nnt. ö>rt ferbe ’tnie * "nett,; '«! Slf ™ei>. ttll ch«-i, 9 Don t' ’?to » tfcllf. !6, AlG les S£ enmai; ' statt, tz' '°Uszi Zukunft < 'taatsach Breits do! gefügt, i 5 die F» i rreiche i " sind, bj: einer böf bleibt, eir r bebauen so ergiebj' -orchiv eir lesehen uni striert noe: lr zu feit Me Akter u Kobleiu les Weßlc ssen-Na'ssi 'taatsarchi Nacht zo 1 ein tüt chkeit heil? iS Bell« auf ein« : Derletzll» lastik. 6.$' laftit. O. isfrau, ö:: inzert. 13: [jene W- toi. WO: ■ !it?e[lhet>en iir bie Zeil ite Licht Zchaas. 2’: jirl. 22.15: — Hollos Mttonyn ehe Tagt ssisA itel lerleicht, Gummi, i werden nur 32.68 $.60,19.50 prägn. als dt.Ausw. iSEN weg I7 akleÜBDO Lemen x ucbbandlp Mß »en gei°^ MO 19 36 58 63 39 134?^ 22$ A )O31 A 744 ]*g72( 178 S ,11 5<48l6 g öFzÄ 226 W 746 Kiö '24 & 91 As° 69 <776# 52 -8 2497 )2 1(14557 g Jli'“ < I« Kr. 191 Erstes Blatt 187. Jahrgang Mittwoch,18.August 1937 krscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags keilagen: Die Illustrierte ßießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Atit 4 Beilagen RM.1.95 )hne Illustrierte „ 1.80 iustellgebühr. . „ -.25 such bei Nichterscheinen on einzelnen Nummern nfolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe nter Sammelnummer 2251 nschrift für Drahtnach- achten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: rankfurt am Main 11688 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühlsche Univerfitätsdruckerei R. Lange in Sieben. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Plahvorschrift nach vorh.Vereinbg.25"/» mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Der Nordbahnhof Schanghais in Trümmer. Schanghai, 17. Aug. (DNB.) Die japanische Luftwaffe griff Dienstag nachmittag mit schweren Bombenflugzeugen die chinesischen Stellungen im Raum von Poo tun g an und richtete schweren Schaden an. Chinesische Jagdflugzeuge, die eingriffen, gerieten in starkes Abwehrfeuer der japanischen Schiffsgeschütze. Einen weiteren Luftangriff unternehmen die Chinesen auf T s ch a p e i und H o n g - kew. Sie griffen die japanische Kaserne an, die entgegen chinesischen Meldungen noch in japanischen fanden ist. Mehrere Bomben wurden abgeworfen. Sie verfehlten jedoch ihr Ziel. Ein chinesisches Flugzeug wurde abgeschossen. Bei einer Gegenaktion belegten japanische Bombenflugzeuge das Gebiet Mn Tschapei nordwestlich vom Nordbahnhof mit ühlreichen Bomben. Große Schäden wurden beob- chtet. Später wurde der Nordbahnhof selbst von japanischen Flugzeugen durch Bomben in jrümmer gelegt. Ein zweites chinesisches ffugzeug wurde von Flaks der japanischen Kaserne atgeschossen. Der chinesische Flieger, der mit dem Fallschirm absprang, wurde auf der Flucht von den Japanern erschossen. Die Bombardierung des Nordbahnhofes, der seit Beginn der Kämpfe v o n Truppen der 8 8. chinesischen Division besetzt war, durch jc panische Flieger, vollzog sich nach Berichtei neutraler Beobachter wie eine Schulübung auf ehern Bombenabwurfgelände für Flugzeuge. An 6tr Aktion nahmen 20 japanische Bomben- und Jigdflugzeuge teil. Die Jagdflugzeuge sicherten in großer Höhe das Vorgehen der Bombenmaschinen, bi? das Bahnhofsgebäude, die Eisenbahnwerkstätten urb die nach Nanking und Hangtschau führenden ; Gleisanlagen systematisch und gründlich zerstörten. 2. r Nordbahnhof wurde vollständig in ^Trümmer gelegt. Die Aktion dauerte über l‘_> Stunden. Die Gegenwirkung der chinesischen Flakartillerie war gering. Andererseits unternahmen iqsinesische Truppen einen neuen Vorstoß ir d i e internationale Niederlassung, in der sie den japanischen Sportplatz befetten. Der Platz befindet sich im Norden der Nie- dittassung und ist etwa 500 Meter vom Medhurst (L liege entfernt. Aus einem Bericht des chinesi- ston Hauptquartiers, der die Besetzung mitteilt, ft nicht zu ersehen, aus welcher Richtung der Einbach erfolgt ist. Das Schicksal der Ausländer. Ein Deutscher seinen Verletzungen erlegen. Gedanken an kriegerische Konflikte in Europa von der Art des Weltkrieges formuliert worden sei. Die Regierung würde daher nur äußer st ungern, wahrscheinlich nur, wenn eine formelle Kriegserklärung vorliegen würde, das Neutralitätsgesetz im Zusammenhang mit dem Streitfall im Fernen Osten in Kraft treten lassen. Inzwischen mehrten sich jedoch die Stimmen im Senat, die die Anwendung dieses Gesetzes forderten, da die Möglichkeit einer Blockade chinesischer H ä - s e n bestehe. Die amerikanische Regierung hat beschlossen, Verstärkungen nach dem Fernen Osten zu entsenden. 200 amerikanische Marinesoldaten sollen in den nächsten Tagen von Kalifornien nach Schanghai verschifft werden. Staatssekretär Hüll teilte mit, daß es sich bei der Entsendung der Verstärkungen hauptsächlich um eine Vorsichtsmaßnahme handele, und daß die Truppen möglicherweise auch nur für Ablösungszwecke verwendet werden können. Nach dem bis zum Wochenende zu erwartenden Abtransport von 1700 amerikanischen Frauen und Kindern aus Schanghai verbleiben noch etwa 2500 amerikanische Staatsangehörige in der Stadt, bis sich weitere Möglichkeiten zur Räumung ergeben.' Admiral Jarnell vom Asien-Geschwader der Vereinigten Staaten hat die Zerstörer „Edsall" und „Parrott" nach Schanghai beordert. Es wird angenommen, daß die meisten aus Schanghai fliehenden Amerikaner anstatt in die Vereinigten Staaten zurückzukehren, auf den Philippinen vorübergehend ihren Wohnsitz nehmen werden, um hier das Ende der Streitigkeiten abzuwarten. Ein von Kommissar McNutt eingesetzter Hilfsausschuß mietete in Manila Hotels für die Flüchtlinge und sorgt auch für die Unterbringung in Privathäusern. Der erwartete Zustrom treibt bereits die Lebensmittel- und Wohnungspreise täglich höher. Wachsende Spannung um Tsingtau. Chinesische Truppenkonzentrationen in Echaniung. Tokio, 18. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Nachrichtenagentur Domei meldet ein Zunehmen der Spannung in Tsingtau und der Schangtung-Pro- vinz. Es hat bei den Japanern große Entrüstung ausgelöst, daß die Verhaftung und Bestrafung der chinesischen Attentäter, die die beiden japanischen Matrosen erschossen hatten, bisher ausgeblie- b e n ist. Wie Domei meldet, wird in der Umgebung Tsingtaus eine neugebildete chinesische Division zusammengezogen und weitere drei Divisionen werden aus West-Schantung in das südöstliche Schantung-Gebiet herangezogen. Südlich der Eisenbahnlinie Peiping-Tientsin hat sich die militärische Aktivität verstärkt. Das Hauptquartier der japanischen Nordchina-Garnison meldet den Vormarsch der Truppen der chinesischen Zen- tral-Regierung westtich der Eisenbahn Hankau. Sie sollen sich schon bis auf 15 Kilometer Peiping genähert haben. Oestlich der Eisenbahn Tientsin-Pukau haben sich 20 Kilometer südlich Tangkus Kämpfe entwickelt. Ein Versuch der Ueberreste der 29. Armee, die rücfrodrtigen Verbindungen der japanischen Nordchina-Garnison nördlich Tientsins zu stören, konnte von den japanischen Truppen in einem mehrstündigen Gefecht vereitelt werden. tischen Geschäftsleute, die sich für ein Dortbleiben entschieden, könnten versichert sein, daß alles überhaupt Mögliche zu ihrem Schutze getan werde. Wie die britische Admiralität mitteilt, befinden sich zur Zeit sechs englische Kriegsschiffe in und in der Nähe von Schanghai. In Nanking liegt der leichte Kreuzer „Capetown", und in Tsingtau das Flugzeugmutterschiff „Eagle", die Zerstörer „Decoy", „Dainty" und „Delight". In Chingwangtao befinden sich ferner der Minenkreuzer „Adventure" und der Zerstörer „Defen- der". Dienstag früh wurden auf dem britischen Zerstörer „Duncan" und dem Kanonenboot „Fal- mouth" 2 0 0 0 britische Frauen und 60 Kinder aus Schanghai herausgeschafft, die in Wu- jung auf die „Rajputana" umgebootet wurden, und mit der sie nach Hongkong gebracht werden. Der Zerstörer „Duncan" und die „Falmouth" sind nach Schanghai zurückgekehrt. Es haben sich noch 3176 britische Frauen und Kinder zur Abbeförderung aus Schanghai gemeldet, im ganzen also über die Hälfte aller in Schanghai lebenden britischen Frauen und Kinder. Ausdehnung der japanischen Schutzmaßnahmen. Schanghai, 17. Aug. (DNB.) Im Paulun- Lankenhaus erlag der verwundete deutsche See- mmn Heinrich Kock der schweren Verletzung, iw er während der Kämpfe in der Internationalen Nederlassung erlitten hatte. Kock war von einer Äugel in den Bauch getroffen worden. Der Zustand les ebenfalls verletzten Schriftleiters Ahrens von her deutschen Zeitung „Ostasiatischer Lloyd" hat sich iagegen so weit gebessert, daß Ahrens aus dem Lwnkenhaus entlassen werden kannte. Der dritte verletzte Deutsche, I a k o b y , befindet sich noch im -rspital. Zur Vorbereitung einer eventuellen R au- mung der deutschen Kolonie in der Internationalen Niederlassung wurde am Dienstag en Notstandsausschuß eingesetzt. Dienstag trafen in der Internationalen Nieder- 1 laijung 9 0 0 Walliser Füsiliere ein. Das tiizlische Bataillon wurde sofort zur Verteidigung te- Niederlassung eingesetzt. Ein Teil übernahm ien Schutz einer Stelle an der Grenze der Niederlassung, die bisher von Freiwilligen besetzt gewesen v. r. Der andere Teil wurde zur Verstärkung des fipn bisher von den Engländern übernommenen Sienzstreifens verwendet. Der Aufbau der 6: rafeenbefeftigungen in der Jnternatio- M en Niederlassung macht rasche Fortschritte. Es mrben zahlreiche Anlagen errichtet, um neue Ein- triche chinesischer Truppen zu verhindern. Die Franzosen gingen am Dienstag in ihrer Nie- eilassung zur aktiven Abwehr chinesi- der Flugzeuge über, die das Gebiet der rc-nzösischen Konzession überflogen. Nach Augen- zeigenberichten eröffneten die Franzosen auf ein httesisches Kampfflugzeug, das in geringer Hohe ütsr die Dächer der Niederlassung flog, das Feuer ÜL5 Maschinengewehren. Das Flugzeug drehte dar- Mhin ab und verließ den Raum über der französischen Niederlassung. Die ausländischen und chme- ischen Banken- haben ihren Geschäftsbetrieb m ie.chränktem Umfange und in Notb^ros oder Pri- lo"wohnungen wieder aufgenommen. Das Abheben Itiänerer Einlagebeträge ist nun wieder möglich. S mtliche ausländischen Vertretungen sind vom und" verzogen. Das deutsche Generalkon- lulafift in der Kaiser-Wilhelm-Schule unterge- irtcf)t worden. Sas amerikanische AeniralMs- gesetz. Washington, 18. Aug. (DNB. Funkspruch.) Mfibent Roosevelt lehnte auf Fragen nach der Anwendung des Neutralitätsgefetzes auf lie Lage in China nähere Aeußerungen ab und er- lütte lediglich, daß fein Entschluß von den sich je- tels ergebenden Umständen abhängen werde. Wie ie „Neuyork Times" aus gut unterrichteter Quelle p melden weiß, betrachtet die amerikanische Reibung die Schwierigkeiten in Ostasien nicht als lerallele zu den seinerzeitigen Ereignissen in Abes- hen. Weiter werde darauf hingewiesen, daß das leatralitätsgefetz vom Kongreß hauptsächlich in England schützt seine Zntereffen. Das Ergebnis der Londoner Ministerbesprechung. London, 17. Aug. (DNB.) Reuter meldet, die heutige Ministerbesprechung habe alle möglichen Schritte zu einer friedlichen Beilegung der Lage in Schanghai erörtert. Auch seien alle denkbaren Maßnahmen zum Schutze britischen Lebens und Eigentums getroffen, worden, dadurch werde den Gerüchten, wonach alle britischen Staatsangehörigen angewiesen worden seien, Schanghai zu verlassen, entgegengetreten. Die bri= Tokio, 18. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der Sprecher des Auswärtigen Amtes erklärte, die Zurückziehung der internationalen Polizeikräfte aus dem internationalen Gebiet östlich des Hongkiu- Kanals zwängen die japanischen Streitkräfte, den Schutz dieses Bezirkes, in dem noch eine große Zahl japanischer Bewohner lebe, f e I b ft zu übernehmen, da die Chinesen dieses Gebiet allseitig angriffen. Das Hauptquartier der Landungstruppen ergänzte die Mitteilungen des Sprechers dahin, daß heftige Angriffe der chinesischen Truppen auf japanische Fabrikanlagen im genannten Bezirk erfolgt seien. England wird Angriffen im Mtelmeer begegnen. Eine deutliche Erklärung des britischen Kabinetts. ß o n b o n , 18. Aug. (DNB.) Bei einer Ministerbesprechung, bie zur Erörterung ber Lage im Fernen Osten am Dienstagnachmittag im Außenamt abgehalten würbe, würbe auch bie Frage der H a n - belsschiffahrtimMittelmeerzur Sprache gebracht unb solgenbe amtliche Verlautbarung veröffentlicht: „Die Regierung Seiner Majestät ist ernstlich beunruhigt burch bie in letzter Zett ansteigenbe Zahl von Angriffen aus bie Schiffahrt im Mittelmeer unb burch bie Cx- Weiterung bes Gebietes, in bem diese Zwischenfälle jetzt stattfinden. Die Regierung Seiner Majestät hat durch die Admiralität Anweisungen ergehen lassen, daß, falls irgendein britisches Handelsschiff van einem U-Boot ohne ®a^3c,$e.n an= gegriffen wird, die Schiffe Seiner Majestät ermächtigt sind, diesen Angriff zu erwi- b e r n." „Times" schreibt bazu, vor kurzer Zeit schon hätten di- britischen Schiss- Anw-i,ung erhalten das Feuer zu eröffnen, wenn fie angegriffen mürben. Im April z. B. habe ber englische Zerstörer „G a l - tant" bas Feuer eröffnet, als Flugzeugbomben tn feine Nähe fielen. Die gestern den brttsichen Kriegsschiffen gegebene Anweisung stelle im Grunbe nichts weiter bar, als eine logische Erweiterung ber früheren Anweisung. Der in der gestrigen amt- licken Mitteilung angemanbte Ausbruck „Ausbeh- nuna bes Gebietes" beziehe sich höchstwahrscheinlich auf den Angriff, ber a u f b e r H o h e b e r Dardanellen auf einen Oeltanker erfolgt Dailn Erpreß" begrüßt bie Maßnahmen ber britischen Regierung, bie sich enblich aufgerafft habe, um eine Warnung zu erteilen. Die „Daily Mail berichtet aus Paris, bie Unruhe im Mittelmeer fei darauf zurückzuführen, baß S o w j e t r u ß l a n b jetzt den Beschluß gefaßt habe mit neuen neigen Kriegsmateriallieferungen an das bolschewistische Spanien enblich eine Ent- scheibung im spanischen Bürgerkrieg herbeizu- jühren. Hunderte von schnellen Bombern, zahllose Geschütze unb Tanks, riesige Mengen von Brennstoff, Munition unb Lebensrnitteln sollten jetzt nach Valencia unb Barcelona kommen. Die Entsenbung von Petroleum sei bereits wesentlich erhöht worben. Lleberwachung des Schiffsverkehrs in Istanbul? ßonbon, 17. Aug. (DNB.) In ber ßonboner Morgenpresse finben sich mehrere Berichte über bie Versenkung v o n O e l t a n k e r n imMi11el- meer. „Daily Expreß" meint, in Anbetracht dieser Zwischenfälle, bie schwerwiegenb genug seien, um Europa neuerlich in Kriegsgefahr zu bringen, befasse sich ber Nichteinmischungsausschuß mit ber Einrichtung eines Kontrollbüros in Istanbul. Dieses solle die Aufgabe erhalten, b e n Schiffsverkehr vom Schwarzen Meer nach Spanien zu überwachen. Eine solche Kontrolle würbe aber, meint bas Blatt, von zweifelhaftem Wert sein, weil zahlreiche Schiffe die Dar- banellen bei Nacht ohne ßicht und bei Tage unter falscher Flagge passierten, so baß eine wirksame Kontrolle nicht möglich sei. Kunstschätze von den Bolschewisten in Spanien geraubt — in Frankreich gefunden. Paris, 18. Aug. (DNB. Funkspruch.) In Aix- les-Thermes an ber französisch-spanischen Grenze entbetfte bie Polizei in einer Ziegelei Kunst- gegenstänbe im Werte von 60 Millionen Peseten, bie von ben Bolschewisten in Spanien geraubt unb auf französischem Boben versteckt worben waren. Unter biesen Kunstgegenstänben befan- ben sich 47 Del gemälbe bekannter Maler, silberne unb elfenbeinerne Statuen, alte Schmuckgegenstänbe unb 14 Silberbarren im Gewicht van je 30 Kilogramm. Außerbem würbe ein ganzes Arsenal von Munition unb Giftgasen aufgebeckt. Ein Dorf klagi an! Nachbem bereits bie französische Volksfront-Presse versucht hat, bem Dritten Reich bie Schulb für die Verschlechterung ber beutsch-tschechoslowakischen Beziehungen zuzuschieben, glaubt nun auch bie ßonboner „Time s" ber beutschen Presse vorwerfen zu müssen, sie habe burch ihre Angriffe gegen bie Prager Regierung vorsätzlich Unruhe in Europa Hervargerufen. Man will es in ßonbon so bar» stellen, als ob Deutschlanb bas Verbot ber f u- betenbeutschen Kinberverschickung nur zum Anlaß genommen habe, um aus biefer belang» losen Angelegenheit eine Haupt- unb Staatsaktion zu machen. Deutschlanb ist ber Angreifer, Deutschlanb stört ben Frieben — bas ist bas ßeitmotio aller biefer westlänbischen Kommentare zum beutsch- tschechoslowakischen Verhältnis. Die Argumente, welche bie beutschen Zeitungen in biefer Angelegenheit vorgebracht haben, werben von biesen Pharisäern ber Publizistik entmeber verschwiegen ober verzerrt bargestellt. Weil man uns nicht glauben will, weil man es nicht wahr haben mochte, baß allein bie Tschechen biefe Auseinanbersetzung provoziert haben, beshalb lassen wir heute einen Zeugen zu Worte kommen, ber einer Sympathie für ben Nationalsozialismus bestimmt nicht verbäch- tigt werben kann. Zur gleichen Zeit, da bie tschechoslowakische Regierung bie Ausreise von 6000 subetenbeutschen Kin- bern zu einem sechswöchigen Erholungsurlaub in bas Deutsche Reich verbot, und biefe unmenschliche Maßnahme einerseits mit ber angeblichen Lebensmittelknappheit im Deutschen Reiche unb anberer- seits mit ber Behauptung begründet, baß von feiten ber tschechoslowakischen Regierung für bie subetenbeutschen Notstandsgebiete alles Erforderliche unternommen werde, veröffentlichte ber Brünner „D o l k s w i l l e", bas Organ einer beutschen Prager Regierungspartei unter bem Titel „Ein Dorf in Not" einen Bericht aus bem subetenbeutschen Grenzbezirk Z n a i m, ber in seiner erschütternben Einbringlichkeit am besten bie Berechtigung ber Prager Behauptungen beleuchtet. Das genannte Regierungsorgan schreibt u. a.: „Einige Kilometer von Joslowitz, im politischen Bezirk Znaim, liegt hart an ber österreichischen Grenze ber größte sübmährische Ort: er heißt Groß- Tajax unb hat weit über dreitausend Einwohner. Der Ort liegt in einer sehr fruchtbaren Gegend. Trotz dieses Reichtums hungern hier buchstäblich Hunderte Menschen, essen sich nie satt, wohnen wie bie Menschen in alten Zeiten, unb ihre Kinber siechen langsam bahin. Fast alle Menschen in diesem großen Dorfe, bie auf ihrer Händearbeit angewiesen sind, sind unterernährt unb krank. Sie haben nichts mehr anzuziehen, ihre Kinber laufen ohne Hemb unb ohne bie wichtigsten Kleibungsstücke von Tür zu Tür berjenigen, die noch zu essen haben und betteln ein Stück Brot für sich und ihre Angehörigen, damit sie nicht Hungers sterben. In Groß-Tajax gibt es an bie dreihunbert Arbeitslose. Dor einigen Wochen wurden allen Arbeitslosen bie Lebensmittelkarten mit ber Motivierung vom Bezirksarbeitsamt in Znaim gestrichen, baß währenb ber Erntearbeiten ohnebies alle beschäftigt wären. Später erfuhr man, baß in den nächsten Tagen mit ber Thayaregulierung begonnen wer» ben soll unb baß auch beshalb bie Lebensmittelkarten eingestellt würben, weil alle Arbeitslosen bei biesen Arbeiten beschäftigt werben sollen. Seit biefer Zeit ist fast ein voller Monat verflossen unb bie Regulierungsarbeiten haben nicht begonnen. Die Arbeitslosen finb weiter arbeitslos, nur mit bem Unterschied, baß sie keine Lebensmittelkarten bekommen. Unsere Vertrauensleute haben an Ort unb Stelle selbst untersucht, wie bie Verhältnisse in Groß-Tajax finb unb haben bei biefer Gelegenheit erschütternbe Tatsachen konstatiert. Aber wir lassen unsere Vertrauensleute sprechen: Das erste Haus, bas wir besuchten, bot einen wahrhaft erschütternben Anblick. In einem Raum, ber neun Quabratmeter mißt, wohnt eine Familie bestehend aus acht Personen. Im Zimmer, wenn man es so nennen darf, stehen drei Holzaestelle. bie mit Lumven unb Säcken bebeeft finb. Bettwäsche gibt es nicht! Im Raum gibt es keinen Tisch unb nur eine einzige Sitzgelegenheit. Ein Kleiberkasten eriftiert nicht, wäre auch überflüssig, weil bie ganze Familie bas Wenige an Kleidungsstücken auf sich trägt. Als wir die Frau, die übrigens bochschwan- ger ist, fragen, was sie heute gekocht habe, antwortet sie traurig und verschämt, daß die ganze Familie noch nichts genossen hätte. Eben band fie einem Mädchen, bas vierzehn Jahre alt ist unb gussieht als wäre es erst acht, ein Tuch um ben Kopf, bamit es um Brot betteln gebe. Im heurigen Jahre hat ber Mann, ber sechs Kinber zu ernähren bat, im ganzen brei Wochen gearbeitet unb insgesamt 100 Kronen (gleich 10 Mark) verdient. Auch ihm hat man d i e Lebensmittelkarten entzogen. So wanderten wir von Haus zu Haus. UeberaQ grinste uns bie ungeheure Not aus allen Winkeln entgegen, in allen Gestch- tern lag eine mübe Resignation. Die vielen Kinber, ber einzige Reichtum, den wir überall konstatieren konnten, waren blaß unb unterernährt, bie meisten ohne Hemben unb in sehr bürfttoen Kleibchen. Der Hunger sah allen aus ben schmächtigen Kinderge» fichtern. Fast alle gehen sie betteln, indem sie vor ben Türen ber Reicheren beten. Diele Frauen bitten uns, wir möchten boch auch bei Ihnen nachsehen. sie bitten uns, in ber Zeitung von ihrer großen Not zu schreiben, bamit man boch einsehe, daß es s o nicht mehr lange weitergehen könne." Soweit bas genannte tschechoslowakische Regierungsorgan, dem stcherlich niemanb eine lieber» 1 treibung in der Schilberung ber furchtbaren Not- läge im sudetendeutschen Gebiete nachsagen kann. Wlrd angesichts dieses einwandfreien Kronzeugen die tschechische Presse noch den Mut aufbringen, die grauenhafte Notlage, die in vielen sudetendeutschen Bezirken herrscht in Abrede zu stellen und die groß- zügiae Ferienaktion des Bundes der Deutschen als überflüssig zu bezeichnen? Wird die „Times" noch einmal behaupten, daß die Enthüllungen der reichsdeutschen Presse unberechtigt und überflüssig gewesen seien? B. R. Der Führer zur (Sammlung der Hmdenburg-Gpende. Berchtesgaden, 17. August. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat feinem Wunsche zur Beteiligung des ganzen deutschen Volkes an der Hindenburg- Spende mit folgenden Dorten Ausdruck gegeben: „Zu dem bevorstehenden 90. Geburtstag Hindenburgs ruft die der Unterstützung von Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen dienende hin- denburg-Spende zu einer neuen Sammlung auf. Ich hoffe, daß viele Volksgenossen sich an ihr beteiligen werden. Berchtesgaden, dem 13. August 1937. Adolf Hitler.- Die Gefchäftsstelle der Hindenburg-Spende macht darauf aufmerksam, daß Beiträge von sämtlichen Banken, Vostanstalten und Sparkassen und auf das Postscheckkonto der Hindenburg - Spende Berlin jlr. 73 800 angenommen werden. Reue Anleihe des Reiches. Weitere 700 Millionen. — Zeichnungsfrist vom 25. August bis 9. September. Berlin, 17. Aug. (DNB.) Zur Fortführung der von der Reichsregierung übernommenen Aufgaben begibt das Deutsche Reich zu den gleichen Bedingungen wie im Mai d. I. 7 00 Millionen Reichsmark 4^ proz. auslosbareReichs- schatzanweifungen von 1937, dritte Folge. Die Schatzanweisungen werden spätestens in 15 Jahren fällig. Vom 1. August der Jahre 1947 bis 1952 wird je ein Sechstel des gesamten Betrages der Schatzanweisungen nach vorangegangener Verlosung zum Nennwert zurückgezahlt wer- den, so daß die durchschnittliche Laufzeit sich auf 12 Jahre errechnet. Das Reich behält sich jedoch die Kündigung aller Schatzanweisungen dieser Folge oder von Teilen der Schatzanweisungen dieser Folge nach Ablauf von fünf Jahren vor. Der Zinslauf beginnt am 1. August des Jahres. Von dem Gesamtbetrag dieser Emission find bereits 10 0 Millionen Mark fe st cfezeich- n e t worden. Die verbleibenden 600 Millionen Mark werden durch das unter Führung der Reichsbank stehende Anleihekonsortium übernommen und zum Kurse von 983/< v. H. z ur öffentlichen Zeichnung in der Zeit vom 25. August bis 9. September aufgelegt. Die Einzahlungen durch die Zeichner auf die zugeteilten Schatzanweisungen verteilen sich auf die Zett vom 21. September bis zum 5. November des Jahres, und zwar find 20 v. j). am 21. September, 40 v. H. am 5. Oktober und je 20 v. H. am 27. Oktober und 5. November zu entrichten. Frühere Zahlungen find zu- lässig; die neuen Reichsschatzanwelsungen sind münde l s i ch e r; ihre Stücke sind bei der Reichsbank auf Antrag in das Reichsschuldbuch e i n g e t r a • ?! e n werden; ein dahingehender Antrag kann fo« ort bei der Zeichnung gestellt werden. Französische Jugend beim Führer. Bad Reichenhall, 17. Aug. (DNB.) Während des Aufenthalts des Deutsch-französischen Jugendlagers in B a d Re i ch e n h a l l in der ersten Augusthälfte statteten die Teilnehmer bei einer Wanderung nach dem Obersalzbera dem Führer einen Besuch ab. Der Führer, der sich über den Besuch der Teil- nehmer des ersten Deutsch-französischen Jugendlagers herzlich freute, nahm vor dem Berghof die Meldung des deutschen und französischen Lagerleiters entgegen. Dann marschierten die braungebrannten Jungen an ihm vorüber. Zu Ehren des Führers blies der französische Clairon-Bläser das Signal der Staatsoberhäupter. Der Führer äußerte sich anerkennend über den Versuch der Jugend, zur Verständigung der beiden Nationen beizutragen. Anschließend trug sich der Führer in das Lagerbuch ein. Kabinettswechsel im Irak. London, 16. Aug. (DNB.) Der irakische Ministerpräsident Hikmat Suleiman und sein Kabinett sind am Montag zurückgetreten. Mit der Neubildung des irakischen Kabinetts ist der im vergangenen Jahre durch einen Staatsstreich gestürzte frühere Ministerpräsident I a m m i l Matsai beauftragt worden, der in seinem neuen Kabinett wieder den Posten des Ministerpräsidenten übernehmen will. Als A u ß e n m i n i st e r ist Nuri Pascha Essaid vorgesehen. Innenminister oleibt wahrscheinlich Mustafa Omari. Saleh Jabor, der im Laufe der Kabinettskrise im Juni aurücftreten mußte, dürfte wieder das Justizministerium übernehmen. Der bisherige Kriegsminister Abdul Latif Nuri, der nach der Ermordung Bekir Sidkys kommissarischer Generalstabschef geworden war, ist endgültig bestätigt worden. Im neuen irakischen Kabinett werden demnach nur Männer vertreten sein, die schon früher dem Kabinett Matfai oder dem Hashimi-Kabinett, das von Bekir Sidky gestürzt worden war, angehört haben. Der in Aussicht genommene Minister- präfibent Matfai äußerte sich optirnisch hinsichtlich des Erfolges der von ihm durchgeführten Versuche zur Regierungsbildung. * Mit der Neubildung des irakischen Kabinetts in Bagdad ist gewissermaßen formell der von dem soeben in Mossul ermordeten Generalstabschef B e - fir Sidky im Oktober vorigen Jahres durchgeführten Staatsstreich rückgängig gemacht worden. In dem damals von Militärkreisen gestürzten Kabinett Hashimi war der Außenminister Nury Pascha Essaid die markanteste Persönlichkeit. Das Kabinett fand indessen das Mißtrauen der Sitton, die ihm vorwarf, keine klare außen- che Richtung zu haben unb.mit feinen Sym- Eine Denkschrift. Berlin, 14. Aug. (DNB.) Der vom Präsi- benten ber Akabemie für Deutsches Recht eingesetzte Ausschuß für Strafprozeßrecht hat in einer Reihe von Arbeitstagungen die Grundlagen unb Grundzüge eines neuen Verfahrensrechts ausgearbeitet. In einer Denkschrift, vom Ausschußvorsitzenden, Professor Schoetensack (Würzburg) und Landgerichtsdirektor T ö w e (Bremen) bearbeitet, sind die Ergebnisse der Beratungen der Oesfentlichkeit übergeben worden. Der Denkschrift kommt insofern Bedeutung zu, als ein neues Strafgesetz in feiner Auswirkung mit bedingt wird durch eine Neuordnung des Strafverfahrenrechts. Strafrecht und Strafprozeßrecht müssen eine untrennbare Einheit bilden und aus einem Geist geboren fein. Das große Ziel eines neuen Strafoerfahrensrechts muß fein, eine artgemäße unb volkstümliche Rechtsprechung sicherzustellen. Die Unabhängigkeit d eÄ Richters ist Voraussetzung für alle Rechtsfinbung unb muß Fundament aller Rechtsprechung bleiben. Das nationalsozialistische Reich ist so stark, baß es bas Amt des Richtens unabhängigen Männern anvertrauen kann. Bei dem Gedanken, das sogenannte Führerprinzip auf die Rechtsprechung zu übertragen, will man nicht etwa das Kollegium ausschalten und an seiner Stelle die Entscheidung des Einzelrichters fetzen. Die Beratung der beifitzenden Richter soll chre volle Bedeutung behalten, lediglich die letzte Entscheidung einer einzigen Persönlichkeit übertragen werden, die damit auch nach außen hin die volle Verantwortung übernimmt. Der Richter selbst aber ist nur denkbar als der in Volk und Reich verwurzelte, vom nationalsozialistischen Gedankengut ganz erfüllte Kämpfer für das Recht. Die Mitwirkung von Laien erscheint vom Standpunkt volksoerbundener Strafrechtspflege als eine Selbstverständlichkeit. Nicht Kontrolle des Berufsrichters, sondern Zusammenarbeit mit ihm auf dem gemeinsamen Boden volkstümlichen Denkens ist Sinn des Schöffentums. Der beste Schöffe ist der Mann aus dem Volke, der weiter nichts mitbringt als sich selbst. Dem Staatsanwalt sind über das geltende Recht hinaus die Machtmittel in die Hand zu geben, deren er bedarf, um die Aufgabe der restlosen Aufklärung eines pathien zu sehr zu England zu neigen. Dem Ministerpräsidenten warf man Cliquenwirtschaft vor, gewaltsame Unterdrückung der Opposition, des Parlaments und der Presse. Bekir Sidky, der durch die Niederwerfung der assyrischen Aufstände im Jahre 1933 ungewöhnliche Leistungen vollbracht hatte, war mit der Stellung eines Divisionskommandanten in Kirkuw ab gesund en worden, während der Ministerpräsident seinen eigenen Bruder zum Generalstabschef gemacht hatte. Daraufhin unternahm Bekir Sidky im Oktober 1936 den Versuch, die Regierung zu stürzen. Der Staatsstreich gelang, allerdings erst nach dem Einsatz der Luftwaffe, wobei ber jetzt mit Bekir Sidky ermordete Chef der Luftwaffe Bomben auf einige Regierungsgebäude in Bagdad abwarf und damit den sofortigen Rücktritt des Kabinetts Hashimi erzwang. Die nun folgende Regierung Hikmat Suleiman machte Bekir Sidky zum Generalstabschef, der sich aber bald durch überscharfe Maßnahmen zahlreiche Feinde schuf. Die Männer des früheren Kabinetts flüchteten ins Ausland. Erst die Ermordung des Generalstabschefs und des Chefs der Luftwaffe in Mossul hat ihnen nun anscheinend wieder das Heft in die Hand gegeben. Die Seele des neuen Kabinetts wird vermutlich der Außenminister Nuri Pascha Essaid fein, der nach Kairo geflohen war. Der Kabinettswechsel wird vermutlich auch wichtige außenpolitische Folgen haben, da die gestürzten Männer sich lebhaft gegen den eben diskutierten Teilungsplan für Palästina gewandt hatten und eine Aktion des Irak beim Völkerbund in Gens beabsichtigt hatten, während Nuri Pascha und die jetzt wieder zur Regierung gelangenden Minister als Gegner einer solchen panarabischen Politik gelten. Tatbestandes zu erfüllen. Der Verteidiger ist wie der Staatsanwalt ein wichtiges Organ der Wahrheitserforschung. Sein Beruf hat Dienst am Recht zu sein, und in diesem Sinne ist er Berater unb Fürsprecher des Beschuldigten. Die Denkschrift lehnt die Schaffung eines Elnheitsrechtsmit- tels ab. Die bisherige Revision soll aber erheblich freier gestaltet werden. Ebenfalls soll die Wiederaufnahme des Verfahrens von ihrem bisherigen starren Formalismus befreit werden. Die Denkschrift bezeichnet es als das wichttgste, einen Gerichtsaufbau zu schaffen, ber eine unserem Staate gemäße Rechtsprechung sicherstellt. Aus biefem Grunbe soll an bem Amtsgericht nichts geänbert werben, es muß auch in Zukunst das volksnahe Grundgericht für unsere Rechtspflege bleiben. Wenn die Einrichtung des Einzelrichte r s für Strafsachen bestehen bleiben soll, so scheint es fraglich, ob die Grenze einer Höchststrafe von sechs Monaten für die Zuständigkeit des Ein- zelrichters beibehalten werden muß. Den S ch ö f - fengerichten wird man nur eine Zuständigkeit in einen begrenzten, ihrer Eigenart entsprechenden Umfang übertragen. Der Gedanke, ihnen die getarnte Kriminalität mit Ausnahme der dem Schwurgericht und früher dem Reichsgericht vor« behaltenen Sachen zuzuweisen, war verkehrt. Aus ihm heraus entstand das erweiterte Schöffengericht, zu dem ein zweiter Amtsrichter hinzuzuziehen war. Der Gedanke, daß eine Berufung in größeren Sachen nicht versagt werden dürfe, wenn man sie in kleinen Prozessen zulasse, wird von der Denkschrift als falsch bezeichnet. Es komme lediglich darauf an, auf welche Weise die Wahrheit am besten ermittelt wird. Die Jahre nach der Emminger-Reform haben gezeigt, daß in den Berufungsverhandlungen die Wahrheit schwerer festzustellen war, weil die Zeugenaussagen inzwischen verblaßt waren. Die Verordnung vom 14. Ium 1932 schuf wieder eine Strafkammer als erste Instanz und darin erblickt die Denkschrift eines ihrer Hauptverdienste. Diese erstinstanzliche Strafkammer, die Schöffenkammer beim Landgericht, läßt keine Berufung zu, und darin sei einer ihrer Hauptvorzüge zu sehen. Die jetzige Zuständigkeitsregelung habe sich bewährt. Man werde auch in Zukunft bei bestimmten Verbrechen die Umstände bezeichnen kön- nen, die wegen ihres Umfangs, ihrer Bebeutung oder wegen der Schwierigkeit der Feststellungen sich für eine Verhandlung vor einer Strafkammer eignen, bei der sich auch für derartige Sachen eine größere Erfahrung bilden kann. Außerdem ist die Strafkammer das gegebene Gericht für die Berufung gegen Urteile des Amtsgerichts. An ihre Stelle das Oberlandesgericht zu fetzen, würde sich nicht empfehlen. Die Strafkam- mer wird einheitlich mit drei Richtern und Schöffen zu besetzen fein. Die sog. Kleine Straf, kam mer, bestehend aus einem Richter und zwei Schöffen, war nach Ansicht der Verfasser eine Miß- bildung. Bei den Landgerichten ist nach den Vorschlägen der Denkschrift auch in Zukunft dar Schwurgericht zu bilden. Gegen eine 23er» legung des Schwurgerichts zum Oberlandesgericht spricht u. a. der Grund, daß solche Dinge, die den Volksgenossen besonders erregt haben, zu fern vom Tatort ihre Aburteilung finden würden. Eine Rückkehr zum alten Schwurgerichtssystem wird nicht gefordert. Die Laienrichter, die sonst Schöffen heißen, sollen beim Schwurgericht nach wie vor als Geschworene bezeichnet werden. Der Name Schwurgericht ist in seiner ganzen drohenden Bedeutung für unsere Rechtssprache unentbehrlich. Für die Vorzüge besonders feierlicher Formen, die das alte Schwurgericht hatte, werde nach Möglichkeit ein Ersatz zu schaffen fein. Das bedeutet auch, daß die Zahl der Geschworenen nicht unter sechs heruntergesetzt werden soll. Die Zuständigkeit dieses Gerichts wird die schwerste Kriminalität zu umfassen haben, dabei ist es wichtig, daß auch die Aburteilung der Meineide bem Schwurgericht verbleibt. Das Oberlandesgericht soll wie bisher Revisionsgericht für die — wahlweise zuzulassende — Revision gegen Urteile des Einzel- richters und des Schöffengerichts fein. Es wird ferner in Zukunft als Gericht erster Instanz an die Stelle der Sondergerichte treten müssen, die von vornherein wohl nur als Gerichte einer Übergangszeit gedacht war. Als Strafgericht der ersten Instanz würde das Oberlandesgericht m der Besetzung von drei Richtern und zwei Volksrichtern zu verhandeln haben. Nach demselben Verhältnis sollte in Zukunft auch Der Volksgerichtshof besetzt werden. Das Reichsgericht bleibt nach den Vorschlägen des Ausschusses Reoi- sionsgericht gegen die Urteile von Strafkammern und Schwurgerichten, sowie dasjenige Gericht, das die Rechtseinheit garantiert. Julius Streicher spricht zu den Kreisobmännern der OAF. Ordensburg Vogelsang, 17.Aug. (DNB.) Der zweite Tag der Tagung der Kreisobmänner der DAF. auf der Ordensburg Vogelfang stand im Zeichen der Rede des Frankenführers Gauleiter Streicher. Die Worte des Gauleiters waren ein Appell an das gesunde Lebensgefühl des deutschen Volkes. Besonders auf den Bekennermut des einfachen deutschen Menschen, der immer hinter der nationalsozialistischen Bewegung gestanden hat, wies er hin. Gerade der deutsche Arbeiter müsse die jüdische Weltgefahr erkennen; denn unser Leben stehe im Zeichen einer gewaltigen Umwälzung. Nach den ewigen Gesetzen der Natur hätten sich Geschehnisse geformt, die unser Leben und das un« seres Volkes bestimmen. 1933 habe sich die größte Kriegserklärung aller Zeiten vollzogen; denn dis Juden hätten gewußt, daß mit dem Siege des Nationalsozialismus der deutsche Frühling beginnt. 250 Jahre deutsche Koloniiaüon in der Batschka. Belgrad, 17, Aug, Terich trafgeric gericht c 'ei Solls. Iben Lei. olksge. Gericht les Revi. Rammen licht, dai mosaikartig mit verschiedenfarb-igen Sternen ausge-- legt ist. Den zweiten Preis gewann Albert Czer- winski- Pforzheim für eine Goldkette, deren hellgrüne und graugemaserte Steine durch goldene Zwischenglieder verbunden sind Die drei dritten Preisträger waren Hans Marti- Berlin, Kurt Bock- Pyrmont und Hermann Schmidhuber» Köln. s «5 st 1 5i(, 'en -nÜ l ine i >1; [ern vi, 'ne ;rH SchG ! Dort. iben J 'tbehrlij ■Dien, h Möglih ilet aut i nich. 'M J, mb ? Lichisiadt des Ostens? Bilder aus Schanghai. tungen des Nachrichtenwesens der Reichspost vertraut gemacht. Die Nachrichtentechnik der Reichspost ist vielseitig. Die technischen Einrichtungen werden stets den neuzeitlichen Anforderungen angepaßt, neue Arbeitsgebiete wie Fernsehen und Drahtfunk werden erschlossen und ausgebaut. Dem technischen Beamten bietet sich daher ein reiches und interessantes Betätigungsfeld. Bewerber wenden sich an die nächste Reichspostdirektion, die weitere Auskunft erteilt. ichulte ih eveisahro 9. 3<”1US iniensivsw in sein« uißen Ist lerraschun» Sehlgeh« >erzloiAe« nerZahr erangeW rrvech!el'° ijen so1,8 ien Ekpe? endung> IlordPM bertDunon m neuni; IDalbfl^ iuftänM ; Febrn- imannv und e von x irften »* >Sk •’S e derA S- ein-jn -erk Kunst und Wissenschaft. Der Führer in Bayreuth. Auf der Rückreise von Nürnberg weilte der Führer am Dienstag noch einmal in Bayreuth und besuchte die letzte Aufführung der „G ö t t e r d ä m m e - r u n g". Mit dem Führer wohnten der Vorstellung bei Frau Winifred Wagner, die Reichsleiter Rosenberg und Bormann, Obergrupven- führer Brückner und Generalbauinspektor Prof. Dr. Speer. Der Führer wurde von der Bayreuther Bevölkerung und den Festspielgästen herzlich begrüßt. Das gewaltige Schlußdrama der Ring-Trilogie wurde in seiner glanzvollen Bayreuther Besetzung und der unübertrefflichen Gesamtleistung von musikalischer Leitung und Bühnenbild für alle Teilnehmer wieder ein erschütterndes Erlebnis. Zwei neue Opernwerke von Richard Strauß. Die Münchener Staatsoper wird im Sommer 1938 ein neues Werk von Richard Strauß „Friedenstag" herausbringen, ein zweites Werk des Meisters unter dem Titel „Daphne", dessen Text ebenfalls von Josef Gregor stammt, ist in Fertigstellung begriffen. Dieses Werk wird an der Dresdner Staatsoper zur Uraufführung gelangen. Internationaler Kongreß für das ärztliche Fortbildungswesen. In den Tagen vom 21. bis 25. August findet in der Reichshauptstadt im Langenbeck-Vir- ch o w - H a u s der Dritte Internationale Kongreß für das ärztliche Fortbildungswesen statt. An diesem Kongreß nehmen hervorragende ärztliche Wissenschaftler aus 31 Nationen teil. Präsident des Kongresses ist der Beauftragte des Reichsärzteführers für das ärztliche Fortbildungswesen Dr. Kurt B l o m e, während das Generalsekretariat in den Händen des Direktors des Kaiser-Friedrich-Hauses, Professor Dr. Adam, liegt. Die Verhandlungen werden in Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch geführt. Am Samstag, 21. August, findet die feierliche Eröffnung statt, bei der Staatssekretär Pfundtner die Eröffnungsansprache hält, während die Eröffnung selbst von Reichsinnenminister Dr. F r i ck vorgenommen wird. Der Frankfurter Goetheprels für 1937. Lpd. Frankfurt a. M., 17 Aug. Der Verwaltungsrat zur Verleihung des Frankfurter Goethe- preises, dem auch die Reichsminister Dr. Goebbels und Dr. Rust angehören, hat durch einstimmigen Beschluß den Goethepreis des Jahres 1937 Dr. Dr. e. h. Guido Kolbenheyer zuerkannt. Die Ehrung gilt dem starken Gestalter deutscher Volk- werdung, der in seinen großen epischen und dramatischen Schöpfungen stets verantwortungsbewußt und sich selber treu für die Reinheit und Wiedergeburt des deutschen Wesens eingetreten ist. Die feierliche Ueberreichung des Preises erfolgt nach den Bestimmungen der Satzungen am 2 8. August, dem Geburtstag Goethes, in den Staatsräumen des Goethe-Hauses am Großen Hirschgraben. Die Preisträger Im Goldschmiede-Wettbewerb. In Bremen trat in diesen Tagen eine Jury zusammen, um über das Ergebnis des 12. Preisausschreibens der Deutschen Gesellschaft für Goldschmiedekunst „Schmuckgegenstände aus Gold oder Silber unter Verwendung von schlesischem Nephrit" zu entscheiden. 200 Goldschmiede hatten sich beteiligt. Die Gesellschaft wollte durch ihren Wettbewerb die Verwendungsmöglichkeiten des Nephrits — auch Jade genannt — Zeigen. Nephrit wurde bisher nur aus dem Auslande bezogen, wird jetzt aber auch in Deutschland gefördert. Den ersten Preis bekam Wolfgang Tümpel, Bielefeld, für einen Armreif aus Gold- und Silberdraht, der als Mittelstück eine figürliche Darstellung hat, die Die e st nische Nationalversammlung, die am 18. Februar zusammengetreten war hat m der ihr durch Volksentscheid gestellten Frist von sechs Monaten die n e u e V e r f a s s u n g des Freistaates sowie eine Reihe von Gesetzen zu deren Durchführung verabschiedet. In den Straßen stehen Schutzleute, die bewaffnet sind, ganz wie ihre europäische Kollegen. Sie haben keine leichte Aufgabe, denn inmitten des Reichtums und modernen Lebens sind Verbrechen an der Tagesordnung. Einbrüche, Mordtaten, Entführungen von Kindern reicher Leute füllen die Spalten der Blätter. Während die mit neuestem Komfort ausgestatteten Hotels der Stadt der Treffpunkt eines internationalen Publikums sind, in dem auch Angehörige der verschiedensten Rassen untertauchen, die Gründe haben, für einige Zeit aus ihrer Heimat zu verschwinden, bewegt sich in der Chinesenstadt mit ihren großen und kleinen Pagoden, ihren malerischen Ecken und Winkeln, in denen man aber nicht den üblichen Schmutz und die Gerüche der meisten Chinesenstädte findet, die Bevölkerung viel geräuschloser und man sieht viele Gestalten, die in chinesische Seide aekleidet sind. Aber hier gibt es auch unzählige geheime Gesellschaften, in denen sich die Unzufriedenen Aujammenfinben. Schanghai ist auch dadurch berühmt, daß hier das fieberhafteste Nachtleben herrscht und sich die größten Vergnügungsstätten zusammendrängen. Der Chinese gilt seiner ganzen Veranlagung nach als ein Nachtvogel, und es erscheint als ein Rätsel, wie er die ganze Nacht durch essen, trinken und sich vergnügen kann, um dann den ganzen nächsten Tag durchzuarbeiten. Der Europäer wird leicht in diesen milden Strudel hineingerissen. Bald nach dem Kriege war das Nachtleben so ausgeartet, daß selbst die chinesischen Behörden durch die Vorgänge beunruhigt wurden, die sich in den „Gräben" abspielten, einem übel berufenen Gebiet außerhalb der europäischen Niederlassung. Die Spielhöllen und Opiumhöhlen dieses Viertels hatten schließlich denselben Ruf wie die Lokale in der Sago-Straße von Singapore, so daß sie unter Polizeiaufsicht gestellt und von den schlimmsten Auswüchsen gesäubert wurden. Aber es blieb noch genug in Schanghai übrig, indem es im Verhältnis zu der Zahl der weißen Bevölkerung mehr Vergnügungsstätten gibt als irgendwo sonst in der Welt. Von den teuersten und anständigen Tanzpalästen bis zu dunklen Stätten, die sich gewöhnlich „Paradies nennen, ist für jeden Geschmack gesorgt. Ueberaü findet man Tänzerinnen, die mit jedem tanzen, der ihnen Champagner bestellt, weil die Prozente von diesem Luxusgetränk ihre einzigen Einnahmen sind. Immer wieder steht man vor phantastischen Gegensätzen. Man tritt aus einem luxuriösen Klub und braucht nur fünf Minuten in einer Richtung zu fahren, um sich in einer Umgebung zu befinden, die aus dem finstersten Mittelalter zu stammen scheint. Hier halten Tausende von Autos und warten auf die späten Gäste, dort steht man vor Hütten, deren zerbrochene Fenster mit Sackleinwand geschlossen sind, und man weiß nicht, ob es Opiumhöhlen oder Verschwörerwinkel sind: denn in Schanghai fragt man nicht nach solchen Geheimnissen. B. vereitelt. Manila, 17. Aug. (DNB.) Ein wohl vorbereitetes Komplott politischer Hitzköpfe zur gewaltsamen Absetzung und Beseitigung des am Montag nach fast achtmonatigem Aufenthalt in den Der- itnlgten Staaten und in Europa wieder nach den Vhilippinen zurückgekehrten Staatspräsiden- i e n Manuel Queson wurde in letzter Stunde vereitelt. 24 Stunden, bevor der Dampfer mit Que- lon an Bord eintraf, konnten die an blutigen Ausbreitungen beteiligten Agitatoren verhaftet unb hinter Schloß und Riegel gesetzt werden. Die Verhafteten sind Angehörige der revolutionären Sakdal-Partei, die sich für sofortige Unabhängigkeit und Loslösung von -en bereinigten Staaten mit allen Mithin einsetzt. Der Plan der Verschwörer ging dahin, em Tage der Ankunft Ouesons die Waffenarsenale zu stürmen, die Polizeistationen in Brand zu setzen, He Wasserleitungen in die Luft zu sprengen und He elektrischen Kabel zu durchschneiden. Im Falle lines Scheiterns dieses Planes war beabsichtigt, oährend der Begrüßungsparade einen Pistolen- cnschlag ausQuesonzu verüben und Bomben |u werfen. Ein Anhänger Hoosevelis als Oberbundesrichter bestätigt. Washington, 18. Aug. (DNB.) Die Ernen- rung des Senators Black zum Oberbundesnchter öurbe von Senat mit 63 gegen 16 Stimmen betätigt. Im Senat entwickelte sich ein ungewöhnlich tarter Kampf um diese Ernennung. Die Gegner ter New Deal-Politik Roosevelts bekämpften lie Bestätigung, sie behaupteten, Black habe sich zu fort auf Roosevelts Politik festgelegt. Andere ©eg. ner behaupteten, Black habe bei den letzten Wahlen nrt dem bekannten Geheimbund Ku-Klux« Sian sympathisiert und sei von diesem unterstützt worden. Black wird Nachfolger des in den Ruhesland getretenen Oberbundesrichters van Devon- te r. Durch die Bestätigung Blacks wird die Roose- rsltsche New Deal-Polittk im Oberbundesgericht numerisch g e st ä r k t. Vergrößerung der australischen Lustflotte. London, 17. Aug. (DNB.) Wie der „Daily Telegraph" aus Sidney berichtet, beabsichtigt das australische berteibigungsminifterium, entsprechend Aus aller Wett. Vuchdruckerlagung in Dresden. bom 21. bis 23. August findet in Dresden die große Buchdruckertagung statt, die für die Fachgruppen I und X der Wirtschaftsgruppe Druck und Papier gemeinfam mit dem Deutschen Buckdruckerberein, Der Organisation der deutschen Buchdruckereibesitzer, durchgeführt wird. Die Taguna wird am 21. August mit 'einer Kundgebung im Konzertsaal des Dresdner Ausstellungspalastes eröffnet. Am 22. August beginnt vormittags die Arbeitstagung der Fachgruppen I und X, sowie des Deutschen Buchdrucker-Bereins. Der Leiter des Forschungsinstitutes für das graphische Gewerbe, Dr. A l - b r e cht spricht über die neueste Entwicklung aus dem Gebiete der Farbenphotographie und des Farbendruckes. Mit der Tagung sind zwei Ausstellungen verbunden; die „Deutsche Druckkunst" ist eine erlesene Schau von mustergültigen Druckarbeiten, die zweite Ausstellung behandelt die Naturfarbenphotographie und ihre Wiedergabemöglichkeiten. Die graphische Lieferindustrie beteiligt sich an der Tagung mit einer gut beschickten Maschinenausstellung. Eleklrolagung in Düsseldorf. den auf der britischen Reichskonferenz gemachten borschlägen der Regierung den Ankauf neuer Flugzeuge zu empfehlen. Der Gesamtbestand der Kriegsflugzeuge soll auf 17 Geschwader gebracht werden, so daß, wenn jedem Geschwader zwölf Flugzeuge zugeteilt werden, Australien über 204 Maschinen verfügt. Einige dieser Flugzeuge Jollen in England angekauft und der Rest in Australien selbst hergestellt werden. Maßregelungen in der Vaterländischen Front Oesterreichs. W ien, 17. Aug. (DNB.) Die wegen der Bor- fälle anläßlich des Soldatentreffens in Wels vom oberösterreichischen Landeshauptmann seinerzeit angekündigte Strafmaßnahme ist nunmehr durchgeführt worden. Die Landesführung der Baterländischen Front hat einer Reihe von Per- sonen die Mitgliedschaft der Baterländischen Front entzogen. Auch wurden die Behörden und öffentlichen Anstalten angewiesen, bei öffentlichen Arbeitsvergebungen sich vorher mit der Bezirksführung der Baterländischen Front in Wels ins Einvernehmen zu setzen. Ferner ver- öffentlicht das Linzer bolksblatt eine längere Na- menslifte von Mitgliedern Der baterländischen Front bei den Bundesbahnen, die auf berfü- gung des zuständigen Landesführers aus der baterländischen Front ausgeschlossen worden sind. Gin neues „Orvnungsschutzgejetz" in Oesterreich. Wien, 17. Aug. (DNB.) Ein neues Ordnungs- schutzgesetz tritt am Mittwoch in Kraft. In einer amtlichen Mitteilung heißt es, das Gesetz stelle eine Zusammenfassung der seit 1933 erlassenen verfehle- Denen Erlasse zum Schutze Der öffentlichen Ordnung unD Sicherheit Dar. Das neue Gesetz nimmt Darauf Bedacht, Doppelbestrafungen wegen ein und besfel- ben Vergehens zu vermeiden. Das Berufungsrecht und das Recht Der Beschwerbe an Den Bunbesge- richtshof zu umgrenzen unD teilweise zu erweitern, sowie die Voraussetzungen für die Rechtsfol- gen bei politischen Bestrafungen festzu- fegen. Unter Den ftänDig geltenden Bestimmungen bleibt die Anhaltung in einem Lager auch weiterhin vorgesehen. Neu ist die Bestimmung, daß in Zukunft sich solche Personen die durch ihr Berhalten den sozialen Frieden stören, in ein Anhaltelager gebracht werben können. Kleine politische Nachrichten. Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall v o n Blomberg, begibt sich am 19. und 20. August in d e n Bereich Des Wehrkreis? o mm a ndo s VIII (Breslau) zur Besichtigung von Truppenteilen und Standortseinrichtungen. * etm Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbilbung ist Prof. Wilhelm Heering zum Mlnisterlaldirlgenten er- nannt worden, Dberregierungsrat Ernst strack, Inhaber des Goldenen Ehrenzeichens der NSDAP., zum Ministerialrat, Prof. Dr. Heinz D a h n - Hardt zum Dberregierungsrat und Regierungs- oberinfpektor Max Henne zum Amtsrat. bom 1. bis 3 September 1937 veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Elektrowirtschaft (AFE.) eine Tagung in Düsseldorf. Zu beginn spricht Dr.-Jng. Czima - t i s, Major im Reichskriegsministerium und Chef des Stabes beim beauftragten für den bierjahres- plan, Amt für deutsche Roh- und Werkstoffe, über „Gegenwartsfragen der Elektrowirtschaft". Anschließend behandelt der Leiter des Institutes für die Wirtschaftsbeobachtung der deutschen Fertigware an der Hindenburg-Hochschule in Nürnberg, Prof. Dr. W. Vershosen Die für das Elektrofach bedeutsamen Zusammenhänge zwischen „Marktforschung und Werbung". Den Abschluß der öffentlichen Tagung, der sich interne Sitzungen des Elektrofaches und befichtigungen von Industrie- und Kraftwerken anschließen, bildet ein bortrag von Oberbaurat Dr.» Jng. H. bogt (Augsburg) über den „Einfluß der Lebensbedingungen auf Den Energieverbrauch im Haushalt". Kapitän Pruh wieder in Deutschland. Mit dem Schnelldampfer „Europa" traf in bre- merhaven der Kommandant Des in Lakehurst verunglückten Luftschiffes ,,S) i n D e n b u r g", Papitän Pruß, ein. Dank einer sorgfältigen Pflege in einem Neuyorker Hospital ist er soweit wiederhergestellt worden, daß er in ^Begleitung eines amerikanischen Arztes und einer Schwester die Ueberfahrt antreten konnte. Kapitän Pruß ist immer noch leidend. Er wird in einem Sonderwagen der Reichsbahn nach Frankfurt a M. Weiterreisen. In Bremerhaven wurde er von einem Arzt aus Frankfurt a. M. empfangen. Zur Begrüßung hatten sich je ein bertreter Des Luftfahrtministeriums und der Deutschen Zeppelin-Reederei eingefunden. Verhängnisvolle Paddelboolfahrt auf der Salzach. Bei einer Fahrt auf der Salzach von Golling nach Hallein kippte ein Paddelboot bei einer Wehranlage um. Die beiden Insassen, die amerikanischen Staatsangehörigen Professor Rhodos Willbad aus Neuyork und der Student William Hüll aus Pennsylvanien, fielen ins Wasser, konnten aber mit Hilfe von Fabrikarbeitern geborgen werden. Hüll flieg aber auf die Wehranlage, um das Boot zu retten, wobei er ausglitt und 8 Meter tief in Öen Strudel des Wehrs hinabstürzte. Die Arbeiter warfen ihm einen Rettungsring zu, er versank jedoch, ehe man ihn zu fassen vermochte. Seine Leiche konnte noch nicht geborgen werden. Die beiden Paddelbootfahrer hatten die Warnungsrufe der Arbeiter außer acht gelassen. Razzia auf hoteldiebe in Paris. Zur Weltausstellung, Die eine große Zahl von Besuchern aus aller Herren ßänDer verzeichnet, finD auch zahlreiche HotelDiebe unD an« Deres lichtscheues Gesindel nach Paris gekommen. Die umfangreichen Diebstähle, Die in Der letzten Zeit vor allem in großen Hotels verübt würben, und deren Opfer fast ausschließlich r e i ch e Ausländer waren, legen Zeugnis von dem Treiben dieser gemeingefährlichen Bande ab. Die Pariser Polizei hat deshalb Stadtviertel für Stadtviertel durchsucht. Alle irgendwie bedenklich erscheinenden Personen mußten ihre Ausweispapiere vorzeigen. Die Razzia dauerte bis in die späten Nachtstunden. Zahlreiche Berhaftungen wurden vorgenommen. Gespannte Lage auf Mauritius. Die Lage auf Der britischen Insel Mauritius im JnDischen Ozean, wo, wie berichtet, auf Den Zuckerplantagen gestreikt wirD, wird täglich gespannter. Es kam wiederum zu Zusammenstößen mit Der Polizei, wobei zwei Polizeibeamte verletzt mürben. Die Po- lizeit hat bis jetzt 68 Streikführer in Haft genommen. Einstellung von Ingenieur-Nachwuchs bei Der Reichspost. Die Reichspost hat im April ihre Lehrlings- werkstätten für bie Ausbildung bes Ingenieur- Nachwuchses geöffnet, um tüchtige Leute als F e r n- melbeingenieure auszubilben. Jetzt werben auch Bewerber mit Oberfekunbareife, bie eine zweijährige vraktische Tätigkeit in Betrieben ber Feinmechanik ober Elektrotechnik nachweisen, als Beamte im Vorbereitungsdienst angenommen. Als solche besuchen sie eine Höhere Technische ß e t) r a n ft a 11 unb erhalten währenb bie- Zeit Unterhaltungszuschüsse, bie so bemessen finb, baß bie jungen Leute ohne Unterstützung ber Eltern bas Fachschulstudium burchführen können. Weiter werben auch Fachschulstubierenbe ber Fachrichtung Elektrotechnik eingestellt, bie bereits mit bem Fachschulbesuch begonnen haben. Auch biete Bewerber erhalten nach ber Annahme als Telegraphensupernumerare sofort bie Unterhaltszuschüsse unb setzen als Beamte bas Stubium fort. Nach Ablegung ber Reifeprüfung auf der Höheren Technischen Lehranstalt werden die jungen Ingenieure mit den Betriebs- und Verwaltungseinrich- Die Nachrichten aus Schanghai lenken Die Augen Der Welt roieber auf Die oft umkämpfte „LichtstaDt Des Ostens", Die größte HandelsstaDt an Der oftafia- tischen Festlandsküste, Deren glänzender Aufschwung zum Welthafen erst seit der europäischen Besetzung im Jahre 1843 einsetzte. Nirgends sonst in der Welt ind modernstes Leben und uralte Überlieferung o durcheinander gemischt wie in dieser viel Rätsel bietenDen Stabt. Am Abend strahlt Schanghai in einem Meer von Licht, bie elektrische Beleuchtung und bie Lichtreklamen finb hier fo märchenhaft wie onft nirgenbs im Fernen Osten. Anberthalb Mil- ionen Chinesen leben zwar in ben engen Gassen ber eigentlichen Chinesenstabt, aber davor lagert sich nach dem breiten Fluß Huana-pu bie Europäer- tabt, Die 1850 noch ein Sumpf war unD heute in Dem Glanz einer moDernften Großstabt prangt. Die Bauten am „BunD", Der Hauptstraße, finD Hanbels- paläfte, manche Darunter wahr WunDerwerke aus Granit unD Bronze. Die alten chinesischen Löben mit ihren reichgeschnitzten und oergolbeten Fassaben sind fast völlig verschwunben, aber burch bie hellen Strafen hinter Dem Bund, in denen die Chinesen leben, schwingen noch malerisch Fahnen unb bunte Lampen. Es gibt auch neue chinesische Läden, Warenhäuser und Lichtspieltheater, die nicht anders sind wie in einer europäischen Großstadt. Die große Rennbahn, bie noch vor nicht vielen Jahren um bas Geschäftsviertel herumführte, liegt jetzt mitten in bem belebtesten Viertel unb bilbet einen strah- lenben Lichtgürtel, ber bort taghelle Beleuchtung verbreitet, wo jahrhundertelang nur düstere Fackeln und flackernde Kerzen brannten. Am Tage drängen sich auch Scharen von Chinesen durch die Hauptstraßen unD betrachten staunend bie in ben glänzenben Schaufenstern ausgelegten Waren. Es macht einen merkwürdigen Eindruck, wenn ein alter chinesischer Bauer mit seinem verrunzelten', ungewaschenen Gesicht und seinen schmutzigen Händen in seiner blauen Baumwollenkleidung schüchtern in einen modernen Laden kommt. Scheu blickt er auf die prächtigen Teppiche, die auf dem Fußboden liegen und sieht sich unruhig nach seiner alten Frau um, die nach chinesischer Sitte hinter ihm her geht. Mit ihrer blauen Schürze, die sie um die dicke Taille gebunden hat, mit ihrem weichen, schwarzen Haar und den verkrüppelten Füßen in den zu engen Schuhen wirkt sie wie ein Denkmal der Urzeit, wenn man sie mit Den modern gekleideten jungen Chinesinnen vergleicht, Die im ßaDen beDienen. Das lärmenDe Getriebe unD geschäftige Hasten einer GroßstaDt erfüllt Schanghai. Es gibt zahllose Kinos, Die sich gegenseitig Konkurrenz machen. In den Zeitungen kann man Berichte lesen über eine MoDenschau, in Der Chinesinnen als VorsührDamen vor einem Publikum, Das aus Europäern unD Chinesen zusammengesetzt ist, erscheinen, unD Diese SdjilDerung stammt von einer chinesischen Journalistin, die ein vorzügliches Englisch schreibt. Abschluß her italienischen Manöver auf Sizilien. Rom, 17. Aug. (DNB.) Dem letzten Teil der italienischen Sommermanöver auf Sizilien wohnten am Dienstag der König, der Kronprinz und erst- । mals auch Mussolini bei. Großem Interesse begeg- ; nete bei der entscheidenden „Schlacht" bas Austre- \ ten ber gepanzerten Sri gäbe, bie hier aTs ■ stärkste Waffe von ber angreifenben (roten) Partei j eingesetzt würbe, sowie bas Eingreifen von F 1 u g - teugen, bie wiederum von weitab gelegenen Flugplätzen gestartet waren und auch direkt an den Kampfhandlungen teilnahmen. Obwohl auch am , Dienstag weder ein Sieger noch ein Besiegter ermittelt werden konnte, kann man doch schon fest- ; stellen, daß es den Angreifern trotz bes tei Beginn dank zahlenmäßiger Ueberlegenheit an Mannschaf. ; ten und Material errungenen ©elänbegeroinns nicht gelungen ist, ihre Vorteile so stark auszunutzen, baß die verteibigenbe (blaue) Partei aufgerieben werben konnte. Auf ©runb günstigerer Nachschubmöglichkeiten unb bes Eingreifens ber Luftwaffe konnte sich bie blaue Partei nach anfänglichem Rückzug nicht nur in ihrer HauptverteiDigungsstellung behaupten, fonbern hat auch Die Möglichkeit erhalten, mit ben herangezogenen Verstärkungen den eingedrungenen Gegner schließlich wieder von ber Insel zu vertreiben. Nach dem amtlichen Bericht der Ma- nöoerleitung sind die Manöver in dem Augenblick unentschieden abgeschlossen worden, als die „gepan- zerte Brigade" gegen den linken Flügel Der Verteidigung eingesetzt und eine scharfe Gegenoffensive der Verteidigung ingang war. Nach Abschluß ber Manöver besuchte Mussolini verschiedene Truppeneinheiten, darunter auch die beiden nach Libyen bestimmten Divisionen Marmarica und Sirte. Mussolini, ber begeistert begrüßt würbe, hatte für bie Truppen wie für die Schwarzhemden herzliche Worte der Anerkennung. Der Duce hält als Minister ber Wehrmacht am Wttwochnachmittag bei Calatafimi, das bei der Eroberung Siziliens durch Garibaldi 1860 seinen geschichtlichen Namen erhielt, vor ben versammelten Offizieren ben abschließenben Rapport. Tags Darauf wirD der König und Kaiser in Salemi Die Parade über bie an ben Manövern beteiligten 50 000 Mann abnehmen. Mussolini hat bie im Bau befinb- lichen großen Hafenanlagen von Trapani sowie verschiedene Flughäfen Der Umgebung besichtigt. Die Verpachtung amerikanischer Zerfsörer an Brasilien. Berlin, 17. Aug. (DNB.) Der brasilianische Minister Des Aeußern gab in Rio De Janeiro Der Presse Erklärungen über Die Verpachtungsvläne amerikanischer Zerstörer an Die brasilianische Reaie- rung. Der Minister erklärte, wie Die brasilianische Botschaft in Berlin mitteilt, Daß angesichts bes gegenwärtigen Mangels an Schiffen ber brasilianischen Kriegsmarine, beren Material schon feit Jahrzehnten nicht erneuert worben sei, bie Regierung sich veranlaßt gesehen habe, sich mit bem Iffiieberaufbau ber Flotte zu beschäftigen, um sie mit bem Material zu versehen, Das sie absolut nicht entbehren könne. Daher hätten seit Monaten Besprechungen mit ber Regierung ber Der- iintgten Staaten von Nordamerika zur Verpach- lung einiger Schiffe ftattgefunben, bie zur Aus- Bildung ber Flottenmannschaften bienen könnten, weil bie Erneueruna der brasilianischen Flotte längere Zeit in Anspruch nehmen . müsse. 9iur um den Offizieren die technische Arbeit ohne Verzögerung zu ermöglichen, würden aus Nord- Lmerika einige Zerstörer kommen, die die brasilianische Regierung provisorisch gepachtet habe. So hatten auch Offiziere unb Mannschaften Gelegen- teit, ihre Kenntnisse zu vervollständigen, ohne durch eine verspätete Lieferung der in Bau befindlichen Schiffe benachteiligt zu werden. Die amerikanischen Schiffe würden also nur als Mittel zur Vorberei- lung des Personals ber künftigen Schiffe bienen, unb könnten in keiner Weise eine anbere Bestim- tnung haben. Der Minister habe keinen Einspruch i>on irgenbeinem ßanb erhalten. Llmsturz auf den Philippinen Irlands Reiter gewannen den Preis des Mrers. Der Kampf um den Ehrenpreis des Führers und Reichskanzlers bei dem Internationalen' Turnier in Aachen wurde von den irischen Reitern mit knappem Vorsprung vor der deutschen Mannschaft gewonnen. Hier sieht man die siegreiche Mannschaft. — (Schirner-M.) Die Erfolge der SA.-Gruppe Heilen in Berlin. Die Elite für Nürnberg. NSG. Wie zu erwarten war, hat sich die 621.= Gruppe Hessen bei den Reichswettkämpfen in Berlin sehr gut behauptet. Von einer guten Breitenarbeit in der körperlichen Ertüchtigung zeugten die Vorführungen unserer Gruppe, die mit 1000 Mann eine für die gesamte SA. von der Obersten SA.-Führung anerkannte Körperschule vorführte. Ueberraschend kamen die Erfolge unserer drei Säbelfechtermannschaften. Den Sieg errang die erste Mannschaft, in der auch Gruppenführer Beckerle mitkämpfte und seinen Männern ein gutes Beispiel kämpferischen Einsatzes gab. Selbst die 2. und 3. Mannschaft unserer Gruppe konnte sich noch vor der Gruppe Kurpfalz placieren, die überhaupt als einziger ernsthafter Gegner in Frage kam. Im Modernen Fünfkampf gelang es dem SA.-Mann Wölfelschneider, Gruppe Hessen, sich nach einem schweren vielseitigen Kampf an die Spitze zu setzen und somit Reichssieger zu werden. Einen schönen Kampf lieferten sich weiterhin die 4 X 100-Meter-Staffeln, den auch die Gruppe Hessen siegreich beendete. Beim 4 00-Me- ter-Lauf mußte Scharführer Holbein nach einem überlegenen Rennen dennoch den Sieg an die Gruppe Ostland abtreten. Der Endkampf war jedoch so ausgeglichen, daß bei beiden durchs Ziel gehenden Läufern die gleiche Zeit gestoppt wurde, Scharführer Holbein muhte sich mit dem 2. Platz begnügen. Den Höhepunkt des letzten Tages stellte das Handballspiel der beiden Gruppen Hessen und Berlin-Brandenburg dar. Rach dreimalig verlängerter Spielzeit gelang es endlich den Hessen, das überaus lebendige und interessante Spiel für sich mit einem 10:9-Sieg zu entscheiden. Leider war die Hessen-Mannschaft durch das unerhörte scharfe und lange Spiel derart geschwächt, daß sie sich beim Endkampf mit der Gruppe Schlesien nicht mehr durchsetzen konnte. Die Gruppe Hessen wurde somit Zweiter in der Handballmeisterschaft. Bei den Reitern holte sich Rottenführer Meu- ser unter schwerer Konkurrenz den ersten Platz im Jagdspringen, Klasse L. Scharführer Walter konnte sich ebenfalls beim Geländeritt, Klasse M, mit an erster Stelle placieren. SA.- Mann Mühlberger gewann das Gewichtheben in seiner Klasse und Rottenführer Brencher wurde Zweiter im Halbschwergewicht. Beim Speerwerfen gelang es1 dem SA.-Mann Bartels, Gruppe Hessen, den zweiten Platz und Sturmmann Simon den zweiten Platz zu belegen. Beim Boxen wurde SA.-Mann Wiland im Fliegengewicht Zweiter. Scharführer Ziegler im Bantamgewicht Zweiter und SA.-Mann Stasch im Federgewicht Zweiter. Beim W e i t s p r u n g lag Rottenführer Hassinger an dritter Stelle und'beim Diskuswerfen SA.-Mann Simon, beide an dritter Stelle. Beim Kugel st oßen wurden wiederum Sturmmann Simon Zweiter und SA.- Mann Bartels Dritter. Gesunde Lust am Arbeitsplatz. 12 beherzigenswerte Leitsätze. Das Gauamt „Schönheit der Arbeit" gibt folgende Leitsätze „Gesunde Luft am Arbeitsplatz" bekannt: 1. Gute Luft in den Arbeitsräumen ist die Voraussetzung guter Arbeit: gute Luft benötigt der Mensch zum Atmen und zur Abgabe der überschüssigen Körperwärme. 2. Die Temperatur der Luft muß der Art der Arbeit angepaßt, also bei leichter Arbeit höher sein, als bei schwerer. Zu warme und zu feuchte Luft erschwert die Erwärmung des Körpers. Beachte aber, daß der erhitzte Körper gegen Abkühlungseinflüsse besonders empfindlich ist. Halte die Luft möglichst rein von üblen Riechstoffen, Staub und gesundheitsgefährlichen Gasen. 3. In vielen Fällen läßt sich gute Luft schon durch natürliche Lüftung erreichen. Bedenke, daß eine gute, natürliche Lüftung stets besser ist als eine unzulängliche künstliche. 4. Ohne Temperaturunterschied zwischen Arbeitsraum und Außenluft, oder ohne Winddruck gibt es keine natürliche Lüftung. 5. Der natürliche Luftwechsel ist um so stärker, je höher der Raum, je größer der Temperaturunterschied zwischen Innen- und Außenluft und je stärker der Winddruck. Hohe schmale Fenster entlüften wirksamer als niedrige, breite. 6. Nimm den Luftraum je Person in der warmen Jahreszeit größer als in der kalten, weil der natürliche Luftwechsel im Sommer träger ist, als der im Winter. Für Werkstätten sind 12 Kubikmeter Luftraum bei Einfach- und 15 Kubikmeter bei Dop- pelfenstern, für Büroräume 15 Kubikmeter, ober 20 Kubikmeter als untere Grenze bei natürlicher Lüftung anzusehen. Berechne hiernach die Belegung des Arbeitsraumes. 7. Lüfte häufig, wenn auch nur für kurze Zeit, stets jedoch in den Arbeitspausen. 8. Vermeide die Belästigung durch Zugluft, da sonst Erkältung droht. Große Räume' mit geringem Luftwechsel sind günstiger, als kleine Räume mit starkem Luftwechsel. 9. Bei künstlicher Beleuchtung soll geringer lieber- druck im Raume herrschen. Absaugen allein verursacht häufig Zugbelästigungen. In Räumen dagegen, in denen unangenehme Dünste auftreten, ist ein geringer Unterdrück erwünscht, weil dadurch das Eindringen der Dünste in die Nachbarräume vermieden wird. 10. Im Winter ist die Frischluft möglichst vorgewärmt einzuführen. 11. Bedenke, daß Lüftungsanlagen nur dann von Nutzen sind, wenn sie sachgemäß bedient und Überwacht werden. 12. Gute Lüftungsanlagen können nur von erfahrenen Fachleuten hergestellt werden. Wenn du nutzlose Aufwendungen vermeiden willst, übertrage Planung und Einbau von Lüftungsanlagen nur erprobten Herstellern. Die Kämpfe in Berlin haben gezeigt, daß die SA.-Gruppe Hessen über einen sehr guten Durchschnitt an Kämpfern verfügt, der in wenigen Wochen in Nürnberg vor dem Führer erneut seine Einsatzbereitschaft beweisen wird. Wegen Untreue ins Gefängnis. Die Zustände bei der häute- und Fettverwertungs - GmbH, in Frankfurt a. 211. Frankfurt a. M., 16. Aug. (Lpd.) In dem seit Anfang Juli laufenden Prozeß gegen sieben Angeklagte aus dem Metzgerberuf wurde am Montag das Urteil verkündet. Es handelt sich dabei um die bekannten Vorgänge bei der Häute- und Fettverwertungs-GmbH. Die Angeklagten Emil Müller, Emil Stein, Friedrich S i e k m a n n und Karl Iauß wurden freigesprochen. Die Angeklagten Hans Linder, Karl Braun und Eberhard Quirin wurden unter Freisprechung im übrigen wie folgt verurteilt: Linder wegen Untreue im Sinne des § 81a des Gesetzes betr. die Gesellschaften mit beschränkter Haftung in drei Fällen zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren Gefängnis und 1000 Mark Geldstrafe. Braun wegen Untreue im Sinne des § 81a des GmbH.-Gesetzes in zwei Fällen zu 9 Monaten Gefängnis und 300 Mark Geldstrafe. Quirin ebenfalls wegen Untreue im Sinne des § 81a des GmbH.-Gesetzes zu 6 Monaten Gefängnis und 50 Mark Geldstrafe. Die gegen Braun erkannten Freiheits- und Geldstrafen sind durch die Untersuchungshaft verbüßt. Auf die gegen Linder erkannte Strafe wird die Untersuchungshaft in vollem Umfange angerechnet. Die Kosten des Verfahrens trägt die Reichskasse soweit auf Freisprechung erkannt ist, im übrigen die Angeklagten. Der Haftbefehl gegen Linder bleibt aufrechterhalten. Wetterbericht des Relchswetterdienskes. Ausaabeort Frankfurt. Der vom Atlantik vorgestoßene Tiefdruckwirbel, der auch unserem Bezirk am Dienstag verbreitete Regenfälle brachte, befindet sich in rascher Ausfüllung. Damit hat sein Einfluß auf unser Wetter rasch nachgelassen, so daß sich heute früh, vor allem in den südlicheren Teilen des Reiches, zeitweilig Aufheiterung eingestellt hat. Da die beiden vom Atlantik heranziehenden Störungen nördlichere Bahnen einschlagen, gelangen wir nur in den äußersten Einflußbereich ihrer Ausläufer. Aussichten für Donnerstag: Morgens vielfach dunstig, sonst wolkig bis aufheiternd und nur vereinzelt auftretende Niederschläge, tagsüber mäßig warm, nachts frisch, meist südliche und westliche Winde. Lufttemperaturen am 17.August: mittags 16 Grad Celsius, abends 17,1 Grad: am 18. August: morgens 13,6 Grad. Maximum 19,2 Grad, Minimum heute nacht 12 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. August: abends 17,7 Grad: am 18. August: morgens 15,4 Grad. — Niederschläge 1,9 mm. — Sonnenscheindauer 0,4 Stunden.___________________ Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (beurlaubt), i. V.: Dr. Fr. W. Lange: für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck (beurlaubt) Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel D A. VH. 37: 9076. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr 3 vom 1 Juni 1935 gültig. 1. Vereinsführer Herr Heinrich Launspach Hausbesitzerverein Gießen 5373 D Gewillnauszug KriegerkawaMali M Ohne Gewähr Nachdruck verboten Gießen. Heinrich Launspach 17. 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Um zahlreiche Beteiligung bittet 2 Gewinne zu 4 Gewinne zu 2 Gewinne zu 16 Gewinne zu 107749 191503 102 Gewinne zu 500 RM 23173 25925 32174 39516 42840 45337 47283 52616 62986 64138 78021 79359 82397 83711 92907 99448 99658 105520 106981 111143 133680 136268 148029 149436 9. Ziehungstag dn der heutigen Wohnung m Slucth u. Bad m. rcicbl Zubeb wi.od v.alsbald zu vermieten «i Neuen Baue 27 Auskunil Büro SeUersweg 55., ©«“inne"»!* IVOV^RM 293375 131o!2441^,566,°,6.6-^'-B-M Dormlttagsziehung wurden 200000 RM 365676 10000 RM. 65452 146948 LVNNlge 6-Zimnierwolinung mit einger. Bad Loggia u Zubeh. in gutem Hauie zu verinieten. Anzm 16-18 Uhr Blockstraße 7 be> Ki everr. Zwei kleinere Zimmer an alleinstehende Frau sofort zu vermieten. 040Se Welz Seltersmeg 6, 3-Zimmerwohiiüng mit Bad u. Heizung zum 1. Oktober beziehbar, zu vermieten Schr. Anfr. unt. 04068 a.d G.A. 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Wir werden seiner allezeit dankbar und ehrend gedenken. Tanzsllnterridit! gezogen 9941 189345 18 Gewinne zu 2000 RM. 79947 127626 200557 261947 270828 345514 347981 300 RM Im Gewinnrade Gewinne zu ]e 256082 17964t 37458t 88252 113179 128277 149093 174677 209451 246011 268788 303608 345886 392479 164603 222669 276373 349834 388502 103897 183126 223921 297520 354712 180029 224290 335824 500 RM 104894 184705 229370 300664 371250 122595 193907 281578 26972 136442 201312 240501 309204 384789 191465 239940 340506 24801 118644 193914 231591 304635 379109 14809' 20325i 28629« 63478 169921 2O554S 27138t 34603 3884 V. tJn der heutigen Nachmittagsstehung wurden 2 Gewinne zu 1OOOO RM. 237753 Unser diesjähriger Tanz-Kursus in Lollar beginnt heute Mittwoch, 18. August. abds.9Uhr.im Saale „Zur Germania“ 8 Gewinne zu 3000 RM 334021 54 Gewinne zu 1000 RM 6309 6842 32045 3930t 68070 66053 97920 101820 103411 ------ ---- V.H.C. Gießen Wanderung 22. August Verl egt auflL.Sevtemb. 29.Auqust: Her- chenham-Hohe* rodskops.Anmett düng Verkehrs- büro. 637»d Siebe Aushang 1 Tanzschule Bäulke Gießen, Wolfstraße 31, Fernruf 3835 5376 D 157573 175748 210611 218224 323543 329785 Bestellungen auf SpälznheniM werden jetzt ent- gegengenomm. Grabenstr. 6 Vt Daselbst noch Talei- und WirtschaMt (Aepfelund Bir- nen) abzugeben. Iflthl. ehtiidjes WW« für sofort oder l.Septemberge- sucht.Schriftliche Angebotem. Angabe d. Gehalts- ansvrüche unter 04048 a.d. Gieß. Anzeiger erbeten Sbiklub Gießen Sommerfest auf dem Schiffenberg verlegt auf Samstag, den 4. Sept. 1937, 20 Uhr (Tanz, Osterbergfilm usw.) Autobusfahrt zumHoherods- kopffest: Am Sonntag, dem 29. August 1937. Abfahrt 6 Uhr Ludwigsplatz, auch für Nichtmitglieder. Aushänge bei den Sportgeschäften beachten! 6380D WMige Kapitalanlage! 34000 qm Baugelände an der Marburger Straße erbtei'.ungs« halber vreiswert gegen bar zu verkaufen. 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Und da der Mann seinen Aerger und seine Soraen schließlich nicht bei den Nachbarn, in der Straßenbahn und auch nicht im Zigarrengeschäft abladen kann muß er sich gelegentlich zu Hause austoben Der Augenblick kommt früh genug, in dem er sein unbeherrschtes Verhalten bereut und froh ist, wenn durch die Besonnenkeit seiner Frau noch größerer Aerger vermieden wurde Leider vollzieht sich die Heimkehr des Mannes aus dem Alltag eben nicht immer so, wie man das gelegentlich auf Gemälden sieht: Freudestrahlend Öffnet er die Tür, das Weib flieat ihm an die Brust und die Kinderchen hängen fich ihm an den Hals. Natürlich gibt's das auch Aber Beruf und Alltag machen ihn oft abgehetzt, schweigsam, unberechenbar, und wenn er heimkommt, will er mit Geduld ertragen fein. Wir Frauen haben viel mehr Zeit als der Mann. In der Regel wenigstens Wir find mehr mit uns allein und haben es deshalb auch leichter, in unserem Wesen ausgeglichen zu sein und se früher mir uns daran gewöhnen, Blitzableiter zu spielen, desto mehr Kummer ersparen wir uns Hemdblusen zum herbstlichen Jackenkleid zeigen wir heute. Die Bluse Nr. 1 ist aus elfenbeinfarbener Foulardseide mit marineblauen Tupfen und blauen Reißverschlüssen am Halsausschnitt und an den Aerrneln. Die Schulterteile sind den Aerrneln angeschnitten und in s ch rn a l e n B i e s e n abgenäht, bie Taschen aufgesetzt. Nr. 2 ist a u s w e i ß - w e in r o t ge trelf- terWaschseidein verschiedenem Fadenlaus und mit breiten Steppnähten gearbeitet Die kleinen Kugelknöpfe sind aus rotem Perlmutter. Die Taschen sind eingearbeitet. Aus blaugrauer Rohseide ist die Bluse Nr. 3. Die senkrecht- gestellten Taschen sind eingearbeitet, die Nähte sind breit abgesteppt. Große, viereckige Perlmutterknöpfe sind der Verschluß. Aus weißem Pique ist die Bluse Nr. 4 mit den dunkelblauen Aufschlägen aus dem gleichen Material. Die Knöpfe sind mit Pique bezogen H. Zum Dulden geboren? Äon Llse Mahl (afp) — „Das würde ich mir nicht gefallen lassen!" sagt die unverheiratete Freundin der jungen Frau, wenn sie zufällig einmal Zeuge einer kleinen ehelichen Szene, eines nicht gerade liebenswürdigen Wortwechsels über irgendeine belanglose Sache geworden ist. „Du bist doch im Recht. Ich verstehe nicht, daß du nichts mehr erwidert hast. Ich an deiner Stelle würde ..." „Bitte, was würdest du? Ich sage dir, nichts würdest du, gar nichts, wenn du klug bist. So wie du denken Anfängerinnen, kleine Mädchen, die einmal irgendwo etwas von Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau gelesen haben. Aber die Praxis hat ihre besondere Philosophie" „Vielleicht, aber ich cflaube, ich würde fortlaufen, wenn mich mein Mann so behandeln würde, Muß man sich denn das gefallen lassen? Sind wir Frauen wirklich nur zum Dulden geboren?" „Wenn du willst, ja. Aber natürlich nur bis zu einem gewissen Grad. Alles hat seine Grenzen, und das Schweigen im rechten Augenblick hat nichts mit jenem falschen Märtyrertum zu tun, in dem sich viele Frauen gefallen, wenn sie ohne Notwendigkeit die große Dulderin spielen, auf alles verzichten wollen und dann Mitleid mit sich selbst bekommen. Das ist in der Regel eine verkehrte Aufopferung, ein Mißbrauch des Begriffes „Dulderin Weib", von dem dann weder der Mann, noch die Kinder Nutzen haben. Aber in den kleinen Dingen des täglichen Lebens duldsam zu sein, das ist eine besondere Kunst, die manche eben nie lernen, meine Liebe!" So ist es. Uns Frauen sagt man zwar nach, wir müßten immer das letzte Wort haben, wie feien immer im Recht und es bleibe einem klugen Mann nichts anderes übrig, als feinen Nacken zu beugen und zu flüstern: „Jawohl, mein Liebling!" Aehn- lich steht es wenigstens in den Witzblättern. Aber das Leben macht aus uns Frauen etwas anderes, nämlich — Blitzableiter! Ein Blitzableiter ist dazu da, um Katastrophen zu verhindern. Zum Blitzableiter sind wir Frauen nicht geboren, aber wir haben die Fähigkeiten, einer zu werden. Zuerst ist das zwar nicht so einfach Es gibt Tränen und man ist unglücklich und man sagt vielleicht auch manchmal „Du liebst mich nicht mehr, sonst könntest du nicht fo zu mir fein!" Aber mit der Zeit kennt man sich schließlich genauer, und man weiß in jeder Minute, wie es xem andern zumute ist Man weiß, was ihn ärgert, worüber er sich aufregt und in welchem Grad, und wenn er ein bißchen „überschnappt", muß man wissen, wie er zu behandeln ist. Nämlich in der Regel mit Schweigen. Auch wenn man ungerecht zu uns ist Die Hauptsache ist, daß man da ist und alles über sich ergehen läßt. Dann ist man ein vollkommener Blitzableiter. Das kann man nicht, sagen viele. Da vergibt man sich etwas, das hat man als Frau nicht nötig. Man braucht sich nicht sagen zu lassen, daß auf dem Teller Staub liegt, wenn es nicht wahr ift und wenn sowieso immer behauptet wird, man putze zuviel. Man kann es nicht ruhig hinnehmen, wenn behauptet wird, wir hätten einen Brief vom Schreibtisch weggenommen, der überhaupt nie dort gelegen hat. Und soll man vielleicht nicht aus der Haut fahren, wenn gesagt wird, die Kinder seien zu laut, und st e r. Ans Fenster getreten und hinausgeschaut. Nichts tun zunächst. Die durch die Uebungen etwas angestrengte Atmung laufen lassen wie sic will, damit Herz und Lunge zur Ruhe kommen. Dann aber drei- bis viermal hintereinander: langsam mit den Armen beim Einatmen hochsteigen und sie aus- breiten — sie mit der Ausatmung wieder senken. So wird das Atemholen vertieft und, wenn man es richtig macht, die Lunge ganz vollgepumpt, bis man es oben in den Spitzen deutlich fühlt. Es kommt aber darauf an daß diese vier Uebungen jeden Morgen gemacht werden. Sie müssen eine feste und gute Gewohnheit werden. Dann vollzieht sich ein gesunder Uebergang vom Schlaf zur Arbeit, der Kraft und Lust schafft für den kommenden Tag. H. S. Sie laufen lassen. Sie fliegen nicht weg, so wird der oft verkrampfte und steife Schultergürtel bewegt und gut durchblutet. Gut ist es, wenn die Gelenke der Beine im rhythmischen Schwung ela- tisch mitfedern. Die dritte Hebung: „Rumpf beugt!" Auch hier kommt es sehr auf den rhythmischen Schwung der ganzen Uebung an. Den muß man allmählich herausbekommen. Dann macht es Freude und gibt Kraft. Also: Rumpf beugen nach vor- und rückwärts. Knie- und Fußgelenke geben beim Abwärtsschwung nach und stoßen den Aufwärtsschwung an. Anschließend mit den Armen von unten auf etwas nach rückwärts schwingen und den Rumpf rückwärts beugen. Wenn man in einem Schwang die ganze Uebung durchführt, bann ist es richtig. Die vierte Uebung: Atempause am Fen - mit feine Nährfalze nicht auslaugen. Pilze, Spinat und Suppengrünes dämpfen wir nicht vor. Das Trocknen geschieht auf einer Horde ober Darre. Diese machen wir aus einem Holzrahmen, bas heißt, einer leichten, zehn Zentimeter hohen Kiste, aus ber wir ben Boben entfernen. Dann überspannen wir ihn mit Fliegendraht oder belegen ihn mit dünnen Latten in engen Zwischenräumen, damit die Luft durch kann. Das vorbereitete Gemüse kommt in dünner Schicht darauf. Alle Ko hl arten befreien wir von Blattrippen und dem Strunk, schneiden sie in Streischen und dämpfen sie vor. Beim Rotkohl geben wir ein wenig Essig in das Dämpfwasser, damit er schön rot bleibt. Aller Kohl wird 2% Stunden bei 80 bis 90 Grad gedörrt. Die dicken Rippen schneidet man zum Suppengrün. Lauch, Petersilien- wurzeln, Gelberübchen, Sellerieknollen, Pasternaken schneiden wir in feine Stiftchen und setzen sie drei Stunden einer Hitze von 60 bis 70 Grad aus. Spinat wird nur gewaschen und dann an der Luft erst abgetrocknet, ehe er zwei bis drei Stunden bei 70 Grad gedörrt wird. Man lege die Blätter einzeln auf die Darre. Erbsen hülsen wir aus, zarte, junge Bohnen, ausgehülste Puffbohnen dämpfen wir fünf bis zehn Minuten vor und trocknen sie bet 70 bis 80 Grad in drei Stunden. Puffbohnen brau- chen vier bis fünf Stunden. Blumenkohl schneiden wir in ganz kleine Röschen, dämpfen fünf Minuten vor, er braucht zwei bis drei Stunden bei 75 Grad. Ganz kleine Karotten brühen wir ab, reiben die Haut ab und trocknen sie ganz. Größere schneiden wir in Scheibchen oder Streifen. Letztere dämpfen wir fünf Minuten vor und dörren bei 80 bis 90 Grad knapp drei Stunden. Nur ganz feste, reife Tomaten eignen sich zum Dörren. Wir reiben sie ab, schneiden sie in feine Scheibchen und legen sie auf die Dörre. Wir wenden sie oft vorsichtig um, damit sie nicht anhängen. Besonders leicht trocknen sich P i l z e. Sie werden nur gesäubert, nicht gewaschen. Sie müssen ganz frisch sein, roegroerfen tun wir nur alte Lamellen, schlechte Stückchen, alte ausgefranzte Haut. Im all- gemeinen zieht man nicht die Haut ab, denn sie enthält die meisten Gewürzstoffe. In feinen Scheibchen kommen sie erst an die Lust zum Dortrocknen, dann auf die Horde in eine Hitze von 60 bis 70 Grad. Wir stellen gleich mehrere Horden übereinander in den Ofen, müssen aber öfter auswechseln. Dörrgemüse ist natürlich nur haltbar, wenn es wirklich trocken ist. Wenn es aus dem Ofen gekommen ist, macht es einen vollständig trockenen Eindruck, aber nach ein paar Tagen kommt es wieder zu sich. Darum lassen wir es noch einige Tage, in Kartondeckeln aufgeschüttet, offenstehen. Das Gemüse darf nicht knochenhart sein. Es muß sich biegen lassen, ohne daß es Saft gibt. Dann heben wir es in Beuteln aus losem Stoff auf. Wir hängen sie an kühlem, trockenem Ort offen auf. Finden sich im Laus der Zeit doch kleine Schimmelstellen, so war es nicht ganz trocken Wir müssen sie gut herauslesen und das Uebrige noch einmal eine Stunde lang bei 100 Grad keimfrei machen. Dor dem Gebrauch waschen wir das Gemüse gut, weichen es am Abend vorher in kaltem Wasser ein. Darin quillt es über Nacht an. In diesem Wasser wird es auch gekocht. Den strengen Gemüsegeruch, den manches Gemüse hat, beseitigen wir dadurch, daß wir während des Kochens oft das Wasser, das sich am Topfdeckel durch den Dampf ansammelt, abwischen. Das Gemüse muß ganz langsam weich kochen. Man kann es auch mit frischem Gemüse zu- jammen mischen, wenn beide einzeln gar gekocht sind. Es ijt dann kaum ein Unterschied zu merken. Als volle Mahlzeit rechnet man für die Person 125 Gramm. Wir können annehmen, daß gut ge» dörrtes Gemüse den zehnten Teil des Frischgewichts ; hat Als Dörrofen ist jede Ofenröhre eines Kohlen-, Gas-, elektrischen Herdes oder, sehr gut, einer : Grude, zu benutzen. Auch das zum Einkochen in Gläsern nicht ge- [ eignete Fa11obst können wir so einwintern. , Aepfel und Birnen schälen wir ab, entfernen . das Kernhaus, ziehen sie, in Scheibchen geschnitten, t auf einen weichen Faden und hängen sie in der • Sonne auf. Die einzelnen Scheiben dürfen sich nicht : berühren. Luftiges Aufhängen befördert dasTrock- f nen. Wir verwenden zum Trocknen nur reifes, festes Obst. Damit die geschälten Früchte nicht ihre Farbe I verlieren, legen wir sie während des Schneidens . sofort in leichtes Salzwasser Alle Früchte, die saf- l tig sind, geben wir zuerst nur in gelinde Hitze. Sie , platzen sonst und verlieren den Saft. Aepsel und i Birnen kommen gleich in größere Hitze. Alle Bee- , ren legen wir erst auf die Horden, wenn wir - diese mit Papier belegt haben. Kirschen und i Pflaumen werden entstielt und erst an der - Luft vorgetrocknet, was oft mehrere Tage dauert. - Dann muß man sie abreiben, um die Wachsschicht zu entfernen. Der Trockenprozeß würde sonst zu Wie Großmutter für den Winter hamsterte. Äon Frida Aifch, Bad-Nauheim. „Vergangenheit laß deine Lehrmeisterin fein" ist eine alte Weisheit. Mit Recht sind mir stolz auf Alles, was die neue Zeit uns geschenkt hat, aber oft genug kommt es vor, das uns nicht alles gerade zur Verfügung steht, besonders, was die neuen Errungenschaften in unserer Küche betrifft. Da sind wir froh, wenn Großmutters Kochbuch uns aus der Verlegenheit hilft. Wie wäre das, wenn wir uns einen kleinen Vorrat Dörrgemüse herstellten? Es hängt anspruchslos im Säckchen im Speisechrank und wartet bescheiden, bis feine Zeit gekommen ist. Mancher ist froh, wenn er eine gute, würzige Suppeneinlage schnell zur Hand hat, wenn rische Gemüse teuer und selten sind. Jetzt sind die Gemüse gerade recht. Der Markt ist reichlich beschickt, sie sind ausgewachsen, aber noch zart. Gut zum Trocknen eignen sich Weißkraut, Wirsingkohl, Erbsen, Bohnen, Blumenkohl, Gelberübchen, Kohlrabi, Tomaten, Sellerieknollen, Peter- silienwurzeln und Spinat und Lauch. Wir putzen alles wie gewöhnlich. Damit sie nachher beim Gebrauch zart werden, dämpfen wir sie vor. Wer einen Gemüsedämpfer hat, ist fein raus. In ganz dünner Schicht legen wir die Gemüse darauf und setzen sie kurze Zeit dem Dampf aus. Haben wir keinen Dämpfer, legen wir sie auf ein Sieb, das wir über einen Topf mit kochendem Wasser hängen. Das Gemüse darf das Wasser nicht berühren, da- Gurren uno Tomaten Das Angebot an Gurken und Tomaten ist jetzt außerordentlich groß. Sie lassen sich nicht nur zum Einmachen und dem üblichen Salat verwenden, sondern ergeben als Gemüse zubereitet, oder aut verschiedene Arten gefüllt, preiswerte, abwechslungsreiche Gerichte. Getüllte, geschmorte Gurken: Ziemlich große, grüne Gurken werden geschält der Lange nach in zwei Hälften geschnitten und das. Kern- gehäuse entfernt. Die Gurken werden leicht mit Salz bestreut und 1 bis 2 Stunden in schwachen Essig gelegt Die Gurken werden abge rocknet und mit einer Hackfleischmasse, halb Kalb- halb Schweinefleisch, gefüllt Die Hälften legt man zusammen, umwickelt sie mit einem Faden und dampft sie dann in reichlich heißem Fett Dann nimmt man sie aus dem Schmortopf bereitet eine Tunke, schmeckt mit Salz, Essig, Kapern, ab. Man legt die Gurke in die Tunke und läßt sie eine ^eile darin äiehen. Vor dem Anrichten entfernt man die Faden und richtet die Gurke in der Tunke an. Gefüllte. kalte Surfen: Grüne Gurken werden geschält und ausgehöhlt. Danach werden ste mit Satz bestreut und 1 bis 2 Stunden in leichten E lia gelegt Jede Gurkenhälste wird mit Fl-ilch- ,° °t gefüllt Die gefüllten Gurken richtet man auf e°n°r Platte mit Brunnenkreffe oder Endimen- '°Gu°r"k-ng-müfe mit Kartoffelbrei: Etwa 1 Kilogramm getdjälte. entkernte und m gro- 6erc Stücke gefchnittene Gurken Mit «atz einige S durchziehen lasten Inzwstch-n hackt man etwa ,28 Gramm gekochten Schinken mit einer halben Sellerieknolle, t Zwiebel mittelsein. Itftmort bies ,n SN Gramm Nett an, gibt 4 Tomaten und die Gur> te°n®u, begießt mit Flüssigkeit und dünstet das Gemüse weich. Mit Mehi gebunden, oerbester, man das Gemüse mit Milch schmeckt mit Salz Suppen- würze und Wein ab und reicht Kartoffelbrei dazu. Voln tiefte Gurken: Schlangengurken oder nicht ausgewachfene Gurken mit möglichst kleinen Sternen werden geschalt, m 1 Zentimeter dicke Schaden geschnitten mit Salz bestreri und über Nacht r,ehen gelassen. Aus der sich bildenden Salzlake werden nun die Gurken herausgenommen und mit ZehnWnnlenfmdieGesundbett Ein Wissenschaftler hat einmal ausgerechnet, wie- niel Schritte durchschnittlich am Tage die viel beschäftigte Hausfrau macht Er kam dabei so auf 15—20 000. Das sind beinahe so viel wie die eines Briefträgers, der von Haus zu Haus, treppauf, treppab viel zu laufen hat. Es wäre solche Rechnung nicht nötig gewesen, um erst zu beweisen, daß unsere Hausmütter zu den Schwerstarbelter gehören. Es geht vieles leichter, wenn sie zum Ausgleich zu mancherlei ungünstiger aber notwendiger Körperbetätigung eine entspannende und kräftigende Gymnastik treiben. Wir bringen hier einige Uebungen, die für alle gut sind und leicht durch- geführt werden können. Nach ihnen übe man: Zehn Minuten jeden Morgen — sie machen frisch und sparen Sorgen. Früh morgens als Erste aufgestanden! In die Küche oder in die Badekammer! Das Fenster geöffnet, bie Ture ju! Und dann — den ganzen Körper auch den Rucken, mit kaltem Wasser abgerieben Tüchtig trockensrot- tieren Mit den Händen die Haut warm und glatt reiben. Sie abklatschen und durchlockern. Aber man darf dabei nicht frieren. So dünstet der ganze Körper aus, durchblutet gut und erfrischt sich Und hinterher: Vier Uebungen. Die erste Uebung: „Knie beugt! Man fallt zum Sitz auf die Fersen herunter und federt, so datz Hüst-, Knie- und Fußgelenke burchgearbeitet werden. Allein durch die Spannkraft der Gesäßmuskeln wieder höchsteigen. Dies mehrmals hintereinander, |o ,.Arm° kreist.- Die Arme nach vorn und rückwärts tüchtig herumschwingen. in Scheiben geschnittenen Zwiebeln zusammen in die Einmachgläser gelegt. Der pikante Geschmack wird durch eine Packung Alba-Einmachgewiirz erzielt (1 Eßlöffel des gut gemischten Gewürzes reicht für ein 2^-Liter-Glas). Nun kocht man Essig oder nach Geschmack Essig mit Wasser auf, gibt auf vier Liter eine Packung Alba-Gurkendoktor hinzu, weil sich bann bie Gurken über ben Winter halten, nicht weich werden und nicht schimmeln, läßt erkalten und gibt diese Einmachflüssigkeit über die Gurken. Die Gläser werden darauf mit Alba-Einmachhaut zugebunden. Tomatennudeln. Zutaten- 250 Gramm Nudeln in Salzwasser kochen, 1 Eßlöffel Salz, ein halbes Kilogramm Tomaten, 3 bis 4 Eier, Liter Milch, 1 Eßlöffel Mehl, 2 Eßlöffel geriebenen Schweizerkäse, 1 Eßlöffel Butter. (2 Liter Wasser) 250 Gramm Nudeln in Salzwasser garkochen, abtropfen lassen und die Hälfte davon in eine vorbereitete Ayflaufform füllen. Tomaten waschen, in Scheiben schneiden, etwas Salz darüber streuen und mit ben übrigen Nubeln bedecken Die ganzen Eier mit 1 Eßlöffel Mehl, einem halben Liter Milch und Salz verquirlen und darübergießen. Das Ganze dick mit geriebenem Käse bestreuen, mit Butterflöckchen belegen und ungefähr eine halbe Stunde in den Backofen stellen. Tomaten mit Quark gefüllt. Zutaten: Tomaten, Quark, Milch, Sah, Zwiebel, Schnittlauch. — Tomaten waschen, abreiben, einen Deckel abschneiden und mit einem silbernen Löffel das Mark entjernen. Man siebt ben Quark burch, verrührt ihn mit süßer Milch ober Sahne unb mischt etwas gehackte Zwiebel barunter Mit bieser Masse füllt man bie Tomaten, bestreut ben Quark mit feingewiegtem Schnittlauch und richtet alles auf einer flachen Salatplatte an. Tomaten mit Kalbfleisch gefüllt (auch als Resteverwendung): Zutaten: 8 bis 10 Tomaten. *4 Pfund gebratenes ober frisches Fleisch (bas burch Brötchen gestreckt werben kann), Petersilie, Zwiebel, 20 Gramm Butter. Weckmehl. Zitrone. Fleisch fein gewiegt, ebenso Petersilie, Zwiebel. Alles bampfen, das Tomatenmark durchpassieren, mit dem Gewiegten vermischen 1 E> daran rühren. Die gefüllten Tomaten mit Butter bestreichen. Weckmehl bestreuen Die Form mit Butter ausstreichen, bie gebackenen Tomaten mit Zitrone beträufeln. MW8 lang bauern. Aepfel und Birnen brauchen 100 bis 110 Grad und eine Trockenzeit von drei bis sechs Stunden, je nach ihrer Dicke. Mirabellen brauchen 90 Grad, vorgetrocknete Pflaumen bloß 70 bis 80 Grad. Birnen muffen ungefähr sieben bis zehn Stunden trocknen, Kirschen vier bis fünf, Mirabellen sechs bis sieben, Brombeeren Heidelbeeren, Trauben, ausgekernte Hagebutten zwei bis vier Stunden. Das Obst ist gut, wenn es sich biegen läßt und kein Saft mehr herausläuft. Es wird ebenso aufgehoben wie das Gemüse. Selbstgetrocknete Trauben nehmen wir in unsere Kuchen, genau so wie Rosinen. Die Aepfel- kerne sammeln wir als Mandeln und verwenden sie ebenso. Pflaumenkerne in kleinen Mengen würzen uns Süßspeisen. Esten — gut gelaunt. Auch das ist.Kampf gegen den Verderb", daß gut gelaunt und mit Appetit gegessen wird, so daß nichts übrig bleibt. Denn es gilt schon das Wort: Dor lauter Aerger ist mir der Appetit vergangen." Die Stunde der Mahlzeit soll eine frohe und heitere Stunde sein. Denn der Organismus verarbeitet die lebenswichtigen Bausteine, die ihm die Nahrung geben, um so besser, je weniger er sie sich in Hast ober mit Aerger unb Derbruß einoerleibt. Nun ist es vielfach so, baß gerabe zu ben Mahlzeiten die Familie beisammen ist und daß dann allerlei Vorkommnisse in und außer der Familie zusammen besprochen werden. Das sind natürlich auch manchmal sehr ärgerliche. Die Mutter aber ist verantwortlich für eine gesunde Ernährung, und so soll sie zur Mahlzeit ärgerliche Gespräche erst gar nicht anschneiden oder sie fortscheuchen. Je harmonischer und gemütlicher die Mahlzeiten sind, um so gesünder und glücklicher ist die Familie. Dazu gehört auch, daß man den Tisch sauber und freundlich deckt. Das geht auch mit geringen Mitteln. Vielleicht, daß man ihn zur Blumenzeit mit einem netten Strauß schmückt. Zur Freude für alle trägt bei, wenn pünktlich und regelmäßig gegessen wird, denn nichts ist schädlicher als hastiges Essen. Störungen des Magens und nervöse Erscheinungen sind oft die Folge. Die Stunde der Mahlzeit soll feststehen. Das unregelmäßige Essen schadet mehr als man allgemein annimmt. Es geht immer gut einzurichten, wenn vorgesorgt ist, wenn durch eine richtige Arbeitseinteilung der Küchenzettel für die ganze Woche festgelegt unb nach ben Jahreszeiten unb Monaten ausgerichtet würbe. So hängt eins mit bem anbern zusammen. Unb wenn bas alles richtig gemacht wirb, bann stellt sich immer ber rechte Appetit ein, auch wenn einmal bie Suppe ein wenig versalzen sein sollte. H. S. Siebenhundert Jahre Stadt Berlin. Von Georg G. Graf. Nun feiert bie Stabt Berlin ihren siebenhunbertsten Geburtstag. Ganz genau kennt man ihn ja nicht; benn bie Geburts-, b. h. Gründungsur- kunbe ist verloren gegangen. Die ältesten Urfunben ber Doppelstabt Berlin-Cölln nennen 1237 Cölln unb 1240 Berlin als Stabt; als börsliche Sieblung find beibe Orte sicher noch viele Jahrhunberte älter. Zu Beginn feiner Geschichte mag Berlin einige hundert Einwohner gezählt haben, heute reicht seine Bevölkerungsziffer an bie Fünfmillionengrenze heran; Berlin hat mehr Einwohner als bie ganze Schweiz. Vor 700 Jahren bebecfte bie Stabt eine Fläche von 73 Hektar, unb biefe Ansicht von Berlin im 17. Jahrunbert. Im Mittelpunkt bas Schloß, Fläche hat sich bis ins 17. Jahrhun- bavor ber Lustgarten. — (Nürnberg, German. Nationalmuseum.) bert »sicht vergrößert; heute umfaßt tere Errungenschaft. Unb wenn es auch bamals von ben märkischen Weinen hieß, sie „kratzten bie Kehle wie eine Säge", so würbe ber Wein, ber auf ben Hügeln rings um Berlin wuchs, gern getrunken unb weithin oerfanbt. Die Berliner Weinmeister belieferten Mecklenburg, besten Fürsten bie Berliner Marken — Ungrifdj Leibfarb, Tinten- unb Petersilienwein — höher schätzten als ben Rheinwein, unb die ganzen Ostseestadten Die meisten Weinberge gingen erst in dem strengen Winter 1740 ein, und Friedrich der Große hielt dann die Kornkammer für wichtiger als die Weinkeller. Die Handelskrisen des 14. und 15. Jahrhunderts untergruben auch die Machtstellung Berlins. Seine Bedeutung erlangte es erst auf anderer Grundlage wieder, als aus der Handelsstadt eine Residenzstadt geworden war. Kurfürst Friedrich II. benutzte die Schwäche der niedergehenden Stadt, ließ sich den versumpften nördlichen Teil Cöllns mit der ßuftgarteninfel abtreten und erbaute hier um 1450 eine Burg, eine Zwingburg gegen die beiden Städte, deren Zugänge, ebenso wie der Spreelauf von hier aus völlig beherrscht werden konnten. Hundert Jahre später ließ Joachim II. bie Burg nieberreißen unb an ihrer Stelle ben Prachtbau eines Resibenzschlosses errichten, in bem er ständi- gen Aufenthalt nahm. Zunächst war bie Rangerhöhung zur Resibenz noch keine Wohltat für bie Berliner. Erst als seit bem 16. Jahrhunbert bie Hofhaltung immer glän- zenber würbe, hob sich ber Wohlstand Und mit ber auffteigenben politischen Macht erwies sich ber Umfang ber beiden Schwesternstädte bald als zu klein; Beamte, Hofpersonal, Militär mußten Unterkunft finden. Der 30jährige Krieg hatte zwar auch Berlin stark entvölkert; aber es war vor Plünderung und Zerstörung bewahrt geblieben. So wurde denn vom Großen Kurfürsten eine neue Stadt, die Stadtgemeinde Groß-Berlin annähernd 900 Quadratkilometer (90000 Hektar!); das ist fast die Größe ber Insel Rügen. Zwischen zwei ausgebehnten Hochflächen, bem Barnim im Narben unb bem Teltow ifn Süden, irrte einst die Spree in zahlreichen» Armen zwischen Dünenstreifen und verlandeten Mooren durch ein ostwestlich gerichtetes, breites sog. Urstromtal, die ehemalige Abflußrinne für die Schmelzwasser der eiszeitlichen Gletscher. Die engste Stelle dieses Tales, wo Barnim und Teltow sich auf eine Entfernung von nur etwa 4 Kilometer nahe kommen, bot auch insofern die bequemste Uebergangsmög= lichkeit, als hier zwischen mehreren schmalen Flußarmen feste Jnselkerne mit sandigem Boden sich befanden, in gleicher Weise für Ansiedlung geeignet und durch ihre Lage geschützt. Die beiden Schwesterstädte Berlin und Cölln entstanden hier nebeneinander auf den beiden bedeutendsten Spree- infeln; sie sollten den Landverkehr zwischen der Ostsee und Mitteldeutschland vermitteln und sichern. Cölln — der Name kommt wahrscheinlich vom wendischen „Golm"-Hügel — muß wohl die ältere Stadt gewesen sein. Sie entstand rund um eine Düne, oa wo heute Köllnischer Fischmarkt und Der alte Potsdamer Bahnhof. s Z i 9 Petrikirche sich befinden; vermutlich lag in unmittelbarere Nähe ein wendisches Fischerdorf, das der Stadt den Namen gab. Vom Köllnischen Fischmarkt führte der Mühlendamm nach der Berliner Seite hinüber. Hier lag ursprünglich, rund um den Platz der heutigen Nikolaikirche, ein Bauerndorf, von dessen Ausgang verschiedene Feldwege ausstrahlten; an dieser Wegscheide entstand der älteste städtische Berliner Markts der Molkenmarkt. Während die Cöllner Insel für eine Stadterweiterung zu klein war, wurde dem ältesten Berlin sehr bald eine neue Stadt angegliedert mit der Marienkirche als geistlichem und dem Neuen Markt als weltlichem Mittelpunkt. Beide Städte hatten Jahrhunderte hindurch gesonderte Verwaltung und waren durch getrennte steinerne Mauern mit Türmen, Wall unb Graben befestigt. Das älteste Rathaus Berlins ftanb am Molkenmarkt; bie Burg bes Lanbesherrn, das „Hohe Haus" lag nahe dem Drstausgang zwischen Alexanderplatz und Klosterkirche. Vor den Toren gab es geistliche Spitäler, eine Art von Duarantäneftationen, die im Mittelalter bestimmten Heiligen, dem St. Georg — am Alexander- Platz — oder St. Gertrud — am Spittelmarkt — gewidmet waren. Sehr schnell entwickelte sich die Doppelstadt Ber- 'In-Cölln zu einer wohlhabenden Kaufmannsstadt, die längere Zeit der Hanse angehörte. Haupthandelsartikel waren Heringe, die von Stettin kamen, und märkischer, besonders Berliner — Wein! Jawohl! Wein! Das Bier ist in der Mark eine fpä- Friedrichswerder, auf einer Spree-Insel zwischen Spittelmarkt unb ben „ßinben" geqrünbet, unb halb banach entstaub bie Dorotheenstabt Die ursprünglich felbftänbigen vier Gemeinwesen würben bann 1709 miteinander vereinigt; seitdem erst gibt es ein einheitliches Berlin. Noch in einer anderen Beziehung veränderte der Große Kurfürst das Bild seiner Residenzstadt: Berlin wurde Festung. Nach holländischem Muster wurde die Stadt in den Jahren 1658—83 in ein kunstvolles Besestigunassystem aus 13 Basttonen mit einem über 60 Meter breiten Graben davor einbezogen. Die Gräben sind seit langem zugeschüttet; auf dem Königsgraben fährt heute zwischen Jannowitzbrücke unb Börse bie Stadtbabs Die ehemaligen Bastionen finb heute bie sternförmig ausgezackten Plätze Hackescher unb Svittelmarkt, Märkischer unb Hausvogteiplatz. Die Festung war schon kurze Zeit nach ihrer Vollenbung überholt; bie Stabt sprengte ihren Rahmen. Friebrich I. schuf bie Friedrichstadt, unb unter Friebrich Wilhelm I unb Friebrich bem Großen mußte bie Stabt entfestigt werden. Die auseinanberftrebenben Teile wurden 1737 roieber burch einen weiten Mauer- unb Palli- fabenring zusammengefaßt, ber ein Stabtgebiet von 1330 Hektar einschloß. Diese, bie britte Berliner Stadtmauer, die erst in der Mitte des vorigen Jahrhunderts fiel, war jedoch keine Festungsmauer: sie sollte lediglich eine Art Verkehrshindernis sein, um Deserttonen zu verhindern und um an den Toren den ßandsttaßenverkehr zu überwachen und ben Torzoll zu erheben. Heute führt so ziemlich auf ber ganzen Strecke biefer ehemaligen Stabtmauer bie Linie 1 ber Straßenbahn entlang. Der Große Kurfürst hatte ben Ehrgeiz, aus Berlin eine repräsentative Resibenzstabt zu machen. Die Stabt muß bamals, ben Verordnungen nach zu schließen, nicht den besten Eindruck geboten haben. Als z. B. alle Verbote, Schweineställe vor den Häusern anzulegen und die Tiere frei auf der Straße herumlaufen zu lassen, nichts halfen, wurde 1681 das Schweinemästen in der Stadt überhaupt untersagt. Die Müllbeseitigung lag so im Argen, daß 1671 jeder zu Markt kommende Bauer verpflichtet wurde, eine Fuhre Kot von dem großen Haufen auf dem Neuen Markt mit aus der Stadt zu nehmen. 1679 beginnt die Straßenbeleuchtung; aus jedem dritten Haus mußte nachts eine Laterne herausgehängt werden; drei Jahre darauf wurden die ersten Laternenpfähle errichtet. Schon vor Schlüters berühmten Umbau war das Berliner Schloß zu einem stattlichen Gebäudekomplex herangewachsen. Der erste Hohenzollernkönig, Friedrich I., hatte dann, ähnlich andern deutschen Fürsten, die Absicht, es an Monumentalbauten in feiner Residenz dem französischen Sonnenkönig gleich zu tun. Aber das Schloß blieb unvollendet, und von den Prunkbauten feiner Vorgänger wollte Friedrich Wilhelm I. nichts wissen; aus dem Lustgarten wurde ein Paradeplatz, das Lusthaus zur Tapetenmanufaktur, das Pommeranzenhaus, die Orangerie, zuerst ebenfalls eine Fabrik, bann ein Packhof. Erst seit bem 19. Jahrhunbert wirb ber Ausbau Berlins nicht mehr ausschließlich vom Herrscherhaus beftimmt; Berlin kehrt fern Gesicht roieber nach außen. Verkehr und Industrie sprengen die alten Mauern und breiten ein neues Straßennetz über bisher unbebaute Gebiete. Das wurde eigentlich erst möglich, als die Bauernbefreiung um 1850 dem Bauern den Verkauf der ländlichen Grundstücke gestattete. Nicht immer gereichte die stürmisch einsetzende Entwicklung der Stadt zum Vorteil, selbst wenn wir von den unheilvollen Folgen der Bodenspekulation und der „Gründerjahre" mit ihren „Millionenbauern" absehen. Die Eisenbahn querte nur in der Ostwestrichtung die Stadt, die übrigen Linien endigten blind in Sackbahnhöfen an der Weichbildgrenze, und die Bahnhofsanlagen und Schienenstränge schlossen die neuen Stadtteile voneinander ab. Großstadt wurde Berlin bereits Mitte bes 18. Jahrhunberts; 1750 würben bie ersten Hun- berttaufenb Einwohner überschritten 1830 waren es 200 000, unb 1860 würbe bie erste halbe Million erreicht. Seit biefer Zeit, genauer seit ber Reichs- grünbunq, batiert ber ungemein schnelle Aufstieg MM Altberliner Typen, als Hauptoertreter bes Berliner Volkswitzes: Droschkenkutscher unb Fischfrau. zur Mehrmillionenstabt, zur Weltstadt. Aber es bauerte noch eine Weile, bis aus dem unorganischen Konglomerat verschiedener, obendrein miteinander rivalisierender Städte und stadtähnlicher Riesendörfer eine einzige Riesenstadt entstand. Solange die Hohenzollem in Berlin residierten, verhinderten sie ben Zusammenschluß. Der kam erst 1920. Mit Berlin mürben bamals runb hunbert felbftänbige Ge- meinben zusammengeschmolzen, barunter 53 einstige Kirchdörfer und ein halbes Dutzend Groß- und Mittelstädte. Erst die Schaffung eines Groß-Berlin ermöglichte oder vielmehr ermöglicht — denn die Sünden und Versäumnisse der Vergangenheit sollen noch gut gemacht werden! — für die Zukunft, die Stadt nach einheitlich-großzügigen Plänen umzugestalten und auszubauen. Die Schwierigkeit der Lösung dieser Probleme liegt hauptsächlich in den Aufgaben, bie ber gegenwärtige unb der voraussichtliche zukünftige Verkehr stellt. Gewiß, Berlin ist neben Duisburg der größte deutsche Binnenhafen; Berlin hat ein Schnellbahnnetz von rund 90 und ein Straßenbahnnetz von 700 Kilometer Länge (man kann für 25 Pfennige die ganze Stadt von Westen nach Osten auf einer Strecke von 50 Kilometer durchqueren!). Aber das U-Bahnnetz ist noch unvollendet, die Ringbahn ist in der heutigen Anlage für die Außenoororte fast ein Verkehrshindernis, und die Sackbahnhöfe im Fernverkehr trennen noch Süd- und Norddeutschland mitten in Berlin voneinander. Nur eine gewaltige oerkehrspolitische Revolution und die Energie weitblickender Männer wird diese Aufgabe lösen und das Groß-Berlin des 20. Jahrhunderts, würdig der Hauptstadt des neuen Reiches, schaffen können. PS tllfi ks: Das alte Brandenburger Tor. (Staat!.Kunstbibliothek.) — Rechts: Die „Lindenallee" im Jahre 1691, heute Berlins Dracktstraße „Unter den Linden". (Kupferstich-Kabinett.) * ) l B Gute Lust unb Gesundheit am Arbeitsplatz. Don Dipl.-Zug. Herbert Stemwarz, Amt „Schönheit der Arbeit" in der DAF. Die Organisation aller Schaffenden des Deutschen Reiches — die Deutsche Arbeitsfront — betrachtete es bei ihrer Gründung als vornehmste Aufgabe, den Arbeiter zum gleichberechtigten und geachteten deutschen Menschen zu erheben. So unwichtig es den Machthabern vor 1933 erschien, ob der deutsche Arbeiter rein äußerlich in Kleidung und Gebärde als Prolet gekennzeichnet war ober nicht, so wesentlich ist es der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, eben diesen Arbeiter auch rein äußerlich in den Genuß aller Dinge zu setzen, die jeder andere Angehörige des Deutschen Reichs für sich in Anspruch nehmen kann. Die deutschen Betriebsführer und ihre Gefolgschaftsmitglieder haben es in den letzten Jahren verstanden, diese Brücke von Mensch zu Mensch zu schlagen. Die deutschen betriebe sind auch in vielen Fällen Ausdruck des Nationalsozialismus geworden; die Auszeichnung von 30 Musterbetrieben durch den Führer kennzeichnet am besten den Willen der nationaljo- zialistischen Regierung, durch einen Wettkampf einmal alle Betriebe mit diesem neuen Sozialismus zu erfüllen. Dem Amt „Schönheit der Arbeit" war es dabei Vorbehalten, für die äußere und innere Gestaltung der Betriebe sowohl in baulicher, als auch in technischer Beziehung zu sorgen. Was 1933 übernommen worden ist, soll hier nicht aufgezählt werden; viel wichtiger erscheint es, auf Grund der durch das Amt „Schönheit der Arbeit" in den Jahren 1933 bis 1937 oorgenomme- nen 35 866 Betriebsbesichtigungen festzustellen, daß die anregende und beratende Arbeit des Amtes „Schönheit der Arbeit" wesentlich dazu beigetragen hat, die deutschen Betriebe wenigstens einigermaßen in Ordnung zu bringen. Es ist uns bekannt, daß noch viele deutsche Betriebe einer inneren und äußeren Säuberung unterzogen werden müssen. Teils wirtschaftliche, teils organisatorische Dinge waren bisher ein Hemmnis, sofort an die Umgestaltung zu gehen. Entscheidend soll auch nicht die äußere und innere Umgestaltung des Betriebes sein, sondern vor allem auch der Geist, der in den Betrieben herrscht. Die einmal geschaffene Betriebskameradschaft wird auch hier Mittel und Wege finden, um einem wirtschaftlich schwachen Betrieb die Möglichkeit zu geben, sich den Forderungen des Amts „Schönheit der Arbeit" und darüber hinaus den Forderungen der Deutschen Arbeitsfront überhaupt einigermaßen anzupassen. Es war nicht leicht, in jeden deutschen Betrieb diesen Begriff „Schönheit der Arbeit" hineinzutragen, und es war noch viel schwerer, die einzelnen ausgestellten Forderungen in diesen Betrieben in die Tat umzusetzen und sie entsprechend den Anregungen des Amts „Schönheit der Arbeit" zu verwirklichen. Im Rahmen von Werbefeldzügen, wie „Gutes Licht — gute Arbeit", „Schafft Grünanlagen", „Schönheit der Arbeit im Bergbau" ufro. wurden auf Grund des Organisationsapparates der Deutschen Arbeitsfront alle deutschen Betriebe, wenn nicht unmittelbar besucht und beraten, so doch mittelbar durch Aufklärung, Werbeschriften und Veranstaltungen auf die Forderung für die Verbesserung der Arbeitsplätze aufmerksam gemacht. Ganze Wirtschaftszweige, wie Schuhfabriken, Ziegeleien ufro. wurden einer eingehenden Besichtigung unterzogen, so daß hierüber Gesamtergebnisse zur Verfügung stehen In diesem Sommer soll nun auch die Bedeu - tung der guten Luft am Arbeitsplatz in die breite Öffentlichkeit getragen werden. Wenn erst einmal das Verständnis für gute Lust, sei es am Arbeitsplatz, fei es sonstwo an Stätten, wo sich viele Menschen versammeln, geweckt sein wird, dann erst soll über das ganze Reichsgebiet mit den zuständigen Fachkreisen und Organisationen eine eingehende Bearbeitung der Frage „Gute Be- und Entlüftung" im Deutschen Reich durchgeführt werden. Im August werden daher in den Gauhauptstädten des Deutschen Reiches durch jeweilige Ein- setzung eines „Aktionsausschusses für gute Luft am Arbeitsplatz" eingehende Erhebungen über das bestgelüftete Lichtspielhaus, Theater, Gaststätte und den bestgelüfteten Betrieb durch Stimmzettel veranstaltet werden, um zunächst einmal die Mitarbeit der Volksgenossen zu sichern. Es ist selbstverständlich, daß die Industrie und ihre Drganifationen, sowie die technisch-wissenschaftlichen Fachoerbände hieran sehr stark beteiligt sind. Ebenso ist zu hoffen, daß die durch diese erste Vorführung getroffenen Maßnahmen eine Förderung in der Tätigkeit des betreffenden Industriezweiges Hervorrufen werden. Dieser erste Weckruf soll Ansporn für alle Kreise sein, die in Industrie, Handwerk und Wissenschaft mit der Lüftungsfrage beschäftigt sind, nun auch selbst alles zu tun, um dem Deutschen Reich auch auf diesem Gebiet nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis eine führende Stellung unter den übrigen Nationen einzuräumen. Persönliche und geschäftliche Vorteile sollten hierbei nur insoweit eine Rolle spielen, als sie für die Lösung der Frage einen Beitrag liefern. Ist das Verständnis für gute Luft erst einmal geweckt, dann stellen sich die wirtschaftlichen Vorteile für die Mitarbeiter an diesem Werk von selbst ein. Wenn die Deutsche Arbeitsfront es auch auf diesem Gebiet übernimmt, durch Bildung von Aktionsausschüssen in den Gauen die geeigneten Männer für die Propagierung dieses Gedankens einzusetzen, dann ist zu hoffen, daß in kurzer Zeit der Begriff der guten Lust am Arbeitsplatz und darüber hinaus an allen Stätten, wo sich Menschen versammeln, im Deutschen Reich zur Selbstverständlichkeit wird. Hunbfunfproqromm. Donnerstag, IS. August. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 10: Schulfunk 10.30: Hausfrau, hör zu! 12: Mittagskonzert 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Volk und Wirtschaft. Zu wenig Garagen und Parkplätze. 15.15: Für unsere Kinder. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Walzer und Märsche 21: Nachrichten. 21.15: Som- merabenb am Schluchsee 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 22.15: Reit- und Fahrturnier in Aachen. 22.30: Unterhaltungsmusik 24 bis 1: Nacht- tonzert. Märchen werden lebendig... Mittwoch. 18.August IQ37 Nr. 191 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Aus der Stadt Gießen betrieb Tätigkeit. Vornoiizen. wertvolles Nahrungsmittel; im Dotter ist besonders Hel Lezithin enthalten. * Teil I in Nr. 188 vom 14. 8. Loets (Aufnahme: Archiv des Stadttheaters.) ?r, die n Brechend Weit" ! ornbrot vorzuziehen. Ein vollkommenes Nahrungsmittel, wenigstens liegen neuer H. deu« platz Wenn traktivstoffe des Fleisches aus, wie sie in der Fleischbrühe enthalten sind; sie regen besonders zur Nahrungsaufnahme und zur Sekretion des Magensafts an. Ein Gießener sollte wissen, was unser großer Landsmann I. v. Liebig mit seinem Fleischextrakt wollte; er glaubte, die billige Pflanzenkost dadurch der teuren Fleischkost gleich machen zu können, daß er zu Pflanzenkost Fleisch- extrakt hinzufügte. Ganz hat sich aber dieses Ziel nicht erreichen lassen, wie erst spätere tiefere Einblicke in den chemischen Aufbau des Eiweißes ergeben konnten. baulich fertiggestellt und durch einen seitlichen Eingang, eine Tür in der Friedhofsmauer, nahe dem Hause, erreichbar. Die Transformatorenstation wird naturgemäß dem Publikum nicht zugänglich sein; man hat nicht zuletzt deshalb einen besonderen Eingang dafür geschaffen. Die Einrichtungen für diese Anlage sind allerdings noch nicht vorhanden, sie werden jedoch, sobald die Umformer eingetroffen sind, montiert werden. Die übrigen Einrichtungen des Hauses werden in nächster Zeit ihrer Bestimmung übergeben. Die Anlagen der Bedürfnisan st alten sind fertiggestellt, die Einrichtungen für den Verkaufs- st a n d sind beschaffen, schöne, schwere Holztüren sind bereits eingefügt, und die Fenster für den halbkreisförmigen Derkaufsstand sind ebenfalls fertig. Sicherlich wird es allgemein begrüßt, daß mit diesem Gebäude gleichzeitig die Schaffung einer U n - terstell halle für die Fahrgäste der Straßenbahn möglich wurde. Einen besonderen Schmuck erhält der Warteraum durch eine dekorative und malerische Ausgestaltung. Die Wandfläche über der großen Sitzbank wird von Maler K i e n z l e in verschiedene Felder aufgeteilt, in denen dann einige hervorragend schöne Punkte unserer engeren Heimat, insbesondere die Burgen und Ruinen (Gleiberg, Schiffenberg, Staufenberg, Burg Münzenberg usw.) künstlerisch dargestellt werden. Ein Teil des Balkenwerkes für den Bau wurde übrigens aus dem Abbruch des Hauses an der g e r „Die Windsbraut" (Uraufführung), „Esmoreit und Damiet" (Uraufführung). war in- '1)1 in i sor. : hier nt es, r Ar. mme. - daß Imtes raaen naßen , daß äuße- Teils varen ütung ußere son> i Be- riebs. e sin- b die i des linaus über- ihre Drachen steigen. Einsam und verlassen die Spielplätze. Das weite Feld lockt zu Das Giadtiheaier rüstet zur neuen Spielzeit. Einem uns soeben zugänglich gemachten Werbeseft des Stadttheaters für die kommende Spielzeit entnehmen wir die Verpflichtung einer Reihe neuer Künstler, besonders im Schauspiel. Als Oberspiel- ftiter wurde Dr. Erich Schumacher vom Stadt- tr eater Saarbrücken gewonnen. Als Kapellmeister Öüt Operette Joachim Popelka vom Neuen Thea- ttir in Leipzig, als Chordirektor Heinz Mark- narbt vom Landestheater Neustrelitz und als Konzertmeister Ewald Lassen vom Staatsthea- tir Schwerin. Erster Kapellmeister bleibt Paul Walter, Ballettmeisterin Irmgard Zenner, Bühnenbildner Karl Löffler. Dramaturg Gun- ti.er Winkel. Im Schauspiel wurden wie- Der Professor inkognito. Von einem Besuch bei Jakob Burckhardt, dem berühmten Schweizer Kulturhistoriker, dessen Todestag sich in diesen Tagen zum 40. Male jährt, erzählt Wilhelm Bode: Bode hatte sich in Basel nach dem Hause Burckhardts in der St.-Alban-Vorstadt durchgefragt und fand vor dem bezeichneten Haus ein paar Männer in Hemdsärmeln sitzen. Auf seine Frage, ob hier der Herr Professor wohne, erhob sich einer der Männer mit einem charaktervollen Schweizerkopf und führte den Gast hinauf. Oben zog sich der Mann eine Jacke an und stellte sich vor: „Professor Burckhardt." — Ein andermal hatte Burckhardt auf das Drängen seiner Freunde eingewilligt, sich photographieren zu lassen. Um elf Uhr erschien bei dem bekanntesten Photographen der Stadt ein bescheidener Mann, mit dem Hut in der Hand und fragte, ob er sich wohl photographieren lassen könne. „Da müssen Sie schon ein andermal wiederkommen", sagte der Photograph. „Jetzt erwarte ich jeden Augenblick den berühmten Professor Burckhardt." Mit listigem Lächeln verschwand Burckhardt, und seine Freunde warteten vergeblich auf das Bild. sten mitspielen. So erginge uns auch gestern, als wir den ersten Drachen sahen. Wir blieben stehen und nahmen teil an der Freude der Jungen. In stolzer Höhe stand ein großer Drachen am Himmel. Bald stieg ein kleinerer Bruder auf. Doch ein Windstoß kam und brachte ihn aus dem Gleichgewicht. Einige Versuche, ihn in der Luft zu halten, scheiterten. Er trudelte ab und landete in einem Kartoffelacker. Dem Drachen war nichts geschehen. Vielleicht war er etwas zu leicht. Wir mischten uns unter die Buben und gaben „unfern Senf" zu der Unterhaltung. Nach unserer Ansicht mußte der Schwanz verlängert, d. h. er mußte etwas beschwert werden. Die Buben folgten unserm Rat, und nun stieg er kerzengerade auf und blieb auch schön in der Luft stehen. Ja, er kam noch höher als der große... Gemäht sind die Felder, der Stvppelwlnd weht, hoch droben in Lüften mein Drache nun steht... Die Buben wissen nichts von Abschied vom Sommer und von WehrnuL Sie lärmen und lassen ifyn biete den dent- den *t|d)e ’ärbe we. ifyn rein - die ' für Be. laben ü rf e deut- 'druck uhrer lalfo. i ein. smus .Gutes agen", ourben Deut- wenn h mit• »er- Mfe- Sanze Men iin/ffl Ser- Zur Ausstellung nach Düsseldorf. Wegen der starken Nachfrage wird am 4./5. September 1937 noch eine Wochenendfahrt zur Ausstellung 5374D „Schaffendes Volk" in Düsseldorf durchgeführt. Abfahrt Samstag mittag 12 Uhr. Preis mit Uebernachtung, Frühstück und Eintritt 12,50 RM. Nähere Einzelheiten und Anmeldung Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18. Gemeinnütziges Haus Licher Straße vor der Vollendung. Das neue Haus an der Licher Straße, unmittelbar am Alten Friedhof in die Friedhofsmauer eingefügt, das in mehrfacher Hinsicht der Gemeinschaft dienen soll, geht jetzt seiner Vollendung entgegen. Es bietet sich nun in seiner endgültigen Gestaltung dar. Die Transformatoren st ation ist UHL Seilersweg Nr. 67 adiO Telephon Nr. 3170 eparaturen «Mv liür den Vogel, muß das Ei sein, baut doch das Junge Tier mit den Stoffen des Eies allein feinen Körper auf. Auch für den Menschen ist das Ei ein do sich i, bann ien zu» ne eines unb geführt ihaupt' ie Ein« ! für jefjenbe elhaus, Betrieb Machst sichern, nb ihre iftlichen Ebenso führung in der hervor« - «reife senscholt in auch Ne'ch Theorie, renbe , einzu« iitl als fie ' liefern- nnale Vorteile .lbst ein- auf die' MMS' Vannet -zufehh Beqnff 4nb da-' glfnfch^ Tageskalender für Mittwoch. Gloria-Palast, Seltersweg: „Capriolen". Lebensmittel -Opferring der Ortsgruppe Gießen-Off. Die Sammlung wird Donnerstag, 19., und Freitag, 20. August, von der NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen Ein einseitiges und damit für den Menschen un- ivllkommenes, aber doch sehr wichtiges Nahrungs- nittel ist das Fleisch, es ist die Muskulatur der Schlachttiere. Nicht weniger als 20 v. H. des be- Unser täglich Brot. Von Professor Or. Bürker, Direktor des physiologischen Znsiituts der Universität Gießen. I bereithalten und die Mitgliedskarte zur Eintragung oorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar | anzugeben. ____________________ 2uth Ines Eckermann, die für die neue Spielzeit des Gießener Stadttheaters als jugendliche J eldin und zweite Salondame verpflichtet wurde, trautem Eckermann kommt von der Kölner Schauspielschule. Gießen ist ihr erstes Engagement. — dunkler aussieht, hat sich doch auch in Asien gezeigt, laß ausschließlicher Genuß von geschältem Reis zu kr gefürchteten Krankheit Beriberi führt, einer Mangelkrankheit in bezug auf Vitamine, daher Avi- mrninvse genannt. Dem Feinbrot ist daher Vollen Eiweißkörpern dieser Nahrungsmittel um pflanzliche, die nicht so vollwertig und für die Der- itaungsfäfte nicht so leicht zugänglich wie die tie- lischen sind. Besonders reich sind diese Nahrungsmittel an Stärke. Von großer Bedeutung hat sich $ie Schale der Getreidekörner erwiesen; nicht das weißeste Mehl ist das beste, sondern das, das auch Bestandteile der Schale enthält und damit der verpflichtet Rose Stirl, Gerhard F r i ck h o e f f e r, Gert Geiger, Hans Geiß- l e r Victor von Gschmeidler, Wolfgang Kühne, Karl-Ludwig Lindt, Anton Neuhaus, Peter Schorn, Hans Seitz, Karl Volck. Neuverpflichtet wurden: Ruth Ines Ecker- m a n n (Kölner Schauspielschule) als jugendliche Heldin und zweite Salondame, Anneliese Garbe (Städtische Bühnen Frankfurt a. M.) als Naive uni) Naiosentimentale, Emmy Güngerich als Chargenspielerin, Else M o n n a r b (Stadttheater Brünn), als erste Salondame und Liebhaberin, Helga R e t s ch y (Stadttheater Heilbronn), als Sentimentale und jugendliche Salondame, Ernst Ditt- mar (Stadttheater Linz) als jugendlicher Liebhaber und Naturbursche, Hans Paschen (Städtische Bühnen Hamburg), als Charakterkomiker, Erich Weiland (Stadttheater Heidelberg) als erster jugendlicher Held und Bonvivant. Weniger stark sind die Veränderungen im Personal der Oper und der Operette. Wieder verpflichtet wurden: Friedel F o r n al l az, Hilde I a ch n o w, Gustav Bley, Alfons F o r st n e r, Wilhelm Greif, Ernst August Waltz. Neuver- pflichtet wurden: Elfriede Grell (Stadttheater Linz) als erste Operettensängerin, Margarethe M e- rian (Städtische Bühnen, Frankfurt a. M.) als jugendliche dramattsche und lyrische Sängerin, Jupp Müller als Spieltenor (München). Für den Chor wurden wiederverpflichtet: Christel Balcke, Irene Duill, Anne GIgg, Imanda Fischer, Elisabeth Franke, Anne Jülfs, Tilly Keitzer, Friedel Sander, Marta Schadt, Hary Braunwarth, Wolfgang Froherz, Fritz Koch, Walter Kohlermann Ottmar Mayr, Max Schneider-Oest Neuverpsl.chtet wurden: Maria Mair (München), Rudolf Himberg (Stadttheater Wuppertal-Elberfeld), Rudolf Lanzer (Wiesbaden). Wiederverpflichtet für das Ballett: Ballettmeisterin Irmgard Zenner, Helga Kannen, Gisela Kern, Ellen Lehrmund. Neuoerpflichtet wurden: Liesel Gönner, (Stadttheater Mainz), Gertrud Lischka (Stadttheater Beuthen), Erika Tomaschofski (Stadttheater Beuthen), Gertrud Ruland (Frankfurt a. M.). . _ Du Winter,pielzeit b-zmnt °m 2^S°p- h>mhor mit Shake peares „Maß ,ur Maß in der neuen Uebersetzung von Walter Josten unter der SpM-ttung °°n Intendant Schultze-Grie-He.m. Ms nächst,olgende Aufführungen find vorgefehen tm Schauspiel Birabeau „Mein Sohn der cherr Minister", V o m h o f „Im R-beloch rumorts und Ddünen „Uta von Naumburg", in der Oper Lortzing „Der Wildschütz", Purem, „Boheme", Mozart „Don Juan", m der Operette Jmvekvven- Verhveven-Nick: „Das kleine Hof- k°7,ert" Kollo „Drei alte Schachteln", Strauß „Eine Nacht in Venedig"; Morgenfeiern: Billin- Oie ersten Drachen steigen! Auf die heißen Wochen folgten Regen und Wind.^ Der Sommer will Abschied nehmen. Ein Ton vom Scheiden zieht durch die Natur. Abschiedsstimmung erfüllt auch die Menschen. Unter dem Schnitt der Sensen sank das Getreide. Fleißige Hände banden die Garben. Die Sonne hals. Auf großen Wagen wurde der Segen — unser täglich Brot — in die Scheunen gefahren. Die Aecker sind leer. Der Wind fährt über die Stoppeln. Die leuchtenden Blumen fielen mit den Getreidehalmen. Auf den Wiesen blühen sie noch. Aber auch ihre Zeit ist gekommen. Der zweite Grasschnitt wird die Herrlichkeit vernichten. Die Nächte werden kühler. Am Morgen lagern schon dichte Nebel über den Tälern. Am Nachmittag aber, wenn der Wind die Wolken am Himmel vor sich hertreibt, ziehen die Buben hinaus, um nun ihre Drachen steigen zu lassen. Gestern sahen wir die ersten am Himmel stehen. Beim Anblick der Jugendspiele zeigt es sich, ob die Erwachsenen ein Stück ihrer eigenen Kindheit im Herzen aufbewahrt haben, ob fie jung geblieben sind. Wir können nur diejenigen bedauern, die kalt lächelnd vorübergehen und von „Kinderei" sprechen. Wir sind anderer Meinung. Wenn im Frühling die Buben mit Klickern spielen, oder ihren Kreisel tanzen lassen, bann möchten wir am lieb- deutsamsten Nahrungsstoffes, des Eiweißes, enthält das Fleifck. Gegen oen Fleischgenuß hat man Bedenken erhoben, die aber meist ungerechtfertigt sind. Zunächst sind die Bedenken religiöser Natur: Du sollst nicht töten! Als ob die Vegetarier ohne Töten auskämen, müssen doch auch sie lebende Substanz opfern, eben Pflanzen. Ein Blick in die Natur zeigt außerdem, daß hier für Weichlichkeit fein Platz ist, das Leben ist ein Kamps und wird es bleiben, der Tod des einen ist das Leben des andern, „Das ist es, was uns bleibt, Man muß in Schweigen Sich ehrfurchtsvoll vor den Gesetzen beugen, Wie sie die Vorsehung der Schöpfung gab." Die Schöpfung hat die Raubtiere geschaffen, ihre fast ausschließliche Nahrung ist Fleisch, es sind wagemutige mächtige, Tiere, immer zum Angriff und Herrschen bereit. Die pflanzenfressenden Tiere verhalten sich im allgemeinen viel passiver, sie suchen ihr Heil meist in der Flucht. Nicht Pflanzenfresser werden in der Kunst als Symbole der Macht benutzt, sondern Fleischfresser, wie der Löwe, der Adler. Herrenvölker sind starke Fleischesser. Fleisch verleiht also offenbar Kraft, aus der die Macht entspringt. Es gibt freilich auch mächtige Tiere, die Pflanzenfresser sind, wie der Elefant und Büffel. Ein weiteres Bedenken weist auf die giftigen Schlacken hin, die der Fleischgenuß mit sich bringe, wie Harnstoff und Harnsäure. Als ob nicht für die Beseitigung dieser Dissimilationsprodukte gesorgt wäre und nicht auch Kohlehydrate und Fette Schlacken gäben! Arteriosklerotische Veränderungen findet man nicht etwa nur bei animalischer Kost, sondern auch bei vegetabilischer. Und endlich sei Fleisch ein teures Nahrungsmittel. Das trifft zweifellos zu, aber mit weniger tierischem Eiweiß wird hier das gleiche erreicht, als mit mehr pflanzlichem Eiweiß. Alle diese Bedenken werden außerdem entkräftet durch einen Vergleich unserer Derdaungs- organe mit denen der Fleisch- und Pflanzenfresser. Das ganze Gebiß und seine Verwendung beim Kauakt, die Art und Länge des Darmkanals beim Menschen weisen auf gemischte Kost hin, hat doch der Fleischfresser in bezüg auf die Körperlänge einen kurzen, der Pflanzenfresser einen langen Darm, während der des Menschen dazwischen steht. Ein großer Versuch zur Beantwortung der Kostfrage war auch die Olympiade in Berlin, gerade die Sieger nahmen bei freier Wahl der Kost auffallend viel Fleisch zu sich und außerdem tranken sie viel Milch. Auch Flieger wählen eine fleisch- reiche Kost. Fleisch ist es auch, das bei dem geringen Volumen und leichter Verdaulichkeit keine Verdauungsbeschwerden macht; wie ganz anders war dies im großen Krieg in der Kohlrübenperiode. Gerade ein Mensch, dessen Beruf ihn zum Sitzen zwingt, wobei sich diese Beschwerden besonders geltend machen, sollte deshalb einen Teil seines Nahrungsbedarfs mit Fleisch decken. Es geschieht dies mehr mit zunehmendem Wohlstand des Volkes. Von Fleischsorten kommt neben dem Fleisch der Schlachttiere heutzutage auch besonders das der Fische in Betracht, das zwar nicht so kräftigend und sättigend wirkt, aber durch Zutaten wirkungsvoll gemacht werden kann, billiger ist und außerdem die Möglichkeit zu dem so notwendigen Wechsel in der Ernährung bietet. Bedenkt man ferner, daß Seefische das für die Funktion der Schilddrüse so notwendige Jod in größerer Menge enthalten und daß im Zusammenhang damit wohl der Kropf an der Meeresküste seltener ist, so sollte auch dieser Umstand zum Seefischessen anregen. Eine sehr günstige Wirkung üben auch die Ex- Bardowiek. Der Dichter über sein Werk. NSG. Hans ©eifern, der Dichter des „Bar- dowiek", schreibt zu diesem Werk, das zum ersten Male im Stadttheater Gießen am 22. August aufgeführt wird, folgende Einführung: Mein „Bardowiek" habe ich ein „dramatisches Gedicht" genannt. Es soll in jeder Zeile Gedicht bleiben, soll durch seine Sprache und seine Gedanken wirken. Ob es dieser Aufgabe gerecht wird, kann einmal der Leser entscheiden, wenn das Werk in Buchform vorliegen wird. Der Theaterbesucher, der nicht zurückblättern kann, an dem das Werk an einem Abend vorüberrauscht, wird nur ein Urteil darüber gewinnen, ob es ein dramatisches Gedicht ist, ob es ihn mit der Wucht, die die Bühne von einem dramatischen Werke verlangen muß, ergreift und erschüttert. Die deutsche Sprache besitzt ein dramatisches Gedicht höchster Vollendung in Goethes „F a u st". Kein Bühnenwerk, das sich der gereimten, gebundenen Rede bedient, hat das fortgesetzt, was uns Goethe in seinem Lebenswerk hinterlassen hat. — Auch „Bardowiek" ist weit entfernt davon, sich dessen vermessen zu wollen. Es schlägt schon äußerlich einen ganz anderen Weg damit ein, daß es für die Bühne bestimmt und geschrieben ist, während Goethe niemals an eine Ausführuna des „Faust" gedacht hat, ja sie nicht einmal wünschte. Wenn ich nun aber doch den Bogen über die Geschehnisse zweier Tage Mittelalter hinausgespannt habe in das Dauernde und Zeitlose, wenn der Ewige und Luzifer redend eingeführt werden, so soll dies kein „Prolog im Himmel" sein, sondern ein Hinführen des Zuschauers zu den letzten, ewigen Quellen, aus denen der Kampf zwischen Licht und Finsternis steigt, seit dem ersten Tage der Schöpfung. Unmittelbar, ohne daß sich der Vorhang senken soll, gleitet das Spiel vom Dauernden ins Zeitliche, um am Schicksal einer deutschen Stadt den endlichen Sieg des Lichtes über die Finsternis im Bilde zu zeigen. Wir wissen von Bardowiek nur, daß das heute so unscheinbare, nur von einem hohen Dom überragte Städtchen in der Limburger Heide einstmals die reichste Stadt Norddeutschlands gewesen ist. Heinrich der Löwe hat sie am 28. Oktober 1189 zerstört und auf dem Dom, der allein vom Feuer verschont blieb, kann man heute noch die Worte „Vestigia Leonis* lesen. , .f. Das ist der ganze historische Rahmen; aber er ist meit genug, um in ihm das Hinundherwogen von Menschenschicksalen, das Ringen um machtpolitische, soziale und religiöse Fragen zu gestalten und durch sie dem tiefen Grunde des Glaubens arischer Menschen, dem Kampf der Finsternis gegen das Licht, die dichterische Gestaltung zu geben. Woher der Dichter seinen Stoff nimmt, ist einerlei. Wenn er seine Sendung erfüllen soll, Künder und Gestalter der Sehnsucht seines Volkes zu fein, dann kann er jede beliebige Zeit aus der Geschichte dieses Volkes auf greif en; denn das Volk ist ja ewig, solange es an sich glaubt; und ewig ist auch sein Suchen und Ringen. Darum wird man in „Bardowiek" trotz der Erscheinung des heldischen Einzelmenschen vergebens nach dem „Helden des Stückes" suchen. Das werdende Volk, das sich aus einer Masse durch Leid zu- sammenschmiedet, der Organismus, der aus dem Chaos auseinandergelebter Menschen wird, der Kosmos voll Zucht und Ordnung ... das ist der „Held des Stückes". Auf einem ihm gemäßen Wege ist meine Dichtung nun auch, nachdem sie meine Hand verlassen hat, weitergegangen zu ihrem Ziel, zur Bühne. Junge Bühnenkünstler, meist werdende und reifende nach, haben das Werk aufgegriffen, sich von der Unrast des Berufes zurückgezogen und auf der alten Gleibergfeste in Zucht und Ordnung eines Lagers sich erarbeitet. Darin liegt das Neue. Ohne „Bühnenoertrieb", durch gemeinsames Wirken von Dar st eil er und D i ch t e r ist es auf die Bühne gegangen, und keinen z schöneren Lorbeer kann der Dichter gewinnen, als wenn er junge, strebend sich bemühende Künstler von seinem Werke sagen hört: „U n s e r B a r d o w i e k". Neben dem Fleisch kommen auch innere Organe der Schlachttiere als Nahrungsmittel zur Verwendung, wie Leber, Kalbsmilch, Nieren. Diese enthalten neben Vitaminen als lebenswichtige Stoffe Hormone, die den chemischen Wechselbeziehungen im Körper dienen und die auch, als Nahrung genossen, ihre Wirkungen entfalten können, bekämpft man doch mit dem Leberstoff Kampolon die verderbliche Blutarmut. Zusammenfassend muß noch einmal betont werden, daß rein vegetarische Kost für den Menschen unphysiologisch ift 1. Fortsetzung*. , Zu 1: In der wunderbar zweckmäßigen Weise, in der die Natur verfährt, stellt sie ein aus Nah- rungsstofsen bestehendes Nahrungsmittel her, das allen Erfahrungen nach qualitativ richtig zusammengesetzt ist und damit als vollkommen bezeichnet werden muß, die Mil ch. Diese Wunderspeise enthält nicht weniger als drei verschiedene Eiweißkörper, einen höheren phvsphvrhaltigen, das Kasein, und zwei einfachere, das Milchalbumin und Milchglobu- lin. Das Milcheiweiß ist ein für die Ernäyrung besonders hochwertiges Eiweiß und wird von keinem andern übertroffen. Von Kohlehydraten ist der Doppelzucker Milchzucker, von Fetten und fettähnlichen Stoffen Palmitin, Stearin, Olein, Cholesterin und Lezithin vorhanden, von Salzen besonders Chloride und Phosphate der Alkalien und alkalischen Erden, vor allem des Kalks, und ferner Eisensalze, ober auffallend wenig. Wegen des vielen Kalks, den die stillende Frau an die Milch abgeben muß, find die Knochen und Zähne der kalkarm ernährten Mutter gefährdet. Man muß auch wissen, daß schon vor der Stillperiode und spater überschüssiger Milchzucker in den Harn der Frau übergeht und dann fälschlich Zuckerkrankheit, Diabetes, angenommen wird. Don Schmeckstoffen ist Zitronensäure in der Milch enthalten, auch an den so wichtigen Vitaminen fehlt es nicht. Das Fett kommt in der Milch, als Emulsion, also in Form feinster Tröpfchen vor, die als spezifisch leichter nach oben steigen und den Rahm bilden. Entrahmte Milch wird als Magermilch bezeichnet, sie verdient aber viel mehr den jetzt eingeführten Namen der Kernmilch, denn sie enthält, abgesehen vom Rahm, alle weiteren wichtigen Nahrungsstoffe und sollte mehr als bisher zur Ernährung benutzt werden, wie überhaupt diesem idealen Nahrungsmittel, der M i l ch, in Deutschland mehr Beachtung geschenkt werden sollte, Sorgfältige Milch- und Viehkontrolle vorausgesetzt. Auch in England hat man sich bemüht, die Milch wieder mehr zu einem allgemeinen Dolksnahrungs- mittel werden zu lassen Außer der Milch kommen für die Ernährung auch noch Milcherzeugnisse in Betracht. Weitere wertvolle Nahrungsmittel sind die Getreidekörner der Zerealien und die Hälsen- trächte der Leguminosen, wie Erbse, Linse, Bohne. Neuerdings findet auch die nährstoffreiche Sojabohne viel Beachtung. Es handelt sich aber bei Die Hitter-Iugend des Gebietes 13 startet am war- m ZI Z * v , r// ,,lcl'r vaiie, ?yrauenia)Qfi roojte Marmelade ein und lie- außer Betrieb und sollte verkauft werden. Em Ent- l ferte die Gläser an die NSD. ab. Hier wurde auch 27 Fortsetzung lNachdruct verboten.) ,Und was ist ja... Renz und läßt kein Auge die erste Seite — dann „Lesen Sie nur", sagt von ihr. Und Irina überfliegt wird sie todblaß und fest, sie wird jedoch nicht mehr lange auf sich ten lassen. Renz nickt ernst. ,La, es ist bitter für Sie, Irina Kontschakowna. Aber es ist gut, daß Sie es erfahren. Eines Tages mußten Sie es ja erfahren." Wie Zentnerlasten drückt Irinas unsinniger Plan auf Renz. Droht ihm damit nicht das Heft ganz aus der Hand genommen zu werden? Werden die Ereignisse nun über ihn hinweg gehen und Ausmaße «nnehmen, an die er nie gedacht hat? Er wollte doch bloß Sabine vor diesem Menschen bewahren, weiter nichts... Und nun hat sich diese unberechenbare Irina eingemischt — durch seine Schuld — und redet mit flackernden Augen von Rache... Am Abend erfährt er. daß die alte Exzellenz Easelli krank zu Bett liegt — gerade zur rechten Zeit, um Irina an ihrer verrückten Reise zu der anderen Frau au hindern? Irina selbst hat es ihm in ein paar flüchtig hinoeworfenen Zeilen mitgeteilt und ihn nochmals um Schweigen gebeten. Und was tut ein Menlch wie er. wenn ihm plötzlich eine solche erfreuliche, erleichternde Nachricht zukommt? Er trinkt sich einen Rausch an. Lächelnd urtb mit sich selbst schwatzend, zufrieden mit der Welt und leise summend, beseligt und beschwingt, kommt er zu später Stunde heim. Und nun steht er, ein wenig unsicher und schwankend, die Schuhe in der Hand, in seinem Zimmer. Sie Lust bedrückt ihn — das Fenster auf. weit auf Und auch die Kammertür auf, Durchzug gemacht. Nachts um zwei Uhr wird keiner mehr vorbeikommen und hineinsehen, wie der Knecht Renz sich mit feinem Rausch ins Bett legt... Er sitzt auf dem Bettrand und starrt vor sich hin. War das eigentlich heute, daß Sabine mit dem Rechtsanwalt einen Mondscheinspaziergang gemacht Weiterhin standen der A. Schm, und der H. Schn, aus Büdesheim vor der Großen Strafkammer. Die Anklage lautete gegen Schm, auf schweren Diebstahl in sechs Fällen, gegen den Schn, wegen Hehlerei in fünf Fällen. Schn., ein Mann mit einem gutgehenden Betrieb, hatte sich ein Automobil gekauft. Da er keine eigne Garage besaß, brachte er es in der Scharmühle bei Rendel unter, wo der Wagen auch gewaschen und geschmiert wurde. In der Mühle hatte der Mitangeklagte Schm., ein Detter des Schn., feine Wohnung. Im Laufe der Zeit bot Schm, dem Schn, ab und zu Del, einen Ballen Putzwolle, Getriebefett u. a. mehr, insgesamt fünfmal an, mit der Behauptung, diese Gegenstände würden in der Mühle nicht mehr gebraucht und wären sowieso überflüssig. Tatsächlich war die Mühle, die kein Kontingent mehr hatte. wird wie mich. Wissen Sie, was das heißt, so zu lieben, daß man nur noch für diesen einen Menschen lebt und bann zu erkennen, daß man nur ausgenutzt worden ist und weggeworfen wird, wenn das Spiel anfängt lästig zu werden? Das können Sie gar nicht wissen! Ach, geben Sie mir doch die Adresse zum Abschreiben her. Aha, Oesterreich! Sehen Sie, vorsichtshalber also jenseits der Grenze. Ganz geschickt, nicht wahr?" Renz nickt. Dieser Ausbruch hat ihn erschüttert. „Und nun schaffen Sie den Brief bitte schnell in Michailows Zimmer, damit er nicht mißtrauisch wird. Und noch eins, Renz: Halten Sie vorläufig den Mund. Ich werde mir gleich morgen Urlaub erbitten. Und dann, wenn ich zurück bin, kann der Tanz beginnen!" „Ich bin in Sorge um Sie, Irina Kontschakowna. Handeln Sie nicht im ersten Impuls! Denken Sie nach über die Dinge, bedenken Sie, was Sie tun." Irina winkt hastig ab: „Ja, lassen Sie nur. Ich will mich nur rächen! Zittern soll er vor Angst, der schöne Igor Michailow, zittern!" In allen Gauen des Reiches rüstet die Hitler- Jugend zum Adolf-Hitler-Marsch. Es gehört nun schon zur Tradition der Hitler-Jugend, daß sie jedes Jahr chre Bannfahnen nach Nürnberg 3um Reichsparteitag marschieren läßt. Große Vorbereitungen sind notwendig damit eine derartige Großveranstaltung reibungslos durchgeführt werden kann. Insgesamt umfassen die Marschleistungen aller Teilnehmer zusammengefaht mehr als den Erdumfang. Nur gesunde und stramme Jungs, Hitler-Jungs, können eine derartige Belastung aushalten und Kilometer über Kilometer auf staubiger Landstraße, durch Regen und Sonnenschein marschieren, immer ein lustiges Lied auf den Lippen und abends bereit für den Heimabend mit der Hitler-Jugend des durchwanderten Gebietes. Die Hitler-Jungen aus Pommern und Ostpreußen haben schon vor Wochen chren Adolf-Hitler- Marsch begonnen. Je mehr der Reichsparteitag in die Nahe rückt, desto mehr Bannfahnen begeben sich auf den Marsch nach Nürnberg. Von Gießen nach Nürnberg. Adolf-Hitler-Marsch der heffen-naffauischen Hitler-Jugend Susannes Tochter. Vornan von Hedda Westenberger. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlins35 CO Klein-Linden, 17. Aug. Für den Sonntag hatte die Kleinkinderschule die Eltern der Kinder und die Freunde der Schule zum diesjährigen Sommerfest in den Turngarten eingela- den. Unter den Klängen des Posaunenchors marschierte der Zug der festlich geschmückten Kinder in den Festgarten. Hier boten sie unter Leitung von Schwester Lina Mario schöne Spiele dar, denen großes Interesse entgegengebracht wurde. Als zum Schluß der Darbietungen der mit Sommerblumen geschmückte Wagen die Brezeln der Kinder anfuhr, erreichte die Freude der Kleinen ihren Höhepunkt. Der Vorsitzende der Station, Pfarrer König, dankte allen Besuchern, besonders der Schwester für ihre aufopferungsvolle Arbeit. Er sprach ferner davon, daß die Kinderschule nicht nur eine Kinderbewahrungsanstalt sein solle, sondern daß in ihr die Kinder schon von frühester Jugend zur Ge- meinschast erzogen werden sollten, damit sie sich später in die große Volksgemeinschaft einfügen lernten. Auch sollten die Kinder schon von klein auf der christlichen Gemeinschaft zuqeführt werden. Die Kollekte des Festes mit 34,57 Mark kommt der Station der Kinderschule zugute. gfs. Klein-Linden. 17. August. Unsere Frauenschaft kochte Marmelade ein und lie- Aus der engeren Heimat. Immer wieder das Streichholz in Kinderhand. LPD. Schotten, 17. August. In dem Kreisorte Ulfa brach in einem Seitenbau auf dem Grundstück eines Arbeiters Fe ue r aus, dem der Schuppen mitStrohzumOpferfiel, während das an- grenzende Wohnhaus durch schnelle Hilfe noch gerettet werden konnte. Die Brandursache: ein bei Verwandten zu Besuch weilendes, etwa 5 Jahre altes Kind hatte mit Streichhölzern gespielt und dabei das Stroh angezündet. Landkreis Gießen. hat? Nein, bas mar vorgestern. Haha, ja, vorgestern. So rennt die Zeit. Vorgestern. Und qe« ftern? Ja, gestern hat der gute alte Renz sein Sa- binchen überhaupt nicht zu sehen bekommen In aller Frühe ist sie mit Lyk und Wünsch aufgebro« chen, die Haushälterin sagte: auf eine Tour... Aber er ist nicht traurig darüber, soll sie nur ruhig mit den beiden losziehen, da paßt bann einer auf ben anderen auf. Ueberhaupt paßt hier immer einer auf den anderen auf, er und Irina auf Mi- chailow, Lyk und Michailow auf ihn, Michailow und er auf Lyk--luftig ist das, teuflisch lustig ... Und dazwischen sitzt ahnungslos und lieb und süß das Kind, Sabinchen, sein Sabinchen ... Da knackt es plötzlich irgendwo unten im Haus — Renz horcht auf. Ratten? Eine Weile bleibt es still, dann knackt es wieder. Nein, das sind keine Ratten, das sind die Stiegen. Renz ist plötzlich ganz nüchtern. Er hockt reglos auf dem Bettrand, das Gesicht vorgereckt und lauscht. Lange geschieht nichts. Dann hat er auf einmal das sichere Gefühl, daß sich in der reglosen Stille des Treppenhauses etwas langsam bewegt. Da legt er vorsichtig die Schuhe, die er immer noch in der Hand gehalten hat, auf das Bett, steht ebenso vorsichtig und lautlos auf und schleicht ans Treppengeländer. Nichts! Das Treppenhaus liegt dunkel und still. Halt — doch? Unb wieder ist es mehr fein Spürsinn als fein Auge, das ihn irgendwie etwas auf der Treppe erkennen läßt. Umriffe einer Gestalt .. In diesem Augenblick fällt für den Bruchteil einer Sekunde Licht auf den Mann im Treppenhaus, er hat einen Streifen Mondlicht durchschreiten müssen. Mit stockendem Herzschlag erkennt Renz: Michailow, der jetzt in den Korridor des ersten Stockes einbiegt. Dort liegt Sabines Zimmer ! Sollte das etwa abgekartetes Spiel sein, sollte Sabine ... Nein, ausgeschloffen! Lautlos, mit verhaltenem Atem schleicht Renz über die Treppe. Einmal knackt auch unter seinem §uß die Stiege, da hält er an und lauscht. Aber Michailow hat wohl mit sich selbst zu tun. In dem Augenblick, als er die Hand auf Sabines Türklinke legt, schlägt Renz ihm heftig auf die Schulter. Entsetzt fährt Michailow herum und sieht in der Dunkelheit kaum mehr, als bas schimmernde Weiß in Renz' Augen. Dennoch weiß er sofort: es ist Renz. Vollkommen fassungslos starrt er ihn an. Fortsetzung folgt ** Eine Achtzigjährige. Am morgigen Donnerstag, 19. August, kann Frau Elisabethe Diez, geb. Wallenfels, Steinstraße 74, in körperlicher unb geistiger Frische ihren 80. Geburtstag feiern. ** (Sterbefälle in Gießen. Es verstorben in Gießen: 1. August, August Deibel, Bäckermeister, 70 Jahre, Neuenweg 50; 3. August, Fritz Keller, Postamtmann, 63 Jahre, Liebigstraße 80; 3. Aug., Heinrich Reuter, 72 Jahre, Kaufmann, Ludwigs- platz 4; 4. August, Elisabethe -ßinZ geb. Stürz, o. B., 39 Jahre, Wilsonstraße 10; 7. August, Lud- wig Lüll, Bankbeamter,' 65 Jahre. Großer Steinweg 9; 9. August, Wenbelin Dehler, o. B., 82 Jahre, Licher Straße 74; 10. August, Karoline Bräuning, o. B., 25 Jahre, Wetzlarer Weg 80; 11. August, Eleonore Klinkel, o. B., 66 Jahre, Eichweg 6; 12. August, Margarete Dönges, geb. Drehwald, o. 23., 44 Jahre, Bubbestraße 9; 14. August, Rosalie Therese Martha Snethlage, geb. Brehme, o. 23., 76 Jahre, Hofmannstraße 10; 16. August, Otto läßt beide Hände sinken: „Nein, Renz, ich kann nicht weiter lesen. Das nächsten Sonntag zu ihrem Adolf-hitter-Marsch. Dieses Jahr beginnt der Abmarsch in Gießen, denn die Schlußkundgebung ist mit dem Ge- bietssportfest verbunden. Jngefähr 40 Bannfcchnenträger sind in den Bannen ausgesucht worden, die morgen in Gießen eintreffen und in der Jugendherberge untergebracht werden. Hier werden die Jungen neu eingefleibet und ihnen noch Verhaltungsmaßregeln gegeben. Dann beginnt am Sonntag nachmittag der Abmarsch. Gebietsführer Brandt wird sich von jedem einzelnen Bannfahnenträger persönlich verabschieden unb bann bas Kommando zum Start geben. 4 0 Bannfahnen setzen sich in Bewegung. In drei Wochen werben sie in Nürnberg anlangen. Der Marsch ber Bannfahnen durch G i e- ßen wirb durch folgenbe Straßen führen: Univer- sitätssportplatz, Kaiserallee, Lubwigsplatz, Garten- strahe, Neuenbäue, Sonnenstraße, Kreuzplatz, Sel- tersroeg, Frankfurter Straße. Hk. gelt für die Gegenstands wurde nicht bezcchtt. Der Angeklagte Schn, gab zu, die Gegenstände von Schm., der seinerseits im vollen Umfange geständig ist, erhalten zu haben, behauptete jedoch, ihm sei nichts davon bekannt gewesen, daß die Gegenstände aus einem Diebstahl herrührten. Diese Einlassung wurde von Schm, bestätigt. Weiterhin wurde dem Schm, zur Last gelegt, aus dem Mühlenbetrieb in der Nacht vor dem 1. Mai 1937 mehrere Treibriemen im Werte von 400.— RM. gestohlen zu haben. Der Angeklagte bestritt dieses ganz entschieden unb gab folgerte Darstellung: An dem fraglichen Abend sei er gegen 9 Uhr aus ber Stabt in feine Wohnung zurückgekehrt. Dabei habe er fest- gestellt, baß bas Licht nicht funktioniere. Er habe daraufhin einen Elektriker kommen lassen, ber ben Schaben behob. Gegen 10.30 Uhr will der Angeklagte gehört haben, daß in dem Mühlengebäude ein Treibriemen schlug. Er habe nachgesehen und dabei festgestellt, daß dieser Riemen, welcher schad- haft war, noch vorhanden gewesen sei, während alle übriger^ fehlten. Er benachrichtigte daraufhin sofort den Mühlenbesitzer, der iyn mit dem Wagen nach Heldenbergen zur nächsten Polizeistation schickte. Dort ist er auch gewesen und hat Anzeige erstattet. Am anderen Morgen wurde ein Polizeihund auf die Fährte gesetzt, ber bis zu einer gewissen Stelle eine Spur verfolgte unb bann absetzte. Der Angeklagte geriet deshalb in den Verdacht, weil ein Zeuge ihn ganz in der Nähe des Platzes am Abend mit dem Wagen, und zwar ohne Licht, hatte halten sehen. Das Gericht kam zur Bejahung ber Schuld- frage bei beiden Angeklagten in ben ersten fünf Fällen, unb zwar bei bem Angeklagten Schn, aus dem Grund, weil der Angeklagte in Anbetracht der Menge des ihm geschenkten Materials wissen mußte, daß der Schm, dieses nicht rechtmäßig erworben hatte. Das Urteil lautete gegen den Schm, wegen fortgesetzten schweren Diebstahls auf einen Monat Gefängnis, ber burch die Untersuchungshaft als verbüßt gilt. Gegen ben Schn, wegen fortgesetzter Hehlerei auf 5 0.— R M. Geld- strafe. Im Falle des Treibriemens erfolgte trotz dringendem Tatverdacht Freispruch mangels 23e« weises. sradtkirche gewonnen, die überarbeitet wurden unb hier eine glückliche Verwendung finden konnten. Es handelt sich insbesondere um die Eichenbalken- lagen über dem Verkaufsstand. Das Gebäude harrt jetzt nur noch des äußeren Anstrichs. Dafür soll der Darmstädter Maler K i e n z l e gehört werden, ber sich auch um die Ausmalung ber Kapelle des Alten Friedhofs verdient gemacht hat. Das Hoch- unb Tiefbauamt ist bemüht, bas ganze Gebäude feiner Umgebung gut anzupassen, nachdem aus vielen technischen Erwägungen ein anderer Platz für dieses Gebäude nicht verfügbar gemacht werden konnte. In diesem Zusammenhana sei noch darauf hin- gewiesen, daß in der Folge Das Straßenbild an der Ecke Kaiserallee-Licher Straße eine Verbesserung erfahren wird. Es ist beabsichtigt, unmittelbar nachdem das Haus am Alten Friedhof seiner Bestimmung übergeben ist, die Anlage an ber Ecke Licher S t r a ß e - K a i s e r a l l e neu z u g e - st a 11 e n. Das Derkausshäuschen an ber Kaiserallee, ber Wellblechpavillon, bie Persil-Uhr unb voraussichtlich auch ber große eiserne Mast, ber bort bie Stromleitungskabel für bie Straßenbahn trägt, werben beseitigt. Der Platz wirb bann als Grünfläche angelegt, die durch ein Beet Blumen in vielen Farben belebt werden soll. Die Rasenfläche wird von einer Mauer umjogen. Außerdem wird eine kleine Freitreppe geschaffen. Die Fläche, bie gegenwärtig nach der Kaiserallee zu ab fällt, wird auf mittlere Höhe planiert. Diese Aenderung des Straßenbildes wird sicherlich von allen Volksgenossen begrüßt werden. Zu welchem Zeitpunkt diese Umgestaltung geschehen wird, steht heute noch nicht Renz schält unständlich den Brief aus der Tasche: ,^sch muß Ihnen erst noch bie Vorgeschichte erzählen. Wissen Sie, von wem ich den Brief habe? Von Sabine. Als ich heute früh zum Weiher ging, kam Sabine mir mit bem Brief in ber Hanb entgegen. Ob ich wisse, wo Herr Michailow sei, fragte sie mich. Nun hatte ick ihn gerabe zuvor nach Brunsbichel hinunter gehen sehen. Das sagte ich ihr, unb sie schien barüber ziemlich erleichtert zu sein. Oh, wenn er nicht ba fei, bann wolle sie nur ben Brief mir übergeben. Sie habe ihn hinten am Wasser unter ben Bäumen gefunden. Ich möchte doch so freunblid) sein unb ihn in Herrn Michailows Zimmer legen. Na, also, ich nahm ben Brief unb zog — natürlich erst, als ich schon in Michailows Zimmer ftanb — ben Briefbogen ein Stück heraus unb sah, daß er russisch geschrieben war." „Und?" ,Hch kann ein bißchen Russisch, Irina Kontschakowna. Und schon aus den paar Worten, die mir da in die Augen fielen, geht hervor, daß wir einen guten Fang gemacht haben." Kirsckbaum, Invalide, 55 Jahre, Hindenburgwall 5; 16. August, Heinrich Launspach, Malermelster, 72 Jahre, Alicenstraße 34. ** Skiklub Gießen. Wegen des Gebiets- Sportfestes der HI. ist das Sommertreffen der Gießener Skiläufer, das am kommenden Samstag auf dem Schiffenberg stattfinden sollte, auf Samstag, 4. September, verlegt worden. Das auf dem Universitäts-Sportplatz durchgeführte Sommertraining weist eine gute Beteiligung auf. Die Leistungsprüfungen für das Reichssportabzeichen wurden von einer Anzahl Skiläufer unb Skiläuferinnen sowohl in ben leichtathletischen Uebungen, als auch im Schwimmen, erfolgreich abgelegt. Die Autobusfahrt zu bem nationalen Segelflugwettbewerb auf ber Wasserkuppe war bei herrlichem Sommerwetter für alle Teilnehmer ein unvergeßliches Erlebnis. Die Geschäftsstelle mit der Skibibliothek wird auch in den Sommermonaten stark in Anspruch genommen. Zu bem Bergfest auf bem Hoherobskopf werben voraussichtlich mehrere Autobusse fahren. Sowohl an ben Einzel- als auch an den Mannschaftskämpfen werden sich die Skiläufer erstmalig beteiligen. Im Herbst werden wieder Trockenskikurse und Filrn- bzw. Lichtbilderabende stattfinden. ** Unfälle. Ein 73jähriger Invalide, wohnhaft in der Wolkengasse, stürzte so schwer, daß er mit einer Kopfverletzung, sowie unter bem Verbacht auf innere Verletzungen in bie Chirurgische Klinik gebracht werben mußte. — Ein 74jähriger Mann aus ber Walltorstraße zog sich burch einen Sturz einen Unterschenkelbruch zu. — Ein 21jähriger junger Mann aus ber Neustabt erlitt durch einen Sturz einen Knöchelbruch; ein anderer junger Mann aus ber Licher Straße burch einen Sportunfall eine erhebliche Kopfverletzung. Sämtliche Verunglückten mußten zur ärztlichen Behanblung in bie Klinik gebracht werben. Amtsgericht Gießen. Die 28 Jahre alte R. H. aus Hungen war durch Strafbefehl wegen fahrlässiger Körperverletzung und Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung vom Amtsgericht in eine Geldstrafe von 50 M k. genommen worden, wogegen sie Einspruch erhob, der gestern vor dem Amtsgericht verhandelt wurde. Die Angeklagte hatte am 27. Mai auf dem Sel- tesweg geparkt. Als sie wieder anfuhr, verabsäumte sie ein Warnzeichen zu geben. Durch eine Reihe vor ihr parkender Autos war die Fahrbahn stark beengt, so daß sie beim Ueberholen dieser Wagen eine Radfahrerin, die unmittelbar daneben fuhr, mit dem Hinteren Teil des Wagens erfaßte und diese dabei am Arm verletzte. Die Einlassung der Angeklagten ging dahin, daß zwischen chr und den parkenden Autos noch genügend Platz für eine Radfahrerin gewesen sei. Es könne daher keine Rede davon sein, daß sie den Unfall verursacht habe, Linser Arbeitsgau stellt Jühreranwärter ein. NSG. Zum 1. Oktober 1937 werden bei allen Arbeitsgauen Führeranwärter eingestellt. In Frage kommen Bewerber, die zum 1. Oktober 1937 ihrer aktiven Wehrpflicht genügt haben und nicht über 25 Jahre alt sind. Bevorzugt werden Bewerber, die bereits im Arbeitsdienst gedient haben. Der Bedarf erstreckt sich vornehmlich auf Bewerber für die untere Laufbahn, erwünscht ist eine handwerkliche, oder kaufmännische Vorbildung. In der unteren Laufbahn ift die Beförderung zum Truppführer, Obertruppführer und bei entsprechender Bewährung zum Unterfeldmeister möglich. Bei vorzüglichen Leistungen und Nachweis einer angemessenen geistigen Veranlagung ist der Aufstieg in die mittlere Laufbahn nicht ausgeschlossen. Ueber die einzelnen Laufbahnen, die gestellten Anforderungen, Besoldungs- und Versorgungsver- hältnisse im Reichsarbeitsdienst und die Art der Unterlagen, die den Bewerbungen beizufügen sind, ist Näheres aus dem Merkblatt „Führer- und Amtswalterersatz des Reichsarbeitsdienstes" zu entnehmen. Dieses Merkblatt kann von allen Dienststellen erlangt werden und liegt außerdem bei den polizeilichen Meldebehörden zur Einsicht aus. Gesuche sind nach Möglichkeit sofort an die Ar- beitsgauleitung XäV Wiesbaden, Luisenplatz 10, einzusenden. sondern die Radfahrerin sei ihr in den Wagen gefahren. Die Beweisaufnahme und ein Augenscheinstermin ergaben jedoch einwandfrei die Schuld der Angeklagten, so daß der Einspruch verworfen wurde. Große Strafkammer Gießen. Gestern hatten sich der 29 Jahre alte H. V. aus Heuchelheim und der 19 Jahre alte F. Z. aus Frankfurt a. M. vor der Großen Strafkammer wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung zu verantworten. Der Angeklagte V. befuhr am 2. April 1937 die Fernverkehrsstraße zwischen Lang- Göns und Großen-Linden. Er hatte dabei trotz starken Nebels keine Lichter brennen. Sein Tempo betrug, wie ihm nicht widerlegt werden konnte, etwa 40 Kilometer. An der fraglichen Stelle überholte der Angeklagte einige Radfahrer. Er mußte daduurch naturgemäß nach links abkommen, verab- säumte jedoch, sogleich wieder auf die rechte Straßenseite zu gelangen. In diesem Moment tauchte der andere Angeklagte Z. aus der entgegengesetzten Richtung auf. Er hatte eine Geschwindigkeit von 60 bis 70 Kilometer. Auch er bewegte sich, wie durch Zeugenaussagen festgestellt wurde, nicht auf der rechten Straßenseite, sondern in der Mitte. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, versuchte Z. nach links auszubiegen, im selben Augenblick steuerte der Angeklagte 23. nach rechts, so daß ein Zusammenstoß unvermeidlich war. Die vier Insassen beider 2ßagen erlitten dabei schwere Verletzungen und wurden in die Klinik nach Gießen einqeliefert, wo der 32 Jahre alte Heinrich Sehl aus Gleiberg am anderen Tage starb. Die Beweisaufnahme ergab einwandfrei, daß beide Angeklagten in Anbetracht des starken Nebels zu schnell gefahren sind und ebenfalls beide nicht vorschriftsmäßig die rechte Straßenseite einhielten. Das Urteil lautete gegen beide Angeklagte auf je drei Monate G e - f ä n g n i s. Sie stehen eine Weile still voreinander, und nur der Brief in Irinas Hand knistert ein wenig. „Wissen möchte ich nur, was er davon hat, so viele Frauen an sich zu fetten", klagt Irina. „Und wissen möchte ich, wie er es anfängt. Aber, ach — wie hat er’s denn bei mir angefangen! Und wie bin ich mit Haut und Haar an ihm hängen geblieben. Und mit dieser Maschinka scheint er ja einen gutgehenden Fuchshandel oder so etwas Aehnliches zu betreiben. Er stiehlt hier die Jungfüchse, und sie zieht sie auf... Und weiß vielleicht nicht einmal, daß es gestohlene sind. Außerdem scheint sie zu hoffen, daß er eines Tages seinen Posten hier aufgibt, um zu ihr zu ziehen und mit ihr die Farm zu betreiben. Die eigene Farm... Wenn es nicht so bitter wäre, könnte man darüber lachen. Fast tut's gut, daß da noch eine andere sitzt, die auch auf ihn hofft und zum Narren gehalten wird." Sie lacht böfe auf und wirft den Kopf in den Nacken. Renz schabt mit dem Schuh im Sande herum. „Ich glaube gar nicht, daß es ein Mädchen ist, das auf ihn hofft, ich glaube, es ist feine Frau." Irina schnellt hoch: „Seine Frau? Renz! Seine Frau — — und dabei erzählen Sie mir, daß er Absichten auf Sabine hat?" Renz schabt noch immer im Sand, die Hände in den Hosentaschen: „Haben Sie vergessen, Irina Kontschakowna, daß die Flüchtlinge aus Rußland meistens keine Papiere mehr besitzen? Wer kann also Igor Michailow nachweisen, daß diese Maschinka seine Frau ist? Niemand. Höchstens sie sei- ber. Aber sie ahnt wahrscheinlich nichts davon, daß Michailow sie hier verleugnet. Sie haben ja selbst gelesen: sie glaubt, wenn er Geld genug erarbeitet hat, kommt er und arbeitet mit ihr auf der eigenen ijarm. Nun — statt dessen wird er eben nicht kommen, wird die andere heiraten und sich davonmachen. Sehr einfach, nicht wahr?" Irina verzieht den Mund: „3a, sehr einfach. Aber er wird sich wundern!" „Was soll das heißen?" „Daß ich zu der anderen hinfahren werde!" Renz erschrickt: „Was haben Sie davon, Irina Kontschakowna? Jst's nicht genug, wenn wir ihm hier den Boden heiß unter den Füßen machen und wenn Sie nun endlich aus diesem Brief die Kraft gewinnen, sich von ihm loszureißen? Was geht Sie die Dritte an?" Aber Irina schüttelt eigensinnig den Kopf: „Er soll sich wundern! Er soll mich kennenlernen? Ich werde keine ruhige Minute mehr haben, bis ich weiß, was für ein gemeines Doppelspiel er da gespielt hat und bis ich die andere aufgeputscht habe, die er genau so betrogen und ausgenutzt haben Irina starrt den Brief an, ohne ihn zu nehmen. Renz lächelt hochmütig: „Sie brauchen ihn nicht zu lesen. Ick weiß, es ist eine Gemeinheit, anderer Leute Briefe zu durchstöbern, aber ich bin entschlossen, so gemein zu sein. Weil mein Gefühl mir sagt, daß dies Schriftstück eine Handhabe für mich ist gegen Herrn Michailow. Also?" Irina krampft die Hände ineinander, wird es für mich fein?" Renz betrachtet sie warm: für Sie „Kann es schlimmer werden, als es jetzt ist?" Irina schüttelt den Kopf. „Geben Sie her!" sagt sie rauh und zerrt den eng beschriebenen Bogen heraus. Sie sieht nach Unterschrfft und schüttelt verwundert den Kopf: „Deine Maschinka? Wer ist Maschinka?" olz si s I V I JtK $ frag, -tadt l | der de„ 'gebaLr ’en unb ■r kchab, end aue ln sofort 'En nach' schickte. erstattet, und Q||( n Stell! r Ange, i °eil ein n Abend :c halten \ Schuld. !?n fünf j chn. aus -acht der WM aßiq er. n Schm, einen Unterfu. chn. we« Geld, gte trotz iels Le. kreisorte rundstück uppen das an. noch ge. ein bei Jahre ölzern )et. in Sonn, e Eltern um dies- eingela- >rs man linder in ung von ir, denen Als zum 'rblumen anfubr, hepunkt. tvnig, ■•'Mdt.-r fer> M eine n W 'm zur Te- : sie sich einfüqen ion klein - werden, immt der Unsere und lie> rrde auch ja, vor- Und tiefem Sa> imen aufgebr»' ur... sie nur mn einer er immer auf » liloffl und tig - ) und suß trn -aus bleibt er sind keine dt reglor reckt un it er °uf r reglose" T bemcgt im« "’J iett, I«’ ,eicht<■’> unb f® i «ü l1® W" * I* Ai Ml !*!#* ch> y mit Jugend gruppe aufgestellt, zu der sich bis 2ht acht Mitglieder meldeten. öp Watzenborn - Steinberg, 17. August, j^eute fanden in unserer Gemeinde die Grummet- trasoer st eigerungen statt. Die Versteigerung der fiskalischen Wiesen (Schäferwiese und Un- Urwald) am Vormittag erbrachte den Gesamterlös ion 7,80 RM. Der Futterbestand dieser Wiesen war furch die Trockenheit des Sommers sehr spärlich, md so hatten sich nur wenige Steigerer eingefun- " j;n. Am Nachmittag kam das Grummetgras von Amtlichen Gemeindewiesen zur Versteigerung. Bei iutem Graswuchs konnten für den Morgen Wie- fngelände durchschnittlich 25 RM. erzielt werden. £ Steinbach, 17. Aug. Am Sonntag konnte ter frühere Landwirt und Fuhrmann Georg Karl jiaas seinen 8 0. Geburtstag feiern. Leider ft sein Lebensabend durch allerlei Leiden getrübt, euch starb vor einem Monat nach 56jähriger Ehe fine Gattin Elisabethe, geb. Keil. -Steinbach, 17. Aug. Die Gemeinde Stein- tarf) feierte von Samstag bis Montag ein Ium» . nd Sportfest, verbunden mit der Einweihung des neuen Sportplatzes. Auch -atte man die diesjährige Kirmes zum erstenmal fach 89 Jahren auf diesen Tag gelegt. Am 3. Sep- i mber nächsten Jahres werden es 90 Jahre, daß iie Kirche eingeweiht wurde, und seitdem war nach Beschluß des Gemeinde- und Kirchenvokstandes die Zirmes immer am ersten Sonntag im September. $m Ausgang des Dorfes nach Albach zu, an der ktraßenkreuzung Albach — Oppenrod — Annerod — ßteinbach, hat die Gemeinde Steinbach einen vor- tldlichen Sportplatz geschaffen als Ersatz für den eiten Sportplatz, über den jetzt die Reichsautobahn jcht. g Lollar, 17. Aug. Diesen Sommer wurde sm „Placken" eine neue Siedluna, bestehend ins acht Häusern, errichtet, die nun ihrer Dollen- ung entgegengeht. Die Siedlungshäuser, alle in >r gleichen Art gebaut, bieten einer nicht allzu roßen Familie genügend Platz. Neben der Wohn- iche, den Zimmern, der geräumigen Speisekammer und, je nach Wunsch, dem Badezimmer ist ein >taö vorhanden, welcher sich unmittelbar an das Hohnhaus anschließt/ Er gewährt Raum für eine Inzahl Hühner, ein Schwein, 1 bis 2 Ziegen und otl. Stallhasen. Hinzu kommt noch ein ziemlich roßer Garten, der vieles zur Ernährung der Fa- ilie liefern wird. Haus und Grundstück gehen ad) einigen Jahren, in denen monatlich eine ver- iltnismäßig niedrige Miete gezahlt wird, unter mrechnung dieser Zahlungen in den eigenen Besitz der. Die Arbeiten werden von den beiden hiesigen iaufirmen Jost Lemmer und Heinrich Deibel misgeführt und sind bereits soweit fortgeschritten, aß mit dem Bezug auch der letzten Wohnungen s zum 1. September gerechnet wird. Gleichzeitig . erben die verlängerte 'Lumdastraße und die neue eter-Gemeinder-Straße ausgebaut. Mit der Er- rchtung dieser Siedlung rft ein weiterer Schritt ir Schaffung von Eigenheimen für die werk- itigen Volksgenossen getan. # Mainzlar, 17. Aug. Die hiesige Pflicht- pe u e r w e h r wurde am Sonntag zu einer Hebung l ä!armiert, mit der eine Besichtigung durch den Areisfeuerwehrführer Bouffier verbunden war. tie Wehr führte einen Brandangriff durch und ligte außerdem Hebungen im Fuß- und Geräte- Üenst. Die Ausführung der Hebungen konnte als khr gut bezeichnet werden. Bei einer anschließenden kameradschaftlichen Zusammenkunft wurde die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr t wogen. + ’®rünberg, 17. Aug. Am Sonntagvormit- iog wurde im hiesigen Waldschwimmbad durch einen beauftragten Prüfer (Lehrscheininhaber) der Deut« (6en Lebensrettungsaesellschaft (DLRG.) die Prü- png für den Grunoschein vorgenommen. Zehn kchwimmerinnen und Schwimmer konnten die acht Bedingungen für diesen Schein erfüllen und er- rarben so das Recht zum Tragen der Bronzenadel i;r DLRG. Es sind dies: Alice Jöckel, Ilse Maurer, Mariechen Müller, Willi Büttel, Roland Grauling, Werner Grüning, Heinz Krömmelbein, Fritz Peppler, Helmut Sehrt und Hans Walther. * Hunaen, 17. Aug. Die Mitglieder der N S- Frauenschaft und des Frauen erks, Ortsgruppe Hungen, unternahmen am Sonntag mit Autobus einen Ausflug nach dem Strandbad Hil- lersbach. Nach längerem Aufenthalt an der schönen Talsperre wurde dort das Mittagessen eingenommen. Dann ging es in herrlicher Fahrt durch den Vogelsberg weiter auf den Hoherodskopf, wo der Adolf-Hitler-Stein aufgesucht wurde. Auf der Heimfahrt wurde nochmals in Schotten Station gemacht. Der in froher Stimmung verlebte Tag echter kameradschaftlicher Verbundenheit wird allen Teilnehmerinnen noch lange in bester Erinnerung bleiben. * Langd, 17. August. Bei Arbeiten in seiner Scheune stürzte heute der Landwirt Otto Walter von hier so unalücklich vom Scheunengerüst a b, daß er einen Oberschenkelbruch daoon- trug. Die Gießener Sanitätskolonne verbrachte den bedauernswerten Mann nach Gießen in die Klinik. △ Htphe, 16. Aug. Der achtjährige Heinz Kopf wurde beim Spiel von einem Kameraden so schwer getreten, daß der bedauernswerte Junge sofort in ärztliche Behandlung gebracht und operiert werden mußte. — Die hiesige Frauenschaft unternahm am Sonntag einen Ausflug zum Strandbad Hillersbach. Auf der Fahrt dorthin wurden das Kurhaus in Bad Selters und die schönen Anlagen von Bad Salzhausen besucht. Dankbar erfüllt von den vielen schönen Eindrücken des Tages kehrten die Frauen am Abend zurück. — Der hiesige Schützenverein eröffnete am Sonntag seinen neuerrichteten Schießstand mit einem Preisschießen. Es wurden gute Ergebnisse erzielt und schöne Preise vergeben. Gutsbesitzer Otto Rinn hatte das gesamte Material, das für die Erstellung des Schiehstandes notwendig war, gestiftet. Srefe Schotten. # Groß-Eichen, 17. Aug. Die ä l t e st e E i n- wohnerin unseres Ortes, Frau Witwe Katharina Zimmer, feierte im Kreise ihrer Kinder, Enkel und Urenfel ihren 85. Geburtstag. Die Jubilarin war 24 Jahre lang Hebamme in unserem Orte. Kreis Wetzlar. lH Wißmar, 16. Aug. Der Flachs, der in diesem Jahre von vielen hiesigen Landwirten in größeren Flächen angebaut worden war, wurde in diesen Tagen geerntet. In der Qualität ist er dem des Vorjahres bei weitem überlegen. — Das Auflesen des Fallobstes in der hiesigen Gemarkung ist von der hiesigen Behörde auf die Zeit von 7 bis 9 Hhr festgesetzt worden. — Die Schulkinder, die in den Ferien unter Führung von Hauptlehrer Wagner sich beim Aehrenlesen beteiligten, brachten 90 Pfund gemischte Frucht zusammen. (D Krofdorf-Gleiberg, 16. Aug. Es ist anerkennenswert, wie sich unsere Schule nicht nur aufklärend und wegweisend in den Dienst des Vier- jahresplanes gestellt hat, sondern auch praktisch mitwirkt. U. a. suchten die Schulkinder mit ihren Lehrern die Roggen - und Weizenäcker der Gemarkung ab, um die liegengebliebenen Aehren zu lesen. Eine stattliche Anzahl von Säcken konnte zur genossenschaftlichen Dreschmaschine geschafft werden. Rund drei Zentner Körnerertrag wurden der örtlichen NSV.-Leitung zur Verfügung gestellt. (D Gleiberg, 16. Aug. Unmittelbar an das vierzehntägige Lager der jungen Bühnenkünstler auf unserer Burg, das am Samstag nach erfolgreichem Verlauf zu Ende ging hat sich ein neuer achttägiger Lehrgang angeschlosseü. Diesmal sind es auch auswärtiger Besucher hatte, unter der ungünstigen Witterung zu leiden. Mehrere Regengüsse virkten störend, aber zwischendurch, besonders am Montag, schien doch auch die Sonne, so daß der Verlauf des Festes ein guter war. Wirtschaft. Meldepfl cht für Vroigetreideverkäuse. Fwd. Don der Hauptvereinigung der Deutschen Getreide- und Futtermittelwirtschaft wird folgendes mitgeteilt: Nach der Anordnung vom 1. Juli 1937 über die Bestimmungen für das Getreidewirtschaftsjahr 1937/38 ist jeder Kaufabschluß über die Lieferung der von der Andienungspflicht ausgenommenen Mengen an Brotgetreide von dem Käufer dem für ihn zuständigen GWV. regelmäßig laufend, spätestens bis zum 5. jeden Monats, zu melden. Falls eine ordnungsgemäße Hebersendung der vor- geschriebenen Ablieferungsbescheinigungen an die hierfür bestimmte Stelle erfolgt, gilt dies als genügende Erfüllung der Meldepflicht, so weit es sich um den Kauf von Getreide durch einen Verteiler von einem Erzeuger zur Lieferung innerhalb desselben GWV. handelt. In diesen Fällen erübrigt sich daher unter der vorstehend angegebenen Voraussetzung die Abgabe einer besonderen Meldung. Hindermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder- (Nutzvieh-) Markt in Gießen standen 391 Stück Großvieh, 91 Fresser und 125 Kälber zum Verkauf. Es kosteten a) Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 470 bis 530 Reichsmark, 2. Qualität 300 bis 410 RM., 3. Qualität 230 bis 270 RM.: c) Rinder 1/s- bis ^«jährig 70 bis 140 RM., bis 2jähria 160 bis 230 RM., tragend 280 bis 450 RM.; d) Kälber bis zwei Wochen 30 bis 40 RM., bis vier Wochen 40 bis 55 RM., bis sechs Wochen 60 bis 70 RM. Marktverkauf: ruhig, Heberstand. Nächster Markt am 31. August. Hhein-Mainische Börse. IHiffagebörfe: Aktien überwiegend fester. Frankfurt a. M., 17. Aug. Die Börse konnte sich am Aktienmarkt weiter befestigen, und auch die Hmsatztätigkeit hat nunmehr eine leichte Steigerung erfahren. Die Anfragen der Kundschaft haben sich vermehrt, daneben bestand auch bei der Kulisse etwas mehr Hnternehmungslust. Unter Bevorzugung einiger Spezialpapiere ergaben sich überwiegend Erhöhungen innerhalb eines Prozentes. Stärker befestigt waren am Elektromarkt Schuckert mit 178,40 (176,75) und von Autoaktien stiegen BMW. weiter auf 152,75 (151,50). Am Montanmarkt lagen Verein. Stahl mit 122,25 (121,75), Klöckner mit 138,75 (138) und Mannesmann mit 125,50 bis 125,75 (125,50) etwas reger, Hoefch verloren 0,40 v. H. auf 127,65. Maschinenaktien lagen heute stiller, aber voll behauptet, Demag 152,50 (152,25), Rheinmetall unv. 157,50. Von chemischen Werten erhöhten sich Rütgerswerke auf 150,75 (150), IG. Farben unv. 168. Don Einzel- werten eröffneten Cement Heidelberg mit 169,75 bis 170 (169,65), Westdeutsche Kaufhof mit 60,50 (60,13), AG. für Verkehr unv. 129, Deutscher Eisenhandel unv. 153. Etwas schwächer lagen Reichsbank mit 215,50 (216,50), Deutsche Erdöl mit 151,13 (151,50), Metallgesellschaft mit 158 (158,65) und Bemberg mit 157,25 (157,50). Am Rentenmarkt erfolgten Abgaben in der Altbesitzanleihe und in Kommunal-Umschuldung, offenbar auf Vorbereitungen für die bevorstehende Auflegung einer neuen Konsolidierungsanleihe. Alt- besitz fielen auf 128 bis 127,75 (128,60) stärker zurück, Kommunal-Umschuldung bröckelten auf 94,75 bis 94,70 (94,80) ab, Reichsbahn-Vorzugsaktien blieben mit 127,75 unverändert. Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft wieder stark zusammen und teilweise bröckelten die Kurse am Aktienmarkt eher leicht ab, so IG. Farben- inbuftrie auf 167,50 nach 168, auch für Montan- werte hörte man nur knapp gehaltene Anfangs- kurse. Die später notierten Werte tarnen meist 0,25 bis 0,50 v. H. höher zum Kurs, Mansfelder nach Pause 152 (150). Von Großbankaktien zogen Commerzbank weiter an auf 118,50 (118,25). Abendbörse ruhig. Bei sehr stillem Geschäft zeigte die Abendbörss am Aktienmarkt nur geringe Veränderungen. Den meisten zur Notiz gekommenen Papieren lag kein Umsatz zugrunde. Im allgemeinen gingen die Abweichungen nicht über 0,25 bis 0,50 v. H. hinaus. Etwas stärker verändert waren Holzmann mit 153 (154), Gebr. Junghans mit 140 (141) und BMW. mit 152 (152,75). Von den einzelnen Marktgebieten lag der Montanmarkt gut behauptet, Mannesmann 125,75, Rheinstahl 157, Buderus 131, Harpener 179. Elektropapiere bröckelten zumeist ab, Schuckert auf 178 (— 0,40), AEG. auf 131,65 (— 0,40), Elektr. Lieferungen 135,50 (— 0,25) und Geffürel auf 155 (— 0,25) v. H., andererseits gewannen Licht & Kraft 0,50 auf 157. Am Chemiemartt blieben IG. Farben mit 167,65 unverändert, Goldschmidt zagen 0,25 v. H. an auf 149,25, Bemberg weiter abbröckelnd auf 157,25 (157,75). Von Mafchinen- aftien blieben Demag mit 152,25 und Moenus mit 122,50 behauptet. Im telephonischen Freiverkehr hatten Schwerdtfeger mit 69 bis 69,50 und Basalt Linz mit 67 einiges Geschäft. Am Rentenmarkt war das Geschäft belanglos. Altbesitz waren etwas erholt auf 127,90 (127,75), ebenso IG. Farben-Bonds mit 133 (132,90), auch 4,50 v. H. Krupp zogen 0,13 v. H. an auf 99,50, Reichsbahn-Vorzugsaktien blieben zu 17,75 unverändert. Die Gemeinde-Hmschuldungs- anleihe war zu 94,65 eher noch angeboten. Frankfurter Obst- und Gemüfemarkt. Frankfurt a. M., 17. Aug. Der Obstmarkt verzeichnet weiterhin starke Zufuhren van Aepfeln, Birnen, Preißelbeeren und Zwetschen. In Mirabellen, Pfirsichen und Reineclauden waren die Anlieferungen geringer. Mit Ausnahme von Mirabellen und Zwetschen war das Geschäft sehr schleppend und die Preise teilweise rückläufig. Besonders für Aepfel ließen sie nach, auch Birnen gingen im Preise zurück. Don den Aepfelsorten erzielten Alexander 12 bis 18 (gegen 15 bis 20), für alle Falläpfel bezahlte man unverändert 4 bis 5 Mark je 50 Kilogramm. Gravensteiner konnten ihren Preis von 17,50 bis 20 Mark behaupten. Birnen 1. Qualität ermäßigten sich von 24 bis 27 auf 20 bis 25. Klaps I von 24 bis 27 auf 22 bis 25. Dagegen erhöhten sich Mirabellen von 22 bis 24 auf 25 bis 30 und Zwetschen von 9 bis 11 auf 9 bis 14 Mark. Ausländische Trauben haben gutes Angebot bei weiter etwas rückläufigen Preisen. Am Gemüsemarkt blieb das Gesamtangebot gut. Starke Zufuhren hatten besonders Tomaten und Salatgurken, dagegen gingen sie für Einmach- gurfen weiter zurück. Auch in Bohnen bestand ziemliches Angebl^., trotzdem haben sich die Preise etwas erhöht, Buschbohnen kosteten 12 bis 15 (10 bis 15), Stangenbohnen 16 bis 22 (15 bis 20) und Wachsbohnen 18 bis 22 (15 bis 20) Mark. Für Tomaten ergab sich ein Abschlag auf 7 bis 10 gegen 10 bis 14 Mark, wobei noch erheblicher Ueherftanb verblieb. Für Cinmachgurken haben sich d'L Preise gehalten. Im allgemeinen war die Geschäftstätigkeit schleppend. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 17. Aug. Auftrieb: Kälber 616 (gegen 527 am letzten Dienstagsmarkt), Hämmel und Schafe 143 (170), Schweine 3115 (3092). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 60 bis 65 (am 10.8. 60 bis 65), b) 53 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (48 bis 50), d) 35 bis 40 (36 bis 40). Hämmel b2) 48 bis 51 (46 bis 51), c) 44 bis 47 (40 bis 45). Schafe a) 42 bis 47 (42 bis 45). Schweine a) 57 (57), bl) 57 (57), b2) 57 (57), c) 56 (56), d) 53 (53). Sauen gl) 57 (57), g2) 55 (—). Markt- verlauf: Kälber und Schweine zugeteilt. Hämmel und Schafe lebhaft. Kurszettel der Berliner und Franksurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben Die Höhe der zuletzt oeschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskoni 4 v H. Lombardzinsfuß 5 o H Frankfurt a. M. Berlin Schlutz- kurs Schlußk. Abendbörse Schtub- furo Schlubk Mittag börse Darum 16 8 17-8 16 8 17 8 l‘o Deutsche Reichsanlethe v. 1927 101,8. 101,75 101,75! 101,8 Vo Deutsche Reichsanl. von 193-1 1!»% Deutsche Reichsschatzanwei» 99 99 99 99 \vrB% Deutsche Reichsschatzanwei- 99,5 99,65 Bungen von 1935, 11. ftolge ... x4's% Deutsche Reichslchahanwei- 99,65 99,5 99 99 99 ilungen von 1936, 111. ftolge .. 99 ;5!ö% Dvung Anleihe von 19:30 .. 105,13 105,13 —— 105 4q% Hessische Volksstaat von 1929 < Br-e, Gelt Bries d r?nos Aires............. n'iel................... de Janeiro............ 0,751 0,755 0,751 0,755 B RI 41,87 41,95 41,90 41,98 0,164 0,166 0,164 0,166 8 een.................... 47,00 47,10 47,00 47,10 i »enhagen............... 55,32 55 44 47,10 55,36 55,48 L »zig -“............. ... 47,00 47,00 47,10 i nm Schotten" Graf Hagenburg startet in Amerika. Der olympische Kunstflugsieger des Vorjahres und Sieger in der internationalen Kunstflugkonkurrenz 1937 in Zürich, Graf Hagenburg, konnte an der Deutschen Kunstflugmeisterschaft 1937 nicht teilnehmen, da er auf Veranlassung des Korpsführers des NSFK., General Christansen, einer Einladung nach Amerika Folge leistet. Graf Hagenburg startet in Cleoeland (Ohio) vom 3. bis 5. September 1937 in Kunstflugkonkurrenzen, die im Rahmen der National Air Races alljährlich durchgeführt werden. Im vorigen Jahre beteiligte sich Gerd Achgelis erfolgreich. Graf Hagenburg reift am 19. August mit der „Europa" von Bremen ab. Seine Kunstflugmaschine, wieder ein Büker-Jungmeister, ist bereits verpackt und auf dem Wege nach Amerika. Oie neuen deutschen Meister im Gewichtheben. Der zweite Teil der deutschen Gewichtheber- Meisterschaften im Bantam-, Halbschwer, und Schwergewicht führte am Samstagabend 24 Bewerber in Augsburg zusammen. In allen drei Klassen setzten sich die Favoriten durch. Sämtliche Titel fielen nach Bayern. nöhon. r iind'w1 |tim 101 wpfllionalt \ HrWg , w jM b joMinli' sM°d!'ch SM t föierun Machen t Men, i er Dlä d meter-Gepäckmarsch wurde anschließend gestartet. Zunächst nahm man aber die in dieser Hebung enthaltenen Zwischenübungen, Entfernungsschätzen und Handgranatenzielwurf vorweg, damit die Teilnehmer in geschlossener Ordnung marschieren konnten. Auf der halben Strecke tobte zwischen Münchener Schuster I Kalbitz, St.-Mann Högy 25/M 46 Hanau und Rtf. Leichtothletik-Aaukampf Hessen-Mitte abgesagt. Der Leichtathletik-Gaukampf, der am 29. August in Gießen stattfinden sollte, mußte abgesagt werden. Der Gau Mitte sah sich, veranlaßt durch Mann- schaftsschwierigkelten, gezwungen, um eine Verlegung des Kampfes zu bitten. In diesem Jahre ist nicht mehr damit zu rechnen, daß der Kamps Zur Austragung gelangt. Die Vereine unseres Hessen-Gaues, die für den beabsichtigten Kampf ihre Mannen freigestellt haben, können also für diesen Sonntag anderweitig bestimmen. abermals den Titel vor Nürnberger (520) und Dörrbecker (515). — Bei den Halbschwergewichtlern hatte der Münchener Gietl von vornherein gewonnenes Spiel, als endgültig bekannt wurde, daß der Titelverteidiger Deutsch (Ludwigshafen) krankheitshalber nicht am Start erscheinen konnte. Gietl war der einzige Heber, der über 700 Pfund kam. Mit 720 Psund hatte er den Sieg jederzeit sicher. Hinter ihm belegten Leopold (Erfurt) und Bierwirt (Essen) mit je 695 Pfund die Plätze. — Klar überlegen war im Schwerge - wicht der Olympiasieger Manger (Freising). Auf Im Bantamgewicht gab es den erwarteten Zweikampf zwischen dem Münchener Titelverteidiger I. Schuster und dem Freisinger Bumberger. Mit 540 Pfund holte sich der Münchener Schuster I Kirf d ■ r «-i a M, toevJ1 i ährten 1.10 an cm D’ ' n0r tJ'9ter --*** _i^rt*popei streben Meler « oO -e* August Weller liefe! Weller, geb. Pflüger, verw. Heller Vermählte Gießen, den 18. August 1937 04050 To. Opel-Blitz Sofort ab Lager lieferbar Kasten- und Pritschenwagen RM. 2990.- ab Werk Regie: Gustav Gründgens Marianne Hoppe Gustav Gründgens Fita Benkhoff Max Gulstorff Paul Henkels 5372 A Heute Mittwoch die große Premiere eines Spitzenfilms der Terra-Filmkunst . ......................... Beiprogramm . Ufa-Ton-Woche Täglich 4.00, 6.00 u. 8.30 Uhr, Sonntags 3.00, 5.30 und 8.30 Uhr Opel-Automobile Gießen Frankfurter Straße Nr. 52—56 ______________________________________ 5382 A IW oon [j®Don K »in tz>». b 8)r unn * Ä vi ö $ T6| i iS 4 'N |L S ■ Auch »ifcfS $i.V S'tMU! flbalb bei d«o. Der M in )lo p» nnb ai »eilig in qr-to. tyui 5100 iti Londc fiSetnv Äiid) h lief mein, Mtzen, 1 Wäge? M gern | hnn \ Wichen i • Kesahr llüse, die Ms bei M.n in msinitn Wt fflun Wie 51 Loü.'i d Ulin P M inte un M li K‘; fe -jiilij g ’.j:ponad) Mhai q| S Man NlNitl W 'n n W!n mj J* $enr Ib'l« Wn toni jlMleten \ I it iS !r# 3 Wen, bc MestM ES'öie 1 Wen be u s Isabella 220 Januar Isabella, weibl. Vorname spanischer Herkunft mit der Bedeutung „die Schöne". Isabellenfarben, Bezeichnung für ein falbes Pferd und für Farbwerte, die diesen ähneln. Ischämie, Blutleere einzelner Organteile infolge mangelnder Vlutzusuhr. Ischias, Hüftweh, Erkrankung des Nerves ischiadicus, der von der Hüfte über das Gesäß am Bein entlang verläuft. Als Ur- lieber Naturschutz und Naturkunde “n‘er^ten sie m « mif ’ z J den allgememverstandlrchen Büchern des Hugo Bermühler Verlages, Derlin-Lichterfelde. Bitte verlangen Sie noch heute von Ihrem Gießener Buchhändler das ausführliche bebilderte Werbeblatt „Freunde der Natur sind Freunde guter Bücher". Jacht, Segelboot mit einem Mast. Jackett, entbehrliches französ. Fremdwort für Jacke oder Joppe, kurzes, enges, vorn geknöpftes Herrenooerkleid. Bei Damen Jackenkleid, der übliche Straßenanzug vielfach ein Schneiderkleid Jägerfleisch, gedünstetes Rinderfilet mit sehr würziger Tunke. Jägerlatein, übertriebene Jagd, erzählungen in gutmütiger Aufschneiderei. Jähzorn, plötzlich ausflarnrnen- der Zorn oder Wutanfall ist meist der Ausdruck eines Minderwertigkeitsgefühls, das andern gegenüber durch den Ausbruch verdeckt werden soll. Jähzornige sind in ihrem Anfall schwer zu behandeln, das Beste ist sie sich erst austoben zu lassen und ihnen nachher das Unsinnige ihres Verhaltens klar zu machen. Dies gilt auch für Jähzorn bei Kindern. Jagd ist heute dem Reichsjägermeister unterstellt und hat mehr die Hege und Pflege des Waldes uno des Wildes als dessen Abschuß zum Ziel. Zur Jagd ist Jagdberechtigung erforderlich. Jedes Wild hat seine bestimmten Schonzeiten. Jalousie, französ., Bedeutung: Eifersucht. Vor dem Fenster angebrachter Vorhang aus Holz-, plättchen (Rolladen) oder grober Leinwand. Das Gurtband von Holzrolladen reißt nicht so leicht, wenn man es öfter einfettet. Jam, englisch, Bedeutung: Gepreßtes, sehr süße, dick eingekochte Marmelade. Jamaikarum, beste Rumsorte mit hohem Alkoholgehalt. Januar, hat seinen Namen von dem römischen Gotte Janus, dem fachen kommen in Betracht: Erkältung und Durchnässung, Überanstrengung, Alkoholgenuh und langes, unbequemes Sitzen, auch die schwangere Gebärmutter kann auf ihn drücken und Schmerzen Hervorrufen. Bei unerträglichen Schmerzen: Bettruhe, Diathermie, Moorbäder und schmerzstillende Tabl. Ärztliche Beh. immer nötig! Isolation, die Absonderung gegen Elektrizität, Wärme oder Kälte, Feuchtigkeit und Schall. Iflnnen-6o MMIM abzugeb.Bestell erb wir v. Post! ob an b.Bierver- lag Michel,Watt torftr 71,5t.2479 Damplsäqewerk Lollar B. Nuhn A.G.,Lollar An-and Verhau! von Lumpen, Eisen, Papier Flaschen u. alle Metalle. Jede Bestellung wirb .abgeholt. O2O9C H. Schneider Neuenweg 6 Telephon 3187. Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermahlungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr. 7 SmM 6lnioönüg tum Bibel- uns Berenninlsoüenö am Mittwoch, 18. August, 207«Uhr, 'm Johannessaal. Es spricht: Pfarrvikar 5371d Weckerling-Gießen Von der Reise zurück Frauenarzt Prof. Dr. Walther ____________________________________04051 Donnerstag, den 19. August 1937, nachnr. 2 Uhr, versteigere ich an Ctt und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Bcrsteigerungslokal Neuenweg 28, dahier) zwangsweise gegen Barzahlung: 63S3d 2 elektr. Kühlschränke, 1 Personenwagen, 10 Autoreifen, verschieb. Kannen Autoöl usw. 1 Negistriertasse, 8 Schreibmaschinen, 2 Bürotische, 1 Schreibmaschinentisch, 2Ausziehtische, 5 Divlvmatschreib- tische, 2 VertikoS, 2 Bücherschränke, 1 Küchenschrank, 2 Büfetts, ZSvfas, 2 Chaiselongues, 1 Klubgarnitur, 6 Seisel, 42 Stühle, 1 Labentheke, 1 Herrenfriseurtoilette, 1 Näh- maichine, 1 Bleistiftspitzmaschine, 1 Grammophon,! Klavier, IStanb- uhr, 1 Wanbuhr, 1 Stänberlampe, 1 Hobelbank, 11 Särge, 2 HauS- haltswagen, 2 Schweine, 12Milch- tövfe, 10 Nickelschiffe, 36 Türbän- ber, 20 Hanbtuchhalter, 4 Mantelkessel, 60 Fußmatten, 10 Einkoch- apvarate,30Wetzsteine,!Gewinbe- kluvve, 1 Ofen, 3 Besteckkasten unb anbere HaushaltungSgegenstänbe. HinII ^erichtsvollzieheri. Gießen IIIUU Lubwigstr. 33 I. Tel. 3239 Leistung entscheidet! Fabelhaft schöne 5375A Küchen teilweise vollständig ausgelegt und Kühlkästen von RM. 145.— an Ehestandsdarlehen 5378 A I Giessen-Schulstr. 6