, in welcher Reihenfolge der britisch-französische Plan zu beraten sei. Eden setze sich für die vordringliche Zurückziehung der Freiwilligen ein, während Italien und Deutschland höchstwahrscheinlich zunächst eine wirksame Waffen - und Freiwilligen-Werbungskontrolle verlangten. Es sei aber sehr wohl möglich, daß der Sowjetbot- schafter Maiski alles umstürze. Niemand wisse. Frankreich besinnt sich die bis slöwakei sitzen in Prag! Die Tschechoslowakei ein Aaiionalitätenstaat. i d i e Z u siche- rankreich auch im Falle wählen durchgeführt werden würden. Tatsächlich auf der Sudeten- die Pra- Hodza in 11000 ger Regierung verschärft. Im Frühjahr hat Ministerpräsident men ist. Zunächst setzte die Prager Regierung mit Massenverboten von Versammlungen, Aufmärschen und Plakatierungen ein. Daneben häufen sich Beschlagnahmen von Zeitungen und Flugblättern, von Verhaftungen selbst bei den geringsten Anlässen und von Auflösungen von Versammlungen und Beratungen, wie man sie wieder vor einigen Tagen bei der Konferenz der sudetendeutschen Rechtswahrer beobachten konnte, in auffallender Weise. Am vergangenen Sonntag ist es nun zu brutalen tätlichen Angriffen der tschechischen Polizei gegen die sudetendeutschen Abgeordneten Frank, Kellner, Zippelius und Richter in Teplitz-Schönau gekommen, während die tschechischen Polizeitrupps ohne einen ersichtlichen Anlaß mit den Gummiknüppeln auf die wehrlosen sudetendeutschen Volksgenossen einschlugen und sie auf das Schwerste mißhandelten. Es ist nötig, sich in diesem Augenblick die Ankündigung des Regierungsabgeordneten Schütz ins Gedächtnis zu rufen. Die schweren Kämpfe, die er für den Herbst angekündigt hat, sind bereits — wie nach diesen Vorfällen gesagt werden kann — im vollen Gange. Aber es ist nötig, jetzt schon festzustellen, daß die Angreifer ausschließlich auf der tschechischen Seite stehen. Sowohl die Versammlungsoerbote und die Auflösung der Kundgebungen, die durchaus willkürlich von den Organen der tschechischen Polizei herbeigeführt werden, als auch die Konfiskation Zeitungen und nun auch das provozierende Vorgehen der tschechischen Staatspolizei, die gegen die Abgeordneten und die sudetendeutschen Volksgenossen mit Gummiknüppeln vorging, zeigt eine eindeutige Situation die auf nichts anderes abgestellt ist, als das Sudetendeutschtum zu reizen und einzuschüchtern. Bei dieser Gelegenheit erinnert man sich auch der Reise des tschechoslowakischen Außenministers Dr. K r o f t a nach Paris und des Berichtes der Prager halboffiziösen Tageszeitung „Lidove Noviny", die davon sprach, daß sich Dr. Krofta von den Lei- welchen Weg er einschlagen werde, da er, bevor er zur Sitzung gehe, noch seine Instruktionen von Moskau erhalte. Auch „Daily Mail" schreibt, daß erste Hindernis bei den Besprechungen werde zweifellos wieder einmal von Sowjetrußland kommen. tern der französischen Außenpolitik r u n g geben ließ, daß Frankreich innerpolitischer Unruhen der Tschechoslowakischen Republik mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln b e i st e h e n werde. Unter diesen Umständen muß man sich wirklich die Frage vorlegen, was die Prager Regierung im Schilde führt und wohin die von ihren Organen planmäßig herbeigeführten aufreizenden Handlungen führen sollen. Die Prager Regierung versucht mit diesen Methoden auf jede nur denkbare Art die immer mehr zum Durchbruch kommende und unerschütterliche Geschlossenheit des S u d e t e n d e u t s ch- tu ms zu zerbrechen. Sie hat es zunächst mit der einseitigen Bevorzugung ihrer Trabanten im Prager Kabinett versucht, mit denen sie die Vereinbarung vom 18. Februar abschloß, wie seinerzeit bombastisch verkündet worden war, eine „Befriedung" in der Tschechoslowakei herbeiführen sollte. Trotz aller Vorstellungen der Regierungsparteien ist aber von einem sichtbaren Erfolg nichts zu verzeichnen und das Sudetendeutschtum hat sich wieder einmal seine Gedanken über die Vertragstreue der Prager Re- sich die angelsächsische Oberschicht oder auch die Bevölkerungsteile, auf denen sich die Oberschicht wieder ergänzen könnte, ständig zugunsten ganz anderer früherer Einwanderergruppen verringert. Lord Horne hat diese Entwicklung als eine Gefahr für das britische Weltreich bezeichnet. Einmal, weil seine Verteidigungsfähigkeit dadurch gemindert wird, zweitens aber, weil, wie er sagt, den ,,S) ab e= n i ch s e n" ein moralischer Anspruch a u f koloniale Betätigung durch das Versagen Englands zuwächst. Im Einklang mit der jetzigen gewaltigen Aufrüstungspolitik Englands, die gerade diese sich selbst verwaltenden Kolonien, vor allem in der Entwicklung der industriellen Leistungsfähigkeit, einbezieht, hat Lord Horne den englischen Industriellen empfohlen, einen Teil ihrer Betriebe ein« schließlich der Arbeiterschaft nach diesen überseeischen Gebieten zu verlegen. Der Veichsführer-SG. beim Duce. Rom, 18. Okt. (DRB.) Eine große Parade der römischen Polizeitruppen fand vor dem Duce auf dem weiten Gelände von Villa Glori anläßlich des 12. Jahrestages der italienischen Polizei statt. Als Ehrengast sah man den Reichsführer und Chef einen klaren Blick und menschliches Empfinden haben, an der Verständigung und Annäherung der beiden Völker zu arbeiten. Niemand aber konnte bas aufrichtiger und eifriger tun, als d i e F ü h - rer unserer kräftigen Jugend, der französischen und der deutschen. Wenn sie es verstanden, diese Jugend zur Einigkeit zu bringen, so hielten sie damit die Zukunft Europas und der menschlichen Kultur in Händen." Der französische Botschafter Francois-Poncet erklärt, die Erfahrung zeige, daß'es die Jungen seien, die sich weniger unduldsam als die alten gebärdeten. Die Jungen verständen es ausgezeichnet, zu disputieren und zu diskutieren, sie könnten mit Leidenschaft gegensätzliche Thesen vertreten, sie brächten es fertig, himmelweit auseinandergehende Meinungen und Überzeugungen aufeinanderprallen zu lassen, ohne daß darunter die Kameradschaft und die Freundschaft irgendwie litten. Mit dieser Gabe erteilten die Jungen der älteren Generation kostbarsten Unterricht. Es sei keine Frage, welchen großen Nutzen die jungen Deutschen und die jungen Franzosen aus einem engeren persönlichen Kontakt zögen, denn ein Volk könne s i ch niemals selbst genügen; es gleiche einem Acker, der sich nach belebendem Dünger sehnt. Vorzüge, die der Franzose nicht Hube, finde man beim Deutschen; die, die Konrad Henlein fordert erneut sudetendeutsche Selbstverwaltung »Die einzige Gewähr für die gedeihliche Zukunst der Völker." hat die Regierung sie nur für 480 Gemeinden ausgeschrieben und läßt damit nicht einmal 5 d. H. der angekündigten Gemeinden zu. Von 3466 sudetendeutschen Gemeinden, die eine absolute deutsche Mehrheit haben, werden kaum hundert, meist kleine unbedeutende Gemeinden zu den Wahlen zugelassen. Es ist kein Zweifel: Prag scheut eine Volksabstimmung, Prag will ihr Ergebnis mit Einsatz von Gummiknüppeln der tschechischen Polizei, mit Versammlungsverboten, Zeitungskonfiskationen und Einschränkung aller politischen Freiheiten korrigieren. Alles was sich bisher zutrug, ruft das Wort des Abgeordneten Schütz in Erinnerung und weist dar- ' hin, daß „schwere innerpolitische Kämpfe in Tschechoslowakei" zu erwarten sind. Man wird gierung gemacht. Die Aktion ist ins Gegenteil umgeschlagen. Sie hat die Stimmung des ~ deutschtums noch mehr als bisher gegen Organe --- walt sind. Es ist nicht von ungefähr, daß sich die tschechische Polizei auch an Abgeordneten v e r g r e i f t und sie mit Gummiknüppeln und Fäusten bedroht. Die tschechische Polizei würde das nicht wagen, wenn sie nicht völlige Freiheit in der Anwendung ihrer Mittel durch die Prager Regierung zugesichert bekommen hätte. Die Schuldigen an den politischen Kämpfen in der Tschecho- in einer großen Rede angekündigt, daß Gemeinden in der Tschechoslowakei Gemeinde- Frage und ihre Behandlung durch die herrschende Koalition sind ein Beweis dafür, daß ein Regime unter Umständen auch gegen das Staatsintereme handeln kann. Dieses Regime zu bekämpfen, ist ft'ir uns Sudetendeutschen aber nicht nur ein Gebot unserer Selbsterhaltung, sondern — eben auch uist- sere staatsbürgerliche Pflicht. Man muß auch endlich auf tschechischer Seite erkennen, daß es heu'te nicht mehr angeht, wie 1918 noch im Haß gegen das benachbarte Deutsche Reich zu stehen, sondern daß dieses Reich in der Gegenwart von vielten wieder geehrt und geliebt wird. Dkie Voraussetzung des guten Verhältnisses Prag— Berlin ist aber die Regelung der fubete’n« deutschen Frage. Daß das Verhältnis tyis heute nicht besser wurde, ist nicht unsere Schuld, sondern dies liegt in erster Reihe am Staate selb ist, der es bisher nicht verstanden hat, alle seine Bisa' ger für sich zu gewinnen." i General Milch in London. , König Georg VI. empfing General der Fliegi 1 Staatssekretär Milch, Generalleutnant Stump' • und Generalmajor Übet. Die beutschen Flieck >’ würben bem König burch ben Geschäftsträger, (^ ■ sandten Dr. Woermann, oorgestellt. General Mil»ä stattete dem englischen Luftfahrtminister, Viscou^ Swinton, im Luftfahrtministerium einen BesuK ab. Am Abend war die deutsche Fliegerabordnu^iS Gast des Lustfahrtmmisters. gut tun, in der ganzen europäischen Öffentlichkeit genau darauf zu achten, wie die Auseinandersetzungen begonnen haben. Heute steht schon fest, daß die Urheber der Kämpfe nicht das wehrlose Sudeten- deutschtum und seine politische Führung, sondern an d i e Zähne bewaffneten der tschechischen Staatsge- der deutschen Polizei Himmler. Starker Beifall begrüßte die deutsche Abordnung, die in der Paradeuniform der jf bzw. der Polizei erschienen war. Ferner hatten Abordnungen der osterreichl- chen, der ungarischen, der südslawischen, der portugiesischen und der albanischen Polizei auf der Ehrentribüne ihre Plätze. Mussolini 1-übst er- öffnete auf einem rassigen Vollblut-Araber die Parade, gefolgt von Marschall d e B o n o , Parteisekretär Minister Starace und mehreren Staats- Prag, 18. Okt. (DNB.) Auf der Tagung der Sudetendeutschen Partei im Teplitzer Stadttheater führte Henlein aus: Man würde es einfach nicht verstehen, wenn ein Versammlungsredner eine Ermahnung aus dem Grunde erhält, weil er behauptet, daß der tschechoslowakische Staat keineswegs ein Nattonalstaat, sondern einbeutia ein N a - tionalitätenstaat sei. Der anroefenbe Regierungsvertreter sah sich sogleich veranlaßt, Henlein ermahnen (!) zu lassen. Henlein fuhr fort: „Das Auslanb hat sich immer wieder überzeugen müssen, baß ich nichts als bie reinste Wahrheit gesagt habe. Unb so bleibe ich auch heute bei ber Wahrheit, baß unser Staat nicht ein Nationalstaat, sondern ein Nationalitäten st aat ist." Eine neue Verwarnung ließ Konrad Henlein ruhig; er führte unbeirrt weiter aus: „Ich kann biese Ermahnung zur Kenntnis nehmen unb muß noch einmal ausdrücklich erklären: „Unser Staat ist ein Nationalitätenstaat. Die Zukunft unseres Staates unb eine friebliche Entwicklung in Europa hängen davon ab, daß man diese Tatsache zur Kenntnis nimmt und daraus d i e notwendigen Folgerungen zieht, d. h., daß sich in diesem Staat ein jedes seiner Völker frei entwickeln muß. Ganz Europa sieht auf uns. Europa weiß, daß hier ein Kampf ausgetragen wird und ausgetragen werden muß, ein Kampf, der Vorbild fein kann für alle Nationalitätenstaaten. Das Vorhandensein der sudetendeutschen Brücken zwischen den Völkern. Die Jugend Deutschlands und Frankreichs sucht den Weg zueinander fcfretären. Der Duce nahm bann die Parade der 6000 Mann ab, die teils zu Fuß und zu Pferd, teils auf Rädern und Motorrädern, mit Tanks und mit modern bewaffneten Kraftwagen vorüberzogen. Nach der Parade empfing der Duce den Reichsführer jj zu einer längeren Audienz. 2lm Nachmittag wohnte ber Reichsführer ff ben Vorführungen ber römischen Polizei bei. Am Abenb gab der Ches der italienischen Polizei, Excellenz B o c ch i n i, ein Essen, an dem die deutsche Delegation teilnahm. Prag, 18. Oktober 1937. Vor einigen Wochen hielt der Abgeordnete Schütz, der einer Prager Regierungspartei an- aehört, in Nordböhmen eine Liede, in der er u. a. sagte, daß es im Herbst dieses Jahres zu schweren innerpolitischen Kämpfen in der Tschechoslowakei kommen werde. Man hat diese Kundgebung zunächst nur als eine der bekannten Redensarten aufgefaßt, wie sie gewisse Parlamentarier in sogenannten demokratischen Staaten gern verwenden, um ihre Reden interessanter zu gestalten. Nach den letzten Vorfällen in der Tschechoslowakei wird man annehmen müssen, daß die Voraussagen des Abg. Schütz nicht ganz aus der Luft gegriffen waren. Die Kämpfe in der Tschechoslowakei haben in den letzten Wochen Formen angenommen, wie dies seit Der Auflösung der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei in den Sudetenländern im Jahre 1933 nicht mehr vorgekom- Leere 2Räumc. Der frühere englische Schatzkanzler Lord Horne hat vor wenigen Tagen in der berühmten altertümlichen Guildhall, dem Rathaus der Londoner City, einige nachdenkliche Zahlen über die Bevölkerung in den englischen, sich selbstverwaltenden unb üorroiegenb von Weißen bewohnten Dominions angegeben. Danach leben auf einer Quadrat- meile (2,6 Quadratkilometer) in Australien 2, in Kanada 3, in Südafrika 10, und endlich in Neuseeland 15 Menschen. Noch schwerer fällt ins Gewicht, daß die Auswanderung aus dem englischen Mutterlande in diese riesigen Räume, die vor dem Kriege noch jährlich 200 000 Menschen betrug, heute auf einen winzigen Bruchteil z u r ü ck g e g a n g e n ist und durch die einsetzende Rückwanderung fast ganz aufgehoben wird. Die englische Regierung hat sich wiederholt nach dem Kriege bemüht, zunächst Arbeitslose in den überseeischen Kolonien anzusiedeln, die besonders günstigen Wohnraum bieten, weil hier Menschen weißer Rasse überwiegend wieder zu Menschen weißer Rasse kommen und unter Umständen leben, die nicht schlechthin primitiv genannt werden können, wenn natürlich auch jede Pionierarbeit mühevoll ist. Diese Versuche schlugen fehl. Darauf hat die englische Regierung versucht, junge Menschen im Alter von 17 bis zu 22 Jahren nach Australien, Kanada und Südafrika zu verpflanzen. Das Ergebnis war ein Fiasko. Außerdem geht innerhalb der einzelnen Kolonien die Geburtenzahl sprunghaft zurück, so daß wickluna im Staate in Frage stellen. Die Ursache dieser Vorfälle sehe ich darin, daß die maßgebenden Regierungsstellen in Widerspruch zu ihren eindeutigen Zusicherungen Und Erklärungen von untergeordneten Organen desavouiert werden, ohne daß die vorgesetzten Stellen diese Faktoren zur Verantwortung ziehen. Die praktischen Forderungen, die ich als verantwortlicher und durch den Wahlausgang von 1935 legitimierter Sprecher des Sudetendeutschtums aus den gestrigen Vorkommnissen, die nur ein Glied in einer langen Kette darstellen, erhebe, lauten: Unverzügliche Inangriffnahme der Verwirklichung ber von mir unb meiner Partei gefolgerten Autonomie. Ich erinnere Sie, Herr Staatspräsident, daß Sie seinerzeit im Kampf um bie Entwicklungsfreiheit Ihres Volkes bie Autonomie ber Völker in den Ländern der böhmischen Krone als einzige Gefähr für die gedeihliche Zukunft der Völker erachtet haben. Nur rasche Verwirklichung der geforderten Autonomie mit dem praktischen Ziel der Selbstverwaltung der Desinteressen und der Besorgung der staatlichen Agenda durch Deutsche im deutschen Gebiet vermag allein eine weitere Zuspitzung der innerpolitischen Verhältnisse hintanzuhalten. Der Versuch der machtmäßigen Auftecht- Ierhaltung eines einseitigen tschechischen Herrschaftsverhältnisses im Nationalitätenstaat macht jede gerechte, wirksame und konstruktive Lösung des Nationalitätenproblems unmöglich. Der Stichwahl-Sonntag der Kantonalwahle n hat den ftanzöfischen Linksgruppen eine schwere Enttäuschung bereitet, da er, wie der vorhergehende Wahlsonntag, gezeigt hat, daß ihre Wahlparole nicht mehr zog. Die Gewinne der K o m m u n i ft e n unb Sozialdemokraten, insgesamt 102, stehen in gar keinem Verhältnis zu den rund anderthalb Tausend Gewählten, von denen die beiden marxistischen Gruppen nur 275 Kandidaten durchbrachten ; und die Kommunisten trotz ihrer wahnwitzigen Agi- ; tation, die mit Moskauer Rubeln bezahlt wurde, ; nur 41. Dabei hat eigentlich nur die Bannmeile ; von Paris und das Departement du Nord sozial- । demokratisch bzw. kommunistisch gewählt, während ; sich das Land durchaus und im Gegensatz zu den Kammerwahlen von 1936 ablehnend verhielt. Das ist das Bezeichnende. In der ftanzösischen Geschichte hat wiederholt das Land, also der Franzose der Provinz, der mehr als man gemeinhin im Auslande annimmt, wo man alles auf Paris bezieht, Frankreich repräsentiert, mit der Waffe des allgemeinen gleichen unb bireften Wahlrechts sich zu einer Politik ber Mäßigung bekannt unb die zersetzenden Elemente in Paris geschlagen. So war es 1848, als nach anfänglichem Schwan- : fen die Bauern der Provinz die Revolution überwanden und durch die Wahl des Präsidenten Louis Napoleon dem kommunistisch-marxistischen Spuk in Paris ein Ende bereiteten. So war es, um nur einige Ereignisse zu umreißen, nach 1871, als die Männer der Provinz in Paris die Communards niederwarfen und zur Nationalversammlung in Bordeaux eine Mehrheit wählten, die sogar durchaus monarchistisch war, allerdings an der Personen- ■frage — ob ein Napolenonide ober ein Bourbone — auseinanderbrach. Diese Gemäßigten haben, was häufig übersehen wirb, als Radikalsozialisten ober Rechtsgruppen um bie Gestaltung von Schule unb Kirche erbitterte Kämpfe unter sich ausgetragen, bie ihren Höhepunkt in ber Trennung von Staat unb Kirche unter dem Ministerium Combs erreichten. Aber das waren Angelegenheiten der inneren Politik, die keineswegs etwas mit Radikalisierung zu tun hatten. Erst unter dem Einfluß der marxistiichen Versprechungen und der Wirkung der Lavalschen Deflationspolitik sind 1936 einige im Grunde konservative Franzosen für die Volksfrontpolitik begeistert worden, aber die Ernüchterung trat sehr schnell ein, und die Kantonalwahlen haben diesem Sichdesinnen der Franzosen sichtbar Ausdruck gegeben. „ , Innerhalb der Rechts- und Mittelgruppen hat es nur geringfügige Verschiebungen zu Gunsten der französischen Sozialpartei des ehemaligen Feuerkreuzlers de la Rocque gegeben. Weiter hat die von Marin beherrschte rechtsbürgerliche Republikanische. Vereinigung gewonnen. Aber der eigentliche Kern der Volksfrontregierung, die Radikalsozialen, haben nur 526 statt 568 Gemeinde- und Arrondissements- räte gestellt. Trotz der Versicherungen ihrer Blätter hat gerade ihre schwankende Politik zu einer Absage weiter Teile ihrer Wählerschaft geführt. Ob diese Polittk künftighin durch dick und dünn mit den Marxisten und Kommunisten marschieren wird, wird sich auf dem bevorstehenden Parteikongreß in Lille zeigen. Jedenfalls hat Frankreichs Wählerschaft bekundet, daß die sozialdemokratischen und kommunistischen Bäume nicht in den Himmel wachsen dürfen. Die Parole der Sozialdemokraten aller Schattierungen war: Politisierung dieser Wahlen, die etwa den früheren deutschen zu den Provinziallandtagen entsprechen, damit Stoß gegen den Senat, der von den Gemeinderäten gewählt wird, und allmähliche Bolschewisierung Frankreichs. Die Wähler haben diesen Manövern eine schroffe Absage erteilt. 0.8. Im letzten Sommer haben zahlreiche junge Deutsche und junge Franzosen gerne infame Ferienlager veranstaltet. Das Fuhrerorgan der nationalsozialistischen Jugend „Wille und Macht" unternimmt es, aus dieser Gemeinschaftsarbeit das Ergebnis zu ziehen dadurch, daß es aus dem Lager beider Nationen vorurteilsfreie Manner zu Worte kommen läßt. An ihrer Spitze steht kein Geringerer als Camille Chautemps, der französische Ministerpräsident. Er erklärt sich als Chef der Regierung auch weiterhin bereit, die friedlichen Zusammenkünfte der Jugend beider Völker in Zusammenkünften zu fördern und sagt weiter: „Ich wünschte, die jungen Leute beider Nationen lebten alljährlich Seite an Seite und lernten einander auf diese Weise kennen, verstehen und schützen. Hinter unseren beiden großen Landern liegt eine lange Vergangenheit voller Arbeit und Ruhm; beide haben in höchstem Maße zur europäischen Zivilisation beigetragen.Wenn es auch oft gerade durch die Lebenskraft und Tapferkeit beider Völker Zusammen st öße zwischen ihnen gegeben hat, so empfinben sie doch Hochachtung und Respekt voreinander. Und sie wissen auch, daß eine Verständigung zwischen ihnen einer der wertvo11sten Faktoren für d en Weltfrieden fein würde. Deshalb ist es Pflicht aller derer von beiden Seiten der Grenze, die Ein offener Vries an Venesch. Prag, 18. Okt. (DNB.) Der Vorsitzende der Sudetendeutschen Partei Konrad Henlein hat auf Grund der Vorfälle in Teplitz-Schönau an Präsident Benesch einen offenen Brief gerichtet, in dem es heißt: „Herr Präsident! Vor kurzer Zeit hatte ich Gelegenheit, dem Herrn Ministerpräsidenten Mitteilung zu machen über die Auswirkung gewisser Gesetze und das Verhalten der Staatsorgane in sudetendeutschen Gebieten, wodurch in diesen Gebieten und damit im Staate eine unerträgliche Lage geschaffen wurde. Der Herr Ministerpräsident versprach Abhilfe. In der vergangenen Woche konnte ich in London über unsere Frage sprechen. Ich habe für meine Darlegungen größ - t e s Verständnis gefunden. Die Vorkommnisse in Teplitz und die Mißhandlungen mehrerer Abgeordneter der Sudetendeutschen Partei stehen zu den Gesetzen und der Verfassung des Staates in krassem Widerspruch und sind für ein tapferes und ehrliebendes Volk unerträglich. Diese Vorfälle haben mir vollends die Erkenntnis gebracht, daß unser guter Wille und unsere Warnungen offensichtlich mißachtet werden und daß jede weitere dilatorische Behandlung der. sudetendeutschen Forderungen katastrophale Auswirkungen bringen kann. Diese mögen zwar geeignet sein, zunächst uns ins Unrecht zu setzen, müssen aber eine ruhige Ent- den Deutschen fehlten, besitze der Franzose. Es sei müßig, ausklügeln zu wollen, wer am meisten tauge. Der Deutsche esse lieber Schwarzbrot und der Franzose lieber Weißbrot. Es sei unsinnig, die Frage zu stellen, welches Brot besser sei. Das wichtigfte sei folgendes: F r a n z o s en und D e u t s ch e e r^ g ä n z t en sich, französisches Mittoir en bereichere den deutschen Boden. Deutscher Einfluß befruchte den französischen Geist. „Mögen auch die Generationen, die einmal Nutzen daraus ziehen werden, dazu beitragen, die beiden Hälften des Reiches Karls des Großen einander näher zu bringen und zwischen ihnen jene Beziehungen der gegenseitigen Achtung, der Ern t r ach t und der guten Nachbarschaft zu schaffen, nach denen die beiden Völker zutiefst sich fehnen, weil, so glaube ich, ihr Instinkt ihnen sagt, daß das Heil der europäischen Kultur davon abhängt, und weil sie sehr genau wissen, wenn sie einmal in sich gehen, daß sie, gemäß den Worten des Reichskanzlers Adolf Hitler, „vielmehr Grunde haben, sich zu achten und sich zu bewundern, als sich zu hassen" Fernand de Brinon,der bekannte Journalist. zitiert die gleichen Worte Adolf Hitlers und sagt dazu: „Vortreffliche Worte, die bei der Jugend i h re Anwendung finden muffend Gibt es ein schöneres Geschick für die Söhne der Kriegsteilnehmer, als zwischen den benachbarten Ländern Frankreich und Deutschland die Wege der Verständigung zu öffnen?" Und er fügt hinzu, daß die übergroße Mehrheit der Jugend Frankreichs ohne Rücksicht auf ihre Herkunft mit echter Sympathie der deutschen Jugend gegenüber- steht. Von deutscher Seite erwidert Reichsjugendführer Baldur v. S ch i r a ch mit dem Wunsch, daß an den Lagerfeuern unserer Jugend die alte ©egnerfefjaft unserer Länder für immer verbrenne. „Wenn wir in den törichten Fehler verfallen sollten, uns zu hassen, haben wir alles zu verlieren — wenn wir uns zu einer edlen Haltung gegenseitiger auf Wesenskenntnis gegründeter Achtung erheben, haben wir viel zu gewinnen: nämlich das Glück unserer Kinder." Wo sind die Schuldigen an demSkandal von Teplih? Von unserem ff.-Äerichierstatter. - LMWW SPATLESE srön>:sK die edelsten Blätter des besten Tabaks der Erde." Lange bauert die griechische Grenzkontrolle auf dem Wege nach Thrazien. hier, wo Befestigungen gebaut werden und Spione ihr Unwesen treiben, ist man mit Pecht mißtrauisch und vorsichtig. Man findet meinen Notizblock mit vielen eng beschriebenen Blättern, man findet die Zeichnungen des mich begleitenden Zeichners. »Für welchen Zweck schreiben Sie dies? Warum zeichnen Sie Tabakfelder, die Berge,diese ganze Landschaft?" fragt man uns. Wieder ist unser Dolmetscher unser Retter in der Not. Er nimmt eine „SPÄTLESE“-Pak- Jung aus der Tasche und zeigt auf das Biort „SPÄTLESE“, indem er es übersetzt. Dann zeigt er bei den Zeichnungen auf die Tabak- Ein fünffaches Todesurteil. Lang-Göns, den 18. Oktober 1937. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 20. Oktober, nachmittags 1.30 Uhr statt 6856 D 6839 D Außlohlen rr 20.C0-23.00 Uhr Schönes ¥ Stadttheater Gießen (Horst-Wessel-Wall 7), Ahlen 1. W.. 18. Oktober 1937. Die Trauerieier findet am Donnerstag, dem 21. Oktober, nachmittags 2% Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt. evtl, mit kleiner Küche zu verm. Schäfer Licher Strabe 9. m. Zubeh.l Neubau) in Wieseck zu vermiet, (osiea 6idj?nüööetIBeg31 Leeres Zimmer oder leere Mansarde für sofort Baumpfähle Rosenstäbe Latten Dachpappe Karbolineum Happel&Co. KI.Mühlgasse4 u.6 Ruf 3925 ten die Feierstunde ein. Dann hörten die Versammelten jene kraftvollen Worte, die vor 120 Jahren der Student Ludwig Rödiger auf dem ersten Wartburgfest sprach, jenes Bekenntnis zur allumfassenden Gemeinschaft des deutschen Volkes, zu Ehre, Freiheit und Vaterland. Der machtvolle Gesang „Heilig Vaterland" leitete über zur Gedenkrede des SA.-Obersturmbannführers Trumpf (Berlin). Wir, die wir das Gluck haben, im nationalsozialistischen Deutschland an den Hoch- chulen zu studieren, müssen im Sinne der Ideale jener Männer, die sich vor 120 Jahren auf der Wartburg vereinten, an uns arbeiten, müssen d e m deutschen Volk Vorbild sein. Aus dem deutschen Studententum sollen Manner hervorgehen, die einmal das werden, was jene Kämpfer, die auf dem Schlachtfeld fielen, waren. Eingedenk dieser Verpflichtung werden wir weiter kämpfen und arbeiten nach dem Willen unseres Führers Adolf Hitler. Während das Burfchenfchafterdenkmal in loderndem Rot erstrahlte, die Fahnen sich senkten und das Lied „Ungezählte Hände sind bereit..." in die Stille der Nacht hinausdrang, begab sich SA.-Ober- sturmbannführer Trumpf mit einer Abordnung der Kameradschaft Walter Flex der Technischen Hochschule Braunschweig zum Ehrenmal, wo sie zwei Lorbeerkränze niederlegten. Die Schleife des einen trägt die Worte „Den in den Freiheitskriegen und im Weltkrieg gefallenen Studenten. Der Reichsstudentenführer." Der zweite Kranz ist dem Dichter Walter Flex geweiht. Mit den Liedern der Nation klang die Feierstunde aus. zu vermieten. Zu erfragen in der Geschäftsstelle d. Gieb. ANL. Iohm Zwangsversteigerung. Mittwoch, 20. Oft, nachm. 2 Uhr, sollen im Versteigerungslokal, Neuenweg 28> bzw. an Ort und Stelle (Bekanntg. in obig. Lokal) zwangsweise gegen sofort. Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, 2 Spiegel, 1 Schaubeck-Album und 3 Ausmahlhefte mit Briefmarken, 2 Radios, 1 Lautsprech., 4 Oefen, 2 Herde, 1 elektr. Motor, 1 Schaufenstereinrichtung, 1 Eisschrank, zwei Teppiche, 1 Klavier, 1 Nähmaschine, 1 Registrierkasse, ein Vervielfältigungsapparat. Wahrscheinlich bestimmt: Mehrere Flurgarderoben. Bestimmt wird versteigert: Ein ovaler Tisch, 1 alter Viereck. Tisch, 1 Nähtischchen, 3 Stühle, eine Wasserbank. 6842d RpbflPfflflnn Gerichtsvollz., Gießen. ObhQllUdllll Wiesenstr. 2, Tel.3108. Größere Bilder— größere Freude! Erst eine gute Vergrößerung bringt die ganze Lebendigkeit und Schönheit Ihrer Photos zur Geltung, macht sie wertvoller und wirksamer. Kommen Sie mit ihren Photos zu mir, ich zeige Ihnen Mustervergrößerungen meines Labors, die in den Größen 1318 oder 18/24 nur Mk. 1.- oder Mk. 1.50 kosten, so viel Freude bereiten. Trax den idealen Hausverputz liefert prompt ab Lager und Fabrik h462D H. Glatthaar «Sonn Frankfurt. Str. 19 Mühl traße 18 Tel. 3144/3145. gesucht. Schristl. Angebote unt. 05154 an den Gießener Anzeiger erb. ' "—x Die Beerdigung unseres lieben Kameraden Franz Kramer Bez.-Schomsteinfegermstr., Weserstr. 13, findet Dienstag, 19. Oktober 1937, nachm. 2.45 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 05176 die Führerschaft. Photo - Kino Kreuzplatz 9 Aus aller Wett. Das römische AugusteumOrchesler in.Frankfurt. Das berühmte Augusteum-Orchester aus Rom traf auf seiner Konzertreise durch Deutschland in Frankfurt a. M. ein. Das im Saalbau veranstaltete Konzert wurde für das musikliebende Frankfurter Publikum ein großes Erlebnis. Nach dem Dortrage der Nationallieder folgten Werke von Rossinis Beethoven, Petrassi, Malipiero und Strawinsky. Besonders starken Eindruck machte die Wiedergabe von Beethovens Sechster Sinfonie. Dem Dirigenten Professor Molinari wurde ein Lorbeerkranz überreicht, wofür er mit einer Zugabe dankte. 40 Werkscharmänner unseres Gaues fahren mit nach Italien. NSG. Auf Veranlassung des Reichsleiters der Deutschen Arbeitsfront. Retchswerkfcharführers Dr. Ley, nehmen an den K d F. - I t a l i e n f a h r - t e n vom 12. bis 24. November mit den schiffen „Der Deutsche", „Sierra Cordoba" und „Ozeana" 300 Werkscharmänner aus den Gauen Hessen- Nassau, Main-Franken, Baden, Saarpfalz, Koblenz, Trier, Kurhessen, Westfalen-Nord und -Süd, sowie Essen teil. Aus dem Gau Hessen-Nassau sind für diese Fahrten 40 Werkscharmänner ausersehen. Am 19. November verlassen die Werkscharmänner die drei Schiffe zu einer Sonderfahrt nach Rom, wo sie unter Voranführung einer goldenen DAF.-Fahne an einer Kundgebung teilnehmen und dem Duce vorgestellt werden. Die Deutsche Arbeitsfront NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ Omnibusfahrt zur »IKA« Internationale Kochkunst-Ausstellung in Frankfurt, M am Mittwoch, dem 20 Oktober Teilnehmerpreis einschl Eintrittspreis zur Ausstellung und zur Abendvorstellung im Schumann-Theater 5,— RM Anmeldung Schanzenstr. 18. Die Fahrt geht über d. neueröffnete Autobahnstrecke Gieben- Frankfurt/M. Abfahrt 12 Uhr Schanzenstr. 18 __________________________ 6854 D Ihre Geschäftsdrucksachen stellen die Verbindung her zu ihren Erzeugnissen Man stellt sieh die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor. wie man Briefbogen. Briefumschläge. Postkarten, Rechnungen,Geschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert au* gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie ihnen Brühl’sche Druckerei. Schulstr. 7. Ruf 2261 19.30 22.00 Uhr 4. Mittwoch- Miete! Ztun letzten Dal ImRebeloch rumort’s Lustspiel von Vomhof. Preise von RM. 0.60-3.00. Heute abend 7% Uhr entschlief nach kurzem schweren Leiden meine liebe Frau und herzensgute Mutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Martha Kaiser, geb. Kuhl Im blühenden Alter von 32 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Richard Kaiser und Tochter. Eßeier „ Anthrazit- , Eier- Das tieioe Mouzerl 6840 D Preise von RM. 0.60 - 3.00 Das Koblenzer Schwurgericht verhandelte gegen Johann Michels aus Aldesch bei Mayen m der Eifel, der in der Nacht zum 8. Juli d. I. seine Frau und seine vier Kinder im Alter von zwei bis acht Jahren im Schlafe getötet hat. Im Laufe, des Vormittags nach der Tat begab er sich mit seinem Fahrrad nach Koblenz, besuchte dort mehrere Kirchen und fuhr dann In die Efel zurück. Von Polizei- beamten, die alle Straßen der Umgebung besetzt hielten, wurde er hier festgenommen. Das Gericht hielt Michels in allen fünf Fällen des Mordes für schuldig und verurteilte ihn neben den üblichen Nebenstrafen fünfmal zum Tode. Der Angeklagte nahm das Urteil an. Merkwürdiger Unfall eines Motorradfahrers. Bei Mannheim wurde auf der Reichsautobahn beim Ueberholen eines Motorrades aus einem Personenkraftwagen ein Zigarettenstummel herausgeworfen, der dem Motorradfahrer in die Weste flog. Durch den glimmenden Zigarettenstummel gerietet Lederweste, Pullover und Hemd des Motorradfahrers in Brand; der Mann erlitt am Körper und an der rechten Hand erhebliche Brandwunden. 19 Tote beim Absturz eines U8A.-Flugzeugs. Ein Transkontinental-Flugzeug der United Air Lines, das mit 16 Passagieren und drei Mann Besatzung an Bord überfällig war, wurde von Flugzeugen aufgefunden, die zur Suche aufgestiegen waren. Auf dem über 3000 Meter hohen Chalk Mountain (Wyoming) wurden die Trümmer des vermißten Flugzeuges gesichtet. In der zerklüfteten Berggegend war es den suchenden Flugzeugen nicht möglich, tief herunterzugehen oder in der Nähe des Wracks zu landen. Die Trümmer lagen weit verstreut, von den 19 Insassen des verunglückten Flugzeuges war kein Lebenszeichen zu bemerken. Aus den nahen Dörfern und aus Fort Douglas Utah brachen sofort Rettungsmannschaften und eine Militärabteilung auf. Schneestürme auf den Höhen der Rocky Mountains erschweren eine Bergung. Schwere Unwetter über Griechenland. Wolkenbruchartige Regenfälle haben große Teile Griechenlands, vor allem Athen und die Küstengegenden, überflutet und schwere Schäden her- oorgerufen. Aus der Stadt Heraklion auf Kreta werden schwere Verwüstungen und acht Todesopfer gemeldet. Gewitterstürme haben die Schiffe an der Ausfahrt aus dem Piräus gehindert. Ein Teil der Bevölkerung ist obdachlos geworden. Der Staat hat große Geldmittel zur Verfügung gestellt. Schweres Verkehrsunglück in Südfrankreich. In Carcasfone (Südfrankreich) kam es zu einem Zusammenstoß zwischen einem Autobus und einem Lastwagen. Zwei Insassen des Autobusses wurden auf der Stelle getötet, zahlreiche andere erlitten schwere Verletzungen. 30 Tote bei einem Grubenunglück in USA. In Birmingham (Alabama) ereignete sich in der Mulga-Kohlengrube eine schwere Explosion, durch die mindestens 30 Bergleute getötet wurden. Die Rettungsarbeiten werden durch Kohlen- Schürzen Tischdecken modern, schön u. preiswert bei C.Röhr&Co. Gießen Bahnhofstraße 44 6843 A Anspruch nehmen könne und wenn heute eine Million Beamte freiwillig als Mitglieder der NSV. anbehören und jährlich 9 Millionen Mark Beitrag leisten. Aufgaben -er Sozialpolitik. Reichsarbeitsminister Seldte sprach in Düsseldorf. Düsseldorf, 18. DEL (DNB.) Reichsarbeitsminister Seldte sprach vor dem Jndustrieklub über die Sozialpolitik im nationalsozialistischen Staat. Die sozialpolitischen Aufgaben des Unternehmers sehe er nicht schon darin erfüllt, daß die Wirtschaft den ihr auferlegten Verpflichtungen nachkomme. Der nationalsozialistische Staat habe d i e Arbeit zur Würde der nationalen Arbeit erhoben und für sie das Ethos proklamiert, daß sie Dienst am Volke sei. Der Betriebsführer leite seine Stellung von seinen Pflichten und seiner Verantwortung her, die aus der Gesamtverantwortung der Wirtschaft gegenüber Volk und Staat erwachsen und die besonders denen gegenüber bestehen, die ihr Brot durch Lohnarbeit verdienen müßten. Wo Lohnverbesserungen eintreten müßten, seien sie bereits erfolgt oder würden noch erfolgen. Das aber bestimme nur der Sta a t. Er sorge für das Schicksaal seiner schaffenden Bürger selbst und teile die Verantwortung für die von ihm getroffenen Maßnahmen mit niemandem. Der Minister anerkannte die Mitarbeit der Wirtschaft den Arbeiterwohnungsbau. Gewiß könne der Wohnungsbau im Großen erst nach der Durchführung des Vierjahresplanes in Angriff genommen werden. Immerhin müßten schon jetzt die größten Schäden und Mißstände beseitigt werden. Es sei zu verhindern, daß der Wohnungsfehlbedarf sich auch nur im geringsten vermehre. Er habe sich deshalb zuk Aufgabe gemacht, darauf hm- zuwirken, daß jährlich etwa 3 0 0 0 0 0 W o hn- stätten, insbesondere Kleinsiedlerstellen, errichtet werden. Im Jahre 1936 sei das Ziel erreicht worden. Von den errichteten 332 000 Wohnungen seien rund 113 000 aus Mitteln des Reichsarbeitsministeriums gefördert worden. Wariburgfest desNGOGiB. Eisenach, 19. DEL (DNB.) Als nationalsozialistische Traditionsträger des Vermächtnisses der Urburschenschaft begingen. 2 5 0 Kameradschaftsführer der Reichslager des NSDStB. in Weimar, Bad BlanEenburg und Gleiberg, die das gesamte deutsche Studententum vertraten, die 120. WiederEehr des W art- fi u r g f e st e s der deutschen Studenten am 18. Oktober 1817, jenes ersten studentischen Bekenntnisses zu Volk und Reich. Vom Karlsplatz inmitten der Stadt zogen sie, begleitet von den Ehrenabordnungen der nationalsozialistischen Gliederungen, zur Abendstunde mit den studentischen Fahnen aus dem Gau Thüringen zum Burschenschafterden E- m a l, wo sie in einem großen Viereck beim Schein lodernder Fackeln Aufltellung nahmen. Ein Fan- farenruf und der Gesang „Burschen heraus" lecke- ßauerheim. In sonn. Villa a. Walde, 1 Min. v.Parku.Quell., finden Damenu. Herren behagl. Heimb.mäß.Pr. mit eia. Möbeln. Auch für Kur- u. Erholungsbed. Bad-Reiniiardsquelle bei Wildungen Hausa.Homberg KriBgeifowratiaiHM Gießen. |Stelienangeb~| Keine Zeugnisse in Urschrift ivnvern nut Zeugnis- abichristen Dem Br- werbungsichretven bet. legen — Lichtbilder unoBewerbungsunter. ^gen müssen zur Ber. Meldung oon Verlusten aus der Rückseite Kamen und Anschrift des Bewerbers tragen I Ein in all. Hausarbeiten erfahr, kinderliebes Hausmädchen gesucht. 685oD Borst-W essel- Wall 36. 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Aussichten für Donnerstag: Bei nach West drehenden Winden wieder wolkiges Wetter, Neigung zu Nebelbildung wieder zunehmend. Lufttemperaturen am 18. Oktober: mittags 13,2 Grad Celsius, abends 6,5 Grad: am 19. Oktober: morgens 5,2 Grad. Maximum 13,3 Grad, Minimum heute nacht 4,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. Oktober: abends 9,1 Grad: am 19. Oktober: morgens 7,1 Grad. — Sonnenfcheindauer 3,5 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr.Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 37: 9248. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R-Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. 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Dom Zuge waren Warnsignale gegeben worden. Aschaffenburg plant ein Grünewald-Denkmal. Die Stadt Aschaffenburg errichtet zu Ehren des großen deutschen Malers Matthias Grünewald in seiner Heimatstadt Aschaffenburg em Denkmal. In der Sitzung der Ratsherren gab Oberbürgermeister Wohlgemut bekannt, daß als Grundstocks für dieses Denkmal zunächst 10 000 Mark bereit- , gestellt werden. Im Lause der nächsten Monate wird mit den Vorarbeiten für eine würdige Lösung begonnen werden. Deutsdies Volksbildungswerk Donnerstag, 21. Oktober,im Caf6 Leib Professor Orühl spricht über EnlscheiduDgskampf im Hillelmeer Keiner sollte diesen hochaktuellen Vortrag versäumen! Wir laden herzl. ein. Anfang 20.15 Uhr. Saalöffnung 19.30 Uhr. Eintritt O.5O, imVorverk.0.30, Uniformierte 0.30 Vorverkauf: Musikhaus Challier, Schokoladenh. Huntemann,Oberh.Tagesztg.,KdF,Schanzenstr. 6853 0 Dame sucht Stellung als SpredisNenliilfe bei Arzt f. Nachmittag. Schrift!. Angebote unter 05167 a.d.Gieß. Anzeiger erbet. 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Dabei betonte er, daß er schon seit vielen Jahren bei der Studentenschaft den Ehrentitel „Studentenoater" habe Er bat ihn, seine Kraft weiterhin der Studentenschaft zu widmen und überreichte ihm als kleines Geschenk ein Bild vom Gießener Studentenhaus. Die Glückwünsche der Stadt überbrachte in Vertretung des Oberbürgermeisters Bürgermeister Professor Dr. Ham m. Er würdigte die Verdienste des Jubilars um die Universität und seine stete Mitarbeit bei Dingen, die Universität und Stadt zusammen angehen. Als Anerkennung übergab er Professor Eger ein Bild der Keimzelle des Gießener Studentenhauses, nämlich ein Aquarell von dem früheren Studentenhaus im Cafö Ebel. Das Aquarell stammt von dem Gießener Maler Heil. Der Leiter des Studentenwerks Adam überbrachte die Glückwünsche des Studentenwerkes Gießen und sprach ebenfalls von der aufopferungsvollen Arbeit auf diesem sozialen Gebiet der Studentenschaft. Er übergab im Namen des Studentenwerkes ebenfalls ein kleines Geschenk. Für den Betrieb des Studentenwerkes sprach Direktor Grebe und überbrachte dem ältesten Gefolgschaftsmitglied zu seinem 60. Geburtstag die Glückwünsche der Arbeitskameraden. Professor Dr. Eger dankte allen Gratulanten bewegten Herzens für ihre Glückwünsche und Geschenke und sprach von seiner engen Verbundenheit zu Gießen und der Universität Am Schlüsse gab er der Hoffnung Ausdruck, daß die geliebte alma mater Ludovicana weiter gedeihen möge. wl/ ,, MW Professor Dr. Ege r. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Aus der Stadt Gießen. Architekt Meyer ZO Jahre alt. Der Architekt und Baurat der Evangelischen Kir- chengemeinde Gießen, Hans Meyer, kann am morgigen Mittwoch, 20. Oktober, in aller Frische sein 70. Lebensjahr vollenden. Der Jubilar stammt aus Regensburg. Er kam bald nach dem Abschluß seiner Studien nach Gießen und wurde hier nach einiger Zeit Teilhaber der Firma seines älteren Kollegen Stein. In den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts war er an dem starken Aufschwung der Bautätigkeit in unserer Stadt beteiligt, darüber hinaus war sein Schaffen auch auswärts rege In Gießen hat er u. a. in jenen Jahren an der Umgestaltung von Straßenzügen mitgewirkt, so bei der Alicenstraße zwischen Bahnhofstraße und Frankfurter Straße, bei der Landgrofenstraße usw. Von Bauten des öffentlichen und des Wirtschaftslebens, die seinem Wirken entstammen, seien erwähnt unser Gießener Volksbad, das er als eines der ersten Hallenbäder in Deutschland errichtete, die Höhere Mädchenschule, Verwaltungsgebäude ■ im Elektrizitätswerk, die Mitteldeutsche Creditbank (jetzige Commerz- und Privat-Bank), die Engel- Apotheke usw. Gemeinsam mit den Wiener Baumeistern Fellner und Helmer war Meyer Preisträger in dem Wettbewerb um einen Entwurf für den Bau unseres Stadttheaters, dessen Errichtung unter seiner Bauleitung erfolgte. Im Auftrage der früheren Großherzogin von Hessen konnte er den ersten Bau der Kinder-Klinik in Gießen errichten, im Jahre 1911 die künstlerischen Arbeiten für den Verkaufstag im Auftrage des früheren Großherzogs ausführen. Seit etwa 40 Jahren ist ihm die Betreuung der Bauten der Evang. Kirchengemeinde Gießen übertragen: u. a. leitete er den Umbau der Stadtkirche, im Verlaufe des letzten Jahrzehnts nach seinen Entwürfen die Um- und Erweiterungsbauten im Evangelischen Schwesternhaus und den Bau der Krippe und der Zuflucht auf dem gleichen Grundstück. In Anerkennung seiner Tätigkeit auf diesem Gebiete wurde ihm von der früheren hessischen Regierung der Titel „Baurat der Evangelischen Kirchengemeinde Gießen" verliehen. Weiter entstanden nach seinen Entwürfen un- unter seiner Leitung die Lupusheilstätte und die Heilstätte Seltersber'g an der Gaffkystraße, die als Eigentum des Hessischen Fürsorgevereins nicht nur Heilzwecken dienen, sondern durch -hre ärztlichen Leiter in Personalunion mit wichtigen Kliniken der Universität Gießen stehen und auch der Forschung iknd der wissenschaftlichen Lehre nutzbar gemacht werden. Im Hinblick auf seine Leistungen auf diesem Saugebiete und die Förderung der Universität beim Ankauf und bei der Einrichtung der Seminare wurde Baurat Meyer von der Universität Gießen zum Ehrensenator ernannt. Neben diesen im öffentlichen Dienst stehenden Bauten sind noch zahlreiche Privatbauten unter seiner Leitung entstanden. Das Wirkungsfeld des Jubilars erstreckte sich auch über Gießen hinaus. So baute er u. a. das Kreishaus in Wetzlar, die Heilstätte Waldhof-Elgers- thaufen, die Bäder in Eisenach, Aschersleben, Eß- |fingen, Prenzlau usw. Unsere Stadt ist dem Jubilar zur zweiten Heimat geworden, die ihm durch sein Schaffen eng verbunden ist. In weiten Kreisen unserer Einwoh- l,erschaft und auch bei vielen Volksgenossen über >ie Grenzen unserer Stadt hinaus genießt der Jubilar alle Wertschätzung, die ihm seinen Ledens- obend verschönen wird. Dornoiizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 23 Uhr „Das kleine Hofkonzert." — Gloria-Palast (Seltersweg): „Karussell." — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die gelbe Flagge." Skadttheaker Gießen. Heute abend findet eine Wiederholung der Ope- ette „Das kleine Hofkonzert" von Verhoeven-Jmpe-1 koven-Nick statt. Musikalische Leitung: Kapellmeister Heinz Markwardt;* Spielleitung: Karl-Ludwig Lindt; Bühnenbild: Karl Löffler. Diese Vorstellung findet als 4. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr. BOM.-Untergau 116. BDM.-Schwimmen Dienstag um 18.30 Uhr. NGV. Ortsgruppe Gießen-7!ori>. Am Montag, 18., und Dienstag, 19. d. M., wird im Bereiche der Ortsgruppe Gießen-Nord für den Mpnat Oktober 1937 die Pfundsammlung durchgeführt. Es wird darauf hingewiesen, daß für die Dauer des Winterhalbjahres nicht nur bei den Mitgliedern des Lebensmittelopferringes, sondern auch bei allen anderen Volksgenossen die Pfundsammlung durchgeführt wird. Als Spenden sin- vorwiegend erwünscht: Mehl, Hülsenfrüchte, Graupen, Nudeln, Makkaroni, Zucker, Grieß, Wurstwaren, Konserven. Selbstverständlich werden auch alle anderen Pfundspenden entgegengenommen. 7lSD. Ortsgruppe Gießeu-Süd. Am Montag, 18., Dienstag, 19., und Mittwoch, 20. Oktober, findet im Bereich der Ortsgruppe Gie- ßen-Süd die Pfundsammlung durch die NS.-Frauen- schaft statt. Es wird während der Dauer des WHW. 1937/38 nicht nur bei den Mitgliedern des Lebensmittel-Opferringes, sondern bei allen Volksgenossen die Pfundsammlung durchgeführt. Als Spenden sind vorwiegend Mehl, Hülsenfrüchte, Graupen, Nudeln, Zucker, Grieß, Wurstwaren, Konserven erwünscht. Selbstverständlich werden auch alle anderen Pfundspenden entgegengenommen. Die Einwohnerschaft wird gebeten, die Spenden bereitzuhalten. NSD., Ortsgruppe Mitte. Arn Mittwoch, 20. Oktober, werden die Pfundfpen- den durch die NS.-Frauenschaft eingesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Pfundpäckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen. Die Pfundsammlung erstreckt sich während der Dauer des WHW. auf alle Volksgenossen. Ausgleichsabgabe für Kelterobst. LPD. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Da verschiedentlich wegen der Ausgleichsabgabe für Kelterobst noch Zweifel bestehen, wird darauf hingewiesen, daß auch die selbstkelternden Gastwirte verpflichtet sind, die in der Anordnung Nr. 116 der Hauptoereiniqung der deutschen Gartenbauwirtschaft festgesetzte Ausgleichsabgabe in Höhe von 0,50 Mark je 50 Kilogramm für das diesjährig gekelterte Obst abzuführen. Soweit die Gastwirte noch nicht im Besitz des für die Uederweisung der Ausgleichsabgabe erforderlichen Formblattes sind, muß dieses umgehend bei dem Gartenbauwirtschaftsverband Hessen-Nassau, Frankfurt a. M., Arndtstraße Nr. 28 angefordert werden Während die Ausgleichsabgabe auf das auf dem Formblatt angegebene Konto der Hauptvereinigung sofort nach Abschluß der Keltersaison zu überweisen ist, ist das ausgefüllte Formblatt selbst unmittelbar an den Gartenbauwirtschaftsverband Hessen-Nassau einzusenden. Musikalische Abendfeier In der Johanneskirche fand am Sonntagabend eine musikalische Abendfeier besonderer Art jtatt. Da im Laufe dieses Sommers in Gießen und in Lich von Musiklehrer N e b e l i n g (Gießen) Organistenkurse abgehalten worden waren, hatten sich die Teilnehmer dieser Kurse, im ganzen zehn (zwei Damen und acht Herren), bereiterklärt, Proben ihres Könnens vor der Gemeinde abzulegen. Die Teilnehmer spielten Werke von I. B. Bach, I. Pachelbel. I. Ehr. Bach, I. G. Walther und G. Rundnagel. Den Besuchern wurden schöne Leistungen auf der Orgel dargeboten. Einige der angehenden Kirchen- mufifer waren in der Lage, noch weitere Instrumente zu spielen. So brachte Kursteilnehmer Kopp (Herborn) auf der Blockflöte unter Orgelbegleitung des Kurfusteilnehmers N e b e l i n g die Sonate in Festprogramm im Lichtspielhaus. „Die gelbe Flagge" mit Hans Albers. Das «Lichtspielhaus Gießen veranstaltet zur Feier «ines 25jährigen Bestehens — wir haben dieser läge bereits ausführlich darüber berichtet — eine ^biläurnsfestwoche, die gestern Abend bei vollbe- sitztem Hause, in Anwesenheit zahlreicher Ehrendste, mit einem sorgfältig zusammengestellten Oteftprogramm eröffnet wurde. Die Vortragsfolge krurde eingeleitet mit musikalischen Darbietungen, v»n Mitgliedern des Musikzuges der Standarte 116 unter Leitung von Willy Fi s ch e r vortrefflich zu Erhör gebracht. Nach einer kurzen Begrüßung durch Direktor Geyer, der im Namen von Direktor 21öam Henrich und Frau Henrich die Ehrengäste uib die Stammgäste des Hauses herzlich willkom- Wn hieß und ihnen für ihr zahlreiches Erscheinen b:nfte, ergriff Oberbürgermeister Ritter das Wort zu einer Ansprache, in der er u. a. etwa fol- gindes ausführte: Wenn heute in einer mittelgroßen Stadt wie Retzen ein Filmtheater auf ein 25jähriaes Bestehen Rückblicken könne, und wenn dessen Besitzer und Leiter während dieser Zeit in jeder Hinsicht seinen Dann gestanden habe, dann sei das eine Leistung, bis hohe Anerkennung verdient. Als Vertreter der Stabt Gießen habe er die Freude, Herrn und Frau Henrich seine und der Stadt herzliche Glückwünsche darzubringen, ebenso auch dem Geschästs- jiljrer Direktor Geyer, der das Haus seit langen Irhren umsichtig leite. Wenn man sich in die Zeit der Fertigstellung des Lichtspielhauses (1912) zurückversetze, so müsse man sagen, daß ein solches Unternehmen damals ein unerhörtes Wagnis bedeutet hebe, als weite Kreise des Publikums dem Film ncch ablehnend gegenüberstanden und die Produk- tiln noch im Anfangsstadium steckte. Hinzu komme, doß der Film damals von fremdem, jüdischem Geiste beherrscht und verderblich beeinflußt wurde. M'f 8 friedigung könne man feststellen, daß Herr Henrich sich der kulturellen Verantwortung in feinem Unternehmen stets bewußt gewesen sei. Oberbürger- Mister Ritter faßte feine Glückwünsche zusam- jun in der Hoffnung, daß das Unternehmen die bisherige glückhafte Marschrichtung beibehalten virde, — die Bevölkerung möge dankbar anerkennen, was hier in 25 Jahren geleistet worden sei — schloß mit einem Sieg-Heil für die Zukunft. «2-bhafter Beifall.) Hierauf sprach als Vertreter der Filmverleiher Herr Edgar Schick, Frankfurt a. M., der in launigen Worten die Bedeutung des Jubiläums und Herrn Henrichs persönliche Leistung und vielfältige Verdienste um das Filmtheatergewerbe gebührend feierte. Er würdigte, indem er die Besucher in das Jahr 1911 zurückversetzte, die Initiative und den frischen Unternehmungsgeist des Herrn Henrich, der damals in Frankfurt mit der Gründung von „Phantasietheatern" begonnen habe, die freilich 1914 mit Kriegsausbruch für französisch gehalten und demoliert worden seien. Der Redner gedachte auch der verständnisvollen Mitarbeit von Frau Henrich an dem noch jungen Unternehmen, erinnerte an die Entstehung der ersten Gießener Filmstätte, die vom Architekten Burg und der Firma Abermann erbaut und 1927 umgebaut wurde, an die Errichtung des Filmtheaters in Bad Homburg unter der gleichen Direktion (1918) und des Gießener Gloria-Palastes 1935. Während feiner Tätigkeit als Vorsitzender des damaligem Berufsverbandes habe man Herrn Henrichs Organisationstalent und Tatkraft schätzen gelernt. Alle seine Theater seien Stätten der heutigen Kultur. Im Namen der Reichsfilmkammer beglückwünschte der Redner Herrn und Frau Henrich herzlich zu ihrem Jubiläum und dankte ihnen für die geleistete Arbeit. Der Besitzer, Herr Adam Henrich, richtete darauf bewegte Worte des Dankes an feine Stammgäste, an den Herrn Oberbürgermeister, die Stadtverwaltung, die Polizei und die Presse, mit denen er während der 25 Jahre im besten Einvernehmen zusammengearbeitet habe, ebenso auch an seine treue Gefolgschaft, die z. T. schon lange Jahre in seinen Diensten stehe. Er hoffe auf ein frohes Wiedersehen beim 30jährigen Jubiläum. Nach einem Festprolog, verfaßt von Robert Matter, Frankfurt a. M., gesprochen von G. Hammer, und einem weiteren Musikvortrage begann das eigentliche Programm mit einer Bühnenschau: Lyon und Linday zeigten sich als Meister des akrobatischen Tanzes und ernteten für ihre z T. verblüffenden Leistungen lebhaften Beifall. Anschließend sah man die neue Ufa-Wochenschau: dann folgte der Hauptfilm des Abends und der Jubiläumsfestwoche. — * Nach einem Roman von Fred Andreas schrieben Helmuth B r a n d i s und Otto Linnekogel das Drehbuch für „D i e gelbe Flagge". Das Buch hält sich in allen wesentlichen Zügen eng an die literarische Vorlage: so kam ein Film zustande, der uns in einem besondern Sinne für festliche Gelegenheiten geeignet scheint, weil er seiner Wirkung beim Publikum von der ersten Szene an bis zuletzt gewiß sein kann: hier ersteht vor unfern Augen eine bunte, ferne, fremdländische Welt, hier handelt es sich um große Liebe und handfestes, männliches Abenteuer, hier ist Handlung und Spannung und auch ein gesunder Humor. Die gelbe Flagge, die schon dem Roman den Namen gab, weht über einem Passagierdampfer, der wegen Seuchenoerdachtes die gottverlassene Quarantäneftation auf einer kleinen südamerikanischen Insel San Luis Rey anlaufen muß. Dieses weltverlorene Kastell, wo die entrüsteten Passagiere zu einem unfreiwilligen und peinlich in die Länge gezogenen Aufenthalt gezwungen werden, ist der Ort, wo sich das Schicksal des ehemaligen deutschen Fliegers Peter Diercksen auf eine überraschende, erst niederschmetternde, zuletzt beglückende Weise entscheiden soll: hier lernt er zwei Frauen kennen, die sein ferneres Leben bestimmen, hier | erhält er durch einen unseligen Zufall bei der ärztlichen Untersuchung so etwas wie ein Todesurteil mit kurzer Bewährungsfrist, von hier bricht er zur Expedition in den Urwald auf, die nach einem Kampf mit Eingeborenen auf Tod und Leben irrr letzten Augenblick gerettet wird... Der Spielleiter Gerhard Lamprecht, ein alter, erprobter und erfahrener Filmregisseur, hat die verschiedenartigen Elemente des Drehbuchs in einer flüssig und federnd ablaufenden Handlung zusammengefaßt und einen Bildstreifen herausgebracht, der so unterhaltend, beschwingt und spannend am Beschauer vorüberzieht, wie am Leser die bunt- bewegten Geschehnisse des Romans. Vom großen Regiestab seien noch Dr. Giuseppe B e c c e, der die Musik schrieb, und die Kameraleute Franz Koch und Eugen Klagemann genannt. Darstellerisch wird der Film in den wesentlichen Szenen von Hans Albers beherrscht, dessen Spieltemperament der Handlung allenthalben sehr persönliche Akzente gibt: er ist ein Mann mit Muskeln und Gemüt, ein Mann mit trockenem Humor und sogar mit Herz. Er rennt eine verrammelte Tür ein und boxt ein paar dunkelhäutige Kavaliere in die Ecken, daß das Publikum in Entzücken gerät; aber er kann auch eine Männliche Liebeserklärung machen, ganz treuherzig, und selbst mit den gefährlichen Szenen des vermeintlichen Todeskandidaten wird er auf anständige Weife fertig. Neben ihm zwei Frauengestalten, die in äußerer Erscheinung und Gefühlslage wirksam und reizvoll miteinander kontrastieren: Dorothea Wieck, die Krankenschwester Dolores, sanft und still in ihrer großen, hingebenden und zu edelmütigem Verzicht bereiten Liebe; die Tschechowa, jugendlich, frisch, E-Dur von G. F. Händel zum Vortrag. Kursteilnehmer Hinkel (Lich) spielte den Violinsolo der Sonate in E=Dur von G. F. Händel und wurde auf öer Orgel von Kursteilnehmer Krämer (Muschen- heim) begleitet. Pfarrer Bechtolsheim er schloß mit Gebet und Segen die stille Feierstunde. Die Mitwirkenden bei der musikalischen Abendfeier waren: Fräulein Koch (Gießen), Frl. Endres (Beikstein) und die Herren GÖrlach (Eberstadt). Lenz (Klein-Linden), Harrafsowitz (Gießen), Krämer (Muschenheim), Bender (Grüningen), Hinkel (Lich), Weigel (Klein-Linden) und Kopp (Herborn). Einige Teilnehmer sind bereits als Organisten in ihren Heimatgemeinden tätig. Gießener Wochen Marktpreise * Gießen, 19. Oft. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, XA kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 11%, Klasse B 11, Wirsing, % kg 9 bis 12, 50 kg 7 bis 8 Mark, Weißkraut, % kg 6 Pf., 50 kg 4 bis 5 Mark, Rotkraut, % kg 9 bis 12 Pf., 50 kg 7 bis 9 Mark, gelbe Rüben, % kg 8 bis 9 Pf., Karotten 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 12, Unterkohlrabi 6 bis 8, j|lJr nan 3ahnMn ■ Erbsen 25 bis 35, Grünkohl 15, Rosenkohl 15 bis 25, Feldsalat, Vio 10, Tomaten, % kg 12 bis 17, Meerrettich 30 bis 70, Zwiebeln 6 bis 7, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kürbis 5 bis 6, Pilze 40 dis 45, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 1. Sorte 3,45 Mark, 2. Sorte 3,25, 3. Sorte 3 Mark, Aepfel, % kg 10 bis 18 Pf., Ausleseobst 18 bis 25 Pf., 50 kg 10 bis 25 Mark, Birnen, % kg 10 bis 20 Pf., Nüffe 30 bis 40, Zwetfchen 16 bis 17 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Blumenkohl 10 bis 40, Salat 9 bis 12, Endivien 9 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bund 8 bis 10 Pf. ♦ * * Silberhochzeit. Am morgigen Mittwoch, 20. Oktober, können Heinrich Schmidt und Frau Emma, geb. Hammel, Steinstraße 48, das Fest der silbernen Hochzeit feiern. * * Vom V. H. C. Gießen wird uns berief) tet: Unsere Oktober-Wanderung begann in Sinn. Der Weg nach Ballersbach steigt steil an. Oesters hielten wir daher Rückschau in das Dill- tal mit Sinn, Edingen und Fleisbach, auf die Ruine Greifenstein, den Hinstein und Hirschbergkopf. Bald erreichten wir den Wald. Alte Straßen ziehen hier durch den Herborner Forst. Wir folgten dem breiten Rennweg durch die Hörre, einem Staatswald zwischen Herborn und Bellersdorf. Wiederholt bot der Weg gute Aussicht ins Aar- und Lemptal und auf die umgebenden Höhen. Eine erhabene Ruhe herrschte in dem schönen Wald. Endlich brach auch die Sonne durch, die grauen Wolken und überstrahlte mit ihrem warmen Schein den bunten Herbstwald. Nach Einkehr in Bellersdorf wanderten wir über Groß-Alten- städten nach Hohensolms, dessen hochgelegenes Schloß schon von ferne grüßte. Schöffengericht Gießen. Wegen Steuerhinterziehung hatte sich der F. K. St. aus Burg-Gemünden vor dem Schöffengericht zu verantworten. Der Angeklagte hatte vom Finanzamt einen Steuer st rafbescheid über 33 0 0 Mark erhalten, gegen den er Einspruch einlegte. Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, bei der Erklärung seiner Umsatz-, Gewerbe- und zärtlich als die Journalistin Helen Roeder aus USA. — Im Ensemble heben sich eine Reihe knapp untreffend charakterisierter Figuren heraus: Gothart Portloff (Gesekius), Aribert Wäscher (Kommandant Orveda), Erwin Klietsch (Professor Cameron), Hugo Werner-Kahle (Vertrauensarzt) und Adalbert S ch l e 11 o w (Major Bach- mair). — (Märkische-Panorama-Schneider.) Was es alles gibt. Im Gefängnis der jugoslawischen Stadt Mitro- vica, so meldete ein Zeitungsbericht, wurde jüngst eine halbe Million Dinar an einen Sträfling ausgezahlt, der den Hauptgewinn der jugoslawischen Staatslotterie gewonnen hatte. Das ist ganz sicher das erstemal, daß ein (Strafgefangener mit seinem Los zufrieden ist. ♦ In Budapest wurde eine buntgekachelte Bar eröffnet, in der es den Gästen ausdrücklich erlaubt ist, gefüllte und auch leere Cocktailgläser an die Wand zu werfen. Selbstverständlich müssen die an die Wand geworfenen Gläser — bar bezahlt werden. * In Willaston in England heirateten ein 78jähri- ger und eine 75jährige, die in derselben Straße aufwuchsen und sich als Kinder das Versprechen gegeben hatten, zu heiraten. Zwar sagt das Sprichwort: „Versprechen und Halten ziemt Jungen und Alten!" — es ist aber nicht nötig, daß die Jungen erst s o alt werden, um ihr Versprechen einzu- losen. ♦ In den kalifornischen Modebädern wurden eigenartige Maschinen aufgestellt, mit deren Hilfe eine Frau den Prozentsatz feststellen kann, mit dem sie sich der Idealfigur nähert. Auch in den deutschen Modebädern gibt es Wiege-Automaten. ♦ Ein englischer Soldat fiel bei Truppenübungen in der Nähe von London vom Pferd und zog sich eine Schädelverletzung zu. Nach seiner Heilung ist er im Gegensatz zu seiner bisherigen mittelmäßigen Begabung plötzlich imstande, Artikel und Erzählungen zu schreiben, deren Abdruck ihm erhebliche Geldmittel einbringt. Unsereiner müht sich sein Leben lang, Artikel und Erzählungen zu schreiben, deren Abdruck erhebliche Geldmittel einbringen, unsereiner zerbricht sich darüber den Kopf, Tommy verletzte sich ihn bloß — und kann es. —eyb— Einkommensteuer zu niedrige steuerpflichtige Werte angegeben und auf diese Weise 2300 Murk hinter- zogen zu haben In der Hauptoerhandlung mußte er, der bis zum Jahre 1934 mit seinem Vater gemeinschaftlich ein Geschäft betrieben, sich dann aber selbständig gemacht hatte, zugeben, wenige oder gar keine Bücher und sonstige Aufnahmen geführt zu haben. Er gab an sich zu, leinen Umsatz im Bausch und Bogen geschätzt und diesen Betrag dem Finanzamt angegeben zu haben. Im übrigen behauptete er, daß ein großer Teil der in Frage stehenden Summe nicht in seinem, sondern in dem Geschäft seines inzwischen verstorbenen Vaters entstanden sei, da dieser den weitaus größeren Umsatz gehabt habe. Er habe sich von dem Gedanken leiten lassen, daß das Finanzamt ihn schon in der seinem Umsatz entsprechenden Höhe nachveranlagen werde. Da jegliche Unterlagen fehlten, mußte das Gericht bei der Berechnung der hinterzogenen Summe tue eigenen Angaben des Angeklagten zugrunde legen und kam dabei — entgegen der Auffassung der Steuerbehörde — nur zu einem Betrag von rund 1500 Mark. Diese Summe bildete daher die alleinige Grundlage des Verfahrens. Das Gericht trug keine Bedenken, die Schuldfrage zu bejahen, und zwar auch für den Fall, daß der weitaus größere Teil der hinterzogenen Summe aus dem Geschäft des Vaters herrühre, da der Angeklagte als dessen Geschäftsführer sich dann der Mittäterschaft schuldig gemacht hätte. Bezüglich der Strafhöhe hielt das Gericht die anderthalbfache Summe des hinter- zogenen Betrages für angemessen und erkannte somit auf eine Geldstrafe von 2300 Mark. Asien-Amerika—Europa Weltpolttische Hintergründe und Ausblicke. Der Goethe-Bund und Kaufmännische Verein in Gießen hat am gestrigen Montag mit einem stark besuchten Vortragsabend in der Neuen Aula seine Tätigkeit des Winters 1937/38 eröffnet. Als Vortragenden hatte er in dem bekannten deutschen Forschungsreisenden und Schriftsteller Dr. Colin Roß einen Mann gewonnen, der sich auf seinen Reisen während dreier Jahrzehnte in allen Teilen der Welt gründlich umgeschaut hat und dadurch in der Lage ist, manches Neue und Beachtenswerte über weltpolitische Entwicklungen und Perspektiven zu sagen. In seinem gestrigen, etwa zweistündigen Vortrag behandelte Colin Roß ein Thema, das in unserer Zeit besonders aktuell ist: die Entwicklungen im Fernen Osten, deren Rückwirkungen auf andere Erdteile, einschließlich Europa, und die gewaltige Verlagerung in den Beziehungen des weißen Mannes zu den farbiaen Völkern. Um bei dem Letzteren zu beginnen, stellte Colin R o ß an die Spitze seiner aufschlußreichen Darlegungen die Tatsache, daß gegenüber der Zeit vor dem Weltkriege, in welcher der weiße Mann bei allen farbigen Völkern gewissermaßen als Halbgott galt und in keiner Weise den Gesetzen oder der Gerichtsbarkeit seines Aufenthaltslandes unterstand, heute das Ansehen und die Geltung der Weißen bei allen farbigen Völkern geschwunden sind, die farbige Welt immer mehr erwacht ist und sich immer stärker freimacht von der weißen Herrschaft. Deutlich machte der Vortragende diese Entwicklung sichtbar bei der eingehenden Schilderung der tiefgreifenden Verlagerungen in Asien und auf dem amerikanischen Kontinent. Die Hörer bekamen bei dieser Schilderung einen starken Begriff von der Bedeutung dessen, was in Europa als „dos erwachende Asien" bezeichnet wird. Man wurde mit den Hintergründen der gegenwärtigen Auseinandersetzung zwischen Japan und China bekanntgemacht, lernte auf der einen Seite die große Raumnot des aufstrebenden japanischen Volkes kennen, konnte an Hand des anschaulichen Berichts des Vortragenden im Geiste die großen leeren Räume der Inseln zwischen Japan und Australien schauen, von denen aber die imperialistische Politik der Engländer und Amerikaner das japanische Volk abdrängte, das mmmehr die Brücke nach Westen, nämlich nach den weiten und leeren Räumen des asiatischen Festlandes, beschreiten mußte, hier jedoch mit China in Gegensatz geriet, der von den Sowjetrussen sofort für ihre Zwecke und Ziele ausgenutzt wurde. In einem großen Ueberblick, der die Entwicklung in den verschiedenen Räumen und Staatsgebieten Asiens umfaßte, gab der Vortragende dann interessante Aufschlüsse über die Ursachen und Entwicklungsgänge des Wiedereintritts Asiens als entscheidender Faktor in der Weltpolitik. Im zweiten Teil lenkte der Redner die Aufmerksamkeit seiner Hörer auf die in mancherlei Grund- zügen gleichgerichteten Entwicklungen und rasse- mäßigen Verlagerungen auf dem amerikanischen Kontinent, insbesondere in den weiten Räumen in Südamerika und auf den Inseln jener Zonen. Auch hierbei erfuhren die Hörer von einem gewaltigen Rückgang der weißen Bevölkerung gegenüber Der roten, insbesondere der schwarzen Rasse, und von einer entsprechenden Minderung der Geltung und des Einflusses des weißen Mannes, nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch unter dem Gesichtswinkel der weltpolitischen Gestaltung und aller daraus sich ergebenden Folgen. Besonders fesselnd war in diesem Zusammenhänge die Schilderung des Redners über den „Balkan" Amerikas und über die weitreichenden Auswirkungen der Umwälzungen auf dem Gebiete der Raffen, die in vielerlei Fäden auch die pazifische und die fernöstliche Politik Amerikas berühren. Der Schlußteil des Abends war einer umfassenden Betrachtung der Rückwirkungen dieses neuen Werdens in der Welt auf Europa gewidmet. Dabei beleuchtete der Redner die großen Linien der Politik der europäischen Mächte, insbesondere die Rollen, die England und Sowjetrußland bei der Umschichtung in Asien spielen, ferner die Erkenntnisse, die sich unter dem höheren Gesicht^iunkt des europäischen Gesamtinteresses an der Verlagerung der politisch-wirtschafllichen Kraftlinien und bei der Jhttn ftieraben# opfern hunbecttaufenbe MW.-Walter und -Reifer dem Dienfl fürs Volk. Und was tust Du! Gestaltung des Weltbildes des 20. Jahrhunderts ergeben. Der Vortragende kam bei feinen weit ausgreifenden, auf vieljährige Beobachtungen und Eindrücke in aller Welt gestützten Schlußfolgerungen zu dem Ergebnis, daß der Gedanke, der im vorigen Jahrhundert herrschenden Demokratie und Welthumanität heute vollständig überlebt und für die Lösung der großen Aufgaben des neuen Werdens in der Weltpolitik unbrauchbar ist. Er betonte, daß das Geistesgut und die Grundsätze einer Staatsführung, die in den Begriffen des Faschismus und des Nationalsozialismus enthalten sind, bei der Neuordnung des Weltbildes und der weltpolitischen Entwicklungen führend und richtungebend sein werden. Er unterstrich dabei die Richtigkeit des Ausspruchs Mussolinis, daß Europa faschistisch werde, was gleichzeitig die Durchsetzung des Nationalsozialismus in den Beziehungen des Dölkerlebens in sich schließe. Dazu seien keinerlei Agenten oder Propagandisten des Faschismus oder des Nationalsozialismus in anderen Ländern nötig. Die natürliche Entwicklung im Leben der Völker und in dem neuen weltpolitischen Werden führe von selbst dahin, daß dem Neuen, wie wir es im Faschismus und im Nationalsozialismus ausgeprägt sehen, die entscheidende Rolle bei der weltpolitischen Neugestaltung der Zukunft gehört. Die aufmerksam lauschende Zuhörerschaft dankte dem Vortragenden für feinen durch viels Lichtbilder bestens bereicherten Bericht mit herzlichem Beifall. Rundfunkprogramm Mittwoch, 20. Oktober. 6 Uhr: Morgenfpruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Morgenstund. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Gaunachrichten. 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Länder und Lieder. 15: Volk und Wirtschaft. 16: Kavalleriemusik im Wandel der Zeit. 17: Kammermusik. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 21.15: Der Hahn im Korb.. Heitere Szene. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.20: Kamerad, wo bist du? 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 1: Nachtkonzert. Ausklang im Lager der Reichsstudenlenführung auf Vurg Gleiberg. Am Freitagabend nahm das Reichslager Gleiberg der Reichsstudentenführung geschlossen an der Kundgebung der NSDAP, in der Volkshalle zu Gießen teil und erlebte die feierliche Einführung des neuen Kreisleiters. Den letzten Vortrag am Samstagvormittag hielt der Amtsleiter für politische Erziehung in der Reichsstudentenführung, Haupt- stellenleiter Pg. G. M ä h n e r. Seine Ausführungen standen unter dem Thema: „Angst und Ehre", und die gründliche Erläuterung dieser beiden Begriffe fanden das stärkste Interesse der Studenten- und Kameradschaftsführer. Richtlinien für die künftige Arbeit beschlossen seinen Vortrag. Zum Samstagabend hatte nun die Lagerleitung Vertreter der Partei, Universität und Behörden zu einem gemeinsamen Kameradschaftsabend auf Burg Gleiberg eingeladen. Der Leiter des Schulungslagers Gleiberg, B a l o n, begrüßte die Gäste. Nach gemeinsam gesungenem Liede sprach der Gießener Etudentenführer Frank. Die Gießener Studentenführung habe sich gefreut, daß nach längerer Pause die Reichsstudentenführung wieder ein Reichslager nach dem alten Gleiberg gelegt hätte. Aus fünf verschiedenen Gauen hätten sich die Kameraden hier oben eingefunden, um sich für die kommende Semesterarbeit vorzubereiten. Es fei schön, daß sie auch die Gelegenheit wahrgenommen hätten, sich die studentische Arbeit an einer kleinen Universität mit all den Vorteilen anzusehen. Auch die Einstellung der Reichsstudentenführung gehe dahin, die unteren Semester an kleinere Universitäten zu bekommen, denn hier sei es am ehesten möglich, die Arbeit hineinzustellen mitten in das Leben des Volkes und in den Kampf des Alltags. Rektor der Universität Pros. Or. Baader dankte für die Einladung zur Abschlußfeier. In einem Blick in die deutsche Studentengeschichte hob der Rektor hervor, daß der Student immer das Abbild seiner Zeit und feiner Umwelt gewesen sei. Die künftigen Kameradschaftsführer hätten die große Aufgabe, neue Wege und Lebensformen zu finden. Vor allem käme es darauf an, das Herz der jungen und alten Studenten und des ganzen Volkes zu gewinnen. Die kleine Universität habe an der richtigen Entwicklung der Kameradschaften das größte Interesse. Die Kameradschaften müßten zu Orden werden, die in engster Verbindung zum ganzen Volke ftänben. Zum Segen des deutschen« Volkes müßten sie ihre großen Aufgaben erfüllen! lieber die Entwicklung einer Einzelstudentenschaft und über die Verbindung des Gleibergs mit der Gießener Studentenschaft sprach dann anschließend JlGOStB.-Kamerad Schuster Ausgehend von der allgemeinen hochschulpolitischen Lage an den deutschen Hoch- und Fachschulen vor der Machtübernahme schilderte der Redner an dem Beispiel Gießen die letzte Entwicklung einer Einzel- studentenschaft. In Gießen habe der RSDStB. im Sommer-Semester 1929 offiziell mit seiner Arbeit begonnen. Im Jahre 1930 habe sich der Gießener NSDStB. zum ersten Male an der Asta-Wahl beteiligt und über ein Drittel aller abgegebenen Stimmen bekommen. Bei der Astawahl im Februar 1931 sei dann die Mehrheit nationalsozialistisch gewesen. Der innere Ausbau der Studentenschaft sei bei der Machtübernahme schon fast vollendet gewesen. Viele Höhepunkte in der Zeit nach der Machtergreifung seien gefolgt; die Verkündung des Studentenrechts, die Einweihung des Kameradschaftshauses und die Eröffnung des Lehramtes für politische Erziehung durch Gauleiter Sprenger, die gemeinsame Kundgebung der NSBO. mit der Studentenschaft und schließlich noch die Einweihung des Schulungslaqers auf Burg Gleiberg. Diele Lager seien seit 1934 in Gleibergs Mauern ab geh alten worden. Ernste und heitere Stunden habe schon immer der Gleiberg seinen Besuchern vermittelt. So bilde auch der Abschluß dieses Schulungslagers ein fröhlicher Kameradschaftsabend. Im Laufe des Kameradschaftsabends richtete auch der neue Kreisleiter Backbaus einige Worte an die Studenten. Ein Schulungskurs bedeute immer für die Teilnehmer ein eigenes Er- lebnis. Losgelöst von der Alltagsarbeit freue man sich schon an dem kameradschaftlichen Gemein- schaftsleben eines Lagers. Man lerne in einem La- ger den einzelnen Menschen viel besser kennen und deshalb lege die Partei großen Wert auf diese Schulungen. In einem solchen Kursus müsse man sich auch den Blick an der herrlichen deutschen Landschaft weiten und in Lagern an der Grenze bje Grenzlandsragen seines Volkes studieren. Wie früher marschiere die studierende Jugend wieder mit an der Spitze und helfe mit die großen Aufgaben des Führers zu lösen. Die Grüße des Gleibergvereins überbrachte Direktor Menten. Er sprach von dem Ziel, das sich diese Heimatvereinigung gesetzt habe und bat, daß auch in Zukunft weitere Lager auf Gleiberg abge« VIM bringt den Beweis: denn gerade bei der vielen Arbeit, die der Herbstpvtz mit sieb bringt, erkennt man, eine wie große Putzkroft schon in einer einzigen Dose Vim steckt. halten würden und eine tatkräftige Unterstützung auch fernerhin dem Gleiberg - Verein gewährt würde. Lagerleiter Pg. Salon dankte den Rednern herzlich. Bei frohen Liedern, guter Unterhaltung und mancherlei luftigen Darbietungen blieben die Gäste mit den Studenten noch manche Stunde auf Burg Gleiberg zusammen. Selbstmord durch Sturz vom Friedberger Adolfsturm. LPD. Friedberg, 18. Okt. Am Samstag kurz nach 15 Uhr, stürzte ein aus Riga gebürtige, junger Mann von der Westseite des Adolf- t ur m 5 herab und blieb mit zerschmetterten Gliedern t o t auf der Straße liegen. Nach den bisherigen Feststellungen dürfte der junge Mann mit größter Wahrscheinlichkeit freiwillig aus dem Leben geschieden fein. Scheunenbrand in Alsfeld. 3) Alsfeld, 19. Okt. Gestern kurz vor 20Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr durch die Feuer- firene alarmiert. Als der Feueralarm gegeben wurde, stand bereits die Scheune des landwirt- schafllichen Anwesens des Karl Arnold, das am äußeren Rande des Stadtteils in der Rambach liegt, i n h e l l en Flammen. Das Feuer fand in Den Heu- und Strohvorräten reiche Nahrung. Die mit den beiden städtischen Motorspritzen alsbald an dem Brandherd eintreffende Freiwillige Feuerwehr mußte sich darauf bechränken, das angrenzende Wohnhaus zu schützen, was auch nach angestrengter Tätigkeit gelang. Das Vieh, welches sich in den in der Scheune befindlichen Ställen befand, konnte noch rechtzeitig gerettet werden. Die Scheune brannte vollständig ab. Heber die Entstehungsursache fehlen zur Zeit noch jegliche Anhaltspunkte. Bürgermeister Dr. Neumann zumBürgermeister von Meisenheim berufen 0 Groß-Rechtenbach, 18. Okt. Der frühere Leiter des aufgelösten Amtes Rechtenbach, Amtsbürgermeister Dr. N e u m a n n , ist zum Bürgermeister Der Stadt und desAmtesMeifenheim am Glan (Kreis Kreuznach) berufen worden; er wird fein neues Amt am 1. November antreten. Vlandme seßl sich durch Roman von Hans-Joachim Zreihernr von Reihensteln Copyright by Carl Ouncker 2 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Als sie wieder zu sich kam, zog sie verlegen ihr billiges Prüfungskleid zurecht. Es war ihr offenbar sehr unangenehm, daß man ihre ärmlichen Kleidungsstücke geöffnet hatte, um ihr Luft zu geben. Hedwig Georgi war, obwohl aus gutem Hause, die einzige der Mädchen, die nichts auf ihren Anzug gab. Es lohnte auch nicht, Denn sie war unscheinbar in Figur und Haltung. Ihr Gesicht war nicht nur häßlich, sondern auch picklig, ihre Haut fahl und grau. Sie redete krampfhaft auf die hübsche, saubere Blondine ein. „Was sind das für blöde Fragen: Wie berechnen Sie den Ditamingehalt der Mahlzeiten einer Woche? Eine Familienpension will ich aufmachen. Da muß ich die Mahlzeiten nach Schmackhaftigkeit berechnen. Sonst brauchen die Leute mich nicht. Und nach den Kosten muß ich vor allen Dingen berechnen!" „Aber beruhige dich doch. Andere müssen eben nach Vitaminen rechnen. Wenn man zum Beispiel eine Klinik leitet —" „Fräulein Hertel — wir bitten." Blondine zitterte. Sie trat ein. Undeutlich sah sie einen grünen Tisch. So sah wohl ein Richtertisch aus. Und dahinter offizielle Gesichter. Neben ihr waren Fräulein Naumann, die viel konnte, und Greta Schade. Man ließ sie Lose ziehen. Wenn man sie öffnete, hatte jede das Thema vor sich, das über ihren nächsten Lebensweg entscheiden sollte. Blondine las: „Wie verhalten Sie sich den unter Ihrer Leitung arbeitenden Angestellten eines Großbetriebes gegenüber: m Krankheits- und Kündi- gungsföllen? Urlaubs- und Rechtsfragen ufro.?" Fräulein Naumann hatte ein leichteres Thema gezogen. Sie meldete sich zuerst zum Wort. Die hübsche Blandine beneidete sie um ihre Gelassenheit. Sie verstand kaum ein Wort von Dem, was die andere sprach. Aber das Sachliche in ihrer Art gefiel ihr. Auf irgendeine Weise mußte Eva Naumann sich das zurechtgelegt haben. Es schien so geordnet, so gegliedert. Geordnet — woraus? dachte sie. Natürlich aus dem, was sie gelernt hatte. Ja, sie, Blandine, hatte das ja auch gelernt. Und man wurde doch nur nach dem gefragt, was man können konnte. Selbst dieser vertrackte Zettel mit Den Rechtsfragen — man hatte Das doch irgendwann einmal gelernt. Man mußte das doch wissen. Ruhe — ja, wenn man Die Ruhe hätte —. Für Momente schloß sie Die Augen und ließ Eva Naumanns Sttmme an ihren Ohren vorbeigehen. Ihre Nerven hatte sie wieder in Der Gewalt. Hier ist ja doch kein Assessorexamen, dachte sie. Ich brauche ja nicht Das ganze Bürgerliche Gesetzbuch auswendig zu wißen. Blandine brauchte überhaupt nicht mehr zu wissen, als sie wußte. Sie merkte das bald, als sie angefangen hatte zu reden. Die wenigen Notizen, die sie in der Konzentration Der höchsten Angst auf Den vor ihr liegenden Block geschrieben hatte, gaben ein Gerüst, an Dem sie immer mutiger emporkletterte. Oede Rechtskenntnisse, Die sie in einsamen Abendstunden erarbeitet hatte, Kenntnis von Menschen und Dingen, die die Mutter ihr mit gesundem Menschenverstand vermittelte, ein bißchen Phantasie und Liebe zum Beruf und Freude auf die Arbeit für und mit Den Menschen. Das alles ließ die strenge Prüfungskommission nicht unbeeindruckt. Greta Schade wand sich mit geschickt aufgemachtem Können leidlich durch ihre Aufgabe durch. Und alle drei Durften Das Zimmer mit Dem Richtertisch verlassen. Draußen sprachen sie ihre Chancen Durch. „Dir können sie nichts mehr anhaben, Blandine", sagte Die elegante Greta. „Wo Du äußerem solch gutes Betriebsamt hattest!" „Hatte ich Das Denn?" zweifelte sie Ihr hübsches Gesicht war ganz verkrampft vor Aufregung. „Doch. Die Essenvorbereitung für die hundert Menschen hätte ich nicht so gut gekonnt. Auf eine Werkkantine wäre ich auch gar nicht gefaßt gewesen." „Du hast es aber mit viel mehr Glück als ich gemacht. Deine Tische waren viel hübscher." „Man kann doch nicht bei einem Werkkantinen- esftn für fünfundzwanzig Pfennig pro Nase auch noch Schick entwickeln", sagte Greta. „Das hat auch keiner von Dir verlangt. Bei meinem Hochzeitsessen mit gutem Etat lag das schon in Der Natur Der Sache." Sie wurden noch einmal hineingebeten. Diesmal prüfte man Blandine in Der Nahrungsmittellehre. StrahlenD kam sie zu ihren Freundinnen zurück. „Das ist reine Glückssache, daß ich mit Dem Lieb- lingstbema meiner Mutter Drangefommen bin. Der Einfluß naturgemäßer Ernährung auf Körper und Geist Des Menschen." „Das hast Du glanzvoll erledigt", sagte Greta Schade, Die mit ihr herauskam. ^Da wird sich deine Mutter freuen, daß Du gerade auf ihrem Steckenpferd durchs Examen geritten bist", lachte Ilse Gehrke gutmütig. „Und verdient hat sie's!" rief Blondine Hertel. „Kinöer, ob wir bald nach Hause dürfen?" „Also Kind, ich bin gar nicht für diese Stellung", sagte Frau Hertel, nachdem Blondine sich in der Klinik des Professors Lambertz vorgestellt hatte. Blandine war erstaunt. „Du hast doch keine Eile. Ich bin froh, wenn du dich erst ausruhen kannst. Die haben euch in den fünf Jahren ordentlich rangenommen." „Schadet nichts, Mutter, ich brauche mich nicht auszuruhen. Aber arbeiten möcht ich! Und Das kann man Da." Sie reckte die Arme. Es war schon ein Kreuz mit diesen weltfremden jungen Dingern, dachte Frau Hertel. Entweder hatten sie gar keine höheren Ideen. Oder sie hatten zu viel Ideale. Sie verstand schon, was ihre Tochter meinte. Sie gönnte ihr auch das Hochgefühl, das aufopfernde Arbeit gibt. Es ist ja doch Der sicherste seelische Kraftspender. Aber ihre Tochter sollte sich nicht aufopfern. Dazu war sie zu jung. Arbeiten, ja. Etwas leisten und nicht auf dumme Gedanken kommen. Aber ihr frisches, hübsches Mädel in eine Klinik, zwischen lauter Krankheit und Elend? Und noch dazu bei Professor Lambertz? Sie kannte Den Arzt, Denn sie arbeitete seit Jahren mit ihm zusammen. „Laß das! Der hat ein mörderisches Tempo Der schont weder sich noch andere." Mutters" bU mid) doch selbst hingeschickt, „Weil er mich drum gebeten hatte." Frau Hertel war etwas verlegen. „No, nu will ich mal mit Der Sprache raus: Also ich hatte mir gedacht, Die Frau Professern, Das ist sone elegante Dame. Weißte, piek wie auf'm Modebild. Die pflegt sich, unD die kann es auch. Denn Der Mann schafft ja für Dreie. Also, zu Der hab ich dich bringen wollen. In die rote Villa, wo die Marrnorfigur auf’m Rasen steht. Kennst Du? Gleich bei Engemanns nebenan. Ich Dachte mir, Da kann ein junges Mädchen alles lernen, was sie ihr in Die Institute nich beibringen können. Feine Manieren, noble Unterhaltung in bester Gesellschaft. UnD do hob ich Den Herrn Professor gefragt. Aber Das Malor is ja eben, Daß Der Mann nie Zeit hat. Jetzt hat Der Das verwechselt und will dich in seine Klinik sperren." Was Frau Hertel sonst noch dachte, sprach sie nicht aus. Das hatte sie ihrer Tochter gegenüber nie getan, um Der Die Unbefangenheit nicht zu nehmen. Und sie hatte gut daran getan. Durch alle Diese Jahre. Jetzt wurDe BlanDine ein wenig verlegen. „Aber Mutti, Das wußte ich nicht. Ich dachte, du wärest sehr einverstanden damit — daß ich die Stellung in Der Klinik angenommen habe." Frau Hertel blickte erschrocken auf. „Tröste Dich. Ich bin glücklich. Und Du kannst es auch sein. Schließlich, mit einundzwanzig Jahren Wirtschaftsleiterin in einer solchen Klinik — jetzt weißt du doch, wozu Du mich fünf Jahre hast lernen lassen." Sie streichelte ihre Mutter. Aber Die wußte natürlich noch besser, wozu sie sie hatte lernen lasten. In ihren Zukunftsträumen für Blandine war keine Klinik vorgekommen. Aber die großen Grünewald-Villen, in Denen sich Menschen bewegten, die morgens Laoendelbädern entstiegen und abends nur im Frack auftraten, und in die eben auch nur solche Männer eingeladen wurden. Sicher, Frau Hertel kannte das Leben. Sie wußte, daß nicht alles in der Welt so schon ist, wie es von außen aussieht. Aber ein Ehemann ich sicher schöner, wenn er gepflegt ist. Und grobe Worte braucht man sich in einem häuslichen Streit, wie er überall vorkommt, nicht so wehtun zu lassen, wie Schläge. Man muß seidene Strümpfe zweiter Wahl kaufen, wenn es nicht anders geht. Aber warum sollte Blandine sich vom Leben Die zweite Wahl oorlegen lassen, wenn es ihr Die erste zeigen konnte? Fortsetzung folgt M ishirs i5 Er. - man etnein. klnva. :n Und f dieje !f»on «und. lZe tze le A. mit an en des I abge. I i. * rt, ■ 'tühung lewährt n Herz, dman. ste mit 'tz Meili. amstag bärtige, Idols. !N Olie« bisheri- nn mit is dem i. r 20 Uhr e Feuer- gegeben inttoirl bas an. $ Hegt, 'n bett e mit Ib an erwehr mzende ach an- welches illen bewerben, ig ab. Zeit noch irden; er ■eien. berufen r frühere h, Amts' Bürger- die Frau , MW, , und die 'für dreie, n. 3n ti- afeit W enan. 'M chen alles beibringen idltung tn äS sprach enüber m« u nE alle diese 3en.,« tfbu wäre , Stellung kannst es jg 3« hast W* wozu J ■EÄ iitr" einF ”"i» v®»? ■ob« „nt 8t«a’ * Schach-Ecke. Gearbeitet von K. Helling. 8 7 6 6 4 3 2 1 8 7 6 5 4 8 2 1 a b c ö e f g h Eine Zertrümmerung, beb e_ i ■ «M Die abgebildete Stellung entstand in einer Partie Rellstab — Heinrich zu Bad Oeynhausen. Weiß ist am Zuge und kann mit wenigen Kraftzügen den Gegner zerschmettern. Was zieht Weiß am stärksten? Doppeltes Turmopfer. 6 7 1 8 6 2 4 8 b b b 0 h 7 8 6 5 4 3 2 0 h a b LW M t Die vorliegende Stellung entstand in der Partie Zöllner (München) gegen Heinrich (Ludwigshafen) i m Deutschen Meisterschaftsturnier zu Bad Oeynhausen. Wie setzt Weiß am stärksten fort? Lösung der Schachaufgabe „(Ein Gegenschlag". Weih: fiel, DH4, Tdl, Thl, Ld2, Sf3, Ba2, b2, e3, f2, g2, H2 (12). Schwarz: Kg8, Dd3, Ta8, Tf8, 2a6, ßc5, Ba7, b6, e6, f7, f6, H7 (12). 1. Lc5—a3! Jetzt droht vernichtend Tc8+. Der Zug LcZ würde an 2)Xc3+ nebst DXb2 matt icheitern. Weiß zog 1. ... b2Xa3 und gab nach 5. Ta8—c8+ fiel—62. 3. Sb3—c2+ Kb2—al. U. La6—c4 den aussichtslosen Kampf auf. Lösung der Schachaufgabe „Spiel auf Mall". Weiß: Kel, Df5, Tal, Thl, Lb5, Lei, Se3, Se5, Sa4, b2, f2, g2, H2 (13). Schwarz: Ke7, Dd8, Ta8, TH8, ßf8, Sb8, Sb6, Ba7, 67, b4, e6, f7, g7, H7 (14). 1. ©c3—654- e6Xd5. 2. Se5—a64- h7Xg6. L Df5—e5 matt oder 2. ... f7Xg6. 3. Lei—g5 matt. Oie Narrenkappe. Der Kampf mit den Nassauern. Der berühmte Physiker H. W. Dove erklärte mnmal in einer Vorlesung eine kleine Spritze. Mit mnem schalkhaften Lächeln sagte er dabei: „Ja, meine Herren, trotz ihrer Kleinheit ist diese Spritze ungemein leistungsfähig. Ueberzeugen Sie sich selbst: ihr Strahl reicht von hier bis nach Nassau". Mit diesen Worten setzte er die Spritze in Tätigkeit, so daß ihr Strahl die Zuhörer auf den letzten Reihen traf — dort saßen nämlich die Hörer, die die Vorlesung nicht belegt hatten . . Die „Nassauer" aber kamen oft in Doves Vorlesungen, weil seine ordentlichen Hörer sie dadurch angereizt hatten, daß sie ihnen von den vielen, meist guten Witzen des Professors vorerzählten. Als Dove nun einmal gerade ansetzte, um wieder einen Witz zu erzählen, bemerkte er, wie ein Hörer seinen NachbarnHden er eingeschleppt hatte, durch einen Rippenstoß aufmerksam machte. ,Nu grade mich!" sagte Dove und behielt den Witz für sich. f. INediziner-Scherze. Der bekannte Gynäkologe Professor Sch. brüllte einmal in der Klinik seinen Assistenten an: „Enr- weder sind Sie verrückt oder ich!" Der Assistent, schwer beleidiat, ging sofort zu einem Psychiater, ließ sich gründlich untersuchen und auch von ihm ein Attest ausstellen. Am selben Nachmittag eilte er zu Professor Sch., hielt ihm das Attest unter die Nase und sagte: „Ich bin nicht verrückt, Herr Professor!" Der Wiener Medizinalrat Dr. O. hatte einen schwerkranken Patienten geheilt. Nach einigen Monaten traf er ihn zufällig auf der Straße. Der ehemalige Patient war ganz begeistert und sagte immer wieder: „Ich schulde Ihnen mein Leben, Herr Medizinalrat!" — „Ja, und d i e Rechnung au ch", gab dieser trocken zurück. (Ein Pakei mit Nägeln. Das war so um die Jahre 1904 bis 1907 herum, da war in Afrika ein großer Krieg, den Deutschland gegen die Hereros führte, jene 20 000 Mann starke Gruppe der Bantuneger in Südwestafrika. Es ging, wie man weiß, heiß her. Mit Kriegsmaterial wurde nicht gespart, und so wurde der Aufstand eines Tages zugunsten Deutschlands beigelegt. Zwei Jahre später, so Mitte 1909, erhielt auf einmal mitten aus heiterem Himmel der Oberstleutnant von Goldammer in einer kleinen Stadt in Südwest ein Schreiben seiner vorgesetzten Behörde aus Potsdam, in dem er um sofortigen Nachweis gebeten wurde, wo das Paket Nägel geblieben sei, das 1906 während des Aufstandes der Unteroffizier I beim Depot P abgeholt habe. Herr von Goldammer las das Schreiben dreimal durch, bis er begriff, daß man weder Fastnacht noch den ersten April habe, und daß man sich tatsächlich für ein paar Dutzend Nägel interessiere, die vor mehr als zwei Jahren irgendein Unteroffizier irgendwo entnommen habe, wahrscheinlich, weil er die Dinger zu irgendwas brauchte. Und so setzte er sich hin, nahm einen großen Bogen Papier und schrieb darauf: „Sie sind vernagelt!" von Goldammer. Er hat nie eine Antwort erhalten. Wirtschaft. Rhein-Matnische Börse. Millagsbörse ruhig und behauptet Frankfurt a. M., 18. Oft. Das Börsengeschäft war auch zu Beginn der neuen Woche nicht lebhafter geworden. Die Kundschaft bleibt in der Auftragserteilung sehr zurückhaltend, während die Kulisse mangels Anregungen keine Unternehmungslust bekundete. Anderseits hat das in letzter Zeit auf die Märkte drückende Angebot fast ganz aufgehört, zumal einige Tauschoperationen beendet zu sein Reiche Auswahl in allen Gröben! <5/ESSEA/*M^U58UR GIG 6841 A Auf diesem Gebiet leisten wir allerhand! Unsere Kinderstrümpfe aus Wolle sind dauerhaft und sehr preiswert 14-1 * Strümpfe besonders strapazierfähig Größe 1 1.35 4-0.20 14-1- Strümpfe extra lang, 3fach verstärkt Größe 1 1.50 4-0.25 14-1- Strümpfe in weicher Wollqualität Größe 1 1.15 4- 0.20 Strumpfe für die Jugend! 14-1 - Strümpfe sehr preiswert Größe 1 1.00 4- 0.15 'Volkstümliche Naturwissenschaft im reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlass- erzeugmsse. 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Bei freundlicher Grundtendenz zeigte der Aktienmarkt nur wenig veränderte, vorwiegend jedoch leicht gebesserte Kurse. Von Elektrowerten waren Gesfürel etwas belebter und stärker erholt mit 148 nach 146,75 zu Beginn und 146,50 am Samstagsschluß, Betula zunächst 167 (168), später 0,75 v. H. höher, etwas niedriger Felten mit 132,50 (133,13). Am Montanmarkt notierten Verein. Stahl mit 117,50 (117), Mannesmann unverändert 118,75, Klöckner 128 (127,75) und Hoesch 0,40 v. H. leichter mit 125,40. Von Maschinen- und Motorenwerten setzten BMW. mit 152,75 (152), Daimler unverändert 137,25, Eßlinger unverändert 120,50 und Demag mit 147,50 (146,50) ein. Chemische Werte lagen still, IG. Farben 160,13 (160,25), Scheideanstalt 262 (262,50). Im einzelnen kamen Reichsbank mit 200,50 (200), Deutsche Linoleum mit 162,75 (162), Westdeutsche Kaufhof mit 58,25 (57,50) und Zellstoff Waldhof mit 151,25 (151,50) zur Notiz. Am Rentenmarkt war das Geschäft ruhig, da der weiter bestehenden Nachfrage nur mäßiges Angebot gegenüberstand. Beachtet blieben hauptsächlich unnotierte Industrie-Obligationen. Kommunal- Umschuldung unverändert 94,80, ebenso Reichsbahn- DA. mit 128,65, Neichsaltbesitz 10 Pfennig höher mit 128,60. Von Industrie-Obligationen zogen Far- ben-Bonds 0,40 v. H. an auf 130,13, 5 v. H. Röch- üng waren zu 102 angeboten, 5 v. H. Hoesch unverändert 102. Pfandbriefe waren gefragt, aber ohne nennenswertes Angebot. Liquidationswerte schwankten etwa 0,13 v. H. nach beiden Seiten. Von Stadtanleihen ermäßigten sich 4,50 v. H. Darmstadt von 1928 auf 97,75 (98,25), 4,50 v. H. Mainz von 1926 und 1928 zogen je 0,25 v. H. an auf 98,25, die übrigen lagen behauptet. . Im Freiverkehr war das Geschäft gering Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt veschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 v H Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- dürfe Schluß- furo Schlußk Mittag börse Schlnß- ftirs Schlußk. Abend börse Schl un kurS Schlußk. Mittagbörse Datum 16.10. 18.10- 16.10. 1810 Da! »ni 1610- 18-10- 16-10 18.10. 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 V/2% Deutsche Neichsschatzanwei- sungen von 1935 ....... 4y2% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1935, 11. ftolge .. 4y2% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1936, III. Folge .. 5y2% Doung Anleihe von 1930 .. 4*/2% Hessische Volksstaat von 1929 4y2% Deutsche Reichsvostschatz von 1934 I................... 101,6 99,4 99,4 99 105,25 100,4 99,65 128,5 99,5 101,25 99,5 98,75 98,5 99,75 98,75 101,7 101,75 111,1 128 82,75 83,75 128,65 200 120 124,5 114,75 101,65 99,5 99,4 99 105,25 100,4 99,65 128,6 99,5 101,25 98,5 99,75 98,75 101,75 101,9 111,15 128 83 84,25 128,65 201 120 124,5 114,75 101,65 99,5 99,4 99 105 110,1 100,6 99,65 128.6 99,75 102 128 47 82,65 83,75 128,75 200,25 135 120 124,5 114,75 101,65 99,5 99,5 99 104,9 100 100,5 99,65 128,65 99,5 98,75 99,75 102 111,3 128,75 46 82,75 84,4 128,75 201,25 135 120 124,5 114,75 Aeeumulatoren-Fabrik....... 14 Aschaffenburg Zellstoff........ 6 Bemberg ...............0 Bekula.....................8 Buderus Eisen............... 5 Gement Heidelberg........... 7 Gement Karlstadt ............6 Conti Gummi.............. 12 Daimler Motoren.......... 6'/, Dessauer Gas ............... 4 Deutsche Erdöl ..............5 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum .......10 Elektrische Lieferungen...... 6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. G. Farben^Industrie.......7 Felten & Guilleaume....... 6 Gesfürel...................7 Th. Goldschmidt............. 6 Grltzner Maschinen........... o Harvener................. 8% Hoesch Eisen.......... 3'/2 Philipp Holzmann........... 8 Ilse Bergbau........... 6 Ilse Genüsse.............. 6 Kali Aschersleben............ 4 Klöcknerwerke ............. V/2 Kokswerke und Chemische Fabrik 7 Lahm eher.............j... . 6 Mainkraft................... 4 Mannesmann.............4>/2 Mansfelder Bergbau......... 7 Metallgesellschast.............6 Orenstein & Koppel..........0 Rheinische Braunkohle....... 12 Rheinische Elektro............ 6 Rheinstahlwerke..............6 Rbeinisch-Desttälische Elektro .. 6 RütgerSwerke..............7 Salzdetfurth Kali............ 6 Schuckert L Co. ........ 7 Schultheis Patzenhofer........4 Siemens & Halske........... 8 Süddeutsche Zucker.......... 10 Vereinigte Stahlwerke......4‘/t Westdeutsche Kaufhof.........0 Westeregeln Alkali............ 4 Zellstoff Waldhos ............6 Ltavi Minen ..............0,6 139,5 142,5 168 122,25 169,5 184,5 137,25 — 144,75 262,5 163 129,5 152 160,25 133,13 146,5 141 50 178,4 125,75 150,5 163 136,5 115,25 127,75 95,5 118,75 153 149 230 127 148 131 146,5 165 210 200,5 117 57,5 151,5 31,25 138,5 143 167,75 122,5 169,5 184,25 137,25 145 262 162,75 128,75 151,13 160,25 132,5 148 140,4 50 178,5 126 150,25 136,5 128 126 95,5 118,25 153 149 5 229,5 147,25 131,25 146 164,75 209,13 200,5 117,25 57,25 116 151,25 31,05 139,5 141,75 167,75 122,5 184,25 137 119 144 163 128 152 160,13 133 146 140,65 50,13 179 125,75 150,25 115 127,9 155,5 125,5 118,4 153 149 110,75 229,75 127,25 147,25 131 146,25 164,5 93,4 210,25 117,13 57,75 150,75 31,4 143 168 122,5 184,13 137,5 119,25 145 163,5 128 151,75 160,65 132,75 148 140 50 179 125,75 150,5 163,5 136,75 114,25 128,25 155 4 126 118,13 153 149 111 229,25 127,5 147 131,25 146,4 161 165,25 93,4 211 200,75 117 58,4 116 150,75 30,9 iy2% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I................ Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten............. 4Vi% Hess. LandeSbk. Darmstad- Goldvfe. R. 12.............. 5%% Hess. Landes-Hyp.-Bank Liqu. Goldpfe.............. 4%% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 4y2% Preuß. Gold-Komm. R. 20 V/2% Darmstädter Komm.-Law desbankR. 6 ............... Deusjck»e Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 4V2% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 iy2% Franks. Hyp. Gold-Komm Obl. 2 3.................. sy2% Franks. Hyp. Liauidation Goldpfe..................... 6y2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldvfe..................... Steuergutschein.Verrechnungskurs A.G. für Verkehrswesen .... 6/j Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 Reichsbank................. 12 Berliner Handelsgesellschaft . 6% Commerz, und Privat-Banl ... 5 Deutsche Diskonto............6 Dresdner Bank...... 4 Devtjenmark 1 Berlin — Frankfurt a BL 18. Oktober 18. Oktober 16. Oktober 18. Oktober Amtl'ch-Rouerun Amwch.'Rotieiuno Amtliche Rvneruna AiruUche Notierung Gelt | Bru Br" Brie Geir Brief Buenos Aires............. 0,745 0,749 0,745 0,749 Japan.................... 0,718 0,720 0,718 0,720 Brüssel................... 41,96 42,04 41,97 42,05 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5.694 5,706 Rio de Janeiro............ 0,142 0,144 0,140 0,142 Oslo ................... 62,07 62,19 62,05 62,17 Voten.................... 47,00 47,10 47,00 47,10 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 Kopenhagen............... 55,14 55,26 55,12 55,24 Lissabon.................. 11,22 11,24 11,22 11,24 Danzig................... 47,00 47,10 47,00 47,10 Stockholm................ 63,68 63,80 63,65 63,77 London .................. 12,35 12,38 12,345 12,375 Schweiz.................. 57,30 57,42 57,30 57,42 HelsingforS................ Paris.................... 5,46 5,46 5,46 5,47 Spanien.................. 16,98 17,02 16,98 17,02 8,387 8,403 8,402 8,418 Prag..................... 8,706 8,724 8,706 8,724 Holland.................. 137,67 137,95 137,66 137,94 Budapest................. — Italien................... 13,09 13,11 , 13,09 13,11 Neuyork................. 2,491 2,495 2,491 2,495 Entmannung 113 Entmannung kann vom Gericht gegen einen über 21 Jahre alten Mann angeordnet werden, wenn er zum zweitenmal wegen eines Sittlichkeitsverbrechens verurteilt wird oder wenn er zwei Sittlichkeitsverbrechen begangen bat und anzunehmen ist. oaß er in dieser Hinsicht nochmals sich vergehen wird Die E. ist nicht zu verwechseln mit der Unfruchtbarmachung (Sterilisation). Entmündigung. Durch die E. wird ein Volljähriger in der Geschäftsfähigkeit (siehe dort) beschränkt, d h er wird einem Minderjährigen gleich geachtet, oder aber seine Geschäftsfähigkeit fällt ganz weg, d. h. er wird zivilrechtlich rote ein Kind unter sieben Jahren behandelt Entmündigt kann werden, wer wegen Geisteskrankheit, Geistesschwäche oder Trunksucht seine Angelegenheiten nicht zu besorgen vermag oder wer durch Verschwendung oder Trunksucht sich oder seine Familie der Gefahr des Notstandes ausletzt oder die Sicherheit anderer gefährdet. Wer wegen Geisteskrankheit entmündigt ist. ist vollkommen geschäftsunfähig. eine E aus einem anderen Grund hat Ge- schäftsbeschränktheit zur Folge. Die E. mufi beantragt werden, und zwar beim Amtsgericht Antragsberechtigt sind der Ehegatte. ein Verwandter oder ein gesetzlicher Vertreter (Vormund oder Pfleger). Bei Verschwendung oder Trunksucht kann in manchen Ländern auch der Bürgermeister bzw der Ortsfür- sorgeverband E -Antrag stellen. Entschuldigungszettel Gegen den E.-Beschluß des Amtsgerichts kann jeder Antragsberechtigte die Anfechtungsklage beim Landgericht binnen einem Monat erheben. Auf Antrag des Entmündigten oder seines geietzlichen Vertreters kann durch das Amtsgericht die E wieder aufgehoben werden. Wird dem Antrag nicht ftattgegeben. io kann auf Aufhebung der E beim Landgericht geklagt werden Entre-Cöte, franz., Bedeutung: „zwischen den Rippen" dickes Rippenstück oder Kotelette des Rindes, auf dem Grill gebraten. Entschädigung, siehe Schadenersatz. Entschuldigen wird sich jeder anständige Mensch, der ein Unrecht. eine Unhöflichkeit oder Unaufmerksamkeit begangen hat. Bei Kindern soll man nicht erzwingen, daß sie sich entschuldigen, weil sie sonst leicht „bockig" werden. Man soll ihnen erst ihr Unrecht so klar machen, daß sie es einsehen Entschuldigung. Wer als Zeuge vor Gericht geladen ist und unter einer falschen Entschuldigung nicht erscheint wird mit Gefängnis bestraft Daneben kann ihm auch noch eine Geldstrafe auferlegt werden, außerdem muß er die Kosten tragen die durch sein Fernbleiben entstanden sind Entschuldigungszettel, die Be- nachrichtigung der Eltern oder ihrer Stellvertreter an den Lehrer oder die Schule, warum ein Kind den Unterricht versäumt hat. Die Gründe sollen immer Rostfreie und verchromte Bestecke erleichtern der Hausfrau die Arbeit Lasten Sie Ihre alten Bestecke verchromen im Fachgeschäft Ruf 3369, Seltersweg 30 Hier abjchneidenl tl zu Um zum es WERBE DRUCKSACHEN ,,tnDC Brühl, Gießen und zum Bauen »er ijtnier * Vornehm I Geschmackvoll! Persönllchl Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mäßigen Preisen Brühl'sche Druckerei, Schulstr. 7. Ruf 2251 Kußballabteilung des Turnvereins Wieseck. Wieseck — Rüddingshausen 5:2. Zeitung gelesen dabei gewesen Speiseeis selbst hergestellt. Mit einer Eismaschine können Sie es ganz nach Ihrem eigenen Geschmack tun. Jederzeit — wann Sie es wollen, essen Sie dann Speiseeis. Die Herstellung ist ganz leicht. Bei Häuser gibt es Eismaschinen in vielen Größen sehr preiswert. J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Rog- 2,70 ^'iche Einen schlechten Scherz leistete sich gestern der To. Münchholzhausen, der sich auf eigenem Gelände von dem bis jetzt weniger hervorgetretenen To. Roth knapp aber verdient 3:5 schlagen ließ. Gerade dieses Ergebnis hat dazu beigetragen, daß die Sache in der Bezirksklasse auch weiterhin ungeklärt bleibt. Die Spiele der 1. Kreisklasse brachten die erhofften Ergebnisse. Wenn auch das Resultat in Dutenhofen, das gegen Groß-Rechtenbach erzielt wurde, 12:12 lautete, nicht gewertet werden kann (der amtliche Schiedsrichter war nicht erschienen), so ist es immerhin von Bedeutung. Groß-Rechtenbach hat bewiesen, daß die Elf noch nicht auf der Höhe ist. Dornholzhausen schlug Katzenfurt sicher mit 12:9. Die 2. Kreisklasse war durch die Absetzung eines großen Teiles der Spiele wenig beschäftigt. Immerhin gab es eine Reihe interessanter Kämpfe, die aber nicht weiter von Wichtigkeit waren, weil die Frage der Spitzenreiter in den Staffeln zum Teil schon gelöst ist. Wanderpreiskegeln in Wieseck. Am Sonntag fand auf der Bundesscherenbahn des Vereins der Kegler Lahn-Buseckertal in Wieseck der zweite Kampf um den Wanderpreis, den die drei Wiesecker Keglervereine unter sich austragen, statt. Auf den Ausgang des Kampfes war man sehr gespannt, hatte doch der Kegelklub „Alle Neun" bereits einen Vorsprung von 19 Kegelholz aus dem ersten Kampf zu verzeichnen. Aber auch die junge „Vorwärts"-Mannschaft hatte sich vorgenommen, die knappe Niederlage aus dem ersten Kampf wettzumachen. Es gelang ihr auch. Kegelkranz „Vorwärts" errang mit seiner Zehner-Mannschaft, je 2^ Kugeln, die Höchstholzzahl von 1329 Holz. Die Mannschaft „Alle Neun" erreichte 1276 und die Mannschaft „Gut Holz" 1256 Holz. In der Einzelbewertung erreichten die Kegler Aug. Niemeyer vom Kegelkranz „Vorwärts" mit 153 und Karl Deibel mit 147 und Adolf Völzel mit 146 Holz (beide vom Kegelklub „Gut Holz") die Bestleistungen. gebracht. Der Tormann der Gäste mußte sein Können beweisen. Während einer Drangperiode gingen die Wiesecker durch einen Handelfmeter in Führung. In der Mitte der ersten Halbzeit fiel das zweite Tor aus einem Gedränge heraus. Kuyz darauf siel für Wieseck das schönste Tor des Tages durch Kopfstoß. Wieseck dirigierte auch weiter das Spielgeschehen. Bei dem Stand von 4:0 für die Einheimi- schen wurden die Seiten gewechselt. Nach Wiederbeginn errang Rüddingshausen bei einem schnellen Durchbruch durch den Halbrechten den ersten Erfolg. Im weiteren Spielverlauf hatte dann Wieseck wieder etwas mehr vom Spiel und konnte den Stand durch den Rechtsaußen auf 5:1 erhöhen. Die Gäste spielten jetzt mit Macht auf Erfolg, konnten aber nur durch einen Elfmeter auf 5:2 herankommen. Handball im Kreis Gießen. Mit dem Fortschreiten der Handballrunde werden die Spiele von Sonntag zu Sonntag interessanter. Man kann feststellen, daß in den meisten Klassen von einer klaren Ueberlegenheit einer Mannschaft noch keine Rede sein kann. So hat es sich gezeigt, daß wir in dem Tv. Wetzlar einen Vertreter des Kreises in der Gauklasse haben, der sich mit den starken Kasseler Vereinen messen kann. Trotz Ersatz gegen CT. Kassel mit 10:8 (5:5) zu gewinnen, das will, wenn man die Spielstärke der Gäste kennt, schon etwas heißen. Die übrigen Ergebnisse der G a u k l a s s e: To. Kirchbauna — SpV. Kassel 6:13; Hessen- Preußen Kassel — Jahn Gensungen 7:12; MSV. Hanau — Kurhessen Kassel 9:9; Tuspo. 86/09 Kassel — Tuspo. Bettenhausen 9:13. 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 598 Kälber, 190 Hämmel, 205 Schafe, 3539 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Hämmel 30 bis 48, Schafe 15 bis 44, Schweine 51 bis 55 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe langsam. Schweinemarkt in Alsfeld. A Alsfeld, 18. Oktober. Auf dem heutigen Schweine markt waren 332 Ferkel zum Verkauf aufgetrieben. Bei schleppendem Handel verblieb ein Ueberstand von ungefähr 160 Stück. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Tiere 10 bis 14 Mark, 8 bis 10 Wochen alte 14 bis 18 Mark. HHOH Und die Kurse nahezu unverändert. U. a. nannte man: Dingler 86 bis 87, Wayß & Freytag 148 dis 150, Pokorny 138 bis 140, Rastatter Waggon 56 bis 57 (56), Elsass. Wolle 79, Berneis Wessels 73 (73,50), Geiling Sekt 75. — Tagesgeld wurde auf 2,50 (3) v. H. ermäßigt. Abendbörse behauptet. Infolge des schwachen Auftragseinganges war die Geschäftstätigkeit auch an der Abendbörse eng begrenzt. Die Grundstimmung blieb jedoch freundlich, und die meisten der zur Notiz gekommenen Papiere lag gegen den Mittagsschluß nahezu unverändert. Soweit Abweichungen eintraten, bewegten sie sich bei 0,25 bis 0,50 v. H. Etwas niedriger waren u. a. MAN. mit 134,25 (135), Th. Goldschmidt mit 140,40 (141), Holzmann mit 150,25 (150,75) und IG.-Farben mit 160,25 (160,50). Don Montanwerten lagen Mannesmann und Verein. Stahl mit 118,25 bzw. 117,25 zwar etwas niedriger, jedoch fester gegenüber Berlin, Rheinstahl 147,25 (147), Deutsche Erdöl 145 (144,75), Harpener 178,50 (178,25), Buderus unverändert 122,50. Mäßig erhöht waren Feldmühle Papier mit 139,25 (138,75), Rheinmetall mit 147,25 (147) und von Bankaktien Adca mit 102,65 (102). Am Rentenmarkt verbleibt auf nahezu allen Gebieten rege Nachfrage, doch fehlte es wiederum an kulantem Angebot, weshalb auch die Umsätze durchweg bescheiden waren. Kommunal-Umschuldung unverändert 94,80. 6proz. IG.-Farben unv. 130,13, Schutzgebiete-Zertif. kamen teilweise mit 11,60 gegen 11,50 zur Notiz. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 18. Okt. Für die Dauer der Hackfruchternte bleiben die Anlieferungen von Brotgetreide weiterhin klein, doch sind die Mühlen im allgemeinen ausreichend eingedeckt. Der Mehlmarkt ist unverändert und im allgemeinen ausgeglichen. Auf dem Futtermittelmqrkt finden noch die Verladungen von Oelkuchen, Mais und Kartoffel- flocken statt. Vollwertige Zuckerschnitzel können demnächst erwartet werden. Roggenkleie ist knapp, ebenso Weizenfuttermehl, während Weizenkleie etwas , besser zur Verfügung steht. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 13 204, W 16 207, W 19 211, W 20 213; Roggen R 12 189, R 15 192, R18 196, R19 198, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste, Futterhafer nicht notiert. Weizenmehl, Type 812, W 13 29, W 16 29,10, W 19 29,10, W 20 29,45; Roggenmehl, Type 1150, R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20; Rogqenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot, Palmkuchen, Erdnußkuchen nicht notiert, Treber 14, Höchstpreis ab Erzeugerstation; Trockenschnitzel nicht notiert; Heu 6,80 bis 7, das- „FC. Teutonia" Wahenborn-Gieinberg Steindorf 1. — Watzenborn-Steinberg 1. 1:2 (1:1). Daß auch in Steindorf keine Punkte verschenkt werden, das haben am vergangenen Sonntag die Teutonen erfahren müssen. Fischer gelang es in der 5. Minute den Führungstreffer zu erzielen. Dann gingen die Gastgeber mächtig aus sich heraus und konnten auch gleichziehen. Durch diesen Erfolg wieder angefeuert, bestürmten nun die Steindorfer das Gästetor, und nur der aufopfernden Arbeit der Hintermannschaft der Teutonen war es zu verdanken, daß Steindorf m dieser Zeit nicht mehr Tore schoß. Nach der Pause wurde der Kampf noch schärfer. Jede Mannschaft kämpfte um den Führungstreffer. Den Teutonen gelang es, den Füh- rungs- und Siegestreffer zu erzielen. Ein Strafstoß von Hedderich prallte an der gestellten Mauer vor dem Tor des Gastgebers ab, Buß gab zu Haas auf Rechtsaußen, der dann unter dem Jubel der Schlachtenbummler einschoß. Lich 1. — Watzenborn-Steinberg 2. 7:1 (2:1). Anders war es bei der 2. Mannschaft. Sie wurde sehr stiefmütterlich behandelt. Verschiedene Spieler der 2. Mannschaft waren verhindert, die 1. Mannschaft nahm sich zwei Ersatzleute mit und so standen nun zehn unerfahrene Spieler den Lichern gegenüber. Bis zur Halbzeit konnten sie das Spiel einigermaßen offen halten. Nach der Pause aber wurde das Spiel mit 7:1 Toren verloren. Der 2. Mannschaft gebührt für ihr Pflichtbewußtsein ein Lob. x Fußball-Ergebnisse der Kreisklassen. l.kreisklasse. VfB. - Reichsbahn Gießen 1. — Großen- Buseck 1. 9:1. Hier siegte die technisch überlegene Mannschaft. Wieseck 1. — Rüddingshausen 1. 5.2. Die Wiesecker haben neue Spieler bekommen und werden jetzt hoffentlich noch mehr Siege herausholen. Alten-Buseck 1. — Lollar 2. 3:2. Lollar hatte Spieler der 1. Mannschaft zur Verstärkung herangezogen, aber es reichte nicht zu einem Sieg. Klein-Linden 1. — Heuchelheim 1. 0:5. Ein sehr hartes Spiel, bei dem es auf beiden Seiten Spielerherausstellungen gab. Heuchelheim schlug Klein-Linden recht eindeutig. 1900 Gießen 2. — Leihgestern 1. 2:2. Ein Spiel gleichwertiger Mannschaften. Steinbach 1. — Garbenteich 1. 2:2. Das Spiel wurde hart durchgeführt, beide Mannschaften teilten sich die Punkte. Großen-Linden 1. — Hungen 1. 4:3. Großen-Linden war den Hungenern überlegen und konnte j)en Sieg mit einem Tor Unterschied an sich reißen.^ Lich 1. — Steinberg 2. 7:1. Die Sicher konnten das Spiel hoch gewinnen, bei Steinberg reichte es nur zu einem Ehrentor. 2. Kreisklasse. Lehnheim — Oppenrod 6:6. Beide Mannschaften sind Neulinge und zeigen noch nicht viel. Klein-Linden 2. Grünberg 1. 4:1. Man hatte mit einem Sieg der Grünberger gerechnet, aber Klein-Linden hatte wieder Leute seiner 1. Mannschaft eingestellt. Treis — Göbelnrod 2:0. Die Treiser errangen bei diesem Spiel die ersten zwei Punkte. Geilshausen — Muschenheim 0:2. Die Muschenheimer scheinen gut in Form zu sein, sie schlugen ihren besten Gegner mit zwei Toren Unterschied. Rodheim 2. — Wißmar 1. 1:2. Auch die Wißmarer haben bis jetzt ihre Gegner geschlagen und scheinen gut in Form zu sein. 1900 Gießen 3. — V f B. - R. Gießen 3. 0:4. Die technisch besseren 1900er konnten sich gegen die körperlich stärkeren VfB.er nicht durchsetzen. Grüningen 1. — Launsbach 1. 3:2. Endlich reichte es bei den Grüningern einmal zu einem Sieg. Heuchelheim 2. — Staufenberg 1. 3:2. Auf dem Platze in Heuchelheim können die Gegner nicht gut gewinnen, und trotz allem Eifer blieb Staufenberg unterlegen. VfB.-Reicksbahn Gießen. VfV.-R. I — Grohen-Vufeck I 9:1 (2:1). Beide Mannschaften trafen sich zum fälligen Verbandsspiel auf dem Waldsportplatz. Die Gießener hatten ihre beste Mannschaft zur Stelle. Großen- Buseck stellte eine gut eingespielte Elf ins Feld, die sich durch schnelle Vorstöße auszeichnete. Großen- Buseck hatte Anstoß, der abgefangen wurde. Bach riß seine Mannschaft nach vorne. Zwei Ecken für die Grünweißen brachten nichts ein. Die VfB.-R. hatten zunächst wenig Glück. Plötzlich aber gelang es den Gästen durchzubrechen und im Anschluß an eine Flanke das Führungstor zu erzielen. Die Grün- weißen griffen weiter an, aber immer noch erfolglos. Erst durch einen Elmeterball fiel der Ausgleich. Kurz vor dem Wechsel gelang es dem Linksaußen, das zweite Tor zu erzielen. Nach dem Wechsel ließen die Gäste erheblich nach, während die Leute vom Waldsportplatz zu bester Form aufliefen. Prächtig ging der Ball von Mann zu Mann. Sieben Tore waren die Ausbeute. Sämtliche Stürmer waren an den Erfolgen beteiligt. Alle Angriffe der Gäste wurden abgeschlagen. Trotz allem: die Gro- ßen-Busecker hinterließen einen ausgezeichneten Eindruck. VfB.-R. 1. Igd. — Heuchelheim 1. Igd. 18:0. Die 1. Jugend stellte erneut ihre gute Form unter Beweis. Wohl hatte man mit einem Siege der Gießener Mannschaft gerechnet, aber nicht mit diesem Ergebnis. Dem Kombinationsspiel der VfBer waren die Gäste nicht gewachsen. Mit diesem Siege darf die 1. Jugend als Meisterschaftsanwärter bei W)etj Nachhilfestunden in Französisch u. Englisch werden erteüt sowie Ueberwachung von Schulaufgaben übernommen E. Petter, Lehrerin Frankfurter Str. 46 05175 Die 2. Mannschaft des Sportvereins Lollar trug am Sonntag das fällige Verbandsspiel auf dem Platze in Alten-Buseck aus. Die Gäste stellten in diesem Spiel eine gute Mannschaft, denn einige namhafte Spieler, z. B. Gabriel, standen zur Verfügung. Wenn die einheimische Mannschaft keinen höheren Sieg erringen konnte, so war dies der ideenreichen Spielweise des linken Verteidigers Hinkel zu verdanken, der jede Torgelegenheit der Busecker Stürmer zunichte machte. Durch reichlich unruhiges Spiel beider Hintermannschaften fielen bereits in den ersten zehn Minuten auf jeder Seite zwei Tore und blieb der Kampf mit dem Resultat von 2:2 auch bis kurz vor Spielende stehen. Erst nach Verwandlung einer der vielen Strafstöße konnte der Mittelstürmer Michel seiner Mannschaft Siege verhelfen. v- Sie »h »II ' W) gelten. Die 2. Jugend hatte Mühe, die 4. Jugend schlagen. Fußballabieilung des Turnvereins Alten-Buseck. Atten-Buseck 1. — Lollar 2. 3:2. Man aach fur HM hu- selbe, drahtgepreßt 7,20 bis 7,40, Weizen- und genstroh, drahtgepreßt 3 bis 3,30, gebündelt bis 3. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 19. Okt. (Vorbericht.) tfd ' sich 'übrig, Wtalil Mi TRl 6 •nqt9 Mdei iWs. Ni», Elche zwischen Meer und Memel von Martin Kakle» Insgesamt 120 Seiten mit 82 hervorragenden Naturaufnahmen des Verfassers aus 56 Kunstdrucktafeln. 3n Leinen gebunden RM. 3,60. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen und der Verlag entgegen. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Entziehung des Führerscheins für Kraftfahrzeuge kann durch die Verwaltungsbehörde (Oberbürgermeister, Landrat, Bezirks- amt, Polizeidirektion) ausgesprochen werden wenn festgestellt wird, daß der Inhaber die zur Führung eines Kraftfahrzeugs nötige Zuverlässigkeit nicht besitzt, z. B. der Inhaber ist Trinker, rücksichrsloser oder leichtsinniger Fahrer. Wegen Entziehung des Pflichtteils liehe dort. Entzündliche Waren. Wer leicht entzündliche oder der Explosion ausgesetzte Waren an Orten aufbewahrt, wo ihre Entzündung gefährlich werden kann. z. B. auf dem Speicher, wird mit Geldstrafe bestraft. Ebenso, wer leicht entzündliche oder ätzende Waren durch die Post versendet und die deshalb ergangenen Anweisungen nicht befolgt. Entzündung. Die Gegenwirkung des Körpers auf verschiedene Schädigungen. Das Körperge- roebe sucht sich von den Schädlichkeiten frei zu machen und ar- Eine einer große” H " Stoffabteilung Entwendung wahrheitsgemäß angegeben werden. Entwendung, siehe Diebstahl. Entwicklungsjahre, die Jahre im menschlichen Leben, in denen sich das Kind zum Manne oder aut Frau entwickelt. Oft infolge oer tiefgreifenden Änderungen im ganzen Organismus mit mancherlei Störungen verbunden. Diese Störungen können rein körperlicher Natur sein: Plötzliches Erößenwachstum, Blutarmut, Herzbeschwerden infolge des raschen Wachstums usw. Geistige und nervöse Störungen: Wandertrieb, Stehlen, Lügen, Verfolgungsfurcht, eine besondere Form des Irrsinns (Pubertätsirresein). Seelische Störungen, die vor allem zu erklären sind aus dem Zwiespalt der ganzen Persönlichkeit. Halb ist der Mensch in diesen Jahren noch Kind, halb ist er bereits erwachsen. Bei den Erwachsenen wird er noch nicht für voll genommen, übet das eigentliche Kind ist er doch schon hinausge- , wachsen. So ergeben sich die Konflikte der Flegeljahre beim männlichen Geschlecht, die der Vackfischjahre beim weiblichen Geschlechte. Die Heranwachsenden Wesen spüren unbewußt den Zwiespalt, versuchen sich in die rechte Beachtung zu rücken und vergreifen sich in der Wahl der Mittel. Sie werden zu richtigen „Flegeln" und „Backfischen" mit ihren Frechheiten und Albernheiten. Das sind aber harmlose Erscheinungen, die um so eher .zurückgehen, je weniger man sie ibeachtet. Bei wirklich ernsteren Mm! M (i9R: reen lM)tes mtn H-'ir cho ir EDI en GlEf/EN Entzündung gesundheitlichen Störungen körperlicher oder geistiger Art frage man unbedingt einen Arzt um Rat. Zeit der Entwicklungsjahre nach den klimatischen Verhält- nisien verschieden bei uns etwa vom 13. bis 16. Lebensjahr bei Mädchen, bei Knaben später. Durch Neueinstellung talentierter Spieler war ber Wiesecker Elf vergönnt, einen sicheren Sieg zu erringen. Rüddingshausen hatte Anstoß. Der Ball wurde sofort gestoppt und vor das gegnerische Tor lÄh littet t irnu? iM cis.en i Wit tui. A ■cienöe ill 6ui Mo H 0a Stirte hmtum Mba W be Mi en. M 2? Wsgn M h cinmm u ■ ifj, it)i MU A Wer tybdjüd W ber fi! Äfn »äs s Sri feen eis int :eii üb-i um Wei ^75 ctnbrt., ,n vielen Mod- t&Q färben Wons*»«" bAtr« Abstellungen . 114