M.2l8 Erstes Blatt 187. Zahrgang Samstag, 18. September 1957 krscheml täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Siebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr Bezugspretr: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Universitätsdruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text» anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25'^ mehr. 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In seiner Schlußrede auf dem Nürnberger Parteikongreß hat der Führer mit eindringlichem Ernst die Welt darauf hingewiesen, welch ungeheure Gefahr für den europäischen Frieden sowohl wie für den Bestand und eine ersprießliche Zusammenarbeit der Gemeinschaft europäischer Nationen der sich offen zu seinen revolutionären, auf eine Aushöhlung und Vernichtung der bestehenden Gesellschaftsordnung und Auflösung aller zwischenstaatlichen Bande hinauslaufenden Zielen bekennende Bolschewismus bedeutet, und er hat für Deutschland aus dieser durch das beunruhigende Treiben Moskaus bestimmten weltpolitischen Lage die Folgerung gezogen, daß das Dritte Reich sich unter gar keinen Umständen mit einer Verschiebung des europäischen Gleichgewichts durch Vermehrung des bolschewistischen Einflusses in irgendwelcher Form abfinden werde. Niemals ist die Richtigkeit einer These in der Praxis schneller und gründlicher bewiesen worden, als diese. Auf französische Anregung hin hatten die beiden Westmächte alle an dem durch das in Zusammenhang mit dem spanischen Krieg hochgekommene Piratenunwesen aktuell gewordenen Problem der Sicherheit der Schiffahtswege im Mittelmeer interessierte Nationen zu einer Konferenz nach Nyon, dem altertümlichen Römerstädtchen am Westufer des Genfer Sees, zusammengeladen. Deutschland und Italien waren der Einladung nicht gefolgt, einmal, weil sie den Nichteinmischungsausschuß in London gemäß der ihm gestellten Aufgabe wie auch seiner Zusammensetzung nach für das geeignete und gegebene Forum zur Besprechung einer Frage ansahen, die in so engem Zusammenhang mit den Vorgängen in Spanien steht, zum andern, weil sie nach den unerhörten und durch nichts bewiesenen Unterstellungen zweier sowjetrussischer Noten an Italien, in denen -die Havarien bolschewistischer Tank- und Transportschiffe italienischen U-Booten zur Last gelegt wurden, sich von einer Konferenz nichts zu versprechen vermochten, die auf die Zusammenarbeit mit notorischen Friedensstörern wie den Moskauer „Diplomaten" Wert legen zu müssen glaubte. Wie richtig Deutschland und Italien die sich in Nyon ergebende Situation beurteilt hatten, hat sich schon auf der ersten Sitzung der Rumpfkonferenz herausgestellt. Der sowohl durch seine revolutionäre Vergangenheit und volksverhetzende Tätigkeit in aller Herren Länder wie als Anstifter und Antreiber der bolschewistischen Einmischungspolitik in Spanien hinlänglich berüchtigte Sowjetaußenkommissar Lit- winow-Finkelstein benutzte bie ihm in schlecht angebrachter Loyalität gebotene Möglichkeit, sich vor einem internationalen Publikum von Politikern und Diplomaten zu spreizen, zu ebenso maßlosen wie dreisten Ausfällen gegen die ebenfalls eingeladenen, aber abwesenden beiden Mächte Deutschland und Italien. Er hat seiner Sache damit einen schlechten Dienst getan, denn seine Rüpelhaftigkeit zwang sogar den sonst Moskauer Gepflogenheiten gegenüber meist überaus nachsichtigen britischen Außenminister Eden gegen den Ton der bolschewistischen Diplomatensprache sich zu verwahren, und der erste Teil der Konferenz endete überraschend schnell mit einer Entschließung, die das Fernhalten Sowjetrußlands von jeder Kontrolle im Mittelmeer bedeutet und die Bolschewisten auf das Schwarze Meer verweist, dessen größter Anrainer sie ja sind. Abgesehen von dieser offensichtlichen Niederlage bolschewistischer Anmaßung und Überheblichkeit zeugen die übrigen Beschlüsse der Konferenz von Nyon, daß hier nur halbe Arbeit geleistet werden konnte, weil es den einladenden Mächten eben nicht gelungen war, den bolschewistischen Provokationen rechtzeitig und in gebührender Weise zu begegnen und das von Moskau frech beleidigte Italien an den Beratungstisch heranzuziehen. So trägt das in Nyon zustande gebrachte, von der französischen Presse, die ganze Verlegenheit der Si- tuation schlagartig erhellend, als „Arrangement" bezeichnete Abkommen durchaus den Charakter des Provisoriums, denn ohne Zustimmung und Mitwirkung Italiens, der bedeutendsten reinen Mittelmeermacht, ist natürlich jedes Abkommen über die Sicherheit der Schiffährtswege im Mittelmeer ein totgeborenes Kind. Das hat man sehr wohl auch in Nyon gewußt, und hat deshalb für den Fall, daß Italien dem Abkommen nachträglich beitritt, was man besonders in London dringend wünscht, um die britisch-italienischen Verständigungsbemühungen nicht zu stören und dem Abkommen von Nyon den von der Pariser Presse geflissentlich hervorgehobenen Anschein einer Erneuerung des aus dem Sankttonsfeldzug in Rom noch in schlechter Erinnerung stehenden zweiseitigen französisch-britischen Mittelmeerpakts zu nehmen, die Möglichkeit von Aende- rungen vorgesehen und bei der Einteilung der Kontrollzonen für die Ueberwachung der Schiffahrtswege auch die Teilnahme Italiens in Rechnung gestellt- m , Hierbei ist man allerdings in völliger Verkennung der tatsächlichen Lage oder in einem nach dem eklatanten Mißerfolg der britischen Völkerbundspolitik während des Abessinienfeldzuges immerhin erstaunlichen Rückfall in die Methoden einer zweiseitigen Pressionspolitik nicht großzügig genug verfahren, indem man törichterweise annahm, Italien, dessen Interessen am Mittelmeer als dem italienischen Lebensraum Mussolini eben erst in Palermo wirkungsvoll unterstrichen hat, mit der Kontrolle über das Tyrrhenische Meer, also seine unmittelbaren Küstengewässer im westlichen Mittel- meer abspeisen zu können, während die für den Verkehr mit dem spanischen Kriegsschauplatz wichtigen und durch das Piratenunwesen bedrohten Schiftahrts- meae sich England und Frankreich Vorbehalten wollen Und wenn dazu noch die Marinesachverstan- Das Abkommen von Ayon wird ergänzt. Rach Aufgabe der Geekontrolle an den spanischen Küsten wollen Frankreich und England sich auf die Patrouittentätigkeit im Mittelmeer beschränken. Drei Zusatzabkommen in Ayon unterzeichnet. Genf, 17. Sept. (DNB.) Die Konferenz von Nyon ist Freitag abent> in Genf noch einmal zu- sammenaetreten, um die verzögerte Unterzeichnung des Zusatzprotokolls und zweier Zusatzabkommen zu den Abmachungen von Nyon vorzunehmen. Im Zusatzprotokoll wird die Ausdehnung des Schutzes der Mittelmeerschiffe auf Angriffe von Ueberwasserfahrzeugen und Flugzeugen festgelegt. Erfolgen derartige Angriffe ohne Berücksichtigung der völkerrechtlichen Humanitätsgrundsätze, die in dem Londoner Flottenvertrag von 1930 und im Protokoll von 1936 niedergelegt sind, so haben die Fahrzeuge der englischen und französischen Patrouillenflottillen auf das betreffende Luftfahrzeug das Feuer zu eröffnen und nach Maßgabe ihrer Mittel, gegebenenfalls unter Hinzuziehung von Verstärkungen, gegen das betreffende Kriegsschiff vorzugehen. Von den beiden unterzeichneten Vereinbarungen bezieht sich eine auf die geschützten Fahrstrecken im Mittelmeer, die andere auf reservierte Zonen fürUebungszwecke. Keine Seekoutrolle mehr längs der spanischen Küste. England und Frankreich beschränken sich auf die Kontrolle der Schiffahrtswege. London, 17. Sept. (DNB.) Von englischer (S*m'e wird mitgeteilt: Die englische und die französische Regierung haben beschlossen, die See- kontrolle an der spanischen Küste, die auf Grund der Beschlüsse des Nichteinmischungsausschusses eingesetzt worden war, nicht fort« zusetzen. Beide Regierungen haben ihre Entschließung den übrigen Mitgliedern des Nichteinmischungsausschusses durch Lord Plymouth mitteilen lassen. Die englische und die französische Regierung sind zu diesem Entschluß gekommen, weil sie es für richtig halten, die für diese Kontrolle verwendeten Schiffe in der „Antipiratenkontrolle" im Mittelmeer einzufetzen. Die einzige Grenze Spaniens, die jetzt noch bewacht werde, sei die zwischen Frankreich und Spanien. Längs der spanischen Küste wird also durch Kriegsschiffe im Auftrage des Nichteinmischungsausschusses keine Kontrolle mehr ausgeübt. Das System der Beobachter des Nichteinmischungsausschusses auf Handelsschiffen, die spanische Häfen anlaufen, wird beibehalten werden. ♦ Die „Times" erklärt in einem Genfer Bericht zum Erweiterungsbeschluß des Nyoner Abkommens, es fänden nunmehr alle Schiffe mit Ausnahme der spanischen Schutz gegen jede Art von Angriffen im Mittelmeer. Zum erstenmal versuche man auch Angriffe von der Luft aus in eine internationale Vereinbarung nach humanitären Grundsätzen einzubeziehen. Allerdings müsse man zugeben, wenn es schon bei der Abwehr der „Piraten-U- Boote" schwierig fei, den internationalen Abmachungen Folgen zu leisten, so sei es bei Flugzeugen noch schwieriger. Im Leitartikel beschäftigt sich die „Times" kurz mit der Aufgabe der Seekontrolle, die unvollständig gewesen fei, seitdem Deutschland und Italien sich zurückgezogen hätten. Der Beschluß der französischen und der britischen Regierung werde unter den jetzigen Umstünden keine großen Folgen haben. „Daily Telegraph" berichtet, daß das neue Erweiterungsabkommen erst am Samstag veröffentlicht werde, da man Italien vorher den g e - nauen Wortlaut Dorlegen wolle. Der französische und der britische Geschäftsträger in Rom bigen der beiden Mächte eine wirkungsvolle Zusammenarbeit beider Flotten vereinbarten, die sich auch auf die gegenseitige Benutzung der Flottenstützpunkte und Flughäfen erstreckt, so darf man sich in London nicht wundern, daß tn Rom der peinliche Eindruck entsteht, als ob das „Arrangement" von Nyon nichts anderes fei, als em, wenn auch zunächst zeitlich begrenztes und durch den Zweck des Schutzes gegen die U-Boot-Piraterie nur getarntes Militärabkommen der beiden Weftmachte für das Mittelmeer, das die eigentliche und reine Mittelmeermacht Italien bei dem Eifer, den man bei dem Zustandekommen der „technischen" Vereinbarungen entwickelt hat, zumindest als wenig freundliche Geste empfinden muß in einem Augenblick zumal, wo das Haupt der britischen Regierung der Premierminister Chamberlain, doch anscheinend den größten Weg darauf legt, im Verhältnis zu Italien die aus dem Abefsimen- feldzug und dem Sanktionskrieg noch rückständigen Mißverständnisse aufrichtig und gründlich zu bereinigen und damit für eine Zusammenarbeit mit dem neuen Imperium die Bahn frei zu machen. Wer die Kommentare der Pariser Presse zu der durch die Konferenz von Nyon und die Ablehnung ihrer Ergebnisse durch Italien geschaffenen neuen Lage aufmerksam studiert, wird den fatalen Eindruck nicht los, als ob diese Politik, die so gar nicht würden den italienischen Außenminister auftuchen, ihn über das neue Abkommen genauestens unterrichten und ihm den Wunsch übermitteln, Italien möge an diesem Abkommen teilnehmen. — Zur Einstellung der Küstenkon- trolle schreibt das Blatt lediglich, obwohl die Kontrolle verschwinde, werde der Nichteinmischungsausschuß weiter bestehen, um gegebenenfalls mit Angelegenheiten feines Geschäftsbereiches befaßt zu werden. Allerdings fei für die erste Sitzung des Nichteinmischungsausschusses noch kein Zeitpunkt vorgesehen. Die Zusammenarbeit der Flotten Englisch-französische Fühlungnahme in Rom. Paris, 18. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der französische Admiralstabschef Admiral E st e v a be- ber Würde Italiens, feinen Lebensinteressen und dem Grundsatz der Gleichberechtigung gerecht wird, dem Wunsch Frankreichs entspricht, an dem sorgsam geschürten Feuer einer etwa neu entstehenden italienisch-britischen Verstimmung die eigene Suppe zu kochen und womöglich auf diesem Wege, indem man Englands bekanntes Anlehnungsbedürfnis in europäischen Dingen klug ausnutzt, zu dem Bündnis zu Zweien zu kommen, das schon seit Versailles das Ideal aller französischen Staatsmänner gewesen ist und für das man als höchst fragwürdigen Ersatz den Militärpakt mit Moskau schloß. Nicht umsonst feiert das dem französischen Generalstab nahestehende „Echo de Paris" das Arrangement von Nyon als die „Wiederherstellung der seit einem Jahr so heftig bekämpften Mittelmeerstellung Englands und Frankreichs". Es wäre kaum begreiflich und würde schlecht zu der von Chamberlain eindeutig auf den Versuch einer Verständigung mit Italien festgelegten Grundlinie britischer Außenpolitik passen, wenn Eden und die britischen Militärs aus ihrer bekannten Voreingenommenheit heraus den ftanzösischen Wünschen, die sich natürlich auch weitgehend mit den Absichten Moskaus auf Verhinderung einer britisch-italienischen Fühlungnahme decken, soweit nachgegeben hätten, daß eine Beteiligung Italiens an dem für das Mittelmeer vorgesehenen Kontrollplan ausgeschlossen ist. Das wäre gab sich am Freitag an Bord des in den Hafen von Dran eingelaufenen britischen Kreuzers „Barha m", um dort mit dem englischen Admiral P o u n d zu beraten. Anschließend begaben sich die Admirale im Kraftwagen nach Arzöe. Die Begegnung wird mit der Aufstellung des Planes der an der Mittelmeerkontrolle beteiligten Wasserflugzeuge gebracht. Die leichteren Einheiten des französischen Mittelmeergeschwaders in Toulon liegen in Bereitschaft, um auf Befehl zu Admiral Esteva nach Dran zu stoßen. Wie aus Blätterftimmen ersichtlich ist, haben Frankreich und England gemäß den Abmachungen von Nyon und Genf ein Übereinkommen getroffen, wonach zur Erleichterung der Zusammenarbeit beider Flotten bei Ausübung der Kontrolle im Mittelmeer b ie englischen Flottenstützpunkte im Mi11elmeer den französischen Kriegsschiffen und umgekehrt den englischen Kriegsschiffen die französischen Flottenstützpunkte zur Verfügung gestellt werden. ein neuer Beweis für die hinterhältige, friedenstörende Politik Moskaus, das jede europäische Zusammenarbeit, die, wenn sie aufrichtig und erfolgreich sein will, sich den Bolschewismus vom Leibe halten muß, hintertreibt, um die Hand in den europäischen Dingen zu behalten, unterstützt von der immer wieder spürbaren Abneigung Frankreichs und Englands gegen eine klare Scheidung vom Bolschewismus in dem dumpfen Gefühl, Sowjet- rußland als machtpolitischen Faktor in der nach dem alten Stil der Vorkriegsbündnis- und Block- -politik aufgezogenen Rechnung nicht entbehren zu können. Der Führer hat in feiner Nürnberger Rede auch den Unbelehrbaren in Paris und London deutlich gemacht, warum Deutschland in einer klaren Frontstellung gegen den Bolschewismus die wesentlichste Voraussetzung für eine gedeihliche politische, wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit der europäischen Völkerfamilie sehen muß. Der heutigen Situation Europas ist mit überlebten politischen Vorstellungen und veralteten, weil längst als unbrauchbar erwiesenen politischen Methoden nicht bei» zukommen. Rückfälle wie Nyon kann sich Europa nicht mehr leisten. Das sollte man endlich auch in Paris und London begreifen, statt auf Trugschlüssen von vornherein verhängnisvolle und in die Irre führende Kombinationen aufzubauen. Dr. Fr. W. Lange. Abbau her Nichteinmischung? Die italienische presse zu den französisch-britischen Beschlüssen. Abbau der Nichteinmischung? Argwohn in Italien. Mailand, 18. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die italienische Presse nimmt die Aufhebung der französisch-englischen Kontrolle an der spanischen Küste mit Argwohn auf. Die „Starnpa" spricht von einem Abbau der Nichteinmischung. Die Beziehungen der Mittelmeermächte würden von den Verantwortlichen des Abkommens von Nyon auf den Kopf gestellt. Der antiitalienische Charakter der englisch-französisch-sowjetrussischen Verschwörung, die nach Nyon geführt habe, sei offenbar. Drei Tatsachen in diesem Sinne seien zu verzeichnen. Nämlich die Aufstellung der Maßnahmen gegen die 11= Boote, Flugzeuge und Ueberwasserschiffe, die Aufhebung der Kontrolle an der spanischen Küste und die Tatsache, daß die französischen Flottenstützpunkte im Mittelmeer der britischen Admiralität zur Verfügung gestellt werden, was nichteinmal während des Krie- ges in Dstafrika geschehen sei. Alles dies stärke die UeberzeuPing, daß die englische Politik das heimtückische Manöver von Nyon veranlaßt habe. Die Aussichten für eine Rückkehr zur Vernunft und Gerechtigkeit schwänden immer mehr. Paris hofft aus Aussprache mit Italien. Paris, 18. Sept. (DNB. Funkspruch.) „Petit Parisien" ist der Ansicht, daß anläßlich der Ueber- reichung des Zusatzabkommens zu Nyon durch die Geschäftsträger Englands und Frankreichs i n Rom sich die Gelegenheit bieten werde, mit dem italienischen Außenminister eine allgemeine Aussprache über das Abkommen von Nyon einzuleiten, wodurch vielleicht eine Annäherung der Ansichten zwischen England, Frankreich und Italien über die Beteiligung Roms an der Polizeiaufsicht im Mittelmeer erleichtert werden würde. Im Zusammenhang mit der Aufhebung der S e e t o n t r o 11 e an der spanischen Küste befassen sich die Blätter mit dem Problem der Nichteinmischungspolitik und stellen fest, daß das Fallenlassen der Kontrolle nicht politischen Charakter habe. Es handele sich vielmehr um eine technische Maßnahme der französischen und der englischen Admiralität, die die jetzt freiwerdenden Kriegsschiffe an den Mittelmeerpatrouillen teilnehmen lassen wolle. Der,Zour" stellt jedoch fest, daß jetzt das Kontrollsystem des Nichteinmischungsaus- schuffes prakttsch sein Ende gefunden habe. Es blieben jetzt auf dem Gebiete der Nichteinmischung nur noch die von jedem Lande erlassenen Gesetzesmaßnahmen übrig. „Petit Parisien" betont, daß die Lage an der Pyrenäengrenze unverändert sei. Die französische Kontrolle funktioniere nach wie vor. Die rechtsstehende „Epoque" nennt die Aufhebung der Küstenkontrolle eine Geste, „die in Rom wohlwollend aufgenommen" werden würde. Man könne sagen, die Kontrolle sei tot, aber die Nichteinmischung bleibe in Kraft. Die rein marxistischen Blätter fordern dieAuf. Hebung der französischen Kontrolle an der Pyrenäengrenze. Der sozialdemokratische „Populaire" memet, daß die Gewerkschaftsbonzen (Eitrine, Jouhaux, de Brouckiere und Lon- guet bereits in Genf eingetroffen seien, wo sie mit Delbos und Eden Besprechungen über die Wiederher st ellung der „Handelsfreiheit" mit den Valencia - Bolschewisten und über die Aufhebung der Pyrenäen- Kontrolle haben würden. Das Gewerkschaftsblatt „Peuple" triumphiert, daß mit dem Nyonep Abkommen eine Bresche in das System der Nichteinmischung geschlagen worden sei. Die Nichteinmischung sei tot. Die kommunistische „Hu- manitd" verlangt die Beseitigung innerhalb der „nächsten Stunden". 3uqj nuii7“T*/ nniflrrlHz Das schöne Barockschloß „Wackerbarths Ruhe" in Lößnitz bei Dresden wird am kommenden Sonntag als Reichsarbeitsdienstschule eingeweiht. — (Scherl-Bilderdienst-M.) ^uboigshi^t pWiimi •DbrnHzS' | 6ft>ift,öas oDährmö dergoarmMLiuiorr-ourr (19.-2s.91) für ftirZa-unb Durthfohrf pohXrafrfbhrzrugm » ohnr bffonörrf fTUmöocr-Fnhrtousrnrifr flffpmt ifr ’j EnDntrrufig bö Sprrrgcüith GnJofclldlfii für Hloadoar-Zu6h(MUT -......nirddfnbvrgifihf ßrtnzr • I üorousfitftttidiü. 19.-229. mit Jfaftfohrzruflni f* HagtnotD Zjaurnbüm... PatyAKemmtrewer " TZ See Auf Einladung des Reichskriegsministers, Gene- ralfeldmarfchall von Blomberg, werden die Spitzen der italienischen englischen und ungarischen Militärorganisation an den deutschen Wehr- machtsmanövern teilnehmen Die internationale Geltung der wiedererstandenen deutschen Frie- densrüstung wird damit in deutlicher Weise unterstrichen. Wer sind nun diese Männer, die wir als unsere Manöoergäste herzlich willkommen heißen? Die italienische Milltärdelegation wird geführt von Marschall B a d 0 g l i 0 , dem Generalstabschef der italienischen Wehrmacht. Pietro Bagdolio der seit dem abessinischen Krieg eine weltberühmte Persönlichchkeit geworden ist, zählt heute 66 Jahre und wird während seiner An Sowietrußland mit Japan gründlich verdorben hätte, dessen Freundschaft die sich im übrigen auch aui den Abrüstungskonferenzen gegenüber unliebsamen Forderungen der angelsächsischen Mächte trefflich bewährte, ihm den ruhigen Genuß seiner asiatischen Besitzungen sichern sollte Nun ist es aus Furcht vor Japans „Drang nach Süden" froh, im Fernen Osten unter den Fittichen des britischen Imperialismus Schutz suchen zu können, solange es geht. Daher die Eintracht, mit der England und heute anglo-indisch regiert werden, botmäßig zu machen verstanden Die einheimischen Fürstenhäuser führten zwar ein Schattendasein fort, entrichteten aber in Peking regelmäßig Tribut. Erst im 14. Jahrhundert entstand Siam als unabhängiges Staatswesen, doch befand sich auch in diesem Lande chinesisches Volkstum und noch mehr chinesische Kultur in raschem Vordringen. Als 1766 der König von Awa, einem Teilgebiet Birmas, Siam erobert und seiner Herrschaft unterworfen hatte, war es ein Chinese, Phaja Thak, der die Unabhängigkeit des Landes wiederherstellte, den erledigten Thron bestieg und Bangkok gründete. Frankreich eroberte 1859 Saigon und ruhte seitdem nicht, bis es die Jnbochina darstellende zusammenhängende Landmasse auf der Halbmiel Hinterindien seiner Kolonialmacht unter» ilieberte 1866 ganz morien hatte England gliederte 1866 ganz B>rma seinem indischen Kolonialreich an und setzte in der Folge immer neue Grenzberichttgungen qui Kosten altchinesischen Staatsgebiets durch. Siam wurde sowohl zugunsten Indochinas wie britischen Besitztums längs der Westküste Hinter- indiens stark beschnitten und behauptete eine fragwürdige Unabhängigkeit für einen Restbestand seines Reiches nur, weil England und Frankreich sich durch diesen Pufferstaat gegen die Gefahren einer gemeinsamen Grenze versichern wollten Dafür ergaben sich aus dem beiderseitigen Bestreben die sowohl Birma wie Indochrna benachbarte chinesische Provinz Pünnan „friedlich" zu durchdringen, immer neue Meinungsverschiedenheiten Schon im Jahre 1858 war bei der angloindischen Regierung der Gedanke einer Eisen babnoerbinbung von Rangun burd) Ober- Birma nach Ta-li-Fu in Westyünnan aufgetaucht Man würbe bamals schon auf Birma Beschlag ge- Frankreich neuerdings gemeinsam in Sudchina eine Front gegen japanische Einflüsse aufzurichten unb der Nanking-Regierung um den Preis der Förderung ihrer Interessen Den Rücken gegen das Insel- reich zu stärken suchen Achtung vor der „Unverletzlichkeit Chinas" spielt dabei jedenfalls keine Rolle-, man sucht im Gegenteil aus dem Kriege zwischen den beiden gelben Mächten im Sinne der eigenen imperialistischen Vergangenheit nach Kräften Kapital zu schlagen. w legt haben, wenn sich den Vorarbeiten für den B'ahnbau in den wilden Grenzgebieten nicht unüberwindliche Hindernisse entgegengestellt hätten. Als bann um bie Jahrhundertwende der Plan neu ausgenommen wurde, sah sich England, beror er in Angriff genommen werden konnte, unerwartet nachhaltig durch den Burenkrieg in Anspruch genommen Nun bekam Frankreich bie Vorhanb. 1903 kam ein Abkommen mit China für ben Bau einer Eisenbahn oom Hafen Hanoi in Tongking nach Y ü n n a n \ u , ber Hauptstabt ber Provinz Yün- nan, zustanbe. Zur Ausführung kam bieser Plan erst 1910. Die letzte Teilstrecke wurde 1911 eröffnet Auto st ratzen vervollständigten nach und nach die oerkehrspolitische Erschließung ber Provinz zugunsten bes indochinesischen Ausfalltores, eines Gebietes von 175 000 Quadratkilometer mit einer Bevölkerung von rund 15 Millionen. Seitdem ist Pünnan eine ausgesprochene französische Interessensphäre, woran auch die Nanking-Regierung, bie sich eine zeitlang bemühte, ihre Hoheitsrechte geltend zu machen, so gut wie nichts zu änbern vermochte Bei Derhanblungen, bie 1936 geführt würben, erreichte bie Nankinger Regierung nicht viel mehr, als baß bie französische Eisenbahngesellschaft einwilligte, jährlich 1000 Franken zum Zeichen formeller Anerkennung ber chinesischen Souveränität nach Nanking abzuführen. An ihrer tatsächlichen Tarifhoheit, die sie in wucherischer Weise ausnützt, änderte sich nichts Wenn nun England dazu übergeht, bie von Frankreich noch nicht mit Beschlag gelegten reichen Erzvorkommen im äußersten Westen Yün° nans von Birma aus zu erschließen unb bas alte Eisenbahnprojekt auszuführen, so mürbe es babei hartnäckigem französischem W'berstande begegnen, wenn es Frankreich nicht durch den Pakt mit VDamcmvnbf ßv u ••ftnyroflbmbwB •Warrn < * fiel. Er stieg dann weiter auf zum Kommandie renden General des 17. Armeekorps, das in der Schlacht von Caporetto von den Deutschen und Oesterreichern geschlagen und darauf verfolgt wurde Badaglio aber gelang es, trotz dieser Niederlage seine Truppen im geordneten Rückzüge bis über die Flüsse Tagliamento und Piave zu bringen. Nach dem Zusammenbruch der Mittelmächte war Badaglio einer der Delegierten für den in der Villa Giusti abgeschlossenen Waffenstillstand mit Oesterreich. Im Äahre 1919 erfolgt seine Ernennung zum Generalstabschef. Seine militärische Laufbahn wird in den folgenden Jahren durch diplomattsche Missionen und Verwaltungskommandos unterbrochen, endet aber immer wieder im Großen Generalstab, als dessen Chef er schließlich auch die Leitung bes abessinischen Felb- zuges übernimmt unb zum siegreichen Enbe führt. Entgegen ben Voraussagen aller internationalen Fachleute gelang es ihm burch rücksichtslosen Einsatz aller militärtechnlschen Mittel, besonders ber Flieger, unb burch systematischen Straßenbau sich nach Besiegung sämtlicher abessinischer Heeresmas- fen ben Weg nach Abbis Abeba zu erkämpfen, wo er am 5. Mai 1936 seinen Einzug hielt. Dann übernahm Marschall Graziani bie Verwaltung bes neuen Imperiums, währenb Badaglio nach Rom in fein altes Amt als Chef bes Großen Generalstabes zurückkehrte. Als Würbigung feiner großen Verbienste erhielt er ben Titel bes Herzogs von Abbis Abeba unb bie Mitgliebskarte ber Faschistischen Partei mit bem Datum bes 5. Mai 1936. Badoglio wird begleitet von den Chefs der drei Wehrmachtsteile unb bem Stabschef ber faschistischen Miliz. Auch biefe Männer, bie bie italienische Wehrmacht in ihrer Totalität zum erstenmal im Auslanb repräfentieren, blicken auf ein erfahrungsreiches Leben zurück. General P a r i a n i, ber Generalstabschef bes Heeres, hat im Weltkrieg am Pafubio gekämpft und im Frieden viele Militär- Missionen ins Ausland geführt Admiral C a v a g - nari, der Generalstabschef der Kriegsmarine, zeichnete sich während des Krieges als Führer der Torpedowaffe besonders aus und hat bei den Wirren um Schanghai 1932 die dortige italienische Flotte dirigiert General Valle, Generalstabschef der Luftwaffe, ist uns Deutschen kein Unbekannter mehr. Er hat seit 1933 wiederholt bie führenden Männer der deutschen Luftwaffe besucht unb mit ihnen ausgezeichnete Beziehungen angeknüpft. Im übrigen nahm er an mehreren Felbzügen unb an vielen frleblirben Pionierflügen ber Luftfahrt teil. General Dtfbl Wesenheit in Deutschland am 28. September, seinen Geburtstag feiern. Sein Leben ist mit außer- orbentlich reichhaltigen unb vielseitigen Kriegserfahrungen erfüllt Schon im Jahre 1896 kämpfte ber Fünfunbzwanzigjähriae in Afrika, erlebte bie Schlacht von Abua und nahm später an bem Libyenkrieg von 1911 unb 1912 teil. In biefen Kolonialfelozügen hatte er du ersten Sprossen ber militärischen Rangstufenleiter 'rflommen, so baß er bei Beginn bes Weltkrieges schon als Vize- Generalstabschef ber 2. Armee fungierte. 1916 zeichnete er sich bann als Generalstabsches ber 4 Infanterie-Division an ber Alpenfront baburch aus, baß er an ber Spitze von fünf Infanterie- Bataillonen bie beiben Brückenköpfe Sadotino unb San Michele stürmte, woburch zwei Tage später auch bie Stabt Görz den Italienern in die Hände Aussaugung der äußeren Mongolei durch Rußland nicht dulden wollen kann man ihnen nicht verdenken, und nachdem die Nanking-Regierung sich heimlich mit Sowjetrußland und deren Werkzeugen im eigentlichen China, den Anführern der chinesischen „Roten Armeen" verbündete, statt auch nur Mandschukuo als von ihr unabhängiges Staatswesen anzuerkennen blieb Japan kaum etwas anderes übrig, als für ganz Nordchina eine von den Nankinger Machthabern unabhängige voli- tische Gestaltung zu fordern Wie steht es nun um das Verhältnis zwischen dem neuen China unb ben von Englanb ober Frankreich beherrschten ober „kontrollierten" Außengebieten bes alten chinesischen Reiches? Die chinesische Vorherrschaft ftanb in Tibet unter ber Man- bschu-Dynastie auf festeren Füßen als in ber äußeren Mongolei Das hinberte Englanb nicht, es in bem Maße „frieblich" zu burchbringen unb zum „Glacis I n b i e n s" zu machen, wie bie Man- bschus verlotterten, um schließlich ben „Drachenthron" zu verlieren Als in jüngster Vergangenheit bie Tibet benachbarte Provinz Szetfchwan von inneren Wirren burchschüttelt würbe, benutzten bie Snglunber bie Ohnmacht Nankings, ihr tibetisches Einflußgebiet nach Szetfchwan hinein am Nordufer des oberen Iangtfekiang entlang auszubreiten, während bie Franzosen von Jnbochina aus ihre Kontrolle bis zum ©übufer besfelben Flusses aus« zubeh'nen suchten Zwischen 1931 unb 1933 brangen von Englänbern ausgebilbete unb ausgerüstete tibetische Truppen ostwärts bis Tatsienlu am Ialung- fluffe vor- bas von ihnen besetzte Gebiet schloß Kokonor, Sikang unb Teile von Szetfchwan ein. Die tibetische Regierung begrünbete ihren Anspruch auf biefe Gebietsteile unter englischer Einflüsterung bamit. baß es sich um ehemals zu Tibet gehöriges Lanb hanbele. bas bie Manbfchus vor 200 Jahren eroberten unb fomif nach beren Sturz rechtmäßig roieber an Tibet zurückfallen mußte. Den Englänbern gelang es, ben Gouverneur von Szetschwan, General Liu H s i a n g , ber wie ein Diktator schaltete unb waltete, für ihre Pläne zu gewinnen Englische Prospektoren kamen nach Szetschwan, um Petroleum- unb G 0 lbv 0 r- kommen aufzuspüren. In Schanghai bildete sich eine britisch-chinesische Gesellschaft mit einem Anfangskapital von 100 000 Dollar zur Ausbeutung bes Mineralreichtums ber entlegenen Provinz. Da brachten jeboch rote Heerhaufen, bie Tfchiangkaifchek aus Mittelchina vertrieb bie Herrschaft Liu Hsiangs ins Wanken Der flüchtige Gouverneur kam nach Nanking unb bat Tfchiangkaifchek kniefällig um Hilfe Das geschah 1933, ein Jahr nachbem bie Japaner bie 19 Armee, bie bie Kantvner Macht Haber als Gegengewicht gegen Nanking in bas Iangtsebecken geworfen hatten, von bort vertrieben Tschiangkaischek war babei kaum aus feiner Zurückhaltung herausgetreten. Nun stellte ihm Japan Transportschiffe zur Verfügung, um bie Roten aus Szetfchwan zu vertreiben unb sich ber abtrünnigen Provinz zu versichern. Enalanb machte nun Birma, bas es von ber anglo-inbischen Verwaltung loslöste, zur Opera- tionvbafis für sein Vorhaben, gewissermaßen eine ßanbbrürfe zum unteren Jangtse herzustellen. Das alte China hatte sich, oorwiegenb unter einheimischen Herrscherhäusern, mehr burch Wanberung, Sieblung unb sriebliche Kulturpropaganba, als burd) kriegerische Eroberung, fast bie gesamte hinter- inbische ßänbermaffe unb manche Bezirke, bie P , i 9 „ j tz» RANDE N 8 U HHD MW Russo, ber Stabschef der faschistischen Miliz, hat sich vor allem als Verwaltungsfachmann einen Namen gemacht. , Die britische Militärdelegation wird von Felbmarschall Sir Cyrill D ev ereil, dem Chef bes Britischen Reichsgeneralstabs, geführt. Auch bie Laufbahn biefes jetzt 63jährigen Mannes begann in ben Kolonien. Er nahm vor bem Kriege an bem Felbzug gegen bie Afchanti teil unb kam später als Major zu einer Division nach Inbien. Fünf Jahre gehörte er bann bem Jnbischen Generalstab an, wurde aber bei Kriegsausbruch nach Europa zurückberufen und einem Brigadestab auf dem westlichen Kriegsschauplatz zugeleilt. Dank seiner vorzüglichen Führereigenschaften und seiner hervorragenden Leistungen im Feld wurde er sehr schnell befördert und erlebte als Generalmajor das Ende des Weltkrieges. Von 1919 bis 1921 führte er die Norddivision ber Rhein-Besatzungsarmee, ging dann später nach Indien zurück, erhielt 1926 den Sir-Titel, wurde Generaiguarttermeister von Indien und kurz darauf zum Generalleutnant ernannt. Heber die Leitung des Indischen Generalstabes gelangte er dann im April 1936 auf den höchsten Posten, den die englische Armee zu vergeben hat. Er wurde Chef Des Generalstabes ber gesamten britischen Landstreitkräfte. Die ungarische Militärdelegation wird von General Röder, dem Leiter des ungarischen Kriegsministeriums, geführt. Mit dem Namen dieses Mannes verbinden sich in Deuffchland [ lenauere Vorstellungen, seit General Röder im n ■ V April b. I. ben Führer auf bem Obersalzberg besuchte und die Einrichtungen der deutschen Wehrmacht studierte. General Röder steht an der Spitze derjenigen Offiziere, bie trotz ber ungünstigen Verhältnisse bas ungarische Heer roieber aufgebaut haben — eine Leistung, für bie wir Deutschen als Waffenkameraben aus Dem Weltkrieg unb als Leib- tragende der Versailler Zroangsordnung gerade ein besonderes Verständnis besitzen. Bevor General Röder im September 1936 die Leitung des Kriegsministerium übernahm, roar er Oberkommandant sber Honvends. Schon in der Vorkriegszeit diente er nicht bei der k. u, k. Armee, sondern bei ben national-ungarischen Honvebs. Rundfunkprogramm Sonntag, 19. September. 6 Uhr: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Deutsche Scholle. 8.45: Orgelmusik. 9: Christliche Morgenfeier. 9.45: Irrtümer und ihre Folgen 10: Wer Glauben im Herzen hat, der hat die stärkste Kraft der Welt. 10.30: Chorgesang. Ausführung: Gesangverein Frohsinn, Garbenteich bei Gießen. Leitung: Georg Harnisch. 11.15: „Die Sprache bes Herzens." Eine Funkfolge. 12: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinber. 14.30: Verkneif' bir heut' bein Nickerchen. Dazwischen: „Rund um Schotten" 15.30: Bauernmusiken und Dorfgeschichten aus Pommern. 16: Musik zur Unterhaltung. 18: „Wir sind ein Volk, das keine Grenzen kennt." 19: Bunt sind schon die Wälder. 19.45: Sportspiegel des Sonntags. 19.55: Ziel der Radfernfahrt Mailand—München. 20: Großes Orchesterkonzert. 22: Nachrichten Montag, 20. September. 6 Uhr: Choral — Morgenfpruch. — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Zum Tag bes Runbfunks im Gau Mainfranken Froher Klang zur Arbeitspause. 9.30: Nachrichten. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau hör zu! 11.40: Deutsche Scholle. 12: Werkkonzert. 13: Nachrichten. Nachrichten aus bem Senbebezirk. 13.15: Schloßkonzert 14: Nachrichten 14.10: Walzerfelig- feit — beglücfenber Sang! — 15: Volk unb Wirtschaft Wer lebt von ber Sommerreife? 15.15: Für unsere Kinder Wie flechten wir uns Körbchen? 16: Nachmittagskonzert 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Heitere Feierabendmusik 20: Nachrichten 20.10: Abendkonzert 21.05: Deutsche romantische Musik. Dienstag, 21 September. 6 Uhr: Choral. — Morgenspruch. — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert 7: Nachrichten 8.10: Gymnastik 8.30: Musik am Morgen. 9 30: Nachrichten 10: Schulfunk 10.30: Hausfrau hör zu' 10.45: Sportfunk für die Jugend. 11.40: Deutsche Scholle 12: Werkskonzert. 13: Nachrichten. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 43.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 1410 Allerlei von zwei bis drei. 15: Volk und Wirtschaft 15.15: „Schon wieder versalzen?" Eine kleine Hörszene 16: Nachm'ttagskonzert 18: Zeitgeschehen im Funk 19: Großes Unterhaltungskonzert. 20: Nachrichten. 2010: Großes Unterhaltungskonzert 2115: Ein Kind kommt ins Haus. Nach einem Erlebnis aus dem Schwarzwalb. 21.45: Kleine Kammermusik 22 Nachrichten 22.15: Nachrichten aus dem Senbebezirk. 22.30: Unterhaltung Aus Natur und Technik. Technik und Hochseefischerei. -Don Joachim Boehmer Der Beruf der Hochseefischer zählt zu den gefahrvollsten, aber von den Entsagungen, die der Hochsee- fischer auf sich zu nehmen Hal, ist dem Binnenländer nur wenig bekannt. Obwohl die Technik bemüht ist, die Fischerei auf dem freien Meere durch Bereitstellung verschiedener Hilfsmittel zu erleichtern, bleibt der Fischer auf den verhältnismäßig kleinen Dampfern von nur 200 bis 400 Tonnen Größe doch nach wie vor den Launen des Wetters ausgesetzt. Im Laufe der Jahrzehnte ist Bremerhaven mit dem benachbarten Wesermünde-Gestemünde neben Altona und Cuxhaven zum Mittelpunkt der deutschen Hochseefischerei geworden. Von hier aus gehen in regelmäßigem Wechsel ungefähr 200 Fischerboote auf Fang und kehren ebenso regelmäßig mit der silbernen Beute des Meeres zurück. Leider bleiben auch alljährlich einige Fischdampfer verschollen und finden mit ihrer Besatzung ein Grab in den Wellen. Während die Fischer zu Beginn der Hochseefischerei um die Mitte des vorigen Jahrhunderts noch mit Tausenden von Angeln auszogen, findet heute ausschließlich das Schleppnetz für Masfenfische, wie Kabliau, Schellfisch und Börse Verwendung. Die Schleppnetze werden an langen Stahltrossen durch die Fischgründe gezogen und an Bord geholt, wenn sie sich gefüllt haben. Der Inhalt ergießt sich über das Deck der Dampfer, auf dem die Fischer auch bei Sturm und Kälte die Tiere ausweiden und für den Rücktransport in Eis schichten. Dieses Eis nehmen die Dampfer in der Regel von ihrem Ausgangshafen mit oder sie ergänzen es an der norwegischen Küste. Die Fangplätze liegen nämlich keineswegs in unmittelbarer Nähe der deutschen Nordseeküste, sondern mitunter weitab vom Nordkap, bei den Bäreninseln oder im Weißen Meer. Die Wissenschaft gibt für das Vorkommen der Fischmassen in diesen Gegenden die Erklärung, daß dort durch das Aufgleiten der wärmeren an den kalten Meeresströmungen günstige Nahrungsbedingungen für die Fische vorhanden sind. Bis die Hochseeflotte an diese Stellen gelangt, vergehen mitunter acht Tage. Da die Rückfahrt ebenso lange dauert, muß die Lagerung an Bord in Eis erfolgen, um die Ware frisch zu erhalten. Ein wichtiges Hilfsmittel in der Fischerei ist Funkentelegraphie und - t e l e p h o n i e. Alle Dampfer sind damit ausgerüstet, um sich in den weiten Gewässern über ihren Standort zu vergewissern und rechtzeitig vor heraufziehenden Stürmen gewarnt zu werden. Auch ist es Brauch, daß die Fischer beliebiger Nationalität sich untereinander über die Unterbringung besonders reicher Fänge verständigen. Was einmal im Netz ist, wird dem Meere nicht wieder zurückgegeben, auch wenn der eigene Dampfer gefüllt ist. Ein anderes interessantes Anwendungsgebiet der Funktechnik ist die Echolotung zur Festste!- lung großer Fischschwärme. Aus der durch die Fische verursachten Verdichtung des Meeres kann man auf das Vorhandensein und die Zuarichtung von Fischschwärmen schließen. Die Funktelegraphie dient ferner dazu, den Ausgangshafen einige Tage vor der Ankunft von Art und Menge des Fanges zu unterrichten, damit der Handel sich einstellen kann. Die Empfindlichkeit des Fisches verlangt schnellste Arbeit bei seiner Verteilung. Daher werden die in Bremerhaoen-Wesermünde ankommenden Ladungen sofort in der Nacht gelöscht. Winden und Krane heben in Körben die Fische aus dem Innern des Schiffes, fleißige, auch bei Wind und Wetter nicht rastende Hände sortieren die Ladung und stellen sie in einheitlichen Kisten in den viele hundert Meter langen Versteigerungshallen zum Verkauf. Die Versteigerung erfolgt in den frühen Morgenstunden und umfaßt täglich viele tausend Zentner. Um Angebot und Nachfrage schnell in Einklang zu bringen, werden während der wenigen Versteigerungsstunden Hunderte von Ferngesprächen zwischen den Versteigerungshallen und den Abnehmern ausgeführt. Die Reichspost hat bei derartigen Stoßbelastungen ungeheure Leistungen zu vollbringen. Die weitere Verteilung der Fische ist eine Transportfrage. Einen vorbildlichen Dienst hat die Reichsbahn zur schnellen Abwicklung der Fischverteilung nach allen größeren Orten des Reiches eingerichtet. An zahlreichen Laderampen stehen dickwandige Kühlwagen, die in beschleunigten Fisch- Zügen an jedem Nachmittag Wesermünde verlassen und in den ersten Morgenstunden in Berlin, im Rheinland und in Mitteldeutschland eintreffen. Auf- gabe des örtlichen Fischhandels ist es, die Ware so schnell zu verteilen, daß sie noch am gleichen Vormittag auf den Wochenmärkten ihre Käufer finden kann. Die um Mitternacht in Bremerhaven ausgeladenen Fische können also schon 1% Tage später auf dem Tisch großstädtischer Hausfrauen stehen. Diese Leistung wäre nicht möglich, wenn nicht die Reichsbahn die aus besonders isolierten Wänden gebauten Kühlwagen noch zusätzlich durch Trockeneis, in Form von Bomben unter der Decke der Wagen, vor dem Verderb schützen würde. Ein großer Teil der Fische wird auch den Verwertungsstellen am Landeplatz, insbesondere den Konservenfabriken, zugeführt. Wieder andre Mengen werden unmittelbar neben der Versteigerungshalle enthäutet, von Kopf und Schwanz befreit und zu Filetstücken geschält, die in besonderen eisgefüllten Körben zum Versand kommen. Bei aller Schnelligkeit der Verteilung und angesichts der riesigen Mengen von Fiscken, die in wenigen Stunden bewältigt werden müssen, sind umfassende Sicherheitsmaßnahmen durch die Gesundheitspolizei getroffen, damit auch nur wirklich frische Wa r e zur Verteilung kommt. Erscheint die Weitergabe von Fischen bedenklich, so werden sie zwangsläufig für die Fischmehlbereitung bestimmt und damit dem menschlichen Genuß entzogen. Das Fischmehl, das heute noch in großen Mengen eingeführt werden muß, ist ein wichtiges Kraftfutter und Düngemittel. Wenn sich der Verbraucher daran gewöhnen würde, dem Handel Fische ohne Kopf und Schwanz abzunehmen, würde er damit der Fischmehlindustrie viele Devisen ersparen. Denn diese im Haushalt mitgekochten Teile wandern als wertloser Abfall in den Mülleimer, während sie bei der Abtrennung am Landeplatz infolge des großen Anfalles wertvolle Dienste leisten könnten. Ein besonderes Gebiet der Hochseefischerei ist die Heringsfischerei. Da diese Fische in großen Schwärmen zu bestimmten Zeiten bei der Doggerbank und an den Küsten Englands auftreten, sind die Laufzeiten der Heringsdampfer mitunter kürzer als die der anderen Hochseeschiffe. Der Hering wird in der Regel in Treibnetzen gefangen, die, über hundert Meter lang, eine senkrecht stehende Wand aus Maschen unter Wasser bilden. Die Heringe geraten mit dem Kopf in die Maschen und fangen sich bei dem Versuch, wieder herauszuschlüpfen, an den Kiemen. Kleine und noch nicht brauchbare Tiere schlüpfen durch die Maschen durch. Im Gegensatz zur Schleppnetzfischerei legt sich der Dampfer bei der Treibnetzfischerei vor das Netz und erwartet den Fang. Das Netz wird als breites Maschenband an Bord gezogen, die Fische fallen durch loses Aufschlagen des Netzes aus den Maschen heraus. Das Einsalzen der Heringe erfolgt bei gleichzeitiger Einlagerung in eisgekühlten Räumen in Fässern an Bord. Ungesalzene Fänge wandern am Landeplatz in die Räuchereien und werden Bückinge. Die Tiere werden vor dem Räuchern auf rostähnlichen Gestellen aneinandergereiht und einem hellbrennenden Buchenholzfeuer ausgesetzt, bis sie gar sind. Daran schließt sich das eigentliche Räuchern im starkschwelenden Buchenholzfeuer, dessen Beendigung die goldene Färbung des Bückings verrät. Im Gegensatz hierzu wird der Lachshering nur durch Räuchern (zwei bis drei Tage) im Rauch des Buchenfeuers gewonnen. Die Fangergebnisse unserer Hochseefischerei sind von 234 000 Tonnen im Jahre 1932 auf 350 000 Tonnen im Jahre 1935 gestiegen. Hinzu kommt, daß der Ertrag an Heringen in den gleichen Jahren von 30 000 auf 35 000 Tonnen angewachsen ist. Um den Fisch noch mehr als bisher zum Lebensmittel der gesamten Bevölkerung zu machen, sind weitere technische Verbesserungen an der Hochseeflotte, den Verlade- und Derteilungseinrichtungen erforderlich. Aber heute schon sollte sich jeder zu einem verstärkten Fischverbrauch entschließen, um den um ihr Brot und Leben ringenden Fischern, die während der vierzehntägigen Hochseefahrt meist nicht einmal Gelegenheit haben, in ausgestreckter Lage zu schlafen, ihr Dasein zu erleichtern. Deutscher Aaturschutz von heute. Meisenkästen Helsen dem Wald. — Autobahnen dienen dem Naturschutz! Von Or. Heinrich Irieling, München. gerneinschaft und seines Lebensraums ist, aus dem es ohne Schaden für das Ganze nicht entfernt werden kann. Zu dieser Lebensgemeinschaft gehört aber auch der Mensch. Seine Ansprüche an den Lebensraum sind ebenso zu beachten wie die der anderen Lebewesen, und zwar so, daß die Umwelt nicht nach den Bedürfnissen des einzelnen umgestaltet werden darf, sondern daß dabei die Liebe des Volkes zur Heimat unverletzt bleibt. Daraus entsteht von selbst ein Schutz der Tier- und Pflanzenwelt, die der Heimat erhalten werden müssen. Die Ansprüche eines jeden Gliedes der Lebensgemeinschaft müssen untersucht werden, und die Entscheidung kann nicht nach einem einzelnen getroffen werden. Ein Beispiel, wie es deren massenhaft gibt: hier das Bedürfnis, aus einem unzugänglichen Moor fruchtbares Ackerland zu schaffen und damit tausend Menschen Brot und Arbeit zu geben — dort die Tatsache, daß der Spring- frösch, ein seltener Bewohner der Moore, verschwinden muß, wenn das Moor schwindet. Die Entscheidung kann nicht zweifelhaft sein. Nun gibt es aber auch Tiere, die sozusagen der deutschen Landschaft ein Gepräge geben, wie es ein bei est5tlt>pten cjen iovg '1H JS ^sumanns Herz-Hilke unterstützt und regelt die Ucdeitskrost Ohres herzens. Heumanns tzecz-Hilse ist unschädlich und aus rein pflanzlichen Heilstofsen zu- sammengeseht.*Zu Haden in denkipotheken für R2K. 2.50 die Packung. Sie reicht ca. 1IKofjat V_________________________/ Das neue Deutschland fördert mit allen Kräften die Bestrebungen des Naturschutzes — im Interesse der zu schützenden Tiere oder Pflanzen, aber auch im Interesse des Menschen, denn es ist beispielsweise von größter praktischer Bedeutung, unseren Wald durch Schutz der Vögel vor dem Insektenfraß zu schützen, der unter Umständen riesige Schäden anrichten kann. Auch die modernste Technik kann sehr wohl den Bestrebungen des Naturschutzes dienen, wie der nachstehende Artikel beweist, der sich mit einigen besonders aktuellen Fragen des deutschen Naturschutzes beschäftigt. In den kahlen Fichtenwipfeln knistert es unheimlich. Auch die letzten Nadeln rieseln in geheimnisvoller Regenmelodie zu Boden. Alles öde und leer: Nonnenfraß! Wie ein drohendes Gespenst schwebt dieses Wort über dem Wald, der uns nicht mehr als reine göttliche Schöpfung vorkommt, sondern der ebenso vom Leiden heimgesucht erscheint wie das Menschliche, Unvollkommene. Und gewiß — ist nicht der Forst, so wie wir ihn vor Jahrzehnten anlegten, etwas Künstliches? Weil der einseitige Baumbestand den besten Nährboden für allerlei Schäden (und Brände!) darstellt, sind wir mit Recht davon abgerückt und streben wieder den Mischwald an, die natürliche Pflanzengemeinschaft. Aber jene Einseitigkeit hat ihre Folgen hinterlassen, und die Schädlingsbekämpfung ist immer noch ein wichtiger Zweig der Forstwissenschaft. Hier hatte man sich, neben der Anwendung chemischer Kampfmittel, frühzeitig auf natürliche, biologische Methoden besonnen: auf die Meisen und andere Singvögel als die natürlichen Feinde der Forstschädlinge. Aber die in den Forsten brütenden Vögel reichten bei weitem nicht aus, um der Schädlinge Herr zu werden. Die Tiere fanden ihre heimatlichen Bedingungen nicht dort wieder, wo nur eine bestimmte Pflanze gedeihen sollte, wo nur gleichalterige Bestände vorhanden waren, wo jegliches Unterholz fehlte. Es blieb nichts übrig, als künstliche Nisthöhlen zu schaffen, damit die Vögel nicht ab- wanderten. Allenthalben wurden Meisenkästen aufgehängt. Was der Mensch einmal mit grober Hand am biologischen Gleichgewicht zerstörte, das mußte er notgedrungen durch künstliche Angleichung der Verhältnisse an die natürlichen wieder ersetzen. So ergibt sich zweierlei: die mehr oder weniger notwendigen Eingriffe des Menschen in das Naturganze können ihres schädigenden Einflusses einmal dadurch enthoben werden, daß die na- türlicke Lebensgemeinschaft, wo sie noch erhalten ist, bestehen bleibt und zum anderen, daß dort, wo die Eingriffe schon erfolgten, ein Ersatz des Natürlichen angeftrebt werden muß. Beide Wege sind beschritten worden und stellen die eigentliche Grundlage jedes Naturschutzgedankens dar. Der Gedanke, mit natürlichen Mitteln Schäden in der kultivierten Natur zu bekämpfen, führte aber zweifellos auch zu jenem kleinlichen Standpunkt, den wir kurz den des „Schadens und Nutzens" nennen wollen. Hatte man die Meisen z. B. als wichtige Helfer des Forstmannes erkannt, so erschien ein Raubvogel, der ihnen nachstellte, als schädlich und naturfeindlich! Andererseits mußte man einem Raubvogel, der das Schwächliche im Revier ausrottete, wiederum ein Plus verbuchen: kurz, an Stelle eines biologischen Naturschutzes der Tat trat die kaufmännische Bilanzrechnung mit dem Stift. So kann es nur als Fortschritt bezeichnet werden, wenn auf diese in der Zeit des Materialismus geborene, kranke Naturschutzidee eine Reaktion kam, die den Schutz des Lebewesens um feiner selbst willen zum Standpunkt erhob. Nach diesem Heb erb lief über die geschichtliche Entwicklung erscheint die Frage nach den Aufgaben des heutigen Naturschutzes angebracht. Mehr denn je herrscht heute das Wissen um die große organische Ganzheit in Staat und Volk, Leden und Wirken. Der biologische Ganzheitsbegriff muß insofern Grundlage des Naturschutzgedankens sein, als ja jedes Wesen ein Einzelglied seiner Lebens- Berg oder eine Kirche tun farm. Tiere, die mit dem Bild unserer Landschaft von jeher verwachsen sind, ohne die wir uns unsere Ahnen nicht vorstellen können und die eben — gleichgültig, ob „schädlich oder nützlich" — zu uns gehören. Für solche Tiere ist es an der Zeit, Banngebiete zu schaffen, in denen sie sich noch aufhalten können. Wir erin- nern an die Elche und Wisente in der Schorf- beide, an die Verwirklichung eines Gedankens unseres Reichsjägermeisters. Elche sind Tiere, die sich nicht der Kultur anpassen können und die — wie Bär und Luchs — unweigerlich verschwinden müssen, wenn ihr ureigener Lebensraum ihnen genommen wird. Indem wir auf die Ausnützung sumpfiger Waldgebiete verzichten — im Interesse dieser Tiere un6 ihrer Lebensgemeinschaft— dienen wir wieder der Allgemeinheit und gleichen somit andere Fälle aus, in denen das Tier weichen mußte. * Die Anlage von Autobahnen ist für das deutsche Volk von außerordentlicher Wichtigkeit. Man muß dabei freilich große Strecken Waldes abholzen, und mit dem Dahinschwinden der Baumbestände verlieren auch viele Vögel ihren Nistplatz. Anstatt den verschwindenden Waldvögeln nachzutrauern, sucht der Naturschutz von heute Vögeln und Menschen dadurch gerecht zu werden, daß er den Mittelstreifen der Autobahn mit einer Hecke bepflanzen, läßt, die viele Vögeln willkommenes N i ft r e d i e r ist. Durch die Unterbrechung des Waldes leidet nämlich die Vogelwelt durchaus nicht, im Gegenteil: je dunkler und ausgedehnter ein Forst ist, desto weniger Vögel beherbergt er. Im Park gibt es z. B. bedeutend mehr Vögel als im Urwald. Durch die Autobahnen mit samt der Rollfläche und Hecke wird also der Lebensraum erweitert, d.h. mehr Arten als bisher finden nun — zum Segen des benachbarten Waldes — ihren Brutplatz. * Daß sich Natur und Technik durchaus nicht feindlich gegenüberzustehen brauchen, zeigt wohl 'eindrucksvoll der Speich er see bei München. Die einstige Moortierwelt war durch Trockenlegung des Aus dem Meeresgrund. Abenteuer eines Tauchers. Fünfundzwanzig Jahre Dienstzeit für einen Taucher sind sehr lang. Die Strapazen und Gefahren dieses Berufes find so groß, daß nur wenige so lange Zeit aushalten. Der englische Tiefseetaucher Thomas Ferris M i l n e gehört zu diesen wenigen. Er lief mit 16 Jahren von zu Hause weg, um zur See zu gehen. Aber die „Wunder der Tiefe" hatten es ihm angetan, und so trat er in eine Taucherschule ein. Sein erstes gefährliches Erlebnis hatte er, so erzählt Walter G. Hartland in „Answers", am Ende seiner Lehrzeit. Es war ein strenger Winter, und im Hafen von Portsmouth trieb das Eis. Nelsons altes Flaggschiff, die „Vic- tory", war am Eingang mit zwei schweren Ankern festgemacht. Ein anderes Schiff, das seinen Anker in der Flut weggeworfen hatte, war abgetrieben, und der treibende Anker hatte sich in die Ankerkette der „Dictory" verwickelt. Dabei war sein eigenes Ankertau gerissen, und das Schiff fuhr ohne Anker weiter. Milne erhielt den Befehl, zu tauchen und den verlorenen Anker heraufzubringen. Es war so kalt, daß er unter seinem gewöhnlichen Taucheranzug noch besonders dicke Wollkleidung trug. Doch trotz aller Vorsichtsmaßregeln herrschte in der Tiefe von achtzehn Metern, wo der Anker lag, grimmige Kälte. Damals war das Tauchertelephon noch nicht erfunden, und Milne konnte nur mit einer Rettungsleine Zeichen geben ober Botschaften auf eine Schiefertafel schreiben. Die Flut wühlte dicke Massen von Schlamm aus dem Meeresbett auf und gab dem Wasser eine tintige, undurchdringliche Schwärze. Nachdem er über viele unterseeische Pflanzen gestolpert war, gelang es Milne, die Ankerkette der „Victory" festzustellen. Große Teile von ihr waren im Schlamm begraben. Indem er der Kette folgte — ober vielmehr ben Bruchstücken von ihr, bie freilagen, kam er enblich zu bem Anker, der in eins der ©lieber verhakt war. Ihn loszumachen, würbe weiter keine Schwierigkeiten machen, aber der Flaschenzug mußte jetzt vom Schiff niedergelassen werden. Milne signalisierte um eine Tafel, auf die er die Botschaft schreiben könnte. Ein paar Augenblicke später kam die Tafel herab, aber die Flut trieb das Seil seitwärts und wickelte es um seine Seinen, so daß die Tafel ein paar Handbreit oberhalb seiner Reichweite stehen blieb. Auf diese Weise war Milne ausschließlich von Leinensignalen abhängig. Die Gewalt der Flut nahm rasch zu, und die Macht des Wassers so groß, daß er sich an den Anker klammern muhte, um sein Gleichgewicht zu erhalten. Er entschloß sich, zu warten, bis die Flut wieder fiele. Inzwischen wurde noch mehr Schlamm vom Grunde aufgewühlt, und der Taucher sah sich von schwarzen wirbelnden Massen eingehüllt. Die schneidende Kälte verursachte ihm Schmerzen in den Knöcheln, bas Glas in seinem Taucherhelm beschlug. Unb plötzlich machte er eine fürchterliche Ent- beckung. Bei seinen verzweifelten Anstrengungen, bie Tafel zu erreichen, waren seine Rettungsleine unb sein Luftschlauch von der Flut um den Ankerhals gewickelt worden. Seine einzige Verbindung mit der Oberwelt war unentwirrbar mit diesem gigantischen Stück Metall verknotet. So war er also ein Gefangener des eisigen Wassers, umgeben von einem Meer von Schlamm. Dann kam eine neue Gefahr. Die oben, erschreckt darüber, kein Signal mehr von ihm zu erhalten, entschlossen sich, ihn hinaufzuziehen. Es gab plötzlich einen heftigen, unerwarteten Ruck, der alle Schlingen festzog und ihn kopfüber in den Schlamm unter dem Anker riß. Da hing er, mit dem Kopf nach unten und dem Druck der je fünfzehn Pfund wiegenden Stiefel auf den Füßen. Es war kaum möglich, zu atmen. Die schreckliche Möglichkeit kam ihm zum Bewußtsein, daß er an den Anker gefesselt bleiben könnte, bis er erstickte. Endlich gelang es ihm, sein Taschenmesser aufzuklappen, und blindlings hieb er auf alles ein, was der Klinge erreichbar war. Und da geschah das Wunder, das sein Leben rettete. Seine Füße in den schweren Stiefeln waren an den Luft- schlauch geraten und hatten ihn losgeriffen, nicht nur von dem Anker, sondern auch aus der Reichweite des Messers. Die Rettungsleine war zerschnitten, aber der Luftschlauch, der heil geblieben und jetzt frei war, diente dazu, ihn hochzuziehen — in bewußtlosem Zustand. Er hatte auf dem Punkt, die Sinne zu verlieren, selbst seine Rettungsleine zerfetzt, aber er wußte nichts davon. Seine Hände bluteten an vielen Stellen von den Schnitten, die er sich beigebracht hatte in den rasenden Anstrengungen, sich zu befreien. Noch wenige Minuten länger, und er wäre tot gewesen. Aus All wird Heu. Kleine Funktechnik. Es geschieht nicht selten, daß man einen Rundfunkempfänger älteren Jahrganges geschenkt bekommt oder billig erwerben kann. Da taucht natürlich sofort die Frage auf, ob er für unsere Zwecke noch geeignet ist. Entscheidend für die Empfangsleistung ist dabei weniger die Zahl der hörbaren Sender, als vielmehr die Klanggüte unb die Lautstärke. Gerade in dieser Beziehung aber lassen die Empfänger aus früheren Jahren oft viel zu wünschen übrig. Sehen mir vom vollständigen Umbau alter Geräte ab, an den sich sowieso nur erfahrene Bastler heranmachen sollten, so gibt es immerhin eine Reihe von Zusatzeinrichtungen, solche „alte Kisten" wieder aufzufrischen. Einmal leiden die älteren Empfänger an zu geringer Trennschärfe, die sich in der Nähe eines Senders besonders empfindlich bemerkbar macht. Da hilft ein Sperrkreis, der in die Antennenzuführung geschaltet wird. Besser noch ist ein sogenannter Trennkreis, der aus einem Einkreis- einen Zweikreisempfänger ober aus einem Zweikreis- einen Dreikreisempfänger macht. Um ben Energieverlust auszugleichen, ber burch biese Zusatzeinrichtungen entsteht, unb außerbem bie Trennschärfe weiter zu steigern, kann man noch eine Hochfrequenzstufe vorsetzen, bie sich ohne besonbere Schwierigkeiten aus wenig Material Herstellen läßt. Zur Steigerung ber Lautstärke, z. B. für ben Gemeinschaftsempfang, ist eine Enbstufe geeignet, bie zwischen Empfänger unb Lautsprecher geschaltet wirb, baburch wirb auch ber Anschluß weiterer Laut« sprecher möglich. Haben wir ein Batteriegerät, so läßt sich zunächst einmal ber Netzanschluß burch eine Netzanode erreichen. An ber Stelle ber Heizbatterie tritt bei Wechselstrom ein Netzheizgerät, bei Gleichstrom aber wirb der Akkumulator beibehalten und über einen Ladestöpsel vom Lichtnetz her immer wieder aufgeladen. Um den Apparat für den Empfang von Kurzwellensendern einzurichten, bedarf es nur eines Kurzwellen-Vorsatzgerätes mit der Verbindung entweder zur Antennenbuchse ober zum Schallplattenanschluß. Das Wichtigste ist bie Güte des Empfangs. Viel ist dabei an der rechtzeitigen Erneuerung der Röhren gelegen. Nach 1500 bis 2000 Betriebsftunden müssen die Röhren unbedingt ausgewechselt werdem Manchmal nützt auch schon die Erneuerung der Endröhre, die ja am meisten dem Verschleiß unterworfen ist. Die Klanggüte hängt natürlich auch vom Lautsprecher ab. Am besten wird ein dynamischer Lautsprecher gewählt. Voraussetzung bleibt natürlich, daß der Empfänger einigermaßen einwandfrei arbeitet; denn auch der beste dynamische Lautsprecher kann nur das wiedergeben, was ihm zugeführt wird. Der dynamische Lautsprecher braucht außerdem einen sog. Erregerstrom, der dem Gleichstromnetz und bei Wechselstrom über einen Gleichrichter entnommen wird. Fehlt der Anschluß ans Lichtnetz, so ist ein permanent-dynamischer Lautsprecher anzuraten. Gegen Störungen, die aus dem Lichtnetz in den Apparat kommen, gibt es Störschutzgeräte, die zwischen Netzsteckdose und Empfänger geschaltet werden. Sonst hilft im allgemeinen nur eine abgefeimte Antenne, die aber eine große Empfängerleistung verlangt, da viel Energie verlorengeht. Sv manches Gerät kann durchaus noch feinen Dienst tun, wenn man sich nur etwas auf dis (Erneuerung versteht. Das eine ober anbere Hilfsmittel kann dabei schon zum Erfolg führen. Fron ja. Gebietes verschwunden. Durch den Bau einer großzügigen Kläranlage und eines Wasserkraftwerkes hat sich hier ein wahrhaftes Vogelparadies entwickelt. Die Weiterklärung des bereits vorgeklärten Abwassers erfolgt in vielen Teichen und auch im Speichersee organisch, d. h. mit Hilfe von unzähligen Kleinlebewesen (Krebschen), die eben gerade den unermeßlichen Nahrungsreichtum ausmachen für Vögel und — Fische, die man höchst rationell in den fast 30 Teichen züchtet, und die ebenso mithelfen, die gewaltigen Unkosten der Riesenanlage zu decken. Auch die Fische dienen wieder vielen Vögeln zur Nahrung. Aber nicht nur Wasserkraftwerk, Fischzucht und Vogelparadies sind hier in einem vereint, sondern auch ein neues Sumpfgebiet ist entstanden, das wieder die Arten beherbergt, die früher das moorige Gebiet besiedelt haben. Naturschutz ist Herzensgebot, eine sittliche Selbstverständlichkeit wie Vaterlandsliebe, Treue und Kameradschaft. Was der rechte Naturschutz unter seine Fittiche nehmen soll, kann nie zweifelhaft sein, wenn man sich vergegenwärtigt, daß allein das Wohl der Lebensgemeinschaft, die auch uns umschließt, für die jeweilige Entscheidung ausschlaggebend zu sein hat. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 19. September. Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr. Schmidt; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matthäusgemeinde; 9.30: Studienrat Dr. Unverzagt; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; 20: Vortrag von Pfr. Knell aus Darmstadt über Innere Mission. — Iohanneskirche. 8: Pfr. Bech- tolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukasgemeinde; 9.30: Pfr. Ausfeld; anschließend Beichte und hl. Abendmahl für die Lukus- und Johannesgemeinde; 11.15: Kinderkirche für die Johannes- und Militärgemeinde; 20: Johannessaal, Lichtbildervortrag über Arbeit der Inneren Mission in Hessen. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Gottesdienst; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; 17: Feierstunde für die Innere Mission mit Filmvorführung „Diakonie." — Pelruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfr. Trapp. — Wieseck. 9.30: Gottesdienst; 10.45: Kinderkirche; 15: Bibelstunde. — Albach. 12.30: Gottesdienst. — Steinbach. 10: Gottesdienst. — heuchel- heim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Christenlehre. — Kirchberg. 10: Einführung der Konfirmanden; 11: Christenlehre für die weibliche Jugend; 13.30: Kindergottesdienst. — Lollar. 9: Kindergottesdienst. — Daubringen. 11: Kindergottesdienst; 20: Gottesdienst. — Wahenborn-Steinberg. 10: Gottesdienst mit Christenlehre für alle Christenlehrpflichtigen; 11.15: Kindergottesdienst. — Garbenleich. 10: Gottesdienst. — Hausen. 13: Gottesdienst. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn, Chorschule, Kirchenchor, Christenlehre für die weibliche Jugend; 13: Kinder- gottesdienst; 20: Stiftspfarrer Naumann, Posaunenchor. — Nieder-Bessingen. 9.30: Stiftspfarrer Naumann. — Langsdorf. 10: Kindergottesdienst; 11: Hauptgottesdienst, feierliche Eröffnung der Konfirmandenzeit. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst; feierliche Eröffnung der Konfirmandenzeit. — Hungen. 10: Gottesdienst. — Göbelnrod. 9.30: Gottesdienst, Christenlehre. — Beltershain. 12.30: Gottesdienst, Christenlehre. — Harbach. 14.15: Gottesdienst, Christenlehre. — Veilsberg. 10: Lesegottesdienst. Mittwoch, 22. September. Gießen. Sladlkirche. 20 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, 23. September. Gießen. Johannessaal. 20 Uhr: Bibelstunde, Pfr. Ausfeld. Neuapoflolifche Gemeinden. Händelftr. 1. Ederstr. 13. Sonntag, 19. September. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, 22. September. 20.30: Gottesdienst. Evangelische Stadtmission, Löberstraße 14. Sonntag, 19. September. 8.30 Uhr: Morgen-Andacht; 9.45: Sonntagsschule; 15: Herbstdankfest; 20.15: Herbstdankfest. — Mittwoch, 22. September. 20.30: Bibelstunde. Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Sonntag, 19. September. 9.45 Uhr: Erbauungsstunde. 11: Sonntagsschule. 20.30: Evangelisation. — Dienstag, 21. September. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, 19. September. 8.30 Uhr: Eangelisationsstunde. — Mittwoch, 22. September. 8.30: Bibelstunüe. — Donnerstag, 23. September. 8.30: Jugendbundstunde. Baptisten-Gemeinde, Gartenstraße 13. Sonntag, den 19. September. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 16: Predigt. — Mittwoch, den 22. September. 20.15: Bibelstunde. katholische Gemeinden. Samstag, 18. September. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichtgelegenheit. Sonntag, 19. Sept. 18. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichtgelegenheit; 7: Hl. Messe mit hl. Kommunion der Kinder; 8: Spendung der hl. Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11.15: Hl. Messe mit Predigt; 14: Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schollen. 10.30: Hochamt mit Predigt. Dienstag, 21. September. Gießen. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Mittwoch, 22. September. Hungen. 6.15 Uhr: Hl. Messe. Oeffenttlcher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerztlicher Sonntagsdienst: Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: Arzt: Dr. Geyer. Zahnarzt: Dr. Buchinger. Apotheke: Pelikan-Apotheke. Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen^ Ihre Verlobung geben bekannt Margot Goppelt Karl Kuhn Gießen, Gomadingen (Wttbg.) Am Riegelpfad 20 Gießen, An der Hardt 3 19. September 1937 6063 D Statt Karten Ihre Verlobung geben bekannt Emilie Sommerlad Friedrich Sommerlad Friseur Wieseck Äeuern, Untergaffe 41 Gießener Straße 108 Gießen, Neuenweg 38 den 19. September 1937 6061 D Ihre Vermahlung zeigen an Georg Habich, Oipl.-Zng. Christa Habich, geb. von Holly und ponientzieh Gießen Neunkirchen (Saar), Ziehwaldstr. 44 18. September 1937 6037 D Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Lorenz ^eitenmaier Tilla ^eitenmaier, geb. Geller Gießen Augsburg den 18. September 1937 04584 Genau, schnell,zuverlässig arbeitet JEDE BRILLE MAGNUS Ihres Vertrauens Gießen,Se!ersweg33-Lieferantall.Krankenkassen Den schönen Garten durch Eberhard Schwarz Weinhube Naaf’s Häuschen Täglich frifcben Traubeomoh im Ausschank u. über die Straße Walltorstraße 32. Tel. 3520 LS« Süßmost Kettevei Sthäfev Bleichstraße 8 Telefon 2491 Hvpothekengelder für Neu- und Altbauten durch l6642D Büro Kirchner, Bleichstr. 18 „Kraft durch Freude-Mieten“ für das Stadttheater 17 Vorstellungen 4 Önern, 4 Operetten, 4 Lustspiele, 4 Schauspiele und ein Mr hunler Abend Günstigste Preise — Bequeme Ratenzahlung Nähere Auskunft und Anmeldungen: NS-Gemeinschall „Krall durch Freude“ Schanzenslrahe 18 ................ . D 'BÄ Tannen-" AvtnMlioß ab^ugeb. Bestell, erb wirv.Postk od.an d.Bierver- lagMichel.Wall- torstr 71, T. 2479 Dampfsägewerk Lollar B. Nuhn A. 6.,Lollar WIESECK Sonntag, den 19. September TANZ 6,01 d „Zum kühlen Grund“ Inhaber: Adolf Schepers Erstes Oleüener Karpfenfest Heute 17 Uhr Konzert, 20 Uhr Konzert und Tanz Morgen (Sonntag), 8 Uhr vormittags 6roßerKarpfenfang,anschl.Konzert AMM Sonntag, 19. September, 15 Uhr Evang. Stadtmission Löberstraße 14. eoaiD Sonntag, den19. September Nachkinnes in Beuern i Es ladet freundlichst ein der Wirt: Wilhelm Dietrich. Tennis-Cafe Bad-Nauheim Zur Kirchweihe Sonntag, 19,, und Montag, 20. Septbr., nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr TANZ! 6 550 Maxim Benier mitsein. Orchester ngfflhrtge wTisen« schoftliche Forschung und ein großes Werk . ke,n Ge'd . ".färbe«' '7^'a*Jbe°»'6Ve,n: b,°U $t°^° zu hoben- '0 --'TTerhotter' \ \ --- {Restaurant Stftein^old 6097 D großes Winzerfest ÄÄ: S.15 Täglich S.15 jo!»m t»de! Karten vorverkauf täglich 11 -1 Uhr und ab 4 Uhr an der Theaterkasse. Mittwochs und Sonntags ab 11 Uhr durchgehend geöffnet. Te*. 33654-56 Sonntagnachmittag 4.15 Uhr Familien- und Fremden Vorstellung mit ungekürztem Abendprogramm um das neue Programm mit Claire Waldoff die beste deutsche Vortragskünstlerin 4 Albanos italienische Musik-Clowns Die Ady’i Meister-Equilibristen Jansen-Jacobs- Ballett vom Apollo-Theater, Wien, und ein großes Beiprogramm Auguste Kreutzer Richard Dönges Verlobte Gießen (Kaiserallee 26) Biedenkopf im September *04632 Chr. Partenheimer Gesangunterricht (Bel canto) Oper, Konzert, Oratorium Gießen, Keplerstraße 7 5703 D irr» Umkreis von 250 km um Düsseldorf Mit Teilung zur rkade bürgen för die Güte der Wcorto Seife m 11 Houtnohrung, ftPU-dfr 18 eZ >g r. Stück 28 Ab 16 Uhr: 6048d Konzert, Kinderfestzug, Tanz, großes Feuerwerk Großes Festzeltvorhanden. - Niedrige Eintrittspreise. - Dauerkarten für Sonntag 60 Rpfg. Dauerkarten-Vorverkauf: Hapag-Reisebiiro, Seltersweg 89. Sind ihre Schuhe richtig? 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Das Städtchen Schotten stand bereits am gestrigen Freitag schon rein äußerlich völlig im Zeichen der letzten Vorbereitungen für den großen Renntag Die Straßen sind bereits mit Fahnen geschmückt lieber die Straßen ziehen sich die bunten Werbe» bänder der unmittelbar beteiligten Industrien lieberaH flattern die Fahnen des NSKK. Zn allen Höfen und Scheunen sieht man die Motorräder der Rennfahrer und vieler Schlachtenbummler stehenalle die stillen Seitenstraßen sind zu Parkplätzen geworden. Am Schulhaus geht es besonders lebhaft u 3U, denn dort sind die fliegenden Tankstellen aufge- baut worden, zum Teil haben dort auch die Monteure der Fahrzeugfabriken ihre Standplätze, von denen aus die Rennfahrer mit ihren Maschinen betreut werden. Vom frühen Morgen an knatterten in den engen Gassen der Stadt die Motore, unerhört laut, denn kein Schalldämpfer darf den raschen Abzug der Der- brennungsrückstände in den Motoren hindern. Außerdem sind die Maschinen zu äußerster Leistung vorbereitet. Durchführung unter allen Umständen! öen die Strecke mit dem Ziel. 33 Kilometer Tele» pyonleitung mußten dafür verlegt werden 1 6 ® e« ot। achter ft eilen sind auf die Strecke verteilt. ? sx rzte werden an der Strecke bereitstehen und yelsend eingreifen, wenn es notwendig wird. (Möchte 65 "icht notwendig werden!) 5 Sayitätskraft- o ge n stehen für Transporte zur Verfügung, h 9/ r° & e Parkplätze sind für die Fahrzeuge Zuschauer vorgesehen und werden beaufsichtigt Mi 16 Kilometer lange Strecke, die einen Höhenunterschied von 330 Meter aufweist, ist bei jedem Kilometer markiert. Vor den Kurven ist für die Wahrer der Verlauf der Kurven auf großen Tafeln deutlich sichtbar ausgezeichnet. Hunberte von gepreßten Strohballen sind auf die Strecke verteilt worden und vor jedem Baum in den Äuroen wurde je ein Strohballen aufgestellt. In den scharfen Kurven am Laubacher Kreuz, im Ziel und in der Poppenstruth wurden ganze Strohmauern geschaffen. Die Rennstrecke selbst wird von den einmündenden Straßen und Wegen hermetisch abgeschlossen sein. Im Haus der Rennleitung am Ziel werden zahlreiche Zeitnehmer in ehrenamtlicher Arbeit den Verlauf des Rennens verfolgen. Die ORS. hat — von Berlin her — ihren ganzen Wagenpark, der bei der Durchführung solcher Rennen notwendig ist, eingesetzt. Auch der Werkstatt- Z u g der Motorgruppe Hessen steht für Hilfeleistungen an den Maschinen (selbst für größere Reparaturen) bereit. Der Reichssender Frankfurt hat zwei seiner Wagen für die Funkübertragung schon am Freitag entsandt. Für eine reibungslose An- und Abfahrt der Zuschauer ist alle Vorsorge getroffen. Wertvolle Ehrenpreise. Für die Fahrer sind wertvolle Ehrenpreise gestiftet worden. Der schnellste Fahrer erhält den Ehrenpreis des Korpsführers Hühnlein. Die schnellsten Fahrer der einzelnen Klassen erhalten die Preise des Gauleiters Sprenger, des Schirmherrn der Rennveranstaltung, der Motor-Obergruppe West, der Motorgruppe Hessen, der Kreisleitung Büdingen-Schotten und der Stadt Schotten. Außerdem sind für Lizenzfahrer Geldpreise ausgesetzt. Silberpfeil fährt zwei Runden. Mit dem Rennen „Rund um Schotten" werden diesmal zwei Vorführungen besonderer Art verbunden sein. Der Lehr sturm der Motorgruppe Hessen fährt — 60 Mann stark — auf und einmal über die Strecke; außerdem wird RSKK.-Scharführer Brendel zwei Runden in einem Mercedes-Benz-Rennwagen fahren und damit zum ersten Male einen der großen siegreichen deutschen Rennwagen über die Strecke „Rund um Schotten" führen. Das Rennprogramm selbst bringt vier Rennen in sieben verschiedenen Klassen. Die Rennleitung liegt in Händen von Obertruppführer Fritz Dienemann, dem ein Stab bewährtester Mitarbeiter zur Seite steht Der erste Trainingstag. Der gestrige Freitag, der erste offizielle Trainingstag, stand, so schien es zunächst, unter keinem glücklichen Stern. Es regnete in den Stunden des Vormittags sehr ausgiebig, und es hatte den Anschein, als wollte das unfreundliche Wetter den ganzen Tag anhalten. Die Rennleitung und die Rennfahrer ließen sich aber nicht beirren. Als gestern gegen 8 Uhr das Training eröffnet wurde, herrschte am Zielplatz bereits lebhafter Betrieb. Zahlreiche Fahrer hatten sich eingefunden Ein letztes Mal wurde der Betriebsstoff überprüft, Kerzen wurden gewechselt, und mit geschärften Sinnen beobachteten die Fahrer den Gang ihrer Motore. Dann ging es, trotz der nassen Straße, im Höllentempo „auf Strecke". Die Bahn war in den frühen Morgenstunden gekehrt worden. Aber bald hatte, besonders in der Poppenstruth, der Wind wieder viele dürre Blätter auf die Bahn geweht, und die Fahrer mußten doppelt vorsichtig sein. Trotzdem die Maschinen nicht ausgefahren werden konnten, wurden bereits erstaunlich gute Zeiten erzielt, die erkennen ließen, daß die Rennstrecke „Rund um Schotten" durch den jüngsten vorbildlichen Ausbau erheblich schneller geworden ist. Fleischmann (NSU.) fährt Tagesbestzeit. Nachdem sich das Wetter am Nachmittag etwas günstiger gestaltete (es hörte zu regnen auf, und die Bahn trocknete auf größeren Strecken ab), wurden bessere Zeiten erzielt als am Vormittag. Fleischmann fuhr in der Klasse bis zu 3 5 0 ccm auf feiner NSU. die schnellste Runde (16,08 km lang) in 9:17,0 Minuten. Das bedeutete eine Geschwindigkeit von 104 Stundenkilometern. Zweitschnellster war Koh fink auf Norton in 9:38,3 Minuten mit 100,2 Stundenkilometern. Drittschnellster dieser Klasse war Hamelehle ebenfalls auf Norton. In der Klasse bis zu 500 ccm fuhr Hentze auf DKW. die beste Zeit mit 9:23,2 Minuten und 102,8 Stundenkilometern. Er blieb dabei hinter der Zeit von Fleischmann zurück, der auf seiner 350- ccm-Maschine rascher fuhr! Zweiter wurde K n e e s auf NSU. mit 9:27,3 Minuten und 102,0 Stundenkilometern. In der Klasse bis zu 250 ccm er- Es steht fest, daß das Rennen unter allen Umständen durchgeführt wird. Bei jedem Wetter! Niemand wird vergeblich kommen! Der Veranstalter, die Oberste Nationale Sportbehörde für die deutsche Kraftfahrt (ONS) hat alle Mittel eingesetzt, um im Rahmen des Menschenmöglichen den glatten Verlauf des Rennens zu sichern. Die Durchführung ist der N S K K. - M o t o r g r u p p e Hessen übertragen. Seit Monaten sind die Vorarbeiten im Gange. An alles ist gedacht worden: von der Sicherung der Rennstrecke bis zur kleinen Nadel, mit der die Armbinde aller unmittelbar Beteiligter festgehalten werden soll. Organisation untadelig! Einige Zahlen seien hier wiedergegeben, die wie Streiflichter den Umfang der notroenbiaen Organisationsarbeit erkennen lassen. 1000 NSKK -Manner der Motor standarte 147 werden unter dem Kommando von Standartenführer Nagel zllr Absperrung der Strecke eingesetzt. 5 Lautsprecher, für die 25 Kilometer Kabel gelegt werden mußten, wurden an den interessantesten Punkten der Rennstrecke aufgestellt und werden die Zuschauer über Den Verlauf des Rennens auf der ganzen Strecke unterrichten. 11 Fernsprech stellen oerbin- Zu unseren Bildern: Links oben: Heiner Fleischmann fuhr gestern auf seiner 350 ccm NSU. die beste Zeit des Tages. Er fuhr die schnellste Runde m der Zeit von 9:17,0 Minuten. Das bedeutet eine Geschwindigkeit von 104,0 Stundenkilometer. Er war damit schneller wie der beste der 500-ccm-Klasse. Nebenstehend: Am Startplatz werden die letzten Vorbereitungen getroffen für die Trainings-Fahrten. Die Fahrer überprüfen noch einmal ihre Motore. (Aufnahmen: [2] Neuner, Gießener Anzeiger.) I zielte P e t r u s ch k e auf DKW die beste Zeit mit 9:49,3 Minuten (98,3 Stundenkilometern) vor Wünsche (DKW.) in 9:55,4 Minuten. In der Klasse der schweren Seitenwagenmaschinen war erwartungsgemäß Kahrmann (Fulda) auf DKW, mit 9:51,1 Minuten (98 Stundenkilometern) Schnellster. Böhm auf NSU. fuhr in der Klasse der 600-ccm-Maschinen mit 10:07,2 Minuten (95 Stundenkilometern) die beste Zeit. Aus der Stadt Gießen. Kartoffelfeuer brennen itn Felde... Wir sehen jetzt in den Feldern Kartoffelseuerchen brennen. Freilich gibt es recht viel Rauch, denn die Kartoffelstengel sind nicht alle so ganz dürr geworden Aber das ist das Schöne an dem Feuer» chen, wenn es starken Rauch entwickelt. Da können die Buben durchspringen, da können sie Heldentaten vollführen und den Kameraden zeigen, wie lange man in dem dichten Qualm aushalten kann, ohne zu atmen. Wie schön ist es, wenn ein neuer Windstoß den Rauch weit hinaus in die Felder trägt! Ist es windstill, dann steigt der Rauch senkrecht in die Höhe. Das ist aber nicht das rechte Wetter für die Feuerchen. Der Rauch muß sich über die Erde wälzen, dann haben die Kinder erst ihre große Freude. Wenn wir zur Nachmittagszeit die Fluren überschauen, sehen wir. wie der Rauch weit hinaus in die Landschaft getragen wird Er kommt bis zum Dorfe, wenn es schon dunkelt und die schwer beladenen Wagen heimwärts fahren. Die Stimmen der Buben, der Mädchen und der heimkehrenden Feldarbeiter vermischen sich in dem aufziehenden Nebel und dem Rauch, scheinen einmal ganz aus der Nähe zu kommen und verlieren sich dann plötzlich in der Ferne. Die Glocken haben den Abend eingeläutet, aber noch huschen dunkle Gestalten über die Felder, rasseln Wagen auf den ausgefahrenen Feldwegen Hier und da schaukelt eine Laterne an den Wagen. Auch im Dorfe ist die Arbeit noch lange nicht beendet. Da werden die letzten Kartoffeln abgeladen, Dick- wurz in den Keller geworfen, bas Vieh will zum Stall und brüllt^ vor Hunger. Aus einigen Häusern strömt uns der süße Dust des neuen Honigs entgegen. Erst in später Abendstunde finden sich alle zum gemeinschaftlichen Essen in die Stube ein. Die Augen der Buben aber leuchten noch von der Freude, die ihnen der Tag gebracht hat. Sie erzählen von „ihrem" Feuerchen. Was haben sie auch geschafft und Kartoffelstroh zusammengetragen! Und wie hat es dann gebrannt! Morgen früh schon wollen sie hinaus und die gebratenen Kartoffeln holen. Währenddessen glühen noch im nächtlichen Dunkel die Kartoffelseuerchen, ab und zu werden Funken von einem Windstoß in die Luft getrieben, oder es schlagen auch noch einmal einige Flammen hoch auf. Dann erlöschen die Feuerchen. Aber die Asche bleibt heiß und hält in ihrem Innern die gut gebratenen Kartoffeln, die die Buben in das' Feuer warfen. Manche Kartoffeln sind freilich ganz verkohlt, andere wieder nur halb gebraten, die meisten aber schmecken — trotz der verbrannten Schale — ausgezeichnet. Wenn die Buben am andern Morgen vom Aepfel» stoppeln, oder auch von schwerer Feldarbeit kommen, wird die Asche der Feuerchen untersucht Dann munden die gebratenen Kartoffeln! Wohl fehlen Salz und Tunke, aber was macht das? Die frische Herbstluft sorgt für guten Appetit ... Der Rauch Der Kartoffelseuerchen legt sich wie ein weißer Schleier über die Erde, der Geruch des ver- Ländlicher Fohlenmartt. Don Sofie von Uhde. Fahnen wehen im warmen Wind, die Berge, wie frisch poliert im Morgensonnenschein, schauen festlich in den Marktflecken herein, die bunten Malereien an den alten Häusern sind mit Tannen- grün umkränzt und Tannengrün kränzt das frisch gezimmerte Podium auf der Gemeindewiese. Dort oben prunken allerhand Gamsbärte auf grünen Hüttn und silberne Taler auf Sonntags» westen und gewichtige Herren rufen mit dröhnenden Stimmen Nummern aus, verlesen Stammbäume und schreien Preise über den Platz; und dazu macht der Maßkrug fleißig die Runde. Schön polierte Fässer, recht zahlreich auf die Wiese gerollt und in Reih und Glied aufgestellt, sorgen dafür, daß der Stoff nicht ausgeht und dienen zugleich als Tische für Würstln und Brezeln und graue Steinkrüge, und jedem schallenden Handschlag nach getanem Kauf folgt ein tiefer Zug aus solch einem Krug und ein befriedigtes Bartwischen und eine klatschende Liebkosung auf ein rundes Pferdehinterteil. Rings um Wiese und Podium und Fässer und Bauern stehen die, denen der Tag gilt: schwere Mutterstuten, glänzend gebürstet, Bänder in den Mähnen und Blumen am Kopfstück, schönes, verziertes Lederzeug auf den prallen Leibern, schweres und schwerstes Kaltblut und zuweilen ein bäuer- . liches Halbblut darunter. Und neben ihnen stehen die kleinen Fohlen, die Hauptpersonen Auf viel zu hoher Hinterhand, die vier Beinchen gespreizt, stehen sie und schauen verwundert mit ihren Kindergesichtern in den Trubel. Dicke Locken haben sie am ganzen Körper, mit den wolligen Stirnchen puffen sie die geduldigen Mütter, saugen zornig, beißen an dem schönen Lederzeug herum und an dem Strick, der sie an den Bauchgurt der Stute bindet und wissen ersichtlich nicht recht was anfangen. Aber kaum, daß ihre Nummer aufgerufen ist, der Strick gelöst und sie in den Ring geführt sind vor das gewichtige Podium, da kommt Leben in sie. Das ist ein Bocken und Ausschlagen und Hupfen und Voranstürmen! Mit ihren hellen, dünnen Kinderstimmen wiehern sie zart über den Platz und schnappen vor Uebermut nach den betastenden Hän- ben und stampfen mit den kleinen Hufen. Ihre Führer haben zu tun, daß sie nicht umgerissen werden von den ungebärdigen Gesellen gutmütig schelten sie auf sie ein: „Gibst jetzt foa Ruh' net, Luoda, damisches?!" und klopfen mit der schweren Bauernhand zärtlich den weichen, dicken, kleinen Hals, werden aber als Antwort darauf gleich wieder um und um gerannt. Da fliegt ein Hütl ins Gras, dort reißt ein Strick, hier beißen sich zwei, aus allen Ecken wiehert es aufgeregt — es ist ein luftiges Durcheinander! Und dazwischen immer die dröhnenden Baßstimmen der gewichtigen Herren mit dem Gamsbart auf dem Hütl: „Nummer 18! Nummer 21! — Nummero 21 hob' i g'sagt, woa steckst denn?! Nummer 22 — Nummero 22?! No, was is denn? Gehts doch grab zuari mit eure Hengstfohlen!" Aber mit großen, dunklen Mütteraugen schauen die Stuten zu, verdrehen sich die Hälse nach den fortgeführten Fohlen und belecken und beschnuppern sie zärtlich nach ihrer Rückkehr. Ihnen scheint es nicht nach Fahnen und Bändern zu Mute zu sein; ein ängstliches Ahnen steht in ihren traurigen, schönen Gesichtern, sie kennen das schon, es ist nicht der erste Markt, auf den sie ein Fohlen begleiten, um allein zum Stall zurückzukehren und um ihre großen, mütterlichen Leiber, die die zweifache Würde des Gebärens und der schweren Arbeit tragen, ist viel vom stillen Leid der stummen Kreaturen. Und die Kleinen, die dort so fröhlich bocken und Hüpfen, was wird ihrer warten? Ein sehr unterschiedliches Los sicher, wie bei den Menschenkindern auch. Die einen werden es gut bekommen und die andern schlecht, viel Arbeit werden sie haben und am Ende werden sie still und müde sein wie wir alle, so ist das Leben nun einmal. Aber möchten sie doch wenigstens alle einen guten Herrn und ein Ausruhen am Feierabend haben' Langsam roirb es ruhiger auf bem Markt, er geht zu Enbe. Hier wirb noch ein verspäteter Kauf abgeschlossen - ein schallenber Hanbschlag, zwei Kruge prallen aneinanber — unb bort stehen noch ein paar, bie sich gar nicht entschließen konnem Schon roirb angespannt unb aufgesessen. Da unb bort umarmen Kinber immer noch einmal ihr kleines Fohlen, bas abgeführt werben soll, währenb größere Knaben, mit trotzig gespielter Gleichgültigkeit hinter ber bie Tränen zittern, sich non Den verkauften Spielfameraben abroenben. Die Wirtshäuser füllen sich, ber volle Beutel erlaubt schon einen Extratrunk Aber bie, bie nicht gar zu weit heim haben, beeilen sich, baß sie zu Mittag w.eber auf bem Hofe finb, unb auf allen etrafeen, bie aus bem Marktflecken hinausführen, trippeln au - geregte ober mübe, kleine Fohlen an neuen Hanfstricken unb schwere Stuten, nun aus einmal allem bleiben immer roieber stehen unb roenben ben Kopf zurück unb wiehern leise uni) flagenb unb gehen weiter. Wo ist der Wind, wenn er nicht weht? Don Christian Bock Wenn man irgenbroo zu Gast geloben ist, unb wenn es ein rafenb heißer Tag war, unb wenn man außerbem ber allererste von ben gelabenen Gästen ist — was soll man ba wohl mit ben Gastgebern zuerst Klügeres bereden als eben jenes heiße Wetter! „Wenn es doch wenigstens etwas Wind gäbe!" sagt der Hausherr und fächelt sich mit einem großen Taschentuch Luft zu. Der kleine Peter, Sohn des Hauses, steht an der Tür und hört zu, wie wir so über das Wetter klug reden. „Du, Onkel —?" sagt er dann und kommt zu meinem Sessel hingerannt. „Na, Peter", sage ich, „wie geht es dir?" „Du, Onkel —?" wiederholt er. Er will etwas fragen, merke ich. „Ja, was soll der Onkel denn?" „Hach!" sagt Peter und das bedeutet hier so etwas wie: „Ach, laß schon!" ober: „Ach, bas weißt bu ja auch nicht!" „Na, mal raus mit ber Sprache!" ermuntere ich. Er zögert noch etwas unb zappelt etwas, aber bann kommt es: „Du, Onkel — wo ist benn ber Winb, wenn er nicht weht?" „Der Winb?" sage ich, wie Erwachsene so sagen, um Zeit zu gewinnen, benn was soll ich barauf anroorten? Soll ich meine paar Kenntnisse aus ber Physikstunbe von bamals herauskramen? Erstens langt bas nirgenbs mehr recht hin unb zweitens taugt so eine Erklärung für Peter nicht. Ich bin mir schnell barüber klar, baß ein Onkel Schriftsteller hier Peter unb feinem Vater, bem es schon Spaß macht, wie ich mich ba herauswinben werbe, etwas anberes schulbig bin. Hier muß aus bem Stegreif gedichtet werben. Los! Peter steht zwischen meinen Knien unb finbet, baß meine Bügelfalten komische Dinger sinb, er zupft unb zieht baran herum. „So", sage ich, „bann mußt bu aber auch aufpassen." „Ja", sagt Peter, „paß ja auf!" „Also, ber Winb, Peter, ber weht ja immer runb um bie Erbe herum, benn bie Erbe ist runb, bas weißt bu boch, was?" Peter nickt ernsthaft mit bem Kopf. Das weiß er. „So. Aber wenn ber Winb nun um bie Erbe herumweht, bann roirb er ja unterwegs von ben Winbmühlen unb von ben Segelschiffen gebraucht, nicht wahr? Nicht ber ganze Winb, aber etwas davon!" Peters Vater hört zu unb lächelt, unb ich lächle roieber unb benfe: Das Märchen ersinbe ich schon noch! „Unb was bann weiter?" fragt Peter unb hat roieber meine Bügelfalten zu fasten, aber biesmat vor Neugier unb Eifer. „5a, nun finb boch", bichte id) weiter, „nicht immer alle Winbmühlen im Gange, bie es gibt, unb es finb ja auch nicht alle Segelschiffe immer unterwegs, verstehst bu bas?" „Ja", fagt Peter. „Denn einige Mühlen haben vielleicht gerabe nidjts zu mahlen unb viele Segelschiffe liegen vielleicht irgenbroo in einem Hafen vor Anker und brauchen gerabe keinen Winb, verstehst bu bas?" Peter nickt. „So, aber wenn ber Winb nun einmal auf ber anberen Seite ber Erbe viel zu tun hat, wenn Diele Winbmühlen mahlen unb viele Segelschiffe unterwegs finb, bann kommt er natürlich nicht so schnell roieber hierher zu uns, weil er unterwegs soviel aufgehalten wirb." Wie ich mit meinem Winbmärchen soweit bin, kommt bie Dame bes Hauses herein, ich begrüße sie — ja, unb wir wechseln ein paar Worte über bas heiße Wetter heute unb baß so gar kein Wind roeben will, unb vom Wetter kommen wir auf anbere wunberliche Gesprächsthemen, und mein Märchen wird nicht fertig. Der Abend war sonst reizend und nett Aber bann einmal mitten währenb bes Abends sollte ich im Nebenzimmer bie Zigarrenkiste für ben Hausherrn suchen. Ich weiß ba sonst im Hause Bescheib, aber ich fanb unb fanb bie Kiste nicht. Unb währenb ich so herumsuche, höre ich im Kinberzimmer nebenan bie Stimme Peters. „Der ist aber bumm!" höre ich ihn sagen, unb es ist wahrscheinlich bas Kinbermäbchen, bem er beim Zubettegehen etwas erzählt. Ich suche biefe Zigarrenkiste unb finbe sie immer noch nicht. „Der ist aber bumm?" sagt Peter roieber nebenan, „bas ist ganz anbers mit bem Winb, niiicht?" „So, jetzt sei still", sagt bas Kinbermäbchen, „unb schlaf!" Ich werbe nie mehr Märchen bichten, nie! dodifcbulnacbricbten Professor Dr. Günther Just, Direktor bes Jnsti» tuts für Vererbungswissenichaft an ber Universität (9 r e i f s ro a l b , hat bie Leitung bes Erbwisfen- chaftlichen Forschungsinstitutes bes Reichsgesunb» heitsamtes in Berlin-2 ahlem übernommen. Verschönerungsaktion Gegenwärtig ist in der Liebigstraße zwischen Bahnhofstraße und Frankfurter Straße eine großzügige Verschönerungs-Aktion in der Durchführung begriffen. Der breite Gehsteig vor der Polizeiwache, vor dem Liebig-Bau und vor dem Liebigmuseum soll eine Bereinigung und einheitliche Gestaltung erfahren. Dor allem werden die kleinen Dorgärtchen beseitigt, die an der Polizeiwache und vor dem Liebigmuseum den Gehsteig schmälerten, ohne dabei schön zu wirken. Damit fallen auch die Eisengitter fort. Das Liebigmuseum mit seiner edlen Front wird durch diese Beseitigung der Vorgärten erheblich an Wirkung gewinnen und dadurch auch manchem auswärtigen Besucher mehr auffallen, als es bisher der Fall gewesen sein mag. Auch ein Teil der Mauer, die den Hof des großen Liebigbaues (ehemalige Alte Klinik) von der Straße trennt, wird fallen. Zur Ausgleichung der Höhenunterschiede zwischen Hof und Gehsteig soll eine mehrstufige Terrasse angelegt werden, die erheblich zur Verschönerung des Gesamt-Straßenbildes beitragen wird. Auch vor das Liebig-Museum werden, eben- Die Reichsaulobahn im Bauabschnitt Vad-Aauheim über Butzbach. inderfiebigsiraße. brannten Kartoffelkrautes kitzelt in der Nase ... Steigen da nicht Kindertage in unserm Gedächtnis auf, die uns daran erinnern, daß wir einst auch dabei waren, als die Feuerchen brannten? H. Vornotizen. Tageskalender für Samstag. NS.-Lehrerbund Gießen, Mädchenerziehung, Hauswirtschaft und Handarbeit: 15 Uhr, Mädchenberufsschule, Arbeitstagung. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Revolutionshochzeit". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Heiratsinstitut Ida & Co." — Herbstmarkt (Messe). — Erstes Gießener Karpfenfest: 17 Uhr Anfang, 20 Uhr Konzert und Tanz. Tageskalender für Sonntag. Nationales Motorradrennen „Rund um Schotten": 10 Uhr Beginn. — Stadttheater: 19.30 Uhr Werbe- Veranstaltung des HJ.-Theater-Ringes. — Gloria- Palast, Seltersweg: „Reoolutionshochzeit". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Heiratsinstitut Ida 8- Co." — Herbstmarkt (Messe). — Erstes Gießener Karpfen- sest: 8 Uhr großer Karpfenfang, ab 16 Uhr Konzert, Kinderfestzug, Tanz, Feuerwerk. — Evangelische Stadtmission: 15 Uhr Herbstdankfest. BOM-uni>IM.-llntergau116,Gießen. Am Sonntag, 19. September, findet im Stadttheater eine Werbeveranstaltung des „HJ.-Theater- rinas" statt. Es treten hierzu an: die gesamte Führerinnenschaft von Gießen und die Gruppenführerinnen und die Mädels, die sich bereits zum HZ.-Theaterring gemeldet haben, von den umliegenden Standorten. Die Vorstellung ist kostenlos. Beginn um 19.30 Uhr. Karten werden durch die Gruppenführerin und die Organisationsstelle des Untergaues ausgegeben. Dienstbefehll Befr.: Slandorlappett in Lich. Am Sonntag, 19. September, um 9 Uhr morgens, tritt der gesamte Standort Lich am BDM.-Heim zur Besichtigung durch die Untergauführerin an. Außerdem ist das Erscheinen der Führerinnen der zur M.-Gr. 12/116 gehörigen Standorte Pflicht. Vetr.: Schwimmwarllehrgang am 18./19. September. Der Lehrgang für BDM.° und JM.-Schwirnrn- wartinnen beginnt am Samstag, 18. September, mit Filmvorführungen im Kunstwissenschaftlichen Institut. Anschließend ist von 20 bis 22 Uhr Schwimmen im Volksbaü. Am Sonntag, 19. September, ist Fortsetzung um 8.30 Uhr in der Turnhalle des Tv. 1846 am Oswaldsgarten, anschließend wieder von 10 bis 12 Uhr Schwimmen im Volksbad. Bdr.: Freiwillige Sportdienstgruppe der IM. Eis-, Rollschuhlauf. Alle IM., die sich schriftlich zur freiwilligen Sportdienstgruppe Eis-Rollschuhlauf gemeldet haben, oder sich noch melden wollen, treten am Samstag, 18. September, um 18 Uhr, am Eishäuschen, Schla- geteranlage, mit Rollschuhen an. Straßensperrung zum Karpfenfest. Von der Polizeidirektion Gießen wird uns mitgeteilt: Wegen des 1. Gießener Karpfenfestes am Eichgärtenteich werden vom Samstag, 18. September, ab 16 Uhr, bis Sonntag, 19. September, 24 Uhr, folgende Straßen und Zugangswege für den gesamten Durchgangsverkehr gesperrt: 1. Schlageteranlage in ihrer Längsrichtung von dem Haus Rr. 10 bis zu dem Weg nach dem Philosophenwald. 2. Wolsstraße, Verbindungswege des Marine- Ehrenmals, Curtmannstraße und Jahnstraße zwischen Eichgärtenweg und Schlageteranlage. Die aufgestellten Sperrschilder sind zu beachten. Stramme Karpfen bereits sichtbar. Das Wasser des Eichgärtenteichs ist seit einigen Tagen im Abströmen begriffen, um bis zum morgigen Sonntag früh so weit fortgeflossen zu sein, daß der Karpfenfang zum ersten Gießener Karpfen- iest glatt vonstatten gehen kann. An manchen Stellen des Teiches kann man jetzt schon stramme Karpfen in dem Wasser stehen sehen. Der Anblick dieser Fische läßt für das morgige Karpfenfest eine gute Ausbeute erwarten. Der Vorgang des Karpfenfangs, mit dem Sonntag früh gegen 8 Uhr begonnen werden soll, dürfte sehr interessant werden, da wir in unserer Stadt einen ähnlichen Fischfang bisher noch nicht erlebt haben. Während der Anfang des Karpfenfestes am heutigen Samstagnachmittag und -abend Konzert und Tanz bringt, soll am morgigen Sonntagnachmittag, dem Höhepunkt der Veranstaltung, auch Gelegenheit gegeben sein, die am Vormittag gefangenen Karpfen gesotten oder gebacken verspeisen zu können. Da dürfte vielleicht mancher Besucher auf das Abendessen im eigenen Heim verzichten können. Allem Anschein nach macht auch der Wettergott zu dieser erstmaligen Veranstaltung in Gießen ein freundliches Gesicht, so daß sowohl der Fremdenverkehrsverein als Veranstalter, wie auch hoffentlich die Besucher am morgigen Sonntagabend zufrieden sein dürften. Verwertung der Kastanienernte im Interesse der Rohstoffwirtschast. DRB. Von den in Frage kommenden amtlichen Stellen ist beschlossen worden, die diesjährige Kastanienernte möglichst weitgehend für die Zwecke der Rohstoffwirtschaft nutzbar zu machen. Zu diesem Zweck soll, ohne die Sammlung für den eigenen Bedarf im Rahmen der Landwirtschaft zu berühren, eine möglichst umfassende planmäßige Erfassung der Kastanienernte durch die Schulen und durch Einsatz von Zentralsammelstellen erfolgen. Hierüber werden die Einzelheiten örtlich bekanntgegeben. Als Sammellohn wird im Einvernehmen mit dem Reichskommissar für die Preisbildung ein Entgelt von 1,50 RM. je Doppelzentner bei Ablieferung an die Schulen und 2 RM. bei unmittelbarer Ablieferung an die Zentralsammelstellen und für den Händlerzuschlag 1 RM. je 100 Kilogramm, der bei Waggonladungen von 10 Tonnen aufwärts auf 1,50 RM. je 100 Kilogramm gesteigert werden darf, als angemessen betrachtet. Das Sammelentgelt wird auch sonstigen Sammlern bei Ablieferung an Schulen und Zentralsammelstellen gewährt. Als Verwertung ist neben der Sicherstellung der Aesung für das Hochwild die technische Aufarbeitung nach neuen Verfahren vorgesehen. Die Ueberwa- chung sämtlicher Maßnahmen auf diesem Gebiet liegt beim Amt für deutsche Roh- und Werkstoffe. Nacherhebung zur Bodenbenutzungsaufnahme 1937. NSG. Wie im Vorjahre, wird im Oktober eine Nacherhebung zur Bodenbenutzungsaufnahme durchgeführt. Bei dieser Nacherhebung sind zu ermitteln: 1. die im Jahre 1937 als Vor-, Zwischen- und Nach- § Butzbach, 17. Sept. Wenn man den jetzigen Stand der Arbeiten an der Reichsautobahn im Bauabschnitt Bad-Nauheim bzw. Nieder-Mörlen bis Gambach über Butzbach hinaus mit dem vor einiger Zeit vergleicht, so ist heute ein Fortschritt von ungeahntem Ausmaße festzustellen. Seit unserem letzten Bericht über den Stand der Arbeiten, die damals in der Hauptsache aus Planierungen der Strecke bestanden, sind inzwischen sämtliche Brückenbauten bis auf eine fertiggestellt. Ungeheure Mengen Sand mußten in tausenden Feldbahnzügen aus den Sandgruben von Gambach, Rockenberg und Nieder-Mörlen herbeigeschafft werden, um die langen und teilweise recht hohen Fahrdämme aufzuschütten. Dieser Sand ist infolge seiner Beschaffenheit besonders dazu geeignet. So wurde an die vor Jahresfrist bereits dem Verkehr übergebene Autobahnstrecke von Nieder-Mörlen her die Ueberführung über die Main-Weser-Bahn mit einer großen Eisenbetonbrücke vor wenigen Tagen endgültig fertiggestellt. Gegenwärtig ist man nun daran, die e i n e Fahrbahn zu betonieren, nachdem vor einigen Tagen die Arbeiten an der Fahrbahn nach Griedel—Gckmdach schon so weit vorgeschritten waren, daß der schwarze, ein Meter breite Streifen nun hergestellt wird. Sämtliche Kanalanschlüsse und Abflußanlagen sind bereits erledigt, ebenso wird jetzt der Rest der Anböschungen getätigt. Mittels Kraftwagen wird die vorhandene Muttererde an überflüssigen Stellen abgeholt. Ein mächtiger Silo ist in dem Bauabschnitt in der Nähe der Griedeler Straße errichtet worden, der Splitt in jeder Körnung und Flußsand enthält. Täglich rollen ganze Züge mit Zement, Splitt und anderem Material auf einem besonders angelegten Gleisanschluß der Butzbach-Licher Eisenbahn nach dem Silo und werden mit Kranen entladen. Ein viergleisiger Rangier- und Abstellbahnhos ist hier entstanden. Auf Feldbahnen werden sämtliche Materialien einige Kilometer weit bis zur Verarbeitungsstelle angefahren. Hier müssen sie die große Brücke an der Straße Nieder-Weisel—Nieder-Mörlen passieren, an der zur Zeit stärkster Betrieb herrscht. Hunderte von Arbeitern sind beschäftigt. Größere Anfahrtsstrecken mußten aufgeschüttet wer- rucht angebauten Flächen von Gartengewächsen in Freilandkultur: 2. die landwirtschaftlichen Zwischen- rüchte; 3. der Anbau der Futterpflanzen zur Samengewinnung: 4. die Spätsaaten von Flachs. Die Ergebnisse dieser Erhebung sind für die Kenntnis der Lage der Futter-, Saatgut- und Nahrungs- mitteloersorgung von großer Bedeutung. Es ist daher dringend notwendig, daß die Betriebsinhaber auf Befragen der ehrenamtlichen Zähler bereitwillig und wahrheitsgemäß Auskunft geben, zu der sie auch gesetzlich verpflichtet sind. Die mit der Durchführung der Erhebung betrauten Personen müssen nach der Deutschen Gemeindeordnung die betriebsweisen Angaben als Amtsgeheimnis wahren. 1000000 Arbeitskameraden des Gaues Hessen-Nassau im Urlaub. NSG. In der Zeit vom 1. April bis jetzt entsandte das Amt „Reisen, Wandern und Urlaub" der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" unseres Gaues 90 Urlaubszüge mit etwa je 800 Teilnehmern. Das sind während der Hauptsaison ein bis zwei Züge jeden Tag. Außerdem wurde eine sehr große Zahl von Kurz- und Betriebsfahrten durchgeführt. Aufnahmegebiete für diese Fahrten waren u. a. Bayern, die See und die Eifel. Dabei wurden auch bisherige Notstandsgebiete, wie Pfronten und der Bayrische Wald, dem Fremdenverkehr erschlossen. Während der gleichen Zeit fand etwa die doppelte Zahl von Urlaubern anderer Gaue im Rhein- Mam-Gebiet Aufnahme. Sie kamen an den Rhein nach Bingen, Mainz, in den Taunus, zur Lahn und zur Bergstraße. Erschlossen wurden für die Urlaubsaufnahmen der Westerwald, die Wetterau und der Vogelsberg. Die Finanzierung der Fahrten durch den Einzelnen erfolgte mit Hilfe von Reise-Sparkarten, Reise-Sparmarken und Betriebssparkassen. Es ist dabei interessant festzustellen, daß der für eine Fahrt aufzuwendende Betrag sich von 17 bis 57 Mark belief. Der Hauptmonat innerhalb der Arbeit des Amtes „Reisen, Wandern, Urlaub" war der Juki, in dem 137 000 Arbeitskameraden befördert wurden. Don der Deutschen Arbeitsfront wird jetzt verstärkt das Ziel angestrebt, auch im Frühjahr, Herbst und Winter den Arbeitskameraden Reisemöglichkeiten zu schaffen, denn diese Jahreszeiten werden zu Unrecht als für Reisen weniger geeignet angesehen. Mit der Gesamtzahl von etwa einer Million durch die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" beförderten Volksgenossen hat das Amt „Reisen, Wandern, Urlaub" auch in diesem Jahre eine außerordentlich erfolgreiche Arbeit zu verzeichnen. Mit besonderer Freude stellen wir fest, daß gerade in der Aufnahme von Urlaubern aus anderen Gauen in unserer Heimat eine starke Aufwärtsentwicklung zu verzeichnen ist. Hierdurch werden beachtenswerte Geldbeträge in unsere Urlaubsgebiete gebracht, die den arbeitenden Volksgenossen zugute kommen. falls zur Ausgleichung des Höhenunterschiedes, noch einige Stufen vorgebaut werden, so daß die Säulen sehr repräsentativ auf einen Stufenunterbau erscheinen werden. Voraussichtlich werden auch einige Bäume fallen. Dafür wird aber ein freierer Blick auf die Gebäude erreicht werden. Im übrigen wird dafür gesorgt werden, daß durch schöne gärtnerische Ausschmückung durch Grünflächen und Neuanpflanzungen von Bäumen der Gesamteindruck des Straßenbildes gehoben wird. Diese Derschönerungsaktion an der Liebigstraße wird sicherlich allgemein begrüßt werden und einen wertvollen Beitrag zur Verkehrswerbung für unsere Stadt darstellen. Den Gästen der Stadt wird künstighein nicht nur in den Anlagen am Bahnhof, sondern auch in der Liebigstraße eine schöne Visitenkarte gezeigt werden. Die Planung der Verschönerungsarbeiten hatte das städtische Hoch- und Tiefbauamt. Die Ausführung wurde einer hiesigen Baufirma übertragen. den. Die eiserne Brücke, die eine Spannweite von mehr als 30 Meter besitzt, wurde errichtet und die riesigen Betonpfeiler mit sauber behauenen Quarzitsteinen, aus den Rockenberger Steinbrüchen stammend, verkleidet. Jetzt sind Arbeiter daran, die Isolierung der Brücke vorzunehmen. In großen Maschinen wird der Asphalt verflüssigt und auf die Brücke etwa sechs Zentimeter stark aufgetragen. Sie ist mit einem großen Zelt überdacht. Andere Arbeitergruppen sind daran, das Brückengeländer und andere Ergänzungsarbeiten zu erledigen. Wieder andere stücken die Auf- und Abfahrt, stellen das Packlager her. Walzarbeiten werden vorgenommen; dahinter sind die Pflasterer angetreten, um die eine Fahrbahn in kurzer Frist herzustellen, die den Verkehr der Durchgangsstraße Frankfurt—Gießen aufnehmen soll. Vor einigen Tagen wurde die Umgehungsstraße, die nur vorübergehend gebaut war, rechtsseitig bereits aufgerissen. Der verbleibende Teil soll dem Verkehr nach Frankfurt dienen. Mit Beginn der neuen Woche werden die Betonierungsarbeiten soweit vorgeschritten sein, daß die Betondecke unter der Brücke begonnen werden kann. Gerade diese Arbeitsstelle gleicht gegenwärtig einem großen Heerlager. Hunderte von Arbeitern, eine Menge Bahngleise, Wagen, Autos, Feldbahnzüge, Walzen, Betonmaschinen, Stapel von Holzschwellen, Baumaterial in unübersehbaren Massen usw. usw. bedecken die Baustelle, der größten des Bauabschnitts. Inzwischen sind die größten Betonmaschinen fast bis an die Brücke herangekommen und werden bald immer näher ihrem Endziele bei Griedel kommen. Gärtner sind am anderen Teile der Bahn daran, den Grünstreifen, der beide Fahrbahnen trennt, einzuebnen und anzulegen. An den drei Wegüberführungen in der Gemarkung Nieder-Weisel, die aus drei starken Betonbrücken bestehen, wird zur Zeit ebenfalls kräftig gearbeitet. Die Brücken sind fertig, nur die Auf- und Abfahrten müssen noch gestückt, gepflastert und aufgeböscht werden; denn der Zeitpunkt ist nicht mehr weit, an dem der Abschnitt der Autobahn ab Nieder- Mörlen eingeweiht und dem Verkehr übergeben werden soll. Oie Meisterprüfung bestanden. Im Rahmen der Wiesbadener Herbstwochen „Blumen, Kunst und Wein" fand gleichzeitig mit der Herbstblumenschau eine Schau von Meisterarbeiten der Fachgruppe Blumenbinderei des Prüfungsbezirks 9 Hessen statt. Unzählige Autos und Wagen, vollbeladen mit den Kindern Floras des sonnigen Herbstes, wurden unaufhörlich bis in die späten Nachtstunden dem Wiesbadener Kurhaus zu- geführt, wo sie von den Meisteranwärtern, die sich der Prüfung unterzogen, während den Nachtstunden zu Meisterwerken der Blumenkunst verarbeitet wurden. Alle Räume des Kurhauses prangten in den frühen Morgenstunden in festlichstem Kleide. Um 9.30 Uhr am 17. September erfolgte durch den Kreisobmann der DAF. die feierliche Lossprechung und Verpflichtung der neuen Meister und die lieber« reichunq der Meisterbriefe mit einem Nelkenstrauß. Alle Berufskameraden der Fachgruppe Blumenbindereien, Ortsgruppe Gießen-Wetzlar, Haden die Prüfung bestanden. Es sind von Gießen die Berufskameraden Rudolf Schneider, Valentin Moser, Nelly S i e p e r , Fritz Weber, Emmy P echt old und Gustav Wittmann jun. Gießener Dochenmorktpreiie * Gießen, 18. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12/=, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, ausländische, Klasse S 12%, Wirsing, % kg 9 bis 12, Weißkraut 6, Rotkraut 9 bis 12, gelbe Rüben 9, Karotten 8 bis 12, rote Rüben 9 bis 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 18 bis 25, gelb 18 bis 25, Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 20 bis 35, Feldsalat Vio 10 bis 11, Tomaten, % kg 12 bis 15, Zwiebeln 6 bis 7, Meerrettich 30 bis 40, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,45 bis 3,50 Mark, Aepfel, % kg 10 bis 20 Pf., Falläpfel 5 bis 6, Birnen 5 bis 25, Pfirsiche 40, Brombeeren 30 bis 33, Zwischen 10 bis 12 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 1 Mark, Enten 1,20 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Nüsse, % kg 35 bis 40 Pf., Blumenkohl, das Stück 10 bis 40 Pf., Salat 9 bis 11, Salatgurken 5 bis 30, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 9 bis 12, Oderkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. ** Stadttheater-Miete. Die Einlösung des ersten Abschnitts der Stadttheater-Miete hat vom kommenden Montag ab zu erfolgen. Die erste Rate muß vor der ersten Miet-Vorstellung bezahlt sein. ** Schweinemarkt in Gießen. Am nächsten Mittwoch findet in der Viehversteigerungshalle am Güterbahnhof Schweinemarkt statt. "Frohe Fahrtder GießenerKörper- behinderten. Man berichtet uns: Der Reichsbund der Körperbehinderten. Kreisgruppe Gießen, führte anläßlich seiner diesjährigen Werbeaktion für seine Mitglieder eine Omnibusfahrt nach Altenvers (Kreis Marburg) durch. Dort wurde unter Führung eines Werkmeisters eine Zigarrenfabrik besichtigt, die bei den Mitgliedern großes Interesse hervorrief. Nachmittags fand ein gemütliches Zusammensein bei Kaffee und Kuchen statt. Für reichhaltige Unterhaltung sorgte die Bauernspielschar von Altenvers. Kamerad H e l f e n b e i n forderte die Teilnehmer auf, weiterhin tatkräftig für den RBK. zu werben, damit auch der letzte Körperbehinderte im Kreisgebiet erfaßt wird. Das Rote Kreuz hatte sich für den Tag helfend zur Verfügung gestellt. Am Abend sah man m Gießen nur glückliche und frohe Gesichter bei den Teilnehmern. Das Ergebnis dieser herrlichen Fahrt wird noch lange in den Herzen der Körperbehinderten nachklingen. Kleine Strafkammer Gießen. Der I. W. aus Oberstedten (Taunus) stand gestern wegen fortgesetzten Bettelns vor der kleinen Strafkammer. Der Angeklagte war durch Urteil des Amtsgerichts Friedberg zu einer Haft- strafe von sechs Wochen verurteilt worden, weil er in Reichelsheim beim Betteln angetroffen wurde. Gleichzeitig war Unterbringung in ein Arbeitshaus angeordnet. Nur gegen Die letztere Entscheidung richtete sich seine Berufung. Der 60jährige Angeklagte, der als landwirtschaftlicher Arbeiter bis jetzt tätig gewesen ist, hat sich während seines ganzen Lebens nie lange an einem Platz aufhalten können, sondern nach kurzer Arbeitszeit immer die Stellen gewechselt. Zwischendurch ernährte er sich durch Betteln. So wurde er u. a. im Jahre 1936 zweimal und im Jahre 1937 einmal wegen Bettelns bestraft. Der Angeklagte war geständig. Da er seit Frühjahr d. I. einen ständigen Wohnsitz hat, ihm auch von feinem Arbeitgeber Arbeitswilligkeit bescheinigt wurde und er hoch und heilig beteuerte, nicht mehr zu betteln, sah die Kammer noch einmal von der Unterbringung in das Arbeitshaus ab und ließ es bei der Haftstrafe von sechs Wochen bewenden. Amtsgericht Gießen. Der F. V. und der H. H. aus Gießen — der erstere bereits einschlägig vorbestraft — standen wegen Betruges vor dem hiesigen Amtsgericht. Die Angeklagten hatten in zwei Schreibmaschinenhandlungen je eine Schreibmaschine auf Kredit gekauft. Die Verkäufer behielten sich in beiden Fällen das Eigentumsrecht bis zur Bezahlung des Kaufpreises RUHL Seilersweg Nr. 67 ■ adlO Telephon Nr. 3170 I eparaturen i89?d B vor. Dies hinderte die Angeklagten jedoch nicht, die zwei Schreibmaschinen in das Pfandhaus zu tragen und sodann die Pfandscheine zu veräußern. Die beiden Angeklagten waren geständig. Das Urteil lautete gegen den ersten Angeklagten unter Zusammenziehung mit einer vor kurzem durch das Schöffengericht erkannten Gckfängnisstrafe von fünf Monaten auf insgesamt^ sieben Monate zwei Wochen Gefängnis, während der zweite Angeklagte in Anbetracht feiner Jugendlichkeit und bisherigen Unbestraftheit mit fünf Wochen Gefängnis davonkam. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. <£ Leihgestern, 17. Sept. Ihren 80. Geburtstag kann morgen, Samstag, 18. September, Frau Christine Keßler bei guter Gesundheit begehen. Die Hochbetagte, die im Haushalt ihrer verheirateten Tochter lebt, ist seit Weihnachten 1900 verwitwet. Es war ihr bisher vergönnt, noch alle Arbeiten in Haus und Hof auszuführen. * Holzheim, 17. Sept. Frau Elisabeth Mack von hier erlitt gestern einen Unfall, bei dem sie einen Ijnterschenkelbruch davontrug. Die Frau mußte der Chirurgischen Klinik zugesuhrt werden. kreis Friedberg. — Butzbach, 17. Sept. Die Bautätigkeit in unserer Stadt hält unvermindert an.Das Bauhandwerk ist gut beschäftigt. — Am Bahnhof wer- den gegenwärtig große Mengen geschältes Kiefernholz verladen, das zum Teil zu Grubenholz, zum Teil als Zellulose Verwendung findet. Kreis Schotten. * Ulfa, 18. Sept. Frau Elisabeth Schmidt, geb. Döpfer, kann am kommenden Montag in Gesundheit und Frische ihren 91. Geburtstag begehen. Im vorigen Jahre konnte sie noch mit ihrem Manne ihren 65. Hochzeitstag feiern. Kreis Alsfeld. A Deckenbach, 17. Sept. Die Einführung der diesjährigen Konfirmanden fand am vorigen Sonntag in der hiesigen Kirche statt. Es wurden neun Konfirmanden, und zwar fünf Knaben und vier Mädchen, in den Konfirmandenunterricht ausgenommen. Kreis Wetzlar. * Atzbach, 17. Sept. Der 68 Jahre alte Landwirt Friedrich Groh von hier trug bei einem Unfall schwere innere Verletzungen davon, die seine Ueberführung nach der Chirurgischen Klinik in Gießen erforderlich machten. kreis Ufingen. *Niederbrechen, 17. Sept. Die über 70 Jahre alte Landwirtswitwe Dorothea Pauly erlitt heute nachmittag am Herdfeuer ihrer Wohnung starke Brandverletzungen. Die Kleider der alten Frau hatten Feuer gefangen, das sich über den ganzen Körper der Frau ausdehnte, bevor Hilfe zur Stelle war. Mit schweren Brandwunden mußte die bedauernswerte Frau nach Gießen in die Klinik gebracht werden. LaNwagen rast in einen Schuppen. LPD. Worms, 16. Sept. Mittwoch mittag ereignete sich am Ende des Bahnberges beim nahen Gundersheim ein schwerer Unfall. Ein mit 60 Zentner beladener Lastwagen fuhr die steile Straße herab. Dabei versagten die Bremsen, so daß die Geschwindigkeit des Wagens sehr groß wurde. Als der Wagen am Ende Der Straße im rechten Winkel abbiegen mußte, nahm er die Ecke eines Hauses mit und rannte gegen die Wand eines gegenüberliegenden Schuppens. Er durchstieß die Wand und blieb völlig zertrümmert mitten in dem Schuppen stehen. Der Fahrer war bei dem Anprall an der Hausecke aus dem Wagen geschleudert worden, erlitt aber nur leichte Kopfverletzungen. Ein IHähriger Arbeiter wurde aber bei dem Durchstoßen der Schuppenwand so schwer verletzt, daß er in bedenklichem Zustand ins Wormser Krankenhaus gebracht wurde. Oer deutsche Außenhandel im August. Fwd. Die Einfuhr betrug im August 482 Millionen M?rk. Gegenüber dem Vormonat ist sie um 18 Millionen Mark, d. h. nicht ganz 4 v. S). gesunken. Die Abnahme ist im wesentlichen jahreszeitlicher Natur. Nach den bisherigen Erfahrungen pflegt die Einfuhr im August regelmäßig zurückzugehen. Gegenüber dem August 1936 ergibt sich eine Steigerung um 136 Millionen Mark. Don Juli zu August d. I. hat von den beiden Hauptwarengruppen lediglich die Einfuhr der Ernährungswirtschaft abgenommen. Mit einem Betrag von 168 Millionen Mark lag sie um rund 12 v. H. unter dem Stand des Vormonats. Ausschlaggebend für diese Verminderung war der Rückgang der Getreideeinfuhr um insgesamt 15 Millionen Mark. Im Bereich der gewerblichen Wirtschaft hat sich die Einfuhr dagegen leicht erhöht. Die Ausfuhr hat sich der Jahreszeit entsprechend im August weiter erhöht. Mit 541 Millionen Mark lag sie um rund 2 v. H. über dem Vormonatsstand. Zum Teil beruht diese Erhöhung anscheinend allerdings auf einer Steigerung der Aus- fuhrpreise. Gestiegen ist in erster Linie die Ausfuhr von Halbwaren und von Rohstoffen, nämlich Kohlen und Kalisalzen. Der Absatz von Fertigwaren lag im ganzen nur wenig höher als im Vormonat. Eine Zunahme bei Enderzeugnissen um rund 7 Millionen Mark wurde durch einen Rückgang der Ausfuhr von Vorerzeugnissen größten- teil ausgeglichen. Die Handelsbilanz schließt im August mit einem Ausfuhrüberschuß von rund 59 Millionen Mark ab. Gegenüber dem Vormonat hat sich die Aktivität damit verdoppelt. Für die ersten acht Monate des laufenden Jahres ergibt sich ein Aktivsaldo von 279 Millionen Mark. Rhein-Mainische Börse. Mllagsbörse unregelmäßig. Frankfurt a. M., 17. Sept. Nach vorbörslich festeren Kursen brachte der amtliche Beginn am Aktienmarkt insofern eine Enttäuschung, als der Auftragseingang aus der Kundschaft stark hinter den Erwartungen zurückblieb, vielmehr überwiegend einige Abgaben vorgenommen wurden. Infolgedessen machte sich wieder Zurückhaltung bemerkbar und das herauskommende Material wurde nur bei weichenden Kursen ausgenommen. Besonders IG.-Farben standen unter Druck und unterlagen mehrfachen Schwankungen mit 163,40 bis 163,25 bis 163,50 (164,50), was auch an den übrigen Märkten etwas verstimmte. Niedriger waren vor allem auch Montanwerte, Hoesch 124 bis 123,75 (124,50), Verein. Stahlwerke 117,50 bis 117,25 (118), Rheinstahl 155,75 bis 155,50 (155,90), Mannesmann 123 bis 122,50 (123), dagegen stiegen Buderus beachtlich an auf 127,90 (126,25). Motorenwerte bröckelten bis 0,25 v. H., Maschinenaktien meist 0,50 v. H. ab, höher lagen aber Demag mit 148,75 (148) und Junghans waren weiter fest mit 136,25 (134,75). Etwas befestigt waren ferner Holzmann mit 153,75 (152,50), Westdeutsche Kaufhof mit 59 (58,50) und Licht und Kraft mit 153,75 (153,25). Um 1 v. H. schwächer notierten Scheideanstalt mit 264, dagegen Bemberg 1 v.H. höher mit 151,25. Am Rentenmarkt war die Haltung ebenfalls nicht ganz einheitlich, schwächer lagen Kom- munal-Umschuldung mit 94,55 (94,70), anderseits Reichsanleihe-Altbesih 128,13 bis 128 (128). Für unnotierte 5proz. Industrie-Emission hielt die Nachfrage an. Am Pfandbriefmarkt waren Liquidationswerte überwiegend um 10 bis 20 Pf. höher, Rheinische 0,13 v. H. leichter mit 101,25. Stadtanleihen bröckelten vereinzelt bis 0,25 v. H. ab. Industrie-Obligationen notierten uneinheitlich. Staatsanleihen blieben unverändert. Reichsanleihe-Altbesitz schwankten zwischen 127,75 bis 128. Im Verlaufe fand das günstige Außenhandelsergebnis Beachtung, ohne aber stärker anzuregen. Das Geschäft blieb bei leicht schwankenden Kursen klein. Vermehrtes Interesse verblieb für Bankaktien, doch war die Nachfrage nicht mehr so lebhaft. Dresdner kamen mit 112,50 (112) bei voller Befriedigung, Commerzbank mit 118 (117,50) und Deutsche Bank mit unv. 123 zur Notiz. Nach dem Kurs fanden auf dieser Basis noch einige Umsätze statt. Don später notierten Werten kamen Kali Salzdetfurth nach Pause mit 160 (158,50) und Felten mit 137 (135,50) zum Kurs. Im Freiverkehr nannte man Wayß &Frey- tag mit 148 bis 150, Dingler Zweibrücken mit 89 bis 90, Elsass. Wolle mit 79,50 bis 80,50 und Verein. Fränk. Schuh (Berneis) mit 73 bis 74. Tagesgeld etwas leichter und 3 (3,25) v. H. Abendbörse still. Der Mangel an geeigneten Anregungen, vor allem das Fehlen von Aufträgen, ließ die Abendbörse einen ruhigen Verlauf nehmen. Mit Rücksicht auf den Wochenschluß war die Unternehmungslust zudem gering. Bei nicht unfreundlicher Grundstimmung konnten sich die Kurse überwiegend behaupten. Abweichungen betrugen selten mehr als 0,25 v. H. Junghans allerdings gaben ihren ganzen Mittagsgewinn ab auf 134,75 (136,25), ebenso lagen Rheinmetall mit 151,50 (152,25) über den Durchschnitt hinaus niedriger. Vorwiegend 0,25 v. H. leichter lag der Montanmarkt, u. a. Hoesch 123,50, Verein. Stahl 117, Rheinstahl 155,25, Deutsche Erdöl 152,25, auch IG.-Farben und Bemberg bröckelten je 0,25 v. H. ab auf 163,25 bzw. 150,50. Deutsche Eisenhandel gewannen 0,40 v. H. auf 148,50, Demag 0,25 auf 149. Bankaktien lagen bei kleinen Umsätzen unverändert. Von Renten wurden Kommunal-Umschuldung mit 94,60 (94,55) gehandelt, auch unnotierte 5proz. Industrie-Anleihen hatten einiges Geschäft. Im Freiverkehr wurden Dingler mit 89,75 nach 89,50 bewertet. Frankfurter Obff- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 17. Sept. Am O b st m a r k t blieben die Anfuhren von deutschen Aepfeln und Birnen reichlich, auch mehren sich die Anlieferungen von Tafelobst. Walnüsse und Preißelbeeren, letztere schwedischer Herkunft, sind genügend am Markt, dagegen nimmt das Angebot von Zwetschen mehr und mehr ab, Pfirsiche sind kaum noch angeboten. Für Trauben war das Geschäft lebhaft, der starken Nachfrage konnte durch erhöhte Zufuhren aus dem Auslande entsprochen werden. Die Preise zeigen überwiegend etwas nach oben, besonders für Zwetschen, la Birnen und Trauben. Das Gemüseangebot war gut. Auch die letzthin etwas knappen Zufuhren an Spinat, Salat und Wirsing haben sich vermehrt. Das Geschäft war durchweg Ziemlich lebhaft. Tomaten haben weiterhin reichliches Angebot, für besonders schöne Früchte konnte der Preis leicht anziehen auf 6 bis 10 (6 bis 8) RM. je 50 Kilogramm. Im übrigen ergaben sich nur unwesntliche Abweichungen^ Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 734: Tarifordnung für die Ziegelindu- trie im Wirtschaftsgebiet Hessen. — 735: Änderungen bezw. Ergänzungen der Reichstarifordnung für die deutsche Zigarrenherstellung im Gebiet des Deutschen Reiches. — 736: Neue Bestimmungen über Jnlandskonten im Verkehr mit USA. — 737: Keine privaten Verrechnungsgeschäfte oder Aski im Verkehr mit Franz.-Westafrika. — 738: Deutschlands Stellung zum Clearing. — 739: Weitere Zoll- erhöhung in Frankreich zugunsten der Handelsmarine. — 740: Bekanntmachung zur Verordnung über den Bezug von Spiritus zu Treibstoffzwecken vom 4. Juli 1930. — 741: Verwendung inländischer Wertpapiere durch Auswanderer. — 742: Die Bestimmungen über das Verrechnungsbüro in Lettland. — 743: Französische Einfuhrzolltarifänderung für feuerfeste Erzeugnisse. — 744: Bestimmungen Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börfe. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt veschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v H.. Lombardzinsfuß 5 o H Frankfurt a. M. | Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schlutz- lurs Schlutzk. Abens- börse Schluß- kurs Schlutzk Mittag börse Schluß» kurs Schlutzk. Abendbörse Schlub- kurs Schlutzk. Mittag. börse Darum 16-9 17 9 16 9. 17-9- Daium 16 9. 17.9. 16.9. 17-9. 5% Dcutlche Reichsanleihe v. 192? 101,3 101,3 101,3 101,3 Accumulatoren-Fabrik...... 14 — — — —• 4% Deutsche Reichsanl. von 1984 99,25 99,25 99,25 99,25 Aschaffenburg Zellstoff...... Bemberg ....'............. Bekula................... BuderuS Eisen............. . 6 147 147 146,75 148,25 *%% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1935 ........... 4yt% Deutsche Retchsschatzanwei- — — — — . O . 8 . 5 150,25 168 126,25 150,5 168 127,75 150,25 168,13 126,9 150,75 168,5 127,75 Jungen von 1935, II. ftolge ... 99,3 99,25 99,3 99,25 Gement Heidelberg......... .. 7 169 169 — 4%% Deutsche Reichsichatzanwei- 99 99 Gement Karlstadt.......... . 6 — — funken von 1936, III. Jvolge .. 99 99 Conti Gummi............. 12 186,5 186,25 186 186,25 6%% Boung Anleihe von 1930 .. 105,25 105,25 105 — Daimler Motoren.......... 6 y> 140,5 139,5 139,25 139,5 4Vi% Hestische Bolksstaat von 1929 100,25 100,25 — — Dejiauer Gas............. .. 4 — — 119,25 121 4y2% Deutsche ReichSpostschatz von 100,5 Deutsche Erdöl ............ .. b 151,75 152,25 152,5 152,4 1934 I...................... 100,5 100,4 100,5 Deutsche Gold- und Silber .. .. 9 265 264 — 4^% Deutsche Reichsbahnschatz Deutsche Linoleum......... 10 166 166,5 166,9 167.5 von 1936 I.................. 99,65 99,7 99,65 99,65 Elektrische Lieferungen...... .. 6 131 131,75 132.5 132,13 ReichSanleihe-Altbesitz.......... 128 128 128,13 127,8 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 153,25 153,5 153 153 Oberhelsen Provinz-Anleihe mit g. G. Farben-Industrie..... .. 7 164 5 163,25 164,65 163,25 AuSlos.-Rechten.............. 137 137 — — Felten & Guilleaume....... .. 6 135,5 137 137 137,5 /r 174 174 173 174 4y3% Preutz. Landespfdbr.-Anst. Hoesch Eisen............... sy, 124,5 123,5 124,25 123,5 Goldpse. R. 19.............. 99,5 —— —1 99,5 Philipp Holzmann......... .. 8 152,5 153,5 152,75 153,5 4y2% Preutz. Gold-Komm. R. 20 — 98,75 —— 98,75 Ilse Bergbau.............. .. 6 170 170 172 172 *yi% Darmstädter Komm.-Lan- Ilse Genüsse.............. .. 6 140 — 140,5 140,5 desbank R. 6................ 98,5 98,5 —• — Kalt Aschersleben.......... .. 4 117,75 117,25 118 117 Deutsci-e Komm.-Sammel-Anlethe Klücknerwerke............. 4/t 134 134 134,25 133.25 Auslos.-Rechte I.............. 134,4 135 134,8 135 Kokswerke und Chemische Fabrik 7 — — 161,5 161 4yz% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 99,75 99,75 99,75 99,75 Lahmeyer................ .. 6 127 127 127,25 127 •««•'•-*■ .. ■yww**fe 6-^ :$*''- U--' M - i- ** v® >* - A- Handschuhs O ^8. r ljM Ä O- j L q 'M A »Mt . _ ; W 0^, -• - O ’-/ - WL^M W I MH M w LLLLM größten Leistung verpflichten zur Gießener Geschäfte von Ruf und Klang werben um Ihr Vertrauen GLAS Kreuzplaiz 3 PORZELLAN * Fernruf 3874 BLEIKRISTALL Gegr.1873 AUSSTELLUNG BAHNHOFSTRASSE 2-4 Drei Punkte entscheiden G Auswahl G Qualität O Preis Darum beim Möbelkauf zum MARKTSTRASSE NUMMER 29 Mcbdhaut JtuCl HABEN SIE SCHON EINEN KNIRPS? Für Damen und Herren unentbehrlich! '"JS Schirm-Steil X Dieses Fachgeschäft führt seit 67 Jahren nur Qualitätsware in Gold Silber Uhren Bestecken CARL BRÜCK Juwelier Kreuzplatz 8 Uhrmacher Das Spezialgeschäft Seit 1830 & Kinderspielwaren und alle Handarbeiten J.H.Fuhr Sonnensiraße 25 Schreibtisch - Garnituren • Feinpapiere Schreibmappen • Goldfüllhalter Bürobedarf • Geschenkartikel aller Art Otto Georg vorm. 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(Nachdruck oerboten.) tiänbe auf die Knie. um die Die be- 1867 Postaus der Unsumme geleisteter und immer neu zu Astender sorgfältiger Arbeit. So ist es auch bei der Polt! Vielleicht hat diese Arbeit systematisch bei den Fuggern begonnen — oder es waren die Thurn und Taxis, die brauchbare Formen des Briefoer- fandes zwischen Absender und Empfänger heraus- arbelteten, wenigstens so weit es unsere Zeitrechnung und die Entwicklung in unserem Vaterland anbetrifft! Es mag aber doch überraschen, zu hören, daß schon die Thurn und Taxis Postoerbindungen nach Grundsätzen unterhielten, die heute noch Geltung haben. fen, Tausende von Paketen werden in diesen Wagen befördert. Alltäglich! Besonders aber tn den Abend- und in den Nachtstunden! Ungeschriebenes Gesetz ist es für die Post, alle Möglichkeiten so auszu- nutzen, daß ein Brief, der bis 18 Uhr aufgegeben wurde, möglichst am anderen Morgen noch vor der Mittagsstunde dem Empfänger zugestellt werden kann! Sofern der Absender nicht gerade in Konstanz und der Empfänger in Königsberg in Ostpreußen zu Hause sind. Diesem Zwecke dienen sv- züge, von v-Zügen auf Personenzüge ober umgekehrt, über, wenn der Brief dadurch rascher an das Ziel kommt. In einem groben Beispiel angenommen ist das etwa so: Ein Brief von Gießen nach Vilbel kann bis nach Frankfurt im v-Zug mitgenommen und dort auf einen Personenzug umgeleitet werden, wenn ein von Frankfurt aus nach Gießen fahrender Personenzug früher in Vilbel ist, denn ein Personenzug, der von Gießen aus in Vilbel halten würde. Diese Sachlage erscheint kompliziert, sie ist es aber für die Post nicht, sondern dort geläufig und allbekannt. Für die Beförderung von Einschreib- und Wert- Arn Postwagen auf einem Bahnsteig im Gießener Bahnhof. (Aufnahmen [4): Neuner, Gießener Anzeiger.) hieß sie — Gloria Rettner, bitte...!" Lautlose, atemlose Stille folgte seinen Worten. Fräulein v. Birkhammer stocherte hilflos auf ihrem Teller herum. Annelore war totenblaß geworden. Sie wagte nicht, jemanden anzusehen. Gloria Rettner! rauschte es ihr in den Ohren. Gloria Rettner.. .1 Städten, befördert werden müssen, mit denen sich also die Beamten im Zug nicht weiter zu beschäftigen brauchen. Das System des Postverfands baut sich aus vielen Einzelheiten aus Erfahrungstatsachen, aus klarsten Bestimmungen, aus einer Fülle der Zuverlässigkeit und reichen Kenntnissen der Beamten auf und es läuft mit einer Exaktheit ab, die in uns allen, die wir Post versenden und empfangen eben jenen Begriff „Selbstverständlichkeit der Ar- beit der Post" geradezu aufgenötigt hat. So ist also, das läßt sich zusammenfassend behaupten, der Be- trieb der Post in schönster Ordnung! Von der Post aus ist das auch tatsächlich der Fall! Daß einmal durch Verschulden der Post ein Brief oder eine Karte verloren geht, kommt kaum vor? Aber, aber! Das liebe Publikum! Es darf von der Post nicht erwartet werden, daß ein Brief feinem Empfänger zugestellt werden Fann, wenn öie Anschrift mehr als fragwürdig oder überhaupt nicht leserlich ist. Oder aber der Beamte beim Postamt oder im Bahnpostwagen mit dem besten Willen und der Aufbietung aller feiner umfangreichen geographischen Kenntnisse die Landschaft nicht fest- zustellen vermag, in der z. B. gerade der Ort „Neustadt" liegt, den der Absender meint. (Jener Absender, der außerdem sich selbst als solchen zu vermerken, vergessen hat!) Die Mahnungen der Post, die Adresse des Empfängers genau und vollständig zu schreiben, den Absender nicht zu ver- gessen usw., sind nicht zum Spaß gegeben, sondern bittere Notwendigkeiten. Wenn sich im V-Zug die Fahrgäste der Reichs- bahn zu abendlicher oder nächtlicher Stunde durch „Also, dann heraus mit der Neuigkeit! Dame Bruckner ist mir nämlich von früher her kannt. Eine ehemalige Operettensängerin Damals Dann kam plötzlich ein hartes Lachen von feinen Lippen. Hart und klirrend wie eisiger Hagelschlag. Er sah die betroffenen und ratlosen Gesichter sich her, legte das Besteck nieder und stemmte Thurn und Taxis! Wir erinnern uns wohl alle noch der quadratischen zartfarbenen Briefmarken, auf die man in der Jugend so stolz war, wenn davon zwei ober drei das Album zierten! Und mit bem Namen bieses Geschlechts (lombarbischer Herkunft übrigens) oerbinbet sich untrennbar bie Romantik ber Postkutsche, bie Vorstellung vom „Schwager" mit seinem Posthorn, von Reifrock unb Zy- linberhut, unb von ber Fülle ber Unannehmlichkeiten einer langen Reise in ber Postkutsche mit Zwischenfällen, wie sie bie Dichter vergangener Zeiten immer roieber in allen Farben schilberten. Jener „Schwager" führte auf ober in seiner Kutsche auch bie Briefpost mit —. Heute ist bas alles an= bers! Kaum gibt es mehr bie Möglichkeit eines Vergleichs! Unsere Briefpost braust ällabenblich im O-Zug burch bie Lanbe. Noch brei geschichtliche Daten anzuführen fei gestattet: 1835 verkehrte bie erste Eisenbahn zwischen Nürnberg unb Fürth — 1840 würbe bie Brief- unb Paket-Post zum ersten Male planmäßig auf ber Strecke zwischen Leipzig unb Dresben im Eisenbahnzug beförbert — verkauften bie Thurn unb Taxis ihre letzten gerechtsame an Preußen. fenbungen, bie felbftoer- stänblich nach ben gleichen Grunbsätzen für rasche Beförberung verarbeitet werben, finb besonbere Sicherungsmaßnahmen getroffen. In ben vorerwähnten „Kartenschlüf- fen" finb Postverbinbungen verzeichnet, bie ftänbig Wertsenbungen unb Einschreibbriefe führen. Die Beamten also, bie in Gießen am Zuge bie Post übernehmen, wissen genau, zu welchen Zeiten unb an welchen Zügen sie Wert- bzw Einschreibsendungen erhalten müssen. Sie müssen also Postsäcke in Empfang nehmen können, die entsprechend äußerlich kenntlich gemacht sind. Diese Regelung gilt auch für den Fall, daß einmal feine derartigen Sendungen vorliegen. Dann geht eben der leere Postsack von Hand zu Hand. In der Aufrechterhaltung dieser Ordnung ist die Sicherheit begründet. Ein heller Lichtstteifen fiel zur Rechten,in die blauweiße Wmternacht hinaus. Er kam aus Ste- fans Zimmer. Der Turm sprang ein wenig vor. Wenn Annelore aus dem Fenster sah, konnte sie das seitliche Fenster von Stefans Arbeitszimmer seyen. x Sr maLaIf° noch auf. Er sand keine Ruhe. Ja oocy — Glona Rettner war ja wieder da! Was hast es schon daß sie heute Gloria Bruckner hieß! Sippen*1* 2^' Stefan ...! dachte sie mit zuckenden f fie[ k'n Schatten in ben Lichtstreifen, ver- lor |id) unb kam roieber. Immer roieber. Dort wanderte bie Unruhe hin unb her! Gloria Rettner war ja ba... _ Annelore preßte bie Hanb auf bas Herz. Ein Frostschauer schüttelte sie plötzlich. Sie schlüpfte At>er sie fanb lange keinen Schlaf. Mit übernächtigem Gesicht erschien sie am näch. sten Morgen zum Kaffee. Wolfgang v. Achenbach roar bereits anroefenb. Mud) ihm sah man an, baß er eine schlaflose Nacht hinter sich hatte Dann kam Stefan Auch er hatte Schatten um bie Augen liegen. Aber bie Erregung bes vergangenen Abenbs roar von ihm gefallen. Eine starke Entschlossenheit roar in seinem Wesen seiner ganzen Haltung. Wie wir alle heute aussehen! buchte er. Wie Masken. Ober wie Menschen mit schlechtem Gerois. fen Ober wie Menschen, bie nur nicht zugeben wollen, baß sie Angst haben Bohrenbe, sinnlose Ängst. ' , Man würbe biese Frau in Behanblung nehmen wie jeben anberen Patienten auch. Als Patientin Nummer sounbso! Gut, baß man bas denken tonnte! Das roar sogar so etwas wie eine Degradierung, denn seine Patienten hatten keine Nummern, hatten alle ihren Namen, alle ihre Persön- lichkeit. Das hier aber roar die Patientin Nummer soundso! Daran würde man sich halten. Mit Fug und Recht. Mit ganz klarer Selbstverständlichkeit. Und damit roar alles in Ordnung. Patientin Nummer soundso ...! Mit diesem Gedanken ging er lange nach Mitternacht zu Bett. 6. ^Blaß und kühl sah der Wintermond durch die scheiben. Mit dem nächtlichen Schneelicht zusammen hüllte er das Zimmer in ein ungewisses Halb- oammer. Frostklirrend knackte es irgendwo im Gebälk- Vielleicht waren es auch unsichtbare Füße, die durch das schlafende Schloß gingen ... 3a, etwas Unsichtbares war da. Man spürte es. Man hätte es greifen können. Wenn man in der Sage gewesen wäre, die Hand auszustrecken ... Annelore lag ganz still und starrte mit offenen Augen zur Zimmerdecke auf. Sie roar nicht fähig, em Glied zu rühren. Wie einen Reifen fühlte sie es um ihre Brust liegen, beklemmend, atem- schnurend. Das Kissen roar heiß von ihrem Bemühen, sich zu wehren gegen das Geheimnisvolle, das sie in Fesseln hielt. Und jetzt sah sie, was es war: ein Arm, ein schlanker, unheimlich weißer, aber eisenfester Frauenarm... Sie sah nicht den Kopf der Frau, nicht das Ge- । sicht — aber sie wußte auch so: das war Gloria > Rettner, Gloria Bruckner...! i Mit einer jähen, verzweifelten Anstrengung versuchte sie sich aufzurichten. Und es gelang. Mit - wirrem Blick und jagendem Atem hockte sie im 1 Bett. t Das Zimmer war leer. Natürlich... Aber man 12, 16 und 20 Meter Länge! Die neuesten Wagen (Modell 1936) sind gar 21,60 Meter lang. Zehntausend oon* Brie- Man hatte bereits auf ihn gewartet und wollte gerade mit dem Essen beginnen, als er eintrat. Er brachte eine knappe Entschuldigung vor, die nicht viel besagte, ließ sich nieder und griff nach seinem Besteck. Der Großvater sah sofort, baß Stefan sich in einer starken Erregung befanb. Er war seine Besorgnis noch immer nicht losgeworben unb hatte schon versucht, aus Annelore etwas herauszubekommen. Aber sie hatte keine Auskunft geben können, benn sie hatte bas Ehepaar noch gar nicht zu Gesicht bekommen. Aber baß hier etwas nicht stimmte, war klar. Man kannte ben Jungen ja zur Genüge! Vorsichtig begann ber Großvater nach einer Weile: „Was finb benn Konsuls für Leute? Ich hörte eben von Fräulein Annelore, baß bu bie Untersuchung noch nicht vorgenommen hast, wie bu eigentlich boch vorhattest." Eine Falte grub sich zwischen Stefans Augenbrauen. Er ließ bie erhobene Gabel wieder sinken und sah auf die gegenüberliegende Wand. „Hat Fräulein Hilbach benn so großes Interesse an ben Seuten ...?" Angst? Wovor? Vor wem? UnA Nur Birkhammerchens spitzes unb blutlose Nüchternheit unb f / türlich! Haben nach anfänqüi f j recht gut geschlafen, Birkhanj^^ Niemanb erwähnte währeMA^ Thema bes vergangenen sich erhob, uni ihre Tätig merkte Stefan: Fortsetzung .......— Briefe zwischen Absender und Empfänger Zm O-Zug-postwagen unterwegs. genannte „Kartenschlüsse" in benen festgelegt ist, o m r, . . mit welchen Zügen unb ZuganschlussenPost in jeglicher Richtung am schnellsten 3u befördern ist. Die „Fahrposlleiter" und ihre Helfer kennen diese Kartenschlüsse aus sorgfältigem Studium oder aber aus vieljähriger Hebung und Erfahrung. Es mag grotesk klingen, aber es ist fo; Mancher Brief wird sogar einen Umweg (räumlich gesehen) geleitet, wenn günstigere (d. h. raschere) Zugverbmdungen zu erreichen sind, und dadurch der Brief schneller an fein Ziel kommen kann. Dem Leser mag dies als Tatsache genügen. Nachzuweisen an Hand des Fahrplanes der Reichsbahn wäre der merkwürdige Umstand einer rascheren Beförderung auch über einen Umweg in vielen Fällen... Unter ben gleichen Gesichtspunkten geht Post von ben Aufgabe-Postämtern an O-Züge ober Personen- So fließt alle Post in bem fein verästelten Verkehrsnetz ber Reichspvst bzw. ber Reichsbahn hin unb her unb gelangt rasch unb sicher an ben Bestimmungsort. Die Hauptarbeit stellt babei naturgemäß bie Verteilung ber Postsenbungen nach den einzelnen Kursen dar In den Aufgabepostämtern wird nach Möglichkeit vorgearbeitet,'b. h., daß alle Post, die z. B. von Gießen aus in Richtung nach Frankfurt, Kassel, Koblenz, Fulda oder Gelnhausen befördert werden muß, nach diesen Kursen getrennt m die einzelnen Postwagen gelangt. Aufgabe der Beamten in den Postwagen ist es, die Post so auseinanderzuarbeiten, daß die einzelnen Nebenlinien berücksichtigt und die Sendungen nach der Folge der Bestimmungsorte (wie sie an der Eisenbahn liegen) bereitgelegt werden. Von den Aufgabepostämtern aus werden aber auch schon oftmals ganze Säcke mit Post gefüllt, bie nur nach Berlin, nach Leipzig, nach Köln ufro., also nach größeren Wolfgang v. Achenbach saß mit unheimlich hartem Gesicht ba. So hart unb verbissen, wie man es sonst in ben schwersten Stunben nicht an ihm kannte. Also boch! Also wirklich! Unb wie ber Junge bas gesagt hatte! Wie er bie Worte hin- geroorfen hatte! Wie eine Herausforberung, eine Kampfansage. An sie alle hier? Ober an bas Schicksal? Ober an sich selbst? Nun, man würbe ja sehen. Aber war es nicht, als ob eine brohenbe Faust über bem Schlosse schwebte, bereit, alles unb alle Zu zermalmen? Stefan roar äußerlich roieber ganz ruhig geworben. Nur in feinen Augen ftanb ein Glimmen. „Bliebe nur noch festzustellen, baß mir ber Appetit für heute vergangen ist. Grünblich vergangen!" sagte er seltsam ausdruckslos. Damit erhob er sich unb verließ bas Zimmer. Die Stille, bie ihm folgte, lag roie eine schwere Last in seinem Nacken, fiatte er recht baran getan, ben anberen bort brinnen bie Mitteilung so gewissermaßen entgegenzuschleubern? Er versuchte, sich bie Gesichter ber Zurückgebliebenen vvrzustellen. Es gelang ihm nicht. Unb es roar gut so. Er stieg bie Wenbeltreppe im Turm hinauf, um sein Arbeitszimmer aufzusuchen. Hier oben kam nichts an einen heran, hier ftanb man über allem, was im Dunkel ber Tiefe herumkroch. Er schaltete bas Licht ein. Dort lag auf bem Schreibtisch bas ärztliche Journal, bort eine Reihe oon Fachzeitschriften, hier eine angefangene fach- wissenschaftliche Abhanblung. Arbeit! Das war es, was man brauchte. Die Arbeit hatte ihm immer über alles hinweggeholfen, hatte ihm immer geholfen, sich selbst wieberzu- finben. Er ließ sich am Schreibtisch nieber unb zog bie begonnene Abhanblung heran. Aber es gelang ihm nicht, sich in bem erforberlichen Maße zu konzentrieren. Immer roieber schweiften seine Gebauten ab. So verging Stunbe um Stunbe, ohne baß er zu einer wirklich ersprießlichen Arbeit kam. ! Er sprang schließlich auf. Die Arme auf bem Rücken verschränkt, lief er im Zimmer auf unb ab. | Was roar benn nur los? Was roar benn ge- i schehen? Da roar eine Frau mit Namen Gloria, ! bie man zu operieren hatte, bie einem im übrigen Die Menschen unserer Zeit finb weit bavon entfernt, Dinge außerorbentlich zu finben, bie alle Tage wieberkehren. Wer hätte auch Zeit unb Willen genug bazu, bem Alltäglichen etwas Besonberes ab- geroinnen zu wollen? So zum Beispiel ber Tatsache, baß jeben Tag immer roieber Post auf ben Tisch flattert, ober im Schließfach liegt’? Ist es nicht so, baß wir immer roieber viel zu neugierig finb, rasch zu wissen, w a s bie Post bringt, als baß wir fragen würben, wie unb auf welchen Wegen bie Post zu uns gelangt. _ Jm™r, ?a5 Weiche mit ben sogenannten Selbstverstanblichkeiten ber Dinge um uns. Selbst- verstänblichkeiten wachsen nur aus Irabitionen unb Systematik möglich ist. Diese Systematik lehnt sich eng an ben Eisenbahn-Fahrplan an. Da Reichs- poft unb Reichsbahn staailiche Einrichtungen finb, bie Zusammenarbeit selbstoerstänbliche Pflicht! Die Postwagen, bie in ben Zügen ber Reichsbahn rollen, aehören allerbings ber Reichspost. Die Reichsbahn betreut sie aber mit, fo baß bie ftänbige r.hrssicherheit gewährleistet ist. Selbftoerstänb- uch sinb bie Beziehungen zwischen Reichsbahn unb lieichspost bis in bie letzten Einzelheiten vertraglich festgelegt. 9 3m Dienste ber Reichspvst finb täglich in vielen Zugen (O- unb Persvnenzügen) viele Wagen innerhalb bes Reichsgebiets unterwegs. Wagen von 8, Wenngleich sich nicht jebermann Gebauten___ über gemacht haben mag ober machen will — ver- stänblich wirb es jebermann erscheinen, baß bie Bewältigung ber vielen Postsenbungen zwischen Menschen — sei es geschäftlich ober privat — nur mit Hilfe einer bis zum äußersten ausgeklügelten M Mis! WM«! Roman von Bernhard Lonzer. Ucheberrechtsschutz: Arthur Moewig, Rvmanvertrieb, Berlin SW 68. K Sä?;.1?1"1' ”* -* boch fest. Daran war boch gar nicht zu rütteln. s , ._ Was einen aus der Fassung gebracht hatte war sich mit der heißen Hand über die ebenso dach nur die Tatsache, daß man sich überrumpel S®'?,“ Lang aus dem Bett. Mit blaßen gesehen hatte. Weiter nichts, fflam klari 5u6en Ilcf ’lc *um Fenster. die deutschen Gaue tragen lassen, ober babei gar hinüberschlummern in den anderen Tag, dann herrscht immer im Wagen der Post, dicht hinter der Lokomotive oder am Schluß des Zuges (manchmal rollen auch zwei oder drei Postwagen in einem Zuge mit) eine Geschäftigkeit, die nicht nur Geschäftigkeit an sich, sondern äußerste Konzentration der Kräfte auf die Aufgabe darstellt. Viele Postsäcke wurden schon am Abgangsbahnhof ausgenommen und möglichst vor Abgang des Zuges verarbeitet, auf jeder Haltestation kommen immer neue Säcke hinzu (andere verlassen den Wagen) und müssen wieder verarbeitet, d. h. auseinandersortiert werden. In Hunderte von Fächern, nach Kursen oder Bestimmungsorten bezeichnet, häufen sich Briese und Karten und in der anderen Hälfte des Wagens geschieht das Gleiche mit den Paketen, sofern nicht allein ein ganzer Wagen für den Pa- ketverkehr zur Verfügung steht. Niemals hat einer der zwölf oder vierzehn Postbeamten im O-Zug- Postwagen eine Möglichkeit, von den Briefen und Karten mehr als den Namen des Bestimmungsortes und der Poststation zur Kenntnis zu nehmen. Nirgends ist das Brief- und Postgeheimnis besser gewahrt, denn bei der Post selbst. Oft sind die Beamten, die den Dienst im Bahnpostwagen versehen, zehn und zwölf Stunden unterwegs, übernachten manche Nacht der Woche nicht im eigenen Bett, sondern oftmals weit vom Heimatorte entfernt, und wenn ihnen der andere Tag auch kürzeren Dienst bringt — ein schwerer und verantwortungsvoller Dienst bleibt es doch. Ein Dienst an der Volksgemeinschaft, ein Dienst in Bereichen der Selbstverständlichkeiten, den dann und wann auch einmal jener Volksgenosse, sei es auch nur still für sich, würdigen und schätzen soll, der täglich Brief und Karte erhält oder sie der Post in rückhaltlosem und gerechtfertigtem Vertrauen übergibt. N. Jahrmarkt und Reffe als Wirtschastssaktoren. V. A. Mit welcher Wonne denken wir beim Anblick der russischen Schaukel, der Berg- und Talbahn, der Karussells zurück an die Zeit, wo wir als Jungen und Mädel — von Onkels und Tanten zusammengeschnorrte Pfennige in der Tasche oder Cr. den vor Erregung heißen Händen — durch die Wunderstraßen des Jahrmarkts zogen. Alle Jahre wieder wurden die Wagen sehnsüchtig erwartet, die ihre tausend Wunder für wenige Tage preisgaben; und nicht nur das junge Volk fieberte dem Augenblick entgegen, wo es sich das erstemal wieder von all dem bunten Zauber einfangen lassen konnte. Auch die Alten freuten sich auf das Volksfest, den Jahrmarkt, die Messe, das Schützenfest, auf die große Abwechslung, und mit Kind und Kegel ging es dann oft viele Kilometer weit in die Stadt, vor oder in deren Toren das bunte Treiben sich abspielte. Auf der Vogelwiese... Und so wie es war, so ist es heute noch! Es übt noch immer auf uns alle' einen ganz großen Zauber aus, dieses Leben in und zwischen den Buden und Zelten und Verkaufsständen. Aber nicht nur das Vergnügen lockt, sondern auch sehr reale Hintergründe lassen Tausende von Hausfrauen sehnsüchtig auf den Tag warten, da der Markt beginnt. Springen wir hinein in den Trubel und erleben beides mit: das Leben und Treiben um den Jahrmarktsstand und um den Schausteller, die Moritatbude, den Zirkus, das Karussell, die Rutschbahn. Was haben wir Menschen in den Städten, die wir gewöhnt sind, hinter Schaufenstern zu kaufen, schon für einen Begriff vom Geschäfts- leben auf solchen Märkten, deren jährlich über 4000 in Deutschland stattfinden. Geht einmal auf den tausendjährigen Hamburger Dom, auf die Dresdener Vogelwiese, das Cannstatter Volksfest, den Bremer Freimarkt, das Münchener Oktoberfest, den Stralauer Fischzug, den Berliner Weihnachtsmarkt, auf die Leipziger Kleinmesse; und zwar mit offenen Augen! Hier wackelt die Wand. Der Klang von 100 Drehorgeln und elektrischen Musikinstrumenten verstärkt sich mehr und mehr und schon hat uns die Achterbahn. Welch Wert steckt in solchem Unternehmen und wieviel Geld bringt es unter die Leute. Wenn der Besitzer die ganze Herrlichkeit ab baut, dann muß er seine ganze Habe auf 120 Güterzugachsen verladen; seine 20 Wohnwagen nicht eingerechnet. In Leipzig mußten sie die fertig aufgebaute Himalajabahn um einige Meter versetzen. Und dieser Spaß hat 75 000 Mark gekostet. — Wissen Sie, was eine Raketenbahn ist? Das Unternehmen hat die Größe eines Karussells und schüttelt die Mitreisenden mit einer Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometer durcheinander. 50 000 Mark kostete die Angelegenheit, aber der Besitzer hat sie in fünf Monaten amortisiert.— Beängstigendes Gedränge herrscht vor der Bude, wo das heiße Blei die Schießbudenfiguren tötet. Wir unterhalten uns mit Anton Kröckel, einem der ganz Alten vom Bau. Es gibt keinen Schausteller, der ihn und seine Schießbuden nicht kennt. 50 Jahre lang verkauft er nun 3 Schuß für’n Groschen. Kröckel hat heute 25 Angestellte, und ob man auf den Stralauer Fischzug oder auf die Dresdener Vogelwiese geht, überall hat Kröckel seine Zelte aufgeschlagen und überall verkauft er täglich etwa 6000 bis 8000 Schuß. Da rollt der Taler. Es ist volkswirtschaftlich außerordentlich interessant festzustellen, wie sich die Werte eines mittleren Schaustellungsunternehmens zusammensetzen. Ein solcher Schausteller benötigt für seine Familie 1 bis 2 Wohnwagen, die einen durchschnittlichen Anschaffungswert von je 6000 bis 8000 Mark besitzen. Er benötigt weiter mindestens 2 bis 3 Packwagen, deren Anschaffungswert je Wagen etwa 4000 Mark beträgt. Das Kapital, das der Betriebsführer benötigt, um fein Geschäft zu finanzieren, richtet sich natürlich nach Art und Größe des jeweiligen Unternehmens. Während reisende Schaugeschäfte und mittlere Zirkusse und Arenen, je nach Art und Größe, einen Durchschnittswert von 10 000 bis 15 000 Mark besitzen, sind die Anschaffungskosten für Fahr- und Belustigungsgeschäfte, die mit allen modernen technischen Errungenschaften ausgeftattet sind, erheblich hoher. Diese belaufen sich pro Fahrgeschäft im Durchschnitt auf 25 000 bis 50 000 Mark, wozu selbstverständlich noch Beleuchtungsanlagen, Transport- und Lichtmaschinen kommen. Das Münchener Oktoberfest wird im Durchschnitt von 500 Schaustellern besucht. Man hat errechnet, daß auf der Theresienwiese für ein einziges Volksfest ein Vermögen von etwa 5 Millionen Mark erstellt werden muß, um den wirklichen Charakter und Rahmen eines Volksfestes zu wahren. — Geradezu phantastisch mutet es an, wenn wir erfahren, daß als Ergebnis des letzten Berliner Weihnachtsmarktes bei einem Besuch von 2,5 Millionen Menschen 1,75 Millionen Mark umgesetzt wurden. Ja, Der Umsatz des Stralauer Fischzuges 1935 betrug mehr als 5,5 Millionen Mark, Summen, die fast ungekürzt der g^imten Wirtschaft zufließen. Mag es immerhin MMschen geben, die in den Händlern und Schaustellern Habenichtse sehen, wir sind eines Besseren belehrt worden, und auf den Volksfesten und Märkten ist keiner, der mit einem anderen Berus tauschen mochte. Sein Feld ist die Welt und sein Geschäft ernährt seinen Mann. Visitenkarten -er Nationen. Auf der pariser Weltausstellung. Don unserem I. M.-Berichierstatier. Nachdruck verboten. Paris, im September 1937. Nach dem ursprünglichen Plan neigt fick die Pariser Weltausstellung ihrem Ende zu. Es scheint freilich so, als ob im November nur der erste Abschnitt dieser Ausstellung geschlossen werden wird; jedenfalls gilt es zur Zeit als ausgemacht, daß die Ausstellung, die erst sehr allmählich zur Vollendung gekommen ist, nach einer kurzen Winterruhe bis Ende nächsten Jahres verlängert werden soll. Die Pariser sind nicht so recht begeistert davon; nimmt doch die Ausstellung mitten in der Stadt vom Concordienplatz bis zur Schwaneninsel alle Plätze, Uferstraßen und Parks in Anspruch, in denen der Pariser sich so gern zum Abend und Sonntags erholt. Wenn auch mit Wasserkünsten, Illumination, Feuerwerk und internationalem Trubel allerhand geboten wird, so sind die 60 Pf. oder auch die 30 Pf. an den billigen Montagen für den sparsamen Pariser etwas viel. Erst jetzt fängt er überhaupt richtig an, in die Ausstellung zu gehen. Er hätte ja warten können, bis die große Masse der Pavillons so einigermaßen fertig geworden ist. Gebaut wird allerdings noch hier und da. In diesem Rahmen wird auch an Veränderungen und Verbesserungen, an Reparaturen und Ergänzungen bis Ende nächsten Jahres immer weiter gearbeitet werden. Das ist bei der Art, wie die Ausstellung aufgezogen ist, fast unvermeidlich. Jetzt fällt das auch nicht mehr besonders unangenehm auf. Nur zwei unvollendete Pavillons lassen sich nicht übersehen: das ift das mexikanische Haus, das erst im Gerippe steht, und der Pavillon des Vatikans, bei dem das überragende Turmgerüst noch keine Umkleidung hat und auch ein Teil der Nischen mit den Kapellen im Stil der einzelnen Volker noch nicht fertig ist. Sonst aber stehen nun die Häuser der einzelnen Na.ionen fertig da und zeigen sich dem Strom der Besucher in schillernder Pracht als die Visitenkarten der Staaten. Wird auch sicher die Art der Aufmachung in vieler Hinsicht durch die Rücksichtnahme auf den französischen Geschmack und auf die internationale Wirkung bestimmt worden sein, so kommt >n der Art des Aufbaus des Pavillons, in der Auswahl Dbi Schaustücke und nicht zuletzt in den 9lebenöarbietunge öer Restaurants und Caf6s der nationale Göaraftei öe5 einzelnen Volkes deutlich zum Ausdruck Mit «usn-chm-ir freilief). Eine be- fonbers abfiofeenbe ift '6er ^aDi[Ion b e r rotf panif ch< M ° chth ° b er, der »ei- ter nichts als ein mj^erroärtig übersteigerte ® r e u e * p L° P ? b a mit Photomontagen von ÄÄÄ die nur durch ein wilde dadaistische und Skandalkunst unterbrochen werden. Der Gipfel der Schamlosigkeit ist die bildliche Wiederholung der Greuellüge von Guernica. Auch der französische Besucher verläßt diesen Pavillon, in dem übrigens als einzigem Propagandablätter verteilt werden, mit dem offensichtlichen Gefühl des Ekels. Fern jeder volkstümlichen Schau ist auch das Haus der Sowjetunion, das sich in einer raffinierten Propaganda erschöpft, die auf die innerpolitische Wirkung in Frankreich abzielt. Sehen wir von der kubistischen und gewollt eckigen Aufmachung ab, die bereits den äußeren Aufbau des Hauses gegenüber dem deutschen Pavillon kennzeichnet, so spekulieren mit der Art der Propaganda die Sowjets denn doch auf eine politische Dummheit und Instinktlosigkeit, mit der eigentlich das französische Volk beleidigt wird. Noch hängt z. B. in einem überlebensgroßen Oelbild der längst als Verräter Hingerichtete Marschall Tuchatschewski, der auch auf einem großen Wandbild der Reiter- generalität neben Stalin zu sehen ist, in dem Ausstellungsteil, der die Sowjetmacht versinnbildlicht. Eine riesige Mosaiktafel als Uebersicht über die Bodenschätze und Verkehrswege enthält auch als ständige Schiffahrtsstraße mit Hafen und allen sonstigen Zutaten den Weg durch das nördliche Eismeer, der gerade im vorigen Jahre ein einziges Mal von einem einzigen Expeditionsschiff befahren worden ist. Und eine besondere Koje verkündet dazu noch, daß die Sowjets endlich den jahrtausendealten Menschheitstraum der Erschließung der nördlichen Umfahrt um den eurasischen Kontinent erfüllt hätten! Der böse Zarismus allein hat es verschuldet, daß in Rußland — wie auch sonst in der Welt vor dem Kriege die Motorisierung noch unentwickelt war, während heute die Sowjetkommissare (doch das sagt man nicht) in Autos fahren; da steht das Modell 1935 und das Modell 1936, das in 265 000 Stück erzeugt werden wird, sogar für den sparsamen Franzosen wohl ein wenig vorsintflutlich. Der stärkste Gegensatz dazu bleibt das deut« s ch e Haus, das durch seine vornehme Zurückhaltung, durch den Verzicht auf jede Propaganda, ja auf jede betonte Werbung, in besonderem Maße werbend wirkt, weil es, entsprechend dem glatten, straffen und stolzen äußeren Aufbau, nur einfach in offenen Kojen und Vitrinen mit Beispielen zeigt, was Deutschland ift, was deutscher Fleiß leistet und was deutsche Kunst vollbringt. Genau so gehören auch die deutschen Abteilungen in den internationalen Pavillons, die der Wirtschaftswerbung dienen, zu den besuchtesten Ständen. Die übrigen europäischen Pavillons sind wesentlich auf den Fremdenverkehr berechnet, wie das etwa bei Monaco und Luxemburg selbstverständlich ist. Daneben fällt auch die Betonung der Innenarchitektur und die breite Schaustellung von Kunstwerken und von kunstgewerblichen Leistungen auf. In dieser Zusammenstellung zeichnen sich be- onders die nordischen Staaten aus, bei denen Dänemark mit zarten Porzellanen und kunstvollem Silber noch gerade für den internationalen Geschmack anziehend ist, während der fein und zart, babei doch urwüchsig bodenständig gehaltene finn- ländische Pavillon, der in Deutschland be« andere Bewunderung finden würde, offenbar dem Pariser Milieu nicht anspricht. Oesterreich zeigt ich in der Vielfalt der deutschen Kultur der Südostmark. Daneben nimmt sich Ungarn, .bas in einem Weiheraum auch in Paris würdig die historischen Rechte der Stephanskrone vertritt, zugleich martialisch und romantisch aus. Der mit Geschmack und Zurückhaltung ausgeführte bulgarische Pavillon ist erfüllt von dem erfrischenden Duft des Rosenwassers, das in der Eingangshalle sprudelt. Unter den südosteuropäischen Staaten hat die Tschechoslowakei sich angesichts der Tatsache, daß wenigstens Dreiviertel der Schaustellungen u betendeutschen Ursprungs sind, wenigstens dazu entschlossen, einen Teil der Ortsnamen auch in der deutschen Schreibweise zu nennen. Daß der Hradschin mit dem Wenzelsdom auch der deutschen Schöpfung Peter Parlers zu verdanken ist, wird reilich* nicht gesagt. Auch Jugoslawien und Rumänien, die im übrigen recht wirksam auch ihre wirtschaftliche Leistung Herausstellen, wollen ebenso nur als Nationalstaaten erscheinen wie die baltischen Randstaaten, die in ihrem gemeinsamen Haus Baudenkmäler aus der Zeit der Hanse und der deutschen Orden in den Mittelpunkt gerückt haben. Polen will wohl den ehemals deutschen Teilgebieten und seiner starken deutschen Volksgruppe dadurch gerecht werden, daß es den großen Thorner Astronomen Nikolaus Coppernikus, dessen deutsche Abstammung und dessen deutsches Bekenntnis im benachbarten deutschen Haus urkundlich und auch aus polnischen Forschungen belegt werden, zwischen polnischen Heroen in feine Ehrenhalle gestellt hat. Der belgische Pavillon mit feiner Gartenkunst, feinen Jndustriernustern und einer exotischen Palmenhalle vom Kongo hat in Paris ähnlichen Anklang gefunden wie das niederländisch e H a u s , das in einer Sonderschau den Eingeborenenfleiß aus Niederländisch-Jndien zeigt. Be» merkenswerterweise nur hier und in dem südafrikanischen Haus, em wenig noch in Palästina, wird wirklich für den Absatz der Kolonialprodukte geworben und in Proben die Leistung der Kolonisationstätigkeit vorgeführt. Sonst ist Italien der einzige Staat, der, allerdings in großer Breite und Vielseitigkeit, von dem Kolonisationswillen des Imperiums von Eryträa bis Somaliland spricht und babei noch in einer Etage über ber anberen die historische Aufgabe und den typisch italienisch geprägten Leistungswillen des Faschismus herausstellt. Demgegenüber gibt sich Eng- land bei aller Fülle und Ordnung eines vielgestaltig verschlungenen Hauses betont lässig mit einer . würdevollen Nonchalance, die den vornehmen Sports und den Ereignissen der Gesellschaft den ersten Platz vor den Leistungen der Industrie und des Gewerbes einräumt. Unter den übrigen außereuropäischen Häusern fallen die Vereinigten Staaten mit einem großen bunten Gebäude auf, das in der Weitläufigkeit, in der Vielfältigkeit des Materials und in dem Uebereinanbertürmen der Etagen ganz unserer Vorstellung von der bunten Fülle des weiten Landes zwischen den Ozeanen entspricht. Brasilien und Argentinien betonen im verlockenden Panorama Südamerikas ihre Ausfuhrbereitschaft. Aehn- lich stellen A u st r a l i e n und Kanada die Ro- mantik des Landes neben die wirtschaftliche Leistung. Andere Pavillons wieder, wie etwa Haiti, Irak, Peru, Venezuela oder Siam, auch Aegypten, wirken als erlesene exotische Perlen, die uns mit dem Geschmack ber heimatlichen Architektur unb den Schöpfungen der Völker eine Traumreise in die Schätze ferner Welten erleben lassen. So bunt haben die Nationen der Welt sich hier zur Schau gestellt, ein Kaleidoskop der Rassen unb Volker, von denen jedes in der Betonung seiner Eigenart und des eigentümlichen Charakters feinen Beitrag für das friedliche Zusammenleben in einer Welt liefert, die Raum für alle hat, wenn sie nur auch die fremde Eigenart respektieren. 9JL-$poit Ehrenpreis des Führers und des Duce fürdieNadfernfahrtMailand-München Der Führer unb Reichskanzler hat für die Rad- ernfahrt Mailand—München einen Ehrenpreis ge- tiftet, der für die beste Mannschaft bestimmt ist. Der italienische Regierungschef Mussolini hat einen Ehrenpreis für den besten Einzelfahrer der Drei- Tagefahrt gestiftet. Deutscher Sieg der ersten Etappe. Bei strömendem Regen wurde am Freitag die vierte Radfernfahrt Mailand — München in der oberitalienischen Stadt gestartet. Die erste Etappe über 241,1 Kilometer nach Trient sah zum Schluß noch neun Mann im Spurt. Der Chemnitzer Herbert Hackebeil trat frühzeitig genug an und chlug die Italiener Bisio und Tomasoni, die Leutchen Herbert Schmidt und Meister Scheller, sowie Cerasa (Italien) und Montobbio (Italien). Auch Willi Jrrgang befand sich unter den Ausreißern, so daß in der Länderwertung Deutschland und Italien mit gleicher Zeit in Führung liegen, während Oesterreich schon weit zurückgefallen ist. Handball-Lehrgang in Gießen. Im Rahmen des Lehrprogramms findet am kommenden Sonntag auf dem Platz des Mtv. Gießen ein Lehrgang statt, der unter Leitung des Gauschiedsrichter-Obmanns Jakob (Kassel) steht. Dieser Lehrgang soll zunächst ein Generalappell für die Schiäisrichter und Anwärter, dann aber auch eine Gelegenheit für die Spieler fein, sich kurz vor Beginn der neuen Runde nochmals intensiv mit den Fragen zu befassen, die die Spielkultur ohne weiteres mit sich bringt. Es liegt nun an den Vereinen, die Gelegenheit zu benutzen, um sich am letzten Sonntag vor den Verbandsspielen nochmals mit den Dingen zu beschäftigen, die für alle akut sind. Mit Rücksicht auf den Lehrgang ist der Spielbetrieb gering. Es werden sich lediglich gegenüberstehen: Tv. Lützellinden — To. Groß-Rechten- b a ch. Lützellinden konnte schon das Vorspiel klar für sich entscheiden, so daß allerdings auch ber Aus- gang des erneuten Zusammentreffens nicht ungewiß sein dürfte. ■ Tv. Hornsheim — Tv. Wetzlar. Hörnsheim hat fein Spielfeld vergrößern können. Die Weihe des neuen Geländes, die am Sonntag vor sich gehen soll, sieht nun eine Begegnung mit der 1. Mannschaft des Tv. Wetzlar vor. Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900. In Verbindung mit dem reichsoffenen Marathonlauf hat die Turn- und Sportgemeinde Weilburg für den morgigen Sonntag auch nationale Wettkämpfe ausgeschrieben. Es steht zu erwarten, daß diese wie in den früheren Jahren wieder eine gute Besetzung aufweisen. Die Spielvereinigung 1900 hat für 10 Aktive, 6 Jugendliche und 4 Frauen Meldungen abgegeben. Wenn auch die Saison sich schon dem Ende nähert, so hofft man doch, daß mit guten Leistungen aufgewartet und ehrenvoll abgeschnitten wirb. Mball-Vezirksklaffe startet za pmltekämpfen. Die Bezirksklasse Gruppe Gießen eröffnet am Sonntag die Derbandsserie 1937/38 mit folgenden Spielen: Wetzlar — Steindorf (Schmidt, Dillenburg). Dissenberg — Burg (Gerhard, Annerod); Frohnhausen — Lollar (Gutmann, Wetzlar); Sinn — Naunheim (Post, Wieseck); Steinberg — Butzbach (Volkmar, Wetzlar). Im vergangenen Jahre war es Burg, bas den Bissenbergern eine überraschende Niederlage auf eigenem Platze beibringen konnte. Diesmal werden die Platzbesitzer aufmerksamer sein, daß der Fall nicht wieder eintritt. Auf der anderen Seite hat Burg den Verlust feines Mittelstürmers Blecher zu verzeichnen, so daß eine Wiederholung des Sieges sehr fraglich ist. Frohnhausen hat in Lollar eine Mannschaft vor sich, die auch auf fremden Plätzen zu spielen versteht. Und da sich der Ausfall von Gabriel und Kreiling durch Einstellung talentierter Jugendlicher gut ausgeglichen hat, steht noch nicht fest, ob die Dränier das bessere Ende für sich behalten. Sinn hcft gegen Naunheim einen schweren Stand. Die letzte Begegnung sah Naunheim als Sieger, obwohl man Sinn als Favorit bezeichnete. Für den BC. Sinn fällt weiter ins Gewicht, daß der alte Platz nicht mehr zur Verfügung steht und Naunheim insofern eine Chance besitzt, da man von einem neutralen Platz sprechen kann. Steinberg empfängt den „Neuling" Butzbach. Früher waren die Butzbacher besser in unserem Bezirk bekannt. Gar manche Ueberraschung ging von ber Mannschaft aus. Die Teutonen dürfen also keinesfalls mit hochgeschraubten Erwartungen ins Spiel gehen. Butzbach versteht zu kämpfen. Lokaltreffen in Wetzlar. Sv kann man die Begegnung Wetzlar — Steindvrf schon nennen. Der vorjährige Meister sollte, trotzdem seine Mannschaft nicht mehr so spielstark ist, einen glatten Sieg erringen. 1900 I. — SA.-Kampfgemeinschast I. Die Blauweißen, die vor den Derbandsspielen nochmals pausieren können, treffen mit der SA.- Kampfgemeinschaft zusammen. Nach dem glänzend gelungenen Start ber SA. gegen VfB.-Reichsbahn kommt bamit nochmals eine interessante Begegnung zustanbe. Die SA. besitzt in ihren Reihen erprobte Spieler unb bas Spiel auf dem Waldsportplatz bewies, daß ihre Zuteilung zur ersten Kreisklasse zu Recht erfolgt ift. Nach verschiedenen Spielen, wenn die Spieler sich untereinander verstehen, ist die Mannschaft sehr zu beachten. Die Blauweißen, die auf ihre Soldaten verzichten müssen, treten mit Rahn, Zeiler, Lippert, Erhard, Kirchner, Lehrmund, Schellhaas, Kociok, Löbsack, Garth und Rinderknecht an. Trotzdem diese Elf als gut zu bezeichnen ist, kann man ihr keine sicheren Siegesaussichten einräumen. 1900II — SA.II fällt aus. Das Spiel der zweiten Mannschaft, das ursprünglich vor dem Kampf der ersten Mannschaften ftattfinben sollte, ist abgesagt worden, da ein Teil der Spieler bei dem Rennen „Rund um Schotten" sein will. Sportverein 1926 Lollar. Lollar I — „Oranien“ Frohnhausen L Die Ligamannschaft des Sportvereins Lollar greift am morgigen Sonntag in den Kampf der neuen Verbandsspielserie 1937/38 ein. Zur Bestreitung ihres ersten Spieles muß die Mannschaft nach auswärts fahren, und zwar ist ihr Gegner „Oranien" Frohnhausen. Die Besetzung der Lollarer Mannschaft hat sich gegenüber der vorjährigen Verbandsserie wenig verändert. Leider kann der in den letzten Verbandsspielen verletzte gute Spieler Gabriel immer noch nicht mitwirken. Die Aufstellung der Mannschaft lautet: Ziegler; Härstel, Naumann; Sommer, Klinke!, A. Ziegler; Rudolf, Kreiling, Lohr, Gerlach, Fr. Geißler. Mit dieser Mannschaft dürfte man einen guten Ausgang des Spieles erwarten, nachdem sie in den letzten Spielen gezeigt hat, daß sie zu kämpfen versteht, zumal es jetzt um wertvolle Punkte geht. Ziegler im Tor dürfte feinen Mann stellen. Die Verteidiger werden dem anftürmenben Gegner Widerstand zu leisten wissen. Die Läuferreihe ist roieberum geschickt aufgestellt und wird sowohl die Verteidigung unterstützen wie auch die Stürmerreihe mit guten Vorlagen versehen. Was die Stürmer anlangt, so kann man auch zuversichtlich sein. Hauptsache ist, daß bie Mannschaft eine Geschlossenheit an den Tag legt und ein genaues Zuspiel pflegt. Der Erfolg wird ihr dann nicht versagt bleiben. Auf der anderen Seite stoßen die Lollarer auf einen zähen Gegner, der in ber Tabelle den dritten Platz einnimmt. Die Frohnhäuser stellen eine schlagkräftige Mannschaft, die zu kämpfen versteht. Zudem haben sie nocy den Vorteil des eigenen Platzes. Mancher beachtliche Gegner mußte bei ihnen schon Federn lassen. r 15 ltz r- n n l \* h, n, lit ?n ie it u n ib ir it« lit en fern, m mt nb. iel« )er< en« klar ’U5« ige- ns- Die vor der n» rg !tt' >ah ;ute 900 uen sich mit ab« , ist Ben, mit lehr- M' , be« eges« 5 ul' ;asten i Teil schot' zr-'st teilen itnn- aus- nien" Rann* >ands- n US; Sahn«* 1 'S b'‘ mann« •eilinfl« guten sie in impf’P MS' । > l«6‘8„ «. 1* * Ä -hlb,e jjM-l' , gtiH' ch s-i"' DAS FÜHRENDE FACHGESCHÄFT IN GLAS - UND PORZELLAN WAREN* W W GIEZZEN » <00 Z PL AT Z. Handball im Kreis Gießen. Endgültige Zusammensetzung der Staffel 4 der Bezirksklasse. Obwohl der Gruppenleiter nochmals Gelegenheit genommen hatte, mit den Männern des Turnv. Hachenburg wegen der Durchführung der Spiele zu sprechen, ist man leider zu keinem praktischen Ergebnis gekommen. Die Mannschaft kann, trotzdem ihr ein angemessener Zuschuß durch den Gaufachwart zugesagt worden war, die enormen Kosten der Reisen nicht aufbringen. Nach der Anordnung des Gaufachwartes werden die Spiele der Bezirksklasse (Staffel 4) nunmehr endgültig von folgenden Mannschaften bestritten: Spieloereinigung 1900 Gießen, Turnv. Lützellinden, Mtv. Gießen, Turnv. Heuchelheim, Tuspo W.-Niedergirmes, Turnv. Hörnsheim, VfB. - Kurhessen Marburg, Turnv. Münchholzhausen, Tuspo 60/85 Marburg, Turnv. Roth, VfB. - Reichsbahn Gießen. Das sind also elf Mannschaften, die in einer Staffel um Sieg und Aussichten, in die Gauklasse zu kommen, kämpfen. Wohl noch niemals war die Spielstärke der einzelnen Mannschaften so ausgeglichen, daß es nicht einmal möglich ist, irgendeine Voraussage zh treffen. Dazu kommt noch, daß die Paarungen > eine Reihe von interessanten Lokalkämpfen bringen werden, so Gießen und Marburg, und daß man sich auch schon deshalb sehr viel von der neuen Runde verspricht. Voraussetzung für einen geordneten und reibungslosen Spielbetrieb ist allerdings, daß alle Teilnehmer aushalten und nicht, wie das leider im letzten Jahr verschiedentlich vorgekommen ist, schon vorzeitig die Segel streichen. Als Beginn der Spiele aller Klassen wurde nunmehr einheitlich der 26. September festgelegt, an dem Tag, an dem auch die Gauklasse beginnt. Vom „weißen Sport". Heinrich henkel schlug Donald Budget Was Gottfried v. C r a m m in dieser Spielzeit in drei Kämpfen versagt blieb und was auch Heinrich Henke l bisher noch nicht gelang, das glückte Henkel nun jetzt in Chikago: er bezwang den amerikanischen Meister und dreifachen Wimbledonsieger Donald Budge! Bei den nicht turniermäßig aufgezogenen Kämpfen in Chikago, wo Cramm-Henkel bereits erneut über Budge-Mako triumphiert hatten, siegte Henkel über den Kaliformer nach hartem Kampf mit 6:4, 10:8. — Der junge Amerikaner Robert Riggs, der schon in Forest-Hills durch gute Leistungen auffiel und gegen v. Cramm erst nach erbittertem Fünfsatzkampf verlor, schlug sich auch diesmal gegen v. Cramm ausgezeichnet und gab sich erst nach dem Gewinn des ersten Satzes mit 2:6, 8:6, 6:4 geschlagen. Marieluise Horn, die bisher in den Staaten eine ganze Reihe guter Spiele geliefert hat, bewies auch im Treffen gegen die Polin Hedwig Jedrze- j o w s k a ihr großes Können und verlor nur knapp 4:6, 6:8. 2)iß erste Tennis-Weltrangllste, zusammengestellt von Piörre Gillou, dem Präsidenten des Internationalen Tennis-Verbandes, ist jetzt erschienen. Bei den Männern steht Budge vor von Cramm, Austin und Henkel auf dem ersten Platz, bei den Frauen die Engländerin Round vor der Danin Sperling und der Französin Mathieu. Frl. Horn steht an zehnter Stelle. ♦ Die „letzten Vier" bei den internationalen deutschen Tennislehrer-Meisterschaften in Paris sind: Titelverteidiger Hans Nüßlein, Tilden (USA.), Ramillon (Frankreich) und Goritschnig. Im Doppel stehen bereits die „letzten Acht" fest. Deutsche Leichtathleten in Paris. Der Veranstalter des am 26. September im Pariser Jean-Bouin-Stadion stattfindenden i n t e r - nationalen Leichtathletik-Fe st es ist an das deutsche Fachamt mit der Bitte herangetreten, eine starke Vereinsmannschast für den im Mittelpunkt des Festes stehenden Vereinswettkampf zu entsenden. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden die Stuttgarter Kickers, eine unserer stärksten Mannschaften, nach der französischen Hauptstadt reisen und den Kampf mit Stade Francais, CA. Francois, CASG.-Paris, UAI.-Paris und AS. Straßburg aufnehmen. Der Vereinswettkampf selbst wird 12 Wettbewerbe umfassen. Kurze Sportnotizen. 22 Eislaufveranstaltungen werden im kommenden Winterhalbjahr im Berliner Sportpalast abgewickelt. Den Beginn macht das internationale Eissportfest am 23. und 24. Oktober. ♦ Das Kölner Eisstadion wird seine Pforten am 30. Oktober öffnen. Das Programm für den Winter verzeichnet zahlreiche nationale und internationale Eislauf- und Eishockey-Veranstaltungen. ♦ 17 0 Städtemannschaften bestreiten am 19. September den Fernwettkampf des Deutschen Sckützen-Verbandes im Kleinkaliberschießen. Zehn Schützen gehören jeder Mannschaft an. * .. Einen deutschen Rekord im Radfahren über eine Stunde ohne Schrittmacher stellte der Chemnitzer Amateur-Straßenfahrer Thoß auf der Radrennbahn in Halle auf. Mit einer Leistung von 42,090 Kilometer verbesserte er den von Gruhn (Berlin) gehaltenen Rekord um zehn Meter. ♦ D i e deutschen Rennwagen werden am 2. Oktober im Londoner Doningtonpark auf ein Dutzend Gegner, in der Mehrzahl Engländer, treffen. ♦ Für d i e Deutsche Vereins-Meisterschaft i m Geräteturnen, die am 13. Januar 1938 zur Entscheidung gelangen, wurde folgende Einteilung der Gaumeister getroffen: Gaugruppe 1: Ostpreußen, Brandenburg, Sachsen, Niedersachsen; Gaugruppe 2: Pommern, Mitte, Nordmark, Westfalen; Gaugruppe 3: Niederrhein, Mittelrhein, Hessen, Südwest; Gaugruppe 4: Schlesien, Baden, Kirche und Schule. HundertLahre Evangelisches prediget seminar zu Friedberg. EPNH. Dom 27. bis 29. September begeht das Predigerseminar in Fried bera die Feier seines hundertjährigen Bestehens. Dazu wird aus dem ganzen Gebiet der nassau-hessischen Landeskirche eine große Beteiligung erwartet, in der zum Ausdruck kommt, wie sehr die hundert Jahre der Arbeit des Seminars an ihrer bisherigen Entwicklung und ihrem heutigen Bestand teilhaben. Entgegen den in den meisten anderen Landes- kirchen üblichen Regelungen hat nämlich die hessische Kirchenbehörde seit dem Jahre 1837 verordnet, daß jeder Theologe, der in den Dienst dieser Landeskirche eintreten will, auf die Dauer von zwei Semestern dieses Seminar besuchen muß. Durch diese pflichtmäßige Teilnahme jedes hessischen Theologen an der Friedberger Seminarausbildung wurde schon sehr früh eine einheitliche Ausrichtung der kirchlichen Gesamtarbeit erreicht. Die Seminarzeit bildet für den Jungtheologen den Uebergang vom Unioersitätsstudium zum praktischen Amt. Demgemäß richtet die Ausbildung in diesen beiden Semestern vor allem ihr Ziel darauf, das auf der Universität theoretisch Erlernte für die Praxis fruchtbar 3U machen. An erster Stelle steht daher die Ausbildung für Predigt und Religionsunterricht. Predigtgottesdienste in Friedberg und in den umliegenden Gemeinden, sowie Unterrichtsstunden in den verschiedensten Klassen der Volksschule dienen diesem Zweck. Dazu treten Einführungen in das Wesen des evangelischen Gottesdienstes, in Gemeindearbeit, Seelsorge und Kirchenrecht, sowie eine gründliche kirchenmusikalische Ausbildung. Erinnerung an die in Friedberg verbrachte Zeit und die Anerkennung der von dem Seminar geleisteten Arbeit werden daher an den Festtagen eine große Anzahl Pfarrer der Evangelischen Landeskirche Hessen-Nassau unserer Heimatkirche an die Stätte ihrer Ausbildung zurückführen. Kreis Wehlar. D Rodheim a. d. Bieber, 16. Sept. Der Haushaltsplan unserer Gemeinde für das Rechnungsjahr 1937 ist im ordentlichen Haushalt in Einnahmen und Ausgaben auf 129 035 Mark, im außerordentlichen Haushalt in Einnahmen und Ausgaben auf 9927,20 Mark festgesetzt worden. Die Steuersätze für die Gemeindesteuern sind wie folgt festgesetzt: Grundvermögenssteuer I 260 v. H., Grundvermögenssteuer II 260 v. H. des staatlich veranlagten Grundbetrages, Gewerbesteuer nach dem Ertrag und Kapital 220 v. H. des Meßbetrages, Bürgersteuer 500 v. H. des Reichssatzes. Im außerordentlichen Haushaltsplan ist der Bau eines H I. - H e i m e s mit rund 10 000 Mark veranschlagt, wozu von Staat und Partei ein Zuschuß in Höhe der Hälfte der Baukosten erwartet wird; der Rest wird von der Gemeinde getragen. Die Bauarbeiten sind im Gange. Die Gemeinde besitzt außer einer Anzahl bebauter Grundstücke 170 Hektar Wald und 27 Hektar Kulturland. Das Betriebsvermögen fetzt sich aus der Gemeindewasserleitung, der Kanalisation, dem Elektrizitätsortsnetz und den Gemeindesteinbrüchen zusammen und ist im Vermögen soerzeichnis mit 145 000 Mark nachgewlesen. Die Eigenoerschuldung der Gemeinde ist erträglich. Dagegen hat die Gemeinde für Zwecke des Umlegungsverfahrens Darlehen in erheblicher Höhe aufgenommen, für die der Schuldendienst von der Beteiligtengesamtheit in der Umlegungssache aufgebracht wird. A Fellingshausen, 16. Sept. Der Haushaltsplan der Gemeinde schließt in Einnahme und Ausgabe mit 48 054,15 Mark ab. Die Steuersätze für die Gemeindesteuern sind wie folgt festgesetzt: Grundvermögenssteuer I und II je 250 o. H. des staatlich veranlagten Grundbetrages, Gewerbesteuer nach dem Ertrag und Kapital 120 v. H. des Meßbetrages, Bürgersteuer 100 v. H. des Reicbs- fatzes. Nach Dem Vermögensverzeichnis besitzt die Nicht die Höhe des Betrages macht es! Beiträge zur Hindenburg-Spende nehmen alle Sparkassen, Postanstalten, Banken sowie das Postscheckkonto der Hindenburg-Spende Berlin 73800 an. Gemeinde an bebauten Grundstücken ein Backhaus mit Rathaus, eine Schule und die Kirche. An unbebauten Grundstücken sind 150 Hektar Wald und 21 Hektar Kulturland vorhanden. Das Betriebsvermögen setzt sich aus der Gemeindewasserleitung, der Kanalisation und dem Elektrizitätsortsnetz zusammen und steht mit insgesamt 42 000 Mark zu Buch. Die Verschuldung ist nicht erheblich. Die Schulden wurden bei dem in den Jahren 1927 und 1928 durchgeführten Wasserleitungsbau sowie bei einem im Jahre 1936 ausgeführten Straßenbau ausgenommen. Oie wertvollsten Walnußsorten sollen ermittelt werden. NSG. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau veranstaltet unter Mitwirkung der Staatlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Geisenheim a. Rh. am Mittwoch, 29. September, eine nicht öffentliche Walnußschau, verbunden mit Prämiierung. Die Veranstaltung dient der Ermittlung der wertvollsten Walnußsorten, wobei Wert auf Walnußbäume mit möglichst spätem Austrieb gelegt wird. Besitzer geeigneter Bäume werden hiermit gebeten, sich an der Schau zu beteiligen. Für die Teilnahme müssen sie bei ihrem zuständigen Fachbeamten (Gartenbauberatungsstelle) für jeden in Frage kommenden Nußbaum ein Anmeldeformular anfordern, dieses genau ausfüllen und spätestens zum 24. September an den Fachbeamten wieder zurllcksenden. Sodann müssen sie spätestens zum 27. September ein Kilogramm Walnüsse, gewaschen und getrocknet, aber nicht geschwefelt, als Päckchen zur Schau einsenden. Anschrift: Staat!. Versuchs- und Forschunasanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau in Geifenyeim am Rhein, Abteilung Walnußforschung. Einsendungen, die in Ordnung gehen, werden zur Prämiierung zugelassen. Als Preise stellt die Landesbauernschaft Geld- und Buchpreise zur Verfügung. Man wende sich sofort an die zuständige Gartenbauberatungs- G/£8SEN*MaU63URG ICT 6035 A Aufnahme für das Winterhalbjahr in die 1 und y2-jähr. Klassen. Beginn 18. Oktober 1937 Anmeldungen u. Auskunft in Gießen, Goefhestraße 32, jederzeit. Ruf 2486. Ihr Heim wird verschönert Ernst Petri i Maler- und Weißbindergeschäft Tel. 3680 Gegr. 1650 Asterweg 31 Eine neue Saison beginnt! Unsere Schaufenster stehen im Zeichen des Herbstes und des kommenden Winters! Unsere Läger sind gefüllt mit Qualitätswaren aller Art, allem voran mit modischen Neuheiten. Unsere Preise sind wiederum so niedrig, wie die gebotenen Qualitäten es zulassen. Erfreuen Sie uns durch Ihren Besuch!-- Dietzen mit Bleiweitz arbeiten; Eietzer- fieber der Zinkgießereiarbeiter; Staublunge oer Steinhauer usw. Die E. sind anzeigepflichtig. Gewitter kann man ohne Angst und Furcht über sich ergehen lassen, wenn man sich dabei richtig verhält. Jrn Freien mutz man alle hohen Bäume vermeiden (auch die Buchen, die man nach einer Bauernregel suchen soll). Ist man allein auf völlig freiem Feld, tut man gut, sich flach auf die Erde zu legen. In der Wohnung hat man lediglich den Runofunk abzuschalten und die Antenne zu erben. Das Schlietzen der Fenster ist ebenso überflüssig wie die Scheu vor der Bedienung eines Lichtschalters. Gewürze find gsschmackverbes- fernbe und appetitanregende Speisezutaten. Einheimische E. sind gesünder und billiger als ausländische. Wir kennen Suppen-, Salat-, Fleisch- und Sotzen- kräuter. Je nach dem zu gebrauchenden Pflanzenteil wieder unterschieden in Blatt-, Samen« und Wurzelgewürzkräuter. Für den Wintervorrat werden die Vlattgewürze vor der Blüte zum Trocknen geschnitten, da dann besieres Aroma. Siehe einzelne Arten. Gewürze müßen luftdicht verschloßen werden, damit ihr Gehalt an atherischen Ölen sich nicht verflüchtigt. Aus dem gleichen Grunde soll man Gewürze erst bei Bedarf selbst mahlen, man läuft dann auch nicht Gefahr, verfälschte ober gestreckte Gewürze zu kaufen. Gicht, ehre Storung des Harn, äurestoffwechsels im Blute, führt i u akuten und chronischen Ee- enkent^ündungen. Es treten an» allswetse plötzliche, sehr schmerzhafte Gelenkentzündungen auf, die durch Ablagerung harnsaurer Salze in den Gelenken bedingt sind. Meist wird zuerst das Erundgelenk der großen Zehe befallen (Podagra, Zipperlein). Aus den akuten Schüben können sich chronische Eelenkveränderun- aen entwickeln, die sog. Gichtknoten. Auch in den Ohrknorpeln sind charakteristisckerweise harnsaure Salze abgelagert und als Knoten (Tophi) sichtbar. Meist ist die Anlage zu Eicht familiär bedingt. Während des sehr schmerzhaften Anfalles Bettruhe, warme oder kalte Umschläge, je nachdem sie der einzelne besser verträgt. Atophan nur auf ärztliche Anordnung, da bei zu häufigem Gebrauch Schädigungen entstehen. Eichtiker sollen Alkohol meiden, wenig Fleisch au sich nehmen, ganz verboten sino alle inneren Organe, besonders Vries, Hirn, Leber. Badekuren (ent» sprechende Bäder nennt der Arzt) sind sehr gut ebenso Trinkkuren mit alkalischen Wässern. Jeder Eichtleidende gehört oder in ärztliche Behandlung. Eietzen soll nur mit abgestandenem, am besten mit Regenwaßer erfolgen. Alle frisch gesetzten Pflanzen müßen angegossen werden. Topfvflanzen gieße man mit dem Rovr in den Eietzrand (Topfranb), Freilandbeete und Aussaaten werden überbraust. Der „Eartenberegner" (Eietzge- rät) ist wirksamer als Schlauch- Sie dürfen sich m frühen Herbsttagen nicht verzehren — die berühmte Doppetherz- Kw m»ß jetzt über di ebner gie- reserven des Körpers wachen, säe erhalten t*nd mehren, ter irisches Blut,kraftvolle Gesundheit und gestählte Nerve* sorgen! Fabrikniederlg.: C. Seibel, Frank furter Straße. O.Winterholl, Kreuzplatz 9/10. Herrn. Elges, Seltersweg 66. Grünberg: Karl Schott u. sämtliche Filialen. Laubach: Solms-Laubacher Drog.Karl Klein. 6088 D Hier abschnelden! i Für die vielen Beweise Hebevoller Anteilnahme beim Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sagen wir hierdurch unseren herzlichsten Dank. Karl Erdmann nehsl allen Angehörigen. Lollar, den 18. September 1937. und doch sicht die Mutter fast so jung aus, wie die Tochter, so straf! und frisch. Dabei neigte sie sehr zur Fülle — aber Dr. Emst Richters Frühstuckskräutertee sorgt für ihre Schlankheit und Gesundheit Nun ist sie stolz auf ihre gute Figur, die keineswegs ein Vorrecht der Jüngeren ist Trinken auch Sie täglich den bewährten .Jungbrunnen“ Dr. ERNST RICHTERS Frühstückskräutertee Mllff i ui ■Ear.i i »bf > Besonders Tonalon Versand n. Auswärts, billige Idpulull i/»»k Frankfurt Main, Muster frei Haus lwjll Allerhell.Str.87. Ein Quell der Freude für den Naturfreund Belauschtes Leben Kleine Kreatur in Wager, Busch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben und ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Professor Dr. Deegener, Universität Berlin. Dieses Werk bringt erstaunlich vielseitig« und trefflich gelungene Einzelbilder und Bildfolgen aus dem reichen Leben der zahllosen kleineren Lebewesen. Aus der Freude am Beobachten ist ein wertvolles naturgeschichtliches Urkundenbuch geworden, das hervorragend geeignet ist, die Liebe auch zum kleinsten Na- turgeschehen zu erwecken. Gebunden RM.4,80 Bitte verlangen Sie kostenlos unsere bebildetten Werbeblätter! Das Buch ist durch jede Buchhandlung zu beziehen! Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde _____^e — Katarrh- ungs ss- Hustentee Spitzwegerichsaft, Husten-Kandis, Tannenhonig. 6o29d Kräuterhaus Jung / Gießen. Bad-Nauheim Bek. gutes Haus in schönster freier Lage. Volle Pension 4 Mark. [6694d Vogtsche Pi ivat-Handelsschule Gießen, Goethestr.32 ...und zum Bauen Abermann Morgens, mittags abends ein LÄUFER 16 12 Mäntel geeignet p. m 10 6 modischen Farben p. rn . .p. m Herbstfarben p. m Obstversteigerung Gießen / Plockstrafce 14-16 6044D 6046 A 1 bei Laubach 400 2 I 7 I 10 Gifte 166 23.9. 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Rach Einzahlung auf Postscheckkonto Frankfurt am Main 37210 Kasse des Stadttheaters Gießen erfolgt Ueberfendung der Mietkarten. Die zu zahlende erste Rate beträgt für Dienstag, Mittwoch und Freitag: Familienlogen mit 5 Plätzen Familienlogen mit 4 Plätzen Sperrsitz Reihe 1 bis 7, 1. Rang Reihe 1 und 2 und Logenoorderplätze .... Sperrsitz Reihe 8 bis 11, 1. Rang Reihe 3 bis 6 und Logenrückplätze Sperrsitz Reihe 12 bis 15, 2. Rang Reihe 1 Mitte Kinzenbach, 16. 9.37. Der Bürgermeister: Bepler. Schuheinlagen zur rechten Zeit- steigern die Leistungsfähigkeit* Jacquard-Wollstoff, 90 cm breit in neuen modischen Farben, p. m Jacquard-Reversible, 95 cm, mod. Gewebe in all. gangb. Färb., p. m Woll-Cloqnd, 95 cm breit, in neuen Die Einlösung der 1. Rate mit .... 11 RM. fann an den oben angegebenen Tagen erfolgen. Gießen, den 15. September 1937. Der Oberbürgermeister. Gia-iiheaier-Miete a) Slammiele. Die Einlösung des ersten Abschnitts der Stamm- nuete für Dienstag, Mittwoch und Freitag hat an der Theaterkasse, Johannesstraße 3, zu erfolgen, und Swar: 6045C Montag, den 20. September 1937, für die Diens- tag-Rtieter, Dienstag, den 21. September 1937, für die Will- woch-Wieter, Mittwoch, den 22. September 1937, für die Freitag-Mieter Wachsten Montag, den 20. d. M., vormittags von 9 Uhr an, wird das Obst der Gemeinde Kinzenbach versteigert. Es kommen Tafeläpsel und Wirtschasts- obst, auch Honigbirnen zum Berkaus. Anfang am Ortsausgang nach dem Wald. " ' ~ Trax der ideale Hausverputz liefert prompt ab Lager jedes ~ Flamenga-Jacquard, 95 cm breit, in vielen Farben. . Göfiverrfieigerung an den Straßen desHeff Straßenbauamts Gießen(19Z7) Baubezirk 1. Laubach—Wetterfeld— Münster I Kreuz Münster—Röthges Gut gießen — wenn es wachsen soll! ist Äe? w'chtiß' wenn das Wachstum gefördert werden soll. Da gibt es die praktischen, kleinen Zimmer-Gießkannen und die Dielen Arten für den Garten. Kleine und große, runde und ovale, lackierte und verzinkte — alle führt J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Bekanntmachung. Mittwoch, den 22. September 1937, findet in der Biehversteigerungshalle „Rhein-Main" am Güter- bahnhos Schweinemarkf statt. 6041C Auftriebszeit von 8 bis 9 Uhr vormittags. Gießen, den 18. September 1937. Der Oberbürgermeister. L. V-: Vogt, Beigeordneter. Obstversteigerung. Donnerstag, den 23. L M., wird von 1 Uhr mittags ab im Anschluß an die Gemeinde-Obstversteigerung in Allen-Bufeck das Obst aus den Freiherrlich von Rabenauschen Gärten in der Gemarkung Alten- Buseck öffentlich gegen Barzahlung versteigert. Zusammenkunft im Krämersgarten. 6053V Londorf, den 16. September 1937. Freiherrlich von Nordeck zur Rabenausche Rentei. Tiere mit Gefühl und Verstand ^^H^E^einverständliche Darstellung der Forschungsergebnisse über das Seelenleben Tnrr*»r» u’rr PL~Dersuchsanleitungen von Dr. Werner Fifchel, Leiter der F rschungsstelle für Tierseelenkundc am Westfälischen Zoologischen (Barten zu Münster HaldüII zusarnme,n‘ebt, seien es Hunde. Katzen, Pferde und sonstige dfe Bew°hner eines Aquariums, Stubenvögel oder Tiere in freier Wildbahn F^e an^eUnd, “behaupt hat wohl schon Beobachtungen gemacht, "” ihn zu Ur »/' T“pn Gefühl und Verslundfob £an bei’ih^nei^sfeü stnnd«u££ d f" tterseelenkundliche Forschung ist dieser Frage nach den Ver- "Vh dem Seelenleben der ÄSfiE treter dieses iunarn Ä ^ngt Der Verfasser dieses Buchest ein ler- verständlicLi S u Wissenschaft, bietet hier in lebendiger, für jedermann kleine Tielseel^ikuldl^wie zahJj-r.eic{ler anschaulicher Bilder eine volkstümliche und seiner AbriSSnSht - r J TurJj'eund willkommen sein dürfte. Dem Hund des Buchesseh^vSdiInteSpnde^r AbSfChn‘,tt ^widmet. Im übrigen ist der Inhalt Artin allen Regionen de^frllln erst™chen sich auf Versuche mit Tieren aller 140 S mit ino Ass ter freien Natur wie imHaus und Hofund in zoologischen Gärten. OS.mit 100 Abb. inLeinen geb. RM.3.60. - In seder Gießener Buchhandlung erhältlich Konturenkrepp, 127cm br., schöne /I Ar wollene Ware in mod. Färb., p. m spritzung, da sich das Wasier wahrend des Schleuderns erwärmen kann. Hacken ist oft besser als Eiehen. Zu vieles Eießen schadet immer. Bei längerem Fernbleiben von der Wohnung (Reise) stelle man einen Eimer Wasier erhöht neben die Planzen und leite Feuchtigkeit durch Wollfaden auf die Topferde. Eießfieber. Fieber verbunden mit Kopfschmerzen und Erbrechen durch Zinkvergiftung bei Zink- giegern. Arzt! Gifte (althochdeutsch Eabe von geben, daraus die Bedeutung schändliche, tödliche Eabe),Stoffe, die durch ihre chemischen Eigenschaften im Körper schädliche Wirkungen, unter Umständen den Tod herbeiführen. Es gibt ätzende Eiste, welche das Gewebe zerstören, Blutgifte, welche das Blut zerstören, n-^kotische Gifte, welche das Nervensystem lähmen. Wichtig sind die Gifte, welche von Bakterien (s. d.) gebildet werden. Zu fast allen Giften kennen wir Gegengifte. In kleinen Dosen sind viele Gifte in der Hand des Arztes Heilmittel. Im Haushalt sollen derartige Medikamente wegen der großen Gefahr der Verwechslung vernichtet werden, sobald sie nicht mehr gebraucht roeroen. S. Gegengifte, Arznei. Gift muß im Haushalt immer gut verschlossen (nicht auf dem Schrank) aufbewahrt werden, damit es Kindern unerreich- $LarP, W- Giftflaschen müssen an Aufschrift und Verpackung jederzeit kenntlich sein. Giftpflanzen des Gartens sind: Fingerhut, Maiglöckchen, Christrose, Eisenhut, Goldregen, Oleander, Seidelbast, Akelei, Rittersporn, Mohn. Alle oder einzelne Teile dieser Pflanzen enthalten giftige Stoffe, die in der Medizin Verwendung finden. Kinder sind zu warnen, E. nicht in den Mund zu nehmen. Erstschlägen sind in Deutschland selten. Es gibt nur noch Die an einer kreuzartigen Kopszeich- nung und einem dunklen Zickzackstreif auf dem Rücken erkennbare Kreuzotter sowie in Süd- deutichland die meist graue mit vser Langsreihen gefleckte Aspisviper. Gigolo, modisches Fremdwort für Eintänzer in Tanzbars. Gimpe. Bezeichnung für einen öitfcn, mit Seide umsponnen Baumwollfaden. Gimpel, Blutfink, Dompfaff, ein beliebter Stubenvogel. Gin, Genever, englischer Branntwein, der aus vergorener Eer- sten- oder Roggenmaische durch Destillation über Wacholderbeeren und Hopfen gewonnen ist. Gips, schwefelsaurer Kalk, der nach dem Anrühren mit Wasier schnell erstarrt. Die Erhärtung kann durch Zusatz von Kochsalz beschleunigt, von Alaun oder Wasserglas verlangsamt werden. Beim Zugipsen von Löchern in der Wand müssen diese ebenfalls naß gemacht werden. Gipsfiguren reinigt man durch Abbürsten mit Salmiakwasier oder mit Terpentin. Gisela, weibl. Vorname germ. Herkunft mit der Bedeutung „die als Bürgschaft dienende Geisel". Ruppertsburg-Wetterfeld- Lauter i Neumühle—Grünberg Winter-Rübsen Winter-Wicken Welsches Weidelgras Incarnatklee (zugelass. Handels-Saatgut) Landsberger Gemenge empfiehlt 6MSa SamenhausHcb.Halin Bahnhofstraße, Telephon 3403 bei Ruppertsburg — । xv bei Neumühle Sjie Ätraße Ettingshausen—Queckborn wird vor Beginn an der Neumühle Anmerkung zu Ord.-Nr. 1 u. 8: An den Straßen Steinbach—Lich (bis gxwhi Horf-Gull—Hof-Güll haben Versuche zur Schädlingsbekämpfung stattgefunden. SöCr