Jlr.65 (Erftes Blatt 187. Jahrgang Donnerstag, 18. Marz 1937 £r|d)etra tflgltd), autzer Sonntage and Feiertags Beilagen; Die JUuftrierte (ßteßenei Familienblättei ßetmat im Bild Die Scholl» Qlonats«Be3ugspret$: Mit 4 ‘Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen uon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt ßernfprechanschlüffe onter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnach. richten Anzeiger Siehe« Postscheckkonto: Kronlstirt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen OruS und Verlag: vrühl'sche UniverfitStrSuch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeige« für die Mitlagsnummer bis8*/.UHr des Vormittags GrundpreNe für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text, anzeigen von 70mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25°^ mehr. 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Im Minisierpräsidium fand in den späten I Abendstunden eine Zusammenkunft des Kabinetts mit der Leitung des m a r x i ft i s ch e n Gewerkschastsverbandes und den Fraktionsführern der Volksfront- Parteien statt. Der Gewerkschaftsführer I o u h a u x teilte zu Beginn der Sitzung den Beschluß des verwaltungsausschusses mit, wo- nach für den heutigen Donnerstagvormittag der General ft reik beschlossen worden sei. Der Generalstreik, der bis in die frühen Nachmittags- stunden dauern soll, er st reckt sich auf sämtliche Unternehmen, Banken, Geschäfte und auf den Kleinhandel mit Ausnahme der städtischen und staatlichen Beamten, die aufgefordert worden sind, im Lause des Vormittags eine geeignete Geste zu machen, mit der sie sich am besten zur „Prokest"- Vewegung bekennen. Die Krankenpfleger, Apotheker und Buchdrucker, sowie die Zeitungsseher nehmen am Streik nicht teil. Dagegen werden sämtliche Verkehrsunternehmen slillgelegt. Iouhaux versuchte auch, diesen Beschluß zu begründen. Dabei verstieg er sich zu der Behauptung, tie Gewerkschaft wolle damit „die Interessen t e r Regierung wahre n"! Der Fraktions- iührer der Radikal-sozialen Partei, Abgeordneter (5 ampinchi, trat dieser Auffassung jedoch energisch entgegen und erklärte, der Generalstreik werde 'M Gegenteil sowohl auf parlamentarilch"m Gebiet cis auch im gesamten öffentlichen Lebm ernste lluswirkungen haben. Ihm sei rn der Auf- icchterhaltung der Volksfront - Regierung gelegen, aber er sei der Ansicht, daß der schwerste Schlag, ben man gegen sie führen könne, gerade in den Beschlüssen bestehe, die der Gewerkschaftsverband loeben getroffen ljabe. Der Generalstreik werde zur Folge haben, die bürgerlichen Kreise endgültig von der Volksfront-Regierung zu trennen. Einige Vertreter des Gewerkschaftsoerbandes behaupteten, daß die „Arbeiterklasse do n Fafchisten provoziert" worden sei und daß man deshalb dem Wunsche der Arbeiter „zu einer friedlichen Kundgebung" nachkommen müsse. Abgeordneter Campinchi antwortete mit der Feststellung, daß die französische Sozialpartei de la Rocque genau wie jede andere Partei das Recht hat, Versammlungen abzuhalten. Auch der linksgerichtete Abgeordnete Bergery sprach der Arbeiterschaft das Recht ab, sich ein Vollzugsrecht anzueignen, das nur der Regierung zukomme. Die Leitung der sozialdemokratischen Partei hat der Regierung und vor allem dem Ministerpräsidenten das Vertrauen der Partei ausgesprochen. Dabei schiebt die Partei den faschistischen Verbänden die moralische Schuld an den blutigen Zwischenfällen zu und fordert die Regierungs-Organisationen auf, die Propaganda zu aktivieren und vor allem auf die Gefahr hinzuweisen, die von außen her drohe, wo man den inneren Zwiespalt aufmerksam verfolge. Die Regierung hat vorläufig drei Versammlungen verboten. Es ist bezeichnend, daß es sich um Versammlungen der sog. nationalen Front handelt. Man hält es aber nicht für ausgeschlossen, daß im Interesse einer allgemeinen Entspannung für eine begrenzte Zeit sämtliche politischen Kundgebungen untersagt werden, pariser Blätter fordern Absage an die Kommunisten. Parts, 18. März. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Morgenpresse beschäftigt sich besonders mit den Erklärungen des radikalsozialistischen Fraktions- sührers Campinchi, die darauf hindeutet, daß man in radikalsozialen Kreisen die Nachbarschaft der Kommunisten immer unerträglicher empfindet. Die radikalsoziale „Ere Nouoelle", das Organ des rechten Flügels der Partei, erklärt offen, daß die Zwischenfälle in Clichy die Regierung zwängen, sich einmal eingehend mit den Fragen der öffentlichen Ordnung zu beschäftigen. Im Gegensatz zum sozialdemokratischen „Populaire" und zur kommunistischen „Humanits", die gegen die französische Sozialpartei de la Rocque und die Polizei Hetzen, erklärt „Ere Nouoelle", die P o l i - Z e i habe in der fraglichen Nacht vom Mittwoch ihre Pflicht getan, indem sie dem unerhört heftigen Ansturm standgehalten habe. Sie habe sich um die Republik verdient gemacht. Der „E x c e l s i o r" wirft den Kommunisten vor, die erste beste Gelegenheit ergriffen zu haben, um die allgemeine Entspannung zu stören. Es liege klar auf der Hand, daß die Revolutionäre sich nicht mit einer Evolution abfinden könnten. Es scheine aber auch nicht erträglich, daß eine Regierung, die eine Veranstaltung erlaubt, die dann von den Kommunisten überfallen wird, eine Regierung, deren Ordnungsorgane von den Organen der Unordnung angegriffen werden, noch länger diesen Leuten die Bruderhand hinstrecke. Auch „Figaro" ist der Ansicht, daß eine, vernünftige Zusammenarbeit mit solchen Elementen unmöglich ist, deren einzige Beschäftigung das Hetzen sei, und die nur versuchten, Zwiespalt zu säen. Die Franzosen könnten nicht zugeben, daß ihre Freiheit durch eine geringe Minderheit b e - droht würde, in der das wirklich französische Element zahlenmäßig wahrscheinlich noch das geringste sei. „Echo de Paris" erklärt, der Ministerpräsident habe es lediglich seiner Politik zuzuschreiben, daß es soweit gekommen sei. Er sei verantwortlich für das Drama von Clichy. Denn man könne nicht Haß und Gewalt säen, mit der erhobenen Faust regieren und das Volk zum Klassenkampf auffordern, ohne nicht eines Tages die Früchte einer derartigen Aufwiegelung zu ernten. Es spricht, Bände, daß heute in einer Meldung der amtlichen sowjetrussissten Nachrichtenagentur aus Moskau berichtet wird: „Die Sowjetunion feiert am Donnerstag den Jahrestag der Pariser Kommune von 1871. Die Presse widmet diesem Jahrestag zahlreiche Artikel und veröffentlicht eine große Zahl interessanter historischer Dokumente, die sich auf den deutsch-französischen Krieg und die Pariser Kommune beziehen". Dieses Bild aus Clichy zeigt einen Zusammenstoß zwischen Polizei und Barrikaden bauenden Demonstranten. — (Scherl-Bilderdienst-M.) In Clichy, einem Pariser Vorort, ist es zu Ausschreitungen der Kommune gekommen, die mehrere Tote forderten und zahlreiche Verletzte. Bezeichnend bleibt, daß die Kommunisten den Kabinettschef ihres Ministeriums Blum niederschossen und den Innenminister, den Marxisten Marx Dor- moy, niederbrüllten. Der Bürgermeister ließ vom Rathaus aus die Luftschutzsirenen brüllen, um weiteren Zuzug des roten Mob zu erreichen. Die Hüter der Ordnung, die Polizisten dieser Volksfront-Regierung, mußten eine regelrechte Straßenschlacht liefern. Immer wieder versuchten die aufgehetzten Massen, die Front der Schutzleute und der Mobilgarde zu durchbrechen. Man baute Barrikaden, kurzum das Bild der Kommune von 1871 wurde wieder lebendig. Es war natürlich ein Vorwand, daß die Sozi a l p a r t e f des Obersten de la Roque, die eine polizeilich genehmigte Versammlung abhielt, eine Gefahr für die kommunistische Bannmeile wäre, die Paris umgibt. Getreu der auch in der Systemzeit in Deutschland verbreiteten Parole „Schlagt die Faschisten, wo ihr sie trefft!" ist im Lande der Demokratie und der Meinungsfreiheit der Versucht gemacht worden, eine Versammlung von politisch Andersdenkenden mit Gewalt zu verhindern, und gleichzeitig hat der rote Pöbel gezeigt, was er wirklich von der Regierung Blum denkt. Blum selbst hatte kurz vor den blutigen Zusammenstößen auf einem Bankett der englischen Handelskammer in Paris eine Rede gehalten, in der er darauf hinwies, daß die in Paris weilenden Engländer sich selbst davon überzeugen könnten, daß in Frankreich Ruhe und Ordnu n g herrsche und die Sorge „um eine soziale Gerechtigkeit und bürgerliche Eintracht". Wenige Stunden später kam die Quittung von Blums kommunistischen Freunden. Der von Blum so gelobte Liberalismus wurde von den Bolschewisten in seiner Wurzel angegriffen. Mit dem Baum des Liberalismus fiel auch Blums Hoffnung, nun werde nach Ueberroin'bung aller Finanzschwierigkeiten und der Rüstungsanleihe in Frankreich eitel Friede und Eintracht herrschen. Die Vorgänge vom 16. März sind nur so zu erklären, daß tatsächlich der Kommunismus glaubte, die Stunde sei gekommen, da er nach moskowitischem Muster die Gegner terrorisieren wollte. Man hat die Unruhen in Clichy mit den Vorgängen vom 6. Februar 19-34 auf dem Concordienplatz verglichen. Aber dieser Vergleich hinkt. Damals demonstrierte eine nationale Menge gegen einen korrupten Parlamentarismus, es war der Protest anständiger Bürger gegen dis Verfilzung von Politik und Geschäft, die durch den Stavisky-Skandal offenbar wurde. Daß diese friedlich demonstrierende Menge ohne weiteres von der Mobilgarde niedergeknüppelt wurde, ist erwiesen. Die damaligen Vorgänge waren ein Versuch, mit Waffengewalt die korrupten Parlamentarier gegen den Protest des anständigen Teiles der Franzosen zu schützen und ihre Herrschaft zu sichern. In Clichy aber herrschte d i e Kommune, und die Ausschreitungen wurden -von Plünderungen begleitet, die zeigen, welche Elemente am Werke waren. Der Schweizer Dichter Conrad Ferdinand Meyer schrieb anläßlich der blutigen Kommune von 1871 ein Gedicht, in dem er eine Karyatide erwachen läßt und sie glauben, es sei wieder eine Auflage der Bartholomäusnacht, in der der Mob von Paris die Hugenotten umbrachte. Aber die Petroleusen, die Horde jener Weiber, die den Louvre in Brand setzte, die blutige Herrschaft des Pöbels und die Massenerschießungen belehrten sie, daß es diesmal nicht um religiöse Kämpfe ging, sondern um politische. Nur eins war gleichgeblieben: „Sie morden sich! Es ist Varis ..." Die Schwäche, die schönen Worte, die nutzlosen Gesten, die dem Marxisten Blum allein zur Verfügung stehen, haben die Schreckensszenen in Clichy hervorgerufen. Bis jetzt zählte gerade die Kommune zu den treuesten Helfern Leon Blums, der ausdrücklich und immer wieder erklärt hatte, er wolle mit dieser Partei zusammen eine Volksfront-Regierung führen, die die friedliche Revolutionierung Frankreichs einleite. Und er lehnte alle Warnungen ab, die aus dem Lager der Ordnung und der nationalen Zucht kamen, obgleich Thorez, der Pariser Kommunistenführer, ganz offen der Regierung erklärt hatte, die Kommunisten wollten ein Sowjet-Frankreich. In Clichy ist der entfesselte Mob blindlings den Befehlen der Dirigenten gefolgt und in Blut und Grauen mußte dieser Aufstand erstickt werden. rt. Die Derjudung -es Gowjetregimes. Die gestern gemeldete Ernennung dreier jüdischer Volkskommissare in Moskau kann den Leser nicht überraschen, der die Veröffentlichungen über die völlige Verjudung der Sowjetverwaltung verfolgt hat. Gleichwohl sind die Ernennungen diesmal insofern von besonderem Interesse, als sie allem Anschein nach eine Beschwichtigungs- g e st e Stalins -gegenüber d e m ® e 11 = judentum sind, das die zahlreichen Hinrichtungen und Amtsentsetzungen hoher jüdischer Funktionäre bei den letzten Schauprozessen Übel vermerkt hat. Die Aktion der jüdischen Freimaurerei zugunsten Radeks mit ihren Drohungen der Veröffentlichung schwerbelastender Dokumente war bereits eine ebenso deutliche Warnung wie kürzlich die erpresserischen Drohungen Münzenbergs. litoranea! Don Or. Paul Rohrbach. Die Einweihung der großen Küstenstraße, der „Litoranea", im italienischen Nordafrika durch Mussolini ist nicht nur ein eindrucksvolles, sondern auch ein wohldurchdachtes Stück der neuen imperialen Politik Italiens. Der unmittelbare koloniale Wert von „L i b i a" — dies ist die amtliche Bezeichnung für die beiden früheren türkischen Provinzen Tripolis und Barka — ist unbedeutend, es sei denn, es würden dort noch abbauwürdige Mineralfunde gemacht. Ich habe^ vor einigen Jahren Tripolis besucht und von dem damals fertigen Teil der Küstenstraße das Stück zwischen Tripolis und den Ruinen von Leptis Magna befahren. Die durch eine Mauer geschützte Oase von Tripolis ist etwa zwölf Kilometer lang und fünf Kilometer tief. Dahinter beginnt die Trockensteppe, die nach einiger Zeit in die Wüste übergeht. Zwischen Tripolis und Leptis saßen auf einer Strecke von etwa hundertzwanzig Kilometer kaum ein Dutzenh italienische Kleinsiedler. Bei jedem Häuschen stand eine Windpumpe, aber die Stellen mit erreichbarem Grundwasser sind spärlich. Im Altertum war die Besiedlung der Küste stärker, wie die großartigen Ruinen von Leptis und anderen alten Städten zeigen. Leptis hatte im Bürgerkrieg zwischen Cäsar und Pompejus die falsche Seite gewählt und mußte als Kontribution vierhunderttausend Krüge Olivenöl zahlen. Wenn man die wenigen kümmerlichen Oel- bäume der Umgegend sieht, so begreift man zunächst nicht, wo diese Masse herkam. Die Erklärung liegt darin, daß im Altertum die vielen Schluchten, durch die im Winter Regenwasser fließt, durch Staumauern in Wasserreservoire verwandelt waren — eine Arbeitsleistung, die Generationen oder Jahrhunderte und außerdem die billige Sklavenarbeit jener Zeit erfordert hat. Mussolini ist in Marsa Tobruk unweit der ägyptischen Grenze gelandet. Tobruk ist ein vortrefflicher Naturhafen, aber gänzlich ohne Süßwas- fer, das Wasser muß auf Schiffen antransporstert werden. Von da ging die Fahrt bis an den G^nz- ftein gegen Aegypten, dort, wo sich während des abessinischen Konfliktes italienische' und englische Truppen gegenüberstanden und die beiderseitigen Patrouillen bis an den Stacheldraht ritten, der hier mitten in der Wüste ein Stück Grenze bezeichnete. Von da ging die Fahrt zurück, über die Ruinen von Ky ren e, nach B e n g h a s i, wo zur türkischen Zeit der Pascha von Barka saß. Barka ist die einstige Kyrenaika, eins der ältesten griechischen Kolonialgebiete, in der es fünf blühende Griechenstädte gab. Auf dem Hochplateau landeinwärts von Kyrene würde der Regenfall ■ auch heute noch für Siedlungen nach süditalienischer Art genügen, • und es sollen auch bereits einige hundert Kolonisten hort angesetzt sein. Kyrene war im Altertum berühmt wegen einer' merkwürdigen, heute nicht mehr bekannten Pflanze, die von dort in Mengen exportiert wurde. Die Alten nannten sie Silphium. Ihre jungen Sprossen galten als das feinste Gemüse: den eingedickten Saft des Stengels nannten die Römer ßaferpitium und bezahlten ihn hoch. Im Antiken-Kabinett in der Nationalbibliothek in Vans steht als eins der berühmtesten Stücke die Arkestlas- Schale, ein in Sparta gearbeitetes Gefäß aus dem 6. Jahrhundert v. Chr., schwarzfigurig auf weißem Grund gemalt, das den König Arkesilas IT im Hafen von Kyrene zeigt, wie er das Abwieaen und Verfrachten von Silphium kontrolliert. E- ™äre keine geringe Liebenswürdigkeit, dies Stück, das vor Jahxen auf toskanischem Boden oefunhen wurde, jetzt, wo die Kyrenaika italienisch ist, wieder nach Italien zurückgelangen zu lassen. Die strategisch-politische Bedeutung der Litoranea besteht darin, daß sie die schnelle Verschiebung von Truppen -an eine der beiden Grenzen, in erster Linie natürlich an die ägyptische ermöglicht. Wer in Tripolis ankommt, wunder* sich über die kolossale moderne Hafenanlage, die außer allem Verhältnis zu der gegenwärtigen und iupünf= tigen wirtschaftlichen Bedeutung des Platze- fi-ht. Seit dem abessinischen Kriege weiß man, wo>" h?pfe Molen und Kais gebaut worden sind. Die R'-cken- Demonstration der Einweihung der Citora^ ist planmäßig auf die Mohammedaner in Nord^cka und den Nachbargebieten berechnet. Sie zielt nach beiden Seiten, nach dem ftanzösilchen Tunis, in dem weit mehr Italiener als Franzosen wohnen, und nach Aegypten. Durch R"den. Rundfunk- ansprachen, Zeitungsartikel und Flugblätter wird das Ereignis mit der Schilderung alles militärischen und festlichen Vomps. der Kriegsschiffe, der Trupven- Paraden, der Empfänge, der Stiftungen für islamische Zwecke in der ganzen islamischen Mittelmeer- welt und darüber hinaus verbreitet. Im Orient haben solche Stimmungseindrücke starkes Gewicht. Die in Libia angeworbenen Askaris haben während des Krieges in Abessinien sehr gute Dienste geleistet. Mussolini hat das in seiner Rede in Benähest mit den Worten anerkannt: „Während des siegreichen Krieges für das Imperium habt ihr mit Blut und Opfern den feierlichen Beweis eurer Treue abgelegt. Das mächtige und gerechte Italien wird dies nicht vergessen!" In einer der Broschüren, die aus Anlaß der Einweihungsfeier in arabischer Sprache verbreitet werden, finden sich Bemerkungen über die der arabischen Bevölkerung mißliebigen Verhältnisse in Palästina, in Syrien und im französischen Nordafrika. Besonders auffallend ist die in allen offiziellen Aeußerungen hervortretende betonte Liebenswürdigkeit gegen Aegypten. Eins Frucht dieser schon seit einiger Zeit befolgten Italic« nifrfien Methode find Aeußerungen in maßgebenden islamischen Kreisen, z. B. in Kairo, wie die, Rom wolle „nicht über den Islam regieren, sondern mit dem Islam": der Duce sei „Freund und Beschützer" der Mohammedaner! Die zu erwartende stark mißfällige Reaktion in England ist nicht ausgeblieben. Im „Daily Telegraph", der öfters von konservativen Regierungsmitgliedern als Sprachrohr benutzt wird, heißt es: „Italien macht gegenwärtig dem Nahen Osten den Hof und hält es für nützlich, alle interessierten Westmächte als konkurrierende Mitbewerber zu beleidigen." Dazu kommt die jetzt im Gange befindliche Befestigung der Insel Pantelle ria, die mitten in dem schmalen Durchgang zwischen Sizilien und Tunis, in einer wirksameren Sperrstellung als das englische Malta, liegt. Mag die Litoranea mehr eine Demonstration mit politischer Abzweckung sein — Pyntelleria ist ein bedeutsames Stück realer italienischer Mitelyieerstrategie, und beides ist als Antwort auf das große englische Rüstungsprogramm zu bewerten. Mussolini ei öffnet die Mustermesse in Tripolis. Tripolis, 17. März. (DNB.) Die feierliche Einweihung der internationalen Mustermesse in Tripolis bildete einen Höhepunkt der Libyenreise des italienischen Regierungschefs. Mussolini wurden, wo immer er sich zeigte, begeisterte Huldigungen dargebracht. Kein Schaufenster, kein Haus, das nicht sein Bild schmückte. Der Duce betrat nach der Enthüllung eines mächtigen Standbildes des Julius Cäsar zunächst den Pavillon Rom und dann nach einem Besuch im Pavillon Palermo den großen deutschen Stand, den er gleichfalls eingehend besichtigte. Starke Anteilnahme fand auch der ostafrikanische Pavillon, der mit 800 Quadratmeter Fläche schon als Bauwerk an sich einen starken Eindruck vermittelt. Nach einer halbstündigen Besichtigung richtete Mussolini eine auf alle italienischen Sender übertragene Ansprache an die Eingeborenen. Er erinnerte an den gewaltigen Wandel, der sich seit seinem ersten Besuch vor elf Jahren vollzogen hat. Heute wehe vom Mittelmeer bis zur Oase Kufra die italienische Trikolore. Unter ihrem Schutz könnten wie die italienischen Kolonisten auch die arabische Bevölkerung ihrer friedlichen Arbeit nachgehen, da sie wisse, daß ihre Sitten und Bräuche und ihre Rekigon gleichfalls respektiert werden. Die neue gigantische Küsten st raße sei ein weiterer Beweis für den Aufbau des imperialen Italiens, das auch in schwersten Stunden der jüngsten Vergangenheit sich von niemandem in die Knie habe zwingen lassen. Mit sehr scharfen Worten wandte sich Mussolini dann gegen die Hetze, die seine Libyenreise in gewissen ausländischen Blättern ausgelöst habe. Eine solche beklagenswerte Alarmkampagne und ein derartiger hysterischer Komplex könne nur Mißtrauen Hervorrufen und den Frieden zwischen den Völkern stören. Seine Reise lege jedoch Zeugnis ab von dem imperialen Willen Italiens, einen Willen, den männliche Völker immer gehabt haben und immer haben werden. Italien wünsche mit allen Völkern in Frieden zu leben und mit denen zusammenzuarbeiten, die den Willen dazu zeigten. Es rüste zu Wasser und zu Lande nur deshalb, weil es dem Beispielder anderen folgen müsse. Das italienische Volk wolle Frieden, weil es in zäher Arbeit eine ungeheure Aufgabe zu lösen habe. * Giornale d'Jtalia betont, Mussolini habe die un- ruhLstiftende Polemik französischer und englischer Blätter Lügen gestraft. Die neue Küstenstraße sei ein Sinnbild der europäischen Kultur, die den Segen der Arbeit auch dem schwarzen Erdteil zuteil werden lasse. Von dieser friedlichen Durchdringung des Landes hätten sich alle sachlich urteilenden ausländischen Begleiter des Duce überzeugen können. Zwischen den Italienern und den Eingeborenen herrsche eine Eintracht, die nicht auf der Gewalt der Waffen beruhe, sondern vornehmlich auf der Macht des friedlichen kulturellen Einflusses. Diese Befriedung sei durch eine verständnisvolle Einstellung gegenüber der mohammedanischen Bevölkerung erzielt worden. Seitdem Italien nach der Eroberung von Aethiopien über noch mehr Mohammedaner regiere, seien seine Beziehungen zu den arabischen und mohammedanischen Ländern zur bedeutendsten Tagesfrage geworden. Italien werde aber auch dieses Problem zu lösen wissen: denn es erstrebe mit den Nationen des Islam dieselbe versöhnliche Zusammenarbeit wie in Libyen, um das Gleichgewicht und die Ordnung in den Europa benachbarten asiatischen und afrikanischen Ländern und Meeren zu verbürgen. Schwere Streikunruhen in Chikago. C h i k a g o , 18. März. (DNB. Funkspr.) Mittwoch kam es zu schweren Streikunruhen, wie sie Chikago seit einer Reihe von Jahren nicht mehr erlebt hatte. Die Ursache war ein Angriff von streikenden Kraftdroschkenfahrern auf Kameraden, die sich am Streik nicht beteiligen wollten. Die Streikenden stürzten sich auf zahlreiche in Betrieb befindliche Kraftdroschken, mißhandelten die Fahrer, schleuderten gegen alle vorbeifahrenden Automobile Steine, warfen einen Autobus um und setzten mehrere umgestürzte Fahrzeuge in Brand. Die Spiegelscheiben zahlreicher Schaufenster wurden zertrümmert. Die Polizei war gezwungen, in die Menge der Streikenden hineinzureiten, um sie zu zerstreuen. Durch die Unruhen war der Verkehr im Geschäftsviertel mehrere Stunden lang gestört. Der Streik der Kraftdroschkenfahrer dauert schon den 12. Tag. Das Sündenbabel der neuen Welt. Amerika ist und bleibt das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten". Aber nicht nur in gutem Sinne. Was diesseits des großen Teiches nahezu unmöglich erscheint, wird in der Neuen Welt kaum als Sensation empfunden. Wir denken dabei insbesondere an den neuen Beleidigungsfeldzug der Neuyorker Juden gegen das nationalsozialistische Deutschland und seinen Führer. Durchstechereien und Betrügereien pflegen sich drüben sehr oft auch in ziemlich weit gesteckten Grenzen zu halten. Allerdings hört man von besonderen „Leistungen" der Unterwelt Neuyorks und Chikagos schon seit längerer Zeit nichts mehr, wenn auch der Gangster noch längst nicht ausgestorben ist, vielmehr neuerdings noch in Laguardia Dickstein, Wise und anderen Juden politisierende Bundesgenossen gefunden hat. Dagegen ist man inSanFranzisko einem Skandal auf die Spur gekommen, der selbst dem abgebrühtesten Pankee die Zornesader anschwellen lassen dürfte. Ein großer Teil der Polizei, so ist festgestellt worden, stand hier in den D i e n st e n der Unterwelt, die vom Bordellunternehmer über den Buchmacher bis zum Spielhöllenbesitzer reicht. Welche Elemente um Kavaliere dieser Art gruppiert Oie spanischen Bolschewisten wollten Marokko verschachern. Landeöverräierisches Angebot Valencias von England und Frankreich abgelehni. Salamanca, 17.März. (DRV.) Die spanische nationale Presse veröffentlicht ein Dokument, das der sogenannte „Außenminister" der bolschewistischen Machthaber, del Vayo, den Vertretern Englands und Frankreichs im Völkerbund auf der letzten Ratssitzung überreicht hat. 3n dem Dokument wird eine aktive Zusammenarbeit mit England und Frankreich vorgeschlagen, zu welchem Zweck die bolschewistischen Machthaber bereit wären, auf dem Gebiet des wirtschaftlichen Wiederaufbaues wie in militärischer Hinsicht die Interessen der beiden Großmächte zu berücksichtigen. Ebenso wären sie bereit, zusammen mit England und Frankreich die Möglichkeit einer Aenderung der augenblicklichen gebietsmäßigen Verhältnisse in Marokko zu untersuchen (!), wobei eine solche Aenderung ausschließlich England und Frankreich zugute kommen sollte. Die bolschewistischen Machthaber seien der Meinung, daß eine territoriale Neugestaltung in Spanisch-Marokko die internationalen Schwierigkeiten beseitigen fönnfe.(H) Sollten die englische und die französische Regierung diese Vorschläge aufnehmen, so wären sie auch verantwortlich für die Ergreifung irgendwelcher Mittel zur Verhinderung einer deutsch-italienischen Intervention. (!!) Del Vayo behauptet, seine Auftraggeber seien mit allen Bemühungen einverstanden, die eine fremde Einmischung in Spanien beseitigen, weshalb sie sich bereit erklärten, den Vorschlag anzunehmen, wonach bis zu einem noch festzusehenden Zeitpunkt sämtliche in Spanien kämpfenden Ausländer ohne Ausnahme abbefördert werden sollten. Im nationalen Spanien hat das oben wiedergegebene schamlose Angebot der Bolschewisten großes Aufsehen und Entrüstung erregt. Es wird als glatter verrat der spanischen Interessen angesehen, wobei insbesondere die beabsichtigte Abtretung Spanisch- Marokkos durch die bolschewistischen Machthaber aufs energischste zurückgewiesen wird. „Auch nicht einen Augenblick lang erwogen." London, 17. März. (DNB.) Reuter bestätigt, daß eine derartige Note tatsächlich am 9. Februar Eden und Delbos vom sogenannten „Außenminister" der bolschewistischen Machthaber in Spanien in Gens übergeben worden ist. Die britische Regierung habe hierauf Valencia nicht geantwortet, da der Vorschlag auch nicht einen Augenblick lang weder von der britischen, noch von der französischen Regierung erwogen worden sei, weil er im Wider- spruch z u den D e r t r a g s v e r p f l i ch t u n- gen der französischen und britischen Regierung stand. Eine Anwort dieses Inhalts werde in Kürze an die bolschewistischen Machthaber in Valencia abgehen. sind, braucht nicht erläutert zu werden. Man ließ sich von allen Seiten spicken und bestechen, so daß die Unterwelt sich des allerbesten Schutzes bei ihrem dunklen Gewerbe erfreute. Millionen müssen um- gesetzt worden sein, hat man doch bei einem Polizeibeamten bereits ein Vermögen von 200 000 Dollar festgestellt. Will San Franzisko seinem alten Ruf, das Sündenbabel des amerikanischen Kontinents zu sein, einen neuen Glanz verleihen? Läßt es der traurige Gegenwartsruhm der Judenmetropole Neu- york nicht schlafen? Vorposten -er britischen Luftwaffe? Als ein „Superlativ von Frechheit" muß es gewertet werden, wenn jetzt von anscheinend recht einflußreichen Kreisen in Frankreich und in England versucht wird, den von Belgien selbst, und zwar durch den Mund des Königs ausgesprochenen Wunsch nach Neutralität und jedenfalls nach Freiheit von militärischen Büdnisverpflichtungen so umzufrisieren, daß Belgien in aller Form zu einem Vorposten der enalischen Luft- und der französischen Landmacht wird. Das ehrenwerte Mitglied des englischen Unterhauses Sir Hugh Seely hat von der Möglichkeit gesprochen, daß englische Flugzeuge im direkten Flug über Belgien doch sehr viel schneller in das Ruhrgebiet und nach Berlin kämey als bei einer langweiligen und vielleicht nicht ganz ungefährlichen Fliegerei um Belgien herum. Die „Times" hat dieser Tage beziehungsreich aus Paris gemeldet, daß ein Schutz Belgiens nur dann wirklich verbürgt werden könne, wenn vor dem Eventualfall die nötigen bindenden Abreden der General st äbe getroffen sei. Was würde man sagen, wenn ein deutscher Politiker oder eine deutsche Zeitung ähnlich spräche? Oie Katiberftärke für Schlachtschiffe. Uik die qualitative Rüstungsbegrenzung. London, 18. März. (DNB. Funkspruch.) Die „Times" berichtet aus Tokio, daß die japanische Regierung sich entschlossen habe, die britische Forderung auf Begrenzung der Kaliber stärke auf 14 Zoll (35,6 Zentimeter) abzulehnen. Das Blatt erklärt, daß es falsch sei, Japan allein wegen seiner Ablehnung des Washingtoner Vertrages zu tadeln. Wäre Japan nicht vorangegangen, hätten Frankreich oder Italien ebenso gehandelt und selb st England hätte den Londoner Vertrag von 19a0 nicht erneuert Beiden Verträgen hafte nämlich der Fehler an, daß man eine quantitative Rüstungsbegrenzung versucht habe. Eine qualitative Begrenzung habe vor allem den Vorzug, daß sie keinerlei disziplinierende Vorschriften enthalte. Ein folches Abkommen könne daher von ungeheurem Wert sein. Es bestehe natürlich nur wenig Aussicht f ü r eine Annahme, wenn eine bedeutende Seemacht sich fernhalte. Wenn nicht alle Mächte sich auf ein Kaliber von 14 Zoll (35,6 Zentimeter) einigten, bleibe es bei der 16-Zoll-Be- grenzung (40,6 Zentimeter). Nichts beeinflusse die Ausgaben für die Flottenrüstungen so, wie die Größe der Schlachtschiffe und ihrer Geschütze. Alle anderen Beschränkungen bei Kreuzern und anderen Schiffen seien zwar nützlich, aber doch von geringerer Bedeutung. Eine Rückkehr zum Kaliber von 16 Zoll (40,6 Zentimeter) werde unvermeidlich später bei der einen oder anderen Macht zu dem Entschluß führen, aus „technischen Gründen" über 35 000 Tonnen hinauszugehen. Dann werde es kein Halten in dem Wettrüsten mehr geben. In den nächsten 14 Tagen werde es sich zeigen, ob das schlimmste Hebel noch vermieden werden könne. Mordanschlag auf einen französischen Diplomaten. Paris, 17. März. (DNB.) Auf den -früheren französischen Botschafter in Rom Graf Chambrun ist am Pariser Nordbahnhof ein Revoloeranschlag verübt worden, als er im Begriff war, in Begleitung seiner Frau und eines Freundes nach Brüssel zu reisen. Er wollte sich an einem Zeitungskiosk noch Zeitschriften besorgen. In diesem Augenblick drängte sich e i n e F r a u an ihn heran und schoß auf ihn. Der Schuß traf Chambrun in der Leistengegend. Der Botschafter rief: „Verhaften Sie diese 'Person". Ein Schlafwagenschaffner hielt die Frau fest. Sie wurde der Bahnhofspolizei übergeben. Der Botschafter wurde nach feiner Einlieferung ins Krankenhaus operiert. 'Sein Zustand soll nicht besorgniserregend sein. Frau F o n t a n g e, die den Revoloeranschlag verübte, ist die Tochter eines in Frankreich bekannten Malers. Sie ist von ihrem Manne geschieden und befaßte sich seit einigen Jahren mit journalistischen Arbeiten. In französischen und ausländischen Blättern veröffentlichte sie von Zeit zu Zeit Reportagen. Beim Verhör erklärte sie, daß es sich beim Anschlag u*n einen persönlichen Rache- a k t gehandelt habe. Sie bedauere nur, den ehemaligen Botschafter nicht getötet zu haben, aber die zweite Kugel sei im Revolverlauf stecken geblieben. Deutsche Minderheiteupolitck in Oberschlesien. Oberpräsident Wagner zum Ablauf des Genfer Schutzabkommens. Breslau, 17. März. (DNB.) Bei einer Tagung der Provinzialräte von Nieder- und Oberschlesien gab Oberpräsident und Gauleiter Wagner folgende Erklärung ab, die von der Provinzialräten mit großem Beifall ausgenommen wurde: „Der bevorstehende Ablauf eines Teils des Genfer Abkommens vom 15. Mai 1922, insbesondere des Teiles 3, welcher den völkischen Minderheiten besondere Schutzrechte gewährt, veranlaßt mich, auf folgendes hinzuweisen: Die in Westoberschlesien lebende polnische Minderheit wird sich nach Ablauf des Genfer Abkommens der vollen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Freiheit erfreuen können. Im Gegensatz zu gewissen anderen Staaten, die bisher schon glaubten, in sehr bedenklicher Mißachtung internationaler Bestimmungen vor allem durch erbarmungslosen wirtschaftlichen Druck ihre Minderheiten vernichten zu müssen, werde ich auch nach Ablauf des Abkommens n i ch t zu irgendwelchen Gewaltmaßnahmen gegen die polnische Minderheit greifen. Ich lege Wert auf die Feststellung, daß mir jede Eindeutschung eines in Deutschland lebenden fremden Volkstums fern liegt. Andererseits bin ich natürlich nicht gewillt, staatsfeindliche Umtriebe oder i r r e d e n tisti f che Bestrebungen ihrer Minderheit zu dulden. In Anbetracht der Bedeutungslosigkeit der P o l e n b e m e g u n g in Oberschlesien und ihres ständigen natürlichen Rückgangs habe ich bisher manches übersehen, was rpich an sich zu einem Eingreifen hätte veranlassen müssen. In Zukunft werde ich meine Handlungsweise danach einrichten, wie man in anderen Staaten den Volksdeutschen begegnet." Deutsche Wertarbeit in Griechenland. Athen, 17. März. (DNB.) Ein schönes Zeugnis für die deutsch-griechische Zusammenarbeit bedeutet die Inbetriebnahme eines von deutschen Firmen erbauten 20000-Tonnen-Silos im H a - f e n von Piräus. Die Einweihung wurde durch Ministerpräsident Metaxas persönlich vorgenommen. Der deutsche Gesandte Prinz zu Erbach, viele Minister und zahlreiche Vertreter von Handel, Industrie und Arbeiterschaft nahmen an der Feier teil. Der Direktor der Hafenverwaltung wies auf die Verdienste der deutschen Mitarbeit sowie die Bedeutung dieses modernsten Silos für das gesamte östliche Mittelmeer hin. Ministerpräsident Metaxas betonte, daß das Wohlergehen des Piräus gleichzeitig ein Wohlergehen der Arbeiter bedeute. Darauf drückte er auf einen elektrischen Knopf und setzte den Silo in Tätigkeit. Der Wert der deutschen Arbeit geht schon daraus hervor, daß die vereinbarte Leistung von 300 Tonnen bereits am ersten Tage auf 420 Tonnen, also um mehr als 40 v. H., gesteigert werden konnte. Die Albanierin ohne Schleier. Tirana, 17. März. (DNB.) Obwohl das Gesetz über die Abschaffung des Schleiers erst am 25. März in Kraft tritt, haben die albanischen Frauen aller Stände bereits schon jetzt fast vollzählig dieses Kleidungsstück abgelegt, das von vielen als das Symbol der jahrhundertelangen Zurücksetzung der Frau angesehen wird. König Z o g u I. hat die Regierung angewiesen, eine genügend große Summe bereitzustellen, um in allen Städten Albaniens besondere Schulungskurse für Frauen einzurichten. Die Kurse sollen dazu beitragen, das Analphabetentum unter der weiblichen Bevölkerung zu bekämpfen und die Albanierinnen durch Belehrung und praktischen Unterricht instand zu setzen, ihre Aufgaben im öffentlichen Leben des neuen Albanien zu erfüllen. Zahlreiche begeisterte Zustimmungserklärungen aus dem ganzen Lande beweisen, daß die Politik des Königs im Volke volles Verständnis findet. 3m Schatten des Emigranten. Don Wolfram von Wolmar. „Viel Lärm um nichts" könnte man sagen, wenn man das Ergebnis der Verhandlungen charakterisieren wollte, die zwischen der tschechoslowakischen Regierung und den sudetendeutschen Splitterparteien in den letzten Wo- chen geführt wurden. Lärm von der Regierungsseite in Form von Parlamentsreden und Erklärun- gen vor der Presse, um im Ausland den Eindruck zu erwecken, als ginge man jetzt an die Lösung des immerhin klärungsbedürftigen Problems des Su- detendeutschtums. Viel Lärm aber auch auf Seiten der deutschen Regierungsmitglieder, um vielleicht doch ein oder den anderen Wähler zu überzeugen, daß man einen „Erfolg" erzielt habe. Die erste Frucht der Derständigungsverhandlun- gen, die in „echt demokratischem Geist geführt worden sind", scheint in der Gestalt des neuen Gesetzentwurf über „das Dien st Verhältnis d er Hochschullehrer" bereits vorzuliegen. In aller Erinnerung sind noch die Vorfälle an der Deutschen Universität, die sich bei der Berufung des Emigranten Professors Kelsen zutrugen. Obgleich seit langer Zeit ein ausgezeichneter Staatsrechtslehrer dort tätig war, wurde der jüdische Emigrant Kelsen — ebenfalls Staatsrechtler — an die Deutsche Univer- ität berufen. Diese Berufung wär um jo mehr be- remdender, als eine Reihe anderer wichtiger Lehr- tühle unbesetzt sind. Es ist kein Geheimnis geblieben, daß dieser Berufung ein, langer Kampf innerhalb des akademischen Senates vorausgegcm- gen war und daß jie nur zustandegekommen ist, weil der tschechoslowakische Unterrichtsminister persönlich eingegriffen hat. — Die Prager deutschen Professoren hatten der Berufung eines aus Deutschland emigrierten Juden Widerstand entgegengesetzt, weil es für sie unerträglich war, die älteste deutsche Universität zum Tummelplatz volksfremder Elemente werden zu lassen. Deutsche Studenten haben sich gegen die dennoch zustandegekommene Beauftragung empört und wurden dafür relegiert. Anläßlich der studentischen Demonstrationen bei der Antrittsvorlesung Kelsens wurde auf eine Anfrage im Parlament von Regierungsseite erklärt, daß in Kürze ein Gesetz ausgearbeitet werden wurde, das derartige Vorfälle für die Zukunft unmöglich machen solle. Nunmehr liegt der Entwurf dieses Gesetzes vor: zu einer Zeit, in der von „wirklicher Verständigung zwischen Tschechen und Deutschen", mehr als glaubhaft ist, gesprochen wird. Danach sollen Lehrberufungen an die deutschen Hochschulen in der Tschechoslowakei nicht mehr durch die Lehrkörper (Senate) selbst dem Unterrichtsminister vorgeschlagen werden, sondern es soll durch „Fachkommissionen" mit unzweifelhaft tschechischer Mehrheit darüber entschieden werden, ob ein vorgeschlagener Gelehrter den Lehrauftrag erhält oder nicht! Wohin diese Praxis führen muß, zeigt deutlich der geschilderte Fall Kelsen. Die Prager deutsche Universität wird — ebenso wie die beiden deutschen Technischen Hochschulen zu Prag und Brünn —, falls dieser Entwurf tatsächlich zum Gesetz werden jollte, degradiert. Was bedeutet es schon, daß die Lern- und Lehrfreiheit auch den Deutschen in diesem Staate verfassungsmäßig garantiert ist? Was bedeutet Hoch- jchulautonomie? Sie bedeutet nichts, wenn es gilt, der höchsten Bildungsstätte einer Volksgruppe von 3,5 Millionen Menschen den Charakter einer deutschen Kultureinrichtung im Namen der Demokratie zu nehmen. — Während die.Hochschullehrerschaft bisher den akademischen Behörden unterstand, soll sie nach dem neuen Gesetzentwurf direkt dem Schulministerium unterstellt werden. Damit ist der Hochschullehrer wie der Gymnasial- ober Realschullehrer direkt abhängig von der politischen Zusammensetzung der Negierungskoalition. Der Zweck dieses Teiles des GesetzeiÄwurfes ist es, zu verhindern, daß Hochschullehrer auch im deutsch-völkischen Leben eine Rolle spielen. So stellt sich denn der Entwurf des „Gesetzes über das Dienstverhältnis der Hochschullehrer" als ein vernichtender Schlag gegen die an sich nur noch spärlich bestehende Hochschulautonomie der deutschen Universität in Prag und der beiden deutschen Technischen Hochschulen dar. Die Lehrkörper dieser Hochschulen haben einmütig erklärt, daß der Gesetzentwurf für sie untragbar sei. In ihm selbst aber ist bereits gesagt, daß Einwände der Hochschulen keine Berücksichtigung finden könnten. Ist das Demokratie? Läßt sich diese unduldsame Gewalt mit dem Ausspruch Masaryks vereinbaren, daß Demokratie Diskussion fei. Im Zeichen demokratischer Freiheit wird der letzte Rest von Eigenständigkeit der sudetendeutschen Hochschulen gebrochen. Das offensichtliche Unrecht, das in der jedem Kulturge- sühl hohnsprechenden räumlichen Unterbringung der deutschen Hochschulen und in der ungerechten Verteilung der staatlichen Stipendien an deutsche Hochschüler bereits begangen wurde, scheint in den Augen der regierenden Kreise noch weitere Ungeheuerlichkeiten zuzulassen. Schon mehrmals hat das deutsche Hochschulleben in Böhmen wütendsten Deutschenhaß über sich ergehen lassen müssen. Bereits Johannes Hus hatte Unrecht zu Recht gemacht, indem er beim böhmischen König erreichte, daß dieser den Deutschen, die an Hörern und Lehrern bei weitem die Mehrheit stellten, nur eine, dafür aber den Tschechen drei Stimmen zuerkannte. Zuletzt war es die Wegnahme der alten Gründunginsignien im Herbst 1934, die der Welt zeigte, daß nicht historisches Recht, sondern lügenhafte Geschichtsklitterei maßgebend ist im Kampf der Tschechen gegen die höchste kulturelle Bildungsstätte des Sudetendeutschtums. Das neue Gesetz, dessen Entwurf durch die Berufung eines Emigranten angeregt wurde, paßt folgerichtig in diesen Vernichtungskampf. Wird das Ausland erkennen, wie es um die „Verständigungsbereitschaft" der Tschechen steht? Sowjetbauern ohne Saatgut, Traktoren ohne Oel. Moskau, 17. März. (W3.) Angesichts der tataftropfyalen Mißernte des Vorjahres gewinnt die diesjährige Frühjahraussaat in Sowjetruß- land erhöhte Bedeutung. Die Kolchosbauern hatten, um nicht Hungers zu sterben, das Saatgetreide aufessen müssen. Die als Saathilfe Zur Verfügung gestellten 13 Millionen Pud sind aber, wie bei dem Bürokratismus der örtlichen Stellen zu erwarten war, nicht rechtzeitig an die Dauern gelangt. Daher ist der pünktliche Beginn der Frühjahrsbestellung vielfach in Frage gestellt. Als in den südlichen Bezirken die Aussaat bereits begonnen hatte, war ein Drittel her Traktoren noch nicht fertig. In der Krim, im Odessaer Gebiet und selbst im Kaukasus — also im Gebiet des größten Oelreichtums — sind die Traktoren nur für einige Tage mit Bet^riebsstoff versorgt, so daß die Saat- erfrW Pflugs «&” £10 »'E?i t* 5 Äsen uno wr So«11 Bertiib kckß »*! Innern jom' ftÄÄ Million M erhebliche Ser stabt Me für die Stadt Strom und t- Stand der setzung wM Verwaltung ( in W D01 stabt Heu mit V M bem W! vorgesehen,' Strompreis hat die St Milliren c Lern fönnei Mini Der Füh Minister Dr. deutsche am Königsp Arent und Formgebunc men die Fü Eine Ra: brücken, Meisters, Ki Minister Dr. Brief ihrer ihm eine bes. anzunehmen, an den Absl Werten den M. Die Wz r i m m s un einem Bier Jugendf Der Reichs/', druck, daß di liche Zusamn radschastlichen radschastliche Mt für eine Wend und ü Wsamtes ta Wert en Maussetzung wrf(f)iebenen ■ Mn und ftai NSG. Der bv.-Ctandartk Men) ur vuhrertaq R ift eine unh der 2/M °Ees, 6s.:D; Mp°rk und » prer des E 3ruPPenfü wird nn °m iain r u i n ai ßä xK &Ve|e“ iN ^uibJtc bankdir/» bie Lebe iieg r. f n|? ®»1 Kn'L hs* mgufi54* üb ”i6i,eij 3> “tn Hb tnu d,, '?■? *: jH: ?*■- Je Unioer. 1° W be. > Leh, •wninis qe. IP« Äonipi orausgegon! rommen » "Nister Pii: n putschen us Deutsch, Yengesetzt, ^rutsch, " Elemente ^ben sich e Teaustra. |ierf, Nationen bei uf eine An. e'te erklärt, tet werden Zukunft uw ser Entwurs m der von ichechen und ■ gesprochen 9en an die owokei nicht selbst dem )en, sondern e n" mit un- eit darüber ener Geleh, Wohin diese geschilderte oersität wird Nischen choch- i dieser Ent- e, degradiert. i:jmb Lehr- Staate Der« edeutet Hochvenn es gilt, sgruppe von ' einer den' Demotrata 'llefrerfdjaft erstand, soll dem Schulst der hoch- »alschullehrek Zusammen- Zweck dieses i verhindern, wlkischen Leies „Gesetzes Mehrer" als sich nur noch der deutschen mtschen Tech- r dieser -achter Gesetzent- m selbst aber : Hochschulen Ist das De- Gewalt mit ren, daß De- remokratischec qenständigteit -ochen. Das m Kulturge- hringung dec rechten •utfdje -och' it in den eitere W iod)lM'ebw über 5 Hu-E beim bE die ®ef)** Aech-n dm , ®ennal)J« btt 1934, ।>'9 i Recht, I"."' qebenb >[t JJ fle *r* D°- * nefunü iluslai? « pbertitli)”!1 atglit. O Sa a .ijffi tfii ir ’l M n Oh her im sind tums i v>v arbeiten sofort wieder eingestellt werden müssen. Die Sowjetpresse fordert die zuständigen Volkskommissare auf, alles zu tun, um die ordnungsmäßige Durchführung der Saatarbeiten zu gewährleisten. Fluggäste erfrieren in Gowjetflugzeugen. Moskau, 17. März. (DNB.) Die „Iswestija" bringt Enthüllungen über die Zustände auf den sibirischen Flugstrecken. Auf dem Irkutsk-Flugplatz starteten z. B. Flugzeuge nach Orten, die 3000 Kilometer und mehr von der Eisenbahnlinie entfernt seien. Für den Fluggast sei aber nicht das G e - ringste getan. Wenn man überhaupt mitkom- men wolle, müsse man in den Warentransportflugzeugen in der unmöglichsten Stellung zwischen Kisten und Kästen lange Strecken zurücklegen. Da das Flugzeug so konstruiert fei, daß im Inneren ständig Zugluft herrsche, sei eine Temperatur von 35 bis 40 Grad unter Null nichts Absonderliches. „Wollen Sie nicht, dann bleiben Sie hier!" werde dem gesagt, der Einwände mache. Die Folge sei, daß Erfrierungen von Nasen und Wangen, von Händen und Füßen an der Tagesordnung seien. Die Leitung der Zivilluftfahrt tue nicht das Geringste, um diese haarsträubenden Mißstände zu beseitigen. Kommunale Tarifsenkungen. Berlin, 16. März. (DNB.) Entsprechend dem Erlaß des Reichs- und Preußischen Ministers des Innern vom 30. Januar 1936 kündigten die Werke der Stadt Halle eine Herabsetzung des Grundtarifs für Strom um 5 Pf. je Kilowattstunde und des Gaspreises um 2 Pf. je Kubikmeter mit Wirkung ab 1. 4. 1937 an. Die Verbilligung macht 1 Million Mark aus, sie wurde ermöglich! durch die erhebliche Senkung der Schuldenlast der Werke der Stadt Halle von 6,3 auf 0,9 Millionen Mark. Auch für die Stadt Hannover werden die Tarife für Strom und Gas mit Wirkung ab 1. April auf den Stand der Vorkriegszeit zurückgeführt. Die Herabsetzung wird möglich durch den Verzicht der Stadtverwaltung auf diss Erhebung der Finanzzuschläge in Höhe von 1 Million Mark. Schließlich hat die Stadt Neuß in dem Haushaltsplan für 1937, der mit 9,5 Millionen Mark ausgeglichen ist, gegenüber dem Vorjahr 470 000 Mark mehr an Rücklagen vorgesehen. Der Gaspreis wird von 16 auf 14, der Strompreis von 38 auf 36 Pf. gesenkt. Seit 1933 hat die Stadt ihre Schulden um insgesamt 3,77 Millionen auf etwa 18,90 Millionen Mark vermindern können. Kleine politische Nachrichten. Der Führer besuchte in Begleitung von Reichsminister Dr. Goebbels die Ausstellung „D a s deutsche Bühnenbild" im Haus der Kunst am Königsplatz. Reichsbühnenbildner Benno von A r e n t und der Reichsbeauftrcigte für künstlerische Formgebung, Professor Schweitzer, übernahmen die Führung durch die Ausstellung. . * Eine Ratsabordnung der Stadt Saarbrücken, unter Führung ihres Oberbürgermeisters, Kreisleiter Dürrfel, überreichte Reichsminister Dr. Goebbels den Ehrenbürgerbrief ihrer Stadt. Dr. Goebbels betonte, daß es ihm eine besondere Freude sei, diese hohe Ehrung anzunehmen, da er sich in gemeinsamer Erinnerung an den Abstimmungskampf mit dem ins Reich heimgekehrten Saarvolk besonders herzlich verbunden fühle. * Die Offiziere des Reichskriegsmini st e- r i u m s und der» Kriegsschule Potsdam waren bei einem Bierabend im Kaiserhof die Gäste des Iugendführers des Deutschen Reiches. Der Reichsjugendführer gab seiner Freude Ausdruck, daß dieser Abend über die notwendige dienstliche Zusammenarbeit, Gelegenheit zu einem kame- radlchaftlichen Beisammensein gebe und diese kameradschaftliche Aussprache auch in Zukunft die Sicherheit für eine vorbildliche Zusammenarbeit zwischen Jugend und Wehrmacht seien. Der Chef des Wehrmachtsamtes, Generalleutnant Keitel, unterstrich den Wert einer persönlichen Fühlungnahme als Voraussetzung für das gegenseitige Verständnis der verschiedenen Aufgaben zur Erziehung eines poli- fchen und starken Volkes. * NSG. Der SS.-Abschnitt XXX, der die SS.-Standarten 2 (Frankfurt), 35, (Kassel) und 83 (Gießen) umfaßt, hat am 20. und 21. März eine Führertagung in Frankfurt. Mit der Tagung ist eine Besichtigung der 2. SS.-Standarte und der 2/Mot. 2 durch den Chef des SS.-Haupt- arntes, SS.-Obergruppenführer Heißrneyer im Ostpark und Vorbeimarsch verbunden. Auch der Führer des SS.-Oberabschnittes Fulda-Werra, SS.- Obergruppenführer Erbprinz zu Waldeck und Pyrmont, wird an der Tagung teilnehmen. * NSG. Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generaloberst Göring hat das Reichstreffen der ehemaligen F l a k w a f f e und des L u f t f ch u tz e s auf den 8. und 9. Mai 1937 nach Frankfurt am Main angesetzt. Mit der Ueberwindung der Arbeitslosigkeit sind die Aufgaben der Deutschen Gesellschaft für öffentlichen Arbeiten A. G. (Oeffa) erfüllt. Die Reichsregierung hat sich daher entschlossen, die Gesellschaft zur Liquidation zu bringen. In einer außerordentlichen Generalversammlung wurde die Auflösung der Gesellschaft und die Bestellung der-Deutschen Bau- und Bodenbank zum Liquidator beschlossen. * Nach kurzer schwerer Krankheit verschied das Mitglied des Reichsbankdirektoriums Reichsbankdirektor Ernst Hasse im 62. Lebensjahr. Hasse war aus dem Beamtenstab der Reichsbank hervorgegangen. 1920 bis 1926 war er Referent beim Reichsbankdirektorium und übernahm dann die Leitung der Reichsbankhauptstelle Ham- Der Mrtschasts-Zngemeur im Vierjahresplan. Don Dr. W. Prion, Professor an der Technischen Hochschule Berlin. V. A. Deutschland will den heimischen Kräften das entnehmen, was es zur Sicherstellung seines völkischen Lebens gebraucht. Karge Bodenschätze und unzureichende Naturgaben sollen durch den menschlichen Geist in ihrer Verwendungsfähigkeit verbessert und vervielfältigt werden. Die in vielen Deutschen vorhandene Liebe zur Technik erhält dadurch einen mächtigen Antrieb und neue Betätigungsmöglicbkeiten. In kurzer Zeit haben Chemie und Maschinentechnik schon Wundertaten auf ihren Gebieten vollbracht. Die Technik steht heute hoch im Kurs, und es ist als ein Glück zu bezeichnen, daß die Wirtschaft (und ihre Laboratorien) auf eine große Masse gut ausgebildeter Chemiker und Ingenieure zurückgreifen konnte. Doch jetzt ist die Zahl der Studierenden an den technischen Hochschulen, der kommenden Chemiker und Ingenieure, stark zurückgegangen, und noch mehr sind die Mittel für Forschung s- und Unterrichtszwecke eingeschränkt worden. Und dies: obwohl der Vierjahresplan den Anfang einer Entwicklung darstellen soll. Hier tut Abhilfe not! Die Taten unserer Chemiker und Ingenieure werden aus der Not Deutschlands geboren. Im ersten Anlauf kommt es nur darauf an, das Notwendige und Unentbehrliche zu schaffen, damit die Versorgung des einzelnen und der Bestand der Gemeinschaft gesichert ist. Und dennoch wissen der Forscher und Erfinder wie der Ingenieur und Kaufmann sehr genau, daß, aus die Dauer gesehen, auch die Wirtschaftlichkeit ihrer so aufopfernden und bedeutungsvollen Arbeit gewahrt werden muß, wenn nicht anderweitig Schäden eintreten sollen. Erstlich muß die Herstellung der neuen Erzeugnisse oder ihre Verwendung die aufgewendeten K o st e n rechtfertigen (wenn auch einmalige Abschreibungen für Versuche und Anlaufsarbeit nicht zu vermeiden sein werden). Zum zweiten müssen schließlich die Preise so gestaltet werden, daß nicht wesentliche Preiserhöhungen oder Preisoerlagerungen eintreten, die leicht die gegenwärtige Stabilität der Kaufkraft stören und den immer noch wünschenswerten A n - schluß art d i e Weltwirtschaft weiter erschweren. In diesem Zusammenhang soll auch an die Bedeutung der Preise für den Staatshaushalt erinnert werden. Mchr wie je zuvor müssen daher heute und in der Folgezeit die Stellen, die in dieser Weise an der Verwirklichung des Vierjahresplanes Mitarbeiten, über mehr als nur technische Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen. Die Notwendigkeiten des Vierjahresplanes führen vielmehr mit Eindringlichkeit wieder vor Augen, wie sehr der Chemiker und der Ingenieur gleichzeitig Überlegungen über die Kostengestaltung, über Kapitallerfor- dernisse und -beschaffung anzustellen haben. Der Unterricht an den technischen Hochschulen nimmt auf diese Erfordernisse Rücksicht, wenn auch festzustellen ist, daß es hier und dort noch an der eigentlichen wirtschaftsbetrieblichen Unterrichtung mangelt. Es verdient aber in diesem Zusammenhang besonders betont zu werden, daß der Studiengang des Chemikers an den technischen Hochschulen keinerlei Teilnahme an wirtschaftswissenschaftlichen Vorlesungen, weder volkswirtschaftlichen, noch betriebswirtschaftlichen, vorsieht. Das Schwergewicht des Vierjahresplanes liegt in der Technik und bei den Technikern. Aber der Wirtschaftler und Kaufmann sollen und müssen den Techniker bei dieser Arbeit unter- st ü tz e n. Sie sind nicht nur für den Absatz der Erzeugnisse, für die Handhabung des Geldverkehrs und des Rechnungswesens da, sondern insbesondere sollen sie dem Ingenieur auch bei der Gestaltung der Kostenrechnung und der Kostenabrechnung helfen und ihm bei der betrieblichen Verwertung der Neuerungen zur Hand gehen. Das setzt auf Seiten des Wirtschaftlers und des Kaufmanns ein beträchtliches Maß von technischen Kenntnissen und ein weitgehendes Verständnis für technische Gestaltung voraus. Im Rahmen des Vierjahresplans gewinnt auch der Wirtschafts-Ingenien r und der technische Kaufmann erhöhte Bedeutung, was sich schon in der großen Nachfrage nach solchen wirtschaftlich und technisch ausgebildeten Männern bemerkbar macht. Die Wirtschafts-Ingenieure haben die Aufgabe, an all den Stellen im Betrieb zu arbeiten, wo sich Wirtschaft und Technik berühren. Sie sollen und können natürlich nicht den Techniker in seiner ursprünglichen Arbeit der technischen Gestaltung ersetzen oder gar überflüssig machen; aber da sie seine Technik verstehen, so können sie sich mit dem Techniker in der Sprache der Technik über die technische und wirtschaftliche Bestgestaltung unterhalten. Sie gewährleisten so ein Zusammenarbeiten zwischen Wirtschaft undTech- n i Mm Betrieb, das heute an vielen Stellen noch im argen liegt und geändert werden muß. Das stoffliche Denken, das der Wirtschafts-Ingenieur neben feiner wirtschaftlich-kaufmännischen Ausbildung mitbringt, ist aber nicht nur für die praktische Arbeit in den Wirtschaftsbetrieben von Nutzen, sondern ist auch in all den Stellen erforderlich, die auf Grund wirtschaftspolitischer Maßnahmen in die Gestaltung der Betriebe eingreifen oder letztere zu überwachen haben. Der Wirtschafts-Ingenieur wird daher bei der Prüfung industrieller Betriebe sowie bei den Kosten- und Preisfeststellungen, wie sie die staatliche Arbeitsbeschaffung und die Rüstungsaufträge erforderlich machen, wertvolle Hilfe leisten können. An den Technischen Hochschulen Berlin, Dresden und München bestehen besondere Fachrichtungen für das Studium der Wirtschaftslehre mit Einschluß der Grundlagen der Technik. Am weitesten ausgebaut, insbesondere nach der wirtschaftsbetrieblichen Seite, ist diese Einrichtung in Char- lottenburg, die ihre Absolventen mit dem Grad eines Diplom-Ingenieurs (Wirtschafts-Ingenieurs) entläßt. Das Studium ist — wie das der Technik- Ingertieure — auf 8 Semester bemessen und umfaßt insbesondere die kaufmännische Jndustrie-Wirt- schaftslehre in engster Verbindung mit weitgehenden Grundkenntnissen in der Technik. Der Vier- jahresplan ist nicht Ende, sondern Anfang einer Entwicklung. Das bedeutet, daß sowohl dem wirtschaftswissenschaftlichen Unterricht der Technik-Ingenieure erhöhte Bedeutung beigelegt werden muß, als es auch erforderlich ist, daß das Studium der technischen Kaufleute und der Wirtschafts-Ingenieure an den technischen Hochschulen, wo es in engstem Zusammenhang mit der Technik steht, weiter aus- gebaut wird. bürg. In der Bankenkrife 1931 wurde Hasse wieder nach Berlin berufen und hat an den schwierigen Arbeiten zur Wiederherstellung der deutschen Kreditwirtschaft maßgeblichen Anteil genommen. 1933 wurde er Mitglied des Reichsbankdirektoriums. Haffe betreute hauptsächlich das Renditinternat. * Dem Prager Abgeordnetenhause machte Verteidigungsminister Machnik Mitteilungen über die Wehrerziehung in der Tschechoslowa- k e i. Danach unterliegen alle tauglichen Einwohner beiderlei Geschlechts vom schulpflichtigen Alter bis zum 30. Lebensjahre der Wehrerziehung. Wenn die Staats)nterefsen es erfordern, werden für eine Übergangszeit auch ältere Personen der Ausbildung im Wehrdienst unterworfen. * Generalmajor van 23 o o r ft tot V o o r , der bisher die 4. Division führte, ist zum Befehlshaber der holländischen Armee ernannt worden. Der bisherige Befehlshaber, Leutnant- General van R o e l l, tritt in den Ruhestand. Kunst und Wissenschaft. Die erste Volksmusikschule in Frankfurt. Durch das Deutsche Volksbildungswerk der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" wurde in Frankfurt a. M. eine „K d F." - Volksmusikschule gegründet. Diese hat sich die Aufaade gestellt, die Laienmusik zu fördern. Jeder Volksgenosse soll durch fröhliches Volksliedersingen und gutes Musizieren mit Guitarre, Handarmonika oder Blockflöte sich selbst und anderen Kameraden Feierabend seelischer Aufgeschlossenheit gestalten. Die Volksmusikschule, die in engster Fühlung mit der Reichsmusikkammer und der Städtischen Musikschule teht, hat Lehrkräfte für ihre dankbare Aufgabe ge- unben, die in echt deutschem Sinne mit musikali- cher Durchbildung und pädagogischen Fähigkeiten das Verständnis aller für die Volksmusik zu wecken verstehen. So wird in Zukunft nicht nur im Kreis Frankfurt, sondern auch im ganzen Gau Hessen- Nassau durch die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" die Musizierfreudigkeit in sinnvoller Gemeinschaftsgestaltung gefördert. Deutsche Gesellschaft für innere Medizin. Der dritte Verhandlungstag in Wiesbaden galt der Pathologie der Schilddrüse. Professor Eug - st er (Zürich) berichtete über Untersuchungsergebnisse, die in Schweizer Dörfern zur Frage der Entstehung des Kropfes angefteüt worden find. Nach den Forschungsergebnissen von Professor Falta (Wien), der sich mit der Ursache der Pasedows- Krankheit beschäftigte, erzeugt z. T. die gesteigerte Tätigkeit der Schilddrüse sekundäre Anreizzustände im Mittelhirn, die sich von dort aus auf bestimmte weitere Gebiete des Gehirns erstrecken. — Aus den Ausführungen von Professor Hoff (Würzburg) ging hervor, daß bei dem Auftreten von Schilddrüsenstörungen die Erbmasse eine Rolle spielt. Aus Anlaß der 49. Tagung der Deutschen Gesellschaft für innere Medizin wählte die Deutsche Hämatologische Gesellschaft den Schweizer Blutforscher Professor Dr. N a e g e l i, Zürich, einstimmig zu ihrem Ehrenvorsitzendem Professor Naegeli ist es zu verdanken, daß die Blutlehre in der ganzen Welt ein wichtiger und ständig an Bedeutung gewinnender Zweig der inneren Medizin geworden ist- Großer Uraufführungserfolg des neuen Jannings-Films „Der Herrscher". Die Uraufführung des neuen Emil I a n n i n g s- Films „Der Herrscher" gestaltete sich im Ufa- Palast am Zoo in Berlin zu einem großen Erfolg des deutschen Filmschaffens. Die Zuschauer bereiteten dem mitreißenden Film, der mit dem höchsten Prädikat „Staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll" ausgezeichnet wurde, eine begeisterte Aufnahme. Die Darsteller, an ihrer Spitze Emil Jannings, der auch die künstlerische Oberleitung hatte und Regisseur Veit H a r l a n wurden stürmisch gefeiert. Der Abendvorstellung wohnte auch der Schirmherr des deutschen Films, Reichsminister Dr. Goebbels, bei. Frühjahrs-Neuerscheinungen im Verlag Gerhard Stalling. Der Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O.- Berlin, kündigt folgende Neuerscheinungen an: Agricola : Das Wunder an der Weichsel (Polens schwerste Stunde). Ein Tatsachenbericht. — Werner Beumelburg: Die Hengstwiese. Novelle. — Bruno Nelissen Haken: Das große Hundespiel ober Herr Schmidt zieht — sage und schreibe — fünf junge Haidjer-Dackel groß. Illustriert von Hans Speidel. — Fritz Helke: Die Kietzmühle. Novelle. — Karl Friedrich Kurz: Haldor im Frühlingstal. Roman. — Maximilian Lahr: Ein Reitermarsch. Roman. — Georg vonder Bring: Der Büchsenspanner des Herzogs. Aufzeichnungen des Rittmeisters Otto von Toell. Roman. Geschenk der Reichsregierung für die Universität London. Botschafter von Ribbentro-p übergab dem Institute of Historical Research (Institut für Geschichtsforschung) anläßlich des 100jährigen Jubiläums der Universität London im Namen der Reichsregierung eineS a mmlung historischer Werke. Die Stiftung umfaßt 2600 Bücher geschichtlichen Inhalts, u. a. das letzte erhältliche vollendete Exemplar der,,Monumenta Germaniae Histo- rica“, das grundlegende Quellenwerk zur Geschichte des deutschen Mittelalters. Botschafter v. Ribbentrop wies darauf hin, daß die deutsche Bibliothek den englischen Studenten Gelegenheit gebe, sich eine gründliche Kenntnis der Geschichte des deutschen Volkes anzueignen.Es sei heute notwendiger denn je, daß man einander verstehe. Nichts helfe hierbei mehr, als eine gründliche Kenntnis der geschichtlichen Entwicklungen und der Lebensbedürfnisse der Völker. Der Vizekanzler der Universität, F. H. E a s o n , und der Präsident des Senats, Lord Mac Millan, nahmen die Stiftung entgegen und dankten herzlich für das großzügige Geschenk. Aus aller Welt. Reichsgartenschau Essen 1938. Zur Unterrichtung über die Vorbereitungen zur Reichsgartenschau Essen 1 9 3 8 fand auf Einladung der Stadt Essen ein Presseempfang statt. Dabei überbrachte der Reichshauptabteilungsleiter im Reichsnährstand, van Swinderen, die Grüße des Reichsbauernführers. — Gartendirektor Korte (Essen) schilderte den gartenkünstlerischen Aufbau der Reichsgartenschau Essen 1938, während der Leiter der Essener Ausstellungsgesellschaft, Bür- aermeister i. R. Pieper, den organisatorischen Aufbau darlegte. Die Ausstellung, die sich über ein Gelände von 160 Morgen erstrecken wird, dauert von April bis Oktober 1938. Alle Zweige des Gartenbaus, auch die Gartenbauhilfsmittel der Industrie werden auf der Essener Ausstellung vertreten sein. Ein schöner Erfolg für die deutsche Luftfahrt. Der Präsident des Aero-Clubs von Deutschland, Wolfgang von Gronau, ist im Anschluß an den internationalen Oasenflugwettbewerb in Aegypten zu einem Fluge durch Afrika gestartet. Gronau benutzte seinen Aufenthalt in Aegypten, um den m Afrika ansässigen Ausländsdeutschen Grüße aus ihrer Heimat zu übermitteln. Am 2. März ist er in Kairo gestartet und nach einem Flug über Luxor, Wadi Halfa, Ehartum, Juba, Barusha und Johannesburg jetzt in Kapstadt gelandet. Der Flug über das innere Afrika, der etwa 8500 Kilometer betrug, ist trotz der vorwiegend überaus schwierigen Landeplätze ohne Zwischenfall verlaufen. Einschließlich des Oasenflugwettbewerbes hatte von Gronau bereits über 7000 Kilometer vor dem Start zu seinem Afrikaflug zurückgelegt. Eine schwere Leistungsprobe haben Flugzeug und Besatzung bisher mit einer Gesamtflugstrecke von 15 500 Kilometer bestanden nach hartem Kampfe in einem schweren internationalen Wettbewerb und in dem heißen Klima. Wie von Gronau berichtet, ist er überall mit Herzlichkeit empfangen worden und konnte manch frohe Stunde im Kreise auslandsdeutscher Familien verbringen. Zweifellos ist dieser Flug wieder ein großartiger Erfolg für die deutsche Luftfahrt. Von Kapstadt aus wird von Gronau dem südafrikanischen Aero-Club seinen Besuch abstatten und dann wieder Kurs auf Deutschland nehmen. Vier Todesopfer eines Vootsunglücks in Frankreich. Bei einem^ Bootsunglück bei Angers ertranken vier Personen. Das Boot, in dem sich fünf Pioniere befanden, war von einer Sturzwelle zum Kentern gebracht worden. Drei Pioniere konnten an Land schwimmen, während zwei vergeblich mit den Wellen rangen. Zwei Spaziergänger, die den Unfall beobachtet hatten, eilten den Ertrinkenden in einem Kahn zu Hilfe. Der Kahn war jedoch leck und ging unter. Die beiden Insassen ertranken wie die Pioniere, die sie retten wollten. Drei Kinder in einer Erdhöhle verbrannt Der Arbeiter Czekalski bei Argenau im Kreise Inowrazlaw (Woiwodschaft Posen) hatte, weil er für sich, feine Frau und drei kleine Kinder, keine Wohnung fand, in einer Sandgrube eine Höhle ausgegraben, deren Wände er mit Brettern abgesteift hatte. Als die Frau dieser Tage im Walde Holz sammeln wollte, schloß sie die Kinder in der Höhlenwohnung ein, nachdem sie vorher den Ofen geheizt hatte. Aus unbekannter Ursache griff das Feuer auf die Wohnungsgegenstände über. Da die Tür verschlossen war, konnten sich die Kinder nicht retten und kamen in den Flammen um. Die Mutter fand bei ihrer Rückkehr ihre Kinder nur noch als verkohlte Leichen vor. Razzia nach Rauschgiftschmugglern im Hafen von Reuyork. Neuyorker Hafenpolizei und Rauschgiftpolizei unternahmen im Brooklyner Hafenviertel eine Razzia auf Opiumschmuggler. Auf einem amerikanischen Frachtdampfer, der aus Schanghai eingelaufen war, konnten dabei 600 Büchsen mit Opium im Werte von über einer halben Million Dollar beschlagnahmt werden. Die Polizei verhaftete mehrere Offiziere des Frachtdampfers sowie einen wohlhabenden Kaufmann aus Neuyorks Chinefenftadt, der im Verdacht steht, das Haupt einer internationaler Opiumschmugglerbande zu sein. Eine Diebesbande unschädlich gemacht. Seit längerer Zeit nahm die Beraubung von Stück gutsendungen bei der Güterabfertigung des Gelsenkirchener Hauptbahnhofes erheblich zu..In einigen Fällen wurden ganze Sendungen, zum Teil mit den dazugehörigen Frachtbriefen gestohlen. Den Beamten des Fahndungsdienstes der Reichsbahn und der Gelsenkirchener Kriminalpolizei ist es jetzt gelungen, auf die Spur der Diebe zu kommen. Ein Angestellter eines Bahnspediteurs wurde dabei betroffen, als er einen Frachtbrief, den er bereits einen Tag lang zurück- gehalten hatte, verschwinden lassen'wollte. Die Nachforschungen führten zur Aufdeckung eines großen Diebeslagers in der Wohnung des Festqenom- menen. Fertige Anzüge, Anzugstoffe, Wäsche, Schuhe aller Art, Lebensmittel usw. wurden vorgefunden. Bis jetzt sind 11 Personen f e ft g e n o m= men worden, die in die Angelegenheit verwickelt sind. Einer der Haupttäter hat inzwischen Selbst- m o r d verübt, einem anderen konnten etwa vierzig Diebstähle nachgewiesen werden. Lebensversicherung! — Schon das Wort ist schön und tief, die Sache selber aber kann gar nicht hoch genug angeschlagen werden. Die Dichterworte sollen uns zur Tat aufrufen. Wer wffl an die Sicherung seines Alters erst denken, wenn seine Kraft erlahmt? Wer kann unbesorgt und erfolgreich schaffen, während der Gedanke ihn quält, daß Frau und Kinder einmal plötzlich vor ungewisser Zukunft stehen könnten?--Schlich' Dich beizeiten der großen Gemeinschaft der Lebensversicherten an, dann wirst Du es selbst erfahren, wie froh und lebensstark das Gefühl erfüllter Pflicht Dich macht. leben unserer Landschaft, die Bücherschau und die l Tierphotograph Gerhard hervorragende Auf- Notizen aus der Heimat runden das inhaltreiche und nahmen vom Sperber am Hort^macht und bringt gediegen ausgestattete Heft ab. VermietungenJIKoireMiia Bewerbeschule Gießen 1822 D Die Direktion. Auskunft kostenlos. Marktstraße 23 miA Tel. 2417 CARLTMnwArx GIESSEN SELTERSWEG 8) 1842 A IS G |JNHABER- CARL HEINZ~SCHLÜTER| .und zum Bauen und viele neue,, aparte Muster und Farben zeigt unser Oster - Angebot in schicken Frühjahrsmän - fein! 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Pachtner läßt uns an Hand von Aufnahmen aus industriellen Werken den Gang verfolgen, den das Oel von der Saat und von der Frucht bis zum Speisefett durchläuft, ein Thema, was gerade heute auf besonderes Verständnis stoßen wird. — Kleine Beiträge und Forschungsergebnisse aus allen Gebieten, Anregungen zur Naturbeobachtung, die Bücherschau, die Liste der Neuerscheinungen auf dem naturwissenschaftlichen Büchermarkt, sowie die immer gern gesehene Preisfragen schließen das reichhaltige und vorzüglich ausgestattete Märzheft. Brennholzverlauf. Forskaml Krofdorf. Am Montag, dem 22. Mär; 1937, von 9.30 Uhr ab, in der Gastwirtschaft Ed. Moos zu Krofdorf. Revierförsterei Krofdorf. Distr. 1, 3, 5, 27 und Sammelhieb. Revierförsterei Waldhaus 36, 35, 33, 54, 58 und Sammelhieb. Lichen rm: 67 Scheit, 71 Knüppel, 321 Stangenreis. Buchen rm: 933 Scheit, 130 Knüppel, 1502 Astreis. Fichten: 206 Stangenreis. 183^0 Aenderungen vorbehalten. kW KAISERS s /' / / Z X Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Von dem ostatlantischen Wirbel erstreckt sich eine Tiefdruckrinne ostwärts. Deutschland liegt an ihrer Südseite im Zufuhrbereich feucht-milder Meeresluft, die unbeständiges, aber nicht durchweg unfreundliches Wetter bedingt. Eine nennenswerte Umgestaltung der Wetterlage ist vorerst noch nicht zu erwarten. Aussichten für Freitag: Gelegentlich aufheiternd, doch im ganzen unbeständig und zeitweise auch Regen, bei Winden um Süd mild. Aussichten für Samstag: Unbeständig, mild und zu Regenfällen geneigt, doch nicht durchweg unfreundlich. Lufttemperaturen am 17. März: mittags 7 Grad Celsius, abends 8 Grad; am 18. März: morgens 4,4 Grad. Maximum 8,8 Grad, Minimum heute nacht 2,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. März: abends 4,8 Grad; am 18. März: morgens 3 Grad. — Niederschläge 1,6 mm.* Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blume schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilde« Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyrioh für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen^ (eiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II 37: 10 933. Druck- und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Kontinent. Wenn es einen Sinn hat, eine europäische Sicherheit zu organisieren, dann nur gegen den jüdisch-bolschewistischen Weltfeind. In einem durch ein System zweiseitiger Verträge neu organisierten Kontinent müssen sich die europäischen Völker für den Fall eines kommunistischen Angriffes verpflichten. Solange aber infolge der durch die Komintern betriebenen Zersetzung einzelner Staaten eine ganz Europa umspannende Organisation des Widerstandes ausgeschlossen erscheint, ist die antibolschewistische Allianz, welche alle sehenden Völker zusammenschließt, das Gebot der Stunde. Diese Allianz ist die erste Etappe der europäischen Einheit. Sie ruft zur Tat, um das Abendland vor dem Untergange zu bewahren. u — „Singend wollenwirmarschieren. Amtliches Liederbuch des Reichsarbeitsdienstes. Im Auftrage des Reichsarbeitsführers herausgegeben von Thilo Scheller. 189 Seiten kart. 1,10 RM., Ganzleinen 1,80 RM. Ludwig Voggenreiter Ver- lag, Potsdam. — (34.) — Das Liederbuch stellt etwa 250 Lieder bereit, die sämtlich innerhalb der Abteilungen vielfach erprobt sind. Was diese Sammlung von anderen unterscheidet, ist nicht nur die starke Betonung des Gegenwartschaffens auf dem Gebiete des Liedes, sondern auch die Ausrichtung auf den Tageslauf innerhalb der Lager. Diese zeigt die starke Verwurzelung des Arbeitsdienstes mit dem besten Gut aus unserer völkischen Vergangenheit und verrät das eigenwillige und vorwärts- weifende Schaffen innerhalb des neuen Lebens in zahlreichen Proben. — Siegfried Berger: Das Schmuckkästchen des Fräulein von Rhaden. Ein Ferienbuch. 173 Seiten. Geb. 3,80 Mark. Verlag Friedrich Stollberg, Merseburg. — (27) — Die Erzählung sammelt in kurzweiligem Rahmen die Geschichte von Menschen des Baltenlandes, die — zur Zeit Peters des Großen, der Königin Luise oder auch der Gegenwart — das Bad Pyrmont besuchten und deren Schicksale mit den Schmuckstücken im Kästchen des Fräuleins von Rhaden verknüpft sind; so findet man ernste, heitere und nachdenkliche Erlebnisse in den Lindenalleen unh im Park von Pyrmont hier ausgezeichnet als eine angenehme, beschauliche Ferienlektüre. Zeitschriften. — In der neuen Nummer vom „H e s s e n l a n d" (Heimatzeitschrift für Kurhessen, herausgegeben von Dr. C. Hitzeroth, Marburg) lesen wir u. a. einen Aufsatz über „Strohdächer in Oberhessen" von Architekt Karl Rumpf mit aufschlußreichen Bilderbeigaben, ferner einen Beitrag „Der historisch-topographische Aufbau des hessischen Hinterlandes" von Günther Wrede, eine Würdigung des Kasseler Musikers und Dichters Johann Lewalter von Will Scheller, eine Darstellung der Kasseler Oper im 18. Jahrhundert von Wolfgang Voll und eine genealogisch bemerkenswerte Untersuchung über die hessische Försterfamilie Dehnert von Regierungsbaurat Dr. Dehnert. Besprechungen aus dem Theater-, Musik- und Kunst- — Die Märzfolge von West er man ns Monatsheften beginnt aus Anlaß der Internationalen Automobil-Ausstellung mit einer repräsentativen Veröffentlichung über die Herstellungsgrundsätze des deutschen Kraftwagenbaues. Aquarelle neben Einblick in die Arbeitsstätten der großen Werke. Gleichfalls durch den Farbdruck wird bekannt gemacht mit zwei jungen deutschen Künstlern, dem in Hannover lebenden Ernst Thoms und dem Bayern Walter Koch. Stillen Reiz hat ein Aufsatz, der Kinder der deutschen Landschaft in ihrem unterschiedlichen Wesen durch sorgsam ausgewählte Aufnahmen zeigt. Spannend ist ein Bild des „ersten Bolschewisten", dessen Aufstand den Thron Katharinas der Großen ins Wanken brachte. Aufschlußreich find auch Aufsätze über die Arbeitskreise und Laienschaiten tm großen Volksbildungswerk der Deutschen Arbeitsfront und über die Schulung des Buhnennachwuchses. Gern sieht man, daß Westermanns Monatshefte auch, wieder das junge musikalische Schaffen fördern, indem sie neue Lieder in Noten und Text bringen. Beigelegt ist dem Heft eine farbige Rundfunkkarte, die alle deutschen Sender mit Wellenlänge, Stärke, Pausenzeichen usw. verzeichnet. — Zum 40jährigen Militärjublläum des Reichskriegsministers Generalfeldmarschall von Blomberg zeigt ein reichbebilderter Aufsatz der neuesten Ausgabe der „Jllustrirten Zeitung Leipzig" die glänzende militärische Laufbahn dieses Sohnes einer alten Soldatenfamilie, der auch im Weltkrieg und in den Jahren der Reichswehr dem Vaterlande an verantwortungsvoller Stelle gedient hat. Ebenso gedenkt das neue Heft des 60. Geburtstages von Reichsminister Dr. F r i ck. — Ein großer Bildbericht im neuen Heft der „Sirene" schildert einen Besuch in einer Luftschutz-Schule und erzählt anschaulich von der Arbeit des RLB., die der Landesverteidigung dient. Außerdem bringt das Heft Artikel über „Fliegerangriffe auf Kriegsschiffe", über „Zeltlager des BDM." und über „Wale, die Giganten der Weltmeere". — „Der Naturforscher", vereint mit „Natur und Technik". Hugo Bermühler Verlag, Berlin- Lichterfelde-N., berichtet im Märzheft in einer kleinen „Lawinenlehre auf dem Hausdach" von Walter Flaig über die Grundlehren und Urregeln der „Lawinensorge". Aus der Meereskunde ist der Aufsatz von Dr. Geßner entnommen, der über die neuesten Forschungen der zum Teil immer noch rätselhaften Sargasso-See berichtet. Dr. Keilbach veröffentlicht an Hand von Bildern die neuesten Verfahren, die bekannten Einschlüsse im Samländischen Bernstein herauszupräparieren, so daß diese Millionen Jahre alten Tierreste bis zu der Feinheit des Zellkerns erschlossen werden können. — Bei Annäherung der ersten Frühjahrsgewitter interessiert die Frage nach der Entstehung der elektrischen Energie atmosphärischer Entladung, die von Prof. Stöckl allgemeinverständlich dargestellt wird. — Der Bücheriisch. — Deutscher Wehr-Kalender 1937. Das Handbuch für Wehrmacht und Wehroerbände. Herausgegeben von Rolf Kückens, Oberleutnant der Fliegergruppe Faßberg (S.) und Tammo Kückens, Oberleutnant und Adjutant des I. J.-R. 53. Mit vielen Textabbildungen und mehrfarbigen Bildtafeln. Taschenformat. Gerhard Stalling Verlag, Oldenburg i. O. Biegsamer Ganzleinenband zu 1,60 RM. — (45.) — Der „Deutsche Wehrkalender" ist für viele Angehörige des Heeres, der Marine und Luftwaffe, des Soldatenbundes, der Polizei, SA., SS. und anderer Verbände und Organisationen ein unentbehrlicher Begleiter geworden. Die Gliederung der neuen Wehrmacht, die Ausrüstung und Kampftechnik der einzelnen Waffengattungen, die Ausbildung der Truppe im Exerzier- und Geländedienst werden neben vielem anderen in anschaulicher Form behandelt. Für den Ausbilder und den Rekruten ist das handliche Büchlein ein vorzügliches Lehrmittel und für den Soldaten des Beurlaubtenstandes ein bereitwilliger Helfer, die während der Dienstzeit erhaltene Ausbildung weiter zu pflegen und zu vertiefen. Durch neue Aufsätze ist die Ausgabe von 1937 so grundlegend umgestaltet worden, daß hier in Wort und Bild LÄer die gesamte Wehrmacht ein lebendiges praktisches Wissen vermittelt wird. — Otto Hoffmann „Soziale und nationale Sicherhei t". Das Wirtschaftsjahr 1936, im Sozietäts-Verlag in Frankfurt a. M. Preis geb. 1,20 Mark. — (47) — Die weitere Ausbreitung der weltwirtschaftlichen Belebung hat auch im Jahr 1936 angehalten, war allerdings noch stärker als in den vergangenen Jahren binnenwirtschaftlich bestimmt Wit) ist darum nicht überall gleichmäßig fortgeschritten. Die innerdeutsche Entwicklung stand vor allem hii Zeichen der vom Staat gestellten Aufgaben, wobei jedoch bereits stärker als im Vorjahr die wirtschaftlichen Ausstrahlungen auf die sonstige öffentliche und private Investition und auf den Einzelverbrauch sich bemerkbar machten. Als wesentliche Basis, von der aus der zweite Dierjahresplan nunmehr ausgehen kann, wurde 1936 die volle Beschäftigung der Wirtschaft erreicht. Auf der sogenannten „Geldseite" der Wirtschaft verlagerte sich das Schwergewicht der Geldaufbringung für die staatlichen Investitionen vom Kredit fort zum erhöhten Steuerertrag und zur Heranziehung der Ersparnisbildung. Den unterscheidenden Entwicklungsmerkmalen in den wichtigsten Wirtschaftsländern der Welt gilt der zweite Teil der Untersuchung. — Rudolf Lengauer: „W ir rufen Europa" (Verlag F. Bruckmann AG., München) mit zehn Skizzen. Preis kartoniert 2,50 Mark, Leinen 3,80 Mark. — (48) — Das Buch ist ein Aufruf an die Völker Europas» sich zufammenzu- fchließen zur Abwehr der bolschewistischen Gefahr. Die Drohung aus dem Osten steht vor unserm durch Krieg und Nachkrieg schwer geschwächten Ihre Geschäftsdrucksachen stellen die Verbindung her zu Ihren Erzeugnissen Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen. Briefumschläge. Postkarten. Rechnungen. Geschäfts karten ihres Hausee beurteilt. 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Z >wr,, ■' WÄ v'v Das Eisenbahnunglück in Frankreich Im Zusammenhang mit den Erneuerungsbestrebungen, die nach einer Zeit des Experimentierens jetzt wieder der jüngsten und eigentlich funkischen Kunstform des Hörspiels zugewandt werden und an der auch der Hitler-Jugend-Funk regen Anteil nimmt, verdient die nachstehende Betrachtung Interesse. glückliche, an Wohlhabende und in Armut Versinkende, er wendet sich an Wissenschaftler, Handarbeiter, Kaufleute, Soldaten, Bauern, Künstler. Er wendet sich an das Volk. Und nur der hat Berechtigung, zum Volk zu sprechen, der den heißen Hauch der aufbrechenden Zeit in sich ausgenommen hat, der von ihm eingefangen ist, der sich ihm verpflichtet hat, der bedingungslos lebt und Kraft genug in sich trägt, denen, vor die er tritt, Kamerad und Deuter zu sein. Die Zeit der halben Töne ist vorbei. Ja sei Ja, und Nein sei Nein! Weil das Wort von der „stählernen Romantik" Wirklichkeit werden soll in jedem Werk." Dr. H. Leisegang. Eine Erpresiungsgeschichte im Hinterland. Dieses größte Ziel aber fordert einen Dichter, der selbst gläubig in unserer Weltanschauung lebt, der durch den Schmelzofen des Zweifels hindurchgegangen ist und nun, befreit und geläutert von allen Schlacken, als Künder vor Volk und Nation hinzutreten berufen ist, es verlangt den Dichter, wie ihn einer unserer Jungen, Hans-Jürgen Nierentz fordert: „Wer im Funk spricht, spricht zur Nation..——^, —■ . - Er steht abseits aller Kreise und Richtungen und Hilfe, der Schwarz zur Zahlung von etwa werteren Gemeinden. Er wendet sich an Glückliche und Un--11000 Mark veranlassen konnte. In der Nähe von Bourges, südlich von Paris, ereignete sich ein schweres Eisenbahnunglück, durch das 13 Menschen ums Leben kamen. Die Ursache bildete eine vom Man itmoeftürate Ulme, die über das Gleis fiel, und durch die der Zug zum Entgleisen u m g U u 3 gebracht wurde. - (Associated-Preß-M.)_________________________ Dichter über das Wesen des Hörspiels „Wer im Funk spricht, spricht zur Nation/' aus anderen Künsten entlehnt habe. Vom Theater, dem das dichterische Wort auf begrenzter Raumbühne gegeben ist, habe es die Substanz der Sprache übernommen; vom Film, dessen Wirkung auf Konversation (undichterischer Sprache) und unbegrenzter Bühne beruht, habe es räumlich die Extension, den Reichtum und die Fülle dieser Welt geerbt. Diese Anschauung vergißt, daß aus der Vereinigung zweier Kräfte immer ein Neues erwächst, ein Neues von eigenem Klang und mit eigenen Gesetzen. Gerade die Funkdichtung hat gezeigt, daß sie immer dann zu ihrer größten Wirkung und Kraft kam, wenn sie aus dem Boden der Volksgemeinschaft geboren wurde. Damit kommen wir zu ihrem tiefen und entscheidenden Sinn, so wie ihn Hans Hermann W i l- h e l m ausspricht: „Unser Jahrhundert hat uns Deutschen vornehmlich vor so ungeheure Aufgaben gestellt, wie, ohne Uebertreibung, kein Jahrhundert vor uns. Es gibt wohl kein menschliches und völkisches Problem, das nicht von uns neu angepackt und gelöst werden müßte. Und der Rundfunk sollte von alledem schweigen? Er sollte nicht auch dazu da sein, den Dichter um diese Probleme vor seiner zu Anfang noch kleinen aber immer größeren Zuhörerschaft ringen zu lassen — mit dem Ziel, die uns heilige Weltanschauung immer klarer und tiefer in der künstlerischen Gestaltung herauszuarbeiten?" Lpd. Marburg, 17. März. Die Strafkammer beschäftigte sich mit einer umfangreichen Strafsache, die teilweise bereits etwa zehn Jahre zurückliegt und in Verbindung mit einer Erpressungsgeschichte erst neuerdings zur Aufdeckung gelangte. Bekanntlich kamen im Jahre 1931 am Landratsamt Biedenkopf Veruntreuungen ans Tageslicht. Ein gewisser Prentzel entzog sich damals der Verantwortung durch Selbstmord, wahrend der jetzt 51jährige Friedrich L ö w e r aus Biedenkopf wegen Amtsunterschlagung zu IV2 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Als Löwer bei Aufdeckung seiner Verfehlung infolge Dienstentlassung in wirtschaftliche Bedrängnis geriet, wandte er sich an den mit ihm verschwägerten Ludwig Schwarz mit der Bitte um finanzielle Unterstützung. Er drohte Schwarz bei Nichterfüllung seines Wunsches mit Anzeige, und Schwarz, der ein Hineinziehen in die damalige Strafsache befürchtete, zahlte an Löwer bis zu dessen Strafantritt rund 1000 Mark. Nach der Entlassung Löwers aus dem Zuchthaus im Januar 1935 setzte dieser seine Erpressungen fort. Im Juni 1936 nahm er noch den in Bre- | denkopf ansässigen 39jährigen Dr. Alfred R 0 ck zu Gerd Fricke, der verdienstvolle und rührige - Oberspielleiter des Deutschlandsenders, dessen Um- < frage nach den besten Hörspielen des vergangenen Jahres einen über Erwarten großen Widerhall rn der Hörerschaft fand, hat jetzt eine zweite Umfrage, diesmal an die berufensten Vertreter dieser Kunst- gattung, an die Dichter selbst erlassen. Das einge- aangene Material ist in der Vielseitigkeit seiner Erkenntnisse aller Beachtung wert, es zeigt vor allem, I mit welcher Intensität um die jüngste unserer künst- I lerischen Ausdrucksformen gerungen wird. Es gab eine Zeit, da die Technik mit ihrer ■ äußerlichen Geräuschkulisse den größten Anteil am Hörspiel hatte. Heute ist der Rundfunk selbst als dienendes Instrument in den Hintergrund getreten. Die wichtigsten Standpfeiler des Hörspiels sind auf der einen Seite der Dichter als Künder seines Volkes und auf der anderen die Hörerschaft, das Volk. Ludwig T ü g e l, dessen Dramatisierung der Novelle „Die Treue" in ihrer visionären Unyeim- lichkeit manchen noch in eindrucksstarker Erinnerung ist, macht sich zum Anwalt des Dichters, wenn er sagt: „Am Rundfunk kann nur bestehen, wer von innen her etwas zu sagen hat, und wer es fertig bringt, seine Gestalten auf diese innere Ebene zu stellen, auf der das leise gesprochene Wort die ungeheuerlichste Klangwirkung haben kann." Aber das Hörspiel ist nicht nur eine Sache des gebenden Dichters, seine seelische Tiefenwirkung erschließt sich erst durch die Bereitschaft des anderen, des aufnehmenden Teils. Vielleicht ist das Wort „aufnehmend" hier nicht einmal richtig; denn mit dem passiven Zuhören ist an sich noch nicht viel erreicht. Das Hörspiel setzt bei der Hörerschaft eine Aktivität voraus, die tatsächlich größer ist als im Theater oder im Film, es verlangt außerdem die Gabe der stärkeren Phantasie und den Willen zum Erlebnis. Ohne diesen Willen, der sich im Theater durch die Zuschauergemeinschaft von selbst formt, werden wir im Funk wohl niemals auskommen. Darum ist nichts so schädlich und auf die Dauer abstumpfend, wie das Ablaufenlassen Fines Hörspiels, ohne die gleichzeitige Bereitschaft zur seelischen Konzentration Carl Borro Schwerin drückt es so aus: „Nur wer bereit ist, sich dem Hör-- spiel ganz hinzugeben, dem schenkt sich auch das Hörspiel ganz Wer sich mit einem Butterbrot neben den Lautsprecher setzt, darf nicht böfe sein, wenn ihm das Hörspiel nicht gab, was er sich wünschte. Daa Hörspiel ist keine Wetternachricht, die sich auch so nebenbei verdauen läßt, es verlangt vielmehr Au'm schlossensein und Andacht. Ein Zimmer mit gedämpftem Licht, mit verriegelten Türen und abgestelltem Fernsvrecher, das ist der Tempel, in dem aus einer Nummer im Funkprogramm ein wirkliches Hörspiel werden kann " Es ist ein sehr künstlerischer Zug am Hörspiel, daß es auf die P h a n t a s i e w i r k u n g des Hörers angewiesen ist. Welche Anregungskraft für das innere Bild wird dadurch frei. Einige sehr beherzigenswerte Worte schreibt Martin R a s ch k e darüber: „Die Funkdichtung kann nur dann bestehen, wenn wir die Sprache als ein Beschwören ausfas- sen Wer nicht beim Hören des Wortes „Baum" das Rauschen von Laub empfindet, ja wer den Baum nicht zwingend vor seinem Auge aufsteigen sieht, wer nicht beim Hören des Wortes „Eis" wie geblendet ist, der ist, nehmen wir es nur streng genug, zumindest nicht in vollem Ausmaße fähig, eine Funkdichtung von Rang zu hören." Die Gegner der Funkdichtung haben öfter darauf hingewiesen, daß das Hörspiel nicht organisch gewachsen sei, da es seine wesentlichen Bestandteile Im Herbst v. I. kam die Angelegenheit ans Tageslicht. Schwarz bestritt zunächst wohl aus Angst, erpreßt worden zu sein, gab aber dann zu, an Löwer rund 2000 Mark bezahlt zu haben. Als die Staatsanwaltschaft merkte, daß irgendetwas nicht in Ordnung war, prüfte sie die Akten aus früheren Jahren nach und stellte fest, daß Schwarz tm Jahre 1928 in drei Fällen gefälschte Kassenanweisungen unterschrieben haben mußte. Löwer und Rock hatten sich nunmehr wegen gemeinschaftlicher fortgesetzt erE r • pressung, Schwarz wegen Urkundenfälschung und Begünstigung vor der Großen Strafkammer zu verantworten. Das Urteil lautet für Löwer und Dr. Rock wegen gemeinschaftlicher fortgesetzter Er- Pressung auf j e ein Jahr sechs M 0 n a t e Gefängnis und drei Jahre Ehrverlust. Rock wurde wegen Fluchtverdachtes und Verdunkelungsgefahr sofort verhaftet. Löwer blieb in der Haft, in der er sich bereits seit drei Monaten befindet. Die Un- t-rsuchungshaft wurde ihm nicht angerechnet. Das Verfahren gegen Schwarz wurde, soweit es die Urkundenfälschung anbelangt (die strafrechtliche Verfolgung war verjährt) eingestellt, von der Anklage wegen Begü nstigung wurde er aus strafrechtlichen Gründen freigesprochen. 3u Tode gestürzt. Lpd. Marburg, 17. März. Auf der Straße von Niederweimar nach Oberweimar ereignete sich ein schwerer Unfall, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Eine Zugmaschine mit beladenem Anhänger war auf der Fahrt nach Oberweimar. Zwischen beiden Fahrzeugen saß aus einem Notsitz ein Einwohner aus Lohra Ohne daß es der Fahrer des ersten Wagens bemerkte, fiel dieser von seinem Sitz herunter und blieb mit schweren Verletzungen tot auf der Straße liegen. Wie sich der Unfall zugetragen hat, konnte noch nicht festgestellt werden. Der Reichsarbeitsdienst Aisfeld im Dienst des Winterhilfswerks. < Alsfeld, 17. März. Eine mustergültige Aktion veranstaltete am vergangenen Samstag und Sonntag die in Alsfeld stationierte Gruppe 223 des Reichsarbeitsdienstes zugunsten des Winterhilfswerkes. An der Veranstaltung nahmen Abordnungen der zur Zeit noch aus 11 Arbeitsdienstabteilungen bestehenden Gruppe 223 teil. Als Auftakt sand am Samstagabend auf dem Marktplatz ein großer Laaerzapfenstreich unter Mitwirkung des Musikzugs der Gruppe und deren Spielmannszug statt. Das festlich geschmückte Rathaus erstrahlte in bengalischem Lichte und bot einen prächtigen Anblick. An der Feier nahm auch Gauarbeitsführer Neuerburg vom Arbeitsgau 22 Kassel, sowie mehrere Gäste teil. Anschließend fand im kleinen Saal des „Deutschen Hauses" ein Kameradschaftsabend der Führer und der drei aus der Gruppe ausscheidenden Abteilungen statt. Gauarbeitsführer Neuerburg richtete an die aus der Gruppe ausscheidenden Abteilungen herzliche Abschiedsworte. Der Sonntag brachte eine ßp örtliche Veran- st a l t u n g unter Beteiligung der einzelnen Arbeitsdienstabteilungen der Gruppe, bestehend aus einem 10 000-Meter-Gelände-Hindernis-Lauf. Alle Teilnehmer gingen mit guter Zeit durch das Ziel. Anschließend fand das zugunsten des Winterhilfswerks veranstaltete Eintopfessen im großen Saal des „Deutschen Hauses" statt, zu dem die Gruppe 1500 Liter Essen gestiftet hatte. Der Andrang war gewaltig und auch die zwei Gulaschkanonen des Reichsarbeitsdienstes, welche um die Mittagsstunde durch die Stadt fuhren, fanden reißenden Absatz. Die Veranstaltung wurde am Sonntagabend mit einem „Fröhlichen Feierabend", den die Gruppenführung veranstaltete, beschlossen. Ein reichhaltiges Programm, das in abwechslungsreicher Folge ausschließlich von den Arbeitsmännern bestritten rotirbe, brachte die richtige Stimmung des Abends. Gruppenführer Z i m p e l (Alsfeld) wies in feiner Ansprache auf die Leistungen des Reichsarbeitsdienstes in den letzten vier Jahren hin Hinterglasmalerei. Ein altes Hausgewerbe Abseits von den breiten Straßen, geborgen im Schutze enger Täler oder meilenweiter Walder, trifft man noch oft in Schlesien auf eines öer alten malerischen Bauernhäuser, das seine altüberlieferte Kunst bis zur Neuzeit erhalten hat. Erne schlesische Eigentümlichkeit, die noch tn manchem der alten „Herrgottswinkel" anzutreffen ist, sind jene grellbunt bemalten Bilder die vor allem m den Gebirqskreisen zu Hause sind. Nur wenige noch haben sich' über die Schwelle unseres Jahrhunderts gerettet; Oeldrucke, Reklamebilder und Photos haben die alte Heimatkunst verdrängt. Manches wertvollere Stück ist zum Trödler gewandert, andere Bilder fanden im Heimatmuseum eine liebevolle Aufnahme, aber der größte Teil dieser eigenartigen Werke ist verloren gegangen Etwa hundert Jahre lang, von 1750 bis 1850, stand die Hinterglasmalerei in hoher Blüte. Einzelne begabte Barockmaler wiesen die Wege und gaben die Motive an. Bald aber entwickelte sich daraus eine rechte Volks- und Heimatkunst, die sogar in den Gebirgstälern zu einem Hausgewerbe wurde. Die Herstellungswelse war recht einfach: in den langen Winterabenden wurden hunderte solcher Bilder hergestellt und durch wandernde Händler vertrieben. Die Kraxenträger waren mit ihrer begehrten Ware für viele Monate unterwegs und versorgten ganz Schlesien, Böhmen und die ehemaligen Kronländer der Donaumonarchie. Die Glasscheiben wurden fast alle in gleicher Größe geschnitten, so daß schon im Format eine serienmäßige Herstellung zu erkennen war. Als Vorlage diente ein Kunstblatt, meist ein Kupferstich, dessen' Umrisse mit einem feinen Haarpinsel auf die Glasplatte aufgetragen wurden. Dann mischte der Maler die „Leibfarbe", mit der die Umrisse für Gesicht, Hände und Füße ausgefüllt wurden. Dann kam die Bekleidung, meist rot ober blau, an die Reihe, und zum Schluß wurden Ornamente und Beiwerk aufgemalt. Zur Verwendung gelangten fast ausschließlich Wasserfarben (Kremserweiß, Zinnoberrot, Pariserblau, Gelb und Venezianischer Kugellack), die mit Gummiarabikum ihre Festigkeit erhielten. Nach dem Trocknen wurde die Rückseite mit einer braunen Oelfarbe abgedeckt. Manche Bilder entstanden aus Oelfarbe, damit sie eine größere Haltbarkeit aufzuweifen hatten. Auch die Rahmen stellte man in den gleichen Orten als Hausgewerbe her. Schmale Leisten, meist aus Weichholz, wurden mit schrägem Profil und einem Falz versehen und zur Aufnahme der Glasplatte bestimmt Die als Schutz eine spandünne Holzruckwand erhielt. Der Rahmen wurde mit grauer oder dunkelgrauer Oelfarbe gestrichen. Dann konnte das Bild feine Wanderfahrt antreten Die Hinterglasmalerei wurde in den berühmten Malerschulen des 17. Jahrhunderts bereits gepflegt. Aber sie blieb auf Einzelstücke beschrankt, die dann allerdings von großem Werte waren. Noch die ersten Bilder qus der Mitte des 18. Jahrhunderts zeigen die persönliche Meisterschaft einzelner Schulen und entbehrten darum nicht einer besonderen Note. Im gleichen Maße aber, wie diese j)mterg a5male= rei zum Hausgewerbe wurde sank ihr künstlerischer Wert hinab. Man darf solche Aeußerungen einer Handwerk- lichen Betätigung im Sinne der Volkskunst nicht überschätzen. Man soll sie aber auch nicht — das ist das große Unrecht der zweiten Hallte des IST Jahrhunderts — zu gering achten Ihr Wert steckt in der farbenfrohen vielseitigen Behandlung, die mir im gleich starken Maße bei allen Aeußerungen der Volkskunst spüren. Diese nawe Freude am Schmücken, dieser Reichtum an schwunghaften Er- finbungen ist ein getreues Spiegelbild der schlesischen 'Seele. Schlicht und ungekünstelt wie die bildliche Darstellung ist auch die bäuerliche Lebens- weise. Bet der Beurteilung solcher Hinterglasbilder darf man nicht den Maßstab des Künstlerischen anlegen, sondern nur den weitgespannten Rahmen der Volkskunst und des Volkstums Dann erst bekommen die Darstellungen ihren wahren ihren inneren Wert Wer mit aufmerksamen Blicken das Beiwerk studiert, der wird manche Anregung finden, die auf ein hohes Alter zählen darf. Genau wie bei der bäuerlichen Bemalung finden wir auch bei den Hinterglasbildern meist die dreigeteilte Blumenranke ober einen sechsgeteilten Blutenstand, tue beide aus dem Lebensbaum entwickelt worden sind. Auch das Vogelornament, seit der Vorzeit bekannt, darf beim künstlerischen Schmuck nicht fehlen. Auch geometrische Muster, die aus dem Sonnenrad und dem Hakenkreuz entwickelt worden sind, finden sich vereinzelt auf den Glasbildern. In der Weiterführung dieser altbäuerlichen Ueberlieferungen steckt der besondere Wert dieser Bilder. Dadurch werden sie zu wichtigen Aeußerungen der Volkskunst und Trägern bäuerlicher Lebenskraft. F. W. Lichtspielhaus: „Lumpacivagabundus". Das hätte sich der selige N e st r 0 y in all seiner Phantasie gewiß nicht träumen lassen, daß seine Feen- und Zauberposse, die in manchen Zügen wie eine österreichisch-spielerische Abwandlung der alten Faust-Fabel anmutet, nach mehr als hundert Jahren — „Der böse Geist Lumpacivagabundus" erschien 1833 — von den Künsten der „Traumfabrik" unserer Tage verwandelt, aber im Grundmotiv unverändert, zu neuem romantischem Leben auf der Leinwand erwachen würde. Mit der Pakt-Szene über den Wolken wird das Schicksal der drei armen, wandernden Handwerksburschen vorausgedeutet; die Verschmelzung von Wirklichkeit und Märchenhaftigkeit im irdischen Wandel dieser drei, die im Traum das große Los gewinnen und es alsbald mit wachen Sinnen fröhlich verjubeln, bot auch im Film eine Anzahl brauchbarer und dankbarer Motive. Der Regisseur Geza v. Bolvary hat sich ein Vergnügen daraus gemacht, dies mit biedermeierlicher Behäbigkeit und wienerisch-melancholischem Humor auszumalen. Hübsch abgestuft in Temperament und Charakterumriß erscheint das leichtsinnige Kleeblatt: Heinz R ü h m a n n (Zwirn), Hans Holt (Leim) und Paul Hörbiger, der in einer Doppelrolle den unverbesserlich versoffenen Knieriem und den mephistophelischen Versucher Lumpaci gibt Von den Frauengestalten sind diePepi der Hilde K r a h l, die Paula der Edith Wolff und die Palpiti von Alice Brandt zu nennen. Dr. Max Wallner schrieb das Drehbuch, Hans Lang die Musik mit dem lustigen Wanderlied, das wir von der Bühne her in Erinnerung haben. — (Bavaria.) ein Anfang. Oder möchte jemand behaupten, daß dem Uranfang erst der eigentliche Anfang folgte?. Letzten Endes wäre das einzigste, worauf sich eine solche Behauptung stützen könnte, doch eine gewisse Gedankenlosigkeit. Das Einzigste? Nein, das einzige. Denn wie es vor dem Anfang nichts gibt, so gibt es ganz sicher keine Steigerung von einzig. Das einzige Kind wird nicht einziger, wenn man es das einzigste nennt, sondern bleibt immer das einzige. Das einzigste, was übrigbleibt, wenn alles vernichtet wird, ist immer nur ein einziges. Letzten Endes aber, um noch einmal den ersten Anfang aufzunehmen, letzten Endes kommt man auf so abwegige Gedanken, weil man sich des letzten Endes schämt. Wie viel Enden zählt man denn überhaupt? Etwa ein erstes, zweites, drittes, dem dann nach beliebig vielen weiteren. Enden das letzte folgte? Oder gibt es nur ein Ende, entsprechend dem einen und einzigen Anfang? Wenn ein Buch zu Ende ist, bann ist es doch wohl zu Ende. Oder kommt dann noch ein letztes Ende? Wenn eine Reise zu Ende, wenn der Sommer zu Ende ist, kann man dann noch von einem letzten, oder gar allerletzten Ende sprechen? Eine Schnur kann zwei Enden haben, aber doch nur, wenn man sich nicht entschließen kann, das eine Ende den Anfang zu nennen. Eine Strecke hat zwei Enden und zwei Anfänge, je nachdem von welchem Ort aus sie begangen wird. Aber ein letztes Ende findet sich nirgends. Was soll man sich letzten Endes darunter vorstellen? Nichts. Gar nichts Jeder kann selbst erproben, datz es völlig überflüssig ist. Oskar Jancke. Sochsckmlnachrichten Im Beiprogramm läuft außer der Wochenschau ein reizender Tierfilm: Szenen aus dem Leben der Schimpansin Susi von Berliner Zoo. Hans Thyriot. der erste Anfang Letzten Endes muß einer den ersten Anfang machen. Für den zweiten, dritten und alle folgenden Anfänge können dann andere einstehen. Nur ist zu fragen, was der erste Anfang eigentlich bedeutet. Gibt es wirklich mehrere Anfänge? Man müßte sich einmal bei Anfängern erkundigen. Jedenfalls steht außer Zweifel, daß der erste Anfang nur ein Anfang ist oder, wenn man so will, daß jeder Anfang ein erster ist Mag der Uranfang in unvordenklichen Zeiten liegen, so war er doch nur Am 19. dieses Monats begeht der ordentliche Professor der pharmazeutischen Chemie und Direktor des Pharmazeutisch-Chemischen Instituts der Universität Marburg, Dr. phil. Kurt Brand, seinen 6 0. Geburtstag. Brand wurde 1877 in Lützen bei Merseburg geboren, promovierte 1902 in Gießen, wo er sich 1903 habilitierte und 1905 seine Ernennung zum außerordentlichen Professor erhielt. 1928 wurde er Ordinarius in Marburg. Brands Arbeitsgebiete sind: angewandte Chemie, pharmazeutische ' Chemie, Nahrungsmittelchemie, chemische Technologie. Prof. Brand' wurde 1931 mit der goldenen Liebig-Medaille ausgezeichnet. Dem außerordentlichen Professor Dr. Gottfried Langer in Leipzig ist unter Ernennung zum Ordinarius der Lehrstuyl für öffentliches Recht an .der Universität Halle übertragen worden. Obecheffen. Kreis Bübingen. y Nidda, 17. März. Dieser Tage veranstaltete der hiesige Gartenbauoerein einen stark besuchten Heimatabend, in dem der Blume n- s ch m u ck - W e t t b e w e r b im Jahre 1936 den Mittelpunkt bildete. Ein reizendes Bild bot der Gambrinussaal durch die Ausschmückung mit Prachtexemplaren von Blattpflanzen und großen Blumenstöcken als Preise, 56 an der Zahl, sowie durch 200 zur Verlosung bestimmte mittlere und kleinere Blumenstöcke verschiedenster Art, auf den Tischen im Saale geschmackvoll verteilt. Obstbauinspektor Metternich (Büdingen) gab in einem Vortrag über Blumenschmuck reichliche Anregung zu noch besserer Ausgestaltung von • Plätzen, Straßen und insbesondere einiger sogenannter Sackgassen unseres Städtchens. Der Heimatabend wurde umrahmt von Musikstücken, Chören des hiesigen Gesangvereins, Solo-, Kinder- und gemeinsamen Gesängen, einiger Mädchenreigen, sowie Gedichtvorträgen. (•) Nidda, 15. März. Ein von echter Volksverbundenheit zeugender Unterhaltungsabend fand dieser Tage in der Turnhalle statt. Etwa 25 Oberjäger der 11. Jägerkompanie in Kassel besuchten auf zwei Tage unser Städtchen, dessen sie sich wegen herzlicher Aufnahme gelegentlich der Herbstmanöver gerne erinnerten. An dem Begrüßungsabend für die Kasseler Jäger beteiligten sich alle Gliederungen der Partei, die Vereine, sowie viele Volksgenossen. Major von Göhler dankte für die überaus gastreiche Aufnahme. Dem unterhaltenden Teil (Vorträge der Feuerwehrkapelle, des Männergesangoereins und prächtige Hebungen der Turnerinnen) schloß sich ein fröhlicher Tanz an. 11. Ranstadt, 15. März. In unserem Orte ereignete sich ein V e r k e h r s u n s a l l. Ein Landwirt, der einen mit zwei jungen Pferden bespannten und mit Ferkeln beladenen Wagen lenkte, nahm unterwegs eine Frau und ein Kind aus Gefälligkeit auf dem Wagen mit. Am Eingang des Dorfes scheuten die Pferde vor einer entgegenkommenden Zugmaschine und rannten an den Rand des tiefen Straßengrabens. Der Wagen überschlug sich und begrub alles unter sich. Glücklicherweise griffen einige beherzte Männer sofort zu und brachten die Pferde zum Stehen. Der Fuhrmann trug bei dem Unfall erhebliche Muskelzerrungen davon, die Frau erlitt Verletzungen am Arm, die sie für einige Zeit arbeitsunfähig machen werden. Es mußte sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Kreis Alsfeld. A Alsfeld, 17. März. Im großen Saal des „Deutschen Hauses" veranstaltete die hiesige Freiwillige Feuerwehr ihren diesjährigen stark besuchten Kameradschaftsabend. Ein sorgfältig zusammengestelltes, abwechslungsreiches Programm, bei dem insbesondere auch der Humor zu seinem Recht kam, sorgte für Unterhaltung und Stimmung. Regierungsrat Kessel sprach über die bedeutsamen Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehren im Dritten Reich und überreichte anschließend dem hiesigen Wehrführer und Hauptbrandmeister Hartmann sowie vier weiteren Wehrkameraden das „Ehrenkreuz in Silber", die höchste hessische Feuerwehr- nuszeichnung. Eine Anzahl von Kameraden, die der Alsfelder Wehr schon über 50 Jahre die Treue gehalten haben, wurden in besonderer Weise durch Ernennung zu Ehrenoberbrandmeistern bzw. Ehren- löschmeistern ernannt. )—( Ruppertenrod, 15. März. Der hiesige Obstbauverein hielt bei Gastwirt Döll seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Verein zählt 34 Mitglieder. Die Zähl der Obstbäume in der Gemarkung beläuft sich auf 6500. Im Verlaufe der Versammlung sprach Obstbauinspektor Kurz von der Obstbauinspektion Alsfeld-Lauterbach über die Bedeutung des Obstbaues innerhalb des Dier- jahresplanes und über die Schädlingsbekämpfung, die noch in stärkerem Maße durchgeführt werden müsse. Der Redner schloß mit dem Appell an die Obstzüchter, in jeder Hinsicht ihre Pflicht zu tun. „!" Ruppertenrod, 17. März. Für die Mädchen des dritten Berufsschuljahres fand dieser Tage im Rathaus eine schöne Entlassungsfeier statt. Zu der Feier waren auch die Mütter der Mädchen eingeladen und erschienen. Die Hauswirtschaftslehrerin, Fräulein Giesche, sprach zu den Teilnehmerinnen über den Sinn und die hohe Bedeutung des hauswirtschaftlichen Jahres in der Berufsschule, in der die Mädchen zu Hausfrauen und Müttern erzogen würden, die einmal imstande seien, das Leben zu meistern. Lehrer Strack sprach anschließend noch über den besonderen Wirkungskreis der Frauen vom Lande. Der weitere Verlauf des Abends brachte neben gemeinsam gelungenen Volksliedern einige Gedichtvorträge und die Aufführung zweier unterhaltsamer Spiele. Kaffee und Kuchen trugen dazu bei, den Abend zu verschönen. < Flensungen, 13. März. Die hiesige Kriegerkameradschaft hatte zu, einem wehrpölitischen Vortrag eingeladen, den Major a. D. R i e t s ch hielt. Der Redner vermittelte ein anschauliches Bild von der gegenwärtigen deutschen Wehrmacht in Gegenüberstellung zu der Wehrmacht vor Die Trachlenfiguren, die am 20. und 21. März von der Deutschen Arbeitsfront im Dienste des Winkerhilfswerks angeboten werden, find Zeichen der deutschen Verbundenheit. Die Kameradschaft überwindet jede Not! Das ist die Parole der Männer der Deutschen Arbeitsfront! und während des Weltkrieges. Sehr aufschlußreich waren auch die Darlegungen über die wehrpolitischen Verhältnisse in Deutschland im Verhältnis zu denen des Auslandes. Eine Lichtbilderreihe veranschaulichte den Ausbildungsgang des deutschen Soldaten. <> Flensungen, 17. März. Die Or ts- fachgruppe der Imker hielt im Saale Reitz eine Versammlung ab, zu der nicht nur die Mitglieder, sondern auch alle nicht organisierten Imker der Umgebung eingeladen waren. Als Redner für diese Versammlung sprach Dr. Freuden- st e i n vom Institut für Bienenzucht an der Universität Marburg über die auch in unserer Gegend verschiedentlich noch auftretende bösartige Faulbrut. An Hand von Beispielen und Ratschlägen für die Bekämpfung der Seuche vermittelte der Redner feinen Zuhörern ein reiches Wissen. —.— Homberg (Ohm), 15. März. In der Stadthalle fand, veranstaltet vom VDA., in Gemeinschaft mit der Schule ein Abend zugunsten des Auslandsdeutschtums statt. Der VDA.-Bezirksleiter, Lehrer V i e h m a n n, begrüßte die Teilnehmer. Nach einem Sprechchor der Schulkinder sprach Lehrer Allen^dörfer über das Deutschtum in Siebenbürgen und den Kampf der dortigen Deutschen um die Behauptung ihres Volkstums. Lichtbilder ergänzten den Vortrag. Die Jung- mädelgruppe Homberg zeigte dann verschiedene Volkstänze, ferner wechselten Gedichte und Lieder der Schüler unter Leitung von Lehrer Vieh- mann miteinander ab. Den Höhepunkt, des Abends bildeten zwei Einzelszenen, die erkennen ließen, wie hart deutsche Brüder und Schwestern um ihr Deutschtum kämpfen müssen. Die Aufführungen waren um so beachtlicher, als eine der beiden Szenen von den Schülern der betb’en Oberklassen selbst verfaßt worden war. Ein Gedichtvortrag, ein gemeinsam gesungenes Lied und das Sieg-Heil auf den Führer beschlossen den Abend. Aus den preußischen Nachbargebieien. Kreis Wetzlar. cv> Wißmar, 17. März. Dieser Tage wurde der Hauptlehrer i. R. Karl Müdicke zur letzten Ruhe geleitet. Der Verstorbene hatte im November des Jahres 1879 eine Lehrerstelle in Wißmar übernommen und im Jahre 1881 wurde ihm die Leitung der Schule übertragen, die er bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand innehatte. In den 44)4 Jahren seiner erzieherischen Tätigkeit hat er in Wißmar vorbildlich und segensreich gewirkt. Bei seinem Ausscheiden aus dem Dienst waren ihm deshalb verdiente Ehrungen zuteil geworden. Vierzig Jahre lang versah er den Organistendienst. — Auch in unserer Gemeinde wurde am vergangenen Sonntag gemeinsam Eintopf gegessen. Es wurden 400 Essen verabreicht. Die notwendigen Vorbereitungen für das Gemeinschaftsessen waren von der NSV. gemeinsam mit der NS.-Frauen- schaft getroffen worden. Vor dem Gemeinschaftsessen sprach Ortsgruppenleiter Henrich über die bisherigen Leitungen der NSV. und forderte zum Beitritt auf. Er dankte allen, die auch in diesem Winter wieder chr Opfer für das Winterrhilfswerk gebracht haben. Musik und gesangliche Darbietungen des Gesangvereins „Germania" trugen zur Verschönerung der dorfgemeinschaftlichen Veranstaltung bei. Die Eintopfsammlung an jenem'Tage erbrachte 69,40 Mark, für Eßkarten und Kinderspeisung wurden 106,10 Mark vereinnahmt und die Geldsammlung zur Herstellung Les Eintopfessens erbrachte 50,68 Mark. (D Krofdorf-Gleiberg, 17. März. Das letzte Eintopfessen in unserer Gemeinde wurde zu einem eindrucksvollen Bekenntnis der Zusammengehörigkeit. Die zugeteilten Essenkarten reichten längst nicht aus, so daß noch mit Ersatzscheinen die WHW.-Kasse gefüllt werden konnte. Die Frauenschaft hatte eine wohlschmeckende, mit Speck und dem Fleisch eines gestifteten Hammels verstärkte Erbsensuppe zubereitet, die im Saale von Moos an gedeckten und geschmückten Tischen ausgegeben wurde. Die Krofdorfer Musikkapelle in voller Stärke sorgte in uneigennütziger Weise bestens für Unterhaltungskonzert. Zwischendurch sang der Gesangverein „Germania" einige Lieder. Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Schmidt verlas einen für die NSV. werbenden Aufruf und beleuchtete näher die Leistungen der NSV. in unserer Gemeinde, die derart segensreich und wirkungsvoll sich gestaltet hätten, daß jeder Anerkennung und Dank zollen müsse. Das sei auch für jeden noch Abseits- stehenden Grund genug, Mitglied der NSV. zu werden und an der „lebendigen Gemeinschaft aller Deutschen" teilzunehmen. Wie in Krofdorf, so vollzog sich auch in Gleiberg im „Schwarzen Walfisch" das gemeinsame Eintopfessen. — BDM. und IM. von hier, Launsbach und Rodheim veranstalteten am Sonntag im Rathaus eine Werkaus- ft e U u n g , deren Vielseitigkeit allgemeine Bewunderung erregte und auf die nützliche Tätigkeit an den winterlichen Sch ar ab end en hindeutete. Während die Jungmädel mehr Spielsachen und kleine Handarbeiten ausgestellt hatten, zeigten die Aelteren recht individuell gearbeitete Dinge: Albums aus Holz, Kerzenständer, verschiedenartige Buchhüllen, Umschläge aus Kleisterpapier, recht nette Scherenschnitte, Kleb- und Saftarbeiten, handgewebte, gestrickte, gehäkelte und genähte Gegenstände. Besonderes Lob verdienten die aus Altmaterial und Resten mit großem Geschick hergestellten Sachen, eine zeitgemäße Anregung für viele Besucher, auch den vielfachen Verwendungsmöglichkeiten bereits beiseite gelegter Gebrauchsgegenstände ihre Aufmerksamkeit zu widmen. <£ Rodheim a. d. Bieber, 17. März. Die NSDAP, veranstaltete im Benderschen Saale eine öffentliche Versammlung, in der Pg. Kreisleiter Wilhelm Haus- Wetzlar einen Vortrag über den Vierjahresplan hielt. Ortsgruppenleiter Karl Keller eröffnete und schloß die Versammlung, die einen guten Besuch aufwies. — Anläßlich des letzten Eintopfsonntags im Winterhilfswerk dieses Jahres veranstaltete die hiesige Ortsgruppe der NSV. in der Bechtoldschen Gartenhalle ein Gemein- schaftsessen. Uber 600 Essenkarten wurden eingelöft Einige Neuaufnahmen in die NSV. konnten getätigt werden. — Als Vorbereitung für die Aufnahme des Jahrganges 1926 in das deutsche Jungvolk fand im Beisein der Eltern und Lehrer im Benderschen Saale eine Musterung statt, die Dr. Ziehe- Rodhelm vornahm. Gemustert wurden die angehenden Pimpfe von Bieber, Rodheim und Vetzberg. Fähnleinführer Hermann Schmidt und Ortsgruppenleiter Keller sprachen über Sinn und Zweck der Jugenderziehung im Reiche Adolf Hitlers. Sämtliche Anwärter konnten in das Jungvolk ausgenommen werden. — Heute fand in der hiesigen Kirche die Vorstellung der diesjährigen Konfirmanden statt. Die Einsegnung wird am Palmsonntag durch Pfarrer T r a u t w e i n erfolgen. — Die Gaufilmstelle der NSDAP, ließ dieser Tage im Benderschen Saale den Film „Friesennot" aufführen. Die Veranstaltung war gut besucht. Der Film hinterließ einen tiefen Eindruck. Das Filmwerk wurde auch in einer Nachmittagsvorstellung den Kindern gezeigt. ck. Franken b ach, 17. März. Am vergangenen Sonntag wurde hier auf Veranlassung der Kreisführung Wetzlar für das WHW. das Eintopfessen gemeinsam eingenommen. Die Zubereitung des Essens erfolgte durch die hiesige NS.-Frauenschaft, zur Speisung fanden sich viele Ortseinwvhner im Gemeindehaus ein. Wirtschaft. Oer deutsche Außenhandel im Februar. DHD. Die Einfuhr betrug im Februar 347 Millionen Mark. Gegenüber dem Vormonat ist sie um 11 Millionen Mark, d. h. rund 3 v. H. gestiegen. Zum Teil beruht diese Erhöhung allerdings auf einer Steigerung des Einfuhrdurchschnittswertes; die Erhöhung des Einfuhroolumens war daher verhältnismäßig gering. Gestiegen ist vor allem die Einfuhr von Nahrungs- und Genußmrtteln, die im Vormonat stärker zurückgegangen war. An dieser Steigerung waren lebende Tiere und pflanzliche Nahrungsmittel beteiligt. Die Einfuhr von tierischen Nahrungsmitteln sowie von Genußmitteln Hal den Vormonatsstand nicht ganz erreicht. Im Bereich der gewerblichen Wirtschaft hat die Einfuhr dem Webt nach ebenfalls etwas zugenommen; jedoch beruht die Steigerung ausschließlich auf einer Erhöhung des Einfuhrdurchschnittswertes. Dem Volumen nach ist das Vormonatsergebnis nicht erreicht worden. Bei den einzelnen Gruppen war die Entwicklung verschieden. Während die Einfuhr von Fertigwaren sowohl dem Wert als auch der Menge nach abgenommen hat, ist der Bezug von Roh- t off en und Halbwaren dem Wert nach gestiegen. Der Menge nach wurde jedoch auch hier der Vor- monatsftanb nur knapp erreicht. Die Steigerung der Einfuhr im Februar entfällt im ganzen gesehen ausschließlich auf Außereuropa. Die Ausfuhr war mit 406 Millionen Mark im Februar um 9 Millionen Mark, d. h. etwas mehr als 2 v. H., geringer als im Januar. Mengenmäßig war die Abnahme etwas stärker, da der Ausfuhrdurchschnittswert von Januar zu Februar gestiegen ist. An der Verminderung der Ausfuhr, die im wesentlichen jahreszeitlicher Matur ist, waren in erster Linie Fertigwaren, in geringem Umfang Halbwaren und Nahrungs- und Genußmittel beteiligt. Gegenüber Februar 1936 ergibt sich eine Erhöhung der Gesamtausfuhr um annähernd 9 v. H. Die Handelsbilanz schließt im Februar mit einem Ausfuhrüberschuß von 59 Millionen Mark gegenüber 79 Millionen Mark im Vormonat, ab. Im Februar 1936 betrug die Aktivität 39 Millionen Mark. Echweinemarki in Gießen. Auf dem gestrigen Schweinemarkt standen 178 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten 5 bis 6 Wochen alte Ferkel 18 bis 20 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 20 bis 24 Mark, 8 bis 10 Wochen alte 24 bis 28 Mark, 10 bis 12 Wochen alte 28 bis 31 Mark. Marktverkauf: mittelmäßig, Ueberftanb. Iihein-Mainifche Börse. Mittagsbörse: freundlich. Frankfurt a. M., 17. März. Die vorliegenden Aufträge der Kundschaft waren zwar klein, betrafen aber zumeist die Kaufseite. Die Haltung der Börse war daher freundlich und wurde noch unterstützt durch eirttge Wirtschaftsnachrichten, insbesondere durch den günstigen Abschluß der DD-Bank, die über eine völlige Reprivatisierung berichten kann. Am Aktienmarkt zogen die Kurse bei allerdings kleinen Umsätzen etwa 0,50 o. H. an. Lebhaftes Geschäft hatten einige Spezialwerte. So zogen AEG. auf 40.40 bis 40,50 (39,65) und Buderus Eisen auf 123,13 bis 123,50 (121) an. Von sonstigen Montanwerten verloren Rheinstahl 1,75 o. H. auf 158, später auf 158,50 erholt; Klöckner notierten 125,75 bis 125,50 (125,50), Harpener 152 (151,50), Mansfeld er 154,50 (153,25) und Hoesch unv. 118. Chemische Papiere lagen sehr still und unverändert. JG.-Farben 169, Metallgesellschaft 156,50. Von Elektrowerten bröckelten Gesfürel weiter ab auf 144 (144,50), Schuckert und Siemens blieben behauptet. Maschinen- und Motorenaktien konnten sich um 0,25 bis 0,50 v. H. erhöhen, fester waren ferner auf die Verwaltungserklärung West- deutsche Kaufhof mit 60 (59,65). Etwas schwacher notierten Reichsbank mit 205,50 (206), Bank für Brauindustrie mit 132,50 (133,50), Deutsche Linoleum mit 173,50 (174). Holzmann kamen mit 145,75 (145,90) und Hanfwerke Füssen mit 99 (98,50) zum Kurs. r , ri.„ Der Rentenmarkt blieb weiter sehr still. Altbesitzanleihe 120,25 (120,40), Kommunal-Umschul- dung zirka 91,30 bis 91,35 (91,40), Rhein. Stadte- Altbesitz 123,75 (123,50), do. Süddeutsche 124 (123,75). Die unnotierten 5prozentigen Industrie- Obligationen lagen etwas schwächer. Im Verlaufe blieb das Geschäft am Aktienmarkt im ganzen klein. Lebhaft waren weiterhin Buderus Eisen mit 125,75 nach 123,13, die Börse erwartet nunmehr doch eine Erhöhung der Dividende auf 5 v. H. (4 v. H.). Die übrigen Montanpapiere wurden vernachlässigt, schwächer lagen Hoesch mit 117,75 nach 118,25. Rückläufig waren Reichsbank mit 204,50 nach 205,50. Die erst spater notierten Papiere wiesen nur geringe Veränderungen auf, nur Muag auf 142 (143,50) ermäßigt, dagegen Moenus Maschinen 108 (107). Am Einheitsmarkt kamen Großbankfilialaktien unverändert zur Notiz, DD-Bank 120, Commerzbank 116,25, Dresdener Bank 106. Am Rentenmarkt traten keine Veränderungen mehr ein. Auch der Pfandbriefmarkt lag unverändert, ebenso die meisten Stadtanleihen, etwas höher 4,5proz. Darmstadt v. 26 mit 96 (95,75). Der Freiverkehr lag still. Etwas schwächer Neue Wayß & Freytag mit 145 bis 147 (146 bis 148) und Ufa Film mit 78 (78,50), Adlerwerke unv. 108 bis 110. Tagesgeld unv. 3 v. H. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 17. März. Die Lage hak sich im allgemeinen wenig geändert. In Roggen erwartet man noch gewisse Anlieferungen aus der Umtauschaktion. Die Anlieferungen von Maismehl zur Beimischung zum Weizenmehl lind im Gange; der Mehlhandel gab größere Bestellungen auf. Die Dersorgungslage am Futtermittelmarkt ist knapp. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 211, w 16 214, W 19 218, W 20 220, Roggen R 12 174, R 15 177, R18 181, R19 183 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,25, W16 29,35, W19 29,35, W 20 29,70, Roggenmehl Type 997 R12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R19 2r '0 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20. Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Soyakckrot —, Palmkuchen' —, Erdnußkuchen —, Treber getr. 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu lose 5,00 bis 5,50, do. drahtgepreßt 5,40 bis/ 5,90, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 2,40. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 18. März. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vornotierung: 26 Rinder (2 Bullen, 23 Kühe, 1 Färse), 921 Kälber, 150 Schafe, 417 Schweine. Es kosteten: Rinder: Bullen 41 bis 43 Mark, Kühe 25 bis 43, Kälber 32 bis 65, Hämmel 45 bis 52, Schafe 35 bis 46, Schweine 48,50 bis 52,20 Mark. — Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt, Kälber, Hümmel und Schafe lebhaft. , Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. | Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend- börse Schluß, kurs Schlußk. Mittagbörse Schluß- kurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schluß!. Mittag, börse Datum 16.3. 17.3- 16.3. 17.3. Datum 16.3. 17.3 16.3. 17.3. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,13 101 101,13 101 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98,5 98,56 98,65 98,75 Accumulatoren-Fabrik...... . 12 211 — 211,5 — 5y2°/o Doung-Anleihe von 1930 .. 103,4 103,25 103,4 103 KU-Kunstseide........... .. 0 — — —— —W 4/2% Hessische Volksstaat von 1929 99,65 99,65 — 99,65 Aschaffenburg Zellstoff...... .. 3 135,5 137 136 136 4x/2% Deutsche Reichspostschatz von 10Q.2 98,5 100,2 100,4 100,25 Bemberg................. .. 0 115,5 113,75 115,5 113,25 1934 I...................... Betula................... Buderus Eisen............. 165 165,25 125,25 165,5 165,75 4%% Deutsche Reichsbahnschatz 98,5 98,5 98,5 .. 4 119,25 119,65 125,4 von 1936 I.................. Gement Heidelberg......... Gement Karlstadt.......... Chade A.-C................ 164 164,25 ——— — Reichsanleihe-Altbesitz.......... 120,25 120,25 120,3 120,4 164 164 _ - - Oberhessen Provinz-Anleihe mit .. 9 .— —. Auslos.-Rechten.............. — Conti Gummi............. . 11 189,75 192,75 189,75 192,75 4*4% Hess. Landesbk. Darmstadt 98,25 98,25 98,25 Daimler Motoren.......... .. 5 126,5 126,5 126,5 126,4 Goldpfe. R. 12.............. Dessauer Gas............. Deutsche Erdöl............ — ,1 ,, I 115 114,25 146,25 5 y2% Hess. Landes-Hyp.-Bank 100,75 100,75 .. 5 146,5 146 146,65 Liqu. Goldpfe............... —— W— Deutsche Gold- und Silber .. Deutsche Linoleum......... .. 9 262 262 1 . 4’/2% Preuß. Landespfdbr.-Anst. 98,25 . 10 173,75 174 178 173,5 Goldpfe. R. 19.............. — ■ 98,25 Elektrische Lieferungen...... Elektrische Licht und Kraft... .. 6 136,4 135,75 147,4 135,25 147,75 136 4y2% Preuß. Gold-Komm. R. 20 96,5 96,5 96,5 96,5 .. 7 148 148 4y2% Darmstädter Komm.-Lan- desbank R. 6................ 95,75 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 169,65 169,25 169,4 169,13 95,75 ■ II ■ Felten & Guilleaume....... Gesfürel.................. .. 6 138,25 145,5 137 144 138,5 145,13 136,75 144,25 Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe .. 6 Auslos.-Rechte l... , . 128,4 98,5 ——— 128,6 98,5 128,6 98,5 Th. Goldschmidt........... Gritzner Maschinen......... 126,75 44,25 126,5 44,25 127,13 44,5 126,5 44,5 4y2% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 98,5 .. 0 4/2% Franks. Hyp. Gold-Komm. 96,5 96,5 Harpener................. 2% 151 152,5 151 153 Obl. 2 3.................... —.. - Hoesch Eisen............... Philipp Holzmann......... 3/2 .. 6 118,5 146 117,65 145,5 117,75 146 117,75 145,75 5%% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 101 100,75 _ —— Ilse Bergbau.............. Ilse Genüsse.............. .. 6 178,75 146,25 136,75 125,75 5y2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... .. 6 146 136 125,2 145,5 136,25 126 101 101 100,75 100,65 Kali Aschersleben.......... Klöcknerwerke ............. .. 5 136,5 125.75 Steuergütschein-Verrechnungskurs 110,4 110,4 110,6 110,6 4'/- 5% Goldmexikaner von 1899 .... — — — — R okswerke und Chemische Fabrik 6 — 146,5 145,5 4% Oesterreichtsche Goldrente.... r— — — —- ^aymeyer................ Matnkraft................. Mannesmann............. .. 6 124 126 124 126,25 4,2% Oesterreichtsche Silberrente. 4y2 Ungarn Staats von 1913 .... 4% Ungarischs Goldiiente....... — — -— — .. 3 93,5 119,13 94 118,9 154,5 119 153,75 118,65 155 _ _ Mansfelder Bergbau....... 6-/7 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 5% Rumänen von 1903......... _ — Metallgesellschast........... Orenstein & Koppel........ .. 5 .. 0 157 156,5 156,25 91,25 156,5 91,75 4>/2% Rumänen Gold von'1913.. — — _ — Rheinische Braunkohle...... . 12 230,5 — 231,25 230 4% Einheits-Rumänen......... — — — — Rheinische Elektro.......... Rheinstahlwerke............ .. 6 —— — 135 135 4% Türken Bagdad I.......«... _ — — .. 6 159,5 157,75 159,25 157,5 4% Türken Bagdad II.......... _ — _ —- Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 130,65 129,5 130,13 129.65 2U°Ä l 9Inntnlipr _ Rütgerswerke ............. .. 6 145,25 145 145 144 A.G. für Verkehrswesen......6 132 131,5 131 131,5 Salzdetfurth Kali.......... Schuckert L Co............. 7/2 .. 6 180 180 165,5 180,5 166 180,5 165,25 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — 43,75 44,4 Schultheis Patzenhofer...... .. 4 Hamburg-Amerika Paket......0 17 16,9 16,9 16,9 Siemens & Hcllske......... .. 8 194 19.3.75 194 75 195 Norddeutscher Lloyd..........0 17,5 17,75 17,75 17,9. Süddeutsche Zucker......... bereinigte Stahlwerke...... . 10 200 Deutsche Reichsbahn VoH.-Akt. 7 125 124,9 124,9 124,9 sy. 120 119*75 119^65 119?9 Reichsbanl................. 12 205,75 204,5 205,25 204 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 59 59,65 58,5 59,9 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 131,5 132 131,5 132 Westeregeln Alkali.......... .. 5 133,75 135 133 135 Commerz- und Privat-Bank... 4 116 116,25 116 116,25 Zellstoff Waldhof.......... .. 6 159 156,5 159 Deutsche Diskonw............4 Dresdner Bank..............4 119,5 106 120 106 , 119,5 106 120 Otavi Minen............. . n r 32 32,4 32 106 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. BL 16.März 17-März 16.März 17-März Amtliche Notierung Amtliche Notierung Amtliche Notierung Ärmliche Notierung Geld Brief Geld Brief Geld Brief Geld Bries Buenos Aires............. 0,746 0,750 0,747 0,751 Japan.................... 0,709 0,711 0,709 n 7]i Brüssel................... 41,93 42,01 41,92 42,00 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 Rio bo Janeiro............ 0,151 0,153 0,151 0,153 Oslo..................... fi] nq Polen.................... 47,04 47,14 47,04 47,14 Wien..................... 49'95 Kopenhagen............... 54,28 54,38 54,28 54,38 Lissabon.................. Danzig................... 47,04 47,14 47,04 47,14 Stockholm ................ 62^67 62 J9 62^67 62J9 London................... 12,155 12.185 12,155 12,185 Schweiz.................. 56.66 56,78 56,67 56,79 HelsingforS................ 5,365 5,375 5,365 5,375 Spanien.................. 16,98 17.02 16.98 17,02 Paris.................... 11,425 11,445 11,415 11 .435 Holland .................. 135.93 136,21 135,99 Italien................... 13,09 13,11 13,09 13J1 Neuyork.................. 2,488 2,492 2,483 2,492 Nr.65 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Donnerstag, 18. März (957 Oberheffen im Sommersahrplan der Reichsbahn Aus der Provinzialhauptstadt Keine Plan. den, an hier bei gen der Vilbel—Stockheim—Lauterbach. Veränderung gegenüber dem bisherigen Nidda 1.48 Uhr. Im übrigen hat es auch einigen Zügen kleine zeitliche Verschiebun- An- und Abfahrtszeiten gegeben. Friedberg—Nidda—Schotten. (an 14.12 Uhr) verkehrende Personenzug in eine tägliche Durchgangsverbindung bis Fulda umgewandelt, und zwar ab Gießen 13.48 Uhr, an Fulda 16.15 Uhr. In der Gegenrichtung Grünberg—Gießen fällt der jetzige Lokalzug ab Grünberg 15.10 Uhr, an Gießen 15.40 Uhr, künftig fort. Gießen — Gelnhausen. Auf dieser Strecke ist im großen und ganzen alles beim alten geblieben. Erfreulich ist, daß auch im neuen Fahrplan die seit einigen Wochen bestehende durchgehende Spätabendverbindung bis Gelnhausen, ab 23.10 Uhr in Gießen, an 0.46 Uhr in Gelnhausen, auch im neuen Fahrplan beibehalten ist. In der Gegenrichtung ist die Nachtverbindung ab Gelnhausen 1.00 Uhr, die bisher nur bis Büdingen reichte, im neuen Plan bis Nidda verlängert wor- Raturwanderung zu einem seltsamen Vogel. So um die Tage, da die Zeiten sich teilen und der Herbst zum Winter oder der Winter zum Frühling wird, begegnet man ost Meldungen, die sich mit einem Vogel befassen, der scheinbar nur über die Rauhzeit hin den Weg zu uns findet: der Eisvogel. Und wahrlich, nichts liegt näher und ist leichter zu begreifen, als daß allein der Name schon, den man zu frühen, naturnahen Zeiten im Volke für ihn fand, darauf zu verweisen scheint, als daß der Vogel nur im Winter bei Eis und Schnee, Rauhreif und Hartfrost in unsere Landstriche kommt. Gerade im Rhein-Main-Lähngebiet beobachte ich es schon seit Jahr und Tag, daß er um diese Zeiten auffälliger in Erscheinung tritt, den Menschen begegnet, beim Fischfang bemerkt wird, zumeist in der Nähe einer menschlichen Siedlung, dann aber auch bis mitten in bachgeleitete Anlagen der Stadtzentren kommt. Die Art und Weise, wie man diese Wahrnehmungen weitergibt, lassen zumeist darauf schließen, daß es sich beim Eisvogel um eine ausnehmend seltene Angelegenheit handele, der etwa der Rang eines Jrrgastes zustehe und den der Zufall in unsere Lebensräume verschlug, wenn man von der laienhaft einfachen Auslegung seines Namens absehen will. Dem ist aber nicht so. Vielmehr ergibt sich die Eigentümlichkeit, daß wir ihn nicht zu allen Zeiten im Jähre und gleich häufig an allen ihm zusagenden Orten zu sehen bekommen, aus seinen ganz bestimmt gelagerten Lebensverhältnissen. Das ist nämlich so: Dieser sperlinggroße, tropenartige Vogel, zur Familie der Königsfischer gehörig (Alcedo atthis ispida L.), dessen Rücken schön smaragdgrün bis türkischblau glänzt, während die Bauchseite rostrot leuchtet, ist bei uns ein zwar einzeln vorkommender, aber keineswegs seltener Stand- und Strichvogel, wenn man allgemein von dem heiklen Kapitel des Begriffs „selten" oder seines Gegenteils „häufig" an dieser Stelle einmal grundsätzlich absehen will. Standvogel ist er allemal im Sommer, und er kann schon deshalb nicht überall erscheinen, wo Fischreichtum und Seichtstellen den Bach- und Flußtisch für ihn besonders reichlich gedeckt haben, weil er nur ganz besonders geartete Stellen für sein Brutgeschäft gebrauchen kann. Er hat nämlich die Ang'ewohn- bereits ab Nidda 4.14 Uhr vorgesehen, an Friedberg 5.02 Uhr. Neu ist ferner eine Sonntagsverbindung ab Nidda 19.55 Uhr, an Friedberg 20.45 Uhr. — Ebenfalls neu die sommerliche Spätabendverbindung ab Schotten 21.24 Uhr, an Nidda 22.19 Uhr. Friedberg—Hungen—Mücke. Als neuer Zug erscheint ein Werktags-Frühzug 6.42 Uhr ab Friedberg, 7.04 Uhr an Wölfersheim. Ebenfalls neu erscheint ein Zug ab Friedberg 10.45 Uhr, an Hungen 11.28 Uhr, als Sonntagszug weiter ab Hungen 11.40 Uhr, an Mücke 12.27 Uhr. Im übrigen keine Veränderungen. In der Gegenrichtung ist der Werktags-Frühzug ab Hungen um eine Viertelstunde früher gelegt, ab Hungen 4.15 Uhr, an Friedberg 4.54 Uhr. Neu ist ferner ein Sonntagszug 10.05 Uhr ab Mücke, 10.50 Uhr an Hungen, 11.39 Uhr ab Hungen, 12.18 Uhr an Friedberg. Grünberg—Londorf—Gießen. Auf dieser Strecke verkehren die Züge in dem neuen Fahrplan in der gleichen Weise wie bisher. Burg- und Nieder-Gemünden—Kirchhain. Auch hier bleibt im großen ganzen alles beim alten, nur bei einem Zuge hat es eine kleine zeitliche Verschiebung gegeben. Gießen—Limburg—Koblenz. Abgesehen von einigen kleinen Verschiebungen in den An- und Abfahrtszeiten einzelner Züge hat es auf dieser Strecke keine Veränderungen gegeben. heit, sein Nest in Form von Brutröhren bis zu einem Meter tief in überhängende, rutschsichere Lehmwände zu graben, ähnlich derart, wie das auch unsere insektenvertilgenden Uferschwalben zu tun belieben. Diese Brutröhre, die mit unglaublicher Zähigkeit und Emsigkeit durch Hacken mit dem Schnäbel und Kratzen mit den Füßen etwa 1 bis 3 Meter über dem Wasser angelegt wird, wobei als Maßstab für die Höhenlage offensichtlich der höchstmögliche Hochwasserstaüd der jeweiligen Stelle ausschlaggebend ist, endet im Innern in einem badofenförmigen Napf und wird mit Gräten von Kleinfischen, Libellenlarven und Krebsfüßchen sowie sonstigen schlecht faulbaren Feststoffen ausgelegt. Hier treibt er sich mit seinem Weibchen den ganzen Sommer herum, bis die Jungen hoch sind und wacht ängstlich und mit jedem nur erdenklichen Aufgebot von Futterneid und Eifersucht über die Grenzen seines Brutstandortes. Zu Reisen aber, selbst nur bis in die Nachtbarschaft, hat er während der produktiven Monate nicht die geringste Zeit. Anders ist das, wenn die harten läge, wenn der Winter mit seiner Unbill, seinen Frösten und seinem Nahrungsmangel kommt. Nicht, daß er während dieser Zeit nach Zugvogelsitte außer Landes ginge ober weite Reisen machte. Ein Einsiedler von echtem Fischergeblüt, der langweiliges Sitzen an Ort und Stelle über Stunden hinaus zum Lebensprinzip erhebt, bei dem Trägheit und Gleichgültigkeit Trumpf zu fein scheinen und bei dem Sitzenbleiben Dauerzustand ist, hat dazu keine Fähigkeiten und kein Verlangen. Er wandert nicht weiter als er muß, um neue Nahrungsquellen zu finden — und wird zum Strichvogel. Und so geht er dem Zufrieren der Teiche und der Bäche aus dem Wege, haut ab, wenn Regengüsse und Schneeschmelze das Wasser undurchsichtig und trübe oder reißend machen, so daß sich die junge Brut und kein einziger Kleinfisch mehr halten kann, taucht je nach Witterung und Wasserstand, Laichhäufigkeit und Fließgeschwindigkeit, Ueberschwemmung oder Verebbung hier, da oder dort auf und begegnet dann den Menschen an Orten und Stellen, wo man ihn das ganze Jahr über nicht sah, weil er diese Zeit über eben woanders war. Und den Menschen geht er gemeinhin aus dem Wege, nicht nur weil sie ihn früher so schrecklich verfolgten, sondern weil er sie grundsätzlich nicht mag und ihre Anwesenheit störend und lästig empfindet. So ist das mit dem Eisvogel! K. R. F. Neu ist hier eine Werktags-Frühverbindung ab 5.38 Uhr Friedberg, an 6.30 Uhr Nidda, ebenfalls neu eine Sonntagsoerbindung ab 17.50 Uhr Nidda, an 18.30 Uhr Schotten. Die bisherige Sonntaas- Spätabendverbindung ab 21.20 Uhr Friedberg besteht künftig ab 22.26 Uhr Friedberg, bisher an Nidda 22.09 Uhr, künftig 23.15 Uhr; bisher ab Nidda 22.13 Uhr, künftig ab 23.19 Uhr, bisher an Schotten 22.53 Uhr, künftighin 23.59 Uhr. In der Gegenrichtung ist der Frühzug, der bisher ab Echzell nach Friedberg fuhr, im neuen Plan Der Erste Entwurf zum Sommerabschnitt des Jahresfahrplans 1937/38 der Deutschen Reichsbahn, der vom 22. Mai bis 2. Oktober gültig ist, liegt jetzt vor. Nach den bisherigen Erfahrungen wird dieser Erste Entwurf bis zu der am 10. April erscheinenden endgültigen Festlegung wohl kaum Aenderungen erfahren, so daß man die bis jetzt getroffenen Fahrplan-Entscheidungen mit Wirkung vom 22. Mai ab wohl als in Kraft gesetzt ansehen kann. Auf den Reichsbahnstrecken in der Provinz Oberhessen und auf den angrenzenden wichtigen Strecken ergeben sich die nachstehenden bedeutsamsten Aenderungen: Frankfurt a. N^.—Gießen bzw. Gießen—Frankfurt a. 217. Neu erscheint hier ein Eilzugspaar Frankfurt — Gießen — Siegen — Köln und umgekehrt: E 381 ab Frankfurt 11.47 Uhr, an Gießen 12.42 Uhr, ab Gießen 12.49 Uhr, an Köln 15.28 Uhr; E 382 ab Köln 7.45 Uhr, an Gießen 10.21 Uhr, ab Gießen 10.28 Uhr, an Frankfurt 11.24 Uhr. Beide Züge halten in Friedberg, Bad- Nauheim, Gießen, Wetzlar, Herborn, Dillenbukg, Siegen, Betzdorf, Wissen, Siegburg, Köln. Ebenfalls neu, aber nur für die Zeit vom 2 0. Juni bis 5. September steht ein Eilzugspaar Frankfurt — Gießen — K a s- sel — Hannover und umgekehrt im Fahrplan. E 69 fährt ab Frankfurt a. M. 16.12 Uhr, mit Halt in Vilbel, Friedberg, Bad-Nauheim, Butzbach, an Gießen 17.17 Uhr, weiter in Richtung Kassel ab Gießen 17.24 Uhr, an Kassel 19.15 Uhr, an Hannover 22.33 Uhr. Der Gegenzug E 70 fährt in Hannover 7.05 Uhr ab, ab Kassel 11.14 Uhr, an Gießen 13.09 Uhr, ab Gießen 13.16 Uhr, mit Halt in Butzbach, Bad-Nauheim, Friedberg, Vilbel, an Frankfurt a. M. 14.16 Uhr. Im übrigen tritt bei einzelnen Zügen dieser Strecke eine mehr ober minder geringe zeitliche Veränderung der Abfahrt bzw. Ankunft ein, die im einzelnen hier aufzuzählen zu weit gehen würde. Es sei in dieser Hinsicht auf den demnächst erscheinenden neuen Fahrplan hingewiesen. Einige Züge, die von vornherein in den bisherigen Fahrplan nur mit zeitlicher Beschränkung eingestellt waren, kommen in Fortfall, ebenso ein Frühpersonenzug, bisher ab Frankfurt 7.36 Uhr, an Gießen 9.05 Uhr. Im ganzen gesehen bleibt aber der Zugfolgeplan auf dieser Strecke nach wie vor gut. Gießen—Fulda und umgekehrt. Auf dieser Strecke tritt durch die von uns schon berichtete Wiedereinlegung eines Eilzugspaares Gießen — Fulda und umgekehrt eine bedeutende Verbesserung der Verkehrsverhältnisse ein. Im Anschluß an den bisherigen Eilzug E 371 ab Frankfurt a. M. 9.23 Uhr mit Halt in Vilbel, Friedberg, Bad-Nauheim, Butzbach, ist die neue Verbindung geschaffen worden; an Gießen 10.26 Uhr; die Fahrt kann im gleichen Zuge ab Gießen 10.33 Uhr fortgesetzt werden, Ankunft in Grünberg 10.55 Uhr, Mücke 11.03 Uhr, Burg- und Nieder-Gemünden 11.15 Uhr, Alsfeld 11.37 Uhr, Lauterbach 11.55 Uhr, Bad Salzschlirf 12.04 Uhr, an Fulda 12.27 Uhr mit Anschlußsicherung in Richtung Bebra bzw. Frankfurt a. M. Der Gegenzug E 372 (mit Anschluß ab Frankfurt 14.44 Uhr, ab Bedra 14.18 Uhr) fährt in Fulda ab 16.32 Uhr und kommt an in Bad Salzschlirf 16.51 Uhr, in Lauterbach 16.59 Uhr, in Alsfeld 17.18 Uhr, in Burg- und Nieder-Gemünden 17.39 Uhr, in Mücke 17.48 Uhr, in (Brünberg 17.56 Uhr, in Gießen 18.15 Uhr. Von Gießen fährt der Zug als neuer Spätnachmittags- Eilzug E 372 ab Gießen 18.18 Uhr, mit Halt in Butzbach 18.34 Uhr, Bad-Nauheim 18.43 Uhr, Friedberg 18.48 Uhr, Vilbel 19.02 Uhr, Frankfurt a. M. 19.20 Uhr. In Richtung Gießen—Fulda erscheint im neuen Fahrplan der bisherige Zug 11.23 Uhr ab Gießen, 13.43 Uhr an Fulda, nicht mehr. Das Verkehrsbedürfnis um diese Zeit darf man aber durch den neugeschaffenen Eilzug und durch den um 12.47 Uhr ab Gießen fahrenden Perfonenzug als befriedigt ansehen. Als Ausgleich für den gestrichenen Zug wird der im bisherigen Fahrplan als Werktags- Lokal-Zug ab Gießen 13.39 Uhr nur bis Grünberg Domotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Liebe geht seltsame Wege". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Lumpaci- vagabundus". Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Der Intendant des Stadttheaters, Hermann Schultze-Griesheim, hat das neue Schauspiel von H. A. Weber, „Das Schloß im Wind", zur Uraufführung angenommen. Die Uraufführung dieses neuen interessanten Schauspiels von H. A. Weber findet am 2. April statt. — Von Weber wurde bereits „Holzappel" im Stadttheater uraufgeführt. RSDAP. Ortsgruppe Gießen-Süi>. Abteilung: Hilfskasse. Alle Angehörigen der SA., SS., Marine-SA., Reiter-SA. und des NSKK. im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd, die ihren Beitrag zur Hilfskasse für die Monate April, Mai und Juni 1937 noch nicht entrichtet haben, können diesen noch bezahlen, und zwar am Mittwoch, 17. März, und Donnerstag, 18. März, jeweils in der Zeit von 20 bis 22 Uhr auf der Geschäftsstelle der Ortsgruppe, Frankfurter Straße 29H. Wer bis dahin nicht bezahlt hat, wird bei der Hilfskaffe in München abgemeldet und hat sich daraus entstehende Folgen selbst zuzuschreiben. Hitler-Zugend Bann 116 Gießen. Betr.: Führertagung des Gebietes Hessen-Nassau am 21. Mär; in Frankfurt a. M. Durch die plötzliche Erkrankung des Reichsjugendführers muß die Führertagung des Gebietes Hessen-Nassau auf einen späteren Termin verlegt werden. Aus diesem Grunde verschieben sich auch alle für den 20. März eingesetzten Sondertagungen. Betr.: Gefolgschaftsappelle. In der kommenden Woche finden folgende Gefolgschaftsappelle statt: Gefolgschaft 15/116 am Montag, 22.3., 20.30 Uhr; „ 4/116 am Dienstag, 23.3., 20.30 Uhr; „ 2/116 am Mittwoch, 24. 3., 20.30 Uhr; „ 1/116 am Donnerstag, 25.3., 20.30 Uhr. Die Gefolgschaften 1, 2 und 4/116 melden bis zum 21. 3. den Appellplatz. Reifeprüfung an Gießener höheren Lehranstalten. Unter dem Vorsitz von Ministerialrat G l ü ck e r t fand gestern die Reifeprüfung am Gymnasium statt. 16 Unterprimaner unterzogen sich der Prüfung, alle bestanden, vier waren von der mündlichen Prüfung befreit. Das Gymnasium wird am heutigen Donnerstagnachmittag in einer Feierstunde seine Abiturienten entlassen. Im Realgymnasium wurden die Reifeprüfungen der Unterprimaner am Dienstag und am Mittwoch vorgenommen. Am Dienstag wurden 14 Schüler, am Mittwoch 17 Schüler geprüft. Alle zur Prüfung zugelaffenen Schüler konnten bestehen. Den Vorsitz führte Oberstudiendirektor A n gelbe r g e r. An der Oberrealschule bestanden 20 Unterprimaner die Reifeprüfung. Die Prüfung wurde unter dem Vorsitz von Oberstudiendirektor Leonhard am vergangenen Dienstag durchgeführt. Zum 1. April: Außerkurssetzung von Reichssilbermünzen. DNB. Es wird nochmals daran erinnert, daß der Reichsminister der Finanzen durch Verordnung vom 29. Dezember 1936 die alten Eine-Mark-, Eine-Reichs- Nicht Die Klinge ist schuld! Denn wenn Ihre Haut rissig und spröde ist, kann selbst die beste Rasierklinge nicht glatt hingleiten. Kräftigen und glätten Sie daher Ihre Haut vorm Einsei- fey fen mit Nivea-Creme. Der Gehalt $ an Euzerit macht Nivea so wirksam.^s-s^k.' ./ c7* Zwei Augenblicke im FrankfurterGoethemuseum Von Otto Doderer. In einer Vitrine des Frankfurter Goethe- Museums liegt zwischen vergilbten Handschriften und Büchern, Silhouetten, Bildern, Schmuckstücken und brüchigen Gerätschaften bei einer blaugelb gestickten Brieftasche ein Billett, das lautet: „Mache mir doch eine Brieftasche wie Agnes ihrem Bruder gemacht hat. Du kannst Dich bey ihr erkundigen. Ich möchte gar zu gern so was von Deiner Hand haben um mich Deiner zu freuen. Es wird Dich nicht viel kosten. Nimm mir schwefelgelbes Band um es zuzubinden. Ich habe jetzt Werthers Uniform blau und gelb und mir ist wohl dabey." Goethes Mutter hat erzählt, wie er schon in früheren Jahren in seiner Kleidung „ganz entsetzlich eigen" war. Und nun findet der junge Legationsrat in Weimar — wie das kleine Schriftstück des Frankfurter Museums so entzückend lebensnah offenbart — eines Tages plötzlich Gefallen an einem hübsch gestickten Brieftäschchen in den Wertherfarben. Flugs setzt er sich hin und bittet seine Schwester Kornelia — die wenig später starb —, sie möchte ihm doch eine solche Mappe sticken, wie fein Freund Maximilian Klinger, der Dichter des Dramas „Sturm und Drang", eine van seiner Schwester erhalten habe. Die schwärmerischen Jungfrauen und Jünglinge sämtlicher deutschen Kleinstaaten erlitten damals Werthers Leiden, vergassen darüber Tränen der Rührung, und die „Werther-Uniform" war Mode geworden wie Werther-Selbstmorde epidemisch. Goethe aber lebt und liebt vergnügt und guter Dinge, wohnt in seinem ihm eben vom Herzog geschenkten Gartenhaus im Park von Weimar, genießt das Hofleben, reitet, läuft Schlittschuh. „Weimar muß vors Wiedersehn ein gefährlicher Ort seyn" meint Frau Rat. Die paar Zeilen aus seinem gleichgültigsten und zufälligsten Alltag, die da vor uns liegen, beleuchten für einen Augenblick die ganze frische Unmittelbarkeit seines Wesens, das Organische, sein nach allen Seiten gleichmäßig ausgebildetes Menschtum. Er hat sich nie spezialisiert, sondern nur gelegentlich „isoliert". Seine Schöpferkraft war immer'mitten in das Leben gestellt. Er blieb immer erquickend unliterarisch. Privatmensch, aber weil er so vollendet Mensch war, finden wir alle uns in ihm bestätigt. * Einige Schritte weiter hängt ein eigenartiges Porträt des gealterten Goethe. In den Ausmaßen ziemlich klein, stellt es nichts weiter vor als den Kopf. Es war lange Jahre verborgen, bis es kurz vor dem Kriege in den Besitz des Museums kam. Wahrscheinlich stammt es von dem Kupferstecher S ch w e r d g e b u r t h und ist eine Studie zu seinem Kupferstich, dem letzten Bild Goethes, das kurz vor feinem Tode entstand. Vielleicht bezieht sich auf diese Studie eine Stelle aus einem Briefe Schwerdgeburths, worin berichtet wird, wie Goethe während der Sitzung auf einmal anfing, „unverständliche Worte leise zu sprechen und dabei mit dem rechten Zeigefinger in die Lust ein lateinisches W zu malen." Ein merkwürdiges.und ergreifendes Bild! Das Greisenantlitz von Leiden und Entsagungen durchfurcht, die Lippen schmal zusammengepreßt, das weiße Haar wirr und gelichtet, die Augen weit auf- gerissen, sonderbar ins Leere starrend. Man vergißt das Bild nicht so leicht. Es steht einem vor der Seele wie eine Vision. Es ist das Antlitz eines Sterbenden, eines dieser Welt schon Entrückten. Man möchte vor diesem Bild an die Legende glauben, daß die starren, leeren Augen plötzlich aus dem dumpfen Brüten aufflammten: Mehr Licht! Die geheime Tragik im Innern dieses Götterlieblings wird in dem Bildnis offenbar. Es zeigt die eisige Einsamkeit des Ingeniums in diesem „Privatmenschen", der sich so wenig ganz und ungeteilt besaß wie jeder andere schöpferische Mensch und für uns alle lebte. Es zeigt ihn nun völlig „isoliert" nach einem Dasein, das wie es in einem Brief an Auguste z u Stolberg hieß, „immer in fick) lebend, strebend und arbeitend ... kämpfend und spielend" gewesen war. Aehnlich spricht er auch in seinem Brief, den er auf dem Totenbett noch an Wilhelm v. Humboldt diktierte, von seinem „so lange tätig nachdenkenden Leben". In jenem letzten Briese stehen Worte, die sich wie ein merkwürdiger Epilog zu seinem Leben lesen: „Verwirrende Lehre zu verwirrtem Handel waltet über der Welt, und ich habe nichts angelegentlicher zu tun, als dasjenige, was an mir ist und geblieben ist, womöglich zu steigern und meine Eigentümlichkeiten ZU kohobieren." Das ständige Kohobieren, das heißt Läutern, war das Treibende dieses Wunderwerks von Mensch, und in dem Brief scheint er schon mit der Hand hinter die Schleier des Todes zu greifen, wie feine Augen in dem Bildnis hinter sie zu schauen scheinen. Hallo? Von Barbara Carttand. Die Telephonistin des Hotels „Superb" blickte lange und sehnsüchtig in den Spiegel ihres Täschchens. An ihrem hübschen Gesicht war zwar nichts auszusetzen, aber zwischen Dosenrand und Spiegel steckte die Photographie eines jungen Mannes. „In vier Monaten und zehn Tagen bin ich verheiratet", dachte die Telephonistin und drückte das Täschchen hastig zu, als die Telephonglocke läutete. Während sie Verbindungen herstellte, sah sie eine elegante Frau in rotem Kleide hastig aus dem Speisesaal kommen und in den Lift steigen. „Nummer 567" dachte sie, „hat ihr Diner mit Nummer 71 aber rasch beendet." Für die Telephonistin war jeder Hotelgast eine Nummer. 567 zum Beispiel, die Dame im roten Kleid, war bei allen Angestellten besonders beliebt. Sie bewohnte zwar nur ein kleines billiges Zimmer im obersten Stockwerk, ganz in der Nähe des Speisenaufzuges. Aber ihre Anspruchslosigkeit und ihr stets freundliches Lächeln hatte ihr die Herzen aller gewonnen. Das ganze Hotel freute sich, als der reiche junge Mann, Nummer 71, sich für sie zu interessieren begann. Die Telephonistin hörte manchmal ihren telephonischen Gesprächen zu und konstatierte mit Vergnügen, daß Nummer 567 sich tadellos benahm, was die Verliebtheit von Nummer 71 nur steigerte. „Genau wie ich und Gerald", sagte sie zum Buchhalter. „Man muß die Männer zu behandeln wissen." Heute abend waren Nummer 567 und Nummer 71 gemeinsam zum Diner gegangen, und sie hatte zufrieden hinter ihnen hergelachelt. „Was kann geschehen sein?" überlegte sie nun, als der Lift mit Nummer 567 hinaufflog. „Ein Streit? Das ist dumm. Ein so netter junger Mann!" Zwei Minuten später kam Nummer 71 aus dem Speisesaal. Seine Stirn war gerunzelt, die Hände steckten tief in den Hosentaschen, und er nahm die Stufen zum ersten Stock im Sturmschritt. Einen Augenblick später gab Nummer 71 am Telephonbrett Signal. „Hallo", sagte eine energische Stimme, „sagen Sie dem Nachtportier, er soll mir einen Platz im Schlafwagen nach Liverpool besorgen und senden Sie mir den Hausdiener, damit er meine Koffer packt." „Jawohl, Sir." „Sie haben also gestritten", überlegte sie. „Schade, schade. Nummer 567 ist doch so nett und liebt ihn. Seit Gerald habe ich Erfahrung. Und er liebt sie ebenfalls, wenn er auch ohne Abschied abreifen will." Kleinlaut gab sie dem Portier die erhaltenen Aufträge weiter. Dann läutete sie Nummer 71 an. „Der Hausdiener kommt gleich, Sir." „Oh ... danke sehr." Die Telephonistin dachte angestrengt nach. In seinem „Hallo" war Gespanntheit, Erwartung gewesen. Er hatte gehofft ... auf einen andern Anruf gehofft. Nun läutete sie Nummer 567 an. „Hallo?" „Ist dort Nummer 568?" „Nein, hier ist Zimmer 567." „Irrtum. Verzeihung." „Sie hat gemeint", dachte sie, „und hat seinen Anruf erwartet. Ist das nicht dumm? Und wenn sie morgen erwacht, wird er fort fein!" Einer plötzlichen Eingebung folgend, läutete sie gleichzeitig bei Nummer 567 und Nummer 71 an und stellte die Verbindung her. Zwei Stimmen sagten „Hallo?". Und dann kam eine Pause. „Hallo?" sagte Nummer 71, ein wenig unsicher. „Oh!" sagte Nummer 567. „Oh, Schatz!" sagte er. Von 567 kam ein leises Schluchzen. „Oh, Liebling", sagte sie. Die Telephonistin zog sich diskret zurück und lautete beim Nachtportier an. „Nummer 71 reift mcht ab", sagte sie. „Also keinen Schlafwagenplatz und keinen Hausdiener." Zufrieden lächeln öffnete sie ihr Täschchen und blickte lange in den Spiegel. (Deutsch von W. von A r m a t a.) mark- und Fünf-Reichsmarkstücke außer Kurs gesetzt hat. Ab 1. April 1937 gelten sie nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel. Zn den folgenden drei Monaten, und zwar bis zum 30. Juni 1937 einschließlich, werden diese Münzen von den Reichsund Landeskassen noch in Zahlung genommen und gegen andere Zahlungsmittel umgetauscht. Ab 1. Juli 1937 hört die Einlösungspflicht auf. Die Münzen haben dann nur noch ihren Metallwert. Die Außerkurssetzung umfaßt alle Eine-Mark- und Eine-Reichsmarkstücke aus Silber und die großen Fünf-Reichsmarkstücke. Die zur Erinnerung an besondere Begebenheiten geprägten Fünf-Reichsmark- stücke sind von der Außerkurssetzung nicht ausgenommen. In Kurs bleiben demnach von den Eine- Reichsmarkstücken nur die aus Nickel geprägten Münzen und als Fünf-Reichsmarkstücke nur die kleinen Fünf-Reichsmarkstücke. Es liegt im Interesse jedes Volksgenossen, die in Rede stehenden Münzen so schnell als möglich in Zahlung zu geben, damit sie in den Besitz der mit der Einziehung beauftragten Reichsbank gelangen. Gießener Dochenmarktpreise. * G i e ß e n , 18. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, M kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 14, Klasse A 13, Klasse B 12, Klasse C HM, Klasse D 10M, ungezeichnete 10, Wirsing, M kg (gelb) 12, (grün) 16 bis 20, Weißkraut 10, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 25 bis 30, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat, 50 g 10 bis 12 Pf., 1,2 kg 1 bis 1,50 Mk., Tomaten 70 bis 75 Pf., Zwiebeln 10 bis 14, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Kartoffeln, M kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,65 bis 3,80 Mk., Aepfel, % kg 15 bis 45 Pf., Birnenl5 bis 30, Zwetschenhonig 50 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 Pf. bis 1 Mk., Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl, 30 bis 45, Salat 20 bis 30, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 15 bis 20 Pf. ** Tod an d e r Hochspannungslei» t u n g. Am gestrigen Mittwochmittag fand man in der Nähe des Tonwerkes Abendstern bei einem Leitungsmast der Hochspannungsleitung einen Mann tot auf. Es handelt sich um einen 32 Jahre alten Einwohner von Heuchelheim, der bereits seit etwa zehn Tagen vermißt wird. Nach dem Befund ist der Mann an dem Mast zum Hochspannungsdraht emporgestiegen und hatte durch Berührung des Drahtes den Freitod durch Starkstromwirkung gesucht und gefunden. Da die Leiche beim Absturz in eine tiefe Ackerfurche fiel, blieb sie einige Tage lang unbemerkt liegen, bis am gestrigen Mittag vorübergehende Leute aufmerksam wurden. ** Arbeitsunfall. Bei Erdarbeiten, die gegenwärtig am Philosophenwald durchgeführt werden, ereignete sich ein Unfall. Der Arbeiter Otto A l b a ch von Ruttershausen geriet unter eine rutschende Erdmasse und erlitt dabei einen Unterschenkelbruch. Der Verunglückte wurde durch die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik gebracht. ** Ortsoerband f ü r Deutsche Jugendherbergen. Alle Ausweise und Jahresmarken sind im Städtischen Jugendamt und im Reise- und Verkehrsbüro (Selterstor) zu erhalten. Auf die Hauptversammlung am Freitag in der Oberrealschule sei hingewiesen. (Siehe heutige Anzeige.) Das Lugendherbergsnetz unseres Gaues wird ausgebaut. NSG. In wenigen Wochen beginnt die neue Wanderzeit und mit ihr kommt wieder Leben in die Jugendherbergen. Seit der Machtergreifung, bei der die Leitung des Jugendherbergsoerbandes von der Hitler-Jugend übernommen wurde, ist eine außerordentliche Steigerung der Uebernachtungs- zahlen festzustellen. Von 4,3 Millionen im Jahr 1932 stieg die Zahl der Uebernachtungen auf 6,5 Millionen im Jahr 1936. Die Steigerung der Besucherzahlen unserer Jugendherbergen verlangt selbstverständlich einen immer breiteren Ausbau des Jugendherbergsnetzes. In jedem Jahr treten neue Herbergen hinzu, ohne daß den immer steigenden Erfordernissen genügt werden konnte. Im Landesverband Rhein-Main wurde im letzten Jahr eine ganze Reihe neuer Jugendherbergen eingerichtet und andere wurden in ihrem Ausbau vollendet. Im Dammbachtal bei Wiesbaden wurde am Fuße des Neroberges eine mustergültige Jugendherberge mit 400 Betten errichtet. Vier Tagesräume, neuzeitliche Wasch- und Brauseanlagen, ein großer Spielplatz und der anschließende Wald machen diese Jugendherberge zum Daueraufenthalt und für Schulungslehrgänge besonders geeignet. In Neckarsteinach konnte eines der schönsten Fachwerkhäuser in eine Jugendherberge mit 70 Betten verwandelt werden, die vor allem von den Wasserwanderern mit Freuden begrüßt wurde. Auch in Oppenheim wurde in der Nähe des Rheines ein Haus erworben und vorläufig mit 70 Betten ausgestattet, so daß auch hier in landschaftlich schöner Lage ein neuer Stützpunkt für Wasserwanderer geschaffen wurde. An dem wichtigsten Wanderweg, dem Rheintal, wurde das Jugendherbergsnetz durch die Errichtung einer neuen 30bettigen Jugendher- berge in Kempten geschloffen. Im schönen Schlitzerland entstand in Schlitz eine Herberge mit 200 Betten und mehreren Tagesräumen, die seit ihrer (Eröffnung einen außerordentlichen starken Besuch aufzuweisen hatte. Als Ausgangspunkt für das Lahn- und Edertal erhielt Biedenkopf eine neue Jugendherberge. Die Jugendherberge in Rüdesheim wurde um zwei Tagesräume vergrößert, die wegen der zahlreichen hier stattfindenden Lehrgänge notwendig wurden. Auch die Neuemühle bei Mainz erhielt ein neues Gewand und wurde mit neuem Gerät versehen. Mit diesen neuen Jugendherbergen wurde im vorigen Jahr das Herbergsnetz, das ganz Deutschland überzieht, weiter ausgebaut; aber auch für das beginnende Jahr sind bereits neue Pläne vorhanden. Bis zum Beginn der Wanderzeit wird im alten Kloster zu Schlüchtern eine Jugendherberge mit 70 Betten betriebsfertig fein. Die Peste Otzberg im Odenwald soll von der kleinen Jugendherberge, die in ihr bereits besteht, zu einer I u - gendburg ausgebaut werden. Auch in Bad Soden soll eine Jugendherberge, die gerade hier beim Wintersport fehlt, geschaffen werden. Die Herberge in Schloßborn im Taunus fall eine Erweiterung erfahren. In Bad Ems oder Nassau soll ein Neubau errichtet werden, um den Wanderern im Lahntal eine moderne Jugendherberge zu schaffen. Auch das alte Projekt in Worms am Rhein ist wieder aufgegriffen worden, denn für die dort zu errichtende 'Nibelungenherberge wird zur Zeit das Vorprojekt ausgearbeitet. Oberheffen. Derdunkelungsübung im Kreise Schotten. * Schotten, 17. März. Entgegen allen anders lautenden Mitteilungen teilt das Är eis amt Schotten mit, daß die Verdunkelungsübung am Montag, 22 März, mit einbrechender Dunkelheit beginnt. Von hier ab bis 20 Uhr herrscht eingeschränkte Beleuchtung. Um 20 Uhr setzt die volle Verdunkelung ein, die in den einzelnen Gemeinden durch Signale bekanntgegeben wird. Mit dem Beginn der vollen Verdunkelung sind alle öffentlichen und außerhalb von Räumen vorhandenen Lichtquellen zu löschen. Landkreis Gießen. * Wieseck , 18. März. In der gestrigen 23er» öffentlichung über die Religionsgemeindesteuersätze in unserer Gemeinde ist eine Zahl irrtümlich falsch wiedergegeben worden. Im Rechnungsjahr 1937 sollen 4,5 Pfennige (nicht 5,5 Pfennige) auf je 100 Mark Steuerwerk des unbebauten Grundbesitzes erhoben werden. nsf. Wieseck, 17. März. Einen sehr anregenden Vortragsabend veranstaltete die hiesige Frauen- schäft. Frau Dr. N e u m a n n aus Gießen sprach über Erziehungsfragen. Es ist für jede Mutter wertvoll und wichtig, Bescheid zu wissen über die den Anlagen entsprechende Erziehung ihrer Kinder. Frau Dr. Neumann wußte die Teilnahme der Hörerinnen zu wecken. Sie betonte, daß in unserer Zeit besonders die Tatkraft, Einsatzbereitschaft, Wahrheitsliebe und der Opfermut gestärkt werden müßten, Eigenschaften, die rassebedingt dem deutschen Kind angeboren sind. Schlechte Anlagen und Eigenschaften sind mit festem Willen und mit Geduld zu unterdrücken und zu bekämpfen. u. Klein-Linden, 16. März. Die B D M. - Gruppe veranstaltete am Sonntag im Hitler- Heim eine W e r k a u s st e l l u n g, die aus allen Kreisen gut besucht war. Es waren alle Arten von Arbeiten ausgestellt, die die Mädel in ihren Heimabenden angefertigt hatten. Man sah Handarbeiten, von den einfachsten bis zu den feinsten, ferner Kleidungsstücke, Gebrauchsgegenstände, feine Lederarbeiten und vieles andere mehr. Die ausgestellten Gegenstände gaben einen Einblick in die Arbeit des BDM. und wurden von den Besuchern sehr bewundert. Auch der Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger, der unserm Hitler-Heim am Sonn- tagmittag einen kurzen Besuch abgestattet hatte, sprach der Leiterin, Mädelscharführerin Erna Mähler, seine Anerkennung über die schönen Arbeiten aus. 00 Klein-Linden, 17. März. Unter dem Vorsitz von Pfarrer König hielten die Vorstände der Kranken st ation und der Kleinkinderschule ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Den Rechnungsbericht der Krankenstativn erläuterte der Rechner der Station, Kaufmann Wilh. Jung VIII. Die Einnahmen betrugen 1898,70 Mark, die Ausgaben 1718,92 Mark, so daß ein Ueberschuß von 179,78 Mark verblieb. Die Zahl der Mitglieder der Krankenstation beläuft sich auf 355. Die Rechnungsprüfung wurde den Vorstandsmitgliedern, Altbürgermeister Jung und Karl Rinn, übertragen. Die Rechnung der Kleinkinderschule zeigt in Einnahme 2196,50 Mark, in Ausgabe 2106,65 Mark. Mithin verbleibt ein Ueberschuß von 89,85 Mark. Die Zahl der Mitglieder dieser Station beläuft sich auf 109. Von einigen örtlichen Vereinen wurden der Kinderschule Geldbeträge überwiesen Da auch von privater Seite die Kasse stark unterstützt wurde, so ist sie heute besser gestellt, als in den verflossenen Jahren. Die Rechnung war von den Vorstandsmitgliedern Johannes Germer und Kaspar Lenz bereits für richtig befunden worden. Pfarrer König sprach den beiden ehrenamtlichen Rechnern den Dank für ihre Mühewaltung aus. Es wurde noch beschlossen, sämtliche Kinder, die die Kinderschule besuchen, gegen Unfall zu versichern. Die Kosten dafür übernimmt die Kasse der Station. Ferner wurde der geplanten Anschaffung von Spielsachen für die Kinderschule zugestimmt. Auch Plötzlich kommt ein Dackel —Sie wissen schon: Zwei Hunde lang und ’n halben hoch — und schnuppert immer so an mir und meinem vollen Rucksack. Na, denke ich, das Hündchen gehört doch wem? Und richtig . . . (Näheres erfahren Sie demnächst im Gießener Anzeiger!) für die Krankenstation sollen einige Geräte angeschafft werden. Die Anschaffung eines Elektrisierapparates für diese Station wurde für die nächste Sitzung zurückgestellt. 00 Klein-Linden, 17. März. Die technische Lehrerin unserer Volks- und Mädchenberufsschule hatte für Sonntag zu einer Hand- arbeitsausstellung in die neue Schule eingeladen. Auf langen Bänken waren, nach Schuljahren geordnet, die für die einzelnen Jahrgänge vorgeschriebenen Arbeiten der Kinder ausgestellt. Von den einfachsten bis zu den schwierigsten gaben die Arbeiten Zeugnis, daß für das Leben, für den Haushalt und für den Beruf gearbeitet worden ist. Das Mädchen mit dem Gilberhaar. Roman von Anny von panhuys. 31. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) • Berthold Radix antwortete: „Ihr Wunsch trägt den Verhältnissen Rechnung und wird Ihnen gewährt." Der Graf neigte den Kopf. „Herr Decourt ist tüchtig und weiß im Geschäft Bescheid und versteht zu repräsentieren. Er ist gut eingearbeitet und ich empfehle ihn sehr als meinen Nachfolger." „Ich danke Ihnen; ich werde mich morgen mit Herrn Decourt in Verbindung setzen", antwortete Berthold Radix kurz und kühl. Der Graf strich sich über die Stirn. „Noch etwas möchte ich erwähnen, was Sie auch interessieren dürste, fast hätte ich es vergessen. Aber es gewinnt erst besondere Wichtigkeit, seit ich heute nachmittag hörte, daß die gnädige Frau das Diadem verloren hat. Es muß nämlich einen Finder geben. Ein mir bekannter Juwelier, der die Steine des Diadems vor früher her gut kennt, machte mich auf etwas aufmerksam." Er erzählte in kurzen Worten seine Unterhaltung mit Mortier und schlug dann vor: „Es wäre vielleicht ratsam, wenn sich die gnädige Frau morgen gegen elf Uhr vormittags auch bei dem Juwelier einsände. Da das Diadem doch auf dem Maskenball verlorengegangen ist und dort gefunden worden sein muß, liegt der Gedanke nahe, daß jemand aus Ihrer Stadt hier und in London die wertvollen Juwelen geschickt in bare Münze umwandelt. Sie sollten sich den betreffenden Herrn wirklich ansehen, gnädige Frau. Vielleicht kennen Sie ihn." Berthold Radix nickte: „Der Vorschlag wäre zu überlegen! Ich werde Ihnen morgen früh telephonisch Bescheid geben und bitte Sie, im Büro darauf zu warten. Um zehn Uhr werden Sie den Entschluß meiner Frau wissen." Er verbeugte sich kurz, während Franziska den Grafen nur flüchtig ansah. Sie brachte keinen Gutenachtgruß über die Lippen. Zu weh und traurig war ihr zumute, und es wurde ihr klar, daß der alte Herr, der Vater ihres Vaters, allein, ganz allein die Schuld am Unglück ihrer Eltern trug. Sie sehnte sich nach den Hotelzimmern wie nach "einem stillen Hafen. Nur mit Mühe konnte sie gegen das Weinen anfämpfen. Kaum war man daheim angekommen, brachen die Tränen hervor und überströmten Franziskas Gesicht. Perthold Radix nahm sie sanft in seine Arme. „Fränze, meine einziggeliebte Fränze, meine dich nur ordentlich aus! Es wird dir leichter werden. Du tust mir ja so leid." „Ich selbst bebaure mich nicht, Berthel. Aber meine armen Eltern tun mir leid, weil sie ein hochmütiger Mann um ihr Glück gebracht. Wie hätte alles so ganz anders für sie werden können, wenn meine arme Mutter dem Grafen Rethel für seinen Sohn nicht zu gering gewesen wäre, wenn er für ihn nicht nach einer reichen Frau gestrebt hätte. O, du, ich wünschte, Großmutter hätte das alles noch erlebt! Aber Mutter hätte das alles auch nicht verschweigen dürfen." Berthold erwiderte nachdenklich: „Nach deiner Geburt würde sie sicher gesprochen haben, aber da war es zu spät, und der Tod legte ihr ewiges Schweigen auf." Er strich ihr zärtlich über das Haar. „Wollen froh fein, daß Graf Rethel doch noch, wenn auch spät, Gewissensbisse empfunden hat." Franziska nickte. „Ja, das war gut." Er fiel ihr ins Wort: „Und unsere Heiratspapiere sollen geändert werden, schon deiner Mutter wegen." Sie schmiegte sich schluchzend an ihn. „Ob der Graf ein Pild meines Vaters besitzt? Ich möchte ihn so gerne sehen!" „Ich werde ihn fragen, und wenn er ein Bild von ihm hat, wird er es dir sicher zeigen. Er ist ganz niedergeschlagen, und ich bin sicher, daß er dir jeden Wunsch erfüllen würde." Sie sagte weinend: „Er ist der einzige Mensch auf Erden, der mir verwandtschaftlich nahesteht, und doch muß er für mich der Fremdeste aller Fremden bleiben." Er nickte: „Ja, Fränze, das. ist wohl so. Dein Großvater lebt und muß doch für dich tot fein. Zwischen euch beiden steht das Unglück deiner Eltern. Er küßte ihr die Tränen von den Wimpern, bat leise: „Gehe zur Ruhe, Liebling, und schlafe gut. Morgen sieht alles nicht mehr so düster aus." Sie drückte ihre Wange gegen fein Gesicht. „Du lieber, Guter! Ich kann mir das Leben ohne dich gar nicht mehr vorstellen." Er lächelte sie an und dachte, daß er noch immer geduldig sein müsse. Einst würde ja der Tag kommen, an dem sie ihm sagen würde: Ich liebe dich! Am nächsten Vormittag telephonierte Berthold Radix, wie verabredet, den Grafen im Büro an und erklärte ihm: „Meine Frau hat sich entschlossen, zu dem Juwelier zu gehen. Wir kommen jetzt zu Ihnen und können uns dann sofort an Ort und Stelle begeben." 24. Günther Grevenstein hatte gan$ besonderes Vertrauen zu dem Juwelier Marter in der Rue Royal, weil er so eigenartig und geschmackvoll gefaßte Schmuckstücke zur Schau stellte. Er war gestern abend mit Mabel im Theater gewesen und hatte von ihr gehört, daß sie nächste Woche ihren Geburtstag feiere. Da war er auf die Idee gekommen, dem Juwelier, bei dem er heute vormittag einen Ring und eine Schmucknadel abzuholen hatte — Stücke, die er später wieder mit anderen neugefaßten Steinen in London verkaufen wollte — eine weitere Arbeit anzuvertrauen. Er wallte für Mabel einen Armreif anfertigen lassen mit Perlen aus dem Diadem besetzt. Er hatte schon eine kleine Zeichnung entworfen. Heute früh hatte er die Perlen aus dem Diadem genommen und dabei ein bißchen selbständig und spöttisch lächeln müssen. Er besaß längst ein paar kleine Spezialwerkzeuge und verstand damit umzugehen wie ein Goldschmied — oder ein Dieb. Anfangs war es gar nicht so leicht gewesen, die sehr solid gefaßten Steine aus ihrer Metallumklammerung zu brechen, aber jetzt hatte er Hebung darin. Er war heute in bester Laune. Mabel hatte merkwürdigerweise selbst den Wunsch ausgesprochen, das Hotel Continental zu verlassen und bis zur Hochzeit in eine kleine möblierte Etage zu übersiedeln, die ihr eine Bekannte empfohlen. Schon morgen sollte das geschehen. Dadurch war er der Peinlichkeit enthoben, der blonden Frau oder Tilli Bergschlag zu begegnen. Jene reijie ja sowieso in Kürze ab und konnte bann auch nicht mehr ins Palais Rethel kommen. Also würden seine Wege bald wieder frei und schattenlos fein. Grevenstein sah heute die Welt wieder mit sorglosen Augen an. Er betrat den Verkaufsraum von Mortier. Eine junge Verkäuferin sagte sehr höflich zu Günther: „Es handelt sich um die Abholung eines Ringes und einer Krawattennadel, nicht wahr?" Gunther nickte, und sie erklärte verbindlich: „Der Chef wünscht den Herrn selbst zu bedienen. Ich werde ihn herbitten." Günther setzte sich und holte inzwischen das Päckchen mit den Perlen aus seiner Prusttasche. In dem bequemen Büro des Juweliers warteten außer Mortier selbst der Graf, Berthold Radix und dessen Frau. Das Fräulein zog die Tür hinter sich zu und meldete: „Der Herr ist eben gekommen." Mortier erhob sich. „Es ist gut, Justine. Ich komme sofort." Nachdem die Angestellte verschwunden war, sagte er leise zu den drei anderen: „Also, Sie wissen Pescheid, meine Herrschaften. Sehen Sie sich den Herrn von der anderen Seite durch das Fensterchen nur recht genau an. Wünschen Sie feine Festnahme, brauchen Sie nur auf diesen Knopf zu drücken." Er wies auf einen weißen Knopf an der Wand. „Da wird dann ein leises Geräusch ausgelöst, das verschiedene Ursachen haben kann, bas aber bestimmt niemandem oerbächtigt erscheint." Mit Spannung blieben bie brei zurück, sahen sich gegenseitig wie fragenb an, bis bann auf eine Hanbbewegung von Bertholb Rabix ber Graf zuerst aufstand unb an bas kleine Fenster trat, bas ein gutes Blickfelb bot. Er sah ben Rücken des Juweliers unb einen Männerkopf mit bunflem Haar. Er wartete ein wenig. Der Juwelier trat, wohl absichtlich; etwas zur Seite, unb ba ber vor bem Labentisch sitzende Herr eben sein Gesicht hob, konnte er ihn deutlich sehen. Im nächsten Augenblick taumelte er zurück. Die ihm so töricht scheinende Ahnung, die ihn flüchtig gestreift, als ihm ber Juwelier bas Aeußere feines Kunben beschrieben, bewahrheitete sich. Es war Günther Grevenstein, ben er braußen sah! Er war es, ber Juwelen bes Diabems fassen ließ unb anscheinend wieder verkaufte. Wie aber kam er ausgerechnet in den Besitz der Steine? Der Graf riß sich zusammen. Grevenstein mußte die Steine gekauft haben. Er nahm wieder auf feinem Stuhl Platz, dachte, daß Grevenstein mit dem Finder bes Diadems sicher nichts zu tun hatte, unb baß Franziska Rabix ihn nicht kennen konnte. Das heißt, sie hatte ja bei ihm Grevensteins Bild gesehen, und es bestand bie Möglichkeit, daß sie ihn hier miebererEennen würbe. Der Graf lächelte krampfhaft: „Bitte, gnäbige Frau, werfen Sie nun auch einen Blick in den Verkaufsraum." Franziska trat an das winzige Fensterchen und unterdrückte nur mit großer Mühe den Schrei, ber sich ihr entringen wollte, denn sie erkannte sofort Günther Grevenstein. Sie wußte nun, baß er bas Diadem, nachdem sie fortgegangen, auf ber Galerie gefunben haben mußte und es behalten hatte. Wahrscheinlich verhalf es ihm zu bem glänzenden Leben, bas er jetzt führte. Schuft! bachte sie verächtlich, unb irgenb etwas, bas sich in ihrem Herzen bisher nicht hatte niederzwingen lassen, trotz aller Mühe, bie sie sich gegeben, starb jäh. Bitternis und Scham erfüllten sie. Sie trat zurück, winkte ihrem Mann. Totenbleich war sie, so daß sie nicht nur Berthold Radix, sondern auch der Graf ängstlich ansah. Berthold drückte Franziska auf ihren Stuhl zurück und war mit einem Sprung an dem Fenster, um sich zu überzeugen, wer Franziska so sehr erschreckt haben konnte. Er hatte ja auch bie Photographie bes zukünftigen Grafen im Palais de Rethel gesehen, ebenso bie bes Geigers in ber Frankfurter Weinstube; er kannte also besten Züge mit unb ahne Bart unb wußte sofort, baß ber Mensch, ber Franziskas Herz gewonnen, ohne sich bann weiter um sie zu kümmern, bas wertvolle Diadem gefunden unb sich angeeignet hatte, wie ein gewöhnlicher Dieb. Ehe Franziska aber ber Graf ihn zu hindern vermochten, hatte er schon auf ben weißen Knopf gebrückt, unb ein Geräusch würbe laut, das ähnlich klang, als zöge man eine Uhr auf. Günther Grevenstein lauschte wohl flüchtig, aber er legte bem Geräusch keine Bebeutung bei. Er fuhr ruhig in seinem Satz fort, erklärte mit Hilfe der kleinen, flüchtig entworfenen Zeichnung, wie er sich das Armband mit den Perlen dachte. Es fiel ihm auch nicht auf, daß der Verkäufer, der bisher an einem der breiten Schaufenster gestanden, sich vor der Eingangstür postierte und feine Rechte in die Tasche steckte. Der Juwelier sagte verbindlich lächelnd: „Wir wollen uns mit der Zeichnung in mein Büro begeben. Ich kann Ihnen dort ein paar Armbänder Dorlegen, die nach neuesten Entwürfen gearbeitet wurden." Günther Grevenstein sah den Juwelier forschend an. Er besaß ben feinen Sinn jener Menschen, bie eine Gefahr wittern, wie ein Wilb ben Jäger; er kannte bas eigentümlich warnende Gefühl, das bie großen Hochstapler manchmal im letzten Moment noch rettet. Er erwiderte lässig: „Ich werde morgen wiederkommen, heute habe ich keine Zeit mehr; bie Perlen lasse ich da. Den Ring und die Nadel bezahle ich ja bereits." (Fortsetzung folgt) Entsprechend den Forderungen des Vierjahresplanes waren bei den Arbeiten mehr Stoffe als Wolle verarbeitet worden. Es waren auch einige schöne Stücke ausgestellt, die dem Hilfswerk „Mutter und Kind" zugute kommen. Ein Tisch zeigte Anschauungsmittel der Berufsschule über Zellwolle und Stoffe, die aus deutschem Erzeugnis hergestellt waren. Die Ausstellung war sehr gut besucht und fand große Anerkennung. * Klein-Linden, 17. März. Am Samstag- abend feierte der Männergesangverein „Eintracht" im Saale des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" sein Stiftungsfest. Vereinsführer Wilhelm Rinn gab einen Rückblick über die Geschichte des Vereins, der am 12. März 1865 ins Leben gerufen wurde. Verdiente Sangesbrüder wurden aus Anlaß ihrer 25jährigen Sängertätigkeit zu Ehrenmitgliedern ernannt und ihnen durch den Vereinsführer die silberne Sängernadel überreicht. Es waren dies: Wilhelm Rinn, Heinrich Volk, Karl P o l i tz , Ludwig Kumpf und Wilhelm Weigel. Unter Leitung von Chormeister Georg Harnisch (Watzenborn-Steinberg) brachte der Chor auserlesene Lieder zum Vortrag, die sämtlich mit stärkstem Beifall ausgenommen wurden. Einige heitere Szenen, gute Musikstücke der Kapelle Bender (Watzenborn-Steinberg) und Tanz ließen die Besucher einige vergnügte Stunden verleben. * Klein-Linden, 17. März. Der evangel. Kirchenchor veranstaltete in der Kirche eine m u • sikalischePassionsfeier. Als Solisten wirkten mit Herr Tank, Großen-Linden, (Gesang) und Herr Theiß, Klein-Linden, (Violincello). Die Orgelbegleitung lag in den Händen des Organisten O. Weigel, Klein-Linden. Die Feier hinterließ einen tiefen Eindruck bei der zahlreichen Gemeinde. I Großen-Linden, 18. März. Unser Einwohner Ludwig P i r r, feiert morgen, 19. d. M., seinen 77. Geburtstag. Der Jubilar war von 1909 bis 1934 Rechner der Spar- und Darlehnskasse, feit 1919 verwaltet er die Rechnerftelle der Bezugs- und Absatzgenossenschaft, die er heute noch mit großer Gewissenhaftigkeit versieht. <£ Leihgestern, 17. März. Das Jungvolk- sähnlein Richthofen hielt am Samstagabend einen Volksgemeinschaftsabend im „Löwen" ab. Rach einem Fanfarenmarsch begrüßte der Stammführer von Zadow die Eltern der Jungen und Gäste. Hierauf führte er im Lichtbild die im vorigen Sommer unternommene Großfahrt des Fähnleins durch Deutschland bis zur Ostsee, die zum Teil auf Rädern zurückgelegt wurde, vor, wobei er zu den einzelnen Bildern Erläuterungen gab. Anschließend wurden ein Spiel und ein Theaterstück aufgeführt, die viel Heiterkeit auslösten. Umrahmt war der Abend von Liedern der Pimpfe. A Lang-Göns, 17. März. Der Gesangverein „Frohsinn" hielt feine diesjährige Generalversammlung im Gasthaus „Gambrinus" üb. Der Vorsitzende Faber leitete die Versammlung. Rechner Meidt erstattete den Kassenbericht und konnte entlastet werden. Dann schritt man zur Vorstandswahl. Dabei wurde Wilhelm Müller zum stellvertretenden Vorsitzenden ernannt, das Amt des Rechners ging auf Ludwig Schäfer über. Die anderen Vorstandsinitglieder wurden wieder- gewählt. Ein gemütliches Beisammensein beschloß den Abend. * Lang-Göns, 17. März. Die Kriegertarn e r a d s ch a f t Lang-Göns hielt bei Gastwirt Hebbel ihre Jahreshauptversammlung ab, zu deren Beginn Kameradschaftsführer N e r n der verstorbenen Kameraden gedachte. Kassenwart Höfer erstattete den Jahres- und den Kassenbericht. Dem Kassenwart wurde Entlastung erteilt und ihm für seine Arbeit Dank gesagt. Anschließend sprach Kamerad-B rück el I. über Propaganda und Kamerad Höfer über das Schieß- und Fechtwesen, ferner über die Wohlfahrtseinrichtungen des Bundes. Kamerad Willy Brückel sprach über Versicherungswesen und die Vorteile, die den Kameraden zugute kommen können. Nachdem noch ein Opferschießen zugunsten des Winterhilfswerkes durchgeführt worden war, wurde die Versammlung geschlossen. Bei gemeinsam gesungenen alten Soldatenliedern blieb man noch einige Zeit gemütlich beisammen. -Lang-Göns, 17. März. Bei der letzten Schweinezwischezähluna wurden in unserer Gemeinde 1398 Tiere festgestellt, und zwar 12 Zuchteber, 121 Zuchtsauen, Schweine über acht Wochen bis zu einem Jahre 1265 Stück. Im Dezember 1936 waren es 1613 Tiere, im März 1936 = 1319. Hausschlachtungen fanden während der Monate Dezember bis Ende Februar 302 statt. "Y" Watzenborn-Steinberg, 18. März. Am Dienstag veranstaltete die hiesige Volksschule einen Elternabend. Der gutbesuchte Abend ließ erkennen, wie groß das Interesse der Einwohnerschaft an den Gegenwartsfragen der Schule ist. Rektor Bender begrüßte und betonte, wie wichtig eine Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus ist. In seinen weiteren Ausführungen gab er eingehende Erläuterungen über den Aufenthalt der Schulkinder in einem Schullandheim, da auch unsere Schule in der Zeit vom 5. bis 10. Juli in dem Schullandheim in Kesselbach verweilen wird. In bunter Folge wechselten dann Chöre und Gedichtvorträge miteinander ab. Das Theaterstück „Jugend marschiert", von den Schülern aufgeführt, fand lebhaften Beifall. Die Vorführung des Schullandheimfilmes wurde mit großem Interesse ausgenommen. = Steinbach, 17. März. Am Samstag fand im Saale des Gasthauses „Zum Ritter" der Schlußabend des von der N S. - F r a u e n s ch a f t veranstalteten K o ch k u r s u s statt. Die Leiterin der NS.- Frauenschaft, Frau Kl ücker, begrüßte die in stattlicher Anzahl erschienenen Frauen und die Gäste. Frl. Henschel, die Leiterin des Kursus, der von 50 Frauen und Mädchen besucht war, hielt eine Ansprache und überreichte den Teilnehmerinnen eine Bescheinigung über den Besuch des Kursus. Gedichte und gemeinsame Lieder und Gesänge der NS.-Frauenschaft verschönten den Abend. Die Teilnehmerinnen hatten Reigen und rhythmische Ballspiele eingeübt, die reichen Beifall fanden. Um 22 Uhr wurde gemeinsam der Kaffee eingenommen und dazu Kuchen gegessen, den die Teilnehmerinnen des Kursus gebacken hatten. In dem gemütlichen Teil wurden noch manche Lieder gesungen und auch einige Gedichte vorgetragen. Ortsgruppenleiter Bürgermeister H. Rink hielt bann noch eine Ansprache und schloß den Abend in der üblichen Weise. * Lollar, 17. März. Der hiesige O b st - und Gartenbauverein hielt am Samstag im Saale „Zur Linde" seine Jahreshauptversammlung ab, die mit einem Gedenken der im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieder durch den Vereinsführer Hermann Dietz eröffnet wurde. Anschließend sprach der Kreisverbandsvorsitzende Bopp über Zweck und Ziele der Obst- und Gartenbau- oereine. Er schilderte insbesondere die Aufgaben, die den Obst- und ©arfenbaupereinen innerhalb des Dierjahresplanes gestellt sind und forderte alle Mitglieder zu freiwilliger und eifriger Mitarbeit auf. Anschließend hielt Herr E v e l t an Hand von Lichtbildern einen Vortrag über Pflanzung, Düngung und über Schädlingsbekämpfung, sowie über fachgemäßes Schneiden und Abernten der Obstbäume und -fträucher. Die Ausführungen der Redner wurden Mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Im weiteren Verlauf der Versammlung erstattete Vereinsführer Dietz den Jahesbericht, dem zu entnehmen war, daß der Verein im vergangenen Jahre viel segensreiche Arbeit geleistet hat. Der Kassenbericht, von Rechner Fischer erstattet, zeigte ein erfreuliches Ergebnis. Die Kaffe wurde in bester Ordnung befunden, dem Gesamtvorstand einstimmig Entlastung erteilt und der Dereinsführer wieder- gewählt. Der Dereinsführer berief sodann, da einige Vorstandsmitglieder von Berufs und Alters wegen ausschieden, folgende Mitglieder in den Vorstand: Karl Zimmermann (Schriftführer), Karl Seitz (Rechner) und Nicolaus Poppel (Beisitzer). Den bisherigen Mitgliedern dankte er für die geleistete eifrige Mitarbeit. Nach einer Gratisverlosung und nach einer Aussprache wurde die Versammlung geschlossen. - Daubringen, 17. März. Heute feierten unser Einwohner Heinrich B r u s i u s und Frau Marie, geb. Stecker, das Fest der Silbernen Hochzeit. ! Mainzlar, 17. März. Der hiesige Turnverein hielt am Samstag bei Gastwirt Müller einen Diet - und Kameradschaftsabend ab. Dietmar! Ernst Müller schilderte in einem Vortrag die Entwicklung der deutschen Turnerei. Anschließend verlebten oie Turner einige kameradschaftliche Stunden der Unterhaltung. § Queckborn, 17. März. Am Montag feierten der in der weiteren Umgegend bekannte Gastwirt Johann Friedrich Sarnes und seine Ehefrau Marie, geborene Dörr, das Fest der goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar erfreut sich noch guter Gesundheit, besonders der Bräutigam. Aus ihrer Ehe gingen drei Kinder hervor, ein Sohn und zwei Töchter. Es konnte seinen Freudentag im Kreise von drei Kindern und acht Enkeln feiern, die Schwiegersöhne sind schon beide verstorben. Die Regimentsvereinigung ehemaliger 116er hatte eine Abordnung geschickt, um ihrem langjährigen Mitglied die Glückwünsche zu überbringen. Der Führer und Reichskanzler sandte ein Telegramm mit den besten Wünschen. Die Landeskirche Nassau-Hessen übersandte eine Urkunde, ebenso sandten noch Glückwünsche der Reichsstatthalter in Hessen und das Kreisamt Gießen. — Am Samstag erlebt unsere Gemeinde die zweite goldene Hochzeit in dieser Woche. Wilhelm Jost, Landwirt und Auszügler sowie Kirchenvorsteher, und seine Ehefrau Katharine Elisabeth, geborene Rock, verwitwete Hofmann, feiern dieses Fest. Sie können die Feier im Kreise zweier Kinder und vier Enkel begehen. Auch dieses Jubelpaar erfreut sich noch guter Gesundheit. — Die heutige Eiersammlung brachte 328 Stück. 4= Lich, 17. März. Um allen Volksgenossen unserer Stadt und der Umgebung einmal einen Einblick in die im vergangenen Winter geleistete Arbeit im BDM. zu geben, veranstalteten die der Gruppe 116 angeschlossenen BDM>Scharen Lich, Nieder-Bessingen, Ober-Bessingen und Ettingshausen im hiesigen BDM.-Heim eine Werkaus- stellung, die reichhaltig ausgestaltet war und ständig lebhaften Besuch aufwies. Die von den BDM.-Mädeln ausgestellten selbstgefertigten Arbeiten zeugten von gutem Einfühlen in die Materie und regem Eifer. Kunstvoll gefertigte Häkel- und Kunststrickarbeiten, wie Deckchen, Kissen, Jäckchen, Pullover u. a., fanden besonders beifällige Aufnahme, ebenso prachtvoll bestickte Kleider, Taschentücher, Taschentuchbehälter und ähnliches. Aus selbstgesponnener Wolle hergestellte Strümpfe, Mieder, Röcke usw. warben für die solide, dauerhafte Kleidung. Schöne Bastarbeiten (Taschen, Buchhüllen, Körbchen) und Untersetzer, aus Glasperlen zusammengesetzt, gaben Zeugnis von gutem Farbensinn und praktischer Veranlagung. Verschiedene Bauernstuben in Miniatur waren von Jungmädeln in Holzschnitzerei und in Klebearbeit heraestellt. —.— Lich, 17. März. Dieser Tage trat die Gefolgschaft 16/116 Lich der Hitler-Jugend unter Mitwirkung des Spielmannszuges des Bannes 116, des Musikzuges 16/116, des Fähnleins 13/116 und der Schar Lich des BDM. mit einer Abendveranstaltung der deutschen Jugend in der hiesigen Turnhalle an die Öffentlichkeit, um wieder einmal Zeugnis ihres Schaffens und Wollens abzulegen und den Eltern einen Ausschnitt von der Arbeit der deutschen Jugendorganisation zu vermitteln. So konnten sich die Eltern insbesondere von der guten musikalischen Schulung ihrer Buben überzeugen. Gefolgschaftsführer Lerch sprach von den hohen Aufgaben der Jugendorganisationen des Dritten Reiches, dankte den Eltern, den Vertretern der Partei und der hiesigen Stadtverwaltung für ihre tatkräftige Unterstützung und machte wiederholt auf die dringend notwendige Beschaffung eines eigenen Heimes der HI. aufmerksam. Nach verschiedenen Vorträgen des Musikzuges 16/116 und des Bannspielmannszuges zeigten Jungvolk, HI. und BDM. einige lustige und ernste Spiele, turnerische Uebungen, Tummelspiele und Gesangsvor» träge, die die Arbeit der einzelnen Abteilungen beleuchteten. ch Birklar, 15. März. Die hiesige Volksschule veranstaltete dieser Tage einen Elternabend, der nach einigen turnerischen Darbietungen einen Vortrag von Lehrer Krausgrüll über dcks Thema „Zweck und Ziele eines Landschulheimes" brachte. Im Verlaufe des Abends wurde ein Theaterstück aufgeführt. Zum Schluß wurde noch ein Landschulheimfilm gezeigt — In unserer Ge- meinbe werden demnächst Maulbeerbäume zum Zweck der Begründung einer Seidenraupenzucht angepflanzt. Kirche und (Schule. )—( Ruppertsburg, 14. März. Da unsere alte Kirchenorgel durch den Holzwurm und andere Einflüsse derart zerstört war, daß sie kaum noch gebraucht werden konnte, beschloß unser Kirchenvorstand vor etwa einem Jahr den Bau einer neuen Orgel, der der Firma Förster & Nikolaus zu Lich übertragen wurde. Nun konnte das neue Werk seiner Bestimmung übergeben werden. Pfarrer Hörr vollzog die Weihe, er hatte seiner Predigt den 150. Psalm zugrunde gelegt. Dekan Widmann, Schotten hielt eine Ansprache über ein Wort aus dem Psalm 144. Der Posaunenchor wirkte mit. Den Organistendienst versah der Organist der Johanneskirche zu Gießen, Lehrer N e b e • I i n g. Er bereitete der Gemeinde am Nachmittag eine seltene Feierstunde. Das Orgelkonzert, das er bot, brachte Kompositionen von I. S. Bach, W. Lübeck, D. Buxtehude, I. Pachelbel, L. Krebs. Der Organist verstand es, das neue Werk, das auf zwei Manualen und dem Pedal 13 klingende Register besitzt, in feiner ganzen Klangwirkung zu zeigen. In dieser Nachmittagsstunde war auch Probst Knodt aus Gießen anwesend, der in schönen Worten die Bedeutung der Orgel schilderte. Am Montag erfolgte die Abnahme durch den Orgelbausachverständigen Pfarrer Wi ß m üller. Jtunbfunfproaramm. Freitag, 19. März. 6 Uhr: Choral; Moraenspruch; Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 9.45: Nachrichten und Sport- vorschau. 10: Schulfunk. 11.15: Hausfrau, hör zu! 11.45: Landfunk. 12: In den Domen der Arbeit. Musik großer Meister in Betrieben (6). 13: Nachrichten — offene Stellen. Nachrichten aus dem Sendebezirk; Schneebericht. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Beliebte Kapellen und Solisten. Otto Dobrindts Klavier-Sinfoniker. Georg Freundorfer, Zithersolist, mit Ensemble. 15: Volk und Wirtschaft. Mehr Zucker ist erwünscht. 15.15: Aus der Heimat. 16: Konzert. Zeitgenössische Tonsetzer. Als Einlage 16.50 bis 17: Das deutsche Fachbuch. 17.30: Zeppeline kreuzen über dem Atlantik! Ein Erlebnis von Dr. Beecker. 17.50: Bildtelegraphie für jedermann! Plauderei von Ernst Bergmann. 18: Musik aus Dresden. 19: Allmacht Musik. Besinnliche Klänge zum Feierabend. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Olle Kamellen — beliebte Kapellen. Es spielen die Kapellen Otto Kermbach und Carl Wolt- schacb. Dazwischen plaudert Ernst Pedermann. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk; Sportbericht. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Freitag, den 19. März. Gießen. Kapelle des Alten Friedhofs. 20 Uhr: Passionsandacht; Pfarrassistent Dauth. — Petrus- tapeUe (Wetzlarer Weg 59). 20: Passionsandacht; Pfarrassistent Corvinus. Plötzlich und unerwartet verschied unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Emst Hofmann Schuhmachermeister im 32. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Hofmann 6. Heuchelheim, Nieder-Saulheim, den 18. März 1937. Die Beerdigung findet Freitag, den 19. März, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Bachstraße 34, aus statt. __ 1830 D Gestoch. scharfe Schrift, unverwüstliche Konstruktion, spielend leichter Anschlag, formschönes Aussehen — das ist die HeirfrNo mit Segmentumschaltung. Nur RM. 186.-. Schon f. 8.30 mtl. Niederhausen Bahnhofstraße49 Gießen. qqqA Zierfische Aquarien Pflanzen usw. Kleinhenn Bahnhofstr. 61. Familiendrucksachen Verlobungsanzelgen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr. 7 IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIII lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlaus- erzeugnisse. 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Run zieht man die Fäden dicht zusammen und beginnt mit der Smoknäherei, und zwar näht man zwei Faltenbruche mit zwei Stichen zusammen, führt in einem Faltenbruch von innen den Faden bis zur nächsten Reihe, wo man diesen und den nächsten Faltenbruch wieder mit zwei Stichen zusammennäht. Run wird der Faden wieder von innen zur ersten Reihe geführt und wieder zwei Faltenbruche zusarn- mengenäht. Man arbeitet also im Zickzack, so daß die Stiche versetzt übereinanderliegen. Durch die verdeckten Fäden entsteht ein einfaches Waffelmuster, man kann aber auch die Fäden von oben sichtbar führen. Rach Fertigstellung der Srnokarbeit entfernt man die Kräuselfäden. Um der ganzen Arbeit einen festeren Halt zu geben, kann man evtl, ein Tüllfutter mitnähen. Smoking, von engl. smok, Bedeu- tung rauchen. Herrenanzug für abendliche Veranstaltungen, schwarzes Jackett, schwarze Skunks Aerzten sogar als Tuberkulose aufgefaßt; 2. eine besondere Form der Tuberkulose des kindlichen Alters. Ausgezeichnet durch Lymphdrüsenschwellung am Hals und am Kieferwinkel, ebenso Schwellung der Bronchialdrüsen; rüsielformige Anschwellung der Oberlippe, Augenentzündung. Häufiges Auftreten von laufendem Ohr. Mittelohreiterungen. Knochen und Gelenkentzündungen. Ursachen der Krankheit sind eine Veranlagung, die gewöhnlich vererbt ist irgendeine Infektion mit Tuberkulose. Rachitis oder Neigung dazu (Mangel an Licht und Sonne) und unrichtige Ernährung. Vorbeugung am besten durch zweckmäßige Ernährung, viel Licht. Luft und Sonne, möglichster Schutz vor Ansteckung. Die Behandlung gehört in die Hand eines Arztes. Skunks, Stinktier, desien Fell zu wertvollem Pelzwerk verarbeitet wird. Skunkspelze sind dunkelbraun bis schwarz mit weißem Rückenstreifen. Sliwowitz, auch Slibowitz geschrieben. auf dem Balkan hergestellter Zwetschgenbranntwein. Smaragd, Amarillstein. grüner Beryll, während der orientalische Smaragd ein Korund ist. Der Smaragd ist als Monatsstein dem Juni zugeteilt. Srnokarbeit, eine Handarbeit, die man neuerdings wieder zu Blusen und Kleidergarnituren verwendet. Zur Ausführung dieser hübschen Arbeit eignen sich nur weich fallende Stoffe. Smok Der Ofen qualmt ... Oft liegt es daran, daß kein richtiger Zug da ist. Besonders an stürmischen Tagen im Frühjahr und Herbst. Ein Schornsteinaufsatz hilft dann. Er schützt das Ofenfeuer, es brennt viel besser und qualmt nicht mehr. Solche Schornsteinaufsätze gibt es bei 3- v. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Fußball gegen Frankreich und Luxemburg. Deutschlands Zweifrontenkampf in Stuttgart und Luxemburg. I M ■ In der prachtvollen Adolf-Hitler-Kampfbahn in Stuttgart findet am Sonntag der Fußball- Länderkampf Deutschland — Frankreich statt. Unsere Bilder zeigen oben in der Mitte den deutschen Torwart Jakob (Regensburg), links neben ihm der deutsche Linksaußen Urban (Schalke) und rechts Lehner (Augsburg), der deutsche Rechtsaußen: unten von links nach rechts: der deutsche Spielführer S z e p a n (Schalke), der Halblinke Stürmer, Lenz (Dortmund), der Mittelstürmer, und, rechts S i f f l i n g (Waldhof), der Halbrechte. — (Schirner-M.) Die Serie der Fußball-Länderkämpfe der deutschen Nationalmannschaft wird am Sonntag gleich mit zwei Begegnungen fortgesetzt: gegen Frankreich und Luxemburg. Das umfangreiche Programm, das der deutsche Fußballsport im Laufe der Saison zu erledigen hat, zwingt zu der Maßnahme, unsere Nationalspieler des öfteren an einem Tag zwei Kämpfe bestreiten zu lassen, was sich natürlich immer nur gegen einen stärkeren und einen schwächeren Gegner durchführen läßt. Die für Stuttgart gegen Frankreich aufgebotene Mannschaft verdient Vertrauen und hätte wohl kaum stärker besetzt werden können, ohne daß sich dadurch jedoch irgendwelche Schwierigkeiten in der Besetzung für Luxemburg ergeben hätten. So dürfen wir den kommenden Fußballereignissen in Stuttgart und Luxemburg mit gesundem Optimismus entgegensehen. Allerdings wird den deutschen Spielern sowohl in der Stadt der Auslanddeutschen als auch in Luxemburg viel abverlangt werden. Was bringt Stuttgart? Frankreich ist erst 1931 unser Länderspielgegner geworden. Es kam erst am 15. März 1931 zum ersten offiziellen Länderkampf Deutschland—Frankreich in Paris, nachdem Spiele zwischen deutschen und französischen Vereinsmannschaften vorangegangen waren. Es war ein unglückliches Spiel unserer Nationalmannschaft. Deutschland schenkte den Franzosen durch ein Selbsttor den Sieg. Das Rückspiel erfolgte zwei Jahre später in Berlin, ebenfalls im März. Es endete mit 3:3 Toren. Wir waren immer noch ohne Sieg gegen Frankreich. Unsere Hoffnungen auf den ersten Erfolg lagen im dritten Spiel, am 17. März 1935 in Paris. Deutschland siegte 3:1 nach schwerem. Kampf. Stuttgart hat nun darüber zu entscheiden, wer in der Bilanz über den zweiten Sieg verfügt (oder wird es ein Unentschieden?). lieber 70 000 'm der Adolf hiller kampfbahn. Daß auch dieser Länderkampf längst „ausverkauft" ist, ist keine Neuigkeit mehr. Deutschland müßte schon jedes seiner Länderspiele ins Olympische Stadion legen, um allen Wünschen der Karteninteressenten gerecht zu werden. Und das würde auch noch zu klein im Fassungsvermögen sein, wie wir es bei Deutschland gegen Italien im November des vergangenen Jahres gesehen haben. Stuttgart hat wirklich alles getan, um den Anforderungen wenigstens einigermaßen gerecht zu werden. Aber mehr als 73 000 find auch in der Adolf-Hitler-Kampfbahn nicht möglich, lieber 40 Sonderzüge werden erwartet, davon ein ganzer Teil aus Frankreich, das in einer Stärke von 10 000 Schlachtenbummlern anrücken wird. Zehn Dolmetscher stehen in der Kampfbahn den ausländischen Besuchern zur Verfügung. Die Mannschaften. Deutschland: Jakob (Jahn Regensburg); Janes (Fortuna Düsseldorf), Münzenberg (Alemannia fachen); Gellesch (Schalke 04), Goldbrunner (Bayern München), Kitzinger (L. FC. Schweinfurt); Lehner (Schw. Augsburg), Siffling (SV. Waldhof), Lenz (Bor. Dortmund), Szepan, Urban (beide Schalke 04). Schiedsrichter: Barlaffina (Italien). Frankreich: di Lorto; Diagne, Dupuis; Del- four, Bourbotte, Payen; F. Keller, Jgnace, Nikolas, Rio, Bigot. Zum fünften Mal gegen Luxemburg. Das „kleine" Länderspiel führt uns mit der Mannschaft des Großherzogtums in Luxemburg zusammen. Früher hatte der Westen das Privileg, eine Mannschaft den Luxemburgern entgegenzustellen, und erst seit der Vorbereitung zu der Weltmeisterschaft 1934 in Italien kam es mit Luxemburg zum ersten offiziellen Länderkampf, der von uns mit 9:1 gewonnen wurde. Der zweite Sieg fiel mit 1:0 bedeutend geringer aus, in der Vorrunde des Olympischen Turniers in Berlin gelang der deutschen Mannschaft mit 9:1 wieder ein großer Erfolg und auch im letzten Treffen, im September des vergangenen Jahres in Krefeld, wurde Luxemburg klar mit 7:2 geschlagen. Auch diesmal ist mit einem deutschen Sieg zu rechnen, obwohl vier Neulinge in der Mannschaft stehen. Luxemburg empfiehlt sich durch den l:0-Sieg vor wenigen Wochen über Frankreichs 8-Mannschaft. Die deutsche Mannschaft gegen Luxemburg hat folgendes Aussehen: Köhl (1. FC. Nürnberg)?; Appel (Berliner SV. 92), Klaas (Militär SV. Koblenz); Schädler (SSV. Ulm), Sold (FV. Saarbrücken), Kupfer (1.FC. Schweinfurt); Malecki (Hannover 96), Gauchel (FD. Neuendorf), Pörtgen (Schalke 04), Hohmann (VfL. Benrath), Striebin- ger (DfR. Mannheim). Kölblin wird Europameister im Schwergewichtsboxen. Im Kampf um die Europameisterschaft im Schwergewichtsboxen siegte am Mittwoch in der Deutschlandhalle der deutsche Meister Arno Kölblin über den belgischen Titelhalter Pierre 'Charlos in 15 Runden nach Punkten und wurde damit Europameister. Winterhilfe-Veranstaltung des Turnvereins Wiefeck. Auch in diesem Jahr will der hiesige Turnverein das Winterhilfswerk unterstützen. Diese Möglichkeit soll ihm das am kommenden Samstag im Saalbau Braun stattfindende Schau- und Werbeturnen geben. Aridem sehr reichhaltigen Programm werden alle Astteilungen beteiligt fein. Es sollen Sprungseilübungen, Bodenturnen, Sprünge am Pferd, Spitzenleistungen am Barren und Reck, Tänze und vielseitige Gymnastik gezeigt werden. Den Höhepunkt des Abends wird das von den Turnerinnen aufgeführte Tanzspiel „An der schönen blauen Donau" bilden, bei dem die Gesangs-Abteilung und ein gutes Orchester mitwirken werden. Der Verein hofft eine gute Werbung für die Leibesübungen zu leisten und dem Winterhilfswerk einen ansehnlichen Beitrag leisten zu können. Zahresrückschau des Turnvereins Großen-Linden. Am vergangenen Sonntag hielt der Turnverein Großen-Linden in der Gastwirtschaft „Zur Linde" seine Jahreshauptversammlung ab. Nach einem gemeinsam gesungenen ■ Turnerlied und einem von dem Turner Otto Weiß vorgetragenen selbstver- faßten Gedicht erstattete der Vereinsführer Dr. Römer den Jahresbericht. Dabei erinnerte er an das im vergangenen Jahre wichtigste sportliche Ereignis, die Olympischen Spiele. In längeren Ausführungen sprach er von der olympischen Idee und ihrer Entwicklung. Der Mitgliederstand hat sich gegenüber dem Vor- fahr wiederum erhöht. Drei Mitglieder sind durch Tod ausgeschieden, ihr Andenken wurde in der üblichen Weise geehrt. Der Vereinsführer wies darauf hin, daß die Instandsetzung der sehr schadhaften Turnhalle nicht mehr länger.hinausgeschoben werden könne, die Westwand müsse wahrscheinlich vollständig erneuert werden. Dr. Römer verlas dann ein Schreiben des vor vielen Jahren nach Amerika ausgewanderten Mitgliedes Karl Keßler, der für die Uebersendung der goldenen Vereinsehrennadel herzlich dankte. Der Kassenbericht wies einen kleinen Ueberschuß auf. Der Vereinsführer sprach dem langjährigen Kassenführer Ludwig Lang für feine mustergültige Arbeit besonderen Dank und Anerkennung aus. Nach dem Bericht des Oberturn- wartes Karl Seipp war der Besuch der Turnstunden zufriedenstellend. Die Kreisoeranstaltungen sind von den Vereinsangehörigen zahlreich besucht worden, es wurden auch überall gute Erfolge erzielt. Ganz besonders gut haben unsere Nachwuchsturner bei den Mannschaftsrundenkämpfen abgeschnitten. Dem Verein braucht es um die Zukunft nicht bange zu sein. Die Oberstufenmannschaft hat durch ihren Sieg bei dem ersten Rundenwettkampf die Teilnahme an dem Endkampf mit den Mannschaften der Turnvereine Marburg und Kassel sichergestellt. Der Austrag dieses Kampfes findet am 11. April in Großen-Linden statt. Die satzungsgemäß erfolgt Wahl des Vereinsführers ergab die einstimmige Wiederwahl von Dr. Römer. Der Oberturnwart sprach dem Vereinsführer für feine langjährige aufopfernde Tätigkeit besonderen Dank aus. Als Rechnungsprüfer wurden die Mitglieder Heinrich Seth und Albert Volk wiedergewählt. Zur Vertretung des Vereinsführers wurde das Mitglied Ernst Degen in den Vorstand berufen, in den Aelteftenrat tritt das Mitglied Karl Faber ein. Der Oberturnwart verteilte dann die Diplome an die Sieger und Siegerinnen bei den Kreiswettkämpfen. Mit einem Turnerlied und einem Sieg-Heil auf den Führer nahm die Versammlung ihr Ende. Sportamt „Kraft durch Freude". Heute folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik und Spiele: Studentenheim, Leihgesterner Weg, 9.30 bis 10.30 Uhr. Lyzeum, Dammstraße 26, 18.30 bis 19.30, 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr. Reiten: Reitinstitut, Brandplatz, 21 bis 22 Uhr. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen. Snob 472 Solo schwarze Hose, weißes Hemd mit Stehkragen und schwarzer Smokingkrawatte. Snob, engl., vornehm tuender Geck. Socken, kurze Strümpfe für Herren, die nur bis zur Wade reichen. Man wähle Socken immer passend in der Farbe zum Anzug. Sie werden in warmem Seifenwasser gewaschen. Soda, kohlensaures Natron, das zum Weichmachen von Wasser, zum Reinigen und Bleich:von Wäsche, zur Herstellung von Glas, Seifen usw. verwendet wird. Soda muß gut verschlossen in Holzoder Porzellangefäßen aufbewahrt werden. Sodooergiftung siehe Alkalienvergiftung. Sodawasser, künstliches, mit doppeltkohlensaurem Natron versetztes Mineralwasser. Sodbrennen ist eine saure, brennende Empfindung in der Ma- gengegend^zuweilen aufsteigend, als Anzeichen von übermäßiger Säurebildung im Magen. Kommt vor nach Genuß von fetten oder sauren, scharf gewürzten Speisen, ist durch Gaben von Natrium ob. Magnesium schnell behoben. Weist bei gehäuftem Auftreten aus eine Magenerkrankung hin, unter Umständen auf Magengeschwür. Man befrage den Arzt. Soiree, franz., entbehrt. Fremdwort für Abendgesellschaft. Soja, fettreiche ostasiatische Hülsenfrucht, die außerdem sehr eiweißhaltig ist. Fettgehalt 20 v.H., Eiweißgehalt 40 n. H., ferner Zucker. Sojabohnen erfüllen alle Vorbedingungen eines Volksnahrungsmittels, da ihre Fettstoffe außerdem Lezithin enthalten. Sojamehl erhöht den Wohlgeschmack und Nährwert aller Speisen, bei denen es verwendet wird, besonders bei Suppen und Tunken, und vermindert Dabei den Verbrauch von Eiern. Gegorene Sojabohnen liefern eine sehr pikante Tunke. Solanin s. Tomate. Solbäder. Das Baden in Sole übt einen starken Reiz auf die Haut aus und beeinflußt damit den Stoffwechsel und erhöht die Durchblutung der Haut. Angezeigt bei Gelenkerkrankungen (auch bei tuberkulös.), Schwächezuständen, Skrofulose, Basedow, Frauenkrankheiten. Es gibt zahlreiche gute Solbäder. Sole ist ein Wasser mit besonders starkem Kochsalzgehalt. Solei, hartgekochtes Ei, desien Schale angeschlagen und in Salz- wasser gelegt wird. Bei dieser Behandlung halten sich die Eier sehr lange, sind aber schwer verdaulich. Solid, lat., entbehrt. Fremdwort für tüchtig, dauerhaft, haltbar, fest, gediegen, echt, zuverlässig, ordentlich, ehrbar, würdig, besonnen, häuslich, preiswert. Solinglas, wertvolle Tafelglassorte. Solitär, einzeln gefaßter Diamant. Solo, ital., Bedeutung-allein, entbehrt. Fremdwort für Einzel- Dortrag, Einzelstimme, Einzel- Kohlen von Fischer Gießen, Alicenstraße 42—44, Telefon 3172 und 3176 Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl, Schulstr. 7 | Verkäufe GM. 150 ccm Motorrad (Victoria) preiswert zu verkaufen. 1835D HitharöBornemiinn Neuen Baue 22. Bett, Schrank Tisch, Waschtisch Kommode Büfett Eßservice Kaffeeservice Küchen schrank Vertiko, Bilder Bücher, Sofa Ofen, Salon Fahrrad Wanduhr La rnve,Gasherd zu verkauf, oiss? Vogt Bahnhofstraße Nr. 60, l. Stock. | Kaufgesuche | (Großhandlung sucht i. Zentrum der Stadt zirka 500-601? qm frort. MerrSiM zu kaufen od. zu pachten. Schr. Angeb. U.1826O an d. Gieß. Anz. tiioeiofler zu kauf gesucht. Schr.Ang. unter 01386 an d.G.A Fewa Fewa ins Haus - rät Johanna; denn mit Fewa lassen sich alle diese Gegenstände schnell und gründlich reinigen. 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