Iir.66 Erstes Blatt 187. Jahrgang Sreltag, 19. Marz 1937 (Er|d)etn< tüg ltd), aufcei Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter HetmalimBild Die Scholl» Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.9b Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'sche Universttäts-Vuch- und Steinöruderci R. Lange in Sietzen. Schriftleiiung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Nps.. für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh 93ereinbg.25°/A mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen--, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Freude für den deutschen Menschen. Von Curt Huebner, Gaupreffewart der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". NSG. Wir wollen dem schaffenden deutschen Menschen Lebensfreude schaffen. Das ist ein Programm mit großer kultureller Zielsetzung und eine Aufgabe, die in ihrer Lösung sich durch die Vielseitigkeit der Möglichkeiten auszeichnet. Bereits am Arbeitsplatz des einzelnen Kameraden fängt unsere Arbeit an. Der schaffende Deutsche soll das Gefühl und die Gewißheit haben, daß alles getan wird, die Lust und Liebe zur Arbeit, die uns angeboren ist, zu erhöhen und ihr die notwendige Grundlage zu geben. Neben der körperlichen Ertüchtigung durch Einsatz der notwendigen Hilfsmittel und Geräte legen wir hierbei den Hauptwert auf die seelischen Einflüsse. In hellen, sauberen und luftigen Arbeitsräumen ist die Arbeit schöner und gesünder als in rauchigen Buden, wie wir sie manchmal finden mußten. Das richtige Licht am Arbeitsplatz erhält dem Arbeitskameraden die Arbeitskraft und der einmalige Einsatz der hierfür erforderlichen Mittel bringt letzten Endes doch für den Betrieb auch wirtschaftlichen Gewinn. In den Arbeitspausen und nach Beendigung der Arbeitszeit soll der deutsche Arbeiter in seinem Betrieb die notwendigen Aufenthalts-, Umkleide- und Waschräume finden, damit er ohne Gefahr für seine Gesundheit seine Mahlzeiten einnehmen und seine Arbeitsstätte erfrischt und sauber wieder verlassen kann. Die einseitige körperliche Belastung während der Arbeit fordert in der freien Zwischenzeit einen Ausgleich. Sport ist hier das Richtige. Es gibt heute keine Sportart, die man nicht bei der NS.-Gemein- schaft „Kraft durch Freude" lernen und betreiben kann. Skilaufen, Reiten, Tennisspiel, Segelsport, Gymnastik, Leichtathletik, Turnen, Rudern, Rollschuhlaufen ... die Aufzählung würde kein Ende nehmen, wenn man alle Sportarten nennen wollte. Viele Betriebe haben heute schon ihre eigenen Sportanlagen. Andere folgen nach. Es ist schönste Betriebsgemeinschaft, wenn hier Betriebsführer und Gefolgsmänner nach der Erreichung besten Könnens streben. Wer dann eine gute Leistung aufweisen kann — und das vermag jeder nach einiger Hebung — der findet auch wahre Freude im Sport. Neven das körperliche tritt das geistige Training. Das Deutsche Volksbildungswerk in der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" bietet hierfür die verschiedensten Möglichkeiten. In den Dorttagsabenden wird den Arbeitskameradsn eine Auswahl aus vielen Wissensgebieten geboten; sie befähigen ihn bei regelmäßiger Teilnahme zu sicherem und stolzem eigenen Anteil in den Fragen unseres geistigen Lebens. In den Arbeitsgemeinschaften kann er selbst Mitarbeiten, das Gelernte auswerten und durch die Notwendigkeit des steten Mitdenkens vertiefen. Daneben steht ihm ohne Einsatz nennenswerter Geldmittel in den Büchereien, die das Deutsche Volksbildungswerk schafft und hervorruft, umfangreicher Lesestoff zur Verfügung, um die Wissensgrundlage zu verbreiten. Mit der Vervollkommnung des eigenen Könnens kommt dann auch hier die Freude und Lust zur Sache. In Feierstunden seines Betriebes und nach Arbeitsschluß nimmt der deutsche Arbeiter an dem kulturellen Schaffen seines Volkes teil. Er geht ins Theater; er besucht gute Konzerte, deren Wert und Schönheit ihm die NSG. „Kraft durch Freude" erschließt. In bunten Abenden und bei deutschem Tanz lernt er deutsche Art und deutsches Brauchtum wieder kennen. Das umfangreiche Programm ermöglicht es ihm dabei, seine Auswahl seinem Geschmack entsprechend zu treffen. Dabei findet die Aufnahmefähigkeit eines jeden Berücksichtigung, wie es der Gaupropagandaleiter der NSDAP., Lgndeskulturwalter Müller-Scheid, auf der Gaukulturtagung in Wiesbaden so schön darlegte. Durch die Einrichtungen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" lernt der deutsche Arbeiter heute auch seine schöne Heimat, sein Deutschland kennen und er fährt hinaus über die Meere, um seinen Gesichtskreis, seine Kenntnisse von der Welt zu erweitern. Es gibt keine Gegend unseres deutschen Vaterlandes, nach der nicht „K d F." - H r - laubszüge aus unserem Gau fahren. In die westliche Grenzmark, nach Ostpreußen, in die Bayerische Ostmark, nach Berlin und Hamburg, in die Alpen, die sächsische Schweiz, die Badeorte der Nord- und Ostsee, überallhin kommen die Arbeitskameraden vom Rhein und Main. Norwegen mit seinen herrlichen Fjorden und Madeira mit dem Klima der südlichen Zonen sind das Ziel von „Kraft durch Freude"-Fahrten, eine Errungenschaft des nationalsozialistischen Deutschland, die man nie vorher gekannt hat und die man auch heute außer in Deutschland noch nirgends kennt. Wie volkstümlich die Hrlaubsfahrten der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" geworden sind und immer noch mehr werden, zeigt uns deutlich die st e t s wachsende Zahl der Teilnehmer. Im Jahre 1935 waren es 229 880 Kameraden und Kameradinnen, die mit 2181 Fahrten in Urlaubszügen, Schiffen und Omnibussen hinausfuhren. 1936 stiegen diese Zahlen auf 6867 Fahrten mit 562 888 Teilnehmern. Daß diese Zahlen 1937 abermals weit übertroffen werden, steht heute schon fest. Das zeigt die ungeheuere Nachfrage, die sofort einsetzt, wenn eine neue Fahrt durch die Tagespresse bekannt gegeben wird. Aus dem Sommerprogramm dieses Jahres mußten zum Beispiel bereits jetzt zum Teil über ein halbes Jahr vor Stattfinden der Fahrt acht Urlaubszüge gesperrt werden, weil die vorgesehene Teilnehmerzahl erreicht war. Bei allen diesen Erfolgen wissen wir aber auch, daß die Grundlage für die endgültige Erreichung Die Achse Rom-Berlin ein Element der Ordnung in Europa. Mussolini erörtert die Stellung Italiens in der großen Politik. Als Kolonialmacht saturiert. Ein Grenz- und Wirtschaftsabkommen mit England angeboten. London, 19. März. (DNB. Funkspruch.) Mussolini hat während seines Aufenthaltes in Libyen dem Vertreter der „Daily Mail" Ward Price erklärt, daß Italien bereit fei, die verschiedenen Beziehungen zwischen dem italienschen Kolonialreich und den angrenzenden englischen Gebieten Kenya und Sudan durch ein freundschaftliches Uebereinkommen zu regeln, genau wie das früher im Falle Somaliland geschehen sei. Ls liege im gegenseitigen Interesse, eine ähnliche Regelung für Kenya und den Sudan zu treffen, die beide wirtschaftliche Beziehungen zu Aelhiopien unterhielten. Italien sei jetzt m i l seiner Stellung als Kolonialmacht z u f r l e d en. Aethiopien sei ein schönes und reiches Land, seine Entwicklung werde viel Zeil, Kraft und Kapital erfordern. Italien müsse daher mit den europäischen Rationen, die Kolonien in Afrika haben, Zusammenarbeiten. Sehr energisch wies der Duce die Verdächtigung zurück, daß Italien irgendwelche Zugeständnisse von General Franco gefordert haben könnte, etwa eine F l o t t e n b a s i s auf den Bale- arischen Inseln oder in Spanisch-Marokko. Italien habe nichts getan und werde nichts tun, was auch nur indirekt die gebietsmäßige Unversehrtheit Spaniens beeinträchtigen könnte. Die Zahl der italienischen Freiwilligen in Spanien sei weit übertrieben worden. Sie würden heimkehren, wann es ihnen passe, falls nicht eine allgemeine Regelung getroffen würde, so daß auch alle anderen Freiwilligen, deren Zahl weit größer sei, aus Spanien verschwinden. Nach Beendigung des Bürgerkrieges habe Italien nicht die Absicht, sich mit spanischen Angelegenheiten zu befassen. Auf eine Frage von Ward Price bestätigte Mussolini dann, daß Italien den Krönungsfeierlichkeiten in London fern bleiben werde, falls die Einladung Haile Sela f s i e s aufrechterhalten bleiben werde. Italien bedauere das sehr, aber wenn man aus rein formalen Gründen derartige Zugeständnisse an Haile Se- lassie gemacht habe, dann müsse man in England Italiens Haltung verstehen können. Italien sei bereit, alles zu tun, um einen neuen Westpakt zustandezubringen. Ein solches Abkommen könne durch die Achse Rom—Berlin sehr erleichtert werden. Alan habe diese Achse nicht geschaffen, um Europa in Unordnung zu bringen, sondern vielmehr, um Ruhe und Ordnung wieder herzustellen. Abschließend gab der Duce seinen Wunsch auf Wiederher st ellung besserer wirtschaftlicher Beziehungen mit England Ausdruck und betonte, daß Italien niemals feindselige Gefühle gegenüber England oder Frankreich gehabt habe ober habe. Zu diesem Interview schreibt „Daily Mail", daß die Beziehungen zwischen England und Italien jetzt auf eine neue Grundlage gestellt werden müßten. Der einzige politische fturs für die britische Regierung müsse der sein, die groteske Herrschaft des Völkerbundes abzuschütteln und anzuerkennen, daß Abessinien heute ein Teil des italienischen Imperiums sei. Die Ablehnung dieser Anerkennung könne nur die Uneinigkeit zwischen den beiden Ländern aufrechterhalten. Der Ehrendegen des Isiams für Mussolini. Rom, 18. März. (DNB.) Mussolini wohnte nach der Einweihung von zwei Häusern des Fascio einem Manöver der tri p oli t ani sch e n Kolonialtruppen bei. Es wurden auch Bomben- und Jagdflugzeuge, schwere Artillerie, Tanks und Flammenwerfer eingesetzt. Mussolini zeichnete die Truppen für ihre Verdienste im äthiopischen Feldzug dadurch aus, daß er die Goldene Kriegs- m e d a i l l e an die Fahne des Kolonialkorps heftete. Er nahm dann die ersten Spatenstiche zur Errichtung eines neuen Sanatoriums und einer neuen Kommandantur für die Kolonialtruppen vor. Bei einer Massenkundgebung wurde Mussolini der Ehrendegen des Islams überreicht. Er wies darauf hin. daß in der Geschichte Libyens eine neue Epoche begonnen habe. Die gegenüber Italien bewiesene Treue werde durch Sicherstellung des Friedens, der Gerechtigkeit und des Wohlstandes der Bevölkerung Libyens belohnt werden. Rom werde durch seine Gesetze beweisen, daß es darauf bedacht sei, dem Lande ein immer besseres Los zu sichern. Neuer deutscher Protest gegen Frechheiten Laguardias. Washington, 18. März. (DNB.) Der deutsche Botschafter Dr. Luther sprach am Mittwoch bei Staatssekretär Hüll vor und legte gegen die neuen Beleidigungen, die der als Bürgermeister von Neuyork fungierende Jude Laguar- d i a am Montagabend gegen den Führer vorzubringen wagte, P r o t e st ein. In Beantwortung des Protestes sprach Staatssekretär Hüll das Bedauern seiner Regierung über die neuerlichen Aeußerungen des Bürgermeisters Laguardia aus. Furchtbare Explosionskatastrophe in einer Schule in Texas. Bisher 300 Todesopfer, meist Schulkinder aus den Trümmern geborgen. Keffel-Ekploficn während des Unterrichts. 3teu v o r f, 19. Wärz. (DRB. Funkspruch.) In einem von 1200 Kindern besuchten Schulgebäude in Rew London (Texas) erfolgte am Donnerstag während des Rachmittags-Unterrichts eine Kesselexplofion, durch die ein großer Teil des Gebäudes zum Einsturz gebracht wurde. Bis zum Freitag früh wurden bereits 3 00 Leichen geborgen. Wan rechnet mit über 6 0 0 Todesopfern. Die meisten Kinder scheinen von den Gesteinstrümmern erschlagen worden zu sein. Wan nimmt an, daß die Zahl derer, die von entweichenden kesseldämpsen verbrannt wurden, geringer ist. In der Stabt herrscht P a n i k. Die Schule ist von vielen hunbert Litern umlagert, bie ihre Kinber suchen wollen. Es spielen sich Herz- zerreißenbe Szenen ab. Die bisher gefunbe- nen Leichen finb größtenteils furchtbar verstümmelt. An der AnglücksMe. Die Schule befindet sich mitten im Oelgebiet von Ost-Texas und war hauptsächlich von Kindern der Del arbeitet: besucht; die Schule wurde vor zwei Jahren mit einem Kostenaufwand von einer Million Dollar errichtet. Auch die Aula der Schule ist ein- g e ft ü r 31, in der zur Zeit der Explosion ein Vor- ttaa stattfand, dem mehrere hundert Kinder beiwohnten. Die Leichen der Kinder wurden zum Teil in Lastwagen nach der Stadt Henderson gebracht, zum Teil in Reihen im unversehrt gebliebenen Schulhof niedergelegt. Die Polizei muß die Eltern, die die Unglücksstätte belagern, mit Gewalt zurückhalten. Der Gouverneur von Texas wandte alle verfügbaren Truppen nach dem Ort der Explosionskata- sttophe. Die Truppen haben die Aufgabe, die Aufrechterhaltung der Ordnung zu gewährleisten, da die lokale Polizei nur sehr schwach ist. Auch ein Flugzeug mit Aerzten, Krankenschwestern und Medikamenten ging nach New London ab. Ferner wurden aus verschiedenen Städten Polizeitruppen an die Unglücksstätte entsandt. In New London sind gegenwärtig 1000 Kriegsveteranen, Arbeiter und Polizisten mit den Aufräumungsarbeiten beschäftigt. Sämlliche Kraftfahrzeuge in der Umgebung des Ortes wurden als Krankenwagen beschlagnahmt. Es herrscht Aerztemangel, weil alle Zufahrtsstraßen von Tausenden von Krankenautos, Leichenwagen und den Autos der vor Aufregung und Schmerz halb wahnsinnig gewordenen Eltern verstopft sind. Von den Eltern haben viele zwei oder drei Kinder verloren. Erschütternder Augenzeuaenherichl. Ein Augenzeuge berichlel, baß sich an bet Unglücksslätte furchtbare Szenen abspielen. Es kommt vor, baß mehrere Wütter gleichzeitig in berselben Leiche ihr Kinb zu erkennen glauben unb bie Leiche für sich beanspruchen. Die Aufräumungsarbeiten finben beim Schein von Fackeln statt, bie bie Trümmer schauerlich beleuchten. Bisher konnten nur zwei Kinber lebenb aus bem Schutt geborgen werben. Unter ben Toten befanben sich nur wenige Schüler, bie bereits 15 Jahre alt waren. Die meisten waren bebeutenb jünger. Die Explosionsursache ist noch nicht geklärt. Ein Schüler, ber mit bem Leben bavon kam, gab an, baß sich bie Explosion anschei - nenb im chemischen Laboratorium im Erbgeschoß ereignet hat. — Der Gouverneur von Texas erklärte in Rew Conbon unb Umgebung ben Ausnahmezustanb. MnrechnetmMOOTodesopfern Es bürste noch geraume Zeit vergehen, ehe bie genaue Zahl ber ums Leben gekommenen Lehrer unb Kinber — man schätzt sie jetzt schon auf 7 0 0 — ermittelt werben kann. Die Explosion, bie fünf Minuten vor Schulschluß erfolgte, wirb auf bie Ansammlung von Gasen im Keller zurückgesührt. Die Schule würbe nämlich mit Raturgas geheizt, bas in unterirbischen Röhren aus ben naheliegenben Oelfetbern herangeleitet würbe. Wan neigt zu ber Annahme, baß eine biefer Röhren aus noch unbekannten Grünben einen Sprung bekommen hat, so baß bas Gas entweichen konnte. Die genaue Ursache wirb angesichts ber Zerstörungen wohl ein ewiges Geheimnis bleiben. Augenzeugen berichten, bah bas Dach bes Schul- gebäubes plötzlich in bie Cuff flog, um bann alles zu zertrümmern unb roieber auf bas Haus zurückzufallen. — präfibenf Roosevelt hat bas Role Kreuz unb alle sonst in Betracht fommenben Organisationen zu eiligster Hilfeleistung mit allen zur Verfügung stehenben Witteln angewiesen. des Zieles unseres Schaffens die wirtschaftliche Sicher st ellung des deutfchen Arbeiters ist. In zieibewußter Arbeit gilt es, die Lebensgrundlage des deutschen schaffenden Menschen immer mehr auszuweiten. Die Deutsche Arbeitsfront ist hierfür unermüdlich tätig und darf einen zwar langsamen, aber sicheren Aufbau feststellen. Durch die einzigartigen Pläne unseres Führers gewinnen wir immer mehr wirtschaftlichen Rückhalt für unser Volk und damit die Möglichkeit, dem deutschen schaffenden Menschen für den Lohn für seine Leistung die Werte zu geben, die er zur Befriedigung seiner wirtschaftlichen und kulturellen Bedürfnisse braucht. Der politische Neubau des Nationalsozialismus gibt uns dabei Gewißheit und Rückhalt, um sorgfältig und sicher der Verwirklichung des Zustandes zuzustreben, der dem Programm unserer Bewegung entspricht. Solange dieses Ziel noch nicht verwirklicht ist — denn wir erstreben ja keine Konjunkturerfolge, sondern wollen es langsam auf solide Grundlage heranreifen lassen — solange gilt es, in gemeinsamem Zusammenstehen dafür einzutreten, daß die Volksgenossen, die unverschuldet unter den Folgen frühe- rer Fehler leiden, in ihren Sorgen und Nöten Rat und Hilfe finden. Auch hierbei ist die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" stets zur Mitarbeit bereit, das zeigt das Abkommen, das sie kürzlich mit dem Winterhilfswerk des deutschen Volkes geschlossen hat. Aber auch jeder einzelne Mitarbeiter ist zum persönlichen Eintreten bereit; das wird er am 2 0. und 2 1. März beweisen, wenn er das Opfer der Volksgenossen an den Sammeltagen der Deutschen Arbeitsfront für das Winterhilfswerk fordert. „Gebt mir vier Fahre 'Zeit." Die grotze Leistungsschau des Nationalsozialismus. Berlin, 18. März. (DNB) Die Ausstellung „Gebt mir vier Jahre Zeit", die vom 29. April bis 20. Juni 1937 auf dem gesamten Ausstellungsgelände der Berliner M e s s e st a d t die gewaltige Aufbauarbeit der vergangenen vier Jahre zusammenfassend behandeln wird, verspricht das interessanteste und politisch bedeutsamste Ausstellungsereignis der letzten Jahre zu werden. Diese erste umfassende Leistungsschau des Nationalsozialismus ist gleichzeitig ein Rechenschaftsbericht der Reichsregierung über die Aufbauarbeit in den ersten vier Jahren nationalsozialistischer Staatsführung und ein Dank, dem das wirtschaftlich, sozial und kulturell gesundete, politisch und militärisch erstarkte Deutschland seinem Führer abstattet. Welche Bedeutung diese Ausstellung hat, geht schon daraus hervor, daß der Führer in seinem großen Rechenschaftsbericht am 30. Januar dieses Jahres ausdrücklich auf die Berliner Ausstellung hingewiesen hat. Die Bedeutung dieser großangelegten Leistungsschau des Nationalsozialismus, die unter der- Schirmherrschaft von Reichsmini st er Dr. Goebbels steht, wird noch unterstrichen durch die Zusammensetzung des Ehrenpräsidiums. Alle Männer des Staates und der Bewegung, diö an leitender Stelle am Aufbau der letzten vier Jahre mitgemirkt haben, sind im Ehrenpräsidium in einer Vollständigkeit vertreten wie bei keiner Ausstellung zuvor. So gehören ihm sämtliche Reichsminister und Reichsleiter an, ferner u. a. bet Reichsführer SS., der Stabschef der SA., der Reichsjugendführer, Korpsführer Hühnlein, Staats» sekretär Funk, Generalinspektor Todt, Hauptamts- leiter Hilaenfeldt, die Reichsfrauenschaftsführerin und die Leiter der Reichswirtschaftskammer, der Reichsgruppe Industrie und des deutschen Handwerks. Oie Hochschulreform. Kulturtagung der Reichsstudentenführung. Dresden, 18. März. (DNB.) Die Kulturamtsleiter der Studentenführungen aller deutschen Hoch- und Fachschulen, die Kulturamtsleiter der Gaustudentenführungen und die Studentenführer der Kunst- und Musikhochschulen versammelten sich in Dresden zu einer Kulturtagung der Reichsstudenten- fühxung. Reichsstudentenführer SS.-Standarten- führer Dr. Scheel betonte, daß Leistung, Sauberkeit und Ritterlichkeit in der studentischen Arbeit an erster Stelle stehen müßten. Der Reichsberufswettkampf der deutschen Studenten habe auch in diesem Jahre erfreuliche Arbeiten heroorgebracht. Die Frage des gebührenfreien Studiums für alle Studenten, die vom Leiter des Wirtschafts- und Sozialamtes der Reichsstudentenführung geprüft wird, erfordert gewisse Zeit. Es liegt jedoch im Bereich des Möglichen, daß vorerst eine V e r e i n f a ch u n g der Kolleg- und Studiengebühren vorgenommen wird. Um solche Sozialmaßnahmen durchführen zu können, ist es notwendig, unnötige Ausgaben für die Hochschulen zu vermeiden. Hauptaufgabe ist es, so schnell wie möglich die Techniker, Lehrer und Aerzte zur Verfügung zu stellen, die dringend benötigt werden. Der Gedanke des Trimesters, den Reichsminister Rust vor längerer Zeit aussprach, verdient deshalb größtes Interesse. Oer Beruf der RG. -Schwester Der Beruf der R S. - S ch w e st e r, über deren segensreiche Tätigkeit früher bereits in der Frauenbeilage die Rede war, ist eine Vertrauensstellung im neuen Staate, welche ihrer Trägerin das stolze Bewußtsein verleiht, in ihrem Wirkungskreise und mit dem Einsatz ihrer ganzen Persönlichkeit im Sinne des Führers dem deutschen Volke zu dienen. Es scheint wesentlich, zu erfahren, wer sich diesem schönen und verantwortungsvollen Berufe widmen kann. Von der Anwärterin, die als Schwester-Schülerin angenommen werden will, wird erwartet, daß sie ein kräftiges, seelisch und körperlich gesundes Mädchen von grader Lebensart im Alter von 18 bis 28 Jahren, deutschen oder artverwandten Blutes und deutscher Staatsangehörigkeit ist. Daß die Anwärterin nicht vorbestraft ist und sich jeder Zeit bedingungslos aus innerster Ueberzeugung für den nationalsozialistischen Staat und seine Ideen einsetzt, gilt als selbstverständliche Voraussetzung. Erforderlich ist ferner eine gute Schulbildung (abgeschlossene Volksschulbildung) und gediegene und umfassende hauswirtschaftliche Kenntnisse. Wenn diese nicht vorhanden sind, ist eine entsprechende Vorschulzeit abzuleisten. Die Kosten für die Ausbildung betragen im ersten Jahre 25 Mark im Monat mit freier Station und Tracht. Später fällt diese Gebühr weg, außerdem können im Falle der Mittellosigkeit und hervorragender Berufseignung Zuschüsse oder Freistellen gewährt werden. Eine gründliche zweijährige Ausbildungszeit dient dazu, die Anwärterin in der Krankenpflege, der Wochen- und Säuglingspflege, der Arzneimittellehre, der Ernährungslehre und in den Grundbegriffen der- Physik, Chemie und Biologie auszubilden: zur Ausbildung gehört ferner Gymnastik und Schwimmen und in besonderem Maße die weltanschauliche Schulung sowie die Einführung in die Bevölkerungspolitik und die Erb- und Rassenpflege. Die NS.-Schwester findet ihren eigentlichen Wirkungskreis in der Gemeindepflege und zwar im Sinne einer von der NS.-Dolkswohlfahrt an- geftrebten vorbeugenden Gesundheitsführung. Bei besonderer Neigung oder Eignung kann sich die NS.-Schwester auch dem Krankenhausdienst und nach einer entsprechenden Spezialausbildung den Berufen der Operationsschwester, der Hebamme, der Diätküchenleiterin oder der Kinderschwester zuwenden. Was die wirtschaftliche Stellung der NS.- Schwester betrifft, so erhält sie in der Gemeinde, welche ihren Wirkungsbereich bildet, eine vollständig eingerichtete Wohnung mit mindestens zwei Zimmern. Statt der in Krankenhäusern üblichen sogenannten freien Station wird eine angemessene Entschädigung in bar gewährt. Die monatliche Vergütung staffelt sich nach den Dienstjahren von 35 bis 65 Mark und kann durch Leistungszuschläge bis auf 150 Mark im Monat steigen. Es ist dafür Sorge getragen, daß der NS.- Schwester in ihrem verantwortungsvollen und hohe Anforderungen stellenden Berufe eine angemessene Erholungszeit gesichert wird: jede Schwester hat Anspruch auf einen jährlichen Urlaub von vier Wochen und je einen freien Tag in der Woche. Eine Verpflichtung zum Tragen der Tracht besteht lediglich innerhalb des Dienstes und ihres örtlichen Wirkungskreises. Auch für den Lebensabend der NS.-Schwester ist Sorge getragen; sie hat die Möglichkeit, diesen auf Grund einer Rente nach eigenem Ermessen zu gestalten oder kann in einem Mutterhause Aufnahme finden. Mit Gummiknüppeln gegen Gudetendeutsche. Unerhörtes Verhalten der tschechischen Polizei. Prag, 19. März. (DNB.) Das Hauptblatt der Sudetendeutschen Partei „Die Z e i t" berichtet von neuen Gewalttätigkeiten der tschechosiowakischen Polizei gegen Anhänger Henleins in Aussig. Dort hatten die Sozialdemokraten eine Versammlung einberufen, bei der der Abgeordnete Jaksch sprechen sollte. Die Sozialdemokraten hatten für diese Versammlung in allen Betrieben große Propaganda gemacht. Sie hatten auch Flugzettel verteilt, in denen sie alle, die „nicht gegen den Staat" seien, zur Teilnahme aufforderten. Etwa 9000 Personen hatten sich darauf auf dem Marktplatz eingefunden, größtenteils Anhänger der Sudetendeutschen Partei. Gleich bei Beginn der Versammlung ertönten aus der Menge Pfuirufe und Pfiffe. Die Staatspolizei stürzte sich auf den Obmann des Betriebsausschusses der Schichtwerke, der anscheinend im Verdacht stand, gepfiffen zu haben. Er wurde von Polizei und „roter Wehr" solange mit Gummiknüppeln geschlagen, bis er blutüberströmt zusammenbrach. Auch ein anderer Sudetendeutscher wurde mit Gummiknüppeln bearbeitet, bis er ohnmächtig wurde. Eine Frau, die sich einen Weg durch die Menge bahnen wollte, wurde ebenfalls niedergeschlagen. Schließlich mußten zahlreiche Sudetendeutsche mit schweren Verletzungen abtrans- porttert werden. Die Masse zerstreute sich nach den Tumulten und jetzt konnte der sozialdemokratische Abgeordnete Jaksch vor einer kleinen Zahl seiner Parteigänger eine Rede halten. Nach der Rede zogen die Sozialdemokraten, voran die „rote Wehr", mit Fanfaren und Trommeln unter dem Schutz der Staatspolizei durch die Straßen. England behält seine Kaliberstärken bei. London, 18. März. (DNB.) Im Unterhaus erklärte Marineminister Sir Samuel Hoare, England würde es sehr bedauern, wenn eine der Flottenmächte größere als 14-Zoll-Geschütze verwende oder größere als 35000 Tonnen- Schlachtschiffe baue. England werde an den 14zölligen Geschützen für seine 35 000-Tonnen- Schlachtschiffen fe st h a l t e n. Wenn alle anderen Flottenmächte dasselbe täten — und zwischen gewissen Flottenmächten seien sehr weitgehende Vereinbarungen vorhanden — so wäre dies viel besser für die ganze Welt und keine Flotte würde irgendwie an Leistungsfähigkeit einbüßen. Er hoffe immer noch, das Londoner Flottenabkommen von 1936 in Kraft zu fetzen. Es wäre ein großes Unheil für die Welt, wenn solche Abkommen nicht von den großen Flottenmächten angenommen würden und wenn es damit erneut zu einem Wettrüsten mit neuen Typen und neuen Tonnagegrößen kommen würde. ♦ Die bis zur Unterschrift gediehenen deutsch- englischen Besprechungen über ein qualitatives Flottenabkommen sind vertagt worden, da die Verhandlungen zwischen Großbritannien und Sowjetrußland nicht zum Abschluß gelangen konnten, und da der Verhandlungsführer auf englischer Seite, Sir Robert C r a i g i e, eine private Reise nach den Vereinigten Staaten antreten mußte. M Dem Bolschewismus gibt es keine Berührung. Eine päpstliche Enzyklika gegen den Gottlofen-Kommunismus. Rom, 18. März. (DNB.) Gegen den Gottlosenkommunismus hat P a p st Pius XI. eine Enzyklika erlassen. In ihr wird der Kommunismus vom Papst als „ein S y ft e m" voll von Irrtümern und Trugschlüssen verurteilt, das ebenso der gesunden Vernunft wie dem Sinne der göttlichen Offenbarung widerspreche. Dieses System sei Umsturz jeder gesellschaftlichen Ordnung, sei Vernichtung ihrer letzten Grundlagen! Es sei Verkennung des wahren Ursprunges der Natur und des Zweckes des Staates, es sei Entrechtung und Entwürdigung und Versklavung der menschlichen Persönlichkeit. Jede Autorität werde für nichtig erklärt: Zerstört werde die Würde und Unauflösig- keit der Ehe, entweiht die Familie, die Frau dem häuslichen Herde und der Sorge für die Kinder entzogen. In der Enzyklika heißt es u. a. weiter wörtlich: Unter dem Vorgeben, man wolle nur das Los der arbeitenden Klasse verbessern, die wirklichen Mißbräuche der liberalen Wirtschaftsführung beseitigen und zu einem besseren Ausgleich der Be- sitzoerhältnisse auf Erden gelangen (Ziele, die zweifellos ihre volle Berechtigung haben), sowie unter Ausnutzung der Weltwirtschaftskrise gelingt es, auch solche Kreise der Bevölkerung in die Einflußsphäre des Kommunismus zu ziehen, die grundsätzlich jeden Materialismus und jeden Terror ab- lehnen. Dem „wahren russischen Volk" sich zuwendend, sagt der Papst weiter: „Wir wollen jedoch in keiner Weise die Völker der Sowjetunion in ihrer Gesamtheit verurteilen. Wir wissen, wie viele von ihnen unter dem harten Joch seufzen, das ihnen gewaltsam von Menschen auferlegt wurde, denen es größtenteils nicht um das wahre Wohl des Landes zu tun ist. Wir begreifen auch, daß viele sich durch trügerische Hoffnungen haben täuschen lassen. Wir klagen das System an, seine Urheber und Förderer, die Rußland für das geeignetste Land halten, dort ein seit Jahrzehnten ausgearbeitetes System praktisch anzuwen- oen, und die es von da aus unermüdlich in her ganzen Welt verbreite n." Schließlich fordert Pius XI. zur Rettung der christlichen Kultur auf und erklärt dabei: „Der bolschewistische Kommunismus ist in feinem innersten Kern schlecht, und es darf sich auf keinem Gebiete Mit ihm auf Zusammenarbeit einlassen, wer immer die christliche Kultur retten will. Und wenn einige Getäuschte zum Sieg des Kommunismus in chrem Lande beitragen würden, gerade f i e würden als erste Opfer ihres Irrtums fallen." Neue Lügenhehe: M ienerZudenblätter. OieVerleumder auf frischerTak ertappt.-Was sagt die österreichischeNegierung? Berlin, 18. März. (DNB.) Eine verantwortungslose jüdische Asphaltpresse in Wien hat einen neuen Verleurndungsfeldzug gegen das Reich unternommen und ergeht sich trotz des Abkommens vorn 11. Juli 1936 planmäßig in niederträchtigen Verdächtigungen gegen das nationalsozialistische Deutschland. Die deutsche Presse, die zu diesem schamlosen Treiben lange geschwiegen hat, nimmt auf Grund einer Skandalmeldung des Wiener Judenblattes „Telegraf" vom 17. März in berechtigter Empörung dagegen Stellung und stellt diese infame Pressehetze in der gebührenden Weise an den Pranger. Wie der „A n g r i f f" berichtet, meldete „Telegraf" gestern, daß der Reichspressechef der NSDAP., Dr. Otto Dietrich, von der Geheimen Staatspolizei verhaftet und in Bamberg festgehalten worden sei, weil Dr. Dietrich in „stark alkoholisiertem Zustande" Beschimpfungen gegen den Führer und die Partei ausgestoßen habe. Reichspressechef Dr. Dietrich hat, wie der „Angriff" hierzu berichtet, gestern abend noch dem Führer von dieser jüdisch frechen Schmähung b e- richtet. Heute mittag war Dr. Dietrich mit ein paar Dutzend deutscher Presseleute zusammen. Die Judenpresse ist also wieder einmal ertappt. Der kurzbeinigen Lügen in der Auslandpresse sind so viele, daß es auch in Hunderten von anderen Fällen nicht schwierig wäre, die Lügenhaftigkeit nachzuweisen. In diesem Falle aber dreht es sich um Wien, die Bundeshauptstadt eines uns „b e f r e u n - deten" deutschen Staates, mit dem wir vor anderthalb Jahren ein Abkommen über die gegenseitige Pressebefriedung abgeschlossen und vor dreiviertel Jahren, am 11. Juli, eine Gesamtbereinigung aller nur möglichen Streitfälle versucht haben. Die Wiener Regierung, die für die, Einhaltung dieser Abkommen ihr Wort verpfändet, hat entweder nicht den Willen oder nicht die Wacht, den fortgesetzten Lügenfeldzug der in Dien erscheinenden jüdischen Blätter zu unterbinden. Sie hak zahlreiche Proteste der deutschen Reichsregierung mit einem Gleichmut über sich ergehen lassen, als handele es sich bei den Schritten des Botschafters von Papen um Spaziergänge, die den Bundeskanzler und seine Regierung weiter nichts angingen. In diesem Zusammenhang gibt das Blatt eine Blütenlese derartiger Hetzmeldungen, die ein würdiges Gegenstück zu der obigen „Telegraf"-Meldung darstellen. „Die von der tschechischen Regierung bezahlte, von Juden geschriebene und gelesene Wiener „Stund e" meldet am 11. März aus Paris, daß in der deutschen Arbeiterschaft Tausende von Verhaftungen vorgenommen werden mußten, weil in allen Betrieben geheim für die Bolschewisten von Valencia gesammelt wurde und weil immer wieder deutsche „Freiwillige" versuchten, über die Grenzen zu kommen, um in den bolschewistischen Brigaden Rot- Spaniens zu kämpfen. Der „Telegraf" vom 11. März berichtete in Schlagzeilen, die SS. wollte am 6. März im Wege eines Putsches die Macht in München an sich reißen und dabei die Polizei entwaffnen. Nach Mißlingen des Putsches seien 27 SS.- Führer in die Schweiz geflohen. Das „E ch o" vom 12. März schreibt über „Deutsche Rohstoffpleite", daß in Deutschland die Dachrinnen abmontiert werden müßten, um das darin enthaltene Zink den Rüstungsbedürfnissen des Reichsheeres zuzuführen, daß weiter die Besucher der Leipziger Messe Lebensmittelkarten haben müßten usw. usw. Auch die übrige deutsche Presse stellt diese nichtswürdigen jüdischen Schauermärchen an den Pranger. Die „DAZ." weist daraufhin, daß die österreichische Presse selbst größte Empfindlichkeit zeige, wenn in irgendeiner deutschen Zeitung eine sachliche Meldung über Oesterreich enthalten ist, deren Bekanntgabe in Wien als unangenehm empfunden wird. Wie habe sich aber bisher die den deutsch-österreichischen Abmachungen widersprechende Judenhetze gegen Deutschland entwickeln können. Es werde höchste Zeit, daß die österreichische Regierung eingreift und ihre Autorität auch gegenüber den Wiener Judenblättern zum Ausdruck bringt. Wenn sich weiter diese Hetze der jüdischen Blätter gegen Deutschland entfalten könne, müßten die deutsch-österreichischen Beziehungen darunter naturgemäß leiden. * Der Abschluß des Abkommens zwischen Deutschland und Oesterreich vom 11. Juli v. I. ist vom deutschen Volke in beiden Ländern mit Freude begrüßt worden. Insbesondere wurde vereinbart, d i e Presse in beiden Staaten zu einer Haltung zu veranlassen, die dem Geiste dieses Abkommens entspricht. Für die reichsdeutsche Seite war es eine Selbstverständlichkeit, diesen Gedanken zu respektie- ren und sich in der Erörterung der inneren Politik Oesterreichs Zurückhaltung aufzuerlegen. Anders bet demjenigen Teil der Wiener Presse, der sich traditionell in jüdischer Hand befindet. Einige dieser Blätter sehen seit Jahr und Tag ihr Hauptbestreben darin, das nationalsozialistische Deutschland zu verdächtigen, seine führenden Männer zu beschimpfen und für die ganze Welt die Quelle von Greuel- nachrichten zu sein, die vom Auslande um so begieriger aufgegriffen werden, weil sie anscheinend deutschen Ursprungs sind. Insofern hegt eine besondere Gefahr in den fortdauernden Hetzereien der in Wien in deutscher Sprache, aber im deutschfeindlichen Sinne geschriebenen Blätter. Die letzten Tage haben wieder in überreichlicher Fülle den Beweis dafür geliefert, wie infam und gewissenlos dort gehandelt wird. Es erhebt sich allen Ernstes die Frage, was dieösterreichifcheRe- g i e r u n g tut, um diese Vergiftung des Verhältnisses zwischen beiden Ländern abzuwehren. Die Regierung in Wien ist sonst sehr wachsam gegenüber der leisesten Aeußerung reichsdeutscher Zeitungen, die etwa das Abkommen vom 11. Juli 1936 berühren könnte. Die Anpöbeleien der jüdischen Blätter gegen das Reich können ihr nicht entgangen sein, zumal schon verschiedentlich in diplomatischen Schritten darauf hingewiesen werden mußte. Wir können uns aber nicht denken, daß in Wien die jüdischen Hetzblätter stärker sind als der Wille zur Verstän- öigung, der den Vertrag vom 11. Juli bestimmt hat. Lc. Erneute Unverschämtheiten des Wiener „Telegras". Berlin, 18. März. Das jüdische Boulevard- Blatt „Telegraf" hat heute nachmittag a u f Grund einer Intervention der deutschen Gesandtschaft bei der österreichischen Bundesregierung sich dazu bequemt, die von ihm Öe Phantasiemeldung über die angebliche jng des Reichspressechefs der NSDAP. Dr. Dietrich zu dementieren. Das Judenorgan besitzt aber die unglaubliche Unterschämtheit, mit diesem Dementi eine neue Verdächtigung zu verbinden, indem es erklärt, daß bei der Namensgleichheit Dr. Dietrichs mit einem höheren Berliner SS. -Führer eine Verwechslung vorliegen dürfte. Der „Telegraf" bringt weiter eine Meldung, daß der Kommandant der Geheimen Staatspolizei im Bezirk Berchtesgaden Hauptmann a. D. Ratten Huber, der zur persönlichen Umgebung des Führers gehöre, wegen bestimmter Vorkommnisse seines Amtes enthoben worden sei. Die Meldung ist selbstverständlich frei erfunden. Es gibt in der deutschen Polizei nur einen Polizeimaior Rattenhuber, der gleichzeitig der SS. als Standartenführer angehört, seither zum Geheimen Staatspolizeiamt Berlin gehört und dort selbstverständlich wie immer Dienst tut. Wie sieht es in der Wirtschaff aus. Die Hauptversammlung der R e i ch s b a n k beschloß, für 1936 wieder 8 v. H. Dividende direkt und 4 v. H. für den Anleihestock zu zeichnen, der den Anteilseignern zukommt. Das Reichsbankkapital von 150 Millionen Mark ist in den Händen von 13 682 Anteilseignern. Die Abnahme des Gold- und Devisenbestandes ist ebenso wenig überraschend gekommen wie der höhere Bestand an Wechseln. Das Geschäft hat sich ausgedehnt, was die Zunahme der Girokonten beweist. Der Betriebskredit des Reiches ist bis Ende 1936 überhaupt nicht in Anspruch genommen worden. Der höhere Noten- oorrat ist bedingt durch den in Gang befindlichen Neudruck von Banknoten. Reichsbankpräfident Dr. Schacht verwies darauf, daß zwar das Kredit- volumen über den ursprünglich oorgenommenen Rahmen hinaus ausgedehnt werden mußte, aber die vorsichtige Politik der Reichsbank habe dazu geführt, daß im Gegensatz zu den Prophezeiungen des Auslandes die deutsche Währung selbst unerschüttert geblieben ist und im Rahmen des Gegebenen alle Finanzprobleme gelöst wurden, wobei Dr. Schacht das Wort gebrauchte: „Für einen Finanzpolitiker gibt es kein Wunder. Wir wissen sehr gut, auf welchen Gebieten unsere Mittel unerschöpflich sind und auf welchen es höchster Klugheit bedarf, um mit dem nur spärlich Vorhandenen die gesteckten Ziele zu erreichen." Aus diesem Grunde lehnte Dr. Schacht auch eine Finanzierung ins Blaue hinein ab und betonte, daß es gelungen sei, die in die Wirtschaft hinausfließenden Gelder durch die Reichsschatzanweisungen wieder einzuspannen. Von dieser sicheren Grunolage aus ist es auch möglich, und damit der Erfolg des Vierjahresplanes gegeben, Preise und Löhne stabil zu halten. * Die im Laufe des Jahres 1936 in Angriff genommene Verbreiterung der heimischen Rohstoffgrundlage hat sich, im tätigen Alltag des Wirtschaftslebens, zunächst einmal in einer verstärk- ten Auftragserteilung für benötigte Baustoffe, Maschinen und Apparate, Werkzeuge und Transporteinrichtungen ausgewirkt. Die Beschaffung dieser Produktionsmittel macht einen entsprechenden zusätzlichen Geldaufwand der hier mitwir- kenden Unternehmen notwendig. Während nun bei der Arbeitsbeschaffung im engeren Sinne des Wortes und beim Ausbau der Wehrmacht der Staat s e l b st die benötigten Kredite ausgenommen hat, sollen die für Neuinvestitionen auf Grund des Vier- jahresplanes bestimmten Mittel rein privatwirtschaftlich aufgebraucht werden. Damit gewinnt, soweit die Werke nicht auf ihre eigenen Mittel zurückgreifen können, der Bankkredit eine zunehmende Bedeutung für den Wirtschaftsverlauf der kommenden Jahre. Der als letzter Bankbericht jetzt erschienene Geschäftsbericht der Deutschen Bank und Discontogesellschaft für das Jahr 1936 gibt interessante Aufschlüsse über die Einschaltung einer führenden Großbank in diese neuentstandenen Aufgaben. Wir entnehmen ihm, daß im Jahre 1935 lediglich ein Großkredit, der den Betrag von 5 Mill. Mark überschritten hat, bewilligt worden war. Im Geschäftsjahr 1936 sind nun nicht weniger als elf solche Höchstkredite, insgesamt für 96 Mill. Mark eingeräumt worden, die samt und sonders in den Dienst verstärkter deutscher Roh- stoffproduktion gestellt werden konnten. Aber auch der Kleinkredit erfuhr eine fast achtprozentige Zunahme. Hauptträger waren die beiden Gruppen „Kredite von 5 bis 20 000 Mark und Kredite von 20 bis 100 000 Mark". Die weitaus überwiegende Zahl der ausgewiesenen Anleihen besteht aus im Jahre 1936 selbst erfolgten Neuausleihungen. Der laufende Umschlag im Kreditgeschäft war also rege, da den neuen Ausleihungen ständige Kreditrückzahlungen, sei es aus laufenden Betriebsgewinnen, fei es aus Lagerverkleinerungen, gegenüberstanden. Diese Kreditrückzahlungen waren sogar etwas höher als die Neuausleihungen, der Gesamtdebitorenstand leicht gesenkt. Da gleichzeitig die Summe der der Bank anvertrauten fremden Gelder um 69 Mill. Mark auf 2,6 Milliarden Mark stieg, konnte die Bank neben der Kreditgewährung im sonstigen Anlagegeschäft in erhöhtem Maße aktiv werden. * Die Deutsche Bank- und Diskonto- Gesellschaft ist jetzt nach dem Zusammenbruch vor 5% Jahren völlig reprivatisiert, und nur die Dresdener Bank steht noch überwiegend in Reichsbesitz. Die Privatbanken mit ihrem ausgedehnten Filialbesitz haben jetzt endgültig die Kredit- und Zahlungskrise des Jahres 1931 überwunden. Der Privatbankier mit seiner besonderen Kenntnis der Kreditbedürfnisse seiner Kundschaft hat gerade im nationalsozialistischen Wirtschaftssystem die Aufgabe, innerhalb der Grenzen des Möglichen die Kreditwünsche pfleglich zu behandeln, und den Großbanken kommt in hervorragendem Maße das Verdienst zu, wenn in den Jahren 1935 und 1936 fast 3,8 Milliarden Reichs- und Reichsbahnanleihe untergebracht wurden und so eine gute Reichsfinanzpolitik ermöglicht wurde. Die Dresdener Bank, die Commerz - und Privatbank und die Deutsche Bank und Diskonto-Gesellschaft haben ihre Reingewinne gegenüber dem Vorjahr wesentlich gesteigert, bei der Dedibank von 5,3 Millionen im Jahre 1935 auf 10,1 Millionen, bei der Dresdener Bank von 7,5 auf 8,5 und bei der Commerz- und Privatbank von 3,9 auf 4,6 Millionen Reichsmark. Die Deutsche Bank und Diskonto-Gesellschaft erhöhte ihre Dividende um 1 auf 5 v. H. bei 130 Millionen Mark Aktienkapital. Die gleiche Dividende zahlt die Commerz- und Privatbank, während die Dresdener Dank sich mit 4 v. H. begnügt. Die Berliner Handelsgesellschaft hat ihr Kapital um 12 auf 40 Millionen Mark und ihre Dividende um V- auf 6Vs v. H. erhöht. Durchweg ist zu verzeichnen, daß der private Kleinbesitz erfreulicherweise vordringt, die großen Aktienpakete zusammenschrumpften. Das ist zu begrüßen, weil damit der Aktienbesitz sich mehr verteilt und die Bildung großer Aktionärgruppen, die immer etwas Mißliches an sich hat und leicht zu einer Diktatur führen kann, verhindert wird. Selbstverständlich sind die besonderen Pflichten der Banken durch den Vierjahresplan wesentlich gesteigert worden. Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht und Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk haben die Aufgabe der Banken dahin umrissen, daß die Beibehaltung der Privatwirtschaft nicht dazu führen müsse und könne, daß die Banken gewissermaßen eine nativnalökvnvmische Vorsehung zu spielen hätten, sondern sich daraus beschränken mühten, lediglich aus privatwirtschaftlichen Erwägungen die an sie herantretenden Kreditbegehren scharf zu prüfen und sich so den Pflichtgeboten der Gesamtwirtschaft einzupassen. * In der Zeit vom Mai bis Oktober wird in Düsseldorf eine Ausstellung stattfinden, die das größte Interesse weitester Bolkskreise genießen Belgien beharrt auf strikter Neutralität. Zurückweisung der pariser Pressionen. London, 18. März. (DNB.) Der belgische Staatsmann Hyrnans, der sich als Präsident der englisch-belgischen Kriegsgräberfürsorge in London befindet, traf mit Außenminister Eden zusammen. Der „Star" berichtet, daß der Besuch hauptsächlich mit den Meinungsverschiedenheiten in Zusammenhang stehe, die slch zwischen Frankreich, England und Belgien hinsichtlich des Westpakt-Vor- ch l a g e s ergeben hätten. Die Schwierigkeit be- tehe darin, daß die Belgier nicht gewillt eien, irgendeiner Macht das Durchmarschrecht für Truppen oder das Ueberfliegungs- r e ch t für Flugzeuge zu gewähren. Trotz aller diplomatischen Künste und Drohungen sei es nicht gelungen, Belgien von seiner Forderung nach striktesten Neutralitätsgarantien abzubringen. Die Kriegsministerien in London und Paris seien entsetzt über die „Uninteressiertheit" Belgiens an der Fortsetzung der Generalstabsbesprechungen zwischen den drei Ländern. Die Belgier erklärten, daß derartige Besprechungen, zu denen Deutschland nicht zugezogen werde, h e r- ousfordernd seien. Die Meinungsverschiedenheiten seien so stark, daß der belgische Ministerpräsident und der belgische Außenminister den Wunsch hätten, zur Klarstellung der Lage nach London kommen. Auch König Leopold s e l b st, der Befürworter der belgischen Neutralitätspolitik, habe sich mit dem Gedanken eines B e - suches in London befaßt, um den Standpunkt Belgiens darzulegen. * Die belgische Presse hat zu dem deutschen und dem italienischen Memorandum zu der Westpaktfrage, deren mutmaßlicher Inhalt hauptsächlich durch entstellte Kommentare der französischen Presse bekannt geworden ist, nur vereinzelt Stellung genommen. Die katholische Tageszeitung „Libre Belgique" belehrt die französische Presse darüber, daß die Garantie, die Belgien fordere, nicht ein Almosen sei, das Belgien von dem Großmut seiner Nachbarn erbitte. Belgien habe ange- Der Generalstreik in Paris. Oie kommunistische Hetze gehl weiter. Paris, 18. März. (DNB.) Die vom marxistischen Gewerkschaftsuerband in Paris erteilte Streikparole ist allgemein befolgt worden. Paris ist Donnerstagvormittag ohne Autobusse, ohne Untergrundbahnen und ohne Kraftdroschken geblieben. In den Fabriken ist die Befolgung der Streikparole z. T. von Streikposten überwacht worden. Auch sind rote Fahnen gehißt worden. Die Mehrzahl der großen Warenhäuser hatte vormittags geschlossen. Die Angestellten des Metallarbeitergewerbes, des Baugewerbes, des städtischen Transportwesens, der Möbelindustrie, des Bankgewerbes haben geschlossen gestreikt, während im Lebens- mittelgewerbe, in den Markthallen und Schlachthäusern wenigstens in Geringem Umfange gearbeitet wurde; zahlreiche Kaffeehäuser waren geschlossen. Während am Nachmittag im allgemeinen in Paris d i e Arbeit wieder ausgenommen wurde, konnten einige Werke der Pariser Bannmeile aus technischen Gründen verschiedene Werkballen nicht öffnen. Die Belegschaften entsandten Abordnungen zu den Werksleitungen, um die sofortige Eröffnung der Betriebe zu fordern, was jedoch nicht möglich war. Daraufhin sind die Belegschaften dieser Werke, darunter Citroen, Renault und einer großen Flugzeugfabrik in den Ausstand getreten. Die Kommuni st en hielten am Donnerstagabend eine Massenversammlung im Pariser Sportpalast mit Genehmigung der Regierung ab, was um so bemerkenswerter ist, als am Donnerstag drei Kundgebungen nationaler Gruppen von der Regierung verboten worden sind. Hauptredner waren die Oberhetzer T h o r e z und D u c l o s. Wiederum waren die französische Sozialpartei de la Rocques, die französische Volkspartei Doriots und die Pariser Polizei Zielscheiben der Hetzreden. Besonders albern gebärdete sich Duclos, der die demagogische Behauptung aufstellte, daß die französische Sozialpartei „zugunsten Hitlers den Bürgerkrieg in Frankreich vom Zaune brechen wolle" (!!). Daran knüpfte er die dreiste Forderung, daß diese Partei aufgelöst und de la Rocque ins Gefängnis oeworfen werden müsse. Dasselbe müsse mit dem Abgeordneten Doriot geschehen, der mit de la Rocque gemeinsame Sache mache. Schließlich müsse eine rasche „Säuberung" der Polizei von allen rechtsgerichteten Elementen durchgeführt werden. Thorez stellte dann die heuchlerische Behauptung auf, die blutigen Unruhen in Clichy hätten vermieden werden können, wenn nicht ein ungewöhnlich sichts seiner geographischen Lage einen A n - sprach auf die Unterstützung seiner Nachbarn. Wenn Frankreich sich gegenüber Belgien zu nichts verpflichten wolle, dann könnte Belgien unter Umständen dieselbe Haltung einnehmen. Das national - flämische „Volk e n Staat" schreibt u. a.: „Die Äußerungen der französischen Presse haben den Vorzug, daß sie Klarheit schaffen. Wir kriechen entweder in das französische Garn, oder man läßt uns bei einem deutschen Angriff im Stich. Dabei glaubt niemand auch nur einen Augenblick daran, daß Deutschland Angriffsabsichten auf Belgien hat. Locarno lag nicht in unserem Interesse, wohl aber im Vorteil von Paris. Belgien ist ein wichtiger Faktor für den Frieden in Westeuropa. London und Paris wissen das sehr wohl. Es hat den Anschein, als ob in belgischen Kreisen d i e Nüchternheit immer mehr die Oberhand gewinnt, und daß man auf dem Gebiete der internationalen Verpflichtungen nur s o weit marschieren will, als es mit den Interessen Belgiens übereinstimmt." Holland tritt selbst für die Unverletzlichkeit seiner Grenzen ein. Amsterdam, 18. März. (DNB.) Der holländische Außenminister de G r a e f f berührte in einer Rede vor der Ersten Kammer auch den Teil der Führer-Rede vom 30. Januar, der auf die Bereitwilligkeit Deutschlands Bezug nahm, die Unverletzlichkeit der niederländischen Grenze n zu gewährleisten. Ein Garantievertrag komme für Holland nicht in Frage, da es den Wunsch habe, selbst für die Unverletzlichkeit seiner Grenzen einzutreten. Hollands Gründe würden von Deutschland völlig verstanden. Sollten die Locarno-Mächte einen Nichtangriffspakt schließen und dabei die Verletzung der holländischen Grenzen als kriegerische Handlung bezeichnen, so könne Holland das nicht verhindern. Vielleicht auch würde es ihm willkommen sein. großes Polizeiaufgebot erschienen wäre. Mit todernster Miene protestierte er dagegen, daß kommunistische Kundgeber verhaftet würden, weil man bei ihnen Eisenstücke vorgefunden habe — mit denen die Polizei beworfen worden ist. Diese Eisenstücke seien gerade einBeweis für die friedlichen Absichten der Kundgeber, die sich lediglich gegen einen ungerechtfertigten Angriff verteidigt hätten. (!) Das radikalsoziale Parteiblatt „Ere Nouvelle" stellt die verfängliche Frage, wozu dem Lande am Donnerstag der G e n e r a l st r e i k aufgezwungen worden sei. Anstatt den Generalstreik anzuzetteln, hätte man sich fragen sollen, wer dieKund- gebungen in Clichy provoziert habe, wer schon Tage vorher durch Maueranschläge die Bevölkerung aufgewiegelt habe, wer ferner verantwortlich dafür sei, daß die Sirenen gerade in dem Augenblick in Tätigkeit gesetzt wurden, als es angebracht war, die Bevölkerung zu beruhigen, statt sie noch mehr zu erregen. Trotz allem ist mit einer neuen kommunistischen Kundgebung zu rechnen bei der Beisetzung der Opfer von Clichy am kommenden Sonntag. Der Verband der Pariser Gewerkschaften wird auch diesen traurigen Anlaß zu einer Hetzkampagne benutzen. Das Echo in London. Die Dame auf dem Tiger. London, 19. März. (DNB. Funkspr.) „Mor- ning Post" meint zu den Vorgängen in Paris, trotz der geschickten Art, die Blum in der Behandlung derartiger Affären habe, befinde er sich offensichtlich in der beängstigenden Lage, nicht ganz Herr irneigenen Hause zu sein. Etwas respektwidrig knüpft dann das konservative Blatt an in England weitverbreitete Klapphornverse von einer Dame, die einen Tiger zu m Reittier wählte, und meint, man könne Blum mit dieser Dame vergleichen. Solange das Tier guter Laune sei, könne man es in die Richtung bringen, in der man es zu haben wünsche. Sobald sich aber sein Temperament rege, sei es nicht mehr der Reiter, der die Richtung bestimme. Die Kommunisten würden Zurückhaltung und Geduld solange zeigen, solange sie ihren Weg ungehindert gehen könnten. Die gegenwärtige Schwierigkeit könne mit Blums Hilfsmitteln vielleicht noch einmal überwunden werden; aber für wie lange? Das fei die Frage, die alle Freunde Frankreichs beunruhigen müßte. wird. Es ist dies die Ausstellung „Schaffendes V o l k", die einen ersten geschloffenen Ueberblick über den Vierjahresplan und insbesondere d i e neuen deutschen Werkstoffe darstellen wird. Besonderer Wert ist bei dem Aufbau der Ausstellung darauf gelegt worden, daß die neuen deutschen Werkstoffe und ihre Verarbeitung und Anwendung nicht nur dem Fachmann, sondern gerade dem Laien verständlich sind. Wir hatten an dieser Stelle schon mehrfach Gelegenheit, darauf hinzuweisen, daß die Findung und Herstellung neuer deutscher Werk- und Austauschstoffe nicht fo schwierig sei, wie die Beseitigung manches Vorurteils und mancher Unkenntnis der Anwendung in den einzelnen Gewerben und Verbrauchergruppen. Selbstverständlich werden in Düsseldorf Leichtmetalle, Kunst- und Preßstoffe, Buna, die neuen Treibstoffe, Glas und Keramik, die neuen Textil- rohstoffe und vieles andere im Vordergrund stehen, alles Dinge, die den mit der Zeit lebenden Volksgenossen aufs Höchste interessieren werden. Aber auch dem Ausland wird durch die große Ausstellung Gelegenheit gegeben werden, sich über das Wesen des Dierjahresplanes zu unterrichten und die Möglichkeiten zu studieren, die durch die neuen deutschen Werkstoffe gegeben sind. Es dürfte fein Zweifel darüber bestehen, daß sich die neuen deutschen Erkenntnisse auch für manche anderen Industrieländer wertvoll auswirken werden. * Die kommende große Textilausstellung in der Reichshauptstadt, die vom 24. März bis 11. April stattfinden wird, wird den neuen deutschen Rohstoff Zellwolle in den Vordergrund des Interesses rücken. Die Zellwolle hat sich heute bereits als einer der hervorragendsten, künstlichen Textilstoffe bewährt. Der Vorzug, daß sie in ganz bestimmten, genau abgemessenen Stapellängen und auch mit sonst sehr gleichmäßigen Eigenschaften hergestellt werden kann, während wir bei den Naturrohstoffen, gleichgültig ob es sich um Seide, Wolle ober Baumwolle harckelt, immer Unregelmäßigkeiten und Schwankungen mit in Kauf nehmen müssen, macht sie den genannten älteren Rohstoffen überlegen. Es kann überdies als erheblicher Fortschritt betrachtet werden, daß in den letzten Jahren im Zusammenhang mit dem ersten und zweiten Vierjahresplan der Anteil der Textilrohstoffe an der gesamten Rohstoffeinfuhr von 31,7 v. H. im Jahre 1933 auf 25,9 v. H. im Jahre 1936 zurückgegangen ist. Wenn es heute möglich ist, die Versorgung der deutschen Textilwirtschaft zu 31,4 v. H. aus inländischen Nohstoffen sicherzustellen, während dies 1933 nur zu 15,6 v. H. möglich war, so ist das in erster Linie der Zellwolle zu verdanken. Diese Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen. Die Steigerung in der Herstellung von Zellwolle vom Jahre 1936 bis zum Jahre 1937 beweist bas. Erhebliche Vergrößerungen der im Betrieb befindlichen Werke sind geplant. An der Spitze der Zellwolle-Verarbeitung in Deutschland steht Augsburg, die alte Textilstadt, in der schon verschiedene Betriebe zur Herstellung dieses wichtigen Spinnstoffes übergegangen sind. Seine wichtigsten Vorzüge sind: Gleichmäßigkeit, vollkommene Reinheit, gute Saugfähigkeit, geringes Schmutzen und die stets gleichbleibende Qualität. Bedürfte es noch eines Beweises für die Hochwertigkeit des neuen Rohstoffes, Zellwolle, so könnte es wohl keinen besseren als die Tatsache geben, daß die Länder, die über hinreichend heimische Naturrohstoffe für Textilien verfügen, wie Japan, Amerika oder England längst eigene Zellwollfabriken aufgebaut haben. Auch Schweden, Kanada und die Tschechoslowakei haben in den letzten Jahren bereits große Mengen Zellwolle für das Inland hergestellt und darüber hinaus ausgeführt. ♦ Das neue Lloydsregister für 1936 verzeichnet einen gewaltigen Aufschwung im Handels- fchiffbau. Insgesamt liefen 2,1 Millionen Brutto- regiftertonnen von Stapel, das ist eine Steigerung von 63 v. H. gegenüber 1935, und zwar verteilen sich diese Schiffsbauten auf Großbritannien mit 856 000 Bruttoregistertonnen, Deutschland 380 000, Japan 295 000, Schweden 154 000, USA. 112 000 und Dänemark mit 98 000, Holland mit 94 000. Zu Beginn des Jahres 1937 lagen an Neubauten auf Stapel: Großbritannien 964 000, Deutschland 409000, Japan 203 000, Holland 151 000, Schweden 124 000, UÄH 110 000, Dänemark 76 000, Frankreich 67 000. Ende 1936 stand Deutschlands Handelsflotte mit 3,7 Millionen 23ruttoregiftertonnen an fünfter Stelle. Großbritannien hatte nämlich rund 20 Millionen Bruttoregistertonnen, die USA. 12 Millionen, Japan und Norwegen stehen an vierter Stelle mit 4,2 bzw 4,1 Millionen Bruttoregistertonnen, und Deutschland ist an die fünfte Stelle vor Frankreich gerückt, das mit 3 Millionen jetzt an sechster Stelle steht. Das deutsche Vordringen ist um so bemerkenswerter, als durch das Versailler Friedensdiktat Deutschland alle Handelsschiffe über 1600 Bruttoregistertonnen den Gegnern ausliefern mußte. Meine politische Nachrichten. Der Deutschlandsender sendet und alle Reichssender übernehmen am Freitag, 19. März, von 19.55 bis 20 Uhr einen Senderuf des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley zur letzten Reichs- st r a ß e n s a m m l u n g am 20. und 21. März. * Wegen einer Erkrankung des Jugendführers des Deutschen Reiches wird die Jugendkundge- bung in Frankfurt am Main, die am 20. März stattfinden sollte, auf unbestimmte Zeit verschoben. Die bereits gelösten Karten behalten ihre Gültigkeit. Die Reichsschrifttumskammer, die Deutsche Arbeitsfront und die Hitlerjugend veranstalten am 23. März von 15 bis 16 Uhr eine Kundgebung zur Fachbuchwerbung im Werk der Adam Opel AG. Rüsselsheim am Main. Der Vizepräsident der Reichsschrifttumskammer Ministerialrat Dr. Heinz W i s m a n n, der Leiter des Reichsberufswettkampfes Obergebietsführer Axmann und der Leiter des Reichspropagandaamtes der DAF. Geiger werden sprechen. Sie rufen damit alle deutschen Schaffenden auf, sich zum deutschen Fachschrifttum, und damit zum Gedanken der Steiae- rung der ßeiftung und des Könnens des einzelnen im Dienst für das Ganze, zu bekennen. Der Führer und Reichskanzler hat bestimmt, daß an die Stelle der Behördenbezeichnung „L a n d e s f i n a n z a m t" und „Der Präsident des Landesfinanzamtes" die Behördenbezeichnung „D e r Oberfinanzpräsident" tritt. Mit dem gleichen Erlaß sind geändert worden: „Präsident des Landesfinanzamtes" in „Oberfinanzpräsident"; „Landesfinanzamtsdirektor" in „F i n a n z p r ä s i - den t"; „Finanzgerichtsdirektor" in „Finanzgerichtspräsiden t". Der österreichische Bundeskanzler Schuschnigg ist in Budapest eingetroffen. Von maßgebender Seite wird mitgeteilt, daß für die Besprechungen ein Verhandlungsprogramm nicht vorliegt, da von österreichischer Seite lediglich der allgemeine Wunsch nach einer Erörterung der im Vordergrund stehenden Fragen ausgesprochen worden ist. ♦ In Berlin ist eine Tagung der deutsch-niederländischen Regierungsausschüsse beendet worden. Seit Oktober 1936 mußte die Einfuhr aus den Niederlanden im Hinblick auf die Unsicherheit der deutschen Ausfuhr in Zusammenhang mit den niederländischen Währungsmaßnahmen, nicht unwesentlich gedrosselt werden. Die günstige Entwicklung der Verrechnungskonten hat es nun möglich gemacht, für das zweite Vierteljahr 1937 eine Erhöhung der Einfuhr aus Holland vorzusehen. Sofern die deutsche Ausfuhr sich weiterhin günstig entwickelt, kann damit gerechnet werden, daß der Rückstand auf dem Verrechnungskonto auch weiterhin abnehmen wird. Wehrmachtsbeamte des Beurlaubtenstandes. Das neue Wehrgefetz sieht im § 4 vor, daß Unteroffiziere und Mannschaften, die nach ehrenvollem Dienst aus dem Wehrdienst ausscheiden, bei Bewährung und Eignung zum Beamten des Beurlaubtenstandes ausgebildet und befördert werden können. Auf Anfragen, ob für militärisch nicht ausgebildete Personen die Möglichkeit bestehe, Wehrmachtbeamte des Beurlaubtenstandes zu werden, teilt das Oberkommando des Heeres jetzt mit: „Als Uebergangsmaßnahme können Angehörige der Geburtsjahrgänge 1900 bis 1912 zur Laufbahn der Wehrmachtsbeamten des Beurlaubtenftandes nur dann zugelassen werden, wenn sie bis 30. September 1937 bei einer Ergänzungseinheit sowohl die Mannschaftsausbildung, auch auf die Unterführerausbildung von je zwei Monaten erfolgreich abgeleistet haben und bei der Entlassung zum Gefreiten der Reserve befördert und zum Un- teroffizieranwärter ernannt worden sind. Personen, die die obigen Voraussetzungen erfüllen und den Wunsch haben, Wehrmachtbeamte des Beurlaubten« standes zu werden, müssen sich bei der für ihren Be« zirk zuständigen Wehrkreisverwaltung melden, wo sie das weitere über die Ausbildung zum Wehrmachtsbeamten des Beurlaubtenstandes erfahren werden." Kunst und Wisiensckast. Geh. Kirchenrat Professor D. Rendlorff f. Im Alter von 77 Jahren ist nach längerem schwe« ren Leiden Geheimer Kirchenrat Prof. D. Dr. Franz Rendtorsf in Leipzig g e ft o r b e n. Er war ordentlicher Professor für praktische Theologie und Neues Testament an der Universität Leipzig und ist hervorgetreten durch seine Tätigkeit als Präsident des Evangelischen Vereins der Gustav-Adolf» Stiftung, zu dessen Ehrenpräsidenten er 1934 ernannt wurde. Um das Auslandsdeutschtum, namentlich das im Baltikum und in Osteuropa, Hot er sich große Verdienste erworben. An feinem 70. Geburtstage wurde in Leipzig das Frgnz-Rendtorff-Haus als Haus für auslanddeutfche Studierende der evangelischen Theologie errichtet. Der Kampf gegen die Tuberkulose. In Wiesbaden fand eine gemeinsame Tagung der Deutschen Gesellschaft für innere Medizin und der Deutschen Tuberkulose-Gesellschaft statt. Professor Hübsch- mann (Düsseldorf) sprach über Tuberkulose als Allgemeinerkrankung. Die Bemühungen, einer Tuberkulose-Infektion ihre Gefahren zu nehmen, müßten sich auf die Kräftigung des Gesamtorganismus beziehen, die am besten erreicht werde durch die Allgemeinhebung der Volksgesundheit und vor allem durch eine in jeder Weife fördernde Jugenderziehung. Dr. von der Weth (Beelitz) sprach über Fragen, die den Ablauf des krankhaften Geschehens im menschlichen Körper bei der Infektion mit Tuberkelbazillen betrafen. Weth betonte, daß Erkenntnisse, Eindrücke und Beobachtungen am Krankenbett den Ausgangspunkt für die Tuberkulofefor- fchung bilden. Mit modernen Hilfsmitteln feien wir heute in der Lage, die Tuberkulose schon zu einer Zeit zu erkennen, ehe der Mensch sich krank fühle. Dr. D e i st (Ueberruh) beschäftigte sich mit bestimmten Krankheitszeichen, die ausschließlich durch die Giftwirkung des Tuberkelbazillus ohne erkennbare Lokalisation im Organismus hervorgerufen werde. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Vererbungswissenschaft. Die diesjährige Tagung der Deutschen Ge- sellschaft für Vererbungswissenschafk, die vom 18. bis 20. März in Frankfurt a. M. stattfindet, wurde von dem Vorsitzenden Professor F i - scher (Berlin) eröffnet. Zu der Tagung haben sich zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland eingefunden. Das erste Referat hielt Professor P. v o n W e t t st e i n (Berlin-Dahlem) über „Die genetische und entwicklungsphysiologische Bedeutung des Cytoplasmas". Es folgten eine Reihe von weiteren Vorträgen. Professor Dr. Eugen Fischer, Direktor des Kaiser-Wilhelm-Jnstitutes für Anthropologie, spricht über „Rasse und Kultur." Internationales zeitgenössisches vlusikfest in Baden-Baden. In Baden-Baden wurde das zweite internationale zeitgenössische Musikfest, das Tonwerke deutscher und elf ausländischer Komponisten vermitteln wird, eröffnet. Innenminister Pflaumer hieß die ausländischen Gäste wie die deutschen Künstler herzlich willkommen und erklärte, daß Deutschland auch auf kulturellem Gebiet feines» roeas die Absicht habe, sich abzuschließen. Deutschland freue sich über den künstlerischen Gedankenaustausch, durch den mit beigetragen werde zur Völkerverständigung und Völkerversöhnung. Im Auftrag der Reichsmusikkammer überbrachte Prof. Dr. Hugo R a s ch die Grüße von Dr. Paul Grae - n e r, dem Betreuer aller deutschen Komponisten. An den Führer und Reichskanzler, an Reichsminister Dr. Goebbels und an Prof. Dr. Raabe, den Präsidenten der Reichsmusikkammer, wurden Grußtelegramme gesandt. Dem Musikfest kommt insofern Bedeutung zu, als Werke junger Komponisten, die bisher wenig heroorgetreten sind, zum ersten Male einem größeren Kreis zu Gehör kommen werden. Anwesend sind Tonsetzer aus Dänemark, England/Finnland, Frankreich, Holland, Italien, Oesterreich und aus der Schweiz. Aus aller Welt. Das Urteil im 5. Altonaer Dlulsonnlagsprozeh. Im 5. Altonaer Blutsonntagsprozeß verkündete das Sondergericht das Urteil. Die Angeklagten Hipler, Stockfleth und Ruh- n o w wurden wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit Beihilfe zum vollendeten Mord, weiter in Tateinheit mit schwerem Aufruhr und schwerem Landfriedensbruch zu je zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. Ein Angeklagter erhielt sieben Jahre Zuchthaus, ein weiterer Angeklagter fünf Jahre. Elf Angeklagte wurden zu je vier Jahren Zuchthaus verurteilt, zwei Angeklagte zu je drei Jahren und ein weiterer Angeklagter zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus. In einem Falle erfolgte Freispruch. Dem Prozeß lagen die Vorgänge in Altona am 17. Juli 1932 zugrunde. An diesem Sonntag hatten linksradikale Elemente in Altona einen Propagandaumzug der SA. und SS. planmäßig überfallen und beschossen. Dieser bolschewistische Feuerüberfall und die zur Niederfämpfung des Aufruhrs notwendigen Maßnahmen der Polizei hatten 18 Tote und etwa sechs Verletzte gefordert. Es sind bereits vier andere Prozesse um den „Blutsonntag" vorangegangen, in denen die Schuldigen ihre gerechte Strafe erhalten haben. Sturmfahrt des Segelschulschiffes „Lommodore Johnson". Das Segelschulschiff des Norddeutschen Lloyd, „Commodore Johnson", das sich auf der Rückreise von Buenos Aires nach Hamburg befand, war nördlich der Azoren in einen schweren Südwest« Orkan geraten. Jetzt lief das Schulschiff im Hamburger Hafen ein. Generaldirektor Dr Firle vom Norddeutschen Lloyd begab sich an Bord, um die Besatzung zu begrüßen und ihr seinen Dank aus- zusprechen für den in der so schwierigen Lage be» wiesenen echten Seemannsgeist. Das Schulschiff PALMOLIVE - SEIFE ViA oliv vSeZfe — eZct / Stück 32 4 3 Stück 904 unter der Führung von Kapitän Lemberg hatte Bremen vor fünfeinhalb Monaten mit einer Ladung Steinkohlen für Montevideo verlassen. In Buenos Llires hatte es Weizen für Hamburg geladen. Auf der Rückreise kam bei den Azoren ein schwerer Sturm auf, der sich zu einem heftigen Orkan verstärkte. Die Ladung verschob sich und die „Commodore Johnson" erhielt schwere Schlagseite. Der Maschinenraum hatte zeitweise eine Schlagseite bis zu 56 Grad zu verzeichnen. Ständig gingen schwere Brecher über die Backbordseite. Der Kapitän sandte schließlich 5 0 8 - R u f e aus. Tankdampfer, die herbeigeeilt waren, konnten den starken Wellengang mit Oel etwas beruhigen. Kapitän, Offiziere und Mannschaft setzten alle Kraft ein, so daß das Schiff nach vier Tagen seine Fahrt fortsetzen konnte. Der Schaden, der dem Schiff zugefügt wurde, ist gering, nur ein Stück der Reeling und das Backbordrettungsboot gingen über Bord. Nach einer Rückreise von 67 Tagen erreichte die „Commodore Johnson" wohlbehalten den Hamburger Hafen. Die gesamte Besatzung ist wohlauf. Schiffszusammenstoß vor Antwerpen. Der Dampfer „Oldenburg" der Oldenburg-Portugiesischen Dampfschiffreederei, der Antwerpen zur Weitersahrt nach Casablanca verlassen hatte, wurde außerhalb des Hafens von dem einlaufenden Motorschiff „Fulda" des Norddeutschen Lloyd g e - rammt und so schwer beschädigt, daß er auf Grund gesetzt werden mußte. Fahrgäste und Besatzung befinden sich in Sicherheit. Die Bergungsarbeiten sind im Gange. Auch das Motorschiff „Fulda" ist anscheinend beschädigt worden, doch hat es seine Fahrt fortsetzen können. Lastkraftwagen zertrümmert eine Hauswand. In Berlin-Weißensee ereignete sich ein eigenartiger Unfall. Zwei Lastkraftwagen stießen mit voller Wucht zusammen. Eines der Autos, das mit Kies beladen war, geriet ins Schleudern und fuhr gegen ein zweistöckiges Eckhaus. Der Anprall war so stark, daß die Hausmauer bis zur Höhe des zweiten Stockwerkes aufgerissen wurde. Zwei Wohnungen mußten wegen Einsturzgefahr geräumt werden. Der Sachschaden ist erheblich; Personen sind zum Glück nicht verletzt worden. Drei Todesopfer einer Bluttat. Eine furchtbare Bluttat wurde in Clausthal- Zellerfeld (Oberharz) entdeckt. In der Wohnung des Einwohners Fuchs fand man die Ehefrau und ihre Tochter mit eingeschlagenem Schädel auf. Im Nebenraum fand man Fuchs erhängt vor. Die Ermittlungen ergaben, daß Fuchs die Tat verübt haben dürfte, weil seine Tochter, die seine Frau in die Ehe mitgebracht hatte, wegen leichtsinnigen Lebenswandels der Fürsorgeerziehung übergeben werden sollte. Zuspitzung der Streiklage in Detroit. Die Chrysler-Autowerke in Detroit stellten beim Kreisgericht den Antrag auf Haftbefehl gegen die Gewerkschaftsführer und gegen die 6000 „Sitzstreiker", die trotz des gerichtlichen Befehles zur Räumung der Werke sich noch immer weigern, die Arbeitsstätten zu verlassen. Die Streikenden haben sich mit Eisenbolzen, Stangen, Hämmern und anderen schweren Werkzeugen bewaffnet. Sie errichteten auf den Fabrikgebäuden Scheinkanonen aus Stahlrohren, an die sie Plakate hängten, auf denen sie sich weigerten, die Werke zu räumen. Rings um die Werke wurde ein Gürtel von Streikposten gebildet. 30 000 Streikenden stehen nur 7500 Polizisten und Nationalgardisten gegenüber. Der Vestechungsfkandal in San Franzisko. Die Beschuldigungen schwerer Korruption gegen verschiedene städtische Beamte in dem Bericht des Untersuchungsbeamten Atherton haben zur A b - öantung des seit 20 Jahren im Amte befindlichen Leiters der Polizei von San Franzisko geführt. Er mußte zugeben, einem Unternehmen 20 000 Dollar zu schulden, das von Atherton als die Kontrollorganisation für das ganze Prostitutionswesen in San Franzisko bezeichnet worden war. Ein Bürgerausschuß will die Abdankung und die Bestrafung der schuldigen städtischen Beamten durchsetzen. „Wunderdoktor" Townsend mit Gefängnis bestraft. Der im Volksmunde „Wunderdoktor" genannte Sozialpolitiker Dr. Townsend, der allen über 60jährigen Amerikanern 200 Dollar Altersrente versprach, und der 1934/35 eine Millionengefolgschaft hinter sich hatte, wurde vom Bundesbezirksgericht Washington wegen „Mißachtung des Repräsentantenhauses" zu einem Monat Gefängnis und 100 Dollar Geldstrafe verurteilt. Dr. Townsend hatte 1936 einem Ausschuß des Repräsentantenhauses, der die Verwaltung seiner Parteikasse untersuchte, während eines Verhörs kurzerhand den Rücken gekehrt. 200 Todesopfer der Cholera in Indien. Unter mehreren hundert indischen Pilgern, die von einer religiösen Feier in Coimbatore in Süd- indien zurückkehrten, ist die Cholera ausgebrochen und hat eine erschreckend hohe Zahl von Opfern gefordert. In kurzer Zeit st a r b e n etwa 200 Pilger. Fünf Mitglieder einer Familie erlagen auf der Straße innerhalb weniger Stunden der Krankheit. Die Behörden haben umfassende Sicherungsmaßnahmen getroffen, um alle Kranken und Krankheitsverdächtigen zu isolieren. Amokläufer verwundet britische Polizeibeamte. Drei britische Polizeibeamte wurden auf dem Marktplatz von Alt-Jerusalem durch einen Amokläufer verletzt. Ein Beduine lief durch die Straßen, wobei er wahllos mit einer Eisenstange um sich hieb. Ein Polizeibeamter wurde dabei ernstlich verwundet und mußte in ein Krankenhaus gebracht werden, die beiden anderen trugen leichte Verletzungen davon. Bur ein kleines Kaninchen. Kaninchenbraten ist ein nicht zu verachtendes Feinschmeckergericht, das man in Frankreich in jedem Restaurant bestellen kann. Auch die Pariser Hausfrauen sind durchaus Freunde des zarten Kaninchenfleisches, wie der Wochenumsatz von 60 000 Kaninchen der Pariser Markthallen beweist. In England findet man auf jeder Abendspeisekarte Kaninchenwurst und -salat verzeichnet. Bei uns in Deutschland dagegen wird Kaninchenfleisch noch kaum verzehrt. Am Kaninchen ist aber nicht nur sein zartes Fleisch zu preisen, sondern vielmehr noch sein Fell. Aus unserer noch kleinen Zucht gewinnen wir jährlich rund 38 Millionen Felle im Werte von 15 Millionen Reichsmark, die unsere Industrie in geschickter Weise verarbeitet, und unsere Angorakaninchen liefern uns jährlich 5 0 0 0 0 kg Wolle, die zu Strickwaren Verwendung findet. Das kleine Kaninchen, von dem wir jetzt rund 8 Millionen Stück besitzen, ist für unsere Volkswirtschaft also kein unbeachtliches Tier. Es kann ohne große Kosten durch Abfälle des Gartens und der Küche ernährt werden, macht nicht viel Arbeit und bringt seinem Züchter durch Verkauf der Wolle oder der Felle allerlei ein, zuletzt auch noch einen Braten. Eine Vermehrung des Kaninchenbestandes ist im Interesse unserer Rohstoffwirtschaft nur zu wünschen. Büchertisch. — Kriegs-Chronik 1914/18 von Du« tenhofen (Kreis Wetzlar). Herausgegeben von Lehrer Karl A g e l. 80 Seiten Text und 7 Tafeln mit Abbildungen von 160 Kriegsteilnehmern. In Geschenkkarton. Halbleinen 6,50 Mark. Perlag der Buchhandlung E. Brosig, Dutenhofen. — (23) — Das mit liebevoller Sorgfalt zusammengeftellte Er innerungsbuch vereinigt im ersten Abschnitt Erinnerungstafeln der Gefallenen und Verwundeten, der Kriegsteilnehmer und der Ausgezeichneten der Gemeinde; dann folgt ein Kapitel „Dutenhofen während der Kriegszeit"; im dritten Teil sind die Personalien der Dutenhofener Kriegsteilnehmer zusammengetragen. Das verdienstliche Werk hat zwar in erster Linie lokales Interesse, kann aber auch für die Anlegung ähnlicher Erinnerungswerte und Ortschroniken manche wertvolle Anregung geben. Ravensteins Relief - Wanderkarte vom Westerwald 1 :10 0 0 0 0. (Geographische Verlagsanstalt L. Ravenstein AG., Frankfurt a. M.) Preis in Taschenformat 1,50 RM. Das Ostblatt der offiziellen Wanderkarte des Westerwald-Vereins reicht in der Westostrichtung von Betzdorf, Weinähr bis Wetzlar, in der Nordsüdrichtung von Kirchen, Eibelshausen bis Kirberg, also etwas über die Lahn hinaus. Der westliche Westerwald ist auf dem anschließenden Westblatt, das auch die Gebiete jenseits des Rheins erfaßt, enthalten. Dor der Drucklegung wurden die Platten eingehend berichtigt und auf den derzeitigen Stand in Situation und Schrift gebracht. Das Bahn- und Straßennetz erschließt das herrliche Wandergebiet besser als in früheren Zeiten, auch das Flußnetz erfuhr manche Aenderung durch Talsperren, Stauweiher und Kraftwerke. Die schönsten Wanderstrecken sind mit Wegezeichen markiert, die sämtlich auf der Karte enthalten find. Bei Vornahme dieser Arbeit hat der Wegebezeichnungsausschuß des Westerwald-Vereins als sachkundiger Mitarbeiter geholfen. Forfchäuser, Aussichtstürme, Denkmale, Jugendherbergen find verzeichnet. Durch die plastische Geländewirkung ist die Gliederung des Gebirges einwandfrei dargestellt, so daß die Karte allen Freunden des Wefterwaldes ein treuer Weggenosse sein wird. — Gau-Kochbuch. Herausgegeben von Gewerbe-Oberlehrerin Elisabeth Karthaus im Auftrage des Deutschen Frauenwerkes, Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft, Gaustelle Hessen-Nassau. H. L. Brönners Druckerei und Verlag, Frankfurt am Main, 1937. — (61) — Das Gau-Kochbuch des Gaues Hessen-Nassau will vor allem die junge Hausfrau vertraut machen mit den Forderungen, die an sie gestellt werden von der deutschen Volkswirtschaft und von der Gesundheitspflege ihrer Familie. Die Eingliederung des eigenen kleinen Haushaltes in den Dolkshaushalt, die grundlegen- den Kenntnisse über gesunde Ernährung, über die gebräuchlichsten Nahrungsmittel und ihre Aufbau- (taffe, über die Bedeutung von Fisch, Fleisch, Milch und Gemüse über den eigenen Bedarf hinaus, sind Voraussetzungen für eine gute Haushaltführung. Das Gau-Kochbuch will die Hausfrau des Gaues Hessen-Nassau aufklären über Verwendung aller Zutaten. Was viele begrüßen werden, ist eine Zusammenstellung von 100 Eintopfgerichten für den Arbeiter in Stadt und Land. Spezialgerichte des Gaues fehlen selbstverständlich nicht. Wochenkuchenzettel mit Mittag- und Abendessen unter Berücksichtigung der Resteverwertung für jeden Monat bringen für Nichtvegetarier und Vegetarier viele gute Vorschläge. — Harald Baumgarten: Kamerad Fernfahrer. Roman. 223 Seiten. Kart. 2 Mk., Ganzleinen 3 Mk. Verlag Otto Janke, Leipzig. — (62) — Das Dasein der Fernlastfahrer, das sich zu einem großen Teil auf der Landstraße abspielt, gab den Stoss für einen Roman, der sowohl durch die Schilderung eines eigentümlichen, vielen kaum bekannten Lebenskreises als auch durch die spannende Gestaltung der Handlung und der menschlichen Beziehungen fesselt. -------------- J Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der mit seinem Zentrum über Irland liegende Tiefdruckwirbel hat seine Lage wenig geändert, so daß Deutschland im Zufuhrbereich einer ziemlich milden Südwestströmung verbleibt, der allerdings jetzt schon etwas kühlere Meeresluft beigemischt ist. Kleinere Störungen, die sich darin entwickeln, bedingen auch weiterhin unbeständiges, aber nicht ganz unfreundliches Wetter. Aussichten für Samstag: Vorwiegend bewölkt, zeitweise auch Niederschläge, bei schwachen Winden um Süd bis Südwest ziemlich mild. Aussichten für Sonntag: Noch immer unbeständig und zu Niederschlägen geneigt. Lufttemperaturen am 18. März: mittags 10,9 Grad Celsius, abends 7,5 Grad; am 19. März: morgens 6 Grad. Maximum 11,1 Grad, Minimum heute nacht 5,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. März: abends 6,7 Grad; am 19. März: morgens 5,5 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 0,3 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum» chein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; ür den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II 37: 10 933. Druck- und Verlag: Brühl'fche Univerfitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Best.: Engel-Apotheke. leosV Frau M. Elisabethe Römer Heuchelheim, den 19. März 1937 1852 V 1494 V Warum nur eimvelchen Großen-Linden, den 18. März 1937 01393 Xu Ostern Seidene lOäsdfte =Sturm GIESSEN MARKT STR AS S E 17 1853 A 1857 A ommersprossen Haben Sie offene Füße? Stadttheater Hemdchen Schlüpfer Unterröcke wenn man für 15 Pfennig den Schmutz löten kann? Der meiste Schmutz schon in der Brühe! FÜR DIE REISE Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Römer L, Schmiedemeister i. R KleineAnzeigen tat Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelesen. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank Nach längerem Leiden verschied gestern morgen 7.30 Uhr meine liebe Frau, unsere gute Schwiegermutter, Großmutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante 19.30-22.45 Uhr Zum letzten Mal Carmen Oper von Bizet Preise von 1.20-4.00 RM. 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Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse 17.3. 18-3. 17.3. 18-3. — 211 — 211,5 137 135,75 136 135,25 113,75 114,13 113,25 114 165,25 165 165,75 165,75 125,25 124,25 125,4 124 164,25 164,75 — — 164 164 — — 192,75 192,5 192,75 192,5 126,5 126,5 126,4 127 — — 114,25 114-25 146 145 146,25 145 262 262 — — 174 174 173,5 173,5 135,75 135,9 136 135,75 147,4 147,13 148 147,65 169,25 169,13 169,13 169,13 137 137,75 136,75 138 144 144,25 144,25 144 126,5 126 126,5 126 44,25 43,5 44,5 43,5 152,5 152,5 153 152,75 117,65 117,5 117,75 117,75 145,5 144 145,75 143,75 — — — 175 146 145,5 145,5 144 136 136 136,25 136 125,2 125 126 125,25 — —— 145,5 145,5 126 125,5 126,25 126,5 94 94 * — — 118,9 118,9 118,65 118,75 154,5 — 155 154,5 156,5 156,75 156,5 157 —— — 91,75 91,13 — — 230 230 — — 135 135 157,75 157 157,5 158 129,5 129,13 129,65 129,4 145 — 144 143,9 180 180 180,5 180,5 165,5 165 165,25 165 —— — 95 95,25 193,75 194,25 195 194,65 200 200 200 200 119,75 119,5 119,9 119,25 59,65 59,25 59,9 59,13 135 133,5 135 133 159 159 159 159,13 32 31,75 32 31,65 Deoifenmarf Berlin — Frankfurt a. BL 17 März 18.März 17.Mäh 18.März Amtliche Notierung Amtliche Notierung Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Bnes Gelb Bries Geld Brief Geld Bries Buenos Aires............. 0,747 0,751 0,747 0,751 Japan.................... 0,709 0,711 0 709 0,711 Brüssel................... 41,92 42,00 41,90 41,98 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 Rio de Janeiro............ 0,151 0,153 0,151 0,153 Oslo.................... 61,09 61,21 61,09 61,21 Polen.................... 47,04 47,14 47,04 47,14 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 Kopenhagen............... 54,28 54,38 54,28 54,38 Lissabon.................. 11,04 11 ,06 11,04 11,06 Danzig................... 47,04 47,14 47,04 47,14 Stockholm ................ 62,67 62,79 62,67 62,79 London................... 12,155 12,185 12,155 12,185 Schweiz.................. 56,67 56,79 56,65 56,77 Helsingfors................ 5,365 5,375 5,365 5,375 Spanien.................. 16,98 17,02 16,98 17,02 Paris.................... 11,415 11,435 11,415 11,435 Prag..................... 8,656 8,674 8,656 8,674 Holland .................. 135,99 136,27 136,01 136,29 Budapest................. Italien................... 13,09 13,11 13,09 13,11 Neuyork.................. 2,488 2,492 2,488 2.492 D $ertre|8' fc# ffi iie Wr“ k 3-d-rU Ä kä „15 am 0sw 1« F-E dir Schl°O d-r S*a l tot sich mit » einer 0«*'® Seit, Möglichen lv Unmittelbar aehrmänner t legten sechs 1 Pumpe zu au ivehrmönner i Wasser gegebc Wasserstrahlen för den ßatei pumpe eine a maa, denn m taengenj der gute Gesc Leitungen m sprechend hoh jerstrahl in ' tint NliiS Roman Fortsetzung Tr erhob sic ”5 bestimmte ^ssen; eine n An der Tür »oie sollten si, mein Herr: sie »Ich bitte L Mvenstein ku Eben öffnete Wanke, in neben dem 'cherr Sortier !15 gibt, wollt' Jnn vorhin Eps IN 3hre ,nhJ«6 sich be ' H oftmals sii-h-n n 3un ftanb M unb tau $e"N in 3 la ? °°°h 2° °-r°b«l käs. beutet«\ eben «uf e,n4^ WngN?' 4,6: Äs Os ^orte r »0 eStb,ne*®os Men er bä* b[i ihr.'? l'it >"°d ltr.66 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Zreitag,19.März 1957 Generalprobe mit neuen Zeuerlösch-Geräten. sensationell, mit anzusehen, wie der die Maschine bedienende Ingenieur die Leiter gegen das Mauer- werk des Turmes anlaufen ließ und wie sich Große Hebung her städtischen Feuerwehr am Schlachthof. Oberbürgermeister Ritter gab dem städtischen Brandinspektor Lenz gegenüber dem Wunsche Ausdruck, daß der neue Löschzug hoffentlich nur Aus der Provinzialhauptstadl in denen sie zusammen selten für den Ernstfall eingesetzt zu werden brauche, er erhob aber die Forderung, daß die städtische Feuerwehr eifrig mit den neuen Geräten üben möge, um für den ernsten Einsatz bereit zu sein und die Maschinen mit allen ihren von der Technik gegebenen Möglichkeiten für die Erhaltung wertvollen Volksvermögens dienstbar machen zu können. sofort der Motor ausschaltete, als hoch oben die Leiter gegen die Mauer stieß. Wohl auch jeder Laie mag erkannt haben, wie wichtig gerade diese Anstoßsicherung sein mag, wenn bei einem nächtlichen Brandangriff die Leiter in das Dunkle oder in undurchdringlichen Rebel hinein ausgeschoben werden muß. Den Abschluß der Uebung bildete eine Vorführung der Leiter in ihrer Verwendungsfähigkeit als Brücke. Einstimmig war das Lob, das die Fachleute im Feuerwehrwesen den vorgeführten Geräten zollten. Knauf des Schlachthof-Turmes emporgeschleudert wurde. Ein nicht weniger großartiges Schauspiel bot dann die Vorführung der großen Leiter, die in allen ihren universellen Möglichkeiten gezeigt wurde. Mit Bewunderung verfolgten die vielen Zuschauer das Ausziehen der 24 Meter langen Stahlleiter, das innerhalb weniger Sekunden geschah, sie beobachteten, wie zuverlässig die Leiter jedem Hebeldruck folgte, wie sie sich um 360 Grad drehte, senkte, hob, wie sie eingezogen wurde, wie sie auf die mancherlei automatisch sich einschaltenden Sicherungen reagierte und den Bedienungsmann durch Klingel- und Lichtsignale auf die gegebenen Grenzen aufmerksam machte. In sehr anschaulicher Weise wurden hier besonders die Kippsicherung, die Belastungssicherung und vor allem die Anstoßsicherung in ihrer Wirkung vor Augen geführt. Es war fast kommen, dann fügt es sich, daß ihre Gedanken zurückwandern in die Tage, Schulentlassung. Tausende von Kindern verlassen in diesen Tagen die Schule, die ihnen während vieler Jahre zur zweiten Heimat geworden war. Sie wollen nun mit eignen Schritten ins Leben wandern. Alle freuen sich an diesem Tage, denn er soll ihnen nun die Erfüllung ihrer Wünsche und Hoffnungen bringen. Die Kinder sind beseelt vom Freiheitsgefühl, froh richten sie ihre Blicke in die Zukunft Ein Rückwärtsschauen gibt es für sie nicht. Erst viel später kommt diese Rückerinnerung an die Schulzeit. Wenn sie im Leben stehen, wenn sie merken, daß auch hier alles nur Kampf ist, daß Leid und Trauer mit ihren Kameraden zur Schule gingen. Je älter sie werden, desto schöner erscheint ihnen dann die Schulzeit. Sorgen brauchten sie sich nicht zu machen, Elternhaus und Schule überwachten ihr Leben. Alle glücklichen Erlebnisse der Kindheit steigen wieder auf, unangenehme Geschehnisse werden vergessen. So geht es im Leben. Mit Freuden und mit Jauchzen stürmt die Jugend vorwärts. Sie kennt noch nicht die bitteren Erfahrungen, die ihrer warten. Sie will sich ihr eigenes Leben zimmern, sie will glücklich sein. Auch die Eltern nehmen teil an der Freude der Kinder. Vielleicht ist auch diese Freude mit etwas Wehmut gemischt, weil sie ja gar zu sehr das Leben kennen. Welch schlimmen Jahre liegen hin- Gestern vormittag um 11 Uhr rückte die Gießener städtische Feuerwehr mit ihren neuen Löschgeräten zu einer Uebung und Vorführung aus Es sollte den Vertretern der Behörden und allen an der Feuerwehr interessierten Kreisen eine Möglichkeit gegeben werden, die Leistungen der neuen Geräte kennnzulernen und sich davon zu überzeugen, daß mit dieser Anschaffung alles getan worden ist, was für die Ausrüstung der städtischen Feuerwehr überhaupt getan werden kann. Zu der Vorführung fanden sich Oberbürgermeister Ritter, Bürgermeister Prof. Dr. Hamm, Ratsherren der Stadt, Kreisfeuerwehrführer Bouffier, Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren, Vertreter der Polizei, des Reichsluftschutzbundes und mancher anderen gemeinnützigen Organisation ein Zahlreiche Volksgenossen folgten dem neuen Löschzug, als am Oswaldsgarten das alarmierende Signal der Feuerwehr ertönte. Platz der Vorführung war der Schlachthof, das Gelände zwischen Lahn und der Kühlhalle am Turm. Den vielen Zuschauern bot sich mit dieser Vorführung nicht nur das Bild einer verantwortungsbewußten gemeinnützigen Arbeit, sondern auch ein Schauspiel von einer nicht alltäglichen Großartigkeit. Unmittelbar nach der Ankunft legten die Feuerwehrmänner eine starke Saugleitung in den Bach, legten sechs Druckleitungen aus, und während die Pumpe zu arbeiten begann, montierten die Feuerwehrmänner die Strahlrohre. Kurz darauf wurde Wasser gegeben, und aus sechs Rohren zischten die Wasserstrahlen hoch in die Luft. Es war selbst für den Laien leicht zu erkennen, daß die Motorpumpe eine außerordentliche Leistung zu bieten vermag, denn mit großer Kraft wurden mächtige Wassermengen hoch emporgeschleudert. Erhöht wurde oer gute Gesamteindruck noch, als man mit weniger Leitungen und stärkeren Strahlrohren unter entsprechend höherem Druck Wasser gab und der Wasserstrahl in mächtiger Fontäne fast bis über den • ':-X. Links: Die Feuerwehr montiert die Druckleitungen. Rechts: Die Motorleiter kann auch als Brücke verwandt werden. — (Aufnahmen: Neuner.) ter ihnen! Krieg und Inflation, Erwerbslosigkeit u. a. drücken noch heute in der Erinnerung. Es gab böse Jahre der Not, auch für unsere Jugend Die Eltern standen ratlos verzichtend oder ergrimmt zur Seite Herzeleid und Sorge hatten schon an der Wiege der Kinder gestanden, und dann kamen die schweren Jahre der Arbeitslosigkeit. Mit Tränen in den Augen schauten die Mütter auf ihre Kinder. Was sollte es aus den Jungen und Mädchen geben? Diese schlechten Zeiten sind vorbei. Auch die Erwachsenen blicken wieder hoffnungsfroh in die Zukunft. Ueberall regen sich die Hände zum Aufbau. Können wir es da der Jugend verübeln, wenn sie mit glänzenden Augen und voll Begeisterung ins Leben stürmt? Ihr Lebensschifflein wird wohl auch noch ins Schaukeln kommen, es wird noch manchmal vom festen Ziele abgelenkt werden. Es muß noch geprüft und erprobt werden. Aber mit starkem Willen und kühnem Mut werden auch die stärksten Stürme bezwungen, und das Land kann erreicht werden. Elternhaus und Lehrherren werden mithelfen, der Jugend die Wege zu zeigen, die sie einzuschlagen hat. Freilich gibt es Irrwege, die gar verlockend einladen Der Weg zur Höhe ist oft sehr schwer zu erkennen. Es gehört viel guter Wille und zähes Aushalten dazu, um zum Ziel zu gelangen. Eins aber findet die heutige Jugend, das früher ganz fehlte, das ist die Kameradschaft. In der HI., in der SA., beim BDM. holt sie sich die feste Stütze, das Gefühl der großen Volksgemeinscyaft. Im Schutze des deutschen Staates kann das Lebensschifflein der Jugend ruhig dahinfahren. Der Jugend gehört die Zukunft. Sie wird dereinst in einem glücklichen Deutschland frei und ehrenvoll ihren Berufen nachgehen können. Das wünschen wir allen die eben aus der Sckule entlassen werden. Ä. Ortsgruppe Gießen-Ost. Samstag, 20. März, 20.30 Uhr, im Cafä Leib Kameradschaftsabend der Ortsgruppe Gießen-Ost unter Mitwirkung erster Kräfte des Gießener Stadttheaters. Eintrittspreis: im Vorverkauf 30 Pfennig, an der Abendkasse 50 Pfennig. Vornotizen. Tageskalender für Freitag. BDM.: 11 bis 20 Uhr Werkausstellung im Club, Sonnenstraße. — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Viel Lärm um Nichts". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Liebe geht seltsame Wege". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Lumpaci Vagabundus". — 10 bis 18 Uhr Ausstellung der Arbeiten der Hauswirtschaftlichen Fachschule, Sonnenstraße 2. Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet die Erstaufführung des Lustspiels „Viel Lärm um nichts" von Shakespeare statt. Spielleitung: Dr. Erich Schumacher a. G. vom Stadttheater Saarbrücken. Bühnenmusik: Kapellmeister Ernst Bräuer. Bühnenbilder: Karl Löffler. Tanzeinlage und choreographische Leitung: Tanz- meisterin Irmgard Zenner. — Die in eigener Werkstatt hergestellten Kostüme sind angefertigt nach Ent- roürben von Sophie Buchner, ausgeführt von Willi Das Mädchen mit dem Gilberhaar. Roman von Anny von panhuys. 32. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Er erhob sich, grüßte und wollte gehen. Er hatte das bestimmte Empfinden, von hier fliehen zu müssen: eine nervöse Unruhe befiel ihn. An der Tür stand der Verkäufer und riet diskret: „Sie sollten sich die Entwürfe doch lieber ansehen, mein Herr; sie sind ungewöhnlich hübsch." „Ich bitte Sie, mir den Weg freizugeben", sagte Grevenstein kurz. Eben öffnete sich die Tür im Hintergründe. Eine schlanke, in Trauer gekleidete Dame stand plötzlich neben dem Juwelier und sagte klar und betont: „Herr Markier, falls es hier irgendein Mißverständnis gibt, wollte ich Ihnen nur erklären, daß mein Mann vorhin durch Unachtsamkeit einem weißen Knopf in Ihrem Büro zu nahe kam." Günther Grevenstein hatte sich schroff umgewandt Uno sah sich der blonden Frau gegenüber, nach der er sich oftmals heimlich gesehnt und vor der er doch hatte fliehen müssen. Nun stand sie ganz nahe vor ihm, blickte ihn groß und kalt an, um sich gleich darauf umzuwenden und ins Büro zurückzukehren. Günther kam die Erkenntnis, daß das störende Geräusch vorhin für den Juwelier die Bedeutung eines verabredeten Zeichens gewesen sein mußte, und daß ihm der Verkäufer deshalb den Weg versperren wollte, um ihn festzuhalten. Das Diadem war ihm also doch noch gefährlich geworden! Der Juwelier steckte natürlich mit der blonden Frau unter einer Decke. Aber jetzt hatte sie seinetwegen gelogen, wollte ihm Peinlichkeiten ersparen. Was sie eben von einem weißen Knopf gesagt, deutete darauf hin, daß ihr Mann ein vorher verabredetes Zeichen gegeben hatte, das sie nun als ein Versehen hinstellte. Blitzgeschwind war das alles durch seinen Kops gegangen. Jetzt richtete er sich auf. Wenigstens einen guten Abgang mußte er sich hier sichern, das schien ihm vorerst wichtig. Er sagte mit Empörung in der Stimme: „Man wollte wohl hier ein Theaterstück proben, in dem man mir ohne mein Wissen eine Rolle zuteilte?" Er faßte nach den Perlen. „Das Armband lasse ich natürlich jetzt woanders arbeiten." Er sagte sich, daß es nun höchste Zeit für ihn sei, sich schleunigst zu entfernen. Vielleicht dachte der Mann der Blonden minder großzügig als sie. Markier wollte erst ein paar entschuldigende Worte sagen, doch unterließ er es, denn hier stimmte etwas nicht. Das Zeichen war mit Absicht gegeben worden, und der elegante Herr mit dem dunklen Spitzbart schien nicht ganz so harmlos, wie er sich jetzt aufgespielt. Die junge Frau war ja bei ihrem plötzlichen Erscheinen kalkweiß im Gesicht gewesen. Sie wollte aus irgendeinem Grund keinen Skandal, denn daß die zwei, der Kunde und die blonde Frau, einander kannten, daran gab es keinen Zweifel. Aber was ging es ihn an? Er zuckte leicht die Achseln und begab sich in das Büro, wo er drei Menschen fand, die nicht miteinander sprachen und wohl nur auf feinen Eintritt gewartet hatten, um sich zu erheben. Der Graf zwang ein Lächeln um seinen Mund und sagte: „Ich bin überzeugt, daß der Herr auf völlig rechtmäßige Weise in den Besitz der Steine gelangt ist." Berthold Radix lächelte gleichfalls: „Meine Frau und ich kennen den Herrn nicht, und ich kam nur durch eine ungeschickte Bewegung an den Knops. Verzeihen Sie, falls ich Sie dadurch irritierte." „So schlimm ist. das nicht; an Kunden wie an diesem Herrn verliere ich nicht viel." Die drei empfahlen sich mit flüchtigem Dank, und erst draußen auf der Straße schien ihnen einzufallen, daß sie sich eigentlich noch auseinanderzusetzen hatten. Der Graf fragte bedrückt: „Wo können wir offen miteinander reden, Herr Direktor? Wäre es Ihnen recht in Ihrem Hotel? Wir haben bis dorthin nur einen tunen Weg." Berthold Radix sah seine Frau fragend an; sie nickte: „Es ist am bequemsten, wir gehen in unser Hotel." Schweigend legten sie den Weg zurück, erreichten bald ihr Ziel. Dort begann der Graf erregt: „Der Besitzer der Juwelen aus dem Diadem ist unzweifelhaft Günther Grevenstein. Daß Sie beide ihn auch erkannten, worüber es keinen Zweifel gibt, könnte auf die Photographie zurückzuführen sein, die ich Ihnen in meiner Wohnung zeigte. Aber ich glaube, es sind noch andere Zusammenhänge vorhanden. Der Herr Direktor gab dem Juwelier das Zeichen zur Festnahme Grevensteins, die gnädige Frau jedoch annullierte es wieder. Verzeihung, Sie verloren das Diadem auf einem Maskenball, nicht wahr? Und so töricht Ihnen die Frage vielleicht klingen mag, bitte ich doch um deren Beantwortung: Befand sich Günther Grevenstein auch auf jenem Maskenball?" Franziska wollte mit einem raschen Nein antworten und damit das Thema zwischen dem Grafen und sich endgültig erledigen. Sie mochte nichts mehr von dem Diadem und nichts mehr von Günther Grevenstein hören. Doch ihr Mann war anderer Meinung; all der Haß, der sich in ihm angesammelt, drängte zur Entladung. Er achtete nicht auf Franziskas Blick, streifte ihre Hand, die sich fest auf feinen Atm legte, um Schweigen zu erzwingen, sanft ab und antwortete: „Jawohl, Herr Graf, Ihr zukünftiger Sohn befand sich auf demselben Maskenball wie meine Frau, mit der ich nebenbei bemerkt damals noch nicht verlobt war. Sie tanzte nur fast mit ihm, da wir unter uns sind, darf ich ja offen sein." Er lachte kurz und spöttisch auf. „Sie mögen erfahren, daß der feine Herr das schönste Mädel des Balles unter dem Vorwand an sich lockte, ihr von der Galerie den Blick auf die im Saale Tanzenden zu zeigen. Er riß ihr dort die Maske ab, küßte sie, und dabei verlor sie wahrscheinlich das Diadem. Sie wurde abgerufen, weil ihre Großmutter plötzlich geftcrrben war, und sie ließ das Diadem im Stich. Es blieb ihr nicht Zeit zum Suchen, sie hielt es ja auch für unecht. Grevenstein, der nur eine Nacht in dem Hotel, in dem der Maskenball stattgefunden, gewohnt haben soll, fand bann, wie man sich jetzt leicht zusammenreimen kann, das Diadem und reiste am nächsten Morgen ab. Er ließ ein armes Mädel in schweren Gewissensqualen zurück; außerdem nahm er noch dazu ein Wertstück mit, das ihm, dem aus der Bahn geschleuderten Künstler, eine wenigstens vorläufig sichere und sehr bequeme Lebensweise garantierte. Wahrscheinlich verfügte er über keine anderen nennenswerten Mittel." Scharf schloß er: „Weil ich meiner Frau wegen fein Aufsehen machen will, mag die Geschichte des Diadems mit tiefem Schweigen zugedeckt werden, aber Ihnen, Herr Graf, gratuliere ich zu dem Prachtsohn! Ich glaube, damit ist die Angelegenheit zwischen uns erledigt." Der Graf, der sich nicht gesetzt hatte, obwohl ihn Franziska mit einer flüchtigen Handbewegung dazu eingeladen, sah ganz grau aus im Gesicht, und um seinen Mund zuckte es nervös. „Ich habe von alledem feine Ahnung gehabt, als ich Grevenstein fennenlernte, Herr Direktor, und ich werde mich sofort mit ihm auseinandersetzen. Auch mir liegt nichts an einem Skandal, aber davon formen Sie überzeugt fein: Meinen Namen gebe ich ihm nun nicht mehr. Der ist mir zu schade für ihn. Ich hoffe aber, ihm abjagen zu formen, was er von dem Diebstahl noch besitzt, und werde es Ihrer Gattin zustellen. Denn was dieser Mensch getan hat, ist in meinen Augen Diebstahl!" Franzisfa atmete schwer. Ihr wäre es lieber gewesen, ihr Mann hätte totgeschwiegen, was er wußte, aber sie begriff auch, daß sie damit zu viel von ihm verlangt hätte. O, wie widerlich war das alles! Sie mischte sich nicht ein; sie hatte dafür gesorgt, daß Günther Grevenstein ungehindert das Geschäft des Juweliers verlassen fonnte, das war schon viel, war übergenug für diesen Betrüger. Sie tat es ja auch seinetwegen, es widerstrebte ihr nur, den Mann, der sie gefüßt, in die Hände der Polizei zu geben. „Gnädige Frau, ich bitte Sie um Verzeihung, weil durch mich viel Böses und Trauriges öireft oder inbirett in Ihr Leben fam. Ich bereue meine Hanblungsweise, boch läßt sich dadurch nichts mehr ungeschehen machen. Aber glauben Sie mir, ich ferme jetzt die Reue, und ich werde nun unaufhörlich über Vergangenes nachdenfen müssen, über Dinge, die ich schon längst überwunden glaubte." Franzisfa sah in den Augen des alten Herrn einen feuchten Schimmer, und das gab ihr plötzlich einen Stich ins Herz. Mitleid empfand sie, aufrichtiges Mitleid. Sie drängte dieses Gefühl zurück. Wie durfte sie Mitleid haben mit dem Mann, der ihre Eltern unglücklich gemacht! Er stand demütig vor ihr. „Leben Sie wohl und, wenn es Ihnen möglich ist, vergeben Sie mir wenigstens einen Teil meiner Schuld!" Franziska kämpfte mit sich. Ihr war es, als müsse sie dem alten Manne impulsiv die Hand reichen, irgendein freundliches Wort zu ihm sagen, aber im nächsten Augenblick antwortete sie falt und abweisend: „Was fann Ihnen an meiner Vergebung liegen? Bis vor furzem hatten Sie ja noch gar feine Ahnung von meiner Existenz, die Sie überhaupt am besten wieder vergessen sollten." Er nickte. „Sie mögen recht haben, aber es wird nicht möglich sein. Mir wird nur zuteil, was ich verdiene." Berthold Radix fiel Franzisfas Wunsch ein, und er fragte den Grafen, ob er seiner Frau ein Bild ihres Vaters zeigen fönne. Der Graf bejahte. „Natürlich besitze ich Bilder meines Sohnes. Ich werde Ihnen im Laufe des Nachmittags einige herfchicken." Er sah Franzisfa an. „Wählen Sie davon aus, was Sie behalten möchten. Ich überlasse Ihnen aber auch gern alle. Sie haben Anspruch darauf." Er verneigte sich nochmals vor Franzisfa, und sein flehender Blick tat ihr weh. Aber sie fonnte ihm fein freundliches Wort zufommen lassen. Er ging zur Tür, sagte von dort zu Berthold Radix: „Heute nachmittag sitzt schon Decourt auf meinem Platz in der Radio-Radix; ich übergebe ihm alles endgültig, was mit feinen Schwierigkeiten verbunden sein dürfte, da er vollständig in die Funktionen, die mir oblagen, eingeweiht ist." Er verneigte sich und öffnete die Tür. Franziska sah ihn dort noch einen Moment wie zögernd verweilen, sah sein fahles, beinahe verfallen wirkendes Gesicht und dachte, wie es nur möglich war, daß sich ein Mensch in allerkürzester Zeit so sehr verändern und so entsetzlich altern konnte. Nun war sie mit ihrem Manne allein, nun brauchte sie den, der das Leben ihrer Eltern zerstört, nicht mehr wiederzusehen. „Berthel, hilf mir doch, hilf mir, ich ertrage es nicht!" Er wollte auf sie zu, sie an sich ziehen, aber da war etwas, das (einen Schritt hemmte. Seine (Stimme bebte, als er sagte: „Ich verstehe, Fränze, ich verstehe! Aber daß dir das Erlebnis von vorhin mit dem Schuft so nahegehen würde, hätte ich nicht geglaubt." Sie sah ihn groß an und schüttelte langsam den Kopf. „Nein, Berthel, du verstehst mich nicht, aber auch gar nicht. An Grevenstein verschwende ich keinen Gedanken mehr, den hat mein Herz gerichtet. Ich verachte ihn, wie man einen Menschen nur verach- ten kann." Sie schluchzte leise auf. „Der alte Mann ist cs, an den ich immer denken muß. Er tut mir leid, grenzenlos leid. Mein Verstand wendet sich non ihm ab, aber mein Herz will sich nicht damit zu- friedengeben." Berthold Radix war schon bei ihr. „Nur der Gedanke an den Grafen quält dich, nichts weiter? Sage mir die Wahrheit, Fränze. ist es wirklich nichts anderes?" Leidenschaft flammte in seinen Augen. Sie drängte sich dicht an ihn. (Fortsetzung folgt!) Endrich. Die Vorstellung findet als 25. Vorstellung der Freitag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Die deutsche Arbeitsfront n.5.=6emcinf(haft „Kraft durch fretiöc" Amt Feierabend. Letzte Sondervorstellung „Carme n". Am Donnerstag, 25. März, geben wir zum letzten Mal die Oper „Carmen". Die Eintrittspreise sind 60 Pf., 1 Mk. und 1,20 Mk. Karten sind auf der Kreisdienststelle erhältlich. Die Betriebswarte reichen umgehend ihre Bestellungen ein. Beginn der Vorstellung: 19.30 Uhr. Amt Reisen, wandern und Urlaub. Gesperrte Seefahrten. Folgende Seefahrten sind ab sofort gesperrt und können keine Anmeldungen mehr entgegengenommen werden: S. F. 102 Dampfer „Der Deutsche" vom 8. bis 16. Juni (gesperrt für Frauen und Ehepaare); S. F. 103 Dampfer „Monte Olivia" vom 5. bis 13. Juli; S. F. 104 Dampfer „Monte Olivia" von 26. Juli bis 3. August; F. F. 105 Dampfer „Sierra Cordoba" vom 7. bis 15. August (gesperrt für Frauen). Die Gouausstettung der bildenden Künstler in Vorbereitung. großen Kriege folgte, war das deutsche Lied, treu behütet und vor fremdem Einfluß bewahrt geblieben durch die Gesangvereine. Die Gesangvereine sahen aber ihre mühevolle Arbeit nie schöner gekrönt wie in der Zeit des gewaltigen Umbruchs 1933. Mit dem Kampflied zog der SA.-Mann durch die Straßen und verkündete so seinen Willen und gab damit andereb die neue Marschrichtung an. So war das deutsche Lied jederzeit, in Frieden und im Kampf, treuer Kamerad des deutschen Menschen und wird es auch für alle Zukunft bleiben. Damit nun das wertvolle deutsche Liedgut in breitesten Massen der Bevölkerung Eingang findet, hat das Reich alljährlich dem deutschen Lied einen Ehrentag gewidmet, den Liedertag. An diesem Tage wird im ganzen Reiche das Lied in das Volk getragen werden, und die Gesanavereine werden als Hüter und Werber zugleich dastehen. Ein Volk ohne Lied gleicht einem Volk ohne Seele! Das Hauswirtschastliche Lahr ist beendet. Zu einer fröhlichen Abschlußfeier hatte die Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft die Lehrfrauen mit den Anlernmädchen und deren Mütter eingeladen. Im UC., an festlich gedeckten Tafeln, sahen die Hessen -nassauisches Vieh auf der Reichsnährstandsausstellung. NSG. Aus der Tierzucht des Gebietes der Landesbauernschaft Hessen-Nassau sind nunmehr die Tiere ausgewählt worden, die zur Reichsnährstandsausstellung 1937 geschickt werden sollen. Die Auswahl des Rindviehs war mit Elite-Tierschauen verbunden, zu denen die Spitzentiere aus den einzelnen Teilen der Landesbauernschaft Hessen-Nassau gebracht wurden. Am 10. März fand in Gießen eine Elite-Tierschau für Höhenfleckvieh und Rotvieh statt; es wurden für die Beschickung nach München elf Tiere des Höhenfleckviehs und sieben Tiere des Rotoiehs vorgemerkt. Aus der am 16. März in Limburg veranstalteten Elite-Tierschau für einfarbig gelbes Höhenvieh wurden sieben Tiere ausgewählt. Die hessen-nassauischen Viehzüchter hoffen, ihre Erfolge auf der vorjährigen Reichs- nährstandsschau wiederholen und auch in München Preise erringen zu können. Die Bereitstellung der Pferde für München wurde bereits im November vorigen Jahres auf einer Landesschau in Frankfurt vorgenommen, zu der die ersten Preisträger der Bezirkspferdeschauen beordert waren. Für München wurden ein Hengst und vier Stuten des schweren Warmblutes und ein Hengst und vier Stuten des mittelschweren Kalt- Die Gauausstellung der Reichskammer der bildenden Künste, Landesleitung Hessen-Nassau, zeigt demnächst auch in unserer Stadt eine große Ausstellung, eine Wanderschau, die aus Werken der Künstler ausschließlich unseres Gaues zusammengestellt worden ist. Auch unsere oberhessischen Künstler werden in dieser Ausstellung vertreten sein. Die Ausrichtung der Schau hat der Oberhessische Kunstverein übernommen. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange. Die Ausstellung wird in der Volkshalle untergebracht. Die Halle erfährt zu diesem Zweck eine grundlegende Umgestaltung. Es entsteht Dabei gewissermaßen eine Halle in der Halle. Die Gerüste sind bereits aufgeschlagen. Der verfügbare Raum ist in mehrere große Kojen aufgeteilt worden, in denen vielen Volksgenossen Gelegenheit gegeben ist, die Kunstwerke bei gutem Lichte einer beschaulichen Betrachtung zu unterziehen. Der Ausstellungsraum wird außerdem repräsentativ und dekorativ ausge- geschmückt werden, so daß die Schau in ihrer Gesamtheit auch äußerlich einen guten Eindruck machen wird. Oer rätselhafte Brandstifter. Es war ein warmer Frühlingstag, als Hans, Kurt und Peter ihren ersten Frühlingsausflug machten. Wie zum Gruß hatte der Wald sein schönstes Kleid angezogen. Peter, dessen Vater Förster war, wußte so verschiedenes zu berichten: daß Deutschland aus eigener Ernte etwa 50 Millionen Festmeter Holz hätte, aber immer noch an die 16 Millionen aus dem Auslande einführen müsse. Dann rasteten sie eine Weile, trefflich schmeckten der frische Trunk, der kräftige Imbiß. Kurt zückte seine Botanisiertrommel, untersuchte die ersten grünen Gräser durch seine Lupe und erzählte so mancherlei vom Wachstum der Bäume und Sträucher, der Gräser und Blüten. Dann brachen sie auf, und ihre Lieder erschollen zwischen den alten Stämmen des Waldes. So mochte eine gute Halde Stunde vergangen fein, als Hans auf einmal stehenblied. „Jungs, es riecht nach Rauch!" Und alle drei Hoden ihre Nasen; tatsächlich, es roch nach Rauch. Und wie sie da so standen, wurde der Rauch immer heftiger und stärker. „Der Wald muß in der Nähe brennen!" meinte Peter als Sachverständiger. Flugs rannten sie in die nahe Försterei, dort wurde die freiwillige Feuerwehr alarmiert, und unsere Jungen liefen mit, um sich nützlich zu machen. Die Sache ging ziemlich rasch, der Herd war bald gefunden, das Feuer sachgemäß gelöscht. Nun sehen wir unsere Jungen mit rauchgeschwärzten Gesichtern, aber sehr schweigsam, den Weg zurückgehen. „Und der Herd mußte ausgerechnet dort sein, wo wir gerastet hatten!" sagte Hans. „Keiner hat geraucht, und wir waren ganz allein!" Plötzlich lieb Kurt mit erschrecktem Gesicht stehen: „Junas, die Lupe fehlt mir!" Die Lupe, die Lupe, sollte etwa...? Ja, der rätselhafte Brandstifter war die Lupe gewesen, oder der Sonnenstrahl, der auf die Linse fiel und das Feuer verursachte. Unsere Jungen waren um eine Erfahrung reicher geworden: Wir können nicht vorsichtig genug sein, unserem Wald drohen die verschiedenarttgsten Gefahren! mg. Oer Deutsche Liedertag in ließen. Die Gießener Gesangvereine werden, wie im ganzen Reich, am Sonntag, 21. März, ein öffentliches Singen an folgenden Plätzen veranstalten: 10.45 Uhr: vor der Universität: Großscher Männerchor; 11.15 Uhr: vor dem Stadttheater: Bauerscher Gesangverein; 11.15 Uhr: am Selterstor: Gesangverein „Heiterkeit"; 11.15 Uhr: Ecke Bahnhofftraße und Löwengasse: Gesangverein „Liederkranz". Jeder Verein bringt drei Lieder zu Gchör und marschiert sodann geschlossen zum Kreuzplatz, zum Massenchorsingen um 11.35 Uhr. Der Deutsche Liedertag bedeutet für das deutsche Lied, den treuen Kameraden des Menschen, einen Ehrentag. Wie wichtig die Pflege gerade dieses Kulturgutes ist, hat sich wohl schon jedem einzelnen, in Freud oder Leid, selbst offenbart. Wer denkt da nicht an die schweren Tage des Weltkrieges, in dem die deutsche Jugend mit einem Lied auf den Lippen bei Langemarck dem Tod entgegenstürmte? Wer erinnert sich nicht des Weihnachtsfestes im Feindesland? Immer war es das deutsche Lied, das dem einen den Mut und die Opferfreudigkeit gab, dem anderen in stiller Einkehr die Sehnsucht nach der Heimat ins Herz senkte und ihn trotz der Ferne seinen Lieben daheim so nahe sein ließ. Selbst in der Zeit der Erniedrigung, die dem Deutsche Arbeitsfront sammelt für das Winterhilfswerk. Sonderanweisung für die Betriebe der Stadt Gießen. Wie Ihnen in den allgemeinen Richtlinien für die Sammelaktion der DAF. am 20. und 21. 2Här3 bekannlgegeben wurde, ist in allen Betrieben ein Sonder- Betriebsappell anzusehen, bei dem die Betriebssammlung durchgesührt wird. Die Büchsenausgabe sür die Gießener Betriebe erfolgt am Freitag, dem 19. INärz, von 15 bis 18 Uhr bei der Kreisamtsleitung der RSV., Gießen, Löber- straße 9. Die Abrechnung erfolgt am Samstag, 20.März, von 10 bis 13 Uhr ebenfalls auf der Kreisamtsleitung der RSV. Die Straßensammlung innerhalb der Stadt Gießen beginnt für sämtliche Ortsgruppen am 2 0. M ä r z um 16 Uhr, am 21. M ä r z um 9 Uhr. Alle Vetriebs- führer, Betriebswalter und Vertrauensräte bitten wir, eine Stunde vorher bei ihrer zuständigen Ortsgruppe in den nachstehend genannten Lokalen zum Büchsenempfang für die Straßensammlung anzutreten, wo auch die Abrechnung erfolgt: Ortsgruppe Giehen-Mitte: „Stuttgarter Hof (früher Soldan). Ortsgruppe Giehen-Ost: Gasthaus Burkhardt, Kaiserallee 52. Ortsgruppe Giehen-Süd: Gasthaus „Graf Zeppelins Mlhelmstraße. Ortsgruppe Gießen-Rord: (Safe Leib, Walltorstraße. jungen Mädchen bei selbstgebackenem Kuchen. Es waren ungefähr 50 Mädchen aus der Stadt und dem Kreis. Die Leiterin der Kreisfrauenschaft, Frau W r e d e, begrüßte die Besucher mit einer herzlichen Ansprache und betonte die Wichtigkeit dieser Ausbildung im häuslichen Können. Sie dankte den Lehrfrauen für das bewiesene Vertrauen und für die Mühe und Geduld, mit der sie ihre Aufgabe durchgeführt haben. Gerade weil es im Haushalt an geschultem Nachwuchs mangelt, ist es zu begrüßen, wenn die jungen Mädchen Freude an dieser Arbeit gewinnen und sie als Beruf weiterführen. Die handwerklichen Lehrstellen sind knapp, und bei der Arbeit in den Fabriken ist dringend zu wünschen, daß die Mädchen erst ein Jahr die gesunde, den Körper kräftigende Hausarbeit durchmachen. Sie eignen sich im Haushalt Kenntnisse an und sammeln Erfahrungen, die für das ganze Leben von Nutzen sind. Die Mädelspielschar vom Untergau 116 sorgte für Unterhaltung. Lustige Lieder und Ziehharmonikamusik erfreute die Gäste, die eifrig mitsangen, eine echte Gemeinschaftsfeier im Sinne unserer Zeit. F. K. Abschlußprüfungen in der Oeffentlichen Handelslehranstalt. Man berichtet uns: In der vergangenen Woche fanden die Abschlußprüfungen an der Oeffentlichen Handelslehranstalt ihr Ende. Die Prüfung der Höheren Handelsschule fand unter dem Vorsitz von Direktor Dr. Kruse statt. Prüfungsleiter für die Zweijährige Handelsschule war Handels-Studiendirektor Lauer. In der einen Abteilung wird ein Abschlußzeugnis erteilt, das der „Prüfung für praktische Kaufleute" entspricht und als Prima-Reife gilt. In der anderen Abteilung die Mittlere Reift. Die Prüfungen zeigten einen erfreulichen Stand der Kenntnisse. Die feierliche Entlassung fand am Dienstag in der festlich geschmückten Turnhalle der Handelslehranstalt statt. Neben dem Leiter der Anstalt gab der Hauptgeschäftsführer der Jndustrie- und Handelskammern Gießen und Wetzlar, Dr. Fröhlich, den abgehenden Schülern und Schülerinnen im Namen des Präsidenten der Kammer die besten Wünsche auf ihren Lebensweg mit. Es sind im ganzen 110 Schüler und Schülerinnen, welche die Anstalt verlassen. Sie sind durch Vermittlung des Arbeitsamtes Gießen alle restlos in der Wirtschaft, die heute dringend fachlich gebildete Arbeitskräfte benötigt, untergebracht. Mittlere Reifeprüfung der Dogtfcben privat-Handelsschule. Unter dem Vorsitz des staatlichen Aufsichtskommissars für die Handelsschulen und kaufmännischen Berufsschulen in Hessen, Handelsstudiendirektor Lauer (Mainz), fand, wie man uns berichtet, die mittlere Reifeprüfung an der Dogtschen Privat- Handelsschule statt. Zwei Vertreter Der Deutschen Arbeitsfront waren anwesend. Die zur Prüfung zugelassenen Schüler und Schülerinnen haben alle bestanden. Mutes ausgewählt. Die Tiere sind sämtlich bodenständig gezogen und entsprechen dem Typ, der im Gebiet der Landesbauernschaft Hessen-Nassau hinsichtlich der Zuchtrichtung als maßgeblich anzusehen ist. VHC Gießen. Trotz unbestäMgen Wetters hatten sich — wie man uns berichtet — am Sonntag gegen 40 Wanderer am Bahnhof zur Märzwanderung eingefunden. Vorn Bahnhof Friedelhausen erstiegen wir die östlicke Anhöhe, die bei gutem Wetter eine sehr schöne Aussicht in das Lahntal bietet. Leider war der Himmel grau und dunstig. Gleich mächtigen Kulissen umranden, von der Höhe gesehen, dunkle Fichtenbestände das tief liegende Odenhausen. Daneben erhebt sich der Altenberg bei Lollar und weiter links liegt der Staufenberg. Wir gingen den hessischen Rennweg, anfangs durch schone Waldbestände, dann über freies Feld zum Heidenkönigsgrab und kamen auf wenig benutzten Wegen durch den Wald über den Maistrauch an großen Ginster- büscden und Wacholdersträuchern vorbei. Nach vierstündiger Wanderung kehrten wir in Winnen ein. In Nordeck besichtigten wir das Landschulheim mit der alten Kapelle, bestiegen den mächtigen Berg- ftied und kamen am Schluß unserer Wanderung nach Londorf, von wo wir nach längerer Rast nach Gießen zurückfuhren. . * ** Eine Siebzigjährige. Am morgigen Samstag, 20. März, kann Frau Witwe Chr. G e s s e r t, Wetzsteinstraße 4 wohnhaft, ihren 70. Geburtstag feiern. ** Die Bürger m ei st ertagung des Kreises Gießen, die am heutigen Freitag stattfinden sollte, ist aus dienstlichen Gründen auf nächsten Mittwoch, 24. März, verlegt worden. ** D ie Dien st räume des Kulturbauamtes Oberhessen in Gießen sind ab 20. März von Frankfurter Straße 29 nach Wilhelm- straße 56 verlegt. Rundfunkprocrramm Samstag, 20. März. 6 Uhr: Morgenspruch; Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk. 11.15: Hausfrau hör zu. 11.40: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.30: Landfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten — Offene Stellen; Nachrichten aus Dem Sendebezirk; Schneebericht. 13.15: Mittagskonzert I!. 14: Nachrichten. 14.10: „Wie Die Alten fungen, so zwitschern Die Jungen!" (Schlager von einst und jetzt). 15: Volk und Wirtschaft. Allerlei Neuigkeiten. 15.15: Wir bemerken dazu ... ! Was ist Disziplin? 15.30: Wir heben einen Schatz! BDM.-Mädel entrümpeln einen Boden. 16: Froher Funk für alt und jung. „Nocturna am Nachmittag." 18: Sportschau. 18.30: Militärmusik. 19.30: Der Zeitfunk bringt die Wochenschau. 19.55: Ruf der Jugend! 20: Nachrichten. 20.10: Vom Schwarzwald an die Waterkant. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.15: Sport, zeitgemäß belauscht. 22.30: Musik zum späten Abend. Oberhessen. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 18. März. Wie in früheren Jahren, so hatte auch dieses Jahr die Ob er klasse der Volksschule mit ihrem Leiter, Lehrer Stoll, heute zu einer Schulentlassungsfeier eingeladen, zu der sich Eltern, Angehörige und Freunde in großer Zahl einfanden. Nach dem Einzug der Schulentlassenen und einem Vorspruch einer Schülerin fangen die Kinder das L-ied „Mein Vaterland" und das Matrosenlied. Es wechselten dann Gedichte und Bühnenstücke einander ab. Besonderen Anklang fand das Spiel „Auf großer Fahrt, das Lehrer Stoll mit den Kindern anläßlich seines achtägigen Ausfluges ins Lahngebiet (Braunfels und Weilburg) selbst ausgearbeitet hatte. Es folgten noch Lieder Der Kinder, sowie gymnastische Vorführungen Der Knaben, Tänze und Reigen der Mädchen, Die alle beifällig ausgenommen wurden. Verschönt wurde der Abend durch Instrumentalmusik von Erna O ß w a l d, Karl Groß und zwei Schülern. Lehrer Stoll gedachte in seiner Ansprache der verbrachten Schulzeit und gab Den Kindern Richtlinien fürs Leben, Die sie an Die Pflichten für das Elternhaus und Darüber hinaus auf Führer, Volk und Vaterland hinwiesen. Zum Schluß dankte Rektor Petri Dem Lehrer und Den Kindern für Den gelungenen Abend, Der nur Durch die gute Disziplin zwischen Lehrer und Schülern möglich war. Er wies nochmals kurz auf Den ersten Versuch Der Schulentlassungsfeier vor neun Jahren hin und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß diese Einrichtung in Wieseck auf fruchtbaren Boden gefallen sei. Mit dem Gruß an Den Führer und den beiden Nationalliedern fand Der in allen Teilen wohlgelungene AbschieDsabenD Der Schulentlassenen sein EnDe. 5 Klein-Linden, 18. März. Gestern abend fand im Gasthaus „Zur deutschen Eiche" ein E l - ternabend Der Volksschule statt. Ein Munvharmonikaorchester unter Leitung von Lehrer Otto eröffnete Die Veranstaltung. Im Mittelpunkt Des ersten Teiles stand Die Vorführung Des Land- schulfilms, der großes Jntersfe erweckte. Lieder Der ersten Schulklasse unter Leitung von Lehrer M ö l - l e r umrahmte Diese Vorführung. Nach einer Ansprache von Rektor Dr. Crößmann folgten Dann noch Lieder, Gedichte und turnerische Vorführungen. Hervorgehoben zu werden verdient noch ein von Lehrer Otto ein geübte 5 Märchenspiel „Die Sternthaler". Die überaus schön verlaufene Veranstaltung schloß in üblicher Weise. nsf. Allendorf (L ah n), 17. März. Einen Vortragsabend veranstaltete die hiesige Frauen- schäft im schön mit Grün und Blumen geschmückten Schulsaal. Ungefähr 100 Frauenschaftsmitglieder und die neuen Kameradinnen vom Frauen- werk waren gekommen, um die Kreisfrauenschaftsleiterin Frau W r e d e über die vielseitigen Aufgaben der Frau sprechen zu hören. In klaren Wor- ■ ten schilderte Frau W r e d e die mannigfaltige Arbeit der einzelnen Abteilungen, Deren Arbeitsgebiete das ganze Schaffen der Frauen umfaßt, Die, in Der n ten Zeit stehend, mithelfen wollen an der Erstarkung ihres Volkes. Reicher Beifall zeigte, mit welch froher Bereitwilligkeit die Frauen sich am Aufbauwerk beteiligen wollen. <5 AllenDorf (Lahn), 17. März. Im Saale Der Gastwirtschaft Henkelmann hielt Der hiesige Spar- und Darlehnskassenverein seine Generalversammlung ab. Aus dem vorgetragenen Geschäftsbericht und aus Den Durch Den Rechner Fr. Hels erläuterten Zahlen war zu entnehmen, daß sich Die Kaffe weiterhin gut entwickelt bat. So konnte Der Umsatz auf insgesamt 167 383 Mk. gesteigert werDen, während sich die Spareinlagen auf dem Stande Des Vorjahres hielten. Da auch Der Warenumsatz wertmäßig höher war, konnte auch ein erhöhter Gewinn ausgeworfen werDen, Der zum weitaus größten Teil zur inneren Stärkung Der Kasse unD zu Abschreibungen verwanDt wurde, währenD von Dem verbleibenden Rest eine DiviDenDe von 4 v. H. zur Verteilung gelangt. Die Zahlen unD Die einzelnen Berichte ließen einen vorzüglichen Einblick in Die Arbeit der Kasse gewinnen. — Unter dem Gedanken „Wandern" stand eine Feier der hiesigen Volksschule, Die im Saale Henkelmann veranstaltet wurde. Zu Beginn sprach der Schulleiter, Lehrer Kimmel, über den Sinn derartiger Veranstaltungen. Seine Worte, die beifällig ausgenommen wurden, leiteten über zu Gedichten und Liedern der Mittelklasse. Die Oberklasse wartete mit Mundartvorträgen auf, die, mit Humor gewürzt, ausgezeichnet wiedergegeben wurden. Im zweiten Teil Des Abends wurde dann der Schullandheimfilm gezeigt. < Staufenberg, 18. März. In Der hiesigen Burg fand, von der Schule veranstaltet, eine Schulentlassungsfeier statt, zu der sich viele Volksgenossen einfanden. Nach einer Kindersinfonie hielt Lehrer Emmel eine Begrüßungsansprache. Sprechchöre, Reigen, Gedichtvorträge, Theaterstücke, musikalische Vorträge der Kapelle'Z e ch e r füllten Die Stunden des Abends aus. Die Darbietungen wurden von Den Eltern mit dankbarem Beifall ausgenommen. = Mainzlar, 17. März. Unter Der Leitung des Aufsichtsratvorsihenden W. Schwarz hielt die hiesige Milchgenossenschaft bei Gastwirt Vogel ihre Jahresschlußversammlung ab. Mitglied Gottfried Jäger erstattete den Kassenbericht. Wilhelm Schwarz, der satzungsgemäß ausscheiden mußte, wurde einstimmig wiedergewählt. Der Vorsitzende Der Milchgenossenschaft Ludwig Hormann sprach kurz über Die Aufgaben und Ziele einer Milchgenossenschaft. Eine lebhafte Aussprache beschloß die Versammlung. — Die hier durchgeführte Pfundsammlung zeigte wiederum ein günstiges Ergebnis. Auch Die Altmaterialsammlung Der SA. war von gutem Erfolg begleitet. — DieKonfir- rn a n b e n unseres Ortes, die am kommenden Sonntag eingesegnet werden, wurden dieser Tage m der Kirche zu Kirchberg geprüft. Es werden vier Mädchen und sieben Knaben konfiermiert. 4 Mainzlar, 18. März. Gestern fand im hiesigen Gemeindewald die letzte Nutz- und Brennholzversteigerung statt. Die Preise Kiefernknüppel, 2 Raummeter 10 bis 15 Mk.; Fichtenscheite, 2 Raummeter 3 Mk.; Stangen durchschnittlich 2 Mk. pro Stück lOPfg. Sme Tomatensoße auf neue JM—gu Kikeriki- ober Hahn - Iftakkaroni ^tchen.Nudeln, Kartoffelklößen, Reisrand: 1 Knorr Bratensoßwürfel fein zerdrücken, glattrühren, mit /»rMnnrt „aJ qr 3 Knuten kochen. Nun 1 vollen Teelöffel Tomatenmark (mit heißem Wasser verdünnt) mit 3 Eßlöffeln Milch einrühren und aufkochen. Schon fertig! Hauptsache dabei: ‘TSfiO’Vt Bratensoße § Allendorf (Lumda), 17. März. Am vorigen Sonntagabend sprach die Blinde Fräulein Schulz von der Orient-Blindenmission in der hiesigen Kirche über die Missionsarbeit in Persien. Die Red- derin schilderte in eingehender Weise Die große Not und das Elend der blinden Bevölkerung, besonders der Frauen und Kinder, in Persien. Sie wies aber auch auf die segensreiche Arbeit der Mission hin, die besonders in den Blindenheimen Täbris und Jfpahan geleistet wird. Ortspfarrer Andres dankte der Rednerin für den interessanten Vortrag. Die Kollekte war für die Blindenmission bestimmt. — Die gestern im hiesigen Stadtwald abaehaltene Brennholzversteigerung hatte folgendes Egebnis: Es wurden gelöst für je 2 Raummeter Buchenscheitholz 15 bis 18 Mark, Eichenscheitholz 5 bis 7 Mark, Fichtenscheitholz 4 bis 5 Mark, Buchenknüppel 14 bis 16 Mark, Eichenknüppel 6 bis 7 Mark, Fichtenknüppel 7 bis 8 Mark, Buchenstockholz 9 bis 10 Mark, Eichenstockholz 4 bis 5 Mark, Fichtenstockholz 6 bis 7 Mark; je Raummeter Buchenreisholz 8 bis 10 Mark, Fichtenreisholz 1 bis 4 Mark. CD Allendorf a. d. Ld a., 17. März. Gestern abend hielt die weit über 100 Mitglieder zählende hiesige evangelische Frauen Hilfe im geschmückten Saale von Horn hier ihren diesjährigen Schlußabend ab, der überaus stark besucht war und ein reichhaltiges Programm aufwies. Der Vorsitzende, Pfarrer Andres, eröffnete den Abend mit einer Begrüßungsansprache, in der er auf die Bedeutung des Abends hinwies. Missionar Ruff aus Frankfurt a. M., ein alter Bekannter, der schon öfters diesen Abend hier mitgefeiert und sich auch diesmal wieder eingefunden hatte, sprach sodann hauptsächlich über seine Erlebnisse während seiner langjährigen Missionstätigkeit in China. Gedichte, von Mitgliedern sehr gut vorgetragen, sowie gemeinsame Gesänge und stimmungsvoll zu Gehör gebrachte Lieder von der aus der Mitte der Frauen gebildeten unter der Stabführung von Pfarrvikar Repp stehenden Singschar wechselten miteinander ab. Nachdem sich die Besucher an Kaffee und Kuchen aestärkt hatten, kam auch der altbekannte Krabbelsack zu seinem Recht und löste, wie immer, über Gewinngegenstände und Gewinner große Heiterkeit aus. Der Singchor erfreute sodann noch mit einem Lied. Der Vorsitzende sprach hierauf das Schlußwort, und mit gemeinsamen Lied endete die Feier. Dem WHW. konnte ein ansehnlicher Betrag zugeführt werden. Auch die Kranken und Alten in hiesiger Gemeinde hatte man nicht vergessen und sie mit Kaffee und Kuchen bedacht. nsf. Geilshausen, 17. März. Der Säuglingspflegekursus, den der Reichsmütterdienst hier veranstaltete, fand mit einem frohen Kamerad- schaftsabend seinen Abschluß. Im ersten Teil des Abends fand die feierliche Ueberreichuna der Ehrennadeln des Führers an die ersten Mitglieder der Frauenschaft statt. Dann faßte Schwester 3 ul Q Kliffmiiller in einer Ansprache noch einmal den Zweck und das Ziel der Mütterschulung zusammen und verteilte die Bescheinigungen, wobei Bürgermeister Seipp den Dank der Gemeinde Kun- im Walde Also zu dem Schnupper-Dackel gehörte ein Förster. Gleich wollte er wissen, was ich im Rucksack hätte. „Damit will ich grab’ zu Ihnen", sage ich. - „Haha", erwidert er, „da scheint etwas faul zu sein!" - „Hoho", sage ich entrüstet, „ich bin kein Wilderer! Diesen Hasen fand ich in einer Schlinge!" - „Hihi", lacht der Förster, „so reden sich alle raus! Das Märchen liest man oft im Gießener Anzeiger. Sie find verhaftet ..." aussprach. Der zweite Teil war den Aufführungen gewidmet, und viele schöne Lieder trugen zur festlichen Stimmung des Abends bei. § Lumda, 17. März. Am Samstagabend hielt unsere Kriegerkameradschaft ihren letzten Appell in diesem Winter ab. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag des Kameraden Keller über die Kolonialfrage. Nach einem Ueberblick über die Entstehung und Ausdehnung der großen Kolonialreiche sprach der Vortragende über den Charakter und Wert der ehemaligen deutschen Schutzgebiete. Er widerlegte die Kolonialschuldlüge in dem vom Hasse diktterten Versailler Vertrag: Die Welt hat ein großes Unrecht gutzumachen und unsere koloniale Ehre wieder herzustellen. 3m zweiten Teil des Abends wurde wieder das Fronterlebnis wach, dieses Mal nach seiner heiteren Seite. Die köstlichen Erlebnisse des Kriegsfreiwilligen Bayerer in feinem Tagebuch B1 erfreuten das alte Kriegerherz. Kameradschaftsführer Fabel schloß das schöne, kameradschaftliche Zusammensein mit einem Sieg- Heil auf den Führer. + Grünberg, 18. März. Am Mittwochabend hielt der Verkehrsverein seine Hauptversammlung im Gasthaus „Hessischer Hof" ab. Vereinsführer Schweißguth erstattete den 3ahres- bericht. Die Arbeiten des Vereins bestanden hauptsächlich in der Unterhaltung des ausgedehnten Wegenetzes in den Anlagen des Brunnentales und in der 3nstandhaltung der aufgestellten Ruhebänke. Die Mitgliederzahl, die im verflossenen 3ahr 99 betrug, hat durch Zugang jüngerer Mitglieder fürs neue 3ahr eine Erhöhung erfahren. Auf eine Eingabe wurde durch die Reichsbahn die Ausgabe von Sonntagskarten nach Frankfurt eingeführt. Die Rechnungsablage zeigte eine Einnahme von 641,75 Mark und eine Ausgabe von 377,23 Mark, so daß ein Kassenvorrat von 264,52 Mark verblieb. Ein dem Verein gehörender „Hüttenfonds" in Höhe von 266,75 Mark, der seinerzeit von Gründerger Landsleuten in Amerika gestiftet wurde, soll nach Meinung der Versammlung anderen nützlichen Zwecken zugeführt werden, sofern die Stifter hierzu ihre Zustimmung erteilen. Mit dem Vorsitz wurde Bürgermeister Wagner betraut, während der seitherige Vereinsführer Schweißguth in Anerkennung seiner großen Verdienste um den Verein zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Er wird auch weiterhin für den Verein tätig fein, die Zuziehung weiterer, namentlich jüngerer Kräfte zur Mitarbeit im Vorstand behielt sich der neue Vereinsführer vor. Der Vertrag mit dem seitherigen Mitgliede Groß, gegen eine Pauschalvergütung die Znstandsetzungsarbeiten zu erledigen, wurde auch für das neue Jahr gutgeheißen. Wie Oberbahnhofsvorfteher Feist mitteilen konnte, bringt der Sommerfahrplan die Einlegung eines Eilzugspaares mit durchgehendem Verkehr von Frankfurt über Gießen bis Fulda. Der von Frankfurt kommende Zug trifft danach 10.26 Uhr in Grünberg ein, während der Gegenzug am Nachmittag um 17.56 Uhr Grünbera passiert. Einige weitere Angelegenheiten, u. a. Werbung für das Schwimmbad, die Anlage eines Spielplatzes der Kleinen auf der Höfetränke, wurden noch besprochen. ± Nieder-Bessingen, 17. März. Am Reichsberufswettkampf der bäuerlichen3ugend beteiligten sich aus unserem Dorfe und der Umgebung 90 Burschen und Mädchen. 3m Anwesen des Landwirts Wilhelm Lotz III. hatten sie ihre Leistungen zu zeigen. Den Abschluß des Wettkampfes bildete ein Dorfgemeinschaftsabend im „Löwen". Ortsbauernführer B ö ch e r gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß der größte Teil der auswärtigen Wettkampfteilnehmer dazu erschienen war und wünschte allen Teilnehmern einige unterhaltsame Stunden. Bürgermeister Maul hielt sodann an Hand von Lichtbildern einen Vortrag über unsere Vorfahren, über ihre See» und Kriegstüchtigkeit. 3m weiteren Verlauf des Abends zeigten Mädchen vom BDM. einige luftige Reigen, ferner gelangten verschiedene Mundartgedichte, von echtem bäuerlichen Humor erfüllt, zum Vortrag. Man verbrachte einige Stunden in schöner Dorf- und Volksgemeinschaft. )( L i ch, 17. März. Am Sonntagnachmittag wurden in unserer Marienstiftskirche die diesjährigen Konfirmanden (23 Buben und 24 Mädchen, dazu 6 Mädchen aus dem Evangel. Erziehungsheim in Arnsburg) vorgestellt und geprüft. Die Konfirmation findet am Sonntag Palmarum statt. —/— Li ch, 17. März. Am Montagabend veranstalteten die beiden evangelischen Frauenhilfen einen gemeinsamen Vortragsabend. Sie hatten dazu den früheren Burenkommandant Koos 3 oste gewonnen, der im Weltkrieg sich als schlichter Soldat dem deutschen Heer zur Verfügung gestellt hatte. Der Namen des Nedners, der von früheren Fahren her bestens in der Gemeinde bekannt war, hatte auch diesmal wieder feine alte Anziehungskraft bewährt. Der Gemeindesaal war voll besetzt. Der Vortragende, dessen besondere Gabe darin besteht, ernste Wahrheiten in scherzhafter Weise den Zuhörern nahezubringen, berichtete aus dem Leben seiner alten und neuen Heimat und fesselte die Aufmerksamkeit der Frauen bis zum Ende. Gemeinsame Lieder und ein Begrüßungs- und Schlußwort des Geistlichen begannen und schlossen den schönen Abend. — Die evangelische Frauenhilfe 2 hielt gestern abend im schön geschmückten Gemeindesaal ihren Schlußabend ab, ber fast von allen Mitgliedern besucht war. Eine gemeinsame Kaffeetafel, verschiedene kleinere und größere Aufführungen, ein zu diesem Abend besonders zusammengestellter Chor mit seinen mehrstimmigen Liedern, der Vortrag von Mundartgedichten, die Ansprache des Geistlichen bereiteten den Frauen einige unterhaltsame Stunden, bei denen Ernst und Scherz in gleicher Weise zum Recht kamen. Eine Sammlung für den Kirchenerneuerungsfonds ergab 59 Mark. Für das Syrische Waisenhaus waren im Lauf des Winters 80 Mark gesammelt worden. Auch die Reisekasse erhielt aus selbstgearbeiteten Hand- und sonstigen Arbeiten einen ansehnlichen Zuschuß. Die Schlußfeier der Frauenhilfe 1 mußte aus verschiedenen Gründen auf die Zeit nach Ostern verlegt werden. 0 ÄÄK 0.42,0.35,0.26 -y xl nreronne 8A bedruckt, 120 cm breit . V y. Kunstseidene Dekoration»- % Stoffe, ca. 120 cm brt. mtr. V 1 Marktstraße 4—8 1845 A A? Ihr Heim braucht neue X. WcrülQuüniimHroni hat Dtr tiaroic läuft Der Welt. 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Entweder ist überhaupt kein äußeres Objekt vorhanden oder es wird in der Vorstellung verändert. Sinnestäuschungen kommen bei vielen Geisteskrankheiten vor (Stimmenhören bei Schizophrenie). aber auch vorübergehend bei geistig Gesunden, so in Fieberdelirien oder im Alkoholrausch. Bei wirklichen Sinnestäuschungen ist ärztliche Behandlung nötig. Dgl. Geisteskrankheiten. Siphon, griech., doppelt gebogenes Abflußrohr an Ausgüssen, das durch eine Verschraubung an der unteren Biegung gereinigt werden kann. Bei der Reinigung vergesse man nicht, einen Wässereimer unterzustellen. Siphon, Glasflasche, die mit kohlensäurehaltigem Wasser gefüllt ist. Durch den Druck der Kohlensäure wird das Wasser beim Bewegen eines Hebels durch ein dünnes Rohr ausgespritzt. Sippschaft, sämtliche Blutsverwandte eines Stammes. Die Sippenforschung ist weitergehend als die Ahnenforschung, die sich nur auf die unmittelbaren Vorfahren, Eltern, Großeltern, Ureltern usw. erstreckt. Die Sippschaftstafel gibt aber über das Erbgut eines Menschen viel mehr Aufschluß als die Ahnentafel. Sirup, dickflüssiger Zuckerrübensaft. der als Brotaufstrich dient und statt gebrannten Zuckers zum Färben von Tunken verwendet wird, sowie sogenannter Speisesirup, der aus Zuckerrübenfirup und Stärkesirup besteht. Sittich, gelehriger australischer Papagei; s. d. Sitzbäder sind Wasserbader für den Unterleib, besonders angezeigt bei Frauenkrankheiten, mit einem Zusatz von Kamillen, Staßfurter Salz, Heublumen, Moorlauge. Das Sitzbad muß gut warm sein, Dauer etwa 10 vis 20 Minuten. Sitzenbleiben, das Nichtversetztwerden eines Schülers in die nächst höhere Klasse, darf in der gleichen Klasse einer höheren Schule nur einmal eintreten, da der Schüler sonst die Anstalt verlassen muß. Skandal, lat., entbehr!. Fremd- wort für Ärgernis, Schmach, Schandgeschichte, Gemeinheit, grober Unfug, Lärm, Krach. Skat, Kartenspiel mit drei Spie- lern und 32 Karten, bei dem es sehr stark auf Berechnung an- Neber 50 Jahre Leser des Gießener Anzeigers. Abiturienten-Entlassungsfeier des Gymnasiums. Winnen, daß im Landgraf-Ludwig-Gymnasium ernste Erziehungsarbeit in der Ausrichtung auf unsere Volksgesamtheit geleistet wird. Die grobe Auswahl Die kleinen Preise Die sorgfältige Bedienung bei Der Fachmann für Kleider Giefcen, Neustadt 10 Frühjahrsmäntel 22.- 38^ 44.- Sportanzüge... 26- 38. 45.- Sakkoanzüge.. 29- 34.- 48 - 1846 A VM« ■■■■ * Alten-Buseck, 19. März. Der hiesige Wagner Ludwig Hofmann II., Flußstraße 4 wohnhaft, ist seit über 50 Jahren treuer Bezieher seines Heimatblattes, des Gießener Anzeigers. Herr Hofmann, der aus Wetterfeld stammt und seit 54 Jahren hier ansässig ist, kann am morgigen Samstag, 20. März, in voller Frische seinen 7 7. Geburtstag begehen. Er ist täglich noch von morgens bis abends in seiner Werkstatt beruflich tätig. Vor vier Jahren konnte er mit seiner Gattin das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Kreis Sdjotfen. )—( Ruppertsburg, 18. März. Der hiesige Männergesangverein veranstaltete am Sonntag im Schlörbschen Saale einen Liederabend, bei dem die Sänger den Besuchern mit Chören große Freude bereiteten, ferner gemeinsam gesungene Lieder der Sänger und der Besucher den Abend verschönten. Mehrere Mundartgedichte trugen noch zur Bereicherung des Abends bei. Der Erlös der Veranstaltung kam dem Winterhilfswerk zugute. Das Landgraf-Ludwig-Gymnasium veranstaltete gestern nachmittag in der Aula eine Entlassungsfeier für die Abiturienten. Im Mittelpunkt der Feier stand die Ansprache des Leiters der Anstalt, Oberstudiendirektor Or. löolkewitz, aus der wir einige Grundzüge wiedergeben. Zum ersten Male, so führte der Redner u. a. aus, veranstalte das Gymnasium eine Abschiedsfeier für seine Abiturienten. Diese Einrichtung solle für die Zukunft beibehalten bleiben. 33 Schüler erhielten in diesem Schuljahr die Reife: 17 Oberprimaner und 16 Unterprimaner. Alle konnten mit vollen Ehren bestehen. Ein Oberprimaner und vier Unterprimaner konnten auf Grund ihrer vorzüglichen Jahresleistungen von der mündlichen Prüfung befreit werden. Leider sei einer der besten Schüler, Ehrh. Manns, im blühenden Alter von 18 Jahren durch Tod aus den Reihen der Kameraden gerissen worden. (Das Andenken des Schülers wurde durch Erheben von den Plätzen geehrt, das Schülerorchester spielte das Lied vom guten Kameraden.) In seinen weiteren Ausführungen gab Dr. W o l k e w i tz einen umfassenden Rückblick auf die Geschichte des Landgraf-Ludwig-Gymnasiums und umriß dann die großen Aufgaben, die von jeher der Schule zu erfüllen waren. Er wies daraus hin, wie mit der raschen Entwicklung der deutschen Kultur und des deutschen Wirtschaftslebens im 19. Jahrhundert, in der erhöhten Wertschätzung des Nützlichen und im Leben praktisch Verwertbaren, die Forderung erhoben wurde, auch die realistischen Fächer in verstärktem Maße in den Lehrplan aufzunehmen. Wie alle anderen Gymnasien Deutschlands, so habe sich auch unser Gymnasium tapfer bemüht, diesen Aufgaben gerecht zu werden. Der Lehrplan sei wesentlich erweitert worden. Nur habe das Gymnasium, sollte es seine Eigenart nicht aufgeben, stärker betonen müssen, daß es seine vornehmste Aufgabe darin erblicke, den Ewigkeitswert und die bis in die Gegenwart fortwirkenden Kräfte der antiken Kultur aufzuweisen. Die heutige Zeit stehe zwar wieder im Zeichen eingreifender Reformen im Schulwesen, das humanistische Gymnasium werde aber in seiner jetzigen Form erhalten bleiben. Unter „Humanismus" verstehe man am Gymnasium den Glauben an den Kulturwert der Antike, und unter humanistischer Bildung verstehe man nicht allein die schulmäßige Vermittlung, sondern die aus diesem Kulturwert für das Leben gewonnene Allgemeinbildung. Erziehung zu echter, tiefer humanitas sei immer das Hochziel des Gymnasiums gewesen, wenn man sich auch darüber klar sei, daß diese Humanität nur eine deutsche Humanität sein könne. Neben den ungeheuren Geistesschöpfungen der Antike seien in gleichem Maße die Gedanken unserer deutschen Dichter zu verwerten. Unser Führer Adolf Hitler habe selbst in seinem Buche „Mein Kampf" eindeutig auf die erzieherischen Kräfte der Antike hingewiesen, die sich die Schule niemals entgehen lassen dürfe. Freudig und bewußt seien vom Gymnasium die Gedanken der Erziehung für Volk und Staat ausgenommen worden. Den Schülern werde aber auch das Vermächtnis der Gefallenen als das der Pioniere und Vorkämpfer für das Dritte Reich vermittelt. In feinen weiteren Ausführungen rotes der Redner auf einige besondere Erfolge der Schule hin. Im Turnen, Sport und Spiel seien beachtliche Erfolge erzielt worden. 63 Schüler konnten beim Deutschen Jugendfest 1936 mit der Siegernadel ausgezeichnet werden. Beim Schwimmwettkampf um die Ehrengabe des NSLB. ging die Schule als Sieger hervor. Im Vierkampf mit den anderen höheren Schulen Gießens wurde das Gymnasium zweiter Sieger. Viele Schüler erwarben sich das Reichssportabzeichen, den Grundschein und den Grund- und Leistunasschein der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft. Besonders erwähnenswert sei der Erfolg des Untersekundaners Hans-Dieter Fischer, der eine Handsertigungsarbeit anfertigte, die im Wettbewerb „Volksgemeinschaft — Wehrgemeinschaft" preisgekrönt wurde und nun mit einer-Wanderausstellung durch die Gaue geht Mit herzlichen Worten des Abschieds an die Abiturienten schloß Oberstudiendirektor Dr. Wolke- witz seine aufschlußreiche Ansprache. Der weitere Verlauf der Feier brachte eine Fülle von unterhaltsamen Darbietungen. Das Schülerorchester und der Schülerchor warteten mit guten musikalischen Darbietungen und mit einigen Volksliedern auf. Eine Reihe von Gedichtvorträgen, zum Teil sehr humorvoller Art, trug zur weiteren Unterhaltung bei. Schließlich wurden auch einige Szenen aus „Götz von Berlichingen" und die Rütliszene aus „Wilhelm Tell" aufgeführt und mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Mit einer kurzen Schlußansprache des Schulleiters fand die Feier in der üblichen Weise ihr Ende. Im Anschluß daran war den Teilnehmern der Feier noch Gelegenheit gegeben, eine Ausstellunq zu besuchen, in der eine Fülle von Arbeiten der Schüler aus dem Zeichenunterricht und aus dem Handfertigkeitsunterricht zu sehen waren. Die Ausstellung ließ erkennen, daß das Gymnasium eine Reihe außerordentlich begabter Schüler hat, die mit hervorragenden Leistungen aufwarten konnten. Vor allem gefielen die schönen Segelflugzeugmodelle. Auch eine Anzahl Bücher der erneuerten Schulbücherei war ausgestellt. Die Elternschaft konnte sowohl aus der Feier wie auch aus der Ausstellung den Eindruck ge- Grotze Stoffdiebstähle bei einer Frankfurter Firma. Jüdische Althändler verschachern das Diebsgut mit 300 v. h. Gewinn. LPD. Frankfurt a. M., 18. März. Bei einer Frankfurter Firma wurden seit Monaten größere Diebstähle von Dekoratio ns- st o f f e n , in der Hauptsache imprägnierten Nessel- toffen, ausgeführt. Durch eine überraschende Durchsuchung bei dem jüdischen Althändler I e r e t konnte Die zehn Trachtenfiguren, die die Männer der Deutschen Arbeitsfront am 20. und 21. März für das whw. anbieten, sind ein schönes Schmuckstück, das dir Freude bereitet und andern Arbeit verschafft hat. ein kleiner Teil des gestohlenen Gutes gefunden werden. Die weiteren Nachforschungen ergaben, daß auch der Bruder des Händlers, der ebenfalls einen Althandel betreibt, beim Absatz des Stehlgutes mitgewirkt hatte. Die beiden verschacherten etwa 10 Zentner Stehlgut mit einem Gewinn von 3 0 0 v. H. (1). Als Dieb wurde ein 34jähriger Mann ermittelt, der bei seiner Firma das größte Vertrauen genoß. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) M. G. in G. Die Beseitigung des Holzes, welches an dem auf der Grenze stehenden Zaun lagert, kann der Nachbar nicht, die Beseitigung des Hasen- stalles nur dann verlangen, wenn die von ihm ausgehenden Einwirkungen (Geruch) die Benutzung des Nachbargrundstückes wesentlich beeinträchtigen ober die Benutzung Ihres Grundstücks nach den örtlichen Verhältnissen ungewöhnlich ist. Beide Voraussetzungen dürften aber nach dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt nicht gegeben sein. Sch. in G. Ist die Ehe nach dem 1. Januar 1900 geschlossen und weder ein Ehe-, noch ein Erbvertrag errichtet worden, so ist der Ehemann zu xk und das gemeinschaftliche Kind zu 3A> gesetzlicher Erbe geworden.____ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr Samstagnach- mittag geschlossen Sketch kommt. Skat ist das abwechslungsreichste Kartenspiel. Sketch, engl., Vedeutung: Skizze, Entwurf, Bezeichnung für ein kurzes Bühnenstück. Skier, Schneeschuhe aus langen, vorn aufgebogenen und svitzen Holzschienen, mit einer Bindung, die den Ski am Fuße befestigt. Die Bindungen sind sehr mannigfaltig^ Eine besondere Kunst ist oas Wachsen der Skier, da es der jeweiligen Schneebeschaffenheit angepatzt sein muß. Skiläufen ist eine der schönsten und gesundesten Sportarten und hat in den letzten Jahren außerordentliche Verbreitung gefunden. Skikleidung soll man weniger nach der gerade herrschenden Mode als nach der Zweckmäßigkeit wählen. Wichtig bei der Skr- kleidung ist, daß sie wasierdrcht ist und der Stoff keinen Schnee haften laßt. Zweckmäßig ist Reißverschluß an den Taschen. Die Unterkleidung muß aus warmer Wolle sein. Es empfiehlt sich ferner^ außer zwei Paar Wollstrümpfen. einen Pullover, einen Wollschal sowie ein wollenes Stirnband zu tragen. Skistiefel müßen weit genug fein, um den Zehen auch bet zwei Paar Wollstrümpfen Spielraum zu laßen. Sie müßen doppelt genäht vollständig waßerdicht und durch eine festschließende Lasche vor dem Eindringen von Schnee geschützt sein. Skizze, ital., zeichnerischer Entwurf zu einem Bilde. Skoliose, seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule, manchmal an- Skrofulose geboren, oft aber die Folge schlechter Haltung in der Schule und bei der Arbeit oder einseitigen Tragens von Lasten. Skopolamin ist der Same des Bilsenkrautes, hat große medizinische Bedeutung zur Bekämpfung von Aufregungszuständen, wird auch in der Geburtshilfe angewandt. Vgl. Schmerzlose Entbindung. Skorbut, Scharbock, ist eine allgemeine Ernährungsstörung infolge ausschließlichen Genußes von Konserven mit Mangel an Vitamin C, das vor allem in frischen Gemüsen und in Obst enthalten ist. Es treten streifen- u. punktförmige Hautblutungen auf, Blutung ht die Gelenke, rheumatische Schmerzen und Anschwellung des Zahnfleisches mit nachfolgender Nerrose und äußerst üblem Mundgeruch. Kommt vor auf Schiffen und in Gefängnissen, bei kleinen Kindern mti unvernünftiger Ernährung als sog. Barlowsche Krankheit. Durch Genuß von frischem Gemüse, Obst usw. schwinden die Beschwerden meist rasch. Auf jeden Fall frage man den Arzt um Rat. Vgl. auch Säuglingsernahrung. Skrofulose bezeichnet jetzt zweierlei: 1. konstitutionelle Neigung, auf den geringsten Reiz mit langwieriger, schleppender Entzündung zu reagieren, bei geringsten Anlässen Auftreten von Katarrhen der Schleimhäute. Dieser Zustand wird als exsudative Diathese bezeichnet. Leichte Neigung. mit Tuberkelbazillen infiziert zu werden, von manchen 470 Selterwasser jederzeit ... im Winter, im Sommer — wann Sie es wollen, können Sie mit dem Heim-Siphon Selterwasser herstellen. Aber nicht nur das, auch andere Getränke lassen sich mit ihm bereiten. Der Heim-Siphon wird Ihnen bei Häuser gern gezeigt. J. 23. Hauser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. mit einer und gutem von Photo - Kreuzplatz 1855 A UfCDRE DRUCKSACHEN VVCRDC Brühl. Gie6en Vertretung: H, Wagener Gießen, Frankfurt. Straße 45 MAGIRUS MAGIRUSDIESEL bis 61/z to Nutzlast ,—i (Line Offenbarung für jeden Tierfreund! Tiere mit Gefühl und Verstand Eine allgemeinverständliche Darstellung der Forschungsergebnisse über das Seelenleben der Tiere mit praktischen Versuchsanleitungen von Dr. Werner Fischet, Leiter der Forschungsstelle für Tierseelenkunde am Westfälischen Zoologischen Garten zu Münster 140 Seiten mit 100 Abbildungen, in Leinen gebunden RM. 3.60. 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