y . ■ Somstag, |9.3uni 1957 187. Jahrgang Kl HO Erstes Biati Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drudt und Verlag: vrllhl'sche Universiläts-Vuch- und Steindruckere« «.Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7 Europäische Zusmimenarbeii ßenfahrt der Alten Garde über Deutsch Führer fahr n ‘VTarnte »5 umfÄ bü &?'lau s° rtg e!° tzt werden und am Abend auf v. e,o\\nprtrpfor her Marienhura ihren Abschluß finden. Jas vierte Msicherungsschiff der Deutschen Lufthansa Wenige Kilometer weiter erhebt sich bei Hohenstein das Reichsehrenmal Tannenberg, in dessen Mauern unter dem Schutz der deutschen Wehrmacht der Sieger von Tannenberg bei seinen toten Soldaten ruht. Langsam bricht die Dämmerung herein, als der Zug der Alten Garde unter Vorantritt des Stellvertreters des Führers durch ein langes Spalier der Parteigliederungen sich dem Denkmal nähert. Auf den Wehrgängen des Denkmals stehen in weitem Kreise die Posten der Wehrmacht. 200 Mann, das Gewehr mit aufgepflanztem Seitengewehr vor sich, lieber das Denkmal zieht ein Jagdgeschwader, in Hakenkreuzform ausgerichtet, hinweg. Der Donner der Motoren ist verschwunden. In tiefem Schweigen betritt die Alte Garde das Denkmal. Die letzte Strecke vor dem Denkmalsportal steht der Reichsarbeitsdienst. An dem Doppelposten des Heeres mit präsentiertem Gewehr vorbei betritt die Alte Garde den Denkmalshof. Rudolf Heß mit Dr. Ley, den Gauleitern Koch und F o r st e r. mit Obergruppenführer Schoene und SS.-Oberführer Roch als Vertreter des Gruppenführers, begleitet von Generalleutnant Schroth als Vertreter des Kommandierenden Generals, treten in die Grufj ein. Hier legt der Stellvertreter des Führers am Sarge des Feldmarschalls einen Kranz nieder. Die Fahne der Alten Garde senkt sich, und in langem Zuge schreiten die Männer der Alten Garde an der Gruft vorbei. Das Motorschiff „F r i e s e n l a n d" ist der vierte schwimmende Flugstützpunkt der Lufthansa Während die ersten beiden Schiffe, der Dampfer „Westfalen" und das MotorschifiSchwa be n land, umgebaute Frachtschiffe sind, stellte das im vergangenen Jahre fertiggestellte Motorschiff „Ostmark das erste eigene, für den zivilen Ozeanflugdienst erbaute Sicherungsschlff dar. Der letzt von der Deutschen Lufthansa übernommene Flugstützpunkt „F r i e s e n l a n d weist.gegenüber»der bedeutend kleineren „Ostmark" eine Reihe von Verbesserungen und Neuerungen auf, die infolge der besonderen Aufgaben, die das Schiff erfüllen soll, notwendig wurden. Hier sieht man einen Katapultstart von Bord der „Friesenland". (Scherl-Bilderdienst-M.) 3 2 arung ist Öen kr.°gführ°nd-n P°r- teien in Spanien gleichzeitig mit der F 8 nach Einräumung von Sicherheitszonen für die K trollschiffe mitgeteilt worden. Sie ehen sich a so jetzt endlich einer geschlossenen Front der auf Isolierung des spanischen Brandherdes hlnarbeiten Mächte gegenüber und werden, wenn sie klug beraten sind, aus die er entschlossenen Haltung der Kontrollmächte die nötigen Folgerungen zi hen. Das gilt in erster Linie für die Valencia-Bol che- Düften und ihre Moskauer Hintermänner die künftighin nicht mehr werden darauf rechnen können, daß Uneinigkeit und Argwohn der Kontrollmachte untereinander ihre Anschläge auf den Fr eden Eurovas beaünftiqen werden. Es ist em glucfliajes Zusammentreffen, daß die Reise des nach London eingeladenen Reichsaußenrnmisters F & von Neurath gerade auf einen gettjmntt fallt, der auf einem wichtigen Teilgebiet ^e Möglichkeit einer Einigung der vier westeuropäischen Machte auf eine gemeinsame politische Lime bewiesen hat. In dem von London aufgestellten Programm für di« Besprechungen des Reichsauhennunisters mit Die Toten der „Deutschland" sind heim- gekehrt. Der Führer ehrte sie durch seine Anwesenheit bei der Beisetzungsfeier auf dem Heldenfriedhof von Wilhelmshaven, wo sie nun neben ihren gefallenen Kameraden aus den ruhmreichen Schlachten der alten deutschen Kriegsflotte die letzte Ruhestatt gefunden haben. Der Oberbefehlshaber \ der Kriegsmarine Generaladmiral R a e d e r gab ■ an ihrem Grab eine ins einzelne gehende Darstellung. des heimtückischen Bombenangriffs, dessen Opfer sie geworden sind. Er sagte: „Zwei Flug- zeuge überflogen von Westen her die Berge und den Ort Ibiza, so daß sie, aus der Richtung der ( Sonne kommend und ohne sich gegen den bergigen . Hintergrund abzuheben, im Gleitflug dem Schis 1 sich nähern konnten, bevor sie bemerkt wurden. Auf der 'Deutschland' war ein großer Teil der Besatzung nach dem Abendessen in dem Wohnraum versammelt. Am Oberdeck wurde Fliegerabwehrwache gegangen, wie es seit langem auf den an der spanischen Küste Dienst tuenden Schiffen Gewohnheit ist, d. h. ein Teil der Flaks samt ihren Befehlsapparaten und Ausguckposten war besetzt. Entsprechend der vom deutschen Admiral an den roten Militärbefehlshaber in Valencia auf Grund des Palma-Zwischenfalls ergangenen Warnung war der Befehl erteilt, auf jedes sich verdächtlgerweife nähernde rote Flugzeug das Feuer zu eröffnen. Die Flugzeuge wurden von dem Ausguck trotz der ungünstigen Verhältnisse, gesichtet, bevor die Bomben fielen, und auch sofort gemeldet, obwohl noch Zweifel herrschte, ob es sich nicht etwa um weiße Flugzeuge handelte, da sich an der Vorderseite kerne roten Abzeichen erkennen ließen. Der Kommandant, der sich auf dem Nachtleitstand befand, befahl auf diese Meldung hin sofort „Fliegeralarm" und „Feuer eröffnen". Unmittelbar darauf fielen Die Bomben, eine in den ungeschützten Mannschaftsraum im Vorschiff, eine auf das Schutzschild eines 15-Zentimeter-Geschützes am Oberdeck, ohne daß vorher gefeuert werden konnte; zwei weitere Bomben fielen neben das Schiff. Aber auch die ab- fliegenden Flugzeuge konnten nicht unter Feuer genommen werden, da unglücklicherweise der Qualm der an Deck entstandenen schweren Brände die Flugzeuge der Sicht der Flugzeugabwehrgeschutze entzog." , . . , . .. Soweit der Bericht des Generaladmirals, dessen klare Sachlichkeit die Niedertracht und den Angrifis- charakter des Ueberfalls von Ibiza noch einmal für alle Zeiten authentisch feststellt. Der Bericht ist das erste Blatt in der Geschichte der jungen deutschen Kriegsmarine, das davon zeugt, daß auch die jungen Matrosen unter der Hakenkreuzflagge für des Vaterlandes Große sterben können wie ernst ihre Väter bei Skagerrak, bei Coronel und den Falkland-Jnseln. Der Bericht ist aber auch ern eindeutiger Beweis für die Notwendigkeit des Zu- sammenstehens der auf Ordnung und Sauberkeit im Verkehr der Volker untereinander haltenden Natto- nen gegen das verbrecherische Treiben des Bolschewismus, der „Zwischenfälle" sucht, aus denen er die Entstehung des Chaos erhofft, das er zur Verwirklichung feiner weltrevolutionären Plane braucht. Ibiza hat endlich auch den anderen Machten die Augen wenigstens soweit geöffnet, daß sie sehen mußten, ohne bestimmte Sicherungen gegen Die bolschewistische Sabotage ist eine internationale Zusammenarbeit gegen eine Ausbreitung des spanischen Kriegsfeuers nicht möglich. Den bolschewistischen Brandstiftern muß die Lust vergehen, angesichts der kategorischen Erklärung gemeinsamen Handelns der vier Kontrollmächte, durch heimtückische UeberfäUe auf im internationalen Sienlt befindliche Schiffe ihr Mütchen an den autoritären Staaten zu kühlen. Das ist der Sinn des Londoner Uebereinkornmens der v i er Kontrollmächte, das Italien und Deutschland die Wiederaufnahme der Kontrolle und die Wiederbeteiligung an den Beratungen des Richt- einmischungsausschufses erlaubte. Man hat aus den Erfahrungen von Pslma und Ibiza gelernt und das Kontrollsystem verbessert, man hat Denen, Die im Interesse der Erhaltung des europäischen Friedens die Kontrolle ausüben, nun auch Die größtmögliche Sicherheit verschafft gegen böswillige Eingriffe in ihren Wirkungsbereich Unbeschadet des Rechts auf Selbsthilfe zur Abwehr eines Angriffs haben die vier an der Kontrolle beteiligten 6 - Mächte ein gemeinsames Vorgehen gegen Ueder- griffe kriegführender Parteien au Grund von -Beratungen vereinbart. Kommt es bis zu einem - stimmten Zeitpunkt nicht zu einer solchen Verstand - gung, erhält der angegriffene Staat das Recht auf (Er|d)etra täg itd). nutzer Sonntage and Feiertag» Beilagen. Die illustrierte Vietzenei Familienblatter Heimat ins Bild Die Scholl» ülonats« Bezugspreis: Mit 4 ‘Beilagen RM. 1.95 Ohne illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. . -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten? Anzeiger Gießen Postscheckkonto: granffurt am Main 11686 Oie Alte Garde am Reichsehrenmal Tannenberg Oer Giellvertreier des Führers an der Gruft des FeldmarschaUs. 3 3=. 133 M tu?» -AggÄ && iw w ,9 fite Osterode (Ostpr.), 18. Juni. (DNB.) Nach einer Triumphfahrt durch geschmückte Städte und Dörfer, durch Hunderte von Ehrenpforten, die von der hingehenden Treue Ostpreußens zum und seiner Bewegung kündeten, traf die Alte Garde in den späten Nachmittagsstunden aus dem Ehrenfriedhof Waplitz inmitten des Tannenberg-Schlachtfeldes ein. Von hier ab nahm der StellvertreterdesFührersan der Fahrt der alten Garde teil. Stille Minuten schweigenden Gedenkens, Blumengrüße, die auf den Gräbern der toten Helden aus der Tannenbergschlacht niedergelegt wurden, waren ein Bekenntnis zum heroischen Geist dieses ostpreußischen Landes. Auch aus dem benachbarten Ehrenfriedhof Orlau verweilte die Alte Garde zum stillen Gedenken. hü 'Zr Ist " Z L H ° »st ® c * St?aßen. Ihre He^fe großen den Stellvertreter der Marienburg ihren Abschluß finden, des Führers und des Führers Alte Garde. Ein Weiter aebt die Fahrt nach Osterode. In- Masurenabend ist Osterode schließt den inzwischen ist es dunkel geworden, als die Wagen in haltsreichen Tag Am Samstag wird ine DJ preu= die festlich geschmückte und beleuchtete Stadt ein- ßenjahrt der Alten Garde über Deutschs MM Wz > i W - 'M O ' rung bi binj $)eri iuitgsgeb fand ein ouftragte Pg-Zin maligen Nation flalten biet gab. Die 19 tuienen 5 anflalten Erziehun, ouserlefer bcher Gr fon aröß Wpifd «gefüi Re der Wei Niltnü bPiüerei N 3a SrstZ Wße >{ aufgeregt fühlte" °°- < eines uneiW (eit gibt dingS'.° steht e>ne nes vor rri-tl ches 3n' Dostinerg inneren^ ihm nlch Werk zer damals n heute m ei« UM DorftdjM1 (ui nach Das 2i kehr von fialle des hafenk unter bei nach Fr"! sich vollz jung de I-Hren ai Rilometei fördert ' Pünktlich hat. Dos Uhr und um 20.3 unter stc bleibt Rhein-V bis auf sperrt schiff fm worüber Als dc Win-M yrüßui Spreu oor. Nac Halle beg angetrete führung Beweis l nicht e den Aus statt ger reederei, ter Tatt der Nee Nas erste Deutsche Etudentensest Reichsbankpräsi-entDr.GchachtinWien Die Lrnchiung der Reichs-Tierärziekammer Die innere Befriedung in Oesterreich Staatssekretär pfundtner (Scherl-Bilderdienst.-M.) chung und Lehre. Die Hochschulen dürften 1924) wurde Doumergue mit 515 gegen 309 Si m- men zum Präsidenten der Republik gewählt. Nach Ablauf seiner siebenjährigen Amtszeit lebte er auf seinem Landsitz in Tournefeuille. Er wurde im Volksmund, zur Charakterisierung seiner gewinnenden Erscheinung sei das erwähnt, der „ewig lächelnde Weise von Tournefeuille" genannt. Während der kritischen Monate des Stall i s k y - S k a n d a l s bot der Präsident der Republik Lebrun ihm die Regierung an, doch erst nach den blutigen Unruhen vom Februar 1934 und dem Sturz des Kabinetts Daladier ließ sich Doumergue dazu bewegen, eine „Regierung der nationalen Einigkeit" zu bilden. Dis zum November stand er an der Spitze dieser Regierung. Er stürzte dann aber über seine Verfassungsreform, die den Widerstand der radikalsozialen Kabinetts- Dou- Kommunistische „Volksfront" plane in 5lE>A. Der Bolschewismus hinter der Lewis- Gewerkschaft. Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht wurde von dem Staatssekretär des Aeußern, Dr. G u r d o Schmidt (Mitte) empfangen. Rechts der deutsche Gesandte in Wien, Botschafter von Papen. (Scherl-Bild erdienst-M.) Entwicklung nicht zustanbekarn Das Abkommen vom 11. Juli sollte nicht nur die deutsch-österreichischen Beziehungen einer Entspannung entgegenführen, sondern in seiner Auswirkung auch zu einer Entlastung der innerösterreichischen politischen Verhältnisse führen. Leider haben wir immer wieder feststellen müssen, daß man es drüben gar nicht so eilig hatte, die nationale Opposition zur Mitarbeit heranzu- ziehen. Am 14. Februar hat bann der Bundeskanzler Schuschnigg die Bildung eines v o l k s p o - litischen Referats in Aussicht gestellt, dem diese Aufgabe übertragen werden sollte. Schuschnigg erklärte damals, daß in bezug auf die österreichischen Nationalsozialisten unter gewissen Bedingungen „kein Grund zur Verweigerung der Mitarbeit" bestehe und daß „in allernächster Zeit" bei der V. F. das nunmehr eingerichtete Referat geschaffen werden solle. Dieser Anfang wurde dann freilich in gewisser Weise dadurch beeinträchtigt, daß am 7. Mär§ Staatssekretär Guido Z e r n a t t o , der Generalsekretär der D. F. in Linz u. a. erklärte, Befriedung bedeute nicht Koalition; auch bei diesem Anlaß wurde wiederum die D. F. als der allein mögliche Rahmen für eine politische Zusammenarbeit hingestellt. Auf Grund dieser etwas unklaren Vorzeichen wird man abwarten müssen, in welcher Weise sich die Tätigkeit des nun endlich geschaffenen Referates praktisch auswirken wird. Der mit der Führung des Referates betraute Dr. Walter P e m b a u r ist 51 Jahre alt, entstammt einer alten Innsbrucker Künstterfamilie und war u. a. Vertreter der Grohdeutschen Volkspartei im linken Ufer des Nervion, das über Miravalles erreicht wurde, erobert. Ferner sind Arela, Campo de Pazterocorta, Arnotegui und Arei besetzt worden; durch die Einnahme dieser Ortschaften wird B i l3 bao vom Süden aus beherrscht. Im Ost e n von Bilbao haben die Truppen der II. Brigade ihre Stellungen auf dem Archanba-Ho- henzug weiter ausgedehnt. Am Freitagvormlt- tag wurde die F u n k st a t i o n von Bilbao gestürmt. Die Bolschewisten hatten sich besonders in einem gleicher Höhe liegenden Kasinogebäude, das durch eine Drahtseilbahn mit der Stadt verbunden ist, verschanzt. Fast in jedem Fenster war ein Maschinengewehr aufgestellt. Nach Aussagen von Ueberläufern sind die Häuser des gesamten Stadtrandes von Bibao zu Maschinengewehrnestern ausgebaut. Nach einer Meldung aus Bayonne hat d i e bas- tische sogenannte „Regierung" mitgeteilt, daß sie im Einverständnis mit den bolschewistischen Valencia-Häuptlingen sich unter Zurücklassung einer „Vertretung" in ein hinter der Front gelegenes Dorf am Golf von Biscaya zurückgezogen habe. Gaston Doumergue gestorben. Paris, 18. Juni. (DNB.) Der ehemalige Prä- fident der französischen Republik Gaston Doumergue ist in Aigues-D-ives (Departement Gard), wo er am 1. August 1863 geboren wurde, gestorben. Doumergue war vor seinem Eintritt in die Politik Richter in Frankreich, Cochinchina und Algier. 1893 wurde er Mitglied der Kammer, 1910 Senator. Er gehörte von 1902 bis 1913 verschiedenen Kabinetten als Kolonial-, Handels- oder Unterrichtsminister an. 1913 bildete Doumergue eine Regierung, in der er selbst das Außenministerium übernahm. Während des Krieges war er Kolonialminister. 1917 wurde er mit einem Son- wirtschaft aus. Generalstabsoeterinär Dr. Schulze überbrachte die Grüße des Oberbefehlshabers des Heeres und der aktiven Veterinäroffiziere des Heeres, die sich mit den Tierärzten eng verbunden fühlen, wenn sie auch außerhalb der Tierärztekammer stehen. Reichsamtsleiter Dr. Grote brachte als Vertreter des Reichsärzteführers die Verbundenheit zwischen beiden Berufen — Arzt und Tierarzt — zum Ausdruck, die bei der Erfüllung ihrer gemeinsamen Aufgabe, der Volksgesundheit zu dienen, eng zusammenstehen müssen. Am Schluß des Festaktes verlas der Dekan der tierärztlichen Fakultät der Universität Berlin eine Glückwunschadresse der tierärztlichen Fakultäten und Hochschulen. Wien, 18. Juni. (DNB.) Auch am zweiten Tag seines Wiener Aufenthaltes nahm Reichsdankpräsident Dr. Schacht Gelegenheit zu einer eingehenden Aussprache mit dem Präsidenten der österreichischen Nationaldank Dr. Kienböck. Dabei standen die Fragen im Vordergrund, die sich aus dem Waren- und Zahlungsverkehr zwischen beiden Ländern ergeben. Es besteht beiderseits der Entschluß, den Zahlungsverkehr nach beiden Seiten weiter auszugestalten, wie dies bereits durch die Abmachungen vom Juni vorigen Jahres angebahnt ist. Es werden Modalitäten gefunden werden, den Zahlungsverkehr einer weiteren Steigerung der Umsätze anzupassen. Anschließend stattete Dr. Schacht der Deutschen H a n d e l s k a m m e r . einen Besuch Fahne über dem Weißen Haus wehen. chung und Lehre. Die Hochschulen durften Daß die Befürchtungen des Abgeordneten voll nicht zu reinen Fachschulen werden. Ebenso dürfe und ganz berechtigt sind, beweist eine Rede, die der der Forschungsgeist nicht auf die Hochschule beim Jahre 1936 durchgefallene kommunistische Prä- schränkt bleiben, sondern müsse den akademischen sidentschaftskandidat Browder in Napanoch im Nachwuchs auch nach seiner Hochschulzeit wieder be- Staate Neuyork gehalten hat. Dieser Kommunisten- seelen. Sodann übermittelte Reichsminister Rust Häuptling erklärte ganz offen, daß Lewis der ^elb- Dem Reichstierärzteführer die Mitteilung, daß die Herr einer kommenden amerikanischen „Farmer- Fakultät der tierärztlichen Wissen- Labour-Partei" sei, die der französischen schäft an der Universität Berlin mit „Volksfront" entsprechen werde. Eine solche dem Wintersemester 1937/38 verselbständigt Partei sei das, was die Kommunisten in Amerika wird. oor allem erreichen wollten. Die treibende Kraft Als Vertreter des Reichsbauernführers und Reichs- für die Durchführung dieser Ziele sei das „Komitee und Preußischen Ministers für Ernährung und für industrielle Organisation". Wenn eine solche Landwirtschaft sprach Staatssekretär Willikens Partei noch nicht organisiert sei, so liege der Grund! die Glückwünsche des Bauerntums und der Land- und Arbeiter als Kameraden und Freunde. Aus der Erfüllung unserer doppelten Verpflichtung fühlen wir auch heute die Notwendigkeit, in Gemeinschaft mit den Dozenten unserer Hochschulen die brennendsten Fragen in Angriff zu nehmen. Eine Frage geht uns bei der Eroffnuna dieses Festes besonders an: Die dauernde wechselseitige Verbindung zwischen der Hochschule und des deutschen Volkes in allen Berufen und Schichten. Es ist eine Forderung des nationalsozialistischen Staates, daß jeder ehemalige Student sich dauernd mit seiner Hochschule verbunden fühlt, ihr neue Kräfte und neue Ideen zuführt und mit der jungen Studentenschaft in Verbindung steht. Eines der wertvollsten und wichtigsten Mittel, dieses Ziel zu erreichen, ist die regelmäßige Veranstaltung solcher H o ch s ch u l - feste, wie wir eines in diesen Tagen in Tübingen erleben. Vom nächsten Jahre ab ist für alle Studentenschaften an den deutschen Hochschulen angeordnet, daß im letzten Monat des Sommersemesters die gesamte Studentenschaft mit allen Kameradschaften und Fachgruppen zusammen mit ihren Dozenten und den Alten Herren ihrer Hoch- schule eingroßesStudentenfest feiert. Hier sollen Studenten und Dozenten sich gegenseitig neue Anregungen für die Arbeit geben und solche empfangen. In sportlichen Wettkämpfen, wissenschaftlichen Erörterungen und geselligen Zusammenkünften sollen sich hier Studentenschaften und Hochschulen zu sich selbst und zu ihrer Arbeit bekennen, sollen sich bekennen zu ihrer stolzen Verpflichtung dem Nationalsozialismus gegenüber. Nachdem Professor Dr. F o ck e die Gäste begrüßt hatte und auf die Lage der Universität Tübingen eingegangen war, sprach der Studentenführer der Universität Tübingen, Werner G e k e l e r , über die Aufgaben, die dem Studententum im nationalsozialistischen Staat gestellt sind. überbrachte die Grüße des Reichsinnenministers Dr. Frick. Der Reichsinnenminister habe erst im Früh- fahr d. I. die Bedeutung des tierärztlichen Berufes besonders anerkannt, indem er die Unterabteilung Veterinärwesen in eine selbständige Abteilung feines Ministeriums umgewandelt habe. Alle Tierärzte helfen mit, die Versorgung Deutschlands aus eigener Erzeugung zu fördern und die Volksgesundheit zu ihrem Teil zu schützen. Die Reichsregierung verlangt vom deutschen Tierarzt, daß er mit seiner Berufsarbeit eine durch die Reichstierärzteordnuna geregelte öffentliche ,, . , ~ er ...Aufgabe erfüllt, die mit Hingabe und unter Washington, 19. Ium. Fmttspruch.) Hintansetzung eigennützigen Strebens zu leisten ist. Der repubhfamjdje Abgeordnete Th o m as er. U. hot aber auch das feste Vertrauen, daß die deut- k arte im Repra entantenhaus der Gewerkschafts- ,r3tc b'en Willen und die Fähigkeit dazu fuhrer Lewis fei bte größte Gefahr, Die ’ . die amerikanische Demokratie bedrohe. Die Sowjet- y union stehe auf dem Wege über die radikalen Reichswissenschastönnmster Jtufr Organisationen in den Vereinigten Staaten hinter Lewis und versuche, die amerikanische Industrie zu erörterte die Frage, ob die Ausbildung Des oeut- zerstören und bie Saat ber Revolution schen Tierarztes aus der Hochschule befriebi- auszustreuen. Die Bereinigten Staaten ständen vor gend gelöst werbe. Er lehnte es ab, Die Berufsauseiner gefährlichen Krise. Wenn nicht schleunigst die bildung von der Stätte der Wissenschaft und For- gesetzesoerächterische Tätigkeit von Lewis einge- chung zu trennen und stellte sich vor den Grundsatz dämmt werde, werde eines Tages bie rote Iber $ u f a mnw n ,g e t) ö rj g t e H ° n jot» Ein seltsamer Anstatt. Wien, 18. Juni. (DNB.) Wie der jüdische „Telegraph" triumphierend meldet, muß die in Linz erscheinende „Neue Zeit" ihr Erschetnenein- stellen. Eine Rückfrage in Linz ergab die bezeichnende Tatsache, daß man dort „bis zur Stunde" noch nichts von einer solchen Maßnahme wußte und daß sowohl der zuständige Sicherheitsbirektor als auch bie Polizeibirektion in Linz angeblich keine ent- sprechenben Weisungen erhalten hätten. Bemerkenswert aber ist, baß bie Melbung von bem Verbot des Blattes bereits am Donnerstag um 15 Uhr i m schweizerischen Rundfunk b e t a n n (gegeben wurde. Gegen die „Neue Zeit", die sich als bodenständiges nationales Blatt in bestem Sinne des Wortes stets für bie inner- politische Befriedung eingesetzt hatte, war von jüdischer Seite schon seit langem gestänkert worden, besonders nachdem die Zeitung die Namen von Personen veröffentlicht hatte, die sich zu Jahresanfang dem geplanten Deutsch-Sozialen Verein zur Verfügung gestellt hatten, dessen Gründung bann aber infolge ber innerpolitischen dafür nur darin, daß das Komitee in seiner Arbeit noch nicht so weit fortgeschritten sei. Es sei jedoch klar erkennbar, daß der Weg zur Bildung einer „Volksfront" in den Vereinigten Staaten bereits beschritten sei. Oie Familien der Hingerichteten ^Hochverräter" mit Verbannung bedroht. Moskau, 18. Juni. (DNB.) Die „Pran^a" erhielt einen Brief der Witwe des am 12. Juni Hingerichteten Armeekommandanten Jafir, in dem sich diese von ihrem Manne lossagt und ihn als Hoch- und Landesverräter verwünscht. Man erinnert sich an jenes barbarische Gesetz, wonach Familienmitglieder und Verwandte politischer Verurteilter als Geiseln verhaftet und auf fünf Jahre verbannt werden können, selbst wenn sie an bem Vergehen ihrer verurteilten Verwanbten nicht beteiligt sind. Familienmitglieber, bie sich von ihren verwanbten „Verrätern" nicht .öffentlich los- sagen, können zu fünf bis zehn Jahren Gefängnis verurteilt werben. Die Beweggrünbe, welche die Frau des ermordeten Armeekomman- banten Jafir zu dieser Erklärung veranlaßt haben, sind also offensichtlich. Man nimmt an, daß Frau Tuchatschewski, falls sie dem Beispiel der Frau Jafir nicht folgt, zum mindesten nach Sibirien verschickt wird. Die Frauen, Mutter und Kinder einiger in die Affäre Jagoda verwickel- ten Persönlichkeiten sind dieser Tage nach Sibirien verbannt worden. berauftrag in Rußland betraut. 1923 wurde mergue Präsident des Senates. Nach bem tritt des Präsidenten ber Republik Millerand Tübingen, 18. Juni. (DNB.) Das Erste All- gemeine Deutsche Studentenfest wurde am Freitag- vormittag eröffnet. Im dicht besetzten Festsaal der Universität hatten sich die Dozenten, die Studierenden, die Alten Herren und zahlreiche Ehrengäste eingefunben. Nach dem Einzug des Lehrkörpers spielte das Orchester des Akademischen Musikvereins die Ouvertüre zu „Iphigenie in Aulis". Dann sprach Reichsstudentenführer Dr. S ch e e l. Es gibt wenige Fragen, so sagte er u. a., im Bereich des gesamten völkischen Lebens, die in den letzten vier Jahren so stark umstritten waren, wie die Frage nach bem Existenzwert ber deutschen Hochschule in der überlieferten Form der Verbindung von Forschung und Lehre. Diele studentische Generationen in der Jahrhunderte alten Geschichte der deutschen Universität haben bie Verpflichtung vernachlässigt, sich selbst tief hanbelnb in die Diskussion um ben Wert unb bie Bebeutung ber Wissenschaftserziehung einzuschalten. Als aber Ibie Frontgeneration auf ben Hochschulen trennende Schranken beiseiteschob und die volks- deutsch ausgerichtete „Deutsche Studentenschaft" schuf, trat diese Organisation schon kurz nach ihrer Gründung mit bem selbständigen Plan zur Reform der wissenschaftlichen Erzieh u n g der Hochschulen überhaupt auf. Die Forderung besonderer Lehrstühle für Geopolitik, Aus- landsdeutjchtum und Wehrwissenschaft, die Bemühungen um eine Vereinheitlichung des Studien- bienstes und des Prüfungswesens im ganzen Reich, die Erörterungen um die Schaffung einer sogenannten humanistischen Fakultät beweisen deutlich, wie viel schöpferisches Leben in dieser Generation steckte. Es wird unser Stolz bleiben, daß wir in ber Kampfzeit nicht nur in ben Hörsälen und Instituten unsere Pflicht als Studenten taten, sondern daß wir zutiefst erfüllt waren von den Notwendigkeiten der politischen Erneuerung unseres Volkes durch I bie Bewegung. So gewannen wir in den Stürmen der SA. und SS. Handwerker, Bauern Nahrungsfreiheit Deutschlands sicherzustellen. Gegenwärtige wie künftige Leistungen von Deutschlands Tierärzteschaft zu sichern, ist die Reichstierärztekammer berufen und verpflichtet. Ihr Aufbau ist nunmehr abgeschlossen. geeigneter fein. Es entspreche weiter auch den Richtlinien der faschistischen Regierung, eine scharfe Trennung zwischen Eingeborenen- unb JtaUenerviertel burchzuführen. Bilbao von Süden umklammert. Front vor Bilbao, 18. Juni. (DNB.) Arn Freitagmittag erstürmten bie Truppen ber I. nationalen Brigabe den über 400 Meter hohen P a - gasari im Süden von Bilbao. Schwere Artillerie und Bombenflieger unterstützten den Angriff. Am südlichen, von dichtem Wald bewachsenen Hang des Berges leistete der Gegner hefttgen Widerstand, ber erst nach mehrstündigem Gefecht und Handgranatenkampf beendet wurde. Die Besetzung des Pa- gafari ist von großer Bedeutung, da er die letzte Bergstellung der Bolschewisten im Süden von Bilbao war. Im Südosten ist das nächste Ziel der nationalen Truppen bie Bergkette bei Alonsote- gui. Am rechten Ufer bes Nervion würben der Punkt 264 sowie San Bernaba unb Luchana eingenommen; süblich von Bilbao würbe Unzeta am ab. Im Schloßhotel Kobenzl fanb ein Frühstück statt, bas ber Präsident ber Oesterreichischen Nationalbank gab unb an dem Bofichafter von Papen, i . 1R - . x^m Ersten Staatsrat Dr. Kienböck mit sämtlichen Mitgliedern B? r N n 18. Ium (DNB ) Aus oem Ersten des Generalrates der Nationalbank, Finanzminister Deutschen T.era ztetag m Berlin murbe bie Errich Dr. N-umey-r, dl- Minister a. D. Streeruwiß uni hing ber R e t s 11 = r °.r3 a m m e r n er Dr. Draxler sowie Vertreter des Wirtschaftslebens Mundet. Nacheinem teilnahmen. Am Freitagabend fand in der deutschen w^ehstierär^tefubrer das Geseß über b?e meLanÄ sfäateletoetÄs chm ibt, b'er Zrastdent d-- MÄHÄ Bundestages, Dr. Hoyos, der Präsident der Na- der ^^Emeinheit g s . xönnen Ein lang geheq- tionalbank, Staatsrat Dr. Kienböck, der italiem- "thos nicht erfüll• ™r*en la g g y g Ich- Gesandte, ber ungarische Gesandte [omie «erd Cr0“rfSn' in bem cl treter des Wirtschaftslebens. I sgeginn h^ißt: „Für bie Gesundheit des deutschen Tierbestandes zu sorgen und an der Hebung seiner Zucht- und Leistungsfähigkeit mitzuwirken; das deutsche Volk vor Gefahren und Erkrankungen durch Tierkrankheiten, sowie durch Lebensrnittel unb Erzeugnisse tierischer Herkunft zu schützen" und daß e, . . .. , । „ber Tierarzt damit eine durch dieses Gesetz gere- Tiroler Landtag. In Oesterreich ist er als national- "lte Öffentliche Aufaabe erfüllt." Dankbar empfin- politischer Schriftsteller bekannt geworden. Der Wie- die deutsche Lierärzteschaft, daß das Dritte ner Rechtsanwalt Dr. S e y ß - I n q u a r t, der . gleichzeitig anerkannt hat, daß der tierärzt- außerdem Vorschläge zur Heranziehung „bisher ab- üche Beruf kein Gewerbe ist, weil er nur dort feitsstehender Kreise" zwecks Mitarbeit an öer poli-1 a'url)aft erfüllt und geleistet werden kann, wo die ttfchen Willensbildung in ber Vaterlänbifchen Front j „ „ ere Berufung für jein (^greifen unb feine ausarbeiten soll, hat längere Zeit ber Wiener ^übung ben Ausschlag gegeben hat. Neue große Rechtsanwaltskammer angehort unb ist u a. aM Aufgaben finb von den Tierärzten zu losen, um den Verfasser zahlreicher nationalpolitischer Aufsätze und in' Stand zu setzen, auf dem Gebiete der als führendes Mitglied des Deutschen Klubs in Wien ^jerwirtschaft immer mehr aus eigener Kraft die hervorgetreten. Wir haben keine Veranlassung, bte» I ____lAJ.-.w.k mosern volkspolitischen Referat Vorschußlorbeeren zu überreichen. Auf den Erfolg ber inneren Befrie- bungsarbeit allein kommt es an. Unb biefer Erfolg läßt sich wohl am ehesten erzielen, wenn man nicht biftiert, fonbern Entgegenkommen zeigt. Jeboch, es ist nicht unsere Sache, Ratschläge zu erteilen. Mit bem auf jüdisches Betreiben erfolgten Verbot einer ausgesprochenen nationalen Leitung, der .Neuen Zeit" in Linz, die sich für bie mnerpolitische Be- friebung eingesetzt hat, ist allerbings kein säuberlich erfreuenber Auftakt gegeben worben. 1 b«l 6e^n?n«t°B'em öec3llop^n etjen Wd^ wflgr-" -MD Gukslnspekkor von Vandilen ermordet. Der Führer und Reichskanzler hat auf Vorschlag r i ch t s h o f in Berlin ernannt. reichte. Der Fall Weigel kann nicht geleuanel werden Oer Mord bei Kloster Mariaiann und Luftschiff „Graf Zeppelin" nach Frankfurt übergesührt EAeumanns {pecs^ilfe unterstützt und regelt die Arbeitskraft Ühces Herzens, heumonns herz-hilfe ist unschädlich und aus rein pflanzlichen heilstoffen zu« sammengeseht.'Au haben in den Apotheken für R2R. 2.50 die Packung. Sie reicht ca. 1 Monat. Mitglieder hervorrief. Seitdem hatte Doumergue sich vollkommen von der Politik zurückgezogen. fache der nicht wegzuleugnenden Geschehnisse scheitern. Zunächst muß auffallen, daß dieses sogenannte Dementi so schnell auf die Veröffentlichung des DRB. erfolgt ist, daß eine wirklich ernstliche Ueberprüfung der erhobenen Anklagen schon rein technisch nicht möglich gewesen sein kann. Weiterhin entsteht die Frage, worauf sich dieses Der Jugendführer des Deutschen Reiches empfing den Führer der italienischen Jugend, Staatssekretär Ricci, der ihm im Auftrage des Königs von Italien und Kaisers von Aethiopien das Groß- kreuz vom St. Mauritius-Orden über- Erst wenn der Mensch tot ist, erinnert man sich 'feiner Werte und Vorzüge. Das gilt in besonderem Maße für Gaston Doumergue. Man hatte ihn im aufgeregten und von politischen Leidenschaften durchwühlten Frankreich fast vergessen, obwohl er erst vor ganz wenigen Jahren das Land vom Rande eines Bürgerkrieges wegriß. Man war ihm damals unendlich dankbar dafür. Doch dauernde Dankbarkeit gibt es im politischen Leben nicht. Heute allerdings, wenige Stunden nach seinem Hinscheiden, steht einem jeden Franzosen das Bild dieses Mannes vor Augen, heute weiß man auch, was Frankreich sich hätte ersparen können, wenn parteipolitisches Intrigenspiel nicht triumphiert und Gaston Doumergue sein Werk der Wiederherstellung des inneren Ausgleichs hätte fortsetzen können. Es blieb ihm nicht erspart, zusehen zu müssen, wie sein Werk zerschlagen wurde und wie diejenigen, die ihm damals wegen einer Richtigkeit ein Bein stellten, sich heute in Zugeständnissen förmlich überstürzen, um ein Unglück aufzuhalten, das sie durch eigene Unvorsichtigkeit heraufbeschworen haben. In der Bromberger Gegend wurde auf einem Gut i Banditen ein Ueberfall ver- Dementi denn gründet. Es kann sich doch zweifellos nur auf die Aussage der an den Mißhandlungen unmittelbar beteiligten Polizeiorgane stützen. Daß diese aber die grauenhaften Folterungen, die sie gewissermaßen unter sich an dem wehrlosen Opfer begangen haben, ableugnen, ist wohl ohne weiteres anzunehmen. Gegenüber diesem Global-Dementi steht die detaillierte und genaue Aussage über die angewandten Methoden, die unmöglich aus der Phantasie eines Menschen geboren fein können, sondern nur von einem in dieser Genauigkeit wiedergegeben werden können, der sie s e l b st fördert und mit beispielloser Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit seinen ©ubamenfabienft durchgesuhrt | bVni*t w-azuleu-m-nden Ach gen herausgeschmuggelt. Cremer und Kreutz erhielten je 8 Jahre Zuchthaus und sechs Jahre Ehrverlust, ferner Geldstrafen von 100 000 und 60 000 Mark und Wertersatzstrafen von 216 000 und 114 000 Mark. Ohrem wurde zu vier Jahren Zuchthaus, 3 Jahren Ehrverlust, 50 000 Mark Geldstrafe und 119 000 Mark Wertersatz, und Hoffmann zu anderthalb Jahren Zuchthaus, drei Jahren Ehrverlust, 50 000 Mark Geldstrafe und Japan lehnt Kaliberbeschränkung für Schlachtschiffe ab. Tokio, 19. Juni. (DRB. Funkspruch.) Der japanische Außenminister H i r o t a lehnte den amenka- nischen Vorschlag zur B e s ch r a n k u n g d e s G e - schutzkalibers der Großkampfschiffe auf 14 Zoll (35,55 Zentimeter) ab unter Hinweis auf den Standpunkt Japans während der Londoner Flot- tenkonferenz Anfang 1936. Japan lehnte damals ein. Zu dieser Veranstaltung sind alle Schachspieler Hessen-Nassaus eingeladen. Zu Anfang dieses Gauturniers spricht der Leiter der Deutschen Schachgemeinschaft, Reichskultursenator und Staatspreisträger 1937 Chefdramaturg Friedrich Bethge über das Thema „Der Weg zum Volksschach". Die Reichskhealerwoche in Essen. Im Rahmen der Reichstheaterwoche brachten die Essener Städtischen Bühnen die szenisch wie kostümlich mit großem Geschick neuinszenierte Operette „G a s p a r o n e" von Karl Millöcker. Als auswärtige Gäste waren neben hervorragenden Essener Kräften Margarethe S l e z a k vom Deutschen Opernhaus Berlin und Carla Spletter von der Berliner Staatsoper sowie der von Bühne und Film bekannte Harald Paulsen mit bester Wirkung eingesetzt. Der Essener Städtische Musikdirektor Albert Bittner leitete den Abend sehr zügig und charaktervoll. Der Erfolg, an dem auch die Essener Tanzgruppe mit einer Reihe prächtiger Tänze erheblichen Anteil hatte, war groß. Folgenschwerer Felssturz in Oberitalien. Im Seriana-Tal bei Bergamo ereignete sich in der Nähe des Ortes Verkova an der Strecke Bergamo—Clufone ein schwerer F e l s st u r z. Etwa 175 000 Kubikmeter Gesteinsmassen v er schütte - t e n die Tongrube eines Industrieunternehmens und einen Stollen, wobei zwei Arbeiter getötet wurden. Auch an einem Elektrizitätswerk und den Stromleitungen wurden Beschädigungen angerichtet. Das niedergegangene Gestein verlegte den Flußlauf des Serio, so daß ein Stausee von 500 Quadratmeter Fläche entstand. Oie Narrenkappe. Gutes Zeugnis. Papa Wr angel und der Marschall Vorwärts sind sich in zwei Dingen sehr ähnlich gewesen. Beide liebten es, ihre Briefe möglichst kurz abzufassen, und beide folgten darin einer eigenartigen Rechtschreibung. Ein besorgter Vater hatte an Blücher einen Brief folgenden Inhalts ins Feld geschrieben: „Lieber Feldmarschall! Mein Sohn im 19. Regiment, 2. Kompanie, hat seit Jahr und Tag nichts geschrieben und auch auf meinen letzten Brief nichts geantwortet. Lebt er noch, und ist er ein guter Soldat, Feld- rnarschall, dann bitte ich um ein paar Zeilen, lebt er aber nicht mehr, oder ist er ein schlechter Soldat, dann Feldmarschall, bloß die Worte: „Euer Sohn ist ober war ein feiger Kerl!" Blücher schrieb zurück: „Euer Sohn früßt wie ein Scheunentrescher und ist einer unserer besten Jungen!" hat. Das Luftschiff verließ Friedrichshafen um 17.15 Uhr und landete nach planmäßig verlaufener Fahrt um 20.31 Uhr auf dem Luftschiffhafen Rhein-Main unter starker Teilnahme der Bevölkerung. Vorläufig bleibt „Graf Zeppelin" auf dem Luftschiffhasen Rhein-Main in der Luftschiff Halle I, tue bis auf weiteres für Besichtigungen g e - sperrt bleiben muß. Später jedoch soll das Luftschiff für Besichtigungen freigegeben werden, worüber Näheres noch bekanntgegeben wird. Als das Luftschiff „Graf Zeppelin" das Gebiet Rhein-Mam erreichte, sandte die Besatzung ein B e - grüßungstelegramm an Gauleiter Sprenger, der bei der Landung auch zugegen war. Nach beendigter Ueberführung in die Luftschiff- Halle begrüßte der Gauleiter die vor dem Luftschiff angetretene Mannschaft. Er führte aus: Die Ueberführung des Luftschiffes „Graf Zeppelin" gibt den Beweis dafür, daß die deutsche Zeppelinlustschlffsahrt nicht eingestellt ist. Alle großen Pläne über den Ausbau der Zeppelinluftschiff-Fahrt werden Gestalt gewinnen. Die Siedlung der Zeppelinreederei, das Luftschiffheim wird mit unverminderter Tatkraft weitergebaut, sobald alle Angehörigen der Reederei ihr Heim in der Nähe des Luftschiffhafens erhalten können. — Direktor Issel versprach vollen Einsatz aller Kräfte' für die Weiterführung der Zeppelinluftschiff-Fahrt. die Aufrechterhaltung der alten bis 1936 geltenden Flottenoerträge und die Fortsetzung der Beschränkungen im Bauprogramm ab und forderte dagegen die Anerkennung der Gleichheit Der japanischen Flottenstärke mit denjenigen Englands und Amerikas. Hirota erklärte, daß Japan zur Beschränkung bereit sei, falls diese sich auf die gleichmäßige Abrüstung aller Offensivwaffen erstrecke. Japan stehe auf dem Standpunkt, daß jede quantitative Abrüstung auch von qualitativer begleitet sein müsse. Daher entspräche eine bloße Beschränkung des Geschützkalibers nicht den japanischen Grundsätzen. Kleine politische Nachrichten Im Auftrage der Internationalen Bruckner- Gesellschaft überreichte der Präsident der Reichsmusikkammer Prof. Dr. Raabe Reichsminister Dr. Goebbels die Bruckner-Ehrenmedaille in besonderer Anerkennung der Verdienste des Ministers um Anton Bruckner und dessen Werke. Das Luftschiff „Graf Zeppelin", das seit der Rückkehr von seiner letzten Südamerikafahrt in einer Halle des Luftschiffbau Zeppelin in Friedrichshafen gelegen hatte, wurde am Freitag, 18. Juni, unter der Führung von Kapitäft Witte mann nach Frankfurt a. M übergeführt. An Bord befand sich vollzählig die altbewährte Stammbesatzung des Luftschiffes, das in feinen acht Betriebsjahren auf fast 600 Fahrten über 1,65 Millionen Kilometer zurückgelegt, über 13 000 Fahrgäste be- Jeber den bereits gemeldeten grausigen Mord beim Kloster Mariatann in Unterkirnach (Schwarzwald), einer Niederlassung der Schulbrüder Johannis von Lasalle, die ihren Hauptsitz in Rom haben, werden folgende Einzelheiten bekannt: Der Mörder ist der l^/sjährige Klosterschüler Peter Vogel- gelang, gebürtig aus Lötzen in Ostpreußen, der ich in den letzten Wochen im Dillinger Krankenhaus befand. Hier hatte sich Vogelgesang unbemerkt 3um Kloster entfernt, wo er sich um Mitternacht einschlich und in den Schlafsaal vordrang. Der Mörder weckte ein Opfer, den 13 Jahre glten Zögling Otto M i t - termener aus Rodalben in der Rheinpfalz, dem er sich schon früher unsittlich genähert hatte, und lockte es unter Drohungen in den nahen Wald. Dort wurde Mittermeyer, der nur Hemd und Turnhose trug, von Vogelgesang gewaltsam entkleidet, dann an einen Baum gebunden urtb mit Zweigen sowie mit einem Gürtel mißhandelt. Schließlich legte der Mörder den armen Knaben über gefällte Baumstämme, um dann, nachdem er ihn gekreuzigt hatte, blindlings mit einem Taschenmesser auf das Opfer einzustechen. 27 Stiche wurden am Körper des Jungen festgestellt. Der Mörder ist geständig. Er erklärt, daß er sich bei Ausführung des Verbrechens, das in der Bevölkerung große Erregung hervorrief, in einem sexuellen Rauschzustand befunden habe. Blutspuren weisen darauf hin, daß zwischen dem Mörder und seinem Opfer ein Kampf stattgefunden hat. Nur mit Abscheu und Ekel wird man die gräßlichen Einzelheiten der Mordtat beim Kloster Mariatann im Schwarzwald lesen können. Der Fall gibt Gelegenheit, darauf hinzuweisen, daß die Entschuldigung katholischer Kirchenbehörden, es handele ich bei den in letzter Zeit bekannt gewordenen, zahlreichen scheußlichen Verbrechen um Einzelfalle, durch die Tatsachen widerlegt wird. Im Gegenteil liegt die Auffassung nahe, daß nur verhältnismäßig wenige solcher Fälle bekannt werden, weil der von den kirchlichen Kreisen ausgeübte Druck vielfach die Aufdeckung und Ahndung derartiger Vergehen und Verbrechen verhindert. Zuchthausstrafen fürOevifenverbrechen von katholischen Ordenögeistlicher. Berlin, 18.Juni. (DRB.) Das Berliner Sondergericht hatte sich mit einem Nachspiel zu dem großen Devisenprozetz gegen Angehörige des Redemptoristen-Ordens aus dem Herbst 1935 zu beschäftigen. Damals war der größte Tell der neun angeklagten Ordensgeistlichen wegen umfangreicher Devisenschiebungen zu Zuchthausstrafen verurteilt worden. Die Hauptdrahtzieher des volksfchadigen- den Unternehmens saßen wohlgeborgen i m Aus- lande, so Joseph Cremer in Luxemburg, Joseph Kreutz und Joseph O h r e m in Waals (Holland). Kreutz war Pater Provinzial der Ordens- prooinz der Redemptoristen in Bonn Sem Gegenspieler auf holländischer Seite war Cremer als Pa- ter Rector des Redemptoristenklosters in Waals. Zur Durchführung ihrer Schiebungen, durch die der deutschen Volkswirtschaft ein Schaden von etwa 400 000 Mark verursacht wurde, bedienten sie sich des jetzt 39jährigen Friedrich Hoffmann, der nachträglich gefaßt werden konnte. Mit ihm zusammen wurden im Abwesenheitsverfahren auch die drei Ordensgeistlichen abgeurteilt. Hoffmann führte riesige Effektenschiebungen für den Redemptoristen- : orben durch, indem er die aus dem Auslande herein- geschmuggelten, zu niedrigen Kursen aufgekauften i deutschen Wertpapiere mit großem Gewinn an deut- - scheu Börsen verkaufte. Der Gewinn wurde dann , wieder nach den ausländischen Ordensniederlassun- erlebt hat. Der Bericht des Gefolterten enthält überdies f o präzise Angaben von Ort und Zeit und selbst von Personen, daß es einer objektiven Untersuchung nicht schwer fallen würde, den Hergang in allen seinen Einzelheiten wieder zu rekonstruieren. Im übrigen ist dies nicht der erste Fall von Mißhandlungen Reichsdeutscher in tschechischen Polizeigefängnissen. Die Berichte aller dieser Opfer stimmen aber, obwohl sie zeitlich und persönlich in gar keinem Zusammenhang stehen, fast völlig u b e re in, so daß schon auf Grund dieser Tatsache allein an der Wirklichkeit dieses unmenschlichen Verfahrens nicht gezweifelt werden kann. Das tschechische Pressebüro glaubt nun einen besonderen Beweis für die Unrichtigkeit der Behauptungen darin erblicken zu können, daß der Weigel, gegen die Mißhandlungen keine Beschwerde erhoben hätte. Man kann es Herrn Weigel durchaus nachempfinden, daß er nach diesen ungeheuerlichen Qualen, denen er ausgesetzt gewesen ist, diesen Polizeiorganen nicht die Veranlassung geben wollte, diese Quälereien noch f o r 13 u = setzen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß eine Beschwerde ihm nicht nur nichts genutzt, sondern ihn nur noch neuen schweren F 0 lterun - gen ausgesetzt hätte. Wenn man sich von deutscher Seite entschlossen hat, so schwere Anklagen gegen die tschechische Polizei vor aller Oeffentlichkeit zu erheben, so geschah das in der Ueberzeugung, daß diese Anklagen auf Grund d e r genauesten Ueberprüfung und sorgfältig st en E r - mittlun gen in jeder Einzelheit d e r Wahr- heit entsprechen und andere Möglichkeiten, diesen Ungeheuerlichkeiten ein Ende zu bereiten, zunächst nicht mehr zu bestehen schienen. lungen kurzerhand in Abrede ge {teilt werden. Wenn auch von tschechischer Seite der Versuch begreiflich erscheint, sich von den schweren Anklagen, die in der ganzen Kulturwelt den empörendsten Eindruck über die in der Tschechoslowakei üblichen Polizeimethoden hervorgerufen haben, reinzuwaschen, - - • ' • ‘ an Der Tat- Zwlschen Kant und den Banditen ist es zu einem schweren Kampf gekommen, in dessen Verlauf Kant zwei Brustschüsse und einen Bauchschuß erhielt, an denen er später ver - Wetterbericht de» Reichswetterdienstes. Ausqabeort Frankfurt Der fast alljährlich um Mitte Juni einsetzende Kälterückfall hat den Höhepunkt seiner Entwicklung überschritten. Immerhin brachte die Nacht zum Samstag, unterstützt durch Einstrahlung, krästige Abkühlung, die vielerorts die Temperaturen bis unter plus 5 Grad absinken ließen. Die Abkühlung der letzten Zeit gegen den wärmsten Tag der vergangenen Hitzeperiode betrug in den Mittagswerten bis zu 20 Grad, im Tagesdurchschnitt bis zu 13 Grad. Die Großwetterlage befindet sich wohl in Umgestaltung, die langsam fortschreitende Erwärmung wird noch keineswegs beständiges Schönwetter bringen. Aussichten für Sonntag: Veränderung und Neigung zu einzelnen Regenfällen, tagsüber nur mäßig warm, meist südliche und westliche Winde. Lufttemperaturen am 18. Juni: mittags 16,7 Grad Celsius, am 18. Juni: abends 11,7 Grad, am 19. Juni: morgens 9,6 Grad, Maximum 16,9 Grad, Minimum 6,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. Juni: abends 19 Grad, am 19. Juni: morgens 13,9 Grad, Sonnenscheindauer 6,8 Stunden. Berlin, 18. Juni. (DNB.) Das tschechoslowakische Pressebüro hat sich bemüßigt gesehen, auf die durch das DNB. veröffentlichte Aussage des Reichsdeutschen Weigel über die grauenhafte und menschenunwürdige Behandlung, die er während feines Verhörs im Prager Polizeipräsidium hat erleben müssen, eine Gegenerklärung zu veröffentlichen, in der die Mißhand- N 'iionalpolitische Erziehung Einsatz von Jungmannen im Bergbau. Herne, 18. Juni. (DNB.) Im Hauptverwaltungsgebäude der Bergwerksgesellschaft Hibernia fand eine Pressebesprechung statt, bei der Der Be- auftragte für den Ruhreinsatz,SS.-Standartenführer Pg. Z i m m e r m a n n, einen Ueberdlick über den erstmaligen Einsatz von Jungmannen der na t'ionalpoli tischen Erziehungsanstalten (NPEA.) als Bergarbeiter im Ruhrgebiet gab. Die 1933 vom Reichsminister Rust ins Leben gerufenen Anstalten umfassen gleich den höheren Lehr- anftalten acht Klaffen. Ihr Ziel ist die forgfalhge Erziehung einer charakterlich, geistig und körperlich auserlesenen Jugend auf soldatisch-kameradschaftlicher Grundlage zu führungsfreudigen Männern von größter Leistungsfähigkeit und echter nanonah soziallstischer Gesinnung. Die Auslese wird streng Durchgeführt, unabhängig von der wirtschaftlichen Lage der Eltern. Die Anstalten nehmen Söhne aller schaffenden Stände auf. Auf ein familiär-herzliches Verhältnis zwischen Führer und Gefolgschaft wird besonderer Wert gelegt. Jeder Drill ist verpönt. In jedem Jahr findet eine dreitägige F r u h - jahrsübung statt. Außerdem kommen die Anstalten alljährlich zu einem großen Treffen zusammen, bei dem die Jungmannen die Möglichkeit Haden, zwölf Tage hindurch in sportlichen und anderen Wettkämpfen ihre Kräfte zu messen und die Pflege soldatischer Manneszucht unter Beweis zu stellen. Durch In- und Auslandsfahrten, Landdlenft und Bergwerkseinsatz erhalten sie weiter Gelegenheit, ihren Gesichtskreis zu erweitern und w'.t Den schaffenden Volksgenossen in engere Berührung zu kommen. . .. , ,. , Besondere Bedeutung kommt in dieser Hinsicht dem Bergwerk seins atz zu. Der Jungmann soll Achtung vor dem Berus des Bergmannes gewinnen, gleichzeittg aber auch als Mitglied Der Familie des Bergmannes leben und so die Lebensbedingungen im Bergbau kennenlernen. Bereits 1936 haben Jungmannen der Anstalt Spa n d a u einige Wochen auf westfälischen Zechen gearbeitet. Zur Zeit sind rund 174 Jungmannen und neun Erzieher der Anstalten Ploen, Spandau, Köslin, Bensberg und Stuhm zu achtwochiger Tätigkeit eingesetzt. Sie arbeiten drei Wochen über Tage und fünf Wochen unter Tage. Die 15jährigen werden nur über Tage beschäftigt. Der Tagelohn bewegt sich zwischen 2 Mark und 3,54 Mark. Bisher wurden im Ruhrgebiet 20 000 Mark an Lohnen für Jungmannen ausgezahlt, die zum größten Teil wieder den Bergarbeiterfamilien, bei denen oie Juna- mannen in vorbildlicher Weise untergebracht sind, zugute kommen. Als Abschluß findet eine Rhein- sahrt aller Jungmannen und Erzieher statt, an der neben der Leitung der Werke die DAF„ die HI., Betriebsführer, Ausbildungsleiter und Bergarbeiter teilnehmen werden. 119 00 Mark Wertersatz verurteilt. eittlichkeitsverbrechen eines Klosterlehrers. Koblenz, 18. Juni. (DNB.) Vor der Dritten* Großen Strafkammer des Landgerichtes Koblenz hatte sich der 42jährige Franziskanerbruder F r rede b e r t (Paul Hohmann) aus der Ordensniederlassung Wildmiel zu verantworten. Die Anklage warf ihm 23 Fälle vor, in Denen er als Lehrer und Erzieher an minderjährigen Schülern und Zöglingen unzüchttge Handlungen begangen hat. Hohmann war im Alter von 14 Jahren bei der Ordensniederlassung in Kreuznach eingetreten, hat den Weltkrieg mitgemacht, wurde mehrfach verwundet und geriet in englische Gefangenschaft. Um so trauriger ist es, wie der Vorsitzende betonte, daß ein Mann, der tapfer für sein Vaterland gekämpft und geblutet hat, schließlich von der Klosterpest angesteckt wurde und sich in unverantwortlicher Weise an der deutschen Jugend verging. Trotz der übereinstimmenden, bis ins einzelne gehenden Aussagen seiner Opfer, von den 20 als Zeugen vor dem Richtertisch standen, und trotz der Bestätigung des Tatbestandes durch den Schulleiter Bruder Hadrian, leugnet der Angeklagte hartnäckig und behauptete, die Schüler seien eine Massensuggestion unterlegen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu vier Jahren Zuchthaus und sprach ihm die bürgerlichen Ehrenrechte für die gleiche Dauer ab. Der Vorsitzende erklärte, mildernde Umstände hätten einem solchen Jugendverderber, angesichts der Fülle der Straftaten, nicht zugebilligt werden können. Er habe sich durch sein Verhallen selbst aus der deutschen Volksgemeinschaft ausge- schlossen. Der Angeklagte nahm im Gegensatz zu feinen vorausgegangenen Unschuldsbeteuerungen das Urteil sofort an. Aus aller Wett. Explosion in einer Duisburger Brauerei. In der König-Brauerei AG. in Duisburg-Beeck ereignete sich eine Explosion, die einen Teil der Baulichkeiten zerstörte und durch die Gewalt des Luftdruckes die umliegenden Häuser beschädigte. Bei der Explosion flog zuerst der untere der beiden übereinander liegenden Kessel in die Luft und nahm den oberen Kessel mit. Glühende Kohlen wurden emporgeschleudert und verursachten in den Nachbarhäusern kleinere Brände, die von den Hausbewohnern gelöscht werden konnten. Es regnete Steintrümmer und Eisenteile auf die benachbarten Straßen, wodurch eine Frau und zwei Kinder leicht verletzt wurden. Da die Straßen zur Zeit der Explosion fast menschenleer waren, wurde größeres Unheil vermieden. Als ein Glück ist es zu bezeichnen, daß Die Belegschaft sich nicht in den gefährdeten Räumen befand, sondern zur Löhnung angetreten war. Vor dem Kessel befanden sich nur zwei Heizer, Die mit nicht lebensgefährlichen Verletzungen geborgen werden konnten. Unter den Trümmern, mit deren Wegräumen Die Technische Nothilfe beschäftigt ist, befindet sich dagegen noch der Braumeister. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thyriot. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot: für den übrigen Teil: Ernst Blumschein (beurlaubt). Vertreter: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für Den Inhalt Der Anzeigen: Theodor Kümmel D A. V. 37: 9326, Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch» und Steindruckerei R Lange, K-G, sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Psi mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Psi. mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. starb. Paul-rNorphy-Gedächlnis-Turnier. Vor 100 Jahren, am 22. Juni 1837, wurde in New Orleans (USA.) Paul Morphy geboren. Er gab dem Schachspiel einen ungeheueren Auftrieb und fand viele neue Eröffnungen, die auch heute noch für den Schachspieler wertvoll sind. Die Deutsche ^chachgemeinschaft, Gaugruppe Hessen-Nasiau. ver- anftaltet aus diesem Anlaß am 27 Juni in Frankfurt im Volksbildungsheim ein Paul-Morph y- Gedächtnis-Turnier. Es handelt sich um ein Schnellpartie-Turnier, Das in Drei Stärkegruppen gespielt wird. Die Spieler schätzen sich selbst Amtlich wird in Moskau bekanntgegeben, daß durch Verordnung Des Präsidiums Des Zentral- exkutivkomitees Der Sowjetunion Der bisherige sowjetrussische Botschafter in Japan Konstantin Konstantinowitsch Jurenew zum Boi schäft er der Sowjetunion in Berlin ernannt worden ist. des Reichsministers der Justiz Dr. Gärtner den _________ Generalstaatsanwalt S rett le in Karlsruhe ßum bei Schubin von ..... - Oberreichsanwalt beim Reichsgericht übt, bei dem der deutschstämmige Gutsinspektor Paul in Leipzig und den Generalstaatsanwalt PareyAant ums Leben kam. 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Darum streitet der Bolschewismus auch gar nicht mehr mit logischen Waffen, was er im Anfang seines „Kreuzzuges", wenn freilich auch in denkbar primitivster Weise, zu tun versuchte, sondern er läßt seinen Gefühlen freien Lauf und haßt, was er nicht widerlegen kann. Run macht der Haß den Menschen bekanntlich blind — was die Liebe, wenigstens die echte Liebe, nie tut —, nicht bloß gegen die Vorzüge des Gegners, sondern vor allem gegen die eigenen Schwächen. Rur weil der Bolschewismus so besinnungslos hassen kann, darum kann er sich auch, ohne es zu merken, vor den Augen der gesamten übrigen Welt so heillos lächerlich machen. Oder entspricht es etwa einem vernünftigen Verhalten, wenn Stalin seine Apostel in fremden Ländern mit dem Titel von „E h r e n g ott- losen" auszeichnet, oder wenn der mit allem Raffinement der Neuzeit ausgestattete Blitzzug, der neuerdings zwischen Rußland und Sibirien verkehrt, in den Dienst der atheistischen Propaganda gestellt wird und den Namen „der fliegende Gottlose" trägt? Kann man es anders als idiotisch nennen, wenn man hört, ein fünfzehnjähriger Schüler der kommunistischen Jugendorganisation sei auf Grund eines Aufsatzes, der jetzt in den Schulen Leningrads von den Lehrern vorgelesen werden muß, von Stalin selber zum „besten Gottlosen" feierlich ernannt worden? Man hat so viel über Gottes Langmut gegenüber dem Bösen gepredigt; man fühlt sich heute versucht, ihm eine Eigenschaft beizulegen, die wir Menschen Humor zu nennen pflegen. Oder ist es gar noch etwas anderes, ist es — Mitleid? Mitleid mit den Auswirkungen einer allgemeinen Geisteskrankheit, für die es in Rußland noch keine Irrenanstalten gibt, weil die Gewalthaber sich selbst wie Tollhäusler benehmen. * Aus Prag wird ein höchst merkwürdiger, aber auch sehr nachdenklich stimmender medizinischer Fall berichtet. Ein dreiundvierzigjähriger Mann, Kaufmann von Beruf, leidet an zunehmender — V e r? steinerung der Muskel organisation. Die Aerzte haben festgestellt, daß sich in den Muskeln Knochenlamellen gebildet haben, die den Patienten völlig bewegungsunfähig machen, so daß er jetzt wie eine Mumie regungslos im Bette liegt — nicht tot, aber von einer unheimlichen Macht gleichsam so eingepanzert, daß er selbst das Gefühl einer unaufhaltsamen Versteinerung hat. Es wäre interessant zu erfahren, wie der Mann gelebt hat: welches waren seine besonderen Neigungen und Beschäftigungen? Welcher Art waren die Gedanken, die seinem bisherigen Leben die Richtung gaben? Von welchen Empfindungen war sein soziales Verhalten diktiert? War er eine freie und unabhängige oder mehr eine von äußeren Vorschriften und Gesetzen beherrschte Natur? Und was dergleichen Fragen mehr sind. Denn so viel scheint sicher: eine be- friedioende Erklärung des Falles kann nur psychologisch, sie kann nicht,, wenigstens nicht allein physiologisch gewonnen werden. Offenbar handelt es sich um ein nicht genügend labiles, um ein durch zu starre Grundsätze langsam verfestigtes Seelenleben, das, zur Gewohnheit geworden, auf die phasischen Organe übergreift und so den geschilderten Derhär- tungsprozeß zur Folge hat. Wer weiß — vielleicht stehen wir hier wirklich vor dem medizinisch nur noch nicht gebuchten Fall, daß Mangel an innerer Freiheit einen Menschen dahin bringen kann, auch körperlich zu mineralisieren? ♦ In Paris hat sich eine Vereinigung von hervorragenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gebildet, die es sich zur Aufgabe macht, die sonst so schöne Hauptstadt der Franzosen von. dem in letzter Zeit epidemisch gewordenen Denkmalskitsch zu säubern. Sie bereitet sogar eine Ausstellung vor, in der diejenigen Denkmäler, deren Beseitigung verlangt wird, in kleinen Modellen gezeigt werden. Leider erfährt man nicht, ob auch die „France" auf der Place du Caroussel dabei ist, jenes theatralische Heldenweib in Marmor, das die undankbare Mission hat, den Scheinsieg von 1918 für ewige Zeiten festhalten, diese Aufgabe trotz weitgehender Entblößung aber um so weniger gewachsen ist, als die Nähe von Napoleons immerhin noch recht noblen Triumphbogen von 1806 zu Dergleichen herausfordert, die keineswegs zum Vorteil der neuen französischen Plastik ausfallen. Allein wir werden diese schöne Hoffnung wohl aufgeben müssen, weil keine Kunstkommission der Welt die Pariser dazu bewegen wird, sich von einem Monument zu trennen, in dem sie nun einmal — es mag künstlerisch noch so wenig befriedigen — ihren heutigen Begriff von „gloire“ verkörpert sehen. — Uebrigens gibt es zu denken, daß die im Weltkrieg unterlegenen Nationen fast durchweg weit bessere Erinnerungsdenkmäler errichtet haben als die Sieger. Warum? Weil sie, aus äußeren, mehr aber noch aus inneren Gründen, weniger in Gefahr waren, schwülstig zu werden und einem Pathos zu huldigen, das dem tiefen Sinn gerade dieses Krieges nicht gerecht wird. Erfrischend unphilologisch und doch mit vollem Verantwortungsgefühl gegenüber dem genius loci hat Baldur von Schirach in Weimar zum Führerkorps der Hitler-Jugend gesprochen. Daß es gerade in der geistigen Atmosphäre Goethes geschah, war so wenig ein Zufall, daß man nicht fehlgehen wird in der Annahme, die einzige deutsche Jugendorganisation der Gegenwart sei mit ernstem Vorbedacht an dieser Stätte versammelt worden, die ja wie wenige andere geeignet ist, die Ideale des jungen Deutschlands von heute mit denen einer noch immer lebendigen Vergangenheit fruchtbringend zu vermählen. Freilich, was man da zu hören bekam, und wie es der Jugend vorgetraaen wurde, unterschied sich grundsätzlich von dem Forschungsund Redeergebnis sonstiger Weimarer Tagungen. Geforscht wurde überhaupt nicht, sondern es wurden im Geiste Goethes und im Sinne des deutschen Idealismus Weimarer Prägung Forderungen gestellt, die in summa ein neues und lebendigeres Verhältnis zu Goethe und seinem Werk herbeiführen sollen. Goethe als ein Weg zu eigener kraftvoller Lebensgestaltung, Goethe als ein zur Ehrfurcht mahnendes Symbol! In sein eigenes Werk solle man sich wieder vertiefen, um ihn unmittelbar und darum besser kennenzulernen. „Was fruchtbar ist, allein ist wahr." Wenn man denen nicht ganz unrecht geben kann, die meinen, die Goethe-Philologie habe es fertiggebracht, Goethe im deutschen Volke vollends totzuschlagen, so kann man es nur begrüßen, wenn sich jetzt neue Kräfte regen, die den Mut aufbringen, ihn auf unphilologische Weise wieder zu erwecken. Grenzlanv im Wiederaufbau. Beuthen, die zerschnittene Stadt. Von unserem W.-Sonderberichterstaiter. I. Beuthen, im Juni. „Hier heulen nicht die Wölfe," sagt uns ein Mann aus dem oberschlesischen Revier. Sein Beruf bringt es mit sich, daß er fast täglich Anfragen aus dem Reiche über Oberschlesien beantworten muß. Da fragt einer aus dem Süden des Reiches an, ob Beuthen nicht überhaupt polnisch sei; der andere will wissen, ob er zur Erleichterung seines Aufenthaltes im oberschlestschen Revier nicht besser ein polnisches Wörterbuch mitbringe, und der dritte will gehört haben, daß hier unten die Wölfe heulen. Nein, weder hier in Beuthen noch sonst in Oberschlesien heulen die Wölfe. Beuthen, die süd - östlichste Stadt des Reiches liegt gottlob innerhalb der deutschen Reichsgrenzen, und man spricht durchweg deutsch. Wer in das oberschlesische Revier im allgemeinen und nach Beuthen im besonderen kommt, muß seine Vorstellung berichtigen und Meinungen korrigieren. Er stellt sich osteuropäisches Steppenland vor, verschandelt durch die Fördertürme. Diese Vorstellung ist grundfalsch, Oberschlesiens Landschaftsbild mit feinen Hügeln, den weiten Felbern, Wiesen und riesigen Wäldern ist anheimelnd und warm, und die Türme der Zechen und Eisenwerke fügen sich in dieses Bild ein, so daß sie niemals, aufdringlich erscheinen. Und die Stadt Beuthen gar, in der man eine Mischung osteuropäischer Provinz und westdeutscher Jndustrieballung zu finden glaubt, überrascht als alte, kulturreiche Stadt, gepflegt in ihrem Aeuheren und kraftvoll gesund in jedem ihrer Züge. Eine der vier Großstädte Schlesiens, mit ihren zahlreichen Kohlen- und Erzgruben, neben Hindenburg Mittelpunkt des oberschlesischen Industriegebietes, ist sie eine glückliche Vereinigung von Beharrlichkeit und Vorwärtsstürmen, von traditionsgebundener Schwere und neuzeitlichem Entwicklungsdrang. Sie strahlt die Bedächtigkeit einer Mittelstadt aus und ist doch in jeder Lebensäußerung Großstadt. Die Stadt ist zwar Mittelpunkt einer hochentwickelten Industrie — so liegt auf ihrem Gebiet u. a. Europas größte Erzgrube, die neue Blei-Scharley-Grube — aber sie präsentiert sich mit den blitzsauberen Straßen und Plätzen, den alten und neuen Profanbauten und vor allem den ausgedehnten Grünanlagen und Parks auch als eine anheimelnde Wohnstadt. Allen Großstädten des Reiches hat Beuthen aber voraus, daß sie auch Grenzstadt ist, und von allen Grenzstädten und Dörfern darf Beuthen den traurigen Ruhm für sich in Anspruch nehmen, Opfer einer sinnlosen Grenzziehung geworden zu sein. „Die Grenzen in der Beuthener Ecke sind eine europäische Sehenswürdigkei t", meinte einmal ein deutscher Professor, und eine französische Journalistin rie auf: „Ein riesenhafter Unsinn!" Sie stand nämlich wie wir auf dem Turm der astronomischen Beobachtungsstation der Beuthener Hochschule für Lehrerbildung und warf einen Blick über die Stadt und das Land. Von hier oben offenbart sich erst die herbe Schönheit des oberschlesrschen Landes, von hier wird der Blick gefangen von den rauchenden Schornsteinen der Gruben, Hütten und Elektrizitätswerke, die immer mit dem Grün der Felder und Wälder vermählt sind. Von hier aus übersieht man diese alte Stadt mit der typisch germanischen Anlage des Kerns. Man ist gefangen von diesem Bild, und erschüttert, wenn man härt: die Schornsteine im Süden, fünf Kilometer entfernt, gehören zu Königshütte — es ist polnisch geworden; in gerader Linie dahinter vier Schornsteine — sie stehen in Kattowitz, heute dem Mittelpunkt des ostoberschlesischen Industriegebiets. 1000 Meter in östlicher Richtung qualmen mächtige Schornsteine — die Bleischarleygrube. Ihre reichen Erzvorräte waren der Anlaß, daß sie Polen zugesprochen wurde. Im Süden, direkt an der Stadt- grenze, sieht man die Grube Karnevalsfreude. Sie wurde ebenfalls Polen zugesprochen samt den Kohlenvorkommen. Hier offenbart sich der Unsinn der ostoberschlesischen Grenzziehung in brutalster Form, denn die Grube samt den Kohlenfeldern lag einst im inneren Stadtgebiet, und mit der Abtretung an Polen riß man einen Keil aus diesem Gebiet. ZVWJ \ üaWo^oi^A / ÜUUt, / IUlutt.. itifft-M- So ist es hier, so ist es an der südlichen Stadtgrenze. Das Beuthener Land bildet einen 2x/2 Kilometer breiten Finger, der von Norden, Süden und Osten von ostoberschlesischem Land umgeben ist, Fingerkuppe ist die Stadt Beuthen. Nur 600 Meter nach Norden, gleich hinter den letzten Häusern und der Schupokaserne ragt auf einem Hügel eine Steinpyramide gogen den Himmel — der Gedenkstein für die polnischen Aufständischen — er steht jetzt auf dem Boden Ostoberi'chlesiens. Im Süden, man schätzt wohl richtig mit zwei Kilometer, sieht man eine unterbrochene Landstraße, deren Bogen von einer Querverbindung abgeschnürt wird. Die Landstraße verbindt Beuthen mit Hindenburg, und da die Grenzziehung den Bogen abriß und an Polen gab, mußten die Beuthener, nur wenige Meter von der Grenze entfernt, eine Verbindung bauen. Hindenburg, nur zehn Kilometer entfernt, kann heute noch mit der Eisenbahn nur auf Umwegen über 26 Kilometer Über Gleiwitz erreicht werden. Man sieht in das Land und weiß: das gehörte ein ft zu Beuthen, jene Straßenbahn fährt jetzt auf ostoberschlesischem Gebiet. Mit Erschütterung vernimmt man, daß die Stadt ein Viertel ihres Bestandteiles durch die Grenzziehung verloren hat, und zwar des wertvollsten. Dort, wo Gruben und Hütten arbeiteten und wo man Erz vermutete, fuhr das Messer durch das Land. Das wertvollste Stück fiel an Ostoberschlesien, das anscheinend wertlose an Deutschland. So ging es mit der mächtigen Friedenshütte, mit der Bleischarleygrube, mit Schwarzwald- und Eintrachthütte und einigen Kohlengruben, so ging es mit dem Wasserwerk von Beuthen, dem Knappschaftskrankenhaus Rudahammer und der großen elektrischen Zentrale in Königshütte, das sich heute Chorzow nennt. Von neun Straßen, die die Stadt ehemals mit dem Hinterland verbanden, ist eine geblieben, von den sieben Vollbahnschienensträngen wurden fünf durch die neue Grenze zerschnitten, von fünf Kleinbahnlinien vier, und die einzige verbliebene ging bis zum Bau einer Umgehungsbahn durch einen polnischen Korridor. Ist Das Gkmeinschastserlebms im Drama. Eine zeitgernätze Doktorarbeit. Immer wieder wird mit Recht darüber geklagt, daß sich die den deutschen Universitäten vorgelegten Doktorarbeiten viel zu wenig mit den lebendi - gen Fragen der Gegenwart befassen. Der Einwand, daß die Vorgänge und Erscheinungen der Gegenwart noch zu sehr „im Fluß" feien, als daß sich über sie ein wissenschaftliches Urteil fällen ließe, ist nicht stichhaltig, da es gar nicht so sehr darauf ankommt, abschließende, für alle Ewigkeit gültige Urteile zu fällen, als vielmehr daraus, daß unsere deutschen Studenten dem Leben mit offenen Augen entgegentreten und sich fähig erweisen, in ihren Doktorarbeiten gegenwartsnahe, lebenswichtige Fragen wissenschaftlich anzupacken. Daß dies sehr wohl möglich ist, beweist eine der Universität Rostock vorgelegte Doktorarbeit, die es deshalb verdient, daß man sich mit ihr beschäftigt. Sie wurde von Dr. Ulrich L ü b b e r t geschrieben und betitelt sich: „Das Gemeinschaftserlebnis im deutschen Drama seit der Klassik." Wie sehr uns alle heute das Gemeinschaftserlebnis an sich bewegt, braucht nicht umständlich auf5 gezeigt zu werden. An die Stelle des Ich, das im liberalistischen Zeitalter triumphierte, ist das Wir des deutschen Sozialismus getreten. So ist nur zu verständlich, daß es den Verfasser reizen mußte, zu untersuchen, wie es mit dem Wir-Erlebnis im deutschen Drama bestellt ist. Zur Ueberraschung vieler erfahren wir nun aus der Lübbertschen Arbeit, daß das Gememschafts- erlebnis, wie es uns in vielen modernen Stücken entgegentritt (man denke nur an die Frontstücke!), bereits in der Klassik Gegenstand dramatischer Ver- „dichtung" war. So im „Wilhelm Teil", im „Eg- mont", in der „Hermannsschlacht" von Kleist sowohl wie von Grabbe, die Lübbert als aufklärende Beispiele heranzieht. Das Gemeinschaftserlebnis auf der Bühne ist demnach keineswegs etwas neues oder etwas, das durch die revolutionäre Gärung unterer Zeit ins Rampenlicht gezerrt wurde, obwohl es „eigentlich" gar nicht dorthiü gehört. Schon diese Erkenntnis macht die Doktorarbeit außerordentlich wertvoll und hebt sie über das Niveau der allgemein üblichen Doktorarbeiten heraus. Wie vielfältig und vielgestaltig aber das Gemeinschaftsleben im deutschen Drama ist, erfahren wir gleichfalls und zwar schon durch die Zahl der sieben Gruppen, iy die der Verfasser die von ihm untersuchten 46 Gemeinschaftsdramen von der Klassik bis zur jüngsten Gegenwart gliederte, von der die letzten drei Gruppen hier namentlich aufgeführt sein mögen: das „Mässenstück", das „Kollektivstück" und das „Kameradschaftsstück". Da sich Lübbert weiterhin mit großem Wissen und sicherer Einfühlung mit der Struktur, dem Inhalt, der Ethik, der Kulturleistung des Gemeinschaftserlebnisses im deutschen Drama beschäftigt, sich aber auch mit der Form dieser Art Dramen (Bau, Sprachstil, Funktion und Artung der Sprache) eingehend und schöpferisch auseinandersetzt, so entstand eine Arbeit, die es verdient, von allen, denen das deutsche Theater am Herzen liegt, gelesen zu werden, zumal wir einer Zeit entgegengehen, in der das Gemeinschaftserlebnis im deutschen Drama noch viel stärker in die Erscheinung treten wird. Deshalb sei mit dem Wunsche geschlossen, daß die Arbeit dieses jungen Wissenschaftlers, der mutig eine Bresche in die Herkömmlichkeit deutscher Doktorarbeiten schlug, über den Rahmen der Universitätsbibliotheken hinaus der gesamten Öffentlichkeit durch den Buchhandel zugänglich gemacht werden möge. Dr. —nd— SMer ei nes sommerlichen Bilderbuches. Von Anton Schnack. Jrn blauen Bilderbuch des Sommers funkeln glühend die Rose und der Mohn. Sie sind sein schönster, innigster Duft und seine brennendste Farbe. Die Sommerseele leuchtet aus Blumenkelchen. Dampferausflüge gehören zu den großen Geschenken des Sommers. Langsam gleiten die Ufer vorbei, Welt der Idyllen und des Friedens, Baumgruppen, Gebüschverborgenheiten, ruhende Gänseherden, rötliche Storchenbeine, Badende, ein Bauerndorf, der Riß einer mittelalterlichen Kleinstadt, das leuchtende Band einer Straße, die sich im Gewoge des Korns verliert, aufgespannte Fisckernetze, eine Nonne auf der Waschbleiche, eine Kinderschar beim Blumenpflücken: ein beschauliches, fast frommes Gefühl bemächtigt sich des Herzens, der Balsam der Wunschlosigkeit: wunschlos in den blauen, lockenden Duft des Sommerhimmels einzufahren, der gläsern und leuchtend auf dem grünen Gürtel der Erde steht- Glück eines feuerträchtigen Sommers ist das Wasser. O holde Beruhigung: an einem leise fließenden Wasser zu liegen, träge und sorgenlos ausgestreckt und die Augen geschlossen. Das Gras ist gewürzt vorn Duft der balsamischen Minze, ein Windhauch durchläuft das Schilf und bringt den absonderlichen Schrei eines 'Moorhuhnes, das märchenhafte Unken und Plumpsen eines Frosches, den Duft erwärmten Wassers und vor allem die Gnade der Kühle. * Sommer schenkt den großen Durst. Ich liebe es, durstig zu sein und den fetten Schaum eines dunklen bayrischen Bieres unter dem Zinndeckel hervorquellen zu sehen. Selig ist mein Gesicht, wenn ich nach dem ersten Zuge den Bierkrug auf den Holz- tisch stelle, und selig ist das Gesicht des Landbriefträgers, der das gleiche tut. Flüsse verschenken Gnade und Frische, Wälder Kühle und Schattenbläue, Berge weite Schau, Wind und runde Wolken, die Ebenen Gewitterränder, Kornmeere und das Flimmern der Hitze über den Wegen. Sommer schenkt Seeufer mit grüner Pflanzenstille und Robinsonfreuden, den Schaum des Wellenschlages, die Woge anlegender Dampfer, den weißen Vogel des Segelbootes, das sehnsüchtige Schauen über die Wasserfläche. Sommer schenkt die halbdunklen Räume und Kammern, die Dämmerungen hinter Vorhängen und Holz- läden. Während draußen der Feueratem der Mittagsglut umgeht, steht der Raum voll Kühle und Abgeschiedenheit. Ich denke, einem sanften Halbschlaf hingegeben, an den Abend, der die Gassen erfrischt, ich höre den trägen Schlag der Dorfuhr, die die Zimmerstille noch tiefer werden läßt, wenn sie ausgewogen hat, ich höre eine Vogelstimme aus dem Walde, fern, leise, verschwebend. Die schönsten Träume gehen um. ♦ Alle Schatten sind schön, begehrt und ausgesucht. Begehrt ist der einsame Baumschatten, den der Hirte liebt, schön vorüberziehender Wolkenschatten, der von einem Windstoß begleitet ist, aufgesucht wird der Schatten der gebündelten Getreidegarben, wo der Vesperkorb der Schnitter steht, herrlich der kühle Torschatten geöffneter Scheunen und der Schatten hoher Häuserwände, wo der Eisverkäufer sein Labsal hingestellt hat. Begnadend der Schatten lichldurchzitterter Sträucher, Segen der Schatten eines Brunnenrandes, den das Schaf von weitem wittert, und dessen Schwärze es sich demütig hin gibt. * Der volle Sommer macht reifebegierig. Verführerisch blitzt die unendliche Linie der metallischen Eisenbahngeleise, auf denen Herz und Wunsch fort« reisen bis an ein Meer, bis in ein Waldtal, bis an einen Bergsee. Gleich wohin. Nur fahren! Das offene Zugfenster ist ein Fenster in das Land der Fröhlichkeit und der Sehnsucht. Auf der Straße der Schienen wachsen Träume und Abenteuer. Die Luft, die durch das Zugfenster in dein Gesicht springt, ist Lust aus tausend seltsamen, schwermütigen und berauschenden Gerüchen: Gerüche aus Blumenkelchen, Gerüche aus bitterharzigen Wäldern, Gerüche reifenden Korns, Gerüche von heißen Steinen und geteertem Holz. Fast kannst du das Zittern der heißen Luft sehen. Die Erde kocht den Erntesegen. * Zum Sommer gehört das bestaubte Auto. Viele Straßen ist es gefahren, Straßen, über die der Regenstreifen eines kurzen Gewitters fiel, Straßen mit den blauen Rändern der Glockenblume und den Blutstreifen der Feuernelke, Straßen, die sich durch Märchenwälder zogen, Straßen, die durch verschlafene Bauerndörfer holperten und Straßen, die unter schattigen, mittelalterlichen Toren Haltmachten. Am Schluß der Reise spült der zischende, weiße Wasserstrahl den Staub der langen Fahrt hinweg, und es bleiben nur die Bilder: da hat man gebadet. Dort hat man am Waldrand gelagert. Hier hat man den Mund an einen Brunnenstrahl gelegt. Da zog ein Schäfer in die Herde. Da stand ein geschecktes Vieh an der Tränke und sog tief und gierig Wasser. Kurz ist ein Sommer. Glücklich, wer Erinnerungen mit nach Hause bringt! Zeitschriften. — Viele hundert Stück Vieh ziehen zum Almauftrieb über den tiefverschneiten Krimmler Tauernpaß. Don den Freuden und Leiden einer solchen Alpenfahrt erzählt Bruno Kerschner im neuen Heft des „Bergsteiger s". (Verlag Fr. Bruckmann, München.). Zahlreiche Kunstdruckbilder vermitteln auch dem Laien einen Begriff von den Mühsalen einer solchen Expedition. Das Heft bringt auch manch praktischen Hinweis für die Sommerurlaubsfahrt. Neben Novellen und Erzählungen bekannter Dichter enthält das Heft fesselnd getriebene Schilderungen von Bergfahrten im Berner Oberland, in den Berchtesgadener Alpen und in den Dolomiten. Den Freund einsamer Berggebiete wird die Abhandlung von Dr. Gebhard Noßmanith über den Naturschutzpark in den Hohen Tauern interessieren, die ebenfalls mit zahlreichen Bildern ausgestattet ist. Jas Abzeichen de- MonaWaliMchen Fliegerkorps MW^^MWW^WWW^ I Nische Gefahr kraft gemeinsamen Verständigungs. willens der angelsächsischen Welt beschwören soll. feiner beiden Krieasknechte zum Opfer fällt. In Vormarsch nach Westen nicht an der Weichsel in Pil. JVr r:_ Tnmnän otn Iiniihprni ndllckvces Bollwerk auf geheimnisvolle Art an die Küste der Nordsee aus geheimnisvolle Art an die Stufte der Nordsee — Der Krieg zwifcyen oer öDroiei=uHiuuimu -pu- m .wum», , nnr ,tno fohcnbia gespült wurde: er findet in einer Dorfkirche eine len. der durch den unerwarteten Sieg des Marschalls Letzten vom ^pregimentwird vor "ns lebend g neue Heimat und wird von Pfarrer und Küster als Pilsudski entschieden mürbe, hat bisher m Deutsch- was Pflicht und ßkhre bedeuten. Alle^Gewalten uno kostbarster Schatz gehütet Die aber können nicht land keine Darstellung gefunden, obwohl gerade Versuchungen fallen auf d sp g c| verhindern, daß er im Dreißigjährigen Krieg dem dies eines der wichtigsten Ereignisse der europai chen i nieder, da erst zwingt sie die Not zur Mann ^ i räuberischen Zugriff eines Landsknechtsführers und 1 Nachkriegsgeschichte ist. Hätte damals der russische I zusammen. Und die Mannschaft h v gespült wurde: er findet in einer Dorfkirche eine Großstadt keine Stelle für ihn ist. daß die &r- n"uerung. die er mit herbeiführen will, an anderem Ort vorbereitet werden muß, und so kehrt er in seine Heimat zurück, um als Förster im Wald einer mächtiger in jedem Bewohner dieser Stadt. Neue Erz- und Kohlenlager wurden gefunden direkt an der Grenze und wenige Kilometer entfernt, und so fahren heute die Bergleute wieder tn sechs Kohlengruben und vier Erzgruben ein Freilich für die Stadt bedeutet dies Verzicht auf räumliche Entfaltung, denn das unbebaute Gelände mußte für die neuen Gruben geopfert perden. (Weitere Berichte folgen.) In Wirklichkeit ist an den Brennpunkten indopazifischen Verkehrs von einer Besserung der Lage noch wenig zu spüren. Nach Meldungen chinesischer Blätter scheinen die Flottenmanöver in den englischen Kreisen Hongkongs eher eine Panik als ein Gefühl der Geborgenheit ausgelöst zu haben. Es wird berichtet, daß unter einem Aufwande von anderthalb Millionen Dollar hinter Kowloon, das Hongkong gegenüber auf dem Festlands liegt, Unter» kunftsmögl'ichkeiten geschaffen werden sollen, um die Zivilbevölkerung Hongkongs im Falle eines Luftangriffs dort Zuflucht finden zu lassen. Woher solche Nervosität, wenn es um die Aussichten einer dauerhaften britisch-japanischen oder angelsächsisch-japanischen Verständigung so günstig bestellt wäre, wie man es glauben machen möchte. Die Wahrheit ist, daß die japanische Macht im indopazifischen Raume über einen furchtbaren Bundesgenossen verfügt, dem mit militärischen Machtmitteln überhaupt nicht beizukommen ist, nämlich das von Hunderten von Millionen Menschen empfundene Bedürfnis freien Verkehrs durch die Straße von Malakka. England setzte sich im Jahre 1819 in Singapur fest, als es galt, dem holländischen Handelsmonopol im malayischen Archipel Schach zu bieten. Im Altertum und Mittelalter war die Schiffahrt zwischen Stillem und Indischem Ozean genau so ein Zankapfel für räuberische Machthaber wie die leicht zu sperrenden Mittelmeerwege, die von Europa nach Indien führten. Singapur hatte seine natürlichen Vorzüge als Stapel- und Umschlagplatz für den Warenaustausch zwischen den Randländern des Indischen und Stillen Ozeans schon einmal um die Mitte des 13. Jahrhunderts unter eigenen Fürsten voll entfalten können, als das mächtige Reich, das sich seit Beginn des 7. Jahrhunderts von Palem- bang in Süd-Sumatra aus über die ganze rnalay- ische Welt ausgebreitet hatte, in voller Auflösung begriffen war. Die Herrlichkeit dauerte über hundert Jahre, aber 1377 wurde der blühende Hafenplatz Zielsetzung. Die englischen und französischen Kommentare dazu in der Fachvresse waren nicht freundlich. In Frank« sudskis Truppen ein unüberwindlichees Bollwerk gefunden, wäre die rote Flut des Bolschewismus ungehindert weit in das Herz des vom Weltkrieg entkräfteten Europas eingedrungen. Die Ereignisse dieses Krieges und seine Vorgeschichte schildert der Verfasser nach zuverlässigen persönlichen Aufzeichnungen eines ehemaligen zaristischen Generalstäblers, der als Berater bei der Roten Armee an allen Geschehnissen teitgenommen hat. Sein Material wird ergänzt durch Mitteilungen eines Offiziers, der den Krieg auf polnischer Seite miterlebte. So konnten die Ereignisse auf beiden Seiten gleichmäßig gewürdigt werden. In einem Vormarsch ohnegleichen bringt Tuchatschewski in wenigen Wochen seine Armee von der Düna bis zur Weichsel. In Warschau herrscht eine Stimmung wie in einer belagerten Festung. In verzweifelter Lage ist nur einer dort, der die Ruhe bewahrt: Josef Pilsudski. Er erkennt die einzig schwache Stelle des Feindes. Aus dem Raume südöstlich Iwangorod stößt die 4. Armee Pilsudskis vor und bereitet den Russen das Schicksal, das eigentlich den Polen bestimmt war. — Georg Basner: Vergessenes Heer. Erzählung. Mit einem Holzschnitt von Karl Mahr. Schwarzhäuser-Verlag, Leipzig und Berlin — (114) — Das bittere Los jenes „Kapregiments Württemberg", das Herzog Karl Eugen 1786 an hie Niederländisch-Ostindische Handelskompanie als S-lld- lruppe vermietete, wird in Basners Erzähluna "'M Sinnbild für den deutschen Menschen, der immer wieder auszog in die Fremde, auf verlorenem Posten zugrunde ging und doch bis zum Letzten bewies, daß ein Tod in Pflichttreue mehr ist als ein paar Jahre Leben tm Bewußtsein der Unehrenhaftigkeit Am Anfang der Erzählung ist ein Haufen zuchtloser Söldner da, die in Kapstadt an Land gesetzt werden. Erst in der pestumhauchten Verlassenheit der Südsee wacht der Wille auf: die Fahne muß bleiben, und die Pflicht und die Ehre. Nicht in Worten, sondern in den unscheinbaren Taten der das nicht eine europäische Sehenswürdigkeit? Und damit das Gegenstück nicht kehle: Die poimidje Kleinbahn von Königshütte im Süden nach Piekar im Norden muß über das Stadtgebiet Beuthen. also durch deutsches Gebiet geführt werden. Man plombiert bei jeder Grenzüberschrettung den Wagen. Und doch lebt Beuchen trotz der unglaublichen Verstümmelung. Ja, der Lebenswille pulsiert noch von Javanern zerstört, die nun von Malakka aus eine Kontrolle über die Verbindungswege zwilchen Indischem und Stillem Ozean ausübten. Singapur verfiel unb*genet in Vergessenheit Als Sir Thomas Stamford Raffles das verzauberte Handels-Dornröschen aus seinem Schlafe weckte, standen in der Nähe der Bucht, abgesehen von einem stattlichen Häuptlingshause, nur elend? Hütten, von etwa 150 Menschen bewohnt, die vorn Fischfang und Seeräuberhandwerk lebten. Portugie- en und Holländer hatten nach dem Dorbilde früherer Eroberer ihr Heil in monopolistischer Ausbeutung ihrer Machtstellungen im Archipel gesucht Raffles erkannte die günstigeren Aussichten, die sich England als Schirmherr freien Handels in den indopazifischen Gewässern boten, und nur, weil er es verstand, seiner Auffassung gegen eine Verschwörung einflußreicher Gegner in Indien und England Geltung zu verschaffen, konnte sich Singapur rasch zu einem Welthafen ersten Ranges entwickeln. Ziaiien als Ilolienmachi XSoii Ncmteindlwral a t> Gaoow Nachdruck verboten! Singapur, Juni 1937. Die Göttin des Freihandels hat im Fernen Osten ihre Gunst von England auf Japan übertragen. Daran läßt sich mit machtpolitischen Mitteln nichts ändern. Die schwungvolle Entwicklung des japanischchinesischen Industrialismus sichert den Rohstofferzeugern sowohl Britisch-Jndiens und Malayas, wie Niederländisch-Jndiens, Australiens, Neuseelands und West-Kanadas, in rasch wachsendem Umfange auch Lateinamerikas, stetig zunehmenden lohnenden Absatz und macht die Wirtschaftsbelebung in diesen Ländern um so mehr von sich abhängig, als die Entwicklung industrieller Produktivkräfte in diesen Gegenden aus vielen Gründen mit der japanisch- chinesischen nicht Schritt zu halten vermag. Gewiß sind die angelsächsischen Mächte in der Lage, Japan von seinen besten Rohstoffquellen abzuschneiden, aber nur um den Preis schwerer Erschütterungen des Wirtschaftslebens innerhalb der eigenen Hoheitsgebiete und einer tödlichen Herausforderung der japanischen Großmacht, die ihrerseits in Nord- und Mittelchina auf britische und amerikanische Milliardenwerte Beschlag legen könnte, ohne daß sich ihre Seemacht aus dem Bereich ihrer Verteidl- gungsgürtel hinauszubewegen brauchte. Die Zeit arbeitet für Japan und gerate deswegen kann es sich zu friedlichen Verhandlungen wohlgemut an jeden „runden Tisch" setzen, zu dem es die angelsächsischen Mächte einladen. Es kann dabei wohl zu Verständigungen über Fragen zweiter und dritter Ordnung kommen, nicht aber über das Grundproblem, welche Macht schließlich endgültig über die Spielregeln für den Handelsverkehr im indopazifischen Raum zu bestimmen haben wird.____________ Freier Handelsverkehr, das bedeutete damals, als die Entwicklung moderner Maschinerie zum Spinnen und Weben mit Erfindung des mechant- chen Webstuhls gerate zu vorläufigem Abschluß gekommen war, die Ueberflutung östlicher Markte mit den billigen Massenfabrikaten der britischen „Werkstätte der Welt". Heute hat die Freiheit des Verkehrs durch die Straße von Malakka umgekehrt die Bedeutung einer Ueberflutung der Randländer des Indischen Ozeans und selbst des Mittelmeeres mit den ununterbietbar billigen Massenerzeugnissen des japanisch-chinesischen Industrialismus. England kann dagegen innerhalb seines Weltreiches „chinesische Mauern" aufrichten lassen, aber die bisherige verhältnismäßige Handelsfreiheit in den Randläntem des Indischen Ozeans hat das Angebot billiger japanischer Waren zu dem wesentlichen Inhalt des Reallohnes ungezahlter Millionen farbiger Kulis werden lassen. Will also England hinter dem Bollwerk Singapur immer wirksamere Schranken gegen die japanisch-chinesische Konkurrenz aufrichten, so müssen entweder die Geldlöhne für farbige Arbeiter in Malaya, Indien und Ostafrika erheblich erhöht werden, oder man lauft Gefahr, die Vertrauensgrundlage britischer Herrschaft über Hunderte von Millionen Farbiger heftiger als je erschüttert zu sehen. Es sind aber nicht nur die Absatzmärkte, sondern auch die Rohstoffquellen rund um das Indische Meer, die bei freiem Handelsverkehr mehr und mehr unter japanische Kontrolle geraten. So gut wie alle Eisenbergwerke m Malaya befinden sich in japanischen Händen und werden heute fast ausschließlich für den Bedarf Japans ausgebeutet. Die Eisenerzförderung innerhalb der Ma- layenstaaten stieg im letzten Jahre um 200000 To. auf 1612 309 Tonnen. Die Steigerung war Haupt- sächlich auf die Tätigkeit der „Nippon-Mining-Com- pany" im Staate Trengganu zurückzuführen, die mehr als 1000 000 Tonnen ausführte. Neuerdings sucht die Jshihara Sangyo Koshi-Gesellschaft die Eisenerzvorkommen im Staate Johore in beschleunigtem Tempo auszubeuten. Wir sahen, wie jene Sicherheit gen Norden durch den Ausbau der Beziehungen zu Oesterreich und zum Deutschen Reich befestigt wurde und den Blick wieder frei machte. Bei der kürzlichen Unterrichtung der Korporationsräte über die Wehrmachtste'.e sprach der Vertreter des Heeres von der gefiajenen Westalpengrenze, der Staatssekretär der Lustfahrt von der Verlegung des Schwerpunktes „vom po nach Süditalien und dem Mittelmeer , und der Admiral Cavagnari fand starke Worte für die Aufgaben der Kriegsmarine: „Unsere Jnsularttat legt uns die unausweichliche Verpflichtung auf, über eine große und mächtige Flotte zu verfügen Im abessinischen Kriege hat diese Flotte in Vorbereitung Unterstützung und Sicherung des Feldzuges Großartiges geleistet. Aber ihr Ziel ist weiter zu stecken. Sie hat unsere Seeverbindunqen, darunter in erster Linie die zum Kolonialreich, zu schützen gegen fremden Angriff und einer feindlichen Flotte den größtmöglichen Schaden zuzufügen. Schick als der Völker entscheiden sich auf den Ozeanen: unsere Flotte muß wieder ozeanisch werden Ihr Kern, auf den sich die Masse der leichteren Streitkräfte stützt, soll wieder aus Schlachtschiffen bestehen und dieser Kern wird binnen kurzem vervollständigt sein . Der Weg zu diesen Zielen ist in den letzten fünfzehn Jahren in klaren Abständen sichtbar geworden. Im Flottenvertrag von Washin g t o n 1922 erlangte Italien die Waffengleichheit in großen Schiffen mit Frankreich, sehr zu dessen Mißfallen, da französischer Ehrgeiz schon damals einen höheren Rang beanspruchte und diesen Anspruch spater zur „sicheren Ueberlegenheit über Italien und Deutschland plus einen Zuschlag für die Kolonien" steigerte In den folgenden Jahren bauten alle Seemächte vor allem ihre leichten Streitkräfte aus. und Italien besonders sah in den Kreuzern, Zerstor-rn, U-Booten und Seeflugzeugen seine wichtigsten Verteidigungswaffen. Die Schlachtschiffe traten dageaen zurück, verloren durch Manövererfahrungen "nd Rückblicke auf den Weltkrieg vorübergehend tost alles Ansehen und wurden in Reserve gestellt Als die Großmächte 1930 versuchten, auch die lev^n Streitkräfte in ein zahlenmäßiges Starkeverlml^is einzubringen, wich Italien (wie Frankreich) her Vertragsunterschrift aus. Inzwischen änderten sich die Meinungen über h^n Wert der Schlachtschiffe. Man erkannte ihren Nuk-n, selbst in engen Verhältnissen, wie sie das Mittelm-or zeigt, besonders wenn es gelang, sie durch SchneN'g- keit, Panzerschutz, Unterwasserschutz und ßuftnbn-’r den neuen Bedingungen des Seekrieges, der drohung durch Luftbomben, U-Boote und Torp^n. fchnellboote anzupassen. Das geschah dann in Julien in Gestalt des Umbaus der d r er Schlachtschiffe, der noch im Gange ist, von auf 27 Knoten Geschwindigkeit — ein bedeutens Unternehmen — und des Neubaus von 3met mächtigen und schnellen Schlachtschiffen modernster Art. Erneuten englischen Versuchen gegenüber, wenigstens eine qualitative Beschränkung im Krieos- schiffbau durchzudrücken, erklärte sich Italien nicht abgeneigt, baute an seinen Schiften jedoch unbeirrt weiter. Die jetzige Betonung der Schlachtschiffe durch den Marinestaatssekretär bezeichnet die endgültige Hinwendung zu dieser Schiffsklasse, die Herausstellung des „Ozeanischen" eine entschiedene neue einem blutigen Streit bemächtigen sie sich des Schatzes und bringen ihn mit dem Gold, das ihnen außerdem in die Hände fällt, in Sicherheit. Der schwer verwundete Capitano stirbt nach einem gewaltigen Kampf mit dem Tod, und die entfesselte Habsucht der Knechte, die so lange durch den Respekt vor dem Hauptmann gebändigt war, läßt die beiden um die Beute streiten. Die Entscheidung fallt, das Gold findet seinen Herrn, der Kelch aber widersetzt sich auf seltsam eigensinnige Weise der Auslosung und rächt schließlich den Frevel, wie er vordem den ersten Räuber bestrafte. — Maximilian Lahr: Ein Reitermarsch. Roman. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O.-Berlin. Ganzleinenband 4,80 Mark. — (121) — Reiten — Reiten! war die Parole der sinnländischen Kürassiere, die während des Dreißigjährigen Krieges unter Gustav Adolf kämpfend durch Deutschland zogen. In ihren Schwadronen ritten auch deutsche Männer unter dem Zwange jenes Schicksals, das immer wieder Deutsche gegen Deutsche zu Felde ziehen ließ. Die wechselnden Geschicke des Krieges führen den Dbriften von Purmtz und feine Reiter kreuz und quer durch unser Vaterland. Von Frankfurt a. M. geht es gen Würzburg, die Stadt fällt in ihre Hände. Der Schwedenkonig setzt den Purnitzer zum Stadtkommandanten ein, und dort am Main findet der Pommer die Frau, die ihm befHmmt ist. In dieser zarten Liebesgeschichte scheinen die Gegensätze zwischen Nord und Süd versöhnt, bis die rauhe Wirklichkeit des Krieges sie jäh aufreißt. — Die Melodie des Finnländischen Reitermarsches — heldisch, heroisch und doch auch weich, klingt durch das ganze Buch. — Agricola: Das Wunder an der Weichsel. Polens schwerste Stunde Nach Aufzeichnungen aus dem Kriegstagebuch eines russischen Generalstabsoffiziers. Gerhard Stalling Verlag, Oldenburg i. O. Ganzleinen 3,50 RM — (120.) — Der Krieg zwischen der Sowjet-Union und Po- ihres geplanten Ausstiegs. fo dach kraftvoll auf bem Wege dorthin Wie alles, was das Staben Muffo. linis ansaht, ist auch dieser Teil des nationalen Pro- qratnms mit den übrigen aus einem ®uß. Dieses Programm wurde, neben vielen Kundgebungen des Duce vor einigen Jahren von einem feiner Leaus- fragten in der ..Times", wie folgt umnflen: „3ta. tien ist eine Halbinsel, geformt wie eine Landung-, drücke die in die See hinausragt. Sem Blick ist demgemäß vorwärts gerichtet, wie es deriemge der mächtigen Seerepubliken Genua. Pifa und Venedig man Seine Außenpolitik gegenüber Europa wird immer nur daraus gerichtet fein, nach 5l»r_t« zu die Grenzficherheit zu erlangen. Sein imperialer Gedanke aber geht auf b i e See Den imperialen Gedanken bezeichnete Mussolini spater wiederholt als „eine der entscheidenden Triebkräfte Merkwürdig rasch ist in der britischen und britisch orientierten Presse dieses Weltteils der Lärm um die großen Flottenm anöver Arischen Singapur und Hongkong verebbt. Auch die Post aus A u st r a l i e n und Neuseeland hat aufgehört, von den Anstrengungen dieser Dominien, mit dem Mutterlante an Opferwilligkeit für eine einheitliche Reichsrierteidigung zu wetteifern, viel Aufhebens zu machen. Nicht weniger als neun Millionen Pfund Sterling, mehr als ein Pfund je Kopf der Bevölkerung, stellte der australische Bund für dieses Jahr zu Aufrüstungszwecken zur Verfügung. Die Flotte soll verstärkt, die Landstreitkräfte sollen durchgängig mechanisiert werden und man will nicht ruhen, bis man über genügend Flugzeuge verfügt, jedem feindlichen Flottenanmarsch einige hundert Meilen von den eigenen Küsten entfernt, Schach bieten zu können. Eine Weile brachten australische Blätter und britische Nachrichtenbüros darüber interessante Einzelheiten, um plötzlich zu verstummen. Und auf einmal liest und hört man hier in englischer Sprache nur noch Friedensschalmeien. Gewiß, an der Nordwestgrenze macht ein aufständischer Fakir einen immer stärkeren Aufmarsch anglo-indischer Truppen notwendig. Verlustreiche Kämpfe lassen wachsende Schwierigkeiten der Befriedung dieses alten Unruheherdes befürchten. Vielleicht aber werden die Gefahren nur übertrieben, um die Aufmerksamkeit von den fieberhaften R ü - ft u n g e n innerhalb des Dreiecks Singapur—Hongkong—Neuseeland ablenken zu helfen. Dafür soll eine ©efamtbereinigung britisch - japanischer Streitfragen um China im Zuge sein. Jeder Tag bringt neue Meldungen, die diese Hoffnung nähren. Viel weitergehende Ziele steckt sich das australische Beruhigungsbedurfnis. Man fordert eine britische Initiative für eine p a - zif ische Friedenskonferenz, die auf dem Wege einer Aussprache am runden Tisch die japa- Die Zone -er Taifune Von unserem (5.O.-Serichierstatter. Arbeit zu dienen, die nicht für den Tag ist, aber in Generationen ihre Früchte trägt. — Heinrich Zerkauten: Der Strom der Väter. Roman aus der rheinischen Heimat? Preis in Seinen 3,80 Mark. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. (112)--Ein Frühwerk H. Zerkaulens liegt in neuer Gestalt vor. Vom Rhetn- strom, vom Hessenland, von der Kunststadt München weiß er zu sagen. Landschaft wird lebendig, und winklige Straßen erzählen. Mit den Schicksalen der Kinder verweben sich die der Eltern, und alle Fäden laufen aus ter weiten Welt wieder zusammen in dem kleinen Rheinstädtchen, das die Knaben emporwachsen sah. Jungen suchen die blaue Blume der Romantik und erkennen dann die Forderung des Lebens. Lichte Bilder aus der Jugendzeit und den Werdejahren wechseln mit düsteren Stücken, aber über alles grausige Geschehen, über Tod und Wahnsinn, über Schuld und Krankheit siegt das Bekenntnis zum Leben und Schaffen. Es ist ein gesundes Buch, erzählt in schlichter Sprache, der aber der Klang kräftigen Humors ebenso zu Gebote steht wie die Töne tragischer Spannung. — Franz Spemann: Aus meiner Studentenzeit. Erinnerungen und Ausblicke. 129 Seiten. Verlag von I. F. Steinkopf in Stuttgart. — (70) — Spemann will, wie er im Vorwort sagt, in diesen Blättern zeigen, „wie ein alter Studentenführer, gesättigt mit der nationalen und künstlerischen Kultur seines Volkes und vertraut mit der großen Theologie des Protestantismus, zur ganzen Freude gekommen ist an der stürmischen Bewegung der heutigen Zeit". — Heinrich Diefenbach: Die wundersame Märvon den beiden Kriegsknechte n. 98 Seiten Geb. 1.80 Mk Rütten und Loening Verlag, Potsdam 1937 — (118) — Dies ist die Geschichte eines Kelchs von legendärer Herkunft, : den einst ein hansischer Kaufmann auf unlautere » Weise aus einem spanischen Kloster erwarb, und der Büchertisch. — Paul Emst: Der schmale Weg zum ; Glück. Roman. Mit einem Nachwort von Paul ■ Ernst. 280 Seiten. Einzelausgabe: brosch. 5 Mark, Seinen 6,80 Mark. In der Ausstattung der Gesamtausgabe: brosch. 6 Mark, Seinen 8,50 Mark. Verlag Albert Sangen-Georg Müller, München, 1937. — (125) — In der stattlichen Reihe der 19- bändigen Gesamtausgabe Paul Ernsts erschien als letzter Band „Der schmale Weg zum Glück". Paul Ernst hat diesem seinem ersten Roman ein Nachwort beigegeben, das in der neuen Ausgabe enthalten ist. Hier sagt der Dichter: „Der Plan zu meinem Bau war aus meinem Gesamterleben gekommen: ich erlebte den Zusammenbruch der bürgerlichen Welt und die Sehnsucht, zu einer neuen Sebensform der Menschheit zu gelangen, in welcher ich selber eine solche Stelle fand, daß ich mein Sehen vor Gott rechtfertigen konnte." Wenn wir den Roman aufschlagen, dann nimmt uns dieses in einer zarten und kräftigen Sprache geschriebene Buch sogleich gefangen. Es wird uns deutlich, daß wir den Roman zu einem der nicht sehr zahlreichen großen Entwicklungsromane unserer Siteratur zählen müssen. Der Hauptheld ist ein einfacher Försterssohn aus dem Harz, der in den weiten Wäldern, bei rechtschaffenen Eltern in einer gesunden Sebensorbnung seine Kindheit und Jugend verbringt. Sein Sebensweg führt ihn dann als Student in die ihm fremde Welt der Großstadt. Hier versucht er seine Zeit und ihre Probleme zu verstehen und tätig in das große Sehen einzugreifen. Er kommt in Berührung mit Menschen der Literatur und Politik, er sucht die Arbeiter in ihren Stuben auf und lernt die Sehnsucht dieser einfachen Leute nach einem besseren Dasein und sinnvolleren Leben verstehen. Er sieht die großen Veränderungen der Zukunft sich ankündigen, Schicksale verschiedener, oft abenteuerlicher Art ziehen an ihm vorbei. Dann aber sieht er ein, daß tm Treiben der mit Zustimmung des R-ich-luftsohrtministers hat der Korps uhrer des NSFK., Generalmaior E hritt ianf en, dieses neue Abzeichen für da- Nationalsozialistische N>°g°rk°rps geschassen Enwiurf und Ausführung stammen von Adolf Schreiber. Erstmalig zum Deufchlandflug 19^7, der am 20. Ium beginnt, fliegt das NSFK, mit diesem Zeichen. (Scherl-Bilderdienst-M.) Die eindrucksvolle Flottenschau in der Bucht von Neapel der Generalfeldmarschall o Blomberg eichen dieser Tage als Gast Italiens beiwohnte zeigte die elende , italienische Seemacht, wenn noch nicht auf der Hohe .. . or.crx:.»- PrnHnnll mti nPtrt Das Heater auf die unserer lesen ui Uns UNS i hinge Dein be Baht schnit fiellnt totjls, den so Herr Lotten von 20 tneefüh dem 6i Famili« die and auch ta dus der Nt, ii so lange Wj lans' E Dellte 3”Ä nach 0 und^' K SeenM nur die sie die Diesen Fällte geschieh! wV. alle, Ein der "ul und bed vornneg den der Kreuz Ausgeru nahe an ter) W gut gep weniger daWen ten "nd md foft ellt Als (ei**9!! »chgl^is irfi) her ntare W 3n ^ram' Pro. 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Voll Freude geht man hier zu Tisch: „Na endlich gibt's mal wieder Fisch!" (Zeichnung: Oechsner. — Scherl°M.) Verwenden zerstörender Mittel vernichtet worden sind. Einem geschickten Buchrestaurator gelingt es aber auch auf andere Weise, kostbare Werke oon den zahlreichen Flecken der verschiedensten Art so völlig zu befreien, daß die Bücher wieder ganz „gesund" werden und dadurch einen viel höheren Wert erlangen. Abenteuerliche Kanufahrt in Australien Nur in einem leichten Kanu haben zwei Männer eine Forschungsfahrt von 480 Kilometer den gefährlichsten und reißendsten australischen Fluh, den Snowy River, hinunter vollendet, lieber diesen Fluß hat man bisher sehr wenig gewußt, da er stets für vollkommen unschissbar galt. In den 480 Kilometern seines Laufes von Dschindabyne in Neu-Südwales bis Marlow im Victorialand, wo er sich ins Meer ergießt, hat der Strom ein Gefälle von fast 900 Meter durch eine .Reihe von Engpässen, Wasserfällen und Stromschnellen. Die beiden Forschungsreisenden hatten bei Ueberwin- dung dieser Schwierigkeiten eine Menge aufregender Abenteuer zu bestehen. Es gelang ihnen, in ihrem Kanu einige der Stromschnellen hinabzuschießen, oft aber waren sie auch gezwungen, an Land zu gehen, und das Boot über Felsen und Klippen zu tragen. Die Reise wurde noch gewagter durch den Mangel an Kenntnis des Flusses, und an zwei Stellen mußten sie feststellen, daß der Strom unter der Erde verschwand, um erst ein paar Kilometer weiter wieder an die Oberfläche zu kommen. Eine ihrer wichtigsten Entdeckungen bestand in der Feststellung, daß der Fluß ideale Bedingungen für hydro-elektrische Ausnutzung bietet. Sie suchten auf ihrer Fahrt auch nach Gold, jedoch ohne Erfolg. Das Boot befand sich am Ende der Reise in einem Zustand von Abnutzung, daß es nicht wieder hergestellt werden kann. dazu nicht nur reicher Erfahrung, peinlichster Sorg« falt und großer Uebung, sondern auch eingehender chemischer und papiertechnischer Kenntnisse, um eine sichere Diagnose über die Art der Erkrankung bei einem Buche stellen zu können. Die Bekämpfung von Fleckenschäden ändert sich je nach den Ursachen von Fall zu Fall, allgemein gültige Vorschriften lassen sich nicht aufstellen. Dabei muß jeder mechanische Eingriff vermieden werden, da schon unersetzliche Schätze des Buchdrucks durch Radieren oder Leichten Kreuzer, bei denen zwei weitere im Bau sind, führen sogar vier Flugzeuge mit und haben sich zu ebenfalls gut gepanzerten Schiffen ausgewachsen. Nicyt weniger gut schneiden die 60 Zerstörer ab (vier im Bau) mit teilweise 44 Knoten, oder die 50 Torpedoboote und 74 U-Boote, zu denen noch 14 im Bauzustand treten. Für 1937 kündigte der Admiral die Inangriffnahme des Baues von weiteren 12 Zerstörern, 16 Torpedobooten und 20 U-Booten an, so daß die italienische U-Bootflotte in absehbarer Zeit die französische übertreffen kann. Bei alledem ist nicht zu vergessen, daß der Aufschwung dieser Seemacht sich in Tempogleichheit mit der Luftwaffe vollzog, die im Bereich der Marine heute ihre 412 Flugzeuge zählt. Das Zusammenwirken der beiden bildete den Kern der strategischen Lage zur Zeit des bedrohlichen englischen Widerstandes gegen den abessinischen Feldzug und wurde dieses Widerstandes, wie bekannt, schweigend fterr. Dieses militärische Gleichgewicht im mittleren Mittelmeer zu erhalten und auch gegen Stärkeveränderungen zu wahren und auszubauen, z. B. durch den Stützpunkt Pantelleria in der Sizilischen Enge, durch die Lust- und Seestreitkräfte in Libyen u. a., scheint uns das gesteckte Ziel zu sein. Mit solchem Gleichgewicht ist der „ozeanische" Seegedanke Italiens verbunden und soll er verwirklicht werden^ boten. Diese Schuhe verkauft er nun mit 300 oder 500 Prozent Aufschlag weiter. Es gibt Verehrer, die für die Schuhe einer Katharina Hepburn, einer Norma Shearer oder einer Madge Evans Riesensummen auszugeben bereit sind. Neuerdings ist er auch imstande, Schuhe von jedem gewünschten Star der Erde zu beschaffen. Sem Geschäft nimmt ungeahnte Ausmaße an, zumal er immer „Originalbescheinigungen" dazuliefert, daß jene getragenen Schuhe auch wirklich einst die Füße dieses ober jenes Stars zierten Zahnschmerzen, Liebe... und noch etwas CK. Stockholm. Hans Mon Kols, ein junger, eleganter und unternehmender Handlunqsreisender in Schweden, hatte, als er auf feinen Fahrten nach Karlskrona kam, einen Anfall fürchterlichster Zahnschmerzen und stürzte in das Sprechzimmer des ersten Zahnarztes, dessen Schild er auf der Straße gefunden hatte. Als er hier auf dem großen Stuhl Platz genommen hatte, erlebte er aber eine Ueberrcrschung, die bewirkte, daß seine Zahnschmerzen plötzlich nachließen: eine reizende junge Dame erschien im weißen Kittel und stellte sich vor als die Zahnärztin Dr. Christina Jang. Als sie Mon Kols fragte, was ihm fehlte, erklärte er ihr in augenscheinlicher Verwirrung, er habe einen hohlen Zahn, der ihm bisher schreckliche Schmerzen verursacht habe, aber jetzt möchte er nicht mehr, daß ihm der Zahn gezogen würde, sondern er möchte eine Zahnbehandlung haben, und er hätte auch nichts dagegen, wenn diese sehr lange dauern würde. So begann also der tüchtige Reisende regelmäßig bei der Zahnärzttn zu erscheinen, und es sah wirklich so aus, als ob die Be- Handlung keinen schnellen Erfolg haben konnte; denn der Patient erklärte, daß die Schmerzen immer wieder kämen. Und um seine Leiden zu mildern, bat er, da bekanntlich schon die Gegenwart des Zahnarztes oft beruhigend auf die Schmerzen wirkt, die junge Dame, mit ihm ins Theater oder ein anderes Mal ins Kino zu gehen. Diese Kur hätte noch lange dauern können, aber eines Abends mußte die Zahnärztin, als sie nach Hause zurückkehrte, die betrübliche Feststellung machen, daß ihr Schmuck verschwunden war. Sie fragte ihr Mädchen, und dieses berichtete, daß während ihrer Abwesenheit Mon Kols wie schon so oft gekommen sei, sie zu besuchen, aber nachdem er 20 Minuten gewartet habe, sei er wieder gegangen. Ein schrecklicher Verdacht erwachte in dem Herzen der jungen Aerztin, daß fein anderer als der anhängliche Verehrer der Dieb sein könnte. Sie hatte sich nicht getäuscht; denn als Man Kols von der Polizei ins Gebet genommen wurde, gestand er, daß er sich tatsächlich die Juwelen genommen hätte, aber er beteuerte, daß er sie nicht habe stehlen, sondern nur als Andenken an die reizende Zahnärztin habe behalten wollen, in die er sich sinnlos verliebt hätte. Das Gericht schenkte dieser Rechtserttgung des verliebten Reisenden jedoch keinen Glauben, sondern verurteilte ihn zu vier Monaten Gefängnis. Verbot der Stratzenmusik. CK. Paris. beschäftigt, ift merkwürdigerweise für die Pflege und Wiederherstellung kostbarer alter Bücher nur wenig geschehen. Dabei kann auch bei diesem ein heilender Eingriff große Werte retten; eine Wiederherstellung alter Druckwerke ist bei erfahrener und geschickter Behandlung wohl möglich. Verhältnismäßig selten ist das Auftreten oon Rostflecken, das durch kleine in die Papiermasse gelangte Eisenteilchen hervorgerufen wird, die sich infolge der Einwirkung feuchter Luft mit Rost überzogen haben. Sehr viel häufiger sind die Stockflecken, Ansiedlungen opn ohne ihre Musik vielleicht der Hoffnungslosigkeit verfallen würden und die durch das Singen auf Straßen und Höfen tagaus, tagein ein anspruchsloses Dasein fristen. Außer den Betroffenen werden sicher auch die zur Weltausstellung nach Paris gekommenen Fremden die Entscheidung bedauern; denn die Straßensänger, mochten sie auch oft sen- Der Polizeipräsident von Paris hat die Derfü- gung getroffen, daß mit sofortiger Wirkung für die , „ . . Dauer der Weltausstellung alle Straßensänger in Schimmelpilzen und dergleichen; fast alle Exem- Paris verboten sein sollen. Von dieser Verfügung s vlare der Kleinodien unserer klassischen Literatur sind zahlreiche Menschen aller Altersstufen und aller r:"v ™ :---------- Klassen getroffen Jugendliche, die nach ihrer Schulentlassung oder nach beendeter Lehrzeit noch feine Arbeit finden konnten, ältere Familienväter, die aus irgendeinem Grunde ihre Stellung verloren unb keine neue wieder bekommen haben, Menschen, die Der Wächter des neugeftridjenen Himmelstempels ist sehr betrübt über die vielen Wildtauben, bie letzt zu Tausenden im Gebälk zu nisten beginnen und alles wieder verschmutzen. Der Wächter tut alles mögliche, um die Tauben zu verscheuchen, aber es gelingt ihm nicht. Siebzig Millionen blieben übrig. (th) Neuyork. Die amerikanischen Erbschaftsgerichte haben erst jetzt, ein Jahr nach dem Tode des einbeinigen Mll- lionärs Edward Green, sein Vermögen von 70 Millionen Dollar zur Verteilung an die Erben freigegeben. Dabei hatte sich Green die letzten zwanzig Jahre seines Lebens hindurch eifrig bemüht das Geld geradezu zum Fenster hinauszuwerfen. Seme Mutter, die berüchtigte Hetty Green, die „Hexe der Wallstreet", hatte es verstanden, bis zum Jahre 1916 bei größter persönlicher Sparsamkeit mehr als 150 Millionen Dollar anzuhäufen, die sie dann dem Sohn hinterließ, der aus ganz anderem Holz geschnitzt war. Er kaufte, was er kaufen konnte. Er sammelte, was man ihm als Sammelobjeff anbot. Er hielt sich ein eigenes Luftschift, er hatte einen eigenen Flugplatz, eine eigene Radiostation unö drei Hochsee-Jachten. Und dennoch blieben siebzig Millionen Dollar übrig, obwohl er sich zum Ziel gesetzt hatte, das Geld, das seine Mutter ihm hinterlassen hatte, unter die Leute zu bringen. Gutes Geschäft mit abgelegten Schuhen. (—) London. Dor kurzem hat ein Mann in London ein Geschäft aufgemacht, das hervorragend geht, obwohl es sich doch nur mit dem Verkauf alter Schuhe befaßt. Allerdings sind es Schuhe besonderer Art In kluger Auswertung des Verehrungsdranges, den zahl- reiche Erdenbürger für gewisse Buhnen- und Filmstars haben, hat er sich an jene Stars gewandt^ und ihnen feste Preise für ihre „abgelegten Schuhe gereich verweist man auf das Schicksal, bas England in der Geschichte allen fonfurrierenben Seemächten bereitet hat, Spanien, Holland, Frankreich, Deutschland, und sagt Italien Aehnliches voraus. In England glaubt man italienisches Streben nach dem Indischen Ozean wahrzunehmen, an den das koloniale Italien in der Tat angrenzt, und damit einen drohenden Einbruch in das sorgfältig gehütete Kernaebiet des Weltreiches. Wir find der Ansicht, daß oie Betonung der italienischen Seemacht durchaus keine Fanfare jein soll, sondern nur die ruhige Betonung neuer Lebensrechte, wie sie die Entwicklung der jungen Nation und ihre erwiesene Lebens- und Tatkraft rechtfertigen. Der Fall gehört, wie fast alles, was heute machtpolitisch geschieht, in den beherrschenden Fragenkomplex unserer Zeit: „Gleiches Lebensrecht für a 11 e", und „Besitzer- gegen Nichtbesitzermächte". — Ein Blick auf das gegenwärtige Schiffsmaterial der italienischen Marine zeigt einen zielbewußten und bedeutenden Aufschwung. In den Jahren des vorwiegenden Baues leichter Streitkräfte entstanden der Reihe nach sieben Schwere und zehn Leichte Kreuzer von fast einzigartiger Beschaffenheit. Ausgerüstet mit sehr hohen Geschwindigkeiten, die nahe an die 40-Knoten-Grenze (74 Stundenkilometer) heranreichen, sind die ersteren stark bewaffnet, gut gepanzert und mit drei Flugzeugen versehen, weniger vielleicht mit großem Brennstoffvorrat. Die Von Verkettung kostbarerLücherschähe Auch Bücher werden mit der Zeit „krank"; diese Erfahrung hat jeder gemacht, der sich mit alten Büchern beschäftigt. Da gibt es die häßlichen Rost-, Stock- und Moderslecken, der Leim im Rücken des Einbandes breitet sich aus und bringt in das Buch hinein, und der „Bücherwurm" frißt seine Löcher in das Papier. Gerade bei den kostbaren alten Büchern können solche Schäden den Wert bedeutend herabmindern. Während man sich aber mit Ausbesserung und Wiederherstellung schadhafter Kunstwerke schon seit langem eingehend und sachgemäß sind in geringerem ober größerem Maße von diesem Liebel befallen. Ein geschickter Restaurator von Büchern kann diese Schäden beseitigen, aber es bedarf (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Chinesischer Alltag im „lokalen Teil". Gn. Peking. Unser ständiger Femost-Berichterstatter sendet uns diese Meldungen, die er aus chinesischen Zeitungen übersetzt hat. Der Eisenbahn-Polizist, Herr Ma, fand gestern in der Küche desSpeisewaaens derPeking—Suyian- Bahn besonders schwere Kohlköpfe. Als er sie anschnitt, fielen 500 Silberdollar heraus. Köche und Kellner des Zuges waren die Züchter dieses Silberkohls, der nach der Provinz Schansi verpflayzt werden sollte. Herr Gao, ein Soldat der 29. Armee, hat in der Lotterie für den „Gelben Fluß" den ersten Preis von 20 000 Silber-Dollar gewonnen. Der Herr Armeeführer, General Sung-Eheh-yuan, gab jedoch dem Soldaten Gao den Rat, nur 4000 Dollar feiner ' Familie zu schicken und den Rest des Geldes unter die anderen Soldaten zu verteilen, was Herr Gao auch tat. * Das Schulamt unserer Stadt wird am 15. durch Theatervorführungen, Kundgebungen und Plakate auf bie Nachteile aufmerksam machen, bie für einen unserer Mitbürger daburch entstehen, daß sie nicht lesen und schreiben können. Am „Straßenreini- gungs-Felbzug", der am 29. beginnt, sollen sich alle Polizisten und städtische Arbeiter drei Tage beteiligen, um ein gutes Beispiel zu geben. Aus der Ta-Chin-Lu gab es gestern einen großen Auflauf als Frau Wang aus der Oleandergasse ihren Schwager Li durch den Stadtpolizisten Fu festnehmen ließ. Sie hatte Herrn Li zwei Dosen aus der Sung-Zeit im Werte von 30 000 Dollar zum -Verkauf übergeben, Li hatte bie Vasen verkauft, aber bas Geld nicht abgeliefert. Er muh jetzt so lange auf der Polizeiwache bleiben, bis die Sache Empfinden, daß dort ein Fremdkörper unter der Haut sitze. Eines Morgens nahm er fein Rasiermesser unb brachte sich einen tiefen Schnitt in der Ferse bei. Und siehe da — die Kugel kam zum Vorschein. Oswald versichert, daß es die Kugel aus seinem Kopf sei. Die Aerzte sind anderer Auffassung und halten es für unwahrscheinlich, daß eine Kugel durch einen ganzen Menschen hindurch wanderte, um dann an der Ferse zum Vorschein zu kommen. Der dreifarbige Kater. CK. Istanbul. Die Gerichte von Istanbul haben seit einiger Zeit eine ganze Reihe von Prozessen gehabt, in denen die merkwürdigsten Klagen zur Verhandlung kamen. Ein besonders schwieriger Fall, der die Oesfentlich- keit in den letzten Tagen beschäftigte, ist wieder der folgende: Vor drei Jahren kam zu einem Esstghand- ler in Skutari, während er sich die Kehle wund- schrie, um seine Ware anzupreisen, ein Mann, der ihm mitteilte, daß der Besitzer eines Gasthauses von Galata 12 000 Dollar demjenigen böte, der ihm einen Kater verschaffte, dessen Fell durch drei Farben ausgezeichnet sei. Dem Essigverkäufer, Achmed mit Namen, schien dies eine großartige Gelegenheit, zu Geld zu kommen, und er begab sich sofort auf Die Suche. Er zog, auf einem Esel reitend, durch die halbe Türkei. Als ihm mitgeteilt wurde, daß ein Kater mit den gewünschten Merkmalen in Ankara zu finden sei, eilte er sofort dorthin, aber er hatte inzwischen alles, was er befaß, und zuletzt auch den Esel verkaufen müssen, so daß er nun zu Fuß wandern mußte. In Ankara fand er den gejuchten Kater auch nicht, aber es wurde ihm gesagt, er könnte einen solchen in Eskichehr finden. Er marschierte auch zu dieser Stadt, hatte aber wieder fein Glück, und so erlebte er noch verschiedene Enttäuschungen, bis er schließlich nach Istanbul zurück- kehrte, wo er seinen alten Handel wieder aufzunehmen versuchte. Hier aber erzählte ihm eines Tages ein junger Armenier, er kenne eine Familie am Ufer des Bosporus, die einen Kater mit drei Farben besitze. Achmed eilte dorthin, sah den Kater, der tatsächlich die Bedingungen erfüllte, unb es gelang ihm nach langem Feilschen, das Tier für 60 türkische Pfund zu kaufen. Er steckte den Kater in einen Sack und begab sich sofort zu dem Gastwirt, der den hohen Preis dafür geboten hatte. In dem Augenblick jedoch, in dem er den Kater aus dem Sack herausließ, gelang es diesem, mit einem großen Satz beiseite zu springen unb zu flüchten; alle Bemühungen, ihn wieder zu finden, waren vergeblich. Das ist die Grundlage des Prozesses. Achmed behauptet, die Bedingung erfüllt zu haben, da er einen Kater der vorgeschriebenen Art herbeigeschafft habe und verlangt die versprochenen 12 000 Dollar. Der Gastwirt bestreitet seine Forderung, da der Kater nicht mehr zur Stelle ift. Das Gericht ift in Verlegenheit und hat sich zunächst damit geholfen, zwei Sachverständige zu berufen, die sich den Kopf über den schwierigen Fall zerbrechen sollen. Aber während der Kampf der Meinungen noch hin und her ging, hat der Gastwirt, der befürchtete, daß der Prozeß eine schlimme Wendung für ihn nehmen könnte, heimlich alles verkauft, was er befaß, und sich aus dem Staube gemacht. Die Zucker-Tomate. (rt) Brüssel. Ein Gärtner in der Nähe von Brüssel hat eine neue Tomate gezüchtet, die so süß fein soll wie eine riesengroße dicke Kirsche. Er gab ihr den Namen Sucra unb hat sein Zuchtprobukt ben Köchen von Brüssel unb den Botanikern der dortigen Universität unterbreitet. Die Nachprüfungen ergaben, daß die Frucht 13 v. H. Zucker enthält, im ganzen ungewöhnlich süß ist und in der Erlesenheit des Geschmacks mit den besten Süßfrüchten zu konkurrieren vermag. Man wird — wenn man den Prognosen jenes Tomatenzüchters Glauben schenken kann — in Kürze bie „Riesenkirschen" in jebem Frühjahr mit Spannung erwarten. Er gab das große Los zurück. (sk) Genf. Eine Wohltätigkeitsgesellschaft in Neuenbry hatte eine Lotterie veranstaltet, bie vor ein paar Tagen zur Ziehung kam. Dabei fiel das Große Los mit 100 000 Franken auf einen bis heute unbekannten Gewinner. Dieser Gewinner scheint ein sehr großzügiger unb wohltätiger Mann zu fein. Er hat nämlich bas Los an bie Lotterieverwaltung zu- rückgefchickt mit bem Bemerken, baß er das Los bamals gekauft habe, um einem wohltätigen Zweck zu dienen. Nun mode er auch am Gewinn nichts oerbienen. Das Gelb möge fiir arme Leute und vor allem für Waisenkinder verwandt werben. 2000 Franken aber möge man den Kindern überreichen, die das Los aus der Trommel holten. Noch kürzlich sprach zum Barsch die Flunder: „Wie töricht ist der Mensch mitunter, Er will nur Fleisch von Schwein und Rind, Obwohl wir vitaminreich sind." Jedoch: dem Menschen nichts entgeht. timental wirken und ihre Leistungen keineswegs immer ein reiner Kunstgenuß sein, gehörten doch zu ben typischen Erscheinungen ber Seinestabt, die auch denen, die nie Gelegenheit hatten, sie selber äu hören, doch aus dem bei uns vielgespielten Film „Unter ben Dächern von Paris" vertraut sinb. Unb wer bebauert es nicht, wenn eine Stabt um einen Lvkalton ärmer wird! Auch in ber Pariser Oefient- lichkeit jinbet bie Maßnahme lebhafte Kritik. So meint „Le Jour", nicht bie Tatsache, baß man Arme ähe, sei ernst, sonbern baß es sie gäbe. Der seltsame Trauerzug. (ur) Marseille. Sehr häufig sieht man in Marseille Särge, die auf ein Schiff verladen werden, das nach Korsika hinüberfährt. Die Korsen lieben ihre eigenartige Heimat und wollen dort ihren letzten Schlaf finden. Umgekehrt aber ist es höchst selten vorgekommen, daß ein Sarg von Korsika zum Feslland gebracht wurde. Deshalb faßten die Zöllner den Transport ehr mißtrauisch ins Auge, der da am Kai fest- machte. Es handelte sich offenbar um einen reichen Toten, denn ber Sarg war prachtvoll geschmückt. Außerbem war er von riesigen Blumenkränzen umgeben. Schluchzenbe Frauen knieten neben bem Sarg. Aber all biese Dinge vermochten ben Zollbeamten nicht zu erklären, weshalb jemanb, ber in Korsika starb, sich ausgerechnet zum Festlanb hinüberführen ließ. Man bestand also auf einer Untersuchung des Sarges ober auf einer Besichtigung des Toten. Rasch trockneten die Tränen. Wie der Blitz verschwanden die schwarzgekleideten Personen von dem Schiff, während die Zöllner die Schrauben am Sarg öffneten. Der Sarg war bis zum Rande unö in seiner ganzen Tiefe und Breite mit Tabak, und zwar mit englischem Zigarettentabak, gefüllt. Dieser Tabak kostet auf Grund einer sehr alten Privilegiums auf Korsika so gut wie nichts, während man in Frankreich erhebliche Zölle zu bezahlen hat. Der Feigenbaum. * (un) 5R_p m. In einer kleinen Ortschaft in Süditalien steht ein Feigenbaum, der sein blühendes Wachstum dem Umstand verdankt, daß der einstige Seeoffizier Ben Wangford in feinem letzten Willen anordnete, daß er in jenem Ort in Italien mit einem Feigenbaumschößling in der Hand begraben werde. Man legte über das Grab einen großen Stein. Aber die Kraft ber Natur war stärker. Der Feigenbaum hat sich, aus ber Hanb bes Toten emporsprießenb, den Weg gebahnt, bie Steinplatte beifeitegebrängt unb stolz bas Hauvt gen Himmel gereckt. Aber niemand erntet die Früchte des Baumes, der in jener Gegend nur ber Feigenbaum des Tobes genannt wirb. Eigenartiges Testament. (ky) Mailand. Ein ungewöhnliches Testament hinterließ ein kürzlich in ber italienischen Gemeinbe Brigano verstorbener Bauer, ber in seinem Heimatsort, in bem er bie 80 Jahre seines Lebens verbracht hatte, sehr bekannt unb beliebt gewesen war. Seit jeher hatte ber Bauer ben sehnlichsten Wunsch gehabt, baß man ihn nach seinem Tobe nicht so rasch vergessen möge. Um sich noch recht lange bei ben Mitbewohnern seines Dorfes in Erinnerung zu halten, bestimmte er in feinem Testament, baß nach feiner Beeidigung an jede einzelne Familie feines Heimatborfes, yleich- gültig ob sie reich ober arm sei, ein Kilogramm Brot verteilt werbe, bas aber ausbrücklich nur aus solchem Mehl gebacken sein bürfe, wofür bas (Betreibe auf seinem Acker gewachsen war. Selbstver- stänblich würbe dieser letzte Wunsch bes Verstorbenen erfüll, unb so erhielten nach der Beerdigung alle 400 Familien je ein Kilogramm Brot, das genau nach den letzten Verfügungen des Verstorbenen gebacken war. Unwahrscheinliche Wanderung einer Kugel. (ss) 35 u b a p e ft. An ber russischen Front erlitt im Jahre 1914 der ungarische Landwirt Johann Oswald eine Schuß- verletzung. Die Kugel blieb im Kopf stecken, und zwar so unglücklich, baß kein Chirurg es wagte, bas Geschoß zu entfernen — aus Angst, den Patienten töten zu können. Oswald litt in der Folgezeit nur an schwerer Migräne, fühlte sich aber sonst ganz wohl unb kassierte regelmäßig seine Kriegs- beschäbigtenrente ein. Er verschwieg, daß bie Migräne allmählich nachließ unb eines Tages ganz verschwunben war. Aber einige Zeit später stellten sich ernste Hals- und Nackenschmerzen ein. Ste wechselten in Rücken- unb Beckenschmerzen. Dieje Schmerzempfindlichkeit zog sich immer weiter nacy unten. Oswald empfanb nun vor einiger Zeit heftiges Ziehen in ber linken Ferse. Er hatte das Vermischtes. Indianerleben in Kanada. Der Jahresbericht der Abteilung für Jndianer- angelegenheiten in Kanada, der kürzlich für 1936 erschienen ist, eröffnet einen Einblick in das Jn- dianerleben des Landes, das sich im allgemeinen recht erfreulich gestaltet zu haben scheint. Die Leute in den Jndianer-Reseroatgebieten, deren Zahl 112 510 beträgt, verdienen über 6 Millionen Dollar im Jahre. Außerdem hält die Regierung ungefähr 14 Millionen Dollar für sie in Verwahrung, während der Schulunterricht und zahlreiche andere Dienste frei gegeben werden. 50 000 von den Indianern erhalten ferner Renten auf Grund verschiedener Verträge. Die Zahlung dieser Jahresbeträge, die sich auf 4 oder 5 Dollar für die Person belaufen, muß bei der großen Entfernung der einzelnen Niederlassungen durch das Flugzeug erfolgen. Es sind da verschiedene Flugdienste eingerichtet, die den Indianern ihre Renten zuführen. So hat ein Dienst zwei Wasserflugzeuge; in jedem fliegt ein Offizier und ein Mechaniker der Kanadischen Luftstreitkräfte, in einem Flugzeug ferner der Zahlmeister und in dem anderen ein Militärarzt. Ein solcher Flug erstreckt sich über 7000 Kilometer. Außer der Auszahlung der Renten werden auch noch Fragen der Erziehung und all der Schwierigkeiten, die sich unter den Indianern ergeben, behandelt, und der Arzt ist eifrig tätig, die Leute zu impfen, zu untersuchen und Kranke zu behandeln. Von den Heeresfliegern sind für diese Flüge genügende Vorräte von Betriebsstoff in Niederlagen bereitgestellt, damit die Belastung nicht zu groß wird. Opfer von Influenza-Epidemien und anderen Krankheiten der Kulturwelt. Zu Beginn des letzten Winters breiteten sich die Masern den Mackenziefluß entlang bis zu den arktischen Gebieten aus. Anderseits erweist sich das Flugzeug natürlich auch von größtem Werte dadurch, daß es ärztliche Hilfe bringen kann. Im Ganzen gibt es 359 Jndianer- schulen und Unterrichtsanstalten verschiedener Art mit 18 033 Schülern, von denen etwa drei Viertel regelmäßig teilnehmen. Schenkung an die Llniversität Gießen. Die Jndianerfamilien halten sich in den meisten Fällen in Bauersiedlungen auf; sie erkennen untereinander ihre Jagdgründe an und vererben sie von einer Generation zur anderen. Dagegen ziehen die weißen Jäger meist ruhelos umher, und es wird in letzter Zeit sehr über ihre Zunahme geklagt, besonders da sie sich Uebergrisfe in die Jagdgründe der Indianer erlauben. Die weißen Jäger verwenden auch in großem Maße Gift, und diese ungesetzliche und verderbliche Uebung entwickelt sich zu einer ernsten Bedrohung für den Wildbestand. Dagegen ist bisher noch kein einziges Beispiel des Gebrauches von Gift von einem indianischen Jäger in Kanada zur Kenntnis der Behörden gekommen. Die Jagdgebiete, die den Indianern und Eskimos vorbehalten find, sind über eine halbe Million englische Quadratmeilen groß. Die Entwicklung des modernen Verkehrswesens, besonders des Flugzeugwesens, ist nicht in jeder Beziehung ein Segen für die Indianer. In weit entfernten Gegenden wohnende Stämme, zu denen bisher, namentlich im Winter, keine Ansteckung gelangt war, werden jetzt auch Aus seinem vielfältigen Nachlaß hat Geheimrat Prof. Dr. Sommer in seinem Testament auch unserer Landesuniversität eine Anzahl von Werten zugedacht. Unter diesen Schenkungen befindet sich auch das schöne Häuschen am Fuß des Schiffenberges, das wir hier im Bilde zeigen. Ueber die Verwendung des Häuschens, das idyllisch in einem weitläufigen Garten liegt, wird noch Beschluß gefaßt. wv. xAy a< v'?' ■/£s- 'S.-.. - II il MM M '• - 1-' TD v - . ;> S... ■ ,v v ,.p. Bei Unwohlsein und Schmerzen vieler Art hak sich Klosterfrau-Melissengeist seit über hundert Jahren bewährt. So schreibt am 5. 10. 34 Frau Cugenie Roggendorf, Hausfrau (früher Krankenpflegerin), Ahrem b. Lechenich, wie folgt: .Lieber die Gute Ibres so geschätzten Melissengeistes Ihnen erneut berichten zu können, macht mir Freude. Ich kann dies mit bestem Gewißen und größter Ueber- zeugung tun. Nächst gutem Willen von feiten deS Kranken ist der Verlauf der Krankheiten glücklich, wenn man regelmäßig und nach Bedürfnis Klostersrau-Melisiengeist gebraucht. Dazu wende ich feuchte Wärme oder Kälte an, je nach Form des Fiebers oder des Empfindens. Daß Klostersrau-Melisiengeist gut hilft, hatte ich vor Jahren Gelegenheit an mir zu prüfen bei Unwohlsein. Wo ich auch immer Ihren Melisiengeist gebrauchte oder empfahl, hat er geholfen. -um Teil auch in schweren Krankheitsfällen. Die Wirkung aller Heiltees ist eine erhöhte und der Krisen wegen wohltuendere, wenn man jeder Portion Tee einen Guß Klosterfrau-Melissengeist beimengt. Schwach« Füße mit je zur Hälfte Klosterfrau-Melisiengeist und Arnika-Tinktur gemischt eingerieben, stärkt diese ungemein. Auch von vielem Gehen schmerzende Gelenke damit eingerieben, besiern sich rasch. Schon des bei jeder Krankheit gefährdeten Herzens wegen sollte SSloftcrfrau- Melisiengeist in keinem Krankenzimmer feiern* Wie erklärt sich diese gute Wirkung des Kloster srau-Meliffengeistes? Als reines Heilkräuter-Destillat, das keinerlei Reben- oder Rachwirkungen besitzt, wirkt Klostersrau-Melisiengeist günstig auf grundlegend« Funk- Honen, wie Verdauung, Nerven- und Herztätigkeit, und übt seinen gesunden Einfluß eielfeihg aus. sodaß «s ein wirklich gutes Hausmittel ist. Ein Versuch wird auch Sie Überzeugen. Verlangen Sie also bei Ihrem Apotheker oder Drogisten Klostersrau-Melisiengeist in der blauen Originalpackung mit den drei Rönnen. Flaschen zu 95 Ps.. 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Juni Grotes Wertest aus Anlab des 50jährigen Bestehens des Männergesangvereins „Harmonie“ Klein-Linden Hierzu ladet ein: 4192 A ( i Für die Emma BORRMANN £ Gießen, Neustadt 5 Rut *165 Von der Reise zurück Dr. Reinewald Facharzt für Ohren-, Nasen- und Halsleiden Frankfurter Straße 10 Elisabeth Seipp Karl Hofmann Verlobte Lollar, den 19. Juni 1937 4207D 4177 D Nach glücklich überstandener Geburt braucht die Wöchnerin äußerste Ruhe! Die Doppelherz-Kur schont die Nerven, erneuert das Blut und kräftigt den ganzen für alle, die sich matt und elend fühlen, für alle, die gesund u.kräftig bleiben wollen! Fabrikniederlg.: C. Seibel, Frank furter Straße. O.Winterholl, Kreuzplatz 9/10. Herrn. Elgei, Selters- weg 66. Grünberg: Karl Schott u. sämtliche Filialen. Laubach: Solms-Laubacher Drog.Karl Klein. bei Linker&iolin Gießen Lud wigstraße 16 2053 D Gardinen in großer Auswahl billig bei Ludwig Haas Gießen Plockstr. 7 Gießen 4225 a , das El des Columbus Fern- u. 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Str. 39 Br.UO Drittes Blatt Metzemr Anzeiger (Seneral-Anzelger für (Überhetzen)Samstag, tt, Juni 1*15? Landesuniversität und Heimatforschung. Oie Teilnehmer der Heimatbotanischen Woche in Gießen. 3. 3F MÄ M Die Teilnehmer der Heimatbotanischen Woche im Gießener Botanischen Garten. Die Teilnehmer der zur Zeit in Bad-Nauheim stattfindenden Heimatbotanischen Woche des NS.-Lehrerbundes weilten gestern in Gießen. Vormittags wurden sie im Forstbotanischen Institut durch den Rektor der Universität prosesior Dr. Bqaöer in herzlicher Weise begrüßt. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Kameraden vom Lehrstand, die an der Heimatbotanischen Woche teilnehmen einen Tag in Gießen in den Räumen der Universität weilen. Wie der Nationalsozialismus stehe die Biologie ganz unter dem Gedanken der Einheit und Ganzheit, auch der Wald sei eine Lebensgemeinschaft. Professor Or. Gpilaer-Darmffadt, der Leiter der Arbeitswoche, dankte für den herzlichen Willkomm und führte dabei aus, daß die Heimatforschung nicht auskomme ohne die Universität, von der sich die Lehrerschaft immer wieder neue Anregung holen müsse. Eine erhöhte Fühlungnahme der Lehrerschaft mit der Hochschule anzustreben, sei auch der Zweck des Besuchs in Gießen jöorträde Gießener Forscher. Eine feine Ergänzung zu den Vorträgen, die im Laufe der Woche schon über den Wald gehalten wurden, boten dann zwei Referate von anerkannten Fachleuten auf den Gebieten der Forstzoologie und Forstbotanik. Prof. Dr. Merker sprach in anschaulichen, äußerst lehrreichen Ausführungen über: „Das Gleichgewicht der lebendigen Kräfte im heimischen Wald". Wer als Laie, so führte er u. a. aus, in unseren Wäldern Ruhe und Entspannung sucht, ahnt nicht, in welchem Ausmaß sie eine Lebensgemeinschaft widerstrebendster Kräfte sind. In dieser Lebensgemeinschaft gibt es Tiere, die durch plötzlich em- setzende Massenvermehrung den Wald vernichten Unter diesen Schädlingen sind die wichtigsten: Nonen, Schwammspinner, Kiefernspinner, Kieferneule, Kiefernspanner. Sie schaden alle nur dann, wenn sie in Massen auftreten. Dieses muß also von dem Forstmann unter allen Umständen verhindert werden, und er kann es bis zu einem gewissen Grad, wenn er die Lebensbedingungen dieser Tiere genau kennt. Kommt einmal durch günstige äußere Einflüsse solch ein Massenauftreten zustand, so hat dieser erste Schaden einen zweiten im Gefolge; denn die durch Raupenfraß geschwächten Bäume können nun den lauernden zweiten Schädlingen, den Borkenkäfern, nicht mehr genügend Abwehrkräfte entgegensetzen. Zum Glück gibt es in der Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes auch Hilfstruppen wie Schlupfwespen, Raupenfliegen, Raubkäfer und nicht zuletzt unsere Vögel, die das durch Massenauftreten der Schädlinge gestörte Gleichgewicht des Waldes wiederherstellen, indem sie die Raupen oder die anderen Schädlinge vertilgen. Hierauf sprach Professor Dr. G. Funk, der Leiter der Botanischen Abteilung des Forstinstituts, in fesselnder Weise über „Die deutschen Waldbäume im Wechsel von Umwell und Rasse". An einer Reihe von Lichtbildern zeigte der Vortragende zunächst am Beispiel der Fichte, wie die Gestalt der Krone von klimatischen und soziologischen Einflüssen abhängig ist. In ganz anderer Weise wirken sich die dem einzelnen Baum angeborenen Rassenmerkmale aus' wofür ebenfalls die Fichte eine große Zahl der ausgeprägtesten Formen bietet. Das alte Försterwort „Jede Fichte hat ihr eigenes Gesichte", läßt sich allenthalben im deutschen Wald bestätigen, wenn man Kronenform, sowie Haltung der Aeste und Zweige aufmerksam beobachtet. Noch mehr aber, wenn man diejenigen Spielarten und in ihrem Wuchs abweichenden Formen in den Kreis der Betrachtung zieht, die in Gärten und Parkanlagen die deutsche Landschaft zieren. Hängefichten, Schlangenfichten, Kugelfichten, Zwergfichten, (die mit fünfzig Jahren noch kaum eine Höhe von 50 Zentimeter erreichen) u. a. sind hier nur wenige Beispiele dafür, wie vielseitig allein schon der Begriff unserer Fichte ist. In ähnlicher Weise gab der Vortragende Beispiele für Umwelteinflüsse und Rasseeigentümlichkeiten bei der Buche. Die Teilnehmer konnten sodann an den in der Botanischen Abteilung des Forstinstituts ausgelegten Sammlungen sich einen Begriff machen von dem, was gerade die Buche, aber ebenso auch Eiche, Ahorn u. a. Laubbäume des deutschen Waldes an Vielgestaltigkeit und Vielfarbigkeit zu leisten vermögen. Man müsse dem Vortragenden darin zustimmen, daß unsere deutschen Waldbäume hinsichtlich ihrer Vielgestaltigkeit und ihres erblichen Verhaltens noch viel zu wenig bekannt sind, und daß noch manches ihrer Lebensaußerungen zu erforschen ist. In dieser Hinsicht gab auch die sich anschließende Führung durch den Versuchsgarten des Forst- instituts eine Reihe von Anregungen. Professor Funk erklärte hier zunächst die Einrichtung des Gartens und die darin zum Ausdruck gebrachten Themen zur Naturgeschichte der Waldbäume und der Bodenflora des deutschen Waldes. Ganz besonderes Interesse aber erweckten eine große Zahl neuer buntbläteriger Formen von Eschen, Eichen, Buchen, Ulmen u. a. Laubbäumen, die das Ergebnis eingehender Forschungen des Vortragenden im deutschen Wald d-arstellen. Wie der Vorredner fand auch Prof. Dr. Funk lebhaften Beifall für feine interessanten Ausführungen und die ausgezeichnete Führung durch Institut und Garten. Nach diesem so anregenden Aufenthalt im Forst- botanischen Institut begab man sich zum Botanischen Institut der Universität. Hier begrüßte Prof. Dr. Küster die Teilnehmer und wünschte der heimatbotanischen Woche guten Erfolg In seinen Dankesworten sprach Prof. Dr. Spil- ger sein Bedauern darüber aus, daß infolge einer notwendig gewordenen Planänderung das reichhaltige und heimatkundlich wertvolle Programm, das Professor K ü st e r in Aussicht gestellt hatte, sich leider nicht in vollem Umfange durchführen lasse. Im Hörsaal des Botanischen Instituts hatte der Assistent des Instituts, Dr. Heidt, eine Photoausstellung „Geschuhte Pflanzen der hessischen heimateingerichtet, die er aus eigenen Aufnahmen zusam- mengestellt hatte. In einleitenden Worten wies Dr. Heidt darauf hin, wie unser hessisches Heimatgebiet dadurch besonders ausgezeichnet ist, daß auf verhältnismäßig kleinem Raume Pflanzen aus den verschiedensten Florengebieten anzutreffen find. Neben den montanen und nordischen Pflanzen des Vogelsberges und auch des Hangelstei - n e 5 finden wir in unserer Heimat die wärmeliebenden Pflanzen der Wetterau und weiter südlich die Steppenpflanzen des Mainzer Beckens, die zum Teil dem pontisch-sarmatischen Florengebiet angehören und zahlreiche Vertreter der Mittelmeervegetation. Der Redner gab einen kurzen Ueberblick über den Aufbau der Ausstellung, die zum Teil nach Pfanzenfamilien, Pflanzengemeinschaften und Naturschutzgebieten zusammengestellt war. In einer Gruppe fand man die Enzianarten unserer Heimat: Deutscher Enzian, Gefranster Enzian uni) der Frühlings-Enzian von Rödgen, der ih den letzten Jahren eine erfreuliche Vermehrung gefunden hat. Von den kennzeichnenden Vertretern der Vogelsberg-Flora waren Berg-Wohlverleih, Keulen-Bärlapp, Trollblume, Türkenbund, neben Siebenstern u. a. vertreten. Eine andere Gruppe hieß „Naturschutzgebiet Hange! st ei n", in der man neben der Frühlingsknotenblume, Silberblatt und Steinsame, die von Johann Jakob D i l l e n i u s im Jahre 1718 in lateinischer Sprache veröffentlichte erstere größere Flora von Gießen sah, die zahlreiche Pfanzenarten des Hangelsteines enthält. Um ein großes Orchideenmodell geschart, waren die Knabenkräuter, vor allem aus dem Biebertal der seltene Frauenschuh und die nur noch ganz vereinzelt auftretende Flie- gen-Ragwurz, daneben Waldvöglein, Nestwurz, zu leben. Auf dem Kalkboden des Biebertales gedeiht besonders der Roßkümmel, einer unserer stattlichsten Doldengewächse. Eine Strandflora im Binnenland stellen die Wesselsheimer, Münzenberger und Bad- Nauheimer Salzpflanzen dar, von denen neben Strand-Dreizack und Strand-Milckkraut auch andere durch gute Abbildungen vertreten waren. Die Steppenpflanzen vom Mainzer Sand waren vertreten durch das Federgras, Pfriemengras, Küchenschelle und die Sandlotwurz, die dort ihren einzigen Standort in Mitteleuropa hat. Eingehend erörtert und an Hand großer Anschauungstafeln erläutert wurde die Lebensweise der insektenfressenden Pflanzen — Sonnentau, Wasserschlauch und Fettkraut — die in dem Naturschutzgebiet Hengster bei Offenbach zu finden find. Nach den mit dankbarem Beifall aufgenommenen Ausführungen Dr. Heidts fand durch Garteninspektor Nessel eine Führung durch den Boanischen Garten statt. Ausfluq zum Hangerstein. Dem herrlichen Waldgebiet des Hangelsteins mit seinem Bestände aller bei uns vorkommenden Baumarten, vorwiegend Eichen und Buchen, in deren Schatten üppiger als anderwärts eine, an botanischen Merkwürdigkeiten reiche Kräuterflora grünt, galt der Nachmittagsausflug. Unter Führung von Professor ©pilger und Universitäts-Garteninspektor i. R. Rehnelt gelangte man bei Beachtung der wechselnden Vorkommen verschiedener Charakterpflanzen am westlichen Steilhang hinauf über den Steinbruch mit seinem wundervollen Blick auf das Lahntal mit seinen burgengekrönten Hä- henzügen und von da zum trigonometrischen Punkt. Während dieser zweistündigen Wanderung konnte das Vorhandensein der Mehrzahl derjenigen Pflanzen festgestellt werden, die schon 1786 durch den Botaniker Dillenius genannt worden sind. Her- vorzuheben ist u. a. das, wenn auch nur spärliche Vorkommen von Aconitum Lycoctonum, dem gelben Eisenhut und Doronicum Pardalianches, einer Gemswurzart, die noch heute an das gleiche Vorkommen gebunden scheint, wie vor 200 Jahren, lieber die Teufelskanzel mit ihrem reizenden Ausblick auf den Staufenberg erfolgte der Abstieg. Dann begaben sich die Teilnehmer, 22 an der Zahl, weiter nach Münzenberg zur Besichtigung der dortigen S a l z w i e s e n mit ihrer eigenartigen Flora. Dillenburg als altnaffauisches Bildungszentrum. LPD. Dillenburg, 17. Juni. Auf dem Gebietet des nassauischen Volksschulwesens bahnbrechend Dorgegangen zu sein, kann die Stadt Dillenburg durch die im Jahre 1509 von Graf Johann V. errichtete erste und damit älteste Volksschule in Nassau mit gutem Recht für sich in Anspruch nehmen. Wilhelm der Reiche, der Vater des großen Oraniers, setzte dieses Werk, das damals allerdings nur der Unterweisung der männlichen Schuljugend im Beten und Singen sowie der Unterrichtung in der Volkssprache diente, also noch weit von den heutigen Zielen der Schule entfernt war, im Jahre 1531 durch Begründung der ersten Schule für Mädchen und 1537 durch Eröffnung der ersten Lateinschule fort. Letztere Schule war Vorläuferin der heutigen Dillenburger Oberrealschule, die in diesem Jahre auf eine 400jährige Vergangenheit zurückblicken kann. Außerdem besitzt Dillenburg in seiner 1779 gegründeten Zeichenschule noch die älteste gewerbliche Anstalt dieser Art und seit 1858 auch die einzige Berg schule in Nassau, die im nächsten Jahr ihr 80jähriges Besteyen feiert. In ihr haben bis jetzt etwa 7 0 0 Grubenbeamte ihr fachliche Ausbildung erhalten. Oer siebente Schuh. Bon Irank St Braun. Das Revuetheater in der 318. Straße spielte seit vielen Abenden das Revolutionsstück des beliebten Neuyorker Dichters Edgar Poole. Miß Helen Maitland, eine junge Anfängerin mit viel Talent und noch mehr Ehrgeiz, gab die Spionin, die am Ende des Stückes erschossen wird. Eine Bombenrolle. Nur — wer kommt abends noch in die 318. Straße! Reklame nützte nichts. Miß Maitland war traurig. Sie machte sich Sorgen um ihre Karriere. Da war Dr. Webb, Theaterarzt aus Neigung zu Miß Maitland, aber so kühl zu ihr, daß sie traurig sein mußte. Als der Schauspieler Patrick sich um sie bemühte, war sie auf dem Punkt, nachzugeben. Eine unglückliche Liebe ist für eine Künstlerin schädlich. Der Vorgang blieb Dr. Webb nicht verborgen, und so konnte es zu dem schrecklichen Geschehen kommen. Am Abend der vierundzwanzigften Aufführung ereignete es sich: Miß Maitland in der Rolle der endlich überführten Spionin steht an der Mauer und erwartet ihre Erschießung. Sechs Soldaten treten auf. Der Leutnant befiehlt „Feuer!" Die sechs Schüsse krachen wie jeden Abend, und Miß Maitland fällt um. Der Vorhang senkt sich, und erwartungsgemäß soll Miß Maitland aufstehen. Aber sie bleibt liegen. Blut läuft aus einer Brustwunde über ihr Kleid. Dr. Webb ist in der Nähe. Er sieht die Schauspielerin kurz an, hebt sie dann entschlossen auf seine Arme und fährt sie in seine Privatklinik. Der untröstliche Direktor — was soll er morgen spielen? — benachrichtigt die Kriminalpolizei. Die ersten Reporter stürzen sich auf die Sensation: „Mord im Revuetheater! Kriminalinspektvr Bryan erscheint eine Viertelstunde später. Er sieht sich den Schauplatz an. Die sechs Statisten müssen mit ihren Flinten antreten. „Dies sind bestimmt die Gewehre, die sie vorhin benutzt haben?" „Bestimmt. Es befinden sich keine anderen im Theater." Inspektor Bryan prüft die Flinten, es sind unmögliche Waffen; ein Wunder, daß die Platzpatronen allabendlich losgehen. Eine Kugel kann man nicht aus ihnen abfeuern. „Herr Inspektor", sagt der Leutnant, „mir war, als habe es heute nicht sechsmal, sondern siebenmal geknallt." Er ist ganz blaß vor Aufregung „So ...", sagt Inspektor Bryan. „Auf der Bühne kann aber niemand geschossen haben, aus dem Zuschauerraum auch nicht. Also aus den Kulissen. Wer hat freie Sicht? Nur der Feuerwehrmann, der von seinem Podest alles überwachen mußte!" Der Feuerwehrmann wird geholt. Er ist verlegen. „Ich war einen kleinen Augenblick weggegangen", sagt er, „es war sowieso gleich Schluß der Vorstellung." — „Ich mache Ihnen keinen Vorwurf", sagt Inspektor Bryan abwehrend. „Sahen Sie jemand an Ihrem Platz, als Sie zurückkamen?" Der Inspektor bückt sich und hebt eine Messinghülse vom Boden auf. — „Dr. Webb stand hier", sagt der Feuerwehrmann. — Inspektor Bryan hält die Patronenhülse auf der flachen Hand, er ist sehr ernst. — Leise sagt der Feuerwehrmann: „Dr. Webb hatte einen Revolver bei sich: ich sah es zufällig." Inspektor Bryan ruft die Klinik des Arztes an. „Dr. Webb selber? Hier spricht Inspektor Bryan. Lebt Miß Maitland? Besteht Lebensgefahr? „Nicht die geringste." „Wollen Sie als behandelnder Arzt die Anzeige erstatten?" „Ich mochte davon absehen." „Dann werde ich es tun, Herr Dr. Webb!" „Tun Sie Ihre Pflicht, Herr Inspektor. Aber vielleicht muß nicht alles in die Zeitungen? Wenn ich bitten dürfte —" „Es besteht kein Anlaß für uns, etwas zu verheimlichen." Der Doktor seufzte. Inspektor Bryan hängte ab. Er informierte kurz die Herren der Morgenpresse. Mordversuch aus Eifersucht. Dr. Webb verdächtig. Der Täter leugnet nicht. Die Künstlerin außer Lebensgefahr. Dann fuhr Bryan in die Klinik. Dr. Webb führte ihn aus seinen Wunsch in das Zimmer der Künstlerin. Der Inspektor traute seinen Augen nicht. Miß Maitland saß aufrecht, mar sogar angekleidet und rauchte eine Zigarette, „Was ist das?!" rief er ein wenig verblüfft. „Sie sind nicht angeschossen?" „Angeschossen, nein, wieso?" fragte Miß Maitland harmlos. „Ich stürzte unalücklich und verstauchte mir den rechten Fuß. Dr Webb war so freundlich, mich in seine Klinik zu schaffen. Ich muß ein paar Tage ausspannen. Dann geht es wieder." „Aber es ist doch auf Sie geschaffen worden!" „Gewiß. Im Stück, mit Platzpatronen." „Und dies hier?" Inspektor Bryan wies feine gefundene Patronenhülse. „Ach", mischte Dr. Webb sich ein, „die dürfte von mir sein. Ich warf sie weg, nachdem ich sie wochenlang in der Tasche herumgeschleppt hatte. Sie muß dort gelegen haben, wo der Feuerwehrmann sonst steht, denn non dort beobachtete ich den Schlußakt." Inspektor Bryan schäumte. „DieZeitungen!" rief er. „Ich bat Sie doch ausdrücklich, Herr Inspektor, den kleinen Unfall nicht erst in die Blätter gelangen zu lassen." Dr. Webb lächelte glatt. Der Inspektor zersprang. „Das Blut, das viele Blut!!" „Oh", Miß Maitland strahlte, „ein kleiner Einfall, die Szene auf der Bühne überzeugender zu gestalten. Nichts als ein mit roter Farbe gefülltes Schwämmchen, das ich in der Hand hielt und im rechten Augenblick an meiner Brust ausdrückte." Inspektor Bryan stand kurz vor dem Schlaganfall. Mit einem Panthersprung war er an der Tür, sie krachte hinter ihm zu. Stille. Dann stand Miß Maitland auf. Sie humpelte wirklich ein bißchen, als sie auf den Arzt zuging und ihm die Arme um den Hals legte. „Das hast du großartig gemacht", sagte sie. „Morgen lieft ganz Neuyor'k von dem Mordanschl-ag. Ich bin in aller Leute Mund. Du bist mein Mörder. Eine Bombenreklame!" Er nickte. „Die Sache wird ein Nachspiel haben", meinte er. Sie erschrak. „Der Inspektor? Aber du warst doch so vorsichtig in deinen Aussagen." „Der Inspektor? Nein, von dem erfolgt nichts. Aber nächste Woche heiratet der Mörder sein unglückliches Opfer. Eine neue Sensation!" Er hielt sie fest. Seine Blicke fragten; sie nickte wortlos. Abenteuer mit Löwen Eine Reihe persönlicher Abenteuer mit Löwen erzählt der bekannte englische Großwildjäger und Jagdschriftsteller Robert H. Foran in der Zeitschrift „Answers": „Einmal in der Nähe des Thika-Flusses folgten mir zwei Löwen und eins Löwin bis beinah in mein Lager Sie hielten einen gleichbleibenden Abstand von etwa 90 bis 100 Meter. Das war eine rechte Beruhigung für mich, denn ich hatte nur eine leichte Vogelflinte bei mir. Sobald ich mein Zelt erreicht hatte und meine Büchse in Händen hielt, kehrte ich um und hätte nun gern nähere Bekanntschaft mit dem neugierigen Trio gemacht. Aber da ergriffen sie die Flucht über die Ebene. Ein andermal, als ich nördlich von Simba jagte und einen steilen Hügel erkletterte, um eine Uebersicht zu gewinnen, stolperte ich auf dem Gipfel fast über einen großen bemähnten Löwen. Er lag stach im Schatten eines gewaltigen Felsblocks ausgestreckt und schlief fest. Vielleicht würde ich ihn gar nicht gesehen haben, hätte nicht mein Gewehrkolben zufällig gegen den Felsen geschlagen. Das Geräusch weckte ihn, Und er stand mir plötzlich gegenüber mit verhaltenem drohenden Gebrüll. Es ist schwer zu sagen, wer von uns erstaunter war, der Lowe oder ich. Ich war nach der anstrengenden Kletterei in der Sonnenglut viel zu erschöpft, um einen Schuß zu wagen, obgleich er aus nächster Nähe ein herrliches Ziel bot. Er stand in ganzer Silhoutte gegen den Himmel, sein Schweif ging hin und her, seine gelben Augen belauerten mich aufmerksam. Er war nicht mehr als 30 Schritt entfernt. Ich schrie laut. Das erschreckte ihn sichtlich. Er kehrte sich um und verschwand über dem Gipfel des Hügels. Ich ließ ihn gehen. Eines Morgens wanderte ich von Nairobi in die Ebenen von Äthi, in der Absicht, Löwen zu schießen. Es dauerte nicht lange, und ich kam glücklich zu Schuß auf eine Löwin, die ich erlegte. Wir ließen zwei Männer zurück, um sie abzuhäuten und die Trophäe nach Hause zu bringen. Gegen Mittag spürte ich einen mähnenlosen Löwen auf. Nach einer aufregenden Jagd brachte ich ihn zur Strecke. In einiger Entfernung stand ein dichter Busch, und ich beschloß, in seinem Schatten zu frühstücken, während die Träger das Tier abhäuteten. Dummerweise nahm ich mein Gewehr nicht mit. Langsam schlenderte ich zu dem Busch und hatte ihn fast erreicht, als ein prächtiger Löwe aufsprang. Ich glaube, es waren nicht mehr als 50 Schritt zwischen uns. Aber tatsächlich erschien es mir im Augenblick viel weniger. Wir standen beide regungslos und starrten einander an. Ich hoffte, er würde sich davonmachen, stattdessen begann er sich mir langsam zu nähern. Erst ein paar Tage vorher hatte ich mit einem Jagdkameraden Erfahrungen über Löwen ausgetauscht, und er hatte behauptet, daß in ähnlicher Lage ungewöhnliche Bewegungen des Mannes den Löwen erschrecken und vertreiben würden. Ich hatte diese Behauptung mit einiger Ironie ausgenommen. Aber hier hatte ich eine wunderbare Gelegenheit, sie nachzuprüfen. Jedenfalls war es das einzige, was ich versuchen konnte, da ich unbewaffnet und für den Fall eines Angriffs der Bestie zu weit von den anderen entfernt war. Ich begann also, umherzuspringen und meine Arme zu schwingen, ich duckte mich nieder, sprang dann wieder hoch in die Luft, und während der ganzen Zeit schrie ich luftig. Der Löwe blieb sofort stehen und starrte meine Verrenkungen an. Zweifellos hielt er mich für irgendein seltsames, niegesehenes Tier, das darum mit dem größten Mißtrauen zu betrachten sei. Ich verdoppelte meine Anstrengungen. Einen Augenblick später machte der Löwe kehrt, kniff den Schwanz zwischen die Beine und floh in wilden Sätzen davon. Ich brüllte hinter ihm her, um sein Tempo zu beschleunigen. Die Theorie meines Freundes hatte sich vollkommen bewährt." Aus den Gießener Gerichtssälen Kreditwürdigkeit erklärte der Angeklagte, er sei noch bei der Firma A. in Bad Hornburg beschäftigt obwohl dies den Tatsachen nicht entsprach. Kurze Zeit darauf weilte der Angeklagte bei seinem Schwager in Krefeld-Uerdingen zu Besuch. Diese Gelegenheit benutzte er, um dort mehrere Geldbeträge von insgesamt 30 Mark, eine goldene Uhr und verschiedene Kleidungsstücke zu entwenden. Der Angeklagte war in allen drei Fällen geständig. Er behauptete ebenfalls in wirtschaftlicher Notlage gehandelt zu haben. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen fortgesetzter Untreue in Tateinheit mit Unterschlagung und Urkundenunterdrückung sowie wegen Betrugs und fortgesetzten Diebstahls zu einem Jahr Gefängnis und 10 0 Mark Geld- st r a f e. Ebenfalls unter der Anklage des Betrugs und Unterschlagung stand der Kurt E. aus Frankfurt am Main. Dieser war bei dem Stoffwarenhandler E. in Bad-Nauheim als Reisender tätig. Bom Oktober 1936 bis Januar 1937 hat der Angeklagte von den einkassierten Geldern einen Betrag von rund 1400 Mark nicht abgeführt, sondern für sich behalten. Weiterhin fingierte er eine Reihe von Bestellungen. Er ließ sich dann die entsprechenden Waren aushändigen und schaffte sie beiseite, um sie zu verkaufen. Es gelang ihm, etwa 35 Pakete auf diese Art an den Mann zu bringen. Den Gegenwert von 350 bis 400 Mark behielt er ebenfalls für sich. Auch hier führte der Angeklagte zu seiner Entschuldigung seine schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse an. Da diese Angaben des Angeklagten auch den Tatsachen entsprachen, lieh es das Gericht bei einer verhältnismäßig geringen Strafe be- wenden. Das Urteil lautete auf eine Gefang. nisstrafe von zwei Monaten wegen fort- gesetzten Betrugs sowie fortgesetzter Untreue in £at- einheit mit Unterschlagung. Amtsgericht Gietzen Durch Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen war der L. G. aus Wetzlar wegen Uebertretung der Reichsstraßen-Derkehrsordnung zu einer Geldstrafe von 70 RM. verurteilt worden. In der auf den Einspruch des Angeklagten hin anberaumten Hauptverhandlung wurde festgestellt, daß der Angeklagte am 12. Februar d. I. durch die Bahnhofstraße in Richtung Bahnhof fuhr, um dann nach links in den Horst-Wessel-Wall einzubiegen. Hierbei hat es der Angeklagte, dem die Sicht durch die Straßenbahn behindert war, an der nötigen Sorgfalt fehlen lassen, da eine ihm entgegenkommende Radfahrerin ouf die hintere Stoßstange des Autos aufgefahren ist. Die Zeugin verletzte sich nur gering. Die Beweisaufnahme ergab, daß auch die Zeugin fahrlässig gehandelt hatte, indem sie ihr Augenmerk, wie man es von ihr hätte verlangen müssen, nicht au die Fahrbahn, sondern scheinbar mehr auf die Straßenbahn gerichtet h-at. Der Angeklagte, der schon Jahrzehnte Autofahrer ist und noch keinen Unfall verschuldet hat, wurde wegen Uebertretung der Reichsstraßen-Verkehrsord- nung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 30 Reichsmark und zur Tragung der Kosten verurteilt. p. Die tcutfdie Rrbcitofront ILoVoemcinrchaft „Kraft bmdifreuöc" Zum Schluß ging der Redner noch auf die Nürnberger Gesetze zum Schutze der Rasse ein. Er schilderte die Derjudung Deutschlands in der Szstemzeit und in großen Zügen den Kampf, den Deutschland ausfechten muß gegen das Weltjudentum, einen Kampf, zu dem die Vorsehung das deutsche Volk berufen hcche unter der Führung Adolf Hitlers. Die Anwesenden folgten den Ausführungen mit lebhafter Aufmerksamkeit und zeigten ihren Dank durch begeisterten Beifall. F. K. OenttandieArbettsbeschaffun Sötte i ' Den wahren Nationalsozialisten erkennt man nicht daran, daß er den Sozialismus nur mit dem Munde predigt, sonst aber für alles unzugänglich ist, sondern man erkennt ihn an seiner Opferbereitschaft! Nicht auf die Schale, sondern auf den Kern kommt es an! Somit ist ein jeder deutsche Volksgenosse, gleichviel in welcher Stellung er steht, dem Führer verpflichtet! Ihm allein verdankt er es, daß er heute noch Brot und Arbeit hat und nicht durch den Bolschewismus einem grenzenlosen Chaos zugeführt wurde. Daß wir in unserer Heimat ein geordnetes und ruhiges Dasein führen, verdanken wir nur allein unferm Führer. Infolgedessen ist ein jeder verständig denkende Volksgenosse aber auch verpflichtet, den Mann, dem er dies alles dankt, in feinem großen Aufbauwerk zu unterstützen. Bei der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus war eine der ersten Aufgaben desselben die Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Zwar ist seit dieser Zeit viel Gewaltiges auf diesem Gebiete geschehen, aber es ist der ausdrückliche Wille unseres Führers, jedem Volksgenossen wieder eine feste Existenz zu geben. Die Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung ist ein von unserem Führer zu diesem Zweck geschaffenes Werk. Drum, lieber Volksgenosse, geh den Männern der braunen Lotterie nicht aus dem Wege ober suche dir die Ausrede „Ich habe ja doch kein Glück", sondern sei gerne bereit, dein Scherflein beizutragen am Aufbauwerk. Nicht allein, daß du mit jedem Losbrief, den du erstehst, den Aufbau unterstützest, es kann doch auch dir das große Glück in den Schoß fallen, denn die hohen Gewinne sind bis jetzt in Gießen noch nicht gezogen! Drum lieber Volksgenosse greife zu bei den braunen Glücksmännern. Wer wird der Glückliche sein? Glehener Wochenmarktpreife. (J HIL Sei ersweg Nr. 67 adit) Telephon Nr. 3170 eparaturen i89?d Römischkohl 12 bis 15, Bohnen, grün, 25 bis 30, Spargel, 1. Sorte 35 bis 45, 3. Sorte 22 bis 25, Erbsen 20 bis 25, Tomaten 35 bis 55, 3wiebeln 15 Rhabarber 8 bis 12, Kartoffeln, alte 5, 5 kg 46 Pfennig, der Zentner 3,85 bis 3,95 Mark, neue, % kg 12 bis 16 P-, Pfirsiche 50 bis 60, Hrm- beeren 50, Birnen, ausländische, 80, Kirschen 35 bis 45, Stachelbeeren 25, Erdbeeren 25 bis 60, junge Hähne, 80 bis 95, Suppenhühner 80 bis 95, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 20 bis 50, Salat 5 bis 10, Salatgurken 15 bis 40, Ober- fohlrabi 7 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. Aus -er Gtadi Gießen. Vor Sommersonnenwende und Johannistag. Unfern Altvordern war die Nacht mit ihrem Dunkel geheimnisvoller und darum heiliger als der helle Tag. Vielleicht aber auch nur unheimlicher und darum Grund zur Furcht. Nun kam Jahr für Jahr eine Nacht, die kürzeste von allen Nächten, in der der Sonne Schein kaum ganz über der Erde verglomm. Was Wunder, daß man sich da der Gottheit ganz besonders nahe fühlte und nun auch den letzten Rest von Dunkelheit verscheuchen wollte. Darum zündete man in der Mittsommernacht überall die Feuer an, deren Schein die Gemarkung beleuchtete, und die bis auf den heutigen Tag noch m vielen Gegenden unseres Vaterlandes sich verhalten habe* und jetzt wieder neue Belebung erfahren. Der Johannistag ist ein alter Freudentag und zugleich ein ernster Tag des Gedankens an den Tod und die Toten. Aus Richard Wagners Meistersinger klingt das Wort Johannistag mit dem Johannistagmotiv durch die ganze Welt, von Volksfreude und Luft auf der Festwiese berichtend, und an eben diesem Johannistag wandern die Menschen zu den Gräbern, um sie zu schmücken und mitten im Sommer ein Totenfest zu feiern. Sehr häufig wird daher airt Johannistag nach alter Sitte mit Blumen, besonders Rosen geschmückt. Insbesondere sollen 'die roten Rosen eine sinnbildliche Hinweisung auf den blutigen Tod Johannis des Täufers des Vorboten Christi fein. So wird noch heute in Halberstadt am 24. Juni alljährlich der in der Gemeinde zu St. Johannis befindliche Brunnen mit Rosen bekränzt und am Abend mit Lampen erleuchtet. In vielen sächsischen Dörfern und Städten flicht man in der Johannisnacht Kronen und Kranze aus Blumen und Rosen, verziert sie mit Bändern und hängt sie am Johannismorgen vor die Hauser ober legt sie auf die Gräber. Eine ergreifende Sitte findet sich in Thüringen. Dort wird für die Toten des Jahres am Johannismorgen früh unmittelbar vor Aufgang der Sonne bis zu ihrem vollen Aufgang das Sterbegeläut gehalten, man nennt es das „Entgegenläuten". In Griechenland entzünden abends vor dem «Johannistag die Frauen ein Feuer und springen darüber mit dem Rufe: „Ich laß' meine Sunden! Ein Brauch, der dem Sprunge durch das Johanms- Maßnahmen bereits getroffen wurden, um die Geburtenziffer zu erhöhen. Durch die Gewährung von Ehestandsdarlehen, Steuererleichterung für kinderreiche Familien und Kinderbeihilfen fei es gelungen, die Kurve der Geburten heraufzuführen. Während im Jahre 1932 auf 1000 Menschen nur 13 Geburten kamen, würden jetzt 19 Kinder gezählt. Deutschland sei das erste Land, dem es gelungen ist, den Geburtenrückgang aufzuhalten, aber jedoch den Schöffengericht Gießen. Das Schöffengericht Gießen hatte sich in der jüngsten Sitzung mit vier Fällen zu befassen. Zuerst hatte sich der P. T. aus Frankfurt a. M. wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. Der Angeklagte fuhr mit seinem Kraftwagen am 16. Oktober 1936 durch Nieder-Wöllstadt. Auf dem rechten Bürgersteig ging, auch in seiner Fahrtrichtung, ber 70jährige 93.21. Als der Angeklagte gerade an ihm vorbeifahren wollte, trat dieser, um die Straße zu übergueren, auf den Fahrdamm. Dabei wurde er von dem Wagen des Angeklagten erfaßt und starb an den Folgen der Verletzung. Der Angeklagte gab den Sachverhalt an sich zu, bestritt aber jeg- liches Verschulden an diesem Unfall, da er lang5 sam gefahren sei und auch Signal gegeben habe. Der Sachverständige kam jedoch auf Grund seiner Ermittlung zu dem Ergebnis, daß der Angeklagte bei geringerer Geschwindigkeit den Unfall hakte vermeiden können, wenn auch das überwiegende Verschulden auf feiten des Getöteten liege. Das Geruht erkannte unter Berücksichtigung des letzteren Gesichtspunktes an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe auf eine Geldstrafe von 150 gründlich getroffen und jeder Führer einer Gruppe erhalte neben genauen Richtlinien auch feine fertigen Marschpläne. Bei den Gruppen befinden sich auch Sanitäter. Die Gesamtunkosten würden etwa 7 bis 8 Mark für den Jungen betragen. Der Berufsrejerent des Bannes 116, Dr. W a - g e n b a ch vom Arbeitsamt wies die Eltern daraufhin, daß die HI. ihre Jungen nicht nur körperlich ertüchtigen und ausbilden wolle, sondern daß sie über den Dienstbetrieb hinaus es sich angelegen sein lasse, sie in ihrem Berufsleben zu betreuen. Durch die Verbindung mit dem Arbeitsamt wolle die HI. für eine entsprechende Unterbringung der Jungen in die Lehre und im Berufsleben eintreten. Die Ellern der Jungen könnten ungehindert an den Berufsberater herantreten und er werde bemüht fein, ihnen die richtigen Wege zu weisen und ihnen zu I helfen, so weit es möglich sei. Volksbestand zu erhalten, fei eine Zahl von 22 Kindern auf 1000 Einwohner nötig. Der Redner sprach bann über die Gesetze, die der Nationalsozialismus geschaffen hat, um die Qualität des Nachwuchses zu heben. Hierbei nannte er erschütternde Zahlen über die Vermehrung erbkranken Nachwuchses während und nach dem Kriege. Er rief dabei das Verantwortungsbewußtsein jedes Volksgenossen auf, der schon bei ber Gattenwahl mit Ueberlegung prüfen müsse, ob gesundes Erbgut nicht durch Versippung mit einer erbkranken Familie geschädigt werde. Besonders auf dem Lande habe man oft dagegen verstoßen. nern ausgebaut; sie werden bald bezogen werden können. Auch ist man dabei, die hier neu angelegte Straße auszubauen. Die im Frühjahr an der verlängerten Gartenstraße begonnenen Neubauten sind im Rohbau vollendet; die am Erdkauterweg ous- zuführenden Wohnungsneubauten sind ebenfalls bis zum Aufschlagen des Dachwerks gediehen. ** Verlegung der Abfahrtszeiten der Spätwagen der Straßenbahn. Die Direktion der städtischen Betriebe teilt mit, daß die Spätwagen der Straßenbahn auf beiden Linien nicht mehr um 22.37 Uhr, sondern um 22.45 Uhr ab Bahnhof bis zu den Endstationen fahren. ♦* Der nächste Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt in Gießen findet am kommenden Dienstag, 22. Juni, statt. ** Die Allgemeine Ortskrankenkasse für Stadt- und Landkreis Gießen mahnt die Beiträge für den Monat Mai zur Zahlung bis zum 25. Juni an. Bis zu diesem Zeitpunkt können die Beiträge noch ohne besondere Kosten gezahlt * Gießen, 19. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche, seine Molkereibutter, kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42, Matte 20 bis 25 Pfennig, Käse, das Stück 4 bis 10, deutsche Eier Klasse S 11, Klasse A IOV2, Klasse B 10, Klasse C 9'/-, Klasse D 9, Wirsing, grün, Vs kg 12 bis 15, Weißkraut 12, gelbe Rüben, das Bündel 13 bis 15, , rote Rüben 12 bis 15, Spinat, V2 kg 18 bis 20,1 helfen, so feuer entspricht. . Ein schöner, tiefer Sinn liegt auch in den Sagen, die sich um den Johannistag gewoben haben. Vielen pommerischen Sagen liegt der Gedanke zu Grunde, daß Menschen und Stätten, die verflucht sind, sich am Johannistag bemerkbar machen, um an Vergänglichkeit und Gericht zu mahnen. So die Sage von dem verwunschenen Burgfraulein, das in einem Burgwall bei Freienwalde haust und am Johannistag mittags zwischen 11 bis 12 Uhr den erschrockenen Menschen erscheint. Oder die Sage der untergegangenen Stadt Vineta, die auf ein göttliches Strafgericht von einer Sturmflut verschlungen wurde, und wo am Johannistag in der Mittagsstunde in der Tiefe die Glocken der versunkenen Stadt läuten. Am Kyffhäuser blüht in der Johan- nisnacht „die blaue Wunderblume", die ihrem Minder als Schlüssel zu den verborgenen Schatzkammern dient. , In den Julischen Alpen erzählt man eine merk- würdige Sage. In der Nähe von Moruzzo steht em uralter Nußbaum. Im Frühling bleibt er dürr aber in der Johannisnacht, wenn die Leute hinausziehen, um zu beten und zu fingen, dann erleben sie das Wunder, daß der Daum bis zum Frührot voll belaubt ist und Nüffe trägt. Das Blut des Johannes, das in dieser Nacht als Tau herniederfallt, hat dieses Wunder vollbracht. Vornoiizen. Tageskalender für Samstag. NS.-Lehrerbund, Gießen: 15 Uhr, Mädchen- Berufsschule, Vortrag. — Gloria-Palast (Selters- roeg): „Soldaten — Kameraden". — Oberhessischer Kunstverein: Skagerrak-Ausstellung, 17 bis 19 Uhr, Gesellschaftshaus, Sonnenstraße. — LB. „Volkstum und Heimat": 17 Uhr, Besichtigung der Skagerrak- Ausstellung. — Deutsche Stenographenschaft: 20.30 Uhr, Stadt Lich. Tageskalender für Sonntag. NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", 20.30 Uhr, Caf6 Leib, Heiterer Abend Nazi-Eisele. — Gloria-Palast (Seltersweg): „Soldaten — Kameraden". — Gießener Radfahrer-Verein von 1885: 16 Uhr, Waldfportplatz, Bahn-Radrennen. — Oberhessischer Kunstverein: Skagerrak-Ausstellung, 11 bis 13 Uhr, Gesellfchaftshaus, Sonnenstraße. Gastspiel Nazi - Eisele im Cafe Leib. werden. ** VH C. -Wanderung im Taunus. Die jüngste Monatswanderung des VHC.-Zweigvereins Gießen in den östlichen Taunus begann in Friedrichsdorf. Zur Erinnerung an das 250jährige Bestehen war das Städtchen mit Fahnen und frischem Grün reich geschmückt. Bald wanderte man in prächtigem Hochwald durch das Köppener Tal dem murmelnden Erlenbach entlang, bis zur Lochmühle. Nach guter Einkehr ging es auf langsam ansteigenden Waldwegen längs dem deutlich sichtbaren Pfahl- graben zum Römerkaftell Kapersburg, das die heffi- fche Regierung vor Jahren durch Prof. Helmke erneuern ließ. An Steinkopf und Winterstein vorbei immer durch schönen Wald, der angenehme Kühle bot, kam man nach längerem Marsch an die Autobahn und von da zur Vadestadt Nauheim. Nach Einkehr und gemütlichem Gang durch die Anlagen und den prächtigen Sprudelhof fuhren die Ausflugsteilnehmer mit dem Zug nach Gießen zurück. ** Einen Eltenausspracheabend hielt am Freitag im „Gambrinus" die Gefolgschaft 3/1)6 (Gießen-Mitte) der HI. ab. Unterbannführer Rühl führte dabei u. a. aus, daß die HI. bemüht sei, durch persönliche Fühlungnahme mit den Eltern der Hitler-Jungen und Pimpfe Verständnis für ihre Arbeit an der Jugend zu wecken und eine ersprießliche Zusammenarbeit zu erzielen. Die persönliche Aussprache habe sich als der beste Weg zur Beseitigung von Unklarheiten erwiesen. Gerade jetzt vor den Ferien sei solche Zusammenarbeit zwischen den Eltern und der Führung besonders notwendig, nachdem in diesem Sommer von dem Lagerbetrieb abgesehen und zum ersten Male eine Fahrt unternommen werde. Der Lagerbetrieb am Gederner See sei diesmal nur in beschränktem Maße vorhanden und zwar beginne jetzt schon ein solches Lager, an dem sich etwa 60 Jungen beteiligen. Ein zweites Lager werde in der Zeit vom 9. bis 16. August mit etwa 120 Mann durchgeführt werden. Dafür unternähmen HI. und Jungvolk eine Wanderfahrt durch den Spessart. Die Jungen marschierten in kleineren Gruppen mit geschulten Führern. Es werde nur beschränkt marschiert, so daß keine lieber- anftrengungen eintreten können. Jeder Tag wird in einem Dorf beschlossen. Die Vorbereitungen seien 59 Jahre treuer Mitarbeiter. Am morgigen Sonntag sind es 50 Jahre, daß Werkmeister Philipp Völzel aus Wieseck bei der Firma Ludwig Georgi, Zigarrenfabriken, Gießen, tätig ist. Bereits am Freitag gedacyte der Betriebsführer in einem feierlichen Betriebsappell dieses seltenen Arbeitsjubiläums, dankte dem Jubilar für feine langjährige treue Mitarbeit und überreichte ihm als Ausdruck feiner Anerkennung ein Ehren- und Erinnerungsgeschenk. Außerdem wird der Jubilar an seinem Ehrentage die Anerkennungsurkunde unseres Führers und Reichskanzlers für 50jährige ununterbrochene treue Dienstzeit erhalten. Verpackungsmaterial-Ersparnis auch im Großhandel und Handwerk. Dem Appell des Leites der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, eine unrationelle Verwendung von Verpackungsmaterial zu vermeiden, haben sich nunmehr auch die Leiter der Wirtschaftsgruppe Groß-, Ein- und Ausfuhrhandel und des Reichsstandes des deutschen Handwerks durch gleiche Aufrufe an ihre Mitglieder angeschlossen. Auch die Kaufleute des Großhandels und die Handwerker sollen prüfen, welche WareneinerbesonderenUmhul- (un g nicht bedürfen und wo übermäßiger Verpackungsaufwand eingeschränkt werden kann. Gleichzeitig werden sie aufgefordert, ihre Abnehmer und Kunden entsprechend aufzuklären. Vortragsabend der NS.-Zrauenschast Gießen-Ost. *♦ 40 Jahre im Dien ft der Deutftfjen Reichsp 0 st. Der Telegraphenassistent Philipp Mattern konnte in diesen Tagen auf eine 40- jährige Tätigkeit bei der Deutschen Reichspost zu- rückbsicken. Dem Jubilar wurden im Rahmen einer chlichten Feier im hiesigen Postamt viele Ehrungen und Glückwünsche von den Arbeitskameraden dargebracht. Vom Amtsvorsteher wurde ihm ein Anerkennungsschreiben des Führers und Reichskanzlers überreicht. Der Arbeitsplatz des Jubilars tm Tele- graphen-Baubüro Gießen war besonders schön aus- geschmückt. Neben einer Ehrengabe, wurden dem Jubilar von dem Leiter des Telegraphen-^ube- ttrks, Oberbauführer Vetter, herzliche Wort* der Anerkennung ausgesprochen. . ** Dien ft Jubiläum bei d e r R e i ch s - bahn. Am morgigen Sonntag, 20. Juni, kann der Lokomotivführer Karl Sehrt, Ebelstraße, fein 25jähriges Fahrdienstjubiläum im Zugverkehr der Reichsbahn begehen. Der Jubilar erfreut sich sowohl bei seinen Dienstvorgesetzten, wie auch bei seinen Berufskameraden großer Wertschätzung; darüber hinaus wird ihm als gebürtigem Gießener und als Mensch mit prächtigen Charaktereigenschaften in weiten Kreisen der Bevölkerung herzliche Sympathie dargebracht. . ** Treue Dienste. Am Sonntag, 20. Ium, ist Fräulein Helene S a y n i s ch 25 Jahre ununterbrochen bei der Familie Kaufmann Franz Senner, Ludwigstraße 39, in großer Pflichttreue als Hausangestellte tätig gewesen. Ein seltenes Jubiläum, das der Familie wie der Jubilarin das schönste Zeugnis ausstellt. ♦* Bautätigkeit am N a h r u n g s b e r g. Das Dachwerk des Verkaufshäuschens am Alten Friedhof wurde jetzt aufgeschlagen, so daß das Gebäude in kurzer Frist im Rohbau vollendet fein wird. — Die im Winter 1936 entlang der südlichen Friedhofsmauer und in der verlängerten Bergstraße ausgeführten Neubauten werden nunmehr im In- Die NS.-Gemeinfchast „Kraft durch Freude" weist nochmals auf den großen bunten Abend hin, der von der bekannten „Nazi-Eisele" - Singspieltruppe am morgigen Sonntagabend bestritten wird. Diese Veranstaltung findet nicht, wie vorgesehen, in der Volkshalle, sondern im Saale des Cafs Leib, 20.30 Uhr, statt. Mark. r., . m m Die nächste Anklage richtete sich gegen den P. V. aus Schwalheim. Der Angeklagte war seit elf Jahren im Betrieb des Buchhändlers A. aus Bad- Nauheim, der einen Lesezirkel unterhielt, tätig. Die Aufgabe des Angeklagten war es, die Lesemappen für die Mitglieder des Zirkels auszutragen. In den letzten Jahren ging die Mitglieberzahl ständig zurück. Da der Angeklagte um seine Stellung fürchtete, teilte er dies dem Zeugen nicht mit, sondern ließ sich weiterhin dieselbe Anzahl Lesemappen aushändigen. Die überschüssige Anzahl der Mappen bewahrte er in seiner Wohnung auf. Dafür entwendete er aus den Beständen des 'Zeugen illustrierte Zeitschriften. Diese vertrieb er und Deckte dadurch den durch den Rückgang der Abonnenten entstandenen Ausfall. Der Angeklagte war ebenfalls geständig. Zur Entschuldigung führte er wirt- chafttiche Not und Angst vor Entlassung an. Gemäß dem Antrag des Vertreters der Anklagebehörde erkannte das Gericht wegen Diebstahls — eine weitere Anklage wegen Betruges wurde in der Hauptverhandlung von dem Staatsanwalt Men gelassen — auf eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten. Ferner wurde der H. P. aus Gießen aus der Untersuchungshaft vorgeführt. Die Anklage lautete in diesem Falle auf Unterschlagung und Untreue in drei Fällen. Die Hauptverhandluna ergab folgenden Sachverhalt: Der Angeklagte, der schon einschlägig vorbestraft ist, war bei der Firma A. in Bad Homburg, die an den Autobahnen arbeitete, vom 10. Oktober bis 10. November 1936 als Lohnbuchhalter tätig. In dieser Zeit veruntreute er insgesamt 140 Mark. Er entnahm diese Beträge aus den ihm zur Auszahlung übergebenen Lohntüten, die er dann vernichtete. Bei einem späteren Aufenthalt in Betzdorf lieh sich der Angeklagte von dem dortigen Wohlfahrtsamt mit der Behauptung, er habe kein Geld mehr zur Heimfahrt nach Gießen, 6,80 Mark aushändigen. Zur Unterstreichung seiner Sonntag, 20. Juni, 20.30 Uhr: Achtung! Der heitere lustige bayrische Abend mit Nazi-Eisele und feiner Truppe findet im (Safe Leib statt (nicht Volkshalle). Karten in den Dorverkaufsstellen und an der Abendkasse. Sommerfest in Kloster Arnsburg. Das für Sonntag vorgesehene Sommerfest wird wegen ungünstiger Witterung auf einen späteren Termin verlegt. 4211D Samstag/Sonntag, 26-/27. Juni: An dem billigen Sonderzug zur Reichsausstellung „Schaffendes Volk" kann sich jeder Volksgenosse beteiligen. Preis 9,20 Mark. Anmeldungen werden noch angenommen. Näheres durch Plakate. Kreisdienststelle KdF., Schanzenstraße 18. ♦ Mittwoch, 30. Juni: Billiger Sonderzug nach Marburg zu dem Freilichkspielfestspiel „Scharnhorst". Preis für Fahrt und Eintritt nur 1,70 Mk. BOM undZM.-tlnIergoulltz.Gietzen Am Montagabend, 12. Juni, um 21.15 Uhr, treten am Oswaldsgarten von allen Gießener Mädel- (außer Mg. Nord) und JM.-Gruppen die Gruppen-, Schar- und Schaftsführerinnen, Sport- martinnen, Geldoerwalterinnen zur Sonnwendfeier an. — Am Mittwoch, 23. Juni, kommen alle JM.° Gruppenführerinnen des Standortes Gießen zu einer Besprechung um 18 Uhr auf die Dienststelle des Untergaues. Zu einem eindrucksvollen Vortragsabend hatten ich die Mitglieder der Frauenschaft und des Frauenwerks im schön ausgeschmückten Saal der Gaststätte Hindenburg eingefunden. Die Leiterin Frau S ch ä - er begrüßte die Anwesenden und gab bekannt, daß ein Singkreis neu geschaffen werden soll, zu dem sich sofort einige Frauen meldeten. Die Leitung wird Fräulein H 0 0 s übernehmen. Außerdem wurden die Frauen aufgerufen, für den Patengau Oberschlesien Kindersachen als Weihnachtsgabe zu arbeiten und bis zum Oktober abzuliefern. Fräulein H 0 0 s spielte dann eine Sonate von Beethoven und erntete reichen Beifall. Der Redner des Abends Professor Kranz begann dann feine Ausführungen über die Bevölkerung spoli- t i k des nationalsozialistischen Staates. Er betonte, daß auf diesem Gebiet der deutschen Frau und Mutter ganz besondere Ausgaben gestellt seien. Die Größe unsere Zeit fordere, mit Althergebrachtem zu brechen, Mut und Vertrauen in die Zukunft zu setzen, und sich klar zu werden über die Aufgaben, die unserer Generation gestellt seien. Von der bevölkerungspolitischen Gefahr des Geburtenrückgangs ausgehend, schilderte Dr. Kranz die Zustände vor dem Kriege in Deutschland, sowie in den anderen europäischen Ländern. Vergleichende Zahlen der Geburten auf dem Lande und in den Großstädten zeigten den schädigenden Einfluß des Großstadtlebens. Der Redner führte aus, welche M. j MW» U < "• - ' r OKU -r- »• ;Ä» ■>,. ' / W- MOWWDWßW i H)ien5‘ werden ingelegte der veralten sind »eg 6U5' «falls bis ntaUr r\ rmhnt Mtz vis tt tonnen n geM • Äum, nunter' Sen- eue als 5 3ubi' in das berg, i Alten Vas ®e« bet fein üdlichen rgstraße im In- Die Di- dah die i Linien •2.45 Uhr re» , x ichs- nn der !, sein hr der sowohl seinen arüber nd als len in ipathie e 40. sl zu- einer ungen > dar- i An- nslers tele= i aus- 1 dem Sfube= ft? der aus. 2)ii leigoerehtf in Fried- ihrige Br- ib frisch^ 1 in präch' dem mur* gochmühle- ansteigend Helmke er- kein °°rb i die heim. W ieAnlL die Aus ßen zurua- >enb '«« schast Mv hier N U.V bemüht leI' i Eiternd s für * ne erspr^ person'sh A,;5 y$-s notroend^ S'S 'M » Ä ein et ® fer|i' Gr wurden iA, K"' ? er|nrperz t nur ° u (onb^gtn 4’1 V»* i'i - d-<- 8" undlv Wandem und weisen • Bäder und Sommerfrischen we nünftig M dem MF.-Dampser nach Horben! zierte. Nun begann die Blütezeit Homburgs. Nach dem Vorbild der Pariser Oper wurde 1860 ein Theater gebaut, die herrlichen Parkanlagen entstanden, eine eigene Gasversorgung wurde hergestellt und eine Eisenbahn nach Frankfurt gebaut. Homburg wurde der Mittelpunkt der großen Welt, Kaiser, Könige und Fürsten aus allen Ländern trafen sich in seinen gastlichen Mauern. Nun wollte ich meine Liebeserklärung „vernünf» tig" vortragen und bin doch ins Schwärmen qe» raten. Wer Bayreuth kennt, wirds begreifen. Wers nicht begreifen kann, der packe so schnell wie möglich einmal seine Siebensachen und fahre hin. Ständig ist die Flotte der KdF.-Schiffe wieder unterwegs, um viele Tausende von Volksgenossen in die herrlichen Landschaften des europäischen Nordens zu führen. Diese Aufnahme zeigt eins der KdF.-Schiffe vor Bergen. (Presseamt der DAF. — Scherl°M.) Liebeserklärung an Vayreuth Bon Herbert Günther. Den ganzen Taunus in vier Mnuten. Vom Schnelldienst der Deutschen Lufthansa. - Das Erlebnis eines Blitzfluges. Vad Hombuw. NSG Umgeben von den Höhenzügen des Taunus liegt idyllisch mitten im Grünen Bad Homburg, die Hellstätte, die schon Tausenden die Gesundheit zu- rückgab. Drei Faktoren sind es, die das Bad aus- zeichnen: feine herrliche Lage in einer kllma isch begünstigten Gegend, seine sprudelnden Heilquellen und seine eigengeartete Heilmethode für Magen- und Darmkranke. Wer Homburg schon einmal besuchte, wird entzückt gewesen sein von seiner reiz- vollen Umgebung, seinen schattigen, gepflegten Parkanlagen und seinen zahlreichen kulturhistorischen Stätten, auf die der Fremde auf Wanderungen immer wieder stößt. Ueberreste von Bauten römischen Ursprungs wechseln ab mit mittelalter- Welcher Ort aber könnte ausgeprägter sein in seiner Eigenart als Bayreuth? Glücklicher in seiner ausgeglichenen Mischung von Anmut und Würde, Gelassenheit und Heiterkeit? Also in seiner Gesamtheit angenehmer? Bayreuth ist ein wahres Heilbad der Seele. Selten findet sich in engem Rahmen so viel an reizvollen Bildern aus drei Jahrhunderten wie in Bayreuth: nicht dies scheint mir das Schönste an dem überall schönen Bayreuth, sondern die wohltuende Stimmung, die alles übersonnt. Eine kurze Rast genügt, und schon spüren wir, wie unsere Ab- gehetztheit innerer Sammlung weicht, und wie zugleich der Krampf der Ueberanstrengung sich lockert. In Bayreuth stürzt man nicht; man wandelt noch. Man hat nicht immer ein bestimmtes Ziel, bis dann und dann aus dem und dem Grunde zu erreichen: man spaziert um seiner-selber willen, und nichts als die Freude am Gehen, Betrachten, 23er- weilen ist unser Lohn — der höchste Es gibt Städte, die man einmal gesehen haben möchte, das genügt. Es gibt Städte, die man noch ein zweites Mal sehen möchte, weil der .Sehenswürdigkeiten" zu viele sind. Und es gibt Städte, nach denen man eine Sehnsucht hat, die nie ganz gestillt wird, wie oft man sie auch sieht. Oder, gesteht ichs offen: Heimweh. Eine solche Stadt ist Bayreuth. Und dieses Heimweh, das so ganz allgemein binverlangt, nach seinem warmen Dunstkreis — es hängt sich merkwürdigerweise nun doch ans Einzelne. Ihm bleibt die Erinnerung verhaftet. Es ist mir geschehen, daß ich in meinem Berliner Studierzimmer zwischen den Bücherregalen hockte, die mir so teuer sind, und unvermittelt in der drängendsten Arbeit unterbrochen wurde durch das plötzlich aufsteigende Gefühl, das sich nicht abwehren ließ: jetzt möchtest du im Hofgarten sitzen ... Nicht etwa nur: in Bayreuth sein, nein, ganz genau im Hofgarten, auf der Bank mit dem Blick über den Teich und seine Springbrunnenfigur zum Schloßbalkon hinüber ... Liebeserklärungen kann man auf sehr verschiedene Weise vorbringen: stürmisch ober stockend, atemlos vor Leidenschaft, still verhalten oder träumerisch flüsternd. Der Ton hängt nicht allein von dem Liebenden ab, mindestens ebensosehr auch von dem Gegenstand seiner Zuneigung. Wenn es mich drängt, Bayreuth meine Liebe zu bekennen, ift es mir, als könne ich ein kluges reifes Wesen bei der Hand nehmen, ihm tief ins Auge schauen und ganz einfach sagen, wie mirs ums Herz steht. Es ist ja kein Backfisch mehr; es freut sich der Blute seiner Jahre, hat schon manches von der Welt erlebt, ist trotzdem jung geblieben dabei und wird mich schon verstehen, selbst wenn meine Sätze ein nig ungeordnet herauskommen sollten, so Der- nftig ich auch bleiben möchte — in aller Bezauberung ... Was ipich so anzieht? Wir bestätigen wohl gern einem Mädchen oder einer Frau (was sie längst selber wissen), daß ihr Haar von holdem Glanz sei, ihr Mund süß, ihr Gang beschwingt/ wir können uns auch in eine Stirn, ein Ohr, einen Fuß verlieben, es wird doch immer das Ganze sein müssen, das uns verlockend erscheint, wenn ^unserer Verbindung Dauer beschieden sein soll. So auch hier. Man reift kaum wegen eines einzelnen Hauses, eines Platzes, eines Blickes immer wieder an denselben Ort, wenn die Luft, die er atmet, uns nicht lieblich eingeht. Aus die „Atmosphäre" kommt es ja bei allem Lebendigen an, bei einem Menschen wie bei einer Stadt, auf das „Fluidum", das sie ausstrahlen, das sie unsichtbar — unverkennbar umgibt. Als nach dem Kriege 1870/71 die Spielbank verboten wurde und nach Monte Carlo übersiedelte, schuf man auf den Rat Bismarcks einen Kurfonds, der bis zum Kriege noch vorhanden war. In dieser Zeit hatte es sich gezeigt, daß das Bad auch ohne die Spielbank lebensfähig bleiben konnte. Nach Ausbruch des Krieges ging der Kurbetrieb sehr zurück. Die Russen und Engländer, die allein zwei Drittel der Kurgäste stellten, blieben aus, der Niedergang nahm seinen Anfang. Auch in der Nachkriegszeit erholte sich Bad Homburg nicht, so daß die Stadt nicht länger mehr in der Lage war, das Bad zu erhalten. In der Nachinflationszeit wurde eine Aktiengesellschaft gegründet, und 1929 nahm sich der Preußische Staat des Bades an. Von dieser Zeit an ging es langsam wieder aufwärts. Aber erst jetzt im Staate Adolf Hitlers kann sich das Bad wieder entfalten, und der Weg zu einem neuen Aufstieg ist frei. Don Jahr zu Jahr steigt die Zahl der Kurgäste wieder, und Bad Homburg ist auf dem besten Wege, seinen guten Ruf. den es früher genoß, erneut zu erringen und zu einem ~ v i —fr. fflofellanb. Anmut und Herbheit. Das Ruhrgebiet liegt hinter uns — und dann der Rhein. Dörfer. Städte, Serge, Burgen kommen — schwinden — kommen. Der Zug eilt weiter. lieber dem Strom der Nebel hüllt die Ufer in Dunst. Nachher steht die Sonne hell im Mittag. Als müßte es so fein, daß über dieser Landschaft nun die Wärme strahlt, den schimmernden Schieferboden bei Hänge erhitzt und dem gewundenen Fluß jene eigenartige blaugrüne Klarheit gibt. Dor ein paar Stunden: Land der Schwere, Heimat der Schornsteine und Maschinen, und nun ist die Erde anders Seworden. Ungekannte Beschwingtheit erfüllt das ?oselland, nicht prunkend und prahlend — nenn’ es Heiterkeit, Stille —, doch diese Stille will nicht Sanftheit werden; denn oftmals ist die Erde steinig- herb, und jedes schmälste Fleckchen über schroffem Fels muß noch die Reben tragen. Steil wächst das Heer der Weinstöcke die Berge hinan, Reihe um Reihe, schnurgerade, unvergleichlich geordnet. Harte Arbeit verlangt der zerrissene Boden, das Gebröckel des Schiefers, bis es locker die Rebe umgibt und nicht rutscht und die Wurzel nicht bedrängt. Sie stehen in der Frühjahrssonne: Frauen in gestreiften Schürzen, Männer mit Schaufeln und Hacken — hier unten im Hügel — und dort so hoch im Berg —, bereit, den Reichtum und die Sorge ihrer Heimat zu pflegen. Einen Augenblick halten sie ein, winken dem Zug, arbeiten weiter. — Jeder Weinberg, jede hochgebundene Rebe spricht von ausdauernder, andächtiger Arbeit. In den leichten- Zauber des klaren, stinken Flusses mischt sich das Gesetz kraftvollen Schaffens, das feine Hange fordern. Unruhiger Lauf — eigenwillig sind die Moselschleifen —, stille Rebenhänge, winklige Städtchen und Dörfer, dort eine zerfallene Burg, seltsam zerklüftete Felsen geben dem Land jenen ungewöhnlichen Reiz von Feinheit und Anmut von Beweglichkeit und Stille, von herber Geschlossenheit und Kraft. Doch nirgendwo ist Schwere. Keine Plumpheit. Verhalten dämpfen die Weinberge die mitteilsame Schnelligkeit des Flusses. Oder triumphiert seine Munterkeit über jede Ruhe? Neckt er die Hügel und Hänge mit seinen Windungen? Spielt er mit ihnen? Sie können sich doch nicht von Ihm trennen Hat er das Spiel gewonnen, den Tanz der unzähligen Drehungen und Figuren? — Ein Tunnel — ein, zwei, drei Minuten ... und blendende Helle. Fachwerkhäuser kommen. Fest ineinander geschachtelt ist die kleine Stadt mit den engen Gassen: ein unregelmäßig besetztes Feld Vorbei, vorbei! Doch im Augenblick fühlst du: beruhigende Wärme geht von Häusern und Winkeln aus, Geborgenheit und irgendeine Heimlichkeit, die du ergründen möchtest. Nun ist die Mosel wieder nah am Zug — nun Mesen mit Obstbäumen. Wenn sie in voller Blute stehen, wird das Land noch schöner sein Wir eilen weiter Immer wieder tauchen im Moselland Anmut und Herbheit so wundersam ineinander als wache über ihnen eine kluge, gute List und sage ihnen im Vertrauen ein Geheimnis, ganz im Vertrauen... Unb sie verplaudern doch ein wenig Viel Debatten fie für sich. M D- Schnelldienst der Deutschen Lufthansa in wirtschaftlicher Hinsicht besitzt. Die Schnelligkeiten im Blitzflugoerkehr sind auch für die heutigen Begriffe noch außerordentlich; nur wenige Menschen können sich das Erlebnis eines Blitzfluges vorstellen. Wir können hier Erfahrungen sprechen lassen, die bei einem Blitzflug von rund 350 Kilometer Stundendurchschnitt gemacht wurden. Wenn man in dem „Salon" des Blitzflugzeugs fitzt, möchte man gar nicht glauben, daß 350 Kilometer „drauf" sind. Die Maschine stürmt wie eine Rakete durch die Lust, scheinbar losgelöst von der Erdschwere. Höcker, Buckel und Löcher im Lust- meer, Absacken und dergleichen kennt der Blitzflug nicht. Man kann einen Brief schreiben, ohne daß der Füllfederhalter kleckst ober unfreiwillige 23 er- schnörkelungen auf das Papier zeichnet. An Luftkrankheit ist schon gar nicht au denken. Es sei nachfolgend ein Ausschnitt aus einem Btitzflug über Deutschland geschildert, um zu zeigen, was ein Blitzflug ist: Wir starten in Frankfurt am Main mit dem fahrplanmäßigen Heinkel-Blitz nach Köln. Was ist da aus den Entfernungen geworden, die wir auf der Karte ausrechneten? Was find die massigen Bergfronten des Taunus, die den Horizont scheinbar abgrenzten? Sie tauchen auf, rücken an, einer nach Dem andern. Städte blinken zwischen ihnen, »leine Dörfer, Flußläufe schillern, aber gerade hat sie das Auge erfaßt, schon sind sie vorbei. Diese fliehenden Berge, die vorbeihuschenden Städte, die kleinen, silbernen Fluhläufe, diese Flucht aller Schönheiten und Besonderheiten, mit denen sich die Erde schmückt und interessant macht, verraten auf einmal, wie klein doch die Erde ist. Wir überqueren fünf Kilometer Landschaft in einer Minute, unsere Motoren „fressen" den ganzen Taunus in vier Minuten, teilen Waldgebirge auf, daß die nicht größer erscheinen als ein Heiner Park. Wir flitzen dem Rhein au. Er schimmert in der Ferne wie eine Riesenschlange. Und während wir noch staunen, wie alles unter uns, die Wolken um uns unb über uns oorbeihuschen, tauchen in der Ferne zwei nadelfeine Spitzen auf: der Kölner Dom. Wenn man vom Rheindampfer aus seine Türme sieht, kann man noch gemütlich frühstücken. Wenn man von Bonn aus mit dem D=3uge kommt, gestattet ihr Auftauchen am Horizont noch einen kleinen Klön. Sitzt man aber im Blitzilugzeug, müßte man sich zum Aussteigen bereit machen — wenn nicht zur Landung das Tempo verlangsamt würde. Die Maschine steuert auf den Landeplatz zu, geschmeidig und elegant, setzt auf, rollt noch ein wenig weiter, die Nase gegen den Wind, dann steigt man aus. Die nächsten 24 Stun- den scheint einem die Welt still zu stehen. Ein Blitzflug ist auch heute noch ein Erlebnis, das schwer zu beschreiben ist und das man nicht wieder vergißt. W. L. Die Deutsche Lufthansa hat in den elf Jahren ihres Bestehens ein Luftnetz geschaffen, das führend in Europa und in der Welt sich behauptet. Wenn wir hier den sog. Blitzflug- oder Schnellverkehr Herausstellen der seit dem Jahre 1933 im ständigen Ausbau begriffen ist, so aus dem Grunde, weil dieser Blitzflugdienst die Krönung einer auf absoluter Zuverlässigkeit und Sicherheit aufaebauten Leistungssteigerung bedeutet. Der Blitzflugverkehr mit den eigens dafür konstruierten Maschinen von Heinkel, Junkers, Messerschmidt und dergleichen wartet mit einer S t u n d e n g e s ch w i n d i g k e i t von 300 bis 400 Kilometer auf. Mit diesen Maschinen ist seit einigen Jahren ein sogenanntes Blitzflug- oiereck in Deutschland besetzt, das die Städte Berlin—Frankfurt—Köln—Hamburg miteinander verbindet und gleichzeittg Anschlüsse an die internationalen Linien vermittelt. Die Verkehrszeiten in diesem Blitzflugviereck sind von Jahr zu Jahr verbessert worden und bedeuten zur Zeit Rekorde, die, abgesehen von einigen amerikanischen Linien, in der Welt einzig dastehen. Die Flugzeiten sind zwischen Berlin und Frankfurt a. M. in den letzten Jahren ständig verkürzt worden. Während 1933 bis 1935 die Flüge zwischen Berlin—Frankfurt 80 Minuten, zwischen Berlin und Köln bei 10 Minuten Zwischenlandung m Frankfurt 120 Minuten, zwischen Berlin und Hamburg 50 Minuten und zwischen Hamburg und Köln 70 Minuten dauerten, hat man sie durch den Einsatz der neuesten Schnellflugzeuge, unter denen besonders die Heinkel 111 heroartritt, um durchschnittlich 40 v. H. verkürzen können. Von Berlin nach Hamburg gelangt man mit der He 111 in 30 Minuten, von Hamburg nach Köln in 40 Minuten und von Berlin über Frankfurt nach Köln in etwas über einer Stunde. Die Entfernungen von Berlin nach Pans oder London, die bisher 3 Stunden bzw. 3V4 Stunden ausmachten, verkürzten sich entsprechend auf l3/4 Stunden bzw. 2 Stunden, wenn man die He 111 einsetzte. Der Geschäftsmann, der morgens um 8 Uhr mit dem fahrplanmäßigen Schnellflugzeug Tempelhaf verläßt, kann bei Benutzung der neuesten Flugzeuge schon kurz nach 9 Uhr in Köln sein. Dort stände ihm ein voller Achtstundenarbeitstag zur Verfügung, es ließe sich eine Reihe Geschäfte erledigen, und wenn er um 18 Uhr wieder in Richtung Berlin startet, könnte er bequem zum Abendessen zu Hause sein. — Wer morgens nach dem Kaffee mit den neuesten Schnellflugzeugen Berlin verläßt, würde nach rechtzeittg in London anlangen können, um in der City das Frühstück einzunehmen. Gar nicht zu reden von den kleinen Ausflügen nach Hamburg oder Frankfurt, die in aller Gemütlichkeit während einer zweistündigen Mittagspause erledigt werden könnten. Aus diesen Zahlenangaben geht am besten hervor, was für eine Bedeutung der Oder es durchfährt mich: wer jetzt wohl gerade durch das Brautgäßchen auf die Stadtkirche zuschreitet? Manchen Nachmittag würde ist etwas darum geben, könnte ich wieder wie damals in der satten Glut des Augustes auf dem stillen Friedhof den Findling aus dem Fichtelgebirge suchen, unter dem Jean Paul ruht, die Kapelle des „Abbö Dr. Franz Liszt", Siegstied Wagners schlichtaufrechtes Steinkreuz, neben das jetzt auch Hans S ch e m m gebettet ist, und das weltverlorene Grab eines halbvergessenen Dichters, Oskar Panizzas, der nahebei aus geistiger Nacht in ewige Helligkeit einging, nur eine treue Hand bringt seinem Hügel mitunter eine Blume des Gedenkens. Wie könnte mir der frohlockende Vormittag aus dem Gedächtnis entschwinden, an dem .ch zum erstenmal hinausgewandert bin auf den majestätisch breiten Königsweg, dessen riesige Bäume Aecker und Kornfelder säumen — hinaus zu dem Wunderwerk der Eremitage, nicht aber ohne haltzumachen in des Herrn Legationsrates Jean Paul Richters' Roll» w e n z e l e i, dem „kleinen, bräunlichen Wirtshause" der Rollwenzeln, von der Jean Pauls Frau prophetisch schrieb: „Sie wird mit ihm zur Unsterblichkeit gelangen .." ♦ $)abe ich diese beneidenswerte Poetenklause. >n der sichs noch heute phantasieren läßt wie einst, je genug in mich aufgenommen, je bedächtig genug Blatt für Blatt des Gästebuches gelesen, das eine Kulturgeschichte für sich ist? Fast alle bedeutenden lebenden Nachfahren des genialen Erzählers sind hierher gepilgert unb haben ihren Namen eingetragen non Rudolf G. Binding bis Agnes M i e g e l. Des Abends aber bilde ich mir manchmal eine Aufführung in jenem üppigen barocken Opernhaus Deutsch- lands ein, dessen kunstvoller Raum schon Musik ist und mich mehr hinriß als Palladios klassisches Teatro Olimpico in Vicenza, der kalte Renaissance- Prunk der Farnese — Italiens Stolz — in Parma. Und nach der Vorstellung begebe ich mich, im Geiste, eilends in die „Eule , wo der Gast nicht erst lange gefragt, sondern ohne ein weiteres Wort als ..Grüß Gott!" mit schäumendem Bierglas erfrischt wird. Dabei überlege ich, was Bayreuth inzwischen wohl N-'ues geschaffen haben mag. Denn nicht zuletzt diese gehört zu den vornehmsten seiner vielen Tugenden: es entwickelt sich ständig weiter, es ist feine Stadt nur der Vergangenheit. Wohl leuchtet es in edler Patina, aber es fetzt keinen Rost an, es lebt. Wer hätte noch vor zwei Jahren gedacht, daß so bald neben Hans Richters idyllischer Tabulatur das mächttge „Haus der Erziehung" aufragen würde? liehen Kulturstätten und Gebäuden aus der Zett des Prinzen von Homburg. Ein Wahrzeichen der Stadt ist der Weiße Turm, der sich inmitten des prächtigen von Landgraf Friedrich II. erbauten Schlosses erhebt. Das Schloß und fein Park von einzigartiger Schönheit find allein schon eines Besuches wert. Auch der etwas größere Kurpark, der zu Sommerszeit für die Badegäste zu einer Stätte der Erholung und des Ausruhens wird, steht ihm nicht viel nach. Sitzt man auf der Kurhausterrasse, so übersieht man den sanft sich abwärts neigenden Park. Der Blick bleibt haften auf einem kleinen Weiher, aus dessen Mitte eine Fontäne ihr Wasser in die Luft spritzt. Rechter Hand breiten sich Sportanlagen aus, an denen sich Brunnen und das Kaiser-Wilhelm-Bad anschließen. Bad Homburg hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Schon immer war das Bad, das nun rund hundert Jahre alt ist, ziemlich auf sich selbst angewiesen und hatte demgemäß viel zu kämpfen. Seine heilenden Quellen, die in dem wundervollen Kurpark entspringen, sind ja schon von altersher bekannt und schon die Römer haben darin gebadet. Auch Salz wurde früher aus dem Quellwasser mittels Salinen gewonnen. Später gingen die Anlagen an Bad-Nauheim über. Im Jahre 1840 machte Landgraf Friedrich II., der sehr fortschrittlich gesinnt war, mit dem Francois Blanc einen Abschluß und übertrug ihm die Aufgabe, aps Hom- Wanderfahrten Vuhbach — Cleeberg — Vadenrod — Hausberg — Butzbach. Vom Bahnhof Butzbach (Sonntagskarte) führen uns schwarze Punkte die Taunusstraße aufwärts zum Zipfenwald. Auf wohlgepflegten Waldwegen wandern wird weiter am gastlichen Forsthaus Butzbach vorbei nach dem anmutig gelegenen Cleeberg mit feiner, das Dorf überragenden schönen Burg, das uns schon von weitem entgegengrüßt. (Gute Gasthäuser.) Von hier leiten uns fchwarze liegende Gabeln durch ein steiles Waldtälchen hinab nach Weiperfelden im Solmstal. Hinter der Kirche steigt ein von der Talstraße abzweigender Weg felban (nunmehr grüne Striche) zum Bodenroder Grund und hinaus zum 420 Meter hoch gelegenen Dörfchen Bodenrod. Rote Striche bringen uns alsbald zum Wald und in diesem aufwärts zum Gipfel des Hausbergs, wo wir uns vom Holzturm an dem herrlichen Blick über die gesegneten Fluren der Wetterau erfreuen. lieber drei Ringwälle steigen wir abwärts, kommen durch das, reizvoll über einem stillen Tal gelegene Dörfchen Haufen und gelangen nach fünfstündiger Wanderung wieder an unseren Ausgangspunkt Butzbach. Gießen — Krofdorf — Ürofdorfer Forst — Düns- berg — Fellingshausen — Vetzberg — Rodheim. Wenn wir nicht vorziehen, das Postauto zu benutzen, wandern wir die Landstraße nach Krofdorf, um von hier die gelbe Markierung zu begehen. Wir Jteigen langsam aufwärts zum Wald, an dessen Rand ich ein schöner Rückblick erschließt. Das Zeichen leitet uns waldeinwärts, auf ruhigen Schneisen, vielfache Windungen machend, durch den großen wildreichen Krofdorfer Forst. Später überschreiten wir die Frankenbacher Straße und kommen auf Feldwegen zum Dünsberg, der von dieser Seite bequem zu ersteigen ist. Nachdem wir uns oben erfrischt und an der herrlichen Rundschau vom Turm erfreut haben, folgen wir jetzt roten Strichen, die uns hinab nach Fellingshausen bringen. Ohne Zeichen steigen wir auf der anderen Seite wieder hoch, genießen einen hübschen Blick auf das anmutig gelegene Dorf, durchschreiten das Vetzberger Wäldchen und gelangen auf Feldwegen, angesichts der beiden Burgen nach Vetzberg. Von der nahegelegenen Station'Rodheim benutzen wir die Biebertalbahn zur Heimfahrt. Dauer der Wanderung 5% Stunden; bei Benutzung des Postautos nach Krofdorf eine Stunde weniger. * bürg ein Bad zu gestalten. Blanc wußte, wie er e» «tuyci a“ - die Sache anzufaffen hatte. Er gründete eine Spiel- wahren Volksbad zu werden bank, aus deren Erträgnissen er das Bad finan-! ------- Gießen, Bahnhofstraße Nr. 14 Das Haus der zufriedenen Kunden LÖWER üBECHSTEIN Mäßige Preise Große Auswahl Feldstecher «Foto • Mikroskope Löwer & Bechstein Fernruf 3484 Neustadt 2-4 WM! Beck-Polstermöbel erprobt und begehrt, nach Jahren zeigt sich erst ihr Wert I Brillen - Lieferant aller Krankenkassen ausrüsiungen Reithosen GELLER der Optiker am Bahnhof Schuhhaus Darre Seltersweg 87 Robert Müller wasche,Strümpfe,Handschuhe, Bahnhofstraße 51 Bielefelder Herrenwäsche usw. Sie Jcennen doch den Weg zur Leistung — Form, Qualität und Preis sind hier ausschlaggebend Außerdem der Alleinverkauf der weltbekannten Marke SALAMANDER Glas • Porzellan • Keramik • Kristalle zeichnen dieses Haus in Leistung besonders aus Caso-Kleidung ist formvollendet und nicht teuer! 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L SS** ^6"- ' MWMS MMl ii I i WM Abendtrai ßanö um 6 U bot bei Arbe |o: „Was de k Nachtigall je, dis die Le Indrang m Haßen stark ie MenschHei Mte man [i Aber an de ^ch andere Suberboc linb ichließlic • Die Paddl h Bieber mit 9 ibeal-romant I: Wochenend-Ü i iil, was rnc i ist der Flu ' Lachen un Wemaßen c )ie Sonntage $übegäfte übi ffar mit eine Men: Wie W allen m G da in annüorb und E litten" D W hin u M und Fr y glauben, o Lt Hitze stöh „Siel Afnk ha, »i, > M nid M1 b' s?6 'r.M viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, l9. Zuni (937 n 9 M ieaL DWKW >-C- - I Wochenende an der Lahn Kaffeepause zwischen Wasser und Sonnenbad. Abendtraining der Ruderer auf der Lahn. Aufnahmen (5): Neuner. berlies", war es kein An heißen Tagen der angenehmste Aufenthalt. Beschaulicher Platz in der neuen Grünanlage an der Lahnbrücke. N. An der Lahnbrücke im Uferschilf und im Grünen. der Ferne verliert —. wenn neben der Lahn den Gärten der D-Zug mit seinen Wellen, schwimmt em Floß dem Wasser, da ist da auf der den Ruderer, den Paddler die Fernensehnsucht packt, und auf dem Damm über Paddler dort oben einfanden. Die Wiesecker Paddler waren in Scharen da, denn sie haben ja dort ihr Standquartier und ihre Boote liegen; für die Paddler der Gießener Gilde ist die Fahrt flußaufwärts bis zur Badenburg ein Kinderspiel und für die vielen Badenden war der schöne Platz zu Fuß, mit Fahrrad oder Kraftfahrzeug leicht erreichbar. Don Wißmar und Launsbach kamen auch viele herüber, um für einige Stunden die Arbeit zu vergessen. In den letzten Tagen dieser Woche war es zwar still geworden am Wehr unter den alten Mauern, aber der Sommer ist ja noch längst nicht vorbei. Die schönen Tage kommen sicherlich wieder. Aber an der Lahn gibt es zur Sommerszeit auch ') andere Freuden: das Paddelboot, das uderboot, das Wochenendhäuschen schließlich noch den Schrebergarten! Die Paddler zogen in den vergangenen Tagen mit Vorliebe zur Badenburg hinaus, in jene " Landschaft, in der für einen ;„2 so ungefähr alles vereinigt , was man als dazu gehörig erachten mag. Da der Fluß mit seinen Ufern, von dunkelgrünen ■'-? und Bäumen umsäumt, da ist das Wehr und der wilden Enten einem Bilde und zu einem Eindruck zusammen, dem die belebende Kraft innewohnt, die immer wieder von der Natur ausgeht für den, der sich ihr nahe fühlt. Ein besonderes und freundliches Kapitel sind die Schrebergärten an der Lahn. Alle präsentieren sie sich in üppigstem Flor.. Weit hinauf, bis fast an den „Felsen" ziehen sich diese Gärten links und rechts das Ufer entlang. Ueberall leuchten und duften jetzt die Rosen, deren mancher Busch üppig über den Zaun drängt. Fast zu jeder Tageszeit sind jetzt die Gartenbesitzer oder aber Frauen und Kinder in den paradiesischen Gefilden, wo gerade jetzt die Erdbeeren zusehends reifen und die Kirschen aus dem dunklen Laub glänzen. Sicherlich sind jetzt überall rings um unsere Stadt die Gärten schöner als zu sonst einer Jahreszeit — die Ufer der Lahn aber sind zu einem einzigen Garten geworden, der von vielen Händen gepflegt wird. Ganz versteckt im Grünen liegt das Kameradschaftshaus der NS.» Marinekameradschaft, das überragt wird von dem Maste mit Rah und Gaffel, an denen Fahnen Kanuhafen, lieblich in den Weiden versteckt, und schließlich noch die reizvolle Insel, die ein herrlicher Platz für Zeltlager und allerlei Spiel ist. Dann ist die Ruine da, der heroisch anmutende Hintergrund für die ganze Szenerie, so daß also die Schwärmer für Natur und Heimat ganz auf ihre Rechnung kommen. Für die Durstigen gibt es dann noch die Gastwirtschaft mit reichen Vorräten an Bier und Mineralwässern. Angesichts all dieser Vorzüge eines Wochenend- plötzes vor den Toren der Stadt, abseits von Straße, Auto und „Bie- Wunder, daß sich viele Mag sein, daß hin und wieder den Badenden, ~ oder den Gartenbesitzer über die Schienen der Main-Weser-Bahn dahinrast und frembe Menschen in die Weite trägt. Sicher ist aber, daß jedermann, der beschauliche Stunden bes Wochenendes an der Lahn verbringen kann, auch dies zu schätzen wissen wird und den D-Zug schon vergessen haben mag, bevor noch der Rauch aus dem Schornstein der Lokomotive verflogen ist und sich das Rattern der Räder auf den Schienen' in flattern. Inmitten von Büschen und Bäumen versteckt liegt das Boots- Haus des ehemaligen Vereins Rudersport, das sich nur von der Wasserseite aus stattlich ausnimmt. Dicht daneben steht übrigens jetzt die Bootshalle der Universität, die von den Schwimmfässern genommen und auf das Trockene gesetzt wurde. Das neue Bootshaus des Ruderklubs „Hassia" leuchtet freundlich unter den großen breitäftigen Bäumen hervor. Ja, selbst die von frischem Grün umsponnenen Wellblechhäuschen der Paddlergilde nehmen sich in ihrer Umgebung günstig aus, hauptsächlich dann, wenn die Paddler in ihrem bunten Sportdreß und ihren bunthäutigen Booten den Wiesenplan vor den Bootsschuppen beleben. Mancher Kahn schaukelt im Wasser, ruckt an der Kette, spiegelt seine frischgestrichenen Flanken im Wasser und wartet darauf, daß er zum Wochenende lahnauf oder lahnabwarts geführt wird. Wie ein Mammut unter Booten nimmt sich der große Kahn aus, mit dem die Marine-HI. zu Uebungszwecken und mit vielen Mannen zu Wasser fährt. .* Wer in den letzten zwei Jahren selten oder gar nicht zwischen den Bootshäusern und den „Felsen" an die Lahn gekommen ist, könnte jetzt eine auffällige Veränderung bemerken. Links und rechts des Flusses sind in vielen Gärten, meist nur wenige Meter vom Ufer entfernt, viele schöne W och e n - endhäuschen entstanden. Wochenendhäuschen von ganz besonderem Gepräge! Es hat sich da, so kann man fast sagen, ein ganz bestimmter Stil herausgebildet. Fast alle sind sie verhältnismäßig hoch gebaut (wegen des Hochwassers), alle haben sie große Fensterflächen, meist auch schöne dreiseitige offene Veranden und schließlich sind sie alle in hellsten Farben gehalten. Zu mancher abendlicher Stunde, zu vielen Stunden des Samstags und des Sonntags sind Gärten und Häuschen.an der Lahn das Ziel ihrer glücklichen Besitzer. Vom Wasser aus bieten diese kleinen Sommersitze ein abwechslungsreiches Bild. Manches Scherzwort klingt in diesen Sommertagen hinüber und herüber, von einem zum anderen Nachbar. Ausgiebig unterhält man sich über das Gedeihen von Blumen, Gemüsen, Sträuchern und Bäumen in den Gärten. * Selbstverständlich fehlten auf dem Wasser zwischen dem Wehr an der Klinkelschen Mühle und dem Wehr an der alten Ockermühle bei der Badenburg auch die Ruderer nicht, Ja, man sieht sie jetzt sogar häufiger auf dem Wasser als noch im vorigen Jahre. Auch eine stattliche Anzahl Jugendlicher hat sich neu dem Rudersport zugewandt, und der Trainer der Gießener Rudergesellschaft ist an mehreren Abenden der Woche heftig bemüht, die Jungen rasch über das Stadium des reinen „Anfängers" hinauszubringen. Keine leichte Sache, aber eine dankbare Sache! Es wäre ja auch zu schade, wenn dem über Jahrzehnte hinweg so erfolgreichen Gießener Rudersport der Nachwuchs versagt bleiben sollte! An Booten fehlt es den Vereinen nicht! So klingen jetzt die Kommandos über das Wasser, die Boote schneiden die Flut, Busch und Baum ziehen den Rudernden rasch vorüber — das alles ist so selbstverständlich; Fluß und Uferoegetation, Mensch und Boot, nahe das raschelnde Schilf und ferne die vertrauten heimatlichen Berge, das Glucksen der Wellen und das Geschnatter der zahmen Jetzt, da in diesen Tagen „bei lebhaften Winden .m Nord und West" und einer „für die Jahreszeit iu kalten" Witterung (wie es im Wetterbericht eißt) hin und roieoer heftige Regenschauer an herbst und Frühjahr erinnern, fällt es schwer daran j glauben, daß noch vor Tagen jedermann unter er Hitze stöhnte. „Viel Afrika!" das war zu einem vielgebrauchten Schlagwort geworden und es bekam bald „soo'n lart!" Wer konnte, flüchtete an die Lahn. Der Indrang in den Badeanstalten war über alle laßen stark und Müllers schmunzelten. Je mehr ie Menschheit unter der Hitze stöhnte, um so mehr reute man sich in der Badeanstalt. Es ist immer ): „Was dem einen die Eule, ist dem anderen e Nachtigall!" Bis in die Nacht hinein dauerte bis die Letzten das Wasser räumten. Und mor- >ns um 6 Uhr waren die Ersten wieder da, um or der Arbeit und den Pflichten des Tages, gewissermaßen als Trost, ein Bad zu nehmen, lieber ' e Sonntage jener heißen Wochen fanden manche i abegäfte Überhaupt nicht heim. Nur eine Sorge — mit einem solchen Dauer-Badeaufenthalt ver- ...b:n: Wie schützt man sich vor Sonnenbrand?! richt allen mag es gelungen sein! WMleinMWmik Roman von Walther Kloepffer kiopyright 1936 by August Scherl G. m. b. H„ Berlin. 2k Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Fogg brummte aus Betroffenheit und Verlegen- hiit Unverständliches vor sich hin, grüßte kurz und (Jing. Zu Hause stürmte er in die Küche, trat öid)t ° r Anna hin und sagte aufgeregt und drohend: .„Bon dir hört man ja schöne Geschichten! Also ein Verhältnis hast du? Mit dem Tutschek? Dahenn is bas Fräulein schnippisch und zugeknöpft, unb d »außen amüsiert es sich und schwänzelt herum. Unb ausgerechnet mit so einem Menschen, ben ich licht riechen kann. Heimlichkeiten unb Hintenherum - bas habe ich gern! Also was ist eigentlich Wahns an bleiern Gerücht? Vorwärts!" Fogg war voll Empörung und offenkundia nicht 9 inj gerecht. Er übersah, bad er selber der Anstoß P dieser Gefühlsschwenkung gewesen war. Er hielt ih vor: Donka hat mir Anna anoertraut. Und ic war reineweg blind. Ein gerüttelter Teil seines volles kommt auch daher, weil dieser unangenehme kutschek der Auserkorene ist. Dem traue ich nicht ü er ben Weg. »,Zch bitte, nicht so zu schreien!" sagte bie Anna ihorfig. „Ich weiß nicht, was Sie gehört haben; ist >ch nicht so wichtig. Ich liebe Basil und er mich, ks ist wohl kein Verbrechen!" Sie trug die Nase W steil und setzte sich zur Wehr wie eine Katze. 5 ig war sie noch nie. .... . j5ogg empfand bas „Sie" diesmal sehr ftormb. oae hat fein Vertrauen mehr zu mir, dachte er >< türzt. Ich bin ihr nur der lästige Aufpasser und rmunb. „Du erinnerst dich, Anna, was ich deiner ÖJUtter versprochen habe?" sagte er milder. „Schon. Aber niemand kann für sein Herz. Das ätzt sich nicht kommandieren. Und Sie verkennen frirrn Tutschek und tun ihm unrecht!" „Du bist so vertrauensselig, Anna! Wenn du es nir nicht büßen mußt! Du bist ja noch so jung, dinke doch weiter! Man hat nur ein Leben, unb »cs darfst du dir nicht verpfuschen. Ich bitte dich um deiner Mutter willen, Anna... fei vernünftig!" meinte er eindringlich und ging zögernd ins Wohnzimmer. Er überlegte: Was soll ich tun? Kann ich die Anna einsperren ober unter einen Glassturz stellen? Ich habe sie gewarnt, und ich werde auch diesen Herrn Tutschek warnen. Vielleicht nimmt sich Anna meine Worte zu Herzen. Eines ist sicher: Ich muß die nächste Zeit wie ein Haftelmacher auf die beiden auf passen... Fogg wußte ja nicht, was zwischen Anna und Tutschek schon vorgefallen war. Das hatte auch die Oberhimmer ihm nicht zu.sagen gewagt. Und er wußte weiterhin nicht, daß es leichter ist, einen Sack mit Flöhen zu hüten als ein junges Mädchen, das nicht behütet werden will. Er nahm eine Fachzeitung zur Hand, las ein Stückchen über Pluut-Vincentsche Angina nach, schmökerte im Anzeigenteil herum, alles ohne rechte Sammlung und immer mit seinen halben Gedanken bei diesem aufregenden Mädchen aus Hamelskoog. Dann versenkte er sich voll Unlust in Krankengeschichten, machte Nachträge, studierte über den unklaren Bimslechner nach, mit dem er seit Tagen nicht zurechtkam. Allmählich wurde es Zeit für die Besuche. Als diese erledigt waren, schlenderte er langsam die Dorfstraße hinauf, zog seine Uhr und wartete auf den Verwalter, der an diesem Tag gegen sechs Uhr immer zum Dämmerschoppen ging. Als er Tutschek endlich vor dem Haus der Oberhimmer sichtete, schritt er sogleich dem Erstaunten entgegen. „Äuf ein paar Worte, Herr Tutschek! Ich habe heute zufällig erfahren, daß zwischen Ihnen und der Anna Beziehungen bestehen." „Habe ich Ihnen darüber Rechenschaft abzulegen?" fragte dieser kühl und höchst peinlich berührt. „Ja und nein. Ein gesetzliches Recht habe ich wohl nicht, aber ein moralisches. Anna wurde von ihrer verstorbenen Mutter nämlich unter meinen Schutz gestellt. Anna ist noch sehr jung, sehr unerfahren, und Sie sollten das bedenken, Herr Tutschek!" sagte Fogg verhalten. Der anoere sah hochmütig ins Leere und blieb die Antwort schuldig. Das erbitterte Fogg maßlos. „Ich habe Sie also gewarnt, Herr! Wenn Sie das Mädchen unglücklich machen, werfe ich Sie durch Sonne, Mond und Stemel Wir verstehen uns?" Der Verwalter knirschte ein slawisches Schimpfwort, machte schroff kehrt und entfernte sich. Fogg starrte ihm eine Weile nach. Dabei faßte er einen Entschluß. Er wird den „Beritt" zusammenrufen und ihm reinen Wein einschenken. Es ist an der Zeit. Fogg hatte die vier kurz nach Feierabend hastig zusammengetrommelt. Da saßen sie nun im Sprechzimmer, das Fogg absichtlich für diesen Zweck aus- ersehen hatte, weil es am ungestörtesten war, und harrten neugierig der Dinge, die da kommen sollten. Die Anna hatte er mit einer längeren Besorgung ins Dorf geschickt und somit aus dem Weg geräumt. Wenn Männer neugierig sind, können sie das ungleich besser verbergen als Frauen; denn sie haben auch mehr ablenkende Möglichkeiten, wie Schnupfen, Rauchen und dergleichen. Gemütlich sah diese Runde keineswegs aus; dazu war die Zimmereinrichtung einschließlich des blitzenden Opera- ttonstisches zu bedrohlich. Keiner der vier wußte recht, was los war, aber alle erwarteten eine gute und kräftige Männerangelegenheit. Fogg hüstelte und blickte abschätzend vom einen zum andern. „Ich habe euch hergerufen, weil es um die Anna geht!" Was nicht gar! dachten die vier wie mit einem Hirn. Der Gfodmair paffte schwarzen Rippentabak in seiner Holzpfeife, der Kern sog mit Hingebung an seiner Virginia. Der Ameiser mit seinem betrübten Gesicht hatte die Hände auf den Knien, er war nicht fürs Rauchen, auch hätte es feine Afra nicht gelitten; der Fenz! tändelte mit dem rot- weiß gestreiften Schmalzlerglasl. Der Wirt Kern saß massig und zufrieden da. Er dachte: Aha, ist ihm endlich das mit dem Tutschek zu Ohren gekommen? „Könnt ihr euch noch auf die Donka Stransky besinnen? Denkt an das Jahr sechzehn, an Pinsk!" „Aber geh, Josef, wir haben doch kein Sägemehl im Kopf! Natürlich. Wir werden uns doch an unseren Kosaken erinnern können?" lachte der Fenzl. „Was ich fragen will — hat einer von euch Donka später nochmal getroffen?" Die Männer schüttelten den Kopf. „Also nicht. Ich bin mit der Donka nämlich in Hamburg zusammengeraten. Im April vor der Reise nach Schellenberg. Reiner Zufall übrigens", sagte Fogg. „Es ging ihr nicht gut. Sie war arm und krank und ist bald darauf gestorben. Vorher bat sie mich noch, mich ihrer Tochter anzunehmen. Sie hatte nämlich eine Tochter, versteht ihr?" „Jetzt so was!" riefen der Wirt und der Postbote verwundert aus. „Ja, und was ist mit der? Soll das vielleicht die —?" „Du hast es erraten, Gfodmair! Das ist niemand anders als die Anna", schnitt Fogg dem Bürgermeister das Wort ab. „Teifl! Teisl!" staunte der Fenzl und ließ das Schmalzlerglasl fallen. „Donka enthüllte mir damals auch noch etwas anderes. Besinnt euch einmal auf unser Quartier in Pinsk! Es lag in einem Häuschen der Vorstadt, das einer alten Witfrau gehörte. Wir kamen mitten in der Nacht an, direkt von der Stellung weg, und hatten die Donka bei uns. Nach dem Effen räumten wir das Wohnzimmer aus und tanzten wie der Lump am Stecken. Der Fenzl spielte Mundharmonika, und der Kern blies auf einem Kamm; grab luftig war's. Aber es war doch nicht die rechte Lustigkeit, sondern eher Galgenhumor. Eigentlich machten wir das ganze Theater bloß der Donka wegen, um sie ein bissel aufzuheitern. Wir gaben ihr Wodka, und schließlich wurde sie ganz mobil und zutraulich und tanzte mit uns, Polka, Mazurka, was weiß ich? Und dann empfahl sich die Donka, sie sei müde, und jeder von uns lag in einem anderen Zimmer. Kinder, was brauche ich euch viel zu erzählen? Ihr wißt das ja selber, und der, den es angeht, weiß es am besten. Na und bann — jetzt haltet euch mal gefälligst die Ohren zu! — in der Nacht also ... Habt ihr kapiert? So ist das mit der Anna und ihrer Mutter, der Donka!" sagte Fogg und sog heftig an feiner ausgegangenen Zigarre. Er tastete seine ehemaligen Kameraden mit wahren Scheinwerferblicken cch, aber keiner verriet sich. „Kapiert schon, aber —", brummte der Gfodmair und zog angestrengt an seiner Pfeife. „Teifl! Ieifl!e wunderte sich der Fenzl. „So ein bißl Quartier und gleich ein Kind?" meinte der Kern kopfschüttelnd, und der Ameiser schaute wie immer betrübt darein. Fortsetzung folgt i * 3' UW MM- j, zj, , tagsschule; 20.30: Evangelisationsvortrag. — Mittwoch, 23. Juni. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Sonntag, 20. Juni. 9.45: Erbauungsstunde; 11: Sonntagsschule; 20.30: Evangelisation. — Dienstag, 22. Juni. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. — Donnerstag, 24, Juni. 20.30: Helferkreis des Kinder- gottesdienftes. Katholische Gemeinden. Samstag, den 19. Juni. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichtgelegenheit, Sonntag, den 20. Juni. Gießen. 6.30: Beichtgelegenheit; 7: Heilige Messe mit Kinderkommunion; 8: Spendung der hl. Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11.15: Hl. Messe mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andachl mit Segen. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag uni Andacht. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt- — Schollen. 10.30: Hochamt mit Predigt. Dienstag, den 22. Juni. Gießen. 20 Uhr: Bibelstunde. Mittwoch, den 23. Juni. Gießen. 7 Uhr: Studentenmesse in der Kapelle des Schwesternhauses. — Hungen. 6.15: Hl. Messe. Oessenllicher Sonnlagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in brinqenhee Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244 45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdiensl 8 bis 21 Uhr. e Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen Aerzllicher Sonntagsdienst. Falls behandelnd^ Arzt nicht zu erreichen: Arzt: Dr Malech. Zahnarzt: Dr. Fischer. Apotheke: Engel-Apotheke. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Deutsche Scholle. 8.45: Morgenmusik. 9; Christliche Morgenfeier. 10: „Wo ein Wille ist, da ist ein Weg". Es spricht der Gauleiter von Groß-Hamburg Karl Kaufmann. 10.30: Chorgefang. 11.15: Eröffnungsfeier der Gutenberg-Festwoche, im Akademie- Die Jugendmeisterschaft sowie der Mehrkampf mer= | |aal des kurfürstlichen Schlosses. 12: Musik am Mitt- den ebenfalls ausgetragen und schälen die Teil- tag. 14: Für unsere Kinder. 14.30: Da capo, Herr nehmer an den Kampfspielen in Nürnberg heraus. Kapellmeister! Gute alte und neue Bekannte. 15.15: —________ Ringelspiel des Alltags. Geschichten, Glossen und Gedanken. 16: Nachmittagskonzert. Dazwischen als unterschätzender Gegner. Kreismeister wurde er mit Einlage: Sportgeschehnisse des Tages. 18: Junizeit 6,20 Meter. Erfreulich wäre es, wenn die gerne!- — Rosenzeit. 19.45: Sportspiegel des Sonntags. 20: bete 4 mal 100-Meter-Staffel, wie so oft schon, ge- Verdi—Puccini. Ein Opernabend. 22: Nachrichten, rode auf den Gaumeisterschaften ihre Hochform er- 21 iUnb reichen würde. Mit Siegmund, Luh, Klenk, Herr- «qn. mann steht d>- Staffel «ehr gut. «Uhr: Chorall Morgen,pruch Gymnastik. 6.30. * Fruhkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30. Musik zur Frühstückspause. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.45: Deutsche Scholle. 12: Schlohkonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Belauschte Natur. 15.15: Für unsere Kinder. 15.30: Volk und Wirtschaft. 16: Konzert der ungarischen Eisenbahner. 17: Gesangsunterricht. Ein heiteres Erlebnis von Wilhelm Dieß. 17.15: Lustige ajte Lieder aus deutschen Gauen. 18: Auf zur Bereits am Samstagabend werden zwei Jugendmannschaften der Blau-Weißen den Rasen betreten. Ein spannender Kampf ift auf dem Wiesecker Sportplatz zu erwarten. Wieseck hat auf seinem Platze in oer vergangenen Spielserie kein einziges Spiel verloren. Die erste Jugend der Spielvereinigung 1900 tritt in ihrer stärksten Aufitellung an. Vor dem Spiel VfB.°R. Liga gegen Spielvereinigung Kassel treffen sich die zweite Jugend des VfB.-R. und die gleiche der Spielvereinigung 1900. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Fjrühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.30: Sportfunk für die Jugend. 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. Offene Stellen. 13.15: M'ü- tagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Perpetuum mobile. Wirtuofe Orchester, Stimmen, Jnstrumen- taUften. 15: Wenn einer eine eRise tut! Reise — aber mli Verstand! Zwei kleine Hörszenen 15.30: Volk und Wirtschaft. Fremde bringen Geld ins Land. 16: Nachmittagskonzert der Kapelle Erich Boerschel. 18: Sozialdienst 18.30: Ludwig Erk. Der Schatzgräber des deutschen Liedes. 19: Unsere Wehrmacht marschiert. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Seefahrt tut not! Eine ^Gorch Fock-Funkfolge. 21: Orchesterkon- Sendebezirk. Kursj hinter i Obligationen tionsmerte lc unverändert, Obligationen 99,25 (99,50] 3m Fre 11125 bis 1 152,50 bis 1 iS**. Die Aden Das Geschäf die Kursver Interesse er 19,13 (19), lagen, sow Mannesma in Anpassu Erdöl mit; ^mädjer m »eiter juriic ■ .Berlin). Soi Auag 151, Hamann 1 3trlm hina 158,25, Schr M Am Re Angeboten, T MS waren HA M io W ipif" N. । w, ■ ■ • & tz«. ÄJ1 1936, islirnkf «irlite unl " Ile"168 jirlun« 6.‘ Ei«.° b kV N!ru5 0.5 Klilden ° 1118,25)“" tatter, Ä 5- °«' !,e5».6'n, S'fti jähen nus 1 M. auf. MW. 1-50 uno. 139/50* wr und tei im telepM jd, mit 79,5 Sim Re leubesitz unl M-Zeichen. gommunaM 3m Verla, blieb weiter mit 151 nad nach 146,50 Kaufhof mi mit 139,25 Werte wichi en ab, eh (148,50), N dchuckert mi Hanfwerke { rnorkt war i üon Rente Wirtschaft Aus der engeren Heimat musikalische — Frankfurt a M. Berlin Vevijenmarki Bleichmit" - Paket 15 Pfennig j Hersteller: P. Jo». Möbs, Seifenfabriken, Gießen namentlich kaufe man Bleich- und Spülmittel für weiße Wflache. Kein Reiben - keine Mühe und doch blendend weiße Wäsche Leisen zin idheit njd), M 19.45: Jfl Nachrichten >warzmö >endebeziit täglich auserlesene folgen. Musikinstrumente. Streichinstrumente ahe Goitesk»^ , 20.30: A rlust und >d Ruetz 5 Jahren > Zucht, eher zu b zu 1i ** Schutz den halb flüggen Singvögeln. Mitte Juni werden die Jungen der bei uns brütenden Singvögel flügge, und sie machen in diesen Tagen ihre ersten selbständigen Flugversuche. Meist gelingen diese ersten Flüge nicht recht, und mancher junge Vogel erreicht sein Nest nicht wieder; er muß irgendwo in einer Hecke mit neuen Versuchen beginnen. Viele der jungen Vögel werden in oiesen Tagen das Opfer der Katzen, die ihnen mit List und Tücke nachstellen. Sie jagen die halbflüggen Vögel bis diese ermatten und sich nicht mehr erheben können, dann fallen sie der Katze unrettbar zum Opfer. Es muß daher von jedem'Katzenhalter verlangt werden, daß er die wenigen Tage über, an denen die jungen Singvögel fliegen lernen, die Katzen, besonders nachts, einsperrt. Viele tausend junger Singvögel würden dann am Leben bleiben. tfn ujQf re$ aus Mens1 U er in len fein, e9ber! Er hol IPiennig, I und Der. ei einem eMten 'er ans i ■uJet, i mied, 'Uert, i fahrige 1 önten >er Der, Kurszettel der Berliner und Iranksurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der'zuletzt vejchlosfenen Dividende an. Retchsbankdiskont 4 v 5)., Lombardzinsfuß 5 v H. laftit. SN Musik ca u, hör ji' 5: DeM chten. Q- 3.15: B fypetunin i W - nen 15.30: (Selb ins ipefle H ig Eri kkl nsere W bringt te seefahä to Drdjeft* Sendebeznl Hier ablchnetdenl «u nos '211 reo . Mel....... «I de Janeiro «02N........ tragen... °<<0...... wiDon ...... ■Iin9fotd...‘ ans....... »tanb .*.*.*A*. wen. 5 * !v Bllt0 94,05, 4,50 v. H. Krupp 99,25, 6 v. H. IG. Farben 136.13. frankfurter (Eiet- und Vutter-Grohmarkt. Frankfurt a. M., 18. Juni. Infolge des weiteren Rückganas der Erzeugung und nicht ganz ausreichender Zufuhren aus deutschen Ueberschuß- aebieten und aus dem Auslande ist die Eier oer- sorgung in unserem Gebiet knapp. Nachdem aber die Einkühlungen durch die Reichsstelle beendet sind, ist jetzt mit besseren Zufuhren für den Frisch, verzehr zu rechnen. Deutsche Markeneier S 10, A 9Vz, B 9, C 8Vz, D 8. Ausländische Eier S 9‘A, A 9, B 8V2, C 8. — Auch in der Butter Zuteilung ist in dieser Woche eine leichte Verknappung eingetreten, weil in Der letzten Woche der Frischmilchoerbrauch infolge des heißen Wetters stark gestiegen war. Es konnte daher statt der 80 v. S). nur 70 v. H. des Oktoberbezugs zugeteilt werden. Bereits in der nächsten Woche ist aber wieder die 80prozentige Zu- teilung voraussichtlich möglich. Deutsche Marken, butter 148, Feine deutsche Molkereibutter 145, Deutsche Molkereibutter 140 bis 142, holländische Butter 148. — Weich- und Sauermilchkäse werden wenig gekauft, so daß ein stärkerer Verzehr roün- schenswert wäre. Nur Hartkäse hatten guten Absatz. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 18. Juni. Gemüse: Gu. tes Angebot von Karotten, Kohlrabi, Rettich und Kopfsalat, auch Tomaten reichlicher. Geschäft meist gut. Blumenkohl (Treibhaus) 100 St. 20 bis 45, Bohnen (T) 50 kg 38 bis 50, Erbsen 50 kg 13 bis 20, Gurken (T) 100 St. 18 bis 35, Karotten 100 Bdl. 7 bis 9, Kohlrabi 100 St. 5 bis 7, Rettich 100 St. 3 bis 12, Römischkohl 50 kg 6 bis 8, Rot- kraut (früh) 50 kg 15 bis 16, Kopfsalat 100 St. 6 bis 10, Spargel 50 kg I 30 bis 32, II 23 bis 26, HI 20 bis 22, IV 6 bis 8, Spinat 50 kg 15 bis 20, Tomaten (T) 50 kg 40 bis 48, 38 bis 45 holl., Weißkraut 50 kg 6 bis 8, Wirsing 50 kg 9 bis 10, Zwiebeln 9 bis 9Va ital. O b st: Angebot von Erd- beeren etwas geringer, von Kirschen, Johannisbeeren, Stachelbeeren und Heidelbeeren ausreichend. Absatz gut. Erdberen I 50 Kg 38 bis 45, II 30 bis 36, Heidelbeeren 50 kg 45, Garten-Himbeeren 50 kg 40 bis 60, Johannisbeeren 50 kg 22 bis 25, Kirschen 25 bis 42, Pfirsiche 23 bis 30 ital Schweinemarkt in Butzbach. * Butzbach, 18. Juni. Der Markt war mit 335 Ferkeln zum Verkauf beschickt. Bei flottem Handel wurde ausoerkaust. Es kosteten 4 bis 6 Wochen alte Tiere 8 bis 12 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 12 bis 18 Mark, 8 bis 12 Wochen alte 18 bis 24 Mark pro Stück. H'?- M -Ä , SBüttry K rebiflt ;e li * [3.30: ag- - be. in 2. , ii: A" ' DiinstN V , b 1 mürb?" f Absatz )omburq, Biebrich aber das Geschäfts- torrab in 'n Laben leinigkeit te Fünf, stets nur n einiger >efaß da. r.toenn1 ^hein-Mainckche Börse. Mittagsbörse ruhig. Frankfurt a. M., 18. Juni. Der Ordereingang war kleiner als gestern, während die Kulisse keine stärkere Unternehmungslust an den Tag legte. Infolgedessen hatte das Geschäft im ganzen gesehen nur kleines Ausmaß. Bei freundlicher Grundstimmung war die Kursentwicklung für Aktien uneinheitlich. Sonderbewegungen lagen nicht vor. Weiteres Anlageinteresse zeigte sich jedoch in Auswirkung der Wintershall-Hauptversammlung für Kaliwerte, die erneut 2 bis 2,50 v. H. anzogen, Westeregeln 120,25 (117,75). An den übrigen Markt- aebieten wichen die Kurse kaum mehr als 0,25 bis 0,75 v. H. ab. Montanaktien blieben gut behauptet, Buderus 0,50 0. H. höher mit 128,50. Don Maschinenaktien waren Moenus mit 118,75 bis 119 (118,25) und Muag mit 149,75 bis 150 (150) lebhafter, Rheinmetall-Borsig mit 156,75 (157) nicht ganz behauptet. IG. Farben bei ruhigem Geschäft 0,65 v. H. niedriger mit 166,75. Für Zellstoffaktien erhielt sich bei 0,50 bis 0,75 v. H. höheren würfen einige Nachfrage, während Bemberg 0,75 v. H. nach- Kauf 138,50. Don Elektrowerten erholten sich . auf 134 (133,25). Don Motorenaktien setzten BMW. 1,50 v. H. schwächer ein mit 151, Daimler uno. 139,50. Anleihestockwerte lagen erheblich ruhiger und teilweise schwächer. Rege Umsätze hatten im telephonischen Freiverkehr Beck & Hensel, Kassel, mit 79,50 (77,50). Am Rentenmarkt erschienen Dekosama Neubesitz und Hamburger Neubesitz erneut mit Mi- nuv-Zeichen. Anleihe-Altbesitz unv. 126,25. ebenso Kommunal-Umschuldung mit 94,05. Im Verlause war die Tendenz stetig, das Geschäft blieb weiterhin klein. Lebhafter waren nur Muag mit 151 nach 150 und Feldmühle Papier mit 147,50 nach 146,50 (145,50). Etwas erholt waren ferner Kaufhof mit 60 nach 59,25 (59,50) und Bemberg mit 139,25 nach 138,50. Die erst später notierten Werte wichen nur wenig von den gestrigen Kursen ab, etwas schwächer Holzmann mit 147,75 (148,50), Rhein. Braunkohlen mit 234 (235), Schuckert mit 170,13 (170,75), Rheag 134 (134,40), Hanfwerke Füssen 123,75 (125,50). Am Einheitsmarkt war die Haltung eher etwas schwächer. Don Renten wurden Hamburger Neubesitz mit 31 (zuletzt 34,50) und Dekosama Neubesitz mit 62,50 (71) notiert. Für Goldpfandbriefe und Kommunal- Obligationen verblieb weitere Nachfrage, Liquidationswerte lagen uneinbeitlich. Stadtanlekhen meist unverändert, 4,50 Hanau 98,50 (98,25). Industrie- Obligationen wenig verändert, 4,50 v. H. Krupp 99,25 (99,50). Im Freiverkehr galten Adlerwerke unv. 114,25 bis 116,25, Wayß & Freytag 0,50 höher mit 152,50 bis 154,50. — Tagesgeld unv. 2,50 v. H. Abendbörse ruhig. Die Abendbörse war ohne besondere Vorgänge. Das Geschäft war auf allen Gebieten klein und auch die Kursveränderungen waren unbedeutend. Etwas Interesse erhielt sich nach Schiffahrtswerten, Hapag 19,13 (19), Novdd. Lloyd 20,13 (20). Montanwerte lagen, soweit notiert, unverändert, Buderus 128, Mannesmann 124,40, Rheinstahl 160,40, Harpener in Anpassung an Berlin 175 (174), ebenso Deutsche Erdöl mit 157,13 (156,75). IG. Farben lagen etwas schwächer mit 167,13 (167,50), ferner gingen BMW. weiter zurück auf 150 (151, aber schon 149,50 in Berlin). Sonst notierten u. a.: Bemberg 139,50, Muag 151, Licht & Kraft 156, Goldschmidt 149, Holzmann 148, Junghans noch 0,25 v. H. über Berlin hinaus mit 136,75 (135,50), Rhemmetall 156,25, Schuckert 170,50, Gritzner 55, Schöfferhof 201. Am Rentenmarkt' blieben Dekosama Neubesitz ingeboten, Taxe 60 (62,50). Auch Hamburger Neu- besitz waren offeriert. Kommunal-Umschuldung unv. Mundtuch l alsbaldigen Verbrauchs entwendet oder unterschlägt, wird mit Geldstrafe oder Haft bestraft. Mundraub gegen Kinder oder Ehegatten ist straflos. Mundtuch, Tuch das beim Men auf die Knie gelegt und nachher, mit Ausnahme in Gastwirtschaften, wieder zusammengefal- tet wird. Zum Frühstück gibt man kleinere Mundtücher als zu den Hauptmahlzeiten. Zum Frühstück, zum Nachmittagskaffee oder Tee kann man auch Mund- tücher aus Papier decken. Mundwinkel, böse. s. Faulwinkcl Muräne, aus dem Mittelmeer stammende schmackhafte Aalart, die auch in Teichen gezüchtet wird. Mnschelaufsatz, geschnitzter Aufbau auf älteren Möbelstücken, der unserem Stilempfinden nicht mehr entspricht und meist ohne weiteres entfernt werden kann. Muscheln, Weichtiere, die in einem Gehäuse leben. Manche von ihnen, wie Austern und Miesmuscheln, sind eßbar. Die Gehäuse anderer Muscheln dienen als Zierart. Das angeb. liche Rauschen des Meeres in ihnen ist das Widerklingen von Geräuschen. Ziermuscheln reinigt man in einer schwachen Salmiaklösung. Muscheln, beim Häkeln, sind mehrere nebeneinanderliegende Stäbchen. die in die unteren Maschen fächerförmig eingreifen. Musik, die edelste Kunst, soll nur von wirklich begabten Menschen ausgeübt werden, denn sonst gilt Jtaftoläge zur Obstverwendung. Jetzt beginnt die umsichtige Hausfrau schon, ihren Obst- und Gemüsevorrat zu ergänzen, damit sie im Winter die Ernährung ihrer Familie abwechslungsreicher und gesünder gestalten kann. Sie denkt dabei auch daran, daß nichts von der deutschen Ernte umkommen darf. Auch der Hausfrau, Die keinen eigenen Garten oesitzt, ist dies möglich, da in diesen Monaten die tägliche Ernährung am billigsten ist. Die Zuckerbeschaffuntz, die früher oft viel Kopfzerbrechen machte, löst die Hausfrau jetzt durch die Zuckersparkasse: jedes leere Einmachglas wird den Winter über mit Zucker gefüllt, so daß hierfür zur Cinmachzeit keine Kosten entstehen. Einen sehr schönen Ratgeber in allen Fragen des Einkochens findet die Hausfrau in der Broschüre „Einmachen von Obst und Gemüse", die vom Reichsausschuh für volkswirtschaftliche Aufklärung in Verbindung mit der Reichsfrauenführung herausgegebenwurde. Das lehrreiche, vielseittge Heft ist mit einer Reihe anschaulicher Bilder versehen, so daß jede Hausfrau ihre Kenntnisse erweitern kann und bestimmt Lust bekommt, diese oder jene Art des Einmachens zu versuchen. Wir lassen einige Rezepte folgen: Rhabarber einge dünstet mit Zucker k Frischer zarter Rhabarber wird sauber gewaschen und nur abgezogen, wenn er sehr stark Bast hat. Dann schneidet man ihn in 2 bis 6 Zentimeter lange Stücke, die man mit Zucker gemischt fest in Gläser einpackt und ohne Wasserzusatz sterilisiert. Man rechnet auf 1 Kilogramm Rhabarber etwa 300 bis 500 Gramm Zucker. Die Gläser werden geschlossen und 20 Minuten auf 80 Grad sterilisiert. — Rhabarber ist gut mit anderen Früchten zu Mehrfruchtkompott einzumachen. Rhabarbermost: Rhabarber kann allein oder in Verbindung mit anderen gleichzeitigen Früchten wie Kirschen, Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren zu. Süßmost verarbeitet werden. Verwendet man Rhabarber für sich, muß man auf 1 Kilogramm 150 bis 200 Gramm Zucker zusetzen. Bereitet man den Most aus gemischten Früchten, vermindert sich der Zuckerzusatz natürlich. — Man kann den gewaschenen und kleingeschnittenen Rhabarber im Dampf entsaften oder keltern. Rückstände verarbeitet man zu Marmelade. Heidelbeeren in Gläsern oder Do- s e n: Die sauber gewaschenen und verlesenen Heidelbeeren werden mit Zucker gemischt. Man rechnet 100 bis 150 Gramm Zucker auf 1 Kilogramm Frucht. Dann füllt man sie in Gläser oder Dosen und sterilisiert sie 20 Minuten auf 80 Grad. Unreife Stachelbeeren in Flaschen? Kleine unreife Stachelbeeren werden von Stiel und Blüte befreit, gewaschen und in weithalsige Flaschen gefüllt, die sauber gespült worden sind. Dann übergießt man sie mit abgekochtem Wasser, das 2 bis 3 Zentimeter unter dem Flaschenrand stehen muß, verkorkt die Flaschen mit ausgekochten Korken und überzieht sie luftdicht mit Parafsin (Kerzenstumpfen läßt man zergehen) oder Siegellack. Vor dem Verbrauch kocht man die Beeren mit Zucker auf. nur beim Fachmann, der die Gewähr für die Klangreinheit übernimmt. Alle Musikinstrumente müßen sorgsam behandelt und gut gepflegt werden. Von Zigeunern angebotene „Meistergeigen" sind durchweg Fälschungen, trotz antikem Aufdruck und Aussehen. Das Fachgeschäft bietet die Sicherheit für vollwertige Instrumente, die jedem Anspruch genügen. Muskarie, siehe Perlhyazinthe. Muskatellertrauben, süße Traubensorte mit eigenartigem, würzigem Geschmack. Muskatnuß, Frucht des indischen Muskatnußbaumes, die als Gewürz dient. Von der Nuß wird auf einer Reibe nach Bedarf abgeschabt. Aus dem Samenmante! wird Muskatblüte, ebenfalls em Gewürz für Suppen und Tunken gewonnen. Sechs Kühe vom Blitz erschlagen. LPD. Lauterbach, 18. Juni. Als über den Bergen des nordöstlichen Vogelsbergs ein gar nicht besonders schweres Gewitter niederging, hörten die Bewohner von Metzlos die Kühe und Rinder, die noch auf der Weide waren, ängstlich schreien. Als man darauf das Dich von der Weide holte, lagen vier Kühe und zwei Rinder erschlagen, am Boden. In ihrer Angst und vor dem Sturm und Regen Schutz suchend, hatten sich die Tiere an die Weidenumzäunung, die von Gebüsch umwachsen ist, geschmiegt. Der Blitz fuhr in eine in der Nähe stehende Eiche, aus deren Stamm ein Stück her- ausgerissen wurde. Wahrscheinlich hat das feuchte Geländer und die Drahtumzäunung den Strom roeiterge leitet und die sich daran anschmiegenden Kühe erschlagen. Die übrigen Tiere waren unversehrt. Landkreis Gießen. cxo Alten-Buseck, 18. Juni. Dieser Tage stürzte der hiesige Landwirt Wilhelm Becker XII. in seiner Scheune so unglücklich auf die Tenne, daß er hobel erhebliche Verletzungen erlitt, die seine Uebersührung in die Klinik nach Gießen nötig machten. wg. Großen-Buseck, 18. Juni. Die Zwischenzählung der Schafe und Schweine hatte folgendes Ergebnis: (Vorjahr in Klammer.) Eber 1 (1), Zuchtsauen 23 (34), bis acht Wochen alte Schweine 48 (142), bis ein halbes Jahr alte 563 (719), bis ein Jahr alte Schweine 427 (269) und ältere zwei Stück; zusammen 1064 (1165). Schafe 550 (585); an Kälber wurden im letzten Vierteljahr 111 (117) geboren. Karbach, 19. Juni. Da in diesem Jahre der Heuertrag wesentlich geringer war als im Vorjahre, wurd-en bei der Grasversteigerung auf den Gemeindewiesen hohe Preise erzielt. Ein Morgen kostete durchschnittlich 28 bis 30 Mark. — Während der Ernte auf den Privatwiesen wurden nicht weniger als drei Rehkitzchen von Mähmaschinen angefahren. Die Tierchen wurden jedesmal so stark verletzt, daß sie von dem Jagdaufseher getötet werden mußten. Die Zwischenfälle ereigneten sich sämtlich auf solchen Wiesen, die in der Nähe von Waldungen Hegen. Infolge des hohen Grases waren die Rehkälber nicht zu sehen. — Die Regen- fälle der letzten Tage ermöglichten das Setzen der Dickwurzpflanzen, das in diesem Sommer infolge der wochenlangen Trockenheit ungewollt sehr lange hinausgezögert wurde. Da man hier fast den getarnten Bedarf an Futterrüben auf diese Weise züchtet, ist man jetzt von morgens früh bis abends spät mit dem Setzen beschäftigt. Die Arbeit verträgt auch insofern keine weitere Verzögerung, als die Pflanzen meistenteils schon zu groß sind und deshalb leicht schossen. * Arnsburg, 19. Juni. Das von der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" für den morgigen Sonntag geplante Sommerfest in Kloster Arnsburg mußte wegen der unbeständigen ungünstigen Witterung auf einen späteren Sonntag verlegt werden. kreis Alsfeld. -- Deckenbach, 19.Juni. In unserem Orte ereignete sich dieser Tage ein schwerer Unfall. Der 34jährige Zimmermann Georg Braun erlitt beim Holzschneiden an der Kreissäge eine schwere Schlagaderverletzung, außerdem twrlor der bedauernswerte Mann mehrere Finger. Er muhte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. kreis Dehlar. I Waldgirmes, 18. Juni. Die' Gemeinde läßt gegenwärtig durch die Tiefbaufirma Weimer von hier das Kanalnetz durch drei Orts- st raßen erweitern. Dabei stieß man auf alte Kellermauern und Brunnen, nach denen zu schließen ist, daß der Ort früher enge Gäßchen hatte. Nach dem großen Brand im Jahre 1833, dem 257 Gebäude zum Opfer fielen, hat Waldgirmes durch den damaligen Kreisbaumeister Werner aus Gießen sein heutiges regelmäßiges schönes Ortsbild mit breiten Straßen bekommen. Kreis Marburg. * Fronhausen, 19. Juni. Heute morgen entgleiste beim Rangieren im Bahnhof Fronhausen (bei Marburg) die Lokomotive eines Güterzuges. Durch diesen Vorfall, der keinerlei ernstere Folgen nach sich zog, war ein Gleis für die Dauer von fünfzig Minuten gesperrt. Zur Behebung des Schadens wurde der Hilfszug von Gießen herbeigerufen. Während der Arbeiten der Aufgleisung wurde der Verkehr zwischen Fronhausen und Lollar eingleisig aufrechterhalten. 321 Muskatnuß das Wort von Wilhelm Busch: t „Musik wird störend oft empfunden, wett sie stets mit Ee- : rausch verbunden". Begabten Kindern laste man zeitig Mustk- , unterricht erteilen, aber nur von wirklich befähigten Lehrkräften. ' Allen Menschen, die wohl mnsi- . kalisch sind, denen aber die Fähigkeit, selbst zu musizieren, versagt bleibt, finden genügend । Gelegenheit. Musik zu hören in , guten Konzerten und Theater- ; aufführungen. vielleicht auch als Gäste bei Hausmusikabenden. Außerdem bietet der Rundfunk — Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M Berlin Schluß- kurs Schlutzk. Abendbörse Schluß- kurs Schluß! Mittag börse Schluv- für» Schluhk. Srben b bürte Schluh- für» Schluß! Mittag bürte Saturn 17.6. 18 6. 17-6 18.6. Saturn 17 6 18.6 17 6 18.6 Deutsche Retchsanlethe v. 1927 101,75 101,75 101,75 101,65 Acrumulatoren-Fabrik...... . 14 — —• 239,5 238 i°/0 Deutsche Retchsanl. von 1934 99 99 99 99 Aschaffenburg Zellstoff...... .. 6 143 144,5 143,7b 144 *7t% Deutsche Reichsschatzanwei- sungen von 1935 ........... 99,25 99,25 99,25 99,3 Gement Heidesberg......... Cement Karlstadt .......... ., 7 .. 6 157 — — — fangen von 1936, III. Folge .. «ft% Boung-Anleihe von 1930 .. 99 99 99 99 Conti Wumini............. . 12 195,65 196 196,5 195 105,65 105,9 105,5 105,5 Daimler Motoren.......... 6/1 139,5 139 139,5 139 *Vi% Hessische Bolksstaat von 1929 99,75 99,75 99,75 Dessauer Gas............. .. 4 — 119,25 119,75 *Vt% Deutsche Reichspostschatz von 100,75 Deutsche Erdöl ............ .. 5 156,5 157,13 156,5 157,25 1934 1...................... 100,6 100,55 100,75 Deutsche Gold- und Silber .. .. 9 262,5 262,5