Mittwoch, fy.Mai 1937 187. Jahrgang M.UZ Erstes Blatt Gietzener Anzeiger cht gekehrte , das man wegen folgert gerechnet — der Größe nach, nur die U-Boote der Heimatflotte find in die Reihe der großen Schiffe mit eingegliedert worden. Die Schlachtschiffe, Kreuzer, Flugzeugmutterschiffe, die großen Zerstörer und Torpedoboote der Heimatflotte liegen in der 4. und 5. Linie, die der Mittelmeer- und Reserveflotte in der 6. und die der ausländischen Seemächte endlich in der 7. Reihe, während die letzte Reihe von den großen Dampfern, den Jachten, den Werftschiffen getan. Durch die Kranzniederlegung am Krieger- denkmal in Aix-les-Bains haben wir als Vertreter der deutschen Frontkämpfer die feste Ueberzeu- gung gehabt, an der aufrichtigen Annähe, rung unserer beiden Völker zu arbeiten. Die junge Generation muß in gedanklicher Gemeinschaft mit uns die Ehre und die friedliche Kraft unserer Länder fördern. Ist es denn nicht möglich, gute Nachbarschaft zu halten und unsere Eigen- schäften als gute und tapfere Soldaten nicht immer wieder auf die Probe stellen zu müssen? Frankreich ist stark und Deutschland ist wieder stark geworden. Franzosen und Deutsche als Freunde und gute Nachbarn würden wohl noch stärker sein. Mit den französischen Frontkämpfern glauben wir an die große Tat der ehemaligen Frontkämpfer, die die würdevolle Annäherung unserer beiden Länder wollen. Beim Schlußbankett der Frontkämpfer erklärte der Pensionsminister R i v i e r e u. a., die französische Regierung werde vor keinem Opfer zurück- schrecken, ohne sich um die innerpolitische Regie- rungsform der Völker zu kümmern, mit allen Nationen Fühlung aufzunehmen, um die Rückkehr eines zerstörenden Krieges zu verhüten. Das deutsche Panzerschiff „Admiral Graf Spee" auf der Reede von Spithead. (Scherl-Bilderdienst-M.) den Besitzstand seines ererbten Bodens gefährdet. Den entwurzelten und erniedrigten holländischen Arbeiter wieder zu einem vollberechtigten Volksgenossen zu machen und das holländische Volk in lebendige Verbindung zu seinem heimatlichen Boden zu bringen, sei eine der Hauptaufgaben der NSB. Mustert erinnerte an die Regierungsmaßnahmen gegen die Bewegung und den Terror, der gegen die Anhänger der NSB. von der marxistischen Unterwelt angewendet werde. Der Schatten Moskaus liege über Holland. Die bevorstehenden Wahlen seien bloß ein Abschnitt in der Entwicklung der Bewegung. Sie werde weiter marschieren, bis die wahre Gemeinschaft des holländischen Volkes erreicht sei. rungl I iz Neues \ itilmuuß oans von zung'- ihals rungen, auftaucht. Von der NSB. wird der Wahlkampf mit dem -innerpolitischen Argument geführt, die Regierungs- ^eit Dr. Colijns habe dem holländischen Volke schwere Lasten gebracht. Die Wirtschaftsbelebung seit der Abwertung sei eine Scheinblüte, an der nur bestimmte Kreise des holländischen Volkes teil hatten. Die Lösstng des Arbeitslosenproblems sei der Regierung nicht gelungen und der Bauer leibe nach wie vor unter den Absatzschwierigkeiten Der Bodenerzeugnisse. Ferner wird im Wahlkamps won der NSB. immer wieder darauf hingewiesen, Daß die Landesverteidigung durch die politischen Parteien in einer nach Ansicht der NSB. gräflichen Weise vernachlässigt worden sei. Hierbei inirb besonders der Nachdruck auf den mangelhaften Ausbau der holländischen Marine und das Fehlen jebes wirklich wirksamen Schutzes für die holländischen Besitzungen in Ostindien gelegt. Daß gerade Diese letzten Vorwürfe berechtigt sind, hat man im Kreise der politischen Parteien sehr wohl erkannt, denn gerade in letzter Zeit ist immer wieder auch won anderen Parteien auf die Notwendigkeit einer Pärkeren Aufrüstung hingewiesen worden. Außerhalb dieser Frontstellung befindet sich als vorläufig unbekannte Größe der Kommunismus, "der bisher mit fünf Abgeordneten m der Kammer vertreten war. In Holland arbeiten die Kommunisten langsam, aber stetig, *inb es muß leider festgestellt werden, daß die Gefahr dieser dauernden Zersetzungstätigkeit, die sich nicht nur aus das Mutterland beschränkt, sondern auch in un= .Mhligen Fäden nach den überseeischen Besitzungen chinübergreift, von den parlamentarischen Parteien nicht im vollen Umfange erkannt wird. Die bürgerlichen Parteien sind antikommunistisch, aber diesem Antikommunismus fehlt die richtige Ueberzeugungs- fratt, weil das rechte Verständnis für die im Kom- miunismi',s enthaltene Gefahr fehlt. Seit Jahren ist -die stärkste in der Kammer vertretene Partei die römisch-katholische Staatspartei, die 1933 von den 100 Sitzen 28 erhalten konnte. Don Dem politischen Katholizismus in Holland werden «die größten Anstrengungen gemacht, um diese Machtstellung weiter zu festigen, und J^rabe von Dieser Seite wird mit allen nur erdenklichen Mit- "sagt. lien-Nassou den wegen entzogen ung, Frön- lairbnis - der Pro- r- Herborn, lserloubnis le - Ser» >oni.24.10. mach. (Ab- isfarte für Ausschusses 37 — Ent- i-b.H tt, Rotzbors l.als Agent eidung des ichast für 29.8. 1936.) -heim a. Rh. 1 des Lond- vom 18.1. -setz.) rstein a. Rh. -rstotz gegen > Mainz - iz, Breiden- laubnis we- - Urteil des er.) mbad) a. M, rlaubnis - a. M. vom sind sämtlich Deutschlands Panzerschiff „Admiral Gras Spee" ßndei größte Bewunderung. 9#* pre'sW 0,60 d/ Im offiziellen Programm der Krönungsflotten- schau, aber auch in allen ausländischen Zeitungen wird von den ausländischen Schiffen das deutsche Panzerschiff „Admiral Graf Spee" als das modernste und interessanteste Schiff her- vorgehoben. Die Bezeichnung „Westentaschenschlacht- schiff", die das prächtige deutsche Kriegsschiff hier gefunden hat, ist nicht der Ausdruck der Geringschätzung, sondern im Gegenteil der Hochachtung, daß es Deutschland fertiggebracht hat, in Erfüllung der unwürdigen Versailler Bestimmungen mit der vorgeschriebenen Höchsttönnage von 10 000 Tonnen ein so hochwertiges, modernes und dabei im Aussehen so hervorragendes Panzerschiff zu bauen. Dem deutschen Schiff gilt nach der „Hood", der „Rodney" und „Nelson" auch das stärkste Interesse. Es rangiert auch zweifellos vor allen anderen ausländischen Kriegsschiffen. Kaum war es zur Besichtigung freigegeben, da legten schon Dampfer und Motorboote in pausenloser Folge am Fallreep unseres herrlichen, blitzsauberen, silbergrauen „Admiral Graf Spee" an, und alle Besucher verhehlten nicht ihre Bewunderung und ihre Freude darüber, daß Deutschland ein so prächtiges Schiff nach Spit- head entsandt habe. Diese Bewunderung und Freude ist noch gesteigert worden durch das d i s z i p l i - vierte Auftreten der Besatzung an Land. Unsere Blaujacken haben auch hier einen ganz vorzüglichen Eindruck hinterlassen, und so •ein der Wahlkampf geführt. Es hieße den Ereignissen vorgreifen, wenn man jetzt schon Erwägungen darüber anstellen wollte, welche Aussichten die einzelnen Parteien haben und wie vor allem die künftige Vertretung Der NSB. in der Zweiten Kammer aussehen wird. 2leußerlich verläuft der Wahlkampf entsprechend der bedächtigen Wesensart des Holländers in bemerkenswert ruhigen Formen Man soll sich aber durch diese Ruhe nicht täuschen lassen. Hinter ihr steht ein politischer Wille, der auf der einen Seite bestrebt ist, die Dinge beim Alten zu lassen unb bas lliberalistisch-kapitalistische System 3U_ oerteibigen, tauf ber anberen Seite der Wille, die Dinge neu zu gestalten auf Grund einer Weltanschauung die ihrer inneren Wesensart nach im Gegensatz zu dem herr- fchenben System stehen muß. , Bei dieser Wahl ist zum ersten Male eine beschränkende Verfügung in Kraft getreten, die das Tinreichen von Listen von der Hinterlegung einer Geldsumme abhängig machte. Nach diesem Umstand ist die Zahl der Parteien und Gruppen die Listen eingereicht haben, stark zurückgegangen. Zwar handelt es sich immer noch um 3 ro a n 3 1 g P a r s teien, die den Kampf um die hunder Sitze aufnehmen. 1933, während der letzten Wahl, waren es aber 54. Hier sieht man, welche Bluten der $ar= lamentarismus 311 treiben imstande ist. Aber auch von den 3wan3ig dürfte wohl etwa nur die Hälfte in der Lage fein, einen oder mehrere Abgeordnete in die Kammer 311 entsenden. Landlaa der Mufferl-Seweanna Amsterdam, 18. Mai. (DNB.) Auf der Heide von fiunteren versammelten sich 60 000 Anhänger der NSB. 3um jährlichen Landtag. Dieser Landtag stand im Zeichen der Wahlen zur zweiten Kammer. Der Führer der Bewegung, Muss er t, richtete scharfe Angriffe gegen bas jn Hollanb herrschende System der politischen Parteien und die Regierung Colijn. Der Kampf der NSB. gelte b e n *b r e i internationalen Machte n bie es barauf angelegt hatten, bem hollanbi- schen Volk bas Rückgrat zu brechen: bem Kapitalismus, bem Marxismus unb ber Demokratie Diese brei Mächte hätten ben holländischen Arbeiter entrechtet, dem holländischen Bauern ^Nieter, ttar. dem Ur- *5 1 * 'einen ? *4 50l ^lln9 om >?' 4 6e" ®nlt Sieger usw. gebildet wird. Der König wird an Bord der königlichen Jacht „Victoria und Albert", von zehn Fahrzeugen mit den Gästen des Königshauses aus dem Auslande, den Gästen der Admiralität und anderen gefolgt, durch die Linien der englischen Kriegsschiffe ber Heimat- unb Reserveflotte von Osten nach Westen und durch die der Mittelmeer» flotte und der ausländischen Kriegsschiffe von Westen nach Osten fahren. Portsmouth, 19. April. (DNB.) Am Donnerstagnachmittag wird der König auf der Reede von Spithead zwischen der Insel Wight und der Südküfte Englands die größte Flottenparade der letzten 20 Jahre abnehmen. An dieser Schau sind 145 britische Kriegsschiffe und 16 Kriegsschiffe ausländischer Seemächte beteiligt. In London hält indessen der Krönungsbetrieb an, alltäglich strömen neue Besucherscharen aus allen Teilen des britischen Reiches in die Hauptstadt, um wenigstens die Ausschmückung und die abendliche Festbeleuchtung der Stadt mitzuerleben. Wenn also der Abstrom der Massen in London kaum zu spüren ist, so ist der Zustrom in Portsmouth, dem alten englischen Kriegshafen, um so deutlicher zu spüren. Auch Portsmouth hat sich in ein festliches Gewand gekleidet, nur t)at die Ausschmückung hier einen mehr internationalen Anstrich erhalten. Die Flaggen derteilnehrnenden ausländischen Seemächte wehen nicht nur von dem im klassischen Stil erbauten Stadthaus, das sich das Wafhingtoner Capitol zum Vorbild genommen hat, sondern auch von den übrigen öffentlichen Bauten, der Admiralität und besonders zahlreich im Hafenviertel. Tr Ausfahrt zur Krönungsparade der Schlachtflotte Hochbetrieb auf der Reede von Spithead.—Portsmouth im Flaggenschmuck. darf es nicht wundemehmen, daß Offiziere und Mannschaften mit Einladungen, vornehmlich von der britischen Marine, aber auch von zahllosen englischen Gesellschaften, Verbänden und Pri- Daten geradezu überschüttet werden. Das Tableau in der stilvollen Offiziersmesse unseres Panzerschiffes ist mit Einladungen geradezu gespickt, und bei aller Bereitwilligkeit wird es nicht möglich sein, auch nur einem Bruchteil Folge zu leisten. Zu den ersten Gästen gehörten Mitglieder der B 0 t s ch a f t, der deutschen Kolonie in London und der deutschen Presse, die von dem Kommandanten Kapitän zur See Patzig begrüßt und von seinen Offizieren durch das herrliche Schiff geiührt wurden. Es ist schwer, den Stolz zu betreiben und die Freude, mit ber sie dieses Erleb- nis aufnahmen. An einem einzigen Tage haben nicht weniger als 50 000 Menschen mit Dampfern und Motorbooten, und einfachen Ruderbooten den Schiffen einen Besuch abgestattet. Diese Zahl wird sich am Mittwoch unb Donnerstag noch vervielfachen. Aus allen Teilen Englanbs kommen Sonberzüge, um bem einzigartigen Schauspiel beizuwohnen, unb wenn Diele von ihnen auch nur vom Festlanbe aus einen Blick auf diese stolze Armada werfen können, so werden sie doch ein Erlebnis haben, das ihnen sicher nicht ein zweites Mal beschieden sein wird. Die britischen Riesen. Der Hochbetrieb hat gleich nach der Londoner Königskrönung eingesetzt, als die Mittelmeerflotte, mit dem stolzen Flottenflaggschiff, der „Queen ® I i 3 ab et h", einem Schlachtschiff von 31 000 Tonnen, an der Spitze in Spithead vor Anker ging. Am darauffolgenden Tage traf auch die Reserveflotte mit dem 9. und 10. Kreuzer- geschwader, der 9. und 10. Zerstörerflottille und der 5. und 6. U-Bootflottille ein. Ihr folgten wiederum einen Tag später bie Kriegsschiffe der Dominien, die 3um erstenmal überhaupt an einer Flottenschau 3ufammen mit ber Heimat-, der Reserve- und der Mittelmeerflotte teilnehmen. Am Sonntag war bereits der größte Teil ber gesamten britischen Kriegsschiffe unb ber Kriegsschiffe der ausländischen Seemächte versammelt. Zu den Kriegsschiffen kommen noch eine Reihe von großen Ueberfee ba mpfern, Fischereibooten, die gryßen Luxusjachten unb Werftschiffe, 0 baß die Gesamt3ahl der an der Flottenschau beteiligten Schiffseinheiten wohl etwa 300 betragen dürfte. Das größte Kriegsschiff der englischen Flotte unb überhaupt der Welt ist der von Spanien 3urückgekehrte Schlachtkreu3er „Hood" mit 42100 Tonnen, das Flaggschiff des Vizeadmirals Blake von der Mittelmeerflotte. Noch wuchtiger aber sehen mit ihren „Tower" - Türmen die Schlachtschiffe „R 0 d n e y" und „Nels 0 n", das Flaggschiff des Oberbefehlshabers ber Heimatflotte Abmiral Blakehouse. aus, obwohl sie mit runb 33 900 bzw. 33 500 Tonnen fast 10 OOO Tonnen weniger haben. Zur Mittelmeerflotte gehört ferner der Schlachtkreuzer „Re pulse" mit 32000 Tonnen, und wirklich schwimmende Festungen sind auch die vier großen Schlachtschiffe der „Resolution"-Klasfe, von denen nur „Royal O a k" (29000 Tonnen) in Spithead beteiligt ist. Gewaltige Festen sind auch die Flugzeugmutterschiffe mit je 22 500 Tonnen. Die auslöndWen Gaffe. Von den ausländischen Schiffen ist nach der Tonnage das argentinische Schlachtschiff „M 0 - r e n 0" mit 28 000 Tonnen das größte. Nach ihm folgt das Schlachtschiff „N e w Y 0 r k" der Vereinigten Staaten mit 27 000 Tonnen und das neue französische Schlachtschiff, die „D u n q u e r q u e, mit 26 500 Tonnen. Das kleinste Schiff der ausländischen Seemächte ist zugleich eines der neuesten, das 600- Tonnen-U-Boot „Kalev", das Estland entsandt hat. Schauplatz der Flottenparade ist ein 24 Quadrat- seemeilen großes Gebiet. Hier sind die teilnehmenden Schiffe in acht Linien hintereinander g e st a f f e l t, gewissermaßen — vom Festland aus ftür oute Nachbarschaft. Das Frontkämpfertreffen in Aix-les Bains. Paris, 18. Mai. (DNB.) Der „Paris Soir" veröffentlicht eine Erklärung des Reichskriegsopferführers Oberlindober bei der Frontkämpfertagung in Aix-les-Bains. Oberlind- ober sagte, nur die, die den Krieg nicht mit- gemacht haben, sprechenvomKriege. Der, der vom Frieden spricht, hat im Krieg seine Pflicht > Holland vor den Wahlen. Don unserem Sir.-Äerichierskaiier. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Amsterdam, Mai 1937. Am 26. Mai 1937 werden in Holland bie Wahlen zur zweiten Kammer stattfinden, der Wahlkampf hat seinen Höhepunkt erreicht. An den Geländern der unendlich vielen Amsterdamer Brücken sind riesige Plakate der Parteien befestigt. An allen Anschlagsäulen unb Bauzäunen finden sich Schlagworte und Aufrufe. Daß gerade dieser Wahl besonders große Bedeutung beigemessen wird, geht schon aus der Tatsache hervor, daß der holländische Ministerpräsident, Dr. Colijn, Spitzenkan- Z>idat der rechtsstehenden antirevolutionären Partei calvinistischer Prägung, vor den Wahlen in 35 Versammlungen in verschiedenen Teilen des Landes spricht, eine Erscheinung, die sonst in Holland nicht beobachtet werden konnte. Die jetzt kommende Wahl unterscheidet sich von der vorhergehenden durch den Umstand, daß zum ersten Male die holländische NSB. (Mus- iertberoegung) als beachtenswerter Faktor im Wahlkampf auftritt. In beiden durch die NSB. ausgestellten Listen erscheint Mustert als Spitzenkandidat. Es ist bekannt, daß die NSB. dem heute in Holland herrschenden politischen System, das seine Verkörperung in den politischen Parteien findet, den schärfsten Kampf angejagt hat. Die holländische Regierung hat zahlreiche Maßnahmen gegen die NSB. unternommen. Noch kürzlich wurde der Bürgermeister Hillegom, weil er sich zur NSB. Mannte, seines Amtes enthoben; mit derselben Maßnahme ist schon früher gegen eine Reihe von Beamten wegen ihrer Zugehörigkeit zur NSB. vor- gegangen worden. Ob diese Maßnahmen der Regierung, deren Rechtmäßigkeit von der NSB. bestritten wird, zum Ziele führen werden oder ob die Bewegung Musserts aus dem fortwährenden Kampf neue Kräfte zu schöpfen vermag, wird die WM zeigen. Eines steht jedoch schon heute fest, daß sich diese Wahl durch den Gegensatz hie NSB. — hie politische Parteien kennzeichnen laßt. Neben dieser weltanschaulichen Kluft verblassen die Gegensätze imb Unterschiede der parlamentarischen Parteien mntereinanber fast völlig. Das beweist schon die Schaffung der V e r e i n i g u n g „E i n h e i t d u r ch D e m 0 k'r a t i e", die Mitglieder aller parlamentarischen Parteien umfassen soll, angefangen von Rechts bis zu den Marxisten. Hier zeigt sich, daß ; der in Holland so oft verurteilte Volksfrontgedanke doch immer wieder, wenn auch in einigen Abände- zfj AA1I esss Heimat im Bild Die Scholle flj B A V «Ü B B IV B B B B M I ■ I M B für Anzeigen von mm monats*Be5ngspret$: H ■ W B Bw B B fl Jf B B B B B B Br B Breite 7 Rps., für Text- Mil 4 Beilagen NM. 1.1» M ■ ■ K ■ WH ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ H H anzeigen von 70 mm Brette Ohne Illustrierte . ■ B M ■ U B 50 Rps..Platzvorschrift nach Zustellgebühr .. . -.25 ^^^^F ■ B B ▼ ^F B B ^F vorh Dereinbg.25°/, mehr. KT V AK -rmWg.. «rundp-..,.- infolge höherer Gewalt < < Stellen-, Vereins., gemein« -WL Semral-AnzeMk für VderWen -MM graiiMurtÄiin 11686 Drucft unö Verlag: vrühl'sche Univerfttäts Buch- und Stemdruckerei R. Lange In Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrabe 7 Mengenabschlüste Staffel b 7^ ... ■ vA7/ ,^-y Frankreich verletzt die Nichteinmischung Dieckhoffs vorstellen und unterhielt Mitarbeiter Dr. Wenn Hanna Reitsch, unser erster weiblicher deutscher Flugkapitän in irgendein Zimmer kommt, dann hilft sie sich über die ersten Verlegenheitsaugenblicke hinweg mit einem schneidigen: „Heil Hitler-, Hanna Reitsch! Wie Reitschule ohne ,ule<." Nach der ersten Verblüffung lacht dann alles Deutschlands neuer Botschafter beim Präsidenten Roosevelt. Unser erster weiblicher Flugkapitän. Hanna Reitsch, Inhaberin fast aller Frauen-Gegelflug-Weltrekorde. Washington, 19. Mai. (DRV. Funkspruch.) Der neue deutsche Botschafter in Washington, Dr. Dieckhoff, wurde am Dienstagnachmittag vom Präsidenten der Vereinigten Staaten, Roosevelt, mit großem Zeremoniell zur Ueberreichung seines Beglaubigungsschreibens empfangen. Dr. Dieckhoff drückte in seiner Ansprache die Hoffnung auf Förderung und Stärkung der zwischen beiden Völkern bestehenden Banden aus und überbrachte die persönlichen Grüße des Führers und Reichskanzlers und dessen wärmste Wünsche für das persönliche Wohlergehen des amerikanischen Staatsoberhauptes. Präsident Roosevelt betonte, Dr. Dieckhoff möge versichert sein, daß die amerikanische Regierung ihm jederzeit bei der Erfüllung seiner Aufgabe vollste und freundschaftliche Unterstützung zuteil werden lasse, um die freundschaftlichen Beziehungen und das gegenseitige Verständnis zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten zu erhalten und zu entwickeln, sowie die vielen wichtigen Bande zu stärken, die zwischen beiden Ländern bestehen. Präsident Roosevelt wies sodann auf die ftühere Tätigkeit Dr. Dieckhoffs als Botschaftsrat in Washington hin und erklärte, die dabei gewonnene Erfahrung sei ein gutes Vorzeichen sür ein erfolgreiches Streben nach fruchtbarer Zusain- I menarbeit und freundschaftlichen Beziehungen zwi- I schen beiden Nationen. Er könne versichern, doh I dieses Streben in Amerika auf weitestgehende Be- I reitwilligkeit und Mitarbeit stoßen werde. Zum Schluß bat Präsident Roosevelt Botschafter I Dr. Dieckhoff, dem Reichskanzler seinen herzlich ess» Dank und seinerseits seine persönlichen Grüße fo- wie die aufrichtigsten Wünsche für das Wohler, gehen Deutschlands zu übermitteln. Zum Abschluß des Empfanges ließ sich Präsident Roosevelt die schiedensten Gelegenheiten zu verdanken. Welches Vertrauen gehört dazu, wenn ein Forschungsinstitut Probeflüge mit dem ersten Segelflugboot von diesem jungen Mädel ausführen läßt! Hanna Reitsih hat im November 1936 im Auftrage des Forschungsinstituts über dem Bodensee und über dem Chieni- see selbständige Probeflüge auf dem „Seeadler' ausgeführt. Die Auszeichnung durch die Ernennung zuni Flugkapitän wegen ihrer Verdienste um die Lust- fahrtforschung bringt Hanna Reitsch in eine seht ehrenvolle Gesellschaft. Es gibt nämlich zur Zeit in Deutschland im ganzen nur vier ehrenhalber ernannte Flugkapitäne, und zwar Generaloberst Göring, General der Flieger Milch, Direktor Freiherr von Gab lenz (Lufthansa) uni Hanna Reitsch. Man wird unserer kleinen Pilotin zugeben müssen, daß sie sich nicht besser placieren konnte. Auch ihr Leistungssegelfliegerabzeichen erwarb sie am 16. Mai 1934 zu einer Zeit, als map cher heute berühmte Mann aus der Segelfliegern noch nicht daran denken konnte. Sie hat das Lei- ftungsabzeichen Nr. 25 und hat die Hoffnung^ ihres Lehrers Wolf H i r t h in der schönsten Weist erfüllt. Während einer Südamerika - Expedition konnte sie auf ihrem Baby „Christian" mit eine? absoluten Höhe von 2000 Meter eine neue Frauen- Welthochleistung im Segelflug erringen. Zahlreiche andere Frauen-Weltrekorde werden von ihr gehalten. Bis zum 18.4. 35 hatte sie auch den 10-Stun- den-Dauerrekord inne, der ihr von der inzwiscke« leider abgestürzten Segelfliegerin List Zangenmeilir streitig gemacht wurde. Auch im Ausland ist sie bc- sonders als schneidige Langstreckenfliegerin befand u. a. durch ihren Zielflug im August 1936 von M Rhön nach Nürnberg über 133 Kilometer. Streckenflug von 160 Kilometer vom Flugplatz bd Darmstadt bis nach Reutlingen in Württemberg m Juli 1934 verschaffte ihr übrigens schon damal' einen Weltrekord. Wenn man Hanna Reitsch fragen würde, ob sich denn niemals gefürchtet hat, wenn sie so n* ihrem leichten Segler jedem Winde preisgenek^ mutterseelenallein in den Lüften herumschaukelt '* würde einen ganz bestimmt auslachen. Sie ist Witterungslage und jedem fliegerischen Auftroa a<* wachsen. Ihre Aufgabe ist es u. a., bei verschied^ sten Witterungslagen und in verschiedenen den Deutschlands und des Auslandes die ßuftffry I mutigen und das Verhalten der Segelflugzeuge ihnen zu studieren. Nicht nur zu studieren an ein^ bestimmten Flugzeugmodell, das sie in- und au- wendig kennt, sondern immer neue Starts ausü' siihren, bald mit diesem, bald mit jenem Typ, mit gewöhnlichem Start, bald mit Kraftwagen sier oder nach Motorschlepp. < I Wie wenig sich der jugendliche Flugkapitän dutt Snowden, ein „Wann ans Yorkshire"! Die Parlamentsdiener im englischen Oberhaus öffnen weit die Tür zum Sitzungssaal, lieber die Schwelle schiebt sich mühsam an zwei Stöcken eine fast dürftige Gestalt in bescheidener Kleidung. Auf den schmalen, leicht gekrümmten Schultern sitzt ein scharf gekerbter Kopf mit hageren, fast ausgezehrten Wangen. Der eingekniffene Mund über dem spitz vorspringenden Kinn, die kühlen, skeptischen Augen sprechen von der Willensstärke dieses Mannes, dem man ansieht, wie er sich die von der Bewegung verursachten Schmerzen beim Dahinhinken an den zwei Stöcken verbeißt. Helfen läßt er sich nicht. Das ist Lord Philipp Snowden, der von Freund und Feind in gleicher Weise gefürchtete Redner, der bei seinem letzten Auftreten im Oberhaus sogar seinen alten politischen Kampfgenossen Macdonald aufs bitterste kränkte. Aber das war oornier Jahren. Seitdem sah man ihn kaum noch in der Oeffentlichkeit, und auch die Krönungsfeier vermochte ihn nicht von seinem schlichten Ruhesitz wegzulocken. Dieser Mann, der einzige Schatzkanzler Englands, der bisher aus der Labour Party hervorgegangen ist, war noch nicht einmal solange ohne Unterbrechung Minister gewesen, daß er Anspruch auf eine Ministerpension gehabt hätte. So lebte er, der aus seiner sozialistischen Ueberzeugung nie ein marxistisches Dogma gemacht hatte, von dem Ertrag seiner fachwissenschaftlichen Bücher über Statistik und finanzpolitische Probleme. Als sehr junger Mann hatte er seine politische Laufbahn mit heftiger Beteiligung an einer Demonstration gegen das Oberhaus begonnen — das gleiche Oberhaus, in das er nach seinem Ausscheiden aus der Regierung Macdonald 1931 als Peer von England eingezogen war, sah zuletzt einen müden Siebzigjährigen schier unbeteiligt auf seinem 0er Reichskriegsminister besuchte die englische Kampfwaffe. London, 19. Mai. (DNB. Funkspruch.) Sämtliche Morgenblätter veröffentlichen Bilder von dem Besuch des Reichskriegsministers Generalfeldmarschall von Blomberg am Dienstag in den K a m p f w a g e n b a 11 e r i e n von Boving- ton und Lulworth. „Daily Telegraph" und „Morning Post" melden u. a., daß Generalfeldmarschall von Blomberg in Lulworth einer Gefechtsübung beiwohnte, und daß er in Bovington die Wohnräume der Mannschaften besuchte. Der Feldmarschall habe Worte der Anerkennung über die Leistungsfähigkeit der englischen Kampfwaffe ausgesprochen. sich noch einige Zeit zwanglos mit dem deutschen Botschafter. Maße geeignet, das Vertrauen in die Aufrichtigkeit der in London getroffenen Abmachungen zu untergraben. Man wird nun wohl erwarten dürfen, daß eine Presse, die sich geradezu überschlug in der Ver- breitung phantastischer Lügenmärchen über angeb- liche deutsche Verfehlungen auch dann noch, als diesr von einer Kontrolle der zuständigen Stellen wie Seifenblasen zerplatzt waren, nun auch die Auf. merksamkeit der Oeffentlichkeit auf diese oereiti wiederholt und zweifelsfrei festgestellte eindeutige Verletzung des Nichteinmischungsabkommens durch Frankreich lenken wird. R- personal Anweisung erhalten habe, für d i e Lan> düng der Staffel sämtliche Vorbereitungen zu treffen. Die angekündigten Flugzeuge seien jedoch er st 10 Stunden später in Toulouse „notgelandet". Französische Kommunisten fordern Blums Unterstützung für ihre Spanien-Hilfe. Paris, 19. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der bol- schewistische Hilfsausschuß für Bilbao, dessen Leitung sich in den Händen führender französischer Kommunisten befindet, hat sich an den französischen Marineminister Gasnier-Duparc gewandt, um mit ihm die Beförderung von Lebensmit- teln und Arzneimitteln nach Bilbao zu „besprechen". Die Kommunisten verlangen, daß dieser Transport sowie die Flüchtlingstransporte von französischen Kriegsschiffen be- gleitet werden sollen. Der Marineminister wird diese Anregung dem Ministerrat unterbreiten. Außerdem gibt der Hilfsausschuß bekannt, daß seine Geldsammlungen für Bilbao über 300 000 Franken ergeben hätten. Dem Ministerpräsidenten wurde bekanntgegeben, daß am Mittwoch eine Kara- m a n e d o n Lastautos mit gesammelten Lebensrnitteln Paris mit dem Ziel Bordeaux verlassen werde, wo zwei Schiffe zur Uebernabme der Ladung bereit stünden. hat über vierzig Jahre seines Lebens sich unter heftigen Schmerzen an zwei Krückstöcken fortbewegen müssen. Mit der gleichen verbissenen Energie, mit der er damals auf feinem langen Krankenlager ich in politische Gegenwartsprobleme hineinfraß, brachte er bann später 1929 auf der ersten Haager Konferenz geradezu eine europäische Sensation zu- tande: zum ersten Male seit 20 Jahren ritt ein englischer Minister eine rücksichtslose Attacke gegen die größenwahnsinnige Habsucht Frankreichs, indem er eine höhere Beteiligung Englands, an den deut- chen Tributen gegenüber den Franzosen durchsetzte. Das war, zumal nach der schier bedingungslosen Gefolgschaftstreue Austen Chamberlains gegenüber Frankreich, ein schwerer Schlag für die Franzosen. Eine englische Zeitung karikierte das mit einem Bild, auf dem man sieht, wie Snowden sich mit den Franzosen an den Verhandlunastisch setzen will, aber im letzten Augenblick noch das an der Wand hängende Bild Chamberlains mit dem Gesicht zur Wand kehrt mit den Worten: „Einen Augenblick — das möchte ich doch zuerst umbrehen". Das Porträt Chamberlains trug auf bem Bild als Unterschrift seinen bekannten Ausspruch: „Ich liebe Frankreich wie eine Frau". Snowben mürbe bamals zum Ehrenbürger von Lonbon ernannt. Für uns Deutsche ist der Schatzkanzler Snowden für kurze Zeit insofern eine bedeutsame Figur auf bem europäischen Schachbrett gewesen, als er bei ber zweiten Haager Konferenz gegenüber bem ständigen Drängen der Franzosen in der Sanktionsfrage am 6. Januar 1930 dem damaligen Reichsfinanzminister Moldenhauer erklärte, Großbritannien sei an Sanktionsfragen nicht interessiert. Aber der damalige Reichsminister für die besetzten Gebiete, der Zentrumspolitiker Dr. Wirth, verstand die Situation so wenig zu nutzen, daß vor allem auf Grund seines Eingreifens in die Verhandlungen Mitte Januar 1930 den Versailler Mächten in der Sanktionsftage die „volle Handlungsfreiheit" zugestanden wurde. Es wird behauptet, Snowden habe damals wütend mit der Faust auf den Tisch geschlagen und eine Bemerkung des Sinnes gemacht, diesen Deutschen sei nicht zu helfen. Auch darüber dürfte der Mann aus Yorkshire wie über manches andere in den letzten vier Jahren seines Ledens anderer Meinung geworden sein. Außenpolitische Probleme des Empire. Eden wird vor derReichskonferenz sprechen London, 19. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die britische Reichskonferenz tritt am Mittwoch in die Beratung außenpolitischer Fragen ein, die durch eine Erklärung des Außenministers Eden über die internationale Lage eingeleitet wird. „Daily Herold" glaubt zu wissen, daß die Konferenz sich in erster Linie mit den Fragen ber Mittelmeer- Politik und der Sicherheit der Welt- reichsverbindungen befassen werde. Sowohl Australien und Neuseeland wie Südafrika und Indien seien unmittelbar am Mittelmeer als Verbindungslinie mit England und Europa interessiert. Der Schiffahrtsausschuß beschäfttgte sich mit der staatlich subventionierten amerikanischen und japanischen Schiffahrt im Stillen Ozean. Die englische Regierung hat dem Ausschuß eine Denkschrift über diese Frage mit verschiedenen Vorschlägen wie der amerikanisch-japanischen Konkurrenz begegnet werden solle, unterbreitet. Platz. Philipp Snowden hat den Weg zurückgelegt, ber zwischen bem Sohn eines blutarmen Webers in der Grafschaft Yorkshire und dem zweithöchsten Posten des englischen Königreiches, der Schatzkanzlerschaft, liegt. Man sagt den Leuten aus jener Landschaft nach, sie seien ungewöhnlich dickköpfig. Und in seiner späteren Parlaments- und Regierungslaufbahn wurde Philipp Snowden oft einfach als „e i n Mann aus Yorkshire" charakterisiert. Schon der Dreißigjährige, ein fleißiger Versicherungsangestellter, dem man eine gute Zukunft voraussagte, hatte Gelegenheit, jene Dickschädeligkeit in Gestalt einer bewundernswerten Willensstärke zu zeigen. Er stürzte mit dem Fahrrad, zog sich einen Schenkelbruch und eine Rückenmarksverletzung zu und „Aotlandunü" mit 10 Stunden Verspätung Note Revolte in Albanien. Nach Meldungen aus Tirana ist in der Bergstadt Argyrokastro ein Aufstand unter der Leitung des früheren Ministers Toto ausgebrochen, der schnell niedergeschlagen wurde. Die Meldungen, wonach es sich um eine Revolte der mohammedanischen Männer gegen König Zogu handelte, weil er den Frauen den Schleier verboten habe, werden energisch dementiert, und vor allem wird daraus hingewiesen, daß die Frauen des früheren Ministers s e l b st als Mohammedanerinnen keine Schleier getragen hätten. Es handelt sich hier, wie aus aufgefunbenem Material hervorgeht, um eine von Moskau angezettelte Verschwörung, um ben Versuch, in unmittelbarer Nähe Italiens einen Unruheherb zu unterhalten, unb nach Lage ber Dinge ist biese Version bie einfachste und selbstverständlichste. Schon die früheren Putsche gegen König Zogu wiesen deutlich bolschewistische Züge auf. Im Gegensatz zu König Zogu ist sein jetzt in der Emigration lebender Gegner Fan N o l i griechisch-orthodoxer Christ, der linksradikale Ideen vertritt und bem Kommunismus nahesteht. Der letzte Putsch ber Fan-Noli-Leute fand 1935 statt, nachdem Fan Noli selbst im Jahre 1925 burch König Zogu zum Verlassen bes Landes gezwungen wurde. Ein zweiter Putschversuch ging von ber Gefolgschaft des früheren albanischen Ministerpräsidenten V r l a z i aus. Diese Putschisten rekrutierten sich aus den Kreisen ber reaktionären Großgrundbesitzer, die Achmed Zogu gegenüber nicht weniger feindlich eingestellt sind als die Linksradikalen. Der jetzige Aufstand Totos ist deshalb bemerkenswert, weil Ethem Toto noch vor wenigen Jahren zu den Vertrauten des Königs Zogu gehörte. Toto machte sich einen Namen als Führer der Freiwilligen im Jahre 1920, die den Kampf gegen die fremden Truppen und vor allem gegen die Serben aufnahmen, die das Land besetzt hielten. Im Jahre 1924 stellte er sich an die Spitze einer Gruppe von Soldaten, die für die Autorität der gesetzmäßigen Negierung eintraten, Ende 1935 wurde Ethem Toto im neuen Kabinett des Ministerpräsidenten Mehdi F r a s h e r i Innenminister und erhielt damit den wichtigsten Posten im Kabinett. Ethem Toto galt als energischer Verwaltungsfachmann, der zuletzt in der Präfektur Skutari, im nördlichen Teil von Albanien, seinen Mann gestanden hatte, da die nie unterworfenen Bergstämme der nordalbanischen Alpen schwer zu behandeln sind und in jener Gegend bei jeder Gelegenheit die Flinten losgehen. Er hatte dort für eine Besänftigung der Sitten gewirkt und schien so das beste Zeug für einen albanischen Innenminister zu haben, der nach den Tirana-Verträgen hauptsächlich mit italienischem Geld die Kultivierung des ehemaligen Landes der Stammes- fehde und der Blutrache zugleich mit der Erschließung seines Holzreichtums, seiner Oelquellen und seiner Erzvorkommen erstreben muß. Aber bereits nach einem Jahr trat Toto zurück und neigte sich .immer mehr jenen Verschwörergruppen in Albanien zu, die mit Moskau in enger Verbindung stehen. Von seiner Heimatstadt Argyrokastro aus, im Süden von Albanien, hat er jetzt den Versuch gemacht, die Fahne des Aufruhrs zu erheben, er ist aber dank bem schnellen Zugriff ber Regierungstruppen erfolglos geblieben. Der Bruber bes Rebellenführers blieb auf bem Platze, währenb über bas Schicksal Totos noch Ungewißheit herrscht. Albanien, als kleines Balkan- lanb mit runb 900 000 Einwohnern, eingeklemmt zwischen 40 Millionen Italienern und 14 Millionen Jugoslawen, ist Schnittpunkt der verschiedensten politischen Interessen, und die Bolschewisten hofften vielleicht, durch den Aufstand Totos nicht nur vom Süden her Albanien zu revolutionieren, wie es in ben vergangenen Jahren von ber mittleren Gegend von Tirana und um Skutari geschehen war, sondern wollten wohl auch gleichzeitig die Stämme im griechischen Mazedonien zum Aufstand bringen. So war Argyrokastro und die Person des Toto günstig gewählt, nur, daß die moskowitischen Brandstifter sich verrechneten, da die Regierungstruppen Achmed Zogu treu blieben und die bolschewistischen Söldlinge sehr schnell niedergeschlagen wurden. rt. Sie L Deut Ms Heß so j Diens Inters Ru M erlassen: Mr deutsche F> Ktg und den E Verständnis Ehen einsahbe I Opfer auf st gestanden, r 1-y oorangetra; Bin Entschloss 1--ÜG der gemei Erfolge Iminen Beacht! V'hrn aber aud llill-t-”6» Bmenschaft Eides. fr Sroßaktion Zeit vom 9. lijllärung IM und ihm ö* Krständnisv ^erhalt) bi Mlichen Ka chrn Frauenc Ä und Diens zfer Arbeit. Safi 61 Mdefe die Berlin, 18. d an das Wi Md in Na ■13991 Mark Mark mehr als Mg 1935/36, Winterhalbjahr ■ife bem ®jj: I jufamme. | ÄsOenSm 6t 'M Mark, K X 8-genwer *152907 i Mckdürft J Ws 1936/37 j Mderzuw ?">n und ai M stellte sie ch.ftuge bet ’NS zur Versü ^trugen als dieses so- i! bei. c Ein Wdje Gen >59. Set Rk Eh" ßanb, »rung , 'Mng e , «Aenunq tarnte" Klammer jjder Ober JW Dom Re k s hessisch ! die hes e lur die ^.staatlich obt: S «Ute . wo? ln Nübiffy •ÄV Paris, 19. Mai. (DNB. Funkspruch.) Das Bolschewistenblatt „Humanite" bekundet dem Ouai d'Orsay seine Entrüstung, weil die 17 spanischen Flugzeuge, die am Montag in Pau eine „Notlandung" vorgenommen haben, trotz ausdrücklicher Anweisung des Luftfahrtministers noch immer nicht nach Spanien zurückgekehrt seien. Das Außenministerium soll nämlich die Anweisung auf Zurückhaltung dieser 17 Flugzeuge gegeben haben, «bis ber TO i n i ft errat über ihr Schicksal bestimmt hätte. Darin sieht bas Bolschewistenblatt eine „unfreundliche Haltung gegenüber bem republikanischen Spanien" und behauptet, das Verhalten des Quai d'Orsay könne nur die Mißbilligung des französischen Volkes (?) Hervorrufen. Die Blätter ber Rechten sind anderer Ansicht. Das „Echo be Paris" meint, Luftfahrtminister Pierre C o t stoße Frankreich täglich trotz seiner zahlreichen Erklärungen vor ben Luftfahrtausschüssen bes Senats unb der Kammer immer tiefer in das spanische Abenteuer und dazu noch in das Lager der Besiegten. Pierre Cot sei es gewesen, der Frankreich zunächst den kleinen Finger habe geben lassen. Heute aber stecke Frankreich bereits mit dem ganzen Arm in dem spanischen Unternehmen. Die „Action ^rancaife" versichert, daß am 7. Mai die Ankunft einer Flugstaffel auf dem Flugplatz von Toulouse bereits um 7 Uhr morgens bekannt gewesen sei und daß das Flugplatz- Von der politischen Warte aus betrachtet, war auch dieses Pfingstfest alles andere denn eine ungetrübte Freude. Havas und Reuter trugen das Ihrige dazu bei, das Bild, wie es sich der Ausländer mit ihrer Hilfe von uns macht, soweit er es nicht oorzieht, uns leidenschaftslos durch eine ungefärbte Brille zu betrachten, um einige kräftige deutschfeindliche Striche zu bereichern. Man kabelte fleißig die Bösartigkeiten der spanischen Bolschewiken über den Unfall des englischen Zerstörers „Hunte r" in alle Welt hinaus, als gelte es im Stile der Mär von den abgehackten Kinderhänden, die uns aus der Kriegszeit noch in guter Erinnerung ist, alle Völker gegen uns auf die Beine zu bringen. War es zuerst ein deutsches Torpedoboot, das seine gefährliche Ladung auf den Zerstörer losgelassen hatte, so verwandelte es sich trotz der inzwischen von der britischen Admiralität herausgegebenen Mitteilung über das Auflaufen des „Hunter" auf eine Treibmine, etwas später in ein deutsches Unterseeboot, das sich nach Havas vor Ameira den Briten aufs Korn genommen hatte. Havas hat das „natürlich" niemals selbst behauptet, es hat lediglich die übrige Welt davon in Kenntnis gesetzt, was die bolschewistische Untersuchungskommission in Valencia „zutage gefördert" hatte. Und genau so Reuter. Für dieses englische Büro existiert offenbar die Feststellung der britischen Admiralität nicht. Es hat das Pfingstfest benutzt, um durch die Weitergabe einer neuen Valencia-Lüge, wonach Matrosen vor dem Unglück ein Periskop gesehen haben wollten, nicht nur Havas Hilfsstellung zu leisten, sondern die internationale Atmosphäre weiter zu vergiften. Wir haben uns angesichts des Trommelfeuers an Lügen in den hinter uns liegenden Jahren ein ziemlich dickes Fell zugelegt, wir werden auch diese „Pfingstfreude" zu ertragen wissen, zumal bei allen anständigen Menschen das Ansehen dieser beiden internationalen Nachrichtenquellen erneut heftig im Kurs gefallen ist. Doch das Bittere, und drüben auch Beabsichtigte, ist ber erneute Versuch, bie Weltmeinung gegen uns zu beeinflussen. Dabei hätte bie Weltpresse jetzt einmal hinreichenb Gelegenheit, sich mit einem wirklichen Fall eklatanten Bruchs bes Nichteinmischungsabkommens zu befassen. Innerhalb von 14 Tagen ist nun schon ein zweites bolschewistisches Flieger- Hanna Reitsch. — (Scherl-Bilberbienst-M.) unb die Verbinbung ist hergestellt. Sie ist ein fixer Kerl. Klein, „keß" im besten Berliner Sinne, sportlich unb lebhaft. Ihre Dauerkleibung find weiße Hosen, ein blauer Wollpullover unb eine weiße Kappe. Weithin kann man sie auf bem Segelflugplatz daran erkennen. Bei ihr von „Karriere" zu sprechen, wäre unrecht, weil es ihrem Fliegerehrgeiz nicht entspräche. Hanna Reitsch ist Fliegerin aus Passion, und alles, was sie für die Fliegerei tut, hat nicht Auszeichnung ober Aufstieg zum Ziel, sie tut es, weil bas Fliegen ihr Leben ist unb weil sie sich ben Segelflug zum Beruf erwählt hat. Dieser junge weibliche Luftkapitän ist nicht etwa Amateurflieger, fliegt nicht aus sportlichen Gründen. Hanna Reitsch ist 'angestellte Versuchspilotin des Deutschen Forschungsinstitutes für Segelflug in Darmstadt. Daß sie auf diesen Posten kommen konnte, hat sie ihren ausgezeichneten fliegerischen Leistungen bei den ver- db^ Ww M mif der Aw p Eine/ AM: ebiN S-,5 ffiS- fer» UL Fs geschwader aus Spanien in Frankreich gelandet, ohne daß man bislang Authentisches darüber gehört hätte, daß der französische Luftfahrtminister Pierre Cot die in solchem Fall einzig korrekte Anordnung getroffen hätte, die Flugzeuge zu beschlagnahmen und ihre Besatzung zu internieren. Von einer „Notlandung" kann nicht gut die Rede sein. Selbst französische Blätter nennen den „schwachsinnig", der glauben wollte, daß die Flugzeuge in ber Richtung Bilbao aufgestiegen sinb unb sich in vollkommener Drbnung zu 17 im Nebel verflogen haben. Der Vorgang ist also in hohem er ... i IUI AU|Ulliimn *---- -------' ,en 5intop spenden 602 215 Mark, Sondersammlungen öa5 rr i • < ■ dem deutsche ....... — i litten l9 für vielen wichtig« Jen Ländern btt sodann auf iü 5 Botschaft» te, die dabei gtt Vorzeichen jib chtbarer Zusam eztehungen zwil versichern, dag itestgehende werde. oelt Wafien inen berM'ir Die Welt kennt | nichts Besseres! | W ,ung 1935/36. Der Betrag, der im vergangenen, Linterhalbjahr von Heer, Reichsmarine und Luft- va fe dem WHW. zur Verfügung gestellt wunde, etzt sich zusammen aus Barfpenden 3 284 397 Mark, Aum AbMP' Roosevelt di«, unb untert)idi Frühling in Rom Don unserem A O -Äerichierstatier 'uch-s Der bot l0- dessen Leb r ranzösische, n französische, '"not, um mt ebensmit, ach Bilbai '.erlangen, das llngstransport, chlNen be> reminifter wirt l unterbreiten tont, daß ieim 300 000 Fmn ifibenten murtx eine Kam> -sammelten Ls ^deaux verlasse, ebernahnii Mar!, Gegenwert von Essenportionen, Lebensmitteln 1 152 907 Mark. Die Wehrmacht hat an kann. Aber über den Freuden des Auges, die dieser einzigartige Lustsitz bietet, sind auch die des Gaumens nicht vergessen: in einem Winkel des riesigen Parks hat der Papst eine kleine Musterfarm anlegen lassen, deren Gebäude mit dem päpstlichen Wappen geschmückt sind. In seinem Schutze schnäbeln sich zärtliche Turteltauben, stolzieren prächtige Paduanerhähne, die sich von ihren Hennen bewundern lassen, und in einem mit blitzenden blauen Kacheln ausgelegten Stall stehen ein halbes Hundert glänzende runde Schwerzer Kühe und geben Rekordmengen an Milch, die jeden Morgen nach Rom in die Vatikanstadt gebracht wird' Jede Kuh hat ihr Namensschild, darauf stehen recht profane Namen, wie Resi und Freude, Lusti und Gaudi ... Kurz, die ganze unbekümmerte und fruchtbare Lebensfreude der Natur hat hier in das von Tiara und Schlüsseln geschirmte Gehege seinen Einzug gehalten. Als Abschluß unseres Ausflugs besuchen wrr noch die alten Römerschiffe am Ufer des Nemr- sees. Ein mächtiger gewölbter Bau ist über ihnen erwachsen, zu dem aus Genzano eine Autostraße hinabführt, an der eifrig gearbeitet wird. Die einstige träumerische Stille des Ufers des „Spiegels der Diana" ist dadurch zerstört. Aber 1941 zur Welt- ausstellung werden die beiden Luftfahrzeuge des Caligula aufgehängt sein und 3,50 Meter über dem Boden schweben, so daß man sie auch von unten besehen kann, wie einstmals die Nixen des Nemisees taten. So unter Dach und Fach beeindrucken sie einen durch ihre Größe. Das Museum beherbergt außerdem eine Menge zu den Schiffen gehöriger Gegenstände, die sich im Laufe der Arbeiten un (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Rom im Mai 1937. Am 9. Mai feierte Rom den er st en Jahrestag des Bestehens des faschistischen Imperiums durch eine große Parade, an der auch farbige Kolonialtruppen und Mehari- sten auf Kamelen teilnahmen. Askaris in malerischen Uniformen hatten die Wache am Königspalast und Palazzo Venezia bezogen, und man sah es ihnen an, daß sie von der Bedeutung der Rolle, die sie spielen, ganz durchdrungen sind. Die Tausende und aber Tausende von Fremden aus dem In- und Auslande, die in diesen Tagen in Rom zusammengeströmt sind, konnten sich so handgreiflich davon überzeugen, daß Italien eine Kolonialmacht geworden ist und als solche auftritt. Auch Barba Nera, der berühmte schwarzbärtige Magier und Sterndeuter aus Foligno, der seit anno 1780 alljährlich einen Bauernkalender herausgibt, der sich im italienischen Volke der größten Beliebtheit erfreut, wird in seinem chronologischen Verzeichnis der Menschheitsepochen eine neue Rubrik eröffnen müssen. Barba Nera belehrt uns nicht nur über Jahrmärkte und Festtage der -Heiligen, Prophezeiungen und glückbringende Lottonummern, sondern er mißt auch den Ablauf der Zeit: so erfahren wir, daß wir gegenwärtig das Jahr 7135 seit der Schöpfung der Welt haben, ferner schreiben wir anno 4892 seit der Sintflut, anno 1653 des koptischen Kalenders, anno 1355 des mohammedanischen Kalenders, anno 641 seit der Erfindung der Brille, anno 445 seit der Entdeckung Amerikas, anno 106 seit der Erfindung der Schreibmaschine und anno 15 der faschistischen Aera. Nicht zu vergessen das Lebensalter der Stadt Rom, die an ihrem Geburtstag, dem 21. April dieses Jahres 2690 Jahre alt wüvde, was gebührend gefeiert wurde. Aber niemand hat gezählt, der wievielte Frühling es ist, der nun wieder mit seiner Blütenfülle über die Ewige Stadt einzieht. Duftende weiße Akazien schäumen um die alten Backsteinmauern, auf dem Palatinischen Hügel blühen die Orangen in seltener Fülle, so daß die Blüten kaum Platz finden zwischen den sich drängenden goldenen Früchten. Auf dem Pincio blühen weiße und rote Kastanien wie Weihnachtsbäume, und auf den Straßen werden für wenige Saldi dicke Narzissensträuße feilgeboten, denn diese betäubend duftenden Blumen wachsen wild in den feuchten Tälern der Albanerberge ... Dazu rauschen die römischen Brunnen, Fetzen von Musik flattern über die Plätze, die Sonne sendet ihre, ersten sommerlich heißen Strahlen vom blauen Himmel — kurz, alles atmet Feststimmung. In Scharen pilgerten die Romer hinaus zu den beiden großen Zeltlagern vor den Toren, in denen saft 10 000 Mann farbiger Kolonialtruppen in 2700 Zelten unterZebracht worden sind, ganz abgesehen von den Vierfüßlern — Pferden, Maultieren und Hunderten von Kamelen — die sie mit sich führen. Selbst zierliche Aeffchen fehlen nicht. Den Kamelen scheint das ungewohnte Campagnagras nicht besonders gut zu schmecken, aber die braunen Gesichter der Askari strahlen uns mit weißen Zahnen an. Im Lager hinter der Vorstadt Montesacro — im Altertum berühmt durch die Rede des M. Agrippa an die römische Plebs über den Magen und die Glieder des Körpers — sind die Eriträer untergebracht, in der Mehrzahl koptische Christen, die die tigrinische Sprache sprechen. Sie find schon von Ferne an ihren hohen roten Tarbuschs mit den ver- schiedenfarbigen Troddeln erkennbar. Im Lager beim Flughafen Centocelle hausen die Libyer uns schon von der Reise des Duce in Libyen wohlbekannt, die Sabties und Savaris, die Spahis und Schlamm gefunden haben, wie Anker und Winden, Bleiröhren und Kräne, vergoldete Dachpfannen und Türen, bronzene Nägel und kunstvoll gearbeitete Tierköpfe von den Steuerbalken, nebst anderen Zieraten der Prunkbauten der Schiffe. Draußen am Seeufer reifen in der Sonne die berühmten Nemisee - Erdbeeren. Nun kommen die warmen Mainächte, in denen über dem üppigen Grün der Wiesen und Felder Myriaden von Leucht- käferchen ihren lautlosen Tanz aufführen — weit und breit über dem Lande Italia, über dem Myriaden von Sternen stehen. Im dichten Grün um die Ruinen der Villa Adriani schmettern die Nachtigallen. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat mit seiner Vertretung bei der am 21. Mai in Cuxhaven stattfindenden Trauerfeier für die ums Leben gekommenen Mitglieder der Besatzung und Fahrgäste des Luftschiffes „Hindenburg" den Staatssekretär und Chef der Reichskanzlei Dr. Lammers beauftragt. * Korpsführer Hühnlein wurde vom italienischen Regierungschef Mussolini empfangen. Der Duce erkundigte sich eingehend nach den Eindrücken, die der Korpsführer in Tripolis empfangen hat und zeigte lebhaftes Interesse für die Einrichtungen und die Tätigkeit des NSKK. * Wie aus eine« amtlichen Statistik hervorgeht, sind die englischen Lebensmittelpreise seit dem 1. Mai 1936 um 4 4 v.H. gestiegen. Die Durchschnittspreise im Einzelhandel sind um 52 v. H. höher als im Juli 1914. Der französische Außenminister D e l b o s empfing den sowjetrussischen Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten, Litwinow - F i n k e l st e i n. Der französische Außenminister gab dann zu Ehren seines sowjetrussischen Gastes am Quai d'Orsay ein Frühstück. Das italienische Königspaar ist nach B u d a p e st abgereist. Im Hofzug, dem ein Staf- fettenzug vorausfährt, haben auch die Prinzessin Maria von Savoyen, der Außenminister Graf Ciano, der ungarische Gesandte in Rom, Villa n i, sowie zahlreiche Mitglieder des Hofes Rom verlassen. Kunst und Wissenschaft. Eine Pflegestätte deutsch-chinesischer Zusammenarbeit. Die Tung-Chi- Universitätin Schanghai, eine bedeutende Pflegestätte deutsch-chinesischer Zusammenarbeit auf kulturellem Gebiet, begeht am 20. Mai den Tag ihres 30jährigen Bestehens. Zu den ersten chinesischen Blldungsanstalten zählend, vermittelt die Tung-Chi-Universität dssr akademischen Jugend Chinas deutsche wissenschaftliche Methoden. Das Institut, dessen finanzielle Sicherung der chinesischen Nationalregierung zu danken ist und an dessen Spitze ein chinesischer Rektor steht, vereinigt in seinem Lehrkörper zahlreiche deutsche Professoren. Der Aufbau und die Erhaltung der Universität ist insbesondere das Verdienst des chinesischen Unterrichtsministeriums und der chinesischen Tung-Chi- Direktion sowie der deutschen Mitglieder des Lehrkörpers, die hier der deutsch-chinesischen Freundschaft dienen. Die deutschen Regierungsstellen, die deutsche l Industrie und Wissenschaft stehen der Universität bei ihrem Festhalten an der deutschen wissenschaftlichen Grundlage mit allen Kräften bei. Große Stiftungen der deutschen Industrie haben die Aus- gestaltung der Unterrichtsanstalten und Laboratorien 1 ermöglicht. Die Geschichte der Universität war er- । eignisreich und wechselvoll. Gegründet 1907 als ■ „Deutsche Medizinschule für Chinesen", entwickelte ; sie sich erst allmählich zur Universität. Die günstige Entwicklung der Medizinschule führte zur Einrich- : tung der Ingenieurschule 1911. 1923 wurde der : früheren Medizin- und Ingenieurschule der Rang : einer Staatlichen Universität zuerkannt. 1 'n» it'Z /a ‘W 1 XjS uhtet. 9gbnb''$«. Stellen? R. N. ^dieLnn. Gerberei. A Augzeug, Qtennlou. rriiw”' ihr (iA ÄZK Dom..o>ro - Aus aller Welt. Steuermann Lau vor dem Lakehurster Untersuchungsausschuß. Der Untersuchungsausschuß in Lakehurst hörte am Dienstag den Steuermann des Luftschiffes .„H i n - öenburg", Helmut Lau, der sich bei Ausbruch der Katastrophe in der unteren Höhenflosse des Luftschiffes befand. Lau gab folgenden zusammenfassenden Bericht: Ich horte oben in Zelle 4 eine gedämpfte Explosion, erblickte gleichzeitig innerhalb der Gaszelle einen hellen Widerschein und sah hierauf, wie eine Flamme aus der Hülle hervorschoß und sich zur oberen Decke durchfraß. Gleichzeitig flogen Aluminiumstücke und andere Bestandteile des Luftschiffes umher. Innerhalb einer Sekunde fielen Trägerstücke und zerschmolzenes Material herab. Das Luftschiff verlor sehr schnell an Höhe. Beim Aufprall lag ich innerhalb der äußeren Schiffsdecke, vergeblich versuchend, einen Ausgang zu finden. Ich sah hierauf, wie ein anderes Besatzungsmitglied aus einer Luke kletterte und folgte dessen Beispiel mit Hilfe des gestern vernommenen Taklers Freund. Auch Lau hat vor der Explosion keinerlei Gasgeruch wahrgenommen. Das Ausschußmitglied M u l l i g a n erklärte, daß Lau als erster Augenzeuge den Ursprung des Feuers gesehen zu haben scheine. Jüdischer Versicherungsschwindel in Veuyork. Untersuchungen des Bundesanwalts Hardy führten zur Verhaftung eines jüdischen Arttes, dreier jüdischer Rechtsanwälte und zehn jüdischer Helfershelfer wegen eines großangelegten Schwindels gegenüber Lebensversicherungs-Gesellschaften. Die jüdischen Schwindler haben sich Adressen von Personen verschafft, die sich eine Lebensversicherung mit der Klausel erwirkt hatten, unter der sie zu Mehardisten mit ihren Kamelen. Außerdem sind auf diesem riesigen Lagerplatz auch die somalischen D u b a t 5 untergebracht, exotische Gestalten, die einen Atem der heißen, wilden Fremde mit sich bringen. Sie sind dunkelbraun, überschlank und aufrecht, laufen barfuß und tragen als Bekleidung nur drei Stoffstreifen, einen um die Lenden, einen über die rechte Schulter und einen als Turban um den Kopf gewickelt. Allerdings hat man ihnen als Schutz gegen die römische „Kälte" wollene Stricksachen verteilen lassen. Die Reise nach Rom bedeutet für all diese Afrikaner die ersehnte Belohnung für die Teilnahme am abessinischen Kriege, unter italienischer Fahne, wobei sie bekanntlich schwere Blutopfer gebracht haben. Der König und der Duce statteten den beiden Lagern Besuche. ab, wobei sie den Kriegsbeschädigten Geldprämien verteilten. Nach dem Besuch des Lagers fahren wir hinauf nach Castel Gandolfo und sitzen dort mit unseren deutschen Freunden hoch über dem Albanersee unter einem dichten, blauen Dach von überschwenglich blühenden Glyzinien. Der Himmel, das Wasser, die ziehenden Wolkenschatten — alles ist blaßblau und spielt in Das zarte Grün des italienischen Bergfrühlings hinüber. Wir haben uns unten in der Vatikanstadt einen Einlaßschein in den neuen Park der päpstlichen Sommerresidenz von Castel Gandolfo verschafft, die in diesen Tagen vom Papst bezogen worden ist. Der Park ■— ehemals Villa Barberini — zieht sich am hohen Ufer des Kratersees bis nach Albano hin und bietet die herrlichsten Ausblicke über die weite Campagna, hinter der das Meer erglänzt. In ihrer Mitte sieht man deutlich den Petersdom aufragen. Hier erhob sich einst die prunkvolle Villa des Kaisers Domitian, deren zahlreiche Ruinen heute von üppigem Grün umsponnen sind. Die weißen und roten Kamelien prunken mit ihren Porzellangesichtern, und die Gardenien mit ihrem herben Mandelduft. Die päpstlichen Gartenbaukünstler haben fabelhafte Terrassen und Teppichbeete und ganze acht Kilometer lange Fahrwege angelegt, auf denen der Papst mit seinem (Befolge zwischen Kunstwerken der Antike spazierenfahren nichtsozialistischen Massen zeigen, daß ein Organismus bestehe, der jederzeit die derzeitige oder eine faschistische Regierung ersetzen könne. VordemAusschlußAbessiniens in Gens. London, 19. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Erwartung, daß die Tage Abessiniens als unabhängiges Völkerbundsmitglied gezählt sind, wird auch in London geteilt. Man glaubt, daß der endgültige Ausschluß Abessiniens spätestens auf der September-Sitzung der Völkerbundsversammlung beschlossen werde. Daß der gegenwärtige Zu st and nicht andauern könne, sei nicht nur die Ansicht derjenigen Staaten, die Italien im Völkerbund unterstützten, sondern auch solcher Länder wie Schweden, Belgien, England, Frankreich und Sowjetrußland. Gleichzeitig gäben diese Staaten aber zu erkennen, daß sie nicht bereit seien, einen Ausschluß Abessiniens selbst vorzuschlagen. Sie seien nur bereit, einen solchen Schritt zu u n t e r st ü tz e n. Mit einer überwältigenden Mehrheit für einen Ausschluß fei zu rechnen. Bürgermeister Herriot muß vor Streikenden kapitulieren. Paris,'19. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Wasserversorgung von Lyon ist stillgelegt worden. Am vergangenen Samstag wurden w e - gen Arbeitsmangel 15 Arbeiter entlassen. Darauf trat nun die Belegschaft in den Streik und besetzte die Werke. Eine einzige Anlage ist noch in Betrieb. — Der Bürgermeister von Lyon, Kammerpräsident Herriot, hat kapituliert und einer Abordnung versprochen, daß die Entlassenen in anderen städtischen Werken untergebracht werden sollen. Meaerische ober Witterungszufälligkeiten aus der Raffung bringen läßt, dafür noch ein Beispiel. Als noch auf der Segelflugschule unter Wolf Hirth hre Uebungsausflüge ausführte, verschwand sie nach Dreiviertelstunden Segelflug plötzlich in einer gro= üen Cumuluswolke 1600 Meter hoch über dem Flugplatz. Eine volle Stunde lang tauchte sie nicht Wieder daraus hervor. Sie fand sich schließlich trotz Llindfluggerät, das ihr zuletzt den Dienst versagt hatte, aufdemRücken fliegend überdem IN e s e n g e b i r g e wieder, wo sie nach fast zweistündigem Flug in der Nähe der Wiesenbaude langen konnte. Damit war zum erstenmal ein Segelflugzeug von Sjirschberg aus am Gebirge hinaufgeflogen und wohl überhaupt zum erstenmal war ein Segelflug- □eua 600 Meter höher gelandet als es losgeflogen war. Hanna telephonierte an ihren Fluglehrer Wolf Hirth und erbat sich ein Gummistartseil, das Dann auch wirklich von einem Motorflugzeug hinaufbefördert wurde. In tiefer Dämmerung startete sie noch einmal und landete mit Einbruch der Nacht jci ihrem begeisterten Lehrer. Das ist Deutschlands jüngster Flugkapitän Hanna Reitsch. Dr. B u r e s c h. Oie Werbeaktion -es Deutschen Frauenwerks. Rudolf Hetz fordert Förderung durch alle Dienststellen der Partei. München, 19. Mai. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß hat folgende Anordnung erlassen: Die deutsche Frau und Mutter hat der Be- megung und dem Werk des Führers schon sehr früh Verständnis entgegengebracht. Sie hat nicht nur den einsatzbereiten Männern, die nur Kampf und Opfer aus sich nahmen, kameradschaftlich zur Seite gestanden, sondern vielfach auch diesen Kampf s-elber oorangetragen. Mit demselben Mut und der gleichen Entschlossenheit ist sie heute bereit, an der Lösung der gemeinsamen Aufgaben mitzuwirken. Die Erfolge unserer Frauenarbeit verdienen Beachtung und Anerkennung. Sie Der» vflichten aber auch gleichzeitig alle Dienststellen zur weitgehenden Förderung der N S. - I r a u e n s ch a f t und des D e u t s ch e n Frauenwerkes. Die Großaktion, die die Reichssrauenführung in Der Zeit vom 9. bis 23. Mai durchführt, soll der Aufklärung über das Deutsche Frauenwerk Dienen und ihm neue Mitglieder zuführen. Eine verständnisvolle Förderung dieser Aktion in- unb außerhalb der Partei ist ein Akt der selbstverständlichen Kameradschaft. Die Bedeutung der genügen Frauenarbeit verpflichtet alle Parteigenossen und Dienststellen der Partei zur Förderung lief er Arbeit. (Gez.) R. Heß. Saft 6 Millionen Reichsmark spendete die Wehrmacht zum WHW. Berlin, 18. Mai. (DNB.) Die Wehrmacht tat an das WHW. 1936/37 an Barspenden mb in Naturalien einen Betrag von j 913 991 Mark abgeführt, d. h. über 2 Millionen Mark mehr als während der Winterhilfswerksamm- ian. :reforbe. danken. * ForschungslW flugboot oon ,h Hanna W edesForM- sib-r d-w« dm .,6"*' 6rneiwu"9 A L--x W!Ich,»^ (Lufthansa qij-j d-r f SsS „.„„iZ nach und nach angemessene Preise für die Erzeugnisse der österreichischen Landwirtschaft zu erzielen. Es muß deshalb auch die vordringlichste Aufgabe sein, darauf zu achten, daß die Auswirkungen der Abkommen durch keine wie immer gearteten Machenschaften eingeschränkt werden. Von diesem Gesichtspunkt aus bringen die Versammelten vor: Die Bundesregierung wolle ungesäumt Maßnahmen treffen, um d i e Hetze jüdischer Zeitungen zu unterbinden, die nur darauf ausgeht, in offensichtlich kommunistischer Weise die Befriedung und den Ausbau wirtschaftlicher Beziehungen mit Deutschlanb z u ft ö r e n. Diese Machenschaften sind in hohem Maße dazu angetan, die Auswirkungen der Wirtschaftsabkommen zu beeinträchtigen. Kommunistische Llmsturzpläne in Argentinien. Buenos Aires, 19. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der argentinischen Regierung ist ein Telegramm in die Hände gefallen, in dem ein roter Funktionär Ratschläge zur Organisation des ko m_m u - nistischen Umstur.zes gibt, die auf die Schaffung eines illegalen Staatsapparates zur Unterhöhlung des bestehenden Staates hinauslaufen und deutlich erkennen lassen, wie weit die verbrecherischen Ideen des Weltkommunismus auch in Südamerika bereits um sich gegriffen haben. In dem Telegramm heißt es u. a., man müsse die Partei so organisieren, daß sie jederzeit zur sofortigen Machtübernahme fähig fei, die Parteimitglieder müßten schon jetzt auf die Bildung einer sozialistischen Sowjetrepublik, Sektion Argentinien, vorbereitet werden. Die Funktionäre für die zukünftigen Ministerposten, von denen der Kriegsminister besonders wichtig sei, müßten sofort eingesetzt werden, außerdem Zentralstellen zur Propaganda, Rekruteneinziehung und Verkehrswesen. Man müsse den Hilfsbedürftige während des Winterhalbjahres 1936/37 2 331 059 E f f e n p o r t i o n e n neben Sonderzuwendungen in Form von Brot, Konserven und anderen Lebensmitteln abgegeben. Ferner stellte sie 3216 Feldküchen und 13991 Fahrzeuge dem WHW. zur unentgeltlichen Benutzung zur Verfügung und 39 085 Mannschaften trugen als freiwillige Helfer zum Gelingen dieses sozialen Hilfswerkes für das deutsche Tolk bei. Ein Gesetz über die Hessische Gemeinderechnungskammer. RSG. Der Reichsstatthalter in Hessen hat als Führer der Landesregierung mit Zustimmung der Heidjsregierung ein Gesetz beschlossen, in dem die Zrrich t un g einer Landesbehörde mit "er Sennenung „Hessische Gemeinderech- nungstammer" bestimmt wird. Die Gemeinde- "echnungskammer übernimmt d ie Aufg a - > e n der Oberrechnungskammer, soweit "iefe nicht vom Rechnungshof des Deutschen Reiches t-ber vom Hessischen Rechnungsamt ausgeübt werden. Auf die Hessische Gemeinderechnungskammer iinden die für die Oberrechnungskammer bezüglich "es nicht staatlichen Rechnungswesens maßgebenden Gesetzesvorschriften, soweit nichts anderes be= ttimmt ist, entsprechende Anwendung. Die Beamten der Oberrechnungskammer gehen, °öeit sie nicht von dem Rechnungshof des Deutschen Reiches oder anderen Stellen übernommen werden, auf bie Hessische Gemeinderech- nung51 a m m e r über. Das Gesetz tritt am | April 1937 in Kraft. Degen jüdisch kommuniftischeSabotage des Abkommens vom 11. Juli. Wie n, 18. Mai. (DNB.) Die offizielle Gebiets- wrperschaft der österreichischen Bauernschaft, der öezirksbauernrat von Frankenmarkt in pber-.Defterreid), hat eine Entschließung gefaßt, die rch gegen die Sabotage des Abkom- n e n's vorn 11. Juli durch jüdisch-kommunistische Steife wendet. In der Entschließung heißt es: „In er heutigen Sitzung kam einmütig zum Ausdruck, aß das'Wirts ch'aftsabkommenmitdem deutschen Reich die beste Gewähr dafür biete, Rentenbezug bei Erwerbsunfähigkeit berechtigt wurden. Die Versicherten wurden von Aerzten als Simulanten „ausgebildet" und erhielten Einspritzungen, um Herzleiden vortäuschen zu können. Weigerten sich die Versicherungsgesellschaften zu zahlen, dann erfolgte gerichtliche Klage durch die jüdischen Anwälte. — Der Bundesanwalt erklärte, daß die Gesellschaften jährlich 75 Millionen Dollar als Renten im Falle der Erwerbsunfähigkeit auszahlen. Ein großer Teil dieser Summen floß in die Taschen der jüdischen Schwindler. wieder große Ueberschwemmungen in Amerika. Als Folge langanhaltender starker Reaenfälle sind die Flüsse von Reu-England über die Ufer getreten. Weite Gebiete der Staaten Vermont, New Hampshire und Massachussetts sind überschwemmt. Viele Landstraßen sind durch das Hochwasser oder durch in seinem Gefolge auftretende Erdrutsche gesperrt worden. Bereits liegen Meldungen über große Schäden vor. Auch zahlreiche A u t o u n f ä l l e werden aus den Ueberfchwemmungsgebieten mitgeteilt. Bisher sind acht tödliche Unfälle sowie zahlreiche Verletzte zu verzeichnen. Die Flüsse befinden sich weiter im Steigen. Der Tod in den Bergen. Am Pfingstsonntag stürzte bei einer Tour auf die Dreitorspitze ein 28jähriger Arzt aus Erlangen beim Einstieg in eine vereiste Wand im Oberreintal tödlich ab. * Der zweite Pfingstfeiertag forderte ein weiteres Todesopfer. Der 20jährige D e m m e l aus München bestieg mit seiner Schwester das Feuchteck. Beim Aufstieg über den Nordgrat löste sich eine Steinplatte, wodurch Demmel den Halt verlor und etwa 40 Meter tief abstürzte. Er st a r b alsbald an den schweren Verletzungen. Am Pfingstmontag ereilte das gleiche Schicksal den 25jährigen Fliesenleger Franz Großmann aus Dörndorf in Franken, der an der Nordostwand des Gimpels in Tirol etwa 200 Meter tief abstürzte und völlig zerschmettert t o t liegen blieb. Drei Tote bei einem Berkehrsunglück. Ein schweres Verkehrsunglück ereignete sich auf der Landstraße Paderborn—Bielefeld. Ein Personenkraftwagen fuhr auf einen ihm entgegenkommenden Lastkraftwagen auf. Bei dem furchtbaren Anprall wurde der Personenkraftwagen fast vollständig zertrümmert. Dabei wurden drei Insassen sofort getötet, ein vierter mußte mit einem schweren Schädelbruch ins Krankenhaus gebracht werden. Sechs Tote bei einem Autounglück in Holland. In der Nähe von Alphen am Rhein (Holland) ereignete sich ein schweres Kraftwagenunglück. Ein mit sechs Personen besetzter Kraftwagen, der aus Lunteren unterwegs war, stürzte in einen Kanal. Alle Insassen ertranken. Blitzschlag in das Fliegerdenkmal auf der wasserkuppe. lieber dem Rhöngebirge entlud sich ein kräftiges Gewitter, in dessen Verlauf es zu starken Blitzschlägen kam. Am stärksten betroffen wurde das bekannte Fliegerdenkmal auf der Wasserkuppe, dessen großer Bronzeadler herabstürzte und weit weggeschleudert wurde. Auch die Bronzetafeln wurden von dem Basaltsockel abgerissen. Drei Todesopfer eines Derkehrsunglücks. An der unübersichtlichen Kurve beim Ortsausgang von Inning (in der Nähe des Ammer-Sees) stieß auf der Straße nach Buch ein mit vier Mädchen besetzter Personenkraftwagen aus Winzer (Schwaben) mit einem Lastkraftwagen zusammen. Der Aufprall war furchtbar. Von den vier Mädchen, die sich aus der Heimfahrt vom Urlaub befanden, waren drei auf der Stelle tot, das vierte, die Wagenlenkerin, wurde schwer verletzt. Die Insassen des Lastkraftwagens kamen mit dem Schrecken davon. Zehn Tote bei einem Fährunglück in Sowjelruhland. Auf dem Fluß Wytschegda, einem Nebenfluß der Dwina, ereignete sich ein schweres Fährunglück. In einer kleinen Fähre hatten 17 Mann Platz genommen. Infolge des hohen Wellenganges kenterte das Boot; zehn Personen ertranken. Im Fährhaus fehlten alle Rettungsmittel, der Fährmann war völlig betrunken. Eine Kuh schwimmt die Nahe hinab. In Niederhausen bei Bad Kreuznach wollte ein Landwirt eine junge Kuh einspannen. Dabei riß sich das Tier los und rannte in die Nahe, wo es stromab schwamm. Durch die starke Strömung kam die Kuh schließlich den Schleusen des Niederhäuser Stauwerkes zu nahe. Der Landwirt, der mit mehreren Dorfbewohnern am Ufer voll Schreck die schwimmende Kuh verfolgte, glaubte, daß das Stauwerk das Tier aufhalten würde. Im gleichen Augenblick befand sich die Kuh aber auch schon auf der Schleuse und stürzte die sechs Meter hohe Staumauer hinab in die Tiefe. Ohne sich wesentlich zu verletzen, landete das Tier im Flußbett, wo es schließlich wieder eingefangen werden konnte. Die Kuh hat die gefährliche Tour ohne Schaden überstanden. Die Tombola auf dem Frühlingsfest der rhein-mainifchen presse in Wiesbaden. Wie im vorigen Jahr wird auch diesmal die Tombola des Frühlinasfestes der Presse in Wiesbaden besondere Anziehungskraft ausüben. Der Tombola-Ausschuß hat sich bemüht, den Wert der Gewinne gegenüber dem Vorjahr zu steigern. Das gilt auch für den Hauptgewinn, eine Kabriolimousine, Fabrikat Opel „Kadett", die die Zeitungs- verleger des Rhein-Maingebietes gestiftet haben. Es handelt sich um einen sehr eleganten Wagen. Es folgen die mehr als taufend Einzelgewinne. Etwas ganz Besonderes ist eine Spende, die die bedeutendsten Spitzenweine des Rheingaues enthält. Die Tompola wird einen ausgezeichneten Querschnitt durch das gewerbliche und geistige Schaffen unseres rhein-mainifchen Gaues bilden. Deutsche Trachtengruppen in Nizza herzlich begrüßt. lieber Pfingsten wurden in Nizza mehrtägige Trachtenfeste veranstaltet, die aus 18 französischen Provinzen und 13 fremden Ländern beschickt waren und der Pflege des Volkstanzes und des Volksliedes gewidmet waren. Die deutsche Abordnung umfaßte vier Trachtengruppen von insgesamt 35 Männern und Frauen, und zwar eine Gruppe vom Harz, eine von Baden, eine Schwarzwald- und eine Bayerngruppe. Besonders die deutschen Trachtengruppen erzielten bei den Veranstaltungen und Umzügen einen großen Erfolg und fanden bei der Bevölkerung herzlichste Aufnahme. Bei einer Vorstellung der Abordnung in der Oper mußte die bayerische Trachtengruppe einen Einmarsch hinter der Hakenkreuzfahne auf den stürmischen Beifall der Zuschauer hin wiederholen, eine Aufforderung, die im Laufe der Veranstaltung nur der deutschen Abordnung zuteil geworden ist. Auch legten die Veranstalter Wert darauf, dem Führer der deutschen Trachtengruppe, Walter R e n t m e i - st e r, dem Geschäftsführer des Internationalen Zentralbüros für Freude und Arbeit, den Dank und die Anerkennung der französischen Teilnehmer am vorjährigen Internationalen Kongreß für Freizeitgestaltung in Hamburg durch den besonders warmen Empfang zu bezeugen, den sie der deutschen Gruppe bereiteten. Zwei Hinrichtungen. In Berlin ist der Fritz Weyer hingerichtet worden, der vom Sondergericht in Berlin wegen Verbrechens gegen § 1 Absatz 1 Nummer 1 des Gesetzes zur Gewährleistung des Rechtsfriedens und wegen Totschlagversuchs zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden war. Weyer, der vielfach vorbestraft ist und wegen Totschlages an einem Gendameriebeamten eine lebenslängliche Zuchthausstrafe verbüßte, hat im Zuchthaus in Sonnenburg versucht, zwei Strafvollzugsbeamte, die ihm bei einem Ausbruchsversuch entgegentraten, zu töten. Die pflichttreuen Beamten haben schwere Verletzungen erlitten, die nur infolge glücklicher Zufälle nicht zu ihrem Ttfct führten. — Ferner ist der Friehfich Astforth aus Jüterbog hingerichtet worden, der durch Ur. teil des Schwurgerichtes Potsdam wegen Mordes zum Tode verurteilt worden ist. Astforth hatte feine Ehefrau vergiftet, um sich in den Besitz ihres Der. mögens zu setzen und die Lebensversicherungssum. men in die Hände zu bekommen. Neues für den Büchertisch. — HandbuchderKulturgeschichte. Her- ausgegeben von Dr. Heinz Kindermann, Professor an der Universität in Münster i. W., unter Mitwirkung zahlreicher Unioersitäts - Professoren. Etwa 3000 Abbildungen. Zahlreiche Tafeln. Preis 2,80 Mark pro Lieferung. Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion m. b. H., Potsdam. — Lieferung 28 bis 31 beginnt mit dem Beitrag von Prof. Dr. H. G u m b e I (Jena) über die deutsche Kultur vom Zeitalter der Mystik bis zur Gegenreformation. Zwei geschichtliche Epochen treffen aufeinander, Mittelalter und Neuzeit, und fo gewaltige Erscheinungen wie Gotik, Renaissance, Reformation und Barock sind in ihnen beschlossen. Trotz aller Problematik aber, die in der Kultur dieser Jahrhunderte liegt, trotz aller Spaltungen und Risse ist ihre Einheitlichkeit gegeben, wie Gumbel überzeugend ausführt. — Der Züricher Kulturhistoriker Prof. Howald führt seinen Beitrag über die Kultur der Antike weiter. Welch eine Vitalität in der athenischen Kultur steckte, die erst nach dem politischen Sturz Athens ihren Siegeszug durch Griechenland begann, wie dann die Erweiterung des Weltbildes infolge der Entdeckung des Ostens durch Alexander den Großen doch keine tiefgreifende Aenderung der griechischen Mentalität und Kultur brachte, das sind einige der Leitgedanken dieser großangelegten Arbeit. — In dem Beitrag über die Kulturen Großbritanniens, der Vereinigten Staaten, Skandinaviens und der Niederlande schildert Professor Schönemann (Berlin) die Kultur der Vereinigten Staaten: eins der „aktuellsten" und interessantesten Kapitel des Handbuchs der Kulturgeschichte, und endlich führt Prof. M u I e r 11 (Innsbruck) fein Werk über die Kultur Frankreichs bis zum Zeitalter Ludwigs XIV. und weiter durch die Zeit des verfallenden Absolutismus und aufsteigen- den Bürgertums, durch Aufklärung und Empfindsamkeit bis zur französischen Revolution. Die stich- wortartige Inhaltsangabe muß hier genügen, um ein Werk zu kennzeichnen, das sich die große Aufgabe gestellt hat, mit dem Bilde der deutschen Kultur im Mittelpunkt eine Weltgeschichte der Kultur zu geben und das mit jeder Lieferung der vorbildlichen Lösung dieser Aufgabe näher kommt. — Josef Aug. Lux: Goethe. Roman einer Dichterliebe. 523 Seiten. Mit einem Bild. Brosch. 5,80 Mk., Seinen 8,50 Mk. I. Speidelsche Verlagsbuchhandlung, Wien und Leipzig. — (78) — Das Geheimnis einer Dichterliebe, jener wunderbaren Seelenliebe Goethes zu Charlotte von Stein, zur schönen Sängerin Corona Schröter, dem Urbild Iphigeniens, und zu den anderen Frauen, die an seinem inneren Leben teilhatten, — dieses Problem ist das Thema des Romans. So wird der „große Unbekannte" Erlebnis, der Mensch Goethe, der Dichter, der Staatsmann, der Freund, der Liebende. So sucht der Roman das vertraute Bild eines überragenden, universellen Geistes mit liebevoll eindringender Phantasie vom Persönlichen her noch einmal oder wieder neu zu erfassen und mitzuteilen. — Die SA. erobert Berlin. Ein Tatsachenbericht von den Kämpfen der NSDAP, um die Reichshauptstadt. Von Wilfrid Bade. 265 Seiten. Mit Bildern. Neuauflage: 51. bis 55. Tausend. 1937. Verlag Knorr & Hirth G. m. b. H., München. — (107) — In dem Schicksal des einfachen Arbeiters und SA.-Mannes Schulz erleben wir beispielhaft den sechsjährigen erbitterten Kampf der NSDAP, um die rote Viermillionenstadt, bis zum endgültigen Sieg über die Kommune. Das Einzelschicksal dieses Soldaten Adolf Hitlers Der« webt sich mit dem von Joseph Goebbels, dem unermüdlichen Rufer und Führer der Berliner SA, und mit dem Horst Wessels... Wilfrid Bade, selbst ein alter Kämpfer, beherrscht den Stil des nationalsozialistischen Tatsachenberichts meisterhaft. — Die Braut des Montblanc. Von Pra- fessor Dr. Oskar Erich M e y e r. Mit vier Zeichnungen. In Seinen 3,50 Mark. Union Deutsche Der« lagsgesellschaft, Berlin SW 68. — (111) — Der große weiße Berg hatte es Oskar Erich Meyer schon in früher Jugend angetan und überstrahlt noch heute seine poetische Produktion. Meyers Phantasie umkreist diesen Berg und sucht alle seine Schönheiten in sich aufzusaugen. Die Schilderung der ersten Mvntblancfahrt der ersten wirklichen Bergsteigerin (1838) verdichtet sich zu einem farbensprühenden Mosaik, daß man alle Phasen dieser damals alle Welt in Atem haltenden Spitzenleistung einer Frau mitzuempfinden meint. Weiterbericht bes Reichswetterdiensles. Ausgabeort Frankfurt. Während sich im Osten noch immer heiteres und sommerlich warmes Wetter hält, hat im übrigen Deutschland die Unbeständigkeit zugenommen. Dabei kam es am Dienstag auch in unserem Bezirk bei überwiegend bewölktem Wetter fast allgemein zu Regenfällen, die stellenweise gewittriger Natur waren und recht erhebliche Wassermengen lieferten Für die Folge bleibt unbeständiges Wetter erhalten, das jedoch größere Sebhaftigkeit zeigen wird als seither. Aussichten für Donnerstag: Wechselnde Bewölkung und einzelne Regenfälle, bei leb- haften westlichen Winden etwas frischer. Aussichten für Freitag: Bei Luftzufuhr aus West wechselhaftes Wetter mit einzelnen Regenfällen, kühler als seither. Sufttemperaturen am 18. Mai: mittags 17,1 Grad Celsius, abends 15,5 Grad; am 19. Mai: morgens 14,2 Grad. Maximum 18,3 Grad, Minimum heute nacht 11,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 18. Mai: abends 16,2 Grad; am 19. Mai: mar- gens 14,1 Grad. — Niederschläge 2,1 mm. — Son- nenscheindauer 0,1 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Sange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; i'ür den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeige- leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt d-r Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 37: 9657. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch« und Steindruckerei R. Sange, K.-G., sämtlich m Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Ludmilla Bob. Gießen (Kaiserallee 2), den 18. Mai 1937. Die Beerdigung fand in der Stille statt. 3515 D| Am 14. d. M., 18 Uhr, entschlief sanft nach langem Leiden meine liebe Mutter Frau Katharine Bob Wwe., geb.Wagner im Alter von 87 Jahren. Am 14. Mai verschied nach kurzer schwerer Krankheit mein lieber Mann, Vater, Sohn, Bruder und Schwager Karl Lorenz im 29. Lebensjahr. In tiefer Trauer: Frau Marie Lorenz, geb. Weitz, und Kind, Familie Hermann Lorenz. Gießen, den 18. Mai 1937. Die Beerdigung fand in aller StiUe statt _____________________________________________02538 und ruhige Nerven durch Blodorm. Pflanzliches unschädliches Nerven- und Schlafpulver. Packung 1 Mk. Kräuterhaus Jung Giehen 3106 d Mäusburg 9 Zentral-Heizungen, Sanitäre Anlagen, Reparaturen Uolö.MBönieWf. Ludwigstraße 40 Fernruf 3355 Vermietungen 3 ZimmJohD. aneinzeln.Dame oder Ehepaar sofort zu vermieten Liebigstraße 66 3-Zimmer- Wohnung mit Küche ab 1. Juni an ruh. Mieter zu verrn. Heuchelheim, Ernststr. 1. «2537 Gut möbliertes, helles, sonniges 3iiwr per sofort oder spät, zu vermiet. Goetheftr. 29II. Schöne 3 Zimm. Wohn. (Teilwohnung) an alleinstehende ruh. Dame zum 1. Juli 1937 zu vermieten. 02049 Älicenstr. 28 I. Meine Anzeigen im Gießener Anzeiger werden von Taulenden bfarfitpt und aeleirn | Mietgesuche [ 2-3Zim.-Wohn. von ruh., pünktlichen Mieter gesucht. 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Der Hilfsstellenleiterin dürfen die Mütter ihre großen und kleinen Nöte bringen. Nicht nur Anträge auf Kleidungsund Lebensmittelzuwendungen werden von ihr entgegengenommen, sondern sie steht der Mutter auch in geistigen und seelischen Nöten bei. Sie sucht die Mutter auch in ihrem Heim auf, weil hier am klarsten der wirkliche Grund der Notlage erkannt werden kann. In engster Fühlungnahme mit allen NS.-Orga- nisationen, der NS.-Frauenschast, der Deutschen Arbeitsfront, dem Arbeitsdienst für die weibliche Jugend, den Einrichtungen der öffentlichen Fürsorge, des staatlichen Gesundheitsamtes und der Sozialversicherung ist es der Hilfsstellenleiterin möglich, eine durchgreifende Hilfe zu schaffen. Arbeitsplatzhilfe bei Erwerbslosigkeit des Ehemannes, Wohnungsbeihilfe bei starker Notlage, Haushaltshilfe bei Kinderreichtum oder schlechtem Gesundheitszustand der Mutter und schließlich Maßnahmen der Erholungsfürsorge für Mütter und Kinder helfen der Familie von Grund auf. Hier in der Hilfsstelle wird die Auswahl der Frauen für die NSV.-Müttererho- lungsheime getroffen, die nicht nur körperlich, sondern auch seelisch den Müttern zu neuer Kraft verhelfen. Johann Gottlieb Fichte. Ein nationalpolitischer Vorkämpfer der Deutschen. Von Minister Or. Paul Schmitthenner, profest or an der Universität Heidelberg. zaretten von einem Fieber befallen worden war. Sie wurde gerettet, aber ihr Mann wurde dahingerafft. In feine letzten Fieberträume fiel noch, wie T r e i t s ch k e schrieb, die Kunde von der Neujahrsnacht 1814, da Blücher bei der Pfalz im Rheine den Grenzstrom überschritt und das feindliche Ufer widerhallte von den Hurrarufen der preußischen Landwehr. Unter solchen Träumen von kriegerischer Größe ist der streitbare Denker am 27. Januar 1814 verschieden. Besuch im Elternhaus. Von Ernst Kreuder. Es ist fein großes Elternhaus, es ist eine kleine Wohnung zu ebener Erde, in einem einfachen, einstöckigen Backsteinbau, unweit der Landstraße. Dahinter ist aufgeschüttete Erde, mannshohes Unkraut, Schilf, alte Weidenbäume und ein großer Weiher. Hinter dem Weiher erhebt sich der Bahndamm mit einem Streckenhäuschen, Wiesen und Waldrand. Niemand wird diese Gegend besonders lieblich sm- den. Sie wird beherrscht von dem hohen, langgestreckten grauen Gebäude einer Eisengießerei, die an eine kleine Zeppelinhalle erinnert. Es sind feine reichen Leute, die hier wohnen, aber hier kehrt der Sohn am liebsten ein. Dies ist ein kleiner Ort in der Welt, für den man sich mch^ anzumelden braucht, und wo man immer herzlich empfangen wird. Wenn aber der Sohn rechtzeitig »ine Karte schreibt, dann wird sein Empfang zu einem kleinen Festtag mitten im grauen Alltag. urteilen könnte, er schmeckt den einen, unnachahmlichen Geschmack der heimatlichen Küche, Mutters Küche. Selbstvergessen ißt er hier, anders könnte er es nicht im Schlaraffenland. Und dann lobt er, wie er immer gelobt hat, und die Mutter strahlt, wie sie dann immer gestrahlt hat. &od)fd)Ulnod)rid)ten Dem Konstruktionsleiter Dr Jng. Wilhelm Knolle in Bautzen ist unter Ernennung zum ordentlichen Professor an der Universität Halle als Nachfolger von Prof. M a r t i n y der Lehrstuhl für Landwirtschaftliche Maschinen- und Gerätefunde übertragen worden. So der äußere Lebensgang. Dieser Weg durch kaum 52 Jähre wurde zurückgelegt von einem Mann, dessen „Grundcharakter die Ueberkraft war". Er war unbeugsam, von stärkster Willenskraft, voll edler Begeisterungsfähigkeit und selbstlosem Opfersinn, aber auch eigenwillig, unduldsam, ohne Verständnis für fremde Ueberzeugung und für die Wirklichkeit. Erfüllt und geprägt „von hinreißender Leidenschaft, von despotischem Willen zur Wahrheit und Sittlichkeit und von einem um alles Irdische unbekümmerten Heroismus", war er ein deutscher Mensch von strenger überwältigender Größe. Nicht eine Philosophie interessiert uns hier, sondern sein nationalpolitisches Wollen und Wirken. Was bedeutet Fichte in diesem Sinn für unsere Vergangenheit und Gegenwart? Vieles in seinem Denken und Wollen ist uns Heutigen fremd. Denn Fichte ging von der universalen Idee aus und glaubte an dis Erziehung des Menschengeschlechts zur sittlichen Freiheit bis zu einem künftigem Herrschaftsbereich der Vernunft. Der Staat war ihm ein unentbehrliches Zwischenglied, durch das der Weg des einzelnen zur Menschheit führe. Sein Ziel war nicht ein nationales und politisches, sondern ein menschheitliches und sittliches. Das Vaterland war für ihn jeweils der Führerstaat der Menschheit. Aus dieser Welt, die wir heute im Dritten Reiche überwunden haben, bricht plötzlich seit 1807 der nationale und der deutsche Gedanke hervor. „Mit unerhörtem persönlichen Mut", so schreibt Otto V o ß l e r, „vorbereitet und entschlossen, wenn nötig, das Schicksal zu teilen, das Palm in Braunau erlitten hat, verkündet er unter den Augen der Franzosen die gewaltigste Verherrlichung des deutschen Volkes. Leidenschaftlich wendet er sich gegen alles Ausländische, insbesondere gegen das Französische. Das Ganze ist ein flammender Aufruf zur nationalen Befreiung." Fichte selbst empfand diese Wendung nicht als einen Bruch seines bisherigen Denkens, sondern als dessen Fortsetzung. Wenn er nunmehr dem deutschen Volke diente, so deshalb, weil er in ihm allein noch den Führerstaat der Menschheit erkannte. Himmelhoch ragte nach seiner Ueberzeugung das deutsche Volk über alle anderen empor. Es ist das Volk schlechthin, das Urvolk, das allein noch eine Ursprache besitze, das gegen das kaiserliche und päpstliche Rom gekämpft, die Freiheit gerettet und auch für die Zukunft retten wird. So erklärt sich sein Wort: „Charakter haben und deutsch sein ist ohne Zweifel gleichbedeutend." Und so ruft er den Deutschen zu: „Es ist daher kein Ausweg: wenn ihr versinkt, so versinkt die ganze Menschheit mit, ohne Hoffnung einer einstigen Wiederherstellung." Wir sind heute, wie Ernst K r i e ck es formuliert hat, aus einer Ideologie, wie sie für Fichte noch entscheidend war, herausgetreten und unterstehen unserem völkisch-politischen Realziel. Wir nehmen das Recht in Anspruch, das Denken und Handeln Fichtes dort abzulehnen, wo es jenseits dieses Realzieles verläuft, es aber dort zu fassen, wo es unseren Volkskörper durchschneidet, befruchtend, reim- aend, fortreißend wie ein heiliger Strom. Es mag sein, daß der radikale Nationalismus Fichtes aus den universal-sittlichen Idealen seine leidenschaftliche Kraft und Würde gewann. Aber eben . diese selber waren inmitten des damaligen Niederbruchs eine entscheidende Tat. Kein anderer deutscher Philosoph oder Gelehrter hat für die nationale Größe und Wiedergeburt unseres Volkes eine gleiche opfermutige Begeisterung gehegt und bei anderen erweckt Seine Sprache berauschte die Hörer, und seine national-sittliche Gedankenwelt Der Vater lacht, schmunzelt, Uückt ihm die Hand, steht untätig und zufrieden da, während die Mutter mit gewohntem Eifer dem Sohn zu dem Will- kommensfrühstück verhilft. Noch immer steht der Sohn in der Küche, links ist der große Käfig mit den beiden Wellensittichen, die plötzlich ein lärmendes Gezwitscher vollführen, aus dem Fensterbrett steht der kleine Käfig mit dem Kanarienvogel, der artig piepst. Früher war der Küchenschrank viel, viel größer, auch die Eltern waren viel größere Leute, und jetzt reichen sie dem Sohn knapp bis zur Schulter. Der Küchenschrank ist oertrauter als irgendein Freund oder ein Onkel, er hat von beiden etwas — nur das Buntpapier hinter seinen Scheiben ist erneuert worden. Das Frühstück ist fertig, frische Hausmacherwurst, süßsaure Gurken und eine Flasche Bier. Der Sohn streckt die Füße unter den Tisch, und nun kann ihn nichts mehr anfechten. In den Töpfen auf dem Herd kocht und schmort es, der Vater geht zufrieden auf und ab, und durch die offene Tür kommen die Fragen der Mutter. „Du hast ja noch gar nicht gefragt, was es heute gibt?" fragt sie. Was konnte es anderes geben als das Lieblingsgericht? Hammelbraten und rohe Kartoffelklöße, genannt Thüringer Alöße Jetzt steht die Zeit still. Des Sohnes Leben steht still, denn er hat das seine für einen Tag verlassen und lebt wieder ein früheres, das des Sohnes im Elternhaus. . -. s Nach dem Frühstück geht er m em Zimmer das immer noch „fein" Zimmer ist. Hier hat er gefeffen, als das Leben für ihn noch aus Ungewißheit bestand, aus Angst, Hoffnungen und unvorstellbaren Erwartungen. Hier haben ihn die Freunde besucht, und hier haben ibn auch die wenigen Freundinnen besucht. Sein Tisch, sein Schrank, sein Sofa sein Ofen und sein Bett, zwei Fenster und eine Gaslampe. Und seine Jahre, seine Jugend sind ihm hier widerfahren, unvergleichlich, unverwechselbar, seine Einsamkeit und auch seine tröstlicheren und erfütlteren Stunden. Sein Leben. Und für diese Stätte gibt es nur ein einziges Gefühl, das sie erträgt: die Demut vor dem Leben. Der Tisch wird nebenan gedeckt, die dampfenden Klöße kommen darauf, der würzige Braten. Hast du deine Frau zuhause gelaßen? fragt der Vater^ Sie ist zum Geburtstag ihrer Großmutter nach München gefahren", antwortet der Sohn. Und erdenkt daran, daß seine Frau keine Eltern mehr hat, nur ihre Gräber. — . Selbst wenn der Sohn sich eine Meisterkochm halten könnte, würde es ihm nicht so gut schmecken wie hier. Er schmeckt vielleicht weniger die Gute der Zubereitung, die ein fremder Gaumen anders beste Landstraße in der Nähe des Mains ist lang und hat für ihn ein uraltes Gesicht, verwittert, unverrückbar, denn er ist sie viele Jahre seines Ledens gegangen, Kindheit und Jugend, Winter und Sommer, am Tag und in der Nacht. Diese Landstraße mit den windschiefen, kleinblättrigen Birnbäumen führt für ihn nicht nur zum Elternhaus, sie fuhrt viel weiter, sie führt in die Fernen widei-fahrenen Lebens, das vergangen, unwiederbringlich bleibt. Diese Landstraße ist unablösbar von jenem unaussprechlich geheimen und tiefen Bezirk, der sich dem Sohn zur Heimat verwob. Es ist schön, nach Hause zu gehen. Da ist die erste Eisenbahnbrücke, bald wird er an der zweiten sein, und jetzt sieht er schon am Ende der Schrebergärten, in denen Eisenbahnwagen mit rauchenden Schloten stehen, das unansehnliche, fahlgelbe Back- steinhaus. Er geht guer übers Gras so leicht geht man nur zu diesem einen, einzigen Haus. Mag der Gang zum Haus der Geliebten erregender sem er- wartungsschwerer, so leicht, so friedvoll, so ruhig und froh geht man zu keiner anderen Tur. Und diese Tür fliegt nun plötzlich auf, denn nun ist der Sohn gef^en worden, und die Mutter eilt auf ihn zu, sie hat ein Kopftuch umgebunden sie hat Pantoffeln an, die Kuchenschurze, aber sie strahlt und ist fast übermütig. Und der Sohn druckt ihre Hand und kann nur sagen, daß sie sich nicht erkälten soll, denn das Gras ist noch naß vorn Regen. Ja das ist die alte, die einzige Küche sie ist weder schön noch häßlich, weder klein noch groß es ist eben die Küche, in der die Heimat beginnt. Am 19. Mai 1937 jährt sich zum 175. Male i)cr Geburtstag Johann Gottlieb Fichtes. Sein Name hat einen hehren, fast heiligen Klang. Seine berühmten „Reden an die deutsche Nation" sind zwar von den wenigsten der heute lebenden Deutschen gelesen und gekannt; aber sie leben im dankbaren Bewußtsein des Volkes fort im Sinne einer einstmals entscheidenden und fortwirkenden nationalen Tat und gehören so gleichsam zum unveräußerlichen Grundstock unseres nationalpolitischen Erbes. Und doch ist der Name Fichtes — um mit Heinrich von Treitschke zu sprechen — aeprie- fen worden und geschmäht, ist aufgetaucht und wieder verschwunden. Seine Arbeiten wurden gelesen und vergessen, wiederentdeckt und aufs neue begraben. Zwar gewann der Philosoph Fichte einen bestimmten Platz im wissenschaftlichen Weltbild des 19. Jahrhunderts; aber der N a t i o n a l p o l i t i - ker blieb eine zwar anerkannte, doch wenig greifbare, ja fast legendäre Erscheinung. Im Weltkrieg freilich fand die gewaltige Stimme, die aus den Reden an die deutsche Nation erklang, in manchen Soldatenherzen ein lebendiges Echo, und der schmale Band, der jene leidenschaftliche Aufrufe enchielt, gehörte zum Inventar manches deutschen Unterstandes. Auch heute fühlen wir, so sehr wir Abstand und Andersartigkeit empfinden, doch zugleich eine wakme Zugehörigkeit und die Verpflichtung, Johann Gottlieb Fichtes als eines nationalpolitischen Vorkämpfers der Deutschen zu gedenken. Er wurde 1762 in Rammenau in der Oberlausitz schien erst der Tat der Befreiung die höhere gott- liche Weihe zu geben. Fichte selbst rechnete freilich mit einer langen Zeit der Knechtschaft, wie ja überhaupt der reale Körper seines nationalen Ziels sich vergeistigt, sobald man ihn greifen will. In der Rolle, die er unserem Volke zuweist, Fackelträger der Menschheit zu sein, war etwas von jener glücklichen Eigenschaft, die wir beim Engländer kennen, der sein Volk für das auserwählte Volk Gottes hält, oder beim Franzosen, der seine nationalen Ideen den Menschheitsideen gleichsetzt. Freilich fehlte bei Fichte die realpolitische Verhaftung, die für England und Frankreich wesentlich ist. Dennoch ist seine nationale Bedeutung mit den Freiheitskriegen nicht erschöpft. Denn er 'erörterte im Zuge seines Denkens als einer der ersten auch den Plan, den König von Preußen als einen „Zwinaherrn zur Deutschheit" an die Spitze des gesamten Vaterlandes zu stellen. Er erblickte seherisch in der norddeutschen Welt den Kern unserer künftigen Nation. Er wurde der erste Verkünder jener nationalen Ideen und Kräfte, aus denen das deutsche Schicksal des 19. Jahrhunderts hervorgestiegen ist. So steht Fichte uns Heutigen fern und nah zu- gleich. Fern, weil wir seine Grundgedanken und seine letzten Ziele nicht mehr als die unfrigen anerkennen. Nahe, weil vieles bei ihm neuzeitig anmutet, so etwa, wenn er erklärt, daß Volk und Vaterland den Träger und das Unterpfand der irdischen Ewigkeit darstelle und dasjenige sei, was hinieden ewig sein könne. Nah steht er uns aber vor allem durch die bis zum letzten wahrhaftige Glut seiner nationalen Leidenschaft und durch die heldische Haltung seiner Seele. In diesem Sinn ist der Sohn des obersächsischen Bandwebers emporgestiegen aus dem Schoß des deutschen Volkes in den heiligen Tempel ferner Heroen. Kopenhagen nach Berlin zurück, gerade, als preußische Regierung sich entschloß, dort jene neue, für die deutsche Zukunft so hoch bedeutsame Universität zu errichten. Fichtes Denkschrift zu dieser Neugründung wurde zwar von Humboldt und S ch l e i e r m a ch e r als unpraktisch abgelehnt; dafür eröffnete sich aber für ihn nun die Möglichkeit, im Winter 1807/08 in jenen Vorträgen vor die Oeffentlichkeit zu treten, die als die Reden an die deutsche Nation berühmt und ewig denkwürdig geworden sind. Sie wurden abgehalten, „oft unterbrochen von den Trommeln der französischen Besatzung und belauscht von fremden Horchern" unter den mißtrauischen Augen der französischen Gewaltherrschaft, die freilich ihre Bedeutung nicht erkannte. Sie waren von höchstem Einfluß und wurden in den Seelen der Hörer und durch diese im Bewußtsein des Volkes gleichsam zum geistig-sittlichen Untergrund der späteren preußischen Erhebung. Seit 1810 wirkte Fichte als Professor an der neubegründeten Hochschule Als im Jahre 1813 die Stunde der Befreiung schlug, brach er im Februar die Vorlesungen ab gab dadurch den Studenren das erwartete Signal zu den Waffen und bot sich selber an, das Hauptquartier als religiöser Redner zu begleiten. Doch sein Gesuch wurde abschlägig beschie- den, und so nahm er seine Berliner Vorlesungen vor einem kleinen Kreis zurückgebliebener Hörer wieder auf. Da wurde er von einer tödlichen Krankheit ersaßt, wohl von der eigenen Gattin angesteckt, die nach monatelanger aufopfernder Pflege in den La- Gchwammfischer in der Adria. An der dalmatinischen Küste liegt, durch einen Kanal von 300 Meter Breite vom Festland getrennt, die kleine Insel Krapani, deren Bevölkerung ausschließlich von dem lebt, was ihr das Meer bietet. Alle Männer sind Fischer, und alle betreiben die Schwammfischerei. Schon mit zehn Jahren lernen die Jungen das Tauchen, und so weit sie nicht als Matrosen zur See gehen, bleiben sie ihr ganzes Leben in diesem Beruf. Die Schwammfischerei wird ähnlich primitiv betrieben wie die Perlenfischerei der Eingeborenen in der Südsee. Die Ernte beginnt schon Anfang März, wenn das Wetter etwas wärmer wird. Vom Kahn fpringen die Taucher nackt ins Wasser, reißen oder schneiden die Schwämme aus und bringen sie in das Boot zurück. Obwohl die Ausbeute bei diesem Verfahren natürlich gering ist, können die Fischer sich im allgemeinen keinen Taucheranzug anschaffen. Nur ein einziger hat, wie die Leipziger „Jllustrirte Zeitung" berichtet, die Mittel dazu aufbringen können, und feine Taucherausrüstung macht sich sehr gut bezahlt. Während die Fischer sonst nur geringe Tiefen erreichen tonnen, kann er zu den größeren hinabsteigen, und er erzielt so etwa den zehnfachen Ertrag an Schwämmen. An Land werden die Schwämme in einer Wasserlache mit den Füßen gestampft, damit alle Lebewesen und Verunreinigungen daraus entfernt werden, und zum Schluß an der Sonne getrocknet. Sie werden wegen ihrer Zarcheit sehr geschätzt. Zeitschriften. — Im Mai-Heft der Zeitschrift „Volk und Rasse" (I. F. Lehmanns Verlag, München 2 SW) zeigt der Leiter des Rassenpolitischen Amtes, Dr. W? Groß, wie heute das Blutbewußtsein in allen Schichten unseres Volkes geweckt roiri). H. Pohl beschreibt in einem Beitrag „Vom Adel der Arbeit" den Anteil der Deutschen Arbeitsfront an der Wiedererweckung ständischen Ehrgefühls beim Arbeiter. I. Römer spricht von der „Erziehung des Arbeiters zum Stand in biologischer Bedeutung" und verlangt Förderung der wertvollen Erbstämme unter den Handarbeitern. Sehr aufschlußreich find die Ausführungen des Beitrages „Arbeiterschaft und Wehrtüchtigkeit" von Reg. Rat H. Mafuhr, nach denen der Fabrikarbeiter sowohl hinsichtlich seiner Wehrtüchtigkeit wie auch seiner Wehrtauglichkeit einen hohen Rang einnimmt. In welch weitschauender Weise die „Berufs- und Lebensauslese des deutschen Arbeiters" durch die zuständigen Stellen (Berufsberatungsämter, Lehrstellenvermittlung ■ u. ä.) erfolgt, geht aus einer Darstellung Dr. I. Handricks hervor. In diese Zeit fiel die Veröffentlichung mehrerer Schriften, von denen einige, die etwa die vom geschlossenen Handelsstaat, über die rein denkerische Linie hinaus zur praktischen Politik vorzudringen schienen. Im Sommer 1805 wurde Fichte mit dem Auftrage betraut, in der damals preußischen Universität Erlangen Vorlesungen zu halten. Das Schicksalsjahr 1806 wurde auch für ihn entscheidend. Von dem Zusammenbruch des preußischen Staates bei und nach Jena aufs tiefste getroffen, begab sich Fichte aus dem Bereich der französischen Zwingherrschaft nach Königsberg und kehrte 1807 über Wehr und Waffen. MSi Der weitere Ausbau gen 121115 der in nicht allzugroßer Entfernung liegenden feindlichen Stellung kommen gedämpft allerlei Geräusche, verhaltene Stimmen und das dumpfe Ge- Auf Horchposten. 1300 1500 3500 5000 6000 Flugzeugen Flugzeugen Flugzeugen Flugzeugen Flugzeugen in in in in in und hat „...da fing Wie bist bu H. Häßliche Rauchschwaden hängen über dem nackten tausendfältig zerrütteten Leib des Toten Mannes. Langsam treibt sie der Wind vor sich her, weit hinein in den linden Frühlingsabend. Aus den Schluchten wächst die Dunkelheit heran, während das Geschützfeuer beklemmend in gleichmäßigem Takte weiterrollt. In der Ferne verebbt das Gewehrfeuer, um plötzlich wieder für kurze Zeit zu einem rasenden Pochen anzuschwellen, verstummt aber dann, bis auf einige Schüsse, die die Nacht durchzucken ... Nun ist die Zeit gekommen, um vor der eigenen Kampfstellung, weit draußen im Niemandsland, im Chaos des Kampfgeländes auf Horchposten zu ziehen. Gebückt und lautlos gleich schwarzen Schatten schieben sich die Leute im Geflacker des Mündungsfeuers der riesigen Ferngeschütze durch das Gewirre von Gräben und Löchern, durch schwarze Trichter, in denen das Grauen auf der Lauer liegt, nach vorne. Alle Augenblick still verharrend, eingeengt in den Wänden der zerschossenen Gräben. Quälend und marternd ist dieses Warten und beklemmend legt sich die Spannung auf den Atem. Sekunden dehnen sich zu Minuten und wollen nicht verrinnen, Meter um Meter geht es so weiter, immer mit der Möglichkeit rechnend von einer feindlichen Patrouille im Vorgelände abgeschossen, oder im wirbelnden Tanz explodierender Handgranaten hinweggefegt zu werden. Fast 20 Minuten sind so vergangen. Endlich ist man an der Stelle angelangt, die von dem Horchposten bezogen werden soll. Ein über Manns tiefer Trichter mit eingebauten Auftritten und gut maskiertem Beobachtungsstand ist es, in dem sich einige Leute aushalten können. Hier herrscht das Schweigen, trotz des Gefechtslärmes, der von vorn und hinten durch die Nacht dringt. Wie die Sehne am Bogen sind alle Nerven gespannt, nicht ermatten dürfen Augen und Ohren, elastisch und unermüdlich müssen alle Sinne sein. An ihren angewiesenen Plätzen stehen die Posten, horchen und starren in die Nacht hinaus. trappel in die Stellung einrückender Mannschaften. Beim Scheine aufflammender Leuchtkugeln sieht man deutlich mit dem Nachtglas, wenn durch die Schießscharten der Stahlblenden in den Brustwehren, Gewehrläufe geschoben werden. Mit größter Aufmerksamkeit verfolgt der Führer des Postens alle Vorgänge, die sich im feindlichen Graben abspielen. Dumpf und schwach aber immer noch hörbar, klingen die Schritte der Mannschaften aus der feindlichen Stellung herüber, sogar das Klappern von Schanzzeug ist zu vernehmen. Gespannt schaut und horcht er in die Nacht hinaus ... Sonderbar ... denkt er, Ablösung scheint das nicht zu sein? ... denn ... kein Mensch verläßt den Graben, ... niemand geht zurück ... Sollten die da drüben ... etwa einen Nachtangriff planen? ... Vorsichtshalber schickt er einen seiner Leute zurück, um eine Meldung über seine Wahrnehmungen nach hinten zu bringen und bald geht der Befehl nach vorne sich zurückzuziehen, wenn die Absicht eines Angriffes erkannt werden sollte. Im französischen Graben herrscht eine eigentümliche Unruhe ... auch vor der Stellung muß etwas nicht in Ordnung sein. Laute vernimmt man, die aus dem Nichts zu kommen scheinen und jetzt hört man deutlich fluchen ... und dann ... ein Schatten ... und noch ein Schatten ... dann wieder Stille. Unerträglich wird dieser Zustand der Ungewißheit, mächtig zerrt es an den Nerven ... Flüsternd gibt der Führer einige Befehle, dann verschwindet lautlos von der Nacht verschluckt, eine Patrouille, nur mit Dolch und Pistole bewaffnet, um festzustellen, was da drüben vor sich gebt. Wie ein Bann liegt es auf den Zurückbleibenden, keiner rührt sich. Endlos lang wird die Zeit, einer hört den Atem des anderen gehen. Willenskraft und Nerven von Stahl und Eisen verlangt der Dienst da vorn in den einsamen Postenlöchern. Nie ist man vor Ueberraschungen sicher, besonders seitdem das Abschießen von Patrouillen und das Ausheben herabgesetzt werden, daß genauesRichten möglich ist, d.h.. je nach der Geländegestaltung und der Bauart des Fahrzeuges auf 12 bis 20 km/st. Man kann den Gegner, zumal Abwehrgeschütze oder feindliche Panzertruppen, nicht einfach übersehen, sondern muß ihn bekämpfen. Die Gefechtsformen sollen diesen Kampfbedingungen Rechnung tragen. Sie müssen einfach sein und den wirkungsvollen Gebrauch zahlreicher Waffen gestatten, ohne daß die Panzer sich gegenseitig behindern. Die Brigade kann ihre Regimenter treffenweise, d.h. hintereinander, oder flügelweise, d. h. nebeneinander einsetzen. Beim ireffenwei- sen Einsatz werden die Regimenter ihre Abteilungen oft nebeneinander, beim flügelweisen Einsatz hintereinander oder gestaffelt ansetzen. Alle Führer befinden sich weit vorn, damit sie ihre Einheiten ständig übersehen und ihren persönlichen Einfluß geltend machen können. Die Breite des Angriffs einer Panzer- Brigade zu vier Abteilungen beträgt zwei bis vier Kilometer, feine Tiefe drei bis fünf Kilometer. Die Breite des 2lngriffs entspricht etwa der einer Infanterie-Division, jedoch bringt die Panzer-Brigade in der vorderen Kampfzone mehr leichte und schwere Waffen zum Feuern. Die Bedienungen dieser Waffen werden unter Panzer, der gegen kleinkalibrige Infanteriewaffen schützt, und mit großer Geschwindigkeit gegen den Feind gefahren; die Zeit der möglichen Gegenwirkung wird dadurch erheblich beschränkt. Auf diesen Eigenschaften, der Feuerwucht, der Geschwindigkeit und dem Panzerschutz beruht die Angriffskraft der Panzertruppe; jede Einschränkung einer dieser Bedingungen setzt sie herab; insbesondere verlängert eine geforderte Herabsetzung der Geschwindigkeit, etwa um den Zusammenhalt mit langsameren Waffen zu wahren, die Zeitspanne für das Wirksamwerden der gegnerischen Panzerabwehr sowohl durch Abwehrgeschütze wie durch einen Gegenangriff feindlicher Panzertruppen. Den Abschluß des Panzerangriffs bildet das Ordnen der Verbände zu neuer Verwendung, fei es zur Verfolgung, fei es zur Erweiterung einer Durchbruchslücke durch Aufrollen der gegnerischen Flanken oder zu erneutem Einsatz gegen anrückende feindliche Reserven ober — im Falle des Mißlingens — zum Sammeln an geeigneter Stelle. Hierbei wird es oft erforderlich fein, Munition zu ergänzen, Verluste auszugleichen oder abgekämpfte Einheiten durch frische zu ersetzen. Selten werden die Sammelplätze vorher bestimmt werden können. Sie müssen jedenfalls Deckung gegen feindliches direktgerichtetes Feuer und gegen Fliegersicht bieten, rasche Entfaltung gestatten und gesichert werden. Schließlich muß noch der Panzerkampf, d. h. das Gefecht Panzer gegen Panzer, kurz erörtert werden. Kriegserfahrungen über diese in Zukunft wesentliche Kampfart sind äußerst spärlich und heute nicht mehr verwertbar. Wir sind also auf Ueberlegungen und ausländische Uebungsenah- rungen angewiesen. Daraus lassen sich folgende Gesichtspunkte ableiten.- Treten feindliche Panzer auf dem Gefechtsfeld auf, so sind sie für alle eigenen Panzer und Panzerabwehrwaffen der gefährlichste und daher vordringlich zu bekämpfende Gegner. Man wird anftreben, den feindlichen Panzer zunächst aus einer haltenden Feuer- front von Panzern oder Abwehrgeschützen entgegenzutreten und sie mit einem Feuerüberfall zu Überschüßen. Läßt sich dies nicht oder nicht länger durchführen, so muß zum Kampf in der Bewegung übergegangen werden. Hierbei ist es wichtig, den eigenen Panzern gutes Fahr- gelände, gutes Licht und künftigen Wind zu sichern. Es ist ferner wichtig, daß d i e Ordnung in den Verbänden gewahrt bleibt, hierzu die vorgeschriebene Geschwindigkeit innegehalten wird, die Feuerleitung nicht verlorengeht und die Führer ihre Reserven in der Hand haben. Der Panzerkampf wird durch Feuer entschieden. Straffe Feuerleitung und gute Schießausbildung sind daher besonders wichtig. Durch gute Geländebenutzung können die eigenen Verluste erheblich herabgesetzt werden. Unter Umständen kann die Verwendung künstlichen Nebels angezeigt sein. Der Kampf gegen die feindlichen Panzer muß bis zu deren Vernichtung durchgeführt werden; erst dann kann man an die Erledigung anderer Aufgaben denken. Gtabttyea W. ~ a totf um ffü Wrafie: „A Maliger 11 M im „A der Tschechoslowakei, Polen, England, Frankreich und Sowjetrußland. Die internationale Lnfirnstnng. Die Luftwaffe erfreut sich in allen Ländern einer besonders liebevollen Behandlung. Sie ist nach allgemeiner Ansicht das Kampfinstrument, von dessen Leistungsfähigkeit und geschicktem Einsatz im Ernstfall die Gesamtenscheidung abhängt. Das Rüstungsfieber zu Lande und zu Wasser läßt allerdings erkennen, daß keine Nation gewillt ist, sich ausschließlich auf die Luftwaffe zu verlassen. Denn noch ist es nicht ausgemacht, daß die Luftwaffe das Zünglein an der Waage bildet. Wir wissen, daß die Flieger-Abwehr durchaus nicht zu verachten ist. Es könnte also sehr leicht geschehen, daß eine zu den Waffen greifende Nation durch ihre Luftwaffe schwer enttäuscht und dann gezwungen wird, ihre anderen Wafen mit verdoppelter Wucht zum Einsatz zu bringen. Weil niemand m die Zukunft blicken kann, wird bei der Aufrüstung keine Waffe vernachläfsigt. Es ist nicht uninteressant, einmal einen Blick auf die internationale ßuftrüftung zu werfen. Wir sehen Anfang 1933 folgende Stärken bei den wichtigsten Nationen: Frankreich: 3000 Heeresflugzeuge Friedensstand (Kriegsstärke wahrscheinlich 5000). Sowjetrußland: etwa 2000 Flugzeuge. Großbritannien: 848 Frontflugzeuge der Armee, 1600 Flugzeuge in Reserve, Marine unbekannt. Diese Ziffern gelten aber nur für das englische Mutterland. Tschechoslowakei: 850 Flugzeuge. Polen: 1000 Flugzeuge. Anfang 1 934 hat sich das Bild bereits wesentlich verschoben. Ein Jahr hat genügt, um die Zahl der schätzungsweise vorhandenen Flugzeuge teilweise gewaltig zu erhöhen. Haargenaue Ziffern lassen sich natürlich nicht beibringen, weil vor allem das gelagerte Material streng geheim gehalten wird und sich auch nicht annähernd abschätzen läßt. Wir sehen also: Frankreich mit einer Gesamtzahl von 4500 Flugzeugen, Sowjetrußland mit 4000 Maschinen, Großbritannien mit 2400 Flugzeugen, Tschechoslowakei mit 700 Maschinen, Polen mit 1000 Maschinen. Aus diesen Ziffern ergibt sich zunächst, daß der sichtbare Bestand an britischen Maschinen nicht größer geworden ist. Wohl aber hat sich die Güte der Maschinen in diesem Jahr nicht unwesentlich gehoben, da es zum Grundsatz der Briten gehört — bisher jedenfalls gehörte —, die Luftwaffe nicht in die Breite gehen zu lassen, dafür aber stets die durch höchste Leistungsfähigkeit auffallenden Maschinen der Luftwaffe zuzuführen. Jetzt, nach Annahme des großen Rüstungsprogramms, wird sich die Zahl der Flugzeuge ruckartig vermehren. Die Angaben für die Tschechoslowakei 1934 sind niedriger ausgefallen als 1933, womit nur bestätigt ist, daß mit Schätzungen gearbeitet werden muß und daß vor allem die Mitteilungen der einzelnen Staaten über den Stand ihrer Luftwaffe falsch sind. Denn bei den Tschechen hat es zwischen 1933 und 1934 ganz gewiß keine Rückwärtsentwicklung gegeben. Dagegen sehen wir die Sowjetunion einen gewaltigen Schritt vorwärtsmachen. Die Zahl ihrer Heeresmaschinen hat sich innerhalb von zwölf Monaten verdoppelt! Frankreich ist aber mit 4500 sichtbaren Maschinen Anfang 1934 fast an die ein Jahr früher angenommene Kriegsstärke herangekommen! Anfang 1935 sehen wir bei den Engländern noch keine wesentlichen Veränderungen. Bei den Tschechen ist dagegen ein merkliches Anwachsen auf 1000 Maschinen zu beobachten. Auch die Polen scheinen zwischen 1934 und 1935 mehr Wert auf qualitative als quantitative Aufrüstung in der Luft gelegt zu haben. Jedenfalls find nennenswerte Veränderungen nicht festzustellen. Genauere Angaben fehlen über Frankreich. Wohl aber schätzt man Anfang 1935 den Kriegsbestand auf 500 Maschinen mehr als Anfang 1933. Die Anfang 1935 gezogene Bilanz läßt aber erkennen, daß bei allen wichtigeren Staaten Umstellungen nach der qualitativen Seite hin vorgenommen worden sind, so daß eine in die Breite gehende Rüstung kaum zu verspüren ist. Die Kampfkraft der einzelnen Luftwaffen hat in den abgelaufenen zwölf Monaten unzweifelhaft überall erheblich zugenommen. Nur die Sowjetrussen machen, was die Zahl angeht, eine Ausnahme. Sie sind auf 4300 Maschinen 'angestiegen. Das Plus ist zwar Das Reichskriegsgericht. Der Sitz des Reichskriegsgerichts ist Berlin. In Kriegszeiten und während kriegerischer Unternehmungen kann der Führer und Reichskanzler den Sitz des Reichskriegsgerichts oder einzelner Senate verlegen. An der Spitze des Reichskriegsgerichts steht als Präsident ein General oder Admiral; er hat Rang und Dienststellung eines Kommandierenden Generals. Er wird auf Vorschlag des Reichskriegsministers vom Führer und Reichskanzler ernannt. Er ist unmittelbar dem Reichskriegsminister unterstellt. Der Präsident leitet die Geschäfte des Reichskriegsgerichts. An der Rechtsprechung nimmt er nicht teil. Er hat die Aufgabe, dem Reichskriegsminister über feine Erfahrungen in der Strafrechtspflege der Wehrmacht zu berichten. Zu diesem Zweck kann er auch den Sitzungen der Gerichte der Wehrmachtteile beiwohnen. In diesen Fällen, in denen das Reichskrieqsgericht in erster und letzter Instanz zuständig ist, ist er Gerichtsherr. Bei dem Reichskriegsgericht werden Senate gebildet. Ihre Zahl bestimmt der Reichskriegsminister. Jeder Senat besteht aus einem Senatsvräsidenten und der erforderlichen Zahl von Reichskriegsgerichtsräten und Offizieren. Die Senate find unabhängig und nur dem Gesetz unterworfen. In Kriegszeiten und während kriegerischer Unternehmungen kann der Reichskriegsminister ständig angestellte richterliche Beamte als Hilfsrichter bestellen. Die Senatspräfidenten und Reichskriegsgerichtsräte find richterliche Militärjustizbeamte. Sie werden auf Vorschlag des Reichskriegsministers vom Führer und Reichskanzler auf Lebzeiten ernannt müssen zum Richteramt befähigt und mindestens siinfund- dreißiq Jahre alt fein. Die Offiziere roerben, auf Vorschlag des Reichskriegsministers vom Führer und Reichskanzler auf die Dauer von mindestens zwei Jahren ernannt; sie müssen mindestens im Rang der Stabsoffiziere stehen. Die Senate entscheiden in der Besetzung mit einem Senatspräfi« öenten, zwei Reichskriegsgerichtsräten und zwei Offizieren. ^Oni( Mht by von Posten an der Tagesordnung ist. Da blitzt drüben, ... in der Richtung der Schleichpatrouille ein Schuß auf, weitere Schüsse folgen und jetzt stottert ein französisches Maschinengewehr darauf los und kämmt mit seinen Garben die Ränder der Trichter ab. Leuchtkugeln steigen auf und erhellen minutenlang das ganze Vorgelände, aber nichts ist zu sehen. Zuckend zerfließt das grelle weiße Licht in dmer Finsternis und still und ruhig wird es wieder. Da gellt ein kurzer Schrei durch die Nacht ... und sofort setzt wieder ein wütendes Feuer ein. ... fester umspannen die Hände die Gewehre und entsichert liegen die Handgranaten. War dieser Schrei der Todesschrei eines der Unsrigen? Doch schwarz und undurchdringlich ist die Dunkelheit und gibt ihre Geheimnisse nicht preis. Minuten vergehen wieder, endlose Minuten, die wie Stunden erscheinen. Endlich ein Kollern von Erdbrocken, ein leises Rascheln. Mit fiebernden Sinnen, den Finger am Abzug, stehen die Leute ... Gedämpft ruft der Posten in die Nacht hinaus und ebenso leise kommt die Losung, ... Die Patrouille ist zurück. Schweißbedeckt, mit bleichen Gesichtern, aber in den Augen ein hartes Glänzen, so hocken sie auf dem Grunde des Trichters und berichten flüsternd. Kurz vor der feindlichen Stellung waren sie auf französische Soldaten gestoßen, die damit beschäftigt waren. lange Rollmatten aus Blech über die Drahtverhaue zu legen, ein Beweis dafür, daß für diese Nacht ein Angriff ohne Artillerievorbereitung geplant ist. Ein französischer Sergeant, ein schwarzbärtiger Bretone, kam unerwartet bis an die deutsche Patrouille heran, vielleicht hatte er ein verdächtiges Geräusch vernommen, da erreicht ihn der Todesstoß. Rasch wird dann die Meldung, daß heute mit Bestimmtheit ein Angriff erfolge, zurück an den Abschnittskommandeur gegeben und gleich darauf zischt in der deutschen Stellung eine Leuchtkugel hoch, blendet mit grellem Licht und erlischt dann wieder. Das ist das Zeichen für den Posten, sich zurückzuziehen. Lautlos, wie die Katzen, gehen die Leute zurück zu ihrem Truppenteil, dem angreifenden Gegner einen guten Empfang zu bereiten. O. M. v-k li ri»9s„“ Er* < 165 «itW ” Einigung Panzertruppen im Kampf. Von Generalmajor Heinz Guderian, Kommandeur der 2. Panzer-Division. M fönnen Senken. Tja rankt D Mer Mm Kosen stehen gen leuchten W ab" B Zum Do Wohin un veißei. rote> men, d>e » eine gute 8- ztöffnehund öen Garten I bindet hinm Schönheit oe Serooll, wie Und wie schmalen, hei hellen Straß- sehen wir E L leise!" Da und in Duröe über unter dem F Unser Schritt uni) geheimni mit Gras bei einem Teppi Der ganze menn wir h Mchen schi chen ausgesu ! O A »irb itas ni "wTl1 StitiW m 2 s-l« Ä * & Ä 2*4* nA. Uns dem (t Mte abend Ws „s °neg5zeit vor Hub. Wl-Ludwia & Mittwoch- Miele, | llhr. ßifler-3 infolge dee öle Feierstun Jngen am 9 ^nasiums vorragende Maschinen geliefert, aber doch nur die Apparate, die technisch bereits wieder überholt waren. Mit welchen Jstoeständen in diesem Sommer zu rechnen sein wird, läßt sich vorerst nicht erkennen. In Frankreich wird die Flugzeugindustrie langsam verstaatlicht, aber so, daß die Leistungsfähigkeit der Werke nicht leidet. Vielmehr werden die Werke durch Anschluß an den auf dem Rüstungsgebiet stets ungewöhnlich kapitalkräftigen Staat weitere Möglichkeiten zur Fortentwicklung der Kampfflugzeuge erhalten. In der Sowjetunion entstehen dauernd neue Werke. Hier träumt man von fünfzig- oder hunderttausend Maschinen, die in absehbarer Zeit durch den Luftraum der Sowjetunion rasen sollen. Der Traum kann Wirklichkeit werden, wenn das stark gesteigerte Rüstungstempo der Bolschewisten eine weitere erhebliche Hinaufsetzung erfährt. Und England tritt jetzt erst mit einem Rüstungsprogramm hervor, das sich über fünf Jahre erstreckt, aber durchaus abänderungsfähig ist, wobei wohl als sicher angenommen werden darf, daß Aenderungen nach unten hin nicht in Frage kommen. Was aber bei einer Betrachtung aller bekanntgewordenen Rüstungsziffern zu beachten ist, find die sogenannten „unbekannten Größen", also die Reserven. Reserven haben zwar den Nachteil, daß sie veralten. Aber im Ernstfall ist es immer noch besser, zur Deckung der ersten Verluste auf veraltete Reserven zurückzugreifen, bis die heimische Industrie nachkvmmen kann, als die Lücken offen zu lassen, die dem Gegner unter Umständen nicht wieder einzuholende Vorteile geben können. W. S. Während der Großen Herbstübung 1936 sprach vor den Manövergästen Generalmajor Guderian eindrucksvoll über die Aufgaben und die Gliederung der Panzertruppen. Gedanken dieses Vortrages klingen jetzt wider in der Schrift „Die Panzertruppen und ihr Zusammenwirken mit den anderen Waffen." Panzertruppen können vermöge ihrer operativen und taktischen Beweglichkeit rasch zusammengezogen und eingesetzt werden. Diese, den Panzertruppen innewohnende Eigenschaft gestattet mehr als bei anderen Erdtruppen den überraschenden Einsatz. Die 2IngriffsDorbereitungen müssen daher von dem Streben nach Ueberraschung geleitet sein. Das bedeutet äußerstes Abkürzen und Zusammendrängen dieser Maßnahmen unter Ausnutzen der Nacht und der Schnelligkeit für die Anmärsche, rechtzeitiges Sicherftellen des wichtigsten Nachschubes, sorgsame Verkehrsregelung, klare Befehlsverhältnisse. Bei Amiens 1918 gelang den Engländern der Aufmarsch ihrer Panzerkräfte in zwei Nächten; in der Nacht vom 6. zum 7. August wurden die Panzer in Bereitstellungsräume zwei bis drei englische Meilen hinter der Front geführt, in der Nacht vom 7. zum 8. August in die 1000 Schritt hinter der vorderen Jnfanterielinie liegende Sturmausgangs st ellung. In Zukunft kann angesichts der Leistungsfähigkeit und Schnelligkeit des Gerätes auf das Beziehen einer besonderen Sturmausgangsstellung meist verzichtet und der Angriff aus einer Bereitste!- lu n g außerhalb der Reichweite der feindlichen Artillerie angefetzt werden, wenn nicht besondere Umstände, z.'B. Geländeschwierigkeiten, ein anderes Verfahren bedingen. Für die Bereitstellungsräume selbst ist die Möglichkeit guter Tarnung sowie ein gutes Wegenetz wichtig; in ihnen werden die letzten Vorbereitungen für den Angriff getroffen, der Betriebsstoff ergänzt, die Truppe verpflegt, nach langen Anmärschen die Besatzungen gewechselt. Die erforderlichen Erkundungen und die Verbindungnahme mit den anderen Waffen werden durchgeführt. Die Erkundungen sollen nicht mehr Zeit beanspruchen, als bei den anderen Waffen auch. Gutes Kartenlefen und richtiges Auswerten von Luftbildern, unter Umständen eine persönliche Erkundung des Angriffsgeländes mit dem Flugzeug durch die Panzerführer müssen die Unterlagen für den Angriffsentschluß schaffen. Innerhalb der eigenen Linien trägt sorgsames ge ft le gen der Anmarschwege, zumal für die Nacht, wesentlich zu reibungslosem Ablauf der Bewegungen bei; hierbei sollte mit Wegebezeichnungen im Jahre 1935 entschiedene Fortschritte gemacht, so daß nunmehr überall das Tempo der Aufrüstung in der Lust verschärft werden konnte. Gebaut werden selbstverständlich nur d i e allerneuesten Typen, wobei jeder Staat darauf bedacht ist, daß seine Industrie die besten Maschinen nicht zur Ausfuhr bereitstellt, sondern erst für die Verteidigung reserviert. Alle Kampfflugzeuge, die zum Export gelangen, stehen in ihrer Güte regelmäßig hinter den Maschinen zurück, die diese Exportländer für ihre eigene Luftwaffe gebrauchen. Außerordentlich aufschlußreich waren in dieser Beziehung die französischen und sowjetrussischen Flugzeuglieferun- an die spanischen Bolschewisten. Man hat her- gering, aber auch hier sind massenhaft Flugzeuge durch moderne Maschinen ersetzt worden. Man darf wohl sagen, daß bis Anfang 1935 überall eine Art Verjüngung der Luftwaffe eingesetzt hat, die dann wieder die Kraft zu einer neuen zahlenmäßigen Entwicklung gab. Im Sommer 1936 steht die Welt mitten in einer neuen, besonders hochgehenden Aufrüftungs- welle, die zur Zeit noch an Stärke gewinnt und deren Scheitelpunkt sich vorläufig nicht erkennen läßt. Wir sehen einen Bestand von Kr.ttZ Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen) Mittwoch, (9. Mai 1937 Der Skagerrak-Platz fertiggestellt. Aus der Stadt Gießen. Trunkenheit am Steuer ist kriminelles Verbrechen. Die „Pfädchen". Wer kennt nicht die schmalen, engen Wege, die sich rings um unsere Dörfer ziehen? Hinter jedem Garten, oft zwischen den Wänden von Wirtschaftsgebäuden, den Bach entlang, führen diese heimlichen, von Hecken und Gebüsch umgrenzten Pfädchen hinaus ins Feld oder in den Wald. Freilich gab es Zeiten, in der einiae der schönsten Ecken und Winkel dieser lauschigen Pfädchen entfernt werden muhten. Das war damals, als die Feldbereinigung für gerade Wege sorgte. Aber viele, viele Pfädchen sind geblieben, und es ist gut so. Wir können uns das Dorfbild ohne sie gar nicht denken. Da rankt der Efeu an alten Bäumen/ da wuchern wilder Wein und Geißblatt, Weißdorn und wilde Rosen stehen im ersten Grün, und über allen Zweigen leuchten die großen Dolden des Flieders. Die Vögel aber finden hier überall Niftgeleaenheiten, und zum Danke schmettern sie uns ihre Lieber. Wohin unser Blick fällt, überall sehen wir die weißen, roten, gelben und blauen Sterne der Blumen, die Obstgärten grüßen uns und lassen auf eine gute Ernte hoffen. Alle Knospen haben sich geöffnet, und jeder Bodenfleck ist bunt bestickt, lieber den Gärten liegt der Duft des Frühlings und verbindet Himmel und Erde. Nirgends zeigt sich die Schönheit des Wonnemonats so sieghaft und wundervoll, wie auf diesen kleinen Pfädchen. Und wie schön sind die Mainächte auf diesen schmalen, heimeligen Wegen! Da leuchten nicht die Hellen Straßenlampen. Im Schutz der Sommernacht sehen wir Gestalten vorbeihuschen. „Heimlich, still und leise!" Da und dort steht eine einfache Bank, ein Brett wurde über zwei Steine gelegt. Flüstert es nicht unter dem Fliederstrauch? Wir gehen leise vorüber. Unser Schritt stört die Pärchen nicht, die dort sitzen und geheimnisvoll plaudern, denn die Pfädchen sind mit Gras bewachsen, und wir gehen darauf wie auf einem Teppich. Der ganze Zauber einer Mainacht umfängt uns, wenn wir hinter den Gärten auf den lauschigen Pfädchen schreiten, wenn wir uns ein stilles Plätzchen ausgesucht haben. Auf den Straßen und in den Häusern wird es still. Die müden Bauersleute gehen zur Ruhe. Hier draußen aber unter Hecken und Büschen raschelt und raunt es noch. Die Jugend wird so schnell nicht müde in dieser Maienzeit. Frühling und Liebe! Beneidenswerte Menschenkinder! Ganz in der Ferne schlägt eine Nachtigall, hell und jauchzend. Es ist so, als müsse dieses Blühen und Sprossen ausklingen in einem Jubellied, das die nächtliche Stille erfüllt ... . da singet und jauchzet das Herz zum Himmelszelt. Wie bist du doch so schön, o du weite, weite Welt!" H. (Geibel.) Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 21.45 Uhr „Der Etappenhase". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Krach und Glück um Künnemann". — Lichtspielhaus, Bahnhofhofstraße: „Man spricht über Jacqueline". — Verein ehemaliger 116er Gießen: 20.30 Uhr Kameradschaftsabend im „Auerhahn", Sonnenstraße. Sladtthealer Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet eine Wiederholung des großen Erfolges „Der Etappenhafe", Lustspiel aus Mr Kriegszeit von Karl Bunje, statt. Spielleitung Heinrich Hub. Die Rolle des Hein Lammers spielt Karl-Ludwig Lindt. Diese Vorstellung findet als 32. Mittwoch-Miete, als letzte Vorstellung der Mittwoch-Miete, statt. Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.45 Uhr. Hitler-Jugend Bann 116 Gießen. Infolge des Reichsführerlagers in Weimar wird die Feierstunde mit Ausgabe der Führerbeförderungen am Mittwoch, 19. Mai, in der Aula des Gymnasiums auf einen späteren Termin verlegt. Der im Eichgärtengelände zwischen der Neuen Pestalozzischule und der Schlageterstraße im Mai vorigen Jahres begonnene Skagerrak-Platz, der ein Ehrenmal unserer Stadt zum Gedenken an die in der Skagerrak-Schlacht gefallenen Kameraden der deutschen Kriegsmarine därstellen soll, ist nunmehr — nachdem die Bauarbeiten längere Zeit, insbesondere während der Wintermonate, stilliegen mußten — fertiggestellt worden. Die Einweihung des Platzes wird' am Sonntag, 6. Juni, vormittags stattfinden. Zu der Einweihungsfeier, bei der Oberbürgermeister Ritter und der Führer des SA.- Marinesturmbannes 11/34 Dr. Mettenheimer Ansprachen halten werden, wird der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine eine besondere Abordnung entsenden. Die Feier wird allen Volksgenossen zur Teilnahme offenstehen. Der Skagerrak-Platz bedeutet für das Eichgärten- gelände eine wesentliche Verschönerung, die erst in den nächsten Wochen so recht in Erscheinung treten wird, wenn die mit Rasen eingesäten Endflächen in vollem Grünschmuck prangen und auch das Buschwerk noch mehr zur Entfaltung gekommen sein wird. Dieses Ehrenmal unserer Stadt für die gefallenen Kameraden der deutschen Kriegsmarine besteht aus einem 75 Meter langen und 25 Meter breiten Wasserbecken, zu dem von der Höhe der Straße vor der Pestalozzischule zwölf Stufen hinabführen. An der Stirnseite des Beckens vor der Pestalozzischule befindet sich ein gemauerter Sockel, auf dessen oberen Abschluß in Gestalt eines Natursteines das schlichte Wort „Skagerrak" eingehauen ist. Dieser Naturstein wird bei der Einweihungsfeier am 6. Juni einen Kranz erhalten, den ein Stifter zu Ehren der Gefallenen der Gesamtanlage . beifteuert. Die Wasserfläche des Beckens wird so bemessen sein, daß der Kranz auf dem Sockel gewissermaßen auf dem Wasser schwimmt. Zu beiden Seiten der Treppe, von der Pestalozzischule her, nach dem Wasserbecken sind auf gemauerten Sockeln hohe Fahnenstangen angebracht, die als oberen Abschluß je einen Dreizack Neptuns tragen. An diesen Sockeln, nach der Seite der Wasserfläche zu, befinden sich rechts und links keramische Reliefs, von denen das am östlichen Sockel den ältesten Kampfschifftyp der deutschen Marine (eine Kogge) darstellt, während das auf dem westlichen Sockel befindliche eine U-Bootflottille zeigt, beide Reliefe stellen gewissermaßen Endpunkte von bedeutsamen Entwicklungsabschnitten der deutschen Kriegsmarine dar. An den beiden Längsseiten des Bassins befindet sich niederes, stacheliges Buschwerk aus Berberis, dessen Stacheln und Dornen zukünftig verhindern sollen, daß wenig rücksichtsvolle Menschen auf die Rasenflächen laufen. Ebenfalls zu beiden Längsseiten des Beckens find Spazierwege vorgesehen, deren Unterbau aus Schlacken sich gegenwärtig schon an Ort und Stelle befindet. Am oberen Rande der gesamten Anlage wurde eine Baumallee geschaffen, die zu beiden Seiten je elf Lindenbäume, insgesamt also 22 Bäume, enthält, ferner noch eine Liguster- Hecke aufweist. Diese Lindenbaum-Allee stellt eine Stiftung de r A l t e r s k a m e r a d s ch a f t 1887/1937 dar, mit der die diesjährigen Fünfziger nicht nur die gefallenen Kameraden unserer Kriegsmarine und damit ihre Frontkameraden von allen Kriegsschauplätzen des Weltkrieges ehren wollen, sondern die auch den Sinn hat, der Fünfzigerkameradschaft 1887/1937 selbst für alle Zeiten ein Denkmal zu schaffen, das zugleich eine Bereicherung des Besitzes der Gießener Allgemeinheit darstellen soll. Der Zugang zu dem Skagerrak-Platz mit feinem Ehrenmal ist auch von derSchlageterstraße herüber wenige Stufen möglich. Die Anlage fügt sich in die gartenbau- und städtebauliche Gestaltung dieses Straßen- und Anlagenstückes gut ein. BOM., Untergau 116, Gießen. Bett. Schwimmen. Die Schwimmstunden sind, solange das Wetter noch ungünstig ist, im Volksbad: Dienstags von 19 bis 20 Uhr für BDM.; Mittwochs von 19 bis 20 Uhr für, die Freiwillige Sportdienstgruppe „Schwimmen" der IM. Eßt mehr Spargel! NSG. Da der Spargel in diesen Tagen in großen Mengen auf den Markt kommt, ist infolge des x. Zt. verhältnismäßig niedrigen Preises jedem Volksgenossen die Möglichkeit gegeben, Spargel zu essen. Heber den gesundheitlichen Wert des Spargels ist man sich seitens der Aerzte als auch in den weitesten Volkskreisen schon lange im klaren. Der Spargel spielt in Hessen-Nassau eine außerordentlich große Rolle. Im Durchschnitt rechnet man mit einer Gesamternte von etwa 160 000 Zentner, so daß das Rheinland, die Saarpfalz, Bayern und Kurhessen aus unserem Gebiet versorgt werden. Bereits Ende April wurde mit dem Spargelstechen begonnen. Der damalige Anfall war jedoch ziemlich gering; es ist daher nicht verwunderlich, wenn in dieser Zeit die Preise noch verhältnismäßig hoch lagen. Inzwischen hat sich der Spargel- anfall verstärkt. Da um Johanni (24. Ium) die Spargelsaison beendet ist, sollte jede Hausfrau den gegenwärtigen Marktanfall ausnutzen und dieses willkommene Gemüse auf den Tisch bringen. Die Verwendungsmöglichkeiten und Zubereitungsarten sind derart vielgestaltig, daß innerhalb einer Woche mehrmals Spargel zubereitet werden kann. Es sei an dieser Stelle besonders darauf hingewiesen, daß die Preisbildung für Spargel nicht mehr wie in den frühren Jahren dem Zufall überlassen bleibt, sondern daß täglich der Preis für das gesamte Gebiet Hessen-Nassau von einer besonderen Kommission, die sich aus entsprechenden Fachleuten zusammensetzt, gebildet wirb. Die Verpackung des Spargels erfolgt in besonderen Spargelkistchen. Zur Gewährleistung einer planvollen Absatzgestaltung wird der Spargel in vier Sorten zum 'Verkauf gestellt. Jede Hausfrau hat die Möglichkeit, nach ihren wirtschaftlichen Verhältnissen die billigere oder teuere Sorte zu erstehen. Besonders ist zu bemerken, daß sich der Spargel vorzüglich zum Konservieren eignet und dadurch eine willkommene Abwechslung in dem Speisezettel des Winterhalbjahres gebracht wird. Der Spargel ist eine Pflanze des leichtesten Bodens. Er wächst noch auf Böden,'die für die übrigen Kulturpflanzen schon zu unsicher sind. Gerade in Hessen wird er von einer großen Zahl kleinster Anbauer geerntet und gibt manchem kleinen landwirtschaftlichem Betrieb auf schlechtem Boden überhaupt erst eine Existenzmöglichkeit. Da in diesen Tagen infolge des nunmehr warmen und schwülen Wetters weiterhin größere Erntemengen zu erwarten sind, heißt auch im Interesse einer ausgeglichenen Verbrauchslenkung die Parole: Eßt Spargel! Michsbahnomnibuslinie Frankfurt-Gießen. LPD. Vom 22. Mai ab wird die Reichsbahnkraftomnibuslinie Frankfurt — Bad Homburg — Bad- Nauheim — Friedberg nur noch bis Bad-Nauheim (Dankeskirche) gefahren. Die Haltestellen in Friedberg werden aufgehoben. An der Zufahrtsstraße zwischen Ober- und Nieder-Mörlen wird eine neue Bedarfshaltestelle an der Landstraße Bad-Nauheim— Ufingen eingerichtet. Ein Ortsverkehr von dieser Bedarfshaltestelle nach Bad-Nauheim bleibt aber ausgeschlossen. Am 22. Mai beginnt auch die neue Reichsbahn- kraftomnibuslinie Frankfurt — Gießen ihre Fahrten mit einem Zwischenhalt an der Zufahrtsstraße zwischen Ober- und Nieder-Mörlen. In Gießen halten die Reichsbahnomnibusse an der Ecke der Frankfurter Straße und Liebigstraße sowie am Bahnhof. Vorläufig ist in jeder Richtung eine Fahrt vorgesehen: Frankfurt a. M.-Hbf. ab 18.45 Uhr, Gießen an 19.50 Uhr, Gießen ab 20.30 Uhr, Frankfurt a. M.-Hbf. an 21.35 Uhr. Auf der Fahrt Frankfurt—Gießen werden Bad Homburg und Bad-Nau- heim nicht berührt. ___________________________ DNB. Der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei, Heinrich Himmler, erläßt im Hinblick auf die mit dem verstärkten Ausflugsverkehr in der letzten Woche wieder angeftiegene Verkehrs- unfcillkurve folgende ernste Warnung an alle Verkehrsteilnehmer: Der Pfingstverkehr hat wieder einer erhebliche Anzahl von' Toten und Verletzten durch Verkehrsunfälle gebracht, die einwandfrei auf übermäßigen Alkoholgenuß von Kraftfahrern, Radfahrern und Fußgängern zurückzuführen find. In Zukunft werden alle Schuldigen an Verkehrsunfällen, bei denen übermäßiger Alkoholgenuß durch die polizeiliche Blutuntersuchung festgestellt wird, sofort verhaftet und bleiben bis zur gerichtlichen Untersuchung in Haft. Da es nicht zu verantworten ist, daß weiterhin durch die Zügellosigkeit und den Leichtsinn Einzelner Leben und Gesundheit der Allgemeinheit gefährdet wird, wird Trunkenheit am Steuer und im Straßenverkehr fortan als kriminelles Verbrechen angesehen und behandelt. Abschluß her Hauptköruugen im Kreise Gießen. Am gestrigen Dienstagnachmittag wurden auf dem Viehmarktplatz an der Rhein-Main-Versteige- rungshalle zu Gießen die Hauptkörungen im Kreise Gießen abgeschlossen. Zum Auftrieb war eine Reihe von Gemeinden des Lumdatales und der näheren Umgebung von Gießen veranlaßt, die ihre Dater- tiere nicht zu den in verschiedenen Orten des Kreises festgesetzten Sammelkörungen gebracht hatten. Die Körstelle bestand aus Tierzuchtbirektor Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner, Regierungsrat W e - b er vom Kreisamt Gießen und Oberveterinärrat Dr. Monieard. Don der Landesbauernschaft waren Tierzuchtinspektor Dr. Erwin Wagner (Frankfurt a. M.) und Bezirksbauernführer Metzger (Röthges) erschienen. Die Gemeinden waren durch ihre Bürgermeister und die Ortsbauernführer vertreten. Tierzuchtdirektvr Dr. Wagner machte eingangs der Körungen darauf aufmerksam, daß es schon einen Sinn hat, wenn durch das neue Reichstierschutzgesetz die üblichen Hauptkörungen jetzt als Sammelkörungen mehrerer Gemeinden zugleich durchgeführt und nicht mehr im Stall vorgenommen werden. Die einzelnen Gemeinden haben dadurch gute Gelegenheit, einen besseren Ueberblicf über die Zucht zu gewinnen, und durch die Gegenüberstellung anderer Datertiere mit ihren eigenen bekommen sie eine stärkere Anregung. Durch die bei den Sammelkörungen vorgenommene Kritik an den einzelnen Vatertieren bieten sich Vergleichsmöglichkeiten, die auf fruchtbaren Baden fallen und sowohl den Tierhaltern, als auch den Tierbesitzer anspornen, das Beste für die Tierzucht in der Gemeinde anzustreben. Diese Sammelkörungen bieten aber auch allen Züchtern, die sich von dem Zustand der Vatertiere ihrer Gemeinde überzeugen können, mancherlei Anregungen für ihre eigene züchterische Arbeit. In den Ring geführt wurden 12 Bullen, 4 Ziegenböcke und 2 Eber. Die Kritik galt in erster Linie der Gesamterscheinung des Tieres, feiner Körperform und Abstammung, schließlich der Haltung des Tieres hinsichtlich seiner Ernährung und dann der Pflege und Wartung, wobei besonders scharf auf gute Klauenpflege gesehen wurde. Die einzelnen Tiere wurden mit Noten bedacht, nach den sie in den Körungslisten rangieren. Die Hauptkörungen im Kreise Gießen umfaßten etwa 247 Bullen verschiedener Rassen, 82 Ziegenböcke, 12 Schafböcke und 41 Eber. Die auf den letzten Zuchtviehversteigerungen erworbenen Vatertiere waren von der Körung befreit. Die Körungen bezwecken weiterhin eine genaue Ueberficht über den Stand der Tierzucht im Kreise und bieten die SinD Sic gestern abend ausgegangen? Wenn Sie dann mehr als sonst geraucht und getrunken haben, schnell die Zähne mit Nivea-Zahnpasta putzenl Die ganze Mundhöhle nimmt das frische und ange* nehm wirkende Aroma der Nivea-Zahn» pasta auf, und Ihr Atem wird wieddr rein 1O und natürlich. Das erfrischt ungemein, Skandal um Or.Vandergruen Roman von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. S. 43 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) 28. Und es naht die Nacht, da sich alles entscheidet Mit Stefan Vandergruen ist es gegen Abend wieder schlimmer geworden, und es kommen schwere Stunden für Gisch. . Im Auto nocy, während der Heimfahrt, hat er ihre Berührung geduldet, und Gisch glaubt voll Freude, daß nun alles gewonnen sei. Sie hilft ihm beim Aussteigen, geht neben ihm ins Haus und fragt ihn, ob sie gleich den Kaffee zubereiten solle. . , .,, „Nein, lassen Sie nur, ich kann letzt noch nichts essen." Seine Stimme klingt müde, fast abweisend. Später hört sie ihn die Treppe heraufkommen und Marias Zimmer betreten. Da es eine lange Zeit vollkommen still bleibt, wird sie unruhig, geht hinüber und schaut nach. Stefan liegt quer über Marias Bett hingestreckt auf den Knien. Bei Gischs Eintritt springt er auf, fein Gesicht ist wie von Scham gerötet. „Warum verfolgen Sie mich Überallhin? Ich dulde das nicht, ich will es nicht!" Seine Stimme wird immer lauter und heftiger. „Ja, Sie allem Haden Maria in den Tod getrieben. Wohin Sie kommen, gibt es Verwirrung und Unheil! Mein Gott, denkt Gisch, ist er denn wahnsinnig? „Ich habe mit meiner Schwester in Gluck und Frieden gelebt, bis zu dem Tag, an dem mir Sie in unser Haus aufnahmen. Von diesem Tag an brach ein Schlag nach dem anderen herein. — Gehen Sie, gehen Sie doch! — Haben Sie noch nicht genug? Soll auch ich noch Ihr Opfer werden? Gisch starrt mit schreckgeweiteten Augen auf ihn. Alles hat sie auf sich genommen, ohne nach der Größe des Opfers zu fragen, ihr Leben konnte sie wegwerfen, wenn er es fordert. Weil fie ihn hebt, weil sie weih, daß sie ihm gehört. „Sie wissen ja nicht, was Sie reden!" stöhnt sie auf. „Das weiß ich sehr gut. Ich weiß, daß ich Ihnen verfallen bin, daß ich Ihnen nicht mehr entrinnen kann. Ihr Nahefein, Ihr Anblick ist ein Stuck meines Lebens geworden. Ich habe bis vor kurzem noch geglaubt, für Sie leben, um Sie kämpfen zu müssen — und hatte dabei Maria vergessen, die ihre Jugend für mich gab und ein Recht hatte, den ersten Platz in meinem Leben einzunehmen. Meine Liebe zu Ihnen war ein Verbrechen gegen Mana. — Vor kurzem erst habe ich ihr erklärt, daß man für alles feinen Preis bezahlen muß. Jetzt habe ich den höchsten Preis bezahlt, den es für mich gibt Nun hat Maria den Tod gesucht, weil sie emsah — „Herr Doktor Vandergruen — tun Sie mit mir, was Sie wollen, schlagen Sie mich ober jagen Sie mich fort, aber — beschimpfen Sie Maria nicht! Treiben Sie Ihre Erniedrigung nicht so weit, daß Sie Maria beschimpfen!" Stefan wankt, seine Unterlippe hangt herab, an Gisch vorbei schiebt er sich durch die Tur und taumelt nach unten. Gisch ist dem Zusammenbruch nahe. Soeben hat sie das Bekenntnis seiner Liebe gehört und im gleichen Atem, daß er diese Liebe für ein Verbrechen hält — das ist zuviel, das ist zuviel, wer kann das ertragen, Himmel und Holle im gleichen Augenblick? , .. Gibt es denn keine Rettung? Ist alles umsonst gewesen? _ r .,, , Dann - dann mag fie dies Leben nicht mehr weiterleben. Vielleicht muß man wirklich den höchsten Preis bezahlen? — Ihre Hände verrichten die gewohnte Arbeit, ihre Füße bewegen sich, aber in ihrem Innern ist dumpfe Verwirrung. Sie tastet m völligem Dunkel, denn sie weiß nicht mehr, ob es noch einen Weg gibt, zu helfen. . _, Stefan hat sich wieder an seinen Schreibtisch zurückgezogen. Sein Herz blutet, verblutet sich. Trotz der schwülen Wärme des Sommertages wird sein Körper von einem ständigen Frösteln erschüttert Er versucht, sich in seine Arbeit zu vertiefen, jedoch die vertrauten Geister scheinen sich von ihm abgewendet zu haben — ober finb oerbrängt worben von ber Gestalt biefes Möbels, dessen Dasein er haßt und liebt in einem. Sie hat Marias Platz im Hause eingenommen, mit einer Selbstverständlichkeit, die ihn zuerst mit Zorn und später mit Bewunderung erfüllte. Aber fie hat auch in Bezirke eingegriffen, die ihm wie ein Heiligtum sind, die sie nie hätte betreten dürfen. Er hatte sich von allem Leben abgewendet, fein Herz, sein ganzes Wesen hatte sich von dieser Welt gelöst, um die Tote auf ihrem dunklen Wege zu begleiten. Er blieb bei ihr, an ihrer Seite, fie sollte nicht einsam sein. Gisch Slmelung hätte dieses Abgewenbetsein verstehen müssen. Und nun hat er Maria allein gelassen, er hat sie aus dem Blick verloren durch ihre Schuld. Stefan horcht auf, lauscht angestrengt. Ruft sie nicht nach ihm? Es ist, als ob er ihre Stimme höre. „Steff!" Ja, Maria ruft ihn, sie braucht ihn, sie hat ihren Weg verloren, als er sich von ihr wandte. Maria ruft ihn — und er muß ihrem Rufe Folge leisten. — Als Gisch ihm das Vesperbrot ins Zimmer bringt, sieht er fie kaum, denn er ist nicht mehr auf dieser Welt, er rüstet sich schon für die große Reise. Gisch versucht ihn anzureden, doch als sie den Ausdruck seines Gesichtes bemerkt, erstirbt ihr das Wort in der Kehle. Sie hat ihm alles sagen wollen, daß sie ihm gehört, und daß er sich verirrt hat in einen Abgrund des Grauens, wo er Maria nie und nimmer finden wird. Nun hat fie den Mut nicht mehr. Er sieht aus, als wolle er sie anfallen und zu Tode würgen, sobald sie nur den Mund auftäte. Sie eilt aus dem Zimmer, jagt wie gehetzt durch die Räume, erreicht ihr Zimmer, schließt es von innen ab und sinkt auf ihr Lager nieder. Verzweiflung fällt sie an. Sie hat das Gefühl, in einem rasenden Wirbel zu treiben und von dunklen Kräften immer tiefer in den Abgrund der Vernichtung gezogen zu werben. Eine Zeitlang bebrängte sie ber Gedanke an Flucht. Draußen ist das Leben, draußen ist die Sonne, Wald, der „Berghof", draußen ist die Heimat. Sie braucht nur die Treppe hinabzugehen, niemand hindert fie, dieses Haus des Wahnsinns und des Todes zu verlassen. Dann ist sie frei. Doch sie bleibt. Weil sie sich treu bleiben muß. Weil sie ihrem Schicksal preisgegeben ift. Und weil sie lieber mit Stefan Vandergruen untergehen als ohne ihn leben will. Sie schließt die Tür wieder auf. — Die Zeit verrinnt, Minute um Minute. Die Nacht bricht herein. Diese Nacht. Gisch bringt das Abendbrot. Mutig, mit einem Lächeln geht fie zu ihm. Aber Stefan hat die Speisen vom Nachmittag noch nicht einmal angerührt. Er sitzt noch genau so da, in der gleichen Verfallenheit, die sie vor Stunden so erschreckte. Jetzt kann sie nichts mehr erschrecken. Sie ist bereit, bas Letzte zu erbulben. Sie faßt nach feiner Hanb. „Wollen Sie nicht essen?" Da steht er auf, greift nach ben Taffen und Tellern unb fchleubert Stück um Stück zu Boben. „Warum tun Sie bas?" Gisch kniet nieber und sammelt die Scherben in ihre Schürze. Dann holt sie Schaufel und Besen und beseitigt die letzten Spuren der verübten Missetat. „Es wäre besser, wenn Sie schlafen gingen. Sie brauchen Ruhe!" „Ja — Ruhe!" sagt Stefan. „Lassen Sie mich allein." „Ich möchte — bei Ihnen bleiben!" „Lassen Sie mich allein!" Da gehorcht sie und begibt sich schleppenden Schrittes nach oben. Eine Weile steht sie ratlos am Fenster. Er ist krank, überlegt sie. Bert Imhoff hatte doch recht. Man müßte einen Nervenarzt zu Rate ziehen. Es ist eben zu viel gewesen. Gisch legt ihre Kleider ab, schlüpft in ben Nachtanzug unb sucht ihr Lager auf. Aber sie finbet keinen Schlaf. Auf bem Nachttisch steht ihre Weckuhr mit dem Leuchtzifferblatt. Gisch verfolgt bas langsame Vorrücken bes Zeigers. Minute um Minute. Eine Stunbe. Zwei Stunden. (Schluß folgt.) Möglichkeit zur Ausmerzung der nicht den Zuchtanforderungen genügenden Datertiere zum Wohle der Gesamtzucht. ** Maien blasen. Vom Turme der Stadtkirche wird am heutigen Mittwoch ab 19 Uhr folgendes dargeHoten: 1. Choral „Nun danket alle Gott", Johann Crüger, 1647; 2. „Gott grüße dich", von Fr. Mücke; 3. Volksweise: „Am Brunnen vor dem Tore", von Schubert. Das nächste Maienblasen findet vom Turme der Johanneskirche statt. ** Sterb efälle in Gießen. In der Zeit vom 1. bis 15. Mai verstorben in Gießen: 2. Mai: Wilhelmine Krämer, geb. Ludwig, 73 Jahre alt, Gnauthftraße 22; Hermann Trautwein, Lehrer i. R., 60 Jahre alt, Ebelstr-aße 29; Heinrich Heß, Schuhmacher, 83 Jahre alt, Hillebrandstraße 9. 3.: Friedrich Menz, ohne Beruf, 67 Jahre alt, Edevstraße 30. 4.: Hildegard Ludwig, ohne Beruf, 36 Jahre alt, Liebigstraße 5. 7.: Marie Adam, geb. Dietz, Wwe., 77 Jahre alt, Liebigstraße 17. 11.: Lorenz Spitz, Lehrer i. R., 88 Jahre alt, Weserstraße 6. 14.: Karl Christ. Lorenz, Fuhrunternehmer, 28 Jahre alt, Bahnhofstraße 34; Katharine Bob, geb. Wagner, Wwe., 87 Jahre alt, Kaiserallee 2. Aus der engeren Heimat. Bei der Landdienstgruppe der HZ. in Geilshausen. Schon viele Volksgenossen haben von dem großzügigen Werk der Hitler-Jugend, dem H I. - L a n d- dienst, gehört. Dem Bauer fehlen heute schon die notwendigen Arbeitskräfte, und eine weitere Verschlechterung dieses Zustandes kann sich für die Landwirtschaft und damit für unser Volk schlimm auswirken. Darum geht die HI. daran, junge Menschen aus der Stadt, in denen noch irgendwie, weil ihre Vorfahren vielleicht Bauern waren, Liebe zur Scholle schlummert, aufs Land zu schicken und sie dort als landwirtschaftliche Lehrlinge einzusetzen. Don diesen kann man dann einmal hoffen, und wir haben schon genug Beweise für eine solche Möglichkeit, daß bei dem einen oder anderen die Verbundenheit mit dem Boden doch noch so stark ist, daß er einmal gewillt ist, die Landwirtschaft als Lebensberuf aufzufassen. Denn das ist das letzte Ziel dieses großen Werkes, junge Menschen aufs Land zu führen, weil es im Interesse unseres Volkes unbedingt notwendig ist. So ist auch im Bereich des Bannes 116 in Geilshausen eine Landdienstgruppe in Stärke von neun Jungen eingesetzt worden.' Die Jungen tammen meist aus dem Rheinland bzw. dem Jndu- triegLbiet, einer aus Mainz. Ihr Laaer befindet ich im oberen Stock der Schule. Es steht ihnen ein Schlafraum mit Spinden und ein Tagesraum zur Verfügung. Für den Leiter der Gruppe ist ein besonderes Zimmer vorhanden. Die Jungen schlafen gemeinsam in ihrem Sagen Um 6 Uhr finden sie sich morgens beim Bauern zur Arbeit ein, und um 19 Uhr soll die Arbeit in der Regel beendet sein, damit sie gegen 20 Uhr in ihrem Laaer sein können. Es ist selbstverständlich, daß sich der Feierabend beim Bauern nicht so gnau einhalten läßt, wie etwa beim Handwerker, besonders in der Erntezeit. Das sieht jeder ein und das begreifen auch die Jungen selbst. In der Regel aber soll der Junge um 19 Uhr von der Arbeit entlassen werden, da zehn Stunden Arbeitszeit für ihn, der diese Arbeit gar nicht gewöhnt ist, reichlich genug sind, und da der Junge abends auch noch ein wenig mit seinen Kameraden zusammen fein soll. Die Jungen, die nun schon fünf Wochen in Geilshausen sind, haben sich für diese verhältnismäßig kurze Zeit sehr gut eingelebt. Die Landarbeit macht ihnen, wie sie beteuern, wirklich Freude. Sie helfen zunächst überall und sind eifrige Lehrlinge, so beim Hoffegen, Misten, Füttern, Kartoffelsetzen usw. Mit der Hitler-Jugend in Geilshausen stehen sie in gutem, kameradschaftlichem Verhältnis. Einmal in der Woche nehmen sie an einem Heimabend teil. Die Bauern sind mit ihnen restlos zufrieden. Ja, wir können jetzt schon ein herzliches, inniges Verhältnis zwischen beiden feststellen. So scheint es, daß diesem großangelegten Versuch der HI., junge Menschen wieder mit dem Boden zu verwurzeln und sie später vielleicht einmal in irgendwelche Siedler stell en schicken zu können, der Erfolg nicht versagt bleibt. Landkreis Gietzen. X W i e f e d , 18. Mai. Bei ihrer d i a m a n t e - nenHochzeitist unseren Mitbürgern Lokomotivführer i. R. WilhelmLudwig und Frau Margarete, geb. Kolb, eine große Menge von Wünschen und Geschenken zuteil geworden. Erwähnt seien Schreiben des Führers und Reichskanzlers, des Reichsstatthalters, des Kreisdirektors des Kreises Gießen, des Reichs- und Preußischen Verkehrsministers, der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M., des Vereins Deutscher Lokomotivführer Berlin, der Ortsgruppe Gießener Lokomotivführer. Diese hatte auch einen schönen Präsentkorb geschickt und die Direktion Frankfurt a. M. ein ansehnliches Geldgeschenk. Der Ortsgeistliche überreichte von der örtlichen Kirchengemeinde einen Psalmspruch für den Tag im Rahmen und neben einem Glückwunschschreiben des Landes- kirchenausschusses ein Gesangbuch mit Widmung als Gabe der Landeskirche Nassau-Hessen. $ Steinbach, 18. Mai. Durch den Bau der Reichsautobahn wird ein Teil des Steinbacher Feldes zwischen Autobahn und Wald vom seitherigen Wegesystem abgeschnitten. Deshalb wird gegenwärtig eine Unterführung unter die Autobahn gebaut, um den Besitzern des Feldes die direkte Zufahrt zu ermöglichen. Es verkehrten deshalb in den letzten Monaten viele Lastautos auf der Zufahrtsstraße, die vom Dorfe dorthin führt. Dem gesteigerten Verkehr ist bedauerlicher Weife ein uraltes Denkmal zum Opfer gefallen; es ist dies das steinerne Kreuz. Es stand an der Stelle, wo die alte Straße nach Lich und die Straße nach der Lehmgrube sich gabeln; der Weg heißt daher heute noch der „steinerne Kreuzweg". Anscheinend ist ein Auto dagegengefahren und hat den oberen Teil des Kreuzes abgebrochen. Die Pfarrchronik enthält eine Zeichnung des steinernen Kreuzes und berichtet, daß an den Eingängen des Ortes in alter Zeit sich überall steinerne Kreuze befunden hätten. Das letzte, damals noch erhaltene Kreuz (die Chronik wurde 1858 von Pfarrer Völker geschrieben) ist das vorstehend erwähnte Kreuz, bei dem es sich demnach nicht um ein sogenanntes „Sühnekreuz", sondern um ein „Dorfkreu z" handelt. Als Denkmal aus alter Zeit verdiente es, erhalten zu werden. "Y Watzenborn-Steinberg, 17. Mai. Hier fand in dem neuen Sanitätsdepot des Sanitätszuges Watzenborn-Steinberg die Prüfung von sechs Sanitätern und elf Samariterinnen unter Leitung des Zugführers Karl Bur- g e r statt. Der Prüfung wohnten bei Kreiskolonnen- führer Kratz (Gießen), Kreisführerin von Rabenau und die Vorsitzende vom Alicensrauenoer- ein Gießen, Frau Giese, sowie die hiesige Gemeindekrankenschwester. Die Ausbildung lag in den Händen der beiden hiesigen Aerzte Dr. Fabel und Dr. Heil. Die Prüfung bestand aus einem theoretischen und einem praktischen Teil, alle Prüflinge bestanden. Anschließend dankte Dr. Heil allen Prüflingen für ihre aufmerksame Tätigkeit während des Unterrichts. Das Schlußwort klang mit einem Sieg-Heil auf den Führer aus. Nach der Prüfung fand im kleinen Saale des VolkÄhalle eine schlichte Nachfeier statt, bei der die Samariterinnen es verstanden, bei einem Imbiß ihren Gästen einige recht kameradschaftliche Stunden zu bereiten. — Die ordentliche Jahreshauptversammlung des hiesigen Geflügelzuchtvereins fand am Samstagabend im „Goldenen Stern" statt. Aus dem Geschäftsbericht des Vereinsführers Karl Philipp IV. war zu entnehmen, daß der Geflügelzuchtoerein mit 'feinen 63 Mitgliedern auf ein Geschäftsjahr von besonderer Bedeutung zurückblicken kann. Das Jahr 1936 war das Jubiläumsjahr, in dem der Verein sein 25jähriges Bestehen feiern konnte. Außerdem war dem Verein die 4. Kreisgeflügelschau übertra- aen worden, die zur vollsten Zufriedenheit aller Aussteller durchgeführt wurde. Einige Züchter konnten mit ihrem Zuchtmaterial auf der Landesgeflügelschau in Frankfurt a. M. recht gute Erfolge erzielen. Die Abrechnung der 4. Kreisschau, vorgetragen von Heinrich Pfeiffer, wurde von den Züchtern Georg Jammer und Karl Häuser für richtig befunden und der gesamten Ausstellungsleitung Entlastung erteilt. Die Abrechnung des Vereinsjahres schließt mit einem Plus ab. Die von der Reichssachgruppe überlieferten Satzungsänderungen wurden einstimmig angenommen. Von einer diesjährigen Lokalausstellung wurde Abstand genommen. Im weiteren Verlaufe des Abends wurde beschlossen, einen Lehrausflug durchzuführen, sowie einen Familienabend wie im vergangenen Jahr zu veranstalten. In üblicher Weise schloß der Dereinssüh- rer die Jahreshauptversammlung. — Die diesjährige Haupt körung des Faselviehes fand dieser Tage im Hofe der Bürgermeisterei statt. Hieran beteiligten sich die Gemeinden Steinbach, Hausen, Garbenteich, Leihgestern und Watzenborn-Steinberg. Es wurde zum Teil recht gutes Zuchtmaterial vorgeführt. Das hiesige Faselviel sand unter der fachmännischen Pflege seines Faselwärters besondere Anerkennung. In der Schlußansprache betonte Dr. Wagner vom Tierzuchtamt Gießen, daß der Fas^lbestand der hiesigen Gemeinde als mustergültig bezeichnet werden könne. Allendorf (Lumda), 18. Mai. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt in der Gastwirtschaft von Muth ihre Jahreshauptversammlung ab. Oberbrandmeister Kehr erstattete den Jahresbericht vom ab gelaufenen Geschäftsjahr. Daraus ging hervor, daß die Wehr mit einem Bestand von 48 aktiven und 8 passiven Mannschaften in das Geschäftsjahr eintreten konnte. Im ab gelaufenen Jahre waren zwei Mitglieder neu eingetreten, während drei ausschieden, darunter einer durch Tod; das Andenken des Verstorbenen wurde in der üblichen Weife geehrt. Die notwendig gewordene große Schiebeleiter wurde durch die Stadt beschafft. Zu den im vergangenen Jahre abgehaltenen sechs Uebungen wurde die Pflichtfeuerwehr viermal herangezogen. Einmal mußte die Wehr zur Bekämpfung eines Schuppenbrandes ausrücken. Die Jahresrechnung, von dem Rechner Kamerad Bergen verlesen und von den Rechnungsprüfern Kameraden Hofmann und Volck geprüft, ergab ein günstiges Bild — es verblieb ein Ueberfchuß — und führte zu keinen Anständen. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt und dem Rechner für feine vorbildliche Geschäftsführung Dank ausgesprochen. Sodann wurde beschlossen, daß die Wehr an der Herbsttagung am 7. und 8. August gelegentlich der Feier des 40jährigen Bestehens der Wehr zu Nie - der-Bessingen geschlossen teilnimmt und daß die Wehr bei der Oberhessischen Feuerwehrtagung am 19. und 20. August in Büdingen durch zwei Kameraden vertreten werden soll. Auf Anordnung des Kommandos findet am 23. Mai in den frühen Morgenstunden eine Waldbrandübung statt. Nach Besprechung verschiedener Vereinsangelegenheiten wurde die Versammlung in der üblichen Weise geschlossen. 4- Grünberg, 18. Mai. Hier wurde in der Nacht zum Dienstag ein Einbruch auf der „Oberen Ziegelhütte" verübt. In dem alleinstehen- den Anwesen, das zwei Kilometer östlich Grünberg am Waldrande an der Straße nach Mücke liegt, war Tanzvergnügen gewesen. Als nach dessen Schluß der Besitzer zur Ruhe gegangen war, hörte er nach kurzer Zeit — es war nach drei Uhr morgens — verdächtiges Geräusch an der Tür seines Schlafzimmers. Auf fein Rufen ergriff der Einbrecher d i e Flucht, nachgesandte Schüsse ver- fehlten ihr Ziel. Spätere Feststellungen ergaben, gaß einige Türen offenstanden und der Einbrecher in mehreren Räumen vergeblich gesucht hatte. Man vermutet, daß der Einbruch von einem Ortskundigen versucht wurde, der es auf die Tageseinnahme des Wirtes abgesehen hatte. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange. ch Lich, 18. Mai. Einer jahrzehntealten Sitte gemäß unternahm die Sängervereinigung „C ä c i l i a" in den Morgenstunden des zweiten Feiertags ihren traditionellen Pfing st rund- gang. Auf den freien Plätzen der Stadt wurden Chöre oorgetragen, die von den Bewohnern mit großer Freude ausgenommen wurden. Für den verhinderten Chorleiter hatte Sangesbruder Hermann Uhrhan die Leitung des Chors übernommen. Ein anschließender Frühschoppen im „Goldenen Engel" vereinigte die Sänger für einige Stunden in echter Volksgemeinschaft. Kreis Schotten. (D Ulrichstein, 18. Mai. Während der letzten Wochen hat hier unter Leitung von Dr. med. N i - c o l a i ein Ausbildungskursus zur Gewinnung weiblicher Hilfskräfte des Deutschen Roten Kreuzes stattgefunden, an dem sich eine stattliche Anzahl Frauen und Mädchen beteiligt hatte. Zum Abschluß des Kursus erfolgte eine Prüfung, die ein gutes Ergebnis hatte und zeigte, daß sowohl der ausbildende Arzt, als auch die Kursisten in jeder Beziehung ihre Pflicht erfüllt hatten. Die Prüfung wurde abgenommen von der stellvertretenden Landesleiterin der weiblichen Hilfskräfte Frau D r a u d t (Darmstadt), der Kreisvorsitzenden des Alice-Frauenverein Frau W'i d m a n-n (Schotten), d^r Kreisgruppenleiterin Schwester Ella Puth (Schotten), dem Vorsitzenden des Kreismänneroereins des Deutschen Roten Kreuzes Dekan Widmann (Schotten) und von dem Kreiskolonnenführer Medizinalrat Dr. Jockel (Schotten). Als Gäste hatten sich eingefunden die Kreisfürsorgerin Schwester Erna (Ulrichstein), der Vorsitzende des Ortsmännervereins vom Deutschen Roten Kreuz Pfarrer Stutz (Mrichstem), der Ortsgruppenleiter der NSDAP. Tierarzt Meiski (Ulrichstein), die Leiterin der NS.-Frauenfchaft Frau Meiski (Ulrichstein) und ein Vertreter der Sanitätsgruppe Ulrichstein. Nachdem die Kurfistinnen für bestanden erklärt waren, wurden sie durch die Kreisvorfitzende zu Samariterinnen des Deutschen Roten Kreuzes ernannt; die stellvertretende Landesleiterin überreichte ihnen die Armbinden und die Broschen; beide sprachen ihre Freude und Anerkennung für das Geleistete aus und dankten besonders Dr. Nicolai für die hingebungsvolle Arbeit. Zum Schluß sprach noch der Vorsitzende des Kreismännervereins über die Pflichten und Aufgaben der Samariterinnen und brachte auf den Führer als den Schirmherrn des Deutschen Roten Kreuzes ein dreifkches Sieg-Heil aus. Darnach fand noch ein gemütliches Beisammensein statt. Kreis Schotten. # Groß-Eichen, 17. Mai. Hier ereignete sich gestern an einer unübersichtlichen Stelle der Ortsstraßen ein Zusammen st oß zwischen einem Motorradfahrer namens Lehr aus Dortmund und dem Personenauto des Heinrich Hofmann aus Sellnrod. Bei dem Zusammenstoß erlitt der Motorradler eine Fleischwunde am linken Oberarm, die ärztliche Hilfeleistung erforderlich machte. Im übrigen verlief der Unfall noch glimpflich. Die Ursache des Unglückfalls soll in mangelhafter Richtungsmarkierung an dieser schwierigen Straßenstelle liegen, an der sich schon mehrfach Verkehrsunfälle ereigneten. Kreis Wetzlar. * Atzbach, 18. Mai. In einem Anfalle von Schwermut stürzte sich hier eine 29 Jahre alte Frau aus dem Fenster ihrer Wohnung. Die Bedauernswerte mußte mit schweren inneren Verletzungen der Chirurgischen Klinik in. Gießen zugeführt werden. Kirche und Schule. Landkreis Gießen. $ Steinbach, 18. Mai. Die Konfirmanden, die Pfingsten 1887 in unserer Kirche von dem damatt- gen Pfarrer Georgi eingesegnet wurden, der seine letzte Ruhestätte auf unserem Gottesacker 1897. fand, haben am ersten Pfingstfeiertage ihre goldene Konfirmation gefeiert. 23 Konfirmanden wurden damals, am 29. Mai 1887, hier konfirmiert. Ein großer Teil ist verzagen, acht sind verstorben. Zu dem Gottesdienst der goldenen Konfirmation waren die alten Schul- und Konfirmandenkameraden und Kameradinnen aus Steinbach und der näheren und weiteren Umgebung erschienen. Bei der Feier predigte Pfarrer Döll, auch sang der Evangelische Frauenchor unter Leitung von Musiklehrer Schleuse. Don den am Erscheinen Verhinderten lagen Grüße und Segenswünsche vor. Am Nachmittag waren die alten Freunde und Freundinnen und ihre Angehörigen im Saale von Deuker noch einige Stunden beisammen und tauschten Erinnerungen aus. Sparkassenrechner Mack hatte alle Vorbereitungen getroffen. s. Lang-Göns, 17. Mai. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes am zweiten Feiertage standen die goldenen Konfirmanden, die vor 50 Jahren, also zu Pfingsten 1887, von dem damaligen Pfarrer Dekan Dr. Strack eingesegnet wurden. Es waren damals 22 junge Menschenkinder. Die Hälfte von ihnen ist schon gestorben. Von den restlichen 11 leben 4 auswärts, einer in Amerika. Die meisten hatten sich eingefunden, um das goldene Jubiläum ihrer Konfirmation zu feiern. Der Ortsgeistliche legte seiner Predigt das Schriftwort von 1887 RUHL Seltersweg Nr. 67 I adfio Telephon Nr. 3170 I eparaturen i897d I (Offenbar. Joh. 2, 10), „Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben" zugrunde. Der Verstorbenen wurde besonders feierlich gedacht. Der Kirchenchor, unter Leitung von Weiß- binbermeifter Boller, der selber zu den goldenen Konfirmanden gehörte, verschönte die Feier durch zwei Chöre. Anschließend gingen die alten Konfirmanden zum heiligen Abendmahl. # Staufenberg, 17. Mai. Am zweiten Pfingstfeiertag fand in der Kirche zu Kirchberg dis Feier der goldenen Konfirmation der vor 50 Jahren konfirmierten Männer und Frauen statt. Don den damaligen 64 Konfirmanden waren 28 bei der Feier zugegen, einschließlich der Zugezoge- nen aus dem ganzen Kirchspiel, das die Orte Lollar, Ruttershausen, Staufenberg, Daubringen und Mainzlar umfaßt. Die Predigt bei der Konfirmationsfeier hielt Pfarrer Metzler. Rundfunkprogramm. Donnerstag, 20. Zitat 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 11.15: Hausfrau, hör zu! 11.45: Deutsche Scholle. 12: Blasmusik. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Offene Stellen. 13.15: Bunter Melodienreigen. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Für unsere Kinder. 15.30: Volk und Wirtschaft. 16: Unterhaltungskonzert. 18: „Deutsche in Busch, Sand und Steppe". Vortrag von Dr. Alfred Lehmann. 18.15: Unterhaltungsmusik. 18.45: 2. Vorbericht zur Reichsnährstandsschau 1937. 19: „Nikolaus von Horthy". Von Dr. Hermann Mar- tinftetter. 19.15: Froher Feierabend. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Musik für alle. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Grenzecho. 22.30: Unterhaltungskonzert Das Wintechilsswerk1936/37 im Kleis Weitem». Oie Kreisführung meldet erhöhtes Aufkommen! Nachdem vor kurzem der Letter des Hauptamtes für Dolkswohlfahrt dem Führer die ersten Abschluß- ziffern des WHW. des deutschen Volkes 1936/37 melden konnte und weiterhin auch die Gauführung des WHW. erste Abschlußziffern der Oeffentlichkejt übergeben hat, ist nunmehr auch die Kreisfüh- r u n g d e s WHW. für das Gebiet d e s politischen Kreises Wetterau in der Sage, nach erfolgten Abschlußarbeiten nähere Ziffern bekanntzugeben. Aus diesen Zahlenangaben, die natürlich nur das Wichtigste erfassen und aus Raumgründen auf Vollständigkeit keinen Anspruch erheben können, kann jeder Volksgenosse auch für unser Kreisgebiet feststellen, daß die in diesem Jahre erhöht aufgekommenen Spenden, sowohl geldlicher wie sachlicher Art, restlos dem von den Spendern vorgesehenen Zweck zugeflossen sind. Gegen das Vorjahr allerdings verschieben sich die Ziffern wesentlich, da durch die Zusammenfassung der früheren politischen Kreise Gießen und Friedberg zum Kreise Wetterau die in der nunmehrigen Kreisführung zusammenfließenden Zahlen und Angaben natürlich den fast doppelten Kreis an Einwohnern und Betreuten betreffen. 3m Rahmen des letzten Whw. wurden im kreis Detterau in 95 Ortsgruppen und Stüh, punkten etwa 18 000 Volksgenossen unterstützt. Für die Betreuung dieser großen Zahl von Menschen standen dem WHW. in den Ortsgruppen durchweg nur ehrenamtliche Heiser zur Verfügung. Diese etwa 1500 Mitarbeiter, die auf eine mehrjährige Tätigkeit im Rahmen der NSV. und des WHW. zurückblicken können, bieten die Gewähr dafür, daß die Betreuung jedes einzelnen Volksgenossen durchaus persönlich 'abgestimmt ist. Sie sind auch weiterhin, zusammen mit den verantwortlichen Ortsführungen und der Kreisführung, die Garanten dafür, daß die Mittel der Oeffentlichkeit im Rahmen des WHW. nur an wirklich Bedürftige zur Verteilung gelangen. Daß natürlich bei der Zahl der Betreuten hier und da auch einmal ein Fehlgriff Vorkommen kann, läßt sich nicht vermeiden. An die obengenannten 18 000 Volksgenossen gelangten innerhalb unseres Kreisgebietes u. a. z. B. zur Verteilung: 23 841 Zentner kohlen, 23 571 Zentner Briketts» zusammen mithin 47 412 Zentner Brennstoff. Diese Brennstoffunterstützung gelangte vornehmlich in den Städten des Kreises zur Ausgabe. Es blieben z. B. in der Stadt Gießen 13 742 Zentner, Bad-Nauheim 4945 Zentner, Friedberg 3887 Zentner, Butzbach 910 Zentner und so fort. Die nachstehenden Angaben über die zur Verteilung gelangten Lebensrnittel enthalten außer den Menaen, die an die im Kreise betreuten Volksgenossen zur Ausgabe gelangten, auch die Mengen, die aus unseren Lagerbeständen heraus an Zuschußkreise unseres Gaues gesandt wurden, um dort vorhandene noch größere Not lindern zu helfen. Aufgekommen und ausgegeben wurden von der Kreisführung Wetterau z. B.: 21 875 Zentner Kartoffeln, 53 059 Eier, 28 792 Brote. 20 169 Dosen Fischkonserven, 38 278 kg Mehl. 19 546 kg Zucker. 12 730 kg wurst, konserven. 10 982 kg Fische. 10 812 kg Rudeln, 10 250 kg Hülsenfrüchte, 4101 kg Gemüse. 4095 Dosen Fleischkonserven. 3025 kg Margarine und Schmalz, 571 kg Gemüsekonserven, 516 Stück wild, dazu noch weitere 28 906 kg Gerste, Graupen, Grieß, Reis, Grünkern, Haferflocken. Malzkaffee. Marmelade usw.. außerdem noch 5000 Weihnachtspakete. 7000 Milchgutscheine und 12 000 Heringe. AuKr diesen direkt verteilten Lebensmitteln wurden noch 18 598 Wertgutscheine zu je 1 RM. aus- gegeben. Je nach Notwendigkeit einer weiteren zusätzlichen Unterstützung an Kleidungsstücken kamen durch die Kreisführung innerhalb des Kreisgebietes zur Verteilung u. a. 3603 paar Schuhe, 3404 paar Erstlingsgarnituren. 3188 Meter Wäsche- und Kleiderstoffe. 1414 Frauenkleider, 762 Mäntel, 118 Anzüge. Jedem einsichtigen und aufmerksamen Volksgenossen wird beim Betrachten dieser Zahlen ohne weiteres klar sein, daß die Durchschnittsziffer, die der Hauptamtsleiter Pa. H i I g e n f e I b t für die einzelnen unterstützten Familien mit 120 RM. angegeben hat, in unserem Kreisgebiet sicherlich von fast allen Unterstützten auch erreicht worden ist. Die zur Ausgabe gelangten Lebensmittel und Sachwerte sind nur zum Teil direkt durch Sammlungen aufgebracht. Zu einem sehr wesentlichen Teil wurden sie auch zentral aus den auf gekommenen Geldspenden beschafft. Wie groß der Einfluß der Führung des WHW. auf dem deutschen Arbeitsmarkt durch diesen Einkauf ist, hat gerade wieder die Reichsführung in den letzten Tagen in verschiedenen aufschlußreichen Artikeln in der Presse zum Ausdruck gebracht. Auch im Kreise Wetterau, aus dem durch die Presse unseres Heimatgebietes ja schon aus mancher Ortschaft und aus manchem Betrieb einzelne Ziffern über das Aufkommen von Geldspenden veröffentlicht worden sind, läßt sich nunmehr nach Abschluß der Bücher das erfreuliche Ergebnis feststellen, daß gegenüber den Vorjahren eine Steigerung der Geldspenden erreicht worden ist. So sind, um die hauptsächlichsten Zahlen zusammen- gefaßt festzustellen, im letzten Jahre im Kreis Wetterau aufgekommen aus den RM. Reichsgeldsammellisten 18 499,82 Eintopfspenden......... 90179,41 Reichsstraßensammlungen (Plakettenverkauf, Tag der nationalen Solidarität) ........... 119 243,76 Lohn- und Beitragsspenden (letztere, soweit sie direkt an die Kreisführung abgefuhri wurden)....... 132 443,95 zusammen: 360 366,94 Die Höhe dieses Spendenaufkommens aus unserem Kreisgebiet ist ein Beweis dafür, daß unendlich viele Wenig zusammengetragen einen Strom von Kraft geben, mit dem sich Großes schaffen läßt. Die hier genannten Zahlen sind, wie schon betont, nur ein Auszug, der dem Leser in großen und wichtigen Zügen vermitteln will, was durch seine Mithilfe durch das WHW. unseren Bedürfttgen im Kreis Wetterau Gutes getan werden konnte. Sie sind darüber hinaus ein Dank an alle opferbereiten Spender, die sich dem Rufe der Volksgemeinschaft nicht verschlossen haben. Sie sind weiterhin durch die mit diesen Zahlen verbundene Arbeit auch ein Dank an die vielen namenlosen Helfer, die sich neben ihrer beruflichen Tätigkeit in jeder freien Stunde, ohne Rücksicht auf persönliche Interessen, in den Dienst dieser Gemeinschaftsleistung gestellt haben. Uns allen aber vermittelt dieses günstige Ergebnis die Gewißheit, daß wir, wenn mir fest zusammenstehen. Großes erreichen können, und diese Gewißheit wollen wir. nunmehr auch die die Sommerarbeit der NSV. hinübertragen und danach handeln. B. Wirtschaft. SJLtfpoit Rhein-Mainische Börse. rNillagsbörse ruhig. Frankfurt a. M., 18. Mai. Die Börse begann nach den Feiertagen mit ruhigem Geschäft. Bei reundlicher Grundtendenz war die Kursentwicklung am Aktienmarkt uneinheitlich. Don der Kundschaft erfolgten vorwiegend kleine Käufe, denen standen jedoch einige Abgaben der Kulisse gegenüber. Im Allgemeinen gingen die Veränderungen nicht über Bruchteile eines Prozentes hinaus. Nur die in der letzten Woche stärker erhöhten Anleihestockwerte, wie Reichsbank und Siemens, ermäßigten sich um je 1,50 v. H. auf 208,50 bzw. 200. Außerdem gaben am Montanmarkt Hoefch 1 v. H. nach auf 122 und Verein. Stahl 0,50 v. H. auf 119. Von Maschinenaktien verloren Moenus 1 v. H. auf 119 und am Elektromarkt waren Schuckert mit 171,50 (174) stärker rückläufig. Chemische Papiere lagen etwa behauptet, IG. Farben 0,40 v. $). leichter mit 165,40, Deutsche Erdöl 0,65 v. H. fester mit 153,90. Kleine Schätzungen zeigten Gebr. Jung- Hans mit 137 (136), Cement Heidelberg, AG. für Verkehrswesen und Deutsche Linoleum bis zu 0,65 v.H. Nach den ersten Notierungen schrumpfte das Geschäft noch mehr zusammen und die Kursentwicklung blieb uneinheitlich, aber verhältnismäßig wi-. derstandsfähig. Am Rentenmarkt überwog kleines Kaufinteresse, das Geschäft war aber auch nur klein. Altbesitz 126,20 (126), Reichsbahn-Dorzugsaktien 124,25 (123,90). Städte-Altbesitz wenig verändert mit 129,75 bis 130, Kommunal-Umschuldung mit 94,10 nicht ganz behauptet. Im Verlaufe wurde die Haltung am Aktienmarkt etwas fester, größere Umsätze hatten Mannesmann, die bis auf 130,50 nach 129 anzogen, auch Hoesch auf 123 nach 122, Verein. Stahl auf 119,50 nach 119 und Reichsbank auf 210,50 nach 208,50 erholt. Vernachlässigt blieben IG. Farben, die auf 165 nach 165,40 abbröckelten. Von erst später notierten Werten gingen Kali Salzdetfurth auf 157 (159), Conti Gummi auf 186,25 (188,75) und Harpener auf 162,50 (163,90) zurück, eine Anzahl von Papieren lagen 0,25 bis 0,75 v. H. höher. Am Einheitsmarkt notierten Faber & Schleicher mit 85 rat. (83,25) und Hartmann & Braun wurden mit 122 (120) taxiert. Der Rentenmarkt blieb sehr ruhig bei behaupteten Kursen. Goldpfandbriefe, Kommunal-Ob- ligationen, Stadtanleihen und die meisten Liquidationspfandbriefe notierten unverändert, die beiden Frankfurter Liquidationswerte je 0,13 v. H. höher. Im Freiverkehr galten bei kleinen Umsätzen Adlerwerke Kleyer 113,75 bis 115,75, Wayß & Freytag 148,75 bis 150,75, Rastatter Waggon 35 (34), und Ufa Film 73,50 (72,50). Tagesgeld etwas leichter und 2,50 v. H. nach 2,75 v. H. Die heutige Abendbörse fiel aus. Iranksurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. 301., 19. Mai. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 678 Rinder (106 Ochsen, 118 Bullen, 331 Kühe, 123 Färsen), 831 Kälber, 22 Schafe, 14 Hämmel, 4248 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mk., Bullen 34 bis 43, Kühe 16 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 28 bis 44, Kälber 35 bis 65, Hämmel 48 bis 53, Schweine 48,50 bis 58,50 Mk. — Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugetellt, Kälber, Hämmel und Schafe lebhaft. Schmeling in vollem Training. Aus dem Trainingslager unseres Weltmeisterschaftsanwärters Max Sch m e l i n g in Speculator kommen gute Nachrichten. Schmeling hat sich auch durch das Urteil des Bundesgerichts nicht aus der Fassung bringen lassen, denn er steyt wie jeder Deutsche auf dem Standpunkt, daß ein unterschriebener Vertrag eingehalten werden muß und ihm die amerikanischen Sportbehörden auch weiterhin bei der Erlangung seines Rechts auf den Titelkampf in vollstem Maße behilflich sein werden. Nicht einen einzigen Tag hat er seine Arbeit im Lager unterbrochen und sich in den letzten Wochen schon ein gutes Stück in Form gebracht. Täglich ist das in den Bergen idyllisch gelegene Trainingsquartier Speculator das Ziel zahlreicher Anhänger des Boxsports, die den Herausforderer bei seiner ernsten Arbeit beobachten. Deutsche Frauen-Handballmeisterschaft. Borrundenturniere am 29. und 30. Mai. Die 16 Handball-Gaumeister der Frauen ermitteln am 29. und 30. Mai in vier Turnieren die Sieger, die dann am 26. und 27. Juni im Schlußturnier um die deutsche Meisterschaft kämpfen. Die Einteilung der Vorrundenturniere wurde wie folgt oorgenommen: 29. Mai: Gruppe 1: in Forst (Lausitz): Asco Königsberg — Preußen Stettin, TiB. Berlin — Schlesien Brockau. Gruppe 2: in Mannheim: VfR. Mannheim — Kölner Turnerschaft, Harburger Tbd. — Tv. Cannstatt. Gruppe 3: in Magdeburg: Eintracht Frankfurt — Stahlunion Düsseldorf, Magdeburger Frauen-SC. — 1860 München. Gruppe 4: in Bielefeld: PSV. Dresden — Hessen-Preußen Kassel, Eimsbotteler Tvbd. — Vorwärts Gronau. Am 3 0. Mai treten dann die Sieger und die Unterlegenen in jeder Gaugruppe gegeneinander an. Alle Spiele müssen bis zur Entscheidung durch- geführt werden. Kurze Sportnotizen. Die deutsche Handballelf zum Länderkampf gegen Oesterreich am kommenden Sonntag in Wien wurde wie folgt aufgestellt: Lüdecke; Müller, Bandholz I; Keiter, Brinkmann, Stahl; Steininger, Theilig, Ortmanns, Klingler, Baumann. Oesterreichs Mannscha ft lautet: Schnabel; Tauscher, Bartel; Wohlrab, Juracek, Kraus; Bitrizky, Schmal- zer, Kreci, Vojta, Dolak. Italien nannte zum Fußballkampf gegen Frankfurt am Sonntag in Frankfurt folgende Spieler: Tor: Ceresoli oder Degani; Verteidiger: Buonocore, Manza; Läufer: Gallea, Olmi, Donati oder Locatelli; Stürmer: Frossi, Baldi, Ar- cari, Chizzi, Bonomi oder Ferraris. DeutschlandsHandballmannschaftist in den nächsten Wochen stark beschäftigt. Nach dem Länderkampf gegen Oesterreich am 23. Mai, einem zweiten Auswahlspiel gegen Steiermark am 27. Mai und dem Ländertreffen gegen Ungarn am 30. Mai tritt unsere Elf am 4. Juni in Frederiksberg gegen Dänemark an. Fußball in Staufenberg. Die Staufenberger Jutzendmannschaft trug am zweiten Pfingstfeiertag mit der von Kassel-Bettenhausen auf dem Sportplatz in Staufenberg ein Freundschaftsspiel aus. Die Einheimischen verloren I bei schönem Spielverlauf mit 2:1. Die fünfte GießenerZuchlviehverfteigeruliglM Kurszettel -er Berliner und Iranksurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Als fünfte Gießener Zuchtviehversteigerung in diesem Jahre fand am heutigen Mittwochoormittag in der Rhein-Main-Dersteigerungshalle am Güterbahnhof zu Gießen die vom Landesverband der Rinderzüchter in Hessen-Nassau, Gruppe Fleckvieh und Rotvieh, und von dem Landesverband der Schweinezüchter durchgeführte Auktion von Bullen und Ebern statt. Der Auftrieb erfolgte bereits am gestrigen Dienstagnachmittag, und zwar wurden etwa 57 Bullen des hessischen Fleckviehs und 14 der Vogelsberger Rasse (Rotvieh), sowie etwa 16 Eber des Deutschen Edelschweins und 35 des Veredelten Lanüschweines aufgetrieben. Die Dullen stammen aus ganz Oberhessen, während bei den Ebern die Vatertiere aus den Lang-Gönser Zuchten überwiegen und Neuhof und Herrnhaag wieder durch mehrere Tiere vertreten sind. Anschließend an die Sonderkörung fand durch Tierzuchtdirektor, Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner, Oberveterinärrat Dr. Monnard, Bauer Heinrich Gerl ach (Ober-Hörgern) und Bürgermeister Stroh (Brauersschwend) die Einteilung der Tiere in Wertklassen statt. Dabei erwies sich das Vogelsberger Rotvieh hinsichtlich seiner Körperformen und Leistungen als recht gut, so daß ein Bulle m die I. Wertungsklasse eingeteilt und weitere drei der Wertungsklasse II eingereiht werden konnten. ir, E1 Von der noch in der Umzucht zu Wirtschaftsvieh befindlichen Rasse des Hessischen Fleckviehs konnten nur insgesamt 7 Bullender Wertklasse II zugeteilt werden. Die aufgetriebenen Tiere waren der Kör- perform nach, die noch stark gekennzeichnet ist durch den hochgestellten Körperbau, und den Leistungen entsprechend wenig ausgeglichen. Der beste Bulle, der ausgezeichnete Formen und gute Haltung, aber ungenügende Leistungen auswies, mußte der B-ertt klasse III zugeteilt werden. Insgesamt war aber auch vom Fleckvieh recht gutes Zuchtmaterial vorhanden. Unter den Edern beider Rassen war durchschnittlich sehr gutes Zuchtmaterial mit recht guten Erbanlagen und besten Zuchtvoraussetzungen vorhanden. Zu der Versteigerung am heutigen Mittwoch hatten sich wieder zahlreiche Interessenten eingefunden, so daß die Veranstaltung mit einem regen Angebot begann, lieber den weiteren Verlauf werden mir noch berichten. Ivertklassenelnteilung. Hessisches Fleckvieh. Wertklasse II: Karl Rausch, Maar; Freiherrlich Riedefelsche Gutsverwaltung, Sickendorf: Ernst Marsteller, Grüningen; Otto Geiß, Unter-Sorg; Johs. Schad Wwe., AnHersbach; Otto Fölzinq, Billertshausen; Karl Rühl, Maar. Vogelsberger Vieh (Rotvieh). Wertklasse I: Lehr- und Versuchsgut, Selgenhof. , Wertklasse II: Karl Rinn, Watzenborn-Steinberg; Tierzuchtinstitut Oberer Hardthaf; Wilhelm Stuh- ler, Lehnheim. , rr _ , Eber: Deutsches Edelschwein. Wertklasse I: Karl Luh, Lang-Göns. Wertklasse II: Eugen Weber; Karl Luh und Otto Velten I., alle aus Lang-Göns. Veredeltes Landschwein. Wertklasse I: Wilhelm Philippi, Trais-Münzenberg. Wertklasse II: Anton Doat, Dornholzhausen; Wilhelm Nau, Ober-Ofleiden (2 Tiere); Heinrich Klink, Calbach; Heinrich Ludwig, Hörnsheim; Kurt Cunch, Hutzdorf (2 Tiere); Karl Velten II., Lang-Göns; Wilhelm Ditzel, Herrnhaag. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Mittagbörse Schluß- kurS Schluß!. Abendbörse Schluß- kurS schtußi. Mittag- börse Damm 14 5 18.5 14 5 18.5 Damm 14.5. 18.5. 14.5. 185 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5yz% Doung-Anleihe von 1930 .. 4VZ% Hessische Bolksstaat von 1929 4%% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 4%% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. ReichSanleihe-Wtbesttz.......... Oberhessen Provinz-Anlethe mit Auslos.-Rechten.............. % Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 *y2% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obi. 2 3.................... 6y,% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 6y2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... Eteuergutschein-Verrechnungskurs 5% Goldmexikaner von 1899 .... *% Oesterretchtsche Goldrente.... 4,2% Oesterreichische Silberrente.