w K A ,, 'M F *"*=* < M >5* w * - -MW * - > r %, r W ‘ N » # " - M fc- ':';z- Äfftl D » YDZA General-Anzeiger für Oberhessen Annahme oon Anzeige» für Die 'JJhttagsnummer bis 8l /.Uhr öes Vormittags Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen oon 22 mm Brette 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50Rpf..Platzvorschrift nach vorh Vereinbg. 25°/^ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein« nützige Anzeigen sowie ein« fpaltige Gelegenheitsanzei« gen 5 Rpf .Familienanzei« gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Gricheri« rügltch. autzer Sonntags and Feiertags Beilagen: Die Illustriert, Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl, Monats, »ezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.98 Ohne Illustriert» . 1.80 Zustellgebühr .. e -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüsse anter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686 Ht. 159 Srftes Blatt 181. Jahrgang zmtag.i8.ZmU<>5r Giehener Anzeiger 0 Uhr. «tischen i) oer« 4147D -Der- Der Führer während des Liedes vom guten t e - am« Während der Gedenkrede des Oberbefehlshabers der Schiffes ausgeführt angesehen werden kann. Auf der „Deutschland" war ein großer Teil der Besatzung nach dem Abendessen in dem Wohnraum versammelt. Entsprechend der vom deutschen Admiral an den roten Militärbefehlshaber in Valencia auf Grund des Palma-Zwischenfalles ergangenen Warnung war der Befehl erteilt, auf jedes sich verdächtiger Weise nähernde rote Flugzeug das Feuer zu eröffnen. Die Flugzeuge wurden von dem Ausguck trotz der ungünstigen Verhältnisse gesichtet. Der Kommandant befahl sofort „Fliegeralarm" und „Feuer eröffnen". Unmittelbar darauf fielen die Bomben, eine in den ungeschützten Mannschaftsraum im Vorschiff, eine auf das Schutzschild eines 15-Zentimeter-Geschützes am Oberdeck, ohne daß vorher gefeuert werden konnte. So konnte der schamlose Angriff im vollen Frieden 31 brave Soldaten dahinraffen und zahlreiche andere verletzen. Ein ungeheures Opfer ist vom Allmächttgen wiederum der deutschen Kriegsmarine auferlegt. Aber auch dieses Opfer, so schwer es für uns zu tragen ist, hat seinen tiefen Sinn und wird seinen Segen haben, so wenig wir das vielleicht heute erkennen können. Ist es nicht dem deutschen Volk und darüber hinaus der ganzen Welt blutige sWar- nungszeichen geworden, wachsam zu sein und nicht zu erlahmen im Kampfe gegen den Bolschewismus, der heute die Welt mit der Zerstörung aller Kultur, mit der Vernichtung der Völker bedroht, wie wir es eben in Spanien erleben? heit mehr. In den Nachtstunden wurde vor allem die zunächst unnachgiebig ablehnende, dann plötzlich volks- ronttreue Haltung der 72 kommunistischen Abgeordneten beachtet und besprochen. Gewiß würde ein Abspringen des kommunistischen Flügels Ministerpräsident Blum nach seinen früheren verbindlicher Erklärungen zur Aufgabe der Regie- rungszügel bestimmt haben. Aber die Gefahr, daß es dazu käme, war vielleicht doch nicht so groß, wie es in den stets sensationslüsternen Kammerwandelgängen den Anschein hatte, wo aufregende Gerüchte und politische Wunschträume stets willige Verbreitung finden. Das, was sich auf dem linken Flügel der Volksfront abgespielt hat, ähnelt den Vorfällen, die sich in der Kammer immer wiederholt haben, wenn der jeweilige linke Flügel einer Koalitionsregierung den kämpferischen Teil des Koali- tionsprogramms mit besonderem Nachdruck durchzusetzen bemüht war. So haben zur Zeit des Kartells der Linken die Sozialdemokraten, obwohl in der Regierung nicht vertreten und nur Unterstützungspolitik treibend, die radikalsozialen Mini» ter immer wieder mit der Drohung scharf zu machen versucht, daß sie ihnen ihre Stimmen vorenthalten würden, wenn das Kabinett nicht diese oder jene Reform verwirkliche. Solche Drohung nützen einmal oder mehrere Male, aber sie schließen immer die Gefahr in sich, daß das Kabinett eines Tages nicht mehr mit kann, daß ihm dann in einer Nacht in der Kammer auf einmal die Stimmen zur Mehrheit fehlen, und dann ist die Bescherung da. So ist auch jetzt die Lage nur mit dem Unterschied daß die Ablösung der Koalition noch in der Kammer der vorigen Legislaturperiode leichter von- statten ging, als es in der jetzigen mit Volksfrontmehrheit gehen würde; denn auch bei einem kommunistischen Abfall würde die Opposition rechts von den Radikalsozialisten nie eine Regierungsmehrheit zustandebringen, und die Radikalen selbst haben sich durch ihr Zusammengehen mit den Kommunisten einen Teil ihrer Bündnisfähigkeit nach rechts verscherzt. Nur die Möglichkeit einer Spaltung dieser großen linksbürgerlichen Partei böte einen Ausweg. Wenn es aber erst dazu käme, wenn der zähe Zusammenhalt der alten radikalsozialen Partei aufgebraucht wäre, dann wäre das wohl auch der Zusammenbruch des partei-politisch-parlamentarischen Systems des bisherigen Frankreichs. Ein Anzeichen des parlamentarischen Niedergangs sind die Ermächtigungsgesetze. Mit Regierungsvollmachten sucht ein Kabinett über Zeiten Hinwegzukommen, in denen das übergeordnete Parlament Ferien hat. Das sind normale Vollmachten. Unechte Regierungsvollmachten liegen aber vor, wenn ein Kabinett ahnt, daß es gewisse Maßnahmen ergreifen muß, die im Parlament stark umstritten sein werden, und daß es dieser Auseinandersetzung vorbeugen will, indem es sich eine nicht So wollen wir auch in diesem Opfer, das uns auferlegt wurde, das Walten der Hand Gottes erkennen, vor dem wir als Soldaten und Seeleute uns beugen. So wird der Name unserer gefallenen Kameraden mit der Geschichte der deutschen Marine allezeit auf das Engste verbunden bleiben. Sie seien uns stets ein leuchtendes Vorbild hingebender Pflichterfüllung und Opferbereitschaft; seien uns eine nachdrückliche Mahnung, weiterzuarbeiten und zu kämpfen im Sinne und nach dem Willen unseres Führers, der bei seinem ersten Besuch auf der eben in Dienst gestellten „Deutschland" im Mai 1933 im Mannschaftsraum das Wort des großen Königs angebracht sah: „Es ist nicht nötig, daß ich lebe, wohl aber, daß ich meine Pflicht tue. Im Sinne dieses Wortes werden unsere gefallenen Kameraden weiter wirken, werden sie unvergessen bleiben in der Kriegsmarine, in der Wehrmacht, im deutschen Volk — jetzt und immerdar." Or. Schacht in Wien. Wien, 17. Juni. (DNB.) Mit einem Sonderflugzeug der Lufthansa traf am Donnerstagvormit- taq Reichsbankpräsident Dr. Schacht in Erwiderung des Besuches, den unlängst der Präsident der österreichischen Nationalbank Dr Kienböck in Berlin abgestattet hat, auf dem Flugplatz Aspern ein. Noch im Laufe des Vormittags wurde Dr. Schacht vom Bundes Präsidenten empfangen. Dem Empfang wohnte auch Botschafter oon Papen bei. Anschließend empfing Bundeskanzler Dr. Schuschnigg den Reichsbankpräsidenten, der dann dem Staatssekretär für die Auswärtigen Angelegenheiten Dr. Schmidt, dem Präsidenten der österreichischen Nationalbank Dr. Kienböck und dem Bundesminister für Handel und Verkehr, Professor Dr. Taucher, Besuche abstattete. Vor der Presse betonte Dr. Schacht, daß aktuelle Fragen nicht zur Debatte stünden, was selbstverständlich nicht ausschließe, daß sich die beiden Notenbankletter über Währungsfragen, die die ganze Welt bewegten, unterhielten. Sein Besuch solle selbstverständlich auch Zeugnis dafür ablegen, wie sehr man au reichsdeutscher Seite an geordneten, freundschaftlichen und nachbarlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern interessiert sei, die auch in Zäunst sich weiter vertie- f e n müßten. Nachdem Generaladmiral Raeder seine Ansprache beendet hatte, trat der Erste Offizier des Panzer- chisfes Deutschland vor und verlas, wahrend die Ehrenkompanie das Gewehr präsentierte, die Namen der 31 gefallenen Kamera- d e n. Bei jedem Namen erfolgte dumpfer Trommelwirbel. Dann feuerte die Ehrenkompanie drei Salven über die Gruft. Während das Lied vom guten Kameraden ertönte, begab sich der Führer an die Gruft und legte einen Kranz nieder, dessen Schleife die Standarte und den Namen des Führers trägt. Dem Führer folgten der Reichskriegsminister, Generalfeldmarschall von Blomberg, der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Raeder, General der Flieger Zander als Vertreter der Luftwaffe der Flottenchef der Kommandierende Admiral der Marinestation der Nordsee und der Kommandant des Panzerschiffes Deutschland". Während das Lied vom guten Kameraden verklang und die Nationalhymnen gespielt wurden, drückte der Führer den Angehörigen der Gefallenen zum Zeichen seiner Teilnahme die Hand. Damit war der feierliche Staatsakt beendet. Der Führer stattete am Donnerstagnachmittag vom Aviso „Grille" aus in Begleitung des Reichskriegsministers und des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine dem Panzerschiff "Deutschland" auf der Werft von Wilhelmshaven einen Besuch ab. Der Führer ehrt die Toten der „Deutschland" Vertagte Krisis. Don unserem st.-Derichterstatter. Nachdruck verboten! Paris, 16. Juni 1937. (Durch Luftpost.) Alles erwartete in der Nacht zum Mittwoch den Ausbruch einer Regierungskrise. Aber am Mittwoch früh ging die Sonne doch noch einmal wieder auf, und von der Regierungskrise blieb nur eine Vertrauenskrise innerhalb des Parteibundes der Volksfront zurück. !^itti^terpra^^- bent Leon Blum hat mit der ganzen Sachlichkeit eines unbeteiligten Beobachters die seltsame X,age seiner Regierung gegenüber dem Volk, gegenüber dem Parlament und gegenüber dem , Reichtum Frankreichs analysiert: eine parlamentsstarke Regierung, die das Vertrauen starker Kreise der Volksmassen genießt, ein dynamischer kommunistischer Flügel auf der Linken, eine einjährige Regierungserfahrung und auf der andern Seite das Mißtrauen der politischen Opposition und der Kreise, die den Reichtum Frankreichs besitzen oder oer- „In tiefster Trauer", so sagte er u. a., „unb in herzlichem Mitempfinden mit den Slnge^orißen unlerer Kameraden beugen wir uns in bi ei er ^tunoe vor dem ungeheuren Opfer, das die deutsche Kriegsmarine mit dem Tode von 31 gefallenen- jungen Kameraden und dem Vielfachen an Verletzten Y« bringen müssen. In engster Geschlossenheit schart sich um uns das ganze deutsche Volk, das sich m dem ruchlosen Attentat auf die Besatzung des Panzerschiffes „Deutschland" selbst auf das tiefste und empfindlichste getroffen fühlt. Deutsche Kriegsschiff übten nach internationaler Vereinbarung eine Kontrolle an der spanischen Küste aus, um den Bürgerkrieg eindämmen zu Helsen. Das deutsche F Y- rerschisf hatte nach seiner Ablösung vom Kontrolldienst auf der Reede der oon der Regierung besetzten, aber von 'hr nicht als Swtz- punkt für ihre Operationen benutzten Insel Ibiza geankert, um der Besatzung Ruhe nach anstrengendem Dienst zu gewähren und Vorräte aufzufullen Da erfolgte am Abend des 29. Mal auf die „Deutschland" vor Jibiza ein Bombenangriff, der nur als in voller Absicht und Berech- nung, unter Anwendung aller Mittel zur Ueber- raschung eines in friedfertiger Tätigkeit begriffenen Wilhelmshaven, 17.Juni. (DNB.) Drau- ( ßen am Stadtrand von Wilhelmshaven, am Stadt- i park, liegt zwischen Bäumen der Marine-Ehrenfrred- s Hof der deutschen Kriegsmarine. Gegenüber dem gro- i hen Skagerrak-Fels wurden heute mittag die 31 i Toten des Panzerschiffes Deutschland i n G e g e n - i wart des Führers und Obersten Befehls- ' Habers der Wehrmacht feierlich in einem Gemein- ; schaftsgrab zur letzten Ruhe gebettet. Abordnungen , einer Landmarineabteilung, der Seestreitkräfte und der Luftwaffe waren auf dem Friedhof aufmarschiert. Die Ehrenkompanie wurde gestellt von der ersten Schiffsstammabteilung der Nordsee und der zweiten Marine-Artillerie-Abtellung unter dem Kommando des Fregattenkapitäns Ruhfus. Dem Staatsakt voraus ging eine kirchliche Trauerfeler, bei der die Stationspfarrer beider Konfessionen ^Um 11.30 Uhr erschien der F ü h r e r Und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht auf dem Friedhof, -ön seiner Begleitung befanden sich u. a. der Reichs- krieqsminister Generalfeldmarschall v o n B l o m - ber g und Reichsführer SS. Himmler Der Führer wurde von dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Generaladmiral Raeder, dem Flottenchef Admiral Carls, dem Kommandieren- Len Admiral der Marinestation der Nordsee, Admiral Schultze, sowie dem Kommandanten des Panzerschiffes Deutschland, Kapitan z. e. Fänger, empfangen und vom Festungskommandanten von Wilhelmshaven, Konteradmiral v o n S ch r a - L er , zu der Grabstätte geleitet. Während der Führer durch das Spalier der Soldaten schritt, grüßte -ihn schweigend die große Menge der Volksgenossen, Die sich auf dem Ehrenfriedhof eingefunden hatte. In der offenen Gruft standen die 31 Sarge der Gefallenen, bedeckt von vielen Kränzen. In de vordersten Reihen hatten die Angehörigen der Toten, der Vertreter der spanischen Nationalregierung, Geschäftsträger Estrada, Baron de Los Torres, der spanische Militärattache Oberst Martinez, der chinesische Konteradmiral Lind, di deutschen Admirale und als Vertreter des Auswar- tigen Amtes der Chef des Protokolls Gelmidter Don Bülow-Schwante, ihre P^ße. Rach der Ankunft des Führers an der Gruft sprach derOberbefehlshaberderKriegSmarine Generaladmiral Or. h. c. Raeder. walten. m Für die Zuspitzung der Lage zwischen der Volksfront und der Kapitalsfront ist die erstere zum großen Teil selbst verantwortlich. Für die Dolks- ront-Bewegung war es eine beliebte Losung in )er Wahlschlacht, die sogenannte Geldmauer oder die berühmten 200 Familien anzuklagen öie die Altbesitzer der Aktten der Bank von Frankreich waren, bevor die Volksfrontregierung die Satzungen der französischen Notenbank zu reformieren unternahm. Diese Reform hat sich mehr auf dem Papier als im Finanz- und Kreditleben selbst ausgewirkt. Die politisch starke Regierung Leon Blums gerat in eine immer schärfere Kampfstellun g , u d e n Geld Mächten, und wenn sie auch über den Regierungsapparat verfügt, so stehen den Geldmächten die Waffen des Kredites und des Anlagekapitals zur Verfügung; Kapital und Kredit sind aber zugleich ein unerläßliches Element der Finanzwirtschaft und beide Elemente werden dem ozialistischen Finanzminister Vincent A u r t o I beharrlich vorenthalten. Eine starke 5le'”s> rung, so ries Leon Blum in der nächtlichen mersitzung aus, und alle drei Monate eine Finanzkrise! . Auch Finanzkrisen sind tragbar, wenn sie sich in der Kurve des Alltäglichen bewegen; sie werden bedrückend, wenn sie keinen Ausblick auf eine Lösung erkennen lassen, und sie werden bedenklich, wenn sie ins Währungspolitische über- pielen. Da die Regierung Blum das mit England und Amerika abgeschlossene Währunasschutzabkom- men zwischen dem Franken, dem Pfund Sterling und dem Dollar als einen der wichtigsten und brauchbarsten Bestandteil ihrer Finanzaußenpolttik ansieht, ist die Finanz- und Kreditkrise der Volks- frontregierung keine rein innerpolitische Angelegen- Bolschewistische polizeimechoden in der Tschechoslowakei. Viehische Mißhandlungen eines Reichsdeutschen durch tschechische Vernehmungsbeamte. näher bezeichnete Blankovollmacht geben läßt, bereit später die getroffenen Maßnahmen zu rechtfertigen. Der Antrag auf solche Blankovollmachten ist immer ein Krisenzeichnen. Die Opposition hat sich daran gewöhnt, einen solchen Antrag stets als Anzeichen der Schwäche der amtsführenden Regierung auszulegen. Ganz so einfach lieget» die Dinge beim Volksfrontkabinett Blum allerdings nicht, denn der Kampf gegen die Geldmächte ermöglicht einen ziemlich engen Zusammenschluß, und die Abhängigkeit der jetzigen Regierung von den Parteien — Linksabordnung der Kammer und Dolksfrontbewegung im Lande — ist eine starke und unmittelbare. Wenn also die Mehrheitsparteien, der linke wie der rechte Flügel, eine Nacht lang zögerten, ehe sie ihrer Regierung das Ermächtigungsgesetz zugestanden, so kennzeichnet das den Grad des Mißtrauens, das zwischen den auftraggebenden Parteien und den ausführenden Regierungsmännern bereits herrscht. Bisher hatte die Regierung Blum nur in der Zollpolitik ein Ermächtigungsgesetz verlangt und erhalten mit der Begründung, daß sie Waffen für die zweckentsprechende Wirtschaftspolitik Frankreichs benötige. Gerade die Erneuerung dieser Zollvollmachten stand die letzten Tage über im Parlament wieder zur Aussprache, und die ablehnende Haltung des Senates, der die Negierung Blum sogar in einer Abstimmung in die Minderheit versetzte, ist bekannt. Wie stark werden erst diese Gründe des Mißtrauens ins Gewicht fallen, wenn der Senat das neue Ermächtigungsgesetz zu prüfen hat, das ߣon Blum in der Kammer durchsetzte, und das ihm die Vollmacht gibt, bis zum 31. Juli d. I. auf dem Verordnungsweg die erforderlichen Maßnahmen zum Schutze der öffentlichen Finanzen, der Sparer, der Währung und des öffentlichen Kredites zu ergreifen, um den Franken, entsprechend dem Währungsgesetz vom 1. Oktober 1936, auf feinem Stand zu halten und keine Währungsüberwachung einzuführen. Schon den Nachsatz von der Währungsbehauptung und der Freiheit d e s D e - visenverkehrs wollte der Ministerpräsident zunächst nicht in die Dertrauensenschließung aufnehmen lassen, sondern wünschte, daß sich seine treue Mehrheit mit einem bloßen Versprechen begnüge; schon während der Kammeraussprache mußte er aber Ballast abwerfen und zulassen, daß fein Versprechen in der Entschließung selbst verankert wurde. Er wird sich dazu auch verstanden haben in der Annahme, den Ermächtigungsantrag auf diese Weise im Senat etwas leichter verteidigen zu können. Innerhalb des Währungsdreierabkommens hat Frankreich noch die Möglichkeit einer ganz kleinen Abwertungsberichtigung im Rahmen des Währungsgesetzes vom 1. Oktober 1936, von der es wahrscheinlich Gebrauch machen wird, eine Abwertungsberichtiaung, die das Ermächtigungsgesetz trotz des grundsätzlichen Verbotes einer massiven Abwertung nicht ausschließt, solange der zulässige 2Ibr - '"ngsspielraum eingehalten wird. Die Dertrauensentschließung verbietet außerdem die De v i s e n k o n t r o l l e. Auch bei diesem Thema zeigt bereits die nächtliche Aussprache, w e l ch e A r t von Kontrolle und Zwang die französische Regierung auszuüben beabsichtigt. Man nähert sich hier wohl auch dem Gebiet, auf das sich die Kampfmaßnahmen des Finanzministers vor allem beziehen werden: die Niederwerfung des Streiks des Kapitals. Die Arbeiter Frankreichs haben durch Streiks die 40-Stunden-Woche durchgesetzt. Das Kapital streikt seit einem Jahr sieben Tage lang in der Woche und arbeitet mitunter ein wenig im Ausland. Diesem fahnenflüchtigen französischen Nationalkapital und seinem Schatten, dem privaten Kredit, gilt die Kampfansage des Volksfrontfinanzministers. Nach den eigenen Erklärungen des Ministervräfidents Blum war der G o l d a b f l u ß aus der Bank von Frankreich in den letzten zehn Tagen besonders groß. Der Oppositionsredner und frühere Finanzminister, Abgeordneter Paul R e y n a u d, will den Goldverlust, den die Bank von Frankreich unter der Volksfront- Herrschaft erlitten hat, auf 25 Milliarden Franken beziffern können. Man veranschlagt das ins Ausland geflüchtete französische Kapital, das der französischen Wirtschaft mithin fehlt, auf 60 Milliarden Franken. Dieses Franzosen gehörige französische Kapital soll, gleichviel ob es sich in Frankreich oder im Ausland befindet, gleichviel ob es in Gold, in französischen oder in ausländischen Banknoten gehortet ist, die Strenge des französischen Gesetzes erfahren. Die Volksfront-Regierung glaubt dabei, nicht dem Währungsdreierabkommen zuwider zu handeln, denn sie erklärt, sie wolle nur untreues nationales Kapital zur Vernunft bringen. Daß diese Auffassung keine einmütige ist, beweist allerdings die Tatsache, daß zwei französische Finanzmänner von Ruf, der ehemalige Gouverneur der Bank von Frankreich, Professor R i ft, und Baudouin ihre Aem- ter als Mitglieder des Währungsüberwachungs- und Ausgleichsfonds vorgestern niedergelegt haben. Der volkstümliche Feind, dessen Bekämpfung sich Finanzminister Vincent Auriol außerdem zur Aufgabe gemacht hat, ist die Spekulation. Solange Frankreich aber eine freie Demokratie fein will, die die Zwangs- und Kontrollmaßnahmen einer ganz- oder halbdiktatorischen Staatsführung grundsätzlich ablehnt, wird es auch nicht umhin können, die unproduktive Spekulation bestehen zu lassen, denn die Spekulation ist, wie es ein französischer liberaler Politiker unter diesen Voraussetzungen mit Recht gesagt hat, an sich weder gut noch böse, und ein Finanzminister freut sich sicher über eine Spekulation, die zu einem Anziehen der Kurse der Staatspapiere führt, ebenso, wie er über eine Spekulation gegen die Staatspapiere entrüstet ist. Der Gewinn der Spekulation selbst ist in beiden Fällen wirtschaftlich nicht berechtigt und weder patriotisch noch uneigennützig. Mangels einer parlamentarischen Mehrheit vermag die Opposition immerhin mit führenden Köpfen und Wortführern des mißgestimmten französischen Kapitals aufzuwarten, die bereit wären, das mißtrauische Kapital wieder in den Wirtschaftsumlauf hineinzulocken, wenn man ihnen als Vertrauensmännern des Geldes und Kredites die Leitung der Staatsgeschäfte anvertrauen würde. Aber dem steht die Volksfrontmehrheit im Wege. Es hat infolgedessen ganz den Anschein, als ob sich die Verhältnisse in Frankreich erst noch viel mehr zuspitzen müssen, ehe eine für die Zukunft wichtige Entscheidung fällt, die nach Lage der Dinge heute ebenso gut den Weg einer marxistisch betonten, verstaatlichten Zwangswirtschaft und Zwangsfinanz mit Kapitalverlust nehmen kann als denjenigen einer verkappten Herrschaft des Kapitals, die allerdings den gärenden Zorn der Dolksmassen bald wieder zum kämpferischen Vorstoß heraussor- bern würde. > Berlin, 17. Juni. (DNB.) Im November vergangenen Jahres wurde der Reichsdeutsche Bruno Weigel in Prag feftgenommen und erst vor einigen Wochen wieder freigelassen, lieber die ungeheuerliche Behandlung, der er während seiner Haft ausgesetzt gewesen ist, hat er u. a. nachstehende Angaben z u Protokoll gegeben: Ich wurde allein in einer großen Zelle untergebracht, deren Strohsäcke und Decken vor Schmutz stanken. Kälte, Ekel vor dem Schmutz der Strohsäcke und Decken und besonders fortwährende Wanzenbisse verhinderten jeden Schlaf. Am 11. November, gegen 5 Uhr abends, wurde ich von zwei Beamten zum Verhör geführt. Bei meinem Eintritt in das Vernehmungszimmer waren acht Beamte in Zivil anwesend, von denen vier Gummiknüppel in der Hand trugen. Der die Vernehmung leitende Beamte führte mich sofort in ein Nebenzimmer und fragte mich, ob i ch für i h n politisch arbeiten wolle. In diesem Falle könnte ich mit baldiger Entlassung rechnen. Andernfalls müßte ich auf20JahreKerker gefaßt sein. Ich erwiderte, daß ich 20 Jahre Kerker vorzöge. Sofort wurde ich in das andere Zimmer zurückgeführt und das Verhör begann. Meine Antworten auf die Fragen nach der Tätigkeit der NSDAP, in der Tschechoslowakei genügten dem Beamten nicht, und ich wurde aufgefordert, mich auszuziehen. Es wurde ein Holzstuhl vor mich gestellt, auf dem eingetrocknete Blutflecke sichtbar waren, und auf dessen Sitzfläche eine doppelt gelegte starkgliedrige Kette gelegt wurde. Auf die Aufforderung, mich auf die Kette zu knien, versuchte ich, Einwendungen zu machen, erhielt aber sofort aus voller Kraft von mehreren Beamten Faust- schläge ins Gesicht und wurde zum Knien gezwungen. Gezwungen, die Arme vorwärts zu strecken, wurde auf diese ein mehrere Kilo schweres Paket gelegt. Die Kette wurde so zurecht gezogen, daß die scharfkantigen Kettenglieder in die weichen Stellen zwischen Kniescheibe und Beginn des Schienbeines eindrückten. Die Fragen wurden wiederholt, und wenn nicht sofort oder ungenügende Antworten erfolgten, die vier hinter mir stehenden Beamten aufge- sordert, mit ihren Gummiknüppeln aus meine Fußsohlen und das Gesäß zu schlagen. Bald wurde aber auch ohne Aufforderung geschlagen, sobald ich nicht antwortete oder betonte, daß die BZDAP. und die Parteigenossen beauftragt und bestrebt seien, sich nicht in innere Verhältnisse des Landes einzumischen. Faustschläge ins Gesicht und Schläge München, 17. Juni. (DNB.) In Kreisen der katholischen Bevölkerung Süddeutschlands herrscht große Erregung über den Vernichtungsseldzug führender tterifaler Stellen gegen einen aufrechten katholischen Geistlichen, dem der „Vorwurf" gemacht wird, als geistlicher Betreuer der ihm anvertrauten deutschen Jugend für die Gemeinschaftsschule eingetreten hatte gege den, es hc tiouM/H Die amtiid) für den L angelegenste ©te il trei ®t)ni , Kattow Polen bi Milalten al frton von t Mmnasie Morten die Am Wabütte. lrei private, "rnowitz i M 1406 ( den anfang. ^gezählt. Wen lei 'chenNö Ltn und 7 Stelle Malten Äderung 1 1 Gebiet nippe in ( Erbringe. ? Md L-Ner §t über ^runo D1 K- K zu 2 be, $1,6 d°° & Ä. lie. n. 2h tzelangk >t ein ai fiel M n — üec t) nicht p lig einW W&-- ng zu 16 so werd,- 'n Sbt ?chlvei, elonbeii SW v'Ppeni 11 Äm relbstvy. H ch en. nbdje, aus bn burdj, elt ballt aus Ci. 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Eine Rentermel- bung aus Gibraltar bestätigt, bafe der italienische 5000-Tonnen-Frachtbampfer „M a b b a" von bolschewistischspanischen Flugzeugen mit Bomben belegt unb später sogar rn i t Maschinengewehren beschossen worben ist. Die „Maboa" ist am späten Nachmittag mit eigener Kraft i m Hafen von Gibraltar eingetroffen. Der Kapitän bes Schiffes, Simone, erklärte, baß bie bolschewistischen Flugzeuge rund 30 Bomben abgeworfen hätten, oaß aber keine Bombe bi» rekt getroffen habe. Später drehten bie Flugzeuge bei und gingen a u f 300 Meter herunter, um bann mehrere M G. - S a l v e n auf bas Schiff abzugeben. In der Reutermeldung wirb bestätigt, baß auf dem Deck bes Schiffes über 100 Einschläge von MG-Geschossen au sehen sinb. Das Verf am Bug bes Schiffes ist so groß, baß der Dampfer in Gybraltar insTrvckenbvck gehen mutz. Durch die Beschießung mit Maschinengewehre wurde gleichfalls beträchtlicher Schaden angerichtet. Bon der Mannschaft wurde niemand verletzt. Die bolschewistischen Flugzeuge sollen von Cabo de Palos in der Nähe von Kartagena gekommen sein. „Säuberungsakiwnen" auchin dersowletrussischenprovinz Moskau, 17. Juni. (DNB.) Dom 9. bis 11 Juni fand in der jogenannen Wolgadeutschen R e - publik eine Parteikonferenz der dortigen bolschewistischen Organisation statt, auf der der Parteisekretär Frescher mitteilte, daß auch dort „zahlreiche Staatsfeinde, Konterrevolutionäre und Trotzkisten" entlarvt und verhaftet wurden, darunter der Volkskommissar für die örtliche Industrie, der Leiter der Industrie- und Transportabteilung, aus dem Volkskommissariat für Landwirtschaft Maerz, Leiste, Tichomirow „und mehrere andere" Funktionäre und der Volkskommissar für Volksbildung Weber. Allein für das kleine Wolgadeutsche Gebiet ergeben sich 27 namentlich aufgeführte Staatsfeinde, deren „schonungslose Ausrottung" auf der Tagesordnung steht. Ein ähnliches Bild gab der Parteisekretär Wareikis auf einer Gebietskonferenz der bolschewistischen Partei des fernöstlichen Sowjetgebietes. Dort wurden bereits 95 Todesurteile vollstreckt. Jetzt führte Wareikis außerdem noch 33 weitere „<5 t a a t s f e i n b e" mit Namen an, bie vorher zum Teil hohe Posten in Industrie, im Verkehr, in der Verwaltung und in den Parteiorganisationen des Fernen Ostens begleiteten. Wareikis bezeichnete die Zerschmetterung der Trotzkisten, Saboteure und Schädlinge als die „Hauptaufgabe" des gegenwärtigen Augenblicks. Der Vorsitzende des Zentralexekutivkomitees der kommunistischen Partei in Weißrußland Tscherwjakow hat am 16. Juni Selbstmord begangen. Der Sekretär des weißrussischen Zentralexekutivkomitees hatte gegen das Parteikomitee den Vorwurf erhoben, es habe die Tätigkeit von Trotzkisten und nationalistischen Agenten des Faschismus geduldet. — Die amtliche Sowjetagentur aber sucht den Grund für den Selbstmord in „persönlichen Familienangelegenheiten". Die Not des Deutschtums in Ostoberschlesien. Drei Gymnasien wegen Schülerrückganges geschlossen K a 11 o w i tz , 17. Juni. (DNB.) Arn Mittwoch ist in Polen das Schuljahr für die höheren Landesanstalten abgeschlossen worden. Mit diesem Tage haben von den noch bestehenden sechs benschen Privatgymnasien in Ostoberschlesien drei i h r e Pforten schließen müssen. Es handelt sich um die Anstalten in Rybnik, Antonienhütte und Laurahütte. Die Schüler werden von den restlichen drei privaten deutschen Gymnasien in Königshütte, Tarnowitz und Pleß übernommen. Während 1933 noch 1406 Schüler die Gymnasien besuchten, wurden anfangs des Jahres 1937 nur noch 896 Schüler gezählt. Diese Entwicklung hat ihre Ursache zum größten Teil in den schweren wirtschaftlichen Nöten, denen die deutschen Beamten und Angestellten infolge Verlierens ihrer Stellungen, die sie zum Teil jahrzehntelang innehatten, ausgesetzt sind. Verarmung und Abwanderung haben sich natürlich auch auf kulturellem Gebiet auswirken müssen. Die deutsche Volksgruppe in Ostoberschlesien hat drei Eckpfeiler ihrer tulturbringenben Einrichtungen verloren In Warschau überreichte der deutsche Senator Wiesner dem Ministerpräsidenten eine Denkschrift über die Arbeitslosigkeit der deutschen Bevölkerung Ostoberschlesiens. Ministerpräsident Skla- bowski versicherte, daß alle Bürger Polens auch bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit gleichmäßig behandelt und die Interessen der deutschen Bevölkerung berücksichtigt werden sollen. In der Denkschrift wirb nachgewiesen, daß bei der Entlassung deutscher Arbeiter und Angestellter keineswegs immer soziale ober wirtschaftliche Momente den Ausschlag gegeben hätten, sondern meistens d i e Frage nachder politischen Zugehö r i g = leit und danach, ob ein Arbeitnehmer sein Kmb in die deutsche Schule schicke und er selber zu einer deutschen Organisation gehört. Derartige Maßnahmen hätten dazu geführt, daß heute 7 0 b i s 8 0 v. H. aller D e u t s ch e n i n O st o b e r s ch l e- sie» arbeitslos seien, und die deutsche Jugend fast durchweg keine Möglichkeit habe, einen Beruf zu ergreifen ober Arbeit zu finben. polniicke Behörde verfügt Schließung des Danziger ,/Töchterheims Gcherpinaen". Danzig, 17. Juni. (DNB.) Durch eine Verfügung des Kreisstarosten in Dirschau wurde der seit vielen Jahren bestehende Verein „T och t e r- heim Scherpingen e. V.", der durch die Abtrennung zu Polen gekommen ist, aufgeforbert, seine Tätigkeit einzu st eilen unb bas Grundstück, dessen Eigentümer er ist, binnen ^Stunden zu räumen, da er angeblich nicht oro» nungsgemäß angemeldet sei und seine Tätigkeit eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit dar- stelle. Der Verein hatte zur Abwehr dauernder Diebstähle auf seinem Grundstück eine Bewa- Die alte Ribelungensiadi am Mein. Zur Kestjpielwoche in Worms. Von Dr. Walter Bauer. In der alten deutschen Nibelungenstadt Worms wird die Reichstheaterfest- w o ch e 1937 ihren großartigen Abschluß finden. Lines der gewaltigsten Werke der deutschen dramatischen Dichtung. „Die Nibelungen" von Friedrich Hebbel, wird im Festspielhaus zu Worms von ersten deutschen Künstlern zur Aufführung gebracht werden. Die außerordentliche Bedeutung der Wormser Festtage kann nicht nachdrücklicher gekennzeichnet werden als durch die Tatsache, daß der Herr Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, in diesen Tagen (Samstag, 19.. und Sonntag, 20. Juni) in unserem Gau Hessen - Nassau anwesend sein wird: Dr. Goebbels wird am Samstag in einer Kundgebung großen Stiles in der Fabrikhalle des Wasser-Gas-Schweiß-Werkes in Worms zu mehr als 14 000 Menschen sprechen. Diese Kundgebung wird eine der größten des Gaues Hessen-Nassau fein. Am Sonntag wird Reichsminister Dr. Goebbels dann die diesjährige Reichstheaterfestwoche abschließen. Die Aufführung der ..Nibelungen" von Hebbel wird für alle, welche ihr beiwohnen können, ein einzigartiges und unvergeßliches Erlebnis bedeuten. NSG. Mitten in einem fruchtbaren Gebiet liegt die Stadt an dem breit dahinfließenden Strome bes Rheins. Silbern zieht sich sein Band durch d:e weite Ebene, die im Osten von den Höhen des Odenwaldes und im Westen von den Hängen des Pfälzischen Berglandes eingerahmt wird. Und wer nicht auf diesen sanften, von Reben bewachsenen Hügeln gestanden hat und von der Ferne die Silhouetten der betriebsamen Städte mit ihren Domen sah, wer die rauchenden Schlote und die gemächlich dahinziehenden Schiffe nicht geschaut hat, wer den Winzer bei seiner mühseligen Arbeit and den Bauern beim Säen und Ernten in diesem Paradies nicht kennt, der hat das köstliche Land um den Mittelrhein nicht erlebt. Hier in diesem südlich warmen Kessel kreuzen am Domhügel von Worms zwei Straßen, die unseren Erdteil durchqueren, und da, wo sich die Lößhügel Rheinhessens bis an den Strom heranschieben, liegt Worms Uralt ist der Boden, der heute die Stadt trägt, solange Menschen hier am Rheine wohnten, solange steht schon die Stadt, und die Chronisten des Mittelalters sprechen davon, daß sie schon 5000 Jahre alt sei und Rom bei weitem noch an Alter übertreffe. Ueberall, wo der Spaten des Landmannes in den Boden fährt, werden die Zeugnisse der alten Kulturen zu Tage gefördert. Wie große Gärten legen sich rings um die Stadt die alten Friedhöfe, auf denen die Menschen schon seit Jahrtausenden ruhen. Jüngere Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit haben hier regelrechte größere Siedlungen gehabt, und wäre der Boden der Stadt nicht im Laufe der Jahrhunderte so sehr durchwühlt worden, so würden sich auch heute noch innerhalb der Mauern alle die Funde einstellen, die uns außerhalb eine so reiche Geschichte bezeugen. Und wer heute durch das wohlgeordnete Museum schreitet, das in den romantischen Räumen des Andreasstiftes untergebracht ist, Der wird sich sehr bald von der Wahrheit dieser Behauptungen überzeugen müssen. Wir erkennen die einzelnen Völkerschaften an ihren Kulturrückständen, wir wissen, wer hier ansässig war Die Funde beweisen uns, daß schon in Der Zeit um 2500 o. Ehr. sich hier nordische Menschen aufgehalten haben, die der Landschaft und den von ihnen benutzten Geräten ihren Stempel aufdrückten So löste ein Jahrtausend das andere ab, Menschen kamen und vergingen und ein großes mächtiges Schicksal hielt sie alle zusammen.. Im ersten vorchristlichen Jahrhundert werden die Kelten, die fast zwei Jahrtausende hier gesessen haben, von dem jugendfrischen germanischen Stamme der Vangionen verdrängt, und ungefähr zur gleichen Zeit erscheinen, von Süden kommend, die Pömer hier und besetzen dieses Land am Rhein. Die Stadt, die in den letzten Jahrhunderten B o r - betomagus genannt wird, also „Kultstätte der Sonne", wird nun von den Römern nach dem hier wohnenden Stamme der Vangionen „Civitas Van- gionum“ genannt. Schon im dritten Jahrhundert n. Ehr. wanken die Grenzen des römischen Reiches unter den wuchtigen Angriffen der Germanen, und um 400 müssen die Römer auch aus unserem Gebiete weichen. Damit hört die Zeit der schmachvollen Besatzung unseres Heimatlandes auf Für dreißig Jahre erscheinen hier die Burgunden, die uns als kostbares Geschenk den wesentlichen Teil des Nibelungenliedes hinterlassen haben. 437 verschwinden auch sie aus unserer Gegend in südwestlicher Richtung. Ihr Erbe aber wird nach manchen Umstellungen und Ergänzungen hier in der Nähe niedergeschrieben. Im berühmten Kloster Lorsch wird das Nibelungenlied um 1200 seine endgültige Fassung erhalten haben. Man darf vermuten, daß der Dichter des Liedes, so wie es heute vor uns liegt, sich wahrscheinlich die Veichältnisse des damaligen Worms zum Dorbilde genommen hat. Die Burgunder werden von den Alamanen abgelöst, die bis um 500 hier unsere Gegend bewohnen, unter ihnen wird Worms zu dem nördlichsten Gauvorort des Alamanenlandes. Aus dieser Zeit haben sich wundervolle Funde erhalten, die zu den schönsten des Rheinlandes gehören Aber auch dieser von Süden gekommene Volksstamm muß weichen, er wird von den vom Niederrhefn her erscheinenden Franken weggedrückt und muß wieder in sein Ursprungsland zurückkehren. Die Franken bringen eine umfangreiche Kultur mit, die in ihrer Schlichtheit ein völlig unverbildetes und unbeeinflußtes Volk zeigt. Damals schon tritt Worms in den Kreis der wichtigsten Städte unseres Vaterlandes ein, und es hat feine Vormachtstellung durch das ganze Mittelalter hindurch gehalten. Karl der Große hatte hier eine Pfalz, und mancher feiner Entschlüsse wird hier in seinem Lieblingssitz gefaßt. Unter Bischof Burkard von 1000 bis 1025 nimmt die Stadt erneut einen Aufschwung, er legt den Grundstein zum heuttgen Dom, dem schönsten Bauwerk des Mittelrheins. Manches Opfer bringt er für die Stadt, er läßt Mauern, Türme und Tore ausbessern und errichtet Klöster und Kirchen. Er vertreibt aber auch die Salier aus den Mauern der Stadt und baut an der Stelle ihrer Pfalz eine Kirche. Unter ihm beginnt der unglückselige Kampf zwischen Kirche und Staat, in dessen Zeichen das ganze Mittelalter steht. Und wieder ist es ein Jahrhundert später in Worms, wo dieser Zwist geschlichtet werden soll. Das Konkordat im Jahre 1122 kam der Einigung ein Stück näher, die Entscheidung aber mußte noch Jahrhunderte auf sich warten lassen. Als Heinrich IV. 1072 von allen deutschen Fürsten verlassen war, hält ihm einzig die Stadt Worms die Treue, und öffnet, als er keine andere Zuflucht finden kann, ihre Tore und nimmt ihn in ihren Schutz. 1074 belohnt er die Stadt königlich für diese Tat durch einen umfangreichen Freibrief. In den folgenden zwei Jarhunderten spielt Worms fast jedes Jahr in der Geschichte des Reiches eine bedeutende Rolle. Wesentliche Entscheidungen werden hier atroffen. Papst und Kaiser bekriegen sich und versöhnen sich wieder. 1254 wird der große Bund zwischen den Städten Worms, Mainz und Speier geschlossen. 1273 wird Worms zur reichsunmittelbaren, zur „freien Reichsstadt" erhoben. Knapp eine Generation arbeitet um 1200 an der Erschaffung des Domes, der auf demselben Hügel steht, auf Dem die Römer ihr Forum und die Kelten ihr Sonnenheiligtum hatten. Und diese romanische Zeit war eigenttich die größte des alten Worms. Ein Reichstag löst den andern ab, die Stadt steht im Mittelpunkt aller Entscheidungen. Ruhiger wird es um sie erst in den folgenden Jahrhunderten. Noch einmal tritt sie dann in den Blickpunkt der Völker durch die Reichstage von 1495 und 1521. Vor allem der letzte ist groß und berühmt geworden. Denn er stellt den Anfang einer neuen Zett dar, als sich Damals Luther vor Kaiser und Reich verantwortete. So ist Worms ja auch nicht nur Die Dom-, sondern auch Die Luther st aDt Und sehr bald beginnt in Der ältesten und kleinsten Kirche der Stadt der protestantische Gottesdienst. Der 30jährige Krieg schädigt Worms stark, und an Den Pfingstfeiertagen Des Jahres 1689 wird die Stadt im Verlaufe Des Pfälzischen Erbfolgekrieges in Schutt und Asche gelegt. Die mächtigen Türme und Tore, das wundervolle Rathaus, die Bauten Der Bürger und Geistlichkeiten, sie alle sinken in Den Schutt. Langsam unD allmählich erfolgt Der Wiederaufbau im 18. JahrhunDert. Industrien siedeln sich an, und sorgen so für den Bestand der Stadt. Noch ragen die Türme, Mauern und Kirchen in den Himmel und geben den Fremden einen wundervollen mächtigen Anblick, und wer von der schonen Rheinbrücke auf die Stadt hinabsieht, Der ahnt die Vergangenheit, sieht aber auch den Kampf für die Zukunft. chung durchgeführt. Einer der Diebe mürbe ertappt und vom Grundstück verjagt. Der Angestellte des Vereins, der den Dieb überrascht hatte, wurde aus Rache von acht Personen überfallen und so schwer verletzt, daß er in lebensgefährlichem Zustande ins Danziger Krankenhaus übergeführt werden mußte. Anstatt die Täter zu verhaften, nahm die polnische Polizei drei Kameraden des lieber» faüenen fest, die für die Ueberführung des Schwerverletzten in das Krankenhaus gesorgt hatten. Die Danziger Regierung hat bei der polnischen Regierung eine sofortige Zurücknahme Der Räumung und Der Auflösung Des Vereins gefordert. Das unberechtigte Vorgehen gegen Das „Töchterheim Scherpingen" hat unter Der Danziger Bevölkerung große Empörung ausgelöst. Ein HanS-Maiion-Grabmal auf Rügen. Berlin, 17. Juni. (DNB.) Am 20. Juni wird bei Bergen auf Rügen Das Hans-Mallon» Grabmal, Das Der Vol ksbunD deutsche Kriegsgräberfürsorge in Zusammenwir- kung mit Der pornrnerschen HitlerjugenD erbaut hat, eingeweiht. In Gegenwart Des Reichsjugenb- führers werDen am Samstag Die Gebeine Des von KommunistenhanD im Jahre 1931 feige ermorDe» ten Hitlerjungen Hans Mallon vom FrieDhof in Bergen zum Grabmal, Das nun feinen Namen tragen soll, übergeführt werben. Am Sonntag wirb ber Bunbesführer bes Volksbunbes beutfcher Kriegs» gräberfürforge, Dr. Eulen, bie Weihe bes Grabmales vornehmen unb es ber Hitlerjugenb in Obhut geben. Auf einem in ber Nähe gelegenen Platz wirb ber 21benb mit einer großen Sonnenwenbfeier, bei ber Balbur v. Schirach sprechen wirb, seinen Abschluß finben. Konferenz der Kleinen Entente auf der Donau. Bel grab, 17. Juni. (DNB.) Der rumänische Ministerpräsibent T a t a r e f c u unb ber tschechoslowakische Ministerpräsibent Dr. H o b z a begaben sich in Turn-Severin an Borbbes rumänischen Donaubampfers „König Carol II", mit bem sie nach Klabowo ans jugoslawische Donau- ufer übersetzten. Hier begab sich der jugoslawische Ministerpräsident Stojadinowitsch auf den Dampfer und die drei Ministerpräsidenten der Kleinen Entente setzten gemeinsam die Fahrt stromaufwärts nach Bazias fort. Nach Abschluß der Donaufahrt wurde eine Verlautbarung über die Besprechungen herausgegeben, in ber es u. a. heißt, daß Die Drei MinisterpräsiDenten ihre völlige 11 e = herein ft immung in Den behanDelten Fragen festgestellt, sowie Den Wunsch nach F e st i g u n g Der Verbindung zwischen ihren drei Staaten zum Ausdruck gebracht hätten. Sie hätten sich Dahin verstänDigt, ihre gemeinsamen Bemühungen fortzusetzen, Die auf Z u f a m m e n a r b e i t Der Donau» ft a a t e n in Zusammenarbeit mit allen interessierten Staaten hinzielen. Die Drei Regierungschefs hätten schließlich ihre- tiefe Anhänglichkeit an Den Völkerbund erneut unterstrichen. General Beck in Paris. W - Der Chef des Generalstabes des Heeres, General Der Artillerie, Beck, ist zu einem Privatbesuch Der Pariser Weltausstellung in Der französischen HauptstaDt eingetroffen. — Auf Dem Bahnhof rourDe General Beck (Mitte) von Dem Deutschen Militärattache in Paris Generalleutnant Kühlental (links) empfangen. (Scherl-BilDerDienst-M.) Besuch bei General Gamelin. 23 a r i s( 17. Juni. (DNB.) Der Chef Des Deutschen Generalstabes General Der Artillerie Beck stattete am Donnerstag Dem Chef Des französischen ©eneralftabes General Gamelin einen Höflichkeitsbesuch ab. Der Deutsche Militärattache in Paris, Generalleutnant Kühlenthal wirD Dem Deutschen Gast zu Ehren ein Frühstück geben, am Samstag ist in Der Deutschen Botschaft ein Festessen, zu Dem auch eine Reihe französischer Persönlichkeiten geladen sind. Die französische Presse, die von Dem Besuch Des Generals Beck mit lebhaftem Interesse Kenntnis nimmt, gibt Der Meinung AusDruck, Daß Der General auch eine Unterhaltung mit Dem französischen Kriegsminister Dalabier haben wirb. Die Presse weist barauf hin, baß zum e r - st en Male seit 18 7 1 ein beutfcher Generalstabschef Paris besuche. „Paris Soir" schreibt: „Verhältnismäßig jung, kaum 50 Jahre alt, erfreut sich General Beck hohen militärischen Ansehens. Einige zögern nicht, ihn als bas wirkliche „Hirn" der deutschen Armee zu bezeichnen. Militär bis in Die Fingerspitzen, weiß er Die Qualitäten seiner ausländischen Kollegen voll zu würdigen. Jedesmal wenn einer von ihnen sich in der deutschen Hauptstadt aufhält, verfehlt er nicht, ihnen den wärmsten Empfang zu bereiten. Man erinnert sich u. a. Daran, daß es der damals im obersten Rang stehende General Beck war, der dem Marschall P e t a i n während seines kurzen Berliner Aufenthaltes als Führer diente. Das Blatt sagt weiter, die Unterhaltungen des Generals mit den führenden französischen Militärs würden dazu führen, die zwilchen Den beiDen Armeen beftehenDen freundschaftlichen Bande zu erneuern. Der „Temps" Jagt, wenn diese Fühlungnahme auch keinerlei offiziellen Charakter habe, so sei sie dennoch geeignet, eine neue Atmosphäre zu schaffen, und die internationale öffentliche Meinung geneigter zu machen, m i t größerem Vertrauen als bisher Den heute zugunsten einer Befriedung Europas bestehende Möglichkeit ins Auge zu sehen. * Donnerstagvormittag empfing Der Reichsverkehrsminister und GeneralDirektor der Deutschen Reichsbahn Dr.-Jng. D o r p m ü 11 e r in Anwesenheit des französischen Botschafters die Verkehrs- l’ommiffion der französischen Depu- tiertenfammer, unter Führung ihres PrL« Reichs, 20.15 Ul (Seiferst Mer K 19 Uhr, La Der ; Juni, u im Clu einen k flieht Tie ein W die ( .Hw Sonnt Abend in ner Xruf Sammel! nerstag, Chamer, Tageszen Sonnte in Klostei Sansh nach Di .Schaffen Rückkunft haltend Abend- u s, s iihS! Dopple gebnis d und die wie ein । lieferten mehr ins nicht die der eine feinem? Pflegt . hat noch vermocht Ergebnis durchfchr trag lief mer not freunde kommen Ländern Mai M der Fah! frifchgepf Teile de- |d)«n & ihrer Ä bi» $rb6» tetnerieii- Valderdb Die gn ders finki Körben c ZdN- I ent-oeder tÄ Garten » Gauinenl Grün im Kinderwagen ca. 70 Modelle auf Lager Offenbacher Lederwarenvertrieb C.Röder Mäusburg 14 4174 D Verschiedenes nach 18.- 16.- 11.50 21.- 32“ Die Trauerfeier erfolgt in aller Stille. 4182 D Gebilmheulei 4165 A AM MARKT Frau Elisabeth Weber, geb. Römer Das Fachgeschäft für Damen- und Mädchenkleidung Heuchelheim, den 17. Juni 1937. """".........""""L NunuMtrnrnrnmiiimiitiiimi 4183 V Morgen abend Veranstaltung in der „StadtLick" Radball Turnier Tücktiger 4161D S v- "GÄU v.-" - Mittwoch, 30. Juni, gegen 16 Uhr: Billiger Sonderzug nach Marburg zu dem Freilicht-Festspiel „Scharnhorst". Preis für Fahrt und guten Mittelplatz 1,70 Mark. Karten zu den Fahrten durch die Betriebswarte und die Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18. 4137D Hitler-Jugend Bann 116 Gießen Betr.: Elternausspracheabend der Gefolgschaft 3/116 (Gießen-Mitte). Der Elternausspracheabend der Gefolgschaft 3/116 findet heute, Freitag, den 18. Juni 1937, um 20.30 Uhr in der Wirtschaft „Gambrinus", Wetzsteinstraße, statt. Betr.: Schwimmwettkämpfe der Hitler-Jugend. Zu den Schwimmwettkämpfen der Gießener Hitler-Jugend treten alle Schwimmer der Einheiten des Unterbannes 1/116 am Samstag, 19. Juni, um 19 Uhr in der Müllerfchen Badeanstalt an. Betr.: Fahrtenführerschulung am 20.6. Zur Fahrtenführerausbildung am 20. Juni ist folgendes mitzubringen: Fahrtenführer einer Gef. je zwei Zeltbahnen und ein Beutel Zeltzubehör. Gef. 1 bis 4 und Sondereinheiten je IlVl-Spaten, 1 Kochpott und je ein vorschriftsmäßig gepackter Tornister. Papier und Bleistift. Betr.: Sonnenwendfeier. Die Sonnenwendfeiern der Gefolgschaften 5 bis 17 werden am Samstag, dem 19. Juni 1937, 22 Uhr, durchgeführt. Zur Sonnenwendfeier in Gießen treten am Montag, 21. Juni, um 21.15 Uhr auf dem Oswaldsgar- ten an: 1. die beiden Spielmannszüge, 2. Gef. 1 bis 4/116 und Flieger je 20 Jgg., 3. Motorschar und Nachrichtenschar je 10 Jgg., 4. Marinegefolgschaft 1/116 mit 60 Jgg. (Antre- treten: 20.30 Uhr.) Jede Einheit hat fünf Fackeln mitzubringen. DJ., BDM. und IM. treten ebenfalls um 21.15 Uhr auf dem Oswaldsgarten an. 71SLB., Kreis Gießen. Fachschaft: körperliche Erziehung. Sommerkampfspiele 1 9 3 7: Die Einteilung bleibt bis auf geringe Aenderungen, die von den Bezirksspielwarten bekanntgegeben sind, dieselbe wie im vergangenen Jahr. Oppenrod und Harbach sind auf Antrag befreit. Zur Deckung der Auslagen für Fahrten, Platzinstandsetzung usw. wird von den Bezirksspielwarten pro Mannschaft ein Unkostenbeitrag erhoben. Bei den Grenzballspie- len entscheidet bei Punktgleichheit am Ende der Spielreihe das bessere Torverhältnis. Bei den Fußschlagballspielen wird bei Punktgleichheit ein Entscheidungsspiel angesetzt. Hans - Schemm - G e d ä ch t n i s s ch w i m- men 1937. Auch in diesem Jahr wird wieder das Schemm-Schwimmen durchgeführt. Es nehmen alle Volks-, Mittel- und höheren Schulen teil, soweit Schwimmgelegenheit vorhanden ist. Berufsschulen kommen nicht in Frage. Die Ausführungsbestimmungen find den meisten Schulen zugegangen. Schulen, die nicht im Besitz der Ausschreibungen sind, wenden sich an Studienassessor Fontius (Gießen), Oberrealschule. Jede Schule führt die Leistungsprüfungen gesondert durch. Als Abschluß des Schemm-Schwimmens ist eine gemeinsame Schwimmveranstaltung aller Schulen des Kreises nach den Sommerferien geplant. TIE.-Lehrerbund, Gießen. rNädchenerziehung, Hauswirtschaft und Handarbeit. Samstag, 19. Juni, 15 Uhr, in der Mädchenberufsschule in Gießen. Fräulein Lorch, Gießen, wird über „Die Durchführung des Lehrplans im Handarbeitsunterricht" sprechen. Reichsmütterdienst im Deutschen Frauenwerk. Am 18. 6. 37 beginnt um 20.15 Uhr ein Lehrgang über Erziehungsfragen mit Basteln in der Kinderklinik. Zweimal wöchentlich. Anmeldungen Frankfurter Straße 1, Kreisfrauenschaft, Telephon 2818. Das 7iG.-Reiterkorps im Ausstieg. NSG. Die sportlichen Erfolge, welche in der letzten Zeit das Nationalsozialistische Reiterkorps innerhalb der SA.-Gruppe Hessen auf so vielen Turnieren gegen starke und stärkste Mitbewerber zu verzeichnen hatte, lenkt die Augen immer wieder auf diesen mächtig emporstrebenden jüngsten Zweig der SA.-Ausbildung. Während im Jahre 1936 in 72 Prüfungen auf 884 Bewerber 694 ausgestellte Neiterscheine entfielen, haben sich diese Zahlen für das Jahr 1937 fast verdoppelt. Es konnten in insgesamt 108 Prüfungen bei 1765 Bewerbern 1136 Reiterscheine und daneben noch 60 Jugendreiterscheine ausgestellt werden. So liefert auch dieser Vergleich den besten Beweis dafür, daß in der Gruppe Hessen die SA.-Reiterei im Rahmen des NSRK., die Anordnung des Führers vom 10. März 1936, mit großem Einsatz und besten Erfolg durchzuführen in der Lage ist. Das Nationalsozialistische Reiterkorps ruft erneut und immer wieder die deutsche männliche Jugend auf zur Erringung des R eiter sch ein es und damit zur vormilitärischen Reitausbildung und Erhaltung der Reitfertigkeit und Reitfreudigkeit nach der Dienstzeit. Sonderzug zum Oberhessischen Feuerwehrtag in Büdingen. Am kommenden Samstag und Sonntag findet in Büdingen der Feuerwehrtag der oberhessischen Freiwilligen Feuerwehren statt. An dieser Veranstaltung werden aus den Kreisen Gießen, Friedberg, Büdingen, Schotten, Alsfeld und Lauterbach zahlreiche Abordnungen der Wehren teilnehmen. Die Reichsbahn hat sich entschlossen, aus diesem Anlaß von Gießen aus einen Sonderzug einzufetzen, der am Sonntag, 20. Juni, hin und zurück verkehrt. Für den Zug liegen folgende Abfahrtszeiten fest: Gießen ab 8.41 Borsdorf 9.35 Schiffenberg 8.49 Nidda 9.41 Garbenteich 8.54 Ranstadt 9.49 Lich 9.04 Stockheim 9.56 Langsdorf 9.10 Bleichenbach 10.04 Hungen 9.16 Büches-Düdelsheim 10.09 Trais-Horloff 9.21 Büdingen an 10.16 Ober-Widdersheim 9.27 Bei der Rückfahrt hält der Zug an folgenden Orten und zu nachfolgenden Zeiten: Büdingen ab 19.05 Trais-Horloff 20.13 Büches-Düdelsheim 19.10 Hungen 20.20 Bleichenbach 19.17 Langsdorf 20.31 Stockheim 19.33 Lich 20.38 Ranstadt 19.40 Garbenteich 20.52 Nidda 19.49 Schiffenberg 20.56 Borsdorf 20.03 Gießen an 21.05 Ober-Widdersheim 20.08 Millionenwerte in Heilkräutern. LW. In vielen alten Sagen und Märchen wird uns von wundersamen Kräutern und Pflanzen berietet, die so oft Unheil und Krankheiten bei Mensch und Tier abgewehrt haben. Sie tragen Namen, mit denen wir heute nichts mehr verbinden können, Namen, die so wundervoll in die alten Märchen hineinpaßten. Doch alle die Pflanzen wachsen und blühen heute noch. Unscheinbar auf Wiesen, am Wegrande und auf dem Acker, als Unkraut verachtet, gedeihen noch viele heilkräftige Pflanzen, die richtig angewendet wirksame Helfer gegen manche Krankheit sind. Hin und wieder kann man schon in der Ecke eines Bauerngartens eine Heilkräuter- fammlung entdecken. Unser Verbrauch an Heilkräutern ist bedeutend größer als man es sich vorstellt. Für 40 bis 50 Millionen Mark werden in einem Jahre Heilkräuter eingeführt. Da steht an erster Stelle die Lindenblüte mit 430 000 Kilogramm, dann folgt das Huflattichblatt mit 250 000 Kilogramm, der Dogelknö- terich mit 150 000 Kilogramm, das Veilchenblatt mit 100 000 Kilogramm, das Tausendgüldenkraut (UJblfi die VlM VlM PUTZT ALLES tyU&idUd* und ukoHtnä. Michelangelo. Don Or. £>. K Sprengel. Wie eine seiner eigenen gewaltigen Schöpfungen ragt die Gestalt Michelangelos aus der Reihe der Renaissance-Künstler hervor. Wohl steht er in seiner allgemeinen handwerklichen Meisterschaft auf der gleichen totufe wie etwa ein Leonardo, Oiorgione, Tizian ober Raffael. Doch ein einzigartiges Kennzeichen seines Charakters und auch Schaffens hebt ihn selber hier noch heraus auf eine einsame unbestrittene Höhe: sein in unterster Seelentiefe wurzelnder tragischer Ernst. Mitten im heiteren Wirbel der festlichen Renaissancestädte Florenz und Rom lebend und schaffend, blieb er fast unberührt wie em Fels vom Wogenprall der ihn umbrandenden Lebensfreude. Sein Selbstbildnis in den Uffizien von Florenz zeigt den Kopf eines von feinem Schöpferdrang ganz beherrschten Suchers und Kämpfers. Aus diesen in düsterer Sehnsucht brennenden Augen, der tief eingegrabenen Zornesfalte zwischen Öen Brauen und dem in höchster Willensanstrengung schmerzhaft verzogenen Munde spricht das gewaltige Ringen der Künstlerseele um die Gestaltwerdung eines Titanenwerkes. Durch einige Briefstellen und besonders seine leidenschaftliche Sonette wissen wir um diesen schweren Kampf, den er immer wieder nicht nur mit dem harten Stein, sondern auch mit dem noch unvergleichlich spröderen Widerstand seiner eigenen Veranlagung zu kämpfen hatte. Ihm war es nicht gegeben — wie etwa dem jugendlichen Malergenius Raffael — feine Werke leicht unb schmerzlos zu schaffen. Langsam unb schwer gestaltete er bie ungeheuren Bilder seiner Eingebungen. Nie aber genügte bas Erreichte feinem bis in letzte Wefensgrünbe vorstoßenben Wahrheitsdrang. So blieb manches feiner Werke - z. B. der Torso des Herkules — unvollendet oder mußte, wie der mächtige Kuppelbau frer Peterskirche in Rom, von anderen Künstlern fertiggestellt werden. •O SS 3 q6 Z <5> w Ä- <5 r> w t*5 o E E 3 « o x> »> "S>. o' E E E a. o 86? tSÄ. fi n. 0=0 CT »> e E E 1 — E ■ c ■ Eto. E . 2 ® 42 °a x>S Q &< •5 E E M 3 o Ä 'S- ° E o jo E Q e '— ■ 'm' E je- E si _ fi OE 2?43 2«? 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