Nr. 295 Erste? Blatt 187. Jahrgang Samstag, 18. Dezember 1957 tr|d)etm täq ltd), außer Sonnt aqs und Feiertags Beilagen Die Illustrierte ©teßenei Familienbiälter Heimat >m Bild Die Scholle MonatL-Bezugsprets: Mit 4 Beilagen NM 1.95 Ohne Illustrierte . 1 80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 225' Anschrift für Drahtnach richten Anzeiger Sietzen poftfchecktonto. grontfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drum und Verlag: Srühlsche Unioersilätrdruckerei «.Lange in Sietzen. Schrtstleitung und Seschästsftelle: rchulfttatze r Annahme von Anzeigen für öte Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grunbpretle für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf „Platzvorschrist nach vorh. Bereinbg.250/,, mehr. «rmählgte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein* spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Ser Führer dankt allen Schaffenden der Reichsaulobahn. Berlin, 17. Dez. (D9l23.) Die 2000 Reichsautobahnarbeiter, die als Gast der Reichsregierung in Berlin weilen und am Vormittag bereits eine Rundfahrt durch die Reichshaüptstadt unternommen hatten, vereinten sich dann zu einem gemeinsamen Mittagessen inderDeutschlandhalle. Lange, weiß gedeckte Tische füllten den ganzen Jnnenraum aus. Ein Wald von kleinen und großen Weihnachtsbäumen, die auf der Bühne aufgebaut waren, erhöhte die vorweihnachtliche Feststimmung. Zur Unterhaltung spielte der Musikzug der Leibstandarte Adolf Hitler. Für die Männer der Reichsautobahn war es eine besondere Freude, daß Reichsminister Dr. Goebbels das Wort an sie richtete. „Es ist ja das Schöne an allen Aufbauwerken des natto- nalfozialistifchen Staates", erklärte Dr. Goebbels unter stürmischer Zustimmung, „daß sie nicht nur der Führung zugute kommen, sondern auch dem Volke, und daß die ganze Ration mit dem Herzen unmittelbar an ihnen beteiligt ist." Dr. Goebbels erinnerte daran, daß Hunderttausende von Ausländern, die jährlich nach Deutschland kommen, tief bewegt und erfüllt von der Größe unseres deutschen Zeitalters in ihre Heimat zurückkehrten. „Da muß es auch für Sie, meine deutschen Autobahner, ein ergreifendes Gefühl fein, zu wissen: Was wir schaffen, trägt nicht nur zum Ruhme des Führers bei, zum Ruhme der Partei oder einiger weniger Männer, sondern das mehrt und erhöht die Würde und Größe des Volkes, zu dem auch wir gehören! Wir nennen mit Stolz die Reichsautobahnen die Straßen Adolf Hitlers, denn es war ein Mann, der feinen Namen und fein Vertrauen auf die Zukunft in dieses Werk setzte. Und es war auch die Erkenntnis eines Mannes, daß man sehr viel für die Zeit tun könne, daß man mehr aber für die Ewigkeit tun müsse. Viele Namen, die heute klangvoll find, werden in Jahrhunderten von der breiten Masse längst vergessen sein. Aber die Steinbrücken, die Sie, meine Autobahner, gebaut haben und die filbernen Bänder, die Sie durch die deutschen Wälder hindurchgezogen haben, stehen bann noch, und die nach uns kommenden Generationen werden sagen, das sind die Straßen, die Adolf Hitler fchuf." Der Kameradschastsabend. Ein Fest deutschen Schaffens im Beisein des Führers. Auf einem K a m e r a d s ch a f t s a b e n d hn Theater des Volkes weilte der Führer selbst unter den 2000 Reichsautobahnarbeitern. Gewaltig brausten die Heilrufe dem Führer entgegen, und voll herzlicher Freude und Verehrung erhoben die Männer der Reichsautobahn ihre Hände dem Führer zum Gruß. Generalinspektor Or. Todt erinnerte daran, wie zuerst der Führer anläßlich der Automobilausstellung im April 1933 und dann am ersten Feiertag der Nationalen Arbeit, am 1. Mai 1933, das Werk der Reichsautobahnen an kündigte. Dr. Todt sprach weiter von der Ueberroinbung alle Schwierigkeiten, bis sich bem gewaltigen Werk' entgegenfteUten, und bem ©anbei der Verhältnisse in Deutschland, der nicht deutlicher belegt werden könne als durch die Tatsache, daß in allen Teilen des Reiches die Arbeitsämter, die seinerzeit gegründet wurden, um 6,5 Millionen Arbeitslosen Almosen zuzuteilen, heute ausschließlich damit beschäftigt sind, die nötigen Arbeitskräfte für das aufbauende Deutschland zu finden. Unter den im nächsten Jahre fertig werdenden Strecken fei eine zusammenhängende Verbindung von rund 900 Kilometer von der Ostsee über Berlin—Leipzig—Nürnberg-München bis zur Grenze von Salzburg. Der deutsche Straßenbau habe in der kurzen Zeit von vier Jahren einen weiten Vorsprung vor allen anderen Ländern erreicht und damit neben der technischen eine politische Aufgabe erfüllt. Unter stürmischem Beifall der Autobahnarbeiter erklärte Dr. Todt: „Mein Führer, ich melde Ihnen hiermit die heute durchgeführte Freigabe des 2000 Kilometers. Dank der Mitarbeit aller ist das von Ihnen beim 1000. Kilometer eingenommene Bauziel für das Jahr 1937 erreicht worden. Ich bitte, als Erinnerung an diesen Ehrentag des deutschen Straßenbaues die von Prof. Klein (München) entworfene Plakette des 2000. Kilometers, die heute jeder von uns trägt, anzunehmen." Dann wandte sich der Generalinspektor an den Reichsverkehrsminister Dr. D o r p m ü l l e r. Er dankte ihm dafür, daß die Deutsche Reichsbahn ein hervorragendes technisches Personal den Reichsautobahnen zur Verfügung gestellt habe. Die Arbeit der Reichsbahner sei eine wesentliche Voraussetzung für die schnelle Inangriffnahme und flotte Arbeit der Reichsautobahn gewesen Unter nicht enden wollendem Jubel überreichte Dr. Todt dem Führer die Plakette und anschließend auch dem Reichsverkehrs- minister Dr Dorpmüller. Der Führer dankte Dr. Todt herzlich und sprach auch dem Reichsverkehrsminister seinen Dank /ms. Der Reichsaulobahnarbeiler Ludwig Brohler aus Frankfurt a. 2N. dunkle dann im Namen aller beteiligten Arbeitskameraden dem Führer. Diefer Mann, der selbst vom ersten Spatenstich zur Reichsautobahn an dem Merk mitarbeilet und heute noch auf der Bauteile Gießen beschäftigt ist, gab in bewegten Dorten dem Danke aller Ausdruck, die lange Zeit hindurch vergeblich nach Arbeit Ein heiterer Abschluß. suchten, die heule aber in fester Arbeit stehen, die im nationalsozialistischen Staat wieder frei geworden find. Wir wollen, fo erklärte er unter lauter Zustimmung feiner Arbeitskameraden, Ihnen mein Führer, bei ihrem großen Werke helfen. Wir glauben an unseren Führer, wir glauben an unser Volk, wir glauben an Deutschland! Der Führer spricht Dann legte derFührerselbstin überaus eindrucksvollen Ausführungen den 2000 Männern, die in allen deutschen Gauen an den Reichsautobahnen schaffen, Sinn, Zweck und Bedeutung dieses gewaltigen Werkes dar. Seine Worte zeugten von der tiefen inneren Anteilnahme, die den Schöpfer der Idee mit den Trägern und Gestaltern dieser für die Jahrhunderte bestimmten Straßenbauten verbindet. Diese Verbundenheit klang aus jedem seiner Worte, die aus dem Herzen kamen und zu Herzen gingen. Unter minutenlangem stürmischem Jubel gab der Führer seiner Freude und seinem Stolze über das größte Werk, das zur Zeit auf dieser Erde geschaffen und gestaltet wird, Ausdruck. Er verband damit denDankandendeutschen Arbeiter, aus dessen Reihen er selbst hervorgegangen sei und der immer am treuesten zu ihm gestände n habe. Dieses Denkmal der deutschen Arbeitsleistung sei nicht nur ein Werk des deutschen Geistes, sondern auch kws Werk der deutschen Arbeitskraft und der deutsR)en Faust. Die Arbeiter nahmen die Ansprache des Führers mit nicht endenwollenden Kundgebungen der Treue Und der Dankbarkeit auf. Begeistert und ergriffen stimmten sie in das Sieg-Heil ein, das Reichsminister Dr. Goebbels auf den Führer ausbrachte. Nach einer kurzen Pause und zur allgemeinen freudigen Ueberraschung wiederum im Bei- sein'Adolf Hitlers nahm dann der der heiteren Muse gewidmete zweite Teil des Kameradschaftsabends seinen Anfang. Die Berliner Theater und Varietes vor allem das Deutsche Opernhaus und die „Scala", hatten ihre besten Kräfte zur Verfügung gestellt. Die drei Fratinellis machten ihre urkomischen Späße. Den leicht beschwingten ländlichen Tänzen, von namhaftesten Solisten und der Tanzgruppe des Deutschen Opernhauses ausgeiührt, folgten die schier unglaublichen Künste der beiden Manginis italienischer Gladiatoren, bifr sich sozusagen gegenseitig als Turngerät benutzten und mit ihren kaum für möglich gehaltenen athletischen Leistungen begeisterten Beifall fanden. Dann wieder wurden die grotesken Trampolinkünste 'von Adriana und Charly zur Quelle ungetrübter Heiterkeit. Tänze nach amerikanischen Schlagern, wieder von deutschen Künstlern gezeigt, die staunenswerte Leistungen auf dem Drahtseil vollbringende Quin- tilitra. die unerhörten Zauberkunststücke der Mitglieder des Magischen Zirkels — fütwahr ein Programm, das an Abwechslung nicht hätte überboten werden können. Dann kam Weiß Ferdis Posse- „Autobahn — kein Bedürfnis nicht vorhanden!" Die Bauern von ' Haxefink, die sich „vom Automobil nicht über’n Haufen fahren lassen wollen", beratschlagten solange über die Begründung ihrer ablehnenden Haltung, bis die Autobahnarbeiter, schon tüchtig am Werke, den „Karnickelstall" abbrechen. Stürmischer Beifall wie nach jeder Darbietung! Die wundervollen Wiener Walzertänze, für die sich die gesamte Tanzgruppe des Deutschen Opernhauses unter Leitung von Rudolf Kölling zur Verfügung gestellt hatte, beschlossen den herrlichen Abend. Bis zum Schluß blieb der Führer bei seinen Autobahnarbeitern. w ■ W W M •> < V, -C »>>>><:> /.w» ■? F < :? ■ ,/ M •£: V-.y W- < - v 4 ’ -> - *-y7< ie die Versenkung der „Pa- nay" zuzulassen. Das englische Kanonenboot „Lady Bi r d" „ unb das amerikanische Flußkanonenboot „O a h u", die die Ueberlebenben des „Panay". Unglücks an Bord haben, sind in Schanghai eingetroffen. An Bord des amerikanischen Kreuzers „Augusta" wird eine kriegsgerichtliche Untersuchung d?s Unglücks stattfinden, zu der sämtliche verfügbaren Zeugen hinzugezogen werden. Sowjetrussische Flugzeuge auf chinesischer Seile. London, 18. Dez. (DNB. Funkspruch.) Wie „Daily Telegraph" aus Hongkong meldet, ist dort ein Amerikaner eingetroffen, der mitteilte, daß auf Der französische Luftfahrtminister Pierre Cot weilt in London. Er hatte mit bem Luftfahrt- mi nist er Lord Swinton eine längere Besprechung. „Daily Telegraph" weist darauf hin, daß England unb Frankreich in eng ft er Zusammenarbeit über alle Fragen der Aufrüstung stünden. Es sei durchaus möglich, daß ein Meinungsaustausch über Fragen der Militärluftfahrt geführt werde. Das Kriegsgericht in Jerusalem verurteilte eine zehnköpfige Araberfamilie aus Gaza. Die Anklage lautete auf unerlaubten Waf» fenbefiö. Das Gericht sprach ein Todes» urteil aus. Acht Angeklagte wurden zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt, während ein Ange- flagter mit einem Jahr Gefängnis davonkam. Die Debatte hierüber wirb sobald nicht zur Ruhe kommen, unb die Erkenntnis wirb wachsen, daß der idealistische Unter- *v*s? . I ;;Ä* kv-L-äD .*:? F W Zick-Zack-Nähmaschinen ein Wunderwerk deutscher Technik Oas Geschenk auf Lebensdauer Alleinverkauf für Gießen und llmg. H. Kraft Fernsprecher 3369, Seltersweg 30 Etwas „Süßes"! 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Januar der Jahre 1951 bis 1956 wird je ein Sechftel des gesamten Betrages der Schahanweisungen nach vorangegangener Verlosung zum Nennwert zurückgezahlt werden, so dah die durchschnittliche Laufzeit sich auf 15 Jahre errechnet. Das Reich behält sich jedoch die Kündigung aller Schahanweisungen dieser Folge oder von Teilen der Schahanweisungen dieser Folge nach Ablauf von 5 Jahren vor. Der Zinslauf beginnt am 1. Januar 1938. Von dem Gesamtbetrag dieser Emission sind bereits 250 Millionen R M. fest gezeichnet worden. Die verbleibenden 750 Millionen RM. werden durch das unter Führung der Reichsbank stehende Anleihekonsortium zum Kurse von 98,75 v. h. zur öffentlichen Zeichnung ip der Zeit vom 3. bis 18. Januar 1938 aufgelegt. Die Einzahlungen durch die Zeichner aus die zugeteilten Schahanweisungen verteilen sich auf die Zeit vom 26. Januar bis 8. März 1938, und zwar sind 40 v. h. am 26. Januar und je 20 o. h. am 10. Februar, 24. Februar und 8. März 1938 zu entrichten. Frühere Zahlungen sind zulässig. Die neuen Reichsschahanweisungen sind mündelsicher, ihre Stücke sind bei der Reichsbank lombardfähig. Die Schahanweisungen können auf Antrag in das Reichsschuldbuch eingetragen werden. Ein dahingehender Antrag kann sofort bei der Zeichnung gestellt werden. Personalveränderungen im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda. Berlin, 17. Dez. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels hat den stellvertretenden Leiter des Reichspropagandaamtes München-Oberbayern und Leiter des Gau-Kulturamtes der NSDAP. Gau München Ernst Leichtenstern als Nachfolger des verstorbenen Ministerialrates Dr. Ernst Seeger zum Leiter der Abteilung Film seines Allmisteriums bestellt. Gleichzeitig ist der Direktor der Städtischen Galerie und Lenbach-Galerie in München Dr. Heinrich Hofmann zum Leiter der Abteilung bildende Kun st im Reichsministerium für' Volksaufklärung und Propaganda ernannt worden. Zu seinem persönliche mRefe- r e n t e n hat Reichsminister Dr. Goebbels den bisherigen Gaupropagandaleiter und Leiter des Reichspropagandaamtes Schlesien SA.-Oberführer Dr. Werner Naumann ernannt. Zum zweiten persönlichen Referenten des Ministers wurde der fj- Hauptsturmführer Georg Wilhelm Müller ernannt. Der bisherige Referent in der Presseabteilung SA.-Sturmbannführer> Alfred Heusinger von Walüegg wurde in die 2lüjutantur des Ministers versetzt. Der ^-Untersturmführer Ober- regierungsrat Dr. Zeller tritt als persönlicher Referent in das Büro des Staatssekretärs Hanke, Oberregierungsrat Werner Stephan als persönlicher Referent in das Büro des Staatssekretärs Reichspressechef Dr. Dietrich über. Amerikas Aufrüstung zur See. Washington, 18. Dez. (DNB.) Dem Kongreß ging der neue Marinehaushaltsplan zu, der Gesamtausgaben in Höhe von 565 Millionen Dollar vorsieht. Das sind 4 7 Millionen Dollar mehr als 1937. Präsident Roosevelt bewilligte diese Summe, um den Bau von zwei weiteren Schlachtschiffen zu ermöglichen. Außerdem sollen im nächsten Jahr zwei 7500-Ton^ nen-Kreuzer, acht Zerstörer, sechs Unterseeboote, ein Minenleger und mehrere Hilfsfahrzeuge gebaut werden. Da mit dem Bau von zwei Schlachtschiffen bereits begonnen worden ist, wird die amerikanische Flotte nach Fertigstellung der jetzt vorgesehenen Neubauten insgesamt vier Schlachtschiffe zü 35 000 Tonnen besitzen. Diese Zahl wird aus der nächsten Kongreßtagung noch erhöht. Die Kosten für jedes Schlachtschiff werden auf rund 60 Millionen Dollar geschätzt. Deutschland und Großbritannien im Welthandel. Bei dem Jahresessen, das die Deutsche Handelskammer für Großbritannien am 13. Dezember in London veranstaltete, hat das Vorstandsmitglied der Deutschen Reichskreditgesellschaft, Dr. Otto Christian Fischer^ grundlegende Ausführungen über den Wirtschaftsverkehr der beiden Länder gemacht. Obwohl beide Länder industriell hochentwickelt sind und auf vielen Gebieten die gleichen Waren herstellen, sind sie in den letzten Jahren gegenseitig die besten oder doch besonders gute Kunden gewesen. Dies hat seinen Grund darin, daß in beiden Ländern die Industrie stark spezialisiert ist, und daß sich in einer Reihe von Waren ein herkömmliches lebhaftes Geschäft herausgebildet hat. Dr. Fischer hat in seiner Londoner Rede die Hoffnung ausgesprochen, daß die bevorstehenden englisch-amerikanischen Wirtschaftsabmachungen zu einer Erweiterung des Welthandels und damit auch zu einer Erhöhung des deutschen Anteils an diesem Handel fuhren mögen. In der Tat wird man außerhalb der beiden beteiligten angelsächsischen Mächte von einem englisch-amerikanischen Handelsvertrag erhoffen können, daß er einen solideren Zug in die internationale Kreditgewährung und auch in das Währungswesen hineintragen wird und daß er auch der Auftakt zu einer internationalen Schuldenrevision sein wird. Der deutsch-englische Warenaustausch hat in der Zeit von 1929 bis 1932 jenen scharfen Abstieg fast auf den dritten Teil erfahren, den der- gesamte deutsche Außenhandel erlitten hat. Der Abstieg hat sich in den nächsten' Jahren fortgesetzt. Es waren die Jahren, in denen Großbritannien versuchte, die deutschen Außenhandelsüberschüsse durch Verrechnung einzukassieren und zur Abtragung laufender Schuldverpflichtungen zu verwenden. Erst als sich die Londoner Regierung im Jahre 1935 bereit fand, an die Stelle des Verrechnungsabkommens ein echtes Zahlungsabkommen zu setzen, erfuhr der Warenaustausch eine Wiederbelebung. Uebrigens ist das Vorgehen Großbritanniens für andere Länder beispielgebend gewesen. Wenn sich in den letzten Monaten eine Erleichterung im Warenaustausch mit einer Reihe von europäischen Ländern feststellen läßt, so ist das wesentlich darauf zurückzuführen, daß Großbritannien das früher starre Verrechnungssystem aufgab. Daß auch als Folge dieser Belebung und der Wiederherstellung der freien Zahlung die Nachfrage nach Z a h l u n g s k r e d i t e n gestiegen ist, konnte man bei den jüngsten Stillhalteverhandlungen in London feststellen, wo der Umfang der sogenannten Rembours-Kredite auf Kosten weniger gebräuchlicher Kreditformen erhöht wurde. Der deutsche Festredner auf dem Londoner Handelskammer-Bankett hat sich mit der unterschiedlichen Haltung zweier Länder beschäftigt, deren eines über eine an Reserven reiche Volkswirtschaft, deren anderes aber über eine noch ungenügend ausgestattete Volkswirtschaft verfügt. Es ist nicht überflüssig, immer wieder darauf hinzuweisen, daß Deutschland die Versorgungs-, Lieferungs- und Zahlungsmethoden rohstoffreicher und kapitalstarker Länder nicht nachahmen kann, wenn es nicht in große Schwierigkeiten geraten will. Der Vierjahresplan ilt, von einem höheren Standpunkt aus gesehen, ein großzügiger Versuch Deutschlands, sich aus seiner beengten Lage zu befreien und jene Beweglichkeit zu erlangen, die ihm bisher fehlte und die anderen Industrieländern einen so großen Vorsprung verschafft hat. An der Veranstaltung der Deutschen Handelskammer in London nahm auch der deutsche Botschafter von Ribbentrop teil, der Ende Februar auf der Leipziger Frühjahrsmesse jene vielbeachtete Rede über Deutschlands positive Einstellung zum Außenhandel gehalten hat. Dr. Fischer hat in London bestätigt, daß Deutschland auch heute keinen Autarkie-Ideologien nachhinge, wenn es sich von der drückenden Abhängigkeit von ausländischer Zufuhr zu befreien suche. Unter den Gästen vom 13. Dezember weilte auch der englische Wirtschaftspolitiker Sir Frederic Leith-Roß, der vor einigen Monaten im Auftrage der englischen Regierung Wirtschafts- und Finanzverhandlungen im Fernen Osten geführt hat und der voraussichtlich die Leitüttg der englischen Abordnung in den Wirtschaftsverhandlungen mit Amerika übernehmen wird. Auf den' ersten Blick könnte es scheinen, der Wunsch Dr. Fischers, auch Deutschland möge aus einer angelsächsischen Wirtschaftsverständigung profitieren, fei im wesentlichen eine Höflichkeitsphrase gewesen. Die englisch-amerikanischen Verhandlungen zielen darauf ab, das britische Mutterland von seinen Rohstoff- und Nahrungsmittelbezügen aus entlegenen Reichsteilen wie Südafrika, dem Australischen Bund, Neuseeland und Indien unabhängiger zu machen als bisher. Dem soll der Ausbau der Wirkschaftsbeziehungen über den Atlantischen Ozean dienen. Daneben strebt aber Großbritannien auch eine Belebung der Einfuhr an Agrarprodukten, Holz, Eisenerz usw. aus nordeuropäischen Ländern an. Das starke Interesse, das man in England gegenüber den jüngsten Amsterdamer Verhandlungen der sogenannten „Oslo-Staaken" bekundet hat, zeigt, wie sehr den Londoner Wirtschaftspolitikern um gute Beziehungen zu den nordeuropäischen Ländern zu tun ist. Ein englisch - amerikanischer Wirtschaftsvertrag würde also keineswegs eine Abkehr des Vereinigten Königreiches von den europäischen Wirtschaftsländern ' bedeuten. Vielmehr könnte es sich nach wenigen Jahren als notwendig erweisen, daß auch zwischen Großbritannien und Deutschland Wirtschaftsabmachungen grundsätzlicher Art getroffen werden, wie sie jetzt zwischen den beiden angelsächsischen Ländern angestrebt werden. Cr. Aus aller Welt. Rektoralsübergabe an der Technischen Hochschule Darmstadk. In der Technischen Hochschule D a r m st a d t fand die UeVergabe deZ Rektorats von Prof. Dr.-Jng'. Hüb en er auf Prof. Dr.-Jng. Lieser statt. Der scheidende Rektor ging besonders auf die Tätigkeit des Instituts für Leibesübungen, des Studentenwerks und der flugtechnischen Fachgruppe ein. Die Zahl der eingeschriebenen Studierenden ohne Gäste betrage im laufenden Wintersemester 1105. Sodann übergab Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger dem neuen Rektor Professor Dr.-Jng. Lieser als äußeres Zeichen seiner Amtswürde die Amtskette. Der Studentenführer Hümmerich dankte dem scheidenden Rektor für das gute Verhältnis, das zwischen Dozenten und Studenten unter seiner Leitung bestanden habe, und gab der Hoffung Ausdruck, daß ein gleich gutes Verhältnis auch zwischen der Studentenschaft und dem neuen Rektor bestehen möge. In seiner Antrittsrede behandelte dann Professor Dr. Lieser Aufgaben und Zielsetzungen der Hochschule und gab Mitteilung von seinen Plänen für seine Amtszeit. Anschließend fand die Besichtigung mehrerer Institute der Technischen Hochschule statt. Am Abend veranstalteten die Studierenden in Wiederaufnahme einer früheren Tradition zu Ehren des Reichsstatthalters und des neuen Rektors einen Fackelzug. Bedrohliches Ansteigen des Tiber-hochwasters. Das Hochwasser des-Tiber ist innerhalb der letzten 24 Stunden um weitere 2ll- Meter auf 16,75 Meter gestiegen, eine seit 1870 nicht mehr verzeichnete Höhe. Die Wassermassen, die an sämtlichen Tiber-Brücken Roms die Bogenöffnungen fast bis an den Rand füllen, bieten einen bedrohlichen Anblick. Der historische Ponte Milvio erscheint stark gefährdet. Hier sind die Wassermassen über die Ufer getreten und haben auf dem in der Nähe des Forums Mussolini gelegenen Platz bereits eine Höhe von 1,50 Meter erreicht. Die Gebäude auf der Tiber-Insel stehen bis zum ersten Stockwerk unter Wasser. Bis jetzt wurden über 600 Rettungsaktionen in der Umgegend von Rom erfolgreich durch- geführt, wenngleich sich großer Sach- und insbesondere Viehschaden nicht verhindern ließ. Da bei den anhaltenden Regenfällen trotz der günstigeren Meldung aus.Orten, wo innerhalb der letzten sechs Stunden ein Rückgang von über einen Meter zu verzeichnen ist, ein weiteres Ansteigen des Tiber nicht ausgeschlossen erscheint, wurden neuerliche Vorkehrungsmaßnahmen getroffen. So wurden die Insassen des Krankenhauses auf der Tiber-Insel in andere Krankenhäusern übergeführt. In den tiefer gelegenen Quartieren hat man teilweise mit der Räumung der Ladung begonnen. In Trastevere ist das Wasser bereits in die Straßen eingedrungen. An der Tibermündung bei Ostia haben die lieber» schwemmungen ein besonders starkes Ausmaß erreicht. Der Ort Fiumicino steht völlig unter Wasser'. Zwei schwere Unfälle bei der britischen Luftwaffe. Die britische Luftwaffe hatte wieder zwei schwere Unfälle zu verzeichnen, bei denen drei Flieger getötet und drei verletzt wurden. In der Nähe von Stanstead-Park stießen zwei Maschinen zusammen. Die beiden Insassen versuchten, sich durch Fallschirmabsprung zu retten, befanden sich jedoch nicht hoch genug, so daß die Schirme sich nicht rechtzeitig öffneten. Die beiden Flieger fanden den Tod. Der zweite Fall ereignete sich in Suffolk, wo ein Bomber abstürzte. Hierbei wurde ein Besatzungs- Mitglied getötet, drei erlitten Verletzungen. Drei italienische Militärflieger verunglückt. Ein von dem norditalienischen Flughafen Ronchi zu einem Uebungsflug aufgestiegenes Militärflugzeug ist in der Höhe von Spilimbergo (Provinz Udine) infolge dichten Nebels gegen einen Hügel geflogen. Die dreiköpfige Besatzung des in Brand geratenen Flugzeuges ist bei dem Unglück ums Leben gekommen. Brasilienflug eines italienischen Rekordfliegers. Der italienische Rekordflieger S t o p p a n i ist mit einem Wasserflugzeug von dem sardinischen Flughafen Elmas aus zu einem Brasilienflug gestartet. Wegen der überaus ungünstigen Flugbedingungen über dem Mittelländischen Meer wird Stoppani in Cadiz landen, um an einem der nächsten Tage von dort aus auf seinem Brasilienflug den internationalen Distanzrekord auf gerader Strecke für Wasserflugzeuge zu brechen. schwere.Zchneestürme in Lettland. Schwere Schnee stürme haben in den letzten Tagen in Lettland schwere Schäden angerichtet. In Lettgallen erfror eine Frau nach stundenlangem Umherirren, obwohl sie nur 150 Schritt von ihrem Hause entfernt war. Ein Mann schlief ermattet am Wege ein und erfror ebenfalls. Der Schnee liegt WILH. REUSCH Juwelen, Gold- und S/Iberwaren Bestecke. Alpina-Uhren 8454D Gießen, Seltersweg 65, Tel. 2284 in einigen Gegenden des Landes, namentlich in den Wäldern, bis zu einem Meter hoch, so daß der Verkehr fast vollständig stockt. Von 75 Omnibuslinien verkehren nur noch acht. Die Kinder können vielfach die Schule nicht besuchen. Der Eisenbahnverkehr wird oft mit außerordentlichen Verspätungen durchgeführt. Die Milchversorgung ist bereits ins Stocken geraten. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Durch die Verlagerung der gestrigen Ostsee- Störungen haben die Niederschläge von Nordwestdeutschland südwärts weitergegrifsen. Sie bestehen im Pebirge aus Schnee, gehen aber in den Niederungen teilweise in Regen üher. Zunächst kann im Bereiche des vordringenden Hochdruckgebietes mit Wetterbesserung, aber auch Anziehen der nächtlichen Fröste gerechnet werden. Aussichten für Sonntag: Vielfach Hunstig, sonst wolkig bis heiter, nur vereinzelte Regenfälle. Nachts Frostzunahme, Tagestemperaturen in den Niederungen um 0 Grad, Winde aus meist nördlicher Richtung. Aussichten für Montag: Wolkig bis heiter, nachts meist Fröste, im allgemeinen trocken. Lufttemperaturen am 17. Dezember: mittags 2,1 Grad Celsius, abends 1,1 Grad: am 18. Dezember: morgens 0,7 Grad. Maximum 2,3 Grad, Minimum heute nacht 0,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. Dezember: abends 0,6 ©rat); am 18. Dezember: morgens 0,6 Grad. ■— Niederschläge 0,4 mm. Mnlerfportmöglichkeilen. Vogelsberg: Herchenhainer Höhe: Leichter Schneefall, — 4 Grad, Gesamtschneehöhe 33 cm, Neuschnee 3 cm, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. — Hoherodskopf: Leichter Schneefall, —5 Grad, Gesamtschneehöhe 45 cm, Neuschnee 5 cm, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. > Rhön. Wasser kuppe: Leichter Schneefall, —4 Grad, Gesamtschneehöhe 50 Zentimeter, Neuschnee 7 Zentimeter, Pulverschnee, Ski und Rodel gut.— Gersfeld: Bewölkt, — 1 Grad, Gesamtschneehöhe 5 Zentimeter, Neuschnee 2 Zentimeter, Pulverschnee, Ski gut, Rodel mäßig. Sauerland. Winterberg: Schneefall, — 4 Grad, Gesamtschneehöhe 43 Zentimeter, Neuschnee 8 Zentimeter, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Bewölkt, —3 Grad, Gesamtschneehöhe 18 Zentimeter, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. — Berchtesgaden: Bewölkt, —3 Grad, Gesamtschneehöhe 15 Zentimeter, Pulverschnee, Ski gut, Rodel mäßig. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Polittk und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 37: 10 780. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. tttehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Etwas Elektrisches ist so praktisch. 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Dezember (957 ^andgSoffen zur kleinen Zeitgeschichte Don Ernst von Arebelschüh. Welche Anziehungskraft der Film auf die amerikanische Dollarphantasie hat, zeigt nichts deutlicher als das Ueberangebot von Kindern, dem eine Neuyorker Zeitschrift eine ausführliche statistische Betrachtung widmet. Danach sind innerhalb des letzten Jahres 100 000 Kinder im Alter von 14 Tagen bis 18 Jahren nach Hollywood verfrachtet worden, um auf ihre Geeignetheit für den Film geprüft zu werden, was natürlich in den weitaus meisten Fällen damit endet, daß sich die hoffnungsvollen Eltern in der naiven Erwartung, der Welt einen neuen Star geschenkt zu haben, betrogen sehen. Denn das Hauptkontingent dieser kleinen Anwärter auf den Ruhm stellen in der Tat d ie B a b y s , die noch immer die besten Aussichten für ein gutbezahltes „Engagement" haben. Es gibt da genaue Honorarabstufungen für den Aufnahmetag: Babys im zarten Alter von einer Woche bis zu einem Monat bekommen 75 Dollar, die älteren zwischen zwei und drei Monaten können nur mit 50 Dollar rechnen, und die sechs Monate alten Kinder gar nur mit 25 Dollar. Das ist nicht übermäßig viel; 'immerhin- lohnt es sich für geschäftstüchtige amerikanische Ehepaare, Kinder in die Welt zu setzen, vorausgesetzt, daß diese möglichst schon im Augenblick nach der Geburt Eigenschaften zeigen, die auf schauspielerische Begabung schließen lassen. Damit ist freilich keineswegs eine Bombenkarriere als Filmbaby gewährleistet. Denn darüber befindet, wie gesagt, 'erst die Prüfungskommission, die — wie die Statistik verrät — unter 100 000 Kindern nur ein einziges auswählt, das vielleicht einmal würdig ist, Shirley Temples Nachfolger auf der weißen Wand zu werden. Und das ist doch ein Trost unter so viel Unglücksmenschen. Man sollte nicht vorsichtig genug beim A b - schließen von Wetten sein. Das hat jüngst Lord Howe, Englands berühmtester Autorennfahrer, zu seinem Schmerz erfahren müssen. Er beanstandete die Organisation des Straßenverkehrs in London und erklärte öffentlich, daß er sich verpflichte, seinen Hut zu verspeisen, wenn es dem englischen Verkehrsminister Leslie Bürgin gelänge, am Sonntag die Strecke zwischen Brighton und London im Auto zurückzukegen, ohne mindestens eine Stunde durch Verkehrsstockungen aufgehalten zu werden. Warum er sich darauf kaprizierte, ausgerechnet einen Hut aufzuessen — man versuche sich vorzustellen, daß es ein Zylinder ist! — bleibt unerfindlich, aber es 'ist ja das Vorrecht des britischen Spleens, Gedanken zu haben, die das europäische Normalmaß nicht faßt — genug, Lord Howe schien seiner Sache so sicher zu sein, daß er mit der Möglichkeit eine Verlustes seiner sonderbaren Wette wohl nicht gerechnet haben mag. Allein, es kam anders. Englands Verkehrsminister, der ein Mann von Humor sein muß — bei Ministern eine, wenig verbreitete Eigenschaft! — ging auf die Wette ein und — gewann sie. Und jetzt verlangt er, daß Lord Howe seinen Hut csufißt! Die Zivilisation macht Fortschritte. Oder ist es etwa gar nicht die Zivilisation, sondern d i e Furcht vor der Zivilisation, die a-uf immer neue Mittel sinnen muß, um die Errungenschaften der Technik durch Schutzmaßnahmen unwirksam zu machen? Man möchte es glauben, wenn man hört, daß soeben das Rijsmuseum in Amsterdam Vorrichtungen getroffen hat, um das größte und berühmteste Gemälde Rembrandts, dü ,,N achtwache" bei Fliegcr- gefahr in einer Art bombensicheren Unterstand verschwinden zu lassen. Das geschieht, indem eine, für diesen Fall genau einerevzierte Museumswache mit wenigen Handgriffen das riesige Bild über einen schmalen Luftschacht stellt, eine Kurbel in Bewegung setzt und die Nachtwache so in kürzester Zeit1 ganz anderes. Er wird einfach nach der bewährten in den betonierten Museumskeller befördert. Rem- Maxime handeln: mache von dir reden, brandt im Luftschutzraum — kann die Gefahr, die und du hast schon halb gewonnen. unserer Kultur droht, knapper und handgreiflicher gekennzeichnet werden. In Varis wirbt ein Schriftsteller, der bisher noch keine Bekanntschaft mit dem Ruhm gemacht hat, für den Gedanken, dem „unbekannten Dichter" e i n D e n k m aT zu errichten. Was dem unbekannten Soldaten recht sei, müsse dem unbekannten Dichter billig lein. Der Vergleich hinkt zwar bedenklich, allein unser Schriftsteller ist um Gründe nicht verlegen. Der unbekannte Dichter sei, wie in dem Aufruf für das Monument näher ausgeführt wird, „eine tieftraurige rührende G e ft a l t" , da ihm für alle feine Mühe kein Lohn zuteil werde und sogar sein Name spurlos in der Zeit verwehe. Nun braucht man allerdings kein Dichter zu sein, um Ursache zu haben, sich über mangelnde Beachtung seitens der Mit- und Nachwelt zu beschweren, und auch in Paris würde sich kaum genügend Platz finden, wollte man das Andenken all dieser unbekannten Existenzen durch ein Denkmal ehren, zumal es bereits an Denkmälern bekannter Existenzen so viele und so minderwertige hat, daß man sich ernstlich überlegt, auf welche Weise man sich ihrer mit, Anstand wieder entledigen kann. Allein diesem Pariser Literaten, der hier so eifrig für „sein" Denkmal wirbt, ;ift es wohl überhaupt weniger um seine armen verkannten Kollegen zu tun, als um etwas Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! WeihnMen an Nord. M.-D. I m Südatlantik. Wenn am Heiligen Abend bei uns die Christglocken läuten, feiern auch die Besatzungen unserer Schulschiffe im Ausland ihr Weihnachtsfest. Wenn die Umgebung auch fremd ist, die Feier ist gleichermaßen stimmungsvoll wie bei den Kameraden, die in der Heimat an Bord zusammensitzen. Am Weihnachtstag umschließt das Band der Kameradschaft die Besatzung eines Auslandskreuzers noch enger als sonst. Es ist ein schöner Brauch bei der Marine, daß die'einzelnen Divisionen an Bord in der Anfertigung von hübschen Weihnachtsarbeiten wetteifern. Mit Eifer und Geschick werden kunstvolle Transparente und technische Wunderdinge angefertigt: vollständige Schiffsmodelle, Heimatlandschaften, seemännische Zisr- arbeiten — der Phantasie sind keinerlei Schranken gesetzt. Aengstlich werden die Geheimnisse gehütet, denn jede Division will etwas Besonderes bieten. Christbaumschmuck entsteht, damit die' Tannenbäume, die kurz vor dem Heiligen Abend mit einem deutschen Dampfer eintreffen, in herkömmlicher Weise aufgeputzt werden können. Der* Vorlag und der Morgen des 24. Dezember ist der gründlichen Schiffsreinigung und dem Ausschmücken der Wohnräumx mit Flaggen und Schmuck gewidmet. Auf dem Oberdeck, unter der Kriegsflagge, wird gewöhnlich der Platz für den Gottesdienst hergerichtet. Es ist der Nachmittag des 24. Dezember. Gegen 16 Uhr kommen die Ausländsdeutschen an Bord, um zusammen mit „ihren" deutschen Seeleuten den Weihnachtsgottesdienst auf deutschem Boden zu erleben, und gemeinsam hören sich auf der Schanze des Schiffes die Weihnachtsgeschichte, die der Schiffspfarrer nach alter Sitte verliest. Die Bürdkapelle fetzt ein, und nun klingen über den fremden Hafen hin, in den tropisch warmen Nachmittag, unsere deutschen Weihnachtslieder. Dann werden die deutschen Gäste an Bord bewirtet. Wenn sie das Schiff verlassen haben, um selbst mit ihren Familien zu feiern, finden sich in den Wohnräumen die einzelnen Divisionen zusammen, um gemeinsam mit ihren Offizieren und Maaten unter dem brennenden Weihnachtsbaum zu be- Man kann es der Verwaltung einer Stadt, wie Herford, die eine Geschichte von elf Jahrhunderten hinter sich hat, nicht verdenken, wenn sie zu ihrem Ruhme etwas Ungewöhnliches tut. Der Magistrat hat nämlich im vergangenen Sommer durch einen Beauftragten des städtischen Verkehrsamtes Unterrichtskurse veranstaltet, zu denen alle Angestellten des Gaststättengewerbes ' eingeladen waren, um in die reiche Heimatgeschichte der alten, Stadt eingeweiht zu werden. , Natürlich nicht, um ihre Weisheit für sich zu behalten, sondern um die erworbenen Kenntnisse im täglichen Verkehr mit den Gästen an diese weiterzugeben, also dafür zu sorgen, daß niemand Herford verläßt, ohne beim Servieren des Frühstücks von einem ortskundigen Kellner Genaueres über die historischen Vorkommnisse, den Stil der Kirchen usw. zu erfahren. Wer also in Zukunft Herford besucht, wird sich darauf gefaßt machen müssen, daß ihm das Zimmermädchen, wenn er ein zweites ' Handtuch verlangt, einen Vortrag über Ludwig den Frommen hält ober die Erfüllung des Wunsches des Gastes davon abhängig macht, daß er zuvor das Geburtshaus des Baumeisters Pöppel- mann besichtigt. Leider erfährt man nicht, wie sich bisher die Kundschaft zu der neuen Einrichtung verhalten Hut. Weihnachten in alter Welt. Unsere ständigen Ausländskorrespondenten berichten ... scheren. Jedermann findet auf seinem Platz die Geschenke der Kameraden und vor allem auch die Pakete und Briefe seiner Lieben daheim. Die freudige Feststimmung steigert sich, wenn die bis dahin sorgsam verhüllten Weihnachtsarbeiten den staunenden Augen der Kameraden preisgegeben werden. Der Kommandant, begleitet vom Ersten Offizier und vom leitenden Ingenieur, vom Bootsmann und vom ältesten Maschinisten, macht einen Rundgäng durch das Schiff, um jedem einzelnen Mann der Besatzung ein frohes Weihnachtsfest zu wünschen. Bei jeder Division bleibt er eine Weile, sieht die Geschenke an und bewundert die Weihnachtsarbeiten der geschickten Bastler. Auch das Wachpersonal an Deck und in der Maschine vergißt der Kommandant auf seinem Rundgang nicht. Bald werden die Wachhabenden abgelöst feir\ und an der Feier teilnehmen können, die'die ganze Besatzung jetzt bei einem Glas dampfenden Punsches versammelt. Klemer WechnschWilderbogen a'ls Kopenhogkn. P. T. K. Kopenhagen. Als im Dezemberwind die Flockenkinder der Schneekönigin, immer seltenere Gäste seit der guten alten . Zeit, als Andersen ihre Geschichte erzählte, um die vielen Türme und über die Dächer dahinflogen und ein Sausen vom Meer über das Straßengelärm hinwegwehte, da gingen alle neugierig, mitten Kleinen an der Hand die Großen, auf den Strög, um nach dem Weihnachtsputz zu sehen, wie die geschmückten Tannenbäume sich diesmal wohl ausmachten vor den Kaufläden und wieviele Glocken und Sterne silberschimmernd im Grün der Tannengewinde hingen über gabenvollen Schaufenstern und von Haus zu Haus über die wagengefüllte Straße. Eingebrannt ist dieses vertraute Bild ih .das Porzellan des Kopenhagener Weihnachtstellers von diesem Jahr, tiefblau wie die drei Wellenlinien im weißen Jnnenkreis der Rückseite. Für die Wasser der Sunde und Belte, die die vielen hundert Inseln Dänemarks umspülen, sind diese Linien das Zeichen und auch für die Wege in den Hafen der I Kaufleute, so einer noch nicht wissen sollte, daß dieser Sinn hinter dem Namen Kopenhagen steht, I auf dessen Kanälen die Schiffe hingleiten können | bis zu den Märkten im Innern der alten Stadt, । die immer verwundert aufhvrcht, wenn sie einmal । im abnehmenden Wind eine Stunde lang nicht das । langgezogene Tuten der Dampfer hört. Heber die feUgebotenen Waren, die des Landes I Fleiß und Kunst zeigen, halten Wichtelmänner die ’ Wacht. Den „Nissemand" hier mit der roten Kapuze, den Nissemand da mit der blauen Hose, alle die Reinen schmunzelnden Graubärte zu zählen, ist ' eine Preisaufgabe, deren Lösung nahezukommen, ! viele Kinderwangen jetzt heiß macht und viele Bleistifte' kürzer. Aber ob am Ende des Strög, wo- ' hin zu gelangen jetzt so lange dauert, weil überall I unterwegs so viel Hübsches und Neues zu sehen | ist, inmitten des großen Steinrunds auf dem Platz ; vor dem Rathaus der Stadt größter Weihnachts- | bäum schon steht, danach muß trotzdem auch ge- ! schaut werden, denn dann ist die Zeit gekommen, für den Nisse zu Haus die Weihnachtsgrütze bereit■r sn rFUSSBODENBELAG zustellen. Schmeckt sie ihm, soll es eine gute Weihnacht geben, die um so fröhlicher sein wird, je öfter bis dahin vom Hausboden fein Lachen zu hören war, wenn über feinem Drohen mit der Hauskatze die nach der leckeren Speise lüsternen Mäuse einmal wieder übereinander weggepurzelt waren. In der Reisgrütze nach dem Mandelkern zu suchen, um die Mandelgabe zu bekommen, ist auch ein wichtiges Geschäft, das noch bevorsteht für den Weihnachtsabend. Biele Stunden vor seinem Beginn schließen auf dem Strög und überall in der Stadt die Geschäfte hinter den letzten säumigen Käufern, kommt nach dem Weihnachtstrubel die große Stille der Heiligen Nacht. Nur Santa Claus soll dann noch unterwegs fein, um da, wo er noch von den ganz Kleinen erwartet wird, die über die Bettpfosten gehängten Strümpfe für den Weihnachtsmorgen mit feinen Gaben zu füllen. Darauf wollen die größeren Kinder heute indes meistens nicht mehr warten. Schon das feierliche Mahl mit Truthahn, Schinken und Grünkohl oder der gebratenen Gans dauert in der Fülle der Gerichte ihnen bei aller Effensfreude, die sie mit den Erwachsenen teilen, alluzulange. Sie wünschen, daß jetzt schnell die Lichter am Weihnachsbaum angezündet werden, sind daß sie ihre Geschenke in Empfang nehmen und die vielen bunten Weihnachtskarten, von Onkeln und Tanten, von Vettern und Basen, denn keiner versäumt sie zu schreiben, ansehen können mit den immer wiederkehrenden BildernGvon dem König, der durch seine Stadt reitet, von der Wachtparade in rotem Rock und mit der Bärenfellmütze, deren Parademarsch ein wenig an das Abenteuer vom standhaften Zinnsoldaten erinnert, /unb mit den Schiffen an der Langen Linie, vor der auf eifern Fels die steingewordene kleine Meerjungfrau träumt in dänischer Weihnacht ein dänisches Märchen von dänischem Land. „Wie feiern Sie Weihnachten?" v. G. Paris. Ich habe eine kleine Umfrage gehalten, wie die Franzosen Weihnachten feiern. Etwas erstaunt gab der Zeitungsfahrer Auskunft: „In diesem Jahr unternehmen wir nichts, meine Frau und ich, wir sind müde." „Von der Ausstellung?" „O nein, die habe ich gar nicht gesehen, aber so überhaupt." Krieg der Zinnsoldaten. CmeWeihnachtsgeschichie von Joseph Papesch. Ratlos öffnete ich da und dort ein Schächtelchen und geriet bald in die Qual dessen, der die unbegrenzte Wahl, aber einen schmächtigen Geldbeutel hat. Schließlich aber trug ich doch in Zinnfiguren Vor den letzten Weihnachten äußerte mein Sohn tausend Jahre Weltgeschichte heim, das heißt, nur den Wunsch nach Bleisoldaten so hartnäckig, daß Kosthäppchen davon, skythische Bogenschützen, Mar- ich mich schließlich doch in ein Spielzeuggeschäft be- i komannen, Landsknechte, Ritter und Hakenbüchsengeben und dieser Ware nachfragen mußte. Aber schützen. Der für Bleisoldaten ausgesetzte Betrag was nur da zuerst von einer überaus freundlichen ! war weit überschritten, mein Taschengeld .für den Verkäuferin an schießenden, hauenden, Maschinen- Weihnachtsmonat verloren. Scharen unerschöpflich waren: nach einigem Nach- Eine germanische • a . • t« „eV, i rour ua. .uer öanu, uuiiz euiuetunei, uu unu uull em Hauptmann in b r tung, ein I ein Sfein gesetzt, eine Oase aus prachtvoll gemalten eine riesige n 1 Sinnernen Taimen ausgestellt, die Tischlampe als Schar reisiger Knechte, breitspurig martialisch^ m 6lno(t)enau^mnbe Wüstensonne darübergesenkt: bunter Pracht, blau, rot gelb, grün- ^arniföe unb Scharen des Baal und des Osiris konnten blinkten Fauste umspannten fest den Schaft mach- Kamvi um die Macht über den Orient antre- zum Kampi um die Macht über den Orient antre- Massen hinweg. Wir stellten nur Querschnitte und aufgebot ein gruseliges Ende machte. Ein kleiner Trick half uns über den Mangel an Im letzten Winter gab es für alle, die weder Zeit noch Geld haben, in ferne Skiparadiefe zu fahren, auch auf den Hügeln rings um unsere Stadt genug Schnee, um sich den Meniskus zu reißen oder wenigstens einen Knöchel zu verstauchen. Aber mein Sohn und ich hatten auch für den führigsten Schnee nur wenig Blick. Unsere ganze freie Zeit, namentlich aber die frühen Abende verspielten wir mit den Zinnfiguren. Wir hatten nämlich bald heraus, was man mit Zinnfiguren alles anfangen kann, und sahen, daß die Möglichkeiten auch schon mit unseren kleinen gcwehre und Geschütze bedienenden, Handgranaten schleudernden Weltkriegssoldaten aller Nationen aus Blei und Holz Dorgelegt wurde, gefiel mir nicht, und ich wies es zurück. Zu groß war der Gegensatz zwischen der erlebten Wirklichkeit der Jahre' 1914 bis 1918 und diesem groben Spielzeug. Betrübt fragte ich, ob es denn nichts Besseres gäbe. „Natürlich gibt es das", sagte der Ladenbesitzer, der sich genähert, hatte. Die eifrige Verkäuferin brachte eine große flache Lade, gefüllt mit unzähligen kleinen braunen Schächtelchen. Behutsam hob der Mann eines der Schächtelchen tiger Stoßlanzen, Augen drohten wacker unter 'breiten, bunt befiederten Baretten hervor. Vorsichtig hob ich eines der zinnernen Männchen: wie sorgfältig. lebendig es gezeichnet und gemalt war, wie natürlich die' Haltung, wie fein und genau jede Linie! s • - r;, iR-tn on oigaren uner cyopsucv waren: nam einigem ’Jlaap unb w es st° m'r: Landsknecht- ^»'N Fub- denken bauten mir einen flachen Holzkasten und ganger ffanV"/ah“L I fünten if>n mit feinem Sand. Eine germanische und begann was barm auf Wolle sorgsam gebettet Ur(anöfd9aft entstand, indem wir den Sand well- lag, au t3U freuen. , nns.rty.c ten, mit Moos bestreuten, mit Fichtenzweigen be-- 3% hn auf hem TifA । iterften- Die Bühne für die Teutoburger Schlacht Ein 'LandStnechtfahnlein stand da.auf bem mar ha. Der Sand, ganz eingeebnet, da und dort n,v. (Ämtnlmnnn kN hmrrrpr 'nIiuuna ein immn rpr - _. . . . ° . Es gab die ganze Weltgeschichte in Zinn: Assyrer, Skythen, Aegypter, Etrusker, Griechen, Kar-1'--n- •>—Tjr./r’k ...... ~ «hager. Römer, Gallier, Germanen, Franzosen. Kostproben. Nicht das ganze nngluckfelige Kar- Spanier, Deut ch- aller Jahrhunderte, Indianer: th->g°. sondern nur em von den Romern eben er- unh Trapper, alle Scharen und Horden des Drei-! "l-rmtes Tor non-einer Burg nur d,e eben ge- ßigjahrigen Krieges, die Regimenter Friedrichs des i brochene Bresche, und Mit vierzig Hellebarden und Großen und Maria Theresias, es gab Türken und s H°'°nbuchsen, zwe, Fähnrichen ließ sich be, ge- Polen, die Heere Napoleons und aller seiner Geg-I 'chnkter Blickverengung Nicht schwer der Eindruck ner, die Kampfer von 1864 und 1870/71, und es des gewaltiaen, von Georg Frundsberg zur gab natürlich auch die feldgrauen Soldaten des flacht von Pama geführten Heeres erwecken. Weltkrieges Kanonen und Haubitzen rasselten und! Wir hielten uns natürlich streng an den Verlauf die großen Feldherren und Könige aller Zeiten der erwiesenen Tatsachen und stellten nur Szenen, ritten auf stolzen Pferden gold- und purpur-> die mir in allerlei Weltgeschichten landen. Zu Win- glitzernd einher. Iters Ende kam allerdings eine große Versuchung ten. Der Sand, verwegen aufgehügelt, mit einer Trutzburg bekrönt, gab den Schauplatz für ein frevelhaftes Raubrittefleben, dem ein mri Stück und Wagen wohlausgerüstetes kaiserliches Landsknecht- über uns. Wir hatten über die ewigen Kriege zwischen Deutschen und Franzosen gesprochen, 'unb ba erwogen wir, wie wohl alles ganz anders gekommen wäre, wenn damals bei Mülhausen, 58 vor Christi, nicht Cäsar, sondern Ariovist gesiegt hätte. Und wir stellten die Schlacht und ließen Cäsars Kohorten weichen. Aber da erschien der Geist meines Gymnasialgeschichtslehrers, hob zürnend den Finger und rollte mit den Augen. Da schämte ich mich sehr und hielt meinem Buben eine würzige Rede, in der ich ihn (und mich) vor träumerischem und wehleidigem Nörgeln an dem, was nun einmal nicht zu ändern ist, warnte. Aber wir brachten es auch nicht übers Herz, eine für das deutsche Volk so folgenschwere Niederlage barzustellen. Und ba außerdem ein warmer Frühlingsregen in den Dachrinnen läutete, räumten wir unsere Schachteln weg und verstauten sie in der Truhe, wo auch die anderen Zimmerspielsachen aufbewahrt sind. Denn im Sommer kann man nicht mit Zinnfiguren spielen. ,Nur ab und zu, besonders wenn es ein paar Tage fortregnete, fielen uns die Zinnfiguren wieder ein: Dann holten wir die eine oder andere Schachtel hervor und sahen nach, ob unsere Weltgeschichte aus Zinn richtig auf ihrer Wolle lag. Jetzt aber, da die Erde ruht und alles, was sie uns in diesem Sommer trug, in Miete und Keller, in Topf und Glas gesammelt ist, hören wir an den langen Abenden, während der Bub lateinische Vokabeln büffelt und der Vater Rezensionen schreibt ober Schularbeiten korrigiert, immer deutlicher und dringender das seltsam fremde Geschrei stürmender Skythen, das gewaltige eiserne Klirren marschierender Kohorten, den brausenden Schlachtengesang, das trotzige Schilberschlagen der Cherusker, Armbrustbolzen zischen an unserem Ohr vorbei, die Hähne der Hakenbüchsen knacken, und bunte Federbüsche wallen, von Ritterhelmen. Und da wird es schwer, in der nüchternen Gegenwart, bei Rezensionen und Vokabeln, zu bleiben. Schließlich ist es nicht auszuhalten. Bub und Vater rücken zusammen und reden von vierzehn Tagen Weihnachtsferien und davou, ob unter dem Lichterbaum wohl die zinnernen Scharen stehen werden, die wir uns so innig wünschen: die Spanier, mit denen Cortez Mexiko und Pizarro Peru eroberte und ihre tapferen unglücklichen Gegner, Azteken und Inkas, die Kürassiere und Dragoner, Musketiere und Arkebusiere Wallensteins und Gustav Adolfs, die Horden Solimans und vielleicht auch die Wiener und Trapper unseres geliebten Leberstr laipfs. Aus der Geschichte der Chirurgie. Im Jähre 1887 hat Victor Horsley als erster eine Geschwulst aus bem Wirbelkanal entfernt und damit eine Operation vollbracht, die großes Aufsehen erregte und die Grundlagen der Rückenmarkchirurgie schuf. Es war damals außerordentlich schwierig, den genauen Sitz des Krankheitsherdes vor der Operation festzustellen, und so wollte Horsley seine erste Operation schon ohne Ergebnis abbrechen, weil sich die Geschwulst nicht an der erwarteten Stelle besondrer opferte erst auf Drängen seines Assistenten noch die beiden nächsthöheren Wirbelbögen und fand so das Gewächs. Es ist auch auffallend, daß in den folgenden zehn Jahren das Beispiel Horsleys trotz allgemeiner Bewunderung nur zögernd Nachahmer fand und während dieser Zeit in der medizinischen Literatur nur etwa 20 Operationen erwähnt werden. In einem Rückblick auf die seitdem erzielten Fortschritte auf diesem wichtigen Gebiet der Chirurgie weist, wie die Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" ihm entnimmt, Professor O. Veraguth nach, daß in der späteren Zeit die Zahl der Rückenmarksoperationen sehr groß geworden ist, da neben der Verfeinerung der Operationsmethoden vor allem der Ausbau der Diagnostik heute gestattet, den genauen Sitz des Krankheitsherdes mit größter Sicherheit festzustetten. Im Jahre 1923 wurde durch Einspritzen einer Kontrastflüssigkeit in den Rückgratskanal das Rückenmark für Röntgenuntersuchung zugänglich gemacht, und seitdem bestehen lokaldiagnostische Schwierigkeiten nur noch in seltenen Ausnahmefällen. Man kann sich meistens den Sitz der Erkrankung auf der Rückenhaut markieren und das Rückenmark genau an der richtigen Stelle freilegen, so daß die Aussichten der Operation außerordentlich verbessert sind. ß’tt W-fferzeichen-Arch v. Seit dem Kriegsende hat Dr. Karl Theodor Weiß in Mönchweiler bei Villingen in Baben ein Wasserzeichen-Archiv angelegt, bas in erster Linie der Erforschung der Wasserzeichen, dann aber auch der des Papiers und feiner Geschichte dient. Diese Sammlung der Wasserzeichen umfaßt, wie das । Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel berichtet, die Zeit von 1300 bis 1850, bis zum Auskommen der Papiermaschinen. Bis jetzt hat Dr. Weiß 80 000 verschiedene Wasserzeichen festgestellt. Er kennt sämtliche 2000 Papiermühlen, die Deutschland auszziweisen hatte, und rund 1500 in Frank-' reich. Holland, Italien, Oesterreich, in der Schweiz und in Spanien. x „Wie haben Sie denn zum Beispiel die vorigen Weihnachten.begangen?" „Wir haben uns im Kreise der Familie versammelt; das geschieht immer abwechselnd bei der Schwiegermutter oder der Mutter. Dann sind wir zehn Mann hoch ins Kino gegangen, und anschließend haben wir gegen Mitternacht zuhause gegessen. Sie wissen, was dazu gehört: Austern, weiße Würstchen, eine Gans oder ein Huhn und schöner Wein. Na, und gegen 4 Uhr morgens hat man sich gegenseitig nad) Hause begleitet. Unterwegs hat man noch eine Zwiebelsuppe genehmigt." „Sehr schön! Und wie steht es mit den Geschenken?" „Zu Geschenken gehören Kinder, die aber haben wir nicht. Man verehrt sich einen Veilchenstrauß oder eine Krawatte, nützliche Kleinigkeiten, wissen Sie." ♦ „Einen Weihnachtsbaum", berichtet der Gelehrte, „haben wir nicht. Wir freuen uns an einer Krippe aus altem Familienbesitz, die von Jahr zu Jahr aufgebaut wird. Für die Kinder hat sie eine besondere Bedeutung, denn jedem von ihnen wird eines der dazu gehörigen Tiere schon vor Weihnachten zugeteilt. Wer sich in der Schule am besten bewährt, darf sein Schäfchen am nächsten an die Krippe heranrücken. So beginnt für die Kinder schon lange vor Weihnachten ein edler Wettbewerb um die Rangordnung ihrer Tiere." „Und die Bescherung?" Am Heiligen Abend stellen alle Hausgenossen und Gäste Schuhe in den Kamin, die sich auf geheimnisvolle Weise mit guten Gaben und Süßigkeiten füllen, während alles zur Mitternachtsmesse geht. Die Messe bildet gewissermaßen den Mittelpunkt des Weihnachtsabends. Der Andrang in unserer Kirche ist daher so groß, daß man sich vierzehn Tage voraus Plätze sichern muß. Die^ Messe ist übrigens häufig von deutscher Musik (Händel oder Bach) umrahmt. Nach der Kirche gibt es dann ein fröhliches Treiben um den schuhgefüllten Kamin, bis Truthahn und Champagner zu ihrem Recht kommen." Bereitwillig erzählt die Frau eines französischen Landwirts, wie sie mit ihren sechs Kindern das Fest begeht. „Natürlich haben wir einen Weihnachtsbaum. Er wird aber nicht am Heiligen Abend, wie bei Ihnen, angesteckt, sondern am ersten Feiertag, oder richtiger gesagt, am Weihnachtstag, denn es gibt bei uns nur einen Feiertag. Am Abend vorher gehen wir alle in die Mette, nur die kleinsten Kinder bleiben äu Hause und lauschen, ob das Christuskind ihnen heimlich etwas in die Schuhe steckt. Das Christuskind hat bei uns in dieser Hinsicht viel zu tun, wenn es achtzehn Paar Schuhe füllen will. Am Morgen früh werden die guten Gaben hervorgeholt und bejubelt. Die Kinder sind selbstverständlich tonangebend. Was wäre Weihnachten ohne sie?" ' Deutsche Vrönche, amerikanisch. E. A. H. Neuyork. So kraß wie die klimatischen Gegensätze dieses großen Landes am Weih- nachtstag'e sind, im Süden Floridas tropische Hitze, Palmen und tiefblaues Meer, im Norden von Maine arktische Kälte, Blizzards und meterhohe Schneewehen, so verschieden geartet sind auch seine Menschen. Die Reichsten der Welt wohnen neben den Aermsten, Seelenlose neben Ueberfentimentalen, Schwarze neben Weißen. Sie haben nicht viel mehr gemeinsam als eine Sprache, eine Lebensweise, gewisse Allgemeinbegriffe. Nur an einem Tag im Jahr, an Weihnachten, feiern und erleben sie alle gleich. Keiner ist ausgeschlossen von der Freude durch das Geben oder das Nehmen. Das amerikanische Weihnachtsfest dauert nur einen Tag; danach beginnt wieder der Lebenskampf, der in der Neuen Welt härter und erbarmungsloser ist als in irgendeinem Lande der Welt. Aber am Weihnachtstag reicht es für jeden zu einem kleinen Bäumchen, vielleicht auch nur zu einem kleinen versilberten Zweig mit drei Lichtern, wie er für einige Cents in den Läden verkauft wird. Für die Aerm- sten der Großstädte werden Feldküchen aufgestellt und Massenspeisungen veranstaltet. Sie können sich auch an den riesigen Weihnachtsbäumen erfreuen, die auf allen großen Plätzen der Stadt in wundervollem Lichterglanz erstrahlen, und an den unzähligen kleineren, die in Kirchen, Schaufenstern, in Öen Höfen der Mietskasernen ober vor jedem Haus der Vorstädte ausgestellt sind. Unter den Palmen Floridas oder im schneebedeckten Farmhaus an der kanadischen Grenze, der Tannenbaum ist zum Symbol des Weihnachtsfestes geworden. Und die Weihnachtslieder, die Kinder am Heiligen Abend vor den Häusern ihrer Familien oder Freunde fingen, sind vertraute Melodien in englischem Text: „Stille Nacht, heilige Nacht ...", „O Tannenbaum ..." usw. So haben sich deutsche Weihnachtssitten in Amerika eingebürgert. Für uns allerdings haftet diesen mit bunten Lichtern geschmückten Vorgärten und Hausern etwas Fremdes an; richtige Kerzen sind beinahe nirgends aufzutreiben. Weil die Bäume schon wochenlang vorher geschlagen wurden und an Weihnachten bereits trocken sind, bestehen fast überall Verbote gegen Kerzenbeleuchtung wegen Feuersgeffahr. Und ein anderes fehlt: der warme, tiefe Ton unserer Glocken, wenn sie am Weihnachtsmorgen aus den Dörfern herüberklingen oder von den Domen unserer Städte zusammen läuten. Am Heiligen Abend geht der Amerikaner meist in die Kirche, wo besondere Gottesdienste abgehalten werden. Die Bescherung erfolgt nachher oder am Weihnachtsmorgen. Anstatt der Weihnachts- gans ißt man in Amerika einen Truthahn oder eine Ente. Aus irgendeinem Grunde sind die amerikanischen Gänse zu fett und als Gericht nicht so beliebt. So bringt das Weihnachtsfest allen Freude — mit einer Ausnahme, und ihrer müssen wir besonders gedenken. Die Ausnahme ist der Briefträger. Er muß am Weihnachtstag drei- bis viermal austragen. Er seufzt unter der Last von gedruckten Weihnachtskarten, die man in Amerika — so verlangt es die Sitte — jedem Familienangehörigen, Freund und Bekannten schickt. Bücher unter dem Weihnachtsbaum. Der Krieg. — Krieg über der Kindheit, in gemeinsamer Arbeit zusammengestellt und herausgegeben von Renate von Stieda, Wolf Justus Hartmann und Irmgard von Ma 11zahn. I. F. Lehmanns Verlag in München. Preis geb. 4,80 Mark. — (481) — „Wir vom Kriegskinderland..." so heißt ein Abschnitt dieses zu Herzen gehenden Buches, in dem Stimmen aller Stände und Stämme einer deutschen Generation zu Wort kommen, deren Kindheit im Schatten der dunklen Wolke lag, die der Krieg für die abendländische Welt bedeutet hat. Aber die hier vereinigten Erinnerungen zeigen auch, wie Deutschlands Jugend, würdig der Väter und Brüder, die draußen starben, den Sinn des Krieges begriff und die Aufgabe erkannte, die ihr aus den für sie gebrachten Opfern erwuchs. Kein falscher Ton, kein unechtes Gefühl, keine hohle Phrase, trüben den Eindruck dieser schönen Gabe deutscher Jugend für Väter und Mütter, die für sie bangten und litten. Fr. W. L. — „Kriegsdichter erzä h re n." Herausgegeben von August Friedrich Velmede. In Leinen gebunden 2,80 Mark. Verlag Albert Langen-Georg. Müller, München. — (553) — In Briefen und Aufzeichnungen, die unserem Volke als kostbares Vermächtnis Hintersassen sind, berichtet der deutsche Soldat vom Schicksal des Krieges, wie er es tausendfältig an allen Fronten erlebt hat. Von diesem Schicksal aber zu erzählen, dazu sind die Dichter berufen, deren bekannteste in diesem Buche mit wertvollen Beiträgen zu Worte kommen. Ihre Stimmen, so unterschiedlich sie auch immer sind, klingen hier zusammen zu einem Chor der Treue, zu einem Lied der Kameradschaft, das in ehrfürchtigem Schweigen empfangen fein will. Das Heldentum der Frontkämpfer wird hier in feiner ganzen Schlichtheit und Gröhe aufs neue lebendig, das unsterbliche Heldentum aller derer, denen die Ehre des Vaterlandes höher stand und heiliger war, als ihr eigenes allzu menschliches Glück. Ob Ludwig Tügel von Pflicht und Adel Des Soldaten schreibt, ob Beumelburg und Britting, von der Goltz, Bin- ding oder Wehner die Kämpfe um Verdun, an der Somme und in Flandern uns wieder in Erinnerung rufen, ob Karl Benno von Mechow von abenteuerlichen Ritten im Osten erzählt oder Edwin Erich Dwinger vom Grauen der sibirischen Ge- fangerschaft, ob Bölckes Fliegertod geschildert oder deutscher Tapferkeit an der italienischen Front, in Palästina oder in der Skagerrakschlacht rühmend gedacht wird — immer steht im Mittelpunkt dieser Erlebnisse das Aufgehen des einzelnen in der Kameradschaft. Und wie die deutsche Front im Krieg alle deutschen Lande umspannte, so sind sie auch hier ohne Unterschied vereint: der Niederdeutsche Hans Grimm und der Bayer Carossa, die Sieben bürger Wittstock und Zillich und der Sudeten- deutsche Bruno Brehm, Der Ostpreuße Ernst Wiechert und der Südtiroler Karl Springenschmid — eine von kameradschaftlichem Geiste erfüllte Gemeinschaft, die sich —.wie Generalfeldmarschall von Blomberg in seinem Vorwort sagt — in diesem Buche zusammengefunden hat, „um Zeugnis ab- zulegen für die beispiellose Pflichterfüllung deutscher Soldaten und ihrer tapferen Gegner, für Die männliche Kraft und zugleich für den Friedenswillen des deutschen Volkes . Deutsche Erzähler. — Wilhelm Schäfer: Meine Eltern. 140 Seiten. Leinen 3,20 Mark. Verlag Albert Lan- gen/Georg Müller, München, 1937. — (554.) — „Als Künder und Wahrer echten deutschen Glaubens" wurde Wilhelm Schäfer vor wenigen Tagen der diesjährige Rheinische Literaturpreis verliehen; diesem Glauben konnte er kein schöneres Zeugnis ausstellen als in seinem Bekenntnis zu Vater und Mutter. Dieser Dank und Gruß, von Schäfer an der Schwelle zu seinem achten Jahrzehnt 'geschrieben, mit der ihm eigenen Kunst der Sprache, mit der ergreifenden Wärme und mit der ganzen verehrenden Liebe des Sohnes zu feinen Eltern, gilt zwei Menschen, deren arbeitsreiches, wechselvottes und gesegnetes Leben uns aus diesem Buche unverstellt entgegentritt. Der Bericht umspannt das bäuerliche und bürgerliche Dasein der letzten hundert Jahre. Das einfache Leben, das sich vor dem bewegten geschichtlichen Hintergrund dieser Zeit abspielt, hebt fast wie ein Märchen an mit dem Bildnis der Mutter in der Rotkäppchentracht ihrer Schwälmer Heimat und geht auch beinah wie ein Märchen aus, wenn der neunzigjährige Vater mit seinem weißen Bart und den roten Bäckchen, stattlich wie der Knecht Rupprecht anzuschauen, am Ende seiner Lebensfahrt angelangt ist. Es erging ihnen nicht viel anders, als es dem Hans im Glück im Märchen ergeht: was sie mit zähem Fleiße gewannen, rft ihnen später allzu schnell wieder unter den Händen zerronnen, und keine Macht konnte je ihr Schicksal wenden. Aber so verschieden geartet sie waren, in ihrem Innern blieben sie zeitlebens beide wahrhaft fromm und gläubig, und dieser Glaube, der seinen festen Halt fand in der tiefen Ehrfurcht vor Gott und der Welt, ließ sie manches Ungemach leichter ertragen. Zwei Menschenleben sind hier vor uns aus^ebreitet, in der Süße und Bitterkeit ihrer Liebe, im Frieden ihres Familienglücks, in der Sehnsucht ihres rastlosen Strebens und zugleich auch in der Einfalt und Frömmigkeit ihrer Herzen und Gemüter. Wer gedächte dabei nicht der eigenen Eltern mit gleicher Liebe und Treue, wie Wilhelm Schäfer es in diesem Buche tut? — Paul Alverdes : Das Zwiege sicht. Erzählung. 113 Seiten. Biegsam gebunden 2,20 Mark. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München, 1937. — (535) — In diese Geschichte einer leidenschaftlichen Liebe klingt bas Erlebnis der Freundestreue und Kameradschaft hinein, das tiefste aller männlichen Erlebnisse, dessen Alverdes in allen seinen bisherigen Werken immer wieder gedacht hat. Eines dieser unvergeßlichen Beispiele kameradschaftlicher Gesinnung tritt uns hier entgegen in einem Mann, der sich an den Fronten tapfer bewährt, in Gefangenschaft gerät und, nach Sibirien verschlagen, im Verlaufe feiner wechsel- vollen Abenteuer vom Schicksal unauslöschlich gezeichnet wird. In der Not der Nachkriegsjahre lernt er Juliane, die schöne Frau eines Arztes, kennen, die, den Jahren der Reife sich nähernd, zu ihm in Liebe entbrennt. Aber sie erkennen beide bald die Grenzen ihrer Leidenschaft und unterwerfen sich den Gesetzen des Lebens, die dem Dasein eines jeden einzelnen Halt und Sinn verleihen. So überwinden sie, was sie zu überwältigen droht, in stillem Verzicht, entsagen sie einem Traum, dem sich die Wirklichkeit für immer verschließt. Diese Erzählung ist von jener in sich gekehrten Schönheit, die alle Werke von Alverdes seit jeher auszeichnet. „M unbefangener Stirn." — Eugen Kühnemann: M i tunbefangener Stirn, mein Lebensbuch. Preis geb. 5,80 Mark. Verlag Eugen Salzer in Heilbronn. — (551) —1 Der hier von feinem eigenen Leben spricht, ist als der Biograph Herders, Schillers, Goethes und Kants einer der bekanntesten deutschen Literarhistoriker und dank seiner Herkunft von der Philosophie auch einer der aufgeschlossensten und beweglichsten. Eine Kämpfernatur, die sich schon früh hat durchsetzen müssen und niemals müde wurde, sei es im Ringen mit den Vorurteilen und Starrheiten des Universitätsbetriebes der Vorkriegszeit,^ sei es später im Weltkrieg in mutigem Kampf für Deutschlands Ehre und Recht auf zahllosen Reisen durch die Vereinigten Staaten. Diese Kämpfernatur, die auftecht ihren Weg geht und nicht gern Konzessionen macht, spricht auch aus dem Lebensbuch Kühnemanns. Besonderes Interesse wecken die Schilderungen feiner Studien- und Dozentenjahre in Marburg, München, wo er Ibsens Bekanntschaft machte, Berlin, Paris, wo er Hippolyte Taine besuchte, und wieder in Marburg, wo er auf .Betreiben des allmächtigen Ministerialdirektors Althoff sich gegen den Wunsch der Fakultät habilitierte. Er war auch der erste Rektor der damals von Althoff gegründeten Akademie in Posen, einem eigenartigen, Zwischending von Universität und Volkshochschule,' und Hochburg deutscher Kultur in der schon damals heiß umstrittenen Ostmark. Als seine Posener Kollegen ihm die Gefolgschaft versagten, ging Kühnemann im Auftrage Aithoffs als erster deutscher Professor auf eine große Vortragsreise zu den Deutschen in Nordamerika, der Grund für seine propagandistische Tätigkeit in den Vereinigten Staaten wurde gelegt. Ihr widmete er in den folgenden. Jahrzehnten feind -besten Kräfte, und wenn ihr auch oerfagt blieb, Amerika vom Weltkrieg fernzuhalten, so soll sie doch als Frontdienst für unser Volk unvergessen bleiben. Was Kühnemann von seinen ersten Eindrücken bei den Deutschen Nordamerikas berichtet, ist auch heute noch höchst interessant. Auch die Schilderungen feines Besuches beim Präsidenten Roosevelt (Theodore) ist sehr fesselnd. Auch von Breslau aus, wo er 1906 eine philosophische Professur erhalten hatte, wiederum gegen den Willen der Fakultät, führte ihn sein Weg noch mehrmals nach Amerika hinüber, darunter auch als Austauschprofessor an der Harvard-Universität und als erster Inhaber der Carl-Schurz-Professur an der Staatsuniversität von Wisconsin. Wir nehmen auch teil an den wissenschaftlichen Arbeiten Kühnemayns. Immer ist es ein temperamentvoller Schwung, eine jugendliche Begeisterung, die seinen Lebensbericht bis an die Schwelle des Alters lebendig und anregend gestalten. Viele Männer ziehen an uns vorüber, deren Namen in den letzten vier Jahrzehnten Klang hatten, 'viele ihrer Porträts sind nicht ohne Schärfe und bitteren Sarkasmus gezeichnet. So ist fein Buch ein freimütiger und darum doppelt wertvoller Beitrag zur deutschen Geistesgeschichte. Fr. W. Lange. Aus fremden Literaturen. — Zsolt von Harszrnyi: Und sie bewegt s-ich doch. Ein Roman um Galileo Galilei. Esche Verlag, Leipzig W 31, Preis in Ganzleinen gebunden 10,50 RM. — (507.) — Inmitten der (Sinnenglut der Renaissance ...zu einer Zeit, wo sich der Zehnerrat von Venedig gezwungen sieht, der unermeßlichen Verschwendungssucht der Reichen durch Verbote zu steuern, wird der Kampf eines Einzelnen zu einem weltgeschichtlichen Ereignis. Die Menschheit wird ihrer geistesträgen Sicherheit beraubt. Sie steht mit einem Schlage hilflos, winzig und unbedeutend im Unermeßlichen Weltall, weil die einfache, schlichte Wahrheit ihren unermüdlichen Streiter fand, dessen Verhängnis es war, daß es denen, die über sein Geschick zu bestimmen batten, mangelte an Einsicht, an Großzügigkeit und Takt. Rastlos und bunt ist das Leben Galileis, reich an äußeren Widersprächen und zermarternden Konflikten. Zorn, Verzweiflung und Resignation wechseln einander ab, Zerknirschung und Mutlosigkeit treiben ihn an den Rand der Seltfttausqabe. Unverstand und Bosheit steht nichts gegenüber als das verzehrende Feuer des dem Gegenstand seiner Ueberzeugung restlos, hingegebenen Geistes. Von Warnungen und Drohungen gehetzt, bei der Inquisition angezeigt, den Scheiterhaufen stets vor Augen, von Freunden verlassen und verraten, von Neidern aller gemeinen Triebe bezichtigt, so quält sich einer für die Menschheit, „denn der letzte Zweck unserer Mühen ist die Liebe zum göttlichen Meister und die Hoffnung, von ihm. dem Ouell des Lichtes und der Wahrheit', jede andere Wahrheit zu emp-1 fangen". Der Ungar Zsolt von Harsanyi hat mit feinem psychologischem Einfühlungsvermögen das Leben eines vom Dämon des Forscherdranges Gehetzten, eines ewig Suchenden gestaltet. Wir erleben die düstere, schwere Jugend eines Genies und bangen mit um das Gelingen hochfliegender Pläne. Ungemein lebendig charakterisiert find ^alle Gestalten, die Galileis Weg kreuzen. Erschütternd treten uns in der Darstellung Harsanyis die Jahre des Siechtums und der langsamen Erblindung vor Augen, die Einsamkeit und Verlassenheit des Geächteten, dessen Schicksal Symbol geworden ist für alles menschliche Ringen um höchste Erkenntnisse. —- KnutHamsun, „Vagabundentage". Erzählung. Mit 17 Abbildungen nach Originalradierungen' von Erich Wilke. Biegsam gebunden 2,20 RM. Verlag Albert Langen/Georg Müller^ München. — (579) — Die Erzählung geht unmittelbar auf die abenteuerlichen Erlebnisse zurück, die Hanftun während feiner Lehr- und Wanderjahre drüben in den Vereinigten Staaten widerfuhren. Wer in diesem kleinen Buche zu lesen beginnt, der sieht sich plötzlich inmitten einiger umherschweifender Erntearbeiter . und verfolgt iftit innerer Anteilnahme ihre wechselvollen .Geschicke, deren Glück und Bitterkeit Knut Hamsun mehr als einmal am eigenen Leibe verspürt hat. Das Dasein dieser drei vom Zufall zusammengewehten Gefährten scheint ohne Sinn und Ziel: so unerwartet sie zu Arbeit und Dürftigem Reichtum gelangen, so schnell stehen sie eines Tages wieder vor dem Nichts, dem Hunger und Elend unbarmherzig preis- gegeben. Hamsun erzählt die Vorgänge nüchtern und wahrheitsgetreu, aber auf eben dieser einfachen Wiedergabe des Erlebten beruht die unnach- ahmliche Größe feiner Kunst. Ihr ebenbürtig find die Radierungen Erich Wilkes. — Julian Street: Wochenend auf Schloß Denbeck. Mit Zeichnungen von Olaf Gulbransson. Verlag Knorr & Hirth, München. Preis Seinen 2,50 RM. — (542.) — Ganz harmlos beginnt diese Geschichte in Oberbayern, wo ein junges, einfach bürgerliches Ehepaar aus USA. ein würdiges, schlichtes, englisches Pfarrersehepaar fennenle’rnt. Auf der Heimreise folgen die Leute von drüben der Einladung nach dem englischen Dörfchen Denbeck, nicht ahnend, daß ihre schlichten Freunde Dort auf dem historischen Schloß Denbeck hausen, millionenschwer und vornehm, vornehm — herab bis zum Kammerdiener. Dieser klassische Kammerdiener ist her eigentliche Held des Buches und der Anlaß zu den Abenteuern des jungen Paares aus USA, an diesem seltsamen Wochenende, über die hier weiter nichts verraten sei. In Amerika ist dieses Buch seit einer Reihe vom Jahren ein großer Erfolg. Obwohl es sich hier nicht um rein amerikanische Geistesart handelt, sondern usti wirklich großen Humor, der wie immer auch hier überzeitlich und übernational ist. Wir freuen uns auch über die meisterhaften Zeichnungen von Gulbransson. Vücher der Kunst. — Deutsche Weihnachtslieder, zweistimmig gesetzt von Helmut W alch a, im Insel- Verlag zu Leipzig. Preis 1,80 Mark. — (597) — Noch gerade rechtzeitig zum Fest kommt dies schöne Büchlein deutscher Weihnachtslieder zu uns: ein köstliches Kleinod in würdiger Fassung. PaulKoch, der Sohn des unvergessenen Offenbacher Schreibers, hat in der Werkstatt des Hauses „Zum Fürsteneck" in Frankfurt die Anordnung des Satzes geleitet, Willi Harwerths anmutige Vignetten paffen sich gut in das Satzbild ein. So ist im Zusammenwirken dieser drei Künstler ein Büchlein entstanden, das auf jedem Weihnachtstisch eine besondere Freude und willkommene Gabe sein wird. Fr. W. L. — Vincent van Gogh: Blumen und Landschaften. Zehn farbige Tafeln und acht Abbildungen nach Oelgemälden und Zeichnungen. Eingeleitet von Alexander Dörner. 2,80 Mark. Die filbAnen Bücher, Band IX. Wolde mar Klein, Berlin. — (438) — Wir haben vor einiger Äeit gelegentlich der Bettachtung einer neuen umfassenden Darstellung des Lebens und des Werkes von Van Gogh an dieser Stelle ausführlich über die Voraussetzungen und Grundlagen seiner Kunst geschrieben; wer auf schmalerer Grundlage eine brauchbare und vtzsläßliche Einführung in die me« teorhafte, geniale Erscheinung und die erregende, revolutionierende Welt dieses Künstlers sucht, dem kann der vorliegende Band der silbernen Bücher angelegentlich empfohlen werden: hier wird ihm in knapper und klarer, verständnisvoller Form der Weg gewiesen; Dorners Text gibt die unerläßlichen biographisch-menschlichen Fakten dieses künstlerischen Werkes und zu jedem der wiedergegebenen Bilder eine Interpretation, die glücklich genannt werden darf, weil sie sich auch dem Laien ohye Schwierigkeiten erschließt. Die farbige Wiedergabe her Tafeln ist ausgezeichnet; ha es sich um eine Auswahl aus großer Fülle handelt, war es zweckmäßig, ' auf einige her bekanntesten und charakteristischsten Arbeiten zurückzugreifen: man findet affo neben hem „Blütenbäumchen" (1888) und hem „Mohnfelhe" (1889) hie berühmte „Zugbrücke in Arles" (1888) unb hie noch ausgiebiger verbreiteten „Sonnenblumen" aus tfem gleichen Jahre, Daneben minder populäre Kostbarkeiten wie die „Weißen Rosen" vom Sommer 1890. Hans Thyriot. Länder und Völker. — Paul Bauer: Auf Kundfahrt im Himalaja, Sinidlchu und Nanga - Parbat — Tat und Schicksal deutscher Bergsteiger. Fast 100 Kunstdruckbilder. (Verlag Knorr & Hirth, München. Leinen 7,50 RM. — (575) — Dieses Buch beschreibt die Kampfjahre 1936 unb 1937 im Himalaja. Das Jahr 1936 brachte ben beutschen Bergsteigern unter Paul Bauer trotz Wetterungunst große Erftllge, so bie Bezwingung bes Siniolchu unb^bes Simvu. Diese Kunbfahrt biente auch wesentlich her Vorbereitung her Nanga-Parbat- Uyternehmung. 1937 griff bas Schicksal am Nanaa- Pcttbat zum zweiten Male hart zu und nahm Die Besten weg. Aus den später geborgenen Tagebüchern von Hartmann, Pfeffer, Hepp, Funkhäuser und Wien erleben wir ben Beginn bes so furchtbar abgeschlagenen Angriffs mit. Dieses Buch ist bas unvergängliche Denkmal her Gefallenen. Paul Bauer eilte mit zwei Begleitern von München aus im Flugzeug zum > Himalaja, aufs kameradschaft- lichste unb tatkräftigste unterstützt von ben englischen Behörben und namentlich von der englischen Luftwaffe, barg unter gewaltigen Schwierigkeiten fünf her toten Kameraden. Fast 100 ganzseitige Kunstbrucktafeln, aus ben besten unb schönsten her beiden Kundfährten ausgewählt, machen dieses Tatsachenbuch zu einem Reisewetk von besonderer Schönheit unb Eindringlichkeit. — Jon L. Jbrieß: Lasseters letzter Ritt. Ein Golbsucherschicksal im australischen Busch. Nach bem Englischen von Bruno Schwietzke. Preis geb. 2,85 Mark. C. Bertelsmann, Verlag, Gütersloh — (587) — Vor Jahrzehnten hat Lasfeter eine riesige Goldader entbeckt. Wirb man sie wieder- finben? Aber — Lanbkarten, Funkstation unb Auto- mpbile versagen; Flugzeuge zerschellen, die Reitkamele laufen davon; Zelte verbrennen, Wasser versiegt--da zieht Lcftseter allein, in hie tod- bringenbe Wüste, Hunger und Durst quälen ihn; schwerkrank unb halberblindet, verraten von ben Wilden, bäumt sich sein eiserner Wille gegen bas Unabänderliche — gnädig erlöst ihn endlich her Tob. Wieher eine Spur verweht in her Wüste. Ein Tatsachenbericht, her wie ein Helbenlieb auf alle Pioniere her Forschung, klingt. — Hans holten: M i t uns wandert die Heimat. Roman. Verlag Rütten unb öoe* ning in Potsbam. Preis in Leinen gebunben 4,80 Mark. — (533) — Der Verfasser hat selbst seine frühen Kinbheitsjahre in Brasilien erlebt, ist in Argentinien herangewachsen unb hat in späteren Jahren ben größten Teil Südamerikas durchquert. Jetzt hilft er, wie er selbst schreibt, bas Banb zu unseren Brühern jenseits bes Meeres enger knüpfen, inbem er von ihrer Welt hort brühen, von ihren Mühen unb von ihrer Liebe zur Allmutter Deuffch- lanb erzählt. Sein neues Buch berichtet von bem Schicksal eines ehemaligen preußischen Reiterofst- ziers in Paraguay, aus der Wirklichkeit bes tatsächlich Erfahrenen wurde hier ein Roman im besten Sinne geschaffen, erfüllt von einer inneren und äußeren Snminnnq, die niemanden ohne nachhaltt- gen Eindruck lassen wird. Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 17. Dez. Bei verhältnismäßig geringer Umsatztätigkeit war die Börse am Aktienmarkt überwiegend weiter freundlich, doch gestaltete sich die Kursentwicklung ziemlich uneinheitlich, auch innerhalb der einzelnen Marktgebiete. Nachfrage und Angebot waren ziemlich ausgeglichen. Der berufsmäßige Handel hielt sich weiterhin vom Geschäft stärker zurück. Eine überwiegend feste Haltung zeigte der Elektromarkt unter Führung von AEG., die bei lebhaften Umsätzen mit 114,75 bis 115,50 (115,40) notierten, ferner zogen Schuckert auf 171,50 (170,75) an, während die meisten Tarifwerte eine leichte Abschwächung erfuhren, Gesfürel 142,75 (143,25), RWE. 129,40 (129,65). Am Montanmarkt gingen Hoesch um 0,50 v. H., Rheinstahl nach unv. 139,50 um 0,75 v. H. und Verein. Stahl auf 112,50 (112,75) zurück, dagegen Mannesmann voll behauptet mit 114,75 bis 115 und Klöckner nach Pause 119,25 (118). Von chemischen Werten ließen IG. Farben auf 154,50 (155) und Rütgerswerke auf 144,50 (145) nach. Maschinenaktien zeigten Schwankungen bis 0,50 v. H. Von Zellstoffwerten bröckelten Aschaffenburger Zellstoff auf 138,13 (139) ab,, andererseits Feldmühle Papier 132,25 (132). Im einzelnen notierten Reichsbank mit 204 (205), Süddeutsche Zucker weiter fest Mit 211,50 (210), ferner Bemberg 141,50 (140,50) und Verein. Deutsche Metall 166 (165). Größere Nachfrage zu Anlagezwecken erhielt sich für Großbankaktien. Am Rentenmarkt herrschte Zurückhaltung in Erwartung der Auflegung einer neuen Reichsanleihe. Reichsaltbesitz bröckelten weiter ab auf 129,50 (129,65). Kommunal-Umschuldung etwa behauptet mit 94,60 bis 94,65. Starke Nachfrage verblieb in Goldpfandbriefen und Kommunal-Obligationen, in denen wieder zahlreiche Geldrepartierungen und teilweise Streichungen erfolgten. Liquidationspfandbriefe der Gemeinschaftsgruppe lagen 0,13 bis 0,25 v. H. niedriger, die übrigen unverändert, Rheinische 0,13 v. H. höher^mit 102. Stadtanleihen blieben behauptet. In Staatspapieren ergaben sich nur mäßige Veränderungen. Industrie-Obligationen notierten wiederum uneinheitlich mit etwa 0,13 bis 0,25 v. H. Im Freiverkehr lagen Ufa Film schwach mit 69 (71), etwas niedriger außerdem Katz & Klumpp mit 102,75 bis 104,75, Elsäss. Bad. Wolle mit 78,50 bis 80,50, Verein. Pinsel mit 71 bis 73, andererseits Dingler Maschinen 82 bis 83 (81 bis 82), Rastatter Waggon 51,50 bis 52,50 (51). Tagesgeld erleichtert auf 2,75 (3) v. H. Abendbörse still. An der Abendbörse war das Geschäft, bedingt durch den herrschenden Auftragsmangel, sehr ruhig. Man bekundete allgemein Zurückhaltung. Dessen' ungeachtet erhielt sich aber eine freundliche Grundtendenz, und auch die Kurse, lagen überwiegend gut behauptet, vereinzelt auch etwas höher Am Montanmarkt wurden Rheinstahl in Anpassung an Berlin 1 v. H. höher notiert mit 139,50 bis 139,75, während Mannesmann 0,25 v. H. abbröckelten auf 114,75, Buderus lagen mit 119,50 und Vereinigte Stahl mit 112 unverändert. Kleine Erhöhungen stellten sich außerdem bei IG.-Farben auf 154,50 (154,25), bei Goldschmidt auf 139,25 (139), bei Gesfürel auf 143 (142,75), bei Deutsche Erdöl aufl41,50 (141,25) und bei Elektr. Lieferungen auf 130,50 (130)' ein, nicht ganz behauptet lagen Demag mit 140,50 (141). Sonst wurden u. a. notiert: Ädler- werke 107,50, BMW. 146, Bemberg 141, Scheideanstalt 252,50, Licht & Kraft 140,50, Schuckert 172 und VDM. 166,50. In Großbankaktien verblieb etwas Nachfrage, doch war das Geschäft bei unveränderten Kursen nicht sonderlich lebhaft. Am Rentenmarkt fanden keine Umsätze statt. Die Kurse kamen nominell und unverändert zur Notiz, 6proz. IG -Färben 129,75, 4,5proz. Krupp 99,75, Reichs- bahn-VA. 130,65,. Kommunal-Umschuldung nannte man mit unv. 94,60 und 4proz. Rentenbank-Ablösung mit 93,40. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießens gfs. Großen-Buseck, 16. Dez. Hier fand im Sälchen des Pg. Brück die feierliche Verpflichtung der neuen Frauenwerksmitglieder statt. Frau Schneider eröffnete den Abend mit einem Führerwort und ermahnte die Frauen, freudig mit- zuardeiten am Aufbau des Vaterlandes. Ortsgruppenleiter R e b h o l z sprach dann vom wahren Sozialismus der Tat, rief die Frauen auf zur opferbereiten Milarbeit, damit aus Treue und Hingabe, Fleiß und Kameradschaft eine rechte Frauenorganisation bestehe. Nach der Verpflichtung wurden an 90 Mitglieder Ausweise und Nadeln verteilt und der Abend mit dem Gruß an den Führer geschlossen. CO Beuern, 15. Dez. Dieser Tage wurde yier ein von -4)er Gemeindegruppe Lollar abgehaltener Luftschutzlehrgana mit einer Haus- und Feuerlöschübuna abgeschlossen. Die Abschlußübung nahm einen befriedigenden Verlauf. Das große Interesse, das die Bevölkerung den Dingen des Luftschutzes entgegenbringt, wurde schon daraus ersichtlich, daß jede Familie bei dieser Hebung vertreten war. — Eine Verdunkelungsübung, die ebenfalls abgehalten wurde, brachte innerhalb kürzester Zeit nach dem Signal einen vollen Erfolg. + Bersrod, 15. Dez. Unter Leitung von Dr. Mittermeyer fand hier auf dem Adolf-Hitler- Platz eine Luftschutzübung statt. Nach dem Signal gingen die nicht mittätiaen Einwohner in die Luftschutzkeller, während sich die Hauswarte auf ihre Posten begaben. Ein im Rahmen der Hebung angelegtes Feuer wurde von der Löschgemeinschaft der Frauen und Mädchen gelöscht. Auch die Sanitätskolonne hatte einzugreifen. Die Hebung verlief gut und soll demnächst in größerem Umfange wiederholt werden. △ Großen-Linden, 15. Dez. Wir schon seit einer Reihe von Jahren, so wird auch in diesem Winter wieder eine Schulspeisung von Kindern weniger bemittelter Eltern durchgeführt. Im ganzen werden 41 Kinder, namentlich aus den unteren Jahrgängen, bedacht. Die Kinder erhalten täglich in der Frühstückspause ein viertel Liter warme Milch oder Kakao. In die Kosten teilen sich die NSV., Kreisfürsorge und die Gemeinde. Die in Betracht kommenden Kinder wurden bei der letzten schulärztlichen Untersuchung bestimmt. Außer diesen lassen sich auf eigene Kosten noch etwa 20 Schüler das Milchfrühstück verabreichen. lU Obbornhofen, 15. Dez. Im Saale von Henzel hielt die Ortsgruppe der NSDAP, eine Versammlung ab, in der nach der Begrüßung durch den Ortsgruppenleiter Kreisleiter Haus (Wetzlar) über die deutsche Jnne^- und Außenpolitik sprach. Außerdem berührte er Fragen sozialer und wirtschaftlicher Art sowie das Problem der Kolonien. fireis Vehlar. chWißmar, 15. Dez. Der Hüttenarbeiter Georg Mattern, Krofdorfer Straße, konnte dieser Tage auf eine 2 5jährige Tätigkeit bei den B u • derusschen Eisenwerken in Lollar zurückblicken. Durch die Betriebsführuna und die Arbeitskameraden wurden ihm die entsprechenden Ehren zuteil. — Dem Landwirt Heinrich S p e i e r, SchuL- snaße 229, der seit 50 Jahren dem Gesangverein „Germania" angehört, wurde- aus diesem Anlaß ein Ständchen gebracht. O Krofdorf-Gleiberg, 16. Dez. Auf dem Dach des ehemaligen Amtsbürgermeisterei-Gebäudes in der Gleiberger Straße wurde dieser Tage eine Sirene angebracht, die zu Zwecken der Luftschutz-Alarmierung Verwendung findet. Zum erstenmal trat die neue Vorrichtung bei der am Montag durchgeführten Derdunke- lungsübung in Tätigkeit. xp Rodheim a. b. Sieber, 15. Dez. Der hiesige Männergesangverein gab im Saale von Mank ein Konzert, das von den vielen Besuchern mit dankbarem Beifall ausgenommen wurde. — Die Oesterreichische Volksbühne hielt wieder in unserem Orte ihren Einzug zu einem siebentägigen Gastspiel. Im Mittelpunkt der Darbietungen sollen diesmal Volkstracht, Volksgesang und Volkstanz stehen. X B i c b e r, 15. Dez. In unserem Orte fand wieder ein Dorfgemeinschaftsabend statt. Mitglieder des Turnvereins zeigten Hebungen am Pferd, die NS.-Frauenfchaft führte ein unterhaltsames Spiel auf, der BDM. trug durch Schattenspiele zur Bereicherung des Abends bei. Das Männerquartett wartete mit guten Darbietungen auf. Die „KdF."-Kapelle bestritt den musikalischen Teil des wohlgelungenen Abends. Fröhlich und gemeinsam wurde das von einem Biederer Einwohner gedichtete „Bieberlied" gesungen. G H o h e n s o l m s, 15. Dez. Ein hiesiger Kraft» w a g e n b e s i tz e r, der in Gießen Einkäufe getätigt hatte und dann zu einer kurzen Stärkungspause in einer Gaststätte Einkehr hielt, mußte, als er zur Heimfahrt rüstete, feststellen, daß alle eingekauften Pakete verschwunden waren. Dr. Schäffer verreist bis 4. Januar. 8385D B417D Tlaumann im 62. Lebensjahr. MarktstraBe Bekanntmachung 8446 V 23. 30., und von RM. 1.75 an 8408A Alten-Buseck, den 18. Dezember 1937. 8388D O HAUS Die Beerdigung findet Montag. 20 Dezember, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Seelenamt: Montagmorgen 6.30 Uhr. Berlin-Halensee, den 17. Dezember 1937. Kurfürstendamm 96 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir herzlichsten Dank. Besonderen Dank Herrn Pfarrer Naumann für die trostreichen Grabesworte, für die vielen Kranzspenden und das zahlreiche Geleit zu seinem frühen Grabe. Elise Einhäuser, geb. Körber und Kinder. DieTrauerfeier findet am Dienstag, dem 21. Dezember, um 17 Uhr, im Krematorium Berlin-Wilmersdorf, Berliner Straße 100 statt. — Die Asche wird in Gießen auf dem Alten Friedhof beigesetzt Nach kurzem schweren Leiden verschied am Donnerstag, dem 16. d M., mein innigstgeliebter Mann, mein lieber Schwiegersohn, unser lieber Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Gießen. Lahr i B., Maumke bei Meggen, Bad Wildungen, Sachsen- hausen/Waldeck, den 16. Dezember 1937. In tiefer Trauer im Namen der Hinterbliebenen Anna Schäfer, geb. Brückmann Dienstag, den 21., Donnerstag, den ; Freitag, den 24.12.1937; Dienstag, den 28., Donnerstag, den ; Freitag, den 31.12.1937. Gießen, den 18. Dezember 1937. Der Oberbürgermeister. - I. V.: Nicolaus, Beigeordneter. Im Namen der Hinterbliebenen : Wilhelm Ude. 8403C ., und Adolf Schäfer Oberfinanzrat a. D. Am Donnerstag entschlief nach 12jährigem schweren Nervenleiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Maria Ude, geb. Mummel Im Alter von 71 Jahren. Und zum Fest die gute Naumann Nähmaschine vom 845,0 Fahrradhaus Aßmann Gießen Neustadt 20 Beachten Sie melneAasstellang Kirchenplatz 9 MMmMk 4. Advent, 19. Dezember, 20 Ubr in d. Kavelle des Alten Friedliofs Alldeutsches Krippenspiel gesvielt von der Kinderkirche. Alt und jung ist herzt, eingeladen: In der Woche vor Weihnachten und Neujahr finden die Dochenmärkte wie folgt statt: Bekanntmachung. Der Frühjahrsmarkt (Messe) findet vom 26. März bis einschließlich 3. April 1938 in Gießen auf Os- waldsgarten statt. Auf die Ausschreibung in den Fachblättern „Komet" und „Das deutsche Wandergewerbe" wird verwiesen. Meldefrist: 15. Januar 1938. Näheres ist im Stadthaus, Bergstraße 20 ^Zimmer Nr. 18) zu erfahren. 8404C Gießen, den 18. Dezember 1937. Der Oberbürgermeister. I. V.: Nicolaus, Beigeordneter. Bekanntmachung. Betr.: Vrennstoffbeihilfe 1937/38. Volksgenossen, die nicht in laufender Fürsorge des Wohlfahrtsamtes stehen, die aber einen Antrag auf Brennstoffbeihilfe gestellt haben, erhalten die Gutscheine für die II. Rate im Stadthaus, Gartenstraße 2, Zimmer 13, nur von 9 bis 12 Uhr mittags, und zwar: Buchstabe A—G am Montag, 20. Dezember, „ H—Q am Dienstag, 21. Dezember, „ R—Z am Mittwoch, 22. Dezember. Empfänger von Arbeitslosen- oder Krisenunterstützung müssen ihre Meldekarte vorlegen. Gutscheine, die in der festgesetzten Zeit nicht ab- aeholt werden, verfallen. An Kinder werden Gutscheine nicht abgegeben. 8405D Gießen, den 17. Dezember 1937. i Der Oberbürgermeister. (Wohlfahrtsamt.) Am 1. Januar 1938 erscheint zum Besonderen Tarifheft (Heft B) der Kleinbahn Gießen—Bieber der Nachtrag 10. 8448D Nähere Auskunft erteilen die Dienststellen. Frankfurt (Main), den 16. Dezember 1937. Vereinigte Kleinbahnen Aktiengesellschaft. fexttlhaus Stat die 6eschenk-LaW2® zum OoWenen Ve^s-Sonn.agi Dame und die Kmde , d man auch bei 'teXtil^us Gf6®* e® s|nd sch$ne’ Prak*'sc und preiswerte ees=b^ ^onntagi -SSI--1• Gute UHREN 8351A ... SCHMUCK finden Sie in großer Auswahl Fritz Kaiser Uhrmachermeister Neuenweg 4 Gießen am Kreuzplatz Gescbenke von bleibendem Wert Füllhalter von RM. 1.- an Drehbleistifte von RM.0.60 an Zwei- und Vierfarbstifte in großer Auswahl im wertans Emst Balser Mäusburg 11 Gießen Anruf 2315 Nachlässe von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige / Sie können diese Erfahrung in Ihrem Bekanntenkreis leicht nachprüfen: es ist überraschend, wie viele den stillen Wunsch haben, eine eigene Kleinschreibmaschine zu besitzen. Aber es scheint eben immer noch zu wenig bekannt, daO die Erfüllung dieses Wunsches heute keinen Luxus mehr bedeutet. 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Ein Gießener „Weihnachtsmann". 23on Franz Gros 8'3 V MMM T. 1 - I tfsfc-arsM MM«, ■:< ’ g. 5^ Der Lindenplatz in der künftigen Gestalt. ster genehmigte Neugestaltung des Stadtbildes in diesem Abschnitt Der Lindenplatz heute. Wie wir vor einigen Tagen aus der jüngsten Sitzung der Gießener Ratsherren berichteten, wird nunmehr der erste Abschnitt der Altstadtsanierung am Lindenplatz und am Kirchenplatz zu geführt. Mit den Arbeiten wird Voraussicht- stück dazu die von dem Städtischen Hoch- und Tief- ich schon in allernächster Zeit begonnen werden, bauamt entworfene und von dem Oberbürgermei- Unsere Bilder zeigen die heutige Gestaltung des r± ' ‘ ~ ~ 7 ‘ -.....” Lindenplatzes und des Kircheckplatzes, als Gegen- Der Kirchenplatz heute. Deiratssitzunq der Industrie- und Handelskammer Gehen. Bon der Industrie- und Handelskammer Gießen wird uns berichlet: Am 9. Dezember fand in den Räumen der Industrie- und Handelskammer Gießen die letzte Bei- ratssitzung in diesem Jahre statt Der Präsident führte nach Worten der Begrüßung die beiden neuen Beiratsmitglieder, die Herren Dr Karl Schirmer und Hans Jakob Bücking, in ih^e Aemter em Im Anschluß hieran sprach der Geschäftsführer der Kammer Gießen, Dr. Fröhlich, über die wirtschaftlichen Geschehnisse in den letzten Monaten, wobei besonders die Gewerbesteuer und ihre Auswirkungen behandelt und die Preissenkungsaktion erörtert wurde. Der stellvertretende Geschäftsführer der Kammer, Dr Kirchner, gab einen Bericht über die Lage des Einzelhandels, über die in letzter Zeit ergangenen und für diesen Berufsstand wichtigen Anordnungen über Berufsförderungsmaßnahmen, sowie über das Ergebnis der letzten Kaufmannsgehilfen-, industriellen Facharbeiter- und Geschäftsstenographenprüfungen. Den beiden Berichten schloß sich eine lebhafte Erörterung an, in der die Beiratsmitglieder Gelegenheit hatten, ihre Auffassung zu den einzelnen Fragen zum Ausdruck zu bringen und für die Behandlung derselben Anregungen vorzutragen. Bodenbenutzungsaufnahme 1938 Fwd. In Verbindung mit der Volks-, Berufsund Betriebszählung 1938 ist eine Bodendenutzungs- aufnahme angeordnet worden. Zur Ermittlung der selbstbewirtschafteten Gesamtbetriebsfläche jedes Betriebes wird mit Hilfe von Katasterunterlagen im Januar bereits eine Vorerhebung durchgeführt. Dadurch wird es ermöglicht, daß im Mai bei sämtlichen Bodenbenutzungsaufnahmen die Betriebsinhaber auf einem einzigen Betriebsbogen ihre Gesamtbetriebsfläche nachweisen und zur Vermeidung von Doppelbefragung Bodenbenutzungsaufnahme und Betriebszählung zusammengelegt werden können. Die Bauern und Landwirte sollen nickst mehr als unbedingt notwendig mit der Ausfüllung von Fragebogen belastet werden. Die Feststellung der selbstbewirtschafteten Betriebsfläche der Betriebe im Januar soll die Gewähr dafür bieten, daß der Gesamtflächennachweis bei der Bodenbenutzungsauf- nahme und Betriebszählung gelingt. Alte Gießener erinnern sich noch mit Freude an den einstigen Lehrer Heinrich Curfchmann. Er war eine stadtbekannte Persönlichkeit; seine überaus mächtige würdige Erscheinung gehörte zum Gießener Stadtbild, wie kaum eine andere In jungen Jahren hat es der alte Herr nicht leicht gehabt Gerne erzählte er aber doch, daß er in seinem Schulraum im jetzigen „Taunus" in der Brandgasse für das Anmachen des Feuers persönlich habe sorgen müssen 'Schuldiener habe es Anno dazumal nicht gegeben. Sein Ehedomizil habe er zunächst im Nebengebäude des jetzigen Gasthauses „Hindenburg" im Seltersweg gehabt Von dort sei er in die Löwengasse gezogen, weil er eine Mietsteigerung von vier Talern jährlich nicht habe aufbringen können? ,Jn der Löwengasse aber habe ich die glücklichste Zeit meines Lebens verlebt, denn damals waren meine Söhne Studenten", io berichtete er weiter Und wie stolz konnte der alte Herr aus diese fein Der eine von ihnen wurde Gymnasialdirektor in Friedberg, der andere der weithin bekannte und berühmte Professor der Inneren Medizin an der Universität Leipzig. Welch' erfolgreiche Wege von den gewiß bescheidenen Lernstühlen in der Löwengasse bis zum Katheder in der Gymnasial-Prima und zur Lehrkanzel an einer der berühmtesten Universitäten des Reiches. Vater Curfchmann aber, oder, wie er in Gießen allgemein genannt wurde, der „alte Cursch- mann", blieb allzeit der bescheidene einfache Mann, der er sein Leben lang gewesen war. Er machte, mit dem gewichtigen Stock in der Hand und seine Zigarre rauchend, in seinen Mußestunden den üblichen Gang unter den Lindenbäumen um die „vier Schuren" ober quer durch die Stadt, da und dort mit seinen Mitbürgern eine kurze Weile plaudernd. Nahte der Winter, dann trat einer der schönsten Wesenszüge des alten Herrn in Erscheinung. Er kannte nur zu sehr die Not ärmerer Volksgenossen aus eigener Erfahrung. Und da er ein praktischer Mann mit einem warmen, fürsorglichen und menschenfreundlichen Herzen war, suchte' er dieser Not zu steuern, soweit das zu seiner Zeit mit den Mitteln, die in seineip innersten Wesen begründet lagen, eben möglich war. Alljährlich zur Weihnachtszeit veranstaltete Vater Curfchmann in der Turnhalle der Mädchenschule in der Schillerstraße im Kerzenglanz des Christbaums eine Bescherung. Und da seine eigenen Mittel zur Ausstattung der Gabentische mit brauchbaren, nützlichen Geschenken nicht ausgereicht hätten, so ging der Wohltäter eben — sammeln Wo er einen Ladeninhaber kannte oder sonst einen Be- itzenden, bei dem sprach er vor, und mancher Silberling oder sonstige Spende wanderte so in die Hand des Alten. Auch schon benutzte Gegenstände wurden- ihm für feinen guten Zweck gegeben, und er verstand es sehr, hartherzige Filze an der. rich- hgen Stelle und, wenn sich die Gelegenheit dazu bot, auch an ihrer männlichen Ehre' oder weiblichen Eitelkeit anzupacken. Ging da einst der „alte" Curfchmann gemächlichen Schrittes um die Süd-Anlage. Man 'zählte das Jahr 1891. Er hatte gerade die im Bau begriffene Johanneskirche betrachtet und feine Schritte' weiter Gießener Stadttheater. Friedrich Hebbel: „Demetrius." Die letzte Aufzeichnung ih Hebbels Tagebuch vom 25. Oktober 1863 lautet: „Eine große Leidensperiode, die noch nicht vorüber ist, so daß ich sie erst später fixieren kann. Aber seltsam genug hat seit 14 Tagen der poetische Geist angefangen sich in mir zu regen; es entstanden anderthalb Akte des Demetrius, obgleich ich, durch Rheumatismen ver- chindert, kaum imstande war, sie niederzuschreiben, und wenn es so fortgeht, darf ich hoffen, dos Stück im Winter unter Dach und Fach zu bringen. " Ein paar Wochen später erhält er, schon krank und schwach, für die „Nibelungen", welche die feit langem geplante Arbeit am „Demetrius" verdrängt hatten, den Schillerpreis; die Auszeichnung ringt ihm den Seufzer ab: „Das ist Menschenlos; bald fehlt einem der Trank, bald fehlt einem der Becher." Noch ein paar Wochen später, 13. Dezember, ist Hebbel gestorben. Der „Demetrius" war noch nicht völlig „unter Dach und Fach": in der achten Szene des fünften Aktes, mitten im Vers, bricht die Handschrift ab So hatte ihm — merkwürdig genug — der Tod die Feder über dem gleichen Stoff entwunden, der Schiller bis zuletzt bewegt hatte. (Schillers „Demetrius"-Fragment, das schon im zweiten Akt abbricht, wurde 1929 mit Kleists „Guis- kard" zusammen hier gegeben.) Hebbel wollte freilich mit seinem letzten Drama richt etwa den mächtigen Schillerschen Torso vollenden; das bezeugt eine Briefstelle aus dem Jahre '1858: „Ich gedenke keineswegs zu unternehmen, was Goethe, mit dem Schiller fein ganzes Stück im Detail durchgesprochen hatte, nach manchem vergeblichen Versuch liegen ließ. Wer könnte fortsetzen wollen, was der subjektivste aller Dichter angefangen hat? Damit ist aber durchaus nicht gesagt, daß man seinen großen dramatischen Grundgedanken nicht adoptieren und selbständig durchführen dürfe, und dies ist mein Vorsatz." Das Leben der Thron'prätendenten hat von jeher die Gemüter beschäftigt und die dichterische Phantasie angeregt; Schiller hatte den „Demetrius"-Plan zuletzt einem andern, ähnlichen vorgezogen, der Geschichte des betrügerischen englischen Prätendenten Marbeck: für Schiller gab in der Wahl zwischen beiden Stoffen eben dies den Ausschlag, daß Marbeck bewußt Betrüger war, ein Verbrecher oder Abenteurer, jedenfalls kein tragischer Held, — während Demetrius im guten Glauben handelte, also von der Rechtmäßigkeit seines Anspruches auf den russischen Zarenthron überzeugt war; das menschlich-seelische Problem, der zeitlose, nicht der geschichtliche Konflikt waren ausschlaggebend Hebbel seinerseits unterzog die Schillersche Anlage, einem „Umschmelzungsprozeß"; ihm waren auch die geschichtlichen Zusammenhänge — Rußland 1605 — als solche wichtig, und er" trachtete aus ihnen die innere Begründung für das ebenfalls tragische Schicksal seines Helden zu gewinnen. Demetrius ist bei Hebbel nicht der legitime Zarewitsch, sondern ein Bastard Iwans IV., des Schrecklichen, ZU gleicher Zeit wie der echte von Barbara, einer Zofe der Zarin Marfa, geboren. Während der echte Sohn auf Betreiben des Boris Godunow in Uglitsch ermordet wird, macht der illegitime, mit Hilfe der Kirche, die durch ihn Einfluß am Zarenhofe zu gewinnen sucht, seinen Anspruch mit Erfolg geltend — bis er, schon auf der Höhe der Macht, durch feine alte Mutter, die ehemalige Zofe Barbara, die Wahrheit über sich selbst erfährt « ♦ Dies gibt dem Schicksal des Demetrius die entscheidende Wendung: er begreift sofort, daß seine Ansprüche auf den Zarenthron nunmehr unbegründet sind, und wäre, für feine Person, bereit, sie aufzugeben und in das Zwielicht seiner Vergangenheit zurückzukehren; aber er sieht auch ein. daß die Ereignisse bereits über ihn hinausgewachsen sind, daß er „die Zarenmaske weiter tragen und Frieden und Gewissen opfern muß", um seine Anhänger zu retten So steht er, in tragischer Verstrickung, am Eyde des vierten Aktes, ein betrogener Betrüger. Spielball höherer Gewalten, Werkzeug dunkler Mächte, unschuldig in Schuld gestürzt; selbst Marfa, die Zarin, mußte ja, durch die Ähnlichkeit des Demetrius mit feinem Vater getäuscht, an die Echtheit des Kronprätendenten glauben. So sammelt sich auch in Hebbels Drama die innere Beteiligung des Zuschauers oder Lesers — dem die Zustände und Ereignisse der russisch-polnischen Geschichte des beginnenden 17. Jahrhunderts wenig Anteilnahme abnötigen werden — ganz auf das menschliche Schicksal, das sich in der Erscheinung des Demetrius unaufhaltsam vollzieht. Die vollendeten Szenen des letzten Aktes malen das unheimlich flackernde Bild des in Aufruhr und Verwirrung gestürzten, nächtlich brennenden Moskau, nach der Krönung des Demetrius: wie er enden sollte, ist nur zu vermuten; daß er fallen mußte, kann nicht bezweifelt werden. * Daß fast jeglicher Versuch der Ergänzung und Vollendung- eines nachgelassenen großen Fragments ein gewagtes wenn nicht unmögliches Unternehmen ist, beweist am deutlichsten Goethes Beispiel, von! dem oben die Rede war; von seinen unzulänglichen Nachfolgern zu schweigen, die sich um Schillers „Demetrius" bemüht haben. Bei Hebbel liegt der Fall insofern günstiger, als dessen Drama nahezu vollendet war. Das Programmheft zählt verschiedene Fassungen auf, die sich nicht haben durchsetzen können; die Aufgabe bleibt auch hier, ein äußerstes Maß an Takt und dichterischer Einfühlung erfordernd, stets heikel' und wird im günstigsten Falle einen Annäherungswert erreichen.. Will man freilich den „Demetrius" überhaupt spielen, wird man einer abrundenden Ergänzung bedürfen. Man hatte sich für eine neue Bearbeitung Friedrich F o r st e r s entschieden, der früher hier mit einigen seiner eigenen Stücke zu Worte kam: er hat das Verdienst, dem Drama einen glaubhaften Abschluß gegeben zu haben dessen es zu seiner Verwirklichung nicht entbehren kann: er schließt, soviel wir sehen können, unmittelbar an Hebbels abbrechenden Wortlaut an, zeigt den verräterischen schuiskoi auf dem Wege zum freiwerdenden Thron und läßt Demetrius im Zweikämpf mit ihm fallen Das ist ein ritterlicher Ausklang, welcher der von Hebbel vorgezeichneten Charakterlinie entspricht. Wie weit die Fassung im übrigen Hebbels Plan entspricht — der wohl die Ermordung des Demetrius durch Dtrepiep im Kreml vorsah — ist kaum zu entscheiden. * Ob die Kürzungen, die wir bemerkten, bereits in Forsters Fassung erscheinen oder von der Regie bestimmt waren, wissen wir nicht; da sie zu billigen sind, scheint die Frage auch nicht belangvoll Dr. Erich Schumacher leitete die Inszenierung, die uns wohldurchdacht und übersichtlich gegliedert schien: das markant herausgearbeitete Vorspiel in Sendomir ließ die dramaturgische Funktion dieser in der Tonlage schnell umspringenden Szenen schön erkennen. Nach den theatermäßig unbestritten ergiebigen Auftritten des Bons Godunow und der großen Erkennungsszene der Marfa war der entscheidende vierte Akt Krönung und Höhepunkt der Handlung, in der sich die Dramatik des zeitlosen rein menschlichen Konfliktes der Demetrius-Fabel' enthüllte. — Herr Löffler hatte den äußeren Rahmen geschaffen, der uns im ersten Bilde des Vorspiels ein wenig nüchtern anmutete aber in den charakteristisch betonten Schauplätzen in Moskau ausgezeichnet angebeutet wurde. — * Den Demetrius spielte Herr Weiland: im Sinne der Anlage durchaus edel, blond, groß und schlank, in Sprache und Haltung auf fürstliche Erscheinung bedacht, fern jeder Zweideutigkeit -des Abenteurers oder Konjunkturhelden, jugendlich-heftig, gläubig Angegeben an die Schicksalswelle, die ihn überraschend jäh und steil emporträgt aus dem ^"chls; dabei mit bedachter anfänglicher Zurückhaltung feiner darstellerischen Mittel: so konnte der Ausbruch innerer Erschütterung und Entwurzelung im vierten Akt 'an natürlicher Kraft und Wirkung nur gewinnen. * X Die Fülle menschlicher Erscheinungen im Drama ist so groß, daß in der Aufzählung der Darsteller Beschränkung geboten scheint Frau Stirl gab der Marfa die schmerzliche Würde einer in ihrem mütterlichen Gefühl verwundeten, von Zweifeln gequälten und zerrissenen Fürstin. Herr v. Gschmeidle r als Schuiskoi bewahrte den Bojaren mit sicherem Gefühl für Haltung, die ihm als Gegenspieler von Format zukommt, vor der flachen Konvention des schleichenden Theaterintriganten. Herr Schorn spielte den gewesenen Mönch Dtrepiep als einen Kosakenhetman von ungezügelter und unheimlicher Wildheit in ausholenden Gebärden und Reden. Still, einfach und menschlich gab Maria Karden bie alte Barbara Eine vorzügliche, sehr vergeistigte Charakterstudie: ber Karbinal-Legat bes Herrn Kühne Herr Geiger umriß mit geschickter Ein- ’uvu^9r b,e Zwischen tyrannischer Herrscherqedärde unb Geschmeibigkeit schwankenbe Erscheinung Godunows. Herr Neuhaus gab dem Woiwoden im werten Akt das volle Gewicht eiyFs leidenschaftlichen Anhängers, der dem Demetrius Rückweg und Ausweg abschneidet. Helga Retschy war die Marina: kühl und kokett, spielerisch und unernst, gleichsam am Abgrunde tanzend — Auch die vielen übrigen standen tüchtig und aufgeschlossen an ihrem Platz. * Starker Beifall rief zuletzt die Mitwirkenden an die Rampe. Hans Thyriot. Zeitschriften' ~ ~ ?aAs v/ue Heft der „S i r e n e" bringt eine Reihe interessanter Bildberichte. Ein Aufsatz 'Kanonier bei der Flakartillerie" schildert einen Tag aus dem» Leben eines Flakartilleristen. „Rekruten bes Daterlandsoerrat" heißt ein anderer fesselnder Bericht „ aus ber Aufsatzreihe „Verräter und Saboteure ; er erzählt vom traurigen Schicksal, das die entgleisten jungen Deutschen erwartet, die sich unter falschen Versprechungen für die französische Fremdenlegion anwerben lassen. Aus dem übrigen Inhalt: Die Behandlung der Kampfstofferkrankungen' Lchutzraum-Ordnung und Gasschleusen-Ordnung' Mitteilungen des Reichsluftschutzbundes. Bauer und Student. Landesbauernführer Or. Wagner sprach vor Gießener Studenten. Neubau für die landwirtschaftlichen Institute in Gießen. Auf Einladung der Landwirtschaftlichen Fachschaft der Gießener Studentenschaft versammelten sich am gestrigen Freitagabend in der Tageshalle des Gießener Studentenhauses eine große Anzahl von Volksgenossen. Der Leiter der Fachschaft, cand. agr. Hamel, eröffnete das Zusammensein und begrüßte besonders den Landesbauernführer Dr. Wagner. Dann galt sein Gruß den Vertretern der Partei und ihrer Gliederungen, der Wehrmacht, der Behörden, der Universität und den Landwirten von nah und fern. Besonders wurden die Bauern von Reinhardshain begrüßt, die die Gießener Studenten bei ihrer praktischen Arbeit sehr unterstützt haben. Landesbauernführer Or. Wagner sprach über das Thema „Bauer und Student". Er ging dabei aus von der geistigen Haltung unserer Zeit, als der aus den heldenmütigen Kämpfen des Weltkrieges geborenen und schilderte, wie die Vorsehung die Kraft der Männer schmiedete, daß aus dem Chaos einer Revolte das deutsche Volk durch eine echte Revolution in ein Stadium des gewaltigsten Aufstieges geführt werden konnte. Rach einer Zeit bitterster Erniedrigung und Bedrückung sei das deutsche Volk für die nationale und soziale Erhebung reif geworden. Landesbauernführer Dr. Wagner kam dann auf die blutmäßigen Bindungen innerhalb unseres deutschen Volkes zu sprechen, erinnerte an die bäuerliche Herkunft, aus der sich die Vielfalt unseres deutschen Lebens entwickelt habe, erinnerte ferner an die Zeit des Liberalismus, in der das Volk getrennt und zerredet wurde und stellte dem die Weltanschauung des Nationalsozialismus gegenüber, die sich auf das Wort von „Blut uyd Boden" gründe. Der Bauer sei der Bluts- guell der Nation, der Ernährer des Volkes. Vom Dritten Reich habe der Führer gesagt, daß Deutschland ein Bauernreich sein werde, oder es gehe zugrunde, wie die Reiche der Hohenstaufen und Hohenzollern. Die geistige Haltung unserer Zeit gehe aus von Werten der Ehre und des Charakters, die in der Brust eines jeden anständigen und festen Menschen verankert seien. Dann wandte sich der Landes- Bauernführer insbesondere den Studenten zu und betonte, daß, wenn die Studenten dereinst andere Menschen mit der ganzen Kraft und dem Willen der eigenen Anschauung überzeugen wollten, dies nur möglich sei, wenn sie selbst im Innern eine gefestigte Haltung trügen. Für den künftigen Bauernführer sei entscheidend, daß er aus innerer Notwendigkeit für die Gemeinschaft wirke. Ehre und Treue seien, so sagte der Redner weiterhin, Eigenschaften, die uns zutiefst im Blute lägen. Man habe sie mitbekommen aus der langen Kette der Geschlechter. Das Landvolk habe bisher schon Leistungen vollbracht, die der Führer auch anerkannt habe. Der Redner wies darauf hin, daß nur die Erziehung zu einer nationalsozialistischen Haltung die Voraussetzung für die wirtschaftliche Arbeit sei, Opfer müßten gebracht werden^ um später Früchte ernten zu können. Die Volksgemeinschaft werde erst durch die große Ausrichtung der Weltanschauung verwirklicht. Zum Schluß wandte sich der Landesbauernführer noch der Bildung des Nachwuchses zu, wies auf die Bauernschulen und die landwirtschaftlichen Fachschulen hin, und wies ferner darauf hin, daß man von Deutschlands hohen Schulen eine von ernster Wissenschaft getragene Leistung erwarte. Das Bauerntum und seine Helfer seien in Zukunft — damit klang die Ansprache aus — die Sturmbataillone des Führers, die mit der Kraft ihrer geistiaen Haltung alle Hindernisse erstürmten und in Deutschlands Geschichte unsterblich würden. (Anhaltender Beifall!) Fachschaftsleiter Hamel dankte dem Redner für seine interessanten Ausführungen und versprach, daß die Gießener Landwirtschaftsstudenten im späteren Beruf ihren Mann stehen werden. Nach einem gemeinsam gesungenen Lied sprach noch Prof. Or. Seffous. Er gab u. a. bekannt, daß nunmehr die Errichtung zeitgemäßer Gebäude für die landwirtschaftlichen Institute der Universität Gießen geplant ist und voraussichtlich im kommenden Jahre mit dem Bau begonnen werden soll. Es ist vorgesehen, daß für alle Zweige der Landwirtschaftswissenschaft an unserer Universität der erforderliche Ausbau zur Schaffung guter Arbeitsmögtichkeiten^ die der modernen Zeit und der Bedeutung dieser Fachwissenschaft entsprechen, erfolgt. Heute brauche man ein anderes Rüstzeug, als in früheren Jahren. Für die kommende Entwicklung der landwirtschaftlichen Fakultät der Ludwigs- Universität bat der Redner um ideelle und materielle Unterstützung. Viel sei schon seither im kleinen Kreis hier geleistet worden. Die Landwirtschaftliche Fakultät in Gießen hab§ heute überall einen guten Klang. Das Studium der Landwirtschaft sei eins her schönsten Studien-, der junge Student komme besonders in enge Verbindung zu Blut und Boden. Dann geigte Prof. Seffous noch einige Bilder von den Lehrausflügen und von dem Besuch der Landwirtschaftsausstellung in München. Bei guter Unterhaltung, bei frohem Lied und Wort blieb man in kameradschaftlicher Weise noch einige Stunden beisammen. Weihnachtsfeiern in Gießen. Artilleristen feiern Weihnachten. Am gestrigen Freitagabend vereinigten sich die Männer der 7. Batterie unserer Artillerie-Abteilung, mit ihrem Batteriechef Oberleutnant -G r i s a r an der Spitze, mit einer Anzahl alter Kameraden von der Artilleristen-Kamera'dfchaft 1895 Gießen im Wirtschaftsgebäude der Artillerie-Kaserne zu einer Weihnachtsfeier. Beim Kerzenschein von zwei großen Tannenbäumen leiteten gemeinsam gesungene Weihnachtslieder und stimmungsvolle Musik einer kleinen Hauskapelle von Kanonieren der Batterie den ernsten Teil des Abends ein. Dann brachten die jungen und die alten Sochaten, nach alter guter Art, ihren ersten Gruß und ihre Huldigung dem Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht Adolf Hitler dar. Ein Gedicht und eine Erinnerung an die Zeit des großen Krieges leiteten über zu der Ansprache des Batteriechefs, .Oberleutnant G r i f a r, der in eindrucksvollen Worten seinen Männern den soldatischen Sinn der deutschen Weihnacht nahebrachte. Nach Bekanntgabe einiger Beförderungen kam der heitere Teil, bei dem der Nikolaus erschien, der in seiner witzigen Batteriechronik in launiger Weise so ttiancherlei kleine menschliche Schwächen und Beschwerden der Batterieangehörigen, aber auch der als Gast erschienenen alten Artilleristen .church den Kakao ,30g". Natürlich großes Gelächter auf der ganzen Linie. Gleiches brachte der weitere Verlauf des Abends mit dem Verlesen einer lustigen Batterie-Zeitung, mit dem Stiefel 33, dem Dienstplan und allerlei Sächsischem. Durchweg konnte man feststellen, daß die 7. geradezu fabelhafte Talente in ihren Reihen besitzt. Um die Mitternachtsstunde fand die prächtig verlaufene Feier in allseitiger voller Befriedigung ihren Abschluß Sonnenwendfeier i ! Sx. _X)^' VT k < w» M AK a W u MZ 8USS vEtlStv' IW Handarbeiten r. 205 viertes Blaff Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Zamrtag, 18. Dezember M7 Kapitänsstreifen Ferguson deutlich vor der Nase blitzten. ,7Sie hätten den Alten nicht verärgern sollen, Ferguson!" murrte Hooten unbehaglich. „Jetzt ist der Bart natürlich ab." Martini, dessen Anwesenheit an Bord so viel Lärm verursacht hatte, packte inzwischen die herausgefallenen Ziegelsteine wieder säuberlich in seinen „Kreditkoffer" ein. Er war mit dieser Beschäftigung gerade fertig, als Zanten sich näherte. Martini ging ihm ein paar Schritte entgegen und säuberte dabei seine rot bestaubten Finger an einem Taschentuch. „Entschuldigen Sie, Kapitän, daß ich so ohne weiteres und nicht gerade in der herkömmlichen Art bei Ihnen eingebrochen bin!" Er zog seine Brieftasche und reichte Zanten einen ordnungsgemäß ausgestellten Fahrschein für eine Kabine zweiter Klasse auf dem „General Smuts". „Verschlafen — glatt verschlafen!" Es klang so treuherzig, als hätte er soeben die Feststellung getroffen, solch ein gesunder Schlaf könne "nur ein frommes Kindergemüt zur Voraussetzung haben. Kapitän Zanten bemerkte, so was könne natürlich Vorkommen. Aber er musterte Martini nach wie vor mit unverhohlenem Mißtrauen. Die Fahrgaste der „Catharina", die noch auf ein Nachspiel der Doraufgegangenen Ereignisse gewartet hatten, wurden enttäuscht und zerstreuten sich langsam. Außerdem hatte der Pantrysteward den gescheiten Einfall, mit Gong und Zuruf über Deck zu (Hufen und die Reifenden zum ersten Frühstück zu bitten. „Ich hoffe zuversichtlich, Kapitän", sagte Martini, „daß Sie noch eine Kabine frei haben und ich nicht gezwungen bin, auf einem Liegestuhl unterm Sternenzelt zu lagern." Obwohl der Kapitän ein Gesicht machte, das ganz so aussah, als ob er dieses Vergnügen Herrn Martini von Herzen gönne, mußte er doch wahrheitsgemäß zugestehen, es sei noch eine Kabine frei — eine Salonkabine allerdings, mit zwei Betten, und nicht ganz billig. „Mir genügt zwar ein Bett vollkommen", beteuerte Martini, „aber ich nehme ohne Wimperzucken den ganzen Restposten Ihres Ausverkaufs. Zu einem Sonderpreis selbstverständlich!" „Zum vollen Preis selbstverständlich!" Martini fügte sich ohne weiteren Widerspruch, aber mit einem leiderfahrenen Seufzer. „Ich hoffe, daß die Reise die doppelten Spesen einbringen wird!" sagte er sinnend. Zanten zuckte leicht zusammen und sah ihn scharf an, aber er unterdrückte eine Erwiderung und befahl einem Steward, Martinis Gepäck in die Salonkabine zu tragen. Martini folgte dem Mann. Kapitän Zanten sah sich nach HuMphrey Tim- perly um, aber der Schiffsingenieur belegte ihn mit Beschlag, und so rief er zu Humphrey hinüber, er sollte doch nachher mal bei ihm vorsprechen. Martini mußte auf seinem Wege an Humphrey und Carola vorüber, die außer den Detektiven als einzige Fahrgäste der Verlockung des ersten Frühstücks widerstanden hatten. Vor Carola blieb er stehen, nachdem er dem Steward vorher den Auftrag erteilt hatte, den größeren der beiden Koffer auszupacken und die Anzüge, falls es notwendig wäre, zum Bügeln mitzunehmen. „Verzeihen Sie, Fräulein Hvllerthau, daß ich bis j^tzt keine Zeit fand, Sie zu begrüßen! Die Ereignisse waren stärker als ich." „Was für eine Ueberraschung!" sagte Carola — nur, um überhaupt etwas zu sagen. „Ja — die erste", antwortete er „Und die zweite?" fragte sie ein wenig ängstlich, denn zu seinen Überraschungen hätte sie nicht allzuviel Zutrauen. „Bitte: Humphrey Timperly!" Und er deutete auf diesen mit der Geste eines Zauberkünstlers, der die durch und durch zersägte Dame aus der Kiste dem Publikum unverletzt und heiter wieder vorstellt. Damit entschwand er, nachdem er Humphrey zuvor noch einen herzlichen Abschiedsschlag auf die Schulter versetzt hatte. „Unverschämtheit!" entrüstete sich der mit schriller Stimme. „Haut mich auf die Schulter, als ob wir den gleichen Schnuller benutzt hätten!" Er stäubte seinen Anzug an der Stelle, wo der Schlag ihn getroffen hatte, mit der Hand gründlich ab „Nun, was sagen Sie jetzt? Oder zweifeln Sie etwa immer noch daran, daß der Kerl sich auf der Flucht befindet, wie?" Carola schloß für ein paar Sekunden die Augen, als täte das Licht ihr weh. „Das ist alles sehr merkwürdig", sagte sie kopfschüttelnd: ihre Stimme war leicht belegt. Was war das nur für ein merkwürdiger Auftritt gewesen, den die beiden Herren dort drüben vorhin hervorgerufen hatten? Diesen Angriff gegen Martini, der nur durch Humphreys unvermutete Dazwischenkunft ohne Handgreiflichkeiten geendet hatte. Sie sahen eigentlich nicht wie Raufbolde aus, die beiden. Im Gegenteil, es schienen zwei höfliche, gutmütige Leute, gediegen gekleidet und durchaus vertrauenerweckend; nach Carolas Schätzung, die der Wahrheit sehr nahekam, hätten es Polizeibeamte in Zivil fein können.. „Das ist alles sehr merkwürdig", wiederholte sie. „Aber ich möchte nur wissen, was Sie sich eigentlich gedacht haben, als Sie an Bord sprangen, und was nun mit Ihnen geschehen soll, Humphrey!" Er schien dem Schicksal nicht undankbar zu sein, das die Trennung von ihr durch eine sonderbare Fügung ein wenig aufgeschoben hatte. „Ich werde zunächst mal mit Zanten sprechen; das weitere wird sich dann finden... Wollen Sie mich zu »Onkel Pautt begleiten, Carola?" „Bis zur Tür, Humphrey. Sie finden mich nachher irn Speisesaal; ich habe rechtschaffenen Hunger." „Weiß der Teufel", sagte er verdrießlich, „mir schlagen solche Geschichten immer auf den Magen!" „Mir auch. Das heißt: Ich kann dann dreifache Portionen essen." „Was wären Sie für eine herrliche Geschäftsfrau!" meinte er mit ehrlicher Anerkennung. „Drohende Pleiten würde ich mit meinem Appetit beschleunigen!" Aber das schien seine Bewunderung nicht herabzudrücken; .gr hätte auch diese Eigenschaft gern in Kauf genommen ... Auf dem Weg zur Kapitänskajüte erfüllte sich unversehens Carolas heimlicher Wunsch, etwas über die zwei Herren zu erfahren, die Martini so sehnsüchtig zu allen Teufeln gewünscht hatten. Die beiden fingen nämlich sie und Humphrey ab und vertraten ihnen, die Mützen lüftend, den Weg. „Herr Timperly — wie ich hörte?" fragte Ferguson höflich. „Humphrey Timperly, Herr--" „Ferguson ist mein Name. Und hier mein Kamerad Hooten, wenn Sie gestatten. Beide auf Urlaub ... Verstehen Sie, Herr Timperly? Auf Europaurlaub!" Er zwinkerte listig, als wolle er einen nicht ganz stubenreinen Witz erzählen, wovon ihn nur die Anwesenheit einer Dame abhielte. Fortsetzung [olgt. Weihnachtsfreude bei jung und alt. -Al •1' w I - / Siamanlen-Komödie Roman von Horst Biernath. Morgen, Kinder, wird's was neben, morgen werden wir uns frenn, welch ein Jubel, welch ein Leben wird in unferm Haufe fein; einmal werden wir noch, wach, heißa, dann ist Weihnachtstag. Freudig erregte Kindlein fingen jetzt alltäglich dieses alte schöne Weihnachtsliedchen der Kleinen, »it ihnen singt's die Mutter, die sich dabei im Allen ihrer eigenen Kinderzeit erinnert. Ja, auch Nancher ernste und würdige Papa summt wohl Hndestens bei diesem Liedchen seiner Lieben mit. Sll allen ist eben frohe weihnachtliche Erwartung eiigekehrt. Die Tannenbäume in den Straßen, der qwentskranz mit seinen Lichtern zu Hause, der alle Jubel der Kleinen vor den verlockenden Schau- fciftern mit den vielen schönen Sachen, geheimnis- wlles Tun und Treiben hinter verschlossenen Gubentüren, verhängte Schlüssellöcher und sorg- fütig abgeschlossene Schränke und Schubkästen, der öi-ere Hinweis der Mutter auf das Christkindlein, des das bringt jenen herrlichen Glanz der Vor- Wihnachtsfreude in die Herzen von jung und alt, Miz besonders natürlich bei den Kleinen, der the Wünschen im Innersten warm und aufgeschlossen $ Fortsetzung (Nachdruck verboten.) ^„ilch was!" knurrte Hooten. „Machen Sie mit i em Burschen nicht so viel Federlesens! Und im 6 ityigen sage ich Ihnen das eine: Dieser Gauner Bat Seine Fühler überall! Er braucht ja nur durch it Kerle, die Schwarz überfielen, erkundet zu abtn, daß ihre Beute in Kieselsteinen bestand, hat anr irgendwie herausgekriegt, daß Ferguson und ck v ,Catharina< benutzen — und reimt sich also it Zusammenhänge richtig zusammen." „Cin Wenn nach dem andern", brummte Zanten verdrießlich. „Falls Sie^ selber sich freilich weiterhin auffällig benehmen, dann weiß er bestimmt, daß fü mit der .Catharina feine Vergnügungsreise ■otten." I,Veiß er längst! Es gibt nur eins: Schmeißen eit ihn 'raus! Einen andern Vorschlag kann ich Miun nicht machen." ,(!in einzelner Mann und eine einzige Zwischen- ihbing. Wollen Sie mir sagen, wie der Kerl dem Transport gefährlich werden will? Und außerdem lipi ich nicht wegen eines Mannes die Maschinen foppet und beidrehen. So was wäre noch nicht da- VMen Der Reeder würde mir den Kgpf ab- ’ Bin." .Mit einem Wort: Sie wollen nicht?" fragte ijemjfon wütend. ,^as heißt hier: Will nicht? Ich kann nicht!" innortete Zanten kurz und drehte sich um. : chnßlich hatte er auch noch andere Pflichten. i„Eo?" ächzte Ferguson grimmig. „Dann können ttii i ns ja auf Ihrem verdammten Kahn auf aller Hub gefaßt nzachsn... Aber das eine sage ich mei, Kapitän: Für Ihre Weigerung, den Kerl aut rzuschmeißen, wird man Ihnen von anderer geite us gehörig in die Suppe spucken? Verlassen e i.d) daraus! Das besorge ich Ihnen, ohne daß : ie (inen Finger zu rühren brauchen!" Fich ein Wort, Ferguson, und ich lass' ein Boot Mrfmingen", sagte Zanten sehr ernst, „bann kön- »hgie Ihre Kisten nach Amsterdam rudern' Haben : e -erstanden?" Er wandte sich so, daß seine macht für die „selige, gnadenbringende Weihnachtszeit". * Erwartungsvoll sind jetzt besonders die Armen und Herren der Kleinen den Eltern zugewandt. Voll froher Ungeduld sind alle ihre Fragen nach dem Christkind und nach dem Weihnachtsmann. Und wie artig und eifrig nach dem Willen der Mutter und des Vaters sind sie gerade jetzt. Die kleinen Schlaumeier sind bestrebt, alle ihre guten Eigenschaften nach bester Möglichkeit herauszukehren. Sie wissen, warum! Wie gern und -beglückt gehen die Mutter und der Vater darauf ein. Denn bei der Freude ihrer Kleinen werden sie ja selbst wieder jung und kindlich-froh, erfüllt der Weihnachtszauber ihre Herzen bis zum letzten Winkelchen. Voll seligen Mutterglücks läßt die sonst manchmal gar, strenge Mama ihr Bübchen oder Mädelchen an den für die Kinderaugen unoerborgenen Weihnachtsarbeiten teilnehmen. Stolz läßt auch vielleicht der Papa seine kleine Gesellschaft mitschaffen an dem, was er durch Handarbeiten oder dergleichen für die Mama oder ein anderes liebes Familienmitglied zu Weihnachten vorbereitet. Und gar ernst und wichtig nimmt das kleine Bübchen oder Mädelchen das feierlich gegebene Versprechen, von dem ihm anvertrauten Geheimnis ja nichts zu verraten. Es ist köstlich, so ein kleines Kerlchen dann tagelang mit wichtigernstem Gesichtchen und schalkhaft-frohen Aeuglein herumlallfen zu sehen, bis der große Augenblick unter dem lichtergeschmückten Tannenbaum kommt und die Freude am Freudebereiten alle Dämme und Schleusen durchbricht. * Nur noch wenige Tage sind's bis zu dem schönsten Feste des Jahres, dem lieben Weihnachtsfeste. Der herrliche Tannenbaum steht zum Schmuck bereit auf dem Balkon, im Garten oder im Keller. Zunächst aber wirkt die Mama eifriger denn je in der Küche. Das Weihnachtsgebäck erfordert mancherlei Arbeit, wenn es geraten und gut schmecken soll. Da wollen und dürfen auch die kleinen Mädelchen mit Hand anlegen. Gespannt sind sie bei dieser interessanten Tätigkeit. Das künftige Hausmütterchen regt sich in ihnen unbewußt. Sorgsam geben sie die von der Mama verlangten Löffel Mehl in den von fleißiger Mutterhand gerührten Teig. Nebenbei wird wohl auch einmal etwas genascht, denn alle diese Herrlichkeiten der Kuchenbäckerei sind ja gar zu verführerisch, und sie schmecken ja auch ganz prächtig, bevor sie in den Teig hineinspazieren oder auf ihm ihren Platz finden. Nüsse werden geknackt; ein Stückchen Apfel als Tribut für die Hilfeleistung ist auch etwas köstliches für das kleine Leckermäulchen. Nachsichtig und verstehend, weil einstmals selbst so getan, guckt die Mama diesem Treiben ihrer kleinen Helferinnen bis zu einer gewissen Grenze zu; dann hat nur noch der sachliche Zweck des Kuchenbackens seine Gültigkeit. — Beim Erzählen der schönen Weihnacl-tsgeschichte vom Jesuskindlein in der Krippe und bei den Worten der gemütvollen deutschen Weihnachtsmärchen zündet die Mama unter gespannter Aufmerksamkeit der Kleinen die Kerzen an dem Ad- oentsstern und an den niedlichen Figuren des Wech- nachtsschmuckes an, mit glänzenden Augen schauen die Kleinen in das flackernde Kerzenlicht, und ihre kindliche Phantasie schafft ihnen ein Wunderland voll Herrlichkeiten und strahlender Schönheit. — Dann aber kommt die letzte Vorstufe zu dem Höhepunkt der Weihnachtsfreude: das Schmücken des Weihnachtsbaumes. Papa trägt den herrlichen Boten des Waldes, den Tannenbaum, in die Stube. Mit ernster Sachlichkeit wird er in feinem Fuß aus Eisen befestigt, gut ausgerichtet und nach kühl wägendem Blick an d i e Stelle der Stube gestellt, die die größte Sicherheit vor Feuersgefahr gibt, nämlich fern von Vorhängen, Teppichen usw. Und bann erleben Mama und Papa ihre Vorweihnachtsfreude beim frohgestimmten Schmücken des Baumes. Papa steigt auf die Trittleiter und beginnt von oben her die Schmückarbeit, Mama reicht alles zu; die Lichter und ihre Halter werden hergerichtet, die Glaskugeln sorgsam aus ihren I Kästen genommen, Glas- oder Perlenketten hervor- geholt, das Engelshaar und der künstliche Schnee liebevoll ausgebreitet, vergoldete oder versilberte Nüsse, vielleicht auch kleine Aepfel und zartes Gebäck bereitgelegt, und alles, alles wird vom Papa unter selbstverständlich maßgeblicher Beratung und Begutachtung durch die Mama kunterbunt in den Zweigen des Baumes verteilt. Vorher sind natürlich die Kleinen zu Bett gebracht und außerdem die Schlüssellöcher verhängt worden. Steht dann der Baum im Schmucke seines glitzernden, bunten Fest- gewandes fertig da, dann schließt sich die Stubentür für die kleinen Trabanten unwiderruflich bis zu der großen Stunde, da sie fingen werden: „Alle Jahre wieder kehrt das Christuskind ..." Und dann ist der Jubel groß! Vorsicht mit dem Wechnachtsbaum! 1 # ■■ , tilw * -»-HM Leicht brennbare Unterlagen gehören nicht unter den Baurn, ebenso wie Gardinen und Portieren von ihm ferngehalten werden sollen. Papierschmuck und Sprühkörper sind zwar sehr hübsch, erhöhen aber die Feuersgesahr. Beim Anzünden der Kerzen fange man von oben an, da sonst leicht die Kleidung in Gefahr gerät. Kinder sollte man nie mit dem brennenden Baume allein lassen und ihnen auch keine feuergefährlichen Spielzeuge oder gar Feuerwerkskörper schenken. Unter dem lichtergeschmückten Weihnachtsbaum hebt jetzt bay große Spielen an. Die Kleinen sind mit Feuereifer dabei Mutti tut selbstverständlich gerne mit, denn vor allem die kleine Puppenmama muß zunächst doch eine Gehilfin haben. Aber siehe da: auch Vati wird wieder zum froh und glücklich spielenden Kinde! Es soll sogar Vorkommen, daß er sich seiner ganzen Länge nach mit seinen Kleinen zum Spiel auf den Teppich legt, > vielleicht sogar den Rock auszieht in der Erkenntnis, daß es „in Hemdärmeln besser geht", und dabei gerät er womöglich sogar „so groß in Fahrt", daß eigentlich er der Hauptspielende ist! Das sind dann für die Kleinen und die Großen fröhliche Weihnachten, deren festlicher Glanz noch lange nachwirken wird, wenn schon längst wieder der Alltag regiert. S o war es bisher, s o wird es immer wieder überall da der Fall sein, wo in den Familien die alte, schöne deutsche Weihnachtsfeier Herzensangelegenheit ist. B. (Aufnahmen [5]: Elisabeth Hase, Franks, a. M.) WMW * * V Handball-Beae-'Nungen des Sonntags. Kirchliche Nachrichten 19. Dezember. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.15: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.15: Stritt» Predigt Der letzte Traum der alten Eiche. Eine Funkfolge. Neuapostolische Gemeinden, Händelstraße 1, Eder- 21.15: Kammermusik. 22: Nachrichten. 22.15:'Weih« straße 13 Sonntag, 19. Dezember. 9.30 Uhr: Gottes- nächtliche Bücherecke. 22.30: Nachtmusik und Tanz, dienst; 16: Gottesdienst. 124 bis 1: Nachtmusik. Es ist schade, baß diese beiden Treffen gerade an einem Tage stattfinden müssen. Die Gießener Hand- ballfrvunde werden das schmerzlich empfinden. Leider ließ sich aber keine andere Regelung mehr treffen. Zudem ist insofern der Sache Rechnung getragen, daß die beiden Spiele zeitlich auselnander- liegen, so ddß man also bei 'etwas Glück "Zeuge der zwei spannenden Treffen werden kann, Lützellinden steht vor einer schwer zu lösenden Aufgabe. Es muß, wenn es weiterhin an der Spitze der Tabelle erscheinen will, unbedingt gewinnen. Ob das allerdings gelingt, hängt davon ab, wie der Gegner disponiert ist und wie sich vor allem die Gäste auf dem ungewohnten Platz zurechtfinden werden. Eine Niederlage würde eine Ueberraschung, em Sieg nach den zuletzt gezeigten Leistungen der Gaste der allgemein erwartete Ausgang bedeuten. Zu einem in jeder Beziehung wohl ausgeglichenen Kampf sollte es auf dem Platze des Mtv. kommen. Die Gaste sind zwar nicht mehr so gefährlich, stunde. . Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirch- liche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, den 19. Dezember. 8.30 Uhr: Eoangelisationsstunde. — Mittwoch, 22. Dezember. 8.30: Bibelstunde. — Donnerstag, 23. Dezember. 8.30: Jugendbundstunde. Bänd freikirchlicher Christen, Gemeinde Gießen, Großer Ste-inweg. Sonntag, 19. Dezember. 11.15 Uhr: Sonntagsschule; 15.30: Bibelstunde; 20.15: Jugendstunde. — Mittwoch, 22. Dezember. 20.15: Bibel- und Gebetstunde. Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Sonntag, 19. Dezember. 9.45 Uhr: Erbauungsstunde; 11: Sonntagsschule; 15: Weihnachtsfeier der Sonntagsschule. — Dienstag, den 21. Dezember. 20.30 Uhr: Bibel- und Gebetstunde. Daptisten-Gemeinde, Gartenstraße 13. Sonntag, bürg mußte noch in letzter Minute auf den 2. Jan. 1938 verlegt werden. Der Rest der Borrunde wird mit zwei Spielen am 19, Dez. 1937 erledigt und zwar stehen sich in der Staffel 4 gegenüber SpB. 1900 Gießen — Tv. Lützellinden Mtv. Gießen — Tuspo W.-Niedergirmes. Die Absicht der Kreisspielleitung, die Vorrundenspiele, vor allem der Bezirksklasse, noch im alten Jahr unter Dach und Fach zu bringen, hat pch nicht verwirklichen lassen. Denn das f^r^mm^ge^n die Gäste bei dem Rückrundenspiel den Angriffen der Soldaten standgehalten und nur knapp verloren. Diesmgl wird die Sache aber doch wesentlich anders ausgehen. Denn der MSV. muß, wenn er Stafielfieger werden will, unter allen Umständen - gewinnen. Groß-Rechtenbach hat in der Staffel 2 den To. Katzenfurt zu Gast, der allerdings kaum Aussichten j haben dürfte. Die 2. Kreisklasse interessiert vor allem bie Begegnung Tv. Ruttershausen — Tv. Londorf. In Ruttershausen wird ein in jeder Beziehung ausgeglichener Kampf erwartet, in dem sich vielleicht für die Platzbesitzer eine Möglichkeit ergibt, die Scharte des Vorspiels auszuwetzen. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 19. Dezember. 4. Advent. Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Schmidt; 11: Kindergottesdienst für die Matthäusgemeinde; 18: Pfr. Becker; zugleich Weihnachtsfeier für die Kinderkirche der Markusgemeinde. — Johanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Militärgottesdienst; Heeres- Oberpfarrer Dr. Schuster; 14: Kinderkirche für die Johannes- und Militärgemeinde; Pfr. Ausfeld; 17: Pfr. Ausfeld; Musikalische Abendfeier, Weihnachts- Historie von Schütz. (Bibelbesprechung im Johannes- saal fällt aus.) — Zapetfe des Alten Friedhofs. 9.30: Gottesdienst; 11: . Kinderkirche für die Luthergemeinde ;- 20: Krippenspiel der 'Kinderkirche der Luthergemeinde. — petruskapelle, Wetzlarer Weg 59. 9.30: Studienrat Dr. Unverzagt; 17: Weihnachtsfeier der Kinderkirche der Petrusgemeinde; Pr. Trapp. — Wiefeck. 9.45: Gottesdienst; 11: Kinderkirche; 15: Bibelstunde. — Steinbach. 10: Gottesdienst. — Albach. 12.30: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kindergottesdienst (1. Abt.); 13: Kindergottesdienst (2. Abt.). — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 15.30: Kindergottesdienst für Lollar, Staufenberg, Ruttershausen; Weihnachtsfeier. — Daubringen. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst; 11.15: Kindergottesdienst. — Garbenteich. 10: G ottesdienst. — Hausen. 13: Gottesdienst. — Lich. 10: Stiftspfarrer Naumann; Kirchenchor; 12.45: Kindergottesdienst. — INufchenheim. 10.30: Gottesdienst. — Birklar. 13.30: Gottesdienst. — Hungen. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Göbelnrod. 10: Gottesdienst; Kollekte. — Beitsberg. 13: Gottesdienst; Kollekte. — Lich. 10: Stiftspfarrer Naumann; Kirchenchor; 12.45: Kindergottesdienst. — Nieder-Besfingen. 10: Stiftsdechant Kahn. Evangelische Sladkmission, Löberstraße 14. Sonntag, 19. Dezember. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 13.30: Sonntagsschule: 18: Weihnachtsfeier der Sonntagsschule. — Mittwoch, 22. Dezember. 20.30: Bibel- 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkon« zert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk: Moosbart und Sternen- kind, Märchenspiel. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Deutsche Scholle: Was ist ein Landarbeitslehrling? 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund. 15: Volk und Wirtschaft: Das Weihnachtsgeschäft. 15.15: Für unsere Kinder: Jetzt basteln wir Weihnachtsgeschenke. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Stille Nacht..., Weihnachtslieder. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.15: Stritt» wie ehedem. Die Mannschaft des Mtv. hat sich fel- der in diesem Jahre auch noch nicht so entwickelt, wie man das gerne sehen möchte. Gerade deswegen wäre es unbedingt notwendig, endlich wieder einmal zu zeigen, was man zu leisten üermag. In der 1. Kreisklasse wird das Spiel MSV. in. AR. 9 (Barbara) Gießen — To. Grümngen, in dem vor einiger Zeit schon nur eine Halbzeit gespielt werden konnte, wiederholt. Zwar haben katholische Gemeinden. Samstag, den 18. Dezember. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichtgelegenheit (auswärtiger Priester). Sonntag, den 19. Dezember. 4. Adventssonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichtgelegenheit; 7: hl. Messe mit hl. Kommunion der Schuljugend; 8: Spendung der hl. Kommunioß; 9: Hochamt mit Predigt; 11.15: Singmesse mit Predigt; 17.30: Christenlehre und An- | dacht. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Vor- | trag und Andacht. — Hungen. 8: Hochamt mit Pre- । digt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.15: Hochamt mit I Predigt. — Scholten. 10.30: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, den 22. Dezember. Hungen. 7.15 Uhr: hl. Messe. Oeffenllicher Sonntagsdienst: Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: Arzt: Dr. Ploch. Zahnarzt: Dr. Buchinger. Apotheke: Hirsch-Apotheke. Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen Rundfunkprogramm Sonntag, 19. Dezember. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.15: Gymnastik. 8.30: Deutsche Scholle. 8.45: Orgelmusik. 9: Christliche Morgen- feier. 9.45: Zwei Mächte. 10: Deutsch sein, heißt Charakter haben (Johann Gottlieb Fichte). 10.30: Chorgesang. 11.15: Deutsche Meister schaffen an ewigen Werken. Eine Funkfolge. 12: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinder: Kasperle entrümpelt. Ein lustiges Spiel. 14.30: Der Musikfeind, komischr Operette. 15.25: Deutsche Scholle: Bauernwinter im Schwarzwald. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zur Abendstunde in froher Runde. 19: Nachrichten. 19.10: Der Blindenchor singt Adventslieder. 19.40: Sportspiegel des Sonntags. 20: „Zar und Zimmermann", komische Oper von Albert Lortzing. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 22.30: Wir bitten zum Tanz. Barnabas von Geczy spielt. 24 bis 1: Nachtmusik. Montag, 20. Dezember. Oie Spiele der Bezirksklassenmannschasten. Der morgige Sonntag, an dem die Blau-Weißen spielfrei sind, bringt folgende Begegnungen: < Steinberg — Naunheim Butzbach — Lollar Frohnhausen — Burg Sinn — Steindorf < Wetzlar — Bissenberg. Die Steinberger sehen der Begegnung mit Naunheim mit recht gemischten Gefühlen entgegen. Nachdem Butzbach in Lollar ein Unentschieden erreichen konnte, muß man ihnen für das Spiel auf eigenem Platze um so mehr einen Sieg eimMmen. . Frohnhausen steht vor einem abermaligen Punktgewinn, denn die Gäste aus Burg haben infolge Spielerabgänge sehr an Spielstärke eingebüßt. Bei der Begegnung Sinn — Steindorf ist der Tabellenletzte ohne jede Chance. Die einzige Aufgabe wird sein, das Resultat in erträglichem Maße zu halten. Die Begegnung Wetzlar — Bissenberg hatte für die Tabellengestaltung von besonderer Bedeutung sein können, wenn die Verhältnisse die gleichen geblieben wären. Nachdem sich jedoch in Bissenberg eine Krisis eingestellt hat, ist an einem wetteren glatten Punktgewinn der Wetzlarer nicht zu zweifeln. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg I — Naunheim I. Morgen empfängt die erste Elf der Teutonen die gleiche von Naunheim. Dem Gast geht ein guter Ruf voraus. Die Elf ist gleichmäßig gut besetzt. Wenn die Naunheimer in diesem Jahre nicht so stark in den Vordergrund traten wie sonst, so haben sie trotzdem in ihrem letzten Spiel bewiesen, daß sie noch erstklassig spielen können. Es gilt für die Teutonen doppelt vorsichtig zu fein. Ob ein Sieg gelingt, ist noch sehr fraglich, da die Elf jeden Sonntag in anderer Aufstellung das Spiel bestreiten muß. Deshalb ist eine Vorhersage-für diesen Kampf schwer möglich. Auf der anderen Seite durfte man gespannt sein, ob Naunheim seine Wetzlarer Leistung wiederholt; dann sind die Aussichten für Steinberg allerdings nicht die besten. Die zweite Mannschaft muß nach Großen-Lrnden. Im Vorspiel konnten die Teutonen 5:2 gewinnen, im Rückspiel sollten die Hüttenberger jedoch den Spieß umdrehen, zumal die Steinberger zweite durch Abgabe an die erste Elf geschwächt ist. Die Jugend spielt vor der Liga gegen dre erste Jugend von Krofdorf. Sie sollte in der Lage sein, die im Vorspiel erlittene Niederlage wieder wettzumachen, da sich die Spielstärke der Steinberger in letzter Zeit gehoben hat. Butzbach I — Lollar I. Die erste Mannschaft tritt zum fälligen Rückspiel in Butzbach an. Obwohl die Lollarer im Vorspiel überlegen waren, gelang es damals den Gästen, allerdings mit viel Glück, einen wertvolley Punkt mitzunehmen. Die Butzbacher sind aber inzwischen bedeutend stärker geworden. Das Kräfteverhältnis beider Mannschaften dürfte ausgeglichen fein. Zu- dem stoßen hier noch zwei Gegner aufeinander, bei denen es um das Punktekonto noch sehr dürftig bestellt ist. Die Lollarer Elf muß sich schon zu einer geschlosseneren und eifrigeren Einheit zusammenfinden, als es bisher der Fall war, wenn sie das bessere Ende für sich behalten will. Die bessere Tagesform dürste entscheiden. Fußball der Kreisklaffen. 1. Kreisklasse. SA. -Kampfgemeinschaft Gießen I gegen Großen-Buleck I: Hier stoßen zwei gleichwertige Gegner aufeinander, und wenn die Gro- hen-Busecker Punkte holen wollen, dann müssen sie komplett antreten. VfB. -Reichsbahn Gießen I — R üd - dingshausen I: Beim Vorspiel in Rüddings- hausen konnten die VfBer nur knapp gewinnen. Doch in Gießen brauchen die VfBer sich nicht allzu sehr anzustrengen, um zu gewinnen. A l t e n - B u. s e ck — Wieseck : Die Alten- Busecker stellen eine gute Kampfmannschaft ins Feld. Man rechnet mit einem Sieg des Platzvereins. Heuchelheim I — Lollar II: In diesem Spiel sollte Heuchelheim den Sieger stellen. Lich I — VfB. -Reichsbahn Gießen II: Beim Vorspiel in Gießen konnten die VfBer einen 4:1-Sieg herausholen. Auf dem Platz in Lich ist aber nicht gut gewinnen. Die VfBer müssen sich anstrengen, um in Lich siegreich zu bestehen. 2. Kreisklasse. , Quedborn — Oppenrod: Zum ersten . Male spielen die Queckbomer auf ihrem Platze, üb ie sich gegen die Oppenröder behaupten können, teht dahin. Flensungen — Göbelnrod: Hier werden die Flensunger alles daran setzen, um wieder 1 einmal einen Sieg zu erringen. ! Geilshausen — Lehnheim: Der Platzverein wttd den Lehnheimern die Punkte nicht lasen, auch wenn sie mit Ersatz spielen müssen. Treis — Muschenheim: Hier stoßen zwei Spitzenreiter aufeinander. Es wird sich entscheiden, ob Treis" oder Muschenheim der Meisterschaft näherkommt. _ _ VfB.-Reichsbahn III — SA.-Kampf- gemeinschaft II: Im Vorspiel unterlagen Die VfB.er, die sich jetzt wohl anstrengen werden, die Niederlage wettzumachen. Heuchelheim II — ©rüningen I: Die Heuchelheimer sollten die ©rüninger bezwingen, zumal sie beim Vorspiel in ©rüningen auch siegreich waren. Wißmar — Staufenberg: Die Wiß- marer gewannen das Vorspiel mit 4:0 und sollten auch jetzt die Punkte nicht hergeben. Rodheim II — Allendorf: Allendors greift zum ersten Male ein und ist eine noch unbekannte Mannschaft. SA.-Kampsgemelnschaft I — Gkohen-Buseck I. Die Mannschaften treffen sich am Sonntag auf dem Unioersitätssvortplatz zum fälligen Verbandsspiel. Grohen-Buseck steht mit drei Verlustpunkten an zweiter Stelle und wird am Sonntag alles daransetzen, diesen Platz zu halten. Die SA.-Mannschaft muß ihren Torwart ersetzen und wird daher etwas im Nachteil fein. Immerhin sollte es möglich sein, ein Unentschieden zu erreichen. Die 2. Mannschaft der SA. muß zum VfB.-R. gegen deren 3. Elf antreten. Im Vorspiel siegte die SA. mit 3:1 Toren. Ob dies wieder gelingt, ist mehr als fraglich, da die gegnerische Elf ihre Form verbessern konnte. VfB.-Reichsbahn 1 — Rüddingshausen I. Zum Rückspiel wird morgen die Elf des Fußball- Clubs Rüddingshausen auf dem Waldsportplatz erwartet. Die Gäste brachten es damals fertig, den Grünweißen ein verdientes 1:2 abzutrotzen, doch wurde die Mannschaft durch Einberufungen geschwächt und verschiedene Spiele gingen verloren. Die Gäste haben ihre Stütze in dem guten Torhüter Wißner. Die Grünweißen sind für dieses Spiel hoher Favorit, doch dürfte der Sieg der Elf nicht leicht werden, da die Gäste mit großem Einsatz zu kämpfen verstehen. BsR. Lich I —BfB.Reichsbahn H. Die Reserve trägt morgen das schwerste Spiel der Rüserie aus, denn die Elf muß auf dem gefürchteten Boden von Lich antreten. Erst kürzlich konnten die Licher ihren Lokalgegner mit einer hohen Niederlage nach Hause schicken, was für die Spielstärke der Gastgeber spricht. Bei ganzem Einsatz sollte es durchaus möglich fein, daß die Mannschaft beide Punkte aus Lich mit heimbringt. BfB. Reichsbahn III — SA.-Kampfgemeinfchaft II. Dieses Spiel wird vor dem Spiel der 1. Mannschaft ausgetragen. Für die Platzherren gilt es in erster Linie, den schlechten Eindruck des Vorspiels zu verwischen. Allendorf (Lahn) I — Rodheim I. Am kommenden Sonntag spielt nach einer Pause oon einem ganzen Jahr die 1. Fußballmannschaft des hiesigen Turnvereins wieder zum erstenmal. In Rodheim wird sie einem Partner gegenüberstehen, den sie nur bei gutem Zusammenspiel überwinden könnte. Man nimmt an, daß mit den zur Verfügung stehenden Kräften eine Mannschaft zu- standekommt, die in der zweiten Kreisklasse gut bestehen wird. Jugendspiele des BfB.-Reichsbahn. Nachdem sich die 1. Jugend durch einen Sieg über ihren Lokalgegner die Meisterschaft erkämpft hat, wird sie am kommenden Sonntag ihr letztes Pflicht- : spiel austragen. Der Gegner ist die spielstarke Jugendmannschaft von Rodheim. Dieses Spiel hat js- : doch keinen Einfluß mehr auf die Meisterschaft, i denn die Grünweißen führen mit großem Vor- : sprung. Wie die Elf zu diesem Spiel antritt, steht l zur Zeit noch nicht fest. Die 2. Jugend muß gegen die 4. Jugend des Vereins antreten. ßen-Lmdey die Punkte lassen müssen. eunrSi SALAMANDER JUleinverfuiuf: fdftufiftaus td.in.und. JeJOXK© Gießen, föltersireg 87 P wenn Sie Sonntag, den 19. Dezember, ist unser Geschäft von 2—7 Uhr geöffnet. ^Teit^eickenke tragen B398 A Hier abschneiden Wo kaufe ich meine Aktien Ahorn 11 n )» Bucher für -en Gabentisch kaufen Sie in der Kataloge unberechnet 8189V Brühl’sche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 /■ Geschmackvoll Vornehm Persönlich U/etn Bit Neuenweg 9 8284D xo.ö Professor der Rechte u. Referent im 'Reichs- u Preußischen Ministerium für Wissenschaft,Erziehung u.DotKsbildung Nur»o oder 150 Eier und mehr pro Huhn? Kelterei Schäfer Bleichstratze 8 sossD Tel. 2491. 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Anruf 2251 Mut ralversammlung. Solange die A.- G. besteht, kann der Aktionär den aus seine Aktien treffenden Teil des Eesellschaftsvermögens bzw dessen Wert nicht verlangen: er kann aber die Aktie verkaufen. Vor An- und Verkauf zuverlässige Bank fragen! Verlorene Aktien können für kraftlos erklärt werden durch Aufgebotsverfahren beim Amtsgericht. An Stelle einer für kraftlos erklärten Aktie kann der Aktionär von der A.-E. eine neue verlangen. Desgleichen für stark beschädigte oder verunstaltete Aktien unter gewissen Umständen: s. Aufgebot. Akut, frisch auftretend, rasch verlaufend, bef. bei Krankheiten. Vgl. auch Infektionskrankheiten. Akzept, s. Wechsel. Alabaster, eine Eipsart von durchscheinender schneeweißer Farbe, aus der Kunstgegeüstände hergestellt werden. Flecke auf Alabaster lassen sich durch Spiritus entfernen. Zerbrochene Alabaster- gegenstände werden mit Alabastergips gekittet. A la mode wird vielfach auch heute noch auf Speisekarten ein mit Kräutern und Tomaten zubereiteter Rinderbraten (Boeuf ä la mode) bezeichnet. Die frane zösischen Worte bedeuten nur „nach der Mode" oder „modisch". Boeuf ä la mode ist also nichts anderes als „modisches Rindfleisch". Alaun, ein Doppelsalz verschiedenartiger Zusammensetzung, das blutstillend wirkt und daher als Alaunstein beim Rasieren ver° 12 Alkalienvergiftung wendet wird. Im Haushalt kann man aufgelöstes Alaun auch zum Gurgeln benutzen. Die technische Verwendung des Alauns ist sehr mannigfaltig, u. a. in Gerbereien und Färbereien. Albrecht, deutscher Vorname, dessen Bedeutung fich durch die altdeutschen Worte adal = Adel und beruht = glänzend erklärt. Gleichen Ursprungs sind die Namen Adalbert und Albert. Ale, für die Ausfuhr stark ein» gebraute, helles, englisches Vier, das meist mit Porter gemischt getrunken wird. Ale wird aus weiten Gläsern getrunken. Alexander, männlicher Vorname, aus dem Griechischen stammend, mit der Bedeutung, der sich gegen Männer zur Wehr setzt. Abkürzung Alex. Alsenid, Alpaka, ein zusammengesetztes, versilbertes Metall, das je nach dem Grade der Versilberung von 20 bis 60 gestempelt ist. Alfenidgeräte werden wie Silbergeräte geputzt. Alfons, männl. Vorname germanischer Herkunft mit der Bedeutung „von glänzendem Adel". Alimente, s. Unterhalt. Alkalien, chemische Verbindungen von Kalium. Natrium usw. Laugen, die in konzentriertem Zu- Itanö ätzend wirken. Die Hausfrau benutzt davon Soda als Putz- und Waschmittel. Alkalienvergiftung: Sind Ver- giftungen. die durch Alkalien (s. dort) hervorgerufen werden, z. B/ durch Verschlucken von Natronlauge, Kalilauge, Pott- Hersteller: WEISS Paket 12 Pf. P, Jos.Möbs, Seifenfabriken, Gießen SCHWARZ die neue vorzügliche BLEICH-SODA Unentbehrlich zum Einweichen aller Wäsche. Auch zum Scheuem von Metallen und eämtl. 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